Ar. 73. Nbonnements-KecklWWN: WonnenientS- Preis UtänumetonSai Biertcijährl. 3,30 Mk,, mouatL 1,10 Mk, wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne t'wnuner 5 Psg. EonniagS« niunmet mit illuslrierler Sonnlags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfq, Post- Abonnement: l.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. PrelSliste, Unter Kreuzband iür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat, PoftabonnemenIS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis. 29. Jal/rg. VlchM I liglich auQer montags. Berliner Vollcsblnlk. Sie TnfertionS'Gcbifyr Beträgt für die sechsgespaltene Kolone?« Zeile oder deren Raum 00 Pfg,. für politische und gewerkschaftliche Lerem Z< und Lersanimlungs-Anzeigen 30 Psg. „Kleine Hnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafftellenan« zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IZBuch. itaben zählen für zwei Worte. Inserats für die nächste Nummer müfsen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition pdgegeben werden. Die Exvedition iil bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegrainm-Adresse: „Sozialdemokrat Berlin". Zcntralorgan der fozialdemokrati fehen Partei Deutfchlatids. Rcdahtion; 8M. 68, Lüidcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Mittwoch, den A7. März 1912. Sxpedttton: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Ccddy kandidiert wieder. New Jork, Mitte März.(Eig. Ber.) Theodore Roosevelt, der politische Bornum, wird sich dieses Jahr um die republikanische Präsidentschaftskandidatur und damit im Widerspruch mit dem Herkommen um den dritten Amtstermin als Präsident der Vereinigten Staaten beiverben. In verschiedenen Versammlungen entwickelte er in der letzten Zeit sein Programm. Er sprach sich für die Initiative, das Referendum, die Abberufung der Beamten einschließlich der Nichter durch daß Volk und das Recht der Wähler aus. als höhere Instanz über die Urteile zu entscheiden, in welchen die obersten staatlichen Gerichtshöfe Gesetze für verfassungs- widrig und daher ungültig erklärten. Wie nian sieht, für einen bürgerlichen Politiker ein fortschrittliches Programm! Nun aber die Kehrseite l Die Befugnis des Oberbundes- gcrichts, des höchsten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, dieser gefährlichsten Zwingburg jeglicher Reaktion, will Roosevelt ganz unangetastet lassen, die Absetzung der Richter durch die Wähler nur unter gewissen dehnbaren Bedingungen, mit anderen Worten: niemals eingeführt wissen. Während rr für die Trusts eine Lanze bricht, hat„Teddy" für die Arbeiterschaft nur die allgemeine und nichtssagende Redensart übrig:„Wir hatten bisher nur die Erwerbung von Reichtümern im Auge, künftig müssen wir uns auch um die Verteilung desselben kümmern". Das beweist für sich allein schon, daß der von Roosevelt zur Schau getragene Radikalismus nur eine Maske ist. Alle wirkungsvollen Schlagwörter der sogenannten Progressiven hat Roosevelt, zweifellos ein guter Kenner der amerikanischen Volkspsyche, in sein„Programm" auf- genon:men. Den ökonomischen Bedürfnissen des Proletariats stehen aber die Demokraten Wilson und Vryan, die Republikaner La Folettc, Cummins, Mc Murdock, Garfield und Pinchot wie der Allerweltsharlekin Hearst ohne Ver- ständnis gegenüber. Von ihnen konnte Roosevelt keine sozial- politischen Federn borgen. Und vermöchte er es. so wäre es noch fraglich, ob sein blinder Haß gegen den vierten Stand nicht stärker wäre als sein streberhafter Ehrgeiz. Wäre dem nicht so, könnte er ja schließlich bei den Sozialisten eine Anleihe machen. Rücksichten auf die mächtige Hochfinanz würden ihm einen Kotau vor der Arbeiterschaft nicht verwehren: Wall Street kennt seine Freunde auch unter der Maske. Fast acht Jahre lang, seit seiner 1904 erfolgten Wieder- lvahl, beteuerte Teddy in Wort und Schrift immer lvieder, er werde sich nicht zum drittenmal um das Amt dcS Präsidenten bewerben. Doch am 17. Februar d. I. schrieb der„Outlook", zu dessen Redaktionsstab der frühere Präsident gehört:„Roose- vclts Erklärungen bezogen sich selbstverständlich nur auf drei unnüttelbar aufeinanderfolgende Amtsperioden". Roosevelt blieb so lange„Nichtkandidat", als er nur ge- ringe Aussichten hatte, die republikanische Nomination zu er- langen. Hat sich die Lage in dieser Hinsicht nunmehr ge- ändert? Tie Delegaten, welche von den Südstaatcn nach der republikanischen Nationalkonvention geschickt werden, sind mit Ausnahme derjenigen von Texas bedingungslos für die Wiederaufstellung des gegenwärtigen Präsidenten Taft. Sie rekrutieren sich eben aus jederzeit absetzbaren Bundes- beamten, welche ihre Stellung nicht riskieren wollen. Auch in den übrigen Staaten hat der jeweilige Präsident oder der von ihm begünstigte Kandidat infolge des Einflusses der „Bundespatronage" an und für sich die besseren Aussichten. Aber Taft hat während seiner Amtszeit zu offen die Partei des Großkapitals ergriffen, die Kunst, aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen, ist ihm nicht recht geläufig. Und doch hat er es mit der Hochfinanz verdorben. Als steifleinener, bureaukratischer Jurist ließ er auf Grund des nach Sherman benannten Anti-Trust-Gesetzes eine Reihe von Klagen gegen Monopol-Korporationen betreiben. Geschadet haben die Urteile zwar der Standard Oil Co.. der American Tobacco Co. usw. nicht, aber Rockefeller, Duke, Morgan usw. sind über die harnilose Nadelstichpolitik ärgerlich. Durch das amerikanische Volk geht seit anderthalb Jahr- zehnten ein fortschrittlicher Zug. Geraume Zeit kainen sozia- listische Agitafion und revolutionäre Wirkung der Wirtschaft- lichen EntWickelung weniger in der Zunahme der„roten" Stimmzettel als vielmehr in der Radikalisierung eines fortgesetzt größeren Teiles der demokratischen und republika- nisschcn Wähler zum Ausdruck. Eine sozialistische Gegenwarts- forderung nach der anderen wurde von den bürgerlichen „Progressiven" aufgenommen; nur die sozialpolitischen Postnlate blieben das Kräutlein Rührmichnichtan. Namentlich im fernen und mittleren Westen ist die radikale Strömung stark. Dort entwickelten auch die Republikaner Cummins, La Folette und Garfield, der Demokrat Wilson und das Chamäleon Hearst ihre größte Stärke. Cummins von Iowa zog sich von der Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur zurück': La Folette von Wisconsin versetzte kürzlich durch eine Rede in Philadelphia seinen Chancen den Todesstoß; Garfield. der frühere Minister des Innern, wurde von dem gemaßregelten ehemaligen Bundesobcrforstmeistcr Pinchot, einem Freunde Roosevelts. zu dessen Gunsten preisgegeben. Damit trat Teddy Roosevelt, der noch vor wenigen Monaten gar nicht ernstlich in Betracht zu kommen schien, als „radikaler" republikanischer Präsidentschaftskandidat in den Vordergrund. Voraussichtlich schlägt er Taft, wenn es ihm gelingt, auf der Nationalkonvention die Stimmen der Ost- staaten, insbesondere New Jorks, auf seinen Namen zu ver- einigen. Und warum sollte ihm das nicht gelingen? Erfreut er sich doch der Unterstützung der Wall Street! Zwar wetterte er als Präsident und späterhin bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit gegen die reichen„Uebeltäter" (inalsfactors of great wealth). Aber das trägt ihm die Hoch- finanz nicht nach, wenn er nur durch die Tat ihre Interessen vertritt. So lange Roosevelt als Präsident an der Spitze der Bundesregierung stand, wurde kein einziges Strafverfahren auf Grund dos nach Sherman benannten Anti- Trustgesetzes eingeleitet. Da es 1904 fraglich erschien, ob er oder sein demokratischer Gegner Alton B. Parker als Sieger aus der Wahlurne hervorgehen werde, wendete sich Roosevelt bettelnd an den inzwischen verstorbenen Bahnmagnaten Harriman, der denn auch eine Viertel Million Dollar für den republikanischen Wahlfonds aufbrachte. Mit dem Gelde wurden im Staate New Jork 160000 Stimmen für die Republikaner ge- kauft. Jahre hindurch nahm man an, Roosevelt habe an Harriman moralisch Erpressung verübt. Dem ist nicht so. Es handelte sich um ein„reelles" Geschäft. Wie Wharton Barker. ein in die damaligen Verhandlungen eingeweihter Bankier aus Philadelphia, erst vor kurzem bekundete, erlangte Roosevelt vor nahezu acht Jahren durch Vermittclung Harri- man's die Unterstützung der Wall Street gegen das Per- sprechen, das Verbot der Eisenbahn-Freifahrtkartcn und der Frachtrabatte und die Erlaubnis zum Eingehen von Bahn- tarifvereinbarungen mit Maximalfrachtsätzen durchzusetzen. Mit der Durchführung dieser Pläne mußten den Eisenbahnen jährliche Mehreinnahmen von 300—400 Millionen Dollars erwachsen. Und Roosevelt hielt dem Bahnmagnaten Harriman gegen- über Wort; aber das Volk hinterging er, wie er es im Falle einer abermaligen Wahl wiederum verraten würde. Aber gleichviel, ob Taft oder Roosevelt republikanischer, ob Wilson. Harmon, Champ Clark oder Underwood demo- kratischer Kandidat und im weiteren Verlauf Präsident wird: der rapid erstarkende Sozialismus wird die Rolle des bösen Getvissens des Siegers spielen. kllbett Träger. Der Nestor der Fortschrittspartei ist am Dienstag dahin- gegangen: Albert Träger, der noch vor wenigen Wocheu in fröh- lichster Laune und mit gutem Humor das Alterspräsidium im neu zusammengetreten Reichstag führte. Bald darauf jedoch sah sich der scheinbar Unverwüstliche gezwungen, ein Sanatorium aufzusuchen, in dem ihn, dem bis zum letzten Tage geistig und politisch Reg- samen, der Tod überraschte. Albert Träger, der im 82. Lebensjahre stand— er wurde am 12. Juli 1830 geboren, besaß in den beiden Parlamenten, denen er seit langen Jahrzehnten angehörte, schwerlich einen persönlichen Gegner. Ein glückliches Temperament, das aller fanatischen Leiden- schaftlichkeit abhold war, ließ ihn allzu scharfes Anstoßen nach irgend einer Seite hin vermeiden. Denn Träger gehörte zwar jederzeit der Linken des Freisinns an, allein es steckte zu wenig von einer Kampfiiatur in ihm, als er es deshalb mit der einen oder anderen Richtung verdorben hätte. So war er vielleicht derjenige freisinnige Politiker, der nächst Theodor Barth am klarsten den korrumpierenden Unfug der konservativ- liberalen Paarung erkannt hatte; aber während Barth die Konsequenz der reinlichen Scheidung zog und die Demokratische Partei gründen half, blieb Albert Träger ruhig freisinniges Partei- und Parlaments- Mitglied. Zwar hatte er die perverse Blockverbrüderung als.Paarung von Karpfen und Kaninchen" verspottet, aber selbst wenn er nicht bereits in den Jahren gewesen wäre, wo auch kampsfreudigere und härtere Naturen schärferen Konflikten auszuweichen lieben, würde er wohl schwerlich mit Theodor Barth den Kampf gegen den Blockfreisinn aufgenommen haben. So wenig er jemals mit seiner Kritik zurück- hielt, so wenig war er ein Konseqenzenmacher. Er sagte entschieden und mit Humor seine Meinung— gingen dann die Dinge doch einen anderen Gang, als er es gewünscht hatte, so wußte er auch das mit der Gelassenheit eines heiteren lebensfreudigen Philosophen zu ertragen. Als Redner gehörte der Verstorbene zu jenen Parlamentariern, die auf eine wohlpointierte, ästhetisch kultivierte Form Gewicht legen. Denn Träger war nicht nur Jurist, sondern auch Aesthet; war er in seinen jüngeren Jahren ein gefeierter Dichter der„Gartenlaube" gewesen, so war er bis in die letzten Tage hinein ein schlag- kräftiger Gelegenheitsdichter geblieben. Auch seine Festreden und seine zahllosen Toaste auf die Frauen erfreuten sich ihrer geist- reichen, witzigen Form wegen eines wohlbegründeten RufeS. Kein Wunder, daß gerade dieser Redner vom Freisinn namentlich in den letzten Jahren in Reichs- und Landtag meist dann vorgeschickt wurde, wo eS galt, eine Kulturforderung in rethorisch eindrucksvoller Form zu vertreten. Ten Verstorbenen verband eine alte Freundschaft mit einem anderen parlamentarischen Nestor, dem so ganz anders gearteten August Bebel. Wie Bebel selbst in seinen Memoiren und in einem Feuilleton zu Trägers 80. Geburtstag im„Vorwärts" erzählt hat, lernten sich die beiden so verschiedenartigen und einander gerade vielleicht deshalb anziehenden Charaktere im Jahre 1869 kennen, um von da ab in gegenseitiger respektvoller Zuneigung miteinander freundschaftlich verbunden zu bleiben. Und wie es Bebel erging, erging es vielen anderen sozialdemokratischen Parlamentariern. Mit den Worten Bebels können wir darum auch heute von ihm sagen:„Wir Sozialdemokraten ehren in ihm einen Gegner, der in all den Kämpfen, die wir seit Jahrzehnten nicht zuletzt auch gegen seine Partei führen, stets sich als Gentleman benahm, dem nie ein beleidigendes Wort oder eine ungerechtfertigte Anklage über die Lippen kam." Der damalige Wunsch Bebels, daß der lebensfrohe Achtzigjährige noch viele Jahre lang nach feiner Weise weiter kämpfen möge, hak sich leider nicht erfüllt. Aber der sympathische Mensch und achtungs« werte Politiker darf auch bei der Sozialdemokratie des freundlichsten Angedenkens sicher sein! � *«• Die durch den Tod Trägers nötig gewordene Na'chivahl ins ziveiten oldenburgischen Wahlkreise bietet für uns günstige Aus� sichten. Bei der Hauptwahl 1912 wurden 13 914 sozialdemokratische, 12294 freisinnige und 4335 nationalliberale Stimmen abgegeben» vie Kergsrbeittkbetvegung. London, 25. März.(Eig. Ber.� Bergärbeiterstreik und Syndikalismus.. J Die Scharfmacher Großbritanniens, denen nach cineS gewaltsamen Unterdrückung des Generalstreiks der Berg- arbeiter gelüstet, die aber zu ihrem Bedauern einsehen, daß die öffentliche Meinung des Landes gewalttätige Maßregeln! gegen die Bergarbeiter nicht gutheißen würde, unternehmen jetzt den Versuch, dem Publikum mit dem Schreckgespenst des Syndikalismus Furcht einzujagen. Der Aufmarsch der Berg- arbeiterarmee wird von der kapitalistischen Presse als einö Machtprobe des Syndikalismus hingestellt und einige Blätter haben es sich schon angewöhnt, von den Streikführern als Syndikalisten zu reden. Dieser dreiste Humbug wird nie- manden irreführen, der mit den hiesigen Verhältnissen auch nur einigermaßen vertraut ist, aber die tägliche Wieder- holung derselben Behauptung kann doch den Anschein er- wecken, als ob hinter deni wunderlichen Gallimathias, den! die reaktionäre Presse austischt, etwas Wahres stecke. Nun mutz zugegeben werden, datz der Syndikalisinus- ähnlich wie er in Frankreich gepredigt wird, in Grotz- britannien nicht unbekannt ist. Bei den letzten Transport- arbeiterstreiks spielte er eine gewisse Rolle und auch in Süd- Wales hat er einige Anhänger. Bei den Transportarbeiter- streiks hatte man es mit einer grotzen Masse unorganisiertev Arbeiter zu tun, denen die Methode der Ueberrumpelung, die die mühsame gewerkschaftliche Organisationsarbeit als unnötig erscheinen lätzt, viel plausibler vorkamen als die alten, sich aus frühere Erfahrungen stützenden Methoden deS Klassenkampfes, und die sich nicht den Kopf darüber zer- brachen, wann und wie oft diese Ueberrumpelungsmethodei anwendbar ist. In Südwales wiederum war der Boden dein syndikalistischen Ideen bis vor kurzem ziemlich günstig. Grotzq wirtschaftliche Kämpfe hatten den südwalisischen Bergarbeiter- verband sehr geschwächt. Seine Finanzen waren zerrüttet! und er mutzte an eine Reorganisation denken. In diesen! nützlichen Verhältnissen, in denen ein grotzer Kampf als nicht sehr aussichtsreich erschien, glaubten manche in dem Syndi- kalismns. der sich meist über den Finanzpunkt mit einiger» Phrasen Hinweghilst, eine neue niächtige Waffe entdeckt zu! haben. Aber es blieben immer doch nur eine Handvoll Leute, die den Lehren Tom Manns huldigten. Dazu vertrug sich ihre Theorie, nebenbei bemerkt, immer noch ganz gut mit dem Parlamentarismus, den sie nicht aufgegeben haben. Es wird nun von der kapitalistischen Presse Grotz« britanniens behauptet, datz diese südwalisischen Syndikalistm den Generalstreik der Bergarbeiter inszeniert haben. Als Beweis wird eine Broschüre angeführt, die in diesem Jahrs in Tonypandy(Südwales) von einem syndikalistischen! Komitee herausgegeben wurde. Die Schrift trägt den Titelt „The Miners' Ziert Step"(Der nächste Schritt der Berg- arbeiter). Sie enthält eilten Plan zur Reorganisation der Bergarbeiterföderation nach syndikalistischem Muster und be- fürwortet den sogenannten Jrritationsstreik, eine Art Sabotage, durch den der Unternehmerprofit geschmälert werden soll. Tie Politik der Föderation soll darauf zielen, den Gewinn der Unternehmer systematisch zu verringern, bis die Gruben schließlich in die Hände der Bergarbeiter selbst übergeben. Da in derselben Schrift gegen die Ver- staatlichung der Zechen gewarnt wird, ist die Prozedur— um sich milde auszudrücken— etwas nebelhaft. Die Scharf- macherpresse hat sich nun dieser Schrift bemächtigt und be- müht sich zu zeigen, wie notwendig eS ist, datz die Gesell- schaff den„verbrecherischen" Plan der Bergarbeiterföderation, wie er in der erwähnten Broschüre an das Tageslicht ge- koinmen ist, durchkreuzt. Auf den ersten Blick mag es scheinen, als db das Schriftstück und seine Verfasser wirklich etwas mit dem Generalstreik zu tun haben. Aber dieser Verdacht wird so- gleich durch einen Blick auf das Tatuin der Veröffentlichung (1912) erstickt. Es liegt jedoch nichts destoweniger nahe, das Häuflein füdwalisischer Syndikalisten mit der Bewegung in Verbindung zu bringen. Wie allgemein bekannt, ging die Minimallohnbewegung von Südwales aus. Dies hat jedoch nichts mit dem Vorhandensein syndikalistischer Ideen in diesem Landesteil zu tun. Die Minimallohnbewegung der BergarNeiker entsprang Ser Bewegung zur Regelung 8er Frage der abnormen Arbeitsstellen. Und diese Frage mußte in Südwales zuerst austauchen, weil dort die Kohlenflöze weit mehr unregelmäßige, fehlerhafte Stellen aufweisen wie in den änderen Landesteilen. Die geologischen Verhältnisse von Südwales sind ein Faktor, den man nicht aus den Augen verlieren muß. In früheren Iahren, vor dem Acht- stundengesetz, vor der Einführung einer intensiveren Be- tricbsmethodc und dem Zustandekommen gewaltiger Zechen- verbände, wurde die Frage der abnormen Stellen meist in friedlicher Weise durch Vereinbarungen gelöst. Seitdeni ist es anders geworden, und daß es gerade Südwales ist, wo sich Arbeiter und Scharfmacher zuerst und am heftigsten gegen- überstanden, liegt in der Hauptsache daran, daß es dort mehr Neibungspunkte gibt. Die Unternehmerpresse sucht die syndikalistische„Ver- schwprung", von der sie berichtet, glaubwürdig zu machen, indem sie die sozialistischen Führer der Bergarbeiter, die die geistigen Führer der Bewegung sind, zu Syndikalisten stenipelt. Aber die Genossen S m i l I i e und H a r t s- Horn, der Generalfeldmarschall und sein Leutnant, wie sie von der Scharfmacherprcsse genannt wer- den, sind alles andere als Syndikalisten. Sie sind beide tätige Mitglieder der I. L. P., und auch die übrigen Bergarbeiterbeamten, die der Bewegung Richtung und Ziel geben, gehören der einen oder der anderen Sektion des eng- lischen Sozialismus an. Was schließlich die Masse der strei- kendcn Bergarbeiter anlangt, so ist es fraglich, ob zehn Prozent der Streikenden das Wort Syndikalismus oder ein englisches Aequivalent je gehört haben, geschweige denn ver- stehen. Hinter dem Versuch, den englischen Spießbürger mit dem syndikalistisechn Gespesist zu erschrecken, steckt die Absicht, Stimmung zu machen zugunsten einer Gewaltpolitik, die man anzuwenden gedenkt, sobald es zu Auseinandersetzungen kommt zwischen den Organisierten und den Unorganisierten, die man jetzt auffordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die konservative Presse will schon wissen, daß sich die Re- gierung entschlossen hat, in den Revieren eine Art K r i e g s r e ch t zu proklaniieren, und die Haltung einzelner ministerieller Blätter läßt darauf schließen, daß die Meldung nicht ganz unbegründet ist. Die Mindcstlohn-Bill. London, 26. März. Unterhaus. Obwohl die Unter« Handlungen in Sachen des Kohlenstreiks noch fort- dauern, hat der Staatssekretär des Innern, Mac K e n n a, angekündigt, daß die Regierung entschlossen sei, heute mit der Be> ratung der Mindcstlohnbill fortzufahren. Die Beratung der Bill wurde infolgedessen vor überfülltem Hause wieder auf- genommen. Hierauf ergriff Long, einer der Führer der Kon- serbativen, das Wort. Er beantragte Vertagung der Debatte, indem er auf die Schwierigkeit hinwies, die Bill zu erörtern, während die Konferenz außerhalb des Hauses noch fortgesetzt würde. In diesem Augenblick kehrte A s q u i t h von der Kon- ferenz zurück und ergriff sofort das Wort. Er erklärte, die Re- gierung bleibe bei ihrem Beschluß, keine Zahlen in die Bill ein- zufügen.(Beifall.) Gr glaube nicht, daß, wenn man das Land im ganzen nehme, ein Minimallohn von 6 Schilling für den Tag unvernünftig sei. Es sei jedoch besser, wenn der Lohn in jedem Distrikt gesondert festgesetzt würde. Er habe beiden Parteien den Vorschlag gemacht, daß diese Frage gesondert behandelt werde, doch sei sein Vorschlag von keinem der beiden Teile an- genommen worden. Die Regierung habe die Bill in der Hoffnung verschoben, daß, da man sich im wesentlichen so nahe gekommen sei, ein Ucbereinkommen zwischen den beiden Parteien erreicht werden könne. Die Regierung habe mit Nachdruck und AuS- dauer gearbeitet, er bekenne aber mit schwerer Enttäuschung, daß ihre Arbeiten bisher erfolglos gewesen seien. Er sage ' jetzt beiden Parteien, daß sie, wenn sie im allerletzten Augenblick nicht zu einem vernünftigen Ucbereinkommen über einen Punkt gelangten, sie eine sehr schwere Verantwortung vor dem Lande auf sich nehmen würden. Asquith schloß, die Negierung habe alle» getan, was sie konnte und habe den gesetzgeberischen Eingriff bis auf den letzten nur möglichen Augenblick hinausgeschoben. Was auch das Ergebnis der Verhandlungen der jetzt tagenden Konferenz sein werde, es sei dringend erforderlich, daß die Bill Gesetz werde. Wenn die Bill angenommen werde, und wenn den Arbeitern unter Tage ein angemessener Mindest lohn garantiert werde, der von einer unparteiischen Stelle bestimmt werde, dann werde eine Fortsetzung des Streiks den dafür Verantwortlichen eine Verant- wortlichkeit aufbürden, der sie sich schwer würden entledigen können. Die lltegierung habe alles, was sie an Ueberredung, an Gründen und an Einfluß in der Verhandlung zur Verfügung habe, erschöpft und empfehle jetzt diese Bill dem Hause dringend als die bestmögliche Lösung in dem großen Notstand. Sie beanspruche, t«ß sie im öffentlichen Interesse mit vollkommener Aufrichtigkeit und Unpartcilicksteit ihr bestes getan habe.(Asquith sprach im Tone tiefster Erregung; zeitweise sank seine Stimme zu einem Flüstern herab und das HauS hörte ihn im tiefften Schweigen an.) Bonar Law gab seiner tiefgefühlten Sympathie mit ASquith Ausdruck und erklärte, er hoffe, daß die Bill die KrisiS beenden werde und die Arbeiter unter den in der Bill enthaltenen Bedingungen die Arbeit wieder ausnehmen würden. Aber wie wird sich die Lage gestalten, fragte er, wenn sie es nicht tun? Die Regierung hat sicherlich das Recht, den Mitgliedern des Berg- arbeiterverbandes vorzuhalten, daß sie nicht bloß Ver- bandsmitglieder sind, sondern auch Staats- b ü r g e r. Wir verlassen uns darauf, daß sie dem Gesetz gehorchen werden, und wir erklären ferner: wenn nicht die GefellschaftS- ordnung in Stücke gehen soll, so müssen alle Hilfsmittel des Landes aufgeboten werden, um jeden, der dem Gesetz zu gehorchen wünscht, vor Belästigung zu schützen. Ramsay Macdonald erklärte, das Streben der Arbeiterpartei nach Frieden sei fortgesetzt be- hindert worden durch die Bergwerksbesitzer, deren Pflicht es jetzt sei. den Arbeitern entgegenzukommen und einem Abkommen zu- zustimmen, das es den Arbeiterführern ermögliche, jene anzu- weisen, zur Arbeit zurückzukehren. Wenn sich die Bcrgwerksbesitzer dieser Pflicht entzögen, so würde die Verantwortung für jede hier- aus entstehende Stockung der Arbeit auf ihnen lasten.(Beifall bei der Arbeiterpartei.) Der Vorschlag der Arbeiterpartei, in die Bill den Mindestlohn- satz von B Schilling einzufügen, wurde mit 326 gegen 83 Stimmen abgelehnt. .' JSacb dem Kampf im Ruhrgebiet. Der Vorstand des Bergarbeiterverbandes hatte am letzten Sonntag für das Ruhrrcvier vier kombinierte Bezirks- konferenzen einberufen. Die Konferenzen waren zusammen von zirka 1000 Bcrbandsfunktionären besucht. Der Zweck der Konferenzen war. nach Abschluß de« Kampfe« eine Aussprache herbeizuführen und die Unterstützungsfrage sowie sonstige mit dem Kampf im Zusammenhang stehende Fragen zu erörtern und Richt- ltnicn für die zukünftige Agitation festzulegen. In einem kurzen Referat wurde noch einmal der Verlauf des Bergarbeiterstreiks zusammengefaßt und als nächste Aufgaben für den Verband be- zeichnet, daß durch eine planmäßige Agitation der verräteri- schen Haltung der christlichen Gewerkvereins- l e i t u n g sowie der arbeiterfeindlichen Presse entgegengetreten werden müsse. Auf diese Art und Weise müsse es gelingen, den Verband weiter zu festigen und ihm neue Kämpfer zuzuführen. Ferner soll in den Mitgliederversammlungen durch Halten von Vorträgen zur Schulung und Erziehung der Mitglieder beigetragen werden. Die sich an die Referate anschließende Diskussion zeigte in allen Konferenzen ein höchst erfreuliches Bild innerer Festigkeit und Geschlossenheit. Ueberall kam zum Ausdruck, daß es zu begrüßen sei, daß der Verband den Kampf gewagt habe. Es habe sich jetzt gezeigt, wo die wahren Arbeiter- zersplitterer säßen. Aus allen Zahlstellen wurde berichtet, daß die Mitglieder die durch den Kampf geschaffene Situation zu würdigen wissen. Durch geschlossenes Eintreten aller Funktionäre würde es möglich sein, der wüsten und niederträchtigen Agitation der „Christlichen" und der Zentrumspresse entgegenzuwirken. Aus allen Bezirken deS Ruhrreviers wurde gemeldet, daß nach dem Streikabbruch zahlreiche Mitglieder des„christ- lichen" Gewerkvereins ihren Uebertritt zum Verband erklärten. Von Mutlosigkeit könne unter den Verbandsmitgliedern keine Rede sein. Im ferneren Verlauf der Konferenzen wurde die Unter- stützungsfrage erledigt; die näheren Bekanntmachungen werden in den einzelnen Zahlstellen erfolgen. Die in dieser Frage gefaßten Beschlüsse des Verbandsvorstandes wurden allseitig gut- geheißen. Schließlich wurde noch vereinbart, daß am Sonntag, den 31. März, im ganzen Ruhrrevier große Versammlungen swttsinden sollen, um der Oeffentlichkeit noch einmal da? wahre verräterische Verhalten der Arbeiterzersplitterer vor Augen zu führen. Der Verlauf dieser Konferenzen beweist, daß die Hoffnung der Arbeiterfeinde, der Bcrgarbeiterverband würde aus dieser Be- wegung geschwächt hervorgehen, nicht in Erfüllung geht. Die Drachensaat der„christlichen Arbeiterführer" wird aufgehen, sie werden aber wenig Freude daran erleben. Für die Bergarbeiter gibt es nur eine Parole und die lautet: Hinein in den Verband und heraus mit der arbeiterfeindichen Presse aus den Arbeiterwohnungen I Der Bergarbeiterverband und die Streikjustiz. Die schon erwähnt« Beschwerde, die der Bcrgarbeiterverband telegraphisch an den preußischen Justizminister gerichtet hat. um die eigenartige Praxi», dre im Ruhrrevicr gegen angeschuldigte Streiksünder zur Anwendung gelangt, zu beseitigen, hat folgen- den Wortlaut: „Der unterzeichnete Verband legt Beschwerde ein gegen das Verfahren der hiesigen Staatsanwaltschaft bei Behandlung der Strafsachen, die aus Anlaß deS Streiks anhängig gemacht sind. Angeklagte, die geringfügiger Delikte beschuldigt sind, werden Ivegen angeblicher Kollusionsgefahr und Fluchtverdachts verhaftet. Nach zwei, drei Tagen erhalten sie die Anklageschrift mit einer Erklärungsfrist von 24 Stunden und einer gedruckten Aufforderung, auf diese und die achttägige Ladungsfrist zu verzichten. Die An- geklagten, denen di« Tragweite des Verzicht? natürlich nicht be- kannt ist, geben durchweg dies« Erklärung ab, worauf Termin zur Hauptverhandlung aus den nächsten oder übernächsten Tag an- gesetzt wird. Es wird hierdurch d«n Angeklagten unmöglich ge- macht, sich sachdienlich zu verteidigen. Sie haben weder Zeit, ihren Angehörigen Nachricht zu geben, damit diese einen Verteidiger wählen, noch können sie selbst in der oft nur 12stündigen Frist zwischen Ladung und Termin irgendwelche zu ihrer Entlastung und Verteidigung dienende Maßregeln ergreifen. ES ist vorge- kommen, daß Angeklagte telegraphisch ihren Frauen den Termin mitteilen mußten, damit diese noch eine halbe Stunde vor der Verhandlung Schritte zur Verteidigung tun konnten.— Ebenso wie hier in Bochum verfährt die Staatsanwaltschaft in Dortmund, Essen und Duisburg. Wir bitten Ew. Exellenz, die Staatsanwaltschaft sofort an- zuweisen, von diesem Verfahren Abstand zu nehmen, das sich viel- leicht im Rahmen des Gesetzes bewegt, aber dem Zweck des Gesetzes sicher nicht entspricht." Der Streik in Hannover. Der Streik der Bergleute am Deister bei Hannover und im Schaumburg-Lippischen Gebiet dauert unverändert fort. Ter Bergfiskus geht mit denselben rigorosen Mitteln vor wie die Kohlenbarone des Westens. Im Laufe der vorigen Woche sind nicht weniger als 1715 Bergleute am Deister durch eingeschriebenen Brief benachrichtigt worden, daß sie a u s d e r Belegschaftsliste gestrichen sind. Am Deister arbeiteten am Sonnabend nur 591 Mann, meistens Leute, die über Tage beschäftigt sind. Die geringe Zahl der unter- irdisch beschäftigten Leute reicht kaum aus, um Kohlen zum Selbstverbrauch zutage zu fördern. Die Strecken gehen meist zu Bruch. Im lippischen Werk beträgt die Zahl der Streiken- den nahezu 1900 Hier ist man ebenfalls mit der Streichung aus der Belegschaftsliste vorgegangen. Die Bewegung in Böhmen. AuS einer eingehenden Darstellung des Verlaufs der Bewegung der Braunkohlenbergarbeitcr in Nordwestböhmen durch die Union der Bergarbeiter Oesterreichs ergibt sich zunächst die unheil- volle Zersplitterung dieser Arbeiterschaft. Nur in dem isolierten Ltebier von Falkenau-Elbogen umfaßt die Union den größten Teil der Arbeiter, obgleich auch dort ein Teil dem„frei- sozialistischen" Wirrkopf, Stänker und Unternehmerfreund Simon Starck, zum Teil aus alter Anhänglichkeit in besserer Zeit, folgt. Dagegen ist die Union im Gebiete von Tepljtz-Brüx-Dux durch den tschechischen Separatismus und durch die terroristische Auf- züchtung der deutsch-national-gelben„Organisation" durch die Unternehmer, sowie durch tschechisch-nationalistisch-.,anarchistische" Treibereien bedeutend geschwächt worden. Die Arbeiterzersplit- terung gibt also der im Ruhrrevier nichts nach, wenn auch eine christlich« Organisation kaum vorhanden ist. Indessen haben alle Gruppen den Willen, diesmal gemeinsam zu operieren. Freilich kommt eS darauf wenig an, da durch die von allen Seiten be- triebene Hetze gegen die Gewerkschaft die Disziplin und Kollegin- lität unter den Arbeitern sehr gelitten hat. Als daher am 17. d. M. die Unternehmer alle Forderungen ablehnten, kam es — gegen den Willen der Vorstände und ehe noch das staatliche Revier-Bergamt seine VermittelungSaktion, zu der es sich sofort bereit erklärt hatte, begonnen hatte— zu zahlreichen wilden Streiks. Dies ist namentlich auf dcy Zechen des Gebiets von Brüx ge- schehen, wo von jeher eine stark anarchistisch gesinnte Arbeiter- masse lebt.(Was übrigens bezeichnenderweise den Sieg der Zcchenkandioaten bei den Parlamentswahlen nicht hindert!) Der 28. März wird auch für die verbandstreuen Arbeiter der Ent- scheidungstag sein» Im Kladnoe.r GieinkoHlenretner, sowie in dem mährisch-schlesischcn Becken von Ostrau-Karwin sind ebenfalls Forderungen überreicht. Die Regierung hat überall Gendarmen konzentriert, nach Ostrau auch bereits Militär entsendet. Prag, 26. März.(W. T. B.) Die Lage im Kohlenrevier ist folgende: In Kladno und Schlan ist der Betrieb normal. Ja Aussig wird in 14 von 15 Schächten, in Falkenau auf zwölf von 32 Schächten gestreikt; von 7083 Arbeitern streiken 2300; auf zwei Schächten ist der Ausstand beigelegt. In Teplitz wird auf 17 von 25 Schächten, im Brüxer Revier auf 20 von 31, in Tux auf sämtlichen 42 Schächten gestreikt; in Karlsbad auf dem Poldischacht sind 200 Arbeiter ausständig. Volitiscke(leberltckt. Berlin, den 26. März 1912. Zuckerkonvention und Postetat. Die letzte Arbeitswoche vor den Ostcrferien hat begonnen, und es ist jetzt schon sicher, daß diese Tage noch ernste An- strengungen bringen werden, wenn nämlich die Absicht durch- geführt werden soll, vor Ostern den ganzen Postetat und den Etat der Reichsdruckerei zu erledigen. Die Beratung des Postetats, dessen Generaldebatte mit Sonnabend mit der Rede des Genossen Zubeil begonnen hatte, wurde heute unterbrochen mil der dritten Lesung der Zuckcrkonvention. Noch einmal versuchteil die unentwegten Agrarier, gegen das Gesetz anzukämpfen. Seit dem Tage der ersten und zweiten Lesung sind ja auch die Wenigen, die zu der geringfügigen Konzession bereit waren, von der„Deut- schen Tageszeitung" in der geeigneten Weise scharf gemacht worden, und heute war die ganze konservative Fraktion mit samt dem Ueberbleibsel der seligen Neichspartei in der Oppo- sition. Die Abgeordneten Dr. Arendt, Graf K a n i tz und der Nationalliberale Kleys suchten das Zentrum umzu- stimmen und mahnten es an das freundschaftliche Verhältnis. Herr Dr. Arendt legte besonderen Wert darauf daß das Verhältnis Englands zur Konvention ungeklärt sei. Darauf wurde ihm vom Reichsschatzsekretär die englische Erklärung entgegengehalten, daß man dort an der bisherigen Politik nichts ändern wird. Viel wirksamer wies Genosse Bern- st e i n auf die Sünden der deutschen Absperrungspolitik hin: Diejenigen, die jetzt— wie Arendt und Kanitz— über die Gefahr eines immerhin denkbaren Sieges der Chamber- leinschen Unionisten in England räsonieren, tun selber durch die maßlose Steigerung der Rüstungen alles, um dieser Rich- tung neuen Agitationsstoff und neue Kräfte zuzuführen. Ge- nosse Bernstein benutzte wieder die Gelegenheit, um erneut zu betonen, daß uns die Konvention als das kleinere Uebel erscheint, im Vergleich zu der Prämienwirffchaft. Der Pole G r a b S k h sprach gegen, der Fortschrtttler Dr. D o o r m a n n für die Konvention, die auch gegen die Rechte angenommen wurde, nachdem nahezu dieselbe Mehrheit den Antrag auf Kommissionsverweisunst abgelehnt hatte. Nach einigen Wahlprüfungen, die ohne Debatte mit Gültigkeitserklärung schließen, wird die Behandlung des Post- etats wieder aufgenommen. Der Postetat ruft indessen zunächst keine grundsätzliche Erörterung des Verkehrswesens und unserer Verkehrseinrich- tungen hervor. Nur der erste Redner, der Zentrumsmann Duffner, möchte gern allgemc e Bemerkungen machen, die jedoch völlig mißlingen und zu allgemeinen Redensarten werden. Der brave Herr Duffner aus dem Schwarzwald wird wohl selber nicht verlangen, daß man die Zusammen- hänge ernst nimmt, wie er sie zwischen dem Postetat und der Reichsfinanzreform konstruiert hat! Im übrigen bezog sich die Debatte größtenteils auf die Besoldungsordnung. Herr Duffner verlangte die Beseitigung der Unstimmigkeiten, und der nationalliberale Abgeordnete Beck vertrat eine ähnliche Forderung, während der Staats- sekretär an der Besoldungsordnung lieber nicht und an keinem Punkt rütteln lassen will. Auch der Konservative Pauli- Hagenow erklärte zwar eine Reihe von Wünschen für berech- tigt, hält aber ihre Erfüllung für aussichtslos. Derselbe Herr, der ja vor der siegenden Sozialdemokratie aus dem Wahlkreis Potsdam geflüchtet ist, beklagte es bitter,� daß Beamte einen sozialdemokratischen Abgeordneten zu ihrem Vertrauten machen können. Ganz so drückte sich Herr Beck freilich nicht aus. aber es war doch— wie er ja auch selbst hervorhob— echt nationalliberal, als er für die Staats- beamten die Freiheit forderte. Die Freiheit innerhalb der nationalen„Verpflichtungen" nämlich I Der Fortschrittler Kiel trat für eine Reihe postalischer Verbesserungen ein und brachte auch ein sehr hübsches Ma- terial zur weitherzigen Auffassung der Portofreiheit, wie sie an manchen Fürstenhöfchen offenbar vorherrscht. Gegen die von altersher bekannten Hakatistischen Schikanierungen wandte sich der Pole von Chlapowski, ihm entgegnete der Reichsparteiler von Gamp.— Im Laufe der Sitzung teilte Präsident K a e m p f in bewegten Worten das Ableben des alten Traeger mit, von dem er mit Recht sagen konnte, daß er im Hause wohl politische Gegner, aber keinen Person- lichen Feind gehabt hat.—_ Ministertakt und Volksorchester. Für da? Gleichnis, das der Kultusminister v. Trott zu Solz am gestrigen Dienstag im Dreillassenhaus gebrauchte, kann man ihm wirklich dankbar sein. In der Jugendpflege, nni die es sich handelte, will der Herr Minister den Takt schlagen, wäh- rend das Volk die Musik dazu zu machen habe. Kein Instrument soll fehlen, und recht volltönend soll der Akkord sein. So will ich's, so befchl ich's. Sonst sind die Herren Minister ja auch sehr fürs Taktschlagcn, namentlich wenn der Polizeisäbel zum Dirigentenstab wird oder umgekehrt, und für Volksorchester ist man sonst wenig ein- genommen, wenn sie nicht gerade über sozialistische Wahlnicder. lagen Jubelouvertüren mit dem Refrain:„Heil dir im Sieger- kränz" spielen. Und dazu ist selten Gelegenheit. Die volltönenden Akkorde der Marseillaise gar sind allenfalls nur bei Botschaftersesten gestattet... Für die Jugend Neudeutschlands hingegen soll die „jebratene Wonnejans" den Gegenstand ihrer Begeisterung bilden. Unter dem Volk, das an dem militärisch-kommißmäßigen Trott der offiziellen Jugendpflege mitwirken soll, versteht die Exellenz zu Solz die Minderheit Besitzender, die draußen im Lande der Mehrheit des DreiklassenhaufeS entspricht; die freilich jubelte dem Herrn Minister bei seiner rcligiös-sittlich-national-vaterländisch- monarchisch-kriegervereinlichen Rede gegen die proleta- rische Jugendorganisation freudevoll und auguren. lächelnd zu und bewilligte gern die izh Millionen aus unseren Taschen zur Fürsorge für die Entfremdung der Arbeiterkinder von ihrer Klasse und deren Geist und Interessen. Aber bevor die Ritter, Heiligen und Schlotbarone diese Tat tun durften, von der sie sich eine Art Imprägnierung der Säulen ihrer Herrschaft gegen Fäulnis! unS Zusammenbruch versprechen, mutzten sie die mehrstündige Anklagerede unseres Genossen Dr. Liebknecht anhören. Unser Redner kennzeichnete in treffender Weise jene schon nach drei Vierteljahren TreibhauSjugendpflege zu konstatierenden Er- scheinungen, die eine gewisse moralische Minderwertigkeit des Unternehmens erkennen lassen. Dann nahm er sich unsere Gesellen am Schandpfahl der„Vaterlandslosen" von gestern, die jetzt so viel- fach patentierten Patentpatrioten den Zentrums vor und verblüffte die versammelten„nationalen Jugenopfleger" durch den Hinweis auf die— Internationale der katholischen und selbst der evan. gelischen Jugendorganisationen, denen er nachwies, datz s i e mit der Politisierung der Jugendbewegung den Anfang gemacht haben. Dem sozialpolitischen Nichtswissen, das sich am Sonnabend und gestern an die Besprechung des Jugendproblcms herangewagt, stellte Liebknecht eine umfassende Darstellung des vom Kapitalismus verschuldeten und vom bürgerlichen Parlamentarismus nicht einge- schränkten Kinderelends gegenüber. Nachdem er die ganze, insge. heim militärisch angeregte und geleitete offizielle Jugendpflege mit ihren„christlichen" Kriegsspielcn als Produkt der Angst vor der Sozialdemokratie erwiesen, die Jugendpflege deS Zentrums an einigen, im Zentrumsjargon gesprochen, blasphemisch-verrohenden katholischen Liederbuchversen illustriert und den sittlichen Gehalt der proletarischen Jugendbewegung entwickelt hatte, schloh Dr. Lieb- knccht seine fast dreistündige Rede mit dem Ruf, datz die proleta» rische Jugendbewegung wie die gesamte Arbeiterbewegung nur durch sich selbst, durch die Erreichung ihrer Ziele, beseitigt werden wird. AuS der langen Dauer der Liebknechtschen Rede glaubte der Konservative W i n k l e r allsogleich die Notwendigkeit einer De- grenzung der Redezeit durch die Geschäftsordnung ableiten zu können. Aber unsere Genossen H 0 f f m a n n und Liebknecht entgegneten sofort, datz die Sozialdemokratie doch in dieser Frage gegen das ganze Haus stehe und darum unsere Nededauer nicht mit der der einzelnen Parteien, sondern nur mit der Summe der antisozialistischen Reden verglichen werden könne. Solche Reden waren aber alle in dieser Debatte— vom Junker v. Gotzlcr bis zum FreisinnSmann Dr. Schepp. Mit der Ablehnung unseres und selbst des fortschrittlichen KinderschutzantrageS erwarb sich das DreiklassenhauS«in neues Ruhmesblatt... Würdig im Sinne dieses Parlaments war auch der geschäfts- mäßige Nachruf, im Tone der Mitteilung von der Konstituierung einer Kommission gehalten, den der Präsident einem Manne wie Albert Traeger widmete. Der KultuSetat soll heute, Mittwoch, schon von 19 Uhr an und dann in einer Abendsitzung weiterberaten werden. Tie Krisis in der nationalliberalen Partei. Tie Sonntagssitzung des Zentralvorstandcs der national- liberalen Partei hat in der buntgemischten nationalliberalen Presse naturgemäß recht verschiedene Gefühle ausgelöst. Die Blätter des linken Flügels klagen über die Verwirrung in der Partei: die des rechten Flügels triumphieren über den Durch- fall der Herren Fischer und Strcsemann und verheißen Herrn Bassermann ein ähnliches Schicksal, falls er sich nicht zu den alleinseligmachenden hohen politischen Grundsätzen der Herren Friedbcrg und Fuhrmann bekennt. So ganz befriedigt ist allerdings auch die Richtung Friedberg nicht, denn daß die geplante Statutenänderung dem Vertrctertag vorgelegt werden soll, paßt ihr nicht in das schöne Intrigenspiel, da - meist ans solchen Vcrtretertagen die radikaleren Elemente ein gewisses Uebergewicht haben. Viel lieber hätte sie gesehen, ..der Zentralvorstand hätte kurzweg selbst die Statutenände- "rung vorgenommen. So schreibt die„Rhein.