Ar. 65. nbonuementS'Bedingungen: SffionnEmattä» Preis Bcänumetanbo; Pierieljährl. 3,30 äia., DionaU. 1,10 Mk.. wöchenllicki 28 Pfz. frei ins.Haus. Einzelne Nununer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Wein 10 Pfa. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posl-ZeitunaS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Wart, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. Postabonnemcnts nehmen an: Belgien. Dänemark. .Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Aumänicil, Schweden und die Schweiz, 39. Jahrg. Crfdidot ttg»» anScr Blontagj. Berliner Volktsblnkk. Die Tnfertions-GebOljf kelrägt für die sechSgespaktene KoloncI- »eile oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerkschaftliche Verein'. und Bersaminlungs-Anzeigcn SO Psg. „Alelne Rnrelgen", das settgedrucllc Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckic Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellen-m- zeigen das erste Wort 10 Pfg., iedeS weitere Wort S Pfg. Worte wer IS Buch- Itaben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expcditwn ijt P!S 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: ,K»gIi»IiIew»Iirgt RcrllB". Zcntralorgan der rozialdemokratifchen Partei Dcutfcblaride. Redahtion: 8Lll. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S83. Sonntag, den 17. März 19 1Ä. Expedition: SM. 68» lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. tS8ch» fln die organiflerte Meiterkbaft Deutschland;! Am 11. März sind die Bergarbeiter des Ruhrkohlen- reviers in den Ausstand getreten, um in erster Linie eine der Lebensmittelteuerung angemessene Lohnerhöhung zu erreichen. Eine Reihe weiterer Forderungen betreffend die Lohnzahlungsfristen, Schichtzeit, Ueber- und Nebenschichten, Werkswohnungen, Arbeitsnachweis. Strafwesen, Schieds- gericht, Nichtanrechnung der reichsgesetzlichen Versicherungs- leistungen auf die Knappschaftsrente und Wohlfahrtseinrich- tungen sind den Werksverwaltungen unterbreitet worden, treten aber an Bedeutung zurück hinter der Forderung einer ISprozentigen Lohnerhöhung für alle Arbeiter. Die Grubendirektionen haben sowohl die gesamten Forderungen als auch jede Verhandlung mit den Organisationen der Berg- arbeiter abgelehnt. Sie erklärten sich zwar teilweise be- reit, über eine Lohnerhöhung mit den gesetzlichen Arbeiter« ausschüssen zu verhandeln, unterließen aber nicht, darauf hinzuweisen, daß diese Ausschüsse in Lohnfragen nicht zu« st ä n d i g seien. Soweit solche Verhandlungen mit Aus- schüssen stattfanden, sind sie seither ergebnislos ver« laufen. Der Streik hat sich auf die gesamte Steinkohlenindustrie des Ruhrbezirks mit ihren Nebenanlagen(Kokereien. Der- Wertungsbetriebe) ausgedehnt, ist aber auch schon auf andere Reviere(Saar. Deister. Sachsen. Ober- und Niederschlesien) übergesprungen. Obwohl der christliche GeWerk« verein der Bergleute die Parole des Streikbruches ausgegeben hat, sind zahlreiche seiner Mitglieder in den Aus- stand gegetreten. Bereits am 12. März überschritt die Zahl der Streikenden 200 000. Infolge der Ausdehnung auf andere Reviere ist diese Zahl fortgesetzt im Wachsen begriffen. Das Verhalten der Werksbesitzer läßt ein Entgegen- kommen an die Forderungen der Arbeiter nicht erkennen. Sie haben für Anfang April d. Js. Lohnzulagen bis 10 Proz. in Aussicht gestellt, aber nur für die S ch i ch t l ö h n e r, wobei der weitaus größte Teil der Arbeiter, der im Gedinge- lohn arbeitet, nicht in Frage kommt. Deren Löhne würden nach der Erklärung der Zechenverwaltungen mit der Kon- junktur vvn selbst steigen, d. h. durch Verfahren von Ueber- und eben schichten. Die Bergarbeiter fordern dagegen mehr Lohn für die gleiche Arbeit! Ter Zeirraum des Ausstandes ist seitens der Arbeiter- schaft sehr gunstig gewählt. Eine defsere Konjunktur dürfte für die Bergleute kaum in Iahren wiederkehren. Ihr Streben, den Lohn von 1007 nebst einer der Lebensmittel- Verteuerung entsprechenden Zulage zu erreichen, muß als berechtigt bezeichnet werden. So bedauerlich die Streik- bruchtakt'.k des christlichen Gewerkvereins bleibt, so wollten doch die an der Lohnbewegung beteiligten Arbelterverbände sich von den Christlichen nicht völlig um den Erfolg der günstigen Konjunktur bringen lassen. Der Kampf der Bergarbeiter gilt aber auch dem Willkürregiment der Grubenverwaltungen, die jede Organisation ihrer Arbeiter und jeden Einfluß der letzteren auf die Festsetzung der Arbeitsbedingungen aufs schroffste zurückweisen und das Regiment des Herrn im Hause dauernd zur Geltung bringen wollen. Während in anderen Berufen sich eine paritätische Regelung der Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge längst Berlin SO. 16, Engelufer 15, den 16. März 1912. durchgesetzt hat, verharren die Zechenherren auf dem Stand- punkt, den Arbeitsvertrag einseitig zu diktieren. Ebenso wie 1905 wäre auch der diesjährige Kampf vermieden worden, wenn der Zechenverband oder die Werksverwaltungen sich auf Vereinbarungen mit den Organisationen oder Ver- tretungen der Arbeiterschaft eingelassen hätte. Da die deutsche Bergarbeiterschaft sich angesichts des schroffen Machtkitzels der Grubendirektionen und der Massen- streikbruch-Parole der christlichen Gewerksvereinsleiwng auf einen ebenso umfangreichen wie harten Kampf einrichten muß, für den die eigenen Mittel der Organisation kaum hin- reichen dürsten, so ergeht an die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands hierdurch der Aufruf, die ausständigen Hunderttausende von Bergarbeitern durch schleunige Vornahme allgemeiner Sammlungen tat- kräftig zu unterstützen. Es werden große Anforde- rungen an die Solidarität der Arbeiter. klaffe gestellt, aber wir hoffen, daß die so oft b e w ä h r t e Opferfreudigkeit sie auch in diesem Riesenkampfe zu den höchsten Leistungen anspornen wird. An die Vorstände der Gewerkschaften und örtlichen Ge- Werkschaftskartelle ergehl die Bitte, sofort die nötigen Maß- nahmen für diese Sammlungen zu tteffen. Die Gewerkschasts- kartelle werden ersucht, die Sammlungen an ihrem Orte zu zentralisieren. Sammellisten werden von der Generalkom- Mission nicht versandt: soweit solche erforderlich sind, müssen diese von den Gewerkschaftskartellen beschafft werden. Gemäß dem Beschlüsse des Kölner Gewerkschasts- kongresses sind alle für die Bergarbeiter aufgebrachten Gelder nur an die Generalkommission abzuführen. Für die Ab- lieferung ist folgende Adresse zu benutzen: Konto-Nr. 7930, Hermao« Kube, Postscheckamt Berlin, oder dirett an Hermann Kube, Berlin SO. 16, Engelufer 14/15. Der Einfachheit wegen und um Porto zu sparen, wolle man die letztere Adresse nur benutzen, wenn besondere Um- stände die direkte Einsendung der Gelder erfordern. Im übrigen sind alle Geldsendungen unter Angabe der obigen Kontonummer und dem Namen des Kontoinhabers aus- schließlich an das Postscheckamt Berlin zu richten. Zur Er- leichterung der Einzahlungen erhalten in nächster Zeit alle Gewerkschaftskartelle Zahlkarten, auf denen die volle Adresse vorgedruckt und auf denen nichts weiter nachzutragen ist. als der Betrag, der abgesandt wird. Zahlkarten mit dem daraus bezeichneten Betrag können bei allen Postämtern des Reichs unentgeltlich eingeliefert werden. Ortsverwaltungen und Zahlstellen der Verbände, die aus besonderen Gründen Gelder direkt an die Generalkommission einsenden— in der Regel sollen die Gelder an das Gewerkschaftskartell am Orte ab- geliefert werden—, werden ersucht, glei�alls nur Zahl- karten zu benutzen und sich solche vom Gewerkschastskartell aushändigen zu lassen. Ueber die eingehenden Beträge wird im„Correspondenz- blatt" quittiert. Besondere Quittungen werden dem Ein- sender nicht zugestellt. Die Grnrralkommission der Gewerkschaften Dentschland». <£. Legten. Der Criumpl) der Blaukljwarzen. Nachdem am Tonnerstag die Besprechung des Reichskanzlers mit den einzelstaatlichen Ministern stattgefunden hatte, reichte der Staats- sekretär des Reichs schatzamtes Wer- muth am Freitagmorgen sein Ent- lassnngsgesuch ein. Dieses ist von Seiner Majestät dem Kaiser genehmigt und der Unterstaatssckretär im Reichsschatzamt Kühn ist zum Nachfolger Mermuths ernannt worden. (W. T. B.) Wenn gestern noch die offiziöse Meldung, daß die Regie- rung auf die Deckung der Wehrvorlagen, wie der blauschwarze Block gefordert, nicht verzichte, sondern faktische Deckung ver- lange, und zwar weder durch eine Besteuerung des Verbrauchs noch des Verkehrs, den Jubel der Liberalen entfesselt hatte, so ist dieser Jubel über den vermeintlichen Sieg des Staats- sekretärs Mermuth über den blauschwarzen Block über Nacht in bittere Enttäuschung umgeschlagen. Denn das erste offiziöse Telegramm war nichts als ein plumper Täuschungsversuch, der das lakaienhafte Zusammenklappen Bethmann Hollwegs und die glatte Desavouierung und Ausschiffung des Staats- sekretärs Mermuth nur vertuschen sollte. Nicht Herr Wer- muth hat ja den Sieg über seine blauschwarzen Widersacher, die ihm seit Wochen meuchlings nachstellten, davongetragen, sondern die Blauschwarzen sind die Triumphierenden, und der Reichsschatzsekretär ist auf der Strecke geblieben. Er sah sich als Mann von Charakter zur Demission gezwungen, weil die Ministerkonferenz seine Teckungsforderungen nicht akzeptierte und weil obendrein der ReichskanzlerHerr v. Bethmann Hollweg ihn völlig im Stich ließ. Stürmisch ist es nach unserer Information in jener Donnerstagkonferenz der bundesstaatlichen Minister zu- gegangen, und energisch hat der Reichsschatzsekretär seine Auf- fassung verfochten, aber— vom Reichskanzler schnöde ver- lassen— drang er mit seiner Auffassung nicht durch. So wurde denn beschlossen, zur Deckung der Wehrvorlage zur Preisgabe der Liebesgabe, das heißt zur gleich- mäßigen steuerlichen Heranziehung auch der kontingierten Spiritusproduktion die Zuflucht zu nehmen, aber auf eine Erbschafts st euer zu verzichten. Daß die 40 Millionen Liebesgabe keine Deckung im Sinne des Schatzsekretärs darstellen konnten, versteht sich am Rande. Nur wer auf dem Standpunkt des Herrn Enberger steht, der behauptet, das Jahr 1912 werde 220 Millionen U e b e r s ch u ß abwerfen, konnte diese lumpigen 40 Millionen als Deckung der annähernd 200 Millionen jährlicher neuer Militärausgaben ansehen. Die Ministerkonferenz stellte sich freilich am Donnerstag auf diesen Standpunkt. Da aber Herr Mermuth den Etat doch sicherlich besser kennt, als der Philosoph von Hohenfinow, und da doch auch das offiziöse Organ, die„Nordd. Allgem. Ztg.", erst unlängst die phantastische Erzbergersche Ueberschußrechnung Punkt für Punkt als unrichtig erwiesen hatte, hätte sich doch wenigstens Herr V. Bethmann Hollweg mit allem Nachdruck auf die Seite seines Schatzsekretärs schlagen müssen. Aber Herr v. Bethmann Hollweg machte wieder ein- mal vor den Blauschwarzen Kotau und überließ seinen Schatzsekretär kaltlächelnd seinem Schicksal. Herr Mermuth kam unter solchen Umständen sofort um seine Entlassung ein, die im auch ebenso prompt„huldvollst" gewährt wurde. Wieder einmal zeigte sich so, daß Minister von Charakter und Kenntnissen nur als Störer der „Homogenität", das heißt der Servilität gegenüber den Junkern und Junkergenossen empfunden werden! Wie liegen nun die Dinge? Die neuen Wehrvorlagen erfordern 180 Millionen Mark jährlich. Deckung soll aber nur für 40 Millionen geschaffen werden. Hinzu kommt, daß nach dem Etat für 1912 ohnehin 43 Millionen durch Anleihe zu decken waren(darunter auch unproduktive Ausgaben) und daß diese Anleihe sogar auf 129 Millionen anwachsen wird, wenn wirklich eine Schuldentilgung in dem im Etat vorgesehenen Umfange eintritt. Es ist also klar, daß nicht nur von jeder faktischen Schuldentilgung Abstand ge- nommen, sondern auch das Reich wieder in die a l t e b 0 d e n- lose Pumpwirtschaft hineingestürzt werden muß, wenn zur Deckung der 180 Millionen neuer Militärllasten nur 40 Millionen aus der Liebesgabe zur Verfügung gestellt wer- den sollen. Jede wirtschaftliche Depression müßte vollends die Reichs finanzen wieder in eine Verwirrung und Defizitwirt- schaft stürzen, wie sie Anno 1909 traurigen Angedenkens vor- banden war! Kein Wunder, daß Herr Werniuth zwar auch die Beseitigung der Branntweinliebesgabe, die er ja bereits im November 1908 als„nicht mehr zeitgemäß" bezeichnet hatte, nach der Mitteilung der„Vossischen Ztg." zwar gleich- falls akzeptieren, dazu aber auch die Erbschafts st euer und nötigenfalls noch ein Petroleummonopol bewilligt wissen wollte. Die Erbschaftssteuer geht aber den Agrariern mit dem bedrohten Familiensinn der Steuerhinterziehung derart an die Nieren, daß sie--- unter Herrn Bethmann H 0 l l w e g s Zustimmung— in der Konferenz völlig beisefte geschoben wurde. So blieb freilich dem Märtyrer für geordnete Reichsfinanzen nichts anderes übrig, als schleunigst in der Versenkung zu verschwinden! Das Negierungskommuniqu� über die Beschlußfassung der bundesrätlichen Ministerkonferenz stellt es so dar, als ob'die Beseitigung der Liebesgabe die bürgerlichen Parteien ein- ander näher bringen würde, während die Erbschaftssteuer den alten Hader von neuem entsacht hätte. Sicherlich dürfte die Aufhebung der Liebesgabe den Junkern von vornherein immer noch angenehmer sein, als die Erbschaftssteuer. Außerdem aber fragt es sich, welche Form schließlich das Gesetz er- halten wird und ob nicht doch von der Regierung ein Weg gefunden wird, die Junker für ihre Einbuße schadlos zu halten. Wenn z. B. die Aushebung der Liebesgabe nur der erste Schritt zum Spiritusmonop'ol sein sollte, das die Regierung schon 1908 anstrebte, so würden sich mit Leichtigkeit Mittel und Wege finden lassen, die Sti- pendien für die Junker trotz formaler Aufhebung der Liebes- gäbe zu verewigen. Dieser Erwägung ist es wohl auch zuzuschreiben, daß die schwarzblaue Presse das angekündigte Attentat gegen die Schnapsbrenner niit so relativer Gelassen- beit aufnimmt. Die„Germania" zieht es vor, sich einst- weilen jeder Stellungnahme zu enthalten, und auch die Aus- lassungen der„Kreuzzeitung" und der„Deutschen Tages- zeitung" sind verhältnismäßig ruhig, wenn natürlich auch das obligate Geschrei über„einseitige Belastung der Landwirt- schast" erhoben wird. Alles kommt in dieser Situation auf die H a l t u n g der bürgerlichen Linken an. Wenn man sich erinnert, welche Rolle während des Wahlkampfes in der Hansabund- nud der Freifinnspresse das Feldgeschrei„Nieder mit dem schwarzblauen Block!" gespielt hat, so sollte man meinen, daß sich jetzt für die bürgerliche Linke eine geradezu aus- gesuchtgünstigeGelegenheitböte.demblau- schwarzen Block die Suppe zu versalzen! Da die Agitation der bürgerlichen Parteien in der Haupt- fache von der Kritik der Steuermacherei des Schnapsblocks zehrte, läge jetzt nichts näher für sie, als unter der Ausnutzung der Majorität der Linken den blauschwarzen Deckungsplänen eine Finanzreform der Linken entgegenzusetzen, Gegen eine glatte Beseitigung der Liebesgabe, sofern sie nicht mit Selbstschüssen und Fußangeln umgeben wäre, wäre nichts einzuwenden. Aber dazu müßte eine energisch zu- fassende Erbschafts st euer treten, die trotz der Felonie des Herrn von Bethmann Hollweg von der Linken sehr wohl durchgedrückt werden könnte. Sollte die Regierung bei einem Konflikt zur Auflösung schreiten, so böte das ja nur die denkbar günstigste Wahlparole, so garantierte das nur die günstigsten Wahlchancen für die Linke! Und gerade die Behauptung der Blau- schwarzen und ihrer Regierungshandlanger, daß zur Deckung der Wehrvorlagen nur 40 Millionen notwendig seien, gäbe dann die vortrefflichste Handhabe, die Erträgnisse der Erb- schaftssteuer zur Beseitigung der lästigsten in- direkten Steuern der Finanzreform des Schnapsblocks, also zur Aufhebung der Zündholz- st e u e r, der Z u ck e r st e u e r oder Salz st euer auszu- nützen. Erst eine solche Aktion würde ja dem Kampf der bürgerlichen Linken einen realpolitischen Sinn geben und ihre Wahlversprechungen einlösen! Die Möglichkeit einer, wenn auch nur bescheidenen. Kor- rektur der Reichsfinanzreform des Schnapsblocks, eine Ent- lästung der wenig und nichtbesitzenden Klassen durch eine ent- sprechende Heranziehung des steuerscheuen Agrariertums ist also politisch durchaus gegeben, wenn die Herren Nationalliberalen und Freisinnigen nur die G u n st und die Pflicht der Stunde zu nützen wissen! Das aber sollte eigentlich selbstverständlich sein, denn daß die bürgerliche Linke auf den plumpen Köder der auf Blauschwarz ein- geschworenen Regierung hineinfallen könnte, sollte eigentlich ausgeschlossen sein! Der ßeröarbeiterftreih. Das Gilde der Streikdebatte. Den Beginn der Redner eröffnete am Sonnabend im Reichstage Herr Giesberts, der zentrumschristliche Ge- werkschastler. Er war auf das eifrigste bemüht, den geradezu erbärmlichen Eindruck, den die Rede seines Gesinnungs- genossen Schiffer gemacht hatte, ein wenig zu bessern, aber alle seine Versuche, die Taktik der„Christen" zu rechtfertigen, scheiterten kläglich. Und wenn er durch wiederholte Angriffe auf den„Vorwärts" und allerlei Rederei von Salon- sozialisten und sozialdemokratischem Terrorismus seine Position zu bessern suchte, so bewies er damit lediglich, wie überaus schlecht diese Position ist.— Dem Zentrumschristen folgte der nationalliberale Gewerkschaftler I ck l e r. Natür- lich tadelte dieser Fraktions- und Parteigenosse der Bueck, Beumer, Schiffer usw. das Verhalten des Kohlengräber- dreibundes. Es erschien nahezu selbstverständlich, daß diesem nationalliberalen Arbeiter der linksliberale„Arbeiter- freund" H e ck s ch c r folgte, um seinen eigenen Gewerkschafts- freunden, den Hirsch-Dunckerschen Dreibundsgenossen im Ruhrgebiet die Situation nach Möglichkeit zu erschweren. Nachdem er allerlei pathetische Redensarten gemacht hatte, hinter denen er vergeblich zu verbergen suchte, wie wenig er von den Arbeiterorganisationen in England und Deutsch- land versteht, tröstete er die Berg Herren mit dem Worte: „Ich habe den Eindruck, daß Sie(zu den Arbeiter ver- tretern gewendet) für eine verlorene Sache kämpfen!" In einer prächtigen Rede zeigte dann Genosse König die„Arbeiterfreunde" aus den kapitalistischen Parteien noch einmal in ihrer ganzen Abscheulichkeit. Immer und iinmer wieder sind die Bergarbeiter am Narrenseile geführt worden, so 1903, 1906, 1907 und auch 1908 nach dem schrecklichen Un- glück auf Zeche Radbod. Und jetzt wird dem betrügerischen und verräterischen Verhalten die Krone aufgesetzt. Kaum wagt auch nur einer zu bestreiten, daß die Forderungen der Arbeiter berechtigt sind. Aber sie hätten, nicht streiken dürfen! Vielleicht hätten die Bergherren, die immer weiße Salbe zu spenden bereit waren, noch freiwillig gegeben, was sie bisher hartnäckig verweigert haben. Vielleicht-- 1 Den Arbeiterseinden, die� nach schärferer Bestrafung der Arbeiter wegen sogenannter Streikvergehen schreien, trug Genosse König aus seiner reichen Erfahrung eine Reihe von Ver- urteilungen vor. die er als drakonisch immer noch viel zu milde bezeichnete. Es waren Urteile, die nur verständlich sind für den, der den Klassencharakter unseres Staates und seiner Klasseneinrichtungen, einschließlich der Klassenjustiz, kennt. König schloß mit einer Schilderung der Jnternationalität des Grubenkapitals und der Herrschsucht der Zechenbarone. Mllionen sind der Gewaltherrschaft des Kapitals unter» warfen— das kann und darf nicht so bleiben! Endgültig ge- löst werden kann der Konflikt zwischen Kapital und Arbeit nur durch die Expropriation der Expropriateure! Dieser großzügigen Rede folgte eine Pauke des Herrn Becker- Arnsberg, der die Dinge aus der zentrumschrist- lichen Froschperspektive zu betrachten pflegt. Genosse S ach f e diente ihm gründlich mit dem Vortrag eines Tatsachen- niaterials, das mehr als beschämend für den genannten Herrn war. Ten Schluß machte Herr Behrens, der vorher noch von den Christen Mumm, Bruhn und ähnlichen Männern des Volkes mit Weisheit und Wahrheit geladen worden war. Die dreitägige Verhandlung war wirklich nicht immer erhebend, mitunter war es geradezu zum Erbrechen. Man muß �gesehen haben, wie die„christlichen" Arbeiter Becker und Behrens sich betragen haben, während über Wohl und Wehe von Hunderttausenden braver Arbeiter mitsamt ihren Frauen und Kindern verhandelt worden ist. Diese beiden Arbeiter- Vertreter gehören zu den unsympathischsten Figuren im Reichstage. Das ewige dumm-höhnische Lachen des einen wirk! genau so widerwärtig wie das provozierende Getue des andern. Sobald von einem Redner ausgesprochen wurde, daß der Streik nach seiner Meinung verloren sei, dann strahlte schadenfrohes Lachen aus den Gesichtern dieser sonderbaren Vertreter christlicher Nächstenliebe... Wer den Verhandlungen aufmerksam gefolgt ist, der weiß wie die Dinge stehen. Die Verhältnisse der Bei garbeiter haben sich gegen früher verschlechtert. Der Lohn ist niedriger als er vor Jahren war, obwohl die Lebensmittelpreise inzwischen riesig gestiegen sind. Die Bergherren haben Zugeständnisse nicht gemacht, so daß die Arbeiter gezwungen waren, in den Streik einzutreten. Nach dem Beginn des Kampfes haben die Vorstände des Dreibundes zur Ruhe und Besonnenheit gemahnt. Die Scharfmacher und die„Christen" haben nach Polizei und Militär geschrien.. Die Regierung, als der will- sährige Verwaltungsausschuß des Kapitalismus, hat dem Verlangen Folge geleistet. Es rückten Soldaten em— und auffallend schnell war die Ruhe irgendwo gestört. Blut ist geflossen ohne Schuld-der Streikenden. Menschenleben sind geopfert worden ohne Schuld der Streikenden. Hunderttausende ringen in bewundernswerter Disziplin weiter. Sie sind bereit, nach den Meldungen der Scharf- macherblätter, ihre ganze Existenz aufs Spiel zu setzen: sie ringen um mehr Luft, Licht und Lohn. Mit ihnen sind alle, die Verständnis haben für die Emanzipationsbestrebungen der Arbeiter. Sie haben die Sympathie und die Hochachtung aller kapitalistisch nicht inter- essierten verständigen Menschen. Aber gegen sie stehen die Säbel und Maschinengewehre, Polizei. Gendarmen, Soldaten und„Christliche". Ter Kampf der Bergarbeiter ist ein schwerer, sie werden ihn besonnen und ehrenhaft durchführen bis ans Ende. Ein Schandmal aber wird allen denen für alle Zeit auf der Stirne brennen, die ihnen verräterisch in den Rücken fallen, das Schandmal„Judas!" Sin hntifeber Caampf jetzt bis zur Vernichtung des einen Teiles durchgeführt wird, wäre der Keim zu neuen Konflikten damit gegeben. Wir haben die Pflicht, unser Volksleben vor schweren Erschütterungen zu bewahren. Daher wünschen wir, datz die Besprechung wenigstens den einen Erfolg haben möge, datz eine Einigung im Ruhrrevier zustandekommt.(Bravo! links.) Abg. Dr. Hrckscher(Vp.): Die Debatten spiegeln wieder die Stimmung im Ruhrrevier, aber auch die hatzerfüllte Stimmung zwischen den beiden grossen Verbänden>der Berg- arbeiter. Ich beklage aufs tiefste im Interesse der Arbeiter die politische Umklammerung der Gewerkschaften aller Richtungen. Das Gefühl, datz ein Zusammenhang zwischen dem eng- tischen Kohle u arveiter streik und dem deutschen Bergarbeiter st reik besteht, werde ich nicht los.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Tie jetzige Bewegung zeigt wieder, wie notwendig dieNcuvorlage des Arbeitskamanergesetzcs ist.(Sehr richtig! links.) A u s na h m e g e s e tz e lehnen wir auf das entsckiedenstc ab; sie führen nur zu einem inneren Konflikt, wie ihn ja die Herren um Herrn v. Heydebrand anstreben. Ich frage die Regierung: War es notwendig, Mikitär und Maschinengewehre in baS Streikgebiet zu entsenden? Der Oberbürgermeister von Dortmund hat bekannt- lich diese Notwendigkeit b e st r i t t e n. Insbesondere die M a- schinenge wehre haben eine ungewöhnlich aufreizende Wirkung.(Sebr richtig! links.) Haben Sic irgendwelche Be- weise dafür, datz ihre Entsendung tatsächlich nötijj war? Die deutschen Gewerkschaften sollten sich, wie die englischen, beschränken auf das Bestreben, den Lohn zu verbessern und die Arbeitszeit zu verkürzen. Tie englische Arbeiterbewegung hat sich freigehalten von den sozialdemokratischen Utopien und ist deshalb von Erfolg zu Erfolg geschritten. Die deutsche Arbeiterbewegung sollte sich England mehr zum Borbild nehmen. Aber auch unsere Staatsmänner sollten nach Eng- kand sehen, loa der Premierminister Asquith fortgesetzt zwischen den beiden Parteien vermittelt. Ich verkenne die entgegenstehen- den Schwierigkeiten nicht; aber weshalb soll unser Reickskanzler nicht auch einmal eine schwierige Aufgabe lösen. Ich habe den Ein- druck, datz Sie(zu den Sozialdemokraten) für eine verlorene Sache kämpfen. Ick sage das nickt triumphierend,' denn mein Herz gehört der deutscken Gewerkschastsbeioegnng. lAbg. Sachse: Mit solchen Reden nützen Sie ihr aber nickt!) Man stellt sich in den Dienst einer gesunden Arbeiterbewegung, wenn man an die Regierung den Appell richtet, einzugreisen. Gerade die Scharf- macher wünschen, datz dieser Streik fortgeführt wird, bis die Streik- kassen geleert sind.(Abg. L e d e b o u r: Sie fallen ja Jbren eigenen Arbeitern in den Rücken!— Zuruf im Zentrum: Ein s e h r v e r n ü n f t i g e r M a n n l) Mit allen Kräften mutz die Regierung für eine möglich st schnelle Beilegung des Streiks sorgen.(Beifall bei den Liberalen.) Abg. König(Soz.): Wenn man von den Reden der Sozialdemokraten und Polen absieht, die sich mit Entschiedenheit für eine Verbesserung des Loses der Bergarbeiter ausgesprochen haben, hat die dreitägige Debatte für die Bergarbeiter nichts Positives gebracht. Versprechungen und Vertröstungen haben die Berg- arbeiter genug bekommen; sie wollen jetzt Taten sehen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Noch bei jedem Streik hat man ihnen gesagt, sie möchten die Arbeit ruhig wieder a u f n e h m e n. dann ivürden sie bekommen, was ihnen zusteht. Ich verweise nur ans den ersten grotzen Bergarbeitcrstreik von 1880, wo eine Delegation der Bergarbeiter sogar beim Kaiser vor st ellig wurde und ihr ihre Wünsche unterbreitete. Jetzt, nach 23 Jahren, müssen die Bergarbeiter noch um disselben Forderungen kämpfen, chie damals dem Kaiser unterbreitet worden sind.(Lebhaftes Hört! bört! bei den Sozialdemokraten.) Raturgemätz steht die Lohnfrage im Vordergrund. Wenn die Bergarbeiter heute nach Lage der Dinge eine Lohnerhöhung von 1v Proz. fordern, dann mutz jeder wirkliche Arbeiterfrcund alles versuchen, um diesen berechtigten Wunsch zu ersüllen. Statt dessen sehen wir, datz weder die Regierung noch die Mehrheitsparteien ernstlich gewillt sind, den Bergarbeitern ihren verdienten Lohn zu geben. Die Bergarbeiter aber wollen nicht wieder mit Versprechungen nach Hause geschickt werden; sie wollen als gleichberechtigte Faktoren im Arbeitsverhältnis mitbestimmen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese? Recht wird ihnen von den Zechengewaltigen streitig gemacht. Aber die Arbeiterschaft wird sich dieses Mitbestimmungsrecht er- kämpfen, mit oder ohne den christlichen Gewerkverein. Nun hat man gesagt, der Streik stände schlecht, und Herr Giesberts hat gemeint, er sei von vornherein ver- l o r e n gewesen. Man mutz es den Cchristlichen lassen, datz sie sich die grötzte Mühe gegeben haben, dem Streik alle möglichen Schwierigkeiten zu machen und ihm die Sympathie der Bevölkerung zu nehmen. Wenn trotzdem 50. 60, ja in einigen Revieren 70 Proz. der Belegschaften in den Streik getreten sind, so ist das ein großer Erfolg. Man mutz bedenken, datz natürlich nur die Arbeiter streiken, die bei der Kohlenförderung tätig sind. Die Mehrzahl dieser Arbeiter, die Heuer und Schlepper, streiken tatsächlich.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn es nach aussen so scheint, als ob nur der dritte Teil der Arbeiter streikt, so liegt das daran, datz im Interesse der Aufrechterhaltung der deutschen Industrie die Maschinisten und die beim Abteufen neuer Schächte beschäftigien Arbeiter ruhig mit Z u st i m m u n g ihrer Organisationen weiterarbeiten. Dadurch wird der Vernichtung grosser wirtschaftlicher Werte vorgebeugt. Wenn eine Organisation so handelt, dann handelt sie i m I n t e r- esse des deutschen Wirtschaftslebens.»(Sehr richtig! links.), kommt in Betracht, datz Tausende von Halb» SnS GanzinbaliSen iverkeSftbeiM. WäruR sollen denn diese Leute mitstrciken, die mit der Kohlenförderung gar nichts zu tun haben? Gestreikt wird nur. um dem Unter- nchmertum Zugeständnisse abzuringen. Nun haben wir erfahren, datz über 0 Millionen Tonnen Kohlen in den letzten Tage» weniger produziert worden sind.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das zeigt doch, daß die Wirkung dieses Streiks eine ganz kolossale ist. Der gegenwärtige Streik ist die Folge einer langjährigen Erbitterung. Während des Streiks von 1005 wurden den Berg- arbeitern gesetzgeberische Matznahmen versprochen. Was ist dabcc herausgekommen? Die verhunzte Berggesetznovelle, von der seilest die christlichen Gewerkschaften gesagt haben, daß sie den Berg- arbeitern Steine statt Brot gibt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokralen.) Beim Knappschaftsgesctz 1906 wurden den Wünschen der Bergarbeiter in keiner Weise entsprochen. 1907 drohte es beim Kampf um das Knappschastsstatut zum Sinei! zu kommen, weil es Verschlechterungen statt Verbesserungen brachte. 1908 kam da? schreckliche Unglück auf Radbod. Jetzt glaubten die Bergarbeiter, datz etwas geschehen würde. Aber was kam? Das System der Sicherheitsmänner, das von den Werkbesitzern weisse Salbe genannt wurde, weil sie selbst wußten, daß die Sicherheitsmänner in der Praxis nichts leisten wür- den. Dann kam der Zwangsarbeitsnachweis und bei der Reichs- vcrsicherungsordnung der berüchtigte§ 1322, wonach die Knopp- schaftsleistungen aus den Bezug der Altersrente an- gerechnet werden können. Dieser Stoff hat sich in den letzten Jahren aufgesammelt und die Bergarbeiter sind empört. Wir brauchen nur in eine Bergarbeiterversammlung zu gehen, ob in eine christliche oder in eine andere, überall werden die glei- chen Forderungen erhoben. Nun hat der Handelsminister gestern hier die Erklärung abgegeben, datz nach seiner Ansicht die Arbeitcrausscküsse für die Lohnfrage zuständig sind. Aber die Zechenherren haben sich noch nicht zu dieser Ansicht bekehrt. Wäre im preußischen Abgeordnetenhause der freisinnige Antrag Wolfs- Lissa angenommen worden, der den Arbeiterausschüssen alle das Arbeitsverhältnis betreffenden gemeinsamen Fragen zur Erörte- rung überweisen wollte, so wären wir in diese Schwierigkeiten nicht hineingekommen. Die Christen schreien jetzt über den Kon- traktbruch. War es denn 1905 anders? Damals hat selbst Dr. Spahn den Kontraktbruch verteidigt.