Nr. 59. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis bränumerando: Vierteljährl 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Numuner 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewertschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg.. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 fg.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplat, Mr. 1983. Hochspannung. Sonntag, den 10. März 1912. nur Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1984. Angelegenheit des englischen Weltreiches geworden. Ratlos stärkste Gewerkschaft Großbritanniens betrachtet. Die Versteht Regierung und Parlament zunächst diesem sozialen bände, die ihr angehören, haben mehr als 650 000 Mitglieder Elementarereignis gegenüber, dasselbe Parlament, von dem( fast nur Untertagearbeiter) und in den Zentralkassen der Noch nie war die Zeit weniger danach angetan, Illusionen das Wort geht, es vermöge alles, nur nicht aus einer Frau Verbände befinden sich über 2 Millionen Pfund Sterling über die Macht der Parlamente zu weden, und die Neigung, einen Mann zu machen, dieselbe Regierung, die durch eine( 40 Millionen Mark). Das ist aber keineswegs die ganze parlamentarischem Kretinismus zu verfallen, ist geringer ge- Steuer- und Sozialpolitik, die der Schrecken aller Stonserva- finanzielle Stärke der Förderation. Manche der angeschloffeworden, seitdem Mars die Stunde regiert und die Gewalt tiven und das bewundernde Staunen aller Liberalen des Fest- Rassen als in der Zentralfasse und diese Summen find in nen Grafschaftsverbände haben mehr Geld in den lokalen wieder einmal hilft, Geschichte zu gebären. Der Kapitalismus landes erregte, der Arbeiterschaft endgültig das Erstgeburts- der obigen Ziffer nicht enthalten. Vor einigen Jahren wurde hat in Afrita den Krieg in Permanenz erklärt und im Osten recht ihrer Unabhängigkeit abzukaufen gedachte. Sie warten das Gesamtvermögen der Bergarbeiterföderation auf 4 Mildie Revolution. Und stolz mag er auf sein Werk dort blicken, bange auf das Wort der paar Männer, die das Vertrauen lionen Pfund Sterling( 80 Millionen Mark) geschätzt. Die das wenn nicht sein größtes, doch sein originellstes ist. Denn ihrer Kameraden zur Führung des Streits bestimmt hat, und Angabe, daß die Föderation augenblicklich über 3-4 Milliowo sonst der Kapitalismus seine Revolution entflammte, da wenn sie flug sind, werden sie schleunig dafür sorgen, daß nen Pfund Sterling verfügen kann, ist daher als verläßlich waren es feudale Gesellschaften, in deren Poren er längst ein- das Wort dieser Arbeiter so bald wie möglich in Gesezesform zu betrachten. genistet war, die er in Trümmer schlug. Oder es war die gekleidet werde. Die Bergarbeiterföderation Großbritanniens wurde ant Gewalt von außen, die naturwüchsige Gemeinwesen, deren Die englischen Konservativen freilich und wer weiß, wie- 27. November 1889 gegründet. Die Anregung ging von den Bewohner des Landes beraubt in Sklaverei verfielen, in viel Liberale in diesen Tagen sehr konservativ geworden Bergarbeitern der mittelenglischen Grafschaft Lancashire aus. Kolonialkapitalistische Ausbeutungsstätten umschuf. In China find raten anders. Man muß lange zurückgehen, um in Biele Jahre lang gehörten der Föderation hauptsächlich nur aber erhebt sich plöglich eine bürgerlich kapitalistische der englischen Presse solche Aeußerungen giftigen Haſſes gegen fand die Organisation einen Verband vor, dem die Bergdie mittelenglischen Grafschaften an. Bei ihrer Gründung Revolution auf dem Boden altasiatischer Wirtschafts- die Arbeiterorganisationen zu finden, wie sie die konservative arbeiter der nordenglischen Grafschaften Northumberland und weise und sprengt eine Gesellschaft, deren ökonomische Presse Englands heute verzapft. Wenige Monate hat Durham angehörten. Es war dies die schon 1863 gegründete Struktur Jahrtausenden getrott hat. Das Geheimnis ihres es gedauert und aus dent Reiche des fozialen Miners's National Union of England". Außer den beiden Bestandes war jene fleinbäugerliche Wirtschaft, die die Massen Friedens ist ein Reich schärfsten Klassengegensages geworden. erwähnten Grafschaften gehörten der National Union" zeitin lauter unabhängige Wirtschaftseinheiten zersplitterte, deren Und Flammenzeichen für die Arbeiterklasse der ganzen weise auch die Bergarbeiter Clevelands und Yorkshires an Träger, lokal gebunden, gemeinsamen Handelns unfähig Welt sind es, die da in England aufsteigen. Die deutschen Was die Federation" und die„ National Union" trennte, waren und deshalb willenlos jenen Ueberbau des asiatischen Bergarbeiter leiden noch härter Not als ihre englischen Brüder. war einzig und allein die Frage des geseßlichen AchtstundenDespotismus mit seinem Hofstaat und schmarozenden Glänzend ist die Konjunktur im Kohlenbergbau. Starke tages. Die Bergarbeiter Nordenglands waren gegen die Beamtenheer ertragen mußten und diesen immer in gleicher Preiserhöhungen garantieren den Reichsten der Reichen, die über gefeßliche Regelung der Arbeitszeit im Bergbau aus Gründen, Weise wieder erzeugten, mochten auch äußere Ereignisse die die Zechen gebieten, erhöhte glänzende Gewinne. Aber nie noch die man nicht mit wenigen Worten erklären kann, während alten Herrschergeschlechter von den Thronen stoßen und neue hat eine Unternehmerschaft frivoler die Arbeiter in Verzweiflung für die Föderation der gefeßliche Achtstundntag einer der an thre Stelle treten. Der Unterbau blieb unverändert, blieb das gehegt als die Herren der Bergwerke. Noch immer lehnen sie Hauptzwecke der Organisation war. Mit der Zeit verlor die Noch immer lehnen fie National Union" immer mehr an Einfluß, während die geduldige Fundament, auf dem die Oberen ihre Schlachten die Anerkennung der Organisation ab, glauben die Gewerk Föderation schnell wuchs. Schon vor der Einführung des schlugen, und China war bis in die legten Jahrzehnte taum schaften noch immer ignorieren zu dürfen. Systematisch gesetzlichen Achtstundentages schloffen fich Northumberland anders als vor Jahrtausenden, nicht allzu verschieden von suchen sie in ausländischen Arbeitern sich einen Stamm von und Durham( um die Mitte des ersten Jahrzehnts dieses den alten Reichen, über die der Siegeszug, Alexanders hin- Lohnbrüdern und Streifbrechern heranzuziehen. Schon vor Jahrhunderts) der Miners' Federation of Great Britain" an. ging oder von Indien, bevor es die Engländer eroberten. einundeinhalb Jahren, als die Provokation des Zwangsarbeits- Die Föderation ist ein eigentümliches, echt englisches Und nun ist dieser unerschütterliche Unterbau selbst doch ins nachweises die Arbeiter bis aufs Blut reizte, schien der Gebilde, das seine Wurzeln tief in der Geschichte und dent Banten gekommen und aus seinen geborstenen Spalten Ausstand, den die Grubenherren ersehnten, unver- geographischen und geologischen Verhältnissen des Landes hat. schlägt das Feuer einer bürgerlichen Revolution empor. Ihre meidlich, und nur mit größter Straftanstrengung Straftanstrengung ge- Für den Angriffs- und Verteidigungskrieg ist sie eine ZeitKonsequenzen müssen gewaltig sein, so unmöglich es ist, sie lang es den Bergarbeiterführern, den Ausbruch zu tralorganisation, insofern sie ihre ganze Macht einsett heute schon zu überbliden. Zur Gewalt von innen berhindern. Und jetzt in dieser gespannten Situation wie die Geschichte der lezten Jahre bewiesen hat, unt fann sich jederzeit die Gewalt von außen gesellen. haben die Bergherren auf alle Forderungen einen angegriffenen Teil zu schüßen oder ihm im Kampfe Schon suchen Japan und Rußland den Moment ein höhnendes Nein. Keine Verhandlung mit der Organi- beizustehen. In der Organisation herrscht jedoch die größte zu nüßen und gebrauchen die Wirren, die die meuternden fation! Keine Verhandlungen über die so bescheidenen Forde- Dezentralisation. Die Organisationseinheit bildet für die Soldaten in Peting gestiftet haben, zum Vorwand für ihre ( Federation). Drei Landesverbände( Federations) gehören Föderation der Grafschaftsverband oder der Landesverband Truppensendungen. Neue Verwicklungen, in die alle Großihr an: der südwalisische, der schottische und der mittelenglische mächte einbezogen werden können, rücken in das Bereich der ( ein Verband der kleinen Grafschaften, die sich um StaffordMöglichkeit. shire scharen). Die anderen Teile der Föderation find Und unterdessen während der Kapitalismus die AußenGrafschaftsverbände. Die Grafschaftsverbände( natürlich posten der zibilisierten Welt in ihren Grundfesten erschüttert, Heute fällt im Ruhrrevier die folgenschwere Entscheidung. auch die, die Landesverbänden angegliedert find) feßen sich durchlebt sein Mutterland eine der schwersten sozialen Krisen. Stommt es zum Streit, er ist fürwahr fein Sympathiestreit" aus den Zechenorganisationen zusammen, die das Fundament Mehr als eine Million Bergarbeiter stehen in England im Streit für die englischen Brüder; aus eigener bitterer Not ist, wenn des ganzen großen Gebäudes find. Die Grafschaftsverbände und jeder Tag bringt neue Industrien zum Stillstand. An sich je ein Streit, so dieser geboren, für eigene Qual sucht er find ſelbſtändige Gewerkschaften. Man könnte ihre Stellung eine der gewaltigsten Erscheinungen, gewinnt der Riesen- Hilfe. etwa mit der der deutschen Bundesstaaten im Deutschen Reich ausstand erst seine volle historische Bedeutung, wenn man ihn Und wie in England, so wird auch in Deutschland der auch in der Bergarbeiterföderation der Einfluß des einzelnen vergleichen. Der Vergleich ist auch insofern angebracht, als in den rechten Zusammenhang rüdt und ihn betrachtet als gewaltige Kampf um etwas mehr Brot und etwas mehr Zeit, Graffchaftsverbandes immer mehr verblaßt. Früher fam es den vorläufigen Kulminationspunkt des gewaltigen sozialen dieser einzig wahre Kulturkampf, zum großen, beherrschenden häufig vor, daß sich eine unzufriedene Grafschaft von der Kampfes, in den die britischen Arbeitermassen seit den letzten Ereignis der Politik werden und die Regierung und die Föderation lossagte. Heute ist kaum noch daran zu denken, Jahren eingetreten sind. Der Taff- Vale- Entscheid, der an die Parteien, die so lange alles verabsäumt haben, vor ihre volle es sei denn, daß die Föderation eine schwere Niederlage er für die Arbeiterklasse unantastbaren Grundlagen des Gewerk- Verantwortung stellen. litt oder durch innere Stämpfe geschwächt und zerrüttet würde, schaftsrechtes rührte, hat die einstigen Musterknaben bürger- Und auch die Wirkungen eines deutschen Bergarbeiter. Die Zechenorganisationen bilden sich meist um den Konlicher Harmonieapostel gar gründlich erweckt, hat sie die Not- streiks sind noch nicht abzusehen. Mit fieberhafter Spannung trollwiegemeister, der gewöhnlich der Sekretär oder der geistige wendigkeit unabhängiger Arbeiterpolitik auch und gerade in harren die Bergarbeiter Desterreichs, Belgiens, Frankreichs Leiter der Zechenorganisation ist. Der Kontrollwiegemeister, diesem Lande, in dem liberaler Optimismus das Reich des der Entscheidung. Sie alle seufzen unter schwerer Last, und, der nach dem Gesetz von der Belegschaft gewählt und bezahlt fozialen Friedens erblicken wollte, endlich gelehrt und die was heute da unten im Ruhrrevier unsere Brüder beschließen wird, hat darüber zu wachen, daß jedem Arbeiter auch das alten Trades- Unions zu neuem Leben gewedt und zu neuem werden, es ist von größter Bedeutung für die Welt des richtige Gewicht der Kohle am Ausgang des Schachts gebucht Geiste. Denn das ist das charakteristische an diesen Kämpfen, die im Kapitals und die Welt der Arbeit. wird. Nur die allerkleinsten Zechen haben feinem KontrollSommer im Streit der Dock- und Transportarbeiter, der Eisen- Gewaltige Zuckungen schütteln den alten Leib des beitern, die einen aus ihrer Mitte als Kontrollwiegemeister wiegemeister. Es gibt aber Betriebe mit nur zwanzig Arbahner und vieler ungelernter Berufe die stolzeste Kapitalistenklasse Stapitalismus. Außerhalb der Parlamente sind sie entstanden anstellen. Die Grafschaftsverbände haben meist nur wenig der Welt und ihre Regierung mattsette, daß in diesen ge- und fein Parlament hat Macht über sie. Aber im Parlament Angestellte, die man allgemein als miners' agents"( Bergwertschaftlichen Kämpfen sich ein Gefühl der Solidarität ent- wird in politische Entscheidung umgemünzt, was draußen arbeiteragenten) bezeichnet. Ein Verband mit 30 000 Mitwickelte, das bisher der englischen Arbeiterklasse, wenn nicht ökonomische Kräfte losgebrochen. Deshalb ist uns die Macht- gliedern mag vielleicht 6" agents" anstellen, von denen der fehlte, so ihr doch durch Berufs- und Standeseifersucht verstellung in den Parlamenten so wichtig. Wir wissen, eine Präsident, der andere Sekretär des Verbandes ist. Auch fümmert war, und ein Machtbewußtsein, das sich in nicht all- je stärker dort unsere Macht zum Ausdrud kommt, der Schatzmeister ist häufig ein" agent". Die Funktion zulanger Zeit zur Klarheit sozialdemokratischer Politik durch desto leichter und vollständiger setzt sich unsere außer dieser Beamten ist, mit den Betriebslettern über Beschwerden ringen muß. der Arbeiter, Lohnstreitigkeiten und ähnliche Dinge zu ver parlamentarische Kraft durch. Deshalb ist es gut, daß handeln. Der Posten ist durchaus kein leichter. Vor allen Und noch ein anderes ist dabei von Bedeutung. In wir start geworden sind im Deutschen Reichstag und Dingen gehört dazu praktische Erfahrung, Redegewandtheit seiner Geschichte der englischen Strifen hat Tugan- Baranowski daß die deutsche Arbeiterklasse weiß, daß da ihre Vertreter und Menschenkenntnis. Es gehört mit zu den Aufgaben des den Zusammenhang und die enge Abhängigkeit der sozial- figen, die nichts kennen als das Interesse der Arbeiterklasse ,,, agent", zwei- oder dreimal in der Woche um 4 oder 5 Uhr revolutionären Bewegungen Englands von Krisen- und und an nichts anderes denten als alle Kraft aufzubieten, es morgens aufzustehen, und um 6 Uhr auf irgendeinem ZechenDepressionszeiten nachgewiesen. Die gewaltige soziale Be- durchzusetzen. wegung aber, die jetzt Englands Arbeitermassen erfaßt hat, fällt in die Zeit aufsteigender Konjunktur. Aber diese aufsteigende Konjunktur bedeutet eben zugleich eine Zeit internationaler Teuerung und die Gärung unter den englischen Proletariern ist eine der bedeutsamsten Wirkungen dieser Zeuerung und sicher nicht die legte. rungen! Die Arbeiter sollen warten, bis die Herren geruhen, ein paar Brosamen fallen zu lassen, die von dem Raube an den Konsumenten übrig bleiben, und die Gnadenbrocken dann dankbar auslesen. Und die christlichen Gewerkschaftsführer akzeptieren solchen Standpunkt! " Die Bergarbeiterföderation Großbritanniens. London, 8. März.( Eig. Ber.) Der gewaltige Arbeitskampf, rein ökonomisch in seinen Die Organisation, die augenblicklich den gewaltigen Mitteln und seinen Zielen, ist zugleich die wichtigste politische Kampf um den Minimallohn führt, wird mit Recht als die play eine Belegschaftsversammlung abzuhalten. Dann wird häufig beschlossen, nicht einzufahren, bis der„ gaffer"( Be triebsführer), der sich mit den Arbeitern gezankt hat, zur Raison gebracht worden ist oder die Unorganisierten, die man eingeschmuggelt hat, der Organisation, bei der sie schmarogern wollen, beigetreten sind. Im allgemeinen leben Or ganisation und Unternehmertum jedoch auf gutem Fuße nebeneinander. Der Unternehmer kommt der Gewerkschaft meist in allen Dingen entgegen, weiß die Vorteile der gewerkschaftlichen Organisation seiner Arbeiter zu schäzen und er laubt es der Orgamsatioi?, auf seinem Grundstück Vcrsamm- lungen abzuhalteil und die Gewerkschaftsbciträae einzu- kassieren. Auf vielen Zechenplätzen hat die Gewerkschaft ihr eigenes Häuschen errichtet,- wo Beiträge in Empfang ge- nommen werden. In den größereil Grafschaftsverbänden haben Präsident und Sekretär meist keine Zeit, um ihren Geschäften als„mmer« agents" nachzugehen. Seit einigen Jahren habeil sie so uild so viel niit.den niannigfaltigen und wachsenden Geschäften der Föderation zu tun, daß sie äugen» blicklich mehr Bundesbeamte als Grafschaftsbeamte sind. Tie numerische und finanzielle Stärke der einzelnen Ver vände ergibt sich ans folgender Aufstellung: > Mitglieder Vermögen lMark) SüdivaleL......... 137 553 Durham.......... 121 805 Uorkshire(mit Cleveland).... 97598 Schottland......... 75 000 Lancashire und Cheshire.... 60461 Derbyshire........•. 41050 Northumberland,....... 87 861 an und entwaffneten achtzig. Die übrigen luden daraufhin s Wie sagte doch Flora Gaß, die Geliebte deZ ehemaligen Nottinghamshire und Leiccstershire. 80 944 Warwicksbire und Shropshire... 19 400 Staffordshire........ 13 202 RordwaleS......... 12 034 Gloucester und Somerset.... 9 000 Cumberland......... 6 600 3 004 600 9 368 720 7 380 000 5 000 000 1 791 340 6 781 140 1 637 920 3 813 100 640 620 976 540 104 760 500000 40000 Dies sind Hahlen, auf die jede Arbeiterorganisation stolz sein könnte. Sie demonstrieren nicht nur die Opferwilligkeit, sondern auch das große>solidaritätsgcfühl der britischen Berg» arbciter. Tie Mitgliedschaft der Föderation repräsentiert praktisch alle Untertagsarbeiter, die in den Gruben Groß- britanniens beschäftigt werden. Keine religiöse oder nationale Frage hat die britischen Bergarbeiter davon abhalten können, langsam aber sicher eine Organisation zu schaffen, die jetzt einen Schlag ausführen kann, der das ganze Gebäude der Lohnsklaverei von Grund aus erbeben macht. ES gab eine Zeit— sie ist noch gar nicht lange bergan- gen— als die Maschinenbauer. Kesselschmieds und andere „Aristokraten" der Arbeit die Bergarbeiter über die Schulter ansahen. Heute bilden die Bergarbeiter das Rückgrat der britischen Gewerkschaftsbewegung. Für die Arbeiterbewegung Großbritanniens sind sie zudem noch etwas anderes— sie sind der reiche Onkel, zu dem jeder junge Sprößling der Ar- Heiterbewegung läuft, wenn er in Nöten ist, und der in Geld- angelegenheiten alles andere als kleinlich ist. Manche neue Gewerkschaft ist den Bergarbeitern zu Tank verpflichtet und besonders die Frauen haben keinen Anlaß, sich über die Hilfs- dereitschaft der»Kumpels" zu beklagen. ' London, 9. März.(Privattelegramm deS„Vorwärts".) Eine Bergarbeiterkonferenz wird Montag in London stattfinden, um zu entscheiden, ob der Vorstand der Bergarbeiterorganisationen mit den Kohlenbesitzern in Anwesenheit der. Regierungsvertreter kon- ferieren soll. Der Vorschlag geht von der Regierung auS und wird vom Vorstand der Bergarbeiter der Konferenz zur Annahme emp- fohlen werden unter der Voraussetzung, daß das Prinzip des Minimallohnes nicht distentiert werden wird. Auf der gemein. schaftlichen Konferenz soll die Minimallohnliste mitbesprochen wer- .den. Es ist durchaus noch nicht sicher, daß die Bergarbeiterkonferenz mit der gemeinschaftlichen Konferenz einverstanden sein wird. Sei' Krieg. Die Türken mußten Margheb räume». Konstentinopck, 8. März. DaS KriegSministenum veröffentlicht eine Mitteilung, nach der die türkischen und arabischen Streitkräfte Margheb nach der Wiedereinnahme wieder räumen mußten, da die Italiener, die Verstärkungen erhalten hatten, von der Artillerie der Flott« unterstützt, auf drei Seiten an« griffen. Die Italiener seien jedoch genötigt gewesen, zwei un» brauchbar gemachte Feldgeschütze im Stich zu lassen. Ei» Vörfenmanöver. Konstautinopcl, 8. März. lMeldung des Wiener k. k. Telegr.» Korrefp.-BureauS.) An der Börse war heute daS Gerücht ver- breitet, daß die Italiener die Blockade von Smhrna erklärt und Mytilene bombardiert hätten. Diese Gerüchte werden von keiner Seite bestätigt und scheinen vollständig falsch zu sein. Scharmützel bei Benghasi. Rom, 9. März. Die.Agenzia Stefoni" meldet aus Benghasi vom 3. März. Gestern führten mehrere Bataillone und Artillerie südlich von der Schanze Fodot Hebungen auS. was eine Ansammlung feindlicher Massen zur Folge hatte. Durch einige Kanonenschüsse der italienischen Artillerie wurden jedoch die Feinde zerstreut und zum Rückzug gezwungen. Die hatten einige Tote und Verwundete, während die Italiener nur einen Leichtverwundeten hatten. Wegen des stürmischen Wetter» können gegenwärtig keine Truppen gelandet werden.__ Die Revolution In China. Die Konstituierung der Regierung. Nanking, 9. März.(Meldung de« Reuterschen Bureaus.) Die Nationalversammlung hat folgendes Programm an- genommen: I u a n s ch i k a i wird nach Ablegung des SmtSeideS dem Präsidenten der Nankinger Rationalversammlung die Namen der Kabinettsmitglieder telegraphisch mitteilen. Nachdem die Versammlung die Wahl deS Ministeriums gebilligt hat. wird sich das K a b i n e t t n a ch N a n k i n g be- geben, um fein Amt anzutreten. S u n y a t f e n legt die provisorische Leitung nieder und übergibt Lijuanheng als Vertreter Juaitfchi» kais das Präsidentschaftssiegel. London, 9. März. Die«Morning Post" meldet au» Schanghai vom 8. März: Juansckikai hat den Vizepräsiventen Lijuan- Heng ersticht, sich von Wutschang nach Nanking zu begeben, um vorübergehend als Präsident zu fungieren. Lijuanheng hat zu- gesogt. Auflösung der revolutionären Truppenverbände. Nanking, 9. März.(Meldung deS Reuterschen Bureau».) Die republikanischen Behörden in Nanking beginnen vor- sichtig die Truppen aukzulösen. 400 Mann, hauptsächlich aus Nangtschau. haben ihre Waffen und Munition abgeliefert und für einen Monat Sold erhalten. Besondere Vorsichtsmaßregeln werden getroffen, um Ullrichen der Truppen zu verhindern. Mulden, 3. März. Im Zusammenhang mit den Pekinger Er- eignissen erteilte I u a n s ch i k ä i dem Geueralgouverneur die Weisung, die Truppen von ihren Polizeipflichten zu befreien, sie außerhalb der Stadt zu halten, verdächtige Truppen- teile zu entwaffnen und den Schutz der Städte ausschließlich der Polizei anzuvertrauen. Die Lage in Tientfi«. Tientstn. 8. März. Französische Truppen hielten gestern abend am Bahnhof zweihundert chinesische Soldaten ihre Gewehre. Die Lage war gefahrvoll, bis ein chinesischer Offizier eingriff und die Chinesen überredete, sich zurückzuziehen. Am Nachmittag wurde eine starke Abteilung chinesischer Soldaten, die sich Tientsin auf dem großen Kanal näherte, angehalten und von ftan- zösischen und japanischen Truppen entwaffnet. Die amerikanischen Kreuzer„Cineinnati" und.Buffalo" sind gestern nacht in Taku an- gekommen. Die Anleihe. Berlin, 9. März. Nachdem man zur Erkenntnis gekommen ist, daß tatsächlich die Unruhen in China lediglich auf die dortige Geld« kalamität zurückzuführen sind, haben die Regierungen von Frank- reich. England. Deutschland, Rußland und Nord- a m e r i k a den B a n k g r u p p e n. die zur Begebung der Anleihe sich bereit erklärt haben, den dringenden Rat erteilt, die Hergabe der Gelder nach Möglichkeit zu be- schleunigen. Peking, 9. März.(Meldung deS Reuterschen. Bureaus.) Die internationalen Banken gewährten der Regierung heute einen Kredit von 320 000 Tael« und erklärten sich bereit, den chinesischen Vertretern im Auslände weitere 180000TaelS zu zahlen. Nächste Woche werden der Pekinger Regierung 500 000 TaelS aus- gezahlt werden. Die Banken beabsichtigen, die Regierung oder die Regierungen zu finanzieren, bis deren Finanzen wieder in Ordnung sind; sie bereiten sich darauf vor, innerhalb der nächsten zwei oder drei Monate 6—7 Millionen TaelS vorzuschießen. Japaner und Russen find zur Teilnahme zugelafien, doch haben die Rusien noch keine angemessene Bankvertretung geschaffen. Wenn die SechS-Mächte-Gruppe gebildet ist, wird das Abkommen zurückwirkende Kraft bekommen.. Die Anleihe wird sowohl den gegen- wäriigen Vorschuß wie den jüngsten Vorschuß an die Nankinger Re gierung decken._____ Politische(leberllcht. Berlin, den 3. März 1912. Kein Arbeiterschutz. DaS preußische Abgeordnetenhaus hat am Sonnaveüd die Generaldebatte zum Etat der Bauverwaltung beendet und den dazu vorliegenden Antrag der Sozialdemokratie betr. gesetzliche Regelung deS Bauarbeiterschutzes und Schaffung von Wohngelegenheiten für die auf dem Lande beschäftigten Bauarbeiter gegen die Stimmen unserer Genossen und der Fortschrittler abgelehnt. Nicht einmal einer Kommissionsberatung hielt die Mehrheit den Antrag für würdig; so gleichgültig ist ihr das Schicksal der Arbeiter. Und zu dieser Mehrheit gehörte auch das Zentrum, das sich zwar nicht zu dem Antrage äußerte, aber geschlossen gegen die KommissionS beratung sowohl, als auch gegen den Antrag selbst stimmte— ein Verfahren, durch welches wieder einmal die Heuchelei der Jen trumspartei deutlich zutage trat. Hat doch das Zentrum im Jahre 1909 selbst im Abgeordnetenhause die gesetzliche Regelung des Bau- arbeiterschutzeS beantragt I Heute stimmt eS gegen daS, was es damals so warm verteidigt hat. Ein solches Treiben vor der Oeffentlichkeit festzunageln, ist Pflicht jede? wirklichen Sozialpoli tikers. Hoffentlich werden nun endlich auch den Arbeitern, die noch immer dieser Schwindelgarde nachlaufen, die Augen geöffnet werden. Ganz dieselbe Feindschaft gegen jeden» auch noch-so geringen Arbciterschutz, legte das Haus gegenüber den von unserem Genossen Liebknecht vorgebrachten Wünschen und Beschwerden der Schiffer an den Tag. Die Mehrheit gefiel sich darin.' die Rede Lieb- knechts als Wahlrede zu bezeichnen. Es sollte keine Wahlrede sein, aber wenn sie zur Wahlrede geworden ist und auch unter den Schiffern die Zahl der sozialdemokratischen Wähler vermehrt, so danken wir da? der Rückständigkeit des DreiklassenparlamcntS, das sich schon so oft bewährt hat als Teil von jener Kraft, die stets daS Böse will und stets das Gute schafft. Im übrigen wurde in der Debatte wieder des langen und breiten über die Frage der Schiffahrtsabgaben und der Kanalisierung verschiedener Flüsse gesprochen. Daß dabei irgend etwas Neues zutage gefördert wurde, wird niemand zu behaupten wagen. Am Montag soll die zweite Lesung des Etats der Bauver- waltung beendet und in Verbindung damit die Frage des Neubaues des Opernhauses besprochen werden. frommen Leiters der„Kreuzzeitung", der einst noch schönere christ- liche Festartikel schrieb als heute Herr Georg Oertcl? Wenn wir nicht irren, meinte sie:„Komödia nten seid Ihr doch alle!' Die Großagrarier als Vertreter des reinsten Idealismus. Ein gar kurioseS Witzblättlein ist die vom Hauptverein der Deutschkonservativen in Berlin herausgegebene parteiamtliche ,Kon- servative Korrespondenz". Obgleich diese» Blatt, au» dem ein großer Teil der konservativen Presse fast seine einzige geistige Nahrung be» zieht, in ausgeprägtester Weise die Richtung Heydebrand vertritt und einen widerlichen Kampf für die grobmaleriellen Interessen der ländlichen Großgrundbesitzer, für die Verteuerung des Brote» und Fleisches durch Getreide-, Vieh- und Fleischzölle, für die Erhöhung der Branntwein-LiebeSgabe und für eine den Geldbeutel der Junker schonende Steuerpolitik führt, scheut eS sich nicht, sich als den Hort uneigennützigsten Idealismus hinzustellen und über den Wirtschaft- lichen Materialismus zu jammern, der zur»rein Wirtschaft- lichen Interessenvertretung"»� Bund der Landwirte?