Kr. 77. B bonnements-Bedingungen: Abonnements. Preis vränumeranbo: PierlcljShrl. SM Wt., monolL 1,10 Ml.. wöchenlllch as Pfz. frei ins Haus. Einzelne Zwnnner ö Pfg. Sonntags- nmnmer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Seil" 10 Pfa. Post. Abonnementt 1,10 Mark pro Monat. Eingetrogen in die Post.Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband tfir Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, fäu das übrige Ausland L Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänernarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. 29. Jahrg. die stisei'tlonz-Gebilhi' beträgt für die fechsgespallene Kolonel» geile oder deren Raum 60 Pfg.. für jcttgedruli Wort 20 Pfg. szulässtg 2 fetlgcdruilta Wortes, jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über 16 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition tjl bis 7 Uhr abends geöffnet, ©toelDt tZgffch mBct montagt. Verlinev Volksblatk. Telegramm- Adresse: �Zsslilläemoitssl kulli"« Zcntra\orqan der Ibzialdcmokratf leben Partei Deutfchlanda. Redaktion: öd. 68, Ltndmatrassc 69. Fernsprecher: Amt MoriNPlatz, Nr. 1S8Z. Expedition: 8d. 68, I-indenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Morissplatz, Nr. ISSd» Verunter mit dem Panzer! Teutschland gleicht einem Reisigen, der schwer gepanzert einherschreitet, den blanken Zweihänder in den Fäusten, bereit, beim ersten Anlaß den tödlichen Streich zn führen. Unsere Herrschenden sagen, diese eisenklirrende Rüstung sei zur Wahrung des Friedens nötig, ja sie genüge noch nicht, der Panzer müsse durch neue, schwere Schutzschienen verstärkt, dem zweischneidigen Schwerte niüßten neue Waffen zu Schutz und Trutz zugefügt werden. Aber die also sprechen, merken nicht oder wollen nicht merken, daß der immer schwerer werdende Harnisch seinen Träger zu ersticken droht, daß der gewappnete Friedenswächter mit seiner herausfordernd er- hobenen blitzenden Wehr die Fehdelust der anderen erst recht anreizt und zu raschem Angriff lockt. Schon jetzt hat Deutschland das größte Landheer. Ruß- land mit seiner großen Bevölkerungszahl und seiner ge- waltigen territorialen Ausdehnung kann hier nicht zum Vergleich herangezogen werden. Aber die neue deutsche Wehrvorlage will die Mannschaftszahl des stehenden Heeres noch weiter erhöhen, will die Organisation der Armee noch weiter ausbauen. Und das alles angeblich zu einer besseren Wahrung des— Friedens! Wir Sozialisten lassen uns durch dieses heuchlerische Spiel nicht täuschen. Wir wissen, daß das heutige Stadium der kapitalistischen Wirtschaftsform mit ihrer Konzentration der Kapitals- und Produktionskräfte in wenigen Händen, daß das Wettringen um den Weltmarkt die„Kulturstaaten" zu einer imperialistischen Politik zwingt. Diese Politik aber ist eine ständige Gefahr für den Frieden, denn sie braucht zu ihrer Durchführung starke Heere und starke Flotten. Und so schwebt in unseren Tagen die Kriegsgefahr wie eine unheil- schwangere Gewitterwolke in der Luft. Je mehr Eisen und Stahl die Völker auf ihre Rüstung schmieden, desto leichter und schneller kann der Blitz aus der drohenden Wolke nieder- zucken und Vernichtung und Schrecken verbreiten. Tie deutschen Wehrvorlagen sind eine naturnotwendige Begleiterscheinung des Imperialismus. Die militärischen Urheber und Befürworter der Rüstungen sind sich vielleicht nicht klar über die wirtschaftlichen Kräfte, die sie zu einem endlosen Ausbau der Streftmacht treiben, militaristischer Ueber- eifer und säbelrasselnde Schneidigkeit kann sogar eine Katastrophe viel schneller herbeiführen als den Finanzleuten und kapitalistischen Drahtziehern lieb ist. Neben der Profitgier der an den Rüstungen interessierten Kapitalisten ist es gerade in Deutschland die Allgewalt des Militarismus, die an den endlosen Rüstungsvermehrungen Schuld trägt. Nicht eine einzige Partei des Bürgertums, selbst nicht die Partei des liberalen Fortschritts, wagt, sich gegen das Prinzip der unaufhörlichen Heeresvermehrungen aufzulehnen. Einzig und allein die„Deckungsftage" gibt ihnen Stoff zu langatmigen Erörterungen und zu zahllosen langweiligen Leitartikeln.„Gerüstet werden muß!" sagt selbst der unentwegteste Fortschrittler.