Nr. 233. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big frei tm's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit ( lluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingert. in der Poft Beitungs: Preislife für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für di fünfgespaltene Petitzeile oder deres Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 f Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: 3mt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 4. Oktober 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Schuh für Bauarbeiter.arbeitern, wie sie heißen mögen, ordentlichen Schuß werden. Dadurch wird den städtischen und staatlichen Gesundheit gewähren soll. Welche Behörden zu Gemüthe geführt, was sie Alles bisher verWenn der Herbst kommt und der Winter als sein Mißstände bisher auf diesem Gebiete herrschen müssen, das nachlässigt haben. Es wird der Beweis geliefert, daß die grimmiger Nachfolger, da pflegt es sich in den Kreisen der sieht man so recht aus diesen Vorschlägen. Der erste Ab- Unternehmergesellschaften, die man Berufsgenossenschaften Bauarbeiter zu rühren. Einestheils gehören die Herren schnitt verlangt, daß die Materialien und Werkzeuge zu nennt und die angeblich so Großes für die Unfallverhütung vom Baujach theilweise mit zu denjenigen Arbeitern, die Baugerüsten auf jeder Baustelle in hinreichender Menge geleistet haben wollen, eitel Flunterei getrieben und mit an ihr Loos und dasjenige ihrer schlechter gestellten Ge- und guter Beschaffenheit vorhanden sein müssen. Gar oft ihrer ganzen Unfallversicherung die Behörden an der Nase nossen manchmal erst denken, wenn die fetten Tage vorüber ist dies nicht der Fall; der Unternehmer spart und denkt, herumgeführt haben. Was aber das Wichtigste ist: auch sind und die mageren tommen; anderentheils erschweren die Kerle können sich behelfen; wenn welche dabei zu die Indifferenten, denen ihre Gesundheit und ihr Leben aber auch die wahnsinnige Arbeitszeit und die Haft des Grunde gehen, was scheert es mich?" Dann kommen ganz doch ebenfalls lieb ist, werden aufgerüttelt und darauf aufBauens, die in der günstigen Vauzeit herrschen, die Be- genaue Bestimmungen über Gewölbegerüste, Fassadengerüste, merksam gemacht, wer denn eigentlich Etwas für sie thut wegung unter den Bauarbeitern. Dieselben sind nach ge- Weißbindergerüfte u. f. w. Man sieht aus ihnen, daß die nur die klassenbewußte Arbeiterbewegung, nur der Fachthaner Arbeit so müde und abgerackert, daß sie für Arbeiter dem Unternehmer nicht mehr über den verein und die Organisation, sonst Niemand; und das ist Bersammlungen und Berathungen naturgemäß nicht Weg trauen und ganz genau vorgeschrieben haben wollen, ein mächtiger Hebel zur Agitau und zur Stärkung des viel übrig haben. Da bringen erst der Herbst wie die Gerüste aufgebaut sein müssen, weil so Zusammenhaltes. Auf diese Weise schlägt eine Bewegung, Politische tebersicht. und Winter etwas Erholung und die Möglichkeit manch er Brave unter ihnen wegen mangelhafter Vor- die anscheinend nur Fachkreise interessirt, zur Belebung der aufzuathmen, an die eigene Lage und diejenige Tausender fehrungen schon sein Leben hat lassen müssen. Wie be- Arbeiterbewegung überhaupt aus und es gilt dann für sie von Genossen zu denken, sowie Schritte zur Besserung der rechtigt diese Forderungen aber sind, geht daraus hervor, dasselbe, was das Buch der Frommen von den Gläubigen felben zu unternehmen. Dann treibt auch die Hungerpeitsche daß die städtischen Behörden in Stettin und Halle bereits fagt: Alles muß uns zum Besten dienen! der winterlichen Beschäftigungslosigkeit der Bewegung solche Vorschriften erlassen haben, freilich noch immer nicht Manchen zu, der sich früher stolz von ihr fern hielt. So ganz nach Wunsch der Arbeiter, aber doch als Anfang ist auch jetzt wieder ein ganz erfreulicher Aufschwung in eines wirksamen Bauarbeiter- Schutzes. Drei Arten von der Bauarbeiter- Agitation zu bemerken; und gleichzeitig Baugerüsten wollen die Frankfurter Genossen ganz verboten fieht man, daß ein Gegenstand vor allem die betheiligten haben, weil sie von den Bauarbeitern von vornherein als Kreise beschäftigt: der Schutz der Bauarbeiter auf den Mordinstrumente betrachtet werden. Und man kann den Baustellen selbst, ihre bodenlos leichtsinnige Gefährdung Bauarbeitern doch gewiß nicht nachsagen, daß sie zu ängstBerlin, den 3. Oktober. durch die Gewinnsucht der Unternehmer, unter denen sich lich wären; im Gegentheil, viele von ihnen sündigen an Der Aufruf der deutsch- konservativen Partei zu bekanntlich überall sehr unsaubere Elemente befinden. Der ihrer Gesundheit durch zu große Waghalsigkeit. Ferner sollen den Landtagswahlen ist erschienen, in demselben äußern die Bauarbeiter wird eben nicht blos durch das Lohnsystem überall Fangvorrichtungen angebracht werden, namentlich Junker ihre vollste Befriedigung mit der Thätigkeit des tapitalistisch ausgebeutet, sondern auch noch besonders unter dem Dache für Dacharbeiter, damit sie nicht jeden verflossenen Landtages. Würde man dem Wahlaufrufe törperlich weit über das erlaubte Maß hinaus abgenutzt Fehltritt und Sturz mit dem Tode büßen müssen, Vor- Glauben schenken dürfen, so hätten die Junker überhaupt und gefährdet durch mangelhafte Schutzvorkehrungen auf fichtsmaßregeln, die übrigens auch der Reichs- Postverwaltung nichts mehr zu wünschen als das Einleben des bisnun von Bauten. Er muß eine Extrablutsteuer an den Bau- dringend anzurathen wären für ihre Telephonarbeiter. Weiter ihnen Erreichten. Es wäre aber ein politisches Verbrechen unternehmer zahlen, muß nicht blos feine Arbeitskraft, verlangt der Frankfurter Entwurf einer Schutzverordnung dies glauben zu wollen, es hieße dies die Unersättlichkeit sondern stündlich und täglich sogar sein Leben für den ordentliche Beleuchtung der Bauten, Zulegung der Stockwerke, des Junkerthums unterschätzen. Sehr mager ist Kapitalisten zu Markte tragen, mehr als jeder andere Nothtreppen, Schluß der Fensteröffnungen bei den Arbeiten demnach ihr Programm für die nächsten Legislaturperioden. im Inneren, Verbot der giftigen Koaksöfen zum Aus- Sie fordern die Ausgestaltung der Voltsschule auf der Daher erklärt es sich, daß jetzt' gleichzeitig in Berlin, trocknen, Baubuden in bestimmter Größe je nach der An- festzuhaltenden Grundlage des Christlichen und Konfessionellen, in Hannover, in Braunschweig, in Frankfurt a. M. und in zahl der Arbeiter, reinliche Aborte, deren Zustand jetzt hiervon soll die Regelung der äußeren Schulangelegenheiten, anderen Städten die Bauarbeiter in eine lebhafte Agitation manchmal geradezu ekelerregend primitiv ist, und was die wie die Ordnung der Lehrergehalte, der Pensionen, der Schulfür befferen Schutz auf Bauten eingetreten sind. Aus den Hauptsache ist, zur Kontrolle dieser Bestimmungen die An- hausbauten und dergleichen abhängig gemacht werden. Dann Berliner Stadtverordnetenversammlungen sind ja die heißen stellung von Inspektoren aus dem Bauarbeiterstande. wird den Mittelklassen zugesichert, daß die Herren von und Kämpfe der sozialdemokratischen Vertreter mit der bürger- Darin liegt mit der Schwerpunkt der ganzen Sache woßu für ihre Erhaltung und Förderung eintreten lichen Mehrheit um die geringfügigsten Verbesserungen des ein Bauarbeiter allein weiß, wie es auf Bauten zugeht, werden. Wären die ländlichen Wählermassen aufgeklärt, Bauarbeiter- Schutzes noch in Aller Erinnerung. Der Vor- die städtischen Beamten wissen es nicht. Werden Bau- wären sie fähig ihre eigenen Interessen zu wahren, sie wärts" hat dieser Tage erst rügen müssen, wie die Bau- arbeiter für die Stellen der Kontrolleure genommen, dann würden keinem Landrath und Großgrundbesizer ihre Stimme arbeiter am neuen Reichstagsgebäude auf Gerüsten und wird die Aufsicht allein wirksam und sorgfältig geübt wer- geben. Aus eigener Ueberzeugung thun sie es auch heute nicht, Brettern ihre Mittagsruhe halten müssen, statt in einer den und die Revision wird nicht ein solcher Spott sein, aber ihre Interesselosigkeit an den politischen Vorgängen und der ordentlichen Baubude. In Hannover und Braunschweig wie es beispielsweise jetzt vielfach die Fabrik- und Gewerbe- sanfte Druck der Bureaukratie führt den Konservativen vorerst dreht es sich um Forderungen, welche einigermaßen Schuß Inspektion ist, weil sie durch Kesselrevisoren oder Militärs noch Stimmen zu. Doch auch das Kartenhaus der konser vor der Kälte bei inneren Bauarbeiten und vor den giftigen a. D. ausgeübt werden muß. servativen Partei wird zusammenfallen und neues Leben Arbeiter. Gasen der Koaksöfen gewähren. Am gründlichsten haben Diese Versuche, dem Bauarbeiter zu einem menschen- wird aus den Ntuinen hervorsprießen. aber die Genoffen vom Baufach in Frankfurt a. Main würdigen Dasein auf der Baustelle zu verhelfen, sollten nach So lange freilich auf grund des elendesten aller Wahldie Sache angefaßt. Sie haben eine ganze Bau- den genannten Beispielen von den Genossen in jeder systeme der preußische Landtag erwählt wird, können auch polizei Verordnung ausgearbeitet, welche den Bau- größeren Stadt immer und immer wieder unternommen Parteien, die nur die Sonderinteressen eines engen Kreises 0 Feuilleton. [ 24 und verzweifelten Mienen nicht mehr, mit denen sie zuerst Eustach, da ich jetzt Euer aller Bruder bin, so laß auch vor dem Anführer erschienen waren. jenes leere Wesen der Weltmenschen fahren und nenne mich du, wie es unter Euch gebräuchlich ist." Edmund war wieder zur Besinnung gekommen, und als Wie Du willst!" rief jener erschüttert aus, aber ich er seine Augen aufschlug, saß Mazel vor seinem Lager, und bin wie im Himmel, daß ich das noch habe erleben können, der braune Eustach, der sich, obwohl selbst verwundet, zu daß Du, Bruder, der Du so hoffärtig warst, so mit mir Der Aufruhr in den Cevennen. feinen Diensten herbeigemacht hatte, kniete an demselben. umgehst. Sie leugnen immer die Wunder, und das ist denn Eine Erzählung von Ludwig Tied. " Ich und viele von uns", sagte ein anderer Bursche, haben wohl zu Zeiten schon unter Euch gedient, Roland; dann gingen wir aber wieder in das Dorf zurück." " konnte lange die Erinnerung nicht wiederfinden, wie er doch wahrlich eins." dorthin gekommen sei, und die wilden Männer sowie der Laß ihn in Ruhe, Bruder Eustach", sagte Mazel,„ erBlick aus der Hütte über die Gebirge und Wälder hin, hitze und ängstige ihn nicht wieder, damit er bald hergestellt verfekte ihn in eine wundersame Stimmung. Indeß sei."" Erzähle mir", sagte Edmund, Bruder Abraham, vermochte er bald bald wieder wieder einen Begriff mit dem um meine Einbildung auf einen festen Punkt zu richten, andern zu verknüpfen und seine ganze Seele zu die sonst krankhaft in alle Frre schweift. Erinnere ich sammeln. Seine Einbildung war noch mit Cavalier mich recht, so sagtest Du heut in jenem wunder„ Das ist unsere beste Art, Krieg zu führen," antwortete beschäftigt, und ihm dünkte, er könne ihm folgen und sähe baren Streit, den mein Gemüth noch immer nicht Das ist unsere beste Art, Krieg zu führen," antwortete ihn bald wie einen Schatten, bald wieder heller, doch war begreifen kann, Du habest den gegenwärtigen Krieg an Roland, denn so sparen wir zu Zeiten den Proviant, es dann, als wenn sein Fieberzustand ihn hindere, daß er gehoben. Oder war's nicht so? Melde mir etwas davon, und unsere Truppen bleiben frisch und streitlustig. Ich das Bildniß des Freundes und die Gegend, in der er war, denn ob ich gleich in diesen Gegenden erwachsen bin, so fenne Dich wohl, Adam, auch dort den kleinen Schuster nicht wirklich in Farbe und Umriß könne gerinnen machen. weiß ich doch nur wenig vom Zusammenhange dieser Eustach tüßte seine Hände und badete sie mit Thränen. Sachen." mein theurer junger Herr!" rief er dann schluchzend, Anton." F Anton machte sich hervor;„ ja, lieber Bruder, seht, ich bin so glücklich, daß die Schuhe, die ich Euch mal gemacht daß Sie nun auch unter uns sind und gleich etwas so ist auch nicht wahr, sowie man die Sache nimmt, und so Mazel erwiderte:" Es ist wahr, Bruder Edmund, und habe, noch halten."- Er fiel nieder und wollte ihm die Schlimmes von unserem wildesten Propheten haben erfahren ist es auch wohl mit den allermeisten Dingen in der Welt. Knie umarmen, aber Roland hob ihn auf. Sieh, müssen! Ja, Bruder Ravanel ist der schlimmste hätte ich war ein Bursche, so ohngefähr zwanzig Jahre alt, als Roland," sagte Anton, ich liebe und ehre Dich so ich doch bald in meiner Dummheit der gottloseste gesagt; man mit einem Male unsern reformirten Gottesdienst einsehr, daß ich Dein Fußschemmel sein möchte, auf dem der Himmel verzethe mir meine Sünde. Nein, wir alle, stellte. Es ging uns allen im ganzen Lande zu Herzen. Deine müden Beine ausruhten. Ich habe schon sonst und er selbst mit, müssen oft neben ihm beten, daß der Ich war erst nur Buschläufer bei dem Herrn von Mende wacker zugeschlagen, aber nun soll es noch ganz anders Herr seinen brünstigen Eifer mäßigen möge, denn zornig an der Rhone. Da entstand das Wandern aus dem Lande: tommen. Stich an Stich soll es gehen, und mein Pfriemen ist er fast immer, aber nur allzu häufig wie rasend. Ist Adel, Kaufleute, Bauern und Bürger zogen weg( denn es und der Draht soll ihnen durch Herz und Gedärme zucken, Ihnen denn besser, mein gnädigster Herr?" daß die Seele wie eine gefangene Ratte pfeifen soll." war noch erlaubt), nach der Schweiz, Holland, England, Edmund drückte ihm die Hand und sagte:„ Ich fühle, Deutschland, wo man fie gern aufnahm, denn die Aermern Alle schienen, zum färglichen Mahl gelagert, etwas mehr daß die Wunde nicht viel zu bedeuten hat; nur die Ver- waren fleißige Arbeiter, hatten Renntniß von Manugetröftet und beruhigt; man sah wenigstens die verzerrten blutung hatte mich ohnmächtig gemacht. Aber, Bruder fakturen und brachten manche Künste und Vortheile vertreten, zu parlamentarischem Nebergewicht gelangen. Das in dem er allein die deutsch- hannoveranische Partei verwird aber niemanden darüber täuschen, daß die konservative treten hat. An seine Stelle dürfte ein Zentrumsmann gePartei ebensowenig im Volke wurzelt, als der preußische wählt werden. Landtag ein Recht auf die Bezeichnung Volksvertretung hat. Die Antisemiten wollen in Berlin, in der Mark, in Breußisch Hessen und im Königreich Sachsen Kandidaten zum Landtage aufstellen. " Zu den Reichssteuerplänen äußerte sich der bayerische Finanzminister im Landtage. Er führte aus, daß die Frank furter Finanzminister- Konferenz sich geeinigt habe, die Reichsausgaben lediglich auf dem Wege der indirekten Stenern durch eigene Reichseinnahmen zu decken und die Reichsschuldenlast zu vermindern, ohne drückende Belastung des deutschen Volkes und unter möglichster Schonung der minder Bemittelten sowie theilweiser Entlastung der Produzenten. Die inszenirten Agitationen seien nicht von Bedeutung, die geplanten oder ähnliche Maßnahmen seien jedoch absolut nothwendig, um eine Erhöhung der Matrikular beiträge zu vermeiden. Wir wissen, was wir von diesen Aeußerungen zu halten Bürgerschaft keinerlei hochverrätherische, noch die Verfassung haben und haben dies in einer Reihe von Leitartikeln unseren bedrohende, noch die persönliche Sicherheit verlegende Um Lesern schon dargelegt. Indirekte Reichssteuern, die große triebe in großem Maße vorkamen. Allerdings sei die Er Summen dem unerfättlichen Militärmoloch zuführen sollen, bitterung des Czechenvolkes gewachsen, weil man ihm den müssen die breiten Volksschichten belasten. Bei den heutigen Ausgleich aufdrängen wollte, der seine Interessen und Erwerbsverhältniffen des Volkes aber wird jede, auch die Rechte verletzt. kleinste Mehrbelastung nur schwer getragen werden können, So sehr wir mit allen Berfolgten sympathisiren, so um wie viel mehr, wo es sich um so außerordentlich große müssen wir doch bemerken, daß es eine Fälschung von Summen handelt. Herrn von Riebel's Bigarren tönnen Thatsachen ist, wenn die Jungezechen sich über Germanium je einen oder zwei Pfennige verthenert werden, ohne sation beklagen zu können erklären. daß ihn dies irgendwie stört, während die Vertheuerung absichtlich habe entfliehen lassen, um dessen für mehrere hoch gestellte Personen sehr kompromittirende Aussagen zu ver hindern. Manche Stimmen sprechen ihre Verwunderung darüber auß, daß die Polizei ihn nicht besser überwacht und seine Flucht nicht unmöglich gemacht habe. Die Polizei entschuldigt sich damit, daß ihr in dieser Richtung von der Gerichtsbehörde feinerlei Weisung zugegangen sei und sie daher nicht die Pflicht, ja nicht einmal das Recht gehabt habe, den Angeflagten polizeilich zu überwachen. Wie dem nun auch immer sei die Flucht Mongelli's ist einer der vielen unliebsamen" Zwischenfälle im Prozesse gegen die Banca Nomana. Nun " Die Jungezechen haben eine in Leipzig gedruckte, sofort nach dem Erscheinen konfiszirte Erklärung veröffentlicht, dieselbe führt nach einem Telegramm der Boss. 8tg." aus, daß seit der konstitutionellen Aera Italienisches. Wo Alles in Staats- oder Kirchendie Ausnahmemaßregeln gegen das Czechenvolk erlassen sozialismus macht, darf die stolze talia nicht allein zurückwurden, so oft sich dasselbe gegen die Germanisation bleiben, denkt Giolitti und hat beschlossen, in den wehrte. Das Czechenvolk hielt aber stets seine Rechte fest, nächsten Tagen eine Rede zu halten, in der er eine Reihe von bleiben. Gie feien auch unbegründet, da seitens der Prager fündet diesen kühnen Entschluß der Welt durch den offiziösen und die neuesten Maßnahmen werden ebenfalls erfolglos Gesetzen sozialpolitischer Natur befürworten will. Er