Nr. 61. Abonnements- Bedingungen: # Abonnements Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 9, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntagss. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das fibrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes meitere Wort 10 Pig. 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Eine Privatmitteilung, die wir des Ruhrreviers in ihrem Cäsarenwahnsinn getan haben. Die füllen. Die Regierung Bethmann aber scheint über nicht erhalten, nennt als Resultat der lezten Zählung Arbeiter wollten nicht streiken und am allerwenigsten wollten mehr Verstand zu verfügen als zur Abkommandierung von 220 000 Ausständige! die Führer der Organisationen jetzt den Kampf. Sie wußten, Polizisten nötig ist. Dies ist ja auch weiter nicht gefährlich, Statt dreier Schichten lassen die Zechen nur eine Schicht vers sie standen nicht nur dem mächtigsten Kapitalistenklingel da fönnen höchstens Arbeiterleben draufgehen und man be- fahren, ein Beweis, daß ihnen mindestens zwei Drittel der gegenüber, nicht nur einer Staatsmacht, deren Vertreter sich kommt dabei noch den Zert zu einer Rede für Arbeitswilligen- Arbeiter, nach den Zählungen der Arbeiter aber weit mehr fehlen. noch geehrt fühlen, wenn sie die Rolle des Büttels über- schuß. Dagegen wäre ein Druck auf die Kapitalherren eine Auch die Christen streiken! nehmen dürfen. Sie wußten, daß sie die Verräter in sehr gefährliche Sache. Sie könnte den Unwillen sehr mächti- In Gelsenkirchen, woselbst viele Christliche ansässig sind, streifte threm Rücken hatten, die Führer der christlichen Organi- ger und einflußreicher Personen hervorrufen und der Mann mittags auch schon weit über die Hälfte der Belegschaft. Die Chrift fationen, die Judasse, die das Vertrauen rechtfertigen mußten, der gottgegebenen Abhängigkeiten sieht ja die Kapita I- lichen beteiligen sich immer stärker am Streit, selbst Gelbe" streifen das ihre Auftraggeber in fie gesezt haben; die beweisen hörigkeit seiner Regierung wohl als die un- mit. Die Zeitung des Christlichen Gewerkvereins gibt ihre Position mußten, daß sie die christlichen Arbeiter nicht zum Stampf für zerreißbarste dieser Abhängigkeiten an. haben. darmen. Sie treiben ihre Leute in die Gruben. Die Effener selbst für verloren. Sie übertüncht ihren Hereinfall mit dem Hin. ihre Interessen, sondern zum Kampf gegen ihre Brüder Und doch! Werden die Bergarbeiter einig, bleiben sie fest, weise, daß ihre Mitglieder ausständig werden, um Krawalle zu ver organisiert haben, die zeigen mußten, daß sie kapabel find, so wird alles nichts nüßen. Nichts der Versuch der Re- meiden. Tatsache ist, daß in diesem großen wirtschaftlichen Kampfe politische und religiöse Verhegungen nicht möglich sind, weil sie wirkungsihre Anhänger für das Kapital gegen die Arbeit ins Feld gierung, die öffentliche Meinung gegen die armen Berg- los blieben. Die Zentrumspresse, besonders die Effener, schreit nach Militär. zu schicken. arbeiter aufzuheben. Nichts die sinnlose Ansammlung von wozu durchaus nicht der geringste Anlaß vorhanden ist. Beim Schicht Das wußten die Leiter der Arbeiterorganisationen, und Polizei und Gendarmerie. Denn die öffentliche Meinung wechiel vollzieht sich alles in größter Ruhe und Ordnung. Mit rotem Kopf so lange sie fonnten, haben sie den Streit verhindert. Aber weiß, daß dieser Streif geführt wird gegen eine Ausbeuter- und vor Scham gesenktem Haupte verlassen die wenigen Streit fie fonnten es nicht länger. Denn die Bergherren sippe, die nicht nur ihre Arbeiter, sondern das gesamte brecher die Schächte. Ein großes Polizeiaufgebot sorgt für die Fernwollten es nicht. Die wollten jezt den Kampf, weil sie mit deutsche Volk aufs äußerste ausplünder t. Die baltung einer Berührung der Streifbrecher mit den Streifenden. dem Zwiespalt rechneten, den die Zentrumsführer unter die Herren des Kohlensyndikats, die Kirdorf und Thyssen, die Ein berittener Boligist begleitet den fleinen Trupp bis zum nächsten Bergarbeiter getragen, den sie immer von neuem geschürt Stinnes und Haniel sind reich geworden, weil sie jedem Posten und überträgt diesem den Weitertransport der Streifbrecher. deutschen Bürger eine in dirette Steuer von wuche- Doch viele famen mittags aus dem Schacht mit ihrem Bündel Der englische Streit zeigt, welch ungeheure Macht die rischer Höhe auflegen können. Auf jeden Zentner Kohle sie wollen nicht weiter den Streifbrecher spielen. Die Mehrzahl der Arbeitenden sind übrigens Arbeiter über Bergarbeiter eines industriellen Landes haben, wenn sie entfällt neben dem normalen Kapitalprofit noch ein Zuschlag, age, bie also bei der Kohlenförderung nicht in Betracht kommen. einig sind. Die Bergherren wissen, daß die Einigkeit auch den die im Kohlensyndikat vereinigten Monopolisten er- Auch die Kolsarbeiter verlassen die Defen. heben und der alljährlich Millionen und Aber. in Deutschland kommen wird, daß das verräterische Spiel der millionen den Wenigen einbringt, die über die wird anscheinend von der Verbandsleitung zurüdgehalten, weil er Der christliche Sekretär Effert ist nicht im Streifrevier, er Zentrumsführer nicht allzulange mehr währen kann. Des Kohlenschäze verfügen. Diese Kohlenschäße aber gehörten mit der Taktik der Christlichen nicht einverstanden ist. Effert war halb die Provokation. von altersher dem Staate und sind den paar Reichen einfach auch nicht auf der außerordentlichen Generalversammlung am MittDie deutschen Bergarbeiter haben heute, trotz der riesig geschenkt worden durch eine Berggesetzgebung, die das woch voriger Woche, trotzdem er Vorstandsmitglied ist. Er hält auch gestiegenen Kosten der Lebenshaltung, noch nicht einmal die nationale Gut verschleuderte, um ein paar Dußend feine Versammlungen im Streitrevier ab. Röhne von 1907 erreicht. Ihre Arbeitsbedingungen sind viel- millionäre zu züchten. Und jetzt weigern sich die, von diesem Die christlichen Sekretäre stehen unter dem Schutz der Gen fach schlechtere geworden, je tiefer die Gruben abgeteuft Staube auch nur den kleinsten Teil herauszugeben, ihren Ar- Bolkszeitung", ein Zentrumsblatt, brachte am Dienstag einen werden. Die Krankheitsziffern wachsen, die Unfallsgefahr beitern anständigen Lohn, anständige Arbeitsbedingungen 31- Artikel, in dem sie militärischen Schutz für Arbeitswillige berlangt. steigt. Und unwürdiger als je erscheint ihnen die Ver- zugestehen. Und derselbe Staat, dessen Gut sie ufurpiert iflabung, in die sie die Gewalt des monopolistischen Berg- haben, der stellt ihnen jetzt die Machtmittel zur Verfügung, Schächten sind viele Polizisten mit dem Karabiner geschultert poſtiert. Die Polizei geht, wie bei allen Streits, rigoros vor. Vor den fapitals herabgedrückt hat. Verweigerung der Anerkennung die mit dem Gelde der Steuerzahler geschaffen worden sind, Berittene sprengen die Straßen auf und ab. Stehen Streifende au der Organisation, 3wangsarbeitsnachweis; diese beiden der schickt ihnen jetzt seine Gendarmerie und, wenn es ge- vier oder fünf Personen, gemütlich ihre Pfeife rauchend, in der Worte besagen, daß der Grubenarbeiter, der die gefährlichste wünscht wird, sein Militär, um die Usurpatoren gegen seine wärmenden Frühlingssonne beisammen, so treibt sie das Schutzund aufreibendſte Arbeit verrichten muß, mit seiner Arbeits- Bürger zu schüben! Das ist der Klassenstaat, so mannspferd vom Bürgersteig in die Häuser. Nicht eine Person darf fraft zugleich seine Freiheit verkauft hat. Und alle fieht er aus, und jetzt, wo sie sein wahres Gesicht sehen, wer- Auf- und Abpromenieren angehalten. Daneben wird schneidig bor vor dem Wohnhause stehen bleiben. Die Streifenden werden zum Forderungen beantwortet das Kapital mit schroffem, den auch die christlichen Arbeiter erkennen, daß ihr Platz ist gegangen, so daß beim Räumen des Trottoirs ein Kind hinfiel und höhnischem Nein. nicht an der Seite des Kapitals, nicht an der Seite der Be- beinahe überritten wurde. Deshalb ist es zum Streif gekommen. Die Massen herrscher des Klassenstaates, sondern an der Seite ihrer hielten es einfach nicht länger aus. Sie trieben die Führer kämpfenden Brüder. Die bürgerliche Presse verbreitet voran, und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß Nachrichten über Zusammenstöße Ihren Kampf aber begleitet die Arbeiterschaft Deutsch im Streitgebiet, die maßios übertrieben sind und die verschweigen, es so ist, dann ist dieser Beweis durch das rasche Anlands mit ihren heißesten Wünschen, zur Unterstützung bereit, daß das überaus schneidige Auftreten der Gendarmen und der wachsen des Streits geliefert. Ueber 70 Proz. der sobald sie verlangt wird, und sicher, daß, wie immer der Belegschaften stehen im Streit. Das heißt, es streifen nicht Kampf auch diesmal entschieden werde, den Bergsklaven doch nur die Unorganisierten mit, sondern es streiken auch zu die Freiheit errungen werden wird! einem großen Teil die christlichen Arbeiter. Sie haben den Berrat der Führer nicht mitmachen wollen, sie weigern sich, Streifbrecher zu sein, die proletarische Solidarität siegt über die Tücken der Zentrumsführer und die Einigkeit ist auf dem Marsche. Der Umfang der Bewegung. Polizisten allgemeine Empörung auslöft. In Samborn und engede tam es au fleineren Zusammenstößen. In Wanne drang die Polizei sogar in das Bureau des Streiffomitees ein und hob das Komitee aus. Solche Vorgänge sind nur zu sehr geeignet, aufreizend zu wirken und rasch fliegen dann die Säbel aus der Scheide. Die den Bechen gefällige Presse bauscht jedes Vorkommnis riesig auf, stellt fich natürlich stets auf die Seite der Polizei und versucht es damit, die Lage bedrohlicher erscheinen zu lassen als sie in Wirklichkeit ist. Der dritte Streik! Schauplag eines fozial und wirtschaftlich bedeutungsvollen Zum dritten Male seit 1889 ist das Ruhrrevier der Ringens. Mit der Waffe des Streits fämpfen die gequälten Gräber der schwarzen Diamanten für eine Erleichterung ihres harten Loses. Nach den überfüllten Versammlungen und der begeisterten Stimmung vom Sonntag hatte es am ersten Streiftage zuerst den Die nächsten Tage müssen zeigen, ob die proletarische Anschein, als ob die Streifbrudproflamation der Chriftlichen doch Solidarität der christlichen Arbeiter start genug sich zeigen lodend fonnte die Zentrumspresse und die Bechenpresse melden, von einigem Einfluß auf die Streitbeteiligung sein sollte. Froh wird, um den Verrat ihrer Führer wieder gut zu machen, dem daß von der Frühschicht am Montag nur 35 Prozent nicht Kapital die geschlossene Front der Arbeiterarmee entgegen angefahren seien. Aber schon von der Nachmittagsschicht mußte zustellen. Wenn aber eines geeignet ist, die christlichen Ar- fie dann mitteilen, daß 57 Prozent ausgeblieben waren. Entgegen beiter aufzuklären, so ist es das Verhalten der Regierung. den Erfahrungen bei Streits in anderen Industrien vollzieht Die Regierung des Herrn von Bethmann Hollweg sich die Beteiligung sei Bergarbeiterstreits nicht plöglich; fennt keine dringendere Sorge, als sich mit den Arbeiterver- erst allmählich steigt die Zahl, eine Erscheinung, die auch beim Streit rätern solidarisch zu erklären. Die„ Norddeutsche Allgemeine 1905 im Ruhrrevier schon zu beobachten war. Wohl hatte am SonnZeitung" ist entzückt von den christlichen Führern und man abend schon mancher Bergarbeiter sein„ Gezähe"( Arbeitszeug) mit darf erwarten, daß die Herren Imbusch und Brust und Gies- genommen, als er die Grube verließ. in der sicheren Erwartung, berts und wie die Helfershelfer der Grubenherren alle heißen, mation des Streits durch die Verbandsleitung lag noch nicht vor. daß der Streif Montag beginnen müßte; aber die offizielle Prokla bei der nächsten Ordensdekoration die bunten Vögel aus dank- Erst der Sonntag entschied. So fuhren am Montag noch viele an. barer Höhe werden herabflattern sehen. Vorläufig aber er- Jn der Waschlaue fehrt nicht jeder um; er ist schon im Betrieb, verfüllt die Regierung die gemeinsamen Wünsche der Gruben- fährt noch eine Schicht, nimmt dann sein Gezähe mit und kommt herren und christlichen Arbeiterführer und konzentriert im nicht wieder. Ruhrrevier ein Massenaufgebot von Polizei und Gendarmerie. Die Sucht der bürgerlichen Bresse, die Zahl der Streifenden im Es sind Leute, die aus allen Weltgegenden zusammengeholt Ruhrrevier zu verkleinern, scheitert an den Tatsachen. find, unbekannt mit Land und Leuten, durch die ungewohnte 1905 streiften am ersten Tage 43 000, am zweiten und dritten man sich einig in dem Urteil: Der Streit ist das Situation aufgeregt und die durch ihr massenhaftes Erscheinen Tage stieg die Zahl auf 68 000, erst am achten Tage wurde die Höhe Ergebnis einer wüsten, ja berbrecherischen ultramontanen die Bergarbeiter, die zur Aufrechterhaltung der Ruhe feit bon 180 000 erreicht. Jest sind schon am ersten Streiftage 150 000 Sebe! entschlossen sind, unnüß aufregen. Der englische Streit hat berzeichnen. Das Eifener Zentrumsblatt verkündete am ersten Der englische Streit hat Tage mittels Extrablatts, daß einige Tausend" streiken. Am bisher keine Ausschreitung gekannt. Aber die Regierung zweiten Tage muß es schon selbst die Zahl der Streifenden auf Asquith hat auch aufs sorgiamste vermieden, Polizei und 105 000 angeben. Das Vorhaben der christlichen Führer, den Streit Gendarmerie den Arbeitern überall in den Weg zu stellen. zu brechen, ist mißglückt. Im christlichen Bezirk Recklinghausen feiert zu Voraufgegangene Klagen und Bitten blieben erfolglos! Das ist das Gleichmäßige in der Erscheinungen Flucht. Sonst bilden fie eine sehr wechselbolle, unterschiedliche bunte Reihe. Der Streif im Jahre 1889 jah die freie Gewerkschaft, den Kindheit Schwäche. Die ultramontane Opposition stand da jeßigen sogenannten alten Bergarbeiterverband, noch in seiner gegen in des Lebenssommers Bollkraft. Und diese Opposition erging fich im Ruhrrevier in einer rücksichtslosen, raffiniert demagogischen Agitation gegen das gottlos liberale Kapital"! Bei den katholischen Arbeitern gab sie der Empörung gegen das Grubenkapital einen sehr starken Stich ins fonfessionell Fanatische. In Unternehmerkreisen war In seinem Buche„ Der Ausstand der Bergarbeiter." Effen 1889- Verlag Bädeder schreibt Natory unter anderem, daß die ultramontane Presse die niedrigsten Leidenschaften der Begehrlichkeit und des Neides gegen die Besitzenden nähre". Wenn jemand die Verantwortlichkeit für den eben beendeten Streit und dessen unheilvolle Folgen " trägt, so ist es die ultramontane Partei. Diese macht lehnung und Bekämpfung verschiedener von den christlichen| Bechenverwaltungen gestellten Forderungen einer 5- bis Natory auch für einen Streif im Essener Stevier Anfang der Gewerkschaften erhobenen Forderungen durch das Zentrum 20prozentigen Aufbesserung der Löhne. In wenigen Fällen 70er Jahre verantwortlich. Seitdem hat die verhetende als aus höheren Intereffen geschehen verteidigte. Diesen wurden bis 5 Broz. zugestanden, in den meisten erfolgte feine Tätigkeit dieser Partei nur von Jahr zu Jahr an Ausdeh- Interessen werden jetzt auch die Interessen der Bergarbeiter Antwort! Die Konferenz beschloß daraufhin den sofortigen mung und Intensität zugenommen."... Mit heuchlerischer geopfert! " 114.80 Die Folgen des Bergarbeiterausstandes Eintritt in die Lohnbewegung auf Grundlage folgender drei nationaleinheitlichen Forderungen: Anerkennung eines Minimallohnes, 15 Proz. allgemeine Lohnerhöhung, Anerfennung der Gewerkschaft in allen Unterhandlungen über Miene umhüllt sie ihre wüsten Forderungen und Angriffe mit dem Mantel der Religion... Das sind zwar nicht die schärfsten Urteile, aber sie genügen zur Beleuchtung der damaligen Situation. Die ultra- machen sich auf dem Gebiete des Kohlenabsakes in empfindlicher Arbeitsbedingungen. Diese Forderungen werden sofort gemontanen Organe Effener Volkszeitung", Westfälische Weise bemerkbar. Die Förderung ließ schon in der vergangenen stellt. Sonntag treten in den vier Revieren die BezirksVolkszeitung" in Bochum, Gelsenkirchener Zeitung" und Woche nach, auch der Versand wurde ungünstig beeinflußt. Das konferenzen zusammen; am 24. März wird ein außerordentTremonia" in Dortmund standen auf dem Inder der In- Syndikat hat sich genötigt gesehen, in den verschiedenen Bezirken die licher Nationalfongreß über einen allenfallfigen Streit bedustriellen. Ihr Abonnement galt als Staatsverbrechen; in Borratslager anzugreifen. Im Dortmunder Bezirk befinden sich schließen. Die Revierverbände haben freie Hand, vorher Irmancher Werkskolonie war es direkt verboten. etwa 400 000 Tonnen Kohle, ein gleiches Quantum lagert in Lünen. abstimmungen über Anwendung des Streifs vorzunehmen. Der Preis ist um 30 M. für den Doppelwagen und um 15 Pf. für In Betracht kommen sämtliche belgischen Bergarbeiter, etwa 150.000 Mann. den Zentner erhöht worden. Der Zechenverband Seit jener Zeit hat sich vieles verändert! Heute toben und wüten die genannten ultramontanen Organe gegen den Streif und den Bergarbeiterverband wie damals gegen das ,, liberale" Rapital. Etwas anders war ihre Haltung noch bei dem Streik vor 7 Jahren. Der mittlerweile entstandene will am Mittwoch die Arbeiterausschüsse einberufen. Dann findet christliche Gewerkverein fämpfte in geschlossenter Front mit eine Hauptversammlung des Zechenverbandes statt. Tatsächlich dem Bergarbeiterverband, dem Hirsch- Dunckerschen Gewerk- haben denn auch einige Zechen die Arbeiterausschüsse schon zu Ververein und der polnischen Organisation. Jest versucht er die handlungen zum Mittwoch geladen. Einmütigkeit der Arbeiter zu sprengen, man redet spöttisch vom Dreibund und erntet das Lob der Unternehmer für sein gutes Berhalten. Allerdings, als die Gründung des Bechenverbandes und des Zwangsarbeitsnachweises die Genüter erregte, da war es der Gewerkvereinsführer Efferis, der die Stimmung auf den Kampf einstellen half. Er drohe mit einem Streif, wie ihn die Welt noch nie gesehen! International sollte seine Basis sein! Bei der nächsten günhi gen Konjunktur werde das Signal zum Losschlagen ertönen! Seitdem gärt es unter der Bergarbeiterschaft. Der Kampfruf Efferts ließ die Hoffnung auf eine Besserung feimen. Es grünte daraus das Verlangen der Anteilnahme an den besseren Erträgnissen des Bergbautes. Das Wollen, den verweigerten Anteil zu erfämpfen, war der Entwickelung Doch au reife Frucht. Doch nun steht die Gewerkvereinsleitung mit threm Berhalten und ihren Argumenten im Lager der Unternehmer! Nun hegen sie gegen den Streit. Unter freudigem Beifall der Wertsherren stempelte sie die internationale Solidarität der Arbeiter zu einem nichtswürdigen Vergehen! * Interpellation zum Bergarbeiterstreit. Das Zentrum hat im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: 1. Ist der Herr Reichskanzler bereit, über den Stand des Bergarbeiterstreits im Ruhrkohlengebiet Auskunft zu erteilen? 2. Was gedenkt der Herr Reichsfanzler zu tun, um unter Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der Bergarbeiter ein baldiges Ende des die deutsche Volkswirtschaft schwer schädigenden Stampfes herbeizuführen? Die Jnterpellation, die voraussichtlich am Donnerstag zur Verhandlung kommt, wird von dem Abg. Schiffer, dem Führer der christlichen Textilarbeiter, begründet. Vollständige Wiederaufnahme der Arbeit in Frankreich! Paris, 12. März. Jn allen Gruben Frankreichs ist heute die Arbeit wieder aufgenommen worden. Zwischenfälle sind nicht zu verzeichnen. Selbst im Norden Frankreichs, wie in Pas de Calais, wo der Aufstand länger als 24 Stunden andauerte, ist die Aufnahme der Arbeit heute wieder eine vollständige. Berechtigtes Intereffe am Belagerungszuitand. Am gestrigen Dienstag ging also im Herrenhaus das von einem hohen Adel und verehrungswürdigen Publiko stets mit großem Beifall aufgenommene antisoziale Stüd„ Schutz der Arbeitswilligen" in Szene. 72 Grlauchte und Edle, geborene und kommandierte Gesetzgeber haben den Antrag des Edlen v. Buttkamer unterzeichnet, die fönigl. Staatsregierung zu ersuchen, alle erforderlichen Maßnahmen, nötigenfalls auch durch Einbringung von Gesetzesvorlagen, zu ergreifen, welche geeignet erscheinen, Arbeitswillige und Gewerbetreibende in der Verwertung ihrer Arbeitskraft und in ihrer geschäftlichen Tätigkeit wirksani zu schüßen vor Vergewaltigung und Bebrüdung, sei es, daß diese im Wege unmittelbaren oder mittelbaren Zwanges versucht worden sei. die Unterstaatssekretär пенеп Veranlassung eines Buchthausablehnen. Gern hat das Herr Dallwig getpiß nicht dem nachgeordneten Sprecher befohlen. Aber der Reichstag nimmt zu wenig Rücksicht auf Herrenhauswliniche und gar die 110 haben feine Subordination in fich. Freilich die Regierung tut ichon jetzt alles zum Schutz der Streitbrecher, versicherte Herr Holy. Er enthüllte dabei den Zweck der Verstaatlichung der Polizei im Ruhrrevier und fündigte die gleiche, zur Einschüchterung der Knappen bestimmte Maßregel für Oberschlefien und das Saarrevier an, wo offenbar Hilgers Erziehungssystem nicht mehr ausreicht. Und wenn der Unterstaatssekretär auch ablehnt, sich über den Riesenstreit zu äußern um so beredter ist sein Lob der Brownings und der Karabiner, mit denen die Staatsregierung im Ruhrrevier vermittelnd eingreift. Und eine martialische Geste weist nach der Garnison von Mülheim, die zwar fern der roten Ansteckungsgefahr Die Bewegung in England. London, 11. März 1912.( Eig. Ber.) Der Führer der Arbeiterpartei hielt gestern in Lancashire eine Zwei fachliche Momente führt man für sein auffälliges Rebe, die viel Aufsehen erregt hat. Macdonald lagte den Premier. Es ist möglich, daß in dem Zweifel an den Aussichten eines Verhalten ins Feld! Der Arbeiter Forderungen seien be- minister an, daß er die Verhandlungen verhungt habe. Zuerst habe rechtigt! Das bestreitet niemand. Aber man müsse abwarten, Herr Asquith die Minimallohnforderung der Arbeiter gutgeheißen, folchen Antrages in der Ersten Kammer eine Beleidigung des ob die Werksherren nicht freiwillig die Lohnforderungen be- dann habe er den Bergarbeitern vorgeschlagen, die Frage auf dem Herrenhauses erblickt würde namentlich am Tage, nachdem dort willigten. Immer noch abwarten! Seit 1910 ist ein wirt- Wege des obligatorischen Schiedsgerichts zu lösen, obwohl jich die den preußischen Staatsanwälten so ein bisschen schlappschwänzige schaftlicher Aufstieg unverkennbar! Aber die Löhne wurden Bergarbeiterföderation von ihrer Gründung an stets gegen obli- Bflichtveriäumnis nachgesagt wurde; darum sei gleich vorneweg feſtgefürzt! Die Bergarbeiter drängten zu einer Aftion! Die gatorische Schiedsgerichte ausgesprochen hätte. Am Donnerstag vor gestellt, daß das Herrenhaus alle Erwartungen der Scharfinacher Gewerkvereinsleitung versagte. Man müsse abwarten! Die dem Streit habe Asquith vor den Delegierten eine Rede gehalten. und Polizeigenüter glänzend erfüllt und den Antrag v. Butikamer Ronjunktur gestaltete sich günstiger, der Absatz wuchs, man Diese Rede sei von der Regierung veröffentlicht worden. Weshalb einstimmig angenommen hat. Freilich: meu fah manche, hörte schon von der Absicht einer Breiserhöhung. Mittler- habe die Regierung nicht die Reden veröffentlicht, die der Präsident die nicht da waren. Aber Adolf Wagner, der Kathederfojialist von weile hatte die Wirtschaftspolitik des Zentrums die Lebens- und der Vizepräsident der Föderation nach der Nebe des Premier- einst war da, war auf dem Antrag unterschrieben. Ihn zu vers haltung erheblich verteuert. Das steigerte die Erregung der ministers hiclten? Beide Beamten hätten fich bereit erklärt, mit treten, fand er wohl nach den Meistervorträgen der BietenArbeiter. Im Herbst des vergangenen Jahres regte der Berg- Herrn Asquith die Minimallohnliste zu diskutieren und ihm zu Schwerin, Buttkamer und Beidtmann feinen Anlaß mehr. Beffer arbeiterverband eine allgemeine Lohnbewegung an. Doch erklären, wie man zu der Liste gekommen sei. Erst am folgenden hätte es der greife Volkswirtschaftler wohl auch nicht mehr gewiederum verjagte die Gewerkvereinsleitung ihre Mitwir Mittwoch habe der Premierminister die Bergarbeiter aufgefordert, fount. Die Staatsregierung mußte, durch fung: fie blieb beim Abmarten! Dann beschloß das Kohlen- die Minimallohniliste mit ihm zu diskutieren. Wenn die Verhandsyndikat eine Erhöhung der Preise. Diese trieben über den lungen ordentlich geführt worden wären, so würde das Ende des Holz, Stand des Jahres 1907 hinaus, die Söhne aber blieben unter Streits schon im Anfang dieser Boche in Sicht gewesen sein. Wenn gefeßes dem damaligen Saz erheblich zurück. Schon hatten die Berg- die Regierung eine Vorlage einbringe, die nach der Ansicht der arbeiter eine Geduld geübt, die den llebermut der Gruben- Arbeiterpartei die Gewerkschaften in ihrer Tätigkeit hindern oder herren reizte. Troßdem: die Gewerkvereinsleitung lehnte zur Einführung obligatorischer Schiedsgerichte führen würde, so eine gemeinsame Eingabe an die Grubenherren ab. Und werde die Arbeiterpartei die Vorlage bis zum Aeußersten bediese, in ihrem Trub gestärkt, wiesen die Forderungen zurüd. fämpfen, und er wage zu behaupten, daß, ehe die Vorlage Gesetz Nun blieb keine Wahl mehr, der Kampf war unvermeidlich! werden könne, der Streit schon wegen Erschöpfung beendet sein Nochmals um Mitwirkung ersucht, damit die Bergarbeiter- werde. schaft nicht um eine Bewilligung ihrer Forderungen geprellt Unter den Vorschlägen, die gemacht werden, um den Stampf werde, verharrte die Gewerkvereinsleitung weiter bei ihrer zu beenden, verbient die Anregung Keir Hardies besonders Ablehnung. Das ist das Trauerspiel des Abwartens, das den Erwähnung. Der Genosse schlägt vor, bas Parlament möge schnell Bergmann zum Narren macht, um Lohnerhöhungen betrügt. ftens eine furge Borlage annehmen, durch die alle bestehenden RohnDie Konjunktur sei nicht günstig, sagte die Gemert- berträge ber Bergarbeiter als aufgehoben erflärt werben sollten. bereinsleitung zur Verteidigung ihres Verhaltens. Aber kann das nähme den südwalisischen und schottischen Unternehmern den es günstigere Verhältnisse als die augenblidlichen geben? In Winb aus den Gegeln, die sich noch immer auf den Standpunkt liegt, aber nahe genug ist, um rasch auf den Schächten zu erEngland tobt ein Riesenkampf, der die englische Ausfuhr stellen, daß sie den Minimallohn nicht diskutieren fönnen, weil nach scheinen.... Das alles ist den Herrenhausrednern nichts; nichts auch das lähmt. In Frankreich, Belgien, Desterreich, überall gärt es. ihrer Ansicht die Bergarbeiter die bestehenden Lohnkontrafte geDaß aus einem dieser Länder Kohlen nach Deutschland ge- brochen haben. Da diese Unternehmer bei ihrer Ansicht beharren, Ausnahmegesetz des§ 153 der Gewerbeordnung, nichts sind die bracht werden könnten, erscheint ausgeschlossen. Das bringt ist es sehr unwahrscheinlich, daß ihre Vertreter, wenn sie auf der Landfriedensbruch- und Expreffungsprozesse gegen Gewerkschaftler, Die Unternehmer in eine unangenehme Situation, denn die von der Regierung arrangierten Konferenz erscheinen, die Mini- ja- statt erhoffter Anerkennung erntet die preußische deutsche Justiz, Nachfrage ist groß, größer als vor dem Streif 1905, wo der mallohniliste diskutieren werden. Die füdwalifischen und schotti. ernten die Staatsanwälte schärfften Tadel! Diese vom Buttkamer, Gewerkverein nach der Führung im Kampfe geigte. schen Unternehmer haben jedoch ihren Standpuntt insofern mobi- weil fie die gröbsten Klaffenkampfaufreizungen und die gröbstent Der beste Maßstab für die Konjunktur im Bergbau ist der fiziert, als sie jest erklären, daß sie der höheren Gewalt weichen Majestätsbeleidigungen wohl die der Post" und der rheinischBeschäftigungsgrad in der Eisenindustrie. Und der ist glän- werden. Sie wünschen eine gefeßliche Garantie gegen den Kontratt- westfälischen Bangerplattenpresse ungefühnt gelaffen? Die Juftiz zend. In der Zeit vom 1. Oktober 1904 bis 1. März 1905 bruch seitens der Arbeiter, was mohl so viel bebeuten dürfte, als wird vom Bergberrnvertreter Weidtmann wegen ihrer Langsamkeit waren rund 4 Millionen Tonnen Roheisen produziert worden, eine Wiederherstellung der Zustände, wie sie durch das Taff- Bale- getadelt. Ausgerechnet Englands Justiz wird als Muster vorgeführt, wohl weil sie die Suffragetten rasch verdonnert. Aber in den letzten fünf voraufgegangenen Monaten dagegen betrug Urteil geschaffen wurden, die Erzeugung 6% Millionen Tonnen, also über 50 Proz. Die ministerielle wie die oppofitionelle Breffe steht jetzt ver- denkt denn der Zechenmann nicht an unser herrliches Verfahren, mehr. Der Begehr der Eisenindustrie ist kaum zu befriedigen. einigt auf ber Seite der Unternehmer. Sie hat den Rat beherzigt, Leute, deren Berurteilung nicht sicher ist, durch die UntersuchungsAlle Werke arbeiten mit Hochdruck. Eine Steigerung der den ihr die" Times" von Anfang an gegeben hat: Busammen- baft die Strafe vorneweg berbüßen zu laffen? Nachfrage ist faum noch möglich. Wohl aber ist zu befürchten, halten aller bürgerlichen Parteien gegen die Bergarbeiter. Selbst daß noch im Laufe des Jahres eine kleine Abschwächung er- die Blätter, die sonst immer in demokratischen Phrasen schwelgen, folgt. Für die Bergherren bedeutet das allerdings ja teinen fönnen in dieser Krise ihren Klasseninstinkt nicht verleugnen. Mit Rückschlag, denn sie haben sich höhere Breise gesichert. Aber jedem Tage zeigt es sich deutlicher, wie unheilvoll das Fehlen einer erfahrungsgemäß ist eine Abschwächung der Lebhaftigkeit in Arbeiterpresse in Großbritannien ist. Daß die Heße der bürgerder Eiſenindustrie von einer Berkürzung der Löhne anch im lichen Bresse gegen die Bergarbeiter nicht erfolgreicher gewesen ist, Bergbau begleitet, selbst dann, wenn die Preise steigen. So liegt einzig und allein an dem phlegmatischen Charakter des engwar es ja auch 1907/08. Die Preise wurden um durchschnitt- lischen Volkes, das die Purzelbäume seiner Leiborgane einfach nicht lich 1 M. erhöht, der Jahreslohn der Bergarbeiter aber fant mitmacht. zunächst um 76 M. und im folgenden Jahre nochmals um Verhandlungen in England. 4 Doch wozu alle die Einzelheiten der Debatte wiederholen? Ihre Richtungslinie ist viel lehrreicher: Terror gegen Arbeitswillige bedroht König und Baterland( Klempnerobermeister Plate und Bechengeneraldirektor Weibtmann bestätigen es in patriotischer Selbstlofigkeit), folglich darf den ländlichen Arbeitern das Koalitionsrecht nicht gegeben werben( jagt der Junter v. Buttkamer, der billige Landarbeiter ebenso gern sicht, wie Herr Weibtmann billige Kohlengräber); die Scheu des Reichskanzlers ist unbegreiflich und menn der Reichstag eine Buchthausvorlage wieder ablehnt, müſſen mit starkem Arm und straffen Nerven die Konsequenzen gezogen 144 M. Die Situation für die Bergarbeiter ist jetzt nicht London, 12. März.( Privattelegramm des Vorwärts".) werden; wenn aber Herr Holz sagt, es fönnte bei einem Streif nur günstig, sondern es ist auch die höchste Zeit, Berbeffe- Die Bergarbeiterfonferenz beschloß gestern abend, die Ein- von Hunderttausenden schon vorkommen, daß doch mal ein einja dann muß eben der rungen durchzusetzen. Geschieht das nicht bald, dann jezt viel- ladung der Regierung anzunehmen, unter der Bedingung, Belner Streitbrecher belästigt wird... leicht wieder eine Abwärtsbewegung ein, wenn die Gewerk- daß das Prinzip des Minimallohnes nicht diskutiert werde. Belagerungszustand verhängt werden". Das war das Resümee des vereinsleitung noch auf eine freiwillige Lohnzulage wartet! Wie verlautet, wird in der gemeinschaftlichen Konferenz der Grafen Bieten- Schwerin aus der Debatte. Wie erklärt sich nun aber das Verhalten der Gewerk- Premierminister den Vorsitz führen. Der Vorstand hat keine „ Eben der Belagerungszustand" war das letzte Wort,„ allen vereinsleitung? Nicht anders als auf Rüdsichtnahme auf das weiteren Instruktionen erhalten und wird sich an die alten Beteiligten den Mut zu stärken" das erste. Und dazwischen stand Zentrum! Dieses hat den Krieg gegen das Großfapital Resolutionen halten. Die Bergarbeiterdelegierten hier glauben die amtliche Zweckbestimmung der Polizeiaufgebote: fich jeder längst eingestellt, es hat sich mit ihm und dem Großgrundbesis nicht an die frühe Beendigung des Streiks. Sie sind mehr Schädigung berechtigter Intereffen nachdrücklich und mit voller gegen die Interessen des Proletariats verbündet. Seine denn je entschlossen, ihre Forderungen ganz durchzusehen. Energie entgegenzustellen". Haltung in der Zollfrage, bei der Reichsfinanzreform, der Dies gilt nicht nur von den radikalen, sondern auch von den Die Bergarbeiterbewegung bedroht zwar nur einen fleinen Reichsversicherungsordnung und den verschiedenen Berggeset- fog. mederierten Elementen. Unter den Delegierten herrscht Teil der Riesenprofite des Bergkapitals. Aber die Sozialdemonovellen find Zeugen für die auf politische Motive zurüd- allgemeine Siegeszuversicht. tratie und die freie Arbeiterbewegung bedrohen das unverdiente Wohlleben der Parasiten der Gesellschaft, für die Millionen in Stadt und Land fronen, deren Drohnenstellung Hunderttausende von Beamten mit und ohne Browning und Karabiner aufrechterhalten müssen. Und da das gleiche Wahlrecht zum Reichstag das Bustandekommen von Ausnahmegesehen ausschließt, soll mit dem Standrecht, mit den Kriegsgerichten die Arbeiterbewegung eritidt werden. Die Rechnung ist ganz einfach, sie geht aufs Ganze. zuführende Wandlung des Zentrums. Seitdem es auf einen London, 12. März. Die Konferenz der Vertreter der Bahltompromiß mit den Nationalliberalen im Ruhrrevier Grubenbefizer und der Bergarbeiter, die unter dem Vorsik hinarbeitet, schwenkte die Gewerkvereinsleitung, um. Erst 30g des Premierministers Asquith im Auswärtigen Amte fie fich aus der Kampffront gegen das Kapital zurück. Dann stattfand, ist nach dreieinhalbstündiger Dauer auf morgen verwurde der Bakt zwischen Zentrum und Scharfmachern perfekt. tagt worden. Eine Mitteilung über den Verlauf der VerAus den Händen der Ultramontanen empfing die Groß- handlungen ist nicht erfolgt. industrie die Mandate in Duisburg und Bochum, und der Generalissimus der christlichen Gewerkschaften, Giesberts, war * * Die belgischen Grubenarbeiter rüsten zum Kampf! in der glücklichen Lage, den Industriekapitalisten den Dank Das sind die berechtigten Intereffen am Belagerungszustand". für seine Wahl abzustatten unter der Zusicherung, daß er Die Nationalfonferenz der belgischen Bergarbeiterföde- Wenn es so weiter geht wie bisher, so schrien bie feudalen nationalliberale Bolitif unterstiger werde. Derselbe Gies- ration nahm am Dienstag Kenntnis von den Antworten der Redner werden wir zu franzöfifchen Zuständen( wohl zu jenen berts, der nach der Annahme der Neichsfinanzreform die Ab- Unternehmer auf die bereits in einzelnen Revieren an die von 1798) tommen, denn die Sozialdemokratie erklärt ja selbst, nach - Puitkamer nämlich, immerzu, ihre Ziele nur durch die gewaltsame Revolution erreichen zu können.....