„denn die Würde und die Sicherheit des Deutschen Reiches verlangen das." Und der„voll und ganz Liberale" wird dann schließlich nach längerem oder kürzerem Feilschen auch bei der Deckungsfragc zu Kreuze kriechen. Da ist es denn für uns Sozialdemokraten mehr denn je an der Zeit, gegen das System des stehenden Heeres mit seiner ständigen Vermehrungstendenz, mit seiner ewigen Kriegs- gefahr, init seiner fortwährenden Aussaugung der Volks- Massen einen Vernichtungskampf aufzunehmen. Wir müssen dafür eintreten, daß aus der heutigen Armee als einer Waffe der herrschenden Klassen gegen den vermeintlichen äußeren und inneren Feind ein wahres, echtes Volksheer werde. Ein Vollsheer groß und stark an Zahl und stets bereit, dem Ein Volksheer, groß und stark an Zahl und stets bereit, dem fremden Eroberer einen unüberwindlichen Wall von Ver- teidigern, denen die Heimat zu einem wirklichen, der Ver- teidigung werten Vaterland geworden ist. entgegenzustellen. ein Äolksheer, das sich nicht zu mörderischen Angriffskriegen verwenden läßt und das nicht die Waffen gegen die Arbeits- brüder im eigenen Lande richtet. Gerade in Deutschland ist gegenwärtig die Gefahr vor- Händen, daß ein Angriffskrieg vom Zaune gebrochen wird, [i» wird durch die neuen Wehrvorlageu noch drohender. Das Prinzip der deutschen Heeresleitung geht darauf hinaus, die Organisation und die Stärke des Heeres so auszubauen, daß es nach erfolgter Mobilmachung mit Blitzesschnelle über die Grenzen gehen kann. Es ist das Prinzip der strategischen und taktischen Offensive, das, den Lehren eines Clausewitz zum Trotz, im deutschen Offizierkorps vergöttert wird. Man kann sagen, daß rund 50 000 Offiziere Tag und Nacht den Augen- blick berbeisehnen. in dem sie dies Prinzip im blutigen Ernst- falle betätigen können, in dem sie den Exerzierplatz und das Manövergelände mit dem Schlachffelde vertauschen können. Ties gefährliche Prinzip der unbedingten Offensive steht und fällt mit dem Systein eines überstarken Friedensheeres, in dem der Berufssoldat die Kommandogewalt hat, in dem die Söhne des Volkes zu willenlosen Werkzeugen- der privi- legierten Offiziertaste gedrillt loerden. Daher auch das Interesse. daS der Militarismus der schulentlassenen Jugend zuwendet. Denn wie Imperialismus und Mili- tarismus immer stärker in Erscheinung tteten, so tteten auch die von ihnen erzeugten Gegenströmungen immer schärfer hervor: immer weitere Volksschichten werden demokratisiert, immer klarer wird das Bewußtsein der sozialen Klassenlage. Daher der Jugendfang des Klassenstaates, daher der Eifer der Herren Offiziere, die jungen Leute durch„patriotische" Erziehung und durch Soldatenspielerei zu blindergebenen Werkzeugen des Militarismus zu erziehen. Neben ständiger Kriegsbereitschaft soll auch ständige Kriegsstimmung künst- lich erhalten werden. Ueber die Einzelheiten der neuen Wehrvorlagen, über die militärisch-politische Situation im Auslände, über die vielseitigen Gefahren des militaristischen Systems wird in der nächsten Zeit noch viel zu reden sein. Für heute sei nur die Notwendigkeit betont, daß wir Sozialdemokraten gerade in diesen Tagen unsere Forderung eines Volksheeres lauter und nachdrücklicher erheben müssen denn je zuvor. Wir müssen den Massen klar machen, daß beim heutigen stehenden Heere das Wort vom„Volk in Waffen" zu einer heuchlerischen und gefährlichen Farce geworden ist. Wir haben daraus hin- zuweisen, daß wir bei der Umwandlung des stehenden Heeres in ein Volksheer kaum auf die Hilfe des Parlaments rechnen können Denn nicht allein, daß die herrschenden und besitzen- den Klassen und die sie vertretenden politischen Parteien im stehenden Heere eine Schutztruppe sehen gegen den aus- wärtigen Konkurrenten und gegen den„unbotmäßigen" Ar- beiter im eigenen Lande, nein dieses Heer ist auch eine Ver- sorgungsanstalt für Zehntausende von Söhnen des Adels und der Bourgeoisie. Beschränkt sich doch die ach so zahme Gegner- schaft so manches Freisinnsmannes gegen das heutige Heeres- systein nur auf den stillen Schmerz, daß der Sohn des millionenschweren KommerzienrateS Isidor Cohn noch nicht Leutnant bei den Gardehusaren werden kann. Wir haben den Massen klar zu machen, daß der Kampf um das Volksheer ein Verfafsungskampf wie um das freie Wahlrecht in Preußen, wie um andere Volksrechte ist. Verfassungskämpfe aber sind Machtkämpfe, für die wir dis- ziplinierte, aufgeklärte und begeisterte Kämpfer brauchen. vle Bergarbeiterbeivegiing. Die Streikjustizmitraillense. AuS Dortmund wird uns geschrieben: Die Maschinengewehre reden nicht mehr ihre furchtbar aufreizende Sprache, dafür hagelt es zur.Beruhigung" unerhört drakonische Strafen! Hier eine neue Liste von der Dortmunder Streik.verbrecher'kammer: Weil er„Arbeitswillige" beleidigt und einem Schutzmann„ein Füßchen gestellt" haben soll, erhielt ein Bergmann 2% Monate Gefängnis, ein anderer 6 Wochen.