N-. 34. Abonnements-Bedingungen: ereonnoniont?- PrciS vränumernndo: Vwrtcljähri. SM VU., llwliatl. I,l0 Alk., wöchenUich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntags. nunimer mit illustrierter Tonntags- Beilage„Die Neue SSclf 10 Pia. Posl- Abonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posl-ZcitungS- Preisliste. Unter Krcuzbaird>ür Dcmschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. PoslabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Crfdtfnt täglich anOer ülontags. Vevlinev Volksblertt. 39. Jahrg. vie Inlettions-LebShi' keträgt für die sechsgcspaltcnc KoloncI- zeile oder deren Raum 00 Psg., für politische und gewerkschaftliche VereiuS- nnd Vcrsammlungs-Anzeigcn 00 Ptg. ..plleine Znr-ig-n", das scttgedruckie Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Etellengcsuchc und Schlasstcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes wertere Bort ö Psg. Worte über 15Buch- i laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Rümmer müssen bis > Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpediiion ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „SozialtUmoxrat sscrlm". Zentralorgan der rozialdemokratlfchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8M. 68, Lindcnatraasc 69. Fernsprecher: Amt Moristplak, Nr. 1383. Sonnabend, den 19. Februar 1913. Expedition: SSH. 68, Lindenatrasae 69* Fernsprecher: 2tmt Moristplaii, Nr. 1984. Ein Sozialdemokrat im Präfidium des Reickstages. Ein klasscnbc wußter Arbeiter, ein Sozial- demokrat sitzt im Präsidium des Deutschen Reichstages. Mit 188 Stimmen ist Genosse Scheidemann zum ersten Vize- Präsidenten gewählt worden. Fest und unerschütterlich ist die sozialdemokratische Fraktion zu ihrem Recht gestanden und unsere Sache ist siegreich ge- blieben. Wir haben erklärt, die staatsrechtlichen Vorschriften zu erfüllen, ohne irgend andere Verpflichtungen auf uns zu nehmen. Die Intrigen der einen, die Schwachmütigkeit der anderen hat keinen Einfluß auf unsere Entschließungen ge- habt. Geradeaus sind wir unseren Weg gegangen und cr hat uns zum Ziel geführt. Wir Sozialdemokraten sind begeisterte Optimisten, wenn wir an die Erfüllung unserer großen Aufgaben denken und an das Ideal des Sozialismus. Wir sind aber sehr nüchterne Kämpfer in den Schlachten des Tages und kühle Beurteiler der Machtverhältnisse. Wir wissen, unsere Macht liegt in keiner parlamentarischen Ehrenstelle und die Positionen, die wir in den Parlamenten innehaben, sind nur Ausdruck unserer Kraft, nicht die Kraft selbst. Unsere Macht ist verankert in den Köpfen, die wir revolutioniert, in den Herzen, die wir begeistert, in dem Willen der Millionen, den wir organisiert und in geschlossener Einheit zusammengefaßt haben. Und dennoch! Daß im Deutschen Reichstag, in diesem Parlamente, das einst das Schandgesetz gegen die Sozial demokratie zum Beschluß erhoben hat, jetzt ein Sozialdemokrat in das Präsidium gewählt worden ist, das ist eine von jenen Tatsachen, die zwingend und sinnenfällig von den: gewalligen Fortschritt Zeugnis Igebeiv die die Bewegung der Arbeiter- klasse gemacht hat.' Elf Genossen waren im Reichstag, als das Sozialistengesetz noch galt, als Wilhelm II. die Regierung antrat. Fünsunddreißig Genossen wurden 1890 gewählt und ihre Wahl besiegelte das Ende des Ausnahmegesetzes. Heute sind wir die stärkste Fraktion, sind der dritte Teil de- deutschen Volkes und der Vertreter der Geächteten und Ge hetzten sitzt im Präsidium der Volksvertretung und Millionen Proletarierherzen in Deutschland und in der ganzen Welt werden in froher und stolzer Genugtuung bei dieser Kunde höher schlagen, als gute Bürgschaft, daß eS vorwärts geht. Es ist nicht leicht gefallen, der Stimme des Volkes, die bei den Wahlen so klar gesprochen hat, auch im Reichstag Gehör zu verschaffen. Die Sozialdenwkratie hatte von vorn- herein' abgelehnt den Präsidenten zu stellen. Sie ist zwar die stärkste Partei des Hauses, aber sie ist keine Partei wie die andern. Sie steht in grundsätzlicher Opposition zu dem Gesellschafts- und Regierungssystem deS Kapitalismus, das sie als Vertreterin des Proletariats durch Demokratie und Sozialismus überwinden tvird. In diesem Sinne steht sie noch als Minorität der bürgerlichen Majorität gegenüber und dieses klare Verhältnis kommt zum Ausdruck, indem die bürgerliche Majorität den Präsidenten stellt. Andererseits war die Sozialdemokratie von Anfang an be- strebt und bereit, die Leistungsfähigkeit des neuen Reichstages zu sichern und das Resultat der Wahl auch in der Zusammen- setzung des Präsidiums zum Ausdruck zu bringen. Zugleich galt es die Anerkennung der vollen Gleichberechtigung der Partei wenigstens bei den Liberalen durchzusetzen. Deshalb war eS ausgeschlossen, daß sich unsere Fraktion von anderen Parteien irgendwelche Bedingungen vorschreiben lassen konnte. Denn das hätte die Anerkennung in Demütigung verwandelt. Deshalb erklärte die Fraktion den liberalen Parteien, sie sei bereit, für den Präsidenten und zweiten Vizepräsidenten aus ihren Reihen zu stimmen, falls sie für den Sozialdemo- kraten als ersten Vizepräsidenten stimmten. Die Fortschritts- Partei erkannte von Anfang an den Anspruch der Sozial- demokratie an und hat in allen Stadien der Verhandlungen und Abstimmungen mit Energie und Konsequenz an diesem Standpunkt festgehalten. Die Führer der nationalliberalen Partei warm bei den Verhandlungen zunächst auch dazu bereit. Sic erklärten ausdrücklich, daß sie, nachdem die sozialdemokratische Fraktion die staatsrechtlichen Bedingungen, die mit dem Amt eines Vizepräsidenten verknüpft seien, über- nehmen wolle, keinen Anlaß hätten, mehr zu fordern. Doch hatten die Nationalliberalen Bedenken, ein Präsidium mit Ausschluß der Rechtsparteien zu bilden; sie fürchteten, daß die Mehrheit für ein solches Präsidium zu gering wäre, um seinen dauernden Bestand zu verbürgen. Da die Konser- vativcn jede Teilnahme an einem Präsidium ablehnten, in dem die Sozialdemokratie vertreten wäre, kam nur das Zentrum in Betracht. Dieses aber erklärte, daß es ganz ent- sprechend der Ausfassung seines verstorbenen Führers Lieber, einen Sozialdemokraten nur wählen könne, wenn er sämtliche höfische Verpflichtungen übemähnie. Aber auch die Nationalliberalen bereiteten dem sozial- demokratischen Vorschlag, der ihnen den Präsidenten und der Fortschrittspartei den Vizepräsidenten sicherte, Schwierigkeiten und erklärten schließlich, der Sozialdemokratie nur einen zweiten Vizepräsidenten einräumen zu wollen. Bedeutete dies schon einen ganz ungerechtfertigten, ja unverständlichen Versuch der Demütigung der stärksten Partei, so tvar diese Zumutung um so mehr zurückzuweisen, als keinerlei Gewiß- heit bestand, ob der Sozialdemokrat auch wirklich gewählt l würde. Weiß mau doch, daß auf dem rechten Flügel der 'Nationalliberalen recht wenig Neigung bestand, auch nur die berechtigsten Ansprüche der Sozialdemokratie zu erfüllen. Für die Sozialdemokratie aber lag sicher kein Grund vor, sich zum Objekt etwaigen rechtsnationalliberalen und schwarzblanen Zusammenwirkens herzugeben. So herrschte denn zu Beginn der Sitzung völlige Un- gewißheit über den Wahlausgang. Die Sozialdemokratie ging selbständig vor und stimnitc für Genossen Bebel als Präsidenten. Bebel erhielt 110 Stimmen, Spahn, der Kan° didat des Zentrums 185, der Kandidat der Nationalliberalen. Prinz Schönaich-Earolath 88 Stimmen. Bei der entscheidenden Wahl wurde Spahn mit 190 Stimmen gegen 175 Stimmen, die auf Bebel entfielen, zum Präsidenten gewählt. Der Zentrumspräsident erhielt also nicht einmal die Mehrheit aller Mitglieder des Hauses. Er ist der Vertrauens- mann der Minorität. Ucberraschend groß war aber die Stimmenzahl, die ans Bebel fiel. Nicht nur die Fortschrittler, sondern auch die Hälfte der Nationalliberalen haben für den Führer der Sozialdemokratie als Präsidenten gestimmt. Die nationalliberale Taktik aber hatte völligen Schiff- bruch erlitten. Die Partei hatte durch die Brüskierung der Sozialdemokratie sich den Präsidentenposten verscherzt und dem Zentrum einen Erfolg verschafft, auf den es gar nicht hoffen konnte. Die Sozialdemokraten waren fesrgeblieben und hatten den Jfationalliberalen in einem nachdrücklichen Anschauungsunterricht bewiesen, daß ihr rechter Flügel im Begriff war, sie in den schwarzblauen Sumpf zurück- zustoßen. Ihr Mangel an Entschlußkraft hatte den Sieg des Zentrums herbeigeführt, und sie sind etz, die vor allem Volke dafiir die Verantwortung tragen müssen. Die sozialdemokratische Taktik hotte vollen Erfolg. Sie verstärkte sofort das Gewicht des linken Flügels der National- liberalen. Mit einem Schlage war die Situation klar: Ent- weder ergeben sich die Nationalliberalen bedingungslos ihren schwarzblanen Feinden oder sie handeln selbständig und un- abhängig nach ihren eigenen Partciintercssen. Und jetzt fanden die Nationalliberalen auf die klare Frage endlich die klare Antwort. Mit wenigen Ausnahmen stimmten sie für Genossen Schcidcmann als ersten Vizepräsidenten und der Sozialdemo- krat wurde im ersten Wahlgang gewählt. Zweiter Vizepräsident wurde der Nationalliberale Paasch c. So ward der Fehler, den Schwanken und Zaudern der- ursacht hatte, wieder gut gemacht, die Tatsache, daß die un- ilmschränkte Herrschaft der Klerikalen bei den Wahlen ver- nichtet worden ist, auch in der Wahl des Präsidiums doku- mentiert. Denn die Bedeutung dieser Wahl liegt nicht in. dem Zufallssieg des Zentrumsführers, sondern in der entschlossenen Gegenwehr, die dieser Sieg ausgelöst hat. Wir Sozialdemokraten aber begrüßen mit Freude den Einzug unseres Vertreters in das Präsidium des Reichstags. Wir sind frei von allen Illusionen und wir wissen, daß unsere Gegner eifrig ans Werk sind. Unablässig wird an der Sammlung gegen uns gearbeitet und die Regierung, die ver- gcblich alles daran gesetzt hat, die Sozialdemokratie auch dies- mal ihres Rechts zu berauben, wird nun um so eifriger daran arbeiten, ihre Niederlage wieder gut zu machen. Wir wissen es und fürchten es nicht, und schauen guten Mutes den kür.sti- gen Kämpfen entgegen, mit Bundesgenossen, wenn wir sie auf unserem Wege finden, und ohne sie, wenn wir allein die Sache der Arbeiterklasse zu führen haben. Heute aber freuen wir uns des Tages, der zum erstenmal den Sozialdemokraten an eine Stelle gerufen hat, von der so lange die Macht der Gegner uns ferngehalten hat. Die UJahl im Reicb&tag. Wieder wogen dichte Menschenmengen auf und ab vor dem Rcichstagsgebäude. Die Spannung war aufs höchste gestiegen, zumal die Nachricht durchgesickert tvar, daß alle Verhandlungen von Fraktion zu Fraktion ergebnislos ge- Wesen seien. So mutz denn der Stimmzettel entscheiden. Und der Stimmzeitel hat entschieden. Er hat bewiesen, daß eine linke Mehrheit im Deutschen Reichs- tag vorhanden ist. Wenn trotzdem ein Schwarzblauer als erster Präsident gewählt worden ist, so liegt das daran, daß die Nationalliberalen erst im Laufe der Abstimmung die Situation begriffen. Wiederum versah mit Würde und Geschick Alterspräsi- dent T r a e g e r seine Obliegenheit, die für einen 82jährigen gewiß nicht leicht war. Tie Frische und der gute Humor, mit der der Senior des Hauses die Geschäfte führte, bewährte sich auch heute. Drei Wahlgänge waren nötig, um die Entscheidung über den ersten Präsidenten herbeizuführen. Mit Leichtigkeit bättc die Sache in einem Wahlgang entschieden werden können. Aber die Nationalliberalen hatten, obwohl ihr linker Flügel sich alle Mühe gegeben, keine bindende Verpflichtung in beziig auf die Besetzung der zweiten Stelle übernehmen wollen. Unter diesen Umständen konnte die sozialdemokratische� Frak- tion weder im ersten noch im zweiten Mahlgang für den Kandidaten der Nationalliberalen, den Prinzen v. Schön- a i ch- C a r 0 l a t h, stimmen. Daher fiel dieser beim dritten Wahlgange aus und Genosse Bebel kam mit dem Erkorenen der Schwarzblauen in Stichwahl. Und der hieß Späh 11. Schon im zweiten Wahlgange waren ein paar bürgerliche Stimmen auf Bebel gefallen. � Im zweiten Wahlgange erhielt cr Wohl die gesamten freisinnigen und vielleicht die gute Hälfte der national- liberalen Stimmen. Ein gutes Viertel der Nationalliberalen dürfte sich enthalten und ein knappes Viertel für Spahn ent- schieden haben. Dieser war somit gewählt, aber nur mit 196 gegen 175 Stimmen, die auf Bebel fielen. Es war wohl die Voraussicht der Dinge, die da kommen sollten, welche bc- wirkte, daß der schwarzblaue Jubel sehr gedämpft klang. Um so einmütiger und lauter war der Beifall, den der neue Präsident erzielte, als cr mit wirklich warmen Worten der Verdienste des greisen Alterspräsidcnenten Tracger gedachte. Und nun kam die Wahl des ersten Vizepräsidenten heran. Sie kostete nur einen Wahlgang. Tie Nationalliberalen hatten gelernt. Tie Polen scheinen sich enthalten zu haben. Und so blieb denn der Vizepräsidentschaftskandidat des schwarzblauen Blocks, der konservative Notar und Krokodil- jäger Dietrich aus Prenzlau, mit 174 Stimmen in der Minderheit und mit 188 Stimmen wurde Genosse Scheide- mann als erster Sozialdemokrat in, das Präsidium des Deutschen Reichstages berufen. Lebhafter Beifall erscholl auf der Linken, als das Resultat verkündet wurde, und lebhaft beteiligten sich daran die Tribünen. Zum fünften Mal an diesem Tage schreitet das Haus zur Wahl. Mit den Stimmen der gesamten Linken und wohl auch des Zentrums wird der Nationalliberale P a a s ch e zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Die Polen stimmten aus Abneigung gegen Paaschs für Kaempf, und die Rechte doku- inentierte ihre Wut über den Gang, den die Dinge genommen, durch Abgabe weißer Stimmzettel. Zum ersten Male seit dem Bestehen des Reichstags ist ein Präsidium gewählt, das keinen adligen Namen enthält. Es erfolgte noch die Wahl der Schrift f ü h r e r, deren Ergebnis vom Bureau ermittelt und in der nächsten Sitzung (am Dienstag) mitgeteilt werden wird. Auf der Tages- ordnimg steht eine nationalliberale Interpellation über die Ansprüche, die Rußland ans der internationalen Zuckcrkonfe- renz erhebt; eine freisinnige Interpellation über den Futter- <7.'liigcL un> schließlich der Etat. Oer Verlauf der Sitzung. Mtersprüsidont Traeger eröffnet die Sitzung nachmittags 2 Ubr und läßt durch einen Schriftführer den Z 9 der Geschäftsordnung mit den Bestimmungen über die Wahl des Präsidenten und des Vize- Präsidenten verlesen und fährt dann fort: Ich bitte Sie, die größte Ruhe zu bewahren, damit das Geschäft sich ohne Hindernis vollzieht und wir, ehe der Tag sich neigt, in dem glücklichen Besitz eines Präsidenten sind.(Allgemeine Heiterkeit.) Die Auszählung der bei der Wahl des Präsidenten abgegebenen Stimmzettel ergibt, daß 388 Zettel abgegeben sind, darunter drei ungültige: von den 38ö gültigen Stimmen haben erhalten: Abg. Dr. Spahn(Z.) 18.), Abg. Bebel(Soz.).......... 110. Abg. Prinz Carolath(uatl.)...... 88, Abg. Dr. Paasche(natl.)....... 1, Abg. Heine(Soz.) 1. Die absolute Mehrheit hat keiner erhalten, eS muß also Stichwahl stattfinden, und zwar zwischen denjenigen fünf Kandi- daten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, also zwffchcu sämtlichen fünf Kandidaten, die überhaupt Stimmen erhalteir haben. DaS Ergebnis der Stichwahl ist folgendes: Abgegeben sind 383 Stimmzettel, darunter 3 ungültige. Bon den 385 gültigen Stimmen haben erhalten: Stög. Tr. Spahn(Z.) 186, Abg. Bebel Gsoz.)..«iiiii«. 114, Abg. Prinz Carvlath(natl.) •••« 85, NlierSpüäsidcnt Mg. Träger: Die absoluta Mehrheit beträgt!!)3. Es scheint also, dag wir heule die lückenlose Geschäftsordnung über uns ergehen lassen müssen. sHeiterkeit.)„ Es findet nunmehr Stichwahl zwischen den beiden Kandi- datcn, die die ineisten Stimmen erhalten haben, also zwischen den Abgg. Dr. Spahn und Bebel, statt. Das Ergebnis der S t i ck lo a h l ist folgendes: Es wurdcir abgegeben 384 Stimmen, davon ungültig 13; von den gültigen Stimmen haben erhalten Mg. Dr. Tpalm(Z.) 196, Mg. Bebel(Soz.).......,. 175. Der Alterspräsident T r a e g e r fragt darauf den Abg. Dr. S p a h n, ob er die Wahl annehme. Spahn bejaht dies und be- steigt daraus den Präsidentenstuhl. Er richtet folgende Ansprache an das Haus: .Ich danke dem Hause für das mir erwiesene Vertranen. Zu- nächst aber haben wir die Pslickit, unserem verehrten Alters- Präsidenten Traeger herzlichen Dank zu sagen für seine er- hcbliche Mühcwaltnng und für die Ausdauer, die er dabei bewiesen. lStarker Beifall auf alleir Väuleu.) Ich werde mich bestrebe», unparteiisch mein Amt zu führen und die Geschäfte des Hauses zu fordern, und bitte alle, mir dabei zu helfen." sVeifall rechrS.) Das Haus tritt dann in die Wahl des e r st e n B i z e p r ä s i- deuten ein. Abgegeben wurde» 38« Stimmzettel, davon ungültig 21. Von den gültigen Stimme» erhalten: Abg. Schridrman»(Soz.) 188, Abg. Dietrich sk.) 174, Abg. Dr. Paasch«(natl.)....... 3. Abg. Schcidcmanil ist somit gewählt und nimmt die Wahl nntcr dem Beifall der Linken an. Das Haus nimmt sodann die Wahl de? zweiten Vize- Präsidenten vor. Abgegeben werden für Paaschs lnatl.) 274 Stimmen, für K a e m p f(Vp.) 12, für Dietrich fk.) 2. v. Heydebrand(k.) 1 und Siadthogen lSoz.) 1. Ungültig find LS Stimmen von im ganzen 383. Gewühlt ist der Slbg. Paafchc zum zweiten Lizepräfidentc». Auf Anfrage des Präsidenten erklärt Abg. Paasche(natl.): Ich nehme die Wahl an. Nunmehr schreitet da? Haus in erneutem Namensaufruf zur Wahl der Schriftführer. Die Verkündung des Ergebnisses dieser Wahl wird wie üblich auf die nächste Sitzung verschoben. Präs. Dr. Spahn: Der Reichstag ist nunmehr konstituiert. Ich lverde pflichtgemäß Sr. Majestät dem Kaiser Mitteilung davon machen. Eingegangen sind ein schleuniger Antrag A l b r e ch t(Soz.) zur Einstellung des Strafverfahrens gegen die Abgg. Ebert, Fischer (Sachsen) und Feuerstein. Ferner eine Interpellation Basser mann bezüglich der russischen Ansprüche ans der internationalen Zucker- konfcrcnz. Weiter eine Interpellation Ablast(Vp.) ob der Reichskanzler in Rücksicht auf die herrschende Teuerung und den Futter- mangel für eine kurze Zeit den Zoll auf Mais und Futiergerste auf- heben und den jiartoffelzoll statt am 13. Februar erst am 1. Mai in Kraft treten lassen wolle. Nächste Sitzung TienStag 2 Uhr(obige Anträge und Inter- pcllationcn sowie der Etat). Schlnst»/i? Uhr. ppefiftunimn. Die„Freisinnige Zeitung" bedauert die Wahl Spahns, die keineswegs der Verteilung der Machwcrhältnisse entspräche. Die Frage läge nahe, wieso es zu dieser Wahl gekommen sei. Darüber sagt das fortschrittliche Organ: ..Es kann nicht geleugnet werden, dast die Schuld sich un- gefähr gleichmästig aus die Sozialdemotrateu und aus die Ätatioualliberalcu verteilt. Die Sozialdemokraten mußten sich von vornherein darüber klar sein, oast es ihnen nicht gelingen konnte, den ersten Präfidenteuposten zu erreichen, da dafür die Raiionallibcraleu entwedcr gar nichr oder uichl geschlossen zu haben waren. Dieses geschlossenen Zusammengehens hätte es aber bedurft. Ob die Stellungnahme der vlationalliberalcu sich rechtfertigen läßt oder nicht, soll in diesem Moment nicht untersucht werden, genug, die Sozialdemokratie hatte aus jeden Fall damit zu rechnen. Wenn sie gleichwohl an Bebel, dessen Ausstellung au s-telle von Di eh ohnehin schon eine Demonstration war, in der engeren Wahl festhielt, betrieb sie damit eine Art Trobkopfpolitik, die in diesem Moment durchaus »mmgebiacht war. Aus der andern �seite trifft d i e.N a t i o n a l- liberalen d c r V o r w u r f, für den Ausgang der Wahl hie Vcrantlvortung zu tragen. Denn die Sozialdemokraten waren bereit, im zweiten Wahlgang ihre Stimmen aus den Prinzen Schönaich-Earokath zu übertragen, wenn ihnen die Rationallibc- ralcn die Stelle des ersten Aizepräsideuten sicherten. Dazu aber konnten sich dies- nicht llerstehen— unlieareiflicherweiie.' Sehr merkwürdige, lojderspruchsvollr und direkt unrichtige An- sichten finden sich in der„Rational-Zeiiung". Sie sagt zunächst: „Da die n a t i v n a l l i b e r a l e Partei von vorn- herein den Standpunkt vortreten hat. dast ein auoschliestlich aus den Oppositionsparteien gebikoeteS Präsidium nicht der parlamentarischen Lage entspreche, war es unmöglich, eine Einigung zwischen den lwidcu liberale» Parteien und der Sozial- dcmokratie zu erzielen." Daimt gäbe das Blatt ja zu, daß die Ratio nalliberalen kein reines Linke»-Präsidium baden wollten, sondern von vornherein enlschlossen gewesen wären, die Sozialdemokratie auszuschalten, um das Zentrum für dag Präsidium zu gewinnen. Das ist ja die beste Rechtferti- gung der sozialdemokraii scheu Taktik. Wenn trotzalledein das Blatt die Sozialdemokraten gar der„Felonie" beschuldigt, so zeigt dieser lächerliche Vorwurf, daß das Blait die Situation überhaupt nicht begriffen hat. Hektliog bsvenicher MiMekMiilent. Aus M ii n ch c n wird uns telegraphiert: Meine Annahme, das Ministerium Podewils werde mit seinem Zianiensträger die Minislcrkrise nicht überleben, hat sich bestätigt. Herr von H e r t l i n g, der c»t- gegen der Behauptung der ZentrnmSpreste von seiner liuabkömmlichkeit doch schleunigst von Berlin hierher ge eilt ist, wurde heisto ztiin Minister des Acnßern und Vor- sitzenden im Ministerrat ernannt. Gleichzeitig ist ihm der Auftrag geworden, das Kabinett neu zu bilden. Ebenso gleich- zeitig ist das Entlassungsgesuch des Herrn von P o d c- ivils genehmigt tvprden..Als Pflaster erhält er die Er- nennung zum Hubertnsritter und in einem Handschreiben des Prinzrpgenten den Dank für ausgezeichnete Treue und mit seltener Hingebung geleistete Dienste, mit der Zusicherung, das; diese seltenen Dienste noch besonders gewürdigt würden. Wahr- scheinlich durch Verleihung eines hohen HofanlteS, mit dem der Zutrstt bei Hofe vor den aktiven Ministern verbunden ist. So bleibt Herr v. Podewils der Hofjagdrundc als Sänger und Zitherspieler erhalten. Aber in die Grube, die er seinen Kollegen Psgss und Lrauendorser 'graben Wollte, ist er selbst hineingefallen, ebenso sein Mithelfer, der bisherige Kultusminister v. Wehner, den jetzt auch die Zentrumsprcsse völlig preisgibt. Was weiter wird, ist in bayerisches Dunkel Zehüllt und wird kaum noch vor morgen abend bekannt werden. Wahr- .scheinlich wird überhaupt kein Mitglied des bisherigen Ministeriums in das neue Kabinett gelangen. Dagegen erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß ein zurzeit noch aktiver General der Artillerie oder des GcnieWescns Verkehrsministcr werden soll nach dem Muster des ehemaligen preußischen PodbielSki. Dieser Soldat soll nach dem Wunsche des vor dem roten Schrecken zitternden Hofes die Hauptaufgabe haben, die angebliche Gefahr eines Eisenbahnerstreiks im Keime zu ersticken. Das stimmt auch übercin mit den ungemein scharfmacherischen Artikeln der Zentrumspresse, in denen als Hauptaufgabe der neuen Negicrung die Be- känipfung der Sozialdemokratie bezeichnet wird. Unser Münchener Parteiorgan bemerkte heute niorgen bereits, ehe »och die Bestätigung der Nachricht da>oar, daß Hertling Ministerpräsident würde: Herr v. Hertling, der schon lange gernstet ist auf den wenn auch noch zeitweiligen Eintritt in die bayerische Regie- rung, wird zur Freude für„Hausknechte" des Zentrums(bei hohe Herr beliebte seinerzeit eine bekannte Zentrumsgröße als Hausknecht zu titulieren) kommen und mit Handkuß annehmen und dann kann das herrliche Reich der Scharfmacherei beginnen. Skuerzafykn ist- Sozialismus. Ein agraris.fier Junker war es, der den kkassischcn Ausdruck getan hat vom Portemonnaie der Besitzenden, das man niemals dem aus einem demokratischen Wahlrecht beruhenden Reichstag überantworten dürfe. Ter Man» bat wohl gewußt, was er sprach. Deshalb muß man den Blick ab und zu ins preußische Drei- k l a s s e n h a u s lenken, uui zu sehen, w i e die Erwählten des Geldsacks das Portemonnaie der Besitzenden zu schützen wissen. Es Ivurdcu dort beksiintlich in den letzten Tagen die neuen preu- ßischen Stcucrg�'etze beraten, über die tvir unsere Leser bereits unterrichtet haben. Bei den direkten Steuern ist es dem Besitz nicht ganz so leicht, sich von der Zahlung seines Anteils zu drückeu, wie bei den indirekten. Eine Abgabe auf Salz z. B. loicd ohne iveiteres fast ganz von den Besitzlosen getragen, weil die Besitzenden so gering an Zahl find, daß ihr gesamter Konsum an Salz nur lächerlich klein ist neben dem Salz, das die Masse der Besitzlosen verzehrt. Aber bei der direkten Steuer muß man schon geradezu zu Unterschlagungen und Betrügereien greifen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das ist der Grund, weshalb den Ver- tretern des Besitzes die direkte Besteuerung des Eintommeiis und Vermögens so zuwider ist, und so erlebte man denn im preußischen Parlament einen— teils versteckten, teils offenen— Widerstand gegen die geplante Erhöhung der direkten Steuer», der in seinen Höhepunkten schon mehr komisch wirkte. Und bezeichnenderweise war es kein Konservativer, sondern«in Z e n t r u m s m an», der die Parole des Junkers von Januschau am unverblümtesten verfocht. Tie Rede, die der Z.eirtumsabgeordnete Graf v. S p e e unter dem lauten Beifall seiner Parteigenossen hielt, kann man kurz zusammenfassen mit den Worten: ,.S t e u e r z a h l e u ist sozialistisch. Das Zeittrum aber will Thron und Altar gegen den Umsturz verteidigen, folglich— darf es keine$te,acin bewilligen!" Unsere Leser lverdcn erstaunt fragen, ob denn solch ein Blöd- sinn überhaupt möglich sei! Ob wir nicht etwa in die gräflichen Worte etwas bineingelegt haben, was sie denn doch nicht enthielten! Aber es ist kein Zweifel möglich. Freilich hat da» Zentrum in diesem Falle nicht gerade einen seiner geschicktesten Redner vor- geschickt. Gerade deshalb darf man um so mehr glauben, daß er seine wahre Herzensmeinpng ausgeschüttet hat. Ein anderer, geschickterer Redner hätte vielleicht allerlei Vorloände gebraucht. Nichr so der Graf v. Spce.„Wenn es uns wirklich ernst ist mit der scharfen Frontstellung gegen eine st a a t s- sozialistische und sozialdemokratische Entwick- l u u g," so rief er am Schluß seiner Rede aus.„so ist hier eine Gelegenheit gegeben, dies zu beweisen." Und wie will er es be- weisen? Die immer höher steigende Besteuerung— das etwa war sein Gedankengang— muß, wenn das so weiter geht, schließ- lich zur Konfiskation des Vermögens führen. Um das zu verhindern, schfiagt er vor,„dem überhandnehmenden Steuer- druck durch das Staatsgrundgesetz eine Grenze zu setzen". In die Verfassung möge ein Satz eingefügt lverdcn,„daß kein preußischer Untertan gezwungen werden darf, über einen bestimm- ten Prozentsatz seines deklarierten Einkommens an Steuern und Abgaben zu zahlen". Wobei der Herr Graf gütigst von 3 bis 13 Proz. gehen will. Run ist, wie man weiß, gerade aus Anlaß der Steuerdebatten aufgedeckt worden, daß die Besitzenden in Stadl und Land zu einem sehr großen Teil ihr Einkommen falsch deklarieren: sie geben weniger an. als sie in Wirklichkeit einnehmen, und zahlen schon dadurch lveniger, als das, was sie eigentlich schuldig sind. Wenn dazu nun noch die Bestimmung käme, daß ihre gesamten Abgaben(also an Staat und Kommune, Kirche usw.) nur eine» gewissen Prozentsatz ihres dellarierte n Einkommens betragen dürsen, so tan» man sich ein Bild machen, um wieviel sie Saun erst den Staat sisiadigen würden. Ten Gipfel der Komik erreichte der Graf, als er von der Ergänzung� steuer sprach. Gegen deren Erhöhung wehrt er sich mit Händen und Füßen. Sehr natürlich. Ist doch die Epgän- ßunMeucr die einzige, sehr geringfügige Heranziehung des Per- mögen», die wir in Preußen habe». Eine Vermögenssteuer im eigentlichen Sinne ist sie ja nicht. Denn sie wird zwar nach der Größe des Vermögens berechnet, aber bezahlt wird sie natürlich von dem Einkommen, das der Besitzer aus dem Vermögen zieht. Sie ist also wirklich, was ihr Name besagt: eine Ergänzung der Einkommensteuer, aber eine solche, die nur die vermögenden Leute belastet. Welch ein Gegenstand des Entsetzens für den Redner des Zentrums! Er erklärte mit Nachdruck, daß„jede Er- bohung der Ergänzungssteucr, weil eine Gefahr in sich schließend, auszuschließen ist". Dabei muß man wissen, daß die heurige Ergänzungssteuer mit den gcgenwärlig erhobenen Zu- schlägcu noch nicht ganz zwei Drittel vom Tausend(nicht etwa vom Hunderi) ausmacht. Das heißt von jeden tausend Mark Ver- mögen werde» 65?) Pfennige gezahlt. Und diese sollen nun nach dem Vorschlag der Regierung auf 66 Pfennig erhöht werden. Da liegt gewiß die Gefahr sehr nahe, daß durch allmähliche Erhöhung der Ergänzungssteucr zu guter Letzt das ganze Vermögen vom Staate konfisziert wird! Und doch brachte es der Gras fertig» dies als Grund seiner Ablehnung anzugeben. ,.So wenig wir heute wissen," sagte er,„was in 16 Jahren beschlossen werden wird, wenn wir uns an die Erhöhung begeben, so gut können wie annehmen, daß dann, wenn wir einmal qjifangcn zu erhöhen, diese Erhöhung in jeder Novelle lveiter und weiter gehen wird. Damit besorgen wir Ihre Geschäfte, meine Herren Sozialdemokraten." Tie Worte des Herrn Grasen in allen Ehren. Er persönlich mag rs ganz apsxichtig mcincii, elPwlst man kaum glauben sollte, daß ein politisch gebildeter Mann sich heute noch ein so konfuses Bild vom Sozialismus machen kann. Aber daß die Zeittrume- Partei wirtlich an die Wahrheit dieser Gründe glaubt, das kann sie nur ganz Unmündigen einreden. Nein» das sind elende Vor- wände, die nur zeigen, mit welcher Hartnäckigkeit und Erbitterung dcis Portemonnaie der Besitzenden selbst gegen die allcrwinzigsle Belastung geschützt werden soll. Das Bild wäre nicht vollständig, wenn nicht der Redner des Zentrums auch bei dieser Gelegenheit wieder sogenannte„mora- lische" Gründe ins Feld geführt hätte. Tie Regierung will, daß beim Tode eines Besitzenden die Erben der Steuerbehörde ein Inventar des Nachlasses vorlegen sollen. Dieses„Hineinleuchten in die innersten Familienverhältnisse gerade im?tugcnblick des Todes- falls" ist dem Zciitrunisreducr höchst unsympathisch,„denn vier wird der Erbe verpflichtet, den Erblasser eventuell in kürzester Zeit nach dem Tode als Stcucrdefraudanten zu de nun- zieren". Dadurch wird, wie es scheint, das„sittliche Empfin- den" der Herren vom Zentrum verletzt. Wie richrcnd! Aber gegen solche Bloßstellung nach dem Tode kann sich ja jeder leicht schützen: er braucht nur ein ehrlicher Mann zu bleiben, er braucht nur sein Vermögen richtig zu deklarieren und seine Steuern richtig zu zahlen, er braucht, mit einem Worte, nur eine Tat zu vermeiden, die der Finanziiiinister(in der Begründung des Gesetzes) mit Reckt einen nichtsnutzigen Betrug ncmtt, der noch scklimmer ist als gewöhnlicher Betrug, weil er nicht bloß einen, sondern alle anderen schädigt! Aber wie gesagt, man darf diese läckcrlichen Vorwände nickt ernst nehmen. Tie wahre Meinung des Zentrums offenbaren sie nicht. Und übrig bleibt bloß, daß das Zentrum die schon so ge- ringen und gänzlich unzulänglichen Borschläge deS Finanzministcrs zur schärferen Heranziehung dcr Besitzenden auch noch ablehnen will. ver Krieg. lieber Käiupfc in der Gyrrnaika, liegen heute einige Nachrichten von türkischer wie von italienischer Seite vor, die aber nach beiden Seiten offiziös zurechtgestutzt und daher nur wenig glaubwürdig sind. Daß die Situation der Italiener in den Küsienorten der Cyrenaika alles andere als günstig ist. weiß man, aper die untenstehende Siegesnachricht aus Konstantinopel erscheint doch übertrieben. Die Verschleierung der Nachrichten scheint in diesem Kriege als eine Hauptaufgabe der Kriegführenden be- trachtet zu werden. Tie Meldungen lauten: Konsiaittinopel, 8. Februar. Das Kriegsministerium übermittelt der Presse eine Depesche des Kommandanten von Ben- ghasi, nach der die Italiener bei den nächtlichen Angriffen dcr Türken und Araber am 23., 26. und 27. Januar große Niederlagen erlitten haben sollen. Tic Italiener hätten mehr als 136 6 Tote gehabt, die auf ungefähr 46 Schaluppen auf die Kriegsschiffe gebracht worden seien. Die Stadt sei voller Verwundeter. Einige italienische Kompagnien seien vollständig vernichtet worden. Die Türken und Araber hätten ini ganzen bloß 28 Tote und 89 Verletzte gehabt. Rom, 9. Februar. Tie„Agenzia Stefani" meldet unter dem 7. d. M. aus T o b r u k: Ilm 1 Uhr morgens eröffnete der Feind gegen das Fort ein ungefähr halbstündiges Feuer, das die italienische Besatzung nicht erwiderte. Gegen 8 Uhr früh wurde abermals ein Feuer gegen die italienischen Vorposten eröffnet. Diese erwiderten es, auch einige Kanonenschüsse fielen auf italienischer Seite. Dcr Feind wurde bald zurückgeschlagen. Drei Araber blieben, durch Gewchrschüsse getötet, auf dem Platze; die Zahl dcr von der Artil- terie Getroffenen ist unbekannt. Auf italienischer Seite wurde ein Unteroffizier leicht an. dcr linken Hand verwundet.— Seit sechs Tagen sah man keine Karawane über das Plateau ziehen. Gcncral Caiirva in Rom. Rom, 9. Februr. General E a n c va latte gestern eine längere Konferenz mit dem Ministerpräsidenten Giolitti, dem Kriegs- minister Spingardi, mehreren höheren Offizieren de» General- stabs und dem General Pccory-GiralSo. Eine gestern abend aus- gegebene offizielle Note teilt mit, daß General Eaneva binnen kurzem nachTripolis zurückkehren und nach seiner Ankunft eine große militärische Tätigkeit ent- falten wird. Tunesische Araber als Biiiidesgenossen der Türken. Mailand, 9. Februar. Nach einer Nachricht, welche die Türmer ..Stampa" aus Tripolis erhält, sollen 3666tuncsis che Araber die tripolitanische Grenze überschritten haben, um sich den bei Garian stehenden türkischen Streitkrästen anzuschließen. Englische Schiffe im Roten Meer von den Jtalienen. angehalten. London, 9. Februar. Aus Mokka wird vom 3. Februar gemeldet: Der italienische Torpedojäger„Grenadiere" hat den britischen Dampfer„Tuna" 15 Meilen nördlich von Permi angehalten und ihn zuc Untersuchung nach Scheik Said zurück- gebracht. 2luch das Schiff„W o o d c o ck", das auf der Fahrt von Aden nach Hodcida begriffen ist, ist von den Italienern a n g c- halten worden. Hodeida nicht beschossen. Konftanlinopel, 9. Februar. Tem Mikifterunn de« Innern zu- geaangene Tepcschcn der letzten Tage melden nichts von einem B a m v a r d e ni e n t H o d e i d a s. Sie stellen nur die Blockade durch die italienische Flotte selbst fest. Wenn aber«in Bombarde- ment stattgefunden hätte, so könnte der Schaden bei den Bahnhofs- bauten Hodcidas ganz unmöglich sich auf 12 Millionen Frank bc- laufen. Im ungünstigsten Falle dürfte er kapm an eine Million Frank heranreichen. Sie ISevolutioD in China. Mißtrauen gegen Nuauschikai. Peking, 9. Februar.