verTelegraphen und läßt noch hinzufügen:„ Er der große Giolitti hofft durch diese Gesetze den Sozialismus diese Hoffnung haben auch zu verdrängen." Andere gehabt, zum Beispiel ein gewisser Bis und der jetzt zerschmettert gebrochen am march, Boden liegt, während der Sozialismus sich vorzüglichster Gesundheit und mächtigen Wachsthums erfreut. Interessant ist es aber und sehr schmeichelhaft für uns, daß alle realtionären Regierungen der Welt, und neuerdings sogar auch der Papst, in dem Sozialismus den letzten Rettungsanker erblickenfreilich nicht in dem umstürzlerischen Sozialismus der Dreipfennig- Bigarre auf vier Pfennige den Proletarier leitende Ausschuß des schweizerischen Arbeiterbundes auf frommen Staatssozialismus, der aus der ganzen mensch Einen außerordentlichen Arbeitertag beruft der der Sozialdemokraten, sondern in dem polizei- und militärzur Einschränkung des Konsums, zur Verminderung der wenigen Genüsse zwingen wird. Und so ist es mit allen den 5. November ein. Hauptgegenstand der Verhand- lichen Gesellschaft ein großes Arbeitshaus mit Kaserne und anderen Steuerplänen der Miquel, Riedel und Konsorten lungen ist: Die Stellungnahme der Arbeiterschaft zur Stirche zu machen bemüht ist. Nun, dieser Zukunftsstaat wird niebestellt. Herrn von Riedel wird es nicht gelingen, das Gesetzgebung betreffend die Kranken- und Unfallversiche- mals Gegenwartsstaat werden. Wohl aber liefert er Wasser auf deutsche Volk über den wahren Charakter der Steuerpläne ung, und zwar sowohl was die Organisation der Kranken- unsere Mühle, denn er ist ein sprechender Beweis dafür, kassen, als die Forderung der unentgeltlichen Krankenpflege daß unsere Feinde an die Lebenskraft des Sozialismus zu täuschen. betrifft. glauben, und zu begreifen anfangen, wie ohne ihn- den Der Kampf gegen den Militarismus" wird heute Sozialismus überhaupt kein lebensfähiges soziales und Morgen von der Voffischen Zeitung" gepredigt, und zwar seit dem 1. Oktober auch die schweizer Genoffen. Es ist Sozialisuus zu überlisten" und ihm, indem sie ihn Ein sozialdemokratisches Tageblatt befizen nun volitisches Gebilde möglich ist. Freilich, sie wähnen den auläßlich des Falles Leuthner. Mit Recht nennt die„ Boss. 8tg." es eine Berfassungsverlegung, daß ein Staatsbürger der Vorwärts", den die Basler Genossen an ſtelle des einsaugen und verspeisen, sein revolutionäres Gift nehmen Basler Arbeiterfreundes" herausgeben. Wir wünschen um seiner Anschauungen und Ueberzeugungen willen aus dem Offiziersstand ausgestoßen werde. Mit Recht beglück- dem neuen Kämpfer bestes Gedeihen im Interesse der zu können, allein solche Ueberlistungsversuche sind niemals erfolgreich, wie schon der alte Hegel erkannt hat, und wer wünscht sie die österreichische Presse, daß diese nachdrücklich schweizerischen und internationalen Sozialdemokratie. vom Sozialismus ißt, wird entweder Sozialist oder er und fast einmüthig für Leuthner Partei ergriffen habe. Die Konferenz der Staaten der lateinischen stirbt.Und mit tiefem Bedauern" stellt sie fest, daß die deutsche Münzunion, d. b. der Staaten, welche die Doppelwährung Bresse für derartige Dinge den politischen Nerv", d. h. und den Frank als Einheit ihrem Münzsysteme zu Grunde Bon seiten der polnischen Genossen werden wir das Gefühl verloren habe und stumm refignirt solchen Bergelegt haben, soll in Paris am 9. Oktober zusammentreten. um Aufnahme der folgenden Erklärung ersucht! gewaltigungen gegenüber stehe. Ja gewiß, der politische Es handelt sich aber vorerst noch nicht um die Auflösung In der Nr. 39 des Sozialist, Organ aller Revolutio Nerv ist in der deutschen Presse, soweit sie bürgerlich ist, dieses Vertrages, sondern blos um die für Italien hoch näre", befindet sich ein Artikel, unterzeichnet 2. G., in erstorben. Unser Bürgerthum hat überhaupt keinen wichtige Frage, daß der Umlauf italienischer Scheidemünzen welchem die polnische Delegation auf dem Züricher Konpolitischen Nerv mehr, der fast nur noch in der Arbeiter in den anderen Vertragsstaaten verboten werde. Italiens gresse und speziell die Genossen Mendelson und Moklowski klasse zu finden ist. Aber hat die„ Bossische Zeitung" sich Finanzverhältnisse sind nämlich jetzt so schlecht gestellt, daß in einer ganz gemeinen Weise angegriffen sind. Als Mitdenn nicht einmal die Frage vorgelegt, wer und der größte Theil seines Hartgeldes mit Einschluß der glied der polnischen Delegation möchte ich dem Herrn 2. G. was an diesem unwürdigen Zustand die Schuld Scheidemünzen zur Begleichung von Zahlungen an das eine kurze Antwort geben. trägt? Der Militarismus in seiner heutigen Gestalt ist Ausland verwendet, somit dem Inlandsverkehre entzogen Wir werden von Herrn 2. G. als chauvinistische Patrioten ein Produkt und die letzte Stütze der kapitalistischen Gesell- wird, so daß die italienische Regierung sich gezwungen fah, dargestellt, denen die Widerherstellung Polens die Hauptschaft, die sich diese furchtbare Last nicht aufwälzen ließe, Noten auf ganz geringe Beträge, z. B. auf 80 Pf. aus- sache, der Sozialismus die Nebensache ist". Dieser polwenn sie dieselbe nicht zur Bekämpfung des Sozialismus zugeben. Das was Italien fordert, widerspricht nicht den nische Staat aber, den wir herzustellen wünschen, soll nichts nothwendig glaubte. Daß die bürgerliche Gesellschaft ihre Interessen Frankreichs. Aber um Italiens Situation zu anderes bedeuten, als die Herrschaft eines brutalen und Hauptwaffe nicht ihren Todfeinden ausliefern will, und schädigen, um es für seine Zugehörigkeit zum Dreibund zu hochnasigen polnischen Junkerthums, über polnische litdaß sie die Sozialisten nach Möglichkeit aus der Armee strafen, zögert Frankreich vorerst den italienischen Wünschen tauische 2c. Bauern, jüdische und deutsche Kleinbürger. ferne hält, das muß jedem logischen Menschen als selbst zu entsprechen. -Dann, wie es alle Revolutionäre" eines gewissen verständlich erscheinen. Nicht die Maßregelung des Lieutenants Leuthner ist unlogisch, sondern die Entrüstung der„ Bossischen Schlages thun, wird Genosse Mendelson denunzirt, daß er vor einem Vierteljahr aus Paris nach Zürich zu den Zeitung", die den Militarismus haben will, aber ohne die sozialistischen Studenten tam mit der Kunde, er habe eine Konsequenzen des Militarismus. Mit dem Militarismus neue Partei gegründet". geht es wie mit dem Jesuitenorden: Er ist entweder so wie er ist, oder er ist nicht. Entweder oder! Will die Bossische Beitung" diese Konsequenzen nicht, so verwerfe sie mit uns den Militarismus. Ist sie aber, als Organ des fapitalistischen Bürgerthums, für den Militarismus, so hat sie auch tein Necht, sich über die Konsequenzen zu ent rüften.Die Junungsmeister erklären sich fast überall gegen die Reformpläne des Herrn von Berlepsch. Der ostdeutsche Handwerkerbund z. B. erklärt sie für indiskutabel und verbesserungsunfähig. Der Jnnungsausschuß zu Dresden hält sie für nicht geeignet, die im Gewerbe bestehenden Uebelstände zu beseitigen oder zu mildern. Der Verband deutscher Gewerbevereine erklärte sich mit großer Majorität gegen die Gründung von Fachgenossenschaften und einstimmig gegen die so harmlosen Gehilfenausschüsse. Von allen Seiten erhält Herr von Berlepsch Mißtrauensvoten. Niemanden hat er auch nur einigermaßen befriedigt. Wann wird er seinen Entwurf zurückziehen? Brüel, der Führer der Welfen, ist parlamentsmüde, er will kein Mandat zum preußischen Landtag annehmen, Eine neue Verlegenheit für die italienische Ne. gierung. Die Wiener Politische Korrespondenz" läßt sich aus Rom schreiben: N Handelsministerium, Herrn Monzelli, der, wie erinnerlich, einer Großes Aussehen erregt in politischen Kreisen Roms die Ich glaube, schon die Wiedergabe dieser Zeilen genügt, Flucht des in die Prozesse der Banca Romana verwickelten um den ganzen moralischen Werth ihres Autoren zu brandund, wie es scheint, sehr kompromittirten Abtheilungschefs im marken. Wenn aber auch Herr L. G. seinen Artikel in der Unterhändler des letzten österreichisch- ungarisch- italienischen einer mehr anständigen Weise geschrieben hätte, so könnte Handelsvertrages gewesen war. Monzelli wurde beschuldigt, ich auf seinen blödsinnigen Inhalt doch nicht eingehen; daß er als Vertreter der Regierung bei der Inspektion der wer die ganze polnische sozialistische Bewegung als„ junkerBanten, und namentlich bei der Banca Romana, im Einver- lichen Chauvinismus" betrachtet und dabei nur ein helles ständnisse mit dem Gouverneur dieser Bank, Bernardo Tan Pünktchen- die in zwei Nummern erschienene„ Sprawa longo, und dem ebenfalls angeklagten Rassirer Lazzarari ge- Robotnicza" und ihren Bericht findet, den kann man nur standen sei, seiner Regierung den Zustand dieser Bank verheimlicht habe und, von Tanlongo beftochen, dieſem mit seinem für unzurechnungsfähig halten. Rath und Einflusse bei den von ihm verübten Unterschleifen ist, ist er dann ein Berleumder, indem er den Genossen Wo aber Herr L. G. nicht mehr unzurechnungsfähig geholfen habe. Im Verlaufe der Voruntersuchung wurde Monzelli gegen Raution aus der Haft entlassen und Moklomski angreift; hier kann es sich nicht mehr durch während der Dauer der Voruntersuchung auf freien Fuß die mangelhafte Kenntniß der sozialen Verhältnisse gestellt. Während der Untersuchung häuften sich jedoch die entschuldigen, denn jeder unbefangene Mensch wird einsehen, Beweise der Schuld gegen Monzelli derart, daß eine neuerliche Ver- daß, wenn der Genosse M. wirklich etwas ungebührliches baftung bevorstand. Derselbe wartete aber diese Verhaftung gethan hätte, dann hätte sich von irgend einer Seite ein nicht ab, sondern ließ die von ihm geleistete Kaution im Stiche Protest gegen seine Zulassung zum internationalen Ronund entfloh. Nach hier eingetroffenen Meldungen soll er be reits die italienische Grenze überschritten haben und in der gresse, resp. zur polnischen Delegation erhoben. Das war Schweiz, in Lugano, eingetroffen fein. Natürlicherweise giebt nicht der Fall. die Flucht zu mannigfachen Kommentaren Anlaß, und es fehlt Zum Schluß will ich noch bemerken, daß die polnische nicht an Infinuationen, welche behaupten, daß man Monzelli Beitschrift Bobudka", die Herr L. G. als eine anarchistische " hinüber in die andern Länder. Ich hatte keinen Trieb ein neuer Rock wurde ihnen angezogen, denn so hatten von Dauphiné und unser benachbartes Bivarès nur wie eine fortzugehen; lieber Himmel! die Heimath ist süß, wo wir's uns nicht gedacht, und wir kamen zur Besinnung, einzige Religionsflamme. Schon damals fingen auch die man geboren ist, dünkt einem Luft und Wasser gut, wo aber auf ganz andere Art. War ich im Walde und Kinder an zu weissagen. Doch die Armen! Ohne Waffen, fie meine Sprache verstehen, ist mein Herz. Dazu hatt' ich der Hund blaffte nut, so war es mir ausdrücklich, als im zu großen Glauben, wurden sie von den Soldaten überein Mädchen zu lieb, und sie wollten mich auch zum könig, wenn das mein Gewissen wäre. Ja, es schlug an, suchte fallen, und die meisten niedergemacht. Unser Basville und lichen Hegereuter machen. Das Ding gefiel mir und mit und konnte doch das verborgene Kleinod noch nicht sein Schwager, der Marschall Broglio, trugen den Ruhm Liebe, Hausstand, Freude am Vaterlande verband ich denn finden. Meine Frau tröstete mich dann wieder und meinte, davon, sie alle gemetelt zu haben. Auch Gabriel, der meinem Gewiffen das Maul so dicht, daß es wie ein Tanz- es käme ja doch alles auf eins hinaus. Nun war Soldat in Montpellier geworden war, wurde erkannt und bär nicht um sich beißen konnte. Das große Auswandern, es was Wunderliches, daß sich schon früh in Dauphiné eine hingerichtet, und die schöne Isabeau fiel im Gefängniß von das Vermögen, das man mitschleppte, machte großes Auf- fromme Gesellschaft gefunden hatte. Da lebte auf einem Grenoble aus Menschenfurcht wieder von ihrem Glauben sehen; das hatten sie nicht erwartet und wohl geglaubt, hohen Berge mitten im Walde ein bejahrter Mann. Er ab, und so schien denn alles beruhigt. Doch hatten alle wären so stilles Bich wie ich, und ließen sich ebenso hatte in der Einsamkeit da oben eine Glashütte. Nun sich wohl Fünfchen des Glaubens und der Wunderkraft gern an die Krippe binden. Nun wurde bei Galeeren haben wir es alle erlebt, daß Berg und Thal, die Luft, versprißt und in den Cevennen verloren. Denn das hat Strafe verboten, daß jemand das Land verließe; ach, das die hier zicht, das Rauschen und die seltsamen Stimmen, der Geist, wie das Feuer, daß aus einem kleinen Punkt, gab ein Entsetzen, und vollends, als sie Ernst damit machten Ruf und Widerhall, den Menschen dreister, frischer und an dem kein Käferchen sich wärmen kann, in wenigen und des Beispiels wegen fogar einige alte Edelleute an traumbegabter machen; er fürchtet sich vor seinen Brüdern Stunden ein Brand wird, der Wälder in Asche legt, und die Kette schlugen. Die Angst im Lande war groß. Alles in den Städten nicht mehr, er achtet die Steinhäuser und alles menschliche Löschen verlacht. Was liegt wohl in einem mußte in die Messe, die Dragoner wurden geschickt, die die graden Straßen und all das Schellengeflingel nicht so Wort? D, du armer Laut, wie Schwalbenzwitschern scheinst Leute gequält, die Kinder eingesperrt. Die Eifrigsten hoch. Der Mann, du Serre, hatte Erscheinungen und du in der Wüste zu verhallen, und der Geist führt dich gingen zusammen in Wald und Höhlen, beteten da und Offenbarungen. Er ging aber nicht umher predigen. Die durch die Welt und legt dir die Rüstung an, daß Heerpredigten untereinander. Wen fie fanden, der wurde ohne Gabe fehlte ihm wie mir, aber die Weissagung wurde ihm. schaaren aus dem Boden wachsen, und Roß und Reiter, weiteres lebendig gerädert; Hängen war Gnade. Unser Kann das einer vom andern lernen? Man muß es glauben, und Tausende von Königen gesandt das Wörtchen nicht Intendant dachte mit furzer Gewalt und großem Schreck und unsere Zeit bestätigt es. Aber wie? da liegt das Räthsel. wieder mit Geschüßesdonner so stille machen können und die Sache zu zwingen, daß sich Alt und Jung schnell auf Soll es eine Runft genannt werden? Behite! die Feinde klein, wie es erst in der einsamen Hütte da lag. Gelobt seine Religion nur so zu besinnen brauche. Die Leute nennen es Betrügerei, das ist gar gottlos. Nun zog sei der Herr!" denten wirklich oft, weil sie von der Sache überzeugt find, dieser Glasfabrikant fünfzehn junge Leute in sein Haus, es ist bei den anderen nur wie Zerstreutheit; sie wollen sie und seine Frau ebensoviel junge Wlädchen. Die empfingen dessen wurde man älter, flüger, aber freilich auch immer Er betete still für sich hin, dann fuhr er fort:" Ins zu sich bringen, und meinen es oft mitten in der Grausam- fast alle die Erleuchtung, und die meisten auch die Gabe zu verstockter. Jch fing schon an, gar nicht mehr an meinen feit so schlimm nicht." predigen. So gingen sie denn in alle Welt. Bald erscholl früheren Glauben zu denken, aber der neue lag mir auch der Ruhm von der schönen Isabeau, einer jungen nicht recht am Herzen. Esel war ich zwischen zwei Heu Prophetin. Sie verführte alles zum Abfall, wie die andern bündeln, fraß von keinem. es naunten. Noch eindringlicher lehrte und bekehrte ein Jüngling, Gabriel Astier genannt. Bald war ein Theil Du hast recht, Mazel," unterbrach Edmund, war ich doch selbst vor kurzem noch dieses Glaubens." Nun aber," fuhr der Alte in seiner Erzählung fort, friegten alle unsere Gemüther eine ganz andere Farbe, ( Fortsetzung folgt.) bezeichnet, nie anarchistisch gewesen ist. Wir sind so glück- tich, noch nie eine anarchistische Zeitung in polnischer Sprache gehabt zu haben. Witold Jodki. Aus England. London,!. Oltober tLSJ. Die Bergarbeiterföderation hat also auf ihrer vorgestern ab- gehaltenen Konferenz beschlossen, die Arbeit auf allen Werken aufzunehmen, die sich zur Fortzahlung der alten Löhne bereu erklären.� Es war das Einzige, was ihr nach Lage der Dinge übrig blieb. Sobald einmal Dnrham und Northuniberland und die Südwallisischen Distrikte sich thcils unfähig, theils auch un- willig erwiesen, mit der Föderalion zu koopcriren, war der Generalstreik schon als halb vereitelt zu betracbten, zumal die mit der Föderation sympathisirenden Eisenbahnarbeiter-, Alkatrosen. und Hasenarbeitcr-Organisationen nicht in der Lage sind, den Transport der in den genannten Distrikten geförderten Kohlen in andere Distrikte zu verhindern. Diese Unionen stehen zur Zeil fast sämmtlich sehr schlecht, ihre Kassen sind leer. ihre Mitgliederzahl ist bedeutend zusammengeschmolzen, und nur mit � äußerster Mühe gelingt es ihren Leitungen, das Schiff über die Sandbänke und Klippen der jetzigen schlechten Geschäftslage hinüberzuleiten. Ist es schon für die Unionen der „gelernten" Arbeiter ein schweres Stück, sich durch die jetzige Krisis hindurchzulaviren, um wie viel mehr jfiir die der„Un- gelcrnte'a". Zu einer agrcssiven Politik sind sie heute absolut nickt sähig, und so ist auch keinen Augenblick ernsthast die Rede davon gewesev, den Widerstand gegen die Verschiffung und Aus- ladnng von Kohlen aus jenen Distrikten im großen Stil zu organisircn. Er ist auf einige Versuche, den Transport von Kohle» per Eisenbahn aus Dnrham ec. gn die Midland Distrikte zu inhibiren, beschränkt geblieben. Süd-Wales, Dnrham, Northumberland, sowie Schottland— wo. nachdem die Arbeiter eine Lohnerhöhung durchgesetzt, ebenfalls fortgearbeilet wurde— förderten zusammen letztes Jnbr über 63 Millionen Tonnen gegen eine Förderung von S7 Millionen in den Föderationsdistrikten. Und überall wird dort jetzt mehr als in regulären Zeiten geradezu sieberhaft geschafft. Es reicht freilich nicht aus, den Kohlenbedars Englands annähernd zu versorgen— in London und vielen Jndustriedistrikten Mittel- Englands herrscht wahrer Kohlennothstand— aber es hat aus- gereicht, die von der Föderation mit der Verkündigung des all- gemeinen Ausstandes bezweckte rapide Erschöpsung der Kohlen- vorräthe zu verhindern. So hat sich, dank vor allem dem brndkrmörberischen Verhalten von Durham und Northumberland, dieses wahrhaften Ulsters der Bergarbeiierbewegung, der Aus- stand über zwei Monate hingezogen, und was das bei einer zu erhaltenden Armee von über einer Biertelmillion Arbeitern be- deutet, kann man sich leicht vorstellen. Die Unterstützungskassen der Föderation sind erschöpft, die Ersparnisse der Ausständigen sind ausgezehrt, und fast überall herrscht Hunger und Elend in den Häusern der Bergarbeiter. Wo der Kohlenmangel, wie in den Töpfereien von Staffordfhire, in den chemischen Fabriken Lancashire's ic., zu allgemeinen Unterbrechungen der Produktion geführt, ist das Elend doppelt groß. Und trotzdem würden die Föderationslente von ihrer ursprünglichen Aktions- l'iüe nicht abgewichen sein, wenn sie befürchten müßten, daß diejenigen Grubenleitungen, die sich zur Fortzahlung der alten Löhne bereit erklärt haben, mit den übrigen, dem Unternehmer- verband, heimlich an ein und demselben Strange ziehen. Das ist aber durchaus nickt der Fall. Dieselben sind vielmehr Rebellen gegen den Berbanv, und nichts amüsanter als daS Klagelied. das Herr Holiday, der Leiter der zu so trauriger Berühmtheit gc- langten Arlton Hall Grube bei Feathcrstone, gestern in einer Londouer Zeitung über diese„Blackleys" der Unternehmerschaft anstimmt.