— Der Bergmann Ringst sollte „Bluthunde" und„Blutsauger" gerufen haben, als die Gendarmen mit der Waffe vorgingen. Der Statsanwalt beantragte 2 Monate und 1 Woche Gefängnis, das Gericht erkannte auf ö Wochen! Die Haft wurde aufgehoben.— Ein polnischer Koksarbeitcr war mit jungen Leuten, die zur Musterung gewesen waren, herumgezogen und angetrunken. Sonst ist das eine„patriotische Tat". Zwei Musketiere des Infanterieregiments aus Münster wiesen den Angeklagten von der Straße. Der Pole soll da eine„Faust ge- macht" und gesagt haben:„Dummer Junge, mach daß Du fort- kommst, sonst tret ich Dich in den A....1" Resultat: 1 Monat Gefängnis wegen„Widerstand mit Wort und Tat".— Der Bergmann Bahlinke hatte einem guten Freund, der sich noch nicht klar war, ob er Streikbrecher sein wollte oder nicht, einen leichten Schlag ins Gesicht gegeben: 1 Monat Gefängnis.— Der Bergmanw Kruse faßte einen Streikbrecher beim Arm und fragte ihn, wo er hinwolle. Urteil: 3 Wochen Gefängnis.— Ein kranker Arbeiter, der mit einem ärztlichen Attest kam, konnte nicht ver- hindern, daß er auch ausspucken mußte, als die Arbeitswilligen herumzogen. Ein Streikbrecher wollte auch„Pfui" gehört haben. Zwei Entlastungszeugen wogen— natürlich— die Majestät des Streikbrechers nicht auf. Urteil: 1Mona»t Gefängnis!— Zwei„Beleidigte" zogen die Strafanträge zurück. Flugs wollte der Staatsanwalt die Angeklagten dann„aus K 153" beim Kragen nehmen. Ter Verteidiger hielt das für unzulässig, das Gericht trat dem Staatsanwalt bei. Die Sachen wurden vertagt.— In zwei anderen Sachen hieß es, daß die Angeklagten„verzogen" seien. In fast allen Klagen wegen Beleidigung der Streikbrecher kommt neben dem Dortmunder nationalliberalen Amtsblatt auch das Zentrumsblatt, die„ T r e m 0 n i a zu der zweifelhaften Ehre, als Publikationsorgan zu dienen! Daß auch viele christliche Arbeiter den Streik mitgemacht haben, ist schon daran zu erkennen, daß verhältnismäßig viele katho- lische Angeklagte ins Bänkchen geschleppt werden. Die bürgerliche Lokalpresse scheint auch bereits mehr wie ein Haar in der Suppe gefunden zu haben, sie berichtet nur noch kurz über die Urteile der Streikkammer. Vor allem auch das Z e n- trumsblatt. Die sozialdemokratische Presse nimmt natürlich Anlaß, durch eine ausführliche Würdigung der Ur- teile zu zeigen, was das Volk„im Lande der vollendet- sten Rcchtsgarantien" von der Justiz zu erwarten hat. Auch por den Strafkammern und den Schöffengerichten des Landgerichtsbczirks Bochum kamen täglich eine ganze Reihe Streiksachen zur Aburteilung. Ganze Stöße von Anklagen, die mit jedem Tage noch unheimlich zunehmen, warten ihrer Erledigung. Tie Anzeigen erfolgen, was das Bemerkenswerteste ist, in der' Hauptsache nicht etwa von den Polizeibeamten, sondern von den Z e ch c n b c a m t c n, die die Arbeitswilligen aushorchen und sie veranlassen, Strafantrag zu stellen. Wie mit Hochdruck gearbeitet wird, geht daraus hervor, daß selbst am Kar- samstag Termine angesetzt sind! Was daS Straf- maß anbetrifft, so wird sowohl an den Strafkammern in Bochum, als auch an den Schöffengerichten des dortigen L andger ichtSbezirks im Vergleich zu anderen Gerichten bei gleichmäßig gearteten Fällen auf ungeheuer hohe Strafen anerkannt. Nur in den wenigsten Fällen werden die Verurteilten auf freien Fuß gesetzt. Ein besonders krasser Fall wurde am Freitag vor der Straf« kammer in Bochum verhandelt. Ein Streikender war beschuldigt. der Aufforderung zum Weitergehen nicht Folge geleistet und Ar» beitswillige durch die Rufe Streikbrecher beleidigt zu haben. Zwei Gendarmen wollen