— führt. So benützt die ehrsame.Konserv. Korrelp." den kürzlich von un« veröffentlichten Artikel KautSky».Der neue Liberalismus und der neue Mittelstand", um sich als Vertreterin des reinsten Idealismus und der größten Selbstlosigkeit ouftuspielen: .Er(KautSky) hat darin recht, daß der»neue Mittelstand". und zwar die Angestellten anscheinend mehr als die Jntellek- tuellen, von einem starken Zuge nach links und argem Radi- kaliSmuS beherrscht ist; er hat auch darin recht, daß die bedenkliche Vermehrung dcö Bildungsproletariats mnd daS Elend zahlreicher großstädtischer Kopfarbeitcrgruppen diese Elemente mit tiefer politischer Verbitterung erfüllt; er dürfte endlich darin recht haben. daß der Liberalismus diese draufgängerische Jugend nur dadurch dauernd an sich zu fesseln imstande sein wird, wenn er ihren Trieben nachgibt. Im übrigen greift KautSky bei der theoretisieren. den Konstruktion der zukünftigen sozialen Schichtungen ebenso fehl wie die ganze marxistische Schule mit ihren Behauptungen von der Verelendung der kleinbürgerlichen Gesellschaftsklassen. KautSky sieht nur den wirtschaftlichen Materialismus vor Augen und bringt den politischen Idealismus überhaupt nicht in Anschlag. Wir sind der festen Ueberzeugung. daß die politischen Parteien, falls sie ein großzügiges Programm unbeirrt mit Nachdruck vertreten. keineswegs vor den rein wirtschaftlichen Interessenvertretungen die Segel werden streichen müssen. Ihre Aufgabe wird es immerdar bleiben, die auf dem Boden des materiellen Egoismus erwachsenen sozialen Gegensätze durch einen gerechten Ausgleich miteinander zu ver- söhnen, eine politische Gesinnung zu pflegen, die die Interessen der Allgemeinheit und des Vaterlandes über den Sonderwillcn der Berufsorganisationen heraushebt. In der Hoffnuttg, daß die staatserhaltenden Parteien in der MittelstandSberoegung stetig an Einfluß verlieren und daß die Konservativen insbesondere auf einen starken Anhang im Bürger- tum der Städte und unter dessen Intelligenz verzichten müßten, Wird»Genosse" KautSky sich gründlich getäuscht haberW Die Deckung der Wehrvorlagen. Die Regierung schickt sich an, vor den Drohungen deS schwarz- blauen Blockes zurückzuhufen. Anders kann eine Meldung der ,.B c r l i n e r P o l. Nach r." nicht gedeutet werden. DaS Zentrum hat ziemlich unverblümt erklärt, daß cS neue Steuern nicht be- willigen werde, weil die Ergebnisse der letzten Steuerreform hin- reichten, die Kosten der Wehrvorlagen zu decken. Tie Konservativen haben wenigstens keinen Zweifel daran gelassen, daß sie unter keinen Umstanden einer Erbschaftssteuer zustimmen werden. Tie „Verl. Pol. Nachr." bezeichnen cS nun als sicher, daß für die Kosten der Wchrvorlagen auch Deckungsvorschläge dem, Reichstage gemacht werden. Bis zu welcher Höhe sie sich erstreckten, sei alleroings eine andere Frage, denn es sei sicher, daß ein Teil der Kosten der Wehr- vorlagen aus den gesteigerten Einnahmen des Reichs bestritten werde,, und daß sich sonach die DeckungSvorschläge nur auf einen Teil, der neuen Ausgaben bezögen. Daraus ist klar ersichtlich, daß die Regierung den- Weg des Kompromisses beschreitet, denn der Staatssekretär hat anfänglich im Reichstage den Standpunkt vertreten, daß die gesamte» Kosten der neuen Wehrborlagen durch neue Einnahmequellen gc- deckt werden mühten. Die„Verl. Pol. Nachr." betonen aber dann weiter, daß die Deckungsfrage eine einheitliche Lösung finden solle. Aus dieser gewundenem Darstellung geht herbor, daß die Rc- gierung das Zentrum und die Konservativen den Deckuugsvor- schlagen dadurch geneigt machen will, daß nur ein Teil der neu entstehenden Kosten durch neue Steuern gedeckt werden soll. Wenn aber ein besonderes Schwergewicht darauf gelegt wird, daß die TcckungSfrage eine einheitliche Lösung finden soll, so kann das nur dahin verstanden werden, daß die neuen Steuervorschläge als ein einheitliches Gesetz zu betrachten sind, aus dem nicht nach Belieben eine Steuer herausgebrochen und eine andere dafür eingesetzt wer- den- kann. In diesem Falle müßten die neuen Steuervorlagen, durch ein Mantelgesetz verbunden sein, und dann allerdings wäre die bürgerliche Mehrheit des Reichstages vor die Alternative gestellt, entweder die neuen Steuervorlagen als Ganzes anAunehmen oder als Ganzes abzulehnen. Tarin, daß die Regierung aber erkennen läßt, daß sie gewillt ist, mit sich handeln zu lassen, wird der schmarz- blaue Block eine Ermunterung erblicken, sich nun erst recht als der Hüter des Portemonnaies der besitzenden Klassen aufzuspielen. Denn wenn der Grundsatz: Keine Ausgaben ohne Deckung, den der Schatzsekretär Mermuth noch vor wenigen Wochen, so nachdrücklichst betont hat. wirklich aufrecht erhalten werden sollte, dann müßte das Mantelgesetz sich nicht nur auf die neuen Steuern, sondern auch auf die Wehrvorlagen erstrecken. Damit würden diese letzteren Vorlagen allerdings gefährdet, und gerade deshalb scheint die Re- §ierung zurückzuweichen, und wer sich an- die Geschichte der letzten -inanzreform erinnert, der wird nicht daran zweifeln, daß Herr v. Bctymann Hollweg, wenn eS gar nicht anders geht, sich auch Völlig dem Gebote des schwarzblauen Blocks fügen wird. Phantasien. In mehreren bürgerlichen Blättern wird die Nachricht verbreitet, die Sozialdemokratie beabsichtige, den Protest gegen die Wahl des Abg. K a e m p f zurückzuziehen. Eine solche Absicht besteht nicht. ES liegt auch keinerlei Grund zu solcher Annahme vor. Ter Kaempffche Wahlprotest wird ebenso wie alle anderen Proteste in der WahlprüsungSiommisflon und sodann im Plenum werden. im .? Die Mottenvorlage. Nach den Mitteilungen der„Kölnischen Volks- zeitung" und anderer Blätter scheint es. daß das Ken n- zeichnende der neuen Flottenvorlage d oi r i n bestehen wird, daß in den nächsten Jahren statt der zwei Schlacht- schiffe, die nach dem jetzigen Flottengesctz zu bauen sind, dexen d r e i gebaut werden sollen. Das bezeichnen selbst die ,.Ber- liner Neuesten Nachrichten" als das Wesentliche an der Mel- dung des Kölnischem Zentrumsorgans. Alle weiteren Be- trachtungen und Berechnungen über die mutmaßlichen Flottenbautem über das Jahr 1917 hinaus, bis zum Jahre 1927 oder gar 1931, stellen sich ja als nichts dar, denn als Kalkulationen, für die auch die allerelemen- tarste Unterlage fehlt! Auch dadurch, daß nach dem angeblichen Bauplan zwar von 1912 bis 1919 drei Schlachtschiffe gebaut werden sollen, von 1915 bis 1917 jedoch nur zwei'Schlachtschiffe, kann höchstens beabsichtigt fein, der Oeffentlichkeit S a n d i n d i c Augen zu streuen. Denn nachgerade sollte auch der Naivste so klug geworden sein, bei vorgelegten Flottenbau- Plänen nur d a s zu berücksichtigen, was für die aller- nächsten Jahre gilt. Versteht es sich doch ganz am Rande, daß in ein paar Jahren das ganze Flottenbauprogramm aber- malS über den Haufen geworfen werden wird. Ja, wenn noch für die nächsten �ahre die niedrigeren Bauziffern vorgesehen wären, ließe sich eher Vertrauen in solche Bauprogramme setzen. Aber die alte pfiffige Praxis ist ja imtner die. die Bauten für die nächste Zeit möglichst zu häufen und die lieben Steuerzahler auf die dann später eintretende„Verminderung" der Bauten zu vertrösten. Zurzeit der mageren Jahre für die Flotten- Patrioten kommt dann immer wieder eine neue Flotten- Vorlage mit einem neuen Bauprogrammj Zum Schutze der Firma Hintze«. Co. Im Herrenhause hat Herr v. P u t t k a m e r den Antrag gestellt, die StaatSregierung zu ersuchen, alle erforderlichen Maß- nahmen, nötigenfalls auch durch Einbringung von Gesetzesvorlagen. zu ergreifen, welche geeignet erscheinen, Arbeitswillige und Gewerbetreibende in der Verwertung ihrer Arbeitskraft und in ihrer geschäftlichen Tätigkeit wirksam zu schützen vor Ver- gcwaltigung und Bedrückung, sei es, daß diese im Wege umnittel- baren oder mittelbaren Zwanges versucht werden. In der Begründung deS Antrages heißt e»: »Die täglich- Erfahrung lehrt, daß der von der Umfturzparlei geübte Terrorismus auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Er- werbSlebenS eine große Zahl von Arbeitswilligen und Gewerbe- treibenden nicht nur in der berechtigten Ausübung ihres Berufes hindert, sondern sie vielfach auch körperlichen Mißhandlungen aus- setzt. Dieser Zustand übt zugleich eine entsittlichende, da» Person- liche Verantwortlichkeitsgefühl vernichtende, die staatliche Ordnung beeinträchtigende Wirkung. Angesichts der gegenwärtig erneut drohenden Gefährdung der für die wirtschaftlichen Bedürfnisse der VolkSgesamtheit unerläßlichen Erwerbszweige ergibt sich in ver- ltärktem Maße die Notwendigkeit, dem brutalen Treiben mit allen zulässigen Mitteln und mit tunlichster Beschleunigung cntgegenzu- treten." Der Antrag wird, wie verlautet, bereits am nächsten Dienstag im Herrenhause berqten werden und dürfte eine umfangreiche De- batte über die Frage des Schutze» der Arbeitswilligen hervorrufen. Veranlaßt soll der Antrag sein durch die ablehnende Stellungnahme des Staatssekretärs Delbrück zu den konservativen Anträgen bg, trefft Echutz der Arbeitswilligen im Reichstag. ZVir forder« Ausnahmegesetze gegen die Arbeiter» aber wir wolle« keine«Steuern zahlen. Die Staatsminister sind die Nachtwächter unserer Wohl- sahrt und unserer Profitinteressen, bezahlt werden sie vom Staat, der Staat nimmt das Geld von denen, die so dumm sind, zu zahlen, wir wandern aus— das ist der Grundsatz der „Großen". Die„Straßburger Post", ein bürgerliches Blatt, beklagt sich über die Steuerdrückebergerci der großen lothrin- gischen Grubengesellschaften gar bitter. Tie Hüttengesellschaft Phoenix in Ruhrort hat mit der Gutehofsnungshütte gemein- sam großen Erzbesitz in Lothringen, die Verhüttung der dort gewonnenen Produkte will sie aber in Luxemburg er- folgen lassen, sie baut dort extra deswegen ein neues Werk, um sich so von verschiedenen Steuern drücken zu können. Ebenso hat es ja u. a. schon die Deutsch-Luxemburgische Berg- werksaktiengesölschaft und auch die Gelsenkirchener Gesell- schaft in Esch gemacht. Darüber herrscht plötzlich große Auf- regung in Lothringens Gefilden. Besonders beachtenswert ist dabei, daß z. B. Gelsenkirchen als Besitzer der größtem Beteiligungszisfer des rhcinisch-west- fälischen Kohlensyndikats, ebenso Teutsch-Luxemburg, Phoenix und Gutehoffnungshütte, die ebenfalls große Bcteiligungs- Ziffern besitzen, jetzt darin einig sind, daß in ihren westfälischen Herrschaftsgebieten den Arbeitern kein Pfennig Lohnerhöhung und keine Minute Arbeitszeitverkürzung zukommen darf. Krefelder Pferde sind schon im Kampfgebiet, die dazu- gehörigen Reiter und Maschinengewehre werden, wenn es nach diesen Leuten geht, nicht lange mehr.auf sich warten lassen. Der Staat hat für Ruhe und Ordnung zu sorgen! Wenn es aber an das Zahlen geht, an den praktischen Patriotismus, da— ziehen die Montanunternehmen lieber über die Grenze in bedenkliche Nähe des„Nationalfcindcs", N e h m e n ist ihr alleiniges Evangelium! Das Stichwahlabkommen.• Ein bürgerliches Blatt veröffentlicht das Rundschreiben deS Parteivorstandes an die Wahlkreisleitungen über das Stichwahl- abkommen. Das Zirkular, das zur Zeit der Versendung ver- traulichen Charakter trug, hat folgenden Wortlaut: Zwischen den Fortschrittlern und uns haben Verhandlungen über die gegenseitige Unterstützung bei den Stichwahlen statt- gefunden. Nach dem Ausfall der Hauptwahlen sind die Fort- schrittler von ihrem Standpunkt aus in einer mißlichen Situation, und eS bestand die Gefahr, daß sie Anschluß nach rechts suchen und damit nicht nur die Zahl unserer Mandate verringern, son- dern auch das Ziel, den schwarzblauen Block zu zertrümmern, vereiteln würden. Unter diesen Umständen erschien eS uns zweckmäßig, Verhandlungen nicht abzulehnen. Dabei haben wir es entschieden zurückgewiesen, irgendeine Kandidatur zurückzu- ziehen, oder durch unser Verhalten auch nur dort eine Kandi- datur preiszugeben, wo wir aus eigener Kraft einen Sitz zu erobern hoffen können, oder auch nur einen ehemaligen Besitz- stand mit Erfolg behaupten zu können glaubten. Wir haben ferner verlangt, daß bei dem Abkommen volle Gegenseitigkeit gewährleistet wird. Die Fortschrittlcr haben sich verpflichtet, uns in den folgenden Wahlkreisen zu unterstützen: Landkreis Danzig: Westpriegnitz; Ruppin-Templin; Pots- dam-Osthavelland; Zauch-Belzig; Landsberg-Soldin; Königs- berg-Ncumark; KottbuS-Spremberg! Kalau-Luckau; Ueckermünde-- Usedom; Striegau. Schweidnitz; Grünberg-Freistadt; Sagan. Sprottau; Landeshut-Jauer; Rothenburg-HoyerSwerda; Jerichow; «itterfeld; ManSfeld; Mühlhausen- Langensalza; Bielefeld- Wiedenbrück; Eschwege-Schmalkalden; Stadt Köln; Elberfeld- Barmen; Düsseldorf; Heilbronn; Gießen-Nidda; Hagenow; Güstrow; Jena; Altenburg; Straßburg-Land.(81.) Dagegen haben wir außer der selbstverständlichen Unter- stützung der Fortschrittlcr gemäß dem Jenaer ParteitagSbeschluß in denjenigen Wahlkreisen, in denen sie mit unS in Stichwahl stehen, folgendes zugebilligt: Wir dämpfen den Wahlkampf in nachstehenden Wahlkreisen, die wir dann, wenn die gorttschrittler noch rechts Anschluß nehmen würden, nach unserer Meinung nicht gewinnen können, nämlich: Oberbarnim, Liegnitz, Schönau-Hirschberg. FlenSburg-Apen- rade, Lauenburg, Merseburg-Ouerfurt, Hagen, Dithmarschen, Calw. Balingen, Meiningen, Schaumburg-Lippe, Lippe-Detmold, Oldenburg I und II, Nordhausen.(16.) Die Erklärung der fortschrittlichen Kandidaten zu unseren Stichwahlen ist als ausreichend anzusehen, wenn sie dahin geht, daß die von uns gestellten Bedingungen dem Programme der Fortschrittlichen Bolkspartei entsprechen, daS der Kandidat als für sich verbindlich erklärt. Die Zentralinstanz der Fortschritt- lichen Volkspartei wird öffentlich dazu auffordern, daß ihre Anhänger unter keinen Umständen einem Konservativen, einem Reichsparteiler, einem ZentrumSmanne oder einem Mitgliede der Wirtschaftlichen Vereinigung ihre Stimme geben dürfen, daß es vielmehr die politische Notwendigkeit gebiete, bei der Stichwahl mit aller Kraft auf die Zertrümmerung des schwarz. blauen Blocke» hinzuwirken. Die Fortschrittliche Voltspartei wird ferner in einem vertraulichen Zirkular die lokalen Instanzen auffordern, für uns in den vorher zuerst genannten Kreisen einzutreten. Wir haben uns dagegen verpflichtet, in den vorher bezeichneten IV Wahlkreisen bis zur Stichwahl keine Versamm- lung abzuhalten, kein Flugblatt zu verbreiten, keine Stimm- zcttel den Wählern zuzustellen, und am Wahltage selbst keine Schlepperdienste zu verrichten, wogegen es uns freisteht, am Wahltage vor den Wahllokalen Stimmzettel zu verbreiten. Wir sind überzeugt, daß dieses Abkommen im Parteiinteresse und im allgemein-politischen Interesse gelegen ist, und bitten deshalb. die in Frage kommenden Kreise Ihres Bezirkes sofort zu infor- mieren und für besten entschiedene Durchführung unter allen Umständen einzutreten. Unseren Lesern ist durch unsere Artikel der sachliche Inhalt des Rundschreibens bekannt bis auf, die Aufzählung der Wahl- kreise, in denen die Fortschrittler uns Wahlhilfc leisten sollten. Eine neue Methode des Militürboykotts. Bisher ging die Verrufserklärung sozialdemokratisch gesinnter Geschäftsleute durch die Militärbehörden in d e r Form vor sich, daß den Soldaten eine Liste überreicht wurde, auf der alle GeschäftSlellte(namentlich Zigarrenhändler und Gastwirte) verzeichnet standen, bei denen sie nichts kaufen oder nichi verkehren durften. Diese im Reichstage oft kritisierte Methode der Verrufserklärung scheint aber den Militär- behördcn noch nicht zu genügen. Darüber wird aus Barmen ein sehr charakteristischer Fall mitgeteilt. Der Stadtverordnete Genosse S t e i n b o r n. der seit Jahren in Barmen eine Gastwirtschaft betreibt, erhielt dieser Tage folgendes amtliche Schreiben zugestellt: Bezirkskommando Barmen. 4. 8. 12. J.-Rr. 1205. I.». ,, � Herrn Hermann Steinborn sen., Schankivirtickaft Barmen. Das Bczirkskommando teilt Ihnen mit, daß der Besuch Ihres Lokals den Militärpersonen verboten ist.(Uiiterschrist.) Der Zweck dieser Mitteilung ist nicht offen ersichtlich. Anzunehmen ist aber, daß die Militärbehörde den in Verruf erklärten Gastwirten usw. jetzt auch noch zumutet, bei ihnen einkehrende Soldaten sofort hisiauszuwersen. Das wäre allerdings eine prächtige neue Errungenschaft im Rechtsstaatc Preußen._ Portugal. Der Prozeß gegen die politischen Gefangenen. Paris, 9. März. Aus Lissabon wird gemeldet: In dem gegen die Meuterer vom September v. I. angestrengten Pro- zesse sprachen die Geschworenen die meisten An- geklagten frei. Als der Freispruch verkündet wurde, drängte eine Volksmenge in den Gerichtssaal und wollte die Geschworenen. die Richter und die Rechtsanwälte mißhandeln. Der Polizeiwache gelang es schließlich, die Angreifer zu zerstreuen. Im Hand- gemenge wurden mehrere Personen verletzt. foißland. Landtagseröffnung und Präsidentenwahl in Munland. Unser finnländischer Mitarbeiter schreibt unS: Am 1. März trat die finnische Volksvertretung in Heising- forS zu einer neuen Session zusammen. Die Sessionseröffnung mußte um einen ganzen Monat verschoben werden, weil der .Säbelsenat" mit seinen Vorlagen nicht rechtzeitig fertig wurde. — Am 2. März fand die Präsidentenwahl statt. Trotzdem die Sozialdemokratie 86 Sitze von 266 inne hat, wurde sie diesmal von der Teilnahme am Präsidium ausgeschlossen. Die Bürgerlichen vergewaltigten die sozialdemokratische Fraktion mittels eines geheimen Abkommens. Der Fungfinne S w i n h u f- W u d wurde im ersten Wahlgange mit 69 Stimmen zum Präsi- dcnten gewählt. Es waren 67 weiße Zettel abgegeben worden. Die Stell« des ersten Vizepräsidenten beanspruchte nach bisher geübtem Brauch die Sozialdemokratie. Die Wahl mußte dreimal wieder- holt werden. Der Sozialdemokrat Sulo Wuolijoki erhielt im ersten Wahlgange 86. im zweiten 89 und im dritten 92 Stim- men. Bor dem dritten Wahlgange setzte der Vorsitzende eine Pause an, während welcher die Bürgerlichen den Kuhhandel zu- Ungunsten der Sozialdemokratie abschlössen. Es wurde der Schwede Soderholm mit 98 Stimmen gegen 92, die unser Genosse er- hielt, zum ersten Vizepräsidenten gewählt; zum zweiten wurde der Altfinn« Listo mit 94 Stimmen gewählt, während 66 weiße Stimmzettel abgegeben wurden. Der Vorsitzende Swinhufwud sagte in seiner kurzen Be- grüßungSansprache folgende»:.Verehrte Volksvertreterl Seit der letzten Session sind viele neue Ereignisse hinzugekommen, viel Bc- trübendes ist geschehen. Wir erlebten Beschränkungen der Bürgerfreiheiten und Angriffe auf die Volks- Vertretung. Gesetze und Maßnahmen sind erlassen worden, die unsere Gesetzgebung bedrohen. Wir haben zu befürchten, daß unser Land und unser Volk zerrissen wird. Wohin daS führt, ist nicht schwer zu sehen; aber das Volk hat die Pflicht, seiner politischen Autonomie die Treue zu be- wahren uird sichder Unterdrückung nicht zu unter- werfen. DaS finnische Volk bildet ein Ganzes und beansprucht als solches daS Recht deS Daseins, der EntWickelung und des Wachs- tumS unter dem Schutze seiner eigenen Gesetze, die zu verteidigen ein jeder Volksgenosse, namentlich aber die Volksvertretung ver- pflichtet ist. Werte Volksvertreterl Ich heiße Sie willkommen zu den neuen Arbeiten de» Landtags und danke Ihnen für das mir geschenkte Vertrauen." Em der Partei. Die Trennung der Angestellte« von der Arbeft erbewegmig. Genosse Lange« Hamburg schreibt unS: .Die Trennung der Angestellten von der Arbeiterbewegung. Unter dieser Spitzmarke brachte der.Vorwärts" vom 6. März eine Notiz, daß nacki den ihm zugegangenen Informationen kein zwingender Grund für mich vorgelegen habe, den Beamten des Bundes der lechnisch-industriellen Beamten, Herrn Erich Kuttner. in Hamburg statt in Berlin zu verklagen. Ich bemerke dazu, daß mir Herr Kuttner und seine Freunde kurz vor der Klage wegen einer ganz nebensächlichen Bemerkung in der.HandlungSgehilfen-Zeitung" sieben Berichtigungen auf Grund de« Preßaesetzes geschickt hatten, wobei jede Berichtigung im Grunde nur eine Wiederholung der anderen war. Ich habe diese Berichtigungen sämtlich in der „HandlungSgehilfen-Zeitung" gebracht. Dieser grobe Mißbrauch dcS BerichtigungSparagraphen war— von allein anderen abgesehen— für mich Grund genug, die Klage in der anderen Sache an meinem Wohnort Hamburg anzubringen. Ich gehöre nämlich nicht zu den- jeuigen, die die linke Wange hinhalten, wenn sie auf die rechte ge- schlagen werden, sondern mein Grundsatz ist: Wie Du mir. so ich Dir. Paul Longe." Auch diese Darstellung deS Genossen Lange kann unsere Auf- fassung über den fliegenden Gerichtsstand der Presse nicht ändern. HpnbmanS Geburtstag. London, 8. März.(Eig. Ber.) Am 7. März wurde Genosse H h n d m a n 70 Jahre alt. Die Londoner Genossen beschlossen. diesen Tag festlich zu begehen, und arrangierten für den Abend deS 7. März eine Geburtstagsfeier, an der mehrere Hundert Vertreter deS Sozialismus in England teilnahmen. Das Fest, das zu Ehren des alten Kämpen des Sozialismus in Großbritannien gegeben wurde, gestaltete sich zu einem der schönsten und genutzreichsten, das die sozialistische Organisation je veranstaltet. Aus Deutsch- land kamen Grüße von Bebel und Ledebour, aus Oester- reich schickte Viktor Adler seine Grüße. Schier endlos war die Liste der Genossen deS Auslandes und des Inlands, die dem Veteranen Glück zu seinem siebzigsten Geburtstag wünschten. Be- soirderS schön war ein Brief del alten Wissenschaftlers Dr. Alfred Russell Wallac«, de! Mitarbeiters und Busen- freundes Darwins, der trotz feiner 90 Jahre den Enthusiasmus für den Sozialismus nicht verloren hat. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die Blüte, der eng. tischen Kunst und Wissenschaft auf dem Feste vertreten war. Den Vorsitz führte Walter C r a n e, der berühmte Zeichner, und der Hauptredner des Abends war Bernhard Shaw. Genosse Shaw war in seiner besten Laune und behandelte mit sprühen. dem Witz die Lage in Großbritannien und die Tage, als er mit H y n d m a n und William Morris den„Rubikon über- schritt", d. h. an den Straßenecken die Ideen deS Sozialismus ver- breitete. Von allen Rednern wurden die Verdienste Hhndmanv um den Sozialismus in England gewürdigt und darauf hingewiesen, daß er vor allen trotz aller Versuchungen und Enttäuschungen die Fahne des Sozialismus seit 39 Jahren in Großbritannien hoch- gehalten. Möge dem Jubilar beschieden sein, noch die Frücht« der ?lrbeit zu genießen, die er so aufopferungsvoll für die Emanzipa- tion des Proletariats geleistet hat. Personassen. In die Redaktion der„V o l k S w a ch t" in Biele- feld wird im April Genosse Karl Severing eintreten. poUreillrstes» Gerichtliches ufw. Preßprozeh. Aus Halle a. S. berichtet man uns unterm 8. März: Vor dem hiesigen Schöffengericht fand ein Privätbeleidigungsprozeß dcS nationalen Arbelterfekretärs Theodor Franke von Eilen- bürg gegen den Genossen Redakteur Kafparek vom„Volks- blatt" statt. Im Wahlkampf war im.Bolksblatt" eine kleine Notiz erschienen, nach der Franke in einer Nacht seine Ehefrau auf dem Nachhauseweg« mißhandelt haben sollte. Tatsächlich war Krankes Frau in jener Nacht von einer anderen Person belästigt worden. Die Frau hatte auch Hilfe gerufen, war dann aber von ihrem Manne beruhigt worden. Dieser Vorgang war aber von dem Gewährsmannc des„Volksblattes" falsch aufgefaßt und irrig berichtet worden. Der Privatkläger schätzte seine Ehre derartig hoch ein, daß er als„Sühne" im Vergleichswege 1999 M. für die Kasse des nationalen Arbeitervereins verlangte. Darauf wurde aber nicht eingegangen. Obwohl das Gericht feststellte, daß unser Genosse diese Notiz im guten Glauben veröffentlicht hat und von seinem Gcwährsnianne mystifiziert worden ist, kam es doch zur Verhängung der hohen Strafe von 699 M. Haussuchung in ber Breslauer„Lolkswacht". Am Sonnabendpormittag durchsuchte ein ganzes Heer von Kriminalpolizisten unter Führung von mehreren Kriminalkommissaren sämtliche Räume der Redak- tion, Expedition uno Druckerei unseres Breslauer Bruderblattes. Kein Winkel, selbst die Klosetts blieben davon nicht verschont. Jedes Stück Papier wurde genau auf seinen staats- gefährlichen Inhalt geprüft und einer eingehenden Durchsicht unter- zogen. Nach zweistündiger mühevoller Arbeit zogen die Polizisten, es waren nicht weniger wie achtzehn Mann, ab, ohne daß ihre Arbeit von Erfolg gekrönt ge. Wesen wäre. Nicht einmal die Nummern mit dem inkrimi- nierten Artikel wurden gesunden. Gesucht wurde nach dem Manu- skript eines Leitartikels vom 2. Februar dieses Jahres„Keine Wahlreform in Preußen", der sich gegen die Landtagsrede deS preußischen Polizeiministers v. Dallwitz wendete, in der der Minister die Beamten, die bei der letzten Wahl sozialdemokratisch gewählt haben, Lügner und Eidbrecher nannte. Da die Haussuchung gerade in die eigentliche RedaktionSzeit fiel und die Redakteur« dadurch erheblich an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert wurden, sahen sie sich unter Freilassung einer ganzen Seit« zu folgender Erklärung veranlaßt:„18 Polizei- beamte durchsuchten heute Sonnabend vormittag die Redaktions- räume und die Expedition der Volksmacht nach dem Manuskript eines Leitartikels vom 2. Februar. Ihre stundenlangen Bemühun- gen waren zwar vergeblich, hinderten aber die Redaktion an der Fertigstellung der heutigen Nummer. Deshalb müssen sich unsere Leser mit diesem weißen Raum begnügen t" Soziales. Die„unentgeltliche" Stellenvermittelung der Handelsschule au ihre Schüler als gewerbsmäßige Stellenvermitteluug. Eine wichtige Entscheidung fällte da» Kammergericht. Viele private Handelsschulen und ähnliche private Lehrinstitute verschaffen ihren Schülern, ohne dafür eine besondere Gebühr zu erheben, nach Lbsolvierung der Lehrkurse Stellungen. Darauf wird in den Anzeigen, durch die sie Schüler werben, gleich hingewiesen. Das hatte auch Herr Rosenthal getan, welcher in Berlin eine Handels- schule betreibt. Die Behörde sah ihn auf Grund dieses Tatde- standes als gewerbsmäßigen Stellenvermittler an, der sich nach den Bestimmungen des Stellenbermittlergesetzes und der dazu cr- gangenen Ausführungsbestimmungen zu richten habe. Nach diesen dürfen die gewerbsmäßigen Stellenvermittler in ihren Anzeigen nur Angaben machen, daß und für welche Berufe sie Stellen ver- Mitteln. Herr R. wurde angeklagt, weil er in seinen Anpreisun- gen darüber hinaus gegangen sei. DaS Landgericht stellte fest, daß er nur das Lehrgeld von den Schülern erhebe und besondere Gebühren für die Vermittelung der Stellen nicht nehme. Es sprach ihn frei, indem es annahm, daß er nicht zu den gewerbS« mähigen Stellenvermittlern zu rechnen sei.' DaS Kammergericht hob aber dieser Tage birS Urteil auf und verwie« die Sache zn nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde ausgeführt: Aller» dingS fetze die Anw�dung des StellenvermittlergesetzeS voraus, daß der Vermittler in besondere Beziehungen zu den Arbeitgebern trete. ES sei nun aber durchaus nicht ausgeschlossen, daß schon allein durch die Anzeigen des LehriustitutS, worin den Schülern Stellen versprochen würden, solche besonderen Beziehungen zu den Arbeitgebern entständen. Was aber die Gewerbsmäßigkeit der Stellenvermittelung angehe, so sei für die Annahme einer solchen nicht erforderlich, daß direkt für die Vermittelung eine Gebühr erhoben werde. Auch in der dauernden Erzielung indirekter Vor- teile könne die Gewerbsmäßigkeit gefunden werden. Zum Bei- spiel darin, wenn der Inhaber einer Handeisschule oder eines ähnlichen Lehrinstituts diesen Gewerbebetrieb dauernd dadurch günstiger stelle, daß er den Schülern Stellen anbiete und ver- mittele, indem er so einen größeren Zuspruch erfahre. Das Land- gericht müsse darum feststellen, ob dies der Fall sei und ob durch die Annoncen besondere Beziehungen zu den Arbeitgebern hätten entstehen können und entstanden seien. In diesem Falle sei R. als gewerbsmäßiger Stellenvermittler anzusehen, auf den daS Stellen- Vermittlergesetz usw. anzuwenden sei. Zweierlei Recht für Arbeitswillige und Vtreikenbr? In Halle a. S. beschäftigte sich die Strafkammer mit einem nach mehreren Richtungen hin interessanten Streikproseß. Ge- legentlich deS Streiks bei dem Steinbruchsunternebmer Schiller in Alsleben war eS stark aufgefallen, daß die Arbeitswilligen auf dem Nachhausewege von der Arbeit eine Bahnbrücke benutzte«, die dem öffentlichen Verkehr nicht erschlossen war. Der Unternehmer Schiller chatte sich an die Bahnverwaltung gewandt mit dem Er- suchen, seinen Arbeitswilligen doch zu gestatten, die verbotene Brücke zu passieren, damit die Arbeitswilligen mit den Streikenden nicht in Berührung kämen. Der Vertreter de» Eisenbahnfiskus hatte allerdings gemeint, er könne das nicht so mir nichts dir nichts gestatten, wenn die Arbeitswilligen aber die Brücke passierten, ohne dabei erwischt zu werden, dann werde keine Anzeige erfolgen. Auf gut deutsch: Man werde ein Auge zudrücken. Die Arbeitswilligen überschritten dann regelmäßig die Brück«. Ueber diese Handhabung de? zweierlei Rechts waren die Streikenden und auch das Publikum überhaupt, sehr ungehalten. Auch am Abend deS 24. November v. I. begleitete der Unternehmer Schiller Arbeitswillige über die Brücke. Die Streikenden Kühnau, Thriene, Wäsche und andere Arbeiter hatten diesen Vorgang genau beobachtet und waren zu diesem Zwecke ziemlich bis an den verbotenen Uebergang mitgegangen, Natürlich hatten sie sich aus ganz naheliegenden Gründen wohl gehütet, die Brücke zu betreten. Wie erstaunten die drei Streiken- den aber, als sie sobald nach jenem Vorgänge Strafmandate von je 6 M. erhielten, weil sie am betreffenden Abend die Brücke«n- erlaubt betreten haben sollten. Auf ihren gerichtlichen Einspruch Ivurden sie auch tatsächlich verurteilt, da der Unternehmer Schiller vor dem Schöffengericht mit aller Bestimmtheit beschwor, dir drei Beschuldigten hätten die Brücke betreten. In der Berufungsinstanz bekundeten vier einwandfreie Zeugen daS direkte Gegenteil: Es sei gänzlich ausgeschlossen, daß die Beschuldigten die Brücke bc- treten hätten. Schiller hielt jedoch seine Behauptung aufrecht. Die Strafkammer kam zur Freisprechung der drei Streikenden. Auffällig in dem Prozeß erscheint das liebenswürdige Eni- gegenkommen der Bahnvertvaltung betreffs Freigabe der Brücke für den Unternehmer und feine Arbeitswilligen. Noch auffälliger erscheint aber, daß das angebliche Ueberschreiten der Brücke zum Anlaß strafrechtlichen Einschreitens nur gegen Streikende genommen wurde, die die Brücke sogar gar nicht betreten hätten, während die Arbeitswilligen und der Unternehmer, die unzweifelhaft die Brücke beschritten haben, von einer Anklage verschont blieben. Gilt das Strafrecht nicht auch gegen Arbeitswillige und Unternehmer? GewerbfchaftUcbea. Vor der Schlacht Während diese Zeilen in die Welt hinausgehen, packt der größte Teil der Nuhrbergleute das Gezähe(Handwerkszeug) zusammen. Schon seit Tagen haben Zehntausende Bergar- Heiter die Ueberschichten gemieden. Aber auch der Förderungs- ausfall in regulären Schichten zeigt, daß die Bergknappen mit ihrem„Soll" zurückhalten. Auch eine Vorbereitung für den Kampf, der am Montag, den 11. März, das Wirtschaftsleben erschüttern und der nicht auf chas Ruhrbecken allein beschränkt bleiben wird. Gewiß nicht alle Bergarbeiter werden den Streik auf- nehmen, um für ihre berechtigten Wünsche und Forderungen zu streiten. Die Gelben, wie ein großer, vielleicht der größte Teil der Mitglieder des Gewerkvereins christlicher Berg- arbeiter werden an der Arbeit bleiben und der Welt das Jammerbild schmutzigen Verrats an den Bergarbeiterinter- essen bieten. Eine außerordentliche Generalversammlung des Gewerkvereins hat die Behörde um den nötigen Schutz der christlichen Streikbrecher gebeten. Und so werden wir erleben, wie Leute, die Jahre hindurch den radikalen Reden ihrer Führer zujubelten, unter Vorantritt einer Gendarmenab- teilung und unter Begleitung sonstiger Schutzmannschaften den täglichen Weg von und zu der Zeche machen werden. Wie die Hintzegardisten werden sie an den trotzigen Gestalten der Streikenden vorüberhuschen— ein ekelhaft trauriges Bild! Freilich wird es auch Tausends christliche Arbeiter geben, die diese Schmach nicht aus sich nehmen werden. Für die Führer der christlichen Bergarbeiterorganisatioiwn bricht dann eine schwere Zeit herein. Denn das ist sicher, daß dieser Teil der christlichen Bergarbeiter, der sich noch genug Klassenbewußt sein und Klassenzugchörigkeitsgefühlt bewahrt hat, und der den kämpfenden Mitarbeitern gegenüber die kameradschaftliche Treue nicht brechen will, von seinen Führern Rechenschaft ver- langen wird für das schmähliche Anerbieten. Streikbruch zu begehen. Jahrelang hat man die Solidarität als die höchste Tugend, auch im Christenlager, gepredigt, und jetzt soll der Streikbruch, der schwarze Verrat an den Klassengenossen die schönste Eigenschaft christlicher Arbeiter sein? Nun, wir werden ja sehen, was kommt. Ungestraft wird man nicht in Zeiten härtesten Kampfes der Arbeiter gegen das Gruben- kapital Kameraden gegen Kanieraden ausspielen. Das mögen sich die Behrens, Effert, Jmbusch und Genossen gesagt sein lassen. Der Streik war aufzuhalten! Aber dazu gehörte nicht der gute Wille der Bergarbeiter, sondern allein der gute Wille der Werksherren. Wenn diese es wollten, wäre das Ruhr- decken überhaupt nicht zu jener Wetterecke geworden, in der Hunderttausende Mensrhen nicht mehr zu ihrer Ruhe kommen können. Man frage nur die Bergarbeiter, was sie in den Streik hineintreibt, was sie veranlaßt, trotz des Vorgehens der christlichen Organisationen einen erbitterten Kampf, dessen Ausgang ungewiß ist, aufzunehmen. Die Lohnfrage allein ist es nicht, die die Bergarbeiter in so helle Empörung verfetzt hat. In erster Linie ist es die brutale Mißachtung, mit der die Herrenmenschen an der Ruhr ihren Arbeitern fortgesetzt begegnen. Fast alle haben ihre Lohntarife. In einer ganzen Anzahl anderer Gewerbe, die im Wirtschaftsleben gewiß nicht die Bedeutung haben wie der Bergbau, sehen wir die gegen- feitigen Unterhandlungen zwischen Unternehmern und Ar- beitern vor sich gehen. Im Bergbau nicht. Hier werden durch die Arbeit Hunderttausender Millio näre und Milliardäre gezüchtet und diese spotten und höhnen die Schaffer der Werte und des Reichtums wo sie nur können. Das ist, was die Bergarbeiter fühlen und was sie zur Em pörung treibt. Im Jahre 1903 wurden die Bergarbeiter um die Früchte ihres damaligen Kampfes betrogen. Die verhuntzte Berg- arbeiterschutznovelle, eine Folge des Riesenstreiks, drückte den Bergarbeitern„Steine" statt„Brot" in die Hände. Im Jahre 1906 erlebten wir, wie die Werksherren die Wünsche der Är> beiter beim Knappschaftsgesetz hintertrieben, wie sie den Vor> kämpfern der Knappschaftsrechte der Bergarbeiter, den Aelte stcninvaliden in den Knappschaftsvereinen das Wahlrecht raubten. Im gleichen Jahre wurden Lohnforderungen der Bergarbeiter schroff abgelehnt. Dann enthrannte im Jahre 1907 ein heftiger Kamps um das Knappfchaftsstatut, der bei- nahe zum Streik geführt hätte. Statutenverschlechterungen statt Verbesserungen wurden den Arbeitern werkseitig ge- boten: bei der Festsetzung der Witwen- und Invalidenrenten feilschten die Herren um Pfennige. Dann kam 1908 der Streit um die„weiße Salbe". Hunderte Bergleute auf einmal hatte die Radbod-Katastrophe niedergestreckt. Die Bergarbeiter- schaft schrie nach Mitwirkung bei der Grnbenkontrolle, weil sie wußte, welchen Ursachen die gewaltigen Massenunglücke entspringen. Und was ist gekommen? Institutionen, wie sie von einem Menschen wie Hilger präsentiert wurden. Weiße Salbe! Die Sicherheitsmänner sind empört über die Behandlung, die ihnen auf den Gruben zuteil wird. Und die Bergarbeiter fühlen es mit. Dann folgte der Zwangs- arbeitsnachweis. Das Grubenkapital organisierte das Herrenrecht in der Arbeitsvermittelung. Bei der Bewertung und Verwendung seiner Arbeitskraft hat der Bergarbeiter schon nichts zu sagen, bei der Arbeitsvermittlung sollen die Werke das ausschlaggebende Wort allein sprechen, so wollten es die Bergherren. Keine Parität, nein Mißachtung den Bergarbeitern. Und als infolge der Zoll- und Steuergesetz- gebung und aus anderen Gründen heraus die wirtschaftliche Teuerung einsetzte, die Löhne rapide sanken, darum die Berg- arbeiter Lohnforderungen stellten, wurden sie auch hier wie immer mit ihren Wünschen abgewiesen. Ihre Ausschüsse auf den Zechen wurden wie Luft behandelt, verhöhnt, sodaß sie die Lust verloren haben, in Lohnfraqen bei den Grubenver- waltungen nochmals vorstellig zu werden. Alles das und die vielen anderen Quälereien haben die Bergarbeiter aufs Aeußerste gereizt, sie im Laufe der Jahre in steter Beunruhi- gung gehalten, und nun auch bei der jetzigen Lohnbewegung die Grubenbesitzer auf ihr Herrenrecht pochen, die billigen Wünsche der Bergarbeiter ablehnen, ist das Maß voll zum Ueberlaufen. Die Regierung versucht durch eine offiziöse Notiz in der «Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" die Schuld an dem Ausbruch der Bewegung ganz auf die Arbeiter zu wälzen. Es heißt da: ... Im Gegensatz hierzu werden nach Mitteilung der sozial- demokratischen Presse die für Sonntag, den 10. März, von den drei vereinigten Bergarbeiterverbänden einberufenen Bergarbeiter» Versammlungen es ablehnen, in den ArbeiterauSschüsien über die Forderungen zu verhandeln. Damit würden sich diese Verbände unbedingt ins Unrecht setzen. Sie würden sich aber auch weiler ins Unrecht setzen, wenn unter dem Einfluß ihres Beschlusses der Streik am nächsten Montag sofort— also ohne Einhaltung der vertraglichen Kündigung— ausbrechen würde._ Herantw. Redakteur: AlbersWachs. Berlin. Inseratenteil verantw.: Auf wessen Seite sich bei einem solchen unter Kontraktbruch erfolgten Streik die öffentliche Meinung stellen wird, kann nicht zweifelhaft sein... Nun, es wird die öffentliche Meinung interessieren, zu erfahren, wie die Arbeiterausschüsse von den Zechenherren behandelt werden. Die Zeche Mont Cenis hat den Arbeiter- ausschuß einberufen, hat dann aber die Forderungen glatt abgelehnt. Die Direktion der fiskalischen(!) Grube Bottrop erklärte den Ausschußmitgliedern, daß von der Zusage einer Lohnerhöhung keine Rede sein könne! Wenn von den Beamten anders lautende Mitteilungen ergangen seien, so würden diese dafür zur Verantwortung gezogen werden!