„Ich glaube," jammert er,„daß wenn ein Vrnchtheil der Arbeiter bei einem industriellen Konflikt in gleicher Weise handelt, wie jene, sie von ihren Arbeitsgenossen Blackleys genannt und als die verächtlichsten Kreaturen betrachtet werden, die man in jeder Weise zu beschimpfen und zu miß- handeln berechtigt ist. Wenn aber Arbeitsherren(„Piasters") sich ebenso ausführen, werden sie von den Arbeiterführern als hochgesinnte, ehrenwerthe Leute in den Himmel erhoben und als zwingende Gewährsmänner dafür angeführt, daß die anderen Masters Unrecht haben." Thatsächlich benutzten diese Leute aber nur, fährt Herr Holiday fort, die goldene Gelegenheit, während des Streiks Extraprofit einzuheimsen, während sie hinterher, wenn zwischen Arbeitern und Meistern ein Kompromiß zustande gekommen, sich die von den andern Masters mit so großen Opfer» erreichten Vorlheile sofort zu Nutze machen und die gleiche vereinbarte Lohnreduklion bei sich einführten.„Die Gruben- besitzer," heißt es weiter,„ahmen das von den Arbeitern gewöhn- lich gegebene Beispiel der Behandlung solcher Individuen nicht nach, aber sie können für Personen, die so handeln, herzlich wenig Achtung empfinden und das interessirte Lob derselben nur belächeln." Nun, ob die Unternehmer, die zu den bisherigen Löhnen fortarbeiten lassen wollen, dies aus edlen oder unedlen Motiven thun, kann den Arbeitern ziemlich gleichgiltig sein, wenn fest- steht, daß sie durch Annahme des Angebots die Aussichten der Meisterkoalition verschlechtern, so wären sie sehr thöricht, auf dasselbe nicht einzugehen. Uebrigens haben eine Anzahl Gruben- leiter nicht erst jetzt, sondern schon von Anfang an, wo noch gar keine Erhöhung der Kohlenpreise stattgefunden, die Lohn- reduktion für ungerechtfertigt, bezw. für ein falsches Mittel, und die alten Löhne beibehalten zu wollen erklärt, ihnen gesellen sich jetzt viele zu, die durch die lange Betriebsunterbrechung ihren Absatz zu verlieren fürchten, und da die Zeit um ist, für die die Aerbandsmitglieder sich gegen hohe Konventionalstrafe ver- pflichtet haben, nicht arbeiten zu lassen, so rechnet man ans eine sehr große Zahl von Unternch!ner-„Blacklegs". Einige schätzen, daß dieselben etwa 60 Prozent der jetzt ausständigen Beleg- schastcn rcpräsentiren, andere sehen minder optimistisch, aber mindestens 4V pCt. der jetzt feiernden Arbeiter werden sicher in den nächsten Tagen wieder anfahren. Diese sollen nach dem Beschluß der obenerwähnten Konferenz eine Erlrasteuer von 1 Schilling pro Tag für die noch Ausgesperrten zahlen, und mit Hilfe dieser und den jetzt auch aus' den Kreisen des großen Publikum eingehenden Unterstützungen hofft man, den Meister- verband schließlich auch klein zu kriegen, was bei einer so starken Fahnenflucht kaum falsch gerechnet sein dürste. Uebrigens haben die koalirten Meister doch in der Haupt- fache erreicht, was sie wollten— die Preise sind in die Höhe getrieben, und es wird eine gute Weile dauern, bis sie wieder auf den Stand herunter sein werden, den sie im Juli inne hatten. Den Löwenantheil der Kosten aber, die die Herbei» sührung dieses Resultats verursachte, haben die Arbeiter tragen müssen. Diese schlugen von Anfang an eine Einschränkung der Produktion vor, aber den Unternehmern hat aus verschiedenen Gründen die Einstellung derselben besser in den Kram gepaßt. Jeht tritt ein Vertreter desselben mit dem schon vom „Vorwärts" erwähnten Projekt der Organisirung eines riesigen, die ganze englische Kohlenindustrie umfassenden Kohlentrusts, der für alle Welt— Publikum, Unternehmer, Arbeiter— das tausendjährige Reich des Glückes und der Zufriedenheit herbei- führen soll. Aber er findet damit wenig Anklang, am wenigsten beim großen Publikum und den Arbeitern. Das Erstere traut den versprochenen Wohlthatcn nicht, und die Arbeiter würden viel besser als bei einem Trust der Unternehmer sich bei der Verstaatlichung der Kohlengruben stehen. Daß der Staat sich ihnen nicht als Lohnschinder oder Unterdrücker gegenüberstelle» würde, garantirt ihnen der politisch«Einfluß, den sie mittelst des Stimmzettels auszuüben im stände sind und der sich auch sonst als wirksame Waffe in ihren ökonomischen Kämpfen bekräftigt hat. Gerade bei dem jetzigen Ausstand hat man das wieder deutlich beobackteu können. Die entschiedene Parteinahme eines Theils der großen polirischen Presse für die Föderation hat sich der- selben nicht nur in Form der von jener veranstalteten Geld- sammlungen nützlich erwiesen, sondern ihr auch das Agitations- werk bedeutend erleichtert, und sie ist mindestens in sehr wesent- lichem Umfange der Rücksicht ans die politische Bedeutung, welche die Arbeiterstimmen erlangt haben, geschuldet. Die Kohlengruben- besitzer. die ernannte Magistrates sind, jhaben Polizei gegen die Streikenden rcquirirt, dagegen siguriren an der Spitze der „Blacklegs" des Unternehmerlbums'in Bergarbeiterdistrikren ge- wählte Kohlenmasters, wie z. B. Herr Thomas Baytey, liberaler Abgeordneter für Cheslersield, ein Mann, dessen Gruben eine Be- legschaft von 2500 Arbeiter repräsentiren. Ja, der Bergarbeiter- verband von Derbyshire, wozu Chestcrfield gehört, hat jetzt, um weiter Slreikuuteriiütznng zahlen zu können, die Aufnahme eines Darlehns von 16 000 Pfd. Sterl.(320 000 M.) abgeschlossen, und Herr Bayley sammt vier weiteren Gladstoneanern, die Wahl- kreise dieser Grafschaft im Parlament vertreten, haben sich dazu verstanden, die Bürgschaft für dasselbe zu übernehmen. Das Risiko ist nicht besonders groß, aber sie würden es schwerlich eingegangen sein, wenn ihnen nicht daran läge, mit den Arbeitern, den politischen„Masters", auf möglichst gutem Fuße zu bleiben. Auch Gladstone hat in seiner Rede, die er jüngst in Edinburgh wider das Haus der Lords vom Stapel gelassen, den großen politischen Einfluß der Arbeiter bestäligt, indem er mit beson- derem Akzent hervorhob, daß ihnen für die Affäre von Frather- stone Genugthunng werden müsse, und es für höchst bedauerlich erklärte, daß wegen der Geschäflsüberbürdung des Parlaments der Antrag auf Einführung eines Achtstundengesetzes für Berg- arbeiter nicht zur zweiten Lesung gekommen sei. Ich könnte noch eine ganze Reihe von Thatsachen anführen, aber es mag für heul an dem Vorstehenden genügen. Im Angesicht von alledem klingt es jedoch beinahe unglaub- lich, daß ein Sozialist wie Keir Hardie dieser Tage in einem Brief an das Komitee der Sozialdemokratischen Federation die von dieser in Aussicht genommenen Demonstrationen zu gunsten des allgemeinen Slimmrechts für„bloßen Radikalismus" er- klären konnte. Der Vorstand der Federation hat ihm darauf in einem offenen Brief nicht übel geantwortet, wenn er sich, obwohl er nur für„soziale Thätigkeit" sei, habe ins Parlament wählen lassen, so vergebe er sich wahrlich nichts, wenn er die Hand dazu biete, drei Millionen Arbeitern das Wahlrecht zu verschaffen, dessen sich feine Wähler erfreuten, diese aber noch nicht besäßen, selbst wenn diese Forderung zufällig auch auf dem Programm der Radikalen figurire. Mehr über diese Angelegenheit, sowie über einiges andere Charakteristische aus der hiesigen sozialistischen Beivegung in meinem nächsten Brief. Paffciucitfitirlileu. Zum Delcgirten für den Kölner Parteitag wurde in einer am Sonntag in Mainz stattgehabten öffentlichen Partei- Versammlung Reichstags-Abgeordneler Genosse Jöst gewählt. Eine in Achim am 1. Oktober abgehaltene Parteiversamm- lung beschloß, beim Kölner Parteitag den Antrag auf Ber- anstaltung einer Wochenausgabe des„Vorwärts" einzureichen, welche unter dem Titel„Der Sozialdemokrat" erscheinen soll. um Parteitagsdelegirten wühlte die Versammlung den Genossen . Manier in Hemelingen. Nnscr ans Anhalt anbgelviesener Genosse Edgar Steiger, der den anhaltischen Parteigenossen aus seiner Thätig- keit als Redakteur des.Volksblatt sur Anhalt" bekannt ist, geht, wie das„Volksblatt für Halle" meldet, als zweiter Redakteur nach Basel(Schweiz) an�das dortige Partei-Organ. Zu den sächsischen Landtagilwahlen. Die„Sächsische Arbeitcr-Zeitnng" schreibt: Höchst patriarchalisch scheint es im l7. ländlichen Wahlkreise zuzugehen. Wie wir uns zu überzeugen Gelegenheit hatten, ist in einer Reihe von Ortschaften dieses Kreises in der Gegend von Schmiedeberg keinem Menschen etwas bekannt, daß eine Auslegung der Wählerlisten stattgefunden hätte. Selbst von uns befragte Gemeindebeamte erklärten uns, daß sie nichts davon wüßten. Ob das auch noch in anderen Gegenden des Kreises so ist, ist uns nicht bekannt geworden, es'läßt aber diese Thatsache einen Schluß zu auf die Art und Weise, wie bisher in solchen Kreisen, in denen die konservativen Kandidaten ohne Gegner gewählt wurden, die Wahlen zu stände gekommen sind. � Zum Fall Block schreibt die„Rheinisch-Westfälische Arbeiter- Zeitung". Bekanntlich ist das Mitglied unserer Redaktion, Ge- nosse Block, seit dem LI. September in Haft. Block ist einer Be- leidigung des Reichskanzlers angeklagt und die Verhaftung ist wegen angenommenen Fluchtverdachts erfolgt. Woraus sich der Fluchtverdacht gründet, vermögen wir absolut nicht einzusehen. Indessen scheint es in Westfalen jetzt die Regel zu werden, daß bei politischen Angeklagten ohne Weiteres Fluchtverdacht an- genommen wird. So beantragte kürzlich der Dortmunder Staats- anwalt, wegen Fluchtverdachts einen Vcrurtheilten zu verhaften, der— sich schon in Strashaft befand und zum Zweck der Verhandlung aus dem Münster'jchen Gefängniß hierher transportirt worden war. Sollte der Berurtheilte etwa in eine doppelte Haft genommen werden? Der Staatsanwalt kann also nicht gewußt haben, daß der Ver- urtheilte sich in Haft befand. Wenn er die Verhältnisse desselben so wenig kannte, so ist allerdings nicht einzusehen, worauf er den Fluchtverdacht gründete. Wir haben betreffs Block's sofort versucht, die nöthigen Schritte zu thun, um die Aufhebung der Haft zu bewirken; wir wollten im Einverstäudniß mit dem Parteivorstand eine etwa geforderte Kaution leisten. Dieser An- trag hat in der vorgeschriebenen Form nicht gestellt werden können, weil es bis heute— 3. Oktober— nicht möglich war, den die Haft verfügenden Beschluß zu erlangen k Ob Block selbst die Haftenllassung beantragt hat, konnten weder wir noch sein Rechtsanwalt erfahren, da unsere und des Rechts- anwalts Briefe an Block unbeantwortet geblieben sind. Wir wissen auch nicht, ob sie ihm eingehändigt oder vorenthalten (etwa zu den Alien gegeben) worden sind. Auf anderein Wege haben wir erfahren, daß er sich im hiesigen Amtsgerichtsgefängniß befindet. Direkt oder amtlich haben wir von ihm seit der In- haftirung überhaupt nichts erfahren. Wir halten ferner aus inneren und äußeren Gründen Ziveifel daran, ob seitens des Reichskanzlers Strafamrag gestellt sei. Es würde dies unseres Wissens der erste Fall sein, in welchem der Reichskanzler Straf- anlrag wegen Beleidigung durch die Presse stellte. Wir legten daher am Freitag, den 29. September, in einem Telegramm an den Reichskanzler den Sachverhalt kurz dar und richteten an den Herrn Reichskanzler die höfliche Frage, ob er Strafantrag gegen Block gestellt habe. Eine Antwort ist uns auf diese Frage nicht zugegangen! Wenn der Reichskanzler einem Arbeiter oder Arbeiterverlreter eine Aus- kunft, die die Wahrung seines Rechts und der Gesetzesvorschriften bezweckt, nicht ertheilen will, so ist dies allerdings seine Sache. Die Arbeiter werden aber daraus ihre Schlüsse in bezug aus die Justiz und in bezug aus die politischen Grundsätze des Reichs« kanzlers ziehen. Im übrigen ist keine Antwort auch eine Ant- wort. Wir entnehmen aus dem Stillschweigen des Reichskanzlers, daß er thatsächlich Strafantrag gestellt hat. Denn wenn dies nicht der Fall wäre und»r den Strafantrag zu stellen auch nicht beabsichtigte. so würde er durch unsere Anfrage Kenntniß von einem gesetzlich»übe- gründeten Verfahren der Staatsanwaltschaft erlangt, dann abet ebenfalls auch sofort die Einstellung dieses gesetzlich unbegrun- deten Verfahrens bewirkt haben. Wir nehmen daher an, daß der Reichskanzler gegen den Redakteur Block den Strasantrag wegen Beleidigung durch die Presse gestellt hat. Seither hegten wir die Meinung, daß der„neue Linrs"— dessen vom«nltcn Kurse" verschiedenen sachlichen Absichten bekanntlich alsbald an dem Widerstände der herrschenden Klasse gescheitert sind— sich immerhin durch eine gewisse persönliche Rücksichtnahme und durch das Verschmähen kleiner Verfolgsmaßnahmen vom„alten Kurs unterscheide. Wir sind im vorliegenden Fall eines anderen be- lehrt worden. >» e> Eine Parteikonferenz des 3. Weimarisch cn Wahl- kreises tagte am I. Oktober in Göschwitz bei Jena. Aus der- selben waren 31 Delegirte, die 17 Orte vertraten, anwesend. Schultze-Jena erstattete Bericht über die letzte Reichslagswahl und wies darauf hin, daß die bedeutsame Steigerung der sozial- demokratischen Wahlstimmen von 700 im Jahre 1887 auf 2700 bei der 1390 er und auf 4700 bei der 1893er Wahl nur durch Anstrengung aller Kräfte, sowie durch die Unterstützung benach- barter Kreise und durch die finanzielle Hilfe, die der Parteivorstand gewährte, möglich gewesen sei. Die weitere Ausbildung der Organisation mache sich jedoch nothwendig. Der Kassenbericht der Zentrale weist eine Einnahme von 1331,76 M. und eine Ausgabe von 1219,82 M. auf. Die einzelnen Orte haben außer- dem insgesammt 612,10 M. für Wahlzwccke aufgebracht und ver- ausgabt. Ferner haben die Genossen in Gera die Kosten für die von ihnen betriebene Agitation im 3. weimarischen Wahlkreise im Betrage von 232 M. selbst getragen. Die Konferenz beschloß, bei der Berathung des Ausbaues der Kreisorganisation das Markensystem einzuführen. Als Delegirter nach Köln wurde Schultze-Jena gewählt. Nachdem beim Punkte„Agitation und Presse" manche beachtenswerthe Winke gegeben worden waren, fand Punkt 6: Herausgabe eines Flugblattes seitens des Landes- agitationskomitees, in welchem die veralteten Bestimmungen der weimarischen Gemeindeordnung kritisirt und deren Abänderungen im freiheitlichen Sinne verlangt werden soll, seine Erledi- aung durch Bewilligung eines entsprechenden Kostenantheils. Nach Erledigung einiger nebensächlicher Punkte schloß die Kon- serenz unter brausendem �Hoch auf die Sozialdemokratie. Der österreichische Arbetter-Kalender ist in Wien kon- fiszirt worden, und zwar hauptsächlich, weil ein Theil des Kommunistischen Manifestes, der im Kalender wiedergegeben ist, das grause Verbrechen des Hochverraths enthalten soll. Der Anarchistenschrecken muß doch auch nach Gebühr„sruktifizirt" werden! 9 t- Die Stärke der sozialdemokratischen Partei in Italien ergiebt sich aus folgenden, im ersten Rechenschaftsberichte der Partei veröffentlichten Zahlen. Es haben danach 294 Bereine mit 107 330 Mitgliedern ihren Anschluß an die sozialdemo- kratische Partei erklärt. Ihre Hauptstärke hat die Partei in Sizilien, wo sie 65 932 eingeschriebene Mitglieder zählt, dann folgt Ligurien, wo ihr 25 756 Mitglieder angehören, darunter je 11 000 in Mantua und Mailand; ferner folgt die Emilia mit 9714 Mitgliedern und Piemont mit 2058 Mitgliedern. Bemerkt sei, daß infolge ihrer elenden ökonomischen Lage die italienischen Parteigenossen nur verhältnißmäßig germge Opfer für die Pro- paganda bringen können.� Polizeiliches, Gerichtliches»e. — Aus Odcrberg in der Mark wird uns mitgetheut, daß der Parteigenosse Kün ecke vom Schöffengericht Oderberg zu 3 Tagen Gefängniß verurtbeilt worden ist, weil er sich durch Veröffentlichung eines den Zimmererstreik betreffenden Artikels in der„Oderberger Zeitung" eines Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung schuldig gemacht haben soll. Berufung»st eingelegt. Soziale Achtung, Korbmacher! Die Sperre über die Werkstatt von Holze, Oranienstr. 3, ist aufgehoben, weil Herr Holze sich ver- pflichtet hat, den früheren Lohn wieder zu zahlen. Außerdem wollen wir bemerken, daß eine durch die bürgerliche Presse ge- gangene Notiz, eine Anzahl Korbmacher befänden sich im Streik, unrichtig ist. Die Angelegenheit verhält sich vielmehr so: 58 Korbmacher, die aus Geschoßtransportkörben arbeiten, wurden von Herrn Kempkes, Markusstr. 