den Angeklagten bestimmt wiedererkennen. Dabei stellte sich heraus, daß der betreffende Beamte bei dem Vorgang zwei Peffonen verhaftet hat. Als eine von diesen erklärte, nicht er, sondern der Angeklagte habe gerufen, ließ man ihn laufen. Es traten nun 8 Entlastungszeugen auf, die angaben, den Angeklagten beobachtet zu haben, er fei nur einen Augenblick auf der Straße stehen geblieben und dann verhaftet worden. Von einer Aufforderung zum Ver- lassen der Straße hätten sie nichts gehört. Arbeitswillige hätten nicht die Straße passiert. Trotzdem vom Rechtsanwalt Dr. Nowitzki dargelegt wurde, daß hier offenbar ein I r r t u m bei den Beamten obwalten müsse, denn die 8 Zeugen würden doch nicht sämtlich die Unwahrheit sagen, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe vo» 3 Monaten! Preußische Beamte irren sich eben nicht! Bei den vielen zur Aburteilung gelangten Fällen ist bisher nutz ein einziger Freispruch erzielt worden. Tie Rache der Grubenherren. Von Grubenbeamten wird erzählt, daß die Grubenherreit für das ganze Ruhrrevier die Sperre verhängt haben. Und zwar nicht nur für die gemaßregelten Bergarbeiter, fanden für alle. Für die Dauer von drei Monaten sollen die Bergarbeiter ihre Arbeitsstelle nicht wechseln dürfen. Weiter werden von den verschiedensten Zechen Lohn- reduktionen gemeldet, und zwar werden sie mitunter in solch empfindlicher und provozierender Weise vorgenommen, daß es kürzlich aus der Zeche„Victoria" bei Lünen schon wieder zur Arbeitseinstellung kam. Jedenfalls ist v 0 n d e n angekündigten Lohnerhöhungen nirgends mehr die Rede. Selbst den Streikbrechern ist verschiedentlich der Lohn gekürzt worden.— Auf der Dortmunder Zeche„Kaiserstuhl" wurde eine Belegschaft von etwa 20 bis 25 Mann zwar wieder angelegt, doch es wurde den Leuten be- deutet, daß sie einstweilen wöchentlich nur eine Schicht ver- fahren dürften. Inzwischen ist auf einem anderen Schacht der Zeche noch ein. größerer Mafchinenbruch entstanden, wo- durch die Förderung auf diesem Schacht auf eine Woche ein- gestellt wird. Während dieser Zeit sollen 000 Bergleute feiern. Bon Steigern wird erzählt, daß die schlimmsten Maßregeln gegen die Bergleute noch nicht zur Ausführung gelangt seiem. So sei den Grubenherren der Plan unterbreitet worden, keinen der Streikenden auf der bisherigen Zeche wieder anzulegen. Es sollten die Bergleute sich nach Beendigung an die Arbeitsnachweisstellen wenden und von diesen in die Reviere verstaut werden, vielleicht so, daß die Dortmunder Bergleute nach Radbod, die von Radbod nach Essen, die von Essen wieder nach einem anderen Bezirk versandt werden sollten. Ganze Ladungen Drucksachen, die auf diesen Streich berechnet waren, sollen in den Kesselhäusern verbrannt worden sein. Dieser ungeheuerliche Plan ist wohl nicht zur Ausführung gelangt, weil die Grubenherren Wohl felbst nicht ohne Schaden davon- gekommen wären. Streikmaßregelung in Oberschlefien. Zabrze, 30. März.(H. H.) Die fiskalische Königi,»- Luise-Grube hat 138 Bergleuten, die an dem Streik be- t e i l i g t waren, die Wiedcreinstellung verweigert. Gestern fand im Zechenhaus der Grube eine Versammlung der Arbeiterausschüsse statt, in denen die Wiedereinstelluwg dieser Arbeiter verlangt wurde. Die Vertreter der Grube, die an der Versammlung teilnahmen, erklärten sich schließlich bereit, einen Teil der Arbeiter wieder einzustellen, bestanden aber darauf. daß den Arbeitern, die unter Kontraktbruch die Arbeit ver- lassen, drei Schichten einbehalten werden. 25 Ver- trauenSleute der Wilden, die an dem Streik be- t e i l i g t waren, sind nicht wieder eingestellt Wörde«, Keine Aendrrung der Lage im böhmischen Streikrevier. Prag, 30. März.(H. B.) Die Lage in dem böhmischen! Braunkohlenrevier hat sich nicht verändert. Eine Abnahme des Streiks macht sich nicht bemerkbar. In Brüx streiken von 18 000 Bergarbeitern 14 000. Gestern fand die erste Sitzung des Einigungsamtes statt, ohne daß jedoch bestimmte Be- schlüsse gefaßt wurden. Karbit!, 29. März.(Eig. Ber.) Heute wurde auf der Mehrheit der Schächte den Feiernden der noch stehende Rest des ihnen ge- bührendcn Lohnes zur Auszahlung gebracht.