Nr. 72. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis bränumerando: Bierteljahri 8,80 WH monat. 1,10 möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PoftAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erichetat täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewertschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 fg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Bort 20 Pig.( auläffig 2 fettgebrudte 28orte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- oreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983. Der Zwift im nationalliberalen Lager. Schon seit mehreren Zagen brachten die nationalliberalen Blätter Bassermannscher Färbung zu der am legten Sonntag in Berlin abgehaltenen Tagung des Zentralvorstandes der nationalliberalen Partei allerhand mehr oder minder sanfte Ermahnungen, in welchen dem rechten Flügel, der Richtung Friedberg- Fuhrmann, empfohlen wurde, den Kampf gegen die Bassermänner und the Jungliberalen mit Rücksichtnahme auf die Gesamtpartet zu führen, denn es set jezt just der ungeeignetste Zeitpunkt, den wählen tönne, die in der Partei herrschenden Zwistigkeiten auszutragen; vornehmlich aber möchte man das Persönliche nicht in den Vordergrund schieben und nicht einzelne Männer als Figurenscheiben benutzen. Bei einer über das Reich verbreiteten, aus allen Gesellschaftsschichten zusammengefepten Partet feten Toleranz und Rücksicht unentbehrliche Bestandteile der politischen Tattit usw. man um Dienstag, den 26. März 1912. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplay, Mr. 1984. burch entfernt fei, wie sie die Unterstellung der Absicht, spielt, Die Bassermannschen Forderungen erfüllt und eine Großblodpoliti! im Reiche treiben zu nochmals feinen Appell an das politische wollen, entschieden zurüdweisen müsse. Be- Latt und Solidaritätsgefühl eine offene Spaltung züglich der neuen Aufgaben war man einmütig der Ueber- berhütet, sind die Tage der nationalliberalen Partet gezählt, zeugung, daß die Nationalliberale Partei ihren Traditionen gemäß denn nach derartigen gegenseitigen Anfeindungen ist eine wirkalles aufbieten werde, um die Wehrvorlagen zur Verabschiedung liche Ausgleichung der Gegenfäße unmöglich. Sie find allzu zu bringen. groß geworden, als daß sie immer wieder bei der geringsten Gelegenheit hervortreten sollten. Die„ Partei der Reichsgründung" ist pleite. Klaffenjuftiz in Großbritannien. Bei Punkt 8 der Tagesordnung wurde der Antrag angenommen: Dem nächsten Bertretertage ben Entwurf einer Statutenänderung vorzulegen, wonach nur solche speziellen Vereine der Parteiorganisation angeschlossen werden fönnen, welche ihrerseits den Landesverbänden angeschlossen sind und nicht einen besonderen organisierten Ge. London, 28. März 1912. Die Furcht treibt die herrschenben samtverband mit eigener Spige bilden." Ferner Klassen Großbritanniens auf sonderbare Wege und läßt sie zu Antrag innerhalb angenommen, von sechs Mitteln greifen, die man in bezug auf dieses Land als längst abWochen einen Vertretertag einzuberufen, der fich bor- getan wähnte. Am Zentralfriminalgericht tam gestern zum ersten nehmlich mit Sagungsfragen befaffen soll. Die Feftfegung von Male feit 108 Jahren ein Prozeß wegen Aufruhr zur Verhandlung. Ort und Beit dieses Vertretertages wurde dem Geschäftsführenden Angeklagt war der Redakteur eines winzigen Monatblättchens, Ausschuß überlassen." genannt" The Syndicalist", der in dem Blatt einen Aufruf verwurde ein Das lautet recht fühl und geschäftsmäßig; nur der lekte öffentlicht hat, in dem die Soldaten aufgefordert werden, bei Streifs Absatz über die dem nächsten Vertretertag vorzulegende nicht auf die streifenden Arbeiter zu schießen. Neben ihm erschienen Statutenänderung läßt ahnen, daß es auf der Tagung heiß als Angeklagte die beiden Inhaber der fleinen Druckerei, in dem Die rechts nationalliberale, von den Herren Friedberg, hergegangen sein muß; denn die verlangte Statutenänderung das Blättchen hergestellt wurde. Nach einem Gefeß, das aus dem Schifferer, Böttger, Fuhrmann und den Agenten des Bertral besteht in nichts anderem als dem Ausschluß der meisten Jahre 1797 datiert und zum letzten Male im Jahre 1804 qnborstandes deutscher Industrieller inspirierte Preffe ferderte jungliberalen Vereine aus der nationalliberalen Partei. gewendet worden war, wurde der Redakteur Bowman zu neun dagegen, daß mit der Führung der nationalliberalen Reichs- Nach einem sich allem Anschein nach auf die Angaben Monaten Zwangsarbeit und die Druckereibefizer zu je 6 Monaten tagsfrattion wegen ihres Verhaltens bei der Pridenten- eines Versammlungsteilnehmers stützenden Bericht des Berl. 8wangsarbeit berurteilt. Dieses brutale Urteil für ein politisches wahl scharfe Abrechnung gehalten werden masse, da- Tagebl." wurde auf beiden Seiten mit größter Strupel- Vergehen ist nichts als der Ausdrud des Echreckens, der die engmit es Herrn Bassermann nicht mieder, gelänge, Iofigkeit geftritten. Herr Bassermann wurde zwar mit Herrn lische Bourgeoisie erfaßt hat. Um ihren Widerstand gegen die auf dem Wege der Berichtigung, des Ein- Dr. Friedberg und dem fächsischen Landtagspräsidenten Bogel mäßigen Forderungen der Bergarbeiter zu rechtfertigen, erfanden Ientens und des Umschmeichelns feine ge- wiederum zum Vorsitzenden gewählt, aber bei der Abstimmung die Bergwerksbefizer von Südwales das syndikalistische Gespenst, fährdete Position in der nation alliberalen über seine Wahl erhielt er nur 79 Stimmen, während das hinter dem Generalstreit stehen soll und bereit ist, das Land Partei aufrechtzuerhalten." nicht weniger als 80 unbeschriebene Bettel zu verschlingen. Die kapitalistische Breffe machte sich sogleich auf Diese gegenseitigen schönen Ermahnungen zeigten felbft abgegeben wurden. Noch unerfreulicher für die die Suche und fand nach langem Bemühen endlich auch einen bem, der die hinter den Parteikulissen der nationalliberalen Richtung Bassermann gingen die Wahlen zum Ge- waschechten Syndikalisten nach französischem Muster, dem darauf Fraktionen des Reichstages und des preußisc jen Abgeordneten- schäftsführenden Ausschuß aus. Der Führer der Jung- der Prozeß gemacht wurde. Wie blöde die Furcht die Menschen hauses gesponnenen Intrigen nicht kennt, daß wieder mal liberalen, Dr. Fischer, wurde überhaupt nicht wiedergewählt, machen fann, zeigt die Nede des Richters von der Anklagejury. der chronische Kampf zwischen den auf die Bunst der Regierung ebenso unterlag Herr Dr. Stresemann. Von rechtsnational- Diefer Herr hielt den Geschworenen eine Rede über den Syndikalis haltenden alten Herren der nationalliberalen Partei liberaler Seite wurden Bedenken gegen die Unabhängigkeit mus, die tolleres Beug enthielt, als wohl je von dem unverantund der zumeift bon strebsamen Advokaten- und des Herrn Dr. Stresemann laut, für den Fall, daß er den wortlichsten der Schmods niedergeschrieben worden ist. Der„ ShnJournalisten geführten unruhigen J'Agend" eine gewisse Geschäftsführerposten des Hansabundes übernehme. Obwohl dicalist", so hieß es in der Rede, ist ein Blatt, das ein teuflisches Heftigkeit erlangt hat. Und ferner lief, sich ohne besonderen Dr. Stresemann die Erklärung abgab, den Posten im System eines Generalstreits zur Herbeiführung einer sozialistischen Scharfsinn den Artikel entnehmen, daß in diesem Kampf der Hansabund nicht annehmen zu wollen, fielen Republik predigt". Es ist nur gerecht, hier zu erwähnen, daß der rechte Flügel unter Friedbergs schlauer Führung die größeren nur 39 von 112 abgegebenen Stimmen auf ihn. In längeren verantwortliche Minister im Parlament diese Nede als ungehörig Gewinn- oder Spielchancen hatte; denri sonst würde schwerlich Ausführungen über die gegenwärtige Situation schilderte Herr bezeichnete. Sie charakterisiert aber nichtsdestoweniger den Gemüts die rechtsnationalliberale Presse so aggressive, die linksnational- Bassermann eingehend die Vorgänge in der Fraftion und zustand des behäbigen Spießbürgers, dem die jüngsten Ereignisse, liberale so salbungsvolle Töne angeschlagen haben. bemühte sich dann, von dem Zwist in der Partei abzu- die er nicht verstehen kann, einen panischen Schrecken eingeflößt Befremdend ist zwar, daß trotz der demokratischen Strö- lenken durch den Hinweis auf die bevorstehenden wichtigen haben. Der arme Bowman ist ein Opfer dieses Schredens mung, die bei der lezten Reichstagswahl auch in den national- parlamentarischen Aufgaben. Doch obwohl Herr Bassermann geworden. Hätte er den Aufruhr im Interesse der Unionisten liberalen Wählermassen deutlicher als in früheren Fällen her- zum Schlusse die nationalen Traditionen der Partei und die Irlands gepredigt, so wäre ihm nichts geschehen. Denn noch vor bortrat, die Senioren der Firma Friedberg, Fuhrmann, daraus resultierenden Verpflichtungen für die Gegenwart einigen Wochen lief der Häuptling der irischen Unionisten im Krause u. Co. sobald wieder die Oberhand erlangt haben, aber hervorhob, wurden in der Diskussion die schärfsten Bande umher, und drohte mit bewaffnetem Widerstand in Ulster, diese geriebenen Parlamentspolitiker bejizen in der reaktionären Vorwürfe gegen die Fraktion und ihr Verwenn es die Regierung wagen sollte, Jrland Selbstverwaltung zu nationalliberalen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses halten bei der Präsidentenwahl laut, und viele geben und damit die Protestanten des Nordens der katholischen eine vorzügliche Rückenstärkung, und vor allem erfreuen sie scharfmacherische Stimmen sahen auch in dem Verhalten bei Mehrheit des Voltes auszuliefern. Die Reden dieses Herrn waren sich der Unterstügung der rheinisch- westfälischen Kohlen- und der zweiten Präsidentenwahl kein Wiedergutmachen des früher öffentlich, laut und eindringlich wie ein Indianergeheul. Eisenmagnaten, ohne deren Scherflein die nationalliberale begangenen Fehlers. forderte sogar zum Ankauf von Waffen und zum Einegerzieren Partei, trozdrm sie Anspruch darauf macht, die„ nach Eine noch weit schärfere Scheidung zwischen rechts und von Rekruten auf. Und dennoch unternahm die Regierung nichts Bildung und Befiz Maßgebenden" zu räpräsentieren, nicht zu links berichtet das Hirschsche Telegraphenbureau auf Grund gegen ihn. Sie fonnte sich nicht einmal zu einer Tat aufschwingen, eriſtieren bermag. Wer den größeren Beutel hat, hat auch einer ihr von„ informierter Seite" zugegangenen Darstellung: als die Unionisten Belfasts dem Minister Churchill direkt unterden größeren Einfluß. Tatsächlich hat denn auch in der am Sonntag in Berlin stattgefundenen Sigung des Zentralvorstandes der linke Flügel eine entschiedene Niederlage erlitten, wenn auch die„ Alten" nicht ganz erreichten, was sie wollten; die Ausschließung der nicht den Landesverbänden angeschlossenen jungliberalen Vereine aus der nationalliberalen Parteiorganisation. Der von der„ Nationalliberalen Korrespondenz" verbreitete parteiamtliche Bericht meldet allerdings von diesen inneren Stämpfen nichts. Friedlich verkündet er im bekannten Berichterstattungsstil: Die konstituierende Sigung des Zentralvorstandes der Nationalliberalen Partei war bollzählig aus allen Teilen des Reiches besucht. An der Spige der Tagesordnung stand die Wahl des Vorstandes. Es wurden die bisherigen Vorsitzenden wiedergewählt: Reichstagsabgeordneter Bassermann als Vorsitzender, Landtagsabgeordneter Dr. Frieberg als Erster, Abgeordneter Vogel, Präfident der sächsischen Zweiten Stammer, als zweiter Stellvertreter des Vorsigenden, Generalsekretär Breithaupt, erster Geschäftsführer des Zentralbureaus, wurde in den Zentralvorstand zugewählt. Die Neuwahl des Geschäftsführenden Auusschusses hatte folgendes Ergebnis: Abgg. Bartling, Bed- Heidelberg, Dr. Blankenhorn, Hausmann, Dr. Krause, Dr. Paasche, Dr. Röhling, Schiffer- Magdeburg, Schwabach, Dr. Semler, Sieg, Prinz Schönaich Carolath, Generalsekretär Breithaupt und Bankdirektor Dr. Weber- Löbau. Im Anschluß an den gedruckt vorliegenden Jahresbericht, der mit den Reichstagswahlen abschloß, gab Reichstagsabgeordneter Bassermann einen Rückblick auf die bisherigen Ereignisse und besprach vor allem die Wehrvorlagen... 9 Er Bei der gestrigen Beratung des Zentralausschusses ging der sagten, in einem gewiffen Saale über Home Rule zu reden. Allerrechte Flügel der Partei unter Führung von Schifferer und bings war dieser unionistische Rowdy, den die liberale Regierung Fuhrmann nach einem wohldurchdachten Blane vor, während die nicht anzutasten wagte, ein früherer tonfervativer Justisminister, überwiegende Mehrheit der Reichstagsfraktion fich fofort um Baffer ein Mitglied des geheimen königlichen Rats und parlamentarischer mann und die Führer der Jungliberalen scharte. Beide Gruppen Vertreter der Universität Dublin. Das war Fleisch von ihrem präsentierten Liſten von Kandidaten für den Zentralvorstand, nach- Fleisch. Um aber doch der Gerechtigkeit ihre Opfer nicht vordem die Wahl der drei Vorsitzenden Bassermann, Friedberg und zuenthalten, läßt die liberale Regierung ihre schwere Hand jetzt Vogel vollzogen war. Die Liste des rechten Flügels enthielt unter auf das Häuflein Syndikalisten und Suffragettes niedersausen. anderem die Namen der bekannten hessischen Nationalliberalen, Wenn das so weiter geht, wird bald von der viel gepriesenen deren Wahl Bassermann als Brüstierung betrachtete und als englischen Freiheit nicht viel übrig bleiben. solche heftig bekämpfte. Auf seiten derer um Schifferer standen hauptsächlich die Norddeutschen, mit Ausnahme von Pommern, sowie die Hessen, während um Bassermann sich die Rheinländer und Süddeutschen Scharten, sowie die Sachsen mit Ausnahme von Dr. Heinze, der Bassermann ganz besonders heftig angriff. Die Bergarbeiterbewegung. Der Kampf um den Minimallohn. London, 23. März.( Eig. Ber.) Die Bergarbeiter hatten gestern Gelegenheit, zu beobachten, wo ihre Freunde und wo Die Abstimmung ergab, daß die Ranbibaten des ihre Feinde zu suchen sind. Mit einer Mehrheit von 312 Stimrechtenflügels durchschnittlich 60, die des linken men( 55 gegen 367) lehnte das Parlament die Minimallohnungefähr 40 Stimmen erhielten. Mit Stresemann fiel lifte der Bergarbeiter ab. Mit einer Mehrheit von 189( 65 auch Dr. Jund- Leipzig, während merkwürdigerweife Dr. Weber gegen 254) wurde das Amendement der Arbeiterpartei abLöbau, der auch zum linken Flügel gehört, in den Bentral gelehnt, das den Zwed hatte, die von den Bestimmungen der vorstand gewählt wurde. Der in Aussicht genommene Vorlage befürchtete Zersplitterung der ArbeiterorganisaDelegiertentag wird, wenn nicht inzwischen unerwartete tionen abzuwenden. Und schließlich weigerte sich die RegieEreignisse eintreten, to ahrscheinlich mit einer Spaltung rung entschieden, die für die Schichtlöhner und Knaben geder Partei enden, da Baffermann erklärt, daß er forderten Minimallohnsäße der Bill einzuverleiben. Sie hat, unter diesen Verhältnissen die Führung nicht was fein Geheimnis mehr ist, den Unternehmern versprochen, behalten fönne. Es wird ein Antrag eingebracht werden, feine bestimmten Löhne in der Vorlage festzulegen. Die nach dem die Reichstagsfraktion eine angemessene Vertretung im Bergarbeiter hatten bis zur letzten Minute geglaubt, daß Zentralvorstand erhält, so daß sie nicht von der Parteileitung in ihnen die Regierung dennoch mit der Annahme der Minimalwichtigen Fragen desavoniert werden kann. Sollte dieser Antrag löhne für die im Schichtlohn beschäftigten Arbeiter und die An die Ausführungen Bassermanns knüpfte sich eine ausführ nicht mit einer gang überwältigenden Mehrheit als ausgesprochenes Knaben entgegenkommen werde. Die Haltung der RegieThe Debatte, welche sich sowohl mit der letzten Vergangenheit der Vertrauensvotum für Bassermann durchgehen, so legt dieser rung verwandelte daher die ganze Situation mit einem Partei wie auch mit der Politik der Partei gegenüber den neuen den Vorsitz der Partei nieder." Echlage. Die Tür, die am Morgen noch offen zu stehen Aufgaben beschäftigte. In erster Beziehung wurde bei aller Verschieden- Vorläufig ist der Krach hinausgeschoben bis auf dem schien, erwies sich plößlich als fest verschlossen, und die Bergheit der Auffassungen in Einzelfragen festgestellt, daß die binnen sechs Wochen zusammenzuberufenden Delegiertentag. arbeitervertreter im Parlament hatten keine Wahl als der Bartei ebenso weit von grundsäglicher Abneignung gegen ein Doch selbst, wenn diese Berufungsinstanz, in der erfahrungs- Regierung zu verstehen zu geben, daß unter diesen Umständen pofitives Zusammenarbeiten mit allen bürgerlichen Barteien gemäß der linksnationalliberale Flügel eine größere Rolle an einen Friedensschluß nicht zu denken sei. 71-> " 1 Gewiß, objektiv haben die christlichen Arbeiter einen Strei bruch begangen; wir aber verkennen nicht, daß sie dazu verleitet bruch begangen; wir aber verkennen nicht, daß sie dazu verleitet worden find. Man ließ sie angeblich eintreten für die heiligen Güter, wo es fich um die Wahrnehmung kapitalistischer Intereffen handelte. Die Religion muste wieder mal als Nachtwächter von Profitinteressen dienen. Zum Streit im sächsischen Kohlenrevier. Die Tatsache, daß es unter den obwaltenden Umständen| Hauptverhandhing zugestellt worden, so daß er anger, wird mit gegenteilig en Behauptungen, Erklärungen, Berechnungen muglos war, mit der weiteren Beratung fortzufahren, ver- ft an de gewesen, in der kurzen Zeit Ent- gespift. Die ultramontane Grenzwarte" sieht sich aber doch genötigt, derartigem Sermon folgende Bemerkung anzuhängen: anlaßte dann den Premierminister, die in Aussicht genom- lastungszeugen laden zu lassen! Von einem christlichen Bergarbeiter aus Recklingmene Sonnabendssigung fallen zu lassen und Montag morgen In einem anderen, am gleichen Tage verhandelten Falle hausen wird uns an dererseits geschrieben, daß das Verhalten noch einmal zur versuchen, die beiden Parteien in einer Ron- waren die vom Angeklagten beantragten 3e ugen erst am der christlichen Arbeiterführer von zahlreichen christlichen Ars ferenz näher zu bringen oder doch wenigstens zu versuchen, Abend vor der Verhandlung telegraphisch beitern aufs schärfste mißbilligt werde. Es sei nicht eine Einigung über die Minimallöhne der Schichtlöhner und geladen worden, welchem Umstande die Frau des in zu leugnen, daß der Streit im ersten Ansturm für die ArbeiterKnaben zu erzielen. Er geht scheinbar von der Anschauung Untersuchungshaft geſtedten Angeklagten es verdankte, daß schaft gewonnen worden sei, wenn die Christlichen mitgestreift hätten. Dadurch wären die sozialdemokratischen Bäume noch aus eine Anschauung, die durch die Worte des Führers sie überhaupt von dem Stattfinden der Verhandlung erfuhr nicht in den Himmel gewachsen. Jetzt aber hätten die chriftlichen der Arbeiterpartei gerechtfertigt werden kann, daß die und nur so noch in der Lage war, im legten Bergarbeiter einen schmeren Stand, weil ihnen der Vorwurf Bergarbeiter jett geneigt sind, von der legalen Festsetzung der Augenblid einen Rechtsanwalt zu bestellen. des Streifbruches anhaju." Hauerlöhne abzusehen, wenn es ihnen nur gelingt, die Höhe Neuerdings scheint das Verfahren noch fürzer gehandhabt der Minimallöhne für Schichtlöhner und Knaben festzusetzen, zu werden. Einem Untersuchungsgefangenen wurde ein ehe sie wieder zur Arbeit zurückkehren. Ob das richtig ist, Revers unterbreitet, inhaltlich dessen er auf die Einhaltung fann nicht mit Sicherheit entschieden werden. Ziemlich sicher sämtlicher in Frage kommenden Fristen verist aber, daß die neue Konferenz am Montag wieder mit einem zichtete. Auch dieser Unglückliche hat die Unterschrift offenbar Fiasko enden wird. Die Unternehmer werden die Forderung in völliger Unfenntnis geleistet. der Bergarbeiter betreffend den Minimallohn der SchichtDieses selbst in der preußischen Justiz bisher wohl einzig löhner und Knaben nicht annehmen. Sie werden es um so dastehende Verfahren in Verbindung mit den exorbitant hohen weniger tun, als ihre Weigerung die Zurückziehung der Vor- Strafen bei vielfach gleichzeitiger Ablehnung der Airträge auf Im Lugau Delsniger Revier ist der fritische Montag lage, die ihnen alles andere als angenehm ist, im Gefolge einstweilige Haftenlassung der Verurteilten, selbst bei Strafen ohne jede Verminderung des Streits verflossen. Die Streitenden haben dürfte. Geht aber die Regierung trog aller Unfälle von 2 Monaten und weniger läßt auf ganz bestimmte Absichten haben am Montag in diversen außerordentlich gut besuchten Verund Zwischenfälle am Montag mit der Vorlage weiter bis schließen: Staatsanwalt Trimborn erklärte, daß die sammlungen ernent gelobt, den Stampf bis zum erfolgreichen Ende aur Annahme, so wird die Bergarbeiterföderation voraus- sofortige Verbüßung der Strafe nur den beabsichtigten Zweck durchzuführen. Die Zahl der Strei.brecher hat sich nicht vermehrt; sichtlich eine Urabstimmung vornehmen, ehe entschieden wird, erfülle, deshalb müßten Anträge auf Haftentlaffung abgelehnt im Gegenteil haben sogar neue Arteitswillige fich den Streifenden ob die Arbeit wieder aufgenommen werden soll. Bei der werden. Die Folge diefer, Praxis ist, daß eine ganze Anzahl angeflossen. Die Geschäftswelt nimmt gegen die Streifenden Stellung; herrschenden Gemütsstimmung der Bergarbeiter, die alles Angeklagter, um sobald ale möglich aus dem Gefängnis her- so haben die Bäcker in ihrer Innung beschlossen, diejenigen ihrer andere als kampfesmüde sind trotz all der Lügen, die die auszukommen, auf das Rechtsmittel der Revision verzichten Kunden, die streiken, keinerlei Stredit au gewähren. Im Lugauer fapitalistische Presse verbreitet, ist an eine Wiederaufnahme und daß dann die Behörden mit einer großen Zahlrechts- wie im Zwidauer Revier treten Schindler auf, die unter Vorgabe, der Arbeit, ohne daß die Föderation einen handgreiflichen kräftiger Berurteilungen" aufmarschieren können. Streifbrecheragenten zu sein, von den Streifbureaus Geld er Erfolg erzielte, nicht zu denken. Eben darum muß aber gegen diefes von oben herab ange- schwindeln wollen unter dem Hinweise, sie würden dann Streif Die ablehnende Haltung des Premierministers ist wohl ordnete Verfahren mit um so größerem Nachdruck der aller- brechertransporte aus verschiedenen Drven nach dem Streikgebiet in erster Linie dem Umstand zuzuschreiben, daß dem libe- schärfste Protest erhoben werden. nicht abgehen lassen. ralen Bürgertum allmählich angst und bange wird. In Scharen ergreifen sie nun das Hasenpanier, da fie sehen, daß auch beim Proletariat der Appetit mit dem Essen tommt. Ich sprach gestern über diese Phase der Bewegung mit dem Sekretär der Bergarbeiter von Northumberland, weiter. dem Genossen Strafer, einem der tüchtigsten und belesensten Beamten der Bergarbeiter. Er sagte: " Für den politischen Fortschritt hat unser Liberalismus viel geleistet. Kommt es aber zu wichtigen sozialen Fragen und damit wird sich unser Parlament immer mehr beschäftigen müssen so ist der Liberalismus ebenso unzuverlässig wie die fonfervative Partei. Die Wähler machen die Politit der Führer einfach nicht mehr mit. Ich habe in Northumberland viele Befannte, fleine Geschäftsleute, die schon bei der Versicherungsborlage stubig wurden. Diese Leute waren bisher stramme Liberale und ihre Vorväter waren dasselbe. Dieser Streit wird sie veranlassen, bei der nächsten Wahl stillschweigend ins konferWas Strafer von dem liberalen Kleinbürgertum ſagt, trifft erst recht auf die liberalen Unternehmer zu, die den nervus rerum der Partei liefern. bative Lager abzuschwenken." Das einzige Zugeständnis von irgendwelcher Tragweite, das die Arbeiter in der Komiteeberatung erzielten, ist folgendes Regierungsamendement: „ Nichts in diesem Gesetz soll die Wirksamkeit eines vor der Annahme dieses Gefeßes eingegangenen Vertrages oder eines vor der Annahme dieses Gesezes bestehenden Brauchs bezüglich der Bezahlung eines Minimallohnsabes, der höher ist, als er nach Diesem Gesetz geregelt wird, beeinträchtigen." Ob aber diese Bestimmung die Bergarbeiter davor schützt, daß ein zu niedriger Minimallohn festgesetzt wird, ist noch schr fraglich. Die Verhandlungen. London, 25. März. Die getrennten Verhandlungen der Regierung mit den Grubenbesißern und den Bergleuten dauern noch fort. Der Regierung ist es noch nicht ge Iungen, die beiden Parteien zu einer gemeinsamen Sigung zu vereinigen. Das Egekutivfomitee der Arbeiter will wieder um 5 Uhr nachmittags eine getrennte Sigung abhalten. Es wird nicht als wahrscheinlich angesehen, daß heute eine gemeinsame Sigung abgehalten werden kann. Vertagung. London, 25. März. In der heutigen Sitzung des Unterhauses erklärte Staatssekretär des Innern Mc. Kenna, daß, da die Verhandlungen noch schwebten, die Beratung der Kohlengrubenbill auf morgen verschoben werde. Die Streifjustiz im Ruhrgebiet. Der Vorstand des Bergarbeiterverbands Auch im 3 widauer Revier hat der kritische Montag nicht die bat bereits beim preußischen Justizminister nach den Erfahrungen aus früherer Zeit zu befürchtende Abtelegraphisch Beschwerde geführt. Inzwischen brödelung des Streifs gebracht. Die Reihen der streifenden arbeitet aber die Schnelljustiz in immer rascherem Tempo Berglente sind noch vollzählig. Auch die in letzter Stunde in vielen " Dynamit- Attentate." tausend Erenzplaren verbreitete Ablehnung der Bergherren auf die bom Bergamt eingeleiteten neuerlichen Ber mittelungsversuche haben In den letzten Tagen des Bergarbeiterstreits ist von der unter den Streifenden nicht die beabsichtigte Verwirrung hervors arbeiterfeindlichen Preise über Dynamitattentate berichtet worden, gerufen. Die Bergherren haben auf die vom Bergschiedsgericht die angeblich gegen die Wohnungen arbeitswilliger Bergarbeiter eingeleiteten Vermittelungsversuche ablehne.nd geantwortet. Das versucht oder ausgeführt worden seien. Streifende Berg- Schiedsgericht hat den Arbeitern mitgeteilt, nachdem in Berfolg arbeiter sollten natürlich die Täter sein. Für diese Behauptung eines Beschlusses der Bergarbeiterversammlung om 21. d. Mits. Heute hatte man aber nicht den Schatten eines Beweises. Auf( Montag) die Vertreter der streifenden Belegschaften der meisten Denunziationen hin wurden auch einige Verhaftungen vor- 3widauer Steinkohlenwerke das Bergschiedsgericht Zwickau zur Beigenommen. Die Verhafteten streikende Bergarbeiter mußten legung des Streits als Einigungsamt angerufen hat, setzte der stellindessen wieder entlassen werden; sie waren in der Lage, ihr vertretende Vorsitzende des Einigungsamtes die Vertreter der bes Alibi zweifelsfrei nachauweisen. Nun stellt sich her teiligten Werte in einer in 3widau abgehaltenen Besprechung von aus, daß nur in einem Falle Dynamit vor dem Hause eines Arden Anruf des Einigungsamtes in Kenntnis. Der Versuch, auch die beitswilligen zur Explosion gebracht worden ist. In den anderen Berguerisaltungen zum Anruf des Einigungsamtes zu bestimmen, war drei Fällen handelt es sich nicht um Arbeitswillige, erfolglos. Die Vertreter der Werte erflärten sich außerstande, einen sondern um streifende Bergleute. In einem Falle etwaigen Vermittlungsvorschlag anzunehmen oder sich einem Schiedsrichtete sich das Attentat gegen den Vertrauensmann des Berg- spruch des Ginigungsamtes zu unterwerfen, und lehnten daher die Ber arbeiterverbandes, Frik Schmier, der auch als Streit handlungen als aussichtslos ab.- Die Kohlenherren versuchen nun, Leiter fungierte. Daraus geht doch ungtveideutig hervor, daß in verstärktent Maße die bürgerliche Bresse für eine Besserung ihrer es sich bei den Tätern nicht um streifende Bergleute handeln kann. Situation aus tumüßen. Sie veröffentlichen Artikel und Notizen, die Was sollte diese veranlassen, gegen ihren eigenen Streitleiter darauf berechnet sind, durch außerordentlich geringe Bezifferung der ein Dynamitattentat zu verüben? Es müssen schon andere Per Streitbeteiligung die, Streifenden fopficheu zu machen und zum Streiß jonen in Frage kommen. bruch zu bringen. Sie geben die Zahl der Streifenden nur auf 5000 an, erklären allerdings gleich im Anschluß daran, daß die Streis beteiligung etwas über 54 Broz, betrage. Dieser Prozentsaz ergibt aber bei über 18( 00 Bergarbeitern im Zwickauer Revier mehr als 7000 Streifende; fie widersprechen sich also felbst. Ein anderer Fall ist nach dieser Richtung sehr interessant. Am Mittwoch, den 20. März, wurde abends vor dem Eingang der Beche Maßen" ein Revolverschuß abgegeben. Der Posten feuerte ebenfalls und verfolgte den Täter. Es gelang ihm auch, den Burschen dingfest zu machen, wobei sich herausstellte, daß es sich um den Arbeitswilligen D. aus Westid- Niedermaßen handelte. Der Mann ist 30 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Er ist dem Gerichtsgefängnis in Unna übergeben. Die Täterschaft ist in diesem Falle zweifelsfrei festgestellt. hierüber hat allerdings die bürgerliche Presse noch nicht berichtet. Die volle Anerkennung für Streifbruch. Die Ruhe der Bergleute hat die Bergherren in die größte Unruhe gebracht. Sie flagen jetzt in der Deffentlichkeit über zu geringen Streitbrechers thug und verlangen, daß so viel Polizei und Gendarmerie zusammengezogen wird, daß die Streitbrecher auch in ihren Dörfern vor jeder Belästigung geschüßt sind. Die Arbeitswilligen werden durch das Borgehen der Bergherren und namentlich durch das verstärkte Gefchrei nach mehr Pozizei immer frecher. Sie gehen provozierend und hohnlachend, mit Gummifnüppeln bes waffnet, zur Arbeit und pöbeln die ruhig dastehenden Streißposten an. Den Verbrecher zieht es oft mit magischer Gewalt an den Schauplatz seiner Taten und die Zentrumspresse bekundet einen verdächtigen Eifer in der Verteidigung des auf ihr Geheiß vom Die Produktion ist im Kohlengebiet start zurüdgegangen. Die christlichen Gewerkverein verübten Streifbruches. Das böse Ge- Kohlenläger sind vollkommen geleert. Die bis jetzt noch verhältniswissen reizt zu Versuchen, sich von der offensichtlichen Schmach zu mäßig starfe Produktion ist nur dadurch möglich, daß man die leicht reinigen. Man schimpft auf andere, um den Verdacht abzulenten! abzubauenden Orte austieutet, Durch die dadurch nur zu natürliche Der Uebereifer verführt dabei zu allerhand greifbaren Wider- Kohlenproduktion sollen die Streifenden Topffchen gemacht werden. sprüchen. Bald erschien die Zahl der Streifenden aus dem christie sind aber überzeugt, daß, sobald die schwierigeren Orte in Unlichen Lager recht groß, wenn es galt, den Ruf nach Militär als griff genommen werden müssen, die Produktion auf ein Minimum zurüdfinft. Eine noch nie dagewesene Heze gegen die nieder- Silfe gegen unerhörten Terrorismus zu rechtfertigen, dann gerungenen Bergarbeiter hat im ganzen Ruhrgebiet ein- wiederum sprach man von nur wenigen hundert christlichen gesetzt. Nicht genug, daß die Bergarbeiter wieder ins Loch" Streifern, als Beweis dafür, daß die Gewerkvereinler der Führer- Ende der Bergarbeiderbewegung im niederschlesischen Revier. Der bisherige Berlauf der Lohnbewegung im Waldengegangen, jetzt geht es an die Verfolgung derjenigen, die sich parole unbedingt folgten. Einmal erklärt man beschwörend, die Niederlage der Arbeiter burger Revier ließ darauf schließen, daß es ohne das Mittel in irgendeiner Weise während der aufgeregten Zeit strafbar habe der Gewerkverein nicht verschuldet, ein andermal verlangt des Streifs nicht gehen würde. Dazu tommt es nun aber gemacht haben sollen. Allein am Landgericht der Christen Ruhm, das Gegenteil zu behaupten. In ihrer Nr. 252 nicht. Die zwei legten. Nevierfonferenzen, gemeinsam vom Bochum sind bis jest 400 Streiffachen anwendet sich die„ Köln. Volkszeitung" heftig gegen die Frankfurter alten Verband und von Hirsch- Dunderschen Gewerkverein hängig" gemacht, und noch immer kommen neue Fälle" einberufen, beschäftigten sich mit den Zugeständnissen der hinzu. Grubenherren an die Arbeiterausschüsse und mit den Chancen eines eventuellen Streifs. Von den eingereichten Forderungen Für die schnelle Erledigung des haben die Direktionen nichts bewilligt. Statt der geforderten Streits gebührt dem Gewertverein Gewertverein christ 15 roz. Lohnerhöhung bewilligten jie nur einen wö dhe ntlicher Bergarbeiter volle Anerkennung..." lichen Aufschlag von 1 M. für Bergarbeiter und für Ja, das stimmt! Der offiziellen und der nichtoffiziellen jugendliche Arbeiter und Frauen 50 Pf. Alle übrigen Forde Leitung des Gewerkvereins gebührt die vollste Anerkennung des rungen, besonders die allgemeine Lohnerhöhung um 15 Broz., Kapitals, für die durch bewaffnete Macht und systematischen Streit wurden rundweg abgelehnt. Achtstündige Schicht inklusive bruch den Bergarbeitern bereitete Niederlage. An- und Ausfahrt einzuführen, erklärten sie für unmöglich; 24stündige Sonntagsschicht soll nach Möglichkeit beseitigt werden, und paritätische Schiedsgerichte erklärten die Grubenherren für überflüssig. Diese freiwilligen Zugeständnisse" treffen natürlich nicht annähernd den Kern der Arbeiterforderungen, fic wurden von den Bergarbeitern einmütig als beschämend zurückgewiesen. Beitung", weil diese den Gewerkverein für die Niederlage verantwortlich macht, in der Nr. 256 aber macht die Kölnerin folgendes wahrheitsgemäße Eingeständnis: " Diese auffallend große Zahl von anhängig gemachten Streitjachen ist nur verständlich, wenn man weiß, daß auf ben Bechen systematisch Material für Strafanträge gesammelt wird, daß denen, die gestreift haben bedeutet wird, die Strafe für den Kontraftbruch werde ihnen nicht ein behalten, wenn fie angeben, weshalb sie nicht zur Arbeit gekommen sind. Falls sie etwa durch Drohungen usw. abgehalten worden seien, möchten sie unter Angabe der Täter dieses schriftlich erklären. Die Kapitalsdiener denunzierten zur Verteidigung ihrer BerDas schlimmste an dieser Treibjagd ist jedoch, daß die räterei den Streit der Ruhrbergleute als einen durch feinen in Streitsünder fast ausnahmslos verhaftet werden, den Arbeitsverhältnissen begründeten Sympathiekampf zugunsten und daß die Verhängung der Untersuchungshaft mangels der Arbeitsbrüder in England. Das wiederum hinderte die Westeines besseren Grundes gestützt wird mit der Arbeitslosigkeit deutsche Arbeiterzeitung" nicht Nr. 11, den Vorstand des der Angeschuldigten. Die Leute werden also auf eine Stufe Bergarbeiterverbandes zu beschuldigen, er habe sich von dem enggestellt mit den Heimatlosen und Landstreichern im Sinne lischen bestechen lassen, der Streit in Deutschland solle die des§ 112 Ziffer 2 der Strafprozeßordnung. Ein weiteres englischen Unternehmer unterstützen, ihnen die Absatzmärkte sichern. charakteristisches Merkmal für das beispiellose Vorgehen Diese blöden Verdächtigungen plapperte Ehren- Brust denn auch gegen die Streiksünder ist die auf Veranlassung von oben noch im Abgeordnetenhause nach. Nun kommt wieder die Köln. im ganzen Streifgebiet generell durchgeführte Verkürzung Volkszeitung“ und„ beweist" Nr. 256-, daß der Kampf im der Erklärungsfrist auf die Anflagefchrift auf 24 Stunden. Ruhrbeden ein Sympathiestreit für die englischen Arbeiter war. Dazu kommt die gleichfalls auf höhere Veranlassung jämt. Dieser Beweis ist eine jesuitische Glanzleistung. Das Blatt verlichen inhaftierten Streifsündern zur Unterschrift unter öffentlicht den Beschluß der internationalen Bergarbeiterfonferenz. breitete Erffäring, inhaltlich der sie auf die einwöchige Frist In diesem wird festgestellt, daß Sympathiestreits nicht notwendig verzichten, die zwischen der Ladung und der Hauptverhand- seien. Frohlockend erklärt das Jesuitenblatt, die Ablehnung des lung liegen muß. In den allermeisten Fällen unterzeichnen Sympathiestreits sei so oftentativ deutlich", daß sich das die Angeklagten die Erklärung, ohne zu wissen, was sie damit hinter entgegengesette Gedanken verbürgen. Der Beschluß sei so tun. Wie diese Verzichtleistung ausgenukt wird, dafür für gefaßt, daß er fachlich den Sympathieftreit forbere, aber doch viele nur zwei Beispiele. formell ihn ablehne. Höher geht's wirklich nimmer! Diese JuterEin am Freitag vor der 2. Straffammer des Bochumer pretation läßt erkennen, was auf Versicherungen und Erklärungen Landgerichts zur Aburteilung gekommener junger Arbeiter von zentrümischer Seite zu geben ist. erklärte in der Verhandlung, daß ihm erst vorgestern( also Natürlich soll es auch nicht wahr sein, daß es im Christenem Mittwoch) die Anklageschrift bezw. die Ladung zur lager wegen des Streitbruches rumort. Die ultramontane Bresse 256, Die Revierfonferenz am Sonntagvormittag hatte zu entscheiden, ob die Arbeiter angesichts der nichtssagenden Zugeständnisse der Grubenherren den Streif wagen sollen. Nach langen, oft recht stürmischen Debatten fam die Revierfonferenz zu der Ansicht, daß die Organisationen noch nicht start genug feien, um bei dem größten Teil der Belegschaft auf einen Streif rechnen zu fönnen; eine zu schwache Beteiligung am Streif aber würde nicht allein den Erfolg des Streifs in Zweifel ziehen, sondern auch auf das Ansehen der Organisation sehr schädigend wirken. Daher sei der Streif nicht zu empfehlen. Die Abstimmung ergab 24 Stimmen für den Streif und 80 dagegen. Im übrigen wurde die zwingende Notwendigkeit anerkannt, die Lohnbewegung abzubrechen. Als nächste Aufgabe wurde den Bergarbeitern der Ausbau der Organisation zur Pflicht gemacht. In den Nachmittagsversammlungen wurde der Beschluß der Revierkonferenz den Belegschaften zur Kenntnis gebracht. Die Versammlungsteilnehmer waren zunächst mit dem Be- Bergleufe zwar in hellen Scharen der Gewerkschaft bei; Ermordung eines amerikanischen Missionars schluß nicht einverstanden, es erhob sich vielfach dagegen zahlen aber, sobald der Friede gesichert ist, ihre Beiträge nicht Peking, 25. März. Telegramme aus Chungking meldeten Widerspruch. Nach heftigen Debatten wurde eine Resolution mehr und werden als Mitglieder gestrichen. Aber sie zeigten die Ermordung eines amerikanischen Priesters angenommen, die den Abbruch der Lohnbewegung ausspricht. vor über 9 Jahren, daß sie mit zäher Ausdauer zu kämpfen namens Hids; zwei Begleiter sind, wie berichtet wird, schwer berwissen. Zudem können nach dem pennsylvanischen Geseze wundet worden. Die Gesellschaft ist offenbar von Räubern überFortdauer des Streiks in Hannover. nur Bergleute von mindestens zweijähriger praktischer Er- fallen und vollständig ausgeraubt worden. fahrung zur Vornahme von Sprengungen verwendet werden. Scabs wären aber nicht so leicht zu finden. Hannover, 24. März. Die streifenden Bergarbeiter der fistalischen Gruben am Deister und in Obernkirchen hielten heute nachmittag in verschiedenen Orten Versammlungen ab, in Die bisherigen Konferenzen, welche die Bergleute in denen eine Resolution angenommen wurde, welche eine Konferenz Indiopolis mit den Weichkohlen-, hier mit den Hartkohlender Vertrauensmänner und Arbeiterausschußmitglieder, die heute zechen abhielten, verliefen resultatlos. In dem letzten hier getagt hatte, vorgeschlagen hatte. Die Resolution empfiehlt den Drittel des Monats finden die Schlußverhandlungen statt. Deister und Schaumburg- Lippefchen Bergleuten, im Streif au Was sie bringen, vermag niemand zu sagen. Aber unter beharren. Es soll jedoch im Laufe der Woche versucht werden, feinen Umständen machen die Kohlenbarone vor dem letzten mit den Behörden zu weiteren Verhandlungen in Ver Augenblick Zugeständnisse. Denn die Unsicherheit der Lage bindung zu treten. bringt ihnen schweres Geld ein. Streits in Böhmen. Kein Streit in Belgien. Politifche Ueberficbt. Berlin, den 25. März 1912. Wermuth das Opfer der Erbschaftssteuer. Die Deutsche Tageszeitung" gibt jezt zu, daß Wermuth tatsächlich ein Opfer der junkerlichen Treibereien gegen die von Wermuth für absolut notwendig gewordene Erbschaftssteuer geworden ist. Es sei richtig, meint sie nämlich, daß bei den Besprechungen mit den Parteiführern, die vor dem Zusammentritt des Reichstages stattfanden, der Prag, 25. März. Das Ergebnis der gestrigen in zahlBrüssel, 25. März. Auf dem gestrigen nationalen Kongres Reichsfchafetretär die Ausdehnung der Erbschaftsreichen Orten des böhmischen Kohlenreviers ab- ber belgischen Bergarbeiter ist unzweifelhaft zum Ausdrud fteuer als die einzige Möglichkeit bezeichnet habe, die gehaltenen Versammlungen ist, daß der Streit im Brüger gekommen, daß an einen Streit in Belgien nicht zu benten Mehrkosten der Heeresvorlage zu decken. Der Reichsund Durer Bezirk weiter um sich gegriffen hat. Im ist. Den Arbeitern wurden auf den meisten Bechen bereits 2ohn- tanzler selbst sei nicht so weit gegangen, er habe nur Ausfiger und Falkenauer Bezirk ist der Ausstand neuerlich erhöhungen augebilligt und weitere für Anfang April in Aus- hervorgehoben, daß sich bisher keine andere Möglichkeit geausgebrochen. Im Teplitzer Bezirk ist der Ausbruch des ficht gestellt. Trotzdem werden fie ihre Bemühungen, eine 15 pro- funden habe, daß er aber bereit fet, auch andere Borzentige Lohnerhöhung zu erlangen, fortsetzen. Streifs zu erwarten. Der drohende Streik der amerikanischen Koblenarbeiter. New York, 12. März.( Eig. Ber.) momentan die Frage, ob es am 1. April im amerikanischen Im Mittelpunkte des öffentlichen Intereſſes ſteht Kohlenbergbau zu einer allgemeinen Arbeitseinstellung fommt. Die Niesenausstände in Großbritannien, Deutsch land und Frankreich mit ihren wirtschaftlichen Folgen enthalten denn doch eine zu eindringliche Lehre, als daß der amerikanische Spießer dem 1. April mit dem gleichen Gefühle der Wurstigkeit wie ror 6 und 3 Jahren entgegensehen fönnte. Seitdem der große Streit des Jahres 1902, der vom 17. Mai bis zum 24. Oftober dauerte, durch die Vermittelung der von der öffentlichen Meinung aufgerüttelten Bundesregierung beigelegt worden war, glaubte das amerikanische Bublifum nicht mehr recht an die Wahrscheinlichkeit eines Kampfes im Kohlenbergbau. Gegen Ablauf des 1902 zunächst für die Zeit bis zum 31. März 1906 abgeschlossenen und zweimal auf 3 Jahre erneuerten Lohntarifes gab es regelmäßig lange Konferenzen zwischen Vertretern der Bergleute und der ZechenverwalDer Krieg. Wilhelm II. schläge zu prüfen. So sei schon damals die, zarte Unstimmig keit" zwischen dem Reichsschatzsekretär und dem Kanzler hervor. getreten. Im übrigen habe Wermuth einigermaßen übersehen, daß er als Reichsschatzsekretär nur der Stellvertreter des Kanzlers sei und infolgedessen nicht das Recht einer troffen. Am Montag machte der König Viktor Emanuel dort seinen bisher auch schon annahm. Nachdem die Junker und ihre ist auf seiner Reise nach Korfu am Sonntag in Venedig einge- eigenen Meinung in Anspruch nehmen dürfe. Es ist also genau so gewesen, wie die Deffentlichkeit es Besuch. Ueber diese Zusammenkunft wird in der bürgerlichen Presse Freunde Herrn von Bethmann glücklich auf ihre Seite gebracht allerlei zusammenorafelt. Die einen meinen, die beiden Mon- hatten, inszenierte man die bekannte Zeitungsheze gegen archen hätten sich über die Friedensverhandlungen unterhalten, Herrn Wermuth und zwang ihn schließlich durch die Ablehnung andere prophezeien eine Verschärfung der kriegerischen Aktionen. der Erbschaftssteuer in der nächsten Ministerkonferenz seinen Mag dem sein wie ihm wolle, auf jeden Fall wird durch den baiser. Der Erbschaftssteuer in der nächsten Ministerkonferenz seinen Abschied einzureichen. besuch die an sich schon recht wadlige Freundschaft zwischen Deutschland und die Türkei noch mehr ins Wanken gebracht. Vom tripolitanischen Kriegsschauplate. Tripolis, 24. März.( Meldung der Agenzia Stefani.) Die Eisenbahn von Tripolis und Fort Santa Barbara nach Ainzara ist seit dem 19. März in vollem Betriebe. Die Berproviantierung Ainzaras ist damit gesichert. Morgen werden die Arbeiten an der neuen Eisenbahnlinie, die bis Tabjura und Benghaft führen foll, in Angriff genommen werden. Mit dem 2anden der Truppen ist wieder begonnen worden. Die Wehrvorlage- ein ,, Tropfen auf den heißen Stein". " Die neue Wehrvorlage, über die die Reichsregierung vor eini gen Tagen den Schleier ein wenig gelüftet hat, wird das deutsche Volf von neuem furchtbar belasten. Obwohl noch kein Mensch weiß, wie diese Lasten zu tragen sind, halten die Ueberpatrioten diese Vorlage erst für den Anfang weiterer Heeres- und Flottenvermehrungen, für einen Tropfen auf dem heißen Stein. Aber auch die Liberalen sind bereit, diese Borlage zu schlucken. In dem freifinnigen Blätterwald hört man nichts von Opposition rauschen, und das offizielle Organ der Nationalliberalen Partei, die Nationalliberale Correspondenz", sagt:„ Es muß jedem Patrioten die Feststellung eine hohe Genugtuung bereiten, daß diese beiden Entwürfe, die immerhin eine Erhöhung der Friedenspräsenz um 29 000 Mann und eine jährliche Ausgabenvermehrung um zunächst 100 bis 120 Millionen Mark bringen, von allen politi fchen Parteien nur noch bei der Sozialdemokratie Widerspruch erfahren." Weiter konstatiert die„ Natl. Corresp.", daß den jetzigen Vorlagen so ziemlich allseitig das Zeugnis unzulässiger Beschrän Ende voriger Woche spielte ein Golbat des 40. Infanterie- fung ausgestellt werde. Weit schärfer werde aber der ungenügende Charakter der Flottennovelle hervorgehoben. Scheinbar parteiregiment im Fort Hamidie bei Tripolis mit einem der dort von den offiziös erklärt die Nationalzeitung" in auffälligem Drud: Türfen zurüdgelassenen Schrapnells. Das Geschoß explodierte; vier Soldaten wurden durch die Sprengstüde getötet, bier Soldaten wurden durch die Sprengstüde getötet, eine große Anzahl verwundet. Rom, 25. März. Die Agenzia Stefani meldet aus Tobrut bom 24. März: Mehrere feindliche Abteilungen versuchten zu wiederholten Malen die Befestigungsarbeiten an dem neuen Fort zu behindern, wurden aber von den italienischen Truppen mit Berluften zurückgeschlagen. Bei den Italienern wurde ein Unteroffizier tungen, wurde regelmäßig der Belt verkündet, ein Streit sei unausbleiblich, gingen regelmäßig( angesichts der prekären Situation") die Kohlenpreise in die Höhe, waren die Arbeiter regelmäßig mit dem alten Lohntarif von 1902 zufrieden. Aber John Mitchell, nachmaliger Departementssekretär leicht verwundet. der Civic Federation, und sein Schüßling, der harmonieduselige Lewis, stehen nicht mehr an der Spize der United Mine Workers( Verband der Bergleute). Zu deren Präfidenten wurde letztes Jahr der Genosse John B. White gewählt. Die United Mine Workers find gegenwärtig in viel höherem Grade eine Kampforganisation, als sie es früher waren. Damit hat sich die Situation gegenüber den Jahren 1906 und 1909 verschoben. Es ist recht wahrscheinlich, daß die Bergleute diesesmal in den Kampf eintreten, wenn nicht die Grubenbefizer die Arbeiterforderungen bewilligen oder doch wenigstens wesentliche Stonzessionen machen. ie Eine folgenschwere Explosion. Ermordung des Fürsten von Samos. Konstantinopel, 24. März. Der Fürst von Samos, Andreas Ropassis- Effendi ist gestern auf Samos von einem Griechen durch Revolverschüsse getötet worden. Die Reaktion in der Türkei. Konstantinopel, 24. März. Durch Beschluß des Ministerrats ist der frühere Gehilfe des Walis von Trapezunt, der Grieche 1902 wurde den Bergleuten eine zehnprozentige Lohn- Beglery, zum Fürsten von Samos ernannt worden. erhöhung zugestanden und außerdem vereinbart, daß die Nach hier eingegangener amtlicher Meldung wurde der MordArbeitsentschädigung auf je 5 Cents Preisaufschlag per anschlag auf den Fürsten Kopassis vorgestern abend in dem AugenTonne Kohle um 1 Cent aufgebeffert wird. Die früheren blick begangen, als der Fürst ins Palais zurückkehrte. Der Mörder Lohnverhältnisse waren so dürftig, daß auch die feste Auf- feuerte fünf Schüsse auf den Fürsten ab, von denen drei trafen. besserung von 1902 gänzlich ungenügend war. Und von der Der Fürst erlag seinen Verlegungen gestern nachmittag. Der gleitenden Zulage" haben die Arbeiter fast gar nichts profi- Mörder, ein Grieche namens Barides, wurde durch die Ortspolizei tiert, Nicht, als ob die Kohlenpreise nicht stark in die Höhe verhaftet. gegangen wären. Bei Tonnenabnahme macht die Differenz fast zwei Dollar per 2000 fund aus. Aber die Kohlenberg- Genosse Parvus schreibt uns aus Sonstantinopel: merke liefern an die von ihnen kontrollierten Vertriebs. Der türkische Parlamentarismus brödelt immer mehr ab. geschäfte nahezu zu dem alten Preise und heimsen die höheren Das Stomitee" hat sich an die Spitze der Konterrevolution gestellt. Profite auf indireftem Wege ein. Dadurch sehen sich die Ein wichtiger Schritt vorwärts auf diesem Wege ist soeben durch Bergleute um den größeren Teil ihrer gleitenden Lohn- die neuen Verordnungen über die Presse und die Versammlungen erhöhung geprellt. geschehen. Tageszeitungen sollen fünftighin eine Kaution von 500 türk. Pfund, etwa 9500 M., in der Hauptstadt und 100 türk. Pfund in der Provinz niederlegen; Revuen 200 bezw. 50 türk. Pfund. Verantwortlicher Redakteur darf nur sein, wer eine höhere Lehranstalt absolviert hat. Offizieren, auch solchen der Reserve ( Oberst Sadik Bey!) ist die Veröffentlichung von Artikeln, die die auswärtige Politik des Staats oder die Militärbehörden kritisieren, Großes Aufheben machen die Kohlenzechen davon, daß fie in den legten 9 Jahren auf Grund des gleitenden Tarifes 29 Millionen Dollar Lohnzulagen auszahlten. Die Richtig. feit dieser Zahl angenommen, entfallen auf den Arbeiter pro Jahr durchschnittlich rund 6 Dollar, da in dem amerikanischen Rohlenbergbau über 500 000 Reute beschäftigt sind. Auf einer am 15. Januar zu Indianapolis zusammengetretenen, von 100 Delegierten besuchten Konvention der United Mine Workers wurden die den Zechen zu unterbreitenden Forderungen festgelegt. Die Bergleute im Hartkohlenrevier verlangen: 1. Zwanzigprozentige Lohnaufbesserung. 2. Anerkennung der Gewerkschaft( b. h. es dürfen nur orgaH. nifierte Leute beschäftigt werden, deren Interessen die Gewerkschaft den Zechen gegenüber vertritt) und Abzug der Gewertschaftsbeiträge durch die Werkskassen, welche die Beiträge an die Gewerkschaft abführen. 3. Einführung des Achtstunden- Arbeitstages ohne Lohnrebuftion. 4. Tarifvertrag von einjähriger statt dreijähriger GültigkeitsDauer, 5. Minimallohn von 3½ Dollars für lizensierte Bergleute und von 2% Dollars für unqualifizierte Bergleute pro Tag. 6. Bezahlung nach dem Gewicht der geförderten Kohle, nicht nach Waggonladungen. 7. Abschaffung der 1902 geschaffenen Schiedsbehörde, in welcher Unternehmer und Bundesregierung das lebergewicht über die Arbeiter haben. Die Weichkohlengräber fordern: 1. Wiegen der Kohlen vor dem Sieben. 2. Tägliche Arbeitszeit von sieben, Samstags von fünf Stunden. In leitenden Kreisen der nationalliberalen Partei werden die Wehrvorlagen als Ausfüllung offenkundiger Lücken und zum Teil auch als Wiedergutmachung früherer Unterlassungsfünden, namentlich bei der Armee, mit großem Beifall aufgenommen. .. Ueber die in Aussicht genommene Art der Deckung wird sehr absprechend geurteilt; der Ertrag der Aufhebung der Brannt mein- Liebesgabe wird nach Abzug aller notwendigen Entschädis gungen sogar nur noch auf fünfzehn Millionen Mark geschätzt. Indessen besteht kein Zweifel darüber, daß sich für die Vorlagen selbst eine gewaltige Mehrheit im Reichstage finden wird." Die fonservativen Organe sind durch die Vorlagen noch viel weniger zufriedengestellt. Die" Post" jammert, von einer wirk lichen Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht könne heute noch nicht die Rede sein, denn nach wie vor müßten viele Tausende jun ger Leute, die für den Waffendienst befähigt sind, der Erfahreserve zugeschoben werden. Die" Post" hat erwartet, daß neben der Aufſtellung der zwei neuen Armeekorps die Heeresvorlage die fehlens den 33 Bataillone endlich gebracht hätte; statt ihrer werden nur 14 aufgestellt. Auch die Kavallerie und Artillerie fei nur spärlich bedacht worden. Das fonservative Blatt schließt seinen Artikel wie folgt:„ Außer diesen hauptsächlichsten Punkten sind noch eine große Anzahl mehr oder weniger bedeutender Lücken vorhanden, die die Heeresvorlage nicht erledigt und wir dürfen füglich sagen, daß die Vorlage nur einen Teil der Lüden schließt, die die Organisation daher ohne jeden Abzug unter allen Umständen durchgeführt unserer Armee aufweist. Das, was die Heeresvorlage bringt, muß werden." In gleicher Weise urteilen andere rechtsstehende Blätter. Die Kreuzzeitung" sagt:„ Das Urteil über die Wehr vorlagen fann nach Bekanntgabe der Grundzüge noch kein abschlieBendes sein, im ganzen handelt es sich wohl um ein Minimum bessen, ivas notwendig ist. Bon diesem etwa noch Abstriche zu machen, würde militärisch ein unverzeihlicher Fehler sein. verboten. Versammlungen unter freiem Himmel, die geeignet er- te ich& bote" ab, der schreibt: Den Bogel bei dem Rüstungsrummel schießt der konservative scheinen, die öffentliche Ruhe zu stören, sind verboten. Zuwiderhandlungen werden mit 15 Tagen bis 6 Monaten Gefängnis bestraft; wenn die Versammlung nur der bewaffneten Macht weicht, ist die Strafe 6 Monate bis 2 Jahre Gefängnis. Jede Person, die die Bevölkerung zu einem bewaffneten oder unbewaffneten Auflauf aufreist, sei es durch öffentlichen Vortrag oder durch Auffleben bezw, Berteilung von gebrudten Schriften, ist denselben Strafen unterworfen wie jene, die an dem Auflauf teilnahmen. Wenn die Aufreizung ohne Folgen bleibt, wird sie mit Gefängnis von einer Woche bis zu zwei Monaten bestraft. Wer Platate solcher Art brudt ober aufflebt oder verteilt, wird als Komplige betrachtet. Der Urheber all diefer reaktionären Maßregeln ist Mahmud heftet Bascha und ein Vierteldugend Leute aus dem " Komitee". Was noch besonders aufregt, ist der von dieser Samarilla begangene Betrug. Denn fortgefeht berhieß man, mit der Inkraftsezung der oben wiedergegebenen Einschränkungen auch den Belagerungsa u stand aufzuheben. Das ist aber nicht geschehen. Jetzt hat man beides: das Kriegsgericht und auch noch die neuen Einschränkungen der Presse und des Versammlungsrechts. Die Revolution in China. Anleihe- Schwierigkeiten. 3. Erhebung der Gewerkschaftsbeiträge durch die Bergwerke. 4. Abschluß eines Tarifvertrages auf 2 statt auf 3 Jahre. Am entschiedensten sträubten sich die Zechen gegen die Beking, 25. März. Die Gesandten von Großbritan Erhebung der Gewerkschaftsbeiträge durch die Wertstassen. nien, Frankreich, Deutschland und den Vereinig Denn davon befürchten sie, und zwar mit Recht, eine Stär- ten Staaten haben ein gemeinsames Memorandum überreicht, fung der Gewerkschaft. Zwar sind die 320 000 im Weich in dem nach furzer Darlegung der seit dem 27. Februar von der fohlenbergbau beschäftigten Leute ziemlich stramm organi- internationalen Bantengruppe über die Finanzierung der chinesifiert und verfügen über reichliche Mittel. Dagegen sieht es fchen Regierung gepflogenen Verhandlungen der Standpunkt verim Hartfohlenrevier minder gut aus, wenn es auch unter der treten wird, daß die englisch- belgische Anleihe einen Wortbruch energischen Führung des Genossen White viel besser wurde. darstelle, und gegen die neue Anleihe entschieden Protest er Vor dem Ablauf des Lohntarifes treten die nichtqualifizierten hoben wird. Wir fassen die Heeresverstärkung noch einmal zusammen: Eine Armee Inspektion, zwei Generalfommandos, zwei Divis fionsstäbe, 14 Infanteriebataillone, vier Feldartillerie- Brigaden, 3 Pionier- Bataillone, 2 Train- Bataillone, 1 Kavallerie- Regiment, etwa 70 Maschinengewehr- Kompagnien, eine Fliegertruppe, außerdem Erhöhung des Etats bei einer großen Anzahl von Jn. fanterie- Bataillonen und Feldartillerie- Abteilungen, Schaffung von Offiziersstellen, Erhöhung der Mannschaftslöhnung. Alles dieses bedeutet gewiß einen Schritt vorwärts. Aber so befriedi gend wie eine Heeresvorlage in dieser kritischen Zeit, nach diesen schweren Krisen sich gestalten müßte, um den chauvinistischen Brahlern in Frankreich und England den entsprechenden Dämpfer aufzusehen, ist diese Vorlage nicht. Die Heeresverwaltung hat offenbar mit diesem rosaroten Reichstag und nicht mit der Etim. mung im Lande gerechnet, und aus dieser unangebrachten Rückfichtnahme heraus erheben sich die Forderungen nicht über das Notdürftigste. Man muß aber bedenken, daß das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit gern bereit ist, Opfer zu brin gen, ja, daß es die Heeresverwaltung geradezu drängt, aus. reichende Vorlagen einzubringen. Um so erstaunlicher ist diese Mattherzigkeit derselben. Was hat Preußen- Deutschland groß gemacht? Nicht die Rücksichtnahme auf ein Parlament, das damals noch viel weniger für Heeresvorlagen zu haben war als das heutige, sondern ein herzhaftes Bufaffen des einmal für not. wendig Erkannten, ohne Scheu vor einem Konflikt. Damals standen allerdings Männer wie Bismard und Roon an der richtigen Stelle.. Eine Mehreinstellung von 29000 Mann ist nichts anderes als ein Tropfen auf den heißen Stein.. Es zeugt von einer Dreiftigkeit sondergleichen, zu sagen, das deutsche Volt werde gern bereit sein, die erforderlichen Opfer für die neue Seeresvorlage zu bringen, nachdem die Junker und Pfaffen sich geweigert haben, die Erbschaftssteuer anzunehmen. Sicher sollen die Lasten wieder dem deutschen Volke", d. h. den von ihrer„ patriotischen Pflicht" drücken. Aber ehe es so weit iſt, Minderbemittelten, aufgehalst werden, während die Besitzenden sich werden die Vertreter des deutschen Volkes, die sozialdemokratischen abgeordneten im Reichstage, wird die Arbeiterschaft selbst ein fräftiges Wort sprechen Der Dank der Regierung für den Streikbrvch der christlichen Bergarbeiter. Im Kanzlerblatt, der„Nordd. Allgem. Ztg.', wird im Wochen- rückbltck vom Sonntag auch der zu Ende gegangene Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet gestreift und gesagt: .Mit dein Beschluß der Bochumer Revierkonferenz, des so- genannten.Dreibundes', vom 19. März hat der erst am 19. März beslblosiene Bcrgarbciterstreik im Ruhrrcvier nach verhältnismäßig kurzer Dauer, und ohne daß es zu einem wirklich allgemeinen Aus- stand überhaupt gekommen wäre, sein Ende gefunden. Dieser Ausgang ist das Ergebnis des entgegenkommenden Verhaltens der Zechenverwaltungen, die zu Verhandlungen in den Arbeiter- ausschüssen schritten,"zu einer der Konjunktur entsprechenden Rege- lung der Löhne von vornherein bereit waren und damit die Hai« tung der christlichen Gewerkschaften wie der evangelischen Arbeiter- verbände rechtfertigten, die den Streik nicht für geboten hielten und ihm fern blieben. Daß die Christlichen dies getan und sich trotz aller Beschimpfungen und Einschüchterungsversuche in ihrer ruhigen und besonnenen Haltung nicht haben beirren lasten, ist gleich ehrenvoll für die Oganisation wie für ihre Führer.. Durch das Regierungslob für Streikbruch sind die Christlichen für alle Zeiten gekennzeichnet.__ Die württembergische Regierung und die Erbschaftssteuer. Ueber die Haltung der württembergischen Regierung bei der Berliner Ministerkonferenz veröffentlicht der.Württembergische Staatsanzeiger' eine Erklärung, in der eS heißt: .So wie die Verhandlungen bei der Berliner Ministerkonferenz sich entwickelt hatten, war die württembergische Regierung nicht in der Lage, der Anregung auf Abschaffung der Liebesgaben grundsätz- lich entgegenzutreten. Sie hat aber ihre Entschließung von der Frage abhängig gemacht, ob die einheimische Branntweinbrennerei in angemessener Weise sichergestellt werde. Entsprechend ihrem Standpunkt hat übrigens die Regierung bei den gepflogenen Ver- Handlungen darüber keinen Zweifel gelösten, daß sie unter der Voraussetzung der nachgewiesenen Bedürfnisse in erster Linie der er- wetterten Erbschaftssteuer zustimmen werden.' Landtugsnachwahl iu Bade«. Bei der am Freitag für den geistig erkrankten stöberen fort- schrittlichen Abgeordneten Dr. Heimburger im Wahlkreise Lahr sLand) vorgenommenen Ersatzwahl bat unsere Partei herzlich schlecht abgeschnitten, indem wir dort entgegen aller Erwartung rund die Hälfte unserer Stimmen eingebüßt haben. ES erhielten Stimmen: 1912 1909 Fortschrittler und Nationalliberale. 2890 1840 Konservative und Zentttim.... 2090 2091 Sozialdemokraten...... 683_ 1085 6669 5016 Unser Anteil an der Gesamtstimmenzahl ist von 20,6 Proz. auf 10,4 Proz.— also um die Hälfte— zurückgegangen. Zum Teil haben unsere Wähler offenbar in der optimisttschen Annahme, den fortschrittlichen Kandidaten gleich im ersten Wahlgang zum Siege verhelfen zu können, für diesen gestimmt. Sie haben damit einen zweiten Wahlgang vermeiden wollen. Eine verfehlte, unsinnige Kalkulation! Leider haben Konservative und Zentrum mehr an Stimmen gewonnen, als liberaler Block und Sozialdemokraten zu« sammengenommen. Der Stimmenvorsprung der letzteren ging näm« lich von 834 auf 277 Stiminen zurück. Die Wahlbeteiligung stieg von 77 auf 34 Prozent. Jedenfalls haben unsere badischen Partei- geuosten alle Ursache, den Gründen des auffallenden Stimmenrück- gangS nachzuforschen und die Organisation auszubauen. Beständen in dieser Beziehung nicht erhebliche Mängel, würden wir diesen schmerzlichen Stimmenverlust nicht zu beklagen haben. Konservative? Boykott. Die konservative Presse entrüstet sich fast täglich über sogenannte sozialdemokratische Terrorismusfälle und fordert zur Aufrecht- erhallung der heiligen Ordnung und der StaatSaulorität scharfe Maßnahmen gegen den roten Schrecken. Dabei be- treiben die Konservativen selbst die Einschüchterung der sich nicht willig in den Dienst ihrer Machlinteressen stellen- den Bevölkerung mit einer Brutalität, die kaum noch zu überbieten ist. So wird der.Frankfurter Zeitung' ouS dem Wahlkreise Züllichau-Schwiebus-Krossen berichtet, daß dort jetzt Von der konservativen Partei ein Manöver ausgeführt wird, das den offensichtlichen Zweck verfolgt, die liberalen Kaufleute und Gewerbetreibenden für ihre politische Gesinnung durch Entziehung der Kundschaft aus ländlichen Kreisen zu bestrafen. Es werden näm- lich massenhaft gedruckte Zettel zur Verteilung gebracht, die folgende Ueberschrist tragen:.Zur konservativen Partei gehören folgende Kaufleute und Gewerbetreibende in der Stadt...' Es werden dann die Namen und Wohnungen der betreffenden Geschäftsleute aufgeführt und als Unterschrift steht auf den, Zettel:.Der konservative Wahlverein.' Wie uns weiter hierzu mitgeteilt wird, steht es in einem Fall fest, daß der Gemeindevorsteher eines Dorfes in der Nähe von SchwiebuS Zettel dieser Art in der Gemeindevertretervers amm- lung zur Verteilung gebracht hat, also gewissermaßen in amt- licher Eigenschaft. In einem anderen Dorf ist festgestellt worden daß ein Herr im angeblichen Auftrage deS konservativen Wahl- Vereins von Haus zu Haus gegangen ist, und es den Leuten aus- zureden versucht hat, beim dortigen Fleischermeister, der im Verdacht steht, liberal gewählt zu haben, noch weiter ihre Waren zu beziehen. Die systematische Art dieser Listenausstcllung ist ein untrüglicher Beweis dafür, daß von konservativer Seite die Schädigung der liberalen Gewerbetreibenden beabsichtigt ist. Zum Urteil gegen Pfarrer Traub. Die Meldung, daß Pfarrer Traub gegen das Urteil Berufung eingelegt habe, ist verfrüht. Traub ist noch nicht im Besitz der Urteilsbegründung, erst nach ihrem Empfang will er sich dazu ent- schließen, ob er Revision einlegen wird. Zu der Meldung, daß gegen Pfarrer Nadecke in Köln ein Disziplinarverfahren in Aussicht stehe, wird gemeldet, daß eS sich um einen Artikel der„Evangelischen Gemeindenachrichtell' in Koblenz handelt, der das Spruchkollegium im Falle Jatho kritisiert. Der Artikel wurde vor reichlich einem Jahre in den.Gemeindenachrichten" veröffentlicht. Vom Lnftmilitarismus. Die Meldung, daß die Aufstellung eines zweiten Flieger- bataillons beabsichtigt fei, wird als unrichtig bezeichnet. Zunächst sei vielmehr beabsichtigt, die Döberitzer Lehr- und Versuchsanstalt möglichst auszubauen. AlSdann werde in Metz sowohl wie in Straßburg die Belegung mit Fliegertruppen erfolgen. Die Aus- bildung der Megerofsiziere fei dergestalt gedacht, daß die Offiziere ihre erste Ausbildung auf den großen Flugplätzen der Privatfirmen erhielten, um nach Erlangung des Pilotencxamens für die Ablegung des zweiten militärischen PilotenexamenS herangebildet zu werden. Man hoffe, bis zum Ende 1912 über 100 völlig ausgebildete Flieger- offizicre verfügen zu können.__ Ocfteirdcb. Parlamentarische Kuriositäten. Im Plenum des Abgeordnetenhauses wurde am verflostenen Freitag über Wahlprüfungen verhandelt. Das ist gewiß nichts Besonderes, aber es geschah doch— dank der nationalistischen Parlamentsverwüstung— zum ersten Male s e i t 18 Jahren. In der gleichen Sitzung wurde über ganz interessante Im- niuniiätsstagen verhandelt. Die gerichtliche Verfolgung— die in Oesterreich durch Parlamentsbeschlutz nicht erst eingestellt zu werden braucht, sondern vom Parlament dem Gericht erst g e st a t t e t Perantw. Redakteur: Albert!Kachs,Beclin. Jnserätenteil verantw.t' werden nrntz. solang« dl« ftefstai dauert— mehrerer Nationalsten wegen Zweikampfs wurde, entgegen dem Kommissionsantrag. bewilligt. Dann wnrde die Genehmigung zur Vollstreckung einer seit 3 Jahren rechtskräftigen Arreststrase gegen den„frei- sozialistischen' Ehrabschneider Simon Starck verweigert. Der Mann wird aber auch während der Parlamentspausen nicht seinem Gewerbe der Sozialistenverleumdung entzogen! Ausweisung eines reichsdcutschcn Journalisten. Der Bezirkshauptmann von Schwaz in Tirol scheint von preutzisch-landrätlichen Vorstellungen nicht frei zu sein. Jüngst hat er zwei streikende Holzarbetter auf Wunsch der Unternehmer aus- gewiesen und jetzt den deutschnationalen Redakteur Mahr, einen Bayern, den die Christlichsozialen wegen einer Versammlungs- kritik ihrer neuen Militarismusbegeisterung denunziert hatten. Da die Deutschnationalen jetzt im Parlament.Hoch die Armee!' rufen, ist es wenig wahrscheinlich, daß sie sich um die Zurücknahme der Ausweisung bemühen werden. Eine Wahlrechtsdemonstratiou in Budapest. Budapest, 24. März.(W. T. B.) Heute fand hier eine Wahl- rechtSversammlung statt, an der etwa 20 000 Personen teilnahmen. Bei einem sich daran anschlietzenden Umzüge kam eS zu einem Zusammenstotz zwischen der Polizei und den Teil- nehmern des ZugeS, der dadurch hervorgerufen wurde, daß ein Polizeibeamter einem Arbeiter eine rote Fahne wegnehmen wollte. Berittene Polizei zerstreute die Menge, wobei ein Polizeibeamter verwundet wurde. Es wurden 20 Verhaftungen vorgenommen. Italien. FerriS Kandidatur in Gonzaga. Rom, 21. März.W. T. 23.) In einer Konferenz von Direktoren der Eisenbahngesellschaften, die 50 östliche Eisenbahnen vertraten, wurden die Forderungen der Lokomotiv- führer auf Erhöhung der Gehälter abgelehnt. Grubenexplosion in Galizien. Krakau, 25. März.(P.-C.) Wie aus Jaworzno gemeldet wird, hat sich heute vormittag in der Grub« Boro in der Nähe der Stadt eine heftige Explosion ereignet, wodurch 4 Bergarbeiter ge- tötet und einer schwer verletzt wurden. 50 der eingefahrenen Gruben- arbeiter gelang es, sich in Sicherheit zu bringen. Die Berun- glückten sind sämtlich verheiratet, einer ist Vater von 11 Kindern. Ueber die Ursachen der Explosion ist noch nichts bekannt, doch heißt eS, daß ein Ingenieur das Unglück verschuldet hat. Von einer Lawine verschüttet. Wien, 25. März.(W. T. B.) Eine aus 11 Personen bestehende Gesellschaft von Skifahrern wurde heute mittag in der Nähe von Hochschneeberg bei Wien von einer Lawine erfaßt und verschüttet. Bisher ist einer der Verunglückten gerettet; ein Toter ist geborgen. Eine Expedition ist zur Rettung der Ver- schütteten abgegangen. Tie übrigen Skifahrer werden für verloren gehalten., �äul Singer ö° Co., Berlin 5 W. Hierzu 3 Beilage» u.Unterhalt«ngSbl.' Nr. 73 29. Iahrgasg. 1. Stützt des Lswiirls" Ktlüm Ssüisb'M Ditüstag, 26. Mar; 1912. Aus dem rliiiilchen IParteileben. Das Internationale s o z i a l i sti s ch e Bu- reau versendet folgende Mitteilung: »Diese letzten Jahre tvaren für die sozialdemokratische Ar- beiterpartei Rußlands Jahre der Verwirrung und der Desorgani- sation. Während dreier Jahre bat die Partei weder eine Kon- serenz einberufen können und während zweier Jahre konnte der Hauptvorstand keinerlei Tätigkeit entfalten. Die Partei bestand zwar weiter, aber in Gestalt von einzelnen Gruppen, die mangels eines Hauptvorstandcs in allen Städten von einer gewissen Be- deptung ein wenig isoliert voneinander lebten. Seit �einiger Zeit, unter dem Einfluß des Wiedcrerwachens des russischen Proletariats, fängt die Partei an, sich von neuem zu festigen, und ganz kürzlich haben wir schließlich eine Partei- konferenz zusammenberufen können-(was seit dem Jahre 1908 nicht möglich gewesen war), auf welcher die Organisationen der beiden Hauptstädte, der Nordwestgegend und der Südgegend, des Kaukasus und der Jndustriegegenden des Zentrums vertreten waren. 20 Organisationen im ganzen traten in engste Verbindung mit dem Organisationsausschuß, der diese Konferenz einberufen hatte, d. h. beinahe die Gesamtheit der Organisationen, Mensche- Wiks oder Bolschewiks, die in diesem Augenblick in Ruhland be» stehen. Im Verlaufe ihrer 23 Sitzungen prüfte und erörterte die Konferenz, welche sich die Rechte und Pflichten des obersten Partei- vrgans beilegte, alle auf ihre Tagesordnung gesetzten Fragen, von welchen manche von ganz einschneidender Bedeutung sind. So wurde auch ibr eine tiefgehende und sehr vollständige Würdigung der augenblicklichen politischen Lage und der Politik der Partei gegeben, eine Würdigung die mit den Resolutionen der Konferenz von 1998 und mit den Beschlüssen der Bollversammlung des Partei. Vorstandes von 1919 in vollkommener Uebereinstimmung sich be- findet. Sie widmete eine ganz besondere Aufmerksamkeit den in einigen Monaten stattfindenden Wahlen zur Duma und arbeitete zu diesem Gegenstand eine Resolution aus, die aus drei Teilen besteht und die in einer sehr greifbaren und sehr ins eiMlne gehenden Weife die vielfachen Verwickelungen unseres Wahl- gesetzes berücksichtigt, die sich über die Frage der Wahlabkommcn mit den anderen Parteien ausspricht und die Stellung sowie die Tätigkeit der Partei im Laufe der bevorstehenden Wahlbewegung von allen Gesichtspunkten aus untersucht. Die Fragen der Hungersnot, der Arbeiterversicherungen, der Gewerkschaften und der Streiks usw. wurden gleichfalls erörtert und ihrer Lösung entgegengeführt. Die Konserenz untersuchte ebenfalls die Frage der„Liqui. datoren". Diese Richtung leugnet das Bestehen einer illegalen Partei, erklärt, daß diese bereits aufgelöst sei, daß ihre Neu- bcgründung nichts weiter sei als eine reaktionäre Utopie und ver- sichert, daß die Partei nur in legaler Form wieder erstehen könne. Nichtsdestoweniger hat diese Richtung, welche mit der illegalen Partei gebrochen hat, bis jetzt keine legale Partei begründen können. Die Konferenz stellte fest, daß die Partei seit vier Jahren gegen diese Richtung kämpft, daß die Konferenz von 1998 und die Hauptversammlung des Parteivorstandes von 1919 sich gegen diese Liquidatoren ausgesprochen haben, daß trotz aller Anstrengungen, die gemacht worden sind, sie fortfährt Sonderbündclei zu treiben und die Partei in der legalen Presse anzugreifen. Die Konferenz erklärte demzufolge, daß die um die Organe„Nacha Saria",„Dielo Shisni"(denen man jetzt noch„Shivoe Dielo" zugesellen muß) ge- scharten Liquidatore» sich außerhalb der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands gestellt haben. Schließlich wurde ein Vorstand und die Redaktion de? Zentralorgans.Socialdemocrate" gewählt. Ueberdies hat die Konferenz insbesondere festgestellt, da wir im Auslände eine Menge Gruppen besitzen, die mehr oder weniger sozialistisch, jedoch auf alle Fälle von dem russischen Proletariat sowie von einer sozia- listischen Aktion vollständig getrennt und demzufolge ohne jede Verantwort'lchkeit sind, daß diese Gruppen in keiner Weise die Sozialdemokratische Arbeiterpartei darstellen oder vertreten können, daß die Partei keinerlei Verantworwng oder Gewähr für diese Gruppen übernimmt und daß alle Verbindungen mit der Sozial. demokratischen Arbeiterpartei Rußlands durch Vermittelung des Parteivorstandes zu erfolgen haben." Soweit die Mitteilung des Bureaus. Ohne uns in die Organisationsstreitigkeiten unserer russischen Genossen ein- zumischen, müssen wir doch darauf aufmerksam machen, daß in dieser Mitteilung nur der Standpunkt einer Gruppe innerhalb der russischen Sozialdemokratie, und zwar der Leninschen Gruppe, zum Ausdruck kommt. der Bolschewistischen Menschewiks der von Plechanow keine andere Liemes feuilleton. Eine Jutcrnationalc des 18. Jahrhunderts. In der letzten Verl sammlung der Gesellschaft für die Geswichte der französischen Revolution legte Prof. Aulard ein unveröffentlichtes Mannuskript E o n d o r s e t S, des berühmten Girondisten vor, daö kurz vor der Revolution niedergeschrieben sein dürfte. Es ist der Statuten- entwurf für einen internationalen Geheimbund und eine Prinzipien erklärung dieser Gesellschaft, worin u. o. gesagt wird, daß es»eine Moral und Motive ihrer Anwendung gibt, die unabhängig von jeder spekulativen Meinung und jeder religiösen Idee ist, daß die sittlichen Wahrheiten ohne diese Hilfe bewiesen werden können und die natüil lichen Motive der Pflichterfüllung für die Menschen von glücklicher Leibesbeschaffenheit und gerecktem und aufgeklärtem Geist ausreichen Als Jahresbetrag waren 19 LvuisdorS vorgesehen, wovon ein Teil Ml Deckung der Kosten einer Zeitung verwendet werden sollte. Ob das Projekt CondorsetS verwirklicht wurde, ist nicht fest-� zustellen. Theater. Friedrich- Wiljhelm städtisches Schauspielhaus »Der Vielgeliebte" hat zwei Handwerker»vom Bau":— Alfred S ck m a s o w und Karl H e i n z— zu Verfertigern. Männer, die der Göttin Thalia opstrn, Habens ja soviel leichter, mit ihren Erzeugnissen auf die Bretter zu kommen. Schlimmstenfalls spielen sie sich selber. In derlei Arbeiten, abgesehen von einer bübnen wirksamen Zurechlichneidung, pflegt erfahrungsmäßig die Kunst der Annexion mehr oder minder komischer Situationen und Witze die Hauptsache zu sein. Es erübrigt sich also, vom.Inhalt" diese» Schwank« zu reden. Rur soviel sei angedeutet, daß. um ihn wieder flott zu machen, manche Kalauer der Zeit entsprechend aufgebügelt oder gegen aktuellere um- getauscht werden mußten; denn es ist dock schon einige Jährchen her, als wir ihm»zum ollererstcnmal" im Berliner Theater begegnet sind. Heute wie damals, spielt Alfxed S ch m a s o w auch die Haupt- rolle: den Rentier Petermann. Da die Komikerflöte meist nur ein Loch hat, auf dem mit schablonistischen Gesten getrillert wird, kennen wir auch sogleich die Melodie. Edmund P a u l s e n und Lissi N o r d a u brillierten als italienisches Fechlmeister-Ehepaar mit zungcngymnastischen Kunststücken. o. st. Diusik. Das„Theater des Westens" brachte am Sonnabend die Inszenierung von Offenbachs Operette„Die schöne Helena" durch Max Reinhardt. Die vielberufene Bühnenkunst Reinhardts war uns Musik- freunden in Berlin Itvch nicht bekannt geworden, abgesehen von Auf Grund der uns vorliegenden, völlig objektiven ! Berichte und der Proteste der überwiegenden Mehrzahl der ; sozialdemokratischen Organisationen Rußlands möchten wir folgendes bemerken: Die in der eingangs wiedergegebenen Mitteilung ge schilderte Konferenz kann keineswegs auf den Namen einer Parteikonferenz Anspruch erheben. Mit Ausnahme der Leninschen Gruppe(die auch nur einen Teil Richtung repräsentiert) und einiger Plechanow- Richtung(die übrigens selbst desavouiert worden sind), hat Richtung der Sozialdemokratie Rußlands an dieser Konferenz teilgenommen. Weder die Sozialdemokratie Lettlands, noch der Jüdische Arbeiterbund, noch die Sozialdemokratie Polens und Litauens, noch das kaukasische Landeskomitee, noch die Richtung„Wperjod", noch eine Reihe anderer russischer Organisationen haben an diese Konferenz teilgenommen. Das bedeutet, daß die ältesten, stärkste� Organisationen unserer russischen Partei, die das eigentliche Rückgrat der Bewegung bilden, an der Konferenz keinen Anteil genommen haben. Nichtsdestoweniger hat sich die Vertretung eines Verhältnis mäßig geringen Teiles der Gesamtpartei die Rechte der Vertretung der Gesamtpartei angeeignet, einen „Parteivorstand", ein„Zentralorgan" eingesetzt, auf die Mittel der Gesamtpartei Anspruch erhoben und eine ihr nicht genehme Richtung in der Partei aus der Partei„ausgeschlossen". Eine derartige Handlungsweise liegt sicher nicht in der Richtung, die dringend notwendige Einigkeit der Partei herzustellen Das Vorgehen dieser„Konferenz" hat bei der Mehrzahl unserer russischen Genossen um so heftigere Opposition wach gerufen, als bereits seit einiger Zeit Bestrebungen im Gange sind, die Wiedergeburt unserer russischen Bruderpartei auf einer loyalen, sämtliche Richtungen und Organisationen in der Partei umfassenden Grundlage herzustellen. Auf die Anregung der Sozialdemokratie Lettlands tagte im Januar in Rußland eine Konferenz der Vertreter der Sozialdemokratie Lettlands, des Jüdischen Arbeiterbundes, des Kaukasischen Landeskomitees>), die den Beschluß faßte, eine allgemeine Parteikonferenz einzuberufen, in welcher„alle Ge biete der Parteiarbeit bei der unbedingten Voraussetzung, daß alle Gruppen und Organisationen der Partei unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu dieser oder jener Parteirichtung herangezogen würden, vertreten sein sollten, um über die polittschen und organisatorischen Aufgaben in Verbindung mit der bevorstehenden Wahlkampagne>vie auch zur Förderung der Parteieinheit zu entscheiden." Die auf dieser Beratung gewählte Organisationskommission betreibt energisch die Vorbereitungen zur Einberufung einer wirklichen Vertretung der Gesamtpartei Rußlands. Es haben bereits außer den genannten Organisationen ihre Zustimmung erklärt und ihre Mitwirkung bei der bevorstehenden afr gemeinen Konferenz versprochen: die Gruppe„Wperjod", die Redaktion der„Prawda", die Redaktion des„Golos Sozial demokrata". Ferner liegen ähnliche Erklärungen vor von einer Reihe innerrrussischen Parteiorganisationen und den Genossen, die in der legalen Arbeiterbewegung täftg sind. Zum Schluß halten wir uns verpflichtet, die Protest kundgebung zu veröffentlichen, mit welcher sich sämtliche durch die„Leninsche Konferenz" nicht vertretenen Richtungen in der Sozialdemokratie Rußlands aus Anlaß dieser Konferenz an die Internationale wenden. Auf einer Beratung der Vertreter des Auslandskomitees des Jüdischen Arbeiterbundes, der Plechanowschen Richtung, der Gruppe„Wperjod", der „Parteibolschewiks"(d. h. des im Gegensatz zur Leninschen Gruppe stehenden Teils der Bolschewistischen Richtung), des „Golos-Sozialdcmokrata", der„Prawda" ivurde am l2. d. M. nachstehende Resolution über die angebliche„Allrussische Kon- serenz der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands" angenommen: ') Anfangs beteiligte sich auch der Vertreter der Sozialdemo- kratie Polens und Litauens an dieser Konferenz. ihrem Scitenstück: dem Walten Gregors in der„Komischen" und Moris in der„Kurfürstenoper". Von verschiedenen Bchandlungswcisen des Stückes, die teils auszudenken sind, teils in Berlin tatsächlich vorkamen, hatten wir bereits gesprochen, zuletzt von der Aufführung im selben„Theater des Westens" unter Direktor Monti, die wohl nur durch hübsche Ausstatwngsbilder und durch die Wiedereinsetzung zweier lang vergessener Szenen im zweiten Akt hervorragte. Daß Reinhardt auf sie und auf noch ein oder das andere Stückchen verzichtete, nimmt Wunder. Oder handelt es sich ihm wirklich nicht darum, einem Werke gerecht zu werden, sondern nur darum, es so weit zu benützen, wie es für seine Theaterkünste paßt? Dies gilt vor ollem nicht dafür, daß der Jnszeniercr auch der Musik ihr künstlerisches Recht zu wahren suchte. Er nahm als Kapellmeister den aus Konzerten wohlangesehcnen Oskar Fried. Dessen Leitung gab das seit— wer weiß wie lange erste Muster- beispiel für ein Zurückhalten deS Orchesters zugunsten der Deutlich- keit des Gesanges; sie arbeitete auch ausdrucksvolle Gegensätze heraus; aber sie paßte mit ihrem lyrischen Ernst doch nicht zu der Grundstimmung der Reinhardtscken Jnszenierungskunst. Die war nun einmal ganz auf Grand-Ulk gestimmt. Und da mutz man jedenfalls eines an Reinhardt anerkennen: die Konsequenz, mit der er die üppigsten Mittel aufbietet, um zu seinem Ziele zu gelangen. Sie würde vielleicht noch größer sein und der höhere Blödsinn nicht doch manchmal durck den niederen Blödsinn verdrängt werden, wenn der Regisseur den Willen— oder hier wohl die Macht hätte, zur Konsequenz auch die Einheitlichkeit zu gesellen. Die Rätselspiele und manche einzelne Possentrcibcreien fielen etwas ab. Das Gelungenste der Inszenierung war der Bildeindruck der Szenerien, einschließlich der ungefähr biedermeierisch kostümierten Tanzwcibchen. Reinhardt ergänzt den szenischen Eindruck durch Einführung des japanischen BlumcnstegeS, der über das Parterre weg dem Einzug zahlreicher Figuren dient. Auf ihm rückt auch König Menclaus an, von Mar Pallenberg a. G. weit über das gewöhnliche Trottelniveau hinaus dargestellt,„jeder König ein Zoll". Auf ihm kehrt er auch wieder, um in dem Traumductt von Helena und Paris, in dem die— gelinde gesagt: Konsequenz des positiven und negativen Köstüms noch konsequenter ist als später in der Badestrandszene, über den Köpfen des Parterre- Publikums die Situation mit einer Laterne und mit der Erklärung „Die Frau in Haus und Beruf!" zu beleuchten. Neben den Stammkünstlcrn vom Theater des Westens machte als Gast Ilona H a j d n mit, sie sang die Helena mit einer auf. fallend schönen und sonoren Gcsangsstimme. sz. Humor und Satire. Ein Makamen von den zwei Seelen. Theo Ben Wolff bei Ra el Masse sprach: Nebbich,— für den Grosvezier Bethmann keinen Metlik mehr gcb' ich.— Der Mann ist „In Erwägung, 1. daß die Konferenz von der sogen.„Russischen Organisations-Kommission" einberufen worden ist, dem bereits von Anfang an kein einziger Vertreter irgendeiner sozialdemokratischen Nationalorganisation(jüdischer Bund, polnische und lettische Sozial« demokratie) angehört hat; daß eine Reihe von Lokalorganisationen und das kaukasische Landeskomitee diese„Russ. Org.-Komm." nicht anerkannt haben; daß die Weigerung der letzteren, auch nur die Vertreter der anderen Strömungen und Organisationen heran» zuziehen, und ihre fraktionell gefärbte Tätigkeit alle sozialdemo« kratischen Nationalorganisationen ohne Ausnahme und alle Partei» richtungen, mit der einzigen Ausnahme der Leninschen Richtung» von ihr endgültig abgestoßen haben; 2. daß auf dieser Konferenz nur ein Teil, und zwar ausschließlich der russischen Organisationen vertreten war, wobei gegen die Richtigkeit der Vertretung einiger dieser Organisationen, und dabei der wichtigsten unter ihnen, von diesen selben Organisationen bereits Protest erhoben worden ist; 3. daß die Konferenz dessenungeachtet sich erdreistet hat, auf usurpatorische Weise sich selbst den Namen„Allrussische" bei» zulegen, sich selbst zur höchsten Instanz der Partei zu erklären und das Zentralkomitee zu wühlen— erklärt die Beratung diese Konferenz als einen offenen Versuch einer Gruppe von Personen, die mit vollem Bewußtsein die Partei zur Spaltung führten, die Parteifahne zu usur» Pieren und spricht ihr tiefes Bedauern darüber aus, daß einige Parteiorganisationen und Genossen diesem Betrug zum Opfer ge- fallen sind und dadurck die Spaltungs- und Usurpationspolitik der Leninschen Coterie gefördert haben. Die Beratung spricht ihre Ueberzeugung aus, daß alle Partei» Organisationen in Rußland und im Auslande gegen den aus» geführten Staatsstreich entschieden p r o t e st i e r e n, die vrm der Konferenz gewählten Zentralinstanzen nicht anerkeltpen werden und mit allen Mitteln die Wiederherstellung der Partei« einheit mittels Einberufung einer wirklichen allgemeinen Partei» konferenz fördern werden." Das Auslandskomitee der Sozialdemokratie Lettlands hat sich dieser einstimmig angenommenen Resolution angeschlossen. Damit haben sämtliche Richtungen und Organisationen in der Sozialdemokrafte Rußlands(mit Ausnahme der Sozial- demokratie Polens und Litauens, deren Haltung in dieser Frage uns unbekannt ist) zu den„Einigungsversuchcn" der Leninschen Richtung unzweideutig Stellung genommen. vee niedrige Kurs der deutschen Anleihen. Seit Jahr und Tag plagt sich die deutsche Regierung mit der Frage herum, wie der Kurs der Anleihen zu heben sei. Die Finanz« reform von 1999 wurde damit zu rechtfertigen gesucht, daß es not- wendig sei, die Staatsfinanzen auf eine feste Grundlage zu stellen» um einen stabilen Kurs zu erreichen. Und der Erfolg? Der Kurs der Sprozentigcn ReichSauleihe steht jetzt auf 81,3 Proz., sank aus einen noch nie dagewesenen Tiefstand herunter. Da der durchschnittliche Kurs der drciprozentigen Anleihe 1999 85,81 betrug, so bedeutet eS einen Kursverlust von 5 Proz. Einen ähnlichen KurSverlust erlitt auch die Z�zprozentige Anleihe, so daß der Gesamtverlust der Rentenbesitzer sich auf mindestens 299 Millionen Mark beziffert. Aber auch der Staat leidet darunter. Die neuesten Emissionen von 89 Milloncn Reichs- und 499 Millionen preußischen Anleihen haben einen Mißerfolg erlitten. Mit Mühe und Not ge« lang es allerdings, diese unterzubringen, zum Teil in Amerika, der Kurs aber der ftüheren Anleihen hat darunter gelitten, und die künftigen Anleihen werden wohl noch unter ungünstigeren Be« dingungen begeben werden müssen. Eine kleine Genugtuung hat das Deutsche Reich darin, daß auch der Kurs der englischen KonsolS sehr niedrig ist. Er stellt sich jetzt auf 77,6 Proz. Dieses weltberühmte und sicherste Anlage- papier ist in den letzten Jahren sehr rasch von seiner stolzen Höhe in einen tiefen Abgrund gestürzt: Die Ursachen dieser Erscheinung sind mannigfaltig. Zunächst kommt natürlich die allgemeine Kredit- anspannung in Betracht, die sich auch in England fühlbar macht. Der Diskontsatz ist gestiegen und drückt den Kurs der KonsolS. Zur ein krasser Reaklionär,— und ein weltfremder Doktrinär,— und was er angreift, das geht ihm quer.— Und seine homogene Regierungs-Mischpoche— pfeift mit ihm auf dem letzten Loche.— Da sind wir liberalen Demokraten— doch ganz anders geraten.— Und dürften wir raten,— wir zögen den Karren des Reiches— aus dem Schlamme des Teiches.— Wir haben Ueberzeugung und Rücken,— wir pfeifen auf höfische Tücken— und würden uns selbst vor dem Sultan nicht bücken.— Wir wären moderner. liberaler und kühner— als der Großvezier Bethmann und seine Reichshühner.— So tobt Herr Theo Bon Wolff in des„ Ta g eb latt"« Spalten und kann sein liberales Wasser nicht hallen. Aber von diesem entschieden liberalen Tone,— von Männer- stolz vor dem Sultansthrone— da weiß das„Tageblatt" nichts zu sagen— unter dem Strich und in den Lokalbeilagen.— Da wird gedreht die byzantinische Leier,— daß einem ganz schlimm wird von dem Geseier.— War da jüngst der Sultan beim Gesandten der Franken.— Sofort sprengten Mosses Agas in die Schranken,— crzäblteu. was die dort aßen und tranken,— was man dort trug für Turbane und Kleider,— nannten die Köche, die Lakaien und Schneider.— Um sich ganz auf der Höh' zu erweisen,— bracht' ein Artikel die Rezepte der Speisen,— die daö sränk'sche Meuu tat aufweisen.— Ferner berichteten getreulich die Schmöcke,— daß der Sultan liebe enge Damenröcke,— wie er sich äußerte zu einer aclrico,— die man liefe kommen direkt von Paris,— und von der man, mir wird ganz mieß,— schilderte die Garderobe bis auf di« Dessous.— Ja bei Moste versteht man de» SchmuS!— Des weiteren wußten dann noch zu melden— die unentwegt liberalen eilungShelden,— daß der Sultan gesprochen von Rostands -ckauie klär,— was das für ein schöne« Gedichte war,— dessen Verse, er tät' es sehr beklagen,— noch nicht wären ins Deutsche übertragen.— DeS Sultans patriotisck« poetischer Kummer— raubte zwei„Tageblatt"-Dichtern den Schlummer.— Sie hockten sich schleunigst auf ihre Gesäße— und gössen das Hahnenlied in deutsche ssäße.— Sie hoffen von ihrcni Klinqllang'Liede— nun bald die Ernennung zum Hofteimsckmiede.— Ra cl Masse aber reibt sich die Hände:— So etwas will der Abonneute!— Ueber dem Strich die liberalen Zähne blecken— und darunter schweifwedeln und speichellecken._ Emst. Notizen. — Vorträge. Einen ostjfi bisch- literarischen Abend veranstaltet Jiaae L ö w y aus Warschau am Donnerstag« abend 8'/« Uhr in den Musilersälen(Kaiser-Wilbelmstraße 18in>. ES kommen Rezitationen, Volkslieder, humoristische und' dramatische Szenen zum Vortrag.— II e b e r Flug in aschinen, ihre Ver- wendbarkeit in Heer, Flotte und Kolonien, spricht am Mittwoch« abend 8 Uhr im großen Vortragssaal der Treptow-Stern» warte Telegraphenassistcnt W. Lenk. Zeit des sinkenden Zinsfußes, in den Jahren 1888 bis 1893 wies der Kurs der englischen Staatsanleihen eine Stabilität ohne gleichen auf, weil die Regierung eine energische Tilgungspvlitik trieb und es vermied, neue Schulden zu machen. In dieser Zeit sind dem Markte insgesamt 2163 Millionen Mark entzogen worden. Die Nach- frage nach Konsols stieg aber infolge des sinkenden Zins- fuges und des allgemeinen Stillstandes der industriellen Entwiikelung. Die Banken, Versicherungsgesellschaften, Spar- lassen und einzelne Kapitalisten kauften Konsols als sichere einträgliche Anlage an. Dann kam der unglückselige süd- afrikanische Krieg, der eine bedeutende Schuldenvermehrung not- wendig machte. In den Jahren 1893 bis 1903 wurden dem Markte 3269 Millionen Mark Konsols zugeführt, während in der darauf- folgenden Zeit, bis Ende 1911, infolge der rasch anwachsenden Nüstungsausgaben nur wenig getilgt werden konnte und insgesamt bloß 1326 Millionen Mark dem Markte entzogen worden sind. Durch die ivirtschaftliche Depression begünstigt, vermochte sich der Kurs der Konsols bis 196S/66 noch recht hoch zu halten, obgleich er schon von seiner stolzen Höhe 112 Proz. im Jahre 1897 auf 89,83 Proz. im Jahre 190S gesunken ist. Dennoch war die reale Verzinsung, d. h. der Zins, den die Staalsgläubiger erhielten, immer noch niedriger als der durchschnittliche Marktdiskontsatz. Dieser„unnatürliche" Zustand, daß der Staat einen ge- ringeren Zins gewährt als die Großkapitalisten, dauerte aber nicht lange. Der seit 196S eingesetzte wirtschaftliche Aufschwung mit seiner ungewöhnlichen Kreditanspannung mußte den KurS der Staatsanleihen noch mehr drücken. Um so mehr, als weder die Banken noch einzelne Kapitalisten noch die Sparkassen ihre Gelder in Konsols jetzt anlegen wollten. Dazu kam die un- sichere politische Lage seit den Marokkowirren, und der Kurs der ehemals stolzen Konsols ist jetzt auf einen sehr tiefen Stand an- gelangt. Natürlich wirken dieselben Ursachen auch in Deutschland. Auch hier hat die Kreditanspannung, die insbesondere in der letzten Zeit stark wurde, den Kurs gedrückt. Auch hier l)aU sich seit Marokko der Gcldkapitalisten und Börsen- jprulanteil eine Nervosität bemächtigt, die durch die Ankündigung der neuen Wehrvorlage noch gesteigert wurde. Dabei ist der deutsche Markt mit Staats- anleihen überfüllt. Etwa 26 Milliarden Reichs- und Staats- anleihen zirkulieren jetzt auf dem Markte. Mit den Staatsanleihen konkurrieren aber nicht nur die der Kommunen und die hypothekarischen Anleihen der Grund- und Hausbesitzer, sondern auch die den Markt im steigenden Unifange überschwemmenden industriellen Obligationen. Außerdem hat sich das Verhalten der Geld- kapitalisten zu dem Aktienmarkt geändert. Früher galten die industriellen Werte zwar als ertragreiche, aber als unsichere Anlage. Das kleine sparende Publikum bevorzugte daher vor den Aktien die Staatsrcnten. Das letzte Jahrzehnt günstiger wirtschaftlicher Entwickelung mit seiner relativen Stabilität der industriellen Unternehmungen, wenigstens der großen, fest kar- tellicrten, erweckte bei den Geldkapitalistenden Glauben, daß auch der Erwerb von Aktien eine sichere Kapitalanlage sei, und sie wandten sich ihm zu, in der Hoffnung, daß sie dadurch eine höhere Ver- zinsung ihres Kapitals erreichen werden. Es mag auch zutreffen, was die„Frankfurter Zeitung" unlängst bemerkt hat, daß die Teuerung der Lebensmittel die kleinen und mittleren Rentner geradezu zwingt, ausländische Papiere wie inländische Aktien zu - kaufen, um die gesteigerten Lebensausgaben decken zu können. So hat sich der Markt für die Staatsanleihen in den letzten Jahren total geändert, und Mermuth hat ein offene? Geheimnis aus- gesprochen, als er am 14. Februar im Reichstage erklärte, daß die Anleihe von 1969„uns fast zu Boden gedrückt hat." In der Tat ist das Reich beinahe gezwungen worden, zu einem höheren als dem vierprozentigen Anleihetyp überzugehen, wodurch ein Sinken der Kurse aller früheren Anleihen und der Anleihen der Bundesstaaten hervorgerufen wäre, das einem Bankrott gleich käme. Mermuth hat dies eingesehen und bemühte sich redlich, möglichst keine neuen Schulden zu emittieren. Es gelang ihm nur wenig, aber er hoffte, daß er durch effektive Tilgung den Kurs heben wird. Jetzt werden wiederum 166 Millionen neue Ausgaben angekündigt, für die eine äußerst unsichere und ungenügende Ein- nahmequelle, die Branntweinliebesgabe, bestimmt werden soll. Mit der Schuldentilgungspolitik ist es also zu Ende. Vielmehr versinkt das Reich immer niehr in seine Pumpwirtschaft, die ein Ende mit Schrecken haben muß. Mermuth verließ da? sinkende Schiff, die Staatsgläubiger werden noch ängstlicher, und der Kurs der Reichsanleihen geht rasch bergabwärts. Nun hofft die Regierung, einen festen Markt für die Staats- schulden zil schaffen, indem sie die Sparkassen dazu anhält, Staats- renten zu kaufen. Auf Kosten der kleinen Sparer soll weiterhin die Pumpwirtschaft getrieben werden. Eine entsprechende Vorlage ist jetzt dein preußischen Landtage zugegangen. Indes, gerade das Beispiel der englischen Konsols beweist, daß alle solche künstlichen Maßnahmen zur Hebung des Staatskurses— und England war in dieser Beziehung vorbildend— nichts helfen, sobald der Markt mit neuen Anleihe» überschwemmt wird. Dabei werden die Grund- besitzer, denen die Sparkassen billigen Kredit gewähren, init ihren Hypotheken auf den Markt treten und die Konkurrenz der festverzinslichen Papiere noch verschärfen. Wird auf Hypotheken ein höherer Zins gewährt, so muß schließlich auch der Staat dem folgen. Man schafft sich also eine Anlage an einer Stelle, verschärft aber die Konkurrenz an der anderen— das Resultat bleibt dasselbe. Allein Zurückhaltung in der Ausgabe und der Auflegung von neuen Schulden, verbunden mit einer energischen, tatsächlichen und nicht bloß nominellen Tilgung der früheren Anleihen kann den Staatsanleihen einen Kurs geben, der zwar in gewissen Grenzen, je nach dem Stande des Diskontsatzes, sich be- wegen wird, aber vor solchen Schwankungen verhütet bleibt, die er jetzt erlebt. Der Staat muß wenigstens einige Jahre keine neuen Schulden machen, um das kaufende Publikum daran zu gewöhnen, daß das Staatspapier eine sichere Anlage ist. „Nichts", schrieb 1968 in den„Grcnzboten" der Direktor der Deutschen Bank, Mankiewitz,„hat das sparende Publikum und die Kapitalisten mehr zurückgeschreckt, ihre Mittel in unseren Anleihen anzulegen, als die Angst vor dem stetigen Rückgange der Kurse in- folge der fortgesetzten Schaffung neuer Emissionen." Und diese Angst ist jetzt wiederum durch die Einbringung einer neuen Wehr- Vorlage gesteigert worden. Sie LemeinÄetvAhIbetveglliig. Nowawes. Heute von 4Vz b i s 7'/z Uhr findet die G e- in e i n d e w a h I für die Wähler statt, deren Namen mit den Anfangsbuchstaben von I b i s O beginnen. Wahlergebnisse. Fricdrichsselde. Die am Sonntag vollzogene Wahl der dritten Abteilung für die Gemeindevertretung hatte folgendes Ergebnis: Von den 1614 eingeschriebenen Wählern haben 786 ihr Wahlrecht ausgeübt. Unser Kandidat Genosse Frentzel erhielt 518 Stimmen, während der bisherige Vertreter Metzner es nur auf 261 Stimmen brachte. Für letzteren waren Autos und Droschken in Bewegung, um an abhängigen Wählern heranzuschleppen, was nur irgend erreichbar war. Die letzten Stunden des Wahlkampfes zeigten so recht, wie gelehrige Schüler unsere Gegner sind. Ueberall sah man kleine Klebezettel prangen und an Bretterzäunen und Wänden war mittels Schablonen in Riesenlettern„Wählt Metzner" angemalt. Bezeichnenderweise wurden bei dieser Zuwiderhandlung gegen eine bestehende Polizeiverordnung zwei Gemeinde- a n g e st e I l t e, der Bureauassistent Scholz und der Vorarbeiter der Straßenarbeiter Hauck, ertappt. Aber alles hat nichts genutzt, den Bürgerlichen dürfte die Aussichtslosigkeit einer ferneren Wahlbeteili- gung wohl zum Bewußtsein gekommen sein. Nowawes. Die Gemeindewahl in der dritten Abteilung brachte der Sozialdemokratie am Montag 413 Stimmen. Obwohl kein gegnerischer Kandidat aufgestellt ist, wurden 12 bürgerliche Stimmen abgegeben. Reinickendorf. Bei der am Sonntag vollzogenen Gemeinde- Vertreterwahl der dritten Klasse erhielt Genosse Schönberg im dritten Bezirk 749 Stimmen, 2 Stimmen entfielen auf einen Hern Nickel. Die Zahl der eingeschriebenen Wähler betrug 1916. Am Montag, den 25. März, fanden die Wahlen zur zweiten und ersten Klasse statt. In der zweiten Klasse erhielten die beiden am 1. April ausscheidenden Gemeindevertreter Müller 186 und Nikolaus 175 Stimmen, außerdem erhielten die von Hausbesitzern und Ge- werbetreibenden aufgestellten Herren Lerche 142 und Liebing 176 Stimmen; auf unsere Genossen Franz B e h r und Heinrich Schiller entfielen 49 bezw. 87 Stimmen. Es findet somit Stich- Wahl zwischen den Kandidaten statt, die die höchste Stimmenzahl erhielten. Bei der Stichwahl geben unsere Genossen den Ausschlag. Bei der Wahl in der ersten Klasse erhielten der Rechtanwalt Pincus 36, Direktor, Busch 41 und der Fabritbesitzer Schwartzkopff, der auch bisher der Gemeindevertretung angehörte, 42 Stimmen. Der Fabrikbesitzer Becker ist nicht wiedergewählt worden. ES scheidet damit ein Mann aus der Gemeindevertretung, der unseren Vertretern und ihren Anträgen stets in der gehässigsten und klein- lichsten Weise entgegentrat. Karlshorst. Bei der Gemeindevertreterwahl am Sonntag erhielten Stimmen: Unser Genosse Engel 285, der Mischmaschkandidat Reinhardt 261, der Mietcrvercinler Vcrch 157, der Kandidat der demokratischen Vereinigung Rohde 23. Es findet Stichwahl statt zwischen Genossen Engel und dem Mischmaschkandidaten Reinhardt. Neucilhagcn a. Ostbahn. In der Hauptwahl erhielt bekanntlich der Genosse Wilhelm Moser 96 und der Gegner 97 Stimmen. Die Stichwahl am Sonntagnachmittag brachte uns den Sieg. Der Genosse Möier erhielt 168, während der Gegner nur 67 Stimmen auf sich vereinigte; zum ausfallenden Stimmenrückgang desselben wirkte neben unserer Agitation auch die Zurückweisung sämtlicher Forensenstimmen mit. Ungefähr 15 solcher ungestempelter Papier- stimmen wurden durch die beiden Genossen im Wahlvorstand zurück- gewiesen. Es entstand eine erregte Debatte mit dem Wahlvorsteher, welcher natürlich die Vollmachten anerkannt wiffen wollte. Herr Kanzleirat Rießel erklärte, wegen Zurückweisung der Vollmachten. Protest einlegen zu wollen. Gegen die Wahl des in der Hauptwahl mit 165 Stimmen gewählten Herrn Lenz ist Protest eingelegt worden. Die Wahl muß für ungültig erklärt werden, weil nach § 52 der L.-G.-O. nur zwei Nichtangesessene der dritten Klasse an- gehören dürsen; es muß ein Angesessener gewählt werden. Motzen(Kreis Teltow). Der zweite sozialdemokratische Vertreter wurde bei der vor einigen Tagen stattgefundenen Gcmeindevcrtreter- wähl gewählt. Leider war infolge der ungünstigen Wahlzeit(nach- mittags von 1— 2� Uhr) die Wahlbeteiligung in der dritten Klasse eine ganz geringe. Von 162 eingeschriebenen Wählern übten nur 22 ihr Wahlrecht aus: hiervon erhielt unser Genosse Otto Heide 12 Stimmen. Wilhelmsruh. Bei der am Sonntag stattgefundenen Gemeinde- Vcrtreterivahl zur dritten Klasse wurden 342 Stimmen abgegeben. Davon erhielten unser Genosse Mi l b r o d t 286, der Bürgerliche 43 Stimmen. 13 Stimmen wurden für ungültig erklärt. Lichtenow(bei Herzfelde). Einen glänzenden Sieg errangen unsere Genossen im hiesigen Orte. Von der dritten Ab- leilung wurden beide sozialdemokratischen Kandidaten, die Genossen Fritz Z a u t e r und Lindau ins Gemeindeparlament gewählt. Um den Erfolg der hiesigen Genossen recht würdigen zu können, muß man in Betracht ziehen, daß es sich um einen fast rein agra- rischen Ort handelt. � Soziales. Beschäftigunng von Arbeiterinnen in Glashütten. Ueber die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugend- lichen Arbeitern in Glashütten, Glasschleifercien und Glas- beizereien sowie Sandbläsercicn sind vom Bundesrat am 5. März 1302 Bestimmungen für die Zeit vom 1. April 1902 bis 1. April 1912 erlassen. Der Bundesrat hat diese Vor- schriften, wie der gestern abend erschienene„Reichsanzciger" mitteilt, durch Beschlust vom 20. d. M. auf ein weiteres Jahr, bis zum 1. April 1913, verlängert. Diese Verlängerung ist höchst bedauerlich, weil die Verhältnisse längst zu einer Verbesserung der im Jahre 1902 erlassenen Bestimmungen reif sind. Insbesondere ist die Beseitigung der Schutzvorschriften der ZK 133 und 136 der Gewerbe- ordnung, wie sie Ziffern II und HI der Verordnung zulassen, dringend notwendig. Nach Ziffer II dürfen junge Leute bei den Arbeiten vor den sOefen in Glashütten, in denen die Glasmasse gleichzeitig geschmolzen und verarbeitet wird, 12 Stunden lang(einschlietzlich der Pausen) beschäftigt werden, ohne daß die Vorschrift des K 136 der Gewerbe- ordnung über Pausen beachtet zu werden braucht. Selbst die z e h n st ü n d i g e M a x i m a l a r b e i t s z e i t für junge Leute zwischen 14 bis 16 Jahren braucht nach Ziffer HI der Bundesratsverordnung in Glashütten, in denen die Schmelz- schicht und die Verarbeitungsschicht miteinander nicht wechseln, nicht beachtet zu werden, wenn die� Gesamtdauer der Be- schäftigung innerhalb einer Woche 60 Stunden nicht übersteigt. Die allgemeine Herabsetzung der Maximalarbcitszeit für jugendliche Arbeiter von zehn auf acht Stunden ist im Interesse der körperlichen und geistigen Entwickelung der jungen Leute längst erforderlich und im Reichstag wiederholt verlangt. Statt dem nachzukommen, genehmigt der Bundes- rat aufs neue Durchlöcherungen der zugunsten der jungen Leute erlassenen Schutzvorrichtungen für eine der Gesundheit besonders abträgliche' Beschäftigung: und das, wiewohl die Glasindustrie in den zehn Jahren reichlich Gelegenheit hatte, sich auf die Beseitigung dieser Durchlöcherungen des Arbeiterschutzes einzurichten. Der Staatssekretär des Innern enthüllt sich immer deutlicher als grundsätzlicher Gegner jedes Arbeiterschutzes, der nicht in Bedrohung durch Gendarmen und Militär besteht._ Ostpreustische Kultur. Der Bau eines Masurischen Schiffahrtskanals hatte bei vielen ostpreußischen Arbeitern, die auf dem Lande und in den kleinen Städten sehr unbeständige Arbeit erhielten, die Hoffnung erweckt, längere Zeit beständige Arbeit und Verdienst zu finden. Ja, bei der letzten Rcichstagswahl hatten konservative und liberale Agitatoren auf den lohnenden Verdienst hingewiesen, der den ländlichen und kleinstädtischen Arbeitern bei diesem großen Werk bevorsteht, so daß sie nicht nötig hätten, ihre Heimat zu verlassen und im Westen Deutschlands einer ungewissen Zukunft entgegen« zugehen. Tatsächlich ist auch in diesem Jahre für ungelernte Ar. beiter in Ostpreußen keine günstige Konjunktur. Nur in Königs- berg ist infolge der Entfestigung günstigere Arbeitsgelegenheit, Auf dem Lande bei den Gutsbesitzern herrscht kein Arbeitermangel, was selbst aus dem Bericht der Landwirtschaftskamurer hervor- geht. Fortgesetzt werden Arbeiterfamilien der geringsten Diffc- renzen wegen unter Kontraktbruch entlassen. Und selbst Guts- Herren, die weit und breit dafür bekannt sind, daß sie ihre Leute menschenunwürdig behandeln, erhalten sogar einheimische Land- arbeiter. Im Vorjahre mußten viele ausländische Arbeiter über die Grenze zurück, weil sie keine Verwendung in der Larchwirtschaft finden konnten. Trotz alledem soll der Masurische Kanal nicht von heimischen, sondern von ausländischen Arbeitern gebaut werden, damit den ostpreutzischen Funkern die nötige Reservearmee Land- arbeiter erhalten bleibt, die sie benötigen, um die Knechtschaft weiterhin auftechtzuerhalten. Nachstehende Bekanntmachung der ostpreußischen Landräte beleuchtet zur Genüge den Kurs, den die Regierung den Agrariern zu Liebe auch hier bei diesem von den: Gelde der Steuerzahler in Angriff genommenen Werk zu treiben gedenkt. Bekanntmachung. Arbeiter, die seit einem Jahre in land- wirtschaftlichen Betrieben der Provinz Ostpreußen oder in den Kreisen Angerburg, Pr. Eylau, Fricdland, Gerdauen, Jnsterburg Land, Lötzen, Rastenburg und Wehlau in einem stehenden Ge- wcrbebetriebe beschäftigt waren, dürfen für den Bau des Masuri- scheu Kanals nur dann angenommen werden, wenn die Orts- Polizeibehörde des' Wohnortes des Arbeiters bescheinigt hat, daß dessen Beschäftigung bei diesem Bau Bedenken nicht entgegenstehen. Diese Beschränkung findet keine Anwendung auf solche Ar- beiter, die zuletzt in einer der Städte Königsberg, Jnsterburg oder Tilsit nicht nur vorübergehend beschäftigt waren. Die Herren Guts- und Gemeindevorsteher des Kreises er- halten hiervon Kenntnis mit dem Ersuchen, diejenigen Arbeiter, welche beim Kanalbau zu arbeiten beabsichtigen, auf das Er- fordernis der polizeilichen Bescheinigung sowie darauf hinzu- weisen, daß der Arbeiterbedarf des Kanalbaues in der Haupt- fache durch ausländische Arbeiter gedeckt werde» wird und daß aus diesem Grunde die Möglichkeit, bei dem Bau Beschäftigung zu finden, für einheimische Arbeiter nur eine sehr beschränkte sein kann. Ter Königliche Landrat Weber. Diese Bevorzugung ausländischer Arbeiter vor inländischen beruht auf einer allgemeinen Verfügung des Minister?. Die bürgerlichen Parteien nennen das: Schutz der nationalen Arbeit. sondern Mich ein Maximum vorgesehen, um die gesundheitschädliche Das Ende einer großen Produktionsgenossenschaft. Die größte italienische Produktionsgenossenschaft, die sich im Anschluß an einen langjährigen Streik gebildet hatte, die Kooperative der Flaschenarbeiter, ist dieser Tage in Liquidation getreten. Die Genossenschaft hat jahrelang drei Fünftel der ge- samten Flaschenproduktion Italiens geliefert und verfügte über große und hochmodern eingerichtete Fabriken in Livorno, Astt, Victri, Jmola, Gacta und anderen Orten. Die Statuten der Genossenschaft schlössen jede Ausbeutung von Nichtgenossenschaftlern aus. Für die Arbeiter war nicht nur ein Produktionsminimum, sondern auch ein Maximum vorgesehen, um die gesundheitsschädliche Ueberanstrcngung zu verhüten. Die Ursachen des finanziellen Miß. erfolges werden in einer allzu großartigen Geschäftsführung gesucht, der die Kapitalkraft und der Kredit des Unternehmens nicht cnt- sprachen._ GewerkfehaftUebes. Die Huerperruncf der porzellanarbetter beendet! Erneuten Verhandlungen, die am 23. März in Berlin zwischen den Vertretern der Unternehmerorganisation, dem Schutzverein deutscher Porzellanfabrikanten, und dem Por- zellanarbeiterverband stattfanden, gelang es, eine Beendigung der bereits vier Wochen dauernden Aussperrung h�bei- zuführen. Der gegenseitigen Verständigung wurden folgende Grundlagen gegeben: Der Schutzverein hält es nach den vorliegenden, aufs be- stimmteste abgegebenen Versicherungen seiner beiden Mit- glieder, der Firmen PH. Rosenthal in Selb und der Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Kahla in H e r in s d o r f für einwandfrei festgestellt, daß die beiden Firmen Streikarbeit für die bestreikten Jsolatorenfabriken nicht geliefert haben. Auch verpflichteten sich dip beiden be- treffenden Firmen, für die Tauer des gegenwärtig herrschen» den Kampfes in der Jsolatorenbranche für keinen der be» streikten Betriebe weder direkt noch indirekt Arbeiten zu übernehmen oder auszuführen. Tarauf erklärten die Vertreter des Porzellanarbeiter- bandes, daß die Mitglieder desselben bei den beiden Firmen am 23. März die Arbeit wieder aufnehmen werden. Tie Vertreter des Schutzvereins der Porzellanfabriken erklärten, daß dann mit demselben Tage die Aussperrung aufgehoben sei und die Entlassenen wieder eingestellt werden sollen, und zwar nach Maßgabe der Betriebsverhältnisse und der technischen Umstände. Doch sollen bis zum 1. Mai 1912 betriebsfremde Arbeiter nicht eingestellt werden. Die Vorsitzenden beider Verbände werden verpflichtet, für die Durchführung dieses Beschlusses zu sorgen und sich etwa daraus ergebende Streitigkeiten sofort zu schlichten. Auf Verlangen eines der beiden Vorsitzenden muffen diejenigen Vertreter beider Organisationen, welche an den VerHand- lungen am 9. und 10. März 191S-in Hos teilgenommen haben, die Erledigung solcher Streitfragen anstreben. Am 1. Mai 1912 erlischt die Tätigkeit dieser Kommission. Das gesetzlich gewährleisteteKoalitions- recht wird beiderseits nicht be st ritten. In betreff der Einführung des N e u n st u n d e n t a g s in der Keramindustrie verpflichtet sich der Schlltzverein, diese Frage in dem Kreise seiner Mitglieder zur Erörterung zu bringen und über seine Stellung dazu dem Porzellanarbetter- verband bis spätestens zum Schluß des Jahres 1912 Kenntnis zu geben. So würde die Aussperrung ini allgemeinen beendet sein, wenn sich auch die Wiedcreinstellung der Ausgesperrten nicht überall glatt vollziehen wird: denn wie es den Anschein hat, werden einzelne Unternehmer sich nicht so schnell mit dem Ge- danken vertraut machen können, daß der Friede geschlossen und daß der Schlag der Unternehmer völlig daneben gegangen ist. Daß der Porzellanarbeiterverband von dieser Kampagne keinen Schaden haben wird, das wird die Zukunft lehren, Berlin und Qmzegend. Tarifbewegung der Schoftschuhmacher. Die Schoßschuhmacher stehen bei einigen Firmen in einer Tarif- bewegung. ES sind dies in erster Linie die Betriebe von Wanninger, Karl Stiller und Mandelbaum. Wie Dalli am Sonnabend in einer gutbesuchten Versammlung mitteilte, wird inbezug auf die Differenzen bei Wanninger vor- aussichtlich die Entscheidung im Anfang dieser Woche fallen. Bei Stiller, wo der Tarif abgelaufen ist, sollen die Berhandlunge« Bettter vor. ebenfalls in diesen Tagen einsetzen. Noch in anderen Be- hatten, weil sie nicht Mitglieder der aussperrenden Unternehmer- eine Uebersicht über die vorliegenden 201 Anträge und unterzog trieben liegen Differenzen vor, die noch einer Rösung harren. organisation werden wollten, usiv. Alle Fälle waren mit Namen die wichtigsten einer näheren Besprechung. Die Anträge der ZahlDasselbe trifft auf eine Anzahl Reparaturwerkstätten zu, wo der und Daten belegt. stelle Berlin sind bereits in einer früheren Versammlung beraten bestehende Tarif vielfach nicht eingehalten wird. Dalli mies Nun hat sich kürzlich der sächsische Provinziallandtag mit dieser worden. Bei der Fülle und Wichtigkeit der dem Verbandstag von darauf hin, daß jeder Arbeiter, der den tarifmäßigen Lohn nicht Denkschrift beschäftigt, d. h. er hat die Sache in knapp zwei Minuten allen Seiten zugehenden Anträge hielt man es für geboten, im erhält, denselben beim Innungsschiedsgericht einklagen fann, wo er erledigt". Der Referent, Oberbürgermeister Dr. Schmidt- allgemeinen Stellung dazu zu nehmen. Die, dem Referat folgende. ihm unbedingt zugesprochen werden muß. Erfurt, bezeichnete die Petition als zur Beratung im Plenum un- rege Diskussion ergab, daß die Zahlstelle Berlin den vielen AnBesonders viele Klagen liegen gegen die Hoflieferantenfirma geeignet, worauf die Versammlung über die Denkschrift zur Tages- trägen auf Erhöhung der Beiträge nicht zustimmen kann und mit Stellen sich z. B. bei der abgelieferten Arbeit ordnung überging. Wenn man sich vergegenwärtigt, welche schwe- dem Ausbau von Unterstützungseinrichtungen ebensowenig einverMängel heraus, so erhält der betreffende Meister auch dann sein ren Vorwürfe und Anschuldigungen in der Denkschrift gegen eine standen ist. Es wurde betont, daß der Kampfcharakter der OrganiGeld nicht, wenn er feine Schuld daran trägt, so daß er seinen ganze Anzahl namentlich angeführter hoher Beamten erhoben wor- sation in erster Linie gewahrt bleiben müßte. Das neue StreifLohn erst einflagen muß. Schickt dann der Inhaber das Geld, so den find, dann kann man aus der Art der Erledigung nur den reglement, das für Angriffstreits eine Anmeldung drei Monate schreibt er auf die Bostanweisung:„ Für Ihre verpfuschten Stiefel!" einen Schluß ziehen, daß diese Vorwürfe der mit der Beratung be- vor dem Beginn bei dem Hauptvorstand verlangt, könne für Berlin Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in trauten Kommission so ungeheuerlich erschienen sind, daß sie Be- auch nicht angenommen werden. Die liebernahme der Lokalbeamten der es heißt: denken trug, sie in der Oeffentlichkeit erörtern zu lassen. Hätte auf die Hauptkasse würde von Berlin mit vielem Mißtrauen be= Die Versammlung fordert alle Schuhmachergehilfen Berlins dagegen nachgewiesen werden können, daß die erhobenen Anklagen trachtet werden. Von einem wöchentlichen Erscheinen des auf, in allen Werkstätten die strikte Bezahlung des geltenden nur in einzelnen Punkten der Wahrheit nicht entsprachen, dann Fachorgans will man in Berlin auch nichts wissen. Noch in mancher Minimallohutarifs zu fordern und wo dies von den Meistern ver- hätte man sich die Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen, den Nach anderen Beziehung wurden den Delegierten zum Verbandstage die weigert wird, davon dem Bureau des Schuhmacherverbandes weis zu führen, wie auch in diesem Falle die böse Sozialdemokratie Wünsche der Mitglieder dargetan, und es wird erwartet, daß sie Blankenfeldestr. 10, sofort Mitteilung zu machen. gegen die pflichtgetreuen Beamten hebt. Man hätte es dabei wohl diesen Wünschen Rechnung tragen. Bu gleicher Zeit appelliert die Versammlung an die ge- nicht einmal bewenden lassen, sondern hätte gegen die Unterzeichfamte organsierte Arbeiterschaft, die Gehilfen bei der Durch- ner der Denkschrift Anklage wegen Beamtenbeleidigung erhoben. führung des Minimallohntarifes zu unterstützen, indem sie nur das alles ist nicht geschehen. So darf man also doch wohl anin solchen Werkstätten ihre Schuhwaren und Reparaturen her- nehmen, daß den Beamten, die da geglaubt haben, sie müßten sich stellen läßt, wo die Inhaber derselben durch Plakat sich ausweisen als die Hausknechte der Scharfmacherorganisation betätigen, in gekönnen, daß die Forderungen der Gehilfen bewilligt sind. eigneter Weise klargemacht worden ist, daß sie dafür vom Staate und seinen Bürgern nicht bezahlt werden. Die Engrosschlächtermeister und ihre Gesellen. Es ist bekannt, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Angestellten im Lebensmittelgewerbe nicht mit dem Gang der modernen Entwickelung gleichen Schritt gehalten haben. Kost- und Logiswesen, geringer Lohn und überlange Arbeitszeit waren und Streik der Möbeltransportarbeiter in Breslau. In Breslau sind von 350 beschäftigten Möbeltischlern über 300 ausständig geworden. Sie hatten Lohnforderungen gestellt; alle Verhandlungen waren aber ergebnislos. Die Versammlung bewilligte den Porzellanarbeitern eine Unterstützung von 150 M. und beschäftigte sich zum Schluß mit Vorschlägen über Vorträge in Mitgliederversammlungen. Aus aller Welt. Die Verbrecher im Automobil. An die Phantasien der Nick Carter- Geschichten erinnert ein Ver brechen, das am Montag in der Umgebung von Paris verübt wurde. In dem südlich der Stadt gelegenen Vororte Mont Geron fielen Die Arbeiter der Altonaer Margarinewerke, J. H. Mohr u. in den Morgenstunden sechs im Chausseegraben versteckte Banditen sind zum großen Teil auch heute noch typisch für die Berhältnisse in Co., beschlossen im Januar d. J., den zwischen der Firma und dem ein Automobil an. Als der Chauffeur dem Verlangen, den Wagen den Betrieben, die Lebensmittel herstellen, bezw. für die Sättigung Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands im Jahre 1909 abge- zu verlassen, nicht sofort nachtam, wurde er niedergeschossen. des Publikums sorgen. In einzelnen Branchen haben ja die Berufsschlossenen Tarifvertrag zu kündigen. Der Firma wurden dann Eine zweite Sugel verwundete den flüchtenden Insassen organisationen, die Stampfescharakter tragen, immerhin auch Forderungen auf Verkürzung der Arbeitszeit von zehn auf neun des Wagens. Die Räuber bestiegen das Auto und fuhren nach der schon bessernd eingewirkt, wenngleich auch hier noch un- Stunden und Erhöhung der Löhne unterbreitet. In mehreren Verendlich viel zu erringen ist. Die Organisationsarbeit ist um io mühevoller, als seitens der Arbeitgeber immer wieder versucht bandlungen mit der Firma und den Vertretern der in Betracht Ortschaft Chantilly. Vier drangen, mit Revolvern bewaffnet, wird, erkämpfte Vorteile zu beseitigen. fommenden Organisationen wurde folgendes vereinbart: Die täge in die Filiale der„ Société générale" ein, töteten einen In eine solche Situation liche Arbeitszeit beträgt neuneinhalb Stunden. An den Sonn- Kassierer und einen Angestellten und verlegten sind zurzeit die Engrosschlächtergesellen verjeßt. Die Schlächter- abenden erfolgt der Arbeitsschluß für Arbeiterinnen um 4 Uhr, einen anderen Angestellten schwer. Die Banditen bemeister wollen, daß der Rinder- Schlachthof wieder eine Stunde für Arbeiter um 5% Uhr. An den Werktagen vor den gesetzlichen mächtigten sich einer Summe von 40000 Franks, während der früher geöffnet werde. Wie Stadtverordneter Adolf Hoffmann Feiertagen ist um 2 Uhr Arbeitsschluß. Eine Lohnverkürzung findet fünfte mit einem Karabiner Wache hielt und der sechste das in einer überfüllten Sonntagsversammlung der Engrosschlächter nicht statt. Der Einstellungslohn für Arbeiter beträgt 28 Met., nach Automobil hütete. Die Banditen feuerten auf einige Pergesellen mitteilte, sei man bei den Verhandlungen im Kuratorium vierwöchentlicher Beschäftigungsdauer 29 Mt. Die Löhne der fonen, welche sich zu ihrer Verfolgung aufmachten, und vers der Meinung gewesen, daß nur die Meister in dieser Frage mit Handwerker, Heizer und Maschinisten wurden um 1 Mt. pro Woche zureden hätten, bezüglich der Gesellen wüßte man ja schon vorher, erhöht. Arbeiterinnen erhalten einen Einstellungslohn von 14,50 schwanden in der Richtung auf Paris. Bei Asnières ließen sie das daß sie gegen diese neue Waßnahme ſeien. Er, Redner, habe den Mark, nach vierwöchentlicher Beschäftigung 15 Mt. Die Löhne der Automobil stehen. Von ihnen ſelbſt fehlt bisher jede Spur. Herren aber erklärt, er würde ihnen die Antwort der Gesellen schon Abschneiderinnen, Hefterinnen usw. bleiben unverändert. Die bisübermitteln. her gewährten Aufschläge für Ueberstunden und Sonntagsarbeit, Der stürmische Beifall zeigte, wie gut Genosse Hoffmann 25 und 50 Proz., sowie der Aufschlag für Schichtarbeiter bei zu die Stimmung der zu Hunderten, zum großen Teil auch mit Frauen leistender Nachtschicht, pro Nacht 50 Pf., bleiben bestehen. Außerdem das folgende Inserat lesen: erschienenen Schlächtergesellen gezeichnet hatte. Wie der Vorsigende feststellte, war von den eingeladenen Mit- dahlt die Firma die Differenz zwischen Krankengeld und Lohn auf 14 Tage. Nach einjähriger Beschäftigungsdauer wird dem gesamten gliedern des Kuratoriums, Stadtverordneter Feuerstein, Bürger- Personal ein Erholungsurlaub von sechs Tagen unter Zahlung des Deputierter GIsner und Stadtrat Buchow, keiner anwesend. Bohnes gewährt. Ab 16. März d. J. wird den Arbeitern außerdem Letzterer hatte sich entschuldigt. Die Diskussion brachte noch manche charakteristische Details um Frühstück Kaffee und Bouillon und des Mittags eine Suppe berabfolgt. zum Vorschein. Lohnbewegung im Hamburger Hafen. Am Sonntag hatte der Transportarbeiter- Verband nach Ham Husland. Ein modernes Drama. In der„ Kölnischen Zeitung" konnte man vor einigen Tagen Millionenschlager! Wichtig für Theaterdirektoren und Verleger! Der Streifbrecher. Hochaktuell! Drama aus dem Bergmannsleben. Nach Tatsachen bearbeitetes, neuzeitliches Theater stid. Manuskript und Aufführungsrecht zu verkaufen. Angeb. erb. u. P O 1101 an die Exped. d. Bl. Vielleicht erwirbt der christliche Bergarbeiterber Der Zentralvorsigende des Verbandes der Fleischer, Hensel, der auch das Wort nahm, betonte unter anderem, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wäre zu erwarten gewesen, daß die ein- burg eine Konferenz einberufen, an der auch die acht Organisationen geladenen Herren vom Kuratorium in dieser Versammlung er der im Hamburger Hafen beschäftigten Arbeiter vertreten waren. Die band das Aufführungsrecht. An geeigneten Darstellern der Titelschienen wären. Im übrigen erklärte der Redner noch, daß die Zentralverbände werden den Unternehmern Forderungen auf Gewährung rolle fehlt es ihm ja nicht. Wenn der„ Millionenschlager" dann Schlächtergesellen ſelbſt an diesen Zuständen schuld seien. indem noch von Lohnzulagen unterbreiten. Wann diese Lohnforderungen ein unter der bewährten Regie der Herren Bruſt und Giesberts viele von ihnen ihrer Berufsorganisation fernbleiben. Nach einem gereicht werden sollen, ist noch nicht bekannt. Da voraussichtlich auf die Bretter kommt, kann der Erfolg doch nicht ausbleiben. zündenden Schlußwort Hoffmanns wurde nachstehende Rejo- sämtliche im Hamburger Hafen beschäftigten Arbeiter sich an der lution einstimmig angenommen: Die am 24. März 1912 im gr. Saal des„ Elysium", Landsberger nehmen als im Jahre 1896. Lohnbewegung beteiligen, so wird diese einen größeren Umfang an Allee 40/41 von 1000 Engrosschlächtergesellen mit Frauen besuchte nehmen als im Jahre 1896. öffentliche Versammlung erhebt entschieden Protest gegen den Versuch, den Rinderschlachthof wieder um 3 Uhr zu öffnen, was zur Folge haben würde, daß der Schweineschlachthof ebenfalls wieder eine Stunde früher geöffnet wird. Ferner protestieren Paris, 24. März.( Eig. Ber.) Das Konsortium der Autodie Versammelten dagegen, бав das Kuratorium des mobil- Tarameter hat in den letzten Wochen die größten Anstrenstädtischen Vieh- und Schlachthofes nur bei den Arbeitgebern eine gungen gemacht, den Betrieb mit Streitbrechern wieder aufzunehUmfrage wegen der frühen Deffnung vorgenommen hat und die men, die man möglichst rasch eingelernt" und mit der FahrbewilliGefellen, die ein sehr großes Interesse daran haben, übergangen gung ausgestattet hat. Die Hauptwirkung dieser Korporation von hat. Die Gerechtigkeit hätte erfordert, daß auch sie gefragt werden. Unternehmertum und Polizei war eine ungewöhnlich große 3 u= Die Versammelten richten an das Kuratorium die Bitte, falls innahme der Automobilunfälle. Auch viele Bourgeois dieser Angelegenheit weitere Schritte unternommen werden sollten, verlangen, ehe fie in ein Auto steigen, von seinem Lenker vorsichts- Der New Yorker Richter Rosa Isti erhielt am Sonntag durch fie ebenfalls zu hören. weise die Vorweisung seiner Gewerkschaftskarte, um ihre gesunden die Post ein Paket zugesandt, bei dessen Deffnung der aus einer wird. H ,, Arbeitswillige" Mordgesellen. Zusammenstoß mit einem deutschen Kriegsschiff. Das Linienschiff Elsaß ist am Sonnabend vormittag im westlichen Eingang des Stagerrat mit dem schwedischen Dampfer Bollug" im dichten Nebel zusammengestoßen. Bollur", ein Dampfer der Reederei Charles Hournburn, war von ddewalla nach London unterwegs. Der Dampfer ist gefunten, die Besatzung wurde gerettet. Das Linienschiff blieb unbeschädigt. Bersonalverluste sind nicht zu beklagen. Die Mastspizzen des Wrads ragen zwei Meter über Wasser. " Bombenanschlag in New York. Eisenbahnkatastrophe in Rußland. Die Behauptungen des Rinder Engrosschlächtermeistervereins, Glieder nicht dem Geschick eines dieser Gelegenheitschauffeure an- Bombe bestehende Inhalt explodierte. Das von Rosalsti bedaß sie mehr Zeit als die Schweine- Engrosschlächter gebrauchen, um zubertrauen. Natürlich rekrutieren sich die Streitbrecher wie über- wohnte Haus wurde durch die Explosion start demoliert. Der ihr Fleisch verkaufsfertig herzustellen, ist eine unwahrheit. Ferner all auch hier aus den schlechtesten, deklassierten Elementen. Die Richter selbst und seine Familie sowie das gesamte ist zu beachten, daß die Hauptverkaufszeit in der Zentralmarithalle Unternehmer haben nun diesen Leuten mit Einverständnis der erst gegen 5 Uhr beginnt und somit die Rinder Engrosschlächter Polizei Schießivaffen in die Hände gegeben, unter dem Vorwand, Dienstbotenpersonal sind schwer verlegt worden; genügend Zeit haben, um mit ihrem Fleisch anwesend zu sein und es fie gegen Gewalttätigkeiten der Ausständigen wehrhaft zu machen. bei mehreren Personen besteht wenig Hoffnung, sie am Leben erverkaufsfertig herzustellen, wenn der Schlachthof um 4 Uhr geöffnet Das Ergebnis war eine Serie von blutigen Attaden von halten zu können. Es handelt sich offenbar um einen Rachealt, da Arbeitswilligen auf Organisierte. bereits am 15. März eine ähnliche Sendung an den Richter Die Versammelten richten deshalb an das Kuratorium die Der Ueberfall, dessen Opfer der Sekretär der Trans- durch die Aufmerksamkeit eines Postbeamten unschädlich gemacht dringende Bitte, dem Drängen des Ninder- Engrosschlächtermeister- portarbeiter Guinchard war, läßt auch nicht die Ausrede wurde. vereins nicht nachzugeben und im Interesse der Gesundheit und des irgendeiner Notwehr zu. Guinchard ging Freitag nacht gegen 21 Familienlebens der Gesellen unter feinen Umständen einer früheren Uhr nach Hause, als er in einer Straße von Montmartre von vier Schlachtshofsöffnung zuzustimmen. Individuen, darunter einer Frau, angegriffen wurde. Es fielen Ferner beauftragen die Versammelten den Leiter der Versamm bier Schüsse, von denen ihm einer die rechte Schläfe lung dieje Resolution jämtlichen Mitgliedern des städtischen Vieh- streifte. Guinchard wollte sich zur Wehr sehen, aber einer von und Schlachthofskuratoriums zu übermitteln. den Kerlen zog ihm den Rock über den Kopf und machte durch diesen beliebten Apachenkniff seine Arme unbeweglich, worauf ihn die anderen mit Revolverkolben schlugen und ihm Fußtritte, Faust schläge und Messerstiche versetzten. Gleichwohl gelang es Guinchard, einen der Angreifer festzuhalten, während die anderen im Augen blic, als ein Polizist herbeikam, davonliefen. Es war ein Streitbrecher. Die Polizei hat ihn nach Aufnahme des Nationales auf freien Fuß gesezt. Achtung, Tapezierer! Die Sperre über die Firma Glas, Lottumstr. 18, ist aufgehoben. Die Firma Bachernic, Usedomstraße 21, ist für Polsterer und Dekorateure gesperrt. Die Schlichtungskommission. Verband der Sattler und Portefeuiller, Verwaltung Berlin. Bei der am Sonntag stattgefundenen Delegiertenwahl zum Verbandsiag Viel ernster noch ging ein anderer empörender Vorfall aus, wurden insgesamt 1083 Stimmzettel abgegeben, von denen 38 un gültig waren. Es haben Stimmen erhalten: Schulze 844, Frängel 799, Baensch 761, Haug 754, Gäbler 731, Hoffmann( Geschirrbranche) 716, BoB 708, Langer 703, Hahn 687, Langnitichte 683, Haase 665, Nitschte 652, Starte 634, Hofmann( Portefeuillesbranche) 626, Mayhardt 617, Lillig 607, Rowad 587. Die 13 erstgenannten Kollegen sind mithin gewählt. Die Ortsverwaltung. dessen Schauplatz gestern die Vorstadt Levallois- Perret war. In einem Café fand die Versammlung eines Sparvereins statt, als plöglich mehrere Revolverschüsse durch die Scheiben drangen. Die Teilnehmer der Versammlung setzten den Tätern Chauffeure, die gerade aus ihrer Versammlung in der Waison vier Jndividuen, die einer Garrage zuflohen nach. Streifende Commune traten, beteiligten sich an der Verfolgung. Plötzlich blieben die Verfolgten stehen und feuerten von neuem. In dem jelben Augenblid famen Bolizisten, die gleichfalls von ihren Schuß waffen Gebrauch machten. Ein Streikender, namens Bédome, Der fächsische Provinziallandtag und die Steinsetzer fant tödlich verletzt nieder und starb nach einigen Minuten. Die Steinseher- Schußwunde stammt nach dem ärztlichen Befund nicht von einem Dienstrevolver der Polizisten. Von den vier Revolverhelden sind drci verhaftet. Sie sind alle drei Streitbrecher. Sie behaupten, aus Furcht" gefeuert zu haben. Verwundet sind ferner noch drei Personen, darunter eine Frau. Deutfches Reich. aussperrung. Der Warschau Brester Schnellzug fuhr am Sonntag zwischen den Stationen Mejiretsche und Bela in voller Fahrt auf einen Güterzug auf. Ein Schaffner wurde getötet, der otomtioführer, der Heizer und 18 Paffagiere wurden verlegt. Die Rotomotive des Schnellzuges und zehn Eisenbahnwagen sind zertrümmert. Kleine Notizen. Einsturz eines Grubenschachtes. In der Nähe von Laeken in Belgien ist ein Bergwerksschacht eingestürzt, wobei drei Arbeiter getötet und vier schwer verlegt worden sind. Russisches Räuberunwesen. Drei Bewaffnete überfielen am Sonnabend eine Fabrik in der Jakobstraße in 2odz und beraubten den Verwalter. Als sie von der Polizei verfolgt wurden, gaben sie Revolverschüsse ab, durch die zwei Paffanten verwo er dann Selbstmord beging. wundet wurden. Einer der Verbrecher verbarg sich in einer Brauerei, Schiffsuntergang an der spanischen Küste. Wie aus Madrid gemeldet wird, ist während eines Sturmes an der spanischen Küste eine Fiicherbarte untergegangen. Die gesamte Besatzung von 20 Mann fand den Tod. Briefkaften der Redaktion. Nach Beendigung der Aussperrung im Regierungsbezirk Merieburg hatte der Verband der Steinseher im September v. J. eine A. Sch. 35. 1. Der Steuerhörde gegenüber haften beide. 2. 27 Mart. Dentschrift an sämtliche in Betracht kommenden Behörden bis hinE. Sch. 1. Erstatten Ste Strasanzeige. 2. Ja. 5. 3. 52. 1. Nach auf zum preußischen Ministerpräsidenten gerichtet. In dieser Dent Die Aufregung über diese Bluttat, die der Tempe" einen dem Gesetz sofort. Sind minderjährige Kinder vorhanden, hat vorher schrift wurde lebhafte Beschwerde darüber geführt, daß eine ganze bedauerlichen Zwischenfall" nennt, ist in der Arbeiterschaft undie Auseinandersetzung zu erfolgen: 2. Aus jedem Legifon ersichtlich. Anzahl von Beamten, vom Landrat herab bis zum Gemeindediener geheuer. Die Arbeiterkonföderation und der Gewerkschaftsverband B. 100. Sie find um eine Stufe zu hoch eingeſchäßt. A. H. 20. und Chauffeeaufseher, vor und während der Aussperrung in einer der Seine haben ein Manifest veröffentlicht, das erklärt, daß die 1. 3000 m. jährlich. Für jede versäumte Tagung werden 20 M. gekürzt. Weise zugunsten der Unternehmer eingegriffen hatten, die weit Arbeiter gegen die von den Unternehmern bewaffneten und von. B. 55. 1. Beschweren Sie sich bei dem aufsichtsführenden Richter des 2. Erst nach Ablauf des Dienstes besteht Anspruch auf Herausgabe. über das Maß ihrer Befugnisse hinausging, zum Teil direkt un- den Herrschenden geschützten Strolche zur Selbstwehr greifen Amtsgerichts. 2. Wenden Sie sich am zweckmäßigsten an die Polizeibehörde; gefeßlich war. Es wurden einzelnen dieser Beamten Dinge nach werden. eventuell muß Neuladung zum Offenbarungseid erfolgen. Genoffe 107 gewiesen, die, wenn sie von Arbeitern in ihrem eigenen Interesse Berlin. Nein.- O. P. 100. Ja. G. K. 42. Nein. H. 2. begangen worden wären, diesen Anklagen über Anklagen wegen der 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. Dasselbe Verfahren wie beim Austritt ist einzu verschiedensten Delifte eingetragen hätten. Da war nachgewiesen, schlagen. R. 101. 1. Ja. 2. Der Vorladung muß auch in einem daß verschiedene Landesbauräte den Unternehmern den Abschluß folchen Falle Folge geleistet werden; dagegen ist der Geladene zu einer von Tarifen mit der Arbeiterorganisation direkt verboten und ihnen Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Eine außer Aussage vor der Polizeibehörde nicht verpflichtet. Die Bolizeibehörde war N. Großlichterfelde. Auf für den Fall der Zuwiderhandlung mit Entziehung der Arbeiten ordentliche Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin, die zur Ausführung des Auftrages verpflichet. forderung an den Wirt, eventuell Klage. M. 2. 23. Nein. R. T. gedroht hatten. Da wurden Fälle angeführt, wonach fönigliche am Sonntagnachmittag in den Arminhallen" stattfand, beschäf- 13. Nein, falls die Kinder älter als sieben Jabre find. E. N. Nein, Beamte den nicht aussperrenden Unternehmern die Entziehung der tigte sich mit den Anträgen zu dem bevorstehenden Verbandstage in nur den jezigen Wert. E. R. Ja. M. 116. Ja. N. K. Arbeiten angedroht und diese Drohung zum Teil auch ausgeführt München. Der Vorsitzende Schiv ittau gab in seinem Referat 18. 1. Ja, das Pflichtteil kann verlangt werden. 2 Die Hälfte. Verfammlungen. Geffentliche politische Versammlungen. Vierter Wahlkreis. Dienstag, den 26. März 1912, abends 82 Uhr: 6 öffentliche Versammlungen „ Süd- Ost", Waldemarstraße 75, in den Lokalen: Köpenider Viertel. Görlitzer Viertel. Boekers Festsäle, Weberstraße 17, Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Verwaltung Berlin. Mitglieder- Versammlungen Heute Dienstag, den 26. März 1912: Jalousiearbeiter abends 8%, Uhr, bei Boeter, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. England, Land und Leute. Referent Reichs tagsabgeordneter Genosse Hermann Wendel. 2. Der Verbandstag in Berlin. 3. Maijeter. Bodenleger abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 4 Arbeitsloſenjaal): Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung, 2. Bericht von der Gaukonferenz. 3. Branchenangelegenheiten. Mittwoch, den 27. März 1912: 8, Bürsten- und Pinselmacher abends 8 Uhr bei Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Branchenangelegenheiten. Mittwoch, den 27. März 1912, abends 8%, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Frankfurter Biertel. Kombinierte Versammlung Graumanns Festfäle, Naunynstraße 27, Elysium", Landsberger Allee 40, Landsberger Viertel. Löwenbrauerei, Frankfurter Allee 153-55, Petersburger Viertel. Comenius- Säle, Memeler Straße 67, Stralauer Viertel. Tagesordnung in allen Versammlungen: der Ortsverwaltung mit der Kontrollkommission. Donnerstag, den 28. März, abends 8 Uhr: Küchenmöbelbranche Alexanderstraße „ Was haben wir vom Reichstag zu erwarten? iſgen Garten, Siegendefiabe 27c 214/ 13* Referenten sind die Reichstagsabgeordneten: Büchner- Berlin. Haupt- Magdeburg, Henke- Bremen, Hüttmann- Frankfurt, Schmidt- Meißen, Zubeil- Berlin. Der Einberufer: P. Hoffmann, Königsberger Straße 28. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28, part. usw. Filiale Berlin. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Donnerstag, den 28. März 1912, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: H.Pfau, Bandagist Berlin Direksenstraße 20 awischen Bahnhof Alexanderplatz und C., Bolizeipräsidium.- Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen. Abonnenten erhalt. 10% Rabatt. Auch Teilzahlung! Nur Wilh. 1. Jahresbericht. 2. Wahl ber Ortsverwaltung. 8. Berbandsangelegenheiten. 4. Neuwahl ber Möbel- Mifch Mitglieder zur Agitationskommission für den I. Bezirk. 128/ 14* Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen erivartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt Norden, Nr. 1987 Mittwoch, den 27. März 1912, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung der Schwarzblechschlosser im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Hilpert. 2. Stellungnahme zur Kündigung des Tariss. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mittwoch, den 27. März 1912, abends 6 Uhr: Branchen- Versammlung der Drahtarbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Disfuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 27. März 1912, abends 6 Uhr: Branchen- Versammlung der chirurgischen Branche im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen N. Bahn. 2. Branchenangelegenheiten. 8. Berschiedenes. 114/11 Da die Tagesordnung eine äußerst wichtige ist, darf niemand fehlen. Alle müssen erscheinen. Mittwoch, den 27. März, abends 8½ Uhr: Versammlung= der Graveure und Ziseleare in den Coronasälen, Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Disfuffion. 3. Berbands- und Branchenangelegenheiten, Zahlreichen Besuch erwartet Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Die Ortsverwaltung. Blumen- und Krauzbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Wer sein Geld liebl, kauft nur Kno Fabrik Marke. Zagesordnung: 1. Bericht von der Gaufonferenz. 2. Bericht von der General versammlung. 3. Branchenangelegenheiten. Bilderrahmenmacher. Donnerstag, den 28. März 1912, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1: Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Die Reichsversicherungsordnung. Referent: Stadtverordneter Genoffe Ad. Ritter. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbands. und Branchenangelegenheiten. Mitglieder, die Anträge zum Verbandstage stellen wollen, müssen diefelben noch im Laufe dieser 2oche and Bureau einsenden, damit sie in der nächsten Versammlung zur Beratung vorgelegt werden können. ( Nach dem Beschluß des Verbandstages werden nur solche Anträge zu gelaffen, die vorher den Mitgliedern der Bahlstelle zur Beratung vorgelegt worden sind.) Die Jahresberichte der Bahlstelle Berlin werden im Bureau ausgegeben. Sie sind durch die Vertrauensmänner für alle im Betriebe beschäftigten Mitglieder abzuholen. Vertrauensmännerkarte legitimiert. 80/19 Gr. Frankfurter Str. 45/46 Es sind die haltbarsten seit 1873. und mif dieser Blendax Mit dem Scheuermännchen Scheuert Reinigt- Putzt Alles Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Charlottenburg. Mittwoch, den 27. März, abends 8 Uhr, im„ Volkshaus". Rosinenstr. 3, El. Saal: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht vom Bautag. 2. Aufstellung eines Kandidaten zum Ber bandstag. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Gewerkschaftliches und Ber schiedenes. 80/18 Bahlreiches u. pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Blendol Blen dem Putzmännchen Ich schwöre auf Blitzblank Blendol Pakete zu 10 u. 20 Pfg. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inferatenteil berantw.; Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärts das beste flüssige Metallputzmittel In Glasflaschen zu 10, 15 u. 25 Pfg., in Blechflaschen aller Grössen überall erhältlich. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co, Berlin SW Nr. 78. 89. Jahrgang. 2. KeilM des Jstwrts" Strliittt WIKsdlsT Dienstag. 26. Marz 1912. Der Kampf der Partelen um die fugend Eine Sammel- und V e r s ö h n u n g S p o l it i k in der Jugendpflege wird von der„Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge" angestrebt. Diesem Zweck sollte ein Er- örterungSabend dienen, den sie am Sonnabend im Herren- haus veranstaltet hatte. Das Thema lautete:„Der Kampfder Parteien um die Jugen d". Unter den zahlreich erschienenen Teilnehmern sah man Ver- treter von Staats- und Kommunalbehörden und von vielen Vereinen; ein Generaladjutant des Kaisers war zugegen. Eingeladen waren Angehörige aller politischen und religiösen Anschauungen, und Redner verschiedener Richtungen, auch der Sozialdemokratie, er- griffen in der Diskussion das Wort. Die Verhandlungen machten zeitweise den Eindruck, wie wenn mancher sich da? Ganze als ein von dem vereinigten Bürgertum zu veranstal- tendes Kesseltreiben gegen die Sozialdemo- k r a t i e gedacht hatte. Aber es war dafür gesorgt, daß unseren Gegnern eine kräftige Abwehr zuteil wurde. Als Vorsitzender der„Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge" leitete Minister a. D. von Hantig die Verhandlungen. Seine Begrüßungsansprache wies darauf hin, daß in den Jugendpflege- bestrebungen die vcrschiensten Parteien, ohne einander zu verstehen, gegeneinander um die Jugend ringen und sie für ihre religiösen, politischen, sozialen Ueberzeugungen zu gewinnen suchen. Ter Erörterungsabend sollte eine Grundlage für gemeinsame Arbeit schaffen. Einleitend referierte Bürgermeister W e i n r e i ch- Neukölln über den Stand der Jugendorganisation aller Richtungen. Er unterschied drei große Gruppen, die er als die kirchliche, die bürgerlich-nationale, die sozialdemokratische bezeichnete. Bezüglich der kirchlichen Organisationen der Katholiken hob er hervor, daß ihre Arbeit an der Jugend nicht nur der Religion, sondern auch der Politik dienen will. In der Reihe der bürgerlich-nationolen Organisationen marschierte auch der famose Jungdeutschlandbund auf, der durch die Mitarbeit der Offiziere die Jugend gewinnen zu können meint. Am eingehendsten beschäftigte Referent sich mit der„sozialdemokratischen Jugenobewegun g", die nach offizieller Anerkennung durch Partei und Gewerkschaften einen sehr raschen Aufschwung genommen habe. Ihr Schicksal sei aber besiegelt worden durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, und dasselbe Schicksal sei jetzt dem Berliner Verein„Arbeiterjugend- heim" beschieden. Der Zeitung„Arbeiterjugend" machte Weinreich das Kompliment, daß sie geeignet sei, Interesse bei der Jugend zu wecken. Sie sei aber auch ein politisches 5bampforgan, das man ganz besonders ernst nehmen müsse. Anerkennung spendete er auch den Arbciterjugendheimen, wiewohl er mit der dort gebotenen Lektüre nicht in allem einverstanden war. In dem Wirrwarr der einander bekämpfenden Organisationen habe nun— so führte der Referent weiter aus— in Preußen d i e Regierung spät, aber mit starker Hand einge- griffen. Auf die Bewegung von unten sei eine Bewegung von oben gefolgt, und diese habe bereits große äußere Erfolge zu verzeichnen. Freilich verdanke wohl mancher der vielen jetzt auf- tauchenden Bereine seine Geburt nur der Hoffnung auf Staats- beihilse. Redner beklagte, daß durch die bisherigen Jugendpflege bestrebungen der Parteien die von ihnen umworbene unreife Jugend erziehlich geschädigt worden sei. Gegen die„sozialdemokratische Jugendbewegung" sprach er hier— man merkte ihm an, wie sehr ihm das von Herzen kam— sich am schärfsten aus. Er forderte für d.ieJugen blichen des 14. bis 18. Jahres eine „Schonzeit" in Politik und Religion. Diese„Schonzeit"-Jdce wurde in der Diskussion sogleich von dem ersten Redner, dem Reichstagsabgeordneten Oberstudienrat K e r s ch e n st e i n e r aus München, als einzig übrig bleibendes Abbilfemittel empfohlen. Die Jugend sei, nachdem ihre Beein flussung durch Familie, Religion und Arbeit immer mehr nach� gelassen habe, unter den Einfluß der Parteien geraten, weil der Staat lange geschlafen habe. Zur Ehre der Sozial. demokratie müsse man es sagen: auch sie sei von der Erziehungsnot der Jugend ergriffen worden. Selbstverständlich suche nun jede Partei in ihrer Erziehungsarbeit auch ihre Parteiideale zu fördern. Aber die Jugend die ganze Welt durch eine Parteibrille sehen zu lassen, sei ein Verbrechen, gleichviel, welche Partei das tue. Alle Parteien sollten womöglich sich der politfschcn E ziehung enthalten und alles vermeiden, was sich gegen andere Parteien richtet. Wenn die Jugend nicht zum Lieben, sondern zum Hassen erzogen werde, so gehe der Staat zugrunde. lind auch die Partei, die so etwas tue, werde sich zugrunde richten. Der Staat müsse die Bestrebungen der Parteien, zur Erziehung der Jugend beizutragen, sich genau ansehen. Er müsse selber nach- holen, was er versäunit habe. Als Vertreter des evangelischen„Bundes deutscher Jugend- vereine" pries Pfarrer Hollmann- Nikolassee deren Arbeit. An der Jugend zu arbeiten um einer Partei willen, sei verwerflich. Unter Zurückstellung aller politischen und sonstigen Zwecke solle das ganze Volk und besonders das gebildete Bürgertum der Jugend um ihrer selbst willen dienen, der männlichen und auch der weiblichen Jugend, auch der Jugend höherer Schulen, in erster Linie aber der Arbeiterjugend. Trotz Ablehnung und Hohn werde der Bund versuchen, die Kluft durch Liebe und Opferwillig- keit zu überbrücken. Reichstagsabgcordneter Pieper, Präses des katholischen Volksvcreins in M.-Gladbach, erklärte sich gegen die dem Wesen des Katholizismus widersprechende Ausschaltung des Kirchlichen. Im übrigen überraschte dieser Redner durch Ausführungen, die sich fast wie eine Toleranzrede anhörten. Jeder solle sehen, wie er's treibe, und jedem seine Art lassen. Eine Verständigung sei wohl nicht möglich zwischen„sozialdemokratischen Jugendvereinen') und den anderen, diese anderen aber könnten sich unterein- ander einigen. Für den Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands sprach dessen Geschäftsführer F i n k e l- Berlin. Strenge Neutra- lität habe hier die Jugend des Judentums aller Richtungen greinigt, und ein Gleiches sei für die ganze deutsche Jugend zu empfehlen. Fräulein Dr. B ä u m e r bezeichnete die Annahme einer Parteilosigkeit der Jugendpflege als einen Opti- m i s m u s. Tie Familienerziehung sei doch manchmal auch in höheren Gesellschaftsschichten sehr parteipolitisch. Man könne Partei- politische Beeinflussung der Jugend schwer vermeiden, und den Eltern gelte doch ihre Weltanschauung als ein Gut. Nur Haß dürfe man nicht säen. Als Mitgründer der proletarischen Jugendbewegung stellte der Rcichstagsabgeordnete Genosse s�rank sich vor. Er führte un- gefäbr folgendes aus: Die Jugendpflege ist zurückzuführen auf die Angst vor der Ausbreitung der proletarischen Jugendbewegung. Bester Beweis hierfür ist, daß man bis- her sich"w die Mädchen, weil sie weder Rekruten noch Wähler werden, fast gar nicht gekümmert bat. Während noch vor acht Jahren die Jugendbewegung bei allen. Parteien um ihre Existenz- Berechtigung kämpfen mußte, wird heute nicht mehr darüber ge- stritten, ob sie sein soll, sondern nur darüber, wie sie sein soll. Hier wird die Frage erörtert, ob die Jugendbewegung Partei- politisch oder neutral sein soll. Gesetzgebung und Polizei- maßregeln haben dafür gesorgt, daß gar nicht mehr hierüber debattiert zu werden braucht. Tie politische Jugendbewegung ist ja schon zum Tode verurteilt. Ich freilich habe nicht diese Angst vor der parteipolitischen Erziehung. Die Neutralität in der Er- ziehung ist xh, Traum und nicht mal ein schöner. Der Staat soll, sagt Kerscheniteiner, Träger der„neutralen" Erziehung sein!, Der Swat. der neutral wäre, existiert nur erst in der Phantasie■ und hat in der Wirklichkeit bisher noch nie existiert. Wenn mal! ein Staat geschaffen fein wird, der nicht eine Organisation Herr- schender Kreise, nicht eine Unterdrückungsanstalt, sondern eine allgemeine Wohlfahrtsanstalt ist, dann ist jenes Ideal gegeben. Heute fehlt uns der neutrale Staat, es fehlen uns aber auch Lehrer, die neutral wären. Ein heißes Verlangen nach der politischen Erziehung besteht bei der Jugend selber, wenigstens in der Arbeiterklasse. Während der Sohn aus wohlhabender Familie noch zu Hause ist, ' lernt der Sohn des Arbeiters in der Lehre oder in der Fabrik schon manche Härten der Gesellschaftsordnung kennen. Auf Fragen, die ' sich nicht zurückdrängen lassen, verlangt er Antwort. Uno wenn Sie sie geben wollen, dann sind Sie mitten drin in der Politik. Die Leute, die die Jugend vor der Politik bewahren wollen,'wollen auch die Frauen vor chr bewahren. Dabei werben meist von den- selben Leuten schon sechsjährigen Schulkindern die schwierigsten religiösen Probleme geboten. Wann soll denn die politische Be- lehrung beginnen? Zwischen dem 14. und 18. Jahre soll's nicht sein, in der Militärzeit darf es nicht sein, und dann soll plötzlich bis zum Wahlfähigkeitsalter die Erkenntnis kommen. Es gibt Leute, die ein falsches Spiel treiben, indem sie dem jungen Arbeiter die Neutralität aufdrängen wollen, selber aber arbeiterfeindliche Politik predigen. Den parteipolitischen Charakter des Staates kann man am besten an der Volksschulerziehung sehen. Dem Arbeiter ist die sozial- demokratische Partei nicht das, was dem Bürger die seinige ist. Die Partei ist dem Arbeiter etwa» Höheres, ich möchte sagen: etwas Heiliges, etwas Religiöses, natürlich nicht in kirchlichem Sinne. Eine so gewaltige Bewegung hat doch den selbstverständ- lichen Wunsch, ihre Jugend so zu erziehen, wie sie es will. Diese Bewegung zu unterdrücken, ist unmöglich. Glauben Sie, es sei möglich, in daS Herz eines Arbeiterkindes den Haß gegen das zu pflegen, was seinen Eltern heilig ist? Wenn die jungen Arbeiter davon abgelenkt werden sollen, so ist das gewählte Mittel, die Verfolgung der Arbeiter- jugendbewegung, das denkbar schlechteste. Ein zunger Arbeiter müßte doch ein ehrloser Trottel sein, wenn er die Orga- nisation verlassen wollte in dem Augenblick, wo sie unter. drückt wird, unterdrückt nicht mit geistigen Waffen, sondern mit Polizeimaßregeln! Wären alle Jugendorganisationen gleich berechtigt, dann könnte der Kampf der Geister zeigen, welche die gesundeste ist. In manchem könnten sie zusammengehen, z. B. im Kampf gegen Alkoholismus und Schundlektüre. Aber erst müßte die Verfolgung der Arbeitcrjugendbewegung aufhören. Dann ist auch eine Jugendpflege denkbar, die Gutes leistet. Doch daS Interesse an der Jugendbewegung wird abflauen, sobald der Kampf gegen die Arbeiterjugendbewcgung unterbleiben soll. Die Arbeiter- bevölkerung Groß-Berlins hat in 23 Protestversammlungen be schlössen, dahin zu wirken, daß die Arbeiterjugend sich allen Bestrebungen der bürgerlichen Jugend bewegung fernhält und mehr noch als bisher alle für die Arbeiterjugend getroffenen Veranstaltungen besucht und unterstützt. Das zu beherzigen, ist die s e l b st v e r st ä n d l i ch e Pflicht jedes jugendlichen Arbeiters. Auf diese scharfe Absage des sozialdemokratischen Redner? antz wartete wenig glücklich der liberale Pastor Prof. von Soden. Warum werde, so klagte und eiferte er, die Arbeiterjugend ah gesondert. Und waruni werde alles in den Staub gezogen, warum z. B. eine vernichtende Kritik auch an dem Schulwesen geübt, aus dem doch gerade die Führer der Partei ihre besten Kräfte geholt hätten. Eine Schranke zu setzen, habe der Staat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht. Redner verstieg sich dazu, in diesem Zusammenhang au? die Moabiter Un ruhen hinzuweisen. Stürmische„Oho!"-Rufe unserer in nicht geringer Zahl anwesenden Genossen antworteten ihm. Der orthodoxe Pastor Jlgenstein, der seine Jünglings vereine anpries, schien von der Sammlungspolitik nicht viel zu halten. Es werde wohl so bleiben, daß jeder seinen eigenen Weg gehe. Vom Standpunkt der Unterrichtstechnik beleuchtete die Ober lehrerin Tr e u g e di« Frage parteilosen Geschichtsunterrichts, der sehr wohl frisch und hinreißend sein könne. Ein bißchen„Pauke gegen die Sozialdemokratie" waren auch die Ausführungen des Pastors a. D. P l a h- Zehlendorf, den der Eifer seiner Amtsbrüder v. Soden und Jlgenstein angesteckt zu haben schien. Er wisse aus Erfahrung, daß neutrale Jugendpflege möglich sei. Zu einer kurzen Erwiderung ergriff dann noch ein Sozial dcmokrat das Wort, Rechtsanwalt Genosse Kurt Rosenfeld. Nicht mit einem Kampf der Parteien um die Jugend habe man es zu tun, sondern mit einem Kampf der Parteien, die Jugend vor der Sozialdemokratie zu bewahren. Haupi zweck des Zusammenarbeitens der bürgerlichen Kreise in der Jugend. pflege sei der, die Sozialdemokratie auszuschalten. Sie brauche aber sich um di« Wirkung keine Sorge zu machen' noch immer habe s i e eS verstanden, mit Erfolg zu arbeiten. Gegen die An. deutung, daß die Moabiter Unruhen mit der Sozialdemokratie zusammenhingen, legte Rosenfeld scharf Verwahrung ein. Wollen Sic vielleicht, sragte er, die sozialdemokratische Partei vsrant. wortlich machen auch für den Totschlag an dem Arbeiter Herrmann? Er wies auch die Behauptung zurück, daß die Arbeiterjugend bewegung sich mit Tagespolitik beschäftigt habe. Gegen sie, die von Polizei und Gericht verfolgte, sei nichts Der artiges erwiesen worden. Geschadet habe der Arbeiterjugend bewegung die Verfolgung nicht. Noch standen mehrere Redner auf der Liste, aber durch einen Schlußantrag wurde den Verhandlungen nach fünfstündiger Dauer ein Ende gemacht. Der Versitzende faßte das Ergebnis zu- sammen in die Mahnung, in der Jugendpflege einander verstehen zu lernen und zu gemeinsamer Arbeit sich zusammenzu- schließen. DaS werde auch nach außen hin wirken und segensreiche Folgen haben. UnS scheint das Hauptergebnis dieses ErörterungSabends das zu sein. daS er deutlich genug gezeigt hat. wie sehr die bürgerlichen „Jugendfreunde", die die Jugendbewegung nicht in den Dienst irgendeiner politischen Partei stellen lassen wollen, sie in den Dienst gegen eine Partei, gegen die Sozialdemokratie, stellen möchten. Siebenter Nerbandstag der Galwirtsgehilfen. Nürnberg. 23. März. S. Verhandlungstag. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Küchenangestellten behandelte heute Vehr- Berlin. Die Lohn- und Arbeitsverhält- nisse dieser Gruppe Angestellten des Gastwirtsgewerbes sind außer- ordentlich schlechte und im höchsten Grade verbesserungsbedürftig. Die Stundenlöhne der Köche bewegen sich in der Höhe von 13 bis öj Pt.: dabei sind aber Äob und Logis in Geldwert umgerechnet. Kasseeköche sind ivescntlich schlechter gestellt. Köchinnen bekommen in der Regel in kleineren Städten anfänglich 33 M., in den größe- rcn Städten 45 M. bis zu einem Höchstgehalt von 80 M. monatlich. Tie Lage der Küchenhausdiener und Küchenmädchen ist eine bc- zonders tieftraurige; bei fast endloser Arbeitszeit betragen die Löbne 25 bis 43 M. monatlich. Die hhgienischen Einrichtungen der Arbeits- und Schlafräume in den Betrieben entsprechen in der Regel nicht dcn bescheidensten Anforderungen. Es ist keine Selten- heit, betonte der Referent, daß in einen: Zimmer, das höchstens für 3 oder 4 Personen Raum hat, 7 bis 8 Personen schlafen müssen, so daß oft 2 oder gar 3 Angestellte ein Bett teilen müssen. Die Kost ist vielfach unzulänglich und minderwertig. Die Bundes- ratsordnung über die Ruhezeit der Angestellten im Gast- wirtsgcwerbe wird meist nicht eingehalten. Um die Lage der Küchenangestellten zu verbessern, ist e» not- wendig, daß die Köche und das gesamte Hilfspersonal sich dem Gast- wirtSgehilfenverbond anschließen. Denn nur dieser tritt energisch für ihre Interessen ein. Referent unterbreitet eine Resolution, in der er folgende Forderungen für das Küchenpersonal erhebt: Eine Erhöhung der durchaus ungenügenden Lohnsätze, die in den letzten Jahren eine ständige Verkürzung erfahren haben. Beseitigung des Kost- und Logiswescns, Ablösung der„freien Station" durch Barentschädigung. Bekämpfung der Lehrlingsausbeuwng und Beseitigung des Volontärunwesens. Bessere hhgienische und sanitäre Verhältnisse in den Küchen und sonstigen Arbeitsräumen. Auf dem Gebiete des gesetzlichen ArbeiterschutzeS find für das Küchenpersonal die gleichen Forderungen zu stellen wie für das gesamte übrige Personal: Der zwölfstündige Arbeitstag, der 36stündige wöchentliche Ruhetag. Besonderer Schutz für die Jugendlichen. Nach kurzer Debatte im Sinne des Referats stimmte der Ver- bandstag dieser Resolution einstimmig zu. Ueber Arbeiterschutz im Gastwirtsgewerbe referierte hierauf P o e tz s ch- Berlin, der zeigte, wie wenig in sozialer Hinsicht die Angestellten im Gastwirtsgewerbe geschützt sind. Die Bundesratsverordnung über die Beschäftigung vo« Gehilfen und Lehrlingen im Gastwirtsgewerbe bezeichnete Poetzsch als völlig unzulänglich. Sie bezieht sich nur auf dcn kleineren Teil der An- gestellten. Dazu kommt die durchaus ungenügende Kontrolle über die Jnnehaltung der Bundesratsverordnung, so daß auch heute, nach zehnjährigem Bestehen derselben, die Umgehung der Be- stimmungen die Regel bildet. Poetzsch stellt folgende Forderungen zum Schutze der Angestellten auf: An Stelle der B.-V. hat ein Spezialgesetz zu treten. wie es schon der Staatssekretär von Berlepsch im Jahre 1831 in Aussicht gestellt hat. Durch dieses Gesetz sind die gewerblichen Verhältnisse der gastwirtschaftlichen Arbeiter und Angestellten in Anlehnung an die Rcichsgewerbeordnung zu regeln, und zwar nach folgenden Grundsätzen: Die Arbeiterschutzbestimmungen sind für alle im Gast- Wirtsgewerbe tätigen Personen festzulegen. Die tägliche Arbeitszeit aller Angestellten über 13 Jahre im Gast- und Schanktoirtschaftsgewerbc darf 12 Stunden nicht überschreiten und kann mit Rücksicht auf den Geschäftsgang auf 15 Stunden, einschließlich der Pausen, verteilt werden, so daß eine neunstündige ununterbrochene Ruhezeit innerhalb 24 Stunden verbleibt. Pausen im Sinne dieser Bestimmungen sind Arbcitsunter- brechungen nur dann, wenn der Angestellte sich aus den zum Gc- Werbebetrieb benutzten Räumen entfernen darf, über diese Zeit selbständig zu verfügen hat und die einzelne Pause nicht weniger als eine Stunde beträgt. Allen Angestellten ist eine Mittagspause von minde- sten? einer Stunde zu gewähren. Lehrlinge und jugendliche Personen im Alter von unter 16 Jahren dürfen in der Zeit von 13 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht beschäftigt werden, und darf deren tägliche Arbeitszeit 13 Stunden nicht übersteigen. Allen Ange st eilten ist wöchentlich eine un- unterbrochene Arbeitsruhe von mindestens 36 Stunden zu gewähren. In jedem Gast- und SchankwirtschastSbetriefa ist öffentlich sichtbar ein Verzeichnis auszuhängen, in welchem die Namen der Hilfspersonen aufgeführt sind, und bei jeder Person oder Gruppe von Personen ist anzugeben, in welchen Stunden sie Dienst und wann sie Ruhepausen, sowie an welchem Tage sie vollen Ruhe- tag haben. Angestellte im Sinne dieser Bestimmungen sind, ohne Rück- ficht auf die Art und Dauer des Dienst- oder Arbeitsverhältnisses, diejenigen Personen, welche mit Arbeiten im Gast- und Schank- wirtschaftsbetriebe beschäftigt werden. An das Referat schloß sich eine Debatte, in der die AuSfüh- rungen des Referenten unterstützt und dabei hauptsächlich die A u S- bell nun g der Bundesratsverordnung auf das Hilfsperso- nal verlangt wird. Die Resolution des Referenten fand ein» stimmige Annahme. Dann beschäftigte sich der Verbandstag mit der Frage der Ein- und Auswanderung der gastwirtschaftlichen Angestellten. ES wurde hierzu eine Resolution B au m e i st er- Berlin an- genommen, in der der Verbandstag ganz energisch gegen die Ver- suche in verschiedenen Ländern, durch chauvinistische Hetze die Ge- Hilfen gegeneinander auszuspielen und so deren Einigkeit und Vorgehen zur Verbesserung ihrer allenthalben gleich schlechten Lage zu hintertreiben. Der gastwirtschaftliche Augestellte mutz vielmehr, ganz im Sinne der Internationalen Konferenz der modernen Gastwirtsgehilfenbewegung, an jedem Orte und in jedem Lande, Hand in Hand mit den einheimischen bezw. zugewanderten Berufs- genossen, also auf internationaler Grundlage, seine gewerkschaft- lichc Pflicht erfüllen und lebhaften Anteil an dem Kampfe um die Verbesserung der Verhältnisse nehmen. Der Verbandstag nahm nun Berichte über die Zweite internationale Konferenz der Internationalen Union der Hotel-, Reftauraktt- und Tafz- angestellten(Referent D i e s i n g- Berlin) und vom Gewerk- schaftskongreß(Referent Müller- Dresden) entgegen. Mit der Haltung der Delegierten auf beiden Kongressen sprach der Ver- bandstag sein Einverständnis aus. Bei der Wahl der Hauptverwaltung werden ein- stimmig als erster Vorsitzender Z e i s k e- Berlin(der bisherige Vorsitzende Poetzsch und der provisorische Vorsitzende Baumeister lehnten eine Wahl ab), als zweiter Vorsitzender D i e s i n g- Berlin, als Kassierer Ströhlinger- Berlin gewählt. Diesing und Ströhlinger hatten diesen Posten auch bisher inne. Der Posten des Redakteurs bleibt vorläufig offen. Poetzsch hat sich bereit er- klärt, die Redaktionsarbeiten bis auf weiteres zu übernehmen, so- weit diese nicht durch den zweiten Redakteur erledigt werden können., Damit waren die Arbeiten deS VerbandStageS erledigt. Der nächste Verbandstag findet 1914 statt. Gllllkoufertn; der Holzarbttter. Der Gau Berlin deS Holzarbeiterverbandes, der Berlin und die Provinz Brandenburg, sowie zum Teil auch Schlesien und Posen umfaßt, hielt am Sonntag und Montag im großen Saale des Ge- Werkschaftshauses seine Gaukonferenz ab. Sie wurde feierlich ein- geleitet durch Gesang des Arbeitersängerchores„N o r d w a ch t". Anwesend waren 143 Delegierte aus 34 Orten, ferner 7 Vertreter des Gauvorstandes, sowie als Vertreter des Haupworstandes W il- Helm Schneegaß, und außerdem nahm als Vertreter des Zentralvereins der Bildhauer Otto M i s b a ch an der Konferenz teil. Ter erste Punkt der Tagesordnung war der Bericht über die Tätigkeit des Gauvorstandeß, der sich auf die Jahre 1913 und 1911 erstreckt. Als erster Referent sprach der Gauvorsteher Georg Exner über die Agitation im Gau. Es wurden zum Zwecke der Agitation im Gau mit Hilfe des Gauvorstandes 532 Versammlungen, 266 WerkstatiFtzungcn und 33 Besprechungen abgehalten, und außerdem wurde in einer großen Anzahl von Orten rege Hausagitation betrieben. Die Mitgli�erzahl des Gaues stieg im Laufe der beiden Jahre um 3531, so pü- mii Jahresschluß 1911 in 93 Zahlstellen 37 353 vorhanden waren, unter ihnen 753 weibliche und 91 jugendliche. Die Zahl der für den Holz- arbeiterverband in Betracht kommenden Arbeiter im Gau ist aller- der Zeit vor dem Streit übrig geblieben find. Ein großer Teil von Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnis dings noch bedeutend größer, so daß sehr viel Agitationsarbeit noch Kohlensorten kann überhaupt nicht gehandelt werden; Preis- ftrafe von zwei Monaten wegen der Störperverlegung zu leisten ist. Der Redner gab ferner Aufschluß über den Stand notierungen liegen für sie nicht vor. Nur aus Cardiff wird ge- und 50 M. Geldstrafe wegen Beleidigung. Das Gericht in den verschiedenen Orten und Branchen und hob unter anderem meldet, daß die Preise von 16-17 Schilling auf 40-42 Schilling verurteilte den agrarischen Prügler aber doch zu einer hervor, daß es auch gelungen ist, einige Fortschritte unter den und für geringwertigere Kohlen von 10 Schilling auf 25 Schilling ge- Gefängnisstrafe von 14 Tagen und 50 M. GeldSchneidemüllern zu erzielen, die zu den am schiersten zu organi- ftiegen sind. strafe sowie zur Tragung der Kosten. fierenden Branchen gehören. Die öffentliche Kritit hat also immerhin etwas Nugen Ueber die Lohnbewegungen berichtete der Gauvorsteher Stusche, und sein Bericht erstreckte sich sowohl auf die großen Tarifbewegungen, wie auf die kleineren Bewegungen und Kämpfe in verschiedenen Orten. Der Gauvorstand wurde in den beiden Berichtsjahren 355mal nach Orten gerufen, wo es sich um Lohnbewegungen handelte. Im ganzen fanden innerhalb des Gaues 779 Lohnbewegungen statt, und zivar in 2829 Betrieben mit 47 981 Beschäftig ten. In 406 Fällen gelang es für 34 883 Beschäftigte die Bewegung ohne Streif erfolgreich zu erledigen; in 230 Fällen mit 8627 Be teiligten fam es zu Angriffstreiks, in 138 Fällen mit 3317 Beteiligten zu Abwehrstreits und in 5 Fällen mit 653 Betroffenen zu Aussperrungen. Von den Streiks verliefen 271 erfolgreich, 32 mit teilweisem Erfolg und 62 erfolglos. Für Streifunterstüßung wurden im Cau 343 944,59 M. ausgegeben, davon 237 112,88 m. aus der Verbandskasse. Am längsten dauerten die Lohnfämpfe in Forst und in Finsterwalde, nämlich 25 und 23 Wochen; aber auch sie endeten beide mit Erfolg. In Finsterwalde handelte es sich um die Luxusmöbelfabrik von Weise, und der Unternehmer hatte sich Leute von der Hinzegarde aus Hamburg kommen lassen, die ihm keinen Nußen, aber viel Unfosten und Verdruß brachten. Diese Menschen haben sich so unmenschlich und skandalös betragen, harmlose Spaziergänger auf der Straße mit Sinütteln und Bierflaschen angefallen, daß die Polizei einschreiten und der Unternehmer die Kerle schleunigst heimschiden mußte. Im übrigen erwähnte der Redner eine auf Beschluß des vorigen Gautages aufgenommene Statistik über die Tischlerarbeiten, die in anderen Orten Deutschlands für den Groß- Berliner Baumarkt angefertigt werden. Im ganzen fommen hierbei 49 Orte mit 98 Betrieben und 2390 Beschäftigten in Betracht; der größte Teil, nämlich 28 Orte mit 65 Betrieben und 1051 Beschäftigten im Gau Berlin, die übrigen in den Gauen Stettin, Danzig, Breslau, Dresden und Magdeburg. Regelmäßig sind von den 93 Betrieben 53 mit 1547 Tischlern und Waschinenarbeitern für den Berliner Baumarkt tätig, bei den übrigen ist es nur zeitweise der Fall. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage in den verschiedenen Branchen wies der Redner darauf hin, daß es namentlich die Korbmacher und die Pantinenmacher sind, bei denen es mit der Organisation und demzufolge auch mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen noch ganz besonders schlecht bestellt ist. " England und die Brüsseler Konvention. gehabt. Kampf der Straffammer gegen Papier. Um die Beschlagnahme von 70 000 anarchistischen Flugblättern handelte es sich in einem fogenannten objektiven Verfahren, welches gestern unter Vorfiz des Landgerichtsdirektors Lieber die 3. Strafkammer des Landgerichts I beschäftigt. Als Interessent war der Buchdrucker Mar Müller geladen. Die Deutsche Tageszeitung" sieht darin, daß England die Brüsseler Zuckertonvention nicht unterzeichnet hat, einen Grund, überhaupt die Konvention zu verwerfen. Nun hat aber England sein Einverständnis mit den neuen Bestimmungen erklärt. Auch der legten Konvention gehörte England nicht unmittelbar an; es war nur durch ein Spezialabkommen an die Konvention gebunden und von Strafzöllen auf Brämienzuder befreit. Am meisten interessiert an der Konvention sind die Zucker produzierenden und exportierenden Länder Deutschland, Desterreich- Ungarn, Frankreich und Am 4. Dezember v. Js. erschienen in den Geschäftsräumen des Rußland. Die Kontingentierung des russischen Exports sichert den west- M. in der Wrangelstraße mehrere Kriminalbeamten, die unter Voreuropäischen Staaten die Konkurrenz auf dem englischen Markt, und legung eines Beschlusses des Amtsgerichts etwa 70 000 Gremplare der durch die Konvention geschaffene( gewöhnliche) Zoll hindert die der Druckschrift: Die Abschaffung des Krieges durch die SelbstEinfuhr russischen Zuckers nach Deutschland, Desterreich und Frank- bestimmung des Volkes, Fragen an die deutschen Arbeiter" beschlagreich. Die geringe Bevorzugung Rußlands durch England, das nahmten. Als Grund für die Beschlagnahme wurde angegeben, daß russischen Prämienzucker strafzollfrei einführen läßt, hat bisher der sich der Inhalt der Flugschrift gegen den§ 110 St. G. B. vergehe, Entwickelung der westeuropäischen Zuderindustrie nicht geschadet. nach welchem sich derjenige strafbar macht, der durch Verbreitung Sie wird das auch nicht in Zukunft tun. Jedenfalls: aus dem von von Schriften zum Ungehorsam gegen die Gesetze auffordert. Die der Tageszeitung" genannten Grunde die vor der Konvention be- Aufforderung zum Ungehorsam wurde darin erblickt, daß im Falle stehende Anarchie auf dem Zuckermarfte wieder eintreten und den eines Krieges zum Generalstreik, also damit zum Vertragsbruch, Buderpreis auf Kosten der Konsumenten hochschnellen zu lassen, ist aufgefordert wurde. Nach bekannter Reichsgerichtsentscheidung ist ein Vorschlag, den nur das nackte Interesse agrarischer Beutepolitit aber eine öffentliche Aufforderung zum Kontraktbruch ſtrafbar. diktieren kann. Der Verleger des Flugblattes erhob gegen den Beschlagnahmebeschluß Beschwerde, in der er folgendes ausführte: Die Beschlagnahme sei völlig zu Unrecht erfolgt, da eine Verbreitung" überhaupt noch nicht stattgefunden habe. Als Berbreitung" im Sinne des§ 110 könne es nicht angesehen werden, daß sich die Polizei während der Drucklegung des Flugblattes auf ungeseylichem Wege Aus der Frauenbewegung. Aufhebung der Gesindeordnung in Dänemark. Folgen mangelnder Fürsorge. Der gegen Ende vorigen Jahres von der dänischen Regierung ein Exemplar beschafft habe. Es handle sich um einen Kriminaleingebrachte Gefeßentwurf, der das jetzt noch geltende Dienstleute- schußmann Prawis- Reimann, der, wie in der Beschwerdeschrift begesetz von 1854 aufheben und statt dessen wirksame Schutzbestim- hauptet wurde, im Auftrage des Kriminalkommiffars Kunze von mungen für die Dienstmädchen und Dienstleute einführen soll, der politischen Polizei während des Druckes ein Exemplar entwird offenbar noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden haben, wendet habe. Tatsächlich wurde auch ein gegen Müller anhängig ehe er in der einen oder anderen Form Gefeßeskraft erlangt. gemachtes Strafverfahren wieder eingestellt, da sich nicht feststellen Werkwürdigerweise ist es auch der Dienstmädchenverband oder viel- ließ, daß eine Verbreitung stattgefunden habe. Dagegen wurde das mehr dessen Leitung, und namentlich die Vorsitzende Fräulein sogenannte objektive Verfahren eingeleitet. Christensen, die gegen den Gesetzentwurf agitiert. Von dieser In der gestrigen Verhandlung wurde wegen Gefährdung der Seite wird allerdings dringend die Aufhebung des bestehenden Aus- Staatsinteressen die Deffentlichkeit ausgeschloffen. Das Gericht Der Gaukassenbericht, den der Gaufaffierer Richard Leonahmegeseßes für die Dienstboten verlangt, in übrigen jedoch er- fam, nach längerer Beratung zu der Einziehung der sämtlichen bold vorlegte, schließt mit der Bilangsumme von 29 812,87 m. ab, klärt, daß man eines besonderen Schutzes nicht bedürfe und darum Flugblätter, und zwar auf Grund des§ 41 St. G. B. Dieser bevon denen 29 000 M. aus der Hauptkasse gezahlt wurden. die im Entwurf vorgesehenen Bestimmungen über die Beschaffen- stimmt, daß Schriften strafbaren Inhalts, soweit sie sich im Befize An die Berichte schloß sich eine sehr rege Diskussion, die heit der Schlafräume, über eine bestimmte Freizeit, über Hilfe des Verfassers, Druders, Herausgebers, Verlegers oder Buchden Sonntagnachmittag in Anspruch nahm. Die Verhältnisse in den und Pflege in Krankheitsfällen usw. ablehnen müsse. Der Dienst- händlers befinden, eingezogen werden können. Nach§ 42 fönnen verschiedenen Orten des Gaues und den einzelnen Branchen wurden mädchenverband setzt sich hierdurch in Widerspruch zu der Sozial- diese Maßnahmen, auch wenn wegen des strafbaren Inhalts eine gründlich besprochen, und dabei wurden auch einzelne Betriebe er- demokratie, deren sozialpolitische Forderungen in dem Regierungs- Verurteilung einer bestimmten Person nicht möglich ist, selbständig wähnt, wo der Unternehmer darauf aus ist, jeden organisierten Ar- entwurf zu einem guten Teil berücksichtigt wurden, handelt aber in Anwendung gebracht werden. beiter zu maßregeln. Seitens der Maschinenarbeiter wurde auf die dagegen in Uebereinstimmung mit den Wünschen der Arbeitgeber außerordentlich hohe Unfallgefahr an den Holzbearbeitungsmaschinen der Dienstboten und namentlich der Damen, die natürlich von und Schneidemühlen hingewiesen. Der Konferenz liegen Photo- irgendwelchen Belästigungen durch die Geschgebung verschont bleiben Der 17jährige Bursche Franz Ziemann hat eine Reihe dreister graphien schrecklich verstümmelter Hände vor, und die so verunglück- möchten. Diese Damen oder Hausfrauen, wie sie lieber genannt Gewaltakte begangen, die ihn gestern unter der Anklage des wiederten sind teils junge Menschen und Lehrlinge von 14 bis 15 Jahren. sein wollen, entfalten jezt auch bereits eine Bewegung gegen den holten vollendeten und versuchten Naubes vor das Jugendgericht Im allgemeinen sind die Delegierten mit der Tätigkeit des Gauvor- Gefeßentwurf, und in einer Versammlung, die sie kürzlich in Kopen- der 7. Straftammer am Landgericht I führten. Der Angeklagte ist standes durchaus einverstanden, wobei jedoch der Wunsch laut wurde, hagen abhielten, verstieg man sich sogar so weit, zu erklären, daß wegen zahlreicher Fahrraddiebstähle schon mit einem Jahr Gedaß namentlich in den zurüdgebliebenen Branchen und Orten noch eigentlich die Hausfrauen mehr des gefeßlichen Schubes bedürften fängnis vorbestraft. Er verbüßte diese Strafe im Gefängnisse zu mehr Agitation entfaltet werden sollte als bisher. als die Dienstmädchen. Auch Marie Christensen, die Dienstmädchen- Neuruppin. Es gelang ihm aber, von dort zu entfliehen, indem er Der zweite Sigungstag begann mit der Beratung über den vorfißende, war in der Versammlung anwesend, und ihre Rede, sich bei Nacht und Nebel an einem heimlich aus lleberresten von bevorstehenden Verbandstag, er am 23. Juni in Berlin die sie hielt, fand großen Beifall bei den Damen. Außerdem fühlte Strohmatten verfertigten Seil in höchst verwegener Weise aus zusammentritt. Der Hauptvorstandsvertreter Schneegaß führte sich auch der sonst als guter Demokrat bekannte radikale Folketings- dem Fenster seiner Zelle auf den Hof hinabließ und die Gefängnishierzu unter anderem aus, daß die Tarifpolitik des Verbandes auf mann Alfred Christensen veranlaßt, das Lob der Damen zu fingen mauer überkletterte. Er begab sich dann nach Berlin und hat die den früheren Verbandstagen, und zuletzt in München, wohl hin und zu behaupten, daß es den Dienstmädchen wunderbar gutgehe. Wege des Tiergartens, die Zelten- Allee, die Umgebung des Großen reichend geklärt sei, und daß offenbar auch die Beitragsfrage keinen Im Sinne des Gesezentwurfes sprach in dieser Versammlung nur Sterns usw. in den Abendstunden unsicher gemacht. Er berbarg sich breiten Raum in den Verhandlungen des Berliner Verbandstages unsere Parteigenoffin Frau Andrea Brochmann, und so zeigte hinter einem Baum. Wenn eine einzelne Dame des Weges kam, einnehmen werde. So werde man Zeit gewinnen, sich mit einigen es sich auch hier, daß die Sozialdemokratie die einzige Bartei ist, stürzte er plöglich hervor und entriß der vor Schred fast Gelähmten anderen Fragen eingehend zu befassen, und hier kämen als Haupt- die für die Interessen der Dienstmädchen, wie für die aller Aus- unter Anwendung von Gewalt die Handtasche. In einzelnen Fällen punkte in Betracht: die Regelung der Arbeitszeit und die Rege- gebeuteten, in die Schranken tritt. schlich er seinem Opfer nach, trat der betreffenden Dame von hinten Tung der Arbeitsvermittelung im deutschen Holzgewerbe, sowie das auf den Fuß und riß ihr dann die Handtasche vom Arm. Die anRekrutierungsgebiet des Deutschen Holzarbeiterverbandes. zuwendende Gewalt war so groß, daß die Ueberfallene die Kette der Handtasche in der Hand behielt und der dreiste Räuber mit der Ueberfallene energisch, indem sie mit dem Schirm auf den Ange Hierauf famen die vorliegenden Anträge zur Beratung. Ein flagten losschlug; dieser gab der Frau aber einen fräftigen Stoß, Antrag, der sich auf die Herstellungskosten der Bautischlerarbeit so daß sie zur Erde fiel, und bei dieser Gelegenheit vollführte der innerhalb und außerhalb Groß- Berlins bezieht, wurde dem GauAngeklagte den Raub. Die Taschen hatten zum Teil einen nicht unvorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Angenommen wurde ein Antrag, monach der Gauvorstand dahin wirken soll, daß Beitrag wesentlichen Wertinhalt. In acht Fällen ist dem jugendlichen Ver. brecher die Tat gelungen, in zwei Fällen ist es beim Versuch geund Unterstübungsfäße auch in den Zahlstellen, die im Vororts Am 3. Februar berichteten wir über ein auffallend mildes blieben. verkehr vom Aleranderplatz dem 30 Pf.- Tarif unterliegen, einheit Urteil des Schöffengerichts Templin gegen den auf Das Gericht verurteilte den Angeklagten, der in dieser Weise lich wie in Berlin geregelt werden; ferner ein Antrag, wonach dem Gute Wilmersdorf bei Templin als Gutsverwalter die öffentliche Sicherheit arg gefährdet hat, zu 2 Jahren Gefängnis. die Gaukonferenzen nicht immer in Berlin, sondern abwechselnd tätigen Bruder Sturt des Gutsbesitzers Iffland. Das Rechtzeitige, richtige Fürsorgeerziehung hätten den jungen Es folgte die Beratung von Anträgen zum Verbandstag. Ein Urteil hatte auf 100 m. gelautet, wiewohl der Nichter betont Menschen wohl vor seinen Taten bewahrt. Aber die heutige Art Antrag, der die Einführung von Staffelbeiträgen zum Ziele hatte, hatte, der Angeklagte habe ohne jede Beranlassung sich in der Fürsorgeerziehung zieht ebenso wie das Gefängnisleben wurde abgelehnt, nach reger Debatte. Gutgeheißen wurde ein An- einer Weife benommen, die vielleicht vor 200 Jahren üblich Jugendlicher das Verbrechertum in vielen Fällen groß.. Wer forate trag, wonach beim Ableben lediger Mitglieder den Angehörigen, gewesen sein mag, heute aber nicht mehr am Plage ist. Unsere für das verwilderte Kind? deren Fürsorge sie übernommen hatten, dieselbe Unterſtüßung zu Erwartung, daß die Staatsanwaltschaft gegen das der Art teil werben foll, wie beim Ableben verheirateter Mitglieder. Ein und Höhe nach viel zu milde Urteil Berufung einlegen Antrag, der bessere Durchführung der Kölner Gewerkschaftsfongreß würde, hat uns nicht getäuscht. Aber auch der Angeklagte beschlüsse über Grenzstreitigkeiten bezweckt, wurde einstimmig gutgeheißen. Außerdem wurden noch verschiedene Anträge erledigt, hatte Berufung eingelegt. die geringfügige Aenderungen oder Ergänzungen des Statuts bezweden. Sodann wurde unter anderem einstimmig ein Antrag gutgeheißen, alle Rahlstellen zur Bildung von Jugendkommissionen zu berpflichten. Ebenso fand ein Antrag, der Verbandsvorstand möge au statistischen Zwecken die Ursachen der Strankheits- und Todesfälle feststellen, die Zustimmung der Konferenz. Nachdem man noch einige allgemeine Verbandsangelegenheiten erledigt hatte, wurde die Konferenz gegen 6 Uhr mit Hochrufen auf die Organisation geschlossen. In der Diskussion wurde unter anderem der Wunsch laut, daß der Verbandstag auch gründlich über die Feuersgefahr in den Zelluloidbetrieben beraten möge. in anderen günstig liegenden Orten stattfinden sollen. Hus Induftrie und Bandel. Konjunktur im Bergban. Leseabende. Nieder- Schöneweide. Dienstag, den 26. d. M., abends 8 Uhr, Sandtasche davon eilen fonnte. In einem Falle wehrte sich die beim Genossen Bengsch, Brizerstr. 17. Gerichts- Zeitung. Agrarische Roheiten gegen eine Frau. Verfammlungen. Die Berliner Metallarbeiter im Jahre 1911, Die Berufung wurde dieser Tage vor der Straf- In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung der tammer in Prenzlau verhandelt. Die Zeugenaussagen Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes erergaben dasselbe Bild wie in erster Instanz. stattete Cohen den Jahresbericht für 1911. Er verwies auf die Auf dem Gute war die 50 Jahre alte Frau eines Land- immer vielseitiger werdenden Aufgaben der Organisation und bearbeiters durch eine schwere Unterleibsoperation in ihrer tonte, daß trotzdem der Kampf um Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen im Vordergrunde steht und alles andere nur Arbeitsfähigkeit schwer beeinträchtigt. Sie kam deshalb nicht mittel zu diesem Zwede ist. Im Berichtsjahre wurden 8 Lohnmehr so oft wie sonst zur Arbeit auf dem Gutshof. An einem bewegungen für ganze Branchen- und Spezialgruppen geführt. Bon Tage im Sommer vorigen Jahres begegnete die Frau auf diesen Lohnbewegungen hatten 6 mit 8341 Beteiligten die Arbeitsder Landstraße dem Angeklagten. Dieser ritt sein Pferd dicht niederlegung zur Folge, während 2 Lohnbewegungen mit 1567 Bevor die Frau, schrie sie an, weshalb sie nicht öfter zur Arbeit teiligten ohne Arbeitsnieberlegung zum Abschluß famen. Außerdem tomme und hatte auf die Entgegnung der Frau, die Folgen wurden bei einzelnen Firmen 47 Angriffsstreits mit 1515 Beteilig der schweren Operation hinderten sie an harter Arbeit, mur ten und 59 Abwehrstreits mit 3117 Beteiligten geführt.- Ferner die Antwort:" Faule Sau, faules Schwein, ich glieder, beteiligt. Insgesamt hatte der Verband im abgelaufenen waren an 5 Aussperrungen 32 000 Personen, darunter 18 340 Mitsch.... auf Eure Operation." Dann ließ er sein Jahre 81 313 Mitglieder im Kampf. Ein so hoher Prozentjan cer Auf der gestrigen Generalversammlung der Gelsenkirchener Berg Pferd vor der Frau hoch aufbäumen, hieb an Stämpfen beteiligten Mitglieder ist in früheren Jahren noch nicht wertsaktiengesellschaft gab der Generaldirektor Geheimer Kommerzien rat Rirdorf u. a. bekannt, daß für den Monat Januar und ihr mit der Reitpeitsche einigemal über bagewesen: Immer zahlreicher werden die Bewegungen, wo ohne Februar des laufenden Geschäftsjahres die Ueberschüsse im ihren Stopf, sprang dann vom Pferde und schlug die Arbeitenieberlegung im Verhandlungswege Verbesserungen erzielt Vergleich zum Vorjahre um 1 Millionen höher Bedauernswerte derart mit der Faust vor merden. Bewegungen dieser Art fanden, außer den bereits ansein werden. Trop der hohen Ueberschüsse, die in den übrigen die Brust, daß sie rücklings in den Graben an geführten. 191 in ebenso vielen Betrieben, und zwar ment angriffs. Hüttenzechen und reinen Zechen entsprechend ausfielen, hat man die einen 3aun flog, wo sie liegen blieb. Der Ge- teise statt. An den Lohnbewegungen und Differenzen ohne ArbeitsForderungen der Bergarbeiter abgelehnt. Natürlich nur, weil die meindevorsteher eines benachbarten Drtes, der eben mit niederlegung waren 13 784 Mitglieder beteiligt. Es sind also im ganzen 45 097 Mitglieder an den Bewegungen beteiligt gewesen. Internehmer bei Bewilligung dem sicheren Nuin verfallen würden. seiner Tochter des Weges fuhr, legten sich ins Mittel. Der Eine so hohe Bahl ist noch in teinem Jahre erreicht worden. Prügelherr war über die Störung aufs höchste entrüstet und Was die Mitgliederbewegung betrifft, so ist zu sagen, daß eine Stei wies den eingreifenden Ortsvorsteher mit den Worten zurück: gerung der Mitgliederzahl nicht ohne weiteres für eine erhöhte Das gehe ihn gar nichts an, war hier geschehe". Tätigkeit der Organisation spricht und als Ergebnis einer gefunden Seine Verteidigung hatte der tapfere Ostelbier gegen die Entwickelung zu betrachten ist. Aber mit der Zunahme von etwa Verhandlung in der ersten Instanz, wo er" Notwehr" geltend 9000 Mitgliedern, die der Verband im vergangenen Jahre erfahren gemacht hatte, etwas geändert. Er habe die Hiebe mit der betrug am Jahresschluß 88 272. Die Statistit. des Jahres 1910 erhat, können wir uns wohl sehen lassen. Die Mitgliederzahl Reitpeitsche nicht mit Absicht geführt. Er sei nervös, und gibt für Groß- Berlin 186 713 in der Metallindustrie Beschäftigte. Jm Newcastle- Distrikt ist der Kohlenmarkt geschäftslos. Die deshalb ivippe die Peitsche ständig in seiner Hand. Sein Davon sind aber 47 768 weibliche und 9799 jugendliche Arbeiter. In Zahl der ankommenden und abfahrenden Schiffe beschränkt sich an Anwalt versuchte den Fall politisch gegen die Sozialdemokratie der Zahl der männlichen Arbeiter sind auch Arbeiter anderer Bedauernd auf das geringste Maß; hauptsächlich handelt es sich hierbei auszuschlachten. Er fand es schrecklich, daß sich die Deffent rufe, die in Betrieben der Metallindustrie beschäftigt find, inbeum regelmäßige Dampferlinien nach oder von London und dem lichkeit mit der Angelegenheit beschäftigt habe, wodurch griffen, außerdem die Werkführer, Meister und andere, die nicht als Stontinent. Fu Yorkshire steht das Kohlengeschäft in gleicher Weise wie anderwärts still und die Förderung ist bis auf eine verschwindend ffland in der ganzen Ümgegend blamiert sei. Bemerken organisationsfähig angesehen werden können. Unter Berücksichtigung geringe Menge zurückgegangen. Die Gruben, welche noch über Bor- möchten wir hierzu, daß unser Bericht in mehrere Zeitungen dieser Umstände kann sich der Verband mit seiner Mitgliederzahl räte verfügen, geben diese nach und nach zur Erledigung vorliegender übergegangen war und daß wir ähnliche Fälle selbstverständ- wohl sehen lassen. Der Verband hat sich seit Jahren um die Organisierung der Arbeiterinnen lebhaft bemüht. Doch die Zahl der Aufträge ab. Die Preise sind sämtlich hoch. Auch auf dem Waliser lich im Interesse der Allgemeinheit trop des Anwalts Ent- unorganisierten Arbeiterinnen ist noch sehr groß.( Nach dem geMarkt tommen jegt nur die Kohlenmengen zum Angebot, die aus rüstung veröffentlichen werden. Die Wirkungen des englischen Bergarbeiterstreiks. Nach dem Bericht einer englischen Kohlenhändlerzeitschrift verläßt infolge des Streits zurzeit nur selten noch ein Kohlenschiff einen englischen Kohlenhafen. Während der direkte Kohlenerport Großbritanniens in dem furzen Monat Februar über 5, Milionen Tons unfaßte, ist jegt ein Minderexport auf fast 12 Millionen Tons wöchentlich zu verzeichnen. 11 bruckten Bericht hat der Verband 7848 weibliche Mitglieder.) Hier An der Maifeier des vergangenen Jahres haben sich 6112 Kollegen in 172 Betrieben durch Arbeitsruhe beteiligt. Es ist aber hierzu zu bemerken, daß verschiedene Betriebe gefeiert haben, wovon der Ortsverwaltung nichts gemeldet worden ist. In Wirklichkeit war also die Zahl der Feiernden größer wie die angegebene. Ausgesperrt wurden 501 Arbeiter in 16 Betrieben. Die Aussperrung war nach wenigen Tagen erledigt und hat keine nennenswerten Nachwirkungen gehabt. Auf dem Gebiete des Arbeitsnachweises ist eine Stei gerung zu verzeichnen. 9406 Stellen sind vermittelt worden. Eine erfreuliche Entwidelung hat der paritätische Arbeitsnachweis in der Rüderstraße erfahren. Solange er sich in den Händen der Schlosser. innung befand, wurden nur 520 bis 530 Stellen im Jahre vermittelt. Der paritätische Arbeitsnachweis hat aber im vergangenen Jahre 3459 Stellen besetzt. fiegt noch ein weites Feld brach. Es ist zwar schwer zu bearbeiten,! streďte. Einige Redner übten aus Anlaß des Formerstreits eine| gebracht, über taktische Maßnahmen öffentlich zu verhandeln. Wer aber wir dürfen in dieser Arbeit nicht erlahmen. scharfe Kritik an der Ortsverwaltung. Sie machten ihr den Vor- einen Kampf zu leiten hat, der müsse volle Bewegungsfreiheit wurf, sie habe eine engherzige, furssichtige Tattif eingeschlagen. haben, um diejenigen taktischen Maßnahmen durchzuführen, die Von diesem Gesichtspunkt werde er, Die Aussperrung von 60 Prozent der Arbeiter hätte damit be- der Augenblick erfordert. antwortet werden müssen, daß auch die übrigen 40 Prozent aus Cohen, sich stets leiten lassen, falls er wiedergewählt werden sollte. den Betrieben gezogen worden wären. Es sei ganz falsch, wenn Auch die Ortsverwaltung stehe auf diesem Standpunkt. Ein großer die Ortsverwaltung den Abschluß des Streits als einen Erfolg Fortschritt gegen 1904 sei der Abschluß der Formerbewegung unter hinstelle. Von einem Erfolge könne gar keine Rede sein. Ein allen Umständen. Die größte Bedeutung dieses Kampfes liege auf Redner fam auf eine Differenz zu sprechen, die bei Bergemann in moralischem Gebiet. Anfangs wollten die Unternehmer erst verRosenthal bestand. Dort feierten die Dreher mit Erlaubnis der handeln, nachdem die Streitenden die Arbeit wieder aufgenommen Direktion und hatten die Absicht, zugunsten eines gemaßregelten hätten. Die Streifleitung habe darauf bestanden, daß erst verVertrauensmannes den Streit zu proflamieren, aber sie bekamen handelt werde. Die Unternehmer feien schließlich auf diese Benicht die Zustimmung der Ortsverwaltung. Als der Redner des- dingung der Streifenden eingegangen, sie seien also in diesem wegen mit Cohen sprach, habe dieser gebroht:„ Wenn Ihr nicht Kampfe nicht die Stärkeren gewesen, sondern die Arbeiter. Das morgen wieder zur Arbeit geht, werde ich Euren Ausschluß aus sei ein moralischer Erfolg, der nicht unterschäßt werden dürfe. Die dem Verband beantragen". Der Redner sagte, als er nach dieser Organisation der Arbeiter habe einen vollen Erfolg davongetragen. Besprechung zurückgekommen sei nach der Fabrik, da habe der Darüber gebe es feinen Streit zwischen allen, die von der OrganiDirektor bereits gewußt, daß die Dreher nicht die Zustimmung der fation etwas verstehen. Der Artikel, den der Vorwärts" nach Ortsverwaltung bekommen würden. Abschluß der Formerbewegung brachte unter der Ueberschrift„ Und fie verhandeln doch!" fei in Versammlungen biel angegriffen worden. Der Artikel sei eine Redaktionsarbeit. Er, Cohen, würde ihn aus taktischen Gründen nicht geschrieben haben, aber das müsse er sagen: Der Inhalt des Artikels treffe das Richtige, er entspreche den Tatsachen. Nach einer längeren Reihe persönlicher Bemerkungen wurden die übrigen Punkte der Tagesordnung wegen der vorgerückten Zeit vertagt. Die Ausgaben für Arbeitslosenunterstübung haben jich gegen das Vorjahr vermehrt. Die Steigerung entspricht nicht ganz der Steigerung der Mitgliederzahl. Daraus ist zu schließen, In seinem Schlußwort fagte Cohen zu dieser Angelegenheit: daß sich die Konjunktur seit 1910 gebeffert hat. Der Redner warf In dem genannten Betriebe bestehe eine tarifliche Vereinbarung, zum Schluß einen Blick auf die allgemeine Situation, namentlich die namentlich für die ungelernten und angelernten Arbeiter und auf die gegen die Arbeiterbewegung gerichteten Bestrebungen. Arbeiterinnen von Nuken sei. Die Direktion stehe auf dem Stand Wenn die Unternehmer die gelben Vereine großziehen und dafür punkt, sie habe kein Interesse an einer Vereinbarung für diese viel Geld aufwenden, so ist das kein Grund zur Beunruhigung für Arbeiter und Arbeiterinnen, für die sie jeden Tag Ersatz bekommen ans, denn es beweist, daß alle früheren Kampfmittel der Unter- würde, wenn sie durch die nicht leicht zu ersehenden Dreher fort nehmer, schwarze Listen, Maßregelungen usw., nicht vermocht haben, gesetzt beunruhigt würden. Der wilde Streit der Dreher würde die den Metallarbeiterverband niederzuringen, und daß sie es nun mit Interessen der viel zahlreicheren Ungelernten und Angelernten der neuen Waffe der gelben Vereine versuchen, die aber auch nicht schwer geschädigt haben. Mit Rüdsicht darauf habe er, Cohen, den Marktbericht von Berlin am 23. März 1912, nach Ermittelung den beabsichtigten Erfolg haben wird. Drehern, die ein Recht auf wilde Streits zu haben glaubten, einen des königl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise.( Kleinhandel) Ausschlußantrag in Aussicht gestellt. Die Direktion habe durch ihn, 100 Stilogramm Erbfen, gelbe, zum Kochent 34,00-50,00. Speisebohnen, Cohen, in feiner Weise etwas von der Haltung der Ortsverwaltung weiße, 35,00-56,00, Linsen 40,00-80,00. Startoffeln( Steinbdl.) 8,00-18,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Seule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch erfahren. Zu den Angriffen wegen des Formerstreits fagte 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,30-1,80. Stalbfleisch 1,40-2,60. Hammelfleisch Cohen, die Herausziehung der übrigen 40 Prozent nach der Aus- 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stud Gier 3,40-6,00. 1 Kilogramm Sperrung würde in diesem Falle eine große Dummheit gewesen starpfen 1,10-2,40. ale 1,80-3,20. Sander 1,60-3,60. echte 1,40-2,60. sein. Die Tattit tönne nicht nach einer bestimmten Schablone Barfche 1,00-2,00. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stud Krebse gehandhabt werden. Aus naheliegenden Gründen sei es nicht an-| 4,00-30,00. Dem gedruckten Kassenbericht entnehmen wir folgende Angaben. Für Unterstützungszwede wurden ausgegeben an Streifende 1294 174 M., Gemaßregelte 77 732 M., Arbeitslose 579 826 M., Reifende 24 748 M., Strante 514 117 M., für RechtsSchub 28 489 M., sonstige Unterstützungen 41 520 M. An den Bericht schloß sich eine ausgedehnte Diskussion, die fich zumeist auf Angaben über die einzelnen Lohnbewegungen erUnserem lieben Kollegen Friedrich Biernat und seiner lieben Frau herzlichen Glückwunsch zur Silberhochzeit. Die Kollegen der Firma Leider, Weißensee. Genoffen Friedrich Biernat u. Frau ein donnerndes Hoch zur Silbernen Hochzeit. Die Genoffen des 7. Bezirks, Weißensee. Biel Glud zur filbernen Hochzeit des Ehepaares Albert Fehlow und seiner lieben Frau Auguste wünschen Einige Freunde. Todes- Anzeigen Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Köpenicker Viertel). Bezirk 180. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Wilhelm Stagen ( Laufiger Str. 43) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. März, nach mittags 8 Uhr, vom Urban Strantenhause auf dem EmmausKirchhof, Neukölln, Hermann straße, um 4%, Uhr statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Bauarbeiter- Verband Zweigverein Berlin. Am 22. März verstarb unser Mitglied, der Bauarbeiter Karl Loreck ( Bezirk Süden). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. März, nachm. 3 Uhr, von der Halle der Heilig Kreuz- Gemeinde in Mariendorf, Eisenacher Straße, aus statt. 138/4 Der Vorstand. Todesanzeige. Am Freitag, den 22. März, starb im 31. Lebensjahre unser lieber Sohn und Bruder Artur Krause. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 4 1hr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes in der Rölfestraße aus statt. Weizensee, den 25. März 1912. Die trauernden Eltern und Schwestern. Verband der Hut- u. Filzwaren- Verein Kolonie zur Erholung. Arbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Gröschke ( Betrieb Silbermann) verstorben ist. Er ruhe fanft! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 26. März, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Städtischen Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 76/6 Der Vorstand. Verband der Sattler und Portefeuiller, Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stoffermacher Max Jorzig Werkstatt Einbrodt u. Kalb verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. d. Mts., nach mittags 4, 1hr, von der Leichen halle des Simeon- Kirchhofes, Tempelhofer Weg, aus statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Stolp Fichteftr. 22 im Alter von 56 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 27. März, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Heilig- Kreuz- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/20 Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter. Fillale Groß- Berlin. Durch den Tod ist uns unser Kollege Artur Krause ( 35. Revierinspektion) entriffen worden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Dienstag, den 26 März, nach mittags 4 Uhr, von der Lefchenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Weißensee, Röllestraße, aus statt. 33/17 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolonist Albert Schütz am am 23. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Biseleur Alex Raschke am 22. d. Mts. an Herzlähmung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 114/12 Die Ortsverwaltung. Am 23. d. Mis. starb meine liebe Frau und unsere gute Mutter Minna Meyer geb. Rieste! Tiedstr. 5. Dies zeigen allen Freunden, Bekannten und Verwandten ttefbetrübt ant 818b Emil Meyer nebst Kindern und Geschwistern. Beerdigung: Heute, Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle der Golgatha Gemeinde, Barfusstraße, aus. T Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Tochter Frieda Scholz im Alter von 22 Jahren verstorben ist. Die trauernden Eltern und Geschwister Charlottenburg, Rüdertstr. 12. Felix Bernth als Bräutigam. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3, Uhr von der Leichenhalle des Dorotheenstädttschen Stirchhofes, Steinidendorf, Scharnweberstr. 1-2, aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Auguste Langer geb. Schöneberg. am Sonntag plöglich an Herz schlag verschieden ist. 8336 Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung findet am Mittwoch 4 Uhr von der Leichenhalle des neuen Jakobi Kirch hofes aus statt. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Sattlers Da es mir bei der überaus zahl reichen Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben unvergeßlichen Frau nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken, versuche ich es auf diesem Wege, allen Berwandten, Freunden, Freundinnen und Bekannten, den Genossen des IV. Reichstags- Wahlfreises, den Frauen der 27. Abt. des IV. Wahlkreises, den Genossen des 93. Bezirks des II. Wahlkreises, dem Personal der Buchbinderei- Abteilung Georg Rohr der Firma A. Scherl, insbesondere sagen wir insbesondere der Direktion Herrn Rühle der Firma Scherl für sowie den Stollegen, dem Personal die reichen Stranzspenden, dem der Bazenhofer Brauerei, dem Ber Richterschen Gesangverein und dem band der Sattler, den Wahlvereins sage ich allen Verwandten, Freunden Genossen Melle für seine troftreichen Witgliedern, dem Rauch klub Delih I und Bekannten sowie der Firma Louis Borte am Sarge meiner lieben, und allen Berwandten, Freunden und Schulz und Arbeitskollegen, dem leider viel zu früh dahingegangenen Bekannten unseren herzlichsten Dank. Transportarbeiter Verband meinen Frau meinen tiefgefühlten Dant aus Frau Anna Rohr innigsten Dant 8345 zusprechen. 26352 Witwe Jacob. Der betrübte Gatte Karl Zeidler. 26362 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes Reinhold Jacob B und Kinder, Am Sonnabend, den 23. d. Mts., verschied nach schwerem furzen Leiden meine liebe Frau Hedwig Tellschow. Um stilles Beileid bitten Emil Tellschow nebst Angehörige. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Gethsemane- Stirchhofes, Nordend, aus statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unjeres guten Vaters und Großbaters Hermann Zühlke jagen wir allen Freunden und Be tannten, insbesondere dem Wahlverein und Turnverein Wilhelmsruh fowic dem Metallarbeiter- Verband und der Krankenkasse, auch der Firma Eichel & Bachmann und den daran teilgenommenen Kollegen unseren besten Dant. 24342 Luise Zühlke nebst Kindern. Danksagung. Eage hiermit allen Teilnehmern an der Beerdigung meines lieben Mannes 26332 Karl Moewes unferen innigsten Dank. Witwe Moewes nebst Kindern. Bilanz per 31. Dezember 1911 der Gesellschaft für Möbel und Innen- Architektur. Eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Aktiva. Raffa- Konto Wechsel- Nonto Waren- Konto Konto- Korrent- Konto Werkzeug- Nonto Utenjilien- Stonto Maschinen- Konto • Gewinn- u. Verlust- Konto Passiva. Akzepte- Konto. Darlehns- Konto Anteil- Konto Konto- Korrent- Sonto D 30,24 . 3 007, 15 421, 19 491,59 600, 225, 3 650, 136,13 M. 42 560,96 • . 293,55 33 958,23 330, 7 979,18 W. 42 560,96 Die Zahl der Genossen betrug am Schluß des Geschäftsjahres 11. Ein getreten teine, ausgetreten teine. Das Geschäftsguthaben der Genoffen beträgt 330 M., die Haftsumme be trägt 330 M. 103/15 Der Vorstand. Karl Kniesche. Seb. Voggenreiter. Oskar Wollburg Trauer Magazin Berlin N., Brunnenstraße 56. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch einz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach Maß in 12 Stunden. Aenderungen sofort. Größtes Spezial- Geschäft sämtlicher GastwirtsArtikel. L. Katz& Co., Spandauerstr. 45, am Molkenmarkt. Filialen: Rixdorf, Bergstr. 65, am Bahnhof. Brandenburg a. H., Hauptstr. 59-60. Möbel- Cohn 58 Gr. 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Schiller- Theater CharlottenZirkus Sarrajani. stellung. Zirkus Schumann. stellung. Gala- BorGala- VorHaverland. Spezialitäten. Anfang 8 Ubr. Urania. Taubenstraße 48/49. Der Großglodner, Gastein und die Salzburger Alpen. Leffing. Gudrun. Kurfürftenoper. Der Schmud der Madonna. Komische Oper. Die Here. Westen. Die schöne Helena. Kleines. Tanzmäuse. burg. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gräfin Lea. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der liebe Augustin. Sonnt. 3%, Uhr: Der Vogelhändler. Königgräßer Straße. Die fünf Theater des Westens. Frankfurter. Neues Schauspielhaus. Unter dem Schwert. Neues. Der liebe Augustin. Residenz. Alles für die Firma. 8 Uhr: Die schöne Helena. Sonntag 3 Uhr: Wiener Blut. Luftspielhaus. Die Damen des Residenz- Theater. Regiments. Berliner. Große Rosinen. Neues Operetten. Eva. Schiller 0. Lady Windermeres Fächer. Schiller Charlottenburg. Die Jüdin von Toledo. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Das Leutnantsmündel. Luisen. Die Rose von Japan. Rose. Der Gefangene von Zenda. Metrovol. Die Nacht von Berlin. Trianon. Das kleine Café. Thalia. Autoliebchen. Wintergarten. Spezialitäten. Cafino. Die lustige Strohmitme. Direktion Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwant in 3 Atten von M. Hennequin und G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bolten- Baeders. Morgen u. folg. I age: Alles f. d. Firma. Luisen- Theater. Dienstag: Die Rose von Japan. Mittwoch und Donnerstag: Die Rose von Japan. Mittwoch, 3. April: Ich laffe Dich nicht. Apollo. Los Nr. 33. Spezialitäten. Belle- Alliance- Theater. Vañage. Svezialitäten. Herrnfeld. Wie man Männer bessert. Der Hausteusel. Königstadt Rajino. Ein fideler T Rechtsanwalt. Bruder Julius. Spezialitäten. 82 Uhr: Im bunten Rock. Mittwoch: Die Dollarprinzeffin. Reichshallen. Stettiner Sänger. DOSE THEATED Anfang 8 Uhr. Folies Caprice. Der Polizeihund. Das Broadway- Girl. Walhalla. Menschenrechte. Anfang 8%, Uhr. Neues Volkstheater. Der Meister. Belle: Alliance. Jm. bunten Rod. * Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Der Gefangene von Zenda. Morgen und folgende Tage: Der Gefangene von Zenda. „ Clou" Berliner Konzert- Haus. Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Heute: 3 Kapellen. Musike. d. Kais.- Frz.- Grde.- Gren.- Regts. Dirig. Musikm. Becker Musikc. d. Garde- Fuß- Artl.- Regts. Dirig. Oberm. Jolly und !!! Zillerthaler und Tegernseer Sänger, Plattler und Jodler!!! Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen nachm.: Promenaden- Konzert bei freiem Eintritt. Heute: Musike. d. Kais.- Alex.- Gr- Gr.- Rgts. Dirig. Kgl. Musikdir. Brase. Metropol- Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Urania. Die Nacht von Berlin! Wissenschaftliches Theater. Jul. Freund. Mufil von B. Holländer. Uhr: Große Jahresrevue in 7 Bildern von Der Großglockner, Gastein n Szene gefezt vom Dir. A. Schulz. und die Salzburger Alpen. Herrnfeld Theater Ein neuer Sensationserfolg Wie man Männer bessert. 2 Atte von Anton u. Donat Herrnfeld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Der Hausteufel. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf 11-2( Theaterkaffe) Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Das kleine Café. Passage- Panoptikum Lebend! Lebend! Hede, das apollo LowenTheater Ab 8 Uhr Letzte Woche Große Rosinen. der großen komischen Novitäten Theater in der Königgrätzer Straße Oscar und Suzette Abends 8 11hr: Die 5 Frankfurter. moderne Tänzer Los No. 33. mädchen. Das Mädchen mit dem Mähnenkopf. Halb Mensch- halb Animal. Das blaue Weib, Die Frau in der Kanne. Ohne Extra- Entree! Passage- Theater. Das Geisterfenster. Das weiße Geheimnis. Melia, die schönste Tänzerin Rußlands. Schneider- Duncker und das große MärzProgramm! A Admiralspalast Am Bahnhof Friedrichftrasse Allabendlich: Tänze auf d. Eise. Die kleine Charlotte. Weltmeister Bror Meyer. Das prächtige Eisballett Alpenzauber. Nachmittags: Kunstlauf- Produktionen. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr abends halbe Kassenpreise. Zirkus A. Schumann Heute Dienstag 7, Uhr: Die besten Radkünstler 5 Auroras 5 mit ihrem lebenden Roulette sowie Auftreten d. 3 Briatores, Tonitoff und Walter. Dir. Albert Schumann und die übrigen Attraktionen. Um 9 Uhr: Das mit so großem Beifall aufgenommene neueste und größte Ausstattungsstück Das Motorpferd in 5 Akten und der großen Schlußapotheose mit noch nie dagewesenen Effekten. Sarrasani Schönhauser Allee. Telephon: Nord 4100. Allabendlich 7, Uhr: die berühmten Galavorstellungen Mittwoch, Sonnabend und Sonntag: Nachm. 3 Uhr u. 7 Uhr: je 2 Vorstellungen. Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. Galerie 40 Pf., III. Platz 70 Pf., II. Platz 1,20 M., I. Platz 2 M., Parkett 3 M. Logensitz 4 M. Vorverkauf a. d. Circuskasse und an sämtlichen Billettverkaufsstellen von A. Wertheim. Zirkus Busch Achtung! Achtung! Wegen der täglich stattfindenden gr. Entscheidungskämpfe fällt die Pantomime 5 Tage hintereinander aus, vorher d. große Programm. Bisherige Siege: Noêl de Bordelais 3. Mourzouk 2. Weber 4. Hein 4. Zisa Stalling 3. Steurs 4. Urbach 2. Carlos 1. Markussen 8. Sturm 8. Petitjeau 1. Kornatz 6. Um 19 Uhr: 1 Ringkampf. Voigt- Theater. Dienstag, den 26. März 1912: Gastspiel im Moabiter Winter. Garten, früher Artushof, Berleberger Str. 26 Glückliche Heirat. Komödie in 3 Aufzügen von Bayard. Saffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in der Müllerstraße. Burleste von Meyfel. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Königstadt- Kasino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße Täglich: Ein fideler Rechtsanwalt und Bruder Julius. Außerdem 6 erstfl. Glanznummern Anf. 8 Uhr. Sonntags 26 Uhr. Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Folies Caprice. Mentes Volksgarten Täglich 8 Uhr: Die Saifon- Schlager Des as Broadway- Girl. Inh. Walter Schröter Telephon: Amt Lichtenberg Nr. 164. Lichtenberg, Roederstr. 28/29 Berlängerte Landsberger Allce. Bom Alexanderplaß 15 Minuten. Linie 64, 67, 71, Linie Sturzestraße- Hohenschönhausen. Vom 1. April jeden Dienstag, Donnerstag = Frei- Tanz. Casino- Theater Sonntags: Großer Ball Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Novität! Der neue Poffenschlager Die luftige Strohwitwe. übernimmt die Redaktion dem Für den Inhalt der Juierate Posse von Misch und Jacoby. Publikum gegenüber keinerlei Sonnt. 3: Trudchens Sommerreise. Berantwortung. Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil berantw.: 2 Glede, Berlin. Drudu. Verlag; Vorwärts Buchdruderet u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW usto. Nr. 72. 29. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Dienstag, 26. März 1912. gewesen, dem Beschluß der Deputation nachzukommen, ein nach Berlin und suchte den Kaufmann auf, wurde jedoch nicht vorüber fassentechnisches Gutachten die finanzielle Lage ihrer gelassen. Daraufhin verschaffte sich das junge Mädchen einen Unterstügungstaffe einzureichen. Die Schlofferinnung verzögert Revolver und schoß sich in einer Droschte während der Fahrt durch Bierter Wahlfreis. Sechs öffentliche Versammlungen schwerde des Gesellenausschusses dieser Innung, die feit Oktober v. J. müde wurde in schwerverlettem Zustande nach dem KreiskrantenSechs öffentliche Versammlungen durch ihr Verhalten gegenüber der Gewerbebeputation, daß eine Be- die Ansbacher Straße eine Kugel in die rechte Schläfe. Die Lebens. finden heute abend 8%, Uhr in den Lokalen Südost, Waldemar- wegen des von der Innung eingerichteten Arbeitsnvchweises schwebt, haus Groß- Lichterfelde gebracht, wo sie jedoch bald nach ihrer Einstraße 75, Graumann, Naunynftr. 27, Comenius- Festsäle, heute noch unerledigt ist. Diese geradezu standalösen Zustände auf lieferung verstarb. Memeler Str. 67, Boeker, Weberstr. 17, Elysium, Landsberger dem Gebiete des Innungswesens in der Metropole des Reichs lassen Großes Aufsehen rief gestern der Sprung eines Selbstmorders Allee 40, und in der Löwenbrauerei, Frankfurter Allee 153/55, einen Schluß zu, wie jammervoll es erst draußen im Lande mit den von der Weidendammer Brücke in die Spree hervor. Der 24 jährige statt. Die Tagesordnung lautet in allen Versammlungen: Rechten der Gesellenausschüsse bestellt sein muß. Kellner Hermann Rindel, Bergstraße 20, stürzte sich vor den Augen ,, Was haben wir vom Reichstag zu erwarten?" Referenten Zur Einführung von generellen Bestimmungen für die Gewerbe- zahlreicher Baffanten von der Brüde in die Tiefe hinab. Er versind die Reichstagsabgeordneten: Büchner- Berlin, Haupt- deputation über ihr zukünftiges Verhalten bei Meiſter- und Innungs- schwand bald in den Fluten und wurde von einem Schuhmann, Magdeburg, Henke- Bremen, Hüttmann- Frankfurt a. M., Schmidt- jubiläen wurde zur Vorberatung eine Kommission eingefest. dem einige Schiffer zu Hilfe geeilt waren, trok Sträubens wieder Ueber einen Antrag des Detaillistenverbandes der Bekleidungs- aus dem Wasser geholt. Bei dem Lebensmüden brach nun plöblich Meißen, Zubeil- Bremen. Der Vorstand. industrie und verwandter Branchen, darauf hinzuwirken, daß Fabriken, industrielle Unternehmungen, Banken, Engrosbetriebe und derenie Tobsucht aus. Er schrie laut, schlug und biß um sich und raste wie ein Wahnsinniger umher. Dem Schuhmann, der ihn festhielt, Bureaus und Kontore am Sonnabend schon um 2 Uhr nachmittags biß der Tobende tief in die rechte Hand hinein. Nur mit schwerer geschlossen werden, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Die Mühe konnte der Rasende überwältigt und nach der nahen Klinik Antragsteller behaupteten zur Begründung dieses Antrages, die gebracht werden. jüngst neu geregelte Sonntagsruhe habe den Detailgeschäften Schaden Zwei schwere Automobilunfälle ereigneten sich in der Nacht zum gebracht und die Warenhäuser begünstigt. Die Gewerbedeputation war der Ansicht, daß zurzeit zu einer so tief einschneidenden Maßregel Sonntag in der Schönhauser Allee und am Belle- Alliance- Play. In fein Grund vorliege. Um den berechtigten Beschwerden der Schönhauser Allee wurde ein zwölfjähriger Knabe Walter nach Möglichkeit abzuhelfen, soll die Handwerkskammer ersucht werden, Schmidt von einer Automobildroschte überfahren und am Kopf ihrerseits dahin zu wirken, daß die Geschäftsinhaber an die Arbeiter schwer verletzt, so daß er bewußtlos auf dem Fahrdamm liegen die Löhne Freitags auszahlen sollen, wie dies jetzt in den Betrieben blieb. Er wurde zunächst nach der Unfallstation in der Gaudystraße ber Fall jei. Ein bürgerliches Mitglied der Deputation glaubte auch und von dort nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht, wo er aber dagegen fein zu müssen, weil die Arbeiter dann schon Freitags ihren noch im Laufe der Nacht verstarb, da er einen komplizirten SchädelLohn vertrinken und am Sonnabend nicht zur Arbeit tommen würden". bruch erlitten hatte. Am Belle- Alliance- Platz, nnmittelbar an der Unsere Genossen widersprachen dem ganz entschieden. Die Beschluß Einmündung der Friedrichstraße, fuhr eine Automobildroschke, die fassung über den Antrag des Vorstandes der Barbier, Friseur- und einer Frau ausweichen wollte, auf den Bürgersteig und zertrümmerte Perrüdenmacher- Innung, den für das Grundstück Ohmstraße 2 an die Schaufensterscheibe eines Gummiwarengeschäfts. Eine gerade aufammeinden Sicherheitsfonds, der zurzeit nicht die vorgeschriebene vorübergehende Arbeiterin Emma Schindler aus der LothringenHöhe hat, zu genehmigen, wurde auf sechs Monate vertagt. Durch Straße zu Weißensee wurde von dem Auto erfaßt und trug einen spätere bauliche Veränderungen ist die Bausumme um 13 000 m. ruch des rechten Oberarmes davon, so daß sie ins überschritten worden und soll diese erft abgetragen werden. Der Krankenhaus zu Weißensee gebracht werden mußte. Sicherheitsfonds soll 10 000 m. aufweisen, in Wirklichkeit sind nur 9100 M. vorhanden. Fünfter Kreis, Abteilung Ia. Am Dienstag, den 26. d. Mts., abends 8: Abteilungsversammlung in den„ Unionssälen", Greifs walderstr. 221/23. Da eine wichtige Tagesordnung, werden die Genoffen gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Die Abteilungsleitung. Neukölln. Heute abend 8% Uhr findet bei Bartsch, Hermannstraße 49, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Aufstellung der Kandidaten zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. 3. Anträge - Verschiedenes. Mitgliedsbuchh legitimiert. Der Vorstand. Friedenau. Die am Dienstag, den 19. März, ausgefallene Wahlvereinsversammlung findet heute Dienstag, den 26. Mära, abends 8 Uhr, bei Mechelle, Handjernstraße 60/61, statt. Der Vorstand. reiches Erscheinen erwartet Shmargendorf. Dienstag, den 26. März, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Bartels, Warnemünder Straße. ZahlDer Vorstand. Lankwitz. Mittwoch, den 27. März, abends 8 Uhr, bei H. Schulz, Mühlenstraße: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Demokratie in der Arbeiterbewegung." Referent: Genosse Dr. S. Rosenfeld. 2. Bericht von der Kreisgeneralveriamm lung und Groß- Berlin. 3. Maifeier. 4. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. 1. Ebenso zurückgestellt wurde ein Antrag der Handwerkskammer Berlin, ihr zu den bisherigen Mehrausgaben für Meisterkurse 5000 m. zu bewilligen. Auf die Angelegenheit soll vor Einbringung des nächst jährigen Etats zurüdgefommen werden. Jugendweihe. Steglit- Friedenau. Der Bildungsausschuß plant für die kommenden Monate folgende Veranstaltungen: Am Sonntag, den 21. April, abends 7 Uhr, Besuch der Treptower Sternwarte. Am Donnerstag, den 16. Mai( Himmelfahrt), und am Sonntag, den 14. Juli, und 15. September Familienausflüge. Der Bildungsausschuß ersucht die Genossen und Genofsinnen, sich die vorgesehenen Veranstaltungen zu notieren. Ferner bittet er die Vereinsvorstände, bei der Fest- Bu einer schönen Feier hatte auch diesmal die Freireligiöse fegung ihrer Beranstaltungen auf die genannten Tage Rüdsicht zu Gemeinde die schulentlassene Jugend ihrer Mitglieder geladen. nehmen. Mehr als 80 waren es, Knaben und Mädchen, die dem Rufe Folge Marienfelde. Mittwoch, den 27. März, abends 81%, Uhr: Mitgeleistet und festlich geschmückt, mit leuchtenden Augen und feier gliederversammlung im Lokal von Schuster, Stirchstraße. lidem Ernst sich im großen, der Bedeutung des Tages entsprechend Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Ludwig hergerichteten Saale des Hofiäger", Hasenheide, eingefunden Bempelburg über: Bürgerliche und sozialistische Bildungs hatten. bestrebungen. 2. Disfuffion. 2. Disfuffion. 8. Parteiangelegenheiten. Weihevolle Stimmung lag über den Anwesenden, als die große schiedenes. Gäste haben Zutritt. Orgel ergreifend schön die Feier einleitete. Nachdem Beethovens Grünau. Heute, Dienstagabend 8 Uhr: wichtige Flugjugendfrischen Stimmen ein, lenzesfroh und hoffnungsstart, daß Herrliche Musik verklungen war, sette der Kinderchor mit hellen, blattverbreitung. Donnerstag: Aubertbertei es trajtvoll, wie der junge Frühlingssturm dahinbrauste. Der Vorstand. Reinickendorf- Oft. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, hält Herr Morgenstern im Schüßenhaus", Residenzstr. 1-2, in dem vom Bildungsausschuß veranstalteten Vortragsabend einen Experimental bortrag über„ Die Schäße der Luft". Billetts hierzu sind bei den Bezirksführern zu haben. Wir ersuchen die Genossen und Genofsinnen, auch diese Veranstaltung durch guten Besuch zu unterstügen. Die Bezirisleitung. lung. 4. Ver Der Vorstand. Bezirk Waidmannsluft. Alle Genoffen, welche frei sind und folche, die sich frei machen können, werden dringend ersucht, sich am Mittwoch, den 27. März, nachmittags von 4 Uhr ab, in Hohen Mittwoch, den 27. März, nachmittags von 4 Uhr ab, in boens neuendorf( Station Stolpe), bei Stöhr, Nuhelandstraße, zu einer dringenden Parteiarbeit einzufinden. Auslagen werden vergütet. Die Bezirksleitung. Köpenid. Am Mittwoch, den 27. März, abends 8 Uhr, findet im Kaiserhof", Grünstraße, die Wahlvereinsversammlung statt. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Herzfeld. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Aus der Gewerbebeputation. Dann nahm Dr. Bruno Wille das Wort zu seiner Festrede, in der er sich in packenden und zündenden Worten sowohl an die Jugend selbst, als auch an die Eltern und Erwachsenen wandte. Anschließend hieran trugen ein Anabe und ein Mädchen recht nett ein Gedicht vor, worauf Dr. Wille mit einer furzen Ansprache hübsch ausgestattete Bücher als Festgeschenke unter die Schulentlassenen verteilte. Wieder setzte der Kinderchor ein, wieder intonierte die Orgel eine Beethovensche Komposition, dann war die stimmungsvolle Feier beendet. Für die zweite Hälfte der schulentlassenen Jugend findet die Feier am nächsten Sonntag in der Brauerei Friedrichs. hain" statt. 11 Ueber den Selbstmord eines zwölfjährigen Knaben in der Bellermannstraße, über den wir am Sonntag auf Grund einer Beitungstorrespondenz berichten, wird uns berichtigend mitgeteilt, daß für den Knaben nicht der geringste Grund zu diesem Schrift vorgelegen habe; insbesondere sei es nicht richtig, daß der Bater den Jungen zu strafen beabsichtigt habe und daß der Junge deshalb Angst hätte haben müssen. Nach Lage der Sache glauben die Eltern vielmehr, daß der Junge einen Scherz habe machen wollen, indem er sich an den Fensterriegel festknotete und dabei von seinem Standorte abrutschte. Die Tür zur Wohnung sei auch nicht verschlossen, sondern geöffnet gewesen. Wir nehmen von dieser Mitteilung gern Notis, da es uns vollkommen fern lag, den bedauernswerten Vater irgendwie eine Schuld an dem Unglüd auzuschieben. Bergiftet hat sich in der Nacht vom Sonntag zum Montag der Batient Scholz im Sanatorium in Beelis. Sch. hatte erst am Sonnabend in Beelitz Aufnahme gefunden. Als Grund wird unter den Patienten machte sich eine große Aufregung bemerkbar. Geistesstörung vermutet. Näheres wird die Untersuchung ergeben. Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 21. März, bormittags gegen 5,30 Uhr, wurde eine Zeitungsausträgerin am Michaelkirchplay, Gde Kaiser- Franz- Grenadierplab, beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem unbekannt gebliebenen Schlächterwagen überfahren. Sie wurde nach dem Krankenhaus Bethanien gebracht und ist dort an den erlittenen Verlegungen gestorben. Schlächterwagen war rot gestrichen und mit einem schwarzbraunen Pferde bespannt. Auf dem Wagen befanden sich eine Frau und der Kutscher. Etwaige Augenzeugen des Vorfalles werden gebeten, fich auf dem Polizeipräsidium, Zimmer 330, zu melden oder zu dem Aktenzeichen 1176 IV 40,12 Mitteilung zu machen, Ein gefährlicher Brand, bei dem ein Feuerwehrmann verunglückte, herrschte in der Nacht zum Sonntag in der Emdener Bum Spielplaselend. Ganz harmlos steht es mitten im Straße 44, Ede Wiclefstraße. Das Feuer hatte seinen Herd im Beitungsblatt:„ Der V. B. V. hatte durch Vermittelung des Jung- eller bes Borderhauses und führte eine ungewöhnlich starle RauchDeutschlandbundes beim Generalfommando das Gesuch eingereicht, entwicklung herbei. Bei Ankunft der Feuerwehr waren die Treppen auch den an Berlin angrenzenden Teil des rechtsseitigen Tempel des Vorderhauses schon vollständig verqualmt, so daß unter den hofer Feldes für seine Fußballspiele benußen zu dürfen, doch ist Mietern eine Banit auszubrechen drohte. Der Brandmeister ließ aber dies Gesuch jetzt abgelehnt worden, so daß ein großer Teil der sofort für Entlüftung sorgen und veranlaßte die Bewohner die Korridortüren geschlossen zu halten. Südvereine in furzer Zeit feinen Spielplaz mehr haben dürfte." des Vorderhauses, Also: nicht einmal dem Jungdeutschlandbunde, einem national und Die anfangs etwas aufgeregten Personen beruhigten fich auch Bald wieder. patriotisch gewiß einwandfreien Verein gelingt es, das dringendste denn des Die Ablöschung Brandes Um an den von einer Spielplatnot keine Rede sein könne. Spielplatbedürfnis zu decken. Herr Reide aber behauptet, daß war außerordentlich schwierig und zeitraubend. eigentlichen Brandherd zu gelangen, mußten von den Nohrführern alvei Sauerstofffchuhelme und ein Feuerschußanzug 2ubtowis in Benutzung genommen werden. Während der Löscharbeiten erkrankte der Feuermann 2u blow is so schwer unter der Einwirkung ber Raucheinatmung, daß er nach dem Krankenhause Moabit gebracht werden mußte. Die Ursache des Feuers ist nicht ermittelt. Außer dem wurde die Wehr in der Sonntagnacht noch nach der Andrea stirche und nach der Charité gerufen. Bei der Andreasfirche handelte es sich um blinden Lärm und in der Charité hatte fi Finder eines Notizbuches mit 47 Verbandsmarken wird gebeten, dasselbe an die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter berbandes abzugeben. Verloren Sonnabendabend am Köllnischen Part. Der Dberpräsident hat an die Gewerbedeputation die Anfrage gerichtet, ob es sich empfehle, die Verkaufsstunden von 2-6 Uhr nachmittags an den Sonntagen vor den hohen Festen wieder aufDie Große Berliner Straßenbahn wird mit Zustimmung der zuheben. Diese Verkaufsstunden waren bekanntlich vor Weihnachten städtischen Behörden ihre am Nordbahnhof en digenden Linien durch borigen Jahres auf das Betreiben des Detaillistenverbandes der die Schivelbeiner, Driesener und Nordkapstraße berlängern. Bekleidungsindustrie und verwandter Branchen trotz des lebhaften Der frühere Stadttämmerer von Berlin, Herr Maaß, ist im Alter Protestes der organisierten Handlungsgehilfen festgesetzt worden. von 70 Jahren gestorben. Maak ging im Jahre 1905 in Penfion; er In der letzten Sigung der Gewerbe deputation wurde über diesen war 18 Jahre Kämmerer der Stadt Berlin. Gegenstand verhandelt. Anstatt, wie es sicherlich richtig gewesen wäre, bem Oberpräsidenten in zustimmendem Sinne zu antworten, Der Steuerteufel fucht Groß und Klein heim. Uns wird eine beschloß fie eine Halbheit, nämlich die Berliner Handelstammer und Veranlagung zur Einkommensteuer vorgelegt, nach der ein zehn- mur Papier und Müll in einem Milataften entzündet. den Berliner Detaillistenverein zur Aeußerung aufzufordern. Man jähriger Schulfnabe Hans Sch. zu einer Jahressteuer von 6 M. darf sich wohl vorher flar fein, was dabei herauskommen wird, beranlagt worden ist. Wenn das so weiter geht, find die Säuglinge wenn diese Gutachten ohne Anhörung einer Bertretung der Handlungs. in der Wiege nicht mehr sicher, dem Staate ihren Tribut zu sollen. gehilfen zustande kommen. Eine von unserer Seite gemachte Anregung, auch die Gehilfenorganisationen zu befragen, wurde abgetan mit der Bemerkung, es wäre allgemein bekannt, daß die Handlungsaebilfen gegen die Festießung dieser Berlaufsstunden seien, es bedürfe daher keiner Befragung. In dieser Sigung wurde auch über das Berhalten einzelner Jnnungen zu ihrer Aufsichtsbehörde, der Gewerbedeputation, von dem betreffenden Referenten bewegliche Klage geführt. Aus feiner Rede flang beraus, daß man wirklich schon alles tue, um die Innungen zufriedenzustellen, und es llang beinahe wie eine Entschuldigung, daß man nicht mehr tun fönne. Wildgänse flogen in den Abendstunden der letzten Tage außer ordentlich zahlreich über das nördliche Berlin dahin. Die einzelnen Gruppen der ziemlich niedrig schwebenden Vögel streichen in der charakteristischen feilförmigen Anordnung; die aus den lang bor gestreckten Hälfen in furzen Zwischenräumen gestoßenen Schreie waren recht deutlich wahrnehmbar. Der Anflug der Wildgänse deutet altem Voltsglauben nach auf endgültigen Abschluß des Winters. Der Frühling hat sich demnach also diesmal ziemlich kalender programmäßig eingestellt. gab es in der Nacht zum Sonntag in der Potsdamer Straße, nahe Nächtliche Revolverfchießerei. Einen blutigen Straßenauftritt der Winterfeldtstraße. Vor dem Hause Potsdamer Straße 63 geriet dort der 37 Jahre alte Oberleutnant a. D. und Rentier Sans Gefterding aus der Friedrichstraße 9 zu Strausberg mit mehreren angetrunkenen Männern in einen Streit, der schließlich in Tatlich feiten überging. Im Verlauf des Grzesses zog Gesterding plöblich eine Browningpistole hervor und feuerte sie auf seine Gegner ab. Die Kugel drang dem Maurer Karl Duste aus der Kirchbach straße 2 in die rechte Seite des Unterkiefers. Oberleutnant a. D. aber nach der Feststellung seines Namens wieder freigelaffen. Der Gefterding wurde daraufhin von der Polizei festgenommen, später Maurer mußte nach der Charité gebracht werden. Dort Unter schwerem Verdacht wurde gestern früh der in Wilmers. Ganz besonders rabiat benahmen sich, nach den Bekundungen dorf, Berliner Straße 105, wohnhafte Bautechniker Karl Stahl des Magistratsvertreters, die neugegründete Bildhauer und verhaftet. Stahl ist verdächtig, seine ehemalige Braut, das 24 Stuffateurinnung, die Feilenbauer- und die Schlosserinnung. jährige Dienstmädchen Margarethe Rosenburg, erschossen au haben. Charakteristisch für den kleinlichen, reaktionären Geist, der im Wir berichteten am Sonnabend über die Auffindung der Leiche Ein Straßenbahnunfall ereignete fich am geftrigen Montag, Borstande der Bildhauer- und Stuffateurinnung herrscht, ist die Tat- des Mädchens in der Nähe des Bahnhofs Schmargendorf. Die mittag an der Ede der Markgrafen und Zimmerstraße. sache, daß dem Gesellenausschuß dieser Innung vom Borstande tein Annahme, daß Selbstmord vorliege, schien dadurch bestätigt, daß wollte der Mitfahrer eines Rollwagens, Willi Schröder, CharlottenStatut eingehändigt wurde. Der Gefellenausschuß führte Beschwerde neben der Leiche der Revolver gefunden wurde, und auch bei einem burg, Holtendorffstraße 1, mit einer Rifte den Damm überschreiten, bei der Gewerbebeputation. Die Deputation gab dem Gesellen- Rechtsanwalt ein Brief mit der Unterschrift des Mädchens einlief, als ein Motorwagen der Linie 17 herannahte. Infolge der schweren ausschuß recht, damit hatte dieser aber Die Ermittelungen Last vermochte Sch. die Schienen nicht schnell genug zu paffieren immer noch fein in dem dieses Selbstmordgedanken äußerte. Statut. Der Vorstand führte wiederum Beschwerde über der Polizei, die von Anfang an nicht recht an einen Selbstmord und wurde beshalb von dem Triebwagen erfaßt und zu Boden geden Entscheid der Gewerbe deputation bei dem Oberpräsidenten geglaubt hat, ergaben, daß dieser Brief gefälscht und ein Verwandter worfen, so daß er unter dem Vorderperron vor dem Schußrahmen Von der herbeigerufenen Feuerwehr wurde der und so verging Monat um Monat. Auch der Oberpräsident verfügte, unterhielt, wahrscheinlich der Absender sei. Die weiteren Nach. Berunglückte, der einen Bruch des linken Oberschenkels und eine des Mädchens, der oben erwähnte Stahl, der mit der M. Beziehungen zu liegen fam. daß der Gesellenausschuß ein Statut zu verlangen habe. Den neugebackenen Jnnungsmeistern, die sich sonst über die Unbotmäßig forschungen haben ergeben, daß Stahl die Rosenburg gezwungen Quetschung am Arm davongetragen hatte, nach dem Krankenhaus. feit" der Arbeiter nicht genug empören fönnen, paßte dieser Beschluß hat, ihm ihre gesamten Ersparnisse und ihren Lohn zu opfern. Westend übergeführt. Die umgebaute Schillingsbrüde wurde gestern auch in dem nicht in den Kram, fie gaben dem Gesellenausschuß noch immer kein Aus Furcht vor einer Anzeige hat er die N. wahrscheinlich in die Auf erneut erhobene Beschwerde des Gesellenausschusses menschenleere Gegend gelockt und sie dort vielleicht nach einem angebauten Fußgängerbrüdenteil dem Verkehr übergeben. Die nun endlich in den Befig eines Statuts au fommen, trat ber Streiferschossen. Der Verhaftete bestreitet, sich schuldig gemacht alte Brüde hat schon viele Wandlungen burchgemacht. Aus einer alten Holzbrüde ist 1870/74 eine massive entstanden, die dann Dezernent mit dem Innungsvorstand erneut in Verbindung und er- zu haben. später erweitert und jetzt verbreitert wurde. Statut. hielt darauf vom Schriftführer der Bildhauer- und Stuftateur- Eine Enttäuschte. In einer Droschte hat am gestrigen Montag Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. innung ein so charakteristisches Schreiben, daß sich die Deputation vormittag das 19jährige Fräulein Rosalie Wiehn, bie Tochter eines mit der Frage beschäftigte, gegen diesen Schriftführer" eventuell Straßburger Kaufmanns, ihrem Leben ein Ende gemacht. Die Strafantrag zu stellen. Von unserer Seite wurde dann auch darauf junge Dame, die einer angesehenen Familie entstammt, war mit hingewiesen, daß die Bildhauer- und Stuffateurinnung sich mehr als einem in der Ansbacher Straße wohnenden Kaufmann verlobt. Rampforganisation gegen die Gehilfen fühle als ihre gesegliche Ver- Der junge Mann hatte jedoch vor kurzem seiner Braut den Borpflichtungen zu erfüllen und ein gebeihliches Verhältnis zwischen schlag gemacht, die Verlobung aufzuheben, da er eine Auslandsreife Zum Stadtverordneten gewählt wurbe an Stelle bes von seinem Meistern und Gesellen herzustellen". Die Feilenhauerinnung antreten müfie, die ihn mehrere Jahre von Berlin fernhalten würde. Amte zurüdgetretenen Brofeffor Dr. Liszt der Fabrikbefizer Jacques ist trop wiederholter Aufforderung bisher nicht zu bewegen Auf diese Nachricht fuhr äulein W. ohne Wissen ihrer Eltern Perl. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Neukölln( Nixdorf). Ein Beim Spielen ins Wasser gefallen und ertrunken ist am Montag 1 daß ein Vertrag von so weittragender Bebeutung, ber unter anderem| Hermsdorf i. M. nachmittag die in der Havelstraße 9 wohnhafte sechsjährige Frieda die Straßen der Gemeinde einer Privatgesellschaft zum ausschließDer diesjährige Etat schließt mit einer Einnahme und einer AusBraun. Die Kleine hatte am Charlottenburger Ufer gespielt. Hierlichen Monopol bis zum Jahre 1949 ausliefert, so fast ohne jebe gabe von 500 840 M. ab. Die Ausgaben für die Gemeinde betragen bei fiel ihr die Schippe ins Wasser. Sie wollte dieselbe noch Vorberatung noch eine Woche vor Inkrafttreten des Zweckverbandes unter anderem für die Gemeindeverwaltung 48 473 M., für Polizei greifen, stürzte aber nun selbst in das nasse Element und ertrant. für Groß- Berlin hinter verschlossenen Türen zum Abschluß ge- und Standesamt 17 336 M., für die Armenverwaltung 12 880 M., Erst gegen Übend konnte die Leiche des verunglückten Mädchens ge- bracht werden soll. Auf den Proteſt unserer Genossen wurde be- für Straßenbeleuchtung 14 720 M., für Straßenreinigung 8650 M., schloffen, die definitive Beschlußfassung des Vertrages am Mitt- für die Volksschule 72 862 M., höhere Schulen 34 653 M. borgen werden. woch, den 27. März, in einer besonderen hierzu einberufenen GeSchüler der höheren Schule toftet pro Jahr der Gemeinde etwa Wilmersdorf- Halenfee. meindevertretersizung vorzunehmen. 200 M., ein Schüler der Volksschule 80 M. Bei dem Etat des 31/2 Jahre bestehenden Gemeindegaswerks ist ein Ueberschuß von 40 000 m., bei dem vor zwei Jahren in Betrieb gesezten Gemeindewasserwert ein solcher von 5000 M. eingefeßt. Die voraussichtlichen Ueberschüsse dürften jedoch erheblich höher sein. Der Kommunalsteuerzuschlag bleibt 100 Proz. Genosse Sohrauer bemängelte die Straßenunserer Genossen, die Steuerbeträge bis zu 900 M. Einkommen nicht zu erheben, wurde dem Gemeindevorsteher zur Berücksichtigung überwiesen, ebenso ein Antrag unserer Genossen, den Retortenarbeitern der Gasanstalt statt alle 14 Tage jebe Woche einen Ruhetag zu bemit herabsetzenden Worten der Säuglingspflege gedacht; jetzt ist er einer der Befürworter der Petition. Diese fand grundsätzlich Sehr helle ist unsere firchliche Gemeindevertretung gerade nicht. tilligen, ohne daß den Arbeitern hierbei ein Lohnverlust entsteht. Annahme; doch erklärte die Stadtverordnetenversammlung sich gegen Aus Anlaß des 50jährigen Amtsjubiläums des Pfarrers Luge wurden Dagegen wurde auf Antrag unserer Genossen beschlossen, 300 m. für Entsendung armer, lungenkranker Kinder nach Erholungsstätten bas Berlangen des Vereins, den Magistrat auf ein Grundstüd in demselben 1000 M. überreicht, die gesammelt waren zur Einrichtung in den Etat einzustellen, außerdem 60 M. für bedürftige Schulder Düffeldorfer Straße festzulegen. Auch stimmte fie dem Stadtrat einer elektrischen Lichtanlage in der alten Dorfkirche. Als nun ge- finder zur Abgabe warmer Milch und Brötchen, und 140 M. zur Steinborn darin bei, daß es schon der Ansteckungsgefahr legentlich in einer Sigung der Kirchenvertreter der Pfarrer auf die wegen bedenklich sei, das Säuglingsheim in einem Privathause Bestimmung des Geldes hinwies, lehnten die erleuchteten Herren das Anschaffung von Schuhen und Kleidungsstücken für bedürftige Schulunterzubringen. Anfinnen ab. Ob die Kirchenvertreter der Meinung sind, daß es in finder vorgesehen. Diese Unterstüßungen gelten nicht als Armenunterstützung. Zu Beginn der Sizung gab der Gemeindevorsteher der Kirche dunkel bleiben soll, konnte allerdings nicht in Erfahrung folgende Erklärung ab:„ Es ist ein Gerücht verbreitet worden, in Schöneberg. gebracht werden. Der bereits einem Installationsbureau übergebene bent behauptet wird, er hätte die Gemeindebeamten wie auch die Auftrag mußte wieder zurüdgezogen werden. Ein städtisches Säuglingsheim. Es scheint, daß Wilmersdorf in absehbarer Zeit zu einem städtischen Säuglingsheim fommen wird. Eine Petition des Nordvereins, die die Stadtverordnetenversamm- Am hiesigen Fröbelinstitut ist eine Freistelle errichtet worden. lung in ihrer legten Sigung erörterte, verlangte, daß mit der Er- Junge Mädchen, die sich dem Erziehungsfache zuwenden möchten, richtung einer solchen Anstalt Ernst gemacht werde. Welche Gründe können sich vormittags von 9-1 Uhr in der Anstalt, Weserstr. 48, den Verein insbesondere zur Einreichung einer solchen Petition vermelden. Das Institut bildet Kinderfräulein nach Fröbelscher reinigung und ersuchte um Erweiterung derselben. Ein Antrag anlaßten, wissen wir nicht; immerhin verdient aber der Wandel Erziehungsmethode aus und vermittelt nach beendigter Lehrzeit gute in den Anschauungen eines der Wortführer des Vereins mit Stellungen. Genugtuung vermerkt zu werden. Der tonservative Stadtverordnete Dröse hatte nämlich vor Jahresfrist noch Weißenfee. Das Auswärtswohnen der Beamten und Lehrer, namentlich in der Gemeinde Friedenau, soll wesentlich eingeschränkt werden. Bisher war es den Beamten und Lehrern gestattet, ohne weiteres in Friedenau Wohnung zu nehmen, während das Wohnen in jedem anderen auswärtigen Orte von der Erlaubnis abhängig gemacht wurde. So lange man Friedenau für Schöne berg zu gewinnen hoffte, genoß der Nachbarort eine Ausnahme stellung. In Zukunft soll den Beamten und Lehrern das Wohnen in Friedenau nur noch mit besonderer Genehmigung gestattet sein. Die Zahl der in Schöneberg wohnenden auswärtigen Beamten und Lehrer und sonstigen Bediensteten betrug im vergangenen Jahre ungefähr 20, während über 113 Schöneberger Beamte in Friedenau wohnten. Bis zum 1. Oftober, 1913 ist es den Betreffenden gestattet, die Wohnung beizubehallen. Diese Maßnahme bedeutet einmal eine Beschränkung der persönlichen Freiheit der Beamten und zum andern eine Verbeugung gegenüber den Hausbesitzern. Selbstmord eines Obersten. In einem Anfalle geistiger Umnachtung hat sich Sonntagnachmittag der in der Vorbergstraße 14 wohnende Oberst z. D. Luz das Leben genommen. 2., der im wohnende Oberst z. D. Luz das Leben genommen. 2., der im 57. Lebensjahre stand, litt seit einigen Jahren an hochgradiger Ners bosität. Als am Sonntagnachmittag die Haushälterin sich auf wenige Minuten entfernt hatte, jagte fich 2. vor dem Spiegel stehend eine Revolverfugel in die rechte Schläfe. Ein von der nahen Unfallstation herbeigerufener Arzt fonnte nur noch den Tod feststellen. Treptow- Baumschulenweg. Adlershof. Gemeindeschullehrer veranlaßt, bei der Gemeindewahl für die dritte Klasse sich der Stimme zu enthalten, um so der Sozialdemokratie den Sieg zu sichern. Er erklärt diese Behauptung als böswillige Verleumdung, die den gwed haben soll, ihn bei der vorgesetzten Behörde zu denunzieren. Er habe weder schriftlich noch mündlich, noch in irgendeiner anderen Form weder auf die Beamten, noch auf Lehrer Einfluß ausgeübt. Bernau. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde vom Ge noffen Helbig als Vorsitzenden der Etats- und Rechnungsprüfungsfommission Bericht über die Kämmereitassenrechnung pro 1910 erstattet. Die Einnahme betrug 848 634,34 W., der eine Ausgabe von 826 781,94 m. gegenübersteht. Genosse Helbig gab bekannt, daß von der Kommission verlangt werde, in Zukunft alle Rechnungen nach den verschiedenen städtischen Einrichtungen getrennt zu führen, dem entsprach die Versammlung. Die Magistratsvorlage betreffend die Anpflanzung und Anlage am Wasserturm fand einstimmige Annahme, auch soll für die ersten Jahre zum Schuze der Anlagen ein Drahtzaun aufgestellt werden. Desgleichen wurde der Magistrats vorlage betreffend die Pflasterung vom weißen Wegweiser an der Wandlizer Chauffee bis nach dem Liepnisrestaurant zugestimmt. In nichtöffentlicher Sigung fand eine Besprechung wegen Gewährung einer Suvention für die Lanzenbergersche Badeanstalt statt. Heinersdorf. In der letzten Gemeindevertreteritung wurde der Etat für 1912 endgültig nuter Dach und Fach gebracht. Von der kriegerischen Stimmung der vorigen Sißung war nichts mehr zu merken. Der an den Ausschuß zurücverwiesen gewesene Abschnitt VII, Gemeindeverwaltung, wurde mit der Aenderung des Ausschusses, 1500 M. weniger einzustellen, debattelos angenommen. Der Steuerzuschlag wurde wie im Vorjahre wieder auf 150 Proz. festgesetzt. Die Grundsteuer beträgt für bebaute Grundstücke 4 Proz., für unbebaute 5,2 Proz. des steuerpflichtigen Gesamtwertes der Baulichfeiten und Liegenschaften. Die Gemeindegewerbesteuer ist für die erste und zweite Masse aweite Stlaffe auf 250 Broz., für die dritte und vierte Klasse auf 175 Broz. der Staatsgewerbesteuer festgesetzt worden. Der Gesamtetat balanciert mit 797 565 M. An Stelle der aus der Armentommission durch Verzug aus geschiedenen Genoffin Horlih wurde die Genoffin Kronewald, Hoffmannstr. 17, gewählt. Den Zuschlag für die Gestellung von Gespannen für die Straßenreinigung und besprengung erhielt der Fuhrherr Fike. Die Arbeiten zur Herstellung der Haus anschlüsse an die Regen- und Schmutzwasserleitung wurden für das Jahr 1912 der Firma Mag Müller übertragen. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde die Ortssagung über die Natural und Quartierleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden von der Gemeindevertretung angenommen. Ferner wurde beschlossen, Flurabschlüsse zwischen dem ersten und zweiten Erweiterungsneubau der 2. Gemeindeschule herzustellen. Zwei Freischüler der hiesigen höheren Schule haben alle klassen bis zur Quarta absolviert. Da höhere Klassen zurzeit in Adlershof nicht vorhanden sind, wurde beschlossen, das Schulgeld für diese beiden Schüler am Gymnasium in Köpenick widerruflich zu zahlen; für eventuell noch später eintretende Fälle sollen neue Beschlüsse ge= fagt werden. Eine lebhafte Debatte entspann sich bei dem Punkt Bau einer Turnhalle". Der Sprecher der ersten Abteilung Recht unliebfame Erfahrungen machte ein reicher Amerikaner, plädierte dafür, daß die Gemeinde- Turnhalle auf dem Schul- der in der Residenzstadt Potsdam unter Führung einer Berlinerin grundstück in der Selchowstraße gebaut werden soll. Die Vertreter die Sehenswürdigkeiten der Stadt per Automobil befichtigen wollte. der zweiten und dritten Abteilung bekämpften diesen Vorschlag Daß er sich dabei auch als Amateurphotograph betätigte, sollte ihm und schlugen ein Grundstück in der Hackenbergstraße, vor dem Zu- zum Verhängnis werden. Eine in der Nähe der Artilleriekaserne fluchtshause, vor. Nachdem der Gemeindebaumeister P. die Pläne übende Abteilung beim Geschüßererzieren hatte sein besonderes und Entwürfe erläutert hatte, wurde einstimmig beschlossen, die Interesse erregt und ihn zu einer photographischen Aufnahme berTurnhalle in der Hackenbergstraße zu bauen. Von unseren Ge- anlaßt. Der leitende Offizier hielt den Photographen für einen nossen wurde nochmals darauf hingewiesen, daß der Plan, mit Spion(), dem es um Erlangung militärischer Geheimnisse zu tun der Turnhalle gleichzeitig die Badeanstalt zu bauen, aus Raum- fei. Er veranlaßte die Beschlagnahme der Platten und die Festmangel sich nicht verwirklichen läßt; damit ist der Bau der Bade- stellung der Personalien des Amerikaners und seiner Begleiterin. mit anstalt von uns aber nicht aufgegeben; zur gegebenen Zeit sollen Sie wurden bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei dem neue Vorschläge von denselben gemacht werden, sie erwarten als- Amerikaner dürfte jedes Interesse für preußischen Kommiß ein- für dann, daß die bürgerlichen Herren das bereits vor Jahren ge- allemal geschwunden sein. gebene Versprechen, nur eine gute Badeanstalt bauen zu wollen, einlösen werden. Ein großer Brand, bei dem leider vier Feuerwehrleute schiver verletzt wurden, kam gestern abend gegen 6 Uhr in der Kiefholzstraße 19/20 in Treptow zum Ausbruch. Auf dem Grundstück befindet sich in einem noch neuen Fabritgebäude die Berliner Pumpen fabrik Aktiengesellschaft von May Brandenburg. Das Feuer entstand in den Kellereien dieses Fabrikgebäudes und wurde erst bemerkt, als die hellen Flammen durch die Kellerfenster auf den Hof hinausschlugen. Die Treptower Feuerwehr, die bald zur Stelle war, griff den Brand mit drei Schlauchleitungen an. Da dem Oberführer mitgeteilt wurde, in dem Keller liege nur ein Faß Del, so ließ er die Mannschaften in den Keller vordringen. Zum großen Schrecken erfolgte dann plöglich eine heftige Detonation. In dem Keller war ein größeres Quantum Benzin zur Erplosion gekommen. at Bier Feuerwehrleute, die im Vordertreffen waren, tamen gleich darauf aus dem Keller gestürzt und waren im Gesicht und an den Händen schwer verbrannt. Sie wurden auf der Brandstelle sofort berbunden und mit einer Droschke nach dem Krankenhaus Bethanien gebraucht. Da weiteren Explosionen zu rechnen war, ließ der Oberführer nunmehr auch die Berliner Feuerwehr zu Hilfe rufen. In furzer Zeit erschien dann auch der 8. Berliner Löschzug aus der Reichenberger Straße auf der Brandstelle. Die Berliner Feuerwehr griff unverzüglich mit ein und brachte das Feuer nach halbstündigem Wassergeben zum Stehen. Der Keller ist größtenteils ausgebrannt. Die Aufräumungsarbeiten, die von der Treptower Feuerwehr ausgeführt wurden, zogen fich bis in die späten Abendstunden hin. Die Ursache des Feuers ist nicht ermittelt. Boxhagen Rummelsburg. etwa 200.000 M. " In der letzten Gemeindevertretersizung wurde beschlossen, für den Erwerb eines Grundstückes zur Errichtung eines Straßenbahnbepots 66 000 m. von der Niederbarnimer Kreissparkasse aufzu nehmen. Dem Antrage auf Abänderung des Drtsstatuts, die Zahl der Schöffen von 2 auf 3 und die der Gemeindevertreter von 9 auf 12 zu erhöhen, wurde zugestimmt. Potsdam. Lefe und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Sizung: P Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2tubentrate 69, born bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, Die Wahl der Gemeindevertreter der 3. Abteilung hat gezeigt, Heute Dienstag, den 26. März, 9 Uhr, bei Eichhorn, Danziger Str. 93/94. daß es in Zukunft nicht mehr möglich ist, dieselbe in einem Wahllokal vornehmen zu können. Von den zirka 1400 eingeschriebenen Wählern übten 697 das Wahlrecht aus. Mehr als 100 Wähler wurden gezählt, welche, da der Andrang ein zu großer wurde, davonliefen, ohne ihre Stimme abzugeben. Den Verhältnissen Die Fortsetzung der Etatsberatung am letzten Freitag in der entsprechend müssen in Zukunft wenigstens zwei Wahllokale er- bon 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeber für den Brieflaften bestimmten Anfrage Gemeindevertretersizung gab beim Kapitel„ Schulverwaltung" noch richtet werden. Die Wahl der 2. Abteilung trug ein ganz anderes ist ein Buchstabe und eine Sahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort zu regen Auseinandersetzungen Veranlassung. Nach dem Voran- Gepräge; hier beherrschen die„ Papierstimmen" die Wahl. Persön- wird nicht erteilt. Anfragen, benen keine Abonnementsquittung beigefügt tt, schlag erfordert jeder einheimische Schüler des Jahn- Gymnasiums liche Freundschaft, Liebedienerei und ähnliche gute Eigenschaften werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in ber Sprechstunde vor. 2. 100. Derartiges Stift nicht bekannt. Vielleicht können Sie hier. wie jede einheimische Schülerin der höheren Mädchenschule von der verhalfen einzelne Wähler" bis zu 40 Stimmen oder gar noch Gemeinde einen jährlichen Zuschuß von 175 M., wohingegen ein mehr. Daß bei solchen Verhältnissen nicht von einer Wahl, auch über Näheres erfahren im Bureau der Zentrale für private Fürsorge", R. J. 38. Auskunft darüber erhalten Sie Volksschüler der Gemeinde nur 97 W. tostet. Im ganzen erfordern in der 2. Abteilung, gesprochen werden kann, ist selbstverständlich. beim Transportarbeiterverband, Engelufer 15. W. 35, Flottwellstr. 4. C. 27. 1. Beim Vordie höheren Schulen einen Gemeindezuschuß pro Jahr von Waren doch mindestens ein Dußend Forensen doppelt ausgestellt, fizenden Genossen Wurm, Berlin W., Gleditschstr. 30. 2. u. 3. Müssen d. H. es hatten Konservative sowohl wie auch Freisinnige die Voll- nicht, aber fönnen diesem Verein angehören. 2. G. 24. In jeder Bei der Kommissionsberatung war von unseren Vertretern be- macht erhalten, und die Aussteller selbst fümmerten sich den größeren Leihbibliothet, deren Adressen im Adreßbuch zu finden sind. antragt und dementsprechend auch von der Etatskommission be- Teufel darum, wer nun in ihrem Namen das Wahlrecht ausübte parfam 32. 1., 3. u. 4. Ausfunft über Anlegung von Gelbern müssen schlossen worden, daß für Neueinführung von Haushaltunterricht in oder wer gewählt wurde. Bei der Wahl selbst wurde von den wir ablehnen. 2. Für gewöhnlich nicht. H. B. 18. Benden Sie sich den oberen Mädchenflaffen 3000 m., und für Erweiterung des Forenseninhabern ein geradezu widerliches Spiel mit diesen an die Zentralfommission der Strantentassen, Alexanderftr. 39/40 II. Handfertigkeitsunterrichts zur Anschaffung von Nähmaschinen Stimmen getrieben. Diese Wahl der 2. Abteilung hat auch in E. M. 333. 1. Nein. 2. Wenn dieselben die Genehmigung ihrer vorSommer 1912. 1. u. 2. Rein. 8. Ja. 1000 m. bewilligt werden. Da der Lichtenberger Magistrat Ein- Adlershof allen im Wahllokal Anwesenden die Schmach des Drei- gesezten Behörde erhalten, ja. wendungen gegen die Einstellung dieser Mittel erhoben hatte, klassenwahlunrechts wieder einmal deutlich vor Augen geführt. wandten sich in der nächsten Kommissionssizung nunmehr auch einige bürgerliche Vertreter gegen die Bewilligung dieser Beiträge angeblich, um den Lichtenberger Magistrat nicht gar zu sehr zu reizen!! Die Gemeindevertretung bewilligte aber trotzdem einwenn auch mütig die eingefeßten Summen. Ebenso einmütig erst nach langem Für und Wider wurde dem Antrage unseres Genossen John auf Einführung der Zahnpflege in den Volksschulen unter gleichzeitiger Bewilligung von 1500 M. für diesen Zweck, zugestimmt. " Herzfelde. Stationen Barometer Witterungsübersicht vom 25. März 1912. Stand mm Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich in der Nacht zum Sonnabend gegen 3 Uhr zugetragen. Der Eigentümer Wilhelm Gries bon hier hatte für eine hiesige Ziegelei mit seinem Fuhrwert eine Ladung Ziegelsteine nach Berlin zu transportieren. Kurz vor Mahlsdorf stürzte er plötzlich von seinem Wagen und kam dabei vor dessen Räder zu liegen. Er wurde von seinem eigenen Gespann übers Swinemde. 76223 fahren und vollständig zermalmt. Der Tod trat auf der Stelle ein. Hamburg 763 Trebbin( Kreis Teltow). Wind Bunj Windstärke Better 1wolfig 2Nebel 1 bededt 2Regen Zemp. n. T. 5° C. 4° R. Il Stationen Barometer Wind 6 Haparanda 756 23 5 Betersburg 762 7 Scilly 762 55 9 Aberdeen 754 767 Bunstpa Windstärke Wetter 2Schnee 1 Mebel Temp. n. 360 D0913142 Berlin 763 4Dunſt 11 Frankf.a.M. 765 523 1 heiter München 7685 4 bededt 7 Paris 2bededt 12 Bien 764 N 3 Regen Wetterprognose für Dienstag, den 26. März 1912. Bunächst zeitweise heiter, nachts etwas fühler, am Tage sehr mild bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden; nachher neue Trübung und leichte Berliner Wetterbureau. Die Anfrage unserer Vertreter, ob der Freien Turnerschaft" nach dem 1. April die Benutzung der Turnhallen nun wieder ge= stattet wird, beantwortete Bürgermeister Dr. Hahn dahin, daß er den einstimmigen Beschluß der Gemeindevertretung, nach welchem In der Stadtverordnetensisung wurde der Wasserwerksetat, der Freien Turnerschaft" nach wie vor die Benutzung der Turn- welcher in Einnahme und Ausgabe mit 13 500 m. balanciert, einhallen gestattet sein soll, dem Landrat ohne jede Beanstandung stimmig angenommen. Die Wassermesserprüfungsstation soll errichtet feinerseits übermittelt habe; der Landrat habe darauf mitgeteilt, und die Kosten hierfür in Höhe von 425 M. aus dem Wasserwerfsdaß das Verfügungsrecht über die Rummelsburger Turnhallen nur etat gedeckt werden. In der Klagesache Schreiber und Genossen Regenfälle. allein der Provinzialschulbehörde zustehe und demzufolge auch ein wurde der Vergleichsvorschlag des Gerichts angenommen, hiernach Beschluß, wie ihn die Gemeindevertretung gefaßt habe, für die übernimmt die Stadt die Gerichtskosten und zahlt den Klägern 50 M. Regierung gar nicht in Betracht kommt. Er( Dr. Hahn) als Ge- zu ihren Anwaltlosten. Sodann wurde das Hammergeld der Forst der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. meindevorsteher habe daher überhaupt nichts zu beanstanden ge- fommission einstimmig von 3 auf 6 M. erhöht. Die Holzauktion habt, sondern sich nur allein an die Verfügung der Regierung, nach vom 4. März erzielte den Betrag von 2066,40 m. welcher der Freien Turnerschaft" die Benutzung der bisher inneWafferstands- Nachrichten am feit am feit cm 24. 3. 23. 3. cm¹) 362 14 230<-14 207+4 +4 0 Frankfurt 144 4 155 Wafferstand Saale, Grochlik Havel, Spandau 2) Rathenow 2) Spree, Spremberg) Beesiom 24. 3. 23. 3. cm cm³) 108 -2 72 -10 72 106 -3 Befer, Münden 216 7 76 -2 Minden 288 Landsberg Bordamm 84 Rhein, Marimiliansau 374 +4 54 Kaub 203 " 36 Köln 293 -87 Nedar, Heilbronn 75 176 -3 Main, Wertheim 144 -2 Mosel, Trier 242 +14 Krossen Barthe, Schrimm Neze, Wasserstand gehabten Turnhallen zu entziehen ist, zu halten. Nachdem unsere Deutsch- Wusterhausen. Memel, Tilfit Bertreter dieses rigorose, jeder Gerechtigkeit hohnsprechende VorDer Voranschlag für das Rechnungsjahr 1912 Tag der letzten Bregel, Insterburg gehen der Regierung, das die Bürgerschaft in zwei ungleich bewertete Klassen teilt, gebührend gekennzeichnet hatten, wurde die Gemeindevertretersizung vor; er schließt in Einnahme und Ausgabe ei fel, Thorn Dder, Natibor Vertretung sich dahin einig, die ganze Angelegenheit in einer mit 10 700,00 M. Die Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen: anderen Sigung als besonderen Punkt nochmals zu behandeln. Gemeindesteuern: a) dirette 8305 m., b) indirekte 530 M.; ErIn geheimer Sizung sollte hierauf einem Vertrage zwischen gänzungszuschnuß für die Voltsschule 1600 W. Ausgaben: Gemeinde der Gemeinde Borhagen- Rummelsburg einerseits und der Gesell- verwaltung 1932,56 M.; Amts- und Standesamtsverwaltung 350 M.; schaft für den Bau von Untergrundbahnen zu Berlin( Berliner Wegebau und Beleuchtung 145 M.; Unterhaltung der Volksschule Oftbahn) andererseits die definitive Zustimmung erteilt werden, 3800 M.; Verzinsung und Tilgung der Gemeindeschulden 1209,35 M.; wodurch die Berliner Ostbahn die Genehmigung zu dem Bau und Armenlasten 1200 M.; Kreissteuer 1000 M.; insgemein und zur AbBetrieb einer elektrischen Straßenbahn vom Markgrafendamm durch rundung 983,09 M. Zur Deckung werden erhoben: Buschläge zur die Hauptraße bis zur Gemeindegrenze von Ober- Schöneweide Einkommensteuer 260 Broz.; Grund- und Gebäudefteuer 390 Proz.; schält. Unsere Genossen wandten sich mit Entschiedenheit dagegen, Gewerbesteuerklasse IV 390 Proz.; Betriebssteuer 100 Proz. 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