(Hört! hört! b. d. Soz.) Alle, die etwa» von der Sack)« verstehen, wissen. daß die Bergleute gar nicht unter Einhaltung der Kündigung in einen Streik eintreten können. Man behauptet nun, das Grubenkapital würde sich nicht mehr rentieren, wenn die Forderungen der Bergarbeiter bewilligt würden. Im allgemeinen sind ja die Verhältnisse der grotzen Ge- sellschaften in ihren Geschäftsberichten mit Absicht so verschwom- m e n dargestellt, datz man schwer klar darüber wird. Mir liegt aber der Bericht einer Zeche vor, die 19 Proz. Dividende ezahlt hat. Darin stehen verschiedene Fonds, die über das giM etzlich und kaufmännisch notwendige Matz hinaus gespeist werden. Diese 19 Proz. Dividende bedeuten etwa drei Millionen, der Rohgewin« beträgt zirka 6'A Millionen.(Hört! hört! b. d. Soz.) Zirka zwei Millionen gehen davon ab, die als Lasten bezeichnet werden. Was im übrigen abgerechnet ist, erfährt man nicht. Die Zecke beschäftigt zirka 6600 Mann. Bei einem Verdienst von 1500 M, würde die Lohnerhöhung von 15 Proz. für diese Arbeiter 1A Millionen ausmachen, so datz also die Dividende immer noch 1)4 Millionen betragen würde. Etwa BA Proz., eine. sehr anständige Dividende, die über den normalen Ka- pitalzins weit hinausgeht. Durch Vermeidung der übermätzi- gen A b s ch r e i b u n g en könnte sie noch gesteigert werden, ganz abgesehen von der zu erwartenden Erhöhung der Kohlenpreise, die für die Zeche zi r k a 2 Millioneri Mark Mehreinnahme bedeutet. Also die eine Preiserhöhung wird dem Werke mehr em- bringen als die Zahlung von 15 Proz. Lohnerhöhung an die Ar- beitcr.(Hört! hört! b. d. Soz.) Herr G i c s b e r t S wiederholte die Behauptung, es fehle an dem genügenden Schutz für die Nicht st reikenden und ich werde die Empfindung nicht los, datz in dieser Behauptung System liegt.(Sehr wahr! b. d. Soz.) Schon vor Ausbruch des Streiks, als der Christliche Gewerkverein beschloß, sich nicht zu be- teiligen, wurde vom W. T. B. hinausposaunt, die Generalver. sammlung der Christlichen habe energischen Schutz für die Nichtstrcilcnden verlangt. Dann kam die Aufforderung de» Herrn Brust an die Christlichen, sich mit Knüppeln zu bewaffnen, und de? Herrn I m b u s ch, sich mit Waffen zu versehen. Sobald dann der Streik ausbrach, tauckten die Nachrichten auf, es sei gewor» fen, geschossen, gehauen, gestocheir worden, die dann amtlich widerrufe» werden mutzten. Die„Essener VolkSzeitung" behauptete sogar, die Führer des alten Verbandes forderten zum TerroriSmuS auf, was selbst Herr GieSbertS heute bestritten hat. Aber wie kommt Gicsbcrts dazu, uns hier solche Märchen und Räubergeschichten von Vergewaltigung der Christlichen zu erzählen. Eine ganze Menge von Sachen kleinlicher Art hat er uns vorgetragen. Wenn das ein Minister oder ein Scharfmacher tun wijrde, würde ich es verstehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Herr Giesberts sagte: ich klage an. Was klagt er an? Seine eigenen Fehler, seine eigene falsche Taktik. Wir klagen ihn hier öffentlich an, datz ein christ- licher Gewerkvcrcinler auf der Tribüne des Reichstags sich hinstellt und den Scharfmachern Material für ein Ausnahme- gesev gegen die Arbeiter gibt.(Lebhafte Zustimmung bei den So- zialdemokraten.) Von einem Scharfmacherorgan, der„Rheinisch- Westfälischen Zeitung" selbst, ist Herrn Giesberts dafür eine klatschende Ohrfeige versetzt worden. Sic schrieb: „Es ftnd bei uns verschiedene Ansragcn eingelaufen, warum wir nicht solche sensationellen Streiknachrichten veröffentlichen wie andere, hauptsächlich Berliner Zci- t u n g e n. Wir haben auf diese Anfragen zu erwidern, datz auch uns am ersten Tage alle möglichen Berichte über schwere Zu- sammenstöße und wilde Aufruhrszenen Pigingcn. Bei der not- wendigen gewissenhaften Nachprüfung, die wir bei verschie» denen Ortsbehörden anstellten, wurde unS aber in zahlreichen Fällen von den amtlichen Stellen erklärt, daß die vor- gelegten Nachrichten entweder unwahr»der weitaus übertrieben seien." (Lebhaftes Hört! hürti bei den Sozialdemokraten.) Das Gesetz über die Polizewerwaltung in Düsseldorf, bei dessen Beratung im preußischen Landtag unser Genosse L i e b l n e ch t auf die politische Tendenz der Vorlage hinwies, die von anderer Seite bestritten wurde, soll jetzt der Regierung die Möglichkeit geben, die Polizei königlich zu machen. Mau will die kommunale Polizei ausschalten, weil man der staatlichen Polizei mehr Schneidigkeitzuirani. Jetzt sehen wir. datz sich der Ober- bürgermeister von Dortmund nicht in» Bocksborn jagen läßt. Er war cS auch, der den Arbeitern gestattet hat. eigene Ordner, mit weißer Binde versehen, zu benutzen, die helfen sollten. Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Wenn mar. überall mit dieser Ein. ficht und Vernunft dem Riesenkampfe gegenüberstände. würden alle Ruhestörungen vermieden.(Sehr wahr! bei den So- zialdemokraten.) Mit der Heranziehung von Militär will man offenbar, daß die Leute Furcht bekommen und wieder anfahren. Es wäre ja nicht da» erstemal, datz man versucht, einen Streik durch Gewalt zu beenden. Jetzt macht das Ruhrrevier fast den Eindruck, als stände e»' unter dem Belagerungszustand (Hört! hört! bei den Sozialdemokratem) Ich frage die Christ- lichen. die uns die vorgekommenen Ausschreitungen vorhalten, ob denn in den Kreisen der Christlichen keine Ausschreitungen vorkommen. Ist eS denn nieht im Wahlkreise de» Herrn Becker, wo es leine Roten gibt, auch zu Krawallen gekommen? (Hört! hört! bei best Sozialdemokraten.) Sie müssen doch wissen, daß wir nicht jeden einzelnen Indifferenten zur Disziplin zwingen können. Man sollte«den freien Gewerkschaften dankbar sein, daß sie solche Kulturarbeit in diesem modernen Babel, wo Arbeiter aus aller Herren Länder zusammenströmen, im Laufe der Jahre geleistet haben. Wo kommt es heute vor, wie bei früheren Streiks, daß Maschinen vernichtet werden usw.?! Herr Giesberts meinte, der Streik sei ein Racheakt für die Wahlen. Nun, wir haben IIS Mandate und 4t4 Millionen Stimmen bekommen— dafür sollen wir Rache üben!(Heitevkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.— Zuruf im Zentrum: Ruhrrcvier!) Wenn Sie das Ruhrrevier meinest— ich lebe dort seit 26 Jahren, und ich kann Sie versichern: noch ein Wahlkampf, dann haben Sie dort anSgewirtschaftet. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ihre Freunde Schiffer und Giesberts sind diesmal nur mit knapper Not durch- gekommen, und auch in der Domäne des Herrn Becker, die als unbezwingbar galt, haben wir über ISOS Stimmen gewonnen. Ter Samen ist gelegt, und Sie sorgen dafür, daß er auch dort aufgehen wird.(<£khr gut! bei den Sozialdemokraten.— Zuruf im Zentrum: Bochum!) Der Vertreter der Bergarbeiter, Otto H u e, wird eher hier wieder im Hause erscheinen, als Ihnen lieb ist, um die Interessen der Bergarbeiter wahrzunehmen. Die C h r i st I i ch e n verfolgen jetzt die Taktik der Gelben, und es tut uns weh, daß wir sie in dieser Gesellschaft sehen. Die Herren haben mit Entschiedenheit bestritten, daß sie sich von poli- tischen oder kirchlichen Rücksichten haben leiten lassen. Nun selbst die nationalliberale„Dortmunder Zeitung" hat in diesen Tagen geschrieben, daß die christlichen Gewerkschaften aus poli- tischen Gründen den Streik nicht haben mitmachen dürfen. In diesem Kampf spiele die Frage Breslau oder Köln? hinein.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein christliches Gewerkschaftsblatt hat von dem weitgehenden Einfluß des Kar- dinals Fürstbischof Kopp und von den politischen Einwirkungen des Zentrums in bezug auf die gegenwärtige Lage im Ruhrrevier gesprochen.(Erneutes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Einem Vertreter der„Täglichen Rundschau" hat eine Firma von Weltruf erklärt, daß die christlichen Gewerkschaften sich dem Ausstand nicht angeschlossen haben, weil das Zentrum jetzt die wichtigste Stütze der biegierung sei.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Das Zentrum würde im Reichstage seine Gegenrechnung schon aufmachen. Dr. B ö t t g e r hat ver- langt, daß die Justiz schnell arbeitet. Ueber eine zu milde Rechtsprechung haben wir uns nach dem Streit von 1905 wirklich nicht beklagen können und auch damals wurde schnell gearbeitet. Für das äBort„Pfui" gab es 8 Tage bis 4 Wochen Gesänguis.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein Streikender sagte zu einem Arbeitswilligen: Wilhelm, wir haben so lange in der Belegschaft zusammen gearbeitet und nun streikst Du nicht mit. Du sollte st Dich schämen. Paß auf, ich schieße. Bei diesen Worten ließ er von seiner Schnupf- tabakdose den Deckel aufspringen.(Große Heiterkeit.) Das Resultat war 3 Monate Gefängnis.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Für die Wvrte: Du hast uns die ganze Sache verdorben, gab es 2 Monate Gefängnis. Und für den Satz: Der Hund mutz Wichse haben: 6 Monate! (Hört! hörtt bei den Sozialdemokraten.) Sind das nicht drako- nische Urteile? Sind da wirklich höhere Strafen am Platze? Mit den Polizeiberichten bleiben Sie uns vom Halse. Auf diese Berichte verlassen sich schon viele Richter nicht mehr. Gegen die Justiz nach 1905 wandte sich damals selbst daS Dortmunder Amtsblatt, wies auf die Wcltfrcmdheit der Richter hin und hob den wachsenden Unwillen des Volkes hervor. Dr. Delbrück hat bestritten, ein Anwalt der Zechen zu sein. Man braucht nicht direkt ein Zechenanwalt sein, man kann auch indirekt dem Kapitalismus Dienste leisten. Unser Unter. nchmcrtum macht vor einem Minister ivahrlich nicht Halt. Im Ministerstürzen sind die Herren immer groß gewesen, und waS das Zentrum auf diesem Gebiete leisten kann, haben wir ja erst heute wieder gesehen.(Heiterkeit und Sehr.gut! links.) Ein Staatssekretär bat es ja einmal offen aus. gesprochen, daß die Regierung nur für die Unternehmer arbeitet. Und dann weise ich hin auf die Geheimkonferrnz im Palnsthotel. Wir sind die Herren, sagte damals Echeimrat Uthe- mann. Die Akkumulation des Grnbenkapitals ist in diesem Hause ja schon oft geschildert worden, und Graf K a n i tz hat geschildert, wie die deutsche Kohle nach dem Ausland verschleudert wird, während das deutsche Volk sie mit Apothekerpreisen bezahlen mutz. Ein Handvoll Millio- näre beherrschen unsere Industrie. Das Kapital ist längst i n t e r- national geworden. Als Mitglied einer Kommune habe ich allenthalben die Bevorzugung der Zcchcnhcrren in Gesetzgebung und Verwaltung beobachten können. So kann es nicht weitergehen. Die Diktatur dieser Herren muß ge- krochen werden. Das Wohl und Wehe der deutschen Arbeiter- schaft und damit des deutschen Volkes darf nicht dem Wllen ein- zelner ausgesetzt sein. Kann die Privatindustrie solche Erschütte- rungcn nicht verhüten, so muß der Staat mit der Enteignung der Gruben vorgehen und die Expropriation der Expropriateure vollziehen. Die Streikenden werden aushalten, solange ihre Kräfte reichen. Mag ihre Sympathie in diesem Hause gering sein, draußen im Kohlcngebiet weiß man. wie der Bergmann zu schuften hat. Hoffentlich wird der Kampf für die Bergleute erfolgreich sein. (Lebhafter. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Becker-Arnsberg(Z.): Wie kann man diese tollen Ausschreitungen bestreiten?(Zurufe bei den Sozialdcmo- kraten: Beweise!) Es ist alles bewiesen.(Mderspruch bei den Sozialdemokraten.) Herrn Königs Rede war eine Rück- zugskanonade sondergleichen. Die Sozialdemokraten möge« ganz beruhigt sein: wir sind in unseren Entschließungen vollkommen frei und lassen uns in den Fragen d«r gewerkschaftlichen Praxis weder von politischer noch von kirchlicher Seite etwas vorschreiben. Trotz der Vorkommnisse im Ruhr- revier schreien wir nicht nach einer ZuchthauSvorlage. Wir sind auch gegen die fortgesetzte Anwendung des§ 153 mit Verurteilungen zu Höchststrafen von 3 Monaten Gefängnis, worunter in vielen Bezirken gerade wir Ehrt st lachen zu leiden haben. Wie Bebel selbst zugestanden hat, haben wir die Zuchthausvorlage verscharrt.(Abg. Legten: Und jetzt sammeln Sie Material für eine neue!) Abg. Sachse(Soz.): Einige kurze Worte über einen Prozeß, der gestern in Bochum stattgesunden hat und der Ihnen zeigt, mit welcher Sorte von Arbeitgebern wir eS im Ruhrrcvier zu tun haben. Seit Jahren wird versucht, den Steigerverband mit allen Mittel'» zu unterdrücken.(Zuruf im Zentrum: Das mißbilligen wir!) Dann machen Sie auch mit uns Front gegen daS Grubenkapital �(Beiiall bei den Sozialdcmolraten.) Nachdem die Zer-z trümmerung des Stcigrrverbandcs nicht gelungen war. stellte der Bergbauliche Verein Spitzel an. die herausbc- kommen sollten, an welche Adressen die..Steigerzeitung" verschickt wird. Tatsächlich hat diese Bespitzelung Erfolg gehabt. Nun hat der Steigerverband den Spieß umgedreht und versucht, die Poft-� Beamten zu crmittelp. die die Tennnziantendienste gelcistrt haben. In dem gestrigen Prozeß nun durften die Poslbeamten auf behördliche«„»rdnung hin n,cht aussagen.(Hört! hört! bcr. den Sozialdemokraten.) Aber es hat sich in diesem Prozeß ergeben,, haß der Bergbauliche Verein einen P-lizeiassessor mit mehreren 100 M. bestochen hat.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Diesen Leuten. die mit so schoflen Mitteln arbeiten, halten die christlichen Ar- bkitervertreter jetzt d t e S t e i g b ü g e l, damit sie den Streik nicht hört! hei hen SozialdeNdkraten.) i Nichtbekeilsgullg HeckmaMs all der Konferenz bei Dr. Delbrück eine 0-:t- �'— r:jt»■—"t— Darstellung gegeben hat, die nicht ganz stimmt. Ich habe im Wahl- kämpf dem Kollegen Heckmann selbst mein Bedauern ausgesprochen über seinen Unfall. Aber ich muß auch er- wähnen, daß man diesen armen, bon Schmerzen geplagten Mann trotz ärztlichen Verbots von Versammlung zu Versamm- lung geschleppt hat, so daß er immer kränker wurde und bis heute noch nicht im Reichstag erschien en ist. (Hört! hört! b. d. Soz.) Als Politiker aber verdient er kein Mit- leid, denn er hat Hne einen politische n Ham pelmann genannt und auf das„Volksblatt" maßlos geschimpft. Was B e h- r e n s über die Schießerei im Keller des Hauses im Bergarbeiter- verbände gesagt hat, ist W e i b e r k l a t s ch. Das Gegenteil ist längst festgestellt. Für solche Dinge sollte die ReichstagStribüne zu schade sein. Dann hat man sich über meinen schlechten Ton auf- gehalten. Ach. wenn ich alle Schimpfworte vortragen würde, die sich die Berliner Richtung und die Kölner Richtung gegenseitig an den Kopf geworfen haben, mühte ich stundenlang Schimpf- Worte vortragen. Herr Behrens hat die Streikenden der Feigheit bezichtigt, weil sie angeblich Weiber und Kinder in die ersten Reihen stellen. Die- Zechenorgane selbst haben sich geschämt, so etwas zu sagen. Im übrigen erkläre ich nochmals ausdrücklich, daß wir bereit sind, die goldene Brücke zu betreten» die Dr. Delbrück am Donnerstag vor acht Tagen begonnen hat zu schlagen. Wäre den A r b e i t e r a u s s ch ü s s e n etwas ver- sprachen worden, hätten wir die Arbeit längst wieder auf- genommen. Dr. H e ck s ch e r hat den Mitgliedern des Hirsch- Dunckerschcn Gewcrkvereins keinen Gefallen getan, als er ihnen mitten im Kampfe vorwarf, sie kämpfen für eine ver- lorene Sache. Zur Kritik ist nachher Zeit und ein wahrer Arbeitersreund handelt jetzt im Augenblick klüger. Auch wir wissen, daß der Streik ein zweischneidiges Schwert ist, und wir hoffen, daß er bald ein für die Bergleute günstiges Ende nehmen möge. Wir haben unsere Schuldigkeit getan, tun Sie die Ihre. (Lebhafter Beifall b. d. Sozialdemokraten.) Abg. Behrens(Wirtsch. Bg.): Die Verhältnisse von 1905 sind mit den diesmaligen nicht zu vergleichen, daher mußte auch die Taktik der Christlichen eine andere sein. Die Pressenachricht, daß der Oberbürgermeister von Dortmund sich gegen die Zuziehung von Militär gewehrt hat, soll er nach der„B. Z. am Mittag" als baren Unsinn bezeichnet haben. Herr König hat die Be- hauptung wiederholt, daß für die christlichen Bergarbeiter Po- l i t i s ch e M o t i v e maßgebend gewesen seien, sich nicht am Streik zu beteiligen, trotzdem ich das gestern ausdrücklich bestritten habe. Irgendwelchen wirklichen Beweis hat Herr König für seine Be- hauptung nicht beigebracht. Von einer Verteidigung der Grubenbesitzer durch unS kann keine Rede sein. Herrn Sachse erinnere ich daran, daß seine Freunde bei den letzten Kommunalwahlen in Bochum auch Hand in Hand mit den Gru- benbesitzern gegangen sind.(Hörtl hörtl rechts.) Wenn Herr Legten mir zugerufen hat, mir sei es egal, von wem ich bezahlt werde, möchte ich erwidern: Niemand sucht einen hinter dem Strauch, der nicht selbst dahintersteckt!(Bravo! rechts.)— Von den sozialdemokratischen Rednern ist immer wieder bestritten worden, daß der Streik irgendwie politische Motive habe. Aber Herr Sachse ist uns noch immer die Antwort darauf schul- dig geblieben, was er in London gemacht hat.(Widerspruch des �lbg. Sachse.) Die Herren Sozialdemokraten mögen sich an den Gedanken gewöhnen, daß es nicht mehr möglich ist, die chbist- licchmationale Arbeiterbewegung zu überwinden.(Bravo! rechts.) Zum Schluß möchte ich die Mahnung an die Negierung richten, ihren ganzen Einfluß dafür einzusetzen, daß die berechtigten Forderungen der Bergarbeiter erfüllt werden und zunächst auf den fiskalischen Gruben selbst mit gutem Beispiel vor» anzugehen. Damit schließt die Besprechung. Abg. Becker-ArnSberg(persönlich): Ich habe nicht die Gerichte aufgepeitscht, noch schärfere Urteile gegen Streiksünder zu ver» hängen, sondern ich habe im Gegenteil von den drakonischen Ur» teilen gesprochen, die heute auf Grund des§ 153 verhängt werden. Abg. Sachse(Soz.): Gegenüber Herrn Behrens stelle ich fest, daß ich ausdrücklich betont habe, daß in der in London an- genommenen Resolution steht, daß die Engländer von uns und wir von ihnen keine Sympathiebewegung wünschen, daß aber auf beiden Seiten alles aufgeboten werden solle, damit man sich nicht gegenseitiginden Rücken falle. Das ist der Kern der Sache, den wir getrost mitteilen können. Das Haus vertagt sich. Deichste Sitzung: Montag 2 Uhr(Fortsetzung der zweiten Le- sung des Etats deS Reichsamts des Innern). Schluß bVi Uhr. berlieren.(Stürmisches Hört! Wer noch ein bißchen Ehrgefühl im Leibe hat, kann sich darüber sein Urteil bilden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wenn man die ganze Debatte kurz resümiert, kommt man zu dem Resultat, daß die Interpellation des Zentrums anschei- ncnd nicht den Zweck gehabt hat, auf die Regierung einzuwirken, daß sie den Arbeitern bald entgegenkomme und daß möglichst bald Frieden geschlossen werde, sondern daß die Interpellation ein- gebracht worden ist ans dem schlechten Gewissen der Christlichen heraus, und weil sie in ihren eigenen Versammlungen nicht mehr mit ihrem Standpunkt durchkamen. Sie haben vielfach gar keine Gegenprobe bei der Abstimmung gemacht, weil sie sahen, daß sonst die Resolution gegen den Streik abgelehnt worden wäre. In Aachen haben die Christlichen in einer Versammlung erzwungen, daß man einen Ver- bändler reden ließ, und dann haben sie die Resolution des Christlichen Gewerkvereins glatt abgelehnt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Christlichen Streik- unter ltützung erhielten, wären sie bis auf ein kleines Häuf- lein Verhetzter alle in den Streik mit eingetreten. Herr Giesberts behauptete, bei dem Streik waren die ge- werkschaftlichen Regeln außer acht gelassen. Er sollte aber als erfahrener Praktiker, als der er sich hinstellt, wissen, daß, wenn mehr als ein Drittel Million Beteiligter in Frage kommen, man nicht in ein paar Sälen entscheiden lassen kann, ob gestreikt werden soll. In unserem Streikreglement ist ausdrücklich die Bestimmung vorgesehen,, daß in solchen Fällen Revierkonferenzen, also Delegierte zu entscheiden haben, an deren Beratungen der Vorstand teilnimmt. Genau so ist es diesmal geschehen, da hilft alle Rabulistik nichts. Auf der einen Seite warf uns Herr G i e s- b e r t s vor, daß wir bei einer so geringen prozentualen Beteili gung im Ruhrrevier den Streik inszeniert hätten, und auf der anderen Seite machte er uns wieder zum Vorwurf, daß wir in Niederschlcsicn noch nicht gestreikt haben. Wir sind durch- aus einverstanden mit ihm, baß die erbärmlichen Zustände in Niederschlesien auch möglichst bald geändert werden müssen. Erst eben geht mir die Mitteilung zu, baß in der M e l ch i o r g r u b e in Schlesien man zwei Beamte der Knappschaftskasse gezwungen hat, dem gelben Verband beizutreten mit der Androhung, ihnen i m anderen Falle zu kündigen.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Herr Giesberts hat uns vorgeworfen, daß wir die goldene Brücke, die unS der Staatssekretär gebaut hätte, nicht betreten hätten. Aber was sollen denn die leeren Ver- sprechungen an die Arbeiterausschüsse, das ist keine goldene Brücke, auf die wir treten können. Wir verlangen feste protokollarische Zusicherungen, Tarifverträge. die man nachher nicht aus der Welt leugnen kann. Dann hat Herr Giesberts den Staatsanwalt gespielt und mich als Angeklagten be- handelt. Die christlichen Arbeitersckretäre sollten doch aber nicht so mit�dem Feuer spielen. Es ist noch nicht aller Tage Abend, und wenn Sie Wort halten, was ich sehr bezweifle(Vizepräsident Dave rügt diesen Ausdruck), ich meine, wenn Sie Wort halten können und in Zukunft noch dann und wann streiken werden, dann nehmen Sie sich in acht, daß man Ihnen Ihre eigenen Worte n i ch t v o r d i e N a s e h ä l t. In K ö l n ist jetzt ein Angestellter des ch r i st l i ch e n Bauarbeiterverbandes. Becker, wegen Land- friedensbruchs anläßlich des vorjährigen Streiks zu vier Monaten drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Da sollten Sie sich doch hüten und die Gerichte nicht aufpeitschen, noch härtere Urteile zu füllen. Der Staatssekretär Delbrück hat ja konstatiert, daß die Ur- teile sich.gebessert" hätten, daß jetzt schärfere Urteile er- gehen. Nun, die Reden der christlichen Arbeitersekrctäre werden nicht dazu beitragen, daß die Urteile milder werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dann sagte Herr Giesberts, die Verbändler hätten auf einigen Zechen gesagt: wir haben zwar bessere Lohnverhältnisse und brauchten nicht zu streiken, aber da der Streik beschlossen ist, m ü s s e n»w i r ihn mitmachen. Und das verurteilt einer der ersten Führer der christlichen Gewerkschaften! Ist es nicht echteste Soltdarität, ist es nicht erster gewerkschaftlicher Grundsatz, daß man sich sagt: Selbst wenn ich selbst befriedigt bin, ich tanze nicht aus der Reihe, bis meine Kollegen dasselbe erreicht haben. Ist das nicht auch ein echt christlicher Grundsatz, den Egoismus beiseite zu schieben und zu sagen, gleiche Brüder, gleiche Kappen! (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Was Herr Giesberts hier vertreten hat, das sind nicht mehr gewerkschaftliche Grund sütze, schlimmer hätte auch ein Gelber nicht sprechen können. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Streik sich so lange hinzieht, sind nicht wir daran schuld, sondern die Christlichen, die nicht mitgemacht haben, trotz dem sie die Berechtigung unserer sämtlichen Forderungen an- erkannten. Schon vor zwei Jahren haben sie nicht den Protest gegen die Sicherheitsmänner mitgemacht und im vorigen Jahr haben sie unsere Pläne den Gruvcnherren sofort verraten. Die Zechenbesitzerzcitung weiß schon immer zwei Tage vorher, was in der nächsten Nummer des„Bergknappen" stehen wird. Soweit ist ihre Vetternwirtschaft mit den Unternehmern gekommen. Sie hoffen jedenfalls, daß die Berghcrren nach einem unglücklichen Verlauf des Kampfes von den Arbeitern verlangen werden, daß sie aus dem Verbände austreten und dem G e- werkvereine beitreten. Bei der Bochumer Wahl sind die christlichen Sekretäre im Zcchenautomobil mit den Berg- Herren von Versammlung zu Versammlung gefahren, um gegen einen Arbeitervcrtretcr wie H u e zu donnern. Nach den Nachrichten, die ich heute aus dem Streikgcbiet er- erhalte, hat sich herausgestellt, daß an den zwei Toten, die gestern leider wieder zu verzeichnen waren, keine Streiken» den schuld waren. Es sind vielmehr zwei Streikbrecher ge- wcscn, die auf den Gendarm Klemens geschossen haben. Ich will den Toten nichts Schlechtes nachsagen, aber Sie haben jedenfalls geschützt, die Ihres Schutzes nicht wert waren. Tann haben Herr Rogalla v. Bieber st ein und Behrens — ein schönes Brüderpaar—(Heiterkeit b. d. Soz.) wiederum be- hauptet, dem Streik liegen politische Momente zugrunde. Beweise haben sie dafür nicht erbracht, und obwohl ich ein gemütlicher Sachse bin(Heiterkeit), habe ich doch da einen kräftigen Zuruf machen müssen. Für die politischen Motive gibt es keinen Beweis und kann es leinen Beweis geben. Wir sollen mit dem Streik beabsichtigen, den christlichen Ecwerkverein kaput zu machen. Dann hätten wir ihn sicherlich nicht dreimal aufgefordert, am Streik teil- zunehmen.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Aber Herr GieSberts fürchtet offenbar, daß den Christlichen die Arbeiter weglaufen. Jedenfalls haben wir Ihnen jetzt die Larve vom Gesicht heruntergerissen. Herr B s ck c r hat gemeint, wir wären ängstlich, weil die christlichen Geiverkschaflcn so stark geworden seien. Als die christlichen Gcwerk- ichasten auf der Bildfläcl>e erschienen, waren in den freien Gewerk- schaften eine halbe Million Arbeiter organisiert. Heute, nach 17 Jahren haben die Christlichen trotz Unterstützung durch ein ganzes .ideer von Geistlichen und trotz der teilweisen Unterstützung der| Polizei und der Grubenherren, insgesamt 399 000 Mann um sich gesammelt, während die freien Gewerkschaften auf über zwei Millionen Mitglieder gestiegen sind. Das besagt alles. lSchr richtig! b. d. Soz.) Herr Behrens hat hier Sachen vorgetragen, die ihm nicht zum Ruhme gereichen. Hu« und ich sollen 1905 beim Abbruch des Streikes polizeilichen Schutz gebraucht haben. Alles unwahr!'Einige Halunken hatten damals das Märchen ver- breitet, Efferts und i ch hätten mit S-t i n n e s zusammen Wein getrunken und wir wären mit MilljAien bestochen wor- den. Darüber waren einige Hitzköpfe in Wut geraten, aber polt- zcilichen Schutz haben wir nicht gebraucht. Dann hat sich Herr Behrens gegen daS..Bochumer VolkS- blatt" gewandt, das allerdings von der Beteiligung HueS und der Heinr. Jordan Berlin SW., Markgrakenstr. 102/! 07 Billigere Preise infoige günstig. Baumwollkonjunktur Berufskleidung in unerreicht guter Ausführung, tadel- :: losem Schnitt und prima Stoffen | ßlaner Arbeitsanzug I : Echt indigoblau Köpertuch:: Fast■ • unverwüstlich. Garant, echtfarbig! iJacke'Ä I Hose%Am.n-t» s n der Woche v. CO bei Vorlage 8. bis Ü. März Oq d. Annonce! Konkurrenzlos sind Schlager Meine Up, Paleiois. 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Nr.6S. 29. Jahrgang. I KrilM des Jotiüärlf ßttliutt Jollislilült Sollntag. 17. März 1912. ZV? ILM l )Zbgeorclnetenkaus. 33. Sitzung, Sonnabend, 16. März, vorK. 11 Uhr. Klm Ministertisch: Beseler, v. Trott znSolz. Die Vorlage betr. Aenderung der Amtsgerichtsbezirke Dirschau, Preutzisch.Stargard, Mewe, Neuen- bürg, Geestemünde, Barten, Rasten bürg, D t s ch.- Krone und Jastrow sowie der Landgerichtsbezirte Duis- bürg und Kleve werden in dritter Lesung ohne Debatte an- genommen. Die Vorlage über die Eingemeindung von Box- Hagen-Rummelsburg nach Lichtenberg geht an die der- sdartte Gemeindekommission. Ein Antrag des Abg. Schiffer(natl.) auf Förderung der Binnenschiffahrt wird der Büdgetkommission überwiesen, Der Kultusetat. Zweiter Tag. Kultusminister v. Trott zu Solz will heute nur dem Abg. V. Campe antworten.-Bis zum April 1911 sind an höheren Staatsschulen 3 katholische Geistliche als Oberlehrer angestellt worden, einer von ihnen übernahm den G e s ch i ch t s- Unterricht in einer Sexta. Von den seither weiter angestellten 19 katholischen Geistlichen unterrichtet einer Deutsch, einer Ge- schichte. Ich glaube, damit ist die Frage des Abg. v. Campe be- antwortet.(Beifall im Zentrum.) Ein äußerer Anlaß, auf die allgemeinen Ausführungen der Abgg. Dittrich und v. Campe über Staat, Schule und Kirche jetzt einzugehen, liegt nicht vor. Wenn auch die grundsätzlichen Anschauungen auf diesem Gebiete weit auseinandergehen, so können doch! gegen die bei uns bestehende Regelung von keiner Seite mit Recht allgemeine Beschwerden er- hoben werden. Staat und Kirche, Gemeinde und Elternhaus sind berufen, gemeinsam die Jugend zu erziehen.(Beifall rechts und im Zentrum.) Die Ausschaltung des Staates oder der Kirche wäre bedauerlich, ebenso eines anderen dieser vier grundlegenden Faktoren. Eine Entwickelung, die zur reinen Staatsschule führte, wäre bedauerlich(Beifall.) Der Staat sucht den Schulverbänden die Last durch Staatszuschüsse verschiedener Art zu erleichtern. Die Verstaatlichung des BolksschulwesenS muß ich ablehnen. Meine Gründe gegen die Trennung der geistlichen: Angelegenheiten vom Unterrichtsministerium sind noch immer die gleichen. Ich arbeite vom Morgen bis zum Abend, aber überlastet fühle ich mich nicht. DaS Kultusministerium entfaltet auch reichliche Initiative, ich erinnere an das Schulunterhaltungsgesctz, das Lehrerbesoldungs- gesetz und die Schulreform. Die Jmmediatkommifsion ist auch zu Beschlüssen über die Neuregelung der Schulverwaltung gelangt, die jetzt geprüft werden. Es soll eine Kreisschulbehörde gebildet werden. Aus dem Mangel einer Rechtskontrolle auf vsr- schäedenen Gebieten der Unterrichtsverwaltung werden immer wieder neue, wenn auch unberechtigte Angriffe entnommen. Diese Rechtskontrolle soll eingeführt werden. Der Vorwurf, daß ich den Lehrern-ihre staatsbürgerlichen Rechte verkümmere, ist unbe- gründet. Die vom>Abg. Kopsch vorgetragenen Fälle sind mirnichtbekannt. Selbstverständlich ist es meine Pflicht, die Lehrer gegen ungerechtfertigte Angriffe zu schützen. Die Angriffe, die gegen den Referenten einer Hannoverschen Lehrerversammlung wegen seiner kr ct schon heftig bekämpften Anschauungen über dte Jugendpflege erhoben worden sind, waren übertrieben, denn dieser Referent hat sich schließlich ausdrücklich als monarchisch und religiös gesinnter Mann bezeichnet. Es ist selbstverständlich, daß ein Lehre, nicht Sozialdemokrat sein darf.(Lebhafte Zu- stimmung bei dl r Mehrheit, Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Es ist schlechterdings unmöglich, daß ein Sozialdemokrat als Lehrer seinen Beruf so erfüllt, wie er muß.(Lebhaftes Sehr richtig! rechts und im Zentrum, Sehr falsch! bei den Sozialdemo. kraten.) Der Mann, der sich innerlich zur Sozialdemokratie be- kennt und Lehrer bleibt, ist gezwungen, tatsächlich zu heucheln. -(Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Als ehrlicher Mann wird er daraus die Konsequenzen ziehen. Bekennt er sich auch äußerlich zur Sozialdemokratie, so muß er als Lehrer ausscheiden. Mag die Sozialdemokratie d-e Lehrer noch so sehr umwerben, ihr Versuch wird scheitern an dem gesunden Sinn unserer Lehrer.(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.— Abg. H o f f m a n n sSoz.j: Können Sie auch in die Herzen der Lehrer sehen?) Damit erheben Sie ein enschweren Vorwurf, Sie zwingen kleines feuilleton. 5843 in der Kleinstadt. Interessante 1348-ErinneruKgW zur Märzfeier veröffentlicht einer der ältesten Parteigenossen Nord- böhmenS, der vielerprobte Robert Köhler im Reichenberger »Vorwärts". Er schildert das Hungerjahr 1847 in seinem Heimats- ort. dem unweit des preußischen Flinsberg gelegenen»Berg-Böh- misch-Neustadtl".(Heute ist es das Jndustricstädtchen Neustadt an der Tafclfichte). Tort bettelten die Proletarierkinder in den Häusern um Kartoffelschalen. Bei Köhlers gabs fast nur Hirse und Kleienbrot, das violett war von den Mutterkörnern und dem anderen eingcbackenen Mist. Wenn die Kinder nach Butter fragten, sagte die Großmutter, die sei inS Brot hinein- gebacken, damit sie nicht schmutzig werde, wenn das Brot zur Erde falle.— Aus etwelchcn Zeitungen„Biene" und„Presse" erfuhr man im März 1848, in Wien gehe es schrecklich zu; der Kaiser sei abgesetzt und der Fürst Windisch-Graetz hause fürchterlich in Prag, „ei Prouge", wie es im nordböhmischen Dialekt heute noch heißt. Freilich, deS Schuljungen frommer Großvater hatte ja auch ein blutiges Schwert im Monde gesehen..... Und als Schützenhauptmann Porsche starb, hieß es gar, man habe ihn heimlich umgebracht, denn er habe wollen den Prager Demokraten gegen den Windisch- Graetz zu Hilfe eilen.(Bemerkenswert, daß da keine Rede war vom Gegensatz zwischen deutsch und tschechisch, zwischen Nord- böhmen und Prag, der nun seit Jahrzehnten Oesterreich beherrscht, nicht zuletzt freilich, weil der Absolutismus 1848 den Kremsierer Reichstag zersprengte, als er eben mit Glück daranging, das Zu- sammenleben der Nationen des Kaiserstaats zu ordnen?) Und rot- weiß waoen die Kokarden der Bürger: rotweiß, die Farben Böh- mens, deren Hissung heute eine„schamlose Provokation des Deutschtums" bedeutet, während das demokratische Dreifarb s-Ävarzrotgold heute das Panier der deutschnationalen Antidemo- kraten und Arbeiterhasser ist. Köstlich schildert Köhler—„d'r ale Köhler" nennen ,hn dw gehntausende unserer Genossen in Nordböhmens Jnduftriedörfern — wie das Entstehen der Nationalgarde das ganze Volk jn närri- schcm Soldatenspiel aufgehen ließ. Kein Fink und keine Bachstelz war ihres Lebens sicher; um so ruhiger konnte die Reaktion zur Niederwerfung Wiens rüsten. Die Kinder kämpften auch, und Köhler hat heute noch die Schramme an der Hand, die ihm ein Kamerad beibrachte, als er ihm die schwarzgelbe Kaiserfahne entriß....„.... Bald war alles auS. Jn Wagenladungen wurden die kon- fiszierten Schießprügel und Säbel nach Friedland hineingeschafft, aufs alte herrliche Wallensteinschloß droben über dem Städtchen. Erst 1850 glitzerten wieder Waffen in der Sonne, Soldaten kamen, gegen Preußen sollte es gehen. Aber es kam Olmütz, und erst 16 Jahre nachher hieb man mit Blut und Eisen... zehn Millionen Deutsche von ihrem Volke ab, was man dann„Lösung der deutschen Frage" nannte. Und die Geldwirtschaft im tollen Jahr! Wiener Gulden, Kapiergulden, ungarische Revolutions(Kossuth)noten, Papier, die Lehrer, zu heucheln.(Zurufe bei den Sozialdemokraten-: Sie üben Terrorismus aus!) Wenn auch in dieser ernsten Zeit manche Erscheinungen, auch solche in den Kreisen der Lehrerschaft, den Vatcrlandsfreund mit Besorgnis erfüllen, so ist die Bereitwilligkeit, mit der sich die Lehrerschaft an der Jugend- pflege beteiligt, herzerquickend.(Lebhafter Beifall.) Dadurch ist mein Vertrauen zur Lehrerschaft nur verstärkt worden. Niemand wird so kleinmütig fein, an der Zukunft unseres Volkes zu zweifeln.(Stürmisches Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Unterrichtsverwaltung und die Lehrerschaft werden alles einsetzen, um unsere Jugend zu einer gottcsfürchl4gen, Vaterlands- und königstrcuen Jugend und zu einem getreuen Ge- schlechte heranzuziehen.(Lebhafter wiederholter Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Stvchel(Pole) wendet sich gegen die antikirchliche Agi- tation der Monisten und Freimaurer. Protestantische Polenblätter dürfen auf den Bahnhöfen verkauft werden, die wirk- lichen polnischen Blätter aber nicht. Durch die stete Erklärung polnischer Vereine als politischer Vereine werden die Jugendlichen ausgeschloffen und treiben sich aufderStraße umher. Wir Polen sehnen Ms nach dem Frieden, aber die andere Seite will ihn nicht. Abg. Borchardt(Sog.): Unter den 4 Milliarden des Etats find für den Kultusetat 983'/H Millionen Mark ausgeworfen. Der Etat der öffentlichen Schuldenverwaltung beträgt 410 Millionen, der der allgemeinen Finanzverwaltung 249 Millionen, sogar für die Lotteriever- waltung sind 147 Millionen vorhanden. Also so außerordent- lich sind die Aufwendungen für den Kultusetat nicht und wenn man der vorjährigen Aufforderung des Herrn v. Heydebrandt, einen Leitfaden über die Kultusleistuugen Preußens herauszu- geben, nicht gefolgt ist, ebensowenig wie dem gleichen Wunsche eines Zentrumsabgeordneten bei der Steuerverwaltung, so viel- leicht deshalb, weil die Regierung selber nicht ganz so sicher war über den Eindruck, den wahrheitsgemäße Zahlen— die auch wir durchaus wünschen— tatsächlich im Lande draußen machen-würden.(Sehr gut! b. d. Soz.) Uebrigens geben die Bürger Preußens neben den 283 Millionen für den Kultus- etat über 1000 Millionen für das Militär aus, also eine Sache, die mit der Kultur sehr wenig zu tun hat. Wenn man uns übrigens sagt, daß die 283 Millionen für Kultur- zwecke verwendet werden, so muß man doch bedenken, daß Kultur doch nicht ganz dasselbe ist wie Kultus. Im Kulturstaat sind enthalten 23� Millionen für evangelische Geistliche und Kirchen, 2 Millionen für Bistümer, VA Millionen für katholische Geistliche, 4)4 Millionen für Kultus- und Religionsunterricht, 1,8 Millionen für evangelische Konsistorien und eine Million einmalige Ausgaben für die Kirche, so daß von vornherein über 40 Millionen abzuziehen sind. Es ist eine Ungerechtigkeit, wenn man diejenigen, die keine Kirche brauchen, keine Geistlichen und keine Bistümer und dergl., zwingt, auch mit ihrem Gelde dafür beizusteuern. Eine Un- gerechtigkeit kann aber niemals im Sinne der Kultur liegen. (Sehr wahr! b. d. Soz.) Von den 224 Millionen dauernder Aus- gaben werden verwendet für das Elementarunterrichtswesen, wo- runter aber auch manche Ausgaben sind, die nicht der Volksbildung zuzurechnen sind, 170 Millionen Mark, für die höheren Lehranstalten 22 Millionen, für die Unwerfitäten mit der Charit« 17 Millionen, für Kunst und Wissenschaft 8 Millionen und für das technische Unterrichtswesen gar nur 6 Millionen.(Hört! hört! links.) ES ist merkwürdig, daß nicht angegeben wird, wie viel Kinder in den Elementarschulen unterrichtet werden; aber auch im statistischen Jahrbuch für den preußischen Staat gehen di« Angaben darüber nur bis 1906, die über das höhere Schulwesen dagegen schon bis 1910. Wenn nun in den Elementarschulen 6)4 Millionen Kinder unterrichtet werden, so entfallen auf jedes Kind von den 170 Millionen 26,15 M.(Hört! hört! b. d. Soz.) Nach der amtlichen Statistik von 1906 gab es auf dem Lande 33 060 öffentliche Volksschulen mit 73 000 Klassen, so daß die dort unterrichteten 3 800 000 Kinder zum größten Teil in zwei- und einklassigen Schulen unterrichtet wurden. Zu den Kosten von 154 Millionen Mark zahlte der Staat 55 Millionen und in den Städten, wo 2 300 000 Kinder unterrichtet wurden, trug der Staat zu den 163 Millionen Kosten nur 16 Millionen, d. y. noch nicht ganz 7 M. pro Kind, bei.(Hört! hört! b. d. Seq.) Dagegen kältete 1916 jeder Stu» dent rund 966 M. pro Jahr, wovon der Staat 700 M. sechser, zu Dreiern auseinandcrgeschnitten, und rote und blaue „Kättunzwanziger" von-den Reichenberger Fabrikanten, die nun, als alles wieder still war und geknebelt, bei ungehemmtester Aus- beutung anfingen, Kapital zu akkumulieren. Theater. KleiffeS Theater: Tanzmäuse, Saiirspiel von Gustav Wied. Diese in dreizehn �(II Momcntbildern aufge- tischte„Dramatisierung" von Wieds Tanzmäuseroman weckte ein wehmütiges Erinnern an die feinsinnig-ironische Psychologie der „Abrechnung" und den witzig-turbulenten Ucbermut von„2 X 2 — 5". Wenn das im Theaterzettel angekündigte Massenaufgebot szenischer Verwandlungen von vornherein die Chancen der Bühnen- Wirkung nicht gerade aussichtsvoll erscheinen ließ, so mochte man doch hoffen, daß in der losen Form, die jedem Einfall Spielraum gab, hier und da etwas vom Geiste jener früheren Humore auf- blitzen und für die Mängel in der Konstruktion entschädigen werde. Doch eS kam anders. Die forcierte, sprunghafte Stilmanier, die dem Roman anhaftet, war in dem Stück noch mehr vergröbert, und nirgends klang in die gezwungenen Späße und den aufgeschminkten Weltschmerz ein Nebenton hinein, der den Weg zum Herzen fand. Ein armer Studiosus, der KollegS schwänzt und dafür ein unglaublich geniales Buch über„Staatsökonomie" verfaßt, hat in dem ersten Bild das Stichwort, von dem das Stück den Namen führt, auszusprechen. Jn seiner Bude steht ein Käfig mit ein paar fortwährend rechtsum, linksum laufenden, geschäftig ver- liebten„Tanzmänsen", deren ziel- und sinnloses Gejage seiner er- habenen Denkereinsamkeit als Symbol menschlichen Treibens er- scheint. Da alle die verrückten Menschcnexemplare, die in den dreizehn Bildern vorüber wirbeln, auf die Titulatur zweibeiniger Tanzmäuse gleichermaßen Anspruch erheben können, soll damit wohl in Ermangelung jeder anderen Einheit der Anschein einer „Einheit der Idee" gewonnen werden. Nachdem er«inen jüdischen Raritätenhändler über seine Philosophie verständigt hat, hunzt der junge Mensch— wahrscheinlich um sich irgendwie dramatisch handelnd zu betätigen— seinen rasch herbeizitierten, in Geld- fachen höchst ungemütlichen Papa herunter. Dann gibts in bunter Reihe die grell-burleske Schilderung eines in der Hochzeitsnacht schüchtern retirierenden Freiers; einer Volksversammlung, in der ein fanatisierter Bäcker einen weihevoll redenden Staatsmann mit höhnischen Zwischenrufen unterbricht; einer Ministerkonferenz von Trotteln usw. usw.. bis dann zu guter Letzt der längst vergessene Studiosus, dessen Tiefsinn sich in der Zwischenzeit zu effektvollerem Wahnsinn entwickelt hat. im Stadtpark arretiert und irgendeine betrogene Dame als Leiche aufgefischt wird. Drei Stunden währte das pointenlose Durcheinander und schien doppelt so lange zu dauern. Eine Lichtseite bildeten die drollig-primitiven. dem Puppen- spielcharakter des Ganzen angepaßten Dekorationen Svend G a d e s. Seitenkulissen und Mobiliar wurden gespart, auf zwei im Winkel die Bühne abschließenden Leinwandwänden war alles Nötige mit flottem Pinsel hingemalt. Eine Bereinfachmig. die auch die zum bezahlte!(Erneutes Hört! hört! b. d. Soz.) Nachdem wir letzthin vom Abg. Trimborn gehört haben, daß z. B. die juristischen Stuocnten in der Regel 3 bis 4 Semester, also ihrer Studien- zeit verbummeln, wofür wir also 700 M. für jeden Stu- deuten pro Jahr bezahlen, sollte man doch lieber ctivas mehr für die Volksschüler aufwenden.(Sehr gut! links.) Jn der Budgetkommission, deren Bericht nichts davon erwähnt, stellte der Abg. v. Campe fest, daß 1906 in über 50 Schulen auf einen Lehrer 100 bis 120, in 70 Schulen 100 bis 173 Schüler kamen. Der Regierungsvertreter mußte zugeben, daß auch jetzt noch stark über- füllte Schulen bestehen. Aber dem wäre abzuhelfen, wenn man die ungeheure Spannung zwischen den Aufwendungen für die Volksschüler und Die Studenten zugunsten der ersteren verminderte. Das wäre besser, als hier immer wieder hervorzuheben, was Preußen doch für die Kultur leiste.(Bravo! b. d. Soz.) Und der Geist in unseren Schulen? Vor einigen Wochen forderte der Zentrumsabgeordnete Dittrich, daß der Staat, der die Schulpflicht durchführe, auch Garantien gebe, daß die Kinder nicht entgegen dem Geiste ihrer Eltern erzogen werden. Wir werden Herrn Dittrich an diese Forderung er- inncrn, wenn es gilt, diese Garantien für alle Eltern zu fordern.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Abgg. Dittrich und S t y ch e l haben sich hier öfter beklagt über die Verletzung der Gefühle der Katholiken in der Schule. Was sollten dann wir erst sagen von dem Auftreten der Lehrer gegen die Kinder sozialdemokratischer Eltern. Jn den„Geschichts- bildern für evangelische Volksschüler, mit be- sonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte und der kaiserlichen und Ministerialerlasse". herausgegeben von Fischmeyer und S t o r ck, Lehrer in Dortmund, die für Volksschüler, also fast ausnahmslos für Arbeiterkinder, bestimmt sind, wird in einem Artikel„Sozialdemokratie" gesagt:„Mit der Zunahme des Verdienstes ist auch in besonderer Weise Wohnung und Kleidung besser geworden; trotzdem kommen die meisten Arbeiter nicht zu Wohlstand, weil es ihnen an Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit fehlt." Hier ist nicht von Sozialdemokraten die Rede, sondern schlechthin von den m e i st e n Arbeitern, den Eltern der Schulkinderl(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)„Die Ge nutz sucht ist ins Grenzenlose gestiegen. Allein für Wein. Bier und Branntwein wird jährlich in Deutschland weit mehr ausgegeben, als die G e- samtsumme aller Steuern beträgt." Welcher Volks- wirtschaftliche Unsinn, aber der Sinn ist doch der, daß die meisten Eltern der Schulkinder Trunkenbolde sind!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)„Bei dem Jagen nach Genuß und Vergnügen wurde es gewissenlosen Leuten leicht, die Arbeiter zur Unzufriedenheit und Begehrlichkeit aufzuhetzen und es bildete sich vor einigen Jahrzehnten eine gottlose, kaiscrlosc und vatcrlandslvse Partei, Sozialdemokratie genannt!" Hier werden also die Arbeiter, außerdem daß sie Saufsäcke seien, noch als Trottel hingestellt, die sich aufhetzen lassen, statt selber zu wissen, was sie tun. Es wird weiter gesagt, daß die Sozialdemokratie die ch r i st l i ch e Religion und das König- tum beseitigen und das ehrlich erworbene Einkommen gleich- mäßig verteilen wolle, wozu die Sozialdemokratie selbst Blut- vergießen nicht scheuen würde. Da kann jeder die berühmte Gänsehaut bekommen, die neulich einem der Herren Minister hier übergelaufen ist.(Heiterkeit links.) Das wird den Kinder» in preußischen Schulen über ihre eigenen Eltern vor- gesetzt. Welch ein Ausdruck paßt auf diese Art und Weise, bis Kinder angeblich zu unterrichten, in Wirklichkeit gegen ihre eigenen Eltern aufzuhetzen!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben ja darum keine Sorge, die Arbeiterkinder, die sehr früh ins Leben hinausgerissen werden, die sehen, wie sich ihre Eltern plagen müssen und woran es liegt, daß es den Arbeitern schlecht geht, vertragen solche Kost! Wir haben keine Angst, lachen darüber und finden, daß solche Bücher außer- ordentlich dumm sind.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Wird doch in dem gleichen Buch allen Ernstes behauptet, durch das von„Kaiser Wilhelm, dem Freunde der Armen", ver- anlaßte Jnvaliditätsversicherungsgesetz seien die deutschen Arbeiter davor bewahrt, an ihrem Lebensabend Nahrungssorgen zu haben. So einfältig ist kein Arbeiterjunge von 10 oder 12 Jahren, daß er nicht gut wissen würde, daß es ein Hohn ist, zu behaupten, die Arbeiter könnten jetzt ihren Lebensabend ohne Nahrungssorgen verbringen. Vielleicht nimmt die Unterrichtsverwaltung Anlaß, gegen derartigen Szenenwechsel nötige Zeit auf ein Mindestmaß verkürzte. Be- sonders frappierte in diesem kleinen Rahmen das Bild der in der mächtigen Festhalle andächtig auf die Rednerweishcit des Ministers lauschenden Versammlung.— Prachtvoll war Jlka G r ü n i n g, die, wie neulich in der Alkestisparodie, aus einer ganz trivialen Rolle Wirkungen von überwältigender Komik herausholte. Wenn sie als alte Zimmervermieterin, windschief, gutmütig-listig lächelnd auf der Bühne erschien und mit rasselndem Organ zu reden anhub, riß sie das Publikum, das sonst eben nicht viel zu lachen hatte, zu stürmischer Heiterkeit fort. Sie, nicht der Dichter hatte den Erfolg._ dt. Nöthen. •— Max Burckhard, der frühere Leiter des Wiener Burg- thcaters, ist in Wien gestorben. Der Kampferprobte ist noch nicht 58 Jahre alt geworden. Als er im Jahre 1890 aus der Kanzlei der Justizverwaltung plötzlich an die Spitze des staatlichen Kunst- instituts berufen wurde, schien eine Laune des Zufalls gewaltet zu haben. Aber der Jurist bewährte sich, besser als mancher Fach- mann, besser jedenfalls als der Literat Schienther, der sein Nachfolger war. Burckhard brachte die neue Literatur in die Burg, nahm den Kampf mit den Cliquen auf und war strifmackig gegen die Hofschranzen. Die Burg, der er auch Kaiuz zuführte, gewann neuen Glanz. Eines Tages mußte er natürlich fallen; 1897 war sein Regime zu Ende. Und wieder überraschte uns der Jurist. Jn einer Reihe von Dramen und Romanen zeigte er sich als wackerer Kämpfer gegen Korruption und JustiMißstände. Seine Werke, die aus der Kenntnis des Lebens kamen, wollten ins Leben zurück- wirken: er war ein sozialer Aufklärer, freilich ganz auf öster» reichische Art. Zuletzt ist Burckhard, der sich bis zuletzt treu blieb, noch als Theaterkritiker tätig gewesen. — Die Ausweisung der Nackttänzerin. Die München er Polizei hat die Nackttänzerin V i l l a n y aus Bayern ausgewiesen. Aus purer Menschenliebe natürlich. Die Polizei hatte alle Mittel aufgeboten, um der Künstlerin die Ma- rotte ihrer Nackttänzerei auszutreiben(wie leicht erkältet man sich dabei!). Zuerst verbot man sie, dann verhaftete man sie. Dann kam die Klage. Aber bei Gericht fand die Polizei gar kein Ver- ständnis für ihre Fürsorge. Die Unsittlichkeit blieb allein auf der Polizei haften. Ja, alle Ordnung drohte in die Brüche zu gehen: Leute von Rang und Namen, Professoren der Akademie wagten für die Künstlerin einzutreten. Und sie fuhr dann auch fort, in ge» schlossenen Zirkeln die Polizei weiter zu blamieren. In dieser Notlage blieb der Polizei wirklich nichts anderes übrig— um ihren Willen durchzusetzen— als den Stein des Anstoßes aus dem Lande zu bringen. Im Namen der Ordnung. — Die Kommission für vorbildliche Arbeiter- möbel stellt vom Dienstag an im Gewerkschaftshause eine Musterwohnung von zwei Zimmern und Küche nach Entwürfen von Peter Behrens aus. Die Ausstellung ist täglich von 6 bis 9 Uhr geöffnet. Dienstagabend findet im großen Saale des Gewerkschaftshauses im Anschluß an die Auspellung eine öfsent- liche Versammlung statt. blZdsmnigen Unfug einzuschreiten; wenn nicht, soll es uns auch recht sein, wir werden mit unserer Aufklärung schon an die Jugend herankommen. Die ganze Begründung der Jugendpflege zeigt uns, daß die Untcrrichtsverwaltung beseelt ist, von dem Geiste des Kampfes gegen die Sozialdeniokratie. Sie sprechen von nationalen� staatstrcuen, staatscrhaltenden Veranstaltungen, um- schreiben aber damit nur schamhaft den Kampf gegen die Sozial demokratie; besteht doch oie Nation gerade aus den Leuten die Sie im Namen des«nationalen Gedankens" bekämpfen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Daß die Schule in den Dienst der Bekämpfung der Sozial demokratie gestellt werden solle, das hat ja auch die tempera mentvolke K r i e g e r v e r e i n s r ed e bewiesen, die der Kultusmini st er heute gehalten hat.(Sehr gut! bei den So- zialdemokraten.) Er sagte, wenn ein Lehrer sozialdemokratisch ist so muß er sein Amt aufgeben oder er wird aus seinem Amte ent fernt. Daß das ganz gewöhnlicher Terrorismus ist werden Sie doch nicht ernstlich bestreiten könnem Es ist das die taktische Anwendung des in der Theorie so oft gehörten Wortes: «Und willst Du nicht mein Bruder sein— so schlag ich Dir den Schädel eint"(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn ein Lehrer wagt, anders zu denken, als die hohe Regierung es wünscht, dann wird ihm die Existenz entzogen. Dieser Terroris- mns erklärt sich daraus, daß Ihnen die preußische Volksschule weiter nichts ist als eine Waffe im politischen Kampf«, (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ihr Unterrichtsideal läuft darauf� hinaus, die jungen Leute zu willenloser Unterwerfung unter die Autorität zu erziehen. Dieses, Ihr Unterrichtsideal, halten wir Sozialdemokraten kür tief u n s i t t l i ch.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie müssen auch unsittliche Mittel anwenden, um dieses Ideal zu erreichen. Daher U't es zu einer wahren Schundliteratur in den Schuld lesebüchern gekommen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo Iraten.) In den meisten Schullesebüchern findet sich ein Aussatz: «Friedrich II. bei Kollin". Da wird geschildert, daß Friedrich II. cht der. Spitze einer Kompagnie mit dem Degen in der Hand auf eine österreichische Batterie zum Angriff vorging. Seine Leute flohen vor dem Kugelregen, aber Friedrich achtete nicht darauf und ritt immer weiter, bis einer feiner Adju tonten ihm zurief:„Wollen denn Seine Majestät die Batterie allein erobern?" Jetzt erst erkannte Friedrich seine Lage, wandte fein Pferd und kehrte l a n g s a m zu den Seinigen zurück.(Heiter keit links.) Das ist Schundliteratur, weil es erstens blanke U n � Wahrheit ist und dann, weil es die Eigenschaften des Königs u m l ü g t. Friedrich II. war in Wirklichkeit ein s e h r g e s ch c i t e r Mensch. Wenn er aber das getan hätte, was hier geschildert wird, so wäre er ein vollendeter Trottel gewesen. Präsident Dr. Freiherr v. Erffa: Ich möchte nicht, daß in dieser Weife von einem König gesprochen wird, dessen zweihundert- jährigen Geburtstag wir im Januar gefeiert haben. Abg. Borchardt: Ich habe gegen diesen König kein Wort ge- sagt. Ich habe ihn in Schutz genommen gegen die falsche Darstellung, die von Ihnen gegeben wird. Präsident Dr. Freiherr v. Erffa: Sie haben ihn in Schutz gc- nommen in einer Weise, die bei andern Leuten den Eindruck er- wecken muß, daß es ironisch gemeint sein muß. Abg. Borchardt: Ich verwahre mich ganz ent- f ch i e d e n dagegen, daß meine Aeußcrung ironisch gemeint war. Präsident Dr. Freiherr v. Erffa: Man spricht nicht von einem König als von einem Trottel. Abg. Borchardt: Ich habe nicht vom König als von einem Trottel gesprochen, außerdem erlaube ich mir, eine eigene M e i- nung darüber zu haben, wie man von einem König spricht.(Beifall bei den Sozialdemokraten.), Präsident Dr. Freiherr v. Erffa: Ich rufe Sie zur Orb- nung. ?Ibg. Borchardt(fortfahrend): Die Volksschule kann nichts taugen, die mit solchen Mitteln einem Erziehungsideal zustrebt, das nur die absolute Unterordnung unter die Autorität will. Was dabei herauskommt, das zeigen Proben aus einem Liederbuch für die schul- entlassene Jugend, das von Zentrumsseite heraus- gegeben wird. Da heißt es z. B. in einem Lied: Ich bin ein guter Arbeitsmann. widd di widd bum bum Das sieht man mir sofort schon an, widd di widd bum bum Und Sonn- und Feiertags geh ich aus widd di widd juchheirassa Zu beten in dem Gotteshaus widd di widd bum bum. (Heiterkeit.) Daneben wird in diesen katholischen Jugendvereinen «ine Bibliothek unterhalten, deren Bücher Titel haben wie: „Die Räuber aus Maria Kulm",„Der Mord in der Zwiebclgasfe" und dergleichen.(Heiterkeit. Zurufe rechts: Was soll damit ge- sagt sein?) Damit ist gesagt, daß ein Unterricht, der solche Re- fultate zeitigt, nichts taugt. Nach einem Urteil des Obcrverwaltungsgerichts gehört auch eine Ehrenkränkung, eine Beschimpfung des Schülers zu den z u- lässigen Zuchtmitteln der Schule.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist der Geist, der in unseren Schulen herrschen muß, wenn sie den Kindern allen eigenen Willen aus- treiben wollen. Sittlich würde ein Erzichungssystcm sein, das im "Gegenteil darauf abzielt, charaktervolle Menschen heran- zuziehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ihnen auf der rechten Seite kommt es nur darauf an, die Masse des Volkes zu willenslosen AuöbcutungSobjekten zu machen. Wenn die Jugend heute nach der Schulentlassung leicht sitt- lichen Schiffbruch leidet, so ist das kein Wunder, wenn das Kind 8 Jahre lang dazu erzogen ist, niemals dem eigenen Willen zu folgen, nicht seine Pflicht zu tun aus eigenem Willen, sondern aus Furcht vor Strafe oder in der Hoffnung auf Belohnung. Damit werden Streber erzogen und hier gilt das Wort: Der eine fragt, was kommt danach?— der andere, was ist recht? Und dadurch unterscheidet sich der Freie von dem Knecht! Wenn wir ein sittliches Ideal der Erziehung erreichen wollen, dann muß im Unterrichtswesen das gerade Gegenteil von dem geschehen, was jetzt geschieht. Dann mutz die Erziehung danach streben, den eigenen Willen der jungen Leute zu stählen und zu erziehen. Vor allem wäre die Einheitsschule nötig, welche die Kinder der Reichen und Armen gemeinsam be- suchen. Wenn auch die Kinder der Reichen die Volksschulen be- suchen, dann würden auch ohne weiteres gößete Aufwen- düngen für die Schulen gemacht werden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb wäre es auch notwendig, daß das Schulwesen von Rechts wegen geordnet würde. Jetzt kommen aus einen Lehrer in Einzelfällen 2?.3 Kinder und die amtlich angestrebte Zahl von 4S Kindern auf einen Lehrer erscheint uns auch zu hoch. Nach unserem ErzichungSsYstem durften S. höchstens 12 Kinder auf-inen Lehrer kommen.«Lachen rechts.) Wir geben uns nicht der Hoffnung hin. daß Sie in dieser Richtung irgendeinen Schritt tun wollen Sie wollen ja eben die Volksschule mißbrauchen als Waffe im po- Ii tischen Kampf. IlnS bleibt vorlaufig. ich sage vorläufig. nichts weiter zu tun übrig, als solch tief unsittliches Tun gebührend zu brandmarke».(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Winckler(k.)' dankt dem Mnister für die entschiede,, en Worte über das Verhältnis zwischen Lehrerschaft und So- zialdemokratie. Die Ortsschulaufstcht. namentlich auf dem Lande, sollte ganz den Geistlichen übergeben. werden. Mit der »etzigen Einrichtung und Führung des KultuSmimfteriumS sind w,r einverstanden. Das Jrrlehrvgesetz war em Akt der Tole- , ranz, denn früher konnten Geistliche wegen Irrlehre disziplinarisch entfernt werden. Eine Universität in Posen wäre ein Schaden für das Deutschtum; möge Qberpräsident Schwartzkopff so energisch bleiben, wie er im Kultusministerium war.(Beifall rechts.) Unterstaatssekretär v. Elmppuis antwortet auf eine Frage des Vorredners, daß den in den Staatsdienst tretenden Geistlichen das D i e n st a l t e r nach Möglichkeit angerechnet werde. Abg. Dr. Friedbcrg(natl.): Auch wir wünschen keine Aenderung der Polenpolitik. Warum macht sich der Minister nicht von Campes Ansicht über die Wahrung der Staatsgewalt gegenüber der Kirche zu eigen? Wenn der Landrat an Stelle des Kreisschulinspektors treten sollte, wäre das nicht richtig. Wir wünschen Abtrennung des Unterrichts vom Kultus m i n i st e r i u m. Gegen den vom Kreissekretär zu K a l a u aus geübten Druck nimmt der Minister die Lehrer nicht in Schutz. Ei,# Seminardirektor in Ragnit wurde aufgefordert, den Vorsitz im nationalliberalen Verein nieder- zulegen. Konservativen Lehrern wird nicht so begegnet. Ich bitte um Freiheit der politischen Betätigung für Lehrer und Beamte. (Beifall links.) Minister von Trott zu Solz erklärt, daß Beamte und Lehrer hierbei Rücksichten nehmen müssen, auiy lägen die Verhältnisse in verschiedenen Landcsteilcn verschieden. Der Scminardirektor in Ragnit hat sich zu sehr im Wahlkampf hervorgetan, dabei war im Seminar infolge von Vakanzen sehr viel zu tun. Das gab den Ausschlag. Als er trotz seines Versprechens weiter agitierte, weil er das als Vereinsvorsitzender tun müsse, wurde ihm die Niederlegung des Vorsitzes nahegelegt, aber keine Disziplinarmaßnahme gegen ihn getroffen.(Lachen bei den Nationalliberalen.) Die Nationalliberalen glauben doch selbst nicht, daß nur nationalliberale Beamte so behandelt werden.(Leb- hafter Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Von anderer Seite wurde wiederholt gesagt, nationalliberalen Beamten geschäbc nichts. (Stürmische Zustimmung rechts und im Zentrum.) Ich behandle einen liberalen Beamten gewiß nicht schlechter als einen lonser- vativen.(Bravo! rechts.) Abg. Hofcr(k.) schildert lebhaft die angebliche Hetze des Sc- minardirektorS. Abg. Dr. Kaufmann(Z.): Da der Modernismus auch die evangelische Landeskirche bedroht, sollte man dem Papst von jener Seite danken, daß er die Gefahren des Mo- dernismus bekämpft.(Beifall im Zentrum.) Die Staatsregierung widmet den geistlichen Orden noch zu wenig Wohlwollen. Kämpfen wir gemeinsam gegen Unglauben und U m st u r z!(Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Schepp(Vp.) weist nach, daß durch die Vereinigung von Kultus und Unterricht in einem Ministerium solche Schul- und Lehrerforderungen nicht zur Erfüllung kommen, die, wie die gcsetz- liche Regelung der Schulpflicht und der Schulvcrsäumnissc in allen Parteien Freunde haben. Die großen Vertretungen der Lehrer- chaft haben sich über die Stellung?ur Sozialdemokratie im Sinne )es Ministers ausgesprochen. Beim Konfirmandenunter- r i ch t nehmen die Geistlichen gar keine Rücksicht darauf, daß die Schüler rechtzeitig zum Unterricht zurückkehren. Die f a ch m ä n- nische Schulaufsicht wird trotz aller Widerstände kommen. Wann wird uns eine Regelung des Privatschulwesens vorgelegt Vierden?(Beifall links.) Abg. Kloppenborg(Däne) wendet sich gegen einen Konsistorial- erlaß, der bestimmt, daß in Nord-Schleswig an jedem zweiten Sonntag deutsch gepredigt tvcrden müsse. Durch einen Maul- korbcrlaß hat der Kultusminister den Geistlichen verboten, an Ver- einen und Versammlungen mit dänischer Mehrheit teilzunehmen. Wir werden schlechter behandelt wie Landstreicher. Nach Annahme eines SchlutzantragS wird das Minister- gehalt bewilligt. Montag 1! Uhr: Interpellationen zum Berg- a r b e i t e r st r e i k.— Schluß 4>4 Uhr. Der Kampf um die Melleriagend. Der neueste Trick. Vor wenigen Jahren noch kümmerte sich die bürgerliche Gesellschaft nicht um die schulentlassene Arbeiterjugend. Man nahm von ihr nur Notiz, wenn sich einmal über ihre ,Roheit" und„Unbotmäßigkeit" zetern und Heulmeiern ließ. Erst als die organisierte Arbeiterschaft daran ging, dem heran- wachsenden Geschlecht der Arbeiterklasse eine verstärkte Auf- merksamkeit und eine systeinatische Ausbildung zu Teil werden zu lassen, kam das Bürgertum auf den schlauen Gedanken, die Arbeiterjugend nach vollendeter Schulzeit für sich einzusaugen und durch geeignete Maßnahmen in staatstreuem Sinne zu drillen. Und nun wurde drauflos experimentiert; vom orthodoxen Pastor bis zum schneidigen Leutnant, vom Generalfeldmarschall bis zum letzte,, Klippschullehrer machte man in„Jugendpflege", das reattionärste Parlament derWelt, der preußischcLandtag widmete dem edlen Zwecke eine Million Mark, und selbst von den Thronen herab gab man sein allerhöchstes Wohlwollen für diese staatsretterische Arbeit an der Jugend kund. Aber man beschränkte sich nicht auf diese„positive Arbeit". man ergriff auch Defensivmaßregeln gegen die proletarische Arbeiterjugend und deren Organisationen. Polizei und Justiz stellten sich in den Dienst der„guten Sache" und gingen der reien Jugendbewegung mit Polizeischikancn und Gesetzes- Paragraphen zu Leibe. Natürlich streng gesetzmäßig, denn in Preußcn-Deutschland handeln die Behörden streng nach dem Buchstaben des Gesetzes, wobei zu beachten ist, daß Gesetz und Recht nicht gleichbcdentend sind. Ein sehr willkonimenes Hilfsmittel für den Kampf gegen die freie Arbeiterjugend war das„liberale" Rcichsvereins- gesetz mit seinem famosen Paragraphen gegen die Jugend- lichen. Aber trotz unzähliger Versuche ließ sich die freie Jugend- bewegung nicht mit dieser Paragraphenschlinge erdrosseln, auch die polizeilichen Liebenswürdigkeiten gegen die Arbeiterjugend stärkten in ihr nur die Treue zu ihrer verfolgten Bewegung und führten dieser neue Retruten zu. Die der proletarischen Jugendbewegung aber noch indifferent oder mißtrauisch gegen- überstehenden erwachsenen Arbeiter wurden durch die Justiz- und Polizeiaktionen gegen die Jugend aufgerüttelt und zur Förderung der Arbeit an dem Arbciternack, wuchs angeregt. Auch hier erwies und erweist sich die Hetze des Klafsenstaates gegen die Arbeiterjugend als ein Teil jener Kraft, die das Böse will und doch das Gute schafft. Charakteristisch für die Kulturhöhc Prcußcn-Dcutschlands t der Feldzug. den Polizeipräsidenten und alle Instanzen ,er königlich preußischen Justiz gegen den Verein„Arbeiter- u g e n d h c i m" unternommen haben. Hochgelahrte Richter haben bis auf das Tüpfelchen über dem i nachgewiesen, daß dieser Verein politisch, d. h. sozialdemokratisch, d. h. staatsgcfährlich ei. Dem Bestreben der Arbeiterschaft, ihre Jugend der Straße zu entziehen, ihr in freundlichen Räumen Gelegenheit zur Bildung und gesitteten Geselligkeit zu geben, soll damit unter dem Anschein strengster Gerechtigkeit Fesseln angelegt werden. Das Nähere wissen ja unsere Leser aus den, Prozeß- bcricht in der gestrigen Nummer des„Vorwärts". Wahrlich eine Großtat des„Knlturstaatcs". wirkliche, ehrliche Kultur- arbeit in Paragraphenschlingen. die politischer Haß gelegt hat, zu erwürgen!" Von Gerechtigkeit wird erst dann gc- prochen werden können, wenn kirchliche und»nationale" Ver- eine mit gleichen! Maße gemessen werden. Man sollte meinen, die Arbeiterfeinde hätten schon alle Minen gegen die proletarische Jugendbewegung springen lassen. Aber das ist ein Irrtum. Ein preußisches Polizeihirn ist erfinderisch, wenn es gilt, unliebsamen Staatsbürgern etwas am Zeuge zu flicken. Und so geht man denn der Arbeiter- jugend mit einem neuen Kniff zu Leibe, indem man ihr aus der verstaubten Rumpelkammer der Vergangenheit Daumenschrauben anzulegen versucht. Einigen Genossen, die vor jungen Arbeitern Vorträge--- es handelte sich um solche kultiwgeschichtlicher und geographisch- ethnographischer Art— gehalten haben, ist vom königlichen Polizeipräsidium in Berlin folgender Ukas zugegangen: Berlin, den... Februar 1912. Nach amtlichen Feststellungen beabsichtigen Sie. ohne im Besitz eines gültigen Unterrichtserlaubnisscheines zu sein, an schulpflichtige oder fortbildungsschulpflichtige Personen Unter« richt zu erteilen. Dieser Unterricht ist als ein der staatlichen Auf« ficht unterliegender Ersatz- oder Ergänzungsunterricht anzusehen. Im Namen und im Auftrage des Königlichen Provinzial« Schulkollegiums zu Berlin untersage ich Ihnen hiermit die Er» tcilung dieses Unterrichts, tvcil dadurch gegen die A l l e r h ö ch st e Kabinettsorder vom 19. Juni 1834 und die S t a a t s« ministerialinstruktion vom 31. Dezember 1839 verstoßen wird. Im Falle der Zuwiderhandlung habe ich Ihnen, gleichfalls im Auftragee des Königlichen ProvinzialschulkollegiumS gemäß§ 11 dcr Regierungsinstruktion Vom2 3. Ok» t o b e r 1817 und ß 48 der Verordnung vom 2 6. De« z e m b e r 1808 eine Geldstrafe von 199 Mark � anzudrohen, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle eine Strafe von 19 Tagen Haft tritt. In Vertretung: gez. Baerecke. Der Wirt, in dessen Lokal ein solcher Vortrag(über das Thema:„Land und Leute in Nordasrika") gehalten wurde. erhielt folgendes polizeiliche Schreiben: Berlin, den.. Februar 1912. Wie hier festgestellt worden ist, hatten Sie Ihre RestaurationS- räume zur Abhallung eines Vortrags zur Verfügung gestellt, der sich als ein der staatlichen Aussicht unterliegender Ersatz- oder Er- gänzungsunterricht darstellt. Da kein Unterrichtserlaubnisschein vorlag, wird dadurch gegen die Allerhöchste Kabinetts- order vom 19. Juni 1834 und die Staatsministe« rialinstruktion vom 31. Dezember 1839 verstoßen. Im Namen und im Austrage des Königlichen Provinzialschul« kollcgiuinS untersage ich Ihnen hiermit die Ueberlassung Ihrer RestaurationSräume zu den oben gekennzeichneten UnterrichtSzweckeu an Personen ohne den vorgeschriebenen Erlaubnisschein. Im Falle der Zuwiderhandlung habe ich Ihnen, gleichfalls im Austrage des Königlichen ProvinzialschulkollegiumS gemäß§ 11 der Regierungsinstruktion vom 23. Oktober 1817 und§ 48 d e r Verordnung vom 26. Dezember 1808 eine Geldstrafe von 199 Mark anzudrohen, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle eine Strafe von 19 Tagen Haft tritt. In Vertretung: gez. Baerecke. Daß es sich in all den Fällen, gegen die das Polizei« Präsidium seine stumpfen Pfeile abschießt, nicht um Unterrichts« erteilung, sondern um einfache Vorträge handelte, braucht kaum betont zu werden. Nicht einmal eine Diskussion schloß sich an die Vorträge an. Aber es kennzeichnet so recht den Geist, der in unserem heutigen Staatslebe» herrscht, daß man die Bildungsarbsit an der Arbeiterjugend vereiteln will mit Bestimmungen, die entnommen sind der Rüstkammer des absolutistischen Polizei- staates. Bis zum Jahre 1808 greift man zurück, um im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts einer Kulturbewegung Ketten um den Fuß zu schmieden. Und die königlich preußische Schulbureaukratie gibt dem Polizcibüttel von Alter und Moder zermürbte Aktenfetzen in die Hand. damit er damit den Strom des ungestüm vorwärtsdrängenden modernen Lebens eindämme. Dabei haben diese jahrhundertalten Kabinettsorders. Ministerialinstruktionen und wie die ehrwürdigen Scharteken alle heißen mögen, im Kampfe gegen die Arbeiterschaft schon früher den Dienst versagt. Auch die Arbeiterturner wollte man u. a. damit am Wachstum hindern. Aber gerade das Gegenteil wurde erreicht. Trotz der vergilbten Dekrete des alten Polizeistaates ist der Arbeiterturnerbund gewachsen und wird weiterwachsen. Auch die proletarische Jugendbewegung wird lachend über die morschen Aktenbarrieren hinwegspringen und ihren Weg weitergehen. Wenn die borussischen Bureaukraten und Polizeier nicht so absolut unempfänglich wären für geschichtliche Lehren. so müßten sie einsehen, daß man der modernen Arbeiter- bewegung nicht mit offenen und versteckten Gewaltmatzregeln das Lebenslicht ausblasen kann. Zwölf Jahre Sozialisten- gcsetz hat die Arbeiterbewegung ertragen; ihre Werbekraft hat trotz aller Plagen und Verfolgungen gewonnen. Auch die proletarische Jugendbelvegung wird alle Anfeindungen über« stehen und sich neben den anderen Organisationen der Arbeiterschaft behaupten. .» An den Arbeitern, ist es jetzt, den Anschlägen auf ihre Jugend entgegenzutreten. Mehr denn je mutz jetzt in der Familie, im Fabriksaal. in der Werkstatt und wo eS sonst sei. das Interesse auf das heranwachsende Geschlecht gelenkt werden. Der erlvachsene Arbeiter darf den jugendlichen Arbeitsgenossen oder den Lehrling nicht mehr als ein Wesen betrachten, dessen Schicksal und Wohlergehen ihm gleichgültig ist, sondern als einen Angehörigen seiner Klaffe, der gleich ihm den Anfeindungen des Klassenstaates ausgesetzt ist. dem beizustehen und zu fördern, das eigene Klassentnteresse ge« bietet. In 23 Volksversammlunge« soll am nächsten Dienstag, den 19. März, der Berliner Arbeiterschaft die Bedeutung her proletarischen Jugend« bewegung und die Machenschaften ihrer Feinde vor Augen geführt werden. Möge ein Massenbesuch dieser Versamm« lungcn den herrschenden Gewalten beweisen, daß die Berliner Arbeiter gewillt sind, allen Anschlägen aus ihre Jugend zu begegnen. Marktbericht von Berlin am»5. MSr» 1912, nach Ermittelung de« komgl. PolizeiPräfidilimS. Markthallenpreise.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00— S0, 00. Speiscbohnen, weise, 35.00—56,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln 9,00—13,00. 1 Kilo. gyarnrn iRmbffeisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch. Bauchfleisch IM 1-80- Schweinefleisch 1,20-1,80. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,30—2,20. Butler 2,60-3,20. 60 Stück Eier 3,80—6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,10—2,40. Aale 1,80—3,20. Zander 1,60-3,60. Hechle 1,40—2,60. fAW' l'OO-a.OO. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0.S0-1.40. 69 Stück Kr-bje 1 R«|* Milka exquisit Ut ein« hochfeine, nach Art der Norfrchlwwlgef A»Ur peactltung. Bntter hergestellte Tafelmargarine, welche dieser weder im Geschmack noch im Geruch nachsteht. Viele Tausende essen dieselbe täglich als solche. Ein paar Eier oder ein Beefsteak mit Milka gebraten sind Delikatessen, Kuchen mit gebacken duften herrlich Man achte aber darauf, dass man beim Kaufmann auch die richtige Milka exquisit mit der Schutzmarke erhält, denn die Beliebtheit derselben ist Ursache, dass andere minderwertige Margarinesorten unter ähnlich klingenden Namen angeboten werden. Sämtliche Verkaufsstellen sind durch die bekannten Milka Plakate gekennzeichnet. Also Vorsicht beim Einkauf! '- i'. ' liU.' V' Nerlmd der Slhiteider ttiid Slhueideniintit Wegen Nichtanerkennung des Tarifs unsere Kollegen die Arbeit eingestellt: Adam, S., Leipziger Str. 28 Albrcchi u. Äuchnrowicz, Französische Str. 8 Ascher, Spittclmarkt Baum, S.. Behrcnstr. 14/16 Behrend u. Nahr, Fricdrichstr. 166 Berg u. Sehl, Krausensir. 3 Berger u. Kiita, Ebarlotlenstraße Berkan. Leipziger Str. 103 Bister, Unter den Linden 6g Bloch u. Co., Friedrichstr. 203 Böbling. Kanonierstr. 1 Lollmann, Kaiscr-Wilhclmstr. 31 Borst, Markgrasenstr. 83/30 Bothmer u. 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Münlmann, Unt.d.LindenS Fischer, Ludwig, Unter den Linden 47 Fordan, Zimmcrstr. 23 Fördcr, I.. Kursürstendamm 20/21 Frank u. Co., Französischestr. 43 Franz. Heinrich. Markgrasenstr. 67 Geduldig, JoachimStbaler Str. 3 Genkel u. Freitag, Potsdamerstr. 13 Genossenschast, Qrste Produktiv-, Kom- mandantenstraxe Gerson, Herm., Werdcrschestr. 5/6 Goldschmidt, Fricdrichstr. 150 Gollop, LouiS, Unter den Linden 15 Graetz, Gebr., Nächst. Lust u. Türk. seid. Wallstr. 1 Greger, A.. Sllexandrinenstr. 73 Griewisch, Fr., Unter den Linden 53 Groß u. Martmann, Mohrenstr. 58 Grüder, M.. Wilhelmstr. 23 Gründler, Schützenstr. 53 Gumpert. S., Steglitz, Albrechtstr. 8 Haensch, Kruppstr. 5 5?ansoii, Paul, Grenadierstr. 22 Haustein, Oranienstr. 123 Heckenberger u. Becker, Unter den _ Linden 48/43 Herpich Söhne, Leipziger Str. 3/11 Herz, D., Französische Str. 33 Herzberg, Gust., Zimmcrstr. 24 Heydcr u. Jcan Jagucs, Unter den Linden 33 Jillmer, Dorolbcenstr. 54 infel, Französische Str. 13 »ossmann, Hermann. Friedrich. straße 50/51 Holters, Wilh. Louisensir 41. ?omuth. Charlottenburg. Kaiser- Friedrich-Str. 43 HoNvitz N. Ccr. Mobrcnstr. 25 Hrnctr u. Malirsti, Linden 20 Unter den LankowSki, Charlottenburg, Bismarck- straße 3 Jury, Peter. Französische Str. 43 Fssland,©nn, u. Sohn, Charlotten- straße 48 Iockey-Klub. Unter den Linden 75 Jobannsonn, Neanderstr. 25 Isert, Friedrichstr. 113 Jürgens. Friedrichstr. 216 Katzenberger, Anbaltstr. 17 Keller u. Furch. Fricdrichstr. 183 Kern u. TschirbS, Charlottenftr. 88 Kirschstein u. Co., Charloltenstr. 43 zrncbcl, Friedrichstr. 30 Kneubübler, Krausenstr. 63 Koppel u. HlileS, Dorolbeenftr. 42 Koppel, M., Kronenstr. 66/67 KoslowSky. Kanonierstr. 3 Koste u. Boldt, Mauerstr. 77 Stöfs. Französischestr. 52 Krause, Charloltenstr. 1 Shiewik u Borgward. Kanonierstr. 10 jtröhan, Charlottenburg. Wallstr. 30 Heb« die genannten Finnen wird hiermit die Sperre verhängt. Kruse, M., Oranienburger Str. 4 Kühne. Ed., Friedrichstrnße Kunz u. Korizek, Ncustädtische Kirch- straße 3 Kurta, Fricdrichstr. 153a Levy, Unter den Linden 61 Lewithal. Mauerstr. 2 Lcwke, Scydelstr. 31 Lewkowttz, Nlexanderstr. 14a Liebenlhal. Hugo, Unter d. Linden 54/55 Lindcinann, B. u. Westcndors, Jnh. Zibbel, Dresdener Str. 56 Lingott, Gebr., Sllexandrinenstr. 67 Lippmann. Benno, Leipziger str. 30 Lubahn vorm Stein. Schadowstr. 4/5 Lucht. Jägcrstr. 63, 2 Tr. Lukas jr., Mohrenstraße Magnus, Unter den Linden 63 (Krakow) Mathias u. Schade, Bestclstr. 11 Matz, Brüderstr. 13 Maurer, Rud., Friedrichstr. 65a Mayer, Freitag Nachs., Friedrich- straße 36a Mehl, Cbausteeilr. 124 Meyer, Mohrenstr. 3 Meyhöscr, Friedrichstr. 187/188 Möller Söhne, Friedrichstr. 35 Müller, Arnold, Leipziger Str. 35 Müller, Fritz. Gr. Frankfurter Str. 35 Müller, Otto, Oranienstr. 30 Musa, Friedrichstr. 72 Nachmann, Alte Schützenstr. 1 Nielsen u. Thulin. Cdarlotteiistr. 34 Nos u. Schutze, Unter den Linden 21 Peel u. Cloppenburg, Geriraudten- slr. 25,27 Pix. Alois, Markgiaienstr. 80 PluSkiewitz. Aiarkgrasenstr. 22 Pockorny u. Görke, Friedrichstr. 211 Prahft u. Lemke, Friedrichstr. 44 Pricbe, Luisenstr. 27 Prince oi Wales. Friedrichstr. 188 Ramb, Waldemarslr. 33 Sicinke, Charlottenburg, Tauroggener Str. la Richter, Franz, Kanonierstr. 6, I Rielhmüller, Molkenmarkt 5 Romann, Krausenstr. 4/5 Rönsch, Charlottenstr. 86 Rückert, Emil, Mohrenstr. 53 Rüdiger u. Suhr. 3io!euthaler Str. 45 Rudols, Gertraudtenstr. 10/12 Rund u. Co.. Alexanderstr. 37a Salzwedel. Mohrenstr. 53 Samter u. Happeck, Charlottenstr. 53 Schachtel, Atcxanderstr. 50 Schasus, KraiEcnstr. 12 Schalin. Untor den Linden 52 Schimmlcr, Königgrätzer Str. 4 Schöndub-e. Friedrichstr. 167/68 Schöning u. Lindner, Krausenstr. 35/36 Schramm, Kochftr. 18 Schulmeister, Dresdenerstr. 4 Spulte, Jnh. Brodersen. Strausenstr.71 Schulz, Gebr., Markgrasenstr. 46 Schwarz, Lud., Fricdrichstr. 158 Sebastian u. 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Ter„Corriere della Sera" veröffentlicht einen Auszug aus der Denkschrift über die Frie- densbedingungen.die die italienische Regierung gestern den Botschaftern der Großmächte überreicht hat. Die Denkschrift zer- fällt in vier Teile: 1. Die religiöse Oberhoheit des Äalifen anzuerkennen. 2. Die religiöse Freiheit und die Gebräuche der muselmanischen Bevölkerung zu achten, den Eingeborenen, die bis- her gegen Italien gekämpft haben, Straffreiheit zuzusichern, den Kreditoren der ottomanischen Schuld die von Lydien aufgebrachten Geboten zu sichern, für die von der Türkei in Lydien besessenen Güter eine bestimmte Summe zu zahlen. Die Türkei soll sich der- pflichten, die italienischen Postämter und Schulen in der Türkei wieder öffnen zu lassen. Die italienische Regierung dagegen ver- pflichtet sich, in die Aufhebung der Postämter im türkischen Reich einzuwilligen, wenn die anderen Mächte dies tun, und unter der gleichen Voraussetzung auch in die Aufhebung der Kapitulation und deren Ersatz durch das internationale Recht. Endlich ist Italien bereit, mit den anderen Mächten ein Abkommen zu treffen, um den europäischen Besitzstand der Türkei zu garantieren. Russische Truppenbewegungen. Petersburg, 15. März. In der letzten Zeit war die öffentliche Meinung aufgeregt durch Gerüchte von einer Dislokation der Truppen im Militärdistrikt von Kiew und durch andere Maß. regeln, die zu der Annahme verleiteten, daß eine teilweise Mobilisation der Truppen in den südwestlichen Provinzen beabsichtigt sei. Die Petersburger Telegraphen- agentur ist zu der Erklärung ermächtigt, daß diese Gerüchte jeder Begründung entbchren. Ihre Berbreiwng verfolgte aller Wahr- scheinlichkeit nach eine künstliche Baisse der Kurse im Interesse von Börsenspekulationen. Konftantinopcl, 16. März. Me die Blätter melden, hat die Pforte in freundschaftlicher Weise Aufklärungen wegen der russischen Truppenkonzentrationen an der kaukasi- schen Grenze von Rußland erbeten. Rußland habe erwidert, daß es sich um eine Probemobilisierung handele. Schießübungen in den Dardanellen. Kinstantinopel, 16. März. AmtlicherseitS werden für den>19. und 20. März nächtliche S ch i eß üb u n g e n der Batterien am Eingange des Bosporus angekündigt. Die Kevolutlon in Lhins. Eifersüchteleien des internationalen Kapitals. London, 16. März. Die„Times" meldet aus Peking vom 15. März: Das internationale Ban k e n sv n di ka t hat �stine Gesandtschaften ersucht, gegen den gestern unterzeichneten An- leihevertrag mit der englisch-ftanzösisch-belgischen Gruppe zu protestieren. Russische Truppensendung nach Peking. Mukden, 16. März. Drei 5tvmpagnien der russischen Grenz- wache mit zwei Maschinengewehren haben die Stadt auf dem Marsche nach Peking passiert. Ruhe in Kanton. London, 16. März. Die„Times" meldet aus Hongkong vom 15. März: Die telegraphische Verbindung mit Ka n t o n ist wieder- hergestellt. Die Unruhen haben aufgehört und der Verkehr auf der Kanton-Kaulung-Eisenbahn ist wiederaufgenommen worden. Steuerfragen. Die Steuereinschätzungen haben begonnen. ES ist deshalb zweckmäßig und entspricht vielfachen aus unserem Leserkreise ge- äußerten Wünschen, wieder di« wichtigsten Steuervors�iften zusammenzustellen. Wonach wird dag Einkommen bemessen? Nach§ 23 des Einkommensteuergesetzes haben bekanntlich die H-uSbefitzer die Verpflichtung, den Arbeitgeber und die Arbeitsstelle der Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehilfen. die als Mieter bei ihnen wohnen, anzugeben. Ferner müssen auf Erfordern Arbeit- lieber den Arbeitsverdienst der von ihnen dauernd gegen Gehalt oder Lohn beschäftigten Arbeiter und Angestellten, sofern deren Einkom- men jährlich g0 M. nicht übersteigt, der Steuerbehörde mitteilen. Das Einkommen der Arbeiter und Angestellten wird daher bis auf den letzten Pfennig zur Steuer herangezogen. Das Einkommen wird, soweit Arbeiter und Angestellte in Be- tracht kommen, nicht mehr aus dem dreijährigen Durchschnitt, son- dern nach den Ergebnissen de? dem Steuerjahre unmittelbar vorher- gehenden Kalenderjahres(also jetzt das Jahr lllll) bemessen. Liegt aber ein Jahresergebiiis nicht vor— ist der Steuerpflichtige z. B. länger als zehn Wochen krank oder arbeitslos gewesen—, so er. folgt die Veranlagung nach dem„mutmaßlichen" JahreSertrage des Eteuerjahres. Für das Einkommen aus Handel, Gewerbe, Berg- bau und auS Land- und Forstwirtschaft wird auch jetzt das Eiu- kommen nach dreijährigem Durchschnitt bemessen, sofern der Steuer- Pflichtige in geordneter Weise Bücher führt. Bon der Besteuerung ausgeschlossen sind(wir geben hier die eventuell für Arbeiter und Angestellte in Betracht kommenden Vor- »-'fÜ 1. DaS MilitSreinkommen der Personen deS Unteroffizier, und Gemeinenstandes; 2. die auf Grund gesetzlicher Vorschrift den Kriegs- oder Frie- dcnSinval.den gewährten Pensionscrhöhungen und Berstiiuimclungs- zulagen;.... 8. die mit dem Militarehrenzeichcn 1. Klasse und mit dem Militärverdienstkreuz verbundenen Zulagen von monatlich 3 Mark bis 0 Mark sonne die Ehrenzulagen für Inhaber des Eisernen Kreuzes: 4. die abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus. 17.(IV.) Wendabt.: Ueber unsere Krast, II. Teil. Neue Freie BolkSbühue. Sonntag, 17. März 1312, nachmittags 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Judith. Kammerspielhaus: Lanzelot. Nachmittags 3 Uhr: NeueS Volks- Theater. Der zer brochene Krug. Frihchen. Hochschule in Charlottenburg: DeS PaftorS Riele. Schiller-Theater 0.: Der Probe- tandidat. Schiller-Theater Charloitenbg. Don Carlos. Metropol-Theater: Die Leinen Lämmer.— Dorothea. Trianon-Theater: ftrancillon. Neues Operetten- Theater: Der Gras von Luxemburg. Theater in der Königgrätzer Straße: Em Fallissement. Kleines Theater. Angele.— Erster Klasse. Ab-ndS 8 Uhr: Neues VolkS-Theater: Nathan der Weise. WendS 8'/, Uhr: NeueS VollS-Theater. Montag, Mtt- woch, Donnerstag: Der Meister. Dienstag: Jugend. Freitag und Sonnabend: Der zerbrochene Krug. — Fritzchen. Hochschule in Charlottenburg: Sonn- abend: In Behandlung._ Seiiiller-ThealerOÄ": Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Pin Idealer vatte. Montag, abends 8 Uhr: Der Weg xnr Hölle. Dienstag, abends 8 Uhr: Kyrltg-Pyrlt»._ Schiller-Theater Sonntag, nachm. 3 Uhr: Don Carlo«. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Montag, abends 8 Uhr: Der Probepfell. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Nxues Theater. M-nds 8 Uhr: Ter liebe Augnstin. Sonnt. 3»/, Uhr zum erstenmal: Der VogalHSndiar.�_ Berliner Theater. AbendS 8 Uhr: GroHe Rosinen. MterillöerWgMrtck Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: W i e n e r B l u t. Sonnlag 3'/, Uhr: ein«akertraum. Residenz-Theater Dircltion Richard Alexander. Abends 3 Uhr: Alles für die Firma. Schwank in 3 Akten von M.Heimequin und G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bolten-Baeckers. Morgen u. folg. T age: tlla» f. d. Firma. Sonntag, 24. März, 3 Uhr: Oer Prinzgemahl. Belle- Allianee-Tbeater. 3'/. Uhr: Die Shre. 8 Ühr: FrühlingSluft. Montag: Der Wafsenichmteb. Luisen-Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Grille. Abends: Die Rose von Japan._.. Montag: Der Verschwender. Dienstag: Die Rose v. Japan. lllzc-inc/iic l Große Fremkiunci Str. 132. I Nachmittags 3 Ubr: ' Der Hütten beslt«ier. I WendZ 8 Uhr: Napoleon Bonaparte und seine Frauen. Montag zum l-tzemnal: Bona- parte und seine Frane«. Dienstag zum erstenmal: Der Ge- faugenc von Zenda. �__ Reiehshallen-Theater. Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in der Miillerftraste. m Burleske AM von Meysel. Ansang wochentags PM 8 Uhr. �Vn Sonntag 7 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Montag 8 Uhr: Der Großglockner, Gastein ond die Salzborger Alpen. Lebend! Lebend! Hede das | Ein atavistisches Wunder, j Das Mädchen mit dem nülmenkopf. Kalb Mensch— halb Animal. Das blano Weib, ein| Opfer wilder Barbaren. Die Frau in der Kanne, Befreiung a. d. Wass ergrab.J Ohne Extra-Entree! Haute 2 Vorstellungen, nach- j mittags 3— 7 ühr(kl. Pr.), 1 abends 8—11 Uhr. Das Geisterfenster. Das weiße Geheimnis. I aKo d. schönste Tünze- liTieild rjn Rußlands. Schneider-Duncker und das große März-Programm! Metropol-Theater. Nachmittags 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. WendS 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jui. Freund. Mufik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. N. Schultz. SouvlAg, äeu?. �prll INS>1. oslerfelerlsg'j KONZERT im großen Festsale der„TVcuen Welt", Hasenheide. Mitwirkende: Kammersängerin Elisabeth Boehm van Endert, Kgl. Hof- opernsängenn.— Anton Sistermans, Konzertsänger.— Das Neue Sinfonie-Orchester. Zum Vortrag gelangt unter anderem: Chorwerk mit Orchester und Soli rrillljUl, von Hai Bruch. Sinfonie BTo. 5(C- moll) von Beethoven. Anfang ö'/a Uhr. Einlriif 75 Pf., KinderZO Pf. Anfang ö'/o Di"". Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Dminisiodsnion ä 60 Pf. in der Musikalienhandlung von DlGlnllunnl Itll A. Stahl, Potsdamer Straße 39; in den Zigarrengesohäften von P. Kersch, Engelufer 15; G.Schulz, Kottbuser Tor; K. Bielefeld, Graefestraße 35; 8. BSttger, Skalitzer Str. 107 und Zossener Str. 30; M. Gö!(ert, Yorck- straße 40; H. Kämmerer, Elisabethufer 37; H. Koppe, Tilsiter Straße 45; W. Kolbin� Bülowstr. 56; G. Kuhring, Jahnstr. 1; Parske, Büsehingst. 2; A. Rensky, Choriner Str. 28; E. Schulz, Mitten walder Straße 2; W Seidel, Bergmannstr. 59; G. Voigt, Elbinger Str. 77; in Neukölln; A. Abraham, Donaustr. 25; W. Chaste, Schillerpromenade 28; P. Opitz, Pflügerstr. 74; A. Rietdorf, Pannierstr. 40; Schöneberg: K. Schönbeek, Brunhildstr. 7; Charlottenburg: F. Meyer, Hardenbergstraße 15, sowie in den mit Plakaten belegten Handlangen. +) Die auf den 24. März 1912 lautenden Billetts haben Gültigkeit 1 Arbeiter- Bildungsschule. Hante abend 7 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses,, Engelufer 16: I •* i i «/?'! •• Bunter Hbend Mitwirkende: Herr Hans Scbmid-Kayscr; Lieder zur Laute, Frau Herta Schmid-Kayser: Rezitationen. Eintritt 40 PI Garderobe frei. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Trianou-Theater. Täglich abends 8 Uhr: VllL Kieme Lake. Heute zwei graste Vorstellungen, nachmittags 3«/« Uhr(halbe Preise) und abends ab 8 Uhr. In beiden Vorstellungen Die gr. komischen Attraktionen. «WM Lin neuer Sensationserfolg Wie man Geäffnet 10-8 Uhr Eintritt M. 1 00 Männer bessert. 2 Akte oon Anton u. Donat Herrnseld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Sei' lhsllsieukel. Ansang 8 Uhr. Dillettvorverkaus 11—2(Theaterkasse) wMMlOMWiWMW Kurkurstevilsmm 151 tktorlllamj-üusstellungl fisde W. llliarloffiildilsz. tieute letzter Tag. Großes Militär-Konzert. Inh.: Walter Schröter Heute; ]2Vorstellungen2| | nachmittags und abends:| Das prächtige Eisballett Alpenzauber. Außerdem abends; Weltmeister Bror Meyer. | Die kleine Charlotte, j Bis 6 Uhr und von 10'/, Uhr abends halbe Kassenpreise. MentesVolksgarten Tel.: Amt Lichtenberg No. 104. Lichtenberg, Roederstr. 28-29�00��0. Vom Älexanderplatz zirka 15 Minuten, Linie 64, Lim« 67, 71 Boederplatz, Linie Kurzestraße— Boederstraße— Hohenschönhausen. Stadtbahn; LandsbergerAUee Eingbahnhof, Städt. Straßenbahn Haltestelle Landsberger Alice.._ — Sonntag, den 17. März 1912: Eröffnung des neuen großen Saales Erster großer Ball. —— Anfang 3 Uhr.—— 1» Ab I. April er. jeden Dienstag, Donnerstag: Frei-Tanz. Sonntags: Qr. Brill. Empfehle den Gewcrhschulten und Vereinen mein Etablissement*nr Abhaltung von Sommer* und Wlnterfestlicbkelten, auch Sonntags. Bllithnersaal. Heute Solisten-Ronzert des Slilthnerorehesters Anfang 71/, Uhr. Entree 75 Pf. Zirkus Busch. Sonntag, 17. IfSUrz: 2 pße Gäla-sßrstellüDgen 2 nachm. 3'/, Uhr u. ab. 71/, Uhr. Um 3'/, Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Galerie volle Preise. Kachmittags 3'/, Uhr gelangt von heute ab, infolge zahl- reich einlaufender Gesuche aus dem Publikum n. Kinder- kreisen, das gr.Volks-Manege- Schausjnel „Die Hexe" zur Aufführung, genau wie in der Abendvorstellung. = Ohne Kürzung.= In beiden Vorstellungen: Die Orplngtons. Vorführen und Reiten der best- dressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Sämtliche Clowns mit neuen Witzen und Späßon I Abends 7'/, Uhr beginnt die Vorstellung mit d. gr. Volks-Manegeschauspiel „Die Hexe". Daranschließend das cir- censische Programm und die großen internationalen Ringkämpfe! Kein Kampf wird wiederholt! Näheres im Abend-Programm. Polles Caprice. Anfang 8 Uhr: Der Polizeihund. Das Broadway Girl. Sein letzter Wille. arrasantl Seböobaiiser Telephon: Nord 4100.| Sonntag, 17. Hürx: Ii] ätl] Galavorstellungen In beid. Vorstellungen, nachmittagsgenau so wie abends, die Hauptattraktion des Novitätcn-Programmes SM- Wild-West'9Q Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. Galerie 40 Pf., III. Platz 70 Pf., II. Platz I SO M.,, I. Platz 2 M., Parkett] 3 M., Logensitz 4 M. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. VM- Novität:-ML Der neue possenschlligkr Die lustige Ztrohniitwe. Posse oon Misch und Jaeoby. Sonnt. 3�/,: Die lochte r d. Sträflings. Kenigstadt-Kasino. Eck« Holzmarkt- u. A exanderstraße Täglich: Ein fidrler Rechtsanwalt und Bruder Julius. Außerdem Oersikl. Glanznummern Ans. 8 Uhr. Sonntags'/,0 Uhr. Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Poigt-Theater. Gelrmdbriintien Badstraße 58. Heute Sonntag, den 17. März, nachmittags 3 Uhr: Tie Kreuzelschreiber. AbendS 7 Uhr: Gänseliesel. Schauspiel in 5 Allen nach Nathaly von Eschstruth. Kastenerössn. 19 Uhr. Aus. 3 u. 7 Uhr. Voranzeige l Montag, 1. April: Benesiz für Lina n. Karl Moeller: Ein Sohn des Volkes. Gertnstris.sMlsBle 1 < N., Chausseestr. 110. Karl Richter.» J JjB» Jeden 'Vit Sonntag: t 4 < Anf. 61/. IThr RA 1» Paul Mantheys i*»i m, Berliner wo 95� maor-fluertet! Gg. Trener*f£Kas1snieiial!ee40 durch bes. Umstände Ostern frei. fiardenbergstrasse 27, LS vis-ä- vis AussieilunssballeD Täglich: Konzert v.'