(Beiläufig: Welche Sach- kcnntnis, welch ein Befähigungsnachweis zum Gesetzgeber!) Zu französischen Zuständen? Es gibt ja Leute, die der beut. schen, und im Augenblick der westfälischen Arbeiterbewegung das Schicksal der Kommunekämpfer bereiten möchten. An Ver- sailler Schlächtern würde es uns nicht fehlen. Aber die Bergarbeitermassen werden den Herren das Vergnügen nicht machen. Anträge können die Puttkamer beschließen, aber dazu, die Weltgeschichte durch Belagerungsjustiz aufzuhalten— dazu, Ihr Herren, langts nicht! Zar flu$nal)mebetteuerung der Konsum- vereine. Wie erinnerlich, enthält die von der Regierung dem Landtage unterbreitete Novelle zum Einkommensteuergesetz eine Bestimmung, wonach bei Konsumvereinen zu den steuerpflichtigen Ueberschüsscn auch jede den Mitgliedern als Rabatt, Kundengewinn oder unter ähnlicher Bezeichnung gewährte Rückvergütung gehört. Die Regierung steht mit diesem Vorschlage auf dem Boden eines An- träges, den der konservative Abgeordnete Hammer im Jahre 1911 eingereicht hat und der nach kurzer Beratung im Plenum einer Kommission überwiesen ttmrbj. Aus der Kommission ist er nicht wieder herausgekommen, doch geht auS den Debatten im Plenum sowohl als auch in der Kommission, die dem Antrage zugestimmt hat, hervor, daß die große Mehrheit des Abgeordnetenhauses hinter ihm steht. Prinzipiell ablehnend haben sich nur die Sozialdemo- traten verhalten. In Konsequenz ihrer Stellung beantragten die Sozialdemokraten in der Steuerkommission die S t r e i ch u n g der von der Re- gierung vorgeschlagenen Bestimmung. Vom Zentrum war für den Fall der Annahme der Regierungsvorlage beantragt, daß auch die Konsumanstalten, die in verschiedenen großen Werken errichtet sind, in steuerlicher Beziehung genau so behandelt werden sollen wie die Konsumvereine. Die Rationallibcralcn stellten sich in einem An- trage auf den Standpunkt, daß die Doppelbesteuerung der Konsum- vereine zu verwerfen sei, daß aber alle Genossenschaften gleichviel welcher Art der Besteuerung unterliegen müßten, auch wenn sich ihr Geschäftsverkehr nur aus den Kreis der Mitglieder erstrecke. Ab- weichend hiervon wollte ein konservativer Antrag diejenigen eingetragenen Genossenschaften von der Steuer freilassen, welche satzungsgemäß und tatsächlich ihren Verkehr auf ihre Mitglieder beschränken, sofern sie keinen Gewinn unter ihre Mitglieder ver- teilen, auch eine Verteilung des aus dem Gewinne angesammelten Vermögens unter die Mitglieder für den Fall der Auflösung aus- schließen, oder sosern ihr Jahresumsatz 500 909 M. nicht übersteigt�_ Daß die Konservativen in der Sitzung der Steucrkommission am Dienstag nicht nur für ihren Antrag, der eine Bevor- z u g u n g gewisser ländlicher Genossenschaften bedeutet, son- dern auch für die Son derbe st euerung der Konsum- vereine eintraten, war zu erwarten. Wie stets, so betonten sie auch jetzt wieder, daß es ihnen auf den Schutz des gewerblichen Mittelstandes ankomme. Um so größere Verwunderung aber er- regte es, als die Redner des Zentrums mit einer Energie, die man sonst an ihnen nicht gewohnt ist, sich gegen die AuSnahmebestim- mung wandten und ausdrücklich darauf hinwiesen, daß diese Bc- steuerung dem Mittelstände nicht nur nicht nutze, sondern ihm unter Umständen sogar schaden werde. Mit Recht bezeichneten die Redner des Zentrums eine Ausdehnung der Stcuerpslicht nach dieser Rich- tung als ein zweischneidiges Schwert, und ebenso wird man ihnen nur zustimmen können, wenn sie hie Gründung von Konsumvereinen volkswirtschaftlich begrüßten, weil die Leute dadurch zum Sparen angehalten werden. Unter diesen Umständen hatte eS der sozialdemokratische Vertreter leicht, seinen Antrag zu begründen. Er wies nach, daß der Fiskus nur ein sehr geringes Interesse an der neuen Art der KonsumvereinSbcsteuerung habe und protestierte energisch dagegen, daß man unter dem Deckmantel eines finanz- politischen Gesetzes wirtschaftliche Kampfeszwecke ver- folgt. Wenn man schon die Konsumvereine besteuere, dann müsse man auch die K o n s u m a n st a l t e n und die R a b a t t s p a r- vereine besteuern. Die Konsumvereine seien heute schon unver- hältnismäßig hoch belastet, sie verlangten keine Steuerfreiheit, aber sie protestierten dagegen, daß ihr Daseinszweck vernichtet wird. Unser Genosse ersuchte die Kommission, nicht durch Gcwaltmaß- nahmen eine segensreiche Entwickclung zu zerstören. Auf den gleichen Standpunkt stellten sich die Fortschrittler, deren Redner sich ganz besonders den konservativen Antrag vor- nahm, der höchst ungerecht und in seiner Wirkung geradezu mittel- standsfcindlich sei. Den ländlichen Darlehnskasscn würde dadurch der denkbar schlechteste Dienst erwiese». Ucberhaupt liege kein Anlaß vor, au dem jetzigen Zustand etwas zu ändern. Man möge die Steuergesetzgebung formulieren wie man wolle, sie führe cnt- weder zu einer starken Belastung der Genossenschaften oder ver- anlasse sie zu einer Organisationsänderung, die ihnen schweren Schaden zufüge. Im Interesse der soliden Entwickclung des Ge- nossenschaftswesens dürfe man an dem bisherigen Rcchtszustand nichts ändern. Eine auffallende Zurückhaltung legte die Regierung an den Tag. Der Finanzminister griff übcrl)aupt nicht in die Debatte ein, und sein Kommissar konnte zur Begründung des Rcgierungs- Vorschlages eigentlich so gut wie nichts vorbringen. Er berief sich einmal aus den von der Kommission angenommenen Antrqg Ham. mer und zweitens auf den gegenwärtig unbefriedigenden Rechts- zustand, bestritt aber, daß die Regierung sich von irgendwelcher Feindseligkeit gegen die Konsumvereine oder von Erwägungen finanzieller Natur habe leiten lassen. Was den RcchtSzustand be- trisst, so hat das Oberverwaltungsgericht bekanntlich die Steuer- pflichtigkeit der Rabatte der Konsumvereine bejaht, wenn sie aus dem der Verfügung der Generalversammlung unterliegenden Rein. gewinn entnommen worden sind, es hat sie dagegen verneint für solche Beträge, auf deren- Zahlung die Warenabnehmer durch den Abschluß des Kaufvertrages nach den Statuten einen von den Bc- schlüsscn der VerciuSorgane unabhängigen Anspruch erworben haben. Nach langem Für und Wider wurde endlich die RegierungS- Vorlage mit dem Zusatz angenommen, daß nicht nur bei Kon. sum vereinen, sondern auch bei K o n s u m a n st a l t e n zu den steuerpflichtigen Ueberschüsscn auch jede den Mitgliedern als Rabatt, Kundengewinn oder unter ähnlicher Bezeichnung gewährte Rückvergütung gehört. Die Rabattsparvereine sind von der Besteuerung freigelassen. Für diese Be- stimmung erklärten sich die beiden konservativen Parteien und die Rationalliberalen, ftxh gaben die Nationalliberalen die Erklärung ab, daß sie sich vorbehalten, zur zweiten Lesung einen Antrag ein- zubringen, daß 4 Proz. von dem Rabatt der Konsumvereine steuer- frei bleiben sollen., So ist denn das neue Ausnahmerecht gegen die Konsumvereine, wenn auch mit schwacher Mehrheit, von der t>kommissi»n beschlossen worden. Daß auch die ftonfumanffeft- ten unter di« Ausnahmebestiurmungen fallen, kann für die Kon- sumvereine kein Trost sein. Immerhin ist cS nicht ausgeschlossen, daß dieser Beschluß, wenn die Konsumvereine mit ihrer Agitation nicht nachlassen, vor der definitiven Verabschiedung des Gesetzes noch eine Acnderung erfährt. politifcbe(lederliedt. Berlin, den 12. März 1912. Eine schöne Hätz. Ta der Reichsschatzsekretär von der Bilanzverschleierungs- Politik des Zentrums nichts wissen will und verlangt, daß mit den Heeres, und Flottenvorlagen zugleich die Deckungs- Pläne dem Reichstage vorgelegt werden, hat er sich den grimmigen Haß der Zentrumsstrategen zugezogen. Sie sehen in ihm die Person, die ihren so fein ausgeklügelten perfiden Volksbetrug rücksichtslos durchkreuzt— und deshalb muß er aus seinem Amte entfernt werden. So eröffnet denn die alte Ehrenjungfrau„Germania" in ihrer heutigen Morgenummer ein jesuitisches Kesseltreiben gegen Herrn Mermuth, indem sie ihn als einen„Parteifreund" Basiermanns hinstellt, der in seiner Finanzpolitik lediglich nativnalliberalen Anweisungen folge. Das klerikale Blatt schreibt nämlich unter der Ueberschrift:„Basser mann und Mermuth": Was haben der Führer der Liberalen und der Reichsfchatz- sekretär miteinander zu tun? So wird man nach der Rede Bassermanns in Köln nicht mehr fragen, wo derselbe nur eine Sorge kannte: fein Parteifreund Mermuth muß unbedingt im Schatzamte gehalten werden. Nun liegt uns nichts ferner als „Ministerstürzerei"; aber es ist doch gut, zu erfahren, wie der liberale Führer wieder einmal auf„Wahrung der Personalien" bedacht sit. Herr Bassermann hat freilich allen Grund, auf Mermuth zu pochen; denn die Fäden zwischen dem Reichs schatzamte und der nationalliberalen Fraktion sind sehr zahlreich und sehr stark. Man sucht diese' auch in den vielen Informationen, welche die„Tägliche Rundschau", das neueste Organ des Reichs- schatzamtes, bringt. Hier wird ganz systematisch gegen einzelne Bundesregierungen gearbeitet, weil sie nicht von allen Projekten des Reichsschatzamtcs entzückt sind. Derzeit ist es besonders Bayern, gegen daZ vom Schatzamte aus ein stiller und zäher Kampf in der„Täglichen Rundschau" geführt wird. Bassermann aber hat in Köln aus der Schul« geplaudert, daß Mermuth sich ohne Wissen und Zustimmung des Reichskanzlers und des Bundesrates in der DeckungSfrage festgelegt und gegenüber den Rationalliberalen bindende Zusagen abgegeben hat. Dies geschah nun schon vor JahrcSsrist. Es war bei der Beratung der Zuwachssteuer. Die Aussichten für das erste Ge- setz Mermuths waren nicht sehr günstig; der Reichstag hat dies vollständig umgearbeitet, aber auch dann wollten die Gegner nicht nachgeben. Es hing alles von der Stellungnahme der Nationalliberalen ab. sowohl bei einzelnen wichtigen Artikeln, wie in der Gesamtabstimmung. Herr Mermuth verstand es damals, diese Fraktion für sich zu gewinnen und zwar so stark, daß sie als einzige Fraktion geschlossen und einmütig für die Zuwnchssteucr eintrat. Man wußte schon damals, daß diese Schwenkung durch einen hohen politischen Preis erkauft worden war: Sckiatzsekretär Mermuth hat nämlich damals maß- gebenden nationalliberal en Abgeordneten die bestimmte Zusage gemacht, daß fein erster Steuervorschlag nach den Neuwahl en die W i e d e r e i n b r i n g u n g der KindeSerbschafts» steuer sein würde. Daraufhin hat die nationalliberale Fraktion, dir freilich darüber nicht vollkommen orientiert wurde, und der man nur sagte, daß auS hochpolitischen Gründen die Zustimmung zum ZuwachSsteucrgesetz geboten sei, das ganze Ge- setz einmütig angenommen. Um den Liberalen seinen guten Willen zu bekunden, machte er eine Aufftellung des Etats für 1912, die mit seinen eigenen früheren Erklärungen im schärfsten Widerspruch stand. Es sollte eben ein Zwang für neue Steuern geschaffen werden. War dieser einmal da, dann sollte die KiudeSerbschaftssteuer von selbst den Liberalen in den Schoß rollen. So war die Kalkulation im Rcichsschatzamte..... Der Schatzsekretär hat 1911 sein Versprechen an die Libe- ralen gegeben, in der bestimmten Erwartung, daß die National- liberalen mindestens 90 Mandate erobern würden. Nun haben sie nicht einmal die Hälfte davon erlangt; beide liberalen Per- teien sind zusammen nicht so stark, wie daS Zentrum allein. Wenn nun daS Neichsschatzamt glaubt, auf diese Parteien das Zehnfache von dem an Rücksicht nehmen zu müssen, was man gegenüber dem Zentrum tut, dann ist dies ein großer politischer Rechenfehler, der sich rächen muß. Die Gutmütigkeit deS Zentrums ist bekanntermaßen sehr groß. aber doch nicht so weltumspannend, daß es sich an die Kehle fassen läßt, ohne sich zu wehren; das wäre eine polizeiwidrige Dummheit, die nur Heiterkeit ernten würde. Der Artikel, dessen Stil an so manche Erzbergersche schriftstellerische Leistungen erinnert, ist kennzeichnend für die hinterlistige und zugleich anmaßende Politik des Zentrums. Ta Herr Mermuth sich nicht den Wünschen des Zentrums an- bequemen will, verlangt es seine Entlassung, indem es zu- gleich den Reichskanzler als den Ahnungslosen hinstellt, der von der„ n a t i o n a l l i b e r a l e n" Steuerpolitik des Reichsschatzsekretärs nicht das gering sie weiß. Gerade kein Lob für Herrn v. Bochmann Hollweg: denn es spricht aus dieser Taktik des Zentrums die Auf- fassung, daß vom Reichskanzler kein ernstlidser Widerstand gegen die Wünsche des Zentrums zu erwarten ist, sondern dieser geniale Staatsmann sich aus Rücksicht auf seinen Posten nach einigen schöngedrechselten philosophischen Phrasen in die gottgegebene Abhängigkeit vom Klerikalismus finden wird. Wie es scheint, ist tatsächlich die Stellung des Herrn Mermuth bereits stark erschüttert, denn er hat sich veranlaßt gefühlt, der„Germania" auf ihren Hetzartikel folgende B e- richtigung zugehen zu lassen: Berlin, den 12. März 1912. Die Redaktion der„Germania" beehre ich mich um die Auf- nähme folgender Berichtigung zu bitten: In Ihrer heutigen Nummer 58 zweites Blatt teilen Sie mit, ich hätte bei Beratung des Zuwachssteuergesetzes maßgeben- den nationalliberalen Abgeordneten die Zusage gemacht, daß mein erster Stcucrvorschlag nach den Neuwahle« die Wieder- einbringung der Kindeserbschaftssteuer sein würde. Diese An- gäbe entspricht nicht den Tatsachen. Bei meinen Verhandlungen und Besprechungen über die Zuwachssteuer ist von der Ein- fiihrung der Erbschaftssteuer niemal» die Red« gewesen. Fern» gestalte ich mir festzustellen, daß ich einer politischen Partei nicht angehöre oder angehört habe. (gez.) Mermuth. Das„ewige" F-lotteugesetz. Nach den Mitteilungen der Zentrmnspresse über die neue Flottenvorlage soll die Zähl der Linienschiffe von 38 aus 41 und die.Zahl der kleinen Kreuzer von 38 aus 40 erhöht werden. Daß diese Vermehrung der Flotte um einstweilen„nur" drei Linienschiffe natürlich nur der erste unscheinbare Anfang ist und alles Gerede der Zentrumspresse von einem feststehenden Flottenbauplan aus mehrere Jahrzehnte hinaus nur törichtes Gerede, zu dieser Auffassung gelangt auch Oberst G ä 0 I e. Das„ewige" Flottengesctz, das bis zum Jahre 1917 die Flotten- bauten regeln sollte, aber bereits 1906 und 1908 durch neue Flottenvorlagen über den Haufen geworfen wurde, und das nun durch ein neues Flottengesetz von gleich„ewiger" Dauer ergänzt werden soll, ironiftert Oberst Gädke nicht übel dusch folgende Bemerkung: „Es fallt auf. daß bei der Hochseeslotte das Flottenflaggschsif scheinbar beibehalten werden soll, während es bei der Reserve- flotte zugunsten der Formierung des 3. Hochseegeschwaders in Fortfall kommt. Wenn nicht etwa eine Ungenauigkeit der Nachricht vorliegt, würde man wieder einmal auf eine„bedauerliche Lücke" in der Rüstung schließen und später die Nachforderung dieses zweiten Flottenslaggsebiffes erwarten müssen. Das wurde dann die Zahl der Linienschiffe s ch o n a u f 42 b r r n g e n. Aber das ganze dritte Hochscegeschwader wird schließlich eine solche Lücke darstellen und vom Jahre 1920 an nach seiner besseren Hälfte schreien, was eine abermalige Erhöhung unseres Schiffbeftandes um 9 Liniensckiffe. 2 Linienschiffskreuzer, 6 kleine Kreuzer zur Folge haben wird. Ein.Grund" wird sich dazu schon finden; unsere ReichÄboten sind ja in dieser Beziehung so genugsam. Von Lücke zu Lücke werden wir langsam aber sicher zu einer Zahl von 73 K a m p f s ch i f f e n e m p o r k l e t t e r n, nach- dem das„ewige" Flottengesetz die Zahl auf 38 Linien, chilfe fest- gelegt hatte. Aber unsere Wersten müssen doa, fortlaufende Beschäftigung erhalten. Daß ganze nennt sich: Abrüstung." Die Boraussagen des„Vorwärts" treffen ein. Vor etwa anderthalb Jahren brachte der„Vorwärts" von wohlinformierter Seite Voraussagen über eine im Kriegsschiffbau bevorstehende technische Revolution. Diese Revolution, so wurde ausgeführt, werde durch die Verwen- dung des Explosionsmotors auch für die Schlacht- schiffe hervorgerufen werden. Wahrscheinlich würden die Schifsbautechniker von den riesigen Dimensionen der gegen- wärtigen Schlachtschiffe zurückkommen und dafür wesentlich kleinere, aber besonders schwer gepanzerte und mit Riesen- geschützen ormierte Schlachtschiffe bauen. Tie durch die enorme Verminderung des Heizmaterials erzielte Gewichts- ersparnis werde einen weit stärkeren Panzerschutz ermög- lichcn. während andererseits das Kaliber der Geschütze bis auf 42 Zentimeter erhöht werden dürfte. Mancher Leser wird sich noch des souveränen Hohns er- innern, mit dem die Panzerplattenpresie unsere damaligen Voraussagen überschiittete. So etwas sei technisch ganz un- möglich. Denn Explosionsmotore für Schlachtschiffe einzu- führen, sei der Gipfel der Abenteuerlichkeit, und Riesen- geschütze von 42 Zentimeter Kaliber gehörten gleichfalls in das Reich der Fabel. Inzwischen aber sind, wie wir einer niarinetechnischen Darstellung des„R e i ch s b o t e n" entnehmen, bereits mehrere englische 7999 Tonnen-Schiffe mit Explosio zvs- motoren ausgestattet worden. Diese Schiffe ge- brauchen nur 1999 Tonnen Petroleum als Betriebsmaterial, während bisher zum Betrieb gleich leistungsfähiger Kolben- Maschinen 5999 Tonnen Kohlen erforderlich waren. Aber mehr noch. Wie die„Tägliche Rundschau" vom 2. März meldete, schlägt ein italienischer Schiffsbaukonstrukteur vor, Schlachtschiffe von 16 000 b i s 18 000 Tonnen zu bauen, die mit Explosion s Maschinen betrieben, mit einem Panzerschutz von 329 Millimeter versehen und mit 35 Zentimeter-Geschützen armiert werden sollen. Außerdem Hab. dieselbe„Tägliche Rundschau" letzter Tage bereits gemeldet, daß die Firma Krupp für unsere Schlachtschiffe bereits 38 Zentimeter-Geschütze herstellt, die 1599 Pfund schwere Projektile schleudern! Also alles, was der Gewährsmann des„Vorwärts" bereits vor achtzehn Monaten ankündigte, wird jetzt bereits von den Fachleuten ernst in Vorschlag gebracht und steht u n- mittelbar vor seiner Verwirklichung! Die Panzerplattenpatrioten-Organe sollten in ihrer Kritik also künftig etwas vorsichtiger sein, falls sie nicht wieder durch die faktische EntWickelung gründlichst aä udsurckmn geführt werden wollen. Ein Konflikt l» der hessischen Zweiten Kammer. In der Zweiten Kammer des hessischen Landtages kam es heute vormittag zu einem kleinen Zwischenfall, über den das Wolffsche Telegraphenbureau in folgender Weife berichtet: Nach der Rede des Abgeordneten Dr. Fulda(Sozialdemo- krat), der den Minister des Innern fortgesetzt auf» schwerste angriff und beleidigte, ohne von dem Vizepräsidenten Korell zur Ordnung gerufen zu werden, verließen sämtliche Regierungsver- tretcr das Haus. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte wurde auf Antrag des Abgeordneten Osann beschlossen, eine Pause ein- treten zu lassen, in welcher der Vorstand der Kammer mit der Regierung darüber verhandeln solle, aus welcher Grundlage wieder ein Zusammenarbeiten mit der Regierung ermöglicht werden könne. Nach etwa einstündiger Verhandlung des Vorstandes der Kammer mit der Regierung und nach Beratungen der Fraktions- vorstände erschienen die Regierungsvertreter wieder im Saale. Der Vizepräsident Kvrcll stellte auf Grund des Stenogramms die wiederholten Beleidigungen des Abgeordneten Dr. Fulda fest und erteilte ihm zwei Ordnungsrufe. Darauf gab er im Namen des GesamtvorstandeS der Kammer eine Erklärung ab, in der er seinem Bedauern wegen des Zwischenfalles Ausdruck gab. Sodann gaben sämtliche Vorstände der bürgerlichen Fraktionen eine Erklärung ab, in der sie ebenfalls den Vorfall aufs tieffte bedauerten. Der Minister des Innern v. Homberg! dankte den bürgerlichen Parteien und erklarte, daß es ihm nach dem be- lcidigendcn Verhalten Fuldas unmöglich sei, in Zukunft sich je- mals wieder mit ihm in eine Diskussion einzulassen, oder ihm Antwort zu erteilen. Damit war der Zwischenfall erledigt. Aus dem badischeu Landtag. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kommer des badischen Landtages legte, wie aus Karlsruhe gemeldet wird, Finanzmintstcr von Reinboldt einen Nachtragsetat zum Verkehrsbudget 1912/13 vor, der eine Forderung von 1208 009 Mark zur Erhöhung der Tages- und Akkordlöhne der in staatlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter mit Wirkung vom 1. März enthält. Die durchschnittliche Aufbesserung soll jährlich 44,93 Mark betragen. Der jährliche Durchschnittslohn stellt sich dann aus 1300 Marl.> Die Pläne des deutschen Kriegerbundes. einer Vereinbarung über den Austausch jener britischen Häfen an- 1 Ein Schriftstück, welches uns zur Verfügung gestellt wird geboten worden sei. Greh erwiderte: Nach meiner Meinung kann und weiter unten zum Abdruck gelangt, verrät uns, mit ell die Antwort, die ich am 22. Februar erteilte, nicht gesehen welch imposanten" Plänen der Deutsche Kriegerbund" haben. Ich muß ihn auf jene Antwort verweisen, die, soweit als schwanger geht. Danach hat es den Anschein, als ob man an dieses Haus in Betracht kommt, alle Besorgnisse beseitigen sollte. leitender Stelle einzusehen beginnt, was wir schon längst be- fell fragte den Staatssekretär sodann, ob er ungeachtet seiner Antmerkt haben, nämlich, daß die nationale Phrase selbst bei den des Festlandes mit Bezug auf die Möglichkeit des Austausches zur wort vom 22. Februar die fortgesezten Aeußerungen in der Presse Königstreuesten bedenklich an Zugkraft verliert. Die Mit Kenntnis genommen hätte. Grey erwiderte: Ich habe diese gliederflucht gerade aus den Kreisen der Industriearbeiter, Aeußerungen nicht gesehen, aber meine Entgegnung vom 22. Feder Handwerker und kleinen Gewerbetreibenden sowie der bruar wahrt vollkommen die Rechte des Hauses in dieser AngelegenKleinen Landwirte und landwirtschaftlichen Arbeiter und heit. schließlich der Beamten und Privatangestellten muß schon einen ziemlichen Umfang angenommen haben, wenn jezt durch Gründung einer Kriegerversicherungs- und Fürforgekasse eine von den Mitgliedern selbstgeschmiedete Fessel geschaffen werden soll und zugleich auch eine Locspeise, mit jahr 1912/1913 ist heute abend veröffentlicht worden. Er schließt der man Unaufgeklärte zu födern hofft, um den anscheinend insgesamt mit 44085400 Pfund Sterling ab gegen nicht mehr so erheblichen Suffurs aus den unteren Be- 44392500 im laufenden Rechnungsjahr. völkerungsschichten neu zu beleben. Das Schriftstück lautet: P. P. Der Flottenetat. London, 12. März. Der Flottenetat für das RechnungsMarokko. Unruhen in Marrakesch. Der deutsche Kriegerbund plant die. Errichtung einer Paris, 12. März. Nach einer dem Temps" aus Tanger Krieger Versicherungs- und Fürsorgefasse. zugegangenen Depesche ist dort eine Meldung aus Mazagan eingeDie Form der Kasse ist als Versicherungskasse gedacht, an troffen, wonach in Marrakesch Unruhen ausgebrochen sind, welcher sich jeder freiwillig beteiligen kann. Es soll Aufgabe bei denen ein deutscher Ingenieur namens Ber der Kasse sein: tram sowie ein zweiter eisender schwer verlet wurden. Erstens die Kameraden zu unterstützen, welche durch Aussperrung und Streit in Mitleidenschaft gezogen sind, jedoch nur, wenn eine Beteiligung des Betreffenden am Streit nicht erfolgt. Es soll weiter den Kameraden durch die Kasse Schutz geboten werden, welche wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Kriegervereinen durch den Terrorismus der sozialdemokratischen Gewerkschaften von ihren Arbeitsplähen verdrängt werden. Hierfür soll ein Beitrag von wöchentlich 10 Pfennig erhoben werden, dem gegenüber als Leistung der Kasse bei Arbeitslosigkeit bezw. während der Dauer der Aussperrung eine wöchentliche Unterstübung und zwar an Verheiratete 15 M. und Unverheiratete 12 M., jedoch nicht über die Dauer von 13 Wochen hinaus, steht. 3 meitens foll den kleinen Gewerbetreibenden und Handwerkern durch die Kasse in solchen Fällen Schuß geboten werden, wo seitens der sozialdemokratischen Verbände das Mittel des Boytotts angewendet wird. Die Leistungen hierfür find die gleichen wie die unter I angeführten, also 10 Pfennig wöchentlicher Beitrag gegen 12 M. beziv. 15 M. wöchentliche Unterstügung. Protest gegen Steuerbedrückung der Konfumvereine. Die Absicht, den Konsumgenossenschaften durch Aenderung des preußischen Einfommensteuergesetzes eine neue Laft aufzuerlegen, vereinigte gestern abend viele Tausende von Männern und Frauen zum Protest in 24 Versammlungen, welche die Propagandakommission für das Genossenschaftswesen in Berlin und den Vororten einberufen hatte. Der Gedante, durch Organisierung des Wareneinkaufs aud den minderbemittelten Konsumenten die wirtschaftlichen Vorteile zu verschaffen, die sich jeder Wohlhabende durch Einkauf im Großen sichern kann, veranlaßt die Arbeiter, sich mehr und mehr den Konschädigende Zollpolitik versuchte Teuerung wirkt in dieser Richtung. umgenossenschaften anzuschließen. Auch die durch eine voltsDie Konsumgenossenschaften erfreuen sich eines fräftigen Wach tume. Doch, wie alle Einrichtungen, welche sich flassenbewußte Arbeiter zur Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage geschaffen haben, Drittens foll die Kaffe den kleinen Landwirten und so erregen auch die Konsumgenossenschaften den Neid aller Arbeitersolchen landwirtschaftlichen Arbeitern, welche ein kleines Stück- feinde. Besonders sind es die Leute, welche sich, fälschlich zwar, chen Land ihr eigen nennen, eine Hilfe sein, wenn ein etwa aber doch mit großen Worten als Retter des Mittelstandes aufplötzlich eintretendes Naturereignis wie Hagel, Ueberschwemmung spielen, die fortgesetzt neue Maßregeln ausheden, welche geeignet usiv., Schaden anrichtet. Die in solchen Fällen bisher vom scheinen, den Konsumvereinen die Existenz zu erschweren, wenn deutschen Kriegerbund aus der Bundeskasse geleisteten Unter- nicht gar unmöglich zu machen. Auch der jetzige Plan, die Rückvergütungen zu besteuern, welche die Konsumvereine ihren Mitgliestützungen sollen nach wie vor bestehen bleiben und soll gegen dern gewähren, ist so eine mittelstandsretterische Maßregel, die dem einen wöchentlichen Beitrag von 10 Pfennig ein etwaiger gewerblichen Mittelstande nichts hilft, den organisierten KonsuSchaden bis zu 10 Prozent, also, da die Unterstützungen der menten aber die Groschen raubt, welche sie durch gemeinsamen EinBundeskasse ebenso hoch sind, mit 20 Prozent gedeckt werden. fauf im Großen mühsam erspart haben und am Jahresschluß vom Viertens soll auch die Kasse in den Dienst der Kame- Konsumverein zurückgezahlt bekommen. Also um eine Besteuerung raden gestellt werden, welche als Beamte oder Privatangestellte des soliden wirtschaftlichen Gedankens, um eine Besteuerung der Was da beschäftigt sind, um es denselben zu ermöglichen, in Krankheits- Spargroschen der armen Leute handelt es sich hier. fällen eine Beihilfe zu erhalten. Hierfür ist allerdings ein im preußischen Landtage unter dem energischen Widerspruch der Beitrag von 20 Pfennig zu zahlen, dem gegenüber eben- foaialdemokratischen Abgeordneten geplant wird, ist ein Ausnahmegefes gegen die Konsumvereine. Ein Ausnahmegeseb, welches befalls 15 M. beziv. 12 M. wöchentliche Unterstützung stehen. stimmt ist, die Spargroschen der Konjumbereinsmitglieder zu verschlingen. Ein derartiges Steuerprojekt ist zwar ein Hohn auf Die Anschauungen der bürgerlichen Gesellschaft, welche die Sparfamkeit immer noch als eine der hervorragendsten wirtschaftlichen Tugenden, ja als die Grundlage des Fortkommens für den einzelnen preist. Aber das Projekt pagt vortrefflich in den Kurs, welcher dahin geht, Zölle und Steuern den ärmeren Volksschichten aufzuladen, damit die Reichen von den Lasten verschont bleiben und ihre Geldsäcke noch weiter füllen können. Um recht zahlreiche Meldungen zur Beteiligung an dieser Kasse, die nur wirklich kleine Beiträge fordert, wird gebeten. Heute erfolgende Meldungen sind nicht verbindlich, können also jederzeit rückgängig gemacht werden. Berlin, den 5. Februar 1912. Verein ehemaliger Schwedter Dragoner. Der Vorstand. C. Conrad, Vorsitzender. G. Hohlfeld, Schriftführer, Goßlerstr. 25. Daß diese Kasse auch als Streifbrecherunterstützungskasse dienen soll, wie aus dem ersten Bassus hervorgeht, nimmt uns von dieser Seite nicht wunder, dürfte aber geeignet sein, vielen Mitgliedern der Kriegervereine die Augen dafür zu öffnen, wohin der Weg geht, und sie veranlassen, entschieden von solcher Gesellschaft abzurüden. Strenges Zentrumsregiment. Das Zentrum führt jetzt in Bayern ein strenges Regiment. Das Fränt. Volfsblatt" des Herrn Liborius Gerstenberger schreibt in seinem Landtagsbrief vom 9. März: erzielen, nicht nur fteuerffei bleiben, fondern auch burd direkte und indirekte Zuwendungen aus Staatsmitteln geför dert werden. Das Unrecht, das den Konsumbereinen zugefügt wird, erfährt eine Verstärkung durch Unterstellung der Konsumbereine unter die Warenhaussteuer. Die Konsumvereine werden dadurch gezwungen, entweder auf den Vertrieb nottvendiger Gebrauchsartikel, die gewohnheitsmäßig bei jedem Kleinhändler zu kaufen sind, zu verzichten oder 2 Proz. vom Wert ihres Warenbezuges, d. h. ungefähr den vierten Teil der Konsumerspar nis, an die Gemeinde als Steuer zu entrichten, die dann unter die manchmal recht wohlhabenden Gewerbetreibenden der 4. und 3. Gewerbesteuerklasse verteilt oder auf den Gewerbesteuerbetrag angerechnet wird, den diese Gewerbetreibenden zu entrichten haben. So ergibt eine Betrachtung des Steuerrechts der Konjum vereine empörende Ausnahmebestimmungen zuungunsten der ge= nossenschaftlichen Selbsthilfe der breiten Massen des Volkes und ungeheuerliches Unrecht, das Jahr für Jahr den preußischen Kons sumbereinen zugefügt wird. Im Entwurfe des neuen preußi schen Einfommensteuergesetes ist nun eine Bestimmung enthalten, die zur Verschärfung dieses Unrechts, zur Erhöhung des Ausnahmecharakters der Konfumvereinsbesteue rung führen würde, wenn sie Gesezeskraft erlangen sollte. Was jedem Händler, jedem Rabattsparverein als selbstverständlich gestattet wird: den Rabatt, zu dessen Rückzahlung der Geschäftsinhaber verpflichtet ist, als Schuld an den Käufer zu betrachten und ihn vom Geschäftsertrag in Abzug zu bringen, das soll den Konsumbereinen für die Zukunft verwehrt sein. Das preußische Einkommensteuergeseß, das die Begünstigungen aller anderen Genossenschaften und die Benachteiligung der Konsumbereine in der bisherigen Weise weiterbestehen läßt, würde demnach bei den Konsumbereinen auch Verpflichtungen als„ Gintommen" behandeln, eine Bestimmung, wie sie gleich widerfin nig und unlogisch bisher wohl faum noch für ein Einkom mensteuergesetz vorgeschlagen worden sein dürfte. Seine Durch führung würde eine abermalige Erhöhung der Steuerlasten bedeuten, die heute schon auf den Konsumvereinen ruhen und ihnen ihre sozial jegensreiche Aufgabe, die Kaufkraft des Einfommens der minderbemittelten Schichten des Volkes zu er höhen, noch mehr erschweren als bisher. Das Einkommen der Konsumvereinsmitglieder wird, weil diese meistens Lohnarbeiter sind, schon durch das Einkom= mensteuergeseh bis zum letzten Pfennig erfaßt. Außerdem sind aber gerade diese Bevölkerungsschichten durch die Besteuerung fast aller Lebensmittel auf das empfindlichste be= lastet und auf die Wirksamkeit der Konjumvereine bei Bekämpfung der Folgen der vorhandenen Teuerung ganz besonders angewiesen. Eine Minderung des dem Staat und den Gemein den zufließenden Steuerertrages entsteht durch die Konsumbereine nicht. Die von ihnen und ihren Angestellten entrichteten Steuern ergeben eine größere Summe als die Steuern von Kleinhändlern, die vorhanden wären, wenn der Umjak der Konsumbereine unter fie verteilt würde. Es bleibt also für die Ausnahmebesteuerung der Koniumvereine nur der eine Grund übrig, daß aus einseitigen Klassenrücksichten zugunsten technisch rüdständiger Kleinhandelsbetriebe die Entwickelung der Konsumbereine beeinträchtigt werden soll. Gegen diese Pläne erhebt die Versammlung entschieden Protest. Sie richtet an die Abgeordneten ihres Bezirks und zugleich an das Hohe Haus der Abgeordneten das Ersuchen, den von der preußischen Regierung beantragten Zusatz zum§ 15 des Gintommensteuergejebes abzulehnen, dafür aber die Reform des preußischen Einkommensteuergeseßes als günstige Gelegen heit auszunüßen, um ein Steuerrecht für Konsumvereine zu schaffen, das der Eigenart der konsumgenossenschaftlichen Warenbermittelung gerecht wird und die Anforderungen an die Berüdsichtigung sozialer Gesichtspunkte erfüllt, die auch die Konsum bereine von einem Einkommensteuergeset erwarten dürften. Letzte Nachrichten. Aus dem elsaj- lothringischen Parlament. Straßburg i. Elf., 12. März.( W. T. B.) Die Zweite Kammer des Landtages nahm in zweiter Lesung den Etat des Ministeriums an. Der Posten von 44 000 M. für geheime Ausgaben im Intereffe der Polizei wurde vom Zentrum, den Sozialdemokraten und Es ist selbstverständlich, daß die Volksschicht, der hier eine den Demokraten gestrichen, während die Liberalen und der Lothneue Steuerschraube angesetzt werden soll, sich diese Prozedur nicht ringische Block sich der Abstimmung enthielten. Das Zentrum er ruhig gefallen lassen will. Unter der gegenwärtigen Teuerung, die flärte sich durch die Abgeordneten Haus und Wetterlé jedoch bereit, den unerfättlichen Agrariern die Taschen mit Goldstücken füllt, seinen Standpunkt einer Revision zu unterziehen, wenn dem Par leiden die Arbeiter in unerträglicher Weise. Um diesen Drud lament eine Kontrolle zugestanden würde. Staatssekretär Zorn ein wenig zu mildern, nehmen sie die Vorteile wahr, welche ihnen von Bulach und Unterstaatssekretär Mandel erklärten, das elsaßzdie Konsumgenossenschaften bieten. Doch diese Vorteile schwinden lothringische Parlament solle nicht schlechter gestellt werden als zum großen Teil, wenn das neue Steuerprojekt Gejek werden andere Parlamente. Die Regierung würde Erfundigungen in an sollte. Darum wehrten sich in den gestrigen Versammlungen die deren Staaten über deren Verhalten anstellen. Liberale und Lothringer Blod wollten erst abwarten, welche Stellung die Regierung Konsumenten mit Recht gegen den neuen Steuerplan. in dieser Frage einnimmt. Bergarbeiterstreik in Lothringen. Alle Versammlungen waren gut besucht. Viele, und stvar nicht nur die fleineren, sondern auch mancher recht große Saal, waren überfüllt. Frauen und Männer der Arbeiterklasse waren da bersammelt, welche die Not des Lebens, den Druck der Teue- St. Avold, 12. März.( W. T. B.) Auf der Grube Merlen= " Sehr aufgefallen ist es, daß heute ein hoher Militär- rung täglich und stündlich am eigenen Leibe fühlen. Sie waren bach der Saar- und Moselbergwerksgesellschaft ist plötzlich der beamter und Staatsrat sich sehr lange und in der eins im energischen Protest gegen eine weitere Verschlechterung Streit ausgebrochen. Heute mittag sind von rund 700 Mann Beliebenswürdigsten Weise mit dem Sozialisten ihrer Lage, die notwendigerweise eintreten muß, wenn ihnen der legschaft der Grube nur 50 angefahren. Die Streifenden, die ohne Eine Steuerheber die Spargroschen aus der Tasche Holt, die sie durch Kündigung die Arbeit niedergelegt haben, stellen die gleichen Forb. Vollmar an dessen Platz zu unterhalten beliebte. halbe Stunde später stimmten die Sozialisten gegen den Einkauf im Konsumverein zurückgelegt haben. derungen wie die Arbeiter des Ruhrbezirks. In den sonstigen Protest gegen einen ungerechten Steuerplan! Protest gegen Gruben des Bezirks ist alles angefahren. Militäretat." So etwas darf natürlich unter dem neuen ultramontanen ein unsere Konsumvereine drückendes, die Massen der KonsuSinein in die KonsumRegime in Bayern nicht geduldet werden, für Leute à la Frauen- menten schädigendes Ausnahmegesek! dorfer ist heute fein Platz mehr in der Regierung und in den be- bereine, damit die organisierten Konsumenten eine Macht werden, nachbarten Regionen. Damit nicht wieder ein hoher Beamter in mit der man rechnen muß, und der man mit derartigen BeVersuchung gerät, fich mit Sozialdemokraten zu unterhalten, wäre es brückungsmaßregeln nicht beizukommen wagen darf! gut, wenn die Bläße der sozialistischen Volksvertreter durch hohe Zustimmung Ausdrud gaben. In allen Bersammlungen wurde Nordwestrevier mit dem Verlangen nach einer Lohnerhöhung einGitter von den übrigen Plätzen getrennt würden. Zur Anwendung des Zeugniszwangsverfahrens gegen Redakteure. Der Redakteur des Hamburger Fremdenblattes", Dr. Obst, wurde heute im Zeugniszwangsverfahren zu 200 M. Geldstrafe verurteilt, da er unter Berufung auf seine Berufsehre das Zeugnis verweigerte. Von einer Haftstrafe wurde auf Wunsch des Staatsantvalts abgesehen. Bremische Steuerreform. Zur Deckung eines Fehlbetrages von einer Million Mark wird in Bremen eine eigenartige Steuererhöhung geplant. Es ist beabsichtigt, das Einkommensteuergesez dabin abzuändern, daß die gezahlte Steuer nicht mehr wie bisher vom Einkommen abgezogen werden darf. Diese Aenderung foll 500 000 M. Mehreinnahme bringen. Weiter soll die Erbschaftssteuer soweit erhöht werden, daß fie bei Erbanfällen von 500 000 m. 6 Proz. erreicht. Außerdem soll der bremische Zuschlag zur Reichserbichaftssteuer erhöht werden, so daß dieser Steuerzweig 276 000 m. mehr ergibt. Endlich soll die Firmensteuer zu einer allgemeinen Gewerbesteuer erweitert werden, die auch die Gewerbe und das Handwerk trifft. Zugleich soll ihre Progression erhöht werden. England. Eine Interpellation über die Abtretung der Walfischbah an Deutschland. London, 12. März. In der heutigen Sihung des Unter= hauses fragte Fell( fonservativ), welche Häfen oder welches Gebiet Großbritannien im Austausch für die Walfisch= bay oder Sansibar im Zusammenhang mit dem Vorschlag| Das war der Gedanke, dem die Referenten unter allgemeiner die nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Die am 12. März 1912 in 24 Versammlungen Groß- Berlins versammelten Konsumenten erheben gegen die im Entwurfe des preußischen Einkommensteuergesetzes vorgesehene neue steuerliche Belastung der Konsumbereine entschiedensten Protest. Aus dem böhmischen Streifgebiet. Brag, 12. März.( W. T. B.) Nunmehr haben auch die deutschnationalen Bergarbeiter, deren Vertretung im Reichsrat heute eine Interpellation wegen der Streitgefahr int gebracht hat, eine Versammlung zur Beratung der Streifgefahr auf den, nächsten Sonntag einberufen. Ebenso verfuhren die Bergarbeiter des Nürschauer Kohlenbeckens. Ein Sympathiestreit der Pariser Kutscher. Paris, 12. März.( P.-C.) Heute abend finden in ganz Baris Versammlungen der verschiedenen Transportarbeitervereinigungen Die Koniumvereine sind keine auf Gewinnerzielung gerichteten Gewerbebetriebe, sondern die auf rationelle Dedung des eigenen Bedarfs gerichteten Vereinigungen vieler Konsumenten. Ihr Zwed ist, bereits vorhandenes und auch be- statt. Die Kutscher aller Fuhrwerke haben beschlossen, in einen 24ftündigen Sympathiestreit zugunsten der ausständigen Chauffeure, reits versteuertes Einkommen auf dem Wege gemeinsamer Warenversorgung möglichst borteilhaft zu deren Forderungen immer noch nicht bewilligt sind, einzutreten. berausgaben. Die Wissenschaft und die Rechtsprechung erkennen diesen ökonomischen Charakter der Konsumbereine an und scheuen sich nicht, den einzig zulässigen Schluß daraus zu ziehen, daß die Erhebung von Einkommen, Warenhaus-, Filial- und an deren Umsatzsteuern von Konsumbereinen unberechtigt ist. Einbruch in das Straßburger Münster. Straßburg, 12. März.( H. B.) In der Nacht vom Sonntag zum Montag brangen Diebe in das Münster ein und zerstörten dabei ein kostbares Kirchenfenster mit dem Bildnis König Philipps. Weitere Verhaftung in dem Raubanfall auf einen Kassenboten. Im Gegensah zu der Ueberzeugung der Wissenschaft steht jedoch die steuerrechtliche Pragis in Preußen. Das bisher gültige preußische Einkommensteuergesez ignoriert die TatParis, 12. März.( W. T. B.) Heute wurde auf dem Montsache, daß die Konsumvereine weder Gewinn noch Einkommen in steuerrechtlichem Sinne erzielen. Es unterwirft die Konsum- martre ein gewisser Belleont verhaftet, in dessen Behausung Wertvereine der Einkommenbesteuerung im Gegensah zu den übrigen papiere im Betrage von 50 000 Frank gefunden wurden, die aus Genossenschaften, die feine Einkommensteuer zu bezahlen haben, dem vor einiger Zeit an dem Kassenboten Caby berübten Raube wenn sie ihren Geschäftsbetrieb auf ihre Mitglieder beschränken. herrühren. Einer seiner Helfershelfer wurde in Berlin fest350 dem 3entralverbande deutscher Konsumber- genommen. eine angeschlossene Ronsumgenossenschaften mußten im Jahre 1910 insgesamt 779 531 M. Steuern bezahlen. Diese Steuern lasteten auf einem Umsatz in Höhe von 122 354 000 Salonifi, 12. März.( W. Z. B.) In der Umgebung der DriMark. Es sind die Ersparnisse von den ärmsten Schichten des schaft Papan( Bezirk Djafowa) wurde heute eine starte ArnautenBoltes angehörenden Konsumenten, die in dieser Weise von der bande von Militär umzingelt. Drei Arnauten wurden getötet, Steuer erfaßt verden, während die Genossenschaften der mehrere verwundet und sieben gefangen genommen. Der Rest Bandwerfer. Ieinhändler und Landwirte, die der Bande flüchtete unter Mitnahme der Verwundeten. Die. in Preußen jährlich einen Umsatz von über 500 Millionen Mark Truppen nahmen ihre weitere Verfolgung auf. Eine Arnautenbande aufgerieben. Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Eb. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 61. 29. Jahrgang. tamer: 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 13. Mär 1912. Streikbrecherschutz im Herrenhause. # 5. Gizung, Dienstag, den 12. März. Auf der Tagesordnung steht die einmalige Schlußberatung des bon 72 Mitgliedern des Hauses unterzeichneten Antrages v. ButtDie tönigliche Staatsregierung zu ersuchen, alle erforderlichen Maßnahmen, nötigenfalls auch durch Einbrin gung von Gefeßesvorlagen, zu ergreifen, welche geeignet erscheinen, Arbeitswillige und Gewerbetreibende in der Verwertung ihrer Arbeitskraft und in ihrer geschäftlichen Tätigkeit wirksam zu schüßen vor Vergewaltigung und Bebrüdung, sei es, daß diese im Wege unmittelbaren oder mittelbaren Zwanges versucht werden. Dem Antrage war folgende Begründung beigegeben: Die tägliche Erfahrung lehrt, daß der von der Umsturzpartei geübte Terrorismus auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Erwerbslebens eine große Bahl von Arbeitswilligen und Gewerbetreibenden nicht nur in der berechtigten Ausübung ihres Berufes hindert, sondern sie vielfach auch förperlichen Mizhandlungen ausseßt. Dieser Zustand übt zugleich eine entsittlichende, das persönliche Verant wortlich feitsgefühl bernichtende, die staatliche Orddrohenden Gefährdung der für die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Boltsgesamtheit unerläßlichen Erwerbszweige ergibt sich in ver= stärktem Maße die Notwendigkeit, dem brutalen Treiben mit allen zulässigen Mitteln und mit tunlichster Beschleunigung entgegen. autreten. Der Berichterstatter Graf b. Zieten- Schwerin empfiehlt die Annahme des Antrages. Er sucht einen Weg, um die Arbeitswilligen und Gewerbetreibenden wirksam zu schüßen. Er zielt nicht darauf hin, etwa die gefeßlichen Rechte zum Streit zu beeinträchtigen, er will vielmehr nur den ungefeßlichen Zwang auf Arbeitswillige beseitigen, und lehteren, wie auch den Gewerbetreibenden, ihre bürgerliche Freiheit und Selbständigkeit bewahren. Die Erfahrung lehrt bei vielen Streits, daß vielfach die Erhaltung wirtschaftlicher Verbesserungen der Lage der Arbeiter nur ein Vorwand heilige Scheu vor dem Worte Ausnahmegeseh leute in beträchtlicher Anzahl ins Streitgebiet abgegangen, ein sehr eigenartiger Epigone des Dreigestirns so daß dort eine starke Polizeitruppe zur Verfügung steht. Nach Miquel, Bennigjen, Treitschke, gemeint, daß solche der heutigen Lage der Dinge darf angenommen werden, daß diese Maßnahmen, wie wir sie vorschlagen, zur Revolution treiben. Maßnahmen ausreichen, um das Interesse der öffentlichen Ruhe, Wenn der Abg. Bassermann die Gewähr dafür übernehmen kann, aber dieser Erfolg wider Erwarten durch ein ordnungs- und gesez- haben. Ordnung und Sicherheit nach jeder Richtung zu schützen. Sollte daß wir sonst nicht zur Revolution gelangen, dann könnte er recht Aber diese Gewähr kann er nicht übernehmen, weil die widriges Verhalten, in Frage gestellt werden, so wird die Staats- Sozialdemokratie selbst urbi et orbi verkündet, daß sie ihre lezten regierung feinen Augenblick zögern, die staatlichen Maßnahmen ziele nur durch Gewalt, durch die Revolution erreichen kann. Mit zu verstärken und alle Kräfte aufzubieten, um sich jeder Schädigung der weißen Salbe des Herrn Bassermann wird da nicht viel berechtigter Interessen mit voller Energie nachdrücklich und nach zu machen sein.( Heiterkeit.) Neben den polizeilichen Mitteln wird baltig entgegenzustellen.( Beifall.) es doch auch gefeßlicher Maßnahmen bedürfen. Hier ist v. Buttkamer: der Punkt, wo wir anscheinend mit den Verbündeten Regierungen und leider auch mit dem Herrn Reichskanzler uns in WiIch danke der Staatsregierung, daß sie so energische Maß- derspruch sehen. Ich bin überzeugt, daß der Reichskanz nahmen in Aussicht gestellt hat. Der Antrag findet seine Begrün- ler den Ernst der Frage in keiner Weise unterschätzt, aber er will, dung in bedenklichen Erscheinungen, die wir seit langem im Gr- wie es scheint, alles vermeiden, was auch nur im entfernteweite Streise in ihren Bann zwingen möchte, nach dem Grundsatz: Er will die Erledigung der Frage bis zu einer allgemeinen Rebiwerbsleben beklagen, in dem Druck der Sozialdemokratie, die damit sten den Charakter eines Ausnahmegejebes tragen könnte. Willst Du nicht mein Genosse sein, so schlag ich Dir den Schädel ein. fion des Strafgesetzbuches und der Gewerbeordnung hinausschieSeit gestern sind im rheinisch- westfälischen Kohlenbezirk zahlreiche ben. Ich kann diese Bergleute unter Nichtinnehaltung der Kündigungsfrist in den Ausstand getreten, wenn auch der Streit nur ein partieller ist. Wir alle sind einig in dem Wunsche, daß diefer Streit unter nicht recht begreifen. Die Maßnahmen, die er sich denkt, werden, gegenseitigem Einverständnis der Interessenten bald ein Ende wenn sie praktisch durchgeführt werden, doch jedenfalls von der finden möchte. Gelingt das nicht, so stehen wit Sozialdemokratie ebenfalls als Ausnahmebestimmungen aufgefaßt tverden. Ist es ein schreiendes Unrecht, gegen eine Partei, die den Klassenkampf und den Umsturz predigt, Ausnahmegeseze anzuwenwie sie jest in England existieren. Wir danken der Regierung für den? Wir verlangen aber gar kein Ausnahmegejek, wir wollen ihre energischen Maßnahmen und begrüßen, daß die aufgebotenen durch eine Novelle zum Strafgesebbuch möglichst rasch zum Ziele Mannschaften zum Schuße der Arbeitswilligen genügen werden. fommen. Je länger wir die Sache hinausschieben und das sind Freilich ist mir erst heute morgen ein Schreiben vom Hauptvorstand mehrere Jahre, wenn wir auf eine allgemeine Revision warten des Bundes vaterländischer Arbeitervereine zugegangen, der sollen, desto mehr müssen wir befürchten, daß immer noch wei34000 Mitglieder zählt, und da wird ausgesprochen, daß die betere Kreise des Voltes das Vertrauen zur Regierung und zur stehenden Bestimmungen in teiner Weise aus- Autorität des Staates verlieren und notgedrungen sich der Sozialreichen.( hört! hört! und Sehr richtig!) Im sächsischen demokratie in die Arme werfen. Nun wird man uns antworten, and tage haben die bürgerlichen Parteien einmütig dasselbe daß die bestehenden Bestimmungen vollständig ausreichen. betont, die Hamburger Bürgerschaft hat den Senat ersucht, sich dem hat auch einmal Fürst Bülow in diesem Hause gesagt und der Vorgehen, der sächsischen Regierung anzuschließen, und dem Reichs- Staatssekretär Delbrüd hat zu meinem Bebauern im Reichstage tage liegt eine entsprechende Resolution vor. Die Frage ist also dasselbe wiederholt. Wir werden uns aber bei dieser Antwort, spruchreif. Leider hat die Regierung bisher ihre Pflicht beim fürchte ich, nicht beruhigen können. Denn bei den bestehenden fange erfüllt.( Zustimmung.) Beim Schuße der Arbeitswilligen nicht in genügendem Um- Bestimmungen sind die Zustände immer schlimmer geworden. Damit ist bewiesen, daß die Bestimmungen nicht ausreichen oder daß Moabiter Krawall sie nicht mit der nötigen Energie zur Anwendung kommen.( Sehr vor ernsten Ereignissen, Das ist, um die Arbeitsniederlegung zu begründen. Die Streit unternehmer wollen größeren politischen Einfluß erreichen, wollen zur Unterdrückung anderer Staatsangehörigen deren gesetzlich geschütte Rechte stören. Bekannt ist, wie die Streitunternehmer ist es zu schwerer Schädigung des ruhigen Bürgers an Eigentum richtig!) Man sagt, die Staatsanwälte greifen nicht ein, weil sie fich der rohesten Mittel bedienen, um die Arbeitswilligen und Gesundheit gekommen, und zu wilden Ausschreitungen gegen befürchten müssen, von den Gerichten in Stich gelassen zu werden. zur Arbeitseinstellung zu zwingen. Durch diesen Terrorismus die Arbeitswilligen; ja es schien, als ob der Mob lange Beit Herr Ich möchte das nicht annehmen. Auffällig aber ist, daß bei vielen werden nun auch die berechtigten wirtschaftlichen Streits bei den der Lage sei.( Bustimmung.) Staatliche Anordnungen, die awed- Gelegenheiten, bei Reden nicht unter dem Schuße der JmmuniFreunden der Arbeiter in Mißtredit gebracht, und dieser Terro. mäßig erschienen, mußten, wie es schien, auf höhere Anordnung tätin öffentlichen Versammlungen und in der Presse die rismus ist unter allen Umständen vom Staate zu brechen.( Sehr zurüdgenommen werden.( Hört! hört!) Daß dadurch das Selbst frechsten Verlegungen der Ehrerbietung gegen den Monarchen richtig!) Hierzu schlägt der Antrag die Einbringung von Gegefühl und Machtbewußtsein der Sozialdemokratie gesteigert wird, und Aufreizungen zum Klassenkampfe vorgekommen sind, ohne daß febesvorlagen vor. Das kann aber nur als eine ultima liegt auf der Hand. Es wäre durchaus zu erwägen, ob nicht an be- der Staatsanwalt eingegriffen hat.( Hört! hört!) Um so mehr ratio gedacht werden. Zur Beseitigung der brennenden Not sonders bedrohten Orten, in Großstädten und Industriezentren, find schärfere strafgesekliche Bestimmungen notwendig, die dem fann dieser Weg nur zuletzt gegangen werden. Denn ein solches eine wesentliche Vermehrung der Polizeikräfte stattfindet. Man hat Staatsanwalt und den Richtern ein möglichst weitgehendes Einneues Gefes würde die Hilfe auf Jahre hinausschieben, während sich in einzelnen Fällen damit geholfen, aus weiten Kreisen des schreiten ermöglichen. Wir müssen das dringende Ersuchen an die welcher Zeit viele Familien und Einzelpersonen durch den Terro- Landes Polizeikräfte heranzuziehen. Aber dieser Zustand ist nicht Regierung richten, so bald wie möglich im Bundesrat entsprechende rismus zugrunde gehen würden. 3ur erwünscht, denn Zündstoff liegt überall. Man betlagt, daß es Anträge zu stellen. Allerdings müssen wir daran den weiteren Staatsregierung würde inzwischen verloren gehen, und schwierig sei, die Lücken in der Berliner Schußmannschaft zu Wunsch knüpfen, daß, wenn eine Vorlage der Regierung im Reichsebenso ihr Ansehen bei Freund und Feind.( Sehr richtig!) Meiner füllen. Sollten diese Dinge in Gehaltsfragen begründet sein, so tage nicht zur Annahme kommt, die Regierung nicht diese NiederAnsicht nach aber reichen die zu Gebote stehenden Mittel wären wir bereit, für die bedrohten Buntte Tage wie bei der Zuchthausvorlage ruhig einsteckt, ohne mit vollständig aus, wenn sie nur nach Art der Ostmarkenzulagen höhere Gehälter den Wimpern zu zucken, sondern daß dann mit starkem Arm und zu bewilligen und vielleicht auch Dienstwohnungen zu schaffen. Daß festen Nerven alle Konsequenzen gezogen werden.( Beifall.) Andere die Polizeimannschaften die besten Waffen in der Hand haben Staaten sollten uns da zum Muster dienen, Nordamerika und die müssen, ist selbstverständlich, zumal sich ja die ganze Bevölkerung Schweiz, wo man scharfe Bestimmungen gegen das Streikpostenbis herunter zum kleinen Jungen im Besik von Schießwaffen bestehen geschaffen hat, während bei uns das Streikpostenstehen nach findet. Natürlich sollen die Polizeimannschaften nur unter strammer einer Entscheidung des Reichsgerichts als unantastbares Annegum und vorsichtiger Leitung von der Waffe Gebrauch machen. Ist es des Koalitionsrechtes gilt. Wir wollen keine Beschrän= aber nicht möglich, die Ruhe schnell wiederherzustellen, so sollte man fung des Koalitionsrechts, wir lehnen aber auch jede Erweiterung nicht zögern, die unter allen Um3. B. auf die Landarbeiter ständen ab. Aber wir wollen nicht den Mißbrauch des Koalitionsrechtes. Dadurch wird eins der ersten Menschenrechte verlegt, nämlich das der freien Selbstbestimmung. Jedenfalls kann es so, wie es ist, nicht bleiben. Eine Politik des Gehenlassens und des Geschehenlassens darf nicht länger maßgebend sein, weil dadurch das Gefühl der Bevölkerung für die Gefahr der Sozialdemokratie schwindet und weil dadurch die Autorität und Macht des Staates herabgedrückt wird. kraftvoll und rücksichtslos angewendet werden.( Lebhafte Zustimmung.) Die Anwendung von Kraft und Rücksichtslosigkeit ist durchaus nötig, denn bei den frivolen Streits und ihrem üblichen Terrorismus stehen König und Baterland auf dem Spiele. Heute besitzt die Regierung noch die Macht, Recht und Gesetz im Lande zu schüßen und zu erhalten. Gebraucht sie diese Macht nicht, so gehen wir Zuständen entgegen, wie fie in Frankreich mit der Revolution von 1789 eingeleitet wurden. Wer sein deutsches Vaterland und seinen König lieb hat, der muß bei dieser Aussicht ein tiefes Weh im Herzen fühlen. Ich rufe der Regierung au: Landgraf werde hart! ( Lebhafter Beifall.) Nun hat die Regierung, wie wir aus den Beitungen der letzten Tage ersehen haben, die Absicht ausgesprochen, in dem im Ruhrgebiet in Aussicht stehenden Streit mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die arbeitswilligen Bergleute zu schüben. Möchte die Annahme dieses Antrages, die ich nochmals empfehle, der Regierung den Rüden und allen Beteiligten den Mut stärken.( Lebhafter Beifall.) Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern Holt: Der Herr Minister ist zu seinem großen Bedauern durch Krankheit verhindert, heute hier persönlich im Hause zu dem Antrage Stellung zu nehmen. Ich habe zunächst zu erklären, daß die Regierung selbstverständlich die ernste Pflicht hat, ihrerseits alles zu tun, ultima ratio regis ( Große heranzuziehen und mit aller Energie einzuschreiten. Sollte es dann zu blutigen Zusammenstößen kommen, so fällt die Verantwortung in voller Schwere auf Führer und Verführer, welche das betörte Volt erst in die Versuchung hineinheßen und dann ihre eigene Person rechtzeitig in Sicherheit bringen.( Lebhafte Buſtimmung.) Man hat nicht wahrnehmen können, daß sich in Moabit die sozialdemokratischen Führer als streit bare Mattabäer an die Spite stellten. Heiterkeit.) Jedenfalls zeigt die Geschichte alle revolutionären Bewegungen, daß je früher und energischer man einschreitet, um so weniger Opfer verlangt werden. Wäre man 1848 nicht dem fiegreichen Heere in den Arm gefallen, wieviel Verirrung und Verwirrung wäre erspart geblieben. Ich sehe voraus, daß man diese Ausführungen vielleicht scharf verurteilen und als Drohung und Aufreizung bezeichnen wird. Eine Drohung liegt mir durchaus fern, es muß aber ausgesprochen werden: wenn die Sozialdemokratie sich herausnimmt, der Staatsgewalt als gleichberechtigte Macht um die Arbeitswilligen und Gewerbetreibenden in der Verwertung ihrer Arbeitskraft und in ihrer geschäftlichen Tätigkeit wirksam zu entgegenzutreten, wenn sie unter Schädigung des ruhigen Bürgers, schüben, wie es hier in diesem Antrage heißt, daß sie stets bestrebt des friedlichen Arbeiters sich das Recht auf die Straße erobern fein wird, alle Maßnahmen zu ergreifen, welche für die Erfüllung will, daß sie dann gewärtigen muß, auch unter Umständen bieser in Streitfällen ja besonders schwierigen Aufgabe dienlich und notwendig sind. Soweit sich der Antrag auf Gesetzesbor= lagen bezieht, bin ich Die Lage ist ernst, um so ernster, da wir nach den letzten Erfahrungen annehmen müssen, daß auf eine Mitwirkung der bürgerlichen Demokratie, wie des Bassermannschen Jungliberalismus, in einem Kampfe gegen die Sozialdemokratie nicht mehr zu rechnen ist.( Sehr richtig! und Hört! hört!) Wir werden es alle empfinden, daß wir in beschleunigtem Tempo der Revolution und den Bielen der sozialdemokra= tischen Republik entgegengehen. Wir fühlen von allen Seiten das Hochsprißen der Freiheit. Deshalb haben wir es für unsere dringende Pflicht gehalten, jetzt den Finger auf diese brennende Wunde der Zeit zu legen. Ich hoffe und wünsche, daß ein ernstes Wort aus diesem Hause, in dem nur treue, patriotische Herzen schlagen, bei den maßgebenden Stellen nicht ohne Eindruck bleiben wird. Ich habe das feste Vertrauen, daß die Regierung nach den vielen schönen Reden und Worten nun endlich auch einmal die Energie zu einer Tat finden wird.( Beifall.) In diesem Sinne bitte ich Sie, meinen Antrag möglichst einstimmig anzunehmen. ( Lebhafter Beifall.) mit blutigen Köpfen heimgeschickt zu werden. ( Beifall.) Der Staat kann diesen Kampf dann mit dem besten Gewissen aufnehmen und durchführen, da er auf der nicht in der Lage, fachliche Erklärungen zu ihm abzugeben. anderen Seite sowohl in politischer wie in sozialer Beziehung alles Mag schon der Umstand, daß gerade vor einigen Tagen eine tut, um die berechtigten Wünsche und Forderungen des Arbeiter= lebhafte Arbeiterbewegung ausgebrochen ist, den Zeitpunkt für Re- standes zu erfüllen. Wir haben für das Parlament, in dem die Generaldirektor Oberbergrat a. D. Dr. Weidtmann- Aachen: gierungserklärungen nach dieser Richtung him an sich vielleicht als Interessen der Arbeiter in der Hauptsache gefördert werden, das Namens eines großen Teiles meiner politischen Freunde stimme nicht geeignet erscheinen lassen, so ist das Bedenken ausschlaggebend, freieste Wahlrecht der Welt. Wir haben den Arbeitern die Koali- ich dem Antrage zu.( Beifall.) Das Koalitionsrecht der daß das Rechtsgebiet, das hier in Frage kommt, der Reichs- tionsfreiheit gegeben und in der sozialen Fürsorge haben wir Lei- Arbeiter wollen wir voll gewahrt wissen. Wie der gefebgebung vorbehalten ist. Der Staatssekretär des Innern stungen und Lasten übernommen, wie kein anderer Staat der Welt. Werksbefizer und jeder Unternehmer durch Zusammenschluß für hat vor einigen Tagen sich im Reichstage eingehend über diese Wir sind stolz auf diese Leistungen und wollen auch in Zukunft sich günstigere Verhältnisse erzielen kann, so soll auch dem Arbeiter Frage geäußert und Wege angedeutet, die vielleicht für die Lösung in feiner Weise in der sozialen Fürsorge erlah das Recht gewahrt sein, durch Zusammenschluß eine bessere Bein Betracht kommen können. Ich darf auf diese Ausführungen hier men. Wir wünschen von Herzen, daß die Arbeiter besonders in zahlung zu erlangen, allerdings unter Einhaltung des legalen Bezug nehmen. Was nun aber weiter die Berwaltungsmaßnahmen den gefährlichen und gesundheitsschädlichen Betrieben auch den ent- Weges und der Verträge. In den früheren Bergarbeiterstreits anbetrifft, das heißt alle die Maßnahmen, für die das Ministerium sprechenden Lohn erhalten. Wenn wir auf der anderen Seite ge- spielten neben der Lohnfrage auch andere Beschwerden eine große des Innern in Preußen zuständig und anderseits verantwortlich hofft haben, mit diesen Leistungen die Herzen der sozialdemo- Rolle, die namentlich das Publikum aufregten und den Glauben ist, so tann ich die Versicherung geben, daß bon seiten des Mini- fratischen Arbeiter für Staat und Gesellschaft wieder zu gewin= erweckten, daß große Mißstände vorhanden seien. 1889 wurde eine steriums alles getan ist, um die wichtige Aufgabe, die hier in Frage nen, so haben wir uns bald darin leider geirrt. Im Gegen- große Enquete veranstaltet, und das Ergebnis war, daß alle Besteht, nach Kräften zu erfüllen. Ich verweise zunächst in dieser Be- teil, die Sozialdemokratie hat es verstanden, auch aus schwerden sich als unhaltbar herausstellten. Jetzt wird von diesen ziehung auf die Aenderung der Organisation, welche für die Poli- dieser Blume Honig für ihre 3 mede zu saugen Beschwerden nicht mehr geredet, es handelt sich nur um die Lohnzeiverwaltung in Industriebezirken eingetreten ist. Bereits vor und den Arbeitern geradezu die Wohltaten und die neuen Rechte frage. Es ist an und für sich durchaus nicht zu verwundern, 2 Jahren find für Bochum, Gelsenkirchen und Essen zu berefeln. Sie bezeichnet sie als elende Bettelpfennige daß jetzt die Unzufriedenheit der Bergarbeiter zum Ausdruck kommt, und sie benutzt die sozialen Geseze, um ihre eigene Macht zu ver- nachdem nunmehr seit Jahresfrist allwöchentlich in unzähligen Verorganisiert worden, eine Einrichtung, die eine erhebliche Ver- stärken. Ich erinnere nur an die Krankenkassen. Gerade den Berg- sammlungen den Bergarbeitern flargemacht worden ist, wie schlechte stärkung des Exekutivpersonals und eine wirksame Konzentration arbeitern sind wir doch in lezier Zeit wesentlich entgegengekommen Bustände bei uns wären und wie alles besser werden würde, wenn der Polizeigewalt mit sich bringt. Die gleiche Maßnahme soll noch durch Arbeiterausschüsse und Sicherheitsmänner. Als wir das Ge- einmal ein anderer Kandidat zum Reichstagsabgeordneten gewählt im kommenden Etatsjahr für den oberschlesischen Industriebezirk je berieten, sagte der Minister, er wolle mit diesem Gesez um werden würde.( Sehr wahr!) Da ist es natürlich klar, daß nunund den Saarkreis in Betracht kommen. Abgesehen davon, ist die die Seele der Arbeiter ringen. Das war gewiß ein schönes Wort, mehr auch etwas geleistet werden muß und daß namentlich die Soaber der Sieg in dem Kampfe ist ihm leider nicht gelungen.( Sehr zialdemokratie, nachdem sie ihre früheren Hauptsitze in Bochum und Heranziehung von Gendarmen und von Schuhleuten aus Gebieten, richtig!) So hat sich Dortmund verloren hat, nunmehr alle Anstrengungen macht, im die der Streitgefahr weniger oder gar nicht ausgesetzt sind, zur Hilfeleistung in dem Streifgebiet nach einem in allen EinzelKampfe gegen die Christlichsozialen wieder Raum zu gewinnen. bie Sozialistenfrage zu einer Machtfrage heiten geregelten Verteilungsplane vorgesehen gestaltet, die meines Erachtens doch weniger durch solonische Weis- Der jebige 2ohnkampf dort ist im wesentlichen ein worden. Auf Grund dieser planmäßigen Vorbereitung sind vor heit als durch die Machtmittel des Staates zur Erledigung kommt. Kampf zwischen diesen großen Arbeiterorganisationen, den freien einigen Tagen Gendarmeriemannschaften und königliche Schutz-( Beifall.) Nun hat neulich im Reichstag der Abg. Bassermann, Gewerkschaften und den Chriftlichfozialen. fönigliche Bolizeiverwaltungen Die Christlichsozi-rlen wollen auf dem Wefle der Gesehgebung und unter Einhaltung des Vertrages nach Möglichkeit eine Ver- bcsserung der Lage der Bergarbeiter anstreben, während die freien Gewerkschaften unter Kontraktbruch dies erreichen wollen Die Negierung hat sich, wie in früheren Jahren, bemüht, unter den Parteien Frieden zu stiften. Es liegt auch an der Beseitigung des . Ausstandcs ein erhebliches Interesse des Staates vor. Nur möchte ich hierbei die Bitte aussprechen, die größte Vorsicht hierbei walten zu lassen.(Lebhafte Zustimmung.) Die Werksbesitzer behaupten, daß die Ausbesserung der Löhne bereits stattgefunden habe und fortgesetzt stattfinde, insbesondere vom 1. April ab, wo eine Er- höhmng der Kohlcnpreise eintritt. Als im Oktober vorigen Jahres die Grubenbesitzer wegen einer Erhöhung der Kohlenpreise ver- Handellen, wurde auch gleich zum Ausdruck gebracht, daß es ihre erste Pflicht sei, dann auch die Löhne in die Höhe zu setzen. Ich erwähne dies, um hier vor aller Welt kundzutun, daß tatsächlich ernste Absicht bestand und bereits auch aus- geführt ist, die Löhne entsprechend der Preissteigerung für Kohle zu crh.öhen. Bei dieser Sachlage ist es recht schwer, hier eine t&er Mittelung in der Lohnfrage auszuüben. DaS kann eigentlich nur durchaus sachverständigen Personen zugemut et werden. Es ist auch Rücksicht auf die armen Verbraucher der Kvchle und die weiterverarbeitende Industrie zu nehmen, denn diese müssen doch schließlich das bezahlen. Mit Staunen muß m-r.' vernehmen, daß jetzt in England ein Gesetz zur Festlegung von Miuimallöhnen vorbereitet wird. Wenn wir daS auch tun, so sind wjr nicht mehr weit von dem Kommunismus entfernt. «Sehr richtig!) Ten Arbeitswilligen Schutz zu ge- währen, ist die Regierung verpflichtet. Ich weiß aber aus der P r a x i s, daß dieser Schutz in der Vergangenheit in einer außerordentlich mangelhaften We�se gewährt worden ist.(Labhafte Zustimmung.) Ich habe das nntcrlebt. Ich nwr 1889 als Landwehroffizier eingezogen und habe ungefähr sechs Wochen mitten in den Belegschaften gestanden. Ich habe auch nach- ber in meinem Amte die Ursache des Streiks feststellen müssen. Aus dieser Erfahrung heraus spreche ich. Vor den Augen des Militärs wurde natürlich kein Mord und keine Mißhandlung vor- genommen. Aber das Militär ist nur an gewissen Punkten, und es kann das Verekeln, das B e s p e i e n der Leute, die zur Arbeit gehen wollen, und das Geheule auch nicht vsr- hindern. Die von der Braunkohlenindustrie herau�egebene Schrift über den Ausstand von 1911 beweist, daß damals sehr viele Arbeitswillige gehindert wurden. Auch damals wurde im allgemeinen über die schleppende Justiz geklagt. Die Zeche Lukas war lange Zeit von der Polizei besetzt; gleichwohl versammelten sich Taufende von Menschen auf den Straßen und hielten den Zuzug von Arbeitswilligen fern. Der Ausstand auf der Zinkhütte war so schlimm, daß die ver- streut wohnenden Leute von der Polizei an Sammelplätzen vereinigt und dann unter starker polizeilicher Begleitung zur Hütte hin» gebracht und dann wieder abgeholt werden mußten. Tausende von Rowdys folgten regelmäßig dem Zuge mit Geschrei und höhnenden Zurufen, so daß die Leute schließlich davon Abstand nehmen mußten, weiter hinzugehen. Die Bergvcrwaltung half sich so. daß sie Hunderte von Betten anschaffte, um die Leute gleich an Ort und Stelle bleiben lassen zu können. Das war ja immerhin ein Aus- weg, aber es lag darin doch die st ä r k st e Einschränkung der persönlichen Freiheit.(Sehr richtig!) Die Leute sind langsam abgebröckelt und nicht wiedergekommen. Mir will es scheinen, als ob nebenderVer st ärkungdesges etzlichen Schutzes auch die Reform ber Strafprozeßordnung notwendig wäre. Was nützt es, wenn daS Verfahren sich Monate lang hinzieht? Eine schnelle Justiz ist das beste Heilmittel. Wenn vor 1879 jemand am Montag ertappt wurde, dann war er sicher, ans'Freitag abgeurteilt zu werden. In England werden solche Straftaten in dreimal vierundzwanzig Stunden abgeurteilt. Das sollte doch auch bei uns möglich sein. Auch in dem jetzigen Ausstände find schon eine große Anzahl von Ausschreitungen vorgekommen. Die„Kölnische Zeitung" schreibt allerdings, daß große Aufgebote von Polizeimannschaften erfolgt feien� aber sie seien in Gebäuden untergebracht und auf den Straßen sei wenig von ihnen zu bemerken.(Heiterkeit.) ES ist ja auch schon zu blutigen Zusammenstöswn gekommen. Ich habe einen Brief bekommen, worin lebhafteste Klage über den ungenügenden Schutz der Arbeitswilligen geführt wird, namentlich im Dortmunder Revier. ES heißt darin weiter, die Folge sei, daß, während die heutige Frühschicht noch verbältnis- mäßig gut befahren wurde, an der Mittagsschicht kaum 50 Proz. teilnahmen, und daß die Besorgnis bestehe, daß, wenn nicht die Arbeitswilligen in vollem Maße geschützt würden, der Streik ganz allgemein werde. Trotzdem die Nichtorganisierten Arbeiter und die christlichen ihm ablehnend gegenüberständen, riskierten sie doch nicht, ihre Knochen zu Markte zu tr«zgen. Wir erwarten also, daß die Regierung alle gesetzlichen Bestimmungen anwendet; sie ist dafür verantwortlich.(Beifall.). Unterstaatssekretär Holtz: Es ist dem Vorredner wahrscheinlich entgangen, daß die Schutzleute und Geicharmen hinsichtlich der Prämien ncueroingS gleich- gestellt sind: Weiter habe ich darauf hinzuweisen, daß die reitende» Schutzleute mit Browningpistolen und die anderen Schutzleute mit Zkarabinern ausgerüstet sind. In der Frage des WaffeutragenS haben wir erwogen, daß dieser Gegenstand nicht allein in In- dustriebczirken. sondern auch in Berlin besondere Be- deutung hat. Hier besteht neuerdings eine Polizciverordnung, welche das Tragen von Waffen unter Strafe stellt. Die andere Frage ist, ob der Berkauf von Waffen anderweitig zu regeln ist. Dem standen bisher sie Interessen der Waffenhändler entgegen, aber diese Bedenken sind wtzt nahezu überwunden. Dm Reichstage wird in nächster Zeit voraussichtlich eine Porlage zugehen, welche eine entsprechende Veränderung der einzelnen Paragrapben der Gewerbeordnung vornehmen will. Herr v. Puttkamcr hat es als nicht unbedenklich bezeichnet, daß man weite Kreise des Landes von Polizeimannschaften entblößt. Aber daS Polizei. kommando ist nach sorgfältigster Ucbcrlegung zusammengesetzt worden und wollte man auf diese Maßnahme verzichten, so müßte man sofort zur Heranziehung von Militärkräften schreiten. Es ist aber eine alte Tradition, daß man innere Unruhen durch die Polizeiorgane übcNvindct. Freilich ist der Schutz der Arbeits- willigen in dem Sinne, daß jede dnzelne Person geschützt wird, bei einem Massenstrstk nicht durchführbar.(Hört! hört! und Un- ruhe.) Andererseits wird da der gute Wille, mit der Polizei aus- zukommen, unter Umständen durch die Ereignisse bald überholt. Jedenfalls muß die Heranziehung des Militärs eine ultima ratio bleiben. Obermeister Plate-Hannover: Aus den Erfahrungen des täglichen Lebens heraus unter- siiide ich den Antrag aufS freudigste.(Beifall.) Ich verweise auf einen Punkt, unter dem das Handwerk besonders leidet. DaS ist der Boykott, dem der Handwerker unterliegt, sobald er die Forderungen der Gewerkschaften nicht unterschreibt. Es muß mit aller Kraft versucht werden, die tzahlreichcn selbständigen Existenzen, die sonst durch den Terror«ugcunde geben würden, in der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung zu halten. M i r liegt es fern, das Koalitionsrecht zu unter- graben. Wir selbst haben das Koalitionsrecht und wir gönnen es anderen. Aber dieser Parodie auf da» Koalitionsrecht muß ein Ende bereitet werden.(Lebhafter Beifall.) ES mag dahinstehen, ob ein besonderes Gesetz zum Schutze der Arbeitswilligen oder entsprechende Maßnahmen im Strafgesetzbuch vorzuziehen sind. Ich selbst wäre für ein besonderes Gesetz nach dem Grundsatz: Bis dat, qui cito dat.(Lebhafter Beifall.) Die Erörterung schließt. Ter Antragsteller verzichtet auf das Schlußwort. Es bemerkt noch der Berichberstatter Graf Zielen- Schwerin: Ich kann mit dem Verlaus der Verhandlung zu- frieden sein. Aber es ist ein Wort vom Reglerungstische gc- fallen, das mit auss alleräußerste betrübt und das mir allerdings eine große Gefahr in sich zu bergen scheint. Ich meine, daß die Regierung ausspricht, sie wäre nicht imstande, den einzelnen Mann zu schützen.(Lebhafte Zustimmung.) Gewissermaßen ist das eine Bankrotterklärung der Regierung.(Zustimmung.) Dafür sind wir Staatsbürger, daß wir Schutz vom Staate verlangen können. Ich will den Schutz nicht nur für mich haben, sondern ebenso für den geringsten Arbeiter. Ich würde es nicht wünschen, daß erst die Ge- setzgcbung eingreifen müßte, um zu solchen Zuständen zu kommen. daß" man wirklich den Einzelnen schützen kann. Ich bin auch jetzt noch der Meinung, daß die Machtmittel des Staates durchaus ausreichen, wenn er sie nur anwenden will. Ich habe doch mal so was gehört, es ist ja nicht leicht zu lagen, das Wort Belagerungszustand. In solchen Bezirken, wo die Staatsrcgicrung bei Streikgefahren sagen muß, sie könne dem einzelnen Bürger nicht mehr den Schutz angedeihen lassen, da muß eben der Belagerungszustand verhängt werden.(Beifall.) Unterstaatssekretär Holtz: Ich bedaure sehr, mißverstanden worden zu sein.(Lebhafter Widerspruch.) Tie Staarsregierung steht keinesfalls auf dem Standpunkt, daß sie nicht auch zum Schutz jedes Einzelnen verpflichtet sei. Wenn es sich aber um eine Be- legschaft von 300 000 Menschen handelt, so kann es wirklich vor- kommen, daß einer auf dem Wege zur Arbeit Prügel bekommt. Das ist vielleicht nicht ganz zu vermeiden. Aber die Staats- cegierung steht natürlich auf dem Standpunkt, ihre Pflicht in jeder Richtung zu erfüllen und jedem einzelnen den notwendigen Schutz angedeihen zu lassen. Tie Diskussion wird wieder eröffnet und sogleich geschlossen, da keine Wortmeldungen vorlieegn. Die Abstimmung ergibt die einstimmige Annahme des Antrages. Diese Abstimmung wird mit lebhaftem Bravo begrüßt. Es folgt der Bericht der Agrarkommission. Zu dem Nachweis über die Aus. und Einrangierung von Heng st en in dem Landgestüt des Staates im Jahre 1911 und zu den Be- triebsresultaten der Haupt- und Landgestüte des Staates in den Jahren 1907/08 bis einschließlich 1909/10. Berichterstatter ist Graf v. Seidlitz-Sandreczki. Der Bericht wird ohne Debatte zur Kennt- nis genommen. Auf der Tagesordnung steht weiter die Schlußheratung über die Denkschrift über Jugendpflege in Preußen im Etatsjahre 1911., Berichterstatter Freiherr v. Bissing beantragt Erledigung durch Kenntnisnahme. Ohne Bureaukratie und Pedanterie soll die Erziehungstätigkeit der Schule, der Eltern, der Kirche, der Lehr- und Dienstherren unterstützt uiod ergänzt werden. Besonders die Seelsorge beider Konfessionen muß wichtige Dienste leisten. Die Geistlichen wirken vor allein aus dem Lande scgens- reich. Sie sind in selbstloser Weise die besten Mitarbeiter. Die männliche und weidlich« Jugend soll begeistert werden, sich den vaterländischen Verbänden und Vereinen anzuschließen. Auch hier scheuen die Sozialdemokraten vor einem praktischen TerrorismuS nicht zurück. Wir müssen der Jugend helfen, sich gegen diese nieder- trächtige Behandlung zu wehren. Wir dürfen die Jugend nicht der Umsturzpartei überlassen, sonst steht die Zukunft und Wohlfahrt des Staates auf dem Spiele. Ministerialdirektor v. CappuiS entschuldigt den KnltuS- minister, der durch eine größere Debatte in der Budgctkommission des Abgeordnetenhauses verhindert sei. Die Denkschrift gibt den Rahmen, in dem sich die Arbeit vollziehen soll. Es werden alle Vereine berücksichtigt, die auf dem Boden des Erlasses stehen. Rege Teilnahme hat sich überall gezeigt. Wir hoffen daher, daß die Ziele der Regierung sich erreichen lassen werden. Dazu gehört aber Zeit, jahrelange gründliche treue Arbeit. Die Minze Bevölkerung ohne Uisterschied des Berufs und des Standes muß mithelfen, damit die alten deutschen Ideale wieder zur Geltung kommen: Gottes- furcht, Kiinigstreue, Vaterland!(Beifall.) Die Denkschrift wird zur Kenntnis genommen: Die Tagesordnung ist erschöpft. Der Präsident teilt mit, daß die nächste Sitzung vor- aussichtlich am L7. März stattfinden wird mit der Tagesordnung: Gesetz über die Belegung der Sparkassenbestände. Schluß 3sh Uhr.__ Der Krieg. Ein schwerer Kampf bei Tobruk. Dobruk, 12. März.(Meldung der Agenzia Siefani.) Gestern früh rückten zwei Bataillone Infanterie und eine Batterie GebirgS- geschützc aus den italienischen Verschanzungen vor, um eine Kom- pagnie Pioniere, die mit der Herstellung eine» neuen Forts be- schäftigt war. zu beschützen. Gegen 10 Uhr bemerkten sie eine Ka- rawanc, der sie mit einigen Kanonenschüssen schwere Verluste bei- brachten. Gegen Mittag näherten sich größere Massen von Türken und Arabern bis auf bier Kilometer der Stelle, wo die Italiener neue Fortifikaftonsanlagen begonnen hatten. Tie Italiener eröffneten ein heftiges Gcschützfeuer und sogleich ent- stand ein erbitterter Kampf, in dem die Infanterie mit zwei erfolgreichen Bajonettangriffen den Angriff des Feindes auf. hielt, der den italienischen rechten Flügel einzuschließen versuchte. Der Kampf dauerte bis nachmittags 4 Uhr. Nach ungeheuren Ver- lusten begann der Feind sich zurückzuziehen, verfolgt'von dem Feuer der Italiener. Eine Stunde später war er vollständig ver- schwunden. Tie Italiener hatten 13 Tote, darunter einen Offi- zier, und 73 Verwundete, darunter 3 Offiziere. Die Sperrung drr Dardanellen. > London, 12. März. Wie dem Auswärtigen Amt von dem englischen Botschafter in Konstantinopel depeschiert wird, ind in den Dardanellen Kontaktminen gelegt wor- den. Eine durch Bojen bezeichnete Fahrrinn«, durch welche die Schiffe von zwei Lotsendampfern geleitet werden, ist offen ge- lassen worden. Eine Ehrung des Scheichs Senussi. Konstantinopel, 12. März. Ter Kommandant von Benghasi, Enver Bei, ist beauftragt worden, dem Scheich Senussi den Groß. kordon des LsmanieordenS nebst einem kostbaren Säbel, deinen Teppich und eine Uhr, mit Brillanten besetzt, als Geschenke des Sultans zu überreichen. Ein Augenzeuge über den Krieg. Montagabend sprach der österreichische«frikareisende Oito Tesar Artbauer in Berlin über den Kampf um Tripolis. Anbauer hat 'ich in Deutschland durch zwei anschaulich und lebendig geschriebene Bücher über Marokko(„Kreuz und quer durch Marokko' und.Tie Riffpiraten und ihre Heimat' bei Slrecker und Schröder, Slutt- gart 1911) bekannt gemacht. Er war kurz vor Ausbruch des Krieges »ach Tripolis gegangen, um von bier aus eine Forschungsreise in die Sahara anzutreten. Sein Vorhaben wurde durch die kne'gerischcn Ereignisse vereitelt, er war aber Augenzeuge der Beschießung, der Landung der Marine- und Erpeditionstruppen und der Gefechte um Tripolis. An der Hand von zahlreichen Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen gab er eine anschauliche Schilderung der kriegerischen Ereignisse, die, wenn man von einer etwas chauvinistisch schwarz-gelben Färbung absieht, nicht gerade zugunsten derJtaliener ausfiel. DieHaupt« fehler, die die Italiener gemacht haben, erblickt Arlbauer wie die meisten Kenner der nordafrikanischen Verhältnisse darin, daß man sich über das Solidaritätsgefühl der Mohammedaner, das die einst feindlichen Türken und Araber gegen den christlichen Angreiser zu- sammenschweißte, getäuscht habe. Ferner, daß man ohne eine ge- naue Kenntnis von Land und Leuten, ja sogar ohne Kartenmaterial die Expedition unternommen habe. Der tripolitanische Krieg ist nach Artbauer, wie wir auch schon öfter betont haben, der schwierigste Kampf, der jemals auf nordafrikanischem Boden ausgefochten wurde? denn den, europäischen Eindringlinge stellt sich die ungestüme Tapfer« keit und Freiheitsliebe der Eingeborenen im Bunde mit europäisch geschulte» und nach kriegswissenschafilichen Grundsätzen geführten Truppen entgegen. Leider beschränkte sich Aribauer nur auf eine Jronisierung der europäischen.Kulturarbeit' in Afrika im all- gemeinen, die Bedeutung der heuligen imperialistischen Politik aller Großstaaten und die AuSbreitungstendenz deS Kapitalismus scheinen ihm unbekannt zu sein. Interessant waren die Bilder, die Artbauer von der»beiden« haften' Beschießung von Tripolis, dem beschwerlichen und ent- sogungsreichen Leben der italienischen Truppen in den Laufgräben und Feldbefestigungen vorführte. Von den Grausamkeiten und Brutalitäten des Kolonialkrieges zeugten Aufnahmen aus den letzten Oktobertagen, in denen die Italiener infolge des vermeintlichen Araberausstandes vollständig den Kopf verloren holten und ein blind« wütiges Morden veranstalteten. Die sinnlose Zerstörungswut einer aufgeregten Soldateska zeigte sich auch auf einem Bilde, das in dem verwüsteten Zimmer deS deutschen Sprachforschers krauß auf- genommen war? wertvolle und unersetzliche Manuskripte waren hier zweck- und sinnlos verschleudert und veinichtet worden. Begreiflich war, daß Artbauer wenig Sympathie für die italienischen journalisti- schcn Ruhmesherolde an den Tag legte. Nach Meinung ArlbauerS, die sich auch mit der von unS ver» tretenen deckt, werden die Italiener noch viele Jahre brauchen, ehe sie bis zu dem GebirgSlande im Süden von Tripolis vorrücken können. Denn nicht Feigheit und mangelnde Energie halten sie an der Küste fest, vielmehr ist eS die Schwierigkeit, im Wüstensande mit größeren Truppenverbändcn vordringen zu können. Auch der projektierte Eiscnbahnbau wird buchstäblich im Sande begraben werden müssen, denn daS tripolitanische Terrain ist anders als das Algeriens oder Marokkos. Von einer freiwilligen Unterwerfung der Eingeborenen wird niemals die Rede sein können, ebensowenig kann die Türkei auf ihr Hoheitsrecht über Tripolitanien verzichten, wenn sie nicht ihr ganzes Prestige bei ihren zahlreichen arabischen Untertanen ver» lieren will. Das heißt mit anderen Worten, die italienischen Imperialisten haben aus Großmannssucht und Profitgier ihrem Volke die Lasten eines Kolonialkrieges in Permanenz aufgeladen. Nur eine gründ» liche Abrechnung mit der impcriastMschen Bourgeoisie und dein un» rühmlichen Kolonialmilitarismus kmin es vor dem Verbluten retten. Die Revolution in China. Unruhen in Eanton. London, 12. März. Die„Times" meldet aus Hongkong vom 11. d. MtS.: Tie telegraphische Verbindung mit Eanton ist unterbrochen. ES wird berichtet, daß gestern dort zwischen den neuen Truppen und alten Räuberbanden, die zur Unterstützung der Revolution aufgeboten waren, jetzt aber auf» gelöst werden, ein Gefecht stattgefunden babe. Hongkong, 12. März. Bei den gestrigen Zusammenstößen zwischen neucingcstcllien Truppen und Aufständischen in Canton ollen, wie.Daily Preß" meldet, 100 bis 200 Personen ge- tötet bzw. verwundet worden sei«. Die Aufständischen, welche gut bewaffnet und mit Munition ausgerüstet waren, haben das Admi- ralitätSgebäude besetzt. Der englische Generalkonsul hat ange- ordnet, daß sich die Fremden nach Hongkong begeben. Hus der Partei. Ter Leipziger Hochverratsprozcß. In diesen Märzwochen sind vierzig Jahre verflossen, daß Bismarck, die deutsche Bourgeoisie und die Justizbureaukratie an den Führern der jungen deutschen Arbeiterbewegung Rache nahmen für den Schrecken, den der Pariser Kommuneaufstand ihnen in die Knochen gejagt hatte. SiegeStaumel und Milliardensegen taten ihr übrige«, die Staatsaktion gegen den aufstrebenden Sozialismus mit besonderem Appionib zu inszenieren, wodurch ihr— Fiasko um so kläglicher wurde. Am 11. März 1872 wurden auf Veranlassung Bismarck« Bebel, Liebknecht und H e p n e r vor ein Schwur« gericht in Leipzig gestellt, um sich wegen.Hochverrats' zu ver» antworten. In Wirklichkeit und vor dem Urteil der Weltgeschichte saßen aber nicht die.verbrecherischen Kommunisten" auf der Anklagebank, sondern die bürgerliche Gesellschaft und die.Revolution von oben', die Bismarck zu Nutz und Frommen de« preußischen Junkerstaates durchgeführt hatte. In diesem Hochverratsprozeß operierte die Justiz mit dem Geschick, das sie in allen politischen Prozessen ausgezeichnet hat. mit einem Aiiklagematerial, daS zurückging bis auf die Tage deö SturmjahreS 1848. Schriften und«eußernngen bürgerlicher Revolutionäre, die zum Teil schon Frieden gemacht hatten mit der Blut- und Eisen- Politik Bismarcks, wurden als Belastungsmaterial gegen die An« geklagten ins Feld geführt. Für Bebel und Liebknecht bot sich eine glänzende Gelegenheit, in ihrer Verteidigung die Ideenwelt des Sozialismus und die sieghaften Tendenzen der Arbeiterbewegung auszurollen und damit dem Prozeß eine Bedeutung zu geben, die iveit über die Mauern des Leipziger Schwurgerichtssaale« hinou« ging. Der Prozeß sollte die Führer der«rbeiierbewegung unschäd- lich machen, aber sie gingen, ivenn auch verurteilt, mit verstärkter Autorität und mit neuer Kraft aus ihm heraus. Die Werbekraft der Arbeiterbewegung Halle durch den Prozeß nur zugenommen. Das Protokoll dieser historischen Schwurgerichtsverbandlung, die mit der Verurteilung Bebel« und Liebknecht» zu zwei Jahren Festung endete, während Hepner freigesprochen wurde, ist ein wichtiger Bestandteil der sozialistischen Literatur geworden. 1!» enthält nicht allein den Verhandlungsbericht, sondern auch eine reiche Sammlung parteigeschichilicher Dokumente, u. a. auch die Jnauguraladresse von Karl Marx, die zu einem Weckruf für die Internationale wurde. Im Jahre 1804 wurde daS Protokoll de« Leipziger Hoch- verralsprozesses vom Verlag de«.Vorwärts' mit einer Einleitung von Wilhelm Liebknecht neu herausgegeben. Jetzt, gleichsam als JubiläumSgabe ist von der Buchhandliing Vorwärts ei» Neudruck der Ausgabe von 1894 veranlaßt worden. Das Werk führt den Titel„Ter Hochverratspeozeß wider Liebknecht, Vebrl, Hepner vor drm Schwurgericht zu Leipzig vom 11. bi« 2«. Mär, 1872". Da» vorzüglich ausgestattete Buch verdient nicht allein wegen de« Prozeß» bcrichteS, sondern glich wegen seine« partcigeschichtlichen Urkunden« materials wieder in Erinnerung gerufen zu werden; es sollte vor Verbindung mit dem Arbeitsvertrag näher eingeht, die sozialen beiter werden in der stillen Zeit mit 4,00-4,50 m. und in der allem in feiner Arbeiter bibliothek fehlen. Eine unnötige Hofgängerci. Wie aus München berichtet wird, find am Sonntag die beiden Vorstände des Gemeindekollegiums vom Prinzregenten empfangen worden, der ihre Glückwünsche zu seinem 91. Geburtstage entgegennahm. Unter den Gratulanten befand sich auch Genosse Witti als zweiter Vorstand des Kollegiums. Genosse Witti hätte sich sagen müssen, daß die Ehrung dem Monarchen galt, mit sozialdemokratischen Anschauungen also nicht vereinbar war. Selbst wenn der Monarch ein 91jähriger Greis ist, ändert das nichts an unferer grundsäglichen Stellungnahme zur Monarchie, zumal wenn diese, wie gerade jezt in Bayern, durch die Bildung eines ausgesprochen sozialistenfeindlichen Ministeriums der Sozialdemokratie den Fehdehandschuh hingeworfen hat. Protest gegen den zaristischen Justizmord an den sozialdemokratischen Abgeordneten der zweiten Duma. Aus Paris wird gemeldet: Le Groupe socialiste du parlament und die Commission Administrative Permanente haben sich dem Protest der deutschen Parlamentsmitglieder bezüglich der Affäre der Deputierten der zweiten Reichsduma angeschlossen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Beleidigte Reichsverbändler. " " und moralischen Wirkungen des ganzen Kompleres dieser Fragen Umzugszeit mit 5,00-5,50 M2. pro Tag, bei oftmals 15-18 stün in den verschiedenen Wechselbeziehungen dargestellt wären. Den diger Arbeitszeit, ohne Bezahlung der Ueberstunden entlohnt. Die Außenstehenden zeigte sich dann, wie fich Glied an Glied zu einer Unternehmer rechnen gemeinhin den Arbeitern die Trinkgelder als Werf feffelt, dem Willen der Unternehmer fast bedingungslos unter- Arbeit, welche von den Arbeitern geleistet werden muß, nicht im Kette reiht, die den Arbeiter nicht an die Scholle, sondern an das Bergütung für die Ueberstunden an. Daß diese Entlohnung mit der Teurung und der intensiven und körperlich anstrengenden ordnet. Von den Unternehmern wird zweifellos versucht werden, Ginklang steht, wurde von den Versammelten scharf betont. Aus als Argument gegen die erhobenen Forderungen, unter denen die diesem Grunde wurde beschlossen, daß die nichtständigen Arbeiter Regelung der Lohnfestsetzung und Lohnzahlung natürlich auch zu schon jest während der Umzugszeit darauf achten, daß nicht unter finden ist, die Gefährdung der Konkurrenzfähigkeit der Industrie 5,50 bis 6,00 M. pro Tag gearbeitet wird, und ferner auch nach bei weiterer Belastung durch Schutzvorschriften und Arbeitsver- Möglichkeit darauf gedrungen wird, daß nach 8 Uhr abends Ueberfürzung in den Vordergrund zu schieben. Daher ist es gut, daß ſtunden vergütet werden. Außerdem sollen Vorbereitungen ge= bei der Herausgabe des Buches auch die Rentabilität der Hütten- Arbeiter durch Tarifvertrag bei den Unternehmern Geltung zu vertroffen werden, um zu geeigneter Zeit den Lohnforderungen der werke in den Kreis der Betrachtungen gezogen worden ist. Das schaffen. Ferner wurde von den Versammelten gewünscht, daß die hierzu zusammengestellte Material genügt vollauf, um die bis- Berliner Bevölkerung davon Kenntnis nehmen möge, daß die Firmen herigen Lamentationen über drückende Lasten in das Reich der Berliner Batetfahrtgesellschaft", Knauer, Wichmannstraße, und Märchen zu verweisen, ebenso die gegen die erhobenen Forderungen Franzkowiak, Wilmersdorf, ihren Möbeltransportarbeitern die Zuins Feld geführten Bedenten. Von 93 Gesellschaften mit fast gehörigkeit zum Deutschen Transportarbeiterveband nicht gestatten. 1½ Milliarde Aktienkapital sind die Geschäftsergebnisse der letzten Die Fleischermeister von Neutönn versuchen jezt mit allen fünf Jahre zusammengestellt. Die verteilten Reingewinne er mitteln, die Gesellen zu bewegen, der Organisation den Rücken zu geben folgende Säge: 13,71, 16,28, 13,55, 10,74, 12,49 Proz. fehren. Sie reden ihnen vor, wenn sie weiter Mitglied bleiben, des dividendenberechtigten Aktienkapitals. Solche Gewinne lassen würden sie in ihrem weiteren Fortkommen gehindert. Besonders die Klagen über schwere soziale Lasten wie Hohn erscheinen. Sie diejenigen Gesellen, die noch nicht militärfrei find, werden bearbeitet stehen übrigens auch im schreienden Gegensatz zu den vielfach ge- und man sagt ihnen, daß ihre Verbandszugehörigkeit ihnen beim zahlten Löhnen. Gehen diese doch bis auf 1000 m, und weniger Militär sehr viel Nachteile bringen werde. Bis jetzt haben die Meister den gewünschten Erfolg noch nicht gehabt. Die von der Jahreslohn und unter 3 M. Tagelohn herunter, Innung versprochenen Verbesserungen hat man noch nicht eingeführt, obgleich den Worten die Tat auf dem Fuze folgen sollte. Man wird sie auch niemals freiwillig einführen. Die Innung glaubt, mit Hilfe der Konventionalstrafe von 1000 M. die Belegung zu unterbrücken, was ihr jedoch nicht gelingen wird. Viele Fleischermeister sehen ein, daß es besser ist, mit der Organisation zu verhandeln bezw. die Forderungen zu bewilligen. Das Buch wird sicherlich viel zur Aufklärung über das bisher Wegen Beleidigung der Reichsverbändler v. Liebert und für die große Oeffentlichkeit noch recht dunkle Gebiet der HüttenDr. Bovenichen wurde der Redakteur der Voltszeitung arbeiterverhältnisse beitragen. Es beleuchtet Bustände, die man für das Muldental", Genosse Bahrd in Leipzig, zu 300 m. einfach nicht mehr für möglich halten sollte. Es ruft die düsteren Geldstrafe verurteilt. Schilderungen Tolstois in:" Die Sklaverei unserer Zeit", die man wohl als etwas Vergangenes aus Rußlands dunkelsten Tagen der Menschenschinderei betrachtet, in die Gegenwart zurüd; bilden sie doch das Typische in der größten und kapitalkräftigsten Industrie in des angeblich an der Spitze der Sozialpolitik marschierenden Kulturstaates Deutschland. Dem Agitator gibt das Buch eine Menge Material an die Hand, das bei eifriger Ausnutzung dem Verbande eine große Schar neuer Mitglieder zuführen wird. Gewerkschaftliches. Die Schwereifeninduftrie! Ein Buch, das dem Sozialpolitiker eine Fülle von Material bietet, den der Eisengroßindustrie Fernstehenden dazu durch gemeinfaßliche Darstellung des Arbeitsprozesses in der Eisen-, Stahlund Walzwerksindustrie das Verständnis für die mit der Großindustrie verknüpften sozialen und wirtschaftlichen Fragen erleichtert, hat soeben der Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes herausgegeben. Das umfangreiche, 654 Seiten starke Buch ist unter dem Titel:„ Die Schwereisenindustrie im deutschen Zollgebiet, ihre Entwickelung und ihre Arbeiter" im Verlage von Alexander Schlice u. Co. in Stuttgart erschienen und kostet 7,50 M. Es ist darauf berechnet, die sozialpolitischen Bestrebungen des Verbandes zu fördern. Daher auch die sonst wohl weniger praktische Verbindung der Geschichte und Technik der Eisengewinnung und Verarbeitung mit wirtschaftlichen und sozialen Schilderungen über Arbeitsverhältniffe, Rentabilität, Unfälle, Pensionskassen usw. Den Gewerbeinspektoren, Behörden, Reichstags- und Bundesratsmitgliedern als Maßgebenden in der Frage der vom Verband erhobenen Arbeiterschutzforderungen gibt das zusammengestellte Material ein anschauliches, das Verständnis für die einschlägigen Verhältnisse förderndes Bild. Berlin und Umgegend. Zum Streit in der Kartonbranche nahm eine Versammlung der Kartonnieter, die am Montagabend im Gewerkschaftshause stattfand, Stellung. In einer Reihe von Betrieben, wo Kartonnieter beschäftigt sind, brachen Differenzen aus, da die Nieter einmal nicht gesonnen waren, Streifarbeit zu übernehmen, dann aber auch mit Streitbrechern nicht zusammen arbeiten wollten, und ferner den plötzlich hereinbrechenden großen neuen Aufträgen auf Kartons in vielen Betrieben recht mißtrauisch gegenüberstanden, da sie fürchteten, daß es sich dabei auch um Streitarbeiten handelt. Nach einem Referat von Würzberger über den Streit in der Bezugbranche und die Situation, wie fie gegenwärtig für die Kartonnieter gegeben ist, entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Lage in arbeit unbedingt zu verweigern ist. Auf die Zumutung, mit Streitden einzelnen Betrieben. Man war sich darüber einig, daß Streit brechern zusammen zu arbeiten, sollte man den Prinzipal vor die Frage stellen, entweder mit diesen Leuten allein weiter zu arbeiten oder ohne sie. Daß unter den jeßigen Umständen in bereinzelten Betrieben noch leberstunden gearbeitet werden, fand die schärfste Mißbilligung unter den Versammelten. Nach einer längeren eratung über die jeweilige Feststellung von Streitarbeiten nahmen die Versammelten die folgende Resolution einstimmig an: " Die heute im Gewerkschaftshause versammelten Nieter, Buschneider und Arbeiterinnen der Postbranche sollen den Ausständigen in der Bezugsbranche ihre volle Sympathie und sprechen ihnen für ihre musterhafte Haltung im Stampfe ihre Anerkennung aus. Die Versammelten erklären alle in den Betrieben neu auftauchenden Artikel für Streitarbeit und verpflichten sich, diese zu verweigern." Deutfches Reich. Material für ein neues Zuchthausgeseh, das die Scharfmacher wünschen, bietet folgendes Schreiben des Vereins der Fluß- und Bootswerften: Eimsbüttelerstr. 34 " namens Hamburg, März 1912 An Herrn N. N., Havelberg. Durch die dortigen Schiffswerften, welche Mitglieder unseres Vereins sind, wird uns bekanntgegeben, daß Sie einen Streifenden in Arbeit gestellt haben; sollte dieses der Fall sein, so möchten wir Sie doch höflichst bitten, diesen Mann zu entlassen, weil es doch im gegenseitigen Interesse der Arbeitgeber liegen muß, sich im Streit zu helfen. Indem wir bestimmt hoffen, daß Gie eventl. unsere Bitte erfüllen werden, empfehlen wir uns Ihnen hochachtungsvoll Thieltow." Also erst sperren die Schiffswerftbesitzer in Havelberg ihre Leute aus, weil diese es ablehnten, sich schriftlich zu verpflichten, ein Jahr zu den alten Lohnbedingungen weiter zu arbeiten ( irgendwelche Forderungen sind von den Arbeitern bisher noch nicht erhoben), und dann werden die Leute, die sich anderweitig um Arbeit bemühen, auf die vorstehende Art wieder aus Lohn und Brot fernzuhalten. herausgebracht!- Zuzug von Schiffszimmerern nach Havelberg ist Zur Aussperrung der Porzellanarbeiter. Nach dem Beschluß der aussperrenden Porzellanfabrikanten Das Material über die Arbeitsverhältnisse wurde durch eine Erhebung des Verbandes zusammengetragen. Es geht über die follten am 4. März die mitausgesperrten nicht organisierten Arbeiter früheren Enqueten weit hinaus und darf wohl den Anspruch erdie Arbeit wieder aufnehmen, wofür ihnen dann von der Unternehmerorganisation der Lohnausfall für die eine Woche der Arbeitsheben, die Verhältnisse ziemlich erschöpfend darzustellen und ein Die Unternehmer erwarteten, daß losigkeit verglitet werden sollte. allgemeines Urteil zu erlauben. Die früheren weniger umfangdurch dieses Manöver nicht allein die Nichtorganisierten wiedevi reichen und eingehenden Erhebungen des Verbandes haben schon gewonnen, sondern auch verschiedene organisierte Ausgesperrte gegen Anlaß zu der bekannten Bundesratsverordnung vom Dezember den Verband wankelmütig gemacht und zum Abfall verleitet werden 1908 gegeben. Sie sollte eine Regelung der Bausen herbeiführen fönnten. Aber die Unternehmer haben sich getäuscht. In einer und durch fortlaufende Registrierung der Ueberstunden vielleicht Reihe von Drten traten am 4. März selbst viele nichtorganifferte Arbeiter und Arbeiterinnen nicht zur Arbeit an. Man vereinen moralischen Drud dahin ausüben, dem Ueberzeitunwesen zichtete lieber auf den für die erste Aussperrungswoche erlittenen etwas zu steuern. Wie man weiß, ist die Verordnung durch die Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Die im Vor- Verdienstausfall, als daß man gegen die Ausgesperrten zum VerPragis der Unternehmer zu einer weißen Salbe" geworden. Das wärts" bereits besprochene Urabstimmung über die Vorlage des räter wurde. Ferner schlossen sich in mehreren Orten die im Fabriknun borliegende Material muß die gesetzgebenden Körperschaften Hauptvorstandes zur Erweiterung der Kranken- und Sterbeunter- arbeiterverband organisierten Arbeiter den ausgesperrten Porzellanendlich zwingen, dem Hüttenarbeiterschuß mehr Aufmerksamkeit au- ftübung innerhalb des Verbandes, die vom 3. bis 10. März statt- arbeitern an. Durch dieses folibarische Verhalten wurden nicht nur zuwenden, ihn aus den Höhen der Theorie und platonischen Gunst. fand, hatte für die Filiale Berlin das folgende Resultat: eine Reihe von Betrieben gänglich still gelegt, sondern die Unterbezeugungen auf den Boden der praktischen Gestaltung, der gesetz- Abgegeben wurden 1380 Stimmen, 1223 für die Borlage, 130 da- nehmer wurden auch erneuten Verhandlungen geneigter gemacht. lichen Figierung zu stellen. Greuliche Bilder sind es, die in dem gegen; 27 Stimmen waren ungültig. Die Teilnahme an der Ab- Und so tauchten dann gleich zwei Vermittelungsvorschläge auf. Der Werte aufgerollt werden, Zwölfftündige Arbeitsschichten, die in ſtimmung war im Verhältnis zu der Mitgliederzahl des Verbandes eine ging von dem Magiftrat in Selb in Bayern aus, der der bersengenden Glut der Schmelzöfen, ungeachtet wechselnder sehr schwach. Die Annahme der Vorlage im Gesamtverband gilt vorschlug, daß die beiden Parteien das Gewerbegericht in als gesichert. Berlin als Einigungsamt zur Beilegung der Aussperrung Witterungsunbilden, absolviert werden müssen, sind in vielen Beanrufen sollten. Außerdem regte der Bürgermeister von Markttrieben noch an der Tagesordnung. Mangelnde Schußeinrichtungen Der Streik der Ballschuhmacher bei Pinner Nachfolger. redwig in Bayern eine neue Konferenz von Vertretern des in Verbindung mit der zermürbenden, abstumpfenden Arbeit haben Bei der genannten Firma sind die gesamten ausschlaggebenden Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbandes an. in der Hüttenindustrie die Mortalitäts- und Morbilitätsquote ge- Arbeiter in den Ausstand getreten, nachdem ihre Forderungen von Diese Stonferenz fand dann auch am 9. und 10. März in Sof waltig hinaufgetrieben. In manchen Hüttenbetrieben ertrantt Herrn Borinsti abgelehnt worden sind. Nun besteht eine Ver- in Bayern statt. An derselben nahmen außer dem Bürgermeister jeder Arbeiter durchschnittlich im Jahre einmal! Rheumatismen einbarung, die vor Jahren zwischen den Zentralvorständen der von Marktredwig, der den Borfiz führte, drei Unternehmerverbandsund Magenleiden sind die gewöhnlichsten Uebel der Feuerarbeiter. Arbeitnehmer und Arbeitgeber getroffen worden ist und nach der vertreter, zwei Vertreter des Borzellanarbeiterverbandes sowie ein Daß solche Erscheinungen schwere volkswirtschaftliche Schäden be- etwa ausbrechende Differenzen zweds Verhandlungen den maß- Mitglied der Generalfommission teil. Die Verhandlungen endeten gebenden Instanzen angezeigt werden sollen, bevor von einer der mit Einigungsvorschlägen, welche die Konferenzteilnehmer ihren deuten, die dringend nach Abhilfe schreien, ist wohl einleuchtend. beteiligten Parteien entscheidende Schritte unternommen werden. Organisationen unterbreiten werden. Die Unternehmer werden in Die bestehenden gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften werden in Wie hervorgehoben werden soll, ging die Anregung zu dieser ihrem Verband am Donnerstag, den 14. März, über diese Vorschläge der Bragis meistens als Luft behandelt. Papier ist ja geduldig! Vereinbarung von den Arbeitgebern aus, und danach ist auch bisher beraten, und von der Stellungnahme diefer Unternehmerversammlung Die 220 der zuständigen Berufsgenossenschaft angeschlossenen Werke gehandelt worden. Als nun bei der Firma Binner Nachfolger hängt es ab, ob der Kampf in der Porzellanindustrie bald ein Ende in Rheinland mußten innerhalb 24 Jahren nicht weniger als Differenzen entstanden, hielt fich die Organisation der Arbeitnehmer findet oder noch längere Beit anhalten wird. 455 195 Unfallmeldungen erstatten, von denen 2878 tödlich ver- wiederum sofort an dieses Abkommen und unterbreitete den Fall -Herrn liefen! Auf den füdwestdeutschen Eisenwerken passierten in den dem Vorsitzenden der Berliner Arbeitgeberorganisation lebten 25 Jahren 119 005 Unfälle, die in 1325 Fällen den Tod der orinsti. Aber bis zur Stunde warten die Arbeiter noch auf eine Antwort von der Berliner Fabrikantenvereinigung. Betroffenen zur Folge hatten. Die Rheinisch- Westfälische Hütten- Die Streitenden sind guten Mutes und sehen dem Ausgang der und Walzwerks- Berufsgenossenschaft umschließt Betriebe, in denen Bewegung mit Zuversicht entgegen. Sie sind nach wie vor gewillt, jeder fünfte bis sechste Beschäftigte im Jahre einen Unfall erleidet. mit der zuständigen Vertretung der Arbeitgeber in Verhandlungen Bei solcher entsetzlichen Unfallsziffer ist der Forderung auf beson- zu treten, um auf gütlichem Wege ihren berechtigten Wünschen deren Schutz der Hüttenarbeiter wohl nicht die innere Berechtigung Geltung zu verschaffen. abzusprechen! Chauffeeftr. 80, ist aufgehoben. Achtung, Tapezierer! Die Sperre über die Firma N. Bieste, Chauffeeftr. 80, ist aufgehoben. Die Schlichtungstommission. So sicher ist der Friedensschluß feineswegs; denn in den Neiben der Porzellanfabrikanten befindet sich eine Anzahl von überaus schneidigen" Scharfmachern, die fich aber wohlweislich von der Teilnahme an der Aussperrung zu drücken wußten. Diese Elemente treiben zum Strieg, während die Unternehmer, denen infolge der Aussperrung das Feuer arg auf den Nägeln brennt, den Frieden so bald wie möglich haben wollen. Die Ausgesperrten werden in aller Ruhe abwarten, welche Richtung in dem Unternehmerlager den Sieg erlangt. Immer be reit zum ehrenvollen Frieden, werden die lämpfenden Borzellanarbeiter jedoch keinen Augenblick die Waffen aus der Hand legen, so lange der Krieg andauert. In der Schuhfabrik von J. J. Schlager in. Reutlingen find ernste Differenzen ausgebrochen. Zuzug von Schuhmachern ist fernzuhalten. Ausland. Auch die hygienischen und sanitären Einrichtungen bedürfen schleunigster durchgreifendster Verbesserung und nicht minder erhöhten gefeßlichen Schuzes. Am häufigsten wird von den Hüttenwerken gegen die Bestimmungen des§ 120a und b verstoßen. Die Die Lohnbewegung in der Landschaftsgärtnerei. Waschvorrichtungen find meistens völlig ungenügend, wenn sie überhaupt vorhanden! Es gehört zu den Vorzügen, die manche Riesen bisherige Angebot der Arbeitgeber abzulehnen. Die Lohukommiffion Die legte Veriammlung der Arbeitnehmer hatte beschlossen, das werte auszeichnen, daß die Arbeiter Blechbosen und schmierige wurde beauftragt, weitere Verhandlungen mit der ArbeitgeberGimer als Waschgelegenheit benutzen müssen. Bedürfnisanstalten organisation zu pflegen. Die Arbeitgeberorganisation hat jedoch alle Chauffeure als Streifbrecher nach Paris gesucht! fann man vielfach wirklich nicht mehr als menschenwürdig an- weiteren Verhandlungen glatt abgelehnt. Der Streit ist dadurch in- Die Chauffeure in Paris befinden sich jetzt schon über dret sprechen usw. den nächsten Tagen höchstwahrscheinlich zu erwarten. Die Arbeitgeber- Monate im Streif. Streifbrecher aus den eigenen Reihen haben Die Lage der deutschen Hüttenarbeiter erscheint in diesem organisation trägt aber auf alle Fälle die Verantwortung, wenn es sich während der ganzen Zeit nicht gefunden, wohl aber aus anderen Buche in sehr ungünstigem Lichte. Es ist wirklich notwendig, daß zum Streit kommt. Das rücksichtslose Abbrechen der Verhandlungen Streifen, die dann von den Gesellschaften angelernt wurden. Die zu ihrem Schuße die aufgestellten Forderungen die in Form hat unter den Arbeitnehmern scharfe Erbitterung bervorgerufen; eine Zahl der Rausreißer ist aber so gering und der weitere Zugang einer besonderen Eingabe auch dem Reichstage und Pundesrate Bersammlung, die Freitag, den 15. März, stattfindet, wird über die nach den legten lebhaften Begrüßungen", die ihnen die Streifenden bei ihrem Erscheinen in den Straßen zuteil werden ließen, unterbreitet wurden bewilligt würden. Beachtung verdient be. weiteren Schritte der Arbeiter Beschluß faſſen. so minimal, daß sich die Gesellschaften gezwungen fahen, Agenten sonders auch die grenzenlose Abhängig- und Wehrlosigkeit der Ar- Die Möbeltransportarbeiter nahmen vor einigen Tagen in mit der Anwerbung von Chauffeuren in den Frankreich benachbeiter. Die wirtschaftliche Uebermacht der Großindustrie, die durch einer gut besuchten Versammlung im„ Englischen Garten" Stellung barten Ländern tätig sein zu lassen. So suchen jekt Agenten in die Verbände organisierte Aechtung derer, die sich unbeliebt ge- zu ihren jezigen Lohn- und Arbeitsbedingungen. Wie in der Ver- Deutschland durch Zeitungsannoncen Chauffeure in größerer macht haben, wirken für die ansässige, sich zu einem großen Pro- fammlung ausgeführt wurde, bestehen in den meisten Möbel- Bahl für Paris und Umgegend. Alle auf diese Annoncen und die zentfab immer aus dem Nachwuchs ergänzende Arbeiterschaft sehr transportgeschäften noch immer die alten Lohnfäße, welche die Versprechungen der Seelenverkäufer hereinfallenden Chauffeure start in dieser Richtung. Die vielberufenen Wohlfahrtseinrichtungen Unternehmer bei der letzten Lohnbewegung im Jahre 1907 durch werden sicherlich eine große Enttäuschung erleben. Wir warnen machen für sie die staatsbürgerlichen Rechte und Freiheiten in er- ihre Organisation einseitig ohne Mitwirkung der Arbeiter fest deshalb alle Chauffeure, nach Baris zu gehen, da die Streifenben jetzten. Es war den Möbeltransportarbeitern damals nicht ge- bie Ausländer, die nach dort kommen, um ihnen in den Rüden heblichem Maße illusorisch. Wir würden einen Vorzug darin er- lungen, die Unternehmer dazu zu bringen, die Forderung der Arzu fallen, sicherlich nicht mit brüderlicher Liebe empfangen werden. bliden, wenn in dem Buche, das zwar das Pensionswesen erläutert, beiter auf tarifliche Regelung der Löhne anzuerkennen. Danach Werde kein Chauffeur zum Verräter an seinen Berufskollegen in nicht aber auf die übrigen hierher gehörenden Einrichtungen, wie bezahlen die Unternehmer heute noch Löhne für Bader von 24 bis Paris! Wertstolonien, Wertstonfume, Spareinrichtungen usw., in ihrer 27 M. und für Kutscher 25 bis 27 M. Die nicht ständigen Ar- Internationale Transportarbeiter- Föderation. J. A.: H. Hochade. Deutscher Metallarbeiter- Verband Arbeitsnachweis: Hof I. Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin Charitéstraße 3. Hauptbureau: of III. Amt Norden, Nr. 1987. Donnerstag, den 14. März 1912, abends 5 Uhr, im Lokal von Mörner( früher Kellers Festsäle), Koppenstr. 29, oberer Saal: Verfammlung aller in den Gasmesser- Fabriken beschäftigten Klempner. Tagesordnung: 1. Bericht über die eingereichte Beschwerde und die Antwort 113/17 Arbeiter= Bildungsschule. Sonntag, den 17. März 1912, abends 7 Uhr, im großen Saale des • Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Bunter Abend Mitwirkende: Herr Hans Schmid- Kayser: Lieder zur Laute, Frau Herta Schmid- Kayser: Rezitationen. 6/ 7* Ohne Anzahlung liefere an jedermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung und bequemster Abzahlung komplette Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Polsterwaren, farbige Küchen Gardinen, Portieren, Teppiche, Leib u Bettwäsche Steppdecker, Betten, Kronen, Kinderwagen usw. in modernster Ausführung. Ferner Garderobe für Herren, Damen u. Kinder Grösste Auswahl neuester Fassons S.DORN Weinmeisterstr. 9 Ecke Alte Schönhauser Strasse Nachdem Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 40 Pf. Garderobe frei. Aeltestes Atelier Deutschlands, gegr. 1835 für Künstliche Augen Pflicht eines jeden Stollegen ist es, in dieser Bersammlung au Lndwig Müller- Uri, Berlin NW., der Unternehmer. 2. Diskussion. erscheinen. Die Kollegen der Firma Bessin sind hiermit besonders eingeladen. Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen Wegen Nichtanerkennung des Tarifs haben in nachstehenden Firmen unsere Kollegen die Arbeit eingestellt: Adam, S., Leipziger Str. 28. Agte u. Wendt, Charlottenstr. 32a Albrecht u. Kucharowicz, Französische Str. 8 Angreß, Krausenstr. 30 Ascher, Spittelmarkt Baum, S., Friedrichstr. 71 Behrend u. Rahr, Friedrichstr. 166 Berg u. Sehl, Krausenstr. 3 Berger u. Kitta, Charlottenstraße Berfan, Leipziger Str. 103 Bister, Unter den Linden 69 Bloch u. Co., Friedrichstr. 203 Böhling, Kanonierstr. 1 Bollmann, Kaiser- Wilhelmstr. 31 Borst, Markgrafenſtr. 89/90 Bothmer u. Dünzer, Unt. d. Linden 13 Böttcher, Steglit, Schloßstr. 88 Braun, Steglit Braun, Hartw., Französischestr. 49 Busse u. Goßmann, Zimmerstr. 49 Byt, Sigm., Friedrichstr. 10 Cavanagh, Unter den Linden 3 Cohn, H., Kaiser- Wilhelmstr. 2 Cunow u. Co., Friedrichstr. 90 Dahms, Gebr., Krausenstr. 2. David, H., Friedenau, Siglindeftr. 10 Didszun, W., Charlottenburg, Joachimsthaler Str. 40 Diegmann, A., Ziegelstr. 26 Dittmann, A., Friedenau, Isoldestr. 5 Dobberstein, Dresdener Str. 42 Ebenstein, Unter den Linden 40/41 Ehrich, Albert, Mauerstr. 95 Ehrlich u. Danz, Mittelstr. 9/10 Ehrlich, Alexanderstr. 2 Eising, Charlottenburg, Kantstraße Eurot, Inh. Ntud. Pabst ,, Unter den Linden 57 Engel, W., Klosterstr. 37 Eppendorf, Französischestr. 62 Esders u. Dychoff, Gertraudtenftr. 8/9 Eriner, Charlottenstr. 79 Fabian u. Hrich, Unter den Linden 71 Fabisch, Philipp, Rosenthaler Str. 1 Faethe, Königgräber Str. 83 Faßlessel u. Müntmann, Unt.d.Linden 2 Fischer, Ludwig, Unter den Linden 47 Fordan, Zimmerstr. 29 Förder, J., Kurfürstendamm 20/21 Frant u. Co., Französischestr. 49 Franz, Heinrich, Martgrafenstr. 67 Geduldig, Joachimsthaler Str. 9 Bentel u. Freitag, Potsdamerstr. 13 Genossenschaft, Erste Produktiv-, Kommandantenstraße Gerion, Herm., Werderschestr. 5/6 Goldschmidt, Friedrichstr. 150 Gollop, Louis, Unter den Linden 15 Graez, Gebr., Nachfl. Luft u. Türkfeld, Wallstr. 1 Greger, A., Allegandrinenstr. 73 Griewisch, Fr., Unter den Linden 53 Gtoß u. Martmann, Mohrenstr. 58 Brüder, M., Wilhelmstr. 23 Gründler, Schüßenstr. 53 Kröhan, Charlottenburg, Wallstr. 30 Kruse, M., Dranienburger Str. 4 Küchl, Joh., Charlottenburg, Wittenbergplatz 3 Kühne, Ed., Friedrichstraße Kunz u. 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Boldt, Mauerstr. 77 Köß, Französischestr. 52 Strauſe, Charlottenstr. 1 Strieter, Mauerstr. 8 Schramm, Stochstr. 18 Schulmeister, Dresdenerstr. 4 Schulte, Inh. Brodersen, Krausenstr.71 Schulz, Gebr., Markgrafenstr. 46 Schwarz, Lud., Friedrichstr. 158 Sebastian u. Stord, Mittelftr. 18 Segall, Leipziger Str. 30 Selig, Arnold, Unter den Linden Sendte, Dorotheenſtr. 30 Sigger u. Lorenz, Jägerstr. 8 Sizti, Schüßenstr. 60 Stala, Unter den Linden 10 Slobinsky u. Grünmayer, Kochftr. 11 Sonnenschein, Jerusalemer Str. 59 Spicher, Starl, Niederwallstr. 26/27 Steinberg, Joh., Inh. Minat u. Steinberg, Neustädt. Kirchstr. 15 Stelzner, Charlottenstr. 48 Stephan, Französischeftr. 19 Steuer, R., Kommiandantenstr. 48 Stier, Karl, Dranienstr. 166 Stolzenberg, Dranienstr. 72 Tadmann, Jerusalemer Str. 9 Thiel,.Unter den Linden 51 Tolksdorf( Englisch Compagnie), Unter den Linden 66 I Torfler u. Sohn, Französischestr. 13 Treitel, Werderstr. 6 Tributh, Mauerstr. 2 Trung u. 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Eine ZentnimSinterpellation über den Bergarbeiterfireik. Von den Abgg. S ch ä d l e r u. Gen.(Z.) ist folgende pellation eingegangen: Ist der Herr Reichskanzler bereit, über den Stand des Streiks im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier Auskunft zu geben und was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um unter Berücksichti- gung der berechtigten Wünsche der Bergarbeiter ein rasches Ende dieses den deutschen Volkswohlstand schwer schädigenden Ausstandes berbeizusühren? Präsident Kaempf: Ich werde diese Interpellation morgen auf die Tagesordnung stellen. Etat des Reichsamts des Innern. Neunter Tag. Die Zahl der vortragenden Räte im ReichSamt des Innern soll auf 23 erhöht werden. Die Budgetkommission hat hierbei folgende Resolution beschlossen: Der Reichskanzler ivird ersucht, eine Novelle zum Beamten- und Osfizierpensionsgesetz vorzulegen, durch welche Einkommen aus einer im Ruhestand erfolgten Privatanstellung unter bestimmten Voraussetzungen auf das Ruhegehalt an- gerechnet werden können. Der Berichterstatter Graf Westarp erläutert diese Resolution. In letzter Zeit haben einige Fälle sehr unliebsames Aufsehen erregt, wo Beamte unmittelbar nach ihrer' Pensionierung sehr hoch dotierte Stellungen im Privatdien st angetreten haben. So hat ein Beamter, der zum t. April pensioniert werden sollte, jetzt schon eine hoch bezahlte Stellung angetreten, die eine volle Arbeitskraft erfordert. Der Staatssekretär hat er- widert, daß die Dienstunfähigkeit dieses Beamten vollständig nach- gewiesen worden sei. Als besonders unzulässig erschien eS der Kommission, daß höhere Offiziere, die eine leitende Stellung bei der Abnahme der Lieferung bestimmter Fabrikate haben, nach ihrer Pensionierung bei diesen Fabriken eine Stellung erhalten. Andererseits wurde in der Kommiision betont, daß es sich hier nur um Ausnahmefälle handle, und daß in der Regel ein Beamter gegen seinen Willen pensioniert werde. Es wäre ungerecht, einem Beamten, der nach einiger Zeit der Ruhe in Privatdienst trete, seine Pension zu nehmen, die als Teil des Diensteinkommens betrachtet werden müsse. Die Mehrheit der Kommission entschloß sich aber zu der Resolution. Abg. Liesching(Bp.): Es handelt sich hier um eine Gelegen- heitSresolution, die aber doch notwendig geworden ist. Trotz der Ueberfülle von Resolutionen mußte auch diese Resolution vorgeschlagen werden, weil die Fälle dieser merkwürdigen Pensionierungen sich in letzter Zeit sehr vermehrt haben. Der in der Kommission behandelte Fall ist besonders schlimm. Der Beamte erhält nach seiner Pensionierung von der Privatgesellschaft 40 000 Mark Gehalt, daS Doppelte mehr, als er als Beamter bezogen hat. Auch andere Fälle sind sehr unliebsam aufgefallen. So ist ein Legationsrat im Kolonialamt von einer s ü d w e st- afrikanischen Territorialgesell schast engagiert die� wir von dieser Stelle aus zu bekämpfen allen Anlaß haben. Wenn worden, die wegen Verringerung ihrer K o n � unseren Stadt» und Landgemeindeordnungen es verboten ist. daß zessionen mit der Regierung im Streit ist. Wes halb legen die Gesellschaften so großen Wert'darauf, pensionierte Beamte, die nicht mehr im vollen Besitz ihrer Kräfte sind, mit so hohen Bezügen anzustellen, haben sie euva solchen Respekt vor d« Beamten Weisheit oder rechnen sie nicht viel mehr damit. daß sie von den Beziehungen des Beamte» zur Regierung Borteil haben werden? Noch schlimmer ist der Verdacht, daß der Beamte die Kenntnisse, die er in seiner Amtstätigkeit erworben hat, und die zum Teil Amtsgehei in nisse sind, im Privat- dienst verwertet. Um solche Auswüchse zu beseitigen, muß die Resolution angenommen werde». Abg. Erzbergerein können lvir aber mit dem Ausdruck ini zweiten Teil, daß in fremden Ländern„Erhebungen" über die Produktionsverhältnisse angestellt werden sollen.„Er- Hebungen" könnten doch nur von unseren Beamten angestellt werden und das wäre in fremden Ländern ja unmöglich. Der Vor- redner sollte diesen Ausdruck verbessern. Wir sehen ganz ab von der besaiteten Individuen, die darum leichter in der Umgebung einer schroffen Draufgängernatur gebrochen werden, turn aber alich betrachten mag— interessant gestaltet ist es doch. Und demgemäß war auch die Ausführung. Adolf L i ch o charakterisiert» den„Meister" schlechtweg meisterhaft in jeder Linie, mit jedem Worte. Neben ihm behauptete sich vor allem Aurel Nowotny als Dr. Kokoro. Nur daß er den Japaner karikaturistisch ver- anschaulichte, beeinträchtigte seine im übrigen ausgezeichnet studierte Charge. Der Bürgermeister und der Redakteur waren doch zu auf- fällig ins Possenhafte schablonisiert. Dagegen hielten sich alle übrigen Darsteller im Rahmen achtbarer Leistungen. e. k. Notizen. — Zeitschrifte Ii schau. Ohne gute und vielseitige Ne- aister ist der interessante und reiche Stoff, den ältere Jahrgänge führender Zeitschriften bieten, schwer benutzbar. Sowie die Zeit- schrift ein gewisses Alter erreicht hat, pflegt man deshalb ein Generalregister zu veranstalten. Für das einst führende Organ deS NaturaliSinuS, die„Freie Bühne", und ihre Nach- folgeriimen, die„Neue Deutsche Rundschau" und die„Neue Rundschau", die nach und nach den Kampfcharakter aufgaben und große moderne literarische Zeit- schriften sein wollten, ist jetzt dies kanonische Alter eingetreten: sie wurden generalregislerreif. Der Verlag von S. Fischer hat«in solches Register für die ersten 20 Jahrgänge(1890—1909) herausgegeben, da« ein Autorenverzeichius. eine in 20 Unterabteilungen gegliederte systematische Uebersicht und ein Sachregister aus 140 Seiten bietet. Die nicht nur für Literatur. Krnist und Kritik, sondern auch für zeitgenössische Kulturgeschichte und Politik wichtige und ergiebige Zeilschrift wird dadurch vielen neu erschlossen werden. — Karl Burrian, der große Sänger und Don Juan, der die DieSdener Oper um der Minne willen schnöde verließ und dann zu einer kolossalen Konventionalstrafe verurteilt wurde, ist an die Wiener Hofoper engagiert worden. Den hohen Tönen zu lieb wird man alles für ihn zahlen. — Der älteste lebende deutsche Schauspieler. Eduard Harting in Pankow, beging am 12. März seine» 91. Ge- burtstag. Zu seinen Gunsten wird in den Kammerspiclcn eine Vor- tragSnacht veranstaltet. — Ein Wolf in den Straßen Petersburgs. Am 1. März wurden die Bewohner von Novoje Derevnja. einer der Vorstädte Petersburgs, durch den Anblick eines gewaltigen Hunde« erschreckt, der mit offenem Rachen und hängender Zunge in den Straßen umherlief und doirn auf einen Hos gelaiigie. wo er kurz entschlossen einigen Hühnern das Genick durchbiß. Ein Polizist er- kannte in dem Tier einen Wolf, der, durch den harten Winter und den Hunger getrieben, sich bis in den Bannkreis der Millionenstadt gewagt hatte. Nach langer Verfolgung gelang es dem Polizisten, den Wolf in die Enge zu treiben und lebendig zu fangen. DaS flst- gewöhnlich große und kräftige Tier wurde dem Zoologischen Garten überwiesen, wo es für den Rest seines NaubtierdaseinS vor dem Hunger geschützt fein wird. traurigen Bearbeitung der letzten Berufs- und Gewerbezählung, aber auch sonst genügt die Statistik nicht allen Ansprüchen. Mir blotzcn Monographien ist uns nicht gedient Unterstaatssekretär Richter: Die in der Resolution ausgesprochenen Wünsche sind bisher schon zun, grösiten Teil berücksichtigt worden. Ich möchte auch von dieser Stelle ausdrücklich versichern, datz das Material der Erhebungen streng geheim gehalten und zu keinen anderen Zwecken, insbesondere nicht zu Steuerzwecken verwandt wird. Abg. Dr. Ocrtel(l): Meine Freunde begrüßen die Resolution. Daß sie keinen agrarischen Pferdefuß hat, beweist die Zustimmung des Herrn Südekum. Die Resolution wird angenommen. Abg. Wcndorf sBp.) tritt für eine Förderung des beimischen Obstbaues und der Bestrebungen des Deutschen Pomologenvereins ein. Seine Berichte sollten in die Berichte über Landwirlicbnft aufgenommen werden. Ein UntcrstaatSsekrctär im ReichSamt des Innern sagt dieS zu. Abg. Dr. Bell(Z.) schließt sich dem Wunsche des Abg. Wen- darf an. Abg. v. BLhlcndorf-Kölpin ersucht den Staatssekretär, die Ein- richtung und Unterhaltung regelmäßiger deutscher Po st- dampferverbindungen schneller zu fördern und auszubauen. Abg. Erzberger sZ.) unterstützt die Anregungen des Vorredners. Wenn der deutsche Handel in China gefördert werden soll, dann muß das Kultusministerium für die Einrichtung von Lehrstühlen für Sinologie in größerer Zahb sorgen. Abg. Feuerstein(Soz.) verlangt wirksamere Maßnahmen zur Bekämpfung der Reb- s ch ä d l i n g e. Wie wenig die Maßnahmen der Regierung aus- reichend waren, beweist der Umstand, daß sogar von Zentrums- feite ans diesem Anlaß mit der Budgetverweigerung gedroht worden ist. Der Unterstaatssekrelär hat seinerzeit ein schönes Programm zur Bekämpfung der Rebschädlinge aufgestellt, aber zu seiner Verwirklichung nichts getan. Im Interesse des bedrohten Erwerbsstandes der Winzer ist es notwendig, daß der Untätigkeit der Regierung ein Ende gemacht werde. Aus einer Denkschrift des Württembergischen Landtages ergibt sich, daß in 48 000 Weinbctneben durch Rebschädlinge ein Schaden von 10 000 M. entstanden ist. Ueber 7600 Betriebe befinden sich in direkter Notlage. Aehnliche Klagen kommen auch von den b a d i s ch e n Weingärtnern. Die Angehörigen dieses Erwerbsstandes können von der Regierung verlangen, daß ihnen geholfen wird. Sie müssen ja auch in großem Matze an den Lasten der Zölle und Liebesgaben tragen. Ich möchte die Regierung er- suchen, mehr Mittel in den Etat einzustellen, um unter Umständen auch den Weingärtnern die zur Bekämpfung der Rebichädlinge not- wendige Lauge gratis liefern zu können. Um die kleinen Wein- dauern gegen solche Unglücksfälle zu schützen, sollte ein Garantiefonds eingerichtet werden. Bei dem großen Entgegenkommen, das sonst die Landwirtschaft seitens der Regierung findet, sollte doch auch diesem Zweige der Landwirlschait' der notwendige Schutz gewährt werden. Von sozialdemokratischen Schrift st ellern ist mit Recht gefordert worden, daß der wirklich notleidenden Land- Wirtschaft, den kleinen und kleinsten Buu>.cn. jährlich aus direkten Steuerguellen ein Zuschuß von S00 Millionen Mark zugebilligt wird. Vizepräsident Dave: Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß dieser Titel von der Reblaus handelt. Abg. Feuerstein sSoz.): Die Regierung muß veranlaßt werden, den Fordenmgrn deS Reichstages auf wirksameren Schutz gegen die Rebichädlinge endlich nachzukommen. Abg. Paulq-Cochem sZ) schließt sich der Forderung eine« wirk- samere» Schutzes der Winzer an. Der Redner wendet sich gegen die Einfuhr ausländischer Weine. Vizepräsident Dove inahni den Redner, über die Reblaus zu sprechen, dieser kommt aber unter großer Heiterkeit des Hauses immer wieder auf die Frage der a u S- ländischen Wein einfuhr zurück. Der Titel wird bewilligt. Abg. Dr. Bell sZ.) rühmt die Tätigkeit der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, besonders auf dem Gebiete der Bekämpfung der Schundliteratur. Er bittet die Regierung, die Bestrebungen der Zentralstelle noch mehr als bisher zu fördern. Der Titel wird bewilligt. Abg. Rauch(Soz.) fordert beim Titel„Belastung des Reiches aus der Reichsversiche- runosordniing" eine Erhöhung der Entschädigung, die den Familien der zu F r i e d e n s ü b u n g e n eingezogene» Männer gewährt wird Er weist zahlenmäßig nach, daß du jetzt gewährten Unterstützungssätze viel z» niedrig sind. Wir müssen fordern, daß das Reich die Familien, denen es den Ernähier längere Zeil entzog, nicht unzulänglich unterstützt, sondern voll mit dem ganzen Lohn entschädigt, und zivm ohne daß es erst eines dahingehenden Antrages bcdars. Je eher eine solche Acnderung des Gesetzes eintritt, um so Vesser lst es.(Lebhafter Beifall.) Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr.(Interpellation. Reichsamt deS Innern.) Schluß der Sitzung 5sli Uhr. Nachdem mm der Sturz des Tyrannen gelungen und Maderv im Oktober zum Präsidenten gewählt war, zeigte es sich rasch daß ein Menischenalter Despotismus kein Erziehungsmittel zur demo- kratischen Selbstverwaltung ist, und daß unter der Maske des Frei- hcitskämpfers auch diesmal gar mancher Streber versteckt war, der nun rasch den Kamps um die Beute aufgenommen hat. Ein inter- essantes und nicht verlockendes Bild von dem Wirrwarr, der nun im Lande herrscht, gibt eine Tarstellung der verschiedenen auf- ständischen Gruppen, die Gen. Fabra Ribas kürzlich in der „Humanite" geboten hat. Danach gibt es jetzt nicht weniger als vier revolutionäre Fraktionen, die alle die Regierung Maderos, zu- gleich aber auch jede der konkurrierenden anderen Gruppen be- kämpfen.„Im Norden sind es die Parteigänger des Emilio V. G o m e z, der beim Sturze des Diaz Präsidentschaftskandidat war. Sie wollen sich zunächst der Herrschaft bemächtigen, um dann die Agrarfrage zu lösen". Wie, sagen- sie nicht. Im Süden ist es Z a p a t a, der nicht weit von der Hauptstadt Mexiko operiert rfnd seinen Anhängern gestattet, sich des Grundbesitzes gegen Zahlung einer Entschädigung zu bemächtigen. In einigen Staaten des Nordens und sonstwo gibt eS kleine Gruppen„Magonisten", die dem Befehl des Ricardo F. M a g o n folgen und unter dem Rufe: Land und Freiheit! nichts weniger als den anarchistischen Kommunismus einrichten wollen. Magon be- handelt in seiner Zeitung„Rcgeneracion"(Wiedergeburt), die in Los Angeles(California) erscheint, Vasquez und Zapata als Re- aktionäre und verkündet„das Ende des Kapitalismus und den Sieg des Kommunismus". Noch„radikaler" treten die„I n d i V i- d u a l i st e n" auf, die eine Zeitung»„EI Unico"(Der Einzige) in Panama herausgeben und Magon als reaktionären Streber, der ebenso gefährlich sei wie die anderen, behandeln. Schließlich gibt es noch einen General Pascual Orozco, Chef der Regierungs- truppen im Staate Chihuahua, der von Madero abgefallen ist. Cr öll sich mit Vasquez Gomez verbunden haben, erstrÄt aber ebenso wie dieser selbst die Präsidentschaft.„Wir werden uns wohl hüten, ägt Ribas mit Recht,„für irgendeine dieser angeblich revolutio- nären Bewegungen Partei zu nehmen, die im Grunde alle auf per- önlichem Ehrgeiz und der Nebenbuhlerschaft von Strebergesell. chaften beruhen." Den Untergrund all dieser Schaumtänze auf der Oberfläche bildet die Allmacht der Latifundienbesitzer und die Versklavung namentlich der indianischen Landarbeiterschaft. Jeder Versuch, auch nur eine bescheidene Verbesserung der traurigen Lage der Arbeiter wurde bisher in grausamster Weise unterdrückt. Von einem Ernste der verschiedenen anarchistischen Bewegungen kann natürlich bei der Rückständigkeit der ganzen Wirtschaftsweise keine Rede sein. Sie sind nur ein Zeichen mehr der Unreife des Volkes, das wohl noch für lange das willenlose Ausbeutungsobjekt ein heimischer Grundherren und New Dorker Spekulanten und zugleich der politische Spielball skrupelloser Streber und GeschäftSrevoluzzer bleiben dürfte. Strastenkämpfe. New Aork, 12. März. Nach einer Depesche an den Minister des Innern aus Mexiko haben 200 regierungstreue Soldaten in den Strußen von C u l i s c a n 800 Rebellen geschlagen. Die Re- bellen verloren zahlreiche Tote und 200 Gefangene. liZexiksüsishe Kevolutionüre. Auf dem Kölner Parteitag 1393 erklärte Wilhelm Lieb- k n e ch t, als jemand sich über mangelhafte Berichterstattung über südamerikanische Revolutionen beklagt hatte:„WaS die brasilianische Revolution angeht, so sind diese Katzbalgereien zwischen Cliquen der herrschenden Klasse, wie sie in den südamerikanischen Karikatur- Republiken an der Mode sind, für mich und auch wohl für die meisten von uns weniger wichiig als eine Gemeindewahl an irgend- einem deutschen Orte." Heute, nach fast 20 Jahren» wird an diesem Urteil, soweit nicht die eindringende Arbeiterbewegung, namentlich in Argentinien� den Gesichtspunkt etwas verändert hat, immer noch festzuhalten sein. Da oder dort gelingt es eknem besonders gerissenen Abenteurer, wie Ba(miaceda in Chile, der wenigstens im Kampfe gegen die Kirche manches geleistet hat. oder Castro in Venezuela, eine überragende Gewaltherrschaft aufzurichten, der gegenüber die RevolutionSbewegungen eine allgemeine Bedeutung über das Interesse spezieller macht, und geldlnsterner Cliquen hin- aus gewinnen können. Noch mehr galt das für die Revolution, die das blut- und schmntzbedeckte despotische System des alten �por- firio Diaz in Mexiko beseitigt hat. Hatte doch der alte Tyrann, der durch Verrat und Mord auf den Präsidentenstuhl ge- kommen war und diesen wie einen Thron 34 Jahre innegehabt hat, im Bunde mit den einheimischen Sklavenhaltern und dem New Aorkcr Großkapital, dem riesige Besitztümer des Landes znge- schanzt wurden, eine so gewalttätige Herrschast, voll tückisch-brutaler Grausamkeit, ausgeübt, daß jeder ernsthafte Versuch der Gegenwehr vom menschlichen Standpunkt aus Zustimmung finden mußte. So wurde die Revolution M a d e r o s, obwohl auch ihr einflußreiche Elemente der nordamerikamschen Trusts nahestanden, von allen freiheitlich Gesinnten mit Recht als eine Auflehnung gegen ver- worfensien Despotismus(der übrigens in der europäischen F i n a n z p r e s s e, sei es mit Rücksicht auf die zweifellos durch die Diazsche Gewaltherrschaft ausrecht erhaltene innere Ruhe und die damit verknüpfte kapitalistischo Entwicklung, vielleicht auch infolge d.rekicrer„GeschästSbeziehungen" zu dem alten Verbündeten der Um den Zweetzverband Groß-ßerlln! Der Propagandaausschuß für Groß-Berlin. der dem Groß-Berliner Zwcckverband ein Mahner sein will und hierbei auf die Teilnahme weitester Kreise der Bevölkerung rechnet, bielt am Sonntag eine zweite und ivieder sehr gut besuchte Ver- s a m m l u n g ab. Sie fand in der Brauerei Friedrickshain statt und sollte eine Fortsetzung der Verhandlungen vom vorhergehenden Sonntag sein, die nach mehrstündiger Dauer abgebrochen waren, sodaß einige noch für die Diskussion gemeldete Redner nicht mehr zu Worte kommen konnten. Zunächst sollte aber nochmals in drei die Sachlage beleuchtenden Referaten gezeigt werden, welche Aufgaben dem Zweckverband gestellt sind. Da diese Agitation ausgegangen ist von dem Gedanken, daß besonders die Mißstände im Wohnungswesen Groß-Berlins durch ein entschlossenes Eingreifen des Zweckverbandes gemildert werden könnten, so setzten ihr die aus der Wohnungsherstellung und der Wohnungsvermietung ihren Gewinn ziehenden Ter» rainspekulanten und Hausagrarier heftigen Wider» stand entgegen. Daß diesmal in der Versammlung die um ibren Profit bangenden Interessenten noch zahlreicher alö am vorher- gehenden Sonntag vertreten waren und eine kräftige Abwehr planten, war jckwn zu erkennen aus einem stürmischen Auftrut, den sie iogleich zu Beginn veranlaßten. Einer ihrer lungengcwal- tigsten Wortführer, dec Hausbesitzer Wvge, der auch mal bei einer Reichstagswahl die Rolle eines Durchfallskandidaten für die Konservative., Berlins gehabt hat, forderte, daß auf die Referate ver- zichtet werde und er selber sofort losreden dürfe. Die Mehrheit der Versammlung wies diesen Anspruch zurück, und weiteren Stö- rungen wehrte sie durch lebhafte Kundgebungen ihres Unwillens. Wie sich übrigens die Hausbesitzer den Verlans dieser Ver- sammlung gedacht hatten, das ist ans folgender Bekanntmachung zu ersehen, die der„Bund der Berliner Grundbesitzer- vereine" in seinem Organ„DaS Grundeigentum" veröffent- licht hat. Sie lautet: „Wi- weisen unsere Leser darauf hin, daß am nächsten Sonntag, den lO. d. M., um 12 Uhr, in der Brauerei„Fried. richshain" wiederum eine Versammlung des„Ans- schnsscs für Groß-Berlin" stattfindet, in der die DiL- kussion über angebliches Groß-Berliner Wohnungselend fortge- setzt werden soll. Es liegt im Interesse der gesamten Berliner Hausbesitzerschaft, daß diese Versammlung recht zahlreich von Hausbesitzern besucht wird um energisch Stellung gegen die wiederholt versuchte ungerechtfertigte Verallgemeinerung vereinzelter Mißstände im Wohnungswesen zu nehmen.' Berlin, den 7. März 1912. Bund der Berliner Grundbesitzer-Vcreine. Erster Referent war wieder Staatssekretär a. D. D e r n- bürg, unter dessen Führung der Propagandaausschutz zusammen. getreten ist. Der Zmcckverfand verdanke von vornherein seine Entstebung dem Wunsch, die Mißstände zu beseitigen, die durch Groß-Berlins Zerrissenheit zur Entwickelung gebracht worden seien. Die Forderungen, eine weiträumige Bebauung s- weise zu sichern, gute Schnellverbindungen zu schaffen, einen Wald- und Wiesengürtel freizuhalten, seien ja nichts anderes als die Aufgaben, zu deren Lösung das Gesetz den Zwcckverband bevollmächtigt habe. Aber es frage sich freilich, ob und wie er gegen die sich regenden Widerstände diese Aufgaben werde lösen können. Hier gelte es, den Ausführenden das Gewissen zu schärfen. Eine Kirchturmspolitik der Einzclgcmeinden wie man sie soeben in Spandau bei der schleunigst noch vollzogenen Auslieferung von Wäldern an die Baufpckulation erlebt habe.müsse verhindert werden. Naumann, der frübere ReichstagSabgcordnetc, ging"in seinem Referat davon aus, daß die Entwickelung und Fortdauer der Mißstände im Wohnungswesen der Reichshauptstadt begünstigt worden sei durch das rasche Wachstum d e s n o ch jungen Berlin und durch die Bedürfnislosigkeit der Haupt- sächlich aus den östlichen Provinzen zugewander- ten Bevölkerung. Berlin habe gedient als Aufsammlungs- platz der abgestoßenen Landeskinder des Ostens, die herkamen, um ihre Löhne zu verbessern, aber ihre Ansprüche an die Wohnung nicht steigerten. Die st) entstandene Stadt sei vorläufig nur erst Hearstschen Preßkorruption immer die freundlichste Beurteilung Quantität, noch nicht Qualität. Diese zusammengeströmte Masse gefunden hat) freudig begrüßt. zu verwalten, sei die anerkennenswerte Leistung der letzten 40 Jahre gewesen, nun aber müsse Berlm auch qualitahv durchgearbeitet werden. Redner ging nach Erörterung der hier dem Zwcckverband gestellten Aufgaben auf den Streit um die Zahlen- angaben ein, durch die der Propagandaausschuß die Berliner Wohnungsübervölkerung zu kennzeichnen gesucht hat. Hier kam es zu lärmenden Unterbrechungen aus den Reihen der Hausbesitzer, die diese Angaben in erregten Zwischenrufen als unwahr zurückwiesen. Ihre Wut wuchs noch, als Naumann aus- führte, daß nach erfolgreichen Lohnkämpfen der Arbeiter die Grund- und Hausbesitzer sich sagen:„Nun können wir wieder etwas steigern." Man habe bisher die Lage des Arbeiters nur von der Seite der Einnahmen aus dem Lohn betrachtet, nicht auch von der Seite der Ausgaben für den Konsum, vor allem für den Woh- nungskonsum. Reichstagsabgeordneter Genosse Südekum begann sein Referat mit der Erklärung, im Wohnungswesen Berlins habe 40 Jahre hindurch der Hausbesitzer das Wort geführt, jetzt aber wolle die Bevölkerung es einmal haben. Hilfe hoffe sie vom Zweckverband, aber fruchtbringende Arbeit sei nur zu erwarten, wenn die Interessengegensätze in ihm durch den starken Druck der öffentlichen Meinung überwunden würden. Dem Verbandsdirektor Steiniger, der ein Vertrauensmann der Grund- stücksspckulaiiten, der Großbanken, des Fiskus genannt worden sei, bringe der Propagandaausschuß das Vertrauen entgegen, daß er Verständnis für die Aufgaben des Zweckvcrbandes und ein Herz für die unter den Mißständen leidende Bevölkerung habe. Der Zweckverband dürfe nicht im Jahre 1919 die Gelegenheit zur Ueber- nähme der Straßenbahnen in Groß-Berlin versäumen und müsse sich Einfluß auch auf die dem Staat gehörenden Vorortbahnen ver- schaffen. Er solle nicht tatenlos dem Frevel der Verschache- rung fiskalischen Geländes in Groß-Berlin zuschauen; aber sich auch nicht bedenkenlos gegenüber dem Fislus als zahlungsfähigen Käufer fühlen. Als eine Pflicht müsse er es aller- dings ansehen, sich Spielplätze für die in den Miet» kasernen verkümmernde Jugend zu sichern. In der Diskussion versuchte Oberapothcker Linke eine Ver- teidigung der Hausbesitzer, zu denen er selber gehört. Ten Haus- besitzern sei es keineswegs gelungen, die Wohnungsmicten ebenso zu steigern, wie die Löhne gesstegen seien. Auf Linkes Behauptung, daß kein Stand seine Interessen so miserabel wie die Hausbesitzer vertrete, antworteten die Zu- Hörer mit schallendem Gelächter. Ein Herr L u b a h n legte die Verteuerung der Wohnungen nicht den Hausbesitzern, sondern der Bodenspekulation zur Last. Nur Bodenreform könne helfen. Schriftsteller Kötschke, Vorsitzender des Groß-Berliner Mieter- bundcS, rief die Mieter aus, sich zu organisieren. Als er sagte, die winzige Gruppe der Hausbesitzer habe in der Stadtver- trctung 60 Prozent der Rechte, rief der oben erwähnte Herr Wege: „Und zahlt 100 Prozent der Steuern!" Nachher kam Herr Wege selber an die Reihe und hielt eine Kapuzinerpredigt, die von der Versammlung bald mit fröhlicher Heiterkeit und bald mit zorniger Entrüstung begleitet wurde. I n der ganzen Welt werde nickt soviel für die Kinder getan wie in Berlin. Mit dem Augenblick, wo ein Kind geboren werde, trete schon die Fürsorge ein. Wenn die Schulpflicht beginne, habe es nicht nur freien Unterricht, sondern auch freies Frühstück. Tie Wohnungsfrage löste dieser Hausagrarier mit dem einfachen Rezept:„Schaffen Sie dem Ar- bester höhere Löhne, dann wird er mehr für die Wohnung aus- geben können."„Dann werden Sie die Mieten steigern können!" rief man ihm zu. Er rühmte, in seinem Hause gebe es wunderschöne Wohnungen aus Stube und Küche schon für 21 M. „Wir haben hier kein Vermictungsbureau!" bemerkte dazu Humor» voll der Versammlungsleiter Stadtrat Prof. Francke. Herr Wege behauptete keck, die Hausbesitzer hätten von ihrem Pri. vileg in der Stadtverordnete nversammlung nichts und ihre Interessen würden dort von den Hausbesitzer- kandidaten nicht gewahrt. Uebrigcns sei so wie die Haus» besitzer selten ein Stand für soziale Einrichtungen zu haben. Durch alle ihre Kongresse ziehe gleich einem roten Faden sich der Wunsch, für die Allgemeinheit zu sorgen. Räch diesem erheiternden Herzenserguß eines Hausagrariers hatten die Zuhörer genug für diesmal und beschlossen wieder zu vertagen. Die zwölf Redner, die noch cv�f der Liste standen, wruden auf eine nächste Versammlung vertröstet. Huq Indurtric und DandcL Rentabilität im Kohlenbergbau. Für das Jahr 1911 haben 38 Gesellschaften des Steinkohlen» bergbaus ibre Bilanzen so veröffentlicht, daß die Dividenden mit- einander vergliche» werden können. Da« bei diesen Gesellschaften investierte Aklieiikapitat betrug 4S3.>3 Millionen Mark. Die Summe der verteilten Dividende stieg von 40.ö4 aus 43,64 Millionen Mark gegen das Vorjahr. Die Entwickelung de« Dividendenertrages innerhalb der letzten vier Jahre wird in folgender Tabelle wider- gespiegelt: 1908 1909 1910 1911 Aktienkapital in Millionen M. 381.04 419.67 428,40 493,18 Dwidende in Prozent... 11,6 9,g g,ß gg Die Bilanzen, die im Jahre 1908 veröffentlicht find, bringen die sehr günstigen Ergebnisse des HochkonjunklurjahreS 1907 zum Ausdruck. Während der nächsten Jahre setzte die Krise ein, die in der Abnahme der Dividendenziffer zum Ausdruck kommt. Die im Jahre>9ll veröffentlichte Dividende hat jedoch eine Steigerung um 0.» Proz. erfahren. Das Geschäftsjahr 1911, für das die Rechn.mgs- ergebnifse noch nicht vollständig vorliegen, dürfte eine erhebliche Steigerung des Dividendenertrages gebracht haben. Die günstige wirtichastliche Lage im Fahre 1912 wird voraussichtlich eine weitere Erhöhung d-r Durchschnittsdividende bis zur Grenze der letzten Hoct-konjuiillnrjahre bringen. Die Kapitalzufuhr ist bei den B.rz- iverlsgeiellfchaften deS Kohlenbergbaus in den letzten Jahren recht beträchtlich gewesen. Die Bewegung der Abschreibungen in den beiden letzten Jahren läßt sich bei 33 Gesellschaften des Steinkohlen- bergbaus vergleichen. Dlese Gesellschaften hatten im Jahre 1910/11 ein Aktienkapital von 453.69 Millionen Mark gegen 453.09 Millionen Mark im Jahre 1909,10. Die Summe der Abschreibungen stieg m, Jahre 1910/11 von 35 476 942 auf 87 681 062 3«. Für ei'-en Vergleich von Reingewinn und Verlust lassen sich die Bilanzen von 41 Aktiengeiellichaften vergleichen. Bei diesen gestalteten sich die GeschäftSergebnisse wie folgt: Zahl der Gesellschaften '•{ 1 I 35 "\ 6 Bei sämtlichen 41 vergleicharcn Gesellschaften ist der Reingewinn- Überschuß von 41,66 aus 47.57 Millionen Mark gestiegen. 48 Gesell- schaften deS Braunkohlenbergbaues habe» für dos Jahr 1910/11 ihre Bilanzen vergleichbar veröffentlicht. Daö Aktienkapital hat sich I9I0/l1 von 170.08 aus 184,11 Millionen Mark vergrößert. Die ausgeschüttete Dividendensumme ist gleichfalls von 16,46 ans 17,46 Millionen Mark gestiegen. Der prozentuale Dividcndenertrag ist jedoch um 0.2 Proz. gefallen. Bei 50 Gesellschaften de» Braun- tohlenbergbauS lassen sich die Bewegungen der Abschreibungen inner« halb der letzten beiden Jahre verfolgen. Die Summe des Aktien» .apitals stieg im Jahre 1910/11 von 171,64 auf 185,63 Millionen 1909/10 1910/11 tflklienfapi.ul in Millionen Mark 454.09+*8.82 43,47— 4,16 455,38+ 52,06 42,79— 4,49 1909/10. • 1910/11. . Zahl der Gesellschaften 47 5 • 46 6 Aktienkapital Gewinn. resp. Verlust in Millionen Mark 170,39 5,25 181,48 8,20 +23,73 1,60 +24,79 1 1,85 Der Reingewinnüberschuß betrug bei diesen 52 vergleichbaren Aftiengesellschaften 22,13 Millionen Mart gegen 22,94 Millionen Mart im Vorjahre. Die Lohnverhältnisse im Bergbau. Mart. Gleichzeitig ist auch die Summe der Abschreibungen in den Antrage und mit einer Ratsvorlage, betreffend drei neue Bau| Neimann wurden die zahlreichen Klagen und Beschwerden der beiden letzten Geschäftsjahren von 17,90 auf 18,90 Millionen Mart revisorenstellen, wurde der Antrag dem Verfassungsausschuß über- Arbeiter aus den einzelnen Betrieben angeführt. Obgleich die gestiegen. Ein Vergleich von Reingewinn und Verlust ist bei wiesen. Der Rat hörte die am Blaze befindlichen Arbeitgeber- Arbeit sehr gesundheitsschädlich ist, ermangeln die Arbeiter sehr 52 Aftiengesellschaften des Braunkohlenbergbaus durchführbar. Die organisationen dazu, die sich natürlich sämtlich gegen die An- häufig des notwendigsten Schutes, und die Gewerbeinspektion ist, Geschäftsergebnisse werden in nachstehender Zusammenstellung wider- stellung von Baukontrolleuren aus Bauarbeiterkreisen aussprachen. wie behauptet wurde, manchmal recht oberflächlich und wird oftmals gespiegelt: Dreist behaupteten sie, daß die meisten Unfälle durch die Arbeiter getäuscht durch die Betriebsleiter. In der Allgemeinen Elektrizitätsselbst verschuldet würden und daß die Arbeiterkontrolleure teine gesellschaft in Oberschöneweide hat man fast alle Anträge der ArUnterstübung der jeßigen Kontrolle, sondern zu einer Belastung beiter auf Gesundheitsschutz abgelehnt mit der Motivierung, daß die derselben werden würden, und daß höchstens mit städtischen Mit- gewünschten Abänderungen zu viel Geld fosten. Die Arbeiter teln Agitatoren für die Sozialdemokratie angestellt würden. Nun der Isolationsfabrik flagen schon lange darüber, daß sich weder der hatte sich der Rat mit Anfragen an verschiedene Städte Süddeutsch- Mischraum noch die Brennerei in gesonderten Abteilungen befinden, lands gewendet, München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Stutt: wodurch die Arbeiter unter dem ungeheuren Staub und Gestank gart und andere hatten von besten Erfolgen und Erfahrungen mit leiden müssen. Dazu fehlt es an Ventilation; viele Arbeiter haben zuträglichkeiten, wie sie in Chemnitz befürchtet werden, haben sich aber, wie man die Arbeiter schädigt, denn bei einer Inspektion ſagte aus Arbeiterkreisen entnommenen Baukontrolleuren berichtet. Un- sich schon Augen- und andere Krankheiten zugezogen. Man weiß nirgends gezeigt. In einigen Städten, die befragt wurden, haben ein Vorgeseßter zu einem Arbeiter Oeffnen Sie den Kessel erst, die Arbeitgeber anfangs auch Anstoß genommen, aber die Be- wenn die Gesundheitskommission weg ist!" Man fürchtete also, daß schwerden der Baugeschäftsinhaber haben sich meist als unbegrün- die Kommission Anstoß daran nehmen könnte, aber man verheimlicht det erwiesen. Der Bauausschuß hat sich trotzdem gegen die An- die Schäden, denn Aenderungen fosten zu viel Geld". Dagegen stellung von Baukontrolleuren aus Arbeiterfreisen ausgesprochen. werden die Leute bei der Arbeit immer mehr angetrieben, um AbDagegen hat sich der Verfassungsausschuß aus den vom Genoffen züge an den Preisen machen zu können. Ein Ingenieur Gieseworten aus Süddeutschland für die Anstellung solcher Kontrolleure Mit freundlicher Miene, aber mit der Kontrolluhr in der Hand Straube geäußerten praktischen Gründen und auf Grund der Ani- ler hat sich in dieser Beziehung unangenehm bemerkbar gemacht. entschlossen und empfahl diese in der letzten Stadtverordneten- nähert er sich, und wo ein Mann recht fleißig arbeitet, da findet er fizung. Bei Beratung dieser Vorlage, die außerdem vorsah, daß gewöhnlich, daß man hier an den gezahlten Preisen noch sparen der Rat die Arbeiterfontrolleure zu bestimmen haben( siebenmal tönne. In der Hartgummiabteilung lernt ein alter Arbeiter jugendgefiebt), machte sich der im Stadtverordnetenkollegium fißende Bau- liche Leute an, die dann 17 bis 18 M. pro Woche verdienen. Die meister Heidrich zum Sprachrohr der Baulöwen und schwang fräftig älteren Arbeiter verseht man in andere Abteilungen ,, wo sie 40 bis das rote Tuch, jedenfalls um zu beweisen, daß er fachlich zu der 46 Pf. Stundenlohn verdienen, trok 7-10jähriger Tätigkeit im Einführung von Baukontrolleuren aus Arbeiterkreisen nicht viel zu Betriebe. Wer sich allerdings bei den Gelben einschmeichelt, kann fagen hatte. Er bemerkte u. a., daß man bald ins Uferlose tom- bis 70 Pf. verdienen. Vielfach wird über schlechte Behandlung Anträgen sei ja die Sozialdemokratie unermüdlich. Die Anstellung deren Betrieben aus. men werde, wenn man in allem nachgeben wolle. Im Stellen von geklagt. Und wie bei dieser Großfirma, so sieht es auch in ansolcher Kontrolleure werde geradezu eine fonzeffionierte Einrichtung der Agitation für die Sozialdemokratie werden. Nachdem Genosse Straube dem Herrn auf seine Ausführungen verschiedenes gesagt hatte, und auch ein Großindustrieller die Annahme der Vorlage empfohlen hatte, wurde sie mit großer Mehrheit abgelehnt und damit dokumentiert, daß von dem auf Grund eines Sechsklaffenwahlrechts gewählten Kollegium alles andere, nur nicht soziale Taten erwartet werden können. Nach amtlichen Nachweisen beträgt die Gesamtsumme der im Jahre 1911 in den verschiedenen Zweigen des preußischen Bergbaues ausgezahlten Löhne 854 748.20 Millionen Mart. Das bedeutet gegen das Vorjahr eine Steigerung um 44 355,31 Millionen Mark. Die Bahl der verfahrenen Schichten ist von 197 342 720 auf 201 933 634 gestiegen. Auf den einzelnen Arbeiter entfielen im letzten Jahre durchschnittlich 300 verfahrene Schichten gegen 297 im Vorjahre. Der durchschnittliche Jahresverdienst ist von 1221 M. im Jahre 1910 auf 1271 M. pro Arbeiter im Jahre 1911 gestiegen. Der durchschnittliche Schichtverdienst erhöhte sich von 4,11 M. auf 4,23 M. Während sich also gegen 1910 eine Besserung bemerkbar macht, bleiben Jahres- und Schichtverdienst noch ganz wesentlich unter dem Niveau der Jahre 1907 und 1908. Die Entwickelung der Löhne im preußischen Bergbau in den Jahren 1907 bis 1911 ergibt sich aus nachstehender Zusammenstellung: Lobnsumme in Millionen Mark 1907. 788,43 Jahres. verdienst Schichts Verfahrene verdienst Schichten pro Arbeiter pro Arbeiter in Mark • 1328 4,31 1908. 831,05 1293 4,27 308 303 1909 1910 1911 . 794,02 1204 4,07 296 4 810,39 1221 4,11 297 • 854,75 1271 4,23 300 Von 1907 auf 1911 ergibt sich noch eine Abnahme des Jahresverdienstes um 57 m. Von besonderem Interesse ist die Entwicklung der Lohnverhältnisse im Auch hier sind die Ergebnisse noch erheblich ungünstiger als in den Jahren 1907 und 1908. Die Bewegung der Löhne in den Jahren 1907 bis 1911 spiegelt die folgende Uebersicht: Steinkohlenbergbau. Lobnfumme in Millonen Jahres Schichts verdienst verdienst pro Arbeiter Verfahrene Schichten pro Arbeiter 811 Mark in Mark 1907 665,18 1380 • 4,44 1908 707,15 1341 4,41 304 1909 675,31 1233 4,17 296 1910 690,95 1248 4,20 297 1911 .729,86 1298 4,32 300 Die Beschäftigung im Gewerbebetriebe" im Sinne des§ 105b der Gewerbeordnung. Bei der Firma Herz, wo vor einiger Zeit drei Gummiarbeiter durch eine Explosion ums Leben tamen, wird über den Ingenieur Webel als Antreiber bei der Arbeit viel Beschwerde geführt. Dieses Antreiben verhindert oft die nötige Vorsicht bei der Arbeit. Die Ventilation, die Wasch- und Garderobeneinrichtungen sind dort unzureichend, auch soll große Unsauberkeit im Betriebe herrschen. " Im Betriebe" von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen und Gruben, von Hüttenwerken, Fabrifen und Werkstätten usw. dürfen Arbeiter an Sonn- und Festtagen nach Schulte- Adlershof, der eine Art Trucksystem eingeführt hat, § 105b der Gewerbeordnung nicht beschäftigt werden. Diese Bestimmung sollte der Handwerksmeister Lange in Prenzlau übertreten haben. Ein Stellmachermeister wollte von Lange an einem Sonntage etwas angefertigt haben. Lange erklärte, des gehe nicht; er beschäftige seine Lehrlinge Sonntags nicht, weil es nicht gestattet sei. Er meinte dagegen, daß er nichts dagegen haben wolle, wenn einer seiner Lehrlinge in der Werkstatt auf eigene Fauft die Sache machen wolle, und zwar derart, daß der Stellmachermeister den Jungen entschädige. Der eine Lehrjunge hatte schon über seine Zeit an dem Sonntage disponiert. Der andere war jedoch bereit und machte die Arbeit in der Werkstelle seines Lehrmeisters Lange. Er erhielt von dem Stellmachermeister 1 M. dafür. Die Anklage ging nun davon aus, daß sich Lange doch strafbar gemacht habe, indem er es duldete, daß der Lehrling in seiner Werkstelle für den Stellmachermeister arbeitete. Die Zahl der verfahrenen Schichten deckte sich in den drei letzten Jahren mit dem Gesamtdurchschnitt. Der Jahresverdienst pro Das Landgericht in Prenzlau sprach den Angeklagten frei. Es Arbeiter ist seit 1907 um 82 M. gejunten. Der Schichtverdienst war der Meinung, daß Lange nicht bestraft werden könne, weil der Arbeiter ist seit 1907 um 82 M. geiunten. Der Schichtverdienst Lehrling in eigener Sache" tätig gewesen sei, indem er für den weist eine Verminderung um 0,12 M. auf. Die Entwickelung der Lohnverhältnisse war also im Steinfohlenbergbau ungünstiger als Stellmachermeister gegen Entgelt arbeitete. Das Kammergericht hob dieser Tage das Urteil auf die Neim preußischen Bergbau überhaupt. In den einzelnen Revieren war vision der Staatsanwaltschaft auf und verurteilte Lange gleich zu die absolute Höhe und die Bewegung der Löhne sehr verschieden. ber niedrigft zulässigen Strafe von 3 M. wegen Uebertretung des Nachstehende Zusammenstellung spiegelt die Entwickelung der Lohns verhältnisse in den wichtigsten preußischen Steinkohlenbezitten. in den Jahren 1907 und 1911: Oberschlesien. Lobniumme in Millionen Mark Jahresverdienst pro Arbeiter in Mart 1907 3,48 § 105b der Gen.beordnung. Begründend wurde ausgeführt: Es stehe fest, daß Angeklagter es geduldet habe, daß der Lehrling in seiner Wertstelle am SonnSchichtverdienst tage arbeitete, wenn auch für einen Dritten, den der Lehrling selber bezahlte. Entscheidend sei aber nach Auffaffung des Senats, daß die Tätigkeit in der Werkstelle des Angeklagten erfolgte. Wenn der § 105b fage: im Betriebe von... Werkstellen usw. dürfen Arbeiter an Sonns und Festtagen nicht beschäftigt werden", so werde dieser Tatbestand auch schon erfüllt, wenn, wie hier, der Arbeitgeber es dulde, daß jemand in seinem Betriebe am Sonntage tätig sei, ganz gleich, ob das auf seine Kosten oder auf Stosten eines Dritten geschehe. Der Angeklagte müsse deshalb wegen Uebertretung des Paragraphen verurteilt werden. 1907 1911 94,68 115,70 1907 1911 1003 980 . 25,53 27,93 990 998 3,27 1562 1446 57.95 60,41 27,58 82,50 1185 1168 1455 1 395 1911 3,48 3,30 4,87 4,69 4,02 4,06 4,64 4,59 D.B.A. Dortmund 459.43 493.95 Niederschlesien Saarbrücken Aachen Am stärksten war die Differenz zwifchen den Löhnen der Jahre 1907 und 1911 in D. V. A. Dortmund und im Aachener Revier. Soziales. Schwindelhafte Schiebungen. In der Norddeutschen Gummifabrik, Tempelhofer Ufer, sind die Verhältnisse sehr verbesserungsbedürftig. Der Vakuumschrank, in dem Gummi getrodnet wird, verbreitet zeitweilig einen abscheulichen Gestank, der auch dadurch sehr lästig wird, daß er alle Kleider der Arbeiter durchdringt, denn an Garderoberäumen fehlt es in der Fabrik. Viel geklagt wird dort auch über schlechte Behandlung, besonders durch einen Meister denn er betreibt mit den Arbeitern und Arbeiterinnen einen schwunghaften Handel mit Zucker, Kaffee, Katao und auch Gummiwaren. Die Löhne sind schlecht, und den Arbeitern wird oft zugemutet, Arbeit nach Hause mitzunehmen. Die Firma Meßler u. Co., Mühlenstraße, schein ein sehr gefährlicher Betrieb zu sein. Vor 14 Tagen wurde einer 19jährigen Arbeiterin der Arm an einem sogenannten Krempel zermalmt. Vor drei Wochen verunglückte eine andere Arbeiterin schwer in der Weberei durch das Herabfallen eines Treibriemens. An den Treibriemen fehlen die Schußvorrichtungen, und trotz des Unglücksfalles hat man noch nicht für den notwendigen Schutz gesorgt. Die Wasserschläuche und Röhren sind undicht und zeitweise ist der Boden des Arbeitssaales mit Wasser bedeckt. Gefährlich eng ist der Raum zwischen Maschinen und Wand, wo sich die Maschinenüber einen jungen Mann von 23 Jahren, der dort die Aufsicht ausrüder befinden. In der Spinnerei flagen die Arbeiterinnen führt und die Arbeiterinnen sehr schroff behandelt. Bei C. Müller- Weißensee fehlt in der Patentabteilung Ventilation und Abzug. Die Vulkanisiergefäße sind nicht verdedt, die Pumpe am Schwefelfohlengefäß ist seit langem reparaturbe dürftig und die Arbeiter laufen ständig Gefahr, zu verunglüden. Die Garderoberäume sind unzureichend, die Arbeiterinnen müssen zum Umziehen das Klosett benutzen. Ueber die Behandlung durch den Meister Ludwig wird viel geklagt. In den Wringerwerfen in Charlottenburg fühlen sich die Arbeiter bedrängt durch das stetige Verlangen nach Ueberstunden; sie beschweren sich auch über mangelnde Waschgelegenheit und allgemeine Unsauberkeit im Betriebe. Auf 25 Personen kommt dort ein Klosett. An Garderoberäumen fehlt es. Bei Bergmann, Wilhelmsruh, bei Reinhold und Kübler, beide in Reinickendorf, sowie bei manchen anderen Firmen noch beklagen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen über zahlreiche Schäden, Mängel und Rücksichtslosigkeiten, die in der dem Referat folgenden regen Diskussion beleuchtet wurden. Und trotzdem rühmte die" Gummi- Zeitung" jüngst das soziale Verständnis" der Unternehmer in der Gummiindustrie. Darüber sind die Arbeiter ganz anderer Meinung, wie die Versammlung bewies. Einstimmig wurde eine Protestresolution gegen die herrschenden Mißstände angenommen, in der gefordert wird, daß den bestehenden Vorschriften zum Schutze der Gesundheit der Haftpflicht des Besigers für einen bissigen Hofhund. Arbeiter in den Gummifabriken energisch Geltung verschafft werde. Der Vorsitzende Krüger forderte zum Schluß die VerDer Landwirt Peter D. hält sich einen 6jährigen Tigerhund, sammelten auf, ihre ganze Kraft in den Dienst der Organisation der gewöhnlich an einer Kette im Hofe liegt, zur Mittagszeit aber Durchaus nicht selten werden im Baugewerbe die Arbeiter freigelassen wird und dann mit ins Haus läuft. Am 3. Dezember 3 stellen, damit sie durch den Verband in der Lage seien, die gedurch schwindelhafte Schiebungen um ihren Lohn gebracht. Erst 1909 hat der Hund, als er zur Mittagszeit wieder freigelassen war, treter der Gewerbeinspektion war zu der Versammlung eingeladen, rügten Mißstände erfolgreich befämpfen zu können. Ein Vergestern flagie wieber der Buber Heufelder namens seiner Kolonne die 3½jährige Tochter des Tagelöhners X., deren Mutter beim Be- ließ sich aber entschuldigen und um eine Abschrift des Protokolls beim Gewerbegericht um den rückständigen Lohn von 473 M. Wer klagten beschäftigt war, durch einen Biz oberhalb des linken Auges der Versammlung ersuchen. ihr eigentlicher Arbeitgeber ist, schien den Klägern noch nicht so schwer verleßt. Die Schadenersatzklage, die der Vater des verletzten recht bewußt zu sein. Sie klagten deshalb 1. gegen die" Elbe" Kindes für dieses anstrengte, ist vom Landgericht Fürth und vom OberDeutscher Buchbinderverband. In der Generalversammlung Grundstüdsverwertungsgesellschaft m. b.., die landesgericht Nürnberg für begründet erachtet worden. Es ist unter der Bahlstelle Berlin, die am Freitag im großen Saale des Gee den Bau, auf dem die Kläger gearbeitet haben, aufführen ließ; anderem dem Kinde ein Betrag von 2500 M. als sogenannter wertschaftshauses stattfand, wurde der Jahresbericht für 1911 2. gegen den persönlich haftenden Gesellschafter flaum, weil immaterieller Schaden in Gemäßheit des§ 847 des Bürgerlichen vorgelegt, und zwar gedruckt in einer 62 Seiten starken Broschüre. bie Gesellschaft inzwischen zahlungsunfähig geworden ist; 3. gegen Gesetzbuch zugesprochen worden mii der Begründung, daß das Das verflossene Jahr war sehr arbeitsreich, namentlich infolge der den Buber Zeip It; 4. gegen den Buber Simon und Kind auf dem linken Auge nicht nur erblindet, sondern daß auch der Tarifbewegungen in den drei größten Branchen, der Buchbinder5. gegen den Pugermeister inom. Die Kläger haben zum Glüd nur eine volle Woche auf dem herbeigeführt sei. Die Klägerin sei lebenslänglich in abstoßender Galanteriewarenbranche. Dazu tamen jedoch noch 14 Werkstattfragliden Bau gearbeitet, da sie ihren Lohn nicht erhielten, haben Weise verunstaltet. Das werde sie besonders schwer empfinden, bewegungen, so daß die Gefanitzahl der Lohnbewegungen 17 bewenn sie einst Heiratsfähig wird. Deshalb müsse neben dem fie am Schluß der Woche, dem Lohntage, wieder aufgehört. Arbeitgeber der Kläger gewesen zu sein. Den Buzern Leipold die Verunstaltung zugebilligt werden. Daß der Beklagte aber für wobei jedoch in Betracht zu ziehen ist, daß die Angaben, namentfonen macht die erzielte Lohnerhöhung 5491,47 M. die Woche aus, Die Gesellschaft sowie der Gesellschafter Pflaum bestreiten, Schmerzensgeld eine besondere Vergütung als Entschädigung für trägt. Beteiligt waren daran 5671 Personen, und für 2839 Per und Simon ist die Buharbeit gegen Zahlung von zweimal 3000 ben Schaden aufzukommen hat, ergibt sich aus§ 823 Abs. 2 und lich hinsichtlich der Affordarbeiter, unvollkommen sind, die tatsäch Mart, zusammen also für 6000 M. übertragen worden. Ihren 8833 Satz 2 B. G. 2. Der Hund war dem Beklagten als bösartiges lich erzielte Lohnerhöhung also jene Summe übersteigt. Außerdem vertraglichen Verpflichtungen gegenüber diefen beiden wäre die Ge- und gefährliches Tier bekannt, er hätte deshalb sorgfältiger Aufsicht wurden für 491 Personen Lohnherabsetzungen abgewehrt, die 839,82 sellschaft nachgekommen. Das wurde jedoch andererseits bestritten. bedurft und durfte nicht ohne Maulforb freigelaffen werden. Es Mark die Woche ausmachen. Von den allgemeinen Tarifbewegungen Das Gericht unter Vorfit des Magistratsrats Dr. Schalhorn war dem Beklagten auch bekannt, daß der Hund schon mehrfach verliefen die in der Buchbinder- und in der Album-, Wappen- und sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Kläger noch nicht zu Berfone, gebiffen hatte. Das Oberlandesgericht ist deshalb der Galanteriewarenbranche auf friedlichem Wege, wogegen es in der Ihrem Lohne gekommen find. Nach dem Bertrage, den die Gesell- Ansicht, daß der Beklagte die im Bertehr erforderliche Sorgfalt Geschäftsbuchbranche zum Streif kam und erst dann der Abschluß jaft aber mit den Bubern Leipold und Simon geschlossen hat, außer acht gelaſſen hat. Darauf, daß sich der Hund im Hause des des neuen Tarifvertrags erzielt wurde. Im übrigen tam es aber ommen nur die beiden lettgenannten als die eigentlichen Arbeit. Beklagten befand, kam nichts an, da Peklagter dort jedenfalls einen auch bei verschiedenen Werkstattbewegungen zum Streit. Die oner in Betracht. Es sei außerordentlich bebauerlich, daß die Verkehr eröffnet hatte. Der Beklagte habe schildhaft gegen§ 367 Streifunterstützung betrug 14 575,13 M. aus der Zentralkasse und selben, wo sie selbst nur Arbeiter sind und von der Hand in den Biffer 11 des Graffe bude bergen te baba 7145,30 M. aus der Lotalfaffe. Die Berichte der verschiedenen Wund 823 Abſaz 2 B. G. v. Auch nach§. 833 Eak 2 B. G. B. ſei die Branchen lassen erkennen, daß überall eine rege Tätigkeit entfaltet und leben, einen solchen Vertrag, der Zahlung in zwei großen Saftung des Beflagten gegeben, da jedenfalls der dort verlangte wurde, und daß in den tariflich geregelten Branchen auch die Maten anstatt in wöchentlichen Abschlagszahlungen vorsicht, einBegungen sind. Aber auch die Kläger hätten sich zuvor den Ver- Entlastungsbeweis nicht gelungen, vielmehr alle Sorgfalt vom Le- Tarifinstanzen viel zu tun hatten, um Tarifftreitigkeiten zu regeln trag erst zeigen lassen sollen und bei einem solchen Vertrage über- flagten berlebt sei. Der Beklagte versuchte es mit dem Rechtsmittel der Revision Agitation für den Verband hat im allgemeinen recht gute Erfolge haupt nicht in Arbeit treten sollen. Infolge des Vertrages sei es Leider beiden Buber bamit selbst als Subunternehmer hin- abend die Entscheidung des Oberlandesgerichts und erkannte auf von 6926 auf 8061 gestiegen, und zwar die der männlichen Mitleider nicht möglich gewesen, die Auftraggeber mit zu berurteilen, gegen dieses Urteil. Das Reichsgericht bestätigte aber am Sonn- gehabt. Die Mitgliederzahl der Zahlstelle ist im Laufe des Jahres gestellt haben. Es mußten diese deshalb entsprechend dem Klage. Burückweifung der Revision. glieder von 3296 auf 3601 und die der weiblichen von 3630 auf 4460. antrage berurteilt werden, die Klage gegen die anderen drei BeDie Bibliothek wurde im verflossenen Jahre 4391mal benutzt, und zivar 2627mal von männlichen, und 1764mal von weiblichen flagten dagegen zurückgewiesen werden. Mitgliedern. Neu angeschafft wurden 106 Bände, so daß der Bücherbestand auf 2012 Bände gestiegen ist. Die Jahres. abrechnung schließt für die Zentraltasse mit der Bilanzsumme Die Gummi- und Isolationsarbeiter, eine Gruppe des Fabrit von 184 120,35 2. ab, gegenüber 168 173,60 M. im vorhergeganarbeiterverbandes, versammelten sich am Sonntagvormittag im genen Jahre. Für Arbeitslosenunterstüßung wurden aus der " Englischen Garten". Nach einem Vortrage von Wissell über Bentralfaffe an weibliche Mitglieder 20 253,25 M., an männliche Fragen der Arbeiterbersicherung" famen die Verhältnisse in den Mitglieder 31 809,05 M. ausgegeben, für Krantenunterstützung an Fabriken zur Sprache, die gerade in bezug auf Arbeiterschuh viel weibliche Mitglieder 11 971,80 M., an männliche 11 848,30 M. An zu wünschen übrig lassen. In dem Referat von dem Gruppenleiter die Verbandskasse wurden 49 063,11 m., abgeliefert. Die EinEs dürfte als ausgeschlossen zu betrachten sein, daß die Kläger in diesem Falle zu ihrem Gelde kommen. Vielleicht hilft eine Strafanzeige gegen die Beteiligten und ein Antrag auf Entziehung des Gewerbebetriebes. Keine Baukontrolleure aus Arbeiterkreisen! Seit Jahren fordern die Chemnitzer Bauarbeiter, Baukontrolleure aus Arbeiterfreisen anzustellen. Das letzte dahingehende Gesuch erhob Genosse Straube im Stadtverordnetenkollegium zum Verfammlungen. Beschwerden der Gummiarbeiter. verhüten. Die wurden. Wasserstands- Nachrichten Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg 251)-27 avel, Spandau) Weichsel, Thorn Rathenow 2) Spree, Spremberg²) Dder, Ratibor Beeskow Krossen Frankfurt am feit am ſeit 11. 3. 10. 3. cm cm³) 6123)-17 Wasserstand Saale, Grochlik 11. 3. 10. 3. cm cm³) 149 <-10 90 +-2 320 240. 0 4 110 +4 80 0 207 -7 109 -1 215 -9 Wefer, Münden 215 -11 202 -14 Minden 314 -12 106 163+1 70+2 -20 Rhein, Marimiltansau 445 -22 Staub 308 -10 " Köln 391 <-20 -2 16 284-4 Nedar, Heilbronn 120+2 Main, Wertheim 2319-14 187-42 *) Eisnahmen der Lokaltasse samt dem alten Bestand beliefen sich auf[ he Im und Fräulein Unterlauf; in die Beschwerdekommission 131 107,24 M., die Ausgaben auf 53 945,26 M.; der Bestand ist im Nole, Wilhelm, Leonhardt und Lüdicke; in die der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Selinger, Laufe des Jahres von 61 752,11 m. auf 77 161,98 M. gestiegen. Bibliothekkommission offmann, Arndt, Unter den Ausgaben find 15 248,35 M. für Lokalzuschläge zur Ar- Lemm, Blum und Fräulein Lange; in den Jugendaus beitslosenunterstützung, 2272,80 M. aur Gemaßregeltenunter schuß Stephan, Hoffmann und Rafch. Die Rechtsschutzstübung, für die aus der Zentralfaffe 5456,65 M. ausgegeben fommission wurde in ihrer bisherigen Zusammenfeßung wiedergewählt. Schließlich erledigte die Versammlung noch einige andere Beschlossen wurde, den Porzellanarbeitern aus der Rofaltasse Verbandsangelegenheiten. 1000 m. zu überweisen. Im übrigen machte der Vorsitzende Zentralverband der Zimmerer. In der am Montag abgehalWürzberger auf den Streit in der Sartonbranche tenen allgemeinen Mitgliederversammlung hielt Reichstagsabge aufmerksam, an dem rund 1400 Arbeiter und Arbeiterinnen be- ordneter Dr. Herzfeld einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen teiligt sind. Der Streit wird jedenfalls dazu führen, daß endlich Vortrag, der die politische Situation schilderte und dahin austfang: einmal auch in der Kartonindustrie eine allgemeine tarifliche Rege- Die Forderungen der flassenbewußten Arbeiterschaft fönnen nicht lung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse durchgeführt wird. Ver- erfüllt werden durch den Reichstag. Der Schwerpunkt des Kampfes mutlich wird es im Laufe der nächsten Woche zu Verhandlungen für die Ziele der modernen Arbeiterbewegung liegt vielmehr außertommen. Der zweite Punkt der Tagesordnung waren Wahlen halb des Parlaments, in den Organisationen der Arbeiter. Diese und die Bestätigung der Funktionäre. Durch Ur- auszubauen und zu stärken muß deshalb die vornehmste Aufgabe abstimmung find zu wählen der erste Vorsitzende der Bahlstelle und eines jeden Arbeiters sein. Nach dem Vortrage gab der Vor1)+ bedeutet Wuchs, Fall. 2) Unterpegel. außerdem ein Beisiber zum Verbandsvorstand. Die Versammlung sitzende Witt das Resultat der am 25. Februar vollzogenen Vorbeschloß, daß beide Wahlen innerhalb 14 Tagen vollzogen werden standswahl bekannt. Gewählt wurden: 1. Vorsitzender Witt, stopfung. höchster Wasserstand am 9. um 6 Uhr nachm.: 248 cm. Nach tele graphischen Meldungen ist die Memel von gestern bis heute follen. Die Bestätigung der Funktionäre erfolgte entsprechend den 2. Vorsitzender Hinrichsen, 1. Kassierer Welsow, 2. Staffierer morgen an der Begelstelle Schmalleningken bei schwachem Eisgang um 9, gemachten Vorschlägen. Ferner wurden gewählt: als Nevisoren Golze, 1. Schriftführer Heinrich Schulz, 2. Schriftführer bei Tilfit, wo heute wieder Eisstand herrscht, um 10 cm gefallen. Zeutsch und Calow; in das Arbeitsnachweisfuratorium abite, Revisor Dittmann, Kontrolleure Haufe und Ruß und Gilge sind seit gestern stärker gefallen und an den Begelstellen Kloken Bübide, Fräulein Schreihart, als Ersatzpersonen Wil- Siege. und Stöpen eisfrei. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Barthe, Schrimm Landsberg eye, Bordamm G1be, Leitmerik Dresden Berby Magdeburg 233-1 B Kleine Anzeigen Kanarienfänger, Zuchtweibchen, Neue Königstraße 24, Seitenflügel. Prachtbetten 12,50, zwei Stand, Bertiko umständehalber, Yord ftraße 17 II. +136 Teilzahlung, Möbeleinrichtung Stube und Küche 15 Mart. Ver liehen gewesene Möbel spoltbillig: Berolina, Kastanienallee 49. 11148* Chaiselongue, nagelneu, 16,00. Herbst, Große Hamburgerstraße 13/14. Hermannplats 6. Blandleibhaus. Jedermanns allerbilligster WarenHumboldt- Leihhaus! Criſtiert einlauf. Riesenauswahl Belzsachen. nur Brunnenstraße 58, Edhaus Strals Dringend verkaufe bis Ende März Herrenpaletots. Jadettanzüge. eb sunderstraße. Hochelegante Kavalier Rußbaumwirtschaft mit prachtvollen rodanzüge Herrenboien. 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Jahrgang. Mittwoch, 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. littwo. 13. Mär 1912. Die Gemeindewahlbewegung. kratische Kandidat, Genosse Aßmann, erhielt 1125, der gegnerische Geimpft? Mischmasch- Kandidat 805 Stimmen. Unser Genosse ist also Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte, Abteilung 143, hatte wiedergewählt. Im zweiten Bezirk unterlagen die sozialdemokrati- sich der Schlosser Lehmann zu verantworten. Der Angeklagte hatte schen Kandidaten Azmann, Krug und Leimbach mit 832 Stimmen eine Aufforderung erhalten, nachzuweisen, ob sein Kind geimpft. Steglit. Zu den Wahlen der zweiten Klasse dem bürgerlichen Mischmasch, der 1132 Stimmen für seine Kandi- bezw. warum es nicht geimpft sei, war aber dieser Aufforderung, hatte die letzte Versammlung des Wahlvereins beschlossen, falls die daten zählen konnte. wie er angab, aus Mangel an Zeit, nicht nachgekommen, da er Demokraten eigene Kandidaten aufstellen würden, für diese In Birkenwerder wurden für uns am Sonntag, den 10. März, keinen Arbeitsverdienst einbüßen wollte. Der Vorsitzende Weckzu stimmen. Da diese Voraussetzung nicht eingetroffen ist, 98 Stimmen abgegeben. Die„ Schwarzen" erzielten inklusive werth erklärte ihm, daß er das auch schriftlich hätte erledigen empfehlen wir nunmehr unseren Parteigenossen Stimm= 70 Papierstimmen die Zahl von 126, die„ Blauen" des Ortsvereins können und gab ihm den Rat, seinen Einspruch gegen das Strafenthaltung. Für die unter dem Oberkommando des Reichs- 28 Stimmen. Es findet Stichwahl statt, deren Ausgang infolge der mandat von 5 M. zurückzuziehen, weil der Angeklagte hierdurch verbandes marschierenden Mischmaschkandidaten einzutreten, verbietet skandalösen Forensenwirtschaft nicht zweifelhaft sein kann. Die Wahl doch Kosten sparen könne. Das wollte dieser jebody muht, da 5 Mr. für seine Verhältnisse doch viel Geld seien und er freigesprochen 31 fich für Sozialdemokraten schon aus Gründen politischer Reinlichkeit. muß auch diesmal wieder angefochten werden. Wie wir hören, rückt auch der Demokratische Verein von diesen werden erwarte. Das Gericht sette die Strafe auf 2 M. oder einen Auchdemokraten" ab. Ueberlassen wir sie also ihrem Schicksal! Tag Haft herab. Die Kosten hat der Verurteilte zu tragen. Zehlendorf( Wannseebahn). Heute Mittwoch, den 13. März, nachmittags von 4 bis 8 Uhr, finden die Gemeindebertreterwahlen für den 1.( Süd-) Bezirk im Restaurant Fürstenhof, für den 2.( Nord-) Bezirk im Restaurant Kaiserhof statt. Unsere Kandidaten sind für den 1. Bezirk Genosse Göhre, für den 2. Bezirk Genosse Kutta. Barteigenossen! Es ist Ehrenfache eines jeden, sich schon vor 4 Uhr nachmittags dem Wahlkomitee bei Mickley zur fü, ung 34 ſtellen. Vergesse kein Wähler sich die vom Gemeindevorstand zu gesandte Legitimationstarte mitzunehmen. Adlershof. Die Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung finden für die dritte Abteilung Sonntag, den 17. März, nachmittags bon 12-3 Uhr, im Lokal des Herrn Lehmgrübner, Bismardstraße 60, für die zweite Abteilung Montag, den 18. März, abends von 6-8 Uhr, in demselben Lokal, und für die erste Abteilung Dienstag, den 19. März, nachmittags von 1 bis 14 Uhr, im Gemeindeamt, Bismardstr. 1, statt. Kandidaten der fozialdemokratischen Partei sind in der dritten Abteilung die Genosse Ferdinand Büttner und Otto Petrich; in der zweiten Ab teilung Wilhelm Baschin und in der ersten Abteilung Robert Meil und Emil Klodt. Am Donnerstag, den 14. März, abends 7 Uhr: Kuvertverbreitung an die Gemeindewähler vom Jugendheim, Bismarckstr. 11, aus. = Groß Lichterfelde. Heute, den 18. März, nachmittags von 3-8 Uhr, finder die Wahl der 3. Abteilung statt. Der 1. Bezirk wählt bei Henning, Jungfernstieg: der 2. bei Hertel, Zehlendorfer Straße, und der 3. in Wolfs Kafino, Viktoriapark. Bergeffe niemand sich mit Legitimation zu verfehen! Kandidaten der Sozialdemokratie sind im 1. Bezirk: Adolf Neumann, Vergolder; 2. Bezirk: E. Wenzel, Expedient; 8. Bezirk: Otto Dsburg, Holzarbeiter. Groß- Schönebeck( Streis Niederbarnim). Am Donnerstag, den 14. März, finden die Wahlen zur Gemeindevertretung statt. Die dritte Abteilung wählt zuerst, und zwar von nachmittags 1 Uhr ab. Kandidat der Sozialdemokratie ist für alle Abteilungen Maurer Gottlieb Stegemann. Von den Genossen, die in Berlin arbeiten, wird erwartet, daß sie vollzählig und pünktlich zur Wahl erscheinen; ebenso, daß sie am Tage der Wahl sich zur Verfügung stellen. Nur wenn alle Genoffen ihre Pflicht erfüllen, dürfte es uns möglich sein, den ersten Sozialdemokraten in die Gemeindevertretung zu entfenden. Dabendorf bei Boffen. Da die Hauptwahl eine Entscheidung nicht gebracht bat, finden am Donnerstag, den 14. d. Mts, die Stichwahlen statt. Die dritte Klasse wählt von 6-7% Uhr und die zweite Klasse von 78-84 Uhr. Unsere Kandidaten sind in der dritten Klasse Genosse Rudolf Lau und in der zweiten Genoffe August Schulze. In Glienicke( Nordbahn) war ein Gegenkandidat nicht aufgestellt. Hier wurde unier Genosse Ulfert am Sonnabend, den 9. März, mit 52 Stimmen einstimmig gewählt, ein Unifum, wie es in der diesjährigen Wahlkampagne unserer Nordbahnorte wohl einzig dasteht. Schönerlinde( Bezirk Pankow). Bei der Gemeindewahl in der dritten Selasse wurden die Genossen Gustav Joseph und Christian Jden trotz der ungünstigen Wahlzeit, nämlich von 2-4 Uhr nach mittags, mit 48 gegen 44 bürgerliche Stimmen gewählt. Hohen- Schönhausen. Der bei den Gemeindewahlen mit 26 Stimmen mit unterlegene bürgerliche Kandidat Herr Dr. Goldberg bittet uns mitzuteilen, daß er nicht als„ Anarchist, sondern als Vorfizender des Bürgervereins kandidiert habe. Gerichts- Zeitung. Der gestoßene Samariter.. Ein untreuer Genossenschafter. Der ehemalige Direktor der Zentralverfaufsgenossenschaft deutscher Winzervereine Werner aus Eltville, wurde gestern in Wiesbaden wegen Untreue, Unterschlagung, schwerer Urkundenfälschung, dreier grober Bilanzfälschungen und wegen Verfehlungen. gegen das Genossenschaftsgesetz zum Nachteil der Zentralverkaufsgenossenschaft der Rheingauer Wingervereine und der Zentralver laufsgesellschaft deutscher Winzervereine in Eltville zu drei Jahren Gefängnis, 300 M. Geldstrafe und drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Er wurde sofort in Haft genommen. Die gestohlene Gans. Der Diebstahl eines Weihnachtsgänsebratens, den der Vertreter der Anklage mit 6 Monaten Gefängnis geahndet wissen wollte, wurde dem Fahrstuhlführer Mar Müller zur Last gelegt, der sich unter der Anklage der Eniwendung einer zu den Gegenständen der Beförderung durch die Eisenbahn gehörenden Sache vor Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte, Abteilung 143, fand der 7. Straffammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. unter dem Vorsiz des Amtsgerichtsrats Wedwerth eine Verhand- Mitte Dezember vorigen Jahres sollte auf dem Schlesischen Bahnlung gegen den Tischler Leip statt. Er war wegen Erregung eines hof ein verschlossener Korb mit geschlachteten Gänsen in den nach Auflaufs und Nichtbefolgung einer polizeilichen Aufforderung mit Potsdam abgehenden Zug transportiert werden. Der Korb wurde einem Strafmandat von 10 M. bedacht und hatte dagegen Einspruch zu diejem Zweck in den Fahrstuhl geschafft, der nach dem Bahnsteig erhoben. hinaufgeht und von dem Angeklagten bedient ivurde. Kurze Zeit Der Anklage lag folgendes Vorkommnis zugrunde: Am darauf wurde festgestellt, daß der Korb aufgeschnitten und daraus eine fette Gans entwendet worden war. Als man dem Angeflag27. Januar nachmittags wurde in der Elbinger Straße eine Frau ten, der sich allein in der Nähe des Korbes befunden hatte, den von einem Auto überfahren. Der Angeklagte, der mit einem Be- Diebstahl auf den Kopf zusagte, bat er, man solle ihn doch nicht fannten gerade des Weges tam, nahm sich der Frau an, während unglücklich machen". Diese unüberlegte Handlungsweise hatte für sein Begleiter dem Auto folgte, dessen Führer schon ohnehin den Angeklagten sehr böse Folgen, da gegen ihn Anklage wegen bremite, indem er versicherte, daß nicht durch sein Verschulden die schweren Diebstahls, begangen an einer zu den Gegenständen des Der Frau verunglückt sei. Die beiden Männer hoben mun die Frau in Eisenbahntransportes gehörenden Sache, erhoben wurde. das betreffende Auto, um sie möglichst schnell ärztlicher Hilfe zuzu- Angeklagten und des geringen Wertes der gestohlenen Sache 6 MoStaatsanwalt beantragte trok der bisherigen Unbescholtenheit des führen. Mittlerweile waren außer einer Anzahl Zivilpersonen nate Gefängnis, da es sich um einen groben Vertrauensbruch auch zwei Schußleute am Plaze eingetroffen, die nun ihrerseits handle. Rechtsanwalt Dr. Puppe machte geltend, daß überhaupt eingriffen, indem der eine zu der Verunglückten in den Wagen fein Diebstahl, sondern nur ein Mundraub vorliege, da der Ange stieg, während der andere Zeugen notierte. Hierbei tam es nun flagte offenbar beabsichtigt hatte, die entwendete Gans möglichst zu der Szene, die die Anklage zur Folge hatte. Ueber den Hergang bald in der Form eines Gänsebratens zum alsbaldigen Ver machten drei Schutzleute auf der einen und mehrere Zivilpersonen brauch" im Sinne des§ 370, 5 St.