13/19 entlassen, als sie bei einem Lohn von 42 Pf. pro Korb besseres Material verlangten. Die Korbmacher streiken nicht, sondern werden wegen ungesetzlicher Entlassung gegen ihren Fabrikanten klagbar werden. I. A.: P. Brückner, Prinzenstr. 111. Nn die Tabakarbeiter«nd Arbeiterinne« Deutschlands. Bezugnehmend aus den Aufruf der Bremer und Achimer Kollegen hat die heute hier stattgehabte Versammlung der Tabakarbeiter und Arbeiterinnen Berlins beschlossen, den ge- planten Kongreß bis spätestens Mitte Dezember nach hier einzuberufen. Kollegen und Kolleginnen, die heutige Versammlung war von der Nothwendigkeit durchdrungen, daß zur Abwehr des vernichtenden Schlages gegen die gesammte Tabakindustrie Mittel und Wege gefunden werden müssen, um nicht nur die die Tabakindustrie schwer belastenden Steuer- Projekte der Regierung zu Falle zu bringen, sondern auch gegen jede indirekte Besteuerung des gesammten Volkes energisch Front zu machen. Hierzu ist es nun nothwendig, daß allerorts in Deutschland öffentliche Versammlungen der Tabakarbeiter einbe- rusen werden, in denen die Kollegen und Kolleginnen Stellung zu den geplanten Steuerprojekten zu nehmen und so viel wie irgend möglich Material für den Kongreß zusammenzubringen haben. Diese Versammlungen sind unverzüglich einzuberufen, damit die Ausarbeitung und Zusammenstellung des Materials erfolgen und dieses den gewählten Delegirten frühzeitig übertragen werden rann. Betreffs der Delcgirtenwahl bemerken wir, daß auch der kleinste Ort vertreten sein muß. Die hiezu noth- wendigen Mittel wird die Gesammtheit im Interesse der allgemeinen Sache aufzubringen haben. Kollegen und Kolleginnen! Jeder einzelne von Euch muß es sich zur moralischen Pflicht machen, zu den großen Ausgaben des Kongresses sein Scherflein beizutragen. Den Kollegen der- jenigen Orte, welche ihre Delegirten auf eigene Kosten senden, ersuchen wir etwaige Uebcrschüsse umgehend nach hier zu senden, damit wir in der Lage sind, auch diejenigen Orte unterstützen zu können, welche ihre Delegirten nicht mit ausreichenden Mitteln versehen können. Von feiten der obenerwähnten Versammlung wurde zur Führung und Leitung der Vorarbeiten die hierorts bestehende Kom- Mission für öffentliche Angelegenheiten um weitere 10 Mann verstärkt und als Kongreß-Kom Mission bestimmt und sind alle Zuschriften in Sachen des Kongresses an Karl Bntry, Stralsunderstraße l7, II, Berlind., alle Geldsendungen an Fritz Sperber, Marienburger- straße 47, Berlin NO., zu richten. Der Tag des Zusammentritts des Kongreffes hängt von der Einberufung des Reichstages ab und wird in einer späteren Nummer bekannt gegeben werden. Die Kongreß- Kommission. NB. Alle arbeiterfreundliche» Blätter werden um Abdruck gebeten. Für den Inhalt der Inserate überaimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 4. Oktober. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Vom landwirthschaftlichen Balle. Eingeschlossen. Militärfromm. Deutsches Theater. Der Biberpelz. Berliner Theater. Die guten Freunde. Lessing- Theater. Heimath. Wallner- Theater.' s Liserl vom Schliersee. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Madame Agnes. Neues Theater. Jugend. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Berliner Bollblut. Viktoria Theater. Frau Venus. Das Alexanderplatz Theater. Thurenbad. Vorher: Die Ballet schule. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Castan's Panopticum. Weltberühmte Ausstellung von Wachsfiguren und Gruppen. Juustonen. Irrgarten. Schreckenskammer. PassageAllen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser Pfeifenbruder Karl Pletschke am Montag, den 2. Oktober verstorben ist. 482M Rauchklub ,, Arkona". Die Beerdigung findet Donnerstag 3. Große Mitglieder- Versammlung des Vereins der Brauerei- und Bierverlags- Arbeiter Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 5. Oktober cr., Abends 81/2 Uhr, Tages- Ordnung: Mittags 1 Uhr vom Trauerhause in den Concordia- Festsälen, Andreasstraße 64( oberer Saal). Staligerstraße 52 nach dem EmmausKirchhof statt. Orts- Krankenkaffe d. Steindrucker und Lithographen Berlins. Am 1. Oftober cr. verstarb unser Mitglied, der Lithograph 1. Verlesung des Protokolls. 2. Vortrag des Genossen E. Adler. Bericht der Revisoren über den Stand der Bücher und der Kassen sowie Regelung der Unterstüßungsfrage. 5. Verschiedenes. Herr Hans Kurth. Hierzu ladet ergebenst ein Der Vorkand. NB. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Mitgliedstarten und Statutenbücher werden beim Eintritt in das Lokal Panopticum. Die Beerdigung findet statt am verabfolgt. Soeben aus Chicago eingetroffen: Der blaue Mann. Die Affendame. 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. American- Theater. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heil. Mittwoch, den 4. 5. M., Nachmittags Kreuz- Kirchhofes, Mariendorf, aus. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. 23566 D. D. Maler, Austreicher, Lackirer! Donnerstag, den 5. Oktober, Abends 8 Uhr: General- Versammlung der Filiale 5( Nord) Allen Freunden u. Bekannten meinen herzlichsten Dank für die rege Theil bei Hensel, Juvalidenstraße 1. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann aus Zeit. Beerdigung meiner Frau, namentlich 215/12 nahme und reiche Kranzspende bei der 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Filialangelegenheiten. Der Vorstand. Novität für Berlin! Novität für Berlin! dem Personal der Eisengießerei von Verwand- Bauln für die trostreichen Worte. Ergebenst Les deux Crenlets. Unübertr. Behrs u. Co. und dem Prediger Herrn lungs- Instrumentalisten. Hugo Schulz als Trompeter von 2364b Carl Schul, Reſtaurateur. Fr. Hauser. Bitschewin", hoch Kranken- und Sterbekasse der fomisches Intermezzo. Der kleinste Husaren- Lieutenant". Neuester Original- Vortrag von Josefine Delcliseur. Eugen Zocher, Sächs. Orig.- Humorist. Reichshallen- Theater.Spezialitäten- Alfred Bender mit neuen Rouplets eigener Dichtung. Spezialitäten Grosser Erfolg! Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. E Bekanntmachung. Anlage I zum Statut der Berl. Hausdiener( E. H. 61.) Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Staufleute, 3. ordentl.Generalversammlung am Mittwoch, 18. d. M., Abds. 9 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Tagesordnung: 2353b Berliner in Chicago. itens eneste jahener 1. Mittheilung. 2. Vierteljahresbericht. 3. Grledigung eingegangener Elfriede Eckmudt, hochint. Konzertsäng. Anträge. 4. Geschäftliches und Frage Anf. Wchtg. 71/2 Uhr. Sonntag 7 Uhr. fasten. National- Theater. Kaufmann's Variété Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Atten von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Sam st. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in der Tanzstunde. Posse in 1 Att von R. J. Anders. Musit von verschiedenen Komponisten. Regie: Max Samst. Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung vonl nur Künstlern I. Ranges. Dinus Truppe, Afrobaten( 6 Personen). Familie Kraeusel, russisches Orchester( 6 Personen). Geschw. Silviar, Gesang- TanzTerzett. Paul Krugeler, GesangHumorist. Ballet Excelsior, 8 Damen. Solotänzerin M. Kunschmann. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bi. A. Zimmermann. Der Vorstand. Große Versammlung des Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen am Donnerstag, 5. Ott., Abds. 81/2 Uhr, bei Bolt( fr. Feuerstein), Alte Jakobstraße Nr. 75. Handelsleute und Apotheker zu Berlin. A. Verhaltungs- Regeln für erkrankte Mitglieder. Krankenversicherungs- Gesehes vom 10. April 1892 werden hierdurch nachAuf grund des§ 24 des Statuts und§ 26a Abs. 2 Biffer 2 a des stehende Vorschriften erlassen. § 1. Rassenmitglieder, welche infolge einer Krankheit erwerbsunfähig werden, Der Kassenverwaltung unter genauer Angabe ihrer derzeitigen Wohnung Anzeige zu erstatten. Ein während der Dauer der Erwerbsunfähigkeit eintretender Woh nungswechsel, sowie die Wiederaufnahme der Arbeit sind ebenfalls innerhalb 3 Tagen der Verwaltung zu melden. haben hiervon innerhalb 8 Tagen nach dem Eintritt der Erwerbsunfähigkeit § 2. Dem Krankenkontrolleur darf der Zutritt zur Wohnung des Kranken Einleitender Vortrag des Herrn nicht verweigert werden. Der Krankenschein ist dem Kontrolleur stets vorzuDr. Christeller über den diesjährigen legen und auf Verlangen, falls der Kranke die Wohnung verläßt, für den Winterkursus. Gäste find willkommen. Kontrolleur zurückzulassen, vorausgesetzt, daß der Krante sich nicht zum Arzt Der Vorstand. oder zur Rasse begiebt. J. A.: Gustav Dietrich, Willibald 207/7 Alexisstraße 40. Orts- Krankenkasse der Böttcher Berlins. § 8. Den ärztlichen Vorschriften haben die Kranken unbedingt Folge zu leisten und insbesondere ist ihnen nicht gestattet, ihre Wohnung außerhalb der ihnen vom Arzte bewilligten Ausgehzeit zu verlassen. Während der Krankheit darf ein erwerbsunfähiges Raffenmitglied feinen Aufenthalt außerhalb Berlins nur mit Einwilligung des Arztes und VorGr. General- Versammlung standes nehmen. am Dienstag, den 17. b. M., Abends Kaffenöffnung 6½ Uhr. Anfang der Sanssouci", br, bei Heise, Lichtenbergerſtr. 21. Morgen: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Sonntag, den 8. Oktober 1893: Boltsvorstellungs- Matinee: Anfang 12 Uhr Mittags. Der Glöckner von Notre- Dame. Wallner- Theater. Gastspiel des Schliersee'r Bauern- Theater. Bum 5. Male: ' s Liserl vom Schliersee Freitag, zum 1. Male: Der Schlagring. Adolph Ernst Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gefang in 1 Att p. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Heute: Berliner Vollblut. Bosse mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Jean Kren. Musit v. Julius Einödshofer. Tageskaffe von 10 bis 2 Uhr und von 5 Uhr an. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Im dritten Akte: Bajazzi- Parodie vorgetragen von Frau Josefine Dora und Herrn Carl Meissner. Morgen: Berliner Vollblut. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Paff.) Schönste und billigste Sehenswürdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Neu! Sensationell! leu! Spreeniven! Wochentags 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags. 15, Pf. R. Winkler. " Kottbuserstr. 4a. Jeden Donnerstag und Sonntag: Stettiner Sänger. Im Tagesordnung: Wahl der Delegirten und Rassen angelegenheiten. Sämmtliche Mitglieder sind verpflichtet, zu erscheinen, 84. Den Kranten ist ferner der Besuch von Schanklokalen( ausgenommen zur Einnahme der nothwendigen Mahlzeiten während der Ausgehzeit), sowie die Vornahme irgend einer Arbeit oder einer der Genesung hinderlichen Handlung untersagt. § 5. da die Vorstandswahl auch noch Mitte Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Borschriften werden mit einer November stattfinden muß, welche aus Ordnungsstrafe bis zu 10 M. belegt. der Mitte der Delegirten geschehen Der Vorstand. Anfang mus. Also bitte pünktlich zu erscheinen. 8 Uhr. Berlin, den 28. August 1893. Der Vorstand. Groll, Borsigender. Scherk, Schriftführer. Borstehende Beschlüsse werden auf grund des§ 26a des Krankenversicherungs- Gesetzes Berlin, den 19. September 1893. Entree Präuscher's MUSEUM fierung Gefeßes hiermit genehmigt. anatomisches 50 Pfg. Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße. Borverlauf 40 Pf.( Eiche Platate.) Viel Neues, Auftreten von darunter der Schußkanal der Kugeln des Neumann Bliemchen deutschen Militär, fünf Körper und Fritz Steidl. Freitag, den 6. Oktober: Soiree in der Vittoria- Brauerei. durch Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. Freitag: Damentag. Entree 50 Pfg. ratweil'sche Altes Schüßenhaus, Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( 560 Personen fassend) zu allen Gelegen heiten. 2065b Als anerkannt reelle und thatsächlich billigste Einkaufsquelle des Süd- Ostens für Unf. Wochent. 7½ Ubr. Entree 15 Bf. Gold-, Silber-, Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Moritz Play. Etablissement Buggenhagen. MorizPlay. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. 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Die Hilfslehrer (insgesammt 36) erhalten 1200 M. Diese Gehälter stehen, wie wir wiederholt dargelegt haben, weit unter dem, was kleinere deutsche Städte ihren Lehrern zahlen. Hinzu tritt, daß trotz alljährlichen Drängens unserer Vertreter im rothen Haus noch immer nicht das Alterszulagen- System durchgeführt � ist, sondern die Erhöhung der Ge- hälter von einem gut Theil Belieben der Verwaltung abhängt. Insgesammt werden von Berlin für Besoldung des Lehrer Personals der Gemeindeschulen rund gegen 8 Millionen Mark jährlich verausgabt. Wenn die städtische Verwaltung ihr Augenmerk weniger auf Niedcrreissung alter und neuer Häuser, die Niemand im Wege sind, und dergleichen Kinkerlitzchen, für die annähernd auch 8 Millionen aus dem Gcmeindesäckel gefordert werden, richten würde, so könnte ihr nicht entgehen, daß eine bessere und gerechtere Besoldung der Männer und Mädchen, die unsere Jugend erziehen sollen, der Würde einer großen Stadt nicht widerspricht. Allerdings: wer pekuniär weniger abhängig da steht, lehrt mit größerer Liebe und Sorgsalt und mit weniger Prügel und Nachbetung dessen, was irgend ein Vorgesetzter vor- gekaut hat. Selbst der preußische, doch nicht lehrerfreundliche Staat zahlt mehr: das Anfangsgehalt der staatlichen Vorschul lehrer z. B. beträgt 2140 M. Auf dem Gebiete des Berliner Schulwesens sind dringend, wie wir häusig gezeigt haben, anssührliche Reformen nothwendig, damit die Kinder unserer, ihr kärglich Brot mühsam erarbeitenden Bevölkerung nicht in auch geistiger Verelendung ihre Jugendjahre zubringen müsse». Mehr Schulen, bessere Schulen, freiere Slellung unserer Lehrer, Beköstigung unserer Schulkinder, Unentgeltlichkeit der Lehrmittel und ein Unterrichtssystem, das nicht der künftigen Ausbeutung, sondern der Ausbildung der Jugend vorarbeitet, sind einige der leicht auch in der jetzigen Gesellschaft bei gutem Willen erfüll baren, aber lebhast vernachlässigten Pflichten einer Stadl Verwaltung, die nicht meilenweit hinter den elementarsten Forde- rungen der Zeit hinterher humpeln will. Wie wäre es, Herr Zelle: statt Schloßplatz-Reformen endliche Inangriffnahme einer gesunden Schul-Reform— ohne Kniehosen? Die„Deutsche Bauzeitung" über die Gestaltung der Umgebungen der Marienkirche. Das Fachblatt räth sowohl von der Ausführung der projektirten Säulengänge, wie von der Anlage gärtnerischen Schmuckes ab und äußert sich dahin: Ware es möglich, an die zu deckenden Stellen hochragende und dicht- bebaute Bäume im Alter von mindestens 100 Jahren zu ver- pflanzen und ihr Gedeihen daselbst zn sichern, so wäre dies das beste Auskunstsmittel. Junge Anpflanzungen werden sich gegen- über den Massen des alten Baudenkmals ebensowenig behaupten, wie die vorgeschlagenen Arkaden. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Kirche wiederum mit Häusern einzuschließen und die Kosten einer solchen, selbstverständlich nach künstlerischen Ge- sichtspunkten zn gestaltenden Anlage dadurch auszugleichen, daß man den betreffenden Häusern einen Nutzungszweck giebt. Eine Aufgabe, die sich wie selten eine andere zum Gegenstande eines öffentlichen Wettbewerbes eignet. Muß aber zwischen den beiden einander bisher gegenüber stehenden Vorschlägen gewählt werden, so verdient jedenfalls die Ausführung von Gartenanlagen de» entschiedenen Vorzug, da sie nur geringe Kosten in Anspruch nehmen, eine spätere Lösung im monumentale» Sinne aber nicht ausschließen würde.