— Was sagt die Regierung dazu? Wer verdenkt es unter solchen Umständen den hart- geschundenen Knappen, daß sie zum letzten Mittel greifen, um die Aufmerksamkeit der draußen Stehenden auf diese Zustände hinzulenken? Es wird nicht das letztemal sein, daß es so weit— zum Streik— kommt. Erst wenn das Herrenrecht und der lieber- mut der Unternehmer gebrochen ist, wenn die Ruhrgruben- besitzer anfangen werden, in den Bergarbeitern und ihren Organisationen Faktoren zu sehen, mit denen sie verhandeln müssen, und wenn die Ruhrgrubenbesitzer in den Berg- arbeitern die Menschen und Familienväter betrachten, die verlangen können, daß ihre Menschenwürde geachtet und ihre berechtigten Lebensforderungen befriedigt werden, erst dann werden wir vor solchen überraschenden Explosionen im Ruhrbecken eher verschont sein als heute. Solange die brutale Mißachtung der Hunderttausende Bergarbeiter durch eine Handvoll Menschen betrieben wird, bleibt die Gefahr be stehen, daß die Bergarbeiter den fortgesetzten Kontraktbrüchen der Werksherren schließlich mit „Kontraktbruch" begegnen. Wir betonen es nochmals, an den Bergleuten liegt es nicht, daß der Streik ausbricht. Die Grubenherren haben ihn vor bereitet und verschuldet, und wenn ihr Uebermut sich stützen kann auf die christliche Bergarbeiterorganisation, die durch ihre Streikbruchparole den Werksherren helfend zur Seite springt so ist das schlimm, sehr schlimm. Wir wissen, daß der Kamp sich für die Bergarbeiter dadurch schwieriger gestalten wird. Hinter dem christlichen Gewcrkverein steht die schwarze Presse, stehen die Scharfmacherorgane, steht jener Teil des Volkes, der an der Zersplitterung der Bergarbeitereinheit und Berg arbeiterkrast ein großes Interesse hat. Hinter die Streikenden aber werden sich alle stellen, die sich ein menschliches Empfinden für die Leiden der Bergarbeiter bewahrt haben und die nicht verstehen können, wie einige reichbegüterte Staatsbürger ihr wirtschaftliches Glück in einer Weise aus nutzen und mißbrauchen, die zu wirtschaftlichen Katastrophen führen muß. Lerlin und Umgegend. Der Streik bei Löwe u. Co. Bekanntlich streikt ein Teil der Arbeiter von der Firma Löwe. Am Sonnabend traten nun weitere 4M?lrbeiter für ihre streikenden Kollegen in einen Sympathiestreik ein. Es handelt sich bei diesen Differenzen um die systematische Bevorzugung der Gelben im Be- triebe. Während diese„Aucharbeiter" den größtmöglichsten Schutz und die weitgehendste Bevorzugung genießen, haben die sreiorgani- ierten Arbeiter und Gewerkvereinler unter der schikanösesten Be- Handlung zu leiden, sofern sie sich nicht in den gelben Verein pressen lassen. Besonders böses Blut haben die Maßregelungen einzelner Arbeiter erzeugt, was zur Verschärfung der Differenzen loesent- lich beigetragen hat. Vorwiegend sind es einzelne Vorgesetzte, die 'ich in der Schikanierung der freiorganisierten Arbeiter unrühmlich hervortun, um sich nach oben hin in empfehlender Weise bemerkbar zu machen. Wenn man aber glaubte, die Arbeiter würden des Streikens bald müde werden, so hat man sich an zuständiger Stelle gründlich getäuscht. Nicht nur, daß die Ausständigen mit aller Zuversicht die kommenden Dinge abwarten, nein, es haben sich neuerdings noch weitere Gruppen dem Ausstände angeschlossen. Daran konnten auch die verschiedenen Tricks, die angewandt worden ind, nichts ändern. So erhielten eine Anzahl Streikende Post- karten ohne den tSempel der Firma, durch die sie ersucht wurden, doch die Arbeit wieder aufzunehmen. Auch die Zusendung der Papiere an Streikende konnte die Betreffenden nicht bewegen, der Kampf aufzugeben, solange nicht ein geregeltes System im Betriebe zugesichert wird. Uebrigens hat die Firma inzwischen schon selbst einsehen müssen, daß es für die Rentabilität ihres Betriebes nicht 'onderlich günstig ist. wenn sie sich aus ihre gelben Schäfchen und aus sonstige zusammengestoppelte Elemente verläßt Hat sie doch die meisten Hintzebrüder schon entlassen müssen, weil sie nur— Ausschußware lieferten. Selbst ein Häuptling der Gelben hat seine Entlassung erhalten, der beste Beweis, daß es nicht die Elite der Arbeiter ist, die Schar der Getreuen, die der Firma beisteht Die Direktion hat sich den Sckaden selbst zuzuschreiben. Wenn zwei Parteien Verträge abschließen, so ist es die erste Bedingung, daß dieselben von beiden gehalten werden. Das hat die Firma Löwe nicht getan, daher darf sie sich nicht beklagen. Die streikenden Ar beiter sind auch jetzt noch bereit, eine sie befriedigende Einigung herbeizuführen. Der Vertreter des Hirsch-Dunckerschen GewerkvereinS, I o e p h, schloß sich in einer am Sonnabend abgehaltenen Versamm jung den Ausführungen H a n d k e S vollinhaltlich an. Der Fachverei« der Tischler als Streikbrecher« organisation. In der Möbeltischlerei von Schuster, KopernikuSstr. 23, die erst seit kurzer Zeit besteht, verlangten die Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes vom Unternehmer die Anerkennung des allgemein in der Holzindustrie gültigen Vertrages. Verhand lungen führten zu keinem Resultat und so kam es schließlich zur Arbeitsniederlegung. Während die Mitglieder des Holzarbeiter- Verbandes, den Betrieb verließen, blieben zwei Mitglieder des Fach- Vereins als Streikbrecher stehen. Statt nun seine Mitglieder zum Verlassen des Betriebes aufzufordern, vermittelte der Fachverein regelrecht weitere Streikbrecher nach diesem Betrieb. Er ging sogar ö weit, daß er Leute aus anderen Betrieben herausholte und sie zu Schuster hindirigierte. Der Fachverein hat sich damit mit den Gelben auf eine Stufe gestellt, indem er genau wie diese den Streikbruch organisiert. Das Leitmotiv zu diesem Gebaren mag vielleicht darin liegen, daß dieses Vereinchen, das sonst aus den wirtschaftlichen Kampf keinen Einfluß ausüben kann, nun einmal beweisen will, daß es doch, wenn nicht aufbauen, so doch wenigstens zerstören kann. Diesen traurigen Ruhm kann man ihm überlassen. her geübten Grundsätzen zwischen den beiden Organisationen a» 29. Februar beantragt hatten, sind auch bis heute noch nicht ein- geleitet worden. Wir ersuchen daher, den Betrieb streng zu meiden. Auch deK Streik bei der Firma Großmanu, Adlers- hos, Moltkestr. 2, dauert fort. Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin. Lohnbewegung der Cafsangestellte«. Die Sperre über das Cafe Schwedler. Neukölln, Bergstr. 66, und das Cafe Reunion, Rosenthaler Str. 68, ist infolge Bewilligung unserer Forderungen aufgehoben. Cafe Leitmeyer. Petersburger Str. 9t, bleibt nach wie vor für organisierte Gehilfen gesperrt, weil der Unternehmer der Organisationsleitung jegliche Verhandlungsmöglichkeit ab- schneidet.' Achtung, Schuhmacher! In dem Streik der Arbeiterschaft der Firma Pinner Nachf., Rungestr. 22/24. ist bisher noch keine Aenderung eingetreten. Verhandlungen, wie wir sie nach den bis» Der Lohnkampf im Herrenschneidergewerbe. Eine Uebersicht über den Umfang der auf gestern angesetzten allgemeinen Aussperrung läßt sich noch nicht geben. Für Berlin wird diese Matzregel des Arbeitgeberverbandes überhaupt kaum in Betracht kommen, da hier der Streik eine solche Ausdehnung angc- nommen hat, daß eben in der Herrenmaßbranche nicht mehr viel Leute vorhanden sind, die ausgesperrt werden könnten. Allerdings will der Arbeitgeberverband auch die Kostümbranche mit aus- sperren; aber in Berlin sind die Arbeitgeber dieser Branche jenem Verbände nicht angeschlossen und werden deshalb um so weniger geneigt sein, sich das schöne Frühjahrsgeschäft verderben zu lassen. Die Berliner Ortsgruppe des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes für das Schneidergewcrbe hielt am Freitag eine Mitgliederver- sammlung ab, an der auch auswärtige Vertreter in größerer An- zahl teilnahmen. Der Verbandsvorsitzende Schwarz aus Mihi« chen sprach hier den Berlinern Mut zu zum Ausharren im Kampfe und soll, nach dem, was uns mitgeteilt wird, unter anderm erzählt haben, er habe kurz vorher im Hause der Handelskammer einen Regierungsoertreter getroffen und der habe ihm erklärt, die einzig richtige Taktik der Arbeitgeber sei die Generalaussperrung. Ob- Wohl Herr Schwarz sich nun zur Rechtfertigung seiner Aussper- rungstaktik aus diesen weisen Mann von der Regierung berufen konnte, trat ihm aus der Mitte der Versammlung eine ziemlich scharfe Opposition entgegen, und verschiedene Redner meinten, daß es doch wohl besser sei, mit den Arbeitern zu verhandeln, als den für die Arbeitgeber aussichtslosen Kampf fortzusetzen und durch die Aussperrung noch weiter auszudehnen. Auch Herr Kirsch- stein soll nach dem, was wir erfahren haben, sich sehr scharf gegen die Taktik des Hauptvorstandes der Arbeitgeber gewandt haben, obwohl er es doch war, der erst kürzlich im„Berliner Tageblatt" der Oeffentlichkeit klar zu machen suchte, daß den Arbeitgebern der Kampf aufgezwungen sei. Allerdings wurde die Opposition schließ- lich niedergestimmt, und es wurde eine Resolution angenommen, die einigermaßen der Taktik des Haupworstandes entspricht; aber ungefähr ein Drittel der Anwesenden enthielt sich der Stimme. Es hatte noch eine andere Resolution vorgelegen, nach der die Versammlung sich für Anknüpfung neuer Verhandlungen entscheiden sollte, sie kam aber nicht mehr zur Abstimmung. Uebrigens hatte der Hauptvorstand am selben Tage eine Kon- ferenz mit den Ortsvertretern abgehalten, und auch hier soll aus einer Reihe von Orten ein starker Protest gegen die AuSsperrungs- manie der Verbandsgrößen laut geworden sein. , Deutkcbcs Reich. Glasarbeiteraussperrung in Weihwasser. 7sn Weißwasser bei der Firma GelSdorf haben die Glas- arbeiter eines fünfprozentigen Lohnabzuges wegen die Arbeit am 24. Februar eingestellt. Der Arbeitgeberverband hat nunmehr in Weihwasser 20 Proz. der am Ort beschäftigten Glasarbeiter am Sonnabend, den 9. März, die Kündigung überreicht, wenn nicht die Arbeiter bei der Firma Gelsdorf den ihnen angekündigten Lohnabzug annehmen und bei dieser Firma die Arbeit wieder aus- nehmen. Die gekündigten Arbeiter lehnen es ab, auf ihre bei der Firma Gelsdorf bisher beschäftigten Kollegen einzuwirken und so dürften jedenfalls weitere Kündigungen eintreten, so daß die Or- ganisation der Glasarbeiter mit einer Aussperrung in der Glas- industrie zu rechnen hat._ Zu dem Streik beim Norddeutsche» Lloyd wird folgendes ge- meldet: Erneute Verhandlungen mit dem Norddeutschen Lloyd hatten zur Folge, daß die Organisation und das Koalition s- recht anerkannt wurden. Für Ueberarbeit wer- den biz zu 60 Proz. Aufschlag gewährt; außerdem sind sonstige Verbesserungen zugesagt. Heber die seitens des Generalagenten des Lloyd, Herrn Hirsch, verfügten Entlassungen und Maßregelungen soll Ver- ständigung erzielt werden. Die Hafenarbeiter haben in einer am 9. März, nachmittags 3 Uhr. abgehaltenen Versammlung zu diesen Vorschlägen Stellung genommen und einstimmig beschlossen, das Angebot zu akzeptieren und die Arbeit am Montag wieder aufzu- nehmen. Des weiteren beschlossen die Streikenden, auf jede Unter- stützung vom Verband zu verzichten. Die Seeleute, welche bereit waren, sofort in einen Sympathiestreik für die Hafenarbeiter ein- zutreten, haben in einer Versammlung ebenfalls zu den Zuge- ständnissen des Lloyd Stellung genommen und auf ein weiteres Vorgehen ihrerseits verzichtet. Die Hafenarbeiter haben also einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Hetzt* IVachHchtcn. Ehrung des Südpolentdeckers. Christiania, 9. März.(W. T. B.) Die norwegische geo- graphische Gesellschaft beschloß in ihrer heutigen Sitzung, der Rc- gierung vorzuschlagen, Roald Amundsen einen Staatszuschuß für die von ihm geplante wissenschaftliche Untersuchung deS Nordpolarmeeres mit der„Fram" zu gewähren. Gleichzeitig beschloß die Gc- sellschaft. zu gleichem Zweck eine Ration-lsammlung einzuleiten. Ein weiterer Bcrgarbeiterstreik in Böhme«. Brüx, 9. März.(P.-C.) Aus der Zeche„Austria l' sind gestern 300 Bergarbeiter wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Eine Ausdehnung des Streikes auf andere Gruben ist nicht ausgeschlossen. Unfall einer Aviatikcrin. Paris, 9. März 1912.(P.-C.) Die bekannte Aviatikerin Mm- Driancourt ist heute nachmittag gegen 6)4 Uhr auf dem Flugfelde von Jssy des Moulineaur von einem schweren Unfall be- troffen worden. Mm. Driancourt hatte bereits mehrere Runden in 40 Meter Höhe zurückgelegt, als plötzlich der Apparat stark ins Schwanken geriet und bis auf 10 Meter berabfiel. In dieser Höhe konnte die Aviatikerin das Glei-bgewicht wieder herstellen und flog dann weiter, streifte hierbei aber die Bäume, die die Porte de Sevres umgeben. Ter Apparat blieb an einem Baum hängen und die Aviatikerin stürzte zur Erde, wo sie besinnungslos liegen blieb. Sie hat allem Anschein nach schwere innere Verletzungen davongetragen und mußte.ins Hospital geschafft werden. Mm. Driancourt ist Mutter von drei Kindern vor etwa einem halben Jahr verunglückte ihr Mann bei einem Auwmobilunfall tödlich. Flinszrhnsacher Mord. Warschau, 9. März.(P.-C.) In dem Städtchen Floreschta hat sich eine furchtbare Bluttat ereignet. Dort wurde von der Polizei eine ganze Lauernfamilie in ihrem Hause ermordet auf- gefunden. Auch mehrere Arbeiter, die in demselben Hause wohnten, wurden von dem Mordbuben u m g e b r a cht. Im ganzen handelt es sich um 15 Personen, die auf geradezu bestialische Weise abge- chlachtet worden sind. Als Täter wurde der Bauer Wowicnsky ver- haftet, der eingestand, den fünfzehnfachen Mord aus Rache begangen zu haben. Th. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW? Hierzu 6 Beilagen. Nr. 59. �Z9.Iahrglws. 1. Irilnjc to Jsiiitls" Knlim MsM ZoMag, 19. Marz 1913. )Zbgeorcinetenkaus. SS. Sitzung, Sonnabend, g. März. vorm. 11 Uhr. Am Ministertisch v. Breitenbach. Der Bauetat. 2. Tag. Abg. Dr. Röchling(natl.): Wir lehnen den sozialdemokratischen Antrag ab. Wir wollen keine Arbeiterbaukontrol- l e u r e. Die Bedingung der Wohnungsfürsorge für Bauarbeiter auf dem Lande würde die Bauten verzögern. Die Schutzborschriften können nicht für das ganze platte Land verallgemeinert werden. Das kommt für uns n a t ü r l i ch gar nicht in Frage. Der Redner tritt dann für die Mosel- und Saarkanalisierung ein. Minister v. Breitenbach wendet sich gegen diese Befürwortung der von ihm abgelehnten Kanalisierung, für die die Tarifermähi- gungen für Kohle, Koks und Erze und eventuell eine Ruhr-Mosel- bahn vollen Ersatz bringen werde, ohne daß die Staatsbahn den sonst unumgänglichen großen Einnahmeausfall von 33 Millionen erleide. Abg. Lippmann(Bp.s: Die Schiffahrtsabgaben dürfen nicht die ganzen Vorteile der Schiffahrtsverbesserungen erschöpfen. Völlig verkehrt wäre es von uns. durch einen Maas-Schelde- und einen Ems-Weser-Kanal die Entwickelung Emdens zum Handels- emporium und oie Hamburgs zugunsten Antwerpens zu durch- kreuzen. Die Mosel- und Saarkanalisierung wird nicht aufzuhal- ten sein. Die 250 Millionen Bauetat des Rhein-Hannoverkanals sind um 25 Millionen überschritten worden, zumeist beim Grund- erwerb. Wir begrünen die Einstellung von 50 000 M. für Förde- rung der Luftschlffahrt, aber— L u f t s ch i f f a h r t sabga b e n wurden uns die Sache verekeln.(Heiterkeit.) Abg. Dr. Faßbender(Z.) klagt über Mißstände im Sub- MlssionSwesen. Abg. v. Pappenheim(k.): Wir wollen aus den Schiffahrts abgaben niemals eine Einnahme machen, sie sollen nur ein ge» rechter Ausgleich für Austvettdungen sein. Die Kostenüber- schreitungen beim Grunderwerb am Rhein-Hannoverkanal wären vielleicht durch Expropriation zu vermeiden getvesen. Aber wir verstehen es, wie schwer sich jeder von seiner Scholle, von der Stätte, wo wir getauft sind und wo wir das Gelübde erneuert haben, trennt. Und dann mußte doch auch für die Zukunft der- jenigen gesorgt werden, die ihre Scholle verlieren mutzten.(Leb hafte Zustimmung rechts.) Mmister v. Brritenbach: Daß das Schiffahrtsabgabengesetz nur verkehrsfördernde Absichten hat, wird sich bei der für das nächste Jahr geplanten Regulierung der Oder zeigen. Für den Ausbau des Fischereihafens von Geestemünde werden wir immer bereit sein, Mittel zur Verfügung zu stellen. Wenn ich gestern dem Abg. L e i n e r t erwiderte, daß die Bauverwaltung Wert darauf legt, direkt mit ihren Arbeitern ohne Vermittler zu verkehren, so folgt daraus nicht, daß die Eingabe eines Gewerkschaftssekretärs an das Kanalbauamt etwa unter den Tisch fallen müßte. Wir wollen wohl den unmittelbaren Verkehr mit den Arbeitern aufrecht erhalten, aber wir wollen Mängel abstellen, die zu unserer Kenntnis kommen, von welcher Seite es auch sei. Abg. Hirsch-Essen(natl.) polemisiert gegen den Mg. Röchling In Sachen der Mosel- und Saarkanalisation, die nur reichen Leuten, die es gar nicht nötig haben, geben wolle. Abg. Schreiner(Z.): Die Regierung erklärt immer nur, daß der Mosel- und Saarkanal nicht gebaut wird. Lange genug hat man Südwestdcutschland vernachlässigt. Die Tarifermäßigungen können uns nicht bestimmen, den Kampf um Mosel- und Saar- kqnaliiation einzustellen. Abg. Dv Wendlandt(natl.) begründet seinen Antrag, die Wasserbaubehörden zu zentralisieren. Er befürwortet die Kanali- sicrung der Werra. Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Hirsch(Soz.). beantragt, den Antrag Borchardt und Gen. betreffend den Bauarbeiterschutz der Kommission für Handel und Gewerbe zu überweisen. Der UebcrweisungSantrag wird abgelehnt, ebenso gegen die Sozialdemokraten und Fortschrittler der erste Teil des Antrags Borchardt(gesetzlicher Bauarbeiterschutz, Baukontrolleure aus der Arbeiterklasse) und gegen' die Sozialdemokraten allein der zweite Teil(keine Bauarbeiten auf dem Lande vor Erbringung des Nach- weises, daß ausreichende Bauarbeiterwohnungen vorhanden sind, Ausdehnung der Bauarbeiterschutzvorschriften auf das platte Land). Der Antrag Wendlandt wird ebenfalls abgelehnt. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Im vorigen Jahre habe ich auf die außerordentlich schwierigen kleines feuiUetoti. Ein Roman von Wells auf der Bühne. Der auch bei uns in Deutschland vielgelesene Romanschriftsteller Wells, der sich ebenso durch seine utopisch. phantastischen Schilderungen wie durch seine feinen psychologischen Charakterbilder bekannt gemacht hat, ist nun unter die Dramatiker gegangen. Er hat eines seiner vorzüglichsten Werke, den Roman„KippS". zusammen mit Rudolf Besier zu einem Bühnenstück verarbeitet, dessen Uraufführung am Londoner Baude- ville-Theoter. wie berichtet wird, vielen Erfolg hatte. Freilich von der warmen Lebenssülle, die in der Erzählung die Gestalt de« armen Ladenjüngling« und dann durch eine Erbschaft reich gewordenen ParvenuS Kipp? umgibt, ist auf der Bühne nur ein Schatten übrig- geblieben. Dafür wirken die starken Kontraste der Handlung recht eindringlich, denn im ersten Akt sehen wir den bescheidenen Tuch- Verkäufer in seiner wahren einfältigen Naivität, während der zweite Akt den über Nacht Reichgeworeenen in seinem prächtigen Hause in- mitten Mner bunten Gesellschaft vorführt. Und dann steht der reiche Kipps zwischen der vornehmen Dame, mit der er sich verlobt, und dem kleinen Dienstmädchen, das er immer noch liebt, bis er schließ- lick bekehrt und geheilt vom Wahn des Goldes in die Arme seiner braven Jugendliebe Ann sinkt.... Die Motive des RonmnS sind in geschickter Weise für die dramatische Wirkung umgeformt. Die Entstehung der Notenschrift. Eine der schwierigsten Fragen der Mnsilgeschichle ist die über die Entstehung und Entwickelung der Notenschrift, Um sie zu lösen, ha» der ge- lehrte Augustiner I. V. Tbibaut, Mitglied de« Russischen Archäo- koaiichen Instituts zu Koustantinopel. i» der St, Petersburger öffent- lichen Bibliothek frühmittelalterliche Musikhondschriften durchstudiert. Bei dieser Gelegenheit ergab sich, daß dies die reichste derariige Sammlung ist. die sich irgendwo in der Welt findet; wenn bisher now niemand etwas von diesen Schätzen wußte, s» kam das daher, daß die betreffende Abteilung der Bibliothek nicht einmal einen dieser neu aufgefundenen Dokumente ist nun Tbibaut zu Ansichten uekommen, die von Ergebnissen der modernen Musik- aeichichten von Riemann u. Fletscher. beträchtlich abweichen. Wie er in einem im Petersburger Kontervatorium gehaltenen Vortrag mitteilte siebt Tbibaut als Ausgangspunkt der ganzen Entwickelung der Notenschrift die I n t e r p u n k t, o n S z e i ch e n an. die zuerst der heilig- Hi-.o,tymus m d.e Evangelien- und sonstigen sakralen Handschriften einführt-. Anfangs beschrankten sich d.ese Zeichen auf-inen leeren Raum zw'schen den einzelnen Penoden, spater differenzierten sie sich und nahmen eme B.els-stalligke.t an, die sich nur durch die Annahme erklaren laßt,-« handle sich um musikalische Vortragszeichnunaen für den rezmerenden Sanger. All- mählich fing man an, die Zeichen mcht nur am Ende de« Sanes Verhältnisse, unter denen die kleinen Binnenschiffer ihrem Gewerbe nachzugehen haben, eingehend hingewiesen. Es wurde mir damals der Vorwurf gemacht, daß ich leichtfertig Pflicht- treue Beamte des Schmiergeldernehmens bezichtigt hätte. Inzwischen ist mir von so vielen Seiten aus Schifferkreisen Zu- st i m m u n g zu meinen Ausführungen zugegangen, daß ich g a r keinen Zweifel habe, daß meine damaligen Erörterungen den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Der Abg. Fürst zu Löwen stein hat in einer Schifferversammlung auch zugeben müssen, daß meine Anklagen im wesentlichen zu- treffen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Hier im Hause hat er aber nicht Veranlassung genommen, sich auf meine Seite zu stellen. Die Klagen, die ich zu monieren hatte, sind noch immer nicht abgestellt. Nach wie vor leiden die Schiffer unter einer ungeheuren Masse von Polizeiverordnungen und werden bei den geringsten Uebertretungen mit einer Fülle von Polizeistrafen belegt. Um die Ueberschreitung der Geschwindigkeit, auch wenn sie noch so klein ist, festzustellen, hat man ein k o m p l i- ziertes Spionagenetz ausgebreitet. Besonders charakte- ristisch ist ein Fall, mit dem sich gegenwärtig das Schöffengericht Neukölln zu beschäftigen hat. Der Fall ist typisch. Der Schiffs- eigner ist seit Jahr und Tag damit beschäftigt, für eine bestimmte Firma von Berlin nach Neukölln Steine usw. zu verladen. Seine Fahrtdauer beträgt nur etwa% Stunde. Seine Liegezeit 8 bis 14 Tage, je nachdem. Trotzdem verlangt die Polizei, daß er die beiden Leute, die er zu der halbstündigen Fahrt immer neu enga- gieren muß, jedesmal anmeldet. Die Polizeistrasen wegen dieser Bagatellgeschichte find schon auf 200 bis 300 Mark gestiegen.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter leiden die Schiffer außer- ordentlich unter der Erhöhung der Abgaben, z. B. der Schleusenabgaben in Spandau. Auch das Meldewesen der Schiffer soll für Berlin weiter verteuert werden. Herr v. Pappen- heim behauptete wieder einmal, die Schiffahrtsabgaben seien von der Rechten nur gefordert, um den Mißstand zu beseitigen, daß einzelnen Erwcrbszweigen aus allgemeinen Kosten besondere Vor- teile erwüchsen. Das ist zunächst gar nicht einmal der Fall. Er- leichterungen des Verkehrs kommen stets der Allgemeinheit zugute. Außerdem ergibt ein einziger Blick auf die Geschichte der preußischen Kanalvorlage, daß der springende Punkt bei der Stellungnahme der Konservativen die Rücksicht darauf war...(Vizepräsident Dr. P o r s ch ersucht den Redner, nicht zu sehr von dem Titel abzu- schweifen)— ich wollte nur darauf hinweisen, daß ausschließlich agrarische Interessen bei der Forderung der Schiffahrtsabgaben maßgebend gewesen sind, so daß also die Ausführungen des Herrn v. Pappenheim nicht ernst genommen werden können.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts.) Besonders verhängnisvoll ist das Jahr 1011 für die Schiffer gewesen. Zu der Dürre kam das Zusammenbrechen deS OderwehrS an der Neißemündung, das die Schisfahrt auf lange Zeit lahm- legte und im Anschluß daran der Schaden an der neuen Schleuse bei Fürstenberg. Die Sachverständigen erklären, daß nur die völlig« Unzuverlässigkeit der Wasserbaubeamten schuld an diesen schweren Schädigungen der kleinen Schiffer trage. Die Kon» trolle der Wehre ist eine durchaus mangelhafte. Ein Grund ist auch die ungehörige Art, in der diese Wasserbauten bis- her in Submission vergeben worden sind. Die Schleuse ist zweifel- los nicht genügend fundiert worden, wodurch eine Unterspülung möglich wurde. Die nötigen Reparaturen hätten während der Dürre und im Winter erfolgen müssen. Die Regierung.trägt die Verantwortung für diese Vorkommnisse und sie hat deshalb die Pflicht, den Schaden, der den kleinen Schiffern daraus entstanden ist und den sie selbst zu tragen nicht in der Lage sind, ihnen auf Heller und Pfennig zu ersetzen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- krateu.) Wäre unsere Landwirtschaft von einem ähnlichen Unglück betroffen, so wäre längst eine Notstandsaktion größten Stils in Szene gesetzt worden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die kleine Schiffahrt in dieser schweren Weise leidet, so trägt die Regierung und die großen Parteien dieses Hauses die Schuld daran, die die Lasten für die kleinen Schiffer zu sehr erhöht haben.(Unruhe rechts. Zuruf: Wahlrede!) Daher gehen die kleinen Schiffer auch mehr und mehr zur Sozial- demokratie über- Prinz Löwenstein ist mit seinen Versuchen, die Schiffer für die Konservativen einzufangen. gründlich ab- gefallen. Es ist außerordentlich erfteulich, daß die Binnen- schiffer sich jetzt zusammengeschlossen haben, um nach dem Rezept: selbst ist der Mann, zu kämpfen. Sie haben längst durchschaut, daß die Konservativen ihnen erst die schwersten Lasten auferlegen, um sich hinterher als Wölfe im Schafskleid an sie heran- zuschleichen.(Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Die Schiffer wünschen, daß die Notstandsunterstützungen, die eine notwendige Folge der unzureichenden Bauverwaltung der Re- anzugeben(wo sie nur als Gedächtnis-Hilfsmittel für den auswendig Singenden dienen konnten), sondern sie über die einzelnen Wörter und Silben zu setzen. Im neunten Jahrhundert war dieser Zustand sowohl im lateiniscben als im griechischen Sprachgebiet erreicht; aus dem letzteren gelangte die neue Errungenschaft auch in die slawischen gottesdienstlichen Bücher. Im griechisch-slawischen Kulturgebiet entwickelte sich diese Art der Notierung bis zu dem von Thibaut genannten„hagiopolitischen* System, das vom Abendlande übernommen wird und hier.nenmatische" Notierung heißt (10. Jahrhundert). Den Namen leitet Thibaut. abweichend vom bisherigen Usus, von Pneuma— Atem ab. Also Neum«— musi kalische Formel, die mit einem Atemzug gesungen wird. Seit Guido v. Arezzo kommt— zwecks genauer Fixierung der Tonhöhe — zuerst«ine. dann mehrere Linien in Gebrauch. Mit dem Be ginn der Mehrstimmigkeittellung in einer Bürgervereinsmitglieder- verfummlung vorzunehmen— und daß auch erst am letzten Freilag Von Boxhagener GrundbesitzervereiiiSkandidaten hat man bis jetzt auch noch nicht« gehört, in ihren Versammlungen haben es die Grundbesitzer geflissentlich vermieden, über die Wahlen überhaupt zu sprechen: desto heißer wird der Wahlkampf aber am Montag ent- brennen, besonders in Boxhagen wird dies der Fall sein, da hier unseren Kandidaten vom Bürgerverein und Grundbesitzerverein zwei Gegner gegeniiberstehen. Im Bezirk Rumiiielsburg haben sich Bürgervereinler und Grund- besiyer gepaart und den bisherigen Grundbesißerverrinsverireter Eigentümer Borkmann als gemeinsamen Kaiididaten ausgestellt. angeblich soll dieser gemeinsame Koudldat ehrenwörtlich versprochen haben, für alle Forderungeil de« BürgervereiuS in der Gemeinde- Vertretung einzutreten und zu stimme». Parteigenossen, erscheint daher nicht uur vollzählig zur Wahl. sondern tretet auch Mann für Mann zur Wahlarbeit an. Keiner darf fehlen. Ober-Schöneweide. An die christlichen Wähler wendet sich ein Flugblatt de? ZentruniSwahlverein» wegen der am heutige» Sonntag stattfindenden Gemeindevertreterwahl der dritten Klasse. Es wird darin die betrübende Tatsache mitgeteilt, daß die Sozialdemokratie gewaltig angewachsen sei. Da nun von Bebel erklärt sei. daß diese Partei die Republik und die G o t t l o s t g- k e i t erstrebe(68 ihrer Reichstagsabgeordneten seien bereit« kon- fesflonSloS), so sei der christliche Glauben und da? Christentum i» Gefahr. Alle Mutigen und Unerschrockenen werden aufgefordert, den Kandidaten der ZeiitriimSpartei ihre Stimme zu geben. Vielleicht tut der ZentrumZwahlverein. der so genau die kon- fesfionSlosen sozialdemokratiichen Abgeordneten ermittelt hat, ein i übriges und macht einmal Feststellungen darüber, wie oft die tief- . religiösen Abgeordneten des Zentrums dmch ihr«er« halten der christlichen Lehre zuwider gehandelt haben; Unwipenden im Zentrumsverein mögen die Kapitel: Lebenvmtttelver-- teuerung und Steuerabwälzung auf die A r m e n als Unterlage dienen. Bei freundlicher Uebermittelung des Ergeb- nisses würde der sozialdemokratische Wahlverein gern Drucklegung und Verbreitung dieses wirkungsvollen Flugblattes übernehmen. Die Arbeiterschaft wird bei der Heuligen Wahl zeigen, wie fiS eine solche Agitation einschätzt; es darf keiner fehlen. Nirdcr-Schöithaiiseu. Mit einer Zersplitterungskandidatur treten mehrere Mitglieder der hiesigen freiwilligen Feuerwehr durch Auf- stellung des Oberkeuerwehrmaiines Zuther in den Wahlkampf. Ar- beiter! Parteigenossen I Laßt Euch durch diese Kandidatur nicht irreführen, sondern gebt heute Eure Stimme den Kandidaten der Sozialdemokratie: Ernst H e l l r i ch und Johannes H i e g e. Ai� bettet so, daß es erst zu keiner Stichwahl kommt. Wahlzeit von 13 bis 5 Uhr. Wahllokal: Restaurant Liedemit(an der Kirche). Hohcn-Schöllhauscu. Ein letztes Wort an die Wähler richtete in der am Freitag bei Reyher stattgefundenen Gemeindewähler- Versammlung Genosse P. D u p o n t. Vor Eintritt in die DiS» kussion gab der Vorsitzende Genosse Kin tz e bekannt, daß er sich gezwungen sehe, seine Kandidatur zur Gemeindevertretung zurück- zuziehen, da sein Grundbesitz nicht gerrügt, ihm die Eigenschaft als Angesessener zu geben. An seiner Stelle empfahl er im Namen der Organisalio« den Genossen H e r s ch l e b, welcher einstimmig auf- gestellt lourde. Der anwesende bürgerliche Kandidat Dr. Goldberg suchte für seine Wahl Stimmung zu machen, doch wurden ihm von allen Seilen Absagen zuteil. Zun, Schluß forderte der Vorsitzende die Anwesenden auf, dafür zu sorgen, daß unsere Genossen Max Obermeier und Emil H e r s ch l e b am heutigen Sonntag mit großer Mehrheit gewählt werden. Kandidat für die zweite Ab- teilung, welche am Montag wählt, ist der Genosse Wilhelm B r i e g e r. Mühlcnbeck. Die ErgäitzuiigSwahlen zu der Gemeindevertretung für die dritte Klasse findet am Montag, den 11. März, nach- mittags von 2 biS 5 Uhr statt. Soll uns der letzte Sitz in der Ver- tretung nicht verloren gehen, so mutz die Arbeiterschaft MühlenbeckS auf dem Posten sein, an der Wahlurne erscheinen mid ihre Stimme für den Kandidaten der Sozialdemokratie, den Genossen Adolf B ärsch, abgeben. Petcrshagcn bei Fredersdorf. Heute Sonntag, den 13. März, finden die Gemeindevertreterwahlen statt. Gewählt wird in der dritten Klasse von 1—3 Uhr(Ersatzwahl), Kandidat Paul Kranich. Schriftsetzer, und von 3—6 Uhr. Kandidat Ferdinand Hermer- s ch m i d t, Eigentümer; in der zweiten Klasse von 5—6 Uhr: Kandidat Max R a ck o, Stuklateur. Versäume niemand, sich an der Wahl zu beteiligen. Wenn jeder seine Pflicht erfüllt, so kann der Ausgang für uns nicht zweifelhaft sein. Insbesondere sei darauf aufmerlsam gemacht, daß i» der dritten Klasse zwei Wahlgänge statt- finden. Mit den erbärmlichsten Mitteln arbeiten die Gegner, um uns den Weg ins Dorfparlament zu verlegen. So erhielten am Sonnabend, gestern, einen Tag vor der Wahl, mehrere hiesige Geschäfts- leute ein Rundschreiben, in dem sie aufgefordert werden zur Angabe eines Grundes, weshalb sie den liberalen Kandidaten nicht wählen. .Wenn dieses nicht geschieht und Sie nicht zur Wahl kommen, dann kommen andere liberale Wähler auch nicht mehr zu Ihnen' heißt es dann weiter. Und solche.liberale" Sippschaft getraut sich bei jeder Gelegenheit über den angeblichen Terroriömu» der Sozial- demolratte zu zetern. An den Parteigenossen liegt e», durch emsige Arbeit am heuligen Wahltage den Kandidaten der Arbeiterschaft zum Siege zu verhelfen und damit zugleich den liberalen Terroristen die richtige Äiitworl auf ihre niederträchtigen Machinationen zu geben. Daruni auf zur Wahll Groß-Lichterfelde. Mittwoch, den 13. März, nachmittags von 3-�-8 Uhr, findet die Wahl der 8. Abteilung statt. Der t. Bezirk wählt bei Henning, Jungferustieg; der 2. bei Hertel, Zehlendorfer Straße, und der 3. in Wolf« Kasttio, Biktortaplatz, Vergesse niemand sich mit Legitimation z» versehen! Kandidaten der Sozialdemokratie sind im 1. Bezirk: Adolf Neumann. Vergolder; 2. Bezirk: C. Wenzel, Expedient; 3. Bezirk: Otto Osburg, Holzarbeiter. Heute Sonntag, nachmittag» 2 Uhr, bei Erpel, Berliner Straße 129: Gemeindewählerversammlung. Stralau. Am Freitag, den 15. d. M., nachmittags von 5 bis 7 Uhr. findet die Gemeindevertreterwahl in der dritten Klasse statt. Der Kandidat der Sozialdemokratie ist Redakteur Alberl G e b e ü Das Wahllokal befindet sich Att-Stralau 5, bei Steimke. Am Dienstag, den 12. März, abends 8 Uhr, erfolgt eine Flug- blattverbreitung zu der am 14. März, in der Alten Taverne, Alt- Stralau 25, stattfindenden öffentlichen Wählcrverfammlung. Hcrmödorf bei Berlin. Heute Sonntag, den 13. März, von 2 bls S'.z Uhr, findet die Gemeindevertreterwahl für die dritte Klasse statt. Unser Kandidat ist der bisherige Vertreter, Genosse Heinrich S o h r a u« r. Die Gegner machen verzweifelte«nstreu- gungen, um uns das Mandat zu rauben. Sache dcr Arbeiterschaft muß e» jedoch sein, ihr Vorbaben zunichte zu machen. Trete daher jeder rechtzeitig an, womöglich vor 2 Uhr. dann wird eS uns trotz der«nstreiigungen der Gegner gelinge», unseren bewährten Genossen. den Stukkateur Heinrich Sohrauer. mit großer Mehrheit wieder ur die Gemeindevertretung zu wählen. Eue der frauenbenegung. Die Frau iu der Unfallstatistik! Die wachsenden gesellschaftlichen Lasten der ffraum finden ihren Musbruck auch in der Unfallstat.stik. Wir meinen natürlich nicht die gesellschaftlichen.Lasten" der Damen mit den Toileltesoraen. Kon- zert- und Theaterbesuchen. Reisen. Bällen und dergleichen mehr sondern die Lasten der Arbeit. Wie die Qualen der geisttöleitden. zer- mürbenden Erwerbsarbeit kostet die Frau auch die mit uiihci.nlichcr Präzision und Schärf« fungierende Steuerschraube und sie bleibt von den Blutopfern, dargebracht auf dem Altare der Industrie, nicht der- schont. Bekannt ist schon, daß die Zahl der entschädigung�flichtigen Unfälle abgenommen hat. obwohl dir Zahl der Unsälle liberhaupt gestiegen ist. Die Ursache der für die zahlenden Unfallberuf«. genossenschaften erfreulichen Erscheinung, die aber manchen Krüppel mit seiner Familie in Verzweiflung letzt, ist bekannt. Wer hätte nicht schon von den Schrecken der Renlenquetscherei gehört?' Be- merkenswert ist nun in der Unsollfialistik. daß trotz Verminderung der Zahl der ettlschädigu.iqSpfl.chtigen Unfälle, die der'chtvcr ver- letzten Arbeiterinnen ziemlich beträchtlich zugenommen hat. In einer Geiamtüberstcht stellen wir hier die absoluten Ergebnisse zusammen. Es betrug die Zahl der Unfälle bei den gewerblichen Lerufsgenossen- chaften:_• Von den Schwerverletzten warm Erwachsene Jugendliche mäiinl. weibl..männl. weibl. 45 688 1 712 1 WO 185 66148 2 509 2 274 296 63 801 2 811 2 319 233 Die Zahl aller Verletzten ist andauernd gestiegen, dagegen die der Entschädigten seit 1836 zurückgegangen. In diese Bewegung ist die weibliche Arbeitskraft nicht mit eingeschlossen. Bei den Jugend- lichen hat die Einschränkung der ungehemmten Ausbeuttingssreihett in der Unfallstatistik einen Stillstand verursacht. Bei der Wertung der Ziffern muß berücksichtigt werden, daß in den verschiede» große», aesonderS unfallgefährlichcu Berufen die Frauenarbeit fast gänzlich au-Zgcschaltei ist. Dahin gehört der Bergbau, die Großetsenindustrie, da« Verkehrswesen und zum größten Teile auch das Baugeweebe. Somit bekommt die Zunahme»er Unfälle erhöhte Bedeutung. Eine Ent- Jahr Ueberhaupt schädigung». pflichlig 1839 298 918 49 175 1906 449 908 7i 227 1910 484 097 69 811 Darstellung der Anteile der verschiedenen Gruppen an dem Gesamt-| der Unglüdsziffern stehen Verminderungen gegenüber. Das läßt lich größer als wie in der gewerblichen Warenerzeugung. An der berhältnis gibt das folgende Bild. An der Gesamtzahl der ent- darauf schließen, daß die Unfallverhütung der Einheitlichkeit entbehrt. Gesamtzahl der schweren Unfälle waren die erwachsenen Arbeiterinnen schädigungspflichtigen Unfälle waren prozentualiter beteiligt: Gewöhnlich schiebt man ja den Arbeitern die Schuld am Unfalle zu, im Jahre 1899 mit 28,3 Broz., 1906 mit 80 Proz. und 1910 mit Männliche Weibliche Männliche Weibliche es ist aber doch schwer anzunehmen, daß die Unvorsichtigkeit in den 30,5 Proz. beteiligt. Diese Ergebnisse geben übrigens eine nette Jahr Erwachsene Erivachsene Jugendliche verschiedenen Landesteilen so sehr von einander abweicht, daß sich Jllustration zu dem von den Agrariern zu gern angewandten Schlagdaraus die Differenzen erklären fönnten. Eine bedeutende Zunahme wort: Die Frau gehört ins Haus! Es soll bloß Gültigkeit haben, der Unfälle läßt sich konstatieren bei der Lagerei- Berufsgenossenschaft, wenn die Frauen Rechte verlangen, sonst heischt das Profitinteresse: bei der Buchdrucker- Berufsgenossenschaft, in der Bekleidungsindustrie, Sinaus mit ihnen in das feindliche Leben harter Fron! dem Nahrungsmittelgewerbe und der Papierverarbeitungs- sowie der chemischen Industrie. 1899 1906 1910 92,81 92,87 92,19 8,48 3,52 4,05 3,33 3,19 3,34 Jugendliche 0,37 0,41 0,41 Arbeiter- Samariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. Montag 2. Abt. bei Dase, Brunnenstr. 154, abends 8, Uhr. Schöneberg. Donnerstag bei Boschmann, Borbergstr. 9, abends Neukölln. Jeden 1. und 3. Freitag im Monat: Jdealpassage, We ichselstr. 8, abends 81%, Uhr. Am meisten beteiligt bei der Produktion weiblicher Krüppel find die nachstehenden Berufsgenossenschaften( wir geben dabei die Zahl der Schwerverletzten Erwachsene und Jugendliche zusammen Eine ähnliche Entwickelung wie bei den gewerblichen Berufsaus dem letzten Jahre und für 1899 dazu in Klammern an): Chemische Industrie 182( 70), Leinen- Berufsgenossenschaft 75( 84), Nord- genossenschaften, wenn auch nicht in derselben Schärfe zuungunsten deutsche Textil- Berufsgenossenschaft 153( 146), Süddeutsche Textil- hältnisse in der Landwirtschaft. Die landwirtschaftlichen Berufs- 8%, br. der weiblichen Arbeitskraft, zeigt sich bei einer Betrachtung der VerBerufsgenossenschaft 105( 60), Schlesische Textil- Berufsgenossenschaft 35( 65), Textil- Berufsgenossenschaft Elsaß- Lothringen 69( 72), Rhein. genossenschaften verzeichneten Unfälle: Westfälische Textil- Berufsgenossenschaft 98( 96), Sächsische Textil- Berufsgenossenschaft 259( 307), Papierverarbeitungs- Berufsgenossenschaft 202( 98), Nahrungsmittel- Industrie- Berufsgenossenschaft 199( 80), Bekleidungsindustrie Berufsgenossenschaft 192( 95), BuchdruckerBerufsgenossenschaft 151( 58), Lagerei Berufsgenossenschaft Absolut und im Verhältnis zu den verlegten Männern ist die 218( 61). Die Entwidelung ist bei den Genossenschaften derselben Industrien( Textilindustrie) sehr verschieden. Erheblichen Steigerungen Zahl der schwerverleßten Arbeiterinnen in der Landwirtschaft erheb = V Jahr leberhaupt 107 861 144 289 131 671 Entschädi gungspflichtig 51 287 61 887 56 528 1899 1906 1910.. Von den Schwerverletzten waren Erwachsene männl. weibl. 34 945 14 526 40 945 18 443 37 157 17 167 Ravon Seife Jugendliche männl. weibl. 1349 422 1802 697 1641 566 Spandau. Jeden Mittwoch bei Peczilis, Pichelsdorfer Straße 5, abends 82 Uhr. Mariendorf. Jeden 1. und 3. Montag im Monat bei Löwenhagen, Chausseestr. 27, abends 82 Uhr. Now awes. Jeden Montagabend 8 Uhr. Schöneweide. Montagabend 8%, Uhr, Stemensstr. 1. Friedrichshagen. Jeden Donnerstagabend 81%, Uhr im Jugendheim, Friedrichstr. 60, 2. Hof. Neue Mitglieder können an den Rebrabenden eintreten. повой #eignszof moonsboM 30. eine neuartige Haushaltseife von fabelhafter Waschkraft. motnojen bu nodi In der Deutschen Seifensieder Zeitung, dem hochbedeutenden und ältesten Fachblatt der Seifenbranche, liest man in der Nummer vom 18. 12. 1911 unter anderem: adbellens bg ind oe.S Kavon- Seife asdesof! ".... Die Waschkraft der Kavon Seife ist unbedingt der jeder Schmierseife und Kernseife überlegen, sowohl was Fettgehalt als auch Schaumkraft und Ausgiebigkeit anbelangt. Ebenso ist bekannt, daß Kaliseifen beim Waschgebranch milder wirken Bsdeaof und sowohl die Faser als auch die Farben weniger angreifen." JisxudnenomenA molbou oe.8 Jos do Unseres Wissens ist es bisher noch nie bagewefen, daß ein solches Urteil über eine Waschseife ganz unpartetisch und unaufgefordert in einer so hervorragenden Fachzeitschrift zum Ausdrud gekommen ist. Es ist jeder Hausfrau aufs dringendste anzuempfehlen, unbedingt einmal einen Versuch zu machen, und sie soll zu diesem Waschversuch empfindlichere oder besonders verschmutzte Sachen nehmen. Man wird die Wäsche nicht wiedererkennen, so schön ist sie geworden. Ein Stück Kavon- Seife( Preis 20 Pfennig) genügt zu diesem Waschversuch vollständig. Mit einem Stück Ravon- Seife tann man einen ganzen Haufen Wäsche und andere Sachen waschen.( Achtung! Die Kavon- Seife gibt sofort Schaum. Starkes Aufdrücken wie bei anderen Seifen ist unnötige Verschwendung! Bei richtiger Behandlung muß man mit halb so viel Seife wie sonst auskommen.) Wer mit Kavon- Seife einmal gewaschen hat, nimmt keine andere Seife wieder. Die neuen Modelle Leiser Schwerz Samt reinster Chromlackbes Orig: Goodi: We re 12 50 Chromlak mit breirer Kravattenschleife 6 90 Lo Chromlack Bes: auch m Heinigorn insole. Orig: Goody: Well 12.50 Leiser 5amtkalb m. Kalblackbes: Orig: Goody: Well 10 90 200- loisgt 春 4200 Frühjahr Leiser 1912 Tauentziensfr: 20 Oraniensfr: 34. Königstrasse: 34 Müllerstrasse 3a Leipzigersfr: 65 Neukölln Bergsfr Oranienstr: 47a Friedenau Rheinstel Haupfpreislagen får mod: Herren& Damen- St 85 1050 1250 15 50 Rationelle Kinder- Stiefel unsere Einsconungs- Stiefel sind unfer Berücksichtigung der. mod Hygiene aus bestem Material hergestellt. Hauptpreislagen: 595 690 790 875 100 nedel dop AKB4 0000 Chromlade Besatz m. 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Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei a. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Hr. 59. 39. Zahrgavg. 2. ßfünjt Ks Jonörtf ßfrliiift WKsdIM Sollntag. 10. Marz 1912. Die SmäecKung cles Südpolo. Smundscns Bericht. »Daily EHronicle' druckt Sonnabendmorgen den Kabelbericht von Roald Amundsen über seine Fahrt zum Südpol ab, der„Hobart, den achten März, elf Uhr zwanzig Minuten vormittags" datiert ist. Er lautet: Die Borbrreitungsrxpedition. Am 10. Februar fingen wir an, den Weg nach dem Süden einzuschlagen. Vom tü. Februar bis zum 11. April waren wir damit beschäftigt, drei Lebensmittelnieder» lagen zu errichten. Unser ganzer Lebensmittel» Vorrat bestand aus zweitausendsechshundert Kilo- gramm und elfhundert Kilogramm Fletsch. Die Depots wurden in folgenden Abständen errichtet: Das Fleisch wurde an sicheren Orten auf dem 80. Breiten» grade untergebracht, einen Proviantvorrat von IVO Kilogramm verbargen wir auf dem 81. Breitengrade und den Rest auf dem 82. Breitengrade. Da in den öden Regionen keine Wegzeichen vorhanden waren, mit deren Hilfe wir die Deposorte hätten wieder- ftnden können, so kennzeichneten wir die betreffenden Stellen, indem wir in Entfernungen von sieben Kilo- meiern Flaggen nach Osten und Westen eingruben. Die Oberfläche und der Zustand des Ei sehr gut, gleichmäßig und glatt und eignete züglich für die von uns mitgeführten Hundes Am 16. Februar begann die Fahrt, über äußerst befriedigt waren. Trotzdem jeder Schlitten nur von sechs Hunden gezogen wurde und ein Gewicht von 31X1 Kilogran, m trug, legten wir an diesem Tag die ansehnliche Strecke von Ivo Kilometern zurück. Unser schnelles Vordringen war dem Umstand zu versanken, daß das Eis keine Risse hatte. Di« Bahn war spiegelglatt. Außerdem wurden wir durch einen leichten Wind, der im Rücken wehte, gefördert. Rur späterhin stießen wir auf zwei Eisrisse, die wir mit unsere Hunde Futter. Vom 82. bis zum 83. Grad konnten wir die Reife eine Vergnügungsfahrt nennen. Der Boden war ausgezeichnet und äußerst günstig für die Schlitten. Die Tempera- tur war so gut, wie man sie in dieser Gegend der Erde nur wün- scheu konnte. Mit großer Leichtigkeit drangen wir weiter vor. Am S. November sahen wir die Fortsetzung de» Ge° birges von Süd-Viktoria-Land, das Shackleton auf seiner Karte als eine Gebirgskette bezeichnete, die sich von Süd- osten bis �um Beardmore-Gletscher erstreckt. Am selben Tage er- reichten w,r den 83. Grad, wo wir unser viertes Depot errichteten. Am 11. November machten wir die interessante Entdeckung, daß die es war ich vor- chlitten. die wir schlechter und rissiger wurde, so daß wir nun nicht mehr so große Strecken zurücklegen konnten. Da« Wetter war ungemein schön. Ein« leichte Brise wehte ständig. Unsere Stimmung war daher eine ausgezeichnete. Die niedrigste Temperatur bei den von uns errichteten Depots verzeichneten wir am 4. März 1S11 mit 45 Zentigrad unter Null. Im Winterquartier. Vor Beginn des WinterS hatten wir in unseren Riederlagen einen Yleischvorrat untergebracht, der genügte, um mit unseren 110 Hunden davon leben zu können. Wir richteten acht Zelte für die Hund« ,in,— eine Art Schneehütten, die durch Leinwand» zelte geschützt waren und die den Hunden«ine warme Unterkunst gewährten. Nachdem wir so für die Tiere gesorgt hatten, dachten wir an unS. Gegen Mitte April ist unsere feste kleine Hütte fast ganz mit Schnee bedeckt. Vor allem hatten wir Luft und Licht notwendig. Eine Lampe von LOS Kerzenstärke gab uns ein vortreffliches Licht. und eine vorzügliche Ventilationsvorrichtung gab un» nur die Luft. die wir brauchten. In unmittelbarer Verbindung mit unserer Sütte, im Eise begraben, befinden sich die Werkstätte. Holzvorrat. el. eine gewohnliche Badewanne, ein Dampfbad und Beobachtung»« instrumente. Für den Fall also, daß es draußen zu kalt oder zu stürmisch war, um auszugehen, hatten wir alles zur Hand und unter Dach.... Am 22. April verließ unS die Sonne, um erst vier Monate später wieder zu erscheinen. Den ganzen Winter benutzten wir dazu, um unser Gerät vollständig umzugestalten. Die» war für die Errichtung von Depots bestimmt und zu schwer für die glatte Eisfläch«. Im übrigen trieben wir soviel wissenschaftliche Arbeiten, wie e« unsere Zeit erlaubte, und machten vor allein einige merkwürdig« meteorologische Beobachtungen. Während des Winter? fällt wenig Schnee, obwohl wir uns in der Nähe des offenen McereS befinden. Jedenfalls erwarteten wir höhere Temperaturen. Doch blieben diese sehr niedrig. Füns Monate lang konstatierten wir zwischen 50 und 60 Grad unter dem Nullpunkt. Dcr�käl teste Tag war der Ig.�Augush wo wir Shackleton erreicht hatte. Hier machten wir noch einmal Auf« enthalt, um unser letztes Depot anzulegen. Vom g. Dezember an ging unsere Reise eintönig und ohne alle Zwischenfälle weiter. Wir erreichten am 10. Dezember 88 Grad 56 Minuten, am 11. Dezember 89 Grad 15 Minuten, am 12. De» zember 89 Grad 30 Minuten, am 13. Dezember 89 Grad 45 Mi» nuten. BiS dahin stimmten unsere Beobachtungen und Berechnungen vollständig überein mit unseren Annahmen, und wir schlössen daraus, daß wir am 14. Dezember den Südpol erreichen muhten. Am Südp-l. Am Nachmittag dieses Tages wehte ein leichter Wind aus Südost, und die Temperatur war 32 Grad unter Null. Die Bodenverhältnisse waren ausge- zeichnet. Die Schlitten glitten mit großer Geschwindig- keit über die spiegelglatte Bahn. Der Tag endete ohne Zwischenfall und um 3 Nhr machten wir Halt. Nach unserer Berechnung hatten wir endlich unser Ziel erreicht. Wir versammelten uns um die norwegische Landesflagge. Alle Hände umfaßten die Fahnenstange, und als wir die Fahne in den Boden pflanzten, tauften wir das Plateau, auf dem wir am Südpol die Flagge hißten:„König Haakon VII.- Land". Wir alle waren tief bewegt. Dieser Augenblick erschien uns als der größte unseres Lebens. Noch am selben Tage errichteten wir einige Hütten und begannen sofort mit unseren geographischen Berech- nungen. Dabei stellte es fich heraus, daß wir uns er st auf dem 8 9. Grad 55 Minuten b«- fanden. Zur Erreichung des eigentlichen Pols hatten wir noch eine Strecke von 9 Kilometern zurückzulegen. Am 16. Dezember gelangten wir am Südpol an. Der Pol befindet sich auf einem weiten fast glatten Plateau, das wir das Plateau König Haakon nannten. Der südlichste Punkt der Erde ist von einer unendlichen glatten Eisfläche um- geben. Dem Auge bietet sich kein Ziel. Ringsum ist alles Eis und Wüste. Es herrschte bei unserer Ankunft eine Totenstille. Kein Hauch bewegte die Lust. Eine unheimliche Grabesstille umgab uns. Wir verbrachten einen angenehmen Tag bei strahlendem Sonnenschein. Vier Teilnehmer der Expedition waren den ganzen Taa über mit Beob- achtungen beschäftigt. EinS ist sicher, wir sind dem Sudpol so nahe gekommen, wie eS mit den un» 00 Grad unter Rull hatten. Da» Wetter war äußerst still. Am 1. Aggust hatten wir 54 Grad unter Null mit einer Windstärke von 9 Metern, am 17. August 58 Grad unter Null und eine Wind- stärke von 6 Metern, Die Durchschnittstemperatur für da» Jahr war 26 Grad unter Null. Wir erwarteten einen Orkan nach dem anderen, haben aber nur zwei mäßige Stürme durchzumachen ge. habt. In allen Richtungen bemerkten wir häufig prächtige Süd- lichter. Unser gesundheitliches Befinden war den ganzen Winter hindurch vorzüglich, und als am 24. August die Sonne wieder zum Vorschein kam, beschien sie Leute, die an Geist und Körper gesund waren und vollkommen bereit für die Aufgabe, die ihrer harrte.. Erst gegen Mitte Oktober hielt der Frühling seinen Einzug. Seehunde und Vögel stellten sich«in. Die gewöhnliche Temperatur mar zwfschen 20 und 30 Grad. Unser erster Marschplan wurde abgeändert. Nur fünf Leute sollten die südliche Richtung nehmen, die drei anderen sollten gegen den Osten vorgehen, um daS König Eduard VII.-Land zu suchen. Diese Expedition War nicht in unserem ersten Plan ein- begriffen gewesen. Doch da die Engländer nicht, wie sie vorhatten, diesen Punkt im vergangenen Sommer erreicht hatten, waren wir der Ansicht, daß wir nichts Bessere» tun könnten, als selbst diese Reise zu unternehmen. Auf dem Wege zum Südpol. Am 20. Oktober brach unser Zug gegen Süden auf. Wir waren unser 5. Wir hatten 4 Schlitten und 52 Hunde und führten Lebens, mittel aus vier Monate mit un». Alles war in vorzüglicher Ver. fasiung. Wir hatten beschlossen, den ersten Teil unserer Fahrt mit der größtmöglichsten Gemächlichkeit zurückzulegen, um unsere Hunde zu schonen und zu gleicher Zeit unS einzuüben. Am 23. Oktober erreichten wir unsere Niederlage auf dem 80 Breitengrade und verfolgten unseren Weg«n gerader Richtung tröd dcS dichten Nebel». Zuweilen irrten wir unS um zwei oder drei Kilometer. Doch fanden wir die richtige Fährte wieder dank den Fahnen, die wir bei unseren Depots aufgepflanzt hatten, und erlitten kcinc Tchwierigkciten.„.,>- r- Nach einem Rasttage, an dem w>r unseren Hunden sovtel See- hundfleisch gaben, wie sie nur verzehren konnten, drangen wir am 26. Oktober weiter vor. Die Temperatur blieb unverändert zwischen 20 und 30 Grad unter Null. Wir hatten un» vorgenommen, nicht mehr al» 20 bi» 80 Kilometer am Tag zurückzulegen, saben jedoch bald ein, daß unsere starken und energischen Hunde mehr leisten konnten.~. Nach dem 80. Breitengrad begannen wir Cairns(Steinmauern in Manneshöhc) als Wcgmarken für die Rückreise zu bauen. Am 31. Oktober haben wir unser Depot am dl. Breitengrad erreicht, einen Tag gerastet und unseren Hunden soviel Futter ge- geben, wie sie vertilgen konnten. DaS Depot am 82. Breitengrad wurde am 5. November erreicht, und für daS letzte Mal bekamen �munäsens Züljpol-txpeöftmn. Eisbarriere, die von Rock entdeckt war, im Südosten an einer Bucht im 86. Grad südlicher Breite und 163. Grad östlicher Länge endete. Am 13. November erreichten wir den 34. Grad, wo wir noch eine Niederlage anlegten. Am 17. November wurde der 35. Breiten- grad erreicht. Die? ist der Punkt, wo daS Land unmittelbar an die kolossale Eisbarre grenzt. Dt« EiSbergklippen, die fich vor un» erhoben, hatten in der ersten Reihe eine Höhe von 600 bis 3000 Metern. Weiter im Süden waren zedoch Bcrgkuppen, die eine Höhe von 4500 Metern und darüber haben. Am nächsten Tage begannen wir unseren Anmarsch auf die A l e t s ch e r. Der erste Teil des Aufstieges war ziemlich leicht, da e» nur schwach bergan ging. Unsere vorzüglichen Hunde hatten die erste Etappe ohne die geringste Anstrengung zurückgelegt. Bei unserem weiteren Vorgehen hatten wir mehrere Gletscher zu überschreiten, die zwar klein, aber sehr steil waren, so daß das Vordringen sehr erschwert wurde. Hier begannen erst eigentlich die Schwierigkeiten des Ausstieg». Wir waren gezwungen, 20 Hunde Vorspann vor einen Schlitten zu nehmen, um nur langsam vor- dringen zu können, und mußten so die Schlitten nacheinander hinaufziehen lassen. Die Eisberge waren so st e i l, daß wir unseren Gletscherspieß benutzen mußten. Einige große Eisspalten nötigten uns, einen Umweg zu machen. Den ersten Tag stiegen wir, der schier unüberwindlichen Hinder- nisse wegen, nur 600 Meter. Am folgenden Tag, wo wir über kleinere Gletscher vordringen mußten, bewältigten wir 371 Meter. Am dritten Tag jedoch mußten wir wieder umkehren, da wir auf einen Rtesengletschcr trafen, dessen Uebersteigung eine Unmöglich- keit war. Der andere Tag brachte den längsten und umständlichsten Aufstieg, den wir gehabt haben. Wir mußten versuchen, große un- übcrschrcitbare Eisspalten zu vermeiden. Wenn die Gletscher auch unbeweglich waren und wir annehmen konnten, daß die Eisspalten mit Eis ausgefüllt waren, so galt e» doch, die größte Vorficht an- zuwenden, da man infolge dcS Schnee?, der die Risse verdeckte, die Tiefe der Spalten nicht ermessen konnte. An diesem Abend schlugen wir unfere Zelte in einer sehr malerischen Gegend in 1523 Meter Höhe auf. Der Gletscher, auf dem wir unS be- fanden, war eistgeschlossen von zwei anderen Eisriesen, die eine Höhe von 4500 Metern besaßen. Am nächsten Tage erreichten wir eine Höhe von 1760 Metern. ES war ein fast unglaublicher Rekord. Wir mußten 24 unserer braven Hunde töten und behielten nur noch 18 übrig, so daß wir nur sechs kür jeden Schlitten hatten. Wir waren gezwungen, einen viertägigen Aufenthalt zu machen, da das sehr ungünstige und dunkle Wetter jede» Vordringen unmöglich machte. Am 26. November gerieten wir in einen furchtbaren Schnee- stürm, der un» die Aussicht völlig benahm. Wir fühlten jedoch, daß wir bergab gingen. Am folgenden Tag wurden wir von einem außergewöhnlich heftigen Orkan überrascht, der von Schneetreiben begleitet war, so daß wir nur schwer vorankamen. Wir konnten nichts wahrnehmen, so erfroren waren unsere Gesichter. Wenn wir auch in keiner Gefahr schwebten, so war das Gefühl, nichts sehen zu können, von großem Unbehagen. Ter 29. November war ein prachtvoller Tag mit hellem Sonnenschein. Das war glücklicherweise nicht die einzige Ueber- raschung an diesem Tag. Wir entdeckten einen Gletscher, dessen breiter Kamm sich sehr weit nach den» Süden erstreckt und so daS Vordringen bedeutend erleichterte. Am Fuße dieses Gletschers, den wir den„Teufeli-Gletscher" nannten, machten wir noch- malS ein Depot, daS wir mit LebenSmiS�ln für scck>S Tage ver- sahen. Wir brauchten sech» Tage, um diesen Gletscher zu über- schreiten. Der höchste Punkt ist 2740 Meter. Im Nebel gleicht er mit seinen Schneemassen einem gefrorenen Meere. DaS Voran- kommen auf diesem zu Eis erstarrten Meer war keine Annehmlich- keit. Die Eisdecke ist unten hohl und jeder Schritt verursacht einen unheimlichen Widerhall, als wenn man auf leeren Fässern gehen würde. Ein Mann und zwei Hunde brachen an einer Stelle, wo die Teck« sehr dünn war, ein. Am 8. Dezember hatten wir wieder einige Tage schlechte» Wetter überstanden, und e» kam wieder ein herrlicher. sonncnNarer Tag, der unS erlaubte, Beobachtungen anzustellen. Wir befanden un» genau 88 Grad 16 Minuten südlich. Am Nachmittag er« reichten wir den 88. Grad 10 Minuten, den weitesten Punkt, den zur Verfügung stehenden Instrumenten, einem Sex. tanten und dem künstlichen Horizont nur menschen- möglich war, und wir haben das Terrain in einem Umkreise von acht Kilometern umkreist. Wir errichteten ein kleines Zelt. Dem norwegischen Zelte am Südpol gaben wir den Namen Polheim. Der Abstand zwischen unserem Winter- quartier und dem Pol betrug ungefähr 1400 Kilo- meter. Wir hatten also durchschnittlich täg- lich 25 Kilometer zurückgelegt. Die Rückreise wurde am 17. Dezember angetreten. Das Wetter war außer- ordentlich günstig, so daß wir bereits im Januar 1912 in guter Verfassung mit zwei Schlitten und 11 Hunden unser Winter- quartier wieder erreichen konnten. Die wichtigsten Ergeb- nisse der Expedition sind außer der Erreichung des Südpols die Bestimmung der Ausdehnung und des Charak. ters der Roß-Barriere, ferner die Entdeckung einer Verbindung zwischen Südviktoria-Land und wahr- scheinlich König-Eduard-Land und ihrer Fortsetzung in einer mächtigen B e r g k e t t e, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach quer über den ganzen antarktischen Konttnent zieht. Wir nannten die Bergkette Königin-Maud-Berge. TaS Expeditionsschiff Fram kam in. der Walfisch-Bucht am 9. Januar an. Am 16. Januar traf die japanische Expedition in der Walfisch-Bucht ein und landete auf der EiSbarriere dicht bei unserem Winterquartier. Wir der- ließen die Walfisch-Bucht am 30. Januar. Die Reise von dort war ~ M" W" GäMl'» langwierig infolge schlechter Windverhältnisse. nehmer befinden sich wohl. ämtliche Teil- Melden der Antarktis. Bewahrheiten sich die aufsehenerregenden Nachrichten, daß es Amundsen gelungen ist, den Rekord Shackletons zu brechen und die hundert Meilen zurückzulegen, die noch die Helden der „Nimrod" von dein heißersehnten Ziel trennten, dann darf die Er- oberung der Welt als vollendet betrachtet werden, nachdem auch feine fernsten Pole dcS Menschen Fuß betreten. Der Südpol ist m den letzten Jähren zum Mittelpunkt des größten geographischen Interesses geworden; durch Shackletons Tat war die Möglichkeit einer Erreichung des Ziel» nahegcrückt, und so begann denn ein ioahreö„Rennen" nach der Antarktis, an dem sich hauptsächlich Amundsen, der eigentlich zunächst eine Expedition nach der Nord- Polarregion geplant hatte, kdapitän Scott, Oberleutnant Filchner, der Franzose Charcot beteiligten; andere Expeditionen, so von Mawson und von Bruce, standen bevor. Sie all« aber stairden auf de» Schultern ihrer Vorgänger, und der Eroberer des Südpols wird dankbar jener„Helden der Antarktis" gedenken müssen, die länger als ein Jahrhundert hindurch für das Gelingen des großen Unternehmen? Gut und Leben eingesetzt haben. Bis tief in da» großen unbekannten Erdteile? dort ausgesprochen hatte, fabelte man immer weiter von jenem exotischen Südland, das bald als Brasilia inferior oder Terra Magcllanica, bald als das„un- bekannte" oder„noch nicht bekannte" Land Australien in ungeheurer Ausdehnung auf die Karten gezeichnet wurde. Durch die Um- fahrung Australien», die Abel Tasman vollbrachte, verlor vieseS fabelhafte Land immer mehr an Umfang; durch Cooks be- rühmte Umsegelung der Südpolarregion(1772—75) ward es in fein« wahre Gestalt aufgelöst. Wie Professor Hassert in seiner Ge- schichte der Polarforschung ausführt, beginnt mit Cooks epoche- mackender Expedition die eigentliche Entdeckung der Südpolar- gebiete. Freilich, wenn man hier fruchtbare Wunder und reiche Schätze erwartet hatte, so mußt« die Enttäuschung groß sein, denn Cook wies unumstößlich das Ucberwiegcn eines ungeheuren Meeres auf der Südhalbkugel rasch, verwies da» große Südland in das Reich der Fabel und wußte nur von der Armut und Ungastlichkeit der Antarktis zu erzählen. Einen neuen Anstoß gab erst zu Anfang de» 19. Jahrhunderts der hier herrschende Reichtum wertvoller Robbenarten; kühne Robbenschläge,: wagten sich immer weiter vorwärts, um neue Jagd- gebiete aufzusuchen, und diesen zufälligen Entdeckungen der wage» mutigen Fangschiffer verdanken wir zahlreiche geographische Er- gebnisse, die zur Sichtung einer ganzen Reihe von Küsten und Inseln führten. Wissenschaftliche Forschungen lagen diesen Pelz- jäarrn natürlich fern; sie wurden erst wieder in den Vordergrund gestellt von der großen russischen Regierungsexpedi- tio« unter Bellingshausen und Lazarew(1819—21), die zusn ersten Male die unter Schnee und Eis begrabenen Peter l-Jnseln, sowie das unnahbare Alexander I.