1 Nr. 72. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berling Bierteljährlich 8,30 Mart, monata lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentcgen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Zum bevorstehenden Quartalswechsel eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Vorwärts Berliner Volksblaff mit dem „ Sonntagsblatt" als Gratisbeilage. Donnerstag, den 26. März 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Um die nöthigen Maßnahmen treffen und in gewissenhafter Internationaler Arbeiterkongreß und Erfolg versprechender Weise an der Organiſtrung des Kon( Congrès ouvrier International) 1891. An die Arbeitervereinigungen aller 2änder. Genossen! Am Sonntag, den 18. August 1891, wird in Brüssel ein internationaler sozialistischer Arbeiterkongreß stattfinden, dessen Verhandlungen die Dauer einer Woche beanspruchen. Wir laden Sie hierdurch in brüderlicher Weise ein, an demselben Theil zu nehmen. Ein zweifacher Beschluß ist es, auf Grund dessen der Generalrath der belgischen Arbeiterpartei diese Einladung ergehen läßt. gresses arbeiten zu können, bitten wir uns die Anmeldungen nebst Angabe der Zahl der Delegirten vor dem 16. Juli zus tommen zu laffen. Sobald uns die Gesammtzahl der Theilnehmenden bekannt ist, werden wir die Parteien und Gruppen die Anzahl der einzusendenden oder mitzubringenden Berichte wiffen lassen. Auf der Tagesordnung stehen bereits folgende drei Punkte: 1. Arbeiterschutz- Gesetzgebung vom nationalen und internationalen Gesichtspunkte aus und die für dessen Ausdehnung und Wirksammachung einzuschlagenden Mittel und Wege. 2. Vereinigungsrecht und dessen Garantien, Streits, Boykottage Unser Blatt ist das Zentralorgan der deutschen Sozial- Der erste Auftrag hierzu ward ihm von dem im Jahre 1889 in und die kooperative Bewegung vom internationalen Standdemokratie, es vertritt durchaus den Standpunkt der modernen Baris im Lokale der Lancrystraße abgehaltenen internationalen puntte aus. proletarischen Arbeiterbewegung sowohl in sozialer wie in politischer Arbeiterkongresse; sodann war es das in Zürich seinen Siz 3. Lage und Pflichten der Arbeiterklassen dem Militarismus Beziehung. Für den denkenden und aufgeklärten Arbeiter brauchen wir im Lokale der Rochechouartstraße stattgefundenen internationalen habende Exekutivkomitee des ebenfalls in Paris im Jahre 1889 gegenüber. diesen Standpunkt des Näheren nicht zu erläutern. Für Jeden, Sozialistenkongreſſes, das ihn mit einer gleichen Mission beber die Spannung, welche auf unseren gesammten Verhältnissen traut hat. liegt, beobachtet, tritt derselbe klar zu Tage. Aber der gebildete und aufgeklärte Arbeiter muß stets darauf bedacht sein, sein Damit es den am Kongresse theilnehmenden Parteien, Gruppen und Gesellschaften ermöglicht werde, die Fragen mit Muße zu prüfen, müssen wir darauf bestehen, daß die Punkte, welche die Die uns durch diesen doppelten Auftrag gewordene Aufgabe Anhänger auf die Tagesordnung gebracht zu haben wünschen, Organ immer weiteren Kreisen seiner Klaſſengenossen zugänglich ist bedeutend und ruhmvoll. Die Verhältnisse, in welchen sie uns uns vor dem 1. Juli kund zu geben. zu machen, für sein Organ stets neue Streiter zu suchen, die dazu zu Theil wird, laffen uns hoffen, daß, ohne Ausnahme, alle beitragen, daß die arbeitende Bevölkerung ihrem Ziele, der end. denkenden und streitenden Schichten des Proletariats aller Länder das Recht der definitiven Feststellung der Tagesordnung vor und giltigen Befreiung der Menschheit, im Sturmschritt zueilt. eit be hinzutretende Abonnenten erhalten den bisher erschienenen Theil des spannenden Romans Die Falkner von St. Vigil von Robert Schweichel, gratis und franto nachgeliefert. zu diesem internationalen Parlament der Arbeit ihre Vertreter entsenden und so dies ist unsere feste Ueberzeugung- die Bande des Einverständnisses zwischen allen Arbeitermächten der Welt befestigen werden. = Alle Arbeiter und Sozialistenparteien, alle Arbeiter. vereinigungen und Gruppen, alle, ohne Unterschied, sind sie eingeladen, und geben wir der frohen Hoffnung Raum, daß sie mit Sodann behält sich der Kongreß im allgemeinen Interesse zwar einerseits um eine zu große Ausdehnung derselben zu ver hindern und andererseits zur Vermeidung von Fragen, beren Aufiverfen oder Berathung für die Delegirten derjenigen Länder, welche eine die Arbeiterfreiheit beschränkende Gefeßgebung haben, Grund zu Unannehmlichkeiten sein könnte. Wir werden uns bestreben, den Delegirten die Erfüllung ihrer Pflicht nach Kräften zu erleichtern. Möge es dem Brüsseler Kongreß gelingen, die so nothwendige, Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie freudigem Eifer dem Rufe, den wir die Ehre haben, an sie zu für jedermann und in jeder Hinsicht so wünschenswerthe, vollunsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen, zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei in's Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mk. für das Quartal entgegen. Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. Die Redaktion und Expedition des richten, Folge leisten werden. Der Kongreß behält sich die Prüfung der Vollmachten der Delegirten vor und wird er, wir glauben dessen( gewiß zu sein, zur Zufriedenheit Aller dabei verfahren. Die Festsetzung der Art und Weise der Abstimmung sowie der Tagesordnung wird gleichfalls Sache des Kongresses sein.. fiändige Einigung aller Proletarier herbeizuführen, die von dem Bewußtsein ihrer Pflicht durchdrungen und vereint und beseelt sind von dem einen Gedanken: Dem festen Willen die durchgreifende Emanzipation des gesammten Proletariats zu erwirken. Wir bitten Sie also, werthe Genossen, uns Ihre Zustimmung ohne Verzug zukommen zu lassen. Mit brüderlichem Gruß! Auftrage des Generalraths der belgischen Arbeiterpartei: Der Sekretär für das Ausland Jean Volders( Maison du Peuple Brüssel). Die Berichte über die Arbeiterlage sowie die sozialistische Bewegung eines jeden Landes werden durch die Delegirten der Im einzelnen Nationalitäten vorgelegt werden. Hierzu wird den Parteien, Bereinigungen und Gruppen anempfohlen, diese Berichte auf ihre Kosten in drei Sprachen, in französischer, deutscher Für das Züricher Exekutivkomitee des internationalen sozialistischen und englischer, drucken zu lassen, um solche an die Delegirten bei E. Wullschleger( Großrath in Basel). Eröffnung des Rongresses zu vertheilen. Wir werden nicht Karl Bürkli. ermangeln, Sie einige Wochen vor Eröffnung desselben von der „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Anzahl der zu vertheilenden Berichte in Kenntniß zu ſehen. Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 21 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol Arbeiterkongresses von Paris: Ansicht war der Grabfrevel durch die Ersetzung des freundin. Er hatte ja auf seiner Wanderung mit seinem Kreuzes getilgt, und hatte es schon seinen Stolz verletzt, daß Herzen abgeschlossen und die Kräuter und Blumen auf den man seinen Sohn, den Erben des Klosterhofes, wie Bergen wußten um die blutigen Schweißtropfen, mit denen einen gemeinen Verbrecher zu behandeln wagte, so hatte die er seine Liebe niedergerungen hatte. Aber wenn er auch Weigerung des Herrn Zengerl, Ambros frei zu lassen, ihn entfagt hatte, darum brauchte ihn Stafi's Wohl und Weh vollends erbittert. Vergebens hatte der Landrichter ihm nicht gleichgiltig oder gar kalt zu lassen. Auf die Bitte begreiflich zu machen gesucht, daß Ambros durch seine Wider- Lisei's, die dem Gefangenen andere Kleider und Essen gefeßlichkeit gegen die Obrigkeit eines neuen Bergehens sich schickt hatte, entschloß er sich am nächsten Morgen zu einem schuldig gemacht hätte. Hannes, der ihn nun durch dasselbe Gange nach dem Gerichtshause. von Robert Sa, weichel. Argument zu beschwichtigen versuchte, hatte keinen befferen Herr Hengerl gewährte seinen Wunsch, Ambros sprechen zu dürfen, bereitwillig. Der Landrichter war ein Mann von Im Laufe des Montags tehrte Hannes zurück, seine Erfolg. Wer ist denn dieser Mensch, dieser Larseit, daß die einigen vierzig Jahren und seine derbknochige Gestalt und Blechkapsel mit botanischen Schäßen und mancher Versteinerung, an denen namentlich das Grödnerthal reich ist, voll- Kreuzgeschichte nicht abgethan sein soll? Ich sage, sie ist die etwas groben Züge des breitftirnigen Kopfes deuteten auf gestopft. Er selbst war womöglich noch hagerer geworden. abgethan, ich, der Klosterbauer sag's." So schrie er und seine Abstammung aus bäuerlichem Geschlechte. Sein Anzug war zwar städtisch, doch nur nach den unsicheren und verJedoch Niemand bemerkte es, selbst Lisei nicht. Auf dem schlug mit der Fauft auf den Tisch. Klosterhofe herrschte Bestürzung und Aufregung. Ambros Hannes ging auf seine Stube. War es aber sonst alteten Borstellungen, die sich der Vigiler Dorfschneider von war am Morgen verhaftet worden. Da er sich am Sonn- sein erstes Geschäft, wenn er von einem botanischen Aus einer solchen Tracht machte. abend nicht dem Gerichte gestellt, so hatten ihn zwei Land- fluge heimkam, die mitgebrachten Pflanzen zu betrachten, zu das Halstuch den verknitterten Kragen des Hembes jäger abgeholt. Wie ein Rasender hatte er sich zur Wehr ordnen und zu pressen: heute blieb die Trommel uneröffnet. aus derbem Hausgespinnst, und das dicke, lange nicht vergesetzt und die Landjäger hatten schließlich von der blanken Seine Gedanken waren bei Stafi. Wie mußte ihr Herz schnittene Haar, in dem er nach seinen Gedanken zu wühlen Waffe Gebrauch machen müssen. Blut war geflossen, Am- darunter leiden, Ambros im Gefängnisse zu wissen! Dann pflegte, haßte den Zwang der Kultur, gegen den sich ber bros durch einen Säbelhieb über den Kopf zu Boben ge- begann sich in ihm der Unwillen zu regen, daß Ambros ihr ganze Mann sträubte, oder richtiger, er hatte aufgehört, streckt worden. Blutend, mit zerfetzten Kleidern und ge- dieses Leid nicht erspart hätte. Auch in diesem Falle hatte der Natur, die allmälig zurückeroberte, was ihr die Stultur der Bruder nur auf sich allein Rücksicht genommen, war einft streitig gemacht hatte, Widerstand zu leisten. Der bundenen Händen hatten ihn die Jäger fortgeschleppt. Strickähnlich umschlang So berichtete Lisei bekümmert dem Bruder. Der Kloster er wie immer nur dem Antriebe des Augenblickes gefolgt. Einfluß der bäuerlichen Atmosphäre, in die ihn sein Beruf bauer, welcher zugegen war, stampfte in der Stube auf und Es. konnte nicht wahre Liebe sein, was er für Stafi zurückversetzt hatte, nagte bedenklich an den feineren ab; sein Gesicht war braunroth vor Born und er focht mit empfand, und die an Wahnsinn grenzende Wildheit, Formen, die er sich auf Schulen und Universitäten erden geballten Fäusten in der Luft. Er war eben von mit der er nach Liſei's Schilderung gegen feine Berhaftung worben hatte. Sein Wesen war offen und derb, eher phleg= St. Vigil nach Hause gekommen, wohin er gegangen war, sich gewehrt hatte, gab Hannes die Ueberzeugung, daß matisch als lebhaft, und seine Sprache nachlässig wie sein um die sofortige Freilassung seines Sohnes zu verlangen. Stafi's Lebensglück in üblen Händen sich befände. Er ging Anzug. Hannes fand ihn in das Lesen einer Zeitung vertieft. Aber er hatte Ambros nicht einmal sehen dürfen, denn der mit lebhaften Schritten hin und her; dann strich er sich mit Landrichter hatte gemeint, daß es für diesen besser wäre, der Hand über Stirn und Augen. Nein, es war keine Es war die„ Augsburger Allgemeine", die damals schon wenn man ihn erst ruhiger werden ließe. Mit seinen Ver- Wallung der Selbstsicht, von der er gegen Ambros erfüllt europäischen Auf genoß, aber unter der strengen Zensur, legungen hätte es nichts auf sich. Auch nach des Vaters war, sondern nur lauteres Mitgefühl mit seiner Jugend- welche die französische Polizei in den Staaten der deutschen Die Greuel von Mallaua. Sack " Bismarck muß an die Spit einer von ihm zu fann man fein Vertrauen haben, und es beginnt eine worden sei. Wir haben allen Grund, dieser Nachricht Bewegung, die eine exemplarische Bestrafung aller Schul- teinen Glauben zu schenken, wäre sie wahr, würden digen, der großen und der kleinen, verlangt. Denn man die Hamburger Nachrichten" nicht so schweigsam sein. befürchtet, und das nicht mit Unrecht, es möchten auch in Daß bei gewissen Trägern der euro dieser Angelegenheit die kleinen Diebe gehängt minister von Fabrice gestorben. Auch ein Opfer des In Dresden ist der sächsische Kriegspaischen Zivilisation" der Kannibalismus weit und die großen laufen gelassen werden. Sozialistengesetzes. Von Haus aus Soldat und nichts als eher zu Hause ist, als bei den afrikanischen Wilden, das Wenn diese Bewegung das Land ergreift, so wird Soldat, der sich den Parteikämpfen fern hielt, ließ er sich haben schon die Enthüllungen über die Vorfälle bei der es Stanley'schen Expedition bewiesen. Die Berichte und überhaupt aussprechen. sich damit auch gegen die Kolonialpolitik während der Reaktions- Orgien, durch welche sich Herr Die Ehre" Ehre" fann hier von Nostiz- Wallwig unsterblich gemacht hat, in den Kampf Enthüllungen über die Greuel in Massaua laffen in einen nicht ins Spiel kommen, denn wenn die Italiener gegen die Sozialdemokratie mit fortreißen; er kultivirte mit folchen Abgrund von Verworfenheit und Gemeinheit heute blicken, daß eine Bewegung des Schauderns durch ganz zögen, so wäre die Ehre Italiens nicht zum zehn nicht vergessen ist, Herr von Fabrice eine hervorragende heute mit und Pack aus Massaua ab- großem Eifer den militärischen Boykott, und unter den Europa gegangen ist. Es steht fest, daß die italienische tausendsten Theil so in Frage gestellt, wie durch die Mord- Stellung einnehmen. Weiter wird die Nachwelt von ihm zehn- Trägern des Syſtems Noſtiz- Wallwiz wird, so lange dieses Polizei eine Reihe von wohlhabenden und reichen Ein- thaten des Livraghi und seiner Spießgesellen. geborenen hat verschwinden, d. h. ermorden lassen, um das Beste, wenn so verfahren würde, denn die„ KulturEs wäre nichts zu berichten haben. Das ist auch eine Nemesis. sich ihres Vermögens zu bemächtigen; in einzelnen Fällen mission" der Italiener in Afrika, wenn jemals eine solche hat der Polizeidirektor Livraghi selbst den Henker ge- vorhanden war, ist zu Ende, und auch der letzte Neger gründenden Partei, welche die M. ät des Reichstags macht. Ferner steht fest, daß die Militärgerichte auf und Hottentotte in Afrika wird nicht so dumm sein, wirf- repräsentirt, treten. Dieſe Partei foll eine Wirthschaftshöchst leichtfertige Weise Todesurtheile verhängten und liche Zivilisation zu erwarten von einem Regiment, dessen Phantasiepartei soll in der Aufrechterhaltung des Zolltarifs partei, feine politische Partei sein, die Aufgabe dieser vollziehen ließen, auch nur, um die Güter der Ver- Sendlinge und Vertrauenspersonen notorische Räuber und bestehen, so konnte man vor kurzem in der Bismarckpreſſe urtheilten einziehen zu können. In den Ge- Mörder gewesen. fängnissen wurde die Folter lesen. Aber aus dem schönen Traume wird nichts werden, angewendet. Zeit Im Uebrigen zeigt die Massaua- Angelegenheit nur denn Konservative und Zentrumsleute wollen nicht mitthun, ist noch fein genauer Leberblick über Sie die Verderbniß der italienischen Gesellschaft. den ganzen Knäuel von Verbrechen zu gewinnen, brecher entstammen den herrschenden Klassen Italiens. Wie frühere Reichskanzler doch kaum. Die Ver- und auf Freifinnige und Sozialdemokraten rechnet der Wenn nun auch ein und der in der Schweiz verhaftete Livraghi hat seine tief müssen da alle Begriffe von Ehrgefühl, Gerechtigkeits- Drittel der nationalliberalen Partei sich entschließen sollte, grauenvollen Enthüllungen wohl nur gemacht, um seine sinn, Menschlichkeit und Edelmuth gesunken sein, wenn feine achtunggebietende Armee sein. Sollte Fürst Bismarc unter Bismarck's Kommando zu marschiren, so wird es doch Schuld, soweit möglich, auf seine Spießgesellen abzuwälzen. man die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten in wirklich gewählt werden und an den Arbeiten des ReichsDie Regierung scheint in der Sache noch nicht hinreichend der Kolonie feinen besseren Händen anzuvertrauen wußte! tags theilnehmen wollen, so wird er nicht Führer der Reichsunterrichtet zu sein, und mit um so größerer Spannung Die Greuel von Massaua sind ein Reflex der Korruption tags majorität werden, sondern ein isolirter Mann sein und darf man den bevorstehenden Gerichtsverhandlungen ent- im Mutterlande; aus den schlimmen Zeiten Neapels und das Fraktionsverzeichniß des Reichstags wird ihn mit gegensehen, die hoffentlich mehr Licht in die Sache bringen des Kirchenstaats' lassen sich ähnliche Dinge nachweisen und Liebermann v. Sonnenberg, dem Alimenten- Böckel, BickenIn der Hauptsache haben wir nicht mehr den ge- besser waren, als die Livraghi und Konsorten. es gab eine Zeit, wo die neapolitanischen Sbirren nicht bach und den Elsässern als Wilden aufführen müssen. ringsten Zweifel. Auf wessen Schultern auch die Hauptschuld abgeladen werden mag- es ist eine Thatsache, nehmen, um sich von einer inneren und äußeren Politit, Möge das italienische Volk die Gelegenheit wahr daß in Massaua eine Bande von Räubern, Dieben wie sie Crispi getrieben, auf immer loszusagen! und Mördern sich in die Kolonialverwaltung eingedrängt und ihre Amtsgewalt zur Ausübung von Räubereien, Erpressungen und Mordthaten mißbraucht hat. Das ist werden. von den Betheiligten selber zugestanden, und es kann sich Politische Uebersicht. für die Gerichte nur noch hauptsächlich darum handeln, festzustellen, wie groß der Antheil der Blutschuld ist, der auf die Einzelnen entfällt. Wir werden vor den Schranken des Gerichts das widerliche Schauspiel sich wiederholen sehen, daß jeder der Mörder seine Spießgesellen anklagt, um sich selber rein zu waschen, und wollen dabei auch nicht verhehlen, daß wir von der italienischen Justiz recht herzlich wenig halten. und " kommen? " In Sachen des Bismarc- Standals hat bis jetzt noch lautet. Daß die höchsten Kreise sich mit der Angelegenheit nichts von einem Einschreiten der Staatsanwaltschaft verbeschäftigen und daß eine„ Regelung" derselben angestrebt wird, unterliegt wohl keinem Zweifel, allein hier giebt es nur eine regelrechte Regelung", die durch den Staatsanwalt. Wir fennen fein Seitenstück dieses Standals in der Geschichte irgend eines der modernen Kulturstaaten zu denen wir natürlich Rußland nicht rechnen. Selbst das Berlin, den 25. März. Bas Empire( Niedere Kaiserreich) des Napoleons III. hat Auf die Einigkeit" der konservativen Partei nichts Aehnliches aufzuweisen. Alle Welt ist einig, daß wirft eine Erklärung der„ konservativen Korrespondenz" ein der vorige Reichskanzler das Gesetz flagrant verletzt hat eigenthümliches Licht. Bekanntlich hat der finanzkräftigere wie kann man Achtung vor dem Gesez fordern, wenn solche Theil der Partei, der in der„ Kreuz- Zeitung" sein Organ Gesegesverlegungen straffrei bleiben? sieht, das Blatt der regierungsfreundlichen Gruppe HelldorffManteuffel, das Deutsche Tageblatt", aufgekauft, um diese Stoßseufzer: In den Hamburger Nachrichten" lesen wir folgenden nad 8 Was wohl die Afrikaner von dieser Gesellschaft denken Schritt mit der Nothwendigkeit, die Einheit in der Partei Staatsmann, unserem Fürsten Bismard, unsere Liebe und mundtodt zu machen und diesen weder noblen noch würdigen Der 1. April naht! Wie werden wir dem großen mögen, die angeblich an das Rothe Meer gekommen ist, zu sichern, begründet. Das offizielle Organ der konservativen Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ein 75 jähriger Patriot." um das Banner europäischer ,, Kultur" Partei, die Konservative Korrespondenz", erklärt sich Gesittung" dort aufzupflanzen? Und mit diesem Vorgange nicht einverstanden, so daß die Wir schlagen einen Feftzug der ausgewiesenen SozialHierzu bemerkt die Badische Volksstimme" treffend: welchen Begriff sie wohl von dieser Kultur" selber be- Einigkeit in der konservativen Partei durch das Eingehen bemokraten, Bolen und Franzosen und ausgelieferten Ruffen des„ Deutschen Tageblatts" nicht gefördert sein dürfte, übrigens vor. Auf Standarten könnten die derzeitigen LebensmittelDie tapfere Vertheidigung von Abyssinien durch bietet sich die" Post", das Organ der Freikonservativen, den preise guten Effekt machen; eine Guirlande von litho dessen freiheitsliebende Bewohner gegen das italienische Herren Helldorff und Manteuffel zum Kampfe gegen die graphirken Strafanträgen zierte die beiden Geiten bea Mordgesindel erscheint als ein wohlberechtigter und ver- Kreuz- Zeitung" an. Mit den Mitteln, die Herr Hammer Weges vom Redaktionslokal der„ Hamburger Nachrichtendienstvoller Widerstand gegen ein fremdes Element, das ſtein im politischen Kampfe angewandt hat, spaltet man oft, bis zum Size des Altreichsraketenmannes in Friedrichsruh, eint aber nie eine in Bersetzung begriffene Partei. an des Rothen Meeres Küsten eine größere Barbarei verAls Transparente empfehlen sich Nachbildungen der Schlachtenpflanzt hat, als man dort jemals gekannt. Auch in der freifinnigen Partei ist es nicht weit her bilder Weraschagins. Weitere Vorschläge bitten wir den Mit diesen Thatsachen ist aber auch die Kolonial- mit der Einigkeit. Wir wiesen schon unlängst auf die Hamburger Nachrichten" gefälligst direkt einzusenden, damit den letzten dieses edle Organ seinem rathlosen 75 jährigen Patrioten in politik des Herrn Crispi gerichtet. Die Deutschen getrennten Abstimmungen derselben haben keinen Grund, sich der Kolonialpolitik zu rühmen, Sizungen des Reichstags hin. Nun erklärt Dr. Georg seinen patriotischen Schmerzen beistehen kann." in die sie nach Caprivi's bezeichnendem Ausdruck ge- deutschfreisinnigen Partei in der nationalliberalen Berliner ein offizielles Organ der Regierung im 19. hannoverischen Waltemath, der erste Vorsitzende des Hamburger Vereins der Interessant ist, daß das Ottendorfer Kreisblatt", rathen" sind; die Franzosen werden mit Tonkin ihre Börsenzeitung", daß Herr Eugen Richter über seine Zugehörigkeit Wahlkreise, gegen die Kandidatur des Fürsten Bismarc Last haben - aber von allen ähnlichen Unternehmungen zur deutschfreisinnigen Partei ganz und gar nichts zu fagen agitirt. Armer Bismard! war die Besetzung von Massaua und der Krieg mit habe, daß freifinnige Abgeordnete sich bereits voll und ganz Abyssinien weitaus die dümmste und überflüssigste. Die auf seine Seite gestellt haben. So macht der ZersehungsGroßmannssucht des Herrn Crispi hatte damit ihren prozeß in unseren bürgerlichen. Parteien langsame aber stete Gipfelpunkt erreicht. Fortschritte. in Das Land ist begreiflicher Weise in einer ungeheuren Die Münchener Neuesten Nachrichten" lassen sich mel Aufregung, die eher zu- als abnimmt. Zu der königlichen den, daß Herr v. Bötticher nicht aus dem Welfenfonds, Kommission, die zur Untersuchung der Sache eingesetzt ist, sondern aus dem Dispositionsfonds des Kaisers unterstützt " Unseren Lesern ist erinnerlich, daß der Abgeordnete Bebel in einer der letzten Reichstagssigungen das Kapitel der Soldaten- Mißhandlungen gründlich erörtert hat, was auch schon seine Früchte getragen hat. Aus Bitta u wird hierüber einem Blatte gemeldet: Ein kürzlich durch den Abgeordneten Bebel im Reichstage zur Sprache gebrachter Fall von Soldaten- Mißhandlung ist Sein Athem war zu Ende und er mußte still sein es der Bundesgenossen Napoleons ausübte, von Tag zu Tag in Alte, zu der Einsicht zu bringen, daß er sich gegen das ihrem politischen Theile dürftiger und durch reichlichen Gesetz vergangen habe. Ihm sei Gewalt geschehen, und das und sich verruhen. Weihrauch, den sie auf dem Imperator streute, den Verdacht gegen hätte er das Recht, sich zu wehren. Dabei blieb er. Und das Essen, was ihm vom Klosterhof ist geschickt vaterländischer Gesinnung von sich abzuwehren versuchte. Das Verwunderlich ist das kaum, sind doch unsere Zustände worden, das hat er nicht angerührt: so schönes Essen," fing Glacis von Braunau war roth von Palms Blut und es wahrlich nicht dazu angethan, das Rechtsbewußtsein im er im Weitersteigen wieder an. Aber so sind sie: der Eine gelüftete Reinen, ein weiteres Zeugniß von Deutschlands Volke zu klären und zu befestigen. Wenn das Schwert die so, der Andere so. Als vor ein Jahren vier etwan der tiefer Erniedrigung durch sein Martyrium abzulegen.") Welt regiert und die Gewalt mit Ländern und Völkern Prusadatsch aus Zwischenwasser hier hat gesessen, von wegen Herr Zeugerl hielt die Zeitung gemeinschaftlich mit dem Schacher treibt, wie soll da die Achtung vor Gesetz und daß er gedroht hatte, seinen Vater todt zu schlagen Pfarrer, dem Steuereinnehmer und dem Oberförster Recht gedeihen?" war in Erbschaftssachen, die immer die schlimmsten sind, und Planta, und Mutschleitner ließ sie durch einen Boten Und vor Gott und seiner heiligen Kirche," schaltete der Alte hat sich geforchten und selbst ihn angegeben möchentlich einmal von der Post in Brunneck abholen, der Kurat ein. hat den ganzen Tag gesungen und gepfiffen. Das ist mein burch welche Dienstleistung er das Recht erwarb, sie zuletzt Herr Sengerl griff mit zwei Fingern in sein lockeres letter Gefangener gewesen." in dem Herrenstübl seines Wirthshauses auszulegen. Außer Halstuch und zerrte daran, als ob es ihm zu eng wäre. Sie waren vor einer starken Thr mir einem mäch dem Schullehrer und dem Korporal des Landjäger- Postens Dann rief er den Bureaudiener, um Hannes zu seinem tigen Schlosse angekommen und der asthmatische Cerberus sah aber schwerlich jemand die Blätter ein aus dem Bruder zu führen und dem jungen Geistlichen die Hand zog einen großen Schlüffel aus seiner Juppe. einfachen Grunde, weil die herrischen Bauern mit wenigen reichend, sagte er:„ Kaiser Karl V. konnte nicht zwei Uhren Mühe drehte er ihn im Schlosse um, was ein Ausnahmen deutscher Schrift und deutschen Druckes nicht gleich gehend machen, wem sollte es mit den Geistern ge- unangenehmes Kreischen verursachte, dem Schließer that es mächtig waren, wenn auch der Verkehr mit dem Buster fingen? Und wo ist denn die Garantie, daß die Kirchen- aber offenbar wohl, denn es war der Heroldruf seiner thale die Kenntniß der deutschen Sprache für sie nothwendig uhren die Zeit richtig angeben?" gegenwärtigen Würde und er grinste. Ein scharf würziger Das Gefängniß lag über zwei Stiegen und der Bureau- Geruch drang Hannes entgegen, als die Thür sich knarrend machte. Mit Sie wollen den Trozkopf zur Naison bringen?" sagte diener, in dessen Dienste Gericht und Steueramt sich theilten öffnete. Er kam von den Seelen des Majorans, Lavendels der Landrichter zu Hannes. Ich fürchte, es wird dazu und der jetzt auch den Posten des Kerkermeisters versehen und Pfefferkrautes, der Kamillen und Zwiebeln, welche die härterer Zangen bedürfen, als uns beiden zu Gebote stehen. mußte, blieb auf jeder fünften Stufe stehen, um Athem zu Frau Landrichter in der Zelle aufbewahrt hatte, bis die Ich habe mich nur eben müde mit ihm geredet. Da das schöpfen; denn er war engbrüftig und fonnte trotzdem das selbe für den gegenwärtigen Bewohner hatte geräumt werden Grab Larfeits in feiner böswilligen Absicht von ihm be- Reden nicht lassen. Es war grauslich, wie er Anfangs müssen. Die Belle war hell und luftig. Sie lag in der schädigt worden ist, so würde er mit einer kleinen Strafe getobt hat," erzählte er von Ambros." Wissen's, so wie nordwestlichen Ecke der ehemaligen Sommerresidenz der davon gekommen sein, nun werde ich ihn wohl vier Wochen der Bär, der vor etlichen Jahren auf der Alp von Klosterfrauen und bot nach beiden Himmelsgegenden die hier behalten müssen wegen seiner thätlichen Widersetzlichkeit Fodara vedla in den leeren Schweinestall sich verirrt weiteste Aussicht im ganzen Hause. Die Schönheit dieser gegen die Obrigkeit. Indessen sagte ich ihm, daß er gleich gehabt hat. Der Senn' hat ihn drinnen brummen hören Aussicht wurde aber in etwas durch die Gitter vor den nach Hause gehen könnte, wenn er mir durch Handschlag und hinter ihm zugeriegelt. Es war eine verwunderliche beiden Fenstern beeinträchtigt und Ambros konnte jetzt aus versprechen wollte, nach Beendigung der Ernte sich frei Geschichte." feiner eigenen Erfahrung seinem künftigen Schwager das willig zur Verbüßung seiner Strafe zu stellen. Ich weiß Hannes, der mit seinen Gedanken noch bei den stark Beugniß ausstellen, daß er ein tüchtiger Schmied sei. Wolf ja, wie knapp überall die Arbeitskräfte sind. Die Leute nach Josephinismus schmeckenden Aeußerungen des Land- Lechner hatte die Gitter erneuern müssen, als für Prufadatsch müssen ja statt der Sichel den Kuhfuß in die Hand richters verweilte, bemerkte, daß ihm die Geschichte bekannt das Quartier bestellt worden, und daß er fein brüchiges nehmen. Aber er war eben so wenig, wie gestern der wäre, und der Kerkermeister versicherte, daß der ehrwürdige oder blättriges Eisen dazu verwendet, davon hatte Ambros Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung" lautete der Herr sie freilich kennen müßte; und darum erzählte er sie fich bereits durch kräftiges Rütteln an den Stäben überTitel der Schrift, als deren angeblicher Verfasser und Ver- zu Ende: wie Meister Braun den ganzen Bau umgeschmissen zeugt. ( Fortsetzung folgt.) breiter der Buchhändler Johann Philipp Balm auf Napoleons hätte und davon getrabt, zwei Tage später aber von SamBefehl am 26. August 1806 zu Braunau standrechtlich erschossen pogna, dem Gamsmanndl, geschossen wäre." Ja, ja, es war eine merkwürdige Geschichte. wurde. n zu jezt vor dem Militärgericht verhandelt worden. Ein Unter-| größeren Summe Geldes und einem Revolver bei dem Er-| Einen eigenthümlichen Eindruck macht es übrigens, daß die offizier des hier garnisonirenden Infanterie- Regiments, welcher mordeten gefunden wurden, ergaben, daß derselbe Mitglied bei dem vorliegenden Gesellschaftsvertrage Betheiligten, welche einen Refruten beim Eyerziren ein größeres der Warschauer Geheimpolizei war. Neben der Leiche zweifellos fämmtlich Anhänger der sozialdemokratischen Lehre sind 10 Stück Giz auf den Kopf legen ließ, wurde, wie die fand man ein Exemplar einer polnisch- sozialistischen Zeitung. oder vielleicht zum Theil waren, über die Vertheilung des durch Zittauer Morgenzeitung" vernimmt, zur Degradation und ausdrücklichen Vereinbarung in Streit gerathen sind, weil augenneunmonatlicher Festungshaft verurtheilt. Ein anderer Unter- Man vermuthet, daß die That von polnischen Sozialisten, gemeinsame Arbeiten erzielten Gewinnes trotz einer vergangenen offizier desselben Regiments, welcher das Durchbrücken der welche in letzter Zeit dort mehrmals geheime Versamm- scheinlich die geübteren Arbeiter der Ansicht huldigen, daß Knie beim Paradeschritt durch Stoßen mit der Fußspite an das lungen in Gemeinschaft mit russischen Nihilisten abgehalten ihnen ein größerer Antheil an jenem Gewinne zustehen Bein erzwingen wollte, wurde mit drei Monaten Festungshaft haben sollen, ausgeführt wurde. müsse, als den weniger geübten. Aus diesem Falle bestraft." Wir müssen, bevor nähere Aufklärung des Falles ein- ist ein kleines Bild derjenigen Zustände zu entnehmen, welche trifft, der Kreuz- Zeitung", welche sich Vorstehendes aus eintreten würden, wenn jene Lehre unglücklicherweise, wenn Ralisch melden läßt, die Verantwortung für die Richtigkeit auch unzweifelhaft nur für kurze Zeit, einmal zur Herrschaft geder Nachricht überlassen. langen sollte." Wir finden, daß es einen eigenthümlichen Eindruck macht, wenn ein richterliches Erkenntniß in einer Sache, die mit Parteipolitik nicht das Mindeste zu thun hat, sich auf das Gebiet parteipolitischer Erörterungen begiebt; zur Agitation gegen die Sozialdemokratie sind doch jedenfalls Urtheile der Privatklagen nicht da! Ueber die Qualität dieser Gegenagitation sich auszusprechen, wäre überflüssig! " Wenn die Norddeutsche Allgemeine Bei tung" meint, Bebel hätte abwarten sollen, bis das Gericht gesprochen hat, so ist das nicht unsere Meinung; denn das Gericht hätte vielleicht nicht so streng gesprochen, wenn die Sache noch nicht die Deffentlichkeit beschäftigt hätte. Die Köln. 3tg." will von neuen russischen Kriegsvorbereitungen Mittheilung erhalten haben. Wir können Für die zweijährige Dienstzeit soll eine demnächst die Richtigkeit der Meldung nicht kontrolliren, glauben fie erscheinende Schrift des Generallieutenants a. D. v. Bogus- aber wiedergeben zu müssen.-Das genannte Blatt meldet Lawsti eintreten. aus Petersburg: Die soziale Frage auf dem Lande nicht zu lösen, sondern im Gegentheil zu verschärfen, scheint die Aufgabe des Verbandes zur Besserung der länd lichen Arbeiterverhältnisse zu sein. Derselbe will, wie wir einer Mittheilung der Volks- 3tg." entnehmen, a) seine Mitglieder schützen gegen den dolosen Kontrattbruch ländlicher Arbeiter, b) seine Mitglieder unterstützen durch den Nachweis von Arbeitern und durch Anstellung und Ueberwachung von Agenten, insbesondere auch solcher für die sogenannte Sachsengängerei, c) seine Mitglieder vertheidigen gegen die immer zahlreicher in der Preise auftretenden Hezartikel, d) feinen Mitgliedern beistehen im Kampfe gegen die sozialdemokratische Agitation auf dem Lande, „ Im Weichselgebiet macht sich seit einigen Wochen eine erneute Thätigkeit aller Kriegsbehörden bemerkbar. Das Intendantur- Personal wird bedeutend verstärkt, das Offizierforps der Grenzwache wird wesentlich vermehrt. Im Militärbezirk Warschau wird die Neuanlage bezüglich die Vergrößerung von Kriegsverpflegungs- Magazinen mit großem Eifer fortgesetzt. Besonders bemerkenswerth ist es, daß die Magazine in offenen Städten, wie Czenstochau, Zamost, Siedlc, Lomsha, auch in dem bereits befestigten Bultust, von der dritten zur zweiten Klasse erhoben. Altona. Eine aum 23. d. M., Nachmittags 51/2 Uhr, bei Lübbren in Langenfelde einberufene Versammlung, welche bereits ordnungsmäßig angemeldet war, ist nachträglich auf Grund der Sabbathordnung vom 10. März 1840, welche auch besondere Beſtimmungen für die Charwoche enthält, verboten worden. * Mannheim, 21. März. Der Verlag unseres hiesigen Parteiblattes, der Volksstimme", sieht sich zu folgender Mittheilung an die Parteigenossen gezwungen: " Das unlängst verbreitete Gerücht, bezüglich der Ver- Thies ohne unser Vorwissen und Einverständniß seine Stellung ,, Am Donnerstag, den 19, März, hat unser Redakteur Ferd. haftung Degajevs, welcher am 27. Dezember 1883 den als Redakteur aufgegeben, um sich nach der Schweiz zu wenden. Chef der Petersburger Geheimpolizei, Sudeikin, ermordete, Da am 16. März die„ Volksstimme" beschlagnahmt wurde, so wird als unbegründet bezeichnet. Degajew ist seit Jahren nehmen wir an, daß die event. Folgen dieser Maßregel ihn mite) seinen Mitgliedern helfen bei den Einrichtungen zum vollkommen verschollen; sein Aufenthalt ist den russischen Re- bestimmt haben mögen, seine fernere Thätigkeit bei uns einzuWohle ihrer braven Arbeiter. volutionären ebenso unbekannt wie der russischen Polizei.- ſtellen. Wir haben sofort Schritte gethan, um ihn zu veranlassen, Das ist der beste Weg, um unseren Jdeen in der ländlichen Bevölkerung rasche Verbreitung zu sichern. Die uns vorliegenden amerikanischen Arbeiter- feine vertragsmäßige Zeit einzuhalten und sich auch eventuell als blätter beschäftigen sich mit dem abscheulichen Just i 3- verantwortlicher Redakteur zur Verfügung der Behörde zu stellen. Ueber die Opposition der österreichischen Unternehmer mord, der in Pittsburg geplant wird. Dort fam fommen ist, so fühlen wir uns veranlaßt, zu erklären, daß wir Da er nun bis zur Stunde unserer Aufforderung nicht nachgegegen die Feier des 1. Mai liegt folgende neue Meldung es, wie wir seiner Zeit mittheilten, bei einem Streit zu das Vorgehen von F. Thies mit aller Entschiedenheit verurtheilen. vor: Die Grazer Tischler- Genossenschaft beschloß einstimmig einer Prügelei der Ausständigen mit" Scabs"( räubigen wir erklären ferner sein Verhalten als ein eines Genossen uneine Resolution, worin sie Verwahrung einlegt gegen die Schafen"), wobei einer der letzteren so verletzt ward, daß er würdiges, welches gerade bei ihm in seiner maßgebenden und den Prinzipien des Rechtsstaates widersprechende Oktroyirung nach einigen Tagen starb. Verschiedene der Ausständigen einflußreichen Stellung als ein feiges bezeichnet werden muß." des 1. Mai als Feiertag seitens der Arbeiter. Die Ge- Ungarn von Geburt wurden nun wegen Mordes Kein Wort kann scharf genug sein, um eine so elende und nossenschaft wird bei der Regierung um Verhinderung der verhaftet und verfolgt, und drei, obgleich keinem nachge- schmachvolle Feigheit zu rügen. Begehung des 1. Mai als Feiertag petitioniren. wiesen werden konnte, daß er dem Gestorbenen irgend eine Hann. Münden, den 28. März. Einen Beitrag zu dem Verlegung zugefügt, zum Tode verurtheilt. Das ist Artikel, Sächsische Gemüthlichkeit" in Nummer 67 des„ Borwärts" Bei der letzten Nachwahl zum schweizerischen allerdings ein skandalöses Urtheil, diktirt von dem roheften vom 20. März dürften folgende Vorkommnisse in hiesigen KriegerNationalrath im bernischen Mittellande erhielten Klassenhaß. Möge es der öffentlichen Meinung gelingen, verein bilden. In der letzten Generalversammlung genannten Stimmen: der Konservative v. Steiger 4644, der Sozial die Vollziehung des ungerechten Urtheils, die unzweifelhaft Vereins wurden vom Vorsigenden mehrere Schriftstücke unterdemokrat Reich el 2835, der Liberale Flückinger 2385. ein Justizmord schlimmster Art wäre, zu verhindern. zeichnet vom preußischen Kriegsminister v. Kaltenborn- Stachau und In der Stadtgemeinde Bern erhielt unser Genosse 2292, Wir gestehen aber, daß unsere Hoffnung nur gering ist, dem Minister des Innern Herrfurth- verlesen des Inhalts, daß der Konservative 1855 und der liberale Kandidat aumal sogenannte„ Anarchisten" durch wüstes Schimpfen der Verein, sofern derselbe als Kriegerverein weiter bestehen, eine 1181 Stimmen. Am nächsten Sonntag findet die Stich- und Drohen den Klassenhaß der Gegner zu schüren be- Fahne mit königl. Wappen führen wollen 2c., feine Statuten so wahl statt. fliffen find. கு Herr Crispi, der abgetakelte, Bismarck Italiens", hat in der italienischen Kammer verschiedentlichen Spektakel gemacht, und u. A. auch die Aeußerung hingeworfen: man ändern müsse, daß Sozialdemokraten, überhaupt staatsgefährbnatliche Elemente" beliebig ausgeschieden und nicht aufgenommen werden können. Ferner wird verlangt, daß Reserve- Offiziere ohne Weiteres als Ehrenmitglieder aufgenommen werden müssen, dagegen andere Personen nur durch Generalversammlungs- Beschluß zu Ehrenmitgliedern ernannt werden Parlamentarisches. müſſe daran denken, daß uns ein Krieg auch in diesem Jahre überraschen kann". Von den gewerbsmäßigen Alarmisten In der am 24. d. Mts, unter dem Vorsitz des Vizepräsiden- fönnen. Der Vorsitzende des Vereins betonte wiederholt, daß die wird diese Aeußerung benutzt, um die politische Lage als ge- ten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von in genannten Schriftstücken verlangten Aenderungen des Statuts fährlich hinzustellen. Crispi fagen sie sei doch bis Bötticher abgehaltenen Plenarsizung ertheilte der Bundesrath angenommen werden müßten, falls der Verein weiter vor Kurzem Minister gewesen, und müsse über das, was in dem Entwurf eines Gefeßes, betreffend die Abänderung des bestehen solle, worauf denn ein Mitglied betonte, daß man dann den höheren Regionen vorgehe, noch gut unterrichtet sein. Butwurf eines Gesezes wegen Feststellung des Landes- ist jetzt also festgestellt, daß die sächsische Gemüthlichkeit auch in Patentgesetzes, in der vom Reichstage angenommenen Fassung auch die Sozialdemokraten aus dem Heere ausscheiden müsse. Es dem Das ist lächerliche Logit. Crispi trieb immer Radaupolitit, haushalts- Stats von Elsaß- Lothringen für 1991/92, wie derselbe Preußen ihren Einzug gehalten hat. und er sucht das Geschäft jetzt fortzusehen Um 19. d. M. wurde der Genosse Ernst Reese wegen Beganz wie sein sich nach den Beschlüssen des Landesausschusses gestaltet hat, die deutscher Kompagnon, auf dessen Beifall und Mithilfe er Zustimmung. Außerdem wurde über zwei Eingaben in Boll- leidigung des hiesigen fog. Arbeiter- Bildungsvereins vom SchöffenAngelegenheiten, über den Antrag der Ausschüsse für Zoll und gericht zu 100 W. Geldbuße event. 8 Wochen Gefängniß verJewel opp Steuerwesen und für Rechnungswesen wegen Ergänzung der urtheilt. Gegen dieses Urtheil wurde Berufung eingelegt. BeIn Paris hat die Feier des 1. Mai an Bedeutung Ausführungsvorschriften zum Tabaksteuer- Gesez, fiber mehrere merkenswerth hierbei ist, daß der Vertreter des Staatsanwalts, insofern gewonnen, als der sozialdemokratische Stadtrath Gesuche um die Bezeichnung von Sprengstoffen als solche, welche Wröndel, die Unglaubwürdigkeit des Zeugen, Schuhmachermeisters Vaillant in der Stadtverordneten Versammlung den vorzugsweise als Schießmittel gebraucht werden, auf Grund des G. Markus aus Kassel, damit begründen wollte, daß derselbe Antrag eingebracht hat, der Pariser Munizipalrath möge Gesetzes vom 9. Juni 1884, endlich über eine Beschwerde wegen in einer Verfammlung die Religion als Privatfache erklärt habe, sich entweder durch eine Rundgebung an der Feier be- angeblicher Gefehwidrigkeiten in einem Verfahren vor dem Reichsund, so deduzirte der Herr weiter, das Beugniß eines Gottes: theiligen, oder aber sämmtlichen städtischen Beamten an gericht Beschluß gefaßt. rechnen tann.diesem Tage freigeben. Die Versammlung, welche in ihrer Mitte zahlreiche sozialistische und radikale Elemente aufweist, ernannte eine Kommission, um den Antrag näher zu prüfen. Der Berichterstatter für diesen Ausschuß ist der Stadtrath Rouanet, welcher im Namen desselben den Korrespondenzen und Parteinachrichten. leugners fönne nicht geften. Zwar erklärte der Richter, daß das nicht dahin gehöre, aber erst, als der Staatsanwalts- Vertreter oben Genanntes vorgebracht hatte. * Vom Mittelrhein, 24. März. Das von der herrschenden Klasse neu eingerichtete Arsenal geistiger Waffen gegen die Sozialdemokratie enthält viel Contrebande, wenn nicht alle diese sogen. geistigen Waffen dahin zu zählen sind. In unseren Städten mit theilweise starker Garnison ist ein beliebtes Mittel, das freilich weder eine geistige noch eine geistreiche Waffe genannt werden kann, die Antrag Baillant's in der nächsten Sigung des Conseil Brandenburg a. H. Am 23. d. M. fand hier eine zahl municipal sehr warm empfehlen wird. Der von Rouanet reich besuchte Voltsversammlung statt, in welcher Genoffe Beus schriftlich ausgearbeitete Bericht liegt bereits im Wortlaut aus Berlin einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag Geschäftsleute vor dem Anschlusse an die Sozialdemokratie abzuvor, und selbst solche Pariser Blätter, welche der Arbeiter über das Thema:" Die Macht des Wissens" hielt. Nachschrecken, der Boykott dieser Geschäfte durch die Militärbehörde. bewegung im Allgemeinen recht fernstehen, erkennen an, daß dem der Referent in feinen zweistündigen Ausführungen den So hat man in Landau dem dortigen Arbeiter- Wahlverein längere es Rouanet der Stadtvertretung sehr schwer gemacht habe, psychologischen Prozeß des Wissens, die Bedeutung von Auge, Beit jedes Lokal zur Abhaltung einer Versammlung abgetrieben gegen den Antrag zu stimmen. Der Bericht bezeichnet es Ohr, Sprache, Schrift und Druck für das Wissen klargelegt, be durch die Drohung mit dem Militärverbot; als endlich ein Wirth zunächst als durchaus unberechtigt, die Maifeier eine Demon- fonders aber den Einfluß des modernen Berkehrslebens, von Post sich an diese Drohung nicht kehrte, verbot man wirklich we und Eisenbahn, auf das Wissen der Masse des Volks nach Militär den Besuch, noch bevor die dräuende Versammlung stattstration zu nennen, und auch der Ausdruck Manifestation gewiesen, gab er eine Darstellung des besonderen Wachstums gefunden hatte. In Mainz hat das Gouvernement sogar den passe nur dann, wenn man genau die Ziele angebe, für deren des den Arbeitern nothwendigen Wissens, welches sich kurzgesagt Besuch jener Spezereiläden verboten, in denen die„ Mainz. BolksErreichung manifeftirt werden solle. Er führt dann die ver in den Lehren der Sozialdemokratie vorfinde, und forderte die Stg.", das dortige sozialistische Urgan, Filialen errichtet hat. Am schiedenen Zweige der Arbeiterforderungen bezüglich des Schutzes Genoffen auf, wie bisher so auch in Zukunft gründlichst für die übelsten sind bei diesem geistigen Kampf die armen Soldaten daran, der Kinder, der Frauen, der kranken und der gesunden Ar- eigne Belehrung zu forgen, um ledig aller thörichten Furcht vor die längst sich Tabellen anlegen müssen, um nicht eins oder das beiter auf und erinnert die Mitglieder der Stadtvertretung Göttern und Menschen mit freiem ſelbſtändigen Geiste tüchtige andere der zahlreichen proftribirten Etablissements unversehens baran, wie oft sie sich schon grundsätzlich mit diesen Ge- Soldaten in dem gewaltigen Heer der internationalen Arbeiter zu betreten. boten der Menschenerhaltung, der Sittlichkeit und der Klasse zu fein. Von einer Diskussion ward abgesehen. Nur Gegner follten Staßfurt. Sier fand am 18. März eine öffentliche VoltsNächstenliebe bekannt habe, so daß die Annahme des Antrages Baillant nur der gesammten bisherigen Verhaltungs- um Worte kommen." Niemand meldete sich. versammlung stati; da jedoch Genosse A. Hoffmann, der das In dem zweiten Punkt der Tagesordnung: Stellungnahme Referat übernehmen sollte, am Kommen verhindert war, so war weise der Pariser Gemeindevertreter entsprechen würde. In zum 1. Mai", ergriff Genoffe Ewald das Wort und schlug unter Genosse R. Kreiner aus Aschersleben erschienen. Derselbe hielt, dem Schlusse des Berichts aber wird darauf hingewiesen, näherer Begründung vor: 1. am 1. Mai eine Volksversammlung als die Versammlung die Bedeutung des Tages durch Erheben daß in Frankreich schon mancherlei Anzeichen eines geistigen mit Vortrag über den„ Achtstundentag" anzuberaumen. 2. Die von den Sigen geehrt hatte, einen längeren Vortrag über Arbeiter. zu bemerken seien, tie Führerrolle unter den Kulturnationen, auf welche das zu verlegen und an diesem Tage von der Polizei die Gestellen wir uns zum 1. Mai? erhielt Genosse D. Märtens, nehmigung zu einem Aufzuge mit fliegenden Fahnen zu ver- Leopoldshall, das Wort. Derfelbe führte in kerniger Ansprache französische Volk bis jetzt stets so stolz gewesen sei, sehr langen. Werde die Genehmigung nicht ertheilt, so fei dadurch der Versammlung die für den ganzen Arbeiterstand so wichtigen bald in ein Nichts zusammenfallen werde, wenn gerade in wenigstens konstatirt, daß troß Aufhebung des Sozialistengesetzes Beschlüsse des internationalen Arbeiterkongresses zu Paris der wichtigsten aller neuzeitlichen Fragen, in der des sozialen die Sozialdemokraten immer noch mit besonderen polizeilichen flar vor Augen und führte an, daß es Sache der Ausgleiches, Paris und damit Frankreich zurückstehen würde. Beschränkungen bedacht würden. 3. möge der Beschluß gefaßt Arbeiterschaft jei, diese Beschlüsse zu verwirklichen inbo Jedenfalls darf man der Entscheidung des Pariser Ge- werden, 1/4 des am 1. Mai verdienten Tagelobnog ber Partei zu fie mit aller Kraft für die Achtſtunden Bewegung eintritt. überweisen. Alle diese Anträge des Genossen Ewald wurden ein. Dem entsprechend wurde eine Resolution einstimmig angenommen. meinoerathes mit großer Spannung entgegensehen. stimmig angenommen. Mit einem begeisterten dreifachen Hoch auf Im Hinblick auf die örtlichen Verhältnisse wurde beschlossen, den Im dänischen Parlamente hat eine neue Barbie internationale Sozialdemokratie und Abfingung der Marseillaise 3. Diai als Tag der Kundgebung für die Achtſtundenbewegung teiengruppirung stattgefunden. Die über ein Jahr schloß die Versammlung. Dem Verbot der Zellersammlung haben die Brandenburger Parteivorstandes anzuschließen. Nachdem noch ein Genosse ein zehnt geschlossen gegen das reaktionäre Ministerium Estrup Genossen jetzt dadurch ein Schnippchen geschlagen, daß sie ein geistiges Kampfmittel gegen die Sozialdemokratie, nämlich ein vorgehende Majorität hat sich in eine radifale und gefestes Gintrittsgeld von 10 Pfennigen erheben, welches die Polizei von der fächsischen Kirchenfynode an alle hiesigen Schulkinder verBunde mit der Regierungspartei die Majorität. Außer nicht verbieten fann. So sorgt die Polizei dafür, daß die Ge- breitetes Flugblatt einer derben Kritit unterzogen Die hatte, nossen klug werden. wurde die Versammlung geschlossen. Des Defteren ist schon erwähnt, daß uns das Aufbringen von Geld in Die Sozialdemokratie in den Urtheilsgründen eines öffentlichen Versammlungen stets illuforisch gemacht wird. Zivilgerichts. Daß in Urtheilen der Strafgerichte die sozial Diesmal hatten wir, weil doch gesetzlich erlaubt, ein festes Gindemokratischen Lehren" oft genug eine tendenziöfe Rolle spielen, trittsgeld von 10 Pf. erhoben. Aber auch das wurde uns wieder ist bekannt. Neu unter dem„ neuen Kurs" aber dürfte sein, daß verboten und drei dabei betheiligte Genoffen, beramenteer ein Zivilgericht in einer Bristattgefache sich either cifting 20. März ein Strafmandat von je 30 m. event. 5 Lage Haft. auf das Gebiet des„ Zukunftsstaates" und eine Ktritit sozial- Widerspruch ist bereits erhoben worden. Demokratischen Lehren erlaubt. Das ist in Braunschweig geschehen. In einem zu einer Forderungsklage gefällten Urtheil des dortigen Amtsgerichts heißt es: diesen Parteien gehören drei Sozialdemokraten dem dänischen Boltsthing an. Der gestern abgehaltene spanische Arbeiterkongres nahm den Antrag auf Einführung des Achtſtundentages an. Heute soll ein Aufruf betr. Die Maifeier an allen Drten des Landes vertheilt werden. Unweit des russischen Städtchens Dobra wurde ein Mann ermordet aufgefunden. Papiere, welche außer einer Theater. Donnerstag, den 26. März. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Leffing- Theater. Thermidor. Berliner Theater. Rean. Diebe[ 1200b sten Glückwünsche unserm Freunde und Achtung! Metallschleifer!| Bentral- Krankenkasse Genoffen Hugo Anschütz zu ſeinem Am Freitag, den 27.,( Charfreitag: der Maurer, Steinhauer, Stuckateure etc. 22. Wiegenfefte. Ob wir uns im Zukunftsstaat treffen? Unser Programm lautet so! Unserem Kollegen u. Genossen, dem heutigen Geburtstage ein donnerndes Deutsches Theater. Einsame Men Präger Albert Scharnow zu seinem schen. Fusspartie. Treffpunkt: 7 Uhr Vormittags im 236/5 Lustigen Stiefel", Staligerstr. 18. Der Vorstand. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Hoch von den Nachtlichtern( auch Achtung Stellmacher! Der Vogelhändler. Wallner- Thenter. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Vorher: Die Schulreiterin. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. König Lear. Oftend- Theater. Der Roland. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Schnecke). Littauer& Boysen. 1202b Unserem Vorsitzenden [ 1209 b Albert Mewes zu seinem 41. Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch von seinen Kollegen im Vorstande des Vereins der Former. Unserem Meifter Herrn Karl Ströhmann zu seinem 52. Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! Die Sauferei wird gut! Wie das qualmt! 1208b Die Antiken nebst Kellerwürmern. Dem Werkführer Herrn Hermann ,, Grundstein zur Einigkeit." Donnerstag, 26. März, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Zages- Ordnung: 1. Wahl eines Komitees zu der am 4. Mai hier stattfindenden GeneralDie Verwaltung. Dienstag, den 31. März,( 3. Oster- Versammlung. 2. Verschiedenes. feiertag), Anfang 6 Uhr Abends, bei 229/2 Keller, Bergstraße 68: 285/6 Tanz- Kränzchen. = Dachdecker. Sonnabend, 28. März, Abends 8 Uhr, bei Feindt, Weinstraße 11: 358] Deffentliche Versammlung fämmtl. Dachdecker Berlins n. Umgegend. Tages Ordnung: Herren Billet 50 Pf., Damen frei. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Das Komitee. Sozialdemokratischer Lese- und 1. Wie stellen sich die Dachdecker zu der Resolution der Bauhandwerker Diskutirklub Johannes Wedde. Am Donnerstag, den 26. d. Mts.. Konferenz zu Berlin? 2. Beschlußfassung zur Feier des 1. Mai. 3. Die Am Donnerstag, den 26. d. Mts., Petition wegen Unfällen auf Bauten an das Berliner Polizeipräsidium. 4. Verschiedenes.- Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer: W. Rackwitz. Abends 8/2 Uhr, Urbanftr. 118 bei Vogel: 354/5 Theater der Reichshallen. Große Lehder zu seinem heutigen Wiegenfeste Mitglieder- Versammlung. Spezialitäten- Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Dienstag, den 31. März: Abschieds- Vorstellung. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Heute, Abends 71/2 Uhr: 將 帶 Große Vorstellung. mit neuem vorzüglich gewähltem Programm. Auftreten sämmtlicher Künstler sowie Künstlerinnen. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- u. Freiheitspferde. Romische Entrees sämmtlicher Klowns. Nur noch einige Male: Circus unter Wasser. Die Marionetten. Sensationelle Wasserpantomime. Morgen, Charfreitag: Keine Vorstellung. Sonnabend, Abends 7/2 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Die Marionetten. Gtablissement Buggenhagen am Moritzplatz. ein donnerndes Lebehoch! 1216 b Mehrere Unverbesserliche. Am 23. März, Nachm. 5% Uhr, verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Buchdrucker Richard Fehlberg im 31. Lebensjahre. Berlin, 25. März 1891. 102M] Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Charfreitag, Nachm. 4/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen JakobyKirchhofs statt. Arbeiter- Bildungs- Verein für Friedenau, Steglitz und Umgegend. unser Mitglied, Herr Sonntag, den 22. März, verstarb Karl Franke an der Proletarier- Krankheit. 27. März, Nachm. 4 Uhr, vom TrauerDie Beerdigung findet Freitag, den haus, Fichtestr. 6 in Steglig, aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet 357/1 Der Vorstand. Unterhaltungs- Musik. Kranzbinderei Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. und Blumenhandlung Berlin SO., Großer Frühstücks- und Mittagstisch. J.Meyer, wi.. Spezial- Ausschank von Pazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert in der Ecke bei der Manteuffelstraße, liefert Guirlanden Meter von 15 Pf. Doppelbügel- Lorbeerfränze von 50 Bf. an. Topfpflanzen wie Bouquets 2c. gut und billig. Cottillonbouquets pr. Dtd. v. 1. M. an. Fernsprecher. 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Der Kampf um den Achtstunden10 Pf. tag. Eine Festschrift. 15 Pf. Castan's Panopticum. Geib, Aug., Der Normalarbeits Jo etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Berl. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Täglich: Alt- Berlin auf d. Bock. = Humoristisch historischer Rückblick zur Feier der Bock- Saison 1891, verbunden mit gr. Militär- Konzert. Anfang: Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Berl. Original- Bockbier in Flaschen, tag. 10 Pf. Friedrich, Heiur., Der erste Mai. Ein Zeitbild in drei Abth. 40 Pf. Quark, Dr. M., Die Arbeiterschuß- Gesetzgebung im Deutschen I Mark. Reiche. Geschäftshaus S. Heine. Chauffeestraße 14 Die schönsten Kinder- Kleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröde, Unterröde, Achtung! Rixdorf! Achtung! Die zum ersten Osterfeiertag veranstaltete Wohlthätigkeits- Matinée ein fun ſch de Sch flo M 101 re R fo U 260/2 ni ein tä R Ii Sämmtliche Genossen, welche noch des Berliner Sanitäts- Vereins findet nicht im Saale der Aktienbrauerei Abonnements Listen von der neuen Zeitung für die Kreise Teltow, Ober- Friedrichshain", sondern im Saale des und Nieder- Barnim in Händen haben, werden ersucht, diefelben am Freitag Abend bei Duscheck, Bergstraße 7, abzugeben. 335/17 Der Vertrauensmann. Achtung! Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11-13, statt. Der Saal der Aktienbraueret Friedrichshain" ist irrthümlich anderweitig vergeben. Die ausges gebenen Billets behalten ihre Giltigkeit. Achtung! Das Komitee. Achtung! Slavierarbeiter und verwandte Steindrucker u. Lithographen. Berufsgenossen! at& Co. haben die Arbeiter wegen In der Pianoforte Fabrit von ohnreduzirung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. 186 Die Kommission. NB.: Gammellisten fönnen jeden Abend bei Winzer, Naunynstr. 78; bei J. Meyer, Andreasstraße 12, und bei dem Beitragsammler für den Norden im Keller, empfangen und abgegeben 2. Neumann, Ackerstr. 188, 2. Hof, werden. Sonntag, den 29. März( 1. Osterfeiertag), Vormittags 12 Uhr, int Joël's Festsälen, Andreas- Straße Nr. 21: Grosse Matinée bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert. Veranstaltet vom Männergesangverein ,, Senefelder" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes.) Dirigent: Herr Flöter. Aufreten bedeutender Spezialitäten. E 281/11 Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. J. A.: M. Mescha, Urbanstr. 37. diefe Matinee mit der von einigen Steinbruckern und Lithographen in RaufNB. Um Irrthümer zu vermeiden, sei hiermit bekannt gemacht, daß mann's Variété veranstalteten in feinerlei Zusammenhang steht und der Gesangverein Senefelder" nur solche Lokale zu seinen Vergnügungen nimmt, welche " Den Parteigenomen auf der Lokalliſte ſtehen. empfehle ich mich zur Anfertigung gut fizender Herren- Garderobe. A. Böttcher, Schneidermeister, Fürbringerstr. 36.[ 832L Steppdecken!! größte Auswahl!! am billigsten in Emil Lefèvres Fabrik, Berlin, Oranienstr. 158.[ 277L Spiegel und Polster- Waaren, Möbel, Spiegel y reelle Waare zu soliden Preisen. Ganze Ausstattungen in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer, S.-O., Köpnickerstr. 25, Apfeljinen Stüd 3 Vf. 368 dünnschalige süße Frucht, empfiehlt die Südfrucht- Handlung D. B. Vehlow, Lindenstr. 54, H Boften Schlafdecken einen Möbel auf Theilzahlung Hugo Lewent, Lothringerstr. 75. reinw. Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Werth das Doppelte!! Illustr. Preisliste gratis u. franko. Neu! Neu! D. R. P. 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Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In unseren Verlag ist übergegangen: Ursprung und Lage der ländlichen Arbeiter. Von Julius Türk. Breis eleg. brosch. 30 Pf. Für die Agitation unter den ländlichen Arbeitern wird die vorstehende Schrift ersprießliche Dienste leisten, weshalb jedem Genoffen, der sich an derselben zu betheiligen beabsichtigt, Kenntniß des Inhalts derselben zu empfehlen ist. Der Verfasser hat mit großem Fleiße ein reiches statistisches Material zusammengetragen, das flar und deutlich das Elend zeigt, in dem das ländliche Proletariat schmachtet. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. tr St d 1. it d b b C Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 72. Das Ausverkaufs- Unwesen. II. Donnerstag, den 26. März 1891. 8. Jahrg. neur erwidert hatte, daß die Art des Transportes Sache Er überlasse es der Versammlung, über die Vergrößerung des der einzelnen Truppentheile sei. Die Sozialdemokraten ver- Barkterrains zu befinden, entschieden müsse er sich gegen die kostlangten, daß der Magistrat mit dieser Antwort sich nicht zu spielige Anlage des Wassersturzes erklären, der völlig zwecklos frieden geben, sondern weitere Schritte ergreifen folle. Nach sei, von dem er auch glaube, daß er keine bemerkenswerthe Ver In allen den im vorhergehenden Artikel angeführten Aus- eingehender Begründung dieses Antrages durch Genossen Vogt schönerung der Hauptstadt bilden werde, der mehr eine Spielerei sei einandersetzungen in Wieck's Gewerbe- Zeitung" treten die Unge- herr lebte die Entrüstung bei der Majoritt wieder auf und und auch in hygienischer Beziehung nicht bessernd wirken werde. sundheit und Erbärmlichkeit unserer kommerziellen Verhältnisse wurde der von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Antrag an= Stadtv. Singer: Er werde für die Spielerei" stimmen und scharf zu Tage. Das Anreizen zum Kaufen durch Herabsetzung genommen. wisse, daß er damit der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung der Preise, welches dem Artikelschreiber nach als ganz gesund er- Der zweite, wesentlich erheblichere Gegenstand betraf die einen großen Gefallen thue. Er stimme insbesondere dafür, weil scheint, ist gleichfalls für unbefangene und sozialwirthschaftlich auch von Sozialdemokraten angeregte Vergrößerung er überzeugt sei, daß der Wassersturz die Gesundheitsverhältnisse beflarsehende Beurtheiler ein nicht zu verkennender Beweis für die des Viktoria parts am Kreuzberg und Verdeutend fördern werde. Parkanlagen seien sozusagen die Lungenflügel Mangelhaftigkeit unserer wirthschaftlichen Zustände. Bei sozial- schönerung desselben durch durch einen Wasser- der Großstadt, dieselben müßten deshalb möglichste Auswirthschaftlich wirklich gesunden Zuständen werden solche AnDer Ausschuß, den Genosse 3 ubeil angehörte, dehnung erhalten. Der Kostenpunkt sei nicht in den Vordergrund reizungen zum Kauf von selbst fortfallen und das Bedürfniß der hatte theilweise über die Magistratsvorlage hinausgehend Ab- zu stellen. Wenn er der Versammlung vorrechnen wollte, was Konsumenten wird als Veranlassung zum Waarenerwerb voll- rundung des Viktoriaparkes und Einrichtung einer größeren die Stadt innerhalb der letzten Jahre für wirkliche Spielereien fominen ausreichen. Was darüber ist, ist auch heute schon vom Wasserfturzanlage befürwortet. Die freisinnigen Stadtverordneten ausgegeben habe, so glaube er nicht, daß eine jährliche Ausgabe Uebel. Wohlgemuth und Sachs II führten zwar eine Reihe penibel von 50 000 m. irgendwie ins Gewicht fallen fönne. Wasser sei Mehr zu kaufen als das natürliche und vernünftige Bedürf- hervorgesuchter Gründe gegen den Vorschlag ins Feld. Konnte das beste Desinfektionsmittel und die Anlage werde ganz entniß verlangt, schadet dem Käufer und giebt der Waarenproduktion die Abstimmung insbesondere wegen des Hervorkehrens un- schieden bessernd auf die Gesundheitsverhältnisse der Stadt eineine unnatürliche und die Produzenten über die Bedürfnißfrage wesentlicher Gründe seitens des Referenten Kyllmann wirken. Der Wassersturz werde in dem Parke den Anziehungstäuschende Anregung. ( so zum Beispiel, daß durch den Wassersturz mehr punkt bilden und Hunderttausende würden sich an dem wechselnSelbstverständlich ist in der künstlichen Anstachelung der Fremde angezogen würden, um hier ausgezogen werden zu können), den Spiel des Wassers erfreuen und die Parkanlagen aufsuchen. Rauflust nur ein vergleichsweise geringfügiges Uebel zu sehen. noch zweifelhaft sein, so ist es Genossen Singer durch lebhafte Die Sparsamkeit sei hier übel angebracht, man solle die Sehr viel schlimmer steht es mit dem geradezu ungeheuer- Vorführung der gesundheitlichen Interessen, insbesondere der Vorlage höheren Gesichtspunkten, nicht von lichen Betruge, der in dem Ausverkaufswesen an's Licht der minder Wohlhabenden, zu danken gewesen, daß schließlich mit finanziellen Gesichtspunkte aus prüfen. Das, was für Deffentlichkeit tritt. Alles was der§ 263 des Strafgesetzbuches 71 gegen 26 Stimmen der Vorschlag des Ausschusses an- die Gesundheitsverhältnisse der Stadt und die der Erholung als nothwendige Bedingungen zur Strafthat des Bebedürftige ärmere Bevölkerung aufgewendet werde,-sei nie zu truges aufführt, ist dabei zu finden: Die Vermögens- Glückauf zur besseren Einsicht der Mehrheit der Stadtverord- theuer.( Lebhafter Beifall.) Schädigung des Käufers durch Anschmierung mangelhafter neten Wasser allein thut's freilich nicht. Waaren, die Vorspiegelung falscher und die Unterdrückung oder die Entstellung wahrer Thatsachen durch Erregung des Irrthums, 1. daß die Waare zu erheblich billigeren Preisen losgeschlagen werde, als sie im gewöhnlichen Handel zu haben sei, daß 2. der Sigung vom Mittwoch, den 25. März. Verkauf unter gerichtlicher Kontrolle stattfinde und daß 3. die Der Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryd, eröffnet die Sitzung Waare, die zu dem Zwecke der künstlichen Fortschleppung solcher Ausverkäufe aufgekauft wird, dem Konkurswaarenlager selbst ent- nach 51/2 Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. stamme. Daß bei alledem die Absicht vorwaltet, dem Aus- Nach Eintritt in die Tagesordnung werden einige verkäufer einen Vermögensvortheil zu verschaffen, liegt auf Naturalisationsgesuche geschäftsordnungsmäßig er der Hand, und daß dieser Vermögensvortheil als rechtswidrig ledigt. betrachtet werden muß, geht schon daraus hervor, daß heute Die Enteignung des von dem Grundstücke Lothringer straße 81 zur Straßenverbreiterung erforderlichen Terrains wird genehmigt. genommen wurde. Stadtverordneten- Versammlung. bereits alle Welt, auch alle ehrlichen Kaufleute von dieser Art Geschäft als von einem Ausverkaufschwindel sprechen. Einen ganz besonders hervorzuhebenden Krebsschaden unserer Eine Reihe unwesentlicher Magistratsanträge wird Handelsverhältnisse dokumentirt noch der Umstand, daß sich debattelos angenommen. Grossogeschäfte vielfach allein darum bemühen, die für solch Stadtv.& ßmann und Genossen beantragen die sofortige schwindelhafte Ausverkäufe durch ihre anscheinenden Schleuder: Benennung der anbaufähig hergestellten Straßen durch den preise vorzugsweise geeignete Waare von deren Fabrikanten zu- Magistrat, im Hinblick auf die großen Mißhelligkeiten, die es fammenzukaufen, um sie an die professionsmäßigen Ausverkäufer mit sich bringe, wenn über 200 Berliner Straßen nur mit weiter zu geben. Nummern bezeichnet sind. Der Antrag wird einstimmig angenommen. gewährt. von Dem Nach kurzem Schlußwort der beiden Referenten wird zur namentlichen Abstimmung geschritten. 78 Stimmen werden für; 19 Stimmen gegen Punkt 1 des Ausschußantrages Vergrößerung des Parkterrains gezählt. Die Vergrößerung des Parfterrains ist also beschlossen. Es folgt namentliche Abstimmung über Punkt 2 des Ausschußantrages- Erhöhung des Wassersturzes. Punkt 2 wird mit 71 gegen 26 Stimmen angenommen. Auch die übrigen Punkte des Ausschußantrages werden ebenso wie zwei Vorlagen des Magistrats betreffs des Neubaues zweier Doppelschulen angenommen. Schluß der Sigung 8 Uhr. Tokales: Das Gesetz, betreffend die Alters- und Invaliden. versicherung der Arbeiter, ist in gewisser Beziehung ebenso versicherung der Arbeiter, ist in gewisser Beziehung ebenso eine terra incognita, wie der dunkle Welttheil, das schwarze Afrika. In Bezug auf Komplizirtheit übertrifft es die beiden machen. Bei diesem löblichen Streben soll es nun aber auch Der Verfasser des Aufsatzes in der Gewerbe- Zeitung" theilt nun einen Vorschlag mit, wie diesen schwerwiegenden Uebelständen Ein Beitrag in Höhe von 1000 M.( der Magistrat hatte vorhergegangenen Versicherungsgesehe noch um mehrere Nasenwenigstens zum Theil auf dem Boden der bestehenden Verhältnisse nur 500 M. beantragt) zu den Kosten eines Denkmals für längen, wie es ja als Krönung des sozialen Gebäudes dieselben Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland wird auch an Werth übertreffen soll. Für den beschränkten Unterthanenverstand ist es daher ungemein schwer, dieses Gesetz zu beEr sagt mit Bezug hierauf folgendes: Weshalb, fragen wir, thut die solide Konkurrenz, welcher Die Vorlage betr. einen Nachtragsvertrag mit der Neuen greifen und sich in die labrynthischen Bestimmungen desselben durch derartige Geschäftsmanipulationen arger Schaden zugefügt Berliner Pferde- Eisenbahngesellschaft wird auf hineinzuarbeiten". Es ist daher nur dankbar anzuerkennen, den oftmals dunklen Sinn der Gesezesbestimmungen aufzuhellen wird, keine geeigneten Schritte zur Abwehr folchen unreellen Wunsch des Stadtverordneten Vogtherr mit dem bekannten An- wenn die Behörden bemüht sind, mit der Leuchte ihres Wissens Geschäftsgebahrens? Was für den Einzelnen schwer, ja geradezu trage der sozialdemokratischen Stadtverordneten in Bezug auf und sie dem gemeinen Wolfe faßbar und leicht verständlich zu unausführbar erscheint, wäre durch eine Vereinigung einer solchen Angelegenheiten der Pferde- Eisenbahnen verbunden. Interessentengruppe schon ein weit leichter erreichbares Biel, und Stadtv. Vogtherr begründet diesen Antrag. Die Aenderung vorkommen, daß im Uebereiter der sonst klare Wortlaut des hier müßte unferes Erachtens auch der Hebel zur Beseitigung des Tarifwesens beabsichtigt, einer Klage der Berliner Bevölkerung Gesezes verdunkelt und dadurch die ohnehin schon vorhandene folcher eklatanten Mißstände, die den Detailhandel in seiner ein Ende zu machen. Das verzwickte Tarifwefen, bas iezt Verwirrung nur noch vergrößert wird. Einen derartigen Fall, Gesammtheit auss ärgste schädigen und in Mißtredit bringen, herrscht, führt zu großen Unzuträglichkeiten. Dabei würde den wir seiner Originalität wegen hier besonders hervorheben das Interesse der Gesellschaft gewahrt bleiben. wollen, theilte neben angesetzt werden. Man sollte die Dinge nicht erst so weit selbst anderen Fällen lezthin Herr Dr. über Ein 10 Pf.- Tarif für alle beliebigen Strecken wird nur eine Ber- Lütgenau in einem Vortrage das Alterstommen lassen, sondern rechtzeitig eingreifen. und Die Versicherungspflicht betreffend, dadurch hauptsächlich in Mitleidenschaft gezogenen Ronkurrenz- felbe Ertrag wie bisher erreicht werden solle. Was die Benutzung ist Geschäftsinhaber der nächsten Nachbarschaft eine Bereinigung der Deckplate auch Seitens des weiblichen Theils der Bevölke dem vollendeten 16. Lebensjahre beginnt. Es ist dies one bilden behuss Erwerbung der Waaren aus der Ronfursmasse, um rung anbelangt, so verweist Redner auf Dresden, die Hauptstadt Zweifel eine ziemlich flare Bestimmung, die keinen Irrthum zue alsdann für gemeinschaftliche Rechnung zu verkaufen. Stellt sich desjenigen Landes, das sich sonst der spießbürgerlichsten Gin- läßt und es heißt wohl die Intelligenz des arbeitenden Bolles schließlich ein Verlust heraus, so wird er auf die einzelnen Mit richtungen erfreue, wo aber die Deckplätze der Pferdebahn- Wagen durchaus nicht überschäßen, wenn man annimmt, daß auch in glieder der Vereinigung repartirt, und je stärker die Betheiligung, auch von Frauen benutzt werden. Redner ſetzt schließlich die in Arbei terkreisen die Fähigkeit vorhanden ist, zu beurtheilen, wann um fo.geringfügiger würde sich ja die Ginbuße bei dem Ein- feinem Antrage niedergelegten Wünsche bezüglich der besseren der bedeutungsvolle Moment eintritt, daß das 16. Lebensjahr zelnen stellen. Der gewiß nicht zu gering anzuschlagende Vortheil Verbindung mit dem Wedding und dem Often näher auseinander vollendet ist. Dem Vorstande der Versicherungsanstalt Bertin auf indirektem Wege, wie dies der von einem Unternehmer auf 15gliedrigen Kommission zur Vorberathung zu überweisen. aufgestiegen zu fein; wenigstens hat derselbe sich veranlaßt ge= wäre darin zu suchen, daß den soliden Konkurrenzgeschäften nicht und beantragt diese Anträge der in Borschlag gebrachten scheinen nun aber nach dieser Richtung hin doch einige Strupel Stadtv. Dinse meint, daß alle diese Beschwerden, da die sehen, eine Erläuterung zu dieser Gesetzesbestimmung zu geben, bilden? Sobald eine Konkursmasse zum Verkauf steht, sollten die mehrung der Passagiere um 15 pGt. nöthig machen, wenn der Invaliditätsgesetz mit. in dem Gesetze ausgeführt, daß dieselbe mit gehen an den 15gliedrigen Ausschuß. Gewinn organisirte Ausverkauf unbedingt zur Folge haben Stadt auf die Pferdebahn- Gesellschaft wenig Einfluß üben könne, die jeden Zweifel über den Beginn der Versicherungspflicht bemüßte, weit empfindlichere Wunden geschlagen würden." Der Gedanke ist garnicht übel. Golche Interessenten- Bereini- am besten bei jeder Konzeſſionirung neuer Linien vorgebracht heben soll. Zu diesem Behuse sagt nun der VersicherungsanstaltsVorstand: Das 16. Lebensjahr vollendet derjenige oder gungen wären ein Fortschritt zum Besseren, zumal wenn die werden müßten.( Beifall.) Die Diskussion ist damit geschlossen. Die Anträge der seinen diejenige, Bereinigten vor allen Dingen darauf sehen würden, daß es bei oder die ihren 16. Geburtstag begeht! Diese Diese Erläuterung erscheint von verblüffender ihren Ausverkäufen stets vollkommen reell zuginge. Es folgt die Berathung des Antrages des Stadtv. Vogt= Einfachheit und doch ist dieselbe nur geeignet, die aller Welt soll es dem Belieben und der größeren oder geringeren herr und Genossen, betreffend den Transport von Militär- flare Bestimmung des Gesetzes betreffs des„ vollendeten Wir von unserem Standpunkte fragen jedoch: Weshalb in Binsicht die Der wird barin aufBereinigungen zum 3wede der Herbeiführung einer baldigen und gefordert, in dieser Angelegenheit baldigst weitere Schritte zu thun. Frage: Wann ist der 16. Geburtstag? Ueber diese Frage find möglichst gründlichen Gesundung unserer Handelsverhältnisse zu Stadtv. Vogtherr erinnert daran, daß der Antrag nicht sich die Gelehrten bekanntlich durchaus nicht einig, indem die das erste Mal die Stadtverordneten- Bersammlung beschäftige. einen den Tag der eigentlichen Geburt, den Tag, an dem ein Bei so tiefgehenden Schäden an unserem Wirthschaftskörper muß Er sei damals auf die Tagesordnung gekommen, als sich der be- Weltbürger oder eine Weltbürgerin ins Leben tritt, als erſten" zweifellos die Gesetzgebung eingreifen. Auf Grund gesetzlicher fannte Vorfall, daß ein Arrestant von seinem Transporteur Geburtstag rechnen, während die anderen erst die Wiederkehr Vorschriften wären Vereinigungen von Raufleuten aller Orte be- erschossen worden sei, ereignet hatte. Man habe damals bei dieses Tages nach Jahresfrist als„ erster" Geburtstag gilt. Diese Das dürfe die Ver- beiden Rechenweisen differiren mithin um ein Jahr, was nament ziehungsweise bestimmt abgegrenzter Bezirke, selbstverständlich für den Militärbehörden nichts erreicht. die verschiedenen Branchen verschiedene Bereinigungen, au grün- fammlung jedoch nicht abhalten, von Neuem Versuche zur lich im Rahmen des Versicherungsgesetzes von wesentlicher Betäglich deutung ist. Dem Vorstande der Versicherungsanstalt wird demden, die jedes Konkurs- Waarenlager zu übernehmen und zu ver- Beseitigung zu unternehmen. nach kaum etwas Anderes übrig bleiben, als der ersten eine zweite taufen haben müßten. Daß diese Vereinigungen selbst sich auf irgend welche Schwin Bon felbst geschähe nichts. Die Stadtverordneten- Bersammlung beleien verlegen könnten, z. B. durch Fortschleppung der Ausver- müsse als treibende Kraft dahinter sich hinge por, sich läufe weit über die Grenzen der Kontursmajse hinaus, wäre an das Kriegsministerium mit einem Geſuch zu wenden. Der Antrag Vogtherr wird ohne Diskussion mit durch Kontrolle der betreffenden Bücher finderleicht zu verhüten. Gine derartige legislative Maßregel würde nun auch den knapper Majorität angenommen. Es folgt die Berichterstattung über die Vorlage, betreffend Reim für eine wirklich gesunde Organisation des Handels im Uebergangsstadium zur sozialistischen Gesellschaft bilden und die Herstellung eines Wassersturzes im Viktorianach vielen Richtungen hin nugbringend zu wirken vermögen. Part und die Vergrößerung des Parkterrains. Hier, wie überall ist die Zusammenfassung der Interessenten gruppen auf breitester gefeßlicher Grundlage und zu Nutz und Frommen der gesammten Gesellschaft das Erste, was wir SozialDemokraten zu verlangen und anzubahnen haben. Kommunales. Berlin, den 25. März 1891. eines Zustandes, solchen tönnten sich solche Vorfälle wiederholen denn Erläuterung der Gesetzes bestimmung folgen zu laſſen, in welcher nunmehr der Begriff des„ 16. Geburtstages" näher zu präziſiren sein wird. Durch derartige Erläuterungen wird aber offenbor das Verständniß für die Gesetzes bestimmungen nicht erleichtert, sondern erschwert und es gilt auch hier das Wort: Alles Ueberflüssige ist vom Uebel!" Der Kampf um's Kleid- ein Kampf um den Glauben! Der Referent Stadtverordnete Kyllmann vertritt den Wie erinnerlich, hatte die Oberkirchenbehörde vor Kurzem die Standpunkt der Majorität in dem vorberathenden Ausschuß, Verfügung wieder aufgefrischt, daß hinfort die Konfirmandinnen welcher eine Erhöhung des Wassersturzes von 18 auf 27 Meter am Tage der Einsegnung nur in schwarzen Gewändern in und die damit verbundenen Mehrkosten von 152 000 M., sowie der Kirche erscheinen dürften. Der Anstoß zu dem Erlaß ist wohl den Ankauf einer ganzen Anzahl von Baugrundstücken zur Ver- darin zu suchen, daß die Töchter begüterter Eltern einen übergrößerung des Partes gutgeheißen hat und empfiehlt den Betriebenen Buy an gedachtem Tage zur Schau stellten; und das ist ja allerdings bekannt, daß ein sehr großer Theil der weiblichen schluß des Ausschusses der Versammlung zur Annahme. Ob der VerDer Korreferent Stadtv. Wohlgemuth vertritt den Stand- Kirchgänger und aus den Frauen und Mädchen rekrutirt fich punkt der Minorität, die weder eine Vergrößerung des Parkes, doch ganz besonders der Kirchenbesuch besonders dann den noch die Erhöhung des Wafferſturzes um 9 Meter will, da die unwiderstehlichen Drang der geistlichen Tröstung empfindet, wenn Es wird Frühling! In der heutigen außerordent Kosten der Anlage zu hoch werden würden. Gr behauptet, die merkwürdigerweise ein Kostüm zum ersten Male angelegt wird, bas bem lichen Sihung der Stadtverordneten geschah das Außer Vorlage sei ein Kind der Überschüsse, hätte man nicht die lieber um seine Griſtenz oft schwer ringenden Gatten oder Bater durch Bitten, ordentliche, daß ein sozialdemokratischer Antrag angenommen und schüsse, so würde diese Vorlage nicht an die Versammlung heran: Thränen und andere Waffen abgerungen ist. ein Antrag zum Besten der Allgemein hett von der getreten sein. Das sei das Böse der Ueberschüsse, daß fie leicht fügung der Oberkirchenbehörde nun schmollten gar viele Mütter und Töchter der evangelischen gebildeten" Bevölkerung, und Majorität im Verein mit den Sozialdemokraten zum Beschluß zu ganz unnüßen Ausgaben verleiteten. Stadtv. Bortmann erklärt sich für den Ausschußantrag. manch' Töchterlein wird blutige Thränen geweint haben, daß sie ersten Balle" zum Neid und Aerger ihrer Freundinnen zeigen barf. Aber nicht alle gläubigen Seelen verharren beim berühmten " passiven" Widerstand; es giebt auch aggressive Naturen und zu diesen letzteren gehört die Frau des Sprachlehrers Kampf, erhoben wurde. Wirkt das Frühlingswetter? Der erste Gegenstand betraf den Transport der Militär- Ge- Jezt, wo man geſehen habe, was aus dem Sandhügel Kreuzberg fangenen. Im Jahre 1888 hatte sich die Stadtverordneten- Bersamm gemacht worden sei, müsse man für möglichste Vergrößerung des lung über die Art des Transportes dieser Gefangenen entrüstet. Terrains eintreten. Stadtv. Sa ch 3 II erklärt sich gegen den Ausschußantrag. Diese Entrüstung war eingeschlafen, nachdem der Gouver " Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgesperrten deutschen Abeiter! oon der die„Voss. ZtA." mittheilt, daß sie ihre Töchter Olga und Jenny, weil ihr die Konftrmationsfeierlichkeiten, bei denen alleMäd- chen in Schwarz gekleidet werden,„wie eine Leichenfeier, bei der nur der Sarg fehlt", erscheinen, nunmehr in der katholischen Hedwigs- kirche am Konfirmanden-Unterricht theilnehmen läßt, woselbst sie zu Pfingsten eingesegnet werden sollen. Die Mutter gehört aller- dings der römisch-katholischen Kirche an. der Vater ist jedoch evangelisch; die Töchter hatten bisher den evangelischen Kon- firmanden-Unterricht genossen, und sollten mit Einwilligung der Mutter nach evangelischem Ritus eingesegnet werden— wenn, ja wenn sie w e i ß e Kleider tragen dürften. Hier kann man in des Wortes engster Bedeutung sagen, daß unsere gläubigen Kreise den G l a u b e n wie ein Gewand wechseln. Und das sind dieselben Herrschaften, die mit überlegenem Spott auf diejenigen Proletarierfamilien„herab"sehen, die, weil sie an äußerlichem Kultus keinen Geschmack finden, weil sie erkannt haben. daß die Religion oder besser die Konfesfion mit der Wissenschaft keine Gemeinschaft hat, sie der Letzteren aber, als der verläßlicheren Führerin, folgen wollen, für sich und ihre Kinder den Austritt aus der Landeskirche bewirken und ihre Kinder statt im Buchstabenglauben, in freiem Denken unterrichten lassen.„Die Wilden sind doch bessere Menschen!" Da fällt uns aber noch eins ein: Die gesammte Bourgeoisie stimmt stets in das Klagelied ein, daß in der sozialistischen Ge- sellschaft jede Freiheit des Individuums unterdrückt sein werde, daß Alles schematischer Regelung unterliegen würde; wir fragen dagegen ganz bescheiden: Glaubt vielleicht Jemand, daß die Sozialdemokratie jemals eine„Kleiderordnung" erlassen würde, wie es der evangelische Oberkirchenrath gethan hat? Der wird um seine Adresse gebeten. Die Erklärung der Sechzig. Sechzig Droschkenkutscher- Habe» an die„Bert. Ztg. eine Erklärung gelangen lassen, laut der sie sich nicht der allgemeinen Arbeiterbewegung anschließen wollen; allerdings sagen sie auch nicht, welcher anderen Partei sie angehören wollen. Das Schriftstück macht einen heiteren Ein- druck, da es keine Spur von Gründen beibringt; die sechzig Droschkenkutscher erscheinen gewissermaßen als politische Autoritäten, deren Urtheil auch ohne Gründe inS Gewicht fallen und einen politischen Eindruck machen soll. Die Redaktion der „Verl. Ztg." ist kindlich genug, der Kundgebung der Sechzig in der That einen solchen Werth beizumessen und dieselbe in be- sonders hervortretender Druckart abzudrucken. Die Sechzig nehmen sich übrigens heraus, für die Droschkenkutscher insgesammt zu sprechen. Die„Verl. Ztg." bemerkt zu der Erklärung:„Wenn die Sozialdemokratie auf die Gewinnung des Droschkengewerbes als solchen rechnet, so verkennt sie ganz und gar, daß gerade die Droschkenkutscher sich in ihrem Erwerb schon bedroht sehen würden, wenn wirklich einnial die Pforten des sozialdemokratischen Paradieses sich aufthun sollten." Leider unterläßt es die„Verl. Ztg.", diesen weisheitsvollen Satz zu begründen. Sehr gespannte Verhältnisse scheinen in Charlottenburg zwischen der Verwaltung der Glas- und Kohlenstaub-Fadrik und ihren Arbeitern zu bestehen. Ter letzten Rummer des„Fachgenosse" entnehmen wir hierüber folgendes: „Obwohl die Lohnreduktion von den Arbeitern der Charlotten- burger Aktiengesellschaft für Glas- und Kohlenstaub- Fabrikation zurückgenommen wurde und man annehmen konnte, daß das Ver- hältniß zwischen Verwaltung und den Arbeiter» wieder in normale Bahnen geleitet werden könne, so haben sich in den letzten Tagen Vorgänge abgespielt, die diese Annahme über den Haufen zu wersen geeignet sind und es steht zu befürchten, daß ernsthafte Differenzen ausbrechen, wenn nicht die außerhalb Charlottenburgs arbeitenden Kollegen die Augen offen halten. Der zum Hütten- lneister avanzirte Glasmacher Oskar Wolfs tritt in einer Weise (sogar handgreiflich, wie behauptet wird) gegen die dortigen Kollegen auf, die diese zum Widerstande reizen muß. Einige oder mehrere Anklagen schweben bereits vor Gericht. Am 7. März fand eine öffentliche Glasarbeiter-Versanunlung statt, in welcher Dinge zur Sprache gebracht wurden, worüber selbst behördliche Organe die Köpfe schüttelten. Es wurde beschlossen, eine Eingabe an die Direktion zu machen, in welcher um die Entlassung Wolff's ge- beten wird, und klar gelegt, daß sich dieser Mann nicht zu einem solchen Posten eigne. Daß die Situation ernst ist, geht daraus hervor, daß der erste Hüttenmeister, Herr Dehle, dieser Tage in Löbtau und Dresden war und, wie wir hören, 20 Mann für Charlottenburg engagirt hat. Sollte dieses Engagement unter unrichtigen An- gaben erfolgt sein— man sagt, daß in Charlottenburg ein neuer Ofen in Betrieb komme— d. h.: soll das Letztere der Fall nicht sein und das Engagement nur dazu dienen, die Charlottenburger Kollegen auszumerzen, so müssen die Löbtauer und Dresdener u. f. w. Genossen wissen, was sie zu thun haben; sie sind in diesem Falle nicht an ihre Zusage gebunden. 'Auch hier zeigt sich wieder einmal der ungeheure Nachtheil, daß die Kollegen in Löbtau nicht organisirt sind, denn sonst könnten solche Experimente, die alle auf den Nachtheil der Ar- beiter hinauslausen, einfach nicht gelingen. Die Kollegen in Charlottenburg bauen fest darauf, daß ihnen allerseits die nöthige moralische Unterstützung zu Theil wird! Nachtrag: Richtig ist, daß zum l. April ein Ofen mit 16 Mann besetzt werden soll; da aber mehr engagirt war- den sind, so hat dies doch nur den Zweck, die„unbequemen Elemente" auszumerzen. Daher nochmals Kollgen: doppelte Vorsicht!" lieber den in diesem Artikel erwähnten Glasmacher Oskar Wolff wird uns mitgetheilt, daß er selbst früher in der Arbeiter- bewegung eine hervorragende Rolle gespielt und dies die Erbitterung der ihm jetzt unterstellten Arbeiter besonders hervor- gerufen haben soll, da er erst seit seiner Beförderung zum „Hüttenmeister" die alten umstürzlerischen Ideen von sich abge> streift hat. Dieser Tage wurde er an seine früher vertretenen Anschauungen in recht drasttscher Weise erinnert durch einen Vers, den er mit Kreide an den Bretterzaun der Charlotten- durger Fabrik geschrieben fand: Tod aller Tyrannei! Die Arbeit werde frei! Wolf. Aber der„Wolf" ist zahm geworden, so sagen sich heute die Arbeiter. Der„Durchbruch Zimmerstraße" ist jetzt zur wirklichen Straße geworden, denn daS Pflaster ist gelegt worden. Augen- blicklich erhält die Straße Kanalisation. Auch die eisernen Thor- flügel sind in den Zugängen, welche zu den Gärten des Kriegs- Ministeriums führen, eingehängt worden. Also die Stunde naht, wo männiglich befriedigt auf das endlich gelungene Werk schauen kann. Eine größere Festlichkeit zur Feier dieses erfreulichen Er- eignisses ist, so weit wir hören, nicht in'Aussicht genommen worden. Wer wird denn im sogenannten„ZnkunftSstaat" die untergeordneten, die Reinigungsarbeiten verrichten wollen, halten uns die Gegner stets entgegen, wenn sie mit ihrem national- ökonomischen A B C zu Ende sind. Zur Illustration nun, wie weit die Technik bei richtiger Verwendung einen guten Theil dieser viele Zeit und viele Arbeitskrast in Anspruch nehmenden Arbeiten ersetzen könnte, führen wir folgende Mittheilung an, welche wir der„Volks-Zeitung" entnehmen: Ein elektrisches Essen. Der Newyorker Franklin- Experimental-Klub feierte kürzlich sein erstes Jahresfest durch ein Festmahl, bei dem alles elektrisch herging. Die Elektrizität hatte die Speisen gekocht. die Austern geöffnet. die Eier gar gemacht, den Punsch und den Kaffee erwärmt. Die Schüsseln spazirten «uf einer kleinen elektrischen Bahn herein, welche das verbrauchte Geschirr wieder abführte. Zum Schluß gab es einen Blumen- regen, indem man den Strom unterbrach, welcher die mit einem eiserneil Stiel versehenen Blumen bisher an die Decke gebannt hatte. Die Tafelmusik war an einem entfernten Orte aufgestellt und es wurden ihre Töne den Gästen telephonisch übermittelt. An dem einen Tischende stand eine Phonographenpuppe mit den Zügen und der Kleidung Franklin's. Die Puppe brachte einen phonographischen Toast aus. Selbstverständlich war der Saal elektrisch beleuchtet. Eine amerikanische Fachzeitschrift stellt jetzt die elektrischen Wunderherrlichkeiten auch im Bilde dar. An der Umwandlung des bei der Charitee gelegenen Triangelgrundstückes für Zwecke der wissenschaftlichen Adtheilung des Instituts für Infektionskrankheiten wird jetzt mit allen Kräften gearbeitet. Die Inneneinrichtung geschieht nach den An- gaben und Vorschlägen Robert Koch's und wird in bester Weise den Bedürfnissen, welche sich bei den in der Abtheilung vorzu- nehmenden experimentellen Arbeiten als nothwendig erweisen, angepaßt. Zur Erreichung dieses Zweckes sind in den gegen- wältigen, stark mitgenommenen Zustand des alten Baues erheb- liche Eingriffe erforderlich geworden. Die in der Nähe ge- legenen Baracken, welche die Krankenabtheilung von 120 Betten aufzunehmen bestimmt sind, stehen in einer Zahl von zehn ein- geschossigen Bauten und einem zweigeschossigen Bau äußerlich vollendet da. Augenblicklich ist man auch mit ihrer Innen- Einrichtung, sowie mit der Regulirung des umliegenden Terrains beschästigt. Die Baracken machen mit ihren weißen Wänden von Gipsplatten und ihren schwarzen Pappdächern in ihrer sym- nietrischen Gruppirung einen recht freundlichen Eindruck. Die Belegung mit Kranken dürfte wahrscheinlich schon Anfangs Mai erfolgen. Mit dem Verlust der Sehkraft auf beide» Augen hat der Selbstmordversuch eines jungen in der Gr. Frank- furtersiraße wohnenden Kaufmanns G. geendet. Der Betreffende war bislang in einem Engrosgeschäft in der Friedrichstadt thätig gewesen und hatte daselbst die Stellung eines Reisenden bekleidet, seit einem Vierteljahr mit der einzigen Tochter eines Rentiers in Frankfurt a. M. verlobt, erhielt G. Ende voriger Woche von da die erschütternde Nachricht, daß seine Braut plötzlich am Herz- schlag gestorben sei. Gestern Morgen von der Begräbnißfeier zurückgekehrt, theilte er liefbetrübt seinen Wirthsleuteu mit, daß er für längere Zeit verreisen werde, zahlte die Miethe für den kommenden Monat und sandte seineKoffer an seine in Stettin wohnende Eltern. Gegen 5 Uhr Nachmittags hörte die in der Küche befindliche Wohnungsbesitzerin einen dumpfen Knall in dem Zimmer ihres Miethers und hineintretend fand sie G. mit blutendem Gesicht auf dem Sopha liegen; derselbe hatte sich eine Kugel in die linke Schläfe schießen wollen, seine Hand hatte dabei aber gezittert und das Geschoß streifte, den Nasenrücken durchschlagend, beide Augen. Nach Anlegung eines Nothverbandes durch einen hinzugerufenen Art lieh sich der be- dauernswerthe Mann, der völlig geblendet war, in eine Privat- klinik überführen, nin hier zu erfahren, daß die Sehkraft auf beiden Augen dauernd erloschen sein dürfte. Ein jugendlicher Scharfschütze, nämlich ein mit einem Tesching bewaffneter etwa 12 jähriger Bursche machte gestern Vor- mittag den nördlichen, noch unbebauten Theil der Tilsiterstraße unsicher. Nachdem derselbe hinter dem Grundstücke der Aktien- Gesellschaft„Friedrichshöhe" Schießübungen angestellt, gerieth er mit mehreren Jungen, welche auf den Böschungen des Weges spielten, in Streit, im Verlauf dessen er, ohne sich zu besinnen, das Tesching anschlug und auf seine Gegner abfeuerte. Das kleine Bleigeschoß traf einen etwa achtjährigen Knaben, den Sohn eines in der Landsberger Allee wohnhaften Leinwebers, in die Brust. Ein zufällig vorübergehender Mann verfolgte den nach der Frankfurter Allee zu fliehenden Schützen, welcher leider ent- kam, auf der Flucht aber das Teschin von sich warf. Das letztere ist dem Polizeirevier am Landsverger Platze überliefert worden, woselbst die Eltern des angeschossenen Knaben unverzüglich An- zeige erstatteten. Die Kugel konnte aus der stark blutenden Wunde bald entfernt werden, edlere Theile scheint dieselbe glück- licherweise nicht verletzt zu haben. Von einem Hunde zerrissen und getödtet! Die Ehe- frau des Schiffers L. aus dem Dörfchen Gosen kam vorgestern zu dem in Erkner wohnenden Fleischermeister H., um Einkäufe zu machen. Die Schifferfrau bat, auf den Hof hineingehen zu dürfen, was in der Annahme, daß der bissige Hofhund an der Kette liege, auch gestattet wurde. Leider war aber diese An- nähme falsch, das riesige, bösartige Thier sprang auf die L. los. faßte sie am Genick und verletzte die Wehrlose, die laut jammernd um Hilfe rief, ohne gehört zu werden, durch Bißwunden am Halse und Rücken derartig, daß sie besinnungslos niederfiel. Die unglückliche Frau, welche im nächsten Monate ihrer Entbindung entgegensah, starb wenige Stunden darauf, ob injolge ihrer Ver- letzungeu oder des gehabten Schreckens, wird die gerichtliche bereits eingeleitete Untersuchung ergeben. Die Kesselexplosion, welche vorgestern Vormittag auf dem Rengert'schen Favrik-Grundstücke zu Stralau stattgefunden, hat noch ein drittes Opfer gefordert: der Arbeiter Lohlar ist im Laufe des gestrigen Vormittags im Krankenhause am Friedrichshain seinen entsetzlichen Brandwunden erlegen. Der Zustand des letzten der verunglückten Arbeiter, Hostert, soll zur Zett zu ernsten Besorgnissen keinen Anlaß geben. Die guten Freunde. Stöcker ist bekanntlich in Genf nieder- geschrien worden und hätte beinahe Prügel bekommen. Richter nützt nun in der„Freis. Ztg." diesen Genfer Stöcker- Skandal gegen die Sozialisten als den gemeinsamen Feind aus, die er in leichtfertiger Erfindung für die Urheber des Tumults ausgiebt. Wenn irgendwo tumultuirt wird, nennt Richter die Tumultuanten Sozialdemokraten; nachher benützt er dann seine eigene Erfindung weiter zum Beweise dafür, daß die Sozialdemokraten Tunml- tuanten seien. In hiesigen Versammlungen hat Richter diesen Kniff, der eine Uebertragung von Pferdehändler-Gewohnheiten in den politischen Kampf darstellt, schon häufig angewandt. Was die Kunst des Entstellens betrifft, so könnte Stöcker allerdings ans seinen Freund Richter neidisch sein. Die gegnerischen Blätter behandeln das Thema von der „Opposition" in der sozialdemokratischen Partei sehr ergötzlich. Wirklich vergeht kein Tag, wo nicht triumphirend verkündet wird, daß die Opposition wieder Oberwasser habe und der Partei- leitnng, den„Autoritäten" u. s. w. tüchtig zu schaffen machen werde; daneben aber wird auch jeden Tag behauptet, die„Auto- ritären" übten eine„Diktatur" der schlimmsten Art. Das Erster? versichert die Korrespondenz, die ein Reporter Holzerland verschickt, so oft und in so langen Tiraden, bis dem Reporter die Hand ermüdet. Das Letztere schreibt z. B. gestern wieder die„Post" aus dem Anlaß, daß eine Versammlung der Buchbinder am Montag auf Vorschlag des Abg. Auer beschlossen hat, ein Viertel des Arbeitsverdienstes vom 1. Mai zu dem vor einigen Tagen im„Vorwärts" an- gegebenen Zwecke abzuliefern.„Es ist ergötzlich(meint das Blatt), zu beobachten, wie die„Autoritäten" mit den„denkenden und zielbewußten Genossen" umspringen." Begründet wird dieses„ergötzliche" Urtheil nicht, nur die Andeutung erfolgt, daß der Beschluß allein der Fraktion zur Liebe gefaßt sei, da eine andere Versammlung auf Tivoli denselben Antrag abgelehnt habe, weil„damals die Fraktion noch nicht gesprochen hatte." Zu so putzigen Auslegungen bringt die Verlegenheit unsere Gegner. Wenn diese gleichzeitig finden, daß die„Autoritäten" eine Tyrannei ausüben und daß die„Opposstion" Oberwasser hat, so kann eigentlich nicht besser bescheinigt werden, daß die Verhält- nisse in der Partei durchaus in Ordnung sind. Die Lokalkommission von Adlershof ersucht uns die Namen der Gastwirthe bekannt zu geben, welche sich fortwährend weigern, ihre Säle zu Arbeiterversammlungen herzugeben. Es sind dies: 1. Leopold, Restaurant zum Bahnhof. 2. Schwabe, Bismarckstraße. 3. Wöllstein's Lustgarten, Inhaber Wiedemam und Manofsky. 4. Stippekohl, Oppenstraße. Ferner weigern sich den„Vorwärts" auszulegen: 1. Hecht, Genossenschafts-Wirths- Haus. 2. Albrecht, Bismarckstraße. � Es sind mithin nur noch zwei Lokale, in welchem der„Vorwärts" ausliegt: Kuhla, Hoff- mannstraße und Misserer, Bismarckstraße. Wir machen es den Genossen aller Orten zur Pflicht, bei ihren etwaigen Ausflügen oder Landpartien nur diese beiden Gastwirthe, sowie den Zigarren- Händler Wolf, Bismarckstraße, zu berücksichtigen. Die Lokalkommission: Oskar Bartels, Genossenschaftsstr. 23. Martin Grüneberg, Bismarckstr. Sv. Polizeibericht. Am 23. d. M. Abends sprang eine Frau an der unteren Schleuse in den Landwehrkanal und ertrank!— In der Wohnung ihrer Herrschaft in der Alexanderstraße versuchte � am 24. d. M. Vormittags eine im hochschwangeren Zustande be- findliche Dienstmagd sich durch Oeffnen einer Ader am rechten Bein das Leben zu nehmen. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde sie nach der Entbindungsanstalt gebracht.— Mittaas wurde ein Pferdebahn-Arbeiter vor dem Grundstück Alt- Moabit 133 von einem Reitpferde geschlagen und erlitt dabei an- scheinend innere Verletzungen.— Vor dem Hause Alt-Moabit 129 fiel zu derselben Zeit ein Schneider ohnmächttg zur Erde und brach dabei den rechten Fuß, so daß er nach dem Krankenhause Moabit ge- bracht werden mußte.— An der Ecke der Andreas- und Langen- straße wurde Nachmittags ein 9 jähriger Knabe von einem Möbelivagen überfahren und so schwer verletzt, daß er bei der Ueberführuna nach dem Krankenhause am Friedrichshain verstarb. — Eine Kellnerin versuchte zu derselben Zeit in ihrer Wohnung, in der Schlegelstraße, sich mittelst Sublimats zu vergiften. Nach Anwendung von Gegenmitteln wurde sie nach der Charitee ge- bracht.— Abends fanden an fünf verschiedenen Stellen kleiners Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Außer- dem wurde dieselbe Vormittags nach Stralau gerufen, wo in der Palmölfabrik von Rengert eine Explosion von Schwefelkohlen- stoff stattgefunden hatte, wobei der Arbeiter Döbert auf der Stelle getödtet und drei andere Arbeiter so schwer verletzt wur- den, daß ihre Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichs- Hain erforderlich wurde. Gevirslks-�eikttng. Folgende Entscheidung des Reichsgerichts, zweiter Straf- senat, über eine von der Staatsanwaltschaft gegen ein frei- sprechendes Urtheil des Landgerichts II zu Berlin, in einem Strafprozesse gegen den Genossen Joseph Klinger vom 8. No- vember 1890 eingelegte Revision, dürfte nicht ohne Interesse für weitere Kreise sein. Die Revision ist verworfen worden und die Gründe lauten hierfür: „Die seitens der Staatsanwaltschaft wegen Verletzung des g 135 des Strafgesetzbuches durch Nichtanwendung insoweit eim- gelegte Revision, als der Angeklagte Klinger von der gegen ihn wegen Beleidigung„des stehenden Heeres, bezüglich Mitglieder der bewaffneten Macht" erhobenen Anklage freigesprochen ist, konnte keinen Erfolg haben. Ter erste Richter hat als erwiesen angesehen, daß der An» geklagte in einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahl- vereins für den Wahlkreis Teltow-Beeskow-Storkow-Charlotten- bürg auf die wirthschastlichen Verhältnisse zu sprechen gekommen sei und dabei ausgeführt habe, wie sich die Volksheere in der Schweiz und Amerika bewährt hätten; ein Volksheer— so habe er weiter dargelegt— sei ein Fortschritt in der Kultur- entwickelung, denn dann könnten sämmtliche wehrhaften Leute in Friedenszeiten und so lange sie nicht durch kurze militärische Hebungen in Anspruch genommen würden, dem Volt, ihre Arbeitskraft widmen und seien nicht„als nnntit>e«r»esreffer bei den Fahnen". Es ist ausdrücklich festgestellt, daß Angeklagter„nur in diesemr wirthschastlichen Sinne von unnützen Brotfressern gesprochen habe,, weil die Soldaten des stehenden Heeres als Arbeitskraft dem Lande entzogen seien, und, wenn sie in ihrer Heimath am noths wendigsten wären, wie z. B. bei der Ernte, nicht mit eingreifen könnten". Der erste Richter hat nun„in diesem Zusammenhange" in der fraglichen Aeußerung„nur eine wirthschaftspolitische Aus- einandersetznng" gesehen, die„keinen beleidigenden Charakter ge- tragen habe". Es erscheint nicht rechtsirrthümlich, wenn auf Grund dessen die Freisprechung des Angeklagten ausgesprochen ist; denn wenn die Gründe des angefochtenen Urtheils den be- leidigenden Charakter der festgestellten Aeußerung verneinen, weil es sich„nur um eine wirthschaftspolitische Auseinandersetzung" gehandelt habe, so wird damit offenbar zugleich festgestellt, daß dem Angeklagten bei jener Aeußerung überhaupt das Bewußtsein des ehrenkränkenden Charakters derselben nicht beigewohnt habe; i es ist somit namentlich auch verneint, daß er das Bewußtsein gehabt habe, die Ehre des stehenden Heeres beziehungsweise der Mitglieder der beivaffneten Macht anzutasten. Tie Ausführungen der Revisionsschrift, daß mit dem Aus- drucke„unnütze Brorsresser" eine Herabwürdigung der Persönlich-� leiten, welche das stehende Heer bilden und somit eine Beleidigung� sprachlich„nothwendig und objektiv" voryanden fei, kann als» richtig nicht anerkannt werden. Es giebt keine Handluna, ins-! besondere auch keine Aeußerung, welche unter allen Umständen einen beleidigenden Charakter tragen muß. Namentlich können, Ausdrücke, die unter gewöhnlichen Verbältnissen als Beleidigungen aufzufassen sein werden, unter Umständen in einem ganz anderen Sinne zu verstehen sein. Es kann deshalb nicht mit Erfolg zum Gegenstande eines Revisionsangriffes gemacht werden, wenn der erste Richter unter den im vorliegenden Falle obwaltenden Um- ständen dem Ausdrucke„unnütze Brotfresser" einen beleidigenden Charakter überhaupt abgesprochen hat; darin liegt zugleich die — von der Revision vermißte— Verneinung des Bewußtseins von dem ehrenkränkenden Charakter der Aeußerung ans Seiten des Angeklagten. Soweit die vom Vorderrichter getroffene negative Schlußfeststellung etwa zu Bedenken Anlaß geben könnte, würden dieselbe jedenfalls nur auf thatsächlichem Gebiete liegen, in dieser Instanz also abpüehnen sein.(Strafprozeß-Ordnung § 876.) Hiernach mußte die eingelegte Revision verworfen werden..* Unter der Anklage der Aufreizung zu Getvaltthätig» keiten stand gestern Genosse Max B a g i n s k i vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II. Am 4. November v. I. fand in der Gosebrauerei zu Charlottenburg eine Wählerversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow-Beeskow-Char- lottenburg statt, in welcher der Angeklagte über„Anarchis- m u s und Sozialismus" sprach. Er soll dabei u. A. aus- geführt haben, daß das Ziel des Sozialismus der Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung— gleichgiltig ob auf friedlichem Wege oder mit Gewalt— sei. Wegen dieser und anderer Stellen wurde gegen den Redner die Untersuchung wegen M a j e st ä t s- beleidigung und Aufreizung eingeleitet, die Strafkammer lehnte aber die Eröffnung des Hauptverfahrens bezüglich den Majestätsbeleidigung ab, das Kammergericht bestätigt ans die erhobene Beschwerde des Staatsanwalts diesen Beschluß der Strafkammer und die Anklage lautet daher nur noch auf Aus- reizung zu Gewaltthätigkeiten,— Die Sache konnte im gestrige' Termine noch nicht zu Ende geführt werden, da formale Mänge eine Vertagung nothwendig machten. Die Mittheilung von der Berurtheilung eineS Unsckiul' dige», welche gestern das Kriminal-Gerichtsgebäud« durch»>- erregte daselbst wegen der begleitenden Umstände begrelflwf. Aufsehen. Wenn die weiter« Untersuchung ergeben sollte, o hier wirklich ein Jrrthnm der Justiz vorliegt, dann würde Berurtheilte selbst nicht ganz schuldlos an seinem Geschick_sein. Charleroi, 25. März. Die Walzwerke von La Croyère haben, wie ein Herold"-Telegramm meldet, wegen wiederholter Ausstandsversuche" den Betrieb auf 2 Monate eingestellt. Bekanntmachung. besiglos, während eben bei dem ländlichen Proletaria och der Es verurtheilte die 1. Straffammer hiesigen Landgerichts I. am Infolge eines freudigen Familienereignisses( die Gattin des Schein eines Besitzes vorhanden wäre. Der Enteignungsprozeß Montag nach einer bis in die siebente Abendstunde sich er- Unternehmers war vor einigen Tagen vom ersten Rinde ent- der mittleren und kleinen Bauern schreite eben nur sehr langsam streckenden Verhandlung den Telegraphenarbeiter Albert Soff- bunden worden) wird den bei dem unterzeichneten Unternehmer vorwärts, und die Bauern sähen deshalb ihr eigenes Verderben mann wegen Messerstechens zu 1 Jahr 6 Monate Gefängniß. beschäftigten Arbeitern der bisherige Lohn ausbezahlt; die Ar- noch immer mit einem gewissen Fatalismus an. Wenn die Am Abend des 19. September v. J. war vor dem Hause beitszeit währt von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends mit einer Bauern deshalb für die Sozialdemokratie gewonnen werden Kottbuserstraße 2 ein Gürtler Engelfe aus ganz ganzen und 2 halben Stunden Bause. follten, so sei außerordentlich viel zu arbeiten und die Agitatoren unbedeutender Veranlassung von Veranlassung von einem Menschen durch F. Suder, Bau- Unternehmer. würden einen sehr schweren Standpunkt haben. einen Messerstich schwer verletzt worden. Der Attentäter Köstlich ist der Eingang dieses Schriftstückes, während sonst Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag floh in das Haus Rottbuserstr. 2, verfolgt von dem Gestochenen, das Unternehmerthum versichert, nur die Konkurrenz zwinge es, sprachen in der Diskussion die Genossen Schulze, Tamm, Heideder aber schließlich auf der Hintertreppe zu Boden fant und die den Lohn zu drücken, läßt hier ein weißer Rabe durch ein mann und einige andere. Verfolgung aufgeben mußte. Durch den Lärm waren Haus- freudiges Familienereigniß sich milde stimmen, ohne zu bedenken, Unter Verschiedenem" wurde bekannt gemacht, daß der bewohner aufmerksam geworden und als dieselben die Thür daß die Arbeiter, wenn Herr Sader sich veranlaßt fehen sollte, arbeitslose Schuhmacher Ahlers, wohnhaft Auguststraße, der öffneten, wollen sie gesehen haben, wie der in diesem Hause Anderes zu publiziren, auch wieder sein Gemüth verantwortlich wegen politischer Thätigkeit feine Arbeit mehr erhalte, gerne zu wohnende Telegraphenarbeiter Albert Hoffmann, vom Boden machen werden und dann glauben werden, daß nicht die leidige einem billigen Preise für Genossen arbeiten wolle. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem herabkommend, in seiner Wohnung verschwand. Derfelbe trug Konkurrenz, sondern die Profitwuth den eigentlichen Sporn der Sabei seine Telegraphenmühe und soll den Hausbewohnern durch Lohndrückerei bildet. dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Zeichen zu verstehen gegeben haben, ihn nicht zu verrathen. Dies geschah aber doch und Engelfe wurde deshalb wegen schwerer Rörperverlegung angeklagt und mit Rück sicht auf die Schwere der Verlegung zu anderthalb Jahren Gefängniß verurtheilt. Die betreffende Verhandlung war sehr umfangreich, da der Angeklagte die That entschieden leugnete und steif und fest bei der Versicherung seiner Unschuld blieb, trotzdem vier Belastungszeugen ihn ganz genau rekognoszirten. Es fam zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den letzteren und dem Angeklagten. Was?" rief einer derselben wiederholt,„ Sie Werthe Freunde! Es macht sich nothwendig, Mittel und wollen es nicht gewesen sein? Das ist start! Sie haben Ihre Wege zu schaffen, um den zirka 60 ausgesperrten Schuhmachern, Telegraphenmüße aufgehabt und haben mit Zeichen und Bisch- welche noch arbeitslos find, Arbeit oder Unterstüßung zu verYauten angedeutet, daß man Sie nicht sehen solle!" Der Ange- fchaffen. Die Arbeiterschaft Erfurts kann dem Glend der Ausflagte leugnete trotzdem beharrlich. Sehr schlecht wäre es bei gesperrten nicht gleichgiltig zusehen. Die Lage derselben ist trostnahe dem einzigen Entlastungszeugen gegangen, welcher dicht daran los, denn weder die Generalkommission der Gewerkschaften zu war, unter dem Verdacht des Meineides verhaftet zu werden. Es war Hamburg, noch die Organisation der deutschen Schuhmacher sind dies ein Arbeiter, welcher bei dem Angeklagten in Schlafstelle in der Lage, soviel Unterstützung senden zu können, als nöthig ist, wohnt und unter seinem Eide behauptete, daß der letztere zu der um den Bedarf einigermaßen zu decken. Es werden bei zirka Zeit, als das Attentat auf der Straße sich ereignete, in seinem 60 Ausgesperrten pro Woche rund 600 M. gebraucht. Geht diese Bett gelegen und geschlafen habe. Der Mann machte einen ganz Summe fortlaufend ein, so kann ein verheiratheter Schuhmacher einfachen, biederen Eindruck, seine Bekundung aber erregte be 8 M. und für jedes Kind 50 Pf. Unterstüßung erhalten. Wir greifliche Sensation, da sie den übrigen beeideten Zeugnissen unterbreiten in Anbetracht der brückenden Noth, in welcher gegenüberstand. Der Mann ließ sich durch keine Vorhaltungen, wir uns befinden, folgendes Gesuch " 1 Soziale Uebersicht. " Eine gut besuchte Versammlung des Verbandes deutscher Barbier- und Friseurgehilfen tagte kürzlich unter dem Vorsitz des Herrn Steczniewski. Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung:" Das Vorgehen der Innung gegen den Verband deutscher Barbier- und Friseurgehilfen" erstattete das Referat Drechsler G. Hildebrandt. Derselbe kennzeichnete die Wirksamkeit der Innungen in allgemeinen und speziell das Vorgehen der Barbierinnung. Letztere hat den Boykott über die Gehilfen, welche sozialdemokratischen Fachvereinen angehören, verhängt, gemäß dem Beschlusse, welcher von dem Münchener Kongresse auf Anregung der Hamburger Barbierinnung gefaßt worden ist. Ein weiteres Mittel, die Gehilfen au terrorisiren, sind die Attestbücher, die eine sehr bedenkliche Aehnlichkeit mit den Gesindebüchern haben.( Sie enthalten den An- und Austritt der Stellung, den Lohnfah und ein Urtheil über die Führung.) Wir müssen fordern, daß das Attestbuch verschwinde. Einen weiteren Gegenstand gerechter Klage bildet, daß die aus der Provinzialstadt kommenden jungen Gehilfen gezwungen werden, unter dem Namen von Volontären" für einen wöchentlichen Lohn von 2 M. 1/2 Jahr lang zu arbeiten bezw. nachzulernen. Für die anderen ist der Lohn 8-10 M. pro Woche und halbe Rost, durchaus ungenügend, dazu zur Beschluß ist das Essen oft ungenießbar und die Schlafstelle so ungesund, Warnungen, Hinweise auf die Strafen des Meineides von seinem fassung: In den Organisationen dahin zu wirken, daß jedes daß diese Mißstände, ebenso wie die im Bäckergewerbe, einmal Zeugniß abbringen. Ich rede die Wahrheit, ich habe den Mitglied einen wöchentlichen Beitrag von vielleicht 5 Pf. ans Licht gezogen zu werden verdienten. Neben einer Grhöhung Mann im Bett gefehen!" Das war der Schlußrefrain, bei zu Gunsten der ausgesperrten Schuhmacher so lange zahlt, als des Lohnes muß eine Verkürzung der Arbeitszeit gefordert werden, welchem der Zeuge trotz alledem verblieb. Gie hören aber für dieselben Arbeit noch nicht geschafft worden ist. Groß ist und zwar so, daß die Geschäfte an Sonntagen spätestens um doch, daß vier einwandsfreie Beugen gerade das Gegentheil die Noth, welche die organisirten Schuhmacher jetzt ertragen, 4 Uhr, an Wochentagen um 8 Uhr geschlossen werden. Eine befunden!" meinte der Vorsitzende, der Zeuge aber er aber ebenso groß deß sind wir überzeugt ist die Opfer- 12 bis 14ftündige Arbeitszeit ruinirt den Körper und den Geist. widerte ganz gelaffen:" Eins kann nur wahr sein! Ich willigkeit und das Solidaritätsgefühl der übrigen organisirten Außerdem ist ein voller Ruhetag in der Woche zu fordern. Referebe die Wahrheit!" Der Gerichtshof ließ nun die Aussagen Arbeiter. Der Vorschlag, den wir machen, ist zwar außer rent berührte noch die Möglichkeit, durch einen Anschluß an die dieses Zeugen Wort für Wort protokoliren, aber auch dies brachte gewöhnlich, aber er belastet Niemand über Gebühr, denn 5 Pf. allgemeine Arbeiterbewegung den Boykott der Innung durch einen denselben nicht aus der Fassung und selbst als einer der Be- nur den Werth einer Bigarre für einen verfolgten Arbeiter Gegenboykott unwirksam zu machen und forderte zum Anschluß lastungszeugen sich erbot, noch mehr Leute zu bringen, welche den und Genossen wöchentlich zu spenden, soviel hat jeder in Arbeit an die Organisation auf.( Lebhafter Beifall.) An der Diskussion Angeklagten gefehen, versicherte der Entlastungszeuge immer stehende Arbeiter unbedingt übrig. Wir bitten nochmals um betheiligten sich die Herren Hellwig, Bethke, Steczniewski, Bergenwieder:„ Ich habe mit meinen eigenen Augen den Mann im Befürwortung unseres Vorschlags. Mit herzlichem Gruß! Das roth, Müller( Prinzipale) und Gabrich( Gehilfe). Alle Redner Bett liegen sehen!" Der Staatsanwalt baute diesem Zeugen Streiffomitee. außer Herrn Bergenroth stimmten dem Referate zu. Der Vortünstlich eine Brücke zum Rückzuge, indem er die Möglichkeit Halle a. S., 23. März. Der Streit der Former bei ſizende gab hierauf den zum ersten Male Erschienenen Erläutehinstellte, daß der Angeklagte in der Zeit, in welcher der Zeuge Heyland u. Ungnade dauert fort. Zuzug ist fern zu halten. rung der Ziele des Verbandes und seines Statuts. i 08 Versammlungen. Dritter Wahlkreis. Bildhauer. Eine öffentliche Versammlung der Bildhauer Berlins fand am Montag, den 28. März, in Deigmüller's Salon statt. Auf der Tagesordnung stand als erster Punkt: Vortrag des Buchdruckers Herrn Wilhelm Werner über die Organisationsfrage. Da der Referent bei Eröffnung der Versammlung noch nicht zur Stelle war, vertagte man diesen Punkt und nahm zuerst eine Grzugestandenermaßen aus dem Fenster gesehen, sich vielleicht Streitkommission der Former Halle a. S. unbemerkt aus dem Bett erhoben haben und auf die Straße gegangen sein könnte. Der Gerichtshof glaubte aber dem Ent lastungszeugen überhaupt nicht und verurtheilte den Angeklagten zu 1/2 Jahren Gefängniß bei sofortiger Verhaftung. Jezt foll der Entlastungszeuge doch Recht gehabt haben. Schon bei feiner Abführung in den Untersuchungsarrest äußerte der Angeklagte zu den Gerichtsboten:" Jeßt fann ich's ja sagen, daß nicht ich, sondern mein Bruder der Messerstecher war!" und am Eine gutbesuchte Versammlung des sozialdemokratischen Wahl- fahwahl zur Berliner Streit- Kontrollkommission vor; gewählt An der diesbezüg Dienstag meldete sich in der That der Bruder des Verurtheilten vereins für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis fand am wurde der Kollege Roßberg. Hierauf wurde die Feier zu in dem Polizei- Bureau, Rottbuferstraße 4 b, und erklärte port in 23. Märs statt, um Stellung zu nehmen zu der Ersatzwahl im Gunsten des Achtſtundentages besprochen, einem von dem Bolizeilieutenant aufgenommenen eingehenden 17. Kommunal- Wahlbezirk, welche durch den Tod des bisherigen lichen Debatte betheiligten sich die Kollegen Duchont, Winkler und Protokoll, daß sein Bruder unschuldig und er selbst der Täter sei. Vertreters nothwendig geworden ist. Das Referat hatte der Ge- Seydel. Folgende von dem Kollegen Winkler entworfene Resolution Er habe gehofft, daß man weder ihn, noch seinen Bruder merve noise Th. Megner übernommen. Derselbe wies in seinem verurtheilen können, nachdem aber die Sache des Zepteren eine Bortrage nach, wie nothwendig es sei, daß die Sozialdemokratie wurde angenommen: so schlimme Wendung genommen, treibe ihn sein Gewissen, sich selbst für die Erringung des vakanten Sizes im rothen Hause eintrete. Die heute in Deigmüller's Salon tagende öffentliche Bildder Behörde zu stellen. Erläuternd fügte der Selbstdenunziant Auf einen Sieg habe man alle Hoffnung, da vor zwei Jahren hauerversammlung erklärt, mit Rücksicht auf die allseitig außerhinzu, daß, als er den verhängnißvollen Stich geführt, er in diesem Bezirk der Kandidat der Sozialdemokraten nur 84 Stimmen ordentlich ungünstige Geschäftslage auf eine Arbeitsruhe am in das Haus seines Bruders geflüchtet sei und sich dort gerettet zu wenig auf sich vereinigte um zum Siege zu gelangen. Der 1. Mai zu verzichten, hält es gleichzeitig aber für durchaus habe. Die Personenverwechselung erkläre sich vielleicht daraus, Referent kritisirte scharf die heutige Mehrheit der Stadtverordneten- unzweckmäßig, schon jetzt den ersten Sonntag im Mai zur Feier daß er gleichfalls Telegraphenarbeiter sei und auch eine Tele- Bersammlung und alle die den Lesern dieses Blattes bekannten des 1. Mai, beziehungsweise zur Demonstration zu Gunsten graphenmüze getragen habe. Infolge dieser mit dem Scheine Mängel in der Stadtverwaltung. Um diese Mängel in der Verwal- des Achtstundentages für spätere Beiten festzusetzen, sondern innerer Glaubwürdigkeit vorgetragenen Selbstanklage ist der tung städtischer Angelegenheiten zu beseitigen, um eine richtige Ver- hält es für richtiger, in Zukunft erst die jeweiligen Verhältnisse Bruder des Verurtheilten noch am Dienstag der Untersuchungs- tretung der Interessen der großen Mehrheit der Stadtbewohner in der abzuwarten. Ferner beschließt die Versammlung, am Abend des 1. Mai, haft überwiesen worden. Bewahrheiten sich die Angaben Stadtverordneten- Versammlung herbeizuführen, sei es nothwendig, des Selbstantlägers, so würde der Fall nur auf's Neue be- einen Sozialdemokraten auch in diesen in Frage kommenden 8 Uhr, eine öffentliche Bildhauer- Versammlung zu veranstalten, Die Wahl findet jedenfalls am 14. April in welcher durch einen dem Tage angemessenen Vortrag auf die weisen, daß auf persönliche Rekognitionen Nichts zu geben Bezirke zu wählen. ist. Die weitere Untersuchung wird ergeben, ob die laut gewor- statt. Die Ausführungen Mehner's wurden mit lebhaftem Beifall Bedeutung desselben aufmerksam gemacht wird, sowie sich die dene Annahme eine Berechtigung hat, daß hier vielleicht der un- aufgenommen. In der Diskussion sprach zunächst Herr 2öser, Bersammelten dazu verpflichten, dafür Sorge zu tragen, daß verheirathete Bruder des verheiratheten Angeklagten die Strafe Vorsitzender des Gemeinde- Waifenraths. Derfelbe wendete sich jeder in Arbeit stehende Kollege an diesem Tage an die Komdes letzteren edelmüthig auf sich nehmen will. Auf alle Fälle ist gegen Ausführungen, welche Wegner in Betreff der Miethssteuer mission der Bildhauer 1 M. zahle. Die Gesammtsumme ist der der Berurtheilte für einen etwaigen Justizierthum mit verant gemacht und vertheidigt die freisinnige Mehrheit im rothen Hause, Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands zur Unterwortlich. Sein Schweigen über den ihm bekannten wirklichen welche aus eigener Initiative die Steuersäge für die Minder- stüßung der ausgesperrten Arbeiter zu überweisen. Desgleichen Thäter würde darauf deuten, daß er in dem Gefühle seiner eigenen begüterten herabgesetzt habe. Er selbst wünsche, daß den Minder- verpflichten sich die Versammelten, das Maifest am Sonntag, den Die 3. Mai, mit ihren Familien zahlreich zu besuchen. Unschuld seine Freisprechung für unausbleiblich hielt und glaubte, begüterten die Miethssteuer gänzlich entlassen würde. Ferner wurde beschlossen, daß das Eintrittsgeld zur Theilseinen Bruder dadurch gleichzeitig retten zu können. weiteren Ausführungen des Redners drehen sich um die beantragt gewefene unentgeltliche Hergabe der Schulmittel. Er könne nicht nahme an der Feier des 3. Mai für arbeitende Kollegen sowie Als ein recht empfehlenswerther Miether und Nachbar damit einverstanden sein, daß bemittelten Eltern die Schulmittel für deren Angehörige 20 Pf. betragen solle, während den arbeitszeigte sich der Handelsmann Garl 3 ülte, welcher gestern wegen für ihre Kinder frei verabreicht würden. Redner bestreitet, daß losen Kollegen und deren Familien freier Eintritt gewährt werde. einer ganzen Reihe Schwindeleien der britten Straffammer des bie den Kindern Unbemittelter jetzt unentgeltlich verabreicht Außerdem solle die für die Maifeier erscheinende Festzeitung an Landgerichts I vorgeführt wurde. Ende Juni v. J. erschien der werdenden Schulmittel den Charakter von Almosen befäßen die Festtheilnehmer fostenlos vertheilt werden und es gan Ungeflagte bei einem Bauseigenthümer in der Birkenstraße und und der Weg zur Beschaffung ein so langwieriger wäre, wie der miſſion überlassen sein, die Zahl der zur Vertheilung gelangenden Er prahlte dabei mit Referent angeführt hat, obgleich er, Redner, zugeben müsse, daß Festblätter zu bestimmen. Da Genosse Werner inzwischen erschienen war, so wurde ihm feinem umfangreichen Obst- und Gemüse- Geschäft, zu dessen Be- Umstände damit verknüpft sind. wältigung er drei Pferde gebrauche. Anstatt dessen trat der Es sprachen noch die Genossen Krause, Mörenberg, nunmehr das Wort zu seinem Vortrage über die OrganisationsAngeklagte mit einem altersschmachen Gaul an, der faum die Börner, Grünbel, Apelt und Meyner. Sämmtliche frage ertheilt. Genoffe Werner zeigte in seinem langen, mit Straft besaß, eine Karre hinter sich herzuziehen, die zur Hälfte mit Redner traten Herrn Löfer entgegen, ihm einzelne seiner Aus- reichem Beifall aufgenommenen Bortrage, daß er auf dem Staubfaft verdorbenem Obst angefüllt war. Der neue„ Kaufmann" entführungen widerlegend. Folgende Resolution fand einstimmige punkt der Zokalorganisation steht und eine Bentralisation mit wickelte eine besondere Fähigkeit im Unpumpen der Nachbarn, dem Annahme: Die heute in Krüger's Salon tagende Versammlung Rücksicht auf eine eventuelle Auflösung des Vereins und Beschlag= einen lockte er 20, dem anderen 10 mt. unter falschen Vorspie- erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten nicht nur voll nahme der Kassen nicht für gut befindet. gelungen ab und einen armen Beamten prellte er sogar um und ganz einverstanden, sondern verpflichtet sich auch, mit aller miethete von demselben einen Laden. Arbeiterbewegung. In der Diskussion pflichtete Kollege Prüfer der Ansicht des 100 M. Am 1. Auguſt, als die Monatsmiethe wieder fällig Energie für die Wahl eines sozialdemokratischen Kandidaten im Genossen Werner bei, während die Kollegen Dupont, Buda, mar, war Zülke verschwunden und der Hauseigenthümer erhielt 17. Stommunal- Wahlbezirk einzutreten, indem sie nur von diesen Meyer, Winkler und Schmiedel der Ansicht waren, die Gefahr erst wieder ein schriftliches Lebenszeichen von demselben, als in Vertretern glaubt, daß sie im Stande sind, die werkthätige Be- einer Auflösung könne verhältnismäßig leicht vermieden wefahr ben Zeitungen auf das unreelle Treiben des Zülfe hingewiesen völkerung von der drückenden Steuerlaft zu befreien, wie über- und die Vortheile einer Sentralisation überwögen die werden wurde. Der Staatsanwalt schieb einige Fälle als nicht hin- haupt eine Zeit der Gleichberechtigung anzubahnen". Hierauf Nachtheile derfelben ganz entschieden, Rollege Dupont brachte folgende Resolution ein, die gegen reichend erwiesen aus und beantragte für die übrigen eine Ge- wurde einstimmig Genosse Börner als fozialdemokratischer fammtstrafe von 8 Monaten Gefängniß. Der Gerichtshof hielt Stadtverordneten- Kandidat anerkannt, jedoch muß diese Anerten eine Minorität von etwa 15 Stimmen angenommen wurde! Die heute, den 23. März, in Deigmüller's Lokal versammelten nur 2 Fälle für erwiesen und verurtheilte den Angeklagten hier- nung erst in einer öffentlichen Volksversammlung bestätigt für zu 4 Monaten Gefängniß, die aber durch die er- werden. In das, laut angenommenen Antrag, aus 11 Personen Bildhauer von Berlin erklären, daß sie nach wie vor für die littene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. aufammengesezte Wahlfomitee wurden folgende Genossen gewählt: ausschlaggebende, weil stärkste und am besten fundirte OrganiRönig, Schönice, Appelt, Haberland, Grünbel, fation innerhalb ihrer Gewerkschaft, bestehend aus Modelleuren, Schweiger, Barth, Luhm, Herzog, Roblhardt Stein, Holz, Gyps- und Elfenbeinbildhauern, den Unterstützungsund Blodf.- Auf besonderen Wunsch theilen wir die Zahl- verein der Bildhauer Deutschlands halten, und daß sie bereit stellen des Vereins mit: Gründel, Dresdenerstraße 116, sind, denselben mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu 52/53( Bigarrengeschäft); träftigen und auszubauen und zwar folange, bis sich eine andere Schweizer, Dresdenerstraße Ein Unternehmer als Gemüthsmensch. Nachdem die Schön ide, Wafferthorstr.)( Bigamangpider Organisationsform als beſſer bewährt hat, wodurch der andere Maurer von Mainz vor zwei Jahren nach harten Kämpfen die Ritterstr. 108( Bigarrengeschäft); Gimide, Köpnickerste 130 stüßungsverein überflüssig und schädlich wird. Da weiter nichts mehr vorlag, so wurde nach einer Aufzehnstündige Arbeitszeit und einen Minimal- Stundenlohn von( Restauration). 38 Pf. durchgesetzt, gedachte ein junger Bau- Unternehmer die Der sozialdemokratische Wahlverein für den 5. Berliner forderung des Kollegen Mietka, die Bildhauer möchten doch recht dieses Jahr anscheinend ungünstiger sich gestaltende Geschäfts lung Tonjunttur zu benutzen, um bie Tefftündige Arbeitszeit wieder ein- abreich in die zuführen und den Lohn auf 3,50 Maak pro Tag herabzu- fammlung ab. Da dieselbe leider ziemlich schwach besucht war, so wurde der Antrag gestellt, den für den Abend bestimmten schlagene Bekanntmachung instruirte die Maurer und Tagelöhner es ergriff Genosse Zubeil das Wort zu seinem Vortrag: Der alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Berichterstattung und Anträge der Eine am vorvorigen Samstag an seinen Baustellen ange- Bortrag ausfallen zu lassen. Der Antrag wurde abgelehnt und 8 br, Welfare- ontrollkommiſſion am Donnerstag, den 28. De elegirten im gedachten Sinne. Ob nun die Zurückhaltung seiner älteren Sozialismus und die Landbevölkerung. Redner führte in längerer Vergolder. 2. Berichterstattung über den Streit der Steindrucker. 3. BerichtKollegen den jungen Herrn stuhig machte oder ob er infolge der Rede aus, daß man das ländliche Proletariat, zu welchem er erstattung über ben Streit ber Klavierarbetter. in allen Nachbarstädten sehr lebhaft sich gestaltenden Bauthätig- neben den eigentlichen Landarbeitern vor allem auch die zahl gesperrten Arbeiter Deutschlands. 6. Stellung der Streit- Kontrollkommission feit fürchtete, den Kürzeren zu ziehen, genug, er befann sich eines reichen Kleinbauern u. f. w. au rechnen habe, nicht mit dem zu dem gefaßten Beschluß der Maler. 6. Berschiebencs. sei schon vollständig enterbt und brücken. 5. Wahlkreis. VersammStreik- Kontrollkommiffion. Deffentliche Versammlung der Uhr, Berlesung Präsenzliste präzise o uhr, im Deigmüller'schen Saal, Streit- Kontrollfommission zur Uebernahme der Sammelbons für die aus4. Wie verhält sich die Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirklub ,, Freiheit". Donners und Männer. besseren und vom letzten Samstage zierte nachstehende Publikation städtischen Proletariat vergleichen und demgemäß behandeln tag, den 25. März cr., im Lofal des Herrn Zubeil, Naunynstraße, öffentliche die Baustellen: Privat- Theatergesellschaft Fidelio", Sizung. Aufnahme. Brobe 8 Uhr im Restaurant Wohllebe, Alexandrinenftr. 110.- Montag, den 30. März ( 2. Osterfeiertag), bei Heinrich, Blücherftr. 61: Theatervorstellung. 1. Ein Stündchen auf dem Komptoir. 2. Auf Tod und Leben. 3. Qui pro quo. Nachdem Kränzchen. Anfang präzise 7 Uhr. Billets intl. Tanz a 50 Pf. beim Rendant Robert Gausche, Lindenstr. 84. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Freiheit", Abends 8 Uhr, Naunynsir. 86 bei Zubeil. Gäfte fönnen durch Mitglieder eingeführt werden. Verein ,, Voltsbildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant Nürnberg, Schönhauser Allee 28.- Lese- und Distutirflub Wach Au f" Nachm. 3 Uhr, in der Gr. Frankfurterstr. 99 ,,, Frankfurter Bier hallen". Wahrheit, Markusstr. 31. Aufklärung", Abends 8 Uhr, in Heindorfs Restaurant, Langestr. 70. Gäste willkommen." Heine" in Rirdorf, Ecke Knesebeck- und Hermannstraße, Restaurant Beyler." Gäfte willNeue Zeit", 8% Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. " Süd- Ost", 8% Uhr bei Tolksdorf, Görligerstr. 58. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Johannes Wedde" Urbanstr. 51, b. Schüß. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Seeger'scher tommen. 11 Uhr. " Nr. 42 bei Reimann. Prob. Göthestraße 9 bei Konrath. " " " reuzberger Harmonie", Sindenstr. 106, bei Poppe. " Amicitia", Adlershof Bismarckstraße bei Albrecht. Straße 47. Gesangverein Sprechsaal. Methode des Leugnens anwenden sollte, damit der Zeseklub im Stande ist, mit Beweisen aufzuwarten und eventuell noch nach Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Naum dafür abzu- träglich Schadenersatz zu verlangen. Für zukünftige ähnliche Fälle geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen wird der Verein aber den einzig richtigen Weg gehen und von Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem dem Wirth sofort Schadenersatz beanspruchen, was wir hiermit Inhalt desselben identifizirt zu werden. In ganz unverantwortlicher Weise ist bei auch jedem Anderen empfehlen möchten. J. A.:. Nicolai, Schriftführer, Gneisenauftr. 32. Gelegenheit der Gedächtnißfeier für Karl Mary am Sonntag, den 15. März, in der„ Neuen Welt", Hasenhaide, allen zu dieser Feier Erschienenen mitgespielt worden. Der Leseklub Karl Mary", welcher die Feier veranstaltete, glaubt es daher sich und allen Denjenigen, welche darunter haben leiden müssen, schuldig zu sein, das Gebahren der„ Neuen Welt“ öffentlich anzunageln. Depeschen: Madrid, 25. März. Der Arbeiterkongreß hat sich in seiner gestrigen zweiten Sigung für den allgemeinen Streit als das geeignetste Mittel zur Erreichung des achtstündigen Arbeitstages ausgesprochen. Versammlung des Generalraths der Arbeiterpartei wurde soeben Brüffel, 25. März.( Telegramm des Herold.") Auf einer Gefangverein", Blumenstraße 46 bei Wend. Uebungsstunde von 9 bis Tische und Stühle, welche erst kurz vorher gestrichen waren, so Von allen Seiten liefen an dem Abende Klagen ein über die beschlossen, einen großen Arbeiterkongreß zum 5. oder 12. April behufs Erörterung der Frage eines allgemeinen Ausstandes einGesangverein Einigteit"( Sutmacher), Linienzuberufen. ftraße 73 bei Roth. Gesangverein Edelweiß" Melchiorstraße 15 daß Jeder, welcher darauf Platz nahm, sich im wahren Sinne ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) bei Stehmann. Gefangverein Echo 2", Alte Schönhauserstraße des Wortes einen Fleck machte; ja, wer längere Zeit auf solchem Gefangverein Frühlingsluft", FlottwellHamburg, 25. März. Eine Versammlung des sozialdemo straße 5 bei Bartels. Männerchor St. Urban, Anneustraße 9 bei Stuhl saß und diesen Uebelstand nicht gleich bemerkte, hatte sogar fratischen Vereins im zweiten Hamburger Wahlkreise beschloß, Männergesangverein Bora r", Admiralstr. 38 bet Bülow. Mühe, wenn er nicht fleben bleiben wollte, wieder los zu kommen. wie im ersten Wahlkreise, am 1. Mai zu arbeiten und den vierten Gesangverein ,, Kornblume", Blumenstr. 54 bei Wuttke. Gefangverein Es ist nur dem Taktgefühl unserer Genossen und insbesondere Theil des verdienten Tagelohns an die Gewerkschaftsorganisationen ,, Hand in Hand", Staltherstr. 142 bei Greifer. Unverzagt" bei Küster, Köpenickerstraße 127a. wohl dem Geiste, welcher an jenem Tage die Versammlung beGesangverein ,, Dorfglödlein Deutsch- Willmersdorf, Berlinerstr. 40 bei Pietsch. verein des ,, ischlerverbandes" in Steglig, Restaurant Hildebrand. Gefang: feelte, zuzuschreiben, daß es nicht zu ärgeren Ausschreitungen fam. zu überweisen. Am 1. Mai soll ein Flugblatt vertheilt werden. Am 3. Mai wird der Verein sich an der geplanten MassenDie Mehrzahl wird ihren Schaden auch erst den andern Tag be- fundgebung der Gewerkschaften betheiligen. Anläßlich der Wahl Arbeiter- Gefangverein armonie", Tempelhof, Dorfstr. 10 bei Gerth. Gefangverein ,, Weiße Rose", Reinidendorf, Residenz- und Holländerstraßen- merkt haben, als sie sich ihre Sachen genauer ansehen konnten. im 19. hannoverschen Wahlkreise will der Verein seine Mittel Ecke bei Caro. Arbeiter- Gesangverein ,, Morgenroth, Rummelsburg, Wie dem Verein mitgetheilt wurde, haben die Maler für und Kräfte für die Agitation zur Verfügung stellen. Gefangverein Freundschaft" Abends ein Dußend Stühle zu streichen eine Mart bekommen, daß sie 9 Uhr, bei Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. Gefangverein Brezel Waldenburg i. Schles., 25. März. Von dem Berghauer schluß" in Sahm's Klubhaus, Annenstrauße Nr. 16. Musik und dann, um wenigstens ihren Wochenlohn herauszuschlagen, bei Berche wurde in einer Versammlung des hiesigen Knappenvereins Gefangverein Firmitas", Adalbertstr. 8 bei Schneider. Gesangverein einer solchen Akkordarbeit manchmal eher antheeren, wie streichen, die Meldung von einem nahe bevorstehenden Ausstande in dem Gesangverein fann sich wohl Jeder denken. Nebenbei wieder ein Beweis für hiesigen Revier als vollständig erfunden bezeichnet. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat: den Segen der Affordarbeit. Aber empörend ist es, solche tlub Rüdwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Boderte, Pallisaden- Sachen den Gästen zur Benutzung zu übergeben, oder glaubt die Lübeck'scher Turnverein, Männer Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Neue Welt" resp. der Defonom, daß es bei den Arbeitern nicht so Elisabethstr. 57-58, Königstädt. Gymnasium. Turnverein„ Ofte n", Behr genau darauf ankommt und für sie gut genug ist? In der Regel lings- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenstr. 63a. Berliner Turn- ist es der Arbeiter gewohnt mit Sachen umzugehen, bei denen genossenschaft, 1. Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, im Leffing- er nicht immer geschniegelt und gebügelt bleiben kann, aber um Theater, Pantstr. 9-10. Männer- Gesangverein Crescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenau- so größer ist der Verlust, wenn er sowohl wie seine Frau zc. sich ftraße 88.- Offenbacher Sängertrang", Uebungsstunde von 9-11 im Dresdener das einzige gute Stück Zeug, daß sie sich gewiß sauer genug verGarten, Dresdenerstr. 45. Gäste wiltommen. Verein„ Bid Back", Sigung dienen müssen, auf solche Art verderben müssen. Es haben mit Damen 9 Uhr in Krösches Gesellschaftshaus, Fichtestraße Nr. 29. Geselliger Verein Regina", Sigung mit Damen, Abends 8 Uhr, in den hierunter nicht allein die zahlreichen Freunde des Klubs, sondern Luisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobstr. Nr. 8J.- Geselliger Club Blau auch alle Mitglieder leiden müssen, selbst der Festredner Peus veilchen", Abends 9 Uhr bei Förtsch, Stallschreiberstr. 60- Pfropfenverein wie auch seine Frau haben sich solche Erinnerungszeichen an die Wedding", Abends 8% Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonftraßen- Ecc. Vergnügungsverein Caprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im" Neue Welt" mit nach Hause nehmen müssen. Aber nicht genug, daß ,, Marienbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Beil- man den Genossen zumuthete, sich ihre Sachen zu verderben, so wurde chen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Zülow, Admiralstraße 38. Gäste will ihnen noch verwehrt, andere Stühle hereinzuholen; es war nur tommen.- Berein ehemaliger Schüler der 98. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, im Gesellschaftshause Oftend", Rüdersdorferstr. 45.- Brivattheater gut, daß davon später Abstand genommen wurde. Gesellschaft offnung", Abends 8% Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe 2. Gäste willkommen. Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule. Sigung, Abends 9% Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Gäste will fommen. Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei Schröder, Stegligerstr. 18, Gäste wilkommen.- Zambourverein, Jungfernfranz", Weidenweg 12. Rauchilub Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, SrautsRauchtlub, ernspise", Abends 8 Uhr bet A. Böhl, Rüders: Rauchflub Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's WirthsRauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, firaße 48. dorferstr. 8. haus, Staligerstr. 41. Breslauerstr, 27, Evorabräu = " Der Wirth hatte auf alle Beschwerden nur ein Achselzucken und schob die ganze Schuld den Malern in die Schuhe, welche ihm versichert haben sollen, daß Alles trocken sei. Briefkaffen der Redaktion. Der Vertreter des Wahlvereins für den VI. Wahlkreis wird gebeten, heute Abend 6. Uhr zu uns auf die Redaktion zu tommen. Fragesteller. Die Adresse des Kartonarbeiters Franz Drews ist Annenstr. 23, Hof r. 4 Tr. Briefkaffen der Expedition. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Gesangverein Maiglöckchen M. d. Arbeiter- Sängerbundes durch Richter 20,-. Gesammelt bei Hasse, Fennstraße 14 2,50. Gesammelt in der Versammlung des 3. Reichstags- Wahlkreises durch Pahnke 16,-. Rauchklub Gemüthl. Rauchwolke" Moabit 10,-. Buchdruckerei Möser 2. Rate 3,80. Sonntagsversammlung bei Krüger 5,-. Plaz Holzmann 2,60. Maler der Rankestraße 2,05. Fidele Sänger d. Donath 2,60. Daß dem Verein irgend welche Schuld beigemessen werden fann, wird wohl Niemandem einfallen anzunehmen, er spricht vielmehr allen Denen, welche unter dieser Sch .haben leiden müssen, sein aufrichtiges Bedauern aus, zugleich aber auch feine Entrüstung über die Rücksichtslosigkeit seitens der Neuen Welt"; auch ersucht der Verein alle Diejenigen, welche sich dort Berichtigung: In der Nummer vom Dienstag muß es ein solches Merkmal verschafft haben, ihre Adressen bei dem unter: Auf dem Arbeitsnachweis der Tischler gingen ein heißen Unterzeichneten abzugeben für den Fall, daß man die beliebte statt von Chyan von Hyan. ( Fürth- Nürnberg) 30 Flafden für 3 M.| in Gebinden von 17 Liter an, à Liter 30 Pf., empfiehlt Gust. Hering, Berliner Lagerhof. Empfehle mein reichhaltiges Fager von Cigarren und Tabacken. Clara verw. 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