(Meldung des Reuterschen BureauS.) Trotz der optimistischen Berichte der Regierung machen die R e- publikaner zu fast allen von?) u a n s ch i k a i gemachten Vor- schlagen Aenderimgen und ersuchten Auanschikai, nach Nanking zu kommen, um ein endgültiges Abkommen zu schließen. Augenschein- lich beginnen die Republikaner Verdacht zu schöpfen, daß SZuauschikai Bcdinguiigcw für einen bequemen Weg zur R ü ck k c h r z u r m o n* archi sehen R e g i e r u n g s f o r m schaffen werde, sobald eine Anleihe aufgeuommcii, die Ordnung wiederhergestellt und die' rc- publikanischc?lrmce aufgelöst ist. Viele einflußreiche Chincseu sind der Ansicht, daß China die äußere Mongolei bereits verloren hat. Man fürchtet, daß es dem D a l a i Lama gelingen werde, die U n a b h An gigkeit Tibets wiederherzustellen, und daß Japan die südliche Mandschurei aiuieitiereu werde, während die nördliche einen Pufferstaat zwischen japanischem und russischem Gebiete bilden würde. Die Vorgänge in der Maiidschurei. Mulden, 9.� Februar. Die Revotutiouäre haben gestern mit zwöls Geschützen das Bombardement aus Stadt und Festung Satjjing eröffne?. In ber S!>idt brach ei» Feuer aus.— Dreiundzwanzig Offiziere find wegen ihrer ge- Heimen Beziehungen zum General her Revolutionäre hinge- rich t e t worden. politiscde(leberllcdt. Berlin, den 9. Februar 1912. Kulturkauipfgeplänkel. Wohl noch niemals hat sich der Satz, daß jedes Paria- ftieut die Behandlung.erfährt, die es verdient, so bewahr- Heitel wie am Freitag ml Abgeordnctenhanse. Zum Etat des Ministeriums der Auswärtigen Auge- legcnheiten lag ein irationalliberaler Antrag vor, der die Regicruilg ersuchte, tunlichst bald authentische Mitteilungen über die mit der Kurie über das neueste Motuproprio betr. das Gerichtsverfahren gegeit Kleriker gepslogencn Slcrhand- lungen zu machen, insbesondere den darauf beziiglichen anit- lichen Schriftwechsel vorzulegen. Nachdem Abg. Dr. Campe(natl.) den Antrag unter scharfer, aber gerechter Kritik der fortgesetzten päpstlichen llebergrissc begründet hatte, erhob sich Herr V. Kiderlen- Waechter, um eine Antwort zu erteilen, die eigentlich) keine Llntwort war. Er behauptet, daß das Motuproprio für Deutschland nicht gilt, und berief sich zum Beweis dafür auf offiziöse Preßartikel, die zweifellos ans dem Vatikan stammen. Er erklärte weiter, daß der preußische Gesandte beim Vatikan auf seine Anfrage eine zufriedenstellende Erklärung bekommen habe, daß aber Akten darüber nicht vorhanden seien. In demselben Atenizuge bat er das Haus, den Antrag auf Vorlegung der Akten nicht anzunehmen. Erkläre mir, Graf Ocrindur, diesen Zwiespalt der Natur! Unter solchen Umständen dürfte der Bescheid an den Kardinalstaatssekretär, daß die Regierung jeder Verfügung, welche mit den Reichs- oder Laudesgesetzen in Widerspruch stände, die Wirksamkeit versagen müsse, kaum Eindruck in Rom gemacht haben. Wäre das Abgeordnetenhaus eine wirkliche Volksver- tretung, so hätte es nach dieser ministeriellen.„Antwort" erst recht auf die Annahme des Antrages dringen müssen. Statt dessen beantraaten die Konservativen, mit Rücksicht auf die Erklärung des Staatssekretärs über den nationalliberalen Antrag zur Tagesordnung überzugehen, und Herr v. Kider- len-Waechter, der seine Pappenheimer kennt, konnte befriedigt das Haus verlassend Stand doch das Schicksal des Antrages von vornherein fest. Unter solchen Umständen war es höchst überflüssig, daß Abg. Dr. Porsch(Z.) eine unendlich lange Rede hielt, die an die Zeiten des seligen Kulturkampfes erinnerte, zum Schluß aber die katzenjämmerliche Stimmung.des Zentrums über seine Wahlniederlage durchblicken ließ. Den Stand- Punkt der Sozialdemokraten vertrat recht geschickt Genosse Liebknecht, der der konservativ-klerikalen Rtehrheit durch seine Darstellung der politischen Verhältnisse in Preußen und Teutschland einige unangenehme Augenblicke bereitete und auch zur Beurteilung der Stellung dos Regierungsvertrcters die richtigen Worte fand. Ebensowenig ließen die Abgg. G y ß l i n g(Pp.) und Fricdberg(natl.) es an der so notwendigen Schärfe in ihren Ausführungen fehlen. Natürlich ging das Haus, dem konservativen Antrage entsprechend, über den nationaliberalen Antrag zur Tagcsord- uung über und bewilligte den Etat, darunter auch wieder die Position„Preußische Gesandtschast am Vatikan". Am Sonnabend beginnt die Beratung dcö Etats der land- wirtschaftlichen Verwaltung. Die Wünsche des Flottenvereins. Weitere Marineriistungen! Das ist die Parole des Flotten- Vereins. Donnerstag abend hielt der FlotlenvereinSpräsidenl Grotz- admiral v. K ö st e r in Leipzig einen Vortrag, in den, er betonte, es besiehe kein Zweifel darüber,.daß wir gezwungen sind, Abwehr- », atzregeln energischer Art zu treffen, wie wir sie in gleicher Inten- sitär bi-ber nicht für nötig gehalien hatten. Eine starke Verteidigung unserer Nordseelüsie, die allen Eventnalitätei, gerecht sein mutz, er- scheint unerläßlich. Untersee» und ToipcdoboolSflo'.tillen müssen in der Lage sein, jeder Ueberraschung zu begegnen. Natürlich wird die Zahl der Unterseeboote hiersür zu vermehren sein. Weiter dürfte es sich empfehlen, in kritischen Zeiten an der Südküste der Nordsee cineit verschärften Vorposten- und Ansklärungsdienst in Bereitschaft zu halten. Durch eine erhöhte GesechtSbereilschast unserer Flotte niüssen wir aber iveiter in den Stand gesetzt werden, jeden uns be- drohenden Stoß zu parieren. DicS wird in wirksamster Weise geschehen, wenn wir ein drittes Geschwader aktivieren'. Das sind Wünsche, über die natürlich im Reichstag ein energisches Wyrtchen geredet werden wird!__ Das„nationale" Zentrum. Tis Zentrum hat sich vor den letzten Reichstagätwahlen bis zum Ekel verlogen gegen die„Äntinationaliläi" der Sozialdcmo- tratic gewandt und seine unbedingte„Zuverlässigkeit in.nationalen' Fragen' in hohen Tönen besungen. Jetzt, kaum einige Tage nach der Wahl, können die Älerikaten bereits wieder anders. Tie „Trenioitur", das Zentrumsblatt in Dortmund, rechnet schon mit einer SkeichStagSanflosuug in nächster Zeit gelegentlich der söge- nannte!! Wehrvorlagen: „Machen sich unsere Parteifreunde auf alles gefaßt! Wir gehen unstreitig sehr ernsten Zeiten entgegen und wir werden am letzten Ende wieder auf unsere eigene Kraft angewiesen sein. Es muß deshalb sofort auf der ganzen Linie ans Werk gegangen werden, nn, nnscre Organisation und unsere Presse weiter auszubauen. Das sind unsere besten und schärfsten Waffen." Tie„Tremonia" erklärt, der Reichskanzler könne im gegen- wqrtigen Reichstag gewiß eine Mehrheit haben für Heer- und Marinevgrlagen.„Ob er aber eine„Mehrheit der Linken" für die Kastendeckilng finden wird, das sei eine andere Frage. Das Zentrum und die Rechte dürften ihm aber nicht' mehr den Gefallen tun, die Kastanien aus dem Feuer zu. holen, wenn er glaubt, gleichzeitig zwei Eisen im Feuer halten zu können." Das ist deutlich. Das Zentrum will sich wohl den„nationalen" Spatz der Annahme der Heer- und Flottenvorlagen erlauben, aber, die Kosten dafür will es nicht beivilligen, wenn der Reichskanzler nicht wieder allein von Zentrumsgnaden regieren will! Wenn ja auch von diesem Gerede nicht viel zu halten ist, so beweist es doch, daß die„nationalen Fragen" dem Zentrum nur dazu dicncil, sein Parteisüppchen an ihnen zu kochen. Bon irgend welchen Grundsätzen ist da keine Rede, so la»t die Klerikalen ihr „rnti anales" Maulwerk auch vaa den Wahlen«ausgerissen habeA. Protest gegen die Wahl des Herrn v. Liebert. Am Freitag ist die Begründung des Protestes gegen die Wahl des Herrn v. Liebert an den Reichstag abgegangen. Die Be- gründungsschrist weist ll? Fälle auf.»ach denen Unregelniätzigkeiten, direkte.Beeinflussungen von Wählern usw. bei der Wahl vor- geioinmen sind. Allein 24 Fälle sind angeführt, wonach Personen in die Wählerliste eingetrogen waren und gewählt habe», die zu Unrecht in die Listen geführt worden sind. Do Herr v. Lieberl nur mit 2S Stimme, i Majorität gewählt worden ist, so genügen allein diese Fälle,»m die Mojorität LiebeAS zu erschüttern. Wichtig für Versammlungsleiter. Bei einer Volksversammlung in Deutsch-Lissa bei Breslau verlangte der überwachende Gendarm vom Einberufer der Versammlung die Bescheinigung über die e r- folgte A n m c l d u ii g. Diese wurde aber v c r w e i- g e r t, weil das Reichsvereiusgesetz keine Bestimmung ausweist, die das Verlangen des Ileherwachenden rechtfertigt. Da aber mit der Auslösung der Versammlung zu rechueu war, wurde die Bescheinigung schließlich doch gezeigt, jedoch aus prinzipiellen Gründen Beschwerde über den Gen- dann beim Landrat des Kreises Neumarkt geführt. Nach Ansicht des' letzteren war der Gendarm natürlich b c- r e ch t i g t, die Bescheinigung z u v e x l a n g e n. Auf die weitere Beschwerde heim Regierungspräsidenten erst kam das ReichsvercinSgesetz zu seinem Recht. Sein Bescheid lautet: „Auf die weitere Beschwerde vom tll. Dezember v. I. Ich erkenne an. das; Sie nach Lage der Gesetz- g e b u n g n i ch t verpflichtet waren, dem Gendarmcric- Wachtmeister K r e t s ch m e r I die Bescheinigung über die polizeiliche A n n; e l d u n g der am 6. November� v. I. iiii Fuhrmannschen Lokale zu Deutsch-Lista abgehaltenen öffent- liehen politischen Versammlung vorzuzeigen. Die be- teiligten Dienststellen werden hiervon in Kenntnis gesetzt werden. Dagegen l?at sich Ihre Behauptung, das; der Genannte Ihnen bei der fraglichen Gelegenheit mit polizeilichen Matznahmen gedroht habe, nach den angestellten Ermittelungen nicht als zu- treffend erwiesen. Ihre Beschwerde muß daher in diesem Punkte als unbegründet bezeichnet werden." Also der sozialdemokratische Versammlungsleiter kennt das Neichsvcreinsgesctz, aber dein Gendarmen und dein j u r i st i s ch vorgebildeten L a n d r a t niuß erst der lliegierungspräsident bestätigen, daß der Sozialdcnio- k r a t im Recht ist. In Schlesien muß das Vcrcinsgcsctz stückweise den Behörden abgetrotzt werden. Das Zentrum als Scharfmacher. Daß der Kampf gegen die Sozialdemokratie den Inhalt der künftigen bayerischen Rcgicrungspolitik bilden wird, zeigt folgende Münchener Korrespondenz der„Germania": „Die Politik und Taktik des Z e n: r u m s in Bayern ist scharf gegen denUmsturz eingestellt, und der Zentrums- Parieitag, der am 4. und 5. Januar 1Ö11 in München stattfand, bat zudem noch beschlußmätzig diese an sich selbstverständliche Politik festgelegt. Die Kampfe, welche gegen den Verkehrsminister v. Frauen- dorfer geführt wurden, und in welche auch Finanzminister V. Pfo ff einbezogen werden mutzte, haben zum Ziel die B e- l ä>n p s n n g des U m st u r z e S auf dem Gebiet, das der S t a a t als Groß- Arbeitgeber beherrschen mutz, aber sie richten sich auch gegen die nnsiiglich schlaffe Haltung der Gesamt- staatSrcgierung gegenüber der Sozialdemokratie. Die Landlagsaus- lösung war eine Fortsetzung dieser Regierungspolitik: die Staats- reaierung besorgte damit die Geschäfte des Rotblolks, d. h. der mit dem Liberalisnins verbündeten Sozialdemokratie. Zuletzt wurhe das im Kerne liberale B e a m t enlini, zur Wahl von Sozialdemokraten auf- gefordert. Die bayerische Regierung fand keine kräftigen Worte zur Abwehr. Die ganze bayerische Regierungs- Politik war falsch orientiert und hat grotze Per» wüsiuiigeii angerichtet. In der Thronrede zur Eröffnung des Reichstags am 7. Februar spricht der Kaiser den Satz' ans: „Das feste Gesüge des Reiches und staatlicher Ordnung unversehrt zu erhalten... ist das Ziel meines Handelns". Was die Minister in Preußen, Baden und E l s a tz- L o t h r ina e n in.scharsen Wendungen gegen die csozialdentolraiie gesagt haben, stimmt mit diesen Worten des Kaisers überein. Die bisherige Regierungs- Politik in Bayern aber steht ihm d i a m e t r PI e n t- gegen. Diese Sachlage war wegen der großen Gefährdung der wichtigsten bayerisch-staatlichen Interessen und wegen der Reichs- interessen wie wegen der groben Dissonanz mit der Reichspolitik und der Politik der anderen Bmidesstoaten nicht mehr zu halten. In der Frage der Bekämpfung des Umsturzes kann es nur eine sachlich einheitliche d e u t s ch e P o I i t i k geben. D a r u m ist e-s in Bayern zur MinisterkrisiS ge- kommen. Gleichviel, wie das Urteil über den Ausgang der Krisis sein möge: Die Politik deS Gchenlassens gegenüber den Roten im BerkchrSpersonal und den StaatSarbeitern überhaupt hat aufgehört." Diese klaren Worte sind sehr dankenswert. DaS Zentrum wünscht im ganzen Reiche eine Politik nach den Grundsätzen des Herrn v. D a l I w i tz. Das Zentrum ist ans Angst vor der Sozialdemokratie glücklich auf den preußischen Junker- standpunkt gekommen, llin so besser! Die Aufklärung und Gewinnung der ZcntrumSarbeitcr wird jetzt um so rascher von- statten flehen. Kein Hüsung. Das Hcimatlosmachen der Landarbeiter lvar nicht nur zur Zeit des Dichters Fritz Reuter in Mecklenburg im Schwange, son- dcrn wird heute noch, auch in Preutzen, weiter versucht. Wer unter den alten Landarbeitern im Verdacht steht, dem Gutsherrn oder der Orfsarmenbehörde zur Last zn fallen, wird bei Zeiten abgeschoben. Nicht immer gelingt allerdings dies Menschenfreund- liche Bestreben vorsichtiger Agrarier. Nachstehend ein Beispiel, wie es gemactit wird. Vorweg sei gesagt, daß in diesem Falle her Vor- such nicht geglückt ist; allerdings lag dies lediglich an formalen Hindernissen. Erst bei der Eiiiklagulig des Restlohnes durch den Landarbeiter kam der Fall zu unserer Kenntnis. Ter Ritiergulsbesitzer Erich Noitzkc i» Hasenfiehr, Kreis Köslin, klagte am ll. März p. I. gegen einen Tepntanten mit folgender Begründung:„Beklagter hat seinen Schwiegervater, einen Renten- ompfänger, bei sich als Scharwerker. Da letzterer am 18. März das Hcimatsrecht in Hasenfiehr erlangen würde, ist dem Beklagten die Arbeit des Scharwcrkcrs ain Ib. November 1918 zum I. Januar 1911 gekündigte Beklagter hat trotz wiederholter Aufforderung den Mann immer noch in seiner Behausung." Nebenbei sei be- merkt, daß der Gutsherr gar kein Recht hat, einen im Dienst eines Tepntanten stehenden Scharwerker zu entlassen. Aber die Zeit drängte. Der alte Rentenempfänger wurde ja in nenn Tagen auf dem Gute heimatsbercchtigt! Deshalb beantragte der menschen- freundliche Rstterguisbesitzer:„den Beklagten fseinen Depntanten) zn verurteilen, die auf dem Gute Hasenfiehr innerhabende De- Putantenwohnung nebst sein.em Anhange sofort z» räumen. Da die Sache sehr eilt, bitte ich, die Einlassungsfrist auf 21 Stunden abzukürzen und einen möglichst nahen Termin anzu- berauinen." Und was hat der agrarische Kläger zur Begründung seiner Klage anzuführen?„Die Klage wird, gegen., den Beklagte» ge- richtet, weil letzterer den Nnforderungcn der Gütsverwaltung nicht nachgekommen fst." Die„Anforderung" der Gutsverwaliung be- stand in dem Bcrlangen an den Deputanten, seinen alten Schwieger- Vater ans der Arbeit zu entlasse», ihn aus dem Hause zu stoßen, wo er bisher bei soincn Kindern Otzdach und Brot hatte, ihn heimatlos zu machen. Selbst dem Gericht war offenbar die Begründimg der Klage zu»tiltelalterlich: es setzte die Verhandlung auf den Tag fest, an welchem bcr Alte tzas»Heimatrecht" quf tzcm Rittergut erwarb«. auf den 18. März. Nun hatte der. Ritter Ncitzke natürlich kein Interesse mehr an der Sache. Er blieb beim Termin aus und seine Klage auf Austreibung der ganzen Familie wurde durch Versäum- niSurtcil abgewiesen. Das ist ein Ausschnitt aus dem strahlenden Bilde vom patri- archalischen Verhältnis auf dem Lande. Er sei den agrarischen Schaumschlägern gewidmet, die jahraus, jahrein im Parlament und in der Presse die abgestandene Lüge vom Wohlwollen vstclbischer Gutsherren für ihre Landarbeiter vortragen, Italien. Die sozialistische Kammersraktion gegen das M'.iüsterium Giolitti. Rom, 9. Februar.(W. T. B.) In einer Versammlung der parlamentärischen Gruppe der Sozialisten in Bologna wurde gestern mit 17 gegen 11 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, in der sich die Gruppe entschlossen erklärt, d a S M i n i st e r i u m. z u bekämp fcn. das fiir das trtpolitanische 1! n t o r u c h m e n v e r a u t' wortlich sei. CngiancL Unverantwortliche Vvlksverhebuug. Man schreibt uns aus London Pom 8. Februar: Die Spionageasfäre hat einigen englischen jingoistijchcn Organen der schmutzigeren Sorte wieder eine Gelegenheit gegeben, ihr Verhetzungswerk zn betreiben, und es fehlt auch in Deutschland nicht an Blättern, die die Melodie auf- nehmen. Der Vorfall gibt aber dem Berliner Korrespondenten der„Time s" Anlaß zu einem Zugeständnis, das fest- genagelt zu werden verdient. Er schreibt dazu:„Die Be- merkungen der geringfügigen chauvinistischen und alldeutschen Blätter, die tagtäglich England und alles Englische zum Frommen ihres sehr kleinen Kreises von deutschen Lesern und des weiteren Kreises im Auslände, dem ihre gefärbte u Ae uß c- r un gen vielleicht zu fleißig übermittelt werden,- herabsxtzen. dürfen unbeachtet bleiben, Vielleicht wird aber bald ganz Deutschland glauben, daß England von voreingenommener und gedankenloser Feindschaft gegen Deutschland überkocht, bloß weil ein neuer Engländer als Spion in Deutschland bestraft worden ist." Tqtsüchlich ist das Gezeter der Patrioten der verschiedenen Länder die widerlichste Erscheinung pharisäischer Verlogenheit. Denn in dieser Epoche des bewaffneten Friedens und der ewigen Kriegsbereitschaft arbeitet jedes Land mit Spionen, und keines, hat dem anderen auf diesem Gebiete etwas vorzuwerfen. Wer den Rüstungswahnsinn billigt, muß auch die Spioncnpest mit in den Kauf nehmen. Rußland. Ruffische Polizeischurken im Auslande. Der frühere Spezialkommissar der französischen- Staatspolizei, Paoli, dem 25 Jahre lang der Schutz der persönlichen Sicherheit aller nach Frankreich kommenden Souveräne oblag, hat jüngst in dem Buche„Oeur Mchestes" seine Erinnerungen veröffentlicht, die grelle Schlaglichter auf das Treiben der russischen Polizei- schurken im Auslande werfen. Paoli schildert den Besuch, den Nikolaus II. im September 1991 in Frankreich abstattete und deckt die bisher ulchekannte Tatsache ans, daß die Leiter der russischen theheimpplizei in der Kathedrale zu Reims ein Atten- tat gegen den Zaren organisierten. An der Spitze der russischen- Polizei, die mit dem speziellen Schutz des Zaren vchraut war, stände,, die Ehrenmänner Ratschkowsky— der Busen- freund Asew? und der Inspirator zahlreicher Morde--�-Harting� L a n d e s e n— die Lockspitzelexzellenz aus Berlin— Manuilow» Main, ssewitsch u. a. Auf ihr Ersuchen gestattete ihnen die freu- zösische Staatspolizei, einen besonderen Uebcrwachungsdicnst in der Kathedrale zu Reims zu organisieren, die der Zar besuchen sollte, sie traf aber in begreiflichem Mißtrauen zu ihren russischen Kol» legen Maßregeln, um die russischen Spitzel zu überwachen. Es vergingen tn der Tat kaum 24 Stunden, als de», Chef der fran» .zösischen Sicherheitspolizei berichtet wurde, der Gehilfe Ratschkows- rhs, ein Spitzel„von belgischer Herkunft", treffe Vorbereitungen, um in der Kathedrale ein Bombenattentat gegcm den Zaren zu inszeniere».. Pie sofort vorgenommene Verhaftung dieses Spitzels bestätigte den Verdacht, daß die russischen Polizeischurken, um ihre „Tüchtigkeit" nachzuweisen, ein Scheinattentat gegen den Zaren in Szene setzen wollten. Im Anschluß daran sei erwähnt, daß Harting während des Zarenbasuches in S w i n e.m ünde, wo er an der Spitze der r u s s i s ch ou Gehe i m Polizei stand, von der preußischen Polizei mit dciiiselben Mißtrauen begegnet wurde. Man traut eben den russischen-Polizcihalnnken die ärgsten Verbrechen zu; man duldet sie aber in Frankreich wie in Deutschland und fördert noch in jeder möglichen Weise das infame Lockspitzelhandwerk, das diese Mordgesellen gegen die russischen Flüchtlinge betreiben. Japan. Militaeiömus und Finanzwirschaft. Duö japanische Parlament, das Ende Januar feine Arbeiten aufgenommen hat, sieht bot der schweren Aufgabe, die durch den wahnsinnig gesteigerten Militarismus und das lleberwuchcrn der Buroaukratie zerrüttete Finauzwirtschaft des Landes einigermaßen in Ordnung zu bringen. Als' im Sommer das konservative Ministerium Katsura durch ein liberales ersetzt wurde, stand das Land vor dem Staatsbankerott. In wenigen Jahren lvar der Heeresetat von rund 299 auf 599 Millionen Den(zu 2M M.) ge- stiegen. Zugleich war die Schar der Beamten von 99 999 im Jahre 1995 auf 175 999 im Jahre 1999, ihre Bezahlung von 27 ans 54 Millionen Uen gestiegen, ohne daß sich die Geschäfte erheblich vermehrt hätten. Der liberale Ministerpräsident S a i o n z i hatte als seine Hauptaufgabe die Gesuirdung der Finanzen bezeichnet. Ein Amt für Berwaltungs- und Finanzrcsormcn wurde geschissen, das.eine Reihe Borlagen ausarbeitete, damit aber natürlich den heftigen Widerstand aller Interessenten erweckte. Auch im Ministerium selbst. setzten sich der Kriegsmini st er Jsimolo und der M ar! n e m i q i st er Saito heftig zur Wehr. Weit entfernt, die geforderten Ersparnisse anzunehmen, erklärten sie, jeder 59 Millionen Jen mehr zu brauch«,,, sonst könnten sie die Sicher- heit des-Landes nicht garantieren. Worauf der Finanz- min ist er Jamamolo-erklärte, im Falle der Annahme ihrer Forderung könne er ihnen den Ruin des Landes garantieren. _Zu bjefen Streitfragen wtrd hie Kanuner Stellung zu nehmen haben. Man crtvartet, daß sie sich auf die Seite der Reform- freunde, die über eine starke Mehrheit verfügen, stellen werde. Man zählt 299 Liberale gegen nur 87 Konservative, daneben 82 Mittel- parteiler und Unabhängige: Ter„Peuple", dem wir diese Dar- itelluitg entnehmen, meint danach, aus einen Exfolg des Regie- rungschess und eine Milderung dex derzeitigen Finanzkrise JapanZ hoffen zu dürfen»" GewcrkfcbaftUcbea. Die Lohnbewegung der Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Tic im Spätherbst vorigen Jahres bereits eingeleitete Lohnbewegung der Bergarbeiter wurde bekanntlich vertagt, zum Teil, weil damals keine Einigung zwischen den in Frage kommenden Organisationen erzielt wurde, zum Teil, weil sich damals noch nicht übersehen ließ, wie sich die Tinge in der Lohnbewegung der englischen Bergarbeiter gestalten wür- den. Besonders die„Christlichen" führten danials allerlei Gründe ins Feld, die einer einzuleitenden Lohnbewegung hinderlich sein sollten. So unter anderem die Marokko- und Tripoliswirren, auch die wirtschaftliche Lage in der Berg- Werksindustrie sollte nach ihrer Ansicht zu ungünstig sein, um eine erfolgversprechende Lohnbewegung führen zu können. In der Vorständekonfercnz, die am 12. Oktober 1911 in Ober- Hausen stattfand, wurde aber ausgesprochen, daß, wenn die Bewegung in England ernstere Formen annehmen sollte, die Organisationsvorstände wieder zusanimentrcten sollten, uin die etwa einzuleitenden Schritte zu beraten. Auch die Christ- lichen erklärten durch Effert, daß, falls der Kampf in England greifbarere Formen annehmen sollte, dadurch die Situation geändert würde: dann würden auch sie an eine nochmalige Prüfung der Frage herantreten. Nachdem nun die Reichstagswahlen vorüber find und nachdem gleichfalls bekannt wurde, daß die englischen Bergarbeiter bereits zur Kündigung übergegangen sind, erließ der Vorstand des Hirsch-Duncker- schen Gewerkvereins im Einverständnis mit den anderen Or- ganisationen die Einladungen zu einer Vorständekonferenz auf den 2. Februar. Die Christlichen wollten jedoch die Konferenz vertagt wissen, da ihr Vorstand am 3. Februar noch erst znr Sache Stellung nehmen wollte. Daraufhin wurde die Konferenz vertagt; sie fand nun am Montag, den 5. Februar, in Essen statt. Inzwischen erschien merkwürdigerweise jene Notiz in der„R h e i n i s ch- W e st f ä l i s ch e n Z e i t u n g", wonach der Bergbauliche Verein die Vereinszechen ersucht habe, die Löhne der Bergarbeiter aufzu- bessern. Man wolle, so hieß es in der Notiz, mit der Aufbesserung der Löhne nicht so lange warten, bis die Or- ganisationen vorgingen. Am Sonnabend, den 3., und Mon- tag, den 5. Februar, brachten die bürgerlichen und die Zsn- trumsblätter einen Artikel, der zweifellos aus dem Bureau des Zechenverbandes stamnite. Dieser Artikel beschäftigte sich mit der Lohnfrage der Bergarbeiter und dem Vorgehen der Ilnternehmcrorganisationcir. Am Schluß des Artikels heißt es: „Sollte cZ aber dort(in England) zum Ausstand kommen, dann dürfte hier im Ruhrgcbiet schwerlich ein Sympathiestreik sich anschließen, da die christlich organisierten Bergarbeiter aus mancherlei leichtverständlichen Gründen dem Lockruf der Führer der sozialdemokratisch organisierten Bergarbeiter voraussichtlich diesmal nicht folgen werden." Ferner wurde der Leitung des Bergarbeiterverbandes am Montag, den 5. d. M., vormittags, mitgeteilt, daß der „Bergknappen"-Redakteur Rürup in einer tags zuvor in Lünen abgehaltenen öffentlichen Bergarbeiterversammlung geführt habe: „Morgen, Montag, findet in Essen eine Konferenz der Organisationsvorstände statt. In dieser wird wahrscheinlich versucht werden, die deutschen Bergarbeiter vor den englischen Karren zu spannen, das werden wir zu verhindern �wissen. Die deutschen Bergarbeiter lehnen es ab, den englischen die Kastanien aus dem Feuer zu hole n." Rürup sprach also hier genau dasselbe aus, was die kapitalfrommen Blätter schon vor ihm gesagt hatten! Unter diesen Umständen konnte man darüber nicht mehr im Zweifel sein, welche Haltung die christlichen Vertreter in der Konferenz einnehmen würden. Und es ist auch in der Konferenz tatsächlich so gekommen, wie vorauszusehen war. Tie Christen hatten drei Vertreter in die Konferenz entsandt. Diese, und besonders� I m b u s ch, konnten es nicht unter- -aßen, gleich nach Eröffnung der Sitzung die Vertreter der anderen Organisationen in ihrer bekannten„christlichen" Manier anzurempeln. Der Verbandsvorsitzende Sachse, der die Verhandlungen leitete, richtete an die christlichen Ver- teeter die Frage, ob sie bereit seien, eine gemeinsame Lohn- beweaung mitzumachen. An der Beantwortung dieser Frage suchten sich die Herrschaften aber mit allerhand Ausreden vorbeizudrücken. Ihnen wurde aber erklärt, daß das geinein- sanie Beraten der etwa zu stellenden Forderungen mit ihnen so lange keinen Zweck habe, bis sie die ihnen vorgelegte Frage nicht klipp und klar beantwortet hätten. Da sahen sich die Christen denn endlich genötigt, Farbe zu bekennen, und sie erklärten, daß der Christliche Gcwcrkverein eine gemeinsame Lvhnbcloegung nicht mh machen wolle! Sie begründeten ihre Haltung mit dem Versprechen der Gruben- besitzet, die Löhne steigen zu lassen. Tarauf wurde ihnen bedeutet, daß das weitere Verhandeln mit ihnen zwecklos sei,'Worauf die Christlichen das Lokal verließen. Die Vertreter d°r drei anderen Organisationen setzten dann die Verhandlungen fort und beschlossen, Lohncingabcn an die Zrchcnorganisuiioiieu und die fislalischc Bergwerks- direkt-vn zu richten. Diese Eingaben sind am Dienstag, den P. d. M.. abgesandt worden In ihnen wird gefordert, die Lohne der Bergarbeiter derart zu erhöhen, daß die Durch- schnitrslohne vom 4. Quartal 1907 als Grundlage betrachtet werden sollen. Hinzu müsse ein Ausschlag treten, entsprechend den seit den, Jahre 1907 eingctretenen Steige- rungen der Preise die Lebensniittcl und sonstiger Gebrauchs- artikel. Es ist im Interesse der Bergarbeiter seb, zu bedauern, daß in d-ewr für sie günstigen Zeit kein einiges und ge- schloueues Vorgehen der vier Bcrgarbeiterorgonisationen er- möglicht worden ist. Mögen die Bergarbeiter und besonders d:s Mitglieder des Christlichen Gewerkvereins hieraus ihre Lehren ziehen. Berlin und Umgegend. Streik im Rosencnfe. Gestern Freitag abend legten die Kell- ner im genannten Cafe die Arbeit nieder. Herr Brett weigerte sich, die von ihm bisher von den Kellnern bezahlten Abgaben ab- zuschaffen. Außerdem wollte er die geringe Lohnforderung von monatlich 15 M. nicht bewilligen. Nach einstündigem Streiks dein sick» auch das Hilfspersonal anschloß, erkannte Herr Brett die Forderungen an. veutlcbes Reich. ._$ic Bewegung unter den Schleppern im Wesifcld der Königin Lugegrube ist nach dem Wolffschen Telegraphenburcau beendet. Dre Auffahrt erfolgte gestern vollzählig, nachdem von feiten der Berantw. Redakteur: Albert Wachs» Berlin. Inseratenteil verantwl? Direktion durch Anschlag bekann! gemacht war, daß alle diejenigen, die innerhalb von drei Tagen die Arbeit nicht aufnehmen, cnt- lassen feien. Die Zugeständnisse bezüglich einer zehnprozentigen Lobnerhöhung, die die Ausständigen gefordert hatten, sind nicht erfolgt. Ter Schneiberstreik in Mainz, der anfänglich von sitz Zu- schneidern der Konfektionsbranche wegen Tarifstreitigkeiten ein- geleitet wurde, nimmt größere Dimensionen an. Von den Heim- Werkstattenarbeitern des Scbneidergewerbes haben sich Loy auf Seite der Zuschneider gestellt und die Arbeit am 8. Februar niedergelegt. Ist bis kommenden Montag keine Einigung erzielt, dann werden die Lcdigen die� Stadt Verlanen. Tie Konfektionäre stehen dann bei Beginn der Saison ohne Arbeitskräfte da. Lohnbewegung der Braucrciarbeiter in Iettingen sSchivabe»). Tie im Zentralvcrband deutscker Brauerei- und Mühlenarbeiter organisierten Arbeiter der gräflich Staufenberg- schen Schloßbrauerci in Iettingen in Schwaben ließen durch die Organisationsleitung einen Tarifvertrag unterbreiten, der die traurigen Verhältnisse in diesem Betriebe einer Regelung unter- ziehen sollte. Als Antwort auf die eingereichte Forderung wurden sämtliche Arbeiter entlassen. Zuzug von Braucreiarbeitern nach Iettingen ist fernzuhalten I ZZusland. Ter Hunger hat das Wort... Man schreibt uns aus Brüssel: Sechs Wochen haben die Streikenden die Sprache der Vernunft geredet: sie haben einen Vorschlag um den anderen gemacht, erst um ein Schiedsgericht gc- beten, in einem Punkt wieder nachgegeben und schließlich nur mehr eine Frist erbeten, um eine Lösung zu schaffen. Bis zum 1. Juli sollten die Herren Direktoren den alten Zustand bestehen lassen. Bis dahin würde man sich verständigen...... Und es herrschte musterhaste Ruhe unter den 30 000 Streikenden. Massen- die rote Fahne, als Zeichen ihrer Gesinnung, flatterte voran, und Tausende erregter Menschen versammelten. Manifestationen mit Tausenden von Teilnehmern wurden veranstaltet— die rote Fahne— als Zeichen ibrer Gesinnung flatterte voraus und die schwarze, als Zeichen des Hungers, der Trauer..... Aber Ordnung und Ruhe herrschte in den Kohlendörfern, die Gendarmen bekamen nichts zu tun. Und noch gestern konnten wir melden, daß außer einem einzigen Vorfall, der Plünderung eines Brotwagens, die Ruf)C weiter herrsche, trotz Hunger, Per- zweiflung, Erbitterung,«sechs Wochen hat die Sprache der Ver- nunft geredet: die Kohlenmagnaten blieben taub, die Regierung, nach einem schwachen Versuch verharrte untätig. Nun hat der Hunger das Wort...... In einem Ort de» Streikgcbiets ist ein Wagen mit Petroleum erstürmt, ein anderer nnt Butter und Eiern geplündert worden. In einem anderen Ort stürzten sich Streikende aus einen Gebäck- wagen, andere auf einen Kohlenwagen,«schon werden Zusammen- stoße mit Gendarmen gemeldet, man empfängt sie mit Pfuirufen und der eine und andere ergreift einen Stein..... Und die Regierung, die erklärte,„nichts mehr tun zu können", tut endlich doch etwas: sie vermehrt die Gendarmerie und schickt Militär dorthin, wo sie Unruhen am meisten bc- fürchtet, d. h. wo der Hunger am stärksten ist.— Und somit ist auch diesmal Pulver und Blei der Rcgicrungsweisheit letzter Schluß, um den„Konflikt zwischen Kapital und Arbeit" zu lösen, um die Sprache des Hungers zum Schweigen zu bringen, nachdem sie die der Argumente und Vernunft souverän verachtet hat. Wer aber könnte es nicht verstehen, daß unter den 30 000 Streikenden, dar- unter die Hälfte jener Disziplin ermangeln und jener Selbst- bchcrrschung, die nur die jahrelange Orgänisationsarbeit zu cnt- wickeln vermag, die ein paar Dutzende sind, die der Hunger der Besinnung beraubt, daß sie sich am Eigentum und schließlich an jenen vergreifen, die es zu beschützen berufen sind.....! Freitag veranstaltet die Föderation ein Referendum unter den Bergarbeitern, ob der Streik weiterzuführen oder die Arbeit unter den von den Unternehmern vorgeschriebenen Bedingungen aufzunehmen sei. In verschiedenen Versammlungen erklärten die Streikenden, nicht an der Umfrage teilnehmen zu wollen und akklamierten den Streik. Doch zeigt sich in anderen Orten wieder eine der Aufnahme der Arbeit günstige Stimmung. Die Führer tun ihr möglichstes, die Streikenden zu beruhigen und zur Ruhe anzuhalten. Die anerkannten Arbeitslosenkaffcn der dänischen Gewerkschaften 1910/1911. Im letzten Heft der„TidSkrift sor Arbejdcrforsikring" wurde der vom Arbeitslosigkeitsinspektor dem Ministerium des Innern zugcstellle Bericht über das verflossene Geschäftsjahr veröffentlicht, das die Zeit vom 1. April ISIO bis zum 1. April 1911 umfaßt. Danach ist die Zahl der anerkannten, vom Staat und teils auch von den Ge- meinden subventionierten Arbeitslosenkassen von 48 auf 51 gestiegen, und die Zahl ihrer Mitglieder von 95 289 auf 105 161 (93583 männliche und 11 578 weibliche). An Mitgliedsbeiträgen wurden im Berichtsjahre 1230091 eingenommen, was im Durchschnitt pro Mit- glicd 12,27 Kronen ausmacht, wogegen im vorhergegangenen Jahre nur 12,09 Kronen Beitrag auf das Mitglied kamen. Die Steigerung ist darauf zurückzuführen, daß die in Form von Extrabciträgen ein- gegangene Summe im letzten Jahre Weit höher war als im vorigen, nämlich 28 760 Kronen gegenüber 15 736 Kronen. Die Summe der von den Kassen gezahlten Arbeitslosen-, samt Weih- nachts- und Umzugsuntcrstützung belauft sich auf 1 727 524 Kronen, ist also um fast eine halbe Million höher als die der geleisteten Bei- träge. Außerdem wurden 44 678 Kronen für Arbeitsvermittelung ausgegeben, und die gesamte Verwaltung der Kassen kostete 209 110 Kr., waS etwas über 10'/., Proz. der Gesamtausgaben ausmacht. Der Staatszuschuß belief sich für das Berichtsjahr auf 770 377 Kr. Dazu kommen die kommunalen Zuschüsse, die die Gemeinden nach dem Gesetze zu leisten berechtigt, aber nicht verpflichtet sind. Im vorigen Jabre betrugen sie in 52'Stadtgeineindeit zusammen 289 659 Kronen. in 83 Landgemeinden 21 405 Kronen. Es sind also über eine Million Kronen, die aus Staats- und Gemeindemitteln als Zuschuß zu der gewerkschaftlichen Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, in einem Lande mit nicht viel mehr als 2 600 000 Einwohnern. Wollte man im Deutschen Reiche entsprechend seiner Einwohnerzahl dasselbe leisten, so würden dazu jährlich rund 30 Millionen Mark er- 'orderlich sein. Die Kohlenkrise in England. London, den 8. Februar.(Eig. Ber.) Die einzige Hoffnung, die man auf die Vermeidung eines allgemeinen Bergarbeiterstreits in Großbritannien gesetzt hatte, sind gestern von den Grubenherren mit rücksichtsloser Hand zer- stört worden. Die gestern abgehaltene gemeinsame Konferenz der Arbeiter und Unternehmer, an der die bereits revidierten Minimal- lohnforderungen der Arbeiter verhandelt werden sollten, ist zu- sammengebrocken, obne zu einem Ergebnis zu führen. Die Hoff- imngcn auf einen allgemeinen nationalen Vergleich mußten schon kurz nach dem Ansang der Verhandlungen aufgegeben werden, weil die südwali schen Gruben Herren sich Plötz- l i ch von der Konferenz z u rü ck z o g e n unter dem Vor- Ivande, daß die Forderung der Arbeiter einem vor zwei Jahren in Südwales abgeschlossenen Kontrakt zuwiderlaufe. Zwar wurde die Konferenz trotzdem von den Arbeitervertretern und den Grubenherren der anderen Distrikte fortgesetzt; auch sie mußte aber am Abend ohne Resultat abbrechen. Die am Schluß der Konserenz von den beiden Parteien ausgegebenen Berichte zeigen deutlich, daß mau einer Einigung auch nicht um einen Schritt näher gekommen ist. Nach diesem Bericht hatten zuerst die Unter- nehmer den Arbeitern eine Resolution vorgelegt.