-G.-B. zu verwenden. Das Ge auf der anderen Seite voneinander sehr abweichende Bekundungen. richt folgte diesen Ausführungen und nahm nur einen Mundraub Der Angeklagte erklärte, er habe, indem er sich der verunglückten als vorliegend an. Da jedoch wegen dieses Delikts ein Strafantrag nicht gestellt war, mußte das Strafverfahren eingestellt werden, so Frau annahm, von dem Schuhmann Hein einen Stoß in die Seite daß der Angeklagte noch einmal mit einem„ blauen Auge" davonerhalten, außerdem habe der Beamte ihn derart angefaßt, daß ihm fam. der Kragen zerrissen sei. Er habe daraufhin gesagt:„ Wenn Sie etwas von mir wollen, dann gehe ich mit nach der Wache, aber. stoßen lasse ich mich nicht." " Na ja," meinte der Vorsitzende, der sichtlich bemüht war, in durchaus objektiver Weise den Sachverhalt flarzustellen, gemütlich: wenn die Polizei schon da ist, können die Umstehenden ja dieser die weiteren Maßnahmen überlassen, aber Sie hatten schon vorher mitgeholfen, da war es erklärlich, daß Sie glaubten, auch nachher noch tätig sein zu müssen." tretung, zusammen 6 M. oder 2 Tage Haft. In der Begründung Das Urteil lautete auf je 3 M. oder 1 Tag Haft für jede Ueber hieß es u. a.: Der Angeklagte habe, was die Aussagen ergeben hätten, durch seine Erregtheit einen Auflauf verursacht und sei den Aufforderungen der Beamten nicht nachgekommen. Das Gericht habe aber Aus aller Welt. Die Entwicklung des flugwefens. Kaulsdorf. Die Stichwahl zur Gemeindevertretung zwischen dem Genossen Wilhelm Beyer und dem bürgerlichen Kandidaten Bernsdorf findet am Sonntag, den 17. März, bon 12 Uhr mittags bis 5 Uhr nachmittags statt. Um unseren Kandidaten zum Siege als strafmildernd in Betracht gezogen, daß der Angeklagte Sama- fchlechtert. Erst vor wenigen Tagen hat das deutsche Patentamt zu verhelfen, bedarf es der eifrigsten Mitarbeit aller Genossen, deren Erscheinen zum heutigen Zahlabend bei Bobey unbedingt er forderlich ist. riterdienste geleistet hatte und nach Bekundung der Schuhleute auch etwas angetrunken gewesen sei. Der Amtsanwalt hatte für jeden Fall je 6 M. oder 2 Tage Haft beantragt. Eine Freisprechung hätte dem Interesse der Hilfeleistung für Verunglückte sicherlich mehr entsprochen. Die Brüder Wright, die Pfadfinder der erfolgreichen Flugs verfuche, führen seit mehreren Jahren mit aller Welt Streit. Sie Bruchmühle. Die Vertreterwahlen finden am Freitag, den 15., wollen es unmöglich machen, daß ein europäischer Flugapparat in statt. Die dritte Wählerklasse wählt von 2-3, die zweite von Amerifa verwendet wird, weil sie ihre Erfindung als die einzige 8-14 und die erste von 1/ 4-3/ 44 Uhr. Für die dritte Klasse fan- Schußmann Hein bestritt, den Angeklagten gestoßen oder gezerrt bezeichnen, die sich den technischen Sniff zu eigen machen dürfe, didiert Max Lindholz. Schloffer, und für die zweite Klasse Edmund zu haben, er habe ihn nur weggeschoben. Leip habe geschimpft und nahmen sie vor Jahren überall Patente. Weil ein Apparat ohne die Tragflächen des Flugapparates zu verziehen. Auf diese Idee Biedermann. Bäichezuschneider. Es gilt noch die kurze Zeit bis zur fich aufgeregt, daß die Frau nicht schneller nach einer Unfallstelle Berwindung der Tragflächen nicht gut fliegen fann, glauben fie Wahl auszunüzen für die Aufrüttelung der uns Fernstehenden. Unsere Gegner arbeiten im geheimen mit allen erdenklichen Mitteln. gebracht werde, derweile könne sie sterben Es hatte den Anschein mit ihrem Patentichutz alle Bewerber aus dem Felde geschlagen Sich einmal in der Deffentlichkeit auszusprechen, dazu fehlt ihnen der als sei der Angeklagte angetrunken gewesen. In demselben zu haben, da sie die einzigen wären, die an ihren Apparatem Später haben Mut. So hielt vor kurzem der Vorortverein eine Versammlung Sinne sagte auch ein zweiter Schußmann aus.„ Gewiß," warf hier das Verziehen der Flächen ausführen dürfen. hinter geschlossenen Türen ab. Einige Genossen, die sich trotzdem der Vorsitzende ein, auf der Straße spricht man ja für gewöhnlich viele Erfinder dieses Verziehen an Flugmaschinen angewendet und eingefunden, wurden vor Beginn der Versammlung hinausgewiesen, nicht so leise." Die Zivilzeugen bestätigten, daß der Angeklagte nun führen die Brüder Wright mit diesen Leuten Prozesse wegen da sie keine Einladung bekommen hatten. Die Herren trauen sich nicht übermäßig laut gewesen sei, als er mit dem Beamten den Batentberlegung. Sie haben es in Amerika bewirkt, daß die noch nicht einmal, ihre Kandidaten bekanntzugeben. Wenn nun Wortwechsel hatte. Einfuhr europäischer Konkurrenzapparate verbindert ward, und versuchen es nun, mit einigen europäischen Erfindern anzubinden, in jeder seine Pflicht erfüllt, so muß es uns gelingen, daß auch in unferer Gemeinde wirkliche Arbeitervertreter in das Dorfparlament auf Flugmaschinen mit Verwindung zusprechen werden. Seither der Hoffnung, daß ihnen auch die europäischen Gerichte das Monopol einziehen. stellte sich aber heraus, daß die Verwindung von Tragflächen schon vor dem Patent, das die Wrights erhielten, vor zwanzig und mehr Jahren durch andere Leute ausgeübt worden war. Dadurch haben sich die Aussichten für das Monopol der Wrights verauf Grund solcher Vorprüfungen das Patent der Wrights in Deutschland für nichtig erflärt und der in Frankreich schwebende Patentstreit dürfte demnächst mit einem ebensolchen Mißerfolg für Wahlergebnisse. diese verdienstvollen Amerikaner enden, die bei aller Sympathie, die Boghagen- Rummelsburg. ihnen zukommt, nicht das Recht erhalten dürfen, alle Welt von sich Bei den am gestrigen Tage ſtattgefundenen Gemeindevertreterwahlen in der zweiten Abteilung abbängig zu machen. Dadurch würde die ganze Entwickelung der wurden im Bezirk Borhagen die Kandidaten des Bürgervereins mit Flugmaschine gehemmt, und es ist Tatsache, daß die Apparate der 234 Stimmen gewählt. Die Standidaten des Grundbefizervereins Wrights längst durch bessere überholt sind. Erst vor kurzer Zeit ererhielten infl. etwa 50 Forensenvollmachten 118 Stimmen. Auf Ein entflohener Verführer.. legten die Wrights in Frankreich eine größere Raution für ihren Prozeß, der wohl bald zugunsten der französischen Flieger unsere Parteigenossen John und Müller waren je 70 Stimmen ent- Ein fast unglaubliches Sittenbild entrollte eine Verhandlung, fallen. Bei der Wahl vor zwei Jahren waren für unsere Partei in die gestern unter Ausschluß der Oeffentlichkeit das Schwurgericht Tagen, da die Wrights mit Motorfliegern die ersten geglückten Flüge Wie sehr sich die Technik feit den erledigt werden wird. diesem Bezirk nur 30 Stimmen abgegeben worden. Die verhältnis des Landgerichts II beschäftigte. Der Dentist Fris Schmidt, der unternahmen, entwickelte, sieht man aus den steigenden Höchst mäßig hohe Stimmenzahl, die die Bürgervereinskandidaten auf sich feit dem Jahre 1908 verheiratet ist, betrieb in der Prager Straße leistungen. Vor furzem stellte der Engländer Barring Kemmte bereinigten, ist darauf zurückzuführen, daß das Beamtenwohnhaus, ein zahntechnisches Geschäft. Ein zweites Geschäft, das er in Neuwelches allein etwa 150 Wähler der( nur Beamte) zweiten Ab- kölln betrieb, stand tagsüber unter der Leitung seiner Ehefrau, die mit einem Dauerflug von 400 Kilometer, der mit einem Begleiter teilung aufweist, gefchloffen Mann für Manu für den Bürger gleichfalls Dentistin ist. Im September 1909 zog die damals 18jäh: reford auf. Am 22. Februar schlug der erfolgreiche Franzose Véin einer Höhe von fast 500 Meter ausgeführt wurde, einen Weltvereinsfandidaten stimmte. Im Bezirk Rummelsburg wurde der rige Meta Schöning als Stüße zu ihm und er trat bald mit ihr brines mit einem Schnelligkeitsflug alle früheren Leistungen, denn gemeinſame, vom Grundbesitzerverein, Bürgerverein und Verein der in sehr intimen Verkehr, der sich über längere Zeit fortjente. brines mit einem Schnelligkeitsflug alle früheren Leistungen, denn er bewältigte eine Strecke von 200 Kilometer in 75 Minuten, so daß Gewerbetreibenden aufgestellte Sammelfandidat Beckmann mit Schmidt, der auf seine Frau einen starken suggestiven Einfluß aus174 Stimmen bei auch etwa 50 Papierstimmen gewählt. Unser Ge- übte, hatte jogar die Dreifligkeit, seine Frau in diesen seinen Ver- er eine Stundengeschwindigkeit von fast. 160 kilonoffe Ritter hatte 40- Stimmen erhalten; bei der Wahl vor zwei fehr mit der Schöning einzuweihen und wußte sie zu bestimmen, meter erreichte, die größte, die bisher von einer Flugmaschine zu Jahren waren auf unsere Partei in diesem Bezirk 22 Stimmen ent- an den wüsten Orgien, die er mit der„ Stüße" feierte, selbst teil- berzeichnen ist. Einen Tag danach flog der Franzose abute au während zwei Stunden eine Strecke bon 227,5 Kilometer, fallen. Die Beteiligung betrug im Bezirk Borhagen 47,5 Proz. und zunehmen. Es kam zu Szenen, tie sich jeder Beschreibung entso daß er nur eine Stundenfchnelligkeit von 113,4 Riiometer im Bezirk Rummelsburg 44,9 Proz. ziehen für deren photographische Aufnahme Schmidt aber Sorge trug. Schließlich ging seine Frau nach Amerika, die Schöning aber erreichte, die weit hinter der großartigen Leiſtung zurückſteht, auf die Ober- Schöneweide. Bei der Gemeindevertreterwahl für die blieb bei ihm. Als die Folgen des intimen Verkehrs bei dem Mäd- jezt védrines zurückblicken kann. Nun sind diese Bestleistungen 3. Selafie wurden die bisherigen Vertreter, die Genossen Braune chen sich zeigten, ging fie auf seinen Rat zu der in Schöneberg abermals zurückgedrängt worden, denn Védrines erreeichte bei Bau und Lehmann, wiedergewählt. Im 1. Bezirk erhielt der Genoise wohnenden klugen Frau", Witwe Meta Berndt, geb. Rogge, un Stunde; zeitweilig flog er aber noch schneller, so daß er manche in Südfrankreich eine Geschwindigkeit von 164,4 Kilometern in der Braune 789, der Kandidat der Katholiken Ollesch 86 Stimmen; diese leistete ihr verbotene Hilfe. Als das Mädchen dann von Runde mit einer Geschwindigkeit bis zu 167 Kilometer zurücklegte. im 2. Bezirk Genosse Lehmann 646, der Katholik Wierzyc ihrer Sorge befreit war, trennte sie sich von Schmidt. Dieser drohte mehrfach mit einer Anzeige, falls sie nicht zu ihm zurück- Eine neue Glanzleistung vollführte Tabuteau am legten Montag. Bei der am Sonntag stattgefundenen Stichwahl fchre und als sie dies ablehnte, erstattete er selbst die Anzeige we- Er flog die Strecke Bau- Baris zwischen dem Genossen Edmund Hinge und dem Bürgerlichen den Verbrechens gegen die§§ 218 und 219 St. G.-B. Da bei einer Zwischenlandungen in 5 Stunden 12 Minuten; feine burchschnittliche Bartelt siegte der lettere mit 491 Stimmen gegen Hinge, auf den abgehaltenen Haussuchung bei Schmidt eine große Anzahl Bilder Schnelligkeit betrug 138 Stilometer in der Stunde. fich 898 vereinigten. Die Stichwahl bereitete uns eine gewisse Ent- borgefunden wurden, in welchen die Orgien photographisch festOpfer der Industrie. täuschung, da unsere Stimmenzahl gegen die Hauptwahl nur um 30 gehalten worden sind, und somit sehr gravierendes Material gegen stieg. Es mag die Kolportierung des Gerüchts daran schuld sein, den Denunzianten selbst vorlag, 30g dieser es vor, sich rechtzeitig daß unsere Kandidatur in bezug auf das Grundstücksprivileg nicht unsichtbar zu machen. Gegen das Mädchen und die kluge Frau wurde Anklage erhoben, die nun das Schwurgericht beschäftigte. den gefeßlichen Vorschriften genügt habe. Die Gegner hatten unter Die Geschworenen folgten den Anträgen der Rechtsanwälte Häusstarter Bression auf alle abhängigen Wähler so ziemlich den letzten ler und Bahn und verneinten bezüglich der Berndt das erschwerende Mann an den Wahltisch geschleppt. Moment des erstrebten materiellen Vorteils. Die Angeklagte Schöning wurde zu 4 Monaten, die Angeklagte Berndt zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. 62 Stimmen. Lantwit, Steglit. Bei der Gemeindebertreterwah I fonnte die Sozialdemokratie den ersten Bezirk behaupten. Der sozialdemoetwa 730 Kilometer # mit zwei Auf der Niederrheinischen Hütte in Gelsenkirchen brach am Montag abend an einem Hochofen ein Gerüst. Die darauf befindlichen sieben Arbeiter stürzten in die Tiefe und wurden unter den Trümmern begraben. Gin Arbeiter fonnte nur als Leiche geborgen werden, während die übrigen sechs schwer berlept ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Auf dem Kalischacht Nippa bei Heringen a. d. Werra löste sich ein etwa zehn Zentner schwerer Eisenring, aus seinem Lager und stürzte in die Tiefe. Von den auf dem Grimbe des Schachtes arbeitenden Leuten wurden vier Lebensgefähr lich und drei leichter verlegt. Herrenübermut. 12. 37. Rönnten wir auch nur an Ort und Stelle feststellen..- S. Müller, Briefkaften der Redaktion. Meilen. Haben wir nicht registriert. P. R. 12. Spittelinartt 8-10 Die juristische Sprechstunde findet indenstraße 69, vorn vier Treppen parterre. W. Lehmann. Im Original heißt es: anf die fer", weil dem Fahrstuhl, wochentäglich von 4% 013 7% Uhr abends, Sonnabends, Lateinischen nachgebildet. In forrekter deutscher Sprache miß es heißen: 5. B. 80. Haben wir uns nicht notiert.- Grunewald. von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage auf diese". ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Das Gebiet Groß- Berlin" ist nicht genau umgrenzt. In Berlin fomme. wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beigefügt ist, auf je 100 Einwohner ungefähr 48 männliche und 52 weibliche. N. Nein Der Rittergutsbefizer v. Herzberg auf dem Dorfe Lottin werden nicht beantwortet. Ellige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 2. G. 32. 1. und 2. Nein, sofern Ihre Frau bein eigenes Bermögen Marktbericht von Berlin am 11. März 1912, nach Ermittelung in Pommern, bekannt durch seine famose Aufforderung an die Bau- oder Ginfomment hat. 3. Wird faum zu erreichen sein. 4. Armendirektion. des fönigl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise.( Kleinhandel) Herren auf dem Lande, sozialdemokratische Bauarbeiter brotlos Außerdem fann Ihre Schwiegermutter selber lagen und sich dazu ein 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Stochen 34,00-50,00. Speisebohnen, A. D. 100. Wenn die Ehe nach dem 31. De weige, 35,00-56,00. Linsen 40,00-80,00. zu machen, hat dieser Tage feinen" Arbeitern den Befehl erteilt, Armenattest besorgen. Sartoffeln 9,00-13,00. 1 Stilo zember 1899 geschlossen ist, verbleiben die Haushaltungsgegenstände in daß sie seine entsche zu grüßen haben, ganz gleich, vollem Umfange der finderlosen Witwe. Der Mami fann auch ein Teſtas gramm Rindfleisch, vor der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30 bis 1,80. Schweinefleisch 1,20-1,80. Kalbfleisd) 1,40-2,40. Hammelfleisc ob jemand darin size oder nicht. Beranlassung zu dieser ment errichten. Eine mündliche Erklärung genügt nicht. D.. 85. 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stud Gier 3,80-6,00. 1 Kilogramm „ allerhöchsten Verordnung" war, daß ein Landarbeiter die gnädige 1. bis 5 Nein Anspruch auf Herausgabe haben Sie nur nach Zahlung Starpfen 1,10-2,40. Male 1,80-3,00. Bander 1,60-3,60. echte 1,40—2,60. G. G. 26. 1. Falls nicht das Armenrecht bewillig ist, mur Bariche 1,00-2,00. Schleie 1,50-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stüd Strebje Fran" nicht hundedemütig gegrüßt hatte, weil er nicht fah, daß jene der Miete. 4,00-30,00 in der Kutsche saß. Der„ Sünder" wurde am nächsten Tage entgegen Erstattung der Anwaltskosten. 2. Die Kosten richten sich nach dem Objekt. 3. Nein. 5. M. 10. Das Kind hat die dem Stande der Tassen. Mufter entsprechende Ausbildung zu Beansprüchen. Für den Weigerungsfall R. S. 97. entschei det, falls der Vormund Klage erhebt, das Gericht. 1. Nein. 2. und 3. Falls Beweisführung möglich, ja. R. R. 1912. Beitragsrückerstattung erfolgt nicht. Es empfiehlt sich die Weiterversicherung. A. S. 23. 1. Da die Mietsräume zur Benutzung noch nicht überlaffen find, so ist der Zwangsvevivalfer an den Mietsvertrag nicht gebunden. Der Zwangsverwalter war also zu der Erklärung bevechtigt. 2. Der Eigentümer. 3. Berband der Zimmerer, Engelufer 15. Pflegekind. 1. Nein. Mord und Mordversuch. In Obergermsdorf in Schlesien 2. Wenn ein Ehevertrag vorliegt, nein, andernfalls ja, falls der Mann dev versuchte der Bergarbeiter eist seine vier Kinder im Alter von Prozeßführung zugestimmt hat, 3. Zahlungspflichtig sind Sie. 100. 1. Nein. 2. Ja: F. S. 101. 1. und 2. Auskunft erteilt dev 2 bis 11 Jahren in einem Zeide zu ertränken. Die beiden Verband der städtischen Arbeiter, Engelufer 15, dem die strankenpfleger anjüngsten Kinder hatte er schon in das Wasser geworfen, geschlossen sind. 3a. Das Mädchen bleibt füte die Vertragsdauer haftbar; als er air der Vollendung feines Verbrechens gehindert wurde. Gin der Mann hat feine Zahlungspflicht. b. Der Mann fann Herausgabe G. 2. 100. Meldung beim vierjähriges Kind konnte noch lebend aus dem Wasser errettet werden, fordern, für Weigerungsfall lager. während das zweijährige Kind ertraut. Weist wurde Polizeipräsidium, wo die nähere Auskunft erteilt wird. Frauen, die älter als 27 Jahre find, haben wenig Aussicht auf Einstellung. 2. 13. berbaffet. 1. An das Kaiserliche Kommando der 1. Matrosendivision Kiel oder an das Kaiserliche Kommando der II. Matrosendivision Wilhelmshaven. 2. Mindestens dreijährige Dienstzeit Der Meldung ist ein vom Zivilvorfizenden der Ersay tommission auszustellender Meldeschein beizufügen. Dem Gesuch auf Erteilung des Meldescheins sind Geburtszeugnis, schriftliche Einwilligung Baters und des Führungszeugnis der Polizeibehörde beizufügen. Bei solch mittelalterlichen Verhältnissen ist es fein Wunder, wenn den Junken die Arbeiter davonlaufen. Kleine Notizen. Opfer des Sports. Wie wir gestern meldeten, wurde in der Schloßbachtla mm( Tiroler Alpen) die Leiche eines verunglückten Touristen gefunden. Inzwischen hat man auch den Leichnam des Alveiten bei der Bergrour verunglückten Touristen gefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß der zuerst aufgefundene Tourist Harweich tödlich abgestürzt ist, während der jetzt auf gefundene Tote, der Sohn des Regierungsrats Pirsch aus Münster, infolge Erschöpfung gestorben ist. Aus der Untersuchungshaft entfaffen. Der englische Boyer 7. R. Reelle Firma lieferf Möbel an solide Leute jetzt auch auf Teilzahlung gediegen, billig u. diskret. Evtl. ohne Anzahlung. Geff. Off. u. W. 1 an d. Exp. d., Vorw.". * Frack- Verleih- Institut das Handbuch für sozialdemokratische Reichstagswähler dürfte Ihrem Wunſche S. Berg Nachf. Borchardt, Tel. Nord 7402. Frad, Gebrod, Smoking- Anzüge, für jede Größe paffend, in großer Aus G. G. 23. Wurm nnd Bernstein haben diefe Materie bearbeitet. Auch wahl vorrätig. entsprechen. 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Donnerstag zum erstenmal Das Geisterfenster. Berliner Alk- Trio ULK Rixdorf- Berlin. Lahnstr.74. Urania. Zirkus Buseh Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Zirkus Mittwoch, den 13. März 1912: Um 7, Uhr: Beginn des gr. zirzensischen Programms. Die Pantomime muß am heutigen Abend ausfallen, da außer dem großen zirzensischen Programm innerhalb der internationalen Ringkämpfe ein außerordentlicher Entscheidungskampf zwischen zwei der erstklassigsten Ringer zu Ende geführt werden A. Schumann muß. Da die Veröffentlichung Heute Mittwoch 7, Uhr: Die besten Radkünstler 5 Herren Aurora 5 mit ihrem lebenden Karussell sowie Auftreten von Fräulein Dora Schumann und. allen übrigen neuen Spezialitäten. Um 9 Uhr: Beginn des his jetzt unübertroffe nen, einzig dastehenden Ausstattungsstückes Das Motorpferd in 5 Akten der Namen dieser Ringer in den Inseraten von seiten der Behörde nicht gestattet ist, verweisen wir das geehrte Publikum auf den Weg der mündlichen bezw. telephonischen Anfrage im Zirkus selbst resp. auf etwaige Angaben in den sportlichen Tageszeitungen, speziell den Mittagsausgaben. Beginn der Ringkämpfe schon 9 Uhr.. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 14. März: und der großen Schlußapotheose Der Kampf ums Dalein. mit noch nie dagewesen. Effekten. Voigt- Theater. Gesundbrunnen Badstraße 58. Mittwoch, den 13. März 1912: Bum Benefiz für Fräulein Hedwig Krahmer: Gänseliesel. Schauspiel in 5 Aften nach Nathalie von Eschtruth. Staffeneröffnung 7, Anfang 8% Uhr. A Admiralspalast Am Bahnhof Friedrichstrasse Allabendlich: Tänze auf d. Eise. D. kleine Charlotte Weltmeister Bror Meyer. Das prächtige Eisballett Alpenzauber. 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Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 13. März, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Martha- Kirchhofes in Ahrens. felde aus statt. 257/8 Die Ortsverwaltung. Verband der Lederarbeiter. Hiermit den Kollegen zur Nachricht, daß am 10. d. Wits. unfer Mitglied, der Handschuhmacher Franz Gehrke im Alter von 64 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. März, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Luther- Kirchhofes in Lanfwit aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Wilhelm Slotawa Turmstr. 81, Waldenserstr. 34 Littauer, Vertr.Wilke, R., Berliners, 84, Hermannst. 59/60. Singer Nähmaschinen Läden in allen Stadtteilen. Afrana- Nähmaschinen G.A. Büttner, Andreasstr. 79, PetersburgerResterhandlungen Uhren u. Goldwaren OscarAldag, Charl., Krummest.29. J. Behrendt, Wrangelstr. 52. Otto Brauer, Müllerstr. 164. Spandauerst. 32 Pauline Preissing, Reinickendferst.13,1, Charlottenburg..Hirsch, fr. fron LuiseFrömel, Greifswalderstr. 199. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maurer Otto Domke ( Bezirk Moabit) am 10. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Am 11. März verschied nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Amalie Grabbert geb. Gerich im 49. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Johann Grabbert nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. März, nachmittags 33 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus Apostel Kirchhofes, Müllerstraße, aus statt. B S Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die schönen Kranz- und Blumenspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, Mutter und Großmutter Emilie Kirchner sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Deutschen Bauarbeiterverband( Sektion der Puker) unseren herzlichsten Dant. 23602 Gustav Kirchner, nebst Tochter und Schwiegersohn. Mittwoch, den 13. März, na Kranzspenden mittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in der Müllerstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 137/19 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Max Hinz am 11. d. Mts. an Lungen- und Halsleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Segens- Kirchhofes in Weißensee, Gustav- Adolf- Straße, aus statt. 113/16 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Der Vorstand. Dr.Simmel Danksagung. Spezial- Arzt Für die vielen Beweise herzlicher für Haut- und Harnleiden. Teilnahme bei der Beerdigung meines dicht am Mannes fagen wir allen Berwandten, Prinzenstr. 41, Moritzplatz Bekannten und sämtlichen Kollegen 10-2. 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. der Firma Hauptner, dem Metallarbeiterverband, den Genossen des 4. 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Jochmann, Bietenstr. 41 B. Riedel, Hermannstr. 46 P. Wonneberger, Weisestr. 24 K. Gerlach, Barthestr. 70 G. Saft. Barthestr. 58 Th. Pohnke, Barthestr. 73 M. Riese, Faltstr. 20 G. Seidel, Jägerstr. 7 M. Meier( we.). Weserstr. 168 W. Karger, Herzbergstr. 21 0. Schönbrunn, Richardstr. 61 H. Burck, Weichselplag 4 P. Jünger, Bürfnerstr. 5 W. Rademacher, Hobrechtstr. 19 F. Klein, Stottbuser Damm 12 Jos. Orth, Emser Str. 26 Nachstehende Fleischermeister, die zurzeit eine Gesellen beschäftigen, haben ebenfalls ihre Zustimmung erklärt: E. Schilde, Herrfurthstr. 23 C. Immrich, Nogatstr. 14 Ludwig, Schillerpromenade 8 M. Falkner, Donaustr. 7 Berlin NO., Elisabethstr. 11. 288/4 Zentralverband der Fleischer. Teleph, Amt: Königstadt Nr. 3024. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Injeratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwarts Buchdruckerei u. We clagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 61. 29. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 13. Mär 1912. Der Zahlabend für Groß- Berlin Partei- Angelegenheiten. findet heute abend statt. Julen hinzu, so daß deren Gesamtzahl auf 21 steigt. Sie Dabei griff man denn auch einen jungen Burschen auf, der sich dork werden eröffnet in den Häusern Friedenstr. 37, Graefeftr. 85/88, herumtrieb. Als man ihn aber den Leuten gegenüberstellte, die die Rigaer Str. 100, Hochstr. 4, Koloniestr. 8. räuberischen Fahrgäste Grundmanns gesehen haben, ergab sich, daß 2. Wahlkreis, Friedrichstadt. Mittwoch, den 13. März, bei Jul. zu melden sind auch wieder Verlegungen von Schulen, er zu ihnen nicht gehört. Auch für den neuen Raubanfall kommt er nicht in Betracht. Meyer, Oranienstr. 103: 3 a 5 labend der ganzen dritten die ihre eigenen Schulhäuser nach deren Fertigstellung Das Befinden Grundmanns hat sich im Krankenhaus verAbteilung. März- Gedenkfeier. Vortrag des Stadtverordneten beziehen werden. Mit Beginn des Sommerhalbjahres siedeln über schlechtert. Wenn er auch sonst voraussichtlich ganz geheilt werden Genossen Mar Grunwald. in den Neubau Goßlerstr. 39 die 227. Knaben Gemeinde- wird, so wird es ihm doch nicht mehr möglich sein, seinen Beruf Abends 212 Uhr: 8 ahInacht für Buchdrucker, Stereotypeure, schule und die 287. Mädchen- Gemeindeschule, beide aus weiter auszuüben, weil sein Augenlicht durch die Nachwirkungen der Sino- Operateure. Donnerstag, früh 5 Uhr: 3abImorgen für Druderei- ihrem Mietshaus Stralauer Allee 25, und in den Neubau Schußverletzungen start geschwächt bleiben wird. nachtarbeiter. Genosse Franz Wendel über:" England, Land und Ibsenstr. 17 die 49. Mädchen Gemeindeschule aus dem Der Vorstand. Mietshaus Schönhauser Allee 103, die Gemeindeschule aus dem Mietshaus Schönhauser Allee 108, die 13. Silfsschule gleichfalls aus dem Mietshaus Schönhauser Allee 108. Leute". Sechster Wahlkreis. Die Genossen des Gesundbrunnens veranstalten am Donnerstag, den 28. März, abends 8 Uhr, eine Theatervorstellung im Boigt Theater, Badstr. 58. Zur Aufführung gelangt: " Die Kreuzelschreiber" von Anzengruber. Preis des Billetts 30 Pf., Theaterzettel am Eingang. Die Billetts gelangen am heutigen Zahlabend zur Ausgabe. Wilmersdorf- Halensee. Eine Flugblattverbreitung zur Agitation für die Konsumgenossenschaft findet Donnerstag abend 7 Uhr von ben bekannten Stellen aus statt. Mitglieder der Konsumgenossenschaft, die nicht von anderen Stellen aus ihrer Pflicht genügen, wollen sich in einem der folgenden Lokale einfinden: Selke, Brandenburgische Straße 69; Fischer, Durlacher Straße 3; PottSchieß, Barezer Straße 2; Sengebusch, Karlsruher Straße 16. 8 Nieder- Schöneweide. Heute Mittwoch, den 13. d. M.. abends = 803. Knaben Sein Mandat als Stadtverordneter niedergelegt hat der Professor Dr. Nernst wegen Ueberbürbung mit Amtsgeschäften, die es ihm un möglich machen, sein Mandat voll auszufüllen. Herr Nernst wurde im vorigen Jahre zum ersten Male im 10. Gemeindewahlbezirk der ersten Abteilung, bei einer Ersatzwahl für den verstorbenen Stadtverordneten Seeger neu gewählt und wurde dann im Herbst darauf auf sechs Jahre wiedergewählt. Schwerer Absturz zweier Fliegeroffiziere. Gestern vormittag gegen 10 Uhr hat sich auf Schlachtenseer Gebiet, in der Nähe der Gastwirtschaft von Mochow, ein schwerer Unfall zugetragen, durch den zwei Fliegeroffiziere verlegt wurden. Infolge einer Motorexplosion stürzten Leutnant Engiver und Leutnant Sollmiz, der erst fürzlich einen erfolgreichen Flug mit Dberleutnant Bahrends nach Hamburg gemacht hat, aus 100 Meter Söhe ab, wobei Leutnant Sollmig lebensgefährliche Ber wundungen erlitt, während der Führer, Leutnant Engwer, Ueber den beklagenswerten leichtere Verlegungen davontrug. Unfall werden uns folgende Einzelheiten mitgeteilt: Gestern morgen waren Leutnant Engwer und Leutnant Sollmiz Der Sittlichkeitsapostel als Knabenverführer. von Döberig nach Johannisthal gekommen, um einen Harlan Der Deutsch- evangelische Verein zur Förderung der Sittlichkeit Eindecker mit 100 PS.- Argusmotor von Johannisthal nach dem sucht sich den Sittlichkeitsapostel von den Rockschößen abzuschütteln; Militärflugfeld zu steuern. Leutnant Engwer übernahm die 8 Uhr, Zahlabend in den Bezirkslokalen. Der Vorstand. er schreibt uns folgende Berichtigung: Wilhelin von Hennings, Dabendorf bei Zoffen. Am Sonnabend, den 16. d. Mts., abends von dessen bedauerlichem Bergehen Sie berichteten, ist nicht Schrift: Führung, während Leutnant Sollmiz neben ihm als Passagier Plazz Uhr, bei Wiese: Mitgliederversammlung. Wichtige Tages- führer des Deutschen Sittlichkeitsvereins. Er kann nicht als litera- nahm. Das Wetter war unfreundlich und rauh und der Wind beDer Borstand. rische Kraft der deutschen Sittlichkeitsbewegung gelten, da er erst faß eine Stärke von sechs bis sieben Sekundenmetern. Der Ertner. Heute Mittwoch, den 13. d. Mts.: Mitgliederversamm- seit Dezember 1911 probeweise in unserer Geschäftsstelle angestellt Eindeder kam kurz vor 10 1hr glatt vom Start ab und In der Bekämpfung der Bestrebungen des Deutschen Bundes nahm in 100 Meter Höhe nordwestliche Richtung ein. Inng. Es ist eine wichtige Tagesordnung zu erledigen. für Mutterschutz und des wissenschaftlich- humanitären Komitees ist beiden Offiziere gelangten trotz der Böen, die den Eindecker er nicht hervorgetreten und hatte feine Eingaben an die Behörden heftig schüttelten, über Zehlendorf bis nach Schlachtenfee. In in Sachen der Schutzmittel- Automaten zu machen." der Nähe des Flugfeldes Teltow, das sie überflogen, war der Der Räuber vom Spittelmarkt, über dessen Untat wir in rightflieger Witte gerade aufgestiegen und schickte sich an, die voriger Woche berichteten, befindet sich hinter Schloß und Riegel. beiden Offiziere eine Strede weit zu begleiten. In der Nähe des Der 18 Jahre alte Hausdiener Alois Pyttlid überfiel, wie wir mit Restaurants von Mochow über einer Waldlichtung flog plöglich die teilten, frühmorgens die 57 Jahre alte Witwe Ernestine Schell, Schraube des Apparats in der Luft ab, das im Kurbelgehäuse als sie Spittelmarkt 8/10 die Schankwirtschaft ihres Neffen Lutas befindliche Del wurde herausgeschleudert und blendete die beiden Wald aufmachte, schlug sie mit einem Stod und anderen Wert- Flieger vollständig. Leutnant Engwer fonnte nichts mehr sehen, jedoch den Apparat automatisch auf Gleitflug ein. zeugen nieder, schleppte sie nach dem Keller, raubte ihr 120 M. und stellte ließ sie liegen. Als die Beraubte wieder zu sich kam und um Hilfe Dabei hat er das Höhensteuer offenbar zu heftig angezogen, rief, war der Räuber längst verschwunden. Gestern abend wurde denn das Flugzeug schoß fast senkrecht zu Boden, überschlug er, wie von dort berichtet wird, in Lauban in Niederschlesien erkannt sich und prallte dann auf den Boden auf, so daß der Motor sich und festgenommen. Er hatte sich von Berlin aus gleich dorthin in das lockere Erdreich tief einbohrte. Der Eindecker wurde gewandt. ordnung. Die Bezirksleitung. Bernau. Morgen Donnerstag, den 14. d. M., für alle Bezirke: Zahlabend in den bekannten Lokalen. Die Bezirksleitung. Ladeburg. Morgen Donnerstag, den 14. d. M.: Zahlabend bei Häfe am Rollberg. Der Vorstand. Trebbin. Am Sonnabend, den 16. März, abends 8 Uhr, im Gesellschaftshaus( Emil Schulze): Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Kasse und Aufnahme neuer Mitglieder, 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Parteiangelegenheiten. Spandau. Am Donnerstag, den 14. März, abends 8 Uhr, findet eine Protestversammlung im Saale von Borchardt, Seeburger Str. 27, statt. Reichstagsabgeordneter Pe us spricht über: Das neue Einkommensteuergejes, eine indirekte Verteuerung der Lebensmittel". Ein recht zahlreiches Erscheinen der Parteigenossen wird erwartet. " Berliner Nachrichten. war. Die vollständig zertrümmert und begrub die beiden Insassen unter sich. Von dem nahen Restaurant hatte man den Unfall beobachtet. Der Wirt, fein Hausdiener und ein zufällig anwesender Polizeibeamter eilten an die Unfallstelle, die etwa 100 Meter vom Walde entfernt in einer Lichtung liegt. So schnell als möglich riffen sie die Leinwand der Flügel auf, um den unter einem Gewirr von Drähten und Spanten liegenten Offizieren zu Hilfe zu kommen. Leutnant Engwer war bei voller Besinnung und vermochte sich zum Teil selbst zu befreien. Den bereinten Anstrengungen gelang es innerhalb weniger Minuten, den bewußtlos gewordenen Leutnant Sollmitz hervorzuziehen. Der Offizier tam für einige Minuten zur Besinnung, berlor dann aber das Bewußtsein vollständig. Inzwischen war auf telephonischen Anruf ein Arzt aus einem nahen Sanatorium sowie die Behlendorfer Rettungswache herbeigerufen worden. Wenige Minuten später landete auch Witte in der Nähe der Unfallstation. In einem Krankenwagen wurde Leutnant Sollmitz nach dem Kreiskrankenhause Groß- Lichterfelde gebracht, wo er sofort in den Operationsjaal geschafft wurde. Nach Ansicht der Aerzte dürfte der Offizier einen Schädelbruch und innere Verlegungen davongetragen haben. Sein Befinden ist besorgniserregend, doch besteht Hoffnung, ihn am Leben au erhalten. Vom Flugfelde Döberig wurde nach Bekanntwerden des Unfalls ein Automobil mit mehreren Offizieren an die Unfallstelle entsandt. Ueber die Festnahme des Räubers Alois Pyttlid wird berichtet: In der letzten Nacht ist hier der Mörder Alois Pyttlid aus Berlin festgenommen worden. Gegen 2 Uhr nachts bemerkte der PolizeiVerkehrsfragen. Die Kontinentale Gesellschaft für elek- beamte Sommer einen jungen Mann, der trotz der Kälte ohne trische Unternehmungen in Nürnberg, Abteilung für Schwebe- Baletot im Straßenanzug auf einer Hausschwelle saß und schlief. bahnen, hatte bekanntlich die Absicht, eine Schwebe bahn Der Beamte betrachtete den Unbekannten näher und bemerkte eine vom Gesundbrunnen nach Neukölln zu bauen. Eine Probe- Aehnlichkeit mit der ingwischen auch in Lauban eingetroffenen Strecke der Bahn steht seit Jahren in der Brunnenstraße. Das Photographie Pyttlids. Der Polizist nahm den Unbekannten fest Projekt hat nicht die Zustimmung der städtischen Behörden und brachte ihn auf die Wache, wo Byttlid, der völlig erschöpft war, gefunden. Diese haben vielmehr vor einiger Zeit mit der zuerst um etwas Nahrung bat. Bei dem folgenden Verhör gab er A. E.