Nr. 234. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, möchentlich 28 Bfg frei In's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter freuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingerz. in der Post Zeitungs- Breisline für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Bereins: unb Versammlungs: Anzeigen 20 Bfg Inferate für die nächste Nummer mussen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernfprecher: 3mt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 5. Oktober 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Tabak- Fabrikatffeuer. 24 M. bis dahin, für 100 Kilogramm Bigarren und durch erhöhte Besteuerung benachtheiligt wird. Besteuerung des Tabaks auf dem Gesetze vom 16. Juli 1879, führt, gegenüber dem unehrlichen oder lüderlichen, seine wonach für 100 Kilogramm Tabakblätter 85 M. gegen Bücher unregelmäßig und ungenau führenden Fabrikanten Zigaretten 270 M., bis dahin blos 120 M., für 100 Kilo- Auch ist nicht außer Acht zu lassen, daß die FabrikatDie Reichs- Steuerpläne gewinnen nun Gestalt. Die gramm andere Fabrikate 180 M. gegen 66 M. vorher ent- steuer mit ihren vielfachen Kontrollmaßregeln die Macht der offiziöse Presse beginnt nun statt der allgemeinen Redens- richtet werden mußten. Die inländische Flächensteuer wurde Behörden steigert, dem Spitzel- und Angeberunwesen Thür arten und der bekannten schnoddrigen Polemik gegen die durch eine Gewichtsteuer, von 45 M. für 100 Kilogramm in und Thor öffnet. Gegner der Reichs- Steuerpläne thatsächliches Material zu fermentirtem Zustande ersetzt. Aus all diesen Gründen müssen wir uns mit aller bringen und damit eine genaue Beleuchtung der dem Volke Jetzt will die Reichsregierung das letzte der drei Tabak- Entschiedenheit gegen den Tabaksteuer- Entwurf, so weit er drohenden Mehrbelastung zu ermöglichen. Leider sind die steuersysteme anwenden, die Fabrikatsteuer. Dieselbe ermög- bekannt geworden ist, aussprechen. Die Thatsache, daß die Angaben der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" in ihrem licht eher, wie wir zugestehen, eine Abstufung nach der finanzielle Seite der Steuerfrage, die für die Regierung gestrigen Leitartikel über die Ergebnisse der Berathungen Qualität. Aber dieser Vorzug der Fabrikatsteuer vor der Roh- und Volt Wichtigste, in der offiziösen Darlegung ganz mit der Tabaksteuer- Kommission zwar weit ausgesponnen, aber tabaksteuer wäre blos dann anzuerkennen, wenn die Reichs- Schweigen übergangen wird, muß das nur zu gerechtfertigte feineswegs erschöpfend, ja, sie schweigen sich über das, regierung sich mit dem gleichen Steuererträgnisse begnügen Mißtrauen im höchsten Maße steigern. worauf es den Konsumenten vor allem ankommt, voll wollte wie bis jetzt. Das ist aber nicht der Fall. Die Unsere Genossen in der Tabakindustrie beginnen schon ständig aus, nämlich über die Höhe der Belastung und über Steuer soll sehr hohe Erträgnisse abwerfen, weit größere als am eigenen Leibe die Wirkungen des kommenden Gesezes das von der Reichsregierung erwartete Erträgniß, wogegen bis jetzt. Da nun die billigen Zigarren und Tabaksforten zu fühlen. Die Tabakfabrikanten erwägen schon die Einsie sich über die die Fabrikanten hauptsächlich intereffirenden den weitaus überwiegenden Theil des Verbrauches aus- fchränkung der Produktion, und die Arbeiter der Branche steuertechnischen Fragen des Breiten auslassen. machen, so kann nur ein geringer Bruchtheil des angestrebten sehen vor Augen, daß sie den Hungerriemen noch enger als Die Auslaffungen des Reichskanzler- Organs lauten turz Steuererträgnisses von den Rauchern theurer Bigarren- jeßt anziehen müssen. zusammengefaßt folgendermaßen: forten eingetrieben werden, das Haupterträgniß müssen die Die Inlandsteuer von 45 M. für 100 Rilogramm foll in billigen Rauchtabake und die Zigarren, welche weniger als Wegfall kommen und der Zoll für den aus dem Auslande ein- 6 Pfennige tosten, einbringen, somit erscheint die Fabrikat gehenden Rohtabat um den entsprechenden Betrag gekürzt fteuer als eine neuerliche schwere Belastung der ärmeren werden. Die im Inlande hergestellten Fabrikate werden, soweit sie zum inländischen Konsum bestimmt sind, einer Steuer Volksklassen. Dies ist aber blos das eine Moment, das doch um eine Frage, die nach jeder Richtung die Interessen unterworfen, welche nach Prozenten des durch die Faktura uns, ganz abgesehen von der Zweckbestimmung der Steuer- des arbeitenden Boltes schwer schädigt. nachzuweisenden Fabrifpreises bemeffen ist. Die Sätze sollen erhöhung, als Deckungsmittel der gesteigerten Militärausfür die verschiedenen Arten von Fabrikaten verschieden hoch lagen, zu einer entschiedenen Ablehnung der Fabrikatsteuer normirt werden. Die Steuerpflicht soll eintreten, sobald die zwingen muß. Fabrikate im fertigen Zustande die Fabrik verlassen. Für die arbeitenden Klasse, für die in der Tabak- und Bigarrenausländischen Fabrikate wird die Steuer zugleich mit dem industrie beschäftigten Personen noch weit bedeutungsvoller. Es Zoll erhoben. Zur Zahlung der Stener für inländische GB handelt sich hierbei um beiläufig 150 000 Personen, die Fabrikate ist der Fabrikant, für ausländische derjenige ver Ueberall rüsten sich die Tabatarbeiter daher zu einer Agitation gegen die Regierungspläne. Wir hoffen, daß auch die der Tabatindustrie nicht angehörenden Arbeiter energisch die Agitation der Tabatarbeiter unterstützen, handelt es sich und die preußischen LandtagsDie Sozialdemokratie Wahlen. Wir erhalten folgende Buschrift: pflichtet, welchem die Zahlung des Bolles obliegt. Der Tabat heute schon erbärmlich niedrig, z. B. in Berlin, wo ver unterliegt von der Erzeugung bezw. von der Einfuhr bis zum hältnißmäßig hohe Löhne gezahlt werden, nur mit 10 bis Ausgange der daraus hergestellten Fabrikate aus der Fabrik 15 M., entlohnt sind. Die Erhöhung der Zigarren und der Kontrolle durch die Steuerbehörde. Der inländische Tabak- Tabakpreise wird die Arbeiter zu einer wesentlichen Einpflanzer soll der Verpflichtung zur Anmeldung und zur Beschränkung des Verbrauches zwingen, dies wird sich doppelt Landtags- Wahlen, der darin gipfelt, durch Kompromisse mit Der Vorschlag E. Bernstein's betreffs der preußischen stellung des geernteten Tabats behufs amtlicher Verwiegung fühlbar machen, da die eventuelle Einführung der neuen anderen Parteien einige sozialdemokratische Mandate zu ergattern, auch fünftig unterworfen bleiben, dagegen wird er von der Stener in eine Zeit tiefen wirthschaftlichen Niederganges barf wohl als erledigt gelten. Wer in der Partei noch schwanken Kontrolle auf dem Felde, der Blätterzählung und Gewichts- fällt, in der die Arbeiter ohnedies zur Einschränkung ihrer mochte, wird durch die flaren Ausführungen Singer's überzeugt abschäzung und von den im Interesse dieser Kontrolle vorgeschriebenen Beschränkungen des Anbaues in Zukunft frei bleiben. Ausgaben gezwungen werden, vor allem der Ausgaben, welche sein, daß ein Vorgehen in der von Bernstein angegebenen In seiner Verfügung über den Tabat ist der Pflanzer insoweit be- nicht unbedingt zur Ernährung und Wohnung erforderlich Richtung unserer Vergangenheit ins Gesicht schlagen, unsere Zuschränkt, als er denselben nicht an andere Personen als an an- find. Demzufolge wird die Tabak- Fabrikatsteuer die Arbeits- tunft gefährden würde. Damit ist aber die Frage nach unserer gemeldete Pflanzer, Rohtabaf- Händler oder Fabrikanten veräußern losigkeit der Bigarrenarbeiter, die schon jetzt bei den Ver- Stellung zur Landtagswahl meines Erachtens nicht erledigt. darf. Der Rohtabak- Händler unterliegt der Verpflichtung, fein Lager fertigern der billigen Zigarrensorten sehr groß ist, noch be- Schon der Umstand, daß ein so bewährter Genosse wie Bernstein unter Mitverschluß der Steuerbehörde zu halten. Die Kon- deutend steigern und die 600 000 Personen, die theils oder wohl bedenkliche Lösung vorzuschlagen, daß ferner die Neue die Frage anschneidet, ohne mehr als eine auch ihm selbst doch trolle des Fabrikanten wird im wesentlichen in einer Buch ganz vom Verkaufe von Tabak und Zigarren leben, in Zeit" diesen Ausführungen ohne Randbemerkung fontrolle bestehen. Die Händler der Tabaksfabrikate follen ihrem Einkommen tief herabdrücken. Raum gleichfalls Anschreibungen führen, welche ihre Einkäufe nachgiebt, beweist die Unzufriedenheit mit der Unthätigkeit weisen. Auf den Absatz ihrer Waaren wird die Kontrolle Endlich ist noch ein dritter sozialer Gesichtspunkt in und der Wunsch, bei den Landtags- Wahlen doch nicht diefer Händler dagegen nicht ausgedehnt. Eine Kontrolle der Betracht zu ziehen. Die Tabak- Fabrikatsteuer begünstigt, je ganz müßig bei Seite zu stehen. Und wer die Kampfluft unserer Steuerentrichtung durch Anbringung von Banderolen oder strenger die bei ihr unerläßlich genaue Fabrikationskontrolle Genoffen fennt, wird nicht zweifeln, daß diese Gefühle weite Steuermarken ist nicht in Aussicht genommen. Nach den durchgeführt wird, den leichter zu überwachenden Groß- Kreise derselben bewegen. Es bleibt also die Frage bestehen: Uebergangsbestimmungen wird eine mäßige Nachsteuer erhoben betrieb gegenüber den zersplitterten, oft direkt an die Kundschaft verkaufenden Kleinbetrieb. werden. Nachdem die Reichsregierung im Jahre 1882 vergeblich versucht hatte, das Tabakmonopol einzuführen, beruhte die Feuilleton. [ 25 Die vorgeschlagene Buchkontrolle hat ferner den Nachtheil, daß der ehrliche Fabrikant, der seine Bücher genau " den Landtagswahlen einschreiten können? Ich glaube, diese Frage Diskussion vorlegen. Von vornherein scheint es mir flar, daß bejahen zu können und möchte meine Antwort den Genossen zur eine Betheiligung unsererseits an den Wahlen ausschließ sah mich um, und ich war alt geworden. Wie? dacht' ich, mir im Innern das Wunder auseinander zu falten, warum wenn der Herr herunterschaut, so sieht er Deine Runzeln alles so und nicht anders sei, wie Mensch und Gott, Tugend auf dem alten Fell, und Du bist noch immer nicht talt und und Sünde, in- und durcheinander, und im verschlungenen warm? Da kam der selige Herr Brousson, der heilige Knoten je zuweilen der Strahl der Ewigkeit in die Zeit Märtyrer noch einmal zu uns. Ein Sturm des Geistes, herein scheint, und wir in einem Augenblickchen die ganze so sagte er, hätte ihn zu uns getrieben. Er hatte es wohl unermeßliche Ewigkeit in uns fühlen und erleben, und daheim und bequem, aber seine lieben Berge, Wald- viele tausend Gedanken und Empfindungen, wovon die Der Aufruhr in den Cevennen. Schlüpfe, die flaren Flüffe, wollte das fromme Wald- kleinste in dem Tüttelchen von Zeit nicht Blah haben Eine Erzählung von Ludwig Tied. vöglein noch einmal besuchen, und den süßen Nachtigallen- dürfte. Auch warum wir denn so elend wären. Was der ton aus der Brust in unsere Seele schmettern, so inniglich, Herr damit meine. Sieh, Freund, da kam ein großer Gevoll und liebesiech, daß er daran verscheiden mußte. dankenstrom vom Himmel herab( ich sah und kannte aber Ein Mann, Herr Brousson, ein Gottesmann, lebte erst Amen!" noch kein Wort, keinen Buchstaben davon) und senkte sich in Nismes, dann in Toulouse. Ein Reformirter und Er hielt wieder inne, und Edmund sagte:„ Ich habe wie mit großen Adlerschwingen in mein Gehirn, und brausete Advokat, der immer, und wenn die Leute arm waren, diesen frommen Brousson damals in Nismes gesehn, ehe er und rauschte fort, und das Rückenmark hinunter wie Eis so umsonst die Sachen seiner Glaubensgenossen führte: ein hingerichtet wurde; es werden jetzt noch nicht fünf Jahre kalt und frostig, so daß ich in meinem innersten Wesen fror Geist voll Milde und Sanftmuth. Der ging in das Aus- sein, daß er seine Lehre durch einen schmachvollen Tod be- und die Zähne vor Entfeßen klappten. Wie in die Brust land und wurde in der Schweiz Priester, predigte dort und siegelte." hinein verlor sich das Wehen, und nun war es, wie in Holland, erbaute Tausende. Den trieb der Geist und" Damals," sprach Abraham Mazel weiter, waren alle wenn Täublein säuselnd durch den unermeßlichen Raum das Heimweh in unser Land zurück, und nun führte mich alten Verbote von neuem geschärft. Man konnte nicht meines Innern flögen. Alsbald tam eine linde Wärme, der Herr in die Wüste zu ihm. Dazumal war meine Frau sprechen, kaum denken, so war man verrathen. Es war und mein Herz sprang auf wie die Rose aus der Knospe schon todt. Einsam wie ich war, ohne Kinder, konnte mein nun ein Jahr verflossen, als bei Alais eine Versammlung am Frühlingsmorgen, und der Herr war in mir. Da fiel gauzes Herz, das so lange lange brach gelegen hatte, Gottesfürchtiger von Basville überfallen wurde, alle in die ich nieder, und Weissagung war mein Gebet. D, wie hätte wieder die echten Früchte tragen. War es doch, als nähme Gefängnisse geschleppt und alle ohne weitere Untersuchung ich denken können, daß seine Gegenwart so süß sei, der mit ich von dort ein Stück vom Himmel in meine Hütte zu- martervoll hingerichtet. Dies geschah im Oktober. Ich seiner Herrlichkeit faft die Wände der engen Wohnung zerrück. Das ging nun so fort. Ich war nicht mehr dumm, war auch zugegen gewesen und nur durch ein Wunder sprengte. Dank sei ihm ewiglich, Amen!" aber auch noch nicht glücklich. Es wollte nicht haften, entkommen. Schon hier und da hatte ich eins der Seine Wunder sind unermeßlich und unaussprechlich," Hagelschauer zerschlugen mir zuweilen die Saat. Und wenn prophetischen Kinder gesehen, aber ohne Applikation; sagte Edmund. ich oft auf dem Anstand lag, mit bestem Willen und mein Herz war dem Anblicke eher tälter geworden, weil" Im ganzen Lande," erzählte Abraham weiter, saßen offenem scharfen Sinn, geladen und schußfertig, so tam mir die kleinen Würmer in dem Zustande nicht gefielen. viele Gefangene, die des Glaubens wegen verdächtig waren. kein Wild, kein Thier sprang auf in der Wüste meiner Jeßt saß ich nach vollbrachtem Geschäft in der Einsamkeit, Am schärfften behandelte fie der Abt von Chaila, der seine Brust. Ach, man früppelt jahrelang so zum Erbarmien müde und matt vom Reiten, und beschaute mir die Wohnung auf dem Schlosse Pont Mont de verd hatte. hin, und die Zeit vergeht wie Traum und Rausch. Ich grüne Wiese, den Himmel und die Berge umher. Ich suchte Eltern, Gatten und Verlobte flagten um die Geraubten. " Tich auf den Rampf gegen das„ elendeste und widerfinnigste" aller Jab, verlangt aber, daß unsere Genossen denjenigen Wahlmännern| Tabat- Fabrikatsteuer wird auch hier verschwiegen, wie hoch Wahlsysteme gerichtet sein kann. Ich würde dementsprechend vor zum Siege verhelfen, welche versprechen nur einen Abgeordneten die Besteuerung sein soll und welche Erträgnisse sich die schlagen, von der Aufstellung eigener Kandidaten und Wahlmänner zu wählen, der den Antrag auf Einführung des allgemeinen Steuerkünstler im Reichsschazamte von dem neuen Steuervollständig abzusehen, dagegen jeden Kandidaten der anderen Parteien Wahlrechts zu stellen oder zu unterstüßen verspricht. Abgesehen aufzufordern, in fein Programm den Satz aufzunehmen:„ Ich werde in nun davon, daß es ben bürgerlichen Randidaten aller Schatti objekte versprechen. Das für die Konsumenten Wesentliche und der nächsten Session einen Antrag auf Einführung des allgemeinen rungen zur Gewohnheit geworden ist, vor der Wahl viel zu ver- für die nicht Wein produzirenden Landstriche allein Erhebliche gleichen Wahlrechts mit direkter Wahl und geheimer Stimm- fprechen und nach der Wahl nichts zu halten, kann man der wird mit keinem Worte berührt. Ebensowenig erfährt man über abgabe einbringen resp. einen solchen, der von anderer Seite fozialdemokratischen Partei doch wirklich nicht zumuthen, eine die Abstufungen des Steuerfußes nach Weinqualitäten, so daß eingebracht wird, unterstützen." Unsere Genoffen wären aufzu- Taftit einzuschlagen, welche für das Versprechen der Einbringung das sozialpolitisch Wesentliche vorerst noch gar nicht bes fordern, den Wahlmännern eines Kandidaten, der vorstehenden eines Antrages unfere Stimmen den Feinden zur Verfügung stellt. sprochen werden kann. Sah bedingungslos aufnimmt, bei der Urwahl ihre Stimmen zu geben, gleichgiltig, ob es sich um Freisinnige, Ultramontane oder Antisemiten handelt. " Dazu kommt, daß selbst, den nach unserer Ansicht unmög Der Bundesrath soll bestimmen, von welchem Preise lichen Fall der Annahme eines solchen Antrages im preußischen ab der Wein nicht besteuert werden soll. Wir wollen anAbgeordnetenhause vorausgesetzt, Herrenhaus und Regierung nie nehmen, daß es sich hier blos um eine ungeschickte Fassung Alle Gefahren eines Kompromisses sind bei meinem Vor- mals einem Gesetz auf Einführung des allgemeinen, gleichen, schlag vermieden, wie denn bei den Kompromiffen das Geben" direkten und geheimen Wahlrechts für Preußen ihre Zustimmung des Artikelschreibers handelt, und daß nicht etwa dem lange nicht so gefährlich ist, wie das" Nehmen". Ich kann mich geben werden. Oder erwartet Arons von dem Schattenparlament, Reichstage zugemuthet werde, auf dieses selbstverständliche hier direkt auf die Singer'schen Ausführungen stüßen. Singer welches sich preußisches Abgeordnetenhaus betitelt, etwa, daß es Recht zu verzichten. Hoffentlich sollte blos gesagt werden, fagt( Borwärts" Nr. 227): Unbedingte Stimmenthaltung bei der Regierung die Mittel verweigere, wenn feinem Willen auf daß die Steuerkommission sich über diesen Punkt nicht Stichwahlen zwischen gegnerischen Parteien, also auch bei Einführung des allgemeinen gleichen direkten Wahlrechts nicht einigen konnte und die Entscheidung über diesen Absatz Wahlen, bei denen es sich nur um Gegner handeln Folge geleistet wird? der dem Reichstage zugehenden Vorlage dem Bundesrathe tann, wäre in manchen Fällen politischer Selbst- Am Echluffe des Artikels sagt Genoffe Arons, was er eigent überlassen wollte. mord.... Dert( bei den Reichstags- Wahlen) geben wir selbstlich mit seinem Vorschlage bezweckt: eine fräftige Agitation für verständlich, ohne eine Gegenleistung zu fordern oder zu erwarten, das allgemeine gleiche Wahlrecht in Preußen, ohne daß die SozialErwähnt sei, daß neben dem Naturwein, auch der unsere Stimmen einer Partei, die in bestimmten Fragen bemokratie allein die Kosten zu tragen hat. Wir nehmen den Schaum- und Kunstwein besteuert werden soll. Die Beeine unferer Auffassung entsprechende Politik verfolgt." Sind Ausdruck Kosten" nicht in materiellem Sinne so ist er wohl steuerung soll in einer prozentualen Belastung der Weinalso prinzipielle Bedenten gegen unseren Vorschlag nicht zu er auch nicht gemeint aber wir glauben, um diese Forderung zu preise stattfinden, die Steuerzahler sollen die Kleinhändler heben, so fragt es sich nur noch, welche Vortheile bietet uns die erfüllen, bedarf es nicht des Umweges über das preußische Ab- und Konsumenten sein, welche den Wein vom Produzenten Ausführung desselben? geordnetenhaus. Um für diese in unserem Programm enthaltene bezw. Großhändler kaufen. Die Steuer soll und wird auf Selbstverständlich dürfen wir nicht erwarten, daß ein An- Forderung zu agitiren, haben wir andere, träftigere und unserer die Verbraucher abgewälzt werden. Ausländischer Wein trag auf Abänderung des Wahlrechtes, felbst wenn er im Land- Partei niglichere Mittel als die Wahl von Gegnern in das soll bei der Einfuhr mit dem bisherigen Bolle und der tag die Majorität findet, einen augenblicklichen Erfolg bringt. preußische Abgeordnetenhaus, wie Arons uns empfiehlt. Die fräftige neuen Steuer belegt werden. Der Haustrunt der Winzer Dagegen erfüllen wir eine Pflicht, wenn wir den bürgerlichen Agitation für das allgemeine Wahlrecht" von den bürgerlichen Man- neuen Steuer belegt werden. Der Haustrunk der Winzer Parteien auch bei dieser Gelegenheit auf die Hacken treten, um dataren des Dreiklaffen- Wahlsystems ausgehend würde sich auch an ſelbſterzeugten Weinen aus selbstgewonnenem Material fie zur Erfüllung ihrer historischen Aufgabe anzutreiben. tomisch genug ausnehmen. An der Haltung der Ultramontanen und soll nicht von der Steuer getroffen werden. Neben der Aber weiter: Mit Recht heißt es im Leitartikel des Vor- Freisinnigen- Antisemiten gab's bisher im Abgeordnetenhaus als Reichsweinsteuer soll auch noch die Besteuerung des Weines wärts" Nr. 225: Aber wenn so der bürgerliche Radikalismus selbständige Fraktion konstituirt noch nicht bei der Berathung durch die Partikularstaaten und Gemeinden ermöglicht meistens unsere Vorfrucht war, und wenn wir unsere Haupt- des neuen Wahlgefeßes in der legten Session fann man un bleiben. erfolge errangen, indem wir gerade dem Freistun, und oft ausgefähr ermessen, wie fräftig diese Herren die Agitation für das Bei der Kunst- und Schaumweinproduktion soll ähnlich schließlich demselben, Schaaren seiner Anhänger entführten so allgemeine gleiche Wahlrecht betreiben werden. wie bei der Tabak Fabritatsteuer die Buchkontrolle einbedeutet unfere absolute Stimmenthaltung thatsächlich immer Hat man ein Wort gegen das elendeste und widerfinnigste mehr, daß wir zwar bereit sind, den Freifinn immer mehr und aller Wahlsysteme" gehört? Ist eine Partei für das allgemeine geführt werden. So viel Nachtheile dies auch hat, wie wir mehr zu schwächen, daß wir jedoch keinerlei Neigung verspüren, gleiche Wahlrecht eingetreten? in unserem heutigen Leitartikel ausgeführt haben, so ist die Truppen, die wir ihm abspenstig gemacht haben, nun selbst Im Gegentheil, diese sogen. Voltsvertretung hat dem Geldfact dieses System doch viel einfacher, als das der Bestenerung gegen den altpreußischen Konservativismus zu verwenden. Je noch mehr Vorrechte gegeben, hat das elendeste Wahlgefeß noch des von den Weinproduzenten gelieferten Naturweines. stärker wir werden, je mehr wir dem Freifinn Anhänger ent elender gemacht. Und von diesen, der Sozialdemokratie feindlichen Der Weinbau ist zum großen Theile Klein- und Zwergziehen, desto mehr bedeutet unsere Stimmenthaltung weiter nichts, Glementen erwartet Arons eine Agitation für ein Wahl- betrieb, er tann weniger leicht überwacht und geschäht als daß wir den Konservativen zu Siegen verhelfen. Die gefeß, welches der Todtengräber für die bürgerlich- kapitalistische werden, da die Erträgnisse des Weinlandes start wechseln, dirette Nichtbetheiligung ist indirekt eine Berrschaft in den Parlamenten werden muß, wenn das Volt, ebenso ist die Qualität und somit der Weinpreis zahlreichen immer stärkere Wahlbeeinflussung." die Arbeiterklaffe, frei und unbehindert zu Worte fommt. Nein! Wenn die Sozialdemokratie für das allgemeine Wahl. Schwankungen ausgesetzt, auch der Weinhandel ist wenig recht für den preußischen Landtag agitiren will wogegen fonzentrirt, so daß Steuerdefraudationen einerseits unwir durchaus nichts einwenden so tann und soll die Bartei gerecht hohe Besteuerung, anderseits nur zu leicht vorkommen nach unferer Meinung dies nur in Bolksversammlungen und in tönnen. der Parteipreffe thun, nicht aber durch direkte oder indirekte Betheiligung an einem Wahlsystem, welches eine Verhöhnung des Boltes iſt. Wir wollen doch nicht unseren Feinden die Waffen schleifen, mit