� worin die Grubenherrcn erklären, daß sie zwar bereit seien, für eine gute Tagesarbeit einen anständigen Tagelolm zu bezahlen, daß sie aber den Grundsatz des Akkordlohnes bei Kohlenförderern uneingeschränkt beibehalten müssen, mit anderen Worten, einen Minimal- TH.Glvcke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt lohn ohne Rücksicht auf die geförderte Kohle nicht gewähren können. Dagegen seien sie bereit, dte Lohn frage in Fällen von abnorm schlechten Arbetts- Plätzen in Erwägung zu ziehen. Die Arbeiter antworteten darauf, daß sie die. Weigerung der Grubcnhcrreii, den Grundsatz des Minimalwhncs fiir alle Unter- tagsarbciter anzuerkennen, bedauern, w�e i l sie wissen, das; eilte Beilegung des gegenwärtigen Streites ohne die A n c r k e n n u ivg dieses Grundsatzes nicht möglich i st. Da die Arbeiter jedoch einen so ernsten Bruch in der Kohlenindustrie des Landes vermeiden möchten, erklärten sie sich bereit, mit den Unternehmern auf deren Wunsch jederzeit ncuerdingszuvcrhandeln. Ter Ausblick ist demnach sehr finster, aber noch immer nicht gänzlich hoffnungslos. Bis zum 1. März, dem Zeitpunkt, für den der Generalstreik angesagt ist, werden sich noch manche Gelegen- bcitcn zu einer Einigung finden, wenn die Grubcnherren sie wirk- lich wollen. Das unverantwortliche Vorgehen der südwalisischen S«charfmacher, das viel dazu beigetragen hat, das allgemeine Publikum von der Gerechtigkeit der Forderungen der Arbeiter zu überzeugen, stellt jedoch einer allgemeinen Einigung das schwerste Hindernis in den Weg. Die Arbeiter sind aber entschlossen, auf einem nationalen, alle Distrikte umfassenden Abkommen zu be- stehen oder einen nationalen Kampf zu unternehmen. Von übler Vorbedeutung ist auch die Tatsache, daß die Grubenherren auch nach Abzug der Südwaliscr den Grundsatz des Minimallohncs schroff ablehnten, während die mittelenglischen Grubenherrcn denselben zuvor schon zugesagt hatten. Unmittelbar vor der gestrigen gemeinsamen Konferenz nahmen die südwalisischen Bergarbeiter Stellung zu der Aktion des Berg- arbcitcrvcrbandeS von Großbritannien, der den ursprünglich ge- forderten Minimallohn auch für Südwales herabsetzte, nämlich von 8 Schilling aus 7 Schilling 1 H Pence. Dieses Vorgehen löste große Unzufriedenheit aus. schließlich aber fand man sich damit ab und der südwalisische Verbandsvorstand nahm eine Resolution an, worin er das Vorgehen des Gesamtvorstandes bedauert und erklärt, daß keine weitere Reduktion ohne vorherige Zustimmung der südwalisischen Arbeiter vorgenommen werden dürfe. Eine andere wichtige und bezeichnende Entwickelung im, süd- Iva kisischen Bergbau ist der R ü ck t r i t t des bisherigen Präsidenten des südwalisischen Bergarbeiterverbandes, des Abgeordneten Abrahams, von diesem Amte. Abrahams ist aus der alten liberalen Schule, wurde vor einiger Zeit von der Regierung zum Gcheimrat ernannt und war bis vor kurzem noch einer der einfluß- reichsten Führer der südwalisischen Bergarbeiter. In den letzten Jahren ging jedoch sein Einfluß, wie der vieler anderer liberal gesinnten Führer, rapide zurück, und vor kurzem erregte es all- gemeines Aufsehen, daß eine Urabstimmung der südwalisischen Bergarbeiter statt seiner einen jungen revolutionären Führer als Vertreter von Südwalcs in den Vorstand des Britischen Berg- arbeitervcrbandes wählte. Um das erledigte Amt des Präsidenten bewerben sich jetzt drei Kandidaten, der Abgeordnete Brace, ferner Barker und Stanton. Der erstere ist jetzt Vizepräsident und gebärt zur gemäßigten Schule, die beiden letzteren sind revolutionäre Sozialisten._ Der erste Ttrastenbahnerstreik in Tokio. I Das Jahr 1912 begann in der Hauptstadt Japans mit einem großen Stratzeubahnerstreik. 2000 Straßenbahner legten am Silvester nachmittag plötzlich die Arbeit nieder und alle Räder der elektrischen Bahnen standen still. Das Publikum war überrascht und erstaunt, denn man hatte vorher gar nichts von einem drohenden Streik vernommen. Die Streikenden zeigten eine bewunderns- werte Einmütigkeit und der Streik dauerte von Sonntag bis Diens- tag. Keinerlei Zwischenfälle kamen vor; auch die Polizei verhielt sich sehr reserviert. Was aber war die Ursache dieses so ein- mütigen und scharf durchgeführten Streiks? Die Straßenbahnen Tokios waren seit letzten Augun in städtischen Besitz iibergegangen, und bei der Abrechnung war eine größere Summe übriggeblieven, die den Angestellten zugute tommen sollte. Man erwartete bc- gierig die Verteilung des Geldes, hörte aber bald, daß eine sehr ungerechte Art der Verteilung geplant war. Ter Verdacht bestätigte sich, als am Freitag vor dem Streik das Geld zur Auszahlung kam. Allgemeine Unzufriedenheit herrschte, mancher hatte einen lächerlich kleinen Betrag erhalten. Als darauf der«Streik bei einer Linie ausbrach, folgten prompt die anderen Linien, und am Sonntag nachmittag um 4 Uhr standen die Bahnen still. Die eingeleiteten Verhandlungen führten dazu, daß vier Direktoren der Bahnen das Anerbieten machten, ihren Anteil an der Summ« zugunsten der übrigen Angestellten aufzugeben. Diese Anteile betrugen insgesamt 100 000 Ben. Damit waren die Leute zuerst einverstanden, dann aber machten die Direktoren wieder«Schwierigkeiten und die Arbeit wurde noch nicht aufgenommen. Tic Leute forderten pro Mann 50 Den mindestens und, je nach den Dicnstjahrcn, mehr. Wie weit diese Forderung angenommen wurde, ist nicht klar ersichtlich, jeden- falls wurde aber ein gegenseitiges Einverständnis erzielt und der Frieden wieder hergestellt. Hetzte Nachrfditen. Ter schicstendc Polizeirevolver. Gestern abend uin �12 Uhr wurde in der Linienstraße ein anscheinend betrunkener Mann arretiert. Da er sich der Fesselung widersetzte, schlug ihn der Schutzmann ,?tst mit dem Säbel und da er annahm, daß sich der Arrestant znr Wehr setzte, schoß er denselben nieder. Der Verhastete wurde in das Jüdische Krankenhaus angeblich tot cingeliesert. Keine Intervention der Vereinigten Staaten. Waslsington, 9. Februar.(P. C.) Das Staatsdepartement erklärte den amerikanischcit Vertretern in Mexiko, daß die Mobilisierung air�der Grenze keine Intervention bedeute, und daß die Vereinigten Staaten in Mexiko kein Interesse haben, außer der Sicherheit des Lebens und Eigentums der Amerikaner Geldbewilligungen für die belgischen Bergarbeiter. Brüssel. 9. Februar.(23. T. B.) Der Pronvinzialrat der Provinz Hennegau beivilligte heute 50 000 Frank für die Aus- ständigen, worauf die S o z i a l i st c n einen schleunigen Antrag in der Kammer einbrachten, von Staatswegen 50 000 Frank zu gewähren. Generalstreik französischer Grubenarbeiter in Sich- Paris, 9. Februar.(P. C.) Das Resultat der Abstimmung der Bergarbeiter von St. Etienne wird heute bekanntgege- den. Es sind insgesamt 8557 Stimmen für und 1897 gegen den Streik gezählt worden, so daß mit der Tatsache eines General- jtreiks der Bergarbeiter des Grubenrcvicrs von St. Etienne für die nächste Zeit zu rechnen ist. Abgelehnte Revision Leipzig, 9. Februar. Das Reichsgericht hat die Revision des Seemanns Gaffte verworfen, der am 8. Dezember 1911 vom Schwurgericht Danzig wegen Mordes einer Frau LaschewSky zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Spionagcprozeß in England. Winchester, 9. Februar. iW. T. B.) Der Deutsche Heinrich Große ist vom Gerichtsbos stir schulidg befunden und zu drei Jahren Zuchthans verurteilt worden. PaulSingerZt Co., Berlin L1V. Hierzu 4 Beilagen».Unterhaltungsbl. Kr. 34. 29. Jahrgang. 1. fitilojt des„Jurmätls" letliutt Zonnabtlld, 10. Februar 1912. Hbgeordtietenbaus» 10. Sitzung vom Freitag, den 9. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Kiderlen-Waechter. Eine Reih: kleinerer Etats werden in zweiter Lesung debattelos erlevigt. Beim Etat der Münzvcrwaltung kritisiert Abg. v. Conrad sfk.) da? Fünsmark- und das Fünfundzwanzig- Pfennigstück wegen ihrer unhandlichen rcsp. unpraktischen Form, sowie das geschmacklose neue Papiergeld. Ein Rcgicrnngskommissar betont, daß das Münzwesen Reichs- fache sei, die preußische Münzverwaltung sei nur ausführendes Organ. Abg. Becker sZ.) verteidigt das Fünfundzwanzigpfcnnigstück. Abg. Dr. Arendt sfk.) wünscht vermehrte Ausprägung von Gc- denkmünzen. Abg. v. Kessel(l.): Ich bin in der Lage gewesen, mir einen Hundertmarkschein von einem Kollegen zu leihen(Heiterkeit) und finde auch, daß es direkt unbequem ist, solche Scheine unterzubringen. sSehr richtig!) Abg. Tr. FricdLcrg(natl.) schließt sich dem Vorredner an. Der Etat wird bewilligt; ebenso'eine Reihe weiterer Etats. Zum Etat des Auswärtigen Amtes begründet Abg. Dr. Campe(natl.) einen Antrag, die Regierung auf- zufordern, dem Abgeordnetenhause tunlichst bald authentische Mit- teilung über die mit der Kurie über das neueste Moruproprio, betr. das Gerichtsverfahren gegen Kleriker gepflogenen Verhandlungen zu machen, insbesondere den darauf bezüglichen amtlichen Schriftwech'cl vorzulegen.— Alljährlich werden wir jetzt von Rom aus mit Verfügungen bedroht, die den kon- fessionellen Frieden zu stören und ivcilgehende Beunruhigung in die Kreise der Bevölkerung hineinzutragen geeignet sind.(Sehr richtig! links.) Bei dem neuesten Motuproprio stehen tief- gründige Rechie des Staates auf dem Spiel. Die katholische Kirche erhebt ja seit alters her den An- spruch des privilegierten Gerichtsstandes für ibre Geistlichen. Jeder, der einen Geistlichen vor ein weltliches Gericht zwingt soll der Exkommunikation d. h. der kirchlichen Todes- strafe verfalle».(Hört! hört! links.) Natürlich kann die Kurie nicht die staatlichen Gesetze umwerfen; damit würde sie aus Granit beißen; aber es koinint auf die G e w i i s c n s b i n d u n g der Katholiken an. Tatsächlich bedeutet das Motuproprio einen Eingriff in die moderne Auffassung der Rechte des Staates, einen Stoß gegen die Rechtshoheit des Staates.(Sehr richtig! links.) Die Staats- regierung hätte ihrerseits die Pflicht, sich diese wiederholten N ü ck s i ckh s l 0>' i g k e i t e n der römischen Kurie energisch zu der- bitten. iSehr richlig! links.) Sie muß darauf bestehen, daß in solchen Fällen vorher Fühlung genommen wird mit unserem Gesandten beim Vatikan. Der Werl unserer Gesandtschaft in Rom ist durch diese Vorgänge erneut sehr in Frage gestellt.(Sehr lvahr! links.) Hoffentlich ist es das letzte Mal. daß wir über solche Ueber- griffe der Kurie hier zu klagen haben.(Bravo! links.) Staatssekretär V. Kidcrlcn- Wacchtrr: Ich will zunächst dem ersten Wunsche des Antrages entsprechen. An das Motuproprio vom 9. Oktober hat sich sofort eine größere Polemik angeknüpft und es wurde besonders von katholischer Seite bestritten, daß das Motuproprio für Deutschland Gültigkeit habe. Na- türlich interessierte uns vor allem diese Frage. Uiiler Bezugnahme auf einen Artikel des Prof. Heiner in der„Kölnischen VolkSzcitung" vom 27. November, der offenbar offiziösen Ursprungs war, wurde unser Gesandter beim Vatikan angewiesen, anzufragen, ob die Richtigkeit der Ausführungen dieses Artikels von der Kurie anerkannt werde. Die Verhandlungen darüber sind lediglich mündlich geführt, nur das Ergebnis ist schriftlich festgelegt, und darin heißt eS auS- drücklich:„Es berührt deshalb das Rtotuproprio Deutschland nicht". Ferner wurde der Kardinalstaatssekretär darauf hin- gewiesen, daß, ganz abgesehen von dem vorliegenden Fall, die königl. StaalSregicrung jeder Verfügung ihre Wirksamkeit für unser Land versagen müßte, welche mit den Reichs- oder Landcsgcsetzen in Widerspruch stehe. Nach dieser Verwahrung haben wir den Zwischen- fall für erledigt halten müssen. Ich hoffe, daß diese Erklärung den 1 Herren genügt, und bitte daher, den weitergehenden Antrag nicht zum Beschluß zu erheben.(Bravo l rccht-Z.) Abg. Graf Moltke(fk.): Durch die Erklärung der Kurie ist die l Sache zunächst erledigt. Aber lvir erwarten, daß die Regierung weiter darüber wacht, daß die versprochene Nichtanwendung des Motuproprio auf Deutschland nirgends durchbrochen wird.(Bravo!) Abg. v. Pappcnhcim(k.): Aus der Begründung des Antrages sprach echt protestantisches Bewußtsein. Auch wir wünschen im Interesse der Aufrechterhaltung des konfessionellen Friedens, daß solche Demonstrationen der Kurie künftig vermieden werden. Nach der Erklärung des Herrn Staatssekretärs beantrage ich, über den Antrag v. Campe zur Tagesordnung überzugehen. Das soll aber keine Abschwächung des Antrages sein, wir halten eS viel- mehr nach wie vor für unsere Pflicht, bei jeder Gelegenheit alles zu bekämpfen, waS den konfessionellen Frieden stören kann.(Bravo I rechts.) Abg. Dr. Porsch(Z.): Die Ausführungen des Abg. v. Campe haben meine Freunde sehr v e r st i>n m t. Er meinte, wir müßten anerkennen, daß er diese Dinge genau studiert habe. Uns wäre es lieber, w e n n e r s i e g a r n i ch t st u d i e r c n würde(Heiterkeit links)— er würde sich dann wohl nicht für befugt halten, uns sogar zu sagen, wie wir uns gegenüber dem Oberhaupt unserer Kirche zu verhalten haben.(Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Redner legt des weiteren ausführlich dar, daß das Motuproprio für Deutschland keine Gültigkeit habe. Es sei überhaupt nur bestimmt für die Länder, Ivo noch besondere Gerichtshö'e für katho- tische Geistliche durch den Staat anerkannt seien. Nicht bloß die katholische Kirche, sondern auch andere Vereinigungen suchten dahin zu wirken, daß Streitigkeiten ihrer Angehörigen innerhalb der eigenen Reihen durch Schiedsgerichte, Ehrengerichte erledigt würden. So soll eine solche besondere Gerichtsbarkeit auch innerhalb der Frei- in a u r e r bestehen.(Hört! hört! im Zentrum.) Vor allem betone ich, der P a p st erläßt Entscheidungen für die ganze Welt und iir den einzelnen Ländern sind dann natürlich je nach Lage der Gesetzgebung Ausführungsvorschriftcn nötig. Tie Aufregung über das Motuproprio ist nur entstanden dadurch, daß man es bei den Wahlen zur Erregung des furor protestanticus mißbrauchte.(Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Mit dem Z e n t r u nl hat das Motuproprio gar nichts zu tun; es gilt vielmehr für die Katholiken in allen Kreisen.(Bravo I im Zentrum.) Abg. StyczynSki(Pole) erklärt, daß seine Freunde dem Antrage v. Pappenheim zustimmen würden. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Für uns ist die Toleranz in allen religiösen Dingen s e I b st- verständlich. Wir haben daher nur Anlaß, in diese Debatte einzugreifen, insofern eS sich nicht um religiöse Angelegenheiten handelt. Die B o r r o m ä u s- E n z y k l i k a war eine Angelegen- heit, die noch im wesentlichen auf dem privaten Gebiet blieb, anders stand eS schon mit dem Antimoder» ist eneid, der bereits un- mittelbar in staatliche Angelegenheiten eingriff, insofern als staatliche Beamte durch diesen Eid gebunden werden sollten, und das letzte Motuproprio ist nun allerdings ein Eingriff in staatliche Attgelegenheiten, so zugespitzt wie irgend möglich. Nicht richtig ist, daß daS prm- legium lori für Deutschland durch Gewohnheitsrecht beseitigt sei, wie vom Zentrum behauptet wird. Mancherlei Einzelfälle der letzten Zeit haben bewiesen, wie tatsächlich noch von diesem Privilegium kort Gebrauch gemacht wird. Auch steht die Aushebung des Motu- proprio für Deutschland im Widerspruch mit dieser Behauptung. Die Aufhebung ist ihrerseits nur erfolgt durch die Erklärung irgend eines angeblich legitimierten Vertreters der Kurie, wonach daS Motu- proprio für Deutschland keine Bedeutung habe, weil eben das Privilegium korl durch Gewohnheitsrecht beseitigt sei. Da dies nun nicht der Fall ist, so ergibt sich, daß die Erklärung des Vertreters der Kurie ganz bedeutungslos ist. Der Zustand ist um so un- befriedigender, als jedem Katholiken klar ist, daß wenn hier irgend- welche Zugeständnisse gemacht sein sollten, diese nur von der lvclt- lichen Macht erzwungen seien. Auf alle Fälle wird durch das Motu- proprio ein ernster Zwang ausgeübt auf jeden einzelnen, der als getreuer Katholik die päpstlichen Machtbefugnisse anerkennt. Deshalb haben wir nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, uns damit zu befassen, wie das auch andere deutsche Land- tage getan haben. Im übrigen haben wir keinerlei Veranlassung, gegen die Kchrie Sturm zu laufen. Sie hat von ihrem Standpunkt aus das gute Recht, alles zu tun, um ihre Macht durchzusetzen. kleines femUeron Ter boykottierte Sänger und der Bühnenverein. Auf der letzten Tclegierienversammlung der Genossenschaft deutscher Bühnenarigehörigcr halte Gustav Rickclt in seiner Rede über das Verhältnis zwisck)en Bühncngenosscnsckzaft und Bühnenverein eines Falles Erwähnung getan, der bei allen Telcgierlen die lebhafteste Entrüstung ausgelöst hatte. Es handelte sich um den Hcldentcnor Emil Borgmann aus Graz, der von dem Direktor Heinrich Hagin «us höchst anfechtbaren Gründen für kontraktbrüchig erklärt und seit einem Jahre existcnzlos gemacht worden war. Der Bühnen- verein konnte sich nicht dazu verstehen, den Sänger von der Kon- traktbruchsliste abzusetzen, obwohl ihm das Verhalten seines Mit- gliedcs Hagin nicht sympathisch sein konnte. Direktor Hagin hatte nämlich seine Zustimmung zur Aufhebung des Boykotts davon abhängig gemacht, daß ein dem Sänger gewährter Vorschuß von 1180 M. zuerst zurückgezahlt würde, und sich nicht bewegen lassen, mit der Rückzahlung bis nach Abschluß eines Engagements zu warten. Dadurch wurde dem inzwischen in bittere Not geratenen Sänger unmöglich gemacht, eine neue Existenz zu gründen und seine Schulden zu bezahlen. Verhandlungen zwischen dem Rcchtsschutzbureau der Bülmcn- gcnosscnschaft und dem Deutschen Bühnenverein haben nunmehr zu einem Abschluß dieser Affäre geführt. Das Rechtsschutzburcau hat den schuldigen Betrag für den Künstler an den Bühnenverein gc- zahlt und der letztere Borgmanns Namen aus der Kontraktbruchs- liste gestrichen, so daß der Sänger endlich wieder zur Ausübung seines künstlerischen Berufes kommt, den ein die Paragraphen des Bühncnvertrags wie eine Sklavcnpeitsche handhabender Direktor ihm länger als ein Jahr verschlossen hielt, indem er ihm die er- haltcncn Vorschüsse monatelang so abzog, daß dem Künstler am Monatöersten nur etwa 3 M. übrig blieben und der aller Bar- mittel Beraubte dadurch in den Kontraktbruch hineingetrieben worden ivar. Theater. Kleines Theater: Und das Licht scheinet in der Finsternis, Drama von Leo T o l st o i. Ein starker Eindruck, der lange nachhallt. Die ersten Akte des Dramas, das man in Tolstois Nachlaß fand, sind in den achtziger Jahren cnt- standen, als der große Dichter jene Sinneswandlung durchlebt hatte, die ihn in unversöhnlichen Gegensatz zu Staat und Kirche brachte, wie dem mit proletarisch-industriellcn Klassenintcressen und Klassenkämpfen rechnenden Sozialismus zum begeisterten Propheten eines auf Jesu Bergpredigt gegründeten Evangeliums der Bruder- liebe machte. Ter Schluß— in die Tragik dieser einsam ringenden und vor dem entscheidenden Schritte der Loslösung von der Familie immer wieder zurückschcuendcn Seele am tiefsten hineinleuchtend— stammt aus viel späterer Zeit, ist vielleicht uicht lange vor der Flucht des Dreiundachtzigjährigen geschrieben. Auf künstlerisch dramatische Abrundung verzichtend, bringt dies Werk das Wesen Tolstois um so unmittelbarer zum Ausdruck, Es ist von Anfang bis zu Ende Abrechnung. Die Abrechnung eines Menschen, dem es bitter Ernst ist mit der Wahrheit, und der die Lehre und Leben trennende Kluft schärfer, unbarmherzig klarer sah, als alle seine Widersacher. Wie Hamlet, mit dem er sonst gewiß nichts gemein hat, trägt er Hemmungen im Geblüt, die ihm den Willen lähmen, und wie jener verzehrt er sich in solchem Schwanken. Sein Gewissen sieht die Dinge wie Ibsens Brand im Sinne des„Alles oder Nichts". Und in der Ohnmacht, die höchste, von ihm selbst gestellte Forderung zu erfüllen, scheint er gar nicht einmal zu sehen, wieviel er im Verhältnis zur Familie durchzusetzen wohl imstande gewesen wäre, auch wenn sein„Alles" nicht erreicht wird. Nikolay Jwanowitsch'(so nennt sich Tolstoi in dem Drama) Frau stellt seinem Vorhaben, das ganze Gut den Bauern, die als alleinige Bearbeiter des Bodens allein rechtmäßigen Anspruch darauf hätten, zu übergeben und selbst Bauer zu werden, im Namen ihrer Kinder leidenschaftlichsten Widerstand entgegen. Vergebens sucht er sie moralisierend und auf Jesu Worte verweisend zu überzeugen. In der Tat wäre die Ausführung des Planes nicht gleichbedeutend mit der Vernichtung zahlloser Entwickclungsmöglichkcitcn für die Kinder? Selbst die Schulbildung würde so in Frage gestellt! Doch Nikolay-Tolstoi macht zwischen derlei vernünftigen und von dem gedankenlosesten Egoismus diktierten Einwänden keinen Unterschied. Jedes abhandelnde Paktieren mit dem Gebot der Bruderliebe und der Gleichheit gilt ihm in gleicher Weise als Ungehorsam gegen Gott und das Gewissen. Statt daß er einen Komproniiß schließt und einen Teil des fürstlichen Einkommens den Armen zufallen läßt, statt daß er seiner'ethischen Gesinnung als Familienoberhaupt so eine, wenn auch beschränkte, Geltung verschafft, bricht er nach langem Kampfe mit- der Frau zusammen und läßt sein ganzes Vermögen auf ihren Namen schreiben. Obwohl er weiß, daß sie das Geld für Standcstorheiten ausstreuen, die 5iinder in hochmütig aristokratischem Luxus aufziehen wird. Man hat das Tolstoi oftmals vorgeworfen; der Verzicht fei nur ein bequemer Ausweg, um sich nicht vom Glanz zu trennen und zugleich als ein Besitz- loser zu paradieren. Im Drama sagt uns Tolstoi, wie er selbst darüber dachte, wie das Verbleiben in einem Milieu, das seiner ganzen Willcnsrichtung Hohn sprach, ihn gemartert. An der Hobel- dank, in seiner Arbeitsstube, nie verläßt ihn der Gedanke. Ein junger Priester und Fürst Boris, der Bewerber um die älteste Tochter, bekennen sich zu seiner Lehre. Der schwache Priester i kehrt zurück in die Kirche. Boris aber, der zum Dienste eingezogen, ! den Eid verweigert und gegen das schamlose Komödienspicl, den Christengott als Schutzpatron des militärisch organisierten Massen- mordeS anzurufen, mit Worten bebender Entrüstung protestiert, verfällt ewiger Gefangenschaft. Die barbarische Sinnlosigkeit, in der der Staat, nicht nur der russische, Männer, die aus Bedenken des Gewissens und nach dem Wort der Schrift die Schwurformcl nicht leisten wollen, zum Bruche ihrer Ucberzeugung durch die Tortur endloser Hast zu zwingen sucht, steht hier am Pranger. Zermürbt, den Seinen längst entfremdet, hat Nirolay endlich den Entschluß gefaßt zu gehen. Aber seine Frau wirft sich ihm in den Weg. Sie müsse sterben, wenn er sie verlasse! Und wieder bleibt sie Siegerin, entwaffnet ihn durch den Appell ans Mitleid. Traurig, beschämt, von Widerwillen über seine Zusage geschüttelt, Unsere Vorwürfe richten sich nicht gegen die Aspirationen der Kurie an sich, sondern gegen das Verhalten des Staates gegen» über solchen Aspirationen. Wir sind der Ansicht, daß allerdings die Regierung durchaus die nötige Energie in der Verrretung des Staates hat vermissen lassen. Sie hätte zweifellos sich eine präzise Erklärung von der Kurie verschaffen müssen. Es fühlt ja doch ein Blinder nut dem Krückstock, daß die Erklärung des an- geblichen Vertreters der Kurie nicht die geringste Bedeutung hat, daß sie nur ein Vcrsteckspiel ist mit der ganz ungeklärten Frage des Gewohnheitsrechts. Im übrigen hat sich noch niemals so deutlich die Ucberflüssigkeit unserer Gc- sandtschaft am päpstlichen Stuhl gezeigt wie in diesem Falle.(Sehr wahr! links.) Die Regierung selbst hätte deshalb allen Anlaß, au die Beseitigung dieser Gesandtschaft heranzugehen. Für die Haltung der Regierung in diesen Fragen ist natürlich aus- schlaggebend die politische Konstellation in Deutschland. Zentrum i st immer noch T r u m p f und es ist die höchste Regierungs- maxime, dem Zentrum alles zuliebe zu tun.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) In dieser Beziehung sind die Kon- serbativen die Mitschuldigen. Bei der BorromäuS- Enzyklika haben sie vollständig versagt, weit sie sich durch die politische Interessengemeinschaft an der staatlichen Futterkrippe mit dem Zentrum verbunden fühlen. Ebenso war es beim Modernisten- cid und so ist es auch hier. Sonst stellen sich die Konservativen hin als Vertreter der Staatsautorität. Wenn die Sozialdemokratie� in ihr Statut eine Bestimmung aufnehmen würde, wonach kein Sozial- demolrat die Gerichte in Anspruch nehmen, sondern sich nur an die Parteiinstitutionen wenden dürfe, so würde man zweifellos so- fort erklären: daS ist der S t a a t s u m st u r z, da wird ein Staat im Staate etabliert. Man würde nicht genug Worte der Empörung finden. Hier aber sehen wir. wie die Konservativen, die angeblichen Vertreter des Protestantismus und der Staatsautorität, mit Rückficht ans die Bundesbrllderschait mit dem Zentrum aus ganz materiellen Interessen heraus alle anderen Interessen fallen lassen und wie auch die Regierung g e« h o r s a m gekuscht hat. Dadurch ist allerdings ein Zustand hervorgerufen, der geeignet ist, Beunruhigung im weitesten Umfange hervorzurufen. Weiter kommt in Betracht, daß durch das Motu- proprio vor allem die minderbegüterteu, abhängigen Katholiken, von denen sich viele auch in unseren Reihen befinden, verhindert werden, ihre Rechte gegenüber den Geistlichen geltend zu machen. Deshalb halten wir es für liniere Pflicht, uns dem Protest des Antrages v. Gamp anzuschließen. Die Regierung ist nicht energisch genug vorgegangen und sie hat gar kein Recht, uns jetzt die Vor- leguug der Akten zu versagen. Das Haus hätte sehr wohl� die Macht, wenn sie nur wollte, die Regierung zu zwingen. Angesichts der engen Verbindung der beiden größten Parteien dieses Hauses haben wir allerdings eine energische Stellungnahme des Hauses nicht zu erwarten. Damit fällt die Verantwortung für daS Motu- proprio mit auf dieses Haus. Es zeigt sich lvieder, daß eS absolut unmöglich ist, in diesem Hause auch nur die allergeringste Kultur- Politik im Interesse der Allgemeinheit zu betreiben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Gyßling(Vp.): ES handelt sich hier nicht»m eine innerkirchliche Angelegenheit, wie das Zentrum eS hinzustellen sucht, son- der» um st a a t s r e ch t l i ch e Interessen. Die Erklärung deS Staatssekretärs befriedigt uns nicht. Wir müssen verlangen, daß die Akten vorgelegt werden. Die preußische Gesandtschaft am päpstlichen Stuhl ist überflüssig. Gegenüber der Erwartung des Abgeordneten v. P a p p e n h e i m, es werde da? letzte Mal sein, daß wir über einen solchen Erlaß zu sprechen haben würden, kann ich bei der heutigen Macht der katholischen Kirche und des Zentrums nur sagen: die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (Bravo I links.) Abg. Dr. Fricdbcrg(natl.): Auch uns hat die Erklärung des Staatssekretärs n i ch l b e f r i c d i g t; wir werden daher dem Antrag v. P a p p e n h e i m nicht zustimmen. Die Verweigerung der Akten ist uns ganz unverständlich. Dem Reichstag sind schon wiederholt solche Alten vorgelegt worden. Ein Schlnßantrag wird angenommen. Der Antrag v. C a m p e wird gemäß dem Antrag deö Abg. v. Pappenheim mit den Stimmen der Konservativen und des Zentrums durch U e b e r- gang zur Tagesordnung erledigt. Der Etat des M i u i st e r i u m s der Auswärtigen Angelegenheiten wird nach unwesentlicher Debatte b e- lv i I l i g t. schaut er ihr nach:„Was ist sie, nur ein Kind oder ein listiges Weibsbild?" Soll er in seinem äußeren Leben den Fluch der Halbheit wie ein Gefangener seine Kette bis zum Tode mit sich schleppen? Müd hingestreckt sieht er den Schwärm der lustigen Jugend spielend durch sein Zimmer laufen. Zwcifelsgcdaiiken blitzen auf. Könnte denn nicht alles doch ein Irrtum sein?� Könnten die anderen nicht recht haben? Dann falten sich die Hände zum Gebete: Er will von Gott nicht lassen, auch wenn ihm Gott die Kraft zur Tat, die sein Gewissen fordert, in der er die Befreiung seines Geistes finden würde, versagt! K a y ß l e r als Tolstoi-Nikolay brachte den strengen Ernst, die schlichte Ehrlichkeit und Güte, die alle Mittelglieder und Ein- schränkungen überspringenden, immer aus absolute Postulate ci�i- gestellten Konsequenzcninacherci, wie die Qualen des inneren Zwiespalts zu wunderbar lebendiger Erscheinung. Im lebten, den schwierigsten Akt, hob sich das Spiel zur Meisterschaft. Die Rollen der Frau und der oberflächlich schwadronierenden Schwägerin wurden von Helene Feh dm er und Jlka Brüning, die des fanatisch Willensstärken Schwärmer Boris von Herrn Abel trefflich dar- gestellt. Das Publikum folgte mit gespanntem Interesse und. applaudierte demonstrativ._ dt. Notizen. — Für die Wissenschaft des Judentums an einer preußischen, wo möglich an der Berliner Universität, er- streben jüdische Kreise einen Lehrstuhl an. Zu diesem Zweck sollen anfangs März Gcldsammlungen veranlaßt werden. Die un- mittelbare Veranlassung hierzu ist das Vorgehen der sächsischen Regierung, die für den 1. April 1912 einen Münchener jüdischen Privatgelchrtcii als Lektor für späthebräische, jüdisch-armäische und speziell talmudischc Literatur an die Leipziger Universität berufen hat. — Was uns noch gefehlt hat. Den Männern, die beim Antritt einer Reise bleich und nur mühsam gefaßt auf die Reihe der unförmigen Hutkoffer blicken, deren die„Frau Gemahlin" zum Genüsse der Fahrt unbedingt bedarf, winkt eine Hoffnung: in London werden jetzt'elegante Damcnhüte geschaffen, bei deren „Konstruktion" die Möglichkeit vorgesehen ist, den Hut zusammen- klappen zu können.„Es ist des Rätsels Lösung," so erklärte eine führende Londoner Modistin,„diese Hüte sind das, was die elegante Frau brauchst wen» sie auch auf Reisen smart aussehen will. Die unförmigen Hutschachteln sind überflüssig, die zusammenklappbaren Hüte sind so gearbeitet, daß sie zusammengefaltet im Koffer nur ganz wenig Platz beanspruchen." — Walfisch« im M i t t c l m c e r. Wie aus Tanger be- richtet wird, erstattete der Kapitän des norwegischen Dampfers „Hans Brhdc", der mit defekter Maschine im Hafen einlief, die Meldung, daß er in der Meerenge von Gibraltcr mehrere Wakfische gesehen habe, aus die die Besatzung während der Ucberfahrt erfolg- los Jagd machte. Die Tatsache ist seither auch noch von anderer Seite mit dem Hinzufügen bestätigt worden, daß es sich um einen ganzen Schwärm von Walfischen handele, die einen Abstecher nach dem Mittelländischen Meer gemacht haben. Es ist seit Jahr- Hunderten das erstemal, daß man hier wieder Walfische zu Gesicht bekommen hast u" Hierauf vertagt sich daZ Hau?. Nächste Sitzuttg: Sounabend 11 Uhr. IJnIerpevätion über die ly a u l» u tt d Klauenseuche, Eiai der Landwirtschaft« , i ch e n V e r iv a l t u n g.) schlug a1/« Uhr._ parlameMarilekeg. Nene NcichstagSvorlazcn. Dein Neich-taae find eine Reihe neu«r Vorlagen zugegangen, «ämlich ein A u S f ü h r U N g ö g c ie tz zu dem iuternaiio- n a l c>i A b k o M!n c n über sie Bekämpfung des Zl! ä d- chcn Handels, eine Denkschrift über die Ausführung der i'lnlcihegcfctze feit dem Jahre 1875 und eine llebersicht der Entschließungen des Bundesrates über ive- schlüssc des!li c ich s tagS aus der lchten Legislaturperiode. In den nächsten Tagen werden dem NcichSIage Noch ein dentsch- bulgarischer.lionsulatZvertrag, ein Entwurf über die Verlängerung des dciitsch-bulgarischen Handelsvertrages und ein seutsch-türkifcher HandelZvertrag zugehen._ Hus der Partei. Eine Erinnerung an schwere Zeit. In diesen Tagen sind fünfundzwanzig Jahre feit der Zeit der- slofsen, da die prcnßischc Justiz die«Vorarbeiten" begann zu dem großen Magdeburger Gehet titbundprozeß. Erinne- rtlttgrn an die nnSnahnicgcsestlichen Zeiten werden wieder wach und Zorn und Empötlittg steigen in jedem auf über die schmachvolle BrvnNdlnna der Pririeigenosscii in jener Periode des blindwütigsten Coziaiistenynsses. Während der Wahlbelvcgung zu den Anschings- wählen im Jahre 1887 fand in Magdeburg in Zickitlers Konzgrl- Haus eine Versammlung statt, die aus nichtigen Gründen ausgelöst wurde. Ein großes Tchiitzmannsaufgebot ging auf der Ltraszc in piovozierendstcr Weise gegen die VersamMlungsbesuchcr vor, ohne jedoch den offenbar gewünschten Erfolg zu erreichen. Dessen- nngcachict wurden jedoch zwei Tage daraus, am 7. gcbruar 1887, plötzlich.8 8 Parteigenossen von der Arbeitsstätte weg berhaftet unter der Beschuldigung det Geheim- bündelei und der Verbreitung verbotener Schriften. Nach und noch wurde die Untersuchung ausgedehnt auf 46 Genossen, von denen W in IlntersiichungShaft vcrbleil'en mußten, die den Jnhaf- tiettcN von dem Unters, ichungsrichtcr, Landgerichtsrat Starke so beschwerlich wie möglich gemacht wurde. Einer der Vcrbaftetcn, der Genosse Haber mann, erkrankte im Gefängnis schwer, so daß er ins Krankenhaus gebracht werden Muhte, Tie Familie des Erkrankten— Frau und drei kleine Kinder— wurde davon nicht benachrichtigt. Zufällig erhielt die Frau Kenntnis von der Er- kronkiing thrcs MaiineS, aber ihre Bitte, ihren Mann besuchen zu dürfen, wies Landgcrichtsrat Starke mit den harten Worten ab: die Krankheit des Mannes werde wohl nicht so schlimm sein. Erst nach mehreren Tagen erhielt die Frau Zutritt zu ihrem iotkranken Manne und drei Tage später schloß dieser die Augen für immer, ohne seine Kinder noch einmal gesehen zu haben, denn diese Bitte hätte der Untcrsuchuvgsrickiier ihm abgescklagen. Tie Be- erdiguNg muhte auf polizeilickie Anordnung einen Tag früher er- folgen, als sie angcseht war. Erst nach langem Bitten der Kinder, die ihren toten Vater noch einmal sehen wollten, wurde der bereits geschlossene Sarg noch einmal wieder geöffnet. Tann trug man Hobcrmann sang- und klanglos zu Grabe. Aber die Dcmoiistra- tioli, die die Polizei verhindern wollte, hatte sie am anderen Tage, einem Sonntage, doch. Taufende von Arbeitern zogen nach dem Grabe HaVerMaNns und legten BliiMeN und Kränze darauf nieder. Tie Verhandlung gegen die„Geheimbündler" fand am i2. und 18. Mai statt. Sie ivarcn die Spfcr eines erbärmlichen Verräters geworden, des Metallarbeiters Speck, der an allen internen Vcr- anstaltungen tcilgcnotnmrn und darüber dem UntersuchUngSrichier nertlhtct Halle. Et wurde zwar auch milangcklngt und verurteilt, aber schon nach acht Tagen voni König von Preußen begnadigt. lieberall gemieden fand er schließlich als Sckmffncr Unlersckilnpf hei der MagdelMtger Straßenbahn, bei der er noch jcht beschäftigt iß. Zu den Verteidigern der Angeklagten im GchcimbundSprozch gehör! e der alte Traegcr. Auf 164 Monate Gcfäng- n i?. wurde gegen 3) Angeklagte erkannt: 15 wurden freigesprochen. Tie Nntcrsnchlingshaft. die für alle Angeklagten zusammengerechnet sieben Jahre betrug, ist in die Strafe nicht mit eingerechnet. FüNfiindziranzig Jahre sind seit jener Zeit verflossen: viele von den Angeklagten deckt bereits die küble Erde. Aber in den Neberlebendcn wirkt der alte Groll nach und sie übertragen ihn auf die jüngere Generation, damit sie nicht nachlasse im Kampf um die gerechte Sache des Proletariats. Soziales. Der Arbeitsnachweis als Vcttttter. Der Drechsler E. hat bei denk Bildhauer Bcrthold Kirchner in Arbeit gestandrn und ist nach wenigen Tagen wieder entlassen worden. Da er 7 Tage arbeitslos war, erhob er aw Freitag beim Geiverbegericht Anspruch äuf eine Entschädigung von 46 M. Der Beklagte wendete Künölguiigsausschluß ei». Eine Zeugin be- stäligie auch, daß der Beklagte Mit dem Kläger KüNdigUNgsaUs- schluh vereinbart bat. Ter Kläger hielt dem entgegen, daß ihm vom Arbritsvermitller gesagt worden sei, dir Stelle dauere bis Weihnachten. Der ArbritSvcrinUtler, auf den sich der Kläger bc- riefen hatte, bekundete, daß er eiurm Auftrage dcS Bestaglra rnt- sprechritv dem Kläger die Stelle als vis Weihnachten dauernd aus- gegcee» hätte. To? Grwrrbrgericht vmirtrilte den Beklagten, an den Kläger sie 46 M. nrbst 4 Pröz. Ziuscu zu zahlen, weit er den Kläger nur Nach Weihnachten hätte frlfllos entlassen dürfen. Ständige Ausstellung für Arvcitcrschuh und Arbritcrwohlfahrt in HrlssUgfsrS. Auf Betreiben der ersten finnischen GeiverbciNspcktoriU, Fräu- lein Vera Hjclt, die bereits in ihrem Jnspcttionsbcrichlc für 1007 eine dahingehende Anregung gegeben chitte, ist jcht nach fünf- jährigen Bemühungen in HclsiNgfors die Organisation einer „SläNdrgdn Aussteliunn für Ärdeiterschutz und Aebeitcrwohtfahrt" — nach dem Muster der bctaNNtru Ständigen Ausstellung für ArlvUern'ohIfahrt in Chartottenburg— zustande gekommen. Das ItiUerNehMtil sieht unter Aufsicht der staatlichen Jndu- stticvertöalluNg, Wie auch die Kosten vom finnischen Staate gedeckt werdtii. Der Senat hat bereits im Jahre 1608 eine Summe von 85w Finnischen Mark zur Bestreitung der Legan isationstosten und sodann im Jahre 1000 für fünf Jahre den Betrag von 7500 Finnischen Mürk jährlich zur Bestreitung der Miete für ein gccig- iieir? Lokal uNd der sonstigen Unkosten bewilligt. Bxj der Gering- fügigkeit der hiernach zur Verfügung stel�ndcn Mittel sind der VcraNstalinng, zu der auch ausländische Aussteller zugelassen sind. sehr enge Grenzen gezogen und sie dürfte deshalb auch für die deutsche Fächindusiric nüe wenig Jnicrcsse bieten. Einige über die Niisstcllung näher orientierende Drucksachen iin finnischer Sprache) liegen an der Geschäftsstelle der..Ständigen A nSstcll ungSkom m i ssi o n für die deutsche Industrie"(Berlin XIV., Noönstv. 