— Der Ausschuß der Stadtverordneten hat gestern Abend e i n st i m m i g die Magistratsvorlage abgelehnt. Es bleibt der reichen Kirchengemeinde überlassen, die oben mit- getheille» Anregungen aus eigenem Säckel Folge zu geben. Tieg in Rixdorf. Bei der Stadtverordneten-Ersatzwahl wurden die beiten von der sozialdemokratischen Partei auf- gestellten Kandidaten Zimmermeister Hesse mit 278 und Nestau- rateur Fricke mit 271 Stimmen geivählt. An der Wahl hatten sich 351 Wähler betheiligt, so daß es den Sozialdemokraten ge- lungen ist, für jeden ihrer Kandidaten rund 100 Stimmen über die absolute Majorität zu erzielen. Kontraktbruch der Billet-Automaten. Uns geht folgender Nothschrei zu: Am vergangenen Sonntag Nachmittag war auf dem Bahnhof Friedrichstraße der eine Automat ganz außer Thätigkeit gesetzt und der andere versagte unter zeitiveise falscher Behandlung den Dienst. Ein einfacher Arbeiter hatte seinen Groschen in den Automaten gesteckt, bekam aber kein Billet. Während wir den Portier suchten, um für das Geld die ver- sprocheue Waare zu erhalten. hatten Andere durch Rütteln den Automaten wieder dienstfähig gemacht und es waren plötzlich einem Herrn zwei Billets zugefallen, der sich mit dem unrechb mäßigen Besitz aus dem Staube machte. Der Arbeiter hatte für seinen Groschen noch immer kein Billet. Plötzlich stockte der Automat wieder in seiner Thätigkeit. Der inzwischen herzu- getretene Portier holte mit zwei Fingern aus der unteren Oeff- nnng ein Billet hervor, das sich vermuthlich eingequetscht hatte und den Automaten am regelmäßigen Auswurf verhinderte. Die Thätigkeit des Billelspeiers versagt nämlich gewöhnlich dann, wenn man den Groschen nicht vollständig hineinfallen läßt, son- dern vorzeitig zieht. Er st muß das Geldstück ge- fallen sein und dann darf gezogen werden. Die Aktien- gescllschaft muß das in einer kurzen großbuchstabigen In- schifft oeutlick machen, lange klein gedruckte Inschriften werden nicht auf Bahnhöfen gelesen, wo, wie namentlich im Vorortver- kehr, die meisten Menschen mit dem Eisen bahnfieber blind drauf los rennen. Endlich muß es aber als rücksichtslos bezeichnet werden, daß die Gesellschaft auf Bahnhof Friedrichstraße bei dem Riesenverkehr nur einen Automaten im Gange hat, während der andere höchst unzweckmäßig geschlossen ist. nämlich an der i n n er e n Hohlwand des Mechanismus. Die Folge davon ist, daß" Hunderte von Menschen vergeblich ihren Groschen in den geschlossenen Zehnpfennig-Schlitz hineinpressen, sich unnütz abmühen und erst nach genauerem Zusehe» bemerken, daß der Automat von Innen geschlossen ist. Die Gesellschast, welche an großen Verkehrsstellen ihre Apparate ausstellt, und uns zu deren Benutzung einladet, sollte sich der Pflicht bewußt sein, auf Bahnhöfen, wo Jedermann eilig ist, nickt mit dem Publikum solches Spiel zu treiben. Ist es schon schlimm, wenn gerade zu Zeiten des stärksten Verkehrs ein Automat dienstuntauglich ist, so muß er allermindestens von außen sicht- bar geschlossen sein. Für die Zeit der starken Sonntagsbenutzung darf aber so lange eine sachverständige Aufsicht nicht fehlen, so lange es der Gesellschast nicht gelingt, den zweckmäßigen Ge- brauch des Automaten besser zu sichern. Der arme Arbeiter hat seinen Groschen eingebüßt und wird sich wohl hüten, einen zweiten Groschen für eine Beschwerde zu fpendtreu, ganz abgesehen davon, daß es dem Arbeiter nicht gerade Vergnügen bereitet, seine freie Zeit zu Korrespondenzen mit Behörden zu verwenden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir an die Gesellschaft die Frage richten, ob denn noch immer keine Aussicht vorhanden ist, in Postschallern Automaten aufzustellen, welche Groschenmarken und Postkarten ausspucken. In den Berliner Postämtern muß man wegen weniger Briefmarken oft Viertelstunden warten, weil ein Großkaufmann 20 Geldbriefe und 30 Postanweisungen auf einmal zu jeder beliebigen Zeit am Schalter präsen- tiren darf, der Arme kann ja warten, Briefmarken- Automaten wären so recht geeignet für den Unbemittelten der Karten und Marken einzeln kausen muß, Nutzen zu stiften durch den großen Zeitgewinn, und zwar um so mehr, als terr Stephan schon seit Jahren für dringliche den wachsenden erkehrsbedürfnissen entsprechende Verbesserungen im gesammten Postwesen sehr schwer zugänglich und dann auch mit der Auf besserung der Gehälter für die untersten Postbeamten zu sehr beschäftigt ist.--- Schloßfreiheit als EiSbahn? Eine hiesige Korrespondenz ineldet:„Die Schloßfreiheit oder richtiger„Die Freiheit am Schlosse", wie die im Jahre 1672 entstandene Straße ursprünglich hieß, wird, wie wir hören, in diesem Winter den Berlinern, wenn auch nur vorübergehend, Gelegenheit zur Wahrnehmung des Eissports bieten. Wie bestimmt verlautet, ist das ganze Terrain an einen Pächter übergeben worden, der dort eine künst- liche Rieseneisbahn zu schaffen beabsichtigt. Die Planirungs- arbeiten haben bereits begonnen und ebenso die Anlegung eines Röhrensystems, mit welchen das ganze Terrain aus den Leitungen der städtischen Wasserwerke überschwemmt werden soll." Eine Bestätigung der Meldung bleibt abzuwarten. Barmherzige Wirthe. Der Arbeiter Dpsilcnti besitzt eine Frau und 6 Kinder. Er hatte das Unglück, im August ein Kind durch den Tod zu verlieren. Infolge der durch Krankheit und Tod erwachsenen Kosten vermag er die Zahlung der Miethe (16,25 M.) erst am 9. September, statt am 1. zu leisten. Darauf- hin wird er auf grund der bekannten Berliner Halsabschneider- Miethsverträge auf Exmission und Miethszahlung verklagt. Er kann die Arbeit nicht verlassen, schickt seine Frau zum Termin. Diese wird vom Amtsgericht zurückgewiesen, er zur Zahlung und Räumung und Tragung s ä in in t l i ch e r Kosten verurtheilt, wiewohl er vergeblich am 9. September die Miethe angeboten hatte. Er zahlt, erhält zwei Tage später die Aufforderung vom Rechtsanwalt Friedländer, noch 9,20 M. Kosten innerhalb spätestens drei Tagen zu zahlen, widrigenfalls er cxmittirt würde. Der arme Familienvater bittet, ihm Raten- Zahlungen von je drei Mark zu gestatten. Der Anwalt gestattet— innerhalb 24 Stunden endlich zu bezahlen. Es geht nichts über großmüthige Barmherzigkeit. Wo der Arbeiter wohnt? Gerichtsstraße. Wem das Haus gehört? Der Frau Professor Stein, Eigenthümerin mehrerer der Sanitätskommission nicht völlig verborgen gebliebener Häuser. Zur Cholera i« Berlin nichts Neues. Eins der trüben Bilder großstädtischen Elends ent- rollte sich gester» Abend in der Eberswaldcrstraße. Dort sah der Kutscher Gustav B. einen Greis in hilflosem Zustande aus dem Bürgersteige liegen, näherte sich ihm und erfuhr, daß der Alte Friedrich Weber heiße und bis zum gestrigen Tage im Siechenhause an der Prenzlauer Allee untergebracht gewesen sei. Er fühlte sich, so erklärte er weiter, derart schwach, daß er nicht von der Stelle kommen könne und habe kein Obdach. Der mit- leidige Kutscher lud ihn auf seinen Wagen, um seine Neber- sührung nach einem Krankenhause durch das 88. Polizei-Revier herbeizuführen. Als er hier anlangte, war aber der Greis bereits todt. Ob die Angaben des angeblichen Weber auf Wahrheit beruhen, hat sich nicht gleich ermitteln lassen. Zur Ziehzeit. An der Kreuzung der Linienstraße mit der Rosenthalerstraße stieß am Montag Abend ein Möbelwagen mit einem anderen Fuhrwerk dermaßen zusammen, daß ein Theil der verladenen Möbel zertrümmert wurde. Ein geprellter Droschkeukutscher erster Güte, der von 2 Uhr Nachmittags bis zum späten Abend zwei Gigerl und eine Fleischbörsendame herumgefahren hatte, sollte mit einer Mark abgespeist werden. Mehr hatte das Gigerl nicht„bei sich"— seine Begleiter waren verduftet. Der biedere Rosselenker machte nunmehr dem Gauner so handgreiflich klar, dnß dieser blnt- überströmt aus dem Damm liegend um Hilfe rief. Einige Nacht- schwärmer standen dem gelynchten Betrüger in soweit bei, als sie dessen und des Kutschers Ueberführung nach der Polizeiwache veranlaßten. Wann endlich werden die geplagten Droschken- kutscher von dem Wahn ablassen: Kleider machen Leute. Beim Absteigen von einem im Lauf befindlichen Pferdebahnwagen stieg ein junges Mädchen am Blücher-Platz in der bekannten verkehrten Art(statt das Gesicht nach der zu befahrenden Strecke, das Gesicht rückwärts gewendet) ab und kam so unglücklich zu Falle, daß sie beide Unterschenkel brach, innere Verletzungen erlitt und nach dem Krankeuhause am Urban ge- schafft werden mußte. Arbciterrifiko. Bei dem Auseinandernehmen einer Buch- druckpresse hatte am Montag Vormittag ein damit beschäftigter Monteur in der Rohde'schen Buchdruckerei das Malheur, daß ihm das Fundament auf eine Hand fiel und einen Finger durch- brach. Der Verunglückte mußte sich nach dem Elisabeth-llranken- Hause begeben. Unter der Maske eines ArzteS hat ein Schwindler Frauenbekamilschaflen in Mielhshäusern gemacht und. auf die weibliche Leichtgläubigkeit bauend, seine Dienste augeboten. Er näherte sich auf solche Weise der Frau I., zu der er im Lause des harmlos eingeleiteten Gespräches die Bemerkung machte, daß sie leberkrank sei und auch noch von der Brechsucht befallen werde. Zugleich tröstete er die Frau damit, daß er sie heilen werde und verschrieb ihr auch ein Rezept, das sie an eine Adresse nach Dresden schicken möge. Sie werde einen Thee erhalten, der die Krankheil beseitigen werde. Als Honorar erbat sich der Pseudo-Arzt drei Mark, forderte auch zugleich ein Taschentuch, um es im Walde zu verstecken, da es ein bewährtes Sympathie- mittel gegen das Leiden sei. Frau I. fiel aber glücklicherweise auf den plumpen Schwindel nicht hineiu, ließ den Betrüger viel- mehr festnehmen. Dieser, ein früherer Rentier S. aus Char- lottenburg, der gegenwärtig wohnungslos ist, wurde wegen ver- suchten Betruges festgenommen. Vorsicht beim Fensterpnhenk In der Reichenbergerstr. 49 kürzte beim Fensterputzen am Montag ein 13jühriges(!) Mädchen aus dem Küchenfenfler zwei Stockwerke hoch aus den Hof. Die Schwerverletzte wurde in einem Krankenwagen nach dem Kranken- hause am Urban gebracht. Selbstmord. Der 59 Jahre alte Kaufmann Alb. Heiden, Plan-Ujer 41, erhängte sich wegen Nahrungssorgen. Die Arbeiter-Bildnitgsschule beginnt den Unterricht zum Wintersemester in ihren Markusstr. 31, Reichenbergerstr. 133 und Müllerstr. 179a belegenen Schullokalen am 3. Oktober. Das Weitere besagt das Inserat.— Damen und Herren, die sich an einem Kursus der neueren Geschichte betheiligen wollen, werden gebeten, sich heute 8Vs Uhr Abends im Restaurant Fischer (srüher Leopold), Markgrafenstr. 68, einzufinden. Marktpreise in Berlin am 2. Oktober, nach Ermittelungen des königlichen Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 15,10—14,70 M., mittlerer von 14,60-14,30 M., geringer von 14,20-13,80 M., Roggen per 100 Kg. guter von 12,90 bis 12,60 M., mittlerer von 12,50—12,30 M., geringerer von 12,20 bis 12,00 M. Gerste per 100 Kg. gute von 19.00—17,40 M., mittlere von 17,30—15,70 M., geringe von 15,60—14,00 M. Hafer per 100 Kg. guter von 13,80—17,60 M., mittlerer von 17.50—16.30 M., geringer von 16.20 bis 15,00 M. Stroh. Nicht- per 100 Kilogramm von 6,30—5,40 Mark. Heu per 100 Kilogramm von 10,30—6,60 M. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00—24,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00-20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80.00 bis 30,00 M. Kartoffeln, per 100 Kg. von 7.00-4,00 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50-1,00 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,70-0,90 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80—2,00 M. Eier per 60 Stück von 4,30—2,60 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,20—1,20 M. Aale von 2,80 bis 1,20 M. Zander von 2,40—1,20 M. Hechte von 2,00—1,00 M. Barsche von 1,60-0,80 M. Schleie von 2,40—1,10 M. Bleie von 1,40 bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 13,00—1,50 M. Polizeibericht. Am 2. d. M. Nachmittags wurde auf dem Terrain der Stettiner Eisenbahn, an der Badstraße, ein dort beschäftigter Arbeiter durch herabstürzende Erdmassen verschüttet und am Kopfe und an den Beinen so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach dem Lazarus-Krankenhaufe erforderlich wurde. — Ein 13 jähriges Mädchen lehnte sich beim Hinaussehen aus dem Kllchenfenster der im 2. Stock des Hauses Reichenberger- straße 49 belegenen Wohnung seiner Eltern auf das vor dem Fenster angebrachte Blumenbrett, dasselbe brach ab, und das Mädchen stürzte auf den Hos hinab. Es erlitt dabei außer einer Verletzung am Kopfe einen Bruch des Oberschenkels.— Vor dem Hause Köpnickerstraße 121 gerieth Abends ein Arbeiter beim Besteigen eines in der Fahrt befindlichen Pferdebahn- Wagens mit dem Fuße unter die Räder und wurde so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte.— Ein Kaufmann wurde in seiner Wohnung am Plan-Ufer erhängt vorgefunden.— Vor dem Hause Naunynstr. 39 fiel ein Mann infolge eines Fehltritts zur Erde und erlitt eine schwere Verletzung am Kopfe.— In der Nacht zum 3. d. M. wurde eiu obdachloser Arbeiter vor dem Hause Neue Noßstr. 3 mit schweren Verletzungen an den Beinen aufgefunden und nach der Charitee gebracht. Er ist angeblich am Bahnhof„Börse" durch einen Bierwagen überfahren worden.— Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. Gerickks-Isikuttg. Gewerbegericht. Sitzung vom 29. September. a m ni e r I. Vorsitzender: Assessor Fürst. Um 2,80 M. hatten die Schneiderin Frau Lapschies und der Schneidermeister Riedetzki vier Zeuginnen nach dem Gewerbe- gericht zitirt. Es handelte sich darum, festzustellen, ob Frau L. damit einverstanden war, daß ihr Herr L. 2,80 M. von dem Arbeitslohn für 28 Mäntel— 10 Pf. pro Mantel— abzog. Vergeblich bemühte sich der Vorsitzende, Meister Riedetzki zu be- wegen, doch die kolossale Summe einfach zu zahlen, der ließ sich sedoch nicht dazu bewegen. Ich will mein„Recht" haben, meinte der Meister von der Nadel. Die vier Amazonen der Industrie mußte» wirklich erst vernommen werden, um den Beweis(an- zutreten, daß ihr wirthschaftlicher Herr und Gebieter— sie arbeiten noch bei dem Beklagten— ihre voraussichtlichen Aus- sagen irrthümlicher Weise für beweiskräftig betreffs seiner Be- anptung des Einverständnisses der Klägerin gehalten hatte. -ie wußten nämlich darüber gar nichts auszusagen. Be- klagter blieb somit den Beweis dafür, daß Klägerin mit dem Abzug einverstanden gewesen sei, schuldig. Die Klägerin hielt ihre gegentheilige Behauptung ausrecht und Herr Riedetzki wurde durch ein gerichtliches Erkenntniß ver- pflichtet, 2,80 Mark an seine Gegnerin und die Prozeß- kosten zu zahlen. Bemerkenswerth ist noch aus der Aussage einer Zeugin, daß allen Arbeiterinnen des Schneidermeisters Riedetzki in der betreffenden Woche 10 Pfennig pro Mantel ab- zezogen wurden und daß die Meisterin öfter geäußert haben 'olle, sie ziehe„einen Groschen" für jeden Mantel ab und zwar „für die Droschke", die man„zum Liefern" brauche.— 12 M. fordert die Schneiderin Frau Kuno von dem Schneidermeister Rusigall, bei dem'sie sechs Tage gearbeitet hat. Sie ist nach Breslau verzogen und infolge dessen nicht im Termin anwesend. Der Beklagte will ihr für die Arbeitswoche 9 M. geben, davon aber 5 M. abziehen, welche sie nach seiner Aussage als„Vorschuß" schon„weg haben" soll. Als Zeuge ist ein Schneider erschienen, den der Beklagte als den Bräutigam der Klägerin bezeichnet. Dieser— er hat zusammen mit der Frau Kuno bei Rusigall gearbeitet— sagt aus, daß er wohl einen „Vorschuß", und zwar von 10 M. erhalten habe, nicht aber Klägerin. Sie und er seien auf den Dienstag der nächsten Woche vertröstet worden, Klägerin hätte pro Tag 2 M. be- kommen sollen. Nachdem der Zeuge so ausgesagt, sicht ich Herr Rusigall veranlaßt, zu erklären, daß die 10 M. Vorschuß za nicht für den Zeugen allein gewesen, ondern daß er bei ihrer Auszahlung geglaubt, derselbe werde sie mit der Klägerin„theilen"; die Beiden hätten nämlich ein„Ver- hältniß" und zu jener Zeit hätten sie zusammen gelebt und „gewirlhschastet". Der Beklagte erkennt schließlich an, der Klägerin 12 M. zu schulden und verpflichtet sich, sie innerhalb acht Tagen derselben portofrei zuzuschicken. Ihr Bräutigam wurde mit der Ermittelung ihrer sogar ihm unbekannten Adresse betraut. Der gute Mann wollte erst in gewinneuster Liebens- würoigkmt dem Beklagten das schwere Geschäft der Geldversen- dung avnehmen und selbst der Angebeteten in Breslau das Geld übermitteln. Natürlich ließ sich der Gerichtshof, sehr zu Jenes Bedauern, nicht darauf ein. Kammer IV. Sitzung vom 30. September. Vorsitzender: Assessor C u n o. Der Klavierarbeiter Böttcher war bei dem Hoflieferanten, Kommerzienrath Bechstein„in Akkord" thätig. Er hatte einen angefangenen Akkord vor, als die Fabrik einer Kessel- revision wegen auf drei Tage geschlossen werden sollte. Da er eine andere Stellung antreten wollte', verlangte er, daß man ihn am ersten der drei fraglichen Tage den Akkord fertig machen lasse. Er hatte Polirarbeit vor. also hinderte ihn der Stillstand der Dampfmaschine nicht am Weiterarbeiten. Dieses wurde ihm nicht gestattet und ihm er- klärt, wenn er am Donnerstag nicht wiederkomme, werde man "1 I . ge die Arbeit durch einen Anderen" fertig machen lassen, selbstver. Igemeinen Berlaffen des Lotals und seiner Aufforderung, ihm zu| Polizeibeamten hätten das Hausrecht verlegt und daß es in de ständlich auf seine Kosten. Um sich zu sichern", behielt der öffnen, hätten nur wenige Minuten gelegen. wenige Minuten gelegen. Der Polizei- Gefeßgebung nicht bezweckt jei, bei Sozialdemokraten ein größere? Werkführer 20 M. vom vollen Atfordlohn zurück; Böttcher hatte lieutenant müsse ihn falsch verstanden haben. Bei dieser Sach- Rechtsverständniß vorauszusehen, als bei anderen Staatsbürgern die Auszahlung der ganzen Summe verlangt. Leßterer fing am lage fonnte der Staatsanwalt die Antlage nicht aufrecht Durch Beschluß vom 9. September hat die 2. Straffammer 31 bewußten Donnerstag im Betriebe eines anderen Unternehmers halten, er beantragte die Freisprechung und der Gerichtshof Magdeburg die Eröffnung des Hauptverfahreus abgelehn. an und verklagte die Firma Bechstein auf Auszahlung des vollen erkannte so. Afkordlohnes, er flagte also noch 20 M. ein. Das Gericht mit der Begründung, daß die Anklage nicht haltbar erscheine, de hielt feinen Klageanspruch unter den. die Angaben des Angeklagten thatsächlich richtig gewesen, in den ob= Der Verkauf des„ Wahren Jakob" und der Maifeft- dem Verhalten des Polizeibeamten aber eine strafbare Handlung waltenden Umständen für berechtigt. G3 verneinte Beitung hat dem Parteigenossen Karl Brandt eine Verurtheilung nicht zu finden fei, er also objektiv dieselben gar nicht einer straf die Frage, ob ein Zufall vorliege, welcher die Beendigung des megen Uebertretung der§§ 48 und 148 der Gewerbe- Ordnung baren Handlung beschuldigt habe. Die Kosten sind der Staats Affords unmöglich machte. Nach seiner Annahme liegt eine eingebracht. B. sollte am 22. April d J. in Lokalen, wo öffent taffe zur Last gelegt worden. willkürliche Handlung vor. In Betracht zog das Gericht noch, liche Versammlungen abgehalten wurden, die obigen Blätter ver daß Kläger in der Lage war, troß der Kesselrevision feinen theilt und gewerbsmäßig verkauft haben, ohne dazu die Erlaubniß In Charfreitag auch für Arbeiterinnen ein Feiertag Akkord fertig zu machen. Er sei daran gegen seinen Willen ge- der Ortspolizeibehörde nachgesucht bezw. erhalten zu haben. Das Der Fabritoirektor Rudolf Wiltens in Kaiserslautern hatt hindert worden und hätten ihm mit Bezugnahme auf ein Schöffengericht hatte ihn dafür am 10. Juli zu einer Geldstrafe am Vorabend des Charfreitag Arbeiterinnen länger als bis schlägige Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung und des all- von 6 Wi. event. 