denen sie uns zu vernichten streben. Und auf nichts anderes läuft der Arons'sche Vorschlag in der Praxis hinaus. Eine derartige Erwägung tann uns natürlich niemals dazu führen, ohne weiteres einen sogenannten Freisinnigen zu wählen. Führen wir dagegen unfern Vorschlag aus, so geben wir jenen die Möglichkeit, dadurch, daß sie wenigstens eine entschieden fortschrittliche Maßregel persönlich zu vertreten wagen, der Stimmen unserer Genossen nicht verlustig zu gehen. Wir können vorerst noch nicht beurtheilen, inwieweit die Versprechung eingehalten wird, daß die Aber nehmen wir einmal an, daß keine oder nur sehr wenige billigen Weinsorten steuerfrei bleiben sollen. Unfere Kandidaten anderer Parteien sich entschließen, den von uns geloyale Einhaltung der Versprechungen der Reichsregierung Stellung zum ganzen Gesezentwurfe würde aber selbst die forderten Satz in ihr Programm aufzunehmen, was bei dem Bestreben„ regierungsfähig" zu bleiben, nicht ausgeschlossen ist. Nun, dann gerade wird unser Auftreten seine besten Früchte geringsten Vortheil. Prinzipiell verwerflich, taktisch nugles würde neuen Steuern einzig und allein Für die Partei bietet die Ausführung des Vorschlages nicht den nicht ändern, denn einem Systeme, das die Erträgnisse aller zur Stärkung des bringen. Weigern fich die Kandidaten, unsere Forderung anzu- Der Vorschlag die Sozialdemokratie in eine ihrer ganz unwürdige Militarismus verwendet, kann die sozialdemokratische Partei nehmen, die im Prinzip ja in manchem Parteiprogramm enthalten Situation versetzen. Und in die Position eines Mannes, der keinen Groschen bewilligen. ist, so dürfte dieser Umstand wesentlich dazu beitragen, größere die Hand, welche ihn schlägt, noch füffen soll, möchten wir die Klarheit in viele Köpfe zu bringen. Sowohl der freifinnigen wie fozialdemokratische Partei nicht hineindrängen lassen. der Zentrumspartei folgen noch heut ganze Schaaren von Arbeitern, sozialdemokratische Partei nicht hineindrängen lassen. Kleine Vorlagen für den Reichstag. Wenn der die sich durch gewisse politisch radikal flingende Phrasen irre- wenig er die, wie wir glauben, unausbleiblichen schlimmen So gut der Arons'sche Borschlag auch gemeint ist und so Bundesrath demnächst wieder zusammentreten wird, wird führen lassen; auch die Antisemiten nennen das allgemeine gleiche Wahlrecht gelegentlich eines der größten Heiligthümer" Wirkungen etwa beabsichtigt, vor der kritischen Untersuchung hält des Voltes. Zwingen wir sie, Farbe zu bekennen! Zbun sie er nicht Stand. Hier gilt das Wort: principiis obsta! Widerstehe den Anes, so entwickelt sich möglicherweise eine fräftige Agitation für fängen. das allgemeine gleiche Wahlrecht in Preußen, ohne daß die Sozialdemokratie, die mit noch wichtigeren Dingen beschäftigt ist, teiner Form nähertreten. Die Sozialdemokratie fann dem elendesten Wahlgefeh" in allein die Kosten zu tragen hat; meigern sie sich dessen, so wird die dadurch bewirkte Aufklärung unsere Reihen verstärken! Thun Besondere Vorarbeiten sind für die Ausführung unseres BorSchlages nicht zu machen; findet er den Beifall der Genossen, so tann er noch bei der diesjährigen Wahl zur Ausführung kommen. Berlin SW. 46. Dr. Leo Arons. Politische teberlicht. Berlin, den 4. Oktober. Wir können vorstehenden Ausführungen nicht beistimmen, weil wir es nicht als die Aufgabe der Sozialdemokratie erachten, blatte veröffentlicht die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Die Reichs- Weinsteuer. In ihrem heutigen Abendsich auf eine so gefünftelte Weise an den Wahlen zum preußischen Mittheilungen über die Ergebnisse der im Reichsschaamte Landtage zu betheiligen. Der Arons'sche Vorschlag sieht zwar von der Aufstellung geführten Verhandlungen über die Einführung einer Reichssozialdemokratischer Wahlmanns- und Abgeordneten- Kandidaten Weinsteuer. Ebenso wie bei den Mittheilungen über die er, wie offiziös gemeldet wird, einige neue kleinere Gesezentwürfe zur Berathung vorfinden: Darunter wäre hauptsächlich die Novelle zur GewerbeOrdnung zu nennen, welche den Handel mit Droguen und chemischen Präparaten in den§ 35 eingestellt wissen und für die Wiederzulassung zu den in dem letzteren aufgeführten Gewerbebetrieben eine Erleichterung schaffen will. Es erwartet den Bundesrath jedoch auch einige Verwaltungsmaßnahmen. Hierunter ist neu eine Verordnung über den Handel mit Giften, von früher stammt das abgeänderte Amtliche WaarenBereichniß zum Zolltarif. Auch dürfte der Bundesrath sich noch mit einigen älteren, von ihm noch nicht erledigten Gesetzentwürfen zu beschäftigen haben, beispielsweise dem Entwurf über die Aenderung des Titels III der Gewerbe- Ordnung betreffs des Gewerbebetriebs im Umherziehen, wie er im November 1892 von der bayerischen Regierung vorgelegt worden ist. Schließlich werden auch bald nach Wiederaufnahme der Sizungen dem Bundesrath solche Vorlagen zugehen, die in der vorletzten Tagung vom Reichstage unerledigt gelassen wurden, namentlich der Entwurf über den Schutz von Waarenbezeichnungen und die Novelle zum UnterstüßungswohnsitzGesetz. Die letztere ist in der Reichstagskommission, welcher fie zur Vorberathung überwiesen war, nach Annahme einiger Abänderungen fast mit Stimmeneinhelligkeit angenommen worden. Die neue Redaktion der Novelle dürfte auf die in der Reichstags Kommission gefaßten Beschlüsse Rücksicht nehmen. W Mittheilungen bei Hochwasser und Eisgefahr. Sünde wäre es gewesen, mein Licht unter den Scheffel zu schaft, so wild wie er, und indeß die Truppen uns suchen, fetzen, ich berief eine fleine Gemeine inbrünstiger Seelen geht er nach Pont de verd zurück, verbrennt das Schloß in den Wald. Dort waren sie Zeuge meiner Begabung, und schlachtet alle Priester, die er dort findet. Sie meheln, und ihr Muth hob sich. Es war mitten im Sommer, und was ihnen entgegen kömmt. Aber das Unglück ereilt fie. ich weisfagte ihnen, daß sie die Gefangenen erlösen würden. Sie werden geschlagen; als man den Anführer sucht, tritt In der nächsten Nacht versammeln wir uns; und Perrier, er selbst aus einer Hütte hervor und nennt seinen Namen. ein junger Mann, dessen Braut in den Gefängnissen Bösewicht!" sagte der Kommandirende," welche Behand: Zwischen der preußischen und der niederländischen Reschmachtete, übernimmt die Anführung. Man rückt vor lung erwartest Du nach Deinen Thaten?" Die ich das Haus; die Diener des Abtes schießen aus den Fenstern Dir zukommen ließe," sagt der Begeisterte, wärst Du gierung ist in betreff gegenseitiger Mittheilungen bei Hochund tödten drei von unseren Freunden. Nun hören wir mein Gefangener, und wahrlich, Deine Freunde" sollten sich wasser- und Eisgefahr im Rhein und gemeinschaftlicher auf die Psalmen zu fingen und stürmen mit Bäumen und nicht darüber freuen". So standhaft blieb er bis zum Maßregeln zur Beseitigung dieser Gefahren eine VereinFeuerbränden das Schloß. Die Thore brechen, wir ziehen Tobe. Er wurde lebendig verbrannt. Da machen sie be- barung getroffen worden. ein und treffen den Abt in seinem Gemache. Er läßt seine tannt: Allen, die irgend nm die Sache des Abtes wüßten, Kerker öffnen; wir versichern, daß ihn nun kein Leid sollte verziehen werden, sowie allen, die bisher noch heimlich aber im Volke start verbreiteten Parteien, die Sozialdemo Vom bayerischen Landtage. Die beiden fleinen, widerfahren soll. Die Gefangenen kommen herbei; Hugenotten gewesen wären. Die Unschuldigen, Hintergangenen! fraten und die Bauernbündler, sollten von den Liberalen und Weinen, Freude, Schluchzen und Gesang erfüllt das Sie melden sich, und man hängt alle, die auch nie in ultramontanen aus den Ausschüssen ausgeschlossen werden. große Haus. Da zeigen sie die Wunden, die Spuren der Pont de verd gewesen waren, vor ihren Häusern auf. Nun Bu einem kleinen Zugeständniß sahen sich letztere aber doch geMartern, die erloschenen Augen und verfallenen läßt sich der Born nicht mehr dämpfen, die jungen Leute zwungen, indem sie den Bauernbündlern je einen Siz im Wangen. Ein Geheul der Mordlust erdröhnt. Doch rottiren sich, ich führe sie zu Perrier, Waffen werden vor- Finanz- und im Petitionsausschusse bewilligten und den GeBerrier und ich beschwichtigen durch Wort und That die gesucht, wer die nicht hat, nimmt Sichel und Beil; ein nossen Lövenstein in den Petitionsausschuß wählten. Ist Berwilberten. Der Abt hört den Beter, ihm graufet's Regiment kommt uns dort links bei Karnaulé entgegen. unseren Genossen auch die Vertretung der Voltsinteressen wohl ob unserem Wesen, und vom hohen Fenster herab Schon wie wir sangen, wurden die Truppen blaß; wir auf bei der Vorberathung des Etats und der Gesetzentwürfe will er sich auf die Straße retten, er springt und liegt sie ein, ihre Kugeln sind ohumächtig, und wir hauen alle von den Bourgeoisparteien unmöglich gemacht worden, zerschmettert unten. Seine Diener, viele von uns laufen zusammen, daß nur fünf Mann, entrinnen und den Verlust so werden sie den letzteren im Landtage selbst desto unherbei. Der Herr hat ihn für seine Grausamkeit gerichtet!" anfagen fönnen. Broglio selbst rückte nach, ward aber ver- angenehmer werden. Schon der erste Antrag unserer Geso schreien viele Stimmen; sie liegen neben ihm, um in trieben. Ein chriftlich Dankfest, Kirche und Predigt ward nossen, die Einführung des allgemeinen Wahlrechtes besein brechendes Auge zu schauen. Manche verbehlen troß im stillen Walde gehalten, und der Herr weissagte aus treffend hat den Liberalen und Ultramontanen großes Un der Rührung die Schadenfreude nicht. Und so ist nach der mir, zur Erbauung aller Krieger. Im nächsten Kampf behagen bereitet. Beide Parteien versprachen stets den Wahrheit unsere erste That, der Anbeginn des Krieges, ward unser Perrier verwundet, und la Porte ward von Wählern, für das allgemeine Wahlrecht einzutreten, hüteten eine Geschichte, die man ganz, um uns zu verlästern, ver ihm selbst zum Anführer ernannt; er fühlte sich nicht zum sich aber, dasselbe im Landtage zu fordern, nun heißt es anstaltet hat." Märtyrer begabt und ging bald mit der jungen Frau nach aber Farbe bekennen und zu dem sozialdemokratischen AnMan glaubt," sagte Edmund, Ihr hättet ihn frevelnd Genf. Da lieferte der kühne la Porte das grausame trage, die Wenn und Aber, die Obgleich und Jedoch zuund muthwillig ermordet." Treffen vor la Salle, von dem Du gehört haben mußt. fammen zu dichten. Das Volk wird erkennen, daß die " Ging es dem einen von uns zu Willen," fing Mazel Er starb bald hernach an seinen Wunden, glorreich, denn sie Sozialdemokratie die einzige Partei ist, der es ernst ist mit wieder an, so geschah das und noch mehr. Ein großer, öffneten sich alle, als er fast schon geheilt so inbrünstig beim ihren Versprechungen. wilder Mann war unter uns gewesen, der sich ungern dem Gottesdienst Psalmen sang, daß zwanzig verlegte Adern zuWillen des vernünftigen Berrier fügte; ihr tennt ihn gleich bluteten, und so sein Geist in rothen Strömen lobdurch den Ruf: Esprit Geguier. Schon in ihm fingend zum Himmel eilte. Ihm folgte nun im Kommando brannte jenes Feuer, welches jetzt auch Catinat und sein Neffe, unjer Bruder Roland. Ravanel leuchtet, und schon damals meinten viele, dies sei die echte Religion, und der Eifer des Elias, nicht die Milde des Johannes müßte Johannes müßte uns retten. Wir gingen still, alle froh und glücklich zurück. Man hatte teinen von uns erkannt. Da fammelte Seguier Mann- 1 ( Fortsegung folgt.) mißhandlungen interpellirt. Der Sumpf des bayerischen Nun haben unsere Genossen auch wegen der SoldatenLaudtages kommt nun in Bewegung. Bindter leitartikelt wieder über internationale Arbeiterkongresse und kommt, auf grund eines pindterisch mißverstandenen Artikels der„ Neuen Zeit" zu dem trostvollen Schluß, daß internationale Kongresse in _ prattischen Fragen zu keiner Einigung gelangen Tönnten. Es thut uns leid, Pindter's Freude trüben zu| Geschichte die, daß jeder Groschen, der noch ferner für die nicht unter der Leitung Tanlongo's stand. Nach dem Tode müssen. Das Umgekehrte ist wahr: gerade in prat Marine, und namentlich für Neubauten in der Marine des Königs ordnete König Umberto alsbald die sämmtlichen tischen Fragen bethätigt sich am fräftigsten die inter- ausgegeben wird, zum Fenster hinaus ins Wasser geworfen Angelegenheiten.. nationale Solidarität der Interessen. Nur müssen die ist. Wir waren von jeher dieser Ansicht und haben für praktischen Fragen auch praktisch behandelt, und vom trüge die Kriegsflotte ebensowenig wie für die Armée jemals Arbeiter- Statistik. Der italienische Handelsminister Legte Unternehmer- Vereine als Organisationen für die rischen verwirrenden Phrasennebel befreit werden. Beweis einen Groschen bewilligt und werden es niemals die internationalen Gewerkschaftston- thun; aber auch Diejenigen, welche bisher unserer Ansicht einen Gesetzentwurf zur gründlichen Umgestaltung der greffe, die gleichzeitig mit dem internationalen all- nicht waren, müssen auf grund der Erfahrungen Eng- Handelskammern vor, an welchen außer den Produzenten gemeinen Arbeiterkongreß und an diesen sich anlehnend, lands, des in diesen Dingen erfahrenen und maßgebenden und Industriellen nunmehr auch die Arbeiterschaft theilvorigen August in Zürich getagt haben. Auf keinem Landes, nun zu der Erkenntniß gelangen, daß es Pflicht nehmen soll. Den Handelskammern, welche aber trotz der dieser Kongreffe tam es zu den geringsten Differenzen. Es der Volksvertretung ist, zum mindesten jede Mehrforderung paar Arbeiter, die man ihnen zur Dekoration beivon jedem Theilnehmer verstanden wurden und darum der findlichen großen Schlachtschiffe" die weiteren Beiträge zu und Arbeits- Nachweis beigegeben werden, welche der Leitung handelte sich um konfrete, praktische Fragen, die für die Marine zu verweigern, und für die im Bau be giebt, unverfälschte Unternehmer- Drganisationen bleiben, werden außerdem ständige Bureaus für Arbeiter- Statistik Phrase keinen Tummelplaz boten- und so herrschte streichen. Millionen in Bauten stecken, die, wenn vollendet, durchaus die größte Einigkeit und vollkommene Einmüthig werthlos sind und als altes Holz oder als altes Eisen ver der Zentralstelle im Handelsministerium unterstehen. feit. Es ist deshalb eine wahre Lust, die Berichte jener fauft werden müssen, falls sie nicht vorher mit Mann und internationalen Fachkongreffe zu lesen, und wenn Herr Maus ins Meer versunken sind, das wäre Narren- lung der vereinigten englischen Grubeneigenthümer Der internationale Kohlenstreik. Eine Versamm Pindter sich überzeugen will, welches Blech er geschrieben wert. hat, so sind wir gerne bereit ihm einige der Berichte zu nahm gestern, einem Telegramm zufolge eine Resolution an, verschaffen. Unfallversicherung für ländliche Arbeiter in in welcher das Bedauern über den Beschluß der VergarbeiterOber- Desterreich einberufenen Generalversammlung wurde Konferenz mit den Arbeitgebern behufs Besprechung der Desterreich. In der vom katholischen Volksverein für Konferenz in Chesterfield ausgesprochen wird, wonach eine eine Resolution angenommen, nach welcher an die konser: Lohnreduktion abzulehnen, die Wiederaufnahme der Arbeit vativen Abgeordneten die Aufforderung ergeht, für die Ein- u den alten Lohnsätzen jedoch zu gestatten sei. Die Verbeziehung der gesammten Landwirthschaft in die Unfall- sammlung wiederholte lediglich den bereits abgelehnten Vorversicherung, sowie für eine baldige Aufhebung des Ausschlag der Besitzer, welche erklären, es könne feine Regelung fuhrverbotes einzutreten. in dieser Frage stattfinden, die nicht eine Lohnkürzung in sich schließe. Da die Vertreter der Bergleute es ablehnen, beiderseitiger Konferenzen unmöglich." eine Lohnherabsehung zu besprechen, sei die Regelung mittels Sozialdemokratischer Wahlfieg in Heffen. Uns geht folgender eigener Drahtbericht aus Offenbach a. Main zu: Bei der hessischen Landtagswahl wurde Genosse Cramer im Landbezirk Offenbach a. Main gewählt. Einen Fußtritt versetzt die Kreuz- 3tg." heute Abend den Bismard'schen Reptilien zc., bie geleugnet hatten, daß der Schwenninger verpflichtet sei, über den Gesundheitszustand seines" Chefs" dem Könige von Preußen Bericht zu erstatten. Die Kreuz- 8tg." druckt die bezügliche Kabinetsordre ab, die das Datum des 21. April 1890 trägt, also furz nach der Entlassung des Hausmeiers geschrieben ist. Es heißt darin unter anderem: " Es ist mein Wunsch, daß Sie auch fernerhin die ärztliche Behandlung des Fürsten leiten und soweit erforderlich, felbst ausüben. Indem ich Sie mit diesem Auftrag betraue, will ich von Zeit zu Beit Ihrem Berichte über das Befinden des Fürsten entgegensehen." Es ist ja sehr begreiflich, daß diese Kabinetsordre in dem Zerschmetterten" teine angenehmen Gefühle erwecken tonnte. Allein darum braucht man doch nicht zu lügen oder lügen zu lassen. Die Böcke als Gärtner. Unter dem Titel: Ein deutsch evangelischer Schulkongreß" tagten und nächteten vorigen Sonntag zu Dresden einige Dutzend fromme" Geistliche und Schulmeister, um über das Thema zu berathen: wie kann die Schule am besten und wirksamsten in den Dienst der Reaktion gestellt werden? Es war da viel die Rede von den Aufgaben der Schule in dieser schweren Zeit des Unglaubens und des Sozialismusdie Böcklein, die den Schulgarten nach ihrem Geschmack orduen wollten, flossen allesammt über von christlicher Liebe, die aber den tiesinnerlichen Haß gegen alle Anders- oder gar Ungläubigen nicht zu überzuckern vermochte. Die Wünsche und Strebungen der gescheitelten Menschheitserretter gelangten zum Ausdruck in dem Beschlusse, daß die Schule christlich sein müsse, daß die konfessionslose oder intertonfessionelle Schule zu bekämpfen, und daß eine kräftige evangelische" Strömung zu veranlassen sei. Nun, wir kennen den Text, und wir kennen das Lied. Und wir wissen, daß die Gescheitelten ebenso wenig in die Schule gehören, wie der Bock in den Garten. schweizerischen Nationalraths Wahlen. Dasselbe wurde Das sozialdemokratische Programm für die vereins und vom Parteikomitee der Sozialdemokratischen festgestellt vom Zentralkomitee des Schweizerischen GrütliPartei der Schweiz und lautet: 1. Recht auf Arbeit; insbesondere genügende Fürsorge für Arbeitsgelegenheit durch Verkürzung der Arbeitszeit u. s. w., unentgeltlicher öffentlicher Arbeitsnachweis, Arbeitslosenversicherung, Schuß der Vereinsfreiheit, überhaupt kräftiger Rechtsschutz für die Arbeiter. 2. Obligatorische Berufsgenossenschaften. 3. Kranten und Unfallversicherung zum Wohle des Arbeiters, Kleinhandwerkers und Kleinbauern; insbesondere allgemeine unentgeltliche Krankenpflege, Selbstverwaltung der Versicherten und möglichste Berücksichtigung der bestehenden freiwilligen Krankenkassen. " als Körperschaft noch auf dem hohen Roß, eine große Die vereinigten Herren Grubeneigenthümer sitzen sonach Anzahl der Herren, die vorige Woche noch auf dem hohen Roß saßen, sind inzwischen aber herabgestiegen, und haben ihre Gruben zu dem früheren Lohnsatz geöffnet. Man muß fich erinnern, daß dieser Streit, der vorigen Montag genau 8 Wochen dauerte, nicht durch eine Mehrforderung der Arbeiter, sondern durch die Ankündigung einer Lohnreduktion seitens der Grubeneigenthümer hervorgerufen worden ist. Die Annahme von Arbeitern zu den früheren Lohnfäßen ist hiernach ein Rückzug der Unternehmer. Ist der Sieg der Arbeiter auch noch fein vollständiger, so ist immerhin ein wichtiger Erfolg zu verzeichnen, der den endgültigen Triumph erwarten läßt.-4. Zabakmonopol mit voltsthümlicher Organisation und Verwendung des Reinertrages für die unentgeltliche Die Kohlenpreise steigen fortwährend, und immer Krankenpflege. 5. Banknoten Monopol( endliche Durchführung des Volts- für die streikenden Arbeiter, deren heldenmüthiges Aus fräftiger erklärt sich die öffentliche Meinung und Stimmung beschlusses). Rein staatliche Bundesbant, insbesondere zum harren unter den denkbar schwersten Opfern ihnen die Zwecke einer Hypothekarreform, lettere namentlich zur Sympathien jedes fühlenden Menschen gewinnen muß. In Bekämpfung der kleinbäuerlichen Grund- und Bodenverschuldung. den Streitbezirken spottet die Noth jeder Beschreibung; 6. Verstaatlichung des Eisenbahnwesens auf dem Wege der alles Verpfändbare ist verpfändet und tausende von Frauen Expropriation; vorher jedoch Abschaffung der Bahn- ziehen mit Kindern herum, um Brot zu erbitten nicht vorrechte im Obligationenrecht und Rechnungsgesetz. erbetteln. Es ist ein thatsächlicher Kommunismus einStrenge Maßregeln gegen die Wiatür der Bahngesell geführt. Jeder, der etwas hat natürlich die fatten schaften in der Handhabung des Ruhetags- Gesetzes, des Herren Grubenbarone ausgenommen giebt so viel er Tarif- und Fahrplanwesens u. f. w. tann. Trotzdem denkt niemand an Unterwerfung, und da 7. Bündhölzchen- Monopol zum Schuße von Gesundheit und die Beiträge infolge des Arbeitsantritts beinahe eines Leben der in dieser Industrie beschäftigten Arbeiterschaft. 8. Staatlicher Getreidehandel zum Schuße des Volkes gegen Fünfttheils der Streifenden jegt etwas reichlicher fließen, Brotwucher und zur Sicherung der Landesvertheidigung. So ist zu hoffen, daß die Noth ihren Höhepunkt er9. Thunlichste Beschränkung der Militärausgaben, energische reicht hat. Bekämpfung aller unrepublikanischen Auswüchse des Wehr. Die Mayors( Bürgermeister) von Bradford, Sheffield, wesens und Demokratisirung desselben. Leeds und andern Städten haben auf nächsten Montag nach 10. Ausbau der Volksschule: Zu diesem Zwecke finanzielle Unter- Sheffield eine Versammlung berufen, zu dem Zweck, eine Verflüßung der Kantone durch den Bund. Unentgeltlichkeit mittlung anzubahnen. Die Arbeiter sowohl als die Grubenbefizer sollen sich dem Telegramm zufolge bereit er11. Abschaffung der politischen Polizei. 12. Einheitliches Strafrecht. flärt haben, Vertreter oder Bevollmächtigte zu schicken. Aus Belgien und aus Frankreich find die Nachrichten noch immer unklar und einander widersprechend. Weil es in beiden Ländern an den festgegliederten Organifationen fehlt, durch welche die Engländer sich auszeichnen, der Lehrmittel. 13. Wahl des Bundesrathes durch das Volk und demokratische Reform der Bundesverwaltung. 14. Proportionalvertretung für den Nationalrath. 