1), wie diese uns Mitteilt, auS. Technische Eniwickrlung und Verschlechterung der Arbeits- bedingiingen. Die Geschichte der Meisten Industriell lehrt, daß die Eni- Wickelung der Technik fiir die Arbeiter fast stets mit einer Vrr- schleckterung ihrer Arbeitsbedingungen verbunden ist. Die Vcr- Wendung der Dampfmaschine bracht« den-Arbeitern ungeheure Ausdehnung der täglichen ÄvbeitSzcit. Diese Erscheinung findet sich fast in allen Ländern. Marx schildert im 1. Band des Kapitals, wie zu Beginn des 10. Jahrhunderts der fabrikmäßige Betrieb den Arbeitstag des englischen Arbeiters auf eine Lauge gebracht hat, die staatliche Gesetze im 18. Jahrhundert vergeblich zu erreichen suchten. Das„Haus des Schreckens", das die Kapita- listen in England am Ausgang des 18. Jahrhunderts von der Gesetzgebung wünschten, entstand bald als Fabrik. Es übertraf. was Ausbeutung der Arbeiter angeht, die kühnsten Wünsche der Kapitakistcn.„lind diesmal«blähte das Ideal vor der Wirklich- keit." sagt Marx in seiner Schilderung englischer Arbeitervcrhült- nisse. Was für den Anfang der großindustricllcn Enkwickclung und. für den Fabrikbctricb galt, gilt auch für den Kleinbetrieb unv gilt heute noch. Wo immer technische Verbesserungen eine Um- wälzung erzeugen, besonders Ivo Dampf oder Elektrizität an Stelle der physischen Kraft des Menschen treten, ist die Folge für die betroffenen Arbeiter keine Erleichterung, sondern Vergrößerung ihres Elends. Es bedarf des gemeinsamen Widerstandes der ver- einigten Arbeiter, um ihre alte Position zu behaupten oder wieder zu erlangen. Einen schlagenden Beweis hierfür bieten die Bcr- hältnissc der Baielcr«eidriilmnbwcber, über die das im Auftrage des Ölganisationskomilecs der Schweizer Heimarbeitsausstcllung herausgegebene Buch: Die wirtschaftlichen und sozialen Verhält- nisse in der Schweizer Heimarbeit unterrichtet. Die weltbelanntc Baseler Scidenbandwcbcrci beschäftigt im Kanton Bascl-Laud mehrere Tausend Bandwcber als Heimarbeiter. I» manchen Tör- fern des Kantons sind zwei Drittel aller Beseliäftigten Posamcnter. Bis Milte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Webstuhl durch die Kraft des Webers getrieben. Im Jahre 1805 trat die erste Genossenschaft zur Beschaffung und Verteilung elektrischer Kraft ins Leben. Heute gibt es deren mehrere, und die gröhtc Zahl der Weber verwendet die Elektrizität. War vorher der Arbeitstag der Weber nicht kurz gewesen, sondern hatte sich über 13 bis 14" Stunden erstreckt, jetzt wurde er plötzlicki ganz erheb- lich verlängert. Di« Erleichterung der Arbeit und das Streben, die clettrischc Kraft möglichst auszunutzen, schraubten die Arbeits- zeit hinaus. Statt 13 und 14 Stunden wurden 17, 18 und m«hr Stunden gearbeitet. Ter einzelne war machtlos. Fast ein Jahr- zchnt seufzten die Weber unter der Verlängerung der Tagessron. die ihnen die Verwendung der elektrischen Kraft aufgebürdet hatte. Was ihen zum Segen hätte werden könneii, wurde ihnen zum Flucki. Erst dem 1004 gegriindetcn Posamcntcrvcrband gelang es, die Arbeitszeit auf 15, und später, 1910, auf 14 Stunden herab- zusetzen. Diese Beschränkung gilt aber nur für die reine Web- arbeit. Ihre Einhaltung wird von den Organen des Verbände? genau kontrolliert und Verstöße und lleberschreitungcn mit Geld- buhen belegt. Andere Arbeiten, insbesondere HilfSarbcitcn, können dagegen den Arbeitstag noch verlängern. Ohne Zusammenschluß wären die Bandwcbcr noch heut« schutzlos der unmenschlich langen Arbeitszeit preisgegeben, die ein technischer Fortschritt ihnen bc- schert hatte. Langjähriger Arbeit des Posamcnterverbandcs, der gewerkschaftliche Tendenzen scharf betont, l>at es bedurft, um den Arbeitstag wieder auf den Uinfang hcrabzudrücken, den er vor der Benützung der Elektrizität in den Wcbcrdörfcrn von Basel- Land hatte._ Der schlechte Rat des Polizrsleutnants. Heber die Klage einer Verkäuferin gegen den Flcischermcister Laos berichiclen wir am 27. Januar. Die Firma Prrncr u. Lsas, Schöueberg, Temprlhofcr Sir. 26, ersucht uns um Feststellung, daß sie mit dieser Firma Loof in Berlin Nicht identisch ist. Dem Er- suchen komincn wir hiermit nach. Huö Industrie und Kandel. Lebensmittelpreise in Prciisicn seit 20 Jahren. Das Preuh. Siattstische LandeSamt hat kürzlich«lue Ucvcrstcht über die Bewegung der Preise von Lebens- und anderen B e r p f l c g n n g s in t t t e l n feit etwa 80 Jahren gebracht. Wir greisen eine Anzahl Ziffern heraus, die diese Bewegung innerhalb der letzten 20 Jahre illustrieren. SS kostete im Jahresdurchschnitt: von Speck, Sckiiveinrschmalg und Linsen alle Lebensmittelpreise seit 1800 eine Steigerung erfahren haben. VcrWUtnisiiiäßig am geringsten ist diese»och bei Getreide und Getreidefabrikatcn(Mehl). Enorm sind die Fleischprrise gestiegen, vor allem Hammelfleisch, das fast, und Kalbfleisch, das über die Hälfte teurer geworden ist, als Vor 21 Jahren. Auch die Erhöhung der Eier- und Auttcrprcise übersteigt bei weitem den in diesem Zeitraum eingetretenen Rück- gang des Geldwertes. Kartoffeln sind gerade auf da» Doppelte ihres Wertes gestiegen. Bis zum gegenioärtigen Zeitpunkt haben sich die Preise beinahe noch einmal verdoppelt. Man dezahU heute bereits 8 bis 10 Pf. im Tctailcinkauf für das Pfund Kartoffeln. Und dah für die Fleischpreise in nächster Zeit kein Rückgang, sondern nur noch ein weiteres Anziehen zu erwarten ist. ist ja in den letzten Tagen an der Hand des immer knapper werdenden Viehaus tcicbes mehrfach bewiesen worden. Tie belgischen sozialistische» Grnosscuschaftcn im Jahre 1911. Das belgische GcnossenschaftSam! veröffentlicht seit 8 Jahren die Ergebnisse der verschiedenen Elenosscaschaftsartcn. Danach zählte man im Jahre 1003>08 Koniuinvcreinc, die sich zum Sozialismus bekannten, mit 103 349 Mitgliedern und einem Umsatz von 20 030 873 Frank. 1911 war diese Zahl auf 201 mit 157 478 Mitgliedern und 44 020 021 Frank Ilmsatz gestiegen: eine Mitgliederznnahmc um 52,4 Und eine Ulnsatzsteigeruug um 00,8 Proz. Die Lrganisatiou iimfaht danach eine Bevölkerung von ctma 7«>0 000 Menschen, nahezu ein Zehntel der Einwohner des Landes. Ihre Tätigleu erstreckte sich aus 005 wallonische und 133 flandrische Gemeinden. Ihr Grund- und Etebäutebesitz stellt einen Wert von 18 447 140 Frank dar, der zum Teil mit Histiolheken belastet ist. Das geuicinsam« Kapital Octriigt 103)194 Frnnk, d. i. auf ein Mitglied nickst mehr als 12,30 Frank. Auch der dnrchschniltlick>c Umsatz betrag!„ur 288 Frank. Weitaus am höchsten ist er im Gebiet von Lüttickx wo er auf W5 Frank pro Mitglied steigt. Seinen tiefsten Stand er- reicht er im Bezirk Soignies mit 150 Frank. Dort, im Ecntrc, hat mau meist nur getwffenjchafiliche Bäckereien und Brauereien. Doch macht sich jetzt auch dort ein kräftiger Aufschwung geltend. — Genosse S c r w i> der diese Tatsacbcn im..Penplc' bespricht, weist aas die Notwendigkeit hin, nach«nglischem Vorbild daS öicnoss cn scha svskapi t al wesentlich z» stärken und, in konsequenter Verfolgung deö gen o ssen schasti ichtn Gedanken?, die.Großeinkaufs- stelle in Anlwersstn kräftig zu cniwickclu. Hue der frauenbewegung. Die Agitation unter den Frauen auf dem Lande. Die im„Vorwärts" von: 30. Januar unter der Rubrik.Aus der Partei" vcröfsciitlichten Vorschläge zur»gilation auf dem Lande geben einer Genossin Veranlassung, auch ihrerseits einiges zu diesem wichtigen Thema auSzusühren. Unsere Genossin erklärt sich zunächst mit den zur Agitation gemachten Vorschlägen voll und ganz ein- verstanden und schreibt über ihre Erfahrungen, die sie als Redncrin während des WahlkampfcS gemach: bat, folgendes: In 13 meist ganz kleinen Dörfern mir nur einigen Hundert Einwohnern, halte ich zu sprechen. Lokale standen UNS nur in vier Orten zur Verfügung, in den übrigen Dörfern fanden die Versamm- lungcn in Scheunen' und infolge der großen Kälte während der Stichwahl in Privaiwohnungen statt. Die Versammlungen waren meist überfüllt, was kein Wunder ist, denn eS war für die Bewohner solch entlegener Orte ein großes Ereignis, einmal eine Frau reden zu hören. In den meisten Dörfern ivar es überbaupt das erste Mal, daß eine sozialdemokratische Versammlung stattfand. Erfreulicherweise waren immer ein Drittel der Besucher Frauen. Mochten sie auch zum größten Teil auS Neugierde erschienen sein, so konnten wir überall erleben, daß Frauen nach Schluß des Bortrages zu uns kamen und sich für die ihnen gewordene Belehrung bedankten. Ausnahmslos sprachen gerade die Frauen ihr Bedauern darüber ans. daß sie solche Vorträge nicht öfter zu hören bekämen. „Wenn die Wahl vorüber i st, bekommen wirnichts mehr zu hören und zu sehen, wurde immer wieder gc- klagt. Und sie haben nur zu recht: bei der Wahlbcwcgung wird meist eine Riesenarbeit an Agitation geleistet: ist aber die Wahl vorbei, dann verlöscht die Begeisterung aus Mangel an weiterer Nahruug wieder. Hinzu kommt, daß in der bewegte» Wahlperiode die Flugblätter aller in Frage kommenden Parteien den Leuten auf deni Laude in daS �Haus ge- bracht werden. Wie sollen diese Leute, deren Lektüre in, besten Falle die KreiS- und Provinzblätlchen bilden, sich auS diesem Wust von FIngblällcrn herausfinden und ein selbständiges Urteil biloen können? Wie viel leichter müßte der Wahlkampf für uns werden, wenn die Aufklärung durch leichtverständliche Flugblätter eine f o r t l a n s c n d c wäre. In erster Linie müßten die Gesetze, die im Parlament bcichlosscn werden und vor allem die Interessen der arbeitenden Klasse berühren, auch auf dem Lande durch Flug- b l ä t t c r bekannt gemacht werden. Hierbei müßte aber, wie immer in unserer Partei, besondere Rücksicht auf die Frauen deS flachen Lande? genommen ivcrdcn, denn diese haben genau so unter der doppelten und drei« fache» Arbeitslast zu leiden wie in den Städten. Bei der letzten Wahl hat unter anderem der Reichsverband ein Flugblatt heran«- gegeben, das sich direkt an die Frauen wandte, und eö war so ab- gefaßt, daß e« auf daS Gemüt der politisch ungeschultcn Frau einen tiefcu Eindruck machen mußte. Von unserer Seite erschien in�viclen Gegenden kein Gegcnflugblalt mehr, und cS war nicht überall möglich, diesen Verdrehungen über die Lehren der Sozialdemokratie entgegcnzutretcii. Durch eine fortlaufende Aufklärung von unserer Seit« würde dem gehässigen Kampf deS Reichsverbandes schon von vornherein die Spitze abgebrochen. Ganz deutlich zeigle es sich dort, wo ich sprach, ein welch wichtiger Faktor die Frau heule schon ohne Stimmzettel im politischen Kampf sein kann. Ucbcrall dort, wo die Frauen so zahl- reich crschicncil waren, gingen die Stimmen, die für uns abgegeben wurden, ganz bedeutend in die Höhe. Diese anwesenden Frauen, denen man einen Weg gezeigt, wie auch sie aus ihrer doppelten Knechtschaft erlöst werden können, haben es versucht, diesen Weg zu beschreiten. und der Erfolg machte sich hier durch die abgegebenen sozialdemokratischen Stiimncn schon recht bemerkbar. Ii, mehreren klcincit Dörfern habe ich cS sehr bedauert, daß man bei den so überaus dankbaren Frauen nicht weiter in aufklärendem Sinne wirken kann. Dort, wo gerade für die Frauen so gar keine Anregung besteht, würden ivir nach meiner Erfahrung ein gnlcS Feld und einen anfnahmcfälngcit Boden vorfinde». Nach den glänzenden Erfolgen bei dieser Wahl sollten cS sich alle ländlicheil Kreiie angelegen' sein lassen, die ländlichen Bezirke mehr wie bisher zu berücksichtigen. Bei den kommenden Wahlen würde sich diese Arbeit, die natürlich viel Aufopferung und Mühe beansprucht, bezahlt machen. ES ist fast überall möglich, festen Fuß zu fassen, wenn nur genügende Kräfte vorhanden sind, die die Ar- Veiten leisten wollen. Schwer und mühevoll ist die Arbeit, aber der Erfolg wird die Mühen reichlich lohnen. Arbelterlnucnschutz in Amenka. ES ist bekannt, daß in den Bereinigten Staaten die von den gesetzgebenden Körperschaslen unter dem Drucke der öffent» lichen Meinung geschaffenen Arbeilerschutzbestimmungen von den Gerichtshöfen vielfach wieder aufgehoben werden. In der Bc- gründung wird in der Regel ausgeführt, das betreffende Gesetz vcr» stoße gegen die Konstitution, eS bebe den freien Arbeitsvertrag auf, wonach cS jedem gestattet sein müsse, so viel und so lange zu arbeiten, als ihm beliebe. Nu» bat aber vor längerer Zeit der h ö ch st e Gerichtshof der Union das Oregon- Zehn st undenge setz für Frauen für konstitutionell erklärt mit der Begründung, daß die Zukunft der Race und die allgemeine Wohlfahrt der Gesellschaft gesichert werden müsse. Dieie Entscheidung hat erfreulicherweise Nachahmung ge- funden. Die höchsten StaatSgcrichtShöfe von Illinois Michigan, Louisiana. Virginia und Missouri haben ähnlichen Gesetzen zum Schutze der Frauen die Bc- stätigung erteilt. In den Staaten Kalifornien, Washington und Ohio unterliegen gegenwärtig solch« Gesetze der Nachprüfung durch die Gerichte. In Missouri ist der Nennstundentag fiir Flckueu eingeführt, in Kalifornien und Washington handelt es sich um den Achtstundentag.— Unsere amerikanischen Genossen streben bekanntlich die Beseitigung dieses haltlosen ZnstandcS au. Gerichts-Zeitung» Freisprechung riiicS unschuldig zu zwei Jahre,, ZuchthauS Verurteilten. Aus Detmold wird uns unter dem 9. Februar telegraphiert: Vor de« Schwurgericht der Lippeschen Residenzstadt wurde heute zum zweiten Male ein Prozeß verhandelt, der ein gerichtliches Nachspiel zu dem Streik der Bielefelder Näherinnen im Herbst des Jahres 1910 bildet. Im dtoOcr des Jahre? 1010 traten die Näherinnen in Viele- seid in einen Streik. Wenngleich der Streik auch in ziemlicher Gc- schlossenhcit geführt wurde, so fanden sich doch auch hier und da Frauen, die leider den Streikend«» in den Rücken fielen. Die in Bielefeld tätigen Näherinnen wohnen zum Teil auswärts, so auch in Lage bei Bielefeld. Hier haben sich die Vorgänge abgespielt. die später zu dem heute anstehenden SchwurgerichtSprozetz führten. Tic Anklage richtet sich gegen den Holzbildhauer Andrea? Maurer in Lage und ist tvegcn angeblichen wissentliche» Meineids erhoben worden. Ter Prozeß hat folgende Vorgeschichte: Am 4. November 1010 kamen abends zwei arbeitswillige Nähe- rinnen von Bielefeld in Lage an. Tic beiden Frauen erstatteten am gleichen Abend noch gegen den Tischler Fritz Markmaun Anzeige wegen angeblicher Bedrohung. Die beiden Näherinnen behaupteten. Marklnann habe sie unter Drohungen ztoingen wollen,(ich tzc» Streikenden anzuschließen. Er habe ilsiicn mit erhobener Faust zugerufen:..Fahrt Jbr noch einmal nach Bielefeld, dann sollt Ihr einmal sehen, was Euch passiert. Ihr Bären l Wenn Ihr kein Brot mehr habt, dann wollen wir GsiA was geben." Die Anzeige der arbeitswilligen Frauen ljatte ein Strafverfahren gegen Markmann zur Folge. Markniann hatte sich am 22. Februar 1911 vor dem Schöffengericht in Lage wegen angeblichen Vergehens gegen§ 153 der Reichs-Gewerbeordnung zu verantworten. Die" beiden Näherinnen wiederholten ihre früheren Behauptungen in dieser Verhandlung unter ihrem Eid. auch beschworen sie, daß Markmann die fragliche Acusierung getan habe. Markmann, der die eidlichen Darstellungen der Zeuginnen entschieden bestritt, hatte als Entlastungszeugen den Holzbildhauer Maurer laden lassen. Im Gegensatz zu den beiden arbeitswilligen Näherinnen bekundete dieser eidlich, die Angaben Markmanns seien in allen Teilen richtig. Maurer gab an. er sei an dem fraglichen Abend zufällig zum Bahnhof gegangen. Tort habe er Markmann getroffen. Die ihm bis dahin unbekannten Frauen seien zu ihnen gekommen und hätten sie(Maurer und Markmann) gebeten, sie zu begleiten. Sie seien der Meinung gewesen, daß die beiden arbeitswilligen Näherinnen sich wegen der vielen am Bahnhof anwesenden streikenden Nähe- rinnen nicht getraut hätten, allein nach Hause zu gehen. Unter- Wegs habe Markmann mit den Frauen im ruhigen Tone über den Streik gesprochen und ihnen auch den Beitritt zur Organisation empfohlen. Tic Frauen seien dann in das Haus des Polizeidieners Wicdmeier hineingegangen. Markmann habe sie aber jedenfalls auf dem ganzen Wege nicht bedroht, auch die fraglichen Ausdrücke habe er nicht gebraucht, jedenfalls habe er(Maurer) nichts davon gehört, er hätte es aber hören müssen, wenn solche Worte gefallen wären. Wenn er dem Verlangen der Frauen zunächst harmlos gefolgt sei, so habe er später, als die beiden Näherinnen zu dem Polizeibcamtcn gingen, den Eindruck gehabt, als ob die beiden Frauen, Markmann und ihn nur hätten der Polizei überliefern wollen. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht in Lage endete mit der Verurteilung Markmanns zu einer Woche Gefängnis wegen Vergehen? gegen K 153 der Rcichsgcwcrbcordnung. In dem Urteil hieß es, das Gericht habe den eidlichen Aussagen der arbeitswilligen Näherinnen vollen Glauben geschenkt, wohingegen es die Aussage des Zeugen Maurer als unwahr ansehe. Tie Folge dieses Urteils war die Einleitung cineS MeineidS- vcrfahrens gegen Maurer. Gegen ihn wurde auf Antrag des Ersten Etaatsantvalt beim lippcschcn Landgericht in Detmold das Vcr- fahren n>cgen wissentlichen Meineids eröffnet. Tie Verhandlung vor dem Schwurgericht i« Detmold fand am 21. Juni 1911 statt. Tic Gcschworcnenbank setzte sich fast aus- schließlich aus Lippc'chrn Gutsbesitzern zusammen. In der Vcr- Handlung beschworen die beiden Frauen ihre alte Aussage von neuem. Der jetzt als Zeuge geladene Tischler Markmann be- stätigte im wesentlichen die Angaben des Angeklagten Maurer. Tic Geschworenen bejahten die Frag« nach wissentlichem Meineid, worauf das Gericht Maurer zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren verurteilte, und außerdem auf Aberkennung der bürgerlichen Ehren- rechte auf die Tauer von drei Jahren und auf die dauernde Un- fähigkeit, als Zeuge eidlich vernommen zu werden, erkannte. Ten Bemühungen des Verteidigers Dr. Hcincinann-Detmold gelang es, die Aufhebung des Urteils durch das Reichsgericht am LI. November 1911 wegen ungesetzlicher Besetzung der Geschworenen- l>ank zu erreichen. Tie heutige Verhandlung endete nach ausge- dehnter, bis zum Abend sich hinziehender Beweisaufnahme, mit einer glänzenden Freisprechung des unschuldig verurteilten Genossen Maurer. Ein jugendlicher Brandstifter. Wegen vorsätzlicher Braudstiftung und Diebstahls hatte die 4. Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichts- direktors sc la Fontaine gestern gegen den lljährigen Arbeits- knirschen Paul Palm zu verhandeln. Der Angeklagte war eines Tage? anfangs Oktober v. I. mit dem Arbeitsburschen Ludwig Zimmermann nach Grünau gefahren. Nachdem die beiden in der Äönkgsheide allerlei Unfug verübt hatten, kam Patin auf den Gc- danken ein»kleines Feuerchcn" anzuzünden, um zu sehen, wie schnell sich das Feuer bei der damals herrschenden Dürre ver- breiten würde. Er lietz sich von Zimmermann Streichhölzer geben und zündete damit einen vorher zusammengetragenen Ncisighaufen an. Durch den Wind verbreitete sich das Feuer mit unheimlicher Schnelle und im Nu stand der ganze Wald in Flammen.?lls die beiden Uebeltater sahen, was sie angerichtet hatten, ergriffen sie die Flucht. Durch die leichtsinnige Handlungsweise der beiden jungen Leute wurden über 18 Hektar Wald vernichtet. Erst durch mühevolle Arbeit der Forstbcamtcu und zahlreicher Hilfskräfte gelang es durch Auswerfen von Wällen des Feuers Herr zu werden.— Dem als Brandstifter ermittelten Angeklagten Palm wurde ausserdem, noch ein in Rixdorf verübter Bodcndtcbstahl zur Last gelegt.— Der Staatsanwalt beantragte 2 Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte mil Rücküchi auf oie Jugend dcS Angeklagten auf 6 Wochen Gefängnis und bcschloss ausserdem, ihn der bedingten Begnadigung zu cmpfchlen, so dass dem Angeklagten, wenn er sich mehrere Jahre gut führt, die Strafe erlassen werden wird. Derartige gefährliche Neigungen zur Brandstiftung treten oft im Pubcrtätsaltcr auf._ Ein ftdelcs Gefängnis. Das Landgericht Frankfurt a. M. hat am 2g. Oktober v. I, den Gefängniswärter Heimunn wegen Bestechung und Kuppelei, den Gefangenen Riegcr und die Kellnerin Emma Krüger wegen Bc- stcchung, letztere zu 6 Wochen Gefängnis, verurteilt. Riegcr, der jetzt eine längere Strafe vcrbüsst, sass in Untersuchungshaft. Er bcivog Heimann, Briefe an seine Braut, die Krüger, zu befördern. Hcimann machte es schliesslich möglich, dass die beide» viermal nachts zwischen 11 und 1 Uhr im Keller des Gefängnisses allein sein und intim verkehren konnten. Die Krüger hat dem Heimann (und Rieger ebenfalls durch ihre Vermittcluug) etwa 200 M. sowie Nahrungsmittel zukommen lassen. In ihrem Eindringen in das Gefängnis ist ein Hausfriedensbruch erblickt worden.— Ihre Revision wurde am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. Huö aller Alelt. 8chutzinamio Dinimelfahrt. Ilm einem tiefgefühlten Bedürfnis abzuhelfen, besteht seit einigen Jahren ein Bund ch r i st I i ch c r P o l i z e i b c a m t e n. Er zählt 253 Mitglieder und besitzt eine eigene Zeitung mit dem Titel„Allzeit bereit". Aus einer Broschüre des Bundes,»Ter christliche Polizeibcamte", bringt die..Christliche Freiheit" des Pfarrers T r a u b Auszüge über die»Pflichten eines gläubigen Polizeibeamten vom biblischen Standpunkte aus". Man liest dort unter anderm, dass der christliche Polizciheamte sich in seinem Beruf eifrig fortbilden und dann dem Herrn die Beförderung in eine höhere Stellung überlassen solle. Luk. 10, 10 muss dazu dienen, nachzuweisen,»dass der Polizeibcamte in seinen dienstlichen Anforderungen wachsen müsse". Unsere Bibel ist voll von militärischen Beispielen und Gleichnissen.„Welch sckiöncS Vorbild kann ein gottcsfürchtigcr Schutzmann geben, der mit er- hobenem Haupt und mit fröhlichem, freundlichen Antlitz seines Amtes waltet: Eine Stadt, die auf dem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben; ebensowenig der«chntzmann in seinem Dienst." Am schönsten ist die folgende Stelle:»Tie Seelen der Verstorbene» kommen an die HimmelStür angeflogen, eine jede mit einem T o r n i st e r auf dem Rücken; darin lauter kleine Pakete mit der Aufschrift:„Mit JcsuS" und„Ohne Jesus", die Seelen rangier» sich in Glieder, dann schreitet Petrus die Glieder ab und revidiert die Tornister. Findet er darin die Pakete unter Ausschrift„Mit Jesus", so kommandiert er:„Vorwärts marsch in den Himmel hinein!" Bei den andern kommandiert er:„Kehrt marsch in die Hölle!" Welche wunocrbarc Phantasie entwickelt doch der Verfasser dieser frommen Schreiberei, der Herr Gcncrallrutnant a. D. v. Schulzendorf. ES muss lieblich anzusehen sein. Wenn die abgeschiedenen Schutzmannsseelen, in Schaftstiefeln und Wachtmantei, mit dem schrecklichen Sabul und dem Revolver umgürtet, auf dem Kopf die Blechmühe und einen Tornister auf dem Rücken die Himmelstür umflattern. Und was alles in diesen Tornistern steckt? Petrus wird Augen machen! Da hat der eine die Hand Bicwalds, der andere sogar die Leiche Herrmanns drin, was ihm beim Fliegen wohl sehr hinderlich sein wird. Ein dritter wieder andere dienstliche oder ausserdienstliche Vergehen. Was alles natürlich nicht hindert, dass es auch anständige Schutzleute, brave Menschen, gibt. Ob� die Mitglieder deS christlichen Bundes alle dazu gehören? Hoffen wir es. Nebcrfall auf einen Rabbiner. Aus Eolomb Bechar in Südalgerien wird gemeldet: Der Gross» r a b b i n e r des Taftlctgebictes, Isaak A b e k t u r a, der bei den Juden in der Gegend von Fez die Steuern erhoben batte, wurde in der Nahe von Bu Denib ermordet. Abektura batte seine Be- gleitcr verlassen, um sich»ach Tnlat zu begeben. Was aus seinen Begleitern geworden ist, ist nicht bekannt. Tie Tintflnt in Spanien. Die Ueberschwemmungen nehmen in ganz Spanien einen immer grösseren Umfang an. Der Manzanares ist über die Ufer ge» treten und hat die tiefer gelegenen Stadlviertel überschwemmt. In H u e l v a überfluten die Wasser des Odicl daS Land. Die im Hasen aufgestapelten Güter find geplündert worden. In V a l l a d o l i d sind in den Fluten des Scquillo mehrere Menschen ertrunken. In Sevilla wird die Lage immer ernster. Die Bevölkerung arbeitet angestrengt daran. Dämme gegen die vordringenden Fluten aufzurichten. 15 000 Arbeiter feiern. Die elektrischen Kraftwerke sind zer« st L r t, die Stadt in Finsternis gehüllt. Das Elend ist furchtbar. Die Flüsse der ganzen Provinz zerstören Felder und Dörfer, und die Strömung reisst alles fort, was ihr in den Weg tritt. Sin Boot, das im Dorfe Algaba Lebensmittel verteilte, ist gesunken, wobei drei Personen umS Leben kamen. Die Verbindungen sind unterbrochen. DaS Schicksal zweier Züge auf der Strecke nach Cadix ist unbekannt. Der verderbenbringende strömende Regen hält noch immer an. Kleine Stotizen. TodcSsturz eines Soldaten. Der bei dem Husarrn-Regt. Nr. 5 in S t o l v im zweite» Jahre dienende Husar Schlvichtenberg stürzte mit seinem Pferde so unglücklich, dass infolge eine» Schädel» braches sofort der Tod eintrat. Erdbeben in Zentral-Amerika. Die Kleinen Antillen sind gestern von einem ziemlich starken Erdbeben heimgesucht worden, das grossen Schaden angerichtet hat. Auf Guadeloupe wurden über 20 P c r s o n e n getötet. Die Stadt La PeinteäPitre wurde teilweise zerstört. Auf Martinique sind bis jetzt keine Menschenleben zu beklage». In Forte de France wurde eine Kirche schwer beschädigt. Ter Durchstich für den Jungfrantunncl wird in etwa 8 Tagen beendet sein. Es bleiben nur noch wenige Meter zu durchstechen. Die Station Eismeer befindet sich 3400 Meter über dem Meeresspiegel.__ Marktbericht von Berlin am 8. Februar 1912, nach Ermittelung des töuigl. Polizeipräsidiums. M a r k t h a 1 1 e n v r c i s e.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen OK, 00— SO, 00. Speis cbohnc» Meitze, 40,(X)— 60,00. Bilsen 40,00—80,00. Kartoffeln 11,00—15,00. 1 Kilogramm Rwdffelsch, von der Keule 1,60—2,40. Rindsieisch, Bauchfleisch 1,30 bis 1,80 Schlvciiieflctsch 1,30— 1,80. Kalbsicisch 1,40— 2,50. Hammelfleisch 1.30-2,20. Buller 2,00-3,20. 00 Stück Eier 4,60—8,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,40. Aale 1,20—2,80. Zander 1,00-3,60. Hechle 1,20—2,60, Barsche 1,00-9,00. Schleie 1,00-3,20. Bleie 0,60-1,40. 60 Stück Krebse 4,00—30,00. Gelegenheifsposien wesentlich unier regulären Verkaufspreisen «* Iii taiirc hllliM Angebote m cz. 30100 wbeMMn leitee liiilei ilipii und pemus.Hrt» för 5 im dütcht-eg 2h. Cheviot-Anzüge X«! BL..| Sport- u. Blumen-Anzüge 4* Manschester-Änzüge 3u0 Prima Mamchester-Anzüge � Blusenform, für 3— S Jahre................. duvehweg Om. Blaue Kammgarn-Anzüge Uebcncrtioen, Acnncl nüi Stickerei, für 3— i Jahre..» durchweg ODOrf- Armine den neues en Stoffen und Fastons, 1 fQr 5_g Jahre...... durchweg Jackett-Anzüge Jackett- Anzüge 9 30 M. 6m0 6% 7h so M. Blusen- Anzüge �Ts'. 70 Blusen- Wasch- Anzüge ÄföÄ Matrosen- Wasch-Anzüge�'Ä0" Oartiiftrung, für 2—8 Jahre................ durchweg Ledersatin- Anzöge relii, Jätniert,(Or 3— t j»hr»................ durtliwto Kieler Anzüge 030 t»..,,. Manschetten 2. Ablcnöpf., für 5-8 Jahre durchweg M. durch" Kieler Anzüge ÄStÄ asq f, zum Abknöpfen, für 3—8 Jahre.. durchweg M. Kieler Anzüge Kl für 5—14 Jahre Jahre 9-1 2 Jahre durchweg -8 Jahre aus den besten Waschitoffch gearbeitet, "tragen ü Manschetten zum Abknöpien, , durenweg 1 2h Q40 Om. 0»5 Om. C30 Jm. Prinz- Heinrich-Wasdi- Anzüge 010 gestreifter Kadettstoff, für 3—- 6 Jahre........... durchweg O H. Prinz- Heinrich- Wasch- Anzüge /so Prima Kadettstoff, für 3—8 Jahre.».,......... durchweg* M, Blusen-Wasch- Anzüge££ ÄÄ ass für 5—8 Jahre s v.. durchweg TIM. Kittel-Anzüge S, 5 Einzelne Waschblusen 00 pf. 495 * H. 3—9 Jahne.......... durchweg 1.6Ö H i. 16 M 90, 45 Hinz. Waschhosen Ät.0fl".rl,i.i�''8o: 45 pf. Satin- Sporthos. riÄ'uX1! Im. duÄ": 1 95 H Sämtliche Knaben- und Burschen- Ulster, Paletots und Pyjacks sind im Preise ganz bedeutend herabgesetzt Pelerinen für Knaben und Mädchen j SchulhosenS'SS O aap&st». frj?. ä" 4" hstäS 61 1»........ 'vi tl i a■•. Sämtliche Angebote j gelten, so lange i die Vorräte reidien I BaenSohn An Wiederverkäufer werden obige Artikel j während der Knaben- Woche nicht abgegeb. Kleider- Werke □ Deutschlands größte Fabrik dieser Art ChausseesiraSe 29-JO d 7J�€Üdienstixiße� M a Qz 9ixmkfiiäerStmSc2Ö �S�ionehecgJHaiipistrJÖ Jej/idier Nididrudt verboten, Der Haupt- Katalog Nr. 43(Letzte Moden) auf Wunsch kostenfrei 1 FüIIfeder- balter tum Selbstfttllen 39 pr. 1 Bürsten- tascbe 2 umg. stark tädiger Stoff, Torgc- sHchnet Pf. 1 Halskette 1 Armband fQr Kinder 39 pr. 4 Teebecher mit Btjdaro 39 1 1 Paar Melton- Fantofiel 10 r Hamen 39 Pf. 3 emaillierte Teller dekoriert 39 pr. U Meter Valen- ciennes-Spitzee jeder Kinfitze. v«- Imhicdene | Mnstcr.. SMPf Jl Blumenkübel bunt 39 Pf. 1 Ealfeekanne ] Porzellan, raitGold- b&nd nnd Linie 39 pf. 1 Rasierapparat komplett 39 Pf liftuud Salu ia�- Terpentln- Seifenpulver 39 pf. Spittelmarkt BelJe-ülliancestp. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Bis Sonnabend den 17. Februar Verlangen Sie bei Einkaufen Rabattmarken Soweit �Vorrat GeiMmn 1 Sticke-rei-Matrosen- kragen wr Kinder.... 39 pf. 1 Tüllschleife mit Spitzo 6ar' niert 1 franz. Gesicht-Schleier 1 JabOt direrse Ausführungen 4 Haarbänder reineSeidc, in vielen Farben l Stickerei-Blusen-Kragen runde oder Matrosen-Fasson l Spachtel-Blusen-Kragen in verschiedenen, schönen Mustern 1 modemer Haarschmnck Glasreiher mit Seidonroso WM- Schürzen 1 Mädchenhemd ÄCF�onoder schnitt mit Languetten, für 3 bis ö Jahre 1 Knabenhemd für? mis Jahre 2 Kinder-Servietten 39 pf. 2 gestrickte Jäckchen 1 Tändelschttrze weiss, mit Bcrtenbesatz 1 Tändelschürze farbig, mit Trägern 1 Kinderschürze farbig, drei Giüssen 1 Knabenschürze m z Grössen 1 Knabenschürze Wachstuch Herren-Mike! 1 EraVaite Binder, Begatte oder Schleife, farbig oder schwarz 1 SemtenrXVaftpSa" 1 HemenkragenÄXm IPaar Manschetten �e"crrea 1 Matrosen-Mütze mit Garnierr.ng. für Knaben oder Mädchen 1 Sportmützs£,rÄ".Ä gemusterten Stoffen Steinsot 1 Wascliservice-Scliüssel dekor. IWaschservicekannedckor. 3 Speiseteller�kflach 39 pr. S MilChtÖpiS braun, Satz 39 Pf. 1 Spülschtissel brau;ei8lnnen 1 Schmortopf SeIm: 39 pt 4 KaffeetÖpfe dekoriert 39 Pf. 1 Satz Schüsseln satz 4 staek 6 Speisete ler Ufla0cdher 39 pf. 4 Speiseteiler"lÄÄ'r 1 Salz- od. Mehlmeste blaSrbeI' Diverses 1 Blakerzünder und«" 261ähstrtimpfe/aub,rT. 6 Gas-Zylinder 1 Küchenlampe 1 Paar Cord-Pantoffel Ä; IPaarGummi-Absätze rund GCosenSchuhcreme cbwarz 1 PaarZwirnhandschnhe für Damen, dm chbrochen ca 45 cm lang IFaarSpitzenhandschuhe Emollle Die annoncierten Artikel stellen nur einen Auszug aus einzelnen Abteilungen dar. Wir machen noch besonders auf unsere Schaufenster-Dekorat.on aufmerksam WIMM MIkel 1 Petrolenmkanne �Dtter 1 Mtillschaufel LÄtor 1 Briefkasten uckiort 39 pf. 1 Wandfeuerzeug lackiert 1 Kaffeebüchse>Delft°R»n ken• Muster 1 Zuckerbüchse/tam.39pf. ISand-Ssife-Soda-Garnitur 3 Alpakateelöffel... 39 pf. 1 Paar Solinger-Bestecke mit schwarzen o. vernickelten Griffen 3 Tischmesser....... 39 pr. 1 Teeglashalter„Tck. mit Glas 39 Pf. 1 Springform......... 39 pf. 1 Puddingform....... 39 pr. 10 Pack Kohlenanzünder 1 Messerpntzhrett 39 pf. 1 Fnss- bank mit gedrehten Füssen 1 Kttchenkonsol..... 39 pf. 6 Ainmininm-Teelöffel 3 Aluminium-Esslöffel 3 Ahornstullenbretter 1 Marktnetz lEckhrett mit Haken 1 Fleischbrett( zusammen 1 Fleischklopferl 39 Pf- 1 HingStänder mit Feuerbaken 1 Rosshaarhandfeger 1 Putz- oder Wichskaslen 1 Schilftasche........ 39 pf. 1 Teppichhandfeger pou.rt 1 Möbeibürste pou.rt. 39 n 1 Stranssfederwedel 1 Glanz-, 1 Schmutz-,) 1 Auftpag-Büpste J 39 pf. Seifen 2 Stück Südstrahlenseife 6 Pak. Blitz-Blank-Scheuerpulver 1 Flasche Bay-Rnm QÄt 1 Flasche Brillantine 1 Buch Puderpapier cne.�h 5 Stück Blumenseife GSe 11 Bund Zahnstocher mnd 1 Konsol 39 pf. 1 Müllschaufel....... 39 pf. 1 Kaffeeflasche mit Patentverschluss 1 Durchschlag marmoriert, ca. 16 cm lKasserolieRtg 1 Schmoplopf 16cam 1 Milchkanne SLüer.. 39 pf. 1 Maschinentopf T�TL... 1 Waschschüssel ca. z? cm 1 Pfanne Sr li cm 3 Kinderbecher gestanzt, dekoriert 1 Kasserolle gerade Form, mit Hohlstiel, ca. 16 cm _ 1 Wasserkessel 1 Kaffeekanne c« cm 39 pf. MSheisfoffe 10 Mir. W'achstuchsüitze 1 Tüll-Läufer temf 39 pf. 1 Küchentischdecke ca. eo ioo 1 Leitirngsschoner i Wachstu,:h 1 Fussmatte......... 39 pf enuiiKäsliisren 3 Wischtücher tariert 39 pt 3 Handtnchabschnittegraa 1 Frottierhandtuch �«dunt 1 MeterHemden-Barchent 1 MeterSchürzenstoff�b® 3 Linontaschentüühcp 3 Batistfasohenluchep HomTaum 1 Ko!ifirmandentuch39pf. eins 1 Käseglocke 1 Zuckerschale�) 39 1 Kuchenteller gross. Steinschliffmust, 2 Kompott- Schalen 1 Butterdose und 1 Honigdose 4 Viktoria-cd» Karlbecher 4 Bierbechep mit Bordüre 4 üköpkelche 1 Salatschüssel od°°Fän�emu.? 3 Weinkelche w�sünd 39 pt 1 grosse Binmeuvase 6 i�ompotteller J�Ln zn- gammen Pf. 1 Knchenteller) 39 pr. Reste g. ftimons-Slkksreieii, Spitzen 33„ KLEIDERSTOFFE BÄCStüliHl Imitat, sehrgrosse Musleraus- Einheitsprel» Meter sn MISeSCS■ HEB wähl, bcsond.schöne Bordüren grosses Strcilen-Sorfiment........ 8ut8 Elsässer Qualität, für Blusen X\fQII oder Herren-Oberhemden......... Velour-BarchendiSw SS® x8$S weist, darcbbrochen, Streifen n. Seros Strumpfunren 1 Paar Damenstrümpfe englisch lang, schwarz, leder, 00, buntfarbig eeringelt........ 1 Paar Bamenstrümpfe deutsch lang, schwarz oder lederlarbig 1 Paar Ballstrümpfe«n für Damen, in vielen Farben P� 1 Paar Herren-Socken schwarz, Jeder od. buntfarbig geringelt 1 Paar Schweiss-Socken für Herren, grau meliert, Fuss ohne Naht 1 Paar Kinderstrümpfe englisch lang, schwarz oder OQ lederfarbig. Grösse ö— tO...' 1 Paar Ersatzfüsse f. Damenstrümpfe, schwarz, reineWoIlo Handorüelten vorgezeichnet 1 Mittendecke sZl 39 pr. 1 Topflappentasche 2 Tablettdecken I Parade- handtnch mit Saarn 1 Stnhlkissenhezug FtZL 1 Kissenbezug mitn�!ai;tg&" 1 Meter Häkelspitze 39 pr. Porzslian dekoriert 4 Kaffeebecher...... 39 Pf. 3 Frühstücksteller 39 pt 4 Milchtöpfe.......... 39 pr. 1 Butterglocko....... 39 pt 1 Teekanne.......... 39 pr. 4 Kompottschüsseln 39 pr. 1 grosse Gemüseschüssel 2 Paar Kaffeetassen 39 pr. i Schneidebrett...... 39 pf. 1 Kafieekanue, 1 Zucker-1 dose, 1 Mi'chtopl weiss j39pf. 3 Speiseteller weiss 39 pr. 4ßeimise-o. Salatsshüss&ln� Diverses 1 Garderobenleiste m;t 4 gross, u. 3 kleinen Haken, ca. 60 cm lg. 1 Handtuchhalter braun gebeizt, ca. 50 cm lang 1 Paneel 1 Markttasche mit Lcdorhenkel, ca. 3J cm IKammgarniturtl 1 Stellspiegel......... 39 pr. 1 Postkarten-Albnm 100 Bogen Briefpapier nnd 100 Kuverts undurchsichtig QQ zusammen...... Uö Pf. 1 Toilette-Papierhalter mit Rolle Papier 20Mtr.Kifthenkante)"a 12 Dtzd. Reissnägel j 33� lOBromsilber-Postkartbunt 3 gr. Rollen Toilettpapier 1 Bierkanne ca. Vft Liter Inhalil 39 pt 1 1 10 Eompott- TeUer 29 pt 1 Docke Strick- 1 nTfillo schwarz oil "01iB meliert," ca. 100 Granu» 39 pf. l Eorsettschoneri weiss, mit Spitzenpaase 39 pr. IP.Herrensooken? schwarz o. bu ntfarb. j mit besticktem Fuss-«a-as blatt«SV Pf. Visit-Rahmecs Uolz oder Metall 39 pt. 1 Essenträger emailliert 1 ca. 13 em 39 pt 1 Paar Strick handschuhe für Damen, weis» Reine«9A Wolle«ZVpt 10 Eompott- schälcben (Glas) 39 Pt 1 Südwester tür M.idchea 39 pt |i Wäscheleine j 39 pt ISpurErsatzlössel I fsr Damenstrnmpfe.1 js? cbwarz odcrleder-l i farbig 39 pt verantwortlicher Redakteur: Ulbert Wachs, Berlin. Für dra Inseratenteil verantw.: TH.Glockr, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Luchdruckerei u. ÄerlaLsanstalt Paul Singer».Eo., Berlin ilf.34. L9. Jahrgang. 2. Ktilagc des, Jutmärts" JSi'tliiift llclbliliitt. Soi»iabknd> 10. Irtait 1912. Die bayeriiclje Parteipreife über den üusgang der Candtagswablen. Die„5DJ ü n ch e n c r P o st" schreibt: ..Es ist also nicht jzelungcii. das Zentrum in die Minderheit zu bringen. Die Wahlkrciseintcilung, die Hilfe der Zentrumsgeistlich- keit, der Beistand der Abteilung Podcwils im Ministerium und vor allem die Mangelhaftigkeit der bauernbündlcrischen Or- ganisation haben dem Jentrum den Sieg diesmal noch ermöglicht. Dagegen hat sich die Bündnistreue der Liberalen im ganzen Lande durchaus bewährt. Angesichts des Verhaltens der Zcntrumspartei und ihrer Presse in den letzten Jahren und während der Wahlen. ein Verhalten, von dem nach den Drohungen der P i ch l e r uno Gefährten gleich nach der Auflösung kaum noch eine Abkehr möglich ist, scheint ein festes Zusammenhalten der Mindcrheitspartcien noch mehr erforderlich zu fein als bisher. Und eine geschlossene Oppo- sition der erheblich gestärkten Minderheit ist trotz alledem imstande, den Boden für ein besseres Wahlrecht gut vorzubereiten und die reaktionären Slnschläge dcS Zentrums und seines dezimierten kon- servativ-junkerbündlerischen LlnhangS abzuwehren. Hand in Hand damit mutz eine Vertiefung und Ausdehnung der Organisation im Lande, eine weitere Verbreitung der frcihcit- lichcn Presse gehen, damit die bayerische Ocffcntlichkcit aufgeklärt wird über die„Daten" und Anschläge der schwarzblauen Reaktion. Von diesem Standpunkte aus betrachtet, verliert die Zentrums- Mehrheit ihre Schrecken und gewinnt die Ausficht auf eine end- gültige Beseitigung der schlvarzcn Majorität in sechs Jahren— wenn der neue Landtag so lange beisammen bleibt— an Wahrscheinlichkeit. Ein immerhin guter und vielversprechender Anfang ist damit gemacht; datz die Minderhcitspartcien es verstanden haben, trotz der Gegensätze bei den Rcichstagswahlcn, eine gegenseitige Wahl- bckämpfung zu vermeiden und einen konzentrierten Angriff nach recht? zu führen. Und so erklären wir. die wir die autzerordcnt- lichen Schwierigkeiten des Unternehmens keinen Augenblick verkannt haben, datz wir von dem Ausfall der Wahlen ganz befriedigt sind." Die„Fränkische Tagespost" in Nürnberg sagt unter der Spitzmarkc„Noch nicht!" in einem Artikel u. a.: ..... Noch ist die Zeit nicht erfüllt, noch nicht der Augenblick gekommen, wo in die Stickluft� bayerischer Zentrumsrcaklion das reinigende Gewitter schlägt. So müssen denn alle freidcnkendcn Männer und Frauen Bayerns ihre Erwartungen einstweilen zu- rückstcllcn und weiter arbeiten zur Erreichung dieses nächsten poli- tischen Zieles, das genommen werden mutz, damit in Deutschland die Demokratie freie Bahn erhält....." Soviel ergibt sich mit aller Deutlichkeit aus dem Wahlergebnis, datz es in Bauern möglich ist, die Macht der schwarzen Partei und der Vcrbiindeten zu brechen. Der von den Mindcrhcitsparteicn zur Erreichung dieses Zieles eingeschlagene Weg hat sich als der r i ch- tige erwiesen. Das Wahlergebnis bedeutet die volle Rechtfertigung des Abkommens zwischen der Sozial- dcmokratic und den Liberalen samt deren Freunden. Die Zcn- trumsmehrhcit kann überwunden werden, wenn in Bayern alle diejenigen Elemente fest zusammenstehen, die diesmal seine reaktiv. närc, volksfeindliche Politik zu stürzen sich vorgenommen haben. DaS Abkommen des linken Blocks hat seinem Wesen nach die Feuerprobe gut bestanden..... Unsere Feinde sind unsere Förderer, und so kann dieser Ausgang der Wahlen mit seinen im bayerischen Volke Unheil verkündenden Begleitumständen, unsere Zuversjcht, das Vertrauen in unsere gute Sache so wenig erschüttern, datz wir von ihnen mit dem Gelöbnis scheiden: Run erst recht! Run mit verdoppelten Kräften weiter arbeiten, bis uns die Befreiung des bayerische» Volkes gelungen ist! Eine ganz entgegengesetzte Beurteilung findet der WahlauS- gang und das Wahlabkomme n in der„O b e r f r ä n k i s ch e n VolkSzeitung" in Hof. Diese schreibt: ..... Allenthalben erwarteten Optimisten, datz durch da» gemeinsame Vorgehen der Minderheitsparteien das Zentrum in die Minderheit gebracht werden könnte, um so dem unerträglichen Druck der schwarzen Herrschaft einen Damm entgegenzusetzen. Und was ist da? Resultat? Die Zentrumsmehrhcit besteht weiter. Es hat e l f Sitze verloren, hat aber nach wie vor die absolute Mehrheit im bayerischen Landtage.... Es war also trotz des Kompromisses nicht möglich, die Mehr- hcit zu brechen, und es wird nun ohne Zweifel eine Zeit in Bayern herannahen, die dem junlcrlich-rcaktionären Regime in Prcuhcn alle Ehre machen wird. Eins steht ja fast, wir werden unter einer solchen Gewaltherrschaft nur gewinnen.... WaS hat nun der ganze Kampf gebracht? Eine kleine Vcr- fchiebung der Parteien, die an den Machtvcrhältnisicn absolut nichts ändert. Die gemeinsame Wahlparole: Für das K o a l i t i o n s- recht! Für den Proporz! hat bei den Wählerinassen nicht die Wirkung ausgelöst, die man erhofft hatte, namentlich dort nicht, wo das Zentrum in seiner Mehrheit gebrochen werden sollte. Und das alles, trotz der größten Zumutungen, die an oie sozialdemokratischen Wähler gestellt worden sind, die in vielen Kreisen lieber«! wählen mutzten, trotzdem dort kein Zentrum vor- Händen war. Gcwitz, das Fehlen einer Stichwahl im bayerischen LandtagSwahlgcsctz hat die Kompromitzfrcunde in ihrem Bestreben unterstützt, und das zustande gekommene Kompromih zeigte ja auch, datz eben infolge des Fehlens einer Stichwahl in verschiedenen Wahlkreisen das Zusammengehen im ersten Wahlgangc bis zu einem bestimmten Grade verstanden werden könnte. Aber was für uns das Ausschlaggebende ist, wir haben in Bayern infolge des Kompromisses gar keine Möglichkeit, eine Heerschau über die sozialdemokratischen Landtagswählcr zu halten, da durch das Abkommen die sozialdemokratischen Stimmen bei der Wahl von den Liberalen ausgesaugt worden sind. Da? Kompromiß war in der Form geschlossen worden, datz es sich lückenlos über ganz Bayern erstreckte, also auch die Wahlkreise umfatzte, die mit dem Zentrum nicht zu rechnen hatten. ES mutzten demzufolge bei der Wahrung des bisherigen Besitzstandes an Mandaten in den ober- fränkischen Wahlkreisen z. B. die sozialdemokratischen Wähler für die offiziellen liberalen Kandidaten eintreten, was angesichts des Ausganges der ReichStagSwahlen eine ungeheure Zumutung war. Zlber das soll gleich eingeschaltet werden, unsere Wähler haben eine glänzende Disziplin trotz ihrer starken, aber gerech- ten Empörung gezeigt. Sie sind fast restlos der Parole der Partei gefolgt. Ob es ein zweites Mal möglich sein wird, ist eine andere Frage. Eine solche Politik taugt nichts, und wird auch von den Wählern aufs schärfste mitzbilligt. Wir waren und sind heute»och die entschiedensten Gegner einer solchen Kompromitzpolstik. Es widerspricht dem sozialistischen Klasscncmpfindcn, eine derartige Mandatspolitik zu treiben, und eine solche entnervende Kompromisselei, die zur Versumpfung unseres Kampfes führen mutz, noch fürdcrhin mitzumachen. Das Kompromiß hat in den Reihen der oberfränkischcn Partei- genossen eine ungeheure Erbitterung hervorgerufen, namentlich auch durch die Art und Weise, wie es zustand« gekommen ist. ES hat schwerer Kämpfe bedurft, um unseren Parteifreunden klarzumachen, daß sie als Parteigenossen, nachdem das Kompromiß mit 28 gegen 14 Stimmen von der im bayerischen LandeSorgani- sationsftatut vorgesehenen Instanz angenommen worden war, unter allen Ilmständen die Disziplin halten müssen, um die Ehre und daS?lnschen der Partei zu wahren, damit nicht auf unS der Vorwurf fallen konnte, wir hätten es verhindert, daß die unerhörte Zentrumsherrschaft gebrochen worden ist. Nun ist die Probe aufS Ercmpcl gemacht worden, und es ist das eingetreten, was wir den Münchencr Genossen von vornherein gesagt haben: die Mehrheit wird nicht gebrochen werden.. Wir in Oberfranken sind uns klar über daS, was zu tun ist. Wir wollen eine klare, grundsätzliche Politik, die die Masse des arbeitenden Volkes an uns fesselt und sie das poli- tische Leben richtig beurteilen lehrt. Mit kühnen, auf dem Papier stehenden Berechnungen wird der Kampf des Proletariats nicht zur gedeihlichen Fortentwickelung in seinem Interesse gebracht werden. Denn solche im voraus gemachten Bc- rcchnungen erweisen sich meist als trügerisch. DaS hat die er- folgte Aufteilung der Mandate in Bayern gezeigt. Gewiß soll anerkannt werden, daß in den meisten Wahlkreisen, soweit sich das Feld bis jetzt übersehen läht, das Abkommen eingehalten worden ist. Aber das lag durchaus im Interesse der Liberalen, deren cang zum Kompromisscln sich aus ihrer reinen Mandats- Politik erklärt. Wir Sozialdemokraten sehen im Parlamentär,- schen Kampf nur ein Mittel zum Zweck und wir führen diesen, um die Lebenshaltung der Massen zu heben, sie zu.schulen, und sie Einblick in die Zusammenhänge des Staatslcbens gewinnen zu lassen. Aber diesen Kamps führen wir nicht unter Preisgabe unserer grundsätzlichen Anschauungen, sondern unter scharfer Betonung aller uns von den bürgerlichen Parteien trennenden prinzipiellen Momente. Dieses Fazit ziehen wir aus dem beendeten Kampf um die Landtagsmandatc. Wir haben als Sozialdemokraten die heiligste Pflicht, die eigene Kraft als Machtfaktor im Kampfe gegen die k�rrschcndcn Klassen und Parteien zu fördern. Nur so gewinnt das Proletariat an wirklicher Macht und wir wissen, wie weit der Sozialisinus Eingang in den Köpfen der arbeitenden Bevölkerung gefunden hat....... Die„Fränkische Volkstribüne" in Bahreuth schreibt in ähnlicher Weise, wenn auch weniger scharf:..... auch die gewachsene intellektuelle Kraft der Oppositionsparteien wird die faktische n u n, e r i s ch e Ucbcrlcgenhcit des Landtags- Zentrums nicht zu kompensieren vermögen. Und darin liegt daS bedauerliche Mißgeschick dcS 5. Februar, das geboren wurde aus der Tatsache, datz daS Zentrum durch die Stachclzäune einer typisch ungerechten WahlkreiSabzirkelung das Eindringen der FreiheitSscharcn in daS klerikale Paradies abzuhalten vermag. Die Sozialdemokratie hat Mandate gewonnen. Noch mehr. Sie hat durch die Eigenart dieses Wahlkampses allen reichSver- bändlerischen Mordgeschichten über daS Wesen der Sozialdemo- kratie jeden Kurswert genommen. Es wird den Liberalen etwas schwer werden, künftig dem Gros ihrer Anhänger die Meinung zu suggerieren, die„Roten" wären so abscheuliche staatsgefährliche Kerle, datz kein Christenmensch ohne Schaden zu nehmen mit ihnen in Berührung kommen dürfe....... Aber diesem materiellen Gewinn aus dem Wahlfeldzug gegen daS Zentrum stehen unseres Erachtens ideelle Verluste gegen- über, die für die Errungenschaften eine hohe Bezahlung dar- stellen. Die Führung eines gemeinsamen Wahlkampses gegen das Zentrum, die notwendige Verzichtleistung auf die Stellung von Kandidaten in vielen Dutzenden von Wahlkreisen, machte die grundfätzlich-sozialistische Agitation im Lande f a st zur Unmöglichkeit. Wenn von allen Seiten gegen uns geschossen wurde und wenn wir nach allen Seiten die Klinge führen konnten, gedieh unsere Sache am prächtigsten. Wir eroberten Mandate und Köpfe. In diesem Wahlkampf jedoch mutzte die Sozialdemokratie die Aufklärungsarbeit bei den Jndiffc- renten in vielen Fällen völlig einstellen. Das war da der Fall, wo das geheiligte Kompromitzabkommen die Aufstellung eigener Kandi- baten unmöglich machte und die sozialdemokratischen Stimmen auf die verbündete Partei abzukommandieren waren. In Oberfranken z. B. lag die erst in den Januartagen so impulsiv zutage getretene Kraft der Partei künstlich in Büchsen verpackt und verstaut. �Das war Kompromitzgebot. Aber Zehntauscnde schlichte Arbeiter schütte!- ten über die Geschichte die Köpfe. In anderen Kreisen, wo die antiklerikalen Parteien zum Eintreten für die Sozialdemokraten verpflichtet waren, bewirkte die neuartige Situation, datz unsere Wahlagitation einseitig wurde, die grundsätzliche Stellungnahme gegen alle bürgerlichen Parteien verschwand und als naturgemäße Folge bei den Massen, die unser Rekrutierungsgcbiet sind, das Bewußtsein von der Gefährlichkeit und grundsätzlichen Feindschaft aller nichtsozialdemokratischen Parteien beinah' ein- schlief. Da» sind die Opfer, die wir im Kampfe gegen den Jen- trumsdruck in Bayern brachten. Diese Opfer sind nicht mit dem Meter zu messen, sind nicht mit physischen Gewichten zu wägen, sind real nicht zu greifen. Aber sie sind da und bezahlen die Mandatserfolge weit teurer als z. B. die grundsätzlich kompro- misselnden Liberalen ihre Mandate durch ihr Zusammengehen mit den Sozialdemokraten. ilaiioniilr ßmllcn- kaffc der deiitscheu Gold-««Ii Silbn- »lbeiter m>d verwandter«ernfSgenoffe» (S. t.) zu Schw»Gmuud. Mitgliedschaft Berlin. Zllitglieäer-VerZMmluvg <§ 28 de» Statuts) Moutog. den V4. Februar 1912, abends präzise 81/, Uhr. im Gewert- schaftshaus, Engcluser 15. Saal J. Tagesordnung: J, Jahres- und Rechenschastsbericht vom Jahre ISll. 2. Diskussion. 3. Wahl für die nach§ 23 deS öto- tuis ausscheidenden Mitglieder de« Vorstandes. 4. Verschiedenes. Das Kassenbuch legitimiert. Um zahlreiches wie pünktliches Er- scheinen ersucht 28495 Der Vorstami. J. a,: C. Holtkamp, Admiralstr. 18E. Möbelfabrik Berollna, eingetragene Genossenschaft mit be. schräniter Hastp, licht. Lountag, den 25. Februar 1912. vormittags S Uhr. im GeschästSlokal: GencralTerHammlang. Tagesordnung: 1. Bilanz. 2. Wahl de» vor-stande» und be» Aussicht»«,«». 3. Geschäftliche» — Di- Bilanz liegt zur Einsicht in unserem GcschästSraum auS 2879b Der Borstaud. H- Kreb». K. Müller. Mielfabrik Hoffnung1 Eingetragene Genossenschast mit be- schräntter Hastpflicht- Ordentliche General-Versammlang am BS. Februar 1912, vormittag» 10 Uhr. In unleren Geschäftsräumen Krautftrasie ö2. Tagesordnung: t Vorlegung der Bilanz. 2. Be- richt des Vorstandes und AusstchlS- Wahien. 4. Anträge. 102/18 Der Borstand. Oegr, 1893. Gegr. 1893. � 4- B. KOCH � Kohlen- und Brikett-GroOhandlung Haoptkontor: Berlin 0. 34, Petersburger Straße 1. Telephon: Amt 7, 3040 und 3096. Lagerplatz 1: O. 84, Rüdersdorler Str. 71(Küatriner Platz, alt.Ostb.). Lagerplatz 2: 0. 17, FruchtstraBe 13(Ostbahn-Güterbahnhof) Preise für la Marken ab meinen Lagerplätzen von 10 Zentnern an; pr. Ztr. laSenitenb. Marienoluek Salon 84 h. la Senltenli. Cotlliolil Saloo. 8]pf. la Diamant Salon..• 1.00 m. pr. Ztr. la Ilse Salon.... 1.00 m. la Hallisteine.... 84 pf. la Anthraeit CaM.. 2.25 m. la Heye-Halbsteine.. 90 Pf. (Ges. gesch. B. Ztr. 1 1 5— 120Stck.) Hole, zerkleinert, per Zentner 2.00 M. Bei Frankolieferung je nach Quantum per Ztr. 5— 18 Pf. mehr. Bruchbrikehs, Steinkohlen billigst. Koks zu Anstaltsprcisen. Bei gröOeren Abschlüssen in Originalwaggons verlangen Sie meine SpezialOfferte. Greifi zu! •>o �.iü Rosenthaler Str. 40-41 II Frankfurter Allee 104| dir. am Hackeachen Markt.|| part.— Eck« Frledenstr.■ ZeMausmoOerrenlieldeiiiunii I.:Neuc Frlcdrichntr. 85 neben Sentral-sDlailtballc II.: Turmntr.«7 liefert an jedermann elegante Herren-Garderoben fertig und nach Maß unter Garantie für tadellosen Sitz gegen wöchentliche Teilzahlung � von 1 M. an. Zu schueiderei u. Werkstatt im Hause. Aus Wunsch Besuch des Reisenden mit neuesten Stofimustern. SHnsegnnngs-Anztlge sehr billig. _ Sonntags geöffnet. IMark wöchentl. Teilzahlungen liefere elegante fertige Herren" Caileien : Ertitt für Mau: Anfardgung a. Masa Tadalloa.AuatUhrung Mi Fabian SebaaldarmaUlar lif.FranW.Str.37" Eingang Strausberger Platz. .VidTiiriDitr.lS nur I. Etage, l! kein Ladan. i« 1 Die besten Winter- Paletots und 2—400 getragene Anzüge für Herren. Smottng-AnBge. Frack- anzüge, sowie von Kadalicr«! ge. tragene, fast neue Sachenla.Seide), für jede Figur passend, in grMter Auswahl zu unübertroffen* billigen Preisen. 1Tr.,dc«halbbilliger wie Im Laden. liirseliKielerlisuiii..TraBÄi Buchhandlung Vorwärts SW. 68, Lindonttr. 69(Laden). In den nächsten Tagen erscheint: Fraktionsbild der soziaideinokratlsch,Reiclistags- 247/3* Abgeordnelen. Kunstdruck auf gutem Karton. Preis 50 Pf. Aminm-Wen Tel.: Nr. 186. Moabit Tel.: Bremer Straße 72/78 Nr. 186. cmpsiehlt Hochzeitssäle, Vereins- zimmcr, Kegelbahn. 19141- A«ic1 Gros, er Saal mit Bühne, AVIS i 500 Pers. fassend, 27. Slpril noch zu haben. Ala» HctaUlecl. wöchentliche Teilzahlung elegante Harren-Schneldarai nur mmm. Elugan; TUaitei Str. «|« Mazenleldtn I Beitfedern und Betten kaufen Sic reell und billig bei Carl Müller, Rixdorf, Berliner Straße 44/46, vis-a-viS dem R a l h a u s e. Dampf-Bcttfedern-Rcinigung mit eleitrischem Betrieb.• Fernsprecher: Amt Rixdorj Nr. 9598. Bei Verdauungsstörungen, Appetii- mangel, verdorbenem Magen, Sodbrennen, Blähungen, Magen- tchwäche, Magenkrampf, Uebel- keit mit Erbrechen, Oberhaupt Magenbeschwerden jeder Art sind die berühmten M Kclcltel's" Magentropfen von überaus wohltuender, heilsamer Wirfung I IW.«.,ioeehtsS"Jeier Wo in den Drogerien nicht erhältlich, bei Dtte Reichel, SO., Eisenbahnstr. 4. Ernst, KBpcnicksr Straße 55 h, I. Amt Mpl. 14089. Gr. Auswahl! Bill. Preise! � Borzeiger dieser Annonce er- hält 10 Proz. Preisermäßigung. Theater und Vergnügungen Sonnabend, M Februar t912, Ansanl, I!hr. Vor- Grojze Ucbcr ZirkuS Tarrafani stcllung, Anionq 3'/, Uhr. Neues TrU»»'plel!>a>!0. unsere Kraft.(II. Teil.) Slnsana 3'l, Utir. Berliner. Torauato Tafso. Ansana I Uhr. Urauia. Taulicnftrasic 48/4S. Aus dem Leben des Meeres. Luisen. Hänse! und Grctcl. Rose. Schneewittchen. Anjaniz 7 Ubr. Deutsches. Romeo und Julia. Ansanc, 7�'. Ubr. Kgl. Opernhaus. Mda. Kgl. Schauspielhaus. Die Ke- schwister. Robert Guiskard. Der zerbrochene Krug. Haverland. Spezialitäten. Zirkus Busch. Gala-Vorstellung. Zirkus Schumann. Gala> Vor- stcllung. Zirkus Sarrasani. Gala- Vor- slellung. Kleines. Lottchcns Geburtstag. Hockcnjos. Ansang 8 Ubr. Urania. Taubensirasie iSH9. Der Grohglockncr, Gastein und die Salzbnrgcr Alpen. Hörsaal 8 Uhr: Bros. Donath: Die Wärme als allgemeinste Energie- form. Neues. Ter liebe Augustin. Kammerspiele. Nathan der Weise. Lessiug. Erde. Komtesse Mizzi. Neues Schauspielhaus. Heiligen- wald. Residenz. Alles siir die Firma. Kurfürsteiioper. Der Schmuck der Madonna. Komische Over. Der Troubadur. Weste». Russisches Ballelt. Lustspiclhaus. Die Damen des Regiments. Berliner. Große Rosinen. Neues Operetten. Eva. Schiller<1. Der Prvbepfcil. Schiller- Gliarlotteilburg. Weg zur Hölle. Fricdr.- Willi. Schauspielhaus. Feldherrnhügcl. Luisen. Zopi und Schwert. Rose. Der«opiclteujel. Königgräucr Strasie. Die sü.is Frautsurtcr. Merrono,. Die Nach! von Berlin. Triauon. Das kleine Case. Dhalra. Polnische Airtschajt. Casino. Der Kamps ums Dasein. Ap o>l o. Spezialitärcn. Vosloge. Spezialitäten. Herrn seid. Wie man Männer bessert. Der Hausteusel. Reichst!, rite». Stcttiner Sänger. Königstadt-Kasino. Ein dunkler Punkt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Ansang S'j, Uhr. Folics Gapricc. Mandelblnth'S Polterabend. Losgelassen. Wasfcn- Übung. Walhalla. Teufel, daS hat eingc- schlagen! Böig«. Eiu armer Edelmann. Ansang 8'/, Ubr. Neues VolkStheatcr. Fritzchen. Der zerbrochene Krug. Belle-Nlliancc. Napoleon Bona- parte und seine Frauen. »» Sternwarte. Jnoalidenstr. 57— 62. Luisen-Theater. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Hansel und Gretel. Abends 8 Uhr: Zopf und Schwert. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Ber- schwender. Abends: Zopf und Der Schwert. M- 8cdj!!er-7veslerl1Hhemer' Sonnabend, abends 8 Uhr: l»«!» lProKepfen. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Plarrervon Kirchfeld Montag, abends 8 Uhr: Die Wildente. SEhiller-Thealer 0"C" Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. Sonntag, nachm. 3 Ubr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Montag, abends 8 Uhr: Der Kilometerfreeser. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen Abends 8 Uhr: Die 3 fl'slllisurtei'. Irenes Theater. Abends 8 Uhr: Ter liebe Augustin. Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Alles für die s?irma. Schwank in 3 Akten von M.Hcnncquin u. G. Mitchell. In Szene gesetzt und jür die deutsche Bühne bearbeitet von Bollen-Bacckcrs. Morgen u.solg.Tagc: Alles s.li. Firma. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Unwiderruflich porlctztcS Gastsp. des Knsddsehen Kallctts. Sylphiden— Kleopatra— Geist. Belle- Alliance-Theater. S'i, Uhr: Gastspiel Ferd. Bonn in .Napoleon Bonaparte und seine Frauen�. Sensations-AuSstattungs- stück v. W. G. Wills. Musik v. Sullivan. IOSE=THIATEi 7(1 anlag: Der Verschwender. Große Franksnrler Str.«32. Nnchmistag 4 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Abends 8 Uhr: Ter Ipielteufek. Volksstück in 4 Alten von Julius Knops. Sonntag nachm. 3 Uhr: Salon und Kloster. Abends 8 Uhr: Der Spielteufel. ftHetropol-Tlieater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Oie Nacht von Berlin! Große JahrcSrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt uom Dir. R. Schnitz. Morg. nachm. 3 Uhr: Mist Hclyett. Bamge-Ihealer. Lebllöillel'-llMelce? csrl and lolty die berühmt. Excentr.-Tänzer. Luise Schäfer Vortragskünstlerin. The fievaidos Truppe d. best, Schleuderbrett-Akrob. und d. Febr.-Glanzprogr. 14 erstkl. Spezialitäten. HIDGETS TOWW Hauptstadt von Liliput. mit ihren YO Bewohnern FriedrichstraBe 165, in den Räumen von Castans Panoptikum. Geöfin. von 2 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends. Entree 1 Mark. Kinder die Hälfte. Im Liliput-Zirkus groBe Ringkampf-Konkurrenz. läEtlE WELT. Arnold Scholz. Täglich: Hasenheide 108/114. Saekirierfest in den kagerisehen Alpen Wunderbare Alpcndekoratton. Vei:' Cebirgsterrasse. Xen! Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: EIlte-Tage! = Großer Ball.=1= 4 Kapellen Anfang 7 Uhr. 30 bayerische Mad'l. Entree 30 Ff. Luiia»Park. Ausschank von „Triumph ator" aus dem Münchoner Bürger- Bräu. „Wintersportfest" Orig.s Oberlandlers Kapelle, Orig.-Dachauer Bauern-Kapelle, Orig.-Tiroler Tänzer und Sänger, Humoristische Szenen, Volkskomiker Volksbelustigungen, sensat. Attraktionen. Konzert Cafe„Roland" S8S£r- 181 Braunenstraße 181. tzsdl Ganz Berlin spricht von der Leipziger Clown-Kapelle und dem Kolossalmädchen„Anna66 ca. 17 Jahre alt. X 404 Pfund schwer. Uflp- Die größte Attraktion. Zwei Kapellen. Fädele Stimmung Urania. Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Ans dem Leben des Meeres. 8 Uhr: Der OroDglcokner, Gastein und die Salzburger Alpen. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Donath; Die Wärme als allgemein. Energieform. Allg. Kranken-».Sterbekasse der Metallardeiter. Eingcschr. Hilsskasse Str. 23. Berlin-Westen. Sonnabend, den 10. Februar, in IVlßles Festsälen, Dennc- witzstraße 13: CsPsSleF Wiener XaskenbalL 2872b Das Koniitee- ZirkUS ❖ ♦ � A. Schitmanii Heute Sonnabend 71/, Uhr: Soiree High-Iife. Auftreten von Dir. A. Schumann,— Gebr. Webb.— Erl. Dora Schumann.— Sämtliche Attraktionen.— 9 Uhr: Das neueste, noch nie dagewesene nicht zu iifaertreff. Ausstattungsst. Das Motorpferd 1. Akt: Im Berliner Schlächterladen. 2. Akt: Leben und Treiben vor einem modernen Warenhaus. Sonntag 3 Uhr u. 71/. Uhr in beiden Vorstell.:.Das Motor- pford". Nachm. endet das Ausstattungsstück mit dem 4. Akt. Nachm. 1 Kind unt. 10 Jahren frei. Zirkus Busch i Sonnabend, den 10 Februar 1912. j abends Th Uhr: Parade-Gala- Abend. Um 9'/2 Uhr; Das große Volks-Manege-Schauspiel IHe Mexe. Besonders hervorzuheben Auf dem Scheiterhaufen.— Der( Hexenkessel.— Die Folterkammer.! Der Sturm auf die Burg.— DU j Gespensternacht. Vorher: Die großen japanisch. Sportspiele' und Kingklimpfc. Clown Armande mit dem boxen- j den Känguruh. Voigt-Theater. ®cUmb6r«miert Badftraße 58. Morgen Sonntag, den 11. Februar, nachmittags 7 Uhr: Pfcsfcr-Riisel. Abends 7 Uhr: Lin armer gdelmano. Kasseneröffnung 10 Uhr. Freitag. 16. gebr.: Benefiz F. Rühle: Das Geheimnis des Königshauses. arrasaniito�Ä ScbiMauser iilee. Telephon: Nord 4100.1 J Sonnabend und Sonntag:| Je 3 ubr i r Uhr Ab 8 Uhr: Vollständig neues Programm. 10 Uhr: Roch nie dagcwcsciier Lachcrfolg Paul Beckers das „Oräginal"._ i Polles Capriee. Täglich S'l4 Uhr: Losgelassen. Waffenübung. Mandelbluths Polterabend. Königstadt-Kasino. Ecke Holzmarkt- u. Al exmiderstraßc Täglich Laricts und Theater. Vom i.— in. Februar Riescuprograinm. In jeder Vorstellung: G Ein dunklsr Punkt. G BnrlcSlc mit Gesang in 2 Bildern. MM Ukner großer Erfolg! Wie man Männer bessert. 2 Akte von Anton u. Donat Herrnseld mit den Autoren in de» Hauptrollen und Ter Ztastensel Familienschwant in 1 Alt v. Pohlmann. Agfang 8 Uhr. Billetworverlaus 11—2(Theaterkasse). Nachrnntags zahlen Kinder auf allen Plätzen Militärs bis zum Feldwebel auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Vorverkauf a. d. Circus- kasse und an sämtlichen Bill ettverkaufsstellen von A. Werlneim. i* vy■ t*'s i 4e■! Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Das kleine Cafe. AntBehabaJI Eis-Arena. Nachmittags: BilitUr- Konzert. Kunstlaus- Produktionen. Abends die Novitäten: Tänze a. d. Eise, Bhein- länder, Russisch, Engl.. Alt-Wiener Walzer und Die kleine Charlotte.ä Der norwegische Meister) Harry Panlscn sowie d.prächt. Eisballett 1 Alpcnzunber. Bis 6 Uhr und von KV'/,| Uhr halbe Kassenproise. Restaurant 1. Ranges. Casino-Theate:* Lothringer Sir. 37. Anfang 8 Uhr Ter arüstte Dhcatercrsolg l 3 Täglich ansoerkaust. Der Komps«ins yosrin.\ Aktuell! Dem heutigen Leben cnt. noinmcn.— Sonntag nachm. 3'� Uhr: Der selige Hollschinsky. vssColldouerMsKell lliestgii,,, in lies Köggö«! Befreiung aus d. Wassergrab, j Kebend! Kebcnd! Fakir=Truppe 15 Personen in ihren religiösen Märtyrer-Produktionen j Wochentags 4—"I Uhr: Lichtspiele Ohne Extra-Entree. lleielisSialleii-Theater. Stetiiner Sänger. Xen! Neu! Pantoffel-Heiden. Burleske v R cichardt. .«nsong 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Für den Inhalt der Jnierate ulicrniinint die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Beranrwortung. ■7~ s Erzeugnisse MAGGP Würze MAGGI5 Bouillon-Würfe! MAGGP Suppen sind die besten I sSr r«. Pracht-Säle Äli-Berlm R��. Jeden Dienstag: Theatervorstellang mit anschließendem Famillenkrlinzcben. Tomiabend, 24. Febr., grösterer Saal mit Bühne frei. Zaal krel: Sonnabend, den 2., 23., 30. März 1312. Aeuc* Klubhaas,* Neukölln, Hermannstraßc 166/167. ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch Vichelsmerder» UeÄ" beim Alten Freund. Grundbegriffe der Politik, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- straße 69(Laden). " Unscrern �rcinskollögei?,~bcm'� Tastwirt> Heinrich Pohle die herzlichsten Glückwünsche zu | seinem Geburtstage. Liottericveroin „Böse Sieben".» E Todes-Anzeigen\ Ilm 8. Februar verstarb plötz- I lich und unerwartet �unser»n- I vergeblicher lieber Sohn und I Bruder Wilhelm. Dies zeigen an I Die trauernden Eltern u. Schwester. Heinrich Märtner, Schankwirt. Beerdigung sindet Sonntag, I nachmittags 2 Uhr, vom Trauer» I Hause, Oderbergcr Str. 41, aus I statt. 19151; SoziaMemoMseheFWahlvErein! des 6. BefI. Reiciislags-Watilkrfiises,| Am 8. Februar verstarb unser j Genosse, der Handlungsgehilse Villisim Märtner Odcrberger Str. 41. Ehre seinem Andenken Die Beerdigung sindet am i Sonntag, den II. Februar, nach- mittags 2 Uhr. vom Trauerhauic! aus nach dem Segens-Friedhos\ in Beixensee, Gustav- Adolj- strahe 67—74. statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/10 Der Vorstand. LumiiieffllW. Wahlverein Steglitz. Am 7. d. Bits, starb im Alter von 22 Jahren unser Mitglied Hahn (9. Bezirk). Tie Beerdigung sindet morgen Sonntag, nachmittags 8 Uhr, vom Traucrhausc, Steglitz, Bcrlinickc 5, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er» sucht 201/3 Der Vorstand. Oeulecher iMetallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, I dag unser Mitglied, der Metall- I arbciter KCarB Rahn ! am 7. Februar an Lungcnleiden I gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung sindet am Sonntag, den 11. Februar, nach» mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Steglitzer Kirchhoscs in Steglitz, Bergstrasze, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 112/4 Die Ortsverwaltung Arbeitsnachweis: Hos I. Amt Norden, Nr. 1239. Vmllüiptei'.e Berlin HaÄau: CharitSstroste 3. Amt Norden. Nr. 1987 MralverW iler MIiings-| gebülenu. Gehilfinnen Deutsübl. Bezirk Berlin. Am Donnerstag, den 8. Febr.,| wurde uns plötzlich unser Kollege f Willy Märtner infolge eines Unglücks durch den Tod entrissen. Er war uns stets ein treuer und pslichtcisriger Kollege, den wir schmerzlich vcr- missen. Sein Andenken wird bei uns stets ivach bleiben. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. Februar, nach- mittags 2 Uhr, vom Traucrhausc Oderbergcr stiaße 41 aiis nach dem.Friedhof der Segens- gemeinde, Wcihensce, Gustav- Adols-Straßc, statt. Um rege Beteiligung bittet 286/14 Die Ortsvcrwaltung. SozialöEmoliPatisebEFWalifrEFEiD| des 6. BefI. Rfiichstays-WalilkFEisES. Am 7. Februar verstarb unser\ | Genosse, der Tischler keinlwlli lenke Schlirmannstr. 26. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. Februar. nachmittags VI, Uhr, vom Traucrhausc aus nach dem städtilchen Fricdhoj in Fricdrichsseldc statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/9 Ben\orfitanA. IZBDtFal-KrankEn-lIntEFStützungs- VEFEin der SctiiniEde vcrw. Gewerbe Teutschl. Zahlstelle kriedriobsberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, das; unser Kollege, der Werk- zcugmachcr M Schröter am 9. d. Mts. im Alter von 25 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Lcichenballc des Bius-Hedwigs- Fricdhoses in Wilhclmsbcrg aus statt. 176/3 ������e�Vorstand�� Am Donnerstag früh 91/, Uhr! veri chicd nach langem Leiden meine inniggelicbte Frau, unsere gute Mutter und Schwester 288Zb I Ida Wilke geb. Becke»'., Zics zeigt ticjbctrübt hiermit an Hill Vi ilke nebst Kindern. 5ic Beerdigung findet morgen nntag, den tl. Februar, nach. tag« 31/, Uhr. von der Leichen- 1 des'neuen Schoncbergcr cdhoses(BlanleHölle) aus statt. I .rcfipunkt der Sänger Punkts 'hr beim Gastwirt Fintel. DMlsapig. Für die zahlreiche Beteiligung und liebevollen Kranzspenden bei der Bc- erdigung meines lieben Mannes und guten Vaters sagen wir allen Teil- nehmern, insbesondere den Kollegen und dem Holzarbcitervcrband Miseren tiesgcsühltcn Dank. 191 6L »ttw« Marie ¥iQtz nebst Kindern. Nach langen, schweren Leiden I verstarb am 8. Februar meine [ließe Frau Rosa Dietz geb. Witt. DieS zeigen tiefbetrübt an Ecnst Dietz, Lionisc Dietz. DicBeerdigung findet am Sonn- I tag. den 11. Februar, nachmittags 1 3 ilhr, vom Trauerhause, Wagner- ! stratzc33, aus nach Mahlsdors a. d. �stbahi�tatt��������L��� Bäckerei-(ienossenscliaft Berlin. Eingetragene Genossenschaft mit be- schränkter Haftpflicht. Glogaucr Strahe 28. Sonntag, von 18. Februar BUS, mittags 12 Uhr, im Restaur. Krone, Licgnitzcr Str. 18: Generai-VerZanuniung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht und Bericht des ZlujsichtSrates. 2. Bcschinfisassung über die Bilanz. 3. Skcuwahl für die ausscheidenden Vorstands- und Zluj- jichtSratsmitgtieder. 4. Verschiedenes. Den Veestiinii. 102/15 Richard Linder. Ludwig Ertl. Achtung! Bierdruck- Klempner! Montag, den Vi. Februar 1912, abends 8 Uhr: Versammlung sämtlich, ßicrttiüliklfinpcv n.-Mmckure Berlins in den Andreas-Festsälen, Zlndreasstraße 21. Tagesordnung: i. Sind unsere Lohn- u. Arbeitsbedingungen zeitgemäß? 2. Diskussion. 3. Interne Branchenangelegcnheitcn. üilrtier! Montag, den 12. Februar 1912, abends 6 Uhr, in den Rittcrsälen, Ritterstr. 75: Versammlung alltt in der Militär- Effekten-örnnche heschästigten Kollegen und Kollezinnen Tagesordnung: 1. Die Entwickclung der deutschen Gewerkschaften unter besonderer Be rücksichtigung des Deutschen Mctallarbcitcrverbandes. Referent: Kollege B. Bahn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Montag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, im Lokal von Pappenphot, Friedrichs Hagen, Friedrichstrahe 74 (Lindengarten): Bezirks- Versammlung fiir Friedrichshagen und Köpenick. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Brückner über.Die neue Reichsversiche- rungsordnung". 2. VerbandSangclegenheiten. 112/3.Vktlva. Zahlreiches Erscheinen erwartet_ Tie Qrtsverwaltnng. „Freier Bund" Gnckaufs- u. Vroduktivgenojsenschaft freier Gast- u. Schankwirte Serlins n. Umgegend Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hastpslicht in Berlin. Mittwoch, den 28. Februar ISIS, nachmittags 5 Uhr, beim Genossen P. Obiglo, Schwcdtcr Straße LZ: ordentliche(ieneratverlammtung. Tagesordnung: 1, Verlesung und Genehmigung des Protokolls der letzten General- Versammlung. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Bericht de» Aussichtsrats. 4. Beschlichsassung über Bilanz und Gewinnverteilung. 5. Wahlen zum Vor- stand und Zlusfichtsrat. 6. Anträge aus den Rechen der Mitglieder, Der Vorstand. 102/17 Ferdinand Mattstes. Johannes Greth. SSw-eiKvereLn Berlin. Orappe der Putzer träger. Sonntag, den 11. Februar, vormittags 19>/z Uhr, im„Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: General-Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht deS Vorstandes. 2. Neuwahl desselben. 3. Verschiedenes. Gruppe der Staker. Tonntag, den Ii. Februar, vormittags 10 Uhr, im „Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Mitglieder-Veftammlung. Kektkm der Isolierer! Sonntag, den 11. Februar, vormittags pünktlich 10 Uhr, bei Wilke, Sebastianstr. 39: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl desselben. 3. ZluSschlußanträge und Verschiedenes. Die Sektionsleitung. Sonntag, den 10. März, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung des Zweigvereins. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Anträge. 3. Verschiedenes. Ter Zwcigverciiisvorstand. SßnpnsiM m M« Ii llinppil. (E. G. m, b. H.) in Liquidation. lilquldatlons-Blianz. Passiva. Oeffentlicber Vortrag von Adolf Hoffmann, Landtagsabgeordneter I>er„alte Fritz" und die um v. Dallwitz im Lilcbtc der ItcIIp/lon. Am Sonntag, den II. Februar, abends 7 Uhr, in den Andreas-Festsälen, Andreasstraße 21. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Eintritt lO Pf. Der Einberufer. _ A. Harn dt, Pappel-Allee 15—17. An Waren-Konto... , Inventar-Konto,. , Guthaben-Konto.. , Wechselkassen-Konto. , Kreditvercin Köpenick . KautionshintertegungS. Konto..... , Haus-Konto.... , Kassa-Konto.... , Bank-Konto G.-E.-G. , Gewinn und Verlust- Konto: Verlust.. 2 170 IT 746,— 089,20 498,35 460,— 000,— 884,84 978,66 75,75 40,67 5 025,48 Per Sparmarken-Konto. „ Hausantcil-Konto., „ DarlchenS-Konto., „ Hypothcken-Konto.. „ Geschästsanteil-Konto „ Prefikohlen-Konto.. „ Sparlaffen-Konto., „ Spar-Konto.... ,. Kautions-Konto., „ Dcbitoren-Konto.. 163,— 8 555,— 450,— 107 000,— 42 721,59 586,60 53 194,75 26 226,25 3 384,84 2 216,92 Summa 244 798,95 AdlerShof, den 31. Dezember 1911. Summa 244 798,95 102/16 Wilhelm Kohl. Die Tilquidatoren: Karl Jagnor. Wilhelm Zabel. Konfektionshaus für 250|o Ermäßigung auf Fr&bjabn-Modell-KostQme ood Frübiabn-Modell-Palelots welche nicht kopiert werden I Apaiit Kostüme 28 ... c aulhalbseid. Serge gelült. M. aus Katnmg. aul balbseid. Serge gefüttert M. 65, 48. Vor- nebme 33 Dtilofn�c ,e,ne Seide' ca' 135 cm IanS" T rUIcIUlA schicke Auslühr. M. 68. 45, S ö ««st. Ulster AntÄ Geüeg. iBüenmöntel s,4".r.b'.r I WESTMANN Mohrenstr. 37a(nahe Jerusalemer Str.) Cr.Frankfurter Str. IIS(nahe Andreasstr) Die noch vorhandenen la Plüschmäntel, Abendmäntel, Flauschmäntel, Gesellschaftskleider, Kostüme, Blusen, Röcke aus der Winter-Saison sollen jetzt, soweit Vorrat reicht, um zu räumen, zu jedem irgend annehmbaren Preise ausverkauft werden. J Sonntag geOXInet 12-2. Auflösungs- Ausverkauf zu außerordentlieli billigen Preisen!! Hetallbettstdlen f. Erwachsene u. Kinder in jeder Ausführung. Waschtische, Schirm- und Garderobenständer, Flaschenschränke usw. Berliner Eisenmöbel-Fabrik CARL SEIFFERT Große Frankfurter Straße No. 135, Fabrik s Gebäude. Herren- mui Knaben-Bekleidung Emii Prenß Moabit Tnrmstraße 58 Moabit Lieferant der Konsumgenossenschaft Berlins und Umgegend. Zur bevorstehenden Einsegnung empfehle mein reichsortiertes Lager in Konfirmanden- Anzügen fertig und nach NaL, die aller- neuesten Fassons, mit Glocke und Schlitz, zu konkurrenzlos billigen Preisen. Sämtliche Konfirmanden-Anzüge sind In meiner Werkstätte angefertigt, daher leiste Garantie für gute Verarbeitung und eleganten Sitz. Anzug aus Saiin-Kammgaru 13.50. 14.50, 15. 50 bis 36 M. Anzug aus Tucli-Kammgarn 17.50, 18.50, 10.50 bis 46 M Anzug aus Rips-Kammgarn 15.50, 16.50, 17.50 bis 39 M. inzug aus Kamiiig.-Clievio! i'eVo bff sTI»' i'5"' ,5-50' ""fÄÄ"' jeder Konflrmand ein praktisches Geschenk gegen Vorzeigung dieses Inserats. Gratis fierliaer SehDeiderei-GeDosseiisebalt(E.Gj.y.) gegründet von organisierten Scbneidergehilfoa Berlin Bmimslr. 185(m Boseialer U Großes Lager fertiger Anzüge und Sommerpaletots. Einsegnungsanzüge in allen Größen. Neuheiten der Saison e«Sen. Lieferant der Konsumgenoteenschaft Qualität»* --- raucher ¥ fordern ¥ und rauchen nur I I I 1 55! Bouillonwürfel Dp. Simmel liuSgckämintr oder sbieschnittcne. und..., �aizle die bechftrn Preise. VNo F. Kafka, MIN tfßiQnPj Löpfe-�nbiik. Rixdors. ävltü. ä.• v"" W'"'"' beste Qual., im Geschmack wie frische Fleischbrühe; lOOSt. bei S00 St M. 1.75. SO., Eisenbahn- straOe 4. Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PrinzenstF. 41, fXtfu 10-2. 6—7. Sonntags 10—12. 2—4 passive tandhäuser von 5000, 00 Mk. an, fibornobme Hypothekcnregulieruug. Vertreterbesuch, Skizzen kostenlos. CtAin Preezlaner Allee 90. »lein, VIL 6672. Verkanfsst eilen: Bergstraße 151-152 Nogatstraße 19-20 Weisestraße 32 Weisestraße 9 Steinmetzstraße 102 Zietenstraße 80 Boddinstraße 60 Reuterstraße 7-8 Hobrechtstraße 77 Friedelstraße 21 Sanderstraße 20 Donaustraße 114 Weserstraße 52 Wipperstraße 20 Niemetzstraße 4 .>. r,'i\f WÄW Qebser, Schwanke$ Co. G. m. b. H. Der Verkauf der zurDckgelieferten Utonatsgarderobe des größten Abonnementshauses für feine Herrenbekleidung J. STOCK& Co. befindet sich von jetzt ab nur Friedrichstraße, Ecke Johannisstr., Eingang Johannisstr. Anzüge und Paletots v. 10 M. an. dann decken Sie Ihren Bedarf an Schuhwaren bei» 'Heinrieh Heise, Sehuhwarenhaus Badatrafie 50 gegenüb. d. Stettiner StraSe. Gr. Inventur-Ausverkauf Preise ganz bedeutend h Einsegnungsstiefoln anz bedeutend herabgesetzt. Hervorragende Autwahl in Konsummitglieder 6 Prozent. 1 7? ßucbbandlung Vorwärts _ JUndenftr. 69(Laden) 247/4 /Veuerfchcinungon; ÜAiidcIspoUtlk und Sozialdemokratie : i: populäre Oarftellung t: t der haiKUlspolittfchen Streitfragen -»on Karl Ksutsky Zweite umgearbeitete Huflage_ prei» 1 Marh(Vereinsausgabe 50 pf)■■- Die Vernichtung der Sozialdemokratie «st» t durch den Gelehrten«««»« des Zentralvcrbandes deutscher �ndustncllcr Cme Hntwort von Karl Kautsky Zweite umgearbeitete Huflage Preis 1 Mark(Vereinsausgabe 20 pf.)--- I 4 i ♦ ♦ : 4 4 1 4 4 BeranUvorUicher Viedatteur! Ulbert Wach«, Bet'ün. Süt de« Jn)era:entett veranuv.: TH. Glocke, Berhn. Druck u.»Verlag: Vorwärts Buchvruckeret u.»Lerlagsanllall Paul Singer u. �0.,»verlin 8W mi 29 Z. Ktilllge des JotiMtts" Jerliiicr lolblildt. parte!- Hngclegenbeiten» Groß-Lichterfelde. Morgen Somitag, den 11. Februar, früh 8 Uhr: Allgemeine„VorwärtS"-Agitation für den ganzen Ort. Die Genossen im Osten treffen sick um diese Zeit in ihren Bezirks� lokalen.— Im Westen finden sich alle Genossen um 8 Uhr bei Th. Lenski, Chaussecstr. 55 ein. Der Borstand. Alt-Glienicke. Sonntag früh 8 Uhr: Hausagitation zur Ge- winnung neuer.Vorwärts"- Abonnenten und Parteimitglieder. Ortsteil Falkenberg bei Genossen Schäfer, Grünauer, Köpenicker und Wihelmstraste bei Genossen Ritze, Rudower und Friedrichstraße bei Genossen Pctermann. Die Genossen müssen vollzählig erscheinen. Drr Vorstand Lichtenrade. Heute Sonnabend, den 10. Febniar, abends S1/- Uhr: Zahlabend in den bekannten Lokalen. Thema:.Unsere Gemeinde- ivahl." Bohnsdorf. Am Sonntag, den 18. Februar, veranstaltet der hiesige Wahlvercin in Villa Kahl, Inhaber Bakofzer. einen Rezi- tationsabend. Zum Vortrag gelangt.Moral" von Thoma. Rezitator: Herr Walkotte. Entree 30 Pf. Anfang 6 Uhr abends. Billetts sind noch bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Wannsrc._ Heute Sonnabend, den 10. Februar, abends pünktlich 8 Uhr, im.Fürstenhof": Wahlvereinsversammlung. Borsigwalde, Bezirk l. Heute Sonnabendabend 7 Uhr: Flug- vlattvcrbrcitung von Strauß aus. Ter BezirkSleitcr. Berliner �admcbten. Tie Anlage von Gemcindefriedhöfen. Uns wird aus Charlottenburg geschrieben: ..Wie in Berlin werden auch Gesuche anderer Gemeinden an Ministerien und Synoden wegen Genehmigung zur Errichtung von Gemeindefriedhöfen hingehalten. Davon kann besonders Char- lottenburg etwas erzählen. Seit dem Jahre 1901 wurde dort im Stabtverordnetcnkollcgium auf Antrag von allen Fraktionen, Alt-Charlottenburgern. Liberalen und Sozialdemokraten, der Magistrat ersucht, Schritte zur Errichtung eines Gemeindcsricdhoss zu tun. Der Magistrat ist auch bemüht gewesen, dieser Forderung zu entsprechen. Am 3. Oktober 1904 bat er an den Regierungspräsidenten eine Eingabe gerichtet, mit der Bitte um grundsätzliche Stellungnahme zu der Frage der kommunalen Friedhöfe, eventuell um kommissarische Verhandlungen. Am 26. November desselben Lahres weist er nochmals auf die Dringlichkeit der Sache hin. Am 1. Dezember bittet er den Oberpräsidenten um möglichste Be- schleunigung der Angelegenheit. Am 14. Dezember erwidert dann der Obcrpräsident, daß die endgültige Stellungnahme vorbehalten bleiben müsse, bis die städtischen Behörden bestimmte Borschläge gemacht haben. Am 3. Januar 1905 teilt der Regierungspräsident nnt, daß er kommissarische Verhandlungen zurzeit nicht für zweck- müßig halte. Dann wendet sich das Königliche Konsistorium an den Regierungspräsidenten in Potsdam und fragt an, ob es richtig wäre, daß in Charlottcnburg auf dem Gemcindefricdhose„lauf- gmbenähnliche Massengräber" eingeführt seien. Dabei hatte Char. lottenburg damals noch gar keinen Gemeindefriedhof, so wenig wie heute. Das Polizeipräsidium erkundigte sich auch danach, wie weit denn die Angelegenheit stehe. Aber erst reichlich zwei Jahre später kam ein Bescheid vom Oberpräsidenten. Am 31. März 1907 hatte der Oberbürgermeister Gelegenheit, mit dem Oberpräsidenten mündlich zu sprechen, und er bekam die Auskunft.die Sache schwebe noch". Am 30. September 1907 bittet der Magistrat um Beschleunigung der Sache. Aber es kommt keine Antwort. Es find dam: noch verschiedene Eingaben an den Präsidenten und den Oberpräsidenten gerichtet worden. Dann ist eine Anfrage gc- kommen, wie es mit den Andersgläubigen bei den Beerdigungen gehalten werde. Am 1. Februar 1908 wird gefragt, wieviel Anders- gläubige, ain 22. Februar wo die Andersgläubigen beerdigt werden. Ter Magistrat hat darauf nur erwidern können, das wisse er selbst nicht. Am 11. Oktober 1908 antwortete dann der Oberpräsident aus die Eingabe vom 12. September 1906, daß er nicht eher Bescheid geben könne, als bis die genauen Grenzen des zukünftigen Fried- hosS mitgeteilt werden. Der Magistrat hatte nämlich die M ö ck e. r i tz w i e s e n vorgeschlagen. Inzwischen waren aber die Besitzer der Möckeritzwicsen auf den Zweck des beabsichtigten Ankaufs auf- wcrksam geworden und hatten ihre Forderungen in unerhörter Weise gesteigert. Der Baggersand, der zur Erhöhung des Terrains in Aussicht genommen war— die Wiesen liegen ziemlich tief— war schon anderweitig verwendet worden, so'daß auf dieses Terrain überhaupt verzichtet werden mußte. Er ist dann wegen eincS Terrains an der Heerstraße bei D a l g o w in Unterhandlungen getreten, die sich auch zerschlagen hoben, denn es war zur Kenntnis gekommen, daß der Kaiser nicht wünsche, daß an der Heerstraße em Friedhof errichtet werde. Die Stadt trat dann in Unterhand- lnng wegen des Terrains mn Tiefwerder. Die Unterhand- lungen lpavcn beinahe ein Jahr gedauert. Tie Verhandlungen, die mit dem Landwirtschaftsministerium eingeleitet Ivaren, schienen wenigstens binsichtlich der Kostenfrage die Möglichkeit zu bieten, endlich ein geeignetes Gelände zu finden. Tic Bedingungen, die von dem Landwirtschastsminijter der Stadtgemeinde gestellt wur- den, waren zwar keineswegs besonders günstig. Doch schien das Gelände das einzige zu sein, das in Frage kommen konnte. Der Magistrat kau: von Schritt zu Schritt allen Forderungen des Land- nurtschaftsmmlsters entgegen, so daß über die Bedingungen bin- sichtlich des Ankaufs des Geländes zwischen Magistra: und Landwirt scha s ts in i u i st e ri u m Schwierigkeiten nicht mehr bestanden. Auch die Kosten für die als notwendig erachtete Verlegung der Chaussee wollte die �tadt tragen, und der gesamte Kostenaufwand des Ankaufs war auf 2 394 000 M. firiert. S-chon während der Verhandlungen mit dem Landwirtschafts- Ministerium am 4..lpnl löio waren vom Magistrat die ent- sprechenden Antrage an den Regierungspräsidenten und das Ober- Präsidium gestellt worden und beide Instanzen schienen der An- gclcgenheit eine wohlwollende und sachlich? Behandlung angedeihen 5» lassen. Plötzlich, am ,. �iuli 1910, erhielt aber der Magistrat vom LandwirtschastSministerium folgendes Schreiben: «Zu meinem Bedauern bin ich nicht in der Lage, der Stadt- gemeinde Charlottenburg das gewünschte forstfiskalische Gelände bei Tiefwerdcr für Kirchhofzwecke zu berkaufen, da die Herren IR in ist er der geistlichen, Unterrichts- und M e d i- zinalangelegenheiten und des Innern grundsätz- lich Bedenken gegen die Anlegung von Kommunal. friedhöfen erhoben haben." Ter Bkagistrat hat nach Empfang dieses Schreibens sofort an den Landwirtschafisministcr die Bitte gerichtet, ihm doch wenigstens das Gelände noch eine Weile an der Hand zu lassen, da er sich schlüssig machen wolle, ob das Gelände nicht auch für andere städtische Zwecke geeignet sei. Aber er erhielt darauf am 10. August 1910 folgenden endgültigen Bescheid: „Dem gestellten Antrag vermag ich leider nicht mehr zu ent- sprechen, da über das fragliche Gelände bereits anderweitig ber- fügt ist." Also ähnlich wie mit dem Tempelhofer Felde. Aber der ge- dachte Vorgang scheint noch eine andere Verfügung des Regierungs- Präsidenten vom 19. August 1910 an die Landräte des Kreises Nieder-Barnim, Osthabelland und Teltow, sowie den Magistrat von Charlottenburg veranlaßt zu haben, die lautet: „Wiederholte Anträge der Berliner Vorortsgemeinden auf A u- läge kommunaler Friedhöfe außerhalb der zum Gemeindebezirk gehörigen Gemarkung veranlassen mich, Ew. Hochwohlgeboren darauf hinzuweisen, daß ich solchen Anträgen grundsätzlich entgegentreten werde. Es muß von den Gemeinden verlangt werden, daß sie ihre Friedhöfe im eigenen Bezirk anlegen; denn durch das Bestehen und die Anlage von Friedhöfen in der Nachbargemeinde wird die Ent- Wickelung der letzteren gehindert. Besonders dort, wo der Friedhos im Anschluß an eine bebaute Ortschaft oder in einem Gelända an- gelegt werden soll, dessen bauliche Erschließung bald zu erwarten ist. Diese Erwägungen haben bereits meinen Herrn Amtsborgänger zu einer besonders strengen Prüfung der Kirchhofsprojekte der Ber- liner Kirchengemeindcn in den VorortSgemeinden geführt, deren Ergebnis die Anlage von Zentralfriedhöfen war. Ter Schutz, welcher den Gemeinden damit gegenüber den Friedhofsanlagen der Kirchengemeinden geboten ist, wird ihnen auch gegen gleiche Projekte von politischen Gemeinden um so weni- ger versagt werden können, als auf den Friedhöfen der Berliner Kirchengemeindcn auf meine Einwirkung auch die Leichen von Andersgläubigen oder keiner Religionsgemeinschaft Angehörigen Aufnahme finden." Während sich das Verhalten der Aufsichtsbehörden in dieser An- gelegenheit erst recht schöppenstädtisch gestaltete, zeigt es sich doch jetzt immer mehr als eine rücksichtslose Begünstigung des prosit- lüsternen Zentralfriedhofgeschäftes der Orthodoxie, die eines wahr- Haft humanen Staates ganz unwürdig ist. Man scheut, um dieser Orthodoxie reichliche Einkünfte zu verschaffen, nicht davor zurück, den durch einen Todesfall in die verzweifeltste Notlage geratenen Hinterbliebenen noch die unsäglichen Umstände und Kosten einer Beerdigung auf einem wcitabgelegencu nur schwer erreichbaren sogenannten Zcntralsriedhofe aufzuzwingen, wo es ihnen kaum möglich ist, die Grabstätten ihrer teuren Hingeschiedeneu öfter auf- zusuchen und zu pflegen, so daß diese meist bald in traurigen Ver- fall geraten, während sich z. B. die Jungfernheide sehr wohl zu einem schönen, Weihebollen Walbfriedhofe gestalten ließe, lind unter dieser herzlosen Spekulation der Orthodoxie müssen die Ge- treuen der Kirche ebenso leiden, wie die aus ihr Ausgeschiedenen." Erhöhung der Ortszulagen für Lehrpersoncn. Der Magistrat hat beschlossen, die Ortszulagen für das Lehrpersonal au de» Gemeinde- schulen vom 1. April 1912 vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt- verordnerenversamrulung an zu erhöhen und zwar soll die Orts- zutage der Lehrer um 100 M„ in der letzten Gehallsstufe um 150 M., die der Lehrerinnen um 40 M. erhöht werden. Ein neucs Postamt für einen besonderen Zweck soll in Berlin am 1. April errichtet werden. Für die Verrechnung der internationalen Postanweisungen besteht in Berlin ein Post- anweisungsamt, das als Dienststelle des Neichspostamts ver- waltet wird. Die Oberpostdirektion Berlin hat außerdem eine besondere Bezirksrechenstelle für die inländischen Postanweisungen. Die beiden Stellen sollen zu einein Postamt I.Klasse vereinigt Ivcrden, das der Oberpostdirektion unterstellt werden wird. Das neue Amt wird die Bezeichnung Kaiserliches Postanweisungs- Abrechnungsamt führen. An Stelle von Vorstehern wird das Amt von einem Postdircktor geleitet werden. An Postämtern für besondere Zlvecke bestehen jetzt in Berlin das Hofpostamt, das Briefpostamt, das Paketpostamt und das Postscheckamt. Telegraphenämter für besondere Zwecke sind daS Telegraphen- bauanit und das Telcgraphenzeugamt. Aus der Praxis des städtischen Jrrenwcsens ist von allge- meinem Interesse eine seitens der Deputation für die städtische Jrrenpflege an den„Bund für Jrrenrecht und Jrrenfürsorge" ge- richtete Beschiverdcantivort, wonach zufolge genereller Anweisung des Magistrats die Jrrenanstaltsleitungen verpflichtet sind, zur Wahrung ihrer Interessen von den Kranken an Behörden gerichtete Eingaben weiterzubcfördern. Aucki einer sonstigen Korrespondenz von Kranken, soweit sie sich im Rahmen der Gesetze hält und so- weit ihre Duldung init Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Kranken tunlich erscheint, sollen Hindernisse nicht in den Weg ge- legt werden. Eine heimliche Korrespondenz müsse man allerdings unter allen Umständen zu verhindern suchen. Dazu ist zu bemerken, daß erwiesenermaßen wiederholt Baticuten die Möglichkeit abgeschnitten worden ist, innerhalb der Anstalt für Rechtsanwälte Prozeßvollmachten auszustellen. Das ist eine gänzlich unzulässige Rechtsbeschränkung. Es blieb also dem betreffenden Paticnlcn nichts anderes als die Heimlichkeit übrig, um zu seinem Rechte zu gelangen. Erfahren die Irren- ärzte etwas von dieser notgedrungen heimlichen Selbsthilfe, so er- folgt gewöhnlich im Disziplinarioege die Verlegung nach einer schärferen Station, oft nach dem Verbrccherhause, wofür dann, wenn über die Disziplinierung Beschwerden einlaufen, natürlich ein billiger„Grund" leicht zu tonstruieren ist. In dem vorliegen- den Beschwerdcfalle heißt es, der Patient sei in das Verbrecher- Haus gelegt Ivorden, weil er heimlich Briefe aus der Anstalt ber- sendet und auf seine Mitpatienten einen schlechten Einfluß(!) ausgeübt habe. Welchen Einfluß dann im Verbrecherhause die wirklichen geisteskranken Verbrecher auf den unter sie gesteckten Nichtverbrecher ausgeübt haben, davon sagt die Auslassung der Jrrcnpflegedeputatiou nichts. Beachtenswert ist auch, daß ein Patient mit Zustimmung des Berliner Polizeipräsidiums„in sichere Ilnterkunft" entlassen werden kann, auch nach der Ansicht der Deputation, obwohl die Aerzte be- haupten, daß er„für die Rechtssicherheit anderer gefährlich und strafrechtlich unverantwortlich zu erachten" ist. Das ist doch ein unlösbarer Widerspruch, lind die bureaukratische Polizeisormel von der llnterkunftSbeschafsung muß als eine papierene Farce be- zeichnet werden, da in der besten Unterkunftsstätte keine Menschen- macht imstande ist, den freigelassenen Anstaltspaticntcn von irgendwie ungehörigen schritten unbedingt zurückzuhalten. Das„Stiftshaus" in« Warenhaus.� Einzig in Berlin sind die Verhältnisse des Eckgrundstücks Jerusalemer Straße 40 an der Krausenstraße, gegenüber dem Dönhoffplatz, das wohl allen Berlinern als„Stiftshaus" bekannt ist. Dieses Grundstück befindet sich im Besitz der Stadt Berlin und gehört der' Langeschen Stiftung, die der Armendirektion unterstellt ist. Nach den Bestimmungen des Vermächtnisses darf das Haus nicht veräußert werden. Es wurde seinerzeit der Firma Carl Stiller vermietet und dann zu einem wesentlich höheren Mietszins der Firma H. Tietz auf mehrere Jahre pachtweise überlasten. Diese Firma baute darauf vollständig im Innern um. Nur die Fassade blieb unberührt. Jetzt hat die Firma Tietz daS StiftshauS vollständig niederreißen lassen, um dort einen modernen Warenhauspalast mit der Stirnseite nach dem Tön- Hoffplatz zu errichten. Das Grundstück deS ehemaligen Stiftshauses wird dann einen Bestandteil dieses neuen Warenhauses bilden, Dic Armendirektion Berlin wird Eigentümerin dieses Bestandteils, das heißt nach Ablauf des Mietsvcrtrages geht dieser Bestandteil des Warenhauses in den Besitz der Laugeschen Stiftung� über. Beim Neubau wird nun auf dieses eigenartige, wohl einzig da- stehende Besitzberhällms Rücksicht genommen werden. Von Nutzen wird sich natürlich die Front des Warenhauses von der Leipziger bis zur Krausenstraße, als ein zusammenhängendes, ein- heillich errichtetes Warenhaus dem Beschauer präsentieren. Im Innern aber trennt eine Brandmauer, in der natürlich Türen zu» gelassen sind, das„Stiftshaus" vom Warenhaus, so daß es also später, nach Lösung des VertragsverhältuisjeS und nach Vermaueruug auch für sich wieder vermietet werden kann. Der Verkauf an die Firma H. Tietz ist nur statthaft, wenn durch eine KabinettSorder die königliche Genehmigung zum Verkauf erteilt wird. Von einem noch nicht aufgeklärten Unfall wurde am gestrigen Freitag mittag an der Fnedrichsbrücke der Fahrer Dreher des Molor» wageüs 13 der Linie 3 betroffen. Der Straßeubahnführer stürzte plötzlich, ohne daß sich bei ihm Svuren von Unwohlsein gezeigt hatten,' als der Wagen hielt, vom Vorderperron auf den Damm herab und zog sich Konstitutionen an der Stirn und am rechten Knie zu. Der Verunglückte wurde nach der nächsten Unfallstation und dann in seine Wohnung gebracht. Ueber dic rfnä Anlaß einer Schießübung bei 20 Grad Kalte erkrankte» Soldaten wird eine anscheinend aus amtlicher Quelle stammende Mitteilung verbreitet, in der die Tatsache zugestanden wird, daß während der großen Kälte Schießübungen stattgefunden haben, aber in?lbrede gestellt, daß erhebliche Erkrankungen erfolgt sind. Die Beschwichtigungsnotiz lautet: „Die von einigen Zeitungen verbreiteten Nachrichten über bedenkliche Erkrankungen durch Frost gelegentlich einer militari- scheu Hebung sind weit übertrieben. Es handelt sich um ganz geringe Frostschäden. Auch die zwei Soldaten, die wegen dieser Erkrankung sich im Garnisonlozarett befinden, sind nur leicht betroffen und werden in ihrer Gesundheit nicht dauernd ge- schädigt sein. Von irgendwelchen Amputationen ist nicht die Rede." Die Sache wird also recht harmlos hingestellt, wie ja bielfach Militärärzte leicht geneigt sind, Verletzungen, dic andere für er- beblich halten, als Iveniger schwer anzusehen. Zu wünschen wäre ja, daß die erkrankten Soldaten keine dauernden Schädigungen ihrer Gesundheit erleiden möchten. Eine andere Frage ist die, ob es notwendig war, dic Soldaten in der herrschenden Kälte zu Schießübungen im Freien heranzu- ziehen. Es gibt allerdings Leute, die eine Brabour darin findcin die Bürger im Soldatenrock allen Hnbilden der Witterung und allen Gefahren auszusetzen, loci! das so zum Soldatenhaudwcrk gehöre. In der„Täglichen Rundschau" findet sich ein Verteidiger der militärischen Maßnahinen, der folgendes Geschreibsel ber- brochen hat: „An demselben eisigen Montag sind Taufende von Berlinern ans den Seen nnd in den Wäldern um dic ReichShauptstadt bcmiii unterwegs gewesen, und eine ganze Anzahl von ihnen ist zu Schaden gekommen. Von dem Heere aber kann man verlangen, daß es bei jedem Wetter seinen Dienst zu tun lernt, sonst könnte es nicht zum zloeitcn Male eine Pariser Belagerung durchführen. Nur muß, soweit das überhaupt möglich ist, dafiir gesorgt sein, daß dic Mannschaften den erhöhten Anforderungen au ihre körperliche Widerstandskraft' auch gewachsen sind. Im vorliegenden Falle war mit der Gefahr zu rechnen, daß Alkoholgenuß am Tage vorher, wo man bereits das Einsetzen der starken Kälte voraussah, dic Leute schwächen und erst recht Erfrierungen auS» setzen würde. Daher hatte das 2. Bataillon des Kaiser-Franz- Gardegreuadierregiments, dessen Kompagnien Montag früh schießen sollten, keinen Urlaub erteilt, und sicherlich ist auch sonst nichts versäumt worden,>oaS zu tun war. Gewiß ist es bedauerlich, wenn im Heere Unfälle vorkommen, aber man kann nicht jedem Soldaten eine Wärmstasche mitgeben— und dic Offiziere haben genau so unter den Unbilden der Witterung gelitten. Wir zucken nicht mit den Wimpern, wenn Flieger und Bergsteiger alljährlich Menschenopfer in Hekatomben bringen, und wir sollten es uns auch abgewöhnen, die militärischen Be- Hörden ungchört zu verurteilen, sobald ein Truppenteil einmal bei großer Hitze oder.Kälte starken.Krankenabgang hat. Der Krieg ist und bleibt„ein roh gewaltsam Handwerk"— und auch in der Friedensvorbereitung läßt sich diese Rauheit nicht immer ber- meiden. Ob sie in diesem Spezialfall vermeidbar>oar, mögen die zuständigen Instanzen entscheiden, ohne sich durch dic Weich- mütigkcit der öffentlichen Meinung beeinflussen zu lassen." Ter Vergleich mit den Tausenden, dic in der Kälte im Freien waren, hinkt doch sehr. Es ist doch ein großer Unterschied, ob man im Freien bei der eisigen Kälte sich frei nnd ungehindert bewegen kann, oder ob, wie das bei den Soldaten der Fall ist, man auf Befehl auf einer Stelle und in einer bestimmten Stellung verharren muß, ohne sich rühren zu dürfen. Deshalb hinkt auch der Hinweis auf die Offiziere, für die nicht dasselbe wie für dic«oldatcn gilt. Es gehört loirklich keine Weichmütigkeit zu den: Verlangen, die Söhne des Volkes im bunten Rock nicht ohne Not schweren gesund- hcitlichcn Gefahren auszusetzen; eher kann man vom Gegenteil reden, wenn militärische Vorgesetzte Anordnungen treffen, die mit der Ausbildung der Mannschaften kaum noch in Einklang gebracht werden können. Die Schwindlerin i» Traiierkleidiiiig, über deren Treiben wir vor einiger Zeit berichteten, ist jetzt von der Kriminalpolizei er- mittelt und festgenommen worden. Bei Zahnärzten und Zahn- künstlern führte sich seit sechs Wochen eine Frau als Patientin ein, die es nur darauf abgesehen hatte, sich Gelegenheit zum Dieb- stahl zu verschaffen. Sic erschien in den verschiedensten Stadt- vierteln, bald hier, bald da, und wußte e-Z so einzurichten, daß sie im Wartezimmer allein blieb oder ungesehen hinausgehen konnte. Jedesmal nahm sie dann von den WohuungSsluren und aus den Kliniken Mäntel, Schirme oder was ihr sonst zur Hand stand mit. Ein Kriminalbeamter erwischte sie jetzt endlich in Moabit. Sie entpuppte sich als eine 39 Jahre alte Frau Auguste Drescher, die, von ihrem Manne geschieden, seit einem halben Jahre in der Strausbergcr Straße 5 wohnte. Die Frau fiel von Anfang an im Hause aus. Sie ging stets morgen? aus und kehrte erst abends wieder zurück, immer in Trauerkleidung, die sie angeblich wegen des Todes ihres Vaters trug. Ihre beiden Kinder, einen Sohn von 12 und eine Tochter von 10 Jahren vcr- nachläisigte sie so stark, daß sie ihr vor mehreren Wochen abgenommen und nach dem Waiscnhausc gebracht würben. _ Ein Zusammen stoss zwischen einem Postwagen nnd einem Straßcnbahnzugc ereignete sich am gestrigen Freitaguachmittag gegen 2>/z Uhr an der Ecke der Leipziger und Markgrafen-Straßc. Dort wollte der Postwagen 668 trotz der Warnungssignale des Straßen- bahuwagens 2950 der Linie 69 die Gleise kreuzen, wurde von dein Vorderperron des Straßenbahnwagens erfaßt und umgeworfen. Der Kutscher des Gefährts blieb bei dem Sturz glücklicherweise un- verletzt, während der Postschaffner Johann Michaelski, Pappel- Allee 71, Verletzungen am Knie davontrug. Der Verunglückte mutzte sich in seine Wohnung begeben. Bon einem Vorortzuge totgefahren. Zwischen den Stationen Wannice und Grunewald wurde in der letzten Nacht ein Mann in den mittleren Jahren von einem Vorortzuge überfahren. Als Bahn- beamte ihn auffanden, gab er nur ngch schwache Lebenszeichen von ssch. Er wurde lofort nach dem Kreiskrankenhaus in Nowawes , transportiert, wo er aber kurz nach der Einlieserung an den Folgen etueS sÄveren Schä!»el�ruKeS st a r B.■ Die Leiche wurde polizeilich bescklagnahmi.' Wie lue Ermittelungen ergaben, ist der Tote der 30 Fakire alle Arbeiter Georg Schöpfer, der zuletzt im Filial- Hospital der Stadt Berlin in der Berliner S trage zu Reinickendorf- West ivohnte.£6 ein llnglücksfall oder ein SelbstinocS vorliegt, kvnitte noch nicht festgestellt werden. Selbfimord in einem Eladtbahnzuz. AuZ Bi-lcher unbekannten Gründen hckt gestern nachmittag der 53 Fahre alte Buchhändler und Hau'eigesilliilier Willi Gritsch aus der Cadiner Str. 8 Selbst- ,nord verübt. Fritsch benutzte zwischen 4 und 5 Uhr einen Nordring zug nnd jagte sich zwischen den Stationen Gesundbrunnen und W.edding eine Mevolverkngel in den Kopf. Die Verletzung war so schwer, das; der Tod bald darauf eintrat. Die Leiche wurde zunächs nach der Unfallstation in der Lindower Siratze und von dort nach dem Schauhause gebracht. Der Polizeipröfideat zu Köln teilt mit, daß die, S e- euritaä". Allgemeine Krankenversicherungsanstalt zu Köln, ein geschriebene Hilfskasse Nr. 93, sich durch Beschlust der General Versammlung vom lS. September Ivll aufgelöst hat und sich feit diesem Tage in Liquidation befindet. Achtung, Arbeiterjugend! Der Vortrag von Konrad Hönisch über .Geschichte" fällt Sonnlag. den 11. d. MtS., ans. Nächster Bortrag Sonistag,' dcn 18. d. Ptts. Der Einberufer. Vorort- l�acbricdte� Neukölln(Rixdorf). Wahlrechtsstunn in Neukölln. Tie Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstag in ihrer ersten Sitzung unter den, neuen Namen einen kritischen Tag erster Ordnung gehabt, Bei der Eröffnung»lachte Stadtverordnelen- Vorsteher Sander einige Mitteilungen, welche noch zum Rubrum WahlrechtZraub gehörten. Das Protokoll der Berhandliinaen del OberverwaltuugsgerichtS vom 23. Januar d. F, wo die 28 Mandate kassiert wurden, ist eingetroffen; die Neuwahlen sollen irli April stallfinden. Der sozialdemokratische Stadtverordnete B b t o m S k i hat erklärt,� sein Mandat niederlegen zu wollen; er hält es für nn- morallich, dasselbe weiter auszuüben, weil auch er auf. Grund der vom OberverwaltungZgericht als ungültig bezeichneten Wählerliste gewählt worden ist. Der Borsteher teilt mit, da ff die dadurch not- wendig werdende Ersatzwahl ebenfalls im April miterledigt werden soll. Hierauf kam e§ zu einem lebhaften Auftakt für die späteren Ver Handlungen. Stadtv. Dr. Silber st ein sSoz.) gab euie Erklärung ub�Der Herr Sladtv. I u sl hat mir im Anschlust an meine Ausführungen über die Namensänderung in voriger Sitzung in doloser Absicht ustterschobest, dast ich bei meinem Sommeranfenthalt in Obersdorf lBäkierns meinen'Heimatort Rixdorf insofern verleugnete, als ich mich in der st Urliste als aus Berit» kommend eingetragen hätte. In wie Icichlserliger Art Herr Inst versucht bat, mich lächerlich zu machen, beweist der'mir Von der Ktirverlvaltnng zugesandte und von mir selbp ausgefertigte Anmeideschein, auf dem grast nnd deutlich .Berlin-Rixdorf" als Heimatort geschrieben fleht.'Ich lege den Schein aus den Tisch des Hauses nieder und erwarte von Herrn Fust, dast er seinen Vorwurf zurücknimmt.— Stadtverordneter 5 st st. tat dies merkwürdigerweise nicht, sönderil berief sich auf die Kurlislc. für die kein Badegast verantlvörtlich gemacht werden kann. Schliestlich'versuchte er mit eine>n Witzchen über die prekräre Sltuätiön hinwegzukommen, indem er pathetisch den VSN ilsm Angegriffenen nunmehr als.Lokalpatrioten erster Güte" erklärte. Diese vom Stadtv. K o h e nntel-stützte Drückebergerei rief lebhaste Proteste bei den Sözialdemökraten hervor. Stadtv. Dr. Silber- st e i n sSoz.) stellte fest, hast man die Haltung des Herrn Just absterhalb der Bersämmlung als.Kneifen" bezeichnen würde, während Stadtv. W n tzck y lSoz.) die von de» bürgerlicheir Herren veliebte Methode der Polemik als eine lacherliche Kindcrer kenn zeichnete und sich damit einen Ordnungsrnf zuzog. ö� Nuch dieiein Präludium kam es zu einer-tteuen WählrechtSdevatte 1 brausendem Finale. Anlast dazu gab der sozialdemokratische Antrag auf Erlast eines Ottsstatuts' über die anderweitige Zusauimensetzung der Wählcrabteilungcn bei den Kommunal wähle«. Stadtv. Scholz führte als Begründung etwa folgendes ...Das' Wahlrecht ist unzweifelhaft daS' Häuptstück jeder Berfaffung; eS ist ein Polkörecht von gröffter Bedeutung. Dafür find auch die hiiiter unS liegenden Kämpfe biex an dieser Stelle ein Deweis. Um deswillen hat die bürgerliche Mehrheit auch das Drei- klassenwahlrecht unter Bruch von Gesetz und 9!echt damals per schlechtert. Deren Schuld ist es, wenn heute hier ein Rnmpfparla- ment übrig geblieben ist, von dem man nicht weist, ob e? den Etat zustande bringen lvird. Die bürgerlichen Parteien waren sich ihres plechlöbruchs bewnstt; denn schon wenige Tagenachdem erstinstanzlichen Urteil ist ein WahlauSschnst von ihnen �gebildet ivotden. Wir haben all daS erfolgreich' durchkreuzt und können mit Recht stolz auf die vier gewonnenen Klagen gegen die reaklioiiäre Mehrheit sein. Dadurch ist seit 1911 daS„normale" Wahlrecht wieder gültig und die Zahl der Wähler in der 2. Abteilung von 2439 auf 8839 gestiegen. Das war ein Abwehrkampf gegen Berschlechteruilgszeliiste. Jetzt wollen wir das Wahlrecht weiter verbessern, wozu die letzten ReichStagswahlen unS vornehmlich angeregt habe». Tiefe haben die unverfälschte Meinung, der Bürgerschaft- gezeigt, indem von den 57 361 gülligen Stimmen 47 997 auf die Sozialdemolratie entfielen. 84 Prozent der Wähler sind Sozialdemokraten, nur 16 Prozent stimmten für. bürgerliche Kandidaten. Umgekehrt be- setzen die letzteren aber im Stadivarlament 49, die enteren nur 24 Mandate. Hier mnst ein Ausgleich geschaffen und das kommunale Wahlrecht so weit, als es die gesetzlichen Schranken zulassen, er- weite« werden. Aus eine Petition für das a-llgemeiue, gleiche, ge- Heime und direkte Wahlrecht an den Landtag verzichten wir für jetzt; denn die kostet der Mehrheit hier nichts nnd tönnte am Ende angesichts der bevorstehenden Wahlen unverbindliche Zustimmung finden. Wir beantragen deshalb die Durchführung der Zwölflelung, worin irnS schon etwa zwanzig Städte voraus- gegangen find. Die Wirkung des Antrages Ivar interessant. Derselbe Magistrat, welcher gelegentlich der Wahlrechtsklagen zur Herstellung des gerichtlich eingeforderten Zahlenmaterials Monate brauchte, hat sofort dem»Neuköllner Tageblair" einen ziffernmästig belegten Artikel geliefert. So branchbar aber das Material darin ist, so finnlos ist der Rest des Machwerks, dessen Schreiber entweder klaffendes Manko an Intelligenz aufweist oder aber eine grob' mit au'S. Iiche Irreführung der Bürgerschaft geplant hat. Er bringt es fertig, unseren Antrag alz einen..umgekehrten Wahlrechts- raub" zu bezeichnen. Ist es etwa ein Raub, wenn viele Wähler des Mittelstandes in die 1. Abieivmg und viele au? der 3. in die 2. Abteilung aufrücken, oder ist das nicht etwa eine Berbefferung? l Die 521 Wähler der 1. Abteilung würden sich auf rund 1050, die der 2. Ableilimg von 8809 auf 12090, die der 3. Abteilung von 34 000 auf 29 000 verändern. Und das nennt der magisttatSoffiziöse Schreiber- einen„Slaub".! Im«egenteil bedarf es gar nicht der Aufwendung von allzuviel fortschrittlicher Energie zu unserem Antrage; denn auch bei der Zwölflelung bebälr der Wähler der 1. Abteilung noch das 29fache Wahlrecht wie der auS der 3. Ab- teilung. Ein Interesse an der Erweiterung des Wahlrechis Hai die ganze Bürgerschaft. Das kann mit Sicherheit auch von den Reichstags- Wählern behauptet w« den, die für das Zenirum und die Polen gestimmt haben; denn sie dürsten fast ausnahmslos Arbeiter sein. Forischnttler und Demokraten sind ja grundsätzlich für ein aus- gedehntes Wahlrecht. Kein Interesse daran haben allerdings das Häuflein der 509 konservativen ReichStägSwähler, die einzigen„treuen Neuköllner", wie sie im Telegramm vom 27. Januar heißen. sSebr richtig!) Identisch mit ihnen dürfte auch die Alldllrgerliche Fraktion sem; sie wird für unseren Antrag wohl auch nicht"stimmen, da ja von der«eile das eigene Interesse hinler daS Allgemeininteresse geftellr wird.(Glocke— der Vorsteher rügt diese Be- hariptuugch. Wie adcc wird■ sich via kommunal-s o v t s chr i t l« liche Fraktion zum Antrage stellen-? � Sie hat jetzt zu beweisen, ob sie nur aus Rücksicht auf die Wähler sich' ein fortschrittliches Mäntelchen im Namen umgehängt hat, oder was es sonst mit ihrem„Fortschritt" auf sich hat. Im übrigen gefällt man ftch ja immer in der Pose des„Mittelstandsretters"; hier kann jetzt der Beweis angetreten werden, indem man dem Mittelstande die Hälfte der Mandate der ersten Abteilung überlast. Die Hausbesitzer bedürfen keiner Rücksichtnahme; sie haben nach dem Gesetz Privi- legien genug. Wenn wir auch bezüglich unteres Antrages groffe Zweifel hegen, so hoffen wir doch, daß einzelne ans der Mehrheit noch einiges Gerechtigkeitsgefühl haben und dafür stimmen werden. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtv. K o y e gibt die Gesetzmäßigkeit deS vorliegenden Antrages zu nnd versucht dann den Beweis, das die bürgerlichen Stadt- verordneten nicht das jetzige Rumpfparlament verschuldet haben. sondern als Neulinge auf dem gesetzlichen Gebiete den Streit bis zur letzten Instanz durchfechte,! mufften.(Zurufe.) Die Durchführung der Zwölfteiung— fo meint Redner— würde den Mittelstand, der hinter lins steht, ganz vernichten. Es wäre Verrat, wenn mir dem zustimmte». Die Allbürgerliche Fraktion lehnt deshalb den Antrag ab. Sie wird auch ihre Interessen immer hinter die der Stadt stellen. Stadlv.-Vorsteher Sander: Wortmeldungen liegen nicht mehr vor.(Zurufe: Forlschritt: Wo bleiben die Fortschriiller!) Stadtv. Dr Silberstein(Soz.): Das«chweigen der Komni u na l- For tschrittlichen zeugt von Mangel an Mut aus jener Seite oder beweist, daff sie weiter nichts als die maskierte Reaktion sind. Dieser Heuchelei ein Ende zu machen, war der Zweck unseres Antrages. Er ist erreicht, und wird denen, die nicht alle werden, NUN endlich die Augen über diese„FSrtschrittler" öffnen. Von de» letzteren kann man wirklich sagen:„Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit." Ueberall, erweitert man die Vollsrechle. selbst in China muff die Dynastie abtreten— aber hier konserviert man dynastische Ideen.(Zuruf: Die Dynastie Kaiser!) Der vom Magistrat inspirierte Artikel im.Renk. Tgbl." über unseren Antrag fft unglaublich; der ist so dämlich, daff man nur staunen kann,(«turmiiche ilnterbrechungen bei der Mehrheil. Ordnungsruf durch den Vor- steher.) Er verdiente, als Flugblatt verbreitet zu werden: feine Wirkung ist für uns sicher.(Stadtverordnelenvorsteher rügt nach- träglich' den Ausdruck„Heuchelei".) � Stadtv. Winter sucht die Vorwürfe deS Vorredners zu widerlegen, erklärt aber, daff feine Fraktion keineswegs mit der fortschrilt- liehen Partei im allgemeinen identifiziert sein wolle.(Aha! Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb nenne sich die Fraktion auch ausdrücklich„kommunal- fortschrittlich.(Stürmisches Ge- lächter bei den Sozialdemokraten.) Stadtb. K l o t h(Soz.) beweist in treffenden Ausführungen, daff die Mehrheit durchaus nicht ans Neulingen bestanden hat, fondern daff diese ganz bewußt einen~ leider strafrechtlich nicht zu fassenden— Diebstahl an dem vornehmsten Recht der Bürger be- gangen hat.(Erregle Unterbrechungen rechts.� Die Hauptschuld trifft dabei gerade die neue Fraktion, die als Hilfstruppe der Reaklion sich erwiesen bat. Wenn Herr Koye den hinler seiner Fraklioii stehenden Mittelstand retten will, so kann man d e nMittelstand nur bedauern, welcher mit der Wirtschaft hier zusammenhängt. Die Debatte, an der sich noch Stadtv. Scholz(Soz.)«nd Stadtv. Winter beteiligen, wirb immer erregter, besonders als letzterer ausruft: So lange wir hier die Bürger vertreten, hindern wir Ihre(zu den Sozialdemokraten) Mehrheit, geben wir Ihnen nicht noch mehr Rechte, als Sie sich schon nehmen. Ein E n t- rüstungSstiirm von feiten der foZialdemokrati'chen Fraktion ist die Antwort darauf. Dieser wiederholt sich: alS der Vorsteher, ob- wohl er den Tchluff der Debatte erklärt hat, sich selbst noch zu einer längeren Ehrenrettung der WahlrechtSräuber anschickt. Im allgemeinen Lärm gebt alle» weitere unter! man hört nur noch den Vorsteher nach wiederholtem Leuten dem Stadtv. Kloth(Soz.) eincii weiteren Ordnungsruf erteilen, weil er erneut behauptet, daff die Mehrheit einen Diebstahl am Volksrecht begangen hat. Dann hebi der Vorsteher im allgemeinen Getümmel die Sitzufig auf und verkündet ein- Pause, die sich lange hinziehr UNd während der die Stadtverordneten von hüben und drüben heftig miteinander gruppenweise gestikulieren nnd streiten. Lange währt es, che die Ruh: wieder cinigermaffcn einkehrt und die Sitzung fortgesetzt wird. In der folgenden G e s ch ä f t S o r d n n n g s d e b a t t e stellt tadtv. Scholz(Soz.) fest, daff die GeschästSführnng des Vorstehers die Erregung hauptsächlich verursacht hat, während Stadtv. Kloth(Soz.) meint, ganz unschuldig zu sein(Heiterkeit) und die harte Behandlung von seilen des Borstehees gar nicht verdient zu haben. tadtverordn.-Vorsteher Sander will all das nicht wahr haben, ans seinen mit kaum verständlicher Stimme vorgetragenen Aeufferungen klingt aber doch heraus, daff er das Falsche seines Beginnes all- mählich einsieht. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Für den An trag stimmen nur die 12 Sozialdemokraten. Die All bürgerlichen und die Kommunalfortschrittlichen votieren mit 24 Stimmen geschlossen dagegen. Ein tödlicher NnglSckSunfall ereignete sich gestern nachmittag Uhr auf dem Neubau des Grundstücks Bouchv-, Ecke Harzer Straffe. Der im Haufe Harzer Straffe 118 wohnhaste Nestauraleur Hennann befand sich auf dem Neubau, um Speisen und Getränke zu ver- kaufen. Als er im vierten Stockwerk angelangt war, verlor er plötzlich, anscheinend infolge eines Schwindelanfalls, das Gleich gewicht und stürzte in die Tiefe, wo er tot liegen blieb. Mit Leuchtgas vergiftet hat sich gestern nachmittag die in der Kaiser-Friedrich-Straffe 65 wohnende Ehefrau des Mechanikers Reinicke. Ilm 2>/z Uhr wurden die Hausbewohner durch intensiven Gasgeruch, der aus der Neinickeschen Wohnungdrang, aufmerksam. Sie drangen in die Wohnung ein und fanden dort in der Kücke die Frau 9t. leblos am Boden liegend. Sie hatte sich mit Leuchtgas vergiftet. Die drei lleinen Kinder spielten ahnungslos im Neben- zimmer. Die alarmierte Feuerwehr schloff die Gasleitung, öffnete sämtliche Fenster und stellte Wiederbelebungverfuche hat. die indes ergebnislos ivaren. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Den Kindern hat das Gas. obgleich eS auch ins Nebenzimmer gedrungen war, nichts geschadet. Trcptow-Banmschnlenwcg. Tic Generalversammlung des WahlverelnS ebrte zunächst daS Andenken der verstorbenen Genossen Klabunde. Neuleib und der Genossin Papke, dann nahm sie die Berichte über das verflossene Geschäftshalbjahr entgegen. Genosse Freigang erstattete den B o r st a n d S b e ri ch t, ivonach fünf Mitglieder- und sechs öffent- liche Verlammlungen. sowie acht Flugblattverbreitungen statt- gesunden haben. Durch die im Oktober vorgenommene„Vorwärts"- Agitation tvurden 196 neue Abonnenten gewonnen. Agitations- tonren fanden drei statt. Die Frauenleieabende erfreuen sich eines tets wachsenden DeiucheS; auch der Besuch der Zahlabende war befriedigclld. Zu erwähnen ist noch, daff am l. August v. I. daö Gewerbe- und Kaufmannögericht seine Tätigkeil begonneil hat. Nach dem Kassenbericht, den Genosse MichalSki erstattete, betrugen die Einnahmen 24lS.65 M. nnd die Ausgaben 2144.85 M. Der Kasienbestand beträgt 271,80 M. An den KreiS wurden 1728,09 M. abgeführt. Die Milgtiederzahl beträgt(einschliefflich 194 Frauen) 1157.— Den Bericht der Kinderschntz- kommt ff iön gab Genossin Ryneck; für die.Lokalkommisfloii be- richtete Gen. Mikley und für die Bibliolhekskommission Pen.' Bohne. Folgender Antrag, der der Kreisgeneralvcrsammlung unterbreitet werden soll, wurde einstimmig angenommen:.Alle Anträge, die im aufe des Jahres in den Kreis- und Verbandsgeneralversamm- lungen angenommen werden, sind im Jahresbericht zu veröffent- lichcii." Die Berichte der Gemeindevertreter fall eine demnächst statt- findende auffcrordentliche Genekalverfanmitunz.: die sich mit der be-' borstehenden Gemeindebertreterwahl beschäftigen wird, entgegen« nehmen� ken soz;gid�nokrat!schen'Gemeindevertretern scheiden die Genossen Gerisch imd Karow aus. Köpenick. Nach de», Jahresbericht, der der hiesigen GewerkschastsuiEer- kommission in der' letzten. Generalversammlung vorlag, kann die Gewerkschaftsbewegung am Orte einen geringen Fortschritt ver- zeichnen Der Käsienbericht weist eine Einnahme von 364.90 M., eine Aufgabe von 330,11 M. auf. Bei der Bibliothek sind 4611 Aus- lcihungeu gegen 2224 im Vorjahre zu verzeichnen. Der Bestand belrägi 325 Bände. Die Neuwahlen erqaben folgendes Resultat: Obmann: Emil Schubert. Flemmiiigstr. 18/19; Schriftiührer: Eugen OSläih' Kassierer: August Semrau; Bibliothekskommisfion: R. Schulz. Tb. Schutt, W. Guddat und H. Katsch; Jugendausschuß: G. Heinrich, H. Wurl, Schindler und R. Schulz. Ilm dem schweren Schade», welcher der Ardeiterbewegung am Orte durch das Ueber- handnehmen der Bergnügungsvereine und deren Veranstaltungen zu- gefügt wird, wirksam entgegenzutreten, wurde folgender Beschluß gefaßt: Tie Pertreibung von Eintrittskarten unter den organi- fiertea Arbeitern von Köpenick ist den Vereinigungen, die nicht dem Kartell angeschlossen sind, nur dann gestattet, wenn deren Eintritts- karicil den Stempel des GewerkschaflskartellS tragen. Alle Karten. welche diesen Stempel nicht tragen, sind daher von der organisierten Arbeiterschaft zurückzuweisen. Zur Regelung der Vergnügungen für die Vereinigungen, welche auf dem Boden der modernen Arbeiter- Bewegung stehen, wird eine Anslunststelle errichtet; es liegt in der- selben ein Luch zur Einzeichnung der Festlichkeiten aus. Dadurch soll vermieden werden, daff mehrere Veranstaltungen aus einen Tag festgelegt werden.- Die Ausklnifrstelle befindet sich in der Vorwärts- spedition, Kietzerstr. 6. Das Komitee zur Maifeier sollen- die Tele- gierten der Ünlcrkommission für die Gewerkschaften bilden. Mariendorf. In der lebten Gemeindevertreiersidung wurden die gegen die Gemeindcwählerliste geltend gemachten Einsprüche geprüft und dahin Beschluß gefaßt, daß der von Bechler u. Pasche erhobene Einspruch zu Recht aneikaunt wurde; in einem anderen Falle sollte einen in Konkurs geratene Firma gestrichen werden. Für diese Firma ruht daS Gc- meinderecht bis auf weiteres. Anichlieffend hieran machte der Vorsteher die Mitteilung, daß er der Anregung unserer Genoffen stät:- gebe und daß. falls kein Widerspruch erfolge, die in diesem Jahre nolwendigeu Gemeindeverordnetenwahlen im März und zwar an einem Sonntage stattfinden sollen. Unter allgemeiner Zustimmung verlangten auch die Herren der ersten nnd zweiten Wählrr- klosfe,' daff der Wahlakt auch für diesen Klaffe an einein Sonntage staltsinden solle. DieS sind jetzt dieselben Herren, die in früheren Jahren unter dem alten Gemeindevorsteher den regelmäßig von unseren Genossen cingcßiachteu Antrag niederstinnnten. DeS weiteren wird jedem einzelnen Wähler mittels Postkarte seine Wahlnummer. Wahllokal und Wahlzeir von der Gemeinde auS mitgeteilt, so daff sich also der Wahlali selbst viel leichler abwickelt.—• Die Errichtung einer 10. Klasse in der höheren Mädchenschule, lue vis zur Fcrtigsiellling des als Mädchenschule geplanten SchulgebändcS in der Ringstraße in den Schulräumen des Gymnasiinns untergebracht wird, wurde von der Vertretung ohne Widerspruch ge« nehmigt.— Die Verteilung des noch vorhandenen Kartoffelrestes ruft eine längere Debatte hervor. Wichrend der Gemeindevorsteher festgelegt haben wollic, daff die Perteilung von der Armenkoinmisftvn rnid in'derem Ermessen geschehen soff, verlangten unsere Genossen. daß dieser freie Bezug nicht als Äonen u» terst fi tzung gelten darf und daß vor allen Dingen festgelegt werde, daff Arbeiter, die länger als 14 Tage arbeitslos sind, die Berechtigung zum freien Bezug einxZ bestimmten OuantinnS haben sollen. Leider fanden die Anreguitgen keine Mehrheit. Im übrigen erklärte der Gemeindevorsteher, daff, sofern einigermaßen günstige Witterung eintrete, weitere Kartoffel- ladungen ankommen und verkauft werden, Dbcf-Ächöncwcide. Die hiesige Ortsgruppe des Arbeiter. RadfahrerkundeZ„Solidarität" veranstaliet heute abend in den Gesaimräumen des.Schloßpark Wilhelminenhos" ibr diesjähriges Ainiervergnügen verbunden mit einigen amüsanten Neberraschungeii.— Die Gcnonen lvsrden ersucht. daS Vergnügen deS Vereins, der sich bei allen Aktionen und gemein- samen Festen bereitwilligst zur Verfügung stellt, durch zahlreichen Besuch zu unterstützen. Tpanvau. � Die Freie Turnerschaft feiert am heutigen Sonnabend in den Gesamlrüumen der'Brauerei Pichelsdorf ihr diesjährige» Winterfest. Für ein abwechselndes und gediegenes Programm ist gesorgt, so daff die Festleitnehmer einen genußreichen Abend verleben. Jugcndvcranstaltunge«. Lichteiibcrg-Nuininelsburg. Morgen Sonntag ündct ew«uSllug nach den(siosener Bergen statt resspimlt 7>/, Uhr in den Iuaendheimc,! für Lichtenberg— Friedrich-se�I de, Bürgerh eimstraffe 9t, sür RummelSdurg— Tt<«lan, Alt-Ttrala» 56."Tie Partie geht über Sadowa— Köpenick— Grünau— Zwirbusch. Nachzügler treiseii sich um 3 Uhr in Zwicbusch im Rcflauranl von Gärtner. Fakrgrld 50 Ps. Eharlottenburg. Die Arbeiterjugend Charlotten bürg» veranstaltet am Sonntag, den 11. Februar, einen Auzslng nach Saativinkcl, Nestaprant Meyers KrahnbauS. Neben den üblichen Spielen im Freien werden im Saiile, einige GejellschpjlSspiele und AiezitationeN dargebracht werden. Der Treffvünkt ist morgens 8 Uhr atn� Wilbelmplah(Bank). Des wetteren findet abends im Jugendheim, Rostnenslr. 3, ein Rezitationsabend statt. Wir bitten die diesige Arleiterschast. ivre erwachleiien Söhne und Töchter aus beide Veranstallmigcn aajnierkiam zu machen. eingegangene Vruckfcknften." Von der..Glriryycit--, Zeltschrift sür die Interessen der Arbeiterinnen. ist unS locken Nr. 10 des Jahrgangs zugegangen. AuS dem Inhalt dieser Nummer beben wir hervor: Was nun e Von N. Luxemburg. — Die Tcnernng.(Für die 2ese- nnd TiSkusjionSabende.) Von Säte Duncker.— Ein ansgekiarter Despot? Von F.Mehring.— Die Bc- leiligung der Frauen an unserem Wahlkampf und-sieg,«on Luise .-Uetz usw. 'Die„Gleichbell" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pfennig, durch die Post bezogen beträgt der AbonnemeniSpreiS viertel- jährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.; unier Kreuzband 85 Ps. JahreZabonne- menl 2,60 Vi. Freireligiöse Gemeinde. Sonnlag. den 11. Februar, vormittag» ? Uhr, Pappclallce 15— 17 und Rirdorck. Jdealpasiage: Freireligiöse Vor- Icwng. Lormiltag» II Ubr. Kleine Franilurter Str V Vortrag ton Herrn». Trojan:.BUdcr aus der Kullnr. und Sittengeschichte des Volles JSraei". l.— Damm und Herr« als Gäste sehr williommei,. Allgemeine Kranken- und Sterbekasir der üStctaUardeitcr (Eingeichriebene.-i'-lsSkasse 2g, Hamburg). Filiale Berlin 5. Sonn. abend, den Ii). Februar, abends 8", Uhr, bri ck-ostmann Dragonerstr. 15; Mitglkederverjammlimg.— Filiale B a» m i'ch n l e n'w c g. Den Mit. gliedern, die in Treptow wohnen, zur KeniiiniS dast am Sonnabend, den l». Februar, abends von Uhr, im Lotal von zZul. Schniidt, Kiefholz. jtraxe 22, kassiert wird. Witter, ingsübersicht vom 9. Februar 1912. Sretnernbc. ,75030 3 wolkig 0 Haparandn 756 S 2 Schnee amburg s748;0 i 2Du»sl 3 Petersburg 764 SSW 1 beberfi Jeiliii 749 SO■ ck wollig 1 Scilly 7313, i halb bd. Iii Fi-au!'.a.M. 7l7Sna Nebel 3«berdee»; 73? SSO.-.bedeckt 7 München 71!-. SSW I wollig 5 Pari»>745 SSW 4 bedeck, 10 Wien ,753 3 j J Nebel.2-■' Ii|( Wetterprognose sür Sonnabend, de» Ii). Februar INI?. Zieniiich milde, aber veränderlich, vielfach wollig mit leichten Reacnsällen und lebhasten südlichen Winden..... '»rrlincr Wet-s-erbut'e'äi»! I Berliner Credit-Haus I BBT Kommandaatenstr, 67. tWS � Alkoltoifrele Getrfiwko� �raux Abraham Fimb. Messina-ti/Römcrtrank-Kell. N I, Scfakgelsf.S, Fernsp. III 7727 r.llfcrh Sf'lter-U. Liioonad.-Fabrik| l'IÜUa, Thaerstr. 44, T. A.V.mTS.) .SchOtzetE., WcbiTilr.'rn. T.', 1 1| alkcbil-; ftdes 6«tränk. Berlin 0,S\.iiaif8. 4 f ArbeHer-Bekleidung} SM"1 � �össeaerstr. 32 I «3. lx�.o BenjuaBBSLÖß| HamburgerLaden, Chart, WallsLCS i J.Kastner�Äit RofsrLaUenjSfhän�JljipiJMiiS (säcitareien� Konditor.) Erscheint. 2 mal w&chentlich. \__ BezMysi ciueiBen-'Mer�eicSiitis.| UntenstehBnda Geschäfte -mofehlen sich beiEinkSafer SiJl Slotiner's Großbäckerei (ieschäitc In Berlin, Gharfottenbupi), SchSneberg, Wilmersdorf, j Ädlerslio�erESckerei. S. Zsjwiirst Mnx gacker, RamUrstr. 38, ijieherel und Konditorei kvfih. Toorilii. Marianneaatr. I. kZmU Beyer, Thornerstr. fi. Iörot-ral)rik,,Vonvärt»'- ITprmnnn rilrici� Kopenk-k� JroilaisrirZE Brotfabrik BuehUSohn. W'Wy Delor, Prcnilancr Allee 45. Vierma m Carl, Btrninib. 231 WersK Eiler, Schonenschestr. l Ennei's Landbrot � 1 HeiBersdorfcf Mühle VerttoWL: k�l�itJl.S.Rsiioberjii. 1, Mfcr'.tm.St Seüi»rlkei»enl44,sVu!e- Brotfabrik I n'eitesx», I'»rk«)r. 4. c Verkauf in MDchjjesehSftcn Elschopinj?nu!!eSnT?5!" � F«lifnit,-i«sir. 2C. li«i>c«!clcntr. 172. W. UeHacb, SrMtelij. SrJmistr»/T. Ost-Bad, Pallisadenstr. 76. Kuranstalt langjähr. I. Assistent d. ehemal weltberühmt. Jakobi-Heilanstalt SfB� Pflauzenheilvorfahren __ Atteste von Geheiltea. Bad Pankow, Wöllankstr. 26. Passage- Bad �mTs! Reform-Bad, Wiener Str. 65. Med Boxliagen-Rumbg.,' nO Sonntagstr. 4.— diä». II fx ra U m-Pod ä■*■ «J B ä es» B a Sei, lesische Str. 81. ViKtor-ln- IrirtU—— Kottbuser Oamra 75 FriedpichtAtüheimsbad Chnussee.ifr. 87. t Bade-Elnrichtungen) Das gesündeste untmiügste- Bad ii( du I i-aMheselliiii Sirte Z. 4 Co. fsste HsifpiairiclitugeB vo» lt. 12.50 a». (Soliden KeBf>s Te'iizlg. jesutt.). lllistr. rreisbroeeli. 166 iseilen nratis n.(rmio. J.Zsruba St Co.,Hamba!rit C. f giändagen, Pummltw. j R. Beuke, i t'.alsner btr. 56. Berkholz, KBpenickcrstr. 70. Lange, A. E.. Brunnenstr. 167. Liepe, tiehöneberg. Grnnewildsir.SO. Meyer, P., Ri., Berlin erstr. 49— SO. J. Ch. Pcllmann, Letliriiigeratr. 66. Wende. A., �oTtftcr34' Reiche. A. Fritz Reibe, 8ch«Befeerg. liaupfejr. IS Fr.Schnlte, z\d!ershof>Bi»®arck8t.S Zar�mha�Slklh f BeertHa-'flt»»!� Sargm� A�Butti�Zormlv�e��tp�S�� j>?!.,>,», Kixd., llobei.zoUernpl.il H. riSfflür Ba-Uw». stixd. Kiukahu. Mü FHk pSner�llee 170 Hiekei, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 C. I.ibmoBii.I'iaeT-lteralr.I E.GerirliUtT Holdt, Fritz. Eixd., Renterplatz. Gust. Robert, Potsdamerstr.IlSs H. Petenneler, StreliUerstr. 8. Pfeter-Sehlev, Wilh..Zonwiemtr. 1 1 c föl. W Karl Giesmann, Wittstockstr. 7. H. Glück, V/Uhelmshsvenerstr. 51.\, AHEXigtHübner.Scbwedterstr.äi. M Anornst Kmi��Opcniek. _-Aü Bnübääerfj 1 , 7S Geschäfte. | in allen Stadtteilen Berlins{ und in Rixdorf. _Gegvlln«l<.t IHtfg. Herberg, Paul, Amsterd.-Sir. 29 1; t i-ech oers tr. 17. Bargdortstr.14. kuennt Knram.l, Pnnkstr. 46. 1.. Kitnkov skl, WicherUtr. S Kilics-GroRhickcrei. BoBcstr. 8. R Krause. Tojelefilr. St, Trltior. 43.' Broker, Rixdorf, Kansenstr. 83. j Carl Landab», Weberslr.«0. ILnniihrot-BBtk..S',l'»li.Fr,.B8fbtol». BelB«i;cl>t.-CBcen«t. � Bunzel, R. k'»is.I,riedr.-St.49 Büttner, A., Danrigeretr. 96. SfhraniRiar,ü..p.i�.Äis. Vettin, { Beruf»fclcldum J Keiner, Cito,(JÖru-ht Straße«6. Wecker.A..lölenil3in!li Z. Battfedern u. Betten S. Grossmann, Landtfcergersir. 114, Hcntes Blnaciiksta. Msntenffclstt.!J4. Otto Hinz, GraünstraBe 8. Alb. HlIse,Weitn».r5f, Berliner AU* 16 BertbaHerhoId.CnnnenSTlrMtr- 166 Janiszowsin. Felix, Flunbahnst.7. Alb.KeiI,Chirlbg.�4i(»r,>. � Butter, Eier, Käei j Btuterlkandlnaf g J. F. Assma nn 20 Filialen in Barlin I). Wairnpr P Bergslr. 42. " ll�llFi» s», vamenm., Pelzv. Wesim&nn 1. Geschäft: Jtohrensfr. S7a. 2. Geschäft: Gri Frankf.-Str. 115. Bei Vorzeigung. 5% Rabatt. k De meiikl'ei dergtof?« Oranienstr. üii\m c BfRixd.,Ber98lt.l6- ÜirgWBl!!!gr.EF,"rMd«�rJer.tt. Hermann Lebelt, Huaaitteaslr.Go Altred Ller, Wielefstr. J«. lldiMer BnifMk"u'ii: E. Martin, Gleimstr. 55. GuftlirMhUtepti, Rhinowerstr. 2. bHÜrTBittV. Bnrbn, Koptniik Knrlskoru i. Sciinew'id�R.'»ak. Friwfickskaota Th.Jie-mann.CÄdenbarBerstr.äl. Herrn. Proeil, Konnendomm. Albin(juandt, Tilsiterstr. 66. Bäckerei„Nordstern' Inh.: Gust. Müller Filialen!. verschied. Stadtteilen Albert Pfenzlg, GritzntrTlöH Paul Rißmann, Turinorstr. 3«. Mnv rto�ol-.ch. Memelerstr. 65. Conrad Richter[ lirotfahrik Niod.-Schönhauscn! SNiederT.in all. Stadtteil. Berlins* �iX San'ier, b 1 1!_ Z0tto8zi!!st��j S4ohÜtt,«.Sn'5�. 81korskl,V«!le»a«c,lI»l-rn<>i.r(-r»r. 1 1 ?.8prtngkr�°�. htaekr's Rärkerei, H. TrlfLtr. 66. Pani Steozel, Buurascbulenweg. tiotlar Tanpll», Prinzen-Allee 01. Thom.i's bew. Bädiernl ArJtor.tr. III. Geriehtstr. 84. 5. �oät, VslR n,«» i 3Piiial.H«iiptges-h.Sedan.t.lo j| es. Wngeukaecht,(ilugantsi. l'?'. Albert Wiese. K,.! jn/estr, 31. Heirtrich Wittler xg«ter»i«t«l-. SrkvtnFrjl-». 8,»,?-.. btat-Fe'ril.' I. II, J2IZ.»„«,r. 7. 1 r rkatfüsttll. t»it Grgraü. liwS-ßtrilM KbtfeaRstalt; Arten x-Bad, AnltlamoSS- 34. Angusta-Eüd, Kf.peBiclt.-btr,6e 81 »«w-a Und �nicnlr. 107 HQXi Gellnowslr. 41. Bürger- Bad w�rr gad, Münzstraße 2. l_3n IIZ- Rasscnlicfrr.mt. t2llt!8!-f3i An.''n' 25. H�aii FsJ,< i.' e.» tVil>.?r«ii.titt' 0"'d Afct.-Brao©r.Pot5dain.Eig.Sie4erl. Berlin SW, TempclhoVer Ufer. 13 DraBäeahQrf:a.H..WilWlaisdorrcrsU10 �poz. Potsd. Stangenbier livTgstr.ü'i IU 1412 Feinst« C�ramelbier Bmi WM |feinsteOuahtätsbiere.| Brauerei keüerheri Versand- und PiisenerBier. Brauerei Tivoli Fruchtstr. 37 Üarainel-VVeiTshier fixt slliloUrri. erftisckfuJ. bf.koamlith, Berliner WcIRh.-ßrauerd E-Willper ö roter jans Hal2Wef.SfM»i--An««>3° T.in,>06». ( Cacaö� Chöc"oi«d~ � Althans.iirauU'r-kuac.�iu�oxerstT.ie. PirtiüY G Filialen i.«n. V>y llaX, vi., Stadtteilen. Ft.rd.Hahii,lisrliB.Pertcrsb»rg«r5t72a H.P»ehlke,Srliillliig«lr40, Kuiiilire�. Die Fabrikate der „Sarottl" Chokolnden- o.CacnolediiStrle- Akliengcse))sc!i«tt ■ind Oberall erhältlich. Nea: Slmpll-Sdiofcolade Bonbonhaus Fr. Schröder Spandau, Filialen i. all. Stadttl. IC. Habels Brauerei hell- Habelbräu- dunkel. FTw. Hilsebein A.-h Lag/»rbi«r und Malzbier _ ag_____ Hempel, E., Mülierstr. IS■ Kahlenberg� A., I,i»btiv»16er»t 45 . 13Sd. QoBdbieB* ist nicht nur ein Erfrischüngsgetrink, sondern auch ein Gesnndhcitsblcr ersten Ranges. Serlinerönlons-Braoerei, Berlins. u i senTTranefeTWei äensee. P.SöinJernaufiCc J* ytl�anktSlr. 69. Hermrv iucent-.Rfxd. ,:Berg3tr.l3 1. Wcrdcr-Drogc riej l'rUi.Hüi-vdrerst. Ja. V» cddrng-Drrjgcric,•Ocrttersfr. 87.* Weissbach 6 Fischer, Bellealli&iu.e.st23 Zobel, Georg$ N, Ackcrslr 50. f Eisen» u. Stahiw., Waff,) Am, O., Ri., Kaiser-Friedrichstr.6. Otto Anders, Brunnenstr. 109. W. Aliner, Mulackstr. 24. Otto Bolls, O. Grüner Weg 49. BPfirfiP? Eiseuwar., Werkzeuge . uuijCi, SchÖucberg�osi.MQlterstr.l Geutel,C., Boxh.jNcueBahiih.St.26 Herrn. Braun, Landabg. Allee 149. Brenneke,C.,w�Sei�:94 6. Branneke, 8e!»iLAIIu 156. G. Brucklacher, SSS«! Willy Erpel, Turmstr. 29. FinekvR., SpsaJau, ßekis'VsMetitr. 34 LBMffT"ilmersdorferstr. 102,3 nliltl Haus- u. Küchengeräte Carl Jung, Stromslr. 31. lung&lBiii, ÜWWZR. III. KaüirerXf.,b.Sckär.c«ei4f.JMi3ons(r.l() 1/ f n P O Stiii, ekead., Ueiidtazsur. 104 IllUöiz Werkzeuge. Ad. Kunze, Rixdr.,Kaisei:l-iicjricästr. 178 Gust. Lenz GiS,,. Lincke, Rixdorf, Friodelstr. 9. B.Löb.tke Nf.E. Sturm, inmatiltrsllS r.jul ineht CSpenickerstr. 126 rllul U'.!:l Haus- u. Küchenger. E. Mentte! Ncfcf.. Ksfrnkaorsctslr. 4. FranzFfelfer.'O.Frankf. Allee 139. Sei!rjRei66r,"=SS-s | Rüblntann.P.jMüUersMOb.K.Seest. [. SCilfniiSF Gr.PnnAArt-'�r.lon. MariMito Sellarb, Th., Ki.. Hennannstr.48, Wescb,Charltbg.,Knokflsd«rl8tr.23. ArtliarWeigeU'�r- [ Fahrrad., Hähmaeoh. Ba«m,Emil,.-icböneb.,Herbertst.l Brennabor SÄ i Falrrsfi-L�tiaiis htäm Reue Sch6nhauser-3tr. 11. 1 MirradliaasSüd-OstKcichenbcrgersLlZ! ■VeiriJ.,„i|[art Kiiltr- 106> HöodftCftl J a-jfehtf ABot Franz Fritsch, Deutsch- Kronast. 1.- Fkiscl!- ü. Wurst-Centrals Frankfurter- Allee 1K2 Erste b. billigst Bezegs�cile deb Ostens. C Gerlach H.GemdtjSprt» isnl.l 7,EiBs.Samoa»lr Fr. Gerlach. Tnuroggcnerstr. I a. | Rok.Glene.MciDensee.GDit.Adolfblr.IS ; PaulGnädig, Britz, Rudowcrstr.ld Gottlleb, Reinickdf., Amaadest. 109 OttoGrubenochsl'r. Gusinde, Rieh.«Äv O. Gleich, Sudarf, Uobaazolierapl. 7. Hsmpc, It., Hermannstr. 58. Pirk-rd Point* Keiaicketidorfentr.108 Hlffiaiü ntiülB,!. fleisch- a. Wurstw. Georg Heinold, Eaciesbargerstr. 5. f.-a'iMt Mesrar, Gaudystr. 49. üreorg Heiter Rtht'c Eraavschsr. n. Tharinger Wststw. I. Geich., Asditiistr.SOtBiamiBslr.TJa ' Schütz,ii'är?cbäiüer9t.«2Iggril90u 1 Seiffert. Eriebvund Vorortei!? CCcnff Andreasstr. 86 , dulil) Bezugsqu. f. Händler. �TOlkWERCK Gold Silber Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Eddweine, nur durch ihr Aroma. Kolanfl'�Ä bfTMnd Foptfopn Sie o Iii M Wesen berÄ «K-VittAAv.-A;aa7 rrm n Clgarpcnhandlanoen j 1' r'.Vii- itrcnZ.'ST!,' r.vik urK'r.AJlrt ZT, Brager, J., Rixdorf, Bergstr. 57. , Bräuer, P,, 0. 19 Proskau erst. 12 Klein. VVilb.�'��' Klemmer W., R,aHda,,yrh<>»»ziIdtixt.82 A.K nnstai ann.h. vavaa.I'nralar» 67. . Llnqsl, Fido, Eiscr.balinstr. 5. . A.lU»�erH«bf., ß«kb,l»rke." Emst Höne, Scbwedenstr. 12. i\y.HoppeETiedricli�agen,Prie�ickst.6S ; Emst Ibscher, Wiesenstr. 11. Jakcbik,Schniargeudurf, Breitcstr. 24. Albert Jähnert JÄü; FritzJentsdiÄhruD� I..Inr.«r,nnistr.,AdlzrJhiif,Bb>inarck«t.36a Ijtil. Rctnpe,BoiÄe5' Fritz Klein. Kottbnaerdamjn 12. WllliKlewitj, Allcnsteineretr. 18. Max Knaut, Ait-Boxhageo 50. 1 Ernst Kolbe, O.lli. Weicbäolatr.15 Ernst Knrtb, Muskauerstr. 33. G. Krause, WciScwM.taaghaasatr 135 M.Kops, Keinickead., Retidemslr. 154. r>!4. 1 nnh Warst- u. Fleis'hw. rillt LBUU l.inlenstr 109. A. lange, Rei« icldf.,Sohariivrel)er»lr.n3 liake's Fl�dunnals"issr Wilhelm Lenz, Haikensteinstr. 9 Ii. lj»wjren?,ilcu}Ickeadl. 0. ilauptitr. 54. Wilhelm Liebherr �de7t Fr. Lindeir.ann, Emdenerstr. 45. Lockmann, Malplaquetstr. 32. RostockerstraEo 43. Rieiseh.n Wurstfabr. Aug. Maar, Schnlstraß« 103. Malwald, Rix d.Machaer-R.E«r>i!i6r»tr. H.Matzkep"�1�' Ernst Mückler, Ri id. Rifkarislr. 31-32. Merker, P. lT™i: ' P Müll» Lleiscb- u. Wurstw. «.ffiuJW Großbcerenstr. 73. ' R. Müller, Pankow, WoIhraksMOl Neubauer, O., Kottbuz.-Dnrum 24. Karl PetrichÄS Ksinfeld, Spandau, StamaiaianLr. 9 Gr. Frank- furteratr. 7. Erste« Loniannin- Bsd Ujl(r Ahhu-Sisg. heil tltraht Wall- TBlin AKaw.Sei-t'OlaaJMt« B.clFrähx(un.iir.FtAft.atr.l36. Littferam«Jmll. Krank«nkataep } Schade, wÄ�u'dgMz�r.: Willy WgnrtPfgim�fiwiwcWMÄ-' r Schulz, Herrn., Schönleiastr. 23. teHüBtiWTMaie.itwäi: C Victcria-Brauerei �2ctDPf«»Saa2epbräu Bad Frle�irichsh�ip-l�; fnb.AliWläZ Badeanstalt. iipscnKeido 18. �nbsnjnnerj-3oti Bau m sc»i u i e nweg.K r, 1 77 78 K«I»er-Friedricb8-Bad,Cli»f].».BW. Kui*-A,,8tal<„Löser" ——-—_ Rosentalerstr. 70. Natioaal-Bad, Brunnenstr. 9 Bad Ostend ! Hiisslirrr, Knitiianpi, IJaliSadenatr.97. Tol.-A. VII. 2634. { Blumen J«nd Kräinze") (HWnr Albert u., MnlIerstr.4I. Fr. Ahrendt.Bszag. X««« ifchth»(.(r.Jt : Eiumen-Bcckcr, 0. Fnodtfarter AIIm 3. Caspcr. Ckarl., Krommestr. 29. 'Ll)cg«r.iliid.,Kait.Filedr.St.30,ßerijsl.5s i llli hard EelRcb, Prinzen-ABeeSO I Paul Gross, Litidta�.63. V.rc�uhu,, R. Grauer, Kopcttliasenerslr. 3. , DamenltowfalrtSbn Cubn,(Tö�riw".,'i ,'..::.i.iTisl'r. 2.'■ Dombrowsky���S| Schöneberg i FIauptAt.25, Tobias Lewing Sehn elderraeiatfir Badstr.'44, 1- Spt. �uÄinfkrtiguhg Lanff in-llaotela u. K�tgiuca aller An: Dainen-f.onfekTiön STO'it Gebr. Naumann Restat,J,�M",asertea7ü '•BrtBDerstr.Sl Paul Zutepmanii 1 KeerrkUeuhut- Chinmirit. 06 �tf3s Hluineeirr'�r J Daiopfu'.Weiß.Stom,Bi.,Ecri»lr!31 ß?ra]jf Wäscherei MERKUR A. BachroanD, Erukfirier-Alife 47. rruMj�Ä23 j'oTNaefe pfirbcrcl n. ebem. Wäscherei i f.. Ron en- u. Dnrncng.irder. t Lö dien, in allen St�dt�eilcxn| I y»erlin� Rixdorf, Stdißneberg' ä flSchhanrifuriBen t.A.hlers�Uo.jS; SeoAschhandlun�._ C. Dittnrann Berii1ue?su'.42. ■K-�Kf■ WeidcrtW.xg 79,;i neb J�.aui wuck und Geflügel Wurstrabr.,Lamlnbg.- _________ Alle« 130, Sp». Roll- seiiin lt.. Ke Bs<'llink..SrhiBhi'liyK',h Oscar Röhr�riedrichshagen Prima Wurst- u. Fleiscbwaren Hornianastr. Riede8,B. Rodewala Wilhelm RSdor, ätettinerstr. U R jtothe, RoihagenerCbaussec 1 1 Ottomar Rudoipb, Gärtncrstr.n., -ScMo'ek,K.,Palli»ad6n3t.l,Boke. ß!to Schreiber E. Sehauer. Huttepstr. 70. \ rt.N'AMöaevcide.'BerliiuLR" WilhelmSchaale, Zossen~_| Spezisl-Hsar-Hans ■ �WSSI Cbausseestr. 121. Rod. Kartmann, s■Jinewjlilirsit. 28. P hüiirler Gehe csrUupAnlli.SV.Stk. I. fflüMdf Zionskirchstr. 44. H. N!xdorf,FrMhfartorA!l. l'J7,5«;JUh. Albert Pose, Fennstr. 16. ('naus- u. Kactiengeratell KüHiüidi. Prinzen-Allee 57 ■ SeHtan r.urstets. Spandau, Sohönew. St. 92 öHÄ, Emaille. Glas,?onilha,LaJi�. i«arl örünor Wog 42. I»ftuil Gasköch.W.iscbm. Wilmei*5d-Str. 120, Lerapen. c Hsrrsn-Arilfto! Andreasstr. 37. Kri»»tlen-SchBlz8 H.Bock, Sixdorf. Kaiser friedrichstr.lO. * Magazin England Koitb Datnia 78, Orzoießstr. 162. Hüte, Wasche, Crawattev Dittmcr, Acherslr. 68», Hulgeschaft. Torkel. Artilleriestr. 4 Rieh. Jahn, Treptow, Grätzerstr. 6 Fmil IBnnt FriedricUstr. 115 Lillil ilijcl Oranienburger Tor. E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Krause, Wilh., Iii.. Herrn.-«. 168. J4sSoKu?.tSselÄh- Gg Karsch, Britz, Rudowerstr.95. Ad. Mahnke A. Nltschpan, Bergmannstr. 11. A.Sani uelvO. Mirbach st.62,§chinnc. Scholz, Osw.�ÄVsiriii; Sprengel, A.Sen:rÄBe Waizencgger.J., PeionburgcrurAS. H.Zeller,0.-Schiinew.,Wiihelsiiiuiih(itt.l4» �H�pen-oJKnaboitBapi� ImerikanVerkaiilsyiea J X?» S»I» Dadstr. 26, Ecke • Prinzou-Allee. Besser, Julias, Ri., Rorgstr. 19, E- Ehmanii) Kixd., Bergstr. 88. Hamtarg-lteptZsR.� Zielonarki, Oranieantr. 21. Leske& Slupecki, Srhönh-Ailee 70« Morenc? Rixil., Bergstr. 44-45 illdlCuS, ö. teriejc». Maüichteideteh Raitzlg, Ad., Frankf. AHoc 107. Rosner, nax�'�t0'�: Lager fertig und nach �aß- 77 Kottbuserdamm 77 / f August Scacgn Schachmann, Lenis, Bnnaentlr. 5!. Berth. Schweriner, Wrangolitr.M [ Hate, Mfltzen a. Pelzw.) Brunnonstraßo 53, Badstr. 65 Huthaus Norden Cäassssestr. 55, Ecke Wöhlirtstr. Beiße, Rud., Cbausseestr. 66. Casper. Ed., Rixd., Bergstr. 139. ■B. Grund Brunft. 177 Herraann Haaße,Iiivalidenst 128. Honcon Kixd., Berliner Str. ll, UadotU, Osten, Koppenstr; 18. Jacob, Oskar, Sdiönh.-Aileo 104. Zum Hutwinkel S. Kohls, Chaussoettr. 85. { Kaffeo'Spezialfloach.r� Schönhauser Alice 70d. Raaers Mischnngen werd.v.sparsam. liansfrauea bevorzugt! Nur C54 NcueSchönhausorstr.2 � Kgffefe'Suppcgiate"""j Ot�o"r,l!..T;ixdr.,l,ri9jnMdjerr«lr.2t. H.Bm.izileil.PriwIrichsbg.Schai'Bwcbstr.r, Budadb. Franz, O., Goßlerstr. 23. Geora Buruw, Strorastraße 39 Joh. Cieclor, Neue.Hochstr, 32,3t A. Durin, Sahönfließerstr..10. R. Ehriv, Liubenwulderstr. 47. Gi.st««Eigcndorf,0. Müggelät29. Arthur Buke, Anisterdanierst. 10 ü. iiM W A. Fiedler, Köpenick, MüggcILSt. 41. L. Friedrich, Mariendorf, Bergst. 15. Fritz Gerulü Beusseletr. 75. W.Gehrlfvg, Keiniekpn(ir.,Re'w!eM8U3� TT. OeetTllch, Ueimekendf.. Pr8Tinzstr.54, Herinanu(«eliftch, Adalbertstr. 19« Goetsch, Ernst Grabitz. Breslauor Str. 4. Richard Groggert, Wismarplatz� Man Hanheiser,c4«aM F Kottbnser- *. esz�erj, c.. 0amm WI9. Weiner, H., Oreifswaiderstr. 33. Winscliaf:ers(r..Nelif.,.Bniiae»xU67. Willv Knobe�1" Kohle, W., Lichtenberg, Bagcnstr. 50. Kraatz,Georg,Schönholzerstr.tl. Kramer. Rid»., O.Kronrrin/�nstr.ST/sa Kühn, Oswald, Müliorstr. 131. W.Lange.Friedrichshg.Jairzest.O. Langel HL, Rixdorf, Walterstr. 10. G.L. Liese. Cöpenick, Schloßstr.8. Kleb. Liono, Ackerstr. 132. Lips, Chamissoplatz 8 Herrn. Loewa, Tegel, lierllnerstr. 13. Lnssier. G.. Warsciiauor Str. 5. Looiiner.FeHx,Rixd.,Weich8el«t.7 Martini, Erich, Uixd., Allerstr. 38. KarlWercier,Hut{en8i3 Micliaolis, Paa! �o�rui" Mewes. Adolf, Warseliauerstr.55. Hugo Mollhoft, Glogauer Str. 33. Ma x Moysich, W ilhclmabar. St. 46. Paul Mulack, Mariannenstr. 8. HMiilloi. Gehe aufWar. 6°„ R. .Dlllllcr Tegelerst. 1 IX 7002. Iilfillrin T. Kottbuser Damm 31 HlüllCl, 11. Ilera.Sl.l55,Knesebechstl8 A. Plaacke, Gderbcrger Str. 55. Erlebe, E., Eoxhag.-Chaus3ee22. R. PuKlmann,Woldenberger8t.32 Carl Quast, Prinzen-Allee 16, A. Ramhold, Prinzen-Allee IS. Carl Kobra, Langhansstr.58n.t48i Will? IM Runge, Otto, Riy Hermannst. 53, A. Sagebarth, Feiitbelliner Str.21. Schäfer, II., Nene Koehttr. 5. S. Bcthke, Georg, Är Rixd.,ElbeEt. SS.Kaii.-Friedr.-Üt.öi Weserstr. 189, �riedelstr. 23 Treptow, Grätz-S v,raße 64- iBordasch. G., Äi., fca J8.-Frdr.-St.2!> C. Bosse, Reinickendorf« ratr. 29. Jul. Conrad, Rheinsberge rstr. 44. Bernhard Danne,K&«tuieo]JL50-51. C. E. Fink, N, Pankstr. 92. Frese, Ernst B Äo** Gaege.Otto�™" Paul Gaege, Spandau. Bno U �> i L�Z-lehl-u.Rohmialw. JUb.ndUKU Bergmannstr. 95. Heerma.II.,RI., H ermannst?. 172 Heinrieb, LSggr Karl Huhn, Schererstr. s.\ Korn, fluto I Uohhfllt l'Tiliwt 1 28,7. A Nor« 83«$ n. nUuuclt TU-a-TinStettliLlIupthsInli. B. KrOger, Schöneb., Haupte tr.163 E. Kunze, Charl., Knobelsd.-Su 16 LanzA Jagmann, Winsztr. 53, Posenerstr.lS.Stralaner-AneelS. Lüdtke, H., Frnchtatr. 67. ......»t."------ Gus.Meyer, Holml ""-da— .-81. lä.Wii er-Sch5n ttft.-Stl. Snewelde C. Neugebauer Ob Rietst!!&««1.'s™;.,« Otto NowackNachfol. Spandau. Geppert, Paul, Zossenorstr. 32. Gericke, Fritz, Müllerstr. 145. eieäser,A.,;Vr"en4d2" � I. kM, MäbeN Fabrik. PI Gr III, Reiaickendorf, Scharaweborslr. 15. Stallschreiberstr. 57, Bar- und Teilzahlung, ___ Verkauf i. Fabrikgeb. Hopp, Jul., Brunnenstr. 138. König, A., Ri., Berlinerstr. 102. lenn. Kogel Kiichenmöbel BerlinerKüehermäbel-Fabrik Nmtf.Kmiqst.31S2, T. VII 4746 Kottbuser Damm Ml ll�vScbwedter St. 2. maA a.d. Kast. AUep6 L. Lazarus, Petersburger Str.62. Lfl'Meeke. R.. Bi., liergstr«. Hugo Mob, W. 57, M« ßebsch, E.f C. Reiher Na(hf.,Veteranenst. 21. ibmil ftufiar Tleehler-Innungsmeiater Prinzenstr. 34 Schmidt, Otto>15be'tabrik f GartcnBt.52. Jiob. Seelisch, Möbel _ Fabrik B-rlbi Bijscrstr. 7I,'7Za. Spezisfität: Heise i. nittlrre Wohnangacinrichig. H>«h«h»T��öeisenaüstr?18 A.ScbQ.ter,01i.ScteneTelile,EJ»oinl.5 Wilhelm Slotawa Turmstr. 81, Waldenaenitr. 84 Schwanke, Rlxdf.,Hermannstr.229 eig. Tisclilereiu.Tapezierwerkst. Wendland, Ernst Möbelfabrik— Bar- u. Teilzahl. Reinickend.- Straßc 114. Bm WiH ln� Wprtlpr Charlottenburg v. grncr Sclmrrenstr. 10. f Hlöbel-Transport � Kobert TronzeirropemcTersTr�oT. KrügerjIUidorf.HermaDnstr�StjT.SlS. JI SfUfl R�terstr. 96, IV., 4195 . LOhyg Billigste Preisberechng. PaulSchnr�GdiLL�Dirj�� � Molkepeien feliijöiiiflrs Milch kuranstalt amYiktoriapark Kreuzbcrgstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Kinder- und KurmÜch. �iilch Schmidt Rlxdorf ricnnannstr. 33, Hermannstr. 95-06. „SchweUerhof", Meierei und Milchkuranstalt. EmdenerStr�ö�:: � liflusikaiien) Nleme�ir�racken.d E.KöptiiickersLTe Frankfurter- Allee 73 b Frankf.-Chaussee 115. Scholz ( Kluaikinstpumonto ) Braun, EniilSÄ Kirst, Rieh., Brunnenstr. 45. Plate& Co., Köpenickerst. 105�6. Lorenz Rahnxel, Oranienstr. 181 I-Orheer� Mfillerstr. 14. BGAusik- Hau» 1 1 w lAcnzenhauer——— Größtes Spezialgeschäft der Branche. S�iUelraarktlta. �eetz, Spandau, Havelstr. 21. Schnötke, Otto, Ri.,R!cliardBtr.115. MShmaschlnen Gollnowstr. •5 Waschmasch. ) Cciimann, E CT AMMSi Hermannstr. 177. ■ Lp Iitfl Kottbuser Damm 28. Df�iR bestes deutsches Fabrikat £ luU Steinhauer, Spandau. Ri., BerliDerat. 84, : HcrmaBB�t 59/60. Singer NäiiinascMnen Läden in allen Stadtteilen. Ba53orf7Moabit�nrrm8tr�47 Dasei Paul. N, Müllerstr. 174. Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Hasler, Gollnowstr. 18. Kauenlief. Schubert, Carl, Ri., Bergstr. 148. WienstruÄjSpa�� � Papier» u. Schreibw.) O. Prochnow, Rix��erm�instk!�?. Seldler, Louis, Ri., Bergstr. 42. c PfsndleiHsn 1 M. Ptäiiileifee 58 Spottbilliger Beitenverkanf, Hochmoderne Herrengard. IbrcaTerk, Scamccksach. etc. E. Krön, Köpenickerstr. 55 a, I. Langer, Wrangelsir.9 2, BilligerYerk&iif. Schtnldt, Fennstr. 3 E Senfiteben, Kottb.-Damm 28, 1. J Phot. Apparate, Bedfsart. J J�tg�s�xuuT�UiTLe�tra�s��Oa Pro j.-Ap. Kinos A.E.A.6%TJI19S6 Zaremba,WeiaSergsweg 1, T.Kdp.8532. Putz- u. Modewaren c_ {M. Hsase Rixdorf, Bergstr� I Putzgeschäft_ . Damenbüte. Spezifilh«. f Damenhüte Li. Frankf.-Chauss. 152 a Liefr. d. Konsumgenossenschft. SchmalinskljKi., c .lCl,Pat7.,l,nrpc. Puppen D P. R. Zierow, C Resterhandlungen LniseFrÖmel, Greifswalderstr. 199. Carl Joch, NO, Palisadenstr. 97. Pauline Preissing, ReinickendfereklSJ, Berth. Schreiber, Keae Kenigstr. 35. f Sohahwaren, Schuhni� Mi Sry Damaschl 7?ranär?S1imascS7n�n G. A. BattierAndreaaslr. 79, Petenbarger- ftr. 87, Spandau, Sciiöüw&ldersir. 19 Erns. Adam, Friedrichshagen. Anhalt, E., Andreasstr. 13. Baumgart. H., Manteuffelstr. 28. Bayeiibacn,Treskowst.I8.z.engT.Prcli- Warschauerstr. 31 Rumburg, Mozartstr. 8. he. Invalidenstr. 144. J. Dcnzig Ndif., Chausseestr. 26 Eilers, Anhaltstr.4,Lindenstr.ll2. Engel, W., Reinick endorf erstr. 93 Osk. Engier, SwincmiiDdcrstr. 63. Osw. Fabian, Köpenick, Kietzerstr.l. Fleer, Friedr., Sparr-Str. 17. Fcrmanowilj,Yorakstr.53(100/r1Rab.) OttoGrätsch, Chausseestr 12u.67. Goldmann, Spandan, Schönwa!derst.S4. Heinrich, Johann, Petersb.-Str.SS. H. Jetzlaff. Badstr. 54. m rtfVgk Fabrikmarke für haltbarste Xr Vt0., Michaelkirchstr.8 J. Gebhardt ÄÄ George, Adolph, Badstr. 65. Emst Gräber, Brunnenstr. 78. H.QraBPBßrK."ÄÄcV H. Kammler, Charl., Knimmestr.28 Kniebuscb.W., Frft. Chaussee61 E. Knuth, R-ldtZ»», Sonntagstr. 3 B.Lechtermann,Drej«e-E.Wilsnaelerit Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wllh., Kottb.Damni23. fLtidörs,H.,KÄ�J RöÜOÜ Plön, ÄSS: l? Quitzow, Job., Müllerstr. la. Emil üuade Carl Schlewlnsky, Koppenstr.4. R. Schmelz, Willy Schmidt, Friedenan.Rheinstr.lS. Ifiostav Sttiolz Schönemann, G. Ri.,Berl.-Str.73. F. Schönwitz, Berl.O.,GossleT8(r. 27 W.SchultzBoxhagen.Nenr r.ahnhofstr.32 Schumacher, O., Tegel, Berl.-St.5a. Schulz, Osw., Frankf. Allee 24. Gust.Schoder, Oranienstr. 155-56. W.Sfß�ßl Swinemünderstr. 86 _ Ecke Lortzingstr, Max Storch, Elbingerstr. 100. M. Tomecbna Nchf., Bröckenstr. 16. Paul Trenk, Charl., Spand.-Str. 32. A.Trenner, Wilhelmsrah, Haaptstr. 12. Tnixa, W., FrankfL�illee 185. Berlin 220, Lindenstr. 16. Beste direkt.Bezugsquelle! Katalog gratis. Versand aach aaCerhalb, billigste Preise, R. Weise, Nowawes, Priesterst.74 Wittib, Ad., BeÄ«. Zabel Nchf., Charlbg., Berlineratr.HS. c Versicherungen �Deutschland" Berlin Arbeitcrvcrsicherung— Schützen- Stcrbekassenversicherg. Straße 3. .Iduna'zu Halle a.L. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicberung. Warenhäuser JI Spondau Ii. Wilh. Herrn, besser Kolonst.54 Schöneberg KolomtSt Bei jedem Einkauf Rabattm c Weine, Liköre o. Fruchtsäfte I 60 Filialen in allen Sladteilen. Volte, K., bimon-Dachslr. il. Bettinger, E., Walii-ilcle, V, irVi»l'sir. Eile m.Weyle. likörfabr., Gerichlslr. 16. GroBd., Zur Sonne', P. Freudenberg. Martin, Brnno, Hl-, Herraannspl.b, Brunnenstr. 18 und Filialen. EüuelTetk.i.Eogr.-frcii Pnnngil OroSdestiBation ÜUUrdU Oranienstr. 207. Waschmittel ) Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller Waschmittel. ( WelB-, Wollw., Trikot.) AhlscSer�TTisL�honnerstr�S. H. Barts, Schönhauser Allee 107. Bredow, Otto, Ri.,Hermann8tr.5S H. Gardeis | Georgi, Ernst s�lLj Hoffmann, Carmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnwebcrstr. 52. Julius John Jonas, üemiann ÄB,'Sei Juncker, H.�S«tr.i7i Carl Klein, Höchsteatr.16, N.O.18. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. Krlebel, Schöneberg, Leutbenst.S A. Kaesler, Caprivistr. B. Ch. Loewy,™»�.1 Meyer, Bcrnanerst.l 2,(Arbeitcrhemden) Nachmann, Müllerstr. 131a Kou.-LieL Fr. Oliwetzki, Alte Jskobstr. 137. Schaefer, H™5i�a- „Friedrich Wilhelm" Berlin WS, Behrenstr 58—61 Lebeoj-,SterbelMsen-ii.Arbeit«rTfr8ictig. Mit u. ohne ärzü. Untersuchung. ■Tai, res-, Monats-, Wochenbeiträ�e M. Schaefer S.W. Hollmannstr. 43 W. Maassonstr. 17. S chrom, Lina, Mirbachstr.' 81. Otto Seelisch, Kochhanstr. 8. Hermann Meyer, SehiTelbeinerSL 21. '.Stein ReiBickeDdf.W.ScharBvebergt.1 1 6 Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlralstr. 4. L. Schneider, Weberstr. 61. R Trrhdnnfl Elisa bethkirchstr. 13 H. laUlÜCljc Wäsche, Bettfedern- Thurow,0., Charlbg.»Cauerstr.U L. Vierarm, Zionskirchstr. 34. E.Voigt, Reinickendorf, AmeDdwtr. 101, Albert Vogt l Wild u. Geflügel] Berliner Str. 43. C.Dittmann P. Hildebrandt Schmidt, E., Spandau, KaTelat.id Zaatrow.T.and.btri|«r-AllwH7.Fitfbf. Zahn-Atelier J E. Bade, B. Schönhauser Ailee43,l. Hollbrudi, Herrn-, fuiztS.gtgr. 1871 Berod, H., Elsuierat>7, t. Eosttal.P'. Jordan, AlfT.,Feiiiiitr. 61, gegr. 18S8. Witfo Mq-v Muskauerstr. 16 n illc, ffluA Eck! luiMUciltl. SIMR aup ja mj* mt aak m im pfimti 1,20 Mark SCHOKOLADE s W-5 tafe! von s kippen 40 Pff. . X-.50,/--:.,�.�;,--r--. ............ v;�,........:. . faSA bvSs.v LtraM 100,1' icher Redakteur: Ulbert Wachs. Berlin. Für de» Inseratenteil verantw.: TH.S!lscke, Verlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Vuchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer u. To� Berlins�, 5f. 34. 29. Jahrgang. 4. KeilW des.lotuirts" ßttlinet ildlislilatt. Zounabend, 10. Febrnar 1912. Verlamznwngen. Zentralverband der Zimmerer. Die Zahlstelle Berlin hielt am Mittwoch ihre Jahresversammlung ab. Ter Geschäftsbericht, der gedruckt vorliegt, wurde vom Vorsitzenden Witt in einem kurzen Referat erläutert und ergänzt. Die Konjunktur im Zun- mercrgewerbe war 1911 in den einzelnen Landesteilen rechts vcr- schieden. Während im Süden und Südwesten des Reiches, sowie im Rheinland und in Westfalen die Bautätigkeit im allgemeinen sehr günstig war, bewegte sie sich in den östlichen Provinzen und auch in Schlesien in nur sehr mäßigen Grenzen. Ganz besonders war dies auch wieder in B e r l i n und den Vororten der Fall. Als Ursachen hierfür kommen in Betracht: die Verminderung der Zuzüge gegenüber den Wegzügen nach und von Berlin, die steigende Zahl der leerstehenden Wohnungen, die ungünstige Gestaltung auf dem Geldmarkt hinsichtlich der zu beschaffenden nötigen Kapitalien. Eine leichte Besserung machte sich erst im April bemerkbar, diese wurde aber einen Monat später durch die Lohnbewegung der Klempner und Eiscnkonstruktionsarbeitcr bis Ende Juni wieder unterbrochen. Anfangs Juli stellte sich dann eine etwas träftigere Bautätigkeit ein, die aber weniger durch den Bau von Wohnhäusern, als viel- mehr durch die Errichtung mehrerer großer Geschäftshäuser und durch umfangreiche Beton- und Tiefbauarbciten hervorgerufen wurde. Vom Septeniber ab trat wieder eine schwächere Bau- tätigkeit ein, die, abgesehen von einigen Wochen im November, sich bis zum Jahresschluß trotz des offenen Wetters dann noch tvcilcr verschlechterte. Diese stagnierenden Verhältnisse auf dem Berliner Baumarkt haben denn auch eine erhebliche Arbeitslosigkeit unter den Zimmerern zur Folge gehabt. Davon zeugen nachstehende Zahlen: 1911 betrug die Akitgliederzahl im Durchschnitt 2517. Da- von meldeten sich arbeitslos: 1235. Zahl der arbeitslosen Tage: 26 749. Arbeitslosenunterstützung wurde gezahlt: 28 369,59 M. Wie die Bautätigkeit und damit die Arbeitsgelegenheit im neuen Jahre sich gestalten wird, läßt sich zurzeit noch nicht recht bc- urteilen. Das Verbandslcbcn innerhalb der Zahlstelle Berlin gestaltete sich ini verflossenen Jahre wieder sehr rege. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen sind tariflich bis 3l. März 1913 geregelt. Darum konnte das Schwergewicht der organisatorischen Tätigkeit auf die Propagierung der Verbandsbestrebungen, sowie auf den Ausbau der inneren Einrichtungen der Berliner Zahlstelle gelegt werden. Im August vorigen Jahres faßte eine Zahlstellenversamm- lung den Beschluß, daß die wegen Schulden gestrichenen Mitglieder bei ihrem Wiedereintritt in den Verband nicht mehr den rcsticrcn- den Betrag ihrer nicht geklebten Extramarken vom Jahre 1919 in die Lokalkasie zahlen, sondern daß sie außer dem statutarischen Ein. schrcibegcld von 1,59 M. eine Extra-Aufnahmegebühr von 3 M. zu entrichten haben. Dieser Beschluß löste bei einem Teil der Mit- glicder starken Widerspruch auS, brachte aber dessenungeachtet gute Folgen. Während die Mitglicdcrzahl der Zahlstelle am Jahres- schluß 1919 2634 betrug, ging dieselbe im l. Quartal 1911 auf 2557 und im 2. Quartal sogar auf 2491 zurück. Von da ab stieg dann die Mitgliederzahl der Zahlstelle wieder auf 2521 im 3. Ovar- tal und auf 2589 am Jahresschluß, so daß trotz aller Mühe und Arbeit insgesamt leider noch ein Mitgliedervcrlust von 45 für das Berichtsjahr zu buchen ist. Auch bezüglich der Lgkalkasscnvcrhält- nisse ist naturgemäß dieselbe unerfreuliche Erscheinung zu beob- achten. Während das Vermögen der Zahlstelle am Jahresschluß 1919 insgesamt 66 775,32 M. betrug, verringerte sich dasselbe bis zum Jahresschluß 1911 auf 53 699,69 M. Diese Verringerung des Lokalkasscnbestandcs um 13 975,72 M. erklärt sich durch die mannig- fachen organisatorischen Einrichtungen der Zahlstelle in bezug auf die Gewährung besonderer lokaler Vergünstigungen, die von einigen der Mitglieder leider nicht geschätzt, dem Gros der Mitglieder aber bei Arbeitslosigkeit usw. sehr zugute kommen. Um nun dem weiteren Rückgang der Lokalkassc steuern zu können, wurde von der außerordentlichen Zahlstcllenversainmlung am 29. November 1911 auf Antrag von 23 Bezirken der nachstehende Beschluß gefaßt:„Zur Stärkung der Lokalkasse wird in den 12 beitragsfrcien Wochen, also in der Zeit vom 3. Dezember 1911 bis 24. Februar 1912, von den in Arbeit stehenden Mitgliedern ei» Lokalbeitrag von 39 Pf. pro Woche erhoben. Arbeitslose und kranke Mitglieder sind von diesen Beiträgen befreit." In der erwähnten Versammlung wurde ferner beschlossen, die Hauskassicrung, die lange Jahre bei den Berliner Zimmerern keinen Anklang finden konnte, einzuführen. Das neue System hat sich ut bewährt. Durch den Anschluß der Zahlstellen Adlershof und It-Glicnickc an Berlin ist die Zahl der Berliner Bezirke auf 35 gestiegen. Die Berliner Maifeier der Zimmerer war sehr im- A �posant. 66 Proz. feierten, 1599 waren in der Versammlung. Bei 145 Unternehmern erfolgten AusspcrrDiigcn, die 143 Mann betrafen. Der Verband nahm auch im vergangenen Jahre eine Statistik unter seinen Mitgliedern in Berlin auf, welche die Organisationsund Lohnvcrhältniße betraf. 62 Proz. der Zimmerer Berlins und der Umgegend gehören dem Zentralverband der Zimmerer Deutsch- lands an. �, Differenzen mit den Unternehmern waren 114 zu verzeichnen; sie konnten mit wenigen Ausnahmen an Ort und Stelle im Sinne der Organisationsbcschlüsse geregelt werden. Im Kassenbericht bilanzieren Einnahmen und Ausgaben der Zcntralkassc von 1911 mit 192 924,65 M. An Unterstützungen wurden ausgezahlt: Arbeitslosenunterstützung 22 453,59 M., Reise- Unterstützung 329,59 M., Streikunterstützung 275,99 M., Rechts- schütz 314,89 M., ärztliche Gutachten 46 M., verbranntes Werkzeug 145,89 M. L o k a l k a s s e: Einnahme 32 614,89 M., Ausgabe 45 699 M.; Mehrausgabe 13 975,72 M. Kasscnbcstand am Schlüsse des Jahres 1919 66 775,32 M. Kasscnbcstand am 27. Dezember 1911 53 699,69 Mark. Bender Vorstandswahl beschloß die Versammlung mit 69 gegen 62 Stimmen, dieselbe wiederum auf dem Wege der Ur- abstimmung vorzunehmen. Sodann gab H i n r i ch s c n Bericht von der Schiedskommission, die im verflossenen Jahre 4 Sitzungen abhielt. Nach kurzer Dis- kussion folgte die Neuwahl derselben; gewählt wurden: Hin- richsen, Hüb n er, Schneider, Sommerfeld, Graske, Panzer und Gerber. Von der Tätigkeit der Gewerkschasts- kommission im verflossenen Jahre berichtete K n ü p f e r. Als De- legierte zur Geiverkschastskommission für das laufende Jahr wur- den gewählt: Richard Engelhardt, Hauff e, Hinrichsen, K n ü p f c r und Witt.— Einige' kleinere Anträge wurden bis zur nächsten Zahlstellenversammlung zurückgestellt. Zentralvcrband der Schuhmacher. In der am Mittwoch abge- haltenen Generalversammlung der Zahlstelle Berlin erstattete der erste Bevollmächtigte Hamann den Jahresbericht für 1911, der in ausführlicher Weise gedruckt vorlag. Im allgemeinen konstatiert der Bericht, daß die Geschäftslage in der Schuhindustrie nicht günstig tvar. Namentlich im letzten Halbjahr wurde über man- gclude Beschäftigung geklagt. Besonders unzureichend war die Be- schäftigung der Schoßarbciter selbst in den feinen Maßgcschäftcn. Innerhalb der Industrie tvar es die Lederschuh- und-Stiefelfabri- tation, welche ihre Arbeiter nur uuzurcichend beschäftigen konnte, während in der Haus- und Reiscschuhbranche einzelne Firmen ihre Betriebe vergrößern konnten und auch zwei Ncugründungen statt- fanden. Das Wenden der Schuhe durch Maschinen hat sich sehr stark entwickelt, wodurch viele Heimarbeiter dieser Branche be- schäftigungslos wurden. Auch die Ballschuhfabrikation geht zum mechanischen Betrieb über. Tie Arbeiter werden dafür zu sorgen haben, daß die Vorteile der technischen Neuerungen nicht allein den Unternehmern zugute kommen, sondern daß auch die in den betreffenden Abteilungen beschäftigten Arbeiter angemessenen Vcr- dienst haben.— Die Mitgliedcrzahl stieg im Laufe des Jahres um 154. Sie betrug am Jahresschluß 2849, und zwar 2694 mann- liche und 146 weibliche. Eine über die Lage der Zuschneider und Stanzer in mechanischen Betrieben aufgenommene Statistik ergab, daß sich die Löhne in den meisten Fällen auf 26— 28 M. belaufen, aber auch bis auf 18 M. heruntergehen. Das veranlaßte die Zuschneider und Stanzer, bei allen Lohnbewegungen die Forderung eines Mindestlohnes von 27 M. zu stellen.— Mit der Organisation der Arbeitgeber mußte infolge häufiger Differenzen öfter verhandelt werden. Dadurch ist in mehreren Fällen eine friedliche Erledigung der Differenzen er- reicht worden. In der Frage des paritätischen Arbeitsnachweises ist alles beim alten geblieben. Die Arbeiter wünschen die Einrich- tung eines paritätischen Nachweises, weil der jetzt bestehende Nach- lvcis der Unternehmer zu verschiedenen Klagen Anlaß gibt. Die Leitung der Arbeiterorganisation hat sich mit dieser Angelegenheit im November wieder an den Vorsitzenden der Fabrikantenorgani- sation gelvandt. Aus der Antivort dcS letzteren geht hervor, daß der größte Teil der organisierten Berliner Schuhfabrikantcn dem paritätischen Arbeitsnachweis ablehnend gegenübersteht, daß aber ein anderer Teil sich mit dem Gedanken der paritätischen Arbeits- vermittelung befreundet hat. Der Vorsitzende der Fabrikanten hat eine Aussprack)« in deren Reihen herbeigeführt. Es ist auch eine Kommission eingesetzt worden, welche diese Frage studieren soll. Tie Leitung des Schuhmachervcrbandcs wird diese Angelegenheit natürlich im Auge behalten und alles tun, um die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises zu verwirklichen. Im verflossenen Jahre wurden eine Anzahl Streiks und Lohn- bcwcgungen geführt. Tie ohne Streik durchgeführten Lohnbcwe- gungcn innren in zivei Fällen allgemeine Bewegungen, die sich in einem Falle auf 19 Betriebe mit 133 Beteiligten und im anderen Falle auf 13 Betriebe mit 239 Beteiligten erstreckten. In beiden Fällen wurden Lohnerhöhungen erreicht. In 19 anderen Fällen erstreckte sich die Bewegung auf einzelne Firmen und hgste immer Erfolg.— Einzclstreiks wurden in 14 Betrieben geführt. In 11 Fällen handelte es sich um Lohnforderungen, in 3 Fällen um Maßregelungen. Einer dieser Streiks verlief erfolglos, 3 hatten teiliveisen, 19 vollen Erfolg. Anläßlich der Maifeier wurden in 12 Betrieben 191 Personen ausgesperrt. An den Streiks waren 345 Personen beteiligt. Tie Kassenabrechnung ergibt für die Hauptkasse eine Einnahme von 67 442,49 M., eine Ausgabe von 56 196,55 M., für die Lokal- lasse eine Einnahme von 35 211,84 M., eine Ausgabe von 23 975,19 Mark, für die Zuschußkasse eine Einnahme von 2444,89 M., eine Ausgabe von 3922,96 M. An Unterstützungen wurden ausgegeben für Streiks und Maßregelungen 6269,59 M.> an Arbeitslose 22 992 M., an Kranke 16 159 M., andere Unterstützungszweige 3975 M. Vom Vorsitzenden und auch von mehreren Diskussionsrednern wurden zwei Firmen erwähnt, die ganz besonders Anlaß zu Klagen geben und deshalb allgemeine Beachtung verdienen. Die Firma Knaus in der Koloniesiraßc betreibt starke Lohndrückerei, indem sie Arbeiten, die sonst von Männern ausgeübt werden, von weiblichen Arbeitskräften gegen besonders niedrige Löhne verrichten läßt. Zu- schneiderinnen und Stauzerinnen verdienen Wochenlöhne von 12 bis 18 M., Einleisterinncn werden mit einem Wochenlohn von 9 M. eingestellt, dann bekommen sie Akkord, wobei sie oft nur 4— 6 M. wöchentlich verdienen. Natürlich stellt sich diese Firma auch der Organisation feindlich gegenüber. Ueber die Firma Klug, Neue Königstraße, wird geklagt, weil sie die Organisation in ihrem Be- triebe nicht aufkommen läßt. Arbeiter, welche die Interessen der Organisation vertreten, sind gcmaßrcgclt worden. Nachdem die Diskussion über den Jahresbericht erledigt war, wurde die Neuwahl der Ortsvcrwaltung vorgenommen. Sie hatte folgendes Ergebnis: 1. Bevollmächtigter Hamann, 2. Bevollmäch- tigtcr(Kassierer) Bendig, 3. Bevollmächtigter(Schriftführer) Valerius, stellvertretender Kassierer Galli, stellvertretender Vorsitzender Volmarhaus, Revisoren Grätz, Weißenborn, Krause, Mattig. Agi- tationskommission Hannig, Knörig und Müller. Zcntralvercin der Bildhauer. Der anr Donnerstag abgehal. tcnen Generalversammlung der Verwaltung Berlin lag der Jahresbericht für 1911 vor, dem wir folgendes entnehmen. Die Mitgliederzahl ist von 919 auf 999 zurückgegangen. Der Rückgang kommt daher, daß die Zahl der nach außerhalb abgereisten Mit- glieder besonders hoch war, so daß also ein Rückgang der Organi- sation selbst nicht vorliegt. Auf die einzelnen Branchen verteilt sich die Mitgliederzahl so: Holzbildhauer 559, Steinbildhauer 178, Modelleure 139, andere Berufe 24.— Dem Arbeitsnachweis wurden 1945 offene Stellen gemeloct, davon sind 945 besetzt worden, während 199 unbesetzt blieben. Am Jahresschluß waren 149 Ar- beitslose eingetragen. Im Laufe des Jahres waren 912 Mit. glieder 44 549 Tage arbeitslos. Das macht im Durchschnitt auf den Einzelnen 48,84 Tage. Die Arbeitslosigkeit war in den der- schiedenen Branchen sehr verschieden. Die Holzbildhauer kamen mit 48,17 Tagen ziemlich auf den allgemeinen Durchschnitt. Wesentlich günstiger stehen die Steinbildhauer mit 29 Tagen da, während die Modelleure mit 74,85 Tagen den allgemeinen Durch- schnitt sehr erheblich überschreiten. Gegen das Vorjahr ist die Ar- bcitslosigkeit bei den Holzbilohauern um 6, l>ei den Modelleuren um 19,89 Tage vermehrt, während sie bei den Steinbildhauern um 14 Tage zurückgegangen ist.— Der Kassenbericht schließt in Einnahme und Ausgabe bei der Hanptkasse mit 39 314 M., bei der Lokalkasse mit 17 664,36 M. Das Vermögen der Lokalkassc beträgt 17 388,54 M. An Unterstützungen wurden gezahlt: An Streikend« 1733,59 M., an Arbeitslose 19 991,75 M., an Arbeitsunfähige 2448,75 M., sonstige Unterstützungen(ans der Lokalkasse) 3292,85 Mark. Der Vorsitzende A ß m a n n und der Verwalter Miebach gaben ausführliche Ergänzungen zu dem gedruckten Bericht und besprachen die Einzelheiten der organisatorischen Tätigkeit im ver- flossenen Jahre. Dann nahm die Versammlung die Neuwahl der Ortsverwal- tung vor. Das Ergebnis der Wahl ist folgendes: 2. Vorsitzender Bonebold, Schriftführer Maedje und Bröckert, Beisitzer Klcinert und Winter, Verwalter Misbach, Revisoren Meyer und Lange, Crsatzrevisor Krumbeck. Die Wahl des ersten Vorsitzenden konnte noch nicht erledigt werden. Sic wurde bis zur nächsten General- Versammlung vertagt. Bis dahin wird der bisherige erste Vor- sitzend« Aßmann, der seiner persönlichen Verhältnisse wegen eine Wiedenvahl ablehnte, das Amt behalten. (irobei' Inventur-Verkauf Haupt-Geschäft: jerusalemer Str. 32-35 Potsdamer Strafte 2 Tauenftienstrafte 19a Königstrafte 25 u. 26 Schöneb.JHauptsfr.l46 Schluß; Sonntag •••••••* Neukölln, Bergstr.25-26 Rosenthaler Strafte 5 Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 45 Oranienstrafte 161 Gr.FrankfurterStr.123 Schluß; Sonntag Man achte genau auf Straftennamen und Hausnummern der alten Stiller Firma(gegründet 1867). Um eine möglichst totale Räumung aller noch vorhandenen Warenposten und Restpartien erzielen zu können, haben wir große Warenmengen im Preise nochmals bedeutend zurückgesetzt. Es bietet sich deshalb dem Publikum noch bis Sonntag eine ganz auffallend billige Einkaufs- Gelegenheit von Schuhwaren aller Art für Herren, Damen und Kinder. •s •1 • I •1 Sehuhbaus Carl Gans, Belle-Allianee-Sir. 104 Die Restbestände der Saison gelangen zu ganz enorm billigen Preisen bei sehr reichhaltig sortiertem Lager in allen Artikeln zum Verkauf. I. Ziehung 2. Kl. 226. Kgl. Preuss. Lotterie. /.iebuiiK vnm B. Februar Jttl vormlitngs. Auf J«d« geioir»«»»«mar»Ind»«»1»lalob Hab», fast für die HiUfte des Serie« Tervichiager Brünn, Hackejcher Marti 4. Babnboi Börse.(2eier des »Borwärl«' crbalien 5 Prozenl «aball.i Sonntags geöffnet 1• H errfchaftobettcn. 13,00, zwei Stand, umständehalber Z orckftrade 17 ll--[144 ttardiucn, Portieren, Teppiche ic., auherordentlich giwflige Aanfgelegen- hcit.GardinenhauS Bernhard Schwartz, »allstrahe 13. Vtoiinlsauziige, Paleiois. groge Auswahl, speziell für starke Figuren, sowie eiegante neue Garderobe, 20 Prozent billiger wie im Tadelt, direkt oom Schneidermeister Fürsten. zelf, Rofenlbalerftrabe 10.* Teppiche, Prachtstiicte mit kleinen Farbfehlern, 12,50, Portieren alle Farben 4.25, Plüfchdcckeii 0,75, Stepp- decken 4,50. Gardinen, Irinzelfenster 2,50, ErbStüll-Betidecken 4,50. Günstigste Kaufgelcaeiiheii. Georg Lange Nachfolger, Chaussee strabe 73/74. .VorwarlS'Iescrn noch 6 Prozent Extrarabatt. 025St* Vitiig. billig, billig: Monals- anzüge, wenig getragene Winlerpale- lots, Winlerjoppcn, Ftacks, SmolingS kauft man nur bei Weingarten, Prinzenstrabe 28 I. Gckbaus Ritler. ftrabe, früher 80 Jahre Gilfchinerstr. Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leihbaus.Rofetilhaier Tor', Linienstrabe 203/4. Gcke Nofeulhaler. ftrabe laufen. Anzüge von D.OO Mark an: Palclvis von 5,00 an; Damengarderobe, Velten. Wäsche, Gardinen, Portieren, Fretfchwwger, Bilder. Uhren, Oiold-, Silberwaren, von letzten Autlioneii zurückgekaufte, sowie neue Waren. AllcS fpotl- billig. Anzüge werden verliehen. SonnlagS geöffnet� Hohe Bcleibung. MonalSaiizüge. licbcrgangSulstcr, Beinkleider, GejcllfchaflSanzüge, auch leibwcifc, foottbillig. Schneidermeister, 'Wilmersdorierstrabe 125, I links. Alonatsanzüge, Winierpalelois, Ulster, Gebrockanzüge. Frackanzügc, Smokinganzüge, Joppen, fpondiUta Roienibalcritrabe 43, eine Treppe.' Paiclol jpol lbllliz. Albrecht, Blüchcrstrabe 60._ 21/12 Moderne» Siinbcifporiroagtit nnd Ladenlifch mit Glasplatte verkauft Papiergeschäft. Reulölln, Jtnilcr. Friedrichurabc 177. tö4 Qcschüftsverkäufe. Refiauratton. gut gehend, wegen Krankheit ganz billig Neukölln, Weichiclilrai/e 63.'[53* Mohiciigeschiift wegen Krankheit des Manne« zu verkaufen. Jen- drycjkowsli, Steglitz, Uijsingcr, ftrabe 12. ltvolb Rcftiiuriint. gutgehendes, mit Vorgarten und vollständigem In» vcntar, ist zum 1. April zu verkaufen oder zu vermieten. Näheres Steltiner- ltrabe 20, I rechts. �-[92 MUchgcfchüft mit Rolle billig zu verkaufen Glasgoworflrabe l.[82* Möbel. Möbel ohne Geld! Bei ganz kleiner Nuzahluiig aeben Wirtlchaficn und «nzeliie Stucke auf ftvedit unter äuberiier Preisnolieruiig, auch Waren aller Art. Ter ganze Liten fanfi bei uns. Krelfchmann u. So., Joppcn- ftrage 4.(Schleilicher Bahnhof.)' Berzugohalder 7 passend sur Braulieulc, Nubbaumwirifchaft ntif hochmodernen»ücheüinöbeln. Gas- krön«,«ücheitgejchirr, Teppich, Wand- bilder,>95,00. Saulentrumeau 33.00, Neue Königstrabe 66, I, Verwalter. Händler verocten. 213/3 Möbel> Lcchner, Brunnenitr. 76 zwischen Rolenthalcr Tor und Jw validcnstrabe. Riejen-Auswahl in Möbeln jeder Art. Billige Preife auf Kredit und gegen bar. Kleine 'Anzahlung. bequeme Abzahlung. Liefere auch nach auswärt«. Vorzeiger bicle« Inserats erhält bei Kauf 5 Mark gutgelchriebe». Sonntag nur von 12—2 gcöffncL* Möbel-Gelegenheitskäufe in aller gröhler Auswahl; einfache sowie deffere WohnniigSeiurichfutigen bc- deulend billiger wie regulär. Er- gäuzungsniöbel. Bttieiie, Schreib- liiche 45, ctojaö 45, Garnituren 65, Trumeau« 37, Schränke, BeritkoS 27. Kronen, Teppiche. Bilder. Küchen» möbel, Kiiibfeffel, Lederfofa«, Um- baue, Lederflübie ufw. ipvllbtllig. Leiuierts Mobeijpcicher. Lothringer- ftrabe 55, Ziofeitibaler Tor. Die Uübel find in vier Elagen auf- gestellt._________ 02451* Rehfeld. Badstrafie 49. Wob- nuiigseinrichlungeu 165,— an, auch außerhalb.__________* Rclifrld, Badstrafte 40. Umbau, Plüschjofa» 45,—.• Siehfel», ftlnbjtrnitc 49, englische Bettstellen, Matratze 3g,—, gebrauchte 12.-. 15.—. 16,— Rehfeld. Badstraftc 40, iUcider» schränke 25,—, gcbrauqlc, grobe Auswahl. 282151* Wohnztuimor. iiugoaum, mahn» goni, in rlefengrobcr Auswahl, während meines Jnvcnturverlaufs bis 15. Februar ea. 30 Prozent billiger I Günstig für Bcrioble. Nur Sialitzcrflrabe 25, an der Hochbahn. 'Äioebcl- Bocbcl, Oranien- strallesMoritzviatz) 5e, Fabrikgcoäudc, licjcit als Speziaiitäl: Sm- und Zwcizimnier- ILiiirichtungen. Gröhte Auswahl. V ölagcn in 2 Fabrik- gcbäuden. Billigilc Preise. Hin jjiminer und Kinge 234,—, 336,—, 400,—. 496,—. 506—, 655,- bis 1000,—. 2 Zimmer und Küche 501,-. 571,—. 600,—, 773,—, 867,—, 901,— hi« 2000.—. Schlaf. zimmer 104,—, 270,—, echl Eiche 209,—, 350,—. 401,—, Wohnzimmer, modern, 266,—. 3lS,—, 343.—, 403.—, Speisezimmer, echt Eiche, 343,—, 373,—, 462,—, 571,—, Herrenzimmer, englische Ceiijicßc mit Matratze 43,—, Trumeau, geschliffen 36,—, Blülchfofa 58.—. Umbau 50,—. Befichtigimo ohne Kaufzwang eroctcn, 5 Jahre Garantle. Eoeinuell Zahlungsericichierungen. Geäljnct 8—3, 4-onniagS 12—2. Kein Laden. Verkauf im Fabrik- gebäude._ 35251* Möbrlfabcik verkauft gegen Teil- zahlung lomplctte Wohnunascin- richtung, solide Arbeit, Kleiderspinden, Vcrlikos, TrumeauS, PläfchfofaS, Ilhaifelonaucs, engliiche Bcllstcllen, moderne Küchen, geringe Sinzablung. Mökelfabrik DrcSdenerflrabe 13/14. Sofort perläuflich(Händler oer- Helen) modern« Nubbaumwirifchaft hätommmmUUfe, Zorndorserstr. 4 I, +3, fast neu. nahe Franliurlerstrabc. Brautleute» paffend verkaufe fpolibtUtg bildhübsche Nubbaumwirl- fchast, Sludeii-,»[üchcnciiirichluiig auch cinzelii, Wabmaimstrabe 13 1. Möbel- Cohn, Groge Frank- furter 53, Wohnungs-Sinrichtungeit auf bequeme Teilzahlung. Slube und Küche. Anzahlung von 15 Mark an. Einzelne Mkibelflucke Anzahlung von 15 Marl. Verliehen gewesene Möbel spottbillig. Vorzeiger diese« Jnferais erhält oel Kauf 5 Mark gut- geschrieben. Wiftl Musikinstrumente. Pianin», Hobes. Schnitzerei 125,— (eventuell Teilzahlung). Zander, Turm itratze 3. 21/13* Flügel- Gelegenheitskäufe(Schied- mar. er, Bechstem, ithrbar, Förster, Pfeiffer). Billigste Jnvcnturvreife. Niederlage PotSdamerfirabe 27 ö. I J1--■U- l'!'-1-i- 1..». Fahrräder. Brrnnaborrad ftrabe 221, Keller, 80,00, Linien- fOS Bilder. Meine Jnventurpreife. nur bis 15. Februar, erregen allgemeines Aufsehen, und bitte ganz besonders zu beachten Bildn'-Bogdan, Wein« meisterstrab- 2. 912«* Unterricht. Unterricht in der englifchen Svrache. Für Anfänger nnd Fort- geschrittene, einzeln oder im Airlcl, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Ueberfetzungen an- gefertigt. G. Swienly- Liebknecht Eharlouenburg. Eluttgarterplatz 0 Gartenbaus III. 44K* Kaufgesuche. Platjnabfnlle, Silberalliälle, Rück- stände, Zadngebifse, Lueckfilber. Me- lalle HochstzaHlend, Goldschmelze Nitper. Köpeiiickerstrabc 20«(gegen- über Mametiffelstrabe), S005K «auarirnvögel kauft, Prei»aitgade Lagerlarle 160, Postamt 43. 213/7 Blatina, alle Goidsachen. Bruch. gold, Silber. Gebisse, Kebrgold, Gold- Ivanen, Lueckfilber, fowie iämiliche aold-, silber-, plaünballigen Rück- stände kauft Edelmetalllchmeize, Scheidcanstall Brob, Kövemcker- ftrabe 20. Telephon Moritzplatz 6958.» Zahngebifse, Goidsachen, Silber, Platina, Stanniol, Lueckfilber, höchst- zahlend. Edelfchmelzeret. Friedrich- ftrabe 130(Weidendammerbrücke).* " Platiiiabfüllr7[6rammS,757GoId- Silber. Zahngebiffc, Stanniol. Queck- silbcr lauft Blümel, Augiiflstrage 19. Verschiedenes. Kniifistopferri von FrnnKokotlh Schlachteniee. Kurstrabe 3 III. Bittrntanniall Müller, Gilfchuier- ftrabe 81. 2430K* Baieiitaiiwalt Wessel, Gitschmer. ftrabe 94a. »Artedrichüvilhelm-- General- ogeiitur-Zahlflelle: 0. 112, Mainzer« sttasje 24(Franlfurter Allee), Lebens. Versicherung, Slerbelasfe.«iuderver- stcherung. Ausnahme bis 60. Lebens- jähr. Steuer abzugSfähig. 928«* Slufpolsteruiig, Sofas, Malratzeu billig, im, auberm Haufe. Schäfer, Ehauffeestrabe 74._ 21 9» Hierdurch zur Kenntnis, dag Ich am 16. Februar in Pankow, Gaillard- ftrabe 29, eine Brot« und Fein- Bäckerei eröffne. Achtungsvoll Wil. Helm Fiiileufiep.__ 4140 Rehme yiermil die in der Er- rcgung gegen Herrn Volkmaim, Fennstrabe 16. auSgcftobtne unbe- gründete Verdächtigung mit Be-� dauern zurück. Fritz Kühne, Feim. ftrabe 16._ 28836 Zlufpolstcruug. Benmalratze 4,—, Sofa 5,—, auch auberm Haufe. Hoffmann, Neue Königstrabe 30. 'Moabit, Waldstr. 3, Sonnabends Sonntags musikalische Unterhaltung' Kegelbahnen, Billard frei. H. Dobcr- stein. s'W Vermietungen. i Laden. 2 Schaufenster, mit Wohnung, 2 Stuben und Küche, für Bultcr-, Kolonialwaren-, sowie zu jedem Gefchäft paffend, zum 1. April billig zu oermtele» Sparrftrabe 19. I links. �83* Rcstaurationoräume. nahe vieler Fabriken, vollreichste Gegend, sofort dillig Renchliiiitrabe 7. 20/17 (skwandte Verkäufer die direkt an Private liefern, werden von einer erste« Firma der Nahrungsmittelbranche gesucht. Leichter Verlaus bei groftcm Berdieuft wird zuzefichert. Adresfenangabe unter\V. 7)175" an Undoll Horsc. Berlin MW. 19 erbeten. 21/15" MEM Cafe-Angsstellle! �'"nn! Die nachbenannten(Safes haben den Lohntarif der organisierten(Saft, kellncr noch immer nicht anerkannt und bcfchäfligen gelbe Schilfen. Es sind deshalb für organisiert« Gehilfen gesperrt: Süden: Cafe Gerber, Halenheide 39 » h Jahn, Halenheide 19 Neukölln:„ Schwedler, Bergltr. 66 ,, ,, Rathaus, Bergltr. 7 Ollen s„ Leltmeyer, Petersburger Str. 91 Norden:„ Reunion, Rofenthaler Str. 68, Wobnungen. Prachtniohnuiigen, drei, zw«], ein Zimmer, Loggia. Bad, Mädcheugeiah 45,00, 36/«, 13,00.«owniestrabe 68. Prachtvolle Wohnungen fcbr billig, Nähe Treptower Park, Heidelberger- fir-b« 31. 963« Rricheubergerstrafte 47 eine und zwei slube» und Küche, ae« räumig. Näheres I. 20/15* Schlafstellen. Taubere Schlaiflelle vermietet Frau Schreiber, Wilsnackerstiab« 20. Zaubere möblten» Schlafstelle, ein oder zwei Herren, Frau Bernhardt, Waldemarstrabe 65. sH �rbeitsmarkt. Stellenangebote, Kunftschiitiede verlangt Heinrich«, Tnupelhof, Ningbahnstrage 42. 2373b Schlöffer. seidflandige, Gitterban, verlangt Heinrichs, Tenipelhos, Äiing, bahnflrabe 42. 2ö77b Schlosicr, lückitigen. sucht Richard Heike, Mafchinenfadrik, Neue Friedrich« itrabc 37. 21/1 Ncdcgeivandte Aibciler köuneir leicht viel Geld verdienen Nähere« Sonntag 9—12. Brall. Grätzstiasie 25. Laufdurfchr, zur iiebei, Damen fonfetnun, Schliemannstr. 21. Turchlailrriu für Muldeiipläne mit Kraflbelrieb, 12 Mar! Wochen» lohn. H. Thomas, Wäichefabrik, Rei» nickendorf, Provinzstrabc 57. si 146 Zlrbcitertunen aus bessere Knaben- [joffonjatfen bei dauernder Ctfchäf. »gung flicht Hermann Leofcr, Groge Franqurterftrabe 137�9lufgang L. Zcttnngsfrauen sofort verlangt Schiffbauerdamm 1. 20/14* MHftfWI III II lllllll 1 1»»>»>»» 1 1 II Im Arbeitsmarkt durch besonderen Truct hcrvorgcliobcne Anzeigen kofieu»i» Ps. die Zeile. fartelgenoisen können an allen Orlen durch Verkauf von WalilpoKtkarto» lohnenden Ncbciivcrdicust erzielen W. bjpci-JiuUo.[2S87B Mühlhauseu(Thüringen.) tehlung! M Wegen Lobndisserenze» sind die Müfteufabriken Ct. A. llokTmann, Gneisenau, slrabe 33, chi. A. Hoflfmnnn. Urbanstr. 67. Adolf Winter, MarsiliuSstr. 10, Adolf Winter, Lebuser Slr. 9. JLachinaim& rinkus, Wall« ftrabe U/14 Gastav Kahlbow, Marsilius- sttasie 21, Emil Schebeler, Prenzlauer Allee 36, g e 1 p» r r t. 101/1* Zuzug ist streng fernzuhalten! Teulscher Kürfchiieroerband. Filiale Berlin. Perantlvörtlicher viedakteur: littberl ihtach», iörrlin. Für den Lnjeraienleit verantlv.! Th. Glocke, Prrtin. Druck».Vertag: Porwari«! Ivuchvruckerri lt. Pt clagsanstoU Paut Hinger u-ijo., iverlin dW.