2 Tagen Haft verurtheilt, wogegen er Berufung 52 Uhr arbeiten lassen und wurde deshalb vom dortigen Land gemeinen Landrechts die 20 m. zugebilligt werden müssen. eingelegt hatte, die am 30 September zur Berhandlung fam. gericht am 16. Mai d. J. wegen Uebertretung des§ 137 der Der Angeklagte begründete seine Berufung damit, daß er jene Gewerbeordnung zu 3 Mt. Geldstrafe verurtheilt. Der§ 105. Gewerbegericht. Rammer IV. Vorsitzender: Assessor Druckschriften in den Bersammlungen nicht gewerbsmäßig ver- der Gewerbeordnung sagt, die Landesbehörden bestimmten, welche Cuno. Auch eine Genossenschaft. Gaule Schiebung. fauft, sondern auf vorherige Bestellung vertheilt habe. Die Be- Tage als Festtage im Sinne der Gewerbeordnung zu gelten haben Die Tischler Arndt und Ludwig flagen gegen den Tischlermeister stellungen seien vorher in der Expedition des Bolksblatt" ein- Da nun für die Pfalz am 28. April 1825 der Charfreitag ale Beters auf Zahlung von 25 M., die sie als rückständig aus gegangen und habe er am selbigen Abend die Aufträge aus efttag verordnet worden ist, so erachtete das Landgericht die einem Alford beanspruchen. Der Beklagte wendet folgendes ein. geführt. Durch die Beweisaufnahme wurde aber festgestellt, daß Voraussetzungen des§ 187 für vorliegend. Die Revision des Bunächst sei er garnicht der Arbeitgeber der Kläger gewesen; er B. auch an die beiden jene Bersammlungen überwachenden Polizei: Angeklagten trat dem entgegen und meinte, der Ausdruck, be hätte nur die Profura im in Frage kommenden Betrieb gehabt, tommissare Henze und Meinhardt auf Verlangen solche Druck- stimmen" deute darauf hin, daß die Landesregierungen nach derselbe sei ein genossenschaftlicher gewesen. Er, Be- fchriften verkauft hatte und deshalb wurde die Berufung ver- Grlaß der Gewerbeordnungs- Novelle von 1891 ausdrücklich die tlagter, habe in feinem Hause den Raum leer stehen gehabt, in worsen. zu berücksichtigenden Festtage zu bestimmen habe, was aber hier welchem er früher mal" eine Tischlerei betrieb. Da wären bezüglich des Charfreitag nicht geschehen sei. Der 1. Straffenat mehrere Tischler zu einer Genossenschaft zusammen getreten und hätten den Raum in Benuzung genommen. Wie weit ist die Aufforderung zum Streit strafbar? des Reichsgerichts verwarf selbstrebend diese wunderliche Giner" hätte in Unseren Lesern ist bekannt, daß der Bergarbeiterstreit Anlaß zu Revision, da die Annahme des Landgerichts, daß der Charfreitag der Genossenschaft sein müssen, ber alle geschäftlichen Verbin- einer Reihe von Anklagen, insbesondere gegen den Vorsitzenden in der Pfalz als Festtag zu gelten habe, hinreichend begründet sei. dungen besorgte; hierzu habe man ihn bestimmt. Was die des Rechtsschutz- Vereins der Bergleute, wurde, bezüglich deren Fenster betreffe, für welche Kläger noch 25 M. haben wollten, selbst bürgerliche Parteien verwundert ausrufen mußten: wie Ein Amtsrichter als Verbrecher. Amtsrichter Heinrich so seien dieselben von den Klägern verpfuscht worden und ein fann so etwas zum Gegenstand einer Anklage gemacht werden? angethal aus Blankenhain war angeklagt, in den Jahren anderer Gehilfe habe sie für 25,25 Mart fertig gemacht. Ein derartiger Prozeß gegen Warken beschäftigte am Dienstag 1885 bis 1892, in welchen er infolge intimer Beziehungen zu Demgegenüber steht die Behauptung der Kläger, daß den 1. Straffenat des Reichsgerichts. Weil er in einer zahlreich zwei Frauenspersonen Ausgaben machte, die seine Verhältnisse sie genau nach Zeichnung die Fenster gemacht hätten; besuchten Bergarbeiter- Versammlung am 28. Dezember v J. zu überſtiegen, ihm amtlich anvertraute, vorzugsweise zur Ablieferung wie es ihnen übertragen war. Wenn sie dem Herrn Bildstock gesagt hat: Es sind 3000 Rechtsschuß- Revolver an- an die Waisenversorgungsanstalt in Weimar übergebene GrbPeters nicht genügten, hätten sie nicht dafür gekommen, aber nicht zum Schießen, sondern zum Verkauf", ist schaftsabgabegelder, insgesammt über 8000 m., veruntreut, die konnt; sie wären berechtigt gewesen, für die gewünschte Umarbeit er vom Landgerichte Saarbrücken am 10. April d. J. zu vier Sintragungen in die Register unterlassen und Akten, die sich auf extra Bezahlung zu verlangen. Peters sei darauf aber nicht ein- Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Das Landgericht hatte diese Fälle bezogen, beiseite geschafft und vernichtet zu haben. gegangen und habe dem Tischler Wittich die verlangte Umarbeit in jenen Worten nach Lage der Sache eine Auf- Er wurde am 20. Juli 1893 wegen Verbrechen nach§§ 350, übertragen. Ihnen habe er dann, ihrer Meinung nach zu Unrecht, reizung zu Gewaltthätigkeiten erblickt. Von der weiteren 351, 3483, 349 des St.-G.-B. vom Schwurgericht zu Jena zu die dem Wittich dafür gezahlte Summe abgezogen von dem, was Anklage, durch ein von ihm verbreitetes Flugblatt 6 Jahren Buchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Die sie für den ganzen Akkord zu bekommen hatten. Einer der Kläger zum Ungehorsam gegen die Geseze, nämlich zur fündigungs- gegen dieses Urtheil vom Angeklagten eingelegte Revision, nach führt aus, daß Herr Peters durch Annonce in den Zeitungen lofen Niederlegung Der Arbeit, aufgefordert zu haben, der Angeklagter sich insbesondere dadurch als beschwert hinstellte, immer" Genossen" gesucht habe, die bei einer Ginzahlung von wurde Warten freigesprochen. Im Urtheil heißt es bezüglich daß er nicht für verrückt erklärt sei, verwarf am Dienstag 123 M. dauernde Beschäftigung haben sollten. Er sei zu ihm dieses Bunftes:" Es handelt sich hier ausschließlich um die Auf das Reichsgericht. anfragen" gegangen und Peters babe ihn auch eingestellt, ob- forderung zu einer fonfret abgegrenzten Nichterfüllung der Ver gleich er 125 M. nicht hatte. Ihm sei nichts als Theileinzahlung pflichtung. Umstände, welche einen Anhalt dafür geben, daß die Dem Vertheidiger des wegen Meineid3zuZuchtvom Lohne abgezogen worden. Tischler Wittich fagt als Zeuge Aufforderung auch auf die Nichtachtung und Verneinung des hausstrafe verurtheilten Rechtsanwalts Dr. aus, daß die Genossenschaft nur vier Monate erijtirt haben. Gesezes überhaupt und schlechthin seiner Autorität und binden- o It foll es gelungen sein, das zuständige Gericht von der Seit etwa zwei Monaten ser Herr Peters wieder selbständiger den Kraft gerichtet gewesen sei, ist in der Hauptverhandlung erheblichkeit der für die Unschuld des Verurtheilten vorgebrachten Tischlermeister. Die erfien Genossenschafter hätten fich mit Geld nicht hervorgetreten."- Die gegen die Freisprechung von der neuen Thatsache und Beweismittel zu überzeugen. Die fünfte betheiligt. Die später eingetretenen Tischler, welche kein Geld Staatsanwaltschaft eingelegte Revision wurde vom Herrn Strafkammer des Landgerichts I hat den Beschluß gefaßt, die hatten, sollten die Betheiligung mit 125 M. durch regelmäßige Reichsanwalt Dr. Menge vertreten, welcher eine In- beantragte Wiederaufnahme für zulässig zu erachten und die Abgaben von ihrem Berdienst realisiren. Ob das immer fonfequenz in der Rechtsprechung des ersten Straffenates Bernehmung der vorgeschlagenen neuen Beugen zu bewirken. geschehen, wisse er nicht. Auch wisse er nicht, ob die in bezug auf den§ 110 zu finden glaubte und 23 Wenn das Ergebniß der Beweisaufnahme den gehegten Erstrittigen Fenster nach der Zeichnung so werden mußten, für bedauerlich erklärte, daß die auf grund des vorliegenden wartungen entspricht, so dürfte dieser so viel besprochene Prozeß wie sie ihm, Zeugen, als unbrauchbar übergeben wurden. Sachverhaltes angeklagten Personen in Dortmunder Bezirke demnächst eine neue Auflage vor einem andern Schwurgericht erAuf Befragen fagt der Beklagte noch aus, daß er für 500 W. verurtheilt, im Saarbrücker Bezirke jedoch freigesprochen wurden. Holz für die Genossenschaft gekauft und außerdem 1000 m. in Nichtsdestoweniger erkannte der Senat auf Verwerfung baar eingeschossen habe. Den in das Geschäft eintretenden der staatsanwaltlichen Revision unter folgender Begründung in Lauffen hatte auf Veranlassung des Gemeinderathes Re Ein ungetreuer Stadtrath. Der Brunnenmeister UH! Tischlern sei der Vertrag vorgelesen worden, welcher die Be G3 ist festgestellt, daß die Aufforderung zum Streif nicht in paraturen an der Wasserleitung vornehmen lassen. Obgleich nun dingungen der Genossenschaft enthalte. Die Leute hätten unter- bem Sinne geschehen sei, daß dadurch äußerlich die Weigerung, der von ihm bei dieser Arbeit verwendete Arbeiter Moser nur schreiben müssen, daß bei einem Verstoß gegen diese Bedingungen die Autorität des Gesetzes überhaupt anzuerkennen, bethätigt einen Zag thätig gewesen war, reichte Uhl dennoch bei dem ihre sofortige Entlaffung erfolgen könne. Der Vertrag lag dem worden wäre; es sei nicht eine bewußte Auflehnung gegen das Gemeindepfleger Stadtrath Johann Heinrich Seybold eine Gericht nicht vor. Der Beklagte wurde verurtheilt, Gesek als solches, sondern lediglich eine Auflehnung gegen Rechnung ein, wonach Moser noch weitere vier Tage an der jedem Kläger 12,50 M. und eine entsprechende Versäumnißgebühr eine bestimmte konkrete begrenzte Nichterfüllung rechtlicher Ver- Wasserleitung gearbeitet haben sollte. Der Herr Gemeinderath zu zahlen. Der Gerichtshof nahm an, daß die Genoffenpflichtungen einem bestimmten Arbeitgeber( nämlich dem bewilligte nun ganz einfach 12 M. für vier Arbeitstage und die schaft nur eine vorgeschobene Rechtsform ge- Fistus) gegenüber hier in Frage. Der Senat hat in Uebereinstimmung bewilligte nun ganz einfach 12 M. für vier Arbeitstage und die wesen sei, um die Inhaberschaft des Herrn mit früheren Entscheidungen nicht annehmen können, daß diese Unter- uhl und Moser hatten Gemeindekasse zahlte diesen Betrag auch aus. Seybold, Peters zu verdecken. Er sei haftbar zu machen. Der scheidung eine rechtsirrthümliche sei, und hat auch aus den that- schäftes am 18. mai vor dem Landgerichte Heilbronn zu hatten sich wegen dieses dunklen Ge Behauptung der Kläger, daß sie genau nach der Zeichnung, wie fächlichen Feststellungen nach Lage der Sache keine genügenden verantworten. Bei Moser war der Dolus nicht festzustellen, von Herrn Peters beauftragt, die fraglichen Fenster gearbeitet, Gründe dafür finden können, daß eine Unterscheidung in der weshalb er freigesprochen wurde. Seybold und Uhl dagegen stehe tein Gegenbeweis gegenüber, sie sei darum als Weise, als sei nicht ein konkreter Vertrag mit einem einzelnen wurden wegen Untreue und Beihilfe dazu mit einer Gefängnißrichtig anzusehen und Herr Peters zu verurtheilen. Arbeitgeber, sondern eine Mehrheit von einander abweichender strafe von je 14 Tagen Gefängniß belegt. Der Einwand Uhl's, Um einen Dieb beraus zu bekommen, zog der Berträge hier zu unterstellen, ihre Rechtfertigung findet. Im daß er selbst mitgearbeitet habe und deshalb ein Recht auf das Drechslermeister jedem seiner Gehilfen 1 M. von dem Kostgeld Gegentheil läßt das Urtheil jeden Anhaltspunkt hierfür ver- Geld gehabt habe, fand keine Beachtung, da Uhl für seine Arabganz wie beim Militär, wo die Inhaber einer ganzen missen, und es mußte deshalb die Gleichstellung als eine that- beit, die übrigens in diesem Falle nur ganz geringfügig war, Stube gemeinsam gestraft werden, wenn Giner etwas aus- fächliche angesehen werden, die der Nachprüfung entzogen ist. fährlich eine Pauschalsumme erhält. gefressen hat, der dann nicht zu ermitteln war. Die Gehilfen, Daß das Urtheil dieses Senates im 21. Bande der Rechts eingelegt, dieselbe wurde jedoch vom ersten Straffenat des ReichsSeybold hatte Revision melche fich diefe rigorose Maßregel nicht gefallen ließen, wurden sprechung", G. 855 ff. hiermit nicht im Widerspruche steht, ist gerichts am 25. d. m. verworfen, da die Feststellung der outlaffen. Sie flagten auf Auszahlung ihres Affords, den fertig hinreichend in einem früheren Erkenntnisse dieses Senates erörtert intreue einem Bedenfen nicht unterlag. Mit Recht hat das zu machen sie verhindert waren. Der Betlagte wurde verurtheilt; worden." Die vom Angeklagten gegen seine Verurtheilung Landgericht angenommen, daß der Angeklagte Bevollmächtigter er muß sein unqualifizirbares Vorgehen mit annähernd 150 m. aus§ 180 eingelegte Revision wurde ebenfalls verworfen. Der Gemeinde und daß das Vermögen der Gemeindekasse, über fühnen. Ein wackerer Kronzenge in einem Majestätsbeleidigungs- welches er verfügte, ihm anvertraut war. Rammer II. Borsitzender: Assessor Fürst. Sigung vom Der Schuhmacher Hermstein beansprucht von seinem früheren Meister Kochante 28 M. Lohnentschädigung wegen unrechtmäßiger Entlassung. Er wird abgewiesen; durch Zeugenaussage war der Beweis erbracht worden, daß der Kläger troß ausdrücklicher Fest sehung des Beginnes der Arbeitszeit auf 7 Uhr vier- bis fünfmal um 9 Uhr zur Arbeit tam. Das Gericht betrachtete dies als eine beharrliche Weigerung des Klägers, den ihm nach dem Arbeitsvertrage obliegenden Verpflichtungen nachzukommen. leben. Knabe von dem Transmissionsriemen ergriffen und derartig verletzt, daß er bald darauf starb. Die Verantwortung hierfür wurde Herrn Hübner aufgebürdet, da er es unterlassen hatte, die Transmission genügend zu verdecken. Es befand sich zwar eine Barrière davor, aber ein Kind konnte natürlich darunter burchgehen. Die Revision des Angeklagten bekämpfte insbesondere die Fahrlässigkeit, jedoch ohne Erfolg, denn das Bleichsgericht( 2. Straffenat) erkannte auf Verwerfung des Rechtsmittels. 2. Oktober. Die Firma Rogge u. Kompagnie wurde verurtheilt, prozeß präsentirte sich nach der Köln. 8tg." der Straffammer Durch die Maschine getödtet. Wegen fahrlässiger dem Zuschneider Stump 44 M. als Lohnentschädigung zu zahlen. iu 2 a chen. Das Blatt schreibt:" Sehr günstig gestaltete sich Tödtung hat das Landgericht Prenzlau am 8. Mai den Ziegelei Die Arbeitsordnung, durch welche die gefeßliche Kündigungsfrist die Verhandlung vor der Strafkammer gegen den Acferer Sp. befizer Ernst Hübner in Brandenburg zu einer Woche Geausgeschlossen ist, war erweislich dem Kläger nicht direkt aus aus Duverac, welcher der Majestätsbeleidigung angeklagt war. fängniß verurtheilt, den mitangeklagten Arbeiter Neubert gehändigt worden bezw. hatte man ihn nicht auf dieselbe und als Belastungszeuge trat der Polizeidiener R. auf, der indessen aber freigesprochen. Hübner wendet in seiner Biegelei Maschinenihren Inhalt verwiesen. Der Gerichtshof nahm nich fogar von seiner ihm vorgesetzten Behörde als unzuverlässiger fraft mit Transmission an. Eines Tages tam das Söhnchen als stillschweigendes Einverständniß mit der Entlassung und dem Trunk ergebener Beamter bezeichnet wurde. Da R. fich des Neubert in den Fabrikraum und wurde vom Vater hinausden vom Beklagten hervorgehobenen Umstand an, daß außerdem in Widersprüche verwickelte, beantragte der Staats- gewiesen. Durch einen nicht aufgeklärten Zufall wurde der der Kläger ohne weiter es die Arbeitsstätte verließ und ohne ein anwalt, ihm die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Dem AnWort des Protestes seine Papiere in Empfang nahm.( Mehrfach trage fonnte nicht stattgegeben werden, weil er erst bei der find früher von anderen Rammern- Entscheidungen zu Urtheils verkündigung gestellt war. Sp. wurde kostenlos frei Unrecht gefällt worden, z. B. von der Rammer VI, welche bes gesprochen. halb ungünstig für die Kläger ausfielen, weil das stillschweigende Einverständniß" angenommen wurde, wenn die Be- Schutz vor Behörden. Einen intereffanten Verlauf hat treffenden nicht die Weiterbeschäftigung für 14 Tage bei der Ent ein Streit genommen, welcher in Magdeburg zwischen Vertretern laffung verlangten bezw. auf eine Klage beim Gewerbegericht der Polizeibehörde und unseren Genoffen ausgebrochen war. verwiesen hatten.) Der Schriftfeßer Hugo Baumüller ist" Vorstandsmitglied des Allgemeinen Arbeitervereins für Magdeburg und Umgegend". als solcher hatte er für ein Fest zur Feier des 18. März das Stephanbeleidigung.( Frankfurt a. M.) Vor acht Choreum in Buckau gemiethet. In der dortigen, seiner Ansicht Tagen hatte sich der verantwortliche Redakteur des politischen nach geschlossenen Privatfestlichkeit erschien der Polizeikommissar Theils der Kleinen Preffe", Dr. Albert 3 a cher, wegen eines Simeon mit drei uniformirten Schuhleuten zur Ueberwachung, am 8. Oftober 1892 erschienenen Leitartikels zu verantworten, der weigerten sich auf widerholte Aufforderung, bei welcher auf den unter der Ueberschrift:" Stephan'sche Sozialpolitik", die bekannte Miethsvertrag hingewiesen wurde, das Lokal zu verlassen und postalische Cholerasammlung geißelte.( Wegen eines ähnlichen bewirkten somit, daß das Fest um 10 Uhr beendet wurde. Bau- Artikels war seiner Zeit auch der damalige verantwortliche Remüller zeigte Simeon und Genossen wegen gemeinsamen datteur der Frantj. Zeitung" zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt Auf schwachen Füßen stand die Anflage wegen Freiheits- Hausfriedensbruch es beim Ersten Staatsanwalt an worden.) Die Verhandlung dauerte über drei Stunden. Die beraubung, welche gestern vor der zweiten Straftammer des und beschwerte sich beim Regierungspräsidenten. Die Be- Vertheidigung hatte Herr Rechtsanwalt Dr. Löwenthal neben Landgerichts I gegen den Restaurateur Paul Bosch an und schwerde wurde zurückgewiesen, weil die Beamten weil die Beamten ledig- dem Angeklagten selbst übernommen. Nach längerer Berathung deffen beide Kellner Eugen Reich und Johannes Köbler ver- lich einer Weifung des Polizeipräsidenten gefolgt seien wurde die Verkündigung des Urtheils auf heute vertagt. Der handelt wurde. Dem Boschan'schen Lokal wurde feitens der und diese Anweisung bes den Befugnissen Polizei Staatsanwalt hatte 3 Monate Gefängniß beantragt. Das Urtheil Polizei eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da der Inhaber präsidenten entspreche. Die Strafanzeige wurde zurückgewiesen, der Straffammer ging dahin, daß der Angeklagte wegen Be es mit der Polizeistunde nicht genau nahm. In der Nacht zum weil der Miethsvertrag nicht in Ordnung gewesen, auch die leidigung im Sinne des§ 185 freizusprechen sei, denn trotzdem 13. April batte Boschan bei verschlossenen Thüren noch Gäste, Beamten lediglich einen Befehl des löniglichen Polizei- Präsidenten der Artikel sehr satirisch gehalten wäre, liege boch feine forder Polizeilieutenant Bogel wartete auf der Straße, um die ausgeführt haben, welchem sie unbedingt Folge zu leisten hätten". melle Beleidigung des Herrn v. Stephan vor, da Worte, wie Uebertretung feststellen zu fönnen, wenn die Gäste das Lokal Nunmehr erhob der Erste Staatsanwalt Anklage gegen Bau- Obergewaltiger", Kleinbismard im Postpalast" im Rahmen der verließen. Der Beamte war aber bemerkt worden und im müller wegen wissentlich falscher Anschuldigung, Satire nur scherzhaft genommen werden könnten. Auch sei es Interesse des Wirths verhielten die Gäste sich sehr ruhig welche er wie folgt begründete. Der Miethsvertrag sei ein Schein- Thatsache, daß Herr v. Stephan die freiwillige Geldsammlung und schoben ihre Entfernung hinaus. Dem Anstreicher D. vertrag gewesen, da die Miethe gar nicht bezahlt worden set. gestattet habe. Die Beleidigung erstrecke sich auch nicht, wie die dauerte schließlich die Zeit zu lange, er verlangte Schließlich heißt es wörtlich: Schließlich mußte sich aber der Anklage behauptet, auf den Ober Postdirektor Griesbach, da hinaus gelaffen 8 werden. Boschan einem Beschuldigte lals Sozialdemokrat selbst sagen, daß die Polizei- dieser nicht genannt sei. Wohl aber liege eine Uebertretung des befahl Kellner, dem D. die Hausthür zu öffnen. Der Kellner beamten schon aus dem Grunde seiner Aufforderung zum§ 186 vor, es seien unwahre Dinge behauptet, die Herrn erwiderte, er wolle nur noch bei einigen Gästen tafsiren, dann Berlassen des Saales nicht nachzukommen brauchten, weil die von Stephan in der Achtung herabsezen könnten; denn Herr würden sie alle geben. Auf der Straße gerieth D. mit einem selben lediglich einen Befehl des töniglichen Polizei- Präst- von Stephan habe schon vor der Geldsammlung 5000 m. nach anderen Gaste in Streit, er wurde durch den noch auf dem benten ausführten, fie unbedingt Folge leisten Hamburg geschickt, während der Angeklagte behaupte, die unter: dem " Posten befindlichen Bolizeilieutenant zur Wache gebracht und mußten." Rechtsanwalt eine als Vertheidiger beantragte, stützung der Hamburger Bostbeamten sei allein den sammelnden hier tam zur Sprache, daß er länger als er wollte im Boschan- die Gröffnung des Hauptverfahrens abzulehnen. Er führte zur Kollegen überlassen worden. Doch sei die Beleidigung nur unschen Lokale zurückgehalten worden war. Im gestrigen Termine Begründung aus, daß Beamte trotz der Befehle ihrer Vor- erheblich. Berücksichtigt wurden bei der Bemessung des Urtheils erflärte der Beuge D., daß von einer Freiheitsberaubung gegen gefeßten nach Reichs- und Landesrecht strafrechtlich verantwoort die Unbescholtenheit des Angeffagten, seine gegnerische Stellung feine Perfon gar nicht die Rede sein könne, zwischen dem all- lich sind, daß der Beschuldigte noch jetzt der Ansicht sei, diel gegen die Postverwaltung, sowie die ganze Richtung der Kleinen Soziale Leberlicht. Reichert Gefangvereis Presse". Ferner müsse in Betracht gezogen werden, daß der An- furt a. M. ftatt; die Vorbereitungen dazu sind nunmehr ab- 1 Derein Siebertus, Fichteftr. 29 bet R. Krösche. Gleichheit", Pappel- Allee 3-4 bet A. Meinhardt. Gefangveretn geklagte als Redakteur eines Blattes, das für die breite Masse geschlossen. Der hochaktuelle Gegenstand, über den verhandelt yr a 9, Brit, Bergstr. 65 in Nixdorf.- Gefangverein Freiheitstlänge 2 des Volkes bestimmt sei, in seinen Ausdrücken oft zu derberer werden soll, schreibt die Kl. Presse", Arbeitslosigkeit Eberswalderstraße 5.-- Raiser'scher Quartettverein, Krautftr. 6 bei Rudolf. Schreibweise genöthigt sei. Aus all' diesen Gründen wurde auf und Arbeitsvermittlung in Industries und Arbeitergesangverein von Bris in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- GesangJunge 30 M. Geldstrafe erkannt. Handelsstädten, hat so allseitiges Interesse erweckt, daß verein Gängerfreiheit, Naunynstr. 43 bei Friz Fröhlich. Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsfir. 11 bei Hartmann. Georginia. schon jetzt über 200 Theilnehmer und ebenso viele Zuhörer an- Manteuffelstraße 45 bet Liewald. Ginig, Straußbergerstr. 3 bei Birt. gemeldet sind, darunter Vertreter der städtischen Verwaltungen Vorwärts" 7 Rummelsburg, Rummelsburgerstr. 11 bei Borchmann. zu Bockenheim, Kassel, Kottbus, Fürth, Hamburg, Mainz, Osna Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Alee 152 bet Krause. Seeger'fcher Mannerchor, Frankfurterstraße 18 bei Kaprolatis. brück, Stuttgart, Worms 2c., zahlreiche Gewerbegerichtsvorsitzende Süd- Ost 2, Falckensteinstr. 7 bet Trittelwig. Felsenburg, Roppen, und Leiter von Arbeitsnachweisanstalten, Verwaltungsbeamte der traße 43 c bei Lorenz. Gemischter Chor Wedding, Müllerstraße 7 bet Alters- und Invaliditätsversicherung, Reichstags- und LandtagsBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bus Abgeordnete, Gewerbe- Inspektoren, die Generalkommission der schriften find zu richten an P. Sen jet, Bergmannstraße 21, Hof 8 Tr.) deutschen Gewerkschaften in Hamburg, Delegirte der Buchdrucker, Mittwoch: Pollack- klub Lustige Brüder, Manteuffelſtr. 48 bei siewald. Metallarbeiter, Bauarbeiter, verschiedene Industriellenverbände, Rauchklub Giserne Pfeife, Triftftr. 1 bei Hoffmann Gelehrte, Geistliche 2c. Unter diesen Umständen ist ein für die ristischer Rauch flub, Görligerstraße 42 bei Picht. Geselliger soziale Prayis gewinnbringender Verlauf der Verhandlungen Verein Brüderlichkeit Georgenkirchstraße 65 bei Müller. Musikverein nunmehr gesichert. Bautenschwengel Annenitraße 16 bei Ehrenberg. Verein Rhetorit Naunynstr. 86 bei Zubeil Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Hoffnung Rauchtlub Gutgesinnter Rebuferstraße 6 bet Nemis( alle 14 Tage). Theaterverein Freunde, Wein- und Mehnerstraßen- Ecke Abends 9 Uhr. proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. Vergnügungsverein Amor II, Touristentlub Freiheit und Wohl Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. -PO An die Maler und Auftreicher! Kollegen! Die Ver einigung unserer Berufsgenossen, von dem lebhaften Wunsche und dem eifrigen Bestreben getragen, für die Beseitigung der in unferem Beruf immer traffer und empfindlicher zu Tage tretenden Mißstände zu sorgen, findet leider in letzter Zeit nicht die genügende Unterstützung der Kollegen. Die Verhältnisse in unserem Berufe liegen gewiß nicht so, daß die Gleichgiltigkeit der Kollegen die Erklärung zuließe, in unserem Berufe herrschen Zustände, die Aus Desterreich. Von der gesperrten Silberwaarenfabrik ein Eingreifen der Arbeiter für Besserung ihrer Lage unnöthig von Hermann Südfeld stehen noch sieben Arbeiter im Ausstande. macht. Bielmehr seufzen wir unter demselben Drucke des Buzug ist noch strengstens fernzuhalten. Die Lohnbewegung Kapitalismus wie alle Arbeiter und ist es deshalb auch die Pflicht der Wiener Bildhauer zur Erringung des Achtstundeneines jeden aufgeklärten und denkenden Arbeiters, für seine Klassen- tages dauert fort, da noch immer in 33 Ateliers die Forde interessen, für die Verbesserung seiner Lage einzutreten. Kollegen! rungen nicht bewilligt sind. Bei zwei Drittel obiger Firmen Sorge ein jeder dafür in seinem Kreise, daß mehr Aufklärung wird allerdings auch schon theilweise 8, in manchen 81/2, und über unsere Ziele und Forderungen verbreitet wird, die wieder in einigen 9 Stunden gearbeitet, aber mit Pausen für Organisation über eine Schaar treuer und fester Anhänger ver- Frühstück und Jause, während die Arbeiter nur eine Mittags. ügt, die zu jeder Zeit bereit ist, voll und ganz zu unserer Sache pause haben wollen. Bei dem legten Drittel jener 33 Ateliers zu halten. Sorge ein jeder Kollege, daß die Versammlung am endlich wird noch volle 10 Stunden, und zwar mit einzelnen Donnerstag, den 5. Oktober, bei Hensel, Invaliden Streitbrechern gearbeitet. Dagegen haben 165 Firmen die For straße 1, gut besucht wird. derungen der Arbeiter bewilligt. Im Streik stehen gegenwärtig May Wergel. noch 79 Mann, Arbeitslose mitgerechnet. Seit dem 25. September stehen in Wien 250 Lederarbeiter im Streit. Der Bergarbeiterstreit in Kahn dauert fort. Korbmacher, Achtung! Die Kinderwagenfabrik von Lucas Nachfolger( Dresden) benutzte die jeßige mißliche Geschäftslage zu einer Reduktion, worauf sich 5 Kollegen gezwungen sahen, die Arbeit sofort niederzulegen. Sie bitten alle Kollegen dringend um moralische Unterstügung. Nähere Auskunft ertheilt Eugen Schurig, Vertrauensmann, yolbeinstr. 2-3, Dresden. Alle Arbeiterblätter werden um Aufnahme vorstehender Notiz gebeten. Versammlungen. Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. Humo= ergeben, Neuenburgerfir. 37 bei Regenberg. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwody. Gefangverein knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Adiancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 bei Mebelin. Männer- Gefangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Ranfer, Staligerstr. 22. Mufit- Dilettantenverein Preciosa, abends 8-11 1hr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Tegelerstraßen- Ece. Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelstr. 9.- Seraftturnverein Jugendkraft, jeden Mittwoch und Sonnabend 9-11 ubr Abends bei Lade, zeughoffir. 8.- Turnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends in der. Turnhalle, Fretenwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, abends 9 Uhr Uebungsstunde bet Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, uebungsstunde, Brunnenftraße 154, 2otal kontordia. = Theater- und Bergnügungs- Verein Sumanitas Abends 9% Uhr bet Reed, Lothringerstr. 94.- Theaterverein Bultanta 2", Abends 9% Uhr, bet Schulz, Veteranenstr. 18. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerstraße 101. Theater- und Lefetlub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. 67. Gefelliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Grünstraße 21.- Kreuzfidel, bet Gumlich, ReichenbergerTouristenftraße 149. Fidele Brüder, bet H. Mrose, Lachmannstr. 5. verein Frei Weg", Abend 9 Uhr bei Steblutad, Manteuffelstr. 86. 9 Uhr, Märkischer Hof, Abends von 8-11 Uhr, bei N. Pommerente, Bahnstraße 23, am Bahnhof Vergnügungsverein Suftig- Fro5, Abends Admiralstr. 18c. Sigung. Arbeiter Bitherklub Freiheitstlänge, Großgörschenstraße. 8tthertlub Alpenglöckchen Edelweiß. Uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler willkommen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung mit Damen. Rauchklub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Nierstein, Admiralstr. 38. Rauchflub to the Nelte, bei Steuer, Weinſtr. 22. Humoristischer bei Späth, Weinfir. 28. auch flub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerfir. 42. Rauch flub Sanssouci, Boechstraße 51.- Rauchklub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr Rauchkluh Grüne Quafte, Abends 9 Uhr, bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchklub Vulkan, Abends 9 Uhr bei Sitter, Marianenftr. 48.Rauchklub, Goldene Qua st e", Abends 9 Uhr bei Muß, Jostystraße 8. Rauchklub" Schmotes Werte, Köpenickerftraße 121a bei Schöbel. Rauchklub„ Vorwärts Süd- Ost", Waldemarstraße 74 bei George. Humoristische Pfeifenbrüder Rauchtlub bends 9 Uhr, Kloſterſtraße 83, beim Benoſſen in. Salzwebel, Rauchtiub -S Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bet John, Waldemarstr. 52. Lustige Brüder Abends 8% Uhr Manteuffelstr. 65 bei Möbius. Rauchklub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Staligerstr. 41. Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelfir. Nr. 5 bei Bogt. Altdeutscher Rauch tlub bet Gädecke, Münchebergerstr. 5. Der Vorstand des Werbandes der Porzellauarbeiter Versammlung ab, in der Genosse Nät her sehr ausführlich und Die Kerumacher hielten am 1. Oktober eine öffentliche Dentschlands hatte über die Dreherei der Porzellanfabrik in eingehend über: Die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Dr Mitterteich( Bayern) Firma Lindner u. Comp. die ganisation", sprach. In einer längeren Debatte äußerten sich Sperre verhängt, weil die Firma die zu obigem Vorstand gehörigen mehrere Redner im Sinne des Referats, und gelangte eine ReDreher entlassen hatte. Infolge dieser Vorkominnisse erschien solution zur Annahme, in der sich die Anwesenden zum Anschluß in der Ameise", Organ des Verbandes, ebenso in der an den Metallarbeiterverband verpflichten. Zum Vertrauens" Fränkischen Tagespost" ein die traurigen Verhältnisse in der Mitterteicher Fabrik beleuchtender Artikel. Anläßlich Weg 64, bei Jänsch wohnhaft. Ferner wurde beschlossen, in mann wählte die Versammlung Julius Benthin, Grüner dieses nahm der kgl. Bezirksassessor von Tirschenreuth, als auch sämmtlichen Werkstätten je einen Vertrauensmann zu ernennen, der kgl. Gewerbe- Inspektor für Oberfranken in genannter Fabrik der die Pflicht hat, sich mit dem Kollegen Benthin in Verbindung eine außerordentliche Revision vor. Leider bestehen in den zu setzen, und den Konferenzen, die einberufen werden, beizuwohnen Reihen der Porzellanarbeiter noch zwei Verbände, obiger er hat. Außerdem wurde es jedem Mitglied zur Pflicht gemacht, band der Porzellanarbeiter, welcher sich mit seinen die beschließenden Versammlungen des Metallarbeiter- Verbandes 6500 Mitgliedern der modernen sozialdemokratischen Arbeiterzu besuchen. bewegung angeschlossen hat, und daneben ein sogen. Reise= und Unterstüßungs- Verband deutscher Por= In einer öffentlichen Versammlung aller in der zellandreher mit dem Vorort Magdeburg. Letterer ist Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und wegen seiner zahmen Tendenz von den Fabrikanten der Porzellan- Arbeiterinnen, die am 25. September in Habel's Saale, Industrie gut gelitten. Nun haben sich sogar die Mitglieder des Bergmannstraße, tag te, sprach Kaufmann Adler in einem beiMagdeburger Verbandes( und hierzu zählen die noch in Mitter- fällig aufgenommenen Vortrag über:" Wie organisiren wir uns?" Restaurant 62 Königstrasse. Guests are welcome. English Conversational Club Shakespeare. teich arbeitenden Dreher) nicht gescheut, in dem Fabrikanten- In der Diskussion versuchte der Anarchist Eckerlein seine AnBlatte Sprech fa a l" eine Notiz einzurücken, worin sie die in ſichten der Versammlung vorzutragen. Schimpfte weidlich auf Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at dem Organ Ameise" und" Fränkische Tagespost" beleuchteten die Zentralorganisationen und empfahl die Lokalvereine. Der Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. Misstände als unwahr bezeichnen und sogar die Einrichtungen Referent widerlegt in seinem Schlußwort eingehend die Aufgenannter Fabrit muster haft" nennen. fassung des Vorrebners. Mehrere Kollegen sprachen sich sodann Das Malerpersonal, alle Mitglieder des Verbandes der für die Gründung einer Filiale des Vereins deutscher SchuhPorzellanarbeiter, hat nun gegen das Verfahren der Firma Front macher Berlin Südwest aus. Hierauf wurden in den Vorstand gemacht, auch dem Bezirksassessor sowie dem Gewerbe- Inspektor provisorisch gewählt: Hamacher als erster, Schmidt als zweiter erklärt, daß die Zustände in der Fabrik nicht nur wie ge- und Dittmar als dritter Bevollmächtiger. Die nächste Verschildert sind, sondern sogar noch nicht einmal zur Genüge be- sammlung findet am 9. Oftober bei Herrn Grube, Solmsstr. 16 leuchtet seien. statt. Abonnement auf das Schuhmacher- Fachblatt nimmt Heinr. Holgräfe, Wasserthorstr. 