-G. einen Vertrag über die Anlegung einer Schnellbahn unumwunden zu, der Gesuchte zu sein, und gestand die Tat voll Gesundbrunnen- Neukölln, die zum größten Teil als Unter- tommen ein. Nach seiner Darstellung ist er, nachdem er Frau grundbahn gebaut wird, geschlossen. Inzwischen hatte die Schell in den Keller geschafft hatte, mit der Kaffe, in der sich 98 M. Kontinentale Gesellschaft beim Oberpräsidenten das klein- befanden, auf der Untergrundbahn vom Spittelmarkt aus bis zum bahngefegliche Ergänzungsverfahren beantragt, um Reichstanzlerplatz gefahren. Er irrie erst im Grunewald umher die mangelnde Zustimmung der Stadt Berlin zum Bau der und begab sich dann nach Charlottenburg zurüd, wo er eine Mit Schwebebahn zu erhalten. Die Gesellschaft hat jetzt dem tagszeitung faufte, in welcher er die genaue Beschreibung der Tat Oberpräsidenten angezeigt, daß sie ihren Ergänzungsantrag und den gegen ihn ausgesprochenen Verdacht fand. Er wanderte mit Bezug auf die gegenwärtige Gestaltung des Projektes dann zu Fuß nach Berlin zurück und fuhr von hier aus mit dem zurücknehme. Veranlassung dazu gebe ihr die geänderte Sach- nächsten Zug nach Ludenwalde, wo er sich mehrere Tage aufhielt. lage, wonach mit dem 1. April der Zweckverband Groß- Berlin Von Luckenwalde fuhr er nach Leipzig, doch fühlte er sich dort nicht in die bisherigen Rechte der Einzelgemeinde bezüglich der recht sicher und begab sich schon nach kurzem Aufenthalt nach Ein weiterer schwerer Unfall aus der Aviatik wird aus Teltow fleinbahngefeglichen Zustimmung der Wegeunterhaltungs- Sommerfeld in Schlesien, wo er sich zwei Tage aufhielt. In pflichtigen eintrete. Die Gesellschaft fündet gleichzeitig an, Sommerfeld begannen ihm, obwohl er während der ganzen Zeit gemeldet: Dort ist auf dem Flugplatz gestern nachmittag der daß sie beabsichtige, ihr bisheriges Projekt in erheblich er- sehr sparsam gelebt hatte, die Barmittel auszugehen, und er fuhr Ingenieur Stein mit seinem selbstkonstruierten Eindecker ab. weiterter Form dem Zweckverband vorzulegen. Die Verkehrs- mit seinem lebten Gelde nach Lauban. Hier kam er abends gegen gestürzt und hat schwere Verlegungen davongetragen. deputation wird nunmehr unverzüglich die Beseitigung der Uhr an und versuchte bei mehreren Trödlern seinen grauen Wegen umfangreicher Warenschwindeleien sind gestern von der Probestrecke in der Brunnenstraße von der Gesellschaft ver- Sommerpaletot zu verkaufen, um sich mit dem Erlös weiterSchöneberger Kriminalpolizei ein Kaufmann Schäfer und mehrere langen. Der Verkehrsdeputation lag in ihrer gestrigen zuhelfen. Die Althändler wiesen ihn jedoch sämtlich ab, und so Selfershelfer verhaftet worden. Die Verhafteten werden beschuldigt, Sizung ein Projekt für den Bau eines großen Straßenbahn- mußte Pyttlick hungernd und frierend auf der Straße kampieren. in verschiedenen Stadtteilen Geschäftsräume eingerichtet und bedeu depots mit Verwaltungsgebäude auf dem städtischen Ge- Dort wurde er dann von dem Polizeibeamten aufgegriffen. Pytt- tende Warenschwindeleien betrieben zu haben. lände in der Geibelstraße, der sogenannten Südeisbahn, vor. lick dürfte im Laufe des morgigen Tages nach Berlin übergeführt Wegen einer Gasexplosion wurde gestern früh um 4½ Uhr die Die Anlagen sind für die drei städtischen Südlinien, die von Berliner Feuerwehr nach der Warschauer Straße 26 alarmiert. Neukölln bezw. der Großbeeren. bezw. der Großgörschen- Unter Podenverdacht erkrankten am Freitag voriger Woche Dort war in einer Küche der Schlauch von einem Gastocher undicht straße demnächst nach dem Stadtinnern( Dönhoffplak bezw. in dem Hause Koloniestr. 1, auf dem sich schon seit Jahren eine geworden, so daß bei offenem Gashahn Gas ausströmen fonnte. Markgrafen. Ede Behrenstraße) gebaut werden sollen, be- größere Bigeuneransiedelung befindet, die Zigeunerfrau Madener Als die Frau Marie Heidrich die Küche betrat, erfolgte die und ihr 12 Jahre alter Sohn. Beide wurden auf Veranlassung des Explosion. In der Küche und dem angrenzenden Wohnzimmer stimmt. Das Projekt fand die Zustimmung der Deputation. Kreisarztes nach dem Birchow- Krankenhause gebracht. Vorsichts- wurden Fenster zertrümmert, auch gerieten Gardinen u. a. in Für die Gemeindeschulen Berlins bringt das tommende Sommer- halber wurden die Räume gründlich gesäubert und die übrigen Be- Brand. Frau Heidrich erlitt Brandwunden an beiden Händen und halbjahr wieder einige Aenderungen. wohner des Hauses geimpft. Der Verdacht, der zu diesen Maß- am Kopf jowie einen Nervenchoc, weshalb sie ärztliche Hilfe in An regeln Veranlassung gab, hat sich aber nicht bestätigt. Die genauere spruch nehmen mußte. Der Feuerwehr gelang es, die Gefahr schnell Untersuchung der beiden Erkrankungen ist jetzt abgeschlossen und hat zu beseitigen. gezeigt, daß es sich nicht um die Bocken handelt. werden. Wieder wird im Innern der Stadt eine Gemeindeschule aufgelöst, diesmal die 51. Mädchen Gemeindeschule, die Ein großer Dachstuhlbrand kam in der Nacht zum Dienstag um 3 Uhr im Hause Niederwallstr. 6/7 sich befindet. Sie hat in diesem Winterhalbjahr noch 15 Stlaffen mit 518 Stindern, so daß man eigentlich noch Einen schweren Verlust erlitt vorgestern nachmittag eine Frau L., am Görlizer Ufer 5 aus noch nicht ermittelter Ursache zum Aus. nicht sagen kann, es habe ihr bereits an Nachwuchs gefehlt. Da sich die um 4 Uhr von der Gertraudtenstraße aus nach der Landsberger bruch. Als die Gefahr bemerkt wurde, standen schon die Bodenver. Allee fuhr. Sie benutte einen Wagen der Straßenbahnlinie 64. schläge und der Dachstuhl in ganzer Ausdehnung in Flammen. Der nicht sogleich für die ganze Schule die Auflösung durchführen Als sie ihn an der Haltestelle vor der Papenhofer- Brauerei verließ. Brandinspettor ließ unverzüglich über eine mechanische Leiter und Läßt, so werden ihre oberen Klassen von Dstern ab zunächst entdeckte sie zu ihrem Echreden, daß sie ihre grünliche, lederne die Treppen mit mehreren Schlauchleitungen angreifen und kräftig noch der in demselben Hause untergebrachten 180. Sinaben- Handtasche nicht mehr besaß. Die Tasche enthielt nicht weniger als löschen. Nach zweistündiger Tätigkeit war jede Gefahr beseitigt. Gemeindeschule als Filiale zugewiesen. Die 130. Schule 13 575 M., die die Frau zum Antauf einer Fabrik benußen wollte. Ein zweiter Dachstuhlbrand beschäftigte die Feuerwehr in der wird somit bis auf weiteres gemischte Schule für Stnaben und Das Geld besteht in 12 Tausendmarkscheinen, 10 Sundertmark- Potsdamer Straße 1. Hier konnte das Feuer bald auf seinen Herd Mädchen. Die Auflösung ist beschieden auch der 6. Knaben scheinen und hartem Gelde: für 570 M. Gold und für 5 M. Silber. beschränkt werden. Es soll durch die elektrische Lichtanlage aus. Gemeindeschule im Hause Georgenkirchstr. 11, die in diesem Die Frau bermutet, daß ihr die Tasche im Straßenbahnwagen ab. gekommen jein. Gleichzeitig mußte in der Großen Hamburger Winterhalbjahr noch 15 Klaffen mit 653 Kindern hat. Schon im handen gekommen sei, weil sie sich bestimmt zu erinnern glaubt, Straße 4 ein Tischlereibrand gelöscht werden. Hölzer und Späne fie beim Besteigen des Wagens noch besessen zu haben. Sie hält es brannten dort. Durch kräftiges Wassergeben wurde die Gefahr auf Sommerhalbjahr wird ihr„ Abbau" damit beginnen, daß fie zu aber immerhin auch für möglich, daß sie sie schon vorher verloren die Tischlerei beschränkt. Ostern keine ſechsjährigen Schulrekruten mehr aufnimmt. Bis zur hat. Auf die Wiederbeschaffung hat sie eine angemessene Belohnung Der 21. Löschzug hatte längere Zeit in der Koloniestr. 16/17 völligen Einziehung wird es dann wahrscheinlich keine zwei Jahre ausgesetzt. zu tun, wo in einer Kohlenanzünderfabrik Feuer entstanden war und die Flammen an Kohlenanzündern, Schaldecken, Treppen, dem mehr dauern. Der Revolveranfall auf den Kraftwagenführer Grundmann, Dachgesims usw. schnell Nahrung gefunden hatten. Auch hier geDiesen Schulauflösungen im Innern der Stadt ſtehen Er- über den berichtet wurde, ist immer noch nicht weiter aufgeklärt. lang es, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Am öffnungen neuer Schulen in den Außenvierteln gegenüber. Zu Gestern abend um 10 Uhr meldete ein junger Mann einen neuen Grünen Weg 104 brannte ferner das Dach eines Stalles auf dem Ostern muß wieder eine Mädchen Gemeindeschule in dem Raubanfall von der Döberizer Heerstraße. Als der Mann diese sofe und in der Spenerstraße 34 ein Bigarrengeschäft. Außer nördlichen Teil der Schönhauser Borstadt eröffnet werden, weil Straße entlang ging, sprangen, wieder in der Nähe der Brücke, zwei dem hatte die Wehr noch an verschiedenen Stellen zu tun. dort die Bevölkerung weiter zugenommen hat. Die neue Schule erhält junge Leute aus dem Gebüsch heraus auf ihn zu, padten ihn, hielten die Bezeichnung„ 51. Echule", die nach Einziehung der Schule in ihn fest und verlangten sein Geld. Er versicherte, daß er feins habe, bot ihnen aber in der Angst seinen Ueberzieher an, um sie Untergebracht wird die neue der Niederwallstraße frei wird. 51. Schule bis auf weiteres im Mietshaus Schönhauser Allee 103 szuwerden. Diesen schlugen die Räuber jedoch aus. Ohne ihn weiter zu belästigen, liefen sie dann in das Gebüsch zurück. Die in den Räumen einer anderen Schule, die bisher hier gehaust, hat, Kriminalpolizei rechnete mit der Möglichkeit, daß die Wegelagerer aber zu Ostern in ein eigenes Echulhaus übersiedeln kann., Bon die beiden Räuber sein fönnten, die Grundmann überfielen. Sie neuen Schulen kommen außerdem nur noch fünf Silfs veranlaßte deshalb die Ortspolizei, sofort das Gelände abzusuchen. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach Stadtv. Kuznizki( tomm.- fortschr. Fratt.) sein " Aus der Gemeindevertretersizung. Eine Tegel. Bebauern darüber aus, daß in der letzten Versammlung sich der zustellen zur Verteilung an Arme! Dieselbe Mehrheit hatte einen, Schullasten 273 000 M. Dies sei ein ganz ungewöhnliches Ver Stadtv. Bamberg, unterstützt vom Magistrat, in äußerst rigoroser von der Sozialdemokratie befürworteten Antrag abgelehnt, der die hältnis, und doch dürfe hierbei vom Sparen keine Rede sein. Bei Weise über eine Ventilationsanlage im Krankenhause geäußert habe. Bahlung von Teurungszulagen an städtische Beamten und Arbeiter Rapitel Sapital- und Schuldenverwaltung wies Redner auf die Anscheinend habe man durch ein solches Urteil dem Baurat Egeling forderte. Der Zweck des anderen Beschlusses lag ja auf der Hand, außerordentlichen Schwierigkeiten hin, mit denen die Gemeinde eins versetzen wollen. Stadtrat Rabenow hält seine früheren man rechnete darauf, daß er nur papierne Bedeutung habe. Von seit vielen Jahren zu kämpfen hat. Durch die enormen AufwenAusführungen aufrecht und meinte, es solle niemand beleidigt werden. feiner Ausführung hörte man nichts, aber auch nichts davon, daß bungen für Straßenpflasterungen z. B. sei ein Zustand geschaffen Nach längerem Wortgeplänkel hierüber kam zunächst der von der der Magistrat ihm nicht beigetreten sei. Vor 4 Wochen beantragten worden, unter dem die jetzige Generation schwer zu leiden habe. sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Antrag zur Be- unsere Genossen erneut, städtischen Beamten und Arbeitern Teu- Gine baldige Gesundung der Verhältnisse sei nur zu erwarten, ratung, der verlangt, daß, wenn städtisches Land verpachtet werde, ringszulagen zu gewähren. Nun vereinigte sich auf den Antrag wenn die Gemeinde in den nächsten 4-5 Jahren nicht gezwungen feine sogenannten General- oder Unterpächter herangezogen werden eine Majorität. Aber vergeblich warteten die Beamten und Arbeiter wird, neue Anleihen aufzunehmen. Aus der Elektrizitätsverwaldürfen. Der Ausschuß, dem der Antrag überwiesen worden war, auf die Auszahlung der Zulage. Sie bekamen nichts und die Stadt- tung sei eine höhere Einnahme als in den Vorjahren zu verzeichempfahl folgende Fassung: Ländereien, welche von der Stadt ver- verordneten hörten nichts. Seit jener Beschlußfassung wurde in der nen; dagegen werde die elektrische Straßenbahn in diesem Jahre pachtet werden, find in eigener Regie zu verpachten oder an Vereine, vergangenen Woche die zweite Stadtverordnetensitung ab- so gut wie nichts einbringen, weil wegen der Eisenbahnhöherlegung welche der Stadt die Garantie bieten, daß die Unterpächter nicht gehalten. Der Magistrat ließ nichts darüber verlauten, warum er die Linienführung geändert werden mußte. Die Finanzen müßten übervorteilt werden. Sobald städtisches Gelände frei wird, soll es weder den einen noch den anderen Beschluß ausführte. Gine zur in Zukunft überhaupt anders geregelt werden, und zwar so, daß möglichst nur zu Laubenkoloniezweden verpachtet werden. Dem Verhandlung stehende Petition städtischer Arbeiter, welche die Rege- die Ausgaben erst nach der Bewilligung vorgenommen werden. wurde einmütig zugestimmt. Hierauf erfolgte die Beratung über lung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse betraf, gab unseren Ge- 8um Schluß entwidelte Redner ein Programm der Grund- und die Pflichtfortbildungsschule. Das neue Ortsstatut sieht die Aus- nossen Gelegenheit, den Magistrat zu stellen. Und nun kam es Bodenpolitif, wie sie die Gemeinde betreiben müßte. In der dehnung der Schulpflicht bis zum vollendeten 18. Lebensjahre vor, heraus: Der Magistrat habe dem einen Beschluß aus grundsäß- allgemeinen Diskussion nahm nach dem G.-V. Reiff Genosse Fesser ferner die Schulpflicht für die ungelernten Arbeiter, die Zulassung lichen, dem anderen aus Billigkeitsgründen die Zustimmung ver- das Wort, um seine Anerkennung darüber auszusprechen, daß es von weiblichen Personen zu den kaufmännischen Klassen, die Ein- sagt. Kein Wort der Entschuldigung, daß er der Versammlung von trotz der gestiegenen Mehraufwendungen gelungen ist, den Steuerführung von Turnunterricht und die halbjährliche Neufestiegung des seinen Beschlüssen keine Kenntnis gegeben. Das macht man einfach jak von 150 Proz. beizubehalten. Doch bezeichnete er es als begenauen Stundenplanes durch den Magistrat. Die Erhebung so! Von den Bürgerlichen rührte sich niemand. Der Magistrat er- dauerlich, daß so manche wichtige kommunal politische Forderung von Schulgeld wurde abgelehnt. Für die Beschaffung sparte ihnen ja Geld: dann erträgt man moralische Backpfeifen mit feine Berücksichtigung erfahren habe. So sei z. B. die Errichtung von Lefe und Rechenbüchern, Schreibheften, Linealen, Farben Wohlbehagen. einer Badeanstalt eine dringende Notwendigkeit, wie sich speziell und Tuschen für die Schüler sorgt die Stadt. Als Schul- Adlershof. im lehtjährigen Sommer gezeigt habe. Bei einer so hohen Einstrafen gelten Verweise, Mitteilungen an die Eltern und die Arbeitgeber, Nachfizen, Arrest bis zur Dauer von Der Bürgermeister St. gab wohnerzahl müsse die Gemeinde auf eine baldige Abhilfe bedacht sein, um so mehr, als sogar die kleine Gemeinde Drewiß diese sechs Stunden. Nachfizen und Arrest werden in der schulfreien bekannt, daß der Schöffe M. sein Mandat niedergelegt habe. Die sozialdemokratische Zeit verbüßt. neue Ortsfagung betreffend die Anstellungs-, Besoldungs- und Forderung bereits verwirklicht habe. Der Berichterstatter Bamberg( lib. Frakt.) wies auf den Erlaß Ruhegehaltsverhältnisse der Gemeindebeamten fand einstimmige An- Fraktion behalte sich die baldige Einbringung eines entsprechenden des Ministers für Handel und Gewerbe vom 29. Juli 1909 hin, der nahme. Es ist festgestellt worden, daß die Arbeiter der Gemeinde Antrages vor. Als weitere Forderungen stellte Genosse Fesser auf: befagt, daß einer Gemeinde nur dann ein Staatszuschuß gewährt von einem Schöffen während der Arbeitszeit mit Schneefegen vor Errichtung eines Schlachthauses, Gewährung freier Lernmittel, werden könnte, wenn zur Unterhaltung der Fortbildungsschule von seinem Grundstück beschäftigt wurden. Nach längerer Debatte wurde Fortbildungsschulpflicht für Fabrikarbeiter, Besserung der Müllden Arbeitgebern Beiträge erhoben werden. Der Ausschuß empfahl beschlossen, daß der§ 7 der Arbeitsordnung der Gemeindearbeiter abfuhr und Straßenreinigung usw. Nach erfolgter Lesung der Ablehnung, dagegen Annahme der Pflicht zur Auskunfterteilung. io aufzufaffen sei, daß die Arbeiter auch nach Schluß der Arbeitszeit einzelnen Rapitel wurden die Steuersäße und das Schulgeld wie Gemeindeeinkommensteuer einschl. Kreissteuer Die Arbeitgeber, Lehrherren, Eltern, Vormünder, Pfleger und Er- von den Beamten sowohl als auch den Gemeindevertretern zu folgt feſtgeſet: zieher sind verpflichtet, auf Ersuchen des Kuratoriums oder der Privatarbeiten selbst gegen Bezahlung nicht benugt werden dürfen. 150 Proz. Zuschlag, Gemeindegrundsteuer 3,5 pro Mille des geDirektion der Fortbildungsschule jede gewünschte Auskunft über den Von unseren Genossen wurde betont, daß Arbeitslose genug vorhanden meinen Wertes der bebauten und 5,8 pro Mille der unbebauten Fortbildungsschulpflichtigen zu erteilen. seien, welche gern derartige Arbeiten verrichten, um sich eine kleine Ein- Grundstücke, Gewerbesteuer 1. und 2. Klasse 225 Proz., 3. und Oberbürgermeister Dominicus erklärte, daß der Magistrat nahme zu verschaffen. Die Stampfesstimmung kam im Punkt 4 der 4. Klaffe 175 Proz., Betriebssteuer 50 Proz., Kanalisationsgebühr fich mit dem Gedanken abgefunden habe, kein Schulgeld zu erheben. Tagesordnung, Etatsberatung, zum Ausbruch. Nach einer kurzen laut Beschluß vom 21. Februar 1912 3% Proz. des Nuzertrages, Genosse Mobs monierte, daß man die jungen Leute, anstatt Einleitung des Bürgermeisters, dessen Nede mit den Akkorden Schulgeld für die Vorschule 100 M. für einheimische und 110 M. mit guten Beispielen und richtig angewandter Pädagogik zu erziehen, fparen" ausflang, wies Genoffe Babel zunächst auf die vorsichtige für auswärtige Schüler, für die Hauptanstalt 130 M. für einmit Arreft bis zu sechs Stunden bestrafen wolle. Dort, wo der Aufstellung der Ausgaben hin, welche es ermöglichen, daß der Steuer- heimische und 140 M. für auswärtige Schüler. Zum Schluß Büttel regiere, höre die Erziehung auf. Auf die Jugendlichen zuschlag auch in diesem Jahre auf 150 Proz. bestehen bleiben kann. gab die Vertretung ihre Zustimmung zur Aufnahme einer außerfollte moralisch eingewirft werden, das habe bisher ftets gewirft. Bemängelt wurde vom Redner aber, daß einzelne Pofitionen recht ordentlichen Anleihe von 800 000 M. Die Arreststrafen müßten abgelehnt werden.- Oberbürgermeister hohe Ausgaben, wie beispielsweise Ausgaben für die Polizei und Dominicus betonte, daß es vorgekommen sei, daß Schüler die Gemeindeverwaltung zu verzeichnen haben, während für die dem Zur Amtsenthebung des Bürgermeisters wird uns geschrieben: Strafrichter vorgeführt vorgeführt und bestraft wurden, darum Wohlfahrts- und Armenverwaltung verhältnismäßig wenig Mittel müßten Arrest und ähnliche Strafen eingeführt werden. zur Verfügung gestellt sind. Auch bedauerte er, daß die Schularzt Als unmittelbare il rfa dhe der Amtsenthebung des Bürgermeisters Gottheiner( tomm. fortschr. Fralt.) hält das Bestrafen frage nicht zur Zufriedenheit gelöst und der Schulzahnarzt nicht vor- Weigert dürfte eine ganz absonderliche Hypothekenangelegen gleichfalls nicht für richtig und meinte, man fomme auch ohne dem gefehen sei. Zum Schluß regte Babel an, den Voranschlag des Etats erst zur beit anzusehen sein; hoffentlich wird das nun schwebende Disetetamp( lib. Frakt.) betonte, daß er während seiner Generaldebatte zu stellen und dann der Kommission zu überweisen, ziplinarverfahren volle Klarheit bringen. Es wird behauptet, der bierzigjährigen Tätigkeit als Lehrer die Erfahrung gemacht habe, damit die Wünsche der Parteien schon in der Kommission berücksichtigt hiesige Schöffe Reichelt, der zugleich Berliner Magistratsdaß es ohne Strafen nicht abgehe. Genosse Süter meinte, wer werden fönnen. Der Redner der 2. Abteilung wollte die Anregung fefretär ist, babe aur Regulierung einer Hypothekenschuld 100000. die Auffassung vertritt, daß gestraft werden müsse, dem sollten keine des Genossen Babel noch in diesem Jahre in die Tat umsetzen und gebraucht, deren Beschaffung nicht so glatt von statten ging. Hierjungen Leute anvertraut werden, ein solcher Pädagoge fönne nur den Voranschlag nach der General debatte nochmals an die Kom- auf soll nun Herr Weigert als Bürgermeister einen Unheil anrichten. 8obel( lib. Fratt.) erlaubte sich die sonder- mission zurückverweisen. Diese Anschauung brachte den Bürgermeister Sched der Gemeinde Tegel in Höhe von 100 000 m. zur bare Anfrage, was für Strafbestimmungen denn die Mietverträge derart in Harnisch, daß er erklärte, die Verantwortung für die recht- Verfügung gestelt haben, in einer Erklärung vom 7. Februar enthielten und welcher Art die Strafen der Ortstranfenfassen seien. zeitige Fertigstellung des Etats und den eventuell damit verbundenen behauptet Herr Reichelt aber, eine dritte Person habe ihm Worauf Genosse Küter antwortete, daß Herrn Zobel, der seit langem Steuerausfall ablehnen zu müssen. Als aber von der 2. Abteilung diesen Scheck der Gemeinde überlassen. Interessant bei dieser sonderder Hausdiener eines Hypothekenverwalters wäre, die Strafe der Vorwurf erhoben wurde, es feien einzelne Sachen durchgepeitscht baren Geschichte ist ferner, daß der betreffende Gläubiger zunächst bestimmungen feiner Verträge mit den Mietern genau bekannt sein worden, verlangte der Bürgermeister, daß die Sigung abgebrochen die Annahme des Scheds berweigerte, daß ihm aber müßten. Die Strantentasse fei feine sozialdemokratische Einrichtung werde er sei nicht mehr imstande, die Sigung zu leiten. Von nach Verlauf von einer Stunde etwa das Geld ausbezahlt worden und fei auch dort noch niemand mit Arrest bestraft worden. Die unseren Genossen wurde darauf verwiesen, daß nicht der ganze sein soll. Von Herrn Reichelt wird auch behauptet, daß er zu sondern nächst bei einer Tegeler Grundbefizerin, die am 1. April für liberale Fraktion nahm nunmehr das neue Ortsstatut nebst Straf Etat an die Kommission zurückgegeben werden soll, bestimmungen an. nur einzelne beanstandete Positionen. Von einem Abbrechen Ländereien 100 000 M. von der Gemeinde zu fordern hat, um vorDem Verbande Märkischer Arbeitsnachweise wurden jährlich der Sigung fönne nicht gesprochen werden, zweckmäßig fei aber läufige Ueberlassung ihrer eigenen Forderung an ihn, Reichelt, 500 m. bewilligt, um auf dem Gebiete der Lehrstellenvermittelung Bertagung auf 20 Minuten. Der Bürgermeister vertagte darauf die vorstellig geworden sei, vom Sachwalter der Kinder, einem Bankwirksamer vorgehen zu lönnen und ferner dadurch der Stadt einen Sigung auf 45 Minuten. Bei Wiederbeginn der Sigung wurde in direktor M., aber Einspruch hiergegen erhoben wurde. Wo nun die Sig im Kuratorium zu sichern. die Einzelberatung eingetreten. Der Betriebsfonds ist von 45 000. 100 000. so schnell hergekommen sind, ist nicht aufgeflärt; auch Herr Der Etat der Mittel- und Volksschule wurde en bloc angenommen. auf 60 000 m. erhöht und der Abschnitt Gemeindeverwaltung an die Reichelt in seinen Erklärungen ließ die Gemeindeeinwohner im unGenosse Bernstein begründet eingehend den Antrag auf Stommission zurückverwiesen worden. Bei der Position Wohlfahrts- flaren, so daß eine Deputation beim Landrat vorstellig wurde und ein Einführung der unentgeltlichkeit der Lerneinrichtung wurde der Antrag unserer Genossen, für jede der beiden Disziplinverfahren verlangte, was dort aber abgelehnt wurde, da nur mittel. Schulrat Kob trat dem entgegen und meinte, es Gemeindeschulen 100 m. für Lernausflüge und je 500 M. für Schul- die Gemeindevertretung hierzu berechtigt wäre. Auch der Staatswürde niemand abgewiesen, der darum ersuche. Der unterrichtsbedürfnisse bedürftiger Kinder auszuwerfen, angenommen. anwaltschaft wollte man Anzeige erstatten, aber das Landratsamt Antrag wurde gegen die Etimmen der Sozialdemokraten sowie der Für die Regenwasserleitung werden 5 Pf. pro Quadratmeter Nieder- eröffnete den Herren denn schließlich doch, daß ein Beschluß schon Stadtov. olub, Bamberg( lib. Fr.), Knorr( lib. Vg.) und schlagsfläche und für die Schußwasserleitung 2 Broz. des Gebäude- unterwegs sei", der dann am Sonnabend bekannt wurde. Und nun Die Festsetzung des ist man in Tegel auf den Ausgang dieser Affäre gespannt. Gottheiner( fomm- fortschr. Fr.) abgelehnt. Beim Etat der höheren steuernußungswertes als Gebühren erhoben. Wie bekannt sein dürfte, hatte Herr Weigert bereits zu Anfang Lehranstalten wurde beschlossen, das Schulgeld für auswärtige Steuerzuschlages wurde bis zur nächsten Sizung, in welcher die dieses Jahres einen Antrag auf Entlassung mit Pension Schüler und Schülerinnen an Vollanstalten Haupt- und Vorschul- Beratung zu Ende geführt werden soll, zurüdgestellt. Hlaffen auf 200 m., an den Realschulen auf 160 M., bei der an Mogen( Kreis Teltow). gestellt, er zog aber diesen Antrag nach der Regelung der Pensionsberhältnisse wieder zurück, und die Mehrheit der Gemeindevertretung der Chamissoschule angeschlossenen Studienanstalt auf 200 m. jährstimmte diesem zu. Seine letzte bedeutsamere Amtshandlung waren lich zu erhöhen. Ein sozialdemokratischer Wahlverein- der fünfzigste im KreiseGegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion wurde die Erhöhung beschlossen. Genosse Bernstein betonte wurde am Sonntag am hiesigen Orte gegründet. Voraus ging die mit unserem Siege abschließenden Gemeindewahlen, deren einen noch, daß es ein Widersinn sei, an ein und derfelben Schule zweierlei diesem für den Kreiswahlverein denkwürdigen Jubiläum eine öffent feinen Getreuen betrauert und wir vermissen einen ungewollten Jetzt wird er von Teil er persönlich noch mit aller Verve leitete. Schulgeld zu erheben. Es empfehle sich eine Einheitlichkeit auch auf liche, von Frauen und Männern besuchte Bersammlung, in der feinen Getreuen betrauert und wir vermissen einen ungewollten diefem Gebiete in Groß- Berlin herbeizuführen. Ebenso sollten Agitator. Klaffen, die denselben Unterricht nehmen, zusammengelegt werden. Parteisekretär Genosse Groger Neukölln. über das Thema: Ferner müßte das Schulgeld nach dem Einkommen abgemessen werden. Unsere Aufgaben nach den Reichstagswahlen" sprach. Am Schlusse Oberbürgermeister Dominicus fagte dies zit. feines mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Referates forderte der Für die Benutzung der unterirdischen Kanalisation wurde die Nedner alle diejenigen, die bei der Reichstagswahl dem sozialdemo Gebühr für das Rechnungsjahr 1912 auf zwei bom Hundert fratischen Kandidaten ihre Stimme gegeben haben, auf, nunmehr des amtlichen Gebäudesteuernußungswertes festgesetzt. auch einzutreten in die sozialdemokratische Organisation. Der ErNunmehr gelangten die vom Bezirksausschuß vorgenommenen folg war, daß sich sofort 27 Versammelte zum Eintritt in den neuAenderungen der Kino ste uerordnung erneut zur Besprechung zugründenden Wahlverein bereit erlärten bete, Bertel und Irrgarten der Erkenntnistheorie. Von Dr. H. Henning. 2 M. In den des Danach sollen für den Betrieb eines Trichterautomaten 1,50 W., für neuen Wahlvereins wurden die Genossen einen Hörschlauchphonographen pro Höhrschlauch 0,10 M. an Steuern. erhoben werden. Für die Aenderungen wie für die Vorlage stimmte nur die liberale Fraktion, deren Mitglieder durch besondere Hinweise eingeladen waren, pünktlich zu erscheinen. aus. In der indirekten Besteuerung der Gewerbetreibenden, die dem Mittelstande und den unteren Sichten angehören, glaubt der entfchiedene, linksstehende Liberalismus seine wirksamste Kommunal politik zu erbliden. Neukölln( Rirdorf). Solz gewählt. Mehr wie bisher werden die Genossen mit der neu gegründeten Organisation in den Stämpfen ihren Mann stehen können. Kalkberge Rüdersdorf. Eine Straßenbahn nach Schöneiche baut gegenwärtig bekanntlich die Gemeinde Kalfberge. Die Bahn soll mit der bereits im Betrieb befindlichen Benzolbahn Schöneiche- Friedrichshagen verbunden werden. Die Letriebseröffnung war für Mitte Mai dieses Eine aufregende Szene spielte sich in der vergangenen Nacht Jahres in Aussicht genommen, doch ist es fraglich, ob es schon im um 12% Uhr an der Lohmühlenbrücke ab. Borübergehenden fiel ein nächsten Jahre so weit ist. Erst war geplant, für diese AngelegenMann auf, der dort sehr erregt längere Zeit auf und ab ging. Sie heit mit der Nachbargemeinde Tasdorf einen Zwedverband zu behielten ihn im Auge und sahen, wie er plötzlich von der Brücke bilden. Doch hatte Tasdorf keine Neigung hierzu. Die Kosten, die herab in den Schiffahrtskanal sprang. Der Lokomotivführer Mar- anfänglich für die Bahn für die hiesige Gemeinde auf 200 000 W. quardt aus der Weichselstr. 54/55 und der Metallschleifer Meßner beranschlagt waren, dürften sich am Ende auf fast ½ Million Mart aus der Harzerstr. 82 Holten den Lebensmüden mit dem Rettungs- belaufen. ring aus dem Wasser wieder heraus. Der Bedauernswerte, der Nowawes. 29 Jahre alte Tapezierer Rudolf Hinze ass der Urbanstr. 128, hatte in einem Anfalle seines Nervenleidens die Absicht gehabt, seinem Leben ein Ende zu machen. Eingegangene Druckfchriften. Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiter. bewegung. Herausgegeben von C. Grünberg. 2. und 3. Heft. Jährlich drei Hefte, 12 M.-C. L. Hirschfeld, Leipzig. Inwieweit ist eine gefesliche Festlegung der Lohn- und Arbeitsbedingungen möglich? Bon Prof. Dr. N. Broda. 4. G. Reimer, C. Bongard, Straßburg i. Elf. Als Vagabund um die Erde. Von H. Frand. 8,50 M., in Leinen 10 M. Rütten u. Loening, Frankfurt a. M. Magister Laufhard, sein Leben und seine Schicksale. Heraus gegeben von H. Schnabel. 2 M., in Leinen 3 M. Anton Reiser. Roman von K. Ph. Moriz. 2 M., Leinen 3 2. M. Mörife, München. Fleischergesellen von Neukölln( Rigdorf). Donnerstag, 14. März, abends 9 Uhr: Allgemeine Versammlung in den„ Passage- Festsälen", Bergstr. 151/152. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer Lohnbewegung und die Maßnahmen der Fleiſchermeifter." Referent: Stollege Baul Bergmann. 2. Die Parole der gelben Gesellenvereinchen. 3. Freie Aussprache. Kollegen! Zu dieser Versammlung muß jeder erscheinen; es gilt, den Meistern zu zeigen, daß alle hinter der Organisation stehen. Es gilt, für unsere Sache zu streiten, mögen fich die Meister noch so sehr dagegen auflehnen. Auf zur Bersammlung! Einer sage es dem anderen! " Der Einberufer. Darmarbeiter und Arbeiterinnen! Freitag, den 15. März, abends 81, Uhr: Deffentliche Bersammlung im Englischen Garten", Alerander straße 27 c. Tagesordnung: 1. Warum müffen sich alle in der Darm branche beschäftigten Personen dem Zentralverband der Fleischer und Berufsgenossen anschließen?" Referent: Kollege P. Bergmann. 2. Freie Aussprache. Kollegen, Kolleginnen! Zu dieser Bersammlung erwartek wir ein zahlreiches Erscheinen. Sorgt für guten Besuch! Sektion Stationen Darmarbeiter. Witterungsübersicht vom 12. März 1912. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp n. G. 5° C. 4° R Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Better Der Gemeindeetat für 1912 wurde in der letzten Gemeindebertreterjigung in zweiter Lesung beraten und nach Festsetzung der Gemeindesteuerzuschläge, des Schulgeldes für die höheren Schulen Lichtenberg. und der Kanalisationsgebühren genehmigt. G.-B. Nathan als Mißachtung der Stadtverordnetenverfammlung. Der hiesige Mitglied der Finanzkommission erläuterte den Etat, der in EinMagistrat hat hon oftmals der Stadtverordnetenversammlungnahme und Ausgabe mit 1978 300. schließt, in den hauptsäch gegenüber ein souberänes Nichtachten gezeigt. Daß er es unterläßt, lichsten Punkten. Wenn das Resultat auch nicht gerade ein gländer Versammlung Mitteilung davon zu machen, wenn er einem Be- zendes sei, so müsse es doch als erfreulich bezeichnet werden, daß fblusse des Kollegiums nicht beigetreten ist, gehört fast zu seiner trotz der im Vorjahr notwendig gewesenen außerordentlichen Aufgewohnheitsmäßigen Pragis. Einmal machte er die Gröffnung, daß wendungen, zu denen auch die Gehaliserhöhung sämtlicher Beamein Beschluß zwar feine Bustimmung gefunden habe, obschon er ihn ten und Arbeiter gehöre, derselbe Steuerfas wie im Vorjahr be nicht für ersprießlich halte, er deshalb die erantwortung torweg stehen bleiben könne. Die Gemeindegärtnerei könne in 1--2 Jahren ablehne. Die Bürgerlichen überließen es den Sozialdemofreten, bereits einen nennenswerten Ueberschuß abwerfen. Durch Auf- Swinembe. 770 NRO 35ebedt gegen die Burechtweisung der Stadtverordnetenbersammlung scharf lösung der Berufsfeuerwehr sei eine Minderausgabe au bergeich Damburg 771 DND 2 halb bb. zu protestieren. So auch in dem erwähnten Falle, obschon unsere nen. Zum Kapitel Friedhofsverwaltung" äußerte er den Wunsch, Berlin Genossen selbst gegen den Beschluß gestimmt hatten. Die Bürger- den Betrag für Erbbegräbnisse und Wahlstellen zu erhöhen, um aus Frantj.a.M. 768 D lichen befinnen sich auf ihr Recht immer nur bei der Verteidigung dem Ueberschuß einen Fonds zur Erwerbung neuen Friedhofs- ien ihrer Portemonnaieinteressen. Sonst, wenn der Geldjad gut dabei geländes zu bilden. Neben der Schuldenverwaltung beanspruche Wetterprognose für Mittwoch, den 13. März 1912. fährt, lassen sie sich gern abkanzeln. Das zeigte sich erneut im Ver- das Kapitel„ Schulverwaltung" das größte Interesse. Bei 221 000 laufe der letzten Stadtverordnetenfibung. Im Dezember 1911 war Mart direkten Steuern( in 100 Proz. ausgedrückt), ohne die Grundmit einer tnappen Majorität beschlossen worden, 12 000 m. bereit wertsteuer, die zu den Haupteinnahmequellen gehöre, betragen die Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts München 770 76923 2 wolfig 1Regen 1 Haparanda 775 bebedt Temp. n. E. 6° G.= 4° R. 62741 1 Betersburg 769 OND 1 Scilly 768 W 5 Aberdeen 7645 2Schnee 2 balb bd. 7 2 bededt 3 bedeckt 1 bededt 6 4 Paris 1 Nebel 3 770ND 768 N Kühl bei mäßigen nordwestlichen Binden und veränderlicher Bewöllung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW