Nr. 55. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando:" Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgebrudte Worte), jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zweite. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Mittwoch, den 6. März 1912. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1984. Der Generalitreik der Berg- Wales befaßte sich das Vorstandsmitglied Genosse glaublichsten und unmotiviertesten Weiſe zur Ordnung gerufen arbeiter. London, 4. März 1912.( Eig. Ber.) Das Mitglied ist berechtigt, dagegen schriftlich Einspruch zu tun, worauf das Haus jedoch erst in der nächstfolgenden Sibung darüber ohne Diskussion entscheidet, ob der Ordnungsruf gerecht. fertigt ist. daß man das Recht des Menschen, zu leben, nicht von dem seiner Rede am 30. Oftober 1908 gegen die Pfarrerbesoldungseines Schiedsgerichts abhängig machen könne. erhöhung wurde Genosse Hoffmann durch Kröcher in der uns Hartshorn mit mit der Rede, die Asquith letzten und ihm auf Beschluß der Junker und Pfaffen das Wort entzogen. Donnerstag vor den Mitgliedern der Bergarbeiterkonferenz Gegen diese Ordnungsrufe erhob Hoffmann auf Grund des§ 64 hielt, und erklärte, daß, wenn die Rede des Premierministers der Geschäftsordnung schriftlichen Einspruch. Der betreffende so veröffentlicht worden wäre, wie sie gehalten worden, das Passus der Geschäftsordnung lautet: So vollständig haben die britischen Bergarbeiter die Parole Land die größte Sensation, die es je erlebt, erfahren haben der Föderation befolgt, daß es augenblicklich taum eine Stohlen- würde. Nach seiner Ansicht halte Herr Thomas und seine oder Eisengrube in Großbritannien gibt, die nicht den Betrieb Kollegen nur so lange aus, um die Regierung zu zwingen, eingestellt hat. Hier und da mag noch ein fleiner Bütt, von die Zechen des„ Cambrian Combine" zu einem hohen Preise Als am andern Tage, den 31. Oktober, der Einspruch geschäftsdem die Bergarbeiterföderation feine Kenntnis hat, im Be- zu übernehmen. Sehr unwahrscheinlich klingt diese Betriebe sein. Aber außer den Arbeitern, die mit der Erlaubnis hauptung nicht, obwohl sie von Herrn Thomas gleich ordnungsmäßig zur Abstimmung kommen sollte, beantragte der ihrer Gewerkschaft nach der Bewetterung, der Entwässerung dementiert worden ist. Herr Thomas hat schon ähnliche berstorbene Abgeordnete Borgmann namens der sozialdemokratischen. und der Pflege der Grubenpferde sehen, arbeitet in den Schachzüge in der Vergangenheit gemacht. Ein anderer füd- Fraktion, die als ersten Punkt der Tagesordnung angesetzte AbGruben kein einziger Mann. Lange hat es gedauert, bis walisischer Bergarbeiterbeamter sagte in einer Rede, daß ſtimmung als letzten Punkt zu ſehen, damit die Abgeordneten aus diese gewaltige Arbeiterorganisation zusammengeschmiedet und Herr Asquith in seiner Ansprache an die Bergarbeiter bem inzwischen vorzulegenden stenographischen Bericht gefestigt werden konnte. Heute steht sie da als ein Zeichen, bertreter bemerkt habe, der Tag sei nicht fern, an sich ein Urteil bilden könnten, ob die Ordnungsrufe zu Recht oder was die Solidarität der Arbeiterklasse vermag. Und sonderdem sich die Regierung dafür verant. Unrecht erieilt wären. Gegen diesen Antrag wandten sich berbarerweise hat dieser dröhnende Aufmarsch der Bergarbeiter- wortlich machen werde, allen Arbeitern des schiedene Redner. Es gab eine sehr lange Geschäftsordnungsdebatte, in der Hoffmann bemerkte, daß man den§ 64 so auffassen müsse, bataillone gewisse Leute nicht von der Falschheit ihrer An- andes einen Minimallohn zu verschaffen. ficht überzeugt, daß es möglich sei, die Bergarbeiter zu zersplittern und wenigstens einen Teil der Gruben unter polizeilicher und militärischer Dedung in Betrieb zu halten. Die britischen Bergarbeiter haben mit der Zersplitterung und Totalen Streits üble Erfahrungen gemacht und ihre Führer find alt genug, um sich der Ereignisse während der großen englischen, schottischen und füdwalifischen Streits erinnern zu fönnen. Präsident v. Kröcher: Der Beschluß wird auf dem Recht der Geschäftsordnung beruhen. Im§ 64 der Geschäftsordnung steht, daß in der nächstfolgenden Sißung über den Einspruch beschlossen wird. Wann der Einspruch eingelegt werden soll, darüber sagt die Geschäftsordnung nicht 3. Im Laufe der sich sehr interessant gestaltenden Diskussion führte dann der Abgeordnete Fischbed laut stenographischem Bericht wörtlich aus: Der Erklärung, die der Premierminister diesen Abend im daß der Einspruch sofort schriftlich zu erheben sei, damit Parlament abgeben wird, wird mit großer Spannung ent- die nächstfolgende Sibung" darüber beschließen fönne. Jordan gegengesehen. Wird die Regierung einen Minimallohngeset. b. Kröcher als Präsident interpretierte den§ 64 laut stenographischem entwurf einbringen oder nicht? Wie schon in früheren Be- Bericht wie folgt: richten erwähnt wurde, besteht wenig Aussicht, daß die Frage des Minimallohnes auf dem Wege der Gesetzgebung gelöst werden kann. Selbst wenn sich die Regierung dazu auffchwänge, die Minimallohnliste der Bergarbeiterföderation Auch die Hoffnung der kapitalistischen Presse, daß die ihrer Bill einzuverleiben, und wenn sich im Parlament eine Bergarbeiter aus Mangel an Geld bald gezwungen sein Mehrheit für das Projekt fände, würde es fraglich sein, ob sich werden, zu Kreuze zu friechen, wird immer mehr fallen ge- die Bergarbeiter nach weiterer Ueberlegung entschließen würden, laffen. Einzelne Reviere, wie das südwalisische, haben augen- die Vorlage anzunehmen. Ein gesetzlicher Minimallohn würde blicklich zwar keine große Stasse. Aber ihre Hilfsquellen sind ganz zweifellos den Gewerkschaften die Hände binden. Die dennoch beträchtlich. Zu Anfang des Streits bezog jeder Gewerkschaften sind aber nicht in der Laune, auf Jahre hinaus Arbeiter den Lohn für 14 Tage. Dieser wird ihn über an dem jest geforderten Lohn gebunden zu sein. Zum Beidie ersten Schwierigkeiten hinweghelfen. Eine wichtige spiel gedenken die schottischen Bergarbeiter vor dem 1. August Hilfsquelle der Bergarbeiter in allen Revieren sind die d. I. eine Erhöhung des allgemeinen Minimallohnes von 6 auf Genossenschaften. Die Bergarbeiter sind gute Genossen- Schilling zu erzielen und haben schon am 1. Februar schafter, die ihren Sparpfennig meist bei den Genossen- den seit 1909 bestehenden Kontrakt gekündigt. schaften anlegen. Das gibt ihnen bei Streits einen Die Minimallohnliste der britischen Bergarbeiter enthält guten Rückhalt. Der Sekretär der Bergarbeiter Northumber- folgende Punkte: lands( Straker) berechnet z. B. die Gesamtsumme der Gelder, Für Hauer wird verlangt: Yorkshire 7 Sch. 6 Bence, die den Bergarbeitern Northumberlands in Gestalt von Ge- Lancashire 7 Sch., Mittelengland 6 Sch. und 7 Sch., Derbywertschaftsvermögen, Genossenschaftseinlagen usw. zur Ver- shire 7 Sch. 1½ Pence und 7 Sch. 6 Pence, Südwales fügung stehen, auf eine Million Pfund Sterling( 20 000 000 7 ch. 1/2 Pence und 7 Sch. 6 Pence, Northumberland 6 Sch. Mart). In den Gruben Northumberlands arbeiten etwa und 7 Sch. 2 Pence, Durham 6 Sch. 12 Pence, Forest of 70 000 Mann. In manchen anderen Revieren werden die Dean 5 Sch. 6 Pence, Cleveland 5 Sch. 10 Pence, Notting Hilfsquellen der Bergarbeiter nicht geringer sein. Das erklärt ham 7 Sch. 6 Pence, Nordwales 6 Sch., Leicestershire auch die rätselhafte Erscheinung, daß die britischen Bergarbeiter 7 Sch. 2 Pence, Süd- Derbyshire 6 Sch. 6 Pence, Somersetftets so lange bei verhältnismäßig fleinem Gewerkschafts- shire 4 Sch. 11 Pence, Bristol 4 Sch. 11 Pence, Cumber vermögen aushalten können. Was auch immer den Kampf land 6 Sch. 6 Pence, Schottland 6 Sch. beenden wird, der Hunger wird ihn sicher nicht beenden. In Kein erwachsener Untertagsarbeiter( Bristol und Somerset bielen Revieren wird das Streitgeld erst nach 14 Tagen be- ausgenommen) foll weniger als 5 Sch. den Tag verdienen zahlt werden. Allgemein erhält das Vollmitglied 10 Schilling und fein Knabe von 14 Jahren weniger als 2 Sch. den Tag. ( 10 M.) die Woche und 1 Schilling( 1 M.) für jedes schul- Der Minimallohn anderer im Stücklohn oder Tagelohn be pflichtige Kind. schäftigten Untertagsarbeiter soll in den Revieren geregelt Trotz des gewaltigen Umfangs des Kampfes ist es noch werden und nicht niedriger sein als die jetzt üblichen Löhne. zu feiner ernstlichen Ruhestörung gekommen. Die Organi Die bürgerliche Presse, die sich bis jeßt arbeiterfreundlich fationen haben ihre Mitglieder streng gewarnt, sich zu feinen gebärdet hat, läßt nun, da sie sieht, daß man die Bergarbeiter Ausschreitungen hinreißen zu lassen. Es besteht auch nicht die geringste Gefahr, daß es zu Ruhestörungen kommen wird; die Vorbereitungen der Regierung, die das ganze Militär in Bereitschaft hält, sind deshalb auch unnötig. Die Gewerks schaften selbst haben für die Sicherheit der Gruben gesorgt. Tumulte fönnten höchstens auf den Eisenbahnen und in den Häfen vorkommen, wenn man versuchen sollte, ausländische Rohle zu befördern. Die Eisenbahner wie die Dockarbeiter sprechen sich überall in Versammlungen für das Verbot der Kohlen und Truppenbeförderung aus. Ob die Zentral- Nach dem parlamentarischen Berichterstatter der„ Daily organisationen aber die Forderungen ihrer Mitglieder ganz News", der oft das Sprachrohr eines Teiles des Kabinetts erfüllen werden, ist zweifelhaft. Schon jetzt haben sie mit ist, ist es der große persönliche Einfluß des Gen. Smillie, einer beträchtlichen Ausgabe für ihre arbeitslos gewordenen des Vizepräsidenten der Föderation, der verhindert hat, daß Mitglieder zu rechnen. Zweifellos würden sie jedoch ein- die Vorschläge der Regierung von den Bergarbeitern angreifen, wenn man versuchen sollte, deutsche oder ameri- genommen wurden. Der Berichterstatter bergißt jedoch, daß tanische Kohle in größeren Mengen nach England zu schaffen. hinter dem Vizepräsidenten die erdrückende Mehrheit der Die Arbeitslosigkeit nimmt täglich an Umfanz zu. Es ist Bergarbeiter steht. schwer, genaue Zahlen zu erhalten. Heute wird die Zahl der durch den Generalstreit der Bergarbeiter arbeitslos gemachten nicht wie die Eisenbahner mit schönen und vagen Worten fangen kann, immer mehr die Maske fallen. Die ministerielle Daily Chronicle" schreibt: 17 „ Wenn die Bergarbeiterführer nicht bald zugeben, daß ein Abkommen erzielt wird, so werden sie den Zorn der Nation Herausfordern, was Folgen haben wird, die sie sich nicht wünschen. Die Nation wird beschließen, daß sich dies nie wieder ereignen soll, und sie wird zu ärgerlich sein, um die besten Methoden zu wählen, ihrem Beschluß Wirkung zu verschaffen." Streitwirkungen. Arbeiter verschieden auf 100 000 und 300 000 geschäßt. Die London, 5. März. Andauernd kommen Nachrichten über die Kohlenpreise gehen überall gewaltig in die Höhe. Ein deutsches Schließung von Fabriken und die Stillegung Torpedoboot( C 175), das in Dartmouth einlief, mußte öffentlicher wie privater Werte aus allen Teilen des 49 Schilling für die Tonne Kohlen bezahlen. Landes, besonders jedoch aus den Eisenindustrie bezirten Dis Meldung der englischen Presse, daß die Bergarbeiter. Der Schiffsverkehr, hauptsächlich Küstenschiffahrt, wird immer vertreter am Ende der letzten Woche nach Hause fahren, um unregelmäßiger. Die Zahl der jetzt wegen Kohlenmangels feiernden sich Instruktionen zu holen, war völlig aus der Luft gegriffen. Arbeiter wird auf 270 000 geschätzt, abgesehen von den BergIn allen Revieren fanden Versammlungen statt, in denen arbeitern. Die Eisenbahngesellschaften lassen 2500 Züge die Beamten der Bergarbeiter die Notwendigkeit betonten, an weniger als gewöhnlich laufen. Große Unzuträglichkeiten gab es in der Minimallohnliste festzuhalten. Einzelne Reden verdienen den Morgenstunden, in denen die Leute nach London zu ihrem Tagebesondere Erwähnung. Einer der alten Führer, das wert fahren, auf den südlichen Linien der Vorortbahnen. Parlamentsmitglied Harvey, bemerkte in einer bei Sheffield Fischbed, Abgeordneter( freif. 2.-B.): Meine Herren, gerade bom Standpunkt der Minderheit in diesem Hause aus muß ich auch darauf beharren, daß streng nach der Geschäftsordnung ver fahren wird. Auf der anderen Seite kann ich auch nicht verkennen, daß das betreffende Mitglied ein gewisses Interesse daran hat, daß seine Worte authentisch festgestellt werden. Mir will dann aber scheinen, als ob Herr Abgeordneter Hoffmann, den so viel daran liegt, daß diese Authentizität hergestellt wird, etwas falsch vorgegangen ist;( Abgeordneter Hoffmann: Ich mußte so borgehen!); er hätte nämlich seine Beschwerde erst einreichen sollen, nachdem der stenographische Bericht uns vorgelegt war.( Alseitige Zustimmung.) Dann hätten wir beides zusammen.( Abgeordneter Hoffmann: Das war nicht zu machen!) Das war sehr wohl zu machen. Das hat er nicht getan. Auf der anderen Seite will ich anerkennen, daß wir nach dem Wortlaute der Geschäftsordnung heute darüber beschließen müssen. Nun verschlägt es doch gar nichts, meine Herren, ob wir das jest am Anfang oder am Schluß der Sißung tun. Liegt der stenographische Bericht auch am Schluß der Sizung nicht vor, nun gut, dann werden wir nach der Geschäftsordnung auch chne das so zu verfahren haben, wie die Geschäftsordnung das vorschreibt. Liegt er aber vor, dann desto besser, dann haben wir die Möglichkeit, ganz genau noch einmal aus dem Wortlaut uns zu unterrichten, wie weit der Abgeordnete Hoffmann im Rechte gewesen ist mit seiner Beschwerde und wieweit nicht. Ich möchte von diesem Standpunkt aus vorschlagen, daß wir dem Antrage nachgeben und abwarten, ob nachher der stenographische Bericht vorliegt oder nicht. Da nun den Freiherrn v. Erffa der Ruhm Kröchers nicht schlafen läßt, so rief er den Genossen Hoffmann am 1. März d. J. wegen Beschimpfung des Krieges zur Ordnung. Dagegen beabsichtigte Hoffmann im Einverständnis mit der sozialdemokratischen Fraktion Einspruch zu erheben, der folgenden Wortlaut haben sollte: Gegen den mir in der Sihung vom 1. März wegen angeb licher Beschimpfung des Krieges erteilten Ordnungsruf erhebe ich auf Grund des§ 64 der Geschäftsordnung Einspruch, da der Krieg weder ein Mits glied des Hauses, noch der Regierung ist, ebensowenig aber eine abwesende Persönlichkeit ist, die sich nicht verteidigen kann. Als man aber den zur Geschäftsordnung erschienenen Nachtrag zur Hand nahm, fand man im§ 64 an Stelle des oben zitierten Satzes folgenden: Gegen den Ordnungsruf oder die Ausschließung durch den Präsidenten fann der betreffende Abgeordnete spätestens am folgenden Tage schriftlich Einspruch erheben. Das Haus entscheidet frühestens in der nächsten Sizung nach Eingang des Einspruchs ohne Besprechung, ob der Ordnungsruf oder die Ausschließung gerechtfertigt war. Auch die befragten bürgerlichen Abgeordneten hatten eine Ahnung von der Aenderung dieses Passus. Selbst ein Abgeordneter, der als Mitglied in der damaligen Kommis sion mitgearbeitet hat, erklärte, es habe darüber keine Dis ussion stattgefunden, er überzeugte sich erst vesh Nebeneinanderhalten der beiden Säbe von dem geänderten Wortlaut. Wir haben nun den Kommissionsbericht vom 27. April 1910 durchgesehen. Daraus geht hervor, daß niemand zu diesem Baffus gesprochen hat; nur in dem abgedruckten Antrag ist er zu finden. Auch in der Sibung vom 6. Mai 1910, wo die Aenderung beschlossen wurde, hat ein Redner dazu ein Wort verloren. Auch der Referent hat die Aenderung mit feiner Silbe berührt, so daß wohl anzunehmen ist, daß alle Abgeordnete mit Ausnahme des Antragstellers, Abgeordneten( Haustnechtsparagraph) drehte, diesen Satz für den Wie dreifach notwendig es ist, der Geschäftsordnungs- Kommis- unveränderten Saz des alten Paragraphen hielten und torischen Schiedsgerichten nichts wissen wollten. Er antworte, fion auf die Finger zu sehen, dafür spricht folgender Vorfall. Beil jo die neue Bestimmung ahnungslos, annahmen. gehaltenen Ansprache, daß von einer Banik nicht die Rebe fein Eine ,, stillschweigende" fönne. Die Bergarbeiter wünschten feine unter dem Eindruck eines panischen Schreckens erzeugte Gesetzgebung. Sie seien nicht in der Eile und wünschten aus ihrem Streit fein Eisenbahnerfiasto zu machen. Man frage sie, weshalb sie von obligas Gefchäftsordnungs- Henderung. da sich die ganze Debatte um den polizeilichen Hinauswurf von Ist die Sache auch in diesem Fall nicht ffagisch zu nehmen, so länder, Franzosen, Amerikaner und Japaner, Berstärkt worden. verschärften Drudes auf die Arbeiter Bedeutet, türden Bedenken Sann doch ziveierlei dabei festgestellt werden. Erstens, daß den Für Dienstag werden weitere 1000 Mann japanischer borgebracht. .Schiebern" sehr viel daran liegt, zu verhindern, daß durch Truppen aus Port Arthur in Tientsin erwartet. Jn= Die speziellen Verhältnisse im Oberharz besprach Genosse das Stenogramm die Berechtigung des Einspruchs folge der Entfernung chinesischer Truppen find jetzt die Man- einert, der wiederholt in die Debatte eingriff. Insbesondere geprüft werden kann, und zweitens, daß man bei neuen bi ch utruppen numerisch weit stärker, als die chinesischen. schilderte er die Abhängigkeit der gesamten dortigen Bevölkerung Kommissionsvorschlägen dreifach mißtrauisch prüfen muß, Innerhalb und außerhalb der Stadt stehen jetzt 18 000 Mann von dem Fistus, der die Massen geradezu zur Auswanderung treibt, Daß der Fiskus ob etwa eine mehr oder minder unschuldige redaktionelle Mandschurtruppen. Im Sommerpalast stehen ferner noch Truppen anstatt ihnen ihre Heimat angenehm zu machen. Aenderung mit unterlaufen ist. der Prinzengarde. Die chinesischen Truppen zählen nur 5500 die niedrigsten Löhne zahlt und dadurch auch die übrige Industrie Herrn v. Erffa ist durch diese stillschweigende Aenderung eine Mann, und unter den 5000 Mann der Militär- und Stadtpolizei anreizt, die Löhne niedrig zu halten, ist eine Tatsache, die ein ebenso Galgenfrist gegeben, sich als würdiger Nachfolger Jordans, des befinden sich auch nur wenige Chinesen. eigenartiges Licht auf die Sozialpolitik Preußens wirft, wie das starken Mannes, zu zeigen. Aber wenn er so fortfährt, wird ihn Washington, 4. März. Der amerikanische Gesandte in Eingeständnis des Ministers, daß der Fiskus die Veränderung der fein Verhängnis schon früher oder später ereilen. Peking, Calhoun, hat die Instruktion erhalten, nach Manila Lebensmittelpreise nur bedingt zur Grundlage einer Lohnerhöhung um Entsendung von siebenhundert Mann Verstär- nehmen kann, daß vielmehr vor allem die Rentabilität steigen müsse. fung au telegraphieren, sobald ihm nach Beratung mit den anderen Was ist das anderes als was wir stets behauptet haben, daß der diplomatischen Vertretern in Peking die Gegenwart starter Sträfte Staat dem Privatunternehmer in bezug auf die Ausbeutung der ratsam erscheint. Arbeiter vorangeht. Der Krieg. Ein Gefecht bei Ainzara. Charbin, 5. März. Der russische Konsul in Tientsin Tripolis, 5. März.( Meldung der Agenzia Stefani.) Gestern früh brach ein erythräisches Bataillon mit einer Abteilung hat aus Anlaß der letzten Unruhen und wegen der die Ausländer Kavallerie und einer Gruppe Kamelreiter von Tripolis auf bedrohenden Stimmung um Entsendung von Truppen und zog über Ainzara gegen Bir el Turt, um einen Ort, der zum Schuße der russischen Niederlassung gebeten. Es wird beabals Bir Redancenif bezeichnet wird, zu erkunden. Von hier aus fichtigt, drei Kompagnien der Grenzwache zu entsenden. waren nämlich, wie man annahm, Gruppen von Türken und Ausweisung von Chinesen aus Niederländisch- Indien. Arabern ausgezogen, um Ainzara nachts durch Schüsse zu beunHaag, 5. März. Die Regierung von Indien beabsich ruhigen und Plünderer in die Dase von Tadjura zu entsenden. tigt, etwa 100 Chinesen, die bei den Unruhen von Sarabaja An Ort und Stelle angekommen, ging das Bataillon in Reihen vor am meisten bloßgestellt sind, zeitweilig aus Niederländisch- Indien und detachierte eine Kompagnie und die Kavallerieabteilung zum auszuweisen. Die Bewegung hat ihre Anhänger hauptsäch Schuß der rechten Flanke. Der Ort wurde jedochy verlassen ge- lich unter den chinesischen Arbeitern. funden; man fand aber Spuren eines furz vorher verlassenen Lagers. Es war etwa elf Uhr vormittags, als plöblich die auf dem rechten Flügel stehende Kompagnie von etwa dreihundert Arabern angegriffen wurde, die augenscheinlich die Absicht hatten, die rechte Flante des Bataillons zu umgehen, um ihm dem Rüdzug nach Aingara abzuschneiden. Die Kompagnie nahm den Kampf sofort Politische Ueberficht. Am Mittwoch fällt die Sigung aus. Am Donnerstag stehen fleinere Etats auf der Tagesordnung. Das neue Regiment in Bayern. In den bayerischen Regierungsfreisen herrscht noch immer Faschingsstimmung. Nachdem ein einseitiges flerifales Parteiministerium gebildet worden ist und zugleich die Zentrums mehrheit der Abgeordnetenkammer, um an dem politischen Charakter des jetzigen klerikalen Regiments feinen Zweifel aufkommen zu lassen, sämtliche Posten des Präsidiums mit ihren Vertrauten besetzt hat, kommt plöglich der Obergeschäftsführer dieser Parteiregierung, der neugebackene und erklärt Ministerpräsident. Freiherr v. Hertling. feierlichst bor der versammelten Abgeordnetenkammer, sein Ministerium sei durchaus keine Parteiregierung; alle Minister( mit Einschluß seiner eigenen Person) gehörten teiner politischen Partei an, und das Ministerium mit großem Feuer auf, da aber der Feind ständig stärker Aus dem Reichstag, 5. März 1912. Mit Herrn werde daher auch den Parteien und ihren Bestrebungen kein wurde und seine Umgebungsbewegung mit Nachdruck fortsette, Dr. Oertel begann die gestrige Sigung, die immer noch Hindernis in den Weg legen soweit und solange gab der Befehlshaber des Bataillons den Kompagnien den Befehl, im Zeichen der Debatten über den Etat des Reichsamts des fie auf dem Boden der Verfassung stünden. Diese schöne Erklärung des Freiherrn v. Hertling geht gegen die bedrohte rechte Flante zu nacheinander aufzumarschieren, Innern steht, und mit Herrn Dr. Dertel, der seine angeum so das Manöver des Feindes zu vereiteln und die Verbindung griffene weiße Weste mit schwarzem Trauerrand" in einer beinahe noch über die bekannte Versicherung der Zentrumsmit Ainzara aufrechtzuerhalten. Der Kampf dauerte bis fünf Uhr persönlichen Bemerkung verteidigte, schloß sie auch- Dertel fraktion des Reichstages hinaus, das Zentrum sei feine von nachmittags, bis die Askari eine beherrschende Stellung gefunden vorn und Oertel hinten! Aber dem geistigen( wenn man der katholischen Kirche abhängige, konfessionelle Partei. hatten, auf der sie sich ordnen und den Feind zum Rückzug zwingen dies harte Wort in diesem Zusammenhang brauchen darf) Eine Komödie. Berlin, den 5. März 1912. Die weiße Weste mit schwarzem Trauerrand. Nach der Meldung des Wolfffchen Telegraphen- Bureaus fonnten. Das Bataillon kehrte in der Nacht nach Ainzara und Führer des Bundes der Landwirte zuzuhören, war zum minde- hat nämlich Freiherr von Hertling in der heutigen Sigung von da nach Tripolis zurück. Es führte ne un Tote und acht- stens nicht langweilig und manchmal auch genußreich. Den der Kammer der Abgeordneten im Namen des Gesamtundzwanzig Verwundete, die es während des Tages ver- dicen Oertel eben wegen seines Leibesumfanges oder wegen ministeriums eine Erklärung abgegeben, in der er betonte, loren hatte, mit sich, ebenso deren Waffen und die Munition. Die feiner oben zitierten Weste als einen Bojaz abzutun, wäre nicht daß das Ministerium kein parlamentarisches sei und auch Verluste des Feindes betrugen mehr als hundert Tote. nur unhöflich, sondern auch politisch unklug. Herr Dr. nicht als Uebergang zum parlamentarischen System beDertel, ficher einer unserer grimmsten und gehässigsten zeichnet werden könne. Er und die anderen Minister Gegner, ist ein Mann, der weiß was er will und der in nicht gehört en teiner politischen Partei an. Ueber Tripolis, 5. März.( Meldung der Agenzia Stefani.) Auf Ein- übler Form zu sagen versteht, was er will. Ohne jedes die Stellung zu den Parteien führte der Minister aus, daß Tabung der Zauia Sidi wohnte gestern General Salfa als falsche Pathos, das im Reichstag so peinlich wirkt wie in der es ein anormaler Zustand fei, wenn Regierung und BarVertreter des Gouverneurs gemeinsam mit anderen hohen Ver- Volksversammlung, vermag er doch volltönend in das Saiten- lamentsmehrheit sich feindlich gegenüberſtänden, wodurch waltungsbeamten und viel Offizieren in der Moschee Sibi spiel agrarischer Dialektik zu greifen und ist auch ein schlag- der gedeihliche Fortgang und der leichte Gang der VerDie Regierung müsse eine des Propheten bei. Nach den Gebeten wurden die Gäſte Stier aufzufangen und gefchickt zurückzuschleudern. Das be- Mehrheit im Parlament haben; es müſſe auch tro bewirtet. Es ist dies das erstemal gewesen, daß in Tripolis wies er auch in seiner gestrigen Stede, die teine Jungfern, der durch den Wahlkampf hervorgerufenen Erbitterung jonder eine Demi- vierges-, eine Halbjungfernrede war, denn möglich sein, sich zu positiver Arbeit zusammenzufinden. Das bor 1908 hatte der Freiberger Kreis das Vergnügen, von neue Ministerium sei homogen, und dem Parlament werde Rom, 5. März. Die Agenzia Stefani bezeichnet die Meldung diesem extremen, aber amüsanten Reaktionär vertreten zu ein einheitlicher Wille entgegentreten; vor allem sei die" Autorität Sea Temps", wonach einige italienische Kriegsschiffe vor Du- fein. Was er gestern borbrachte, war die alte konservativ- des Staates hochzuhalten und zu stüßen im Sinne der geagrarische Litanei. Ausbeutung und schonungslose Unter- schichtlich gewordenen, allein berechtigten und verfassungsmäßig ta880 erschienen wären, für falsch. gestützten Monarchie. Den Parteien werde das Ministerium drückung derer, die sich gegen die Ausbeutung stemmen dies war der Kern feiner Ausführungen oder ins Agrarische kein Hindernis entgegensegen, solange sie auf dem übersetzt: lückenloser Bolltarif und Arbeitswilligengesek! Boden der Verfassung ständen. Ferner betonte Daneben behandelte er noch allerhand Fragen und sprang hin der Minister, daß die christliche Religion beschützt und erhalten und her, von der Zigeunerplage bis zur Frauenbewegung, der werden und die Grundlage des gesamten Erziehungswesens er sympathisch gegenüberstehe, solange sie nicht politisch werde, bilden solle. Bezüglich der Stellung Bayerns im Reiche und er wie sein Vorgänger es als von der eljak- lothringischen Frage, in der seine Freunde vor- zum Reiche werde ausgesagt hätten, wie alles fommen werde, bis zu den Natio- feine Pflicht erachten, den Reichsgedanken in Bahern im Bundesrate für nalliberalen, denen er giftgetränkte Pfeile in den Koller jagte. zu hegen und zu fräftigen und Christen in eine Moschee eingeladen worden sind. Ein Dementi. Die Revolution in China. Stellungnahme der Regierung von Nanking zur Soldatenrevolte. Beking, 4. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) In Beantwortung eines Berichts der Nankinger Delegierten, die sich jetzt in Peking befinden, erklärte Sunhatsen, er werde nicht länger darauf bestehen, daß Juanschifai Ranting befuche. Er billigte den Entschluß der Delegierten, vier aus ihrer Mitte auszuwählen, die nach Nanking zurückkehren sollen. Diese sollen dorb die Anschauungen der Mächte darlegen und den Republifanern des Südens auseinandersehen, wie erwünscht es wäre, wenn die Nankinger Regierung nach Beling fäme, um eine starte Stoalition herbeizuführen. Infolgedessen bereitet sich die Deputation auf die Abreise vor. Nach Berichten aus dem Innern und nach Beobachtungen von Gruppen von Fremden, die täglich aus den ländlichen Bezirten un gefährdet in der Stadt ankommen, wird überall von Sol batenbanden geplündert. Peting ist überraschend ruhig. Die Gesandtschaften sind jetzt der Meinung, daß die Ordnung wiederhergestellt werden kann, wenn die Soldaten im Süden nicht auch meutern. Die Lage in Tientsin. die Was der Staatssekretär des Innern Dr. Delbrüd die Rechte Bayerns einzutreten. Vor allem aber dürfe zu der Forderung eines Ausnahmegesetes erwiderte, bewegte die Finanzhoheit der Einzelstaaten nicht fich auf der Linie seiner vor kurzem gebrauchten Aeußerungen. gemindert und das Besteuerungsrecht des m Grunde genommen war es nicht eine Absage an die Reiches nicht auf das Besteuerungsgebiet Bundesstaaten ausgedehnt werden. scharfmacherische Rechte: Wir folgen Euch auf Euren Pfaden der nicht!, sondern eine beschwichtigende Mahnung: Aber, Kinder, Eine ungeminderte Finanzhoheit der Einzelstaaten fei hr habt doch schon, was Ihr wollt! Der§ 153 der Gewerbe- schlechterdings erforderlich, weil ohne sie die Stulturwerden fönnten. Wie nicht erfüllt ordnung macht doch heute schon ganze Arbeit und feine Hoff- aufgaben nicht nung, es werde auch ohne eine besonderes Ausnahmegesetz Strone und die Regierung bisher die Empfindungen und gehen, wenn nur die richterlichen Behörden ihre Pflicht fäten, Rechte der protestantischen Bevölkerung geachtet habe, so war eine direkte Aufreizung an die betreffenden Stellen, durch folle es bleiben. Mit der Hochachtung vor der eigenen Uebereine drakonische Justizpraris das von Herrn Oertel und zeugung müsse Achtung vor der fremden Ueberzeugung verbunden Genossen so heiß ersehnte Ausnahmegesetz auf stillem Wege sein. Nachdem der Minister weiterhin betont hatte, daß sowohl ins Leben treten zu lassen. Im übrigen verbreitete sich Herr der Landwirtschaft wie der Industrie und dem Mittelstande Delbrüd mit ermüdender Ausführlichkeit über die gleich die weitere Fürsorge der Regierung zugewendet sein werde, falls von Herrn Dr. Oertel angeschnittene Mittelstands- der auch die Pflege von Kunst und frage: bäuerlicher Mittelstand, dem es verhältnismäßig gut gehe, gewerblicher Mittelstand, dem von den Bundesstaaten gesetzlich geholfen werden müsse, und dergleichen mehr, bis feine Rede in gänzlicher Interesselosigkeit unterging. Wissenschaft am Herzen liege, schloß er mit der Versicherung, daß das Programm der Regierung ein Programm des Frie. dens sei, daß aber die Regierung Bestrebungen, die die staatliche Ordnung zu erschüttern drohten, die schärffte Abwehr entgegensetzen werde. Tienfin, 4. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Obgleich heute in der Stadt alles ruhig ist, herrscht doch eine gedrückte Stimmung; der ganze Handel stockt. Am meisten hatten die Pfandleihen unter Plünderung zu leiden. Die Spuren der AufDer folgende Redner, der Nationalliberale Mar rührer sind in allen bedeutenden Verkehrsstraßen wahrzunehmen. Einen Wert an dieser langen Erklärung haben nur die In einigen Straßen liegen halbberbrannte Zeichen auf dem Damm. quart, Vorsitzender des Verbandes deutscher Handlungs. Auch heute wurden wieder eine Reihe von Hinrichtungen gehilfen, legte dann mit einem echt nationalliberalen und echt Worte über die Finanzhoheit der Einzelstaaten und über die vollzogen. Zwei Kompagnien englischer Infanterie bleiben in professoralen falschen Bathos los und erregte im Anfang Abwehr der Bestrebungen, welche die staatliche Ordnung zu stürmische Heiterfeit, als er, wider den Brauch des hohen erschüttern drohen. Der Phrasen entkleidet, bedeuten diese Fengtai, die übrigen kehren hierher zurück. Große Aufregung rief heute nachmittag ein telephonischer Be- Hauses" die Anwesenden stets mit Berehrte Anwesende!" an- Worte, daß die neue unparteiisch e" Regierung sich in Sonntagsruhe und Achtuhrladenschluß waren die Bayern völlig den Parteiforderungen des Zentrums unterricht des russischen Konsuls hervor, wonach siebenhundert chinesische redete. Soldaten in das Dorf Tatschifu, eine Meile von den fremden Nieder gewiß nicht unwichtigen Probleme, die er aber in seiner Rede wirft und deshalb einerseits im Bundesrat gegen diege laffungen entfernt, eingedrungen sein und so gegen die Bestim. mit einem Donnerrollen und mit Gebärden hin und her wälzte plante Erbschaftssteuerauftreten und anderermungen der Abmachung gehandelt haben sollten, die die Anwesen. als wollten die Titanen den Belion auf den Offra türmen. feits scharf gegen alle bayerischen Staats. heit chinesischer Truppen innerhalb eines Umfreises von sieben Schließlich fam Herr Gotthein, der einer der flügsten und beamten vorgehen wird, die sozialdemokra Meilen um die Fremdenniederlassungen verbietet. Die fremden beschlagensten Köpfe der Fortschrittlichen Volkspartei, freilich tischer Gesinnung berdächtig sind. Eine recht Militärbehörden beschlossen, gemeinsam vorzugehen, um die Ein- nur ein Freihändler der alten Schule ist. Er verbreitete sich seltsame Parteilofigkeit! dringlinge zu entfernen. Britische, deutsche, französische, russische in einer recht sachverständigen, aber auch recht länglichen Rede und japanische Truppenabteilungen wurden zu diesem Zwed auf über wirtschaftspolitische Probleme, insbesondere über Zollgeboten. Indessen stellte sich nach einer vorgenommenen tarife, Handelsverträge und Kartelle. Zuweilen ging er auch Rekognoszierung die Nachricht des russischen Konsuls als irrig her- mit gutem Humor seinen Widersachern zu Leibe und wußte aus, da keine chinesischen Truppen das berbotene Gebiet betreten namentlich auch dem Zentrumsmann Dr. Mayer Raufhatten. Es wurden jedoch Borsichtsmaßregeln getroffen, um jede beuren nicht übel heimzuleuchten, der sich neulich als agrarpolitischer Sachverständiger" produziert hatte. derartige Gebietsberlegung sofort zur Kenntnis zu bringen. Heute 1 Uhr natürlich Fortsetzung der Debatten. Bergetat. = Verstärkung der Gesandtschaftswachen. London, 5. März. Nach einer Morgenblättermeldung aus Nanting vom 4. März sind auf Ersuchen der Delegierten der Am Dienstag hat das Abgeordnetenhaus die zweite Lesung des Die Debatte verlor sich in Nationalversammlung, die sich in Peking befinden, 3000 Mann Etats der Bergberwaltung beendet. Zwischendurch wurden auch republikanische Truppen von Tschnu nach Tientsin Einzelheiten, teils lokaler Natur. Wie viel in dieser Hinsicht beordert worden. Liyuanheng erklärte, er sei bereit, sofort mit Beamtenwünsche zur Sprache gebracht. einer Armee von Wutschang nach dem Norden zu rüden. Es werden gerade im Bereich der Bergverwaltung noch zu tun ist, beweist der Borbereitungen getroffen, um Truppen von Hfutschoufu nach der Uebelstand, daß sogar ein nationalliberaler Redner über die VerBukoubahn abzusenden. hältnisse der technischen Beamten, die schlechter als die juristischen Nach einer anderen Blättermeldung aus Peking vom gestellt sind, bewegte Slagen führte und daß die Vertreter des 4. März glaubt Juanshikai der Lage in Peting jest Herr zu Bentrums indirekt zugeben mußten, daß die Sicherheitsmänner sein, im Innern dagegen verbreite sich die Anarchie. Die Ge- Schilanierungen seitens der Beamten ausgesezt sind. Auch gegen japitigeitswagen sind seit gestern um 600 Mann, Eng das von der Regierung eingeführte Prämiensystem, das ein Mittel Auflösung des Schwarzburg- Rudolftädter Landtages. Wie wir noch in der gestrigen Nummmer unter Lette Nachrichten" meldeten, hat die Schwarzburg- Rudolstädter Regierung den Landtag des fleinen thüringischen Ländchens aufgelöst, weil die sozialdemokratische Mehrheit( 9 Sozialdemo fraten unter insgesamt 16 Mitgliedern) die von der Regie rung geplante Wahlrechtsverschlechterung abgelehnt hat, die den Höchstbesteuerten eine größere Vertretung im Landtage sichern sollte. Ueber die letzte Sigung am Dienstag wird uns aus Rudolstadt berichtet: Am Dienstag gelangte der Wahlgefebentwurf augunsten der Höchstbesteuerung zur Beratung. Der Rechts- und Gesetzausschuß. der den Entwurf der Regierung zu begutachten hatte, tam in seiner Mehrheit zu dem Beschluß, dem Landtag die Ablehnung zu empfehlen. In der Begründung wurde ausgeführt, daß eine Aenderung des Wahlrechte nur im Sinne der Verhältniswahl er folgen könne. Der Staatsminister Frhr. v. d. Rede bedauerte zunächst den Beschluß des Ausschusses, denn die Ablehnung bes beute materiell auch die Ablehnung des Etats, da die Steuere und Finanzgesetze von der Wahlrechtsvorlage abhingen. Er er suchte deshalb die Sozialdemokralen nochmals, delt EnMkrf anzunehmen. Eine Ablehnung würde Folgen haben, die für das Land von großer Wichtigkeit seien. Die Regierung habe gehofft, mit unserer Fraktion die Geschäfte führen zu können, und in der ersten vertraulichen Sitzung hätte es auch auf Grund gegenseitiger Konzessionen den Anschein gehabt, als ob eine Verständigung er- folgen werde. Dann sei jedoch die Stimmung plötzlich umge- schlagen. Auf die Wahlgcsetzvorlage könne die Regierung nicht verzichten. Namens der Minderheit des Gesetzausschusses gab Abgeord- nctcr Sommer(liberal) die Erklärung ab, daß die bürger- lichen Abgeordneten die Gründe der Regierung als stichhaltig anerkennen müßten. Er und sein Parteifreund Crone hätten gern einen Teil der ihnen sympathischen sozialdemokratischen Forderungen unterstützt. Von unserer Fraktion kamen fünf Redner zum Wort. Gc- nosse Oswald führte aus, daß die Regierung seit langen Jahren jede fortschrittliche Entwicklung der Fi- nanzgesetze verhindere, indem sie die Wahlrechtsvor- läge damit verkuppele. Die Wähler hätten sozialdemokratische Abgeordnete ins Parlament geschickt, um endlich einmal eine freiheitliche Entwicklung in der Landtagspolitik zu sehen. Als Antwort bringe die Regierung einen Entwurf ein, der bor 40 Jahren verliehene Privilegien zugunsten der Höchstbesteuerten weiter ausbauen anstatt beseitigen wolle. Das sei eine direkte Verhöhnung der Wähler. Ter Staatsministcr versuchte, unscrm Genossen entgegen- zutreten, hatte aber damit wenig Glück. Unsere Genossen Scholl, Finke und Frötscher betonten ebenfalls den Standpunkt unserer Partei. Genosse Hartmann geißelte die ganze bisherige Regie- rungspolitik, die er als eine traurige Krämerpolitik bezeichnete. An der ganzen unfruchtbaren Politik seien nur die Regierung und die bürgerlichen Abgeordneten schuld. Warum habe man die Vor- läge nicht zurückgezogen? Richtig sei, daß in der ersten der- traulichen Besprechung eine Annäherung möglich schien, da die Linke glaubte, die Regierung würde in der Wahlrechtsfrage nach- geben. Dann sei die Regierung aber von bürgerlichen Abgeordneten scharfgemacht worden und habe erklärt, sie müsse an der Vorlage festhalten. Die Regierung hätte uns provoziert, denn sie wußte, daß wir prinzipiell gegen den Entwurf waren. Hätte man das Gesetz gelassen, wie es war. Wenn die Regierung glaube, daß wir um den Preis deS Zusammenarbeitcns mit ihr alles schlucken, dann irre sie sich. Die Regierung wolle den Kampf, wir fürchten ihn nicht. Jetzt müsse er durchgefochten werden, sonst mißachte die Regierung weiter den Willen des Volkes._ Tie letzten Ersatzwahlen in Elsah-Lothringen. Heber die vier Landtagswahlen, die, wie wir gestern bereits berichteten, am Sonntag in Elsaß-Lothringen stattgefunden haben. wird uns nachträglich von einem elsäffischen Mitarbeiter ge- schrieben: »Die Wahlen am Sonntag brachten in dem oberelsässischen Wahlkreise Hüningen-Sierenz und in dem lothringischen Wahlkreise Saargemünd die Wiederwahl der kassierten Jen- trumsabgeordneten Dr. Brom und Hoen mit verstärkten Mehr- heiten. In beiden Kreisen erfuhren auch die Stimmen der sozialdemokratischen Gegenkandidaten eine Zunahme: in dem einen Wahlkreise um SO, im andern um 203 Stimmen. Hingegen gingen die liberalen Stimmen zurück: in Hüningen-Sierenz von 955 auf 534, also fast um die Hälfte, in Saargemünd noch ärger. Ein zweiter Wahlgang Basier- mann haben sich den Scharfmachern in der Fraktion löblich unter- warfen.„Der Wunsch nach Großblockpolitik bestehe«außerhalb Badens und Bayerns nirgends," ließ sich der Referent weiter ver- nehmen. Für eine Wehrvorlage und nationale Fragen sei eine unbedingte Mehrheit vorhanden, die ein tatenfroher Reichskanzler zu benutzen verstünde. Zum Schluß beschlossen die Herren: „Der Vcrtretertag der württembergischen! Junglibcralen billigt uneingeschränkt die programmatischen, Ausführungen der Abgeord- netcn Baffer mann, Junik und P aas che und hegt die Zu- verficht, daß die ganze ReichchtagSfraktion mit allem Nachdruck auf die Verwirklichung dieser echt liberalen und von sozialem Geist durchdrungenen Forderunpen hinarbeitet. Ebenso erwarten wir von der Fraktion, daß sie die dringenden Forderungen für unsere Wehrmacht rückhaltlos bewilligt und für die not- wendig werdende Deckung der daraus entstehenden Kosten durch die Erbschaftssteuer eintritt." Amtliches Ergebuis der Wahl im Siegburger Wahlkreise. Bei der am 1. d. MtS. im Wahlkreis Köln S. Siegkreis-Wald- bröl vorgenommenen ReichstagSersatzwahl wurden 17 378 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Justizrat Trimboru(Z.) 17 002, Kaufmann Schneider-Denklingen(Wildsoz.) 79. Korvettenkapitän a. D. V. Holleben- Honnef(Natt.) 68. Pfarrer Hein-Kapellen(Chrisllichsozial 43. Pfarrer Lambertz-Dedenborn»- poltzeiliches, GcnchtUcbcö ufw. Die Trennung der Angestellten von der Arbeiterbewegung. Unter dieser opitzmarke brachten wir in Rr. 53 de-5„Vorwärts" den Bericht über einen Prozeß des Genossen Paul Lange in Hamburg gegen den Beamten deS Bundes der technisch-industriellen Beamten Ench Kutter in Berlin. Der Prozeß fand in Hamburg statt, also auf Grund des fliegenden Gerichtsstandes der Presse, der von der Sozialdemo- kratle stets bekämpft worden ist. Nach uns zugegangenen In- formationen lag aber für Genossen Lauge kein zwingender Grund vor, sich auf diesen anfechtbaren juristischen Weg zu begeben. Wir können uns daher mit dem Vorgehen des Genossen Lange nicht einverstanden erklären und betonen, daß wir nach wie vor an u'�re�Gegnerschaft gegen den fliegenden Gerichtsstand t» PMe Gewerkschaftliches. " Es liegt uns die Pflicht ob, für diese Ausgesperrten die Sammlung zu organisieren. An die organisierte Arbeiterschaft Groß- Berlins ergeht die dringende Aufforderung, durch Vornahme allgemeiner SammLungen zur Unterstützung der gemaßregelten Porzellanarbeiter tatkräftig beizutragen. Wir machen deshalb bekannt, daß von jezt an in allen Gewerkschaftsbureaus für die Mitglieder, sowie in unserem Bureau, Zimmer 23, für die Vertrauensleute Liſten zu haben sind. Die Eingänge werden im ,, Vorwärts" öffentlich quittiert. Für Groß- Berlin sind alle Geldsendungen nur an A. Körsten, SO. 16, Engelufer 15, zu senden. " am Donnerstag, den 7. März, in den Arminhallen, Kommandanten- diefer grünen Jungen" arbeitet aber bereits zwölf Jahre bel straße 58/59, eine öffentliche Versammlung statt. Alle Vorwärts" der Firma! leser werden gebeten, die ihnen bekannten Photographengehilfen und In Elbing war die Direktion etwas höflicher. Zwar wurde An die Arbeiterfchaft Groß- Berlíns! -gehilfinnen für die Versammlung und die Organisation zu inter- zuerst einfach gesagt, Herr Geheimrat 3iese sei verreist( er war in Danzig), aber am Sonnabend wurde doch wenigstens der KrankenDurch den Aufruf der Generalfommission der Gewerk- effieren. tassenvorstand gehört. Herr giese bewilligte" das, was ihm nichts schaften Deutschlands in der Nr. 51 des Vorwärts" bom Die Wahlen zum Gehilfenausschuß der Berliner Gastwirte- fostet. Wer fünf Minuten zu spät kommt, sollte bisher erst zu 1. März wurde bekannt gegeben, daß der Unternehmerschutz- innung fanden gestern statt. Die Liste des Verbandes deutscher berein deutscher Porzellanfabrikanten am 24. Februar d. J. Gastwirtsgehilfen wurde einstimmig gewählt. An der Wahl be- Mittag in den Betrieb hineinkommen, jezt schon um 8 Uhr. Die fämtliche Porzellanarbeiter und Arbeiterinnen aus seinen Beteiligten fich 229 Angestellte. Die Gelben haben wohl eingesehen, Lohnzahlung am Freitag( alle 14 Tage) will er einführen, wenn der Magistrat die Schließung der Schnapsläden um 4 Uhr anordnet. daß für sie keine Lorbeeren hierbei zu holen sind und beteiligten aber über Einstellungslöhne und Regelung der Akkordarbeit, über trieben ausgesperrt hat. sich nicht an der Wahl. höhere Bezahlung der Ueberstunden, Zusammensetzung der ArbeiterAchtung, Schuhmacher! Bei der Firma Pinner Nachf., Runge- ausschüsse läßt er sich feine Vorschriften machen. Das war die Kriegserklärung! Obwohl in Danzig und Elbing straße 22/24, haben die Kolleginnen nnd Kollegen am Montagabend die Arbeiter noch recht wenig Erfahrungen auf gewerkschaftlichem in einer Werkstattbersammlung beschlossen, die Arbeit einzustellen. Vor bereits zirka 3 Wochen hatten die bei dieser Firma be- Gebiete haben, war diese Art der Erledigung ihrer Forderungen denn schäftigten Wendezwider und-Ausrichter Lohnforderungen eingereicht, doch geeignet, die Entrüstung derart zu steigern, daß die Arbeitswelche von seiten des Inhabers der Firma feine Berücksichtigung einstellung fast einhellig beschlossen wurde. fanden. Erst auf das Eingreifen der Ortsverwaltung hin erklärte Neben den schlechten Stundenlöhnen besteht die ebenso schlechte fich Herr Borinsti, der Firmeninhaber, bereit, an der Hand ihm Affordbezahlung. Es weiß kein Affordarbeiter, was er verdient, Der Meister überlassener Lohntarife gleichartiger Firmen, über die Forderungen es fennt niemand den Preis der Affordarbeit. mit den Arbeitern zu verhandeln. Innerhalb 8 Tagen sollten die schreibt" bei der Löhnnng das, was der Arbeiter nach seiner Verhandlungen beendet sein. Doch schon nach 2 Tagen zog Herr Meinung verdient hat. Also eine völlig willkürliche Entlohnung, Borinski das gegebene Versprechen mit der Begründung zurück, daß Es wird einfach ein Afford gegen den anderen aufgerechnet, vers er aus privaten Gründen nicht in der Lage sei, verhandeln zu können. mutlich, damit das Kalkulieren nicht zu schwer fällt. Dafür wird Es würde zu weit Mit dieser weiteren Verzögerung fonnte sich die Arbeiterschaft aber um so mehr angetrieben bei der Arbeit. unmöglich einverstanden erklären, was Herrn Borinski durch führen, wollte man all die Ungerechtigkeiten und all die Unterein Schreiben der Verwaltung zur Kenntnis gebracht und drückungsversuche der Firma gegen die Arbeiter schildern. zu gleicher Zeit um Anberaumung einer Verhandlung zwischen den beiden Verbänden ersucht wurde, da solche Verhandlungen auf speziellen Wunsch der Unternehmerorganisation in letzter Zeit bei allen Differenzen stattfinden sollten und auch stattgefunden haben. In diesem Falle hat es Herr Borinsti als Vorsitzender des Zweigvereins Berliner Schuhfabrikanten, wo es sich um seinen eigenen Betrieb handelte, nicht für nötig gehalten, darauf eine Antwort zu erteilen, geschweige für Anberaumung einer solchen Verhandlung Sorge zu tragen. Dies bedeutete natürlich nichts anderes als eine Brüsfierung der Arbeiterschaft, und müssen wir die Verantwortung hierfür Herrn Borinski allein überlassen. Wir erwarten daher, daß von der Arbeiterschaft strengste Solidarität geübt wird. Desgleichen weisen wir nochmals darauf hin, daß auch bei der Firma Großmann, Adlershof, Moltkestraße 2, der Streit fortbesteht. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Berlin und Umgegend. Zum Streik der Herrenmaßschneider ist mitzuteilen, daß die Zahl der Tarifanerkennungen fortdauerud steigt, so daß es bis gestern nachmittag 218 Geschäfte waren, die die neuen Vereinbarungen unterzeichnet hatten. Die neueste Nummer des Verbandsorgans der Arbeitgeber widmet dem Streit langatmige Betrachtungen, die ungefähr das ganze Blatt füllen. Dabei wird unter manchem anderen, was ebensowenig zutrifft, von der Ortsgruppe Berlin des Arbeitgeberverbandes erklärt, daß unter den angeblichen" Bewilligungen, von denen der Schneiderberband der Deffentlichkeit Mitteilung macht, fich feine von einem Mitgliede des Arbeitgeberverbandes befinde. Man sucht also die Mitteilungen der Arbeitnehmerorganisation in Zweifel zu ziehen, zu dem offenbaren Zwed, die Mitglieder der Arbeitgeberorganisation zum Ausharren zu ermuntern. In Wirklichkeit liegt die die Sache so, daß der Filialvorsitzende des Schneiderverbandes Tag für Tag einen Stoß neuer Bewilligungen zu zählen und zu prüfen hat, und daß man auch ganz genau weiß, daß Mitglieder des Arbeitgeberverbandes unter den Unterzeichnern sind, wenngleich der Schneiderverband selbstverständlich feine Ursache hat, ihre Namen dem Gegner mitzuteilen. Zentralverband der Schuhmacher. Drtsverwaltung Berlin. Achtung, Friseurgehilfen! Wegen Tarifbruchs für Verbandsmitglieder gesperrt: Leuchtenberger, Köpenid, Schönerlinder Straße 15. Bewilligt haben ferner: Brandt, Weberstraße 12; Anuth, Buttmannstr. 8; Cieslinski, Kochhannstraße 28; iebenau, Boppstr. 8; Conrad, Rud., Schillerstr. 17; Borowski, Lichtenberg, Friedrich- Karl- Str. 29. Verband der Friseurgehilfen. " " " Erfreulich ist es, daß nachdem im Vorjahre die Danziger Arbeiter des Werkes allein 20 Wochen gestreift haben, nun die Elbinger sich auch organisiert haben und der Kampf jetzt auf der ganzen Linie geführt werden kann, womit die Möglichkeit des Erfolges gegeben ist. Genaue Angaben über die Zahlen der Beschäftigten lassen sich nicht machen; zwischen 6-7000 schwankt die Zahl. In den Versammlungen hatten nur organisierte Arbeiter Zutritt. Jeder mußte sich durch Mitgliedsbuch legitimieren. Anwesend waren 3471. Davon haben 561 gegen den Streit gestimmt, die sich nun aber den Beschlüssen der Mehrheit fügen. Von den Organisierten waren natürlich auch nicht alle anwesend. Die meisten Unorganisierten werden sich anschließen, sodaß mit Sicherheit gesagt werden tann, es tommen alle Betriebe der Firma Schichau zum vollständigen Stillstand. Das gibt dieser Bewegung die Aussicht auf Erfolg und so müßte in der Industrie im fernen Osten endlich einmal den Arbeitern ein Erfolg blühen, der sie in die binnenländischen Betriebsverhältnisse einreiht. Letzte Nachrichten. Zur Bergarbeiterbewegung im Ruhrgebiet. Die Bergarbeiter der Zeche Kaiserstuhl, die Montag die Arbeit niedergelegt hatten, sind heute wieder angefahren. Auf Zeche Scharnhorst fand Montag eine Versammlung statt, die zwar die Die Führer der Fleischerinnung Neukölln versuchen in der All- Wiederanfahrt ablehnte, aber in einer Reſolution die Belegschaften gemeinen und Deutschen Fleischerzeitung" die Meister gegen die der übrigen Zechen aufforderte, solange zu arbeiten, bis die Parole Die Bierfahrer, Mitfahrer, Brauereihofarbeiter und Stalleute Organisation der Arbeiter scharf zu machen. Sie sehen schon den von den Organisationsleitungen herausgegeben wird. Die Bes führen Klage darüber, daß die Unternehmer keinerlei Schritte tun, Untergang des ehrbaren" Handwerks, wenn der Tarifvertrag an= fürchtungen, daß andere Zechen dem Beispiel der vorgenannten das Sonntagsbierausfahren einzuschränken. Der Gruppenleiter erkannt wird. Obgleich sie selbst zugeben müssen, daß die Forderungen Schuldt schilderte in einer Versammlung im Gewerkschaftshause der Gefellen nichts unerfüllbares enthalten und ihre Eriftens feines folgen und ebenfalls nicht anfahren würden, sind nicht eingetroffen; ausführlich den Gang der Verhandlungen mit den Unternehmern wegs bedrohen, rufen sie dennoch ihren Kollegen zu:" Bewilligt die Bergarbeiter folgen durchaus den Anordnungen ihrer Organis und stellte fest, daß seitens derselben bisher auch nicht das geringste unter feinen Umständen! Laßt es lieber zum Kampf lommen, denn fationen. geschehen sei, was einer Einlösung der gegebenen Versprechungen wenn ihr die gewiß minimalen Forderungen anerkennt, so erkennt ihr bei der Lohnbewegung in dieser Frage ähnlich sähe. Die Unter- auch den Zentralverband als die Vertretung der Gesellen an und das ist nehmer haben sich bisher vollständig paijiv verhalten und ihre Stellung eines Fleischermeisters unwürdig." Wohl erklären sie weiter, daß sie nahme gefrönt mit dem Beschluß, daß das Fahrpersonal an Sonn- den Gesellen entgegenkommen wollen( mit Versprechungen), die und Feiertagen nach 2 Uhr geleistete Arbeit als Ueberstunden Innung will" Verbesserungen" einführen, soweit es die Eigenart des Folgen des englischen Streifs. nicht bezahlt erhält, obgleich im Tarifvertrage eine Begrenzung der Gewerbes zuläßt. Diese Eigenart" muß immer herhalten, wenn Hamburg, 5. März.( H. B.) Nachdem am Sonntag und Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen bis 2 Uhr vorgesehen ist. Be- die Gesellen geregelte Arbeitszeit von 12 Stunden verlangen, obsonders dieſe letztere Mitteilung rief bei den Anwesenden helle Ent gleich es seit Jahren praktisch bewiesen ist, daß in jeder Schlächterei Montag noch acht Dampfer mit englischer Kohle hier angekommen rüstung hervor, die in der Diskussion recht drastisch zum Ausdruck eine Arbeitszeit von 12 Stunden eingeführt werden kann. Was die sind, traf heute nur noch ein Dampfer mit voller Ladung ein. tam. In einer Resolution erklärten die Versammelten, daß der Be- Herren besonders befürchten, ist, daß sie nicht mehr„ Herr- im- Hause" Hier macht sich der Mangel an englischer Kohle um so fühlbarer, schluß des Vereins der Brauereien für sie nicht bindend sein könne, sein werden, wenn sie den Tarif anerkennen, mit anderen Worten als die Eisenbahnverwaltung nicht in der Lage ist, die erforderda derselbe ohne Zustimmung der bertragschließenden Organisationen die Gesellen nicht mehr 15 bis 18 Stunden beschäftigen können. liche Anzahl Wagen für die Herbeischaffung rheinisch- westfälischer gefaßt wurde, außerdem aber auch eine Tarifänderung bedeutet, zu Besonders sträuben fie fich gegen die Anerkennung des fosten- Kohle zu stellen. Vereinzelt wurden hier 37 bis 40 anstatt 12 bis der die Versammelten niemals ihre Zustimmung geben werden. Die losen Arbeitsnachweises. Ünter allen Umständen wollen sie den 14 M. für Bunkerkohle gezahlt. Bersammelten geben weiter ihrem Bedauern Ausdrud, daß die Frage Innungsarbeitsnachweis, der sich so gut als StreifbrechervermittelungsParis, 5. März. Aus Castellon de la Plana( Spanien) wird der Beschränkung des Sonntagsbierausfahrens noch nicht den ge- bureau bewährt, und mit dessen Hilfe man so gut„ unliebſame" gemeldet: Infolge des Streits der englischen Bergarbeiter mußten gebenen Versprechungen entsprechend geregelt ist und lehnen es ab, Gesellen maßregeln kann, beibehalten. die Verantwortung für entstehende Komplitationen, die mit Wieder Den einzigen Rat, den die Führer, die wohl kein Geschäft mehr die für die Ausfuhr von Orangen und Gemüse bestimmten zahlbeginn des Sonntagsbierausfahrens zweifellos entstehen werden, zu haben, ihren bedrängten Kollegen geben, ist der, dem neugegründeten reichen Dampfer ihren Dienst einstellen. Den Landwirten Arbeitgeber- Schutzverband für Groß- Berlin beizutreten, der dem droht großer Schaden und Tausende von Arbeitern sind be Fleischergewerbe eine Steuer von über 200 000 Mart auferlegt. Den fchäftigungslos. vernünftigsten Weg, mit der Organisation zu verhandeln, wollen die Herren nicht gehen; viel lieber hezen sie die Meister in den Kampf, der manchem sehr leicht seine Eristenz fosten kann. Die Gelben, die in Groß- Berlin faum 100 Mitglieder baben, benügen die Bewegung, um sich bei den Innungen in empfehlende Erinnerung zu bringen, hoffen sie doch, daß etwas in die immer leeren Kassen kommt, wenn sie jederzeit bereit sind, ihren Arbeitskollegen in den Rücken zu fallen. übernehmen. Deutfches Reich. Streit bei der Firma Ludwig Löwe in Berlin. New York, 5. März.( P.-C.) Der englische Kohlenarbeiterstreif Schon seit einem Jahr versucht die Direktion der Firma Löwe macht sich auch in den Bereinigten Staaten bereits start in Berlin mit allen Mitteln, einen gelben Verein in ihrem Betriebe bemerkbar und die Anzeichen einer bevorstehenden schweren Krise lebensfähig zu halten. Als bei Neueinstellungen sogar Arbeiter gezwungen werden sollten, Mitglied des gelben Vereins zu werden, mehren sich von Tag zu Tag. Die Befürchtung, daß die Kohlenmußte erst ein Teil der in Arbeit stehenden Kollegen einige Tage anfäufe in Amerika in den nächsten Tagen enorm steigen dürften, streiten, damit die Firma von dieser Maßnahme Abstand nahm. und die Tatsache einer bedenklichen Gärung unter den Grubenarbeitern der Vereinigten Staaten hat den Preis für Kohle und Nun wurde innerhalb des Betriebes von Meistern und sonstigen Anthrazit bereits um das Doppelte in die Höhe schnellen lassen. Die Betriebsbeamten versucht, Mitglieder für den gelben Verein anzuwerben, was die Arbeiter einer Abteilung ebenfalls veranlaßte, Bergarbeiter, deren Kontratte am 31. März ablaufen, sind bereits mehrere Tage zu streiken. Dann kam eine Vereinbarung zwischen Die Holzindustriellen mißzachten den Schiedsspruch. mit der Forderung einer 20 prozentigen Lohnerhöhung Direktion und Arbeiterausschuß zustande, wonach eine Agitation Außer in Schönlante baben nun auch die Unternehmer im an die Grubenbefizer herangetreten, und eine Ablehnung dieser für den gelben Verein innerhalb des Betriebes in feiner Weise stattfinden darf. Dadurch wurde für eine längere Zeit eine Art Holzgewerbe in Brieg den Schiedsspruch nicht anerkannt. Sie Forderung dürfte mit Bestimmtheit einen Streit der KohlenFriede hergestellt. Als jedoch im Dezember v. J. der Formerstreit haben dem Holzarbeiterverband neue Bedingungen für einen Vertragsarbeiter der Union nach sich ziehen. Infolgedessen treffen die und die Aussperrung beendet war, glaubte wohl die Direktion der abschluß zugestellt. Da der Verband diese Bedingungen nicht an- großen Fabriken bereits umfassende Vorkehrungen, um bei einent Firma Löwe, daß nun die Arbeiterschaft einer Agitation für die erkannte, sperrten die Unternehmer in Brieg die Holzarbeiter vom etwaigen Riesenstreit für längere Zeit ihre Betriebe aufrechterhalten Montag an aus. Auch in Neustadt a. Orla wollen die Untergelbe Organisation nicht mehr den nötigen Widerstand entgegensetzen werde. Mit aller Rücksichtslosigkeit wurde bei der Arbeiternehmer den Schiedsspruch nicht anerkennen. Die Bemühungen der ausschußwahl im Januar dieses Jahres die Liste der Gelben den Zentralinstanz für eine Einigung sind aber noch nicht gescheitert. Arbeitern zur Wahl empfohlen". Durch allerhand Machinationen Wien, 5. März. Die„ Neue Freie Presse" meldet aus Konwurde es möglich, daß die gelben drei und die freiorganisierten Streik auf den Schichau- Werften in Danzig und Elbing. ftantinopel: Die Pforte hat beschlossen, die Dardanellen des Nachts Arbeiter fünf Siße im Ausschuß bekamen. Am 1. März trafen die organisierten Arbeiter der SeeschiffsAls nun in der letzten Zeit sich Betriebsleiter und einzelne werften der Firma F. Schichau in Danzig und Elbing in vier Vers 3u sperren, um sich gegen einen italienischen Ueberfall zu ſammlungen die Entscheidung über die weiteren Schritte, die in der Lohnbewegung zu unternehmen sind. Die Forderungen einzureichen war, wie schon gemeldet, am vergangenen Montag beschlossen worden. Das Verhalten der Firma zu diesen Forderungen ist zurüdgewiesen werden. zu können. schüßen. Sperrung der Dardanellen. Der heilige Krieg gegen die Italienes. Konstantinopel, 5. März.