-Land, das erste jenseits des süd- lichen Polarkreises festgestellte Südpolarland, berührte. Eine neue Epoche, die man die„große Pertode der Südpolarforschung" ge- W Produktionsländer Verein. Staaten von Amerika Deutschland( einschl. Luremburg). Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag: Khrik- Pyriz. Kyrik- Phrib. Mittwoch: Die Fee Caprice. Sonnabend: Khriz- Pyriz. Sonntag: Freitag: Die Jüdin von Toledo. Die Jüdin von Toledo. Montag: Der Probepfeil.( Anfang 8 Uhr.) Schauspielhaus. Sonntagnach Friedrich Wilhelmstädtisches mittag 32 Uhr: Göz von Berlichingen Abends: Das Leutnantsmundel. Montag: Alt- Heidelberg. Dienstag: Der Feldherrnhügel. Mittwoch: Das Leutnantsmündel. Donnerstag: Alt- Heidelberg. Freitag: Zwei glüdliche Tage. Sonnabend: Alt- Heidelberg. Sonntag: Der Bielgeliebte. Montag: Das Leutnantsmündel.( Anfang 8 Uhr.) M Der Probes Schiller- Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: nannt haf, wurde durch die Bahnbrechenden Arbeiten von Gauß woran die zehn Hauptproduktionsländer mit mehr als 125 millionen Die fünf wichtigsten Produzenten kandidat. Abends: Gräfin Lea. Montag: Der Probepfeil. Dienstag: Mittwoch: Emilia Galotti. Donnerstag: Die Wildente. Gräfin Lea. über den Erdmagnetismus und die wahrscheinliche Lage der Magnet- Tonnen beteiligt gewesen find. Sonnabend: Gräfin Lea. Sonntag: Ein waren die Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschland, Groß- Freitag: Ein idealer Gatte. pole heraufgeführt. Auch Gauß und Alexander von Hum boldt, der die magnetischen Beobachtungen auf der Südhalbkugel britannien, Frankreich und Spanien, die etwa 6/7 der Gesamtausbeute idealer Gatte. Montag: Der Weg zur Hölle.( Anfang 8 Uhr.) Sonntagnachmittag 8 Uhr: ins Leben rief, sind Helden der Antarktis", obwohl sie nie die lieferten. Die Produktionsziffern für die Jahre 1907 bis 1909 und Südpolarregion betreten. Drei große wissenschaftliche Erpeditionen für 1910, soweit solche vorliegen, verteilen fich auf die wichtigsten Don Carlos. Abends: Kyriz- Pyrik. Montag: Gräfin Lea. Dienstag: wurden damals ausgerüstet: die nordamerikanische unter Wilkes, Länder folgendermaßen: die das Wilkesland entdeckte, die französische von Dumont d'Urville, die das von zahlreichen Gletschern eingenommene Louis Philippe- Land auffand, und als größte und bedeutendste die englische, deren Held James Clarke Roß alle bisherigen Resultate der Südpolarforschung in den Schatten stellte. Ihm gelang es bis zu der vor ihm nie erreichten Breite von 78 Grad 10 Minuten füdlicher Breite vorzubringen und dem magnetischen Südpol so nahe zu kommen, daß die Magnetnadel eine Neigung bon 89 Grad zeigte. Drei gewaltige Hauptgruppen von Küsten und Inseln, die ungefähr den drei südlichen Festländern. Amerika, Afrika und Australien gegenüberliegen und durch eine gewaltige Eismauer miteinander verbunden sind, waren durch diese drei Erpeditionen festgestellt. Dann aber ward die antarktische Forschung fast fünfzig Jahre lang nur wenig gefördert, bis wieder ein Deutscher, Georg Neumayer, durch unermüdliches Wirken in Wort und Schrift weiteste Kreise auf die hohe wissenschaftliche Bedeutung der Südpolargebiete hinwies. In den neunziger Jahren, als der Gedanke einer deutschen Südpolarexpedition greifbare Gestalt gewann, waren es zugleich hauptsächlich die belgische Expedition unter Adrian de Ger= Iache und die fühne Fahrt des ausgezeichneten norwegischen Gelehrten Borchgrevink, die neue Entdeckungen in der Antarktis machten. Borchgrevink drang bis zu 78 Grad 50 Minuten südlicher Breite vor und überholte damit nach 57 Jahren den äußersten von Roß erreichten Punkt. Am 11. August 1901 trat nun die deutsche Expedition unter Erich b. Drygalski auf dem Schiff„ Gauß" ihre Reise an und erforschte den unbekanntesten Teil der Antarktis. Während die Landentdeckungen bei dem deutschen Unternehmen zurücktraten, waren die wissenschaftlichen Resultate von größter Bedeutung, indem ein Jahr lang systematisch die verschiedensten. geophysischen Erscheinungen beobachtet und planmäßige Lotungen vorgenommen wurden. Kurz darauf brachen fast zu gleicher Zeit die englische Expedition unter Kapitän Scott, die schwedische unter Otto Nordenskiöld und die schottische uner Bruce auf, von denen die Scotts die großartigsten Resultate zeitigte. Scott ge= langen fontinentale Entdeckungen auf siebzehn Schlittenreisen von durchschnittlich 25tägiger Dauer, wie sie vorher keinem Helden der Antarktis gelungen. Während der drei Jahre dauernden Erpedition, die 1904 ihr Ende erreichte, unternahm er drei große Schlittenreisen, von denen die erste ihn bis zu einer Breite von 82 Grad 17 Minuten S. führte. Die schwedische Expedition konnte, obwohl sie in drei Abteilungen zerrissen wurde, doch bedeutende wissenschaftliche Leistungen vollbringen, und ebenso glüdte es Bruce, besonders wichtige ozeanographische Ergebnisse zu sichern. Der schwierige, große Befürchtungen erregende Verlauf der Nordenskjöldschen Expedition rief drei Hilfsexpeditionen herbor, die 1903 abgingen, und von denen nur die argentinische unter dem Kapitän Jrizar zurechtkam, während die schwedische unter Larsen und die französische unter Charcot zu spät eintrafen. Die folgenden Jahre haben dann neue große Borstöße nach dem Südpol gebracht, die in lebendiger Erinnerung sind. An ihnen waren im wesentlichen jene Helden der Antarktis" beteiligt, die schon borher auf den Plan getreten waren, bis ein neuer Mann", Shackleton, den größten Erfolg errang und daurch den Ansporn zu neuen Taten gab, zum Siege. " Aus Industrie und Dandel. Eisenerzgewinnung in den wichtigsten Ländern. Die gesamte Eisenerzgewinnung der Welt erreichte im Jahre 1909 eine Höhe von etwa 130 Millionen Tonnen( zu 1016 Kilogramm), Deutsche, englische und amerikanische Ⓡ Großbritannien. Frankreich. Spanien Rußland( ausschl. Finnland) Schweden Desterreich- Ungarn. Kanada Belgien 1907 27252 23 888 15732 15 031 9 847 9 895 1908 1909 1910 Menge in 1000 Tonnen 51 155 56 890 51 721+) 35 925 25 095 28 248 14 804 15 226 14 250* 11 699 9 737 9123 8645 5268 5 392 5.090 • 4408 4637 3.824 4138 4495 4 384 4548 • 279 212 239 228 311 186 196 121 5463 †) Die Produktionsziffer für 1907 enthält auch noch die als Flußmittel verwendeten Eisenerzmengen. *) Zum Teil Schätzung. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Don Juan. Montag: Die Walküre. ( Anf. 7 Uhr.) Dienstag: Die Zauberflöte. Mittwoch: Der Rosenkavalier. Donnerstag: Joseph in Aegypten. Freitag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Sonnabend: Der Rosenkavalier. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Der Rosenkavalier.( Anfang 72 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der große König. Montag: 1812. Dienstag: Die Quizows. Mittwoch: 1812. Donnerstag: Der große König. Freitag: Freund Friz. Sonnabend: Der große König. Sonntag: 1812. Montag: Der große König.( Anfang 7, Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag bis Donnerstag: Viel Lärm um Nichts. Freitag: Penthesilea. Im Zirkus Schumann: Jedermann. Soun abend, Sonntag und Montag: Viel Lärm um Nichts( Anfang 7, Uhr.) Kammerspiele. Von Sonntag bis Donnerstag: Eine glüdliche Ehe. Freitag: Der Riese. Von Sonnabend bis Montag: Eine glückliche Ehe. Anfang 8 Uhr.) Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Glaube und Heimat. Montag: Gudrun. Dienstag: Glaube und Heimat. Mittwoch: Erde. Komtesse Mizzi. Donnerstag: Gudrun. Freitag: Ein Volksfeind. Sonnabend: Glaube und Heimat. Sonntag: Erde. Kom: esse Mizzi. Montag: Die Stüßen der Gesellschaft.( Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelstudenten. Abends bis nächsten Montag: Große Rosinen.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Torquato Taffo. Abends: Residenz- Theater. Täglich: Alles für die Firma.( Anfang 8 Uhr.) Theater in der Königgräter Straße. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Fallissement. Täglich abends: Die fünf Frankfurter.( Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Walzertraum. Täglich: Wiener Blut.( Anjang 8 Uhr.) Thalia Theater. Allabendlich: Polnische Wirtschaft.( Anfang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das große Geheimnis. Allabendlich: Die Damen des Regiments.( Anfang 8 Uhr.) Neues Operetten- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Allabendlich: Eva.( Anfang 8 Uhr.) Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Francillon. Allabendlich: Das kleine Café.( Anjang 8 Uhr.) Nose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mutter und Sohn. Abends, Montag und Dienstag: Bonaparte und seine Frauen. Mittwoch: Der Spielteufel. Von Donnerstag bis Montag: Bonaparte und seine Frauen. ( Anfang 8 Uhr.) 10 Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Verschwender. Abends: Alles durch die Liebe. Montag: Sommersput. Dienstag: Der Verschwender. Mittwoch: Die Noje von Japan. Donnerstag: Alles durch die Liebe. Freitag: Sommerspuk. Sonnabend: Der Verschwender. Sonntag: Die Rose von Japan. Montag: Der Verschwender.( Anfang 8 Uhr.) Belle Alliance- Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Das Kätchen von Heilbronn. Abends: Die Meineidgräfin.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Der Troubadour. Dienstag: Zapfenstreich. Mittwoch bis Freitag: Die Ehre. Sonnabend: Die Dollarprinzessin. Frühlingsluft. Sonntag: ( Anfang 8 Uhr) Montag: Der Waffenschmied.( Anfang 8%, Uhr.) Neues Volkstheater.( Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag Abends: Nathan der Weise. 3 Uhr: Der zerbrochene Krug. Fritchen. Montag und Dienstag: Der Meister. Mittwoch: Nathan der Weise. Donnerstag: Der Meister. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Nathan der Weise.( Anfang 82 Uhr.) Casino Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Trudchens Sommerreise. Abends täglich: Der Kampf ums Dasein.( Anfang 8 Uhr.) Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dorothea. Die Allabendlich: Die Nacht von Berlin.( Anfang 8 Uhr.) fleinen Lämmer. Folies Caprice. Allabendlich: Mandelblüths Polterabend. Waffenübung. Losgelassen.( Anfang 8 Uhr.) Herrnfeld Theater. Allabendlich: Wie man Männer beffert. Der Hausteufel.( Anfang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Sonntag: Das Familienkind. Montag: Ueber unsere Straft. II. Teil. Dienstagnachmittag 3 Uhr: Renaissance. Abends: Heiligenwald. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Abends, Donnerstag und Freitag: Das Familienfind. Sonnabendnachm. Abends und Sonntag: Das Familienkind. 3 Uhr: Agnes Bernauer. Montag: Ueber unsere Kraft. II. Teil.( Anfang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rigoletto. La Traviata. Montag: Die Zauberflöte. Dienstag: Bar und Zimmer mann. Mittwoch: Undine. Donnerstag: Der Troubadour. Freitag: La Traviata. Fantasietänze. Sonnabend: Die Zauberflöte. Sonntag: Bar 3 und Zimmermann. Fantasietänze. Montag: Der Freischüß.( Anf. 8 Uhr.) 7 Kurfürsten Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tiefland. Der Schmuck der Madonna. Montag und Dienstag: Die verkaufte Braut. Donnerstag: Quo vadis? Mittwoch: Der Schmud der Madonna. Sonnabend: Der Schmuck der Madonna. Sonntag: Freitag: Tiefland. Die verkaufte Braut. Montag: Der Schmuck der Madonna.( Anf. 8 1hr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Angele. I: Klasse. Abends und Montag: Lottchens Geburtstag. Genz und Fanny Elgler. Hodenjos. Dienstag: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Mittwoch und Donnerstag: Lottchens Geburtstag. Genz und Fanny Elẞler. Hockenjos. Freitag: Tanzmäufe.( Anfang 72 Uhr.) Sonnabend bis Montag: Tanzmäuse.( Anfang 8 Uhr.) Abends: Neues Theater. Sonntagnachmittag 34 Uhr: Der fidele Bauer. Abends bis auf weiteres: Der liebe Augustin.( Anfang 8 Uhr.) V Apollo Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr und abends täglich: Spezialitäten.( Anjang 8 Uhr.) Walhalla. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Die größte Sünde. Allabendlich: Menschenrechte.( Anfang 8 Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Große Borstellung. Täglich: Gala- Borstellung.( Anfang 72 Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich: Gala- Vorstellung.( Anfang 7½ ühr.) Zirkus Sarrajani. Mittwoch, Sonnabend und Sonntagnachmittag Allabendlich: Gala- Borstellung.( Unfang Uhr: Große Borstellung. Uhr.) Pasage Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Täåglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Carl- Haverland- Theater. Läglich: Spezialitäten.( Anfang 7 Uhr.) Jutimes Theater. Täglich: Der Brandstifter.( Anfang 8%, ühr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Täglich: Stettiner Sänger.( Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr.) Königstadt- Kafino. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Urania Theater, Taubenstr. 48/49. Bis auf weiteres täglich: Der ( Anfang 8 Uhr.) Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Herren- Moden 1912 Neuhelt: A V Neuheit: BW Neuhelt: CY Neuheit: DY Neuheit: EY Neuhelt: LY Neuheit: FY Neuhelt: GY Neuheit: V Neuheit: JY Neuhelt KY Neuhelt: MY In unseren Kleider- Werken hergestellte Ein- und zweireihige Ulster Nr. 137. Gestreifter Phantasiestoff, mo- 18 M. dern verarbeitet Nr 138. Braun u. grauer Cheviot, neueste 21 M. Muster, sehr apart. Nr. 139. Englisch gemusterter Cheviot, 24 M. gestreift und kariert. Nr. 140. Grau und olivfarbiger Cheviot mit feinen Streifen ohne Futter, englisch 27 M. verarbeitet. Nr. 141. Sehr apart gemusterter Cheviot 30 M in modernster Ausstattung. M. Nr. 143. 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Knlxge des LorMs" Krlim WIKsdlM. Zolwliz. Mm KiZ. Sie Zuckettrsge. L Bekanntlich haben die Nationalliberalen im neuen Reichstag eine Lnfrage eingebracht, in welcher Weise die Regierung.die deutschen Interessen" bei dem Abschluß der Zuckerkonvention zu wahren bereit sei. Die Regierung hat die Beantwortung bis auf weiteres versckoben. Doch soll die ständige Kommission der Jnter- nationalen Zuckerkonfcrenz zu Brüssel bereits ihre Beschlüsse der Hauptsache nach, mit Zustimmung der deutschen Regierung, gefaßt haben. Die Verlängerung der Zuckerkonvention könnte daher als gesichert gelten, trctz des wütenden Widerspruchs der deutschen Zuckcragrarier. AlS der Berliner Chemiker Achard im Jahre 1803 die Ge- winnung von Zucker aus Runkelrüben erfunden und in der ersten Zuckerfabrik auf seinem schlcsischen Gute Kunern praktisch erprobt hatte, entstand sehr bald eine Reihe von Fabriken. 1837 gab es deren bereits 122 in Deutschland. Da der früher allein ver- wandte Rohrzucker auS tropischen Kolonien eingeführt und mit einem EinfuhrKvll belegt wurde, liehen sich die europäischen Staaten, darunter natürlich auch Preußen-Deutschland, nicht die Möglichkeit einer neuen Einnahmequelle entgehen und besteuerten das inländische Fabrikat ebenfalls. Seit 1811 wurde in Preußen ein« Material st euer auf die zur Zuckergewinnung gebrauch- ten Rüben gelegt. Bei der Ausfuhr von Zucker wurde der Steuer- betrag wieder rückvergütet. Diese Rückvergütung bedeutete aber von vornherein eine Ausfuhrprämie für die Zuckerfabri- kanten. In dem Zuckersteuergesetz von 186g wurde vorausgesetzt, daß ein Zentner Zucker aus 12� Zentner Rüben gewonnen wird. Die Rückvergütung für einen Zentner ausgeführten Zuckers ent- sprach dann der Abgabe für 12% Zentner Rüben. Aber bereits 1869 konnte man durch Verarbeitung von Nebenprodukten, der Melasse, mehr Zucker gewinnen als das Gesetz annahm. Durch die Rückvergütung wurde ein höherer Betrag als die wirklich gezahlte Matcrialsteuer den Zuckerlieferanten eingehändigt. Mit der steigenden landwirtschaftlichen ProduktionStechnik er- höhte sich aber von Jahr zu Jahr die AuSnutzungSmöglichkeit der Zuckerrübe. Die Rübe selbst wurde zuckerhaltiger gezüchtet und ihr Zuckergehalt besser ausgenutzt. Während man zur Herstellung eines Zentners Zucktt im Jahre 1837 noch 17, 2S Zentner Rüben brauchte, genügten dazu nach 1860 bereits 11,60 Zentner. Bis 1883 erniedrigte die verbesserte Anbau» und FabrikationStcchnik den Rübenverbrauch pro Zentner Zucker auf 6,68 Zentner, bis ISIv sogar auf 6,33 Zentner. TaS AuSbeuteverhältniS(von Rüben zu Zucker) ist also stetig gestiegen: von K.Sb im Jahre 1837 bis auf 15,8 Proz. im Jahre 1310. Während der bis 1892 bestehenden Waterialsteuer und Rückvergütung erhielten dadurch die Zucker- Produzenten eine ganz bedeutende Ausfuhrprämie. Sie betrug 1882 pro Doppelzentner 3,24 M., 1888 4,98 M., 1892 1,25 M. Die Folge davon war, daß deutscher Zucker im Ausland viel billiger verkauft wurde als im Inland, daß die deutschen Konsumenten zugunsten der Zuckeragrarier und auch der auswärtigen Verbraucher geschröpft wurden. Daneben wurde natürlich auch der Ertrag deS Staates an der Zuckersteuer geringer. 1883 betrug er roh 141,684 Millionen Mark, nach Abzug der Rück- Vergütungen 67,287 Millionen Mark. Er sank ober 1887 bis auf 120,250 Millionen Mark bezw. nach Abzug auf 14,67 Millionen Mark. Einige Staaten folgten dem Beispiel Deutschlands. So wan. delte Frankreich 1884 seine bisherige Abgabe auf den Zuckerver- brauch in eine prämiengewährende Materialsteuer auf Rüben um. Auch Rußland, da» noch heute versteckte Ausfuhrprämien gewährt und dadurch die bestehende Verabredung auf Beseitigung solcher Prämien stetig gefährdet, tat erst 1885 das, was Deutschland schon so lange geübt. Die mißlichen Folgen dieser Politik führten 1892 zur Ab» schaffung der Material st�uer und zur Erhöhung der schon seit 1884 erhobenen VerbrauchSabgabe von 12 auf 18 M. pro 100 Kilo. Daneben wurde aber eine, nun offene, Ausfuhr- Prämie von 1,25 bis 2 M. neueingeführt. Ein gleichzeitiger Bc- schluß der allmählichen Herabsetzung der Ausfuhrprämie(von 1895 bis 1897 um je 25 Pf.) und ihrer völligen Beseitigung zum 31. Juli 189? wurde dagegen bald wieder aufgehoben. Ein neue» Zuckerstcuergesetz von 1896 schuf Verhältnisse, die den Zucker noch mehr verteuerten und den Zuckerfabrikanten un- geheure Profite gewährten. Neben der Einführung einer staffel» förmigen Betrtebssteuer beschloß die agrarische Mehrheit de» Parlaments die Erhöhung der Verbrauchsabgaben von 13 auf 20 M. und die Verdoppelung der Auefuhr- Prämien. Dazu brachte eine Trennung der Produktion in ein Kontingent mit gewöhnlicher Steuer und einem Ueberkontingent mit erhöhter Abgabe(ähnlich dem Branntweinsteuergesetz) einen weiteren Profit für die Zuckeragrarier. Das Ueberkontingent mit den erhöhten Abgaben bestimmte den Preis; den Profit durch die niedrigeren Abgaben de» Kontingents steckten die rübenbauenden gBWBBBHl.......... Landwirte und Fabrikanten ein, denn sie wurden bei der Ver- teilung des Kontingents vor den rein industriellen Zuckerfabrikanten bevorzugt. Aehnlich wie das Branntweinsteuergesetz die Bildung des Spiritussyndikats gefördert hat, so verursachte damals das Zuckersteuergesetz das Entstehen eines Zuckerkartells, das seine Macht so rigoros ausnutzte, daß selbst Fürst Bülow und Graf Posadowsky sich gegen sein Bestehen aussprechen mußten. Der Zuckerring machte es auch möglich, daß der Einfuhrzoll in der vollen Höhe von 40 M. im Jnlandpreis ausgenutzt wurde. Während so die inländischen Verbraucher bluteten, wurde deutscher Zucker im Ausland unter Selbstkostenpreis verschleudert. Die Inlands- Produktion stieg gewaltig, ihr Ueberflutz überschwemmte den Welt- markt und senkte die Preise. Die Wirkung auf das Ausland blieb nicht aus. Alle zuckerproduzierenden Länder verschärften ebenfalls ihr Ausfuhrprämiensystem. Auch dort mußten die Kon- sumenten der eigenen Nation die Kosten tragen, trotzdem der Welt- Marktpreis niedrig stand. Die weitere Folge war der Rückgang des Konsums. Die Verhältnisse wurden unleidlich. Amerika suchte sich schließlich durch Strafzöll« gegen mit Ausfuhrprämien belegten Zucker zu wehren. Auch der Reichstag beauftragte in einem Nachsatz zum Zuckergesetz von 1896 die Regierung eine inter- nationale Verständigung zur allgemeinen Beseitigung der Ausfuhr- Vergütungen herbeizuführen. Selbst da» preußische Landesöko- nomiekollegium erklärte die Ausfuhrprämien für die EntWickelung der deutschen Zuckerindustrie entbehrlich. II. Vorteile von den geschilderten Verhältnissen hatte tmr Eng- l a n d gehabt, das ohne jeglichen Zoll billigsten Rübenzucker aus der ganzen Welt bezog. Da regte sich in England 1901 die imperialistische Richtung stärker und verlangte Schutz für den in den Kolonien gewonnenen Rohrzucker. Die Interessen der indi- schen Rohrzuckerplantagenbesitzer wurden von der konservatwen Re- gierung Englands aufgenommen, die mit einem Strafzoll auf Prämienzucker drohte. Unter dieser Drohung einigten sich England, Deutschland, Lesterreich-Ungarn, Frankreich, Belgien, und Holland, später auch Italien, Peru, Schweden und die Schweiz in der ersten Brüsseler Zuckerkonvention dahin, die Ausfuhrprämien vollständig abzuschaffen. Zucker aus Ländern, die eine direkte oder indirekte Ausfuhrvergütung gewähren, wird mit einem ZuschlogSzoll in Höhe dieser Prämie belegt. Trotz deS tobenden Widerspuchs der deutschen Agrarier, die den Ruin deS Rübenbaus und der Zuckerindustrie prophezeiten, fand die Kon- vention im Deutschen Reichstag die Billigung der Mehrheit. Nur die reaktionären Parteien, die Konservativen, die Polen, der größte Teil deS Zentrums und Teile der Freikonservativen und National- liberalen stimmten gegen die Konvention und ein neue? Zucker- g e s e tz. das ActriebSsteuer, Ausfuhrprämie und Kontingentierung ganz beseitigte, die VerbrauchSabgabe von 20 auf 14 M. herab- setzte. Das Zuckerkartell mußte sich infolge deS neuen Gesetzes auflösen, und gleichzeitig fiel auch der Preis deS Zuckers um 10 Pf. pro Pfund, während die Bildung deS Kartells ihn sofort um 7 Pf. erhöht hatte. Der Zuckerverbrauch stieg da- gegen von 13,88 Kilo auf 19,13 Kilo pro Kopf der Bevölkerung. Die unleugbaren Vorteile der Brüsseler Konvention, die den Preis senkte und den Verbrauch steigerte, wurden aber in Deutsch. land durch den reaktionären Hemmschuh verringert. Die Zucker- steuer blieb, wenn auch erniedrigt, bestehen. Ter von der Kon- vention erlaubt«, die inländische Zuckersteuer übersteigende Zollsatz auf Zucker wurde durch Deutschlands Einfluß hoch angesetzt und ist in Deutschland immer in voller Höhe erhoben worden. Ein Saccharinverbot beseitigte dazu die Konkurrenz alle? künst- lichen Süßstoff«. So steht der Preis des Zuckers auch bei normalen Rübenernten in Deutschland noch immer derartig hoch, daß er— wie eine Untersuchung des Statistischen Amts zu Halle mit Recht nachweist— das A r b e i t e rb u d g e t ganz ungewöhnlich b« l a st e t und den Zucker trotz deS hohen Nährwerts zu einem Luxusartikel macht. In diesem Jahr nun drohte die Konvention auseinander- gesprengt zu werden. 1908 war Rußland, da» solange der Kon- vention fernstand, durch Englands Einfluß in sie mit hineinbezogen worden. England sah bald, daß sein Schutz den Rohrzucker- Plantagenbesitzern wenig helfe. 1852/53 lieferte der Rohrzucker 1-233 000 Tonnen, der Rübenzucker nur 201 000 Tonnen, d. h. 14 Proz. von der Gcsamtzuckerproduktion der Welt; im Jahre 1908/09 wurden dagegen 6 198 000 Tonnen Rohrzucker und 6 392 000 Tonnen Rübenzucker, d. h. 54,6 Proz., produziert. Andererseits hat England durch seine entwickelten Fruchtzucker- und Marmeladen- industricn ein großes Interesse an billigem Zucker. ES verschaffte daher Ruhland den Eintritt in die Konvention, damit sein Markt mit billigem russischen Zucker versehen wurde. Ruhland hat zwar im eigenen Lande äußerst hohe Zuckerpreise, vermag aber die großen Erträge seiner Zuckerindustrie infolge eines komplizierten PrämienfyftemS*) im Ausland zu verschleudern. Allerding» wurde der *) In einer Dumasitzung zu Anfang dieses Monats brachte russische Finanzminister einen Gesetzentwurf ein, der eine Rußland nur ein Ausfuhrkontingent von 1 Million Tonnen in der Zeit vom September 1907 bis August 1912 zugestanden, von dem jährlich nicht mehr als 200 000 Tonnen in die Konventions- länder eingeführt werden dürfen. Weitere AuSführmcngen werden in Deutschland mit einem Prämienzuschlag von 7 M. belegt, so daß eine tatsächliche Einfuhr in Deutschland unmöglich ist. Im vergangenen Fahr nun ist infolge der Sommerdürre die Rübcnernte in Deutschland sehr gering ausgefallen, in Rußland dagegen durchaus günstig gewesen. In Deutschland hat das eine gewaltige Preissteigerung hervorgerufen. So zahlte man im Dezember 1911 für einen Doppelzentner Roh- zuck er in Magdeburg 46,08 M. gegen 17,35 M. im Dezember 1910, d. h. 131 Proz. mehr als im Vorjahr. Raffinade stieg im gleichen Zeitraum von 38,09 M. auf 56,08 M., d. h. um fast 100 Prozent. Im Kleinhandel stieg in derselben Zeit in Berlin der Preis für das Pfund Zucker von 25 Pf. auf 32 Pf. Wenn auch sicher die Spekulation einen gewissen Anteil an dieser Erhöhung hat, so ist doch die Verteuerung zum größeren Teil eine Folge der Minderproduktion und dcS Minderangebots. Bei den Ver- Handlungen über die Erneuerung der Brüsseler Konvention stellte daher Rußland, das über große Vorräte verfügt, den Antrag, sein Ausfuhrkontingent zu erhöhen. England unterstützte diesen Antrag. Die deutschen Zuckerinteressenten erhoben dagegen ein Zetergeschrei. Wieder behaupteten die Agrarier eine drohende Schädigung der Lairdwirtschaft und der Industrie. Die Agrarier, an ihrer Spitze die.Deutsche Tageszeitung", beschimpften im vor- aus die Regierung, falls sie einer Mehrung der russischen Ausfuhr zustimmen würde. Die Zuckerindustriellen forderten ebenfalls runde Zurückweisung deS russischen Vorschlags. Vom Produ- zcnteninteresse aus beeinflußten sie die Presse, daß sich hinter Eng- landS Vertretung der russischen Anträge eine politische Brüskierung Teutschlands verberge, um so durch die nationale Phrase auch die Konsumenten einzufangen. Die Interessenten sprachen es sogar offen auS, daß ihnen an einer Verlängerung der Konvention nichts liege, daß sie also die ihnen auf Kosten des Konsums Extraprofite sichernden Zeiten der Prämienwirtschaft wieder zurücksehnen. Die deutschen Konsumenten haben dagegen ein volles Interesse daran, daß die Konvention erhalten bleibt, damit die Preissteigerung nicht wieder ständig wird. Sie haben auch weiter ein Interesse daran, daß Rußland vorübergehend eine erhöhte Aus- fuhr zugestanden wird, damit durch das Mehrangcb-,t die dies- jährige Preissteigerung abgeschwächt wird. Eine Schädigung der deutschen Zuckerinteresscnten ist durchaus nicht zu befürchten. Haben doch einige Fabriken im letzten Jahre sogar ihre Dividenden erhöhen können I Nach allerdings bestrittenen Zeitungsnachrichten sollen sich die beteiligten Staaten bereits dahin geeinigt haben, die Konvention unter den alten Bedingungen aufrechtzuerhalten und Nußland eine einmalige vorübergehende Erhöhung von 250 000 Tonne» zuzubilligen. Nur über die Verteilungsart dieser Menge soll noch kein festes Uebereinkommen bestehen. Bei Besprechung der nationalliberalen Interpellation und der Beratung der neuen Konvention im Reichstag werden unsere Genossen dafür Sorge'tragen, daß die Anschläge der reaktionären Parteien zunichte gemacht werden. Sie werden weiter dafür eintreten, daß die den Konsum stark schädigende Zuckerfteuer herabgesetzt und ganz beseitigt wird. Schon 1908 hatte der Reichstag eine Gesetzesbestimmung angenommen, daß bei der nächsten Erhöhung der Reichseinnahmen um mehr als 35 Millionen Mark die Zuckersteuer auf 10 M. herabgesetzt werden solle. Aber bei den Beratungen' über die Reichsfinanzreform wehrten sich selbst die Freisinnigen gegen die Anwendung dieses Paragraphen, angeblich, um eine Erhöhung der Abgaben auf Bier, Tabak, Tee, Kaffee und Streichhölzer abzuwenden. Die reaktio- nären Väter der Finanzreform haben die mit Gesetzeskraft be- schlössen« Milderung der Zuckersteuer bis auf 1914 verschoben. Die Sozialdemokratie allein fordert die völlige Beseitigung der Steuer, die gerade die Aermsten schwer drückt, die den Konsum dieser auch als Nahrungsmittel wichtigen Ware einschränkt. Als Ersatz für die Zuckersteuer schlägt sie, wie schon 1999, direkte Steuern vor. Besitz und Reichtum, nicht Nahrung und Gesundheit sind zu belasten! weitere„Förderung der Zuckerindustrie" bezweckt. Die Zucker- Aktiengesellschaften sollen berechtigt sein, Anteilscheine im Werte von 250 Rubel statt der bisher gesetzmäßigen von 1000 Rubel ans- zugeben. Das ProduktionSkontingent der Fabriken soll weiter er- höht werden. Die Monopolisierung der Zuckerindustric, die, wie der Referent in der Duma ausführte, geradezu eine Diktatur der das Volk ausbeutenden Fabrikanten geschaffen hat, soll durch Ver« schleiß deS Zuckers in den der Krone gehörenden Branntweinläden weiter verschärft werden.— In der letzten Woche wurde auf einer Versammlung russischer Zuckerraffineure zu Kiew angeregt, einen unantastbaren Bestand von 15 Proz. der gesamten Produktion zu schaffen und ferner eine besondere Aktiengesellschaft zu errichten, die allein die gesamre Zuckerrafsincroe Rußlands kaufen und ver- kaufen darf. Regierung und Produzenten suchen sich als» in der Schröpsung der Konsumenten zu überbieten! BERLIN 5 Orarnenstr.(Moritzplair) 58 Specialität: Gegründet 1879 Gegründet 1879 1 Zimmer und Küche 2 Zimmer und Küche M. 234.— M. 336.— M. 409.— M. 496.— M. 448.— M. 571.— M. 660.— M. 773.— M. 566— M, 618— M, 655— bis M. 1000— M, 867— M. 991.