15. Gefeßes- Initiative. Freiherr von Münch geisteskrank? Ein Stuttgarter Korrespondenzbureau verbreitet in auswärtigen Blättern die Nachricht, daß das gerichtliche Verfahren gegen den früheren demokratischen Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Münch wegen Beleidigung der Richter nämlich des Landgerichtsdirektors Herrmann, jezigen Ersten Staatsanwalts Nestle und Landrichters Defterlen bereits eingeleitet worden sei. Im Laufe des Verfahrens sei der An- Ueber die schweizerischen Bauernorganisationen wird der Kampf unregelmäßiger geführt und ist schwerer trag gestellt worden, den Freiherrn v. Münch auf 6 Wochen jammert die Kreuz- Beitung", weil sie der Sozialdemokratie zu übersehen. Gewiß ist, daß der Streik fortdauert und, behufs Untersuchung seines Geisteszustandes in eine Frren- anheimfallen. Es wird in Deutschland auch nicht anders während er in Frankreich sich auf der alten Höhe beanstalt einzuweisen, wogegen letterer beim königlichen Ober- gehen, denn die Entwickelung ist unaufhaltsam, daß die hauptet, in Belgien sich noch immer ausdehnt. Landesgericht auf grund des§ 81 der Strafprozeßordnung denkenden und sich organisirenden wirthschaftlich Schwachen Beschwerde erhob, welcher gutem Vernehmen zufolge statt einsehen, daß einzig und allein die Sozialdemokratie die gegeben worden sei. Retterin aus der wirthschaftlichen Misere sein kann. Die 3. Wagenklasse auf den Eisenbahnen. Ueber die Bertheilung des Personenverkehrs auf die 1., 2. und 3. Wagenklasse in Europa macht ein vom französischen Finanzministerium herausgegebenes Fachblatt die in der folgenden Zusammenstellung enthaltenen Angaben: Deutschland Desterreich Rußland Schweiz Großbritannien Belgien Italien Holland Frankreich Prozente der beförderten Personen Prozente der erzielten Einnahmen 1. Kl. 12. RI.| 3. RI. 1. RI. 12. KL. 13. RI. 233 0,6 10,2 89,2 4,9 26,9 68,2 68,2 1,2 12,7 86,1 7,5 27,6 64,9 1,4 7,1 91,5 6,2 15,1 64,1 2,2 19,7 78,1 11,4 34,4 54,2 8,1 88,3 12,4 10,6 77,0 3,9 12,8 83,3 14,8 25,1 60,1 4,8 25,9 69,3 17,5 36,6 45,0 7,0 23,0 70,0 16,6 35,2 47,2 8,0 36,0 56,0 21,0 27,2 52,0 3,6 Der Gedanke der internationalen Abrüftung greift in Frankreich immer mehr um sich, und Hand in Hand damit der Haß gegen das stehende Heer und das Streben nach Einführung des Milizsystems. Unsere Genossen find sämmtlich dafür; jetzt hat sich auch die bürgerlich- radikale " Justice" dafür ausgesprochen. Es tagt! gelegenheiten. Einem Telegramm zufolge hätten die BeEuropäische Einmischung in amerikanische Anfehlshaber der im Hafen von Rio Janeiro( Brasilien) liegenden fremden Kriegsschiffe den Insurgenten verboten, die Stadt zu bombardiren. Es wäre das eine unbefugte Einmischung, die von der Regierung der Vereinigten Staaten nicht ruhig wird hingenommen werden. Eine Ausnahme hat nur der Befehlshaber der deutschen Schiffe gemacht, welche erklärte, sich nicht einmischen zu können, bagegen mit aller Energie für den Schutz der Deutschen in Rio Janeiro sorgen zu wollen. In Washington, und überhaupt in Amerika wird dies einen sehr guten Eindruck hervorbringen. Der Chauvinismus der französischen Sozialisten. Unsere deutschen Chauvinisten, Lügenpeter die sie sind, werden nicht müde zu sagen, die französischen Sozialisten seien durchweg national gesinnt und schwärmten für die russische Allianz nur die sogenannten" Marristen" stimmten mit den deutschen Sozialisten überein, sie seien aber die Ausnahme. Das ist falsch. Es giebt in Frank- Briefkaffen der Redaktion. reich 4 sozialistische Gruppen: die Marristen"," Blanquisten" und die ehemaligen Possibilisten", die in 2 Gruppen Weigerung der Kasse unberechtigt. Sie müssen zunächst Klage Schneider. Ist Ihre Schilderung zutreffend, so ist die zerfallen find: die Allemanisten" und" Broussisten". beim Magistrat erheben: das Weitere ersehen Sie aus Ihren Wohlan die Marxisten" find außer Frage; wie die Statuten. Die Antwort der Staatsanwaltschaft ist Ihnen zurückBlanquisten" denken, erhellt aus den Artikeln und Reden gesendet. " " Vaillant's, des bekanntesten der Blanquisten"; ebenso ent- C. E. Klagen über besondere Ausnutzung durch einen Wo eine 4. Klasse besteht, wie in Deutschland, ist in schieden vertreten die Allemanisten" den internationalen Prinzipal, die in feiner Weise beglaubigt sind, können vor Erder Tabelle der Verkehr derselben der 3. Klasse zugerechnet. Standpunkt und verwerfen die russische Allianz eben so örterung und Untersuchung der Angelegenheit durch die beDurch diese Zahlen wird unsere oft geäußerte Behaup- entschieden, wie die Blanquisten" und" Marristen". treffende Gewerkschaft im lokalen Theil feine Besprechung finden. tung bestätigt, daß die Haupteinnahmen des Personen- Man Lese Warum tragen Sie die Sache nicht der Freien Vereinigung der die letzte Nummer ihres Organs Kaufleute vor? verkehrs der Eisenbahnen von den Benutzern der 3. Wagen Parti ouvrier"( Arbeiterpartei), sie ist gefüllt mit tlaffe stammen und daß diese für die Bequemlichkeit und heftigen Protesten gegen die Russenseuche und warmen eine Haupt- und Staatsaktion einleiten? Durch das Singen derEinigkeit Buckan. Warum wegen der harmlofen Lieder den Luxus der in der 1. und 2. Wagenklasse Fahrenden Betheuerungen der internationalen Solidarität. Bleibt selben vergiebt sich ein Parteigenosse wirklich nichts. aufzukommen haben. also blos Herr Brousse mit seiner Handvoll von Gläubigen. nur F. S. Geben Sie sich keinen Illusionen hin. Auch dafür muß der Steuerzahler blechen. A. G. Ihre Frage ist unverständlich. Meinen Sie, wie lange die Reserve zur Üebung einberufen wird? Th. R. H. Uns ist nicht bekannt, ob die Arbeiter- TurnerBeitung" noch erscheint. Kinkowski, Luisenstr. 60, ist Mitglied des Vorstandes der Ethischen Gesellschaft. Mohr und H. S. Bitte um gelegentlichen Besuch zwischen Der Bau von Ruinen galt früher als die unsinnigste Bom italienischen Panama. Die Stellung Giolitti's Beschäftigung, allein eine Ruine fann immerhin ein ganz ist erschüttert. Selbst regierungsfreundliche Organe rathen hübsches und sogar, wie z. B. die Rudelsburg, nüßliches Ding ihm zum Rücktritte vor dem Zusammentritte des Parlasein. Heute geht man weiter und fertigt mit unsäglichem mentes. Giolitti könnte gehen, wenn sich unter den Fleiß Gerümpel und altes Eisen an. Unfere italienischen Staatsmännern Leute finden würden, welche Kanonen und Gewehre sind meist schon altes Eisen, ehe fie diese Erbschaft übernehmen wollten und könnten, weil sie für die ganze Armee fertig gestellt sind. Und ebenso steht an den Korruptionsgeschichten unbetheiligt sind. Deren 12 und 1 Uhr. es mit unseren Kriegsschiffen. Der von uns wiederholt be- giebt es fast gar teine. Auch die königliche Familie wird Sozialaristokrat Zittan. Das genannte Buch ist uns nicht sprochene Untergang des englischen Riesen- Schlachtschiffs in die Bankaffäre hineingezogen, wie die Neapler Zeitung zugekommen. Unser Staum gestattet uns nur selten, BuchViktoria hat eine der ersten Autoritäten auf dem Ge- Roma" berichtet, die über die Beziehungen Victor besprechungen zu bringen. biete der Schiffsbaukunst und der militärischen Technik: Emanuels zur Banca Romana Näheres mittheilt. Der Lange, Herzberg. Die detaillirten Bestimmungen finden Lord Armstrong zu der Ueberzeugung gebracht, daß es ein König nahm die Hilfe der Banca Romana in bedeutender Sie in§ 55-63 der Gewerbe- Ordnung. Unsinn ist, solche Riesenschiffe zu bauen, bie, je vollendeter Höhe in Anspruch, um die Mittel, welche seine patriotische dürfen polizeilicher Genehmigung. Goed. in Lyck. Versammlungen unter freiem Himmel besie ausgerüstet sind, um so gefährlicher für die eigene Mann- Bersonalpolitik(!??) erforderte, aufzubringen. Auch in H. Br. Nur wenn er vorsätzlich den Schaden zu schaft werden. Lord Armstrong empfiehlt deshalb den Bau seiner privaten Geldaffäre mit dem Extedive Ismael gefügt hat. fleinerer Kriegsschiffe. Und für uns ist die Moral der wandte sich der König an die Bank, welche damals noch Litninger. Der Richter hat Recht. 上 Für den Inhalt der Inserate über. aimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 5. Oktober. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wareburg. Schauspielhaus. Das Käthchen von Heilbronn. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Hamlet. Leffing- Thenter. Mauerblümchen. Wallner Theater.' s Liferl vom Schliersee. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Madame Agnes. Neues Theater. Jugend. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Berliner Vollblut. Viktoria Theater. Frau Venus. Alexanderplat- Theater. Das Damenbad. Vorher: Die Balletschule. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago Vorher: Die juten Flinten." Castan's Unferem Mettwurft- Budiler H. Albrecht 22675 zum heutigen Tage ein donnerndes Hoch. Hermann, laß Mettwurst' ranfahren. Panopticum. Die b... Bantbeamten von vis- à- vis. Weltberühmte Ausstellung von Wachsfiguren und Gruppen. Juustonen. Irrgarten. Schreckenskammer. PassagePanopticum. Soeben ans Chicago eingetroffen: Der blaue Mann. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Bass.) Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Neu! Sensationell! eu! Spreeniven! Anfang: Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. R. Winkler. Die Affendame. Altes Schüßenhaus, Linienstraße 5, empfiehlt feine Festfäle heiten. ( 560 Personen fassend) zu allen Gelegen2065b 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. Ein Vereinszimmer mit Klavier ist zu verg. Manteuffelftr. 48. H. Hilbert. Vereinszimmer 3. vergeb. Gartenstr. 165. Vereinszimmer. Meyer, Sebastianstr. 3. Naturheilarzt Dr. med. Böhm. Ich wohne jetzt Schüßenstr. 56, II. Anhang zum Statut der Orts- Krankenkasse der Sattler und verwandten Gewerbe zu Berlin. Wintergarten. Spezialitäten Bor- Das Verhalten der Kranken und Vorschriften über die Krankstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. meldung und die Krankenanfficht. Auf grund des§ 23 des Statuts und§ 26 a 3iffer 2a des Krankenversicherungs- Gesetzes werden hierdurch nachstehende Vorschriften erlassen: § 1. Ertrantt ein Mitglied, so hat sich dasselbe oder eine vom Mitgliede beauftragte Person aus dem Kaffenlokale unter Vorlegung des Quittungsbuches einen Medizinschein zu beschaffen. National- Theater. unter Borlegung des Quittungsbuches beim Kassenarzte zu machen. Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 5 Atten von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Mufit von Adolph Wiebeck e. Regie: Ma Samst. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in der Tanzstunde. Poffe in 1 Att von R. J. Anders. Musik von verschiedenen Komponisten. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Sonntag, den 8. Oftober 1893: Voltsvorstellungs- Matinee: Anfang 12 Uhr Mittags. Der Glöckner von Notre- Dame. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt v. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Borstellung. Central- Theater. Alte Jakobstrasse No. 30. Hente: Berliner Vollblut. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Jean Kren. Musik v. Julius Einödshofer. Tagestasse von 10 bis 2 Uhr und von 5 Uhr an. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Im dritten Afte: Bajazzi- Parodie vorgetragen von Frau Josefine Dora und Herrn Carl Meissner. Morgen: Berliner Vollblut. Wallner- Theater. Gastspiel der Schliersee'r Banern. Zum vorlekten Male: In dringenden Fällen ist es gestattet, die Krankmeldung ohne Schein Bei einem plöglichen Erkrankungsfalle hat das Mitglied das Recht, sich der Hilfe eines jeden Arztes zuerst zu bedienen, jedoch muß binnen 24 Stunden Anzeige hiervon bei der Kasse erfolgen. § 2. Ist das Mitglied arbeitsunfähig geschrieben, so müssen der vom Rassenarzte unter Angabe des Tages der Erwerbsunfähigkeit ausgefüllte Medizinschein spätestens in 24 Stunden an die Kasse zurückgereicht und der Hausfrankenschein abgehoben werden. Ist die Neberführung in ein Krankenhaus erforderlich, so ist vorher der Aufnahmeschein in dasselbe vom Rendanten zu fordern. Bei einem plöglichen Erkrankungs- oder Unglüdsfalle fann der Aufnahmeschein nachträglich, jedoch spätestens 48 Stunden nach geschehener Aufnahme in das Krankenhaus vom Rendanten beschafft werden. Achtung Parteigenossen! Die Delegirtenwahlen gitiz Kölner Parteitag finden am Freitag, den 6. Oktober, in allen Berliner Wahlkreisen statt. Anfang 8 Uhr Abends. I. Wahlkreis: Gratweil'sche Bierhallen, Rommandantenstr. 77,79. Referent: Genosse August Tacterow. II. Wahlkreis: Berliner Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Referent: Genosse Antrick. III. Wahlkreis: Brochnow's Salon, Sebastianstraße 39. Referent: Genosse Vogtherr. IV. Wahlkreis: Joël's Salon, Andreasstraße 21. Referent: Genosse Paul Singer. V. Wahlkreis: Schweizer- Garten, Am Königsthor. Referent: Genosse Robert Schmidt. VI. Wahlkreis: Germania- Festsäle, Chausseestraße 103. Referent: Genosse August Bebel. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Der diesjährige Parteitag in Köln. 2. Diskussion und Stellung von Anträgen. 3. Wahl der Delegirten. Bu zahlreicher Betheiligung fordern auf Ordnung. Die Vertrauenspersonen. In der Versammlung des II. Wahlkreises steht noch die Wahl von Ein aus dem Krankenhauſe oder aus einer Heimstätte für Genesende Revisoren und die Abrechnung von der Reichstags- Wahl auf der Tagesentlaffenes Mitglied hat am Tage der Entlassung oder spätestens am Tage nach der Entlassung beim Rendanten den Entlassungsschein abzugeben. Auch die mit Schonung entlassenen Mitglieder haben diese Pflicht zu § 3. erfüllen. Als der Zag der Krankmeldung gilt der Zag, an welchem sich das Mitglied in ärztliche Behandlung begiebt. § 4. Agtung! Oft- und Westpreußen! Ahtung! Große öffentliche Versammlung Die Auszahlung des Krankengeldes erfolgt an das Mitglied oder, wenn am Sonntag, den 8. Ottober 1893, Nachmittags 5 Uhr, dasselbe nicht ausgehen kann, an die Person, welche vom Mitgliede dem Rendanten hierzu bekannt gegeben war. § 5. Dem Krankenkontrolleur muß zu jeder Tageszeit der Zutritt zur Wohnung des Kranken gestattet werden, und hat der Kranke jede Auskunft zu ertheilen, welche sich auf die Krankheit bezieht. Der Krantenschein ist dem Kontrolleur ftets vorzulegen und muß beim Berlaſſen der Wohnung für den Kontrolleur zurückbleiben, falls der Krante sich nicht zum Arzt oder zur Kaſſe begiebt. § 6. Den ärztlichen Vorschriften haben die Kranken unbedingt Folge zu leiften, insbesondere ist es ihnen nicht gestattet, ihre Wohnung außerhalb der ihnen vom Arzte bewilligten Ausgehezeit zu verlassen. Das Verziehen nach einem außerhalb des Bezirkes der Raffenärzte ge2. bei Cohn( vorm. Norbert), Beuthstraße Nr. 22. Tages- Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) Diskussion. 3. Verschiedenes. 254/16 Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tany. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitations- Kommiffion. J. A.: Carl Roff, Münchebergerstr. 29. Achtung! Schlesier! Achtung! Große öffentl. Volks- Versammlung aller in Berlin lebender Schlesier am Sonntag, den 8. Oktober, Vormittags 9½ Uhr, legenen Orte während der Krankheit ist nur mit Genehmigung des Arztes und im Saale des Herrn Boltz, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal). des Vorstandes gestattet. § 7. Den Kranken ist ferner der Besuch von Schantlokalen nur während der ärztlich vorgeschriebenen Ausgehezeit zum Zwecke der Ernährung gestattet. Die Vornahme irgend einer Beschäftigung oder der Genesung hinderlichen Handlung ist untersagt. Das gesundete Mitglied hat die Pflicht, die vom Arzte bescheinigte Erwerbsfähigkeit der Kasse sofort anzuzeigen, auch dann hat es die Pflicht, wenn es, ohne vom Arzt gesund geschrieben zu sein, arbeiten will oder zu arbeiten begonnen hat. § 8. nungsstrafen bis zu 10 M. geahndet. Buwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschriften werden mit DrdDie Rasse hat das Recht, die Strafgelder von dem Krankengelde in Abzug zu bringen. § 9. Mitglieder, welche ihrem Erwerb nachgehen und gleichzeitig Krankengeld beziehen, unterliegen den Bestimmungen des Strafgesetzbuches. § 10. Gegen die getroffenen Strafverfügungen ist binnen 2 Wochen nach deren Eröffnung Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zulässig, Die Entscheidung der letteren ist endgiltig. Kranken- Aufsicht. Ein jedes als Delegirter gewählte Mitglied verpflichtet sich, die ihm vom Borstande übertragene Krantentontrolle gewissenhaft auszuführen. Etwaige Verfäumniß an Arbeitsverdienst ist ihm mit 30 Pfennig per ' s Liserl vom Schliersee Kontrolle zu erfeßen. Freitag, zum 1. Male: Der Schlagring. American- Theater. Vorschriften über das Mahnverfahren. Auf grund des§ 55 Abs. 3 des Krankenversicherungs- Gesetzes vom 10. April 1892 werden hierdurch folgende Vorschriften über das Mahnverfahren erlassen: Arbeitgeber, welche die fälligen Beiträge an den Raffirer gegen vorNovität für Berlin! Novität für Berlin! gelegte Rechnung nicht begleichen, erhalten nach 8 Tagen eine Mahnung; für Les deux Crenlets. Unübertr. Diese Mahnung haben die Arbeitgeber folgende Gebühren zu zahlen: Verwandlungs- Instrumentalisten. Hugo Schulz als rompeter von Bitschewig", hochtomisches Intermezzo. Der kleinste Husaren- Lieutenant". nicht Neuester Original- Vortrag von Josefine Delcliseur. Eugen Zocher, Sächs. Orig.- Humorist. Alfred Bender mit neuen Rouplets eigeuer Dichtung. Grosser Erfolg! 1. Für Beträge bis 8 Mt.. 2. Für Beträge von 3,10-15 Mt. 3. Für Beträge von über 15 Mt. ertl. ausgelegtes Porto. 0,10 mt. 0,20 0,30. " Sind die Beiträge nach stattgefundener Mahnung innerhalb 8 Tagen an die Kaffe gezahlt, so erfolgt Grefution. Berlin, den 20. August 1893. Der Vorstand. W. Erdmann, Vorsitzender. C. Tannhausen, Schriftführer. Vorſtehenden Verhaltungsvorschriften für erkrankte Mitglieder und Vorschriften über das Mahnverfahren wird hierdurch nach§ 26a Abs. 2 Nr. 2 a bezw.§ 55 Abs. 3 des Krankenversicherungs- Gesezes vom 10. April 1892 die Berlin, den 30. August 1893. Berliner in Chicago. Genehmigung ertheilt. Elfriede Eckmudt, hochint. Konzertsäng. Anf. Wchtg. 71/2 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Gewerbe- Deputation des Magistrats. Mugdan. 290/12 Tages Ordnung: Versammlung moderne Raubritterthum." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Vortrag des Genossen F. Hoffmann, früher in Zeit, über:„ Das Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.[ 2366b Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins u. Umgegend. Sonntag, den 15. Oftober, Vormittags 10 Uhr, in ben Arminhallen, Rom mandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hansen: " Judenverfolgung und Antisemitismus." 2. Aufnahme neuer Vereine. 3. Bundesder Versammlung oder bei Heitmann, N., Brunnenſtr. 88e. angelegenheiten und Fragetasten. Bundesgenossen erhalten den„ Tourist" in 772/16 Aug. Herold, Möbel u. Polsterwaaren Oranienstr. 83/84. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Dinus Truppe, Afrobaten( 6 Perfonen). Familie Kraeusel, russisches Orchester( 6 Personen). Geschw. Silviar, Gefang- TanzTerzett. Paul Krugeler, Gefang Sumorist. Ballet Excelsior, 8 Damen. Solotänzerin M. Kunschmann. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. G * ratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 71/2 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Präuscher's MUSEUM Morit Etablissement Morits Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße. Buggenhagen. anatomisches Viel Neues, darunter der Schußkanal der Kugeln des deutschen Militärs, fünf Körper Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends gehend durch für erwachsene Herren. Play. Play. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. an den Wochentagen findet das Spezial- Ausschant von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Freitag: Damentag. Säle für Versammlungen, Kommerje, Entree 50 Pfg. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2., Festlichkeiten C. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 334. Donnerstag, den 3. Oktober 1893. 10. Jahrg. Ein ZandidyU ans dem Gegenwartsstaat. Schauplatz: Mecklenburg, das Junker- und Bauernparadies. Zeit vom Herbst 1S91 bis in den letzten Winter. Da die Haupt- person todt ist, mußte der Verlauf des Idylls in ihrer Abwesen- Wesenheit festgestellt werden. Die Feststellung erfolgte vor dem Schwurgericht in G ü st r o w am 29. September d. I. Und nun entrollen wir das Idyll nach der.Mecklenburgischen Zeitung" vom Letzten des vorigen Monats: Am 2i. Oktober 1891 trat die fünsundvierzigjährige un- verehelichte Sophie Bug. welche im März desselben Jahres als landarm in das Landarbeitshaus eingeliefert und als wieder arbeitsfähig entlassen war, bei der Angeklagten in Dienst. Sie war schwachsinnig, konnte nicht gut hören und sehen, war aber bei schmächtigem Körperbau von gesundem Aussehen und that als Einmädchen alle Arbeit. Der Präpositus Büttner in Thürkow, bei dem sie vorher vom 1. Juli 1891 ab in Dienst gestanden hat, bezeichnet die Büß als willig, aber in der geistigen Ent- Wickelung derart zurückgeblieben, daß sie als ein Kind habe behandelt werden müssen und über das ihr als Mensch Zu- kommende kein Vcrständniß gehabt habe. Am 24. Januar 1393 wurde ein zweites Dienstmädchen angenommen und da die Büß unordentlich und sehr unsauber war. so sollte sie nicht mit dem neuen Mädchen in einer Kammer schlafen, und es wurde ihr mit ihrer Zustimmung eine Schlafstelle im Stallgebäude und zwar in einem vom Kuh stalle abgesonderten Raum an- gewiesen. Wegen ihrer Unreinlichkeit wurden ihr Betten und Laken nicht gewährt, das Lager bestand lediglich aus Stroh, in welchem sie in ihrem Tagesanzuge sich zu Schlafe legte. Wenn sie das Gebäude verlassen wollte, mußte sie durch den Schmutz des Kuh st alles hin durchtreten. Schon anfangs Januar halte sie Frost in den Füßen, so daß ihr das Gehen schwer wurde. Nun aber wurde ihr Zustand von Tag zu Tag schlimmer. Sie magerte ab, ihre Zehen waren über und über wund und sie verließ ihr Lager nur noch gezwungen und auf allen Vieren kriechend. Ohne Wechsel der Kleider that sie sich keine weitere Reinlichkeit an. als daß sie sich ab und zu, dazu gezwungen, das Gesicht bei der Pumpe wusch. Ter Platz, wo sie lag, wurde niemals ordentlich rein gemacht, nur wurde von dem Stroh zum Streuen verwandt und dafür frisches wieder hin- gelegt. Von dem Lager ging denn auch ein widerlicher Geruch aus. Die Büß war ernstlich krank, trotzdem schickte die Dienst- Herrschaft nicht zu einem Arzte, die ganze Pflege beschränkte sich neben der Verabreichung von Essen und Trinken zu den Mahlzeiten darauf, daß man der Kranken anfangs Salben und Pflaster gab, ohne sich darum zu kümmern, daß sie diese Mittel auch anwendete. Die Angeklagte verlangte von der Büß in der ersten Zeit nach der Umqartierung in den Stall, daß sie aufstehen und arbeiten solle. Wenn die Büß dann klagte, sie könne nicht auf- stehen, griff die Frau nach einem Stocke oder einem sonstigen Gegenstande und hieb so lange auf die schreiende Kranke ein, bis diese von ihrem Lager und aus dem Stalle kroch. Sie mußte dann, ans den Knien liegend. Holz kleinmachen. Später wurde die Büß durch derartige Mißhand- lungen nicht mehr zur Arbeit getrieben, wohl aber angehalten, sich bei der Pumpe zu waschen. Es verging nach Be- kundung von Zeugen fast kein Tag bis zum 7. April, wo es keine Schläge gab. Noch am 7. April ist es gesehen worden, daß die Angeklagte die Büß mit einem Stücke Holz geschlagen hat. In an- scheinend bewußtlosem Zustande wurde sie an diesem Tage später hinter den Kühen liegend aufgefunden. Als der Knecht Fischer sie aushob und auf ihr Strohlager legte, jammerte sie, dann sprach sie nicht weiter und nahm keine Nahrung mehr zu sich. Endlich am 3. April wurde die Uebersührung der Büß ins Krankenhaus zu Teterow beschlossen und ausgeführt. Um 4 Uhr Nachmittags kam sie als Sterbende dort an, wo sie an dem- selben Tage Abends verschied. Man fand den Körper zum Skelett abgemagert, mit einer Schmutzkruste überzogen, die Zehe» wund und an verschiedenen Stelleu des Körpers Wunden vom Durchliegen. Die Leiche ist gleich von den Aerzten besehen. Erst jetzt erhielt die Behörde Kenntnis von diesem Falle. Die Leiche wurde am 18. Mai wieder ausgegraben und sezirt, die Untersuchung wurde gegen die Grambow'schen Eheleute ein« geleitet und gegen dieselben die Anklage erhoben, daß jeder von ihnen vorsätzlich mittels einer das Leben gefährdenden BeHand- lung, die Ehefrau auch mittels gefährlicher Werkzeuge, die Büß an der Gesundheit beschädigt habe, durch welche Körperverletzung der Tod verursacht ist. Die Angeklagten bestreiten in der heutigen Hauptverhand- lung ihre Schuld. Sie hätten einen Arzt nicht zu Rathe ge- zogen, weil sie geglaubt hätten, die Büß würde auch ohnehin wieder besser werden, da sie bis zuletzt guten Appetit gezeigt habe. Der Dr. med. Tarnke-Teterow bekundet, in Vertretung des Kreisphysikus Dr. Scheven, über den Scktionsbefund, woraus der Professor Geh. Medizinalrath Dr. Thierselder-lltoftock sein Gut- achten dahin abgab, daß als Todesursache das Fehlen ausreichender Pflege in den letzten Wochen an- zusehen sei; die Schläge, welche die Büß erlitten, seien, da keine Spure» am Körper zurückgeblieben, für nicht gefährlich zu halten. Den verlesenen Schuldfragen wurde auf Antrag der Staats- vnwallschaft die Frage hinzugefügt, ob die Angeklagten der fahr- -üssigen Tödlung schuldig seien. Der Vertheidiger erklärte, daß er sie Stellung der Frage nach mildernden Umständen nicht beantragen werde, da er es nicht sür möglich halte, daß die Angeklagten für schuldig befunden würden. Darauf stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Hinzufügung der Frage nach mildernden Um- ständen, welchem gewillfahrt wurde. Der Staatsanwalt führte aus: Angeklagte hätten Hand» lungen unterlassen, zu welchen sie verpflichtet waren. Sie mußten für die in ihrem Dienst stehende Büß sorgen, ehe es zu spät war. Durch den Mangel an Pflege kam das Mädchen immer mehr herunter und verfiel in Siechthum. Die Merkmale desselben waren deutlich, Grambow habe sie gesehen. die Ehe- srau müsse sie ebenfalls wahrgenommen haben. Die Kranke habe selbst zu dem Mitmädchen gesagt, sie müsse ins Krankenhaus. Mindestens wären die Angetlaglen in außerordentlichem Maße jahrlässig gewesen. Der Vertheidiger hielt ein Unterlassen in dem Sinne, daß es vor dem Gesetze strafbar sei, nicht für vorliegend. An- geklagte hätten den Frost als einzige Ursache der Krankheit ge- halten, von dem sie glaubten, daß er bei wärmerer Witterung wieder weggehe. Grambow habe sonst. wenn seine Dienstleute erkrankten, nicht gesäumt, den Arzt zu Holm. Wenn die Frau Grambow die Büß anhielt, an die frische Luft zu gehen und etwas zu arbeiten, so war das in der Ordnung. Sie durch Schläge dazu anzuhalten, war geboten. weil die Büß anders nicht zu regieren war. Lediglich durch eigene Vernachlässigung sei der Zustand der Büß verschlimmert. Er beantragte daher, die Schuldjragen zu verneinen. Der Spruch der Geschworenen, verkündet durch den Ob- mann Bürgermeister Rath Müller, bejahte die Fragen nach der fahrlässigen Tödtung. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ehemann 3 Monate, gegen die Ehefrau 6 Monate Gefängniß. Das Gericht verurtheilte ersteren zu 2 Monaten und letztere zu 6 Monaten Gefängniß. Aus den Gründen ist hervorzuheben, daß die Angeklagten verpflichtet waren, für die Büß zu sorgen, und daß sie fahrlässig Handellen, wenn sie nicht rechtzeitig Hilfe und Pflege derselben angedeihen ließen. Die Fahrlässigkeit des Mannes beruhte darin, daß er der Frau in ihrem Verhalten nicht entgegentrat." Wir enthalten uns jede? Kommentars. Die Thatsachen schreien zum Himmel, oder richtiger zu den Menschen, die ein Herz in der Brust haben. Wie ist solches möglich? Und das nennt sich Zivilisation? Die Hunde, die Scheine, hatten es besser, als dieses unglückliche Weib aus dem Volk. Und Tausends uud Tausende sind in ähnlicher Lage, wenn auch das tragische Ende nicht so rasch und nicht so auffällig kommt, daß die blinde Dame Justizia sich damit befassen muß. Wer die Verhältnisse auf dem Land kennt, der weiß, daß die Lage des„Gesindes" und der Landarbeiter vielfach, wo nicht in der Mehrzahl der Fälle schlimmer ist als die des Viehs. Und da sagt man: es giebt keine soziale Frage auf dem Land!— Pnukeincirlmrlikoir. Eine Züchtigung. Unser Halleschcs Partei-Organ schreibt: Die„Konservative Korrespondenz" widmet der Verurtheilung unseres Genossen Kunert in Breslau in dem sogenannten Akten- diebstahls-Prozesse zu 6 Monaten Gefängniß einen langen Jubel- artikel. Sie freut sich, daß„endlich einmal an einem sozial- demokratischen Verleiter zum Diebstahl vertraulicher Aktenstücke ein Exempel statuirt sei." Der Diebstahl solcher Aktenstücke habe nachgerade einen für die öffentliche Sicherheit gefahrdrohenden Umfang angenommen und das Psiichtgesühl eines Theiles der Beamtenschast gelockert erscheinen lassen. Die Verurtheilung werde abschreckend wirken. Daß der„Kons. Korresp." der Ein- blick in die Geheimnisse des Militär-Strasverfahrens, in die dunklen Gebiete der Soldatenmißhandlung, in die Mysterien des Spitzelthums und der Anarchistenfabrikanten unangenehm ist, wie ihn so manche unerwarteten Veröffentlichungen gewährten, außer- ordentlich fatal sein mag, ist sehr begreiflich, daß sie aber des weiteren den umständlichen Versuch unternimmt, die That Kunert's als eine unpolitische, als gemeinen Diebstahl hin- zustellen, das beweist nur, daß sie mit den Machern der Reichs- tagswahl in Halle a. auf derselben sittlichen Stuse steht. Ei« sozialdemokratisches Kommunal-Wahlprogramm. Die Dortmunder Parteigenossen haben zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl folgendes Wahlprogramm aufgestellt: 1. Eintheilung der Stadt in Wahlbezirke für die Wählerklassen, welche über SM) Wähler zählen. 2. Unentgeltlichkeit der Lehr- mittel an sämmtlichen Volksschulen. Verpflegung der bedürftigen Schulkinder. Abschaffung der Vorschulen an den höheren Lehranstalten. 3. Errichtung eines aus Vertretern der Stadt, aus Aerzten und Erwählten der Arbeiter zusammen- gesetzten Arbeitsamtes zur ständigen Ueberwachung der Arbeits-, Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse der arbeitenden Bevölkerung. Kostenfreie Arbeitsvermittelung seitens der Stadt. 4. Gehaltserhöhung der untern Angestellten der Stadt, sowie der städtischen Arbeiter bei Einhaltung höchstens achtstündiger Arbeitszeit. 5. Beseitigung des Submissionswesens bei Ver- gebung städtischer Arbeiten. Uebernahme derselben in eigene Regie. 8. Errichtung eines Kommunalsriedhofcs. 7. Uebernahme der Straßenreinigung auf Rechnung der Stadt. 3. Verweigerung aller städtischen Gelder zu sogenannten patriotischen oder Sports- zwecken. 9. Uebernahme der bestehenden und noch zu errichtenden lokalen Verkehrsmittel in Verwaltung der Stadt. 10. Abschaffung der Biersteuer und Bekämpfung aller etwa später zu planenden indirekten Steuern. Befreiung der zu den beiden Vorstufen zur Einkommensteuer zu veranlagenden Personen.(Einkommen unter 990 M.) von den Kommunal- steuern. 11. Inangriffnahme nützlicher städtischer Arbeiten bei vorhandener Arbeitslosigkeit. 12. Erhöhung des Armenbudgets und mindestens Verdoppelung der Armenunterstützung unter Weg- fall des Modus, die unhemittelten Anverwandten der Unterstützten zum Ersah der aufgewendeten Unterstützung heranzuziehen. Zu Kandidaten der dritten Wählerklasse sind die Parteigenossen Harm, Lands, Meyer und Stehr nominirt worden. Eine« Erfolg im Boykott haben die Erfurter Partei- genossen errungen. Nach einjähriger Sperre ist ihnen der Auen- keller wieder zur Verfügung gestellt worden. Die erste von der sozialdemokratischen Partei veranstaltete Versammlung wird dort am S. Oktober mit Th. v. Wächter aus Stuttgart als Referenten abgehalten werden. Ein Parteitag des 16. sächsischen Reichstags- Wahlkreises fand am 1. Oktober in Chemnitz statt, um Stellung zum Kölner Parteitag zu nehmen. Zu Delegirten wurden Händel und Rosenow gewählt. Grenz erörterte in längerer Ausführung die Schädlichkeit der Produklenverlheilungsvereine mit Abendverkauf und legte der Versammlung eine diesen Umstand besprechende Jnter- pellation vor. deren Absendung nach längerer Debatte an den Parteitag beschlossen wurde. Man blutet ans jede» Fall. Am 3. und 22. Juli wurden in Jeßnitz polizeilich angemeldete Versammlungen zur Vor- besprechung über Gründung eines„Arbeiter-Bildungsvereins" ein- berufen. Es wurde zunächst deballirt über:„Gründen wir einen politischen oder einen unpolitischen Verein?" Nach vielem hin und wieder wurde beschlossen, einen unpolitischen Verein zu gründen. Es wurden dann Vorstände und Beisitzer gewählt, welche in erster Linie Statuten auszuarbeiten hatten. Kaum waren die Statuten fertig gestellt, erhielt der Vorsitzende von der Kreisdirektion zu Dessau die Ausforderung, die Statuten sowie Mitgliederliste einzureichen. Die Statuten wurden zur Durchsicht mit dem Bemerken eingereicht, daß der Verein Einwirkung aus öffentliche Angelegenheiten nicht bezwecke, mithin dem Vereins- gesetz nicht unterliege. Die Kreisdirektion ist jedoch der An- ficht, daß nach dem Statut der Verein thatsächlich eine Ein- Wirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezweckt. Z 1 des Vereins sagt:„Der Zweck des Vereins ist, die Wohlfahrt seiner Mitglieder, d. h. des deutschen Arbeiters nach Kraft und Ge- wissen zu fördern." Vor kurzem erhielt der Vorsitzende ein Straf- niandat über 30 Mark, der übrige Vorstand ein Strafmandat über je IS Mark.— Nach eingelegter Berufung fand am 27. September zu Jeßnitz Schöffengerichts- Verhandlung statt. — Der Vorsitzende des Gerichtshojes führte aus, daß nach dem Wortlaut der S'atuten der Verein eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten allerdings bezwecke. Die Aeußerungen jedoch, welche in»er Versammlung gemacht worden sind, könnten als strafbar keineswegs in Betracht gezogen werden. Ter Amlsamvatt dagegen führte an. daß die Statuten dem Wortlaut nach, im Sinne des Gesetzgebers, als solche, welche eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken, nicht betrachtet werden könnten, daß aber aus den Aeußerungen, welche in der Vorversammlung gemacht worden sind, thatsächlich hervorgehe, daß der Verein eine Einwirkung auf öffentliche An- gelegenheiten bezwecke resp. beabsichtige.— Wer hat nun Recht?— Die Ansicht des Amtsanwaltes steht der Ansicht des Schöffengerichts diametral gegenüber. Beide Theile, der Amts- anmalt sowohl als das Schöffengericht, erkannten einmülhig, daß mit einer Strafe von 30 M. sür den Vorsitzenden und je 15 M. für die übrigen Vorstandsmitglieder des Arbeiter- Bildungsvereins zu Jeßnitz das Vergehen gegen die Ordnung gesühnt sei. Todtenliste der Partei.'In W i l st e r gab die Arbeiter- schaff am 30. September dem im Aller von 30 Jahren 8 Monaten verstorbenen Parteigenosse!» Markus Nottelmann das Grab- geleite. »» Polizeiliches, Gerichtliche?«. — Vom Schöffengericht Würzen wurde am Montag der Redakteur der„Wurzener Zeitung". A. D i e h l von der Anklage der Beamtenbeleidigung freigesprochen. Diehl hatte in seiner Zeitung gesagt, daß der Ratyssekretär Hallbauer in seinem amt- lichen Verkehr mit den Einwohnern vielfach die entsprechenden äußeren Formen vernachlässige. Durch mehrere Zeugen wurde bestätigt, daß der milde Tadel, den Diehl erhoben hatte, vollauf gerechtfertigt war. Lolrerles. Der VertranenSbruch Cronheim'S, den wir mit der so- fortigen Entlassung des Herrn unserseits sür erledigt erachteten, hat den Vorstand des Vereins„Berliner Presse" veranlaßt, sich seinerseits ebenfalls mit der Angelegenheit zu befassen. Herr Cronheim ist Mitglied des Vereins und hat auf Vorhalten ungenirt die Erklärung abgegeben, der wider ihn erhobene Vor- wurf jahrelang fortgesetzter Treulosigkeit entbehre der Begrün- dung. In der ersten Verblüffung über den entdeckten Verrath hatte Herr Cronheim in einem Zirkular an die Berliner Zeitungen allerdings selb st die Vertrags»vidrigkeit seiner„Mittheilungen" an die bürgerliche Presse zugegeben, seit- dem er aber m die Redaktion des Salin g-Spitz'schen „Kleinen Journals" eingetreten ist, hat er auch den sür dieses Organ erforderlichen Mangel an Wahrheitsliebe wieder gefunden. Und so konnten denn die von Herrn Cronheim im „Vorwärts" so oft nach ihrem Werth gekennzeichneten Ehrenmänner des„Kleinen Journals" der Welt die freudige Mittheilung machen,„wie glücklich sich der von dem„Vorwärts" nach zehn- jähiger treuer Dienstzeit grundlos entlassene Redakteur Cronheim in unserem(des„Kleinen Journal") Bureau nach so langer Zeit wieder zum ersten Male unter anständigen Mensche» fühlen werde". Nicht ganz so selbstverständlich scheint dem Vorstand des „Vereins Berliner Presse" die Ehrenhaftigkeit des Herrn Cron- heim zu sein, denn dessen Vorsitzender, Herr Kammergerichtsrath Wich ert, hat sich in zwei Briefen von unserer Redaktion die Beweisstücke des Vertrags- und Vertrauensbruchs erbeten, um den Ehrenrath des Vereins entscheiden zu lassen, ob Cronheim noch weiter Mitglied des Vereins bleiben könne, bez.„ob Herr Cronheim anderen Blättern Mittheilungen über Vorgänge in der sozialdemokratischen Partei gemacht hat, von denen er nur in seiner Eigenschaft als Redakteur des„Vorwärts" Kenntniß erhalten haben konnte und wußte oder den Umständen nach wissen mußte, daß ihre Geheimhaltung erwartet werde". Wir haben zwar mit dem Verein nichts zu thun; die „Vorwärts"-Nedakteure zählen nicht zu dessen Mitgliedern, wir anerkennen auch keine besondere journalistische Ehre, aber wir halten es sür angebracht, dem höflichen Ansuchen Folge zu leisten. Wir sind in erster Linie unseren Parteigenossen zur Kenntniß- gäbe verpflichtet; durch die Veröffentlichung an dieser Stelle werden sowohl diese als auch der Ehrenrath und die Mitglieder der„Ber- liner Presse" in den Stand gesetzt, ihr Urtheil zu sällen. Denn nicht blas vom Standpunkt unserer Partei, sondern von der jedes anständigen Menschen muß der Vertrags- und Vertrauensbruch des jetzige» Redakteurs des„Kleinen Journals" als unehrenhaft verurlheilt»Verden. Sollte jemand an der Echtheit unserer Mittheilungen zweifeln, so kann ein Einblick in die Originalstücke den Beweis erbringen. Seit Jahr und Tag hat Herr Cronheim Mittheilungen ver- schiedenster Art, die er, sei es in seiner Vertrauensstellung als Redakteur des„Vorwärts", sei es durch den aus dieser Stellung resultirenden kameradschaftlichen oder freundschaftlichen Umgang erfahren hatte, sür baares Geld an die gegnerische Presse verkaust, obgleich er bei einer ganzen Anzahl von Notizen sehr genau wußte, daß ihre Nichtveröffentlichung selbstverständliche Boraus- setzung und Ehrenpflicht war. Durch volle drei Jahre, vom September 1393 biS in den Sommer 1890 zurück reichen die uns vorliegenden. von der Hand Cron heim's herrührenden Beweis- stücke. Aus dem reichen Vorrath wollen»vir zum Belege unserer Darstellung nur ein paar Notizen veröffentlichen;»vir verzichten darauf, eine Anzahl freundschastlich-familiärer Begleitbriefe wiederzugeben, obgleich sie eigentlich erst recht die Geivissenlosig- keit und Frivolität kennzeichnen, mit der Herr Cronheim dieses Handwerk betrieben hat. Herr Cronheim hat bekanntlich auch lange Zeit die Ver- antwortlichkeit für den„Vorwärts" getragen; aus dieser Zeit zeigt nachstehende Notiz, mit»velcher Selbstachtung er das von ihm gezeichnete Blatt in der gegnerischen Presse um die paar Honorargroschen charakterisirte. Er schrieb im November 1891: „In einer Erklärung der heuligen Nummer der„Ver- liner Volks- Tribüne" sagt der bisherige Redakteur Herr Paul Ernst, daß er infolge der letzten Vorkommnisse in der Pariei die Redaktion niedergelegt habe. Wer die Vorkommnisse in der Partei näher kennt, wird den wahren Werth der Berichtigungen des„Vorwärts" mit bezng ans diese Angelegenheit zu schätzen wissen." Herr Cronheim hatte auch ein seines Ehrgefühl für die aus dem freundschaftlichen Umgänge mit seinen Kollegen erwachsenden Verpflichtungen; die privaten Verhältnisse seines Chefredakteurs verwerthele er solgendermaßen: „Die beiden ältesten Söhne des Abg. L i e b k n e ch i studiren an der hiesigen Universität Jura: danach sch- Herr Liebknecht senior die bestehende Rechtsordnung sür einige Zeit für gesichert zu halten." Die geschäftliche Verläßlichkeit in der Beobachtung der. daktionsgeheimnisse verräth folgende Notiz, in der er Bourgeoispresse über schwebende Unterhandlungen bez. pe licher Veränderungen in der„Vorivärts"-Nedaktion uuterrich. „In die Redaktion des sozialdelnokratischen Zent. organs„Vorwärts" tritt am 1. Januar Dr. Carl Hi. aus Paris ein. Dr. Hirsch ist bekanntlich lange Ja' r L Rorrespondent bürgerlicher Blätter gewesen. Vor dem an ausgelaufenen und nachher durch den Regen verwaschenen| bei mir führe, die ich vor 16 Jahren erhalten habe, ist doch nicht Sozialistengesetz hatte er sich namentlich für die gewerk- Buchstaben zu bemerken. Wir haben die Benutzung des Brunnens mehr beweisträftig dahin, daß ich heute noch, wie damals, Urs schaftliche Bewegung interessirt." besonders im Monat September Tag für Tag beobachtet und beiter bin.) Was ich bin? Nachdem ich alle diese Fragen genau Eine andere Mittheilung leitete er mit den kameradschaft mit stiller Verwundung, aber geduldig gewartet, ob die Aufschrift beantwortet hatte, fragte er nach meiner Altersversicherungslichen Worten ein: nicht endlich durch Ueberstreichen völlig beseitigt werden würde. farte, die ich ihm auch nicht zeigen fonnte, weil sie beim Meister" Tamit Sie auch eine kleine Neujahrsfreude Wir nahmen nämlich schließlich an, daß das Wasser dieses Brunnens liegt. Nun sagte er noch:" Das ist doch auch wahr? wenn haben, widme ich Ihnen das beifolgende Schriftftüd." fich nachträglich als unschädlich herausgestellt habe und nur aus Sie mir was vorreden, dann gebe ich Ihnen keine ( Es war das ein Zirkular, worin Hutmacher Heine den Versehen auf den Inder gesetzt worden sei; denn daß die hier Karte." Ich erklärte ihm nochmals, daß meine Angaben Parteiblättern gegen Aufnahme von Geschäftsinseraten Beiträge in Betracht kommenden Behörden eine so wichtige und einfach auf Wahrheit beruhen und bekam die geforderte Karte. für den Unterhaltungstheil anbot. Ein solches Birkular war der selbstverständliche Sache, wie es die nachdrückliche Warnung vor Was nun auch der Grund zu solchen Maßregeln sein mag, Redaktion des Vorwärts" eingesandt, sofort aber von Gronheim dem Genuß schädlichen Wassers ist, so lange außer Acht gelassen mögen die Beamten zu solchem Verhör der Fahrgäste berechtigt zu nußbringender Verwerthung hinter dem Rücken der Redaktion haben könnten, das wollte uns denn doch nicht in den Sinn. oder gar verpflichtet sein, jedenfalls wird jeder Arbeiter und jede angeeignet worden.) Leider haben wir uns aber in einem Irrthum Arbeiterin, die Wochenkarten benutzen wollen und sich nicht schon " Ich würde mich sehr freuen, fährt C. fort befunden. Unsere Annahme von der Unschädlichkeit des durch ihre Kleidung als Arbeiter erkennen lassen, um allen wenn Sie irgendwo davon Gebrauch machen könnten, Waffers war falsch; denn die Warnung Kein Trinkwasser!" ist unliebsamen Weiterungen vorzubeugen, gut thun, eine Legitidamit die jetzt lebende Schriftsteller- Generation sieht, daß jetzt erneuert und zugleich auf allen vier Seiten des Brunnens mation bei sich zu führen, durch welche sie sich als Arbeiter im Zukunftsstaat alle Noth und Sorge ein Ende bat, angebracht worden. Wenn das eine Wirkung des im ausweisen" tönnen. Hierzu dürfte vielleicht schon ein Mahnweil in jenem goldenen Zeitalter Honorare und dergleichen Sommer angesichts der erneuerten Choleragefahr gefaßten zettel, der wohl bei keinem Arbeiter oder Arbeiterin zu den Beug ffets in baaren Inseraten ausgezahlt werden Beschluffes sein sollte, besonders für gutes Wasser Seltenheiten gehört, genügen. und hoch die internationale, repo: au sorgen, dann fomint die Wirkung ja recht zeitig. Iutionäre, völterbefreiende u. s. w. Sozial. Man glaube übrigens nicht, daß der von uns angeführte Unzuträglichkeiten im Stadt- und Ningbahn- Verkehr demokratie!" Solche harmlose" Mittheilungen hat Herr Gronheim zu Dutzenden geliefert; ein Bild davon, was er alles verwerthen fonnte, mögen die zwecks Honorarabrechnung angefertigten Aufstellungen pro August und September 1890 zeigen. Da finden wir: „ August 26. Nachdem die Streitigkeiten innerhalb der SozialDer Bondoner ,, Sozialdemokrat". August 27. August 28. August 30. Septbr. 1. ,, Septbr. 3. Septbr. 5. Septbr. 9. ,, Septbr. 10. ,, Septbr. 13. demokratie. In der vorgestrigen sozialdemokratischen Volks versammlung. Resolution in Genf." Berlin." Die Wahlen zum Delegirtentag in Halle für Namen der Gäste zum Parteitag"( der Parteitag in Halle fand bekanntlich im Oktober statt.) Romplott Reßler- Echippel." Kunert's Vertheidigung gegen Antisemitismus. Laffallefeier( Amerikanische Auftionen)." Auf dem Parteitage( Eiserne Maste). Die heutige Nummer der„ Sächs. Arbeiter- Zeitung". Liverpool englischer Gewerkschaftskongreß. ( Benüßung einer für den Vorwärts" zugegangenen Original- Korrespondenz)." " Austritt aus der Landeskirche. v. Vollmar und der Parteitag in Halle." Namen der Berliner Delegirten." ge= Fall der einzige in Berlin ist. Gleich der nächste Brunnen, in gehören schon seit langem zur Tagesordnung. So oft man auch der Werderstraße nahe der Oberwallstraße, trug bis vor kurzem von Neuerungen und Verbesserungen rein technischer Mängel genau dieselbe, augenscheinlich aufschablonirte, später verwaschene hört, so selten wird etwas über die äußerlichen, den Verkehr und und unleserlich gewordene Aufschrift, die jezt ebenfalls erneuert die Sicherheit in Frage stellenden Einrichtungen berichtet. Es ist worden ist. Wahrscheinlich läßt sich die Liste solcher Brunnen, unglaublich, wie wenig Werth auf begründete Beschwerden, noch vergrößern. Man hat vorgeschlagen, die Brunnen, welche vom Publikum ausgehen, gelegt wird. So fann es zum deren Waffer nicht genießbar ist, überhaupt zu beseitigen und Beispiel der Zeitung der Stadtbahn nicht unbekannt sein, daß die vor allen Dingen sofort die Bumpvorrichtung abzunehmen. Dinge am Bahnhofe Friedrichstraße schon seit längerer Zeit sehr Hier und da ist das auch geschehen. Es scheint sich jedoch, im Argen liegen; dem Einsichtigen ist es längst flar geworden, daß wohl mit Rücksicht auf benachbarte Droschtenhaltepläge, nicht der geradezu zu einer enormen Höhe gesteigerte Verkehr dieser immer gleich ausführen zu lassen. Der andere Vorschlag, Bentralisation erhebliche Vergrößerungen baulicher Natur in nächster Nähe des unbrauchbar gewordenen Brunnens erfordert. Denn schon jetzt macht sich in dem Verkehr dort schleunigst einen neuen zu bohren, der bis in absolut teimfreien eine- man möchte sagen- lebensgefährliche Verwirrung beBoden hinabreicht, ist, in größerem Umfange wenigstens, ebenso merkbar. Um die Morgenzeit, ganz besonders aber in den wenig ausführbar. Die Sache würde nämlich theurer werden, Abendstunden ist der Andrang an den beiden Schaltern der als die alten Flachbrunnen, und für Geldausgaben ist der Ber: Stadtbahn ein so ungeheurer, daß es gewöhnlich längerer Zeit liner Magistrat in gewissen Angelegenheiten bekanntlich schwer bedarf, um durch diesen Menschentnäuel hindurch zu den Schaltera zu haben. Im Jahre 1891/92 find zu 104 vorhandenen Tief- zu gelangen. Und dabei kommt es sehr häufig vor, daß der eine brunnen nur 9 neue hinzugekommen und 2 alte beseitigt worden. Diefer beiden Schalter- aus welchen Gründen immer Am Schlusse des Verwaltungsjahres gab es in Berlin nur 111 fchloffen ist, so daß sich das ganze Gedränge auf einen einzigen Tiefbrunnen, darunter 35 Kejjel- und 76 Rohrbrunnen, dagegen Schalter und die Last der Abfertigung auf einen einzelnen Sind diese Zahlen einer Großstadt würdig? 