( W. T. B.) Ein Deputierter aus Meister nicht scheuten, verschiedenen Arbeitern und Arbeiterinnen mit Entlassung und mit schlechtbezahlter Arbeit zu drohen, wenn sie nicht dem gelben Verein beiträten, da war es mit der Geduld der Arbeiterschaft vorbei. In einer Abteilung( Werkzeugbau), wo die Arbeiter unter diesen Verhältnissen besonders zu leiden hatten, recht ostelbisch. Man ist es ja gewohnt, daß die Unternehmer den dem Yemen hat gestern dem Minister des Innern die Mitwurde Ende Februar der Streit beschlossen. Als die Direktion mit einer Kommission der Streifenden nicht verhandeln wollte und sich Herrenstandpunkt einnehmen, aber daß eine Firma den Arbeitern teilung gemacht, daß der Sultan des Somalilandes den heiligen ablehnend verhielt, beschlossen am 2. März etiva 400 Arbeiter eben- das zu bieten wagt, was die Firma Schichau( Direktoren Geheim- Krieg gegen die Italiener erklärt habe. falls den Streit. Demnach streiken im ganzen etwa 600 Metall- rat Biefe und Carlson) getan hat, ist denn doch unerhört. Viele arbeiter und einzelne Arbeiterinnen. Da es sich hier um einen deutsche Arbeiter werden es kaum begreifen, wie es möglich Lohnforderungen der böhmischen Bergarbeiter. Kampf um die Koalitionsfreiheit der Arbeiter handelt, so erwarten ist derart niedrige Forderungen zu stellen. Schier unbegreiflich Brag, 5. März.( H. B.) Die organisierten Bergarbeiter des die Streikenden, daß ihnen die Arbeiterschaft nicht nur von Groß- erscheint es, daß um einen Anstellungslohn von 30 Pf. pro Stunde Berlin, sondern von ganz Deutschland die Sympathie nicht ver- gestreift werden muß. Daher muß hier mit einigen Worten auf die nordwestlichen böhmischen Braunkohlenreviers haben eine Forde= sagen wird, indem Arbeitsangebote für die Firma Löwe in Berlin Arbeitsverhältnisse bei der Firma Schichau eingegangen werden. rung auf 25 Proz. Lohnerhöhung eingereicht und den WerkleitunVerlangt werden als Hauptforderungen: 1. Verfürzung der Arbeits- gen unter Streikandrohung eine Frist von 14 Tagen gegeben. Die Die Firma Löwe in Berlin, Huttenstraße, ist für Metallarbeiter eit von 10 auf 9½ Stunden, 2. Einführung von Einstellungslöhnen Bahl der in Betracht kommenden Arbeiter beträgt 12 000 Mann. für alle Branchen, die zwischen 30 und 45 Pf. Stundenlohn haben, über 40 Pf. mur beftqualifizierte Arbeiter wie Schiffbau, SchirrDeutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. meister, Kupferschmiede usw., 3. Regelung der Affordarbeit, 4. höhere Streit in der Kartonindustrie. Die Unternehmer haben die Bezahlung der Ueberstunden und der Nacht- und Sonntagsarbeit, 5. wöchentliche Lohnzahlung am Freitag, 6. Ein- unfa II ereignete sich heute nachmittag in Limoges. Ein mit Anerkennung des Tarifes abgelehnt, so daß es am Montag zum Streit gekommen ist. Es stehen im Ausstand in 43 Betrieben segung von Arbeiterausschüssen. Diese Arbeitsbedingungen lehnt einer Stundengeschwindigkeit von 40 Kilometer verkehrender die Firma Schichau glatt und schroff at. Und in weicher Straßenbahnzug e n tgleiste plötzlich und stürzte in den Straßeninsgesamt 1300 Personen. Auch die Heimarbeiterinnen haben zu So beleidigend nicht nur in einem beträchtlichen Teil sich solidarisch erklärt und die Arbeit Form geschieht diese Ablehnung? ruhen lassen. der Form, sondern auch in Worten, wie man das vor 50 Jahren graben. Zwölf Personen wurden schwer verletzt; der Führer der An die Berliner Arbeiterschaft ergeht das Ersuchen, auf ihre wo anders kaum riskiert hätte! In Danzig schob Direktor Carl- Bahn wurde sterbend ins Hospital gebracht. in der Heimindustrie auf Kartons beschäftigten Frauen, Töchter fon den von den Vorstandsmitgliedern der Krankenkasse überreichten Brand eines belgischen Bahnhofs. usw. dahin einzuwirken, daß Streifarbeit nicht geleistet wird. Brief, ohne ihn auch nur eines Blides zu würdigen, geschweige denn Falls die Leistung von Heimarbeit bemerkt werden sollte, wird um sofortige Benachrichtigung an das Bureau des unterzeichneten Verbandes gebeten. Deutscher Buchbinderverband. und-Arbeiterinnen gesperrt. Straßenbahnkatastrophe. Paris, 5. März.( P. C.) Ein schwerer Straßenbahnzu öffnen, zurüd:" Nehmen Sie das da wieder mit." Sodann Brüssel, 5. März.( W. T. B.) Der Bahnhof von Tournai steht holte sich der Direktor 12 Arbeiter aus dem Betriebe, die im vorigen seit heute nachmittag in Flammen. Im Bahnhofsgebäude befindet Jahre Arbeitswilligendienste verrichtet haben und fragte sie, ob sie sich das Zentralbureau des Telephon und des Telegraphen. Dieses zufrieden seien. Natürlich erklärten die, sie seien zufrieden. Damit Bureau ist vollständig zerstört, außerdem ein Teil des Wartejaals. Die Photographengehilfen und gehilfinnen stehen der modernen war die Verhandlung" erledigt. Die Vorstandsmitglieder der Zwei Feuerwehrleute wurden bei den Rettungsarbeiten berArbeiterbewegung durchweg noch fern. Um fie zu gewinnen, findet Krankenkasse nannte der Direktor„ grüne Jungen". Der jüngste wundet. Bevantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl, " Nr. 55. 29. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Unier Stichwahlabkommen. III. Auffallend kurz behandeln die Kritiker des Abkommens die Situation, in der es abgeschlossen wurde, und doch ist sie von äußerster Wichtigkeit für sein Verständnis. Sie weisen bloß darauf hin, wir hätten am 12. Januar einen glänzenden Sieg errungen, die Liberalen wären zur Nichtigkeit reduziert worden- wozu brauchten wir noch eine Abmachung mit ihnen? Nun, die Nichtigkeit der Liberalen am 12. Januar bezog sich nur auf die Mandate, nicht auf die Stimmen. Sie hatten 300 000 Stimmen gewonnen. Mehr als wir 1907. Verloren hatte nur der schwarzblaue Block. Unser Fortschritt war freilich weit gewaltiger, als der der Liberalen, aber gerade diese Größe unseres Sieges führte die Abmachung herbei. Mittwoch, 6. März 1912. Seine nach der konservativen Krücke schielen, und das kapitalistische Der grobe Fehler, der in Frankreich und England Herz werde sie nach unserer beispiellosen Machtentfaltung durch unsere Genossen damals begangen wurde, als der mehr als je den Konservativen in die Arme treiben. Und Liberalismus ihrer Hilfe zu seiner Behauptung bedurfte, nun taten fie in Wirklichkeit einen Schritt, durch den sie die war ihre Großblockpolitik, ivorunter nicht das Zusammenverwandelten, die sich gegen sie zu richten drohte. fonservative Krücke von sich schleuderten, ja, sie in eine Waffe wirken bei Stichwahlen zu verstehen ist, sondern dauerndes Zusammenwirken im Parlament unter beständiger RücksichtWoher diese überraschende Wendung? Wie so manche nahme aufeinander und Vermeidung aller Tätigkeit, die bei andere ähnliche Erscheinung der letzten Jahre, nicht bloß in dem Bundesgenossen Anstoß erregen konnte. Unsere Genossen Deutschland, so z. B. den neuen Liberalismus in England, nahmen an, daß der Liberalismus aus innerem Antrieb nach dürfte sie nur in der Weise zu erklären sein, wie jüngst im Reformen verlange, aber nichts irriger als das. Vorwärts" auseinandergesetzt: dadurch, daß der neue Politiker haben heute ebensowenig als die irgend einer Mittelstand" der Intellektuellen und Angestellten immer mehr anderen bürgerlichen Partei große Ziele. Was sie anstreben eine Macht wird, von deren Stimmen namentlich die Libe- find Aemter und Würden und die Beherrschung der Staatsralen immer abhängiger werden, und daß die Ansprüche und gewalt. Dazu bedürfen viele von ihnen zahlreicher Stimmen der Radikalismus dieses„ neuen Mittelstandes" durch die und um diese zu erlangen, müssen sie manche gesetzlichen VerMachtentfaltung der Sozialdemokratie bedeutend gesteigert besserungen verlangen, mitunter sogar durchführen. werden und die Liberalen vorwärts drängen- einerseits die Fortschrittler, andererseits innerhalb des Nationalliberalismus die Jungliberalen. " Die mächtigste Triebkraft dabei ist die Konkurrenz der Sozialdemokratie. Die Großblockpolitik ist das Mittel, Bis zum 12. Januar hatte wohl der größte Teil von uns, diese Konkurrenz auszuschalten. Sie macht uns vor den ficher alle jezigen Kritiker des Abkommens was kein VorAus bloßem Mandathunger läßt sich das Stichwahlab- Massen verantwortlich für die Sünden des Liberalismus und wurf sein soll: wir waren der gleichen Ansicht erwartet, eine kommen der Fortschrittlichen Volkspartei nicht erklären. Im schreibt dafür alle Verbesserungen, die wir durchsetzen, auf starke Zunahme unserer Stimmenzahlen und unserer Man- Gegenteil, fie gefährdete dadurch jene Mandate, zu deren Ge- dessen Konto. Die Anziehungskraft unserer Partei schwindet, date werde die gesamten bürgerlichen Elemente in eine Bha- winnung sie der konservativen Hilfe bedurfte. Es war nur damit aber auch das einzige wirksame Mittel, heute noch lang gegen uns bereinigen. Das entsprach dem Gang der erklärlich dann, wenn den Fortschrittlern der Kampf gegen bürgerlichen Parteien Reformen abzugewinnen. ökonomischen Entwicklung, die den Gegensatz zwischen der den schwarzblauen Block mehr am Herzen lag als die Erobebürgerlichen und proletarischen Welt zusehends verschärft, es rung von Mandaten. entsprach auch den bisherigen Erfahrungen bei den Stichwahlen, die immer ungünstiger für uns ausfielen, wenn man von den erſten absieht, wo Wahltechnik und Parteiwesen noch wenig entwickelt waren. Mau zählte Stichwahlen, bon Stichwahlen an denen Sozialdemokrat. Sozialdemokrat. beteiligt gewonnen Prozentsatz der Daß die klügeren Elemente unter den Liberalen auf die Großblockpolitik erpicht sind und sie uns auf das wärmste anWelche Möglichkeiten bot uns das Abkommen? winkte uns die Aussicht, den schwarzblauen Block in die Durchsetzung von Reformen, um den Kampf gegen die Es preisen, ist begreiflich. Handelte es sich für sie bloß um die Minderheit zu drängen, eine entschieden liberale Mehrheit Reaktion, dann benötigten sie keinen Großblock, denn daß wir auch ohne den rechten Flügel der Nationalliberalen zu schaffen jede in dieser Richtung liegende Maßregel unterſtüßen viel und eine Regierung gegen die Linke unmöglich zu machen. ficherer und energischer unterstützen, als die Liberalen selbst-, von den Sozial- Innerhalb dieser Linken mußte aber unser Einfluß domi- das wissen sie ganz gut. Wenn sie trotzdem überall die Locknieren. Wir mußten die weitaus stärkste Partei werden, töne der Großblodpolitik erschallen lassen und so tun, als ob konnten 120 und mehr Mandate gewinnen, und der Liberalismus war ohne uns ohnmächtig, die Fortschrittler durch ihr Stichwahlabkommen mit dem schwarzblauen Block auf tiefste verfeindet, so daß ihnen nichts übrig blieb, als im Reichstag mit uns einen energischen Kampf gegen die Rechte und jedes junkerliche Regime zu führen. Jeder Versuch, zur bürgerlichen Sammelpolitik zurückzukehren, mußte ihnen mit einem Schlag ihre besten Elemente abwendig, mußte ihre Partei selbst unmöglich machen. demokraten ge= wonnenen Stichwahlen Jahr 1871 3 1874 11 2. 18 1877 20 15 1878 16 44 1881 22 13 59 1884 24 15 64 1887 18 28 1890 57 15 26 1893 83 24 1898 98 24 24 1903 21 14 15 1907 118 90 0237355222 RRRRRRRR Man sieht, unsere Stichwahlerfolge wurden seit 1884 in Sem Maß geringer, indem unsere Partei wuchs. Gings im gleichen Tempo abwärts, dann hatten wir diesmal ein Dugend Mandate zu erwarten oder, wenn sich der Prozentsatz von 1907 wiederholte, 18 Mandate. Das war die Situation, deren Möglichkeit erstand, wenn es zu einem Stichwahlabkommen zwischen uns und den Fortschrittlern kam. von ihr jede Reformtätigkeit abhinge und als ob es bloß deswegen nicht vorwärts ginge, weil wir uns zur Großblockpolitik nicht entschließen können, so geschieht das nur, weil sie eben Reformen in Wirklichkeit nicht wollen, unsere Konkurrenz ihnen aber solche abnötigt, und sie kein besseres Mittel wissen, diese Konkurrenz zu beseitigen, als unsere Vereinigung mit ihnen zu einer Arbeitsgemeinschaft". Hätte das Stichwahlabkommen die Einleitung zu einer solchen bedeutet, dann freilich mußte es von vornherein auf das entschiedenste abgelehnt werden. Unserer Partei fönnte nichts Schlimmeres passieren, als ihre Identifizierung mit dem Liberalismus. Auch in Bayern wäre das Wahlabkommen mit Nun wird manchem unserer Genossen diese Situation dem Liberalismus eine sehr unerfprießliche Sache, wenn es nicht sehr verlockend erscheinen. Hatten wir nicht schon vorher uns dort zu einer Großblockpolitik führte. in England, und früher noch in Frankreich einen gemeinsamen Im Reichstag ist eine solche Politik von vornherein ausKampf von Liberalismus und Sozialdemokratie oder Ar- geschlossen. Andererseits hat dort unsere Partei in der Linken, beiterpartei gegen Pfaff und Adel", und was ist dabei für wie schon hervorgehoben, eine Stellung erobert, die sie noch unsere Sache herausgekommen? Obwohl es in jenen Ländern nie in der Weltgeschichte gehabt, sie ist zur stärksten Partei Wie groß unser Erstaunen, als die Fortschrittler diesmal einen starten Parlamentarismus gibt und der Liberalismus auch der Zahl der Abgeordneten nach geworden. Kam noch entgegen allen Erwartungen durch unseren überwältigenden eine starke Regierung bildete, Sozialisten sogar Minister dazu, daß die Linke eine entschiedene Mehrheit hatte, dann Wahlfieg nicht ins Bodshorn gejagt wurden, nicht in den Ruf wurden, ist gerade seitdem dort der Fortschritt der Arbeiter- mußte ein Kampf der Linken gegen die Rechte wenigstens nach Sammlung aller bürgerlichen Elemente zur Eindämmung parteien ins Stocken gekommen, haben sie erheblich an propa- agitatorisch für das Bewußtsein der Massen ganz andere der roten Sintflut einstimmten, sondern uns ein Wahlab- gandistischer Kraft eingebüßt. Wirkungen erzeugen, als in England unter Lloyd George tommen anboten! Man sage nicht, daß ihre Mißerfolge bei Sicher, aber warum? In England wie in Frankreich oder in Frankreich unter Waldeck- Rousseau. Welche praktischen den Hauptwahlen sie dazu drängten. Unserer Stimmen waren stand eine große und starke liberale Partei einer kleinen und Folgen daraus hervorgingen, ließ sich natürlich nicht voraussie nach dem Jenaer Beschluß sicher. Bisher waren sie aber noch wenig.geschlossenen Arbeiterpartei gegenüber. Schon da- sehen. Sicher mußte aber dadurch unsere Partei mehr noch zumeist auf zwei Krüden in den Reichstag gekommen. Sie durch wurde diese zum Anhängsel des Liberalismus. als bisher der Mittelpunkt der deutschen Politik werden, sie galten als das kleinere Uebel gegenüber den Konservativen Jett dagegen erstand zum erstenmal in der Welt die mußte als der vornehmste Träger aller Erwartungen und bei den Sozialdemokraten, und gegenüber den Sozialdemo- Möglichkeit einer von Liberalen und Sozialdemokraten zu- Forderungen der großen Masse des Volkes nicht nur tatsächfraten bei den Konservativen. Beide hatten für sie gestimmt, fammen gebildeten Mehrheit, in der diese dominierten. Unsere lich wie bisher, sondern auch in verstärktem Maße in ihrem fie selbst aber hatten sich der sozialdemokratischen Hilfe sicher- Partei mußte dominieren nicht nur durch ihre Ueberzahl, son- Bewußtsein auftreten, die propagandistische Kraft der Sozialgefühlt und nur nach der konservativen ausgeschaut, wohin dern auch durch ihre Geschlossenheit und Entschlossenheit den demokratie mußte gewaltig steigen. ja auch das kapitalistische Herz drängte. fahrigen und uneinigen Liberalen gegenüber. Sie mußte um so mehr dominieren, ie mehr sie sich hütete, mit dem Liberalismus zusammen das gleiche Schiff zu besteigen. Man hätte meinen sollen, diesmal, wo sie gar kein Mandat in der Hauptwahl erobert hatten, würden sie mehr als je Kleines feuilleton. Das Lied von den Kartoffeln. Ein enger Raum, bleischwer ist hier die Luft, Und talt und feucht, wie in der Totengruft, Kein Sonnengold will in das Dunkel bringen.. Ein junges Weib figt ruhlos Tag für Tag An der Maschine, blaß und hungerschwach, Die Nadel hastet und die Räder Klingen. Ein Kind liegt still und weiß im feuchten Stroh, Ein kleines Blümlein, das der Sommer floh, Das trant entgegenwelft dem Grabesschweigen.Das blasse Weib es weint, und weinend fingt Es dieses Lied. Und laut am Fenster flingt Des Sturmes Stimme gar so wild, so eigen.... Sieben und einen halben Pfennig das Pfund Kartoffeln! Gellt auf es aus dem Grund, Aus des Hungers. tiefnächtigem Grunde! Empor, wo das Glück und der Reichtum wohnt, Bo Genußsucht auf Geld und Flitter thront, Bringt von der Armut die Kunde. D, wißt, die Armut liebt oft noch mehr Ihr Kind, als der Reichtum, wie sauer, wie schwer, Das nötige Brot oft zu geben. Sieben und einen halben Pfennig das Pfund Kartoffeln! ich arbeit' die Hände mir wund, Für dich, du mein Kind, du mein Leben! Sieben und einen halben Pfennig das Pfund Kartoffeln! D, leget uns selbst in den Grund, Wo die teuren Früchte begraben! Was quält ihr die Armut langsam zu Tod? Was schindet ihr Geld aus Hunger und Not Durch Zölle und Liebesgaben? O seht all die Münder unzählig viel, Sie öffnen sich hungernd, und niemand will Sie lindern die Not und die Schande Dhört all die Herzen, von Zorn entfacht, Sie flopfen fo laut durch die stille Nacht, Tief unter dem Lumpengewande. Still, Liebling, schließ den jammernden Mund! Sieben und einen halben Pfennig das Pfund Kartoffeln! Wir hungern und sterben! D, die Not so groß und der Lohn so flein, D, die Hilfe so fern und die Herzen wie Stein-: Die Armut muß elend verderben!!" So sang das Weib im dunklen Bodenraum, Bon trübem Lampenlicht erhellet taum, Die Nadel hastet und die Räder flingen Das franke Kind schlief endlich wimmernd ein Das arme Weib es ist nun ganz allein Schwarz redt die Nacht die schweren Schwingen. 2. Bestphal. " Das Stichwahlabkommen bot freilich nur die Möglich keit, daß es so kam, nicht die Gewißheit. Und diese Möglichkeit ist nicht zur Wirklichkeit geworden. Es wäre aber Auf den Spuren der Wiedertäufer wandert Genosse Nießner, Indischer Aberglaube. Es ist eine bekannte Tatsache, daß der Redakteur des Brünner Volksfreund" in einem Feuilleton der von gewissen Völkerschaften gerade die gefährlichsten und am nachWiener Arbeiter- Zeitung". In der Zeit der Ausrottung der Wieder- drücklichsten eine Abwehr erfordernden Raubtiere für heilig getäufer in Deutschland und der Schweiz, wanderten, von 1526 an, halten und entsprechend verehrt werden, und zwar, weil sich diese große Scharen der Verfolgten in der Gegend von Nitolsburg in Menschen nicht von der Vorstellung zu befreien vermögen, daß die Mähren ein. Dr. Balthasar Hubmaier führte sie. Es waren Seelen der etwa von ihnen verschlungenen Menschen nun in ihnen balb 12 000-15 000 Menschen, die in 40-50 Haushaben"( Ge- ihren Wohnsib aufgeschlagen haben. Aus diesem Grunde mag sich meinden) wohnten. Die Adligen schüßten sie gegen den Mart- wohl auch in ihren Anfängen die uns zuerst recht merkwürdig und grajen von Mähren" den Kaiser in Wien, der sich apostolische sonderbar anmutende Verehrung erklären, die den raubgierigsten Majestät" nennt. Selbst in einer Pfaffenschrift von 1604 Von der Reptilien der Gegenwart, den Krokodilen, noch heutzutage Wiedertäufer verfluchtem Ursprung" schreibt der Felds vielfach alter Sitte zufolge in gewissen Gegenden Indiens und berger Pfarrer Dr. Andreas Fischer, daß diese Sette nicht aufs des malaiischen Archipels entgegengebracht wird. Meist handelt es rührerisch, blutdürftig, wohllüftig sei, nicht fluche und schwöre, teinen sich dabei allerdings um das verhältnismäßig fleine und wenig Lurus treibe. Sie schlemmen und prassen nicht, sie gebrauchen keine gefährliche Sumpfkrokodil, das nur ausnahmsweise mehr als vier Kleider, die weltliche Bracht anzeigen, sie haben nichts Eigenes, Meter Länge erreicht. Die schwerfälligen Panzerechsen wissen es sondern alles in Gemein!" Eine Spaltung in Mildere und Strengere auch recht gut, wo ihnen solche Pflege zuteil wird und sie werden teilte die Wiedertäufer jahrelang in zwei Lager. Unter dem Einfluß dann in ihrer Art gutmütig und zutraulich. So gewöhnen sie sich tirolischer Einwanderer, Jünger des 1535 zu Tode gemarterten bald daran, auf einen bestimmten Ruf aus dem Wasser herborSuter, fiegte der strengste Kommunismus. Der Großbetrieb, die zukommen, sich mit aufgesperrtem Rachen um den Priester herumArbeitsteilung der Wiedertäufer war der Arbeit der anderen weit zulagern und hübsch manierlich die gespendeten Fleischstücke in überlegen und ihre Landeskulturarbeit war berühmt. Selbst ihre Empfang zu nehmen. Zum Staunen der gläubigen Menge diriAerzte und Badeorte waren gesucht. Die Kindererziehung war ge- giert der Pfleger die Ungetüme mit einem leichten Rohrstab, ja meinsam. Ihre Schulen wurden auch von Andersgläubigen beschickt. er berührt die gutartigsten auch mit der Hand oder malt den Auf Reinlichkeit wurde da geachtet, strenge Züchtigungen waren stumpfsinnigen Geschöpfen wohl gar mit bunten Delfarben fromme verboten. Bilder und Sprüche auf den floßigen Schädel. Der Fürst des Es fehlte, wie einer ihrer Chronisten 1580 schreibt, nicht an britisch- indischen Tributärstaates" Radschputana" besitzt in DschaiBerleumdungen der Wiedertäufer; darunter wird außer der pur einen großartigen Palast mit prachtvollem Garten, in dem Beschuldigung der Bauberei auch die der Weibergemeinschaft auf- fich ein Reptilienteich befindet. Und in dem gleichen britischen geführt. Tributärstaat herrscht seit Jahren eine chronische Hungersnot. Wie wäre es, wenn man dort den Menschen anstatt den Krokodilen Fleisch servieren ließe? Allerdings die Priester dürften nicht die Kellner dabei sein! Hundert Jahre blühte der fleine Staat, aber 1621 wurde ihm auf Betreiben des Kardinals Dietrichstein durch Ausweisung der Brüder ein Ende gemacht, die natürlich im Namen des Christentums mit Grausamkeit und Bestialität vollzogen wurde. " Notizen. Die Verwendung der Neuengammer Erdgasquelle nimmt jetzt - Theaterchronit. Die Braybyszewski- Matinee für den hamburgischen Staat bestimmte Gestalt an. Die über die Verwendbarkeit des Gases angestellten Ermittlungen haben ergeben, der Neuen Freien Bühne in den Kammerspielen des Deutschen daß sich zwar die Mengen des in der Erde vorhandenen Gases nicht Theaters muß infolge Erkrankung des Hauptdarstellers auf Sonnfeststellen lassen, daß man also die Dauer des Fließens der Quelle abend, den 9. März verschoben werden. Die zwischen Mag nicht angeben fann, daß aber immerhin nach den bei den Erdgas- Reinhardt und Direktor Monti schwebenden Unterhandlungen quellen in Nordamerika und Siebenbürgen gemachten Erfahrungen wegen Inszenierung der Schönen Helena" im Theater mit Rücksicht auf den unvermindert hoch bleibenden Druck der des Westens sind zum Abschluß gelangt. Reinhardt wird feine Quelle damit zu rechnen ist, daß sie auf Jahre hinaus erhebliche Münchener Inszenierung zum Teil umgestalten( was allerdings sehr Mengen Erdgas fördern wird. Dieses Erdgas soll nun mittels einer notwendig ist). Neue Dramen. Rohrleitung bis zu den Gasbehältern der Hamburgischen GasEin Schauspiel von Gustab anstalten geleitet und dem dort erzeugten Sohlengase zugesett renssen soll in diesem Jahre noch in Berlin gespielt werden. werden. Eine von der Deputation für das Beleuchtungswesen an- Es heißt Sönte Erichsen". Sönte Erichsen ist eine Figur aus gestellte Berechnung hat ergeben, daß selbst, wenn die Gasquelle Frenssens dramatischer Dichtung Das Heimatsfest". Jm„ Heimats nur wenige Jahre ergiebig sein sollte, sich aus einer solchen Ver- fest" wird den braven Leuten im heilen Rock, die den Festtag fröhwendung ein erheblicher Nußen ziehen lassen würde. Außerdem lich begehen, der Deserteur von 1870, Sönte Erichsen, gegenübersoll das Gas zur Speisung von Lokomobilen dienen, die an Ort und gestellt, den Gewissensbisse aus seiner Zuflucht jenseits des WeltStelle ein fleines Elektrizitätswerk treiben sollen. Der dort er- meers zum Fest in die Heimat zurücktreiben. Diesen tragischen zeugte Strom soll zu den Grundwasserbohrungen geleitet und für Charakter hat Frenssen zum Mittelpunkt seines neuen Schauspiels Bumpversuche von längerer Dauer verwendet werden. Demnach gemacht. ist zu erwarten, daß der hamburgische Staat aus diesem Naturgefchent einen erheblichen Nutzen ziehen wird. " Die Entwürfe für das neue Opernhaus sin vom Mittwoch an im Abgeordnetenhause öffentlich ausgestellt. eins sehr gefährliche Maxime für jeden Politiker, und namcnt lich für jeden revolutionären Politiker, einen Schritt nicht nach den Möglichkeiten zu beurteilen, die er erschließt, sondern nach dem wirklichen Erfolg. Zu welch strenger Verurteilung ' z. B. jedes der letzten Massenstreiks in Holland, Belgien Italien, Rußland müßte man da gelangen! In der Politiü wie im Kriege hat man stets nur mit bloßen Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, und wer nur dann einen Schritt wagen will, wenn dessen Gelingen außer allem Zweife steht, der wird nie vom Fleck kommen. Indes selbst am wirklichen Erfolg gemessen, kann sich das Stichwahlabkommen sehen lassen. Das, was es vermocht hätte, wenn die Fortschrittler es getreulich ausführten, hat es wohl nicht geleistet. Wir hätten leicht den Konservativen und dem Zentrum noch ein Dutzend, vielleicht sogar zwanzig Mandate abnehmen können, wenn die Fortschrittler mit voller Energie für unsere Kandidaten eintraten. Das haben sie nicht getan. Dadurch wurde nicht verhindert, daß wir zur stärksten Partei im Reichstag wurden, wohl aber, daß die Linke eine entschiedene Mehrheit erlangte. Das Versagen der Fortschrittler machte die reaktionärsten und unzuverlässigsten Elemente unter den Nationalliberalen zum Zünglein an der Wage. Immerhin haben wir, und wohl in der Hauptsache durch das Abkommen, diesmal in der Stichwahl weit besser abge schnitten als seit langem. Wir haben gesehen, daß seit 1884 der Prozentsatz der Stichwahlen, die wir gewinnen, stetig herabgeht, weil sich die bürgerlichen Parteien immer mehr gegen uns zusammenscharen. Nun, diesmal hat dieser Rück gang nicht nur ein Ende erreicht, er wurde sogar in eine kräftige Aufwärtsbewegung verwandelt. Von 1887 bis 1907 war der Prozentsatz der von uns gewonnenen Stichwahlen von M auf 15 herabgegangen. Im letzten Januar stieg dieser Prozentsatz wieder auf 39— seit bald 30 Jahren hatten wir einen so hohen Prozentsatz nicht gekannt! Stichwahltage waren in den letzten drei Jahrzehnten stets Tage der Ent- täuschung gewesen. Diesmal wurden sie, abgesehen vom ersten. wieder zu Tagen des Triumphes. Aber nicht nur Mandate haben wir durch das Stichwahl abkommen gewonnen, wenn auch nicht so viele, als möglich gewesen wäre, wir haben dadurch auch verhindert, daß die Re� gierung eine feste Mehrheit erhielt. Haben wir nicht jene überragende Position erobert, die uns in Aussicht stand, so ist es uns doch gelungen, Reaktion und Regierung zur Ohnmacht zu verurteilen. Wie wäre es aber geworden, wenn wir das Stichwahl abkommen ablehnten? Die Freisinnigen sind keine Catos von Eisen, sie waren sehr unschlüssig, ob sie die konservative Krücke wegwerfen sollten, an der so mancher von ihnen bei den früheren Wahlen in den Reichstag gehumpelt war. Lehnten wir das Abkommen ab, das sie uns anboten, dann erstand die Gefahr, daß wir der Bethmannschen Sanimelpolitik in die Hände arbeiteten. Und es hing von wenigen Stimmen ab, ob die Regierung und die gewalttätigsten unter den Feinden des Proletariats die Mehrheit erhielten. Als die Schuldtragenden an dieser Mehrheit erschienen aber vor den Massen wir. wenn wir es waren, die das uns angebotene Abkommen zurückwiesen. Ob das propagandistisch von Vorteil gewesen wäre, darf man bezweifeln. Die lebhaftesteir Vvrwürfe aus den eigenen Reihen hätte es auf den Parteivorstand geregnet, und die breiten Massen der Bevölkerung, die oppositionell gesinnt sind, aber noch außerhalb der Partei stehen, hätten uns scholl gar nicht be- griffen und uns des Verrats an ihrer Sache angeklagt. Damit erledigt sich auch der Einwand, wir hätten mit den Fortschrittlern ein Abkommen nicht trefsen dürfen, weil wir wissen mußten, sie würden es doch nicht halten. Der Vorstaüd wußte natürlich ebensogut, wie jetzt seine Kritiker, wie faden» scheinig die Demokratie des Liberalismus ist. Wären die Fortschrittler unerschütterliche Demokraten, dann wußten sie ohne Abkommen, daß sie bei den Stichwahlen für uns zu stimmen haben, wie ja auch wir ohne Abkoinmen regelmäßig für sie stimmen. Wenn fit aber jetzt, ohne Veranlassung von unserer Seite, uns ein Stichwahlabkommen anboten, sollten wir es deshalb ablehnen, weil sie unzuverlässig seien? Welchen Grund konnten sie haben, es uns anzubieten, wenn sie es nicht halten wollten? Freilich, die Wähler der fortschrittlichen Politiker sind völlig undiszipliniert und ein buntes Gemisch der ver» schiedensten Klassen und Schichten. Man mußte von vorn» herein mit der Möglichkeit rechnen, daß es kommen würde, wie es geschah. Bloß ein Teil der Fortschrittler folgte der Parole der Berliner Zentralleitung, ein anderer Teil, die kapitalistischen Elemente, folgten mehr ihren Klasseninstinkten und Traditionen. Darauf mußte man gefaßt sein. Aber man konnte es nicht mit positiver Sicherheit behaupten.— Wenn wir wegen bloßer Befürchtungen und Erwartungen das Stichwahlabkommen ablehnten, dann wären die Fortschrittler stets in der angenehme» Lage gewesen, zu behaupten, sie wür» den das Abkommen mit größter Energie durchgeführt haben und bloß wir seien schuld, daß eS nicht geschah. Jetzt steht cS unzweifelhaft fest: wir haben in vollstem Maße unsere Schuldigkeit getan. Nicht an uns liegt es, wenn die große Mehrheit der Linken nicht zustande kam. sondern einzig an den Liberalen, denen wir soweit entgegenkamen, als wir nur durften. Auf keinen Fall hätten wir ohne Abkommen mehr er» reichen können, als wir erreicht haben. Wir haben dank ihn, wahrscheinlich mehr an Mandaten erlangt, als wir ohne es erobert hätten. Viel wichtiger als die Zahl der gewonnenen Mandate ist aber die günstige propagandistische Situation, die es uns verschafft hat. Hätte das Abkommen seine Mög- lichkeiten erschöpft, unsere propagandistische Situation wäre glänzend gewesen. Aber auch jetzt, wo die Wirklichkeit Himer der Möglichkeit zurückblieb, ist unsere propagandistische Situa» tion besser durch das Abkommen, als fie ohne es wäre, weil jetzt die ganze Schuld an der Nichterfüllung aller seiner Mög- lichkeiten nicht an uns. sondern einzig an den Liberalen liegt. Unser Ansehen kann dabei nur gewonnen haben auf Kosten der Liberalen. Sicher muß bei unserem Tun stets die propagandistische Wirkung auf die Massen in erster Linie im Auge behalten werden. Jeder praktische Erfolg, der durch Beeinträchtigung des Vertrauens und der Zuversicht der Massen zu unserer Sache erkauft wird, schadet mehr, als er nutzt. Aber gerade von diesem Standpunkt aus sprachen die gewichtigsten Momente dafür, ein uns angebotenes stichwahlabkommen mit den Fortschnttlern nicht von vornherein abzulehnen, sondern es zu akzeptieren, wenn eL nur einigermaßen annehmbare Be- dingungen bot. Die Situation erheischte eS entschieden. Es bleibt nun noch zu untersuchen übrig, ob nicht die Be- dingungen des Abkommens derart waren, daß die Nachteile d,e Vorteile.überwogen. Reichstag. 20. Sitzung. Dienstag, den S. März, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Dr. Delbrück. Die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt beim Titel Gehalt deS Staatssekretärs. Abg. Dr. Oertcl(f.): Ein Angehöriger der sozialdemokratischen Partei hat jüngst im Südwesten dieses hohe Haus ein.Quassel- haus" genannt. iHört! hört! rechts.) Das war nicht liebenswürdig. Wenn ich mir dieses herbe Urteil auch nicht zu eigen mache, so habe ich doch den Eindruck, daß beim Etat des Reichsamts deS Jimern etwas zu viel geredet wird. iGrotze Heiterkeit und Zurufe links: Warum reden Sie denn?) Gewiß/ es wird hüben und drüben gesündigt, und wie Figura zeigt, gehöre ich selbst zu den Sündern. Was die elsaß-lothringischen Verhältnisse angeht, so haben wir die jetzt eingetretene Entwickelung vorausgesehen, und die Konservativen haben deshalb vernünftigerweise die Verfassungs- reform abgelehnt. Auf die Frage des Verhältnisses zwischen Sozialdemokratie und Beamtenschaft will ich jetzt nicht eingehen. Ich stehe dabei aber auf dem Standpunkt des Ministers v. Dallwitz und nicht auf dem des Abg. B a s s e r m a ii». Gegen die Z'i g e u n e r p l a g e muß von Reichs wegen in schärfster Weise eingeschritten werden. Die Einzel- staaten können hier nicht genug ausrichten. Verlangt werden muß grundsätzliche Versagung des Waiidcrgcwerbescheins, Stellung der Kinder unter Fürsorgeerziehung. sAbg. Sachse sSoz. ruft:„Prügelstrafe!"— Große Heiterkeit.) Nein, darauf «verde ich beim Reichsjustizetat kommen. Der Frauenbewegung stehe ich sympathisch gegenüber.(Lachen links.) Wir wollen aber die Frau nicht in das politische Leben hineinzerren lassen.(Zustimmung rechts.) Die Ausschreitungen der englischen Stimm rechtsweiber sollten uns doch eine Warnung sein. Ich habe nun unsere Resolution zum Schutze der Arbeits- willigen zu begründen. Wir wollen keine Abjchwächung, keine VerWässerung des Koalitionsrechtes, kein Ausnahmegesetz (Lachen links), sondern wir wollen einen Schutz für jeden, der arbeiten will, gegen Drohungen und Gewalttätigkeiten, die ihn von der Arbeit abschrecken wollen. Ich kann deshalb den Widerstand gegen unseren Vorschlag nicht verstehet' und am wenigsten den Widerstand des Staats» sekretärS Dr. Delbrück, der sich damit in Widerspruch setzt mit der früheren Stellungnahme des Reichskanzlers und des ehe maligen GtaatsmimsterS v. Berlepsch. Auch im sächsischen Landtage und in der republikanischen Hamburger Bürgerschaft ist der Standpunkt vertreten worden, den wir in unserer Resolution einnehmen. Dort waren auch die Nationalliberalen im Gegensatz zu ihrer Haltung hier im Hause für einen energischen Schutz der Arbeitswilligen. Dem Vernehmen nach sollen ja in der nationalliberalen Parte» öfter Meinungsverschiedenheiten bestehen.(Heiterkeit.) Was die Wirtschaftspolitik betrifft, 'o fordern wir den lückenlosen Zolltarif und wir befinden uns mit dieser Forderung in Uebereinstimmung mit der Industrie. Dem Arbeiter Mangel in der Land» Wirtschaft muß begegnet werden. Ich würde sogar empfehlen, daß die Jugend unter vierzehn und sechzehn Jahren von der Beschäftigung in gewissen Fabriken serngebalten wird. Lachen links.) Ich meine, das soll nicht im Interesse der Land- Wirtschaft geschehen, sondern im Interesse der Jugend.(Lachen links.) ES wird dem Bund der Landwirte immer der Boykott der politischen Gegner vorgeworfen. Der Bund der Landwirte hat niemals den Boykott verhängt.(Lebhafter Wider 'pruch links.) Wenn einzelne Personen das getan hätten, dann würden wir das mißbilligen.(Zurufe.) Von einem wirklichen Boykott habe ich noch nicht« gehört.(Lauter Widerspruch links. Ebenso unzutreffend ist der Vorwurf, daß der Bund der Landwirte durch seine Verkaufsstellen den ländlichen Gewerbetreibenden Konkurrenz mache. Ich bin immer gegen eine zu weit gehende GenossenschastStätigkett m dieser Richtung gewesen. Die Gesetzgebung hat in erster Linie die Pflicht, dem selb tändigen Mittel st and zu helfen. Dieser Mittelstand 1•für einheitliche Preise festgestellt werden, die den Behörden bei der wird bedroht durch die Verfolgung der Großbanken, die leider überoll offene Türen und offene Arme finden.(Zuruf:»Der Bund der Landwirte hat offene Händel" Heiterkeit.) Diese Ver vlgung der Großbanken ist eine Bedrohung unseres politischen Leben«, eine Bedrohung der Monarchie. Nur eine kraft- volle MittelstandSpolitik kann hier helfen. Es mllffen große Mittel angewandt werden, die hauprsächlich aus steuerlichem Gebiete liegen,(grtrus link«:„SrbschastSsteuer l") Sie möchten wohl gern rnich in den Irrgarten der Erbschaftssteuer locken. Wenn mich die guten Buben locken, so folge ich ihnen nicht.(Große Heiterkeit.) Der selbständige Mittelstand ist die beste Stütz« für Königtum und Monarchie.(Beifall rechts.) Trotz mancher Differenzen bin ich gern bereit, den Reichstag zu bitten, er möge doch da« Gehalt de« Staats- ekretärS, um das eS sich eigentlich handelt, möglichst bald be willigen.(Heiterkeit und Beifall recht».) etaatssekretär Dr. Delbrück: Der Vorredner war der Meinung. daß meine Ausführungen über die Resolution auf Einbringung eines ArbeitSwilligenschutzgefetze» anderen Regierungserklärungen wider- 'prächen. Di« Aeußerungen de« Staatssekretär« v. Berlepsch find aber vor langer Zeit gefallen und seitdem hat sich mancherlei verändert, namentlich die Interpretation deS§ 158 der Gewerbeordnung, die früher außerordentlich eng war. jetzt aber erheblich rw eitert worden ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Außerdem wurden früher außerordentlich milde Strafen ver- hängt, während man jetzt allmählich zu immer höheren Strafen übergegangen ist.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ans dieser Tatsache folgt, daß die Bestimmungen des§ 163 ausreichen, wenn die zuständigen Organe de» Staates ihre Pflicht tun. Diese Auffassung habe ich'auch heute noch. Erfahrungsgemäß gelingt es in den seltensten Fällen, die Urheber von Gtreikexzeffen zu fassen und vor Gericht zu stellen. Außerdem habe ich ausgeführt, daß «des Gesetz in dieser Richtung sich auch mit Vorgängen befaffen wird, die unser gesamtes politisches und wirtschaftliches Leben be» treffen und nicht allein Bezug haben auf da« Verhalten Angehöriger einzelner Parteien. Ich habe daran« den Schluß gezogen, ob unser Strafgesetzbuch mit seinen Stimmungen zum Schutze der persönlichen Freiheit, die auf einem völlig anderen Boden gewachsen sind, heute noch ausreicht. und ob man nicht Rücksicht nehmen müsse auf die großen Veränderungen, die in unserem öffentlich rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben vor- gegangen sind. Der Staatssekretär führt weiter au«, daß diese Auf. fassungen mit den Erklärungen des Reichskanzler» vom November 1910 und auch mit den Aeußerungen des sächsischen Minister» Grafen Vitzthum übereinstimmen. Der Staatssekretär geht dann auf die Mittel st andSfrage ein. Wenn man heute über Mittelstandsfragen spricht, so muß man sich klar werden. welchen Mittelstand ma» meint.(Sehr richtig! links.) Der bäuerliche Mittelstand hat sich günstig ent» wickelt und wenig Anlaß zu Klagen. Beim gewerblichen Mittelstand muß ma» aber darauf Rucksicht nehmen, daß wir neben dem selbständigen jetzt auch einen unselbständigen Mittelstand bekonimen haben, den sogenannten neuen Mittelstand, wie ihn seine Gönner und Freunde zu bezeichnen pflegen. Er ist ein Produkt unserer nloderneii wirtschaftlichen Entwickelung, und er gehört zweifel- loS nicht zu den Stiefkindern unserer Gesamtentwickelung. Er um» faßt groß« Kategorien von Eristenzen.. die zwischen dem Unternehmer und dem Arbeiter stehen, die große Kategorie von werktätigen Personen, die wir zuletzt degabt haben mit dem Gesetze der Versicherung für die Prrvatongestellten. Dieses Gesetz allem sollte schon beweisen, daß der neue Mittelstand sich der warmen Fürsorge sowohl der Verbündeten Regierungen, wie de» Reichstag» zu erfreuen hat. Die Lasten, die das Gesetz unserer Pro» duktion auferlegt hat, sind nicht gering, und da» sollt« man in den Kreisen dieses neue» unselbständigen Mittelstandes nicht vergessen. Selbstverständlich haben auch diese Herren eine Reihe von Wünschen. und sie haben berechtigte Wünsche, sie haben, wenn ich es allgemein ausdrücken darf, den Wunsch, in ihrer Rechtsstellung m die- selbe Situation zu kommen, wie die Angestellten deS Handelst gewerbes. Ich erkläre ausdrücklich, ich bin jeden Tag bereit, diese Wünsche zu erfüllen, soweit eS sich nicht um die Preisgabe wichtiger grundsätzlicher Fragen handelt. Zu den Wunichen der Herren gehört dann die Regelung der Konkurrenz- k l a u s e l. Auch diese Frage haben die Verbündeten Regierungen bereits versucht zu regeln, die Vorschläge haben aber nicht die Billigung des Reichstages gefunden. Die verschiedenen Vorschläge, die damals kamen, habe» mich in der Ueberzeugung bestärkt, daß die Sache noch nicht reif zu einer Lösung war. Jetzt ist Zeit darüber hin- gegangen. Die Frage der Konkurrenzklnusel im Handelsgewerbe wird im ReichSjustizamt behandelt, und wir müssen abwarten, was sich daraus ergibt, bevor wir unsererseits wieder der Frage näher treten können. Eine dritte. Materie unter den Angestellten- fragen ist die des Erfinderrecht». Sie kann nur zweck- entsprechend zusammen mit einer Neuregelung des Patentwesens ge- regelt werden. Ich kann daher alle Beteiligten nur bitten, zu warten, bis ich in der Lage bin— und ich hoffe bald dazu in der L«ge zu sein— die Neuregelung deS Patentwesens vorzu- schlaqen. Nun zum selbständigen Mittelstand. Seit einiger Zeit häuften sich die Klagen des Mittelstandes und sie haben zum großen Teil ihreBerechtigung.(Hört! hört!) Die besten Kräfte gehen dem Mittelstand dadurch verloren, daß die intelligentesten Handwerker in beabsichtigter oder unbeabsichtigter Weise in die Großbetriebe hineingehen.(Hört! hört I links.) Anderer- seits geht ein großer Teil der Kreise, die vor 50 Jahren Klein- meister ivurden, jetzt in den Arbeiterstand über. Schließlich ist auch die Tatsache, daß die Maschinen der Fabriken einen großen Teil der gewerblichen Arbeiten für den Kleinbetrieb unrentabel gemacht haben, nicht aus der Welt zu schaffen. Man muß bestrebt sein, dem Handwerk womöglich alle Vorteile des Großbetriebes zugänglich zu machen, also Kapital, Kredit, Kalkulation und womöglich Motorkräfte. � Aber alles das sind Mittel, die nicht für das Reich, sondern nur für die Bundes- staaten und in allererster Linie für die G e m e i n d e n durch» führbar sind. Die Reichsgesetzgebung ist nicht untätig gewesen. Das deutsche Genossenschaftsgesetz nimmt in erster Linie auf das Kleingewerbe Rücksicht, die Neuregelung des Prüfungswesens, die Einrichtung der HandwerlSkammer, der kleine Äefähigungsuachweis sind in diesem Sinne von der Reichsgeseygebung geschaffen worden und haben dem Handwerk viel genutzt. Totsächlich haben nach der Statistik auch nur die Zwergbetriebe und diejenigen Handwerksberuse einen großen Rückgang erlitten, die durch die Natur der Dinge mit dem Großbetrieb.nicht konkurrieren können. Viele andere Zweige des Handwerls, bei denen es mehr auf den individuellen Geschmack und auf die Kunstfertigkeit ankommt, haben dagegen eine günstigere Entwickelung genommen. Die Forderung, daß die I n- dustrie beitragen soll zu den Kosten der Lehrling saus- bildung im Handwerk, wird zwar von allen Seiten des Hauses als berechtigt anerkannt, aber die Verhältnisse in den einzelnen Teilen Deutschlands liegen hier sehr verschieden, und ich habe deshalb immer eine gewisse Scheu ge- habt, hier mit einer reichsgesetzlichen Regelung einzugreifen. Ich bin aber bereit, mit den Regierungen in Verhandlung darüber einzutreten.' ob nicht»ine Regelung durch Orts st a tute erfolgen könnte. Eine Beschränkung der Wanderlager wird sich kaum auf reichSgcsetzlichem Wege durchführen laffeu. Ebenso liegt eS mit einer Vertretung des Kleingewerbes in den Handelskammern. Auch hier ist die Landesgesetz- gebung zuständig. Bei den Wünschen auf eine Reform des Submissionswesens handelt es sich auch um Fragen, die schwer eine reichsgesetzliche Regelung vertragen. DaS sind Nützlich- keitssragerr. für die man höchstens Richtlinien geben kann. Im Bei- waltungswese» muß aber dafür gesorgt werden, daß das Handwerk berücksichtigt wird. DaS will auch die preußische Submissionsordnung von 1905 und die Chefs der einzelnen Verwaltungen müssen dafür sorgen, daß diese Verordnung auch befolgt'wird.(Abg. Pauli(k.): Sie tun'S aber nicht I) Die preußischen Vorschriften sind auch im Reiche eingeführt. Vielleicht können mit Hilfe der Innungen Normen Kalkulation einen Anhalt geben. In S a ch s e n hat da« organifierte Handwerk ein Submissionsamt geschaffen, das den Behörden und Handwerkern mit Ratschlägen zur Seite steht. Vielleicht liegt in dieser Richtung der Anlaß zu einer erfolgreichen Lösung der Frage. Der Staatssekretär spricht sich dann gegen die Aufhebung des z lOO-i aus'und betont, daß auch verschiedene Bundesstaaten gegen die Aufhebung seien. In diesem Frühjahre werde eine neue Handwerkerkonferenz emberufen werden, um neben anderen auch diese Frage prüfen zu lassen. Weiter soll eine Kom- Mission über die Frage des Kleingewerbes beraten, besonders darüber, in welchem Umfange eine Enquete auf diesem Gebiete veranstaltet werden soll.(Beifall.) Abg. Marquart(natl.): Meine hochverehrten Anwesenden! (Stürmische Heiterkeit.) Das Grundproblem der Wirtschaftspolitik ist: wie schaffen wir dauernd Arbeitsgelegenheit. Hand in Hand mit dem Wachstum der deutschen Bevölkerung mutz das Wachstum der deutschen Wirtschaft gehen, meine lieben Freunde.(Erneute Heiterkeit.) Die Entwickelung steht nicht still(Vielfaches ironi- scheS: Sehr richtig!), meine hochverehrten Anwesenden!(Er- ncuter Lachsturm. Der Redner begreift endlich und fügt sich der parlamentarischen Form.) Dringend notwendig ist die reichsgeF etzliche Regelung der Sonntagsruhe für den Kaufmanns st and. Si« liegt gleichermaßen im Interesse der Handlungsgehilsen und der Prinzipale: ebenso erforderlich ist die gesetzliche Festlegung de« Achtuhr-Laden- s ch l u s s e s, der ein Segen für die Gesundheit, die Arbeitskrast, das Familienleben des KaufmannSstandeS und seiner Beteiligung am Kulturleben ist. Auch die Arbeitszeit in den Kontoren muß über kurz oder lang gesetzlich geregelt werden. Es wäre Ehrenpflicht der Prinzipale, in Krankheitsfällen der An- gestellten vom Gehalt k e i n e A b z ü g e zu machen. Die Kon- lurrenzklausel. die eine Entwertung und Erschwerung der ErwcrbStätiakeit für den einzelnen ist. muß aufgehoben, auf jeden Fall gesetzlich neu geregelt werden. Ein e i n h e i: l i-b e s Privatbeamtenrecht scheitert wahrscheinlich an der Ver- schiedenbeit der Verhältnisse. DaS Koalitionsrecht muß ge- nügend geschützt werden. ES muß so heilig und unverletz- lich sein wiedasWahlrecht. ES ist ein Urrecht deS einzelnen sich zu koalieren. Der z 158 der Gewerbeordnung läßt die Ver- Hinderung am Gebrauch des KoalittonSrechtcS unbestraft. Dieser mangelnde Schutz muß nachgeholt werden. Starke Organisationen der Unternehmer und der Arbeiter sind keine Bedrohung des Wirt- scbnftsfriedens. dem auch ein ReichseinigungSamt dienen würde. Wir müssen auf den, Boden der Sozialreform ein gesundes, arbeitS» frohes und arbeitskräftiges Volk schaffen.(Bravo! bei den National- liberalen.) Abg. G-thcin(Vp.): Wir sind bereit. dem Staatssekretär das Gehalt zu bewilligen, selbst wenn er nicht jeden Tag eine l'/est"«" dige Rede hält.(Große Heiterkeit.) Geht da« so weiter. so müssen wir ein BWM Gesetz zum Schutz gegen lange MInisterredeu schaffen.(Erneute Heiterkeit.) Der elegische S-bluh de? Abg. Dr. Oertel steht ,m Einklang mit der Weste, die er jetzt trägt. Er hat seine bisher weiße Weste mit einem schwarzen Trauerrand versehen.(Große Heiterkeit.) Vermutlich trauert er darüber, daß der Reichstag nicht ganz nach feinen Wüns-ben zusammengesetzt ist. Der Staatssekretär und der Redner de« Zentrum« Dr. Mayer haben unsere Wirtschaftslage eminent günstig genannt und es so dargestellt. als ob dies eine Folge unserer Wirtschaftspolitik sei. Sie berufen sich auf die Steigerung unserer Aussuhr. aber auö ihr läßt sich nicht ohne weiteres auf einen Erfolg unserer Wirtschaftspolitik schließen. Ist doch auch in den Jahre» der Caprivischen Wirtschafls- Politik die Ausfuhr bedeutend gestiegen.� In einem Lande, dessen Bevölkerung sich fo stark vermehrt, wie in Deutschland um jährlich 900 000 Menschen, muß die Ausfuhr an sich erheblich steigen; denn dieser Bevölkerungszuwachs, den die Landwirt» ichasl nicht unterbringen kann, muß in Handel, Gewerbe und In» dustrie untergebracht werden. Die englische Bevölkerung aber der- mehrt sich um 500 000 Menschen jährlich. Wenn nun die englische Ausfuhr, und England kommt ohne jeden Schutzzoll' aus, etwa ebenso gestiegen ist, wie die unserige, dann ist unsere Situation im Vergleich zu England gar nicht besonders günstig. Der Staatssekretär sagte, unser Zolltarif sei ein gutes Instrument für Handelsverträge. Nun, die Handelsverträge, die wir seitdem abgeschlossen haben, sind sehr ungünstig aus- g e s a l l e n, woraus zu schließen wäre, daß unser Zolltarif kein gutes Instrument ist. Das Ausland hat uns eben diesen Tarif mit seinen Spezialisierungen nachgemacht, und wir sind nicht weiter gekommen. Beim Vergleich mit England darf auch nicht über» sehen werden, daß dieses seinen Schiffsbau noch ganz anders forciert hat als wir und daß es mit seiner riesigen Flotte in ganz anderem Maße al� Deutschland der Frachtführer der Welt geworden ist.(Sehr richtig! links.s Die Auffassung, daß die gegenwärtige Konjunktur günstig sei, ist doch recht optimistisch, wenn man sich den Kurszettel und die Abschlüsse der Banken ansieht, so ist von einer günstigen Konjunktur nichts zu merken. Zweifellos ist reichlich Arbeit vorhanden, und die Arbeits» löhne sind gestiegen, sie mußten aber st eigen, weil alle? teurer geworden ist und die Arbeiter sonst sich und ihre Familie nicht mehr ernähren könnten.(Sehr richtig I links.) Der reichlichen Arbeitsgelegenheit steht gegenüber eme wesentlich geringere Rentabilität unserer Industrie, die wieder eine geringere Kapitalbildung zur Folge hat und damit eine Verlangsamung im Schaffen neuer ProduktionSstätten. Eine vorsichtige Bankpolitik ist gewiß geboten, aber unsere Industrie braucht Bankkredit; ihn ein- schränken, hieße den Unternehmungsgeist lähmen. Herr Dr. Mayer klagte über das Steigen der Kohlenpreise, aber da die Lebensmittel teurer geworden sind, müsse» die Löhne im Bergbau steigen. Wenigstens ist den Bergarbeitern für de» 1. April eine Erhöhung der Löhne versprochen. Hoffentlich werden sie nicht damit in den April geschickt. Höhere Löhne aber bedeuten höhere Kohlenpreise. In derselben Richtung wirkt die Erhöhung der Produktionskosten durch die Vertiefung der Schächte. Auch die Syndikate wirken preissteigernd. Die Angriffe des Zentrums gegen die Syndikate nehme ich nicht ernst. Es will seinen Wählern nur sagen können, es habe gegen die Syndikate gewettert. Früher sprach man davon, daß ein Gesetz gegen die Syndikate im Schreiblisch des Herrn Spahn fertig läge, aber der wundertätige Schreibtisch blieb jähre- lang verschlossen und dann kam der jetzige mehr als barmlose Antrag heraus, der wie weiße Saite gegen Krebsgeschwüre ist. sHeiter« kcit.) DaS einzige wirkliche Mittel gegen die gefährliche Preissteigerung der Kartelle ist. daß man die Möglichkeit einer Konkurrenz aufrecht erhält. Der FiSkuS aber tut das Gegenteil. Sein Beitritt zum Kohlenshndikat hat da».Brot der Industrie" nur verteuert. Das Kaligesetz hat da« strikteste Gegenteil von dem erreicht, was der Staatssekretär von den Syndi- kalen erwartet. Denn ohne die? Gesetz könnten 15— 20 Gruben dieselbe Menge Kali fördern, die gegenwärtig von 100 Gruben gefördert wird. Spezialgesetze über das Syndikatswesen haben wir dereitets. DaS Branntwein st euergesetz ist doch nur ein Gesetz zur Förderung des Spirituskartells. Und zur Förderung des Elsenkartells wirkt der Schutzzoll auf Eisen als Spezialgesetz. Der Kartellantrag des gentrunl» ist nichts als ein Feigen- Mall, um die Blöße der Gesetzgebung zu decken. die sie sich gegeben hat, indem sie gegen die Ausschreitung der Kartelle versagte. Wenn man durch Ausfuhrprämien oder billige Ausfuhrtarife die Ausfuhr von Roheisen und Halbfabrikaten fördert. rim die Preise dieser Produkte im Inland hoch zu halten, so schädigt man die Berfeinerungsindustrien und den in ihnen tätigen gewerb- lichen Mittelstand. So erschweren wir die Qualitätsarbeit, statt sie zu stärken. Der Schutzzoll kommt mit verschwindenden Ausnahmen nur den kartellierten Industrien zugute; wie viele sind aber kartellsähig? Nur wenige, nur diejenigen, die von vorn- herein in wenigen Händen liegen. Für die Ferttgindustrien hat der Schutzzoll gar keinen Wert. Alle diejenigen, die auf da» Dogma vom Schutz der nationalen Arbeit schwören, sollten doch daran denke», daß der Bater dieses Gedankens, der große Gelehrte Friedrich Liszt, auch gesagt hat: Jeder Schutzzoll macht sich selbst n,it der Zeit illusorffch dadurch, daß durch die Steigerung der Produknon die innere Kon- kurrenz den Schutzzoll unwirksain macht. Abg. Dr. O e r t e l trat hier für den lückenlosen Zolltarif ein und memte, er befände sich damit in Uebereinstimniung mit der Industrie. Mir ist gar nichts davon bekannt, daß die Industrie diesen Wunsch hat. Mit dem Staatssekretär bin ich der Meinung, daß eS wenig Zweck haben würde, für die neue» Handelsverträge einen neue» Zolltarif zu schaffen. Es kommt weniger auf da« Instrument der Handele- Politik an. al» auf den Geist, in dem diese« Instrument gehandhabt wird.(Sehr richtig I links.) Für die Aufstellung der Produklionsstatistik sollten die Fachvereine zur Hilfe herangezogen werden. Erhebungen über die Wirkung der Schutzzollpolitik auf oie Jnlandsindustrie halte ich für dringend nötig. Es ist leicht, zu sagen: die Schutzzollpolitik hat sich bewährt! Der Staatssekretär hat das auch»ur als seine Meinung feststellen können. Es gibt in der Industrie zahlreiche bewährte Fachleute, die anderer Meinnng sind.(Sehr richtig I links.) Wenn wir seit 187S in der Zollpolitik stecken, dann wäre eOoch wirklich an der Zeit, einmal ein klare» Bild von ihren Wirkungen zu gewinnen. Da muß eine allgemeine öffentliche Enqute veranstaltet werden, deren Objektivität durch die Hinzuziehung aller beteiligten Kreise gesichert werlwn muß. ES ist nicht angängig, daß man die Millionen von Arbeitern, auch wenn sie sozialdemokratisch wählen, von diesen Erhebungen ausschließt.(Lebhafte Zustimmung links.) Sie haben bei dieser Handelspolitik in erster Lüne ihre Haut zu Markte zu tragen und sie wollen deshalb auch gehört werden. Die Anhänger der Schutzzollpolitik, die von ihrem Erfolg überzeugt sind, müßten doch selbst ein Interesse an emer einwandfreien Feststellung ihrer Wirkungen haben. (Sehr richtig!) Ich freue mich, daß Herr v. O e r tz e» „sehr richtig!" ruft. Er dürfte nun also auch wohl für die von uns gewünschte Enquete eintreten. Die Frage, wem die Getreidezolle nützen, ist ja noch umstritten. Die vom preußischen Staat darüber » in der La» /Wirtschaft aufgenommene Statistik ist in so ein» seitiger Weise zusammengestellt, daß sie geradezu«in Faust» schlag in» Gesicht jeder Wissenschaft ist.(Sehr richtig! link«.? Diese ganze Erhebung ist nicht« anderes als ein H u m b u g I(Lebhafte Zustimmung liuls.) Daß man jemand zumutet. er solle aus diese Erhebung irgendwelchen Wert legen, das ist ein Zweifel an seiner Intelligenz.(Sehr richtig! link«.) Die objektiver aufgenommene gleichartige Erhebung in Oesterreich hat ein so vernichtendes Urteil über dle Schutzzollpolitik eraeben. daß die österreichische Regierung sie gar nicht veröffentlicht bat und ihr Ergebnis erst auf anderem Wege in die Oeffcntlichleit aebracln wurde. Die Ausführungen de« Abg. Dr. Mayer dagegen werden durch diese amtlichen Erhebungen vollständig widerlegt. Dr fieim der frühere Abgeordnete, der leider nickst mehr hier weilt hat für die bayerische Landwirtschast ja ähnliche Feststellungen aema'cht Die Preise der großen Güter sind nach einwand» freien Feststellungen besonders im Osten gewaltig g-» stteaen meist um so Prozent und mehr. Da« M m erster Linie sür die Güter mit geringem Boden. Die Zeiten hoher Getreidepreise waren immer die der Ausdehnung de» Groß» grundbesttzes und die Zeit der CetreldeauSfuhr ebenso, während bei der«ig-nversorgung eine, Lande« mit Getreide der Bauernbesitz blüht. Der«lembelrieb steuert der Entvölkerung Ein Bauern. dort ist den«aufleuten und Gewerbetreibenden der Kleinstadt viel lieber al« drei Latikundien oder Domauen. �. Der Präsident de» Landeskulturrat« Dr. M- tz hat erklart daß die wangenheimschen Borschläge die innere Koloni ation unmöglich machen würden. Der wfcnet dtweist eingehend, dav der Großgrundbesitz unausgesetzt nach Vergrößerung und—- namentlich auch in Bayern— nach fideikommissa- rischer Bindung strebe. Oberpräsident a. D. Graf Zedlitz» Trützichler hat im Juni 1909 selbst erllärt. daß viele Grundbesitzer die sügsamere» ausländischen Arbeiter den deutschen vorziehen.(Leb- Haftes Hört! hört! links.) Will man nicht eine parlamentarische Enquete nach englischem Muster, so nehmen Sie unsere Resolution o», die eine öffentlich« Enquete unter Beteiligung aller Parteien fordert. Wir wollen eine unparteiische Enquete im Interesse einer Politik, die das beste für das Volk und für das Vaterland schafft. (Lebhafter Beifall links.) Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Abg. Dr. Oertel(k.) erklärt in einer persönlichen Bemerkung: Der Abg. G o t h e i n hat die letzten Sätze meiner Rede eine Elegie genannt. Da muß er mich mißverstandeir haben, elegisch war ich nicht. Er meinte auch, meine Weste stehe in Uebereinslimmung mit dem elegischen Klange meiner Ausführungen. Ich weiß nicht, ob es möglich ist. eine persönliche Bemerkung im Namen meiner Weste zu machen.(Große Heiterkeit.) Infolgedessen begnüge ich mich mit der Bemerkung, daß der Abg. Gothei» auch den schwarzen Rand an meiner Weste vollständig miß- verstanden hat.(Heiterkeit.) Nächste Sitzung: Mittwoch, l Uhr nachmittags.(Fortsetzung der Etatsberatung.) Schluß 6'/« Uhr. parlamentarisches. Aus der Budgetkommission des Reichstages. In der Dienstagssitzung der Kommission wurde eingehend über eine wirkungsvollere Bekämpfung der Maul, und Klauenseuche beraten. Da» Zentrum fordert in einer Re- solution, für die auch die Sozialdemokraten sehr lebhajt eintraten und die dann auch einstimmige Annahme fand, die Aus» Wendung großer Mittel zur Bekämpfung der Seuche, die ja der deutschen Landwirtschaft enorme Verluste zufügt. Von der Regie, rung wurde unerwarteterweise �er Resolution Mä d e r st a n d entgegengesetzt durch den Hinweis, daß eS weniger gelte, den Er- reger der Seuche'zu entdecken, als vielmehr praktische Arbeit zu leisten und ein wirksames Serum zu finden. Ein solches sei schon da, aber noch zu teuer, denn der Liter koste 100 M.; ein Stück Vieh mit diesem Serum zu impfen, kommt auf 30 Mk. zu stehen. Viele andere angepriesene Milte! seien wertlos. Von sozialdemokratischer und freisinniger Seite wird die Errichtung einer weiteren Ver» suchsstation auf irgendeiner geeigneten Insel gewünscht. Zur Sprache kamen auch die Schädigungen, die durch den Scheidekatarrh und die ansteckende zu frühe Verkalkung bei den Rindern enr- stehen. Staatssekretär Delbrück erklärte, daß, wenn der Reichstag ihm jetzt Mittel zu den erwähnten Zwecken zur Verfügung stelle. er tatsächlich nicht wisse, wie er sie verwenden soll. ES fehle noch die Grundlage und das Ziel zu einer Verwendung der in Aus- ficht gestellten Gelder. Die Kommission war aber darin einig, daß alles getan und versucht werden müsse, der Seuche Herr zu werden. — Zu einer lebhaften Kritik der mangelnden Leistungs, fähigkeit des Ka i s e r i n-A ug u st a-B i kt o r i a.K i n d er- krankenhauseS in Eharlottenburg führt? der geforderte Unter. stützungsbeitrag von 60 000 M. aus Reichsmitteln.— Bon den Sozialdemokraten war eine Resolution eingebracht worden, die die Einsetzung einer Kommission fordert, gebildet aus Mitgliedern des Bundesrat» und des Reichstags, um zu untersuchen, ob sich nicht eine Zentralstelle anstatt der heute be- stehenden verschiedenen, vom Reich subventionierten biblio- graphischen Institute schaffen ließe. Gegen diese„SpirituSzentrale auf geistigem Gebiete" kämpfte lebhaft der Abg. D o v e an, ebenso die Regierung, worauf die Resolution zurückgezogen wurde. Die Wahlprüfungskommission des Reichstags verhandelte am Dienstag drei Stunden lang über die Wahl des ReichSverbändlerS Dr. Becker. Dieser ist in Bingen-Alzey mit 12 012 Stimmen gegen 12 010, die aus den soMKrittlichen Kandi- daten Korell entfielen, gewählt worden. Gegen dies« Wahl liegen drei Proteste vor. Die Kommission verhandelte nun zunächst über die beanstandeten Stimmzettel. DaS Resultat stellte sich schließlich so: Dr. Becker 12 016, Korell 12 015 Stimmen. In Sprendlingen sind zwei Stimmzettel mehr gezählt worden, als Mahlkuverts vorhanden waren. Diese zwei Stimmen werden dem Dr. Becker abgezogen werden muffen; dann hätte Herr Korell eine Stimme mehr. Nun kommt es aber wesentlich darauf an. was von den im Wahlprotest aufgeführten Behauptungen er« wiesen wird.___ Reich», und Staatsangehörigkeitsgesctz. Die Kommission de« Reichstags, der die Borberatung des Reichs, und Staat«ang«härigteitsgesetzeS übertragen wurde, begann am Dienstag mit der Beratung de« tz 1, in oem ausgesprochen wird, daß die Reich«angehörigtcit durch die Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat erworben wird und mit deren Bcrlust erlischt. Dazu beantragten die Bertreter der Nationalliberalen eine Aenderung, die bezweckt, an die Spitze des Gesetzes eine Um, schreibung de» Begriffes Deutscher zu stellen. Die Bertreter der Regierung, de« Zentrums und der Konservativen hielten an der Technik des Entwurfs fest: die Bertreter der Sozialdemokraten und der Fortschrittler- schloffen sich dem Grundgedanken des national. liberalen Antrag« an, schlugen aber Verbesserungen der Fassung vor. Auf Antrag der Abgg. Liebknecht. Blunk und v. Richt, Hofen wurde mit Mehrheit beschlossen, den tz 1 wie folgt zu fassen: ..Deutscher ist: 1. wer die Staattongehörigkeit in einem Bunde«- staat besitzt, 2. wer die unmittelbare Reichsangehörigkeit besitzt." Im tz 2 wird bestimmt, wodurch die Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat erworben wird. Die Abgg. Bernstein und Genossen beantragen Streichung der Ziffer 3, wonach die Staats» angehorigkeit durch Eheschließung erworden wird. Diese automa, tische Wirkung, so wird zur Begründung des Antrags ausgeführt, bedeute eine große Rücksichtslosigkeit gegen die Frau. Wen» man auch die verschiedene Staatsangehörigkeit von Mann und Frau mit allen Möglichkeiten vermeiden wolle, so könne man dem durch einen besonderen Paragraphen Rechnung tragen. Bon nationalliberaler, fortschrittlicher und konservativer Seite wurde dieser Auffassung widersprochen. Mehrere sozialdemokratische Mitglieder.führten dazu aus. auf jeden Fall niüsse der Ausländerin da« Recht vor- behalten bleiben, selbst zu entscheiden, ob sie die StaatSangehörig- kcit ihres Mannes erwerben wolle oder nicht. Die Bertreter der bürgerlichen Fraktionen erwiderten, alle Tradition im In» und Auslande spreche gegen den Antrag, mit dem auch den Frauen ein schlechter Dienst erwiesen werde. Ein Antrag Dr. O u a r ck- Frank- furt, die Abstimmung auszusetzen und die Regierung zuvor um eine ausführliche Darlegung der Rechtsfolgen de« Antrag« Bernstein zu ersuchen, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Dänen abgelchnt, und darauf mit derselben Mehrheit auch der Antrag Bernstein, die Ziffer 3 zu streichen, abgelehnt/ Abgc- lehnt wurde ferner ein Antrag der Nationalliberalen, in Ziffer 4 statt„durch Aufnahme" zu sagen:„durch Aufnahme de« Ange» hörigen eines anderen Bundesstaates", und als Ziffer 5 anzufügen: „durch Verleihung an einen Ausländer". Dasselbe Schicksal wider» fuhr einem Antrag der Fortschrittler, der sagen wollte:„4. für einen Deutschen durch Aufnahme, 5. für einen Nichtdeutschen durch Einbürgerung." Damit war tz 2 unverändert geblieben. In der Gesamtabstimmung wurde der Paragraph bei mehreren Stimm- enthaltungen mit 8 gegen 6 Stimmen angenommen. Im tz 3 wird die Erwerbung der Staatsangehörigkeit durch Geburt näher geregelt. Ein« längere Debatte rief die Frage hervor, welche Staatsangehörigkeit ein Findelkind haben soll. Ein zunächst vam Zentrum eingebrachter Antrag fand schließlich in folgender, von Dr. Blunk(Fortschr.) vorgeschlagenen Fassung einstimmige Annahme:..AIS Absatz 2 des Artikel» einzusvgen: Ein Kind, dessen Familienstand nicht zu ermitteln ist(Findelkind), gilt als staatSangehörig in dem Bundesstaat, in dessen Gebiet e» a u f« g e l u n d e v worden ist." Aufgeworfen wurde noch die Frage, ob nichk, tvenn eine Deutsche einen Staakenlosen heiratek, den Kiut i die deutsche Staatsangehörigkeit gewahrt werden soll. Man hielt sich die weitere Prüfung und die Aufnahme einer entspreche,:- den Bestimmung bis zur nächsten Sitzung(Donnerstag) vor, Bus der frauenbeilvegung. Heimarbeiterinnennot. Dem Vorgehe» der Herrenmaßschneider haben sich die Damen« mäntelschneiderinnen angeschlossen. Nach bekannter Manier sucht daS Unternebmertum ihre Lage als fast beneidenswert hinzustellen. Der „Konfektionär" behauptete gar, sie verdienten in der Saison wöchcnt- lich 21—45 M., ja, wer wolle, solle eS gar auf 60 M. bringen können. Später gab das Blatt die Durchschnittslöhne auf 21 bis 25 M. an. Daß auch diese Angaben den Tatsachen nicht entsprechen, beweist der neue Jahresbericht der Ortskrankenkasse der Schneider und Schneiderinne», der Lohnnachweiie enthält, die aus Angaben der Unternehmer selbst beruhen. Danach gehören 60 Proz. aller Heim- arbeiterinnen der untersten Lohnklasse an(sie verdienen weniger als 2 M. pro Tag). 21 Proz. der 3. Lohnklasse(mit einem TagiS- verdienst von höchstens 2.50 M.). 15 Proz. der 2. Lohnklasse(mit einem Tagelohn von 2,50—3,50 M.). Nur 4 Proz. finden sich mit mehr al» 3.50 M. in der obersten Lohnklasse. Also der weitaus größte Teil, fast zwei Drittel aller Arbeiterinnen fallen in die unterste Lohnklasse mit einem Wochenverdienst von höchstens 12 M. Ein trübes Bild entrollt der Bericht über die gesundheitlichen Berhältnisse. Die häufigsten Krankheiten sind neben den durch Unterernährung, überlange Arbeitszeit, schlechte Wohnungen hervor- gerufenen Lungenkrankheiten, Blutarmut und Bleichsucht vor allem die mit erschreckender Häufigkeit auftretenden Unterleibs- krankheiten, die beinahe der sonst verbreitetsten Erkrankung, der Lungentuberkulose den Rang streitig machen. Das angestrengte Maschinentreten. das oft ohne Ruhepause bis tief in die Nacht be« trieben wird, wirkt überaus schädlich auf die Unterleibs organe der Frau und erklärt die hohe Erkrankungsziffer. Im Zusammenhang mit diesen Krankheiten berichtet die Krankenkasse von einer sehr hohen Anzahl Fehlgeburten, wie man sie sogar in der so gefürchteten Bleiindustrte nicht wiederfindet. Es kamen, nach dem letzten Bericht. auf 2911 normale Geburten, für die Wöchnerinnenunterstützung gezahlt wurde, 2556 Fehlgeburten. Hiid aller Gleit. Ein Sch ildbürgerstücklein. Folgendes, trotz seiner Tragik höchst amüsantes Geschichtchen wird der„Intern. Korreip." von einem Mitarbeiter mitgeteilt: Die Stadtväler des altehrwürdigen Hessenstädtchens Fritzlar haben einen Beschluß in die Tat umgesetzt, der ihrer Intelligenz alle Ehre macht. Wre vielerorts, so klagten auch die Landwirt« über Schäden. die hungrige Krähen nun einmal an jungen Saaten anzurichten Pflegen. In einer denkwürdigen Sitzung de? Stadtparlaments wurden sämtliche Krähen zun: Tode durch Bergistung verdonnert. Man ging äußerst raffiniert zu Werke und laufte aus städtische Kosten einen großen Posten Schlächtereiabfälle, die sorgfältig mit Strychnin pr»- pariert wurden. Die Gegend wurde sodann mit diesen Fleisch« fetzen dekoriert. Diese sind auf Seckern ausgelegt, oder, was einen außerordentlich unästhetischen Anblick gewährte, in die Aefte der Bäume gehängt worden. Hier hing eine Lunge, dort eine Leber. Der Erfolg des BerfahrenS übertraf die hochgespanntesten Er- Wartungen. ES wurden in der betreffenden Gemarkung am anderen Morgen tatsächlich nicht weniger als 11(schreibe elf) mausetote Krähen gefunden. Zum maßlosen Erstaunen der wackeren Stadtväter hatten aber etwa 20 Spechte und hunderte von Meisen die unglaubliche Dummheit begangen, ebenfalls von dem vergifteten Fleisch zu essen. Die Felder waren mit den Leichen dieser Tiere förmlich übersät. Wie verlautet, sollen beim nächsten Feldzug gegen die Krähen neben den Fleischstücken Warnungstafeln für Meisen, Spechte und Hunde angebracht werden. ES haben nämlich nicht weniger als fünf Einwohner in der Mordnacht ihre zum Teil wert» vollen Hunde verloren._ Unwetter im Kanal. Aus den französischen Hafenstädten laufen Meldungen ew über ein schwere» Unwetter, das seit Montag im Kanal herrscht. Eine Anzahl Fischerbarken sind in den Fluten untergegangen. zahlreiche Personen haben ihren Tod in den Wellen gefunden. Der schwedische Dampfer„Thy" ist bei BabmeleS aufgelaufen; in höchster Seenot konnte die gesamt« Mannschaft durch die Besatzung des Avisos„Caudan" gerettet werden. Großen Schaden hat ein orkanartiger Sturm in Li H a v r e angerichtet. Fast sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen nach Paris und London sind gestört. Bor der Reede von Havre ist der Dampfer„Herzogin von Guts«" gesunken. Die Mannschaft konnte mit Mühe und Not gerettet werden. Auch auf den Azoren-Jnseln hat ein Sturm großen Schaden angerichtet. Biel« Plantagen sind verwüstet worden, auch mehrere Schiffsunfälle sind zu verzeichnen. Da» Meer hat bereits mehrere Leichen ans Ufer gespült. Ein schwerer Konflikt. fJin Landkreise Düsseldorf besteht für die Gemeinden Gückingen, Großenbaum und Buchholz eine gemein- ame freiwillige Feuerwehr, zu deren„Branddirektor" die Wehrleute den Polizei wacht meist er von Hückingen erwählten. Der Landrat hatte wohl die Wahl beS„Branddirektors" bestätigt, aber ihm das Tragen der Achselstücke Nr. 1(breite Raupen, wre sie die Stabsoffiziere tragen) nicht gestattet. Zur richtigen Löschung eines Brande« gehört nach der Meinung des Herrn Polizeiwachtmeisters ein Branddirektor mit Raupen. Er verzichtete daher auf seine neue Würde. Die drei Gemeinden aber hat der heroische Entschluß in arge Bedrängnis gebracht; jeden Tag kann ein Brand ausbrechen und man besitzt keinen Branddirektor mit entsprechender repräsen» tativer Verfassung._ Kleine Notizen. Das dankbare Vaterland. Vor dem Kriegerdenkmal in Geestemünde erschoß sich ein Objähriger Zimmermann, Veteran von 1870/71, aus Nahrungssorgen. Nachdem der Lebensmüde eine Stunde lang um da« Denkmal gewandert war, zog er plötzlich einen Revolver hervor und gab zwei Schüsse auf sich ab. Die erste Kugel ging fehl, die zweite durchbohrte ihm den Kops vollständig. _ Margarete Walkotte, die in Arbeiterkreisen bekannte und ge- schätzte Sängerin und Vortragsktinstlerin ist am Sonnabend auf der tahrt von Dresden nach Elberfeld au« dem v»Zug gefallen. u brach den linken Arm und liegt in Elberfeld schwer krank darnieder, Gi» Boxkampf mit tödlichem Ausgonge. Am Sonnabendabend führten der Sekundaner Hinz aus Neustadt und der Primaner Liezd aus Langfuhr in der Turnhalle de« Lauenburger Gym- »asinms eine» regelrechten Boxkampf aus. Dabei wurde Liezd so unglücklich getroffen, daß er in das Krankenhaus eingeliefert wurde. wo er bald darauf verstarb. Eisenbahnerlos. Beim Rangieren auf dem Bahnhof Star- g a r d wurde der Hilfsrangierwärter G« h r l e schwer verletzt. Er Seriet mit dem Arm zwischen die Puffer und wurde ihm der rm abgequetscht. Außerdem erlitt er schwere innere Berletzungeu. an deren Folgen er nach zwei Stunden ver« starb. Todes- Anzeigen Am 4. März verstarb plöglich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Bater, Onkel und Schwager, der Klempner Hermann Stebane infolge Herzschlages im 52. Lebensjabre. Beerdigung: Donnerstag 32 Uhr Emmaus- Kirchhof, Hermannstraße. Luise Stebane nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Görliner Viertel). Bezirk 177. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Klempner Hermann Stebane Reichenberger Str. 147 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 2, Uhr, vom Trauerhause, Reichenberger Str. 147, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Am 3. März verstarb unsere Genosfin Frau Marie Krause Tresdomstr. 56. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 6. März, nachmittags 21, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Werkzeugmacher Paul Berwig am 3. März an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Stahnsdorfer Kirchhofs in Stahnsdorf aus statt. Ferner starb am 4. März unser Mitglied, der Klempner Hermann Stebane an Schlaganfall. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 2, Uhr, vom Trauer hause Reichenberger Str. 147 aus nach dem Emmaus- Kirchhof in Neukölln statt. Ferner starb am 4. März unser Mitglied, der Drüder Hermann Quade an Magenleiden. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. März, nach mittags 22 Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde- Kirchhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Ferner starb am 3. März unser Mitglied, der Klempner Richard Krüger an Lungenentzündung. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 22 Uhr, von der Zeichen balle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 113/10 Die Ortsverwaltung. Am 4. März verschied sanft nach furzem Krankenlager meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Emilie Krippahle geb. Pluntke. Dies zeigt im Namen der Hinterblieberren tiefbetrübt an Otto Krippahle. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. März, nachmittags 5 Uhr von der Leichen halle des Treptower Gemeindefriedhofes, Neue Krugallee, aus ftatt. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin I. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege August Peitz am 3. März im Alter von 31 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des St. ElisabethKirchhofes, Prinzen Allee, aus statt. 162/19 Die Ortsverwaltung. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahistelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stallmann Ernst Pabst zuletzt Niederlage Leykum, nach langem Leiden am 3. März berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 6. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. 42/10 Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Die Ortsverwaltung. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Am Montag, den 4. März, vers starb unser Mitglied, der Holzbildhauer Max Weigandt im Alter von 35 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 7. März, nachmittags 5 Uhr, auf dem Auferstehungs Friedhof in Weißenſee ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht 20/3 Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Mitteilung, daß unser langjähriges Mitglied, der Buchbinder Emil Schmidt verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Philippus- ApostelKirchhofes aus auf dem städtischen Friedhof in der Seestraße statt. Umzahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Nachruf. Durch den Tod ist uns einer unserer Mittämpfer, der Kollege Karl Schnitka von den Nieselfeldern entriffen worden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung fand am 5 März, nachmittags 3, Uhr, bon der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in FranzösischBuchholz aus statt. 33/14 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Bernau. Bezirk Röntgental, Zepernick. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß am Montag, den 4. März, unser Genosse, der Bauarbeiter Emil Derfel gestorben ist. ( Bepernid) 240/13 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer haufe in Zepernid, Dorfstr. 7, aus nach dem Gemeindefriedhof statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Statt besonderer Anzeige! Allen Freunden und Bekannten zur Nauricht, daß mein Mann, Der Tischler Albert Schimanski im Alter von 53 Jahren am Sonntagnachmittag infolge eines Herzschlages verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen Frau Schimanski nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Brizer Gemeindetirchhofes in der Chausseestraße aus statt. 22462 Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Ruhnow Mirbachstr. 21, im Alter von 52 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 42 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Albert Schimanski im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Brizer Gemeinde Friedhofes in Briz, Chausseestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/4 Die Ortsverwaltung. Geffentliche politische Versammlungen. Donnerstag, den 7. März 1912, abends 8 Uhr: Oeffentliche Volks- Versammlung in den Konkordia- Festsälen, Andreasstr. 64. Tagesordnung: Der Juftizmord an den sozialdemokratischen Abgeordneten der ruffifchen Duma. Referent: Reichstagsabgeordneter Georg Ledebour. Zahlreichen Besuch erwartet der Einberufer Eugen Ernst, Liesenstraße 16. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28, part. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. 10 Mitgliederversammlungen für die Kollegen Berlins und der Vororte und zwar am Donnerstag, den 7. März 1912, abends 8½ Uhr Norden, Nordosten, in nachstehenden Lokalen für die Bezirke: Gesundbrunnen, Pankow und Weißensee: „ Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinemünder Straße 42. Often, Lichtenberg und Rummelsburg: Frankfurter ,, Löwenbrauerei Ausschank", Allee 53. Süden, Südosten, Südwesten u. Neukölln: „ Märkischer Hof", Admiralstr. 18c: Freitag, den 8. März Charlottenburg und Wilmersdorf: „ Volkshaus", Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Steglitz: Restaurant Heizmann, Steglis, Floraftr. 4. Moabit und Wedding: Viktoria- Salon", Perleberger Straße 14. Westen und Schöneberg: „ Schwarzer Adler", Schöneberg, Haupt. straße 144. Sektion der Lackierer: „ Gewerkschaftshaus", Engel Ufer Nr. 15. 1912, abends 8% Uhr Groß- Lichterfelde und Zehlendorf: Wahrendorf, Groh- Lichterfelde, Backestr. 22. Adlershof, Friedrichshagen, Köpenick, Nieder Schöneweide und Karlshorst: Johl, Köpenick, Grünauer Str. 7. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die Erweiterung der Kranken- und Sterbe- Unterstützung innerhalb unseres Am 2. März entschlief nach Verbandes. 2. Beschlußfaffung über die Einführung derselben. Referenten sind furzem schweren Leiden unser lieber Sohn und Bruder Kollegen: Jakobeit, Klot, Link, Mieh, Richter, Ringel und M. Stein. Kollegen! Erfüllt Eure Pflicht und agitiert für den Besuch der Versammlungen. Bruno Apitz. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Beerdigung findet heute nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Gethsemane Friedhofes aus statt. 22432 # Familie Robert Apis. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und schönen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, sagen wir allen Verwandten, insbesondere der Firma C. u. K. Redlich, dem Wahlverein, dem Deutschen Holzarbeiterverband und sämtlichen Kol legen, auch den Hausbewohnern von Schreinerstr. 26 unseren besten Dant. Hierdurch die traurige Mits teilung, daß mein innigft geliebter Mann, unser herzensguter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 398b Albert Gräbner heute Montag, früh 61, Uhr, nach furzem, schwerem Leiden im Alter von 63 Jahren gestorben ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Henriette Gräbner geb. Baumgart und Kinder. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. März, nach mittags 33%, Uhr, von der Leichenballe des Sophien Kirchhofes, 3 Wwe. Traeger Freienwalder Straße, aus statt. 22422 nebst Kindern. Blaue Kammgarnkostüme M 28.Modelle 36.-, 45.-, 60.-, 75.- bis 200.Reinseidene Taffetmäntel M. 25.Modelle 36.-, 45.-, 54.-, 65,- bis 180.Ulster in Stoffen engl. Charakters M. 10.Modelle 15., 18., 24.-, 30.- bis 85.Taffet- changeant- Kleider M. 50.Modelle 65.-, 75, 82.-, 90.- bis 125.Röcke, gestreift u. glatt, Kammg, M. 12.Modelle 18., 22.-, 26.-, 33.Noch vorhandene Winterkonfektion Plüschmäntel( sonst 36.- bis 200.Abendmäntel( sonst 25.- bis 150.Wollplüschmäntel ( sonst 48jetzt zum Teil um . 50, 60, 70% ermässigt Einsegnungs- u. Prüfungskleider WESTMANN Mohrenstr. 373 Gr. Frankfurterstr. 115. 128/10 Deutscher TransportarbeiterVerband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschkenführer Karl Falkenberg am 4. d. Mts. im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Heilands Friedhofes, Plößensee, aus statt. = Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Autofahrer Alfred Bleibaum am 1. d. Mts. im Alter von 22 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. d. M., nach. mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der Heiligen freuzkirche, Mariendorf, Eisenacherstraße 62, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 62/9 Die Bezirksverwaltung. + Westmanns Trauermagazin Extra- Abteilung 1. Gesch.: Berlin W., MohrenStraße 37a( 2. Haus von der Jerusalemer Straße). II. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115( 2. Haus von der Andreasstraße). Sehr gr. Ausw.fert. Kleider, Hüte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis zum hochelegant.Genre z.äußerst niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: Maßanfertigung in 10 bis 12 Stunden. Die Ortsverwaltung. Danksagung. die Für die Beweise herzlicher Tellnahme bei der Beerdigung meiner lieben Tochter, unserer guten Schwester und Schwägerin Anna Metz sagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten sowie den Kollegen und Kolleginnen unseren herzlichsten Dant. Frau Metz nebst Kindern und Schwiegerkindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner innigst geliebten Frau und treu forgenden Mutter Berta Mühlich sagen wir allen Teilnehmern, beson ders dem Genossen Obst für seine trostreichen Worte, dem Gesangverein „ Liberté", dem Wahlverein Schöne berg und dem Personal der Firma Fritsche unseren herzlichsten Dant. 22452 J. Mühlich nebst Tochter Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Ber wandten, Freunden, Bekannten, den Genossen und Genoffinnen des 758. Bezirks sowie den Kollegen der Firma R. Naufe meinen herzlichsten Dant. Witwe Aunu Schmidt, Triftstraße 43. Stoffe Damentuche für elegante Kleider, Baletots 2c., Mir. 2,50, 3,50, 4,50 M. Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. vis- a- vis der Gertraudtenstr. 20-21, Petrikirche. Zigarren- W. Herbst Fabriken gegr. 1862. Tel.: Moritzplatz 3873. BERLINSW., Ritterstr. 83 Erstklassige Ware. Zigarrenhändlern bestens empfohlen. Tarifarbeit. 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei a. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 55. 29. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenbaus. 30. Sigung, Dienstag, 5. März, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Sydow, b. Velsen. männer zu enthalten. Abg. Leinert( Soz.): Mittwoch, 6. März 1912. merfung gefnüpft, daß die Einsehung der Einnahmen zu geringeren richt folgenden Diskussion wurde lebhaft darüber Klage geführt, Beträgen lediglich deshalb geschehe, um Lohnerhöhungen der Ar- daß Söhne unserer Genossen der bürgerlichen Jugendbewegung anbeiter damit abzuwehren. Der Minister sagt nun, daß diese Schluß- gehören. Eine bedauerliche Tatsache, die dadurch ihre Erklärung folgerung von mir nicht richtig sei; ich kann aber aus dieser Aeuße- findet, daß die Gegner ihre eigentlichen Zwede peinlichst verheimrung nichts anderes herauslesen und muß dabei bestehen bleiben. lichen. Bei den Sonstigen Ausgaben" wünscht Abg. Dr. Röchling( natl.) eine Aenderung des Berggesetes dahin, daß Bergschäden leichter und auch nach längerer Zeit geltend gemacht werden können. Abg. Leinert( Soz.): Soziales. Hütekinder. Man schreibt uns aus Ostpreußen: Genosse Peters- Berlin hielt darauf ein instruktives Der Bergetat. Referat über die Aufgaben der proletarischen Jugendbewegung. Ueber Jugendschutz sprach Arbeitersekretär 2. Tag. Fette- Stuttgart. Von einer Diskussion über die Vorträge wurde Mehrere Abgeordnete verlangen Unterstützung der durch den Abstand genommen. Als Richtlinien für die fernere AgitationsErdrutsch in Hohensalza Geschädigten. Von der und Bildungsarbeit faßte die Konferenz eine Reihe wichtiger BeRegierung wird die Notwendigkeit der Unterstützung bestritten. schlüsse. Die Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands Abg. Dr. Maurer( natl.): Zwischen den unteren und mittleren Arbeiter, die vor dem 1. Januar 1908 invalide geworden sind, wurde ersucht, zur Unterstützung der Bildungsarbeit LichtbilderBeamten des Saarbergbaues besteht ein nicht zu leugnender sollen mit 20 000 M. unterstützt werden. Das ist viel zu wenig, ferien für Richtbildervorträge herauszugeben. Peters- Berlin Gegensah. Das Kastenwesen erhält sich und trotz aller namentlich wenn damit noch mehr als die Clausthaler Knappschafts- empfahl, derartige Veranstaltungen nur mit den örtlichen Bildungstechnischen Fortschritte wird der technische Beamte geringer ge- invaliden unterstützt werden sollen, denen auch weiter die Reichs- ausschüssen zu treffen, denen vom Zentralbildungsausschuß wissenwertet, schlechter bezahlt und hat auch schlechtere Pensionsverhält- invalidenrente angerechnet werden soll. Der Clausthaler Knapp schaftliche Redner und geeignete Bilder zur Verfügung gestellt wernisse als der juristische Beamte. Der Redner tritt für die schaftsverein soll dazu wegen seiner hohen Beiträge gezivungen sein. den. Dem Bezirksausschuß wurde aufgegeben, eine Referentenliste Steiger ein. Aber seine Renten sind äußerst gering. Die ihm angeschlossenen aufzustellen und die Agitation auf die ländliche Arbeiterjugend Abg. Imbusch( 3.): Der Minister sollte die Bergbeamten an- hannoverschen Kaliarbeiter haben vergebens die Nichtanrechnung auszudehnen. Die Bezirksleitung wurde ferner beauftragt, eine sveisen, sich jeder Schikane gegen die Sicherheits der Reichsinvalidenrente beantragt. Das hat gewaltige Er- Verständigung mit den gewerkschaftlichen Jugendfektionen herbeibitterung hervorgerufen. Bei der öffentlichen Wahl können zuführen. Die Redaktionen der württembergischen Parteipreffe, Abg. Delius( Vp.): Wir begrüßen das Prämiensystem eben gar feine Snappschaftsältesten durchgebracht werden, die gegen insbesondere der Schwäbischen Tagwacht", wurden ersucht, eine stännicht gerade freundlich und hoffen, daß es sich nicht zu einem Mittel das Oberbergamt auftreten. Dabei sind die Altinvaliden zumeist dige Rubrik für Artikel und Berichte über die Jugendbewegung einverschärften Drucks auf die Arbeiterschaft ausgestalte. frühere Clausthaler Staatsarbeiter. Der Direktor des Passing zurichten. Auf die Tagesordnung der nächsten Landesversammlung Abg. Spinzig( ft.) wünscht hebung des Bergbaues hofer Staatsbergwerks war im Gegensatz zum Clausthaler der soll ein Referat über die Jugendbewegung gefekt werden. Ju im Oberharz, um der Auswanderung abzuhelfen. Seitdem Meinung, daß auf die Anrechnung verzichtet werden könnte. Die Juni sollen 2 Jugendtage für Württemberg stattfinden. In den Hannover preußisch ist, geschieht fast nichts mehr für den dor- Altinvaliden erhalten 193 000 m. weniger als die später invalide Bezirksausschuß für Württemberg wurden Schwab- Stuttgart tigen Bergbau. Gewordenen. Diese 193 000 m. werden den Knappschaftsverein und Schuler- Zuffenhausen als Vorsitzende, Blanz- Cannstatt Abg. Dr. Röchling( natl.) bringt Beamtenwünsche vor. nicht ruinieren, der alljährlich 1,4 bis 1,5 Millionen Mart Ueberals Kassierer, Roth Eßlingen als Schriftführer und Marie schuß hat!( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Gegenüber Wengels- Stuttgart, Hammer- Stuttgart, Völker- Feuerdem Abzug von 193 000 m. stellt man 20 000 m. bach als Beisitzer und Bullmer und Fliege als Revisoren Ich kenne den Oberharz seit Jahrzehnten und kann die un- Unterstübung ein! Im Vorjahr hatte man zuerst 200 000 gewählt. Nach einem anfeuernden Schlußwort schloß der Vorgünstigen Urteile des Abg. Spinzig nur teilen. Seit der Auf- Mark eingestellt. Diese 20 000 M. ermöglichen gar teine nennens- figende, Genosse Bu II mer, die arbeitsreiche Konferenz um 7 Uhr laffung einiger Bergwerke ist in der Bevölkerung von Clausthal werte Unterstüßung; noch dazu gibt es da erst lange Erhebungen abends. Unter dem Gesang der Marseillaise trennten sich die De und Umgebung ein wahrer Schreden entstanden. Wenn und alle möglichen Motive spielen da mit herein. Früher waren legierten, die Rente aus den Oberharzer Bergwerken so hoch ist, wie hier be- wohl geringere Beiträge aber deshalb darf man doch die Inhauptet wurde, so werden das die Bergleute mit Freuden hören validen nicht schlechter stellen. Wenn man das Oberbergamt anund hoffen, daß endlich ihre Löhne einer anständigen Existenz ents weist, das nächste Mal gegen die Aufrechterhaltung dieses Zusprechend erhöht werden. Alles ist dort oben abhängig von standes zu stimmen, spart man die 20 000 m. noch. Will man wirtdem guten Willen des Bergfistus. Es ist unmöglich, lich, ohne plausiblen Grund, warten, bis die Mehrzahl der Altdort Industrie anzusiedeln ohne die Zustimmung des Fiskus und invaliden gestorben ist? Hat denn auch der staatliche Direktor ohne daß sie sich völlig der Macht des Fiskus unterwirft, der im recht, der den Invaliden nichts gönnt? Für die Reichsinvaliden Befiße des Landes und des Wassers ist. Etwas mehr Weitherzig- haben die Leute doch eigene Beiträge gezahlt, die dafür gewährte Die schamlose Kinderausbeutung auf dem Lande ist hinteit sollte bewiesen werden, und man sollte der Aufschließung dieser Rente fließt aber in den Knappschaftsfonds; das ist doch reichend bekannt. Ein besonders trauriges Kapitel bildet das Gegenden und ihrem Anschluß an das übrige Land nicht mehr so eine schwere Ungerechtigkeit!( Sehr wahr! bei den Sozialdemo- Halten von Hütekindern. Jetzt hat die Regierung wiederum im Wege stehen, wie es geschieht. Die Eisenbahn nach Altenau traten.) eine Verordnung erlassen über die Bedingungen, unter denen genügt nicht, um der dortigen Bevölkerung das Notwendige zu Ein Regierungskommissar: Diese 20 000 M. find nicht bloß für die Hüteerlaubnis erteilt wird. Derartige Vorschriften stehen bieten. Vielleicht hat die Verhandlung hier den Erfolg, daß endlich Clausthal, sondern für alle Staatsbergwerfe. 1886 wurde fast ausschließlich auf dem Papier, wie Kenner der Verhältaus der Bevölkerung die unberechtigte Angst vertrieben wird, daß der Clausthaler Snappschaftsverein aus einer Reihe Einzelvereine nisse wissen. Aber selbst das, was die Regierung vorschreibt, fie auf die Dauer dort oben nicht mehr leben könnte. Auf diesen gegründet, was nur durch Einräumung günstiger Bedingungen an ist äußerst dürftig. So ist nicht ein Wort über die Dauer der Glauben ist die Oberharzer Auswanderung zurückzuführen. Der die Einzelvereine möglich war. Der Fiskus hat die Härte dadurch Bergfistus hat nicht genug getan, um die Bevölkerung ansässig zu zu mildern gesucht, daß er den Arbeitern die Beiträge zur Reichs. Arbeitszeit enthalten. Nach der Verordnung fönnen schon erhalten. Die Lebensverhältnisse sind die denkbar traurig invalidenversicherung in Form einer Wohnzulage gewährt hat. Der Knaben, die das elfte Lebensjahr vollendet haben, zum sten, bei den höchsten Lebensmittelpreisen bestehen die niedrig. Knappschaftsverein ist infolge starter Inanspruchnahme so weit Hüten verwandt werden. Kinder, die in diesem zarten Alter sten Löhne und nach den niedrigen Löhnen des Bergfistus zurückgegangen, daß es unmöglich ist, den vom Abg. Beinert emp- stehen und ausnahmslos mangelhaft ernährt sind, da sie aus richtet sich das bißchen Steinindustrie und dergleichen, die fich dort fohlenen Weg zu beschreiten. Die Sanierung der Knappschafts- den allerärmsten Schichten der Bevölkerung stammen, fönnen angesiedelt haben. Der Fiskus hat es in der Hand, die Bevölke bereine ist noch lange nicht durchgeführt. Wir können nur außer- schrankenlos ausgebeutet werden. Im Sommer besteht auf rung des Oberharzes faufträftig zu machen und ihr die Lebens- ordentlichen Notlagen durch Unterstützungen abhelfen; dafür sind dem Lande in der Regel eine Arbeitszeit, die von Sonnenfreude zu geben, die ihr durch die Maßnahmen des Fiskus zum insgesamt 84 500 M. eingestellt und für Reichsinvalidenrenten aufgang bis Sonnenuntergang dauert das sind 17 bis großen Teil genommen worden sind.( Bravo! bei den Sozialdemo- 20 000 M. fraten.) 18 Stunden. Und elf Jahre alte Kinder müssen diese unmenschlich lange Arbeitszeit durchmachen, und zwar an den Wochentagen wie an den Sonntagen. Denn die Vorschrift lautet, daß die Arbeitgeber nur verpflichtet sind, die Hütefinder wenigstens zweimal im Monat an dem öffentlichen Gottesdienst teilnehmen zu lassen. Vorausgesetzt, daß das eingehalten wird, müssen die Kinder an zwei Sonntagen im Monat vollständig arbeiten; an den beiden anderen Sonntagen braucht sie der Agrarier bloß an dem Gottesdienst teilnehmen zu lassen. Vor und nach dieser Zeit kann er sie wieder verwenden. Also nicht einmal eine halbwegs ausreichende Sonntagsruhe steht den Kindern zu. Und wie steht's mit dem Schulbesuch? Hier verordnet die Regierung, daß die HüteIt- tnaben den Schulunterricht wöchentlich mindestens während zweier vollen Vormittage regelmäßig und pünktlich zu bejuchen haben. Die beiden Tage bestimmt der Kreisschulinspektor unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse für die Schulen seines Aufsichtsfreises, wobei aber wenigstens für jede Ortsschulinspektion Uebereinstimmung erforderlich Oberberghauptmann v. Belsen erklärt, daß nicht beabsichtigt sei, den Oberharzbergbau einzuschränken, im Gegenteil. Abg. Imbusch( 3.) befürchtet von den Prämien der Beamten eine Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Beamten und Arbeitern. Abg. Goebel( 3.) bespricht trotz der wiederholten Mahnungen des Präsidenten zur Kürze ausführlich die Zustände der Knappschaftstasse in Zabrze. Abg. Imbusch( 3.) wünscht verschiedene gesundheitliche Verbefferungen in westfälischen Staatsgruben. Abg. Dr. Hingmann( natl.): Die Dozenten an der BergAbg. Dr. Maurer( natl.): Bei der sinkenden Kauf- akademie Clausthal sind überlastet. fraft des Geldes sind die jetzigen Löhne im Saarrebier auf Abg. Dr. Maurer( natl.) fragt nach dem Stande der Glef. teinen Fall mehr ausreichend. Wenn nur die Einnahmen steigen, trizitätsversorgung des Mosel- und Saargebiets. dann werden auch die Löhne steigen.( Abg. Leinert: Da Oberberghauptmann v. Belsen: Leider sind die Verhandlungen fönnen Sie lange lauern!) Die Prämien sollen die Steiger ver- mit der A. E. G. gescheitert, die auf Errichtung einer weiteren anlassen, ihre ganze Kraft für rationelle Bewirtschaftung und Aus- Ueberlandzentrale abzielten. gestaltung der Bergiverfe einzusehen, ohne daß dabei die von den Der Bergetat wird bewilligt. Sozialdemokraten befürchtete Ausbeutung der Arbeitermassen ein- Donnerstag 11 Uhr: Petitionen, dann Fortseßung zutreten braucht. In den Sammlungsruf des Abg. Hirsch der Statsberatung: Antrag v. Hennigs- Techlin, an alle bürgerlichen Parteien fann ich nicht einstimmen. pensionäre, Finansministerium. ( Hört, hört!) Abg. Goebel( 3.): In den oberschlesischen Berg. werten steht es mit den Arbeiterlöhnen genau so schlecht wie im Saargebiet. Schluß 5 Uhr. Hus Induftrie und Bandel. Rüftungsprofite. Abg. Dr. Röchling( natl.): Die Bergarbeiterlöhne sind nach den Ausführungen des Ministers in hocherfreulichem Steigen be griffen. Die Differenz zwischen dem Standpunkt des Ministers Wem die schimmernde Wehr ansehnlichen Nugen bringt, ift. Das ist der ganze Unterricht, den die Kinder bekommen. und des Abg. Hirsch- Essen und dem Bergarbeiterbreibund dreht sich zeigen die Bilanzen einer österreichischen und deutschen Waffenfabrit. Bei Vormittage in der Woche. Wie fönnen die Kinder hiernur um das Tempo und die Methode der Lohnerhöhung. Die Die Desterreichische Waffenfabrit- Attiengesell. bei lernen? Die Schulverhältnisse auf dem Lande sind ohneSozialdemokraten und ihre Anhänger wünschen rasche- schaft in Stehr verteilt auf die Aftie im Nemuwert von 200 Stronen hin traurige; die Räume sind überfüllt, die Lehrer überlastet. stes, die Unternehmer und der Fiskus ruhiges Tempo. Die der Kurs ist 774 Sr. 32 Kr. Dividende. Es fonnten ein Wie sollen diese sich noch mit den Hütekindern abgeben Sozialdemokratie fordert eine 15prozentige rein mechanische Lohn ordentlicher Referbefonds von 30 Prog. des Aktienkapitals und ein fönnen, deren Unterrichtung eben eine besondere und den steigerung, die fistalische und private Bergverwaltung wünscht An- außerordentlicher von 3 700 000 str. aufgefammelt werden. Nun soll Verhältnissen entsprechende sein muß, wenn sie irgendwelchen passung der Löhne an die Konjunktur, stärkere Aufbesserung der das Kapital von 8,4 Millionen auf 10,5 Millionen erhöht und den Erfolg haben soll. Dazu kommt, daß der Hüteknabe vor dem fleinen Löhne und geringere Aufbefferung der hohen Löhne. Das Aktionären auf je bier alte eine neue Aftie gegeben werden. Zur Schulbeginn eine vier- bis fünfftündige Arbeitszeit durchist ganz verständig. Die Kohlenpreiserhöhung tritt erst am 16prozentigen Dividende erhalten die Anteilscheinbefizer demnach gemacht hat und müde und abgespannt ist. Außerdem ist sein 1. April ein, die Löhne hat man schon seit Januar erhöht. Eine einen Betrag, der dem Nennwert der Attien fast gleichkommt. Rohnerhöhung für das Saarrebier ist auch nach dem Zeugnis der Der Reingewinn der Deutschen Waffen und Beruf ohnehin geeignet, ihn stumpfsinnig zu machen. Nach dortigen andelsfammer sehr wünschenswert. Munitionsfabriken Berlin und Karlsruhe beträgt pro Schluß der Schulstunden geht es sofort wieder ins Feld. Die Abg. Imbusch( 3.) fordert eine Lohnerhöhung wegen 1911 einschließlich des Vortrages aus 1910 4 845 229 Mart( gegen Dienstherren sollen wohl den Hütekindern die zur Anfertigung der Lebensmittelberteuerung. Die Privatwerte 4 567 764 Mart im Vorjahr). Zur Verteilung soll eine Dividende der Schularbeiten notwendige Arbeitszeit gewähren, aber daß zahlen mehr als die staatlichen. bon 25 Broz.( im Vorjahr 24 Proz.) gelangen. Die Abschreibungen diese Vorschrift fast nie eingehalten wird, ist selbstverständlich. Handelsminister Dr. Sydow: Das ist nicht richtig, die Löhne betragen 2 Millionen Mark( gegen 1546 000 Mart im Vorjahr). Dann sagt die Regierung in ihrer Verordnung, daß jeder sind gestiegen. Der Fistus kann die Veränderung der Lebens- Als Vortrag ins neue Geschäftsjahr verbleibt eine Summe von Senabe beim Nachsuchen der Hüteerlaubnis ein von dem Amtsmittelpreise nur bedingt zur Grundlage der Lohn- 612 078 Mar!( im Jahre 1910 505 840 Mark). Ein volles Bild vorsteher auszustellendes Zeugnis über die Armut der Eltern erhöhung nehmen. Vor allem muß die Rentabilität steigen; von dem Gewinn der Fabriken wird mit diesen Zahlen nicht ge= wir sollen doch taufmännisch wirtschaften! Wir haben die Feier geben. Die Gesellschaft hat schon in früheren Jahren so starle Ab- beizubringen hat, und daß die die Hüteerlaubnis nachsuchenschichten vermindert. Die Prämien sollen nicht der Ausbeutung schreibungen vorgenommen, daß in der Bilanz eine Reihe von Bosten den Knaben sich gut geführt, die Schule im Winter bienen, aber die Steiger müssen auch die minderfleißigen Arbeiter mit einer Mart zu Buche stehen. Auch die wertvollen Maschinen regelmäßig besucht haben müssen und die ihrem Alter an ihre Pflicht erinnern. Es ist nicht richtig, daß der Budget- haben danach rechnungsmäßig nur einen Wert von einer Mart! entsprechenden Kenntnisse nachweisen, das heißt, mindestens fommissionsbericht nicht stimme, wie Abg. 2einert gestern be- Die Spekulation auf nationale Gegensäge ist also recht lohnend. ein Jahr der Mittelstufe, in zweiklassigen Schulen mindestens hauptete. Der Oberbergrat hat dort nicht gesagt, man werde nicht ein Jahr der ersten Klasse angehört haben müssen. Auch diese um eine Lohnerhöhung herumkommen, sondern nur, daß LohnVorschrift ist wieder ganz den agrarischen Verhältnissen angeerhöhung bei Einnahmeerhöhung den Ueberschuß nicht mindern paßt. Wenn die Kinder vor dem elften Lebensjahre bereits sverde. Der oberschlesischen Gastohle macht in Berlin die eng lische Konkurrenz, aber um dem entgegenzutreten, müssen erst die Eine Jugendkonferenz für Württemberg fand am Sonntag, den in den Sommermonaten die Schule nicht besucht, dafür aber Eisenbahntarife herabgesetzt werden. Die Handwerker. 3. März, in Stuttgart statt. Vertreten waren 21 Jugendorga- auf den Feldern der Agrarier gearbeitet haben, so ist das noch Löhne in den Staatsbergwerfen find hoch genug. nifationen durch 62 Delegierte. Außerdem nahmen als Gäste an lange kein Grund, ihnen den Hüteschein zu verweigern. Sie Abg. Sauermann( 8.) wünscht ebenfalls bessere Beden Beratungen teil: 6 Vertreter gewerkschaftlicher Jugendsektionen, müssen nur im Winter regelmäßig zur Schule gegangen sein zahlung der staatlichen Bergarbeiter. ein Vertreter der Arbeiterturnvereine, die Genossen Wasner und und nicht mehr in der untersten Klasse fizen. Abg. Delius( Bp.): Die Erhöhung der Löhne hat der Besse- Müller vom Landesvorstand, Genosse Bullmer vom BildungsDie Erlaubnisscheine zum Hüten werden ausschließlich rung der Konjunktur nicht Rechnung getragen. Der ausschuß. Genoffin 3 etfin von der Preßkommission, Genosse vom Kreisschulinspektor ausgestellt. Dann sind noch einige Hirsch- Dundersche Verband hat in feiner Weise gehetzt, den Vor- Soft vom 2. württembergischen Wahlkreise, die Genossen Flie wurf des Abg. Hirsch weise ich entschieden zurüd. Auch wir wünger, Sirsch und Walcher von der Redaktion der„ Schwäbischen Vorschriften über die Kontrolle der Hütekinder erlassen, schen natürlich feinen Bergarbeiterstreif; die Bergherren sollten Tagwacht" und Genosse Mar Peter 3- Berlin von der Zentral- die in der Hauptsache dem schon überbürdeten mehr Entgegenkommen zeigen, und der Minister müßte alles fun, stelle für die arbeitende Jugend Deutschlands. Der Bezirksleiter 2andlehrer aufgehalst ist. So hat der Lehrer ein um einen Streit zu vermeiden.( Beifall links.) für Württemberg, Genosse Schwab- Stuttgart, fonnte in seinem gesondertes Verzeichnis der Hütekinder zu führen, den SchulAbg. Dr. Glattfelter( 8.) meint, die Löhne der Saarberg- Bericht einen erfreulichen Fortschritt der proletarischen Jugend- besuch derselben sorgfältig zu überwachen und erforderlichenarbeiter verdienen eine angemessene Erhöhung. bewegung tonstatieren. Die Zahl der Mitglieder stieg bon 1870 falls die Schulversäumnislisten sofort einzureichen. Der Ein Schlußantrag des Zentrums wird angenommen. am 1. Juli 1911 auf 2582 Ende Februar 1912. Die Arbeiter- Lehrer hat den Unterricht der Hütekinder möglichst planmäßig Abg. Leinert( Soz. persönlich): Sie hätten sich gar nicht in Jugend" befibt 3135 Abonnenten. 274 Vorträge wurden in den zu die Untoften eines Schlußantrags zu stürzen brauchen, ich wollte Bereinen gehalten, außerdem dienten 21 öffentliche Versammlungen au gestalten und namentlich dafür Sorge zu tragen, daß sie nur dem Minister antworten, der meinte, ich hätte des Oberberg- der Agitation. Die gegnerische Jugendbewegung, insbesondere die in den Hauptfächern, in der Religion( die steht natürlich Hauptmanns Aeußerung in der Budgettommissien misverstanden. Pfadfindervereine, mache große Anstrengungen, die Arbeiterjugend an der Spize!) im Lesen und Schreiben und im Rechnen in Diese lautete: Beffere Einnahmen würden sofort durch Lohn- der proletarischen Jugendbewegung zu entfremden. Um so be- dem Maße fortschreiten, als dieses den Verhältnissen nach erhöhungen wieder ausgeglichen, er möchte demnach dringend bauerlicher sei es, daß unsere Genossen der freien Jugendbewegung möglich ist. Der Lehrer hat die Hütekinder auch warnen, höhere Ueberschüsse einzusehen." Daran habe ich die Bel nicht die nötige Unterstübung angedeihen lassen. In der dem Be bezüglich ihrer Führung ft ets im Auge au behalten Jugendbewegung. 11 1 E. M. 1881. Der Mann sofort nach Rechtstraft des Urteils, die Frau, und sich ihrer erzieherisch anzunehmen. Erzieherisch" soll sich Angeklagler legte beim Rammergericht Revision ein und machte Schöne der Lehrer der Kinder annehmen. In ihre Arbeitsverhält- geltend. daß auf einen Verweis überhaupt nicht hätte erkannt nachdem 10 Monate seit diesem Zeitpunkte verstrichen sind. 1. Einmalige Aufforderung genügt. 2. Drtspolizei. W. F. 399. Sie sind zur Weiterzahlung verpflichtet. Die 28,85. M. nisse hat er nicht hineinzureden. Wenn die Kinder übermäßig werden dürfen, weil durch das preußische Gesetz vom 29. Juni 1867 berg 32. oder 125 M. monatlich übersteigende Lohnforderung ist ausgebeutet, vom Arbeitgeber mißhandelt oder schlecht be- ie Strafe des Verweises, die das hannoversche Polizei- Strafgesetz- wöchentlich buch kannte, aufgehoben worden sei. abzugsfähig. 5. B. 79. 1. Bestimmten Anwalt zu empfehlen lehnen föstigt werden, dem Lehrer gehen alle diese Dinge nichts an. 2. Das Kammergericht, das die Strafbarkeit des Angeklagten mit mir grundsäßlich ab. Versuchen Sie es. 3. Gleichgültig. Dagegen soll er Fälle von Leichtsinnigkeit oder Roheit, von dem Landgericht für gegeben erachtete, aber auch den zutreffenden.23. 100. Die Fragen lassen sich nur nach Einsichtnahme in 4&. 1. Ja. 2. Für alle Drte. Verwahrlosung oder groben sittlichen Vergehen( der Kinder Einwand des Angeklagten hinsichtlich der Strafart berücksichtigen den Mietsvertrag beantworten. D. 2. 27. 1. Läßt sich nur beantworten, wenn angegeben wird, wie natürlich ohne Verzug zur Kenntnis des Ortsschulinspektors mußte, fällte dieser Tage folgendes salomonische Urteil: bezw. der Stadtschuldeputation bringen. Der Ortsschul- Es sei richtig, daß der§ 125 des hannoverschen Polizei- Straf- hoch die Ladenmiete gesondert ist. 2. Anteilig, nach oben auf 50 Pf.- Beträge E. A. M. 1890. 1. Nicht feststellbar. 2. Strant abgerundet. 3. Am 1. inspektor bezw. die Stadtschulinspektion hat ein besonderes gesetzbuches noch zu Recht bestehe. Die Strafart sei aber durch beiten, Verlegungen oder deren Folgezustände an den unteren Gließmaßen. das preußische Gesetz vom 29. Juni 1867 insofern geändert, als 3. Nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. 4. Reflamieren. 5. Nein. Aftenstück über die Angelegenheit der Hütekinder zu führen, bestimmt worden sei, daß an Stelle der Strafe des Verweises eine Sch. 7. 1. Ja. 2. An den Magistrat unter Hinweis auf§ 850 der Zivil. zu welchem auch die Versäumnislisten gehören. Die letzteren Geldstrafe von 1 bis 3 M. zu treten habe. Nun habe sich Ange- prozeßordnung und das Lohnbeschlagnahmegesez. 3. Ja, soweit Staatsfind alsbald nach ihrem Eingange zu prüfen und mit mög- flagter zwar strafbar gemacht nach§ 125 des hannoverschen Polizei- einfommensteuer in Frage kommt. 4. Zwei. 5. Nein. Schreiben Sie an - F. R. 101. Leider nein. C. B. Handlichster Beschleunigung der Ortspolizeibehörde zur Festsetzung Strafgesetzbuchs vom 25. Mai 1847 in Verbindung mit dem ge- die Kirchenbehörde. 6. Ja.- E. R. 100. Ihre Angaben reichen nicht aus. Kommen Sie in und Vollstreckung der Strafen zu übergeben. Wird in letterer nannten preußischen Gesek. Er hätte also an sich zu einer Geld- beil. die Sprechstunde. B. S. 30. Nein. Dummert, Weißensee. Ja. Beziehung vorschriftswidrig oder säumig verfahren, so ist strafe verurteilt werden müssen. Das sei aber jetzt nicht mehr 2. M. 3. Die Sachlage ist recht zweifelhaft. Derartige Selbsthiervon der Polizeiaufsichtsbehörde schleunigst Mitteilung zu möglich, denn auf seine Revision könne er hinsichtlich der Strafe bezichtigungen reichen in der Regel nicht aus. machen. Bei fortgesetter Schulversäumnis oder dauernd nicht schlechter gestellt werden, als es durch das von ihm angefochtene 2. Etwaige Kosten der Ausbildung. mangelhafter Führung eines Hütefindes ist von dem Rechte Urteil geschehen sei. Er würde aber schlechter gestellt werden, wenn man die niedrigst zulässige Strafe von einer Mark nehmen würde, der Rücknahme des Hütescheins unnachsichtlich Gebrauch zu die ja an sich über einen Verweis hinausgehe. Die Strafe des Vermachen. Die Schulinspektoren haben bei ihren Schulvisita- weises könne aber, da gesetzlich unzulässig, auch nicht weiter betionen den Angelegenheiten der Hütekinder besondere Fürsorge stehen bleiben. So bleibe nichts anderes übrig, als so zu erkennen: zuzuwenden und beim Antreffen etwaiger Mißstände sogleich Die Revision des Angeklagten wird zwar zurückgewiesen, aber mit das Geeignete zu veranlassen. der Maßgabe, daß die Strafe in Wegfall zu kommen habe. muß gänzlich berboten werden, weil sie die schwersten Gefahren für die Kinder in sich birgt und diese oft körperlich und geistig zu grunde richtet. Die rote Fahne im Leichenzuge. Stationen 5. M. 10. 1. Ja. M. S. 71. 1. und 2. Nein. Witterungsübersicht vom 5. März 1912. Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Swinemde. 751 752SW Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 52849 5°.= 4° R. 6 Schnee-5 5 Haparanda 750 ND 7 Betersburg 752 WSW 1 bedeckt Scilly 746 W 6 8 Aberdeen 7halb bd. 735 WNW 4wolfig 75252 4 bedeckt 5 Regen 6 wolfig 3 wolfig 3 moltig 4 bedeckt 4 Paris 760 Still wolfig 3 Wetterprognose für Mittwoch, den 6. März 1912. Etwas fühler, vielfach heiter, jedoch sehr unbeständig, mit einzelnen 758 SW Wasserstand Berliner Wetterbureau. Wasserstands- Nachrichten am 4.3. seit cm 3. 3. cm¹) 2483)+79 Wasserstand Saale, Grochlik Auf dem Papier stehen ja diese Kontrollvorschriften, aber daß sie in der Bragis faum in Anwendung kommen, ist klar Am 30. Juli 1911 wurde in Glückstadt ein verstorbenes Mit- Hamburg 747 für jeden Kenner der Verhältnisse. Die Behörden in Ostelbien sind mit den Agrariern verwandt und verschwägert; glied des Sozialdemokratischen Vereins zu Grabe getragen. Mit Berlin auf die Schulbehörden trifft das gleichfalls zu, und diese sehen glieder des Vereins folgten dem Leichenzuge. Der Vorfizende des Frankf.a. M. 752 SW Vereins, der Arbeiter Karl Schulze, ging an der Spitze der Vereins- München sich die Verhältnisse durch die agrarisch gefärbte Brille an, so mitglieder mit der roten Barteifahne. Er erhielt eine Anklage Bien daß für sie fast nie derartige Mißstände existieren, daß sie die wegen Hebertretung des Reichsvereinsgefeßes, wurde aber bom Hütekinder dem Agrarier entziehen müssen. Diese Zustände Glüdstadter Schöffengericht freigesprochen. Auf eingelegte Beruerheischen dringend einer gesetzlichen Regelung. Die Ver- fung der Staatsanwaltschaft hob aber die Altonaer Strafkammer Regen- oder Hagelschauern und starten, später nachlassenden westlichen wendungschulpflichtiger Kinder zum Hüten das Urteil auf und verurteilte Schulze zu 30 M. Geldstrafe oder Binden. feche Tagen Haft. In der Urteilsbegründung hieß es, daß es wohl in Glückstadt üblich sei, daß sämtliche Vereine, beispielsweise Feuerwehr, Kriegerverein usw., bei Leichenbegängnissen ihre Fahne mitführen, bei politiſchen Bereinen sei das aber nicht üblich. Die der Landesanſtalt für Gewäſſerkunde, mitgeteilt vom Berüner Wetterbureau. Beweisaufnahme habe auch ergeben, daß politisch anders gesinnte Einwohner der Stadt an dem Leichenbegängnis Anstoß genommen Die Unfallverhütung durch die Berufsgenossenschaften. hätten. Das Leichenbegängnis sei deshalb als ein außergewöhn= Die Maßnahmen zur Verhütung von Betriebsunfällen sind in liches anzusehen, auch sei es eine politische Demonstration gewesen, eriter Linie den Berufsgenossenschaften übertragen worden. Eigent- benn die rote Fahne sei nur zur Demonstration mitgeführt worden. lich sollten diese auch ein lebhaftes Interesse an der Vermeidung Der Angeklagte sei deshalb als Leiter und Veranstalter des außer der Unfälle haben, denn je weniger sich solche zutragen, um so gewöhnlichen Leichenbegängnisses zu bestrafen, weil er die polizeigeringer sind die Ausgaben an Unfallentschädigung. Aber die liche Genehmigung nicht nachgesucht habe. Berufsgenossenschaften sind die Organisationen der Unternehmer, Schulze legte gegen das Urteil Revision beim Oberlandesgericht und diese werden sich doch bei den einschlägigen Einrichtungen nicht in Kiel ein. Dieses hob am Sonnabend das Urteil der Altonaer ins eigene Fleisch schneiden. Die Verminderung der Ausgaben Straffammer auf und sprach den Angeklagten frei. Der Senat wie der Vorderbringen sie auch so durch eine immer schlimmer werdende Renten- sagte in seiner Urteilsbegründung, daß, wenn quetscherei fertig, wozu fie infolge ihrer Machtbefugnisse Gelegen richter festgestellt habe es in Glückstadt üblich sei, daß die Verheit haben. So kommt es, daß die Unfallverhütung durch die eine bei Zeichenbegängnissen die Fahne mitführen, die politische Berufsgenossenschaften immer noch viel zu wünschen übrig läßt. Tendenz des Vereins für die äußere Form des Leichenbegängnisses Von den 66 gewerblichen Berufsgenossenschaften haben erst ohne Belang sei. Auch die Auslegung des Begriffs politische De62 technische Aufsichtsbeamte zur Ueberwachung der Betriebe ange= ftellt. Einen solchen Peamten hat zum Beispiel bis jetzt noch nicht monſtration" sei vom Vorderrichter nicht richtig erfolgt. Die Abdie Töpfereiberufsgenossenschaft, die Berufsgenossenschaft der Gas- sicht der politischen Demonstration müsse nach außen hin hervortreten. Lediglich die Beteiligung des Sozialdemokratischen Vereins und Wasserwerke, die Privatbahnberufsgenossenschaft und die Be- und das Mitführen der roten Fahne jei noch keine politische Derufsgenossenschaft der Schornsteinfegermeister. Bei den erwähnten monstration. Das Leichenbegängnis sei deshalb ein gewöhnliches 62 Berufsgenossenschaften sind insgesamt 353 Stellen durch 340 Personen besetzt. Von diesen sind aber 275 gleichzeitig als gewesen, für das keine polizeiliche Genehmigung erforderlich war. Rechnungsbeamte tätig. Am zahlreichten sind die Aufsichtsbeamten Deshalb müsse Freisprechung erfolgen. bei den Baugewertsberufsgenossenschaften angestellt. Auf diese allein entfallen 116 Beamte. Die 48 landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften befizen 47 technische Aufsichtsbeamte. 23 landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften, vor allem die preußischen, besigen überhaupt keinen der artigen Beamten. Selbst das Reichsversicherungsamt sagt in seinem letzten Bericht, daß gerade im Interesse der landwirtschaftlichen Unfallverhütung eine Vermehrung der Bahl der technischen Auffichtsbeamten nötig ist und angestrebt werden muß. Das Reichsvereinsgesez und die Beschaffenheit von Versammlungsräumen. Meme I, Tilsit Bregel, Insterburg Beisel horn der, Ratien Bar the, Schrimm " Krossen Frankfurt am ſeit 4. 3. 3. 3. cm cm³) 167+6 2233)+58 3524)-28 234-11 avel, Spandau 2) 88 +6 Rathenow 2) 96 +9 Spree, Spremberg 2) 82 -2 252 -4 Beeskow 107 +2 247 +9 Wefer, Münden 232 +8 220 +14 Minden 308 +10 Landsberg 128+28 Rhein, Maximiliansau 402 +15 60 -4 Kaub 230-5 140 +7 Köln 275-10 Dresden Berby Magdeburg 19 +7 Nedar, Heilbronn 123+17 308 -10 Main, Wertheim 257-11 Mosel, Trier 215 1974-37 -10 Fall. 3) Unterpegel.*) Eisstand. nebe, Bordamm Elbe, Leitmeriz 1)+ bedeutet Wuchs, - 4) Eisfrei. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Arbeitsnachweis: Hof I. Das Kammergericht hat dieser Tage wieder einmal der Polizei- Amt Norden, Nr. 1239. willfür gegen Versammlungen die Wege geebnet. Vielfach find Polizeiverordnungen erlassen, welche eine Reihe polizeilicher Anforderungen an Räume stellen, in denen öffentliche Versammlungen sowie andere öffentliche Veranstaltungen abgehalten werden sollen. Ein Herr Ponte sollte gegen die vom Regierungspräsidenten Die Jahresberichte der bei den gewerblichen Berufsgenossen- in schaften angestellten Aufsichtsbeamten werden seit einiger Zeit in in Danzig erlaffene Polizeiverbordnung vom 7. Dezember 1889 einem Buche vereinigt veröffentlicht. Nach diesem Berichten wurden verstoßen haben, indem er seine Privatwohnung für eine öffentliche im Jahre 1900 insgesamt 241 156 gewerbliche Betriebe revidiert. Versammlung eines polnisch- katholischen Volksvereins hergab. Es Gegenüber dem Vorjahre sind das zirka 20 000 Betriebe mehr. In- handelte sich um einen Ort in der Gegend von Danzig. Das zwischen ist aber auch die Zahl der als vorhanden nachgewiesenen Landgericht in Danzig verurteilte ihn zu einer Geldstrafe, nachBetriebe von 707 393 auf 716 213 gestiegen. In dem Buche wird dem es festgestellt hatte, daß die fraglichen Stuben weder in bezug die Tätigkeit von 342 technischen Aufsichtsbeamten näher besprochen. auf Größe, noch hinsichtlich der Beschaffenheit der Türen und der Sie weißen zusammen 57 712 Revisionstage nach; im einzelnen ver- Beleuchtung während der Versammlung den Anforderungen entwendeten sie 40 035 Tage auf Betriebsbesichtigungen, 9095 Tage Sprachen, welche die Verordnung stellt. auf Lohnbuchprüfungen und 8582 Tage auf die Kontrolle der Rentenempfänger. Man sieht, daß die Beamten neben der Revifion der gewerblichen Anlagen noch eine Reihe anderer Aufgaben zu erfüllen haben. Die Zahlen zeigen, daß im Jahre 1910 nur 33 Proz. der bei den Berufsgenossenschaften mit Aufsichtsbeamten borhandenen Betriebe revidiert worden sind. Verwaltungsstelle Berlin Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt Norden, Nr. 1987 Donnerstag, den 7. März, abends 8½ 1hr: Branchen- Versammlung der Former und Berufsgenossen in den Boruffia- Sälen, Ackerstr. 6/7. Tagesordnung: 1. Wahl des Branchenleiters und Bestätigung der in den Gruppen verfammlungen der Kernmacher, Maschinenformer und Puzer gewählten Kollegen. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 7. März, abends 12 Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung der Kino- Operateure Groß- Berlins in Jul. Meyers Festsälen, Oranienstr. 103. Tagesordnung: Das Kammergericht verwarf die Revision des Angeklagten mit folgender Begründung: Zunächst sei davon auszugehen, daß solche Verordnungen sich nicht nur auf Räume beziehen, welche generell, wie Wirtshäuser usw., für Abhaltung öffentlicher Versammlungen bestimmt sind, sondern auch auf Räume von Privatwohnungen für den Einzelfall, wo in solchen öffentliche Versammlungen abgehalten Wie unangenehm den Unternehmern die Ueberwachung der werden sollen. Der Senat habe nun Stellung genommen zu der Betriebe ist, geht daraus hervor, daß das Reichsversicherungsamt Frage, wie es sich mit der Gültigkeit der Verordnung im Hinblic fich im Jahre 1911 mit 3020 Leschwerden von Unternehmern gegen auf.§ 1 Absatz 2 des Vereinsgefeßes verhalte. Der Senat sei der die Unfallverhütung zu beschäftigen hatte. Insbesondere handelte Meinung, daß sie damit in Einklang stehe. Sie sei aus sicherheitses sich dabei um Bestrafungen der Unternehmer wegen Zuwider- polizeilichen Gründen erlassen. In Frage kommen hätte fönnen, Branchenangelegenheiten. handlung gegen die Unfallverhütungsvorschriften. Wie unberech ob im Hinblick auf den Absatz 2 des§ 1 des Vereinsgesetzes solche tigt diese Beschwerden waren, geht daraus hervor, daß nur 110 Polizeiberordnungen bestehen können oder ob die Polizei auf Grund Kollegen zu dieser Bersammlung ist dringend erforderlich. von ihnen einen Erfolg hatten. In einer Anzahl von Fällen ihrer aus dem Landesrecht fließenden Befugnisse nur im Einzelwurden den Unternehmern die Kosten der wiederholten Revision falle einschreiten konnte. Das Kammergericht sei der Meinung, der Betriebe auferlegt, weil sie den erhaltenen Anordnungen nicht daß gerade solche allgemeinen Verordnungen erlassen werden Beiträge werden in der Versammlung entgegengenommen. fönnten und müßten. Gerade dadurch werde die Gewähr für eine 113/9 unparteiische Behandlung aller Parteien gegeben. Jm anderen Folge gegeben hatten. Briefkaften der Redaktion. In nächster Zeit werden fast sämtliche Berufsgenossenschaften Falle dagegen würde Willkür der Polizei ermöglicht. Somit feien eine Umänderung ihrer Unfallverhütungsvorschriften vornehmen. folche Polizeiverordnungen, die eine unmittelbare Gefahr von Bom Verbande der deutschen Berufsgenossenschaften unter Mit Leben und Gesundheit der Versammlungsteilnehmer abwenden wirkung des Reichsversicherungsamtes sind neue Normal- Unfall- wollten, rechtsgültig und Angeklagter fei mit Recht verurteilt verhütungsvorschriften herausgegeben worden. Dieselben erstreden worden. sich auf ein größeres Gebiet von Unfallverhütungsmaßnahmen, Die Ausdehnung der Polizeiverordnung auf private Räumlichinsbesondere sind neue Bestimmungen über elektrische Anlagen, feiten ist eine vom Vereinsgesetz nicht gewollte und der Polizei Kettenbahnen usw. aufgenommen worden. Mit erhöhtem Nachdruck nicht zustehende Einschränkung des Rechts des Inhabers einer wird auf Maßnahmen gegen den Alkoholmißbrauch hingewirkt. Wohnung über diefelbe. Eine Befferung könnte die gesamte Unfallverhütung nur erfahren, wenn sie dem maßgebenden Einflusse der Versicherten unterstellt würde. Die neue Reichsversicherungsordnung beläßt es jedoch bei dem seitherigen Zustande, daß nur zur Beratung und zur Beschlußfaffung über die Unfallverhütungsvorschriften Vertreter der Versicherten mit vollem Stimmrecht und in gleicher Zahl wie die und das beteiligten Arbeitgeber zuzuziehen sind. Neu ist nur ist ein kleiner Fortschritt daß alljährlich der Berufsgenossen schaftsvorstand unter Hinzuziehung der Vertreter der Versicherten zu den Berichten der technischen Aufsichtsbeamten Stellung zu nehmen und die Maßnahmen anzuregen hat, die zur Verbesserung der Unfallverhütung geboten erscheinen. Seither kam es häufig bor, daß die Arbeitervertreter während ihrer ganzen einjährigen Amtsperiode nicht in Funktion traten. Gerichts- Zeitung. Strafbar, aber straffrei. 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Kommission. 3. Verbands- und Kollegen! Ein vollzähliges und pünktliches Erscheinen sämtlicher Mitgliedskarte legitimiert. Teppiche 130X200: 22 bis 64 M 5 bis 19 165X230: 10,50 bis 40 M 200X300: 250X350: 300X400: 52 bis 120 M 67 bis 186 M Gardinenhaus Bernhard Schwark Wallstr. 13( breizehn) Haben Sie Stoff? ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade 8, 11.( Stadtb. Börs.) Frack- Verleih- Institut Die furistische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, van 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen teine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Knospe, Wrangelstraße. Der Austritt tann die erwähnten Folgen haben. Ihre Frau ist steuerpflichtig, da ein sog. gemischte Ehe vorliegt. Bei Beigerung ist Zwangsbeitreibung zu erwarten. 2. 3. 150. Die Steuerpflicht beginnt mit dem 1. desjenigen Monats, der dem Monat folgt, E. B. 31. Frad, Gehrods, Smoking- Anzüge, für in welchem der Militärentlassene Beschäftigung erhalten hat. 1. Für den Prozeßfall müssen Sie die behauptete Zahlung beweisen. 2. Nein. jede Größe passend, in großer Auspflichtet. Die Beitreibung der Alimente ist Sache des Vormundes. rätig. B. N. 17. 1. Sie können auf Beseitigung gegen den Vermieter flagbar Friedrichstr 115 I, a. Oranienburg.Tor. werden. 2. Rund 245 000. A. B. 92. Nach Ihrer Darstellung halten wir Sie nicht für zahlungspflichtig. 2. P. 52. 1. Unverständlich. 2. Ja. Kost und Logis etwa 600 m. jährlich. G. 5. 109. 1. Das ist zulaifig, wenn nach ärztlicher Ansicht noch teilweise Erwerbsbehinderung vorliegt. m. 7.75 pro 1000 frei Gelag. 21/ 7* W. E. 8. Beschweren Sie sich beim Kon- Koch, Rigdorf, Bergstr. 110 II. C. P. 50. Erheben Sie sofort Biderspruch. 5. R. 2. 264. Sie können schon jetzt das Kind am evangelischen Religionsunterricht teil2. B. Ja. chinen lassen, weil Ihr verstorbener Mann evangelischer Konfession war. F. 50. Ja, falls der Vermerk den Tatsachen entspricht. 2. M. 45. 1. Erst, nachdem etwa 10 Wochen verstrichen sein werden. 2. 9. 1. Bei Richard St. 111. Der Bater des Kindes ist zur Weiterzahlung verwahl vor. S. Berg Nachf. Borchardt, Die Straffammer in Verden verurteilte Herrn Knüppel wegen unberechtigter Schulverfäumnis seiner Tochter auf Grund der 2. und 3. Wir raten ab. §§ 125 und 127 des Hannoverschen Polizei- Strafgesetzbuches zu fiftorium. cinem Verweis. Das Strafverfahren war eingeleitet worden, weil Angeklagter seine Tochter nicht zu den Nachhilfestunden geschickt batte, nachdem der Schulinspektor ihn bereits wegen Schulver= säumnisse seines Kindes verwarnt hatte. Das Landgericht erachtete auch diese Nachhilfestunden als ordnungsmäßigen Schulbesuch, dem sich der Baier nicht hätte widerjeten dürfen. A. B. 2. Tel. Nord 7402. Michel- Salonbriketts Die Ortsverwaltung. Möbel auf Teilzahlung Spiegelschränke Anz. 5 M. an Bettstellen Anz. 4 M. an Kleiderschränke Anz. 5 M. an Vertikos Anz. 8 M. an Küchenschränke Anz. 5 M. an etc. etc. Abzahlung 1 M. Zimmer- Einrichtung Anzahlung 10 M. an Bouillon- Würfel Wittkopp Vorzügl. Ware. Frei Nachn. 1000St. M.13.-, 500 St. 7.50, 200 St. 3.75. 2. Nein. M. F. 100. Ja, falls Beweis möglich. deutschen Reichsangehörigen nein. 2. Dürfte ausreichen. Bir raten zu einer Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, Stralauer Str. 3/6. IG.Drabn& Co., Wilmersdorf- Berlin- g Rosenthaler Str. 33 L. vis- à- vis NeueSchönhauserstr. Abzahlungsgeschäfte Berliner Credit- Haus Erscheint 2 mal wöchentlich. Kommandantenstr. 67. Kuranstalt M. Schulzi Alkoholfreie Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u. Römertrank- Kell. 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Von der Bürgermeisterpartei werden die größten Anstrengungen gemacht, um uns die Mandate streitig zu machen. Jeder gehe so früh wie möglich zur Wahl! Die Wahlzeit ist von 12-7 Uhr. " Mittwoch, 6. März 1912. Berliner Nachrichten. Polizei und Gericht. den sozialdemokratischen Kandidaten seine Stimme gebe. In der Buckow. Donnerstag, den 7. März, abends 8 Uhr, im Lokale Diskussion wurde von mehreren Genossen das Verhalten der von Karl Klein, Chausseestraße 12: Deffentliche Wählerversammlung. Kirchengemeinde bei der Beerdigung des Genossen Günther und Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Gemeindewahl. 2. Diskussion. Das Wahlkomitee. seine Beiseßung am Baune scharf kritisiert. Von den anwesenden 3. Verschiedenes. bürgerlichen Herren Gemeindevertretern meldete sich keiner zum Wort. Als Kandidaten zur Gemeindevertretung wurden für die zweite Klasse Genosse Christian Schulz, für die dritte Klasse die Genossen Willi Soellner und bert No ad aufgestellt. Diedersdorf. Die Gemeindewahl findet hier am Sonn- Jm Metternich- Prozeß ist von dem Verteidiger fonstatiert abend, den 9. März, statt. Zu wählen ist für alle drei Ab- worden, daß Schußleute die Tür des Gerichtsgebäudes zur Straße teilungen je ein Vertreter. Die Kandidaten der ersten und zweiten besetzt hielten und niemanden zur öffentlichen Verhandlung heraufKlaffe tönnen Nichtangefeffene sein, während in der dritten Klasse ließen. ein Angesessener zu wählen ist. Die Wahl in der dritten Klasse Der Vorsitzende fand das unerhört. findet zuerst und zwar nachmittags von 4-5 Uhr, die der zweiten Ich nicht. Klasse von 5-5 Uhr und die der ersten Klasse von 5-6 Uhr Ich habe von jeher von einem Sigungssaal den Eindrud der statt. Die Arbeiterschaft wird ersucht, trotz der ungünstig festgesetzten guten Stube" gehabt: hier geht es ja noch( verhältnismäßig) anWahlzeit sich an der Wahl zu beteiligen und ihre Stimme für die ftändig zu aber draußen!- Der preußische Subalternbeamte fozialdemokratischen Kandidaten abzugeben. um jedem Mißverständnis vorzubeugen, ich meine Gerichtsdiener, weiß genau, daß ihm nichts Nieder- Schönhausen. Die Wahlen zur Gemeindevertretung Schußbeamte und dergl. Säulen finden für die dritte Klasse am Sonntag, den 10. März, geschieht 1 Die Autorität des Richters... Ich habe erlebt, daß von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 5 Uhr statt. Die zweite in einem Strafprozeß der Vorsitzende zu dem betr. Schutzmann lasse wählt am Montag, den 11. März, von 1 bis 6 Uhr nach den Saal verlassen." Sie haben den Angeklagten vorgeführt- Sie können nun fagte: Der Mann blieb did und wurstig figen. mittags, die erste Klasse von 8 bis 8% Uhr abends. Das Wahllokal Der Richter schwieg. ist für sämtliche Klassen das Restaurant von Liedemit( Am Kirchplak). Jeder Wähler erhält vom Gemeindevorstand eine Legitimationskarte zugestellt, welche im Interesse einer glatten Abwidelung des Wahlgeschäfts vorzuzeigen ist. In dem Fall in Moabit ist eine von 1000 Ungesetzlichkeiten zus fällig zu Dhren des Richters gekommen. Die Herren pflegen sonst berartige Klagen mit der Konstatierung abzuweisen, das sei nicht ihr Ressort. Unsere Richter berurteilen, ordnen an, sprechen frei. Sie könnten viel mehr. Sie könnten die Widerlichkeiten der Bader aus Hamburg einiges aus seinen Erlebnissen: er war in dem Untersuchungshaft mildern- in der„ Attion" veröffentlicht Alfred Prozeß gegen Kielmeyer und 9 Genossen wegen angeblicher Ver leitung zur Defertation in Untersuchungshaft gesteckt worden, und es war alles reglementsmäßig bergegangen aber hier wie bei der Polizei mäßig gebildetes Material, Feldwebel, Subalterne, die wissen, daß das Buchthaus hinter ihnen steht daher der Mut! Aber der Richter läßt sich und den Opfern schon manches gefallen, er weiß, die Leute fann er brauchen. Schulschwänzer und Umhertreiber Friedenau. Nach der nun erfolgten amtlichen Bekanntmachung finden die Wahlen für die dritte Klasse am Montag, den 18. März, bon mittags 12 bis abends 8 Uhr statt. Zum ersten Male wird die Wahl nach Bezirken vorgenommen, und zwar ist der Ort in zwei Bezirke eingeteilt, deren Grenze die Schmargendorfer und Wiesbadener Straße bildet. Der Teil nördlich dieser Straßen bildet den ersten, und der südliche Teil den zweiten Wahlbezirk. Es sind in der dritten Klasse fünf Gemeindebertreter zu wählen, hiervon zwei durch die Vermehrung der Gemeindevertreterzahl, zwei Ergänzungswahlen und eine Ersatzwahl Bei den bevorstehenden Gemeindewahlen wird der Kampf um für den verstorbenen Gemeindeverordneten Hendrich. Drei von den Erwerb der Mandate der dritten Klasse besonders heftig werdiesen fünf Vertretern müssen Hausbesitzer und zwei Nichtansässige den, da nicht weniger als fünf Vereine gegen die sozialdemokratische sein. Da unsere Genossen einen geeigneten Hausbesizerkandidaten Arbeiterschaft zu Felde ziehen. Die beiden Grundbefizervereine am Orte nicht haben, gehen sie bei dieser Wahl mit der Demo- haben diesesmal dem Beamtenverein die dritte Klasse überlassen fratischen Vereinigung" zusammen, die die Hausbesikerkandidaten und wollen die zirka 300 Forensenstimmen zu dessen Gunsten abaufstellt. Für unsere Partei kandidiert für den ersten Bezirk der geben. Außerdem haben der Verein der Geschäftsleute, sowie der Genosse Paul Marowski, Maurer, für den zweiten Bezirk Ge- Deutschnationale Handlungsgehilfenverband ihre Unterstützung zunoffe Richard Hagen, Mechaniker. Die Gegner, vom Regelflub gejagt. bis zum Reichsverband, arbeiten fieberhaft, um uns die Mandate Barteigenoffen! Nur noch wenige Tage trennen uns von der streitig zu machen. Pflicht unserer Genossen ist es, nun alles daran Wahl; agitiert was in Euren Kräften steht! Es wäre geradezu bezu sehen, damit diese Hoffnungen illusorisch werden. schämend für uns, wenn die Partei, die am Orte bei der ReichsBohnsdorf. In der öffentlichen Gemeindewählerversammlung, tagswahl die größte Stimmenzahl aufgebracht hat, nicht imftande machen den Pädagogen den Eltern, wie den Lehrern nicht Die am Sonnabend in der„ Villa Kahl" tagte, referierte Genosse wäre, trok der 300 Papierstimmen ihren beiden Kandidaten zum wenig zu schaffen. Manche Kinder erliegen immer wieder der Wermuth. In einstündiger Rede entrollte der Vortragende Siege zu verhelfen. Ferner ersuchen wir, in den nächsten Tagen Neigung, sich dem Schulunterricht zu entziehen oder ganze Tage unser Kommunalprogramm, beleuchtete an der Hand zahlreicher die die Wahl betreffenden Veröffentlichungen im Vor- und Nächte dem Elternhaus fernzubleiben. Gegenüber so einem Beispiele die Rüdständigkeit der bürgerlichen Gemeindevertreter in wärts" zu beachten. unverbesserlich scheinenden Rückfälligen wird schließlich zu dem Sozialpolitischen Fragen auf dem Gebiete des Wohnungs-, SchulAllheilmittel der Fürsorgeerziehung gegriffen, in der dann ein und Verkehrswesens und forderte am Schluffe zu reger Organisa sonst harmloser Echuleschwänzer und Umbertreiber leicht sich erst tion für die großen politischen Kämpfe der Zukunft auf, die immer Kaulsdorf. Auch hier zieht nunmehr der erste Sozial noch zu Schlimmerem entwideln kann. Daß Schuleschwänzen und notwendiger werden, um mit dem ungerechten Dreiflassenwahl demokrat in das Dorfparlament ein. In der am Sonntag, den Umhertreiben oft die Folge eines nicht normalen Geistessystem in Staat und Gemeinde aufzuräumen. Reicher Beifall 3. März, stattgefundenen Gemeindevertreterwahl wurde unser Ge- zustandes find, ist nur zu vielen Eltern und leider wohl lohnte dem Redner am Schlusse seines Vortrages. In der dem nosse Heinrich Schmidt mit 116 gegen 113 bürgerliche Stim- auch manchem Lehrer noch nicht hinreichend bekannt. Bericht sich anschließenden Diskussion teilte unser Vertreter Genoffe men gewählt. Dem Genossen Wilhelm Beher fehlten 6 Stimmen Schiffte mit, daß die Gemeindevertreterwahlen am Im Zusammenhang mit den neueren Bestrebungen, den geistig 18. März für die dritte Abteilung, nachmittags von 5 bis 71 an der absoluten Mehrheit; es findet deshalb eine engere Wahl nicht einwandfreien Kindern eine besondere Fürsorge zu schaffen, Uhr, stattfinden. Es scheiden aus für die erste Abteilung: Herr zwischen ihm und dem bürgerlichen Kandidaten am Sonntag, ist auf diesem Gebiet manche Aufklärung verbreitet worden. Ein Otto Schulz, für die zweite Abteilung: Herr Aug. Kümmeriß, dritte den 17. März, bon 12 Uhr bis 5 Uhr nachmittags Mittelpunkt für diese Bestrebungen ist in Berlin der Erzie. Abteilung: Fabrikdirektor Ridelt. Ein Antrag unseres Vertreters, statt. Pflicht aller Wähler der dritten Klasse, die ihre Interessen hungs- und Fürsorgeverein für geistig zurüd. die Wahl an einem Sonntag stattfinden zu wirklich wahrgenommen wissen wollen, ist es, dem Kandidaten der gebliebene Kinder", den namentlich Lehrer und Aerzte Iassen, wurde von den Herren abgelehnt. In allen drei Sozialdemokratie, Wilhelm Beyer, die Stimme zu geben. Auf zu Mitgliedern und den Stadtschulrat Fischer zum Vorsitzenden Abteilungen ist je ein Nichteingesessener zu wählen. Hierauf hielt zum neuen Stampf, gum neuen Sieglan unser Kandidat der dritten Abteilung, Lagerhalter Genosse Rein hold Schulz, eine kurze Ansprache, in welcher derselbe nachwies, vie notwendig es ist, daß die Arbeiterschaft im Gemeindeparlament in größerer Zahl vertreten sein muß. Am Schlusse forderte der Leiter der Versammlung, Genosse Stretch, auf, bis zum Wahltage tüchtig zu agitieren, damit unser Kandidat als Sieger aus bem Wahlkampfe hervorgeht. " Herzfelde. Die Kommunalwählerversammlung, die am Sonntag im Restaurant Bum goldenen Stern" tagte, war leider nur schwach Besucht. Der Referent Genosse Brückner erntete nach seinem Bortrag über das Thema: Kommunalwesen", in dem er insbesondere das ungerechte Dreillaffenwahlsystem einer gehörigen Kritit anterzog, reichen Beifall. Als Kandidaten der dritten Abteilung wurden die Genoffen Friedrich is I aug und Starl Gröber aufgestellt. Es steht zu hoffen, daß beide Kandidaten ins Gemeindeparlament gewählt werden. Wahlergebnisse. Partei- Angelegenheiten. Zur Landtagswahl im zweiten Landtagswahlbezirk. Am Dienstag, den 12. März d. Js., finden im 2. Berliner Landtagswahlbezirk folgende engere Wahlen und Neuwahlen von Wahlmännern statt. A. Engere Wahlen. 24. Stadtbezirk. 50. Urwahlbezirk. Dönhoffplak, Jerufalemer Straße 10-13 und 42-47, Kommandantenstr. 1-4 und 80-89, Krausenstr. 34-43, Leipziger Str. 51-55 und 69-79, Lindenftraße 53/58, Schüßenftr. 25-51( 1514). 3. Abteilung 1 Mandat. Wahllokat: Schüßenstr. 33 bei Lorenz. 52. Stabtbezirk. 145. Urwahlbezirk. Großbeerenstr. 1, Hallesche Die Wahlen der dritten Abteilung finden statt: a) die Erfan Straße 1-14, Königgräber Str. 38-52, Mödernstr. 135-147 wahl für den von hier berzogenen Gemeindeverordneten Dtto( 1622). 3. Abteilung 1 Mandat. Schröder am Dienstag, den 12. März, nachmittags Wahllokal:.Königgräßer Str. 39 bei Müller. 58. Stadtbezirk. 167. Wahlbezirk. Hornstr. 18-23, 8 Uhr, b) die Ergänzungswahl zur dritten Abteilung am Mittwoch, den 13. März, nachmittags 3 Uhr, im Bulprecht- straße 1-14 und 80-90( 1517). 3. Abteilung 1 Mandat. Wahllokal: Yordstr. 85 bei Solleufer. schen Saale, Hauptstr. 63. Wie hieraus ersichtlich, hat der Gemeindeborstand die Wahlen auf zwei Tage ausgedehnt, die Wahlen zur B. Neuwahlen. ersten und zweiten Klasse sind nur auf einen Tag gelegt. Die 21. Stadtbezirk. 42. Urwahlbezirk. Stochstr. 75, Königgräßer Gründe hierfür sind so durchsichtig, daß die Wähler der dritten Straße 118-125, Prinz- Albrecht- Straße, Wilhelmstr. 35-42 und Klaffe erlennen werden, worauf die Behörde hinaus will. Jeder 43-56 und 82-104( 1609). 1. Abteilung 1. Mandat, 2. Abteilung Wähler sollte aber hieraus die Konsequenzen ziehen und trop 1 Mandat. mancher Schwierigkeit an beiden Tagen sein Wahlrecht ausüben, damit die sozialdemokratischen Kandidaten gewählt werden. Die Bürgerlichen machen die verzweifeltsten Anstrengungen, den Sieg an ihre Fahnen zu heften. Wahllokal:„ Architektenhaus", Wilhelmstr. 92/93. 27 hat. In der letzten Sigung des Vereins wurde die Frage nach den Ursachen des Schuleschwänzens und umher. treibens und nach den Mitteln zur Abhilfe erörtert von dem Stabsarzt a. D. Dr. Stier, der jezt Privatdozent an der Universität Berlin ist und in der Nervenklinik der Charité die Abteilung für Kinder und Jugendliche leitet. Ihm find in mehrjähriger Pragis frante Kinder und Jugendliche in großer Zahl vor Augen gekommen, und oft hat er beob= achtet, daß die Neigung wegzulaufen nur Nebenerscheinung eines krankhaften Zustandes war. Nicht selten aber wurden ihm auch Kinder lediglich wegen dieser Neigung zugeführt, bie immer wieder auftrat und den Erziehern schwere Sorge bereitete. Stier stützte sich in seinem Vortrag besonders auf die Krankengeschichte bon 120 solchen Kindern. Daß darunter 95 Anaben und nur 25 Mädchen waren, hob er als für die beiden Ge schlechter charakteristisch hervor. Ganz vereinzelt hat es als Ursache eine vollendete Geisteskrankheit festgestellt, die ja bei Kindern überhaupt sehr selten schon zu finden ist. Häufiger war es Yord- Schwachsinn, unter dessen Einfluß das Kind widerstandslos dem Trieb wegzulaufen erlag. Oft wurde eine Schwäche in der Funktion des Nervensystems beobachtet, in anderen Fällen lagen direkte Mängel des Geisteslebens bor. In seinen Ausführungen über diese krankhaften Zustände erwähnte Stier allerlei an solchen Kindern beobachtete Erscheinungen, die noch von vielen Pädagogen als bloße Ulnarten" angesehen und mit Strafen befämpft werden. Bettnässen bei Kindern, die über die drei ersten Lebensjahre hinaus sind, sei immer frankhaft. Auch eine bei Kindern sich bemerkbar machende Ueberempfindlichkeit der Sinne müsse Verdacht erweden, z. B. eine Hermsdorf. In besondere Unkosten stürzt sich zu der am frühzeitige Abneigung gegen laute Geräusche, eine hohe Reizbarkeit der Hautnerven, auch eine übertriebene Mätelei an Speisen. Sonntag, den 10. März, hier stattfindenden Gemeindewahl Störung des Geisteslebens kündigt sich oft durch unruhige Rappelder bürgerliche Wahlausschuß, um seinen, gegen den sozialdemofratischen Kandidaten durchzubringen. Uns werden zwei Flugblätter haftigkeit an, in anderen Fällen durch Ueberempfindlichkeit gegen Tadel, durch Charaktermängel, wie z. B. Grausamkeit gegen Tiere. überbracht, die am Donnerstag an die Post- und Bahnbeamten sowie die Arbeiter verbreitet werden sollen. Zweiter Wahlkreis. Am Sonntag, den 17. März, findet eine Der Trieb wegzulaufen mache sich geltend besonders unter In dem einen der beiden Flugblätter wird besonders gegen die Sozialdemokratie Meeres. Eröffnung des Physiksaales 1 Uhr, Beginn der Vorstellung Zeit zu Zeit kommen oder auch andauernd das Kind bedrücken. Uraniavorstellung statt. Zum Vortrag gelangt: Aus dem Leben des dem Einfluß von Werstimmungen, die entweder nur von Stimmung gemacht und der bürgerliche Kandidat Herr Tele- 2 Uhr. Billetts inkl. Garderobe a 60 Pf. sind noch in genügender Dieser Verstimmungszustand werde leicht ererbt und führe oft graphenbeamter Sintringer als derjenige hingestellt, der allein Anzahl beim Kassierer Schmidt, Kirchbachstr. 14, vorn hochparterre, zu Selbstmorden, die dann in manchen Familien fich häufen. für das Wachsen und Gedeihen Hermsdorfs" wirke.„ Wir zu haben. Stier nannte als furchtbarstes Beispiel den fast unglaublichen wollen in unserer Gemeindevertretung", so heißt es, staatstreue Friedenau. Am Mittwoch, den 6. März, abends 8 Uhr: Fall, daß ihm ein noch nicht ganz drei Jahre altes Kind zuMänner und feine Umstürzler". Mit solchen ganz nach Deffentliche Gemeindewählerversammlung im Kaiser Wilhelm geführt worden sei, das immer wieder Selbstmordversuche" gemacht Reichsverbandsmanier aufgestellten Phrasen dürfte der bürgerliche Garten". Tagesordnung: Vortrag des Reichstagsabgeordneten habe, immer wieder zum Fenster hinaufgeklettert sei mit den Wahlausschuß nicht einmal bei den sich in Abhängigkeit befindlichen G. Thöne über: Sozialismus und Kommunalismus.". Die Eisenbahnarbeitern, geschweige denn bei der übrigen Einwohnerschaft Genoffen werden ersucht, für guten Besuch Sorge zu tragen. Antlang finden. Das fegensreiche Wirken der sozialdemokratischen Gemeindevertreter im Interesse der Allgemeinheit auf allen Gebieten des kommunalen Lebens ist denn doch zu bekannt, als daß es durch einen Herrn Blume( Major 3. D.) und tutti quanti burch abgeleierte Tiraden in Frage gestellt werden könnte. bis 25. Stadtbezirk. 54. Urwahlbezirk. Junkerstr. 21, Kochstr. 22 35 und 46-58, Markgrafenstr. 17-20 und 79-84( 1505). 1. Abteilung 1 Mandat. Wahllokal: Kochstr. 33/34 bei Schulze. 28. Stadtbezirk. 63. Urwahlbezirk. Belle- Alliance- Plak 10a bis 11, Friedrichstr. 1-17 und 235-237, Lindenstr. 108-116 ( 1627). 1. Abteilung 1 Mandat. Wahllokal:„ Lindentheater", Lindenstr. 110. " P Worten: Ich will tot sein". Das an Verstimmung leidende Kind nehme alles tragisch. Eine Neigung wegzulaufen trete da manchmal schon aus den nichtigsten Anlässen auf, z. B. wenn ein Kind am Abend bei der Heimkehr sich verspäte, oder wenn es seine Rechenaufgabe nicht richtig gelöst zu haben glaube. Der Vorstand. Adlershof. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lotale des Genossen Kaul, Bismarckstraße 16: Mitgliederversammlung des fozialdemokratischen Wahlvereins. Friedrichshagen. Donnerstag, den 7. März, abends 8 Uhr. Je jünger ein weglaufendes Kind sei, desto begründeter fei bei Lerche, Friedrichstr. 112: Außerordentliche Mitglieder der Verdacht, daß es aus einem tranthaften Zustande Bruchmühle. Eine öffentliche Wählerversammlung fand am bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht aus der Gemeinde- heraus handle. Bei älteren Kindern dürfe men schon eher Sonntag bei Kußner statt., In leicht faßlicher Weise referierte vertretung. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeindevertreter- einen Mangel sittlicher Art vermuten. Auch wenn ein Blädchen Genoffe Dupont über: Die bevorstehende Gemeindewahl". Als wahl. 3. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. weglaufe, liege der Verdacht eines krankhaften Zustandes nahe, Kandidaten find aufgestellt: in der dritten Klaffe Genosse Lind- Brit- Buckow. Heute abend von 7 Uhr ab Flug- eher als bei weglaufenden Knaben. Manches Kind entweiche unter hola und in der zweiten Klasse Genosse Biedermann. Wenn blattverbreitung von den bekannten Stellen aus. dem Einfluß eines unwiderstehlichen Triebes sogar unvollständig jeder am Wahltage seine Pflicht erfüllt, so muß der Sieg unser sein. Birkenwerder. Am Mittwochabend 8%, Uhr findet beim Genossen bekleidet, ohne Jade, mit Filzpantoffeln usw. Ein Kind sollte ein Labeburg( Oberbarnim). Ueber das Thema: Pflicht und Feuerstad ein Extra- Bahlabend statt, welcher sich mit der am Sonn- halbes Brot holen, lief auf dem Heimweg davon und wurde nach Aufgabe einer modernen Gemeindevertretung" referierte in einer tag stattfindenden Gemeindevertreterwahl beschäftigen wird. Das Er- zwei Tagen mit dem unangetasteten halben Brot in einem Keller am Sonntag im Lokale des Herrn Sommer tagenden öffentlichen scheinen sämtlicher Genossen ist notwendig. Bersammlung Arbeiterfekretär Genoffe Robert Fendel. Der Die Gemeindevertreterwahlen finden in Birken halbverhungert aufgefunden. Andere Ausreißer möchte Stier nicht Referent zeigte in eingehender Weise, wie eine moderne Gemeinde- wer der für die III. Abteilung am Sonntag, den 10. März. nach- so ohne weiteres zu den krankhaften zählen, z. B. die aus Neugier bertretung aussieht, welche Pflichten und Aufgaben diefelbe zu er- mittags von 2-5 Uhr, im Restaurant„ Seeschlößchen" statt. Kandidat umherstreifenden, die aus Furcht vor Prügeln nicht heimkehrenden, füllen hat. Damit auch am hiesigen Orte beffere Bustände geschaffen ist der Genoffe Otto Strüger. Hoffentlich gelingt es diesmal, unseren die infolge Verführung mitlaufenden. Zu beachten sei auch, wie würden, sei es notwendig, daß jeder Arbeiter am Tage der Wahl Genossen in die Vertretung hineinzuwählen, ein Ausreißer auf der Flucht lebt. Wer a B., um sich au sättigen, Berordnung betreffens Sonntagsruhe und Beschäftigungszeit Frühstüdebeutel ausräumt, Sen will Stier eher für fittlich, nicht gut, feien Semnach ungutreffend gewesen. Genosse fet defekt als für geistig frank halten. Den Begriff des Sittlich an den Oster- und Pfingstfeiertagen 1912. wies sofort nach, daß diese Kategorie Arbeiter unter der allgemeinen teitsdefektes betonte der Vortragende überhaupt so nachdrücklich, I. Gemäß§§ 105b, Abfah 2, 105e und 41a der Reichsgewerbe- Lohnerhöhung gar nicht einbezogen sei, dafür habe eine frühere wie man es von einem Arzt, dessen Spezialgebiet die Geistes ordnung, und Nr. 134 und 137 der Ausführungsanweisung zur Gehaltsregelung stattgefunden, an der auch Herr Bamberg mitfrankheiten sind, cigentlich nicht erwarten sollte. Reichsgewerbeordnung vom 1. Mai 1904 wird für die Stadtkreise gewirkt hat. Der Berichterstatter teilte ferner mit, daß eine VenWie kann man nun solche Kinder„ kurieren"? Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Neukölln, Deutsch- Wilmers- tilationsanlage vorhanden sei, die jährlich an 22 000 M. für VerStier nannte da in erster Linie die Unterbringung in Anstalten Rummelsburg und Stralau folgendes bestimmt und hiermit aur werden könne, weil dieselbe ein starkes Geräusch hervorrufe und auf Anstaltendorf und Lichtenberg, sowie für die Gemeindebezirke Borhagen- zinsung und Amortisation verschlinge, die aber gar nicht benutt für Schwachfinnige, für Epileptiker, für Jrre, ferner in Erziehungs- öffentlichen Kenntnis gebracht: die Kranken außerordentlich störend wirke. Beim Feuerlöschetat anstalten, weiter die leberweisung zur Fürsorgeerziehung. Im Handelsgewerbe dürfen am ersten Oster- und wurde beschlossen, die Umwandelung des bespannten Feuerlöschzuges Bloße Verstimmungszustände seien oft schon dadurch beseitigt fing ft feiertage 1912, soweit der Gewerbebetrieb in in einen Automobillöschzug baldigit in die Wege zu leiten. Des worden, daß man die Kinder für einige Wochen in der Nerven- offenen Verkaufsstellen stattfindet, Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter weiteren sollte die Spitze des an der Speyerer und Martin- Lutherlinit der Charité untergebracht habe. Bewährt habe sich in nur nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen und während fol- Straße vorhandenen Inselperrons beseitigt werden. Dies wurde abgelehnt, weil dadurch an 11 000 M. Kosten entstehen. Für die vielen Fällen die Zuweisung an Hilfsschulen. In der Nerven- gender Zeiträume beschäftigt werden: Hlinik werde manchmal auch zu dem Mittel gegriffen, die Angst 12 bis 2 Uhr nachmittags. 1. Im Milchhandel von 5 bis 10 Uhr vormittags und von Strantenbeförderung sollen die Säße erhöht werden; hierzu will der Magistrat eine besondere Vorlage bringen. Am 1. April sollte verder Ausreißer bor Erziehungsanstalten auszunußen und ihnen damit zu drohen. Mieltschin hat ein großes fitüren und mit Fleischtvaren von 5 bis 10 Uhr vormittags. 2. Jm Handel mit Bad- und Konditorwaren einschließlich Kon- fuchsweise eine Klasse zur Ausbildung zukünftiger Buchhalterinnen eingerichtet werden; dies wurde vertagt, um erst die Erfahrungen Verdienst in dieser Richtung," scherzte der Vortragende. Ein paar 3. Im Handel mit Kolonialmaren, mit Vorkostwaren, mit Bier der neu eröffneten Verkäuferinnenklasse abzuwarten. Zuhörer lachten über den Wih", die meisten aber fühlten sich und Wein, mit Tabat und Zigarren von 8 bis 10 Uhr vormittags. Vom Reingewinn der Sparkasse kann der Stadt zu außer offenbar peinlich davon berührt. Unter den pädagogischen" Mitteln, 4. Im Handel mit Roheis von 6 bis 10 Uhr vormittags. ordentlichen kommunalen Bedürfnissen ein Drittel überwiesen die Stier aufzählte, schien ihm dieses lettgenannte nicht das un- 5. In den Zeitungsspeditionen von 4 bis 9 Uhr vormittags. werden. Hiervon wird Gebrauch gemacht, indem für den Erweitewichtigste zu fein. Daneben empfahl er auch ärztliche Mittel. 6. Im Blumenhandel ist die Beschäftigung von Gehilfen, Lehr- rungsbau der städtischen Heimstätte in Sternberg 14 000 m., für Er forderte mehr Schlaf für die krankhaften Kinder, 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, am ersten zum Sammelfonds zur Errichtung eines städtischen Säuglings, lingen und Arbeitern am ersten Osterfeiertage von 9 bis Bauten am Kindererholungsheim in Boldirum 14 000 M., Beitrag namentlich nochmalige Bettruhe am Tage, etwa nach dem Mittag- fingstfeiertage von 8 bis 10 Uhr vormittags gestattet. essen und vor Anfertigung der Schularbeiten. Auch müsse man 7. Die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern Jugendpflege 2100 M. und 13 648 M. als Beitrag zu einem zu eine awed mäßigere Ernährung wünschen, vor allem a) im ambulanten Milchhandel, b) in Molkereien zum Zwecke der begründenden Sammelfonds zur Errichtung von städtischen Wohlschon eine fräftigere Morgentoft, eine tüchtige Mehlsuppe statt des Versorgung der Kundschaft mit Molkereiprodukten darf am ersten fahrtsanstalten, insgesamt 48 748 M., verwendet werden.-SepKaffees. Als Kuriosum sei hier erwähnt, daß Stier mit der Oster- und Pfingstfeiertage wie an den übrigen Sonn- und Fest- ner( fom.- fortschr. Fratt.) meinte, in der Sozialpolitik marschiere Empfehlung der Mehlsupep auch der Verhekung" entgegentreten tagen gemäß§ 2 der Verordnung vom 14. Mai 1910( Amtsblatt Schöneberg an der Spize, man sollte nun endlich Einhalt tun, dawill, die den Armen bedauert, weil er sich nicht von Fleisch und S. 268) von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags ohne Unter- mit nicht fortwährend neue Steuern erhoben werden müßten. Genosse Küter betonte demgegenüber, davon fönne gar keine Rede brechung durch die Hauptgottesdienstpause stattfinden. 8. Jm Gewerbebetriebe der Bierbrauereien ist am ersten Oster- sein, daß die hiesige Stadt in puncto Sozialpolitik an der Spike und Pfingstfeiertage die Versorgung der Kundschaft mit Bier wäh- marschiere. Genosse Peterson ersuchte um Auskunft, wie der rend derselben Stunden gestattet, während deren nach dem obigen Betrag für Jugendpflege verwendet wird.- Oberbürgermeister ( Nr. 3) ein Handel mit Bier in offenen Verkaufsstellen zu- Dominicus teilte mit, daß der Gesundheitszustand der Fortgelassen ist. bildungsschüler zu außerordentlichen Bedenken Anlaß gegeben habe. Eine Untersuchung des städtischen Schularztes hat ergeben, daß ungefähr 40 bis 45 Broz. der Schüler förperlich schwach sei; hier müsse Abhilfe geschaffen werden. Giern nähren kann. 9. Jm Gewerbebetriebe der Eisfabriken sind die zur Verforgung der Kundschaft mit Roheis erforderlichen Arbeiten am ersten Ofter- und Pfingstfeiertage von 4 bis 10 Uhr bormittags gestattet, und zwar mit der Maßgabe, daß das Ausfahren des Eises schränkt ist. an die Kunden auf die Zeit von 6 bis 10 Uhr vormittags beIn der Diskussion antwortete Stadtschulrat Fischer unter anderm auf eine Aeußerung Stiers über die Berliner Fürsorgeerziehung. Er gebe zu, daß sie noch nicht auf Der Höhe sei. Aber sie solle jetzt reformiert werden nach dem Vorbild in den Provinzen Hannover und Brandenburg, die Stier gerühmt hatte. Zur Frage der Gewährung kräftigen Frühstüds für arme Schultinder stellte Fischer fest, daß die von Wohltätern hergegebenen Mittel bei weitem nicht ausreichen. Ein anderer Redner warnte davor, die Erziehungsanstalt als Schreckmittel zu benußen. Dr. Stier lenkte dann ein und versprach, hierin vorsichtiger zu sein. II. Am zweiten Oster und Pfingstfeiertage finden lediglich die allgemeinen Vorschriften über die Sonntags: Von den Erfahrungen, die die Lehrer mit Schuleschwänzern ruhe im Handelsgewerbe Anwendung, wie sie an den gewöhnlichen und Umbertreibern gemacht haben, wurde in der Diskussion leider Sonntagen gelten. nicht gesprochen. Man hätte da gern etwas zur Begründung der Strenge gehört, mit der manchmal gerade die Schule gegen folche Kinder vorgeht. Antworten erteilt wurden. -OP Hierauf mußte nochmals über die Ordnung für die Besteue= rung von Kinematographen sowie Veranstaltungen auf Radrennplätzen beraten werden, da der Bezirksausschuß einige Abänderungen verlangt.- Stadtv, Engel( Lib. Fraft.) erklärte fich mit den vorgeschlagenen Aenderungen vollständig einverstanden; er hoffe, daß auch die übrigen Fraktionen, und ganz besonders die Sozialdemokraten, den Widerstand aufgeben werden. Genosse Küter betonte, daß sich in der prinzipiellen Auffassung der hiesigen mordverfuch wir berichteten, hat sich zwar etwas gebeffert, doch ist geringste geändert habe; sie lehne die Steuer nach wie vor ab. Das Befinden des Augenarztes Dr. Philipp, über deffen Selbst- Sozialdemokratie über die Besteuerung der Kientöppe nicht das der Zustand nach wie vor sehr ernst. Der Arzt hat den Vergiftungs- In der Abstimmung wurden die Aenderungen mit 21 gegens bersuch unternommen, um durch den Tod der ihn erwartenden 17 Stimmen abgelehnt. Damit war auch die ganze Ordnung geDie Beratungen über den städtischen Etat haben bisher zur schweren Strafe zu entgehen. Auf Grund der gegen ihn von seiner fallen. Der größte Teil der Liberalen befand sich während der Verabschiebung zahlreicher Spezialetats geführt, ohne daß irgendwirtschafterin Kretschmann erstatteten Anzeige war Dr. Ph. bereits Abstimmung im Erfrischungsraum. Kurz darauf tamen die Herren eine genderung herbeigeführt worden wäre. Der Etat ist auch so am 1. März in Haft genommen, am nächsten Tage aber wieder protestierend in den Saal gestürzt. Stadtverordneter Engel erhob targ bemeſſen, bai es faum etwas zu streichen gibt. Die Einnahmen freigelaffen worden. Das Untersuchungsverfahren gegen ihn hatte gegen die Abstimmung Einspruch, weil während derselben das sind aufs höchſte angespannt, die Ausgaben aufs färglichste an- fchwer belastende Momente ergeben. Nach einer Aussprache mit der Bureau nicht vollständig besetzt gewesen sei; ferner wären durch die gefeht. Die Debatte beschränkte sich bisher in der Hauptfache auf K. unternahm Dr. Ph. den Gelbstmordversuch. Als diese fab, was Gegenabstimmungen im Bureau Zweifel geweſen, und darüber Anfragen, auf die vom Magistratstische aus zum Teil aufklärende fie angerichtet hatte, versuchte sie sich burch Leuchtgas zu vergiften. hätten die Beisiger zu entscheiden. Das Bureau erklärte jedoch, Beim Etat: Grundstüde außerhalb der Stadt Ihr Zustand gibt zu Besorgnissen gar keinen Anlaß und dürfte ihre nicht im Zweifel über das Resultat der Abstimmung gewefen zu sein, und die Mehrheit der Versammlung betonte ebenfalls, flar wurde die Eingemeindungsfrage mit Treptow angeschnitten und Entlassung aus der Charité bereits morgen erfolgen. vom Oberbürgermeister eine eingehende Darlegung über den Stand die Situation überschaut zu haben. Die Liebesmühe der Liberalen, An der Tür erhängt hat sich der 59 Jahre alte Arbeiter Albert das Resultat umzustürzen, war somit ohne Erfolg. Der Magistrat der Dinge gegeben, wobei nochmals betont wurde, die Verständi Dürre aus der Briezener Straße 27, der bort bei einem Schankwirt will nunmehr der Versammlung eine neue Steuerordnung untergung mit Treptow nach jeder Richtung hin zu fördern. Aus dem in Schlafstelle wohnte. Was ihn dazu veranlaßte, ist noch nicht breiten. Ausschusse tourde erklärt, daß trotz aller Schwierigkeiten und lang bekannt. Der Arbeiterturnverein petitionierte um Ueberlassung einer wierigen Verhandlungen immer wieder die Eingemeindung TrepDer Todessturz eines breijährigen Kindes wird aus der städtischen Turnhalle. Genosse Rottländer vertrat die Anfung nach Berlin weiter verfolgt werden müſſe, weil diese Rege- Schenkendorfstraße mitgeteilt. Dort wohnten im zweiten Stod des schauung, daß dem Gesuch nunmehr baldigst nachgekommen werden Tung für beide Gemeinden die beste und vorteilhafteste Lösung Quergebäudes im Hause Nr. 2 die Familie des Arbeiters Jäschte. müsse. Die Versammlung stimmte auch zu. Abgelehnt wurde, aller Schwierigkeiten sei. Bemerkt wurde, daß über die Art der Am Sonntagbormittag ging Jäschte aus, während seine Frau auf die auf der Insel liegende Steuerannahmestelle weiter dort zu bes Bebauung des in Treptow belegenen städtischen Geländes nahezu einer Aufwarteſtelle zu tun hatte. Seine Schwefter reinigte eine laffen. Der Kämmerer Vachowica betonte hierzu, daß nur eine Ginigung erzielt gewesen sei, die durch kommissarische Ver- Stube. Unterbeffen fletterte feine 3 Jahre alte Tochter Edith in aus organisatorischen Gründen die Steuerstelle eröffnet worden handlungen im Minifterium endgültig perfekt werden sollte, als einer anderen Stube von einem Stuhl auf einen Tisch, der am sei; dieselben Gründe zwängen nunmehr zur Einziehung derselben. noch kurz bor Infrafitreten des Zwedverbandes der Regierungs- offenen Fenster stand, und von diesen auf das Fensterbrett. Sie Linicus( Unabh. Frakt.) und Küter( Soz.) wandten sich präfident eine neue Bauordnung erlassen habe, die die ganze Ar- verlor das Gleichgewicht, fiel lopfüber auf den gepflasterten Hof entschieden gegen dieſe Auffassung.- Die freifinnigen Bezirksbeit der Gemeinde Treptow und die der Stadt Berlin vollständig hinab und zog sich einen Schädelbruch zu. Das verunglückte Kind größen schwiegen fich größtenteils aus und stimmten für die Bes wertlos mache. Man müsse von vorn anfangen, da die bisherigen starb in det elterlichen Wohnung trop ärztlicher Hilfe schon nach feitigung der Steuerannahmestelle, während die Sozialdemokraten Arbeiten auf die frühere Bauordnung sich aufgebaut hätten. Bedauerlich bleibt, daß der Regierungspräsident diese tief einschneidenden Bestimmungen getroffen habe, ohne sich mit Treptow und Berlin in Beziehung zu sehen. " für deren Beibehaltung stimmten. furzer Zeit. In die Deputation zur Regelung der Frage, in welcher Weise Aus der Selbstmordchronit. Im Bett erschossen hat sich die eine Befferung bei der stenographischen Aufnahme der Stadtver42 Jahre alte Kaufmannsfrau Anna Kühne geb. Lewi, Waterloo- ordnetenverhandlungen zu erzielen ist, wurden u. a. die Genossen Eine andere bemerkenswerte Debatte entspann sich beim Etat ufer 1. Die Frau lebie feit zwei Jahren von ihrem Manne ge- Magnan und Bernstein gewählt. Nunmehr folgte die geder Gemeindeschulen. Diesen Etat enthält eine Anzahl trennt. Diese unglüdlichen Eheverhältnisse und drüdende Schulden heime Sigung. Bauraten für Schulbauten. Es wurde von bürgerlicher Seite die beranlaßten sie, in den Tod zu gehen. Während ihr Dienstmädchen Frage nach dem Schicksal der 23 Millionen aufgeworfen, die Berlin gestern nachmittag in der Küche zu tun hatte, schoß fie sich, im Charlottenburg. aus dem Vergleich mit der Großen Berliner" erhalten hat. Bette liegend, eine Kugel in den Mund. Das Mädchen, das den Wenn es möglich wäre, von diesen 23 Millionen 4 Millionen zu Knall hörte und die Dienstherrin in ihrem Blute daliegen fand, Eine erschütternde Familientragödie hat sich in der letzten Nacht nehmen, um sie in den diesjährigen Etat als Einnahme einzusehen holte rasch einen Arzt. Dieser konnte aber nur noch den Tod fest- in der Bayreuther Str. 40 zugetragen. Dort wurde gestern früh der und so die Möglichkeit zu schaffen, mit 100 Proz. zu balanzieren, ftellen. Die Trennung von ihrem Manne hat auch die 36 Jahre 52jährige Kammachermeister inte.Isdorf mit seiner um einige so würden die Schulbauten und auch die anderen Stats ohne Be- alte Wertmeisterfrau Lina Frattini aus der Chauffeestraße 42 in Jahre jüngeren Ehefrau tot aufgefunden. Beide hatten sich mit Gas anstandung passieren. Dann hätten die weiteren Beratungen nur den Tod getrieben. Eine geborene Deutsche, war fie mit dem vergiftet. Das Ehepaar betrieb schon seit über zehn Jahren in dem noch unerheblichen Bert. Von sozialdemokratischer Seite wurde Italiener Enrico Frattini, der Werkmeister in einer hiesigen Gips Sause Bayreuther Str. 40 ein gutgehendes Stammngeschäft. Die diese Anschauung als geradezu fribol festgenagelt. Außerdem sei figurenfabrik ist, seit vier Jahren kinderlos verheiratet. Ihr Mann, der Schuletat wiederum sehr stiefmütterlich dotiert. Wo hohe Bau- der sechs Jahre jünger ist als sie, besuchte viel den Sportpalast einzige Tochter der Familie hat sich schon vor längerer Zeit berraten eingestellt feien, jo nur, weil früher zu geringe Summen be- und erregte dadurch ihre Eifersucht. Das führte wiederholt zu heiratet. Frau Winkelsdorf war vor einigen Jahren von einem willigt seien und nun bei Fertigstellung der Schulgebäude große heftiger Auftritten. Go auch wieder am letzten Freitag. Darauf schweren Nervenleiden befallen und suchte vergeblich in Sanatorien Restsummen bewilligt werden müßten. Unsere Genossen wiesen das hin verschwand Frattini am Sonnabend. Auch nach der Fabrit Heilung. Hierüber wurde schließlich der Mann trübfinnig und beide Berkehrte einer solchen Finanzgebarung eingehend nach. Dazu fam er nicht wieder. Aeußerungen zu Bekannten laffen darauf beschlossen, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Vorgestern komme die große Zahl der Mietschulen, die in Wirklichkeit einen schließen, daß er nach Italien zurückgekehrt ist. Die verlassene abend schrieben sie an den Hauswirt und an den Schwiegersohn Abordentlichen Schulbetrieb gar nicht ermöglichen, sei doch im letzten Frau, die durch Schneidern den Lebensunterhalt miterwarb, teilte fchiedsbriefe und in der Nacht führten fie ihren Plan aus. Winter infolge großer Stälte ein Unterricht in einer Mietschule in gestern ihrer Schwester durch einem Brief mit, daß sie aus dem an dem Briefe an den Hauswirt schreibt Winkelsdorf: Da das der Koloniestraße tagelang nicht möglich gewesen. Das seien Schul- Beben scheiden wolle. Als die Schwester abends um 10 Uhr tam, In zustände, die gar nicht mehr zu verantworten feien. Es sei gar hing fie mit einer Buderschnur um den Hals tot am Bettpfosten. Leiden meiner Frau unheilbar ist und ich ihre Qualen nicht mehr kein Wunder, wenn da die Regierung schon eingeschritten sei, und Das Ende eines Mannes wird aus der Liebenwalder Straße ge- länger mit ansehen kann, so haben wir beschlossen, aus den Leben fie werde in Zukunft das noch öfter tun müssen. Auch die Forde meldet. Dort hauste für sich allein der 43 Jahre alte Arbeiter zu fcheiden. Wir werden uns mit Gas vergiften. Um nun ſonſt rung des obligatorischen Kochunterrichts für Mädchen im letzten Ewald Slug auf dem Grundstück Nr. 26, nachdem sich seine Frau fein Unheil anzurichten, teile ich dieses mit. In der kleinen Stube Schuljahre wurde erhoben. von ihm getrennt hatte. Als die Frau gestern nachmittag um 5 Uhr werden wir den Gashahn aufmachen, Sie können ja ein Fenster Die zweite Lesung dieses Etats wurde ausgefekt. Man will mit einem Kriminalbeamten nach seiner Wohnung fam, um einstoßen lassen, damit das Gas ausströmt, doch kein Licht anerst den schriftlichen Bescheid der Aufsichtsbehörden über die Ver- Papiere, die sie brauchte, von ihm zu fordern, fand sie ihn tot auf. machen. Der Haupthahn ist im Laden und kann die Jalousie der wendung der 23 Millionen in den Händen haben. Mitgeteilt fonnte Er hatte sich mit Lyfol vergiftet In einem Anfalle von Geistes- Tür gehoben werden. Ich werde die Tür nicht zuschließen. Einen aber schon werden, daß der Minister diese 23 Millionen bereits in gestörtheit ist der 19 Jahre alte Johann Bernhard aus der Kreuz- legten Gruß von A. Winkelsdorf." die neue Anleihe eingerechnet habe und daß deshalb eine Ver- ftraße 14 zu Bantow in den Tod gegangen. Seine Leiche wurde wendung zu laufenden Ausgaben nicht möglich sei. gestern in Alt- Moabit aus der Spree gelandet. Der junge Mann, Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt und nach Beim Etat der Fortbildungsschulen teilte auf Anfrage der als Knabe von acht Jahren von einem Karussell gefallen war, dem Schauhause gebracht. der Schulrat mit, daß die Einführung der Pflichtfortbildungsschule hatte seitdem ein Nerbenleiden. Er war seit längerer Zeit vermißt. für den 1. April 1913 bevorstehe. Ein Ortsstatut sei schon ausgearbeitet. Man hoffe, vor den Ferien die Sache im Magistrat zu beraten und dann schleunigst der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorzulegen. -Vorort- Nachrichten. Boxhagen Rummelsburg. In der gut besuchten Halbjahresgeneralversammlung des Wahlbereins erstattete nach einem vorzüglichen, mit großem Beifall aufBeim Schließen eines Flugzeugschuppens auf dem Flugplaz genommenen Vortrag über die berfloffenen Reichstagswahlen des Genoffen Reichstagsabgeordneten Jädel der Bezirksleiter Genosse Johannisthal berunglüďte gestern morgen der Monteur Dtto Rees Schöneberg. Berger den Tätigkeitsbericht. Das legte halbe Jahr war sehr bon den Harlanwerken. Eine der durch Umkippen zu öffnenden Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst teilte der arbeitsreich und die vorliegenden Arbeiten mußten in vielen SigunKlappen des Schuppens, die nicht richtig verriegelt war, fiel wieder Stadtverordnetenvorsteher- Stellvertreter Genosse Moltenbuhr gen erledigt werden. Die Arbeit wurde jedoch durch stattliche Erzurüd und traf den vor dem Schuppen stehenden Monteur auf den mit, daß der Magistrat beschlossen habe, die Strankenhausbaudeputa- folge gefront: rund 900 Borwärts"-Abonnenten wurden gewonnen. Stopf. Reek wurde bewußtlos nach der Unfallstation in Johannes- tion aufzulösen, da deren Funktionen beendet seien. Ferner sollen Auch hat die Agitation in den Außenbezirken Rüdersdorf- Kallberge thal gebracht, wo ihm die erste Hilfe zuteil wurde. Sodann wurde 9600 m nachbewilligt werden zur Beschaffung von Inventarien und Alt- Landsberg gute Fortschritte gezeitigt. Die Mitgliederzahl der Berunglüdte nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht. und Subsellien für die Kapelle und das Berwaltungsgebäude auf sowie auch die Barteipresse hat an Verbreitung zugenommen. In Reez hat eine Gehirnerschütterung und einen Bruch der Wirbelsäule dem neuen Friedhof im Südostgelände. Genosse süter fragte biefen beiden Bezirken soll jezt eine Bibliothek errichtet werden. babongetragen. an, wann endlich die Arbeiten ihrer Vollendung entgegengehen; be- Der Bezirk hat insgesamt 2141 Mitglieder, darunter 400 weibliche, Zu dem Selbstmord des Hausdieners Albert Behrend wird uns reits seit 1½ Jahren werde daran gebaut, ohne daß die Arbeiten und 3512 Vorwärts"-Lejer. Die Bibliothek umfaßt 800 Bände aller mitgeteilt, daß B. seit dem 1. Januar 1910 im Obbach in der fortschreiten. Stadtrat Schüler erklärte, daß alles bis zum Wissenszweige. Den Kaffenbericht gab Genosse Robert Lenzner. Fröbelitrage beschäftigt war. Er habe seinen Urlaub nicht dreimal mai fertig sein soll. Die Summe wurde bewilligt. Nunmehr Danach betrug die Einnahme 6908,62 M. und die Ausgabe 5478,65 überschritten, sondern er sei am Donnerstag, den 29. Februar, eine gelangten die vertagten Etats zur Verhandlung. Stadtverordneter Mart, darunter 2001,14. für örtliche Ausgaben. Die ReichsStunde früher fortgegangen, worauf er vom Oberinspektor fofort Bamberg( Lib. Fratt.) berichtete über den Krankenhausetat tagswahl hat in Rummelsburg 836,12 M., in Rüdersdorf 542,75 R., entlassen worden sei. Die Sündigung fei Freitag mittag erfolgt, am und glaubte mit besonderer Genugtuung darauf hinweisen zu in Alt- Landsberg 156,80 M., allgemeine Ausgaben 16,95 M., insSonnabendmittag erfolgte die Entlassung. Nachmittag 1/4 Uhr er- müssen, daß für Erhöhung der Löhne jährlich 22 000 m. mehr ausgesamt 1552,62 2. gekostet. In der Diskussion wurde angeregt, hängte fich Behrend, der sich die Entlassung sehr zu Herzen ge- gegeben werden als bisher. Die Ausführungen der Sozialdemo- am Geschäftsjahresschluß die beiden Bezirkswahlbereine Lichtenberg nommen hat, fraten, die da meinten, eine Mehrausgabe für Lohnerhöhungen träfe und Nummelsburg zu verschmelzen. Der Bibliothet sollen 250 M. Ein in der Schule gesorgt und die Kinder zur Reinlichkeit erzogen werden. Was die Zahnpflege anbelangt, so begrüßte es Redner, daß ein Zahnarzt für die Schule angestellt werden soll. Durch Umfrage habe er des weiteren festgestellt, daß man den Schulkindern schon Alkohol verabfolgte, was auf ihre Gesundheit höchst schädlich einwirkt. Jährlich wird jedes Schulkind mindestens zweiNach dem interessanten Bericht wurden verschiedene Anfragen an den Redner gerichtet, die derselbe bereitwilligst beantwortete. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Morgen Donners tag, abends 9%, Uhr, Versammlung Rosenthaler Str. 11/12. Eingegangene Druckfchriften. überwiesen werden. Die Gemeindebertreter wurden ersucht, in Serj Stralan. Gemeindevertretung dahin zu wirken, daß durch Ein- und Verkauf Einen ausführlichen Bericht über seine Tätigkeit erstattete in von Kartoffeln dem bestehenden Notstand gesteuert werde. Antrag verlangt die Gratislieferung des Vorwärts" an Arbeits- der letzten Gemeindevertretersizung der Schul- und Armenarzt lose, Kranke, Streitende und Ausgesperrte. Nachdem die Wahl der Dr. Sonntag. In seinem Referat betonte der Redner beDelegierten zur Kreis- und Groß- Berliner Verbandsgeneralver- onders den Wert des Selbststillens der Mütter. Zugleich empfahl er den bedürftigen Müttern, daß sie von den ihm als Arzt für mal untersucht. jammlung vorgenommen war, wurde noch auf die am Sonntag, den 10. März, von 10-6 Uhr stattfindenden Gemeindevertreter die Säuglingsfürsorge zur Verfügung gestellten Mitteln für Stillprämien Gebrauch machen sollten. Als Schularzt unterzieht er, wahlen aufmerksam gemacht. Die zweite Abteilung wählt am Redner, nach der Einschulung die Kinder einer gründlichen UnterMontag, den 11. März, von 10-8 Uhr. suchung. Bei einigen Kindern habe er auf Zurückstellung vom Schulbesuch auf ein Jahr erkennen müssen, weil sie noch schwächlich Bohusdorf. waren. Es sei auch vorgekommen, daß Eltern die Kinder nicht zurückstellen lassen wollten. Ein solcher Standpunkt der Eltern sei verkehrt. Die Kinder werden nach ihrer förperlichen Konftitution in drei Klassen eingeteilt, und zwar in solcher mit guter, Reclams Universal- Bibliothet. Nr. 5385. Die Stärkere. Schan mittlerer und schlechter Konstitution. Die früher vielfach vorNr. 5387. Jm Wartesalon erster Klaffe. herrschende Ansicht, daß der Schulunterricht zu Rückgrat spiel von M. v. Schönwies. Mr. 5388-90. Artur Schopenhauer. verkrümmungen führe, treffe nach einmütiger ärztlicher Ansicht Lustspiel von H. Müller. bei gesunden Kindern nicht zu. Nur bei tuberkuloseverdächtigen Biographie von Dr. D. F. Damm. Von H. Fraungruber. Nr. 5381-84. Die Familie Polaniecki. Roman und mit Rachitis behafteten Kindern sei Vorsicht am Plaze, weil von H. Sienkiewicz. Einzelnummer 20 Pf. Ph. Reclam, Leipzig. bei ihnen die Gefahr einer Verkrümmung der Wirbelsäule wie Goethe: Bibliothek. Beiträge zur Boesie mit besonderer Hinweisung eine Schädigung der Extremitäten bestehe. Als Vorbeugungs- auf Goethe von J. P. Edermann. Goethe aus näherem persönlichem Ummittel sei in der hiesigen Volksschule der orthopädische Turn- gange dargestellt. Ein nachgelaffenes Werk von Johannes Falt.- Ludwig unterricht, und zwar die sogenannte Kriechmethode, eingeführt Tieds Phantafus. Eine Sammlung von Märchen, Erzählungen, Schauworden. Für die an diesem Turnunterricht teilnehmenden Kinder spielen und Novellen. 1.- 3. Band. Berlag Morave u. Scheffelt, Berlin. mußten Knieschoner und Handschuhe beschafft werden. Die Eltern Marktbericht von Berlin am 4. März 1912, nach Ermittelung scheuen häufig die Ausgaben hierfür und hielten dann die Kinder vom Unterricht fern. Das Turnen am Nachmittag empfehle sich des königl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise.( Kleinhandel) nicht, sondern sollte gleich im Anschluß an den Schulunterricht 100 Silogramm Grbsen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. Speisebohnen, erfolgen. Besondere Sorgfalt lege er beim Untersuchen der Kinder weiße, 35,00-56,00. Linfen 40,00-80,00. Startoffeln 9,00-13,00. 1 Stiloauf Augen, Ohren und Rachenmandeln. Auch auf Sauberkeit| gramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30 bis 1,80. Schweinefleisch 1,20-1,80. Ralbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 60 Stüd Gier 4,00-7,20. 1 Kilogramm der Hände müsse gesehen werden, weil sich unter den Fingernägeln 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. Millionen von Bazillen sezen, die dann mit den schmutzigen Starpfen 1,20-2,40. Male 1,20-3,00. Bander 1,60-3,60. Hechte 1,40-2,60. Fingern beim Essen in den Magen gelangen und Erkrankungen Barsche 1,00-2,00. Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stud Krebse zur Folge haben können. Für ausreichende Waschgelegenheit müsse 4,00-30,00. Im Zeichen der Selbstverwaltung. Da sich gelegentlich der Statberatung ergab, daß durch Verlegung einer großen Fabrif nach einem anderen Ort die Gemeinde einen Steuerausfall von 3000 m. jährlich hat, beschloß die Gemeindevertreterfizung, um nicht die icht schon 150 roz. betragende Einkommensteuer noch zu erhöhen, die Grundwertsteuer von 2 auf 2% pro Mille festzusehen. Wie der Gemeindevorsteher nun in der letzten Sizung mitteilte, hat die Streisbehörde diesen Beschluß inhibiert, weil angeblich die Grundstücke im Verhältnis zur Einkommensteuer hoch genug besteuert mären. Es wurde nun ein Antrag angenommen, die Einkommensteuer auf 160 Proz. und die Grundwertsteuer auf 2,3 pro Mille festzusehen. In derselben Sibung legte die freiwillige Feuerwehr ihr Statut zur Genehmigung vor. Geändert wurde auf Antrag des Genossen Schiffte ein Sak, welcher besagte, daß bei Auflösung der Wehr sämtliche Utensilien sowie das Larvermögen in den Besitz der Gemeinde übergeht. Ein anderer Paragraph sprach von Unkosten bei Leichenbegängniſſen. Auf Anfrage unseres Vertreters, was darunter zu verstehen sei, erwiderte der Brandmeister, daß damit die Beschaffung von Kränzen gemeint ist. Von den Uebungen zur Pflichtfeuerwehr soll sich von jetzt an der bemittelte Einwohner mit 4 M. und der unbemittelte mit 2 M. Entschädigung an die Feuerwehrkasse befreien tönnen; unser Vertreter stimmte dagegen. Ravon Seife Nr. 5386. Aufseer G'schichten. eine neuartige Hausbaltfeife von fabelhafter Waschkraft. Preis pro Stück 20 pf. Jetzt überall erhältlich. Theater und Bergnügungen Wallner Mittwoch, den 6. Mär 1912. Schiller- Theater 0. heater. Anfang 3%, Uhr. Neues Schauspielhaus. Agnes Bernauer. Anfang 3, Uhr. Berliner. Torquato Tasso. Anjang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Tannhäuser. Kgl. Schauspielhaus. 1812. Deutsches. Biel Lärm um Nichts. Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Zirkus Schumann. Gala Bor stellung. Zirkus Sarrafani. Gala Bor ftellung. Haverland. Spezialitäten. Anjang 8 Ubr. Urania. Taubeustraße 48/49. 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