— M. 1044— bis M. 2500— Tsrkauf im FabrikgebSuds• Kein Laden• Eigene Werkstätten• Besichtigung erbeten• Mitsterbueh gratis Atftita ÖUOOLf MOS5C Bildhauer- und Stukkateur- Inung zu Berlindl Deutscher Metallarbeiter- Verband. Versammlung aller bei Mitgliedern der Innung beschäftigten E Bildhauer, Stukkateure, Arbeiter ufw. am Freitag, den 15. März, abends 28 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. Tagesordnung: Erfazwahl für die ausgeschiedenen Mitglieder des Gehilfenausschusses Rarl Sched, May Bleibaum, Alfred Ziegs, Frik Sparkuhle. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt Norden, Nr. 1987. Montag, den 11. März 1912: Bezirks- Verfammlungen Wahlberechtigt find alle bei Mitgliedern der Innung beschäftigten volt für die gefamte Verwaltungsstelle Berlin fährigen Arbeitnehmer. 137/15 Der Gehilfenausschuß. J. A.: Karl Scheck. in folgenden Lokalen: Norden: Pharnssäle, Müllerstr. 142, abends 8%, Uhr. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Norden: biglos Festsile, Swedter Straße 23, abends Sektion der Stukkateure! Mitglieder- Versammlung Freitag, den 15. März, abends 8 Uhr, 8%, br. Norden: Frankes Festsäle, Badstr. 19, abends 8%, Uhr. Moabit: Prachtsäle Nord- West, Wiclefftr. 24, abends 8½ Uhr. . Wohlfahrts Festsäle, Reinickendorf, Eichbornstraße, Oeffs Festsäle, Schöneberg, Jahresbericht und Neuwahl der Bezirksleitung. Tegel: abends 6 Uhr. Neuwahl der Bezirksleitung. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. Westen und Schöneberg: Sauptstr. 5, abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Das neue Vertragsmufter der Unternehmer. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig und wird gebeten, an der im gleichen Saal um 28 Uhr vorzunehmenden Ersazwahl des Gehilfenausschusses teilzunehmen. Osten: Comeniussäle, Memeler Straße 67, abends 8%, Uhr. 187/16 Lichtenberg: Restaurant J. Ertelt, Pfarrstraße 74, abends 81, Uhr. Stralau und Rummelsburg: grafenbam 34, abds. 8 Uhr. der Orts- Krankenkasse Orts Krankenkasse d. Hutmacher, Hutfurnituren Möbelpolierer. und Filzwarenverfertiger zu Berlin. Außerordentliche 4935 Die Ordentliche General- Versammlung findet am Montag, den 18. März 1912, abends 8, Uhr, bei Merk Mitgliederversammlung mann, Große Frankfurter Str. 16, der Arbeitnehmer ſtatt. Die Herren Bertreter werden hierzu Der Vorstand. Abendkurse am Dienstag, 19. März 1912, höflichst eingeladen. abends von 8-10 Uhr, 271/12 im Restaurant Große Hamburger Straße 18/19. Zagesordnung: Ersazwahl von 41 ArbeitnehmerDelegierten zur Generalversammlung. Eintritt haben nur die großjährigen wahlberechtigten Mitglieder gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. Der Vorstand. S. Dannheuser, Alte Jakobstr. 20/21. Berlin, Neanderstr. 3 Technikum, Bauschule. Direktor: Königl. Regierungs Baumeister a. D. Arthur Werner, Inhaber. Prospekte kostenfrei. Verband der Schneider und Schneiderinnen Wegen Nichtanerkennung des Tarifs haben in nachstehenden Firmen unsere Kollegen die Arbeit eingestellt: Adam, S., Leipziger Str. 28 Agte ut. Wendt, Charlottenstr. 32a Albrecht u. Kucharowicz, Französische Str. 8 Markgrafensäle, Mart- Angreß, Krausenstr. 30 4), Sektion der Isolierer. Heute Sonntag, den 10. März, nachmittags 3 uhr, bei Südenbezirke: Gewerkschaftshaus, Engelnfer 15( Saal Weißensee: Penkerts Festsäle, Berliner Allee 221, Boeker, Weberstraße 17: abends 8, Uhr. abends 8, Uhr. Mitglieder- Versammlung. Neukölln: Passage- Festsäle, Bergstr. 150, abends 8% Tagesordnung: Bezirksleitung. Neuwahl der Bezirksleitung. Uhr. 1. Berichterstattung über die zentralen Verbandlungen zwischen dem Charlottenburg: Volkshaus, oſinenſtr. 3, abends 8%, Uhr. Köpenick u. Friedrichshagen: Fant, openia, Bahn. Zentralverband der Isolierfirmen Deutschlands und unserer Organisation. 2. Die noch ftrittigen Punkte bei diesen Berhandlungen und unsere Stellung hierzu. 3. Verschiedenes und Berufsfragen. Bei der hohen Wichtigkeit der zu behandelnden Berufsfragen ist es unbedingte Pflicht febes einzelnen Kollegen, für den Besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Die Sektionsleitung. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Kartonbranche. Montag, den 11. März 1912, abends 17 Uhr, im Gewerkschafts. hanse, Engelufer 15, Saal 1: Nieter- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Streik in der Bezugbranche. 2. Berschiedenes. Es ist Pflicht aller Nieter in dieser wichtigen Versammlung zu erscheinen. 23/15 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenleitung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands hofstr. 44, abends 8, Uhr. Lehmanns RestanWilhelminenhof, WilhelminenhofOber- Schöneweide: Hrake 82, abends& Uhr. Neuwahl der Bezirksleitung. Emil 8. Spandau: Schuberts Festsäle, sturstr. 21, abends Steglitz! Wegen der am Montag stattfindenden Gemeindevertreterwahlen für Steglik findet die Bezirksversammlung am Sonntag, den 10. März, vormittags 10 Uhr, in Schellhases Festfälen, Ahornstr. 15, statt. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Ascher, Spittelmarkt Serietis ut. Borgward, Kanonierstr. 10 Kröhan, Charlottenburg, Wallstr. 30 Kruse, M., Oranienburger Str. 4 Küchl, Joh., Charlottenburg, Witten bergplay 3 Kühne, Ed., Friedrichstraße Basedow Nachf., Gertraudtenstr. 20/21 Stufat, Gugen, Behrend u. Nahr, Friedrichstr. 166 Baum, S., Friedrichstr. 71 Berg u. Sehl, Krausenstr. 3 Berger u. Kitta, Charlottenstraße Str. Berfan, Leipziger Gir, 103 Bloch'u. Co., Friedrichstr. 203 Bister, Unter den Linden 69 Böbling, Kanonierstr. 1 Bollmann, Kaiser- Wilhelmstr. 31 Bothmer u. Dünzer, Unt. d. Linden 13 Böttcher, Steglitz, Schloßftr. 88 Braun, Steglitz Borst, Markgrafenſtr. 89/90 Braun, Hartiv., Französischestr. 49 Busse u. Goßmann, Zimmerstr. 49 Byt, Sigm., Friedrichstr. 10 Cohn, H., Kaiſer- Wilhelmstr. 2 Dahms, Gebr., Strauſenſtr. 2. David, H., Friedenau, Siglindeftr. 10 B., Didszun, Charlottenburg, Joachimsthaler Str. 40 Diegmann, A., Biegelstr. 26 Dittmann, A., Friedenau, Isoldeftr. 5 Dobberstein, Dresdener Str. 42 Cavanagh, Unter den Linden 3 Cunow u. Co., Friedrichstr. 90 Stellungnahme z. Generalversammlung. Ebenstein, Unter den Linden 40/41 Mitgliedsbuch legitimiert! Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Metallarbeiter- Motiz- Kalender für das Jahr 1912 find erschienen und im Bureau sowie bei den Bezirks. taffierern zum Preise von 60 Pf. pro Stüd zu haben. Desgleichen ist erschienen: Montag, den 11. März, abends 8 Uhr, im Englischen Garten", Die Arbeitszeiten in der Eifen- und Meganderstraße 27c: Verfammlung der Ballschuhmacher, Wendezwicker und Ausrichter. Zagesordnung: 1. Der Streit bei der Firma Pinner Nchfl. 2. Neuwahl der Branchenleitung. 3. Sonstige Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir bollDie Ortsverwaltung. zähliges Erscheinen. Zur Beachtung! Am Sonnabend, den 16. März 1912, findet die Wahl der Delegierten zum Ver. induftrie Deutschlands zum Preise von 50 Pf. pro Eremplar. Ehrich, Albert, Mauerstr. 95 Ehrlich u. Danz, Mittelstr. 9/10 Ehrlich, Meganderstr. 2 Eising, Charlottenburg, Kantstraße Eurot, Inh. Rud. Pabst, Unter den Linden 57 Eriner, Charlottenstr. 79 Fabian u. Hrich, Unter den Linden 71 Metall- Fabisch, Philipp, Rosenthaler Str. 1 Faethe, Markgrafenftr. 13 Faßtessel u. Muntmann, Unt.d.Linden 2 113/15 Fischer, Ludwig, Unter den Linden 47 Fordan, Zimmerstr. 29 Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin I. Unter den Linden 25. Kunz u. Korizet, Neustädtische Stirch ftraße 3 Kurta, Friedrichstr. 153a Laffahn, Julius, Charlottenburg, Schillerstr. 9 Lebh, Unter den Linden 61 Lewithal, Mauerstr. 2 Lewke, Seydelstr. 31 Lewkowig, Alexanderftr. 14a Lindemann, B. u. Westendorf, Inb. Bibbel, Dresdener Str. 56 Lingott, Gebr., Alexandrinenstr. 67 Lippmann, Benno, Leipziger Str. 30 Lubahn vorm Stein, Shadowstr. 4/5 Lucht, Jägerstr. 69, 2 Tr. Lufas jr., Mohrenstraße Machner, Paul, Schönhauser Allee 39a Magnus, Unter den Linden 69 ( Krakow) Mathias u. Schade, Besselstr. 11 Mat, Brüderstr. 13 Maurer, Nud., Friedrichstr. 658 Mayer, Freitag Nachf., Friedrich ftraße 36a Mehl, Chauffeeftr. 124 Meyer, Mohrenstr. 9 Meyhöfer, Friedrichstr. 187/188 Möller Söhne, Friedrichstr. 35 Müller, Arnold, Leipziger Str. 95 Müller, Friz, Gr. Frankfurter Str. 95 Müller, Otto, Dranienstr. 30 Musa, Friedrichstr. 72 Nachmann, Alte Schüßenftr. 1 Nielsen u. Thulin, Charlottenstr. 34 Noé u. Schulze, Unter den Linden 21 Engel, B., Klosterstr. 37 Eppendorf, Französischestr. 62 Esders u. Dydhoff, Gertraudtenftr. 8/9 Dato, Johann von, Kleiſtſtr. 15 Beet u. Cloppenburg, Gertraudten ftr. 25/27 Pir, Alots, Markgrafenstr. 80 Pluskiewig, Marfgrafenstr. 22 Bodorny u. Görle, Friedrichstr. 213 Brahst u. Lemte, Friedrichstr. 44 Briebe, Luisenstr. 27 Prince of Wales, Friedrichstr. 188 Ramb, Waldemarstr. 39 Richter, Franz, Kanonierstr. 6, I Riethmüller, Mollenmarkt 5 Romann, Krausenstr. 4/5 Rönfch, Charlottenftr. 86 Rüdert, Emil, Mohrenstr. 53 Rüdiger u. Suhr, Rosenthaler Str. 45 Rudolf, Gertraudtenstr. 10/12 Rund u. Co., Alleganderstr. 37a Salzwedel, Mohrenstr. 53 Samter u. Happed, Charlottenstr. 59 Schachtel, Aleganderstr. 50 Schafus, Krausenftr. 12 Schalin, Unter den Linden 52 Schimmler, Königgräßer Str. 4 Schöndube, Friedrichstr. 167/68 Schöning u. Lindner, Straufenstr. 35/36 Schramm, Kochstr. 18 Förder, J., Kurfürstendamm 20/21 Frank u. Kurta, Französischestr. 19 Franz, Heinrich, Markgrafenstr. 67 Fröse, Emil, Charlottenbg., Leibnizstr.28 Geduldig, Joachimsthaler Str. 9 Bentel u. Freitag, Botsdamerstr. 13 Genossenschaft, Erste Produktiv, Rom mandantenstraße Gerson, Herm., Werderfchestr. 5/6 Goldschmidt, Friedrichstr. 150 bandstage in Dresden in folgenden Lofalen statt: Nott, Straßmann S. 14, Sebastianstr. 37/38, Hof rechts II. Telephon: Amt Morigplak 9737. Bollop, Louis, Unter den Linden 15 Straße 28, von 8-10; ig, Staliger Str. 59c, von 6-10; Pänsch, Oldenburger Str. 10, bon 8-10; Kürbis, Luisenstr. 26, bon 8-10; Wiemers, Bülowstr. 58, von 8-10; Lerche, Gleimstr. 70, von 5-8; Winkelmann, Brunnenstr. 28, von 5-8; Hoffmann, Dragonerstr. 15, Achtung! Herrenmaẞ- Schneider! Achtung! von 5-8; Becker, Georgenkirchstr. 67, von 5-8; Wolter, Rungestr. 17, Morgen Montag, den 11. März, abends 8% Uhr: bon 5-8; Kind, Bergstr. 34, von 5-8; Tröbel, Blankenfeldestr. 10, bon 5-8; und im Bureau des Verbandes, Blankenfeldestr. 10, von 9-12 Uhr bormittags und von 4-7 Uhr nachmittags statt. Stimmzettel sind in den Wahllokalen zu haben. 169/5 Mitglieder- Versammlung in Mörners Festsälen( früher Keller), Koppenstr. 29. Graek, Gebr., Nachfl. Luft u. Türk feld, Ballftr. 1 Greger, A., Alexandrinenstr. 73 Griewisch, Fr., Unter den Linden 53 Groß u. Martmann, Mohrenstr. 58 Brüder, M., Wilhelmstr. 23 Gründler, Schüßenstr. 53 Gumpert, S., Steglit, Albrechtstr. 8 Schulmeister, Dresdenerstr. 4 Günther, Leipziger Str. 37 Haensch, Kruppstr. 5 Hanson, Paul, Grenadierftr. 22 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bericht über den Stand der Bewegung. Baustein, Drantenftr. 123 Holzarbeiter- Verband. Bericht über den Stand der Verwaltung Berlin. Schirmmacher! Dienstag, den 12. März, abends 6% Uhr( gleich nach Feierabend), im Englischen Hof, Neue Rohstr. 3: Mitglieder- Versammlung In dieser Versammlung werden die gedrudt vorliegenden Abänderungen Hedenberger u. Beder, Unter den den in Arbeit stehenden Mitgliedern ausgehändigt, soweit fie durch die Arbeitsberechtigungskarte nachweisen können, daß sie in einem Geschäft arbeiten, welches den Tarif anerkannt hat. Mitgliedsbuch legitimiert. Dyne dasselbe oder mit mehr als 8 Wochen restierenden Beiträgen fein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Achtung! Kostümbranche! Achtung! Dienstag, den 12. März, präzise 8 Uhr: Linden 48/49 Hering, Aug., Hufelandstr. 46 Herpich Söhne, Leipziger Str. 9/11 Herz, D., Französische Str. 33 Herzberg, Guft., Zimmerstr. 24 Heyder u. Jean Jaques, Unter den Schulte, Inh. Brodersen, Krausenstr.71 Schulz, Fr., Friedenau, Lauterstr. 12/13 Schulz, Gebr., Markgrafenstr. 46 Schwarz, Lud., Friedrichstr. 158 Sebastian u. Stord, Mittelftr. 18 Segall, Leipziger Str. 30 Selig, Arnold, Unter den Linden Sendte, Dorotheenftr. 30 Sigger u. Lorenz, Jägerstr. 8 Sizli, Schüßenstr. 60 Stala, Unter den Linden 10 Slobinsky u. Grünmayer, Kochstr. 11 Sonnenschein, Jerufalemer Str. 59 Spicher, Karl, Niederwallstr. 26/27 Steinberg, Joh., Inh. Minat u. Steinberg, Neustädt. Kirchstr. 15 Stelzner, Charlottenftr. 48 Stephan, Franzöfifchest. 19 Steuer, N., Kommandantenstr. 48 Stier, Karl, Dranienstr. 166 Unter den Stolzenberg, Dranienftt. 72 Tadmann, Jerufalemer Str. 9 Thiel, Unter den Linden 51 Tollsdorf( Englisch Compagnie), Unter Donnerstag, den 14. März, abends 8, Uhr, im Gewerkschafts#Deffentliche Versammlung: Solters, 50 41. haus, Engelufer 14( Saal 4), Eingang B, part.( Arbeitslosensaal): Versammlung für die Betriebe der Telephonbranche n. photogr. Apparate etc. 80/7 Berlins und Vororte. Zagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, den 14. März, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Außerordentliche General- Versammlung. Zagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Beratung von Anträgen zum Verbandstag. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Delegiertenwahl zum Verbandstag. 4. Verfchiedenes Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. in den ,, Arminhallen", Rommandantenstr. 58/59. Zagesordnung: 1. ,, Die Stellung der Frau in der Arbeiterbewegung". Referentin: Frau Luise Ziet. 2. Die gegenwärtige Lage in der Kostümbranche". Kollegen und Kolleginnen! Da es sich um sehr wichtige Fragen handelt, ist zahlreiches Erscheinen unbedingt notwendig. Jedes Geschäft muß verDie Kommission. treten sein. Linden 33 Hillmer, Dorotheenftr. 54 Hintel, Franzöfifche Str. 19 Hoffmann, Hermann, Friedrich. ftraße 50/51 Wilh., Louisenstr Homuth, Charlottenburg, Raiser. Friedrich- Str. 48 Horwiz u. Co., Mohrenstr. 25 Hrncir u. Malirsti, Linden 20 Jankowski, Charlottenburg, Bismard. straße 9 Sarh, Peter, Friedrichstr. 173 Sffland, Ernst, u. Sohn, Charlotten straße 48 Achtung! Herrenkonfektion! Achtung! Soden- Slub, Unter den Linden 75 Morgen Montag, den 11. März, abends 84, 1hr, findet bei Zimmermann, Sturze Straße 17, eine Sikung für die Kollegen der Firma S. Adam Neanderstr. 25 Kert, Friedrichstr. 113 Jürgens, Friedrichstr. 216 Razenberger, Anhaltstr. 17 Keller u. Furch, Friedrichstr. 183 Kern u. Tschirbs, Charlottenstr. 88 Klein, Potsdamer Str. 61 Senebel, Friedrichstr. 30 statt. Tagesordnung:„ Wird bei dieser Firma Streitarbeit Kirschstein u. Co., Charlottenstr. 49 angefertigt?" Kollegen! Bei der Wichtigkeit dieser Tagesordnung muß jeder dort beschäftigte Stollege erscheinen." Straße 22 a an der Müllerstraße ient Otavistraße 163/3 habe ich in meinen neu erbauten, elegant ausgestatteten Häusern noch einige 1- and 2-3immer- Wohnungen 264/ 17* Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet, weshalb wir die Kollegen mit Warmwasserversorgung ver 1. April und Kolleginnen ersuchen, rechtzeitig und vollzählig zu erscheinen. 156/10 Die Ortsverwaltung. billig zu vermieten. neubühler, Krausenstr. 69 Koppel u. Hlifes, Dorotheenstr. 42 Koppel, D., Kronenstr. 66/67 Stofiel, Charlottenburg, Sophie- Charlotten- Straße 22 Roslowsky, Kanonierstr. 3 Kosse u. Boldt, Mauerstr. 77 Köß, Französischestr. 52 Strause, Charlottenstr. 1 Strieter, Mauerstr. 8 den Linden 66 I Torfler u. Sohn, Französischestr. 13 Treitel, Werderstr. 6 Tributh, Mauerstr. 2 Trunk u. Boß, Behrenstr. 28 Tschirbs, Friedrichstr. 54 Bandsburger, Friedrichstr. 7 Behd, Friz, Charlottenburg, Krumme straße 47 Bortrefflich, Friedrichstr. 143 Wagner, Chauffeeſtr. 8 Walter Söhne, Charlottenftr. 88 Warenhaus für Armee und Marine Wellhausen, Neue Wilhelmstr. 2 Wendt u. Redlich, Unter den Linden 29 Werner, Anton, Charlottenburg, Snesebedstraße 88 Wolff u. Keller, Charlottenftr. 28 Wolff, M., Leipziger Str. 105 Wolff u. Schulz, Friedrichstr. 49a Boormann, D., Französische Str. 46 II Zobel, Starl, Köpenider Str. 124 Buttermann, M., u. Haß, Behrenftraße 24 Ueber die genannten Firmen wird hiermit 162/90 die Sperre verhängt. Die Ortsverwaltung. Protest- Versammlungen gegen die geplante Besteuerung der Konsumvereine Berlin 0.: Berlin No.: Berlin SO.: Berlin S.: Berlin NW.: Berlin N.: 99 Dienstag, den 12. März 1912, abends 8 Uhr, Alt- Glienicke: Borsigwalde: Charlottenburg: 8rkner: Konkordia- Festsäle, Andreasstraße 64. Elysium, Landsberger Allee 40. Süd- Ost, Waldemarstraße 75. Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. in folgenden Lokalen: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Pharus- Säle, Müllerstraße 146. Ballschmieder, Badstraße 16. Fröhlich, Friedrichstraße 66. Borsigwalder Festsäle, Konradstraße 43. Volkshaus, Rosinenstraße 3. Friedrichsfelde: Friedrichshagen: Köpenick: Lichtenberg: Neukölln: 99 Bürger, Prinzenallee 30. Eiskeller, Friedrichstraße. Scheers Wilhelmsgarten, Rölnischer Plaz. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5. Hoppes Festsäle, Hermannstraße 49. Hohenstaufen- Säle, Rottbuser Damm 76. Ebersbach, Berliner Straße 102. Süßmilchs Konzerthallen, Bornholmer Straße 7. Reinickendorf- West: Wohlfahrt, Eichbornstraße 18. Pankow: Rummelsburg: Schöneberg: Tegel: Tagesordnung: Degebrodts Gesellschaftshaus, Friedrichstraße 75. Weißensee: Café Bellevue, Hauptstraße 2. Neue Rathaus- Säle, Martin- Luther- Straße 69. Trapps Festsäle, Bahnhofstraße 1. Schloß Weißensee, Berliner Allee 205/210. ,, Die neue Einkommensteuer- Gesetznovelle, eine indirekte Lebensmittelverteuerung. 66 Referenten: Georg Baner, M. d. N., Eduard Bernstein, M. d. N., Eugen Brückner, Max Buchholz, Georg Davidsohn, M. d. R., Emil Dittmer, Karl Giebel, M. d. R., Friedrich Güttler, Fräulein Gertrud Hanna, A. Heitmann, E. Lehmann, C. Michaelis, A. Mirus, W. Nitschke, A. Ritter, W. Röffel, Georg Schmidt, Redakteur, Friedrich Schulze, A. Störmer, H. Stühmer, K. Thielicke, A. Werner, Rudolf Wiffell, A. Wuschick. 108/8 Arbeiter und Arbeiterfrauen! Protestiert durch Maſſenbesuch der Versammlungen gegen die neue Belastung, die Euch die preußische Regierung auferlegen will. Die Propaganda- Kommiffion für das Genoffenfchaftswefen Groß- Berlins: Für die Gewerkschaften: Für die Genossenschaften: E. Brückner. K. Hetzschold. A. Ritter. K. Giebel, P. Müller. R. Junger. A. Mirus. E. Wutzki. IS anda? H. Hildebrandt. Für die sozialdemokratische Partei: E. Boeske. P. Brühl. G. Laukant. A. Stadthagen. O. Wels. M. Lichtenberg. Zentralverband der Zimmerer Zahlftelle Berlin und Umgegend. Montag, den 11. März, abends 8%, Uhr, in den Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21: Allgemeine Mitglieder- Versammlung. -Zagesordnung: 1. Der neue Reichstag und die Gewerkschaften. Referent: Reichstagsabgeordneter Genoffe Dr. Herzfeld. 2. Diskussion.- 8. Bekanntgabe des Wahlresultats von der Borstandswahl. 254/5 Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Dr.Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Möbel- Angebot. Solibes Möbelgeschäft liefert bürgerliche Wohnungseinrichtungen sowie einzelne Möbel gegen mäßige Binsvergütung bei einer Anzahlung u. geringen monatlichen Teilzahlungen. Anfragen unter Bostlagerkarte 35, Postamt 103. Kein Abzahlungsgefchäft. 4825* Die Firma Max Friedeberg G. m. b. H. 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Diese Warnungen enthalten eine Anzahl grober Unwahrheiten, so daß wir durch unseren Rechtsbeistand die Klage gegen den Detaillisten- Verband eingeleitet haben. Nicht wir, sondern der Detaillisten-Verband der Bekleidungs- Industrie führt das Publikum irre, um zu verhüten, daß das Publikum tatsächlich gebotene Vorteile wahrnimmt. Zum Beweis folgendes: Der größte Teil der Geschäftsinhaber, welcher dem Verbande angehört, macht bei Festsetzung des Verkaufspreises einen Aufschlag von ca. 50 Proz. für Unkosten und Gewinn auf den Netto- Einkaufspreis ihrer Waren. Da diese Geschäftsinhaber nun angeblich meist nur 5 Proz. netto verdienen wollen, so würde also das Publikum bei ihnen ca. 45 Proz.!!!! Geschäfts- Unkosteu mitbezahlen müssen. Die Herren- Kleider- Vertriebs- Gesellschaft, Neue Schönhauser Straße 1, schlägt aber nur 20 Proz. Geschäfts- Unkosten auf, demnach sparen alle Käufer bei der Herren- Kleider-Vertriebs- Gesellschaft ca. 25 Proz. Unkosten. Es ergibt sich hieraus die Tatsache, daß der wirkliche Verkaufspreis der Herren- Kleider- Vertriebs- Gesellschaft um ca. 15 Proz. billiger ist als der wirkliche Verkaufspreis der Verbandsmitglieder. Unsere Behauptung, wir seien die billigste Bezugsquelle für fertige Herren- und Knaben- Konfektion wird uns also von dem Detaillisten-Verband der Bekleidungs- Industrie gegen seinen Willen voll und ganz bestätigt. Herren- Kleider- Vertriebs- Gesellschaft m. b. H. Nur: Neue Schönhauser Straße 1, Ecke Weinmeister- und Münzstraße. Wir haben keinerlei Filialen. 00 00 Halbfertiges Kleid. Nr. 5233. Aus weißem gepunktem Mull, Sehr wirkungsvolles Muster M 1500 Gelegenheitskauf! Halbfertige Blusen 225 Weiß Batist sonst M. 3.00 jetzt Weiß oder modefarbig Halbleinen, sonst M. 5.25, jetzi 2000 375 Bluse Nr. 2762. Weiß indisch Mull, m, StickereiSattel und Spitzen reich Bluse Nr. 2763. Weiß indisch Mull. Handge stickter Sattel; reich mit Einsätzen verziert. Bluse Nr. 775. Weiß Indisch Mull. 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Lifte derjenigen fabrikanten, die den Lohntarif der Zigarrenarbeiter von Groß- Berlin bewilligt, sowie derjenigen Fabrikanten, die sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt haben. Parteigenossen, Arbeiter, Interessenten, Raucher! Wer die Tabatarbeiter in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen gewillt ist, beziehe seine Waren von nachstehenden Zigarrenfabrikanten. Bigarrenfabrikanten. Uebt Solidarität! Often. * Otto Schirmer, Frankfurter Allee 7. * Wilh. Klein, Am Oberbaum 1. * Schulze, Friedrichsfelder Straße 23. M. Hannemann, Breslauer Str. 8. R. Fricke, Langestr. 29, IV. * Paul Wotschke, Andreasstr. 16. " Hermann David, Weidenweg 3. Selene Kolberg, Memeler Str. 34. * Paul Peterson, Weidenweg 83, Hermann Kafel, Friedenstr. 74. Franz Krüger, ofener Str. 25. Joh. Seiden, Weidenweg 26. * Ernst Vok, Boigtstr. 6. * Gustav Brösel, Fruchtstr. 83. May Lerche, Tilsiter Str. 44. * Auguft Körlin, Rigaer Str. 46. E. Tornow, Weidenweg 8. Johann Liebich, Memeler Str. 7. Otto Koglin, Schreinerstr. 55. Anton Fröhlich, Langestr. 56. Fr. Schubert, Romintener Str. 30. 2. pentoch, Tilsiter Str. 90. Robert Zisowsti, Tilfiter Str. 76 II. Rudolf Pohl, Kopernikusstr. 3 I. Adolf Löschte, Kl. Andreasstr. 6. * Wilh. Göfe, Markusstr. 27. Friedrich Kürschner, Fruchtstr. 61. * Gellings, Grüner Weg 66. Otto Sternfe, Strautstr. 1a. * Scheuermann, Proskauerftr. 39. * Robert Kehler, Mariannenfir. 87.1* Wachsmuth, Freienwald er Str. 9. * Jean Brunn, Wrangelstr. 15. Frik Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilhelm Friebel, Forster Str. 39. sith. Stübner, Ellenbahnstr. 38. Kammler, Reichenberger Str. 157. * Paul Reichelt, Wrangelstr. 62 * Adolf Kunze, Grünauer Str. 4. * Robert Franke, Briger Str. 20. Bernh. Müller, Reichenbergerstr. 141 * Auguft Bogel, Admiralstr. 23. Koelpin, Admiralstr. 9.. Wolff, Görliger Str. 57. Süden. * Wilh. Boerner, Sitterstr. 15. * August Zech, Gitschiner Str. 53. * Gustav Schmidt, Gräfeftr. 68. * Gustav Lochmann, Waffertorstr. 49. Südwesten. Wwe. Lücke, Mödernstraße 116. Nordwesten. Richard Kirpert, Zwingliftr. 29. Otto Bornfessel, Waldstr. 39, III. * Wilhelm Bundschuh, Birkenstr. 48. * Robert Kern, Stromstr. 25. Richard Schoppan, Wiclefstr. 46, I. * H. Hagedorn, Emdener Str. 47. * Bösenberg, Rostoder Str. 21. * Paul Müller, Beusselstr. 28. Julius Löbel, Beusselstr. 62. Norden. * Wilh. Bland, Aderstr. 119. * J. Stabrey, Bleimstr. 10. Rudolf Runge, Invalidenstr. 20. * Emil Herforth, Rügenei Str. 7, Eingang Putbuser Straße. -> Schubert, Norweger Str. 4. August Bausdorf. Soldiner Str. 14. Deglow, Hochstr. 2a. Paul Mazante, Pantstr. 24 Hermann Korneşti, BollinerSt. 23 Kempers, Fehrbelliner Str. 57. * A. Lindemann, Rheinsberg. Str. 37. Frit Sperber, Ruppiner Str. 44. B. Morin, Bernauer Str. 18. Liebrecht, Weißenburger Str. 83. * Julius Nicke, Saarbrüder Str. 7. * Wilh. Klein, Müllerstr. 184. * Paul Opin, Lynarstr. 2. * B. Nobrahn, GreifenhagenerStr. 16. * Engelhardt, Schönhauser Allee 50a. Hellmann, Schönhauser Allee 40a II. * Frau Krause, Biefenthaler Str. 9. * Ostar Klose, Reinidendorferstr.36. S. Bongardt, Gleimftr. 40. F. Zimmermann, Tresdonftr. 18. * Kriedemann, Stargarder Str. 74. * Franz Fritz, Triftstr. 4. Paul Noa, Malplaquetstr. 24, L. * Wilhelm Nuk, Antonftr. 2. * 23. Göppner, Marstr. 13a. Auguft Schirmer, Invalidenstr. 2. * E. Gobien, Freienwalder Str. 22. * Louis Hoffmann, Gaudystr. 5. * Robert Eckert, Stolberger Str. 15. * Robert Grewe, Wiesenstr. 19. * B. Goriwoda, Stolpische Str. 44. * Aschenbrenner, Schliemannstr. 4. * Ad. Kramer, Schwebter Str. 18/19. * Friedrich Schulz, Wiesenstr. 60a. Albert Haspel, im Humboldthain. * Auguft Beutel, Biesenthaler Str. 24. * Eduard Möhl, Schönholzer Str. 11. *. Herberg, Gleimstr. 65. * A. Dierbach, Winsstr. 25. * Th. Bernhöft, Greifswalder St. 207. Gustav Pinner, Tresdowftr. 36. Georg Bürger, Tresdomftr. 38. * Heinrich Olle, Meter Str. 22. * Wolter, Marienburger Str. 32. * Richter, Landsberger Allee 145, * Gustav Wittenberg, Barnimstr. 15. * M. Moewus, Weinstr. 29. * Hugo Wache, Koppenstr. 46. Aug. Kley, Friedrichsberger Str. 19. Blauzwirn, Woldenberger Str. 12 II. * Galfa, Elbinger Str. 41. Zentrum. * Karl Haberfaath, Graunftr. 40. * Gustav Hennig, Stolonieftr. 12.9 2. Pollwin, Schliemannstr. 47, * A. Kaerger, Prenzlauer Allee 169. * Paul Kneifel, Aderstr. 181. Schlöffers Nachf., Gerichtstr. 2. Jakob Götting, Liebenwalder Str. 5. G. Stahlberg, Dunderstr. 12. Paul Noack, Schönhauser Allee 56. * Ernst Schulz, Bernauer Str. 2. * Willy Serre. Swinemünder Str. 55. * Gustav Henze, Stettiner Str. 61. Otto Braun, Ruppiner Str. 14. * Rob. Genzkow, Lorgingstr. 24. * 23. Balzer, Namlerstr. 12. Prager, Rupviner Str. 25 L Friedr. Berlin, Aderstr. 130. plug, Reinidendorfer Str. 71. G. Hildebrandt, Rügener Sir. 26. *.Junghans, Reinidendorferst.106 *. Ziehm, Bernauer Str. 48. * Semmler, Brunnenstr. 103/104. Schuhmann, Bogenftr. 18. * Zöllner, Stettiner Str. 20. * Weidner, Hochstr. 48. * Hübner, Nügener Str. 18. * Frig Ehlert, Briz, Rudower Str. 5. * Fröhlich, Reinickendorfer Str. 87. 6. Trompa, Lichtenberg, ScharnMarie Tulla, Gleimstr. 53. Scheering, Brunnenstr. 90. Schubert, Norweger Str. 4. Nordosten. Marie Klok, Balisadenftr. 101 pt. B. Loewindorff, Weinstr. 6 II. 20. Eckenbrecht, Höchsteſtr. 7 III. Otto Better, Höchstestr. 32. Jos. Krobisch, Büschingstr. 20. Mar Poleh, Friedrichsberger Str. 10 Jafob Reul, Barnimstr. 42. * Karl Müller, Rykestr. 38. A. Chaim, Muladftr. 11, L * Otto Probst, Linienftr. 25. Vororte. Nob. Hellmer, Adlershof Karl Jande, Adlershof, Friebenstr.16. Rud. Otto, Adlershof, Sebanftr. 29. Benkert, Adlershot, Bismarditr. 58a. Albert Schumacher, Lichtenberg, Wartenbergstr. 68. Iveberstr. 44. * Harting, Lichtenberg, Rummels. burger Str. 18. * Raiser, Lichtenberg, Möllendorff. Straße 15/17. Joh. Bobrowski, Rummelsburg, Groffener Str. 17, * Mafertopff, Boghagen, Weser ftr. 35. * Schüße, Nirdorf, Bißmannftr. 22/23. Schulze, Rigdorf, Steinmetstr. 110. Gustav Becker, Rigdorf, Innstr. 29. Alb. Schuster, Rigdorf, Fuldaftr. 15. 3. Gaus, Rigdorf, Friedelstr. 3 III. *. Ehlert, Nigdorf, Hermannstr. 226 Guftab Carl, Nigdorf, PrinzHandjery- Str. 59. * Wortmann, Rigdorf, Emfer Str. 90. * Klein, Bilmersdorf. Uhlandstr. 128. * Paul Witt, Stegliz, Düppelſtr. 5. * Rob.Stübner, Steglis, Schloßftr. 115 Lehmann, Reinidendorf- Dft, ThunerStraße 5. * Pieper, Spandau, Mezer Str. 12. Frau Ella Moss, Spandau, Fallenbagener Str. 18. * Otto Wilte, Spandau, Birkenftr. 4. * Wilh. Klemmer, Spandau, Schön walder Str. 82. Mag Nolte, Spandau, Schulzenstr.14. " Durst, Spandau, Pichelsdorfer Str.28 Otto Kloofe, Spandau, Feldstr. 5. Bilh. Klein, Tegel, Berliner Str. 84 Krüger, Tegel, Berliner Str. 39 pt. Wilius, Bantow, Berliner Str. 90. Alb. Janite, Panton, Mühlenstr. 38. 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Rauft nur in solchen Geschäften, wo sich unser grünes Plakat, unterzeichnet: Der Vertrauensmann. Alwin Schulze, Große Hamburger Straße 18/19, befindet. Obigen Tariffirmen zur Kenntnis, daß Plakate für die Händler, die Bigarren zu Tariflöhnen und nachweislich nur von Zariffirmen beziehen, ben in Frage kommenden Fabrikanten täglich vormittags von 11-12 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden. Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen lassen, welche neben den im Vorwärts" veröffentlichten Namen, Tarife mit unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Bureau erhalten, damit sie, sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grünen Plakate von hier entnehmen können. Der Vertrauensmann. A. Schulze, Große Hamburger Str. 18/19. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 187/8 Nr. 59. 29. Jahrgang. ( Siche Wochen- Spielplan.) Freie Volksbühne: Sonntag, 10. März, nachmittags 3 Uhr. Reues Schauspielhaus. 1. Abteilung ( Gruppe 1-4): Das Leben ein Traum. Thaliatheater. 12./13. Abt.( Gruppe 54-57): Die Shurnbacherin. Herrnield- Theater. 7./8. Abt.( Gruppe 21-33): Cimson und Delila. Refidenztheater. 11. Abt. 46-47): Die arme Löwin. ( Gruppe Montag, 11. März, abends 8 Uhr: Reues Schauspielhaus. 16.( III.) Abendabt.: Ueber unsere Straft, II. Zeil.. Neue Freie Bolksbühne. Sonntag, 10. März 1912, nachmittags 2, Uhr: Deutsches Theater: Judith. Rammerspielhaus: Ranzelot. Nachmittags 3 Uhr: Reues Bolts- Theater. brochene Krug. Frizchen. Der ger Schiller- Theater O.: Der Probe tandidat. Schiller Theater Charlottenbg. Don Carlos. Theater in der Königgräger Straße: Ein Falliffement. Kleines Theater. Angele. Klaffe. Trianon Theater: Francillon. Metropol Theater: Die Lämmer. Dorothea. Neues Dperetten- Theater: Graf von Luremburg. -Erster Fleinen Der Hochschule in Charlottenburg: Geographie und Liebe. Abends 8 Uhr: Reues Bolts- Theater: Nathan der Weise. Abends 82 Uhr: Neues Bolts- Theat. Montag, Diens tag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend: Nathan der Weise. Dons nerstag: Der Meister. Hochschule in Charlottenburg: Sonnabend: Des Pastors Riefe. Schiller- Theater 0.allner .Theater. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Gräfin Lea. Montag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Dienstag, abends 8 Uhr: Gräfin Lea. Schiller- Theater Charlotten10 s burg. Sonntag, mittags 12 Uhr: Kammermusik. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Kyritz- Pyritz. Montag, abends 8 Uhr: Gräfin Lea. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Theater in der Königgrätzer Straße Abends 8 Uhr zum 75. Male: Die 5 Frankfurter. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der liebe Augustin. Eonnt. 3 Uhr: Der fidele Bauer. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Wiener Blut. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Urania. Wissenschaftliches Theater. Der 8 Uhr: Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Montag 8 Uhr: Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Eisen- u. Metallgießerei. 