1202 Flachbrunnen, darunter 769 Reffel- und 488 Rohrbrunnen. Beamten konzentrirt. Man bedente: ein oder besten Falls zwei Schalter für eine ununterbrochen fluttuirende, nach Tausenden zählenden Menschenmenge. Noch schlimmer und unhaltbarer Berliner Kellerwohnungen. In Berlin befinden sich über sind die Zustände an der Perronfontrolle. Hier soll ein 28 000 Kellerwohnungen, in denen etwa 118 000 Menschen einzelner Beamter hunderte von Ankommenden oder Abwohnen. Die Zahl der Kellerbewohner in Berlin übersteigt dem fahrenden kontrolliren. Nun sind aber die Auf- und Zugänge nach die gesammte Einwohnerzahl großer Provinzialstädte, wie von einer Enge, daß man sich über die Geduld des PubliStettin, Königsberg, Pofen, Danzig u. a. Diese Kellerwohnungen, fums wundern muß, sich so lange zurückhalten zu lassen, deren übergroße Anzahl schlimmer als Höhlen sind, legen be- bis es dem überbürdeten Beamten möglich geworden ist, jedem rebtes Beugniß für die furchtbare Armuth der Arbeitenden und einzelnen gerecht zu werden, denn in Wirklichkeit hat der mit der die Ausbeutungswuth der Gesellschaft ab. Mit sehr seltenen Stadtbahn Angekommene weder Zeit noch Luft, noch längere Zeit Ausnahmen sind sie feucht und stockig. Eine modrige, muffige auf dem Perron zuzubringen. Er fann es verlangen, daß er so Luft benimmt dem Eintretenden den Athem und beein- schnell wie möglich seinen Geschäften ohne Zeitverlust nachträchtigt im höchsten Grade die Gesundheit der Keller- zugehen in der Lage ist. Das ist aber nur denkbar bei Verbewohner. In ihrer größeren Ausdehnung liegen sie Höfen zu, breiterung und Vermehrung der Ab- und Zugänge und des mit die rings von hohen Stockwerken eingeschlossen, mit Mülltasten, der Kontrolle betrauten Beamtenpersonals. Auch dürften Ver Aborten, Stallungen garnirt sind. Werden die Fenster nach dem richtungen, wie Fensterpußen, Fegen 2c., die sehr wohl in die In den heute eingetroffenen Briefen Eiserne Hofe zu geöffnet, so strömt meist statt frische verpestete Luft in späte Abend- oder frühe Morgenzeit verlegt werden können, nicht die Wohnungen ein und erhöht die Unbehaglichkeit des Steller- wie es jetzt geschieht, am Tage während der stärksten Verkehrsaufenthalts. Die tiefe Lage der Keller und die geringe Höhe der zeit vorgenommen werden. Eine folche Sperrung der Ab- und Fenster erschweren dem Licht den Zutritt. So wünschenswerth Bugänge durch Kette verursacht jedesmal einen ungewöhnlichen. auch eine Statistik über die gemeingefährliche Gesundheits- Andrang und hält das Bublikum unnöthig auf. schädlichkeit der Keller wäre auch ohne diese ist es bekannt und einleuchtend, daß Leiden und Krankheiten fast ständige Gäste der Der Stadtverordnete Wentzel hat sein Mandat niederBewohner dieser stockigen, feuchten, fauerstoffarmen Löcher sind.- gelegt. Die Beseitigung dieser Stätten menschlichen Elends ist aus sanitären Gründen dringend erforderlich und unschwer durchzuführen. steber Schmod zu Schöneberg hat eine zum Sonntag, den Sonntagsruhe für Versammlungen. Der Amtsvor Der ehemalige Redakteur der Magd. Bolts Es liegt nicht der geringste Grund vor, durch baupolizeiliche 1. Oftober, einberufen gewesene Gewerkschaftsversammlung verstimme"( Müller)." Unterlassungen der Ausbeutungswuth von Hausbesitzern freien boten. Dies Verbot ist ungefeßlich und wird hoffentlich von Raum zu schaffen. Die Baupolizeibehörde hat auch in früheren unseren Genossen im Verwaltungs- Streitverfahren fargelegt Jahren wiederholt einen Anlauf genommen, die Benutzung dieser werden, daß es ebenso wenig wie leider für ungefeßliche Polizeimodrigen, dumpfen, stickigen, die Gesundheit verpestenden Löcher verbote eine Sonntagsruhe für Versammlungen giebt. als Wohnräume zu untersagen. Vor dem Widerstand der Haus( Es waren dies die Namen der Genossen, die als Delegirte für den Parteitag in Halle in Parteitreisen in Aussicht genommen waren, der Deffentlichkeit aber absolut verschwiegen bleiben sollten. Diese Denunziation Eronheim's veranlaßte denn auch theilweise Neuwahl.) Abg. Harm( Strafantritt). Sächs. Arb.- 3tg." übernommen durch Dr. Braun." Abg. Bebel's Ueberfiedelung nach Berlin. Parteibureau. Die„ Neue Zeit" Mitarbeiter. Maske." Fall Lindau," Die Hintermänner der Sozialdemokratie. Septbr. 16. " Septbr. 17. Ausfall der Delegirtenwahlen." Septbr. 24. Der alte Töldfe. Zirkular Belles. Deutscher Verein( Schweiz)." Septbr. 25. Der hiesige Rechtsanwalt Heine. In Halle( Hoffmann). Septbr. 26. Liebknecht's Söhne. Sebtbr. 27. Guillaume Schack( London)." Regierungsbaumeister Reßler. Abschied vom" Sozialdemokrat". Illumination." Oftober 30. „ Novbr. 25. Sammlungen für die Berliner Delegirten. Buchdrucker Karklinnis. Austritt aus der Landeskirche." 0 besitzer, vor dem Geschrei der kapitalistischen Presse über Beein= Die Kosten für den Bau der Berliner Stadtbahn haben trächtigung des Rechts auf Ausbeutung hatte sie jedoch sich, dem„ Arch. f. Eisenbahnwesen" zufolge nach der im Laufe des leider Halt gemacht. Die Preise, die für diese Steller: Jahres 1892 zu Ende geführten Schlußabrechnung auf 68128699,22 Löcher gezahlt werden, sind enorm. Gewiß: auch die Mehrzahl Mark gestellt. Als Haupt- Ausgabeposten ist in dieser Summe Die sozialdemokratischen Abg. Bebel, Liebknecht, anderer Arbeiterwohnungen entsprechen keineswegs den einfachsten der Betrag von rund 83,3 Millionen Mart für GrundSinger." fauitären Forderungen. Gewiß ist es richtig und wird in der erwerb enthalten. Für Herstellung der Bahn Viadukte Dieses charakterlose Doppelspiel trieb Herr Cronheim bis durchaus empfehlenswerthen Braun'schen Broschüre") an der Hand mußten rund 18,6 Millionen, für den Bau der Bahnhöfe in die letzten Tage. Als er von der Ankunft Friedrich eines reichen statistischen Materials auch für den Widerwilligsten rund 7,9 Millionen aufgewendet werden. Rund 2,4 Mill. Mark Engel 3 Kenntniß erhielt, setzte er sich hin und meldete dies largestellt: die Berliner Arbeiterfamilien sind überhaupt erforderte die Beschaffung der Betriebsmittel. Es stehen jetzt der bürgerlichen Presse. Um aber die Nachricht für die gegne- durchschnittlich nicht in der Lage, eine den sanitären An- für den Stadtbahnverkehr 87 Lokomotiven im Betrieb, von denen rischen Blätter honorarjähig zu machen, hielt er es für nöthig, forderungen entsprechende Wohnung, sei es im Keller, sei es 77 boppelt, 10 dreifach mit Personal besetzt sind. Die Zahl der den Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus auf den näher dem Himmel, sich zu verschaffen. Aber gerade, weil dem vorhandenen Personenwagen beträgt 320, davon 59 II. Klasse Bourgeois- Polizeibegriff Agitator" herunter zu zerren, was Arbeiter infolge seiner unverschuldeten Nothlage gezwungen und 261 III. Klaffe. Die Anzahl der für Ausführung des Bes die anständige Presse freilich ablehnte, wie ein Vergleich jener wird, selbst Licht und Luft sich entziehen zu lassen, triebes 2c. erforderlichen Kräfte belief sich im Jahre 1892 auf Notiz mit der folgenden Gronheim'schen Fassung zeigt: follte es Pflicht auch vom Standpunkt der Anhänger der 861 Beamte, 217 Hilfskräfte und 553 Arbeiter, zusammen auf " Der bekannte sozialdemokratische gitator Friedrich jetzigen Gesellschaftsordnung sein, zum mindesten der manchmal 1131 Mann, war also noch geringer als im Jahre 1882, wo Engels trifft mit dem Reichstags- Abgeordneten Bebel, geradezu verbrecherischen Ausbeutung dieser Nothlage des Ar- die Zahl 1164 erreicht wurde. Gegenwärtig verfehren: auf den aus Wien fommend, heut Abend in Berlin ein. Aus beiters wenigstens einen kleinen Riegel vorzuschieben. Und was Ferngeleisen täglich 182 3üge, auf den Stadtgeleisen wochen= diesem Anlaß wird von Engels- ,, Verehrern" ein Bankett gefchicht statt dessen seitens der städtischen Verwaltung? Stadt- täglich 888 Züge und Sonntäglich 376 3üge. Daß die Züge und veranstaltet." rath Sobrecht schlägt allen Ernstes in einer Denkschrift über die die Anzahl der Beamten zur Bewältigung nicht hinreichen, ist Gleichwohl hat das Herrn Gronheim nicht gehindert, zur in Berlin infolge der mangelhaften Kanalisirungsanlagen bekannt. Zu verwundern ist, daß dort ber Ueberbürdung der Begrüßung Engels' am Bahnhof zu erscheinen. Hobrecht, der Vater der Kanalisationsbauten, bestreitet natürlich Beamten nicht mehr Unglücksfälle sich ereignen. Ein weiteres bezeichnendes Licht auf die moralische Qualis das Vorliegen solchen Mangels vor, es sollten den Kellern filation Herrn Gronheim's wirft ein vom 23. Januar 1893 durch Kellertränze noch mehr Licht entzogen werden, ohne batirtes Billet, worin er unverhüllt darlegt, aus welchen Gründen gleichzeitig zu verlangen, daß die Unbewohnbarkeit er, der in verhältnißmäßig reichlichen Einkommensverhältnissen der Kellerwohnungen ausgesprochen werden solle. Es wohnen ja lebte, seit Jahren solchen Vertrauensbruch finanziell fruftifigirte: auch nur Proletarier in den Kellern! Ich bin so furchtbar im Dalles. Können Sie mir Heil den Kranken! Wunderkuren. Eine neue unfehl bare Heilmethode hat ein hiesiger Pastor erfunden, Praktisch wird sie im Paul Gerhard- Stift bereits angewendet. Der Gottesmann weicht von allen sonstigen medizinischen und naturheil mäßigen Verfahren ab: seine Medizin verursacht nicht Ruhe, sondern Aufregung. Da nun aber ein Mensch, so lange er aufgeregt ist, lebt, dürfte dem Herrn Pastor die Palme unter den Streitern für Erhaltung des irdischen Leibes auzuerkennen sein. Sein Rezept ist ein Gemisch von groben Ausfällen gegen die Sozialdemokraten und deren Führer. Diese Ingre Dienzien werden fräftig gemischt, vor dem Gebrauch noch einmal geschüttelt und zweimal wöchentlich verabreicht. Lagen da im Paul Gerhardtstift einigeSchwertranke, diefich kaum bewegen konnten: Herr Kein Trinkwasser!" läßt der Berliner Magistrat seit Ueber die ,, Arbeiter Wochen Fahrkarte" schreibt man Pastor erscheint, rüttelt und schüttelt feine Mixtur, bis sie überall mehreren Jahren an diejenigen Straßenbrunnen schreiben, deren uns: Seit einiger Zeit höre ich darüber flagen, daß Arbeitern gleichgrau aussah und beginnt nun dieselbe den Kranken zu Wasser sich als ungenießbar oder gesundheitsschädlich erwiesen und Arbeiterinnen, welche an den Fahrkarten- Ausgabestellen der an die Ohren der nach Labsal Lechzenden schlug das Unerhörte: injiziren. Ein besonders kräftiges Gebräu tam zur Anwendung: hat. Die Zahl der Brunnen mit einer solchen Aufschrift ist be- Gisenbahn Urbeiter. Wochen Fahrtarten verlangen, diefe, wenn der frühere sozialdemokratische Abgeordnete Kunert ist wegen sonders groß geworden, seit man im vorigen Jahre, durch die die betreffenden Personen sich nicht schon durch ihre Kleidung Wechselfälschung bestraft.(!!) Siehe da, das gemeine Zeug Hamburger Cholera- Epidemie aufgeschreckt, sämmtliche Berliner( Englischlederhose u. f. w.) als Arbeiter ausweisen, nicht so ohne wirft: ein Schwerkranker, der seine Gliedmaßen faum rühren Straßenbrunnen untersucht und bei dieser Gelegenheit die weiteres erhalten, sondern ihnen Schwierigkeiten gemacht werden konnte, ballt bereits die Hände. Was der Verstand des Entdeckung gemacht hat, daß das Wasser der Mehrzahl und sie erst ein Berhör bestehen müssen. Durch langjährige Er- praktischen Doktors nicht vermocht, das hat eines Baitors Nede Don ihnen nicht den Anforderungen entspricht, welche fahrungen mißtrauisch gegen alle Erzählungen, hielt ich diese erreicht. Als der Krante nun nach Beendigung dieser Predigt" an ein gesundes Trinkwasser gestellt werden müssen. Klagen für schlechten Scherz und legte ihnen feine Bedeutung feinen Mitleidenden auseinandersehen wollte, welchen Krieg Die Aufschriften sind in diesem Jahre aufgefrischt oder bei, bis mir am lezten Montag der Beweis geliefert wurde, daß mit der Wahrheit, dem Gerechtigkeitsgefühl und erneuert worden. Leider hat man aber diese doch wahrhaftig die Klagen auf Thatsachen beruhen. Als ich mich am genannten Anstand der Pastor geführt, wird ihm das weber zeitraubende noch toftspielige Maßregel nicht überall so Tage wie gewöhnlich Morgens gleich nach 6 Uhr vor dem dienstthuenden Schwester unter dem Hinweis verboten, daß geitig getroffen, als es im Interesse der Gesunderhaltung der Fahrkarten Ausgabeschalter auf dem Bahnhofe zu Pankow, die Barmherzigkeit Derer vom Stift so weit geht, daß Bevölkerung wünschenswerth gewesen wäre. Man hat in Berlinerstraße, befand und eine Woche Berlin" forderte, wurde sie jedem Kranten frei stellt, das Haus zu verlaffen, dem die einzelnen Fällen so lange damit gewartet, bis die Aufschriften ich von dem Beamten gefragt:" Dürfen Sie denn auch auf Ar- Medizin oder sonst etwas nicht behagt.- Ein ander mal legte gänzlich verblaßt und beinahe unleserlich geworden waren. Das beiterwochenkarte fahren?" Berwundert fragte ich ihn zurück: der Pastorsarzt dar, an der Zunahme der Vergehen und Verit z. B. bei dem Brunnen auf dem Werder'schen Markt der Fall, Warum denn nicht?", worauf er mir noch verschiedene Fragen brechen sei die Zuchtlosigkeit der Eltern" schuld, wer arbeiten denn auch den ganzen Sommer hindurch sehr fleißig in Be- vorlegte: Ob ich denn Arbeiter wäre?( fa), ob ich mich als wolle, finde auch stets Arbeit u. s. w. Unterhaltungen auch pg gefeht worden ist, fet es von Baffanten, die baran ihren Arbeiter ausweisen könne?( Ich wußte nicht, wie ich das über diese Predigt wurden verhindert. Den Vorwärts" zu aus der hohlen Hand löschten, sei es von den Hausdienern machen sollte; denn eine militärische Legitimation, die ich stets lesen ist selbstredend verpönt; das fönnte ja die Heilung umliegenden Geschäfte, die das Waffer in Gläsern und Berliner Wohnungsverhältnisse Denkschrift der Berliner en Berfonen gewußt hat, daß der Brunnen zu den gefund Arbeiter- Sanitätstommiffion. Bearbeitet im Auftrage derfelben tsschädlichen gehört. Es bedurfte auch in der That einer ge von Adolf Braun. 6. und 7. Heft der Arbeiterbibliothet, Serie III. iffen Aufmerksamkeit, um die nur aufschablonirten, von Anfang Verlag des Vorwärts", Preis 35 Bf. bis zum 1. Februar mit M. 20.- aushelfen? Even Umtausch der Arbeitsbücher. Diejenigen Arbeiter und tuell sende ich Ihnen etwas, wenn Interessantes Arbeiterinnen, welche das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet paffirt haben und noch im Besize eines vor dem 1. April 1892 ausDiese Mittheilungen genügen unseres Grachtens für jeden gestellten Arbeitsbuches sind, haben letzteres in Gemäßheit der anständigen Menschen; findet eine gewisse Presse dafür ver- Ausführungsverordnung zur Gewerbe- Ordnung vom 28. März ständnißvolle Entschuldigung, gut, so beweist sie damit blos, daß 1892 gegen ein den neuen Bestimmungen entsprechendes Arbeitsfie bereits auf den Gronheim'schen Standpunkt heruntergefunten buch umzutauschen. Für die Beobachtung dieser Vorschrift sind ift. Wir haben uns damit nicht weiter zu befassen. die Arbeitgeber verantwortlich. chen holten. Wir vermuthen, daß kaum eine Don dem von der wirklich befördern. Unter diesen Umständen verließ dann der oben geschilderte Schwerkranke das Stift", wiewohl er feineswegs bereits hergestellt war, sondern noch jetzt bettlägerig ist und ärztliche Behandlung ohne paftorale Kurpfuscherei in Anspruch nimmt. Die thatsächlichen im Vorstehenden enthaltenen Angaben " 1 " schritten, so betrug die Behausungsziffer der östlichen jen: feitigen 2ouisenstadt 127, die der westlichen jenseitigen Louisenstadt und der nördlichen Rosenthaler Vorstadt je 96 und des östlichen Stralauer Viertels 95 Menschen auf einem Grundstück. Noch bedenklichere Verhältnisse zeigten einige Grundstücke fogar im Westen, wo sich in der Steinmeß-, Alvensleben-, Denne wißstraße 2c. Grundstücke mit 221, 416, 483 Bewohnern finden. Ein Grundstück im Norden( Ackerstraße) hatte sogar 1074 Einwohner." Den Genoffen zur Beachtung. Meine Wohnung befindet sich von jetzt ab Oranienstr. 65. Beschwerden, die die Berliner Preßkommission angehen, sind an mich zu richten. Soziale Leberlicht: find uns in durchaus zuverlässiger Weise verbürgt. In welch' Noth entkräfteten Frau besondere Pflege angedeihen zu laffen. 1 Haufe eine Frau hat, so wird man sich in seinem Gewissen grellem Gegensatz befindet sich diese Art der Behandlung Kranker So ist denn Frau Fischer im wahren Sinne des Wortes Hungers sagen: Du wirst doch nicht dumm sein oder dich als faul aus: zu der Forderung christlicher Liebe, zu dem angeblichen Zweck gestorben. Der im Krankenhause Moabit ausgefertigte Todten- schelten laffen, also gehe man auch hin und hole des Stiftes und zu der hingebenden Pflege, der sich im Interesse fchein bezeichnet Mangel an Pflege als die Ursache des Ab- Holz. Wer sich von seiner Hände Arbeit zu ernähren des humanen Zwecks so viele katholische Samariterinnen hin- lebens. hat, wird Verständniß dafür haben. In ähnlicher Weise begeben, ohne eine ähnliche Mißhandlung ihrer Pflegebefohlenen zu Nach einer wenig nothwendigen Beweisaufnahme wollte der gründeten fast alle Angeklagten ihren dulden. guten Glauben; Staatsanwalt in feinem Falle den guten Glauben" der Wieviel Menschen leben in Berlin in einem Sanse? Wir entnehmen hierüber der sehr sorgfältig gearbeiteten und auch Angeklagten gelten laffen, sondern hielt gegen alle die Anklage Georg Wagner, Uhrmacher, als Agitationsschrift empfehlensiverthen Broschüre Berliner Vorsitzender der Arbeiter Bildungsschule. wegen Diebstahls oder Hehlerei oder Begünstigung aufrecht. Der Wohnungsverhältniffe"( Verlag des Vorwärts") folgendes:„ Die Staatsanwalt brachte Strafen in Höhe von einer Woche bis vier Behausungsziffer, d. h. die Zahl der auf einem Grundstück Lorberg'schen Baumschule in der verlängerten Schwedterstraße 5 Tagen in Antrag. Der Gerichtshof sprach nach verhältnißPolizeibericht. Am 3. d. M. Morgens wurde in der Monaten und bei den jugendlichen Angeklagten von je 3 und lebenden, ist in Berlin ununterbrochen gestiegen, wie die folgen: ein etwa 50 Jahre alter Mann erhängt vorgefunden. den Zahlen beweisen: Im Jahre 1830 tamen auf ein Gebäude Landwehrkanal, am Thiergarten- User, wurde die Leiche eines da er nicht der Meinung war, daß dieselben das Bewußtsein Im mäßig furzer Berathung sämmtliche Angeklagte frei, 31,59, im Jahre 1840 40,09, 1850 46,35, 1861 48,80, 1864 49,7, etiva 18jährigen Mannes angeschwemmt. In der Nähe der einer strafbaren Handlung gehabt haben, sondern in der That 1867 51,4, 1871 57, 1875 58,0, 1880 60,7, 1885 schon 67 und Schillingbrücke sprang Nachmittags ein Tischler in die Spree, der ganz falschen Vermuthung gewesen seien, daß das Holz 1890 73 Personen. Die Behausungsziffer hat sich im 50jährigen wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und, da er durch einen unbekannten Wohlthäter zur freien Verfügung des nun enger aneinander, sie können sich weniger isoliren, sind viel sich am Knie verlegt hatte, nach dem Krankenhause am Urban ge- Bublikums gestellt ſei. mehr Störungen und allen gesundheitsschädlichen Folgen des letzte ein dort eingefehrter Patinenmacher seine Geliebte durch bracht. In einer Gastwirthschaft in der Invalidenstraße verengen Aneinanderrohnens ausgesetzt. Diese Behausungsziffer einen Schuß am Kopfe und versuchte dann sich selbst zu ist als eine durchschnittliche anzusehen, sie wird von der einzelner Stadttheile, namentlich in den Arbeitervierteln erschießen. Beide wurden nach der Charitee gebracht. über= Vor Fuhrwerk gegen einen Pferdebahnwagen und erlitt dabei eine bedem Hause Chauffeeftr. 38 fuhr Abends ein Kutscher mit seinem deutende Verlegung am Fuße. Ein Arbeiter fiel vor dein Achtung! Mäntel näherinnen, Bügler, Stepper, Hause Mariannenstr. 33 von einem Arbeitswagen, gerieth unter Tritottaillen Arbeiterinnen, Arbeiter und die Räder eines unmittelbar dahinter folgenden Fuhrwerts und Arbeiterinnen der Herrenfonfettion und Maaßerlitt einen Bruch des Oberarmes. erlitt einen Bruch des Oberarmes. Abends fuhr ein Omnibus branche. Im„ Vittoria- Salon", Perlebergerstraße 13, Moabit, gegen eine vor dem Hause Charlottenstr. 34 haltende Droschke. findet am Montag, den 9. Oftober, Abends 8½ Uhr, eine öffent Der neben seinem Pferde stehende Kutscher wurde infolge deffen liche Versammlung der in diesen Branchen beschäftigten Arbeiter gegen einen Straßenbrunnen geschleudert und erlitt dadurch und Arbeiterinnen statt, in der Kollege Arthur Mähr einen innere Verlegungen. In der Nacht zum 4. d. M. erschoß sich Vortrag halten wird. Wir fordern die Kollegen und Kolleginnen Die Berliner Barbier, Friseur- und Per- ein Schneider in seiner Wohnung in der Rosenthalerstraße. auf, sich an der Verbreitung der zu dieser Versammlung herausrückenmacher Junung" hat in ihrer gestrigen Quartalgegebenen Handzettel, welche von Donnerstag Nachmittag 4 Uhr versammlung beschlossen, auch in den Wintermonaten die Geschäfte an, bei Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28, zu haben sind, zu bes an den Sonn- und Feiertagen um 6 Uhr zu schließen. Das theiligen. Publikum soll in einem Aufruf ersucht werden, die Innung in Die Agitation3 Rommission der Durchführung dieses Beschlusses insofern zu unterstützen, als ber Schneider und Schneiderinnen Berlins. es Geschäfte, die länger offen halten, nicht aufsucht. Ein Konkurrenzstreit zwischen zwei kleinen Fachblättern" An die Schäftearbeiter und Arbeiterinnen! Wiederum beschäftigte heute die erste Straftammer am Landgericht II. Der treten wir an Euch mit der ernsten Mahnung: Arbeiter organisirt Buchhalter Karl Eugen Richard Muth war wegen versuchter Euch! In letzter Zeit sind die Maßregelungen unserer Kollegen Möthigung vom Landgericht I zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt und Kolleginnen so vielfach gewesen, daß wir Veranlassung geworden, hatte Revision beantragt und das Reichsgericht hatte nommen haben, diese Zustände in einer besonderen Versammlung die Sache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht II ver- zur Besprechung zu bringen. Dieselbe findet am 9. Oktober, wiesen. Muth war Buchhalter und Reisender des Kaufmanns Abends 81/2 Uhr, Inselstr. 10, bei Scheffer statt. Beim Einsteigen in den Omnibus verstorben. Beim May Gerstmann, Inhabers eines Annoncen- Bureaus und Ver- Zur Agitation für diese Versammlung stehen den Kollegen Einsteigen in den Omnibus 84 der Linie Moabit- Oranienplatz legers der Zeitschrift für den gesammten Mode- und Kolleginnen Flugblätter zur Verfügung, die sie zu jeder starb gestern Nachmittag um 44 Uhr vor Alt- Moabit 24 der waaren Handel". Muth hatte von einem Herrn Billona, Tageszeit beim Unterzeichneten in Empfang nehmen tönnen. Melanchtonstraße 9 in Wohnung gewesene Kaufmann Moris dem angeblichen Besitzer eines Zeichen- Instituts, ein Inserat( Näheres siehe Inseratentheil am Sonntag.) Franke. Anscheinend hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ziel in Höhe von 40 Mart erhalten. Dabei war aus= Herm. Bogs, Wallnertheaterstr. 45 bei Lange. gefeßt. drücklich die Bedingung gestellt worden, daß das Gerstmann'sche Blatt eine Auflage von von 4000 Gremplaren haben solle. Unbekannte Leiche. Die Leiche eines etwa zwölfjährigen Gerstmann hatte eine diesbezügliche Versicherung schriftversicherungs- Gesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 10. April Krankenkassenwesen. Auf grund des§ 75 a des KrankenKnaben wurde am Dienstag Morgen aus dem Kanal an der lich gegeben. Schleuse im, Thiergarten an das Land gebracht. Bis jetzt schwebt Gerstmann in Erfahrung gebracht haben, daß das Villona'sche 1. der Kranten- Unterſtügungsfasse Germania"( E. H.) zu Thon= Nach Erscheinen des Inserats will aber 1892( Reichs Gesetzblatt S. 579) ist folgenden Krankenkassen: ein tiefes Dunkel über der dem Fund zu Grunde liegenden An- Geschäft dem Kaufmann Leopold Schottländer gehöre, dem Mit- hausen, Altenburgischen Antheils, 2. der Krankenkasse des gelegenheit. Der Knabe dürfte schon mehrere Tage im Wasser besiger des„ Confettionär", und daß das Inferat nur auf Deutschen Privat- Beamten- Vereins( E.$.) zu Magdeburg, 3. der gelegen haben und war mit Schlamm überzogen. Troßdem be- gegeben worden sei, um Gerstmann im Intereffe der Konkurrenz Kranten- und Begräbnißkasse des Gewerkvereins der deutschen steht bis jetzt kein Anhalt zur Feststellung seiner Person, und es zu einer genauen Angabe der Höbe seiner Auflage zu zwingen. Schuhmacher und Lederarbeiter( E. H.) in Berlin von neuem hat auch noch niemand nach der öffentlich ausgestellten Leiche Muth wurde zu Villona mit der Rechnung geschickt, stieß aber die Bescheinigung ertheilt worden, daß dieselben, vorbehaltlich Nachfrage gehalten. auf Schottländer, der sich als Geschäftsinhaber vorstellte der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des und den Nachweis verlangte, daß die Auflage vier Tausend Krankenversicherungs- Gesetzes genügen. remplare betrage. Da er diesen Beweis nicht erhielt sagte er: W " In dem von Privaten errichteten und geleiteten Berliner Asylverein für Obdachlose nächtigten im verflossenen Monat September 1893 im Männer- Asyl, Büschingstr. 4, 8895 Personen, davon badeten 3423 Personen; im Frauen- Asyl, Füsilierstr. 5, 1228 Personen, davon badeten 90 Personen. Gerichts- Beitung. " " = # Ein Liebesdrama mit blutigem Ausgang. In dem Gasthofe Oranienburger Hof", Juvalidenstr. 118, tehrten am Montag Nachmittag der Bantinenmacher Friedrich Wilhelm Ich zahle nicht, verklagen Sie mich!" Muth hat darauf er- Leipzig. Am Sonntag trat hier eine Konferenz sozialQuizow, am 19. Oktober 1866 in Perleberg geboren, und die am widert: Verklagen werden wir Sie nicht, aber etwas anderes demokratischer Radfahrer zusammen, um die Gründung eines 20. Juli 1874 in Stolp i. P. geborene unverehelichte Louise werden wir gegen Sie thun, so daß Ihnen angst und bange Arbeiter- Radfahrerbundes zu berathen. Aus 13 Ortschaften Pooch ein. Louise Pooch diente bis vor drei Tagen in Perle- werden wird. Sie kennen doch die scharfe Feder meines Herrn!" waren 16 Delegirte erschienen. Die Gründung eines Bundes berg und hatte den bei der Mutter lebenden Quizow tennen ge- Schottländer denunzirte wegen dieser Aeußerung und Muth wurde beschlossen, dessen Sitz in Leipzig ist. lernt. Zwischen beiden entspann sich ein intimes Verhältniß; wurde wegen Nöthigung bestraft. In der erneuten Verhandlung Leipzig wurde als Vorsitzender desselben gewählt. als aber Quizom bei der Mutter seiner Geliebten um die Hand gab der als Zeuge vernommene Gerstmann zu, daß er dem der letzteren anhielt, wurde er zurückgewiesen. Louise Pooch Muth, wenn auch nicht wirklich denselben, so doch dem Sinne Zur Arbeitslosen- Statistik hat der Magistrat in Frank war über den Ausgang der Werbung sehr erregt und trug sich nach den Auftrag gegeben habe, so zu handeln, wie derselbe furt a. M. dem Vorsitzenden des dortigen Gewerkschaftstartells feitdem mit Selbstmordgedanken. Am legten Sonntag hat sie handelte. Das erste Urtheil wurde daher dahin abgeändert, daß ein Schreiben folgenden Inhalts zugehen lassen: nun ihrem Liebhaber den Vorschlag gemacht, gemeinsam Muth nicht der versuchten Nöthigung, sondern der Beihilfe Auf Eingabe des Herrn Wilhelm Trompeter, f. A. des aus dem Leben zu scheiden. Das wurde angenommen: beide zur versuchten Nöthigung" schuldig sei. Die Strafe wurde eben- Frankfurter Gewerkschaftskartells, vom 15. September, fowie reisten nach Berlin, um hier ihr Vorhaben auszuführen. falls auf 20 M. bemessen. auf mündlichen Vortrag, die Erhebung einer Arbeitslosen- Statistik Gestern Nachmittag suchten beide, die in der Gaststube und die Errichtung eines städtischen Arbeitsamtes betreffend, ist gesessen hatten, ihr Zimmer auf, Quizon nahm einen Revolver gerichtssaal im Kriminalgerichtsgebäude war gestern der ZielEin überflüffiger Maffenprozek. Der große Schwur Beschluß: zur Hand und brachte auf besonderes Anfuchen feiner Braut punkt eines ganz ungewöhnlichen Massenandranges. Die Leute, Herrn W. Trompeter, auf die Eingabe vom 15. September zu Es ist dem Frankfurter Gewerkschaftskartell, zu Händen des einen Schuß in die Herzgegend bei. Da aber das Geschoß nur bie da in langen Reihen die große Freitreppe emporstiegen, erwidern, daß der Magistrat, welcher die Errichtung eines in die Bauchhöhle eindrang, rief die Getroffene: Friedrich, fo waren aber nicht müßige Zuhörer in einem großen Sensations städtischen Arbeitsamtes bereits früher in Erwägung gezogen nußt es nichts, schieße doch nach meinem Kopf!" Quizow fegte progeffe, fie waren vielmehr fämmtlich als Angeklagte vorgeladen, bat, eine Kommission eingefeht hat, welche die Frage, nun die Waffe an das linke Ohr seiner Braut und drückte los. um sich auf eine Riefenantlage wegen Diebstahls zu verantworten. ob und eventuell in welcher Weise in hiesiger Stadt ein Das Mädchen, daß die beiden Schüsse stehend erhalten hatte, Ihre Bahl betrug 160() Der große Raum des Schwur- städtisches Arbeitsamt zu errichten ist, sammt den mit derselben brach jetzt zusammen und fiel auf das Sopha. Nun sezte Quizon gerichtssaales reichte kaum hin, um die große Zahl der An- zusammenhängenden statistischen und sonstigen Fragen neuerdings den Revolver an sein rechtes Ohr und brachte sich einen Schuß geklagten in übersichtlicher Weise zu gruppiren; dieselben füllten prüfen und sich zu diesem Zwecke mit den Antragstellern, sowie bei. Dann schleppte er sich an die elektrische Klingel und rief nicht nur den gewöhnlichen Anflageraum, sondern auch die geeignetenfalls auch anderen Interessenten und fachkundigen einen Kellner herbei. Als dieser eintrat, lag Quizow schon be: Geschworenenbänke und sämmtliche sonst für die Beugen Persönlichkeiten ins Benehmen sehen wird. wußtlos auf dem Boden. Der Wirth benachrichtigte das refervirten Stühle, ja auch die drei ersten Bantreiben Der Vorsitzende des Gewerkschafts- Kartells antwortete hierauf " 7. Polizeirevier in der Tiefstraße, daß beide Verwundeten nach bes Buschauerraumes waren mit Angeklagten gefüllt. Die dem Magiftrat: der Charitee überführen ließ. Die Pooch starb um 1134 Ubr Straffache war Wittwe Splittstößer und Genossen benannt. Nachts, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, Quizon lebt Es handelte sich um die große Plünderung" zweier Holzpläge, beehre ich mich, im Auftrage der Delegirten des hiesigen GewerkAuf das Schreiben des Magistrats vom 26. September dagegen noch, ist bei flarem Verstande und tonnte bereits heute welche sich am Abend des 17. Juni in der Brombergerstraße fchafts- Kartells zu erwidern, daß dieselben mit Interesse von dem Vormittag vernommen werden. ereignete. An der Ecke der Rüdersdorfer- und Brombergerstraße entgegenkommenden Beschluß des Magistrats Kenntniß genommen Ein Einbruch ist in der verwichenen Nacht bei dem hatte die Holzhandlung J. M. Seligsohn einen Holzplatz von der haben und einer Einladung zu gemeinsamen Verhandlungen bei Schneidermeister T., Brunnenstr. 153, verübt worden. Die Diebe Ditbahn gepachtet, welcher geräumt werden sollte. Am 17. Juni ber Dringlichkeit der Sache in türzester Frist entgegensehen. sind vom Hofe aus mittels Einsteigens, nachdem sie eine Fenster- verbreitete sich in der dortigen Gegend das Gerücht, daß auf scheibe zerschlagen hatten, in das Komtoir und dann in den dem Seligsohn'schen Holzplatz Holz verschenkt würde. Die freudige Das Fiasko der kapitalistischen Selbsthilfe ist wohl am Baden gelangt, wo fie Anzüge und Stoffe im Werthe von Mär verbreitete sich wie ein Lauffeuer und lockte Frauen, kläglichsten in den vielfach versuchten freien Vereinbarungen zum 1500 M. erbeuteten. Darunter befinden sich 22 Jacketanzüge. Männer und Kinder zu vielen Hunderten nach der Stätte, wo seitigen Schluß der offenen Geschäfte zu Tage getreten. Stets man so billiges Holzmaterial erhalten könne. Der Plazanweiser zeigten solche Beschlüsse, die auf gegenseitigem Vertrauen bafirten, Emil Bellevue, mit dem die Kriminalpolizei schon viel zu bot alle seine Beredtsamkeit auf, um die Leute zu über- daß solches Ding in der rauhen Wirklichkeit der kapitalistischen thun gehabt hat, da er nicht nur zuhälter und Schläger, fon- zeugen, daß bas bas Gerücht völlig unbegründet fei: es Profitfucht feinen Pfifferling werth und nur dazu da war, den dern auch Spitzbube ist, und noch im Heinze- Prozeß als Zeuge lösten sich bald alle Bande frommer Scheu und man ersten Tag wieder gebrochen zu werden. Dieser Einsicht Raum auftrat, ist nach mehrmonatlicher Beobachtung in der Charitee ertheilte dem Anweifer den guten Sath, sich ganz ruhig gebend, hat der kaufmännische Verband für Rheinland und West. von den ersten für unheilbar geistestrant befunden und nach zu verhalten, da er fonft leicht todtgeschlagen werden falen auf seiner dritten Hauptversammlung folgenden Antrag Dalldorf übergeführt worden. tönnte. Einige Knaben fletterten zunächst über den Zaun angenommen: Tod infolge zu starken Schnürens. Das arme Dienst und warfen Bretter und Balken auf die Straße hin- Der kaufmännische Verband von Rheinland und Westfalen mädchen, das geglaubt hatte, sich dem Wunsch ihrer Herrschaft über, dann krachte der Baun unter der Wucht der andrängenden erachtet als eine der vornehmsten Aufgaben seines Wirkens, die entsprechend schnüren zu müssen, um eine elegante" Erscheinung Menge über den Raum. Bretter, Ballen, Klöße, Blanken wur- dem Personal Gelegenheit zur Erholung und Ausbildung zu Menge zusammen und wie ein Ameisenschwarm ergoß sich die Arbeitszeit in den offenen Geschäften abzukürzen und dadurch abzugeben, wenn Gäfte erschienen und über deffen infolge au ben als gute Beute erklärt und das Losungswort Bei Seligsohn geben. Die heutige Hauptversammlung beauftragt den Vorstand starter Schnürung eingetretener wir in Nr. 222 berichteten, ist ist Holzauktion" lockte immer neue Holzbedürftige herbei. Der des Verbandes, eine Petition an die Regierung zu richten mit ihren Leiden im Krankenhause erlegen. Vor ihrem Tode hat sie in Gegenwart zweier Aerzte ausdrücklich betont, daß unsere Notiz Seligsohn'sche Holzplatz war bald gänzlich ausgeplündert, die der Bitte, durch Erlaß eines Gesetzes den Schluß der offenen in Nr. 222 durchaus der Wahrheit entspricht. Menge drang aber auch in den benachbarten Krüger'schen Holz- Geschäfte Abends 8 Uhr erfolgen zu lassen. play und plünderte dort weiter. Der Szene wurde erst ein Ende Schwer genug mag den Herren die Stellung des Gesuchs um Hungertod! Am Dienstag Morgen fuhr eine Drofchte vor bereitet, als eine Abtheilung von Schußleuten unter Führung Staatshilfe angekommen sein. das Krankenhaus Moabit, um eine frante Frau dort ab- eines Polizeilieutenants auf der Bildfläche erschien. Auf dem zuliefern. Als man den Wagenschlag öffnete, fand man eine Seligsohn'schen Holzplatze sind Bretter und Hölzer im Werthe Leiche in den Polsterkissen vor. Wenige Augenblicke später trat von 850 W., auf den Krüger'schen Holzplatze solche im Werthe an die Tobte ein junges Mädchen heran, deren Züge Noth und von 250 M. genommen worden. Unter den Angeklagten, Elend tennzeichneten, und brach in die Worte aus: Mutter, welche sämmtlich geständig sind, Holz geholt zu haben, Liebe Mutter, nimm mich doch mit!" Dies war die Tochter der befanden sich zahlreiche Frauen, alt und jung, ArBerstorbenen, einer 59 Jahre alt gewordenen Frau Luise Fischer, beiter, Handlungsgehilfen, Laufburschen, Schüler und Schülerinnen. die seit Jahren verwittwet war, tein eigenes Heim besaß und Einzelne von ihnen waren noch nicht 13 Jahre alt. Sie alle tifchen Wahlvereins für den fechsten Berliner ohne die zum Unterhalte erforderlichen Mittel und mit fiechem blieben dabei, daß fie des guten Glaubens gewesen feien, das Reichstags- Wahlkreis fand am 3. d. Mts. in den Körper ab und zu bei Bekannten für turze Zeit Aufnahme Holz werde verschenkt. Vor dem Seligsohn'schen Holzplatze Germaniafälen statt. Aus dem Berichte des Vorstandes war zu fand. Die Tochter, die Markgrafenstraße 83 wohnt, und als babe ein feiner Mann" gestanden und allen Vorübergehenden entnehmen, daß 15 Versammlungen während des abgelaufenen Puhmacherin fümmerlich ihr Dasein fristet, hatte alles auf mitgetheilt, daß dort Holz„ verschenkt" werde. Das Gefühl, Halbjahrs stattgefunden haben. Vier eingelaufene Unterstützungsgeboten, um die alte Mutter mit zu ernähren, obgleich fie selbst welches die Angeklagten beherrschte, schilderte einer der Ange- gesuche mußten aus prinzipiellen Gründen abgelehnt werden. infolge dauernder Entbehrungen förperlich matt ist. Sie fonnte tlagten recht anschaulich wie folgt:" Der Ruf: in der Brom- Von der Ausschließung aus dem Verein wurde ein Mitglied be= aber für des Leibes Nothdurft und Nabrung nicht hinreichend bergerstraße ist Holzauftion", warde von vielen Leuten ausgetroffen. Zur Bertheilung an die Mitglieder gelangte die Liebsorgen, und Beide wollten nicht die öffentliche Armenpflege in ftoßen. Alles, was gehen konnte, Jung und Alt, Groß und tnecht'sche Broschüre:" Bu Schutz und Truz". Leider entspreche, Anspruch nehmen. Zuletzt hatte Frau Fischer bei einer be- Klein hatte Holz auf der Schulter! Ich fragte: wo habt Ihr wie der Berichterstatter bemerkte, die Mitgliederzahl des Wahlfreundeten Frau B., Brunnenstr. 14, ein Unterkommen erhalten, denn das Holz her, und erhielt zur Antwort: Das wird ver- vereins nicht der Bedeutung des fechsten Wahlkreises. bie aber auch nicht in der Lage war, der durch die bitterste schenkt, gehen Sie nur dahin! Wenn man so was hört und zu Verein habe nur 2498 zahlende Mitglieder aufzuweisen. Versammlungen. Eine Generalversammlung des fozialdemokra g " Vermischtes: = Rom und empfahl Riefel demzufolge energischste Agitation. Im 17 schwere und 8 leichte Unfälle im letzten Monat. Ein Antrag, für Uebrigen sprach er die Üeberzeugung aus, daß der die Bibliothek 30 M. zu bewilligen, wurde angenommen. Der Borstand in jeder Hinsicht bestrebt gewesen sei, im vollsten Vorsitzende macht bekannt, daß am 5. November ein Besuch der Die Cholera. Madrid, 3. Oftober. Gestern find hier Maße seine Schuldigkeit zu thun. Genosse Gleinert erstattete Urania in Aussicht genommen ist. Nach längerer Debatte wurde 37 Berfonen an Cholera erfrankt und 7 gestorben. hierauf den letzten Quartals- sowie den Jahres- Kassenbericht. der Preis der Billets, da die Vorstellung 60 M. mehr foftet, auf 3. Ottober. Wie amtlich festgestellt wurde, starben an Bord des Der Kaffenbestand beträgt dem Berichte zufolge zur Zeit 861 m. 60 Bf. festgesetzt. Die nächste Bersammlung findet am 6. No- Badetbootes, Carlo" auf der Hin- und Rückreise zwischen Genua 66 Pf. Es schloß sich hieran die Vorstandswahl für ein halbes| vember statt. Jahr, nachdem beschlossen war, daß nur solche Mitglieder in den und Rio de Janeiro 201 Perfonen an Cholera. Gegenwärtig Borstand gewählt werden dürfen, die gewerkschaftlich organisirt verein Berlin. Donnerstag, den 3. Ottober, Abends 10 Uhr, Rosenthaler- Passagiere im Lazareth zu Asinara. Verband deutscher Barbiere, Feifenre und Perrückenmacher. Zweig: befinden sich 19 der auf dem Dampfer an Cholera erkrankten Petersburg, find. Gewählt wurde zum ersten Vorsißenden Kiesel, zum ftraße 38: Mitgliederversammlung. zweiten Vorsitzenden Freithaler, Gleinert, zum zweiten Kassirer Hillig, zum ersten Schrift- th. Bolg. Alte Jatobftraße 75: Ginfettender Bortrag zum Winterfurfus vom 27. bis 29. September in Moskau 15 bezw. 4, in den Gou Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten 3. Oktober. An Cholera erkrankten beziehungsweise starben: zum ersten Staffirer gilfe bei Unglücksfalle., Donnerftas, ben ottober, übenos 8k ubt, bei vom 29. September bis 2. Oftober in Petersburg 129 bezw. 73, führer Schwede, zum zweiten Schriftführer Stolzenburg, durch Herrn Dr. Christeller. zu Beisitzern Raschte, Prüfer und Juhike, zu Revisoren bei Schröder, Wiesenstr. 39. vernements vom 17. bis 23. September: Kalisch 2 bezw. 0, gefe- u. Diskutirkiubs. Donnerstag. Dieggen, Abends sur Kiew 380 beziv. 122, Jekaterinoslam 484 bezw. 196, Samara Gnadt, Hermerschmidt und Hönisch. Gemäß dem neuen Gieshott. Neue Zeit, Abends 8 1hr, Boyenstr. 40, bei Süd- Ost, bet Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. Organisationsplane fand ferner die Wahl von Abtheilungsführern Iub 120 bezw. 63, Saratow 95 bezw. 44, Tschernigow 100 bezw. 25, der Freunde" bet Gnadt, Eminemünderstraße 120. Mobilew 116 bezw. 43, Poltawa 80 bezw. 35, Kurst 120 bezw. 55, statt. Gewählt wurden für Moabit: Schmit, für Gesund- safenelever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulen weg vom 23. bis 30. September Minst 69 bezw. 26, vom 10. bis brunnen: Bärsch, für Wedding: Gabron, für Oranien- 8% uhr, Reichenbergerstr. 157, Gigung.- Diskutirflub, 3 ettget ft" jeden 23. September Podolien 1306 bezw. 487, vom 24. bis 30. Sep Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends burger Vorstadt: Lenzner, für Schönhauser Vorstadt: Ma ß', Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel," Langeftr. 65, Abends tember Chersson 181 bezw. 72 und Wilna 9 bezw. 4. Malta, für Rosenthaler Vorstadt: Kaiser. Der folgende Punkt der Uhr. Brüderlich feit" Abends 9 Uhr, im Restaurant Wernau, Rosenftr. 30. Tagesordnung: Der Parteitag in Köln" wurde durch Ver- Flora, Abends 8% Uhr. Disfutirtlub, Gleichheit"( Weißensee) bei Hannemann, zur 3. Oftober. Einer Quarantäne von 15 Tagen werden unter fammlungsbeschluß von der Tagesordnung abgesetzt. Die Abzogen alle Herkünfte aus Deutschland, Belgien, Holland, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Frankreich, Desterreich Ungarn, der europäischen Türkei, rechnung von der Lassalle Feier ergab für Moabit: Einnahme Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70 Rumänien, Rußland, den Häfen des Schwarzen und des Asowschen 396 M., Ausgabe 240,95 M., Ueberschuß 155,05 M.; für die St. Urban, Annenstr. 9, bet Bros.- Kornblume, Blumenftr. 54, bei Meeres und Smyrna. Donnertag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Rom, 4. Oktober. In den letzten übrigen Bezirke: Einnahme 587,95 M., Ausgabe 466,95 M., Wuttte.- Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bet Berner. Brezelfcius, 24 Stunden erkrankten an der Cholera in Livorno 6 und starben Ueberschuß 121 M. Verschiedene Billets stehen noch aus. Den Annenstr. 16, bei Ehrenberg.-Weiße Rose. Reinickendorf, Seeschlößchen bei 2 Personen; in Patti Marina tamen 3 Erkrankungen und ftreifenden Steindruckern bei der Firma Kaufmann( Branden- Dorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftftr.- Ede bei Schulz. Böttcher. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte.1 Todesfall vor, in Palermo vom 30. September bis zum burg) wurden aus der Vereinskaffe 150 M. zugewilligt. Einigkeit( Outmacher), Bappel- Allee 3/4. b. A. Meinhardt.- Harmonie, 1. Oktober Mitternachts 49 Erkrankungen und 26 Todesfälle, Tempelhof, Dorffir. 10, bei Gerth.- Ost- und Westpreußischer Männer= esangverein, Holzmarttstr. 3, bet Deter. Edelweiß, Potsdam, von da ab bis zum 2. Oktober Nachmittags 34 Erkrankungen Brandenburger Kommunikation 16 bei Glaſer. Borax, Wienerfir. 31 bei und 26 Todesfälle. rügemüller. Matglödchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Päzold. Rom, 4. Oftober. In der Provinz Florenz sind verheerende Frete Sänger, Krautstr. 6, bei Rudolf. 3utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Ueberschwemmungen eingetreten: bei Prato ertranken 5 ArKreuzberger armonie, Fichtestr 29, bei Krösche. Nordstern, Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), beiter. Der Ombrone ist ausgetreten. In Venedig sind der Kastanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. 3-5 Uhr Nachm., Gipsfir. 3 bet Byrtect. Steinfeger- Sängerchor Markusplatz und die tiefer gelegenen Stadttheile überschwemmt. Liedes Echo, Reichenbergerstraße Nr. 145-146 bei Brandt. Ein Attest. Der Bürgermeister eines thüringischen Dorfes Biebertafel Westend, Blumenthalftraße 5 bei Behrendt.- Borwärts, Charlottenburg, Bismard stellte, wie aus Neustadt a. D. berichtet wird, kürzlich folgenden mötter. Gefangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Giftschein aus: Es wird hierdurch bescheinigt, daß die Frau Gefangverein der Studateure Berlins und umgegend, Sendelstraße 30 bei Breußer.- Arbeiter- Gefango. Spandau Lynarstraße Restaurant Pfarrerin A. Ungeziefer hat und Gift bekommen kann." Gefangverein, Borwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmen. Arbeiter- Gesangverein 2yra 2, Charlottenburg, Wallstraße 54. Gefangverein Felfenfet( Gemischter Chor), Badftr. 12, Victoriagarten. Befangverein der sürschner, Landsbergerstraße 31 bei Seehaufen. Gesangverein Arion in Wittenberge, bei Goring. Gefangverein Gährung in Alkohol und Kohlensäure zerlegt werden kann; Biodenrein( gemischter Chor) Kaftanten- Allee Nr. 95/96. Gesangverein Holzfaser ist jedoch eine so wenig lockere Substanz, daß die Steinnette, Röslinerstraße 17. Sängerrunde, Kottbuserstraße 6 Methoden zur Darstellung des Traubenzuckers nicht billig genug bei Braun. um darauf eine wirkliche Technik begründen zu Fest, Lebuferstraße 5 bet Nemig. Gesangverein Brüderschaft Stall- tönnen. Dieses Hinderniß ist nunmehr dadurch beseitigt, schreiberstraße 29" 8um eijernen Stab". Gesangverein Freundestreue( gem. Chor), Landsbergerstr. 31 bei Seehaufen. als Blohstoff zur Alkoholbereitung den lockern Gefangverein& in: das man tracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstraße bei Hasdorf. Iris" Naunyn: Torf verwendet. Der Torf wird, wie er aus dem Moor bei M. Moewes. ftraße 86, bet Frig Bubell. Waldesgrün"( gem. Thor) Böchstr. 8 entnommen ist, mit verdünnter Schwefelsäure bei 115-1200 Celsius Arbeiter- Gesangverein Oranienburger Borstadt, 4-5 Stunden lang gekocht, wodurch die Cellulose in Zucker Sochstraße 32a, bet Wire. Gesangverein Feldblume Lübbenerstr. 30, bet Wilhelm Meyer. Gefangverein Libertee 1, Cuvryftraße 24, bei übergeführt wird. Nach Beendigung des Kochens, also wenn Glühlicht( gemischter Chor), Perlebergerstraße 28, bei Hermerschmidt. Thtelfch. Flöter'scher Gefangverein, Stoppenstr. 43 c bei Lorenz. das Maximum der Zuckerbildung erreicht ist, wird die Brühe Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Düball. durch Filterpressen vom Rückstande getrennt, die zuckerhaltige der gebildete Alkohol abdestillirt. Nach den bisher bekannt Lösung durch Eindampfung konzentrirt, mit Hefe vergohren und gewordenen Resultaten scheint der Torf berufen zu sein, der Kartoffel Konkurrenz zu machen, denn 1000 Kilogramm trockenen Torses ergaben 62-63 Liter Alkohol, während 500 Kilogramm Kartoffeln mit 20 pet. Stärkemehlgehalt bei sorgfältigstem Be triebe auch nur 60-61 Liter Alfohol liefern. Der polizeilichen Auflösung verfiel eine Anarchistenversammlung, die am 3. Oktober in der Norddeutschen Brauerei tagte. Herr Löhr hatte zu dieser Versammlung die Redaktion des Vorwärts" und den Parteivorstand eingeladen. Der Einladung war aus leicht erklärlichen Gründen keine Folge gegeben. Nach einer den Lesern schon längst bekannten Philippita des Herrn Werner entstand in der Versammlung, verursacht durch einen Zwischenruf, eine verhältnißmäßig geringe Störung, welche zur Folge hatte, daß der überwachende Beamte die Versammlung auflöfte. Eine Branchenversammlung der Eisen, Metall dreher und Arbeiter in Gas-, Wasser und Dampfarmaturen Fabriken tagte am 1. Oktober. Genoffe Koopmann hielt einen Vortrag über:" Die Kämpfe der Arbeiter". Alsdann erledigte die Versammlung die Wahl eines Beifizers zum Vorstand und ernannte Kollege Schulze für dieses Amt.ftraße 80. Rieters. 1010 Erzeugung von Alkohol aus Torf. Schon seit längerer Zeit fennt man Methoden, das in der Holzfafer enthaltene Stärkemehl in Traubenzucker umzuwandeln, welcher dann durch Friedrichsberg- Lichtenberg, Frankfurter Chauffee bei Müller.reu und waren, Alpenrose, Grenzftr. 16 bei Seibel. Frohsinn 2, ane Buschriften ben Bund betreffend sind zu richten an: Senter, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Amgegend. Bergmannstr. 14, Hof 2 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder - Rauchtlub Graue Wolte, Krautstr. 48. Eiche( or dem Halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bet Raporte. Mufitverein Osiris, Adalbert Straße 21. Verein Grüne Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Die Bäckerei- Arbeiter hatten zum 3. Oktober eine öffentliche Versammlung nach dem Schweizergarten einberufen. Die verhältnißmäßig geringe Betheiligung an derselben ließ die Versammelten von dem in Aussicht genommenen Vortrage Abstand nehmen. Zum 2. Punkt der Tagesordnung erstattete der Kollege Kretschmar, Delegirter der Gewerkschafts- Kommission, den Bericht über die Thätigkeit der Kommission. Hierüber entspann fich eine lebhafte Diskussion, an der sich die Kollegen Pfeiffer, Scholz, Most, Gitschow und Sandhoff betheiltigten. Folgende Resolution gelangte nachdem zur Annahme: Die Versammlung bun d, Andreasftr. 3 bet Noll. der Bäckerei Arbeiter erklärt sich nachträglich mit der Errichtung des ständigen Büreaus ber Gewerkschaftskommission einver- klub Lustige 13", Wienerstr. 1 bei Boll. Regel Vergnügungsverein Jugendstanden." Im weiteren Verlauf der Verhandlungen tam es zu lust, Ohmgaffe 2 bet Krebs. Rauchilub Frisch auf, Koppenftr. 43 bei Rauchflub Dezimalwaage, Strautstraße 36 bet Infinger. unerquicklichen Auseinandersehungen, die die Anwesenden in eine orenz. folche Erregung brachten, daß ein Theil die Versammlung verRauchklub Erholung, 28tenerstr. 13 bei Driesener. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männerließ und ein Weitertagen bei der Unruhe unmöglich wurde. Gesangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelfir. 91. Gesangsabtheilung des fozialdemokratischen Arbettervereins für Nach langer Zeit gelang es dem Arbeiter Bildungs- Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; verein wiederum, eine Versammlung in West- Reinickendorf zyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. bei Müller( Pfeifenmüller), Rönigs Chauffee. Männer Gesangverein abzuhalten, in der Cand. phil. Hoffmann über:" Die bürgerliche Gefangverein fodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr Gesellschaft" sprach. Bei der Eröffnung der Versammlung verlas bet knapp, Rastanien- Allee 95/96. der Vorsigende das Antwortschreiben des Landraths von Waldow Privat- Theaterverein Fideler Gett 2", Abends s uhr, im Märkischen Brüssel, 4. Oktober. In einem Interview erklärte General Sof, Admiralftr. 18.bezüglich einer Beschwerde über den Gendarm Klötsch, die der kafino, Aderftr. 144. Theater- Verein, ultanta 2" 9% Uhr, Borstädtisches Brialmont einem Redakteur der Indépendance Belge", er werde Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Reftau- in der nächsten Session einen Gesezentwurf zur Neuorganisation frühere Vorsitzende des Vereins wegen einer Versammlungs- rant Bräuer, Solmsstr. 47. auflösung eingereicht hatte. Das Antwortschreiben läßt durch und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Bantfir. 26. Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag der belgischen Armee einbringen, demzufolge deren Aktivstärke blicken, daß die Beschwerde vom Landrath für begründet erkannt fortan 21 6000 Mann betragen soll. Geselliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, Restaurant Lehmann, wird. Als der Vorsitzende bemerkt, daß der Amtsvorsteher für Naunynstr. 44. New- York, 4. Oftober. Aus Rio de Janeiro eingetroffene Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, puntt Bfropfenverein Wedding, Abends Nachrichten besagen, Mello's Lage sei sehr günstig er habe eine die Zukunft nur solche Beamten zur Ueberwachung der Ver- br bei Schröder, Stegligerstr. 18. 8% Uhr, bei Selterhoff, Antonftr. 5. fammlungen beordern will, die voll und ganz mit den Vereins- Abends im Restaurant Göz, Dranienstr. 153. Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, provisorische Regierung in Santa Catharina gebildet. Peixoto Gefangverein Proletariat habe mir noch 5900 Mann zur Verfügung und seine Popularität gesetzen betraut sind, griff der Gendarm Klötsch in die Debatte( gem. Ghor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchstr. 8.- GeselligerVerein ein und erklärte sich durch diese Bemerkung persönlich beleidigt. üniverfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr b. Sagemann, Lothringer- nehme täglich ab. Gefelliger Klub der alten straße 81. Borträge, Fidelitas. Auf Anordnung der Beamten durfte die Wirthin die Getränte moabiter, Stephanstr. 23, bet Littto, Abends um 8 Uhr und nicht durch den Haupteingang nach dem Saale befördern; das jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Geselliger Bier mußte über den Hof durch den hinteren Eingang in den Verein univerfum, Sigung Abends 9 Uhr, im Restaurant Neumann, Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Saal gelangen. Zu Verschiedenem forderte Genosse Knauf zur Sumor, Abends 9% Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beisammensein mit, Verein Gemüthlichkeit und Klub regen Agitation für den Verein und zur Unterstüßung des be- Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein angesfreunde, treffenden Gastwirths auf. Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerſtr. 82. Verein P. D. 14. Fragen Sie beim Schiedsmann nach dem Grunde Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. der Verzögerung. Der Antrag auf Bestrafung muß innerhalb Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und Bithertlub Gleich beit, 9 Uhr Abends, bet§. Reimann, Alte Schön drei Monaten bei Gericht gestellt fein. hauferstr. 42. Privat Theaterverein Crescendo bei Matßner, Gartenauf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und straße 162: Gigung mit Damen. Theaterverein Maiglöckchen, Eng- W. M. Zum Abdruck längerer Gesezesbestimmungen aus Arbeiterinnen( Berlin 1) hielt am 2. Oktober feine Mit- tischer Hof, Neue Roßstr. 3. dem Krankenversicherungs- Gesetz fehlt der Raum. Schaffen Sie gliederversammlung ab, in der Fräulein Baader in einem Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Hermann Rohr, Naunyn: sich das Krankenversicherungs- Gesez an. Sie können es durch beifällig aufgenommenen Vortrag eine eingehende Schilderung A. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a.Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant Rauchtlub hneforge, Abends 9 Uhr den Verlag des Vorwärts", Beuthstr. 2, beziehen. der wirthschaftichen Verhältnisse gab. Die Diskussion bewegte Restaurant Buber, Gräfestraße 18. Rauchtlub ernipige, Abends Lychen. Wenn die Dreschmaschine nicht mit den dort etwa sich im Sinne des Referats. Hierauf schilderte Kollege Rühl 8 Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchflub Arabi Bafcha, polizeilicherseits vorgeschriebenen Schuhvorrichtungen versehen Abends 9 Uhr, b. Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Klub Ohne strett, eingehend die Verhältnisse in der Fabrik von Belling, Pallisaden- abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchtlub war, haftet der Eigenthümer für den außerhalb des Betriebes straße, in der jugendliche Arbeiter im Alter von 14/2 Jahren Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick.- Rauchklub Brüder dem spielenden Kind zugefügten Schaden, sonst nicht. an Maschinen beschäftigt werden. Daß bei der Beschäftigung tub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei Iich feit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. Rauch so jugendlicher Arbeiter an schweren Holzbearbeitungs-&. Seinide, Friedrich- Karlstraße 11, Friedrichsberg. Rauchtlub Su Maschinen Unglücksfälle unvermeidlich sind, ist leicht erklär- matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Rauch lich. Einer von diesen Arbeitern hat sich vor kurzem lub tbelta Abends 8% Uhr im Restaurant Seine, Eisenbahnstr. 23. N.N. 1. Die Polizeisperre existirt für geschlossene Gesellschaften Stattlub Zournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelstr. 84. eine schwere Verlegung an der Fraisemaschine zugezogen, an der flub Rüdwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenstr. 47.- Stat nicht( Geburtstags- Feiern u. dergl.). 2. Die Konzession tann er gewiß 4 Monate in ärztlicher Behandlung zubringen wird. Iub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. höchstens dann entzogen werden, wenn aus wiederholter Kollege Scharf verlas hierauf die Abrechnung vom 3. Quartal. Tambour- Berein Einigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. un 9 Uhr werden kann, daß durch den Gewerbebetrieb der Völlerei VorSchießtlub Zell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterftr. 23. Uebertretung der Polizeisperre und aus Anderem geschlossen Diefelbe weist eine Einnahme von 387,74 m. und eine Ausgabe uebungsstunde, nach derselben Sthung. Aufnahme neuer Mitglieder. von 175,05 m. auf; mithin einen Bestand von 212,69 M. Die schub geleistet werden soll. 3. Polizeistrafe. vom Kollegen Dillmann verlesene Unfallstatistik verzeichnet K. Sp. Ja. Achtung! Achtung! Fachver.. Bilderrahmenmacher Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 7. Oftober 1893: straße 78. Gesangverein Senefelder. Sonntag, den 8. Oktober: Herrenpartie nach Strausberg. Generalversammlung. Treffpunkt: Schlesischer Bahnhof Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Berathung des Lohntarifes. Es ist unbedingte Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. 132b Der Vorstand. J. A.: H. Go ft. Versammlung der Freien Vereinigung der Lohgerber, Lederzurichter und Berufsgenossen Berlins am Sonntag, den 8. Oktbr., Vormittags 101/2 Uhr, bei Feind, Weinstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. um 8 Uhr. Gäfte willkommen. 2371b Kranken- und Begräbnißkasse der Buchbinder und verwandten Berufsgenoffen zu Berlin E. y. Nr. 24. Sonnabend, den 14. Oktober, Abends 8% Uhr: " Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Jeden Donnerstag und Sonntag: Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Stat 1 Briefkaffen der Redaktion. Carl Km. Aus naheliegenden Gründen geben wir Ihnen an dieser Stelle Auskunft. Gegen die gemeine Zugabe zur Freude der Ferienkolonie läßt sich leider nichts machen. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplak. größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle Kinderwagen, ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. F. Metzner. Volkszither dürfte in feiner Familie fehlen, ist in einer Stunde zu erlernen, foftet mit Entree Schule nur 14 Mark und ist die angenehmste Mufit. 50 Pfg. General Versammlung Im Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Plakate.) im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Rassenbericht pro 3. Quartal 1893. 2. Bericht des Vor3. ſtandes. 8. Kaffenangelegenheiten. fache Erscheinen aller Mitglieder Ehren118/19 Friedr. Freudenreich, Borsigender, Reichenbergerstr. 3. Bruno Gröblehner, Rassirer, Wasserthorstr. 14, pt. Auftreten von Neumann Bliemchen und Fritz Steidl. Freitag, den 6. Oktober: Soiree in der Viktoria- Brauerei. Homöopath. Arzt und Kneipp'sche Wasserkuren( in Wörrishoten gew.) Dr. Hösch, Linienftraße 149. 8-10, 5-7. 4945L* Aug. Kessler, Zitherfabrik, Lausitzerstr. 51. Prima- Presskohlen auf meinen Namen etwas zu borgen, Senftenberger Fabrikat 1000 Stück frei Keller 5,75 M. bei Entnahme von 5000 Stück an. Sämmtl. übrig. Brennmaterialien zu billigsten Sommerpreisen. 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Meisten Stückarbeiter sind und sich nicht viel Zeit gönnen dürfen." des der Rentenberechnung zu Grunde zu legenden Jahres- ArbeitsIn der Nähe arbeitende Mädchen fönnen das Ganze beim Thür verdienstes regelmäßig die Zahl von 300 Arbeitstagen, soweit Die erste Dentschrift der Arbeiter- Sani- öffnen übersehen. Reinigung äußerst mangelhaft. Außerdem aber das ganze Jahr hindurch im Gange befindliche Betriebe tätskommission empfahl Herr Friedheim, der stell- ein Beintessel im Saal, beim Ein- und Ablaffen des Dampfes eine höhere oder niedrigere Bahl von Arbeitstagen als diese aufvertretende Polizeipräsident in der letzten Sigung der töniglichen infolge undichten Schlusses pestilenzialischer Gestant. Mangelnde zuweisen, grundsätzlich diejenige Bahl von Tagen maßgebend Sanitätskommission, den Vorständen der Revier- Sanitäts- Ventilation. Beim Deffnen der Klappfenster zieht's und alles fein soll, an welchen während eines Jahres nach der üblichen kommission zum eifrigen Studium, da sie sehr vieles Beachtens- Papier weht durcheinander. Kein Un- und Auskleideraum, die Betriebsweise von dem das ganze Jahr über regelmäßig werthe enthalte", er bebauere es, daß in den Sanitäts- Mittagspause, müssen die Meisten ihr Mittag im Arbeitssaal bei regelmäßigen Gange des Betriebes Arbeitsgelegenheit für ihn Kleider hängen im Arbeitsraum. Da nur eine halbe Stunde beschäftigten Arbeiter wirklich gearbeitet wird, beziehungsweise fommissionen nicht auch Vertreter der ärmeren Klassen fäßen. Wiederholt schon haben wir Gelegenheit gehabt, das Inter- verzehren. bestanden hat. Bei der Anwendung dieser Gesichtspunkte ist esse anzuerkennen, welches die staatlichen Gesundheitsorgane Beusselstr. 11, beim Schlächtermeister und Hauseigen- dem Hauptgrundsaße des Gesetzes gemäß zu verfahren. an unsere Arbeiten nehmen, im Gegensah zu dem absoluten thümer Staats, befindet sich auf dem Hof ein durch eine Bretter Es darf daher die Vervielfältigung des Tagesverdienstes Mangel an Verständniß seitens der Grundbeißer- Vereinigung im wand von der Wagentemise abgetheilter, nicht heizbarer, nicht mit der Bahl 300 nur da Plaß greifen, wo sie nicht eine offenrothen Hause und bedauern unsererseits nur, daß dies Interesse ventilirter, mit Ziegeln gepflasterter Raum, der Schlafraum für bare Ungerechtigkeit nach der einen oder der anderen der Herren vom königl. Präfidium ein rein platonisches ist. die drei Gesellen. In demselben Raum ein Gerüst, Seite bedeutet( zu vergleichen Handbuch der Unfallversicherung Wir glauben es ihnen recht gern, daß sich mit Haus- und Fabrif- an welchem Wurst aufgehängt ist. Seite 121 Anmerkung 8 zu§ 3 des Unfallversicherungs- Gesetzes.) befizern, die sich hüten, hygienische Sünden in ihren und ihrer Brunnenstr. 99. Auf dem 2. Hof für die Arbeiter von Gine solche würde aber unter anderem eintreten, wenn man bei Klaffengen offen Miethetasernen und Arbeitsräumen aufzudecken, fünf Tischlerwerkstätten( bei voller Besetzung 50 Mann) ein einem Großbetriebe, welcher verschiedene Betriebsthätigkeiten und und die beim Herannahen der Gefahr Reißaus nehmen( siehe ftintender Abort( Tonnensystem), überfüllt und schmutzig, mit Gattungen von Arbeitern umfaßt, für den ganzen Betrieb die Hamburg), keine wirksamen Organe der öffentlichen Gesundheits- Werkstatt liegt mit den Fenstern dicht am Abort, so daß nicht auch für diejenige Gattung von Arbeitern maßgebend sein lassen zwei nicht durch Scheidewand getrennten Gihengig, Die eine Durchschnittszahl der üblichen Arbeitstage ermitteln und diese pflege bilden lassen. Und doch mußten wir es vor einigen Monaten erleben, daß gelüftet werden kann. Dicht neben den Tonnen die Wasser: wollte, deren Betriebsthätigkeit diese für sich betrachtet ein solcher Hausbesitzer, auf dessen Grundstück wir grobe Verstöße leitung, anderes Trinkwasser giebts nicht. Schmußiger Hof mit eine wesentlich höhere Bahl von Arbeitstagen durchschnittlich im in Klosets und Trinkwasser- Versorgung fonstatirt und zur öffent Haufen von Müll. Die Polizei schon vielfach angerufen, hat Jahre ergiebt. lichen Kenntniß gebracht hatten, der die recherchirenden Beamten Abhilfe versprochen, ohne sie indeß zu leisten. wohlweislich selbst in Empfang nimmt und abfertigt, unseren Brunnenstr. 97 u. 98 herrschen ähnliche Zustände. In Kontrolleuren aber die Thür weist, daß der Besitzer von letzterem Hause liegen an drei Fuhren Müll auf dem 2. Hof Dieffenbachstr. 38 wegen dieser hervorragenden Verdienste offen herum. um die öffentliche Gesundheit zum Mitgliede der Sanitäts- KomBrunnenstr. 96. Neben dem unsauberen Piffoir eine mission ernannt worden ist. Vorrichtung zum Lagern und Gähren von Backinaren. Und doch erleben wir es, daß die polizeilichen Kontrollen den Eigenthümern vorher bekannt werden. So berichtet uns ein Kontrolleur, wie in den Schlächterladen Blücher str. 49 die Portiers rau trat und meldete: " Am 31. tommt polizeiliche Kontrolle, sorgen Sie dafür, daß Ihr Kloset und die Wasserleitung rein und in Ordnung sind!" Würde es nicht zweckmäßiger sein, seht unser Berichterstatter hinzu, wenn die Polizei gleich durch Säulenanschlag oder in den Zeitungen bekannt machte, an diesen oder jenen Tagen wird fontrollirt? Wenn es dem Polizeipräsidium Ernst ist mit dem Schutz der ärmeren Klassen vor der Ausbeutung durch Hausbesitzer, warum macht es ihnen durch die Forderung vorheriger Entrichtung von 8 M. für ein Physifats Attest schier unmöglich, sich über ungesunde Wohnungen zu beschweren? A Wenn es dem Polizeipräsidenten Ernst ist, warum läßt er's beim Bedauern bewenden, warum schreitet er nicht zur That und veranlaßt die Berufung von Vertretern der ärmeren Klassen in die Sanitäts Rom missionen? Sollte den Behörden die Kenntniß geeigneter Vertreter abgehen, so brauchten sie sich ja blos an unsere Adresse zu wenden. aling Mit Bezug auf unsere Mittheilung über Prinzen- Allee 83 sendet uns der Hauseigenthümer eine lange Berichtigung, die zwar viel Rühmenswerthes von dem Grundstück enthält, aber den uns zugegangenen Bericht in keiner Weise widerlegt. Daß die Verhältnisse in letzter Beit sich gebessert haben, besagt auch unser Bericht. Eine Berrufserklärung" und Schädigung" seiner Interessen lag uns völlig fern. Die Wirkung der üblichen Betriebsweise fann vielmehr, wie schon in der Rekursentscheidung 744( Amtliche Nachrichten des .-.-. 1889 Seite 354) ausgeführt ist, für die verschiedenen Gattungen der Arbeiter ein und desselben Betriebes sehr wohl eine verschiedene sein, und es muß erforderlichenfalls fenen Verschiedenheiten durch eine Individualisirung der Arbeitsthätigfeiten Rechnung getragen werden. Von diesem Standpunkte aus bedarf es im vorliegenden Falle nur noch der Prüfung, ob Singöhl nur aus zufälligen, in feiner Person oder in dem Betriebe liegenden Gründen die hohe Zahl von 353 Arbeitstagen in dem Jahre vor dem Unfall geleistet, oder ob er vielmehr einer Gattung von Arbeitern angehört hat, welche aus bestimmten, in der Art ihrer Betriebsthätigkeit beruhenden, nicht vorübergehenden Gründen eine annähernd gleich Für die Arbeiter Sanitätskommission gingen weiter ein: hohe Zahl von Arbeitstagen, wie er selbst, im Jahre durch200. vom Arbeiter. Sängerbund, Gerichts- Beifung. schnittlich hatten. Nach der Auskunft der Direktion des Salzbergwerks Schmidtmannshall vom 25. Februar 1893 ist diese Frage unbedenklich im legteren Sinne zu beantworten. Denn hiernach gehörte Singöhl zu einer 88 Personen um faffenden Gruppe der 744 Mann betragenden Belegschaft dieses Bergwerks, den sogenannten Abteufungsmannschaften, welche seit Ueber die Art der Berechnung der Unfallsrenten hat November 1890 also schon seit zwei Jahren vor dem Unfall das Reichs- Versicherungsamt eine den Arbeitern günstige, dem Gesetz entsprechende Entscheidung amt 1. Mai 1893 getroffen, auf Abteufen und alle unmittelbar mit demselben in Verbindung eine besonders hohe Bahl von Arbeitstagen hatten, da das welche wir s. 3. hiniriesen, und die uns heute im Wortlaut por- stehenden Arbeiten wegen der großen Wasserzuflüsse auch an liegt. Der Grundsäßlichkeit der Frage und dem Versuchen vieler den Sonn- und Festtagen fortgesetzt werden mußten. Berufsgenossenschaften gegenüber, die schmalen Rechte der ver- G3 muß aber auch, entgegen dem Schiedsgericht, nach unglückten Arbeiter wo immer zu kürzen, laffen wir die Gründe dieser Auskunft und in Uebereinstimmung mit derselben im Wortlaut folgen: das Abteufen mit seinen Nebenarbeiten als ein besonderer, für Bleibt es bei dem Bedauern, so werden die Arbeiter nicht umhin fönnen, den Schluß zu ziehen, daß die staatlichen Gesund- Mit ihrem rechtzeitigen Returse gegen das vorbezeichnete den hier fraglichen Zweck für sich zu betrachten, der Betriebsheitsbehörden troß ihres besten Willens in der fapitalistischen Ge- Urtheil, auf welches verwiesen wird, beaufpruchen die Kläger, zweig dieses Bergwerks angesehen werden. Denn das Niedersellschaft zu abhängig sind vom Kapital und dessen Vertretern, daß für die Ermittelung des Jahresarbeitsverdienstes, welche bringen eines Schachtes beansprucht dort wegen des Wasserum auch gegen deren Willen als nothwendig anerkannte Maß ihren Renten zu Grunde zu legen sei, als Multiplikator statt der reichthums des Gebirges einen Zeitraum von mehr als 4 Jahren, nahmen durchzusetzen. pon tagen Zahl welche der Lehrbäuer Singöhl Und ebenso ohmmächtig gegenüber dem Kapital scheinen hier den Vorinstanzen, agen nen Zahl von 300 Arbeits- und es waren in den letten 14 Jahren fortwährend neue Insbesondere ist für genügendes Licht, ausreichenden Luft raum und Luftwechsel, Beseitigung des bei dem Betriebe entstehenden Staubes, der dabei entwickelten Dünste und Gase, sowie der dabei entstehenden Abfälle Sorge zu tragen. S choigo Soziale Lebersicht. in Berlin die Fabritiuspettoren zu sein. Vor mehr als in dem Jahre von dem Unfall thatsächlich in dem Betriebe nach auch in der Zukunft so bald nicht aufhören wird. Das Reichseinem halben Jahre haben wir den hiesigen Beamten der Gewerbe- gearbeitet hat, zu Grunde gelegt werde. Die Beklagte hat Versicherungsamt erachtet es deshalb mit dem Betriebsunternehmer inspektion einige der uns zugegangenen Beschwerden über Werk- ohne neue Ausführungen Verwerfung des Rekurses beantragt nicht für zulässig, die bei dem Abteufen und dessen Nebenstellen( Klosets, Trinkwasserversorgung, gefundheitsschädliche Be- seitens des Reichs- Versicherungsamts ist noch eine Auskunft von arbeiten beschäftigten Arbeiter mit den anderen Arbeitern des triebe, Mangel an Ankleideräumen, an Singelegenheit. Etel er der Direktion des Salzbergwerks Schmidtmannshall, in welchem Betriebes hinsichtlich Ihrer Arbeitstage als eins anzusehen und regende Buklappen u. f. w.) übergeben, die Herren sind in an- Singöhl beschäftigt war, eingeholt worden, auf deren den Parteien auch für erstere nur die für die gesammte Arbeiterschaft fid) ererkennenswerther Weise auf unsere Wünsche eingegangen mitgetheilten Inhalt hier verwiesen wird. gebende übrigens 305, nicht 300 betragende Zahl von Arund haben die von uns gemeldeten Werkstätten in- Es war, wie geschehen, zu erkennen. Zunächst muß hervorbeitstagen gelten zu lassen. Die Abteujungsarbeiten haben in dem fpizirt, aber nicht in einem einzigen Falle ist uns gehoben werden, daß die in den Atten genannten früheren Ent- Jahre vor dem Unfall durchschnittlich 350 bis 363 Arbeitstage von einer Abhilfe Meldung erstattet worden, trotzdem die scheidungen des Reichs- Versicherungsamts einer freien Beurtheilung verfahren. Die Durchschnittszahl stellt sich mithin höher, als die Gewerbe- Ordnung ein solches Eingreifen ex- bes vorliegenden Falles nicht entgegenstehen. Die Entscheidungen vom Stläger mit Annahme der Zahl 353 beansprucht haben. Ihrem möglicht und verlangt. 3. und 21. Juni 1890 und vom 11. November 1892 in Sachen Robert Returse war deshalb in der aus der Urtheilsformel ersichtlichen $ 120a lautet: Die Gewerbeunternehmer sind verpflichtet, die und Friedrich Balzer und Henze betrafen lediglich Rekurse der Weise stattzugeben. Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen und Geräth- Beklagten, in welchen diese statt der vom Schiedsgeriche als schaften so einzurichten und zu unterhalten und den Betrieb so Multiplikator angenommene Bahl 806 die Annahme der Babi Urkundlich unter Siegel und Unterschrift Das Reichs- Versicherungsamt zu regeln, daß die Arbeiter gegen Gefahren für Leben und 300 erfolglos durchzusetzen versuchte. Die Rekursentscheibung Dr. Sarrazin. Gesundheit soweit geschützt sind, wie es die Natur des Betriebes vom 27. Mai 1889 in Sachen Pommernelle behandelt nur die gestattet. Frage, daß nicht Arbeitsschichten sondern Arbeistage ( Kalendertage) als Multiplikations- Einheiten zu wählen sinburg im bintang und hat im Uebrigen auch für denselben Fall die Zahl 306 als die übliche Zahl von Arbeitstagen in den betreffenden Betrieben anerkannt. In diesen Fällen war das Reichs Ver§ 120b: Die Gewerbeunternehmer sind verpflichtet, die sicherungsamt somit prozessual gar nicht in der Lage, zu der jenigen Einrichtungen zu treffen und zu unterhalten, welche Frage Stellung zu nehmen, ob etwa und unter welchen Voraus- Tagwacht" wird geschrieben: In der Plenarsigung des GewerbeStädtisches Arbeitsamt in Stuttgart. Der Stuttgarter erforderlich sind, um die Aufrechterhaltung der guten Sitten und ſegungen eventuell eine noch höhere Zahl, wie diese, hierfür an-" Tagwacht wird geschrieben: In der Plenarsihung des Gewerbedes Anstandes zu sichern. angerichts, die am 29. September unter dem Vorsitz von Herrn zunehmen sein würde. In der Rekursentscheidung vom 17. Juni Ernst Lautenschlager stattgefunden hat, haben die versammelten gerichts, die am 29. September unter dem Vorsitz von Herrn Ju Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Ar- 1892 in Sachen Scheiding ist schließlich dem wie in den ersten Beisitzer, 14 Arbeitgeber und 18 Arbeitnehmer, einstimmig bebeiter sich umkleiden und nach der Arbeit sich reinigen, müssen Fällen allein von der Beklagten eingelegten und begründeten schlossen, an den Bürgerausschuß die Bitte zu richten, er möge ausreichende, nach Geschlechtern getrennte Ankleide- und Wasch- Rekurse nur- und zwar lediglich deshalb stattgegeben räume vorhanden sein. worden, weil der Kläger in dem Berhandlungstermin zugegeben in dem Statut für das geplante Arbeitsamt die ursprüngliche Die Bedürfnißanstalten müssen so eingerichtet sein, daß sie hatte, daß eine höhere übliche Betriebsweise für alle Arbeiter Faffung, wonach die Arbeitsvermittelung unentgeltlich geschehen für die Zahl der Arbeiter ausreichen, daß den Anforderungen des betreffenden Bergwerks, als 300 Arbeitstage, wohl nicht be foll, wenigstens in soweit wieder herzustellen, daß zunächst probeder Gesundheitspflege entsprochen wird, und daß ihre Bestehe, und diesem Zugeständniß maßgebende Bedeutung beigelegt weise mit der unentgeltlichen Vermittelung begonnen wird. Gegen nubung ohne Verlegung von Sitte und Anstand erfolgen kann. wurde. Die unentgeltliche Vermittelung wurden zwar von verschiedenen Nachstehend bringen wir wieder eine Reihe uns zugegangener Bei der hierdurch durch diese Vorentscheidungen nicht geflärte, daß die Grhebung von Gebühren nach seiner persönlichen Arbeitgebern Bedenken vorgebracht. Auch der Vorsitzende erBeschwerden aus Werkstätten zur Kenntniß: bundenen Beurtheilung des vorliegenden Falles ist davon ausGlasschleiferei von Arlt, Krautt r. 4/5. In zugehen, daß das Unfall- Versicherungsgesetz im Gegensatz Ansicht die fegensreiche Wirkung des Arbeitsamts nicht auseinem Raum, vom Getöse der schleifenden Steine erfüllt, arbeiten u Dem landwirthschaftlichen Wenn trotzdem das Gewerbegericht einstimmig Unfall- Versicherungsgefes schließen werde. 36 Mann, darunter mehrere Lehrlinge unter 15 Jahren. Die S 6 Absatz 3 daselbst Mente Höhe der an den Bürgerausschuß die Bitte um Wiederherstellung der UnGefichter und Kleidungsstücke der Arbeitsbienen sind mit Glas- grundsäglich nach Maßgabe des persönlichen Arbeitsentgeltlichkeit richtet, so ist dies deshalb geschehen, weil sich gestaub befäet, bei vielen von ihnen haben die Glassplitter die verdienstes des Verletzten berechnet wissen will, um dergestalt den zeigt hat, daß die hiesigen Arbeiter einem Arbeitsamt, das auf Lungen zerstört. Die Glasschleifer erreichen kaum das 40. Lebens- mannigiachen Verschiedenheiten, welche die Arbeitsleistungen und dem Prinzip der Gebührenerhebung beruht, mit großem Mißjahr, die Schwindsucht räumt massenhaft unter ihnen auf. Troß- Beschäftigungsarten der industriellen Arbeiter in ihrer Wirkung trauen entgegensehen. Da nun eine erfprießliche Wirksamkeit des Dem mehrere der uns umstehenden die unverkennbaren Beichen auf das Arbeitseinkommen aufweisen, gerecht zu werden. Be- Arbeitsamts blos dann denkbar ist, wenn alle Kreise, auch die vorgeschrittener Tuberkulose aufweisen, befindet sich kein Speinapf stimmt demgemäß der§ 5 Absay 3 des Unfallversicherungs- Arbeiter, von Anfang an zu dem Arbeitsamt Vertrauen haben, im Dlaum, teine Ventilation, teine Absaugevorrichtungen für den Gesezes, daß- wie es auch im vorliegenden Falle baben sich die Mitglieder des Gewerbegerichts zu der Bitte gegefährlichen Glasstaub, feine Waschvorrichtung, fein An- und geschehen ist der eine Faktor für die Berechnung des einigt, es möge wenigstens probeweise die unentgeltlichkeit einMuskleideraum. Und ähnlich, ja noch schlimmer soll Jahres- Arbeitsverdienstes, der auf den einzelnen Arbeitstag geführt werden. Wenn dieser Bitte stattgegeben wird, werden es in anderen Dampffoleifereien und in den entfallende Durchschnittsverdienst, im Wege der heit auch die Arbeiter Vertrauen zu der neuen Ginrichtung haben und Sandbläsereien aussehen! wirklichen Jahresarbeitsverdienstes durch die Bahl der Tage ge- es steht, wenn die im Gemeinderath ausgesprochenen Befürchtungen Knopffabrit von Baul Hübner, Martus.funden wird, an welchen der Berunglückte im letzten Jahre vor sich als begründet herausstellen, der nachträglichen Einführung straße 5. Etwa 60 Perfonen arbeiten dort, im Winter wird dem Unfall in dem Betriebe thatsächlich gearbeitet hat, so würde von Gebühren nichts im Weg. nicht geheist, infolge dessen werden die Fenster nicht geöffnet. doch anderseits ein Verfahren, welches schlechthin eine Ver Andere Ventilation existirt nicht. Während der Mittagspause vielfältigung der so gefundenen Tagesverdiensttage mit der Bahl Fabrikation von Eisenbahn- Material vormals Lüders in Görliz Kapitalistische Entbehrungslöhne. Attiengesellschaft für müffen die entfernt wohnenden Arbeiter auf der schmutzigen der thatsächlich geleisteten Arbeitstage mithin die Sugrunde 9 pet. Flensburger Schiffsbau- Gesellschaft 14 pet. Schalter Treppe verbleiben. Für sämmtliche Angestellte ein Kloset. legung des von dem Berlegten wirklich bezogenen Gesammtjahres Gruben und Hüttenverein 9 pt. 860 000. Gröllwiger Chauffeeftr. 113, Fabrit von Hein, Leh verdienstes für die Zwecke der Rentenberechnung vorschriebe, in Papierfabrit 10 pCt. Phönig, Aktiengesellschaft für Bergbau mann u. Co. Für ca. 80 Arbeiter vier höchst schmuhige Klojets vielen Fällen erhebliche Mängel aufweisen. Denn es würden und Hüttenbetrieb 10 pet. Maschinenfabrik Augsburg 113/3 pet. auf dem Hofe. alsdann Krankheitszeiten, militärische Uebungen, vorübergehende Münchener Trambahn- Aktiengesellschaft 8 pet. Zuckerfabrik Koutobuch Fabrik von Ferd. Ashelm, Neue Betriebseinstellungen&. den Arbeitsverdienst für den Einzelnen Offitein 15 pet. Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Grünftr. 82. Ju der Buchbinderei im ersten Stock befinden unbilligerweise herabdrücken können, wie auf der anderen Seite Hartmann 9 pCt, Trachenberger Zuckerfieberei 12 p& t. fich im Arbeitsraum zwei burch Bretterwand getrennte eine vorübergehende Betriebssteigerung, ein außergewöhnlicher Klosets ohne Fenster, das eine für 20 Arbeiter, das andere für Arbeitermangel oder andere zufällige Umstände geeignet sind, ihn Der Kohlenring", den die rheinisch- westfälischen 25 Arbeiterinnen. In bem einen ein flaches, efelerregendes, auf eine Söhe zu bringen, welche unter regelmäßigen Berhält Bech en befiger gebildet haben, um durch Einschränkung der sintendes Becken als Bissoir." Es ist häufig der Fall, daß je nissen und in anderen Zeiten nicht erreicht wird. Der§ 3 Abfas 2 Kohlenförderung den Kohlenpreis fünstlich hoch zu erhalten oder manb das Slofet benuat und gleichzeitig ein anderer das dicht des Unfallversicherungs- Gefeßes schreibt deshalb vor, daß für die hinauf zu schrauben, hat bis Monat August 1892 die Kohlendavor befindliche Becken. Das läßt sich nicht vermeiben, da die Vervielfältigung der Tages- Berdienstfumme gwecks Grmittelung förderung um nicht weniger als 7 pet. verringert. Vereinbart bie " war, daß alle dem Ring angehörigen Zechen in dem bezeichneten| üblich ist, ein Vorwury, dem gegenüber nun die Münchener Jahre zusammen nicht mehr als 35 575 976 Zonnen Kohlen Bäderschaft das Wort hat. Landgerichtsrath Dr. Mefferer fördern sollten, es sind aber 1957 487 Zonnen mehr geworden, bezeichnete folches mit Staub und und Unrath vermengtes und die Zechen, die an dieser Mehrförderung betheiligt sind, Gebäck als als verdorbeu und Etel erregend und dessen müffen nun eine Entschädigung an den Roblenring zahlen, während, Verkauf als unzulässig. Der Angeklagte fonnte zu feiner die Zechen, die ihre Förderung einschränkten, dafür noch etwas Entschuldigung nur vorbringen, daß der größte Theil des herausbekommen. Das nennt sich heutzutage Regulirung der Brotes zum Füttern der Gänse und nicht zum Verkauf für seine Produktion"! E3 ergiebt sich auch hieraus, daß man beim Kohlen- Kunden beitimmt war, nnd daß er zu dieser Manipulation durch bergbau nicht einfach auf weniger fleißiges Arbeiten der Berg- einen älteren Bäckergehilfen, der ihn später auch angezeigt habe, leute schließen darf, wenn am Jahresschlusse die Summe der veranlaßt worden sei. Der Amtsanwalt beantragte 6 Tage Ge geförderten Tonnen pro Kopf der Belegschaft weniger als sonst fängniß und 60 m. Geldstrafe. Urtheil: 50 m. Geldstrafe und beträgt. Wer einen solchen leichtfertigen Schluß zieht und daraus Tragung sämmtlicher Kosten. einen Vorwurf gegen die Bergleute fonstruirt, vergißt außerdem, daß die Grubenbeamten ihres Dienstes schlecht gewaltet haben müßten, wenn die Bergleute wirklich lässig bei der Arbeit gewesen wären. Schweinerei in der Backstube. Der Bäckermeister Hammerschmidt in München war angeschuldigt, während zwölf Wochen des Jahres Mehl, das er in der Mehlkammer und in der Backstube vom Boden zusammenkehren ließ, wieder gestebt und dann zum Bestäuben des Backbrettes verwendet zu haben, wodurch natürlicher Weise dieser Unrath mit dem frisch zu backenden Brot zusammenfam und mitgebacken wurde. Da weiter tonstatirt wurde, daß in der ganzen Backstube sich kein Spudnapf be= findet, der Auswurf der Bäckergesellen mithin auf den Boden zu liegen fam, vertrocknete und somit mit dem Staubmehl neben anderem Schmut sich vermischte, der Speichel aber eines der ge= fährlichsten Infektionsträger verschiedener Krankheiten ist, so muß das Vorgehen des Angeklagten als eine äußerst gewiffenloses und gefährliches bezeichnet werden. Zur Beschönigung dieser efelerregenden Manipulationen machte der beklagtische Vertreter geltend, daß dies bei allen Münchener Bäckern Militärverwaltung und Konsumverein. Einen schier unglaublich klingenden Fall theilt die„ Kolonialwaaren- Zeitung" als verbürgt mit. Wie ihr Gewährsmann schreibt, zahlt an feinem Wohnorte im Großherzogthum Baden das Bezirksfommando den Mannschaften die Hälfte der Löhnung schon seit längerer Zeit in Konsumvereinsmarken aus so daß den Soldaten der Zwang auferlegt wird, diesen Betrag unter allen Umständen im Konsumverein auszugeben. Das genannte Blatt ist zwar der Meinung, daß dieser Fall von der badischen Volksvertretung gerügt zu werden verdiene, es unterläßt aber leider alle näheren Angaben. " Literarisches. Sozialpolitisches Zentralblatt", herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Carl Heymanns Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nr. 1 hat folgenden Inhalt: Zur Beurtheilung der kapitalistischen Entwicklung Verlag des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth Straße 2. N Für Vereine, Lesezirkel, Privatbibliotheken, Arbeiterbildungsschulen und zu Agitationszwecken empfehlen wir den Parteigenossen die Schriften von August Bebel: Neueste Auflage. Brosch. Die Frau und der Sozialismus. t. 2, Geb. 2,50. Das Bebel'sche Buch ist, wenn man von den Schriften eines Karl Marr und und Friedrich Engels absteht, das bedeutendste litterarische Erzeugniß, welches Der deutsche Sozialismus hervorgebracht hat. Wer den Inhalt des Sozialismus und feine Biele genau tennen lernen will, wird nicht umhin tönnen, fich der Lektüre desselben zu unterziehen, dessen großer Fleiß und strenger, sittlicher Ernst selbst bei den delikatesten Fragen auch seitens des Gegners offen anertannt werden müssen. Charles Fourier. Sein Leben und seine Theorien. Mit einem Phalanstères. Porträt Fouriers und einer Abbildung des Broschirt Mt. 2, Gebunden Mt. 2,50 Eine Streitschrift gegen die demokratische KorUnsere Ziele. esponenz. Neue Aust, unt. ber Preſſe. Wt. 0,30 Die Schrift ist ein hiftorisches Dokument der deutschen Sozialdemokratie, troßbem der damalige Standpunkt des Verfaffers nach verschiedenen Richtungen hin überholt ist. Agitationsschrift Zu den Landtagswahlen in Sachsen. gelegentlich ber Ergänzungswahlen zum fächs. Landtage im Jahre 1891. Mt. 0,15 Zur Lage der Arbeiter in den Bäckereien. mr. 1, Nach einer vom Verfasser vorgenommenen Enquete, welche die schauderhaften Bustände über Arbeits-, Lohn- und Wohnungsverhältniffe im Bäckergewerbe zum ersten Mal statistisch bloslegt und nicht blos unbestritten blieb, sondern burch die seitherigen Untersuchungen nur bestätigt wurde, ohne die geforderte gefeßliche Regelung zu finden. vom 16. bis gegen Ende des Die Entwickelung Frankreichs 18. Jahrhund. Mt. 0,15 Eine fulturhistorische Stizze über Frankreichs Reformationsfämpfe, die Beiten des Fürstenwahnsinns und der tollsten Verschwendungssucht, die darauf folgende Revolution der Geister, welche in der politischen Revolution von 1789 in die äußere Erscheinung trat. Die Mohamedanisch- Arabische Kultur- Periode. 2. Auflage. Mt. 0,50 Populäre Darstellung zweier Kulturperioden im Orient und in Spanien, die dort vom vordringenden Christenthum brutal vernichtet wurden. Das Reichs- Gesundheitsamt und fein Programm vom beleuchtet. sozialistischen Standpunkt Mt. 0,10 Ein nach dem Fall des Sozialistengefeßes doppelt intereffant gewordene Broschüre: wie die Sozialdemokratie 1878 zu Regierungsvorlagen stand, wenn sie in dem Boden moderner Entwicklung wurzelten, und wie die bürgerlichen Parteien unterschiedslos frondirten, wenn dem privattapitalistischen Ausbeutungsschwindel Gefahr drohte. des Deutschen ReichsDie parlamentarische Thätigkeit tages und der Landtage von 1874-1876. 2. Auflage. Mt. 0,25 Die Thätigkeit des deutschen Reichstags 1887/89. Mr. 0,50 Die beiden Broschüren, gleichsam eine furze fritische Geschichte der deutschen Reichspolitik während der verflossenen anderthalb Jahrzehnte, bieten eine solche Summe hiftorischen Materials, daß sie für jeden unentbehrlich sind, der am politischen Leben der Gegenwart Interesse nimmt. Gloffen zu Yves Guyot's und Sigismond Lacroix's" Die wahre Gestalt des Christenthums"( Etude sur les doctrines sociales du christianisme). Nebst einem Anhang: Ueber die gegenwärtige und künftige Stellung der Frau. 8. durchgesehene Auflage. Mt. 0,30 In tnappen, scharfen Umriffen, eine Darlegung, daß alle religiösen Bewegungen im Grunde sozialer Natur find insbesondere mit Bezug auf Luther's reatiionäre Reformationsbewegung.. Der Anhang ist die Quintessenz der betreffenden größeren Schrift aus des Verfassers Feder.. Eine religiöse Polemik Hohoff in Hüffe und Bebel. mt. 0,10 Ift zur Maffenverbrettung namentlich in fatholischen Gegenden sehr geeignet. Rede Christenthum und Sozialismus. zwischen Herrn Kaplan Unsere wirthschaftliche und politische Lage. Beber's gehalten im September 1892 im Kasino Zürich. Mt. 0,20 Stehendes Heer oder Volkswehr? Rede Bebel's sur Militairvorlage, gehalten im Reichstage am 13. Dezember 1892. Mt. 0,10 vor dem deutschen ReichsDie Soldatenmishandlungen tage. Stenographischer Bericht über die Sigung vom Freitag den 18. März 1891. Enthält Reben Bebel's und Anderer. mt. 0,15 Verhandlungen des Reichs Enthält Reben Bebel's und Anderer. Mt. 0,25 Wiederverkäufer erhalten Rabatt.= Bei Aufträgen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto extra.) Die Soldatenmighandlungen. tage v. 10. u. 21. März 1898. Rußlands. Bon P. von Struve. Eine Organisation des Landwirthschaftlichen Rredits in Bosnien. Von MinisterialVize- Sekretär Dr. Paul Schulz. Holländische Arbeitsvers hältnisse. Von Dr. Emil Loew. Zur Statistik der deutschen Auswanderung.- Aufwand für die amtliche Statiftit in Deutschland.- Ausdehnung des Haufirhandels und des Handelsreisens in Deutschland. Kaufmännische Lehrlingsstatistik in Braunschweig. Arbeitsvermittlungsstatistik aus Frankfurt a. M. Städtisches Arbeitsamt in Stuttgart. Bettler Arbeitsnachweis in Köln a. Rh. und Vagabunden in Sachsen. Der Großbetrieb und die Aktien- Gesellschaften in Rußland. Die Auswanderung der russischen Bauern nach Sibirien. Arbeitszeit und Arbeitsleistung im Bergbau. Zum Streit der französischen Grubenarbeiter. Rheinisch Westfälisches Kohlensyndikat. - Zur Frage der Sonntagsruhe in der Montanindustrie. Weibliche Fabrikinspektoren in England. Bau von Ar beiterwohnungen aus Mitteln der Invaliditäts- und AltersVersicherung. Erbauung billiger Arbeiterwohnungen durch die Stadt Wien.- Statistik der Schantstätten in Deutschland. H Briefkaffen der Redaktion. Krankenkasse. Die Berliner Kranken- Unterstützungsfaffe ( E. H. mit freier Arztwahl) gewährt für die 2. Stufe 2. M., für die 3. Stufe 3 M., für die 4. Stufe 4 M. Krankengeld.( Vorfigender Ruske, Landsberger Allee 130.) O. Ehl. Das Bild nicht, wohl aber der Zert kann als Lästerung im Sinne des§ 166 St.-G.-B. erachtet werden. Alter Ab. Da feine Kündigungsfrist vereinbart war: ja. 2. M. 80. 1. Ja. 2. Nein. Arbeiter- Bildungs- Schule. Roh- Tabak Lehrplan für das Winterhalbjahr 1893/1894. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von 8 bis 10% Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Montag Dienstag • Mittwoch. Donnerstag Freitag. do. Sonnabend Sonntag Nord- Schule. Müllerstr. 179a, Ost- Schule. Markusstr. 31. * Kaufm. Rechnen, Korre- Deutsch( unt.). Gesetzeskunde. spondenz. • Geschichte( mittl.). Deutsch( unt.). Gesundheitslehre. * Buchführung. • Deutsch( ob.). • Montag • • Dienstag. Mathematit. • . Südost- Schule. do. Deutsch( unt.). Mittwoch..* Rechnen. do... Deutsch( ob.). Die mit Näume ertheilt. Reichenbergerstr. 133. Logik. Gesundheitslehre. Geschichte( mittl.). Rechnen( unt.). Buchführung. A. Goldschmidt, 4435L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2.) Jede Uhr zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie foftet bei mix 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. 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Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, Daſelbſt wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am 37 Unterricht ihre dulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welch' lettere dann nur eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Börner, Ritterstr. 108. Schöning, Stallschreiberstr. 29, SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 188. * Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Ostschule, Markusstr. 81. Ungering, Breslauerstr. 27. 403/ 14* C. Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Guadt, Swinemünderstr. 120. " Gleinert, Müllerstr. 174. NO. * Gumpel, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 27a. Der Vorstand. Altenberg's hem. 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