45a, III, entgegen. " Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. German American Club Uncle Sam. 9 o'clock, welcome. Vermischtes. " Guests are ant In CholeraDie Cholera. Hamburg, 8. Oktober. Bon gestern früh bis heute früh ist keine neue Ertrantung an Cholera vorgekommen. Von den früher Erkrankten sind drei gestorben. Darauf hin erfolgte die Kündigung eines Mitgliedes. Hier Solingen- Papiermühle, 1. Oktober. Die Cholera erlischt gegen stellten die Maler die Forderung auf: Wiedereinstellen Die Zimmerer Charlottenburgs hielten am 1. Oktober immer mehr. Am Sonnabend konnte wieder eine Anzahl der diefes Arbeiters, ebenso verlangten sie, daß weitere Kündi- eine öffentliche Versammlung ab, in der Genosse D. Antric Genesenden entlassen werden, und jetzt sind nur noch zwei in gungen anläßlich dieser Sache nicht mehr erfolgen dürften Berlin über den Nugen der Gewerkschafts- Organisationen sprach. ärzlicher Behandlung. Auch diese sind fast ganz geheilt. Die Antwort der Firma war: Entlassung resp. Kündigung von Redner legte die ideelle und wirthschaftliche Bedeutung der Ge- eener( Ostfriesland), 1. Oktober. Wie bereits gemeldet, ist weiteren 6 Malern, darunter die Ausschußmitglieder. Darauf dem nahen Middelst borgum, Gea gaben die Maler die richtige Antwort und reichten sämmtliche werkschaften für den Klaſſenkampf dar, jedoch warnte er davor, die Cholera in Kirchborgum, ausgebrochen. Der Biegelarbeiter 35 thre Kündigung ein, und treten dieselben nunmehr am Uebelstände zu sehen. Die ausschlaggebenden Schlachten würden im wirthschaftlichen Kampf das Alheilmittel gegen alle sozialen meinde Kirchborgum, Kette aus dem Lippe'schen ist der Seuche bereits Sonnabend, den 7. Oktober, in den Ausstand. außerhalb der Berufsvereinigungen, auf dem großen politischen erlegen und awei andere Ziegelarbeiter sind unter Wäre von den Magdeburger Verbandsmitgliedern nicht eine ge- Kampffelde, geschlagen. Zum Schluß berührte der Vortragende choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt. Von der Regierung radezu arbeiterfeindliche Stellung eingenommen worden, dann die Frage der Organisationsform. Dieser maß er eine unter- ist die Ems, auf welcher die Schifffahrt gegenwärtig sehr lebhaft wären derartige Vorkommnisse bei einem gemeinsamen Handeln geordnete Bedeutung zu, verhehlte aber den Anwesenden nicht, ist, als durchfeucht erklärt. Trotzdem nehmen die Schiffer nach unmöglich. daß seine persönliche Anschauung sei, die Arbeiter organisirten wie vor ihren Bedarf an Trinkwasser aus der Ems. Allen Borzellanarbeitern aber, Drehern oder Malern, Deutsch sich am besten so, wie es die Unternehmer thun, d. h. in großen Amsterdam, 2. Oktober. In der letzten Woche sind in 18 lands als auch besonders Böhmens, sei ans Herz, gelegt: allgemeinen Verbänden. Redner bemerkt ausdrücklich hierbei, Ortschaften 18 Erkrankungen und 6 Todesfälle Haltet den Zuzug nach Mitterteich ferne! Lemberg, 2. Oftober. daß er diese seine Meinung der Versammlung nicht aufoktroyiren Cholera vorgekommen. Die Holzarbeiter in Chur, Schweiz, haben nach der wolle. Die zu dem Zweck einer Organisationsgründung zusammen- den letzten 48 Stunden find in Galizien 22 Züricher Arbeiterstimme den zehnstündigen Arbeitstag errungen. getretene Bersammlung müsse selbst wissen, welcher Form sie den Erkrankungen und 19 Todesfälle vorgekommen. Vorzug gebe. Nur an zwei Pläßen wird noch elf Stunden gearbeitet. An den mit lebhaftem Beifall entgegen ge- Ronstantinopel, 3. Ottober. In den letzten 48 Stunden Die Lederarbeiter Deutschlands hielten vom 25. bis ein- fich alle Redner darin, daß die Zimmerer Charlottenburgs sich Frrenhause daselbst keine Erkrankung. In den Dörfern am nommenen Vortrag schloß sich eine längere Debatte. Ginig waren sind in Skutari 2 Erkrankungen an Cholera vorgekommen, im schließlich den 27. September in Halle a. S. eine außerordent organisiren müßten; über die Form gingen die Meinungen aus Bosporus erkrankten 2, in verschiedenen Theilen Konstantinopels liche Generalversammlung ab. Die Einberufung machte sich einander. Empfohlen wurde der Anschluß an den Holzarbeiter- 5 Personen an Cholera, von denen 3 gestorben sind. In Pera nöthig infolge verschiedener Verwaltungsstreitigkeiten. Es waren verband, an den Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend kam kein Todesfall vor. 25 Delegirte anwesend, welche 65 Filialen mit 2681 Mitgliedern und die Schaffung einer Filiale des allgemeinen deutschen Ente oder Geschäftsreklame? Verschiedene Zeitungen vertraten. Man tam zu der Ueberzeugung, daß die Verwaltung Bimmererverbandes. Die Vertreter des letzteren Projektes be- melden, Fürst Bismarck habe seine Memoiren beendigt, und das von einem Manne ferner nicht mehr geführt werden könne und hielten bei der Abstimmung die Oberhand. Das Bureau der Manuskript sei von einem Buchhändler für 500 000 m. erworben entschloß sich, die Verwaltung der Krankenkasse vom Verband zu Bersammlung wurde durch Beschluß zum provisorischen Vorstand worden, mit der Bedingung, die Schrift erst nach dem Tod des irennen. Es wurde der Verbandssitz von Altenburg nach Berlin der neuen Filiale des„ Verbandes deutscher Zimmerleute" erhoben. Extanglers zu veröffentlichen. Wenn dies keine Ente ist, so verlegt, während der Sitz der Krankenkasse in Altenburg vermüssen wir den armen Buchhändler, der die halbe Million gebleibt. Als Verbandsvorsißender wurde H. Beißwenger- Berlin Groß- Lichterfelde. Am 24. September fand bier eine geben hat, tief bedauern. Er wäre böse hereingefallen." Im gewählt. Das Aufnahmegeld wurde von 1 M. auf 50 Pf. erniedrigt; öffentliche Volksversammlung statt. Fräulein Ditilie Ba a der Punkte der diplomatischen Wahrhaftigkeit, wenn auch nicht in ber Beitrag wurde auf 20 Pf. pro Woche belassen. Eine Er- referirte über das Thema:" Vom Rechte, das mit uns geboren." anderen Punkten steht Fürst Fürst Bismarc auf gleicher niedrigung der Beiträge wurde nicht als zweckmäßig erachtet, da man Die Ausführungen der Vortragenden fanden hauptsächlich bei Höhe mit dem Franzosen Talleyrand, von dem das mit Recht dadurch eine zu große Schwächung der Kaffe befürchtete; den zahlreich anwesenden Damen reichen Beifall. Der Bericht bekannte Wort herrührt: die Sprache ist dem Menschen jedoch wurde die beantragte Arbeitslosenunterstüßung abgelehnt. der Kontrolleure mußte von der Tagesordnung abgesetzt werden, gegeben, um seine Gedanken zu verbergen. Auch Talleyrand Das Fachblatt soll alle 14 Tage in mittlerem Format weiter da der Vertrauensmann verhindert war, an der Versammlung hinterließ Memoiren, die erst nach seinem Tod Dererscheinen, mit der monatlichen Beilage, Sozialpolitische Blätter". theilzunehmen. öffentlicht werden durften. Und als die Memoiren der Welt Zu dem im nächsten Jahre stattfindenden Kongreß der Be- Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, vorlagen, fand die Welt sofort, daß sie betrogen war; und daß Kleidungs- und Lederindustrie beschloß die Generalversammlung den 4. Ottober, Abends 8% Uhr, im„ Kommandanten- Garten", Kommandanten der geriebene Diplomat das Handwerk seines Lebens: die Menzwei Telegirte zu wählen. Im Uebrigen erklärte sie sich für straße 10-11: Generalversammlung. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenschen an der Nase herumzuführen, auch über das Grab hinaus Gründung des Industrieverbandes. Gewählt wurden als Dele- bericht, Wahl. Sele- und Diskutivklubs. Mittwody. Johann Jacoby, bet Fris fortgesezt hatte. Und auch der Verleger war betrogen girte Beißwenger und Berger. Nach Erledigung einer Reihe siegte, Schwedterstr. 33. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. machte ein sehr schlechtes Geschäft. Beschwerden und Gesuche wurde die Generalversammlung am jed. Monats, Ab. 8% Uhr, int Restaur. Grube, Mariendorferstr. 10.- efundbrunnen, Abends s½ Uhr, bet Saferland, Bellermannstr. 87.Ein lang Gesuchter. 27. Abends 8 Uhr mit einem Hoch auf die Organisation ge- beit, Abends 8% br bet Stramm, Ritterstraße 123. Der Kaufmann R. WeißenGleich= Seine, Rirdorf burger aus Frankfurt a. M., welcher unter dem Namen schlossen. Abends 8% Uhr, bei Schmidt, früher Albrecht, Knesebectstr. 82. Otto Lamberty als Direktor einer Wellblechfabrit in Brasilien mit Reimer, bet. Brosch, Wilhelmshavenerstr. 23.- Ginigteit, abends einem Gehalt von 25 000 Milreis angestellt worden war, wurde Unternehmer Uebermuth. In den rheinländisch- weft- 8% uhr, bei Zeige, Triftstraße 1. fälischen Kohlenbezirken machen bekanntlich die Herren Gruben- im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Nenderungen infolge irgend einer Angelegenheit von der brasilianischen Rebarone auch gar viel in Arbeiterfreundlichkeit", und„ Ver- Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungs- echte als Deutscher geschädigt glaubte, so wandte er sich desgierung in Haft genommen. Da sich nun dieser Herr in seinem söhnung der Klaffengegensäge". Was diese nationalliberalen stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siebesfreiheit 1, Profitjäger darunter in Wirklichkeit verstehen, zeigt eine Mit- Andreasstr. 26, bet Wilte. Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser: halb an den deutschen Konsul in Petropolis. Der Konsul, dem theilung der Rhein. Westf. Arbeiter Zeitung" über die Zeche witte. Silaritas, Hochstraße 32 a, bei der Name des Betreffenden auffiel, erkannte in dem Verhafteten Deutsche Giche, Blumenstr. 46 bet Went. Hansa, welche sich im Besize der Gelsenkirchener Bergwerks- Schulzefir. 27.- Gefangverein der Steinmegen, Flemmingste,& bet tann. in Frankfurt als Vertreter der Firma Cockerill ein Kapital von Echo1 Bantow, einen ihm von Frankfurt a. M. aus gemeldeten Flüchtling, der Attiengesellschaft befindet. Die von Kapitalistenwillkür triefende 2yra 1, Raupachstr. 6, bet Stachel.- hand in hand i, Reichenbergerstraße 16 bei Päzoldt. Arbeitsordnung wird dort aufs härteste angewendet, so daß im Rommunitation 16, bei Glafer. Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger etwa einer Million unterschlagen hatte. Durch Vermittelung der Unverbroffen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, deutschen Gesellschaft wurde nunmehr Weißenburger ausgeliefert Monat August allein auf dieser einen Zeche 910 Wagen genullt indowerfir. 26. Rütli, Friedenau im Kurhaus. worden sind und zwar 106 wegen Mindermaß, 804 als unrein. hagen, Rundtheil, b. Lerche. Lorbeertranz, Lichtenbergerstr. 21 b. Seise. und in Begleitung zweier brasilianischen Polizisten mit dem Das macht täglich etwa 30 Wagen. Geldstrafen wurden inner- rabe 13, bet tegerer. 121, Melmarant- Rothenette Schöneberg, Golz- Dampfer Porto Alegre nach Hamburg befördert. Weißenburger Gesangverein der Kupferschmiede, Wein halb dieses Monats in der Höhe von 368 m. verhängt. Das traße 11 bei Feind. " Concordia". Gitschinerstraße 55 ist der Hamburger Polizei bereits überliefert worden. find täglich im Durchschnitt ca. 12 M. Es scheint, als ob die aafe." Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bei Wunderbare Lebensrettung. Aus Malmö wird berichtet: Schneider. Arbeiter der Dortmunder Kohlenreviere den Grubenbeherrschern Gefangverein Freiheitstlänge, Alte Jatobftraße 68. Der Ballon, mit dem Luftschiffer Cetti in Landskrona am Sonnunverzagt Langeftr. 65 bet Tempel.- Gefangverein 2 or beer trans 2. tag aufgestiegen, explodirte in bedeutender Höhe; der Luftschiffer noch nicht genug fozialdemokratisch gesinnt sind! Orantenstraße 190 bet atsch. Gesangverein Liebeslust in Fürstenwalde bet Haupt, Müncheberger Chaussee. Sängermor der Maler, Stall- blieb aber wunderbarer Weise unverlegt, da im Falle der obere Das freie deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. ver- schreiberstraße 29 zum eichenen Stab. Freiheits: Gruß, Schönhauser Theil des Ballons einen Fallschirm bildete. anstaltet, wie wir bereits meldeten, am nächsten Sonntag einen lee 48 bet Buffe. Gesangverein Soffnung 8", Brandenburg a. 5. Unwetter in Italien. Seit der vorlegten Nacht haben fozialen Kongreß durch seine volkswirthschaftliche Sektion. Gefangverein Sangesblüthen Blumenftr. 38 bei Sente. in einem großen Theile des Landes heftige Gußregen UeberKongreß findet im Saale des Kaufmännischen Vereins in Frank Gesangverein Moabit, alstraße 52 bei Gobr. Männer Gesang- fchwemmungen verursacht. In Neapel mußten an 20 Häuser : F 9 firaße 22-23, Bögow's Brauerei. Kamps Salon. Der Geibler. Borwärts 5, Friedrichs bei Gesang Berein" Titania", Cuvryftraße 48 bet er A geräumt werden. Zwei Brücken sind eingestürzt. Der Tramway- I bas Bedauern über den Beschluß der Bergarbeiter Ronferenz in verkehr mußte zum Theil eingestellt werden. In der Umgegend Chesterfield ausgesprochen wird, wonach eine Konferenz mit den beträgt der Schaden gegen 200 000 Lire. In Florenz wurden Arbeitgebern behufs Besprechung der Lohnreduktion abzulehnen, mehrere Brücken weggerissen. In Lucca find zwei Personen die Wiederaufnahme der Arbeit zu den alten Lohnfäßen jedoch unter eingestürzten Häusern begraben worden. Auch in der zu gestatten sei. Die Versammlung wiederholte lediglich den Provinz Bologna sind drei Personen ums Leben gekommen. bereits abgelehnten Vorschlag der Besizer, welche erklären, es Die Bahnlinien Faenza- Florenz und Ferrara- Modena find über- tönne feine Regelung in dieser Frage stattfinden, die nicht eine schwemmt. Lohnkürzung in sich schließe. Da die Vertreter der Bergleute es ablehnen, eine Lohnherabfehung zu besprechen, sei die Regelung mittels beiderseitiger Ronferenzen unmöglich. " In New Orleans und Umgegend hat, wie dem New York Herald" von dort mitgetheilt wird, während der Nacht von Sonntag zu Montag ein heftiger Sturm gemüthet. Nach vorliegenden Berichten sollen 24 Personen getödtet und viele verlegt worden sein. Der Sturm hat in Mobile( Alabama) und anderen Ortschaften großen Schaden angerichtet, Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Briefkaffen der Redaktion. R. K. in W. Der volle Werth der Scheibe muß ersetzt 2 Wettende. Weibliche ja. werden. W. Ja, leider können Steuerrückstände, soweit sie nicht über Wien. Die Pol. Korr." bezeichnet die Meldung des ein Vierteljahr zurückliegen, vom Lohn durch Beschlagnahme in Temps", die österreichische Regierung lasse durch ihre diplomati- bzug gebracht werden. Ohne Beschlagnahmebeschluß ist der Chef einem Abzug nicht berechtigt. fchen Vertreter bei sämmtlichen Mächten wegen gemeinsamer Aftion gegen die anarchistischen Anschläge sondiren, als vollbruch wird dann bestraft, wenn die Ehe wegen des Ehebruchs M. A. 76. 1. Verleitung zum Ehebruch wird nicht, Ehe ständig unbegründet. getrennt ist und der unschuldige Gatte auf Bestrafung anträgt. J. S. 46. Nein. also noch möglich. Aber lohnt denn der Kram" die damit ver A. H., Beuthen. Verjährung ist nicht eingetreten, Klage bundenen Umstände? Brüssel. Gestern Abend wurde der Minister des Innern 2. Ja. Borlet auf einem öffentlichen Plage von einem Unbekannten überfallen, der ihn mit geladenem Revolver bedrohte. Der Minister, welcher ungewöhnliche Stärke befißt, schlug den Angreifer mit seinem Stock zu Boden, doch gelang es diesem, sich zu erheben und zu flüchten, ehe die Polizei seiner habhaft werden konnte. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) London, 3. Oktober. Eine heute stattgehabte Versammlung der vereinigten Grubenbesißer nahm eine Resolution an, in welcher Alter Abonnent Nr. 62. 1. Nein. 2. Möglich; es kommt auf einen Versuch an. Mehreren. Zuschriften, die anonym eingehen, können nicht verwerthet werden. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1893/1894. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von 8% bis 10% Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Montag Dienstag . Mittwoch Donnerstag Freitag. do. Sonnabend Sonntag. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Gesetzeskunde. Ost- Schule. Markusstr. 31. * Kaufm. Rechnen, Korre- Deutsch( unt.). spondenz. • Geschichte( mittl.). Deutsch( unt.). Gesundheitslehre. * Buchführung. Montag: . Dienstag.. Mathematit. do. •> Mittwoch..* Rechnen. do. Deutsch( ob.). Südost- Schule. Reichenbergerstr. 183. Deutsch( unt.). • . Deutsch( ob.). * Donnerstag. Logit. Gesundheitslehre. Geschichte( mittl.). Rechnen( unt.). Buchführung. * Raufin. Rechnen, Korrespondenz. do. Freitag • Geschichte( alte). * Gesetzeskunde. Do. • * Buchführung( doppelte). Sonnabend. Gesundheitslehre. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle drei Schulen an jedem Sonntag von 9-11 Uhr: NationalOekonomie in Schöning's Restaurant, Stallschreiberstraße 29. Die Theilnahme an dem Unterricht der ersten Woche im Semester steht Jedem, auch Nichtmitgliedern, unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. gedruckt, wie er uns zugesandt ist. Wenn Sie vergessen die Arbeiter Bildungsschule. Wir haben den Aufruf abe Annonze einzusenden, so können Sie uns daraus doch keinen Vorwurf machen. theil zum Austrag bringen. Laasch. Ihre Angelegenheit wollen Sie bitte im Juferaten2. in Mailand. Der große Verlust", den unsere Partei erlitten haben soll, besteht darin, daß ein junger, noch in dem ersten Entwicklungsstadium befindliche Mann, der sich eine Zeit lang für einen Sozialisten gehalten, vom Sozialismus aber nichts verstanden hatte, reumüthig und zerknirscht in den Schooß der allein seligmachenden Bourgeoisie zurückgekehrt ist. Wer dabei einen großen Verlust" erlitten haben soll, weiß ich nicht. Jedenfalls nicht die Sozialdemokratie. derartige Arbeiten gewerbsmäßig verrichtet. F. G., Prolog. Wir wissen feinen Parteigenossen, der Dirsen. Derartige Kommissionen fönnen wir auf feinen die gelegentlich verwerthet werden. Fall übernehmen. Im übrigen besten Dank für Ihre Mittheilungen, 3. R. 1. Ein Schriftstück, in dem die Kündigungsfrist für beide Theile ausgeschlossen ist, wird durch einfache Unterschriſt 3. Sie sind wegen des betreffenden Vorgangs nicht strafbar. giltig. 2. Polizeiliche Stempelung ist keineswegs erforderlich. H. S. 18. Der Gerichtsvollzieher darf und muß eventuell das im Besitz des Schuldners befindliche Mobiliar pfändeu. Gehört es einem Dritten, so muß dieser die Interventionstlage erheben. Derda. Nein. Briefkaffen der Expedition. Für den Parteifonds nachzutragen für September: Budiker 3,-. Wegen gänzlicher Aufgabe Kleiderstoffe, Leinen- u. Baumwollwaaren, der Blousen, Jupons, Schürzen etc. und Umgestaltung des Geschäfts in ein Specialgeschäft für Teppiche, Tischdecken, Gardinen, Möbelstoffe Ausverkauf des gesammten Waarenlagers zu bedeutend herab4965L gesetzten festen Preisen. Weberei A. Löwenthal, C., Breitestrasse 20. Den Genossen zur Beachtung! Mit heutigem Datum ist Unterzeichneter als Theilhaber in die 52 Chausseestrasse 52, Ich wohne jetzt Schüßenstr. 56, II Naturheilarzt Dr. med. Böhm. J. Semmel, Oranienſtr. 55, am Morigplaz, pr. Zahn- Arzt. Spr. 8-6. Sonnt. 9-1. S. 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