2. Teil. Hörsaal Ingenieur Keßner 8Uhr: Passage- Panoptikum. Lebend! Lebend! Hede das Löwenmädchen. Ein atavistisches Wunder. Das Mädchen mit dem Mähnenkopf. Halb Mensch- halb Animal. Das blaue Weib, ein Opfer wilder Barbaren. Die Frau in der Kanne, Befreiung a. d. Wassergrab. Ohne Extra- Entree! Passage- Theater. Heute 2 Vorstellungen, nachmittags 3-7 Uhr( kl. Pr.), abends 8-11 Uhr. Melia die schönste und gefeiertste russische Tanzkünstlerin. Schneider- Duncker Danell- Truppe etc. und 12 VarietéSensationen. Donnerstag zum erstenmal: Das Geisterfenster. Metropol- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von V. Holländer. In Szene gesezt vom Dir. N. Schulz. Opollo Theater Seute zwei große Vorstellungen, nachmittags 3, Uhr( halbe Preise) und abends ab 8 Uhr. In beiden Vorstellungen Die neuen Attraktionen. Sonntag 3%, Uhr: Ein Walzertraum. Admiralspalast Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwant in 3 Aften von W. Hennequin und G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bolten- Baeders. Morgen u. folg. Zage: Alles f. d. Firma. Sonntag 3 Uhr: Kümm.Dich um Amelie Belle- Alliance- Theater. 1/24 Uhr: Räthchen v. Heilbronn. 8 Uhr: Die Meideidsgräfin. Montag: Der Troubadour. Luisen- Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Verschwender. Abends: Alles durch die Liebe. Montag: Sommerspuk. In Borbereitung: Die Rose von Japan. DOSE= THEATED Broße Franfiurter Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Mutter und Sohn. Abends 8 Uhr: Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Montag: Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Reichshallen- Theater. 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Mitwirkende: Frau Klara Urban- Heidrich( Sopran), Herr Otto Kowalski( Bariton) und Hr.Peter Uschmann, Konzertmstr.( Violine) Herr Rudolf Uschmann( Violoncello), Herr Friedrich Uschmann( am Flügel). Rauchen während des Konzerts nicht gestattet! Nach dem Konzert: Ball. Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Programm 50 Pf., an der Kasse 60 Pf. Liedertexte am Saaleingang gratis. 423b ,, CLOU" Sonntag, 10. März 1912. Männerchor ,, Maientraum Soni- belli" Dirigent F. Dargel. Mitgl. d. D. A.-S.-B. Sonnabend, den 16. März 1912, im großen Saale bei Kliems, Hasenheide 14-15: Kirmesfeier in Alt- Zauche( Spreewald) verbunden mit einer wendischen Hochzeit U. a. Auftreten der unübertroffenen Sänger- Gesellschaft ,, Aeolsharfe". Die Festteilnehmer werden höflichst gebeten, in dem Feste entsprechender Toilette zu erscheinen. Billetts inkl. Tanz 60 Pf. Anfang 82 Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Zirkus Busch. Sonntag, 10. März: 2 große Gala- Vorstellungen 2 nachm. 3, Uhr u. ab. 7, Uhr. Um 3, Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Galerie volle Preise. Um 3, Uhr: Der 1. Akt aus dem gr. Volks- Manegeschauspiel: ,, Die Hexe" In beiden Vorstellungen: Die 3 phänomen. Orpingtons! In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der bestBerliner Konzert- Haus. dressierten Schul-, Freiheits- und Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Heute: 3 Kapellen. Musikc. des 2. Garde- Regiments z. Fuß. Oberm. Graf. Musikc. d. Garde- Fuß- Artillerie- Regiments. Oberm. Jolly und !!! Zillerthaler und Tegernseer Sånger, Plattler und Jodler!!! Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. oodmu Kammer Lichtspiele Potsdamer Platz O Ununterbrochene Vorstellung Täglich 4-11 Uhr Sonntag 3-11 Uhr Nachmittag 4-6 Uhr Kinder halbe Preise. u. a. Hagenbecks Tierpark, Orig.- Aufnahme d. KammerLichtspiele v. Hofphotograph. Held, Weimar. Aufstand aus Engl. Kolonialkrieg. Humoristika( Fr. Abilard) usw. Preise: 75 Pf., 1.-, 1.25, 1.50, 2.-, Logen 3.- Mk. Luna- Park. 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März, na mittags 3 1hr von der Halle bes Bentral Friedhofes in Fried richsfelde aus ftatt Um rege Beteiligung erfucht Der Vorstand. Nach langen schweren Leiden verschieb am 8. b. mts. im 64. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Bater, Groß- und Schwiegervater, der frühere Gasarbeiter 5005 Wilhelm Seifert. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung am Montag, ben Blumen- und Kranzbinderei 11. b. s., nachmittags 3 Uhr, bon Aug. Meier, Waffertorstraße 87 a. Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallfir 13( breizehn) Untergrundb. Epittelmarkt. Gardinen Portieren Teppiche Dom einfachten bis zum eleganteften: benkbar niebrigfte Breife. Umtausch bereitwilligft. Mußerord. Haltbarkeit fämtlicher Waren. 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Februar 1912; 5816„„ 11650„ Spareinlagen 135O0OO Mark. Geschäftsanteile 500000 Mark. Hausanteile 750000 Mark. Unsere Waren werden zurzeit in 83 Verkaufsstellen, die über Groß-Berlin verteilt sind, an unsere Mitglieder abgegeben. Die Eröffnung weiterer Verkaufsstellen steht bevor. e. G. m. b. H. Zentrale: Lichtenberg, Rittergutsstraße 22/26. Verantwortlicher Nedatteur: Albert Wachs. Berlin. Für de» Lujeratenwuverantw.: Tü.Ät«ite.Berlin. �rnckit-Perlag: Vorwart« Kuchdrurttt« u. cherwg-anirau Pautsingu a.«»w, Bertui SW. Nr. 59. 29. Jahrgang. 5. KtiliP in Joroirts" Kerl« KcksM Söötttdg, 10. Pari 1912. Nilwoch, den 13. lllärz, Zafylabend in GroB» Berlin. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste! Folgende Lolalinhabcr stellen der Partei und dell Getverk- schaften zu den altbekannten Bedingungen ihre Lokale zur Der- fügung: Im 4. Kreis:„Hohenzollern-Garten"» Landsberger Allee 92, Jnh. Theodor Gerbsch. In Eichstädt(L.-O.-H.): Restaurant Franz Winter. In Spandau(p.-O.-b!.): Fritz Piczelis, Pichelsdorfer Str. 8. Ronnendamm: Heinrich Müller, Siemensstratze. Wir bitten» die Lokalliste genau z» beachten. _ Tie Lokalkommission. Friedenau. Mittwoch, den 13. März, abends 8J4 Uhr» bei Mechelke, Handjerystr. 60/61: Gemeinsamer Zahlabend. Zu der am 11. und 12.(Montag und Dienstag) stattfindenden Gemeindewahl in Steglitz sind die Genossen» die am Tage frei, so- wie diejenigen, die früh Feierabend haben, gebeten, sich rege an der Wahlarbeit zu beteiligen. Wahlbureau: Jäckel, Körnerstratze, Ecke Althofstratze. Der Vorstand. Zehlendorf(Wannseebahn). Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bei Wtlh. Mlicck, Karlstr. 12; Oeffentliche Gemeindewählerversammlung. Am Dienstag, den 12. d. M., gemeinsamer Zahlabend für sämtliche Bezirke bei Benno Mickley, Potsdamer Straße. Die Gemeindewahlen finden Mittwoch, den 13. d. M., nachmittags von 4— 8 Uhr, für den ersten Bezirk im„Fürstenhof", für den zweiten Bezirk im„Kaiserhof" statt. DaS sozialdemokratische Mahlkomitee. Groß-Lichterfeldr. Montagabend von 7 Uhr ab: Flug- blattverbrertung von den bekannten Stellen aus. Steglitz. Die Genossen, die sich an einent der beiden oder an beiden Wahltagen zur Wahlarbeit zur Verfügung stellen wollen, werden ersucht, sich an den Wahltagen morgens 8 Uhr im Zentral- Wahlbureau bei Jäckelu-Körnerftr. 4, einzufinden. Tempclhof. Montag abends von 7 Uhr ab: Flugblattver- breitung. Die Genossen aus allen Bezirken treffen sich im GenossenschaftSwirtShauS, Dorfstr. 50. Dienstagabend>48 Uhr: Gleichfalls wichtige Flugblattver- breitung von allen Bezirkslokalen aus. Adlershof. Morgen, Montag, den 11. März, abends 7)4 Uhr: Flugblattverbreitung zur Gemeindewahl, vom Jugendheim, Bis- marckstratze 11, aus. Schenkendorf u. Umg. Heut«, Sonntag, den 10. März, nach- mittags 2 Uhr, in Motzen im Lokal des Gastwirts Wilhelm Kollberg: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1.„Unsere Aufgaben wach den Reichstagswahlen." Referent: Parteisekretär Genosse Max Groger. Die Gründung eincS WahkvereinS für Motzen und Umgegend. Die Parteigenossen wollen für zahlreichen Besuch der Versammlung agitieren. Rowawcs. Mittwoch, den 13. März, abends 8)4 Uhr, im Schmidtschen Lokal, Wilhelmstr. 41/43: Versammlung des Wahl- Vereins. Tagesordnung: 1. Portrag über: Der Reichstag und das Präsidium. Referent: Genosse Dr. Breitscheidt. 2. Geschäftliches. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Stellungnahme zur Maifeier. 5. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt, auch werden neue Mitglieder aufgenommen. Der Vorstand. Spandau. Wegen des ZahlabendS findet der vierte Vortrags- abend des Genossen W. Pieck-Berlin über: Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts am Dienstag, den 12. März, abends 8)4 Uhr, bei Madetzki, BiSmarckstr. 8, statt. Behandelt wird die Zeit von der Gründung des deutschen Zollvereins bis zum Aus- bruch der Revolution(1834—1848). Karten sind im Vortragslokal zu haben. Der Bildungsausschutz. Zeuthen. Heute nachmittag 5)4 Uhr im Restaurant„Wald- schlötzchen", Inhaber Trill: Oeffentliche Wkhlerversammlung. Spandau. Sonntag, den 17. März, von nachmittags 4 Uhr an findet in den Räumen der Brauerei Pichelsdorf eine März- und Siegesfeier statt, bestehend in Instrumental« und Vokalkonzert, Rezitationen, lebenden Bildern usw. Anschließend Tanz. Um diese Feier zu einer würdigen zu gestalten, bitten wir die Keiwssinnen und Genossen, sich recht zahlreich daran zu beteiligen Der BiidungSausschutz, KerUner IVadmcKten. Ueber die Anleihe de? Stadt Berlin wird berichtet:„Die von der Stadt Berlin nachgesuchte Anleihe von 281 Millionen Mark ist vom Finanzminister und vom Minister des Innern in Höhe von 262 Millionen Mark genehmigt worden. Für V e r k eh r s zwecke haben die Minister 19 Millionen Mark von der Anleihe gestrichen mit dem Hinweis auf die von der Großen Berliner Straßenbahn gezahlten 23 Millionen Mark. Von diesen sind danach 4 Millionen Mark disponibel, die für gemeinn ützige Zwecke benutzt werden können. Die An- leihe von 262 Millionen Maßk soll nach Bedarf zu 3� oder bis zu 4 Proz. Zinsen begeben werden und dient im wesent- lichen werbenden Zwecken(Nord-Siidbahn, Straßenbahnen, Häfenanlagew. Gas- und Wasserwerken usw.)." Tie 23 Millionen, die Verlin von der Großen Berliner erhalten hat, sind also bis auf 19 Millionen in die Anleihe eingerechnet worden. Das ist ein Verfahren, das nicht ge- billigt werden kann. Rücktritt de» Oberbürgermeisters Kirschner. De? Ober- bürgermeister hat dem Magistrat und den Stadtverordneten schriftlich die Mitteilung zugehen lassen, daß er von seinem Amte zurückzutreten beabsichtige. Am 1. Juni will er sich � entscheiden, bis zu welchem Zeitpunkte er noch die Geschäfte führen werde. Herr Kirfchner ist gegen Ende vergangenen Jahres von der Stadtverordnetenversammlung auf 12' Jahre wiedergewählt worden. Anfang November vollendet er sein 70. Lebensjahr. Herr Kirschner wurde im Jahre 1898 ge- � wählt, erhielt aber erst am 23. Dezember 1899 die Bestätigung. Tie Ursache des Rücktritts des Oberbürgermeisters dürfte nicht Zuletzt der im Magistrat und der Stadtverordneten-Ver- sammlung unter Führung des Herrn Cassel immer deutlicher hervortretenden rückschrittlichen Haltung zuzuschreiben sein. Eine Zierde der Berliner Armenderwattung- ist unstreitig txr Vorsteher der 170. Armenkommission, der Kauf- mann Becker, Vrunnenstr. 60. Der Mann herrscht in seinem Bc- zirk wie ein Pascha und manche Klage ist uns seit Jahren über die Behandlung der Armen durch den Vorsteher zugegangen. haben biSbsr geschwiegen, weil uns bekannt ist. daß auch Armen Vorsteher einmal daneben«reifen kann in der Bewertun % tun? der einzelnen Fälle. Was aber über den Kaufmann Becker bs> richtet wird, übersteigt alles, was uns bisher auA dem Bereich« des Armenwesens bekannt geworden ist. Herr Becker hat die leidige Angewohnheit, die um Hilfe zu ihm kommenden Leute vielfach ge- hörig anzuschnauzen und ihnen Vorhaltungen zu machen, wenn sie die Hilfe der Stadt nachsuchen. Die Art, in der das geschieht, ist oft recht empörend. Ein Wunder ist das Benehmen des Herrn Becker nicht. Er macht gar kein Hehl daraus, daß seiner Meinung nach nur die ganz Reichen und die ganz Armen das beste Los hätten. So äußerte er kürzlich vor einer Reihe Zeugen: Wenn so ein Armer nicht weiß, wo er was hernehmen soll, geht er zum Armenvorstehcr, da wird er unterstützt, hat er keine Wohnung, dann geht er ins Obdach und wird er krank, dann fährt er mit dem Krankenwagen per Gummiräder ins Krankenhaus. Ganz kürzlich kam man in einer Sitzung der Armenkommission auf die Katastrophe im Asyl zu sprechen, bei der bekanntlich über 70 Obdachlose infolge Methylalkoholvergiftungen starben und viele erkrankten. Dabei meinte der Armenvorsteher Becker, das Ver- gnügen müßten wir alle 4 Wochen einmal haben, damit mit dem Zeug etwas aufgeräumt wird. Eine solche Aeußerung ist der Gipfel der Brutalität. Höher gehts nimmer. Anläßlich der damaligen Katastrophe haben selbst die höchsten Reichs- und Staatsbehörden, Gemeindebehörden, kurz, die gesamte Bevölkerung ohne Unterschied, das größte Mitgefühl mit den Aermsten der Armen zum Ausdruck gebracht, auch der Kaiser hat seine Teilnahme bekundet, und hier stellt sich ein Armen- Vorsteher hin und äußert sich in einer Weise, die erkennen läßt, daß er nicht das geringste Mitgefühl mit diesen armen Opfern be- sitzt. Und ein solcher Manu ist Armenvorsteher und, wie uns mit- geteilt wird, auch Mitglied des Kirchenrats. Jetzt wundert uns auch nicht mehr, wenn über die Führung der Geschäfte dieses Bor- stehers dauernd Klage erhoben wird. Wenn wir aber sagten, Herr Becker herrsche in seinem Bezirk wie ein Pascha» so hat das seine guten Gründe. Er steht auf dem Standpunkte, er, als Vorsteher, könne machen, was er will. Die Beschlüsse der Kommission sind für ihn Luft, wenn sie ihm nicht passen. Dafür einige Beispiele: Einer 63jährigen Frau W., die einen doppelten Leistenbruch hat, bewilligt die Kommission larü Beschluß 12 M. Unterstützung, Herr Becker zahlte aber nur 10 M. aus Einer 73jährigen Frau S. be- willigte die Kommission 15 M., erhalten hat die Frau nur 10 M. Unterstützung. Einem Krüppel P. wurden im Februar 10 M. von der Kommisston bewilligt, erhalten hat der arme Teufel nur 8 M. Die Fälle lassen sich mehren. Herr Becker ist der Meinung, er brauche sich nach den Beschlüssen der Kommission nicht zu sichten. Was die Behandlung betrifft, die Becker sich erlaubt, dafür nur ein Fall aus neuerer Zeit: In der Stralsunder Straße wohnt ein ftüherer Schriftsetzer S., der seit 1)4 Jahren lungenkrank ist und eine kleine Invalidenrente bezieht. Er hatte nur den Wunsch nach freier ärztlicher Behandlung, da die Krankenkasse Leistungen nicht mehr gewährt. Das war recht bescheiden. Die Frau des S. geht zum Stellvertreter des Vorstehers, dieser händigt auch einen Schein aus zwecks Inanspruchnahme des Armenarztes. Der Armenarzt erkennt den leidenden Zustand' de? S sofort und ist der Meinung, daß im vorliegenden Falle Stärkungs- und Kräftigungsmittel' dringend angebracht sind; er verschreibt täglich Milch und alle zwei Tage ein halbes Pfund Fleisch zur Herstellung einer Bouillon. Nun muß aber Frau S. zum Vorsteher Becker gehen, um die Marken zu holen. Dieser empfängt die Frau mit folgenden Worten:„Also so weit ist sS mit Ihrem Mann ge- kommen? In der Not lernt man beten. Warum geht Ihr Mann nicht dorthin, wofür er sich bisher aufgeopfert hat"— und andere verletzende Redensarten mehr. Nachdem er sich ausgetobt, verab- folgte er aber doch die Marken mit dem Hinweis, daß S. früher ja selber Mitglied der Armenkommission gewesen sei. Als S. von der seiner Frau angetanenen Behandlung hörte, schickte er sofort die Marken an den Vorsteher wieder zurück. Der Armendirektion wurde schon im Oktober 1910 von einem Mitglied« der Armenkommission ein Fall mitgeteilt, der das selbst- herrliche Vorgehen Beckers betraf und der das Mitglied der Kam- Mission zur Niederlegung seines Amtes veranlaßte. Geschehen ist gegen Becker anscheinend nichts. Und deshalb müssen wir heute die Pflicht erfüllen, öffentlich die Armcndirektion auf das Treiben des Armenvorstehers Becker hinzuweisen, das geradezu gemeingefährlich ausartet. Die Armen- direkiion nimmt sich sehr oft der Interessen der Organe unserer Verwaltung an; hier kann sie umgekehrt sich der Interessen der Armen annehmen. Unsere Verwaltung muß befreit werden von Leuten, die das Ansehen der städtischen Verwaltung nur herab- setzen. Die Armendirektion kann keine Gemeinschaft haben mit Personen wie dieser Becker ist. Wir werden sehen, welche Schritte nunmehr unternommen werden. Der SittlickikettSavostel als Knabenverführer. Eine hiesige Korrespondenz berichtet: Schon seit längerer Zeit waren bei der Berliner Kriminalpolizei Beschwerden darüber eingelaufen, daß in Moabit ein etwa vierzigjähriger Mann sich an halbwüchsige Schulknaben herandränge und ihnen unter Gcldversprechungen un- züchtige Anerbietungen mache. Von den Eltern einer ganzen An- zahl der beteiligten Knaben ist deshalb Strafanzeige„gegen Unbekannt" wegen tätlicher Beleidigung gestellt worden. Wiederholt war es Kriminalbeamten auch gelungen, den betreffenden Mann zu beobachten, doch gelang es ihm stets mit großer Geschicklichkeit im letzten Augenblick zu flüchten. Dieser Tage ist es möglich ge- worden, seiner habhaft zu werden und ihn zu verhaften. Zum größten Erstaunen der Pvlizeibeamten legitimierte sich der Fest- genommene auf der Wache als der Schriftführer der Deutschen Sittlichkeitsvereine, Pastor a. D. Wilhelm v. Hennigs. v. H. gilt neben den Lizcntiatcn Bahn und Weber als die erste literarische Kraft der deutschen Sittlichkeitsl-ewegung. Er hat besonders euer- gisch die Bestrebungen des Deutschen Bundes für Mutterschutz und des wissenfcbaftlich-humanitären Komitees bekämpft. In letzter Zeit hatte er insofern einen aufsehenerregenden Erfolg zu verzeichnen, als auf seine Eingaben an die in Betracht kommenden Behörden hin die Schutzmiktelantomaten aus den Kasernen and den Kriegs- schiffen entfernt wurden. Auf Veranlassung der Gattin des An- gc schuldigten haben mehrere Eltern der Knaben sich dazu bewegen lassen, den Strafantrag zurückzunehmen, doch wird in fünf Fällen die Anklage wegen„tätlicher Beleidigung" gegen von H. erhoben werden.» Nach einer anderen Meldung liegt die Verhaftung schon vier- zehn Tage zurück. ES handelt sich am den Pastor a. D. v. Hennigs, den Schriftführer des Evangelischen Vereins zur Kednng dex Sttt- lichkeit, in der Beusselstraße. Dem Vernehmen nach wirkte v. H. auf Knaben, die er in der Nähe feines Bureaus oder seiner Wohnung oder auch im Kleinen Tiergarten traf, durch unsittliche Redensarten ein, ohne mit ihnen sonst etwas zu unternehmen. Eltern, die davon durch ihre Kinder erfuhren, machten Straf- anzeige gegen den zunächst unbekannten Mann. Pokizeibeamte, die diesen dann beobachteten, schritten zu feiner Verhaftung. Der Msann wurde aber, wie verlautet, nach seiner Vernehmung wieder auf freiem Fuß gesetzt und trat, bevor noch sein Verein von den Vorgängen Kenntnis erhiell, eine Agitationsreise in die Provinz an, auf der er sich jetzt noch befinden soll. v. Hennigs ist kinderlos verheiratet. Weit Tätlichkeiten nicht vorgekommen sind, so kann cS sich mir um ein Verfahren wegen Beleidigung handeln. Nachdem mehrere Eltern Strafantrag gestellt haben, ist die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Es hat einen eigenen Reiz, zu hören, daß ein Mann sich der- artige sittliche Verfehlungen zuschulden kommen läßt, der dem Verein zur Hebung der Sittlichkeit angehört und gar noch Agita» tionsreisen unternimmt.> Wieder ein Selbstmord eines Polizeibeamten. Der Kriminal- Wachtmeister der 4. Hauptmannschaft, Bader, machte vorgestern seinem Leben ein Ense, indem er sich im Karlshorster Forst erhängte. Die Leiche wurde von Passanten gefunden und nach der Leichenhalle gebracht. B. sollte am 1. Juni in den Ruhestand treten. Es ist dies innerhalb dreier Tage der dritte Selbstmord eines Polizei- beamten.« Einbrecher im Modesalon. Auf Pariser Modelle und Brüsseler Spitzen hatten es Einbrecher abgesehen, die gestern ftüh dem Mode- salon von Drachau, Inhaberin Frau Iva Klehm, am Lützowplatz 3, einen Besuch durch das Schaufenster machten. Sie setzten an die große Scheibe ein Stemmeisen an und brachen ein Stück 1,30 mal 0,60 Meter heraus. Durch das Loch stiegen sie in den Laden ein und erbeuteten daraus für 8000 M. Waren, besonders Pariser Modellkleider und kostbare Spitzen. Die Einbrecher packten alles sorgfältig in Kartons und nahmen ihren Rückweg wieder durch die zertrümmerte Schaufensterscheibe. Der Einbruch ist in der Mar- genstunde zwischen, 6 und 6 Uhr verübt worden. Als der Wächter um 5 Uhr an dem Hanse vorbeikam, war noch alles in Ordnung. Auf dem nächsten Rundgang um 6 Uhr entdeckte er den Einbruch. Die Täter haben ihn ohne Zweifel ans einem Versteck beobachtet und hiernach ihre Zeit gewählt. Der Lützowplatz ist morgens ftüh sehr still.— In derselben Nacht sind im Westen auch Geldschrank- einbrecher aufgetreten. Sie öffneten auf dem Grundstück Schel- lingstraße 5 zwei Türen mit Rachschlüsseln, gelangten so in das im Erdgeschoß gelegene Kontor der Verlagsbuchhandlung von Martin Warneck, erbrachen dort das Geldfpind und nahmen dar- aus etwas über 100 M. bares Geld, für 100 M. Briefmarken und 25 Zigarren mit. Wahrscheinlich haben st« auf größere Beute ge- rechnet. DaS Geschäft ist aber so vorsichtig, niemals große Beträge die Nacht über im Spind zu lassen. Eine Ncudammer LiebeSgcschichte hat hier in Berlin eineki blutigen Abschluß gefunden. Vor 14 Tagen kam aus Ncudamm der 28 Jahre alte Kaufmann Willi Werchow nach Berlin, um hier Stellung zu suchen. Er bezog in der Ohrnstr. 9 ein möbliertes Zimmer. An demselben Tage verschwand aus Neudamm sein« Ge- liebte, die Tochter eines Handwerksmeisters, und nahm in seiner Nähe in der Köpenicker Straße Wohnung� Der junge Mann, der in seinem Beruf keine Beschäftigung, fand, ernährt« sich durch Adressenschretben, das Mädchen durch Näharbeiten. Die Ettern der Entflohenen ermittelten die Wohnung Werchows, fanden dort ihre Tochter, als sie ihn gerade einmal bcsuchie, und nahmen sie nach einem heftigen Auftritt wieder mit nach Hause. Am anderen Morgen fand die Wirtin des jungen Mannes diesen in einer großen Blutlache in seinem Bette liegen. Er hatte sich die Pulsader an der linken Hand aufgeschnitten und war vom Blutverlust schon stark erschöpft. Der Lebensmüde wurde nach dem Krankenhaus Bethanien gebracht, wo er schwer daniederliegt. Probeschießen zum Selbstmord. Ein eigenartiger Selbstmord- versuch wird vom Exerzierplatz an der Schönhauser Allee gemeldet. Ter 20 Jahre alte Fahrstuhlsübrer Gustav Schärfte hatte seit län- gerer Zeit weder Arbeit noch Wohnung mehr. Di« 9krztt>eislung brachte ihn auf den Gedanken, seinem Leben ein EndDr zu machen.. Bewaffnet mit einem sechsläusigen Revolver, dessen Trommel mit scharfen Patronen gefüllt war, ging er nach dem Exerzierplatz hin- aus, um in der Nähe des Zirkus Sarrasani feinen Vorsatz auszuführen. Zunächst gab er einige Schüsse ab. um festzustellen, ob die Waffe auch nicht versagen werde. Tann richtete er sie auf seine linke Brust unterhalb des Herzens und drückte von neuem ab. Vor den Augen der Leute, die mit einem Schutzmann auf die ersten Schüsse herbeigelaufen kamen, fiel er wie tvt um. Auf der Rettungswache in der Gaudystraße aber, wohin man ihn schleunigst brachte, wuroe festgestellt, daß er sick, nur unwesentlich verletzt hatte. Die Kugel hatte eine Rippe getroffen und war Saraus abgeprallt, sie hatte nur eine unbeveutendc Fleischwunde hinterlassen. Der Lebensmüde war lediglich vor Schreck zusammengebrochen. Er wurde auf der Rettungswache verbunden und dann zu seiner eigenen Sicherheit einstweilen in Schutzhaft genommen. Bei der Arbeit lebensgefährlich verletzt wurde vorgestern der 24jährige Arbeiter Friedrich Handtke aus der Exerzierstr. 15. H.» der in einer Maschinenfabrik in der Prinzenallce beschäftigt ist, war gestern vormittag auf dem Fabrikgrundftück beim Beschlagen der Pferde behilflich. Als er ein junges, feuriges Roß hielt, scheute dieses plötzlich und versetzte dem Arbeiter einen heftigen Stoß vor die Brust, so daß dieser bosimnmgSlos zu Boden sank. Unglücklicherweise geriet der Verunglückte unter die Hufe des wild- gewordencn Tieres und imirde entsetzlich zugerichtet, ehe er aus seiner furchtbaren Lage bcftait werden konnte. Blutüberströmt und besinnungslos wurde. Handtke nach dem Rudolf-Virchow- Krankenhaus übergeführt, wo neben äußeren Wunden schivere innere Verletzungen und ein komplizierter Beckenbruch festgestellt wurden. An dem Aufiommen des Bedauernswerten wird ge- zweifelt. Tie Gaunerm mit dem bestellten Paket. Eine dreiste Schwind- lerin, die bereits zahlreiche Opfer gebrandschatzt hat. tritt seit einigen Wochen auf. Sie betreibt den Trick mit den angeblich be- stellten Paketen. Nachdem sie sich vergewissert hat, daß ein Woh- nungsinhaber nicht anwesend ist, klingelt sie an der Nachbartür an und erzählt dort, sie habe für den gegenüber wohnhaften Mieter ein Paket gegen bare Zahlung abzugeben. Der Besteller habe um Ileöersendung gebeten. In den meisten Fallen gelingt es auch der Schwindlerin, das geforderte Geld für das Paket zu erhalten. Wird die Sendung später vom Empfänger geöffnet, dann stellt sich heraus, daß«Z nichts weiter als werkloses Zeug enthält. Die Bc- trügerin ist eine mittelgroße, schlanke Erscheinung. Sie ist dunkel- blond und dürste etwa 20 Jahre alt sein. Vom Flugplatz JohmiuiSthal ist gestern vormittag um 7.85 Uhr. Albe« Buchstädter aus Sominer-Eiudecker mifgestiege», um nach Haniburg zu fliegen. Er ist um 10 Uhr in Wittenberge gelandet med wird im Laufe des Tage? nach Hamburg weiterfliegen. Ein schwerer Straßenbnbnnnfall ereignete sich am gestrigen Sonnabend ftüh gegen%8 Uhr in der Schon eb erger Straße. Dort wollte vor dem Hause Nr. 32 der Schauspieler Grünzweig-Schröder, dessen Wohnung bisher unbekannt geblieben ist, vor einem heran- nahenden Stratzenbahnwagen der Linie 17 das Gleis überschreiten, wurde jedoch von dem Bahnwagen erfaßt und umgestoßen. In besinnungslosem Zustande wurde der Verunglückte, der eine schwere Gehirnerschütterung und anscheinend auch innere Ver letzungen davongetragen hatte, nach dem Krankenhause Moabit übergeführt.— Beim Besteigen eines fahrenden Straßenbahn Wagens verunglückte gestern abend gegen sh7 Uhr die 20jährige Buchhalterin Gehrke aus der Eichbornstr. 34 in Reinickendorfs Fräulein G. wollte in der Oranienburger Straße einen in der Fahrt nach Tegel befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 26 besteigen, rutschte jedoch vom Trittbrett ab und kam zu Fall. E�räulein G. erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Stirnwunde. m nahen Hedwig-Krankenhause erhielt die Verunglückte Notver- bände und wurde dann nach ihrer Wohnung übergeführt. Die Zentraltommission der Krankenkassen Berlins und der Bor- orte veranstaltet auch in der nächsten Woche die nachstehend auf- geführten hygienischen Vorträge. Der Zutritt zu diesen Vorträgen ist für jedermann unentgeltlich. In Köpenick spricht am Dienstag, den 12. März er., Herr Dr. Siefart in der Dorotheenschule, Freiheit, über das Thema: »Frauenkrankheiten und deren Verhütung�.(Nur für Frauen.) In Mariendorf-Tempelhof spricht am Donners- tag, den 14. März er., Herr Dr. W. Pleßner im Gymnasium in Mariendorf, Kaiserstr. 17/21, über das Thema:„Nervenkrankheiten als Berufskrankheiten". In Tegel spricht am Dienstag, den 12. März er., Herr Dr. Eiler in der Gemeiudeschule Tresckowstr. 26/31 über das Thema:„Schutz und Pflege des Auges". Die Vorträge finden wiederum um 8 Uhr abends statt. Wer ist der Tote? Tot aufgefunden wurde in der Feldmark Hohen-Schönhausen unweit der Landsberger Chaussee die Leiche eines unbekannten, ungefähr SO bis 60 Jahre alten Mannes, dessen Persönlichkeit sich nicht feststellen ließ. Der Tote ist ungefähr 1,60 Meter groß, hat dunkelblondes meliertes Haar, eine freie Stirn, dunkelblonden Schnurrbart, einen leichtergrauten, rund geschnittenen Vollbart und blaugraue Augdr und trug einen dunkelbraun karierten Jacketlanzug, einen braunen, weichen Filzhut und schwarze Schaft- stiesel. Bei der Leiche, die dem Arbeilerstande angehört zu haben scheint, fand man einen braunen Rohrstock mit gebogener Krücke. Mitteilungen über seine Persönlichkeit sind an den Amtsvorsteher in Hohen-Schönhausen zu richten. Fußballwettspiel der Arbciterturnvereine. Am heutigen Sonntag, den 10. März, nachmittags 3'/z Uhr, veranstalten die Arbeiterturn- Vereins Groß-Berlins auf dem Sportplatz am Bahnhof Ge- sundbrunnen ein Propaganda- Fußballwettspiel der Nord- gegen die Südgruppe. Bekanntlich hat der Fußballsport in Arbeiter- kreisen recht zahlreiche Anhängen. Jedoch gehören diese zum großen Teil Vereinen an, welche mit den Bestrebungen der modemen Ar- beiterbewegung nichts gemeinsam haben.— An den geregelten Spielen der Fußballabteilungen der Arbeiterturnvereine können auch andere Sportvereine teilnehmen. Auskunft erteilt Paul Schmidt, Berlin N., Grünthaler Str. 9. Gefunden wurde am Sonnabend, den 2. März, bei dem Ver- gnügen der Krankenkasse der Schneider in der Kronenbrauerei ein Portemonnaie mit Inhalt. Abzuholen bei Pörsch, Oldenburger Straße 19. Vorort- JVacbricbtem Lichtenberg. Stadtvcrordnetensihung. Vor Eintritt in die Tagesordnung beanrragten unsere Genossen, den Punkt„E t a t s b e r a t u n g" von der Tagesordnung abzusetzen, da bei der außerordentlich reich- haltigen Tagesordnung, sowie infolge des Umstandes, daß der Etat der Gemeinde Rummclsburg nicht mit vorliegt, die heutige Be- ratung des Etats unzweckmäßig sei. Nachdem sich die Herren Plonz und Schachtel gegen den Antrag ausgesprochen, teilte Herr Ober- bürgermeister Ziethen mit, daß die Verwaltungen der beiden Gemeinden erst nach vorhergehenden Verhandlungen sich dahin schlüssig geworden seien, von einem einheitlichen Etat für beide Orte abzusehen. Jeooch sollen Anfang nächster Woche gemeinschaft- lich in einer Sitzung beide Etats besprochen werden. Hierauf wurde der Antrag unserer Genossen abgelehnt. Alsdann nahm Genosse D ü w e l l Veranlassung, den Bericht der Schulärzte eingehend zu besprechen. Rodner wies nach, wie wichtig die Einrichtung eines statistischen Bureaus sei, um brauchbare Unterlagen für Schaffung von sozialen Einrichtungen zu erhalten; desgleichen sei die Er- rickitung einer Schulzahnklinik auf Grund der ärztlichen Berichte unbedingt, notwendig. Geradezu Verwunderung mußte es erregen, daß die bilden Herren Dr. Bokofzer und Dr. Wolff versuchten, die Berichte ihrer Kollegen als mangelhaft, übertrieben und sensationell ausgeschmückt hinzustellen. Als Genosse Grauer hierauf den Herren ihr vom ärztlichen Standpunkte aus geradezu unverständ- liches Vorgehen bor Augen hielt und zugleich größere Mittel für die Schulspeisung, die Anstellung eines besonderen Schularztes, so- wie die Einrichtung obligatorischer Schulbäder forderte, gab der Lehrer Stadtverordneter L i n d n e r sein Verständnis für Schul- Hygiene durch den Zwischenruf:„Tie Kinder wollen ja gar nicht baden I" kund. Den Vogel schoß jedoch Herr Stadwerordneter Meldner ab, der am Schluß der Besprechung erklärte:„Die Kinder bektminen zu viel Näschereien,— schwarzes, grobes Brot müssen sie bekomme n." Die unterm 10. Januar abgelehnte Vorlage betreffend Er» stattung von Bürgersteigherstellungskosten war wiederum Gegenstand der Beratung. Trotzdem Genosse Grauer auch diesmal darauf hinwies, daß die Rückzahlung nur«in Geschenk an die Hausbesitzer sei, wurde der Antrag des Magistrats an- genommen.