/joUbr nachm. bis 2 Uhr früh Kalte and warme Küche ■!..._..... iiMüüül.......... Zirkus A. Schumann Sonnlag, den 17. März 1312, 2 große Vorstellungen 2 nachm. 3'/, Uhr u. abends 71/, Uhr. 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März 101%: Konzert-JM Mömers Jestsälen, Koppenstraße 29. SSSb* Mitwirkende: Paul Ilaner, Konzertsänger; Emil Walkotte, Rezitator; Frl. Else Pieschel, Lieder zur Anfang 7 Uhr. Laute. Kassenöffnung 6 Uhr. MF* Nachdem: Tanz."Tjan „CLOU" Berliner Konzerts Haus. Mauers tr. 82 Zimmerstr. 90/91. Heute: 3 Kapellen. Mus'kc. d. 2. Grde.-Hegts. z. F. Oberm. Grat Mnsikc. d. Garde-Fuß-Artl.-Regts. Obenn. Jolly und !!! Zillerthaler and Tegernscer Sänger, Plattler nnd Jodler!!! Anfang 4 Uhr._ Anfang 4 Uhr. .\ar noch kurze Zeit; MlOGETiS TOWN Hauptstadt von Liliput mit ihren 70 Bewohnern. FrledrichstraSe Nr. 165, in den Räumen von Castan« Panoptikum. Täglich Entree 50 Pfennige._ Geöffnet von L bis 19 Uhr abends Exeelsior-Liehtspielhaus Heukölln Passage Vom 16. bis 22. März inkl. ImLabyrinUrolistailti Modernes Sittengemälde in 2 Akten. '»MMWMMWWWMMWMMMWMMMM, Fordern Sie bei Ihrem Zigarrenhändler unsere Tay-Zigaretten Spezialität N°i III Die Qualität machte, deshalb unser Erfolg! Unter Kontrolle d. 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Bezirk. � Todes-Anzeigen| Den Genossen und Kollegen I die traurige Äiitteilung, daß unser! ehemaliger Mitarbeiter, der Buchdruckerinvalide Otto Münzer am Mittwoch seinem langjährigen Lungenleiden erlegen ist. Sein letzter Wunsch war der Sieg des Proletariats in seinem Kulturkantps. Ein edler Mensch ist uns entriflen. Sein Andenken wird uns teuer sein. Das Personal der Vorwlrts-Buoh- druckerei Paul Singer& Co. Die Beerdigung findet am Mon- tag. den 18. März, nachmittags 4 Uhr, aus dem Gemeindesriedhos in FriedrichSselde statt. Am Donnerstag, abends 6'/, Uhr, entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Kollege, der Korrektor �okannes Legien geb. am 29. April 1856 in Gr.- Pazeltowo bei Graudenz. Durch seinen biederen Charakter, seine lautere Gesinnung und sein kameradschastliches Wesen ist er von unS allen hochAeschätzt worden, und werden wir ihm allezeit ein treueS Andenken bewahren I. Das Personal der Norddeutschen Buobdruckersi und Verlags ans talL Die Beerdigung findet morgen Montag, nachmittags 4'/, Uhr, auf dem neuen Neuköllner Friedhose in Tempelhol, Gottlieb- Dunkel- Stratze(am Mariendorser Weg) statt. lypographia. Am 14. März verstarb nach schwerem Leiden unser braves Mitglied, Kollege Hans Eegien im Alter von 56 Jahren. Seine langjährige Mitgliedschaft sowie sein reges Interesse sür den Verein fichern ihm ein ehrendes Andenken. Die Mitglieder werden gebeten, unserem verstorbenen Kameraden das letzte Geleit zu geben. Beerdigung siehe vorstehend. Be? Torstand. Deutscher Buchbinder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitglieder» die traurige Mitteilung, daß unser Mitglted, der Kollege .Jofiatirieskiictack und die Kollegin Gertriicl Schmechel verstorben find. 23/17 Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung de« Kollegen Budack findet am Sonntag, den 17. März. 1912, nachmittags '1,4 Uhr, aus dem ZionS-Ktrchhos zu Nordend bei Ntederschönhausen statt. Die Beerdigung der Kollegin Schechel findet um Montag, den 13. März, nachmittags 2'/, Uhr, auf hem EliiabetH.KirchH»! in der Prinzenallee statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Tie OrtSverwaltung. Am 14. März starb nach länge- rem Leiden unsere liebe Kollegin, die Buchbindereiarbeiterin Gertrud Schmechel. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am Montag, den 13. März. nach. mittags 2'/, Uhr. von der Leichen- Halle des SIisabeth.Friedhoses in Pankow, Prinzenallee, au» statt. Die Kollegen U.Kolleginnen der Buchdruckerei H. Büttner. 8czi»ll!ei!!CllrsliscverMM?e!'e!!i! des K. Kerl. KeiebstägS'UMKreisesl Todesanzeige. Am 16. März verstarb unser I Genosse, der Friseur Hennauu Kuuß, Sellerstraße 12. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am I Montag, den 18. März, nach-! mittags 4'ls Uhr, von der Leichen- 1 halle des Dankes-Kirchhoses in Reinickendors-West, Blankesttatze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Voritnud. � m— nTifTT---■■ des 6. Beil. Reiehstags-Wahlkreises. Am 14. März verstarb unser Genosse, der Gastwirt VVUhelm Berge Usedomstraße 26a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. März, nach- mittags 4 Uhr. von der Halle des Friedhofes der Himmelsahrts- gemeinde in Nordend- Nieder- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deulscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unsere Kollegin, die Me- chanikarbeiterin Me Rehfeldt Admiralstt. 36, im Aller von 48 Jahren gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 17. März, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Jerusalemer Kirchhofes in Neukölln, Heimannstatze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/13 Dis Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter-Verband Zweigverein Berlin. Am 15. März verstarb unser Mitglied, der Isolierer Franz Riedel (Bezirk Osten II). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am DienStag, den t9. März, nachmittags 4'/, Uhr, von der Halle des Auferstehungs< Kirchhofes in Weitzensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am 16. März verstarb unser Mitglied, der Maurer Karl Thiele (Bezirk Stralau). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19. März, nach. mittags 4 Uhr, von der Halle des Gemeinde-FriedhoseS in All- Stralau aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Deutscher Ducbbtuder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am 15. März verstarb nach längerer Krankheit unser Mitglied, der Mappenarbeiter MoH Graefe. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet Montag, den 18. März, nachmittags 4 Uhr. von der Halle des Georgenkirch- hoseS, Landsberger Allee, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten j hiermit die traurige Nachricht, datz meine liebe Frau und gute Muttei' Johanna Kosse geb. Bratzke am 14. Marz uns durch den Tod j entrissen wurde. Lichtenberg, den 15. März. Albert Koste. Hedwig Koste. Die Beerdigung findet h e u t e I Sonntag, den 17. März, nach.! mittags 4 Uhr, von der Leichen- 1 Halle des Friedhofes in Marzahn I aus statt. Spsfmeln Vorwärts. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Mitglied, Frau Wllltolmlno Hentschler Bödikerstr. 5, gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Mär», nach- mittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus nach FriedrichSselde statt. Um rege Beteiligung bittet _ Der Borstand. Verband der Schneider,| Schneiderinne« nnd Wdscbcarbeiter 3 Deutschlands. Filiale Berlin III. Den Mitgliedern zur Nachricht, � datz unser Mitglied, die Plätterin| Fra« Alice Kipplabs\ (Firma Waschanstalt„Ilse") im 39. Lebensjahre verstorben ist. 1 Ehre ihrem Anoeuken! Die Beerdigung findet ainj Montag, den 17. März, nach-! mittags'1,3 Uhr, von der Halle des Gemeinde-Friedhoses Weißen-! see. Rölkestratze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 252/3 Dio Ortsverwaltung.| Todesanzeige. Nach langem schweren Leiden I ! verstarb ani 15. d. Mts. meinj inniggeliebter Mann und Herzens» guter Vater, der Former Priedricb Kleemann |im Atter von 52 Jahren. Die Beerdigung findet ain! ! Dienstag, den 19. März, nach- ü mittags Z'U Uhr, von der! » Leichenhalle des städtischen Fried. b hoses in der Müllerstratze(Ecke | Seestratze) aus statt. 2424L I i Die trauernden Hinterbliebenen. Dankfagung. Für hie vielen Beiveise herzlicher Teilnahme, die schönen Kranzspenden, bei der Beerdigung meiner lieben Frau und Mutter 2428L .Amalie Grabbert sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Genossen und Genossinnen des 6. Wahlkreises und der Konsumgenossenschaft unseren herzlichen Dank. •Vobanu Grabben nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus zahlreiche und herzliche Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Paters, sagen wir allen Beteiligten, 5 anz besonders der Kollegen, des .enrralverbandes der Töpfer sowie lämllichen Freunden, Verwandten, und Bekannten unseren tiesgesühlien Dank. 2425L Witwe Martha Grüneberg nebst Sohn. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie Kranzipenden bei der Beerdigung meiner lieben Fratt.miftrer guten Mutter Zuhene Diehi* geb. IClrste sagen wir allen Freunden und Be» kannten, den Kollegen der Städtischen Gasanstalt IV und den Kollegen der Firma Büttner unseren herzlichsten Dank. Heinrich Diehr«.Ä,. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die schönen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten BaterS .lull us Zander sagen wir allen Verwandten, Freunden und Be- kannten, dem Ehes und Kollegen der Firma Schlesinger, dem Metallarbeiter- verband und dem Gesangverein unseren herzlichsten Dank. 614b Witwe Mathilde Zander nebst Hindern. Danksagnng. Für die vielen Beweise hi Teilnahme und die vielen Kranz- spenden bei der Beerdigung unseres einzigen SobneS und BruderS (iottkried Fuchs sagen wir allen bekannten nnd Freunden, seinem Lehrmeister Karl Dünger, der Firma Haase, der Firma Orüll in Frankfurt a. M., dem Mund- harmonikaverein.Waldesrauschen", sowie dem Deutschen Metallarbeiter- verband unseren innigsten Dank. Gottfried Fuchs nebst FflU und Geschwister, 24262 Weddingstraße 5. Kranzspenden sowie alle Blumenarrangements ltesert stchnell, geschmackvoll, billig'» Paul Groll. Lindenstraße 6S. -- Amt Roritzplatz 7263.-M» , Extra-Abteilung 1 1. 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Tavon entfallen: auf in Konsumvereinen organi- sierte 78 439, auf Gewerkschaften rund 63 000, auf gegenseitige LersicherungSvereine(sogenannte„Mutualites") 03 000, als Wahl- vereinc und Propagandaklubs 10 477, auf die.Jugendlichen"- Organisation(�eunes CJaräes) 2728 und noch für andere Gruppen 6290 Mitglieder. Zur Erklärung dieser Ziffern ist zu bemerken, daß nach dem Statut der belgischen Arbeiterpartei außer den Mit- gliedern der politisch und gewerkschaftlich organisierten Genossen auch die in den Korporativen(Konsumgenossenschaften)' und den erwähnten„Mutualites" organisierten Parteimitglieder sind. Die Beziehungen insbesondere zwischen Genossenschaften und Gewerk- schasten zu fördern, bildet indes ein Bestreben, dem von der Ar- beiterpartei Aufmerksamkeit zugewendet wird. Auch der nächste 'Parteikongretz wird sich mit diesen Beziehungen beschäftigen. Auch ist hinzuzufügen, daß nicht alle Organisationen zur Genüge ihre Mitglieder angeben, das heißt, nicht für alle Mitglieder bezahlen, andererseits daß Gruppen, die sich der Partei zuzählen, nicht an- geschlossen sind.'_ Zolas„Arbeit". Wegen Abdruck des Zolaschen Romans.Arbeit", speziell der Stelle, in der gesckiilderl wird, wie ein Hüttenarbeiter sich an der Frau des Direktors sittlich vergreift, war Genosse Pieren- k ä m p e r vom Bochumer.Volksblatt" zu 20 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil durch Wiedergabe dieser stark realistischen Schilderung das Schamgefühl derjenigen Leser verletzt sein könne, die die Stelle aus dem Zusammenhang gelesen hätten. Auf erfolgte Revision hob das Reichsgericht das Urteil auf und wies die Sache an die Vorinstanz zurück. Es billigte zwar den Standpunkt des Gerichts, daß die fragliche Stelle für sich als ein Ganzes angesehen werden müsse, rügte aber, daß die Strafkammer nicht untersucht habe, ob der Angeklagte wissentlich Schuld trage, daß diese Schilderung abgeschlossen in einer Fortsetzung erschienen sei. Die neuen nachträglichen Feststellungen konnten nur ergeben, daß, wie das überall der Fall ist, der Redakteur den Roman dem Metteur übergeben und sich um den Abdruck nicht weiter gekümmert habe. Es erfolgte deshalb Freisprechung. Par!am cn tari Fehes. Aus den Kommissionen des Preußischen Treiklassenhauses. Die Budgetkommission beschäftigte sich mit dem Eisen- bahnetat. Der Eisenbahnminister entrollte ein überaus günstiges Bild. Dem Ausgleichsfonds würde man statt 00 Millionen 140 bis 100 Millionen Mark zuführen können. Indessen würve das nicht immer so günstig weitergehen, weil Gehälter und Löhne steigen, dagegen die Erträgnisse pro Personenkilometer sinken. Der Minister wandle sich im Lause der Debatte entschieden gegen den Vorschlag des früheren Ministerialdirektors Kirchhoff auf Schaffung einer deutschen Eisenbahngemeinschaft, die Reibungsflächen würden sich dann bedeutend vermehren, und die preußischen Eisenbahnen würden jetzt schon so im Gesamtinteresse verwaltet, als ob eine Eisenbahngemein- rtihast bestünde.— Ueber den Bergarbeiter streik sagte der Miulster, daß die preußischen Eisenbahnen davon insofern nicht be- rührt werden, als sie noch auf 7— 8 Wochen hinaus mit Kohlen voll versorgt seien. Die GeschästSordnungskom Mission hat über den Seniorenkonvent beraten. Dieier ist in der jetzigen Geschäfts- ordnung überhaupt nicht erwähnt, obgleich er allezeit bis zur Spren- gung durch die Konservativen bestanden und funktioniert hat. Man beschloß, daß zu dem Seniorenkonvent alle Fraktionen für je 20 Mitglieder einen Vertreter entsenden können, jedoch können sich auch die Fraktionen, die weniger Mitglieder haben(mindestens aber 10). vertreten lassen. Den kleineren Gruppen sowie einzelnen Abgeordneten soll die Möglichkeit einer Vertretung durch Anschluß an eine FraktioiL'gegeben werden. Der Seniorenkonvent soll über die Verteilung der KommissionS- Mandate, der Vorsitzenden der Kommissionen auf die einzelnen Fraktionen und über den Geschäftsplan des Hauses beraten. GetverKscKaftUcKes. Berlin und llmgegend. An die Arbeiter und Parteigenossen BerlinS! I« der Berliner Kartoninduftrie stehe» seit 14 Tagen 1300 Ar- bester und Arbeiterinnen im Streik. Alle Versuche zu einer Ber- stäadigung sind an dem brutalen.Herrenstandpunkt einzelner Grofi- industrieller gescheitert. Der Stand der Bewegung ist ein guter. Es ist den Unternehmern trob aller Anstrengungen und Ber- sprechungen nicht gelungen, die Reihen der kämpfenden Arbeite- rinnen ins Wanken zu bringen. In vereinzelten Fällen behilft man sich noch mit HauSarbeiterinnen. Da eine Kontrolle darüber äußerst fcktwierjg auszuüben ist, ersucht die unterzeichnete Tarifkommission die Arbeiterschaft Berlins, die Adressen von Heim- arbeiterinnen, die jetzt Kartons anfertigen, an das Bureau des unterzeichneten Verbandes gelangen zu lassen, damit das weitere veranlaßt werden kann. Deutscher Buchbinderverband. Zahlstelle Berlin. Engelufer 10, Zimmer 39/40. Ter Streik bei Löwe. In dem Anstand bei der Firma Löwe u. Co. ist noch keine Veränderung eingetreten. In einem Teil der bürgerlichen Presse werden die läppischsten und gehässigsten Behauptungen gegen den Deutschen Metallarbeitervcrband und gegen die freiorganisierte Ar- beiterbewegung überhaupt ausgestellt. So schrieb die.Deutsche Tageszeitung", das Brotwucherorgan: Ausstand bei Ludwig Löwe u. Co. in Moabit. Die„Roten" haben bei Löwe besonders in der Gewehr- und Munitions- sabrik die Mehrheit und benutzen seit langem ihr Uebergewicht zur Bekämpsung und Bedrängung der„Gelben". Die Former, bekanntlich die streiklustigsten unter den Metallarbeitern, schika- Nieren die Gelben fortwährend, so daß diese sich oft über die Trangsalierungen beschweren müssen und schließlich die Leiter und Meister zum Einschreiten gezwungen waren. Darüber ist es nun in der Werkzeugabteilung zum Krach gekommen. Die „Roten" wollen mit den„Gelben" nicht zusammen arbeiten und legten die Arbeit nieder. Im ganzen sind 00 0 Mann ausständig. Auch der„Bund", diese Sumpfpflanze der Korruption, sucht die Oeffentlichkeit irrezufuhren und mit Feuereifer die Jntcr- essen des Unternehmertums wahrzunehmen. Daß der„Bund" auf den„V o r w ö r t 8" und die sozialdemokratische Presse Gift und Galle speit, sei nur nebenbei erwähnt. Als ein von Unternehmer- geld ausgehaltenes Preßrcptil muß der„Bund" unentwegt Judas- dicnste leisten. Wie brenzlich die Situation für Löwe ist. zeigt sich darin. daß die Firma den Arbeitswilligen schon bis zu 1,00 M. für die, Stunde bietet. Es meldet sich nur kein brauchbares Menschen- l Material. Mußten doch von 20 Neueingestellten 19 am selben Tage wieder aufhören, weil sie der ihnen übertragenen Arbeit völlig hilflos gegenüberstanden. Im übrigen fühlt sich auch hier wieder die Polizei dem Unternehmertum gegenüber in der Rolle des getreuen Fridolin. Den Streikenden wird das Koalitionsrecht in der rigorosesten Weise beschränkt. Täglich werden Streikposten sistiert. Wenn sie die Beamten auf ihr gesetzliches Recht aufmerksam machen, lautet stets die Antwort:„Und wir verbieten es Ihnen!" Die streilendcn Arbeiter werden durch derartige Maßnahmen von ihrem Standpunkte nicht abgebracht, sie werden nur um so fester zusammenstehen, allen feindlichen Mächten zum Trotz. Zum Streik der Herrenmahschneider. Freitag abend fand im Verbandshause Berliner Kaufleute und Industrieller eine Versammlung Berliner Arbeitgeber statt, welche sich zum Teil aus Mitgliedern des„Adav", des„Abs" und nicht organisierten Geschäftsinhabern zusammensetzte. In dieser Ver- sammlung wurden die Geschäftsinhaber, welche den Tarif aner- kannt haben, von Mitgliedern des„Adav" aufgefordert, die ver- einbarten Verträge zu brechen und weiter wurde ihnen gedroht, daß nach Beendigung der Lohnbewegung seitens des „Adav" die Klassenzuteilung der einzelnen Firmen erfolgen werde. Man werde dann denjenigen Firmen, die vorher bewilligt haben, schon eine Tarifklasse zuweisen, damit sie künftig nicht mehr be- willigen würden. Diese Einschüchterungsversuche und Aufforde- rungen zum Tarifbruch lassen klar erkennen, in welcher unan- genehmen Situation sich die Herren unter der„bewährten" Führung des„Adav" befinden. Vertragstreue galt den Tarif- kontrahenten bisher als oberstes Gesetz. Wenn die Adavmitglieder jetzt zum Tarifbruch auffordern, so ist daraus zu ersehen, welche Verwirrung bereits bei ihnen eingetreten ist. Soweit sie be- haupten, daß ihnen die Möglichkeit gegeben sei, die Firmen, welche bisher bewilligt haben, in eine höhere Tarifklasse zu bringen, er- klären wir, daß die Zeiten, wo der„Adav" über die Klasse mit- bestimmen konnte, in welche die einzelne Firma gehört, bereits vorüber sind. Soweit Firmen noch nicht tarisiert sind oder Adav- Mitglieder in Frage kommen, kann der„Adav" mitreden; soweit bereits Tarife abgeschlossen sind, ist dies eine Angelegenheit, um die er sich hätte vorher kümmern dürfen. Die Ortsvcrwaltung des Schneiderverbandes wird nicht in einem Falle, etwaigen Anregungen der Adavmitglieder, an anderen Ar- beitgebrrn Rache zu üben, st a t t g e b e n. Sie leitet die ganze Be- wcgung frei von jeder Gehässigkeit und überläßt es dem„Adav" seinem Zorn in geeigneter Weise Luft zu machen. Die abge schlossenen Verträge werden unter allen Umständen vom Verband der Schneider geachtet werden. Wer arbeitgeberseits die Verträge nicht achten will, mag sich aber auch über die Folgen nicht wiui dern. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin'l. Die Ortsverwaltung. In der oben wiedergegehenen Erklärung der Ortsverwaltung des Schneiderverbandes ist bereits einiges aus der Arbeitgeber- Versammlung vom Freitag erwähnt. Veranstaltet war diese Ver- sammlung von Leuten der hiesigen Ortsgruppe des Allgemeinen deutschen Arbeitgeberverbandes für das Schneidergewerbe, des „Adav." Aber unter den 100 bis 120 Teilnehmern waren nur un- gesäbr ein Drittel Mitglieder dieses Verbandes, ein weiteres Drittel gehörten dem lokalen Arbeitgeberverband(„Abs") an, und der Rest waren unorganisierte Arbeitgeber. Das ganze war eine Machenschaft, die dazu dienen sollte, die Firmen, die bewilligt haben, zum Tarifbruch zu verführen. Namentlich die Herren Krause und Zauleck, der erste und zweite Vorsitzende der Ortsgruppe des zentralen Verbandes, taten denn auch ihr mög- lichstcs, um die Arbeitgeber, die nicht mit ihnen durch dick und dünn gehen wollten, mürbe zu machen. Sie erzählten, daß die Ar- bciter schon sehr viel Hunger hätten, rote Nasen kriegten bei der Kälte, daß ihr Geld alle sei und daß sie dann zu Kreuze kriechen müßten. Die Arbeitgeber, die bewilligt haben, sollten ihre Tarif- Verträge einfach zurückschicken und ihre Leute aussperren. Dem Vorsitzenden des lokalen Verbandes wurde Feigheit vorgeworfen, weil er nicht gekommen war, um sich mit den anderen herumzu- zanken, und auch sonst schimpfte man kräftig auf jenen Verband. Aber die, die bewilligt haben, kamen auch ein wenig zum Wort, und von ihrer Seite wurde unter anderem gefragt, ob denn die „deutsche Treue", von der die zentralorganisierten Arbeitgeber in ihrer vorigen Versammlung so schön zu reden wußten, für die Ar- beiter gar nicht gelten sollte. Uebrigens wurde auch gesagt, daß der Durchschnittsarbeiter mehr Verstand habe in der kleinen Zehe, als manche Arbeitgeber im ganzen Kopf. Ter schon früher von uns erwähnte Herr K i r s ch st e i n empfahl der Versammlung eine Resolution, die den Ausführungen Krauses und Zaulecks ent- sprach, hielt es dann jedoch für angebracht, sie zurückzuziehen. Es war also offenbar nicht gelungen, vie Tarifftrmen für den Tarif- bruch zu begeistern, trotz aller Drohungen und obwohl man ihnen auch noch solche Mätzchen aufgetischt hatte, wie die. daß Streikende aus ihre Policen bei einer Versicherungsgesellschaft schon 60 und 80 M. abgehoben hätten, um sich nur über Wasser zu Halten. Daß die Versammlung nicht den von den Machern gewünschten Erfolg haben konnte, war vorauszusehen. Sind es doch jetzt 276 Geschäfte, und keineswegs nur kleine Meister, sondern ein durchaus nicht ge- ringer Teil solcher, die 20, 30 und bis zu 60 Schneider beschäftigen, die die neuen Vereinbarungen anerkannt haben, und die ganze Ortsgruppe des zentralen Arbeitgeberverbandes zählt 173 Mit- glieder, von denen aber auch schon einige bewilligt haben, also den Kampf nickt mehr mitmachen. Von jenen 276 Firmen gehören 10 der I a-Tariiklasse, 00 der I b-, 94 der IIa», 101 der IIb- und 16 der dritten Tarifklasse an. Wenn in der Arbeitgeberversammlung auch noch davon die Rede war. daß der Schneidervcrband gar kein Recht habe, mit dem lokalen Arbeitgcberverband einen Tarifvertrag abzuschließen, so betrachtet man diese Behauptung auf feiten der Arbeitnehmer als unsinnig. Vorläufig sind mit den Mitgliedern des Lokalvcrbandes der Arbeitgeber nur Einzelvcrträge abgeschlossen, aber die Ortsver- waljung ist jederzeit bereit, auch einen Kollektivvertrag mit jenem Verband abzuschließen. Von feiten der Führer der bestreikten Arbeitgeber sucht man im übrigen auch hier und da durch private Unterredungen Un- einigkeit unter die Streikenden zu bringen, allerdings ohne Erfolg. Aber Herr Zauleck hat bei solcher Gelegenheit erklärt, die Ver- tretcr des Schneiderverbandes hätten ihre Mitglieder über den Gang der Verhandlungen in Frankfurt angelogen, und weil der Filialleiter Kunze nicht gleich auf diese Beschimpfting antwortete. mejnte Herr Zauleck, man habe damit zugegeben, daß das Gesagte zutreffe. Dem Herrn ist nun mitgeteilt, daß man. wenn sonst nichts hilft, an Gerichtsstelle einmal feststellen werde, wer seine Manadcitgeber angelogen habe, was übrigens an der Hand des von beiden Parteien anerkannten Protokolls der Verhandlungen leicht möglich ist._ Tie Lohnbewegung der Stukkateure. Die weiteren Verhandlungen vor der SchlichtungSkommisfion über da? neue BertragSmuster der Unternehmer drehten sich um die allgemeinen Bestimmungen des Vertrags, die erst neuerdings eingereicht worden find. Auch diese Bestimmungen sind zum größten Teil für die Arbeiter unannehntbar, weil darin in erster Linie das Interesse der Unternehmer zum Ausdruck kommt. Das ganze Ver- tragsmuster bietet den Arbeitern nichts, was sie zur Annahme ver- leiten könnte. Im Gegenteil erheben die Unternehmer neue For- derungen und ignorieren die Wünsche der Arbeiter auf Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes vollständig. In einer Versammlung der Stukkateure, die am Freitagabend im Gewerkschaftshause stattfand, legte Wenzels die allgemeinen Bestimmungen des Entwurfs vor und berichtete über die statt- gefundenen Verhandlungen. Unter der Zustimmung der Ver- sammelten erklärte er, daß die Vertreter der Arbeiter in der Kam- Mission sich den Forderungen der Unternehmer gegenüber auf einen ablehnenden Standpunkt stellten. Eine besondere Rolle spielte bei den Verhandlungen die Frage der Vollmacht der Arbeitervertretcr. Diese sollten sich nach dem Wunsche der Unternehmer Vollmacht verschaffen, gültige Vereinbarungen zu treffen, eventuell sollte ein Schiedsspruch dcs Einigungsamts unbedingt zur Anerkennung gc- langen. Das lehnten die Vertreter der Arbeiter natürlich ab. Die Verhandlungen kamen zum Stillstand, sollten aber am Dienstag noch einmal aufgenommen werden. Nach Wengels' Bericht ent- ivann sich eine längere Diskussion, in der alle Redner darauf be- standen, daß für die Verhandlungen der eingereichte Entwurf der Arbeiter und nicht das Vertragsmuster der Unternehmer maßgebend sein sollte. Gegen die Erteilung einer unbedingten Vollmacht sprachen sich die meisten Redner entschieden ans. Die folgende Rc- solution wurde einstimmig angenommen: „Die heutige Versammlung der Stukkateure Berlins bedauert die Stellungnahme der Unternehmer, nach welcher die sehr gering- fügigen Forderungen der Gehilfen nicht anerkannt werden sollen. Die Versammlung beauftragt die Kommission, vor Ablauf des Vertrages alles zu versuchen, um einen neuen, den Forderungen der Kollegen entsprechenden Vertrag mit den Unternehmern zu erzielen. Dagegen lehnt die Versammlung ab, der Kommission Vollmacht zum definitiven Abschluß eines Vertrages zu erteilen. Ueber Annahme oder Ablehnung eines eventuell abzuschließenden Vertrages entscheidet die Gesamtheit der Kollegen. Eine Ent- scheidung durch das Schiedsgericht ist zurzeit für die Versamm- lung nicht diskutabel." Ein Vertreter des Hcmptvorstandes, Rosenthal, hielt eine Ansprache an die Versammelten, in der er auf den Ernst der Si. tuation aufmerksam machte und zur Agitation für den Verband, besonders auch unter den Hilfsarbeitern aufforderte. Der Versammlung ging die Wahl zum Gehilfenausschutz vor- aus Gewählt wurden die Stukkateure Karl Scheck, Max Bleibaum, die Bildhauer ZiegS und Walter. Bon der Direktion der Bergbrauerci erhalten wir unter Be- zugnahme auf unsere Notiz„Der arbeiterfreundliche Brauerei- direktor" folgende Zuschrift: „Vom ersten Jahre des Bestehens der Bergbraucrei ist das gesamte Fahr- und Arbeitspersonal bei dem Deutschen TranSvort- arbeiterverband organisiert. Tiesem gegenüber sind wir verrrag- lich verpflichtet, nun von ihm Arbeitspcrsonal zu beziehen. Wenige Tage nach Exwerb der Endersbrauerei vom Konkursverwalter der- selben trat der Transportarbeiterverband mit uns in Unterhand- lungen und machte uns unter Hinweis auf den bestehenden Tarif- vertrag darauf auftnerksam, daß bei etwaiger Vornahme von Ent- lassungen das Dienstalter der in der erworbenen Endersschen Brauerei beschäftigten Arbeiter uns gegenüber vom 1. Dezember ab rechnet. Wir be- tonten damals gleich, daß wir im Winter Entlassungen nicht bor- nehmen, notwendigenfalls uns aber strikte an unsere vertraglichen Verpflichtungen halten würden. Es sollen, wie wir gehört, bei Versammlungen des Betriebspersonals in Gegenwart von Ver- tretern sowohl des Brauerei- und Mühlenarbeiter- als auch des TransportarbciterverbandeS die vorerwähnten Punkte erörtert worden sein.. Vor 14 Tagen hatten wir die Verlegung unseres Betriebes Bergstraße nach Weißensee beendet. Nun stellte es sich leider her» aus, daß drei Leute überzählig seien Wir kündigten drei Ar» beitern, die seit dem 1. Dezember 1911 bei unS be- schäftigt sind, werden aber selbstredend bei Bedarf, diese in erster Linie wieder einstellen. Wir haben also lediglich nur unter genauer Einhaltung des mit dem Transportarbeiterverbande geschlossenen TarifeS die leider notwendigen Entlassungen vorgenommen." Nach der Darstellung mag die Direktion der Vergbrauerei bei ihrem Vorgehen formal völlig im Recht sein Man kann eS ihr auch nicht verübeln, wenn sie ihr bisheriges Personal gegen das erst von der verflossenen Endersbrauerei übernommene nicht zurücksetzt. Was aber ihrer Maßnahme einen hätzlichen Beige- schmack für Fernstehende gibt, das ist die Entlassung der in Frage kommenden Angestellten, während diese durch Krankheit dem Betriebe ferngehalten wurden. Diese Begleitumstände deS Vor- gehens hättens sich vielleicht vermeiden lassen. Arbeiter, Parteigenossen! Fragt bei Euren Zigarreneinkäufen stets nach dem grünen Plakat, unterzeichnet Alwin Schulze. Beachtet die Veröffentlichungen der tarifierten Zigarrenfirmen in der Sonntagsnummer des„Vorwärts". Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. Achtung, Töpfer? Hiermit verhängen wir die Sperre über die Firma Marie Bricsemeister, Südende, Drandenburgischc Straße 20(Geschäftsführer der Ehemann) wegen Tarifbruch und Beschäftigung von Wilden. In Betracht kommt der Bau Ober- Schönewcidc, Rathenaustr. 30, Bauherr Klotzsche, Charlotten- bürg, Pestalozzistr. 02. Die Verbandsleitung. veutlekea Reick», Tarifabschlust in der Steinindustrie. Mit dem größten deutschen Pflasterindustriellen N. S ch a l l in Strehlen(Schlesien) konnte soeben erstmalig ein umfangreicher Tarif« vertrag abgeschlossen werden. Am Abschluß sind 700 Granitarbeiter interessiert. Vor fünf Jahren führten bei derselben Firma die Ar« beiter einen zehnwöchentlichen Streik durch, der aber ergebnislos ver- lief. Damals ließ Schall seine Arbeiter aus den Werkswohnungen exmittieren: Hunderle mußten abwandern. Aber seiidem festigte sich der Sleinarbeiterverband immer mehr und so war es möglich, jetzt den Tarif zur Anerkennung zu bringen..Der Abschluß bei Schall wird zur Folge haben, daß sich nun die übrigen Granitwerksbesitzer etwas tariffreundlicher verhalten müssen. Huslanck. Eisenbahnerbewcgung in Amerika. Der Ausschuß des Verbandes der Lokomotivführer hat von den Direktoren von 48 Eisenbahnen im amerikanischen Osten eine Lohn- erbödung verlangt, die die Löhne auf die Höhe der westlich vom Mississippi gezahlten Sätze bringen solle. Die Direktoren erklären, die Gewährung der Forderung würde einer Erhöhung der Betriebs- kosten um 10 Millionen Dollar gleich kommen. Die Verhandlungen dauern fort. flus der f rauenbewegung» Versammlungen— Veranstaltung». Steglitz. Am Montag, den 18. März, abend» 8'/, Uhr. bei Schell- Hase, Ahornstr. 10a. Genossin Klara Wehl wird über.Die Frau in HauS und Beruf'(eine Betrachtung über die Ausstellung im Zoo) sprechen. Wir erwarten einen recht zahl- reichen Besuch der Genossinnen. Der Vorstand. Verband der Hausangestellten. Sonntag, den 17. März, abends 7 Uhr, in den„Korona-Festsälen". Kommandantenstr. 72. Vor- trag von Herrn Emil U n g e r:.Wirtschaftliche und wü-üffe Bestrebungen". Darauf gemütticha» Beisammensest»- Oefientliche polifeehe Yersammlnngen. Vierter Wahlkreis. Tonntag, den 17. März, abends 7 Uhr: OvttvirllicK« Versammlung im Lokal von Mörner(früher Keller), Koppenstr. 29. Tagesordnung: Vortrag des Landtagsabgeordneten über: Der Krieg ist ein Hohn Gott, auf t>°» Wißelltum,°uf di° Menschlichkeit! _>»»»»»»» Diskulsion.—— Nachdem: Gemütliches Beisammensein und Tanz. 214/7' Der Einberufer: H. Bischoff. Andreasslr. 17. Leckster Wahlkreis. Tonntag, den 17. März 191Ä, abends S'/z Uhr, im„Moabiter Gesellschaftshaus", Wielefstratze S4: Oeffentliche politische Versammlung LÄr RRäimSr und Frauen. Vortrag des Genossen Dr. Julius Moses: „Ein Denkmal für die Märzgefallenen." AM- Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz.'Mg 226/16'_ Ter Einbernfer: Karl Mayna. Ouitzowslrade 135. Taubstumme! Taubstumme! Tonntag, den 17. März, mittags IS'/s Uhr, in den Sophien-Tälen, Topyienstr. 17/18: oeffentliche Volks-versammlung aller taubstummen in(ikoK-Nerlin „Der 18. Muri vnd seine Kedentung sör das Proletariat". Nvrachma»..' Diskussion.— Zahlreichen Besuch aller Taubstummen erwartet» Ter Einberufer. tkarl örackmann, Neukölln, Tellstrage u. Bersam.nlunft VsmütlZcKss avissmmvnsvZn und Tanz, 204/8' Montag, den 18. März, abends 8'/z Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Öffentliche Versammlung Tagesordnung: Der 18. Mär; und seine Kedeutnng. == Freie Aussprache.. Zahlreiches Erscheinen erwartet SSSb ver Ltoderirkvr, ernst Decker K. 20, Stettin« Str. 19. der Zahlatello Herlin. t! Sonnabend, den S3. März, abends 81/. Uhr, in Wittes Feftsäle«, Sebastianstr. 38, nahe der Alien Jakobstratze: Branchen- Versammlung der Schostschuhmacher. Tagesordnung: 1..Die Eniwickelung der Naturerkenninis.' Referent: Gen. I. Ulüf«. S. Diskussion. 3. Die Tarubewegung Bei den Firmen Wanninger. Carl Stiller und Mandelbaum(Zwischeumeifter der Firma Leiser). 4. Verschiedenes.— Vollzähliges Erscheinen erwartet 169/6 Die OrtaTerwaltnnc/. Deutscher Arbeiter-Sängerliund.ii Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, 24. März, vormittags pünktlich 10 Ubr, üv Gewerkschattabaaae(Saal 1): �Ausschuß-Sitzung. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenbeiten. 17/3 Der Torstand. Verlobte S Komplette Kilcben-Einrlchlangen: 130 Teile... Mk. 3o.— 200 �• f) y o«—- 300 w. ♦•• 1,50s'—' Aufstellung a. Wuu«on gratis u. franko. L. Katz& Co. Spandaucr Str. 45,«. Molken markt Filialen: Itlxdorf, Bergttrafie 65, a. Bahnk Brandenburg a. H., HauplstraSe 50/60. Geweme-Maliiiie Berlin, KSniggratzer Str. 90, Tages-, Abendkurse. Maschinenbau. Elektrotechnik, Hochbau, Tiefbau. Werk-, Maurer-, Zimmer- Melsterknrse.— Dauer 1 Jahr, viertel) ährl. 20 iL 2342L* Dir. Matthe*, Iah. Chic und elegant kleidet man sich nach den Favorit- Schaittmustera, deren Auswahl aus dem soeben erschienenen Favorlt- Modenalbum getroffen wird: ca. 800 neueste Modelle bieten eine reiche Modenschau. Favorit» Modenalbum mm Preise von 60 Pf., franko 70 Pf. bei C. Müller, Berlin 7, Spittelmarkt 5._ Garderoben sür Herren verlause wegen GeschäsiS- ausgäbe zu jed. nur annehmbar. Preis«. Anzüge von 11,50 an. Paletots, Ulster, Hosen in groh. Zluswahl. Auch MonatSgarderoben spottbillig Oranitnkr. 199, ieiunng! Bäekerei-Boykolt. tedluiig! Dienstag, den 19. Marz, abends 8V2 Uhr, in folgenden Lokalen: Lorona-Gäle» Kommandantenstr. 72. k)ofjäger-palast, Hasenheide 52/63. )ZrminkaUen, Kommandantenstr. 53/59. Graumann, Naunynstr. 27. Boeker, Weberstr. 17. Comemu9-8älc, Memeler Str. 67. Slykwm, Landsberger Allee 40. 8. Xrsis: Unionssäle, Greisswalder Str. 221— 223. 6. Kreis: publmanns Cbcaten Schönhauser Allee 147. franhea feftfäle, Badstr. 19.( pbaru3-8älc, Müllerstr. 142. Btadttbeater JMoabit, Alt-Moabit 247— 249. Berliner Bockbrauerei, Chausseestr. 64. Niederbarnim: frieckrieksdsgetl: Lerches feftfäle, Friedrichstr. 112. Lichtenberg: Bcbwarzer Hdlcr(Hrnold), Frankfurter Chaussee o. �ankow-Schönhausen: panhgraf, Schloßstr. 6. Kummelsburg: Cafe ßellevue, Hauptstr. 2. Tegei-Sorsigwalde: Crapps feftfäle, Bahnhofftr. 1. Teltow-Beeskow: Lbarlottenburg: Volksbaus, Rofinenstr. 3. Köpenick: Mlbelmsgarten(Xnb. Sebeer). Keukölln: Hoppes feftfäle(Xnb. Bartfcb), Hermannftr. 49. Sehönebetg: stfeue Ratbausfäle, Vteininger Str. 8. SteglitZ'7nedenau; KaifefsöIUbelmsgarten, Rheinstr. 65(oberer Saal). Cagesordnung: Die Kedentnng der Ingend- bemegung fiir die Arbeiterschaft. Referettten: Genossen vüekner, 0sksr Codn, vaviNsoha, vSnmig, Bickkorn,(ZraNnsuer, Grunwald, Henke* Adolf Hoffmann, Langhammer, Hellmut Lehmann, Liebknecht« Peters, Pieck, Ritter, Rosenfeld, Schenk, Heinrich Schulz, Ströbel, Waclawiak, Weber, Mathilde Wurm, Zietz. Genosse» und Genossinnen! Es handelt sich um das Teuerste, was Ihr befitzt, um Eure Kinder, also erscheint in Massen. Oer Sinberufer: Lugen Ernst, Liesenstraße Nr. 16. Der Boykott über untengenannte Bäckerei, der über meinen Vorgänger Seih oerhänAt wurde, ist setzt ausgehoben �und liefere ich von jetzt ab der Bäcker und Konditoren boykoti freie Äare. Der Betrieb gilt als bewilligt. Achtungsvoll Bäckermeister, Kopenhagener Str.«5. Bestästgt durch diu Vertrauensmann Berlins und Umgegend. tcmuiiB! Bewilligte Bäckerei,»ci»»»»! Teile dem verehrten Publikum und der Rachbarschast mit, datz ich unlen- genannte Bäckerei neu eröffnet. Die Forderungen d«S Bäcker- und Konditoren- Verbandes habe ich stet« anerkannt. SS wird mein Bestreben sein, dem Publikum in jeder Weise entgegenzukommen und gute War« zu liefern. Achtungsvoll H> Hesse, Dnnr.ker.tr. 78 iBcidjält: Prcnslaaer Allee 19Ä. Mit 2000 Mark t»t Jeder Ki'itcr eines Arcoaa-VerelclieniBae- Bade», dervleUeleht von einem Anto mcefahien wird oder(onetwle durch Unfall beim E»d- tohren zn Scheden kommt, vereichert, falls d-r Unfall RrwerbsuniahUekeit Der gleiche Betrag von Z. OO Mark wird bei Unfällen mit todlichem Ausgange angewiesen und aaeh ein IBnliche» Kraahaa« •-cid von 3 Mark„ezahll. Arcona-Räder sind die besten I Die noten.tenend verzeichneten Erfolge sowohl beim Ifflaaetea Ber- liner aj. auch beim Dresdener« Tane-Reaaea dokumentleren am aller beaien die qro»»e IJcberlegeahali der Areoaa.Rdder. Wobl keine Ändere Fabrik der V-elt hat einen derartigen Erfolg aafzaweicen. Dearhten Sie meine Preise: Nene PatarrBder o G M SH 5t» mit Doppelglockenlager and Innen dtang Nene Da■ enrBder«. C. ,.._--..._ mit Doppelglockenlager and Innenlötong M 36 IK)- neue Sneilal- Rlder mit Pneumatik M,»4.0«, mit rotem Bellen M, SS.flO. 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Areoaa Rkder ate»»»,«•»lo aiartea, well lelcbllsntend, tfabll nnd snverllael»: Emst Machnow, Berlin, Wclnmelsletslrasse 14 Verlangen Me Praab(hMnIog ebne Kantaweng gratis nnd trank«. EHFr-M Mitgliedtt der Zllgeuleintit OrtöKsanKenKasse;u Kerlitt. Mittwoch, den iiv. März ISIS, abends 8 Uhr» im Englischen Garten, Alexanderstr. 27«: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1. Bortrag deS SPezlalarzteS Herrn Dr. Alsr. Pinkuh über: »ttrebskrankheitrn und deren B.rhütung«. 2. Bericht der Dreliebner- kommission und Neuwahl. 3. Verschiedene». 615b m, Delegierte sind verpflichtet, zu erscheinen.> ldlv _: Gustav Kutzper, NO. 18, Friedeastr. SS. Deutscher Kürschner-Verband. Filiale Berlin. zrjittau«. Arbeitsnachweis: NO. 43, Weinstr. 8. Fernspr.: Königstadt 67öS Mittwoch, den 20. März, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung in den„Zlanttlvr-SSion", Kaiser-Wilhelm-Strasze Ism. Tagesordnung: l. VortragS-ZhlluS der Genossin Frl. IN» Altmann über:»Die deutsche Literatur-. 2. DtSsussion. 3. Berschiedene». DeF" Zahlreiches Erscheinen erwartet 100p__ Die OrtHverwaltanf Arbeitsnachweis: Hol I. Ami Norden. Nr. 1283. Vervallungsslelle öerlin EharitHstraste Z. Hauptbureau: Hol HI. Amt Norden, Nr. 1S8? Achtung l Achtung! Montag, den 18. März, abends 8 Uhr: Kranchen-Verrammlnng der Schloifcr Berlins u. llmg. im großen Saal der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichs- Hain 16—23. Tagesordnung: 1. Bericht der Daristommiision. 2. Diskussion. Kollegen t Da in der letzten Zeit die Verbandlungen zwecks Abschlug deS neuen Tarifs ftattgesunden Häven, soll in dieser Versammlung darüber Bericht erstattet werden. Es Ist deshalb notweudig, für einen guten und zahlreichen Versammlungsbesuch zu sorge», damit jeder Kollege von dem bisherigen Versammlungsresultat unterrichtet ist. == Mitgliedsbuch legitimiert. Montag, de» 18. März, abends S'/z Uhr: ss Versammlung s= sämtlicher in der Bierdruchbrancise beschäftigt. Klempner und llionteure Berlins im Andreasgarten(MertowSki), Andreasstraße 26. Tagesordnung: Beratung und Beschlußfassung über unsere Tarifvorlage. Kollegen l Sorgt sür zahlreichen Besuch. Bringt die Kollegen von den Werkstätten mit, die das letztemal nicht vertreten waren; denn es ist notwendig, daß auch der letzt« Mann orientiert ist. Die Verwammlnna; nmB wegen anderweitiger Teran- •taUiing pünktlicii erftflknet werden, darnm seid bei» selten snr Stellet DV Mitgliedsbuch legitimiert!-WW Montag, den 18. März, abends 8 Uhr: Kranchen-Uersammiung der Werkzeugmacher sSchnittbauer, Lehrenbauer, Schneidzeugmacher, Einrichter, Scharffchleifer) sowie sämtl. in den Buchdruckereimaschiuen- Fabriken beschäftigten Kollegen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 68/59. Tagesordnung: � t. Vortrag de» ReichSIagSabgeordneten Genoffen Aritz Znbetl» L. Reu- und Ersatzwahlen der AsttationStommission. 8. Branchen, und BerbandSangelegenheUen. DM" Ldne Mitgliedsbuch kein Zutritt."WG In Anbetracht der Reichhaltigkeit der Tagesordnung ist e» Pflicht eineS «eden Kollegen, zu erscheinen. Erwerbslose(Kranke). Wegen Quartalsschluß und der Osterfeiertage finden die Zahlungen der Unterstützung wie folgt statt: Für die Woche, welche am 30. und 31. März beendet ist, wird am Freitag, den 29. März, gezahlt. Für die Wockir. welche am 1. April beendet ist. wird am Temt- abend, den 30. März, gezahlt. Am Montag, den 1. April, bleibt das Bureau geschlossen. Für die Wocke, welche am 4. April beendet ist, wird am Mitt- »och, de» 3. April, gezahlt. Für die Woche, welche am 6. und S. April beendet ist, wird am T-nnerstag, den 4. April, gezahlt. Für die Woche, welche a>n 7. und S. April beendet ist, wird Sonnabend,>cn 6. April» gezahlt. Am Karfreitag und am zweiten Osterfeiertag bleibt das Bureau de« ganzen Tag geschlossen. Am TieuStag, den». April, wird die laufende Unterstützung hiS 1« Uhr gezahlt, nachmittags bleibt das Bureau geschloffen. Da sämtliche Bücher wegen OuartalSschluh eingezogen werden, ersuchen wir die l r a n k e n Kollegen, ihre Unterstützung biS zum 30. März abbebcn zu lassen. Ausgeschlossen davon sind diejemgen Kollegen, welche sich in Araukenhäusern oder Heilstätten befinden und ihre Unterstützung erst nach Beendigung der Krankheit abheben. ui/l Die OrtsTerwnltaiiff. Verein flirFrauen u.Mädclien der Arbeiterklasse Montag, den 18. März, Abende 8',U Uhr, tu Kollers»Neue Philharmonie--. Köpenicker Str. VS.'S?. „Die Wehrkraft des Volkes- eine Frauenfrage." Referent: RcjchsiagSabgeordneter Dr. Oskar ikohn. Gäste willkommen. S3/4 Der Borstanb. ZweigTerein Berlin. Sektion der Kunststemversetzer. Mittwoch, den Äv. März ISIS, abends 8�/2 Uhr, im Gewerkschaftshans, Engelufer 15: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Entwicklung de» Kunftsteinbranche. 2. Lranchenangelegm- Helten. Die Sollegen der Firma«ebr. �rleseeke werden dringend ersucht, zu dieser Bersammlnng zu erscheinen. » Die Sektionsleitnng. Vervesltunx Berlin. Vergolder. Heute Gountag, den 17. März er., vorm. 10 Uhr, im ISeverlfr schaftshans, Engelufer 14/15 sEingang B, Saal IV): Versammlung der Qeriilberer, BronzelcbDff• Hrbelter und Firniffer Berlins. Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage im Beriilberergewerbe. 2. Verschiedenes. Freitag, den SS. März, abends 8'l, Uhr. im«ewerkschaftShause. Engeluscr 14/15(Sani IV): General-Versammlung Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht der OrtSverwaltung. 3. Neuwahl«IneS ArbeilSvermittlcrS. 4. Ersatzwahlen zur OrtSverwaltung und der An- gestellten, b. Anträge und Berbandsangelegenheiten. Mittwoch, den L7. März, abends 8'/, Uhr, Bei«oeker,«eberstr. 17: Kombinierte Versammlung der Ortsverwaltung mit der Kontroll- kommission. 80/12 Bekanntmachung. Gemeinsame Orts-Krankenkasse für Aklnshsf u«d Umgegend. Sir teilen hierdurch mit. daß am Donnerstag, den 28. März er., nachmittags 5>/z Uhr eine Ersatzwahl von 25 Vertretern der Kaffenmit- glieder vorzunehmen ist. Die Wahl erfolgt in drei Gruppen nach örtlichen Bezirken. ») Zur Ableilung l gehören alle diejenigen Kassenmitglieder, welche in Betrieben beschästigt sind, die w Treptow und Baum- fchulenweg liegen. d) Zur Abteilung II gehören alle diejenigen Kasienmitglieder, welche in Betrieben beschästigt sind, die in Nieder-Schüneweide und Johannisthal liegen. 0) Zur Abteilung III gehören alle diejenigen Kasjenmitgliedcr, welch e in den übrigen Orischaslcn des KaffeiibezirlS ihre Beschästignng haben. 6) Berechtigte Kaisenmiiglieder üben ihr Wahlrecht bei derjenigen Wahlableilung aus, in deren Be- zirk sie wohnen, auherdalb de» KaffcnbezirlS wohnende wählen in der ihrer Wohnung am nächsten gelegenen Wahlableilung. Die Wahllokale sind solgende: Abieiiung I: Treptow, Grätzstr. 28, Restaurant Kimmcl. Abteilung II: Nieder-Schöneweide, Grünauerstr. 8, Restaur. Kienast. Mieilung III: AdlerShos, Bismarck� sirahe IS, Restaurant Kaul. Stimmabgabe hat in der Zeit von Sl/�-7-/, Uhr stattzufinden. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kassciimiiglieoer, welche großjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Zutritt zu den Wahllokalen und Ausübung deS Stimmrechtes ist nur denen gestattet, die nachweise», daß fi« am Tage der Wahl noch Mitglied der Kasse find, sei es durch ordnungS» mäßig abgestempeltes OuittuugSbuch, durch OuitiungSkarie oder durch Bc scheinigung de» Arbeitgebers. Die Stimmzettel müsse» Vor- und Zunamen sowie Wohnung des zu Wählenden genau bezeichnen. 271/16 Der Borstand. Max Knappe, Vorfitzender. + J. Baer BäÖStr. 2S Prliu!-Allea Herron- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Paletots. Ein LlHtlSS segnungs-Anzüge. Grobes Stafflager; �'|* zur Anfertigung n. Mab Allerbilllgsta, sträng teste Preise. Deutscher Transportarbeiter-Verband Achtangr• Achtung: Orts-Krankenkasse der Handwerker Spandan. General-Versammiung am Montag, den S5. März. abends 8 Itbr, im«Hotel zum Stern-, Tagesordnung: 1. Bericht der RecknmigSlominisfion. Vortrag über die Reichsocrsiche- rungSordnung. Rkitrent: Herr Härtung. 3. DislUlM-n. 4. Ver- jchiedenes. L7l/17 Des- Vos-Wtzsnd. A. Ludewig, Vorsitzender.■- Orts-Krankenkasse der Gewerkschaftshaus. Bezirk Groß-Berli». Engelufer 14/15. KvKtung! Vonbsntls�ollogvnl Mir die nachbenannte» Branchen der Sektion II finde« an den dabei ver« merkten Tagen Branchen-Versammlungen statt: LeitergerUrtbauer, platzarbeiter und Kutfcber.«m souutag, de« 17. Mär». vormittag« 1V Uhr, im Gewerkichaftshaus(Saal S). Engelufer IS. Rollhutfchcr, Begleiter» Btalleute und ßodenarbeiter ans allen«pevitious- detrieben Berlins. Am Sonntag, den 17. Mär» ISIS, vormittag» 10 Uhr, bri Anton Boeker. Weberstr. 17. Packerinnen, l�agerarbeiterinnen aus den Kaffeegefchäften u. Produkten- handlungen, sowie der Zeitungsausträgerinnen an« alle« Zeitung«. fpeditione». Am Montag, den 18. März, abrndö'/,8 Uhr» im Englischen Garten« Alexanderstr. S7c. Kellerarbetter, Arbeiterinnen u. Kutfcber a. d. Großdeftillationen, Mein- u. ßter-Verrandgefcbäften, wie den IWineralwaffer- u. Sfllgf abrihen Berlins und Umgegend. Am Mittwoch, den SV. Mär» ISIS, abends 8'/, Uhr. im Arbeitsnachweissaal. Alte Leipziger Str. 1. Kollegen aus allen ßrauereibetrieben Berlins u. Qmg.«m Mittwoch, den SV. März. abendS 8 Uhr. im GrwertschaftshanS(»aal 1). Engelufer IS. fenfter- und IWeffingputzer. Am Donnerstag, den Sl. Mörz, abend» 6 Uhr. bei Feuerstein. Alte Jatobftr. 7S. IWllllkutfdier. Scbaffner u. Verladearbeiter-«» alle« Betrieben«roh-Beriins. Am Sonnabend, den S3. März, abend» 8 Uhr. im Englischen Garten, Alexanderstr. S7c. Kutfdier, Hrbciter u. Stalleute aus den JVlörtel-, Bau- u. Hrbeitsf ubrwerhs- betrieben lowie Zementlagern Groß-ßerlins.«»««»«>. den S4. Mär». nachmittags» Uhr. im Englischen Garten. Alexanderstr. S7c. ßretterträger, Kutfcber, platzarbeiter v. d. Rolzplätzen Groß-BerUns. Am Sonniag, den S4. März, vormittag» 1« Uhr, im«Snigftädtische» Kasino, Holzmartt- strafte TS. Gefcbäftshutfcber, Cdärchehutfcher, Lagerarbeiter und Arbeiterinnen. Am Sonntag, de»!dl. März, abend« S Uhr, im Englische««arten, Alexanderstr. S7c. Koblenarbeiter und Kutfdrer.«m Sonntag, den»4. Mär», nachmittag» 1«Hr. im Englischen Garten, Alexanderstr. S7c.' JVIehlkutfcber. Am Sonntag, den L4. März. vorm. 1«'/, Uhr, im Englischen Garten(Neiner Saal. 1 Dr.), Alexanderstr. 27c. Möbeltransportarbeiter, Packer und Kutfcber. um Sonntag, den»4. MSr». vormittag« 10 Uhr. im Englischen Garte», Alexanderstr. S7c. Getreide-Bpeicberarbeiter.»m Mittwoch, den S7. März, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. S7c. i fräfekMlfcbcr und Rilfsarbelter.«m Mittwoch, den»7. Mär», abends 8'/, uhr, bei Wegner, Sehdelftr. SV.,. f Die Tagesordnung w allen Versammlungen lautet: 1. Bericht der Delegierten' von der örtlichen Generalversammlung sowie Neuwahl der Delegierten für daS Geschäftsjahr 1912. 2. Der bevorstehende Berbandstag in Breslau und seine Tagesordnung. 3. Vorschläge von Kandidaten zur Wahl der Delegierten nach Breslau. Die Kolleginnen undkKollegen bitten wir, genau aus die angegebenen Dage zu achten, an welchen die Bersammlung sür ihre Branche stattfindet und für guten Besuch derselben Sorse zn tragen. VcrbandSbnch ist mitzubringen und am Eingang deS Saales vorzuzeigen. 62/14 Die SektloosleltiiDf II. J. A,: Albert UtheS, Mamutitte, Seiler ufm. Die flnteiite KeveiÄ-semMliH findet am Mittwoch, den S7. März lvlS. abends 8'/, Uhr, in dev Neue« Philharmonie, Äöpcnicker Straße 9li'ü?. statt. 613b Tagesordnung: 1. KasscnSerichl pro 1911. 2. Bericht der Rfoijoren, 3. Tistuifion über Punkt 1 u. 2. 4. Besprechung resp. Beschlus/tassmig ober Zentralisierung der Orl-z-Kranlsiikasjen Berlins. 5. Etwaige Einträge nach � b2 Abs. 7 des Statuts. 6. Verjchtedenes ia Äatscn- angclygcnb.eiten. Um recht zahlreiches Erscheine» der Vertreter bittet Ter Vvrfland. I. V.: 8. Hsrzer, Georgeniirchflr. öS. Abteilung für Stark* a. Schwach- _ stromanlagen. "Reste"! Oamantiicho, schwarz u. jarhsg Kostdmstotts.iieuekUU'atst., Seide' Sarnmete, Besätze, tuttersloffe' 1 PlDschezuMänteln.fchev-Kammgarne zu K:mb«n-Anzügcn. Konfektion: Paletots Kostüme. RScks, Kmoep-K.onfektion, Äuch gs- diege,ne Maß-Anfertigung. «tets(Selcgenheitskänfe! Paul Karle, Warichauer, tr. 18.[+| + Magerkeit-I- schwindet durch Haute s JTUhr- nnlver„Thilossia". Preisgekrönt Berliu 1904. In 6 Wochen 24 Pfund Urztl. kontrollierte Zunuhme. Gar. nnscbiidL Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Naohnahmespesen extra. H. Haufe, Berlin N., Greifenhagenerstr. 70. Depots in folgenden Apotheken: 1*.'"v i- V*/ u— S. � iV CS 1 �.f--- A.-.. Köpenickerstr. 119, Lernhurger» Straße 3, Pranlrfurter Allee 74. Ro- senthalerstr.öt, Reinickendorferstraße 1. Charlsttanburg; Bismarck- str. 81, Spandau: fotsdamerstr. 40. Gneisen aostraße 10,� 8. Gran, billigste u. beste k . Bezugsquelle lür*" �Jßöbel jeder ff Kassa und Teilzahlung.* 6bst- und Qartenstidte sl Verkauf v. 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Wolfs, Görlitzer Str. 57. Süden. 'Wilh. Boenier, Ritterstr. 15. 'Aurdp Zech. Gitschiner Str. 53. 'Gustav Schmidt, Gräseftr. 68. 'Gustav Lochmann, Wassertorstr.49. Südwesten. Wwe. Lücke, Möckernstraße 116. Nordwesten. 'Richard Kiepert, Zwingliftr. 29. Otto Bornkefset. Waldslr. 39, III. 'Wilhelm Bundschuh, Birkenstr. 48. 'Robert Kern, Stromstr. 25. Richard Schoppan, Wiclesstr. 46,1. 'H. Hagedorn. Emdener Str. 47. »Bösenberg, Rostocker Str. 21. 'Paul Müller, Beusselstr. 28. Julius Löbel, Beusselstr. 62. Norden. 'Wilh. Blauck, Ackersir. 1l9. 'I. Stabrey, GIcimstr. 10. Rudolf Runge, Lnoalidenstr. 20. 'Emil Herforth, Rügen?i Str. 7, Eingang Putbuser Straße. 'Frau Luise Nüst, Soldiner Str. 69. 'Wachsmuth, Freienwalder Str. 9. Schubert, Norweger Str. 4. August Bausdorf, SoldinerStr. 14. 'Deglow, Hochstr. 2a. 'Paul Mazanke, Panlsir. 24 'Hermann Koruestki, BollinerSt. 23 Kempers, Fehrbeliiner Str. 57. 'A.Lindemann, RheinSberg. Str. 37. »Frist Sperber, Ruppincr Str.. 44. 'B. Morist, Bernauer Str. 18. Licbrecht, Wcißcnburger Str. 83. 'Julius Nicke, Saarbrücker Str. 7. 'Wilh. Klein, Müllerstr. 184. 'Paul Opist, Lhnarstr. 2. 'B. Robrahn, GreifenhagenerStr.16. 'Engelhardt, Schönhauser Allee 50a. Hellmann, Schönhauser Allee 40a II. 'Frau Krause. Biesenthaler Str. 9. 'OSkar Klose, ReinickcndorserStr.36. H. Bongardt, Gleimstr. 40. F. Zimmermann, Tresckowstr. 13. 'Kriedemann, Stargarder Str. 74 Paul Ron, Malplaquetstr. 24, I. 'Wilhelm Nüst. Antonstr. 2. 'W. Göppner, Maxstr. 13a. August Schirmer, Jnvalidenstr. 2. 'Louis Hofsmann, Gaudystr. 5. 'Robert Eckert, Kolberger Str. 15. 'Stöbert Grewe, Wicienltr. 19. 'P. Goriwoda, Stolpische Str. 44 'Zlschenbrenner, Schliemannstr. 4. »Ad. Kramer, Schwedtcr Str. 18/19. »Friedrich Schulz, Wiesenitr. 60s. Zllbert Haspel, im Humboldthain. 'AugnstBeutel, BiescnthaIerStr.24. »Eduard Möhl.SchönholzerStr. 11. 'H. Herberg. Gleimstr. 65. »Karl Habersaath, Graunstr. 40. »Gustav Hennig, Koloniestr. 12 9 »W. Pollwist, Schliemannstr. 47. 'A. Kaerger, Prenzlauer Allee 169. »Paul Kueifel, Ackerstr. 131. »Schlössers Nachf.. Gerichfftr. 2. Jakob Götting»LiebenwaIdcr Str. 5. »G. Stahlberg. Dunckerftr. 12. Paul Noack, Schönhauser Allee 56. »Ernst Schulz. Bernauer Str. 2. »Willy Jerre. Swinemünder Str. 55. »Gustav Henze, Stetiiner Str. 61. Otto Braun, Ziuppiner Str. 14. »Rod. Genzkow. Ärtzingstr. 24 »W. Balzer. Ramlerstr. 12. Prager, Rupvker Str. 25 I. Friedr. Berlin, Ackerstr. 130. »Pstng, Reinickendorscr Str. 71. E. Hildebrandt, Rügener Str. 26. »H.JunghanS.ReiinckendorserSt.106 »H. Ziehm, Bernauer Str. 48. »Scminler, Brunnenftr. 103/104 'Schuhmann, Boyenstr. 18. »Zöllner, Stettincr Str. 20. 'Weidner, Hochstr. 48. 'Hübner» Rügcner Str. 18. 'Fröhlich, Reinickendorscr Sir. 87. Marie Tulla, Gleimstr. 53. 'Scheering. Brunnenftr. 90. Schubert, Norweger Str. 4. Nordosten. Marie Klost, Pasisadenstr. 101 P4 B. Locwindorsf, Weinsir. 6 II. W. Eckenbrecht, Höchstcstr. 7 HI. Otto Better, Höchstesir. 32. »Jos. Krobisch, Büschingstr. 20. »MaxPolest, FriedrichsbergerStr. 10 'Jakob Reut, Barnimslr. 42. 'Karl Müller, Rykestr. 38. •31, Dierbach. Dinsstr. 25. 'Th. Beruhöft, Grcisswalder St. 207. »Gustav Pinnex, Tresckowstr. 36. Georg Bürger, Tresckowstr. 38. 'Heinrich Olle, Metzer Str. 22. »Wolter, Marienburger Str. 32. 'Richter, Landsberger Allee 145. »Gustav Wittenberg. Barnimstr. 15. 'M. MoewuS, SScmftr. 29. 'Hugo Wache, Koppenstr. 46. Blauzwtrn, WoldenbergerStr.12 II. 'Galla, Ewinger Str. 44 Zentrum. A. Ehaim, Mnlackftr. 11, 1. »Otto Probst, Linienftr. 25. Vororte. Rod. Hellmer, Adlershof. KarlJancke, AdlerShof, Friedenstr.16. 'Rud. Otto, AdlerShos, Sedanstr. 29. Bcnkert, AdlerShos, BiSmarckstr. 58a. Albert Schumacher, Lichtenberg, Wartenbergftr. 68. 'Friü Ehlert, Britz, Rudower Str. 5. 'H. Trompa. Lichtenberg, Scham« lveberstr. 44. 'Harting, Lichtenberg, RummclS« burger Str. 18. 'Kaiser. Lichtenberg, Möllendorss- siraße 15/17. 'Joh. Bobrowski, RummelSburg, Crossener str. 17. 'Maserkopff, Boxbagen, Weser str. 35. 'Schübe, Rixdors, Wißmannstr. 22/23. »Schulze, Rrrdori, Steinmctzstr. 110. Gustav Becker, Rixdors, Jnnstr. 29. »Alb. Schuster, Rixdors, Fuldasir. 15. I. GanS, Rixdors, Friedelstr. 3 III. »F. Ehlert, Rixdors, Hermamtstr. 226 »Gustav Carl, Rixdors, Prinz- Handjcrh-Str. 59. 'Bortmann, Rixdors, Emser Str. 90. »Klein, Wilmersdorf, Uhlandstr. 128. 'Paul Witt. Steglitz. Düppelstr. 5. 'Rob.Stübuer.Steglitz.Schloßstr. 115 Lehmann, Reinickendors-Ost, Thuuer- slraße 5. »Pieper, Spandau, Metzer Str. 12. 'Frau Ella MooS.Spaudau, Fallen- Hagener Str. 18. »Otto Wilke, Spandau. Birtcnftr. 4. »Wild. Klemmer, Spandau, Schön- walder Str. 82. Max Nölte.Spandau,Schulzenstr.14. 'Durft,Spandau, Pichelsdorser Str.23 Otto Kloose, Spandau, Feldstr. 5. »Wilh. Klei», Tegel. Berlmer Str. 84 »Krüger, Tegel, Beritner Str. 39 pt. Mtlius, Pankow, Berliner Str, 90. »Alb. Janike. Pankow, Mühlcnstr.38. 'Hudosch, Pankow, Kaiser-Friedrich- Straße 74. 'Jaeobi, Weißensee, BerllnerAllee 179 Werner, Weißensec,«edanstr. 19 I. »Hugo JnrgaS, Weißensee. Heiners- dorser str. 55. 'Zirkel, Ripdorf, Jdealpaffage 6. Atorib. Friedrichshagen, Wilhelm- »straße 59. 'H. Herzog, Lichtenberg. Blumen- thalstrage 9. »Nischcwoff.Lichienberg, Mürtelstr. 12 'Neiihoff, Reinickendorf« W., Eich- bornstr. 54. 'Beftöndig. Rem!ckendors-r entatsmtn Iwn-M. Der Dertraucusman».«.«,-d-»-mbmg-- Str. 18/1». „Mi sNur die Krone bürgt für allerbeste üuallM Kronen- Suppen 10 beste uulllltSttigsts ltsusmsnnskost Kronen- voMon Nur echt mit der Krone! Lassen Sie sich keine andere Marke aufreden! wie bekannt feinste ----- Qualität— verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin, gütten Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlm. Druck U. Verlag: Borwärti Luchdruckeret u. LerlogSanstalt Paul Singer u.C<4. Berlin SWT 5. Skilsge dks Jotiüürts" Snlintt KMsdlM Heute Zmlxg Mi FtHtMeckeiM im i>e« deKMe« Ae« m. Die GemelndewaHlbewegung. Friedrichshagen. Heute, Sonntag, den 17. März, Kor- mittags von 11� Uhr bis nachmittags 3%, Uhr, finden für die B. Abteilung die Ergänzungswahlen statt. Die 3. Abteilung wählt in zwei Bezirken. Das Wahllokal für den 1. Bezirk befindet sich im„Restaurant Eiskeller", Friedrichstr. 96/37, und für den 2. Bezirk im Restaurant Conrad, Friedrichstr. 137. Unsere Kandi- daten sind: für den 1. Bezirk Genosse Hermann Grau und für den 2. Bezirk Genosse Fritz Tarnow. Für die 2. Abteilung findet die Wahl über den ganzen Ort am Montag, den 18. März, von nachmittags 5 Uhr bis abends 8 Uhr, im Restaurant Scholz, Friedrichstr. 81, statt. Hier sind gleichfalls zwei Vertreter zu wählen. Unsere Kandidaten sind die Genossen Otto S ch a a l e und Wilhelm Korsing. Da wir uns an der Wahl zur 2. Abteilung das erste Mal be- teiligen, ist es Pflicht eines jeden Genossen, alle für uns in Be- tracht kommenden Wähler noch besonders darauf aufmerksam zu machen. Friedenau. Am Montag, den 18. März, von mit- tag�"�bis 8 Uhr abends, finden für die dritte Klasse die Wah ur Gemeindevertretung statt. Der erste Bezirk, um- fassend alle Strassen nördlich der Wiesbadener und der Schmar- gendorfer Strasse, wählt in der Turnhalle des Gymnasiums am Maybachplatz. Die Kandidaten der Sozialdemokraten und der Demokraten sind: Architekt Beyer, Hausbesitzer, Maurer Ma- r o w s k i, Mieter. Der zweite Bezirk liegt südlich der genannten Strassen, hier ist das Wahllokal Restaurant„Hohenzollern", Handjerystr. 64. Kandidaten sind: Architekt Bredow, Hausbesitzer, Mechaniker Hagen, Mieter, Optiker Pasche, Hausbesitzer. Als Legitimation dient die vom Gemeindevorstand zugestellte Wählerkarte soder Steuerzettel, Militärpapiere). Heute, Sonntag, den 17. Mörz, mittags 12 Uhr: Oeffentliche Wählerversammlung im„Kaiser-Wilhelm-Garten", Rheinstr. 65. Tagesordnung: Die Gcmeindewahlen' am 18. März. Referenten: Gemeindeverordneter Paul Richter, Friedenau, und Architekt Richard Schubert. Freie Aussprache, auch für die Gegner, die Sozialdemokraten und Demokraten den Zutritt zu ihren Versamm- Hungen verweigerten. Männer und Frauen, erscheint in Massen! Groß-Lichtccfelde. Die Gemeindewahl im 2. Bezirk, die Wegen einer Differenz von nur 6 Stimmen, die dem sozialdemokratischen Kandidaten an der Majorität fehlten, eine Stichwahl zur Folge hat, verdient wegen einiger bezeichnender Vorgänge am Schluß des Wahlaktes noch einer Erwähnung. Die Verkündung des WahlrcsultatS verzögerte sich ohne ersichtlichen Grund in ganz erheblichem Masse; dem Leiter der Wohl, Gemeindevorsteher Schulz, schien das Ergebnis sehr unangenehm zu sein, und er gab die Absicht zu erkennen, dasselbe erst am nächsten Tage zu veröffentlichen. Erst auf Drängen unseres im Wahlbureau be- findlichen Genossen Balkow verstand er sich dazu, das Resultat bekanntzugeben. Auf den Vorschlag unseres Beisitzers, die Stich- Wahl an einem Sonntag stattfinden zu lassen, lieh sich der Herr Gemeindevorsteher absolut nicht ein. Er erklärte wörtlich: Es sei in Gross-Lichterfelde nicht Sitte, am Sonntag Wahlen vorzunehmen. Im übrigen würden sich Gemeindevorsteher und Schöffen auch weigern, Sonntags als Wahlvorsteher zu fun- gieren! Mit„Zustimmung" des anderen Beisitzers, eines ab- hängigen Gcmeindebcamten, erfolgte dann die Festsetzung des Stichwahltages auf Mittwoch, den 2 7. März, von 3— 8 Uhr.— Das Verfahren des Gemeindevorstehers erregte unter den an- wesenden Wählern begreiflichen Unwillen. Auch der Hinweis, daß Berlin und fast alle Vororte die Wahlen der 3. Abteilung an einem Sonntag vornehmen lassen, vermochte die Auffassung des Herrn Bürgermeisters a. D. aus Salzwedel nicht zu ändern. Die Drohung, daß an einer Sonntagswahl Gemeindevorsteher und Schöffen sich nicht beteiligen würden, wirkt geradezu erheiternd. Die Wählerschaft würde auf diese Mitwirkung der Herren durchaus verzichten; das zum Wahlleiter nötige Maß geistiger Fähigkeit wird zweifellos in jedem Augenblick und von jedem Wähler aufgebracht werden können. Nur die Landgemeinde- Ordnung belästigt ganz unnötigerweise die Herren von der Ge- mcindcverwaltung mit der Leitung der Wahl, und sie müßten sich im Falle der Weigerung mit den staatlichen Instanzen auscin- andersetzen. Mit der von Herrn Schulz so warm verteidigten „Sitte" ist natürlich der herrschende Klüngel vollkommen einver- standen. Von einer Sonntagswahl fürchtet er die u n b e- dingte RiedorlagiZ und deshalb werden di:e von dieser Seite geschützten Kreise ihrem Herrn Bürgermeister im Geiste dankbar die Hand drücken, daß er sie von der unsittlichen Sonn- tagswahl bewahrt hat. Vor der Niederlage wird er sie aber trotzdem nicht bewahren können, da die Arbeiterklasse am Mittwoch, den 27. März, alles aufbieten wird, den Sieg ihres Kan- didaten zu vollenden. Adlershof. Heute, nachmittags von 12— 3 Uhr, findet für die K. Abteilung im Lokal Lehmgräbner die Gemeindcwahl statt. Mon- lag, deti 18. März, abends von 6— Uhr, wählt in demselben Lokal die 2. Abteilung. Es wird dringend ersucht, rechtzeitig zur Wahl zu gehen. Pankow. Gegen die Wahlen im ersten Bezirk in der dritten Abteilung ist vom bürgerlichen Wahlausschuß Ein- spruch erhoben worden. Ter Einspruch wird damit begründet, daß der Bezirk zu gross begrenzt gewesen und dadurch eine grosse Anzahl Wähler in der Ausübung des Wahlrechts behindert worden i. Nun umfaßt allerdings der Bezirk, in dem unsere Genossen j ch l e r und Fengler mit über 499 Stimmen Mehr- theit(etwa 1139 gegen 729) gewählt worden sind, etwa 4500 Angeschriebene Wähler. Da die Wahl am Sonntag stattfand und es sich um einen heiß unistrittenen Bezirk handelte, war die Wahlbeteiligung während der ganzen Wahlstundcn eine flotte. Daß es dabei für die Wähler nicht ohne einige Unbequemlichkeiten ab- ging, datz die Wähler auch einmal ein wenig Geduld haben muß- ten, versteht sich von selbst. Wenn aber die Bürgerlichen behaup- lern daß die Wähler oft ausserordentlich lange haben warten müssen und dadurch speziell eine gross.. Anzahl bürgerlicher Wäbler zum Verzicht auf ihr Wahlrecht veranlasst wurden, so darf man gespannt sein, welche Beweismitte! für diese Behauptung er- brackü werden. Selbst wenn— was bezweifelt werden muß— liniae besonders bequeme Herrschaften wirklich wieder umgekehrt sein und auf ihr Whlrecht verzichtet haben sollten, so kann von einer Behinderung der Wahl in der Weise, daß dadurch das Wahlresultat beeinflußt worden ist, durchaus nicht die Rede sein. Sowobl die achtstündige Wahldauer wie auch die mehr als ausreichenden Gröbenverhältnisse des Wahllokals garantierten selbst bei der erheblichen Zahl der eingeschriebenen Wähler eine ordnungsmäßige Abwickelung des Wahlgeschäfts. Die Gemeinde- Vertretung, die über den Einspruch zu befinden hat. dürfte unter Würdigung' dieser Verhältnisse demselben keine Folge geben und die Wahlen für gültig erklären. Larlshorft. Tie Gemeindewahl für unseren Ortsteil findet am So nn tag."den 2 4. März, von 12—6 Uhr statt. Das Wahllokal befindet sich im Restaurant„Fürstenhaus". Jnh. Schalk. Trcskowallee 93. Kablow. Dienstag, den 19. März, findet für Kablow und Kablower Ziegelei nachmittags von 1 bis 3 Uhr die Ge- meindevertreterwahl der 3. Klasse statt. Der sozialdemokratische Kandidat ist der Maschinist Genosse Wilhelm B a s ch i n. Tue ein jeder Parteigenosse seine Pflicht, damit der Sieg unser ist. Bruchmühle. Ein seltsames Verhalten legte bei der Gemeinde- wähl der hiesige Wahlvorsteher an den Tag. Nachdem die beiden Beisitzer gewählt und schon einige Wühler ihr Wahlrecht ausgeübt hatten, kam auch eine Vollmacht zur Abgabe. Diese Vollmacht war mit dem gesetzlichen Steuerstempel nicht versehen und wurde von den beiden Beisitzern zurückgewiesen. Der Wahlvorsteher be- hauptete, daß ihm allein das Bestimmungsrecht hierüber zustehe. Um allem Streit aus dem Wege zu gehen, beantragten die beiden Beisitzer, datz der Wahlvorstand darüber abstimmen sollte; auch das ließ der" Wahlvorsteher nicht zu und hob kurzerhand den ganzen Wahlakt auf, trotzdem die beiden Beisitzer ihn auf das Ungesetzliche aufmerksam machten. Ueber das ungehörige Vor- gehen des Wahlvorstehers ist eine Beschwerde an den Landrat ein- gereicht. Wer entschädigt nun die Wähler für die unnötigerweise versäumte Zeit? Für unsere Genossen besteht die Pflicht, trotz- dem mit ganzer Kraft für die neue Wahl zu agitieren, damit es uns gelingt, unserem Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Niederschöneweide. Die Gemeindewahl der 3. Abteilung findet am Dienstag, den 19. März, von nachmittags 2 Uhr bis abends 9 Uhr, in der Schulaula, Berliner Strasse, statt. Da ein Nichtangesessener zur Wahl steht, ist es Pflicht eines. jeden Wählers, sein Wahlrecht auszuüben, damit wir endlich in der Lage sind, einen Vertreter der Sozialdemokratie in das Orts- Parlament zu senden. Der 5dandidat der Sozialdemokratie ist Restaurateur Paul Bengsch, Britzer Strasse 191. Borsigwalde. Bei der Gemeindevertrcterersatzwahl, die am Sonnabend abend stattfand, wurde der sozialdemokratische Kan- didat, Lagerhalter Genosse Karl Liebelt, mit 359 Stimmen gewählt. Der bürgerliche Kandidat, Photograph Dittmann, brachte es nur auf 57 Stimmen. Wahlergebnisse. Tempclhof. Bei der am Mittwoch stattgefundenen Gemeinde- Vertreterwahl für die 3. Klasse im 1. Bezirk, dem vornehmsten Be- zirk Tempelhofs, siegte der Kandidat der Sozialdemokratie. Nach diesem Resultat müssen unsere Gegner die Hoffnung schwinden lassen, für die 3. Klasse jemals einen Kandidaten durchzubringen. Das genaue Resultat war folgendes: Sozialdemokratie 212, bürgerliche Parteien zusammen 182 Stimmen. Genosse W a n z- lick eroberte das Mandat mit 39 Stimmen Mehrheit. Von 15 Gemeindevertretern sind jetzt 4 Sozialdemokraten. Partei-)Zngelegenkeiten. Zur Lokalliste! Im vierten Kreise steht uns das Lokal von Otto Lind- städt sSaal und Garten). Landsberger Allee 156, zu den bekannte» Bedingungen zur Verfügung. Das Lokal.Luisen st adt-Kasino", Oranienstr. 189, hat den Besitzer gewechselt. Der neue Inhaber gibt sein Lokal nicht her, es ist demnach von der Liste zu streichen. In Neu-Zittau(T.-B.) hat das Lokal„Zum Patzenhofer", Hauptstr. 87, den Besitzer gewechselt. Der neue Inhaber, Herr Plietz, stellt dasselbe nach wie vor zur Verfügung. In Köpenick hat Herr Janins daS„GesellschaftShanS", Grünauer Str. 31, übernommen. Es steht uns nach wie vor zur Verfügung. In Müggelheim ist der.Gasthof zum alten Krug', Jnh. Otto Schaefer, Dorfstr. 1, frei. In W e r d e r a. d. H a v e l hat ein Besitzwechsel des Lokals „Schwarzer Adler" stattgefunden. Der neue Inhaber, Herr Karl Meinert, stellt uns das Lokal nach wie vor zur Verfügung. _ Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis. M ä r z f e i e r der 5. Abteilung heute, Sonnlag, den 17. März, abends 6 Uhr, in der„Anhalter Ressource", Möckernstr. 114. Sechster Wahlkreis. Zu dem am Mittwoch, den 29. März cr.. abends 8 Uhr, in der Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11, stattfindenden Künsllerabend sind noch Billetts a 29 Pf. zu haben bei Kriedemann, Stargarder Str. 74; Dobrohlaw, Schliemannstr. 39; Baumann. Rheinsberger Str. 67; und im WahlvereinSbureau, Neue Hochstr. 23. Charlottenburg. Heute früh 8 Uhr: Fluablattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Kein Genosse darf fehlen. Rieder-Schöneweide. Montag, den 18. März, abends 3Vz Uhr: Oeffentliche Gcmeindewählerversammlung im Wirtshaus „Loreley", Berliner Str. 191. Tagesordnung: 1. Die Gemeinde« wählen und die Forderung der Sozialdemokratie. Referent: Reichstagsabgeordneter Wilhelm Stolle. 2. Diskussion. Der Vorstand. Obcr-Schöneweide. Heute findet die Handzettelverteilung zu der am Montag, den 18. März, abends S1� Uhr, in M ö r n e r s Blumengarten stattfindenden öffentlichen Versamm- lung statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Redakteurs D ä u m i g über das Thema:„Von 1843—1912". Zahlreichen Be- such ertvanet Die Bezirksleitung. Pankow. Am Dienstag/ den 19. März, abends 8>/z Uhr, im „Pankgrafen", Schlossstr. 6: Oeffentliche Versammlung. Wirersuchen, für guten Besuch zu agitieren. Sozialdemokratischer Wahlvcrcin Trcptow-Baumschulcnwcg. DienS- tag, den 19. d. M., abends 3Vz Uhr: Mitgliederversammlungen des Wahlvcreins. Abteilung l in Serpentins Festsälen, Baumschulen- strasse 78; Abteilung II im Sport-Restaurant, Elscnstr. 115/116. Tagesordnung: Bericht von der Kreis-, sowie Verbandsgeneral- Versammlungen, Gemeindewahlcn, BereinSangelegenheiten und Ver- schicdencs. Der Vorstand. Teltow. Am Mittwoch, den 29. d. MtS.. abends 8'/g Uhr, im Lokal von W. Bonow: Regelmässige Mitgliederversammlung des ?!ohlvereiiis. Tagesordnung: Bericht von der Kreis-Generalversamm- lung und Verbandeversammlung Gross-Berlins. Stellungnahme zur diesjährigen Maifeier. Der Vorstand. Reinickendorf- West. Dienstag, den 19. März, abends 8>/z Uhr. in Gördes Waldschlößchen, Eichborn-, Ecke Waldstrasse: Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder; 2. Bericht von der Kreis- und VerbandSgeneralversamm- lung; 3. Vereinsangelegenheiten; 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Bezirksleitung. Wcißcnsce. Eine Märzfeier veranstaltet am heutigen Sonntag der BildungsauSschnss in der Gemeindeturnhalle, PistoriuSstr. 22/23. Mitwirkende; Frl. Frieda Kuschner(Gesang), Herr Fritz Remde lRezitationcn). Herr Schriftsteller Rausch(Festrede). Ferner der Männerchor, unter Leitung seines Chormeisters Herrn Tobias. Am Flügel: Herr Tobias. Der Beginn der Veranstaltung ist auf 6 Uhr abends festgesetzt. Eintrittskarten a 49 Pf. find noch bei den Be- zirlsführern und an der Abendkasse zu habe». Tegel. Am Montag, den 13. März, abends 7 Uhr: Flugblatt» Verbreitung von den bekannten Bezirkslokalen aus. Zossen. Am Donnerstag, den 21. März, abends N/z Uhr: Wahlvereinsversammlung im Lokal von Kurzner. Tages- ordnung: Bericht von der Kreis- und Generalversammlung von Gross-Berlin.— Maifeier. Johannisthal. Dienstag, den 19. März, abends 3 Uhr, bei Senflleben, Friedrichstrasse 48: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung; 1.„Die Befreiung der Frau durch den Sozialismus." Referentin: Frida Schulte-Neukölln. 2. Bericht von der Kreis-Generalversammlung. 3. Bericht von der General- Versammlung Gross-Berlins. 4. Vereinsangelegenheiten. Königs-Wustcrhausen. Heute Sonntag, nachmittag? 3 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokal der Witwe Wedhorn, Altes Schützenbaus. Tagesordnung: 1.„Das neue Einkommensteuergesetz, eine indirekte Verteuerung der Lebensmittel." Referent: Genosse Fr. Etz korn- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Königs- Wusterhausen. Am Dienstag, den 19. März, abends 8 Uhr: Oeffentliche Gemeindewählerversammlung im Lokale der Wwe. Wedhorn. Tagesordnung: Die bevorstehenden Gemeinde- Wahlen und die bisherige Vertretung im Gemeindeparlament unseres Ortes; Aufstellung des Kandidaten. Zu dieser Versammlung am Montagabend 7'/2 Uhr: Flugblattverbreitung vom Genossen Heidrich aus. Die Parteigeizossen werden ersucht, eine rege Propaganda für diese Versammlung zu entfalten. Der Vorstand. Wilhelmsruh-Nieder-Schönhaufen-West. Dienstag, den 19. März, abends 8>/z Uhr. bei Milbrodt. Kronprinzenstr. 15: Mitgliederver- sammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Be- richt von der Kreis- und Verbandsgeneralversammlung. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. berliner I�acbricbten. Um den Zweckvcrband Grost-Berlin wurde am Freitag weitergestritten in einer dritten Ver- sammlung, die der„Propagandaausschuss für Groß» Berlin" nach der„Neuen Philharmonie"(Köpenicker Straße) einberufen hatte. Bevor hier die Diskussion fortgesetzt wurde, die in der Versammlung vom Sonntag abgebrochen worden war, hielt Dr. Hegemann einen Vortrag über die bauliche E n t- Wickelung Berlins. Er zeigte ihre heillose Ver« pfuschung, die in Berlins Festungszeit begonnen und in unserem Zeitalter des Bodenwuchers ihren Gipfel erreicht habe. Was in Berlin gesündigt worden sei, müsse und könne in Groß-Berlin der Zweckverband verhüten. Von ihm er» warte man eine Umkehr zu einer vernünftigen Woh- n u n g s p o l i t i k, die in einer umsichtigen Ver- kehrspolitik und einer weitherzigen Park- p o l i t ik ihre Ergänzung finden müsse. Beredter als die Worte waren die den Vortrag begleitenden Lichtbilder, durch deren manchmal recht drastische Wirkung die Darlegungen Hegemanns über die in Berlin übliche Bebauungsweise, über die skandalösen Wohnungszustände, über die Dürftigkeit der Spielplatzversorgung unterstützt wurden. Schon während des Vortrages, dem die Mehrheit der Zuhörer unter lebhaften Zustimmungskundgebungen folgte, machten die wieder in beträchtlicher Zahl anwesenden Haus- b e s i tz e r sich durch ihre Proteste bemerkbar. Während der Diskussion kam es dann infolge der zunehmenden A u f g e- r e g t h e i t dieser Herrschaften zeitweise zu stürmischen! Szenen, so daß der Versammlungsleiter-Landtagsabgeordnetev Hirsch immer wieder die Hitzköpfe beruhigen mußte. Der erste Diskussionsredner Albert K o h n, der Leiter der Berliner Ortskrankenkasse für Kaufleute usw., zeigte in sehr beachtenswerten Ausführungen den Einfluß derWohnungsfürsorgeaufdieVolksgesund- h e i t, an deren Förderung mitzuarbeiten die Krankenkassen berufen seien. Eine kräftige Antwort gab Kohn den Haus- bcsitzern, die durch diese ganze, den Zweckverband an sein«! Pflicht mahnende Bewegung sofort ihre Interessen verletzt wähnen. Die weitere Diskussion bracht« nicht viel Neues. Dr. Kuczynski, Direktor des Statistischen Amtes Schöne- berg, wiederholte die schon bekannten Angaben über das Wohnungselend in Groß-Berlin. Unverständlich sei die Erregung der Hausbesitzer, die man ja gar nicht für die der Terrainspekulation zur Last zu legenden Mißstände verantwortlich machen wolle. Zum Worte kamen aus der langen Reihe der gemeldeten Redner nur noch einige, darunter als forscher Vertreter der Hausagrarier ein Reichs- bankkalkulatur Ladendorff. Ihn begrüßten die Seinen im voraus mit freudigem Applaus, bei den NichtHausbesitzern aber rief er manchen Sturm der Entrüstung hervor durch seine echt hausagrarischen Ausführungen, in denen er auch mit Vorwürfen gegen diezur Mietewohnends Bevölkerung, besonders gegen die Min de r- bemittelten, nicht kargte. Amüsant war sein groß- wütiger Verzicht auf das Hausbesitzerprivileg in Gemeinde- Vertretungen; er fügte nämlich in demselben Atemzuge hinzu: „Wählen Sie nur solche Leute, die ein Verständnis für den Hansbesitz haben!" Nachher antwortete ihm ein Herr Z a s k e, der den Angriffen der Hausbesitzer auf die Minderbemittelten eine derbe Abfertigung zuteil werden ließ. Er wies auch den Unfug zurück, den die Hausbesitzer, um die Schuld der Wohnungsverteucrung auf die Arbeiter selber abzuwälzen, mit den„hohen Bauarbeiterlöhnen" treiben. Letzter Redner wurde für diesmal ein Oberingenieur Stegemann. Die Hoffnungen, die e r auf den Zweckver- band setzt, gipfelten in dem wunderlichen Schluß:„Wenn wir das alles erreichen, dann wird auch den Arbeitern ein Grund zur Unzufriedenheit entzogen und dann werden sie nicht mehr so zur sozialdemokra- tischen Partei gehen." Inzwischen war es i/gl Uhr nachts geworden, und noch standen ein halbes Dutzend Redelustige auf der Liste. Nachdem ein Antrag auf Schluß der Debatte abgelehnt worden war, beschloß man, nochmals zu vertagen. Zu einer Ab- stimmung über eine vom Baumeister Langen vorgelegte Re- solution, die zu weiterer Agitation aufforderte, kam es nicht. Auch das Schlußwort mußte selbstverständlich aufgeschoben werden; der hierfür in Aussicht genommene Reichstags- abgeordnete Südekum hatte übrigens wegen Behinderung abgesagt. Zur Vckämpfung der Schunblcktüre hat der Verlag von Reclam, Leipzig, Bücherautomaten herstellen lassen, deren jeder zwölf verschiedene aus den 5000 Nummern der Sammlung ausgewählte Hefte enthält. Das erste Tausend dieser von der Deutschen Post- und Eisenbahn-Verkehrswerke A.-G. ausgeführten Automaten ist �eht fcrtiMstcllt. Man sieht in dem vornehm ausgestatteten Schau- venstcr des Apparates die 12 Bände mit Inhaltsangabe usw. zur AinSwahl nebeneinander liegen. Von jeder Sorte enthält der Automat 8 Stück, im ganzen also 9 6 Hefte. Die einzelnen Stapel sind numeriert und nach Einstellung der betr. Nummer und Einwurf von 26 Pf. kann der gewünschte Band entnommen werden. Die Büchcrautomaten werden gegen billige Miete an Bucbhandlungen abgegeben, die sie mit entsprechenden Füllungen in Tbcatern, Schulen, KranÄnchäusern, Kasernen, auf Bahnhöfen und Schiffen usw. aufstellen. Tie Einschulung der ungelernten Arbeiter in die Pflichtfort- bildungsschule wird nach Beschlüssen der Deputation für die städtischen Fach- und Fortbildungsschulen in Berlin nach folgen- den neuen Grundsätzen erfolgen: 1. Die Einschulung der in Berlin wohnhasten ungelernten Arbeiter erfolgt grundsätzlich in dem Bezirk, in welchem die Wohnung des Schülers belegen ist. 2. Die in� einem Vorort wohnenden Schüler werden, für jeden Vorort geschlossen, einem bestimmten Bezirk überwiesen. 3. Die Melde- Pflicht der Arbeitgeber ändert sich nicht. Die Anmeldung erfolgt nach wie vor in demjenigen Bezirk, in dem die Geschäftsstelle des Arbeitgebers belegen ist. 4. Im Laufe eines Schuljahres findet eine Umschulung, auch beim Wohnungswechsel, nicht statt. Diese Bestimmung gilt auch für Lehrlinge, mit der Maßgabe, daß eine Umschulung, falls erforderlich, nur beim Ucbertritt in einen anderen Beruf erfolgt. S. Die Unterrichtsstunden dürfen nicht nach 7 Uhr abends liegen. 6. Die Durchführung der Grundsätze beginnt am 1. April 1912 mit dem dann zur Einschulung kommen- den Jahrgang und wird von Halbjahr zu Halbjahr fortgesetzt. Der Beschluß unter Str. 5 kommt vom 1. April dieses Jahres ab sogleich hei allen Klassen für ungelernt« Arbeiter zur Durch- führung. Auch die jugendlichen Stratzenreiniger sollen demnächst die Pflichtfortbildungsschulen besuchen. Tie königliche Bestätigung der Wahl Ses TtabtkSmmererS Dr. Steiniger zum Verbandsdirektor von Groß-Berlin ist gestern im Berliner Rathause eingetroffen, und es wird nunmehr die öffentliche Ausschreibung der Stelle des Stadtkämmerers von Berlin durch den Stadtvcrordnetenvorstcher Michclet erfolgen. Eine Sitzung des VcrbaiidSauSschusscs für den Zweckverband fand gestern im Magistratssitzungssaale des Berliner Rathauses statt. Der Oberbürgermeister Kirschncr vereidigte diejenigen Mit- glieder des Ausschusses, die bisher noch keinen Diensteid geleistet haben. Sodann wurden interne geschäftliche Vorgänge, die lns zum O April erledigt werden müssen, beraten. Es drehte sich dabei in der Hauptsache um die Bildung von Bureaus, Anstellung der Be- amtcn und um die Frage, wo später di« Verbandsvcrsammlungcn stattfinden sollen. „Die Ehronik von Palästina� oder„auf Empfehlung des Herrn Pastors" Unter dieser Devise wird seit einiger Zeit von einem„Reisenden" oder Abonnentensammler ein umfangreicher Schwindel beirieben, dem namentlich Frauen aus dem kleinen Be- amten. und Handwerkerstande zu Tausenden zum Opfer gefallen sind. Der Reisende, der eine hiesige Buchhandlung in der Horn- strastr vertritt, bietet seinen Opfern mit außerordentlicher Zungen- � Abonnement aus illustrierte kirchliche Chroniken und Bucher an. Der Verkäufer läßt dabei einfließen, daß ihm die be- treffende Dame vom„Herrn Pastor" warm empfohlen worden sei und uberredet sie schließlich, auf das Werk zu abonnieren, das pro Tag berechnet, nur drei Pfennige kostet. Der Gauner versteht den Frauen die Rechnung derartig aufzumachen, daß dieselben in den Glauben versetzt werden, sie hätten nicht mehr als eine Mark im ganzen zu bezahlen. Er läßt sich dann noch einen Schein unter- schreiben mit den Worten„zu lesen brauchen Sie die Geschichte nicht, ich garantiere Ihnen schon dafür". Die Betörten fallen auch darauf hinein. Der Reisende läßt sich dann eine Mark Anzahlung geben und verschwindet. Am nächsten Tage erscheint der Hausdiener der Firma und präsentiert der erschrockenen Frau unter Uebergabe des Werkes, das höchstens einen Wert von 1— 2 M. Makulatur besitzen dürfte, eine Rechnung über 18 M. Zumeist zahlen die An- geführten nicht. Die Buchhandlung aber klagt, gestützt auf die lln- terschrift der Abonnenten gegen dieselben und gewinnt sämtliche an- gestrengten Prozesse auf Grund des unterschriebenen Scheines. Die Firma ist auf den hiesigen Amtsgerichten derartig bekannt, daß an einem Tage auf jedem der Gerichte drei bis vier Klagen wegen der „Chronik von Palästina" zur Verlmndlung kommen.— Unsere Leser oder Leserinnen haben hoffentlich kein Interesse für die„Chronik von Palästina" und lassen die Reisenden gehörig abfallen. Der Messerstecher Paul Binder aus der Reichenbergcrstr. 124 Krnrde gestern vormittag 9 Ubr aus dem Untersuchungsgefängnis nach dem Leichenschauhause gebracht. Dort wurde in seinem Bei- sein die Leiche des von ihm erstochenen 22 Jahre alten Schneider- gesellen Heinrich Barschen aus der Falckensteinstr. 21 obduziert. Wie wir berichteten, geriet Barschen mit Binder am vergangenen Diens- tag wegen zwei Mädchen in eine AuseinandcrsctzunK die später ein schreckliches Ende nehmen sollte. Als Barschen mit seinen Freunden und den Mädchen die Köpenicker Straße hinunterging, folgte ihnen Binder unbemerkt und fiel plötzlich an der Ecke der Mantcuffclstraße über Barschen her. In dem Handgemenge zog er ein Messer aus der Tasche und stieß es seinen: Gegner in das Herz, so daß er blutüberströmt zu Doden sank. Im Krankenhaus Bethanien, wohin seine Freunde den �Schwerverwundeten brachten, starb dieser bald nach seiner Einlieferung. Die Obduktion ergab, daß Binder den Stich mit großer Wucht und Roheit ausgeführt hat, so daß daö Messer Herz und Lunge durchbohrte und eine große klaffende, unbedingt tödliche Wunde zurückließ. Binder behauptet, in der Notwehr gehandelt zn haben. Davon kann nach Zeugen- aussagen jedoch keine Rede sein. Nach der Obduktion wurde er wieder dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Nach Unterschlagung von ungefähr 39 999 M. ist seit Donnerstag der 42 Jahre alte Bureauvorsteher Georg Conrad aus der Regens- burger Straße 6a verschwunden.'Conrad war seit vier Jahren bei dem Rechtsanwalt und Notar Aehnelt in der Charlottenstratze 92 angestellt und genoß dessen volles Vertrauen, weil er ein an- sprechendes Wesen hatte und seinen Dienst stets pünktlich versah. Am Donnerstag meldete er sich plötzlich krank und blieb aus dem Bureau weg. Am Freitag erhielt der Notar einen Brief von ihm, indem er ihm mitteilte, daß er gegen 6M0 M. unter- schlagen, und, weil er den Betrag-nicht decken könne, seine Familie im Stich gelassen habe und ins Ausland geflohen sei. Als man jetzt die Bücher und die Kasse genauer prüfte, ergab sich, soweit sich Rs jetzt feststellen ließ, ein Fehlbetrag von 20—39 900 M. Der Ungetreue hatte Stcmpclgcbühren, die von Vertragschließenden eingezahlt worden, waren, in seine Tasche gesteckt und die Urkunden nicht gcstempclt. Diese Machenschaficn reichen bis in das Jahr 1910 zurück. Erst jetzt kam heraus, daß Conrad auf großem Fuße gelebt und das veruntreute Geld auf der Rennbahn verloren und zur Bestreitung seiner noblen Passionen verbraucht hatte. Der Flüch- tige wurde vor vier Jahren von seiner ersten Frau geschieden und fand diese mit einer cininaligen Zahlung von 3000 M. ab. Er schloß dann ein Jahr später e,ne zweite Ehe. aus der zwei Kinder hervorgingen. Außer seiner Wobnung in der Regensburger Straße besaß er in Waldsiewersdorf in oer märkischen'Schweiz ein Villen- grundstück. Conrad wird jetzt von der Staatsamraltschaft gesucht. Er ist 1,70 bis 1,73 Meter groß, hat graumeliertes Haar und einen schwarzen, kurz geschnittenen Schnurrbart und trägt einen Kneifer. Wegen des NaubmordnnschlagrS auf den Chauffeur Grund- mann wurden gestern zwei junge Männer von der Polizei fcstgcnom- men, weil sie sich verdächtig gemacht hatten und in ihrem Aussehen mit der Personalbeschreibung, die Zeugen gegeben hatten, ziemlich übereinstimmten. Eine Gcgenübcrstöllurtg des derlehicn Grundmann ließ sich im Laufe des gestrigen Nachmittags noch nicht bcwcrt- stelligen. Auch den Leuten, die dt« beiden Räuber gesehen haben, konnten die Verhafteten noch nicht gegenübergestellt werden, weil diese alle in Charlottenburg und Spandau wohnen und noch nicht zu erreichen waren. Die Frage, ob die beiden Festgenommenen die Täter sind, ist also noch ganz offen. Einem der beiden jungen Männer konnte jedoch ein Raubüberfall nachgewiesen werden, den dieser auf einen Karwffelhändler ausgeführt hatte. Mit diesem machten er und ein Komplice am 9. v. M. eine längere Bierreise. Als sie in der Scharnhorststraße in die Nähe der Jnvalidensänle kamen, fielen beide plötzlich über ihren Begleiter her und versuchten diesem sein Portemonnaie, in dem sich 8M M. bares Geld befand, z» entreißen. Der Kartoffelhändler war ihnen aber an Körper- kräften erheblich überlegen, so daß die beiden ohne Beute die Flucht ergreifen mußten. Das Theater Falles Caprice bot seinen Besuchern am Freitag einen überaus lustigen Premierenabend. Gleich drei Novitäten gab'S. G l i n g e r und T a u s s i g, das bewährte Autorenpaar des Linienstraßenthcaters, warteten mit zwei Schwankcinaktern auf: „Der Polizeihund" und„Sein letzter Will e", die in der üblichen, komisch-drastischen Art komponiert waren. Zwischen diese beiden Schwanke war eine einaktige Gesangsposse geschoben: „Das B r o a d w a y- G i r l", Text von Theo Haiton, Musik von Hugo Hirsch; besonders der musikalische Teil dieser recht unterhaltenden Kontorszene hatte viele einschmeichelnden Feinheiten, die es verdienen, ganz besonders anerkannt zu werden. Gespielt wurde in allen drei Stücken flott und derb-komisch, so daß man gar nicht aus dem Lachen herauskam. Alle Schauspieler trugen mit bestem Können zu dem schönen Erfolge bei, besonders genannt seien hier nur die Damen Urban und Schlösser, und die Herren Berts ch, Beckmann, Horowitz und Hartley. TaS Kafmo-Theatrr wartete am Freitag mit einer dreiaktigen Posse:„Die lustige Strohwitwe" auf. Das Produkt enthält zwar einige Witze und Kalauer, über welche das Publikum herzlich lacht und kräflig klatscht, ist aber sonst recht fade und inhaltlos. Be- merkenswert sind mehrere Pieccn aus dem bunten Teil. Auf dem Gebiete der Jongleurkunst leistete Herr Ferry ganz Hervorragendes. In der Vortragskunst zeigten die zwei O r m a i S, daß sie geübte Schauspieler siiid, und der Humorist W e st r u m ergötzte durch seine gelungenen Parodien. Dem Zoologischen Garten ist kürzlich von der Offiziersmesse S. M. S.„Berlin" ein junges männliches Wildschwein aus Marokko mitgebracht und geschenkt worden, das sich auf der Reise durch seine Zahmheit und Drolligkeit die Zuneigung der Schiffsbesatzung erworben hat, sich vor einem kleinen Wagen spannen und allerlei Spaße gefallen ließ. Auch hier hat der klchne Afrikaner, der jetzt eine Ableilung des SchweinehauscS bewohnt, seine Gutmütigkeit und Zutraulichkeit bewahrt. Wer ist der Tote? In der Brückenallee im Tiergarten wurde gestern die Leiche eines Mannes aufgefunden, dessen Persönlichkeit sich nicht feststellen ließ. In seinen Taschen fand man Papiere auf den Namen eines Invaliden Wilhelm Slcindorf. Die Wohnung eines Mannes dieses Namens ließ sich jedoch nicht ermitteln. Es ist auch nicht bestimmt, daß die Papiere dem Manne gehören. Die Leiche wurde»ach dem Schauhause gebracht. Vorort- l�admcbteit. Lichtenberg. Stadtvcrorbnetensitzung. Unter Geschäftlichem gab der Vor- sicher Kenntnis von einem Schreiben des Magistrats, worin mit- geteilt wird, daß der Magistrat dem Beschluß der Stadtverordneten betreffend Teuerungszulage nicht beigetreten ist, desgleichen auch nicht dem Beschlüsse, 12 0M M. als Unterstützung an solche Be- dürftige zu verteilen, welche Armenuntcrstützung nicht erhalten. Genosse Brühl ersuchte den Magistrat um Auskunft, ob darauf zu rechnen sei, daß vom Magistrat nunmehr eine besondere Teue- rungSvorlage gemacht werde, da angeblich die bereits angenommene den Personcnkreis der zu Unterstützenden zu weit ziehe. Ferner wies unser Genosse darauf hin, daß es gerade die Herren Bürger- lichen waren, welche seinerzeit die Magistratsvorlage zu Fall ge- bracht haben, um alsdann den Beschluß betreffend Verteilung von 12 900 M. zu fassen, dessen Durchführung selbst den bürgerlichen Herren in der Teuerungskommission unklar war.— Ter Magistrat hielt eS für geraten, keine Antwort zu geben. Alsdann wurde vom Oberbürgermeister Ziethen der Etat kurz erläutert und eingebracht. Er wicS darauf hin. daß das Gesetz über die Eingemeindung jedenfalls erst Mitte Mai zur Verabschiedung gelangen dürfte, infolgedessen machte sich die Aufstellung eines ge- sonderten EtatS sowohl für Lichtenberg. als auch für Rummclsburg notwendig. In Einnahme und Ausgabe schließt der Etat mit 13 567 500 M., mithin gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 404 400 M. Die vom Magistrat borgeschlagenen 110 Proz. Zu- schlag zur Einkommensteuer seien jedoch nur unter der Voraus- setzung eingebracht worden, daß auch die übrigen Gemeinden Groß. Berlins sich dem anschließen würden. Wie aus der Presse erficht- lich, seien jedoch fast überall die 10 Proz. Erhöhung abgelehnt, so daß nun wohl auch Lichtenberg bei 100 Proz. bleiben müsse.— In der Generaldiskussion wies Herr Schachtel darauf hin, wie wenig Neues im Etat vorhanden sei. Für die im Etat vorgesehenen Abänderungen sei es notwendig gewesen, besondere Vorlagen zu machen. Ter von verschiedenen Seiten gewünschte Einheitspreis für Gas bedeute bei 13 Ps. pro Kubikmeter einen Verlust von 67 000 Mark. Es wäre wünschenswert gewesen, daß auch der Rummels- burger Etat den Stadtverordneten vorgelegen hätte, zum min- besten sei es notwendig,.denselben noch der zu wählenden Etats- ko», Mission zuzustellen. Von unseren Genossen unterzog Genosse Grauer den Etat einer eingehenden Kritik. Er hätte gewünscht. daß der Etat den Stadtverordneten früher zugestellt werde zwecks besserer Orientierung. Der unter Titel Wohlfahrtseinrichtungen untergebrachte Polizeikostenbeitrag sei wiederum um 10 000 M. erhöht, so daß Lichtenberg jetzt 160 000 M. für eine Institution zahle, auf die es keinerlei Einfluß habe. In welcher Weise heute die Polizei verwendet werde, zeige sich recht eklatant bei den Verfolgungen der Jugendveranstaltungen am hiesigen Orte, aber auch die Entsendung von Poliz«i nach dem Ruhrgebiet veran- 'chauliche recht kratz die Aufgaben der Polizei. Seit Jahren würde von den sozialdemokratischen Vertretern eine Volksbadeanstalt ge- fordert, bis heute sei jedoch nichss getan worden. Weiter müsse eS Verwunderung erregen, daß die auf Grund von Verträgen auf die Unternehmer entfallenden Konventionalstrafen bei nicht recht- zeitiger Lieferung usw. willkürlich vom Magistrat den Betreffenden erlassen worden sind. Desgleichen sei es endlich an der Heil, daß das bisher vom Magistrat den Beamten gegenüber gezeigte, wenn auch minimale, so doch immerhin vorhandene Wohlwollen auch auf die Arbeiter übertragen werde. Herr Bürger- meistcr Ziethen erklärte, daß, nachdem die Stadtverordneten einen Bau beschlossen haben, es n u r Sache des Magistrats sei, alle die Maßnahmen zu treffen, welche biö zur Fertigstellung crforder- lich seien. Hierunter fallen dann auch die Konventionalstrafen. Diese zweifellos unhaltbare Auffassung de? Magistrats wurde auch von dem Führer der Bürgerlichen, Herrn Rechtsanwalt Schachtel, als vollständig unzulässig anerkannt. In seinen weiteren AuS- iührungen jedoch hielt er es für notwendig, wiederum feine ar- beiterfeindliche Gesinnung zu dokumentieren. Nachdem er darauf hingewiesen hatte, daß an dem von Genossen Grauer gerügten Mißstande, den Arbeiterturnern d'e städtischen �Turnhallen zu ver- weigern, er und seine Freunde keine Schuld hätten, da die Regie- rung dies nicht genehmige, glaubte er hinzufügen zu müssen, daß auch er allerdings der Auffassung fei, daß die Arbeiter das Turnen mit als Vorwand benutzen, um dabei für die Sozialdemokratie An- Hänger zu werben. Diesem echt scharfmacherischen Bekenntnisse gegenüber betonte Genosse Grauer, daß für solche in Staats- anwaltskreifen über die Arbciter-Sportvereinc bestehenden Auf- ässungen noch nicht der Schatten eines Beweises erbracht fei Und wenn darauf hingewiesen würde� daß die Gerichte schon oeshalb verurteilt haben, damit noch lange nicht bewiesen sei. daß Politik in diesen Vereinen getrieben würde. Genosse Düwell beleuchtete den Etat von der finanztechnischen Seite. Auch aus dem diesjährigen Etat sei ersichtlich, daß der Ueberschuß der städtischen Werke erst wieder den Ausgleich zwischen Einnahme und Ausgabe ermögliche. Dringend notwendig jedoch und ein berechtigtes Verlangen der Bürgerschaft sei eS, bei den hohen Ueberschüssen der Werke endlich den Einheitspreis für Gas einzuführen und denselben auf höchstens 13 Pf. pro Kubikmeter festzusetzen. Für soziale Aufgaben sei so gut wie nichts vorgesehen. Gerade in Lichtenberg, daS an der Spitze der Städte marschiere, die die größte Säuglingssterblichkeit aufweisen, fei e2_ dringend notwendig, Maßnahmen für einen durchgreifenden Säuglingsschutz zu treffen. Die im Etat mit 55 000 M. eingesetzte Biersteuer sei als eine direkt einseitig wirkend« abzuschaffen, desgleichen sei die von Herrn Schachtel angeregt« Besteuerung der Kinos abzulehnen. Herr Dr. B o k o f« e r bestrith daß Lichtenberg in der Säuglingssterblichkeit an erster Stelle stehe, er versucht weiter nachzuweisen, daß alle die günstigen Resultate, welche durch Säuglingsfürsorge erzielt seien, dadurch vernichtet würden, daß alsdann die Sterblichkeit unter den Kindern im Alter von 2— 5 Jahre wieder zunehme. Genosse Düwell wies darauf hin, daß nach Herrn Bokofzers Ansicht dann allerdings jeder Säug« lingsschutz überflüssig sei, dies sei jedoch durch die unanfechtbare amtliche Statistik längst widerlegt.— Der Etat geht nunmehr ai« die Etatskommission, welcher unsere Genossen Brühl, Düwell, Grauer und Spiekermann angehören.— Die Petitionen der Lehrer und Beamten der Stadt betreffend Ortszulage resp. Gehaltsaufbesserung beantragte Genosse Grauer namen? des Petitionsausschusses der Etatskommission als Material zu über- weisen. Dies wurde jedoch auf Antrag Schachtel abgelehnt und beschlossen, sämtliche Petitionen bis zur Vereinigung mit Rummels« bürg zurückzustellen. Neukölln.(Rixdorf) Der hiesige Stadtrat Dr. G l ü ck S m a n n ist zum ersten Bürger- meister von Guben gewählt worden. In Dr. GlückSman« verliert Neukölln einen der fleißigsten und zugleich tüchtigsten Kommunal« beamlen, der namentlich in seiner früheren Eigenschaft als Verkehre« dezerneni Anerkennenswertes geleistet hat. Allgemeine» Befremden erregte eS deshalb, als kurz vor der Wahl der Delegierten zum Zweckverband Groß-Berlin dieses wichtige Dezernat in andere Hände gelegt wurde. Der Magistrat hat mit RstckflÄt auf die in letzter Zeit gefallenem Marktpreise belchlosien, die Ausgabe von Gutscheinen auf den B eS zug von Kartoffeln bis auf weiteres einzustellen. Charlottenburg. Seefischocrkauf in Charlottcnburg. Die GeschäftSIettuna de» hiesigen Scesischvcrkaufs im städtischen Fleischschauamt, Spreestr. 81, befindet sich seit dem 1. März d. I. in anderen Händen. Außer den bis jetzt geführten Sorten werden auch einige weniger bekannt« Fischsorlcn zum Verkauf kommen; insbesondere werden Fische aus der Nordsee, die zwar etwas höher im Preise sind als Islands« wäre, sich aber dafür durch bessere Qualität auszeichnen, in den Handel gebracht werden. Der Absatz in der Seefischhalle gestaltet sich recht lebhaft. Am vergangenen Freitag waren die gangbarste« Arten bereits frühzeitig ausverkauft. Ein großer Kellrrbrand kam gestern nachmittag kurz nach 3 Uhr in der Potsdamer Str. 10 zum Ausbruch. Die Gefahr war erst bemerkt worden, al� der Hof sich mit dichtem Rauch anfüllte. Bei Ankunft der Charlottenburger Feuerwehr war dann die Berqualmung schon derart stark, daß die Löschmannschaften nur unter Benutzung von Rauchschutzapparaten vordringen konnten. Die Ablöschung, di» mit zwei Rohren ausgeführt wurde, zog sich fast drei Stunden hin. Pflcgrstcllcn für Säuglinge, jedoch nur in Charlottenburg, sucht die Charlottenburger Woisenvcrwaltung. Gewährt wird ein Monat« licheS Pflegegeld von 25 M und Bekleidung, ärztliche Behandlung und Arznei.' Meldungen baldigst an die Geschäftsstelle der Waise»»« verwaliung, Charlottenburg. Kirchhosstraße 9. Hinterhaus, Eri>« geschoß, Zimmer 21(Sprechstunde werktäglich von 12 bis 2 Uhrjt erbeten. Schöneberg. Heute abend veranstaltet derArbeiter-Turnderetn einen Unterhaltungsabend im kleinen Saale des„Schwarzen Adler". Em- tritt frei, Tanz 30 Pf. Sonnabend, den 30. März, findet im selben Lokale eine Epczialitätcnvorstellung zugunsten des Turnstättenfond« statt. Billetts nur i»n Vorverkauf bei den Mitgliedern. Die Turnübungen des Vereins finden von jetzt ab jeden Rontag, Mittwoch und Freitag in Oeffs Fcstjälen statt. Boxhagen- Nummelsburg. Eine init Steinen beschwerte Leiche wurde aus dem RummekS« burger See gelandet. Sämtliche Taschen der Kleidung waren mit Steinen angefüllt. In dem Toten ermittelte man den. 24jährigen Hausdiener Ferdiiiand Heide aus Oberschöneweide. AuS dem ganzen Leichenbefund geht deutlich hervor, daß es fich nur um einen Selbst« mord handeln kann. Die Leiche wurde nach dem RuimnelSburge« Friedhof übergeführt. Kalkberge«RuderSoorf. Dir Rüdersdorf«: Gemeindevertretung beschäfttgte fich in ihrer. letzten Sitzung zunächst mit dem- Voranschlag der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1912. Die Steuerzuschläge für 1912 wurden wi« folgt sestgcicyt: 160 Proz. Einkommeusteuer. 160 Proz. Betrieb«« steucr. 240 Proz. Gewerbesteuer. Die Grundwertsteuer»vurde auf 3>/» Promille deS gemeinen GrundstllckswerteS festgesetzt. Der Gewmtvoranichlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 59 180,82 Mark ab. Nach Genehmigung des EiatS erklärte sich die Vertretung mit der Einverleibung einiger Enklaven in den Gemeindebezirk Erkner einverstanden. Die Gemeinde Erkner zahlt eine Abfindung»« summe in Höhr von 8000 M.— Gegen das Urteil de« Kreis« aussckusscs betreffend Instandhaltung usw. der Herzfelder Straße soll Revision eingelegt werden.— Unter anderem wurde dann»och beschlossen, dem Bürgerverem Rüdersdorf für Reklamelosten iz, Kandidatenproklamierung usw. sür die Gemeindeverlrcterwahl 50 M. zu bewilligen. Arbriterrifik«. Ein Unfall hat fich am Freitagvormittag i» hiesigen fiskalischen Bergwerk zugetragen. Der dort beschäftigte Bergarbeiter Rnich wurde durch herabstürzendes Gestein lebenS« gefährlich verletzt. Der Bedauernsiverte mußte sofort nach den» hiesigen BerbandSkrankenhause geschafft werden. NowaweS. Kausmannsgerichtswahlew Die am Donnerstag stattgefundenen Wahlen der Beisitzer aus dem Kreise der Handlungsgehilfen hatte« folgendes Ergebnis. Auf Liste 1 des Deuischnationalen Handlung»« grhilfenverbandeS entfielen 31, auf Liste 2 des Leipziger Verbandes 50 Sliminen. Tie Liste 3 des Zentralverbandes der Handlung»» gehilfen, der am Orte so gut ivie keine Mitglieder hat, erhielt sechs Stimmen. Gewählt sind demnach au» Liste 1 zioei und aus Liste 2 vier Beisitzer. HoffeNtllch gelingt eS dem Zentralverband, der dies« mal leer ausgehen mußte, durch emsige«gilatton bei spätere» Wahlen Erfolge zu erringen. Spandau. Zur Frage de» Rustwiesenankauf». Die Stellungnahm« der sozialdemokratischen Fraktion der Spandauer Stadtverordnetenversammlung beim Ankauf der.Ruft« wiesen" an der Oberhavel scheint in den Kreisen der hiesigen Parteigenossen die verschiedenartigste Beurteilung gefunden zu haben. Von einem Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion wird uns hierzu geschrieben: TaS fraglich« Terrain(Rustwiesen). zwischen dem Stadtwald und der Oberhavel gelegen. Ist schon seit Jahren Gegenstand der Verhandlung in der Stadtverordnetcnver« sammlung gewesen�. Der schon einmal beschlossene Ankauf der Wiesen wurde einzig au? dem Grunde nicht perfekt, weil den Be- sitzern der gebotene Preis zu niedrig erschien. Die sozialdemo- kratischen Vertreter stimmten damals für den Ankauf der Grund- stücke. Einmal aus prinzipiellen Gründen, wonach die Kommune wenn irgend möglich Grund und Boden erwerben soll, zum andern in der Ucberzeugung, dah nach Fertigstellung deS Großschiffahriskanals Berlin-Stettin die Gelände an der Ober- Havel im Werte wesentlich steigen werden. Ferner liegt es im Interesse der Stadtgemeinde, daß der ausgedehnte Stadtwald Verbindung mit der Wasser st ratze hat. Als nun der Stadt erneut das Angebot gemacht wurde, das fragliche Gelände zu erwerben, lag für die Arbcitervertreter durch- aus kein stichhaltiger Grund vor, ihre Stellung zu ändern. Wir stimmten aus den oben angeführten Gründen wieder für den An- kauf, ebenso wie wir vor 3 Jahren für den Ankauf von„Garten- felde" am Spandaucr Schisfahrtskanal gestimmt haben, wodurch der Stadtkasse zirka Million zugeflossen sind. Aus gleichen Gründen haben wir dem Ankauf des Gutes Wansdorf durch die Stadt unsere Zustimmung gegeben. Wir haben also in der Rustwiesensrage genau denselben Standpunkt eingenommen wie bei allen anderen. Worin soll denn da der prinzipielle Verstotz zu suchen sein? Etwa darin, datz der jetzige Preis mit 7 M. pro Ouadratmeter zu hoch ist? Nun, Berlin hat für die Wuhlheide an den FiskuS 9 M. für den Ouadratmeter gezahlt. Ebenfalls 8 M. hat die Stadt Charlöttenburg beim Ankauf der Spreewiesen gezahlt; beides Grundstücke, die nicht günstiger liegen und nicht ausnutzungsfähiger stnd wie die Spandauer Rustwiesem Aber auch an Spandaucr Grundstücke in ähnlicher Lage gemessen, ist der Preis mit 7 M. kein hoher zu nennen. Vor Jahren zahlte die Stadt Spandau für Wiesengelände an der Unterhavel zur Hafen» erweiterung 8 M. für den Ouadratmeter, am rechten Ufer zu dem- selben Zweck sogar 1b— LS M. Man macht uns den schweren Vorwurf, die Privatinteressen deS Besitzers und anderer Gewerbetreibender durch unsere Ab- stimmung gefördert zu haben. Es wird gesagt:„In der Befürch- tung, datz, wenn Oer Ankauf nicht zustande kommt, der Firma Meyer u. Söhne und mit dieser vielen Handwerkern und Gewerbe- treibenden infolge des Bethgeschen Bankkrachs der Ruin droht, haben wir unsere Zustimmung zum Ankauf des Wiesengeländes gegeben." Ja, sollten wir denn, weil derartige Befürchtungen vorhanden waren, etwa aus diesem Grunde zu einem anderen Entschluß kommen? Wo kommen denn bei derartigen Verkäufen etwa keine Privat- intecessen in Frage? Wollte man das verhindern, dann dürften unsere Genossen in solchen Fällen niemals ihre Zustimmung bei ähnlicher Gelegenheit geben. Wäre cS denn prinzipiell gehandelt, wenn wir jetzt mit einem- mal gegen den Ankauf gestimmt hätten? Blotz aus Furcht, es könnte unsere Stellungnahme autzer der Stadtgcmeinde auch noch einer Anzahl Handwerker und Gewerbetreibender zugute kommen? Wäre eS denn etwas so llnerhörtes und vom Parteistandpunkt aus Verdammungenwürdiges, wenn die Arbeitervertreter bei Ver- tretung der Gemeininteressen auch Verständnis für die Leiden und Sorgen der Mitbürger zeigen, wenn diese auch nicht gerade ihre Wähler sind? Und sicher würde doch bei dem gefürchteten Wirt- schaftlichcn Krach hier am Orte auch die Arbeiterschaft nicht unbe- rührt bleiben Hat nicht die Arbeiterschaft schon genügend be- wiesen, datz sie mit ihren Anschauungen auf einer höheren Warte steht, wenn es sich darum handelt, die Gemeinschaft vor schwerem Schaden zu behüten? Den in der Zuschrift von unserem Genossen angeführten Gründen, die Veranlassung waren, den Ankauf der Rustwiesen gut, zuhcitzen, können wir nur zustimmen. Daß eine solche, ganz im Sinne des sozialdemokratischen Kommunalprogramms einge- nommene Stellung der sozialdemokratischen Stadtverordneten in den Kreisen der Parteigenossen eine kalsche oder gegen unsere in der Stadtverordnetenversammlung sitzenden Genossen gar vor- wurfsvolle Beurteilung auslösen kann, vermögen wir nicht zu be- greifen._ Eine Protestversammlung gegen die Konsumvereinsbesteuerung wurde am Donnerstagabend bei Borchardt, Seeburger Strohe 88, abgehalten. Reichstagsabgeordneter Genosse Peus referierte über „Das neue Einkommensteuergesetz, eine indirekte Verteuerung der Lebensmittel", und fand nm seinen volkstümlichen, zündenden Worten grossen Beifall. ES iit nur zu bedauern, datz die Verfamm- lung so'mätzig besucht war. Eine Diskussion fand nicht statt. Mit einem Hinweise, sich reger als bisher an der Konsumvereinsgenossen- schaft zu beteiligen, wurde die Versammlung geschlossen. Ein Einbruch wurde in der Nacht vom Freitag zum Sonn- abend im Kassenlokal der Allgemeinen Ortskrantenkasse verübt. Die Diebe drangen durch die hinteren Räume ins Kassenlokal und versuchten den Geldschrank zu öffnen, was ihnen aber nicht gelang. Wahrscheinlich sind sie bei ihrer Arbeit gestört«vorden. Bisher ist nichts vennitzt ivorden. KriefKakten der Redahtton. Petersburg 3. Bestimmtes ist uns darüber nicht bekannt, bielleicht wenden Sie sich an den Genoffen S. selbst.— Gewehr 110. Stiftung?- deputation, Poststr. 16.— N. S. 20. Von der Reellität dieser Kasse find wir nicht überzeugt.— K. V. 9. Ist ein Zuchthaus, der Ausdruck Zellen- gesängnis ist nur Nebenbezeichnung.— Ii G. H. AN das städtische Waffen- haus. Alte Jakobstr. 33—35.— M. H. 325. Diese Namen sind unS auch nicht bekannt.—®, D. N. 28. Wenden Sie sich an einen Arzt.— — T. 21. Wegen der nicht länger als Jahr rückständigen Steuerschuld ist unbeschränkie Lohnbcschlagnahme zulässig. Wegen der seit längerer teit fälligen Steuerschuld kann nur die 28,85 M. wöchentlich übersteigende ohnsorderung beschlagnahmt werden.— E.®. 131. 1. Darüber informieren Sie sich bei dem Vorstand Ihrer Gewerkschaft. S. Bestimmie AnwcsenhcitSdauer verlangt das Gesetz nicht. Versuchen Sie es mit einem Antrag beim Polizeipräsidium.'— 50 Eh. 1. Ja. 2. Ilm etwa 4 M,— G. H. 100. Ist eine Gesellschaft unter staatlicher Kontrolle.— E. R. 17. Deren Adressen finden Sie verzeichnet im 2. Bond des Adresibuchs, 4. Teil, Seite 253 unter Lehrinstitute.- Js. D. 77. RetiungSgesellschasi für Wasser- und Sportvereine, Kochstr. 54», I.-— M, St« 50« Nachteiliges ist uns nicht bekannt. lllrbeiter-Damariterbnub. KreiS Brandenburg. Lehrabcnd haben in dieser Woche: Berlin. Montag 1. Abteilung bei Dräsel, Reue Frirdrichstr., ebendS 8'/, Uhr. Lichtenberg. 4. Abteilung bei Pickcnhazen, Scharnweberstr. 60, abends fc'l, Uhr. Mariendors. Montag bei Löwenhagen, Thauffeestr. 27, abends 8'/, Uhr. Neukölln. Jeden 1. und S. Freitag im Monat: Jdealpaffage, Weichscistr. 8, abends 8'/, Uhr. Spandau. Jeden Mittwoch bei Peczilis, Pichelsdorser Straße 5, abends 8 Uhr. N o w a w e S. Jeden Freitag in der Fortbildungsschule, abends 8 Uhr. Schönewcide. Jeden Montagabend 8'/, Uhr, Siemensstr. l2. FriedrichShagen. Jeden Donnerstagabend 8'/, Uhr im Jugend heim, Friedrichstr. 60, 2. Hos. Neue Mitglieder lönncn an den Ledrabenden eintreten. Lese- und DiSkutierklud»Paul Singer« tagt Mttwoch, den 20. März, abends 8'/, Uhr, bei Genoffcn Beck, Samariterstraße 17. Bor. trag. Gäste willkommen. WttterungSüberstcht vom 10. März 1012. Etationen Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M München Wien Setter heiter 6>Regen 3 bedeckt swolkig 4 bedeckt »'bedeckt K-* »II ts» H» —3 — 1 7 0 2 Wetterprognose für Sonntag, den 17. MAr» 1012. Zunächst kühl, ziemlich trübe mit leichten Regensällen und siischm südlichen Winden; später zeitweise heiter und etwa« wärmer. Berliner Wetterbureau. BSasserstandv-Rachrlchte« der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferstand Memel, Ttlfit P r« g e l, Jnste.burg Weichsel, Tdorn Oder, Ratibor » Krossen , Frankfurt Warth», Cchrimm Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz » Dresden , Berby , Magdeburg >)-f bedeutet Wuchs,— Fi und 11'/, Uhr ommitlagS EiSx 412 om. Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandau') . Rathenow Spree, Sprembrrg') , Bceslow W e s t r, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub Köln Neckar, Heiwronn Main, Wertheim Mosel. Trier *) Unterpegel—•) Zwischen 10»/, .---- Wasserstand: am 15. 3 cm 118 88 110 70 105 188 266 396 235 385 101 190 140 seit 14. 3. cm1) —8 0 +l —2 0 —10 —8 —1t —18 —3 —5 —10 fall.— igang.—') Am 16. früh e&isef T&uenfziensfrZO OrÄnienbfrabe>e:34 K9ni�Mrä&HC,.3ir MCdlerötreiboelSd LcipziQeröfr; 65 Heak6lln,Ber<5ötr;r/8 Oranicnot rjitZa f risdeoau, Unser Geschaftsprinzlp:„Größter Umsatz, kleinster Nutzen". 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Das Schiff hatte eine B e- satzung von 230 Mann und 41 Passagiere, von denen durch die Rettungsboote 23 inNewhaven und 9 in Eastbourne an Land gesetzt wurden. Daher werden vier Passagiere vermitzt. Es wird befürchtet, datz diese sowie einige Mann von der Besatzung beim Kentern eines Rettungs- b o o t e s ertrunken sind. Die„Ozeana' führte 747 610 Pfund Sterling in barem Gelde mit sich. < Ein zweites schweres Schiffsunglück hat sich an der n o r d- afrikanischen Küste zugetragen. Während eines Sturmes scheiterte nahe der Bucht von Almanza ein italienischer Dampfer. Die inS Meer gesetzten Boote sind gekentert, wobei eine grotze Anzahl Insassen ertranken. Ein Teil der Besatzung blieb mit einem Teile der Passagiere an Bord des stark gefährdeten Schiffes. Der hohe Seegang macht es un- möglich, etwa? zur Rettung der Schiffbrüchigen zu unternehmen. Grubenkatastrophe in Südrustland. Ein furchtbares Grubenunglück meldet der Telegraph aus der am Asowschen Meere gelegenen Ortschaft Taganrog. Auf der nahe der Stadt gelegenen Zeche Jtalianka ereignete sich eine schwere Gasexplosion. Die sofort vorgenommenen Rettungsarbeiten ergaben, datz n e u n u n d- vierzig Arbeiter umsLeben gekommen sind, während zehn Arbeiter schwere Brandwunden davontrugen._ Tödlicher Absturz eines Militärfliegers. Die italienische Militäraviatik hat abermals einen schweren Un- fall zu verzeichnen. Auf dem Flugfelde bei G a l l a r a t e in der Nähe von Mailand unternahm der Leutnant Aldo Bertoletti vom 70. Jnfanterie-Regiment mit seinem Aeroplan verschiedene Probe- flüge. Als er wieder einmal aufgestiegen war und sich in einer Höhe von 20 Meter über dem Erdboden befand, versagte plötzlich aus unbekannter Ursache der Motor des Flugzeuges. Der Apparat stürzte infolge- deffen zur Erde herab, seinen Führer unter sich begrabend. Dem sofort zur Hilfe herbeigeeilten Personal des Flugfeldes gelang es zwar, den Offizier noch lebend unter den Trümmern des Flugzeuges hervorzuziehen; doch hatte der Flieger so schwere Verletzungen davon- getragen, datz er in wenigen Minuten verschied. Kleine Notizen. Lom Militärposten erschossen. Am Freitagabend gegen 11 Uhr, überraschte der Posten von Fort XI bei Mülheim am Rhein drei Männer bei einem Einbruch in die Kantine. Zwei ver- suchten zu entfliehen, während der dritte sich ergab. Der Posten verfolgte die Fliehenden und s ch o tz sie, da sie auf dreimaligen An- ruf nicht stehen blieben, nieder; beide waren sofort tot. Liebcsdrama. In Stuttgart haben sich in der letzten Nacht der 27 jährige Maler Otto C o h n e n aus Steglitz und die 20jährige rau des Kapellmeisters v. H e t h e y durch E r s ch i e tz e n gemein- am das Leben genommen. Als der Kapellmeister gegen Morgen von einem Konzert nach Hause kam, fand er die Leichen des unglücklichen Liebespaares in seiner Wohnung vor. Klerikaler Fanatismus. Zwei Nonnen in Penvuesten bei L o r i e n t wurden wegen Kurpfuscherei zu Haftstrafe verurteilt. Als die Gendarmen am Freitag vor ihrem Kloster er- schienen, um sie zu verhaften, stietzen sie auf die ganze Be- völkerung, die in Waffen um das Kloster versammelt war, ein lebendiges Bollwerk davor bildete und sich dem Eindringen der Gendarmen widersetzte. Diesen blieb nichts übrig, als unverrichteter Dinge abzuziehen. Mocken-Spielplan der Berliner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Der Rosenkavalier. Dienstag: Tristan und Isolde.(Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Don Juan. Donnerstag: Elektra.(Anfang 8 Uhr.) Freitag: Sinsonickonzert. Sonnabend Madame Butterflh. Sonntag: Der Rosen- kavalier. Montag: Lohengrin.(Anfang 7 Uhr,)(Ansang Vj, Uhr.) Königl. Tchauipielhaus. Sonntag: 1812. Montag: Der grotze König. Dienstag: 1812. Mittwoch: Der grotze König. Donnerstag: Ein Fallissement. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Colberg. Sonntag: Der grotze König. Montag: Freund Fritz.(Ansang 7'/, Uhr.) Deutsches Theater. Sonnlag und Montag: Viel Lärm um Nichts. Dienstag: Romeo und Julia. Mittwoch und Donnerstag: Viel Lärm um Nichts. Freitag: Penthesilea. Sonnabend, Sonntag und Montag: Viel Lärm uui nichts.(Ansang 71/! Uhr.) Kammcrspiele. Sonntag und Montag: Eine glückliche Ehe. Diens- tag: Magot kann mir gestohlen werden. Pierrots letztes Abenteuer. Mitt- woch: Eine glückliche Ehe. Donnerstag: Margot kann mir gestohlen werden. Pierrots letztes Abenteuer. Freitag und Sonnabend: Eine glückliche Ehe. Sonntag: Margot kann mir gestohlen werden. Pierrots letztes Abenteuer. Montag: Eine glückliche Ehe.(Ansang 8 Uhr.) Lesfing-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glocke. Abends: Erde. Komtesse Mizzi. Montag: Die Stützen der Gesellschast. Dienstag: Der Biberpelz. Mittwoch: Glaube und Heimat. Donnerstag: Gudrun. Freitag: Die Wildente.(Anfang 71/t Uhr.) Sonnabend: Glaube und Heimat. Sonntag: Gudrun. Montag: Baumeister Solnetz.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelstudcnten. Abends bis nächsten Montag: Grotze Rosinen.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabcndnachmittag 3 Uhr: Torquato Tasso. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Das Familienlind. Montag: Ueber unsere Kraft. II. Teil. Dienstag bis Montag: DaS Familien- kind.(Ansang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undinc. Abends: Zar und Zimmermann. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Die Zauber« flöte. Mittwoch: La Traviata. Donnerstag: Zar und Zimmermann. Freitag bis Montag: Die Hexe.(Ans. 8 Uhr.) Kurfürsten- Oper.«onntagnachmittag 3 Uhr: Der Schmuck der Madonna. Abends: Die verlauste Braut. Montag: Der Schmuck der Madonna. Dienstag: Die verkaufte Braut. Mittwoch: Tiefland. Donners« tag: Der Schmuck der Madonna. Freitag: Die verlauste Braut. Sonn- abend und Sonntag: Der Schmuck der Madonna. Montag: Tiesland. (Ans. 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Angele. I. Klasse. Abends und Montag: Tanzmäuse. Dienstag: Lottchens Geburtstag. Geich und Fanny Eltzler. Hockenjos. Mittwoch und Donnerstag: Tanzmäusc. Freitag: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Sonnabend bis Montag: Tanzmäuse.(Ansang 3 Uhr.) Neues Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Der Vogelhändler. Abends bis aus weilercS: Der liebe Augustin.(Anfang 8 Uhr.) Schiller-Theater Q. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Probe- kandidat. Abends: Ein idealer Gatte. Montag: Der Weg zur Hölle. Dienstag: Khritz-Pyritz. Mittwoch: Der Weg zur Hölle. Donnerstag: Kyritz-Pyritz. Freitag: Lady Wintenneres Fächer. Sonnabend bis Montag: Kyritz-Pyritz.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater Eharlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends: Die Jüdin von Toledo. Montag: Der Probcpjeil. Dienstag: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch: Der Probepseil. Donners- tag: Die Jüdin von Toledo. Freitag: Der Weg zur Hölle. Sonnabend: Die Jüdin von Toledo. Sonntag: Gräsin Lea. Montag: Die Jüdin von Toledo.(Ansang 8 Uhr.) Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus» Sonntagnach- mittag 21/jL Uhr: Götz von Berlichingen. Wends: Der Feldherrnhügel. Montag: Zwei glücklicheTage. Dienstag: Das Leuwantsmündel. Mittwoch: Der Feldherrnhügel. Donnerstag: Zwei glückliche Tage. Freitag: Das Leutnantsmündcl. Sonnabend: Der Feldherrnhügel. Sonntag und Montag: Der Vielgeliebte.(Ansang 8 Uhr.) Residenz-Theater. Taglich: Alles für die Firma.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Königgrätzcr Strasse. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Fallissement. Täglich abends: Die süns Frankfurter.(Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3'/« Uhr: Ein Walzer- träum. Abends und bis Mittwoch: Wiener Blut. Donnerstag und Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Die schöne Helena.(Ansang 8 Uhr.) Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Kilometerfresscr. Allabendlich: Autoliebchen.(Ansang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich: Die Damen des Regiments.(Ansang 8 Uhr.) Neues OPerettcn-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg. Allabendlich: Eva.(Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Francillon. All- abendlich: Das kleine Cass.(Ansang 8 Uhr.) Rosc-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefitzer. Abends und Montag: Bonaparte und seine Frauen. Dienstag: Der Gefangene von Zenda. Mittwoch: Mutter und Sohn. Von Donnerstag bis Montag: Der Gefangene von Zenda.(Anfang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Grille. Abends: Die Rose von Japan. Montag: Der Verschwender. Dicnstay und Mitt- woch: Die Rose von Japan. Donnerstag und Freitag: Eine leichte Person. Sonnabend und Sonntag: Die Rose, von Japan. Montag: Alles durch die Liebe.(Ansang 8 Uhr.) Bcllc-Alltancc-Theatcr. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Die Ehre. Abends: Frühlingslufr.(Anfang 8 Uhr.) Montag: Der Waffenschmied. Dienstag und Mittwoch: Frühlingslust. Donnerstag: Im bunten Rock. Freitag: Früblingslufi. Sonnabend: Im bnnten Rock. Sonntag: Früh- lingslust.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Die Jüdin.(Anfang 8'/, Uhr.) Neues VolkSthcater.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der zerbrochene Krug. Fntzchen. Abends: Nathan der Weise. Montag: Der Meister. Dienstag: Jugend. Mittwoch und Donnerstag: Der Meister. Freitag und Sonnabend: Der zerbrochene Krug. Fritzchen. Sonntag: Der Meister.(Ansang 8'/, Uhr.) Casino-Tbeater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Die Tochter des Sträflings. Abends täglich: Die lustige Strohwitwe.(Anfang 8 Uhr.) Metropol-Thrater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. Allabendlich: Die Nacht von Berlin.(Ansang 8 Uhr.) FolieS Gaprice. Allabendlich: Der Polizeihund. Das Broadway- Girl. Sein letzter Wille.(Ansang 8>/. Uhr.) Herrufcld- Theater. Allabendlich: Wie man Männer bessert. Der Hausteusel.(Anfang 8 Uhr.) Apollo- Thcarer. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und abends täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Walhalla. Sonntagnachmittag 3>/, Uhr: Die größte Sünde. All- abendlich: Menschenrechte.(Ansang 8'/« Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag:i1l2 Uhr: Grotze Borstellung. Täglich: Gala-Vorstellung.(Ansang 7fl, Uhr.) ZirkuS Schumann. Sonntagnachmittag 31/, Uhr: Grotze Vorstellung. Allabendlich: Gala-Vorstellung.(Ansang TL Uhr.) ZirkuS Sarrasani. Mittwoch-, Sonnabend- und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Grotze Vorstellung. Allabendlich: Gala-Vorstellung.(Ansang Tl, Uhr.) Passage- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Täg- lich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Carl-Havcrland-Theater. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 7ll, Uhr.) Jntiinrs Theater. Täglich: Der Brandstistcr.(Ansang 8'/, Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Reichshallen-Theater. Täglich: Stettiner Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr.) Köuigstadl-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Urania-Thearer, Taubensw. 48/4g. Bis aus weiteres täglich: Der Grotzglockner, Gastein und die Salzburger Alpen.(Ansang 8 Uhr.) Sterntvnrte, Jnvalidenstr. 57—62. Afeu erschienen: j I Sonder-KiM I 1 für Gardinen, Teppiche i Innendekoration, Betten i Frühjahrs- Konfektion\ Gegr. 1825 Alexanderplatz, Ecke Landsberger Strasse 60-63 Extra- Preise Jeden Montag: Extra-UM von Resten und Abschnitten von Kleider- u. Seidenstoffen vom 18. bis 23. März für Gardinen• Teppiche• Decken etc. Es gelangen grosse Posten ausserordentlich preiswerter Waren zum Verkauf und bietet sich eine selten vorteilhafte Kaufgelegenheit für den Umzugl Erbstaii- B and- B ettde ck en m reich. Bandaibeit u.-�20 TSO Q50 Volants kürlBett, Stck. O/ O tüe swei Betten, Stück IQ20 13°° 17°° Satin-Steppdecken aus gutem Seidenglanz- Satin. Nur saunere Handaib Ausiübr in Bordeaux, OSO Grün, Rot, Blau. Groaae 160/210. Stück O Pa. 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