-Westf. Ztg.", die zwar als nationalliberales Parteiblatt nicht gelten will, tatsächlich aber die scharfmacherischen Anschauungen des äußersten rechten Flügels der nationalliberalen Partei vertritt: „Man sieht dem Vertretertag, der in sechs Wochen stattfindet, als einem der entscheidendsten und wichtigsten für die national- liberale Partei mit allergrößter Spannung ent- gegen. Für den rechten Flügel der Partei bedeutet die Nicht- Wiederwahl StrefemannS die Gewähr, leichter in Zukunft ihre Pläne durchsetzen zu können. Wenn man die gestrigen Ergebnisse nach der einen oder anderen Richtung hin als Gewinn oder Ver- lust registrieren will, so kann man höchstens sagen, datz Dr. Fried- berg durch daS Gewicht seiner Persönlichkeit einen autzerordent- lichen Einfluß ausgeübt hat. Von einer reinlichen Klä- rung aber kann noch absolut keine Rede sein. Diese ist er st mit Sicherheit vom Parteitag zu erwarten." Die„Köln. Ztg." dagegen gefällt sich in der Rolle des Jeremias. Sie wehklagt über den Verfall der einst so mäch- tigcn Partei und schreit krampfhaft:„Bourgeois aller Rich- tungen, vereinigt Euch!" Besonders will sie die national- liberale Jugend nicht in der Partei missen, damit diese nicht völlig erstarrt: „Wenn über die Tendenz der gestern vorgenommenen Wahlen noch irgendein Zweifel bestehen könnte, so müßte er durch die An- nähme de» Antrags beseitigt werden, der dem nächsten Vertreter- tage einen Entwurf zu einer Statutenänderung vorlegen will, wonach nur solche Vereine der Parteiorganisation angeschlossen werden könucn, die ihrerseits den Landesverbänden angeschlossen sind und nicht einen besonders organisierten Gcsamtverband mit eigener Spitze bilden. Dieser Antrag, der die Zustimmung der gestrigen Mehrheit gefunden hat, richtet sich ganz offen- kundig gegen die I u n g l i b e r a l e n, deren beson- dere Organisation innerhalb der Partei man nicht mehr dulden will. Entweder— dies scheint die An- ficht der Mehrheit zu sein, sollen die Jungliberalen auf ihre Or- ganisation verzichten oder sie sollen aus der Partei hinausgewiesen werden. Datz damit eine Frage von ganz auherordentlicher Bedeutung für die Partei erhoben worden ist, kann auch nicht einen Augenblick bezweifelt werden; denn wenn die Jungliberalen im GcsamtverhältniS zur ganzen Partei auch nur einen kleinen Teil bilden, so gehörten doch zu ihnen außerordentlich tätige, arbeitsfreudige Ele- m e n t e, auf deren Mitarbeit zu verzichten, nur durchaus nach- teilig sein könnte. Wir gehen auch keineswegs so weit, zu be- haupten. datz die Jungliberalen die alleinigen Vertreter der nationalliberalen Jugend seien, aber immerhin bedeuten sie eine Vertretung der Jugend, d. h. der Zukunft innerhalb der Partei, über die man doch nicht so ohne weitere? hinweggehen kann." Wie andere nationalliderale Blätter setzt auch die„Köln. Ztg." alle ihre Hoffnungen auf den innerhalb sechs Wochen einzuberufenden Parteitag. Eitles Hoffen, mag er so oder so entscheiden: die Arterienverkalkung ist im Körper der nationalliberalen Partei allzuweit vorgeschritten, als daß Heilung möglich wäre._ Erhöhung der Toldatenlöhnung. Wie die„Post" erfahren haben will, soll die Soldatenlöhnung «uf 27 Pf. pro Tag erhöht werden.— DaS kann in dieser Form nicht stimmen, weil der Kavallerie jetzt schon 27 Pf. pro Tag bezahlt werden. Die Sozialdemokraten haben beantragt, die Löhnung generell um 19 Pf. pro Tag zu erhöhen, also bei der Infanterie auf 32, bei der Kavallerie auf 37 Pf. pro Tag. Die ganze Aufbesserung hätte damals 19 Millionen Mark erfordert. Bei der Regelung der Offiziersgehälter und der Gehälter der Beamten sollte auch den Soldaten eine Aufbesserung geboten werden. Dafür waren 14 Millionen Mark vorgesehen; die Aufbesserung unterblieb damals, weil nach Ansicht der bürgerlichen Parteien keine Mittel mehr vor- Händen waren. Vermutlich handelt es sich um eine Wiedcreinbringung der damals zurückgestellten Vorlage. Ordnungsparteilicher Terror. Der WahlkrctS M a n S f e l d ist ja ohnehin berüchtigt wegen des Terrors, den die Reichstreuen in Verbindung mit der Mans- felder Gewerkschaft gegen die Anhänger der Sozialdemokratie aus- üben. BrotloSmachung und Entziehung von Wohnungsgelegenheit sind in der Tagesordnung. Durch den Wahlausfall ist die nationale Seele der Terroristen aber vollends ins Kochen geraten und will ihr Opfer haben. Mehr als ein Dutzend braver Familienväter sind bereits wieder einmal brotlos gemacht worden. Aber das genügt nicht. Die Macher des reichstreuen Verbandes Mansfelder Berg- und Hüttenarbeiter und die Herren Kriegcrvereinler schnauben gleichfalls nach Rache. So erließ kürzlich der Vorstand dieses reichstreuen Verbandes eine Warnung an alle seine Mitglieder, ja keine gegnerischen Ver- sammlungcn mehr zu besuchen oder in einem Lokal zu verkehren, daS der Sozialdemokratie zu Versammlungen zur Verfügung steht. Wer sich eines solchen Verbrechens in der Vergangenheit schuldig ge- macht habe, habe sich umgehend vom Verband abzumelden, widrigen. falls nach§ 4 der Satzungen der Ausschluß erfolge. Die Orts- gruppenvorstände werden besonders ersucht, bei diesem patriotischen Reinigungswcrke dem Verband Handlangerdienste zu leisten. Kräftiger noch legt sich der Vor st and des Kreiskrieger. Verbandes des Mansfelder Gebirgskreises ins Zeug, um unter den Mitgliedern fürchterliche Musterung zu halten, die sozialdemokratisch gewählt haben. In einem langen Zirkular wird darauf hingewiesen, datz der Ausfall der Reichstagsstichwahl vom 29. Januar deutlich betvicsen habe, daß eine„große Anzahl" von Kriegcrvereinsmitgliedern sozialdemokratische Stimmzettel ab- gegeben haben müsse, nach den angestellten Berechnungen ihrer mindestens 1B9 9I Und das trotz des Wahlaufrufes des Deut- schcn Kriegerbundes, trotz aller örtlichen Ermahnungen, trotz der verschiedenen Beschlüsse der Abgcordnetentag«. Die Pflichtber- gesscnen müßten nun aber rücksichtslos zur Rechenschaft gezogen werden. In dem Zirkular heißt es wörtlich: „In der am 14. d. M. abgehaltenen Vorstandssitzung des KrciSverbandeS sind die zu treffenden Matznahmen besprochen und ist folgender Beschluh gefaßt. Di« Vereinsvorstände haben sofort durch Umfrage und Einsichtnahme in die Wählerlisten beim Gemeindevorsteher ls) usw. festzustellen, welche Mitglieder sich an der Stichwahl be- t e i l i g t haben. Dann mutz weiterhin der Vorstand sich darüber klar werden, welche von diesen Wählern nach ihrem ganzen Verhalten, Aussprüchen, ihrem Ansehen und sonstigen Anzeichen(!) verdächtig sind, einen roten Stimmzettel abgegeben zu haben. Diese verdächtigen Mitglieder sind aufzu- fordern, sofort freiwillig aus dem Verein auszutreten; andernfalls sind dieselben unbedingt auszuschließen. Weiterhin ist zu überlegen beim Vorhandensein einer großen Anzahl verdächtiger Mitglieder, ob eS nicht angezeigt ist, den ganzen Verein aufzulösen und mit den ge- s innungstreuen Mitgliedern einen neuen Ver- ein zu gründen." Nicht weniger als zehn Vereine werden als besonders stark verdächtig bezeichnet, eine„ganz erhebliche Anzahl" von sozial- demokratischen Wählern in ihren Reihen zu haben, also ftir die Auflösung reif zu sein. Gegen sie soll„später noch besonders vor. gegangen" werden. Datz dieser Terrorismus besonders verfangen wird, halten tvir für ausgeschlossen. Der Uebermut des Grubcnkapitals, die schlechte wirtschaftliche Lage, der wachsende Steuerdruck und nicht zuletzt auch die drei st en TerroriSmuSakte, die jämmerlichen und ungesetzlichen Wahlschnüffeleien und die blindwütige Verfolgungssucht den reichstreuen Scharfmacher werden im Gegenteil auch die mansfeldischcn Arbeiter immer mehr dahin treiben, wohin sie als Glieder der um ihre Befreiung ringenden Arbeiterklasse gehören, ins sozialdemo- k rat i s che Lager! Wahlrcchtsdebattcn im sächsischen Landtag. In der DienStagssitzung des sächsischen Landtages wurde zu- nächst eine Petition der sächsischen Gemeinoebeamtcn verhandelt, in der diese daS passive Wablrccht verlangen. Die Redner aller Parteien traten für die Wünsche der Gemcindebeamtcn ein; die Regierung erklärte sich aber auS allerhand nichtssagenden Gründen dagegen. Die Ziveitc Kammer stimmte der Petition einstimmig zu und überwies sie der Regierung zur Kenntnisnahme. Dann wurde der wichtige Gesetzentwurf betreffend Reform der Landgemeindeordnung beraten. In der GcsetzgebungSdeputa- tion sind gegen die Stimmen der Sozialdemokraten alle Verdes- serungsanträge abgelehnt worden, vor allen Dingen die auf Ein- führufig des gleichen Wahlrechtes für alle Gemeindeangehörigen, auf Wahl an einem Sonntag usw. Die Antrüge wurden heute im Plenum wiederholt; es wurde namentliche Abstimmung be- sonders über den Wählparagraphen von uns beantragt. Unsere Anträge wurden aber in namentlicher Abstimmung gegen die Stimmen unserer Partei abgelehnt, ebenso unser Antrag, die Wahl an einem Sonntage vorzunehmen. Die Freisinnigen stimmten bei den verschiedenen Paragraphen sehr verschieden, einer oder der andere stimmte dafür und wieder dagegen; es war ein wirres Bild. Im allgemeinen kann man wohl sagen, datz diese Reform der Landgemeindeordnung den Namen Reform überhaupt nicht verdient. Eine grundlegende Aenderung der ganzen Gcmeindegesetze ist eine dringende Notwendigkeit, ist wohl aber noch lange nicht zu erwarten. Jedenfalls ist vor dem ganzen Lande wieder einmal der Klassencharakter unserer Gesellschaft durch die von uns beantragte Abstimmung bei der Beratung am Dienstag dargestellt worden._ Oeltcrrdcb. Obstruktion im AbgeordnetenlmnS. Wien, 26. März. In der heutigen Sitzung des Abgeord- netenhaufeS, auf deren Tagesordnung die erste Lesung der Wasserstratzen-Vorlage stand, setzten, durch die gestrigen Beschlüsse des polnischen Parteitages veranlaßt, die ruthenischen Ab- geordneten mit ihrer Obstruktion ein, um die Erfüllung der Wünsche der Polen, die an der Vorlage besonders interessiert sind und den größten Wert darauf legen, daß sie noch vor Ostern dem Ausschuß überwiesen wird, zu verhindern. Der ruthenische Abgeordnete S t a r u ch hielt eine mehrstündige Obstruktionsrede, in der er namens der übrigen ruthenischen Abgeordneten erklärte, das Verhalten der Ruthenen richte sich gegen die Beschlüsse, welche auf dem gestrigen Parteitage der polnischen Partei in Lemberg gefaßt wurden. In diesen Beschlüssen, welche auf die vollständige Polonisierung sämtlicher Verwaltungszweige GalizienS, die Aus- dehnung der Landesautonomie, die Wahrung des polnischen Be- sitzstandes gegenüber den ruthenischen Prätentionen und auf daS Zusammenhatten aller Polen Oesterreichs, Deutschlands und Ruß. lands gegenüber den polenfeindlichen Bestrebungen das Haupt- gewicht legten, erblickten die Ruthenen eine Provokation, welche sie zur gegenwärtigen Haltung berechtige. Der Abgeordnete Staruch beendete seine Rede im Abgeord- netenhause um 3?� Uhr, und zwar, wie es heißt, auf Grund eines Kompromisses. Sodann erklärte der ruthenische Abgeordnete L e w i ck i, daß die Ereignisse der letzten Tage die Ruthenen bewege, die Wasser- straßenvorlage schon bei der ersten Lesung zu bekämpfen. Von den auf der heutigen Tagesordnung befindlichen Gegenständen würden die Ruthenen den nächsten Punkt der Tagesordnung,„Gesetzliche Regelung der Lohnzahlung im Bergbau", mit Rücksicht auf den Bergarbeiter st reik und die soziale Bedeutung der Vorlage. passieren lassen, aber nach Erledigung dieses Gegenstandes würden sie jede weitere Tagesordnung, auf der die Wasserstratzenvorlage stehe, mit allen Mitteln be- kämpfen. Hierauf wurde die Vorlage betreffend Taballizenz- gebühr angenommen und die zweite Lesung der Vorlage betreffend gesetzliche Regelung der Lohnzahlung im Bergbau begonnen, Bergarbeiterdebatte im Abgeordnetenhause. Wien, 29. März. In der Verhandlung über die Anträge be- treffend die gesetzliche Regelung der Lohnzahlung bei dein Titel Bergbau trat der Berichterstatter der Minorität C i n g r(Soz.) entgegen dem Antrage des Ausschusses, welcher eine 14tägige Lohn- zahlung vorsieht, für die wöchentliche Lohnzahlung ein. Er be- kämpfte ferner die Argumente deS Ausschusses gegen unentgeltliche Bestellung von Spreng- und Zündmitteln. Bchwdz. Sessionsschluß der Bundesversammlung. Die beiden eidgenössischen Parlamente haben ihre Tore wieder geschlossen. Die geistigen Kosten der zweiten ScssionSwoche hatte wieder die sozialdemokratische Fraktion getragen. Unsere Fraftion interpellierte den Bundesrat über feine Stellung- nähme zu dem eigenmächtigen, das Budgetrecht der BundeSvcr- sammlung schwer verletzenden Beschluß deS VcrwaltungSrateS der Bundesbahnen, den Kredit von 24 Millionen Frank um 2 Mil- lionen für den tzauenstcintunnel(Linie Basel— Ölten) zu erhöhen. Die Antwort des Bundesrates gab Bundespräsident F 0 r r e r, der merkwürdigerweise das Vorgehen der Bundesbahnen als „korrekt" verteidigte. Sodann beantragte unsere Fraftion aus Anlaß eines konkreten Falles di« gesetzliche Regelung der Zeugenaussage der Beamten, Ange st eilten oder Arbeiter der Bundesverwaltung und Aufhebung bezüglicher ungesetzlicher Beschlüsse deS Bundesrates. Die Resolution begründete Genosse Grimm, der die persönliche Mci- nungsfreiheit des Personals der Bundesverwaltung und die Frei- heit der Presse dieser gegenüber vertrat und gesetzlich geschützt wissen wollte. Der Bundesrat erklärte sich bereit, eine Vorlage zur gesetzlichen Regelung der Frag« auszuarbeiten, lehnte aber das Begehren um die Aufhebung seiner ungesetzlichen Beschlüsse ab. Grimm zog hierauf diesen Teil seiner Resolution zurück, da za nun nach der bundesrätlichen Erklärung die kantonalen Gerichte wissen, daß sie ungesetzlich und für sie daher gegenstandslos sind. Der erste Teil der Grimmschen Resolution wurde vom Nationalrat mit 8S gegen 2 Stimmen erheblich erklärt. Biel zu reden gaben die Bundesrats- und Bundes» richterwahlen. Im Bundesrat war der zurückgetretene Com- tcsse zu ersetzen. Gewählt wurde der neucnburgische Minister P e r r i e r, ein bereits bejahrter freisinniger Politiker. Ins Bundesgericht wurden vier freisinnige und ein klerikaler Partei- Politiker gewählt mit 138 bis 193 Stimmen, während der Kandidat der sozialdemokratischen Fraktion. Genosse Zgraagcn. nur 44 Stim- men erhielt. Um den PreiS eines Sitzes half die klerikale Minder» heit die sozialdemokratische Minderheit mit vergewaltigen. Vor der Wahl hatte Genosse Grimm namens der sozialdemokratischen Fraktion eine schriftliche Erklärung abgegeben, durch die der An- spruch der Arbeiterschaft auf eine Vertretung in dem 24gliedrigcn Bundesgericht erhoben und begründet wird. Die NichtWahl ZgraggenS wurde als eine Brüskierung der Arbeiterschaft erklärt und dagegen Protest erhoben. Die kompakte bürgerliche Majorität erlaubte sich trotzdem den Vergewaltigungsakt, der der Arbeiter- schaft abermals zeigt, daß sie minderen Rechtes ist. Die Oualifika- tion ZgraggenS für daS Bundesgericht stand auch bei den Bürger- lichen außer Zweifel, denn ihr Hauptorgan, der B e r n e r „Bund", schrieb über ihn:..Di« B e f ä h ig u n g deS diesmaligen sozialdemokratischen Kandidaten Zgraggen steht außer Zweifel. Er hat ausgezeichnete Studien gemacht, sie mit einem glänzenden Examen abgeschlossen und sich als bernischer Ober- gerichtsschreibcr als feiner und scharftinniger Zwilrechtler aus- gewiesen. Er bietet Gewähr dafür, daß er. in die wissenschaftliche Tätigkeit deS Richterberufes versetzt, wohin ihn im Grunde ge- nommen seine ganze Veranlagung viel mehr hinweist, als auf daS Gebiet der Parteipolitik, unbefangen und unparteiisch seines Amtes walten würde."— DaS nutzte alles nichts. Der herrschende F"e!. sinn vergibt Bundesrats- und BundeSgerichtSstellen als Ancrlen- nung und zur Versorgung seiner Leute, und dabei ist größere oder geringere Befähigung Nebensache. Italien. Eine Prügclszene. Rom. 29. März. In der heutigen Sitzung der Deputierten- kammer kam es im Laufe der Debatte über die Interpellation Chiesa, die den Ausstand der Arbeiter der konzessionierten Minen- gesellschaft Elba zum Gegenstand hatte, zu einer solennen Prü- g c l e i zwischen dem Republikaner Chiesa und dem radikalen Luzzatto, weil Chiesa Luzzatto beschuldigte, als Administrator der Gesellschaft den Staatsschatz um einen Teil der Eintragungs- gebühren betrogen zu haben. Der Präsident der Deputierten- kammer, Marcora, mußte die Sitzung unterbrechen. Luzzatto sandte Chiesa seine Zeugen. perNen. Russische Intrigen. Mesched, 2B. März.(Meldung der Petersburger Telegraphen. agentur.) Die in der Zitadelle befindlichen persischen Truppen machten einen Ausfall gegen die Stadt, wo ein Scharmützel begann. Infolgedessen sah sich der Kommandierende der russischen Streitkräfte, General Riedko, genötigt, die Herstellung der Ordnung und Sicherheit zu übernehmen. Mexiko. Vom Bürgerkrieg. New Kork, 26. März. Von privater Seite wird aus M e x i k a berichtet, datz die Bundestruppen am Sonntag den Rückzug auf Torreo angetreten hätten, dicht gefolgt von General Orozco. Tie Regierung gebe zu, datz General Salazar, der Führer der Bundes- truppen, Selbstmord verübt habe, halte aber seine Niederlage nicht für schwer. Desgleichen bestreite die Regierung die Richtigkeit der Meldungen von der Gefangennahme zahlreicher Offiziere und Mannschaften durch die Aufständischen. Der Korrespondent des „New Dork Herald", der Zeuge des Gefechtes vom Montag gewesen ist, teilt mit, datz die Bundestruppen in einem verzweifelten Zu- stand gewesen und von allen Seiten umzingelt worden feien. Sie hatten 499 Tote und zahlreiche Verwundete, die Aufständischen 199 Tote und viele Verwundete. GewerhrcbaftUcbea. „Geistige Rcbung" des Landarbeiters tan dc9. Eine rührende Sorge hat die agrarischen Kreise in den letzten Monaten erfaßt um die„geistige Hcbnng" der Land- arbeitcr. Tenselben Arbeitern, fiir welche die Torfschulbildnng nie schlecht gcnng gestaltet werden kann, weil der dümmste Ar- beiter den agrarischen Ausbeutern der liebste ist. wird jetzt dringend ein Lesestoff empfohlen, den man besonders fiir sie zurichtet. Ter seit längcrcni im Mansfcldcr Berggebict er- scheinende„Rcichstrcue Bergknappe" wird mit dem abgeän- dcrtcn Titel„Der deutsche Landarbeiter" als Landarbeiter- organ herausgegeben. Ter Artikel auf der ersten Seite be- handelt anstatt bergbauliche Verhältnisse solche aus der Land- Wirtschaft, und das Landarbeiterblatt ist fertig. Was bekommen die Landarbeiter hier nun vorgesetzt? In jeder wöchentlich erscheinenden Nununer einen Sack voll Lügen und Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie und die gesamte Arbeiterbewegung. Ebenso oft wird das Krieger- vereinswesen als die idealste Betätigung der deutschen Ar- beiter verhimmelt. Die unwichtigsten Vorgänge an den deutschen Fürstenhöfen werden in jeder Nummer auf einer vollen Seite gemeldet. Heer und Marine werden ebenso eingehend behandelt, wie sich das bei einem Blatt von selbst versteht, das als wichtigste Organisationen in Teutschland die Kriegervereine bezeichnet. Die Rückseite des Blattes ist gefüllt mit Anzeigen, in denen fiir schweres Geld den Land- arbeitern Mittel empfohlen werden, um ein zartes, reines Gcsich, rosiges, jugendliches Aussehen, einen schönen Teint zu erlangen, allerlei andere Essenzen, Bücher mit Mikosch- Witzen usw. Landarbeiter, welche diesen Sudelwisch freiwillig abonnieren, sind natürlich sehr dünn gesäet. Deshalb bietet die Landwirtschaftskammer für die Provinz Sachsen, unter dereii Mitwirkung der Sudelwisch erscheint, alle Mittel auf, mn ihrem Kinde überall Eingang zu verschaffen. Unter Mitwirkung der landwirtschaftlichen Bezirksvereine, des Bundes der Landwirte, kommunaler und staatlicher Behörden werden die Gutsbesitzer veranlaßt, ein Abonnement für ihre Arbeiter einzugehen und diesen das Blatt„zur Hebung ihrer geistigen Interessen" gratis zustellen zu lassen. Nach Bedarf sollen Sonderausgaben fiir die einzelnen preußischen Pro- vinzen herausgegeben werden. Wie weit die behördliche Hilfe den Agrariern bei dieser geplanten Verblödung der Land- arbeiter bereits gesichert ist, lehrt die Tatsache, daß in den Krcisblättern, die das Rcichsverbandsblättchen anpreisen, ganz offen die Rathäuser der Landorte als diejenigen Stellen bezeichnet werden, wo die Bestellungen auf die Zei- tung entgegengenommen werden. Berlin und Umgegend. Achtung, Schneider! Tie Firmen Lichtenstein u. Thurotv, Mauerstr. 3, Tobberow, Marienstr. 17, und Bokatius, Palisaden- straße 31, vorn III, fertigen Streikarbcit an und vermitteln solche. Wir verhängen über diese Betriebe die Sperre. _ Pcriband der Schneider. Lohnbewegungen der Kellner. Im Weinhaus„Traube", Leipziger Straße, wo 52 Kellner arbeiten, ist es dem Verband der Gastwirtsgehilfen gelungen, mit der Direktion einen Tarif abzuschließen, der den dortigen Angestellten nicht unwesentliche Vorteile bringt. Der Mi- nimallohn wird von 10 auf 20 M. erböht, statt der Kost wird in Zukunft eine Kostentschädigung von 40 M. pro Monat bezahlt; schließlich werden alle Abgäben für Gläserbruch usw. abgeschafft. Tagegen mußten die Kellner im„T h o m a s b r ä u", Pots- damer Straße, zum Streik greisen, da die Firma die Forderungen der Angestellten ablehnte. Namentlich wollte die Direktion nicht in die Ablösung der Kost durch Barlohn einwilligen. Die Vcr- Handlungen sind damit zunächst gescheitert. Die Lohnbewegung in der Landschaftsgärtnerei. Da eine Einigung zwischen den Organisationen der Arbeit- gcber und Arbeitnehmer aus der Landschaftsgärtnerei nicht zu er- zielen war, so wurden die Forderungen den einzelnen lluter- nchmern unterbreitet. Ten aufgestellten Tarif anerkannt haben bis� heute 22 Firmen mit 168 Beschäftigten, darunter befinden sich 6 Firmen, die Mitglieder der Arbeitgcbcrorganisation sind. Zwei größere Firmen, die nicht Mitglied der Arbcitgeberorganisation sind (F u h r m a n n- Halensee und I e n z sch- Bcrlini, haben die For- derungen ebenfalls unterschriftlich anerkannt. Bei den Firmen, welche die Forderungen bisher nicht anerkannten, wird am Donners- tag der Streik beginnen. Die heute(Mittwoch) in Schöncbcrg stattfindende Versammlung wird darüber Beschluß fassen. Frage Stellung zu nehmen, ab die örtlichen Vertreter zu den Vcr- Handlungen geladen werden sollen. Die Vertreter des>Lckmeidcr- Verbandes sind datür, wäbrend die Unternehmcrvertretcr sich da- gegen erklären. Vorläufig ist ein gangbarer Weg zur Einigung noch nicht gefunden._ Tarifbewcgung der Steinsetzer. Für deit Tarifbezirk N i e d e r l a u s i tz, der die Kreise Kottbus, Forst, Sorau, Kölau, Luclau, Lübben, Guben umfaßt, ist ein neuer Tarif zum Abschluß gelangt, und zwar ohne Kampf. Durch den Tarif werden die Löhne für Steinsetzer und Rammer im� ganzen Bezirk vereinheitlicht; bisher bestanden in den Orten verschiedene Lohnsätze. Der Tarif ist auf vier Jahre abgeschlossen und sieht innerhalb dieser Zeit für die bisher ungünstiger gestellten Bezirke eine Lohnerhöhung von 9 Pf. pro Stunde vor, in den übrigen Be- zirlen eine solche von 6 Pf.— Für den Kreis Liebenwerda konnte ebenfalls ohne Kampf ein Tarif abgeschlosien werden, der eine Erhöhung des Stundenlohnes um 5 Pf. bringt.— In Hohen salza kam zum ersten Male ein Tarif zustande, der gleichfalls den Arbeitern mancherlei Vorteile bringt.— In Bromberg dagegen, wo schon seit langem ein Tarif bestanden hat, wollen die Unternehmer lediglich Verschlechterungen„bewilligen"; u. a. wollen sie die Berechtigung haben, bei nicht genügender Arbeitsleistung— worüber natürlich sie allein entscheiden— 30 Proz. vom Lohne abziehen zu können. Streik und Aussperrung in der Singer- Nähmaschinen- fabrik zu Wittenberge beendet. Tie streikenden Maschincnformer hatten, da die Direktion jed- wede Verhandlungen mit den Arbeitern strikte ablehnte, das Eint- gungsamt des Gewerbegcrichts angcrusen. Die Direktion der Singergcscllschaft ließ durch zwei ihrer Direktoren dem Vorsitzen- den des Gcwcrbegerichts in Wittenberge erklären, daß es gegen das Prinzip der Gesellschaft sei, mit dritten Personen über ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verhandeln. Das Einigungsamt könne die Direktion nicht anerkennen. Falls die Direktion gezwungen werde, vor dem Einigungsamt zn erscheinen, werde sie dieselben Erklärungen abgeben. Sie(die Direktion) habe strenge Anweisung von der Hauptleitung erhalten, sich in keinerlei Verhandlungen einzulassen. Damit war auch der Versuch, vor dem Einigungsamt die Differenzen zu erledigen, als gescheitert zu betrachten. In einer Verhandlung zwischen der Direktion und einer Kommission ans den Reihen der Ausgesperrten legte aber die Direktion noch- mals ihren Standpunkt über die Differenzen bei den Maschinen- formcrn dar, lehnte jedoch irgendwelches Entgegenkommen ab. Die streikenden Maschincnformer nahmen nochmals Stellung zu der ganzen Sachlage. Mit Rücksicht auf das sehr geringe Kampfobjekt und auf die Opfer, welche die Ausgesperrten bringen, beschlossen die Streikenden, den Streik aufzuheben. Die Arbeit ist am Mon tag, den 25. März, in vollem Umfange wieder aufgenommen. Verband der Schmiede, Verwaltung Berlin. Bei der Dclegicrtcnwahl zum Verbandstag, die am Sonntag stattfand, wurden insgesamt 939 Stimmen abgegeben, davon waren 5 ungültig. Es crhicllcu Stimmen: B a t t m e r 527, F e r ch l a n d 524, Fritze 521, Köhler 516, Samcrcier 523 und S ch l mi s k y 525. Ferner H e n t s ch e l 423, Schien sener 402, S ch m e l t c r 401, S ch u ck a r 410, S t c n z e l 406 und Wa r z c cha 392.— Tie ersten 6 Kollegen sind Befürworter der Verschmelzungsvorschlägc des Mciallarbcitervcrbandcs, die letzten 6 Kollegen sind Gegner. Die Wahlbeteiligung betrug zirka 40 Proz. Gewählt sind die ersten 6 Kollegen. _ Die Ortsverwaltung. In der Wagen- und Karosseriefabrik von Gebr. Wienccke Nachfolger, Pankow, Breitestraße, haben sämtliche Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Wie bereits in Nr. 67 des„Vorwärts" be- kanntgegcbcn, hatten die Sattler lvcgen Akkordreduzierungen die Arbeit eingestellt. Zur Beilegung dieser Differenz fand eine Ver- Handlung statt, an der auch die Vertreter der beiderseitigen Organi- sationen teilnahmen. In dieser Verhandlung wurde auch über die betreffende Akkordarbeit ein Einverständnis erzielt, jedoch wollte Herr Boje, Inhaber der Firma Wienicke, keinerlei Zusicherungen über die Wiedercinftellung der streikenden Sattler geben. Darauf haben die übrigen Arbeiter einmütig beschlossen, nunmehr ebenfalls die Arbeit einzustellen. Der Betrieb ist fiir Stellmacher, Schlosser und Schmiede, Sattler und Lackierer gesperrt und bitten wir, alle Arbeitsangebote dieser Firma durchaus zurückzuweisen. Die Kommission der Wageufabriken I. Ä.: W. Sieriug. Dcutlcbes Reich. Die neuen Einigungsverhandlungcn im Schneider« gewerb e. Am Dienstagbormittag 9 Uhr begannen unter Vorsitz des Natsspndikus Dr. Hiller in Frankfurt a. M. die Einigungsvcrhand- lungcn. Die Parteien waren vertreten nur durch die Haupt- vorstände. Einem Wunsche Dr. Hillcrs folgend, soll über die Per- Handlungen vorläufig nichts in die Ocffcntlichkeit gebracht werden. damit die Verhandlungen nicht gestört oder von außen beeinflußt werden könnte». Zunächst berichteten beide Parteien von ihrem Standpunkt aus über den Loünkampf. Nach vierstündiger Vcr- Handlung wurden die Verhandlungen auf Mittwoch vormittag vertagt. Am Nachmittag tagten beide Parteien gesondert,»m zu der veran�o. Redakteur Achtung, Zwickerstreik! Bei der Firma S. Schmidt, Pinna- sens, haben die Zioicker die Arbeit eingestellt, nachdem gütliche Unterhandlungen ohne Erfolg waren.— Bei der Firma Gg. Sauer Thalfröschcn, haben die Zwicker infolge ihres geringen Verdienstes und Einführung neuer Fassons einige Forderungen gestellt. Run sucht die Firma ausivärts Zwicker, allem Anschein nach, um über die Forderungen dadurch hinwegzukommen. Zuzug ist fernzuhalten. Achtung» Textilarbeiter! In Görlitz sind vom Textih arbeiterverband und vom Gcwerkvercin H.-D die Betriebe von Otto Schwetasch und Krause u. Söhne wegen Lohndiffe rcnzen für Weber und Weberinnen gesperrt. Bon Streikbrechern erschossen wurde am Sonntag abend im Flecken Ahrcnböck im Fürstentum Lübeck der 17jährigc Knecht Ernst Möller. Der Sachverhalt ist kurz folgender: In der chemischen Fabrik von Dr. Christ streiken die Arbeiter, weil die von ihnen ge stellten geringfügigen Lohnforderungen nicht bewilligt wurden. Die Fabrikleitung hat darauf von auswärts Arbeitswillige heran zuziehen versucht und auch eine Anzahl der„nützlichen Elemente' angeworben. Diese machten sich zunächst wenig mausig. Am letzten Sonntag zeigten sie jedoch recht deutlich ihr Rowdytum. Beim Gastwirt Schwcim, Zuckerfabrik Ahrcnsböck, fand abends ein Tanz- Vergnügen statt, das zunächst harmlos verlief. Das änderte sich gegen 9 Uhr, als zunächst drei Streikbrecher erschienen, die einige Glas Bier tranken, dann verschwanden und nach 10 Minuten mir einem reichlichen Dutzend weiterer Arbeitswilliger wiederkehrten und gewissermaßen das Lokal im Sturm zu nehmen vcr suchten. Als sie vom Wirt daran gehindert wurden, zogen sie R e volver, Dolche, Knüttel und Gummi schlauche her vor und tu a r f c n mit Steinen� Die Rowdys orangen dann in die Gaststube ein, wo einige am Streik gänzlich unbeteiligte Leute saßen. Diese flüchteten dann vor der Bande ins Freie. Plötz lich hörte man draußen einen Schutz fallen und bald daraus wankte der 17jährige Knecht Ernst Möller, von einer Kugel, die ihn von hinten getroffen hatte, tödlich verletzt, ins Zimmer. Hier verschied er alsbald. Nun machte auch der Wirt von der Waffe Gebrauch. Bier der Arbeitswilligen erhielten Schrotschüssc; der eine, namens Dibera, wurde dadurch so erheblich verwundet, daß er sofort nach den Heilanstalten in Kiel übergeführt werden mußte. Tie bürgcr liche Presse und auch das Wölfische Telcgraphen-Bureau sucht die blutigen Vorgänge so darzustellen, als ob es sich um einen Zu- sammenstoß der Streikenden mit den Arbeitswilligen gehandelt hätte. Auf solche Weise wird die Oeffentlichkeit direkt irregeführt. Es wird durch diesen Vorfall wieder einmal bewiesen, wie dringend notwendig es ist, das Publikum vor der Schießwut arbeitswilliger Rowdys zu schützen� lind da schreien die Scharfmacher nach er. höhtem Schutz für Streikbrecher. Ausland. Ter Streik im Hauensteiutunnel. Kein Tunnelbau kann in der Schweiz ausgeführt werden, ohne daß die Arbeiterschaft durch schlechte Löhne und schlechte Behandlung zum offenen Widerstand provoziert wird. Kaum ivar der Bau des Hauenfteiutuiinels auf der Linie Basel— Ölten, der 26 Millionen Frank kosten wird, in Angriff genommen, als auch schon die Arbeiter, wie wir bereits telegraphisch meldete», sich zur Einstellung der Arbeit ge nötigt sahen. Unternehmerin ist die Berliner Baufirma Julius Berger. Nach zweitägigem Streik wurde ein Tarifvertrag ab- geschlossen für die Dauer eines Jahres und mit folgenden Lohn- sähen: Arbeiter außerhalb deS Tunnels erhallen bei zehn- ständiger Arbeitszeit: Maurer 70 Cts., Handlanger und Erd- arbeiter 46—51 und Pflasterbuben 35—45 Cts. Stundenlohn. Die eigentlichen Tunnelarbeiter, Maurer und Mineure, erhalten per achtstündige Schicht 6 Fr., die sogenannten Schlepper 5 Fr.; dazu kommen noch die beim Tunnelbau üblichen Präniien. Der Lohn der Zimmerleute wurde auf 70 Cts. per Stunde angesetzt, mit 10 Proz. Zuschlag bei Ueberstundcn, 50 Proz. bei Sonntagarbeit und 100 Proz. bei Nachtarbeit. Die Auszahlung der Löhne hat Sonnabends 5 Uhr zu erfolgen. Die italienischen Arbeiter wandten sich auch gegen die von italienischen Spekulanten und Ausbeutern auf der Baustelle betriebeneu Kantiue». da sie in einem eigenen Lokal ohne Trinkzwang verkehren und ihre Bedürfnisse decken wollen. Die Verhandlungen führten die Arbeitervertreter des schweizerischen Zimmer- und des italienischen Maurerverbandes, sowie der Arbeiter- union Ölten. Streikbrecher als Mörder. Paris, 25. März.(Eig. Ber.) Die Bluttat der Streik- brechcr von Levallois-Perret hat selbst die verlogensten Unter- uchmerblätter in Verlegenheit gebrocht. Gezwungen, wie sie waren, vorerst den Polizisten, rcilizuwqschcn. aus dem der Verdacht, den Chauffeur Bedhomme getötet zu haben, zuerst ruhte, mußten sie zugeben, daß die Schuld einen Streikbrecher trifft und trotz nachträglicher Versuche, irgendeine„Bedrohung" der gelben Re- volverhelden zu konstruieren, können sie doch in ihrer Darstellung die Wahrheit, daß es sich um einen unerhörten Exzeß der„Ar- deitswilligen" handelt, nicht unterdrücken Wir haben die wesentlichen TatumstänV? schon IrictfPgegehcif, Richtiggestellt sei, daß sieb die blutigen Szenen in der Freitagnacht, »ach 10 Uhr abgespielt haben. Die Strcitvrccher sind K o r s c n, die sich das Unternehmerkonsortium eigens von ihrer Insel hat kommen lassen— zügellos wilde Burschen, bei denen Revolver und Messer sehr locker sitzen. Als die vier Strolche, die den Exzeß durch die Schießerei ans ein Cafe begonnen hatten, von den Gästen und den hinzukommenden Streikenden verfolgt wurden, riefen sie ihren Kameraden, die sich in einer Garage aufhiclicn, zn: Korsen heraus! Woraus diese, etwa 20 an der Zahl herausstürzten und sofort eine Füsilladc begannen, in der m i n d e st e n s 4 0 Schüsse abgegeben wurden. Der erste, der verwundet ivurdc, war ein S t r�e i k e n- der, Genosse Roy, der durch den Lärm angelockt, in die Tür eines Cafes trat, wo er seine Zeitung gelesen hatte. Er erhielt einen Schutz in den Arm. Gleich daraus wurde Bedhomme zu � Tode getroffen. Er hat sterbend noch flüstern können, daß sein Mörder ein Gelber sei. Es wurde weiter noch eine größere Zahl von Per- sonen verletzt, die sich in häusliche Pflege begaben. Wie die„Hü- manite" berichtet, haben auch die Polizisten, die zu der Szene hin, zukamen, eine ganz sinnlose Wildheit an den Tag gelegt,«o be- kam ein Chauffeur, der Bedhomme ausheben wollte, von einein Polizisten einen Hieb mit dem Revolverkolben ins Gesicht. Die Mordtat hatte heute einen Widerhall in der Deputierten- kammer, wo Genosse W i l l m eine von 261 Deputierten unter- zeichnete Resolution vorlegte, die die Regierung auffordert, ihre Streikvcrmittclungsversuche fortzusetzen. Willm legte hierbei intcr- essante Daten über den Streik vor. Er dauert schon 118�Tage und ziebe 6300 Tarameter-Chausseurc in Mitleidenschaft, 1500«xtrei- kende, die in ihre Heimat abgereist sind, nicht mitgerechnet. Die Rückwirkungen des Äusstandes treffen 60 000 Mechaniker, Wagen» bauer usw. Für Streikunterstützung sind 1 200 000 Fr. aufgewendet worden. Die Streikenden haben sich unbedingt für die Annahme eines Schiedsgerichts erklärt, die Unternehmer lehnen� es ab. Der Minister des Innern erklärte sich mit der Resolution ein- verstanden. Sie wurde einstimmig angenommen. Französische Arbeiterkongresie. Am Sonntag haben in Paris die verschiedenen Gewerkschaften der B a u g e w e r b e des Scine-Departcments � aus einem Kongreß ihre Vereinigung in einer einzigen Gewerkschaft des Bau- gewerbes beschlossen. Die bisherigen Gewerkschaften der ein- zelnen Berufszweige sollen als„tcchnisckie Sektionen" weiterbestehen. Im Artikel I des Statuts wird als der Zweck der Gewerkschaft an- gegeben: Die Abschaffung des Lohnsystems und die Errichtung einer von kapitalistischer Ausbeutung freien Gesellschaft. Als Mittel der Sektion werden genannt: Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Erhöhung der Löhne. Abkürzung der Arbeitszeit, Abschaffung der Ilcberstundcn, der Zwischenunternchmer, der Akkordarbeit. Die� Ver- einheitlichung der Löhne wird im Prinzip gefordert. Teilstrciks innerhalb der einzelnen Fächer sind von den techniscken Sektionen zu fuhren, allgemeine Streiks der Sektionen vom Verband gul- zuheißen. Der Generalstreik ist also nicht als obligatorisch erklärt. Von der Tagesordnung der Gewerkschaftsversammlungen sind all« politischen, religiösen und philosophischen Fragen ausgeschlossen und für sie nur wirtschaftliche und Bernfsfragen zugelassen. Während dieser Kongreß der Vereinheitlichung und Kräftigung der gewerkschaftlichen Aktion diente, kann man das von dem gleich- zeitigen konstituierenden Kongreß der„Föderation de? Ei s'enbahntra n Sports" nicht berichten. Es ist dies nämlich die von den revolutionären Syndikalisten zur Belämpsuitg des Eisenbahnerverbandes ins Leben gerufene Gegenorganisation.� Auf dem Kongreß waren 25 Gruppen vertreten. Der unglückliche Streik hat den Eisenbabnerverband furchtbar hergenomnien, die Alkiou der syndikalistischen Sondcrbündler wird sicher nicht dazu beitragen, Ä? schwere Krise der gewerkschaftlichen Aktiou der französischen Eisen bahner zu überwinden. Der lachende Dritte Organisation, die unter der Protektion der ordentliche Fortschritte gemacht hat. ist die klerikal« Gesellschaften außer- Zur gewerkschaftlichen Lage in Dänemark. Im dänischen Bau- gewerbe ist der Friede nun doch wieder hergestellt. Räch aber- maligen Bemühungen des SchlichtungSbeomten gelang es in der der- flosienen Woche, einen Tarifvertrag für die Z e m e n t i n d u st r i e zustande zn bringen, der auf drei Jahre abgeschlossen wurde und den Arbeitern in der Hauptsache Erhöhungen der Stundenlöhne um 2 bis 3 Oere bringt. Die Aussperrung in der Zementinduslrie ist aufgehoben, und gleichzeitig hat auch der Streik der Erd- und Beton- arbeiter Kopenhageus sein Ende gefunden, so daß die Bautätigkeit in vollem Ilmfange aufgenommen werden konnte. In anderen Berufen stehe» jedoch wieder größere Kämpfe bevor. Die Schub mattier haben ihre Tarifverträge auf den 1. April gekündigt, und Verhandluiigen, die gepflogen wurden, sind ergebnislos verlaufen. Der bevorstehende Streik ist den Meistern bereits angekündigt. Die Holz- und Dekorativ uSbildhauer Kopenhagens haben ebenfalls nach vergeblichen Verhandlungen ihren Arbeitgebern den Streik zum selben Datum in Aussicht gestellt, und ähnlich liegen die Dinge auch bei den Maßschneidern. In diese,» Berufe sind die Vcr- Handlungen an der Forderung nach Einführung von Betrieds- Werkstätten, also Beseitigung der Heimarbeit, gescheitert. Einen harttiäckigen Kampf haben die Schneider gegen die Firma W. Schilder in Kopenhagen zn führen, bei der Uniformen für die dänische StaalSbahn mit Hilfe russisch- oder polnisch-jüdischer Streik- brecher angefertigt werden, llebrigens besteht in Kopenhagen ein rnssisch-jüdischer Verein, der entschieden gegen diese Streikbrechern seiner Landslcute protestiert. Letzte Nachrichten. Zu den aincrikanischen KaUfuiiden. Washington, 26. März.(W. T. B.) Präsident Taft hat dem Kongreß eine Bolschaft zugehen lassen, in der auf den sofortigen Erlaß eines Gesetzes gedrungen wird, um die kürzlich entdeckten Kalilagcr, wie die in Südkalisornicn, vor privater Ausbeutung zu schützen._ Abbruch der Berhandlungen in England. London, 26. März.(W. T. B.i Die heutige Konferenz der Grubenbesitzer und Bergarbeiter im Auswärtigen Amt dauerte nur fünf M i n u t c n. Die schottischen Bergarbeiter verlangten 5 Schilling 9 Penny für die Arbeiter und 3 Schilling für die Burschen. Taraus zogen sich die Grubenbesitzer zurück mit der Bc- merkung, daß sie genug hätten. Ter Führer der schottischen Bergarbeiter erklärte dazu, als er später darüber befragt wlirde, die obigen Lohnsätze seien eine schottische Forderung gewesen. Er wies es durchaus von der Hand, daß ihre Erneuerung etwa den Bruch verursacht hätte._ Hafenarbcitcrstreik in Belgien. Brüssel, 20. März.>W. T. B.) Im Hafen von Gent streiken tausend Hasen arbeiter, die Lohnerhöhungen verlangen. Tödlicher Fliegerabsturz. Düsseldorf. 26. März.(W. T. B.) Heute nachmittag stürzte der Flieger Kleine aus München-Gladbach aus der Golsheimer Heide mit seinem Doppeldecker aus etwa 100 Meter Höbe ab als er einen Gleitflug unternehmen wollte. Er geriet unter das Flug- zeug, dessen Motor ihm den Schädel zertrümmerte. Er starb qus dem Wege zum Kraukenhausc. Bei dem Unfall waren yinc Frau und sein Kind zugegen. Lebendig begraben. New Bork, 26. März. Aus BluefieldS in Westvirginia wird gemeldet, daß 85 bis 100 Bergleuten in einem dortigen Berg- werk der Weg zum Fördcrschacht abgeschnitten sei. Es wird ein schlvcres Unglück befürchtet. Albert Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.: TH.Glocke.Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Buchdr.u Verlagsanstalt Paul Singer ä Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen«.UnterhaltungSbl. Nr. 73. 39. Iahrgsvs. 1 DcilU ilks„DorwSrts" Knüm AckMIt. Mitw-ch. 27. SKän!5f2. Rcicbatag. SS Sitzung. Dienstag, denLS. Rärz 191 S,. In ach mittags 1 Uhr. Am KundsdratStische: KUHN, Kraeit«. Dritte Beratung des Protokolls betr. Fortsetzung der internationalen Zuckerkonvention. Abg. v. Grabski(Pole) bedauert, daß die Reichsregierung bei den Verhandlungen zu wenig Rücksicht auf die Wünsche der Interessenten genommen hat. Die außerordentlich große Menge Zucker, die Rußland nach dem Bertrage auf den englischen Marli werfen dürfe, müsse preisdrückend auf den Zucker wirken. Abg. Dr. Arendt(Rp.) fragt an, was die Regierung zu tun ge- denkt, um Umgehungen der Konvention durch Rrrß- l a n d, wie sie vorgekommen seien, zu verhindern, und wünscht eine bündige Erklärung, daß Rußland in den nächsten fünf Jahren während der Dauer der Konvention keine weiteren Zu- geständnisse gewährt würden. Ganz ungeklärt sei das Ver- hältnis Englands zur Konvention. Das Zentrum hätte bei dem großen Interesse der Frage für die Landwirtschaft hier nicht ver- sagen, sondern eine Kommissionsberatung zugestehen sollen.(Sehr richtig! recht«.) Reichsschatzsekretär Kühu: Ob England später der Konvention angehören wird oder nicht, wissen wir nicht. Aber England hat erklärt, daß es in jedem Falle seine bisherige Zuckerpolitik nicht ändern wird. Den behaupteten Umgehungen der Konvention werden wir nachforschen; sollten sich die Mitteilungen als wahr er- weisen, so werden wir natürlich solche Umgehungen zu verhindern wissen. Abg. Bernstein(Soz.): Es ist eigentlich nicht unsere Aufgabe der Re- gierung beizutreten in ihrem Kampf gegen die Rechte. Wir sehen die ganze Konvention nur als k l e i n e r e S U e b e l an, um die Prämienwirtschast zu beseitigen. Verzichten Sie auf den Zu cke r z o l l und die Z u ck ersteu e r, so geben wir die Kon- vention sofort preis. Natürlich verurteilen wir auch das russische Prämiensystem auf das entschiedendste im Jntereste des russischen Volkes. Aber eine Aenderung kann da nur inRutzland selbst durch- gesetzt werden. Gewiß mag es einigen Zuckerrübenindustriellen nicht gut gehen, aber warum haben Sie denn gar lein Gefühl für die Milionen, die Zucker verbrauchen. Wir betrachten die Dinge nicht vom Standpunkt einer Industrie, sondern der gesamten Volkswirtschaft aus. Die Befürchtung, die Herr Dr. Arendt von der Schaffung eines englischen Zollverbandes mit seinen Kolonien hegt, ist bei dem jetzt dort herrschenden Reglerungssystem ganz un- begründet. Aber gerade die Rüstungspolitik, die die Herren der Reckten bei uns betreiben, das beständige Schaffen von Reibungen zwischen England und Deutschland, treibt gerade dahin, daß die chauvinistische Politik, die Sie fürchten, wieder ans Ruder kommt.(Sehr wahr I bei den Sozialdcmo- kraten.) Also wir erkennen zwar die Nachteile der Zuckerkonventian, sehen aber in ihr das kleinere Uebel und werden deshalb dafür stimmen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Graf Kunitz(k.): Herrn Bernstein erinnere ich daran, daß gerade meine Freunde vor einigen Jahren eine Herabsetzung der Zuckersteuer beantragt haben.— Eine Kontrolle des infolge der hohen Exportprämie sehr großen Zuckercxports aus Rußland dürste lamn möglich sein; eine Umgehung der Konvention in der Richtung der Ausfuhr.über das Kontingent hinaus wird daher kaum zu ver- hindern sein.(Sehr richtig I rechts.) Abg. Dr. Doorman»(Vp.): Wäre Herr Kollege v. G r a b s k i schon Sonnabend hier gewesen und zu Wort gekommen, so wäre uns wahrscheinlich die heutige Diskussion erspart geblieben. Neue Momente sind in der Debatte nicht hervorgetreten. Wir werden wieder für die Konvention stimmen. Abg. Kleye(natl.) bedauert gleichfalls die Haltung des gentrums und beantragt Kommissionsberatung. Reichsschatzsekrelär Kühn legt dar, daß die Kontroll« der guckerausfuhr in Rußland sehr wohl durchführbar sei. Der Antrag auf Kommissionsberatung wird gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt, die Konvention hierauf in der Gcsamlabstimmung mit großer Mehrheit an- genommen. Alsdann werden die Wahlen der Abgeordneten Jckler(natl.), Schulenburg(natl.), D u n a j s k i(Pole), Dr. E r d m a n n kleines feiiiüetoiv Der Kirchgang. Die Vergnügungsindustrie hat sich dezentrali- siert: die Fremden werden nach wie vor in der Friedrichstadt ge- neppt— aber was ein richtiger W-Berliner ist, findet sein Amüse- mang im Westen. Die Bar: schwellender Kitsch— verlogene Eleganz— eine Lebcwelt, die siur krampfhast die Haltung bewahrt, weil sie am Tage teils„schiebt", teils bürgerlich arbeitet, und nun die schweren Bürden der Vornehmheit auf ihr lasten— weinerlich klingende Kapellen— Tanz(Bauch herein, Brust raus...)-- In jedem dritten Haus. Man erzählt sich folgendes Geschichtchen: Als I. M. die Kaiserin die KaisevWilhelm-Gedächtnistirche besuchte, soll ihr eine Bar am Kurfürstendamm unangenehm aufgefallen sein. Die Kai- serin, die vor ein paar Jahren plötzlich die Existenz der Heimarbeit entdeckt hat, ließ ein paar ungnädige Worte fallen über derartige Institutionen, die sich sogar in der Nähe der Kirchen auftäten.... Jagow. der Schlachtenkundige, war hier nicht zuständig— aber man hat wotjl alles getan, denn die Polizeidirektion Schöneberg geizt feit ein paar Wochen mit den Konzessionen. Der Tanz ist in allen Lokalen eingcichränki, nur an bestimmten Tagen dürfen sich die preußischen Bürger um sich selbst drehen— siegreich rühmen die Glocken des Ewigen Ehre. Natürlich ist es gleichgültig, ob einige Gauner im Frack, lebe- männernde Kommis, Frauenzimmer und ihre männliche Konkur- renz(die sich hier draußen immer stärker bemerkbar macht» an einigen Tagen mit mißmutiger Langeweile den geliebten„Betrieb" vermissen. Aber das Vorgehen der Verwaltungsbehörden ist typisch. Was vorher unbedenklich geduldet wuvde, wird nun, auf einen — Zufall hin(um den lieben Gott aus dem Spiel zu lassen) verlhindert. Die Frommen sehen auch hier nicht weiter, als die spitze Nase reicht: wenn nur Symptome unterdrückt werden I— Nicht der Barbesitzer ist das Karnickel, die Besucher sind es. Man so tun!— Man verbietet de» willigen Kindern, in der Nähe von Kirchen zu wohnen. Die Bars werden geschloffen, weil mancher-"-'"-b-nal zur Ki� geht. Ein Dirigentenrekird. Hans von Bülow definierte einmal den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Kapell- meister.„Ein guter Dirigent hat die Partitur im Kopfe und ein schlechter Dirigent den Kopf in der Partitur." Trotzdem in dieser boshaft pointierten Bemerkung sicherlich ein richtiger Kern steckt. ist die Zahl der bekannten Dirigenten, die größere Orchesterwcrke vollständig auswendig dirigieren, immer kleiner geworden. Man weiß, daß Weingartner die Symphonien Beethovens gern mit voll- ständigem Verzicht auf die Partitur dirigiert, aber sowohl im Theater wie im Konzertsaal ist der Dirigent, der in dem Noten- buche Seite um Seite umwendet, doch die verherrschende Erscheinung geworden. Einen Rekord des musikalischen Gedächtnisses aber stellt dsr bekannte italienische Dirigent Toscgnim gus, der bekanntlich (Soz.) entsprechend dem Antrage der WahlprüfungSkommission debattelos für gültig erklärt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Lesung de» Postetats beim Titel Staatssekretär. Avg. �»ffner(Z.): Tue Deukscbrift über die Entwickelimg unseres Postwesens läßt uns auch einen Rückschluß auf die günstige Ent- Wickelung unseres gesamten Wirtschaftslebens ziehen. Mit vollem Recht wird in der Denkschrift von einem beispiellosen Au f- schwung gesprochen. Dieser Aufschwung ist sicher mit zurückzuführen auf die im Jahre 1909 durchgeführte Sanierung unserer Reichsfinanzen, die unserer Industrie wieder Ruhe und Sicherheit gab.— Die Besoldungsordnung hat nicht alle Wünsche erfüllt, besonders bei den Assistenten; aber angesichts der Erklärung der Regierung, eventuell die ganze Besoldungsreform scheitern zu lassen, mußten die Iveitergehenden Anträge fallen gelassen werden. Aber jetzt lassen sich die finanziellen Ergebnisse übersehen, und deswegen sollte man jetzt die Unstimmigkeiten der Besoldungsordnung beseitigen. Wir beantragen daher für die Altpensionäre eine Erhöhung der Bezüge entsprechend dem gesunkenen Geldwert und eine bessere Bezahlung für die Postschaffner und P o st- a s s i st e n t e n, ohne jedoch die ganze Besoldungsfrage aufrollen zu wollen. Ferner beantragen wir eine Neuregelung der Tagelöhue der im Reichspost- und Telegraphendienst beschäftigten Arbeiter. Die Dienststunden müssen so geregelt werden, daß auf die Möglich- keil einer angemessenen Sonntagsruhe für die Beamten besser Rücksicht genommen wird. Dies verlangt einer unserer An- träge nicht nur für die Postbeamten, sondern für sämtliche im Verkehrsdienst Angestellten.— Die Wohnungsgeld- z u f ch ü f f e für die verheirateten Nnterbeamten find in manchen Teilen des Reiches nicht ausreichend und bleiben hinler denen für die unverheiratelen Beamtinnen zurück. Solche Härten sollte die Ver- waltung auszugleichen bemüht sein.— In der Kommission ist ein von uns eingebrachter Autrag auf Erhöhung des Portos für postlagcrnde Sendungen leider abgelehnt worden. Die Frage sollte doch ernsthaft geprüft werden; denn gerade durch postlagernde Sendungen kommt die pornographische Literatur in die Hände unserer Jugend.(Lebhastes Sehr richtig I im Zentrum.) Gleichzeitig wollten wir durch diesen Antrag erreichen, daß erhöhte Anforderungen an den Postetat durch diesen selbst gedeckt werden. (Zustimmung im Zentrum.) Staatssekretär Kractkc: Eine Verwaltung, die hohe Ueber- schüsse ergibt, kann deswegen ihre Beamten nicht besser stellen; die Ueberschüsse sind, wie Sie wissen, abzuliefern. Wären die Beamten aus den Ueberschüssen zu bezahlen, so könnten z. B. die I u st i z b e a m t e n gar nichts erhalten.(Große Heiterkeit.) Würde die Besoldungsordnung jetzt wieder an einem Punkte durchbrochen, so würde sofort die Hydra mit 1999 Köpfen kommen. Das bitte ich bei den von der Budgetkommission beantragten Resolutionen zugunsten einzelner Beamtenkategorien zu beachten.— In bezug auf die S o n n t a g S r u h e ist verfügt, daß die Unter- beamten von zwei Sonntagen einen ganz frei oder zwei halbe frei haben sollen und die Zahl der Beamten, die ein größeres Matz von Sonntagsruhe haben, ist in beständigem Wachsen begriffe».— Der Wunsch, den Sonntagsdienst eineinhalbfach zu rechnen, und den Nacht- dienst bereits von 8 Uhr an statt von 19 Uhr an zu rechnen, ist mit Rücksicht auf die finanziellen Konsequenzen nicht erfüllbar. Abg. Pauli-Hagenow(k.l: Die Rede des Herrn Z u b e i l sollte wieder nur dazu dienen, die Unterbeamten gegen die Postbehörde aufzuhetzen.(Sehr richtig! rechts.) Den Beweis für seine Behauptung, wir hätten vor den Wahlen den Beamten Ver- sprechungen gemacht, an deren Einhaltung wir jetzt nicht dächten, wird Herr Z u b e i l nicht erbringen können. Wir haben den Beamten keine Versprechungen gemacht, die wir nicht zu halten in der Lage sind.(Na I na I links.) Ich bedauere außerordentlich, daß so viele Beamten mit allerlei Zuträgereien sich an Herrn Z u b e i l gewandt haben. Das beweist, daß diese Beamte» kein Vertrauen zu ihrer Behörde haben.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Sonst würden sie sich an diese wenden. Ich halte es mit der Ehre eines Beamten für ganz unverein- bar, wenn er sich an e i n e n s o z i a l d em o k r a t i s ch e n Abgeordneten wendet.(Lebhaftes Oho l bei den Sozial- demokraten. Bravo I rechts.) Nutzen werden die betreffenden Be- auilen davon sicher nicht haben.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Redner tritt des weiteren für die Wünsche verschiedener Beamten- kategorien ein. Die Erfüllung der hier erhobenen Forderungen der Unterbeamten und Assistenten tvürde 2K Millionen erfordern. Wo wollen Sie die Mittel dafür hernehmen?(Zuruf: Erbschafts- in der New-Dorker Metropolitan Opera wirkt und den man im vergangenen Jahre in Paris und auch in Rom hören konnte. Ein amerikanischer Korrespondent berichtet, daß Toscanini zum Beispiel in der vergangenen Woche in der Metropolitan Opera ohne Partitur und auswendig dirigierte: Puccinis„Mädchen aus dem wilden Westen", Wagners„Tristan und Isolde", Glucks„Orpheus" und Wolf-Ferraris„Neugierige Frauen". Und in der gleichen Woche dirigierte er ebcnialls vollkommen auswendig die Proben zu „Ariane und Blaubart" von Ducas, eine Partitur, die an Kompli- ziertheit wirklich nichts zu wünschen übrig läßt. In der kommenden Woche wird Toscanini die Meistersinger, Toska, Aida und Butterfly dirigieren. Der Verzicht auf die Partitur ist für diesen Dirigenten freilich eine bittere Notwendigkeit; denn Toscanini ist so kurzsichtig, daß eine Partitur auf dem Pult ihm während des Dirigierens wenig nützen könnte. Es mag scheinen, daß dieser Maugel.an Sehkraft auf der anderen Seite die Fähigheit heS musikalischen Gedächtnisses abnorm gesteigert hat. Theater. Freie Volksbühne. Die achtziger Jahre deS vorigen Jahrhunderts waren eine Zeit der literarischen Kompagniegcsckiäste. Die in den sogeuanntcn Grüuderjahcen von Handwerkern zu Fabri- lauten emporgestiegenen Bürger, die reichgewordeuen Terrain- spekulantcn und Börsenjobber fühlten sich noch nicht in der Rolle des Mäcenaten- und Prcinicreittigertums. Sie gingen ins Thealer, um sich zu amüsieren. Und diesem Bedürsuisse trugen die Possen- firmen Blumenthal und Kadelburg. Schönlhan und Kadelburg, Ge- briider Schönlhan mit viel Geschick uud nickt minderem finanziellem Erfolg Rechnung. Die.Freie Volksbühne" hat am Sonntag ihrem Publikum im Thaliatheater den Scköntbauschen Schwank„Der Raub der Sabiuerinnen" aus jener Zeit vorgeführt. Bei aller Lustigkeit bat dieses Slück einen sozialen Einscklag insofern, als es durch lachenden Huniorhindurch uns BIicke'in das Elend deS Schmierenkomödiautenlums lun läßl. Das mag mit ausschlaggebend gewesen sein für die Wahl gerade dieses Stückes, als man daran ging, den Mitgliedern der Volksbühne auch einmal.etwas Lusligcs" zu bieten. Das Publikum nabm denn auch die dargereichle Kofi gern und willig hin und kargle nickl mit seinem Beifall. Die Darstellv>v> war eine norzügliche, flolle uno in allen Teilen wohlabgerundete. Alle Milwirkeuden ' gingen mit Liebe an ihre Aufgabe und es ist schwer, einzelnen vow ihnen den Preis zuznlcilen. Von den Damen verdienen Frida Richard dorn Berliner Thealer als komische alte Professorfrau und Klara B e r g e r vom Neuen Schauspielhaus als urdrolliges Dienst- ' mädchen, von den Herren Fritz Richard vom Deutschen Theater als aller Gymnasialprofessor und Fritz Beckmann vom Folies Caprice, der den Theaterdirektor Striese verkörperte, Anerkennung. x. i. Musik. Die„Komische Oper" gab am Montag mit einer neuen Operette.Die Hexe" ihren Leuten die Aufgabe, einige gute Leistungen an eine verlorene Sache zu wenden. Der Komponist steuerl) Dann beschließen Sie lieber eine Dividenden- steuer, die würde vielleicht noch mehr einbringen. Viel zu gering ist die Entschädigung für Posthilfsftellen. Die Mittagszeiien der Postagenturen und kleinen Postä/nter sollten ein- heitlich geregelt werden mit Rücksicht auf die Telcphonteilnehmer. Al-g. Beck-Heidelberg(natl.): Der glänzende Auffchwung im Bereiche unserer Postverwaltung und die blühende Entwickeiung unseres Wirtschaftslebens ist nicht wegen, sondern trotz der Finanz- reform von 1993 eingetreten.— In dem Tempo der Errichtung neuer Postagenturen und der Umwandlung kleinerer in größere ist leider ein kleiner Rückschlag eingetreten. Die Wünsche der mi tt l er en P o stb e a m t e n halten wir heute noch für ebenso berechtigt wie vor drei Jahren; dem Beamtenbesoldungsgesetz haben wir nur zilgestimmt, um überhaupt etwas zustande zu bringen, aber wir hofften auch, dadurch für die Regierung den Boden zu be- reiten, um den weiter gehenden Wünschen entgegenzukommen.(Sehr richtig! bei den Nattonnlliberalen.) Auch für die Inhaber der Post- agenturen sollte mehr geschehen; sehr vielfach kann man bei ihnen kaum noch von einer Verwaltung im Nebendienst sprechen. Wenn die Sozialdemokratie in den Kreisen der Postbeamten Eingang findet, so ist das mangelnde Entgegenkommen der Verwaltung daran schuld. Vorläufig allerdings ist die Beamtenschaft sich noch ihrer Pflichten gegen den Staat bewußt, und ich bin überzeugt, daß der Abg. Zu b eil sein Material nicht aus Kreisen der Beamten bekommen hat(Zuruf bei den Sozialdemokraten). Gewiß, eS ist liberal, da? Recht der Beamten zu vertreten, und national, auch die Pflicht der Be- amten dem Staat gegenüber zu vertreten.(Lachen bei den Sozial- demokraten.) Auch'die Postbeamten haben das Recht, frei nach ihrem Willen zu wählen und sich auch bei der Agitation zu be- tätigen, selb st verständlich aber innerhalb der nationalen und staatlichen Verpflichtungen.(Leb- hafte Heiterkeit bei den Sozialdemokraten und Zuruf: National- liberale Freiheit I) Redner tritt dann für die Schaffung eines Postbeiratcs, für Berbilligung des Weltpostportos und für Postsparkassen ein. Präsident Kacmpf: Ich habe dem Hause eine schmerzliche Mit- teilung zu machen.(Die Abgeordneten erheben sich von den Plätzen.) Vor wenigen Minuten hat uns die Trauerbotschaft erreicht von dem Dahinscheiden des Alterspräsidenten dieses Hauses, des Ab- geordneten Albert Träger, der seit 1874 ununterbrochen dem Reichstag angehört hat. In diesem Augenblick steigt vor unserem geistigen Auge da? Bild dieses allverehrten Alterspräsidenten auf, der noch vor wenigen Wochen trotz seiner 82 Jahre die Verhand- lungen diese? Hauses in jugendlicher Frische geleitet hat. Dem An« denken an den verehrten Mann, der— ich glaube, in Ihrer aller Sinne zu sprechen— wohl politische Gegner, niemals aber einen politischen Feind gehabt hat, bringen wir unsere Huldigung dar, indem Ivir uns von den Plätzen erheben. An der Bahre des Dahingeschiedenen werde ich mir gestatten, im Auftrage des Reichstages einen Kranz als äußeres Zeichen des An- denkens niederzulegen. Abg. Kiel(Vp.) tritt für die Beseitigung gewisser llnstimmig- ketten im Weltpostverkehr, vor allem für Vereinheitlichung de? Brief- portoS ein. sowie für Wiedereinführung deS Ankunftstcmpels, für den auch die Aeltesten der Kaufmannschaft sich ausgesprochen haben. Ebenso sollte man dem Wunsche nachkommen, bei M a s s e n d r n ck- sendungen einen Empfangschein dem Auftraggeber zu geben, anstatt z. B. 19 999 und mehr Dreipfennigmarken zu kleben. Mit der Portofreiheit der Landesfürsten wird vielfach Mißbrauch getrieben. Aber geradezu ein Unrecht ist es, wenn im Namen eines Landcsfürsten, der üeben seiner regierenden Tälig- keit auch eine industrielle Tätigkeit betreibt(Heiterkeil), geschäftliche Briefe portofrei als fürstliche Angelegenheiten versandt werden.(Zustimmung links.) Ich lege entsprechende Brief- Umschläge aus den Tisch deS HauseS nieder. Staatssekretär Kraetke: Ich werde diesen Fällen nachgehen; sollten sie sich so ereignet haben, wie vorgetragen, so entspräche es nicht dem, was sein soll.— Um größere Vereinheitlichung de? Briefportos im Wellpostverkehr werden wir uns bemühen.— Auf die Marke bei Drucksachen können wir auch bei Massensendungen nicht verzichten. Aber eS ist jetzt eine Maschine erfunden, die zu- gleich mit dem Stempel die Marke ausklebt und die Briefe zählt. Dadurch wird also viel Arbeit erspart werden. Den An- kunftsstentpel können wir nicht entbehren; bei größerem Verkehr sind Vereinfachungen eben dringend notwendig. Herrn Pauli bemerke ich, daß eine Vereinheitlichung der Mittagsstunden in ländlichen Postämtern und Agenturen nach Möglichkeit durchgeführt werden Richard Jäger, der zugleich Textautor ist und überdies die In- szenierung und Orchesterleitung besorgte, ist insofern am meisten zu bedauern, al? ihn mancherlei Entgegenkommen über den Wort seiner Leistung täuschen kann. Die Historie ist die von einem verschuldeten Grafen, der die vornehm tuende Tochter eines Protzenbauern heiraten soll, aber ein mysteriöses, gar nicht hexenhafteS Mädchen als feine eigentliche Geliebte findet. Wozu dann noch ein geduldiger Bauernburfch, einige Husarenoffiziere und sonstige Requisiten deS Textes kommen. Die Musik er- hebt sich kaum mit ein paar Jnsttumentalspäßen über ein Niveau gewöhnlicher Tonfolgen, die auf die Dauer, d. h. nach zwei von den drei Akten, schon wegen ihrer einförmigen Breite wohl nur noch für ein über jede Posscnhaftigkeit lachendes Publikum zu erlragen find. Zwei leidliche Tenore(Karl Meister und Fritz Langen- dorff), ein hübscher Sopran(Käte Helbinjj) in der Titelrolle, eine nette Darstellerin(Mary Martini) m der Partie der Bauerstochter, ein sehr guter Komiker(R.A. RobertS) in der Rolle des GrafenvaterS, nicht zuletzt ein passabler Chorgesang— damit kann ja die Direktion noch einige Zeit lang weiterwirtschaften. KZ. Notizen. — Theaterchronik. Im Friedrich-Wilhelm- städtischen Schauspielhause gelangt am Mittwoch nicht der.Vielgeliebte" zur Aufführung sondern.DaS Leutnantsmündel". — M u s i k ch r o n i k. Mittwoch, abends 8 Uhr, findet im Blüthnersaal der Beethovenabend von Frederic L a m o n d zu populären Preisen statt. — Zum Kapellmeister de» Philharmonischen Orchesters wurde an Stelle Kunewalds Camillo Hildebrand, früher Leiter der Mannheimer Oper und zuletzt Dirigent am Mül- heimer Stadttheater ans drei Jahre verpflichtet. — Vorträge. In der Vereinigung sozialistischer Bücherfreunde häll am Donnerstagabend 3 Uhr im Friedrich- Wilhelins-Hof, Friedrich-Wilhelm-Str. 13, Eduard Bernstein einen Vortrag„Zur Geschichte des Kommunistischen Manifests". — Eine Expedition in# Polargeb'-» wir� Saf Geologische Departement von Kanada entsenden. Sie soll unter Führung von Borup und Mac Millan stehen, die Peary auf seilten Nordpolsahrten begleiteten. Ihre Aufgabe ist die Erforschung des von Peary entdeckten CrookSlandeS; falls dies nicht gelingt, sollen wissenschaftliche Beobachtungen im ElleSmoreland und Grandtland unternommen werden. — Die japanische antarktische Expedition ist nach Wellington zurückgekehrt. Ihr Leiter Shirase teilte einem amerikanischen Pressevertreter mit,� daß sie wichtige Entdeckungen gemacht hätten, vermied jedoch nähere Angaben. Die Expedition war von der Bay von Wales südöstlich vorgedrungen und init LmundsenS.Fram" zusammengetroffen. Teilexpeditionen erforschten daS König-Eduard-Land und die See südöstlich y»» ihm. Vo» Scotts Expeditiov wurde keine Spm zettoKe», foÖ. Herr Beck sagte, eS sekn Beamte versetzt worden, weN ihre pot.i tische Tätigkeit gelvissen Kreisen nicht genehm war. DaS.'st eine schwere Beschuldigung gegen die Postverwaltnng, »nd ich- bitte doch, die Mlle näher zu bezeichnen. Der Abg. Beck sprach alvch von einem Mtztrauen der Verwaltung gegen die Be- oniten. G.'gei! Ansfchreimngen von Beamten wird eingeschritten; aber ei» allgenieines Mitztranen gegen die Beaniten besteht nicht. Abg. Dr. Chlapowski(Pole) führt Beschlocrde über Mcht- bestelluiig von Äriesen und Postkarten mit teilweise polnischer Ansschrift. So ging eine Karte aus Brasilien an die.Gazeta vlabaimeza*. All-magne, nach Russisch-Polen, und von da als u«beftellbar nach Amerika znrück. Bei deutschen Adressen dagegen ist die Post sehr findig. So wurde eine Karte an den Hund Cäsar,. Posen, Wilhelinplatz 18 I, richtig bestellt. Wie die Post auf de» Hund gekonnnen ist(Große Heiterkeit), weiß ich nichts Zu rügen ist auch, daß manche Postbeamten sich als Staatsanwalt fühlen. So wurde ciue Postkarte mit einer satirischen Bemerkimg über den Fürsten Bulow dem Aufgeber als „unzulässig' zurückgegeben.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) — Kontrollierr werden die unter«, Beamten in ganz ungehöriger Weise bei den Wahlen, sowohl bei den öffenrlichen wie auch bei den geheimen. Die Oft marken zu lagen sind ganz unberechtigt; man sagt, sie sind wegen des schwierigen Tienstes in den polnischen Gegenden notwendig. Das ist ganz falsch, denn gerade das polnische Publikum »»acht den Beamten gar keine Schwierigkeiten. Die Ostmarkenzulage bat nur eine politisch» Tendenz; wir werden deshalb für ihre Streichung stimme».(Bravo! be, den Polen.) Abg. Frhr. v. Gamp(Rp.): Die Beamten haben die Zulage jahrelang bekommen, hab»n sich darauf eingerichtet ,md würden bnm Fortfall der Zulagen sehr geschädigt werden. Schaden würden davon natürlich auch die betreffenden Gemeinden, auch die polmichen Kaden. In Preußen mögen zuerst p o l i t i s ch e M o t i v e für die Gewährung der Ofimarteuzulagen vorgelegen haben, aber bei den unwiderruflichen Zulagen in, Reich kann davon nicht die Rede sein. Anträge zun, Etat sollten einer Borbesprechung in der Budgetko„i Mission unterzogen lverden; die Geschäftsordnung sollte in dieser Richtung geändert werden. Meine Freunde be- antragen, alle gestellten Anträge der B u d g e t k o m m i s s i o n zur Berichterstattung zu überweise», damit auch ihre Konsequenzen für andere Etats geprüft werden. Die Gehaltsfrage sollten wir jetzt nicht wieder auf- rollen. Es ist ja dann nicht mit den Postbeamten allein getan, sonden, alle Kategorien würden dann kommen, und dazu haben wir jetzt weder Zeit noch Geld. Staatssekretär Krartke: Der Vertreter der polnischen Fraktion sollte doch die Streichung der Ostznarkenzulage nicht beantragen; Sie werden doch de» Unterbeamten, deren Gehalt nicht sehr groß ist, die Zulagen nicht entziehen wollen, die fle seit Jahren beziehen. Das wäre sehr ungerecht.(Ironischer Zuruf bei den Sozialdemokraten: Sehr ungerecht!) Hierauf vertagt daS HauZ die Weitcrberatung auf Mittwoch 1 Uhr. vorher Schisfahrts- und Handelsvertrag mit Italien und EtatSnotgeseN. Schluß Ys8 Uhr._ parlamentankbes. Aus der Budgctkommission des Reichstages.—' Die Kommission beschäftigte sich DienStag mit dem Etat- no ige setz. Staatssekretär Kühn erklärte, daß die Befürchtun- gen, die gegen die Ermächtigung zu Ausgaben auf unbegrenzte Zeitdauer geäußert worden sind, hinfällig seien. Die der Negio� rung durch das Notgesetz gegebene Ermächtigung könnte sich doch schlimmstenfalls nur auf das Jahr 1S12 erstrecken und auch dann nur, wenn in diesem Jahre ein Etat nicht zustande kommen würde. Abg. Gothein bekämpfte die im Entwurf vorgeschlagene Fassung, die dem Reichskanzler für immer die Ermächtigung gibt, ohne parlamentarische Zustimmung Ausgaben zu machen. Damit wäre das Budgetrecht des Reichstages beseitigt. Des- halb forderte er, die Zeitdauer der Ermächtigung genau zu be- grenzen. Er beantragte, das Notgesetz nur für die Monate April, Mai und Juni zu beschließen. Erzberger stellt sick* der jetzigen Stellung des Zentrums entsprechend, auf die Seite der Re- gierung. Der Antrag Gothein wird gleichwohl mit großer Mehrheitangenommen. Da im Notgesetz auch die ersten Raten für eine große Anzahl militärischer Bauten gefordert werden, ohne daß eine Prüfung der Kostenanschläge sowie der Notwendigkeit der Bauten selbst jetzt bei der gedrängten Zeit möglich ist, entspann sich eine lebhafte Debatte über dieses Verfahren der Regierung, das den Reichstag an diese Bauten bindet, wenn er jetzt die erste Rate per Notgesetz bewilligt. Die Fortschrittliche Voltspartei brachte eine Resolution ein des In- Halts, daß der Reichstag sein Bedauern darüber ausspreche, daß das Notgesetz erst am 21. März dem Reichstage zugegangen ist, ob- wohl die Notwendigkeit zu einem solchen Gesetz schon seit Wochen feststand. Die Kommission erblicke in diesem Verfahren der Re- gicrung eine Gefährdung des Budgetrechts des Reichstages. Die Resolution wird von den konservativen Abgg. Dietrich und Graf Westarp bekämpft, die dem Reichstag das Recht be- streiten, Mißtrauensvoten gegen die Regierung zu fassen. Diet- rich sucht vielmehr dem Reichstage die Schuld aufzuladen, der sich bei den Plenarverhandlungen zu wenig Beschränkungen auferlegt. Von fortschrittlicher Seite wurden die Angriffe der Kon- servativen scharf zurückgewiesen. Genosse Südekum erklärte, daß der Reichstag sehr wohl das Recht habe, Mißtrauensresolutio- nen zu fassen, falls sich die Notwendigkeit hierzu herausstellt. Die Resolution wird schließlich mit 12 gegen ö Stimmen abgelehnt. Nur die Sozialdemokraten und Fortschrittler stimmen dafür. Die Kommission erledigte ferner den Rest des Etats für Togo und den Etat für Neu� Guinea, wobei ein größerer Schutz für jagdbare Tieraren gefordert und die jetzt im Schwünge befindliche gewinnsüchtige Nieoerknallerei bekämpft wurde. Von sozialdemokratischer Seite wurde darauf verwiesen, daß New- Guinea uns bereits viele Millionen kostet, der jetzige und spätere Nutzen in gar keinem Vergleich zu diesen Aufwendungen stehe. Ebenso wurde die steigende Einfuhr von Spirituosen bekämpft, wozu der Staatssekretär bemerkte, daß der höhere Konsum durch die Weißen verursacht werde._ Die Geschästsordnungskommission des Reichstags verhandelte am Dienstag über die ihr vom Seniorenkonvent über- iviesene Frage der Vertretung der Fraktionen in den Kommissionen. Ten Anlaß hierzu hat bekanntlich der Wunsch der Reichspartei ge- geben, die mit einem Bestand von 13 Mitgliedern durch Zuzählung zweier einer Fraktion nicht angehörenden Mitglieder den Anspruch auf Kommissionsberatung erworben zu haben glaubt. Das Ergebnis der Beratungen toar, daß die Geschäftsordnungskommission eine Zuzählung nicht gelten lassen will, sondern lediglich die Mitglied- schaft zur Fraktion oder ein Hospitantenverhältnis. Die An- gelegenheit wurde so dem Seniorenkonvent zurückgegeben. Hus der Partei. Ans den Organisationen. Der Sozialdemokratische Verein für den Wahl- kreis Herford-Halle hielt am Sonntag, den 24. März, seine Generalversammlung in Herford ab. Von 33 Orts- grnppen waren 28 durch S4 Delegierte vertreten; insgesamt waren «4 Personen anwesend. Der Verein vereinnahmte im letzten Halb- jähr 4733,14 M. Tie Ausgabe betrug 4733,01 M.; darunter sind 2424,84 M. Zuschuß zur ReichStagswahl. Die Aussperrung der Tabakarbeiter hat stark hemmend auf die Einnahme gewirkt. Der Reichstagswahlkampf hat 6607,82 M. gekostet. Die Zahl der sozial- demokratischen Stimmen stieg von 5758 im Jahre 1907 auf 9918, das ist um 72 Proz. Der Verein zählte am Schlüsse des Jahres iv 23 Ortsgruppen 1943 Mitglieder unp rpsid 3100 �Polfswacht/Y Mösinesisett svaren im Kreise borhänsicn. Bon den Wählern sind also 19,6 Proz. politisch organisiert und stark 34 Proz. Abonnenten der Partcipressc. Zum Schluß gab der Kandidat, Genosse Hoff- mann, einen„Rückblick auf die Reichstagswahl" und kennzeichnete kurz die politische Lage._ Ein Bezirksbildmigsausschuß für Schlesien. In einer Konferenz der BildungSausschnsse und Parteifunktionäre aus der Provinz Schlesien wurde in Breslau nach einem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Heinrich S Ä n lz über„die Ziele und Organisation des Bildungswesens in Schlesien" und nach lebhafter Aussprache folgender Beschluß gefaßt: 1. Zur planmäßige» Anregmlg und Förderung des Bildung?- Wesens in Mittel- mid Oberichlesien wird ein BezirkSbildungS- auSschuß mit dem Sitze in Breslau eingesetzt. 2. Der BczirksbildiingsaiiSschiitz besteht aus sieben Mitgliedern, von denen drei der Sozialdemokratische Verein, drei das Ge- werkschaflskartell in Breslau wählt. DaS siebente Mitglied ernennt der Bezirksvorstand. 3. Der BczirksbildiinIsauSschnß hält nach Bedarf, mindestens aber jährlich ciiimal eine Konferenz mit den Vertretern der Bildungsausschnsse Mittel- und Oberichlesiens ab. 4. Sämtliche Bilduilgsveranstallungen find organisatorisch und finanziell Sache der einzelnen Orte und Wahlkreise. Der Bezirksbildungsausschuß ist verpflichtet, den Orts- und Wahl- kreisbildmrgkauSschüssen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Neue Fortschritte des Sozialismus in Amerika. Der Bericht der Parteikasse weist für Februar eine Ein- „ahme von 6180,30 Dollar auf. DaS entspricht einer Mit- gliederzahl von 123 034. Nachdem nun auch für den Staat Rord-Carolina eine„Charter" erteilt, d. h. eine anerkannte Organi- satton gebildet worden ist. bestehen jetzt in 46 von 48 Staaten Landesorganisationen der Partei. Nur Delaware und Süd-Caro- lina fehlen noch.— Vom Parteivorstand aus sind im Februar rund 1 200 000 Flugblätter verteilt worden. Der katholische Bischof Matz von Denver hat den Eifer der Sozialisten seinen Gläubigen als Muster hingestellt und erklärt, daß die Sozialisten, die bei der letzten Kongreßwahl weniger als 700 000 Stimmen aufgebracht haben, mehr Literatur verbreiten als die 14 Millionen Katholiken. Zmr Partei übergetreten ist der Senator des Staates Washington Pcder Jensen. In einem Briefe an den Sekretär der Partei, in dem er diesen Entschluß mitteilt, schreibt er u. a.:„Ich habe gesehen, wie man eine Panik nach der anderen auf den Arbeiter losgelassen hat. Ich habe bitterste Not und Elend, arbeitslose Menschen und leere Töpfe fort und fort an mir vorbeimarschieren sehen. Ich mußte mitansehen, wie ein Heim nach dem anderen von Hypothekengläubigern oder dem Steuerexekutor fortgenommen wurde. Und doch habe ich mich immer damit zufrieden gegeben und hungrigen Männern und Frauen denselben blauen Dunst vorgeredet, daß eine Aenderung unseres Zolltarifs„gute Zeiten" bringen, daß die Güte und Gnade unserer Finanziers nach den Wahlen alles zum besten wenden werde. Ich bin zu intelligent und zu ehrlich, um diesen Blödsinn weiter zu glauben und zu verbreiten. Weiß ich doch, daß der Lohn des Ar- beiters durch das„eherne Gesetz" niedrig gehalten wird, daß eS unter dem heutigen System keine Hoffnung für die Arbeiterklasse gibt. Darum bin ich von heute an Sozialist und bitte um nichts Weiteres, als in Reih und Glied mit„meinen eigenen Leuten" zu- sammen arbeiten zu dürfen. Ich komme nicht allein. Tausende klardenkender Männer beginnen einzusehen, daß nur im Sozialis- mus daS Heilmittel einer ordentlichen Reorganisation unseres gegenwärtigen chaotischen Systems liegt." In der großen Industriestadt Seattle im äußersten Nord- Westen(Washington) stieg die sozialistische Stimmenzahl bei den Gemeindewahlen von 4680 im vorigen Jahre auf 16 882 bis 24 341. Erstere Zahl ist als die Parteiabstimmung anzusehen. Bürger- meister wurde ein Bodenreformer. Der frühere Mayor, der dem neuen Gesetze gemäß von den Wählern abberufen worden war. erhielt nur eine geringe Stimmenzahl. Die Entwicklung in Seattle ist durch die Kämpfe der Organisationen um daS Bersammlungs- und Streikrecht stark gefördert worden. Der Sozialismus in der englischen Kriegsflotte. Der„Labour Leader" druckt einen sehr bemerkenswerten Brief eines S c e m a n n s ab, der sich als begeisterten Leser des sozial,- stischen Blattes bekennt und dessen weite Verbreitung unter der Mannschaft rühmt. Er weist darauf hin, daß man sich im Lande und in der Arbeiterbewegung noch zu wenig um die Lebens- bedingungen der Leute kümmere, die um einen elenden Lohn von höchstens 1,70 M. den Tag im Dienste des Landes auf Heimat und Behagen verzichten. Auf dem modernen„Dreadnought", auf dem er diene, seien die Lebensbedingungen der Mannschaft skanda- lös.„Wir sind, etwa 600 Mann, in etwa einem Drittel d«S Raumes zusammengepfercht, ohne alle gesundheitlichen Einrichtungen und fast ohne Ventilation. Wir haben keine genügenden Schlafvor- kehrungen und leben überhaupt unter den denkbar elendesten Be- dingungen. Die anderen zwei Drittel des Raumes sind für die kleinen Götter, genannt Offiziere, vorbehalten, die zum Kom- mandieren geboren sind, wie wir zum Gehorchen." Der Brief- schreiber, der frommer Christ und demgemäß auch Gegner alles Menschenmords ist, berichtet, daß die Friedensgedanken unter den Seeleuten festen Boden gefaßt haben.„Wir stehen im Dienste, weil wir durch Vertrag gebunden sind, aber wir ver- abscheuen von Herzen den Gedanken, unsere Mitmenschen zu töten." Er betont, daß die Mannschaft kein Vereinsrecht habe. Jede Ver- sammlung der„Sklaven der Krone" zur Besprechung ihrer Lage werde als Meuterei bestraft.„Aber eines ist deutlich zu erkennen: 'Die Unzufriedenheit ist im Dienste sehr verbreitet. Binnen kurzem wird die Admiralität sich damit zu befassen haben..... Unsere Dienstverhältnisse auf den Drcadnoughts, für die das Volk fe 40 Millionen Mark bezahlt, sind eine Schande für das Land. Alles mögliche ist getan für die Bequemlichkeit dcr Offi- ziere, und wir, die in Kriegszeiten für das Land zu fechten haben. sind zusammengepfercht wie Vic h." Sollte das nur für die englische Marine geltend Vom Aufschwung der Parteipresse. Gleich einer Reihe anderer Partciblätter hat auch die„Alte n- burger Volkszeitung" im vergangenen Geschäftsjahr eine Vermehrung ihrer Abonnentenzahl zu verzeichnen. Die Zahl der Abonnenten stieg von 7346 auf 9100. Bei der letzten Wahl wurden im Wahlkreise Altenburg 22 237 sozialdemokratische Stimmen ab- gegeben._ Bedels Buch„Die Frau und der Sozialismus" ist jetzt auch in« Hebräische übersetzt. Die Uebersetzung erschien in New Dorh wo das ans Rußland und Polen eingewanderte jüdische Proletariat sehr stark vertreten ist. Genosse Bebel gab die Erlaubnis zur Ueber- setzung in folgendem Briefe: Werter Genosse Feigenbaum. Ich habe gegen die Uebersetzung meines BuckeS„Die Frau und der Sozialismus" ins Jüdische nichts einzuwenden und wünsche Ihrem Unternehmen den besten Erfolg. Mit Parteigruß Ihr A. Bebel. polizelUcbes, Gerfchtlickiee ukw. Ein ZeugniS-ZwangSoerfahren? Dem verantwortlichen Redakteur der B r e S l a u e r„Volks. wach t", Genossen O k o n S k i, ist vom dortigen Kriegsgericht ein Zeugnis-Zwangsverfahren angedroht worden. ES handelt sich um die Veröffentlichung folgenden Rundschreibens: Bezirkskommando I. Persönlich. Breslau, den 12. Februar 1912. Ew. Hochwohlgeboren haben hierunter bis zum 19. d. M. u melden, warum Sie nicht an der Kaisersgeburtstagsfeicr es Offizierkorps des Landwehrbczirks I Breslau am 27. Ja- nuar d. I. im Konzerthause teilgenommen haben, hierbei ist die Behörde. Korporation, an dessen Festessen Sie sich beteiligt Men, anzugehey, p. DaF die militärische BessöKklündüffg sie? Refersseoffizsikke an das Tageslicht kam, ist den Herrschaften natürlich sehr unangenehm und deshalb bemühen sie sich nach Kräften, wenigstens denjenigen zu ermitteln, der das Dokument der„Volkswacht" übermittelt hat. Viel Glück wird das Kriegsgericht damit aber nicht habe«, Hus Industrie und Handel. Hamburg-Amerika-Linie. DaS abgelaufene Jahr 1911 hat den SchiffahttSgesellschaften bedeutende Erträge gebracht, trotzdem der Passagierverkehr zurück- gegangen ist. Der Frachtenvcrkehr hat sich dagegen äußerst günstig entwickelt und der Aufschwung dcS letzten Jahres hält in diese», Jahre weiter an. Um diese Situation, die auch rür außerdeutsche Linien zutrifft, voll auszunutzen, hat der Generaldirerror der Ham- burg-Ainerika-Linie Bcillin seiue schon früher ausgesprochenen Pläne anfgenommen und auf ihrer Grundlage ein Abkommen mir den großen englischen Gesellschaften Cunard Line und White Star Line getroffen.' Die Konkurrenz der Schiffahrtsaesellschastcn unter« einander zwang diese, sehr bald ihre Schiffe infolge größerer Anforderungen an Größe, Schnelligkeit, Luxus auszumerzen, trotzdem die Schiffe noch leistungsfähig waren. Das Uebereinkommen soll daher das Tsnyio und die Größenverhältnisse der Neubauten fest- legen. Mußten Schiffe wirklich ausgeschieden werden, so wurden sie bisher an kleinere Gesellschaften verkauft, wodurch die Großen sich selbst Konkurrenzunternehmungen schufen. Auch dieser„Mißstand" soll beseitigt werden. Ob man' so weit gehen wird, noch gebrauchs- fähige Schiffe ganz zu vernichten und die betroffenen Gelellschaftei, aus einem zu diesem Zweck geschaffenen Fonds zu entschädigen, ist »och nicht bekannt. Auf der gestrigen Generalversammlung der Nord-Amerika- Linie wurde der Antrag auf eine Dividendenzahlung von 9 Prozent (8 und 6 Prozent in den Jahren 191V und 19V9) angenomme». Der Reingewinn der Gesellschaft beträgt 11,49 Millionen(10,18 und 7,6 in den Vorjahren). Der Betriebsüberschub ist von 35,7 Millionen im Jahre 1909 und 42,7 Millionen im Jahre 1910 ans 47,3 Millionen Mark gestiegen. Zu Abschreibungen und Rücklagen wurden ins- gesamt 27,6 Millionen verwandt. Die Anschaffung der neuerworbenen und im Bau begriffene»«, Schiffe� konnte aus den laufenden Ein- nahmen bestritten werden. Der Schiffsparl wurde im Jahre 1911 durch 16 neue Dampfer erweitert; 8 Schiffe schieden dagegen aus. Mi, der Erstellung dreier neuer Riesendmr�fer wurde die Erhöhung des Aktienkapitals um 25 Millionen Marl auf 1S0 Millionen Mark begründet._ „Selbstkostenpreis+ 10 Proz. Nmsatzgebühr vor einigen Jahren kamen ein paar schlaue Geschäftsleute auf den Gedanken, ihr Unternehmen durch einen neuen Reklamctrick „populär" zu machen. Sie gründeten eins„Zentrale für Wein« vertrieb" und verkündeten aller Well, daß diese Zentrale ihre Weine abgäbe„zum Selbstkostenpreis-s- 10 Proz. Umsatzgcbühr". Die Reklame hat gezogen. Man merkt eS an der wachsenden Ausdehnung des Geschäfts und seiner Propaganda. Der Erfolg hat die Gesellschaft sogar veranlaßt, ein Tochterunternehmen zu gründe«, das nur Zigarren vertreibt—„zum Selbstkostenpreis ff- 10 Proz. Umsatzgebühr". Man hatte vergeffen, sich den Trick patentieren zu lassen. Schon find auch andere gekommen und haben ihn sich angeeignet. Es soll hier nicht eröttert werden, ob die neue Preisberechnung wirklich einen Fortschritt bedeutet; ob der Käufer bei ihr tatsächlich besser fährt, als wenn er die Berechnung des Preises nicht so auf« dringlich unter die Rase gerieben bekommt.") Doch auch davon abgesehen, kann man daS neue System in jedem Falle begrüßen: Weil es zum Nachdenken anregt und dieses Nachdenken gute Früchte tragen kann. Manch einer dürfte durch die Reklame veranlaßt werden, sich zu fragen: 10 Prozent .Umsatzgebühr", angepriesen als ein besonderer Borzug? Also weniger als sonst üblich? Was mag denn sonst die fflmsatzgebühr � betragen? Dieser Entgelt nur für die Vermittlung der Ware, die mit ihrer Herstellung gar nichts, aber auch gar nickitS mehr zu hm hat I 10 Prozent und noch mehr— ja, ist daS nicht ein ganz unerhörter Bruchteil des von mir gezahlten Preises, der den eigen:« lichen Produzenten der Ware vorenthalten wird? Bei näherem Zusehen aber wirst Du finden, daß diese 10 Proz. noch das allergeringste von dem find, was von dem Preise der Ware tatsächlich alles denen entzogen wird, die bei der Herstellung mitarbeiteten. Nicht nur der letzte Händler beansprucht seinen An« teil.— ihrer find viele, die eine besondere„Gebühr" fordern oder verlangen, nicht weil sie etwas taten zur Schaffung der Ware, sondern nur. weil sie ihr Kapital in den Dienst der Produktion stellten: ihr Kapital an Geld. Maschinen oder was immer cL fein»nag. Bleiben wlr elnmal bei der Flasche Wein. Sehen wir ab von der letzten, offen angekündeten.Umsatzgebühr'. Da kommt aber schon der Besitzer des Weinberges und verlangt seine Rente für die Hergabe des Bodens; da kommt der Pächter des Landes und fordert eine Vergütung für das„Risiko" seiner Unterzichmung. Da kommen die Lieferanten der Pressen und Fässer und Flaschen— die Zwischenhändler und Fabrikanten—. die Erbauer der Kcllerräume. der Wagen zum Transport, der Lokomotiven und Bahndämme. kommen zehn, zwanzig andere, die nicht niitarbeiteten an der Schaffung des Weines, seiner Abfüllung, Verladung usw.,— die nur die Mittel dazu zur Verfügung stellten, die„Produktionsmittel". das„Kapital". Und sie verlange» dafür einen Preis, einen ZinS, — ein erhebliches Stück von dem Geld, das Du für Deine Flasche Wem bezahlst. Gewiß, einen Teil von dem, was fle erhalten, zahlen fie wieder weiter an die„Arbeit",— an jene, die gegen Lohn in ihren Diensten die Maschine zusammensetzten, das GlaS bliesen, die Häuser bauten, die Pläne ersonnen und entworfen:«inen zweiten mußten sie iveiter geben an die, welche ihnen das Material lieferten und den Transport besorgten; einen dritten Teil aber behielten sie wieder ganz für sich—, als Profit, als Entgelt dafür, daß sie ihr Kapital in den Dienst der Produktion stellten—, um zu den alten Schätzen neue zu werben, ihre Betriebe auszudehnen, immer neue Arbeits« kräste sich dienstbar machen und einen Teil des Ertrages diesg: Arbeit für sich verwerten zu können. Auch jene wieder, die ihnen Material und Werkzeuge lieferten, nehmen mit dem, waSffie dafür erhielten, die Dreiteilung vor: Nur einen Teil der Arbeit, einen zweiten als Zins und Preis an andere einen dritten als eigener Profit... Und immer weiter, immer weiter zieht sich die Kette, die sich ab« leiten läßt ans den, zweiten Teil; die ganze Volkswirtschaft durch« zieht fie. immer noch und immer noch wieder„Umsatzgebühren", Profite spendend. Und zu ihnen alle» muß die Summe beisteuern' die Du für Deine Flasche Wein bezahlst; für den einen ist es ein erheblicher, deutlich erkennbarer Teil des cndgültigrn Preises, find es 10 Proz. und mehr, für den anderen ist eS'ein geringerer.' für den noch entfernteren Unterprodnzenten ein ganz, ganz kleiner, kaum noch berechenbarer Anteil— aber d a ist er und drückt sich auS im Preise der Flasche. Zieh das alles ab, was da in größeren und kleineren Anteilen dem kleinen Kapital als Profit gezahlt wird,— was kann dann noch übrig bleibe», als Anteil der Ar best, die doch allein— im Vereine mit den Gaben der Allmutter Natur— das schuf. waS wir als Wein genießen! Welch' ungeheurex Aufwand ar P-Peit ist nötig, *) Die Berliner Handelskammer hat die Ankündigung:„Selbst. kosten ff- 10 Proz." gutachtlich als unlauteren Wettbewerb be« zeichnet, da der Glauben erweckt werde, Selbstkosten scicu nur der reine Einkaufspreis. Tatsächlich werden von den Firmen natürlich alle Unkosten(auch Löhne, Gehälter, Miete psw. einschließlich der oft recht hohen Spesen für Geschäftsführer) als Selbstkosten berechnet. Das Betliner Landgericht I hat nun gegen das Gutachten kürzlich dahin entschieden, daß ohne weiteres unter Selbstkosten der Einkaufs« preis plus Verkaufsunkosten zu verstehen und daber der Reklametrick »ncht als unlouterer Wettbetverb zu betrachten let, MI» das aufzudrins«n. wa« das Kapell?, btt KapftaNSmuS dtt- schlingt! Die„10 Proz. Umsatzgebühr� sind nur da? erste Glied in der Kette der Profitverteilung. Aber eS ist schon etwas wert, wenn trübe Augen dort, wo sie vorher nichts erblickten, jetzt wenigstens das eine Glied erschauen. Um so leichter ist eS jetzt, von diesem ersten Glied aus die Kette weiter zu verfolgen. Und wer sie siebt, dem must sich mit furchtbarem Ernste die ssrage aufdrängen: Ist sie eine Notwendigkeit und Unabänderlichkeit? Lätzt sich das Gold, das ihre Glieder bildet, nicht denen zuführen, die wirkliq mitarbeiten an der Schaffung der Werte, damit sie eS für sich in kräftigende Nahrung und Kulturgüter ummünzen? ES mutz gehen! Und es geht: Wenn an die Stelle der kapitalistischen die s o z i a l i st i s ch e P r o d u k t i o n tritt, die die Produktionsmittel zum Gemeingut aller macht und sie damit der Macht und Möglichkeit entkleidet, die Arbeit auszubeuten. Em der fraucnbcwcgimof. Das kommunale Wahlrecht für Frauen in Italien. Die Kommission, der der Gesetzentwurf über das kommunale Krauenstimmrecht vorliegt, hat sich zugunsten eines sehr beschränkten und verklausulierten Frauenstimmrcchrs ausgesprochen. Während heute alle Männer, die die vier Elementarschulklasscn absolviert und das 21. Lebensjahr erreicht haben, das Wahlrecht gcnictzen, sollen die Frauen 2a Jahre alt sein und außerdem noch einer der folgenden Bedingungen genügen: sechs Elementarschuljahre oder zwei Mittel- schuljahre absolviert haben, sich durch Veröffentlichungen über den Besitz höherer Bildung ausweisen, über 100 Lire direkte Steuern jährlich bezahlen oder schließlich in der Staats- oder Kommunal- Verwaltung angestellt sein. Das so beschränkte Wahlrecht schließt auch die Wählbarkeit ein. Es ist aber merkwürdig, daß man unter den Frauen ein ausschließlich der Bourgeoisie zu gute kommendes Wahlrecht gerade in demselben Jahre schaffen will, in dem man das Wahlrecht der Männer auf die Analphabeten ansdehnt. Das Fraueuwahlrecht in den Vereilligte« Staate« von Nordamerika vertraten jüngst die Vertreterinnen von zahlreichen Frauenvereini- gungen vor dem Kongreß in Washington. Dem Kongreß liegen verschiedene Anträge vor. die die politische Gleichberechtigung der Frauen fordern. In erster Linie trat der sozialistische Abgeordnete von Milwaukee, Viktor Berger, damit hervor. Komitees des Re- präsentantcnhauseS wie des Senats luden nun die Vertreterinnen vieler Frauenverbände ein, ihre Ansichten über die politische Gleich- berechtigung vorzutragen. Diese Gelegenheit nahmen die Frauen wahr, um einen„großen Tag" in Washington zugunsten ihrer Be- wegung zu veranstalten und die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihre Sache zu lenken. Mehr als 400 Frauen erschienen vor den Komitee? und eine Reihe kurzer, aber eindringlicher und scharf pointierter Reden wurden gehalten..Eine Million Frauen besitzen schon das volle Wahlrecht in den Vereinigten Staaten", so führte die erste Rednerin aus,„und sie werden sich im nächsten Herbst an den Präsidentenwahlen beteiligen. Außerdem stimmen über 500 000 Frauen in Gemeindewahlen mit. Warum wird das Wahlrecht den übrigen Frauen vorenthalten?"— Eine Rednerin erklärte, daß acht Millionen Frauen in den Vereinigten Staaten gewerblich tätig seien und politische Macht zur Wahrnehmung ihrer Interessen unbedingt brauchen.— Andere wiesen darauf hin, wie die Sorge um das Wohl der Kinder, uni Hau» und Familie immer mehr zur öffent- lichen Angelegenheit wird, daß trotzdem die Frauen aber kein maß- gebendes Wort dazu zu sagen hätten.— Wieder andere hoben die reiche Arbeit der Frauen am ganzen Leben der Nation hervor und verlangten das Mitbestimmungsrecht in allen Angelegen« heiten der Nation.— Eine unmittelbare Wirkung auf die Gesetzgebung darf man sich natürlich von dieser Vernehmung der Frauen vor den Kongreßkomitees. nicht versprechen, aber sicher- lich eine Förderung der Sache der Gleichberechtigung, denn die ge- samte Presse nahm ausführlich Notiz von diesem Vorgang in Washington und trug ihren Lesern die Gründe der Frauen vor. Vorläufig müssen die Frauen noch in den einzelnen Staaten, von denen sie erst sechs erobert haben, noch viel Pionierarbeit ver- richten, ehe sie hoffen können, daß die BundcSgesetzgebung zu ihren Gunsten umgestaltet wird._ Die Getne!ndewa!)ibewegung. Sroß-Lichterfclde. Heute nachmittag soll die Entscheidung fallen, ob unser Kandidat Genosse C. Wenzel oder sein bürger» licher Gegenkandidat gewählt wird. Die Gegner machen die größten Anstrengungen, um uns das Mandat streitig zu machen. Jeder einzelne Genosse muß daher nach besten Kräften seine Pflicht erfüllen. Desgleichen wird die Arbeiter- fchaft Groß-BerlinS ersucht, daß sie Groß-Lichterfelder Arbeiter auf ihre Wahlpflicht aufmerksam macht. Wenn jeder aus dem Posten ist, dann ist die Wahl gesichert. Wahllokal: Hertel, Zehlendorfer Str. ö. Wahlzeit: nachmittags Z— 8 Uhr. Genossen, welche an der Wahlarbeit teilnehmen, treffen sich um >/j8 Uhr bei Wahrendorf, Bäkestr. 7. Hohenneurndorf fNordbahn). Heute, Mittwoch, nach- mittags von 4— 8 Uhr. findet für die dritte Wählcrklasse die Stichwahl zur Gemeindevertretung zwischen unserem Genossen H o f f m a n n und dem bürgerlichen Kandidaten Rostock statt. Da bei der Hauptwabl die Beteiligung eine sehr schwache war. muß das Versäumte heute nachgeholl werden. Wir ersuchen daher alle Partei- genossen, die mit Hohenneuendorfer Wählern zusaminenarbeiten. die- selben au ihre Wahlpflicht zu erinnern. Bruchuiiihle. Durch das gesetzwidrige Verhalten des Gemeinde- Vorstehers konnten bekanntlich die Verlreterwahleu nicht stattfinden. Tie Wähler halten dadurch unnötigerweise einen halben Tag versäumen müssen. Wer nun glaubte, der Herr Genieindcvorsiehcr würde die durch sein Perhalten nochmals erforderlichen Neuwahlen an einem Sonntag stattfinden lassen oder die Wahlzeit wenigstens in die Abendstunden verlegen, hatte sich gründlich getäuscht. Die Neuwahlen finden am Freitag, den 29. März, nach- mittags 3 Uhr, im Schulgebäude statt. Alle Wähler werden ersucht, pünktlich zur Stelle zu sein. Die in Berlin arbeitenden Wähler müssen den Zug 1 Ubr 39 Min. vom Schlesischen Bahnhos benutzen. Wenn jeder seine Pflicht erfüllt, ist der Sieg unser. Wahlergebnisse. MarkgrafpieSke. Einen glänzenden Sieg errangen unsere Genossen bei der am Sonntag stattgefundcnen Gemeindewahl. In der dritten Abteilung wurden unsere Kandidaten Gustav G r a S n i ck und Richard Pätel, in der zweiten Abteilung die Genossen Wilhelm Niegel l und Otto Schröder und in der ersten Ab- teilung Genosse Max Krüger gewählt. Mit letzterem ist nun- mehr der zweite sozialdemokratische Vertreter in die erste Klasse ein- gedrungen. Von der ans 29 Personen bestehenden Gemeinde- Vertretung leinschließlich Gemeindevorsteher) gehören allein 12 der Sozialdemokratie an. Raven. Bei der am Sonntag stattgefmidcnen Wahl übten von SOö Gemeindcwählern 73 ihr Wahlrecht aus. Gewählt wurde in der dritten Abteilung der Genosse Hermann Bild mit 45 Stimmen. Gegner waren nicht aufgestellt. In der zweiten Abteilung wurde Senosie Ferdinand Pohle mit 18 Stimmen gewählt. Der bis- herige Vertreter Maurer Fritz Zeige erhielt 19 Stimmen. In der ersten Wteilung wurden die Landwirte Adolf Eraßke und Reinhold Klawe mit je acht Stimmen gewählt. Bon 15 Sitzen der Gemeinde- Vertretung haben unsere Genossen jetzt sieben inne. Rowawes. Bei der am Dienstag stattgefundenen Gemeinde- Vertreterwahl wurden für den sozialdemokratischen Kandidaten Ge- nossen Ebel 371, für den bürgerlichen Kandidaten 12 Stimmen ab- gegeben. Die Sozialdeniokratie erhielt an den beiden Wahltagen zusammen bisher 784 Stimmen, während es die Bürgerlichen auf nur ganze 24 Stimmen brachten. Heute Mittwoch, den 27. März, findet die Wahl für die Wähler statt, deren Namen mit den Buchstaben R bis Z beginnen. 8o2ia!es. Landarbeiter als weiße Sklave«. Unser Bruderorgan die„Mecklenburgische Volkszeitung" veröffentlicht folgendes Schriftstück, das an die Landwirte in Mecklenburg gesandt wird: „Zum 16. März 1912 war eine Versammlung über anliegende Bedingungen betreffend Arbeiterfragen nach Rostock eingeladen. Nach eingehender Beratung und Besprechung haben von zirka 269 anwesenden Herren 215 Herren sich durch Namensunterschrift verpflichtet, den anliegenden Bedingungen beizutreten. Euer Hochwohlgeboren werden höflichst ersucht, da Sie nicht persönlich in Rostock anwesend waren, nachträglich Ihr Ein- Verständnis zu der Durchführung der beiden Beschlüsse auf unten stehendem Formular durch Namensunterschrift zu erklären, außer- dem die beiden Beschlüsse zu behalten und die unterschriebene Er- klärung an Herrn Oekonomierat Ohloff-Kösterbeck bei Rostock zu senden.— Sollten Sie wider Erwarten mit den Beschlüssen nicht einverstanden sein, so werden Sie gebeten, nicht nur das bei- liegende Formular, sondern alle hierauf bezüglichen Schriftstücke so bald wie möglich zurückzusenden. Im Auftrage der Versammlung Ohloff-Kösterbeck bei Rostock i. M. Hier abtrennen und mit Namensunterschrift zurücksenden an... Herrn Oekonomierat Ohloff, Kösterbeck b. N. i. M. Ich verpflichte mich, die Beschlüsse a) über eigene Arbeiter d) über fremde Arbeiter inne zu halten. (Ort und Datum.)(Unterschrift.) In der am Sonnabend, den 16. März 1912, in Rostock abgehaltenen Versammlung, in welcker eine Besprechung über Arbeiterfragen stattfand, wurden folgende Beschlüsse gefaßt, welche innezuhalten sich die Unterzeichneten verpflichten. I. Für eigene Arbeiter, Tagelöhner und Deputatisten. Es bleibt jedem Arbeitgeber überlassen, ob er Tagelöhner oder Deputatisten wegen ihrer Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie oder zu einem von dieser ins Leben gerufenen Konsumverein oder wegen sozialdemokratischer Umtriebe entlassen will. Sind jedoch auf irgend einem Gute Arbeiter aus obigen Gründen gekündigt worden, so erscheint es im Interesse jedes einzelnen Arbeitgebers dringend nötig, daß solche Leute, die den Keim der Unzufriedenheit und die Verhetzung in den neuen Betrieb zweifellos hineintragen würden, nicht anderswo aufgenommen werden. Die unterzeichnelen Herren sind sich dieser Gefahr bezw. der Notwendigkeit ihrer Abwehr voll bewußt, doch muß unbedingl einheitlich vorgegangen werden, damit auch die Herren aus anderen Gegenden sich ver- anlaßt sehen, der Verabredung beizutreten. Die unterzeichneten Herren verpflichten sich aus obigen Gründen, gelündigte Arbeiter nicht bei sich einzustellen. ES wird hinzugefügt, daß Arbeiter, die den Nachweis führen, daß sie ihre Verbindung zur Sozialdemo- kratie gelöst haben, wieder angenommen werden dürfen. II. Für fremde Arbeiter. Spätestens nach dem 1. April 1913 dürfen sogenannte fremde Arbeiter, die einem von der Sozialdemokratie ins Leben gerufenen Konsumverein oder sonstigen sozialdemokratischen Verein an- gehören, nicht beschäftigt werden. Den fremden Arbeitern ist dieser Beschlutz bekannt zu geben. Die Unterzeichneten verpflichten sich, hiernach zu handeln. Diese Vereinbarung läuft vom 1. April 1912 bis 39. Juni 1V14. (Unterschristen.) Diese Schriftstücke dokumentieren aufs neue den agra- rischen TerrorismuS und den Kampf der Großgrundbesitzer gegen Arbeitswillige, die ihr Menschenrecht verteidigen. Selbst- verständlich sind die„Verpflichtungen" nichtig, weil sie gegen die guten Sitten verstoßen. Außerdem sind die Herren Agrarier, die diese schlvarzen Listen in Szene setzen, solidarisch für allen etwa einem Landarbeiter aus der frechen Boykottie- rung folgenden Schaden voll verantwortlich. Die Land- arbeiter mögen aus dem Zusammenschluß der Großgrund- bcsitzer aufs neue entnehmen, wie notwendig es ist, daß sie sich mit ihren Arbeitskollegen organisieren. Der organisierten Arbeiterklasse gegenüber sind auch die agrarischen Hetzer machtlos._ Einengung 6(8 Begriffs des Hausbesitzers im Sinne der Gcmeindeordnnnge». Im Wahlbezirk Schwarzwald der Stadt Beuthen tvar in der dritten Abteilung bei den Stadtverordnctcnwahlcn als Hausbc- sitzcr— es war ein Hausbesitzer zu wählen— Herr Fischer ge- wählt worden. Er war ins Grundbuch als Eigentümer eines Hauses eingetragen. Der Bezirksausschuß erklärte seine Wahl aber für ungültig, nachdem er folgendes- festgestellt hatte: Das Grundstück gehörte der kommunalpolitisch stark interessierten„Ober- schlesischen EisenbahnbcdarsS-Aktiengesellschaft". Sie hatte es dem Fischer grundbuchlich zu Eigentum aufgelassen. Die ganze Ver- waltung des Hauses loar aber in den Händen der Aktiengcsell- schast verblieben. Fischer duxfte auch die Mieten nicht für sich vereinnahmen, sondern die Mieten gehörten der Gesellschaft. Auf der anderen Seite hatte allerdings die Gesellschaft Herrn Fischer bestätigt, daß er das Haus jederzeit verkaufen könne.— Der Be- zirtsausschutz ging nun bei seinem Urteil davon aus, daß Fischer unter den obivaltenden Umständen nicht als Hausbesitzer im Sinne der Städteordnung gelten könne. Als tatsächliche Eigentümerin sei die Aktiengesellschaft anzusehen. Es käme nicht auf das formale Eigentum an, sondern auf den materiellen Inhalt des Eigentums. Das Obemrwaltungsgericht bestätigte am Freitag dieses Urteil. ES führte aus: Der Grundsatz, der der Entscheidung zu- gründe liege, beziehe sich sowohl auf den Begriff des Hausbesitzers im Sinne der Städteordnungen, welche das Hausbesitzerprivileg kennen, als auch auf den Begriff des„Angesessenen" im Sinne der verschiedenen Landgemeindcordnungen. Der Senat gehe davon auS, daß der Begriff Hausbesitzer und Angesessener im Sinne dieser Ordnung sich nicht ohne weiteres decke mit dem nackten privatrechtlichen Verhältnis, das sich in der grundbuchlichen Ein- tragung ookuinenticre. Bei der Beurteilung dürfe das öffentlich- rechtliche Moment nicht ausgelassen werden. Wo den„Hausbe- sitzern" bezw.„Angesessenen" ein Privileg geschaffen sei, da sei man davon ausgegangen, daß sie ein besonderes festes, inneres Band mit den Interessen der Gemeinde verknüpfe. Dem entspreche aber nicht ein Tatbestand, wo die Beziehung zwischen Person und Gemeinde sich lediglich auf das gnmdbuchlich formelle Eigentum beschränke, während jedes Interesse am Gegenstand des Eigen- tumS und damit der vorausgesetzte besondere innere Zusammen- hang zur Gemeinde fehle. So sei es aber hier. Fischer sei ledig- lich ins Grundbuch eingetragen, zahle aber nicht die Steuern für das Grundstück, ziehe nicht die Mieten daraus, habe nicht die Verwaltung und wohne uichi im Hause. Alles fei der Aktienge- sellfchaft verblieben und bezüglich seiner komme nur das nackte privgtre.chtliche Verhältnis de; srundbgchliche« Eintrsgung alz Eigentümer In Betracht, ohne Laß er icgenhem Interesse am Hause habe. Er sei nicht Hausbesitzer im Sinne der Städteordnung. Wollen die Entscheidungsgründe lediglich besagen, daß ein Scheineigentum borliege und deshalb die Eintragung unerheblich sei, so entspräche diese Auffassung der ständigen Rcchtsauffas'ung und Rechtsprechung. War aber das Eigentumsrecht ernstlich über- tragen und hat das Oberverwalhingsgericht nur angenommen, das Eigentum sei keins im Sinne der Geineindeordnungen, weil der Eingetragene einen Vertrag über die Einnahmen und Ausgaben des Hauses zugunsten eines Dritten abschloß, so wäre das eine neue, durch nichts gestützte Einengung des Hausbesitzerbegrifft. Alltäglich luerden von Eigentümern zugunsten Dritter— in der Regel um einer Zwangsverwaltung des Grundstücks zu entgehen— ähnliche Verträge- geschlossen, ohne daß irgendein Gericht je an- genommen hätte, der eingetragene Eigentümer sei nicht Eigen- tümer._ Milchwucher. Mit der stetigen Zunahme der Ertverbsarbeik verheiräteier Frauen und Mütter, was eine Behinderung der natürlichen Er- nährung der Säuglinge im-Gefolge hat, gewinnt die Tiermilch als Ersatz eine immer größere Bedeutung. Die Abwendung vom Fusel- genuß steigert ebenfalls die Nachfrage nach Milch. Deren Konsum ist denn auch in den letzten Jahren nicht unbeträchtlich gewackien. Gleichzeitig wurde ihr Preis in die Höhe geschraubt. Im rheinisch- westfälischen Jndustrierevier kostete der Liter Milch vor nicht zu langer Zeit noch 18 Pf. ins Haus gebracht. Jetzt werden durch- gängig 24 Ps. verlangt. Von welch volksfreundlichen, dem Allgemeinwohl dienenden Absichten die Agrarier beseelt sind, kam in der letzten Generalversanimlung des„Belgischen Milchverwertungs- Verbandes" recht drastisch zum Ausdruck. Der Vorsitzende warnte vor einer—„Milchschwemme"! Um solche zu verhüten, solle mau die Milch zurückstellen. Eins Verminderung des Milchviehes sei schon in Erwägung gezogen. Unter allen Umständen müsse der hinaufgeschraubte Preis gehalten werden. Sind das nicht edle An- sichten? Lieber die Milch den Säuen geben, als sie den armen Stadtkindern 1 Pf. billiger zu überlassen. Solches Gebaren ist nicht allein kraß egoistisch, es ist direkt ein Verbrechen am Volks- Wohle. So machen es die Agrarier, deren Not von christlichen Ge- Werkschaftsführern in aufdringlicher Weise geschildert wurde, um Proteste der katholischen Arbeiter gegen die Zoll- und Steuerpolitik des Zentrums zu verhindern. Sericdts- Leitung. Der Streikposten als— Verkehrshindernis. j Wieder einmal mutz das„Verkehrshindernis" herhalten, Ar» beitern die Ausübung ihres Koalitionsrechtes zu verkümmern. Es hatte sich gestern vor der 143. Abteilung des Amtsgerichts Bcrlin-Mitte der Maschinenmeister Otto Knorr unter der furcht- baren Anklage zu verantworten, am 26. Januar d. I. auf den Büvgersteig in der Marienstraße gestanden und dadurch ein„Ver- kehrshindernis" gebildet zu haben! Schier unglaublich erschien es allen Zuhörern, daß ein solcher Mensch noch nicht einmal vorbestraft war. An jenem Tage aber ereilte ihn die strafende Nemesis in der stark in die Breite gegangenen Person eines Schutzmanns Kraft, der den Angeklagten ob der oben genannten Tat fest- nahm. Der Angeklagte gab an, er habe mit einem alten Bekannten auf der Straße gestanden; er stand auf dem Fahrdamm, der andere auf der Bordschwelle. Als sie sich verabschiedet hatten, sei er, der Angeklagte, quer über den Bürgersteig gegangen und da sei der Schutzmann auf ihn zugetreten und habe im Unteroffizierston zu ihm gesagt:»Sie hindern hier den Berkehr! Jetzt ver- schwinden Sie mal gleich aus der Marienstrahe!" Der Angeklagte verbat sich den Ton, worauf der Schutzmann ihn aufforderte, sofort die Marienstraße zu verlassen. Als er nickst sofort ging, habe ihn der Schutzmann in den Rücken gestoßen und ihn mit zur Wache genommen. Auf Befragen durch den Vorsitzenden gab der An- geklagte noch an, es sei damals in der Hagelbcrgschen Papierfabrik in der Marienstraße gerade Streik gewesen; er habe auch Streik- Posten gestanden, aber an jenem Tage nicht. Interessant war nun die Vernehmung des Zeugen Schutzmann Kraft. Er hat eine sehr kräftige Stimme. Er erklärte:„Ich war damals in der Marienstraße stationiert, weil bei der Firma Hagelberg gestreikt wurde." Der Angeklagte war ihm bekannt; er hatte ihn schon an mehreren Tagen Streikposten stehen sehen. Diese Tatsache genügte dem Hüter von Ordnung und Sicherheit, dem Angeklagten das Verweilen auf der Straße zu verbieten. Der Angeklagte hätte laut skandaliert, so daß ein Auflauf entstanden wäre.— Ein anderer Zeuge, der Rohrleger Kopecz, bekundete, es seien höchstens drei bis vier Leute stehen geblieben. Der Amtsanwalt hielt den Angeklagten für überführt, drei verschiedene Uebertretungc» begangen zu haben. Erstens war er ein Verkehrshindernis(kostet 19 M.), zweitens hat er der Auf. forderung, fortzugehen, nicht Folge geleistet(kostet wieder 19 M.) und drittens hat er groben Unfug verübt, indem er skandalierte, so daß die Leute stehen blieben(kostet nochmals 19 M.). Also verdiene der Sünder eine Geldstrafe von 39 M. eventuell sechs Tage Haft. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Frey, hob in seinem Plaidoyer hervor, daß das Trottoir in der Marienstraße drei Meter breit sei; ein Mensch könne also auf einer so breiten Straße lein Verkehrshindernis bilden. Andererseits aber bc- findet sich in derselben Straße eine Pferdehandlung und täglich und stündlich werden von diesem Geschäft auf der Straße junge feurige Pferde eingefahren— das bildet aber nach Ansicht der Polizei kein Verkehrshindernis! Der Schutzmann Kraft gehöre jener Polizeiwache in der Albrechtstraße an, wo nach einem Bericht im„Vorwärts" die ärgsten Ausschreitungen vorgekommen wären, die von demselben Gericht festgestellt sind. Das Gericht habe sich auch selbst von der, gelinde gesagt, kräftigen Stimme des Herrn Kraft überzeugen können, so daß der Angeklagte durchaus bc- rechtigt war, sich einew solchen Ton gegen ihn zu verbitten. Er beantragte deshalb die Freisprechung Das Gericht verurteilte den Angeklagten töegen der„Behinderung des Verkehrs" und wegen des Widerstandes zu je 5 M., insgesamt also 19 M. Geldstrafe. Von der Anklage des groben Unfugs wurde der Angeklagte freigesprochen, da auch das Gericht für erforderlich erachtete, daß der Schutzmann in höflicherem Tone mit dem Angeklagten reden müsse. Von einem Auflauf könne keine Rede sein; einige Leute bleiben aus Neugierde immer stehen, wenn ein Mann festgenommen werde. „Die Straße dient lediglich dem Verkehr," meinte mal Herr v. Jagow: Welche Verkehrtheit dann, den den Bekehr Ausübenden von der Straße zu weisen. Aber das„Verkehrshindernis" war ein Streikposten. Ach so ja dann dient die Straße dem Unter, nehmertum. Die Wahl zwische« ZivilversorguitgSschei« und Unfallpenssim. _ In einem Rechtsstreit gegen den ReichssißkuS machte der Kläger, der Feuermeisterobermaat bei der Kaiserlichen Marine war, Ansprüche auf Zahlung ihm zustehender Gelder aus dem Unfallfürsorgegcsetz vom Jahre 1886 geltend. Kläger hatte im Jahre 1889 im Dienste einen Unfall erlitten und war mit dem Zfi-ilversorgungsschein und einer Pension von 18 M. monatlick entlassen worden. Er stand nur ein Jahr lauf Grund des Zivil- Versorgungsscheines in Dienst. Neuerdings verlangte er Nach- zahlung einer monatlichen Rente in Höhe von 59 M. von 1896 an >- für die vorhergehende« Jahre ist Verjähruog eingetreten da er gesetzNch den für Hn günstigsten Satz zu beanspruchen habe. N«ch dem Unfallfürsorgegesetz könne er aber SSzj Proz. feines Diensteinkommens verlangen. Der Reichsfiskus verweigerte die Lahluny. Er führte aus, daß er es dem Kläger seinerzeit beim Ausschelden freigestellt habe, zwischen der gesetzlichen Pension von 18 M. und dem Zivilversorgungsschein ober der Pensionierung nach dem Unfallfürsorgegesetz zu wählen. Der Kläger habe sich damals endgültig für den Zivilversorgungsschein entschieden und könne nun nach der anderen Richtung keine Ansprüche geltend machen.— Das Kammergericht zu Berlin, das die Ansprüche deS Klägers als rechtsgültig erklärte, führte aus, es könne darüber dem Beamten kei» Wahlrecht aufwiegt werden, vwimehr müßten nn. bedingt die gesetzlichen Vorschriften Platz greifen.— Der Reichs» fiskuS hatte Revision beim Reichsgericht eingelegt und unrichtige Anwendung der Gesetze gerügt. Das Reichsgericht hat die Revision zurückgewiesen und das Urteil des Kammergerichts � damit be statigt.(III. 306/11 Urteil vom 20. März 1912.) Zu Unrecht verbotenes Gcwerkschaftsfest. Genosse Bode zu Hörden bei Leeste hatte als Beauftragter der Gewerkschaftskommission zu Leeste beim Landrat zu Shke für den ?1. August 1910 die Genehmigung zu einem öffentlichen Aufzug und zu einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel, die bei Gelegenheit des alljährlichen Gewerkschaftsfestes geplant waren, nachgesucht. Obwohl nun das Oberverwaltungsgericht durch Urteil vom 17. Juni 1910 das Verbot des in gleicher Weise für das Jahr 1909 geplanten Gewerkschaftsfestes aufgehoben hatte, weil absolut kein Grund gegeben gewesen sei, eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit anzunehmen, verbot der Landrat doch wieder das Fest. soweit eS in einem öffentlichen Aufzuge und in einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel bestehen sollte. Er griff auf alle Reibereien und Katzbalgereien, die in der Gegend innerhalb verschiedener Jahre vorgekommen sein sollten, zurück und frisierte sie als Vorkommnisse, bei denen der angebliche Gegensatz zwischen sozialdemokratischen und anderen Bevölkerungsschichten zutage ge» treten sein sollte. Der Regicrungspriisident und der Obcrpräsident zu Hannover verwarfen die Beschwerden Bodes, worauf dieser beim Oberver- waltungSgcricht klagte. Das ObcrverwaltungSgericht erhob noch Beweis. Die Sache wurde zu diesem Zwecke zweimal vertagt. Das Ergebnis der Be- weiSerhebung war erstens, daß die meisten Zeugen überhaupt nichts genaues mehr wußten, und daß, soweit noch etwas bekundet werden konnte, sich über die Art der Entstehung einiger Reibereien sich nichts feststellen ließ. So konnte in der letzten Sitzung des ersten Senats des Oberverwaltungsgerichts, in der die Angelegen- heit erledigt wurde, Rechtsanwalt Dr. Behrens als Vertreter des Klägers Bode feststellen, daß von den„Gründen" de? Landrats nichts übrig geblieben sei, als eine ganz allgemeine Befürchtung, eS könnte zu Reibereien kommen. Eine solche allgemeine, nicht durch Tatsachen gestützte„Befürchtung" reiche aber nicht aus zu dem Verbot. Das OberverwaltungSgericht hob denn auch am 9. März die Befchwerdcbescheide auf und setzte die Berbotsverfügung deS Land- rats außer Kraft. DaS Oberverwaltungsgericht steht auf dem Standpunkt, daß der ganz allgemeine politische Gegensatz zwischen verschiedenen Schichten der Bevölkerung nicht ausreiche, eine Be- fürchhing der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit im Sinne des VcreinSgesetzes zu begründen. Die Behauptung der Gefahr müsse vielmehr durch Tatsachen belegt sein, auS denen sich nach vernünf- tigem Ermessen eine nahe Möglichkeit der Verwirklichung der Ge- fahr ergebe. In der Beziehung habe aber hier die Beweiserhebung im wesentlichen ein negatives Ergebnis gehabt. DaS Verbot sei unbegründet. lva» Ergebnis und M« VwgNchkeft WS»»ev«»»�uechftgte» Verbots zeigt, wie notwendig«in« zivilrechtliche und strafrechtliche Haftbarkeit der Beamten ist, die das Verbot erließen oder billigten. Di« bürgerlichen Parteien lehnten leider bei Beratung des Reichs- Vereinsgesetzes einen dahin gerichteten Antrag der sozialdemokrati- schen Fraktion ab. Ruq aller(Zielt. Die pariler Hutoapachen. Die gestern von unS gemeldeten Gewalttaten der Räuberbande, die mit Hilfe eines geraubten Automobils den Ueberfall auf die Bankfiliale in Chantillh unternahm, hat in der Pariser Bevölkerung um so größere Erregung hervorgerufen, als alle Bemühungen der Polizei, der Verbrecher habhaft zu werden, sich seit vier Monaten als vergeblich erwiesen haben. Die Banken, die schon anläßlich der Ueberfälle auf mehrere Kassenboten Vorsichtsmaßnahmen angeordnet haben, beab sichtigen besondere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze ihrer Zweiganstalten zu treffen. Auch die Juweliere, die durch die mit unerhörter Verwegenheit verübten Anschläge der Automobilbanditen lebhaft beunruhigt sind, beschäftigen sich mit dem Plan, besondere Schutzmaßnahmen zu treffen. Die Sicherheitsbehörden haben die Ueberwachung sämtlicher Pariser Bahnhöfe durch Munizipalgardisten angeordnet. Ebenso werden sämtliche Pariser Tore von der Polizei streng überwacht. Inzwischen hat ein neue? Verbrechen im Auto mobil die Erregung der Pariser noch gesteigert. Am Montag abend gegen acht Uhr fuhr ein Automobil über die Puteaux- brücke. In dem Wagen saßen drei Personen, von denen eine um Hilfe rief. Auch eine mit Chloroform durchtränkte Maske wurde aus dem Wagen hin ausgeworfen. Polizeibeamte zu Rad nahmen die Verfolgung deS Automobils auf, konnten eS aber nicht einholen. Alle Bemühungen der Sicherheitsorgane, die Verbrecher zu fangen, sind bisher erfolglos geblieben. Die Societe Generale, deren Kassenbote Caby beraubt wurde, und ihre Zweiganstalt in Chantillh, dem Schauplatz der Bluttat der Automobilbanditen, haben eine Belohnung von 100000 Frank demjenigen zuge- sichert, der durch seine Angaben die Verhaftung der Ver- b r e ch e r ermöglicht./ Die zu einer öffentlichen Kalamität gewordenen DicherheitS- zustände in und um Paris wurden am Schlüsse der Montagsitzung der französischen Kammer von dem radikalen Abgeordneten Franklin-Bouillon gegeißelt. Der Redner kritisierte scharf die Zustände auf der Polizeipräfek-tur, die er als a n a r ch i st i s ch bezeichnete. Der Minister des Innern Steeg nahm die Polizei in Schutz, gab jedoch zu, daß eine größere Uebereinstimmung in der Tätigkeit der verschiedenen Ab- te?lungen wünschenswert sei, und erklärte, daß die Regierung un- gesäumt alle notwendigen Maßnahmen treffen würde, um die Wiederholung so schauerlicher Verbrechen zu verhindern. In Ver- folg dieses Versprechens hat der am Dienstag tagende Ministerrat beschlossen, bei der Kammer einen Kredit von ungefähr einer Million Frank nachzusuchen zur Vermehrung der Gendarmerie sowie zum Ankauf von Automobilen. DaS Lawinenunglück am Hochschneeberg. Wie bereits gestern gemeldet, ist«ine auS 11 Personen be- stehende Gesellschaft, die unter Leitung deS Wiener Bezirksrichters Hacker eine Skitour auf dem Hochschneeberg bei Wien unternahm, von einer Lawine verschüttet worden..Nur eine Destnehmerln an der Tour konnte stch retten, bbe Übrigen We» schütteten wurden als Leichen geborgen. Nach der Unglückstätte am Serpcntinweg zwischen Kaiserstein und Klosterwappen sind im Laufe der Nacht und Dienstag ftüh aus Wien und Wiener-Neustadt zahlreiche Rettungsex pedi- t i o n e n abgegangen. Umfangreich sind auch die von militärischer Seite getroffenen Maßnahmen. Die Mannschaften sind sämtlich Skifahrer. DaS RettungSwerk vom Hotel Hochschnceberg aus, zu dem auch Hunde mitgenommen wurden, gestaltete sich wegen deS dichten Nebels, des scharfen Nordwestwindes und Schneetreibens sehr schwierig und gefährlich. Aus den Erzählungen des Fräulein Tagleicht und anderer Augenzeugen geht hervor, daß sich die Kata- strophe während der Abfahrt über den steilen Schneeabhang vom Hochschneeberg zum Ochsenboden nächst der Fischerhütte ereignete, und daß die auf dem Schneeabhang befindlichen Personen von den in Bewegung geratenen Schneemassen in die Tiefe gerissen und hier unter mächtigen Schneemassen begraben wurden, Man vermutet, daß die zuletzt die Fischerhütte verlassenden Dr. Hacker und Fräulein Tagleicht die Lawine lostraten, welche nun auf die übrigen in einer Linie hintereinander absteigenden Per». sonen rasch anwachsend herunterstürzte. Ein anderes Lawinenunglück hat sich am Sonntag in de» Salzburger Alpen zugetragen. Drei Salzburger Touristen sind auf einem Ausflug im Steinernen Meer von einer Schnee» lawine überrascht und verschüttet worden. Zwei von ihnen fanden den Tod, einer rettete sich. Konservativer Familiensinn. In der„Potsdamer Tageszeitung" finden wir folgende! Kauf« gesuch: Für eine mir sehr bekannte schwer reiche junge Dam» suche ich einen aktiven Offizier, gleich welcher Gattung zwecks Heirat, nicht allzusehr verschuldet. Große Barmitgift sofort bei Hoebzcit, später mehr. Da sage noch jemand, daß alldeutsche Biederheit und liebevoller Familiensinn nicht hervorstechende Merkmale unserer Patrioten find. Kleine Stotize«. Vom Eisenbahnzug getötet. Auf der Strecke Stolp-Blltow ereignete sich zwischen den Stationen Borntuchen und Damerkow ei» tödlicher Eisenbahnunfall. Der Schneidermeister I a n � au» Damer- kow, der taubstumm ist, wählte zum Heimweg die Bahnstrecke. Er hörte nicht das Herannahen eines Eisenbahnzuge» und wurde von ihm zermalmt. Folgenschwerer Erdrutsch. Beim Kanalbau auf dem Hungaria- ring in B u d a p e st stürzten infolge niangelhafter Steifung etwa 50 Kubikmeter Erde auf zehn Arbeiter. Sieben Arbeiter wurden gerettet, drei konnten nur alsLeichenge» borgen werden. Der Polier wurde verhaftet. Gegen de« Unternehmer ist ein Verfahren eingeleitet worden. Schiffszusammenstoß. Wie aus V l i s f i n g e n gemeldet wird. stieß der Schlepper„John Bull" in der vergangenen Nacht bei Zeebrügge mit einem auf der Fahrt nach Diepp« befindlichen Dampfer zusammen. Dieser sank; seine Besatzung wurd«» Vlissingen an Land gesetzt. Ein Mann ertrank. März 191Z, nach Srmlttelun« �Kleinhandel) Marktbericht von Berlin am 25. des königl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise. 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00— bv, 00. Speis ebohnen, weitze, 35,00—56,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln lKleinhdl.) 8,00—13,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30— 1,80. Schweinefleisch 1,30—1,80. Kalbfleisch 1,40—2,60. Hammelfleisch 1,30—2,20. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 8,60—6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,40. Aale 1,80-3,20. Zander 1,60-8,60. Hecht« 1,40—2,60. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,40. 60 Stück Krebs« 4,00—30,00. Todes-Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein| XenkOHn. Den Parteigenossen zur Nach- richt, dag unser Mitglied, derj Steindrucker Wilkelm �anze Mablower Slratze 7/8(22. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Neuköllner Gemeinde- FricdhoseS, Mariendorser Weg, aus statt. 236/20 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstands Verbaml der Litliif aien, Steiadrueker 11. verw. Milse. (Deutscher Senefelder-Bund.) Am 24. März verstarb unser Kollege und langjähriges Mitglied, der Steindruckcr WüKeZm Lange im Alter von 53 Jahren am Gehirnschlag. 109/8 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. Mörz, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Neuköllner Gcmeindesrledhoses, Mariendorser Weg aus statt. Die Verwaltung der Filiale I. Am Dienstag früh entschlief nach langem, schwerem Leiden unser innlggcllebter, unvergetzlicher Sohn und Bruder, der Möbelzeichner lHta Scharnberg im Aller von 23 Jahren. DieS zeigt Nesbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Gustav Scharnberg «harlottenburg, Sesenheimerstratze 1. -Die Beerdigung findet am Freitag, den 29. März, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Dorothcenstädtischen Kirchhofe?, Retnicken- dors, Scharnweberstratze 1/2, aus statt. Am Montag, den 25. März 1912, morgens 9 Uhr, enffchlies sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Destillateur KaI Zimmermann im 48. Lebensjahre. Die? zeigt, um stille Dellnahme bittend, im Namen der Hinter- bliebenen an 51/20 Frida Zimmermann geb. Lenz, nebst Kindern, Berlin HO. 18, Strausberger Straße 12. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. März, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- balle des St. Georgen-KirchhofeS, Landsberger Allee, auS statt. �änssöl- Kksangvemss „Senefelder". Am 24. März verstarb unser langjähriges Mitglied, der Stein- drucker WiHieini Lange im Alter von 53 Jahren. 60/9 Ehre sein-m Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28 März, nach- mittags 4 Uhr, ion der Halle de-> Neuköllner Gemeindesriedhoses, Mariendorser Weg auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Wand der freien Gast- und Sebankwirte Oeutseblands. Zahlstelle Berlin. Den Mtglicdern zur Nachricht, daß der Kollege >Vi!delm 8tagen Lausitzer Str. 48, Bezirk 4, verstorben ist. Ehre feinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute. Mttwoch, nachmittag« 3 Uhr. von dem Urban-Krankenhause auS auf dem Emmaus-Kirchhoie, Neukölln, statt. Um rege Beteiligung ersucht 72/15 Die Ortsverwaltung Von der Reise zurück Apr. Liatte Augenarzt 8416 Kottbuicr Damm 13. Danksagung. 86668 Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines Manne», unseres BaterS und Schwiegervaters sagen wir den Vereinen„Fidele Brüder", sechsten Vahloerein, Futzballllub „Allemannia" sowie Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Wwe. Baumgart kÄ. Deutscher Metallarbeiter-Verband BerwaltungSftelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Emil Wagner am 23. d. MtS. an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. März, nach- mittags 2'/. Uhr, von der Leichenhalle des Neulöllner Gememde» Fried böses am Mariendorser Weg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 114/14 Die OrtSverwaltung. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 23. März d. I., nach knrzeni schweren Leiden unser innigst- geliebter Vater, Groß-, Schwieger- vater, der Graveur 845b August lrmer im 65. Lebensjahre verstorben ist. Ehre feinem Andenke» I Im Namen der Hinterbliebenen Eduard und Otto Irmer. Di« Beerdigung findet am 29. März, nachm. 4'/, Uhr, von der Halle des St. Markus-Kirch- hofeS in Wilhelmsberg aus statt. �S5�angere!??eSen�??ua?? am 25. März mein lieber Mann. unser guter Vater. Schwieger- und Großvater, der Werkzeugmacher Ludwig Girtzig im 69. Lebensjahr. Die trauernde« Hinterbliebruen. Die Beerdigung findet am Donnertagsnachmittag 4>/iUhr von der Leichenhalle des EmmauS- Kirchhofes, Herrmannstraße, Neu- lölln, statt._ Verband der Schneider und Wttschcarbelter Dcntschlands. Filiale Berlin III. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Plätterin Fr»« öerta Lieckert geb. Folte im 86. Lebensjahr« verstorben Ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle des Zcntral-Friedhoset in Fried- richsselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die rege Beteiligung an der Beerdigung meines lieben SohneS, unseres guten Bruder?, Schwagers und Bräutigams Max Kirsch sagen wir allen, insbesondere den Kollegen der Firma Mengera u. Söhne unseren herzlichsten Dank. 26562 Witwe Ball. Montag, den 25. März, entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Fraue, meine herzensgute Mutter Anna Böhme geb. Bosnowaky. DteS zeigen tlefbetrübt an Karl Btihme 8596 und Tochter. Die Beerdigung findet Donners- tag, den 28. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig-Krenz-KirchhofeS, Marien. darf, Eisenacher Straße, auS statt. Danksagung. Bei dem so frühen Hinscheiden un- serer innigstgeliebten Tochter Helene Boe�ek sind uns von allen Seiten viele Beweise herzlichster Tellnahme, sowie herrliche Kranzspenden zuteil geworden; wir sagen hiermit unseren innigsten Dank. Die ttefbetrübten Eltern fDkdinsnd ßoczek und Frau. Hiermit sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere be» Kollegen der Firma Gebr. Israel und dem Verband der Deutschen Metall« arbeiter für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung de» Gürtlers» �icdal-d Schönwälder unseren besten Dank. Martha Weiß. Creschw. SchOnwalder. festtnannsTraaemiagazin Extra-Abtellnng 1 1. Gesch.; Berlin W., Mohren- StraBe37a(2. Haus von der Jerusalemer StraBe). [II. Gesch.: Berlin NO., GroBe Frankfurt. Str. 115(2. Haus I von der Andreasstrafie). I 1 Sehrfrr.Aus-w. lert. Kleider, J HDte, Handschuhe, Schleier Jjotc. v. einfachsten bis smu I | hochelegant Genres. AuLerer! niedrigen Preisen. Sonder-Abteilong: MaUanfcrtigang in 10 bis 12 Stunden. W/r Weslmarai/; tnohrenstr. 3T 9(JC. rrankjaclcrsic. 115. Inserierte Artikel stehen In meinen Schaulenstern! R- R- 32.- 38.- 50.- 1>. 150.- 137« IS'A 19.- 23.- 28.- 35.- tu 98.- SeW-nmantel 15.- 18.- 23.- 28/ 33.-50.- tu 150/ Ein grosser Posten> UcberaanssmäRiel � r... m. mit farbigen Kragte Nur neueste Faesone, Stoffe und» edellel 50 Prozent ermiissljtl Röcke, Kleider. Blusen spottbilligl Metai ere Ständer � Neueste Ulster zurflcS&esstzte Konfektion! Blaue Kostüme b, »i fvKttavI*_ hl. CK_!!._ von »«'/, tu»#— 'i früher 15.— bU 65.— kl jetzt 10.- bis 40.— 8 Kostüme, früher bis 5G.—, jetzt 15.—, Müntel. früher bis 28.—, jetzt, Röcke, früher bis 18.—, jetzt Ö3/«. Verantwortlicher Redakteur; Albert Wachs, Berlin. Für de» Inseratenteil verantw.:TH. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: vorwärts Buchdrucker«, u. Verlagsanstalt Paul Singer».So., SJerlmSW. «t. 73. 29. Z.H-M5 2. Keilllgt des„Amiilts" Kerlilltt Wlksdllltt. N-»«! lNZ IZbgeorclnetLnkaus. 45. Sitzung. Dienstag, den 26. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Trottzu Solz. Die Lorlage über die Eingemeindung von Box- Hagen- Rummelsburg nach Lichtenberg wird iu 2. und 3. Lesimg angenommen. Die Beratung des KultuSetats wird fortgesetzt. Die Jugendpflege. Es liegen vor Anträge der Sozialdemokraten und Fort- schriuler auf staatliche Unterstützung des shstematischen Kinder- f ch u tz e s, ein Antrag der Sozialdemokraten ans Rechnnngs- lcgung des Jugendpflegefonds und auf gleich nr ätzige Wer- Wendung für alle Jugendpflegebestrebungen, also auch für die freie Jugendbewegung: ein konservativer Antrag wünscht Ausdehnung der Jugendpflege auf die weibliche Jugend. Abg. D. Hachenberg(natl.) wünscht, datz die Lehrer und andern Träger der Jugendpflege nicht durch bureaukratische Aufgaben ge- hindert werden. Das religiöse Element wünsche er nicht zurückgedrängt zu sehen. Dem Lehrer Peters- Kiel geschehe durch die Angriffe wegen seiner„Entgleisung" auf dem Lehrertag in Hannover Unrecht. Es soll mehr Augenmerk der körperlichen Ausbildung zngelvendet werden. Den Gott müsse jeder in sich tragen und sich bei allem von den sittlichen Geboten leiten lassen. Den Anträgen betreffend den Kinderschuh stimmen wir zu, aber lveit schwieriger als die Geldbeschaffung ist die geeigneter Personen. Den Kampf gegen die sozialdemokratische Jugend- brwegung werden wir nicht durch Polemik und Verfolgung führen, sondern durch aufbauende Arbeit in unseren Vereinen. Unsere grotze Jugendpflege hat erst die Sozialdemokratie zu ihren grotzen Anstrengungen und zur Politisierung ihrer Jugcndvereine bestimmt, in denen ursprünglich sehr gesunde Ansätze steckten. Sie wenden sich an die kritische Veranlagung der Jugend, lvir wollen ihr das deutsche Gemüt nicht nehmen. Daruni wird der Sieg uns ge- hören.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Kultusminister v. Trott zu Solz dankt für die allseitige An- erkennung der staatlichen Jugendpflege. Ohne die Helfer aus dem Volke ist nichts zu erreichen. Ich kann nur den Takt schlagen, die Musik mutz aus dem Volke kommen, alle Instrumente zusanimen müssen in einen, vollen Akkord zusammcntlingcn.(Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Ich habe einen weiten Rahmen gezogen um die ver- schiedensten Vereine, ohne ihre Selbständigkeit und Eigenart ein- zuschränken. Selbstverständlich sind auch die ch r i st l i ch e ir»nd konfessionellen Vereine hoch willkommen.(Bravo! rechts und im Zentrum,) Vorbildlich wirkende Vereine werden be- sonders bedachi. Die staatlichen Mittel sollen die privaten nur ergänzen. Die angeschlossene» Organisationen sollen nicht gegen-, sondern stets in fröhlichem Wettkampf nebeneinander wirken. Vor- urteile und Mitzverständnisse beseitigen. Zwistigkeiten würden verhängnisvoll iverdcn, das rufe ich ins Land hinaus. Leutnant und Feldmarschall haben sich in die Arbeit gestellt, sie sind uns doch willkommen.(Bravo I) Die sozialdemokratische Jugendorganisation hat einen bedrohlichen Umfang angenommen. Sie hängt zusammen mit der antimilitärischen Propaganda, von der die Parteileitung zuerst nichts wissen wollte, weil ihr daS Eisen zu Heist war und man von der jungen Garde eine Zuchtrute für die eigene Partei fürchtete. Die G e- richte stellten autzer Zweifel, datz es sich bei den von den radikalen Sozialdemokraten mit Feuereifer gegründeten Jugendorganisationen un» politische handelte. Die Polizei hat nur dem Gesetz zum Durchbruch verholfen. Wenn Sie(zu den Soz.) sich nur»nit Jugendpflege befatzt hätten, hätte die Polizei keine Handhabe gewonnen. Jugendpflege hat das Bürgertum längst vor Ihnen ge- trieben, aber Sie wollten sich durch die Jugendpflege die Rekruten schaffen. Gerade die radikalsten Sozialdemokraten betätigen sich hierbei. Ausgerechnet Frau Rosa Luxemburg(Heiterkeit) hat letzthin erklärt, datz sich die Jugend mit Freude dazu dränge. Nur mit Schmerz im Herzen kann man daran denken, was da in die Köpfe der Jugend gepflanzt wird. Ihre besonneneren Führer, manche Ellern in Arveiterkreisen mögen mit Grauen an die Folgen dieser Politisierung denken.(Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Das wird«in Kampf um Schule und Jugend werden, viel schwerer und wichtiger als ein anderer.(Sehr wahr!) Diesen Kampf dürfen nur die Erwachsenen führen, die Jugend soll ihm fernbleiben. Ter vom Abg. Dr. Frank letzthin ausgesprochene Gedanke, datz für die weibliche Jugend nichts geschehe, weil sie keine Soldalen stelle, ist(lachend) zu naiv.(Sehr gut! bei der Mehrheit.) Nein, wir wollen erst den einen Teil erledigen. Für die weibliche Jugend haben wir auch schon n-.anches getan. Politik mutz ausgeschlossen bleiben, von der Sozialdemokratie soll nicht gesprochen werden. Je weniger von ihr gesprochen wird, desto besser.(Heilerkeit b. d. Soz.) Wir wollen an die Jungend unsere sonstigen Ideale heran- bringen, die Freude am Schönen und Guten, Gottesfurcht, Vaterlandsliebe, Heimatsliebe, Tapferkeit. Ehr- lichkeit, Entschlossenheit, Reinheit und Z u v e r- lässigkeit.(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Den unseren Organisationen angeschlossenen Vereinen wird demnächst allgemein Fahrpreiserniätzigung auf den Eisenbahnen ge- ivährt werden.(Beifall.) Durch die Fortbildungsschulen wollen wir nicht nur die berufliche Geschicklichkeit der jungen Leute pflegen, sondern vor allem auch veredelnd und sittlich religiös einwirken. Wir wenden uns mit allen Mitteln an die guten und nicht an die bösen Instinkte der Jugend. Die Jugend will nicht hassen, will lieben, ivill bewundern, will sich begeistern.(Lebh. Beifall. Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Da müssen wir einsetzen, da sind wir den anderen über.(Lebhafte Zustimmung. Abg. Dr. Liebknecht: Sie haben eine Ahnung!) Wir können unserer Jugend erzählen von unseren Helden und unseren Königen, von Männern die für den Glauben in den Tod g e- g a n g e n s i n d, die G n t und Blut f ü r' s V a r e r l a n d gelassen und von Männern und Frauen, die ihr Leben im Dienste der Armin und Kranken verzehrt haben.(Stürmischer Bei- fall bei der Mehrheit. Zurufe der Sozialdeniökraten, die durch lär« inende Rufe: Rübe. Ruhe! übertönt werden.) Die Freude an allem der Jugend vergällen, ist nicht im Sinne der Jugend. Deswegen gehört heute noch die bei weitem grötzte Zahl zu unseren Bereinen. Das wird auch weiter so bleiben, wenn lvir nicht die Hände in den Schotz legen und dafür sorgen, datz das kein Strohfeuer bleibe sondern ein brennciides und wärmendes Feuer sei. Die Slaat'sregierung. die auf Ihre Mitwirkung rechnet, hat mit vollem Bewutztsein der hohen Bedeutung dieser Ausgabe sie anfgeiiomnien und wird und kann sie nicht ans der Hand legen.(Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Dr Schcpp(Vp.) wendet sich gegen den Abg. Hecken- roth.'der mit Unrecht iu die Leitsätze des Lehrertages zu Hannover eine Hinneigung zur Sozialdemokratie hineingelegt habe. Die Jugeiidpfll-gx wurde notwendig durch die Aenderung der sozialen Verhältnisse. Da die sozialdemokratischen Jugendvercine nichts weiter find als Rekriitcuschulen für die sozialdemokratische Partei, die Behandlung migeeigneter Stoffe. Schmähungen der Lehrerschaft und Herabsetzung der Schule dort nicht selten sind, können wir sie nicht als zur Jugendpflege geeignet ansehen»nd lehnen den sozial- demokratischen Antrag ab. Der Sozialdemokrat Schulz schrieb:.Die meisten Lehrer betreiben ihren Beruf wie ein Handwerk, von dem sie möglichst wenig belästigt sein wollen. Man hat daher keinen Grund, ihrer freundlich zu gedenken." Ein P a st o r in Berlin hat zwar auch den Konfirmanden gesagt:„Ihr werdet doch nicht in die Jiigendvereiiie zu den Leuten gehen, die Euch acht Jahre verprügelt haben."(Hört! hört') Aber bei den Sozialdemo- kraten ist dieser Gedankengang allgemein. Der Redner wendet sich dann auch gegen die konfessionellen Jngendvereiniglliigen und besür- wortct die Ausdehnung der Jugendpflege auf die weibliche Jugend.(Beifall bei der Volksparlei.t Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Ihre Jugendpflege setzt sich eine Aufgabe, die nicht weniger schwierig ist als die Quadratur des Zirkels; mit der in der Denkschrift berichteten so rapiden Heranbildung der Lehrer zuJugend- Pflegern werden Sie diese Aufgabe nicht lösen. ES ist von fach- lnndiger Seite gesagt worden, datz die grotze Mitgliederzahl der an- geschlossenen Organisationen dadurch zustande kommt, datz manche grotze Mitgliedschaften doppelt gezählr sind. Sie sind ja jetzt so stolz auf die staatlichen Jugendansschüsse, datz Sie beinahe platzen vor Selbstgefühl. Aber noch auf der Konferenz der Zentralstelle für Volkswohlfahrt zu Elberfeld im Juni ISll hat ein Schntdirektor aus Schleswig erklärt, er habe einfach e i n paar Magistratssekreräre zusammengetrommelt und e i n paar Lehrer und fertig war der Jngendaus schütz! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nach diesem Rezept ist sicherlich vielfach gearbeitet worden. Auf dem Disknssionsabend über die Jugendpflege, der am Sonn- abend im H e r r e n h a u s e stattfand, hat eine Ihrer Autoritäten erklärt, ein recht grotzer Teil der Jugendpsleger schiele nur nach oben! Ob Sie mit solchem Material viel erreichen werden, ist mir auch fraglich. Wie ist denn nun das vom Staat gespendete Geld verwendet worden? Der Zentrums- abgeordnete K e st e r n i ch hat uns einen Fall mitgeteilt, wo das ganze Geld zur Inszenierung eines grotzen Kreis- turn- und Spielfestes verwendet wurde.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Im Herrenhanse wurde berichtet, datz sich ein Jugendausschutz nur gebildet habe, um Geld zu bekommen und nachdem er es ausgegeben batte, l ö st e er sich schleunigst a u f.(Heiterkeit.) Tie offizielle Jugendpflege treibt so manche Seifenblase auf!— Bezeichnend für ihren Geist ist es, datz. als die Stadt C h a r l o t t e nb n r g die Jugendpflege organisieren wollte, der Regierungspräsident darauf bestand, datz der Jiigendpfleger von ihm ernannt werde, als sein Beauftragter anzusehen sei, datz die Aussicht geiiieinsam von der Kommune und dcni Regicrimgs- Präsidenten zu führen sei, datz aber die Enlscheidiing bei MeiniingS- Verschiedenheiten nur dem Regierungspräsidenten vorbehalten bleiben solle.(Hört! hört! links.) Ich bin fest überzeugt, datz dieser bureaukratische Zopf lauge nicht der einzige aus dem Gebiete der Jugendpflege sein wird. Die II u e i n i g k e i t Ihrer Jugend- organisatioiicn ist nicht allzu gering. Während die Zentrums- organisalionen und überhaupt die konsessionellen mit allem Nach- druck die Vorherrschaft der Kirche fordern, tritt der sehr einflntzreiche Abg. v. Kardorff für das gegenteilige Prinzip auf, weil bei der weilgehenden Abkehr der Volksmassen von der Kirche diese Massen von konfessionellen Organisationen nicht erfatzt werden könnten. Im Herrcnhanse hat Oberbürgermeister C u n o- Hagen auf das leb- hafteste bedauert, datz die verschiedensten Organisationen sich so um den besten Platz au der Futterkrippe zanken usw. Dadurch aber tritt das ganze Treibhaus- artige der Jugendpflege hervor und kennzeichnet sich als eine moralisch sehr minderwertige Erscheinung.(Sehr wahr! beiden Soz.) Ganz eigentümlich ist es, wenn nach der„Deutschen Tages- zeitung" in der ländlichen Jugendpflege so viel von dem Segen der Hei in atscholle und dem Fluch der Heimatlosigkeit gesprochen wird— vor Kindern, die gar keine Heimatscholle besitzen iind durch unsere Wirtschaftsordnung in Heimat- losigkeit hinausgetrieben werden.(Widerspruch rechls.) Noch heute finden wir fast überall in den prentzischcn Landarbeiter- Verträgen, datz. sofern sie Kinder von über 15 Jahren haben, die nicht auf dem Gutshof arbeiten, die Eltern verpflichtet werden, diese Kinder hinauszujagen.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Unter dem Goldregen von oben haben sich Geistliche, Lehrer und alle möglichen Leute zusammen- gefunden und besonders intereffaiit ist es, wie unter der Leitung der Pastoren Kriegs spiele getrieben werden, ganz christlich, nach dem Prinzip der Nächstenliebe! Man bringt den Kindern möglichst bald auch das Schietzen bei. Aber haben Sie nicht doch etwas Angst davor, den Kindern des Proletariats das Schietzen zu lehren? Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Im übrigen patzt ja der Schietz- Unterricht mit der Religion, wie Sie sie handhaben, aller- dings autzerordcntlich gut zusammen. Ganz begeistert hat Herr Hackenberg von dem grotzzügigen Essener Kriegs- spiel gesprochen, wo 5666 Kinder hinauszogen, um im Hurra- Patriotismus erzogen zu werden und zu lernen, wie man, im Namen des Christentums und der Religio», Menschenleben hinschlachten kann! Der Generalleutnant z. D. v. R e i ch e n a u hat sich bereits 1316 gegen die Soldaterispiclerei gewandt, da sie dem pädagogischen Zweck des Militarismus zuwiderlaufe. Wir aber geben anHeim, durch diese Spielereien den Militarismus auch über das Matz hinaus lächerlich zu machen, das bereits erreicht wird durch die Zurück- gebiiebenhcilen und Lächerlichkeiten des Militarismus.(Sehr gut! bei den Sozialdeiiiokratcn.) Die Lehrer, Pastoren und Landräte spielen also die grotze Geige in der Jugendpflege, dann aber kommt— der Herr Leutnant und der drückt der ganzen Sache den Stempel auf.(Sehr gut! und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Der soll die grotze Arbeits- leistung vollbringen, die Jugend des Proletariats zu versöhnen mit derhentigenS rfTa l s- und Gesellschaftsordnung! Ein ungetrübteres Vergnügen köiiiieu Sie uns nicht bereiten, als wenn Sie ans diesem Wege sorlfiihren!(Sehr wahr!) Während heute mit sehr viel gekünstelten und gesalbten Phrasen die„hohen idealen Zwecke" gefeiert wurden, ans denen heraus diese Sache unternoniinen wurde, dröhnte und donnerte die Debatte am Soiiiiabend geradezu von KöiiigMrene, Vaterlandsliebe und Gottesfurcht, von den Worten: nalioiial, pairiotiich, vaterländisch, religiös, sittlich usw. Mit dem gleichen falichen Pathos, von dem die Reden getragen sind, stiinnien Sie ihnen zu. Ein Beispiel war die Rede des KulmsininisterS, ein Beispiel wahrer Komödiantenhaftigkeit!(Lebhafte Zustimiiiiing bei den Sozialdemokraten.) Vizepräs. Dr. Krause: Sie haben nicht das Recht, den Herrn Minister persönlich zu vcrnngliiiipfcn. Ich rufe Sie zur Ordnung. Abg. D. Liebknecht(Soz.) ffortsahrendj: Bon konservativen und Zeiitrnnisrednern ist hier gefordert worden, datz d a s R c ch r d e r E l t e r an i h r e n K i n d e r n respektiert iv e r d c. Der Erlatz des Ministers wieder weist auf die Notwendigkeit deS ZusainmenarbenenS zwischen Haus, Schule und Eltern hin.' In Wahrheit streben Sie ja in ganz bewutztcr Weise nach etwas ganz anderem! Soweit das Haus auf dem Boden steht, den Sie und der Minister für den richtigen halten, insoweit denken Sie nichr daran, energische Jugendpflege zu treiben. Diese entwickelt sich vielmehr gerade dort, wo Sic der Ucberzengung sind, datz das Hans in anderem Sinne erziehlich wirkt als Sie wünschen und da drängen Sie sich zwischen Eltern und Kinder, trage» Uufricdcu i» die Familien hinein und wollen den Eltern die Seele der Kinder rauben. Das ist Ihr Ziel!(Lachen bei der Mehrheit.) Sie wissen, datz ich die Wahrheit sage und wenn Sie darüber noch lachen, so stellen Sie sich nur das allertraurigste Zeugnis aus I(Lebhaftes Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Ein wahres Schauspiel für Götter ist es, jetzt die Herren vom Zentrum singen und sagen zu hören von ihrem Patriotismus, ihrer König streue und ibrer Vaterlandsliebe. Mit welchem Augurenlächeln mögen Sie sich dabei ansehen! Recht spät haben Sie diese bedingungslose Vaterlandsliebe angenommen, es ist ja noch gar nicht so lange her, datz Sie mit nnS a m �ich a n d-- pfähl der„vaterlandslosen Gesellen" gestanden haben. Aber, wie der Abg. Dr. Maurer sagte: Das Zentrum ist heute radikal, morgen oppositionell, je nachdem sein Vorteil es erheischt.(Sehr wahr! links.) Heute freilich gibt es keine patentierteren Patenlpatrioten(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten) als das Zeiitriini. Und dabei sind sowohl die Zentrumsjugrnd- organisationen, als die evangelischen Jugendbiinde internationale Organisationen, die iiiteriiationale Weltkongreffe abhalten. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und die„Germania" vom 29. 6. 1916 forderte alle Römiichkatholischen auf, im gegebenen Moment auch international zu sein, wie der Kampf gegen Rom international sei und sie schrieb:„Seien lvir nicht engherzig germanisch, romanisch oder slawisch!"(Hört! hört I) Heute freilich greift das Zentrum einen nationalliberalen Abgeordneten deshalb heftig an, weil er in anständiger Form gegen uns polemisiert. Heute fordert das Zentrum, datz ein Lehrer, der jemals die Trennung von Staat und Kirche gefordert hat, nicht niehr seines Amtes walten dürfe. Sie sind gewisserinatzen Parvenüs des Patriotismus und deshalb so ungeheuer eifrig darin I(Lebh. Zustimmung links.) Möchte der Kultusmiiiister nicht darüber Auskunft geben, ob sich die Lehrer zu der offiziellen Jugendpflege so ganz freiwillig melden und ob sie für die Ueberarbeit, die ja nach der Dienst- anweisung für Kreisschulinspektoren der Regierung zu KöSlin be« sonders kontrolliert wird, auch eine Entschädigung erhalten?— Die Besprechung, die die sozialen Zustände hier gefunden haben, sind voll der sonderbarsten Irrtümer und BcrstäiidniSlosigkeiten. Abg. v. Kardorsf sprach davon, datz die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer unpersönlicher werden und datz der Staat dafür Ersatz schaffen müsse. Er sagte aber nicht, datz diese Entwickelung eine Folge unseres tvirtschafllichen Siistems ist! Er erklärte, der jugendliche gelverbliche Arbeiter sei der freie sie M a n ii, viel freier als die Jugend der höheren Stände. Allerdings d i e Freiheit hat der jugendliche Arbeiter, mit 14 Jahren auf die Stratzc, in alle Versuchungen hinausgejagt zu lv e r d c n, sich von seinem L e h r h e r r n prügeln zu lassen, in Fabriken ausgebeutet zu werden.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Wenn es wahr ist, datz der jugendliche Arbeiter der f r e i e st e Mann der Welt ist, dann lassen Sie doch(nach rechts) Ihre Kinder solche f r e i e st e M ä n n e r d e r W e l t w e r d e n l Herr v. Ä a r d o r s f sprach von einemkcanlhaftenHang zur Selbständig- keil, wo doch hier nur der Drang nnsererWirtichaftSordniiiig nach jungem, aiisbeuluiigsfühigcm Menschenfleisch zum Ausdruck kommt. Wie viel Hnnherttanseiide von Arbeitcrclteni gibt es, die nur mit blutendem Herzen ihre Kinder mit 14 Jahren aus der Schule herausnehmen und wie viel Arbeiterkinder, die sich nur mit blutendem Herzen aus der Schule herausiichiiien lassen, die um alles in der Welt lieber eine weitere Ausbildung genietzen möchten l Wenn hier etwas krank ist, dann unsere Gesellschaftsordnung und gerade daS Elend der Jugend in unserer Gesellschasr bestätigt unsere Ausfassung, datz eine Reform an Haupt und Gliedern notwendig i st.(Zilrnf rechts: Diese wollen wir ja!). Die wollen Sie Vicht, Sie widersetzen sich ibr bei jeder Gelegenheit. Welches Elend wird durch die Statistik der Säilgliiigssterblickikeit offenbar, mit der Deutschland nur etwas hinter Rutzland zurückbleibt. In Berlin ist die dnrchschiiitlliche Säuglingssterblichkeit 18,1 Proz., im Ticrgartcnvicrtcl 5,2 Proz., auf dem Wcddiug dagegen 42 Proz. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Welches physische und mora- lische Elend hat die Wohnungsnot der arbeitenden Klasse zur Folge! Aber, wenn Sie der Wohnungsfrage zu Leibe gehen wollen. können Sie eS, ebenso wie bei einer zeitgemätzen Reform von Schule und Unterricht nnr durch gruiidstürzendeAenderungen an unserer Staats- und Gesellschaftsordniiiig, nach den Prinzipien des Sozia» lismusl Unsere Fürsorgeerziehung wird nahezu ausschlietzlich be- trieben an der Jugend des Proletariats,� die Sie systeinatisch unter einen wenig ersprietzlichen Einflutz der Staatsgewalt bringt. Unsere Kr i m i n a l st a t i sti k beweist, datz die Kriminalilät der Jugend in den Industriegebieten, wo die Sozialdemokratie schwach ist oder doch noch geringere Bedeutung gegenüber anderen Parteien hat, wie in Rheinland-Westfalen und namentlich in Oberschlcsien, weit grötzer ist als dort, Ivo die Sozialdemo- kratie ihre Erziehungsarbeit leistet, wie z. B. in Berlin. DaS grotze Geschrei über die Zunahme der Kriminalität der Jugend ist gar nicht berechtigt, denn sie ist seit 1967 ganz erheblich zurückgegangen. Wenn bisher trotz unserer Forderungen und trotz dem furchtbaren Umfang der Kinderarbeit, wie sie für Berlin durch die Erhebungen der von der Arbeiterschaft eingesetzten Kinderschiitzkommissioncn nachgewiesen wurde, nicht daran gedacht wird, einen ordentlichen gesetzlichen Kinderschuh zu fchaffen. so ist darin auch wieder nur eine Rücksichtnahme auf die Interessen der Junker nnd Grundbesitzer zu erblicken, die ja hier erklären, ohne die Kinderarbeit nicht existieren zu können. Was die staatliche Jugendpflege, die mit so vielem T am- t a m und Hurra eingeleitet worden ist, eigentlich soll, daS beweist ja die Geschichte auf das deutlichste. Seit jeher sehen wir. lvie sich die herrschenden Klassen bemüht haben, die Jugend des Proletariats in ihrem Sinne zu erziehen in Schule und Heer. Militär nnd Volksschule sollen politisch indifferente In- stitutionen sein, aber das glaubt ja keiner mehr. Sie werden benutzt zur Erzicluug einer bestimmte» hurrapatriotischcn Gesinnung. Im gleichen Sinne sind auch schon vor langer Zeit christliche Organisationen für die Jugend eingerichtet worden und auch die Soldatcnspiclerei der Jugendwehren ist weit älter als die proletarische Jngeiidbeivegung. Die k a t h o l i s ch e n I ii n g l i n g§- vereine besteben schon seit etwa einem Jahrhundert und die evaiigelischeii auch wohl einige Menschenaltcr. Alle diese Vereine sind nichts als a u s g c p r ä g t e K l a s s e n i n st r u m e n t e gegen das sich cnlwickcliide Selbstbeiviitztseiu des Proletariats.(Sehr richtig! bei den Soz,) Die militärischpolitische Korrespondenz hat ja ansgc- plaudert, datz die Anregung zu der staatlichen Jugendpflege von der Heeresverwaltung ausgegangen ist, die damit der „Durchseuchung des RcknitcuinatenalS mit sozialdemokratischem Giste" ciitgegcntrctcii wollte. Auch der Kampf der Regierung gegen die freie Jugendbewegung zeigt aufs deutlichste, wo die Vv,rzeln ihrer plötzlichen Begeisterung für die Jugendpflege ltegen. Sie liegen nicht in einer wirklichen Begeiferung für die Jugend an uuv für sich, sondern in der Sorge sür Ihre Herrschaft.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Angst vor der Sozialdemokratie ist die wirkliche Ursache, das kommt immer wieder zum Ausdruck in ihren eigenen Schriften und Kundgebungen. Auch der Spezialist des Zeiitriims für die Jugendpflege, Dr. Pieper, hat in Frankfurt ausgesprochen, datz eine Jugendpflege nur dann Erfolg haben könne, wenn sie gerichtet sei gegen die Bestrebungen der S ozial- demokratie. Demgegenüber helfen Ihre Ableugiiungspersnche nichts, denn Dr. P i e p e r versteht hundertmal mehr davon, als«ie. Der Staat würde in bezng auf die Jugendpflege noch lange geschlafen haben, wenn er nicht unsanft aufgerüttelt worden wäre durch die freie Jugendbewegung des Proletariats. Diese Jugend- bewegung ist nichts anderes eine Reaktion gegen die Schäden der heutigen Gesellschaftsordnung. Ihnen kommt eS aber darauf an, nivgiichst schon die Jugend für Ihre Zwecke zu gewinnen und etilen SlntiiuililarisinuS zu treiben. So erklärt sich auch der konservative Autrag auf Jugendpflege für die weibliche Jugend, denn natürlich wollen Sie auch die künftigen Erzieherinnen und Mütter für Ihre Bestrebungen gewinnen. An sich ist natürlich die Fürsorge für die iveidliche Jugend austcrordentlich notwendig, aber in der ganzen Debatte ist nicht ein einziges Wort gefallen über die traurigen Zustäilde der Kindervrostitution und der weiblichen Prostitution, die im Bnckfischaltcr vereits einseht. Darauf kommt es Ihnen aber gar nicht an, hätten Sie dafür Interesse, so hätte der Minister die Fürsorge für die weibliche Jligend nicht um einen Tag zurückbleiben lassen hinter der für die männliche Jugend.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist erwiesen und festgestellt, dast alle die Aufwendungen für die staatliche Jugendpflege nur ein Produkt der Angst sind vor der Sozialdemokratie und nicht idealen Beweggründen entspringen. Weshalb hat unsere Regierung nicht daran gedacht, etwas zu tun in der Frage des Mutterschutzes, des Kinderschutzes, des Säuglings- schutzeS? Da mußten wir Sozialdemokraten erst einen Antrag stelle», der von der Regierung verlangt, dast in höherem Maße etivas getan wird für die Jugend in dem Lebensalter, wo sie noch politisch beeinflußt werden kann. Dasselbe gilt von unserem Antrag zur Verhinderung der Kinderausbeutung. Dafür haben Sie aber kein Interesse, Ihnen kommt es nur darauf an, für b i e Jugend etwas zu tun. die Sie für Ihre Bestrebungen einsangen können. Nicht die soziale Not ist Ihnen schrecklich, sondern die Selbsthilfe des Volkes gegen diese soziale Not, nicht die moralische Verwahrlosung der Jugend, sondern die Selbsthilfe des Volkes dagegen. Darum sind Sie auch alle so einig in dieser Frage. Wenn es sich nur um soziale Für- sorge handelte, dann könnten ivir bis zum St. Nimmerleins- tag warten. Diese politischen Beweggründe brandmarken Ihr Verhalten. Bis zum heutigen Tage müssen wir warten auf die Verwirklichuug des Versprechens der preußischen Wahlresorm und doch wäre ein gerechtes Wahlrecht ein ausgezeichnetes Mittel, um die Quellen der berechtigten Unzufriedenheit zu verstopfen.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Niemand kann behaupten, die Sozialdemokratie sei eS gewesen, die zuerst die Jugend politisch beeinflussen wollte, gerade von Ihrer Seite sind die Jugend- vereine zum Zwecke der politischen Beeinflussung geschaffen worden. Wenn auch Dr. Schepp meinte, die Jugend dürfe nicht politisiert werden, so möchte ich hier doch an die Wirksamkeit der freisinnigen Jugendvereine erinnern. Daß auch in der Schule eine ausgesprochen politische Beeinflussung der Schüler erfolgt, dafür haben wir eine Fülle von Material. Der Direktor der Hcrderschule richtete an die Abiturienten eine Ansprache, in der er sie warnte vor den Sozialdemokraten, den„Vater- landslosen Gesellen". Die Luft, die sie atmen, sei verpestet. Auch in den Volksschulen werden die Lehrer zum Kamps gegen die sozialdemokratischen Jugendorganisationen in Anspruch ge- nommen. Die Volksschüler wurden von den Lehrern gefragt, ob ihre älteren Brüder in freien Jugendvereinen seien.(Hört I hört l bei den Sozialdemokraten.) Ebenso ist es in den FortbildungS« schulen, wo die die Sozialdemokratie begeifernde, ausgeprägt politische Kyffhäuserkorrcspondenz in vielen Exemplaren unter die Schüler verteilt wird. Der politische Charakter der konfessionellen Jugendvereine geht schon aus den VortragSthemataS hervor, die sich auf die Reichstagswahlen, Lebcns- mitteltcucrung und andere politische Angelegenheiten beziehen. Ich fordere den heraus, der eS wagt, die Behauptung aufzustellen, daß nicht Politik getragen worden sei in die Jugend durch die kon- fessionellen Organisationen, ebenso wie durch die hurrapatriotischen --Organisationen, die schon bestanden, lange bevor die Sozialdemo- kratic sich mit der Jugendbewegung beschäftigte. Sic wollen tat« sächlich nicht die Entpolitisierung der Jugend, sondern Sie wollen, >dab die Jugend in Ihrem Sinne politisiert werde. AuS diesem Gesichtspunkte heraus kämpfen Sie unter falscher Flagge, wenn Sie immer predigen, daß in die Jugend nicht die Politik hineingetragen werden dürfe. DaS ist eine Tartüffcrie allerschändlichstcr Art. Kämpfen Sie doch mit offenem Visier, sagen Sie doch offen, e§ ist ein Machtkampf, den wir kämpfen, Ihr von der Sozialdemo- kratie wollt die Jugend politisieren, wir wollen sie anders politisieren und weil wir die Macht haben, nutzen wir sie aus. Wenn Sie immer von der Entpolitisierung der Jugend reden, so ist das eine inehr oder weniger durch Selbsttäuschung minder bewußt gemacht eUn Wahrhaftigkeit. Tatsache ist, daß unsere Jugend- bewegnng, als sie.es noch sein durste, ganz ungeniert politisch war in Süddeutschland, daß sie aber nach dem Inkrafttreten des Vereinsgescyes alle« tut, um die Politik aus ihren Vereinen zu e n t- fernen. Diese Jugendbewegung wird unterdrückt durch das un- gesetzliche Verlangen nach Unterrichtserlaubnis- scheinen. Ich möchte fragen, ob die Ofsizierc, die zur staatlichen Jugendpflege herangezogen werden, auch Unteirichtscrlaubnisscheine haben müssen. Der Minister hat für sich das Recht in Anspruch ge- nommen, die Entscheidung des Reichsgerichts, die sich gegen die polizeilichen Uebergriffe in der Jugendbewegung richtete, einfach zu ignorieren. Wenn das Reichsgericht jetzt wirklich zu einer anderen Entscheidung kommen sollte, so wäre das zweifellos eine Wir- kung des politischen Druckes und der Hetzerei zu betrachten, die von den Machthaber» gegen die freie Jugend- bewegung betrieben wird. Es ist unerhört, daß wegen des Fehlens der Unterrichtserlaubnisscheine bei Anhängern der freien Jugend- bewegung gleich auf Geldstrafen von 300 M. erkannt wird, während sonst diese Strafen nur 10, 20 oder 30 M. betragen. Der Kultus- minister hat sich auch getäuscht, wenn er meinte, einer der von mir Genannten sei bereits gestorben. Ich habe von ihm eine Depesche erhalten, daß er f r i s ch und g e s u n d sei.(Hört I hört I bei den Sozialdeni.) Die freie Jugendbewegung pflegt den Kamps gegen den Schmutz in Wort und Bild, gegen den AlkoholiS- m u s, für die Hebung der Bildung und des Selbstbewußtseins der Jugend. Die Weltanschauung des Altertum?, die von der Sozialdemokratie der freien Jugendbewegung gepredigt wird,� findet naturgemäß in der Jugend lebhaften Anklang und viel Verständnis. Herr Kesternich hat durch seine Ausführungen das Bildungö- Niveau charakterisiert, von dem er ausgeht. Er hat damit seinen Befähigungsnachweis zum Jugendbildner auSgezeicbnet erbracht.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Er hat auch erkennen lassen, was das Ziel der Jugendbewegung ist, die er wünscht, es ist Geistestiiechtmig, Finsternis, Muckerei und Schenihcillgkeit. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn er sich über das lebhaste Temperament beschwerte, das in dem Organ der freien Jugendbewegung zum Ausdruck kommt, so ist zu erwidern, daß wir allerdings das Proletariat nicht zum Schlafen, sondern zum Kämpfen erziehen wollen und müssen. Auch der Abg. G r o n o w s k i hat ähnlich wie Herr Kesternich Gedichte' aus Liederbüchern vorgetragen, um damit den Nachweis zu führen, baß die freie I u g e n d b e w>--> u n g die Verrohung der Sitten predige. Ich kann Ihnen von einer Veranstaltung der Zentrumsjugendveeoine ein Lied vortragen, in dem im Kölnischen Dialekt gesagt wird: Alles, was uns in den Weg tritt, wird kaput gemacht,„die Wiege mit dem Kind fliegt auch heraus geschwind I"(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) So denkt das Zentrum über die Jugendpflege.(Lachen im Zentrum.) S,e lachen jetzt Ihren eigenen Abg. G r o n o w s k i aus, der aucb aus einem Lied zeigen wollte, wie die Sozialdemokratie über die Jugend- bewegung denkt. Ich könnte ja auch auf ein Kommersbuch zurückgreifen, das von der bürgerlichen Jugend benutzt wird. Da heißt eS z. B. in einem Liebe: Wenn der Engel mit dem Teufel auf dem Schneegebirg' der Eifel «n der SchnapSflafch' sich ergötzt.. Und Sankt Petrus in dem Himmel wie em Erzphlllsterlummel Hunde auf die Jungfrau hetzt... (Große Heiterkeit.) Bedenken Sie nur, wie hier das Helligste, die Religion in roher Weise angetastet wird. Ich will Ihnen damit nur zeigen, wie töricht es ist, solche Lieder herauszugreifen, um dem Gegner etivaS am Zeuge zu flicken.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir haben den Schutz der Kinder gegen Ausbeutung und Mißhandlung beantragt, weil wir das für den notwendigsten Bestandteil einer glücklichen Jugendpflege halten. Sie lehnen diesen An- trag ab und wir hoben das vorausgesehen. WirwollcnSicabcr zwingen, durch einen ausdrücklichen Beschluß diesen wirklichen Jugendschutz abzulehnen, damit der parteipolilische Charakter Ihrer Jugendpflege klar in die Erscheinung tritt. Aus demselben Grunde haben wir auch unseren Alttrag auf gleichmäßige Unter st ützung aller Jugendvereine, auch der freien Jugendbewegung, ge- stellt, damit wir eine Musterung abhalten können, wie sich die Parteien im Hause hier in dieser Frage verhalten. Die Auslassung von Dr. S ch e p p cbeweise, daß auch die Fortscbrittliche Volksparlei den Antrag nicht annehmen will. Es ist für uns von größter Wichtig- keit, das festzunageln. Die Gründe, die hier für die Ablehnung unseres auf den Kinderschutz bezüglichen Antrages vorgebracht worden sind, sind leere Ausflüchte. Sie sind eben nicht dereit, für die Jugend etwas zu tun, die man noch nicht politisch beein- flussen kann.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) ES kommt Ihnen nur darauf an, mit der staatlichen Jugendpflege einen Kampf gegen die Sozialdemokratie zu unternehmen. Es ist aber eine Selbsttäuschung, wenn Sie davon eine Schwächung der Sozialdemokratie erwarten. Die Sozialdemokratie ist in Berlin trotz der Jahnfeier in folgender Weise gewachsen:... Vizepräsident Dr. Krause: Herr Abgeordneter. Sie dürfen die Geduld des Hauses nicht zu sehr in Anspruch nehmen; ich rufe Sie zur Sache!(Beifall rechts.) Abg. Dr. Liebknecht(Soz., fortfahrend): Ihre Mühe, mit derartigen Talmiidealen die Jugend von der Sozialdemokratie fernzuhalten, ist vergeblich.(Große Unruhe rechts. Schlußrufe, ein Mitglied der Rechten stampft im Takt m i t d e m F u ß.) Es ist eine Sisyphusarbeit, die Sie mit Ihrer staatlichen Jugendpflege leisten. Ihr Kampf, den Sie mit den Mitteln der Berdummung und Vergewaltigung gegen uns führen, wird nur eine weitere gewaltige Stärkung der proleiarischen Jugend- bewegung zur Folge haben. Die proletarische Jugendbewegung wird wie die Sozialdemokratie einst der Totengräber sein, dem Sie zum Opfer fallen, wenn Sie sich auch mit Händen und Füßen sträuben.(Beifall bei den Sozialdemokraten. Unruhe rechts.) Abg. Wincklcr(k.(zur Geschäftsordnung)): Die Rede, die eben zu Ende gegangen ist(Abg. Liebknecht hatte 3% Stunden gesprochen), war wieder ein Beweis für die Notwendigkeit der Mög« lichkeit einer zeitlichen Begrenzung der Reden bei zweiten Lesungen.(Stürmischer Beifall rechts, im Zentrum und bei den Natioualliberalcn.) Abg. Huffman»(Soz.(zur Geschäftsordnung)): Die Rede des Abg. Liebknecht war eine notwendige Antwort auf die viele» unerhörten Angriffe und das fortwährende Wort- abschneiden. Es mußte einmal das alles gesagt werden, Sie haben es provoziert. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.[zur Geschäftsordnung)): Wir stehen in dieser Frage gegen alle anderen Parteien dieses Hauses. Um vergleichen zu können, müsse» Sie die Reden aller Redner und des Kultusministers gegen meine halten. UebrigenS mußt« hier die Antwort gegeben werden auf verschiedene Angriffe dcS Ministers bei anderen Etatstiteln.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Debatte geht weiter. Abg. v. Schcuckcndorff(natl.) wünscht, daß die Jugendpflegegclder für Jugendheime, Turnhallen, Spielplätze, Schwimmbäder und Handferiigkeitswerlstätten verwendet werden sollen. Bei Zusammenfassung aller destruktiven Kräfte wird man der zerstörenden Strö- mung der Zeil entgegentreten können. Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Kesternich,—. Verbandskollegen der HauSdi uckerei Dr. Rcmmler 3.—. Verband der Bäcker und Konditoren, Verwaltung Berlin 200,—. Tischlerei glalow u. Prieme: 30.—. Sechser- lasse bei Harlmann g.—. 267 Deulschcr Verlag, Maschinrnsaal 6,—, 268 Sctzcrsaal 11,75. Malerpcrsonal bei Warnibrunn-Oiülil) 5,00. Bau- mann 2,05. Organisierte Waffelbranche 9,55. Berliner Lcdermöbelsabrik 9,—. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeltcr. Ortsverwallung Berlin, 1. Note 500,—. Bierprozente und Werkstaltlistc der Tischlerei Rahn 49.70. Von den Bäckern SiemenSslr. 7 6,50. VerbandSmitglicdcr der Buchdruckcrei W. Büxenstein 28,20. 266 1,40. Lederarbeilcrverband OrtSvcrwallung Berlin II 5V,—. UiitcrstützuiigssondS der Glasarbeiter Stralau 50,—. ivlrma F. Marie 4,—. Hilssaibeilcr deS„Vorwärts", Werbablcilung 10,—. Verband der Hulmachcr, Zahlstelle Berlin 100.—. Scchserkasse der Tischfabrik Brämer 20,—. Bezirk 66 Charlottcnburg 2,10. Polierer und Poliercrinncn bei Raschig 0,60. 2ll5 9,—. Bezirk 24 Rumrnclsbmg 5,—. 142/3 Stocksabrik B. Noa 29.95. Druckerei<&.(Sichler 0,15. Deuta-Werke, Abt. Nösle 45.50. Bezirk>43. 3. Kreis 7.50. A. E.-G. Poltastraste, Abt. G. F. 5, Wolschkc 15,—. Tischlerei Abels u. So. 4,50. Tischlerei Unrau 5,—. 144 Tischlerei Hebde u. Krah 22.60. Galvanoplastik 13 50. 420. Bezirk. 4. Kreis 10,—. Seyffarth u. Ochlschläger 15,—. 2552 vom Koninmbau 38,80. 2716 Buchdruckcrei Jnniszcwsli 9,60. Kollegen bei Klaus, Neukölln 9,50. Möbclpoliercr bei Klug 20,—. Verband der Böttcher, Ortsoerwallung Berlin 100,— Verband drr Buchdruckerci-üiiss- arbeiler, Zahlstelle Berlin 250,—. Verband der GlaSarbeiler II aus Listen a SlmNo 63,—. Sektion Darmarbciter, Kranzüberschusz der Märzgefallenen 10.—. 2517 11,—. Telleftaminlung der Fleischcraesellen in Neukölln 13.50. Kronensabrik Gugzcnbüchler 5,—. Buchdrnckerei Beyer u, Bochme 10,40. 275 bis 278 Buchdrnckerei Siltcnscld 57,25. 145 Möbel. sabrik Fclzer u. Koffer 13,50. Mechanische Werkstatt der Auer. Gcscllschast 5,—. Deutscher TransportarbeUerverband, Bezirk Gros,. Berlin, aus folgende t-iiten: 2004 21,80. 2005 15,70. 2006 12,80. 2007 15,85. 2008 16.05. 2014 18,65. 2017 3,50. 2019 5,50. 2047 18,25. 2050 10,20. 2051 17,—. 2058 11,30. 2059 Tcllersainmlaoa Bczirksvcrs. der Krasldroschkensührcr Weigensee 3.—. 2060 14,—. 2063 Packerei Gebrüder Israel. Nitterftr. 11 7,60. 2077 9.75. 2030 10,70. 2084 Bett. Gabriel u. Jäger 5,50. 2121 Betr. Lindcnbcrg 4.05. 2126 Angestellten v. Habild u. Co., Alabastcr-W. 11.25. 2137 Kollegen der Wurnfabrik W. Bchr, Schöncbrcg 10,50. 2110 Lagl.iarbciler u. Konkorpers. Kons.-Gen. Lichten- b-rg 33.80. 2141 8.60. 2162 9.65. 2165 6.75. 2175 TranSporlarbcilcr „Verl. Lola!-Anz." 8,85. 2177 2.75. 2180 Organisierle Hausdiener Pect u. Cloppenburg 10.—. 2202 8,60. 2215 Automibil-Betr. Arndt, d. W. Nuppert gesammelt 5,90. 2220 Droschken- Chauffeure, Progreh" 26,65. 2221 Droschken-Chauffeure.Piogrejz" 23,35. 2223 7,—. 2228 Müllkutscher u. Schaffner Depot Mühlcnitr. 38,75. 2233 6,60. 2249 Betr. Bartz u. Co.. Kaiserstr. 35 10,35. 2286 Betr. Jacob n. Valentin, Heidestr. 8,40. 2300 gesammelt in der Verfainnilang in Pankow 10. März 1912 1,60, 2318 Kollegen von Gebr. A. u. O. Hüft 8,70. 2350 Handels- hilssarb. Greisenhagen, Warenhaus>0,—. 2271 3,40. Summa 489,65. Buchdrnckerei Kroll 5,—. Buchdruckcrei Pag u. Garleb 20,—. Liste 303 Scher u. Drucker bei Rosenihal u. Co. 7,50. 269 Buchdruckerci S. Schalem, Schöncbcrg 13,35. 271/272 Buchdrnckerei Hcmpcl u. Co. 37,80. 235 Buch- drucker bei Kcltcmbeil 10,—. 274 Druckerei Berg u. Schach 6,15. Bicrkasse des Zentralmagazins der städt. Gaswerke 100,—. Vcrbandsmitglicder der Buchdruckerei 23. Büxenstein 30,20. 2551 Konsum Stegcmann 18,50. Verbandsmiiglieder der Buchdruckerei Gertz. Charlotteuburg, t Rate 6,—, 2. Rat« 7,40. 2032 Hinz 12,70. 2718 Maschinensetzer im.Vorwärts" 20,—. Firma Lorenz, Kranzüberschuß sür die Märzgefallenen 50,—. Buchdruckcrei Braunbcck u. Gutenberg 35,—. Arbeiter der Bettiebswerkstatt der Hoch- und Untergrundbahn 6.80. Tapetenleistensabrik 41. Zander 5,—. Möbelfabrik Röäler u. Schmidt 30,—. Personale der Schriftgießereien 4 rr er» ß"se A K AH flfi RS WiXnpfTttiPV Sß r»r>. Brauhaui-s 31,80. Abt. Krausch d. Firma Bergmann E.W. 3.40. 951—955 „Manoli" 76.10. Kranzüberschuß von Holzarbeitern und Arbeiterinnen bei E. Jakob 21,20. Verband der Tapezierer, Zahlstelle Berlin 200,—. Maler- personal bei Warmbrunn- Ouielitz 5,—. Glasarbeiter in Stralau, 2. Rate 50.—. Verband der Eteinarbeiter, Zahlstelle Berlin 100,—. Tischlerei Miles u. Neumann 15,—. Bierprozente der Tischlerei Alfred Wilhelm 15,—. Ziaareiiensabrit.Josetti" 8,—. Verband. Transporlarbeiler, Bez. Großberlin aus folgende Listen- 2002 10,65. 2003 25,30. 2040 10,20. 2012 12,40. 2053 8.75. 2067 Fahrversonal der Kindl-Braucrei 13,35. 2074 Fahrpersonal der Schultheiß-Braucrei, Abt. II 20,95. 2086 Koll. vom Transporta-bciter. verband der Berg-Braucrei 10,60. 2091 4,10. 2099 5,—. 2104 1,—. 2105 2,90. 2106 4,25. 2107 9,20. 2108 10,—. 2117 31. M. Maaßen, Handels- hilssarbeiter 12,90. 2135 2.40. 2144 4,80. 2148 5,15. 2154 Ucberschuß von der Kranzspende sür die Märzgcsollcncn, ges. o. d. Martthallenarbcitcrn 10,—. 2172 6,30. 2176 5,85. 2178 7,25. 2214 Möbeltransp. Schumacher, Friedenau 10,40. 2217 16,05. 2222 11,30. 2224 12,85. 2225 16,10. 2227 Müllabsuhr, Depot Schöncbcrg 24,40. 2259 Spedition Jacob u. Valentin 9,75. 2260 7,55. 2263 17,55. 2282 Spedition der Firma R. Dictert 7,25. 2288 5,65. 2291 2,90. 2294 3,35. 2297 1,85. 2301 Lager II T 2 und Eüiküler A. E.-G.. Voltastraße 22,75. 2306 5.45. 2324 Zahn u. Co., Wiener Straße 2.75. 2352 Ueberschuß vom Kranz der Märzgesallenen von de» Lciicrgerüstbaiiern 16,95. 2354 BezirlSversammlung bei Tiep. Daiizigcr Straße 3,75. 2123 9,75. 2232 Mülllutscher und Schaffner von Degen u. Co., Depot in Friedenau 10.—. Summa 421,65.— Buchdrnckerei H. Klockow 10,20. 270 Buchdruckerci A. Ullrich 4.90. 2738 Verbandsnüigncdcr bei Reinhold Kühn 4,25. 301„Berliner Äörscnzeitung- 20.—. 2735 Buchdruckerci Weber 6.40. 2734 Bnchdruckerei Grützmacher 8,35. Verband der Sattler und Porteseuillcr, OrlSvcrwaltung Berlin, aus Listen 130,35. In Summa 4266,30. Gelder, welche per Post eingesandt werden, sind an A. Körsie», Li). 16, Engelufer 15 I, zu senden. Alle Sammlungen sind soiorl auf unserem Bureau, Engelnfer 15 I, Zimmer 23, an den Wochen- tagen vormittags von 9— 121/a Uhr und nachmittags von 4— T'/jUhc oder in den Bureaus ihrer Gewerkschaft abzuliefern. Der Ausschuß der GcvcrlschastSkommission sür Berlin und Umgegend. Sie Herzte rüsten zum Leueralstrelß. Der Streik der armen Bergleute ist kaum zu Ende und sind die Opfer dieses Streiks kaum in die kühle Erde gebettet, und ein neuer Riesenstreik droht den deutschen Landen. Die Aerztcschaft unter Führung des bekannten Leipziger Verbandes macht für einen Generalstreik mobil. Es versendet der Leipziger Verband der Aerzteschaft ein Schreiben an alle seine Mitglieder, welches mit der schönen Wendung beginnt:„Sehr verehrter Herr Kollege— Der Kampf beginnt!" Dann wird geschildert, daß zwar die ReichS-Vcr- sicherungsordnung. Buch Krankenversicherung, noch gar nicht in Kraft getreten sei—", doch jetzt schon holen die Kranlenkassen- verbände zum Schlage aus".„Ihre Sendboten durchreisen die Lande, unter den verschiedensten Bezeichnungen treten die Kassen- verbände auf. um Kontroll- oder Vertrauensärzte anzuwerben". Die Phantasie der Leipziger Herren läßt„die Sendboten" der Kassen- verbände durch die Lande reisen. Es gilt eben, die Herren Kollegen aufzurütteln und gruselig zu machen. Dann wird gegen Verträge mit Vertrauensärzten Stellung genommen. Im Schluß des Schrei- bens heißt es: „Der Zweck dieses Vorgehens ist durchsichtig genug. Sollte etwa ein Vertrag mit den Acrzten nicht zustande kommen— und darauf geht man ofsenbar hinaus— dann sollen die Kontroll- und VeriräucnSärztc, die sich au? dem§ 370 R. V. O. ergebenden Schwierigkeiten beseitigen helfen, indem sie 1. in Konfliktsfälicn die Ausstellung von Krankenscheinen besorgen und 2. mit der Hilfe von Heildiencrn und Pflegepersoncn(also unter Umständen auch Kurpfuschern) die Krankenbehandlung der Versicherten ge- währleisten. Diese Rolle zu übernehmen, ist wohl mit das Schimpflichsie, was man einem deutschen Arzte zumuten kann. Darum warne» wir eindringlich vor der Annahme solcher Stellen und erwarten, daß sich kein Arzt durch den angebotenen Judaslohn verlocken läßt, zum Verräter an unserer gemeinsamen Sache zu werden. Wir stehen vor der Entscheidung. Die Einführung der R. V. O. wird das Schicksal der deutschen Aerzte auf lange Zeit festlegen und darüber bestimmen, ob wir ein freier Stand bleiben oder Hörige drr Krankenkassen werden sollen. Das crstcre muß errungen, das letztere verhindert werden. Die Beschlüsse des Stuttgarter Acrztctages zeigen uns den Weg. Und es wird ge- lingen, diese Beschlüsse durchzusetzen, wenn wir, wie bisher, treu zusammenhalten und gemeinsam vorgehen. Wenn wir jetzt in vollem Vertrauen zu uusern Führern in fester Gemeinschaft hau- dein, dann endlich wird die Zeit kommen, nach der wir uns alle sehnen, die Zeit ruhiger Arbeit ohne Kampf und Streit, in der wir uns wieder wie vordem als freie Jünger eines freien Standes, losgelöst von der unerträglichen Herrschsucht anmaßender Kassen- borstände, unserem Beruf im Dienste der Kranken widmen können. Verband der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interesse», Der. Vorstand: Hartmann, Streffcr, Hirschfeld, Tippe, DumaS, Göhler, Klobcrg, Meyer, Schwarz, Vollert. Der Delegierte des Gcschäftsausschusscs des AerztcvereinZbundcS: Herzen. Das Generalsekrctariat: KuhnS, Wiedel, Starke. Doch damit nicht genug. Die Aerzteschaft geht- aufs ganzc. Auch die Kollegen in den Krankenhäusern sollen mitstreiken, mag aus den Kranken dort werden was will. Mögen sie elend zugrunde gehen, wenn nur die„Verbandsfrage" gelöst wird. DaS„Aerztliche Vercinsblatt" bearbeitete seit langer Zeit die Herren Kollegen der Krankenhäuser. In der letzten Nummer heißt es: „An vielen Stellen bestebcn oder drohen Konflikte zwischen Krankenkassen und Aerzten. Immer wieder muß ich daraus hin- weisen, daß nur deshalb die Krankenkassen mit einer Verhältnis- mäßig kleinen Zahl von Aerzten auskommen, weil sie einen großen Teil ihrer Kranken in das Hospital abschieben und die Kranken- hauöärztc, welche täglich uns ihrer Sympathie versichern und auf Seite der standestreucn Aerzte zu stehen vorgeben, dort die Kassenpatienten behandeln. Würden sie dies außerhalb des Hospi- tals tun. so wären sie Streikbrecher. Deshalb wird mit Recht auf Seite 151 des 41. Jahrganges des Aerztl. Vereiusbl. in dem Artikel Streik- und Monopolärzte folgendes gesagt:..Wer A sagt, muß B sagen. Endlich soll man Konsequenzen ziehen. Deshalb wird auch kein Kamps entschieden. Im Kriege gibt es keine neu- traten Provinzen." Ein Bibclwort Offenbarung 3,15 lautet: „Ich weiß Deine Werke, auf daß Du weder kalt noch warm bist. Ach, daß Du kalt oder warm wärest!" Und wirklich lau stehen die Krankenhausärzie der Sache des Aerztestandcs gegenüber. Ohne zu wollen, besorgen sie die Geschäfte der anderen. Im Wort gehören sie zur einen, doch in der Tat zur anderen Partei. End- lich sei hier Klarheit und endlich sei hier Wahrheit. Worte gab man. Taten sind bald an der Zeit. Vor Jahresfrist erschallte dies als ein Ruf, jetzt hört man von allen Seiten ihn widerschallen." Klar bereiten die organisierten Aerzte in Deutschland den Generalstreik vor. Die Krankenkassen müssen daher auf der H-tt fein und ihre„Sendboten" jetzt durch die Lande senden. WaS n nun die Regierung machen? Kaum hat sie das neue Gesetz mit Schmunzeln unter Dach und Fach gebracht, und jetzt drohen i.ichi die bedrückten Krankenkassen, sondern die Mngdansiegcr mit Ecir. mit Streik. Wird man da auch Soldaten, Gendarmen, Schutzleute, Maschinengewehre usw. ins..Strcilgebict" senden? Oder wird man endlich zur gesetzlichen Einführung des BebandlunaSzircmg-S schreiten! ßHefhaftcn der Rcdafetion. £li jarlstlsch« epr-qsiunde findet Ltndcnstraße so, dorn die»?rm>e» »- x-hrstnhl—, wochentäglich von bis 7� Mir adciids, SonuadendK, von 4'/z vis 6 Uhr adendS statt. Jeder für den Brirftaste» drsttmniten Anfrage ist ei» Luchstabc und eine Sadl als Merkzeichen bciziifstgrn.«ricsiiche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Avoiincmeutsqulttung deigefSgi ist, werden nicht deantwortc». Eilige Jrngen trage man in der Sprechstunde vor. M. 6. 1. Nur dann, falls Einlonimen der Frau mit veranlagt ist. 2. u. 5. Ja. 3. u. 4, Nein.— W. B. 100. 1. u. 2. Sie können ränmcn, falls Sie Ihre Behauptungen beiveifcn können. Anspruch auf Bezahlung der Hotelrcchnung erscheint nicht begründet.— Th.®. 1853. Wasch- toilclte, Sofa und Photographien erscheinen pfändbar.— R. D. ÄIS. Ein Rechts ansprach besteht nicht. Wir raten, den im Statut vorgesehenen Beschwerdeweg einzuschlagen.— 100 M. D. Wenn unheilbare Geistes- k r a n I h e i t bewiesen werden kann, ja. Heber die Dauer des Prozesses können wir im voraus nichts sagen.— Steucrreklamatio» 2. 1. u. 2. Ja. 3. Von 1200 M. JahrcSeinkomnien ab.— L. L. 100. Die Kirchen- gemeinde kann leider die sogenannte Auskaussgebiihr verlangen.— T. I. 73. Wenden Sie sich an das Zlnatomische Institut, Luisenstr. 56. —(g. H. 91. 1. Sie können, wenn etn RückzahlungStcrmin nicht vcr« einbart ist, innerhalb eines Monats Nälkzahiung fordern und die Ver- steia cruiig des Pfandes für den Fall der Nichlzahlung androhen und ver- anlasten. 2. 4 Proz. Verzugszinsen vom Tage der Fälligkeit ab. — Lade» 123. 1. Nur zu beantworten, wenn angegeben wird, wie hoch der Mictswert gesondert für Laden und Wohnung ist. 2. Nein.— Kreuz- borg 78. 1. Darüber müssen Sie sich mit Ihrer Frau verständigen. 2. bis 4. Wenden Sie sich an einen Arzt.— I. I. 41. 1. bis 3. Ihre Angaben reichen nicht aus. Kommen Sie in die Sprechstunde. 4. u. 6. Ja. — P. W. 1. 1. In der Regel ja. 2. Nein.— Zl. 34. Nein.— F. G. 18. 1. Nein. 2. Ja. Sic haben infolgedessen Anspruch aus Ermägigung um & P. 17. Reichen Sie ein Gesuch ein.— ' �- P. 87. eine weitere Steuersluse.—■(> A. N. 373. 1. Besragen Sie einen Fachmann. 2. Ja.— P. 87, Neu köllu. Antrag an das Polizeipräsidium. Kosten sür den Fall der nehmigung 50 M. Bei Bedürftigkeit kann ErlNähigung vis auf 5 M. erfolgen.— Ignatius, Kl.-Dchöuebcck. Der Denunziant erscheint schaden- ersatzpflichtig. Außerdem richien Sie eine Beschwerde an das Polizei- Präsidium.— Frau Schulz. 09. Wenn der Umzug iin selben Ort statt- gesunden hat, ja. Ist der Meister in eine» anderen Ort verzogen, können Sie Ersatz fordern.— Klara. Ein Zimmer muß am 1. April, mittags 12 Uhr, geräumt sein. Den Ausenthalt während der Nacht brauchen Sie nicht zu dulden.— G. H. 3. 1. Ja. 2. Nein.— H. F. 35. Wenn durch Sachverständige erhebliche Gesundheitsgefährdung nachgemiesen werden kann, können Sie vorzeitig räumen.— E. R. 400. 1. und 2, Nein.— I. B Falls Ihre Behauptung beweisbar: Nein.— Audrec 3000. Die Klage ist aussichtslos, da innerhalb der gesetzlichen Empfängniszeit, die vom I.Februar bis 2.Juni lies, mit zwei Männern Geschlechtsverkehr stattgcsunden hat. — Erich 100. Vorsitzender ist Schlossermeister Th. Kacber, Wallstr. ö7. — A. Z. 104. 1. Falckenstemstr. 1—11 und 35—49, Gröbenuser 1—4, Oberbaumsir. 1—6 und 8—13, Schlcsifchestr. 39/40— 16, Wrangcliir. 47—51 und 81—88. 2. Mag Erfolg haben. Jcdensalls können Sie es versuchen. — P. W. An Hermann Werner, Gnciscnauftr. 72.— H. G. 49. Auskunst hierüber«teilt Jbnen g-rn die Zentralkommission der Krankenkassen, Alexandcrstraße 39/40. II.— F. B. 900. Der Arzt.— W. H. 30/ Wenden Sie sich an die Zentrale sür private Fürsorge, Flottivellstr. 4.— •f». Z. 39. 1. Das Gesuch ist unter Beisügung des Lebenslaufs, der Militärpaptcrc und der Führnngszeugnisse an die Direktion sür das Char- lottenburger Feuerlöschwesen fBranddircltor Bahrdt) zu richten. 2. Nein. 8. In Charlottenburg 1620 bis 2220 M., ereichoar in zehn Jahren. In Berlin 1500 bis 2200 M. 4. Die Feuerwehrleute haben sowohl in Berlin wie in Charlottenburg 48 Stunden hinlereinander Dienst und sind dann 24 Stunde» srei. S. Alter nicht über 26 Jahre. Wetterprognose für Mittwoch, den 27. März 1912. Vielfach nebelig oder wolkig, zeitweise ausklarcnd und sehr mild bei meist schwachen südwestlichen Winden; keine wesentlichen Niederschläge. B-rliner Wetterb urealt. «tattmen Swinemde Hainburg Berlin Franksa.M. München 773 Wien 772, NW Ze- 8° Blies 69 770 771 W £33 Still Weller 2 bedeckt ÄDnnst 1 bedeckt Nebel 2chcdcckt Isbedeckt am »II Sa 9 10 11 11 10 11 etallonen Haparanda Petersburg Scillh Abcrdeen Paris S I la �2 feil 761 N 763 SSW 765ISSO 7S9iStill 77liSSW Wcller L!bedcckt 1 Nebel 4 wollig Regen Ihedeckt G-* 1 -1 10 ' 7 6 Wastcrstands-Nrchrichten Wasterstand Memel, Tilsit P r e g e I, Jnsterbnrg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Berby , Magdeburg ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel. eine neuartige k)ausdaltfeife von fabelhafter MaschKraft preis pro 8tück 20 pf.— Jitzt überall erbältUcb. Theater und Vergnügungen Mittwoch. 27. Mär, 1912. Ansang 3 Uhr. ZirknS Sarrasaui. Große Vor- stellung. Slnsang 3'/, Uhr. NcurS Schauspielhaus. Agnes Bcrnauer. Berliner. HerodeS und Mariamne. Slnsang 7 Ubr. Kanimerspiele. Der Feind und der Bruder. Slnsang 7'/, Uhr. Kgl. Opernhaus. Der Rosen- lavalier. Kgl. SchansPielhanS. Der Kaus- V nwnu von Venedig. Teutiches. Diel Lärm um Nicht». .'gurfiirstcuoprr. Der Fünsuhrtee. Zirkus Busch. Gala-Vorstrllung. Zirkus Sarrasaui. Gala- Vor- stellung. Zirkus Schumann. Gala-Bor- slelluiig. Havcrland. Spezialitäten. Anlang 8 Ubr. Urania. Taubciistraste 48/49. Der Großglockner. Gastein und die Salzburger Alpen. Lrssiug. Glaube und Heimat. R»nii che Over. Die Hexe. Westcu. Die schöne Helena. Kleines. Lotichens Geburtstag. G. u. F. Elfzler. Hockenjos. kköniggräster Strafte. Die jüns Fianksurter. Neues SeiiausPielbanS. Das Familienkiud. Neues. Der liebe Bugustln. Residenz. Alles jllr die Firma. Lustspiellians. Die Damen de» Regiments. Berliner. Große Rosinen. Nene« Overerien. Eva. Schiller O. Kyritz-Pyritz. SNl il v«Gharlottruvurg. Wilhelm SclL Friedr.- Wild. Schauspielhaus. Das LcutnaniSmündcl. Luisen. Die Rose von Japan. Di ose. Der Gefangene von Zcnda. Mmovo, Die Nacht von verltn. Trianon. Das kleine Cass. Tbatia. Antolicbchen. SPintergnric». Spezialitäten. Easino. Die luftige Strohwitwe. Slrioti«. Los Nr. 33. Spezialitäten. Bafioae. Spezialitäten. Hcrrnfeld. Wie man Männer besten. Der Hausleusel. Kölligstadt- Kasino. Ein fidcler Nechlsniuvalt. Bruder Julius. Spezialitäten. Rcichs»--u«n. Stcttiner Sänger. Ansang S'l, Ubr. Falles Envricc. Der Polizeihund. Das Broadwah-Girl. Boigr. Glückliche Heimat. Walhalla. Menschenrechte. Slnsang s>/, Ubr. NcucS Volkstbeater. Der zer- brochene Krug.— Fritzchen. BcUe-AUiance. Die Dollarprinzcsfin. Ttcrnwarte, Jnvalidcnstr. 57—62 Kerlmei- Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Theater in tjerlipplzer Straße AbcndS b Uhr: Die 5 FraukfuFter. Scliiller-ThealerO.lÄ: Mittwoch, abends 8 Uhr: Kyrita-Pyrlt». Donnerstag, abends 8 Uhr: Lady Wlndcnacres l'ücher Freitag, abend» 8 Uhr: Kyrita-Pyrlt». Schiller-Tlieater Chabrll?;Uän- Mittwoch, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Donnerstag, abends 8 Uhr: Qritlla Loa. Freitag, abends 8 Ubr: Lmilla Galotti. Theater des Wöstens. 8 Uhr: Tie schöne Helena. Sonntag 3>/, Uhr, V/iener Blut Residenz-Theater. Direktion Richard Alexander. AbcndS 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwank in 3 Alten von M. Hcnnequin und G. Mitchell. Für die deutsche Bühne bearbeitet von Bollcn-Bacckers. Morgen u. folg. Tage: 4llo»t.il. virm». Luisen-Theater. Mittwoch und Donnerstag: Dir Rose von Japan. Freitag: Alles durch die Liebe. Mittwoch, 3. April: Ich laste Dich nicht. Beiie-JUIianee-Thealei'. Mittwoch und Donnerstag'/,g Uhr: Die Dollarprhwessin. IOSE-THEATEI Große Frankfurter Str. 132. AbcndS 8 Uhr: Ter Gefangene von Zcnda. Morgen und folgende Tage: Ter Gcfangeue von Zenda._ Metfopol-Ttiealer. SlbeudS 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Naciil von Berlin! Große JahrcSrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gclcijt vom Dir. N. Schultz. „CLOU" Berliner Konzert« ff aus. Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Heute: 3 Mapelien. Musikc. d. Grde.-Fiisil.-RegtB. Dirig. Oberm. Hippel Musiko. d. Kais.-Älex.-Grde.-Gren.-Kgts. Dixig. Kgl. Musikdir. Brase und III Zillcrdialer and Tegernseer Sänger, Plattler und Jodler III Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Ubr. ' Wunsoh-Konzert■""ÄS""! Hackepeter, Große Frankfurter Str. 106.| 3 Jeden » Hittwoch mwmmywm* Urania. WissenBchaftliches Theater. 8 Uhr: Der Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. LS« Ein neuer Sensationserfolg Nie man fliänner bessert. 2 Alle von Anton n. Donat Herrnseld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Der hsusleufel. Anfang 8 Uhr. Billeltvorvcrkaus 11— 2(Theaterkaste) Das Neues Theater. AbcndS 8 Uhr: Ter liebe Augustin. Sonnt. 3'/. Uhr: vor Vogriltäitlllir. Ab 8 U g&- Seifte WStye der grofte» komischen Novitäten vsLsr und 8u?ette moderne Tänzer No. 33 usw. Reiehshallen-Theater. Stettiner Sanier Zum Schluß: «eine Hochzeit in der Miillcrstraste. Burleske von Meyscl. Ansang wochentags 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. !Gei8ter=l feinster. Das weiße Geheimnis. | Hella, die schönste Tänzerin RuBlands. Schneider-Duncker and das große März- Programm! Folies Capriee. TägUch 81/« Uhr: Die©aifon-Scblagcr ff Zirkus Busch| Mittwoch, den 27. März 1912, abends 71/, Uhr: T'/.Ubr 7'/, Uhr! Beginnt die Vorstellung mit I der Pantomime „Die Hexe". Darauf das roüo Gala-Prosramm. . a.: Die Orping'.ons. Fräulein I Martha Mohnke, Schulreiterin, I Herr Ernst Schumann mit den f neuesten Preiheitsdressuren. Um 9'/, Uhr: Die gr. Entscheidungsring- 1 kämpfe der letzten Woche! Von d. ausgelosten Kämpfen! werden stets die gpJBt. Kämpfe j zuerst gebracht(Beschluß des j Schiedsgerichts), damit ab- j gobrocheno Kämpfe zwischen den größten Ringern nach Möglichkeit vermied, werden.| arrasam Telephon: Nord 4100 1 Mittwoch, den 27. März: 2 Elitevorstcllungen 2 In beiden Vorstellungen das komplette, nngekürzte] Programm. U. a.: I Wild- West| das schönste aller clrcen- sischen Spiele. Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. Galerie 40 Pf., III. Platz 70 Pf., II. Platz 1,2© M., I. Platz 2 M., Parkett 3 M. Logensitz 4 M. D er Polizeihunl as Broadway-Girl. Casino-Theaiec Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. «wr Novität: pft litllt Mkllschtllgtr Die lustige Strohwitlue. Posse von Misch und Jaccby. Sonnt. 3'/,: Trudchens Sommerreise. N., Chausseestr. 1 10. Carl Sichter. Jede» Mittwoch: Paul Mantheys lustige jSänger. ng 8 Uhr. Eintritt 30 Pj. Nachdem Freitnn«. — Vorzngsfarten gelten.— Morgen Donnerstag: Letztes Militär-Srreichkouz. Anschließend: ssamilienkräazchen ohne Nachzahlung.. V Jotsdämer�''}d(atz o Ii il a.: (Ciaire Vollentln) im Drama„Der Unbekannte", j im Ruhrgebiet. Bilder vom Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstratze 58. Mittwoch, den 27. März 1912: Glückliche Heirat. Komödie in 3 Auszügen von Bahard. Kasseneröstnung 7, Ansang 8'/, Uhr. Montag, 1. April: Benefiz sür Lina und Karl Moeller: Ein Sohn des Volkes. KSntyzlaiU-KaZhio. Ecke Holzmarkt- u. Alexanderstraße Täglich: Ei» fideler Rechtsanwalt und e Julius. Bruder Außerdem 6 erstll. Glanznummern Ans. 8 Uhr. sonntags st ,6 Uhr. Mittw., Scnnab., Sonnt.: Tanz. �fcfms A. Schumanii Heute Mittwach 7st, Uhr: Die besten Radkiinetlez1 5 AUroras 5 mit ihrem lebenden itoulctto sowie Auftreten d. 3 Briatores. Dir. Albert Schnmann• sowie alle übrigen Spezifsiitatsn Um» Uhr: Das mit so großem Baifall aufgenommene neueste und größta Ausstattungsstück Das Motorpferd in 5 Akten. Große SchiuBapotheose mit noch nie dagewesenen Eikekien. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Dss Kleine Luk6. AlIabendlleiN: 78«Tö auk l!. Lisö. jDie kleine Charlotte.! fVeltme Ister Bror Meyer. Das prächtige Eisballett Alpenzauber. Nachmittags: Kunst lauf- Produktionen. Bis 6 Uhr und von lOst. Uhr abends halbe Kassanpreise. gut den Inhalt der Inserate ädernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Verband der Maler» Saekierer, Anstreicher Mclchiorstraße 28, Part. WiSlk IkVlM. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Donnerstag, den 28. M-rz 1912, abends 8Vz lthr, im Gewcrkschaftshause, Engelufcr 1Z: MitZ» V ersammlsaaig'. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Wahl der OriSverwaltung. 3. VerbandSangelegenheiten. Mitglieder zur Agitationskommission für den I. Bezirk. ZlitxUecksImcK legitimiert. 4. Neuwahl der 128/14 Zahlreickcs Erscheinen erwartet Die Ortsvcrwaltung. L. Q. m. b. � Zentrale: Lichtenberg, Rittergutstr. 22/26. Unsere ii. Verkaufsstelle Tempelhof, Berliner Stratze 4142, dcrlegen wir heute nach Berliner Elr� Emgllllg: Frikdrilii-Williklm-Straße. Die«». Verkaufsstelle verlegen wir von Charlottenbttfg, Potsdamer Straße 42 nach Potsdamer Straße 36. m--»». Mitglieder werden in jeder ZlerKniMelle nnfgenlimmen. beitritt 50 Pf. HUMBOLDT-AKADEMIE Das neue Vorlesungs-Verzeichnis ist erschienen und in den Verkauisbureaus und Buohliandlungen unentgeltlich zu haben.[51/12 Ortskrankenkasse der Sattler und verw, Gewerbe zu Gemäß§ 48a, Absatz 4 unseres Statuts findet für die im Lause der Wahlperiode ausgeschiedenen Ver treter der.4.rhe!tneliiuer zur Generawersammlung eine Ergän zungswahl statt. Zu wählen sind 50 Vertreter für 1912. 272/11 Zur Vornahme der Wahl laden wir die Mitglieder hiermit ein, und zwar sindet dieselbe statt am Donnerstag, den 4. April 1912, im Gewerkschaftshaus, Saal Z, Engelufcr 1». Der Wahlakt beginnt um»V. Uhr abends und wird pünktlich um 8 Uhr geschlossen. Danach Feststellung des Wahlresultats und Verkündmig desselben. Tic Wahl ist geheim und erfolgt durch Stimmzettel. Wahlberechtigt und wählbar find nach K 4pi, Abs. 1 des Statuts nur diejenige» Mitglieder, welche grohjäbrig und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. lezitimstion ist vorrulogen. Her Vorstand. Ferd. Mayhardt, R. Teichmann, Vorsitzender. Schriftführer. � GneiseuausMe 10,� /J S. ttran, billigste u. beste v Bezugsquelle für•" �öbel jeder Art.( r Kassa und Teilzahlung.* Haben Sie Slott? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach /nass, schick, dauerh. Zataien von 25 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade S% II.(Stadtb. Bors.) lirrbnnti der Sdnifikt unb Sdintibctinitfn Verwaltung Berlin. Mitgliederversammlungen Donnerstag, den S8. März 1V1S: abends 7 Uhr. in den Comenius-Festsülen, Memelcr Str. 67. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Branchcnkommission. 4. Neuwahl der Kommission. 5. Verschiedenes. Alle in der Tischbranche beschäftigten Tischler. Polierer, Maschinen� arbeitrr/ Tcilarbeitcr und auch die ungelernten Hilfsarbeiter müssen cr> schemen, ebenso Much die Kollegen, welche dem Transfiortarbener.Verband angehören. Stellmacher'Xumaknfk™ 9iofe"t6aIet � 3i0'cn" Bericht Arbeitsnachweis: Hoj I. Amt Nprden, Nr. 1239. Iferwaltuoptelle Berlin Charitestrafte 3. Hauptbureau: Hos III. Amt Norden, Nr. 1987 Tagesordnung: 1. von der Generalversammlung. Bericht von der Gaukonserenz. 3. Branchenangclegenheilcn. c. cw*-r abends 8'/, Uhr, im Treppengelander-Branche Tagesordnung: 1. Wie hat jeder einzelne seine Arbeitskraft auszunützen? 2. Die Arbeitsvermitlclung in unserem Berus. 3. Beo bands« und Branchenangclegenhciten. Einsetzer abends 8 Uhr. bei Merkowski. AndrcaSswaße 26. Tagesordnung: 1. Bericht von der Gaukonserenz. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Branchenangelegcnheilen. Perlmutt-, Horn- und Steinnutzarbeiter abendS O'/a Nhr, in Wittes Festiälcu, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Klüß über: .Christentum und Sozialdemokratie". 2. Bericht von der Gcncraloerfamm- luug. 3. Bericht von der Gaukonserenz. 4. Verbands- und Branchen- angelegenheiten. abends 8'/, Uhr. im Gcwerkschaftshaus, Saal 4 SH.vTvMNryer(Arbcitslosensaal). Tagesordnung: 1. Bericht von der Gaukonserenz. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Branchcnangelegenheiten. Küchenmöbelbranche ��-�uhr�im�.«ng.ischen Tagesordnung: 1. Bericht von der Gaukonserenz. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Branchenangelegenheiren. Bilderrahmenntacher""-»ds«uhr.imGew-rrsch°f.s. Tagesordnung: 1. Die Reichsversicherungsordnung. Referent: Stadtverordneter Genosse Ad. Ritter. 2. Bericht von der General-Ver- sammlung. 3. Verbands» und Branchenangelegenheiten. Uhr. Bautischler. Donnerstag, den 28. März 1912. abends 8'/z bei Iloeher, Wcbcrstr. 17: Vertrauensmänner- Versammlung für Grotz-Berlin. /Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern, betreffs Mehr- arbeit bei Fenstern aus Pitchine. 2. Disluiiion. 3. Branchenangelegenheiten. 81/1 verband der lSureauangestellteo. Ortsgruppe Berlin. Vom Dienstag, den 2«. März 1912. ab befindet sich das Bureau c. U Kaiser-Wilh-lm-Ktr. 18a, D. Ä, Tel.: Königstadt 6170. - Geöffnet von 0—5 llltr.- Der Stellennachweis ist geöffnet von 16— 1 Uhr. 47/4*__ Die Ortsverwaltnng. Donnerstag» den 28. März 1912, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung der €lelitroflionteiire u. Helfer Groß-Bcriins in den Arminhallen, Kommandantenslr. 59 59. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Branchenleitung und der Kommission. 2. Bericht der Kommission, Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren des Vcrgnügungs- komilees. 4. Verschiedenes. IW Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-MU Die Wichtigkeit der Tagesordnung verlangt zahlreiches Erscheinen. Donnerstag, den 28. März 1912. abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung der Klempner in den Andreas-Festsälen, Andrcasstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Blering. 2. Diskussion. 3. Branchen- und Vcrbandsangelegenheiten. 114/13 Die Kollegen der Finnen Russe, Rasch dt Riohon, Rolde & Wegner. Rost& Zinimcriuaun, Mulack und Thiele- mann sind hierzu besonders eingeladen. W Mitgliedsbuch legitimiert!"MU Zahlreichen Besuch erwartet Tie Ortsverwaltung. lln-SimmsI Lpeml-�rzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, SXZ, 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2—4 Mäntel• Kostüme direkt aus der Fabrik jetzt kolnssal preiswert um zu räumen ZlmmerstF. 49'nÄiau Spezialität Backtischkontektion 6 Proz. Rabatt in bar, Miebei-Salonbriketts M. 7.75 pro 1000 frei Gclag. 21/7* Koch, Rixdorf, Bergslr. HO II. Auch Teilzahlung! Milk. JVur ]VIöbel-]VIIfch Gr. Frankturter Str. 45/46 Bouillonwürfel beste Qual., im Geschmack wie frische Fleischbrühe; 100 St M. 2.- bei 500 St. M. 1.75.* SO., Eisenbahnstraße 4. 6tto Reichel, teppdecken betonbevä preiswert. Größte?luswahl. 8 1 r o h nr a n d e i, Wallstr. 72.* Aus Teilzahlung! Ohne Anzahlung! kein llassicree. Tcppiche. Gardinen,, Stores, Portieren, Stepp-, Plüsch- und Rivandccken. Matzner, Hufelanvitrafte 41, Bildergeschäst. Karten od. Besuch erbet. Tameutuche sür elegante Kleider, Paletots ic, MW. 2,50, 3,50, 4,50 M. Tuchlager Koch& Seeland G. m.b.H. (airuia*.S-k1, tS&S: Zeichnuugen aller Art liescrt billig 836b* P. Krahmann, Jng.. Pankow, Berliner L trotze 26. Nachstehende Firmen haben anerkannt: ?ldam, S,, Leipziger Str. 28 Albrecht u. Kucharowicz, Französische Sw. 8 Ascher, Spittelmarkt Baum, S., Behrcnstr. 14/16 Behrend u. Rahr, Friedrichstr. 166 Berg u. Sehl, Krausenstr. 3 Berger u. Kitta, ChartoNenstratze Bister, Unter den Linden 69 Bloch u. Co., Friedrichstr. 203 Böhling, Kanonierstr. 1 Bollmann, Kaiscr-Wilhelmitr. 31 Borst, Martgrafenstr. 89/90 Bothmer u. Dünzer. Hut. d. Linden 13 Böttcher, Steglitz, Schlotzstr. 88 Braun, Steglitz Braun, Hariw/, Französischestr. 49 Busse u."Gotzmann, Zimmerstr. 49 Byk, Sigm., Friedrichstr. 10 Cavanagh, Unter den Linden 3 Cohn, H., Kaiser-Withelmstr. 2 Cunow u. Co., Friedrichstr. 90 Dohms, Gebr.. Krausenstr. 2. David. H., Friedenau, Sigliudeftr. 10 Didszun, W., Chartottenburg, LoachimStbaler Sw, 40 Diegmaun, 31., Ziegelstr. 26 Dittmann, Sf., Friedeiiau, Jsoldestr. 5 Dobbersteiu, Dresdener«tr. 42 Ebcnstciu, Unter den Linden 40/41 Ehrich, Zilbcrt, Mauerstr. 95 Ehrlich u. Danz, Mittclstr. 9/10 Ehrlich, Sllcxaiiderstr. 2 Eising, Charloltcnburg. Kantstr. 145 Ellrot, Fnb. Nud. Pabst, Unter den Linden 57 Engel, W,. Klosterstr. 37 Epvendorf, Französischestr. 62 Esdcrs u. Dhckhoss, Gertraudtenstr. 8/9 Exilier, Charlottcnstr. 79 Fabian u. Hrich. Unter den Linden 71 Facthc, Köuiggrätzer Str. 83 Fatzkessein. Münlmann, Unt.d.LindeuL Fischer, Ludwig, Unter den Lliideu47 Fordan, Zimmerstr. 29 Förder, I.. Kursürstcndamm 20/21 j�rank u. Co.. Französischestr. 49 Franz, Heinrich. Markgrafeustr. 67 Geduldig, Ioachimstbaier Str. 9 Genkel n. Freitag, PotSdamcrslr. 13 Genossenschaft, Erste Produktiv-, Kom- mandaiiteiistratzc Gcrson, Herrn., Berdcrschcstr. 5/6 Goldschmiöt, Friedrichstr. 150 Gollov, Louis, Unter den Linden 15 Graetz, Gebr., Nächst. Lust u. Türk- seid, Wallstr. 1 Grcgcr. 31., Alexaudrinciislr. 73 Kriewisch, Fr., Unter den Linden 52 Krotz u. Markinauii, Mohrenstr. 53 Grüdcr, M.. Wilhclmstr. 23 Gründler, Schützcnstr. 53 Gumpcri, S., Steglitz, Sllbrcchtstr. 8 yacnsch, Kruppsir. 5 Hanson, Paul, Grcnadicrstr. 22 Haustein, Oranienstr. 123 Hedenberger u. Leder, Unter den Linden 48/49 Hcrpich Söhne, Leipziger Str. 9/11 Herz, D., Französisd'e Str. 33 Hcrzbcrg, Gust., Zimmerstr. 24 Heydcr u. Jean Jogues, Unter den Linden 33 Hillmcr, Dorothecustr. 54 Hinket, Französische Str. 19 Hoffmann, Hermann, Friedrich- straffe 50/51 Holters, Bilh., Louisenstr 41. Homuth, Charlottenburg, Kaiser- Friedrich-Str. 48 Horwitz u. Co., Mohrenstr. 25 Hrncir u. Matirski, Unter den Linden 20 Jankowski, Charlottenburg, Bismarck- straffe 9 Jarh, Peter, Französische Str. 49 Jffland, Ernst, u. Sohn, Charlotten- straffe 48 Jockey-Kluh, Unter den Linden 75 Johannsonn, Rcanderstr. 25 Isert, Friedrichstr. 113 Jürgens, Friedrichstr. 216 Katzcnbcrger, 3lnhaltstr. 17 Keller u. Furch, Friedrichstr. 183 Kern u. Tschirbs, Charlottenstr. 88 Kirschslein u. Co., Charlottenstr. 49 Kuape, O., Fasanenstr. 17. Knebel, Friedrichstr. 30 Kiicubühler. Krausenstr. 69 Koppel u. Hliscs, Dorolbecnstr. 42 Koppel, M., Kronenstr. 66/67 Koslowsky, Kanonierstr. 3 Kosse u. Boldt, Mauerstr. 77 Köff, Französischestr. 52 Krause, Charlottcnstr. 1 den Tarij der Hcrrenmaffschneider nicht Kriewitz u. Borgward, Kanonierstr. 10 Kl'öhan, C harlottcnburg, Wallstr. 30 Kruse, M., Oranienburger Str. 4 Kühne, Ed.. Friedrichstraffe Kunz u. Korizek, Neustädtische Kirch- straffe 3 Kurta, Friedrichstr. 153a Levy, Unter den Lin»«» 61 Lewithal, Mauerstr. 2 Lewke, Seydelstr. 31 Lewkowitz, Illexanderstr. 14» Liebenthal, Hugo, Unter d. Linden 54/55 Lindemann, B. u. Westendors, Jnh. Zibbel, Dresdener Str. 56 Lingott, Gebr., Alexandrinensw. 67 Lippmann, Benno. Leipziger Str. 30 Lubahn vorm Stein, Schadowstr. 4/5 Ludst. Jägerstr. 69, 2 Tr. Lukas jr., Mohrcnstraffe Piagnus, Unter den Linden 69 (Krakow) Mathias u. Schade, Besselsw. 11 Matz, Brüdersw. 13 Maurer, Rud., Friedrichstr. 65a Mayer, Freilag Ntichj., Friedrich- straffe 36a Mehl, Chausseestr. 124, Meyer, Mohrenstr. 9 Meyhöser, Friedrichstr. 187/188 Möller Söhne, Friedrichstr. 35 Müller, Fritz, Gr. Frankfurter Str. 95 Müller, Otto, Oranienstr. 30 Musa, Friedrichstr. 72 Nachmamr, 3llte Schützenstr. 1 ?»ielscil u. Thuliu. Charlottenstr. 84 ?!oe u.>Lchulzc, Unter den Linden ur Peel u. Cloppenburg, Gertraudtcn- sw. 25/27 Pix, Sllois, Markgrasenstr. 80 Pluskiewitz, Markgrasenstr. 22 Pockorny u. Görke, Friedrichstr. 211 Prallst n. Lemke, Friedrichstr. 41 Pricbe, Luisenstr. 27 Princc ot Wales. Friedrichstr. 188 Rciiile, Chnrlotteuburg, Tauroggcncr Str. la Richter, Franz, Kanonierstr. 6, i Ricthmüllcr. Molkenmarkt 5 Romamt, Krausenstr. 4,5 Röiisch, Charlottenstr. 86 Rückcrt, Emil, Mohrenstr. 53 Rüdiger u. Suhr, Ziosenlhaler Str. 45 Rudolf, Gertraudtenstr. 10/12 Rund u. Co., Alcxandcrslr. 37» Salzivcdck, Mohrenstr. 53 Samtcr u. Happeck, Charlottcnstr. 53 Schachtel, Alexanderstr.' 50 Schasus, Krausenstr. l2 Schaliii, Unter den Linden 52 Schimmler, Königgrätzcr Str. 4 Schöndubc, Friedrichstr. 167/68 Schölling u. Lindncr, Krausenstr. 35/26 Schramm, Kochstr. 18 Schulmeister, DrcSdencrftr. 4 Schulte, Jnh. Brodcrsen, Krausensw.71 L-chulz, Gebr., Markgrasenstr. 46 Schwarz, Lud., Friedrichstr. 158 Sebastian u. Slorck, Mitlctstr. 13 Scgall, Leipziger Str. 30 esclig. Arnold, Unter den Linden Sendle, Dorothcenslr. 30 iggcr u. Lorenz, Jägerstr, 3 Sitzki, Markgrasenstr. 75 Skala. Unter den Linden 10 SlobinSkli u, Grünmayer, Kochstr. 11 "Pichcr, Karl, Niederwallstr. 26/27 teinbcrg, Joh,, Jnh, Minak u. Stein- bcrg, Neustädt. Kirchsw, 15 Stelzner, Charlotleiisw, 48 Stephan, Französischestr. 19 Steuer. R,, Komuiandantenftr. 43 Stier, Karl, Oranienstr. 166 Stolzenberg, Oranienstr. 72 Tackmanii, Jcrusalcmcr Str. 9 Thiel. Unter den Linden 51 Tolksdors(Englisch Compagnie), Unter den Linden 66 I Torllcr u. Sohn, Französischestr. 13 Trcitcl, Werderstr. 6 Tributh, Friedrichstr. 214 Truutz u. Voff, Behrmstr. 28 Tschirbs, Friedrichsw. 54 Vandsburger. Friedrichstr. 7 Vorwcffttch, Friedrichstr. 143 Warenhaus sür Armee und Marine Wellhauscn, Neue Wilhclmsw. 2 Wendt u. Redlich, Unter den Linden 29 Werner, Anton, Charlottenburg, Kncje- bcckswaffe 88 Wolfs, M., Leipziger Str. 105 Wolff u. Schulz, Friedrichstr. 49» Woormann, D., Französische Sw. 46 II "bei, Karl, Köpenicker Str. 124 uttcrmann, M., u. Haff, Behrenswaffe 24 Ucber die genannten Firmen wird hiermit die Sperre verhängt. Die Schneider Joseph Gaczareck, Elsasser Str. 41. XJeder, Garteiuw. III, vom II, jertigcn tsweikarbeit an und vermitteln solche. lieber dep/cii Wcrkstättc wird hiermit die Sperre verhängt. Der Zuschneider Xo,votn.> vom Warenhaus sür Armee und Marine Nicht die Kollegen in der Wohnung aus. und versucht Arbeit vom Waren. paus für Armee und Marine unterzubringen, während er behauptet, es iei seine eigene Arbeit. Wir warnen hiermit, von diesem Manne Arbeit an- zunehmen. 103/4 Rio Ortsvorvaitnng. Buchhandlung Vorwärts, Undenstr. 69(laden), IVcncrschelnnngen: Die Aufgaben der GemeindeTerwaltungen in der Sozialgesetzgebung, 947,7 Von Friedrich Kieeis, Arbeitersekretär in Halle a, 8. (Heft 13 der Sozialdemokratischen Gemeindepolitik.) —— Preis 1 Zl(Vereinsansgabe 40 Pf.). Die Technik in der Urzeit und auf primitiven Kulturstufen. Von ffannah Lewin s Dorsch. Herausgegeben von Heinrich Cunow. (Band 18 der Kleinen Bibliothek.) Preis brosch. 75 Pf., geb. 1 Zl.(Vereinsausgabe 60 Pf.) Lerantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berltn. Für de? Lnseratenleil oerantw.: Ttz. Glocke. Berliu. Druck u. Verlag: Vorwärts Vuchdruckerei u. Verlagsanstatt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. Dl. 78. N. Zühkgsss. Z. KnlM des.Amörls" Kerlim WsdlM. il. Pn 1912. partci- Hngckgcnbciten. Pankow. Den Teilnehmern am englischen Kursus zur Kennt- �lis. daß der nächste Abend Donnerstag, den 28. März, im Schult- Heitz-Ausschank, Mühlenstraße IL, stattfindet. Beginn �9 Uhr. Der Bildungsausschuß. Borsigwalde- Wittenau. Am Donnerstag, den 28. März, abends 3 Uhr, Mitgliederversammlung des Wahlvereins in den Borsigwalder Festsälen. Die Bezirksleitung. Nowawes. Die nächsten BezirlSsitzungen des Wahlvereins findeii der Gemeindewahl am heutigen Mittwoch wegen ausnahmsweise am Donnerstag, den 28. März, in den bekannten Lokalen statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Punkte: Berichterstattung über die Kreis-Generalversammlung und die Generalversammlung von Groh-Berlin. Spandau. Heute, Mittwoch, den 27. März, abends 8� Uhr, findet bei Madetzki, Bismarckstraße 8, der 7. Vortragsabend des Genossen W. Pieck-Berlin über„Die Geschichte des 19. Jahr- Hunderts" statt. Behandelt wird die deutsche Arbeiterbewegung bis zum Sozialistengesetz. Um pünktliches Erscheinen ersucht. _ Der Bildungsausschuß. Berliner JVacbricbten» Das elektrische Licht im Kleinhaushalt. Einen sehr beachtenswerten Schritt auf dem Wege, die Elektrizität als Lichtspendevin allen Bevölkerungskreisen zu- gänglich zu machen, hat die Gemeinde Steglitz getan. War es bisher wegen des immerhin teuren Preises des elektrischen Stromes nur dem wohlhabenderen Bürger möglich, seine Wohnung elektrisch zu beleuchten, so bietet nunmehr das Elek- trizitätswerk der Gemeinde Steglitz durch eine neue Einrich- tung theoretischjedem Wohnungsinhaber die Möglich- keit, sich dieser Beleuchtungsart zu bedienen, und zwar zu einem Preise, der kaum höher sein dürfte als die Ausgaben für Petroleum. In der Praxis wird allerdings vorerst nur eine verhält- nismäßig geringe Zahl der weniger bemittelten Mieter in der Lage sein, sich des elektrischen Lichtes zu bedienen, das vor der Petroleum- und Gasbeleuchtung nicht nur den Vorzug der Bequemlichkeit hat. sondern auch noch in mancher anderen Hinsicht empfehlenswert ist. Daß sowohl Gas- wie Petroleumlicht die Zimmerluft wesentlich verschlechtert und deshalb hygienisch nicht einwand- frei ist, ist eine bekannte Tatsache. Und doch ist dieser gesund- Zeitliche Nachteil gering zu bewerten im Vergleich zu der Legion Unglücksfälle, die diese Beleuchtungsarten schon ver- ursacht haben. Wie viele- Menschenleben sind durch umge- worfene Petroleumlampen, durch schadhafte Rohrleitungen, durch mangelhaft oder gar nicht geschlossene Gashähne schon vernichtet worden. Die elektrische Beleuchtung beseitigt die Ursachen aller solcher Unglücksfälle und damit diese selbst. Deshalb muß das elektrische Licht gerade für die Klein- Wohnungen als das Jdeallicht bezeichnet werden, denn dort ist die Möglichkeit von Unglücksfällen am größten. Nicht immer und überall kann z. B. die Arbeiterfrau, die in der Regel selbst mitverdienen muß, ihre Kinder unter den Augen haben. Oft ist sie auch gezwungen, um notwendige Besorgungen zu machen oder um ihrer zeitweiligen Arbeit außer dem Hause nachzugehen, ihre Kleinen auf kürzere oder längere Zeit sich selbst zu überlassen, währenddem sie durch Spielen oder unge- fchicktes Umgehen mit Gas- oder Petroleumlampen sich selber und andere gefährden können. Ja selbst beim harmlosen Spiel im Zimmer oder am Tisch bildet die brennende Petroleumlampe eine ständige Gefahr. Wenn es durch Ver- billigung des elektrischen Lichtes gelänge, Petroleum- und Gaslampen aus den Kleinwohnungen- zu verdrängen, so wäre das als ein bedeutsamer. Fortschritt zu begrüßen. Wie oben schon bemerkt, ist für die Inhaber von Klein- Wohnungen in Steglitz jetzt die Möglichkeit geschaffen, sich die Vorteile der elektrischen Beleuchtung zunutze zu machen, und zwar durch den neueingeführten Pauschaltarif mit Strombegrenzer, der auf folgender Grundlage be- ruht: Der Stromabnehmer installiert in seiner Wohnung eine beliebige Anzahl Lampen von beliebiger Leuchtkraft: seine Stromrechnung ist davon völlig unabhängig. Nur muß er dem Elektrizitätswerk erklären, wie viele Lampen er höchstens gleichzeitig zu brennen wünscht, und abonniert dann gewissermaßen auf diesen Wert. Die Zahl könnte in Kerzenstärken- angegeben werden, indem der Abnehmer bei- fpielsweise erklärt, daß er von den 10 installierten Lampen gleichzeitig höchstens 3 von je 50 Kerzenstärken, zusammen also 150 Kerzen, braucht. Weil jedoch der Stromverbrauch der verschiedenen Lampenarten bei der gleichen Helligkeit sehr unterschiedlich ist und das Elektrizitätswerk den Abnehmer bei der Wahl der Lampen nicht beeinflussen kann, wird nicht nach Kerzen gerechnet, sondern es wird ein elektrischer Maß- stab, das„Watt", zugrunde gelegt. Da aber gute Metall- fadenlampen für je ein Watt eine Kerzenstärke geben, so ist bei Verwendung solcher Lampen der abonnierte Wattwert praktisch gleich der erreichbaren Kerzenstärke. Das Elektri- zitätswerk baut k o st e n f r e i in die Leitung des Abonnenten einen Strombegrenzer ein, der nur den bestellten Elektrizitätswert(beispielsweise 150 Watt) durch- läßt und bei Ueberschreitung dieses Wertes ein Flackern des Lichtes verursacht. Die Jahrespauschalgebühr beträgt für je 10 Watt 3,60 M., für 150 Watt also 15X3,60=54 M. pro Jahr. Der Abonnent kann also für diesen Betrag 3 Lampen von 50 oder 6 Lampen von 25 Kerzen gleichzeitig be- liebig lange Zeit brennen. Schaltet er jedoch eine Lampe mehr wie abonniert ein, so flackern sämtliche Lampen und erinnern ihn daran, daß er für diese neu eingeschaltete eine andere löschen muß. Innerhalb der Stromgrenze können auch kleinere Apparate eingeschaltet werden. Miete wird für den Strombcgrenzer nicht erhoben. Es wird natürlich erwartet, daß von der Möglichkeit, die Lampen be- liebig lange brennen zu lassen, ein Gebrauch gemacht wird, der sich in vernünftigen Grenzen hält und nicht in Verschtven- dung ausartet. Die Vorteile des Pauschaltarifes sind also folgende: Der Abnehmer kennt genau den zu zahlenden Jahresbetrag, der in Vierteljahrsraten im voraus kassiert wird. Irgendwelche Nebenkosten entstehen nicht. Sämtliche Räume können bei Bedarf erleuchtet werden-, weil die Anzahl der Lampen ganz im Belieben des Abnehmers steht. Die Benutzungsdauer der Lampen innerhalb her erklärten Lichtstärke ist unbeschränkt, weil der verbrauchte Ktrom ohne Einfluß auf die Strom- foftlB J& Das folgende Beispiel soll die Anwendbarkeit des Pauschaltarifs auf Kleinwohnungen veranschaulichen: Der niedrigste Pauschalbetrag, zu dem ein Vertrag abgeschlossen werden kann, bcläuft sich auf 50 Watt(10 Watt kosten pro Jahr 3,60 M., 50 Watt also 5X3,60=18 M. pro Jahr). Es kann also eine Metallfadenlampe zu 50 Kerzen oder 2 n 25 Kerzen gleichzeitig brennen. In einer Zweizimmer- Wohnung kann man nun z. B. im Wohnzimmer 2 Lampen ü 25 Kerzen, im Schlafzinimer, in der Küche, auf dem Flur, im etwa vorhandenen Baderaum je eine Lampe von 25 Kerzen anbringen, darf natürlich zu gleicher Zeit stets nur 2 Lampen einschalten. Läßt man die zwei Lampen des Wohn- ziminers einzeln leuchten, so ist selbst bei diesem billigen Preise stets ein gleichzeitiges Beleuchten von zwei Räumen möglich. Die Kosten würden pro Woche rund 35 Pf. betragen, was für Petroleum kaum ausreichen wird. Die Beleuchtungskörper sind in allen Preislagen zu haben: Metallfadenlanipen kosten heute wohl kaum mehr als 2 M. pro Stück. In einer Anzahl der neueren- Häuser sind elektrische Leitungen eingebaut, dort ist also die Möglichkeit vorhanden, ohne große Geldopfer sich die Neuerung nutzbar zu machen. Aber die große Mehrzahl der Ein-, Zwei- und Dreizimmer- Wohnungen ist nicht so neuzeitlich eingerichtet, und deren Be- wohner müssen deshalb darauf verzichten, da die Jnstalla- tionskosten immerhin erheblich sind. Doch werden mit der Zeit die Hauswirte mehr und mehr darangehen müssen, die Häuser mit elektrischem Anschluß zu versorgen, wenn sie leer- stehende Wohnungen vermieten wollen. Auf jeden Fall ist der in Steglitz gemachte Versuch der Beachtung wert. Hier wird ein anscheinend gangbarer Weg gezeigt, der elektrischen Energie ein neues Wirkungsfeld zu erobern, auf dem ihre geheimnisvolle Kraft auch den minder mit Glücksgütern gesegneten Mitbürgern dienstbar gemacht werden kann._ S Landtagswahlkreis. Bei der gestern vorgenommenen Ersatzwahl für den ver- storbenen Abgeordneten Dr. Gerschel wurden zunächst die Mandate von 7 sozialdemokratischen und 13 freisinnigen Wahl- männern für ungültig erklärt. Bei der Stimmenabgabe haben erhalten: Parteisekretär Hermann Müller(Soz) 104 Stimmen Bankdirektor Karl Mommsen(Vp.).. 373„ Gewählt: Mommsen. Serwerfliche Ausbeutung eines Geisteskranken hat sich der Fuhr- Herr Tonics, Soldiner Straße 11, zuschulden kommen lassen. Der- selbe erhielt auf seinen Antrag vor etivas länger als Jahresfrist einen völlig harmlosen, durch Lähmung am linken Arm ver- krüppelten und in der Sprache beeinträchtigten 27jährigen Patienten der Irrenanstalt Dalldorf zur Pflege gegen ein monatliches Pflege- geld von 25 M. zugewiesen. Die Pflege faßte nun Herr T. so auf, daß er glaubte, den Patienten in seinem Fuhrbetriebe nach Belieben beschäftigen zu dürfen. Der geistig sehr rege Patient hat fast das ganze Jahr über 5— 6 Pferde besorgen, zwei auf verschiedenen Grundstücken belegene Pferdeställe reinigen und gelegentlich zur Nachtzeit Droschke fahren müssen. Sechs Wochen lang nahm T. den Patienten ins Manöver mit, wo er für T. in dessen Kantinenbetriebc tätig sein und nebenbei auch die Pferde besorgen mußte. Die fürstliche Entlohnung für alle diese schweren Arbeiten bestand in wöchentlich einer einzigen Mark. Der Fuhrherr hat also, da der Patient ihm völlig einen Stallmann ersetzte und da ja die Verpflegung von der Stadt Berlin bezahlt wurde, das Jahr hindurch mindestens tausend Mark gespart, die an den arbeitenden Patienten zu zahlen gewesen wären. Letzterer hatte nicht den Mut, Lohn zu verlangen, weil er fürchtete, sonst nach der Anstalt zurückgeschoben zu werden. Zu- dem war in der Anstalt erklärt worden, daß der Patient seine Entlassung bekomme, wenn er in der Pflege bei T. ein Jahr lang aushalte. Die Verpflegung entsprach nicht einmal den berechtigten Anforderungen, so daß wiederholt mitleidige NachbarSleute nach- helfen mußten. Ende Februar wurde der Patient von den be- trunkenen Söhnen des T. mißhandelt, weil er vor Ermüdung denselben am späten Abend nicht eine Arbeit abnehmen wollte. Der Mißhandelte begab sich zu einer benachbarten Familie und kühlte hier seine Gesichtsverletzungen. Nun lief der Fuhrherr T. zur Anstalt, machte hier entstellte Angaben und wollte den Patienten los sein, weil dieser„ihn in der Nachbarschaft schlecht mache". Zur Vorsorge hatte aber der Patient gleichzeitig den„Bund für Irren- rechts-Reform" auf die bevorstehende Vergewaltigung aufmerksam gemacht und um Schutz gebeten. Tatsächlich wurde der Patient am 1. März, als er in der Anstalt über das Pflegegeld für Februar quittiert hatte, nicht mehr fortgelassen. Der Assistenzarzt Dr. van Fleuten, der zugleich Pflcglingsarzt ist und sich das ganze Jahr über um den Patienten nicht gekümmert haben soll, äußerte:„Sie kommen jetzt überhaupt nicht mehr rauS!" Auf energisches Ver langen des„Bundes für Jrrenrechts-Reform" ist der Patient, dem die Anstaltsärzte zuvor noch das Versprechen abnötigen wollten, gegen den tüchtigen Geschäftsmann und seine mißhandelnden rohen Söhne nichts zu unternehmen, vorgestern aus Dalldorf entlassen worden. Es wird über die schweren Mißstände in derartigen Pflege- sstellen an der Hand amtlichen Materials noch mehr zu reden sein Billige ArbeitskrSfte fiir einen verlockenden Beruf. Ausstellungen werden, selbst wenn sie nicht eigentlich der För- derung von Gewerbe und Handel dienen sollen, sondern nach der Absicht ihrer Veranstalter in erster Linie einen sozialpolitischen oder einen wissenschaftlichen Zweck haben, von den zur Beteiligung zugelassenen Gewerbe, und Handeltreibenden doch nur pls eine andere Form des Marktes betrachtet. Meist beschicken sie, welcher Art die Ausstellungen auch sein mögen, diese nur aus dem Wunfch, intt ihren Erzeugnissen und Waren sich sehen zu lassen und durch solche Schau ihren. Umsatz und Profit zu steigern. Das braucht man ihnen nicht weiter zu verübeln, denn man wird dem, dessen Lebensberuf es ist, sein Geschäft zu machen, im allgemeinen nicht zumuten wollen, daß er an etwas anderes als an den Profit denkt. Ein besonderes Mittel, in dem Wettbewerb all der Aussteller sich selber den Schaulustigen recht auffällig vor Augen zu rücken, be- steht darin, daß Proben eines Betriebes vorgeführt werden, wobei dann leibhaftige Arbeiter, ihre Tätigkeit ausübend, sich mitaus- stellen lassen müssen. Dieses Verfahren, das zweifellos die Aus- stcllung anziehender macht, hat nicht selten die Nebenwirkung, daß Unkundige so einen Betrieb lediglich nach der auf der Ausstellung gebotenen Probe beurteilen zu dürfen meinen und aus ihr eine der Wirklichkeit widersprechende Vorstellung von der Tätigkeit der in dein Berufszwctg beschäftigten Arbeiter und von ihrer Wirt- schaftlichen Lage empfangen. Ein lehrreiches Beispiel hierfür erfahren wir jetzt«niS der soeben geschlossenen Ausstellung„Die Frau in Haus u n d B e c u f", die ja ebenfalls als eine Veranstaltung sozialpoliti- schen Charakters gewertet werden wollte. Zu den Ausstellern, die die Bedeutung der Frauenarbeit zeigen wollten und dabei durch praktische Vorführung ihres �Betriebes zu wirken suchten, gehörte die Kunst an st alt für Glasmalerei von Gottfried Heioersdorj ia Berliv(MünAnex Str. 49—50), Sie ließ den Besuchern die Glasmalerei vordemonstrieren, und zwar durch drei ihrer L e h r d a m e n, so daß Unkundige auch die Glasmalerei wie viele andere kunstgewerbliche Tätigkeiten für einen unbestritfc- nen Frauenberuf gehalten haben werden. Ob dieser Beruf eine sickere Existenz verspricht, darüber wird mancher sich aus den ausgelegten Prospekten zu unterrichten versucht haben, die die Bedingungen der Ausbildung in der Glasmalerei mitteilten. Ziel sei die prak-- tische Ausführung auf Glas, die an den Aufträgen der Werkstatt erlernt werden solle. Geeignet zur Ausbildung seien Damen mit Talent und Lust, auch wenn sie nicht vorher Mal- oder Zeichen- Unterricht gehabt haben. Der Kursus sei unentgeltlich, doch müsft die Schülerin selber sich Pinsel usw. heschaffen. Bei geeignetei* Fleiß sei in zwei Jahren die Ausbildung zu beenden, worüber die Schülerin ein Zeugnis erhalte. Die Arbeitszeit dauere von mor- gcns>�9 Uhr bis abends ViQ Uhr, am Sonnabend von morgens �9 Uhr bis mittags 1 Uhr; die Zeiten seien genau inne zu halten. Der Lohn einer Glasmalerei betrage pro Stunde anfangs 69 Pf., normal 74 Pf.; Nachfrage nach tüchtigen Arbeitskräften sei stets vorhanden. Hierzu wird uns geschrieben: Daß es sich hier um Heranziehung kostenloser Arbcitskrästs handelt, geht ja schon aus dem Prospekt hervor. Da die Firma nicht die gering st e Entschädigung in den zwei Iah- ren gewährt, so kann es sich nicht um Arbeitertöchter handeln, man sucht die sogenannten besseren Damen aus dem Mittelstand zu gewinnen. Man sollte nun denken, es würden sich nicht so leicht Eltern finden, die hierzu ihre Töchter zur Verfügung stellen und auch noch die Ausgaben für Pinsel, Arbeitskleidung. Fahr- geld usw. bestreiten. Die Erfahrung hat leider das Gegenteil bewiesen. Zurzeit werden schon 8 Damen neben 5 männltcheii, welch letztere allerdings vier Jahre lernen müssen, ausgebildet. Da neben diesen 13 Lehrkräften jetzt bei gutem Geschäftsgang nur 7— 8 Malergehilfen in Betracht kommen, kann sich auch schon der Außenstehende ein Bild von der Lehrlingszüchterei machen. Wie liegen nun die Verhältnisse in der Glasmalerei? Der Beruf ist ein äußerst kleiner, für ganz Grotz-Bcrlin kommen vielleicht höchstens 59 Glasmaler in Betracht, die sich auf noch nicht ein Dutzend Geschäfte verteilen. Der Lohn pro Stunde bc-> trägt nach vierjähriger Lehrzeit 64 Pf.(nicht. 69), für tüchtige selbständige Kräfte 74 Pf. und ist laut Tarif wie bei den Blei- und Bauglasern festgelegt. Die Arbeitslosigkeit bei den Glasmalern beträgt nicht selten 59 Proz., da auch in diesem Gr- werbe Saisonarbeit in Frage kommt. Deshalb wird es selbst tüchtigen Gehilfen mit jahrzehntelanger Berufserfahrung immer schwerer, auch nur einigermaßen dauernde Stellung zu finden. Dem Verfasser der Zuschrift kann man nur recht geben, wenn er schließlich darauf hinweist, daß hier ein Stamm von Glasmale- rinnen ausgebildet wird, die dann als Lohndrückerinnen wirken werden. Es liegt ihm vollständig fern, die Meinung ver- treten zu toollen, daß in diesem Beruf die Damen nichts zu suchen hätten. Er fordert aber, daß für geleistete Arbeit auch ein eni- sprechender Lohn bezahlt werde. Uns scheint es in der Tat sehr nötig, daß öffentlich festgestellt wird, wie gering der Bedarf an Arbeitskräften in der Glasmalerei ist und wie sehr durchwei» t e r e Steigern ng des schon bestehenden Ueberan- gebotS an Arbeitskräften die Lage der in der Glasmalerei beschäftigten Personen noch ver- schlechtert werden kann. Wenn Ausstellungen den meisten der beteiligten Gewevbe- und Handeltreibenden nichts weiter als ein Warenmarkt sind, so können sie für manche Firmen, die durch praktische Vorführung ihres Betriebes zu wirken suchen, nebenbei auch noch zu einem Arbeitsmarkt werden. Die auf einer Aus- stellung gewonnene unzutreffende Meinung über die Tätigkeit und wirtschaftliche Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen eines Berufs- zweiges verleitet leicht dazu, sich vorschnell einem Berns zuzuwen- den, der sich hinterher als sehr viel weniger empfehlenswert er- weist._ Die Nrbeiten auf der Museumsinsel sind seit Eintritt der günstigen Witterung wieder rüstig fortgeschritten. Die Abbruchs- arbeiten des ehemaligen Steuergebäudes bieten gegenwärtig noch große Schwierigkeiten, da die frühere, aus sehr langen und dicken Pfählen bestehende Tiefgründung des alten Gebäudes nur ganz allmählich entfernt werden kann. Der Pfahlrost, auf dem das Fundament des Steuerhauses ruhte, besteht aus etwa 899 Pfählen, die jetzt bis zu einer Tiefe von 7 Metern unter dem Grundwasser« spiegel freigelegt sind. Der sie umgebende Boden, eine Art In- fusoriencrde oder Muschelschlamm, füllte jene Auskolkung, die bei der Fundamentterung des nördlichen Flügels im vergangenen Herbste so außerordentliche Schwierigkeiten bereitete. Die Schlammschicht beginnt in einer Tiefe von ungefähr 6 Metern am Kupfergraben und senkt sich dann plötzlich nach der kleinen Mu- seumstraße ab. Sie durchzieht bei einer Tiefe von 69 Metern die diluviale, feste Sandschicht. Ihre Entstehung führt man auf einen riesigen Eisblock zurück, der sich allmählich senkte und den Boden mit hinabdrückte. Auf Kippwagen wird der Schlamm an die Ober-. fläche befördert. Ein mächtiges Pumpwerk hält das Grundwasser aus der Baugrube fern. Besondere Aufmerksamkeit muh darauf. gerichtet werden, den Einbruch des Kupfergrabens, von dem die Baustelle nur wenige Meter abliegt, zu verhindern. Die Museen sollen in Hufeisenform mit der offenen Seite nach dem Kupfer- graben, welcher überbrückt wird, angeordnet werden. Man wird zunächst in einen Vorhof gelangen, dann zur Linken das Deutsche, gegenüber der Brücke das Pergamonsche und zur Rechten das Vorderasiatische Museum haben. Mit den Unterkellerungen des letzteren dürfte bereits in vier bis fünf Wochen begonnen werden können. Zwei unheimliche Funde im Eisenbahnwagen beschäftigen die Behörden. Auf dem Verschiebcbahnhof an der Möckern Straße stand seit Sonnabend ein ganzer Leerzug zur Reserve. Als Arbeiter ihn gestern gründlich reinigten, fanden sie in einem Abteil 2. Klasse unter der Bank die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Wahr- scheinlich ist das Kind ermordet worden. In dem Danziger Zuge, der in der vergangenen Nacht um 2 Uhr auf dem Stcttiner Bahn- Hof eintraf, fand man einsam in einem Abteil einen Mann sitzen, der schwer krank war. Ein Gepäckträger brachte ihn nach der Hilfs« wache in der Eichendorffftratze. Dort starb er gleich nach der An- kunft. Er hatte sich mit Strichnin vergiftet. Wer der Tote ist, ließ sich noch nicht feststellen. ES ist ein Mann von ungefähr 35 Jahren, seinem Aeußeren nach auS dem Mittelstande. Er ist mittelgroß und dunkelblond, hat einen struppigen Schnurrbart und blaue Augen und trug einen schwarzen Jackettanzug, einen Loden- umhang, einen schwarzen steifen Hut und einen Siegelring am kleinen Finger. Seine Wäsche ist F. B. gezeichnet. Seine graue Reisemütze hat kein Zeichen. Groß-Berliner HausverwaltungSgesellschast m. V. H. nannte der 39 Jahre alte Kaufmann Wilhelm Wiemer ein Bureau, das er bor einiger Zeit in der Potsdamer Straße 112 einrichtete. Er mietete dort die aus mehreren Zimmern bestehende 2. Etage, kaufte sich auf Leihvertrag eine vornehme Kontoreinrichtung und mehrere Schreibmaschinen und suchte in Zeitungsanzeigen Geschäftsführer, Kassierer, Schreibmaschinendamen usw. Er stellte auch so viel Per- sonen an, wie sich meldeten, wenn diese nur in der Lage waren. für ihre„Vertrauensstellung", die er ihnen in seinem Betriebe per- sprach, Kautionen zu stellen. Als Kautionen nahm Wiemer nicht nur bares Geld, sondern auch Wertpapiere in Empfang, selbst wenn diese gesperrt waren. Diese Papiere benutzte er dann dazu, anderen Angestellten, die bares Geld als Bürgschaft gaben, als Pfand dafür in Verwahrung zu geben. Dadurch gelang es ihm, viele Beträge in Höhe von 299 bis 4990 M. zu erlangen. Plötzlich verschwand Wiemer jefcj M ließ Burkau Mld AnMegjr is VIS dieje versuchten, sich an den Wertpapieren schadlos zu Falken, fccheit sie, daß diese gesperrt waren, und zwar zugunsten eines der anderen Angestellten. Jetzt g. �ibten sie, daß sie wenigstens durch die Pfän- dung der gediegenen Bureaueinrichtung und der zahlreichen Schrciömaschinen zu ihrem Gelde kommen würden, doch sahen sie sich auch hierin getäuscht. Der Möbelhändler hatte sich, da die Ein- richtung nicht bar bezahlt worden war, das Eigentumsrecht vorbe- halten, ebenso die Schreibmaschinengeschafte, die die Maschinen ge- liefert hatten. Der Kriminalpolizei, die sich jetzt mit dem gefähr- lich Kautionsschwindler zu befassen hat, gelang es bisher nicht, ihn zu ermitteln. Wahrscheinlich hat sich der Gauner eine größere Summe zusanimengcschwindclt und damit das Weite gesucht, ehe noch an eine Veruntreuung der hinterlegten Kautionen durch den Geschäftsinhaber gedacht wurde. ES wird jetzt eifrig auf ihn gc- fahndet. Stellung�, und Mittellosigkeit haben den 24 Jahre alten Kaufmann Rudolf Meyer auS der Urbanstrahe 112 in den Tod ge- trieben. Meyer kam vor zwei Monaten von außerhalb nach Berlin, um sich hier Stellung zu suchen. Obwohl er eifrig bemüht war, Beschäftigung zu finden, gelang ihm dies nicht. Inzwischen waren aber seine Geldmittel erschöpft, so daß er nichts mehr zu essen hatte und auch keine Miete bezahlen konnte. Dies machte ihn un- tröstlich, so daß er beschloß, aus dem Leben zu scheiden. Er mietete in einem Hotel in der Schlegelstraße ein Zimmer, drehte die Gas- hähne auf und vergiftete sich durch das ausströmende Leuchtgas. Am anderen Morgen, als Hotelangestellte ihn wecken wollten, fanden sie ihn tot daliegen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Beim Tanzen vom Schlage grrllhrt und sofort getötet wurde in der Nacht zu gestern die 48 Jahre alte Witwe Langer aus der Warthestraße 71 zu Neukölln. Frau Langer nahm mit ihrer lg Jahre alten, taubstummen Tochter an einer HochzeitSfeier in der Bergstraße teil. Als leidenschaftliche Tänzerin tanzte sie, als der HochzeitsschmauS zu Ende war, ohne Unterbrechung bis in den frühen Morgen hinein. Als sie um Uhr früh sich noch mit einer gleichaltrigen Freundin nach den Klängen der Musik im Kreise drehte, wurde sie plötzlich vom Schlage getroffen. Sie schrie laut auf und fiel im selben Augenblick ihrer Freundin ohnmächtig in die Arme. Ihre Tochter, die den Vorgang gesehen hatte, bekam vor Schreck ebenfalls einen Ohnmachtsanfall und fiel, auch unter einem lauten Aufschrei zu Boden. Die HochzeitSgäste bemühten sich gleich um die beiden und holten auch sofort zwei Aerztc herbei. Wäh- rend sich das Mädchen von ihrem Anfalle bald wieder erholen konnte, stellten die Aerzte bei der Mutter den Tod fest. Die Hoch- zeitsfeierlichkeit, die bis dahin fo fröhlich und ungetrübt verlaufen war, wurde sofort abgebrochen. Drutscher Arbeiter-Silngcrbund, Gau Berlin und Umgegend. In der am Sonntag stattgefundenen Ausschußsitzung wurde de schlössen, um dem Gausängerfest mehr wie bisher den Charakter eines solchen zu geben, kmß sich möglichst alle Vereine außer an den Gesamtchören auch am Einzelgesang beteiligen; auch tourde ge- wünscht, daß diejenigen Vereine, welche unter einem Dirigenten singen, sich zu diesem Zweck« zusammenschließen möchten. Die Ber- «ine, welche sich am Einzeigefang beteiligen, toerden ersucht, sich bis zum 7. April beim Vorsitzenden Paul Kupfer, Landsberger Allee S8, zu melden, möglichst mit Angabe der Lieder. Auch soll in Zukunft beim Sängerfest der Festzug als veraltet in Fortfall kommen. Bei der Maifeier wirken die Vereine in der bisherigen Weife mit, die Lokale, in denen die Vereine singen, werden ihnen demnächst be-- kannt gegeben. Es wird der Wunsch ausgesprochen, daß sich die Bereine auch an den Vormittagsversammlungen der Gewerkschaf- ten gesanglich beteiligen. Der Bund als solcher wie auch mehrere Vereine des Gaues sind von der Behörde für politische Vereine erklärt worden, so in Hegermühle, Reinickendorf-West und Neue Schleuse. Während der Verein in Hegermühle in erster Instanz freigesprochen wurde, schweben die anderen Sachen noch. Gegen die Freisprechung ist aber seitens des AmtSmitvalts Berufung ein- gelegt. Selbstmord eines NestaurateurS. In seiner Wohnung Pallas- straße 2 jagte sich gestern abend der Restaurateur Karl Bergemann eine Revolverkugel in den Kopf. Er wurde schwer verletzt nach dem Elisabeth-Krankenhaus gebracht, starb dort aber kurz nach der Ein- lieferung. Das Motiv des Selbstmordes ist nicht bekannt, und man nimmt an, daß er die Tat in einem Anfall von Geistesstörung be° gangen hat. Schwerer Sturz eines Fensterputzers. Ein schwerer Unfall er- eignete sich gestern nachmittag in der Lindenstraße. Als dort der 40 Jahre alte Fensterputzer Dietrich Schaumberg aus der Büschingstraße 25 in der zweiten Etage eines Hauses die Fenster reinigen wollte, trat er plötzlich einen Fehltritt und stürzte ab. Er erlitt einen Schädelbruch und einen Unterschenkelbruch, so daß er von der Unfallstation in der Kommandantenstraße, wo er die erste Hilfe erhielt, nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht werden mutzte. In der Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiter-««- band es vom Sonntag, den 24. d. M., im Saal der Brauerei Friedrichshain ist ein Spazierstock gefunden worden. Der Eigen- sümer sann ihn vpm Bureau, Charitestr. S, abholen, Vorort- JVachricbtem Neukölln(Kirdorf). Stabtverordneten-Bersammlung. Am Montag fand die erste Sitzung zur Beratung des Etats für 1912/13 statt, nachdem dieser durch den Rechnungsausschuß vorgeprüft worden ist. Referenten des letzteren waren oie Stadiverordneten Winter und K l o t h(Soz.). Auf Wunsch deS Magistrats wurde die Fest- siellung des Titels 3 im Kapitel„Gemeindesteuern", die G e- werbe st euer, vorweg genommen. Die vorgelegte neue Steuer- ordnung sieht eine Progression für diese Steuer vor; von der da- mit verbundenen Erhöhung bleiben jedoch die Betriebe mit einem Reingewinn bis zu 4990 Mk. unberührt. Der Mchrertrag be- ziffert sich aus 89 399 M., so daß insgesamt 889 999 M. für den Titel Gewerbesteuer eingestellt werden konnten. Die Versamm» lung stimmte dem einmütig zu. Das Ordinarium der Ka na l i sa t i o n s v e r w a l tu ng erforderte einen Zuschuß von 147 889 M. und fchlteßt in Einnahme und Ausgabe mit 968 399 M. ab. Im Ertraördinarium sind größere Summen für Umbauten der Kanalisationsanlagen, Neubauten und Landerwerb auf den Rieselgütern vorgesehen; es balanciert mit 854 999 M. Die Guisverwaltung Waßmannsdorf weist einen Ueberschuß von 56 590 M., Boddinsfelde einen solchen von 59 909 Mk. nach. Das städtische Gaswerk schließt im Ordinarium mit 5 941999 M. ah. Der Reingewinn ist um 130 599 M. höher als im Vorjahre und beziffert sich auf 1 766 999 M. Das Extraordi- narium sieht für Erweiterung und Erneuerung des Werkes aus Anleihemitte, n 1 186 999 M. vor und balanciert mit 2 929 999 M. Aeußerst günstig entwickelt sich das seinerzeit im bürgerlichen Lager heftig bekämpfte städtische Elektrizitätswerk, das schon jetzt mit einem Reingetvinn von 459699 M. rechnet. Der Etat desselben schließt mit 967 999» M. ab; das Extraordinarium sieht für Erweiterung und Erneuerung des Werkes aus Anleihe- Mitteln 1 335 000 M. vor. Das städtische Leihamt hat in Einnahme und Ausgabe eine Erhöhung um 1599 M. erfahren; der Abschluß ergibt 13 899 M. Bei den Sammelfonds setzt« die Sparpolitik der bürger- lichcn Mehrheit ein, um nur ja die notwendige Erhöhung der Einkommensteuer zu vermeiden. Die auS dem Ordinarium be- adMtlgt- Zuführung an den Pflsfterfond? sollte nach Ansicht der Mehrheit des Re'chnungsaüsschusscs um 59 999 M. gekürzt werden. Stadtv. Scholz(Soz.) bekämpfte dies, indem er auf die umfang- reichen Straßenbauten und die dazu nötigen hohen Kosten hin- wies; die Bestreitung der letzteren aus Anleihen müsse eingeschränkt werden. Auf Vorschlag des Stadtv. G r ö p l e r beschloß die Vcr- sammlung trotzdem gegen die Stimmen der Sozialdemokraten die Streichung der 59 999 M. Der Grund st ücks-Erwerbsfonds braucht einen Zu- schuß aus dem Extraordinarium von 697 199 M., 246 600 M. mehr als im Vorjahre. Im Extraordinarium sind mit Rücksicht auf die großzügigen Straßendurchbruchsprojette u. a. aus alten An- leihemitteln 1 799 999 M. und aus einer eigens für die Zwecke des Foirdö aufzunehmenden Anleihe von 29 Millionen eine Rate von 1 599 999 M. vorgesehen. Der Abschluß beziffert sich auf 5 273 868,48 M. Beim Kapitel III des Hauptetats„Gewerbliche Unternehmungen" hat der Magistrat den Antrag unterbreitet, das öffentliche A n s ch l a g w e s e n mit dem 15. November d. I., an welchem Tage der Vertrag mit der Firma Mier u. Glasemann abläuft, in eigene Verwaltung zu übernehmen. Es wird mit einem Jahresgolvinn von 59 999 M. gerechnet; für die Zeit vom genannten Tage ab bis zum Ablauf des Etatjahres sind 15 699 M. Uberschuß eingestellt. Die Versammlung stimmte debattelos zu. Das ganze Kapitel weist einen Ertrag von 423 999 M. auf. Kapitel IV„Veranstaltungen und Einrichtungen" erfordert einen Zuschuß von 81 999 M., daS sind 24 999 M. mehr als im Vorjahre.— Beim Titel„Friedhöfe" wurden Vorlagen des Magistrats genehmigt, welche die Erweiterung des Friedhofs an der Gottlieb-Dunkelstraße und Neubauten auf demselben für einen Arbeiter-Aufenthaltsraum mit verschließbaren Spinden und für die unzulänglichen Aborträume vorscheu.— Die städtische Berufsfeuerwehr erhält eine weitere Ausgestaltung. Für die Leitung derselben soll eine feuertechnisch vorgebiloete Kraft eingestellt werden. Ferner werden neu geschassen: eine Feldwebel-, zwei Oberfeuermann- und vier Feuermannstellen. Die der Frei- willigen Feuerwehr bisher gewährte Ehrengabe der Stadt wurde mit Rücksicht auf die inzwischen um die Hälfte zurückgegangene Mitgliederzahl von 3999 auf 2499 M. herabgesetzt.— Im Titel ..Wohlfahrtspflege" wurden die Ausgaben für„Säuglings- f ü r f o xge" um 2800 M. erhöht. Zur Errichtung einer Kinder- k r i p p e sind 6999 M. neu eingestellt. Dem Freiwilligen Er- ziehungsbeirat werden auf Antrag deS Stadtv. Müller sSoz.' die Beihilfen für Ferienkolonien und Kindervolks- k ü ck e n um je 2999 M. erhöht. Der Antragsteller wies als Be- gründung auf die alljährlich erfolgenden vielen Abweisungen be- dürftiger Kinder und auf die soziale Notwendigkeit möglichst umfassender Maßnahmen in den bezeichneten Einrichtungen hin. Stadtv. Conrad(Soz.) betonte die prophylaktische Wirkung solcher kommunalen Institute für die VolkSaesundheit und wünschte, >aß diese in eigene Verwaltung übergeführt werden. Vor allem müsse beseitigt werden, daß den Ferienkolonisten resp. deren Eltern »och Zuschüsse von 19 bis 29 M. abgefordert würden; dadurch könnten wirklich bedürftige Kinder überhaupt nicht an den Ferien- kolonien teilnehmen. Dem Ashlvcrein für Obdachlose in Berlin wurde auf Antrag des Stadtv. D r. Silber st ein(Soz.) die Beihilfe von 1999 auf 2999 M. erhöht. Die Berlin-Branden- burgische Krüppel-Heil- und Erziehungsanstalt soll 1999 M., das Wöchnerinnenheim am Urban 399 M. erhalten. Schöneberg. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst wurde davon Kenntnis genommen, daß die Beamten, Lehrer und andere Be- diensteten verpflichtet sind, an ihrem Dienstorte zu wohnen. Hier- auf wurde der Antrag der Liberalen, zur Prüfung der Ventila- tionsanlage im Krankenhaus eine gemischte Deputation einzusetzen, angenommen. Der Kommission gehören u. a. die Genossen K ü t e r und Petcrson an. Die Grundsätze für die Bewilligung schul- zeldfreien Unterrichts an den städtischen höheren Lehranstalten und Xn Mittelschulen wurden genehmigt. Auswärtigen Schulkindern werden Freistellen nur in besonders dringenden Fällen bei hervor- ragender Begabung gewährt. Die Gesamtzahl der Freistellen soll 9 vom Hundert nicht übersteigen; diese Festsetzung wird zunächst versuchsweise für ein Jahr getroffen. Der Antrag, 19 Proz. Frei- stellen zu bewilligen, wurde abgelehnt mit dem Hinweis, daß die Freistellen für sämtliche höhere Lehranstalten übertragbar lvären. Hierauf erfolgte die zweite Beratung des Etats. Bei dem Kran- kenhausetat monierte Salinger lLib.), daß die Vertvaltung die crforderlicke Milch nicht vom städtischen Rieselgut entnimmt, ob- wohl der Preis nur 14� Pf. beträgt, dagegen der jetzige Lieferant 18 Pf. verlangt. Stadtrat R a b n o w meinte, die Gutsverwaltung sei ausgefordert worden, sich an der Submission für Milchlieferung zu beteiligen, dem fei dieselbe bis jetzt nicht nachgekommen. Ge- nosse M o h s rügte, daß es wohl dem KrvnkenhauSpersonal, daS im Krankenhause wohne, gestattet sei, einen Vertrauensmann zu wählen, während dies den Handwerkern, die außerhalb der Anstalt wohnen, nicht erlaubt sei". Stadtrat Rabnow erwiderte, die außerhalb der Anstalt wohnenden Handwerker seien der Kranken- bausverwaltung nicht direkt unterstellt, e? könne nur durch beson- dere Bestimmungen das Gewünschte festgelegt werden. Der Etat wurde genehmigt. Nunmehr wurde der Vertrag mit der Großen Berliner Straßenbahn verhandelt. Der Vertrag gibt der Stadt erhebkickx Verkehrsverbesserungen. Ausbau vorhandener Linien und Errich- tung neuer Linien. Besonders die Insel, der Friedenauer OrtS- teil, das Südgelände und der neue RaiHauSplatz sollen berücksichtigt werden. Die Stadtgemeinde verpflichtet sich dafür, bei der Her- stellung der Straßenbahnanlagen mitzuwirken, wenigstens soweit das Südgelände in Betracht kommt. Zwischen die Gleise sollen Skasenstreifen gelegt werden. Oberleitungsomnibuslinien dürfen nicht angelegt und auch einem anderen nicht gestattet werden. Eine besondere Konzessionsverlängerung über 1S37 hinaus findet nicht statt. Aus den auf Grund dieses Abmachungen zu bauenden Straßeilbahnstrecken dürfen keine Konkurrenzansprüch« im Falle des Baues einer Untergrundbahn hergeleitet werden. Dem wurde allgemein zugestimmt. Bei dem' Etat der Straßenreini- g u n g verurteilte Genosse Mohs, daß den auf Kosten der Stadt ausgebildeten Automobil-Wasckwagenftihrern ein Revers vorgelegt worden fei, worin die Betreffenden durch eigene Unterschrift sich verpflichten- mußten, innerhÄb fünf Jahren nicht aus dem städti- scheu Dienst zu scheiden bezw. in keinen ähnlichen Betrieb einzu» treten, Ividrigenfalls der Betreffende sämtliche Unkosten zurück- zuerstatten hat. Allerdings sei in jüngster Zeit eine kleine Abände- rung vorgenommen, indem es heißt, wer im ersten Jahre austritt, zahlt den vollen Betrag, im zweiten Jahre zwei Drittel und im dritten Jahre ein Drittel der Kosten, die insgesamt mehrere Hun- dert Mark betragen. Derartige Bestimmungen verstoßen gegen die guten Sitten. Auch seien die Kolonnen der Stratzenreiniger durch Kranke. Urlauber und Abkommandierte �erheblich verkleinert worden, so daß die Straßen nur mangelhaft gereinigt werden können. Stadtrat Bergmann ver'�ble, seine getroffenen Maßnahmen zu verteidigen, indem er uMnte, daß Ausbilden der Arbeiter zu Fahrern liege in deren Interesse; dieselben erhielten den dazu erforderlichen Urlaub, Fortzahlung des Lohnes und den Betrag für den Fahrschein. Die Stadt müsse sich dagegen schützen, da die Leute sonst zum Privatbetrieb übergehen könnten. Genosse Peterson fragte an, warum auf dem früheren Druckenmüller- schen Gelände so große Mengen Staubbindemittel lagern. Die Salze lösten sich auf und zerstörten alles, so daß großer Schaden dadurch entstehe. Ebenfalls sollte die Stadt darauf dringen, daß der Abfuhruuternehmer seinen Leuten wenigstens anständige Löhne zahlt, denn 18 Mk. pro Woche entspreche seit langem nicht mehr den wirtschaftlichen Verhältnissen.— Genosse K ü t e r erklärte, daß die Deputation erst durch Zufall von dem Revers Kenntnis erhalten habe. Es sei indessen nur eine kleine Milderung ermöglicht wor- den, da außer den sozialdemokratischen Mitgliedern niemand für Beseitigung dieser Rigorosität zu haben gewesen sei. Der Vertrag verstoße gegen die guten Sitten. Die sozialdemokratische Fraktion bantvagte: 1, Den Rtver?«Ulfzuheben. 2. Die Kolpuns, der Strgßen» reimger auf die frühere Stärke zu bringen. Sämtliche FraktioÜM stimmten dagegen. So sieht das warme bürgerliche Herz für die Arbeiter aus. Bei dem Kanaletat fragte Genosse Mohs an. wann die Acht« stundenscbicht im Pumpwerk eingeführt wird. Oberbürgermeister D o m i n i c u s erwiderte, daß die Frage jetzt nicht beantwortet werden könne, da die Arbeiten der zuständigen Deputation erst im April wieder beginnen. Bei dem Etat der Allgemeinen Verwal- tung teilte Genosse MvhS mit, daß in der Gartenverwaltung ge- plant werde, die Arbeitszeit von 9 auf 19 Stunden zu erhöhen. Gegen eine derartige Verschlechterung müsse entschieden Protest er- hoben werden.— Stadtrat Hard e r erklärte, daß allerdings im Winter die Arbeitsstunden und damit auch der Lohn verkürzt, im Sommer aber die Arbeitszeit verlängert werden solle, so daß im Durchschnitt nicht mehr als 9 Stunden Arbeitszeit herauskommen. Nunmehr gelangte der Steueretat zur Beratung. Der Referent Zobel empfahl, die abgeänderte Magistratsvorlage an- zunehmen, die verlangt: 199 Proz. Zuschlag zur Staatseinkom- mensteuer, 3 Proz. vom gemeinen Wert der bebauten und 6 p r o Mille der unbebauten Grundstücke, ferner 5.5 pro Mille der Grundstücke am Stadtparl und 3 pro Mille der an der Ru- b e n s- und Spanholz straße gelegenen Grundstücke zu erheben. 165 Proz. der Gewerbesteuer in Klasse I, 159 Proz. der Klasse II und III und 199 Proz. der Klasse IV der Gewerbesteuer. Letztere bleibt wie bisher.. � G o t t h e i n er(Fortschr. Fr) trat für Erhöhung der Ein- kommenstcuer auf 119 Proz., der Grundwertsteuer auf 2,25 Proz., unter Belassung der bisherigen Gewerbesteuern ein. Genosse Bernstein meinte, die Gründe des Vorredners feien wohl beachtenswert, jedoch voller Widersprüche. Die Erhöhung der Einkommensteuer habe die Wirkung, das steuerkräftige Publikum vom Zuzug fernzuhalten. Eine Gemeinde könne nicht allein vor- gehen. Eine Reihe Gemeinden hätten die Steuer umgangen, dabei seien notwendige Einrichtungen zurückgcstellr worden. Es ist eine skandalöse Finanzpolitik, die viele Gemeinden treiben. Die so- zialdemokratische Fraktion unterbreitete der Versammlung folgende Resolution:„Die Stadtverordnetenversammlung drückt ihr Befremden darüber aus, daß es auch diesmal nicht gelungen ist, eine Einigung der Gemeinden Groß-Berlins über die kommu- nalen Zuschläge zur SwatSeinkommensteuer zustande zu bringen. Sie ersucht' den Magistrat, im nächsten Jahre, sofern die gleichen Widerstände sich geltend machen, durch rechtzeitige Bekanntgabe der Sachlage eine Meinungsäußerung der Bevölkerung Groß-Berlins zu der gegenwärtigen, einer gesunden Finanzwirtschaft der Ge- mcinden feindlichen Steuerkonkurrenz zu ermöglichen."— Oberbürgermeister Dominikus betonte, von einer skandalösen Fi- nanzwirtschaft der Gemeinden sollte nicht gesprochen werden. Der Resolution rönne man zustimmen. Nach längerer Debatte, in der die verschiedenen Redner ihre verschiedenen Anschauungen zum Vorschein brachten, wuvde die Steuervorlage mit großer Mehrheit und die Resolution einstimmig angenommen. Die dritte Lesung de? Etats wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Um IlVii Uhr erfolgte geheime Sitzung. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich vorgestern in der Akazienstraße. Ter bei der Firma Höffler, Melandstraße 4 in Charlottenburg, beschäftigte 39jährige Schlosser Robert Rehdorf. Schloßstratze 29 in Steglitz wohnhaft, unternahm vorgestern abend eine Probefahrt mit einem seinem Arbeitgeber gehörigen Automobil und fuhr dabei, als er einem Fuhrwerk ausweichen mußte, so scharf gegen die Bordschwelle, daß er von seinem Sitz geschleudert wurde. R. schlug mit dem Kopf so heftig auf das Straßenpflaster auf. daß er einen Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte wurde nach der Unfallstation in der Vorbergstraße gebracht, wo er einen Notverband erhielt, und von dort in bedenklichem Zustande nach dem Schöncberger Kranlenhause überführt. Eharlottenburg. Pslcgestellen für Säuglinge, jedoch nur in Eharlottenburg, werden gegen ein monatliches Pflcgegeld von 25 M. und Bekleidung, ärzt- liche Behandlung und Arznei gesucht. Meldungen sind baldigst an die Geschäftsstelle der Waisenverwaltung, Charlottenburg. Kirchhofs- straße 9, Hinterhaus, Zimmer 21, zu richten. Sprechstunde werktäg« lich von 12—2 Uhr. Weißeitsee. Aus der Gemeindevertretung. Für den am 1. April an» der Vertretung ausscheidenden Genossen Peukert sowie für zwei bllrger- liche Vertreter wurden Ersatzwahlen in verschiedenen Kommissionen vorgenommen; Genosse Frentz wurde in die Revistous- und Ge- sundheitSkommission, Genchse Fuhrmann in den Wahlausschuß und die Hochbaukommission, Genosse Schlemminger in die WohlfahrtS- und Elektrizitätskommission, sowie in das Kuratorium deS SäuglingL- krankeuhause« gewählt. Eine Firma Trölle u. Co. erbot sich, im Orte drei öffentliche Fernsprechzellen aufzustellen, in denen auch ein automatischer Briefmarlen- und Postlartenverkauf enthalten ist, die Außenseite» finden für Reklame Verwendung, oberhalb soll eine Normaluhr an- gebracht werden. Als Entschädigung soll die Firma pro Jahr und Zelle 190 M. zahlen. Die Aufstellung eines Elektrographen auf dem Haufe Antonplatz, Ecke Gäblerstraße, soll durch das Gemeinde-Jn- stallationSbureau erfolgen. Durch diese Lichtreklame glaubt die Ge- meinde einen erklecklichen Ueberschuß zu erzielen. In der ge- Heimen Sitzung fand dann noch eine längere Aussprache über die Einrichtung einer Omnibuslinie von der Danziger Straße resp. Bahnhof Weißensee nach dem Säuglings- krankenhause und Hohenschönhausen statt. Alle Verhandlungen mit den bestehenden OmnibuSgesellschasten find an den hohen For- derungen derselben gescheitert, so daß man nicht abgeneigt ist, eine OmnibuSlinie in eigener Regie einzurichten. Die vom Schöffen MeweS aufgestellten Unterlagen sollen geprüft und einer fpäteren Sitzung zur eventuellen Beschlußsaffung übergeben werden. Für di« Etatsberatung sind der Donnerstag und Freitag vorgesehen. Ein tödlicher Betriebsunfall ereignete sich vorgestern in der Nudeln- und Makkaronifabrik von Max Henniger, Berliner Allee 2. Der dort feit mehr als 13 Jahren beschäftigte Maschinist Adolf Kleinke wollte den TranSmissionSriemen einer Maschine mit Kolophonium- staub abstumpfen und nahm die Arbeit vor, ohne die Maschine außer Betrieb zu setzen. Er stand dabei auf einer Leiter, die er an einen Lagerbock der TranSmissionswelle abgelehnt hatte. Plötzlich rutschte die Leiter infolge einer heftigen Bewegung des Maschinisten ab und Kleinke griff im Fallen unwillkürlich nach einem Stützpunkt. Un- glücklicherweise faßte er in das Getriebe der Maschine hinein und geriet in die Transmission. K. wurde gegen die Wand geschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Der Unglücksfall wurde bald bemerkt und der Schwerverletzte auf Anordnung eines Arztes nach dem Krankenhause übergeführt, wo er wenige Stunden nach seiner Einlieferung verstarb, ohne die Lesinnung wiedererlangt zu haben. G roh-Besten. Die Generalversammlung des WahlvereinS beschloß, das bi» berige Parteimitglied Jul. Schulze wegen seines parteischädigen» den Verhaltens bei der Gemeindewahl aus dem Wahlverein auszu» schließen. Hiermit erstattete der Vorsitzende den VierteljahrSbericht. Der Kassenbericht weist eine Einnahme von 88,83 M. und eine Aus. gäbe von 72,75 M. auf. Zum Schluß wurden vier neue Mitglieder, darunter eine Genossin, aufgenommtn, Tegel. Auf dem am Sonnabend, den 16. März, in Trapp» Festsälen abgehaltenen Straußabend ist eine Brosche gefunden worden. Die, selbe ist abzuholen beim Genossen Meyer, Schlieperstr. 59 II, Lese- und DiSkutierklnb- Südost-. Heut« Mittwoch. Sft, yhr. Cd Nrtdhardt, Görlitzer Str. SS: Sitzung. Vortrag. Gift« willkommen. Berliner Credit-Haus BKS" Kommandantenstr. 67. f A8koholfreie Getränke� Franz Abraham H«ir,b.Messina-u.Römertrank-KeII. N4. Schlogclst.9. Feni8p. III, 7727 r.iiirrii Sciter-u. Liraonad.-Fabrik ülliHli, Thaerstr, 41. T.A.7.S176. S chutzet E., Webergtr. 1 äa, T. 7, 1 11 25" � iietle» alkchd- frd<» emsnk. VI"VI Berlin 0,jg«hlf».4 QApbeltop-BokleSdiino_J FE> 1» Zossenen'.r. 3! •r«II**-. Btrgnunast.«« Hamburger Laden, Charl.,WaU>t.69 J.Kastnerg�VÄst. RoterLaden.Schöneb.,HaDptsir.l08 >'\ � Bgckerelant Konditor. J [Blottner's Großbäckerei Geschäfte In Beptln, Charlottanbupg, Schönebepg, Wllmersdopf. Erscheint 2 mal wöchentlich. Bezugsqueilen�epzeiciiBiiSs| Untenstehende Geschäfte emofehlen eich bei Einkäufen Adlershofer Bäckerei. M. Zagwanl Max Backer, Raroleretr. 86. Bäckerei und Konditorei Wllh. ToerUti, Marfannenstr. 8. ör, Thornerstr. 6. Emil Heye 8roM-abrik„Vorwärt8'i „Brotfabrife,,bar�r".28 Brotfabrik BuchiÄSohn, Willy Velar, Prenzlauer Allee t3. Hermann Carl, Riidf.,H«rm»aastr.fJl Herrn. Eder. Schonenscbestr. 1 Engel's Landbrot Heinersdorfer Mühle YnkfistaU.: Kulimie»i.»,Kodmber«it. 2, Lüderiii't.SS.Sclilvelbeljierit.tl.SwiBf- Kiinderalr. 43. Paakow, yioristr. 80. WÜtl. EllilEl IVeitfnsM'�rtrtr. 4 Verkauf in Milchgeachäften Berlins Bekinnt gegtben. d. Plakate, 'ischer. Qörlitzeretr. 65. FtlkeBiicinslr. 20, Käpeniekenlr. 171. W. Gerlach, ScköBcbg. ScJacstr. t/7. Cafd und I ll0n 1 Conditorel Ii nSIll Pankow CTutÄanmwwö™ BerliiieniiS. Alfred Grat, Beusbelstr. 24. Karl Olesmann, Wittstockatr. 7. H. Gfüdi, Wilhelrashavenerstr. 61. Aagnst Hübner, Schwedteratr.62. Ar:(Ust Haudc, Cüpenink. Aniruit Msmmel, Panks tr. 46. L. Kierzkowskl, Wichertstr. 5 Killes-GroBbäckerel, Boüestr. 8. H. Kraute, Tegeierstr. 32 n. Triftrtr. 43. Kroker, Rixdorf, Nansenstr. 33. Carl Laudabn, woberstr. 30. Landbrot-Bäck., afliilt.Fr..Biicliliol». I Landbrot- GroRbäckerei 0. Senf, Ncbf. Krug, Waldstr.i _.eiroaanTebelt�Tii�sitten��yb Alfred Ller, Wielefßtr. 86. UditEDiMSfir BrotlM Ä E. Martin, Gleimstr. 55. Gustav Mfinlsteph, Rhinowerstr. 2. Dis gr. Brot v. Berlin, Köpenick. Ktrliborst B.Schuneveide. R.Noak, Fricdricbsh.tgen Th�Neuniann,01denburc:erstr.2i. Horm. Proeii, Nonnendamm. Al'oln Quandt, TilBiteratr. 68. Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gast. Hüller Filialen i. rereohied. Stadtteilen Albert Ptenzig, Oritzstr. 10. Paul RIBmann, Turinerstr. 36. Max Uuspleich, Memelerstr. 66. Conrad Richter Brotfabrik Nied.-Schönhausen NiederlJn all. Stadtteil. Berlins Max Sander, Dunkerstr. 23. I Otto Sziilat fsstTa'ck�rs) Cr. toUn 0° NO. Slkorski,WcißeBsee,Helncrsdorferstr.ll Staehr's Bäckerei, N. Triftatr. 66. Paul Stenzel, Banmscbulenweg. fiqgtaY TanpiU, Printen- Allee 61, Thoma's bew. Bäckerei Ackerstr. III. Gerichtstr. 84. I C. Vootg Weinensee I 3Filial. Hauptgesoh.Sedanst.li Jos. Wagenkaecht, Ologauetit. Albert Wiese, Koloniestr. 34. 4 Heinrich Wittler Finpernirkel- Schwanbrot- o. SiBtn- brsl-Fxbrik. T. II, 3213. Msxitr. 7. Virkialistell. L all.fiegf ad. GroS-Btrliai Badeanstalten D Arkona-Bad, Anklamer-Str. 34. Augusta-Dad, Köpenick.-Str. 60/61 Tr?>tr.44-43.Heiai90ig Carl Henze, Aidreautr. 66. Rrinigug. daxJdie�ÄÄL49 Biarbrauereien.Bierh. llidiggSIUsniiiai Akt.-Brauer.Potsdam.Eig.Niederl. Berlin SW, Tcmpell.ofcr Ufer. 15 Branden b arg a. H�WilhelmsdorferatllO Spez. Potsd. Stangenbier Vereinigte 48 Pommersche Terkauls Meiereien* Stettiner Butterhalle Invalidenstr 128 ßtettmer Bihnliof c YrucEtstr�T, , Ecke KügebtbtrgentT. ) Cacao, Chocolade ätSiiiiSsSSSS Bmei Kiigttt I feinste Qualitätsbiere. JltEaMTr�icr�TT�nilciVeritM";. Gä/llflY ff PiHaleni.aU* \jj llaX, VI», BtadtteUen. Ferd.Hahn, Berlin, Pertenksrgerst.72» H.Paehlj�ScbiningilMO. Kiatilarc». Brauerei Ffefferberg Versand- und Pilsener Bier. Brauerei Tivoli H�in�e'; Fniehtstr. 37 Caraiiiel-Weilsbier fut ilkobolfrel, erfrlickenl, bektimmliek, Berliner Weißb,-Brauerei E. Willner. Q roter jans Malzbier. Scböab.-iiiM iSO.T.m, 6063. Dia Fabrikate der „Sarotti" Chokoladcn- u.Cacao-Indnstrlc- Aktlengcseltschaft lind überall erhiltlleh. Neoi Slmpll-Sdhokelade MBit vZWIMII 0rai8edr"tr' � ProgeiTnrFa'pbeii__) Adler-Drogerie, 0.,Müggelstr.8. Artelt, Kurt, Rl., Reutorstr. 43/44 Apoth Paul Frank,Sir«Bnsn»str. 41. Apotb.Lindeiib(rg,Slreliü.Slr.74S«r4-Kk. Arnold Ncbf., Charlbg., LelbDtntr..26 Reinb. Assmus, Gerichtstr. 10. Becker, C. Litthauerstr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg 80. Berger, Bui. Rummelsbg., Scnotagstr. 6. Krh Dnrotin, Rcbönbiuer Alle 134 s, BlU. DUluliUi, Fankev, Berliner Str.46 gämtl. hygienische Bedartsartik. oalllkl- AI V � icmauuc x-socacxx xoox ostv. Central-Dfogerlo, Droniheiin(r»i.31. A. Diepow, Tauroggenerstr. 12. Eberl, Max waÄSil: Edlson-Progerlen, Q-Rebenex«»«. Franz Fischer Frukf. Cbsuiee 14$ Ssmtl. Gamirunitel:: vi, kr. Bedienang. Friedrich, Paul, O, Gärtnerstr. 29. Germania-Drogerie, Meckenut6J. German ia-Drog.Spand.WUhelmstr Alfr. Gotting, FrÄer Günther,„Löwen-Drogerie", Slromil.S? Haeberleln, Trept.. Grseti-Beacbestr. Hansa-Drogerie, N. Raumerat.86. F. Hotop, Ifasn-Dreg., Clnsnslr. 6. Klahn, H., Ri-, Ksiier-Friedrichiti.336 HüSISbBlk'DrBB-t Harasnnst.in. Kottkes Drogerle, Beamichalenwe,. KröningsAdler-Drogeric. Esmlerslr.t. G. Lehrmann, Orünberger Str.116 P. Lehrke.KotlbaierDuamSI-82,F«rfilB Max Liseke, 0. 34, Ebertystr. 36. Ewald Lochte, H ilbelnuhsTeaentT. 20 Lulsca-Drog., Friedricbif.Berlisent. 13 Altr. Harsch, Culmatr. 37. Neil», Felix, Memeleretr. 16 s. Oehmka, Bewickcad., FroTluetr. 33. Otto Opitz, Bomholmerstr. 16. Ramien. Otto, Landsbg. Platz 1. Rathaus-Drogerle, Ri. Donsmlr. 24. Arno Rolf, Woberstr. 30. i worm.Leuioke , Bi.Ksis.Friedr.8tr.242 PplnzenstF. 103 A,fped Hoffmann Franz Sdifinbedc, Oberaebenewelda. Fr. Schlnssnuss, Liebaueratr. 22. Hugo Schnitz, Mülierstr. 166 a. Hvg.Gumraiw., Pbotogr.-Artikel. P.SOnderhaufACo.Gr makf.Str.S9. Herrn. Vincent, Rixd..Bergstr. 131. Werder-Drogerle, Brili.Badoweret. 6a. Wedding Drogerie, Genteratr. 37. Weltsbach& Fischer, Be1lesllitaeeii23 Zobel, Georg, N, Ackerstr. 60. �Elsers �T�tahlu»., ff«ff.) Aln, O., Ri., Kaiser-Friedrichstr.6 Otto Anders, Brunnenatr. 109. W. Allner, Mulackatr. 21. Otto Beilg, O. Grüner Weg 49. Ii Dnmnp Eiaenwar., Werkzeuge II. uaiycl, Scbönebero,GaJt.Miillcralr.l Bcutel,C.,Boxh.,NcuoBahnh.St.26 Herrn. Braun, Landabg. Allee 149. Bonbonhaus Fp. Schröder Spandtn, Filialen i. all. Stadttl. ScSBSJWarBC�auersTSSJggra� Seifrert,Ericli,F�VororC I Qnnff Andreaastr. 36 I. Wullll Bemgaqn. f. HKndler. |C. Habels Brauerei bell— HabelbrSu- dunkel. F. W. Hiisebein A.-G. Lagerbier und Malzbier Herapei, E-, MüUerstr. 138 d. Kahlenberg, A-, Llebecwsldersi 46 Unser Goldbiep ist nicht nur ein Erfrlschnngsgetriak, sondern auch ein Gesundheitsbier ersten Ranges. Berliner Pnions-Branefel, Berlin 8, Luisenbrauerei Weißensee._ X Intal MaiiiBEirliD.; Roland F,"c�nmbIrHe.r8aDd Grüner Weg III. 3UldUC, Weiß. u Mslzbier. Schulz, Herrn., Schönleinstr. 23. Vereini BraQsreMi;ia.llW87. Bad Frankfurt, Gr. Frkft.Str. 136. Lieferant aimtl. Krankenkassen BauPriedridishaio,LstdibAlleeI53 Badeanstalt, Uasenheide 18, K Jungbrunnen-Bad BaumechiilcnwegjKiefhoIntr. 177/78 Kaiscr-Friedrichs-Bad.Chsrl.s.Bbf. K&ip-AB8talt»Löser" ----- Rosentalerstr. 70. Manonal-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend Ä�'n7 Ost-Bad, PaUisudenstr. 76. Bad Pankow, Wollankstr. 26. Passage- Bad iÄ Reform-Bad, Wiener Str. 6». Victoria-Brauerei Vlctorla-SaazarbpSu Heissbier, C. Paliaadenstr. 97. Tel.-A.Vn,26 �BIumen|Tn7Tpan«r� Oskar Albrrtas, Mflllorstr.ll. Fr.Ahrendt,Büibg.,SescGtbshofslr.Sl Blnmen-Becltcr, 0. Frsnkfsrler Allee 3, Gas per Char!., Krnmmestr. 30. E.l)eii»r,Bli(l.,Ksii.Friedr.Sl.30,llergst.58 Richard Krisch, Prinzen-Alice 30 Paul Gross, UndeoiLeoO'onrsrtsbsu) R. Gruner, Kopenhagenerstr. 9. S. Grossmann, Lcnilibergemr. 34. Menkes BliBenbau, HsDIeiflclatr. 34. Otto Hinz. Grsunstnüe 8. �TOltWERO� Gold Silber I Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. C.Volgt,Gräfe8t.27,EckeUrbanst. Brenneke�vw�n'iÄt a. Branneke, Sebösk. Allst 166. G. Brucklacher, Se«; Willy Erpel, Turmstr. 29. Flnck, F., Spandsc, Sebötewalöentr.31. LUillüf Wilmersdorferstr. 102/8 UillK! Haus- u. Küchengeräte Carl Jung, Stromstr. 31. lungbluth, taaistr. 172. Kantner Nf„O.SebiBewelde.Edlioiiti.l 0 Vinco Btiiiekead., Kesideiuti. 100 IVlOaC Werkzeuge. Ad.Kunze,Blidf.,Ktl9etFriedrlthi1i.I78 H. Rockstroll, Göb�Äi/». Llncke. Rixdorf, Friedelstr. 9. E.LQbcke Nf.E. Sturm. SamarltentlS Paül LDCllt Hs�ÄLnger. E. Menjcl Ncbf.. Koperhsgcner-tr 4. Franzrtelfer,O.Frankf. Allee 139. "_" i Rummelsbnrg , Schillers tr. 36 RflhIniänn,P.,MfiUerBt.40b,E.SeeBt. C. SStlFDllBr Gr.Er»!kf?rler?tr.l09. Mai Mdll GrWattat,etr8.tl'4.3S Seilach, Th., RI., HermannBtr.48. Weich, Charltbg.,KsobtladorIitr.l6. ArthnrWeigeimr � Fahrrld� Hkhmaeoh.) Raum Emll.Schöneb.pHerbertst.l Brennabor undins™»! Fabrrail-leliiliaDS Lotiinanii Neue Schönhauser-Str. 11. Fordern Sie Wesenlberö f■............... Clgarrenhandlungan Fr.Behrend�ff.,! rinklurier-AllttZI Brager, J., Rixdorf, Bergstr. 67. Bräuer, P., O. HProskauerst. 12 Klein, Wilh.rr�1�' Klemmer W., Span dn�cbiii*alderst.82 A.Kunstr.iann.Njwiwes Prittltrs-O? Llngel, Frltj, Eiaenbatinstr. 6. A. H. Meyer Nchf., Sckltsiicbeslr. 14. WUIyMQnstermann,GltiUlschstr.48. W. Schuster Nf., Ncanderstr. 28. L�Damenkonfektlon�l Cohn, Geschw., Bergmannstr. 9. lombrowsky�a�'j Fsbrrsdb&aiSüd-Ott RtlcktsbtrgmLI II fij.I UnllDr Relniokond.-Str, 106, Uli BtUIIKI Chausseestr. 81. Rüper, Carl, Ftttnbg.-8t.2 t.d.Frkf.AHet Färber eleri ,JWi�«cher.j H. BERGM AHM Birkenstr. 63 über 40 Filialen in GroB- Berlin I «e/, v Vi »rt" "e* **■3* l F��KEOSteiD mu-n,Köcke 6% beider Danzigerstr. 24 50;n Gteiii i Co,'».«• Toblas Lewin, Schneidermeister | Badstr. 44, 1. Spz. Malta n; ort igung l.tgtr in Hiutfln u. Koctflmca aller Art DaDurfvistbeiei Dampfw WeiB.Stern,Bi.,BergsU32 Dampf Wäscherei MERKUR A. Bachmann, Frtitfiirler-AIlea 47. eampfwäidieißi Wils Dampfwaschanstalt- „Spreonlxe" Berlin SO., Föraterstr. 6-6 Tidtllose yisebe! Billig, it Freist I Damen-RcmfeKtion Moabit Gebr. Weumann (Di I XS i(volibuserdsmin "®**,k|,'«Bnuuieinii,3l , D Rixd., Bergstr. 43. 1 1•» Dame am., Peisw, Dampfw. Tip-Top GreiizTT- D.W. il. Hansa I O. Naefe Färberei u. ehem. Wischerei f. Herren- u. Damengarder. Läden la allen StadtteUei Berlin, Rixdorf, Schöneberj T J FUchhandlungnn) . Ahlers& Co., äündl; Seefiachhandlung. C.DittmannBeruÄ.42. "KT nfnl Weidenweg 79, auch Wild � Geflügel. Grünauerstr. 8 Wild u. Geflügel. Köhler■ arflnanerstr-"8 Seeflsohe vom Fangpiatz Preislisten eratls Hans Knnkel ÄS: Dirh llaprlrt Brunnenstr. 146 Ullil. ntdlui Räucherw., Wurst. Werner Är."� { Flelachcr, u, Wuratw. J Herma5�i3brecht�MetzeraU� Jul. ÄBiaDlIOWifZ G1 stsr0W5er" A. BarthmuB, Barkgrarcodsrnm 33. WDnriin« Tegel, Brunowatr. 65 . GcLftcl, ff. Fteiicb-> Wurslvtres. Rlth. Bedter, Memelerstr. 74-76. Behle, Rixdf., Bermannstr. 13. Bloch, Otto, Prenzlauer Allee 52. Blflmleln, J,, Bild., Kutsehitr. 14/16. 1. Bllzer, Rüdersdor ferstr. 32. August BIrnstelnDunkerstr.78. Kaiserin Augusts Allee 9. Wilhelm Behr Wurstfabrik, Speck- und Schinkensalzerei. Berlla-Sch6neberg,EoloiJieut57-68 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederrerkäufer. äragrock, A., Manteuffelstr. 3 P. Buckwitz Rigaeratr. 106. Spez.-Gesch. f.Fleiach-n.Wurstw. Anton Bnchhelm,AlleiuteiDentr. 18. A. Beutele, Thaerstr. 21. Darge, O., Fiaowstr. 6. Daniel, J., Ri,, Hermannstr. 147 [ DanzigerFleiscb-Centrale - Danziger Straße 14- Dannenberg, Neue Hocbstr. 6. Eich. Deckert, ITBreyÖAerTT'rinTBngenstr. 21. Joh. Durzynskl, Kopernikus--.tr. 1 ClnAeA Wrangelstr. 64 UrOSTfl. Kleiich- o. Warstw. Ärao Fisdier Fabrik ft iner Worst- 1. Fltitchwar. Wurst, Speck, Schinken kauf. Sie a.besten n. billigsten bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecke Königsgrab., Andr.-St.47, Landsbergerat. 08, Königsbergerat. 8, Landsb.- Allee30,Riid.,Bergiti.l 6. ■'ranzFrltsch.Deutach-Kronaat.l! Fleisch- u. Wurst-Centrale Frankfurter- Allee 182 Ente s. billigste Betsgiqiiellt des Ostens. Criprlfirh Rixdorf, • UCridLIl Wartbestr. 70. H.Oenidt,SprengenLI7,Eiiig.Saniositr Fr. Oerlach, Tauroggenerstr. 1«. Rob.GIeue,Vl'eiteBsee,Gost.Adol(sir.I3 PauIGnädig,Britz,Rudower8tr.l4 Gottlieb, Reinickdf., Ameidest. 109 OttoOrubeH0ches"e37. Gnsinde, Rieh. Än. OefidnDann'iÄ�eÄ O. Gleich, Bixdorf, Hohentollempl. 7. Hempe, K., Hermannstr. 68. --- Bciak ken dort erstr. 108 jff.Fleiseh-». Wnrstir. Georg�JeinoId�arifiiborgeritr�B Cireorg Heiter Echte BraDneeliw.». Thüringer Wsritw, I. Gesch., Aidretielr.SO, Blnueaitr.lla !rns?Tf!ne�cnwe3en6tr��� W.Hoppc Friodrichshagcn,Friedrichst.08 Ernst Ibsdser, Wiescnstr. 11. Jakobik, Schmargendorf, Breitesir. 34. Albert Jähnert Ät Janik, C. Kap8frnic6ker" Fritz Jentsdi Äe" ü w?" l.fnr.er.Flmstr., Adlershof, BUmarcksUga Jul. Rempe,BoyÄe 5' Fritz Klein, Kottbnserdamm 13. Willi Kfewlt), Allenateinerstr. 18. Max Knaut. Alt-Boxhagen 60. Ernst Kolbe, 0. 112. Wcichselstr. 16 Ernst Kurth, Muskauerstr. 33. O. Krause, Weilensee. Langhusslr 136 M.Kops, Bewlckesd., Besideustr. 154. r.U, I„»«, Wurst- u. Fleischw. II Iii LSIIlZ Llnienstr. 109. A. Lange, Beicictdr.,3cheniweberjtr,l 1 6 linke's FleisdizEnnale"pfTuT Wilhelm Lenz, Falkensteinstr. 9 R.Lawrens, Keinirkcndf. 0. Haoptitr. 54. Wilhelm Liebherr™7l|: Fr. Lindemann, Emdenerstr. 45. Lochmann, Malplaquetstr. 32. Innhlo Inh Rostockeretraße 48. LUlIiKl, JDIls Fleisch.u Wurstfabr. Aug. Maar, Schulatraßo 103. Marwald,Kixd.,MLnchner-F-Berlicer!tT. H.iflatzker�m ErnstMäcklcr,Riid.,Piiehard8tr.31-32. Merker, P. ÄT f Mlllloi)"- ideisch- u. Wnrstw. U.inUlllil Großbeorenstr. 78. R.Müller, Pankow, Wollankst.lOl Neubauer, O., Kottbns.-Damm 24. Karl PetrichffFÄr.Ä Reinfeld, Spandau, Neumcisierät.r. 9 n. lißICIPPDD Hplllf., furterstr!'?. Wurstfabr., Landsbg. Allee 180, Spz. Roll.- |schink..Nußschink.,Sohinl:onspeck 1 Oscar RöhrgPriedricbshagen iFrima Wurst- u. Fleisch wafen Riedel, B.H™n3tr' DndDWQlf) Frenzl. Allee 29 1\UU&VT(1IU Tel. Kst. 3206. Wilhelm Rüder, Stettinerstr. 14 R.Rothe, Boxhagener Chaussee 11 Ottomar Rudolph, Gärtnerstr. 17. Schlwek,K.,Paliisaden8t.l, Ecke. Otto Schreiber"�ned- Et oergerstr. 1. . Schauer. Huttenstr. 70. A. Stewart,!! d.8clKoivsids.Berli]uLl 17. E. Sohsrsbtrc, EeinitActü,, BuniL 9. Eduard Schmied, LCbbenerst. 16 Max Schubert KwTT' Albert Schucht 8Ädr E. Steeger, Fleisch. Einannelkirchstr.2S Steinicke, Warschauerstr. 25. Thal Dl cor Invalidenstr. 153 I Hdltldtl Ecke Ackerstr. WannDV Landsbergerstr. 118 ndyllöl ff. Fleisch-u. Wurst w. Westheimer�"»2' Stsrgard.FIelsch-Zsntrslc.Stirgsrdcrst.e» WToji/.fsp Rixdorf. 48. . IdUUlU Pannierstraße 25. Es Thinl ff- Fleisch-u.Wurstw. Lichtenberg, II.•,H"LFrankfurtorChauBsoe3 Weiner, H.. Grelfswafderstr. SS. Wlrt3chafterstr.,Ncli{., Iiruaneiial.167. Zum Hutwinkei S. Kohls, Chausseestr. 85. Q Kaffes-Spezlalgesch� ßskai Hrosöie scll5nhau3er Allee 70 d. {Hauers Mischungen | vetd.T.spansn. Uamfruen berotzngt! |Nur Cä4 NeueSehönhanserstr.l 'T'liürlng. Fleisch, a. Wnrst-Fabr. ä F. Soramermann, Boxhsgmersi.3g E.Trapp,War»trcniräle,Waldeii8erslr.l9 Max Tümmel,Christburger8tr.24. Vor! I Info Naunynstraße 17 IVall UIIIC ff. Fleisch- o. Warst*. Wilh. Vogel Ba?r Josef Weber, Raumerstr. 24. Weiß, Georg, Elsensti. 40,T.A.IV 10585 O. Wellnitz, Nannynstr. 66. EUJßhDl ff.Lleisch-n. Warstw. tlHulZui Weidenweg 67. Emil Wilhelm, Graunstr. 38. WiBdinanDSlWBikeÄAS. *Kr-v kauft manFIrtlSCh und *W"vVurat gut und billig? '58/18 mmapjesnqjtox 'innsnoM-tsinM a-qanau nq Nord-Deutsche Fleisch-Zentrale F. Zimmeniisim, Seeslr. 78, Gnicsastt. 40 Paul Zwarg, Lsndsberg. Allee 186. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37. Wilh. Ziegler, Seumestr. 30. c Kaffee-Surrogate OttoGoetze.Koiibaieriiaiiim 16 ITtLd. O. Krüger, Weißenburgerstr. 79. Oberländer sif Tt A. Wildem, Brunnenstr 16. Wlnkelnizinn,Wilhelminen8tr.23. Oberschönewclde, Rathenaustr.27. c Kaar-Artlkel Znnih.,GsrtBerst.t4. Müm Monopol Mülle�rae A.Lemaltre,Wilinidrf.,Berllneril.l31, Mütz.-Moldenhaaer.Unsilienit. 1 5.1. Panama-Jakob ÄeT Rieck, Ein. �£.63'. Schoerr, Herrn., Wilmersd.-St. 46. Drgait-Mti. WÄä1 Vester, E. d.CT�", L Kartoffeln, Gemüse] Paul Henkel swlsD.erm«.aime,RA5käQieoal!.50-51. C. E. Fink, 1J, Pankstr. 92. |Frese, Ernst Gaege,Otto0iabuor�n' Paul Gae.?e, Spandau Ine UaiiUi.�ell!-V.KoloniaIw. Jüö.sid.UnLC' Eergmannstr. 95. Hcerme,U..Hi., Hennannstr.172 O Uurmancstr. 59/60, lleini!vji.L.KB;-g�.ui,s Karl Huhn,-eberers tr. 9. Korn, BuZo " imT3Ll!b.l28.T.A.Nord8363 ____________ vH-a-Tüßtctlin.HeDptfcalinb. E.Srüger, Soi:öneb.,Hauptstr.l53 i E. Kunze. Cba.r!.,Knobel5d.-St.l6 LenzÄJaoir.dnn.Winsstr. 55, Posenerstr.l6,8tral3uer-AUeel8. LOdtke, H., Frichtslr. 67. Gus.Mever,HcIffil''--St. 19,Wittst.-St.!. C. Ncuge'bauer Ob?r- Schöneweide. ülEüld S laiisaiii', �as7r.l55 I Otto NowatiNac.kfol. Spandau. I und Genossen, denen die Schuld an den Massenvergiftungen zugeschrieben wird, welche am Schlüsse des Jahres 1S11 so berechtigtes Aussehen erregten und weite Kreise der Bevölkerung in Unruhe versetzten. Tie Verhandlung verfiel aus formellen Gründen der Vertagung. Angeklagt sind: l. Der Drogist Julius Schnrmach aus Char- lottenburg, 2. der Reisende und Essenzfabrikant Karl Zastrow aus Charlottenburg, 3. der Reisende Bruno Meyen auS Berlin, 4. der Gastwirt Otw Redomske aus Charlottenburg, S. der Schankwirt Gustav Dahle. Die ersten drei Angeklagten werden beschuldigt, im Jahre 1311 und im Januar 1312 gemeinschaftlich 1. sich des Betruges und des versuchten Betruges schuldig gemacht zu haben: 2. Scharmach durch dieselbe Handlung vorsätzlich Gegenstände, die bestimmt sind, anderen als Genussmittel zu dienen, derart hergestellt zu haben. dah der Genug derselben die menschliche Gesundheit zu beschädigen geeignet ist. ingleichen wissentlich diese Gegenstände verkauft und feilgehalten zu haben, durch welche Handlung eine schwere Körper- Verletzung, Berlust des Sehvermögens von mindestens ö und der Tod von 92 Menschen verursacht worden ist; 3. Zastrow durch die- selbe Handlung aus Fahrlässigkeit Gegenstände, deren Genutz die menschliche Gesundheit zu beschädigen und zu zerstören geeignet ist, als Genutzmittcl verkauft zu haben, durch welche Handlung der Tod von mehreren Menschen verursacht worden ist: 4. Mehen desselben Fahrlässigkeitsvergehens wie Zastrow: 5. Redomske der Beihilfe zum Betrüge und zum B-rgeh-n gegen das Nahrungs- mittelgesch; 6. Dahle wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- geseh. Eine Nachtragsanklage beschuldigt ferner den Angeklagten Scharmach: Gcheimmittel, deren Verkauf nur den Apotheken gc- stattet ist. feilgehalten und stark wirkende Gifte nicht in der von der Polizei porgeschriebencn besonderen Weise aufbewahrt zu haben. In Frage stehen Verbrechen und Bergehen gegen§8 263, 43, 47, 73 des Strafgesetzbuches und§ß 12 und 14 dcS Gesetzes vom 14. Mai 1879 betr. den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Gcnutz- Mitteln und Gebrauchsgegenständen. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsrat Vrieskorn, die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Gutjahr; die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Dr. Werthauer für S-barmach. Dr. Jaffe für Meticn, Justizrat Dr. Franz Jvers für Zastrow, Rechtsanwalt Dr. Puppe für Redomske.— Als Neben- kläger für einen Privatschreiber Lehmann tritt Rechtsanwalt Bahn auf. Als Zeugen sind zirka 56 Personen geladen, außerdem 41 Sach- verständige. Der Tatbestand ist noch tn frischer Erinnerung. Er ist kurz folgender: Am 26. De- zember 1911 und an den folgenden Tagen traten im Städtischen Asyl für Obdachlose in der Fröbelstraße Vergiftungscrscheinnngen in großer Anzahl auf, die in zahlreichen Fällen zum Tode führten. Die Zahl der Erkrankten betrug 174. von denen 130 Personen nach dem Krankcnhause Friedrichshain gebracht wurden. Von diesen dürften aber 36 Personen nickt an VergiftungSerschemungen er- krankt sein. Andere Erkrankte fanden im Rudolf-Virchow-Kranken- kaufe, im Krankenhause Moabit und im Krankenbause Am Urban Aufnahme. Nach Ausscheiden aller zweifelhaften Fälle ist der Tod von insgesamt 92 Personen auf Methylalkoholvergiftung zurückzuführen. Viele andere, die am Leben erhalten worden sind, haben schwere körperliche Gebrechen zurückbehalten. So sind allein 5 der im .Krankenhause Am Friedrichshain behandelten Personen völlig er- blinket: auch von den im Virchow-Krankenhause behandelten Kranken haben einige Sehstörungen erlitten. �. Bekanntlich nahmen anfänglich die Aerzte im Städtischen Ob- dach eine Infektionskrankheit an: diese Annahme wurde aber durch die Obduktionen widerlegt. Auch die dann auftauchende und fest- gehaltene Ansicht, daß es sich um Fleisch- oder Fischvergiftungen sBotulismuS) handelte, wurde durch ein Gutachten de? König- lichcn Institut» für Infektionskrankheiten widerlegt. Am 29. De- zember kam der Verdacht auf. daß die Vergiftungen auf den Genutz von Metbhlalkohol zurückzuführen feien, und Professor Juckennck, der die in der Nähe des ObdackS gelegenen Sckmnkwirtfchaften durchsuchte, hat dann m der Tat in den dort feilgehaltenen Scknäpsen Methvlalkohol nachgewiesen. Auch durck die dann fol- geuden eingehenden Untersuchungen der Sachverständigen, durch die Obduktionen soll nachgewiesen sein, daß Alrthylalkohvl die Nr- fache der Vergiftungen gewesen ist. Als Verkäufer des Methylalkohols sind die: Angeklagten Schar- mach, Zastrow und Meyen ermittelt worden. Scharmach gedachte ein gutes Geschäft zu machen, wenn er den billigen Methylalkohol den Gastwirten als Sprit verkaufte. Da der Methylalkohol geruch- los ist, soll er ihm einen Teil rektifizierten Sh>rit zugesetzt haben, um vorzutäuschen, daß es sich um reinen Sprit haudle. Der Ver- trieb dieses Gcmischs wurde durch die Angeklagten Meyen und Zastrow bewirkt, und auch Redomske soll an einen Schankwirt zehn Liter Methylalkohol verkauft haben, unter der Angabe, dgtz es Sprit sei. Formelle Mängel. Rechtsanwalt Dr. Puppe beantragt foinuell, daß seinem Klienten Redomske, dem nur eine Nachtragscmklage zugegangen, aus der man sich so gut wie gar nicht informieren könne. ordnungS- mätzig die Hauptantlagc zugestellt werde. Staatsanwalt Dr. Ylutjahr erklärt, daß er gar nicht die Pflicht habe, den Angeklagten die.Hauptanklage zuzustellen. Dafür, daß die Verteidigung nach der Nachtragsanklage die Sache nicht ver- stehe, könne er nicht. Rechtsanwalt Dr. Wertbauer macht darauf awftnerksam, daß dem Angeklagten Dahle überhaupt nur die Nachtragsanklage-und der Erösfnungsbeschlutz sogar erst vor drei Tagen zugestellt worden sei. Dies deute doch auf eine große Ucbcrstürzung hin. Er bean- trage deshalb, die Sache nicht nur auf morgen, sondern überhaupt zu vertagen, da die Sache wegen der ungenügenden Vorbereitung weit über die Osterferien hinaus dauern würde. Die Grundrechte der Angeklagten und Verteidiger seien in dieser Sache schwer ver- letzt. Die Frist zur Tcrminsladung sei nicht eingehalten. Die An- geklagten seien in Untersuchungshaft genommen und dadurch schon, obwohl Fluchtverdacht nicht vorliegt, erheblich benachteiligt. Be- sonders schlimm sei aber gerade gegenüber dem Angeklagten Schar- mach die Lag«, denn er habe einige Gelder bei sich gehabt und diese mit in das Gefängnis genommen. Da habe die Staatsanwaltschaft die Gerichiskasse veranlaßt, wegen der zu erwartenden großen Ge- richtskosten das Privatvermögen des Angeklagten zu heschlag- nahmen, obwohl er doch noch nicht verurteilt sei. Die Beschlag- nähme sei besonders motiviert mit den hohen Kosten für die Sach- verständigen, die er in so großer Menge zitiert hat; dadurch werde der Angeklagte gehindert, seinerseits Sachverständige vorladen zu lassen. Hier werde also jemand eines schweren Verbrechens be- schuldigt, er werde in Haft gesetzt und man nehme ihm sein Geld weg, so daß er sich nickt verteidigen könne. Wenn dies Brauch werde, sei theoretisch jeder verloren, gegen den eine Anklage er- hoben werde. Die Untersuchungsgefangeneu seien zu„Angxschul- digten minderen Rechts" objektiv geworden. Das künftige Urrteil in dieser Sache sei zu einer Bedingung de? staatlichen Ersatzanspruches gemacht. Die Einhaltung der Prozeßordnung sei neben der Richtig- keit des Urteils die Garantie des Ansehens der Rechtspflege, und die Strafprozeßordnung fei die Bibel der Angeklagten. Rechtsanwalt Alsberg protestiert gleichfalls gegen die Zulassung des Rechtsanwalt Bahn als Nebenkläger, denn der Beschlutz über die Zulassung des Nebenklägers ist dem Angeklagten nicht zugestellt worden. Auch juristisch sei die Zulassung als Nebenkläger nicht zutreffend begründet, denn es liege nach dem Eröffnungsbeschlutz gar kein Delikt vor. aus dem eine Nebenklage gestattet ist. Man weiß außerdem von dem Nebenkläger Lehmarar noch gar nichts, rund deshalb Vitt« er, einen Beschluß dahin zu fassen, daß ein Neben- kläger nicht zuzulassen sei. Rechtsanwalt Dr. Joffe schließt sich dem Vorredner an und beantragt gleichfalls die Vertagung der ganzen Verhandlung. Die Sache sei doch so sehr überstürzt worden, daß es den Verteidigern nicht mehr möglich war, die Akten einzusehen. � Es sei alles derartig überstürzt, daß eine geeignete und zweckmäßige Vorbereitung der Angeklagten unmöglich war. Justizrat Dr. Jorrs ist gegen die Vertagung: die Sache sei ge- nügend vorbereitet und überstürzt sei doch gar nichts. Wir haben doch alle Zeit genug gehabt, um zu wissen, um vxrS es sich handelt. Rechtsanwalt Bahn: Kollege Alsberg möchte mich aus der Ver- Handlung gern heraus haben, aber das geht nun einmal nicht. Es liegt ein unanscchtbaver Gerichtsbeschluß vor, wonach der Neben- kläger zuzulassen ist. Tcm Antrage fehlt also die Legitimation, er ist auch unhaltbar, denn e« kommt nicht nur fahrlässige Körper- Verletzung in Betracht, sondern auch die tzZ 223 und 223». Die Ge- sundheit des Privatschrcibers Lehmann ist so zerrüttet, daß er seinem Beruf nickt mehr obliegen kann. Staatsanwalt Dr. Clutjahr hält die Ausführungen des Rechts- anwalts Bahn für völlig zutreffend und tritt den Behauptungen der Rechtsanwälte Dr. Werthauer und Dr. Alsberg entgegen. Von einer Uebcrstürzung könne keine Rede sein. Daß sich die Ver- teidiger des Scharmach nicht genügend vorbereiten konnten, mag wohl auch daran liegen, daß der Metternichprozcß zu lang« gedauert hat. Die betreffenden Rechtsanwälte sollten dann eben nicht so viel Mandate annehmen, wenn sie durch eine ander- Sache ver- hindert sind, sich für diese Sache genügend vorzubereiten. Der Vorssticiidc, der außerordentlich leise spricht, macht hierzu einige Bemerkungen, die vollständig unverständlich bleiben. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich bitte, mich gegen eine der- artige Behauptung entschieden in Schutz zu nehmen. Was der HerrJCorsitzende soeben gesagt hat, genügt mir als Schutz gegen den Staatsanwalt keineswegs. Es wäre doch Pflicht- und gewissen- los von uns, wenn wir aus solchen Motiven, wie sie der istaats- anmalt htm ausgesprochen hat, die Vertagung beantragten. Ich kann dem Staatsanwalt sagen, daß ich im Metternichprozetz allerdings einige Stunden anwesend war, aber doch Gelegenheit gehabt habe, in anderen Prozessen meine Pflichten wahrzunehmen. Hier aber haben uns die Akte» nicht 5 Minuten zur Verfügung gestanden. Ganz unerhört erscheint dock die Pfändung der Gelder des Ange-> klagten in Höhe von 1256 M. zur Deckung der zukünftigen Kosten dieses Prozesses. Auch das Geschäft des Angeklagten hat man geschlossen und dieses war dem bequemen Walten von Einbrechern preisgegeben. In einer so wichtigen Sache müßten doch die Vor- schristen der Prozeßordnung sehr präzise innegehalten werden, aber bei der bewiesenen Jlcbersiurzung häufen sich hier Verletzungen auf Verletzungen der Strafprozeßordnung. Durch die Beschlagnahme der Gelder wird das zukünftige Urteil gewissermaßen schon vorweg genommen. Es kann doch nicht so weit gehen, daß wegen eines Fahrlässigkeitsdeltkts nicht nur die Untersuchungshaft verfügt, sondern auch noch dem Angeklagten sein bißchen Geld weggenommen wird. Rechtsanwalt Alsberg: Es ist doch nicht möglich, daß jemand als Ztcbcnkläger zugelassen wird und völlige Unklarheit darüber herrscht, auf welches Delikt die Nebenklage-gestützt wird. Die Aus- bringuug des Arrestes ist ganz exzeptionÄl. und es ist doch auch sehr erheblich, daß zwei Angeklagten di« Hauptanklage nicht zu- gestellt worden ist. Rechtsanwalt Dr. Jaffe protestiert, auch seinerseits gegen die Unterstellung des Staatsanwalts, daß die Verteidiger aus Person- lichcn Motiven hier sachliche Anträge stellen und erbittet Schutz gegen derartige Vorwürfe. Was würde, der Staatsanwalt sagen, wenn die Gegenseite ihm sagen würde: Die ganze Sache sei nur deswegen so überstürzt worden, weil die Mißstimmung in der «Oefsentlichieit über das traurige Ereignis noch so frisch ist. Wir Verteidiger sitzen meinetwegen bis Ubers Jahr und tun unsere Pflicht, aber die Interessen unserer Klyenten stehen uns am höchsten. Wenn hier beispielsweise der Staatsanwalt nachträglich noch 1b Sachverständige vorgeladen hat, so vuutz doch dem Angeklagten die Möglichkeit gegeben werden, Gegen sack wcrständiqe zu benennen. Justizrat Dr. Jvers: Ich erkläre hier: ich brauche den ange- rufenen Schutz des Gerichts nicht; ich verteidige mich selbst. Rechtsanwalt Bahn: Der Z 436 der Strafprozeßordnung schreibt nur vor, daß der Antrag auf Zulassumg als Nebenkläger bei dem Gericht schriftlich einzureichen ist. Wemn Reckstsanwalt Ssr. Alsberg geltend macht, daß ihm die Zulassung als Nebenkläger nicht mit- geteilt worden sei, so erwidere ich darauf, daß der gleiche Paragraph nur sagt:„Das Gericht hat über die Berechtigung zum Anschlüsse als Nebenkläger nach Anhörung der Staatsanwaltschaft zu ent- scheiden." Irgendeine Benachrrchtigwng der Verteidiger braucht demnach nicht zu erfolgen.— Wenn wir übrigens solange warten sollten, bis die Angeklagten genügend Geld haben, um sich für sie günstige Sachverständige zu ftichen, so hieße dies, die ganze Sache ad calendas graecas zu stellen. Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Die Staatsanwaltschaft hpbe auf Grund interner Dienstvorschriften die Pflicht, dafür zu. sorgen, daß die Kostenfragc beizeiten in einer Weise klargestellt wird die später jede Schädigung des Staates ausschließt. Dies und nichts weiter ist in der vorliegenden Sache getan worden. Die Stmns- anwaltschaft hat gerade in dem vorliegenden Falle berechtigte Ver- anlassung gehabt, für die rechtzeitige Sicherstellung der enorm hohen Kosten dieses Prozesses zu sorgen, da es ihr zu Ohren gekommen war. daß Scharmach gewisse unerlaubte Manipulationen vorzu- nehmen beabsichtigte, um Vermögensstücke beiseite zu schassen. Vom Rechtsanwalt Dr. Wenthauer war, gleich als er die Verteidigung übernommen hatte, ein Antrag gestellt worden, die Gelder und das Geschäftsinventar an den in Leipzig wohnhaften Bruder des Scharmach herauszugeben. Dieser Antrag ist natürlich abgelehnt worden, da die Staatsanwaltschaft doch nicht ihre Hand dazu bieten konnte, angesichts des bevorstehenden Konkurfes des Scharmach Ver- mögenZstücke zu verschieben, denn offenbar handelte es sich um nichts weiter. Eine ähnliche Schiebung hat Scharmach schon einmal vor- genommen: als er wegen einer Alimentenforderung gepfändet werden sollte, da gehörte plötzlich das ganze Geschäft seinem Bruder. Da offenbar wieder eine solche Schiebung vorgenommen werden sollte, hat die Staatsanwaltschaft sämtliche Vermögenzstücke mit Arrest belegt. Nachdem die Rechtsanwälte Bahn und Dr. JverS gegen eine Vertagung protestiert haben, zieht sich der Gerichtshof zur Le. ratung zurück. Der Beschluß des Gerichts geht dahin: Die Hauptanklage soll noch den Angc-lagten Dahle und RedomSli zugestellt werden. Die Verhandlung wird aus diesem Grunde auf Freitag 9 Nhr vertagt. VWWWVWWVJW. 4 billige Pelerinen-Tage nmininiHiniiiiniiiiiiiii'imtiimni fcsart�inmiiiimHu.-ninHimniiintimiminiimttiniiiuiuiKnimiiiiiiiünisianumNniU'.miiiiiiiiiiimHiinii»*»«� mmmii nimniiiiiiininiminiiiii'iimuniiii Mittwoch Donnerstag Freitag Loder*-Pelerinen grauer oder grünlicher Strichloden.„Imprägniert." Vorzuglich im Tragen. Mit abknöpfbarer Kapuze, Tragbändern, Armdurchgriffen und Taschen. Für Herren und Damen Für Knaben und Mädchen Qual. 1 Längen 120 u. 125 cm 12.90 qu-i ii 7. 30 Längen 70, 80, 90 cm 7.30.4.35 9.80. 5.85 [Gummi-Mäntel Echt englilch, für Damen 12.50 BaenSohn Chausseestraße 29-30 Gr. Frankfurter Straße 20 = Nächsten Sonntag bis 6 Uhr geöffnet. Die Besichtigung unserer„Kielderwerke" ist unseren Kunden nach vorheriger Anmeldung gern gestattet wwwwwwwwwwwwvj Der Haupt■ Katalog Nr. 44(Neueste Moden) kostenlos und portofrei Längen 100 u. 110 cm Für Herren Bau ans IsMmm REDNER: RMlMR- VTvbert-Iabietien ErKelllicK in allm%>ötKeker\ Mnd Drogerien. Reis Mk lre scKüb.en Sie vor: HUSUM HEISEMEU mimm Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgearucKte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.;«tas erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN (Gr die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69. bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche in allen Gröjzen, enorm billig. Portieren, Diwandecken. EngroZHaus Hermann Henow, Gerlraudtenstraste 18— 19, I. ftein Laden.»VorwärtS'Iescr 5 Prozent Rabatt. 109lft* 1000 neue Nähmaschinen. Prima Langschiff für Familie 55 Mark, Ab- zablung 75 Mark ohne Anzahlung. Bellmann, Gollnowstragc 25. nahe LandSbergerstrahe. 20575t I» Freien Stunden. Wochen. schrist für das arbciiendeVolk. Romane und Erzählungen. Slboiniements Ivöchenllich 19 Ps. nehmen alle Aus- tabeslellen des„Porwärls" entgegen. irobehefie gratis._ (Sardinen 1 Steppdecken I Portieren 1 Zischdecken I aukergewöhnlich billig I Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt extra I Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Markt i(Bahnhof Börse). Sonntags geöffnet.* Hermannvlau 8 Piandleibbaus. Fedeimanns allerbilligsler Waren- cinkaus. Riesenauswnbl Pelzsachcn. Herrenvaletots. Jackettanzüge. Geb- rockanzüge. Heltenöoien. Damen- fachen. Exiräbilliger Bettcnverkaus. Aussteuerbelten. Pcrmietungsbett. Aussieuerwäsche. Bettwäsche. Reich- haltige Garvuienauswahl. Portieren. Teppichauswahl. Blüickti'chbccken. Steppdecken. Wanduhren. Wand- bilder. Schmucksachen. Taschenuhren. Kettenauswabl. Ringcauswabl. Fest- geschenke. Warenoerkauf ebenialls Sonntags. ffölf Tlorwärtsleicr erhallen fünf Prozent Extrarabatt, selbst bei Ge- legenheitstäusen. lllllK" Teppiche, sarbsehlerhast, für Hakben Preis. Gardine«, Stores, angeschmutzt, spottbillig._ Leiuenportiere«, entzückende, mit Sticksehlern.__ Sofastoffreste, Moquette, staunend billig. Zehn Z>?o.zent Rabatt Borwärts- leiern. Sonntags geöffnet. Gardinen, Fabrikreste, Fenster 185. 195, 235, 285, 350, 455, 575, 650 usw. Teppich-Thomas, Oranienstr. 160. Oranienplatz t Rosentalerstratze 54.' LeihhauS.Brunnen- und Per- kansgeschäst. Alles spottbillig: Betten, Stand 9,—, mit 2 Kissen 10,—. Brunnenstraße 118, Ecke Uscdomstraße Teilzahlungen 0,50 wöchentlich: Gardine», Portieren, Teppiche, Decken, Uhren, Bilder, Möbel, Polslerwaren, Betten, Wäsche, Kinderwagen, Herren- gardcrobe. Sende Vertreter. Weisels Nachfolger, Warschauerstraße 80.* Zehn Prozent Rabatt Vorwärts- lesern. Sonntags geöffnet.__ Tcppiche mit Farbcnfehlern 8,25, 3 85. 4.50, 5.75, 8.85, 7.50, 9.25, 12.50.______ Salonplüsch-Teppiche 13.50, 16.50, 19.50, 22 50, 27.50, 35—38 usw. Riescnsabrilager, Große Franlsurter- straße 125, im Hause der Möbel- sabr! f.___ Gardine». Fabrikreste, Fenster 1.65, 2.35, 2.85, 3.50, 4.50, 6.75 usw. Total ausverkauf von ange- schmutzten Gardinen. Stores, Bett- decken, staunend billig. Große Frank- surtcrstraße 125._ Tuch- und Plüschportiercn, Gar- nitur 3.25, 3.85, 4.50, 5.25, 5.65, 7.50, 350 usw.__ Steppdecke» 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.33, 12.85 usw._ Ptiischdecken mit kleinen Fehlern 4.25, 5.50, 6.75, 7.85, 9.35, 11.50 usw. E. Weißenbergs Gardinen- und Teppichbaus, Große Frankfurter- straße 125, im Hause der Möbel- sabrik._ l23lK' MonafSaiiznge und Sommer- Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12,00. Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleiben verfallene Sachen iauit man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14._' Gardincuhaus Bernhard Schmarl», Wallstraße 13(dreizehn), Untergrundbahn«pittelmarkt.— Erst- tlassige Bczugsguelle für Gardinen, Portieren, Tcppiche.— Vom einfachsten bis zum elegantesten: denkbar niedrigste Preise.— Umtausch bereitwilligst.— Fachmännischer Rat bei Neueinrichtungen und Wohuungs- Wechsel._ 1202.ft* Taschenbuch für Gartensreuilde Ein Ratgeber für die Pfleg- und sachgemäße Bewirtschaftung des häuS- lichen Zier-, Gemüse- und Obst- aartenS von Max HeSdörfer. Zweite «ermekrte Austage. Mit 137 Text- abbildunzen. Preis 3,50 Mark. Expe- dition Vorwärts. Lindenstr. 69. Totalausverkauf von ange- schmutzten Gardinen. Stores, Bett- decken, stauneiid billig. Große Frank- surierilraße 125, im Hause der Möbelfabrik. TültstoreS, Bettdecken 175, 225, 285, 375. 450, 635 usw. Küusttergarbiucu, weiß, creme und buntgewebt, Garnitur 385, 475, 595, 665, 850, 975 usw. E. Weißen- bergs, Gardinen- und Teppichhaus, Große Fran tsurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik._ Leinenporticren, entzückend gestickt, Garnitur 285, 365, 435, 550, 675, 723, 850._ Tuchportiere» 345, 385, 450, 525, 675 usw._ Plii'chportieren 565, 675, 785, 950, 1150 bis 40 Mark. Fabriklager Große Franksurtersiraße 125, im Hause der Möbelfabrik._ Steppdecken 375, 425, 565, 750, 835, 975, 1285 usw. Tüchdecke» 125, 175, 250, 335, 450, 585 usw._ Plüschdecke« mit kleinen Fehlern 4,25, 5,50, 6,75, 7,85, 9,35, 11,50, 13,75 bis 50 Mark. E. Weißenbergs Gardinen- und Teppichhaus, Grogc Frankiurterftraße 125. Tiloaudccke» 375, 450, 545, 685, 725, 850 bis 40 Mark. Abfall- und scdlerhaste Teppiche in den alleriicuesten Mustern mit 10 Prozent Extta-Rabatt. E. Weißen- bergs Teppichbaus und Gardinen- Haus, Große Franksurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. 12413* Pumpcnwolfs, Ackerstraße einund- achtzig.Abessinierpumpen7,50— 100,00, Sauger, Rohre, Ersatzteile, gebrauchte Pumpen, billigst. Leiherdbohrcr um- sonst._ tl07* dcvptche(Farbeniebler), Steve decken. Gardinen. Tischdecken, Tüll- bettdecken, Ucbergardinen, Soja- stoffreste spottbillig Fabriklager Mauerhoff. Große Franksurierslraßc 9 Flureingaug. VorwärtZlesern zehn Prozent. Sonntags geöffnet. 2488JV* Monaesanzüge, PaletolS, großes Lager, jede Figur, kaust man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch. 5 Prozem billiger sür Vorwärtsleser. Fürsten- zeit, Schneidermeiiler, Roienlbaler- nraße 10 Fernsprecher Norden 5117. MilchgeschästS-Eiiirtchtungen! Milchverkaussgefäße, Milchkannen, Milchmaße, Milchsiebe, Butter- Maschinen, Eisschränke billigst. Spezialfabrik Hermann Jordan, Michaelkirchstraße 21._ 36/3* Borjährigr eleganteHerrenanzüge und Paletots aus seinsten Maßitoffen 20— 10 Mark, Hosen 6—14 Mark. Versandbaus Germania, Unter den Linden 21. Sonntag von 12—6 ge- öffnet._ 12S8fl* Humboldt- SeihhaiiZ k Existiert nurBruimenstraße 58, Eckbaus Stral- sundei straße. Hochelegante Kavalier- anzüge, Gehrockanzüge. Ulsterpaletots, Riesenauswahl, spottbillig. Riesen- großer Bettcnverkaus. Brautbeiten, Ausstcuerwäsche, lsteppdecken, Gar- dincnauswahl, Plüschportieren, ErbS- tüllstores, Prachttepiche, Massen- auswahl, Hcrrcnuhren, Damenuhrc», Uhrkettcn, Wanduhren, Schmucksachen, Spottpreise._ 1474t* Teppiche l(feblerbatie) m allen Größen, fast für die Hälsl« des WericS Tcppichlager Brünn. Hackeichcr Markt 4. Babnbos Börje.(Leier dcS »Vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöstnet!'• GaSkronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riefcnlager. Louis Böttcher(selbst). Bclricbslcitung. Box- bagencrstraße zweiuuddrcißig, erste Etage.(Bahnverbindung Warschauer- straße.) 1024K» Kanarienvögel straße 65a._ billig Naunyn- +135 N-ihmaschiueu vergüte bis 15,—. Sämtliche Systeme. Teilzahlung. Stuhrmatm, Jnslerburgerslraße 14. Posllarie._+76* Glasschrank nebst Ladentisch mit Glaslästen sür 20 Mark zu vcr- kaufen. Bürstcngcschäst, Grolmann- straße 52._ 858b Eiseuschilder. zivei. neu, 170 hoch, 70 breit, schwarz. Neukölln, Olei- straße 36.______________+49 Bette», zwei Stand, 12,50, um- ständehalber. Katzicrstraße 16, II. ______ R.______ O?rantwortlich?r NedakteZr; Albert Wachs, Berlig. �ür dev Lnjeratenteiiverantw.: TH�Glockr. Berlin. Druck ll. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei».Verlagsanstalt Kaul Singer u-Co-. BerlioLVj» (Zescdü5tsverksuke. Pufferbude verkaust LiberSky, evalcrstratze 7.__ t76 Restauration, Westen, Afbciter- verkehr, 35 Halbe Bier(Diverses), Miete 1800,—(Zweiwohiizimmcr). Erforderlich 2000,—. Stcinborn, Roß- straße 13. 13l/13 Kolonialtvarengeschäft zu vev kaufen, nachweislich gutgehendes, weil- licher Vorort. Nichtsachleute werden angelernt. Erforderlich zirka 4000 Mark. A. Hahm, Skalitzerstraße 100. Goldgrübe, 32 Halbe, Brauerei� bilsc 1000,—, Rreis� 1600,—, sofort vcrtäuslich. Austunst Seger.Sebajtian straße 15,_ 8505 Kohtengefchäft wegen anderer Unternehmen sofort verkäuflich, Ab- schluß 50, Ackerstraße 19._+99 Obstgeschäft, beste Gegend, kon kurrenzlos, 15 Jahre bestehend, wegen Krankheit verkäuflich. Auskunst Hermannplatz, Zeitungshalle.+125 Restauration wegen Todessall zu jedem annehmbaren Preis verkäuslilb Stögen, Lausitzerstraße 43._+62 Schultheiszecke ist unter selten günstigen Bedingungen zu verkaufen. „Glänzend*, Eharlotleiiburg, Post- amt I. 51/19 Möbel. Möbel- Lechner, Brunnenstr. 7, am Roscntbaler Tor, Spczial-Möbel- Haus. Aus Kredit und gegen bar. Große Auswahl jeder Art. Stabe und Küche, Anzahlung schon von 15 Marl an. Einzelne Möbelstücke. Anzahlung von 5 Marl an. Liciere auch nach auswärts. Borzcigcr dieses Inserats erhält bei Kauf 5 Mark gutgeschrieben. Sonntag nur von 12—2 geöffnet.___ Möbel ebne Geld! Bei ganz kleiner Anzablung geben Wirtichasicn und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Herren- gardcrobe und Waren aller Art. Der ganze Osten laust bei uuS. Kreisch- mann u. Eo., Koppcnstraße 4. (Schlcsischer Babnbos.)_ 1Q75K* Arbeiter Muitcrwohiiunge». Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestaltet. Kassenpreis Zinsvergülung, kleine Anzablung, bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Känser. Eabbert Tischlermeister, Acker- straße 54.* Teilzahlung, Möbeleim-ichtung, Stube und Küche tö Mark. Verliehen gewesene Möbel spollbillig. Berolina, Kastanienallee 49. 4U4K* Möbel-Gelegenheitskäufe, gut gearbeitet, viele Gelegenbeitsmöbel, welche bedeutend unterm Preis sind. Bücherspind 68,—, Schreibtisch 48,—, Bettstelle 33,—, Trume au mit Stufe 34,—, Garnitur, Sofa, 2 Sessel, Sofa 45,—, Kleiderspind 46,—, Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, wundervolle Sachen, sebr billig. Kommen Sie erst vor Jbrem Eintaus zu mir, Sie sollen die Möbel nur besichtigen. Ehrlich, Alte Schön- hauserstraße 32. 1117St* Möbelaiigebot. Vorleilhasteste Gelegenheilsläuse durch Anlauf ganzer Warenläger. Einzelmöbel, komplette Einrichtungen, schlichteste, eleganleste Schlafzimmer. Speisezimmer, Herren- zimmer, Riesenauswahl, 5 Etagen. Fabrikgebäude, Neue Köuigstraße 5— 6, Teilzahlung gestattet. SonnlagS ge- Auf Teilzahlung! Einzelne Möbel, komplelie Wohnungseinrich. lungen in einfacher und besserer Aus sührung liefert unter kulanten Zah lungsbedingimgen die seit 50 Jahren bcstchendc Möbelfabrik Hermann Nolle, Tischermeister, Zionskirchstraße 39. Dringend verkaufe bis Ende März Nußbaumwirtschast mit prachtvollen Küchenmöbeln. Gaskrone, Teppich, einige Wandbilder, Geschirr, 195,—, Säulentrumeau 33,—. Händler zwecklos. Neue Königstraße 66 I. 218/16* Möbeliausch. Aeliere, unmoderne Möbel werden in Zahlung genommen und moderne dafür geliefert, die Differenz in bequemen Raten. An fragen unter Postlagertarte 18, Post- amt 22. 1118K' Umzugshalber bis 1. April verkaufe sämtliche Nußbaummöbel, drei Zimmer, mit prachtvoller Büsettküche, Umbausosa, englische Bettslellen�hoch- moderne Schränke, Federbelten, Stepp- decken usw., 180,—, passend sür Braut- leule. Alte schönhauserstraße 53. II links. 849b Verkäuflich(Händler nicht ge- wünscht)■ moderne Wirtschast, Rüchen- einrichtung.— Elegantes Plüschsosa, Umbau, Herwenschreibtisch, Englisch- betten, Anlleideschrank, Ebaiselongue, Trumeau, Prachlwandbilder, Gas- trone. Verschiedenes. Königsberger- straße 41, vorn I rechts, bei Fi" Mahagolii-Spiegel mit Spindchen, Sosatrsch, Sttible, billig Grünauer- straße 15, Seitenflügel III rechts._ "Sofa, Bettstelle, Matratze, Regu- lntor vertaust umzugshalber Luckow, Zossenerstraße 1. 838b Plüschsofas, hochelegant, verkaust svottbillig Klotz, Schneidermeister. RheinSbergerstraße 18. 852b Möbel- gute, liefert die Tischlerei Reichenbergerstraße 42. Auch Teil- zahtung. 5t/16* Gineichlunge». Einzelstücke tiejert billig und gut, Teilzahiung gestattet. Lange, Schwedterstraße 26. 1025K* Borfoilhaste Möbelangebote. Etsasserstraße 8, Oranienslraße 37. Gelegentieitstä«fe in gediegenen Wobnungseinrichtungen sowie Er- gänzungsmöbel. Oranieustraße 37, Elsasserstraße 8. Grsparinffe beim Möbeleinkaus bieten Ihnen die Möbelspeicher El- sasserstraße 8, Oranieustraße 37. Schlasziiittiier, Speisezimmer, Heiwenzimmer, moderne Küchen, schränke, BertikoS, Soias, Trumeaus, Schreibtische in größter Auswahl spoitbillig Oranienstraße 37, Eisaiser- straße 8._ 1029.K* Möbelfabrik. Georg Tennigkcit, Oranienstraße 172/173. Wer qedie- geneMöbol billig kaufen will, soll nicht versäumen, mein großes Lager zu besichtigen. Stube und Rüche 246,—, 430,00, elegante 586,00, zwei Stuben und Küche 650,00 bis 850.00, eng- lisches Schlafzimmer 172,00, eichene Speisezimmer, Herrenzimmer, Sa- lons fabelhaft billig, Ruhebett 26,00, Taschensosa 58,00, Kleiderschraut, Vertiko 36,00, Trumeau 35,00. farbige komplette Küchen von 56,00 is 300,00. Katalog gratis. Auch Teilzahlung. tOOlK* Metallbette«, zwei, modern, spottbillig verkäuslich. Zossener> straße 10. Hulqeschäit. 43/19' Knnahmeiteüen für„Kleine teeigen" 55 erlin C. A. Hnbnisch. Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. >V. G. Schmidt. Kirchbachstr. 14. «. R. Hackelbusch. Petersburger Platz 4. Gustav Bogel- Koppen- straße 82. R. WengelS. Gr. Frankfurter Str. 1Z0. .Vv. L. Zucht, Jmmanueltirchslr. 12. I. Stent. Laruimstr. 42. X. W. Baumauu. Rbeinsberger Str. 67. F. Trapp, Stettiner Str. 10. Kar! Mars, GreiienhagenerStr. 27. I. Hönisch, Nazarethkirchstr. 49. H. Bogel, Luryingstr. 37. A. Tiefl. Jnvalidenstr. 124 L. Tech»»d. Zluhevlatzstr. 24. XW. Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. SW. H». Werner. Gneiienimftr 72. Taelin. Hagelberger Str. 27. b». St. Fri», Prüizenilr. 31. F. Lehmann. Kottbuier Damm 8. SO. Paul Bob,». Lausiyer Platz 14/15. P. Horsch, Engeluser 15. -k.annk«tl»sl. Pielilke, Kaiser-Wilbelm-Platz 6. IinrI->I><,r«t. Richard Knter, Rödelstr. 9, II. ZiilxenieK. Emil Wistter, Kietzerstr. 6, Laden. I.ielctenberß;. Otto Srifel, Wartenbergstr. 1. Xiecker-Sediinesveicke. Gehrt, Britzer Str. 6. Kowawce». Wilhelm Jappe, Friedrichslr. 7. 0ker-Sebüne«ei,Ie. Alfred Bader. Wilhelmmeichosstr. 17 II. I*anl»»,v. Otto R ist mann. Mübleiqtt. 30. IkeZnielcenckvrk. P. Gursch, Provinzslr. 56, Laden. � Itixcloet. M..(rciurich, Neckarstr. 2. Conrad- Hermannstr. 50. C. Rohr, Siegsriedslr. 28/29. Ilnzninelü-nurK. A. Roseukrauz, All-Roxhageu 56� Schöneber�;. Wilhelm Bäuiuler, Marlni-Luther-S!r. 69 im Laden. Sxaiitlan. Köppen, Breiteste. 64. SteKlit?,. H. Bernsee, Alsenstr. 5. llPempelbok. Joh. Krohn, Borns siastr. 62. Vreptosv. Rodert Gramenz, Kiespolzstr. 412, Laden. �Veillensee. Führma««, Sedaustr. 405. Schillerl, König-Ehauffee 39a HVUip«r»A«rk. Paul Schubert, WildelmSaue 26, Hos parterre Modernes Büfett, eiche, ge- schnitzt, mit Kristallscheiben 155,—, Nußbaum 115,—, 145,—, Kredenzen 85.—. Fabrik Skalitzerstraße 25, an der Hochbahn._ 1169K* M öbel-Rosfin, Kastanien-Allee 57. Mein Erweiterungsonsbau ist fertig- gestellt. Es sind Gelegenheitskäufe am Lager. 12 Speisezimmer, früher 950 Mark, jetzt 650,00. 8 Schlafzimmer. früher 535 Marl, jetzt 395,00. Kleiderspiuden 32 Mark, englische Bettstelle 32,00, Sofa in Piüich 68 Mark, Büseits(Nußbaum) 135,00. Besuchen sie bitte meine Ausstellungsräume Kastanien-Allee 57. Rosfin. 1002K* Möbel(diskret). Reelle, alte, gut renommierte Firma iiefeit Möbel unter Diskretion aus Teilzahlung. Anfragen: Posllagerkarie 12, Post- amt 22. 1119K* Musikinstrumente. Pianino, hohes. 120,—(Garantieschein). Zander, Turmstraße 8. Prachtpiano, modernes, sofort 175,—. Händler zwecklos. K-rüger. Friedenstraße 2(Königstor). 218/18 Ein echtes Grammophon mit Doppelseder zu verkaufen. Hentschel, Weserstraße 183.+125 Biider. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder-Bogdan. Weinmeisterstraße 2. 1005K' Fahrräder. Herreufahrrad, Damensahrrad, wie neu. 35,—. Holz, Blumen- straße 44_ 109351* Äremiaborrad, wie nagelneu, billig, Herrenfahrrad 30,00 und Damensahrrad sofort Weberstraße 42. Ouergebäude parterre._ 20/10* Freitmisrad 25,—, Damensahrrad 28,—, verlaust Winter, Sophienstraße 11, Hochparterre. 848b Teilzahluugen. eventuell ohne Anzahlung. Fahrradhaus Heute, Danzigerstratze 95. 1239K* Fahrräder, Gelegeuheiiskäuse, Leihhaus Rosenthaler Tor, Linien- straße Ecke Ziosenthalerstraße. 1257K* Ksuf�esuLke. Ptatinabfällr, Silberallfälle, Rück- stände, Zahngebisse, Quecksilber, Me- lalle höchstzahlend. Goidschmclze Nicper. Köpcnickerstraße 20a(gegen- über Manteuffeistraße). 2995K Zohngebiffc. Zahnbis0,95, Platin- absällc, Goldsachcn, Siibersachcn, slaiiniolp aPier, Quecksilber, Zinn, Kupfer, Gummiabsälle, Goldwatten, Blattgold, höchslzahlend. Edelmetall- Eintaussbureau, Wcbec+traße 31. Ptatinabsälle. Eranim5,75, Gold, Silber. Zahngebisse, Stanniol, Queck- silbcr kaust Blümcl, Auguststraße 19. Zahngedtsse. Zahn bis 1 Mark, Goldsachcn, Stanniol, höchstzahlcnd. Kobn. Neue Königstraße 76. 213/15* Ptatinabsälle. per Gramm 5,75 Mark, Gold-, Silbersache». Gebisse kaust höchstzahlcnd Goldschmied Bruckard. Mulackstraße 22, nahe Rosen- thalerslraße. 2956b* Zahngebisse- Zahn bis 1,00, Pla- linabsällc, Gramm 5,75, Geldlonlor Hollmaimstraße 30. 851b Haare, auZgckümmic, Kilo bis 25 Mark, laust Schadendors, Grenadier- straße 43. 218/17 Bandwürmer mit Kops, frisch in Wasser oder Spiritus, kaust a 2 Mk. Linnaea, N. 90, Turmstraße 19.* Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen an- gefertigt. G. Swienty- Liebknecht Charlottenburg,«tutlgarterplatz 9 Gartenhaus III. 44K' Verschiedenes. Patentanwalt Menzel- Berlin. Chaussecstraße 5. HOOK* Paceniauwalt Wessel, Gitjchiner. straße 94a. Patentanwalt Müller, Gitschiner- straße 81. 2439K» Knnitftopserei von FrauKokosly Schiachteniee. Kurswaße 8 III. »Fricdrich-Wilhelm* General- agentur-Zahlstelle: 0. 112, Mainzerstraße 24(Franlsurter Allee), Lebensversicherung, Sterbekasse, Kinderver- sichcrung. Ausnahme bis 60. Lebens- jähr. Steuer abzugssähig. 9285t* Märzbleiche! Bonack, Köpenick, Spreestraße 1, wäscht tadellose Wäsche ohne scharfe Substanzen. Leibwäsche, vier Handtücher, Taschentücher 0,10. Lieferung, Abholung täglich. 8446 Die Beleidigung gegen Frau Rabitzke, Neukölln, Mainzerstraße 20, nehme ich hiermit zurück, erkläre selbige als ehrenwerte grau. Mcr Eula, Raumerstraße 14.+11p Wohnungen. Prachtwohnungen, 2, 8 Zimmer, Loggia, Bad, Mädchenzimmer, 36.00, 45,00, Koloniestraßc 68.+124' Stube. Küche wegen nach außer- halb zu vermieten zum 1. April oder später, bis Mai Mete frei, Trist- straße 53, Eckert._+87 10,00 Umzugsvergütung. Stube, Küche, Klosett, Speisekammer. Neu- köllu, Sicgsriedstraße 54, Bahnhof Hermannstraße.+49 Zwei zweisenslrige Zimmer, Küche, 500.—, Palisadenstraße 5, vorn I. Zweifenstrige Stube, zweifenstrige Küche, vorn, 23.00, Palisadenstraße 5. Limmer. Möbliertes Zimmer,' BreSlauer- straße 11, Schufft,+39 Balkonzimmer- Bad, Witwe Kupfer. Kopenhagenerstraße 15, Hos links III. 839b Möbliertes Zimmer. Wagner, Reichenbergerstraße 16, nahe Rott- bufer Tor._ 51/15 Einfach möbliertes Zimmer, Bad. 18—, an Herrn oder Dame vermietet Wäsch. Hafenheide 45/46._ 8555 Möbliertes Zimmer, Herrn oder Dame, vermietet Grtefohn, Urban- straße 68.+135 Zimmer, kleines, vermietet Herrn oder Fräulet». Rostin. Lausitzcr- straße 20.+15 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle für Herrn. A.«chmidt, Planufer 93, Hos III.' Möblierte Schlafstelle, leere Stube, leere Küche beim Wirt Ruppmer- straße 18. 853b Möblierte Schlafstelle Naunynstraße 73, vorn II, Wollen- berg.+15 Schlafstelle(Herrn) vermietet Michalsli, Wienerstraße 31, vorn II. Mietsgesuche. Schlafstelle sucht junges Mädchen, 15. April, Lindenitraße 22, IV rechts. Möblierte freundliche Schlafstelle (Norden oder Zentrum). Preisofferten an Karl Boldl, Sparrsttaße 2. 854b �rdeitsmarlct. Ltellenangedots. Portierstclle zum 1. April, eventuell mit Laden, an saubere Portierleute zu vergeben Neukölln, Saalcstraße 11, I bei Schwilalla. Apprcturarbeiter und Anschläger sür Plüschappretur werden verlangt. Anton u. Aisred Lehmann. Aktien- gesellschast, Niedcrschöncmeide._» Marmorschleifer sofort ver» langt Stahl u. Herzog, Hermann« straße 196/197. Lehrling findet gute Ausbildung als Schirmmacher. Schirmsabrit, Köpenickerstraße 55. 847b Zeitungsfrauen sofort verlangt Schiffbauerdamm 1. 51/13 Zeitungsfrau mit Hilse sosort verlaugt VorwärtSsPedilion, Wil- mersdors, Wilhelmsaue 26. 1L55K Mädchen sür alles zum 1. April v erlangt Richter, Stepbanslraßc 11. Lebrfräulci» für Expedilion findet gute Ausbildung. Schirmsabrit, Kö- Penickerstraße 55._ 8466 Ärbcilsstube« und gute Nähe- rinnen für Sporthemden gesucht. Meldungen mil Probearbeit bei S. Kant, Neue Friedrichstraße 22. Hohen Lohn erhalten Garniere- rinnen bei Marter, Jerusalcmer- straße 62._ 8426 acken-Nähcrin, bessere, ver. laugt Lüder, Grüiithalcrstraße 11.