— Alsdann gelangte eine Petition der städti- s ch e n Arbeiter zur Beratung. Namens des PetitionsauS- fchusses referierte Genosse Seikel. Ter Ausschutz empfiehlt: 1. Die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit für alle städtischen Betrieben 2. Ter Minimallohn soll 4,25 M. betragen, steigend nach einem Jahr auf 4.50 M. 3. Ueberstunden sollen mit 20 Proz., Sonntags-, Feiertags- und Nacktarbcit mit 50 Proz. bezahlt werden. 4. Erholungsurlaub unter Fortzahlung des Lohnes soll erteilt werden: 4 Tage nacb einjähriger Dienstzeit für Jnnenarbeiter, nach dreijähriger Dienstzeit für Außenarbciter, sowie 10 Tage für alle Arbeiter nach 5 Jahren. 5. Errichtung eines gemeinsamen Arbeiterausschusses für die Betriebe: Straßcnreinigung, Parkverwaltung, Tiefbauverwaltung, Kanalisation und Friedhöfe. 6. Einführung einer„Allgemeinen Arbeitsordnung" für sämt- lickie städtischen Arbeiter, entsprechend deren Anträgen vom 1. Juli 1910. Genosse Seikel wies darauf hin, daß, naöbdcm der Ausschutz schon die zum Teil bedeutend weitergehenden Anträge der städti- fckien Arbeiter, wie beispielsweise die Zahlung der vollen Differenz ztoisöden Lohn und Krankengeld usw., teilweise ganz abgelehnt, teils verschlechtert habe, es das mindeste sei, was man tue, wenn man den Anträgen des Peiitionsaussckusses zustimme. Nackdem noch die Genossen Grauer und Tüwell für die Anträge eingetreten, wurde auf Antrag des Herrn Meldner die ganze Vorlage bis zur Ver- cinigung mit Rummelsburg zurückgestellt. Auf die Anfrage unserer Genossen, was denn eigentlich der Magistrat bezüglich der in der vorigen Sitzung beschlossenen Teuerungszulagen an die städtischen Arbeiter und Beamten zu tun gedenke, erklärte Herr Oberbürger- mcister Ziethen, daß der Magistrat der von der Versammlung be- schlossenen Zulage nicht zustimme, da der Kreis der Empfangs- berechtigten ein zu großer sei; jedoch werde eine Magistratsvorlage in nächster Zeit eingebracht werden.— Desgleichen wurde die Be» schlußfassung über die Pemton betreffend Einführung der ortS- statutarischen Fortbildungsschulpflicht für Handlungsgehilfinnen und gewerbliche Arbeiterinnen bis nach der Vereinigung mit Rummelsburg vertagt.— Infolge des Ausscheidens der Gemeinde Rummelsburg aus dem Kreise Nieder-Barnim hat die Stadt an den Kreis eine bare Abfindung von 1 493 497,24 M. zu zahlen. Es wurde beschlossen, diese Summe bei der Kreissparkasse mit 414 Proz. Zinsen aufzunehmen und mit 114 Proz. unter Zuwachs der ersparten Zinsen zu tilgen.— Die Firma Toeller u. Co. er- hält die Erlaubnis, eine Anzahl ihrer patentamtlich geschützten Telephonzellen an besonders verkehrsreichen Punkten aufzustellen. Diese Telephonzellen sind mit Normaluhren versehen, welche zur Nachtzeit beleuchtet sind.— Dem vom Bauamt unterbreiteten Gcsamtbebauungstzlan für Lichtenberg wurde nach kurzer Debatte zugestimmt. Beschlossen wurde ferner, das am 1. 4. 1906 errichtete Realprogymnasium zum Realgymnasium(Reformschule nach Frankfurter System) auszubauen. Desgleichen sollen die Schul- geldsätze an den hiesigen höheren Schulen auf die heute schon in Rummelsburg zu zahlenden Beträge erhöht werden.— Ein von den Herren Rott und Genossen eingebrachter Antrag verlangt, daß der bei der Röckner-Rotheschen Kanalisation angesammelte Fonds unter die an die betreffende Kanalisation angeschlossenen Hausbesitzer in Form von Beihilfen verteilt werden möchte. Genosse Grauer wies darauf hin, daß noch bor wenigen Jahren die Gemeinde mehrmals Zuschüsse an die Kanalisation gezahlt habe, und daß deshalb eine derartige Verteilung der Gelder an die Hausbesitzer eine Schädi- gung des Gemeindeinteresses bedeute. Der Antrag wurde dem Magistrat zur Erwägung überwiesen.— Zugestimmt wurde ferner einem Anträge auf Weiterführung der elektrischen Zubringerbahn, welche jetzt von Warschauer Brücke bis Gürtelstraße. Ecke Frank- furtcr Chaussee führt. Dieselbe soll verlängert werden bis Wagner- platz und am Rathaus vorbeigehen. Von der Terraingesellschaft Frankfurter Chaussee soll jedoch ein Beitrag von 35 000 M. zu den Erweiterungskosten gezahlt werden.— Wegen vorgerückter Zeit wurde hierauf auf Antrag des Genossen Elias der folgende Punkt:„Etatsberatung" vertagt. Neukölln(Rirdorf). Für den neuen Güterbahnhof an der Kiefholzstraße soll, einem Beschluß des Magistrats zufolge, der Name„Neukölln-Treptow" in Vorschlag gebracht werden.— Des weiteren nahm der Magistrat davon Kenntnis, daß das Schulgebäude am Richardplatz erst zum 1. April 1913 fertiggestellt werden kann.— Im Schulhause an der Erkstraße sollen 6 Gemeindeschulklassen, im Anbau der städtischen höheren Mädchenschule 2 Gemeindeschulklassen zum 1. April d. I. neu eröffnet werden. Der Magistrat hat den Marktpreis für Kartoffeln, die auf die von ihm ausgegebenen Gutscheine verabfolgt werden, für die kommende Woche, 11. bis 17. März, ebenfalls auf 55 Pf. für 10 Pfund— 1,38 M. für 25 Pfund(1 Gutschein) festgesetzt. Den Normalpreis von 45 Pf. für 10 Pfund 1,13 Mk. für 25 Pfund haben die Inhaber von Gutscheinen bei Entnahme von Kartoffeln zu zahlen. Den Differenzbetrag bis zum festgesetzten Marktpreise mit 25 Pf. für je 25 Pfund trägt die Stadtgemeinde. Die Errichtung einer städtischen Hypothekenanstalt in Neukölln und die Aufnahme einer Anleihe von 20 Millionen Mark zum Betriebe der Anstalt ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Schöneberg. Gegen die vom hiesigen Magistrat neu eingebrachte Kinemato- graphensteuer findet heute. Sonntag früh 11)4 Uhr, im Gesell- schastshauS des Westens, Schöneberg, Hauptstr. 31, eine öffentliche Protestversammlung statt, zu welcher der Verein der Kinemato- graphen-Theaterbesitzer Groß-BerlinS einladet. Der Zutritt ist frei. Ober-Schöneweide. D*m Arbeiterturnvcrein ist eine Verfügung des Amtsvorstehers zugegangen, wonach der Verein als politisch erklärt und ihm in- folgedessen die Zugehörigkeit von jugendlichen Personen nicht ge- stattet wird. Für die Arbeiterschaft erwächst hieraus die Pflicht, mehr als bisher ihr Interesse dem Verein zuzuwenden; die natio- nalen Turnvereine dürfen ungestört zur Förderung des Mord- Patriotismus beitragen, ohne daß darin eine politische Betätigung erblickt wird. Neuenhagen(Ostbahn). Unter dem Zeichen der Neuwahlen erledigte die letzte Gemeinde- Vertretersitzung die Vorberatung des EtatS. Mit der Vortragung eines mutmaßlichen Ueberschusses aus dem vorhergehenden Rech- nungsjahre in Höhe von 6000 M. balanziert der Etat mit 68 150 M. Der Nebenetat des Elektrizitätswerkes schließt in Einnahme und Ausgabe mit 37 000 M. ab. Der Vermögensnachweis der Gemeinde weist die Summe von 263 620.13 M. auf; darunter 32 734,— M. von der Abfindungssumme für die Eichen-Allee. Dje übrigen 35 000 M. der Abfindungssumme sind beim straßenmätzigen Ausbau der Eichen-Allee verauslagt worden. Die Gemeindeschulden betragen 145 011 M. Als Schullast hat die Gemeinde 21 000 M. und als Kirchenlast 1600 M.„observanzmäßig" zu tragen. Eine erhebliche Mehrausgabe verursacht die Errichtung einer Gemeindekasse zum 1. April 1912, welche die Steuerhebegeschäfte mit übernimmt und die Anstellung eines Bureauassistenten notwendig macht. Das Ge- halt des Gemeindedieners wird um 120 M. und das Gehalt des Maschinenmeisters vom Elektrizitätswerk um 100 M. erhöht. Dabei kann man aber auf die Summe von 500 M. als Besteuerungsertrag der Einkommen von 420—900 M. zur Einnahme nicht verzichten. Dem sozialdemokratischen Antrage, 500 M. zur späteren Errichtung einer Arbeitslosenversicherung und 150 M. zur unentgeltlichen Lieferung von Lehrmittel an bedürftige Schulkinder in den Etat aufzunehmen, soll Rechnung getragen werden.— Dem Verlangen, in einem Pflastcrungsvertrage dem Unternehmer die Zahlung tarifmäßiger Löhne aufzuerlegen, stimmte außer unseren Ver» tretern nur noch Herr Amman zu.— Der kostenlosen Uebernahme der sich in einem trostlosen Zustande befindlichen Badeanstalt durch die Gemeinde vom Bade-Verein wurde zugestimmt.— Zum Schluß wurde die gesamte Gemeindevertretung vom Genossen Köseling ge- beten, zu der am Sonntag, den 10. März, nachmittags 4 Uhr, im Lokal ds Herrn Fagerstern stattfindenden öffentlichen Gemeinde- Wählerversammlung zu erscheinen. Darum, Genossen, agitiert für guten Besuch dieser Versamm- lung und versucht alles, morgen, Montag, den 11. März er., nachm. von 12— 5 Uhr, im Fagersternschcn Saal, bei der G e- meindevertreterwahl, unsere Kandidaten: Maurer Friedrich Reinhardt und Arbeiter Wilhelm Möser, zum Siege zu verhelfen.__ Gerichts- Zeitung. Ter genötigte Polizeileutnant. Unier der Anklage der Bcamtenbclcidigung und Nötigung eine? Beamten hatte sich in der Berufungsinstanz vor der fünften Straf- kammer des Landgerichts III Genosse Weber zu verantworten. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Weber befand sich an einem Aprilabend des vorigen Jahres in einem Lokal in der Wisbyer Straße, in dem gleichzeitig ein Verein seine Sitzung ab- hielt. In später Stunde erschienen im Lokal der Polizeileutnant Schnarkc und zwei Schutzleute des 115. Polizeireviers. Nach Be- fragen einiger Gäste, ob sie Mitglied des Vereins seien, erklärte der Polizeioffizier daß der Wirt sofort sein Lokal schließen solle und alle Anwesenden dem Beamten zur Wache zu folgen hätten. Weber, der- in demselben Hause wohnt, bot dem Polizeileutnant Legitimation an, um nicht zur Wache folgen zu müssen. Das lehnte der Beamte ab, so daß Weber mit noch acht anderen Per- sonen den Weg nach der Wache antreten muhte. Vor der Polizei wache angelangt, ließ Polizeileutnant Schnarke Halt machen un! schickte einen der Sistierten hinauf. Dem begleitenden Schutzmann sagte er:„Ten nehmen Sie besonder?." Nach etwa zwei Minuten wurde ein anderer Sistierter in Begleitung eines Beamten die Treppe hinaufgeschickt. Weber, der die Befürchtung hatte, auf der Treppe oder auf der Wache mißhandelt zu werden, trat an den Polizeileutnant heran und sagte zu ihm:„Herr Leutnant, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich unverletzt bim, und hoffe, auch so wieder herunterzukommen." Auf die Frage des Leutnants, ob er sich einer Beamtenbeleidigung schuldig machen wolle, erklärte Weber„Nein, durchaus nicht, aber es kommt mir sehr sonderbar vor." Daraufhin konnten die auf der Straße wartenden Sistierten gemeinsam die Treppe hinaufgehen. Weber beschwerte sich beim Polizeipräsidenten über die Handlungsweise des Leutnants. Der Leutnant stellte Strafantrag wegen Beleidigung der Schutzmann- schaft gegen ihn. Erst zwei Monate später wurde das Verfahren auf eine Strafverfolgung wegen Nötigung eines Beamten zur Vornahme oder Unterlassung einer Amtshandlung erweitert. Die Nötigung sollte darin liegen, daß Weber in dem Lokal vor seiner Sistierung gesagt haben soll, er werde die Sache in die Oeffent- lichieit bringen. Das Schössengericht, das sich, wie unsere Leser sich entsinnen, im Oktober mit der Anklage zu beschäftigen hatte, kam wegen beider Anklagepunkte zu einer Freisprechung. Die Amtsanwaltschaft legte gegen dieses verständige Urteil Berufung ein. Die Berufung hatte insofern Erfolg, als Weber nun wegen Nötigung des Polizeileutnants mit einer Woche Ge- fängnis bestraft wurde. In der Beurteilung der vermeintlichen Beleidigung schloß sich die Strafkammer der Auffassung des Vorderrichters an. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Wochen Ge» fängnis beantragt. Interessant war in der Verhandlung die Vernehmung des Polizeileutnants Schnarke. Gestützt auf etwa zehn eng heschriebene Quartseiten mit Notizen über den Vorfall ging seine Aussage weit über die im ersten Termin gemachten Bekundungen hinaus. Erst durch das Eingreifen des Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, wurde der Zeuge veranlaßt, sich in seiner Aussage auf sein Gedächtnis zu verlassen. Ter Verteidiger erklärte daß vieles von dem, was der Herr heute bekunde, in der ersten Verhandlung trotz sehr eingehender Beweisaufnahme von ihm nicht so behauptet sei und beantragte zum Beweise dafür die Ladung des Amtsrichters Voigt voni Amtsgericht Wedding. Die Vernehmung wurde schließ- lich überflüssig, da der Leutnant später in manchen Punkten etwas weniger sicher wurde. Unter anderem behauptete er, daß der Schutzmann Römisch dasselbe beschwören würde wie er. Auf die Frage des Verteidigers, ob er denn mit dem Beamten gesprochen hätte, erwiderte er erst nein, mußte dann aber zugeben, daß der Schutzmann Römisch nach dem vorigen Termin mit ihm über die Dinge gesprochen hatte. Uebrigens irrte sich der Herr Leutnant in seiner Annahme. Der Schutzmann Römisch wie auch sein Kollege Schlösser wußten sehr wenig von dem zu bekunden, was sie nach Ansicht ihres Vorgesetzten bekunden rennten. Die Nötigung sah der Herr Polizeileutnant darin, daß er das Gefühl gehabt habe, es könne für die Beamten unangenehm werden, wenn Weber fort» fahre, zu hetzen und zu erklären, daß er die Sache in die Zeitung hringen werde. Eine etwas sonderbare Auffassung, da der Herr Leutnant im Laufe der Verhandlung behauptete, daß er das Gegen- teil eines ängstlichen Reviervorstandes sei. Zur Begründung der Verurteilung wegen Nötigung führte der Vorsitzende aus, das Gericht habe gar keinen Zweifel, daß der An- geklagte bei seiner Stellung zur Polizei das Bewußtsein gehabt habe, die Beamten durch die Drohung, er werde den Borfall in die Oeffentlichkeit bringen, zu nötigen: Strafmildernd käme in Be- tracht, daß Weber sich über das Vorgehen der Beamten in einer gewissen Erregung befunden habe. Gegen das Uvteil ist Revision eingelegt. Prozeß Lerner gegen Zeppelin. Vor dem 5. Zivilsenat des Reichsgerichts fand gestern die Vet- Handlung im Prozeß Lerner gegen den Grafen Zeppelin stast. Lerner hatte bekanntlich behauptet, daß Graf Zeppelin und Pro- fessor Hergesell ihm die Teilnahme an dem geplanten Zeppelinfluge nach dem Nordpol ungerecht wieder aufgekündigt hätten. Da Lerner zur Revisionsverhandlung nicht erschienen war, erließ daS Reichsgericht auf Antrag des Beklagten ein Versäumnisurteil mit Verwerfung der Revision._ Die Verwechselung zweier Briefumschläge hatte für eine Frau Dostfeld in München und den Gefangenen- aufseher Robert Stiehler in Berlin recht unangenehme Folgen. Beide sind am 27. Oktober 1911 vom Landgericht I in Berlin wegen Bestechung verurteilt worden, Frau D. wegen aktiver zu 150 M., St. lvegen passiver zu zwei Monaten Gefängnis. Der Ehemann der D. faß in Altmoabit in Untersuchungshaft und bekam durch Stiehlers Vermittelung Nahrungsmittel, die ihm seine Frau sandte; auch vermittelte Stiehlcr den Briefwechsel der Gatten. Eines Tages schrieb Frau D. von München aus an ihren Mann und an den Untersuchungsrichter. Aus Versehen steckte sie aber den Brief an ihren Maun in den Briefumschlag mit der Adresse des Unter» suchungsrirhters. Ihr Versuch, den Brief vor der Oeffnung zurück- zuerhalten mißlang. So erfuhr das Gericht von den Durch. stechereien und es erging das obenerwähnte Urteil. Die Revision der beiden Angeklagten wurde am Sonnabend vom Reichsgericht verworfen. WitterungSüberstcht vom g. März ISIS. SlaNonen -.2 x c - 2 BS Haparanda 762 NO Petersburg 76! SW Scilly 750:5®» Aberdeen �750 SSV Paris �760|®SW Wetter wolkenl liRegen 4 halb bd 2 heiter 2 bedeckt c* MÖ 1—15 1 8 4 4 Wetterprognose für Sonntag, den 10. März 1912. Etwas wärmer, vicliach heiter, aber veränderlich mit leichten Regen» fällen und ziemlich lebhaften südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasscrftaiids-Nachrichteu der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e I. Tilsit P r e g e l, Jnfterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor . Krassen Franliurt Warthe, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmeritz , Dresden , Berby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau») . Rathenow») Spree, Spremberg») . BccSlow Weser, Münden . Minden Rhein, MaximMansau 491 . Kaub 283 , Köln 349 Neckar. Hcilbronn 142 Main, Wertbeim 231 Mosel. Trier— am 8-3. cm 178 92 104 SO 110 266 332 seil 7. 3. cra1) +4 +2 +6 0 0 +3 +18 +23 +33 +31 —25 +1 . rnc X N 1 Ar ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel.—•) schwatcS Eistreibcn.—») Eisstockung. Seit gestern ist das Eis im gesamten Me melstrom in Be- w e g u n g geraten, wobei der Strom erheblich gestiegen ist. Bei Schwalle- ningkcn hat er gestern nachmittag die Aususerungsdöhe um reichlich 2 Meter überschritten und annähernd das mittlere Hochwasser erreicht. Bis heule morgen ist er dort wieder um'/, Meier gesunken bei lortdaucimdem starken �'sgang. Bei Tilsit betrug der Wasserstand der Memel heute morgen 9 Zentimeter, d. i. 1,3 Meter über der Aususerungshöhe, nur wenig unter Mittclhochwasser. und war infolge einer unterhalb Tilsit entstandenen Eis- Versetzung noch im Steigen begriffen. Auch die Gilge hat bei Skopen die Aususerungshöhe um 2»/, Meter überschritten. Verkäufe. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus aller Welt. Das hungernde Rußland. Sonntag, 10. März 1912. Not ist zu groß, die Mißernte hat ein gewaltiges Gebiet mit einer der zwölften Runde gelang es dem Engländer, dem Franzosen Bevölkerung von 30 Millionen betroffen.... Je näher zum Früh- einen furchtbaren Schlag gegen die Brust zu versezen, so daß ling, je ärger wird die Not...." Belli sich nicht mehr aufrecht zu erhalten vermochte und wie ein Wie der„ Economist" schreibt, herrscht zurzeit in zwanzig Trunkener am Seil hin und her taumelte. The jedoch der SchiedsDie ruffischen Zeitungen bringen täglich spaltenlange Berichte Zahl der Notleidenden auf 12 Millionen Köpfe an, in Wirk Gewalt traf, daß der Franzose bewußtlos zusammenbrach. Aus Gouvernements Hungersnot. Die Regierung gebe die richter einspringen konnte, führte Evernden einen zweiten Schlag gegen das Kinn seines Gegners, der diesen abermals mit solcher über die Schredniffe der Hungersnot. Mit jedem Monat wird die lichkeit sei sie wohl doppelt so groß. Das ist die Grundlage, dem Publikum ertönten daraufhin lebhafte Proteftrufe und bei Rot ärger, Krankheiten und Epidemien raffen die vom Hunger auf welcher die Regierung und die herrschenden Parteien ihre ver- der leichten Erregbarkeit der Franzosen tam es alsbald zu einem geschwächten Leute dahin, Selbstmorde der Hungernden brecherische, großmannssüchtige Politit treiben. Sie haben Handgemenge zwischen den Anhängern beider Parteien. find ein alltägliches Ereignis geworden. Aus der Fülle der Nach nichts gelernt und alles bergeffen!"- dieses Urteil Bühne wurde gestürmt und dem Schiedsrichter die Sachen vom richten seien folgende angeführt: Der Priester Mitrofanh Popow trifft auch auf die russischen Machthaber zu, die nach der Nieder- Leibe geriffen. Die Polizei konnte nur mit Mühe die Ordnung schreibt aus dem Dorfe Kusminka, Bezirk Orenburg, an die Bairstonebrigen gewichtauft; Linterſtützungsbarlehen boltsfeindlichen Politik dem Untergange entgegentreiben. die Bezirkskommission: Das Vieh haben die Bauern schon längst erfung der Revolution im Wahnsinnstaumel ihrer zügellofen, und Ruhe wieder herstellen. Der sofort ins Hospital geschaffte Belli ist gestern morgen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, gestorben. Preisen find nicht gewährt worden; Hilfsbedürftige find in Mengen vorhanden. Die Bauern essen fein reines Kornbrot, sondern offenbar aus Sparsamkeitsrücksichten, ein Brot mit einem Bufaz azs getrodnetem Pferde mist. Andere ziehen es ver, wie ich mit eigenen Augen gesehen habe, Baumrinde zu tauen. Infolge dieser Nahrung und des chronischen Hungerns find die Bauern schwach und matt geworden; bei vielen zeigt sich eine Krankheit, deren Symptome in Schwindel, Bauchweh, Uebelteit und sogar Erbrechen bestehen. Bei den Frauen finden Frühgeburten mit tödlichem Ausgang für das Kind statt.... Wenn nicht bald Hilfe tommt, so sterben die Bauern am Hungertode.. Selbst die offiziöfe, Nawoje remja", die die Regierung ftets zu neuen Schandtaten anfeuert, sieht sich genötigt, der Regierung ein Mißtrauensvotum auszudrücken:" Die Mittel und die Bemühungen der Regierung sind ungenügend schreibt sie die Wollen Sie Brandkatastrophe in einem Logierhause. Kleine Notizen. Die abend sind im Salzbergwerf Roßleben durch ausströmende Schwerer Unfall im Salzbergwerk. In der Nacht zum Sonn Gase 10 Mann betäubt worden. Einer ist tot, die andern wurden wieder ins Leben zurückgerufen. einem Logierhause, das 175 Menschen beherbergte, brach Ein schweres Brandunglück wird aus Chicago gemeldet. In Sonnabend früh ein Feuer aus, das schnell um sich griff und die Bewohner im Schlafe überraschte. Viele sprangen aus dem brennenden Gebäude in die Sprungtücher und wurden dabei ver- Vom Schuhmann zum Zuchthäusler. Das Landgericht in legt. Soweit bisher bekannt ist, sind sechs Menschen umgekommen; es wird jedoch vermutet, daß sich doppelt so biel Tote noch unter den Trümmern befinden. Der Boyer als Totschläger. Aurich hat den wegen schweren Einbruchs und Spionage verdachts verhafteten Schußmann Glauß aus Wilhelmshaven gestern wegen Bandendiebstahls zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. In der italienischen Drtschaft Ferrari wurde eine Frau plöglich wahnsinnig und tötete ihre drei Kinder durch Hammerschläge, indem sie ihnen den Schädel spaltete. Die Frau fonnte nur nach großen Anstrengungen verhaftet und in Sicherheit gebracht Bei dem am Freitag im Varieté„ Elysee Montmartre" zu Baris abgehaltenen Borkampf um die Europameisterschaft für Leichtgewichte, der zwischen dem Franzosen Raphael Belli und dem Engländer Evernden stattfand, kam es zu großen Tumulten. 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( Ohne Gewähr.) 41 75 149 78 433 704 887 908 1069 2036 118 501 78 706 7 808 3088 386 688 4122 735 52 5227 777 6196 616 17 766 7156[ 5000] 279 438 609 95 8042 [ 400] 64 211 765 890 919 9199[ 300] 252 549[ 300] 628[ 300] 714[ 300] 800 88 938 10697 11025 48 232 342 676 12011 87 397 404 748 808 40 13090 104 678 815 14029 38 49 490[ 400] 597 614 15012 65 98 105 63[ 400] 71 855 963 16203 17057 143 209[ 500] 243 607 986 18018 70 183 348 401 19145 72 404 93 832 931[ 5001 53 2C018 504 713 860 21185 607[ 500] 860 911 22013 51 250 84 370 492 762 23118 246 435 634 893 24164 92 25000 82 862 420 555 76 26172 248 444 [ 500] 66 648 68 821 910 18 27326 73 736 815 28327 [ 400] 419 556 614 713 839 68 29043 89 891[ 400] 30160[ 300] 414 586 872 921 30 69 31155 32286 424 532 692 804 33714 910[ 1000] 34184 244 302 17 691 756 819 970 76 35360 476 958 36115 46 52 448 80 574 701 64 96 947 86 37340 673 757 38122 23 206 336 408 630 42 47[ 300] 69 992 39132 318 641 746 867 993 40396 420 79 687 771 41109[ 300] 85 240 91 378 677 833 42207 317 593 865 937 53 69 43196 324 550 771 915 84 44039 63 86 381 438 658 45207 807 902[ 800] 46318 774 858[ 300] 959 47123 262 464 566 711 48103 6 235 474 773 908 99 49039 137 272 88 398 476[ 300] 616 50136 356 471 51152 236 587 800 52043 143 204 12 691 779 906 53341 49 475 54276 339 466 578 833 55115 69 204 300 18 578[ 300] 830 925 56128 87 223 67 388 471 57079 351 798[ 500] 912 58090 411 64 57 83 782 84 886 59580 609 60169 3 519 672 61320 429 71 504 76 783 935 52 62058 223 434 579 63032 137 813 99 428 86 587 754 842 64229 304 578 709 65200 44 767 66262 719 67109 623 88 68000 3 270 96[ 300] 350[ 300] 650 73 703 32 69042 87 569 933 51 70271 719 72154 76 309 35 68 406 13 60 568 610 15 781 913 73344 742 912 19 74141 72 702 92 842 56 975 82 75179 366 527 664 754 76621 793 809 77160 471 826 78214 59 376 470 831 79630 80132 218 819 43 81081 167 72[ 300] 245 378 435 40 593[ 400] 793 82086 439 76 857 83022 34 37 467 551 84326 733 65 893 85025 84 135 461 86036[ 1000] 121 274 508 87015 313 425 580 887 956 88158 392 543 87 603 74 767 944 89434 504 98 880 999 90169 317 675 988 91499 582 865 92045 284 835 41 83 760 67 988 93021 27 32 47 55 393 475 94802 28[ 300] 61 78 986 95039 472 535 98 825 86045 57 74 220 548 848 97070 95 441 680 979 98189 363 510 603 99037 167 221 64 70 562 775 806 100001 80 719 98 847 63 74 101044 315 49 481 102238 847 862[ 800] 927 103038 45 204 38 530 880 935 104148 51 224 39[ 300] 412 515[ 300] 41 62 799 803 921 70 105207 365 106173[ 300] 345 506 950 107018 20 152 392 463[ 300] 649 793 899 108213 480 512 885 944 109109[ 300] 512 770 73 110185 248 65 424 845[ 300] 111162 69 532 80 605 112226 46 488 515 671 1600] 113259[ 500] 340[ 400] 421 36 551 88 637 90 789 97 881 921 27 74 114159 445 68 682 782 931 115336 458 84 638 741 116004 140 268 360 463 89 621 703 8 44 904[ 500] 117957 84 118019 537 639 779 926 119131 403 746 120521 677 79 854 121249 65 887 921 122425 714 808 23 68 954 123058 280 329 483 503 638 728 917[ 400] 38 124025 190 587 656 838 956 125182 224 94[ 400] 808[ 300] 97 126038 54 123[ 400] 228 491 527[ 600] 89 93 705 10 127062 804 638 128107 485 630 740 84 129051 56 481 742 898[ 400] 130065 199 233 377 558[ 75000] 785 952[ 300] 131104 40 73 394 409[ 400] 30 532 79[ 300] 835 921 132074 244 333 515 71 665 92 133127 469 890 134010 245 469[ 300] 621 781 847 969 135107 407 37 138687 866 137442 583 706 57 138165 280 494 867 139030 47 141 410 523 728 140323 566 608 70 97 885 981 141129 692 901 142197 267 78 402 56 84 762 905 143504 11 676 827 144104 270 838 145052 95 140 65 350 509 18 [ 300] 53 616 914 146119 60 290 557 830 915 147057 196 270 85 320 605 949 148122 370 83 516 641 748 149189 460 573 892 150202 151062 457 540[ 300] 608[ 1000] 999 152545 744 843 153019 226[ 300] 55 315[ 300] 419 36 566 602 3 38 39 732 891 154053 199 307 39 409 832 50 929 155342 412 156094 234 45 78 818 477 512 21 157155 63 95 225 572 627 792 158087 125 94[ 300] 236 399 611 159058 63 236 55 727 855 160934 96 161416 42 615 776 868 162449 56 163045 947 164222 937 165037 151 281 352 494 540 625 67 166290 327 76 77 854 900 167130 202 393 478 501 38 914 168145 255 418 715 53 169063 297 470 671 76 906 170224 556 83 898 940 46 171215 558 820[ 300] 925 172141 61 415 942 173263 335 84 834 988 174053 243 70 446 58 634 718 175136 657 752 880 948 176054 588 966 177211 635 788 833 178072 972 179028 885 870 180161 547 630 181105 234 36 659 762 812 80 182009 306 51 67 89 490 579 853 968 183430 606 46 47 955 184345 470 615[ 300] 73 847 185086 725 851 186214 15 794 187169 327 94[ 300] 577 629 716 923 38 188040 271 362 680 787 189352 797 810 921 2. Ziehung 3. Kl. 226. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 9. März 1912 nachmittags. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lone gleicher Nummer in den bolden Abtellangen I und II Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 154 633 780 858 1085[ 1000] 312 91 505 637 781 91 2021 309 74 514 753 3030 100 254 304 543 4088 167 302 770[ 1000] 959 5308 33 572 692 725 879 6581 7098[ 300] 610 783 890 8028 130 381 563 776 9012 130 65 701 937 10071 240 322 466 668 787 11073 289 318 12297 309[ 400] 985 13265 513 692 14084 535[ 300] 65 [ 400] 73 645 744 15345 498 682 697 757 920 16155 722 49 802 17090 118 453 18464[ 400] 677 19113 288 372 444 703 48 824 20168[ 600] 341 561 84 74 664 838 918 35 21082 653 61 776 945 22048 781 23016 240 350 91 415 47 680 776 918 26 24342 642 758[ 300] 881 900 25014 84 298 417 595 745 995 26021 192 27159 502 633 55 908 28191 606[ 30001 897 29095 616 781 885 30094 120[ 300] 36 96 240 742 31191 464[ 300] 66 820 916 22 63 32032 271 433 867 706 822 60 94 33162 77 275 592 672 34055 149 337 407 642 94 871 924 35085 195 304 690 716 36021 56 301 59 469 819 37009 47 54 124 357 527 907 38257 60 363 404 779 95 879 39117 83 685 753 802[ 300] 7 40374 87 849 57 90 993 41047[ 300] 251 73 461 813 90 42105 637 978 43186 83 278 343 444[ 400] 610 47 44389 45037 47 251 447 48041 445[ 300] 971 47452 555 719 48129 49 86 521 69 799 832 85 97 49280 369 621 50366 796 97 984 51022 23 246 49 449 659 778 824 54 52199 395 454 526 659[ 300] 830 53 960 53103 31 58[ 300] 523[ 300] 97 664 758 54035 203 10 320 414 583 798[ 400] 835 55027 32 349 65 865 56255 404 512 641 54 57449 567 858 91 58002 329 427 941 77 83 59015 481[ 300] 687 720 40 816 29 60133 78 829 41 910 61162 85 391 539 62009 28 141 81 220 40 437 541 840 63158 685 718 893 956 64330 68 486[ 300] 677 621[ 300] 65 841 949 85012 128 91 236 480 98 804 29 66062 71 329 33 56 [ 300] 416 90[ 300] 630 785 67044 258[ 600] 370 91 555 97 893 68048 353 851 802 53 908 69072 81 145 358 948 70041 126 82 452 905 71241 505[ 300] 903 28 72372 820 73444 514 74043 247[ 300] 576 749 75093 266 491 512 869 76147 81 815 65 77004 112 92 241 409 877 705[ 500] 806 78175 254 88 686 79081 358 684 769 958 80034 279[ 400] 527 712 81009 53 505 922 82158 295 349 487 625 83088 111 450 61 800 95 84111 21 405[ 300] 33 530 899 85243 478 679[ 300] 992 86225 87 347 673 87371 705 856 88176 252 425 57 553 662 719[ 300] 878 89353[ 300] 92 687 90117 206 595 921 29 81148 289 411 576 643 915 92133 452 626 674 93 99[ 300] 800 93008 405 894 808[ 500] 94364[ 50000] 93 444 53 698 719 82 881 95118 60 305 22 721 96113 414 75 552 54 710 43 95 97117 43 830 78 98141 68 477 949 81 99233 485 730 43 821 62 100032 382 654 101174 333 88 500 721 25 896 968 102163 92 377 522 35 752 74 103072 290 740 104009 597 889 105109 309 522 66 642 106188 95 237 473 723 107570 763 887 971 108100 30 200 464 631 82 762 900 109050 71 203 50 88 655 96 849 110710 16 42 56 111021 310 585 91 668 91 92 112179 258 763 113323 711 17 114129 296 513 841 115409 767 987 116101 212 320 53 54 71 508 604 800[ 400] 940 117044 314 435 88 96 98 845 705 37 118035 60 194 440 666 706 119422 526 687 759 120168 85 284 798 121451 729 805[ 300) 122156 565 79 610 97 924[ 300] 123180 270 470 567 667 94 124154 498 796 125379 514 632 78 709 [ 300] 858 925 126278 648 127007 460 562 72 747 67[ 300] 875 128063 307 719 815 129229[ 300] 453 851[ 300] 130051 262 437 72 936 40[ 300] 131238 777 887 132240 388[ 300] 648 133101 45[ 1000] 563 612 134687 745 857 70 135270 390 500 784 807 136000 21 200 490 637 722 137185 258 593 622 919[ 300] 138032 504 643 792 808 139134 52 56 679 737 140362 500 759 861 64 78 914 141042 75 498 827 142377 79 712 816 143002 38 219 302 618 769 144136 207 332[ 300] 78 474 99 585 613 798 145292 333 583[ 300] 771 833 63 968 146178 394 422 577 90 662 724 897 951 147896 963 148505 33 728 811 149075 102 290 639 722 150001 149[ 10000] 692 713 18 151075 271 331 796 152091 182 301 28 453 153012 365 80 401 740 80 807 952 154314 34 501 43 62 645 810 155353 652 [ 300] 749 844 49 76 157064 122 658 158325 494 770 899[ 300] 99 908 159031 116 57 530 44 78 790 970 160122 524 669 96 812 983 161456 544 702 982 162167 454 670 888 183219 90 423 546 677 747 821 94[ 400] 164054 185 267 375 439[ 300] 41 726 37 845 77 165562 86 92 800 27 971 166074 391 713 19 844 913[ 300] 167052 178 224 325 88 436 545 875 168040 714 169037 158 260 311 406 32 591 682 170017 795 171071 284 412 599 797 172019: 566 623 173204 475 81 650 643 979 174045[ 300] 456 574 90 767 175325 662 176036 755 177036 91 177 261 619 178034 63 117 208 686 928 179077[ 300]! 325 600 26 740[ 500] 180124 320 688 827 60 967 181203 308 454 885 717 26 35 845 903 182067 250 54 316 679 80 857 925 183523 681 184259 465 641 948 185156 60 459 586 600 79 83 705 818 926 186032 482 980 187013 35 216 20 361 484 548 753 188021 383[ 300] 405 668 189069 231 36 327 29 670 728 Die Ziehung der 4. Klasse findet am 16. und 17. April 1912 statt. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei a. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW.