Kr. 47. Hbonnements-Bedingungen: WonnementZ< Preis drSnimierimdoi Li-rteljährl. 330 Mk, monalL 1,10 Mk., wöchentlich 28 Pfg, frei in» Hau». Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntag». nummer mit illustrierter Sonntag». Beilage.Tie Neue Welt» 10 Pfa Äist. Sibonnement: 1.10 Mari pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS» Prclsliste. Unter Kreuzband für nehmen an: Belgien. Dänemark '.olland. Italien, Luxemburg. Portugal, llnien, Schweden und die Schweis 39. Jahrg. vlcheim Kgiich»1» moatiet. Verlinev Volksblcrkk. Die TnlcrtionS'Gebflljr kekSgt für die sechZgespallene Kownel- zelle oder deren Raum W Pfg., für holitische und gewerkschaftliche Verein». und Versauunlungs-Anzeigen A Pfg. „kleine Snreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.«zulässig 2 fettgedruckte Worte), icde» weitere Wort 10 Pfg. Etellenaeinchc und Schlafstcllcnan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über IKBu». {laben zählen für zwei Worte. Inserate stai siir die nächste Ztunimcr müssen bi» S Uhr nachmittag» in der Erpedition abgegeben werden. Tic Ervedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm> Adresse» nSsÄHilwolinl Heil in", Zentratorgan der rozialdemokrati fchen parte» Deutfchlands. Redahtions 8Ö3. 68, Ltiidcnstrassc 69, Fernsprecher: Amt Morttzplatz, Nr. 1983. Cxpedillon: 8M. 68, I.indens1rasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 198iL proletarische und bürgerliche frauenbemgung. Die scharfen Klassengegensätze, die die Gesellschaft zer- klüften, finden in der Frauenwelt eine Rückspiegelung in den verschiedenen Richtungen der Frauenbewegung. Mag für den Uneingeweihten auch nicht immer klar zum Ausdruck kommen, tdelche Interessengegensätze die Gründung der vielen Vereine und Vereinchen innerhalb der bürgerlichen Frauenwelt der- anlaßten: um so klarer. und schärfer tritt dagegen der un- überbrückbare Gegensatz hervor, der die vroletarische und die bürgerliche Frauen- bewegung voneinander scheidet. Wenngleich beide Bewegungen letzten Endes wurzeln in der Revolutionierung der Frauenarbeit, als Folge der grandiosen wirtschaftstechnischen EntWickelung, die den Kapita- lisnius zum Siege führte, so sind sie doch in ihrem Ziel, ihrem Wesen, in der Art und in den Mitteln des Kampfes grund- verschieden. Ebenso verschieden, wie der Kapitalismus in seinem Siegeslaus für die Frauen der verschiedenen Bevölkerungs- klaffen nicht nur differierende, sondern auch entgegengesetzte Folgen zeitigte. Wir brauchen nur daran zu erinnern, wie die Frauen und Töchter der Kapitalgewaltigen, mit dem steigenden Gold- slroni, der ihnen aus der kapitalistischen Produktion zufließt, im Ueberfluß die Mittel erhalten, um des Lebens Schönheiten und Annehmlichkeiten in vollem Umfange und bis zur Neige zu kosten: während dieselbe Produktionsweise, die Millionen weiblicher Arbeiter in Stadt und Land knechtet und aus- beutet, den Frühling ihres Lebens knickt, ihre Gesundheit zerbricht, ihre ganze Arbeitszeit und Kraft beansprucht, für einen Lohn, der kaum zum Notwendigsten reicht. Weil— nun weil aus ihrer Arbeitskraft das blinkende Gold gemünzt wird, das jenen im Ueberfluß zuströint. Die mannigfachen inneren und äußeren Lebensnöte trieben die Frauen Und Töchter' der Arbeiterklasse in die Er- werbsarbeit, in den. Dienst des profithungrigen Kapitals, nachdem die technische EntWickelung ihnen mit» der Hauswirt- schaftlichen Eigenproduktion gleichzeitig Lebensinhalt und Lebensunterhalt geraubt: dafür Unsicherheit der Existenz und steigende wirtschaftliche Ausbeutung ihrer ganzen Klasse be- schert hatte. Aus den Reihen dieser Frauen und Mädchen rekrutiert sich oie proletarische Frauenbewegung, deren Kampf nicht nur den Auswüchsen des Kapitalismus, den vorhandenen sozialen Schranken und einzelnen politischen Fesseln gilt, sondern die darüber hinaus.ihren Angriff gegen d i e Existenz des Kapitalismus, gegen die geltende Eigentumsordnung und die auf sie beruhenden Klassengegensätze richtet. Die proletarische Frauenbewegung ist also nicht nur eine re- formistischi', sondern eine revolutionäre Bewegung, deren Ziel die Verwirklichung des Sozia- l i s m u s i st. Die klare Erkenntnis der treibenden Kräfte und Entwickelungsgesetze unseres Wirtschaftslebens hat den proletarischen Frauen die Gewißheit gegeben, daß die Ent- Wickelung dem Sozialismus entgegenführt und daß seine Ver- wirklichuug allein die Vorbedingung ist für ihre Befreiung aus den zwiefachen Fesseln, aus den Fesseln, die sie bedrücken als Weib und als kapitalistisch Ausgebeutete. Die proletarischen Frauen führen diesen ihren Be- freiungskamps in den Reihen ihrer männlichen Klassen- genossen, mit denen sie durch das gleiche Schicksal, durch das gleiche Interesse verbunden sind. In den Reihen der Ge- werkschaften geht der gemeinsame Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung und für bessere Lohn- und Arbeits- bedingungen. x In der sozialdemokratischen Partei geht ihr gemeinsames Ringen um notwendige Reformen, um Staats- bürgerrechte. um Demokratisierung unseres Staatslebens, also um Besserungen und Erleichterungen in der(itegenwart und darüber hinaus, um die Eroberung der politischen Macht als Mittel zur Verwirklichung des Sozialismus. Ganz anders die bürgerliche Frauen- bewegung. Sie fordert zwar eine Reihe von Reformen im Interesse der Frau, tritt auch mehr oder minder ge- schlössen für die Erfüllung dieser Forderungen ein, steht aber vollständig auf denr Boden der heutigen Wirt-> s'ch a f t s 0 r d n u n g. d i e sie zu stützenund zu� befestig eir s id> bemüht. Zunächst ein Wort dazu, aus welchen Kreisen sich ihre Anhänger rekrutieren. Sie kommen sehr wenig aus jenen Gesellschaftsschichten, die wir eingangs nannten, aus den Familien der Kapitalgewaltigen, überhaupt wenig aus den reichsten und höchststehenden Gesellschaftsklassen. Von dort kommen nur vereinzelte Frauen, solche, die von der entsetz- lichen Oede und Leere eines Lebens ohne jede nützliche Arbeit angewidert sind, die es satt haben, lediglich als „Amüsiervogel im goldenen Käsig" zu vegetieren. Im übrigen rekrutieren sich die bürgerlichen Frauen aus den Kreisen der Mittel- und Kleinbourgeoisie und denen der In- tellcktuellen. Also aus jenen Gesellschaftskreisen, in die durch den Kapitalismus mit seinem Um und Auf die Unsicherheit der Existenz getragen ist und in denen die Ehehemm- und Hindernisse starke sind. In denen also die Ehemöglichkeit und die Versorgung durch die Ehe für zahlreiche Frauen nicht existiert. Hinzu kommt, daß das Hinauswandern einer menschlichen Tätigkeit nach der anderen aus dem Bereich der Familie in die große soziale Gemeinschaft auch diesen Frauen den Lebensinhalt nahm, den ihnen früher die selbst- produzierende Familie bot. Lebensinhalt und Lebensunter- halt suchend, begehren sie Zutritt zu den liberalen Berufen, auf die Erziehung und soziale Stellung sie verweist. Aber hier gab und gibt es einen harten Kampf um Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten, die das Privileg der bürgerlichen Männerwelt sind. Bei'diesem Kanipf werden alsdann die bürgerlichen Frauen inne, wie wichtig der Besitz von Staatsbürgerrechten ist, die ihnen als Waffen dienen können und müssen, um sich ihren Anteil an den gesellschaftlichen Vorrechten der besitzenden und herrschenden Klassen zu erobern. Das Ziel der bürgerlichen Frauenbewegung ist also größt- möglichste EntWickelung- und Betätigungsmöglichkeit für die bürgerliche Frauenwelt innerhalb der heutigen Gesellschasts- ordnung, in der sie, wenn auch nicht zu den höchsten, so doch zu den bevorrechteten Klassen gehören. Damit ist der unüberbrückbare Gegensatz zwischen prole- tarischer und bürgerlicher Frauenbewegung in ihrem innersten Kern' in Kürze ausgezeigt. Es ergibt sich daraus natürlich, daß auf beiden Seiten, selbst bei Aufstellung ganz gleicher Reformforderungen, eine ganz verschiedene Bewertung dieser Reformen Platz greift, die wiederum in dem verschiedenen Maß von Energie und Entschlossenheit zum Ausdruck kommt. mit dem für ihre Verwirklichung gekämpft wird. Es sei nur erinnert au die Forderung des Frauenwahlrechtes. Die lürgerlichen Frauen stehen keineswegs geschlossen hinter dieser Forderung. Ganz abgesehen von jenen reaktionären bürger- lichen Frauengruppen, die vollständig unter dem Bann des Zentrums und der Konservativen stehen und die Forderung des Frauenwahlrechtes ablehnen, sind auch unter den übrigen Frauenrechtlern recht unsichere Kantonisten. Und wenn wir sie auf Herz und Stieren prüfen, wie sie zum gleichen Wahlrecht stehen, wird man finden, daß daS Gros sich gern mit einem beschränkten Wahlrecht zufrieden gibt. Es kümmert sie wenig, daß. durch ein beschränktes Frauenwahlrecht just jene ausgeschlossen werden, für die der Besitz dieses wichtigen Staatsbürgerrechtes mehr und mehr zu einer sozialen Lebens- Notwendigkeit geworden ist: die Arbeiterinnen. Die eine große Schwesternschaft, die angeblich unter den Frauen bestehen soll, sie ist in der Regel dann nicht auffindbar, wenn sie sich zugunsten der proletarischen Schwestern erweisen müßte. Die proletarischen Frauen haben derartige Versiche- rungen als den Tatsachen widersprechend, als„Liebessabbelei" stets zurückgewiesen. Theoretische Erkenntnis und praktische Erfahrung hat sie gelehrt, daß sie nicht an der Seite bürger- licher Frauen, sondern in den Schlachtreihen des klassenbewußten Proletariats gegen die bürgerliche Männer- und Frauenwelt ihren wirtschaftlichen und intellektuellen Auf- stieg und ihre endgültige Befreiung er- ringen müssen. Und hätte es noch eines praktischen Beweises bedurft, um diese Ueberzcugung zu erhärten, so hätte der letzte Wahl- kämpf ihn geliefert. Ueberall waren bürgerliche Rednerinnen an der Arbeit, um die Frauen der Besitzenden zu sammeln und sie in den Kanipf gegen die Sozialdemo. kratie zu führen.(Siehe auch den Wahlkampf in Berlin I.) Die bürgerlichen Frauen suchten also nach Kräften den legis- lativen Einfluß der politischen Partei zu schwächen, die allein als konsequente Vorkämpferin für» das volle Bürger- recht des Weibes anzusprechen ist. Ein Beweis, wie viel stärker und lebendiger in ihnen das Bewußtsein ihrer bürger- lichen Klassenzugehörigkeit wirkt, als die Solidaritätä mit ihren Geschlechtsgenossinnen. Diese Tatsache tritt natürlich noch um so krasser in die Erscheinung, wenn bürgerliche Frauen als Arbeitgeberinnen proletarischen Frauen und Mädchen gegenüberstehen. Da hört alle„Schwesternschaft" aus und in der unbarmherzigstem Weise wird die Geißel der Ausbeutung geschwungen. Von all diesen Tatsachen wird man auf dem Frauen- kongreß, der vom 27. Februar bis zum 2. März im Festsaal des Restaurants im Zoologischen Garten stattfindet, nichts zu hören bekommen. Mit dem Kongreß, der eine Veranstaltung des Bundes deutscher Frauenvereine ist, ist eine Ausstellung für Frauenarbeit verbunden, die unter dem Protektorat der Kaiserin steht. Wir glaubten zunächst, uns geirrt zu haben, als wir das lasen. Nicht allein, weil wir nie von einer aktiven Teilnahme oder auch nur von einem Interesse der Kaiserin an der Frauen- bewegung etwas gehört haben, sondern auch um deswillen, weil wir der Abneigung des Kaisers gegen die Frauen- bewegung gedachten. Sind doch kaum V/j Jahr ins Land ge- gangen, seitdem er seine Königsberger Rede hielt, in der er den Frauen die politische Betätigung verwies und die häus- liche Beschäfttgung als die allein dem Weibe zustehende pries. Sollte der Kaiser inzwischen seine Ansicht geändert haben? Oder sollte seine Gemahlin anderen Sinnes geworden sein und sollte sie— wir wagen es kaum zu denken—, den Wünschen ihres Mannes zuwiderhandelnd, das Protektorat übernommen haben? Jedoch, geradezu überwältigt sind wir von dem„großen, unbeugsamen Bürgerstolz vor Königsthronen", von dem die Brust der bürgerlichen Frauen geschwellt gewesen sein muß, als sie gingen und um das Protektorat der Kaiserin nach- suchten, nachdem sie im vergangenen Jahr— Protestversammlungen gegen die Königsberger Kaiserrede abgehalten haben. Es ist etwas„Herrliches" um das„stolze Selbstbewußt- sein" bürgerlicher Frauen, die nicht eiftig genug haschen können nach einem Strahl fürstlicher Gnade.— Eine sehr heterogene Gesellschaft ist es, die in der kommenden Woche im Zoologischen Garten kongresselt und sich in dem Glänze fürstlicher Protektion sonnt. Nicht weniger denn 84 Vereine und Vereinchen der verschiedensten Rrch- tungen verzeichnet das offizielle Programm:„Vaterländische Frauenvereine, konfessionelle Vereine der verschiedenen Be- kenntnisse, Vereine, die rein charitativen Charakter tragen, daneben Frauenstimmrechtsvereinigungen und christliche und Hirsch-Dunckersche Arbeiterinnengruppen. Reaktionäre und Radikale vereinen sich auf der gemeinsamen Grundlage ihres Bekenntnisses zum Kapi, talismus. Die sozialdemokratischen Frauen und die weiblichen Mit- glieder der freien Gewerkschaften, also jene Frauengruppen, die berufen sein werden, die entscheidenden Schlachten für die Befteiung des Weibes zu schlagen, sie fehlen. Sie haben auf diesem Kongreß nichts zu suchen! Sie sind dort zu finden, wo sich die Sturmkolonnen wider den Kapita-. lismus formieren. In 7 der größten Säle Berlins werden sie am Sonntag, den 3. März, zusammentreten, um freudig und stolz ihr Bekenntnis zum Sozialismus abzulegen. Sie grüßen im Sozialismus den Menschheitsbefreier. Verband sozialdemokrirtischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Berliner Gewerkschaftskommisfiou. ein?ingeerelg. Eine wertvolle Mitteilung zu den Steuerfragen, die gegen- wärtig den preußischen Landtag beschäftigen, macht die Zeitschrift „Verwaltung und Statistik"; eine Mitteilung, die zum mindesten zeigt, wie wenig die Agrarier daran denken, von ihren durch die Zölle kolossal gesteigerten Einnahmen auch den entsprechenden Bei- trag zur Steuer zu zahlen, und wie langsam die preußische Bureau. kratie sie dazu zu zwingen imstande ist. Die Zeitschrift„Ver. waltung und Statistik" ist gewiß eine unverdächtige Quelle, denn sie wird herausgegeben von Mitgliedern des Königlich preußischen Statistischen Landesamts. In ihrem Januarheft wird in einem Artikel zahlenmäßig nachgewiesen, daß das veranlagte Einkommen aus Grundvermöge» auf dem Laude bei den Steuerpflichtigen mit mehr als 3000 M. sich im Jahre 1910 ganz sprunghaft gegen das Vorjahr vermehrt hat, und zwar in einer so plötzlichen Weise, wie das seit Bestehen der Einkommensteuer noch nie vorgekommen ist. Es betrug z. B. dieses Einkommen im Jahre 1907.. 863,0 Millionen Mark, 1908.. 885 1909.. 404,8 1910.. 445,7 Während die Steigerung von 1907 auf 1908 und ebenso von 1908 auf 1909 nur jedesmal 17— 19 Millionen Mark ausmacht, be- trägt sie von 1909 ausi 1910 41 Millionen. Und der Verfasser be- merkt dazu: Man kann die Tabelle noch beliebig weiter bis zum Jahre 1892 zurückführen, und man wird finden, daß im großen Durchschnitt die Steigerung der Vorjahre nicht unwesentlich hinter der des Jahres 1910 zurückbleibt. Woran mag das liegen? Sollten wirklich die Einkünfte aus ländlichen Grundvermögen ganz plötzlich in dem einen Jahre so stark gestiegen sein? Der Verfasser ist nicht dieser Meinung. Er bemerkt, daß die Steigerung am auffallendsten ist in Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Sachsen, also in den Provinzen, wo der Großgrundbesitz am kräftigsten vertreten ist, ferner in Han- nover und Hessen-Nassau.„Daß die Ernte oder die gesamte land- wirtschaftliche Konjunktur gerade im Jahre 1909(in welchem die Veranlagung für 1910 gemacht wurde) in allen eben genannten Provinzen und auch im Durchschnitt des ganzen Staates um soviel besser gewesen sein sollte als 1908, ist kaum anzunehmen." Jeden- falls ist nichts davon bekannt geworden. Wenn das aber nicht der Fall ist, so bleibt nur übrig, daß im Jahre 1909 ganz plötzlich die Steuerbehörden bei der Einschätzung sehr viel kräftiger zugefaßt haben müssen. Das ist es denn auch, was der Verfasser annimmt. Und wie er diese Vermutung begründet, daS gewährt einen un- gemein interessanten Eiüblick in die Geheimnisse der preußischen Bureaukratie. Als eine große Errungenschaft der Miquelschen Steuerreform von 1891 wird es von jeher gepriesen, daß sie an die Stelle der che» maligen Schätzung des Einkommens die eigene Angabe de» Steuerpflichtigen gesetzt hat, nach der sich— angeblich-«■ eine genaue Veranlagung machen läßt. Nun aber erfahren wir— was wir freilich auch so schon wußten—, daß das ländliche Ein» kommen bis auf den heutigen Tag immer noch geschätzt wird, genau hre vor 1891. TaZ kommt daher, weil die Agrarier eZ immer noch vorteilhafter gefunden haben, keine geordneten Bücher zu führen, oder wenigstens, weil die Gesetzgebung sie noch immer nicht zwingt, ihre Bücher,'falls sie solche führen, zur Unterlage der Steuerertlärung zu machen. Infolgedessen existieren für die Land- Wirtschaft keine sicheren Unterlagen, nach denen sich das Einkommen genau ermitteln lästt, und die Steuerbehörden sind nach wie vor auf unsichere Schätzungen angewiesen. Wie dabei verfahren wird, darüber entnehmen wir dem ge- mannten Artikel das folgende: Zum Zweck der Schätzung sind so- chMttnnte„Normalsätze" fesrgefetzt. Es wird angenommen, daß jeder".Hektar Landes, je nach der Art der Bebauung, der Güte des Bötzens, der Größe des Besitztums, einen bestimmten Ertrag bringt. Die S rmcerbehörde multipliziert nun zunächst die Auzabk Hektar, die eiiit.'m Besitzer gehören, mit jenem Normalsatz.„Dann werden die beför deren Verbül Wrisse des einzelnen Betriebes in Bctrachr gezogen,£ B. Tüchtigkeit des Besitzers, Mitarbeit der Kinder, Lage und KultutZustand,-Beschaffenheit des Guts und der Gebäude, Verschuldung usw." Ans diese Weise sucht man zu ermitteln, wie- viel der einzctcic Bester tnr abgelaufenen Fahre wirklich einge- nomin en babcn mag, Zind das dient dann zur Kontrolle seiner SwnererktäNlNg. Nun aber kommt das Fntcreffante. Wir zitieren wörtlich: ..Diese besagten Ntmvcrlsätzc sind seinerzeit in den ersten Jahren nach der Einführung des Einkommen- st c n e r ges e tz es ld. Tr. also Anfang der Wer Jahre?) unter Hntzuziehung von Sachverständigen... mit vieler Mübe und Sorgfalt ütt» wohl auch ichtunter Mir nicht ganz unerheblichen Kosten aufgestellt worden. Sie sind dann, teils um weitere Kosten zu erbpnren, teils um erneute Beunruhigirng der Steuerpflichtigen zu vermeiden, nicht wieder regelmätziz von Jahr zu Zrfvr revtviert wvrven." Wir müssen wirklich sagen, die Einzelheiten, die man ss nach und nach über die Steuerveranlagung der Agrarier erfährt, werden immer erbaulichen? Um eine„Beunruhigung der Steuerpflichtigen" zu vermeiden, hat man sie bis 19VK immer wieder nach den Sätzen eingeschätzt, die vieltechr 189t einmal richtig waren! Das hat natürlich eine ganz ungeheure Bedeutung. Denn in diesen Ist fahren sind ja die Einkünfte der Landwirte gewaltig gestiegen. Es fällt in dies- Zeit der ZvMarif von 1902, es fällt in sie der ganze Busbau unserer Zollgefetzgebunz, der den Zweck und auch die Wirkung gehabt hat, die Pvetse der Landesprodukte ganz un- heimlich in die Höhe M treiben. Nach Milliarden zählen die Mehrgewinne, die— wie z. B. Proiesior Brentano nachgerechnet bat— die Agrarier iniolgedeisen erzielt haben. Das haben sie frohgemuten Sinnes eingestrichen. Aber daß sie nun auch dem Vaterkande die entsprechend erhöhten Sienern gezahlt hätten, das ist den Herren im Traume nicht eingefallen. Tenu von einer eist- sprechen!» höheren SieUereiniialaue aus ländlichem Grnndbesitz ist, n ie uns die genannte Statistik lehrt, nichts zu spüren geivesen. Und die Steuerbehörden auf dem Lande, das heißt hauptsächlich die Lctndräte, haben nchig weiter nach den Normalsätzen von 1891 ein- geschätzt! Um eine„Beulircchcgung" der Steuerpflichtigen zu ver- meiden? Auf eine Beunruhigung der armen Steuerzahler hat man bekanntlich teine lltücksicht genommen, als man die Anzeigt- Pflicht der Unt«nel,mer schuf. Die genannte Zeitschrist nimmt nun an, dah im Jahre 1999 im ganzen Lande eine durchgreifende Erhöhung der Normalsätze vorgenommen worden ist. In der Oeffcntlichkcit hat man bisher nichts davon gehört. Es muß also heimlich, etwa durch ver- traulich« Verordnungen der Minister, geschehen sein. Dabei wolle man nicht vergessen, daß im Arühjahr 1999 die bekannten Artikel des Prof. Delbrück erschienen sind, die die allgemeine Aufmerksam- keir auch speziell auf die agrarische Steucrdrückerei lenkten. Liegen die Dinge so, dann wird man annehmen muffen, daß die Regierung sofort die Richtigkeit der Dclbrückschen Anklagen erkannt hat— vielleicht hat sie eS auch schon längst gewußt— und daß sie ins- geheim eingegriffen hat. Das wäre ja soweit nur zu loben. Wie aber vertragen sich damit die gegenteiligen Angaben des damaligen Ki nanzministers v. Nheinbaben, der— � wie man sich erinnert— im Januar und Februar 1919 Delbrücks Anklagen zurückgewiesen hat? Und vor allen Dingen, wie verträgt sich damit die Tatsache, daß auch in dem neuen Cteuergesctz, das gegenwärtig dem Land- tage unterbreitet ist, den Landwirten ausdrücklich das Vorrecht ein- geräumt wird, keine geordneten Bücher zu führen? Wenn sie sich » irklich 18 Jahre lang die Nachgiebigkeit der Steuerbehörden in so dreister Weise zunutze gemacht haben, dann ist doch tvohl ziemlich sicher, daß sie auch jetzt nicht einen Pfennig mehr zahlen, als wozu der Staat sie zwingt. Im Abgeordnetenhause wird sich wohl Gelegenheit finden, diese Fragen mit allem Nachdruck an die Regierung zu richten. ver Krieg. Die Galavorstellung des Patriotismus. Rem. den 22. Februar. lSig. Ber.) Die große..wcligeschicht. lick>c" Sitzung, in der die italienische Kammer die Anncktie- rung von Tripolitanien und der Cyrenaika zur Kenntnis genommen hat, ist programmäßig verlaufen. Schon anderthalb Stunden vor dem Beginn der Sitzung waren die Tri- bünen so überfüllt, daß die Türen gesperrt ivcrdcn mußten. Als Srtsnuspiel ist die Sitzung in jeder Hinsicht gelungen. Ihr wohnten ungefähr 450 Abgeordnete bei, die sich beim Eintritt der Minister und des Kammerpräsidenten sämtlich von den Sitzen erhoben. Bei jeder Gelegenheit wurden die Redner von donnerndem und anhaltendem Beifall der Kammer und der Tribünen unterbrochen, gelegentlich auch von stürmischen Hochrufe». Die einzigen, die sich bei diesem Anlaß der Beifailszeichcn enthielten, waren die So- ziatiste», von denen überimupt mir die Genossen B i s s o l a t i, Canepa, Bertesi, Marangoni/ Beltrami, Boc- coui, P escetti, Eabrini, Ehieso, M e r l a n i, Po- d r c c c a, Nofri, Giacomo Ferri und Trapanese erschienen waren. Enrico Ferri vermögen wir nicht den So- zialtstrn zuzuzählen, nachdem er während der ganzen Sitzung bei jedem möglichen und unmöglichen Anlaß in aufdringlicher und qstentatlver Weise der Regierung gehuldigt und den Rednern Bei- fall geklatscht hat. Kurz vor der Kammereröffnung hatte unsere Partei fraktion eine Sitzung abgehalten, in der sich drei Strömungen geltend mach- ten. Genosse G r a z i a d c i vertrat den Standpunkt, daß die So- ziaiisten der Sitzung fernbleiben sollten. PcScetti dagegen schlug vor, an der Sitzung teilzunehmen und sich bei der Ehrung der im Krieg« Gefallenen von den Sitzen zu erheben. Schließlich schlug«» Turati und Prampolini vor, bei der Eröffnungs. sitzung zugegen zu sein, ohne sich von den Sitzen zu erheben. Diese Ansfassuiig blieb aber mit 14 gegen 17 Stimmen in der Minder- Veit. In Gemüßheit dieses Beschlusses haben sich alle anwesenden sozialistischen Abgeordneten zur Ehrung der Gefallenen von den Sitzen erhoben. Beifall geklatscht haben bei dieser Gelegenheit Ehiesa, Eabrini, Podrccca und andere, nicht aber Bissolaii, der nur bei dem Hoch auf das Vaterland in die Kundgebung ein- stimmte. Tie Republikaner gaben den eifrigsten Ministeriellen nichts an Beifallsfrcudigkett nach. AlleS?n allem war die Sitzung viel zu sehr von Anfang bis zu Ende vorbereitet, um wirklich tiefen Eindruck zu hinterlassen. An Stelle von spontanem Enthusiasmus war eine unverkennbare Sorg- für den dekorativen Verlauf der Kundgebung getreten, so daß das Haus und die Tribünen trotz aller Versuche, sich zu erhitzen, ziem- lich kühl blieben. Auch wurde dos Ganze so schnell abgewickelt, daß die Kammer sich schon nach 39 Minuten zur Ernennung der Kom- Mission, die über den Annetticmsentwurf beraten soll, vertagen konnte.?Nau hatte Eile, zu Ende zu kommen, als ob es gälte, einer möglicken Störung au? dem Wege zu gehen. Die Mehrheit gönnte den 14 anwesenden Sozialisten recht provozierende Blicke. Unsere Genossen hatten aber Takt genug, dem hochgespannten Pa- triotismus kein Ventil zu öinwo, durch das er sich in Radauszencn entladen konnte. Was die Kommission betrifft, die den Gesetzentwurf über das Anncktionsdekrct beraten soll, so hat man in üblicher Weise Ab- g-ardncte aller Fraktionen zu Mitgliedern berufen. Nachdem zu- nächst die Absicht bestanden hatte, die Sozialisten zu übergehen, ist man schließlich aus den schlauen Gedanken verfallen, daß es ja auch einen nichtsozialistischen Sozialisten in der Sommer gibt und Hai Enrico Ferri in die Kommission berufen. Von ihm kann man wenigstens sicher sein, keinen Mindcrheitsbericht zu erhalten: er wird mit der Mehrheit an Kricgssreudigkeit und Patriotismus wetteifern! Ter zweite Akt der Groteske. Rom, 24. Februar. Im Senat verlas der Berichterstatter den Bericht über das Annexionsdekret, wobei er erklärte, der Gesetzentwurf gehöre zn denen, über die man nicht debattieren dürfe, fondern die man einstimmig annehmen müsse. Während der Verlesung de3 Berichts und namentlich am Schluß erscholl lebhafter Beifall. Sodann verlas ein Schriftführer den Gesetzentwurf, den alle Senatoren, auch die Herzöge, stehend mitanhört-n. Das ganze Hans und auch die Tribünen applaudierten. Senator Torrigliani beantragte, den Gesetzentwurf ohne Debatte anzunehmen. Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung unter allgemeiner Be- getsterung von Saal und Tribüne einstimmig angenommen. Der Ministerpräsident dankte dem Senat lebbaft für diese glänzende Kundgebung, die ohne Beispiel dastehe. Der Senat sei der Möhre Dolmetsch der Gefühle des Landes?!?), inid die Regierung Werve in der Unterstützung des Senats die nötige Kraft finden, um da» Unternehmen zu einem End« zu ftibren, da? Italien zur Ehre gereichen werde. iLanganhaltender Beifall.) In geheimer Ab- stimmung wurde sodann der Gesetzentwurf von den anwesenden 292 Senatoren einstimmig angenommen. Die italienische Klotte bombardiert Beirut! Ter Beifallskanonade im italienischen Parlament folgt jetzt ein ernsteres Bombardement im Mittelländischen Meere. Ein Teil der italienischen Flotte hat heute die Hafenstadt Beirut, in Kleinasien an der syrischen Küste gelegen. beschossen. Es wird darüber gemeldet: K»nftantin»tztl, 24. Februar. Zlvei italienische Kriegsschiffe haben heute früh vor Beirut ein türkisches Kanonenboot und ein türkisches Torpedoboot zum Sinken gebracht und dann den Konak be- schössen. Rom. 24. Februar. Bezugnehmend auf die Meldung der„Evening News", daß italienische Kriegsschiffe Beirut bombardiert hätten, veröffentlicht die „Agenzia Stefani' folgende Note: Die Italiener hatten Kenntnis. daß sich in Beirut zwei türkische Kriegsschiffe befänden, die Kriegs- konterbande befördern und die italienischen Truppcntransportschiffe angreifen sollten. Infolge dessen erhielten italienische Kriegsschiffe Befehl, sich nach Beirut zu begeben und die obenerwähnten türkischen Kriegsschiffe dort anzugreifen und zu zerstören. Diese Operation, über die bisher noch kein amtlicher Bericht vorliegt, ist wahrscheinlich inzwischen ausgeführt worden; es ist jedoch ausgeschlossen, daß die Stadt bombardiert worden ist. London, 24. Februar. Dem Reuterschen Bureau wird auZ Beirut gemeldet, daß die italienischen Kreuzer.Vol- t u r n o" und„Garibaldi" beute die sofortige Ucbergabe der türkischen Kanonenboote im dortigen Hafen verl«»ngtcn, jedoch eh: der Gouverneur Zeit batte, über die Angelegenheit zu verhandeln, die Fahrzeuge zum Sinken brachten. DaS Zollhaus und andere Gebäude am Hafen wurden beschädigt. S'e ch z i g Per- sonen wurden getötet. Unter der Bevölkerung herrscht Panik und sie flüchtet nach dem Libanon. Rückzug der türkisch-arabischen Truppen ins Gebirge? Rom, 24. Februar. Aus Tripolis wird berichtet, daß vor der Front der italienischen Truppen vollständige Ruhe herrscht. Ucberall haben die Türken ihre Stellungen verlassen. Das Geschäft blüht. Rom, de» 22. Februar. Der Segen des Krieg«? wird weiter in ausgedehnter Weise den Lieferanten zuteil, die sich in patrioti- scher Weise die Ilnkenntnis und Nachlässigkeit der Militärbehörden zunutze machen. Wie der„A v a n t i" mitteilt, war die Militär» Verwaltung gleich nach Beginn des Krieges genötigt, eine große Bestellung von Verbandzeug zu machen, das in Päckchen den ein- zelnen Soldaten im Tornister mitgegeben wird. Es zeugt ja nicht gerade von großartiger Organisation, daß sich beim Kriege der Mangel an so bochwichtigeni Material herausstellt. Damit nicht genug,«rivies sich auch die Zentralapotheke der Militärverwaltung außerstande, die zunächst erforderliche Zahl von 1 Million Päckchen in absehbarer Zeit zu beschasscn. So wendete man sich an zwei private Firmen, an die die Lieferung ohne Wettbewerb vergeben wurde. Bei der Apotheke der Militärverwaltung kostete jedes Päck- chen 30 Cents. Die Unternehmer taten ein übriges und berechneten pro Stück 1,10 und 1,20 Lire. So konnte der Staat für 1 159 900 Lire das erstehen, was er selbst für 300 909 Lire hätte herstellen können. Die Revolution In China. Japan und die Anerkennung der Republik. Brüssel, 24. Februar. Die„Agcnce d'Extreme Orient" meldet aus T o k i o. daß zwischen der Regierungspartei und der Opposition Meinungsverschiedenheiten wegen der An- .crkeniiung der chinesischen Republik ausgebrochen seien. Die Regierungspartei weigert sich vorläufig, an eine An- crkennung der Republik beranzutreten, während die Opposition die sofortige Anerkennung verlangt, damit Japan als erste anerkennende Nation seine Rassengemeinschaft dokumentiere. Die Oppositions- Partei hat eine außerparlamentarische Versammlung abgehalten, in welcher ein Ausschuß von 19 Mitgliedern ernannt wurde, der sich für die sofortige Anerkennung der Republik einsetzen und alle mög- lichen Schritte in dieser Beziehung tun soll. Konterrevolutionäre Verschwörung. Mulde», 24. Februar.(Meldung der Petersburger Tele» graphen-Agentur.) Die sogenannte Gesellschaft der IIn» erschrockenen bat Iuanschikai benachrichtigt, sie würde m i l den Waffen rn der Hand gegen die Republik kämpfen. Ter Gesellschaft gehören als tätige Mitglieder Tschaoerhsün und Prinz Tsaitsc an. Eine Finanzaktion der Republik. Schanghai, 22. Februar.(Meldung der„Agencc d'Ertrcmc Orient".) Das republikanische Finanzministerium hat zwecks Um- bildung der Bank Ta-Ching in eine chinesische National- b a n k einen günstigen Vorschlag unkdrbreitct. Die Bank Ta-Ehing soll ausgelöst und mit vollständig neuen Statuten neugebildet werden. DaS Kapital, das 5 Millionen Taels betragen wird und der Mandschurcgierung gcbört, soll dazu dienen, die während der Rc- volution entstandenen Verluste zu decken. Die neue Regierung wird eine Anleihe ausnehmen, die dazu dienen soll,.den von den Revo- lutionärcn während der Kampfpcriode eingegangenen Verpilich- tungcn nachzukommen. Politische Ueberftcht Berlin, den 24. Februar 1912. Nbgeordnetenhaus. Die Frage, inwieweit im Parlament die Vertreter der Regierung der Disziplinargewalt des Präsidenten unter- stehen, wird wohl doch über kurz oder lang einmal entschieden werden miiffen. Es ist jedestfasss ein unhaltbarer Zustand, daß Uebergriffc von Regierungsvertrctenr keine Rüge des Präsidenten finden, so daß der angegriffene Abgeordnete sich selbst schützen muß. Ter Fall ereignete sich heute wieder ein- mal im Preußischen Abgeordnetenhaus. Genosse Lieb- k n e ch t hatte die gänzlich unzulängliche Besoldung der Hilfsgerichtsdiener dargelegt, die nur 3,08 M. pro Tag beziehen, während der ortsübliche Tagelohn in Berlin sogar 3,60 M. beträgt. Tarauf erhob sich ein Regierungs, kommissar und meinte so recht von oben herab, es bedürfe nicht erst der Anregung des Abg. Liebknecht, um die Regie- rung zur Betätigung ihres Wohlwollens für die Hilfsgerichts. diener zu veranlassen. Zum Beweise wußte er allerdings nur zu erzählen, daß diese Beamten kürzlich eine besondere Zuwendung erhalten haben, freilich erst im Laufe dieses Monats. Natürlich erwiderte unser Redner, daß es ihm nicht um eine Extrazuwendung zu tun sei, sondern um eine dauernde und durchgreifende Besserung der Lage dieser Be- amteu. War nun schon die Art und Weise, wie der Regie- rungskommissar die Anregungen Liebknechts zurückgewiesen hatte, reckt ungehörig, so übertraf ihn noch der I u st i z- m i ii i st e r, der jer, das Wort nahm. Er sagte: ihm scheine, daß der Abgeordnete Liebknecht das Wort nicht ergreifen könne, ohne einen scharfen Angriff gegen die Justizverwal- tnng zu richten. Diese ganz ungehörige Zensur der Tätig- keit eines Abgeordneten, wozu der Minister absolut kein Recht hat. ließ der' Präsident ohne jedes Eingreifen vorübergehen. Im übrigen sagte der Minister, es sei keine Mühe,� auf Liebknechts Angriffe zu antworten, aber— er wolle es lieber doch nicht tun! Da Liebknecht zu diesem Punkte nicht mehr zu Worte kam, mußte er es für diesmal mit der Mfertigung des Kommissars genug sein lassen. Im weiteren Verlauf der Debatte tadelte Genosse Lieb- knecht mit Recht die Tatsache, daß die Gefängnisbeamten von dein Gewinn aus der Arbeit der Gefangenen einen Anteil be- kommen: das müsse zn einer übermäßigen Antreibung der Gefangenen durch die Aufseher führen. Daran wird natür- lich nichts geändert durch die kühne Behauptung eines Rc- gierungsvertreters, solche Antreibnng sei noch niemals vor- gekommen! v Aus der sonstigen Debatte wäre noch zu erwähnen der Nachweis, dci? Genosse Liebknecht aus der amtlichen Statistik führte, daß die R e l i g i o n zur Bekämpfung des Verbrechens nichts beiträgt. Zum Schluß entspann sich noch eine etwas hitzige DiS- kussion über den Fall Her tim a n n, weil Genosse Lieb- knecht mit Nachdruck hervorhob, daß die Justizbehörden immer noch nicht— 1*4 Jahr nach dem Verbrechen � alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um den Mörder oder Totschläger zu fassen. Ein Regierungskommissar bekam es fertig, hier- auf zu erwidern: man dürfe nicht von Mord und Totschlag reden, weil ja der Vorfall bis jetzt nodi gar nicht aufgeklärt sei. Mit Recht wies Genosse Liebknecht darauf hin, daß selbst die Behörden noch nie gezögert haben, einen Mord Mord zu nennen, auch wenn der Mörder noch nicht so liebenswürdig war, seine Visitenkarte bei ihnen abzugeben. Die zweite Lesung des Justizetats wurde unter sehr ge- ringer Aufmerksamkeit und Beteiligung des HauseS zu Ende geführt. Alsdann erledigte das Haus noch eine Vorlage, welche die Bewilligung von Geld zu Bergwerksanlagen in Westfalen und zum Ankauf von Aktien der Rheinschiffahrts- gesellschaft in Köln verlangt. Tie Vorlage wurde angenoni- men. Unseren Standpunkt vertrat Genosse Hosfmaniw welcher darlegte, daß wir das Gesetz als Abschlagszahlung auf dem Wege zur Enteignung des Privatkapitals gutheißen. Der rote Vizepräsident. In einem von den Herren v. Lieb er t und Bodenschcn unterzeichneten Nachruf für den kürzlich verstorbenen zweiten Vor- sitzenden des ReichSvcrbandeS, den Erfurter Landgerichtsrat Hage- mann, schreibt die neueste Nummer der.Reichsverbands- Korrespondenz"(Nr. 18 vom 17. Februar 1912), daß der Verstorbene an den Vorgängen bei der Präsidentenwabl ini Reichstage»schwer getragen" habe: diese Vorgänge, so heißt es wörtlich weiter, .mögen nicht wenig dazu mitgewirkt haben, daß ein von treuer Vaterlandsliebe erfülltes Herz so unerwartet schnell zu siblagen aufhörte'. Daß die Wahl ScheidemannS zum ersten Bizepräfidenten des Reichstages auch noch an dem Tode ihres früheren FratlionS- Mitgliedes Hagcmann die Schuld tragen soll, das haben sich die Nationalliberalen, die dem roten Vize ihre Stimme» gaben, ganz gewiß nicht träumen lassen I__; p.- Die Arbeiten der Wahlprüfungskommisfion. Zu diesem Thema teilt die„Konserv. Korrespondenz" mit: .Die WahlpnistmgSkommission des Reichstages wird ihre nächste Sitzimg zur Behandlung geschäfrlicher Fragen am Mi::- woch, den 28. Februar, abhalten. ES sollen zunächst diejenigen Mandate geprüft werden, bei denen die Abgeordneten mit sehr geringer Mehrheit gewähr worden sind. ES sind daS die Abgg. Dr. Becker(gewählt in Astey-Bingen). Koelfch(natl.), gewählr in Kehl-Offenburg. Kaempf lVp.). gewählt in Berlin I und Haupi (Soz... gewählt in Jerichow I und II." Diese Information hat das konservative Blatt offenbar von dem konservativen Vorsitzenden der Kommission, dem Abg. v. Brockhausen, in dessen Händen die Verteilung der Referate liegt. Die Mehrheit der in Frage kommenden Abgeordneten beträgt: Becker 2 Stimmen, Koclsch 8 Stimmen, Kaempf 9 Stimmen und Haupt 7 Stimmen. Diesen Wahlen muh noch sofort hinzugefügt werden die des Reichsverbündlers v. Liebcrt, der mit der imposanten Mehrheit von 23 Stimmen gewählt ist. Wenn in diesen Fällen keine Beweiserhebung sich nötig macht, dann kann die Entscheidung über diese Wahlen noch vor den Ostexferien herbeigeführt werden. Tie Notlage der Unterbeamten. Die enorme Steigerung der Kosten des Lebensunterhalts hat bei dem Heer der Untcrbeamten zu einem unleugbaren Notstände geführt. Unter Hinweis auf die Notstandsprcise, die namentlich für Kartoffeln, Kohlen und Gemüse bezahlt werden müssen, haben die Unterbeamten eine gemeinsame Eingabe an die Parlamente beschlossen. Die Wünsche der Untcrbeamten sind in dieser Eingabe dahin zusanunengefaßt: 1. Auf eine auSreiÄcnde Erhöhung der Gehaltsbezüge der Unter- beamten hinwirken zu wollen. Vorgeschlagen wird die all- mähliche Vereinheitlichung der Umerbeamtenklassen durch Zu- sammenlegung aller vorhandenen Kategorien in höchstens drei GehaltSklaffen: 2. für alle Unterbeamten eine sofort zahlbare Teuerungszulage erwirken, und 3. darauf hinwirken zu wollen, dast bei sämtlichen Reichs- und Staatsbehörden mit der Uebertragung einer elatsmäßigen Stelle auch an die Unlerbeamten grundsätzlich die unkündbare Lebensstellung verknüpü sein soll. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat bekanntlich tm Reichstage bereits einen Antrag eingebracht, der die Aus- besserung dieser Beamtenkategorie fordert. „Unpolitische" Vereine. Wie die„Kreuz-Zeitung" mitteilt, beabsichtigt die Regie- rung den Deutschen Wehrverein des betriebsanien Generals Keim als p o l i t i s ch e n V e r e i n im Sinne des Lereinsgesetzcs zu behandeln. Dasselbe meldet die„Tägliche Rundschau" vom Flottenverein. Auf diese Vereine, die sich eine Beeinflussung der Oeffentlichkeit zu politischen Zwecken zum Ziele gesteckt haben, treffen ohne Zweifel die entsprechenden Bestimmungen des Vereinsgesetzes zu. Aber man hat sie siets unbehelligt gelassen, während man Gewerkschaften, sozialdemokratische Vereine und sonstige Korporationen der Arbeiterschaft mit den Fußangeln des Reichsvereinsgesctzes zu belästigen suchte. Die Regierung sollte aber ganze Arbeit machen und auch die K r i e g e r v c r e i n c als politische Vereine behandeln. Daß diese„unpolitischen" Organisationen mit der größten Unverfrorenheit Politik machen, hat sich bei den letzten Wahlen wieder mit handgreif- licher Deutlichkeit gezeigt. �_ Tie oldenbnrgische Veamtengehaltsvorlage zurückgezogen. Der oldenburgische Landtag nahm am Freitag sehr enttäuscht Kenntnis von einem Schreiben der Staatsregicrung, in dem sie die Zurückziehung der BeanitcngehaltSvorlage, die jährlich rund eine Million Mark Mehrausgabe erfordert hätte, mitteilt. Die Vcr- anlassung zu diesem auffälligen Schritt ist ein Beschlutz des Besoldungsausschusses des Landtags, wonach es dieser ablehnt, zurzeit dem Landtag die Annahme der Borlage zu empfehlen. Der Aus- schütz war aber bereit, bis zu 265 000 M. aus den Eisenbahnüber- schüssen für Arbeiter und Unterbeamte zu bewilligen. Durch die Zurückziehung der ganzen Borlage wird aber aucki diese Absicht hin- fällig. Der Landtag wird zu diesem Vorgehen der Regierung Stellung nehmen. Ein Vertreter der„objektivsten Behörde". Im deutschkonservativen Verein zu Breslau hielt am Donnerstagabend Staat Sanwaltschaftsrat Dr. T z e u t s ch l e r einen Vortrag über„N a ch d c n W a h l c n", der in einer vollendeten Kriegserklärung gegen das bestehende Reichstags Wahlrecht und im be- sonderen gegen die Sozialdemokratie ausklang. Ter Vertreter der objektivsten Behörde der Welt führte unter dem Bei- fall der Erschienenen etwa folgendes aus, nachdem er den Freisinn getadelt hatte, daß er die Jenenser Stichwahlbedin- gungen der Sozialdemokratie anerkannt hat. Tic Liberalen haben sich verpflichtet, für die Erhaltung des RcichStagswahlrcchts einzutreten. Das Reichstagswahl- recht ist das ungerechte st e aller Wahlgesetze, denn c« bringt die Rechte nicht mit den Leistungen in Einklang. Das schlimmste dabei ist, datz derjenige, der gar nichts leistet, das gleiche Recht hat wie der ehrbare Bürger.— Ein modernes Wahlrecht auf der Grundlage der allgemeinen gleichen Wahl ist das elsatz-lothringische. Es beschränkt das Wahlrecht der Bcr- brccher und begünstigt die seßhafte Bevölkerung. Auch das Reichsiagswahlrecht sollte derartige Bcstimmuugen enthalten. Am besten wäre es. Zuchthäuslern, Erpressern, Zuhältern usw. dau- ernd da s SB a h l re ch t z u c ii tz i eh e n. i«chr richtig!) Die W a b l p rü f u n g e n sollte nicht der Reichstag selbst vornehmen, wie sie ja auch in Elsatz-Lothringcn dem Oberlandes- geeicht übertragen sind. Wenn auch die Erreichung eines idealen Wahlrechts nicht möglich ist, so sollten doch die Auswüchse des Reichstagswahlrechts beschnitten werden. Tie Jenenser Bc- dingungcii verpflichten die Liberalen weiter, gegen Verschärfungen der«lrafge setze zu stimmen. Dabei kann es sich nur um die Strafen gegen Staatsverächtcr handeln, denn diese sind leider bei uns außerordentlich milde, während das Eigentum bereits mit drakonischer Strenge geschützt ist. Auf- forderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz, Aufreizung zur Gewalttätigkeit wird bei uns nur mit Geldstrafe von 6 bis 600 Mark belegt, während in Oesterreich schon Slufreizung zum Haß gegen Kaiser oder Regierung mit ein bis fünf Jahren schweren Kerkers bestraft'wird, ein Verbrechen, das bei uns überhaupt ungeahndet bleibt. Das Schlimmste ist aber, datz die Liberalen sich auch verpflichtet haben, gegen jedes Aus- nahmegesetz einzutreten. Die Wühlarbeit der Sozialdemokratie bedroht den Bestand des Reiches auf das hoch st e. Schon jetzt ist der dritte Teil des Reichstags entschlossen, Monarchie und Chriftetttum zu vernichten. Wo die Sozialdemokratie kann, mitzbraucht sie ihre M a cb t. Der Arbeitgeber ist nicht mehr Herr in seinem Betriebe. Der Kaufmann und Handwerker im Arbeiterviertel, der sie nicht unterstützt, wird zugrunde gerichtet; der Arbeiter, er mag wollen oder nicht, in ihre Reihen gezwungen. Das sehr wirksame Sozialistengesetz ist leider 1890 abgelaufen, und der Staat sieht mit verschränkten Armen das Anwach- sen der U m st u r z b c w e g u n g an. Wenn nichts dagegen geschieht, und die Sozialdemokratie im Lande und im Reichstage die Majorität erhält, dann dürste es wohl vorbei sein mit des Reiches Herrlichkeit. Es ist allerhöchste Zeit, etwas zu tun, wenn wir den Bestand des Reiches wahren wollen, und darum müssen wir Konserva- tiven mit Nachdruck fordern:..Reinigung der Wahl- listen von unsauberen Elementen und B c- flünstigung der seßhaften� Bevölkerung im W a h l re ch t, nachdrückliche t r a s c n für Verletzung der Staatshoheit und des öffentlichen Friedens. S a, u tz des Arbeiters vor dem sozial- demokratischen' Terror. Mit dein gegenwärtigen Reichstag wird das nicht zu erreichen sein, vorausnchtiich verfällt er aber wegen Arbeitsunfähigkeit bald der Auf- iösung. Dann wird cS an der Regierung fein, mit einer un- zweideutigen Wahlparole bor das Land zu treten und au jeder Ecke mutz es stehen:„Deutsche, euch ruft euer Kaiser gegen seine Feinde auf." Ganz zutreffend bemerkt hierzu die bürgerliche„Bres- lauer Zeitung":„Bei der dominierenden S t e l- lung, die unsere Staatsanwaltschaften in den G e r i ch t s s ä l e n einnehmen, kann in a n sich nicht wundern, wenn in politischen Prozes- sen Urteile z u st a n d e kommen, in denen sich der Geist obiger politischer Einseitigkeit und Lei- denschaftlichkeit bemerkbar mach t." Nationalliberaler Boykott. Die nationalliberale Parteiorganisation der Stadt Wattenscheid beschlotz aus Anregung des Beigeordneten Kampinaiui diejenigen Geschäftsleute und Wirte, die das Bochum er„Volks- b l a t t" abonnierten, zu boykottieren. Das gleiche soll mit den- jenigen Geschästsleuten erfolgen, die aus Änlatz des GewerkichaftS- festes geflaggt haben. Und so etwas mault über sozialdemokratischen Terorr l_ Zcntrumschristen knirschen im Zentrumsjoch. Tic„Westdeutsche A r b e i t o r- Z e i t un g" in M.- Gladbach hat vor der Wahl in Exzessen gegen die verhaßte Sozialdemokratie geradezu geschwelgt und sie ist dem Zentriimshecrbann durch dick- und dünneu Morast unbeseheu nachgefolgt. In besonders verbissener Weise wurde von dem Zcntrumsarbciterblatt auch die Stellungnahme des Zentrums zur Erbau fall st euer verteidigt. ?!un bei den Reichstagswahlcu auch von den christlichen Arbeitern manches schwarze Porzellan zerschlagen worden ist, scheint das M.-Gladbacher Blatt in der Frage der Erbschafts- steuer umschwenken zu wollen. Sie kommt aus die Aeuße- rungen des Zentrunisabg. Speck zur Erbschaftssteuer zurück, der die Wiedereinbringuug einer solchen wteuexvorlage als Brüskicrung der Schnapsblockparteien be- zeichnet hat und schreibt: „Wir gestehen aufrichtig, datz wir der Meinung find, der be- treffende PasjuS in der Rede des Abg. Speck habe auch in Zentrumskreisen einigermatzeu Verwunderung erregt. Noch mehr. Wir glauben annehmen zu könne», datz der Abg. Speck in diesem Punkte weniger die Auffassung der Zentrums- f r a k t i o n des Reichstages und mehr die s e i u e r P e r s o n bczw. eines kleinen Kreises vertreten habe. Jedenfalls wird man in weiten Kreisen der Zentrumspartci im Lande eine solche unbedingte Slblehnuiig einer Erbanfallsteuer nicht v e r st e h e ii. ES käme deiui doch, sachlich genommen, darauf an, w i e eine solche Steuer gestaltet würde. Wir können uns sehr ' wohl eine Erbanfallsteuer denken, die wesentlich abweicht von jener Vorlage, die bei der Reichöfinanzrcfonn so heftig u iiistritten ward. Aber gesetzt den Fall, mau dächte au eine Ablehnung eines Erbschaftssteuerprojektes, dann, meinen wir, müßte nach einer Ersatz steuer gesucht werden, selbstverständlich nach einer reinen B e s i tz st e u e r, um notwendig erscheinende Mittel zur Deckung einer zu erwanendcn Wehrvorlage aufzubringen. Mit einer künstlichen Frisierung des Etats wäre der Zweck wahrlich nicht erreicht." Mit der„künstlichen Frisierung dcS Etats" bezweckt das„national durchaus zuverlässige Zentrum ja tveiicr nichts, als den neuen Wehrvorlagen Schwierig- kcitcn zu machen und daran seine Parteisnppe zu kochen. Wenn aber das Zentrumsarbeiterblatt jötzt auf einmal von „reinen Besitzsteuern" redet, dann ist darin wohl endlich das �mittelbare» Zugeständnis zu finden, daß die früher vom Zentrum als„Ersatz" der Erbanfallsteuer beivilligteu„Besitz"- steuern eben doch keine Steuern sind, die den Besitz treffen. Die Arbeiter werden sich diese Aus- sührungcn der zentrümlichen„Westdeutschen Arbeiterzeitung" merken. Italien. Die Amendements zum LersichcrungSmonoPol. Rom, 22. Februar. Als Giolitti sich im vorigen Juli damit begnügte, den Gesetzentwurf über das Versicherungs- Monopol in erster Lesung durchgehen zu lassen, hatte der Minister N i t t i ausdrücklich Amendements in Aussicht gestellt, die den Kritiken der Monopolgegncr Rechnung tragen sollten. Diese Amendements sind nun am 21. d. M. veröffentlicht worden. Sie bedeuten im wesentlichen ein Zugeständnis an das Versichernngskapital deS Inlandes und Auslandes, indem sie an Stelle des sofortigen Monopolbetricbes eine zehnjährige Nebergangszeit treten lassen, während der die Privatgesellschaften unter gewissen Bedingungen weitere Verträge abschließen können. Die Gesellschaften müssen während dieser Nebergangszeit 40 Proz. des Risikos der staat- lichen Versicherungsanstalt überlassen und müssen 50 Proz. der eingezahlten Prämien in italienischen Staatspapiercn an- legen und bei der Depositenkasse als GarantiefondS der Versicherten deponieren. Weiter setzten die Amendements die Bedingungen fest, unter denen die Privatgesellschaften ihr Portefeuille und die von ihnen übernommenen Verpflichtungen dem Staatsinstitut abtreten können. ES werden ferner Be- stimmungen getroffen, die die Staatsbeamten des Instituts verpflichten, die zu ihrer Kenntnis gelangenden Verträge als AmtSgeheimtlis zu betrachten und ihnen auch untersagen, der Steuerbehörde irgend welche Mitteilungen zu machen. Ob diese Amendements das Versicherungskapltal befriedigen werden, steht sehr dahin. Die mit allen Mitteln betriebene Agitation gegen den Entwurf erreicht gerade in diesen Tagen ihren Höhepunkt. Auch die �auswärtigen Gesellschaften lassen wacker Geld draufgehen. So sammelt ein„Institut de droit international11 Ilnterschriften von bekannten Juristen und?!ationalökonomen und bietet als„Honorar" für jede Unterschrift 500 Lire. Hoffentlich kommen die Herren auf ihre Kosten. Die Diskussion des Gesetzentwurfs dürfte am nächsten Dienstag beginnen. Snglanc!. Tie englische Politik in Persien. Aus London wird uns vom 22. Februar geschrieben: Seitdem Sir Edward G r c y den Hosenbandorden bekommen hat, scheint den englischen Radikalen das Herz in die Hosen gefallen zu sein. Anstatt«ruf diese demonstrative Ohrfeige mit noch entschiedenerem Kampfe gegen GreyS Politik und Angriffen auf die ganze Regierung zu antworten, kriechen sie jetzt vor ihm in hündischer Ergebenheit. Ein radikales Blatt hatte sich schon so weit verstiegen, offen den Rücktritt Grehs zu fordern, jetzt aber wagt es kaum die leiseste Kritik zu stammeln. Manchester, dessen Kaufleute und Fabrikautcu durch die russische Wirtschaft in Persien am meisten litten, war der Hauptherd der Iknz'ufriedeiiheit. Greh aber ging just dahin und redete den Leuten in einer Versammlung allerlei vor, und jetzt ist auch dort alles wie umgewandelt. Es scheint, datz Grcy von nun au in Persien tun oder lassen kann, was er will. Ter Radikale Ponsonby brachte gestern im Unterhause ein Amendement zur Antwortadressc ein, das emf ein Mißtrauensvotum gegen die persische Politik GrohS hinauslief. Es bedauerte, datz die Regierung keine wirksamen Schritte unternommen hat, gemäß dem cnglisch-russischcn Abkommen von 1007 die Unabhängigkeit und Integrität Persiens zu wahren, und erklärte, datz dadurch die Sicherheit Indiens und die Interessen Englands schwer bedroht seien. Es siel Ponsonby nicht schtvcr, den reaktionären Charakter der Grehschen Politik bloßzulegen, aber in der Form verhielt er sich noch viel höflicher als üblich. Er zeigte, wie die englische Rc- gierung Rußland zu immer neuen Lorstötzen verhalf, wie durch das Zusammenwirken der beiden Mächte Morgan Shuster vertrieben, der Mcdschlitz lahmgelegt und die Umtriebe des Ex-Söhahs unter- stützt und die letzten russischen Greueltaten ermöglicht wurden. Seine Ausführungen wurden von allen liberalen Rednern mit einer Ausnahme unterstützt. Greys Zlutwort war noch weniger zufriedenstellend als irgendeine seiner früheren Reden über diesen Gegenstand. Er er- klärte die allgemeine Auffassung, die englische Regierung habe seinerzeit das cnglisch-russische Abkommen dahin interpretiert, daß die beiden Mächte einander an der Verletzung der Unclbhängigkcit Pcrsiens verhindern wollten, für unrichtig. Das stand bloß in, einer Note des britischen Konsuls in Persien, die die Londoner Re- gicrung niemals genehmigt habe! Die beiden Regierun- gen hatten bloß im Auge, einander in den respcktiven Einfluß- sphären keine Schwierigkeiten zu bereiten. Was die Anwesenheit der russischen Truppen anbetrifft, so wiederholte Greh nur, daß Rußland ihre Zurückziehung versprochen habe. Tcr�Ex-Schah werde niemals wieder anerkannt werden, aber um ihn aus dem Laude zu bringen, werde man ihm wohl wieder eine Pension zu- sichern müssen! Die cnglisch-russische Anleihe von 200 000 Pfund Sterling solle die persische Regierung in den Stand setzen, die Ordnung im Lcmde aufrechtzuerhalten. lieber die p o l i t i s ch c n Bedingungen dieser Anleihe verweigerte Grcy zunächst eine Slufllärung. Ponsonby konnte selbst nicht umhin, diese Antwort deS Ministers als„sehr enttäuschend" zu bezeichnen, um aber in demselben Atem mit echt radikalem Männcrstolz sein Amendement zurück- zuziehen. Und doch wäre gerade eine Slbstimmung über dieses Amendement von höchstem Interesse gewesen. Nach diesem schmäh- lichen Zusammenbruch der radikalen Opposition braucht sich Sir Edward Grcy allerdings gar keine Schranken mehr erufzucrlcgcu. perNen. Dix persische Regierung muß nachgeben. London, 24. Februar. Tie„Morning Post" meldet aus Teheran vom 23. d. M.: Tie persische Regierung hat sich.bereit erklärt, die Bedingungen der cnglisch-russischcn Note anzunehmen unter der Voraussetzung, datz die Er- Haltung der Integrität Porsiens grundsätzlich in dem Slbkommcn anerkannt wird. England und Rußland verlangen die Verbannung des Emirs Mufacham auf drei Jahre. • Hfien. Japanische Grausamkeiten in Korea. Brüssel, 24. Februar. Die Agence d'Extreme Orient läßt sich einen Artikel dcS Japan Ehronicle telegraphieren, worin den Japanern Grausamkeiten in der Behandlung der Koreaner vorgeworfen werden. Eine der gebräuchlichsten Mißhandlungen be- stehe darin, die Gefangenen an den Zehen eines Fußes mit dem Kopfe nach unten aufzuhängen, den Leib eng umschnürt und zwar so lange, bis die Unglücklichen das Gewünschte gestanden haben. In einem Strafverfahren soll ein Staatsanwalt für einen Gc- fangencn 80 Stockschlägc beantragt haben, trotzdem das japanische Stcafrecht die körperliche Züchtigung abgeschafft hat. In einem anderen orientalischen Blatt bestätigt Missionar Brown, der Leiter der prcsbytcrianischen Missionsanstalt. diese Grausamkeiten. Er vcr- sichert, datz Iiäufig die zum Christentum bekehrten Koreaner unter irgendeinem Vorwand verhaftet werden und das man am Tage darauf nach ihrer Freilassung an ihrem Körper Brandmale und andere Spuren von Ritzhandlungen gefunden habe. Hfrilta. Schwierigkeiten der Franzosen in Marokko. Tanger, 24. Februar. Der französische JnstruktionS- offizier, Leutnant Thirier, der mit einer Abteilung Truppen bei Si el Hauri jüwa dreißig Kilometer von Elkfar lagert, wurde von den spanischen Behörden aufgefordert, den Platz innerhalb 24 Stunden zu räumen. Thirier weigerte sich, diesem Ansinnen nachzukommen und. erstattete seilen Vorgesetzten Bericht. London 24. Februar.„Daily Telegraph" meldet aus Ma- drid: Hier eingetroffene Nachrichten aus Megadar besagen, datz bei El Adra bei Rio de L'Oro ein heftiger Kampf zwischen einer französischen Mahalla und den Eingeborc- n c n st a 1 1 ge f u n d e n habe, in dessen Verlauf die Mahalla vollständig aufgerieben worden sei. Die Franzosen, die die Steuern unter den Stämmen der dortigen Gegend eintreiben wollten, stießen hierbei auf den Widerstand mehrerer Führer. Die französischen Behörden drohten mit strengen Strafen, und als auch jetzt der Erfolg ausblieb, setzte man den sich Weigernden eine Frist von 24 Stunden. In dieser Zeit jedoch trafen die Eingeborenen große KampfeSvorbcreitungcn und überfielen in der Stacht das französische Loger. Hierauf entsandten die Franzosen eine Mahalla in Stärke von 400 Mann gegen den Feind, die jedoch von den Ein- geborenen überfallen und aufgerieben wunde. Durch diesen Sieg ist der Enthusiasmus unter der einheimischen Bevölkerung sehr gc- stiegen, und die kriegerischen Stämme erhalten von Tag zu Tag neuen Zuzug. Amerika. Präsident Tast für das Flottcnwettrüsten. Washinston, 24. Februar. In der gestrigen Friedensvcrsamm. lung der Flottcnliga«hielt Präsident Taft eine Ansprache. in der er erklärte, er sei f ü r d e n B a u z w e i e r n e u e v Schlachtschiffe in diesem Jahre und werde'einen entsprechen- den Gesetzentwurf unterzeichnen. Er versicherte weiter, datz er für eine tüchtige und starke Flotte eintrete, die die amerikanische Nation in den Stand setze, ihre Stellung zu wahren und ihren berechtigten Forderungen in andc- reu Ländern Achtung zu verschaffen. Er halte die Zeit, bei den Flottcnausgaben zu sparen, erst dann für gekommen, wenn der 51ricg abgeschafft sei. Man solle sich nach der Situation richten, und ein Land lasse Vorsicht und den gesunden Menschenverstand vermissen, wenn es in dieser Hinsicht ve-sage. Das Bekenntnis Tafts entspricht den Anschauungen dcS weit- aus größten Teiles der Bourgeoisie in den Vereinigten Staaten, die sich mehr und mehr der Politik des Imperialismus vcr- schrieben hat. Tie Lage in Mexiko. Washington, 24. Februar.(93. T. BF Tie amerikanischen Truppen sind angewiesen worden, die mexikanische Grenze zu üvcr- schreiten, sobald es notwendig ist, um eine Beschießung no'-damc. rikanischcn Gebietes zu verhüten. Die Frage einer allgemeineu Mobilmachung an der Grenze wird erörtert, GewerfefcbaftUcbca. Der 6emrairtmh der cngUfcben Bergarbeiter. London, 23. Februar.(Eig. Ber.) Gestern fanden in London mehrere wichtige Konferenzen und Besprechungen statt. Das Komitee der Internationalen Beschlüsse gefaßt hatte, die der Oeffentlichkeit nicht übergeben Beschlüsse gefaßt hatte ,die de rOefsentlichkeit nicht übergeben wurden. Das Komitee tagte am 21. und 22. Februar. Ver- treten waren Großbritannien, Deutschland(Altverband, Hirsch-Duncker, Polen), Frankreich, Oesterreich und Belgien. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Vertretern der Kohlenbesitzer und der Bergarbeiter führten, wie vorauszusehen war, zu keinem greifbaren Re- s u l t a t. Die Kohlenbesitzer ernannten zwar ein Komitee, das mit der Regierung verhandeln soll, aber ein ähnliches Komitee der Bergarbeiter kam nicht zustande. Der engere Ausschuß der Bergarbeiterföderation, der aus dem Präsi- denten Edwards, dem Vizepräsidenten S m i l l i e, dem Schatzmeister Abraham und dem Sekretär A ch t o n be- steht, erklärte der Regierung, daß es nicht in seiner Macht liege, ein Komitee einzusetzen: darüber müsse die General- konferenz der Bergarbeiter entscheiden, die nächsten Dienstag zusammentrete. Er wolle aber der Generalkonferenz den Vor- schlag der Regierung mitteilen. Die Regierung gab dann den Bergarbeitervertretern zu verstehen, daß sie bereit sei, nächsten Dienstag die ganze Generalkonferenz oder ein Komitee derselben zu empfangen. Die Regierung versucht offenbar, die Bergarbeiter über den Löffel zu barbieren wie die Eisenbahner vor einigen Monaten. Es wird ihr jedoch schwerlich gelingen. Die britischen Bergarbeiter sind alte Strategen im wirtschaftlichen Kampfe und lassen sich kein X für ein U vormachen. Wenn es die Regierung ehrlich meint, so kann ihr Eingreifen nur Erfolg haben, wenn sie es fertig bringt, die Arbeitgeber zum Nachgeben zu bewegen. Die Situation i/ sonnenklar: die Bergarbeiter haben sich zum Kampfe entschlossen, um den individuellen Minimallohn zu erringen. Ein Zurückweichen kann es ohne die Zustimmung der Massen nicht geben. Die Minimallohnbewegung ist keine von den Führern eingeleitete Bewegung, sondern eine Massenbewegung. Das scheint der kapitalistischen Presse, die jetzt die Führer der Bergarbefter täglich verunglimpft, unglaublich zu sein. In Wirklichkeit werden viele der Bergarbeiterführer, namentlich die älteren, von der Masse nur geschoben. Die Bergarbeiter- föderation Großbritanniens ist eine der demokratischsten Or- ganisationen der Welt. In allem, was sie unternimmt, wird sie von dem Druck der großen Mehrheit der Mitglieder ge- leitet. Zwar dauert es lange, ehe die Maschinerie dieses ge- waltigen gewerkschaftlichen Gebildes in Bewegung gebracht werden kann; ist sie aber einmal im Gange, so läßt siö'sich ebenso schwierig zum Stiststand bringen wie ein großes Schwungrad. Nun ist die Maschinerie in Bewegung gesetzt worden, und das Gerede der bürgerlichen Presse von einer Vermeidung oder eines Aufschubs des Generalstreiks infolge der Einmischung der Regierung ist nichts als das inbrünstige Gebet der Profitmacher, die schon ihre Profite für dieses Jahr davonschwimmen sehen. Die Einmischung der Regierung wird wahrscheinlich ein ganz anderes Resultat haben als die bürgerliche Presse vermutet. Seit der Einmischung der Re- gierung beim Eisenbahnerstreik ist die britische Arbeiterschaft in bezug auf das Wohlwollen und die Unparteilichkeit der Regierung sehr skeptisch geworden und es kann leicht vor- kommen, daß ein Gewerkschaftsführer, der die Vermittelung der Regierung befürwortet, von den Mitgliedern seiner Or- ganisation des Arbeiterverrats angeklagt wird. Das erklärt auch die äußerst reservierte Haltung des engeren Födera- tionsvorstandes in den Verhandlungen mit dem Premier- minister und dem Minister des Aeußern. Die Regierung erntet nur, was sie vor einigen Monaten gesät. Der Streik ist jetzt unvermeidlich. Nur die Zusicherung der Arbeitgeber, daß sie mit der Föderation auf Grundlage der Anerkennung des individuellen Minimallohnes ver- handeln wollen, könnte die Situation verändern. » London, 24. Februar.(Privattelegramm des.BorwärtS'.) A'r englifcbe Transportarvciterverband faßte am Freitag folgen- den Beschluß: Der Exekutivausschuß wird beauftragt, sich mit der Bergarbeiterföderation in Verbindung zu setzen, um dieser jede alS notwendig erachtete Hilfe zu geben. Dieser Beschluß wird von dem Sekretär so ausgelegt, daß der Transportarbeiterverband nicht nur den Transport inländischer oder ausländischer Kohlen verhindern, sondern auch unter Umständen einen Sympathiestreik anordnen wird. Lerlln unck Ilmzegencl. Zur Zigarreuarbeiterbetvegung von Groh-Berlin. In verschiedenen Kreisen und Bezirken Berlins werden, ber- mutlich von interessierter Seite, beständig Gerüchte kolportiert, wonach mit den grünen Plakaten seitens vieler Händler und� Gast- Wirte Unfug getrieben würde. Sofern diese Gerüchte auf bös- willige Erfindungen zurückzuführen sind, richten sich die Verbreiter derselben selbst. Gewöhnlich will man dahinter seine eigene Unzu- länglichkeit und Feindseligkeit verstecken. Sollten aber hier und da sichere Anhaltspunkte vorhanden sein, daß Geschäftsleute, die grüne Plakate besitzen, tatsächlich nickt ehrlich die Konsequenzen ziehen, so bittet man dringend, solche Vorfälle unter selbstverhänd- lichcr Zusicherung der Verschwiegenheit an die Kontrollstelle im Bureau des Verbandes der Tabakarbeiter, Große Hamburger Straße 18/19, gelangen zu lassen. Es wird dann nicht versebir werden, eine solche arbeiterfeindliche, und ehrlose Handlungsweise der Oeffentlichkeit preiszugeben. Arbeiter, Parteigenossen! Fragt überall, wenn Ihr Zigarren kauft, nach den grünen Plakaten, unterschrieben: Alwin Schulze. Beachtet die Veröffentlichung der Tarftfirmen in der Sonntags- beilage des„Vorwärts". Der Vertrauensmann der Tabakarbeitcr. Achtung, Fleischer! Der Fleischermeister Frz. Gerigk, Adalbert- straße 2, legt Wert darauf, mitzuteilen, daß er nicht mit der Staatsanwaltschaft gedroht, wenn der Verband auf die strikte Ein- Haltung des Tarifes bestehe. In dem Schreiben des Herrn Gerigk heißt es jedoch wörtlich: „Der Inhalt Ihres letzten Schreibens enthält eine Drohung und bemerke ich, falls es sich sollte in meinen Betriebe zu der- artigen Exzessen aufspielen, wie es sich in der letzten Zeit ander- weitig zu getragen hat, wo ich in meinen vollen Rechte bin, so werde ich den Zentralverstand für den entstandenen Schaden hast- bar machen." Herr Gerigk glaubt also, den Tarif brechen und, wenn die Gesellen die- Arbeit niederlegen bezw. die Kundschaft die Ware abbestellt, dem Verband noch eine Schadcnscrsatzklage anhängen zu können. Trotz wiederholter Verhandlungen sind die Differenzen noch nicht beigelegt, da Herr Gerigk sich noch immer weigert, nur orga- Verantw. Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.: ntfierfe Teselken, SSe st» Tarifvertrag vereinbart, jh beschäftigen. Er scheint bereit zu sein, es zum Aeutzersten kommen zu lassen, denn bei den Verhandlungen erklärte er, lieber verzichtet er auf die Konsumlieferung und schließe seinen Laden, als daß er den Un- organisierten entlasse. Zentralverband der Fleischer. Achtung, Rohrer! Die Differenzen bei der Firma Krumreh Nach f. Arendt sind durch Verhandlungen in der Schlich hings- kommission beigelegt. Herr Arendt erklärte sich bereit, die entlassenen Rohrer wieder einzustellen, soweit sie noch nicht andere Arbeit haben. Die Arbeit wird infolgedessen von Montag an auf- genommen, soweit sie besetzt werden kann. Die dann noch arbeits- los verbleibenden Rohrer werden sofort berücksichtigt, sowie weitere Arbeit eingeht. Der Vorstand des Deutschen Bauarbeiterverbandes Zweigveretn Berlin. Veuvkcdes Reich. Die Differenzen in der Schuhfabrik Adolf Heller in Roß- wein sind nach langwierigen Verhandlungen mit der Schieds- kommission der Schuhfabrikanten Mittelsachsens beigelegt worden. Den Arbeitern wurden weitere Zugeständnisse gemacht; am 23. d. M. haben die Arbeiter die Arbeit vollzählig aufgenommen. Die durch die Sireikbrechervermittelungsagentur in Hamburg herbeigeschafften Arbeitswilligen wurden unter" Zahlung einer Lohnenischädigung für 14 Tage sofort entlassen. Diese sehr zweifelhaften Hintzebrüder haben bereits den Ort ihrer Tätigkeit wiederum verlassen. Durch Beilegung dieser Differenz ist nun auch die angekündigte Aus- sperrung in der sächsischen Schuhindustrie hinfällig geworden. Lohnbewegung der Hamburger Treibriemensattler. Die m den zehn Treibriemenfabriken Hamburgs beschäftigten Sattler und Hilfsarbeiter haben beschlossen, den Unternehmern folgende Forderungen zu überreichen: Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von ökfh auf 63 Stunden, Bezahlung der gesetzlichen und von den Unternehmern angeordneten Feiertage, Gewährung eines Sommerurlaubs von 3— 6 Tagen je nach der Beschäftigungs- dauer, Festsetzung von Mindestlöhnen, und zwar 50 Pf. pro Stunde im ersten Jahre der Berufstätigkeit, 53 Pf. pro Stunde im zweiten und 57 Pf. vom dritten Jahre ab. Hilfsarbeiter, welche die Arbeit gelernter Sattler verrichten, sollen wie diese entlohnt werden. Zehn Prozent Lohnerhöhung für alle, die bei der Einführung der Mindest- löhne keinen Lohnzuschlag erhalten. Lohnzuschläge von 25— 33 K Prozent für Ueberstunden, 59 Proz. für Nacht- und Sonntagsarbeit, Einschränkung und schließliche Beseitigung der Akkordarbeit. Liefe- rung aller Werkzeuge und Montageanzüge. Entlassungen wegen Arbeitsmangel sollen erst dann vorgenommen werden, wenn zwei Wochen hindurch die Arbeitszeit auf 7 Stunden täglich verkürzt worden war. Das Warten auf Arbeit ist zu bezahlen. Einsetzung von Arbeiterausschüssen zur Schlichtung von Difterenzen. Das Organisationsverhältnis der Arbeiter sowie die Geschäftskonjunktur ist günstig, so daß den Arbeitern der volle Erfolg gesichert ist, wenn der Zuzug von Sattlern und Hilfsarbeitern nach Hamburg streng ferngehalten wird._ Tarifbewegung im Münchener Tapezierergewerbe. Nach wiederholten Verhandlungen wurde vor dem Einigungs- amt des Gewerbegerichts München mit dem Arbeitgeber- verbände im Tapezierergewerbe ein dreijähriger Tarifvertrag abgeschlossen, der den Gehilfen eine Reihe von Ver- besserungen bringt. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde aus 52 Stunden verkürzt, die Löhne werden sofort um 3 Pf.. im zweiten Jahre um 2 Pf. und im dritten Jahre um 1 weiteren Pfennig pro Stunde erhöht; ebenso wurden die Mindestlöhne festgesetzt auf 42 Pf. für Gehilfen, die mindestens ein Jahr aus der Lehre sind; auf 46 Pf. für solche, die mindestens zwei Jahre aus der Lehre sind, und auf 50 Pf. für Gehilfen, die drei Jahre aus der' Lehre sind. Tüchtige Arbeiter erhallen ent- sprechend mehr, jedoch nichr unter 60 Pf. die Stunde. Auch die Mindestlöhne steigen während der Bertragsdauer zweimal um einen Pfennig. Der Zuschlag für Landarbeiten wurde täglich auf 3 M., für Auslandsarbeiten ein Mindest- satz von 4.50 M. täglich festgesetzt. Die Forderung der Organisatton, die Näherinnen in den Tarifvertrag einzubeziehen, mußte fallen ge- lassen werden, da die Arbeitgeber für die Lage der im Tapezierer- gewerbe beschäftigten Näherinnen nicht das geringste soziale Ver- ständnis und keinerlei Entgegenkommen zeigten, ja sogar mit einer „Machtprobe" drohten._ Einen schönen Erfolg haben die Mannschaften der Starn- b e r g e r Dampfschiffahrtsgesellfchaft mit ihrer Tarifbewegung zu verzeichnen. Zwischen der Gauleitung München des Deutschen Transportarbeiterverbandes und der Gesellschaft wurde ein Tarif- vertrag abgeschlossen, de: bis zum Jahre 1914 Gültigkeit hat. Die Arbeitszeit wurde um 12— 18 Stunden in der Woche verkürzt und die Wochenlöhne um 4— 5 M. in der Woche erhöht. In 5drankhcits- fällen erhält das Personal 8 Wochen lang zum Krankengeld einen täglichen Zuschuß von 1 M. und bei Invalidität eine Unterstützung von 2 M. täglich; ebenso werden die Ueberstunden besser bezahlt wie bisher. Die Mannschaft erhält auch Urlaub, auch wurde ihr ein freier Tag w ö ch en t l i ch zugesichert.— Im Gegensatz zu manchen Scharfmachern zeichnete sich der Vertreter der Dampf- schiffahrtsgesellschaft, Kommcrzienrat Thomaß, bei den Vcrhand- jungen durch sozialpolitisches Verständnis aus. Hus Induftric und Kandel. Hohe Butterpreise! Tie Herren Agrarier machen es sich stets bequem, wenn Klagen über hohe Lebensmittelpreise laut werden Dann sind einfach die Händler die Preistreibcr. Dieser Einwand läßt sich aber bei den folgenden Angaben nicht macheu, sie betreffen die Notierungen bei den schleswig-holsteinischen Butterauktionen in Hamburg. Die Ver- anstalter sind die Meiereiverbände, also die Produzenten selbst. Ter niedrigste Auktionspreis im vergangenen Jahre betrug pro Zentner Ende Mai 105,23 M., dann stieg er ständig bis auf 152,15 Mark im August und nach einem Preisrückgang im September auf 162,60 M. im Ottober. Tann sank der Preis allmählich wieder bis auf 144 M. Ende des Jahres. Im Durchschnitt der letzten Jahre betrugen die Preise: 1904: 111,65, 1905: 116,61, 1906- 119,37, 1907; 117,01, 1908: 123,08, 1909; 123,57, 1910: 125,05, 1911; 131,83 M. Also seit 1904 eine fortgesetzte Steigerung, die den Preis um 20,13 M.— 1 7, 3 Proz. erhöhte. Mit Genugtuung wird dazu von interessierter Seite bemerkt, daß die Ausdehnung des Meierei- Wesens die„feste Preisbildung" ermögliche! Trotz dieser Preis- entwicklung aber schreien die Agrarier noch nach Zöllen auf Milch und Sahne! Eine neue Interessengemeinschaft in der Röhrenindustrie. Der Aufsichtsrat der Mannesmannröhrenwerke genehmigte ein Abkommen mit den Wittener Stahlröhren werken, gemäß welchem diese Gesellschaft den Verkauf ihrer Pro- d u k t i o n vom 1. März d/J. ab für 30 Jahre aus der Grundlage einer prozentualen Beteiligung durch die Mannes- mannröhren-Werke bewirken läßt. Das' Abkommen sieht ferner die weitestgehende Vereinfachung und Vereinheitli- chung der beider fettige n Fabrikationsprogramme vor; beide Gesellschaften beschränken sich auf die Herstellung der bisher von ihnen erzeugten Rohrsortcn und sonstigen Spezialitäten. Die Mannesmannröhren-Werke beabsichtigen, behufs Verbilligung und Vergrößerung ihrer Produktion umfang- reiche Neubauten auf den österreichischen Werken Komotau und Schöiibrunn, auf dem italienischen Werk in Dalmine sowie auf den Röhrenwcrken Rath l und Bous III und auf dem Stahlwerk in S a a r b r ü ck c u- B u r b a ch vorzunehmen. Die Bauten für das für Bous II, Remscheid und Rath II(Schweiß- werk) seinerzeit vorgesehene Programm sind abgeschlossen._ El). Glocke. Beri-n. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Vertagsanstalt! Zur Deckung EeS hierfür erforderlichen Geldbedarfs sowie zur Beschaffung der Betriebsmittel für die ständig schnell zunehmende und die noch zu erwartende neue Produktton soll der auf Tonners- tag, 21. März d. I., einzuberufenden außerordentlichen General- Versammlung die Ausgabe von 12 000 000 M. neuer Aktien und 10 000 000 M, Ifzprozentiger Obligationen vorgeschlagen werden. Das Aktienkapital der Mannesmannröhren-Werke be- trägt zurzeit 30 Millionen Mark. Die letzte Kapitalserhöhung er- folgte im Jahre 1910, und zwar um l'A Millionen Mark. An An- jeihen sind bisher 8 Millionen Mark in If-prozeniigen Tcilschuld- verschreibungcn ausgegeben worden. Versammlungen. Verband der Sattler und Portefeuiller. Die Filiale Berlin hielt am Mittwoch ihre Generalversammlung ab. Den Bericht für 1911, der gedruckt vorliegt, ergänzte und erläuterte Schulze. Be- sonders verwies er auf den außerordentlichen Umfang der Lohn- bewegungen im verflossenen Jahre. Um mehr als 1000 Mitglieder hat die Filiale Berlin seit der Verschmelzung der beiden Verbände zugenommen. Unter den Aufgaben, die in diesem Jahre der Lösung harren, steht an erster Stelle die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Für die Wagenbranche wird versucht werden, ein Vertragsverhältnis zu schaffen. Auch läuft der Tarif für die wasserdichte Branche in diesem Jahre ab; desgleichen ist der Ver- trag der Militärbranche gekündigt und erlischt am 31. März d. I. Für die Geschichte der Organisation, insbesondere für die Berliner Bewegung, war das letzte Jahr von großer Bedeutung, weil durch Ablauf der Tarifverträge in der Portefeuilles- und Reiseartikel- blanche eine Situation geschaffen wurde, wo Sein oder Nichtsein für die Organisatton auf dem Spiele stand. Mehr als 60 Proz. der Mitglieder kamen für die Bewegung in Bettacht und wäre es nicht gelungen, auf dem Wege der Verhandlungen eine Ver- ständigung zu erzielen, so wäre ein Kampf entstanden, der große Opfer erfordert hätte. Er wurde in � letzter Stunde zum Besten beider Teile verhütet. An der Bewegung waren 2018 männliche und 292 weibliche Arbeiter beteiligt, von denen 1559 männliche und 171 weibliche dem Sattler- und Portefeuillerverband angehörtet. Auch in den übrigen Branchen wurden Verbesserungen auf tariflichem Wege erzielt. An der Maifeier hatten sich 1300 Teil- nehmer beteiligt. Das Jahr 1910 schloß mit einem Mitglieder- bestand von 3215 ab, während wir am Schluß des letzten Jahres 3420 Mitglieder verzeichnen konnten. Der eingetretene Zuwachs beträgt demnach 205 Ritglieder, von denen genau 50 auf die weib- licheu Mitglieder entfallen. Tie Mitgliederbewegung der Lehr- lings- und Jugcndabteilung ergibt einen Verlust von 6 Mitgliedern. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß 41 Mitglieder dieser Ab- tcilung zur eigentlichen Organisatton übergetreten sind. Mit Aus- nähme der Wagenbranche, wo daS ganze Jahr ziemlich flott zu tun loar, hatten die Mitglieder der übrigen Branchen mehr oder weniger lange Perioden der Arbeitslosigkeit zu überstehen. Im Berichtsjahr ließen sich insgesamt 2877 Kollege« und Kolleginnen als arbeitslos einschreiben, gegenüber dem Vorjahre ein Mehr von 24. Stieg die Zahl der arbeitslosen Mitglieder nur um 24, so stieg die Gesamtzahl der Arbeitslosentage um ein sehr Beträchtliches, nämlich von 30 177 Tage auf 43 570 Tage, das ist ein Mehr von 13 443 Tagen. Demzufolge erhöhte sich die durchschnitt- liche Arbeitslosigkeit für den einzelnen Kollegen von 11,47 auf 14,46 Tage. An Arbeitskrästen wurden insgesamt 1407 verlangt, dem Vorjahre gegenüber ein Minus von 45. An Stellen konnten jedoch 7"mehr besetzt werden als im Jahre 1910, nämlich 1021. Von den verlangten Arbeitskräften waren 21 nach außerhalb, wo- von 6 besetzt wurden.— Tie Bibliothek wurde außerordentlich stark in Anspruch genommen. Den Kassenbericht ergibt folgende Aufstellung: Hauptkasse: Einnahmen und Ausgaben bilanzieren mit 76 662,45 M. An Unterftützungsgeldern wurden verausgabt insgesamt: 43 41 1 Mark.— Lokal fasse; Bestand und Einnahmen 8! 429.52 M., Ausgaben 18 603,74 M.. Bestand am 31. 12. 1911 62 825,78 M. Bqr- liner Verwaltung: Bestand und Einnahmen 0530,83 M., Ausgaben 8664,94 M., bleibt Bestand am 31. 12. 1911 865,89 M.— Lehr- lings- und Jugendabteilung: Einnahmen und Aus- gaben bilanzieren mit 633,10 M. Ueber den nächsten Verbands- kongreß referierte Schulze. Eine Diskusston fand nicht statt. Als Revisoren wurden gewählt: Starke, Baumgarten und Z c ch._ Hetzte ffocfirfcbten. Rcichsländischcs. Straßburg, 24. Februar.(W. T. B.) In der gestrigen Sitzung der Budgetkommission des Landtages beantragte» die Sozialdemokraten beim Etat der Finanzen, den Gnadenfonds de? Kaisers in Höhe von 100 000 M. und den Dispositionsfonds des Staathalters in Höhe von 130 000 M. zu streichen und die dadurch gewonnenen 230 000 M. zu einer Teuerungszulage für die Unter- beamten und etatsmäßigen Hilfsbeamten sowie zur Unterstützung hilfsbedürftiger Hinterbliebenen solcher Beamte« im Einvernehmen mit einer fünfgliedrigen Kammcrkommission zu verwenden. Be- züglich des Gnadenfonds entspann sich eine längere Debatte, weil die Mehrheit ein Konttollrecht des Parlamentes auch für diesen Fonds in Anspruch nahm und forderte, daß eine Unterkommisfion von vier Mitgliedern die Belege im einzelnen nachprüfen solle. Die Regierung erklärte, diesem Verlangen nicht stattgeben zu können, da der Fonds als Gnadenfonds nicht auch gleichzeitig der parlamentarischen Kontrolle unterliegen könne. Die Liberalen nahmen das Kontrollrechr im Prinzip in Anspruch, erklärten ab.r mit Rücksicht auf die Zweckbestimmung des Fonds aus Gründen des parlamentarischen Taktes, auf seine Ausführung zu verzichten, und wiesen Saraus hin, daß auch der aus demokratischen Wahlen her- vorgegangene Reichstag für den entsprechenden Fonds in Höhe von 3 Millionen Mark das Kontrollrecht nie beansprucht habe. Gegen die Stimmen der Liberalen wurde hierauf der Fonds gestrichen. Der Dispositionsfonds wurde gegen die Stimmen der Eozialdemo- kraten bewilligt. Gestrichen wurde auch der geheime Fonds der politischen Polizei(44 000 Mark), weil darüber die Regierung die Vorlage der Belege verweigerte, was in keinem Parlamente ge- fchehen dürfe._ Eine Schlappe der Italiener. Paris, 24. Februar. Der„T e m p s" erhielt von seinem im türkischen Lager beftnblichen Korrespondenten aus A z i z i e vom 22. d. M. die Meldung, daß ein« aus zwei Reiterschwadronen, vier Bataillonen Infanterie und drei Artilleriebatterien bestehende italienische Truppenabtciluug einen Vorstoß gegen Zanzur unternahm, um dasselbe zu besetzen." Die türkischen und arabischen Truppen zwangen die Italiener nach 2>4 stündigem Kampfe, sich zurückzuziehen. Auf türkischer Seite wurden Kvei Leute leicht verwundet. Die Verluste der Italiener sind unbekannt. Vom Bürgerkrieg in Mexiko. New-Dork, 24.. Februar. Der Militärgouverneur von C h i h u a h u a, E r o z c o, ist zu den Aufständischen übergegangen und marschiert mit 1500 Mann auf Juarcz. Washington, 24. Februar. Wegen der ungünstigen Nachrichicn über die Revolution in Mexiko und die den Vereinigten Staaten feindliche Bewegung im forden von Merilo hat das Kriegsdepartement ein weiteres Regiment Infanterie und ein« Abteilung Feld- arttllerie zur Verstärkung des Grenzschutzes nach El Paso beordert. Zaul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen. i,«. ss. mw i. Killiyr des.loimättü" Knlm Sonntag, 25, Febrvar 1912. Der neue Ciberali$mu$ und der neue Niittelftand. Von K. K a u t s k y. Ter deutsche Liberalisnms, wenigsten? die Fortschritt- liche Volkspartei, aber auch der linke Flügel der National- liberalen, zeigt seit einiger Zeit Anwandlungen von Mut, die bei ihm überraschen, weil sie der bisherigen Richtung seiner Ent- Wickelung völlig widersprechen, die immer mehr abwärts ging. Er zeigte diese Anwandlungen schon bei mehreren Nachwahlen, dann bei den Stichwahlen und schließlich bei der Präsidenten- Wahl. Mag ihm auch jedesmal hinterdrein vor seiner eigenen Courage bange werden— er zeigt wenigstens wieder einmal das Bedürfnis nach Courage. Haben wir darin den Anfang eines Neuaufstieges deS Liberalismus zu sehen, den Beginn eines demokratischen Regimes, zu dessen Erkämpfung wir uns mit der bürgerlichen Temokratie zu einem Großblock zusamnientun müssen, oder ist das, was nach Mannhaftigkeit aussieht, nur Aeußerung einer rasch vorübergehenden verdrießlichen Laune, die das erste buldvolle Lächeln von oben wieder in Knechtseligkeit oder ein Tonnerschlag in blasse Furcht verwandelt? Anscheinend sind nur zwei Antworten auf diese Frage möglich. Ist man mit Mar; der Ansicht, daß mit dem Fortgang der kapitalistischen Produktionsweise sich die Klassengegensätze verschärfen, so muß auch die Zusammenballung der bürgerlichen Welt zu einer reaktionären Masse zunehmen, auch der Liberalismus immer reaktionärer werden. Oder aber, wenn das nicht der Fall ist, der Liberalismus wieder zu einer demokratischen Kampfpartei wird, dann kann das nur daher rühren, daß die Marxsche Prognose falsch war, die Klassengegensätze sich nicht verschärfen, sondern mildern. Es ist indes noch eine dritte Antwort möglich. Die kapitalistische Entwickeluna erzeugt in ihrem Fortgang allerdings die Tendenz nach Zusammenballung der bürgerlichen Welt zu einer reaktionären Masse. Gleichzeitig erzeugt aber dieselbe Entwickelung auch immer wieder neue Spaltungen dieser Masse, die sie aufs tiefste zerklüften können. So sehr diese Tendenzen einander widersprechen, sie sind beide gleichzeitig in der kapitalistischen Produktionsweise wirksam und man muß beide in Betracht ziehen, wenn man sich in ihr zurechtfinden will. Jede der beiden Tendenzen fordert den Aufstieg des Proletariats, wenn sie richtig aus- genutzt wird. Je mehr alle besitzenden Klassen zu einer reaktionären Masse werden, desto deutlicher empfinden die besitzlosen Massen ihren Gegensatz zu jener, desto leichter sind die Proletarier in einer besonderen Partei zu organisieren, desto größer die propagandistische Kraft der Sozialdemokratie. Je größer aber die Spaltungen innerhalb der besitzenden Klassen, desto eher können wir durch die Unterstützung der eineii gegen die anderen praktische Vorteile erringen, sozial- politische oder demokratische Einrichtungen, die an sich gering- fügig sein mögen, aber höchst bedeutungsvoll werden können, wenn ein starkes Proletariat sich ihrer bemächtigt und sie zweckmäßig anwendet. Durch beide Mittel sind wir bisher vorwärtsgekommen, durch die Gewinnung der Massen und durch die Gewinnung von Waffen für die Massen. Eines ohne das andere ist eine Halbheit. Die Gewinnung von ge- setzlichen Verbesserungen durch Mittel, die unsere pro- pagandistische Kraft lähmen, macht die besten Reformen nutz- los, denn sie sind nichts, wenn nicht eine starke Macht hinter ihnen steht und sie ausnutzt. Soziale oder politische Refornien sind für uns nicht Früchte, die wir mit stillem Behagen ge- nießen wollen, sondern nur Waffen, um weitere Errungen- schaften zu gewinnen. Tie wirkungsvollste Waffe ist aber zwecklos ohne einen Kämpfer, der sie führt. Auf der anderen Seite wieder ist es ebenso verkehrt, nur die propagandistische Seite unserer Bewegung allein in Betracht zu ziehen und jede gesetzliche Verbesserung zu mißachten, die nicht sofort die Lage des Proletariats gründlich verbessert. Eine Klasse, die ihren Klassenkampf kämpfen will, braucht nicht bloß Kämpfer, sondern auch Waffen. Als solche kann die geringfügigste Verbesterung der gesetzlichen Vorschriften von großer Be- deutung für sie werden. So sehr wir es anerkennen und damit rechnen müssen, daß die ökonomische Entwickelung den Gegensatz zwischen dem Proletariat und den verschiedenen Arten seiner Ausbeuter immer mehr vertieft und diese immer enger gegen die Ar- bciterklasse vereinigt, so darf uns das nicht blind machen gegen die andere Tendenz, die immer wieder neue Gegensätze u�er den Gegnern des Proletariats schafft. �,e alten Gegensätze zwischen den verschiedenen Schichten der ausbeutenden Klassen sind allerdings im Schwinden be- griffen: die Gegensätze zwischen Geldkapital und industriellem Kapital, zwischen diesem und dem Handelskapital, zwischen Kapital und Grundbesitz usw. Es ist hier nicht der Ort. dies weiter auszuführen. Wer sich darüber näher unterrichten will, der lese das 23. Kapitel über„Das Finanzkapital und die Klass�i" in Hilferdings„Finanzkapital" nach. Gleichzeitig erstehen aber neue Gegensätze innerhalb der obere» Klassen, namentlich durch das Aufkommen jener Schicht, die mau den„neuen Mittelstand" nennt, der In- t e l l e k t u e l l e n und besonders der A n g e st e l l t e n. Keine Bevölkerungsschicht nimmt in der modernen Ge- sellschaft so rasch zu. wie diese. Seit I8SL betrug in Land- Wirtschaft, Industrie und Handel die Zahl der männlichen Erwerbstätigen: Jahr Landwirischasl Absolute Zahl Prozent d Erwerbs- tätigen des Berufs Handel Absolute Zahl 1882| 1995 1007 1 60763 78 066 82 548 1.07 1.41 1.50 138 387 249 920 426 220 Prozent d Erwerbstätigen de« Berust Industrie Absolute Zahl Prozent d. Erwerbs- tätigen de« Berufs 10.88 06 807 1 84 14.21 254 421 3.76 16.74 622 071 6.80 trie also binnen 2a Jahren � Während die Zahl der Selbständigen in dem betrachteten Zettraum von 25 Jahren fast gleich blieb, vermehrten sich die mannlichen Lohnarbeiter um ungefähr die Hälfte, die Zahl der Angestellten dagegen vervierfachte sich. Am raschesten nahm ihre Zahl in der Industrie zu. am langmiiisten in der Landwirtschaft. Man zählte männliche Angestellte in: Sie haben sich in der Jndu mehr als versechsfacht. Besonders stark sind sie in den Großstädten. So zählen sie zum Beispiel in Prozent der Erwerbstätigen in Landwirt- schaft, Industrie und Handel des Ortes: Karlsruhe...,, 17,71 Slutigart..... 18,07 Leipzig...... 17.86 Erfurl...... 17,12 Schöneberg.... 20,70 Im Durchschnitt machen die männlichen Angestellten in den Großstädten 13,75 Proz. der Erwerbstätigen der drei großen Erlverbsgruppeii aus, soweit diese dort vertreten sind. Man findet sie also dort prozentual doppelt so stark, wie durchschnittlich im Reich(6,66 Proz.). Ihr Einfluß als Wähler ist stärker, als diese Zahlen ausdrücken, da sie ioeit weniger Jugendliche unter sich zählen als die Lohnarbeiter. Bon zehntausend männlichen Lohn- arbeitern standen 1967 nur 5889, von zehntausend männ- lichen Angestellten dagegen 7416 im wahlfähigen Alter. In den Städten bedeuten die Angestellten also heute bereits einen sehr zahlreichen Faktor unter den Wählern, und einen, der rasch zunimmt. Von 1895—1967 wuchs ihre Zahl im Reich um rund 56 666 im Jahr, sie werden also seitdem um eine Viertelmillion zugenommen haben und rund IVk Millionen ausmachen. Dazu kamen 1967 noch 765 882 männliche Intellektuelle im Staats- und Gemeindedienst und freien Berufsarten, die heute sicher mehr als 866 666 zählen, von denen über 666 666 im wahlfähigen Alter stehen werden. Können wir die Gesamtzahl der männlichen Erwerbstätigen dieser Schichten heute auf 2)� Millionen veranschlagen, so werden unter ihnen vielleicht 1% Millionen Wähler sein, die fast ganz in den Städten konzentriert sind. In manchem städtischen Wahlkreis wird ihre Haltung entscheidend für die Wahl der Kandidaten: Ein sehr erheblicher politischer Faktor, der vor 25 Jahren noch ganz bedeutungslos war— wenigstens der Zahl nach. Ein geschlossenes Klasseninteresse hält freilich alle die verschiedenartigen Elemente der Intellektuellen und Ange- stellten keineswegs zusammen. Was hätten ein Arzt und ein Buchhalter, ein Maschinenkonstrukteur und ein Rechtsanwalt initeinander an besonderen wirtschaftlichen Interessen ge- mein? Ein Komödiant kann wohl einen Pfarrer lehren, aber eine gemeinsame Lohnbewegung werden sie nicht ausfechten. Alle haben aber das gemein, daß sie, ähnlich wie der alte Mittelstand der Handwerker, Bauern und Kleinhändler, auch eine Mittelstellung, allerdings ganz anderer Art, zwischen Bourgeoisie und Proletariat einnehmen. Mit diesem stimmen sie darin überein. daß sie vom Verkauf ihrer Arbeit leben, entweder als freie Alleinarbeiter mit eigenen Produktions- Mitteln oder als Lohnarbeiter der Gemeinde, des Staates oder eines großen privaten Betriebes. Sind sie aber ihrer Gegenwart nach nichts als höhere Arbeiter, so sind sie viel- fach nach ihrer Vergangenheit und noch mehr nach der Zu- kunft, die sie erwarten, Bourgeois. Hervorgegangen aus bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Familien, streben sie da> nach, sich zu einer leitenden Stellung oder zu eigenem kapita� listischen Besitz emporzuschwingen. Und auch in der Gegem wart stehen sie nur durch die Art ihres ökonomischen Ver hältnisses dein Proletariat nahe. In der Lebenshaltung und im gesellschaftlichen Verkehr gehören sie zur Bourgeoisie. Und schließlich ist das rasche Wachstum der Zahl der Angestellten nicht zum wenigsten darauf zurückzuführen, daß die Kapita- listen, dank dem Aktienwesen, ihre kapitalistischen Funktionen an Bedienstete abgeben und sich auf das Beziehen ihrer kapi talistischen Einnahmen beschränken. Viele Angestellte haben die Aufgabe, die Tätigkeit des Ausbeutens der Lohn- arbeiter zu verrichten; ihre Existenz, ihre Aussichten für die Zukunft hängen davon ab. wie erfolgreich sie diese Rolle spielen. Das bringt sie von vornherein in einen scharfen Gegensatz zum Proletariat. Aber auch wo dies nicht der Fall ist, wird es ihnen leicht unsympathisch durch die Art, wie es seine Kämpfe führt. Im Grunde genommen handhaben sie alle die gleiche Waffe, um vorwärts zu komnien, ihre Un- entbehrlichkeit. Aber die Klassenlage des Proletariats treibt es. diese Waffe solidarisch zu gebrauchen. Nicht die Un- entbehrlichkeit des einen oder des anderen, sondern die Un- entbehrlichkeit aller macht ihren Ansturm unwiderstehlich. Die Angestellten bilden dagegen vielfach noch eine Hiev archie. in der der Einzelne recht hock steigen kann, aber nur dadurch, daß er sich persönlich, auf Kosten seiner Kameraden, besonders nnentbehrlich bei seinen Chefs macht. Diese Taktik übertragen Intellektuelle leicht auch in die Politik. Massenaktionen stehen sie meist verständnislos, mit Abneigung oder doch mit Mißtrauen gegenüber. Sie halten es für die erfolgreichste Methode„praktischer",„positiver" Politik einer Partei, daß diese sich bei der Regierung durch ihre auten Dienste unentbehrlich macht. Schon das hält sie von der Sozialdemokratie fern. Der Gegensatz zu ihr wird noch verschärft durch die verschiedene Haltung zum Jinperialismüs. II. Für die„Kopfarbeiter", wie wir der Einfachheit wegen alle die hier in Rede stehenden Schichten zusamincnfassend wohl nennen dürfen, ist der Imperialismus von großer Be- deutung. Ihre Zahl wächst rasch. Ter Nachwuchs des Klein- bürgertums wendet sich ihren Berufen immer mehr zu, um. dem Elend des Handwerks und Kleinhandels, auch des Bauern- tums zu entgehen. Tie höheren Lehranstalten schulen diesen ganzen Nachwuchs und liefern tagtäglich neue Scharen stellen- suchender„Gebildeter", eine wahre Ueberproduktion an Intelligenz. Sie sind darauf angewiesen, daß die Zahl der Beamtenposten im Staat, der Gemeinde, den industriellen Betrieben entsprechend wächst. Das geht nicht rasch genug, wenn der Staat auf seinen Umfang beschränkt bleibt, sein Gebiet oder doch seine„Einflußsphären" nicht ständig er- wettert. An dieser Erweiterung fühlen sich die Kopfarbeiter ebenso interessiert, wie etwa die Panzerplattenfabrikanten. Auch hier treten sie in Gegensatz zum Proletariat. Wenn deutsches Kapital in Afrika, in der Türkei, in China Eisen- bahnen und Spinnereien baut, so erwartet man, daß die leitenden Stellen mit deutschen Angestellten besetzt werdeli'. die Masse der Arbeiter wird an Ort und Stelle genommen werden. Für das deutsche Proletariat ersteht damit keine vermehrte Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Gegenteil. Die Arbeiter in den Spinnereien Chinas und der Türkei werden denen Deutschlands Konkurrenz machen, und eine der wichtigsten Folgen der Eisenbahnbauten in Gegenden mit zahlreicher Bauernschaft ist deren Expropriierung und Mobili- sierung. Sie führen den alten Industrieländern massenhaft neue Arbeitskräfte zu. Das Proletariat der„Handarbeiter" steht daher anders dem Imperialismus gegenüber als die „Kopfarbeiter". Alle diese Gegensätze bewirken, daß bisher die Sozial- demokratie nur geringe Anziehungskraft für die Kopfarbeiter besaß und daß unter den wenigen, die sie anzog, gar mancher sich mit unserer Taktik nicht befreunden konnte. Aber weit entschiedener ist der Gegensatz der großen Mehrheit der Kopfarbeiter zu den Konservativen und zum Zentrum. Diese Parteien repräsentieren die ökonomisch und geistig rückständigsten Reichsteile.und Bevölkerungsschichte», die Berufe der Intellektuellen und Angestellten sind Pro- dukte der modernsten ökonomischen und geistigen EntWicke- lung: sie sind an deren raschestem und freiestem Fortschreiten ebenso interessiert, wie Konservative und Zentrumsleute an deren Hemmung und Einschnürung. Diese vertreten agrarische Interessen, die Kopfarbeiter sind eine städtische Klasse. Bon der Teuerung profitieren in erster Linie die Agrarier. Unter ihr leiden die Kopfarbeiter ebenso sehr wie die Proletarier im engeren Sinne. Konservative und Zentruin dienen dem Adel, der die Regierung beherrscht und dadurch vielfach die einflußreichen, beguemen und einträglichen Posten im Staate nionopolisiert. Die Masse der bürgerlichen Kopf- arbeiter sieht sich init Ingrimm auf die schlecht bezahlten, müh- samen Stellen beschränkt. Vor allem aber stehen die Intellektuellen in unversöhn- lichem Gegensatz zum Zentrum, weil dieses sich mit der katholischen Kirche identifiziert, der aus dem Mittelalter überlieferten Organisation der katholischen Intelligenz, die heute noch wie ehedem die unumschränkte Herrschaft über die Köpfe beansprucht und in der modernen Intelligenz, die jene Herr- schaft untergraben hat, ihren Todfeind sieht. Noch weniger als bei der Sozialdemokratie fühlen sich also die modernen Kopfarbeiter bei Konservativen und Ultramontanen wohl. Die Partei, die ihnen am ehesten entspricht, ist der Liberalismus. Ihm strömen sie zu, und sie werden dort um so wichtiger und maßgebender, je mehr sie selbst an Zahl wachsen und je mehr die übrigen Schichten, die den Liberalismus bisher ausmachten, entweder sich von ihm zurückziehen oder lauer und matter werden. Das gilt vom Kleinhandwerk und Kleinhaiidel, die sich zum großen Teil entweder den reaktionären Parteien oder der Sozial» demokratie anschließen, es gilt auch von den Kapitalisten. Die Kapitalistenklasse teilte ehedem mit den In- tellcktuellen alle ihre Gegensätze gegen Adel, Agrarier und Pfaffentum, aber, seit einiger Zeit sind sie bei ihr in raschem Schwinden begriffen. Sie wird immer mehr in allen ihren Gliedern beherrscht und geleitet vom Finanzkapital, das sich mit dem Adel, der adeligen Regierung, den Agrarzöllen sehr gut abzufinden und sie zu seinem eigenen Vorteil zu benützen weiß. Die Kapitalisten befreunden sich auch mit dein Zentrum immer mehr, je mehr dieses aufhört, Arbeiterpolitik zu treiben und seine Kapläne sich in der Rolle schwarzer Gendarmen gefallen. Der Gegensatz der Intellektuellen zu den Konservativen und zum Zentrum erfährt dagegen keine Abschwächung. Im Gegenteil, die Teuerung einerseits, das Wachsen der Macht des Zentrums im Staate durch seine Aufnahme unter die Regierungsparteien haben diesen Gegensatz nur noch ver- schärst. Und sie fangen an, im Kapital selbst eine Macht zu erkennen, die sie nicht mehr erhebt, sondern herabdrllckt. Wenn die Fortschrittliche Volksvartei und sogar ein Teil der Nationalliberalcn in letzter Zeit schärfere Töne der Opposition finden und nicht davor zurückschrecken, die sozial- demokratische Opposition stärker zu unterstützen, so dürfte das nicht ziiin mindesten dem Umstände zuzuschreiben sein, daß die direkten Ausbeuter sich mehr vom Liberalismus abwenden und die Intellektuellen und Angestellten in ihm mehr in den Vordergrund treten. Ist dies richtig, dann darf man sehr wohl mit der Mög- lichkeit rechnen, daß der Liberalismus sich umbildet und zwar in der Richtung nach links. Es wäre jedoch höchst voreilig, wollte mau von mehr als einer Möglichkeit reden oder gar schon mit dieser Umbildung als mit einer vollzogenen Tat- fache rechnen. Vorläufig handelt es sich nur um eine Er- scheinling, die man zu beobachten hat, die man nicht mit sin paar wegwerfenden Worten abtun darf, die uns unter Uni- ständen noch recht nützlich werden kann— aber von da bis zu jener demokratischen Revolution durch den Liberalismus, von der mancher träumt, ist noch ein weiter Weg. Vergessen wir nicht, daß die Umbildung des Liberalismus die verschiedensten Formen annehmen kann. Sie kann wohl dahin führen, daß seine radikaleren Elemente die Oberhand gewinnen und der Liberalismus dauernd eine entschiedenere .t?ampfcsstellung einnimmt, uns tatkräftig bei der Eroberung demokratischer und sozialer Reformen unterstützt. Sie kann aber ebensogut dabin führen, daß die Gegensätze innerhalb des Liberalisnius sich immer mehr zuspitzen, und seine Politik dadurch fahriger, unzuverlässiger, haltloser wird als je, wenn keine Seite über die andere das entschiedene Uebergewicht er- langt. Sie kann eine völlige Zersplitterung des Libera- lismus derbeifübren, sie kann aber auch zur Folge haben, dag innerhalb des Liberalismus die kapitalistischen, konservativen Elemente den intellektuellen, vorwärtsdrängenden Elementen energischer als bisher entgegentreten, diese überwinden und den Liberalismus noch konservativer gestalten als er schon geworden war. Endlich ist es aber auch möglich, daß ein kluger Nattenfänger ü In Biilow die wildgewordenen Intellektuellen wieder einfängt und durch ein paar Zuckerbrötchen zähmt, so daß sie sich ebenso geduldig wie.1907 wieder an den Ncgiernngskarren spannen lassen. Alle diese Eventualitäten sind möglich, und darum wäre nichts verkehrter, als wenn wir das Schicksal unserer Partei von dem des Liberalismus abhängig inachen, init ihm in engere Gemeinschaft treten oder um seinetwillen auch nur ein J-Tiipfelchen unserer bisherigen Taktik aufgeben wollten. Man vergesse nicht, daß der Liberalismus trotz der fort- schreitenden Zunahme der Angestellten m seinen Reihen immer noch sehr stark mit kapitalistischen Elementen durch- fetzt bleibt. Vor allem aber vergesse man nicht, daß der „neue Mittelstand" eben deshalb, weil er ein Mittelstand ist und eine Mittelstellung zwischen zwei Klassen einninimt, ebenso zwischen einerseits und andererseits hin und her schwankt, wie es der alte Mittelstand tat. Allerdings ebenso sehr, aber nicht in derselben Weise. Der Kleinbürger alten Schlages ist halb Arbeiter, halb Kapitalist. Er haßt das Großkapital, das ihn niederdrückt und ausbeutet, aber ebenso eine starke Arbeiterschaft, die die Löhne erhöht und die Arbeitszeit verkürzt. Wo das Großkapital übermächtig in Staat und Wirtschaft und das Proletariat schwach ist, macht er leicht mit diesem gemeinsame Sache gegen jenes. Erstarkt das Proletariat, so sieht er in diesem seinen Feind und schlägt sich auf Seite des Großkapitals und der dem Proletariat feindlichen Regierung. Dieser Stim- mungswechsel tritt am deutlichsten in den großen bürgerlichen Revolutionen zutage, von den Tagen Cromwells bis zu denen der russischen Revolution. Ganz anders der neue Mittelstand. Seine Mitglieder sind Lohnarbeiter oder Alleinarbeiter, gleich den Proletariern. Was sie vom Proletariat scheidet, ist der Umstand, daß ihre ökonomische Stellung diesem gegenüber eine privilegierte ist, daß sie etwas zu verlieren haben und daß ihre Methoden, vorwärts zu kommen, auf Individualismus und nicht auf Solidarität beruhen: was sie weit weniger kampffälsig macht, als die eigentlichen Lohnarbeiter. Von den: siege des Proletariats haben sie nichts zu fürchten. Er wird ihnen nichts nehmen, er kann ihre Lage nur sichern und sie von individuellen Launen einzelner Aus- beuter unabhängiger machen. Was sie nicht mitmachen wollen und vielfach nicht können, ist der Kampf des Proletariats. Ter Massenaktion stehen sie verständnislos, ja niit Abneigung und Furcht gegenüber, weil sie kein Zutrauen zur Masse haben, nicht glauben, daß diese die Kraft habe, zu siegen, und noch weniger glauben, daß die Masse genügend Intelligenz besitze, den Sieg behaupten zu können. Je stärker und in- telligenter sich die proletarische Masse erweist, desto niehr ge- winnt sie auch das Zutrauen des neuen Mittelstandes, desto mehr fühlt dieser sich zu ihr hingezogen. Die Wandlungen des neuen Mittelstandes dem Prole- tariat gegenüber sind also denen des alten Mittelstandes gerade entgegengesetzt. Tie alte kleinbürgerliche Demokratie kämpfte Schulter an schulter mit dem Proletariat, um es nach errungenem Siege zu verraten. Der neue Mittelstand wagt nicht, mit dem Proletariat Hand in Hand zu gehen, so lange es mühsani zu kämpfen hat. Er betrachtet es um so �ungcscheuter als seinen Bundesgenossen, je kraftvoller es auf- tritt. Der alte Mittelstand wurde der erbitterte Feind deS Proletariats in der Stunde des Sieges. Unser Sieg wird den ganzen neuen Mittelstand in unser Lager führen. III. Einen Vorgeschmack davon bietet unser jüngster Wahl- sieg. Er war wohl dazu angetan, die Kapitalisten mehr noch als bisher ins reaktionäre Lager zu treiben. Dagegen hat er das Rückgrat eines großen Teiles der liberalen Politiker ganz merkwürdig gesteift— weingstens für so lange, als die moralischen Wirkungen unseres Sieges andauern. Das kann sehr nützliche Folgen für die Entwicklung Teutschlands in deniokratisckiem Sinne nach sich ziehen; zum mindesten werden dadurch, so lange dieser Zustand andauert, die reaktionären Elemente verwirrt und lahmgelegt. Wir haben also alle Ursache, ihn zu fördern und die Liberalen, so lange sie derartige Politik treiben, gegen die Regierung und die Rechte zu unterstützen, oder vielleicht wäre es richtiger gesagt: wir haben alle Ursache, innerhalb des Liberalismus jene Tendenzen zu unterstützen, die zum Kampf gegen die Re- gierung und die Rechte bereit sind. Dazu bedarf es nicht der geringsten Aenderung unserer Taktik. Es gilt den nicht direkt an der kapitalistischen Aus- beutung interessierten Elementen des Liberalismus den Nacken zu steifen. Das bewirken wir um so mehr, je mehr Kraft wir selbst entfalten, je steisnackiger wir uns selbst erweisen, je ver- ächtlicher wir jedes Werben um die Gunst von oben abweisen, und je größer und energischer die Massen, die wir an uns zu fesseln wissen, je mehr diese durch ihre Leistungen das Miß- trauen der Intellektuellen in die Kraft und die Klugheit der Masie überwinden; je unwiderstehlicher unseiH Propaganda in der Masse wirkt. In unserer Politik braucht sich also nicht das mindeste zu ändern, wie groß auch die Wandlung des Liberalismus sein mag, was ja noch abzuwarten ist. Im Gegenteil, je energischer wir unsere bisherige Taktik fortsetzen, je mehr wir die Hoff- nungen der Liberalen enttäuschen, daß wir unsere Taktik im Sinne der ihrigen revidieren, um so mehr drängen wir den Liberalismus dahin, die seinige zu revidieren, um so mehr holen wir aus ihm heraus, was aus ihm herauszuholen ist. Wie viel oder wenig das bedeutet, kann, wie gesagt, heute noch nicht erkannt werden. Auf keinen Fall darf nian das Maß des zu Erwartenden übertreiben. Für die Verwandlung des Militärstaates in eine wirkliche Demokratie praktisch zu kämpfen oder auch nur theoretisch einzutreten, darf man selbst von den fortgeschrittensten Liberalen nicht erwarten. Die Gunst der heutigen Situation liegt nicht darin, daß in den Liberalen plötzlich entschlossene Kämpfer für eine demokratische Revolution aus den Plan getreten sind, sondern darin, daß die Haltung der Liberalen uns gegenüber alle Pläne der Reaktionäre zuschanden macht. Unser Wahlsieg hat diese nicht überrascht, niit dem rechnete alle Welt. Aber sie erwarte- ten, daß unter dem Eindruck des proletarischen Wahlsiegs die Liberalen von panischem Schrecken ergriffen in hellen Haufen ins reaktionäre Lager abschwenken, das Wort von der reaktiv- nären Masse zur Wahrheit machen würden. Eine starke Sozialdemokratie und ihr gegenüber eine geschlossene reaktiv- näre Phalanx— das sollte nach der Erwartung der Rechten ein Zustand werden, in dem ihr Weizen blühte, in dem alle bürgerlichen Elemente sich der Führung der Junker unter- ordneten. Und das wäre sicher auch geschehen ohne den neuen Mittelstand. So ist aber nicht bloß die starke Sozialdcmo- kratie gekommen, sondern neben ihr auch ein Liberalismus, der zum Kampf gegen die Rechte bereit ist— ihnen gegenüber diese in der Minderheit. Ter Liberalismus� jedoch innerlich uneins und ohnmächtig ohne die Hilfe der Sozialdemokratie. ohnmächtig, wenn er nicht eine Politik treibt, die die Sozial- demokratie unterstützen kann. Die Regierung endlich, die auf die Sammelpolitik eingerichtet war, steht ratlos der neuen Situation gegenüber, ohne feste Mehrheit, über jede der bürgerlichen Parteien verärgert— und in diesem Durch- einander die Sozialdemokratie als einzige Partei, geschlossen und klar, ein Fels inmitten der brandenden Wogen. Was immer aus dem Liberalismus werden mag, für uns muß diese Situation reiche Früchte bringen— vielleicht gesetzgeberische Konzessionen, sicher vermehrtes Vertrauen der Massen. Daneben mag dem Liberalismus eine neue Blütezeit be- schieden sein, wenn es ihm gelingt, sich der in letzterer Zeit vielberufenen Angst vor der eigenen Courage zu erwehren. Aber diese Blütezeit kann auch im besten Falle nur ein Alt- wcibersommer werden, denn sie beruht auf der raschen Zu- nähme des neuen Mittelstandes in seinen Reihen, das ist aber ein Prozeß, der unter Bedingungen vor sich geht, die früher oder später wachsende Zahlen von Intellektuellen und Angestellten aus dem liberalen ins sozialdemokratische Lager treiben. Ohne diese jungen, neuaufstrebenden Elemente muß das Greisentlim, dem der Liberalismus schon verfallen war, von neuem weitere Fortschritte machen. Die bisherigen Ausführungen gingen stets von der Voraussetzung ans, daß die Intellektuellen und Angestellten zwar insofern mit dem Proletariat auf einer Stufe stehen, als auch sie von dem Verkauf ihrer Arbeit leben, daß sie aber dem Proletariat gegenüber doch eine bevorzugte Klasse bilden. Das ist jedoch nur mit einem Körnchen Salz richtig. Es gilt fiir die Lage des neuen Mittelstandes in seiner anfänglichen Gestaltung. Aber er entfernt sich von dieser immer inchr. Erinnern wir uns des oben darüber Ausgeführten. Die Mitglieder des neuen Mittelstandes stammen vielfach aus der Bourgeoisie, ihre Lebenshaltung ist eine bourgeoismäßige und sie sind zunächst auch in der Lage, ihr Einkoinmen dem- entsprechend zu gestalten, denn höhere Bildung ist noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur wenigen zugänglich, indes die EntWickelung des Kapitalismus rasch die Nachfrage nach gebildeten Arbeitskräften steigert. Das ändert sich seit den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts und die Folgen dieser Aenderung treten jetzt immer deutlicher zutage. Ter kapitalistische Staat errichtet zahlreiche höhere Schulen, die mehr als ausreichende gebildete Arbeitskräfte fiir ihn liefern, und der Niedergang des Klein- bürgertums drängt immer niehr den kleinbürgerlichen Nach- wuchs in diese Schulen. Gleichzeitig wird es durch die massenhafte Anwendung höher gebildeter Arbeitskräfte in den Großbetrieben er- möglicht, die Arbeit der„Kopfarbeiter" ebenso zu teilen, wie vorher schon die der„Handarbeiter", jeden einzelnen auf be- stimmte Manipulationen zu beschränken, damit auch die „geistige" Arbeit im Betriebe immer mehr zu einer mechani- scheu zu gestalten. Alles das wirkt dahin, eine zunehmende Anzahl von Kopsarbeitern zu proletarisieren, sowohl in dem Sinne, daß ihr Einkomnien unter das Maß der bürgerlichen Lebenshaltung herabgedrllckt wird, als auch in dem Sinne, daß sie sich in ihrem Streben nach Hebung und Verbesserung immer mehr auf die proletarischen Methoden der Solidarität angewiesen sehen und immer weniger dadurch vorwärts kommen, daß die eigene Person des einzelnen mehr als die der anderen in dem ihm zugewiesenen Arbeitsfeld leistet. Wir haben gesehen, daß die Leute des„neuen Mittel- standes" zunächst statt in proletarischem Zusammenschluß, eher in dem Imperialismus ihre Rettung suchen, in der raschen Ausdehnung des kapitalistischen Ausbeutungsgebietes und damit der raschen Vermehrung höherer Stellen in der Leitung der Ausbeutung. Aber auch diese Aussicht ver- sagt zusehends. Denn kaum wird ein überseeisches Gc- biet dem Kapitalismus erschlossen, so bemühen sich die Bessersituierten unter seiicen Bewohnern, dasselbe zu tun, was das niedergehende Kleinbürgertum in Europa tut: den Nachwuchs studieren zu lassen, um in ihm die Kräfte für die auftauchenden kapitalistischen Betriebe und die Modernisierung des Staatswesens im eigenen Lande zu liefern. Das auffallendste Beispiel dafür bietet China, nach- dem ihm Japan vorangegangen. Aber die anderen Länder des Orients sind in gleichem Sinne tätig. Man braucht nur die höheren Lehranstalten Westeuropas und Amerikas an- zusehen und man wird staunen über das bunte Gewimmel erotischer Gestalten, Japaner, Chinesen, Hindus, Südameri- kaner, Aegypter, Perser, Türken usw., die sich dort zu Bank- beamten, Ingenieuren, Fabriksdirektoren, Lehrern usw. aus- bilden. So erweist sich auch der Imperialismus immer weniger als ein Mittel, der zunehmenden Proletarisierung der Kopf- arbeiter abzuhelfen. Wo aber die propagandistische Kraft des Imperialismus versagt, da ist der Boden bereitet für das Aufkeimen des Sozialismus. Die ökonomische Entwicklung macht dem Einerseits-Ander- seits des alten Mittelstandes immer mehr ein Ende; sie trennt -ihn immer mehr in zwei Schichten, von denen die eine ent- schieden nach der einen Richtung geht und die andere nach der anderen: die eine, die proletarisierte, zur Sozialdemokratie, die andere, zum Kapitalismus emporstrebende, zu den reak- tionären Parteien. Die Mittelschicht, die der bürgerlichen Demokratie treu bleibt, wird immer schmäler. Das wurde bisher teilweise wettgemacht durch das Auf» kommen des neuen Mittelstandes, aber nun droht dieser, den gleichen Weg zu gehen wie sein Vorgänger. Auch er spaltet sich in zwei Schichten; in eine kleine Aristokratie gut bezahlter, leitender Agenten des Kapitals und seines Staates, die mit größter Energie ihre ganze Kraft dem Kampf gegen das Pro- letariat widmen, und in eine breite Masse ausgebeuteter, pro- letarischer Existenzen, die nur im engsten Anschluß an die Gesamtmasse des Proletariats und nur durch dessen Erstarken ihr Heil finden können. Von Haus aus gehören diese Elemente zum Liberalis- mus. Ihre zunehmende Proletarisierung äußert sich zunächst am ehesten in verinehrtem Drängen nach Radikalisierung des Liberalismus. Je mehr ihnen das gelingt, desto länger wer- den sie ihm tren bleiben, desto mehr wird dieser aber auch die Unterstützung der Sozialdeniokratie finden, desto eher ver- mag er noch eine bedeutende politische Rolle zu spielen. Und unigekehrt: je mehr Hindernisse die proletarisierten Kopf- arbeiter innerhalb des Liberalismus bei seinen kapitalistischen Elementen finden, je mehr diese letzteren ihn der bürger- lichen Sammelpolitik dienstbar machen sollten, desto rascher miißte der Abfall der proletarisierten Angestellten und In- tellektuellen vom Liberalismus erfolgen, desto schneller ver- liert dieser damit die einzige Schicht, die ihm noch einige Be- deutung verschaffen kann; um so rascher müßte sich sein Bankrott vollziehen. Die Machtverhältnisse der verschiedenen Parteien und Klassen, wie sie der jüngste Wahlkampf nicht geschaffen, wohl aber enthüllt hat, sie haben eine politische Situation hervorgerufen, die ihresgleichen in der bisherigen Geschichte Deutschlands nicht findet. Man braucht nicht parlamenta- rischem Kretinismus verfallen zu sein, noch die Macht des Reichstages und die Kraft des Liberalismus zu überschätzen, um zu der Anschauung zu kommen, daß der Schwerpunkt unserer politischen Entwickelung wieder einmal im Reichstag ruht und die parlamentarischen Kämpfe uns in der gegebenen Situation ein erhebliches Stück vorwärts bringen können— natürlich nicht durch sich selbst allein, sondern durch ihre Rück- Wirkung auf die Massen, die die feste Grundlage unserer Kraft bleiben, wie immer sich die parlamentarischen Konstellationen gestalten mögen. Neue Waffen oder neue Rekruten oder beides vermag uns der neue Reichstag zu bringen. Drei große Gebiete der Rekrutierung haben wir uns zu erschließen. Gelingt es uns, die Zentrumsarbeiter aus den kirchlichen Fesseln zu befreien, die ostelbischcn Landarbeiter gegen den Terrorisnius der Konservativen zu wappnen, und treibt uns liberale Schwäche die große Masse des neuen M i t t e l st a n d e s in die Arme, so haben wir die Mehrheit des deutschen Volkes gewonnen und unser weiterer Vormarsch wird unwiderstehlich. Die Liberalen haben jetzt die Wahl, mit uns im Kampf gegen Zentrum und Konservative soziale und demokratische Reformen durchzusetzen, die den Parteien der Rechten ihre letzten Arbeiterwähler nehmen, oder in diesem Kampfe zu versagen und dann um io rascher den besten Teil ihrer eigenen Kraft an uns zu verlieren. Ob so oder so. wir haben nur zu gewinnen, wenn wir uns selbst treu bleiben. 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Angele.— Erster Klasse. Trianon-Tbcatcr: Francillon. Neues Volls-Theatcr. Frihchcn. Der zerbrochene Krug. Hochschule in Chart. Geographie und Liebe. Abends 8 Uhr: NeueS VollS-Theater. Lcidcnlchast. Singakademie. Ztichard Wagners Parsisat. Abends 8'/, Uhr: Neue? Voiks-Theater. Montag, Mitt- woch, Freitag, Sonnabend: Nathan der Weise. Dienstag: Der zcr» brochcne Krug. Frihchcik. Donners- tag: Geographie und Liebe. Hochschule in Charlotlcnburg: Sonn- abend: In Behandlung�_ i Urania. WiBsenschaftliches Theater. Sonntag und Montag 8 Uhr; Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Hörsaal Monta» 8 Uhr: Ingenieur Kcßner: Die wient. Metallegierungen. Im Hörsaal beginnen folgende Zyklen: I. Vier Vorträge über Hatur- ilenkmalpflege.(Professoren Dr. Bock, Eckstein, Schillings, Dr. Klose.) II. Die Wissenschaft!. Grundlagen der Kinematographie.(Professor Dr.\V. Schoffer.) III. Die mechanische Technologie der Metalle.(Konstruktions- Inj-onieur A. Keßner.) IV. Die Bedeutung der Astronomie für die moderne Bildung. (Dr. Kritzinger.) Prospekte kostenlos. Abonne- mentnusgabe täglich 10— 7'/, Uhr. Schiller-Theater 0.12�: Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probokandiilat. Sonntag, abends 8 Uhr: Girilfl» I,ca. Montag, abends 8 Uhr: <,ruKit I.ca. Dienstag, abends 8 Uhr: Der l'robcpfell._ Schlller-Tliealer c"S:r Sonntag, mittags 12 Uhr: Kannncrnuislk. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Don CnrloH. Sonntag, abends 8 Uhr: Kyeitii-PjrUz. Montag, abends 8 Uhr: Kyril K-Pyrlt«. Dienstag, abends 8 Uhr: GrÜfln Lea. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Grotze Rosinen. IdMinijLi'IiWiglMek'Zti'zöe Abends 8 Uhr: Die 8 5ra»liliirler. Montag 8 Uhr: Königin ghriitine. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Ter liebe Anziustin. Sonnt. 3'/. Uhr: Der tidele Bauer. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Wiener Blut. Sonntag 3'/, Uhr: ein Walzertratint. Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. Abend? 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwank in 3 Allen von M. H-nncguin NNO G. Mitchell. Für die deutichc Bühne bearbeitet van Bolten-LaeckerS. Margen u.solg.Tagc: Allesl.il. Firma. Sonnt.,3. 3.,3U.; KflninvDich umAmelie Belle�ÄHiance-TheateF. 'JA Ubr: Wilhelm Dell. 8 Uhr: Die Tollarprinzrisin. Montag: Der Tromp. von Sadingcn. Lnisen-Theater. Sonntag 3 Ubr: Zopf nnd Schwert. Abends: Premiere: Eine lctchte Person. Moniag: Ixine leichte Perso«. |0SE=IHEATE Große Franksnrler Str. 13 Nachmittag 3 Uhr: Der Spioltouicl. -- Abends 8 Uhr: Napoleon Vonaparte und seine Frauen. Moniag: Der Kampf gegen den Kuß. "II Voigt-Theater. Gelundbrunnen Badstraße 58. Sonnlag. den 25. Februar 1912, nachmiltagS 3 Uhr: Hotel KlinFebufch. Abends 7 Uhr: Das GelieiniDis eines üönigsliaiises. Schauspiel in 9 Bildern. Kasienerössn. 10 Uhr. Ans. 3 u. 7 Ubr. Triatton-Theater. Täglich abend« 8 Uhr: Das kleine Cafe. Das Londoner Mirakel in der Kanne! Befreiung aus d. Wassergrab. Lebend! Lebend! FakiraTruppe 15 Personen in ihren religiösen Mürtyrer-Prodiiktlonen Wochentags 4— 7 Uhr: Lichtspiele Ohne Eitra-Entree. Passage-Theater. Heute Sonntag 2 Vorstellungen, nachm. 3— 7 Uhr(kl. Preise), abends 8— 11 Uhr. Schneider-Duncker Carl and Lotty die berühmt. Excentr.-Tänzer. Luise Schäfer JnÄ: The HeYaidos Truppe d. best. Sohlcudcrbrett-Akrob. und d. Febr.-Qlanzprogr. 14 orstkl. Spezialitäten. Metropol-Theater. Nachmittags 3 Uhr: „Dorothea".„Die kleinen Lämmep". Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Nacht von Berlin! Große Jahrcsrevuc in 7 Bildern von Ful. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gcsept vom Dir. R. Schnitz. Leüter Sonntag! Heute zwei groiie Vorstellungen, nachmittags 3'/, Uhr(halbe Preise) und abends ab 8 Uhr. In beiden Vorstellungen die sensationellen Attraktionen mit PaiUJBeckers. M?M Ein neuer SensaüonserTolg — Nie man— fflänncr bessert. 2 Akte von Anton u. Donat Hcrrnscld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Lei Ihausteufel. Ansang 8 Ubr. Billettvorverlaus 11—2(Theaterkasse). Reichshallen-Theater. Stettiner Sanger. Neu! Ken! Pantoffel-Helden. Urkomische Burleske Ansang wochent ag 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Lssinv-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch wenige Auttiliirungen. lieber 100 mal ausverkauft. Der Kampf ums Dasein. Am 16. März Premiere. Sonntng S'/,! Der selige Holllchinskh. 8 Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. 8 w Heute Sonntag, lSS�Fcbruar 1918, abends 7'/] Uhr:< Leitung: bunksr MM Mitwirkende: Fritz Zander, Tenor. Grete Rote, Rezitation. Adolf Zatla, Trompete. Freiherr Hans von Wolzogen, Rezitation. Margarete Walkotte. Erwin Foustel am Flügel. Vorverk. 50 Pf. bei Herrn Horsch, Engelufor 15. Abendkasse 60 Pf. ®eeeP»€e@e«eo*eee®e9ee*PP»e»eeeP*<>*e®e#«»e Etablissement Schweizergarten«snUtor. Sonnabend, den S. März lODJ: Wiener Maskenball ucranstaltct vom Gesangverein„Flirbttriirl!!!� U!?g-rbundeS°B. m U Freunde und Bekannte ladet ein sI97bj Das Komitee. L.uua-k'ai-Ik. 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Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halben Preis. nsür ftlava« i SAdintobpaSö� „Ose Hexe".|§ /im Bohnbol lioc�Giljlrci&K arrasami SofiQDtegr Allee. Telephon: Nord 4100. j Sonntag, den 25. Febr.: IZID GaiaTorstellungen Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. Galerie; III. Platz: 40 pi. 70 pi II. Platz: I. Platz 3 M. I 70 m Parkett 8 M. 1 jäiU M. L0gensjtz 4 M. Folies Caprice. Täglich 8'/« Uhr: Losgelassen. Waffen Übung. Manbelblüths Polterabend. am Rosrnthalce Tor. Allabendlich 8-/. Uhr: Größtes soziales AuSslal- lungs-VolkSstück mit Ballett und Gesang in 5 Alten von Mux Rcichardt. In Szene ] gesetzt o. Dir. James Klein. 1. Aft: Geheimnisse im � Privalkontor. 2. Akt: Die große Protestversnnimlnng. Akt: Im Ballsaal. Am I Rande des Abgrunde«. I 4. Akt: Ardeit nieder. 5. Akt: Ein Gottesgericht. Sonntag nachm. Z'/, Uhr: Die größte Sünde. , ßermania-prachtsäle» < N., Chausseesir. HO. Karl Richter.» — Jeden Sonntag; Paul liandiey: lustige Säuger� Anf. 61/. Uhr. Eintritt 50 Pf.• Anschlioß.: Familienkränzchen, k Im weißen Saale von 5 Uhr ab| SagT- tiroBer Kall.( Montag: Heiterer Künstlerabend.| < rwywwv J N., Chausseesir. HO Äi EissArena. gy Heute"'•Saü 2 Vorstellungen 2 I nachmittags und abends Das prachtv. Eis-Ballott Alpenzauber. Außerdem abends t Die IVovitäten Tilnzc aiil dem Line, j Rhein lündcr, Russisch, Fcigllsch, Alt- Wiener Walzer und Der norwegische Meister Harry Paulseu Bis 6 Uhr u. von 10'/, | Uhr halbe Kassonpreiso. Restaurant I. Ranges. | Mittags v.'/-iÄ— 4 Uhr: j Korso bei Musik. I Diner t Eis-Arena! Couvert a M. 3 oder H. 5 einschließt. Eintrittspreis. MM) Nlßies Fesi-Säle Dennewitxstraße IZ» Jeden Sonntag: tanzkränzeßen. 116h«. muic. Königstartt-Rasino. Ecke Hoizmarkt- u. Aiexanderstrahe Täglich abends 8 tthr llieater nad VarletS. Außer den Spezialitäten zwei Theaterstücke: „Das Medeii" von E. Aiexander. „Die letzte Rose" von O. Richter. U!Hj Burgtheater-Kino EncteSla Schiinhanscr rcilatlie, Allee I3N Sälo für Hochzeiten u. 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Kür de« Jnjeralenteii oerantw.: TH.V>lacke, Berlin. Druck u-Berlag: Borwärt» Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Poul Singer u. k>o� Berlin LW. für Blut Kraft Nerven EiweißrNährköLKöio Elweiß-NährschoKolade FürQesSundeund Kranke Hr. 47. 29. IahrMg. 2. KkilU kö.Awiills" Knlim WKsdlÄ SmH 25. Iphiißr 1912. Hböfeordnetenbaus. 22. Sitzung, Sonnabendden 24. F e bruar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: B e s e l e r. Ter Justizetat. 4. Tag. E» wirdZbeschlosse», die Petition en derJustizkanzlei- g'e hilf en erst zu verhandeln, wenn der betreffende Bericht der Iustizkommisfion vorliegen wird. Dazu erklärte, gleich den Per- tretern aller anderen Parteien Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) seine Zustimmung. Ich will bei dieser Gelegenheit auch aussprechen, dafe wir dem Verlangen der Justizkanzleigehilfen sympathisch g e g e n n b e r st e h e n.(Lachen rechts.) Die Abgg. M a t h i s(natl.), Drinnenberg(g.), Runge (vp.) treten für Besserstellung der K a n z l e i g e h i l f e n ein. Präsident Dr. Freiherr v. Erffa erklärt, falls die Etatsberatung in dem schleppenden Tempo dieser Reden fortgehen sollte, werde das Haus viel längere oder auch A b e n d s i v u n g e n halten müssen. Auch die Abgg. Mcycr-Tilsit(k.) und v. Kloeden(b. k. F.) be- sprechen die gleiche Angelegenheit. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Die Parteien, die hier alle so einmütig für die Kanzleigehilfen eintreten, haben vorhin über meine Erklärung gelacht. Sie alle sind dabei durchaus inkonsequent, denn als ich bei der B e s o l- dungsordnung für diese Forderungen der Justizkanzleige» Hilfen eintrat, fand ichwederbei Ihnen, noch bei der Re. g i e r u n g Unterstützung. ES soll eben so aussehen, als würden nur die„staatst reuen" Parteien etwas für diese Beamten- kategorie tun und ja nicht etwa die Sozialdemokratie!(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Runge(Vp.) spricht dann für bessere Bezahlung der Gerichtsvollzieher. Abg. Schmitt-Düsseldorf(Z.) spricht für die Gefängnis- oufseher, denen ein Erzichnngswerk wichtiger Art und ein schwieriger Sicherheitsdienst obliege. Sie sollen außerhalb deS Dienstes in einer kleidsamen Uniform auftreten können. Ein Regier, ingskommissar erklärt, daß den Gefängnisschulen größere Aufmerksamkeit zugewendet wird. Aber eine solche Aus- gestalhmg. wie sie die Beamten fordern, ist nicht möglich, denn sonst könnte jede Beamtenkategorie volle Berücksichtigung ihrer Wünsche fordern. Abg. Haarmann-Witten(natl.); Diese Erklärung reicht nicht a u s. Die Gefängnisaufseher haben sowohl körperlichen Gefahren, als auch schweren Versuchungen standzuhalten. Im Jnter- «ss« des königlichen Dienstes muß der Petition der Gefängnisaus- scher Rechnung getragen werden.(Beifall.) Abg. Dr. Schepp(Vp.): Der Regierungsvertreter hat erklärt, daß die Aufseher einen schtvereren Dienst haben, als die Sicherheitsbeamten. Sie sind aber diesen nicht einmal gleichgestellt! Das müßte doch der Fall sein. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) schließt sich dem an. Wo nötig ist, daß geholfen werde, muß eS geschehen. Da darf nicht lange gefackelt werden. Wie ist das Leben seit 1908, wo die Be. soldungsordnung in Kraft trat, verteuert worden! Wenn daZ Geholt seit dem gleich blieb, so ist das direkt eine Einkommcnver- . minbermlg! Die Gefängnisbeamten werben viel eher höheren An- forderunzen gewachsen sein, wenn sie besser gestellt sind. Solche höhere Anforderungen werden aber mit der Entwicklung des Ge- �fängniswesens zum Besseren gestellt werden müssen. Wie furcht- bar anstrengend und verantwortungsvoll ist aber auch der Dienst des G e r icht S d ien e r S. Er hat nicht nur Zeugen aufzurufen, sondern braucht ein hohes Maß geistiger Fähigkeit. Denken Sie nur an AufregungSzustände im Gerichtssaal! Die Vorsitzenden wissen das ganz genau. Die Tätigkeit der GericktSdiener ist sehr unrege lmäß ig, eine feste Arbeitszeit läßt sich ja da nicht ab. grenzen. Wie sehr ziehen sich oft Verhandlungen und Richterbe- ratungen in die Länge! Und diesen Beamten hat man keine Teuerungszulage gegeben! Die Weihnachtsgratifikalio. nen müßten grundsätzlich allen Beamten gegeben werden, ohne An- sehen der Person. Die Beihilfen aus dem Unterstützungsfonds kleines f ciaillcton. Die KöiiigStreue der preußische» Junker, die in ihrer dreisten Heuchelei nicht oft genug enllarvt werden kann und bei der Reichs- lagSpräsidcntenfrage wieder einmal mit vollen Backen auSposaunt wurde, sei durch die Beußerungen zweier Musterexemplare illustriert, deren Anbetung sogar die bürgerliche Geschichislegende oft genug verfällt. Bei den nahen Jubeltagcn der Freiheitskriege vergesse man ihrer nicht. Der General von g) o r ck bespöttelte zwar zur Zeit der Reformbestrebungen»die demokratische vor- liebe, die. weil Papst Sixtus V. in seiner Jugend ein Schweinehirt gewesen sei, um � jedes derartige Suojell sorgsam bemüht sei. aus Furcht, daß irgendein göttlicher Sauhirt unbeachtet verkommen könne". Dasür nahm er aber für seines- gleichen und sich, obwohl seine eigene, legitime adlige Abstammung durchaus in Frage steht, ganz besondere Vorrechte in Anspruch. So verteidigte er gegen den reformkreundlichen Prinzen Wilhelm, den Bruder Friedrich Wilhelm? III. mit dem schwachen Ge- dächtni«. das Recht auf Stillstand mit der selbstsicheren Frage:»Wenn Ew. kgl. Hoheit mir und meinen Kindern ihr' Recht nehmen, woraus beruhen dann die Ihrigen?" Und der alte Haudegen Blücher ging nicht weniger scharf in? Zeug. alS er 18lUwn Scharnhorst ichrieb:.Jetzt ist es wiederum Zeil zu tun, wa« ich schon Anno 9 angeraten, nämlich die ganze Nation zu de» Waffe» anzurufen, und wann die Fürsten nicht wollen und sich dem entgegensetzen, sie samt dem Vonavarte wegzujagen." Der Gedanke an Absetzung und Vertreibung des geliebten Monarchen ist den preußischen Junlern also nicht ganz so fremd, wie sie den gottlob immer weniger werdenden Dummen im Trciklassenvaterlande einreden möchten. Ter Unglückstag. Zacharias Werner hat in seinem Stück „Der 24. Februar" den Unglückstag in die Literatur eingeführt. Welche Greuel geschehen nicht alle ausgerechnet an diesem«inen Tag!.Und kam ein Unfall, der das Herz traf, war es stets der L4. Februar." An diesem Tag zückte der Wirt Kunz das Messer nach seinem Vater, der seine Frau geschlagen hatte. Und nach Jahren findet an diesem Tag der Fluch des Vaters schauerliche Er. süllung: am 24. Februar schneidet der Sohn des Kunz seiner kleinen Schwester den Hals ab. Ter Sohn flieht; er ist viele Jahre vom Vaterhaus abwesend, reich geworden kehrt er endlich nach Jahren zurück. Der Bater erkennt ihn nicht und ermordet ihn in der einsamen Gaststube um seines Geldes willen: es ist der 24. Fe- bruar. Die Erstaufführung de? ,.24. Februar" erfolgte übrigens an diesem Datum vor nunmehr 192 Jahren in Weimar zum ersten Mole. Goethe schreibt darüber in seinen..Annale»", daß es„em Triumph vollkommener Tarstellung" war, und daß da» Schreckliche des Stoffes vor der Reinheit und Sicherheit der Ausführung ver- sckwundcn sei. Im übrigen hielt Goethe nicht viel von dem Stück. Ten Stoff zu seinem Trama hatte Werner in cister wirklichen Begebenheit gefunden, die in einer Leipziger Zeitschrift mitgeteilt wurde. ES hieß dort, daß im Jahre 1618 die Wirtsleute zum „Goldenen Siebe" in Leipzig ihren Sohn ermordeten, als er nach zwanzigjähriger Adtvesenheit heimkehrte. In dem geöffneten Ranzen des Ermordeten fand der Vater den Geburtsschein deS Hohnes, worauf die Gltern sich beide töteten. werden noch unangenehmer empfunden als Armenunterstützungen. Die Hilfsgerichtsdiener� sind da noch die Parias. Jahrelang müssen sie nach der Militärzeit, in mittleren Jahren, verheiratet, mit 92 Mark MonatSlohn auskommen!(Hört! hört! links.) Das ist ja unhaltbar. Sechs Jahre lang bleiben diese Leute mitunter in dieser elenden Lage. Da darf die Staatsregierung wohl nicht langer mit der Abhilfe zögern!(Bravo! bei den Sozialdemokraten!) Ein RegierungSkommissar führt aus. daß die Staatsregicrung durch Schaffung von 81 neuen ctatSmäßigen Stellen den Hilfs- gerichtsdienern helfe. Der Ermahnungen des Abg. Liebknecht bedarf sie dazu nicht. Der Fiuanzminister hat schon in der Etats- rede erklärt, daß statt Teuerungszulagen Erhöhung des Unter- stützungsfonds eintritt. Das Haus hat dem zugestimmt. Abg. Dr. Schopp(Vp.): In Berlin, wo der ortsübliche Tagelohn 3..60 M. ist. verdienen die Hilfsgerichtsdiener nur 3, 90 M. pro Tag! (Hört! hört! links.) Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Die Hilfsgerichtsdiener verlangen nicht einmal daß, was die Postunterbeamten haben. Wie bei dieser Bezahlung die Staats«- gierung behaupten kann, sie betätige den Leuten Wohlwollen, be- greife ich nicht. Von Wohlwollen kann nicht die Rede sein. Mit. Hochmut lehnt dieM. Geld st rase eventuell 6 Tage Gefängnis. Das Gericht erkannte an, daß der Wortlaut des Berichtes mit dem Versammlungsbeschluß übereinstimmte; das Gericht erachte aber die Handlungsweise des Skalsky wohl als strafbar, jedoch nicht als ehrlose Handlung. Der Berichterstatter hätte darum auch den Sachverhalt mitteilen müssen und sich mit der Wiedergabe des Beschlusses nicht begnügen dürfen. Soziales. Beleidigung des Baters vor Gericht. .Das ist eine Gemeinheit von Dir," hatte vor der 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts der Handlungsgehilfe Bernhard F. feinem Vater in öjsentlicher Verhandlung enigegengeschlcudert, als dieser eine Aussage zu seinen Ungunsten machte. Das Gericht hatte über den.zärtlichen" Sohn eine Ordnungsstrafe von 2S M. verhängr. F. bat in der letzten Sitzung, in der die Streitsache noch- inals verhandelt wurde, um Erlaß der Strafe. Er bereue die Aeußerung und habe sie auch nur in der Erregung getan. Das Kausmannsgericht sah sich aber nicht veranlaßt, von der einmal der- hängten Strafe abzugchen. Den eigenen Vater in vssentlicher Sitzung derart zu beleidigen, sei eine so grobe Ungebühr, daß sie nicht un- geahndet bleiben dürfe._ Gerichts-Zeitung Revision im Prozeß Becker. Gestern verwarf das Reichsgericht die Revision des frei- sinnigen Rittergutsbesitzers Artur Becker gegen das Urteil des Landgerichts Stettin, das ihn am 20. Oktober vorigen Lahres tvegen Beleidigung des Landrats des Kreises Grimmen, v. Maitz a h n, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt chatte. Das am 3. Juli vom Reichsgericht aufgehobene Urteil des Greifswaldcr Gerichts hatte bekanntlich ein Jahr Gefängnis ausgesprochen. Das Stettiner Gericht hatte in einer Reihe von Fällen auf Frei- sprechung, wegen drei Fällen auf Verurteilung erkannt. Eine der Beleidigungen wurde in der Behauptung Beckers gefunden, der Landrat v. Maltzahn sei ein politischer Agent des agrarischen D e m a g o g c n t u m s. Das Land- gericht Stettin hatte hierin eine schwere Beleidigung erblickt, aber den umfangreichen, für diese Behauptung angebotenen Wahrheitsbclveis abgelehnt, weil jene Behauptung ein allgemeines, kränkendes Vorurteil enthalte, das keines Beweises fähig sei. Die Revision richtete sich hauptsächlich gegen diesen Teil des Stettiner Urteils. Das Reichsgericht stellte sich indes auf den Standpunkt, daß die Begründung des Landgerichtsurteils einen Rechtsirrtum nicht enthalte. Schub vor Schutzleuten. Als das Muster eines Ordnungsmannes repräsentierte sich dem Landgericht Müncheil I der 26 Jahre alte Schutzmann Fried- rich Ticm von München. Dieiu hatte sich in zwei Fällen vor dem genannten Gericht wegen Vergehen im Amte zu verantworten. Am 36. Mai v. I. begegnete ihm im Tal ein Herr, der in der Eile ver- geffcn hatte,--- seine Schuhbänder z» binden. Der Schutzmann schrie ihm entgegen:„Machen Sie doch Ihre Schuhe zu!" Der so Behandelte, ein RechtSprattikant. band dann seine Schuhbänder und fragte den Ordnungswächtcr, ob er ihn etwa kontrollieren wolle, er sei bereit, sich zu legitimieren. Der Schutzmann aber fuhr den Rechlspraktikanten an:„Reden Sie mich nicht so saudumm an und machen Sie, daß Sie weiter kommen." Der Rechtspraktikant ging einige Meter tvciter, kehrte dann wieder zurück, um nach der Nummer des«chutzmanns zu sehen, über dessen Benehmen er sich bei der Polizcidireition beschweren wollte. Ter Rechtspraktikant stellte sich dem Schutzmann als Jurist vor und bedeutete ihm, daß er sich bei der Polizeidirektion beschluercn werde. Nun machte der Wächter der öffentlichen Ordnung kurzen Prozeß, er packte de» illechtsprakttkantcn fest am Oberarm und führte ihn, ohne daß er ihm die Festnahme angekündigt hätte, zur Polizeidircktion. Auf seinen Einwand, daß er ihn loslassen solle, er sei Jurist und wisse, daß er nun mitzugrl cn habe, erwiderte der Schutzmann:„Wir sind die Herren vom Tal, Sic arbeite» theoretisch und wir arbeiten praktisch!" Im Polizcigcbäude angekommen, ließ Schutzmann Ticm, ohne daß er eine Vorführungsnote aufgenommen hätte, seinen„Arrestanten" wieder laufen. Das Gericht verurteilte den Mustcrschutzmann wegen dieses Vergehens im Amte zu 3 Monaten Gefängnio und wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 26 M. In einem zweiten Falle arretierte der Schutzmann Dicm am 16. Oktober im Tal ein betrunkenes Mädchen wegen Bannbruchs. Als die Betrunkene ihrer Verhaftung Widerstand entgegensetzte, war ihm der Schutzmann Weigl beim Transport behilslich. Weil die Arretterte während des Transports schrie und schimpfte, ver- setzte ihr Diem einen Schlag ins Gesicht. An der Polizeidircktion angekommen, öffnete Diem mit einer Hand das Tor und schob die Arrestantin mit solcher Wucht hinein, daß sie mit dem Kopf an die Wand anstieß. Im Jourzimmer versetzte ihr Diem eine zweite Ohrfeige� Da diese Vorgänge in der Verhandlung von dem dienst- älteren Schutzmann Weigl einwandfrei geschildert wurden, bezich- tete Dicm seinen Kollegen des Meineids. Der Staatsanwalt bc- apttagte eine Woche Gefängnis. Das Gericht ging in Rücksicht auf taS unmännliche und unwürdige Verhalten des»Schutzmanns" Diem über diesen Antrag hinaus und verurteilte ihn wegen dieses Falles zu 14 Tage» Gefängnis. Ein„Rechtsbureau*. Die Geschäftspraktiken eines sog.„RechtSbnreans" werden in einem umfangreichen Strafprozeß zur Erörterung gelangen, der gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Valeskamp vor der 2. Strafkammer des Landgerichts I begann. Angeklagt sind der 22jährige Rechtskonsulent Ewald von Häusler, der Reisende Emil Pantschow und der Agent Julius Rieb. Die gegen den Angeklagten von Häusler erhobene Anklage mutet an wie ein Teil aus dem Inhaltsverzeichnis des Straf- gesetzbuches, denn es werden ihm im einzelnen folgende Delikte zur Last gelegt: Betrug in zahlreichen Fällen, Unterschlagung, Un- treue, einfache und schwere Urkundenfälschung, Körperverlebung mittels gefährlichen Werkzeuges, versuchte Nötigung, Zuhälterei, gewerbsmäßigen Wucher und Urkundcnvernichtung. Die beiden Mitangeklagten haben sich nur wegen gemeinschaftlichen Betruges bezw. Beihilfe zu verantworten.— Der Angeklagte von Häusler ist der Sohn eines ehemaligen Obertelegraphenassistenten. Nach- dem er etwa ein Jahr in dem Bureau eines Rechtsanwalts angc- stellt gewesen war, glaubte er die genügenden juristischen„Kennt- nisse" gewonnen zu haben, um sich im Alter von 16 Jahren als Rechtskonsulent selbständig zu machen. Trotz seiner Minderjährig- keit war es ihm möglich, wiederholt als Prozeßvertreter vor dem Amtsgericht auszutreten. Tatsächlich hatte er auch einen großen Zulauf von Kunden, so daß er schließlich sogar seinen Vater und den Angeklagten Rietz in seinem Bureau beschäftigen konnte. In einem beschlagnahmten Brief gab er an, daß es ihm lediglich dar- auf ankomme, die Leute gehörig zu„neppen". Dies soll er, wie die Anklage behauptet, auch genügend getan haben. Im einzelnen wirft ihm die Anklage folgendes vor: Auf Grund einer Annonce, in der sich ein„Königlicher Amtsanwalt a. D." zur unentgeltlichen Raterteilung anbot, wandte sich ein Apotheker Newiger an den An- geklagten. Mit diesem Amtsanwalt soll es nach Angabe des Angc- klagten folgende Bewandtnis haben. Wie er behauptet, will er an den ehemaligen Bürgermeister Bauer für die Hergabe des Titels monatlich 3ll M. gezahlt haben.— Der Angeklagte soll dann, ohne von Nowiger hierzu bevollmächtigt worden zu sein, eine Straf- anzeige mit dessen Namen unterzeichnet haben, für die er dann 35 M. verlangte.— Einem Zuschneider Kröning, der ihm die Füh- rung eines Prozesses übertragen hatte, soll der Angeklagte unter falschen Vorspiegelungen Kostcnvorschnsie und andere Gebühren abgenommen haben, die in Wirklichkeit gar nicht gezahlt worden sind. Außerdem soll er den K. in dem Irrtum gelassen haben, daß er den Prozeß selbst führe, während er tatsächlich den Rechtsanwalt B. damit beauftragt hatte, mit dessen Bureauvorstehcr Volkholz er die Vereinbarung getroffen hatte, daß ihm für jeden zugeführtcn Mandanten% des vereinbarten Honorars als Provision gezahlt werden sollten.— Von einem in Rechtssachen unerfahrenen Wurst- Händler Borgwardt forderte er die Summe von 1566 M., die er angeblich bei der Hinterlegungsstelle einzahlen müsse. Tatsächlich zahlte er dann nur 566 M. ein. Für seine Tätigkeit in dieser Sache forderte er ein Honorar von 156 M., während die ordnungsmäßigen Anwaltsgebühren nur 14 M. betragen. Aehnlich liegen auch die übrigen Fälle der Anklage, in denen von H. die Uncrsahrenheit der rechtsunkundigen Leute, wie die Anklage behauptet, in der uncr- härtesten Weise ausgebeutet haben soll, so daß hierin gleichzeitig auch eine Bewucherung erblickt wird. Schließlich soll der Angeklagte auch noch seiner Geliebten, der verehelichten Emma Fiedler geb. Voigt, Zuhälterdienste geleistet und diese ganz nach Art der Zu- hältcr wiederholt mißhandelt und bedroht haben. Vor Gericht bestritten die Angeklagten, schuldig zu sein. Von den Verteidigern sind zahlreiche Entlastungszeugen geladen worden. Für die Verlsandlmig, die wegen ihres großen Umsanges in dem Schwurgericktssaal des Landgerichts II stattfindet, sind 4 Sitzungs- tage in Aussicht genommen. Wir werden das Urteil mitteilew Ein ungetreuer Postbeamter. „Gegen ungetreue Postbeamte ist eine besonders harte Strafe am Platze, da durch ihre Verfehlungen das größte Unheil und die schwersten Schäden ini geschäftlichen und Privattu-rkehr angerickstet werden"— so verkündete der Vorsitzende der 6. Strafkaminer des Landgerichts I, Landgcrichtsdirektor Gocbel, das Urteil in der Strafsache gegen den früheren Briefträger Karl Heyduck. Dieser hatte sich unter der Anklage des Diebstahls und der Unterdrückung von Briefschaften vor dem Strafrichtcr zu verantworten. Der An- geklagte war seit dem Jahre 1966 bei der Pojtbchörde angestellt. Während seiner Tättgkcit auf dem Postamt 57 tvar er in dem Sorticrdicnst beschäftigt. Wie später erst zur Entdeckung kam, entivendete er lange Zeit hindurch von den Briefen die Marken, während er die Briefe selbst vernichtete. Wie er selbst zugibt, waren dies zirka 256 Briefe. Als er dann nach dem Postamt 87 versetzt wurde, setzte er dieses Treiben fort, bis endlich seine Ent- larvung erfolgte. Die auf diese Weise erlangte„Nebeneinnahme" hatte er in den Kneipen durchgebracht.— Das Gericht erkann V gegen den Angeklagten, der selbst nicht einmal behauptete, in der Not gehandelt zu haben, ans 1 Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Von dem Vorsitzenden wurde in obenerwähnter Weise ausgeführt, daß durch derartige Verschlungen die größten Ver- wirrungen und Schszdigungen im Geschäfts- und Privatleben an- gerichtet werden. Als der Angeklagte bat, ihn nicht in Hast zu nehmen, da er doch für seine Frau sorgen müßte, wurde ihm von dem Vorsitzenden geantwortet, daß er daran hätte denken sollen, als er die Verfehlungen beging. )Zus der frauenbewegimcf. Eine Frauenstimmrechtspredigt. Ei. fährt der Teufel nun nicht mehr in die Säue, sondern gleich in die Hirte selber! Fraucnstimiurechts predigt? Gemach, wenn die Kirche Rechte predigt, dann tut sie das nicht um der Rechte willen, das weiß man. So forderte denn auch der durch fein Buch„Schillers Fraucngcstaltcn" bekannte Pastor prim. Burggraf an St. Ansgars in Bremen am Sonntag, den 18. Fe- bruar, in seiner ausdrücklich als solche vorher angekündigte Frauen- slimmrechtspredigt das Stimmrecht für die Frau, nicht um der Gerechtigkeit oder»in der Frau der Gegenwart selbst willen. Im Gegenteil, durch seine Predigt klang ein weltfremdes Mißverstehen des Möllens der vorwärtsstrcbendcn Frauen von heute, mit kalt- herziger Offenheit verlangte der Prediger vielmehr das Frauen- stimmrccht, weil nur die dadurch gewährleistete Mitarbeit der Frau an der Kirche diese vor dem völligen Zerfall bewahren könne.„Es handelt sich um die Existenzfrage der Kirche des Evangeliums." „Ter treue Gott reicht der Kirche durch das Fraucnstimmrecht noch einmal seine Hand, und es wäre ein ungeheuerlicher Frevel, sie zurückzuweisen." Es genüge nicht allein das Frauenstimmrecht, meinte er. Frauen sollten auch Sitz und Stimme im Konsistorium und im Oberkirchenrat, überhaupt in allen kirchlichen Körperschaften haben. Als wichtigstes erschien ihm aber eine besondere Körper- schaft, die nur aus Frauen bestehen solle, in jeder Gemeinde. Unter dem Vorsitz einer dem Geistlichen fast gleichgestellten akademisch und auch theologisch gebildeten Gemeindeschwester solle in diesen Frauen- kirchenräten über religiöse Probleme gesprochen, das Wertvolle herausgeschält und für die Gemeinde nutzbar gemacht werden. Ter Rat der Frau sei wichttg wegen ihres„Spürsinns für Ewigkcits- werte". Die brutale Selbstsucht dieses Gedankenganges mutz besonders den historisch gebildeten Hörer und hier den historisch gebildeten Leser tief empören. Das Christentum verdankt ja in seinen An- sängen der Frau mindestens soviel, wenn nicht mehr als dem Manne. Die Kirche hat dann später, besonders in Teutschland, zur Entwürdigung der Stellung der Frau, zu ihrer Nicdcrhaltung am erheblichsten unter allen dabei mitwirkenden Faktoren beigetragen, und trägt eine Hauptschuld an der Geringschätzung der Frau in weiten Schichten auch heute noch.„Das Weib schweige in der Gemeinde", dieses Wort des Apostel Paulus ist der Frau immer entgegengehalten worden, verschärft wurde die damit ver- bundene Degradation durch angesehene Kirchenväter wie Tertullian, der über die Frau das Wort prägte:„Zamw Diaboli"(Pforte des Teufels), und wie den als milde und sanft charakterisierten Anselm, bei dem mau lesen kann:„kemina fax est Satanae", das Weib tst die Fackel des Satans. Solche Anschauungen führten so weit, daß den Frauen(auch in anderen als Klosterkirchen) nur ein be- stimmte r, natürlich ungünstiger Platz in den Kirche zugänglich war, sie mußte sich zum Beispiel im Narthex, dein Vorraum, aufhalten, damit ihre unreine Gegenwart im Haupbraum die Kirche nicht schändete. Etwas ganz ähnliches gab es übrigens ja für die Frauen bis vor kurzem noch in politischen Versammlungen, in denen sie bc- kanntlich nicht über das„Segment" hinaus dursten. Solche un- würdige Beschränkungen mutzte sich die Frau wegen der unsinnigen Vorstellung von der„Unreinheit des Weibes" auch in der K:rche gc- fallen lassen. Die Reformation brachte auch keine Wandlung zum besseren in der Auffassung von der Frau. Die protestantische Kirche folgte weniger der humaneren Meinung des Reformators von der Frau, als dem rohen, verbohrten Worte Luthers:„Das Weib ist doch die Pforte des Teufels." Ja. die Wittoberger Protestanten wagten es sogar. Thesen auszustellen, welche die Minderwertigkeit der Frau beweisen sollte. Heute hat die Kirche �abgewirtschaftet; vom Christentum ist nur noch der Gedanke der Nächstenliebe übrig geblieben, der ihm eigene Jenseitsgedanke wind immer mehr verdrängt von einem lebensdurstigen Willen zuni Diesseits und von einem immer kräftiger auch in den Frauen einwurzelnden Ver- antwortlichkcitsgefühl für die Höherentwicklung und die Zuluiijt der Gesellschaft. Nun soll die> Frau, ausgerechnet die so lange er- barmungslos von der Kirche niedergehaltene und verächtlich zurück- gestoßene Frau, kommen- und der Kirche wieder auf die Benie helfen. Und dafür will man ihr sogar das Frauemtimmrecht geben. Und augenscheinlich glaubt man sogar, daß die Frmi diese Gnade, die ihr zuteil werden soll, als etwas ganz besonders Großes freudig aufnchliien wird. Auch darin kommt die Gerkugschatzigkett zum Ausdruck, mit der man gerade auch in schon„aufgeklärteren" kirch- lichen Kreisen eine geradezu kindische Gedanke, ilosigieit bei der Frau voraussetzen zu dürfen glaubt. Nun, man wrrd Hoffen-Iich bald genug merken, daß man sich denn doch verrechnet hat, wenn man glaubt, daß die moderüe Frau zur Konserbiexung Mittelalter. licher Lächerlichkeiten gerade recht ist. Leseabende. Erster Kreis. Montag, den 26. Februar, bei Weihnacht, Grünstr. 21, Hansaviertel bei Rothe, Flensburger Str. 24. Dritter Kreis. Montag, den 26. Februar, abends 8�/z Uhr, Gcwerk- schaftshaus, Engelufer 15(Saal siehe Tafel). Bortrag des Genossen Albert Kohn über: Krankenkontrolle, Fürsorge und Heimstätten. Vierter Kreis, Abteil. 25, 27. 27a. Montag, 26. Feimiar, Memcler Straße 67. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über: Kirche, Schule und Haus. Fünfter KrciS. Montag, den 26. Februar: Gemeinschaftlicher Lese« abend in den Königssälen, Neue Königstraße, Eingang Wadzek- straße. Tegel. Montag, den 26. Februar, Schliepcrstr. 36. Borsigwaldc-Wittcna». Dienstag iir den„Börsigwalder Festsälen": Vortrag der Genossin Matschte. Pankow. Montag, den 26. Februar, abends 8Vz Uhr, bei Stark. genannt Türkisches Zelt, Breitestr. 14. Wortrag des Genossen Schindler- Pankow. Niederschönhansen- Nordend. Dienstag, den 27. Februar, abends 8Vg Uhr. bei Ulitz.„Schwarzer Adler", Blankenl mrger Str. 4. Französisch-Buchhvlz. Montag, den 26. Februar, bei Kähne, Berliner Straße. Referent: Genosse Oito Schmidt-Pankow. Lichtenberg. Montag, den 26. Februar: 1. Viertel bei Henre, Friedrich- Karlstr. 11; 2." Viertel bei Wilh. Schulz, Kronprinzenstraße 47; 3. Viertel bei Simon, Wilhelmstr. 86; 4. Viertel, anstatt Witive Lange bei Hosiniann, Möllendorfstr. 54/55. VorÄag:„Die Stellung der Frau zum Stadtparlament." Ressercnten die Genossen Seile!, Brühl, Linke und Elias. Boxhagcn. Montag, den 26. Februar, bei Blume, Alt-Boxhagen 56. Genosse G l ö ck n e r spricht über:»Die Frauen und die Gc- meindcpolitik." Ober-Schöncwcidc. Montag, den 26. Februar, im Jugendheim: Vor- trag des Genossen Liesegang. Köpenick. Montag im Stadt-Theater: Vortrag über Konsmngenossen« schaft. Johannisthal. Dienstag, den 27. Februar, bei Heidrich, Friedrich- straße 11: Vortrag des Genossen Erich Steuer. Baumschulenwcg. Montag, den 26. Februar, im Jugendheim, Ernst- straße 22: Vortrag des Genossen Haß. Treptow. Mittwoch, den 28. Februar, im Lolal Julius Schmidt, Kief- holzstr. 22: Vortrag des Genossen Henschke: Ist die Schule reformbedürftig? Tempclhof. Montagabend'/zg Uhr bei Becker, Berlinerstr. 41/42. Versammlungen. Zrntralverband der Töpfer. Die Filiale Groß-Berlin des Töpfervcrbandes hielt am Freitag im großen Saale des GeWerk- schaftshauses ihre Generalversammlung ab. Als erster Punkt stand der Vorstandsvericht vom 4. Quartal auf der Tagesordnung, sowie der Jahresbericht und der Bericht der hciztech- n i s che n Kommission, die in einer 56 Seiten starken Bro- schiir�gednickt vorliegen. In dem Bericht wird zunächst erwähnt, daß mit dem 1. Oktober 1911 die Arbeitslosenunterstützung in Krast� getreten ist. Sic erforderte 5941,36 M. Ausgaben zur Unterstützung von 386 Arbeitslosen. Die Erhöhung der Beitrags- sätze brachte über 6666 M. mehr an Einnahmen, und da es sich um. ein Quartal außerordentlich großer Arbeitslosigkeit handelt, die zum Teil die des Krisenjahres 1968 noch übertraf, scheint die Befürch- tung, die Werkstubcnarbeitcr müßten die Mittel für die Arbeits- loseituntcrstützung der Ofensetzer aufbringen, unbegründet. Die Verhältnisse im Groß-Bcrlincr Baugewerbe waren im verflossenen Jahre sehr ungünstig, wie es auch im Bericht der iäerlincr Hau- delskammcr, namentlich für die spekulative Bautätigkeit, festgestellt wird, die ja für das Ofcnsetzergcwerbe hauptsächlich in Betracht kommt. Wie mißlich die Bauvcrhältnisse waren, zeigt sich auch in der hohen Zahl der Zwangsversteigerungen; es wurden im Jahre 19ll nicht weniger als 1499 Grundstücke versteigert. Von Arbeits- losigieit waren laut der Kartothek der Filiale 1582 Mitglieder be»- troffen, uird zwar mit 75 318 Tagen gegenüber 1511 Mitgliedern: mit 65 226 Tagen im Jahre 1916. Im verflossenen Jahre waren 73,6 Proz. der Mitglieder arbeitslos, und, aus den Kopf kamen bei der gesamten Mitgliedschaft 35 arbeitslose Tage; im Jahre 1916 war die Prozentzahl der Arbcitsloien 76,5 und die Durchschnitts- zahl der arbeitslosen Tage war 36,4. Aus Beschluß einer Mit- glicderversammlung vom 15. Biärz hatte der Filialvorstand sich an die Töpscrinnnngcn Berlin, Steglitz und Spandau, sowie an den Provinzialverbanb Berlin und Umgegend mit der Anregung gc- ivandt, wieder einen gemeinsamen Arbeitsnachweis einzurichten, was auch im Interesse des soliden Unternehmertums für zweck- mäßig erachtet wird, weil durch die vernünftige Verteilung der Arbeitskräfte und durch die kontrollierende Tätigkeit des Arbeits- Nachweises den immer imeder auftauchenden unsoliden Firmen» ihrer Schmutzkonkurrenz und zugleich auch dem damit verbundenen: Bauschwindel ein Damm entgegengesetzt werden kann. Von den Meisterkorporationen hat jedoch nur die Berliner Innung geant-, wartet, und zwar ablehnend, mit der Begründung, das; die Meister sich nach den Erfahrungen mit dem früheren gemmsameft Arbeits- nachiveis keinen Nutzen von der Wiedereinführung versprächen. Uebrigens fyttte die Filiale sich in derselben Sache auch an den Verein der Töpfer Berlins und Umgegend gewandt und von dieser Seite, den Lokalisten, ebenfalls einen ablehnenden Bescheid er- halten. Inzwischen ist innerhalb der Filiale eine Urabstimmung über die Frage des gemeinsamen Arbeitsnachweises vollzogen worden, und es haben sich daran 1591 Mitglieder oder 72,12 Proz. der gesamten Mitglieds�zaft der Filiale beteiligt. Von ihnen stimmten 1094 für und �.66 gegen den Nachweis. Sodann wurde auf Beschluß der GeneruZtoersammlung vom 27. Oktober an die einzelnen Unternehmer ein Flugblatt versandt, um sie über die Bedeutung des Arbeitsnachweises aufzuklären. Sollte nun bei erneutem Herantreten an die Unternehmerkorporationen die Sache nicht zustandckommen, so wird die Filiale sich genötigt sehen, selb- ständig und einseitig ihren Arbeitsnachweis obligatorisch einzu- führen. Tie Ofensetzer hatten übrigens im verflossenen Jahre nicht nur schwer unter der Arbeitslosigkeit zu leiden, sondern auch unter unpünktlicher Lohnzalstang und Lohnausföllen infolge deS noch immer in Blüte steherilwn Bauschwindels. Die Gültigkeit des ersten Teiles des Gesetzes zwc Sicherung der Bauforderungen hat diesem Bauschwindel, unter dam ja auch die kleinen Handwerksmeister aufs schwerste zu leiden haben, keinen Abbruch getan und keine Siehe- rung gebracht. Gleichwohl hat das Handelsministerium den Wunsch der Berliner Handwa-üskammcr, den zweiten Teil jenes Gesetzes für Grojj-Berlin in Kraft zu setzen, abgelehnt. Größere Lohnbewegungen fanden im Gau Berlin für Oranienburg und lllngcgend sowie für Köntgswusterhausen und Ilmgegend statt. BÄ der ersten Bewegung kam es zum Abschluß eines neuen Tarifvertrages, der annehmbare Vorteile brachte und für 44 Orte gilt. In Königswusterhausen traten die Unternehmer an den Töpferverband heran, um für das Gebiet der neuen Zwangs- innung und des Uiüerverbandes der Arbeitgeber einen Lohntarif zu schaffen. Zu einer Einigung ist cS bis jetzt noch nicht gekommen, da das Angebot der Unternehmer zum Teil Herabsetzung der bis- her durch Einzelverhräge festgesetzten Preise bedeutet. Ueber einen von den Unternehmern gewünschten Gegenseitigkeitsvertrag ist jedoch bereits eine Einigung erzielt worden. Im übrigen aber bleiben die Einzelvcrträge vorläufig in Geltung.— Sperren wurden im verflossenen Jahre IS durchgeführt, und zwar alle im Berliner Tarisgebiet. Der Fensterstreik erstreckte sich diesmal auf 21 Bauten und erforderte 8807, 89 M. an Unterstützung. Rechts- schütz wurde in 31 Fällen gemährt, und zlvar für 157 Mitglieder. Es mußten 2373,25 M. Lohnausfall eingeklagt werden, und davon konnten bis jetzt 1415,95 M. nicht eingebracht werden.— Die Bibliothek der Filiale besteht aus 1229 Bänden, und 247 davon wurden im Laufe des Jahres neu angeschafft. Ausgeliehen wurden 765 Bände. Die Mitgliederzahl der Filiale ist im Laufe des Jahres von 2198 auf 2139 gestiegen. Die Jahresabrechnung der Zentralkaffe schließt mit der Bilanzsumme von 76 747,69 M. ab. Für Krankenunter- stützung wurden 13 728,15 M. ausgegeben, für Arbeitslosenuntcr- stützung 5941,39 M., für Sterbegeld 2119 M., als Beitrag an die Hauptkasse 81 999 M. Die Einnahmen. der Lokalkasse, beliefen sich auf 67 939,13 M., ihre Ausgaben auf 33 767,47 M., so daß der Be» stand am Jahresschluß 33 271,66 M. ausmachte. Aus dem Bericht der beiztechnischen Kommission ist hervorzuheben, daß dies« Kommission sich zu Anfang des Jahres hauptsächlick mit den Vorarbeiten für die Hygieneausstxllung in Dresden befaßte. Das Ergebnis dieser ihrer Arbeit spiegelt sich zum Teil wider in der reich illustrierten Broschüre:.Der Kachelofen auf der internationalen Hhgieneausstellung"/ die den Mitgliedern unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Zur Zeit der Aus- stellung hat dann auch eine Konferenz aller hciztechnifchen Kom- Missionen Deutschlands stattgefunden, über die im„Töpfer" bereits berichtet worden ist. Im übrigen hat die Kommission auch weiter- hin eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet und unter anderem Fragebogen herausgegeben, um die Beschaffenheit des in Berlin verarbeiteten Materials festzustellen. Zu den gedruckten Berichten gaben der Vorsitzende S e g a w e, der Kassierer Bohmhammel und der Vertreter der Heiztech- nischen Kommission eine Reihe Ergänzungen und Erläuterungen. Daran schloß sich eine rege Diskussion. Die Neutvablen des Vor- standes, der Revisoren und der Vertreter im Arbeitsnachweis- kuratorium finden besonders statt.— Als Beisitzer zum Zentral- voxstand wurde Bohmhammel gewählt, der bisherige erste Kassierer der Filiale, der für dieses Amt auf die Wiederwahl verzichtet hat. Ferner wurde beschlossen, den zinsfreien Anteil am Berliner Gewerkschaftshausc von 599 auf 2999 M. zu erböhen und den laufenden Beitrag für das Gewerkschaftshaus ebenfalls zu er- höhen, und zwar von 5 auf 19 Pf. Briefhaften der Redahtien. Tie luriftlschc Sprcchftunde findet Lindeuftraüe KS, vor» vier?rm>r» — F» h r ft» h i—, wvchrniälllleii von 4V4 bis Übt abends, CvnnadendS, von 4Va»i» 6 Uhr adendS statt. Jeder für den«rieflasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe uud eine Zahl alS Merkzeichen beizufügen. Briefliche Auiwort wird nicht erteilt. Anfrage», denen leine AdonnementSguittung beigefügt ist, werden nicht dcautwortrt. Eilige Fragen trage maa in der Evrechstunde vor. D. I. 100. Artikel kann nicht aufgenommen werden. Bei Angabe der Adresse erfolgt Rücksendung.—®.(3. Nr. 315 und 5!. 47. Ihre Angaben reichen nicht aus. Kommen Sie in die Sprechstunde.— 1. G. Vielleicht erscheint die Mutter mit den Schriftstücken nachmittags um etwa 5 Ubr iu der Redaktion.— St. B. 785. 1. Fa. zirka 3,50 M. 2. Das 14. Lebenssahr muh vollendet fem. 3, Ja.— M. 68. Der Mietsvertrag ist bindend.— C. 1885. 1. Rein. 2. Spezifizierung zweckmässig. 3. No tarielle Beglaubigung nicht notwendig. Der Vertrag inuh aber die gehörige Form baden. Pjandverirag ohne körperliche Uebergabe nicht rechts» wirksam.—®. M. Nur durch Vereinbarung mit dem Gläubiger zu er- reichen, salls die Forderung fällig ist.— W. St. 3,50. 1. Zweiselhast. Die Bestimmungen deS Bestellscheins kommen eventuell zur Anwendung. 2. Ja. 3. Versuch zulässig. 4. Falls Sie den Prozeh gewinnen, ja. 5. Hängt vom Standpunkt des Nichters ab. <*. z. 78. Der Jahresstemvcl beträgt 2 Mark. Anscheinend ist der Stempel für das erste Quartal 1012 miteingezogcn.— A. St. 100. Die Fragen lassen sich erst beanlworten, wenn wir wissen, ob— wie eZ den Anschein hol— ein Verlöbnis bestand, durch wessen Schuld das Verlöbnis ausgehoben ist und ob die Geschenke vor oder nach der Verlobung gemacht sind.— 500. F. H. Der Anspruch vcajährt in vier Jahren; eS scheint also Verjährung eingetreten zu sein. AndernsallS ist die Armenverwaltung im Recht. Ifäfa AM' AtUtMicillC j&Xnflcjn' jOutäcßnAAXlOGßMA'! /Stntc£\ OrtS- Krankenkasse der Weber und verwandten Gewerbe. Bekanntmachung. Die durch die Generalversammlung » am SO November 1211 beschlossene 13. Stbandcrung zum Statut ße- treffend die Festsetzung der Eni- schädiguug der_ Vorstandsmitglieder und der zu Sitzungen und Rcvi« sionen hinzugezogenen Kassenbeamten, sowie des Vorsitzenden und de» Schriftführers, ist vom Bezirksaus- schuh unter dem 30. Januar 1912 genehmigt und tritt mit Montag, den 26. Februar 1912 in Krast. 1ö6b Berlin, den 25. Februar 1912. Der Vorstaud. S. Weymann� Vorsitzender. H. Postler,(Schriftführer. Truckexemplare dieser Abänderung werden iin Kassenlotal verabfolgt. f Haut- u. Harn-+ leiden, Ehrlich■ Hata, Schäden d. QueoksiTo.— Konsultation Irel! Blutuntarsuch., Fäden im Harn, etc. !! Tellzablunj; sentattet!! *.d.Hochb. Spr. 9-2,4-3,Sonnt.1 l-12. rfinder! Anmeldung von Patenten, Gebrauchsmustern billigst. Gleichzeitig Verwertung schnellstens. Woltm&Co.ÄS' | 9— Sonntags Ii— i- Michel-SaioRbrikelis M. 7.75 pro 1000 frei Gelah. 21/7. Koch. Nindorf, Bergstr. 110 II* � Gneisen ausMe 10, � 2 S. Gran, billigste u. beste L Bezugsquelle für# � �ftSöbel jeder ilrt( r Kassa nnd Teilzahlung. � 2C. Neuheiten für Mah-Anzüge, Ulster. Hosen Meter 5.— 7.— M. Tuchlager Koch ,£ Seeland, G.m.b.H. Gertrautatr. 20-21, ÄV' Abendkurse Berlin, �Tcanderstr. 8 Technikum. Bauschule. Direktor: Königl. Regie- rungs- Baumeister a. D. Arthur Werner, Inhaber. 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(Ben»«!: Für jeden der nachstehend aufgeführten Urwahlbezirke ist die am Schlüsse des letzteren vermerkte Anzahl von Wahlmännern zu wählen und zwar bei 6 Wahlmännern in jeder der drei Abteilungen=- 2, ,6 m, Hl. Abteilung.... 2, t I. �• 1, I.»•»••= 2, v 4 p. m. p,«« a= i. n. p«»».» 2, »8,, jeder», 1.) Der 2. Berliner LandtagZwahlbezirk umfaßt die Stadtbezirke 6 bis 30, 50 bis 55, 57 bis so und S2 bis ö5 bezw. die UrWahlbezirke 12 bis 68, 139 bis 156. 164 bis 174 und 181 bis 198. 6. Stadtbezirk. 12. UrWahlbezirk. Breitestr. 1—7 und 30-87, Brüderstr. 1— 9a und 39— 45, Am Lustgarten, Monbijouftr. 8. Am Mühlengraben, Museumsinsel, Museumsstraße. Kl. Museumsstraße, An der Schleuse, das Königliche Schloß, Schloßfreiheit, Schloßplatz, Spreestr. 1— 8 und 10— 18, Stadtbahnbogen 169—176, An der Stechbahn(1547). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Hotel„Zum König v. Preußen", Brüderstr. 89». — 13. Urwahlbeziot. Breitestr. 8— 29, Brüderstr. 10— 38, Friedrichsgracht 51— 62, Gertraudtenstr. 1, Kl. Gertvaudtenstr. 2, Neumannsgasse, Petriplatz, Schar renstraße, Spreestr. 9(1382). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Breitestr. 23 bei Gallert. 7. Stadtbezirk. 14. UrWahlbezirk. Fischerbrücke 13— 18, Fischer» ltratze 11— 27, Friedrichsgracht 1— 16, Köllnische Straße, Schorn? steinsegergasse 1— 3 und 5— 8(1505). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Fische rstr. 25 bei Lemke. — 15. UrWahlbezirk. Fischerbrücke 1— 12, Fische rstr. 1— 10 und 28— 42, Köllnischer Fischmarkt, Mühlendamm einschließlich des Schleusei�ebäudes und Mühlenweges(1550). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Fischerstr. 24 bei Karge. 8. Stadtbezirk. 16. UrWahlbezirk. FriedrichSoracht 17— 43, Grfinstr. 12— 20, Petristr. 10— 26, Rittergasse. Roßstr. 9— 25, Schornsteinfegergasse 4(1505). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Roßstr. 6 bei Satze. — 17. UrWahlbezirk. Friedrichsgracht 44— 50, Gertraudten- straße 2—27, Kl. Gertraudtenstr. 1 und 3— 5, Grünstr. 1— 11 und 21— 26, Petristr. 1— 9 und 27—38, Roßstr. 1* und 1—8 und 26 bis 34(1349). 5 Wahlmänner. Wahllokal:„isulm dache r Bierhaus", Friedrichsgracht 50. 9. Stadtbezirk. 18. UrWahlbezirk. Kreuzstr. exkl. 8, Kur- strotze 22— 26 und 30— 36, Kl. Kurstr. 1— 8 und 10—12, Nieder- wallstr. 17—23 und 26— 31, Oberwasserstr. 12a— 14(1151). 4 Wahl- k wannet. Wahllokal: Friedrichs-Werdersche Oberrealschule, Niederwall- strahe 12(Turnhalle). — 19. Urwahlbezirk. Kl. Iägerstr. 2— 7, Kreuzstr. 8, Kur- ltvaße 14— 21 und 87— 40, Alte Leipziger Straße, Niederwallstr. 5 bis 16 und 32— 38, Oberwasserstr. 10—12, RauleShof, Unterwasserstraße 9a(1078). 4 Wahlmänner. Wahllokal: FriedrichS-Werdersche Oberrealschule, Niederwall- stratze 12(Aula). 10. Stadtbezirk. 20. Urwahlbezirk. Adlerstraße, Dorotheen? stratze 83— 85, Falkoniergasse, Am FestungSgraben, Französische Straße 33b— 33e, Hinter dem Gietzhäuse, HauSvogteiplatz, Holz- gartenstratze, Iägerstr. 32— 44, Kl. Iägerstr. 1, Jerusolcmerstr. 23 bis 24, An der Kommandantur, Kurstr. 1— 13 und 41— 61, Mohren. stratze 37a— 40, Mollersgasse, Niederlagstratze, Niederwallstr. 1— 4 und 39, Oberwalistratze, Schinkelplatz, Taubenstr. 23b, Unterwasser- stratze 1— 9, Werderscher Markt, Werdersche Rosenstratze, Werdev- stratze. Am Zeughaus«, Hinter dem Zeughcruse, Platz am Zeug- Hause(1408). 5 Wahlmänner. Wahllokal: 51./130. Gemcindeschule Niederwallstr. 6/7(Turnhalle). 11. Stadtbezirk. 21. UrWahlbezirk. Behrenstr. 26a— 29 und 30—49, Charlottenstr. 35—41 und 43—47, Dorotheenstr. 81—82, Friedrichstr. 82—87 und 154—162, Unter den Linden 25—47, Lindengasse. Markgrafenstr. via— 62a, Mittelstr. 1 und 61—66, Platz am Opernhause, Rosmarinstratze. UniversitätSstr. 6—0(1611). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Hotel Krisch«. Mittelstr. 61. — 22. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 88—92 und 161— 163a, Kleine Kirchgajse 4. Mittelstr. 6—25 und 43—60(1362). 6 Wahlmänner. Wahllokal:..Zollernhof", Mittelstr. 46/46. 12. Stadtbezirk. 23. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 94— 104 a und 137— 142, Georgenstr. 12— 17 a und 28—31, Prinz-Louis-Fcr- dinand-Str. 3— 6 und 8—12, ReichStagsufer 17— 19, Stadtbahnbogen Nr. 196—205, Stadtbahnhof Friedrichstratze,, Weiden dämm 1/1 a (1272). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Zum Franziskaner", Georgenstr. 12»(Eingang zur Klause). — 24. Urwahlbezirk. Bauhofstr. 10— 18, Chaclottenstr. 42, Dorotheenstr. 1— 15 und 73— 80, Friedrichstr. 93, Georgenstr. 7— 11 und 32— 39, Hegelplatz, Kupfergraben 7—8, Mittelstr. 2/4, Prinz- Friedrich-Karl-Str. 4 bis Ende, Prinz-Louis-Ferdinand-Str. 1, 2, 7 und 13, Stadtbahnbogen 190— 195, Universitätsstratz« von Ge- orgenstratze bis Dorotheenstratze, Weidendamm 2 bis Ende(1264). v Wahlmänncr. Wahllokal: Dorotheenstädt. Realgymnasium, Georgenstr. 30/31 (Turnhalle). — 25. Urwahlbezirk. Bauhofstr. 1— 0, Georgenstr. 1— 6 und 40— 48, Am Kupfergraben 1—6», Monbtjouftratze von der Stratze Am Kupfergraben bis zur Mitte des Laufes des letzteren. Prinz- Friedrich-Karl- Str. 1— 3, Stadtbahnbogen 177— 189(1463). 5 Wahl. männer. Wahllokal: Dorotheenstädt. Realgymnasium, Dorotheenstr. 12, Gesangsaal. Aufgang links. 2 Trp. 13. Stadtbezirk. 26. UrWahlbezirk. Dorotheenstr. 16—20 und 61—72, Friedrickitr. 143— 150, Georgenstr. 19—27, Neustädtische Kirchstr. 6—8, Schlütersteg(1577). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Niarkthallcn-Restaurant". ReichstagSufer 12/14. — 27. Urwahlbezirk. Bunfenstr. 1/2, Dorotheenstr. 24—50. Reichstagsplatz, ReichstagSufer 4— 10, Sommerstr. 3—10, Neue Wilhelm srr. 1—8 und 9—16(1392). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Neue Wilbelmstr. 5 bei Weber. — 28. Urwahlbezirk. Dorotheenstr. 2l— 23 und 51—60, Mittel- stratze 26— 42, Neustädtische Kirchstr. 1—5 und 9—18, Reichstags- Ufer 11— 16, Schadowstr. la— 13(1502). 6 Wahlmänncr. Wahllokal:„Hotel zun, Reichstag". Bunfenstr. 2. 14. Stadtbezirk. 29. Urwahlbezirk: Behrenstr. 8 und 64 bis 72, Königgrätzcr Str. 140 und 141, Unter den Linden 1—9 und V8a— 78. Mauerstr 33. Kl. Maucrstr. 1—5, Pariser Platz, Platz vor dem Brandenburger Tor, Schadowstr. 14, Sommerstr. 1 und 2, Wilhelmstr. 68— 70b, Neue Wilhelmstr. 8a und b(1520). 6 Wahlmänncr. Wahllokal:„Siechen", Behrenstr. 24. — 30. Urwahlbezirk. Behrenstr. 9— 26 und 50— 63, Französische Str. 51 und 65—68, Friedrichstr. 163— 165, KI. Kirchgasse 1 bis 3 und 5— 6, Kaisergalerie, Kanonierstr. 21— 23, Unter den Linden 10— 24 und 48—68, Mauerstr. 29— 32, Kl. Mauerstr. 6— 7, Neustädtische Kirchstr. 19, Schadowstr. 1(1367). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Behrenstr. 14/16 bei Franke. 15. Stadtbezirk. 31. Urwahlbezirk. Charlottenftr. 82a und 55— 60, Friedrichstr. 65 a— 71 und 176— 185, Gendarmenmarkt (Deutscher Dom), Iägerstr. 15— 16, Markgrafenstr. 39— 48 und 55— 56, An der Mohrenbrücke, Mohrenstr. 17— 37 und 41— 51, Schillerplatz(Königl. Schauspielhaus), Taubenstr. 11— 23 a und 24— 40(1611). 6 Wahlmänncr. Wahllokal:»Deutscher Dom", Eingang Taubenftratze(Sitzung?. saal). — 32. UrWahlbezirk. Behrenstr. 29 a, Charlottenftr. 33— 34 und 48— 54, Französische Str. 20—33 a und 34— 49 a, Friedrichstraße 72— 81 und 166—175, Gendarmenmarkt(Französischer Dom), Hedwigskirchgasse. Hinter der Katholischen Kirche, Iägerstr. 17— 81 und 45— 62a, Markgrafenstr. 46a— 61 und 53— 64(1614). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Filiale der 16. Gemeindeschule, Hinter der Katho- lischen Kirche 3(Turnsaal). 16. Stadtbezirk. 33. Urwahlbezirk. Jerusalemer Str. 14— 22 und 25— 41, Krausenstr. 20— 33 und 44—66, Kronenstr. 24— 46, Leipziger Str. 42— 50a und 80—90, Markgrafenstr. 31— 38 und 57— 65(1316). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Markgrafenstr. 66 bei Pfund. 17. Stadtbezirk. 34. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 66— 66 und 186— 199, Krausenstr. 4— 12 und 64— 71, Kronenstr. 14— 17 und 55—60, Leipziger Str. 27—34 und 97—103(1028), 4 Wahlmänner. Wahllokal: Krausenstr. 69 bei Roestel. — 35. Urtvahlbazirk. Charlottenftr. 22a— 32 und 61— 72, Krausenstr. 13—19 und 56— 63, Kronenstr. 18— 23 und 47— 54, Leipziger Str. 35— 41 und 91—96(1107). 4 Wahlmänner. Wahllokal:„Mönchshof", Krausenstr. 8. 18. Stadtbezirk. 36. Urwahlbezirk. Kanonierstr. 1— 6 und 40 bis 45, Mauerstr. 16— 21, Mohrenstr. 6— 16 und 52— 64, Taubenftratze 1—10 und 41— 54(1335). 5 Wahlmänncr. Wahllokal: Kronenstr. 68/69 bei Schulze. — 87. Urwahlbezirk. Krausenstr. 2—3 und 72— 77, Kronen- stratze 1— 13 und 61— 76, Leipziger Str. 19— 26 und 104— 112, Mauerstr. 8— 15a und 61— 68 und 76---77(1520). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Zur Hütte", Taubenstr. 7. 19. Stadtbezirk. 38. Urwahlbezirk. Französische Str. 1— 7 und 52— 64, Iägerstr. 1— 6 und 72— 76, Kanonierstr. 16—20 und 24— 39, Mauerstr. 22— 28 und 84— 61(1083). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Iägerstr. 5 bei Hautzmann. — 39. Urwahlbezirk. Französische Str. 8— 19 und 60, Jäger. stratze 7— 14 und 63—71, Kanonierstr. 7— 16(1088). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Iägerstr. 69 bei Decker. 20. Stadtbezirk. 40. Urwahlbezirk. Königgrätzer Str. 133— 189, Mauerstr. 52— 60, Mohrenstr. 1—5 und 65— 66 mit Einschluh des ZietenplatzeS, Botzstr. 1— 19, Wilhelmplatz 3— 9, Wilhelmstr. 61a bis 67 und 71—78(1226). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Botzstr. 17, Hochpart, rechts. — 41. UrWahlbezirk. Kaiserhofstr. 1—3, Königgrätzer Str. 126 bis 132, Leipziger Platz, Leipziger Str. 1— 18 und 113— 137, Mauer- stratze 69— 75, Botzstr. 20—35, Wilhelmplatz 1/2, Wilhelmstr. 57 bis 61 und 79— 81(1031). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Krausenstr. 2 bei Pfuhl. 21. Stadtbezirk. 42. Urwahlbezirk. Kochstr. 7V, Königgrätzer Str. 118— 125, Prinz-Albrecht-Stratz«, Wilhelmstr. 36—42 und 43—56 und 82—104 11609). 6 Wahlmänner. Wahllokal:..Architektenhaus", Wilhelmstr. 92/98. — 43. Urwahlbezirk. Anhaltstratze, Königgrätzer Str. 117», Wilhelmstr. 28— 34 und 106— 115(1351). 5 Wahlmänner. Wahllokal:„Zum alten Askanier", Anhaltstr. 11. 22. Stadtdezirk. 4-1. UrWahlbezirk. Friedrichstr. 44— 46 und 206— 208, Zimmerstr. 16—24 und 82— 84(792). 3 Wahlmänner. Wahllokal:„Gewerbegerichtssaal", Zimmerstr. 90 1 links. — 45. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 47— 65 und 200— 204, Krausenstr. 1, Mauerstr. 1—7 und 78—81 und 83—95, Schützen. stratze 1—5 und 70—79, Zimmerstr. 78— 81a(1396). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Zimmerstr. 80 bei Sturm. — 46. UrWahlbezirk. Mauerstr. 82, Wilhelmstr. 42» und b, Zimmerstr. 1—15 und 85—100(1375). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Zimmerstr. 3/4 bei Gm ein er. 23. Stadtbezirk. 47» Urwahlbezirk. Charlottenftr. 13—22 und 73—82, Schützenstr. 6—9 und 66—69, Zimmerstr. 25—29 und 76—77 (817). 3 Wahlmänner. Wahllokal: Charlottenftr. 81 bei Tort ero tot. — 48. Urwahlbezirk. Markgrafenstr. 21—25 und 73— 78, Zimmerstr. 30—41 und 55— 75(1380). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Markgrafenstr. 25 bei Stowatz er. — 49. Urwahlbezirk. Markgrafenstr. 26—30 und 06—72, Schützenstr. 10—24 und 52— 65(1297). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Schützenstr. 56 bei Schäfer. 24. Stadtbezirk. 50. Urwahlbezirk. Dönhoffplatz, Jerusalemer Stratze 10—13 und 42— 47, Kommandantenstr. 1— 4 und 80—89, Krausenstr. 34— 43, Leipziger Str. 51—55 und 69— 79, Linden- Stratze 53/58, Schützenstr. 25— 51(1514). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Schützenstr. 33 bei Lorenz. — 51. Urwahlbezirk. An der Jerusalemer Kirche 1— 3, Jerusalemer Str. 1—9 und 48— 58, Lindenstr. 38— 62 und 59—68, Oranienstr. 98a, Zimmerstr. 42— 64(1560). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Jcrusalemer Str. 8 bei Greifenberge r. 25. Stadtbezirk. 52. Urwahlbezirk. Jerusalemer Str. 59—66, Kochstr. 36—39 und 43-45, Lindenstr. 27—37 und 69—72, Oranien- stratze 99, Ritterstr. 60(1030). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Lindenstr. 36 bei Stawicki. — 53. UrWahlbezirk. Junkerstr. 2— 20, Lindenstr. 20— 28 und 73—83(1522;. 6 Wahlmänncr. Wahllokale Jerusalemer Str. 63/64 bei Müller. — 54. UrWahlbezirk. Junkerstr. 21, Kochstr. 22—36 und 46 bis 58, Markgrafenstr. 17—20 und 79— 84(1505). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Kochstr. 33/34 bei Schulze. 26. Stadtbezirk. 55. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 30— 33 und 218— 223, Putkamerstr. 2—22(1508). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Friedrichstr. 217 bei. Köhl er. — 56. Urwahlbezirk. Friedrichstr. 209/217, Kochstr. 1—15 und 64—74(1556). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Kochstr. b bei Schliebener. — 57. Urwahlbezirk. Charlottenftr. 2— 12 und 88—88, Friedrichstr. 34-43, Kochstr. 16—21 und 59—68(1562). 8 Wahlmänner. Wahllokal:„Charlottengarten", Charlottenftr. 95. 27. Stadtbezirk. 58. Urwahlbezirk. Besselstr. 1— 5 und 17— 23, Charlottenftr. 1 und 99, Friedrichstr. 19—29 und 224— 234(1680). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Hackerbräu", Friedrichstr. 231. — 59. Urwahlliezirk. Besselstr. 6— 16, Enkeplatz 1— 3 und 4— 7, Junkerstr. 1, Markgrafenstr. 9—16 und 85— 98(1556). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Girodsche Tanzschule, Friedrichstr. 232. — 60. Urwahlbezirk. Enkeplatz 3a, Friedrichstr. 18, Hollmann- stratze 18a und 19, Lindenstr. 13—19 und 89— 98, Markgrafenstr. 1 bis 8 und 99— 107(1323). 5 Wahlmänner. Wahllokal:„Lindenhof", Lindenstr. 16/17. 28. Stadtbezirk. 61. UrWahlbezirk. Belleallianeeplatz 1—10, Gitschiner Str. 109—113, Lindenstr. 1—12 und 99—107, Neuen-. burger Str. 1 und 42(1678). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Lindenstr. 11 bei Reimann. — 62. Urwahlbezirk. Belleallianeeplatz IIa— 23, Friedrichstratze 238—251, Hochbahnhof HallescheS Tor, Königgrätzer Etr 71 bis 74, Wilhelmstr. 1 und 148(1581). 6 Wahlmänncr. Wahllokal:„Erlanger Reifbräu", Belleallianeeplatz 15. — 63. Urwahlbezirk. Belle-Alliauce-Platz 10a— 11, Friedrichstratze 1—17 und 235—237, Lindenstr. 108-7-116(1627). 6 Wahl-. männer. Wahllokal:„Linden-Theater", Lindenstr. 110. 29. Stadtbezirk. 64. Urwahlbezirk. Wilhelmstr. 9— 20 und 125— 138(1568). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Wilhelmstr. 118 bei Rath mann. — 65. Urwahlbezirk. Puttkamerstr. 1 und 23, Wilhelmstr. 21 bis 27 und 116—124(1585). 6 Wahlmänner. Wahllokal: 27./44. Gemeiudeschule, Wilhelmstr. 117(Turnhalle). — 66. Urwahlbezirk. Wilhelmstr. la— 8 und 139— 147(1670). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Wilhelmstr. 146 bei Kegel. 36. Stadtbezirk. 67. Urwahlhezirk. Hedemannstr. 1—10, König. grätzer Str. 92— 117(1608). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Königgrätzer Garten", Königgrätzer Str. III. — 68. Urwahlbezirk. Königgrätzer Str. 75— 91(822). 3 Wahl. männer. Wahllokal: Königgrätzer Str. 84 bei R o t t e r. 50. Stadtbezirk. 139. Urwahlbezirk. Eichhornstr. 0 und 7,' Königiu-Augusta-Str. 4 und 5, Linkstr. 1— 44(1566). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Linkstr. 25 bei Gabriel. — 140. UrWahlbezirk. Hafenplatz 10, Königin-Augusta-Str. 1 bis 3, Köthener Str. 15— 34(789). 3 Wahlmänner. Wahllolal: Bcrnburger Str. 20 bei John. — 141. UrWahlbezirk. Bernburger Str. 18, Königgrätzer Str. 18—17, Köthener Str. 1—14 und 85—48, Potsdamer Platz 8— 6, Untergrundöahnhof Potsdamer Platz(1009). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Köthener Str. 35 bei Schewe. 51. Stadtbezirk. 142. UrWahlbezirk. Bernburger Str. 9— 17 und 19— 27, Dcssauer Str. 1— 14 und 29— 36, Königgrätzer Str. 18 bis 24(1513). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Bcrnburger Str. 27 bei Plefchke. — 143. Urwahlbezirk. Askanischer Platz 1— 4, Bernburger Str. 1— 8 und 28— 35, Dessauer Str. 87— 40, Königgrätzer Str. 25 bis 35, Schöneberger Str. 1— 13(1507). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Schöneberger Str. 6 bei Jurran. — 144. Urwahlbezirk. Dessauer Str. 15— 28, Hafenplatz 1—9 (784). 8 Wahlmänner. Wahllokal: Dessauer Str. 1 bei Lücke. 52. Stadtbezirk. 145. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 1, Hallesrbe Str. 1— 14, Königgrätzer Str. 38— 62, Möckernstr. 135— 147(1622). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Königgrätzer Str. 39 bei Müller. — 146. Urwahlbezirk. Askanischer Platz 5— 7, Bahnhofstratze. Halleschc Str. 15, HallescheS Uufer 32 bis Ende, Kleinbeerenstr. 12 bis 15, Königgrätzcr Str. 36— 37, Möckernstr. 1—25 und 124— 134, Schöneberger Str. 20—34(1649). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Möckernstr. 185 bei Heidemann. 53. Stadtbezirk. 147. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 2— 6 und 87—92, Hallesche Str. 16—28, Kleinbeerenstr. 1—11(1512). 6 Wahl- männer. Wahllokal:„ASkanischeS Gymnasium", Kleinbeerenstr. 8(Turn- halle). — 148. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 7—9 und 86,.HallescheS Ufer 7—31, Kleinbeerenstr. 16— 29, Hochbahnhof Möckcrnbrücke (1527). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Kleinbeerenstr. 20 bei Ehrhardt. — 149. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 93—90, Hallesche» Ufer 1— 6, Königgrätzer Str. 53— 70(1434). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Königgrätzer Str. 0 bei Wieg and. 54. Stadtbezirk. 150. Urwahlbezirk. Belle-Alliance-Str. 1—5» und 106—107, Blücherplatz 1 und 2 und Hallesche Kirchhöfe, Lank- witzstr. 8 und 13— 16, Teltower Str. 1— 11, Tempelhofer Ufer 1 bis 6*(1511). 6 Wahlmänner. Wahllokal: 131. /169. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 2 (Konferenzzimmer). — 151. Urwahlbezirk. Laukwitzstr. 1—7 und 9—18(762). 3 Wahlmänner. Wahllokal: 181./169. Gemeindefchul«, Tempelhofer Ufer 2 (Turnhalle). — 152. Urwahlbezirk. Baruther Stratze(Nordseite), Belle- Nlliance-Str. 6—12 und 91—105, Teltower Str. 63—65(1565). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Baruther Str. 1 bei Körner. 55. Stadtbezirk. 153. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 10— 16 und 78a— 85, Tempelhofer Ufer 7— 24(1605). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: 150./165. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 20 (Turnhalle). — 154. Urwahlbezirk. Teltower Str. 21—29 und 45-54(1691). Wahllokal: Teltower Str. 47/48 bei Hoffmann. — 155. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 17— 18 und 77— 78, Teltower Str. 12— 20 und 54a— 62(1533). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Teltower Str. 16 bei Stenzel. — 156. Urwahlbezirk. Teltower Str. 30— 37 und 88a— 44 (1641). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Möckernstr. 114 bei Lehmann. 57. Stadtbezirk. 164. Urwahlbezirk. Grotzbeerenstr. 19— 27» und 63— 76, Wartenburgstr. 1— 7 und 23— 29(1537). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Grotzbeerenstr. 63 bei Markus. — 165. Nrwahlbezirk. Wartenburgstr. 8—14 und. 16—22(886). 8 Wahlmänner. Wahllokal: 1. Pflichtfortbildungsschule, Wartenburgftr. 12 (Aula). 58. Stadtbezirk. 166. Urtvahlbezirk. Hornstr. 1—18 und 15 bis 17(1254). B Wahlmänncr. Wahllokal: Darkslr. 15 bei Wasmuth. — 167. UrWahlbezirk. Hornstr. 18—23, Dorkstr. 1—14 und 86 biZ 96(1517). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Dorkstr. 85 bei Holleufer. 59. Stadtbezirk. 168. UrWahlbezirk. Großbeerenstr. 87-�1 und 43— 52, Hagelberger Str. 41—40(1321). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Aorkstr. 96 bei Höndorf. — 169. Urwahlbczirk. Belle-Alliance-Str. 13— 26, Hagelberger Str. 1—7 und 50—57(1584). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Bclle-Alliance-Str. 22 bei Fried. — 170. UrWahlbezirk. Großbeerenstr. 28— 36 und 53— 62, Hagelberger Str. 8—16, Dorkstr. 79(1542). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Großbeerenstr. 54 bei Anders. 66. Stadtbezirk. 171. UrWahlbezirk. Higelberger Str. 22—27 und 33—85 1877). 3 Wahlmänner. Wahllokal: 168./116. Gemeindeschule, Hagelberger Str. 34 (Turnhalle). — 172. Urwahlbezirk. Hagelberger Str. 28—82, Möckern- straße 73a— 92, Dorkstr. 22— 23 iii{b 66—69(1768). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Dorlstr. 78 bei Bo lender. — 173. Urwahlbezirk. Dorkstr. 15—21 und 76— 78(1508). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Dorkstr. 14 bei Hersemeier. — 171. Urwahlbezirk. Hagelberger Str. 17—21 und 36—46 (1275). 5 Wahlmännor. Wahllokal: Hagelberger Str. v bei Tiedemann. 62. Stadtbezirk. 181. Nrwahlbezirk. Großbeerenstr. 4S, Kreuz. bcrgstr. 9— 25 und 60— 70(1298). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Kreuzbergftr. 7 bei Thiele. — 182. Urwahlbezirk. Krcuzbergstr. 1—8 und 71—76(862). 3 Wahlmänncr. Wahllokal: Kreuzbcrgstr. 2 bei Schweb ler. — 183. Urivahlbezirk. Bellc-Alliancc-Str. 27— 60 und 52, Dreibundstraße von der Höhe der Schultheiß-Brauerei bis Belle- Alliance-Straße. Am Kreuzbcrg. Krcuzbergstr. 77 und 78, Lichter- felder Straße, Kl. Parkstraße, Viktoriapark, Wilhelmshöhe(1517). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Kl. Parkstr. 14/15 bei Lang. 63. Stadtbezirk. 134. Urwahlbezirk. Belle-Alliance-Str. 53 bis 74s,. ijidicinstr. 1 und 45, Tempelhofer Berg(Westseite)(1588). 6 Wahlmänner. Wahllokal: 6. Realschule. Belle-Alliance-Str. 86(Turnhalle). — 185. Urwahlbezirk. Belle-Alliance-Str. 75— 90, Gncisenau- straße 1(1102). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Belle-Alliance-Str. 57 bei Stöver. 64.�. Stadtbezirk. 186. Urwahlbezirk. Fidicinstr. 2— 6 und 37— 14, Kopischstr. 1—9(1642). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Bockbraucrei, Fidicinstr. 2/3, Hohenzollcrnsaal I, links. — 187. Urwahlbezirk. Fidicinstr. 7—16(1526). 6 Wahl- männer. Wahllokal: Bockbraucrei, Fidicinstr. 2/3, Altdeutsche Bierstube, links Part. — 188. Urwahlbezirk. Fidicinstr. 17— 24 und 26— 27, Friesenstraße 13 und 14, Schwiebuserstraße(1311). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Friesenstr. 14 bei Jensen. — 189. Urwahlbezirk. Fidicinstr. 28—36, Klödenstr. 2—7 (1153). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Fidicinstr. 17 bei Wolter. 648. Stadtbezirk. 196. Urwahlbezirk.«rndtstr. 3— 16 und 29—35, Schenken dorfstr. 4— 5(1518). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Nostizstr. 29 bei Bcrgfcld. — 19t. Urwahlbezirk. Arndtstr. 16—26, Nostizstr. 29— 81(1629). 6 Wahlmänner. Wahllokal: Arndtstr. 15 bei Mienack. — 192. Urivahlbezirk. Arndtstr. 27 und 28, Ghamissoplatz, Am Chamissoplatz, Kopischstr. 16, Willibald-Alerik-str. 16—26(1585). 6 Wahlmänncr. Wahllokal: Arndtstr. 25 bei Thiele. — 193. Urwahlbezirk. Willibald-AleriSstr. 8— 18 und 82— 85 (1006). 4 Wahlmänner. Wahllokal: Willibald-Alexisstr. 31 bei WaSmund. — 194. UrWahlbezirk. Klödenstr. 1 und 8, Willibald-AlcxiSftr, 14, 15 und 27—31(808). 3 Wahlmänncr. Wahllokal: Chamissoplatz 4 bei Schuster. 65. Stadtbezirk. t95. Urwahlbezirk. Bergmannstr. 8— 14 und 100—104, Nostizstr. 20—28 u:w 32—36(1563). 6 Wahlmänner, Wahllokal: Bergmannstr. 107 bei Block. — 196. Urwahlbezirk. Bergmannstr. 14a— 18 und 91—99, Solmsstr. 28—29(1370). 5 Wahlmänner. Wahllokal: Bergmannstr. 11 bei Born. — 197. Urwahlbezirk. Bergmannstr. 19— 21 und 88— 90, Schenkendorfstr. 1—-3 und 6— 8, Zosscner Str. 27(873). 3 Wahlmänner.• Wahllokal: Bergmannstr. 20 bei N i e t schk e. — 198. Urwahlbezirk. Bergmannstr. 1—7 und 106—112, Am Tempelboser Berg(Ostseite)(1539). 6 Wahlmänner. Wahllokal:„Habels Brauerei", Bergmannstr. 5/7. ffieatdäie, engäsdie und (medkanbchz NeulnltiA* Houheil; BV Neaheit: CT Heuholt! D V Neuheit t C V Neuheit; LT Neuheit; FV Neuheit: 0 T Neuheit; K I Neuheit i M T In unseren Kleider Ein- und zweireihige Ulster Xr.lS?. Gestreifter Phantasieatolf, mo- dera verarbeitet.............. 18m. Jfr. 1411- Diagonal-Cheviot in vielen Far- beo, ganz besonders empfeblensyrert., 36 m $2 ISS. Brunn u. greuer Cheriot, neueste Mutter,»ehr«pnrt............. 21 Kr. t44. Miitelcteu, oUvtnrbiger Cheriot, Flsehyral-Muster, eohr elegant..... 40) Kr. 139. Englisch gemusterter Cheviot, gestreift und kariert............ 24 m. >wr. 1-t i. Modefarbiger Cheviot mit hellen Effekten, sehr schick........... 45) Kr. 140. 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Am Frciiag. den 23. d. Mts.. verstarb unserMitglied, dcrMetall- schlester Oskar Krämer Kolibuser Damm 33, im 41. LtbeiiSjahre- (phre feinem Zlndenken i Die Beerdigung stiidet am Monkag, nachmittag« 4 Ubr, von der Leichenhalle des neuen �akobi- lirchhvses, Hennannstratze, aus statt. lim zahlreiche Beteiligung bittet 207/9 l«er Teimtand Hierdurch die traurige Nachricht. dag mein lieber Mann, der Metall- schleifer Oskar Krämer am Freitag, den 23. Februar er.. nach kurzem, schwerem Leiden sanst entichlasen ist. DieS zeigt tiejbetrnbt an Anna Brämer, Kottbuier Damm 38. Beerdigung: Montagnachmittag i Uhr von der Leichenhalle des licueu rtatobi-Kirchhoss, Hermann- stragc, auS. IWb Am Z3. Februar verichied nach kurzer Krankheit unser lieber Kollege, der Schleifer 08!lSf Brämer. Mit ihm ist ein guter Kollege dahingegangen, dessen Andenken wir dauernd bewahren werden. Tie Kollegen der Firma Wcichbrod«. Friedrich, Kottbuser Damm 75. 201b Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todea-Anaeiigen. De:: Kollegen zur Nachricht, dah unser Mitglied, der Meiallschleifer OsKsr Brämer am 88. d. Mts. an Herzleiden gestorbc!» ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Februar, nach- miUags t Uhr, von der Leichen- halle de« neue» Jakohi.KirchhbseS. Hermannstrabe, au» statt. Ferner starb am LS. Februar unser Mitglied, der Schlosser Julius Meckert. Die Beerdigung findet am Dieudlag. den 97. Februar, »achmitiags. 31/» Uhr. von der Leichenhalle de« Schöneherger (Lemeinde.zrledhofedsBtaitleHölle) au« statt. Ferner starb am LS. Februar unser Mitglied, der Anschläger Karl Siedler. Die Beerdigung findet am Montag, den 2V Februar, nach» mittags 3 llnr, van der Leichenhalle de« Oeigenleer Gemeinde- Friedhofe« aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Mechaniker Bnt? flagel. Die Beerdigung siudet am Mittwoch, de» 20. Februar,»ach- miltagt 4 Uhr, von der Leichen- Halle de« Sl. Thomas-KIichhosc« w Reulvlln, Hermauuslrahe, au« statt. Ehre ihrem Zlndeukeu! Mege Beteiligung erwartet 113,2 Die Ortsverwaltuug. Veilanil der Salilei Poilefealllar,"""Sf" Den Kollegen hiermit zur Nach« eicht, dast unser Mitglied, der z'iimärsattlcr Konrad Bunw (Werkstatt F. Solan) an den Folgen eine« Unglücks- lalle« oeritorbc» ist. Elire seinem Rndenken t Die Beerdigung findet am Montag, den 23. d. Ml«., nach- mittags i Uhr. von der Leichen. halle des Zhomas-KuchhoseS n> Neukölln, Hcrniannstr., au« statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet l»S/8' Bio Brtzverwaltung. Dankfognug. ftüc die vielen Bewelfc herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Bcerdlaung unserer lieben Tochier Bas'tk» sage» wir alle» Ber« wai'.dnn, Freund«» und Bekannten. indbesondtre den Kolleginnen der Firma Plltlg« sowie der Damcn- abteilung he« Schwimmuercin«.Bor« tvärts" unseren besten Dank. L102L llvrwann llasazael n,b»t Tnu. für den 4. Befl. Reiebstais-WalilkreisJ tKöpciiicter Airrtel) «ezirl 212 It. Den Mitglieder» zur Nachricht, daß unsere Genossin, Frau iVisrie Mende Falckcnstelnflr. 33 gestorben ist. Ehre ihrem Andenken l Die Beerdigung findet ami Dienstag, den 27. Februar, nach- 1 mittags>/,4 Uhr von der Halle des alle» Thoinas-Kirchhose« in i Neukölln, Hermaunstr., aus statt j Um rege" Bcleiliguiig erstich! 2tg/t3 U«'.«' Mmi der Irden Gast-oniil Sdiankwirte Deutseiilanili Zahlstelle Berti». Den Mitgliedern zur Nachricht, dah die Frau de« Kollegen Kiaiide, Marie geb. Hietz Falckensteinstrage 33, Bezirk 4, verstorben ist. Ehre ihrem Andenken!) Die Beerdigniig findet am Dienstag, den 27. Februar,»ach- mitlag« 3>/., Uhr, von der Leichen- Halle de« Thoinas-KirchhoicS in Neulölln.HernrannstrUxe, au« statt. Um rege Beietliquug ersucht 72/11 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dah meine liebe Frau und unsere gute Mutter 2101L Marie Mende verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt a» Adolf Mende nebst Kindern. Beerdigung DienStag. den 27. Februar, nachmittags 3'/, Uhr. von der Leichenhalle des Thomas- ttirchhoie« in Nculölln. Hermann« ftrahe. I !*5" SozIaWeniokfaliscIlerWahlveFelDi Schöneberg. Bezirk 2. Den Mtgliedern zur Nachricht. dah unser Genosse, der Schlosser Julius Bsckerl im 43. Lebensjahre verstorben ist. Ehr» seinem Andeute»! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. Februar, nach- mittags 3'/, Uhr. von der Leichen- halle d,S neuen schöneberger griedhojes(Blanke Hölle) au» statt. Um rege Beteifigzing epsucht ISIS Ter Borstand. Mitglieder de« Gesangverein« .schöneherger Männerchor" Trcss- punst 3 phx beim Gastwirt gtntel. Sezialdemlikrat. Vaiilverdn DieuhVjlln. Den Parleigenossen zur Nach- licht, da» unser Mitglied, de: Schankwirt Eduard Deitmer Richardstr. 53(10. Bezirk) 1 verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags!'/» Uhr. von der Lelcheiiballe de« Nenlöllner I Gemeinde. Friedhoses, Marien- dorser Weg. au« statt. Der Vorstand. . Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, da» mein I l lieber Mann, der Gastlplrt Eduard Dcttrner noch langem, schwerem Leiden im 47. Ll'beiisjahre am Mittwoch, den 22. Februar, abend« llss, Uhr, sanst entschlafen lst. Die Beerdigung findet am Montag, best 23. Februar, nach« mittags 1'), Uhr, von der Leichen- balle des neuen Nenlöllner Fried- hvies am Mariciidorfe Leg ans statt. Uin stille« Belleid bittet «nna Deitmer geb. ScHrJder. Danksagung. Fktr hie vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Pegröbni« meine« lieben Manne«, unsere« guien Vater« Hermann Goudiach sagen wir allen Verwandten und Freunden, den Arbeitern vom Hnm« boldthatn, dem Verband der Gemeinde- arbelter soivie dem Kontor- und Fabrikpersonal der Bruno-Klilhlörpcr- Attiengesellschast herzlichste» Dank. «nndlavl» und Kinder. Soziainiokral ffabivereia für den 4. Berl. Eeiehstanswalilkrai (Köpenicier Biertel) Bezirk 187. Den Mitgliedern zur Nachricht. dass unser Genosse, der Schlosser Kar! BirKdofc gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am I Montag, de» 26. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Tbomas-ttirchhoscs in I Neukölln. Hermannstr.. au« statt, j Der Borttand. wIstlteivelirelischei'VMei'eii!� des Am 22. Februar verstarb unser l Genosse, der Schneider Ulbert Darkow Schcrerstr. 3. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung findet am ! Montag, den 26. Februar,»ach- I mittag« i'li Uhr, von der Leichenhalle dcS städtiichen Fried- hoscZ, Sezstrajze, Ecke Müller- s strotz«, auZ statt. 223/4 Um rege Beteiligung ersucht v«i« Voi-«t«nd. Verbanl! lter �cbuellter, 8l!bne!ller!iinen u. Wäsche- Arbeiter Deutschlands. Filiale Berlin I Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, datz der Kollege über! Darkow am 22. Februar im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Ehr» seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittag« 4'/, Uhr, von der Halle de« städtische» Friedhoses,' Müllerstratze, Ecke Seeslratze, aus statt. 131/13 Di« Ortsverwaltüng. SoiialflemokratiscliJr�ereln für Neukölln» Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Mitglied, Frau �nna Wese Hohenzollernplatz 9(10. Bezirk) verstorben ist. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am DienStag, uachiniltag« 4 Uhr, von der Leichenhalle deS Neu« köllner Fnedhose«, Maricndorser Weg, aus statt. Uni rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Deutscher Buchbinder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Mitglied, die Buch- bindereiarbeiteriu Marie Honig verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Februar, nach- mittags 4�/, Uhr, von der Leiche»- Halle des neuen Jakodi-Kirch- Hosts in Neukölln, Hermannstratze, au« statt. Um zahlreiche Beteillgimg«sucht 23/11 Di« Ortsverwaltüng. Allen Berwandtc», Bekannte» »nd Genossen die traurige Nach. licht, dag meine liebe grau, unsere gute Mutter kosa Nachtigall uerw. Hoffmann, geb. Wroblewskl am Donnerstag nach langem, sch wsre», Leiden sanst entichlasen ist. Die» zeigt tiesbelrübt an TKeodoi? Siachtigall. Di» Beerdigung findet am DienStag, nachmittags 3'/j Uhr. aus de», neuen Gemcindesriedhos i» Neulölln, Mariendorseriveg. statt. 218b Für die vielen Bciveise herzlicher Tcuiiahme bei der Beerdigung meine« lieben Mannes und guten Vater« Bdnard lemcke sagen wir allen Beiwandten und Bekamiten sowie der OrtSverwaltung de« Deutschen Metallarbeiter- Ver« bände«, den Herren Vorgesetzte» und kollcaeii der Finna schwartzlopss »nd den Genossen und Genossinnen des 3. Berliner ReichSsaaS-WahIlreise« unseren ticsgesühltesten Dank, Frau Auguste Lemcke Witwe und Sohn. lölb Leolvder WMKrvis. Sonntag, den 25. Februar, abends ß'/j Uhr: j�wci Oeffentliche politische Versammlungen Lör Atkuuor und I�rnuelR. 1. Zwinemönder Geseüsebaklshaus. Swinemünder Str. 42. Tagesordnung: Soziale Dichtllttgen, Wolf Domnick. 2. Moabiter Geseiisehaftshaus, Wiclefstr. 24. Tagesordnung: Schttle, SlrtftTIIC und Presse. �Gen'osse' Lmil Unger. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tang. �»S >!>- rr- t_..c._. Julius Marschuer- Swinemünder Str. 70, Die Einberufer. Paul Viuting. Nostocker Str. 13, oge/f_ attc-a-uiufiuiri. Pn,,, Viutiug, Nostocker Str. 13,__ Oentseher Bauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. Sonntag, den 35. Februar 1912, vormittags 10 Uhr, finden in untenstehenden Lokalen Sezirksuersamitilittigen statt, zu deren Besuch die in dem Bezirk wohnenden Mitglieder eingeladen find. SldlerShof bei Baschin, Mctzer Strohe 1. Alt-Glienicke bei Dürre, Köpenicker Straße 6. Charlottenburg im„Volkshaus", Rosincnstratze 3. Friedrichsfelde bei Sommerfeld, Miquelstraße 70. Friedrichshagen bei Lerche, am Rundteil. Friedenau bei Stein, Rönnebergstraße(Ecke Handjerystraße). Grost-Lichterfelde bei Wahrendorf, Bäkestraße 22. Johannisthal bei Gobin, Raonstraße 2. Köpenick bei Stippekohl, Schönerlinder Straße 5. Lankwitz bei Schulze, Mühlenstraße 23. Lichtenberg bei Pickenhagen, Scharnweberstraße 60. Mahlsdors, Berliner Straße. Aiariendorf bei Löwenhagen» Chaufseestraße 27. Marienfelde bei Schuster, Kirchstraße. Neukölln in„Bartsch Fcstsälen", Hermannstraße 47. Ober-Schöneweidc bei Bcrger, Wilhelminenhofstraße 79. Pankow im„Türkischen Zelt", Breitestraße 14. Reinickendorf bei Anders, Hauptstraße öl. Schmargendorf bei Bartel, Warnemiinder Straße 8. Schöneberg in den„Neuen Nathaussälen". Meininger Straße 8. Steglitz bei Heitzman», Florastraße(Ecke Düntexstraße). Tegel bei Kinzler, Schlieperstraße 64. Teltow bei Bonow, Berliner Straße 16. Tempelhof bei Becker, Berliner Straße 41. Wilmersdorf im„Viktoriagarten", WilhelmSaue 114. Weifjensee bei Peutert, Berliner Ällee 131, Zehlendorf bei Miekleü, Potsdamer Straße 125. Moabit in der„Patzenhofer Brauerei", Turmstraße 25/36. Norde» I«nd II bei Obiglo, Schwedter Straße 23/24. Nordosten bei Spaeth, Georgenkirchstraße 65. Osten i in den„Andreas Festsälen"(oberer Saal), Andreasstp. 21. Osten II bei Schröder, Frankfurter Allee 127. Südosten bei Wollenberg, Naunynstraße 6. Süden im„Märkischen Hof", Admiralstraße 18o. Südwesten bei Maast, Bergmannstraße 97. Oranienburger Borstndt bei Bruder, Schlegelstraße 9. Wedding bei Preppernau, Pasewalker Straße 3.. Westen bei Nistle, Dennewitzstraße 13. tS7/s« Tagesordnung in allen Versammlungen: Wahl des Zweigvereinsvorstandes, der Revisoren, der Beschwerde- kommission und der Schiedskommission. daß die Woche vom 26. Februar bis 2. Mörz die erste Beitrags- sich zur Kontrolle zu melden, Ferner verlveif«« tvlr darauf, tnoche in diesem Jahre ist. Für dt« zurzeit aröeitSlosen Kollegen entsteht hieraus die Pflicht, um sich vor Skackiteile» zu fchütze», Die Art der Koiitrollmeldung ist im Eeviet des ZlveigbereinS Berlin durch K 18 des OrtSstatutS geregelt, der folgenden Wortlaut hat: § 13. Mitglieder, die in einer Woche länger wie einen Tag arbeitslos sind, haben sich am' Montag oder DienStag und am Donnerstag oder Freitag in der geit von vormittag« L Ithr bis nachmittagö 5 Uhr, ausschließlich der Mittagspause, in den hierzu eingerichtete» Meldestellen zur Kontrolle zu melde». Bei verkürzter Arbeitszeit im Winter muß die Meldung innerhalb der festgesetzten Arbeitszeit liegen. Jedes sich dort meldende Mitglied erhält nach Vorzeigung seiner Jnvalidenkarte bei jeder Meldung einen Stempel in die entsprechende Wochenrnbrik seines Mitgliedsbuches. Die Versammlungsleiter der heute stattfindenden Bersammlmigeii ersuchen wir freundlichst, noch ganz besonders auf diese Tatsache hinzuweisen, damit die zurzeit arbeitslose» Kollegen die Meldung nicht unterlassen.___ Danksagung. Für die zadbeicheii Beweife aus- richtiger Teilnahme bei der Beerdigung mciilc« geliebten Manne« BertKold Hiindschke sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Vorstand und den Beamten der Orts- krankcnkasse der Burcauangcstellten sowie den Kenosfinnen und Genossen des 1. Berliner ReichStagswahlkreileS meine» herzlichen Dank. ISllb Witwe /fian« fiändsebke. Für die vielen Bew-sse herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres teuren Entschlafenen, des Gastwirts »einrieb Horstmann sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. 01» trauernden ftintordliodenen. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahnre beim Heimgänge meiner lieben Frau Anna Olle geb. Barthal sage hierdurch allen meinen innigsten Dank. 243b Berlin, den 24. Februar ISIS, elnrleli Olle.| 3»ejetf«ra|�23. Dankaag/nns. Für die innige Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben SvhneS, Bruders, Schwagers, OnkelS und Bräutigam« Karl Holet, Gerichtstr. 63, sagen wir allen Berwandten und Be- kannten, insbesondere dem Wahl- verein des 3. Kreises und dem Deutschen Metallarbeiter, Verband unseren herzliche» Dank. 2175 Die trauernden Hinterbliebene» Danksagung. Für die vielen Bciveise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS und unseres Vater« lagen wir allen Verwandten� Kollegen, Freunden und Bekannten unseren tiesgesühlten Dank. 20g7L Witwe Poiarnerenke nebst Kindern. Danksagnng. Für die überaus zahlreiche Be< teingung und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner neben Frau sag« ich allen Freunden und Bekannten, Insbesondere meinen Vereinen, meinen ausrichttgsten Dank. L100L Riebard Weber Mbit Kind«rQ. Danksagung. Für die litbevoltc Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unsere« fttben Sohnes und Bruders Wlkelm Schütz sagen wir allen Beteiligten, iirS« besondere den Kollegen der Firmen Loewe und Bergmann unseren innigsten Dank. Ivip »'anrilkv Scktttic. Extra* Ab toi] uns 1 1. Gesch.: BerlinW., Mohren- j StraBe37»(2, Haus von der Jerusalemer StraCe). I It. Gesch.; Berlin NO.,Qro8e| Frankfurt. Str.llS(2. Haust , von der AndreasttraBe). I I Sehr fr. Ausw.kerfc. Kleider, 1 I HBte,lfandsohuhe, Schleier 1 leto. v. elniaohsten bia zumi 1 hcehelegant.Genre z.äoOerst] 1 niedrigen Preieen. 1 Sonder-Abteilvmg: SlaBanfortigung in 10 bis 12 Stunden. Heute Sonntag, den 25. Februar, mittags 12 Uhr, tm großen Saal von Habels Brauerei, Bergmannstr. 5—7: L Tagesordnung: l. Das Wahlrecht zum preußischen Landtag. Referent: Reichstagsabgeordneter Karl Giebel- Kottbus• Spremberg. 2. Diskussion. Um zahlreiche? Erscheinen ersucht 204/4 Das Wahlkomitee. I. Zl.: EchrSder, Bergmannstr. SS. kiki'MgMglilllskiL NjederMm Bezirk Rnmmelsburg. Dienstag. 37. Februar, abends 8 Uhr, im Cafe Bellevue(Tempel): General-Versammlung. Tagesordnung: l. Bortrag des Reichstagsabgrordnetcn Paul Jfickel(Plauen) über;„Rückblick auf die verflossenen Retchstagswahlen". 2. DIs- kussion. 3. Bericht der Bezirksleitung. 4. Anträge zur Kreisgenerawersamm- lung. S. Wahl der Delegierten. 6. Verschiedenes. 8/3 IWF" Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Dentseher Holzarbeiter-Verband. Verwaltung Berlin. Montag, den S6. Februar 1912, abends FV2 Uhr: �Utgltetter- Versammlungen für folgende Bezirke und Branchen: Tagesordnung: Wahl der Delegierten zur General- Versammlung. ArbeÄweis: wmItVMlle Berlin HaüÄumu: Amt Norden, Nr. l23S. CharitHstraße 3. Amt Norden, Nr. 1287. Dienstag, den 27. Februar 191S, abends 8 Uhr: VersammlimK der Maniker, Uhrmacher, Optiker, somie aller in mechan. Setriehen beschäft. Kolleginnen n. Kollegen in den Arminhallen, Kommandantenflr. S8/5S(großer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag deS Rechtsanwalts vi». II. Helnenann über:»Das «oalitionSrrch» der Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Branchen- und Ver- bandSangelegenheiten. 4. Verschiedenes. tHT Mitgliedsbuch legitimiert."VS Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Dienstag, den 27. Februar 1912, abends• Uhr: WM" Versammlung"WE aller Zink-, Zinn- u. Bleigießer im Lokal von Gliesing, Waffertorstr. 58. Tagesordnung: 1.»Wie könne« die Zink-, Zinn- und Bletgiefler ihre Ztntereffe» aw besten vertreten?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder deS Vereins der Zink-, Zinn- und Bleigießer find zu dieser Versammlung besonders eingeladen. 113/4 Otv OrtaTerwaltniig:. ir n VerwaltunsHstelle Berlin. GcschästSstelle: O. 54, Mulackstr. 10 I. Fernsprecher: Amt Norden, 4518 Gruppen-Versammlungen. Sonntag, den 25. Februar 1912, nachmittggs 2 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Brauer und Hilfsarbeiter im inneren Betriebe, Handwerker, Maschi, listen, Heizer, Handwerker- Hilfsarbeiter, Kohlenschieber und Abschmierer. Tagesordnung: 1. Vortrag de? Genossen Dr. Prans Bothonfelder über: »Christentum nnd Kapitalismus". 2. Wahl der Sruppenleitung. S. VerbandSangelegenheiten. Dienstag, den 27. Februar 1912, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Mexanderstr. 27c, gr. Saal: Flaschenkeller-Arbeiter und Verschiedene. Tagesordnung: 1. Vortrag. S. Wahl der Gruppenleitung. 3. Verbandsangelegenheiten. Donnerstag, den 29. Februar 1912, abends 7ll2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1, Engelufer 15: Fahrpersonal, Hofarbeiter u. Stalleute. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl der Gruppenleitung. 3. Vervandsangelegenhelten Kollegen! Die wichtige Tagesordnung macht es Euch allen zur strengsten Pflicht, Manu für Mann in diese« Bersammlnngen zu erscheinen.' vle Ortsvcrwaltnng. Zentralverband oerSelimiede Zahlstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Linienstr. 73.— Telephon: Amt Norden, 2714. Donnerstag, den 29. Februar, abends 8'/, Uhr, im Lokal von Boeker, Weberstr. 17: == Außerordentliche==: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Ortsvcrwaltung und sämtlicher Körperschastcn. L. Neuwahl der Lrtsvcrwalwng und sämtlicher Körpeischajten. 3. Beratung und Beschluhsassung über die Anträge zum Verbandstag. 4. Sonstige An- träge und Verschiedenes.— Es ist Pflicht aller SNitglieder, zu dieser Berianiultung zu ericheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 176/4» Die Ortsverwaltung. Tischler. SikldHre»ten: in Habels Brauerei, Bergmannstr. ll---?, Gvcken: im»Märkische» Hof», Admiralstr. 18 o. Sittckosten I: in den Nauuyn-Fcstsälen, Naunynstr. 8. Sttckosten II: im Reichcnberger Hof, Reichenberger Straße 147. Osten 1: bei Merkowöki, Audreasstr. 26. Osten 11: bei Litfin, Memeler Str. 67. Oaten in: in den Prachtsälen deS Osten», Frankfurter Mee 151. Oestliche Vororte:(gleich nach Feierabend) w der Löwenbrauerei, Franksurter Mee 53—54. Srordoaten: bei Merkmann, Gr. Frankfurter Etr. 18. fiiorcken: bei Obiglo, Schwedter Straße 23. Vortrag des Genossen Wendel über: Eugland, Land und Leute. Weckcklng nnd Boabit: bei Kaezarowski, Ravtnöstr. 8. 14'eIL«n«eS: im Prälaten, Lehderftr. 122. ZtenkSUn: im Jdeal-Kafino, Wetchselflr. 8. Lautifcftler. Fichte- Bezirk 1: Südosten, Süden, Südwesten bei Baabe, straße 22. Vortrag des Kollegen Nitschke. Bezirk S8: Osten bei Zieh, Warschauer Straß« 81. Bezirk 3: Zierden und nördliche Vororte bei Ellesche» Kopenbagener Str. 74. Vortrag des Kollegen Leopold über: Die Bautätigkeit. Bezirk 4: Oesnndhrnnnen, Wedding und JSoablt im Artushof, Perleberger Str. 28. Bkenkvlin: bei Gütig, Erckstr. 8. L-aclenemricktungs- unä �outoiniLbel-ßranche im Englischen Garte», Mexanderstr. 27o. kllcbenmöbelbrancbe um» uhr im.Englische»«arten» Mexanderstraße 27 s. IWöbel- u. 8tuhlpoUerer fowie jMagazinarbeitcr Osten: im Oft-Kafino, Frankfurter Allee 106. Südosten: im Märkischen Hof. Admiralstr. 18o. Xorden: im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 41. Drcd�rier, Creppengeländer- und Luxusmöbel- ßrand)C um 81/« Uhr im Söuigftadt-Kafiuo, Holzmarktslraße. un<> f»bnktiIA',-r ffit&SJSSvim' um 8 Uhr tm GewerkschaftshauS, Engeluser 14/15, vergolaer Saai i. Wahl der Vranchenkommissio«. MNen- u. Noff-i-m--,,». Vortrag des Kollegen Germroth. Ttrheitr* abends pünktlich 8 Uhr bei Mer» iiaarienmucn-kürveirer �wski. Andreasstr. 26: Versammlung aller in der �ellnloId-Banrsohmnekhranohe beschäftigten Arbeiter nnd Arbeiterinnen. Perlmutt-, Rom- und 6teinnußarkeiter um 6 Uhr in Wittes Festsälen, Sebastianstr. 32. Klavierärbetter pünktlich 8 Uhr im Märkische» Hof,«dmira». Vortrag des Genosien Mermuth über: Die Pariser Kommune. Mittwoch den Ä8. Februar: Lodenleger Ä 3.�«°werkschaftShau,«. Engel. Vortrag des Genossen Mermuth. Borhmscher abends 81/, Uhr im Gewerkfchafshause, Saal 4 rvorumacncr �zirbeitslosensaal). Vortrag des Genossen Klüß: Tie Ritter u. dieHeilige«. 7alouliearbeiter Z�pünMch s«/, Uhr b-i Auto»«o-rer. Vortrag über: Was haben die Gewerkschaften vom neuen Reichstag zu erwarten? Referent: Reichstagsabgeordneter O. Wels. Bürften- und pinfclmacber �>ti9teaft' Vortrag über: Gesetzgebung und unsere Wirtschaft- liche Lage. Reserent: Kollege Jnllns Hildebrand. Donnerstag, den ÄS. Februar: Stellmacher abends 8'/, Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Vorttag: Was haben die Gewerkschaften vom neuen Reichstag zu erwarten? Reserent: Genosse Bans Weber. ri / Mittwoch, den 28. Februar er.. abendS 8'/, Uhr: Mitglieder-Versammlung bei Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Konserenz des GaueS VN. 2. Aufstellung der Kandidatenliste zur Wahl der Delegierten zum diesjährigen Verbands- tag. 3. Stellung und Beratung von Antrügen zu demseiben. 4. Bericht und Neuwahl der Beschwerdetommisfion. 5. Verschiedenes. 162/3 Vollzähliges Erscheinen erwartet Die OrtSverwaltung. Alizemkilitt Deitschtt Giilllier- vcreili Ortsverwaltung Grost-Berlin. Branche Landschaftsgärtnerei. Mittwoch, den 88. Februar 1918, abends 8'/, llhr, in Oeffs Festsäle», Schöneberg, Hauptftr. 5: Branchen- Vcrfammliingo Tagesordnung: 1. Bericht von den Verhandlungen mst den Arbeitgebern. Referent: Kollege Walter Kwasnlk. 2. Freie Aussprache. Kollegen aus der Landschastsgärtncrei I Am 13. Februar haben Der- bandlungcn stattgcsunben. Ucbcr diese Verhandlungen soll berichtet werden. Die Situation ist sehr ernst! Kein Kollege darf in der Versammlung fehlen. Mitgliedsbuch resp. Karte ist mitzubringen, ohne diese lein Zutritt. Neue Mitglieder werden am Saaleingang ausgenommen. 287/6 Der Branchenvorstand. Verband der Lederarbeiter —— Filiale Berlin 1.—— Dienstag, den 27. Februar 1912, abendS 8 Uhr, Prinzrn-Allre 33: Vsossmmlung. Tagesordnung: Lohnbewegungen. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert, daß jede» Mitglied zur Stelle ist. 143/5 Her Vorstand. Bauhandwerlter- KranMaife für Berlin und llmaegend (Eingeschriebene HilsSkasse Nr. 118). Bureau: Mulackstr. 8S, pari. Der Mitglieocrn zur Kenntnis, baß fich der Ausschuß geblldet und zu sewem Borsitzenden das Mitglied Gnstav I-chmann, hier, Schreiner. straße 16, Ouergebäude IV, wobnhast, gewählt hat. 38/2 An denselben sind alle Beschwerden gegen den Vorstand schrtstlich ein- zureichen. Der Vorstand. k. Lraumanns?esfsäle Dheaterbühne. KdUllyttSlt. 27» 3 Kegelbahnen. IBF" Sonnabend, der 8. März er., ist frei geworden. Bezirk öchöneberg abend» 5»/, Uhr in den Neuen lkathauSfäles, Martm-Luther-Slr. 62. 72/11 Vortrag des Kollegen Kistner über: Unternehmer- Willkür und Arbeitertäwpfe. Bäckerei- Genossenschaft BerliiL Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpfticht. Glogauer Str. 23. Aktiv» Bilanz per 27. Dezember 1911 Passiva Anteil-Konto G. E. G... 1 063,60 KautionS-Konto.... 630,— Utensilien-Konto.... 13 020,52 Gespann-Konto..... 2 228,61 Detail-Konto..... 865,35 Spesen-Konto B.... 185,— Anteil-Konto Hesecink. Gen. 200,— Spefen-Konlo P.... 453 50 Gespann-Unlosten-Konto. 275,45 Grnndstllcks-Konto... 30 000,— Bäckeret-Konto..... 22 928,58 Waren-Konto..... 2 275,56 Kassa-Konto...... 4 421,38 Mitgtieder-Guthaben-Konto Reseroei'nds-Konto... Spezial'cseroefondS-Konto. KautionS-Konto.... Hypothekcn-Konto.... UnlerstützungssondS-Konto. Darlehnsschuld-Konto.. Rabattmarken-Konto... Bäckerei-Konto..... Konto-Korrent-Kont».. DispofitionSsonds-tkonto. 1 720,— 1760,— 5 059,59 2 000,— 30000,— 2 000,— 7003,15 160,93 2 799.78 26 370,77 443,49 Summa... 79317,62 Summa... 72 317,8» Die Mltgliederzahl betrug am 27. Dezember 1210 38. Ausgeschieden sind 2. Die Mitgliederzahl betrug am 27. Dezember l2l1 also 36. Das Mitgliederguthaben betrug am 27. Dezember 1910 1080,— SR. Die Einzahlungen im Jahre 1911 700,— M., die Auszahlungen 60,— SR. DaS Mitgliedergutbaben betrug am 27. Dezember 1211 demnach 1720,— M. Die Hastsumme betrug am 27. Dezember 1911 1800,— SR., vermehrte sich also um 660,- M.. Her Verstand. 103/5 _ Richard Linder._ ljdvifl Ertl. 216B Die Mltgliederzahl betrug am 22. Dezember 1211. Das Mitglieberguthaben betrug am 22. Dez. 1211. Die Hastsumme betrug am 22. Dezember 1211.. Der Verstand. __ Hermann Liebig.__ Eduard Wuttke. .. 17. 510 M. 510 M. P atente etc.: erwirkt und verwertet an« . T.-Ing. Ja Chemik. Dr.Rreslaoer, Berlin 8 rkannt schnell Civ.-I :. Jaeger, inSW.61. laKrfer. Prüfung diskr. u. kosten). Die Schrift„Wie muts eine Crflnduna tDr die Verwertung beschaffen sein" ctatia verantwortlicher Redakteur: Albert Wach». Berlin. Für den Jnjeraleiuelloelantw.: Ttz-Älacke, Berlin. Druck». Verlag: vorwärt» Buchdruckerci«. v« clagsanftatt Paul Hinger».tt», Berlins�. Nr. 47. 29. Iahrgimg. 4. Mm!>» Larmrls" Sttlintt Bolblilatt. Sonntag, 25. Febrnat 1912. Der Cefeabend der Frauen findet morgen Montag abends statt. 9k Wahl im 2. Candtagswablbezirls. Am Dienstag, den 27. Februar, werden im 2. Landtags- Wahlbezirk Wahlinännercrsatzwahlcn vorgenommen. Die zweite Abteilung wählt in der Zeit von 9 Uhr vor- mittaas bis 12 Uhr mittags. Die erste Abteilung von 1 bis 2 Uhr. Die dritte Abteilung von 3 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends. Die Wahlhandlung wird pünktlich mit dem Ende der für jede Abteilung festgesetzten Wahlzeit geschlossen. Demnach dürfen nach Schluß der für jede Abteilung festgesetzten Wahl- zeit Urwähler der Abteilung, die zur Wahl gestanden hat, nicht mehr zur Abstimmung zugelassen werden, auch dann nicht, wenn sie sich bereits vor dem Schluß der Wahlzeit ihrer Abteilung im Wahllokale eingefunden hatten. Ferner wird darauf hingewiesen, daß der Wahlvorsteher von den zur Wahl erscheinenden Wählern die Vorlegung einer Legittmation verlangen kann; als solche gilt: Steuerquittung, JnvaliditätSkarte, Militärpapiere, Mictskontrakt usw. oder die den Unvählcrn zugehende Wahlkarte. Eine Uebersicht über die UrWahlbezirke und Wahllokale liegt der heutigen Nummer unseres Blattes bei. » Wählervcrsammlung. Heute, Sonlltag, de» 25. Februar 1918, mittags 12 Uhr, bei Habel, Bergmannstr. 5/7. Tagesordnung: DaS Wahlrecht zum preußischen Landtag. Referent: ReichStagSabgeordnetcr Karl Giebel. Jedermann hat Zuttitt l Das Zcntralwahlbureau befindet sich am Tage der Wahl bei F. O h n e s o r g e, Markgrafcnstr. 102, Telephon: Moritz platz, Nr. 4777. Genossen anderer Kreise werden gebeten, zur Besetzung der Wahllokale sich zahlreich einzufinden. DaS Wahlkomitee. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis sFriedrichstadt.) Die Genossen des Zahl- morgens und der Zahlnacht, die sich zur Wahlhilfe für die Land- tagswahl am Dienstag, den 27. Februar, zur Verfügung stellen, wollen sich eine halbe Stunde vor der Wahl in der Zentrale bei Jul. Meyer, Oranienstr. 403, melden. Wahlzeiten: Bormittags 9—42 Uhr und nachmittags 3— 8 Uhr. Das Wahlkomitee. Fünfter Wahlkreis. Abteilung 4». Am Dienstag, den 27. Februar, abends SlA Uhr. findet eine Mitgliederversammlung in den UnionSfestsälcn, GreifSwalder Straße 222, statt, in der nach einem Vortrag die Wahl der Delegierten zur Gcneralvev- fammlung von Groß-Bcrlin vorgenommen wird. TchSnebcrg. Tie Wahlvereinsversammlung findet am Dienstag. den 27. Februar, abends 8 Uhr, in den Neuen Rathaussälen, Meininger Straße 8, statt. Bortrag des NeichStagsabgeordneten Genossen Ad. Thicle-Hallc über:„Die politische Lage." Tis- kussion. Anträge zur Kreis- und BerbandSgencralversammlung. Wahl der Delegierten. Bcreinsangclegcnhcitcn und Verschiedenes. Der Vorstand. Steglitz. Am Dienstag, den 27. Februar, abends SV» Uhr: Mitgliederversammlung bei Schellhase, Ahornstr. 45». Tagesord- nung: 4. Bericht aus der Genicindevertrctung. Berichterstatter Genosse A ß m a n n. 2. Diskussion. 2. Anträge des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Friedenau. Dienstag, den 27. Februar, abends pünktlich 814 Uhr, bei Mechclke, Handjerystr. 60/61: außerordentliche Mib- gliedcrvcrsammlung. Tagesordnung u. o.: Stellungnahme zu den Gemeirodewahlen. Aufstellung der Kandidaten usw. Der Vorstand. Zchlcndorf lWannsccbahn). Dienstag, den 27. Februar, abends 854 Uhr, bei Mickleh, Potsdamer Straße 25: Wahlvcrcinsvcrsamm- lung. 4. Unsere Gcmeindetoahlcn. Referent Stadtverordneter Gc- nasse Th urow-Neukölln. 2. Diskussion. 3. Vereinsangeleaen- Helten. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. vlrost-Lichterfelde. Dienstag, den 27. Februar, abends SA Uhr, im Lokal des Herrn Erpel, Berliner Str. 429: Mitglied«!) er- fammlung. Der Vorstand. Lankwitz. Morgen, Montag, abends 814 br, findet der zweite Vortragsabend bei Schulz. Miihlcnstraße, statt. Genosse Daumig spricK! über:„Das proletarische Massenheer." ES ist Pflicht aller Genossen, an dem-Zyklus teilzuiichmcn; der Besuch kann auch noch vom stveiien Abend an erfolgen, da jeder Vortrag für sich abge- schlössen ist. Der BUdungSausschutz. Eichwaldr. Dienstag, den 27. Februar, abends 814 Uhr, bei Witic: große öffentliche Versammlung: Stellungnahme zur Ge- rnciudevertreterwahl. Bericht der Gcmeindcvcrtretcr. Sämtliche Gemcindcvcrtreter sind eingeladen. Heute vormittag 9 Uhr: Flugblattverbrcitung zur Gemeinde- vcrtrcterivahl. Treffpunkt im Restaurant des Genossen Witte. Waidmannstuft(Rordbahn). Dienstag, den 27. Februar, abends 8 Uhr, öffentliche Wählerversammlung im ,�Schwcizerhaus", Dianaslraße. Tagesordnung: Vortrag über:„Die Sozialdemokratie in der Gemeindevertretung." Referent Genosse Luscher. Agitiert für rege Beteiligung. Röiitgental. Heute, Sonntag, 25. Februar, vormittags 8 Uhr, bei Marx: Wichtig« Handzettelverbreitung. Röntgcntal, Zepernick, Schönow. Heute, Sonntag. 25. Februar, nachmittags 3 Uhr: öffentliche Gcmeindewählervcrsammlung im Lokal von August Lange, Röntgental, SiemenSstr. 9—14. Tagesordnung: 1. Gcmcindewahkcn. Referent Gemeindrvcrtrcter Gustav Hart mann. 2. Bericht der Gemeindcvertretcr. 3. Freie Aus- sprack«. 4. Aufstellung der Kandidaten. 5. Verschiedenes. Partei- genossen und Genossinnen, sorgr für Massenbesuch dieser Versamm- lung.____ Das Wahlkomitee. Berliner Nachrichten. Die Fran in Hans und Beruf. In den Ricsenhallen am Zoo herrscht wieder einmal regeS, buntes Treiben, und Scharen von Menschen, in der Mehrzahl Frauen, strömen ununterbrochen dem mit Fahnen und Tannengrün reichlich geschmückten Gebäude zu. Der Deutsche L y c e u nr- Klub hat in den weiten Hallen eine Ausstellung arrangiert, die alö wuchtige Demonstration für da« heiß« Drängen und Ringen der Frauenwelt nach ungehemmter Entfaltung aller in ihr schlummernden Wirtschaft- lichen, sittlichen und kulturellen Kräfte gedacht war. Wir. können nach eingehender Besichtigung und objektiver Würdi- gung des zweifellos grandiosen Werkes nicht sagen, daß dies restlos gelungen und zu unserer Befriedigung ausgefallen wäre, wobei weniger dem Mangel an gutem Willen und ernstem Streben, als dem fundamentalen Unterschiede in Fragen der Weltanschauung, in wirtschaftlichen und sozialen Auffassungen zwischen uns und dem Bürgertum diese Unzulänglichkeit zuzuschreiben ist. Die Ausstellung ist von bürgerlichen, zum Teil aus den höchsten Kreisen stammenden Frauen veranstaltet und eingerichtet und darum kann sie auch nicht anders sein als— bürgerlich. Sie gibt kein erschöpfendes, überzeugendes Bild vom Kommen und Werden der Frauenarbeit, keine Entwickelungsgeschichte in all ihren historischen und wirtschaftlichen Phasen, keine realistische Darstellung von der Lage der Millionen von arbeitenden Frauen, sie zeigt vor allem nicht das eherne Muß, den brutalen Zwang, der den größten Teil der Frauen in den tosenden Existenzkampf stößt und der kapitalistischen Aus- beutung überliefert. Schon beim Einttitt kommt dies sinnenfällig zum Aus- druck: hohe Ständer teilen die Zahl der arbeitenden Frauen mit, geben auch Auskunft über Alter, Stand, Beruf, sogar wieviel ledig oder verheiratet sind— nur über die Löhne, über das Einkommen der Betreffenden schweigen sie schämig. Die Zahlen aber zeigen immerhin, wie viele weibliche Arbeits- kräfte Industrie, Handel und Landwirtschaft heute schon der- wenden und diese Zahlen steigen alljährlich ganz beträchtlich. Für die Dienstboten ist ein ziemlich bescheidenes Eckchen reserviert und auch hier sucht man vergebens nach einer rück sichtsloscn Vorstellung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen dieser Gruppe von weiblichen Arbeitenden. Zwar sind An- gaben verzeichnet darüber, wie viele von ihnen in der Küche, im Korridor und auf dem Hängeboden schlafen, aber dieses stattstischc Material stammt, wie uns ausdrücklich niitgetetlt wurde, von den— Herrschasten, während die Lohnklassen vom Zenttalnachweis zusammengestellt sind. Die Gesinde- ordnungcn Deutschlands in all ihren Variationen liegen zur Schau aus und zeugen von deutschem Fortschritt und deutscher Kultur. Oldenburg hat den Ruhm, die älteste Sklavenordnung ausweisen zu können: sie stammt aus dem Jahre 1732 nach Christi Geburt. Im übrigen sind so ziemlich alle gewerblichen, industriellen und künstlerischen Berufe vertreten und es zeigt sich, daß die Frau mit Fleiß und Geschick ihre Fähigkeiten und Talente in alle möglichen Arbeiten umzusetzen versteht. Weibliche Buch- binder, Töpfer, Schuhmacher, Schmiede, Uhrmacher, Juweliere, Optiker usw. haben Arbeiten ausgestellt. Im übrigen bietet die Ausstellung die Fülle von inter- cssanten Details. Eine bekannte Finna stellt mehrere ihrer Webstühle in vollem Betriebe zur Ansicht, und staunend steht der Laie, daß unter seinen Augen, wie von Fcenhänden ge- wirkt, Handtücher und dergleichen Produkte entstehen. Ein Gegenstück hierzu bildet die alte Gothaer Weberin in ihrer originellen Tracht, die mit ihrem vorsintflutlichen Webstuhl derbes, dauerhaftes Leinen wie in früheren Zeiten herstellt. Weichet Kontrast zwischen dem runzligen Mütterlein vor dem klappernden Kasten und den blitzblanken Mädchen vor ihren surrenden, wahnsinnig hastenden Maschinen l Mittelalter und Neuzeit in einem Räume dicht beieinander. Auch die Schmiedeberger Teppichwirkerinnen in ihrer schmucken Tracht, die ihre Fäden mit der Hand knüpfen, lenken das regste Interesse auf sich. An anderer Stelle sitzen Näherinnen und Stickerinnen, die emsig drauflos sticheln, und nicht weit davon klopfen und arbeiten junge Mädchen an Zu- bchörtetlcn für Gasapparate. Auf Fraucntätigkeit in der Landwirtschaft deuten ein Schweinekobcn und ein Hühnerstall, deren Insassen eine humo- ristische Note in den Ernst der Veranstaltung bringen. Die Mutter der drolligen sechs Ferkel, die quietschend durcheinander purzeln, scheint von ihren mütterlichen Pflichten nicht allzuviel zu halten, denn trüge ausgestreckt im Stroh liegt sie da, als sei ihr alles, was um sie herum vorgeht, vollständig piepe, nur >vcnn ihre Kinder es gar zu toll treiben, grunzt sie kurz, aber bestimmt. Anders der Hahn nebenan. Der verkündet mit lustigem Krähen sein kolossales Vaterglück und alle, alle kommen sie hinzu und begucken sich die kleinen, flinken, quecksilbrigen Woll- klümpchen. Verlockend ist eine Besichtigung der Kochkunstprodukte und lukullischen Leckerbissen, die gar appetitlich da aufgebaut sind. Auch ein Gang durch die nach feinstem Geschmack und Naffinement eingerichteten Wohn-, Arbeits-, Schlaf- und Empfangsräume lohnt sich und zeigt vor allem, daß es sich auch jetzt schon in diesem Jammertal ziemlich angenehm leben läßt, wenn man die nötigen— Moneten hat. Aber allen Respekt vor dem, was sich dem Auge bietet, Wenn man bedenkt, daß es Frauengeist und Frauenhändc gewesen sind, die diese Schätze geschaffen. Sehr hübsch und zweckmäßig sind die Kinderheime und Spielzimmer eingerichtet und es ist nur zu bedauern, daß es nicht heute schon allen Kindern vergönnt ist, von diesen Errungenschaften Gebrauch zu machen. Den Clou des Ganzen bildet der weibliche Dirigent Frl. Elise K u y p e r, die mit Eleganz und Grazie dem'Berliner Tonkünstlerinnen-Orchester vorsteht und für die musikalischen Genüsse sorgt. ES würde zu weit führen, wollte man ein erschöpfendes Bild von all' dem geben, was die Ausstellung bietet. Was >vir an ihr auszusetzen haben, ist oben schon gesagt. Nichtsdestoweniger muß man zugeben, daß diese Ausstellung eine Unsumme an Geist, Intelligenz und Tatkraft enthält und ein lebendiges Beispiel von dem Ringen und Streben der Frau darstellt. In Sachen der Nord-Sitdbahn wird berichtet, daß in der Ge- nehmigiingsversiigung einige recht sonderbare Vorbehalte gemacht worden sind. Unier anderem heißt es darin: Die Eröffnung der Bahn muß f p ä t e ft e ii S am 4. April 1916 erfolgen. Falls der Untcrnchmcr dieser Verpflichtung nicht nach- kommt, ist er zur Zahlung einer Verzugs st rase von 200000 Mark verpflichtet, die nach Ablauf je eines JahreS erneut fällig ist, solange die Betriebseröffnung nicht stattfindet. Im zweiten Teil der Gcnehmigungsberftigung, der aber nicht mehr zur tleinbahngesetzlichcn Genehmigung selbst gehört, wird der Stadt Berlin anheimgestellt, bei der weiteren Durcharbeitung der Eni« würfe noch zu einige» technischen Anregungen des Polizei- Präsidenten Stellung zu nehmen. Im dritten Teil wird dann der Stadt aufgegeben, drei Exemplare des Entwurfs der Aufsichtsbehörde zur Verfügung zu stellen und den unter dem 7. Januar 1910 der Stadt zugesandten Entwurf der Genehmigung?» Urkunde für die alte Trasse der Nord-Südbahn behufs Abänderung zurückzugeben, lieber die Vorarbeiten wird schließlich folgendes gesagt:„Wenn ich auch nicht in der Lage gewesen bin, den Antrag auf Genehmigung des Baubeginns ohne vorgängige Planfeststellung beim Herrn Minister zu befürworten, au§ den Ihnen bekannten Gründen, so will ich im Interesse der Befchleunigung des Baues nichts dagegen einwenden, daß mit den Borarbeiten zum Bau(Verlegung der Leitungsröhren) unverzüglich begonnen werden kann. Es läßt' sich annehmen, daß bis zur Beendigung dieser Ar- beiten, die fast ein Jahr in Anspruch nehmen dürften, auch die Planfeststellung selbst im Enteignungsverfahren zu Ende geführt sein wird." Der kürzlich gegründete Verein gegen das Vestechungsunwefen wird sich freuen, wenn er aus einer Notiz der„Vossischen Zeitung" ersieht, daß im vergangenen Jahre der Staatskasse rund 15 000 M. Geldgeschenke unbekannter Geber zugeführt worden sind. Diese sogenannten„Schmiergelder", die von den bedachten Beamten nicht angenmomen wurden, erreichten im einzelnen einen Betrag bis zu 1000 M. Besonders häufig sind an solchen Zuwendungen, bei denen eine Hand die andere waschen soll, Zahlmeister und Feld- webel beteiligt. Wie hoch mag wohl die Summe derjenigen in Beamtenhände geflossenen Gelder sein, welche nicht.gestunken" haben? Wer wird Direktor des Zweckverbandrs? Im Berliner Rat- hau? fand gestern eine Besprechung der Berliner Vertreter im Zweckverband von Grotz-Berlin statt. Es wurde die Wahl des Zweckverbandsdirektors in über zweistündiger Beratung eingehcno besprochen. Bei der Schluhabstimmung wurden 23 Stimmen für den iO&erbürgcrmeister Voigt-Barmen, 41 Stimmen für den Bürger- mcister Dr. Neicke-Berlin und 7 Stimmen für den Stadtkämmcrcr Dr. Stciniger-Berlin abgegeben. Es wird abzuwarten sein, wie sich die Abstimmung in der Versammlung des ZwcckverbandeS am Dienstag stellen wird. Ei» ins Grab gelobter Defraubant war der plötzkich ver- sterben« Direktor Hempel von der Borsigwalder Terrain-Aktien» gesellschaft. Obwohl in Tegel und Umgegend schon längst allerlei gemunkelt wurde, was jetzt durch die Prüfung der gefälschten Bücher erwiesen worden Ist. widmete der Tegeler Bürgermeister Weigert dem ins Jenseits geflohenen Defraudanten in der letzten Gemeinoevertretersitzung warme Worte des Dankes für seine öffentliche Tätigkeit. Sogar eine Hempel st ratze besitzt Tegel. Wird man sie jetzt umtaufen? Die Unterschlagungen sollen noch weit höher sein, als bisher festgestellt werden konnte. Man sieht es aber hier mal wieder: im Leben unnahbar und unfehlbar durch die Macht des Geldsacks, geachtet und gelobhudelt, bloß weil eS ein reicher Mann ist,— und nach dem Tode erst bricht das leichtgezim- merte Schwindelgebäude zusammen. Groß-Berlin im Namen bei der Post. Die Einführung von Groß-Berlin im Namen ist jetzt von der Kaiserlichen Ober-Post- direktion zum 4. April angeordnet worden. Von diesem Tage an werden im Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr die neuen Bezeichnungen der Postanstaltcn, wie Berlin-Baumschulenweg statt Baumschulenweg bei Berlin, angewandt. Da einzelne Gemeinden verschiedene Postorte bilden, so handelt cS sich um 39 neue Bezeich- nungen von Postanstolten, während nur 29 Gemeinden in Betracht kommen. Postorte, denen Berlin vorgesetzt wird, sind folgende: Baumschulcnweg, Borsigwalde, Rummelsburg, Britz, Dahlem, Friedenau, Friedrichssclde, Lichterfclde, Grunewald, Halensee, Seinersdorf. Hohenschönhausen, KorlShorst, KarlShorst-Rennplatz, Lankwitz, Lichtenberg, Mariendorf, Marienfelde, Neulichtenberg, Niederschäneweid«, Niederschönhansen, Oberschöneweide, Pankow, Reinickendorf-Ost, Reinickendorf-West, Rosenthal, Schmargendorf, Schöneberg, Steglitz, Stralau, Südende, Tegel, Tempelhof, Trep- tow, Weißcnsee, Wilhelmsbcrg, Wilhelmsruh. Wilmersdorf. Wittenau. Charlottenburg, Neukölln und Plötzensee haben sich aus- geschlossen. Der Gebrauch dürfte diese Ausnahmen von der Regel kaum berücksichtigen. In der Porto- und Gebührenerhebung tritt für sämtliche in Betracht kommenden Orte irgendeine Aenderung nicht ein. Ebenso bleibt die Unterscheidung der Poswnswlten durch Nummern unverändert. Zu Klagen über eine ungleiche Behandlung durch die Polizei haben die Ringkämpfe im ZirkuS Busch einigen Leitern von Theatern, BarieteS und Singspielhallen Veranlassung gegeben, die früher ebenfalls Ringkämpfe aufführen ließen. Die Herren wandten sich an die Theaterpolizei und beschwerten sich darüber, daß man ihnen verbiete, was man dem Zirkus Busch erlaube. Demgegenüber wird erklärt, daß rein sportliche Ringkämpfe auch jetzt jederzeit und allen Unternehmern gleichmäßig erlaubt werden. Untersagt worden sind nur Ringkämpfe, bei denen es nicht auf den Sport, sondern auf Preisausschreibungen ankommt, die irgend ein„Champion" erläßt, um Sensationen zu erregen und das Publikum anzulocken. Massrnvergiftuugrn vo« Mannschaften in der Untcroffizicrschule in Potsdam. Aus Potsdam wird berichtet: In der Untcroffizierschule in PotS- dam sind gestern nachmittag und in der letzten Nacht eine größere Anzahl Mannschaften unter VergtftungSerscheinungen erkrankt. Man spricht in der Stadt von mehr als 150 Fällen. Die Ursache ist noch nicht ermittelt. Das Kommando der Unteroffizierschule teilt mit: Bei der Unteroffizierschule in Potsdam sind im Laufe des gestrigen Nach- mittags und in der Nacht etwa 480 Mann unter Erscheinungen eines fieberhaften Magen- und Darmkatarrhs plötzlich erkrankt. Eine Ur» fache für die Erkrankung hat sich bis jetzt noch nicht feststellen lassen. ES wird angenommen, daß die Veranlassung in der Mittagskost vom DonnerStag. den 22. d. MtS., zu suchen ist. Die sofort ein« geleiteten bakteriologischen Untersuchungen bewegen sich in dieser Richtung. DaS Befinden der in der Kaserne untergebrachten und ärztlich ausreichend versorgten Mannschaften ist trotz zum Teil hoher Fieberbewegung durchweg ein gutes. Da im Laufe des TageS nur vereinzelte Fälle zugekommen sind, ist anzunehmen, daß die Aus- breitung der Krankheit zum Stillstand gekommen ist. Lazarettaufnahme war in keinem Falle erforderlich. Idyllische Zustände. Ein Leser schreibt uns folgenden Notschrei: „Zustände, die als skandalös bezeichnet werden müssen, herrschen seit Jahren im Norden Berlins an der Kaiser-Friedrich-Straße, der Weichbildgrcnze Berlin-Pankow. Dort befinden sich die Endstationen der Linien 46 und 48 der Großen Berliner Straßenbahn. Außer- dem verkehren dort die Wagen der Linien 45. 47, 49, 51, 57 u. a. sowie zu den Zeiten des stärksten Verkehrs viele Einsetzwagen, deren Zahl in der angegebenen Zeit sich nach vielen Dutzenden beziffert. äii genannter Stelle befindet sich ein regelrechter Nangierbahnhof, um die Wagen dem äußerst starken Verkehr entsprechend umzuleiten, resp. fahrplanmäßig vorfahren zu lassen. Ganz naturgemäß herrscht an dieser Stelle ein großer Andrang des den weitcntlegcnen Arbeitsstätten, den Bureaus, Verkaufsläden und Warenhäusern usw. zustrebenden Publikums, und ein großer Teil desselben muß oft längere Zeit auf ein Plätzchen warten, da die aus Niederschvnhausen und Pankow ankommenden Wagen sehr oft schon überfällt sind. Bsi regnerischem oder Schneewetter gleicht die Bodenbeschaffen- an der dortigen Haltestelle einer großen Kloale. Die Fußsteige und die sogenannte Insel, welche den Fahrdamm für Fuhrwerke von den Gleisen der Straßenbahn trennt, bilden, weil ohne Pflaster, eine einzige Morastpfütze. Es kommt noch hinzu, daß in den Morgenstunden, in denen ein großer Teil genannten Publikums zu fahren gezwungen ist, um wegen der weiten Entfernung rechtzeitig zur Arbeitsstelle zu gelangen, noch alles in tiefem Dunkel liegt, zumal bei Regenwetter und Nebel. Haben die Beamten der Straßenbeleuchtung nach dem bekannten Schema?., unbekümniert darum, ob es schon hell genug ist oder nicht, die dort ohnehin schon sehr spärlich aufgestellten Straßenlaternen gelöscht, so herrscht eine solche Dunkelheit, daß nur ganz eingeweihte Personen sich zurecht finden. Und nun waten oder stehen alle auf Beförderung Wartenden geduldig in diesem Kot und es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß bis jetzt noch kein Unglück durch Ueberfahren passiert ist. Kommt ein Wagen aus Berlin an diese Haltestelle, so hält er gerade an der größten Morastpfütze und die aussteigenden Personen müssen wohl oder übel in den Dreck hincintreten. Man muß nur die SchafSgeduld bewundern, mit der da-Z Publikum sich solche ge- meingcfährlichen Zustände seit Jahren gefallen läßt. Gleichviel, ob die.Große", ob die Gemeinde Pankow oder die Stadl Berlin verpflichtet ist, diese Zustände abzustellen, das Publikum auch dieser„verlorenen" Gegend hat ein Recht, zu ver- langen, daß die dazu Berufenen Abhilfe schaffen, und zwar sofort. Mit Leuchtgas vergiftet und tot aufgefunden wurden gestern morgen in dem Hause Ritterstr. 101 die 65 Jahre alte Schneiderin Friederike Baumann und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Fried- rich, der im Sommer vom Zigarrenmachen lebte, und im Winter seiner Schwester bei der Arbeit soviel half als er konnte. Die Nachbarn der Geschwister beklagten sich schon in der vergangenen Woche, daß es aus ihrer Wohnung so stark nach Gas rieche. Sic rieten ihnen auch, den Schlauch, der undicht war, machen zu lassen. Die Gewarnten meinten aber, es sei nicht so schlimm. In der vorder- gangeuen Nacht ivar der Geruch so stark, daß zwei Geschäftsmädchen. die nebenan in einem Zimmer, das von der Behausung der Ge- schimstcr nur durch eine dünne Wand getrennt ist, aufstanden und in ein Hotel schlafen gingen. Daraufhin ließ gestern morgen der Pförtner durch die Polizei die Wohnung öffnen und jetzt fand inan die alte Schneiderin in der Stube angekleidet aus dem Fußboden liegen und ihren Bruder, den Kopf aus die Hand gestützt am Tische sitzen. Beide waren tot. Stube und Küche waren mit Gas ganz gefüllt. Der Hahn der Gaslampe war geschloffen, der des Koch- Herdes halb geöffnet. Die beiden Toten waren schon feit Dienstag nicht mehr gesehen worden. Ob ein Unglück öder ein Doppclselbft- mord vorliegt, läßt sich nicht sagen. Der Annahme, daß die beiden Geschwister wegen Arbeitslosigkeit und Krankheit in den Tod ge- gangen seien, widersprechen die Nachbarn, die beobachteten, daß die Schneiderin immer noch gute Kundschaft und soviel verdiente, daß sie ihren Bruder, der zwar kränkelte, aber auch noch arbeiten konnte, mitzucrnährcn imstande war und auch jedem Bettler, der bei ihr vorsprach, noch Almosen geben konnte. Einen grausigen Fund machte in der vergangenen Nacht ein Parkwächter auf dem Courbicreplatz. Dort lag im Gebüsch ein kleines in Papier eingewickeltes Paket. Als er es aufhob und enthüllte, fand er darin die Leiche eines neugeborenen Kindes. Ob dieses eines gewaltsamen oder natürlichen Todes gestorben ist, bedarf noch der Feststellung. Die Leiche wurde deshalb zur Ob- duktion nach dem Schauhause gebracht. Eine fast einstiindige Störung im Straßenbahnbctriebe trat am Freitag abend am Hackcschen Markt ein. Tort werden gegenwärtig an der Ecke der Großen Präsidentenstraße Erdarbeiten ausgeführt, und w dem Bohlenbelag an jener Stelle hatte sich ein Rollwagen der Firma Wilhelm Gambor, Hannovcrschcstraße 17, festgefahren. Das Fuhrwerk sperrte beide Straßcnbahngleisc, so daß während der Dauer der Störung, die von 7.15 bis 8.10 Uhr abends währte. die jene Stelle passierenden Linien in der Richtung nach dem Wedding durch die Roscnthaler- und Jnvalidenstraße, die nach Rixdorf fahrenden Wagen durch die Münzstraßc, Alexanderplatz und Königstraße abgeleitet werden mußten. Durch den Rettungswagen der Straßenbahn wurde dann das Verkehrshindernis beseitigt. Tie Zentralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte beranstaltet auch in der nächsten Woche wiederum hygienische Vor- träge, wie nachstehend aufgeführt. Ter Zutritt zu diesen Vorträgen ist für jedermann unentgeltlich. Am Montag, den 26. Februar, spricht im Bllrgersaale des Ber- liner Rathauses Herr Professor Dr. Rosin über das Thema:„Herz- krankheitcn, deren Ursachen und Verhütung." Am Tonnerstag, den 29. Februar, sprechen in den Aulen der nachbcnanntcn Gemcindcschulcn über das Thema:„Ursachen und Verhütung der Schwindsucht" Herr Dr. Rosen in der 247./252. Ge- meindcschule, Rigaer Straße 81/82, Herr Prof. Dr. Sommerfeld in der 240./254. Gcmcindcschulc, Waldenserstraße 25/26, Herr Dr. von Rutkowski in der 117./178. Gcmcindcschulc, Ebcrswaldcr Straße 16, Herr Dr. I. Friedeberg in der 115./237. Gcmeindeschule, Skalitzcr Straße 55/56. Am Freitag, den 1. März, sprechen über das Thema:„Frauen- krankhciien und ihre Verhütung" Herr Dr. Abraham in der 81./l09. Gemcindcschule, Tilsiter Straße 4/5, Herr Dr. A. Simon in der 118-/127. Gcmcindcschulc, Panksiraße 18, Herr Dr. A. Pin- kutz in der 228./279. Gemcindcschule, Pasteurstraße 6, und Herr Dr. Baniberg in der 133./149. Gemcindcfchulc, Bergmannstr. 28/29. (Diese Vorträge sind nur für Frauen bcstimmt.Z In Boxhagen-Rummeloburg spricht am Dienstag, den 27. Fe- bruar, Herr Dr. Mock in der Neuen Ähule, Marktstraße, über das Thema:„Das Auge in gesunden und kranken Tagen." In Charlottenburg spricht am Mittwoch, den 28. Februar, Herr Dr. M. Joseph in der 12. Gemcindcschule, Sophie-Charlotten- Straße 69/76, über das Thema:„Geschlechtskrankheiten und ihre Verhütung." In Eöpenick spricht am Dienstag, den 27. Februar, Herr Dr. O. Kaiserling in der Dorotheenschule(Freiheit) über das Thema:„Wasserhcilvcrsahren(Hydrotherapie V In Friedenau spricht am Montag, 26. Februar, Herr Prof. Dr. Mackenroth im Gymnasium am Maybachplatz über das Thema: „Zur Erkennung und Bekämpfung der Krcbskrankhciten der Frau." (Nur für Frauen.) In Lichtenberg spricht am Tonnerstag, den 29. Februar, Herr Dr. Loewenbcrg in �er Gemcindcschule, Kronprinzenstraße 10, über:„Frauenkrankheiten und ihre Verhütung." In Martendorf spricht am Tonnerstag, den 29. Februar, Herr Dr. Bochncr im Gymnasium, Kaiscrstraße 17/21, über:„Hygiene des Ohres." In Neukölln(Rirdorf) spricht am Freitag, den 1. März, Herr Dr. G. Flatau in der 9./16. Gemeindcschulc, Kaiscr-Friedrich- Straße 4, über:„Nervenleiden und Kurpfuscherei." In Pankow spricht am Tonnerstag, den 29. Februar, Herr Dr. Rchfisch in der 2. Gcmcindcschulc, Grunowstr., über:„Hygiene der Herzkrankheiten." $u Reinickendorf spricht am Mittwoch, den 28. Februar, Herr Dr. Backofen in der 3. Gemcindeschulc, Letteallce 26/27, über: »Frauenkrankheiten und ihre Verhütung."(Nur für Frauen.) In Schöneberg spricht am Dienstag, den 27. Februar, Herr Dr. R. Bronn in der 16./11. Gcmcindcschulc, Feurigstraße 57, über: „Die chronischen Beinleiden und ihre soziale Bedeutung"(mit De- monstration). In Steglitz spricht am Mittwoch, den 28. Februar, Herr Dr. O. Kaiscrling in der Gemcindeschulc, Plantagcnstraße 8/9, über: „Wasserhcilvcrfahrcn"(Hydrotherapie). In Tegel spricht am Dienstag, den 27. Februar, Herr Dr. Groß- mann in der Gemeindcschulc, Tresckowstrahe, über:„Entstehung und Verhütung dezw. Behandlung von Ohrenleidcu." In Weißenscc spricht am Freitag, den 1. März, Herr Dr. N. Brann in der Gemcindcschule, Langhansstraße, über:„Die chro- mischen Beinlciden und ihre soziale Bedeutung"(mit Demonstration.) Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich um 8 Uhr abends. Tie Abteilung für Sozialwissenschaft der Wildenschaft(Frei- studentenschastl der Technischen Hochschule bittet uns mitzuteilen, daß sie sich entschlossen hat, Nichtakadcmiker(Damen und Herren) als Gäste mit Genehmigung des Vorstandes zuzulassem um auch weiteren Kreisen die Führungen und Vorträge zugänglich zu machen. Eine politische Stellungnahme nach irgend einer Richtung ist der Abteilung statutengemäß untersagt. Bei einem Einbruch im Hause Skalitzcr Straße 34 ist dem Glaser W. G ä d c außer barem Geldc das Mitgliedsbuch desJPcr- bandcs gestohlen worden. Das Buch hat die Nummer 3524. Sollte versucht werden, mit dem Buche Mißbrauch zu treiben, so wird gebeten, den Vorzeiger des Buches festzustellen und sofort dem Bureau des Verbandes der Glaser, Engelufer 15(Moritzpl. 16 326) Mitteilung zu machen. Freie Volksbühne Berlin. Für das Programm beim Winter- fest der Freien Volksbühne� heut abend 7 Uhr in Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Straße,„Beethovcn-Kon- zcrt", hat außer dem aus 76 Künstlern bestehenden Symphonie- Verein noch die Konzert- und Oratoriensängerin Frau Paula W e i n b a u m den Vortrag der Bcethovenlieder zugesagt. Fest- marken a 66 Pf. inkl. Programm und Tanz sind in den Zahlstellen zu haben._ Vorort- JVacbrlcbteiio Neukölln(Rixdorf). Die Krankenhausnvt in Neukölln hat in der Stadt- verordnetenversammlung am Donnerstag wieder einmal auf der Tagesordnung gestanden. In einer Vorlage schlug der Magistrat vor, diejenigen Lcichtkranken, deren Behandlung keine dauernde ärztliche Ueberwachung erfordert, nach dem städtischen Sicchenhause am Mariendorfer Weg zu verlegen, wo ein Krankensaal eingerichtet werden soll. Der Platzmangel im neuen Krankenhause in Buckow ist derart, daß in den wenigen Tagen vom 1. bis 16. Februar allein 81 Aufnahmesuchende abgewiesen wurden. Ganz besonders sind die Stationen für akute Lungenkrankheitcn seit Januar dauernd überfüllt. Schuld an diesen Zuständen ist die säumige Art, wie der Ausbau des neuen Krankenhauses betrieben wird. Zwar sind 3 weitere Pavillons jetzt wieder im Bau, doch ist deren Fertigstellung erst im Früh- jähr 1913 zu erwarten, lim bis zu diesem Termin den Platzmangel zu beheben, will man das im Magistratsantrage vorgesehene Pro- visorium im Siechenhause schaffen, dem die Stadtverordnetcnversamm- limg übrigens auch zugestimmt hat. Diese Maßnahme ist aber keines- Wegs einwandfrei; müssen doch dadurch eine ganze Anzahl minder hilfloser Siechen nach dem städtischen Lbdachgebände umquartiert werden. Ferner wird die Einheitlichkeit in der Verpflegung und ärztlichen Versorgung der Kranken zerrissen. Diese Dinge werden im Siechenhause keine gute Lösung finden können, wenn auch dort einwandfreie helle Räume vorhanden sind. Ganz mit Recht hat da- her die sozialdemokratische Fraktion sich für die Aufstellung von Baracken auf dem Grundstück des Krankenhauses selbst eingesetzt, wodurch die erwähnten Schattenseiten ausgeschlossen wären. Vom Magistrat wurde demgegenüber aber erklärt, daß die dazu notwendigen Mittel im Betrage von 25 666 M. nicht zur Ver- fügung ständen. Trotzdem hat man merkwürdigerweise schließlich zugesagt, dem sozialdemokratischen Vorschlage ebenfalls zu folgen. Entweder ist das wieder eins der vielen Versprechen, die nicht gehalten werden oder eS ist doch letzten Endes Geld da— wenn man will. Wegen„nzüchtigcr Handlungen, begongen an Mädchen unter 14 Jahren, ist gestern der in der Münchener Str. 22 wohnhafte Schneider Karl Richter festgenommen worden. R., der bereits wegen Sittlichkcitsverbrechens vorbestraft ist, lockte besonders kräftig ent- wickelte Schulmädchcn in seine Wohnung und Verging sich dann an den Schülerinnen. Durch die Eltern eines der mißbrauchten Mädchen wurde bei der Kriminalpolizei Anzeige erstattet, worauf die Ver- Haftung des R.. der verheiratet ist, erfolgte. Eine städtische Hypothekrnanstalt soll in Neukölln errichtet Werden- Magistrat und Stadtverordnete haben beschlossen, zu diesem Zwecke eine Anleihe von 26 Millionen Mark aufzunehmen. Gutscheine deö Magistrats auf den Bezug von Kartoffeln. In- folge der zurzeit fallenden Preisnotierung hat der Magistrat den Marktpreis für Kartoffeln, die auf die von' ihm ausgegebenen Gut- scheine verabfolgt Wersen, für die kommende Woche, 26. Februar bis 3. März, auf 55 Pf. für je 16 Pfund festgesetzt. Tchöncberg. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich am Freitagabend gegen 9 Uhr in der Hauptstraße. Als dort an der Maxstraße der 22jährige Student David Schünowitz aus der Carlienstraße in Halensee den Fahrdamm überschreiten wollte, geriet er gegen eine Automobildroschke, deren Annäberung er trotz der vom Chauffeur gegebenen Warnungssignale nicht bemerkt hatte, und wurde um- gerissen. � Der Verunglückte kam unter den Kraftwagen zu liegen, dessen Räder über ihn hinweggingen. In besinnungslosem Zustande wurde der Student nach der nahen Unfallstation in der Vorberg- straße geschafft, wo schwere innere Verletzungen festgestellt wurden. Nachdem dem Verunglückten die erste Hilfe zuteil geworden, wurde er mittelst Krankenwagens nach dem Schöneberger städtischen Kranken- hause übergeführt. Ober-Schöncweide. Die in diesem Jahre stattfindende Gemeindcvcrtreterwahl findet für die 3. Abteilung am Sonntag, den 16. März, von vormittags 11'/- nachmittags 5 Uhr, für die 2. Abteilung am Montag, den 11. März von 4 bis 6 Uhr nachmittags und für die 1. Abteilung ebenfalls Montag, den 1l. März, von 6 bis S>/< Uhr statt.. Die 3. Ableilung ist in zwei Bezirke eingeteilt und zwar der- gestalt, daß alle westlich der Schillerpromenade und der Trinius- straße gelegenen Straßen einschließlich der westlichen Seite der Schillerpromenade sowie TriniuSstraße den 1. Bezirk bilden. Alle östlich der Schillerpromenade und TriniuSstraße gelegenen Straßen ebenfalls einschließlich der östlichen Seite der Schillcrpromenade und TriniuSstraße sowie der gesamten Wilhelminenhofftraße bilden den 2. Bezirk. Daö Wahllokal des 1. Bezirks der III. Abteilung befindet sich in der Volksschule, Waltsiraße(Turnhalle): das des 2. Bezirks der HI. Abteilung in ver Volksschule in der Frischenstraße (Turnhalle). Wahlberechtigt sind nur die in der Wählerliste ihres Bezirks ver- zeichneten Personen, und zwar wird das Wahlrecht in dem Bezirk ausgeübt, in welchem der Wähler am 1. Dezember v. I. ge- woh»: hat. Die von der Gemeinde versandten Wahlkartcn sind am Tage der Wahl als Legitimation mitzubringen. Da die Wahl in diesem Jahre zum erstcnmale an einem Sonn- tage stattfindet, somit lein Wähler Arbeitsverlust zu beklagen hat, muß die Wahlbeteiligung eine erheblich größere wie in ftühcren Jahren sein. Marienfelde. Was man nicht für möglich gehalten hat, ist zur Taffache ge» worden: die Gcmeindewahl im hiesigen Ort ist vom Gemeinde- vorstand auf Donnerstag, den 7. März, von v o r in i t t a g s 16 Uhr bis nachmittags 2 Uhr festgesetzt. Es ist höchste Zeit, daß unsere Gemeinde einen Leiter erhält, der sich in die Lage eines Ar- beiters hineindenken kann, und dem bei den jetzt herrschenden Teucrungsverhältnissen neben den Verpflichtungen gegen die Familie sowie gegen den Staat und die Kommune nicht noch zugemutet werden darf, daß er zur Ausübung seines Wahlrechts erhebliche Opfer an Arbeitszeiiverlust bringen muß. Man will es anscheinend direkt verhindern, daß die Arbeiter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, denn sonst wäre es undenkbar, daß die Wahl in eine Zeit verlegt wird, die den meisten Wählern der dritten Klasse einen er- heblichen Lohnausfall verursacht. Der Wahlvcrein hatte den Antrag gestellt, die Wahl der dritten Klasse auf einen Sonntag zu verlegen, weil an diesem Tage jeder Arbeiter zur Wahl gehen kann, ohne materielle Opfer zu bringen. Der Gemeindevorstand erteilte darauf die Antwort, daß er, da der Wahltermin bereits festgesetzt sei, den Antrag ablehne. Wie lange wird sich die hiesige werktätige Bc- völkerung noch eine derartige Behandlung gefallen lassen? Jetzt muß es für jeden Wähler der dritten Klasse heißen: Nun erst recht. das Wahlrecht lassen wir uns durch eine solch- Politik nicht nehmen. Am Mittwoch, den 28. Februar, abends 3 Uhr, findet bei Schuster, Kirchstr. 68, eine öffentliche Wählerversammlung statt mit der Tages- Ordnung: 1. Warum müssen die Arbeiter in der Gemeindevertretung vertreten sein? 2. Diskussion. 3. Bekanntgabe des Kandidaten. Kaulsdorf. Die Wahlen zur Gemeindevertretung find jetzt ausgeschrieben. Dieselben finden statt: 3. Klasse: Sonntag, den 3. März, � von 11— 5 Uhr; 2. Klasse; Montag, den 4. März, von 4—8 Uhr; 1. Klasse: Dienstag, den 5. März, von 4—5 Uhr. Es findet dem- nach für die dritte Klasse in diesem Jahre die erste Sonntagswahl statt. Somit hat lein Wähler der dritten Klasse einen Verlust des Arbeitsverdienstes durch Ausübung seines Wahlrechts. Durch eine starke Wahlbeteiligung muß es deshalb gelingen, die ersten Ber» tretcr der 3. Klasse in das Gemeindcparlament zu entsenden. Die 1. Abteilung besteht aus 13 Wählern und wählt diesmal einen Vertreter, die 2. Abteilung besteht aus 95 Wählern und wählt gleichfalls einen Vertreter, während die aus 445 Wählern bestehende 3. Abteilung diesmal zwei Vertreter zu wählen hat. Bon den letzteren beiden muß ein Vertreter Hausbesitzer sein. Am Mittwoch, den 28. Februar, findet eine öffentliche Ver« sammlung in Hamanns Gcsellschastshaus statt, in welcher Stadt- verordneter Gcnoffe Adolf Ritter- Berlin referieren wird. Es wird erwartet, daß die Wähler und besonders auch die Frauen v«M» zählig in dieser Versammlung erscheinen. Tempelhof-Maricndorf-Marienfelde. Am Dienstagabend 8'/, Uhr findet bei Becker, Tempelhof, Berliner Str. 41—42, die Generalversammlung des Vereins Jugend» heim statt. Mitgliedskarte legitimiert. Bernau. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einem Vertrage, be- treffend die Wariung und Instandhaltung der in städtischen Gebäuden installierten Glühlichmnlagen auf ein Jahr zu. Es sollen pro Monat und Flamme 25 Pf. gezahlt werden. Einer Erhöhung deö Zuschusses von 266 auf 366 M. für die hiesige freiwillige Feuerwehr w»?e gegen die 8 Stimmen unserer Genossen zugestimmt. Genosie Knöschke begründete unsere Ablehnung damit, daß die freiwillige Feuerwehr nicht ausschließlich für Feuerlöschwesen da sei, sondern sich als patriotische Schntztrnppe gebrauchen laffe. Vom Dezernenten der Feucrlöschdcpiitaiion wurde in äußerst erregter Weise gegen die Aus- führungen des Genossen Knöschke vorgegangen. Ja, er nieinte, cS wäre unerhört so etwas zu sagen. Stadtverordneter Scheneichcl als Uebcrpatriot, ivarf sich ganz besonder? in die Brust, indem er be- tonte, daß man stolz daraus sein könne, daß die Feuerwehrleute sich auch patriotisch betätigen. Ja, er wünschte sogar, daß sich recht viele hierzu hergeben möchten. Es wurden alsdann vier Baukonsense ge- nehmigt, wovon der eine Bau an der Wandlitzer Chaussee und die anderen drei an der Schönower Cbausiee gelegen sind. Tie Magistratsvorlage, betreffend die Errichtung einer Lehrerstelle für Minderbegabte Schulkinder, fand einstimmige Annahme. Von unseren Genossen wurde betont, daß sie einen dahingehenden Antrag bereit» früher gestellt hatten, derselbe sei aber abgelehnt worden, setzt habe der Magistrat wohl endlich die unbedingte Notwendigkeit eingesehen. Jugendveranstaltungea. SldlcrShof, Alt-Glienicke, Bohnsdorf. Der JugendbildungSvcicin Adlersbof und Umgegend imirniimmt heute einen Spaziergang nach Lohns- darf„Villa ttahl". Dort Bcrfammwiig. Kollege Palnic spricht über: Christliche Jugendbewegung. Nach der Versammlung zwangloses Bei- sammcnsciii und Tanz. Die AdlerShoscr gehen pünktlich 2 Uhr vom Jugend- heim ab. Wir bitten alle diejenigen, die sich für unsere Lejirebungen inter« essicrcn, um rege Teilnahme. «locken-Spielplan cier Berliner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg. /Ansang 7 Uhr.) Montag: Ngwlctto. Dienstag: Eleltra.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: Sinjonic-Konzert. Donnerstag: Margarete. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Othello. Somilag: Lohcngrin.(Ansang 7 Uhr.) Montaa: Der Roseiikavalicr.(Ansang 7>/, Uhr.) Köniql. Schauipiclhaus. Sonntag: Der große König.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Die Journaliften. Dienstag: Der Bettler von Syrakus. Mittwoch: t8l2. Donnerstag: Ter gehörnte Siegfried. Siegsrieds Tod. Freitag: Kricmhilds Rache. Sonnabend: Der große König. Sonnlag: 1312. Montag: Der große König.(Ansang 7'/, Uhr.) Neues Kgl. Lpcrn-Theater. Souulag, nachmittags 2'/, Uhr: Zopi und Schwert. Montag: Nathan der Weise.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Biel Lärm um Nichts. Montag: Ronico und Julia. Dienstag: Viel Lärm uni Nichts. Aiittwoch: Faust. 2. Teil.(Ansang 6'/, Uhr.) Donnerstag: Viel Lärm um Nicht». Frettag: Romeo und Julia. Sonnabend: Viel Lärm um Nichts. Sountag: Viel Lärm um Nicht». Montag: Penthesilea.(Attsang'lL Uhr.) Kammerspiclc. Sonntag: Der Arzt an, Sckeidewege. Montag bis Sonntag: Eine glückliche Ehe. Montag: Ossizierc, Ansang 8 Ubr.) Lcssiiig-Thcatrr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunlcnc Glocke. Abends: Erde. Komtesse Mizzi. Montag: Glaube und Heimat. DienS. tag: Gudrun. Miltivoch: Komtesse Mizzi. Anatol. Donnerstag: Nora. Freitag: Der Bund der Jugend. Sonnabend: 7>/, uhr: Glaube und Heimat, tl Uhr: Alkestis. Sonntag: Gudrun. Montaa: Erde. Komtesse Mizzi.(Anfang 8 Uhr.) Berliner Dbcatcr. Sountagnachmittag 3 Ubr: Bummelstudenten. Zlhpnd» bis Montag: Große Rosinen.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend- nachmittag 3 Uhr: Torquato Tasso. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Da« Familicnkind. Montag: sPiat justitia. Dienstag: Hciligeiiwald Mittwochnachmittag 3 Uhr: Agnes B-rnaucr. Abends: lieber unsere Krasi. AI. Teil. Donnerstag: Da« Famiücnünd. Freitag: Nathan der Weise. Sonnabendnachinillag 3 Uhr: Agnes Bernau. Abends: Das Familienkind. Sonntag: Du» Familicnkind. Montag: Neber unsere Krast. II. Teil.(Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine Abends: Die Zaubcrflöte. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Die Zaubcrsiöle. Mittwoch: Undine. Donnerstag: Rigoletto. Freitag: Der Troubadour. Sonnabend: Der Wasienschinicd.. Sonntag: Die Zauberflötc. Montag: La Traviata.«Ansang 8 Ubr.) «urfnrften- Oper. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Tiesland. Abends und Montag: tjuo vaclis V Dienstag: Der«chmuck der Madonna. Mittwoch: Tiefland. Donnerstag: Der schmuck Z>er Madonna. Freitag und Sonnabend: Quo vackiu? Sonnlag: Ter schmuck der Madonna. Sonntag: Die verkanste Braut.(Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Angele.- l. Klasse. Abends und Montag: LottchenS Geburtstag. Gentz und Fanny Elßicr. £>o[fcn{o$. Dienstag: Und da? Licht scheinet in der Finsternis. Mitt- wuch und Tonncrsiog: Lrltchcns Geburtstag. Gentz und Fanny Eljjlcr. Hockcnjos. Freitag: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Zonnabcnd: Lottchcns Geburtstag. Gcntz und Fanny Elgler. Hockenjos. Sonntag: Und das Licht scheinet in der Fnifternis. Montag: Lottchcns Geburtstag. Gentz und Fanny Etgler. HockcnjoS.(Ansang 8 Uhr.) Neues Theater. Sonntagnachmiltag tt'/« Uhr: Der fidcle Bauer. Ztbends bis aus weiteres: Der liebe Auguitin.(Ansang 8 Uhr.) Schillcr-Thcatcr O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Probc- kandidat. Abends und Montag: Gräsin Lea. Dienstag: Der Probepscil. Mittwoch: Gräsin Lea. Donnerstag: Crmilia Galotti. Freitag: Gräsin Lea. Sonnabend: Der Äilomctcrsrcsscr. Sonntag und Montag: Gräsin Lea.(Ansang 8 Uhr.) Ichiltar-Theater Gharlottrnburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends und Montag: 5iyritz-Pyrih. Dienstag: Gräsin Lea. Mittwoch: Kyritz-Pyritz. Donnerstag: Ter 5tilomcterfrcsser. Freitag: Kyritz-Pyritz. Sonnabend: Der Weg zur Hölle. Sonntag und Montag: Kyritz-Pyrih.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich- iUZilhclmttädtischcö Schauspielhaus. Sonntagnach- mittag 3'/, Uhr: Minna von Barnhclm. Abends, Montag und Dienstag: Alt-Heidelberg. Mittwoch: Göh von Berlichingen. Donnerstag und Frei- tag: Alt-Heidelberg. Sonnabend: Ter Fcldhcrrnhügcl. Sonntag und Montag: Alt-Heidelberg.(Ansang 8 Uhr.) Refidenz-Tlieatcr. Sonnlagnachmmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Täglich: Alles sür die Firma.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Königgräticr Strai.e. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Fallissement. Täglich: Die süns Franksurter. Montag: Umbestimmt. (Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonnlagnachmittag 3'U Uhr: Ein Walzcr- trauni. Abends, Montag und Dienstag: Wiener Blut. Mittwoch: Die geschiedene Frau. Donnerstag: Wiener Blut. Freitag: Die geschiedene Frau. Sonnabend, Sonntag und Montag: Wiener Blut.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Thcatcr. Allabendlich: Polnische Wirtschasl.(Ansang 8 Uhr.) LuftsPieUinuo. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Das große Geheimnis. Allabendlich: Die Damen des Regiments.(Ansang 8 Uhr.) Neues Dpcrettcn-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg.'Allabendlich: Eva.('Ansang 8 Uhr.) Triauon-Tlicntcr. Sonntaznachmittag 3 Uhr: Francillon. All- abendlich: TaS llcine Cajs.(Ansang 8 Uhr.) Rose> Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Spielteuscl. Abends; Bonaparte und seine Frauen. Montag: Der Kampf gegen den Kuß. Dienstag bis Montag: Lonaparte und seine Frauen.(Ansang 8 Uhr.) Luisen-Thcater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Zops und Schwert. Abends und Montag: Eine leichte Person. Dienstag: Zops und Schwert. Mittwoch: Der Barhicr von Sevilla. Donnerstag: Der Verschwender. Freitag: Eine leichte Person. Sonnabend: Der Verschwender. Sonntag: «ine leichte Person. Montag: Aus Mangel an Beweisen.(Ansang 8 Uhr.) Bcllc-Zllliance-Thcnter. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Wihelm Teil. Abends: Die DoUarPrinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Der Trompeter von Sättingcn. Dienstag: Ter Erbsörster. Mittwoch: Wallen» steins Tod. Donnerstag: Der Erbsörster. Freitag: Die Dollarprinzessin. Sonnabend: Ter Erbsörster. Sonntag: Wallenstcins Tod.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Nigoletto.('Ansang 81/, Uhr.) Neues NolkStheater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmiltag 3Uhr: Der zerbrochene Krug. Fritzchen. Abends: Leidenschaft. Montag: Nathan der Weise. Dienstag: Der zerbrochene Krug. Fritzchcn. Mittwoch: Nathan der Weise. Donnerstag: Geographie und Liebe. Freitag und Sonn- abend: Nathan der Weise. Sonntag: Der zerbrochene Krug. Fritzchen. rAnjang S'l, Uhr.) Gasino-Tlicater. Sonntagnachmiltag 3'/, Uhr M Der selige Holl- schinsty. Abends täglich: Der Kamps ums Dasein.(Ansang 8 Uhr.) Metropo�-Tbenrcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dorothea. Die lleincn Lämmer. Allabendlich: Die Nacht von Berlin.(Ansang 8 Uhr.) Folie» Gaprice. Allabendlich: MandelblüthS Polterabend. Waffen- Übung. Losgelassen.(Ansang 8'/« Uhr.) Herrnfcld; Theater. Allabendlich: Wie man Männer bessert. Der Hausleusel.(Ansang 8 Uhr.) Zlpollo> Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und abends täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Walhalla. Sonntagnachmittag 3'/. Uhr: abendlich: Menschenrechte.(Ansang 8'/,'Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3>/. Täglich: Gala-Vorstellung.(Anfang 7'/, Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3'/. Uhr: Große Vorstellung. Die größte Sünde. All- Uhr: Große Borstellung. uhr) Zirkus Sarrasani. Mittwoch-, Sonnabend- und sonntagnachmiltag ..... m Gala-Vorstellung.(Ansang Allabendlich: Gaia-Borslellung.(Ansang VL "|| Sarrasani. Mit Vorstellung. Allabendlich: 3 Uhr: Große 7'/. Uhr.) Paffage- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Tag- lich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Reichsbnlleu-Theater. Täglich: Stettin er Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr.) Kölligstadl. Kastno. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 3 Uhr.) Garl-Haverland-Theatcr. Täglich: Spezialitäten.(Älnsang 7'/, Uhr.) Intimes Theater. Täglich: Der Brandflijter.(Anfang S'l, Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Urania- Theater- Taubcnstr. 48/49. Bis auf weiteres täglich: Der Großglockner, Gastcin und die Salzburger Alpen.(Ansang 8 Uhr.) Sternwarte- Jnvalidcnstr 57— 62. Hu 9 aller Alelt. und war auch von HauS aus kostspieligen Neigungen per- schließlich sogar das Ver- Schwester angriff. Er und unterhielt zahlreiche I�anclgericktsrat und Darlehnsrchwindler. Das immerhin seltene Vorkommnis, daß ein hoher Richter als gemeiner Betrüger entlarvt worden ist, hat sich in Dresden zugetragen. Dort wurde der Landgerichtsrat D r. S n e ls, der früher eine Zeitlang Regierungsassessor beim Auswärtigen Amt in Berlin war, wegen umfangreicher Darlehn sschwindeleien verhastet. Nach den bisherigen Feststellungen erreichen die Betrügereien des Herrn Landgerichtsrats die Höhe von 60 000 Mark. Dr.©nett hat im Dresdener GesettschaftSleben eine hervor« ragende Rolle gespielt. Er verlehrte in den angesehensten Kreisen der Stadt und wurde auch verschiedentlich zu den Hof- f e st l i ch k e i t e n zugezogen. Er galt als einer der befähigsten Juristen. Seine mißlichen finanziellen Verhältnisse datieren schon seit längerer Zeit. Die Affäre hatte sich bereits vor Jahren einmal so zugespitzt, daß er aus dem Staatsdienst entlassen werden sollte. Snell gelang es aber damals noch, sich aus der Schlinge zu ziehen, bis ihm jetzt die Schulden über den Kopf gewachsen sind. Snell hatte große Einkünfte nicht unvermögend. Seine schlangen aber so viel Geld, daß er mögen seiner Mutter und hatte Beziehungen zur L e b e w e l t Verhältnisse mit Bühnenlünstlerinnen, besonders mit einer be kannten Dresdener Operettendiva. Mit seinen Schönen unternahm er wiederholt Reisen nach Monte Carlo. Also selbst ein so gesetzeskundiger Mann wie der LandgerichtSrat kann in den Maschen dcS Gesetzes hängen bleiben! Wenn das am grünen Holz geschieht..._ Schwankender Boden. Bedenkliche Erdrutsche finden in der Gegend von C r o u z a t (Ost-Frankrei-h) statt. Die ganze Gegend scheint durch unter- irdische Wasserläufe unterminiert zu sein. Vor einigen Tagen kam ein Hügel bei Bellenave ins Rutschen, loodurch die Ortschaft C r o u z a t und die Eisenbahnlinie ernstlich gefährdet wurden. Nunmehr werden auch Erdrutsche aus der Gegend von Ceyrat gemeldet, wo ein Hügel von 700 Meter Länge in Bewegung geraten ist. Bis jetzt ist ein Graben von 10 Meter Tiefe entstanden. Die Behörden haben umfassende Maßnahmen getroffen, um eine Katastrophe zu verhindern. Man führt gegen- wärtig Bohrungen aus in der Hoffnung, auf die unterirdischen Wasser zu stoßen, um dann zu versuchen, die Wässer abzuleiten. Die Vorfälle sind darauf zurückzuführen, daß die ganze Gegend entwaldet ist: man trägt stch deshalb mit dem Plan, die Gegend wieder anzupflanzen._ In Bitrus Krallen. Ein klerikaler Skandal setzte in diesen Tagen die Bevölkerung von V e st o n e in der italienischen Provinz B r e s c i a in große Aufregung. Der Pfarrer des Ortes Francesco Novara, über den schon lange beunruhigende Gerüchte im Umlauf waren, ist vom dem Vater eines seiner Opfer wegen Sittlichkeits« Verbrechens angezeigt worden. Der Priester hat Knaben im Alter von 12 bis 16 Jahren mit allen Mitteln und unter B e- nutzung des Beicht st uhleS an sich gelockt und in der Kirche, in der Sakristei oder im Pfarrhause unsittliche Handlungen an ihnen vorgenommen. Bis jetzt hoben sich neun Knaben ge- meldet, die den perversen Gelüsten de« Seelsorgers zum Opfer gefallen sind. Als man den Kerl zu verhaften suchte, stellte sich heraus, daß er bereits geflohen war. Kleine Notizen. Ein Ehcdrama. Am Sonnabendvormittag ist auf einem Grundstück in der Demmeringstraße zu Leipzig-Lindenau die Drechslerfrau Klieve mit ihren Kindern erschossen aufgefunden worden. Vermutlich handelt eS sich um eine Ver« zweiflungstat der Mutter. Raubmordvcrsuch. In Altona versuchte Sonnabendvormittag der Schuhmacher Förster seine Logiswirtin, eine Frau H e h d o r n, zu ermorden und zu berauben. Förster verletzte die Frau durch mehrere M e s s e r st i ch e in lebensgefährlicher Weise, wurde aber noch während seines Verbrechens von herbeieilenden Paffanten festgenommen. Der Täter ist � wegen eines ähnlichen Ver- brechens bereits früher mit acht Jahren Zuchthaus bestraft worden. Erschossener Einbrecher. In Schillerslage(Hannover) wurde in der letzten Nacht ein Einbrecher, der von dem Gastwirt M ü n st c r m a n n bei einem Einbruch ertappt worden war, von dem Bruder des Gastwirts erschossen. 222 Menschen erfroren. Wie uns ein Telegramm aus Peters- bürg meldet, sind während eines Schneesturmes in Gou« vernement Omsk 222 Menschen erfroren. Flirgcrunsälle. Der französische Flieger Ducourneau stürzte bei einem Fluge auf dem Felde von Vau aus 150 Meter Höhe i n einen Sumpf, aus dem er als Leiche hervorgezogen wurde.— Der englische Leutnant Harford von der königlichen Feldartillerie ist in der Nähe Londons bei der AuSprobiernng eines Aeroplans aus beträchtlicher Höhe abgestürzt und hat sich s ch iv e r e Ver« l e tz u n g e n zugezogen. Der Apparat wurde völlig z e r« t r ü m rn e r t._ Arbeiter-Samariterbnnd, Kreis Brandenburg. Lchrabcnd haben in dieser Woche: Berlin. Montag 2. Abt. bei Dase, Brunnenstr. 154, abendS 8>/, Uhr. Spandau. Jeden Mittwochabend 8 Uhr bei Pccziles, Pichelsdorjer- straße 5. FriedrichShagcn. Donnerstagabend 8'/, Uhr im Jugendheim, Friedrichsw. KV, 2. Hof. M a r i e n d o r s. Montagabend 81/, Uhr. Gäste haben an den Lehrabend Zutritt. Die Kreisleitung. P. Haaelbufch, Berlin 0. 112, Oderstr. 2. Witterungsübersicht vom 24. Februar 1912. 28 —20 8 4 11 Wetterprognose für Sonntag, den SS. Februar 191S. Etwas kühler, zeitweise aufklarend, jedoch unbeständig mit einzelne» Ncgcnschauern und irischen westlichen Winden. Berliner W e t t e r b u r e a u. vs »ii HS> Wafferstands-Nachrichten der SandeSanstast für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Dctterburca» Wasserstand M- m e I. Tilsit P r e g e I, Jnstcrburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen Franksurt Warthe, Schrimm . Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Lcidneritz , Dresden , Berbh , Magdeburg am seit 23. 2. l 22. 2. cm 128-) -38-) 230-) 244 133 17k 112°) 78») ö -70-) 1K5 138 cm1) —1 +3 _ o -26 _ 2 —14 +8 +8 +30 0 —8 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Sprembcrg') , Beestow Weser, Münden , Minden Rhein, Marimiliansau , Kaub Köln Neckar, Hcilbronn Main, Werthcim Mosel, Trier am 23. 2. cm 138 05») 65-) 78 79 202 272 356 163 187 84 165 109 seit 22. 2. cm') +10 -it. +1 0 +5 +21 -4 +9 — 1.. —5 —1 +2 +7 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Uiiterpegel.—•) Eisstand. *) Eisgang. Kauft KLEIDER bei der H. K. Cu Dann bleibt gefüllt das Portemonnai hh __ . aamm■; 5 Die HERREN-KLEIDER-VERTRIEBS-GES., kuri H. K. G. genannt, betielbt den Elnzel-VcrkatjT ▼on fertigen Herren-, jQngllngs-, Knaben-, Sport- und Berufskleidern Jeder Art zum Selbstkostenpreis+ 10% Provision TP-—.1# Ein Herren- Anzug, der selbst 30 Mk. kostet, wird mit 33 Mk., ein • Knaben-Anzug, der 5 Mk. selbst kostet, mit 6.80 Mk. verkauft Um Jedes MIsstraucn sofort zu beseitigen, erklßrt die H. K. G. ausdrücklich, dass sie ohne Jeden Zwischenhandel, also nur direkt einkauft, und alle Kassen-Skonfi, Umsatzprämien u. dcrgL vom Selbst- kostenpreU gekürzt sind. Der Selbstkostenpreis besteht also nur aus den baren Auslagen für Ware und Unkosten. Die 10 0/0 Provision sind demnach der einzige Nutzen der Gesellschaft. Durch dieses Verkaufs-System Ist die H. K. 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R e i n a ch abzustimmen, die die Einschränkung der Berschleihlizcnzen für Alkoholverschleiher zum Gegenstand hatte. Der größte Teil der Fraktion stimmte gegen die Dringlichkeit des Antrags und Genosse Compöre-Morel begründete diese Haltung mit einer Erklärung, die im wesentlichen besagte, daß ein wirksamer Kamps gegen den Alkoholismus durch GesetzcSvor- schriften in der kapitalistischen Gesellschaft unmöglich sei. Dieses Verhalten'rief eine Diskussion in der Parteipresse hervor und fand ein Echo auf dem Parteitag. Perceau(Herveist, Aonne) fordert eine Erklärung der Ab- stimmung der Fraktionsmehrheit. M ö r a n g e(Gironde) fordert eine Resolution des Parteitags, die den Entschluß der Partei, den AlkoholismuS zu bekämpfen und gesetzgeberische Maßnahmen gegen ihn zu fördern, klarstellt. Er wendet sich gegen die Erklärung Guesdes, der sich darauf berufen hat, daß Gemaßregclte oft eine Existenz im Alkoholverschlcitz fin- den. Dieses Argument ist kläglich.(Protestrufe und Beifall.) Ge- maßregelte sollen an die Solidarität der Arbeiter appellieren, nicht das Werk des Kapitalismus sozusagen fortsetzen und ihren Kameraden Gift verkaufen. Ein einstimmiger Beschluß der Frak- tion hätte eine ungeheure Wirkung auf die Arbeiterklasse ausgeübt. Mit Trunkenbolden kann man keine Revolution machen.(Anhaltender Beifall, Protestrufe, Tumult.) Compere-Morel: Die Einschränkung der Alkoholschänken kann den Alkoholismus nicht eindämmen. Sonst hätten wir für den Antrag gestimmt. Das beste Mittel gegen den Alkoholismus ist die Propaganda, die den Arbeiter. für Gewerkschaft und Partei gewinnt. In Ronbaix ist der durchschnittliche Alkoholvecbrauch in 8 Jahren von 7 Litern auf 3 heruntergegangen. Ein Delegierter aus dem Calvados erklärt, daß der Arbeiter in die Gewerkschaft nur dann kommt, wenn man ihn dem Wirts- hauSleben entreißt. In den Bogesen wie in der Rormandie schei- tert die Propaganda am AlkoholismuS in den Massen. L a f o n t weist auf die Antialkoholbewegung in den Gewerk- schaften hin. Wenn der Schnapsschänkcr ein Opfer des Kapitalis- muS ist, so ist er um so gefährlicher, weil seine Kameraden aus Sympathie noch mehr bei ihm konsumieren als bei andern. In ganz Europa reglementiert man den Alkoholberkauf, bei uns sttm. mcn sozialistische Deputierte gegen die Beschränkung und schweigen auch über andere Mittel der Bekämpfung des Alkoholismus. Der Grund ist die F u r ch t v o r d e m B u d i k e r, dem einflußreichen Wähler.(Tumult.') G u e s d e: Wir haben den Antrag zurückgewiesen, erstens weil wir nicht glauben,'daß die Einschränkung der Verschleiß- lizenzen den AlkoholismuS einschränkt. Weiter aber auch, weil daö Projekt Reinach eine bourgeoise Komödie war, bei der wir als Sozialisten nicht mitspielen wollten. Die Angelegenheit wird der Resolutionskommission zugewiesen. Tie Affäre Compere-Morel und GheSquiere. Da der Punkt„Parteiberichte" erschöpft ist, wird die eigent- 1 liche Verhandlung über die Intervention Comperc-Morels eröffnet. Sie nimmt einen großzügigen Charakter an und rollt das ganze Problem der gewerkschaftlichen Taktik auf. Laudier(Eher) fordert Aufklärungen von den beiden Depu- tierten- Er ist kein Anhänger des Streiks als Selbstzweck und fordert die korporative Aktion der Gewerkschaften, aber er katin die Aeutzerungen der zwei Genossen nicht billigen und findet auch einen Widerspruch darin, daß dieselben Genossen, die in der Frage der Altersversicherung die unbedingte Autorität der„Anarchisten" der C. G. T. anerkannten und sich nicht an den Beschluß von Ntmcs binden wollten, die Partei zu einer aggressiven Taktik gegen den Antimilitarismus, Antiklerikalismus und Antialkoholismus der C. G. T. bewegen wollen. Auf Ihren Antrag hat der Nationalrat beschlossen, daß die Partei immer, wenn es sich um eine Arbeiter- frage handle, im Einvernehmen mit der C. G. T. vorgehen solle. Wie kommt es dann, daß Sie die Beschlüsse der Gewerkschaftskon- gresse nicht als bindend anerkennen wollen? Entweder das eine oder das andere! Und nun kommt dazu, daß Sie so mitten in der Aktion gegen den Krieg und gegen die Caillauxsche Reaktion ge- handelt haben. In der Kammer, vor den Gegnern, ist nicht der Platz zu Auseinandersetzungen solcher Art. Der Redner empfiehlt die Annahme der Resolution Nr. 3 der Scine-Födcration, die an- lätzlich des Zwischenfalls die Beschlüsse der nationalen und inter- nationalen Kongresse in Erinnerung ruft.(Beifall.) L e b u S(Nord) legt die Gründe dar, warum seine Föderation den beiden Genossen einstimmig ihre Anerkennung ausgesprochen hat. Ihre Intervention war mutig und opportun und wir sind darüber glücklich. In unseren Versammlungen hören wir direkt antisozialistische Erklärungen der Syndikalisten. Wir im Norden gehen Irrtümern herzhaft zu Leibe. Wir haben genug von der Sabotage, vom revolutionären Generalstreik, von dem man immer spricht und den man nie macht, da die Streikenden fehlen. Diese Propaganda ist der Krebsschaden der Gewerkschaftsbewegung. Laudier sagte, die Gewerkschaft, wie sie die beiden Deputierten meinten, sei eine Gewerkschaft des sozialen Friedens, aber das gerade Gegenteil ist wahr. Denn sie ist die Organisation, die alle Arbeiter zur Verbesserung ihrer Lage vereinigt. In den Pappendcckelgewerkschaften mag man revolutionäre Tagesordnun- gen beschließen, aber dieser Syndikalismus ist dem Unternehmer- tum ungefährlich. Die englischen und deutschen Gewerkschaften haben diese Periode hinter sich. In England und Deutschland steht die Arbeiterklasse in den Gewerkschaften. Wir müssen ebensoweit kommen. Revolutionäre Phrasen schrecken nur die Massen ab. Man sagt, die Hilfskasseneinrichtungen lägen nicht im französischen, lateinischen Charakter. Aber die zahlreichen Arbeiter und Bauern, die Mitglieder der Selbsthilfevereine sind, sind ein Beweis, daß es sich nicht um eine Frage des„nationalen Temperaments" handelt. Von vielen Propagandisten der C. G. T. wird gegen die hohen Bei- träge agitiert.(Widerspruch.) Redner verliest diesbezügliche Stellen au« einer weitverbreiteten Broschüre des KonföderationS- sekretärs U v e t ö t. Die ernsten Gewerkschaftler haben erkannt, daß in den Erklärungen der beiden Deputierten der gesunde Menschenverstand zu Worte gekommen ist. Wir verlangen, daß der Kongreß ihre Aeutzerungen billige. Der Redner schließt mit der Verlesung von H e r v e S Artikel über die deutschen Reichstagswahlen, der der C. G. T. dieselben Wahrheiten sage.(Beifall einer Hälfte des Parteitags.) Do r m o h(Sekretär der Seine-Föderation): Unsere Resolution will die beiden Genossen nicht persönlich tadeln, schon darum, weil wir wissen, daß ein bedeutender Teil der Partei wie sie denkt. Ghesquiere unterlegt der direkten Aktion einen Sinn, den ihr die Mehrheit der französischen Gewerkschaften nicht gibt. Ghesquieres Behauptung, daß die C. G. T. stagniere, ist nicht richtig. 1011 ist sie auf 305 000 Mitglieder gestiegen und hat 45 000 gewonnen. Nur die Bauarbeiter und Eisenbahner haben infolge unglücklicher Streiks verloren. Sicher ist die Organisation noch nicht groß, wenn man sie mit der anderer Länder vergleicht, abet die Kameraden, die heute an der Spitze der C. G. T. stehen, tragen keine Schuld daran. Die Stagnation der Industrie selbst und der alte Sektenstreit der Sozialisten haben mitgewirkt. Bedenken wir, daß die gewerkschaftliche Einheit kaum ein Jahrzehnt besteht, daß sie sofort furchtbare Kämpfe und Schwierigkeiten zu überstehen hatte, daß das Handelsministerium erst seine Hand auf sie legen wollte und, als dies nicht gelang, der Staat gewalttätig gegen sie wurde. Weiter war die LebenSmittelieuerung ein großes Hindernis. Heute aber wird ernste Organisationsarbeit geleistet. Sehen Sie die Bauarbeiter an, die die revolutionäre Aktion und den Kampf für Verbesserungen vereinigen. Die gute Organisation und die gute Methode setzen sich immer mehr durch. Als Sozialist hoffe ich, daß der Tag kommen wird, wo die Mehrheit der Gewerkschaften die Rolle der Partei würdigen wird. Aber diese EntWickelung können wir durch Kritiken von außen her nicht fördern. Die Erklärungen der beiden Deputierten sind mit den Stuttgarter Erklärungen B e e r s nicht vereinbar. In Kopenhagen, wo wir den tschechischen Konflikt hatten, erklärten alle Redner, daß das Schwergewicht der Stuttgarter Resolution in der Einheit der Gewerkschaftsbewegung liege. Der Gewerkschaftstheorie Compere-Morels und Ghesquieres stellen wir die der Internationale entgegen, die neben und über die Tagesarbeit den Kampf für die Idee der proletarischen Befreiung stellt. Sicher ist der Streik eine gefährliche und schmerz- liche Waffe, ist er aber nicht oft unvermeidlich? Sie berufen sich auf England. Aber Keir Hardie hat uns hier erklärt, daß sich die englischen Arbeiter immer mehr vom alten Korporatismus ab- wenden. Und kann man in Deutschland sagen, daß die Gewerk- schaften, wie die beiden Deputierten es wollen, weder rot noch gelb find? Sicher, sie appellieren an alle Arbeiter ohne Unterschied. Aber trotzdem sind sie sozialistisch, ihre Funktionäre sämtlich Parteimitglieder. In der C. G. T. nimmt die Tendenz für die hohen Beiträge zu. Sicher können wir von der C. G. T. fordern, daß sie im Nahmen ihres Beschlusses von Amiens bleibe und nicht auf die Partei losschlage. Aber dies müssen wir in den GeWerk« schaften selbst fordern, nicht auf der Tribüne der Kammer. Die Gewerkschaft bereitet die Emanzipation deS Proletariats vor, weil sie dieses geistig aufweckt und organisiert.(Anhaltender Beifall.) D o i z i e �Buchdrucker und Vorstandsmitglied des Verbandes der Arbeitsbörsen) dankt den beiden Deputierten für ihre Inter» vention. Es gibt in den Gewerkschaften eine antisozia, l i st i s ch e Tendenz. In Compere-Morels Rede war namentlich die Erklärung zu begrüßen, daß die„Gewerkschaftsbewegung sich nicht selbst genüge".. 'M □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ Sinsepmgs.jliissteiierWoehe Günstige Gelegenheit» enorm billigen Einkäufen □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ VWWVVVV,/.V.V.V.W«WAV.VA"ASV«'AV�.VAV�.W/.V.W.V.WMVAWM%VSV.WWVW�JVV.V.V.VaV.V.V%V.%V.V.W�JV/,/UWJWJWWWWW und 1 Rcinroollene Lhevlots doppeiibreit..... j«ut Hoter 62 pt für SmlttusstBtlamn! £ S CS I CS v c s b 3 C n L G 6 0 □ □ D □ hemäenluch 80 cm weit. Stück von 10 Meter....... 2.45 Fertige Bettbezüge Deckbett und 21» ei Kissen..... 2.75 weihe Bettlaken 0l.no d»bt.!ertt« zesZumt....... 90 PI. 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Hanneman», Breslauer Str. 8. R. ftritfe, Lanciestr. 29, IV. 'Paul Watschte, Andreasstr. 1k. 'Hermann David, Weidcnweg 3. Helene Kolberg, Mcmeler Str. 31. 'Paul Peterson, Weidenioeg 83. Hermann Kaselow, Fricdcnstr. 74. Franz Kriiger, Poscner Str. 25. »Joh. Heiden, Weidenweg 26. 'Ernst Boss, Voigtstr. 6. 'Gustav Brösel, Fruchtstr. 83. Max Lerche, Tilsiter Str. 44. 'August Körli», Rigacr Str. 46. E. Tornow. Wcidenweg 8. 'Johann Liebich. Memeler Str. 7. Otto köglin, Schreinerstr. 55. Anton Fröhlich, Langestr. 56. Fr. Schubert, Romintener Str. 3t>. 'B. Spenkoch. Tilsiter Str. 90. Robert Zisowski, Tilsiter Str. 76 II. Rudolf Pohl, Kopcrnikusstr. 3 I. Adolf Löschte, Kl. Andreasstr. 6. Will). Göse. Markusslr. 27. 'Friedrich Kürschner, Fruchtstr. 61. 'Geltings, Grüner Weg 66. Otto Stcrnke, Krautstr. 1». 'Schencrmann, Proskauerstr. 39. Südosten. Adolf Domann, Lauscher Str. 7. 'August Lesevre, Adalbertstr. 18. 'PH. Baebr, Naunynstr. 24. Emil Gabler, Cuvrystr. 48. 'Louis Fischer, Wiener Str. 57d. 'Gustav Zillich, Farster Str. 8. 'Robert Kessler, Mariannenstr. 37. 'Jean Brunn, Wrangelstr. 15. 'Fritz Lobbes, Adalbertstr. 58. 'Wilhelm Friebel, Farster Str. 39. 'Wilh. Stübner, Eiicnbahnstr. 33. 'Kammlcr, Reichcnberger Str. 157. 'Paul Reichelt, Wrangelstr. 62. '♦Adolf kuntze, Grünauer Str. 4. 'Robert Franke, Britzer Str. 20. Beruh. Müller, Rcichcnbergerstr.141 'Angust Bogel, Admiralftr. 23. Koelpin, Admiralftr. 9, Wolff, Görlitzer Str. 57. Süden. 'Wilh. Boerner, Ritterstr. 15. 'August Zech, Gitschiner Str. 53. ♦Gustav Schmidt, Gräsestr. 68. 'Gustav Lochmann, Wasscrtorstr.49. Südwesten. Wwe. Lücke, Möckernstraße 116. Nordwesten. 'Richard Kiepert, Zwingliftr. 29. Otto Bornkcssel, Waldstr. 39, III. 'Wilhelm Bundschuh, Birkenste. 48. 'Robert kern, Stromstr. 25. Richard Schopp««, Wiclesstr. 46,1. ♦H. Hagedorn, Emdcncr Str. 47. 'Bösenberg, Rostocker Str. 21. 'Paul Müller, Beusselsw. 28. Julius Löbel, Beusselstr. 62. Norden. 'Wilh.«lanck, Ackcrstr. 1l9. 'I. Stabrch, Gleimstr. 10. Rudolf Runge, Jnvalidenstr. 20. 'Emil Herforth, RügeNer Str. 7, Eingang Pntbuser Straße. 'Frau Luise Nuss, soldiner Str. 69. 'Wachsmuth, Freienwald er Str. 9. Schubert. Norweger Str. 4. August Bausdorf, Soldiner Str. 14. 'Teglow. Hochitr. 2a. 'Paul Mazanke, Pankstr. 24. 'Hermann Kornetzki, WollinerSt. 23 Kempers, Fehrbelliner Str. 57. 'A. Lindema»», Rhcinsberg. Str. 37. 'Fritz Sperber. Ruppiner Str. 44. 'B. Moritz, Bernauer Str. 18. Liebrecht, Weißenburgcr Str. 83. 'JuliuS Nicke, Saarbrücker Str. 7. 'Wilh. Klein, Müllerstr. 184 'Paul Opitz, Ldnarstr. 2. 'B. Robrahn, GreifenhagenerStr.16. 'Engelhardt, Schönhauser Allee 50a. Hellmann, Schönhauser Allee 40a II. 'Frau Krause, Biel entHaler Str. 9. 'Oskar Klose, ReinickcndorserStr.36. H. Bongardt, Gleimstr. 40. F. Zimmermann, Tresckowstr. 13. 'Kricdemnnn, Stargardcr Str. 74. 'Franz Fritz, Triststr. 4 Paul Noa, Malplaquetstr. 24, I. 'Wilhelm Nutz, Antonstr. 2. ♦W. GöPPner, Maxstr. 13a. August Schirmer, Jnvalidenstr. 2. 'E. Gobien, Freienwalder Str. 22. 'LouiS Hoffmann, Gaudystr. 5. 'Robert Eckert, Kolberger Str. 15. 'Robert Grcwe, Wiesenstr. 19. 'P. Goriwoda, Stolpische Str. 44. 'Aichenbrenner, Schliemannstr. 4. 'Ad. Krämer, Schwedtcr Str. 18/19. 'Friedrich Schulz, Wiesenstr. 60a. Alberl Haspel, im Hnmboldthain. 'August Ben tel, Bicsenthaler Str. 24. 'Eduard Möhl, SchönholzerStr. 11. 'H. Herberg, Gleimstr. 65. 'Karl Habersaath, Graunstr. 40. 'Gustav Hennig. Koloniestr. 129 'W. Pollwitz, Schliemannstr. 47. 'A. Kaerger, Prenzlauer Allee 169. 'Paul Kneifet, Ackerstr. 131. 'Schlossers Nachf., Gcrichtstr. 2. Jakob Götting.Liebenwaldcr Str. 5. 'G. Stahlbcrg, Dunckerstr. 12. Paul Noack, Schönhauser Allee 56. 'Ernst Schulz, Bernauer Str. 2. 'Willy Serre. SwincmündcrStr.55. 'Gustav Henze, Stctliner Str. 61. Otto Braun. Ruppiner Str. 14. 'Rod. Grnzkow, Lortzingstr. 24. 'W. Balzer, Ramlerstr. 12. Prager, Rupviner Str. 25 I. Friedr. Berlin, Ackerstr. 130. 'Pflug, Rcinickciidorscr Str. 71. E. Hildcbrandt, Rügener Str. 26. 'H.JungftanS,ReinickcndorserSt.1v6 'H. Ziehm, Bernauer Str. 48. 'Scmniler, Brunnenstr. 103/104 'Schuhmann, Bohenstr. 18. 'Zöllner, Stettiner Str. 20. 'Weidncr, Höchste. 48. 'Hübner, Rügcner Str. 18. 'Fröhlich, Reinickendorfer Str. 87. Marie Tulla, Gleimstr. 53. 'Scherring. Brunnenstr. 90. Schubert, Norweger Str. 4 Nordosten. Marie Klofs, Palisadenstr. 101 pt. B. Locwindorff, Weinstr. 6 II. W. Eckendrecht. Höchstestr. 7 III. Otto Bcttcr, Höchstestr. 32. 'Jos. Krobisckn Büschingstr. 20. 'MaxPolefs, FricdrichSberger Sir. 10 'Jakob Reul, Barnimstr. 42. 'Karl Müller. Rykestr. 38. 'A. Dierbach, Winsstr. 25. 'Th. Bernhöft, Greisswaldcr St. 207. 'Gustav Pinner, Tresckowstr. 36. Georg Bürger, Tresckowstr. 38. 'Heinrich Olle. Mctzcr Str. 22. ♦Wolter, Maricnburger Str. 32. 'Richter, Landsberger Allee 145. 'Gustav Wittenberg, Barnimstr. 15. 'M. MocwuS, Weinstr. 29. 'Hugo Wache, Koppenstr. 46. 'Äug. Kley, Friedrichsberger Str. 19. Blaüzwir», WoIdenbergcrStr.12 II. 'Galla, Elbinger Str. 41. Zentrum. ». Mu A. Ehaim, Mulackstr. 11, I. 'Otto Probst. Linienstr. 25. Vororte. Rob. Hcllmer, Sldlershof. Karl Janckc, Adlershos, Friedenstr.16. 'Rud. Otto. Adlershos, Sedanslr. 29. Bcnkerl, Adlershos, Bismarckstr. 58a. Albert Schumacher, Lichtenberg, Wartenbergstr. 68. 'Fritz Ehlert, Britz, Rudower Str. 5. 'H. Troinpa, Lichtenberg, Scharn- lvcbcrftr. 44. 'Harting, Lichtenberg, Rummels- burgcr Str. 18. 'Kaiser, Lichtenberg, Möllendorss- straße 15/17. 'Joh. BobrowSki, Rummelsburg, Crossencr Str. 17. 'Maserkopff, Boxbagen, Weser str. 35. 'Schütze, Rixdors, Wißmannstr. 22/23. -Schulze, Rixdors, Steinmctzstr. 110. Gustav Becker, Rixdors, Jnnstr. 29. 'Alb. Schuster, Rixdors, Fuldastr.15. I. Gans, Rixdors, Fricdelstr. 3 III. 'F. Ehl ert, Rixdors. Hermannstr. 226 'Gustav Carl, Rrxdors, Prinz- Handjcry'Str. 59. 'Bortmann, Rixdors, Emser Str. 90. 'Klein, Wilmersdorf. Uhlandstr. 128. 'Paul Witt, Steglitz, Düppelstr. 5. 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Garten- W>WWM�7+106* Sauber möblierte Schlasstelle, separat, 1—2 Herren(Königstor), Lippehncrftraße 32, Seitenflügel I, vermietet Pvller._+56 — Schlafstelle. DreSdcncrslraßc 30, III. Licrente._ 30/15 Möb lierte Schlasstelle. Opper- mann, Naunynstraße 86, vorn I. Schlasstelle, möbliert, Fiurcingang, DreSdrnerstraße 40, vorn III. 31/1 Möblierte Schlaistelle, Vorder- zimmer. Plehn, Panlstrah« 25.+94 Schlafstelle, Vorderzimmer. Petzold, Nazarethkirchstraße 46._+84 Schlasstelle für Herr,«(allein), Reichenbcrgerstraße 115, Ouergeb. I. Jachmann._+120 Gut möblicrle Schlasstelle Deuffcl- straße 32, Witwe Biarz._+101 Schlafstelle vermietet mann. Prinzenstraße 33 IV. Groß- +61 Möblierte schlasstelle Dresdener- straße III, vorn I, Landgraf.+61 Teilnehmer zur möblierten Schlafstelle Kramst. Dresdener- straße 128/129, am Kottduser Tor. Freundliche Schlasiielle vermietet Jgler, Wendcnstratze 2, vor» III, Görlitzer Bahnhof.+9 Saubere Schlasstelle, Herren, Wakdcmarslraße 10, III. Schneider. 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Cafö-ingestellle! tculmg! Wegen Nichtanerkennung des LohutariseS sind für organisierte Gehllsen bi» aus weiteres gesperrt: Neukölln, ,, Ldiwedler, Bcrgttr. 66 Often s n Leitmeyer, Petersburger Str. 91 Norden s„ Reunion, Rofenthaler Str. 68. Caf6 Gerber, Hascnheide 39, Cafe RathnuM, Xen- ktilln, Bergstr. 7 und Cafe Jahn, lla»,cnheido 19, haben unsere Fordemugen bewilligt und ist die Speere ausgehoben. 36/4*___ Die OrtsveriraltnuF. Tüchtigen Grundlerer, welcher mit Krastbetrieb vertraut ist, ver« langt Goldleistensabrit Charlotten- straße 7. 19Sb Marmorschleifer verlangt SSil« Helm Prieß, Oranienstraße 20. 2l4b Lehrlinge verlangt Seiler. Kunst- bauschloffcrci, Stcinmetzstraße 34. Tüchtige Schlosser für Ober- sensteröffticr, die mit Montage der- selben vertraut find, sucht sosort D. Scherbe!, Schönbauser Allee 56. Bluseii-Stepperinnen, Kleider- arbeiterinnen oerlangt dauernd bei ! 8,00—24,00 Wochenlohn. Elektrischer Betrieb. 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