— An den Toren der Schächte Gendarmen! Ein Hohn, auf die ruhig überlegene Art derer, die da kommen, ihr letztes Geld zu holen. Es ist herzlich wenig, was da die meisten der Arbeiter an Lohn in Empfang nehmen, 10— 20 Kronen, aber auch darunter.— Wer— es ist Monatsschluß— Alterszulagen zu erhalten bat, bekommt mehr, Wie wenig e? aber auch fei, sie bleiben guten Mutes. Die Einigungsverhandlungen. Brüx, 29. März. Heute trat hier das Einigungsamt zusammen, Die Vertreter beider Gruppen konnten jicj) über die Wahl des Vor, sitzcndcu nicht einigen, EcZi)alb die Sitzung rcsultatlos öerlief. Die Berghauptmannschaft wird nun den Vorsitzenden ernennen.— Tie Vertreter der Unternehmer gaben die Erklärung ab, ddß sie die Kompetenz der Bcrgbaugcnosscnschaft, in deren Rahmen das Einigungsamt steht, zur Regelung von Lohnfragcn bestreiten. Die Leitung des staatlichen Bergbaues in Nordwestböhmen, die K. jt. Bergdirektion Brüx, hat eine längere Kundmachung ai, die Arbeiter gerichtet, um sie vom Streik abzuhalten. Darin wird—- ganz im Gegensatz wie in Preußen— festgestellt, daß auch in Zeiten schlechter Konjunktur die Löhne niemals herabgesetzt worden sind und die Löhne im Privatbcrgbau wesentlich übersteigen. Tie K. K. Bergdirektion erklärt, daß sie auch weiterhin die Löhne der verteuerten Lebenshaltung anpassen wolle und sie garantiert den Arbeitern bei normaler Arbeitsleistung für einen Mindest- schichtlohn von 5 Kronen. Es wird auch mitgeteilt, daß von nun an das Gezähen. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Lerlagsanstals Streik der Eafe-Angestellten im Kuhstall. Im Hotel Wikinger Hof. Ca f e R est a u r a n t K u h st a l l. Jnvalidenstr. 110, legten sämtliche Kellner die Arbeit nieder, weil der Unternebmer Scku- mann es brüsk ablehnte, mit der Organisation zu verhandeln. Die Kellner fordern Abschaffung der bisber erhobenen Abgaben von 45 Pf. pro Tag und Zahlung eines Lohnes von 15 M. pro Monat. Trotz der eifrigsten Anstrengung hatten sich Streikbrecher bei«chluß des Blattes noch nicht gesund en. Die Betriebe sind für organisierte Gasttvirtsgehilfen gesperrt! Verband der Gastwirtsgehilfcn. Ter Streik der Landschaftsgärtner, der am Tonnerstagmorgen begann, hatte in �den ersten drei Tagen schon gute Erfolge zu verzeichnen. Bis Sonnabend nachmittag hatten 46 Firmen, die 278 Gärtner beschäftigen, den von der Or- ganisation der Arbeiter vorgelegten Vertrag unterzeichnet. Von den größeren Firmen hat I. C. Schmidt die Forderungen unter- schriftlich anerkannt. Tort werden vom 1. April ab Gärtner unter 60 Pf. Stundenlohn nicht mehr beschäftigt. Die Zahl der Streiken- den beträgt nur noch 156. Die Zahl ist dadurch stark verringert worden, daß der größte Teil der Firmen, die dem Unternebmerver- band angehören, befriedigende Zugeständnisse gemacht baben, aber, einem Drucke ihres Perbndes gehorchend, die Unterschrift ver- weigerten. Die zu den neuen Bedingungen arbeitenden Gärtner erhalten eine grüne Kontrollkarte. Für die Kontrolle rechnen die Gärtner auch auf die Unterstützung der Bauarbeiter. Die Lohnbewegung der Fleischergesellen in Neukölln soll nach den Behauptungen der Innung eine Machtprobe des Zentral- Verbandes der Fleischer fein. In einer Erklärung der Innung uird des Gesellenausschusses in den beiden Rixdorfer bürgerlichen Bläl- tern wird gesagt, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen gute seien. Tie Gesellen des Fleischermeisters Hempe, Hermannstraße 58, und Fischer, Zietenstraße 51, haben in der„Neuköllnischcn Zeitung" erklärt, daß sie mit ibren Arbeitsbedingungen z u- frieden seien. Wenn die Fleischermeister Hempe und Fischer glauben, damit sei für sie die Sache erledigt, so werden sie sich irren. Die Frau des Fleischcrmeisters Wilhelm, Friedelstratze 23, glaubt sich dadurch an der Kundschaft rächen zu können, daß sie die Frauen, die nicht mehr da kaufen, unanständig behandell. Die Innung will jetzt mit dem Gesellenausschuß, der in Wirklichkeit nicht besteht, verhandeln; was dabei heraus kommt, läßt sich leicht denken. Bis vor kurzem hat man den Gesellen- ausschuß nicht gebrauckt und auck keinen gewählt, jetzt, wo den Herren das Feuer auf den Nägeln brennt, haben sie zwei gelbe Ge- sellen gefunden die sich als„Ausschutz" fühlen. vcublches KeicK Der Metallarbciterstreik in Franksurt a. M. Frankfurt a. M., 30. März.(Privattelegramm des .Vorwärts".) Im Betriebs der Adler-Werke legten 3000, im Betriebe der Firma Mayfarth u. Co. 600 Arbeiter die Arbeit nieder. nachdem die Direktionen eine Verkürzung der 67stündigen Arbeitszeit und eine Lohnregelung in schroffer Form ablehnten. Die Arbeit ruht vollständig. Die christlichen und Hirsch-Dunckerschen Arbeiter erklärten sich solidarisch._ Ter„streikterrorisicrende" Knabe. Nun haben sich sogar Jugendgerichte mit.Streikverbrechen" zu befassen. In Kronach hatten die Jiolatorendreher der Porzellan« fabrik von Kühnlenz die Arbeit eingestellt. Die Firma suchte Arbeitswillige, worauf sich auch«in fünfzehnjähriger Junge meldete. Der gleichaltrige Dreherlehrling Simon stellte den arbeitswilligen Altersgenossen deshalb zur Rede. Der Vorfall kam zur Kenntnis der Behörde und der.Terrorist" hatte sich wegen Beschimpfung de? arbeitswilligen Jugendlichen vor Gericht zu verantworten. Das Gericht sprach den„Angeklagten frei" und legte die Kosten der Staatskasse auf. Huslauck. Achtung, Holzarbeiter! In der Waggonfabril S chlieren bei Zürich stehen seil Montag, den 18. März, 500 Mann im Streik. Der Betrieb ruht vollständig. Die Meister sind nach Deutschland abgereist auf den Streikbrecherfang! Für Montag soll in Deutsch- land ein Transport von 200 Mann bereit stehen. Ob das richtig ist oder nur ein Schreckichuß sein soll, kann man nicht feststellen. Sollte einem unserer Genossen sicheres über diese Frage bekannt sein oder werden, so telegraphieren sie am besten sofort an die Adresse: Holzarbeiter-Verbaird, Zürich, Vollshau». Zuzug ist tra» bedingt fernzuhalten._ LrCtzU Nachrichten« Einigungsverhandlungen im amerikanischen Kohlenbergbau. New Jork. 30. März.(W. T. B.) Die angekündigt« Konserenz zwischen den Besitzern der Anthrazitkohlengruben und den Berg- arbeitern wird am IV. April stattfinden. Die Pariser Autoräuber. Bercc sur mer(Tep. Pas-de° Calais), 30. März. Die Ber- Haftung des Bankräubers©oudy erfolgte heute nachmittag, als er den Bahnhof betrat, um wegzufahren. Er wohnte feit zwei Tagen bei einem gcwipcn Baraille, der ebenfalls verhaftet wurde. Ba- raille ist ein früherer Angestellter der Nord-Eisenbahngesellschaft, der in Zusammenhang mit einer Sireilangelegenhcit entlassen wurde. Zurzeit ist er bei der Kreisbahn tätig. Baraille soll wegen Hehlerei unter Anklage gestellt werden. Sandy leistete bei seiner Verhaftung heftigen Widerstand, wurde aber schnell über- wältigt. Man fand bei ihm eine mit acht Kugeln versehen« Selbst- ladepistole und eine Summe von tausend Francs. Des weiteren wird gemeldet, daß Soudy derjenige von den Bankräubern von Chantilly sei. der an der Tür Wache hielt und die Leute, die sich dem Bankgebäude der Societe Generale näherten, mit einem Ka- rabiner bedrohte._ Unfälle aus der Aviatik. Paris, den 39. März.(P. C.) Wie aus P a u gemeldet wird, unternahm heute der Leutnant Lesne einen Aufstieg im Aeroplan vom dortigen Flugplatz aus. Er legte einig« Runden in der Luft zurück, als er plötzlich bemerkte, daß der Motor seines Apparates nicht mehr ordnungsmäßig funktionierte. Er beschloß deshalb zur Landung niederzugehen. Bei diesem Versuche schlug der Apparat plötzlich um, der Aviatiker stürzte von seinem Siye und fiel aus eine.r beträchtlichen Höhe zur Erde herab. Bei dem Fall hat er sich einen Bruch des linken Schulterblattes sowie erheb- liche Verletzungen an den Füßen zugezogen. Tie Flugmaschine ist vollständig zertrüinmert worden. Sheernrß(England), 30. März.(P. C.) Ein schwerer Un- hat sich heute morgen in der Fliegerschul« von E a st ch u r ch ereignet. Als sich heute vormittag einer der Aviatikmatrosen an einem Aeroplan zu schaffen machte, setzte der Flieger, der den Ma- trosen nicht bemerkt hatte, plötzlich den Motor der Masckine in Gang. Ter Matrose wurde von den Propellern so unglücklich g«� troffen, dast er nach wenigen Minuten verstarb. Aus der Mandschurei. Mulden, 30. März.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) Auf der Bahnstation Tsintschou sind 15 Leute, die Bomben bei sick hatten, verhaftet worden. Sic wollten eine Brücke in der Nähe von Schannaikwan in die Lust sprengen. Es besteht der Verdacht, daß es sich hierbei um eine Verschwörung von Anhängern der alten Regierung handelt. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 6 Beilagen. Dr. 77. 39. Jahrgang. 1. Kcilagc te Jonuitfü" Knlim PolMiitt. Zmlilaz, 81. Miy IM- Der Krieg. Vom tripolitauischen Kriegsschauplatz. Rom, 30. März. Die„Agcnzia Stefani' meldet aus Tobrul dorn 29. d. Mts: Der Feind machte heute einen Vorstoß gegen die Arbeiter an den Befestigungen des neuen'FortS. wurde aber nach einem cinstiindigen Feuergcfecht mit Verlust zurückgewiesen. Auf italienischer Seite wurde ein Mann leicht verwundet.— Eine Karawane, die vierzig Kamele zählte und in die Nähe der italienischen Befestigungen kam, wurde durch Artilleriefeuer unter Verlusten zerstreut. I« Erwartung des italienische» Flottenangriffs. Konstantinopcl, 30. März. Das Pressebureau dementiert die Meldung des Erscheinens italienischer Kriegsschiffe in der Nähe von Mytilene. Wie es heißt, werden Vorbereitungen zur Räumung der großen staatlichen Pulverfabrik von Zeitun Burun getroffen. Die Fabrik liegt an der Küste des Marmara-MecreS. fünfzehn Kilometer von Konstantinopel entfernt. Kein Kohlcnmangel bei der italienischen Marine. Rom, 29. März. Die.Tribuna" dementiert die Meldung der„Zeit*, wonach ein französischer Offizier behauptet hätte. Mangel an Kohle hindere die italienische Marine daran, mit der notwendigen Schnelligkeit zu handeln., Tribuns' erklärt diese Behauptung für völlig unbegründet. Der Kohlenvorrat der italienischen Kriegs- marine reiche für länger als ein Jahr, selbst wenn die ganze Flotte kriegsbereit gehalten würde. Zur Vorgeschichte des Krieges. Rom, 28. März. fEig. Ber.) Der KriegZkorrespondent des „Avanti", Genosse Guarino, beschäftigt sich in einem längeren Artilel mit den Vorwänden, durch die man der öffentlichen Meinung die V Erzeugung von der Notwendigkeit des Krieges bei- gebracht hat. Einmal hätte es geheißen, daß die Türken durch ihre Verfolgung des italienischen Elements den Italienern jede Handels- täligkeit in Lydien abzuschneiden drohten. Dann hat man die Ge- fahr hervorgehoben, daß andere Mächte Lydien besetzen könnten. Weiter hat man diese Besetzung als ein glänzendes Geschäft, Tripolitanien und die Cyrenaika als das gelobte Land hingestellt, und schließlich sollte der Krieg das italienische Nationalgefühl stärken und heben. Von diesen verschiedenen Argumenten behandelt Guarino nur das erste, indem er betont, daß man über die wirtschaftliche Leistungs- fähigkeit heute noch nichts sagen könne, so lange nur ein geringer Teil von Tripolitanien überhaupt in italienischen Händen sei und der Besuch der Cyrenaika allen, die das Land studieren wollen, so gut wie unmöglich gemacht würde. Wie es um die Gefahr einer Besetzung durch andere Mächte und um die Hebung des National- gefühls steht, das könne inan vom Kriegsschauplatz aus nicht be- urteilen. Dagegen sei es hier möglich, sich von der angeblichen Be- drängung der Italiener und ihres Handels durch die Türkei eine Borstellung zu machen. Diese Bedrängung beruht dem Korrespon- denten zufolge nur auf interessierten Erfindungen und Ver- zerrungen des„Banco di Roma*. Alles, was man in den letzten Jahren als türkische Bedrückung ausgegeben hat, stellt sich in der Nähe besehen, als ein Widerstand dar, der dem AuSbeutertum des »Banco di Roma* entgegengestellt wurde. Als diese Bank alle 27 Steinbrüche von Gargaresch und Zanzur auskaufen wollte, um sich Monopol zu schaffen, oerbot dies der türkische Gouverneur, weil es sich um militärischen Grund und Boden handelte. Als dann die Bank eine Art Trust bilden wollte, um die griechischen Schwammfischer auszubeuten, untersagte ein„Jrade* die Schwamm- fischerei. In der Folge suchte die Bank den größten Teil des Grund und Bodens von Tripolis aufzukaufen und wurde auch hierin von den türkischen Behörden gehindert. Dies sind die»schrecklichen Verfolgungen*, die der italienische Handel in Tripolis zu erdulden hatte: die türkischen Behörden suchten den inländischen Handel gegen die Fangarme eines die Gegend aus- wuchernden und alle Produklionsquellen monopolisierenden Instituts zu schützen I Um solcher Dinge willen hat man die öffentliche Meinung verhetzt, was mit System und Konsequenz besonders von dem Tage an geschah, als die Bank gewahr wurde, daß sie riskierte, einen Teil ihrer ausstehenden Kapitalien einzubüßen, weil viele ihrer Unternehmungen ohne Hand und Fuß waren. Um die verpfuschte Spekulation wieder einzurenken, war dann der Krieg das allerbeste Mittel. Daher hatten alle.Tripolitanienforscher* der letzten Jahre so innige Beziehungen zur Bauco di Roma. kleines feuilleton. Theater.* Lustspielhaus: Das lauschige Nest, Schwank von Julius Hör st und Artur Lippschütz. Nach dem Schema der Pariser VerwechselungSschwäuke hergestellt, kann dies Prodult der deutschen Firma Horst-Lippschütz die Konkurrenz mit der im Stammland fabrizierten Ware gut aufnehmen. Ja in der Kunst, durch mrbulent gehäufte Berrückcheiten das Zwerchfell zu erschüttern. erscheinen die Verfaffer behender als der Durchschnitt fremder Schwankautoren, der in dem Residenz- und Trianon-Theater zu Worte kommt. Nach den etwas umständlichen Vorbereitungsarbeiten des ersten Aktes. der die ertüftelten Voraussetzungen zur An- stiftung des Wirrwarrs darlegt, entfaltet sich der Unsinn dann rasch mit solchem Uebermut, daß der anfängliche Eindruck des Kalkulierten ganz zurücktritt.»Das lauschige Nest*— gleichzeittg von zwei Parteien, dem intriganten Schwiegersohn und dem aus Abenteuer erpichten Schwiegerpapa gemietet— wird Schauplatz einer Hetzjagd drolligster Ueberraschungen. Die Idiotie eines sich pfiffig dünkenden Agenten, der seine Aufträge konsequent verwechselt (von Franz Arnold in fanioser Maske dargestellt), dient als Vehikel für den Zweck. Schließlich schwirrt alles, was sich da versteckt hat: Schwiegereltern, Ehepärchen und eine Sippe leichter Damen, vom Sturmwind eines entfesselten Staubsaugeapparates angeblasen, phantastisch durcheinander. Ein Zirkusclou, der aber unwiderstehlich komisch wirkte. Die Regie hatte die Pointen aufs sorgsamste heraus- gearbeitet. Sehr flott humoristisch gab Herr Bach den ruhelos umhergetriebenen, hinter immer neue Schwindeleien sich flüchtenden , Schwiegersohn. ckt. Das Trianon-Theater wartete am Freitag gleich mit zwei Novitäten wälschländischen Herkommens auf, die beide derb erotische Sächelchen— im Munde führen; denn in dem zwciaktigen Lustspiel»Der Ehemann am Fenster* von Lucio dÄmbra, womit die Chose begann, geht eigentlich nichts vor, was den Gaumen eines gelüstigen Sittlichkeitsschnüfflers reizen könnte. Da ist es bestenfalls der reichlich mit Schlüpfrigkeiten unterspickte„Kon- versalionston', in dem sich die geburtsadlige Gesellschaft von Nizza— weil sie eben anders vor Faullebigkeit umkäme— zu bewegen scheint. Der Baron möchte ja gern mit einer russischen Balletteuse ein bißchen Ehebruch treiben; die Frau jedoch weiß sich ihm im Augenblick seiner feurigsten Extase zwischen Dunkel und Siechstminit geschmeidig unterzuschieben. Ein gräflicher Lebegreis, der hinwiederum gern mit der Baronin ein Abenleuerchen haben möchte, putzt sich, geprellt, die Nase.— Der folgende Ein- akter:„Ein angebrochener Abend*, frei nach Feraudy von Otto E i b e n s ch i tz. ist kein Lustspiel; nur eine ziemlich zwei» Die Kevoluflon In China. Das neue Kabinett. London, 30. März.„Times* berichten auS Nanking: Nach einer Besprechung mit Juanschikai und der provisorischen Negierung hat der neue Premierminister Tangchaoyi der Nationalversammlung in Nanking die Liste der Mitglieder seines neuen Kabinetts unter- breitet. Unter ihnen befindet sich Tsaoywanpoi, der seine Studien in Deutschland absolviert hat und welcher das Portefeuille des Ministers des Innern übernommen hat. Der Kabinettschef und die übrigen Mitglieder des neuen Kabinetts haben der Sitzung der Nationalversammlung beigewohnt, die von 40 Abgeordneten besucht war. Entschädigung für die ausländischen Opfer der Soldatcumeuterei. Peking, 28. März. Bei der Truppenmeuterei in Tientfln sind zwei Fremde, darunter ein Deutscher, getötet worden. Die chinesische Regierung hat den Familien der beiden Opfer 2S0 000 Frank Schadenersatz angeboten. Die iiivliltenvergiftiingen vor Gericht. (Dritter Tag.) In der gestrigen Sitzung dreiste sich die Beweisaufnahme hauptsächlich um die Fragen: Ist Methylalkohol ein tödlich wirkendes Gift? Mutzten das die Angeklagten'wissen? Sind Personen nachweislich infolge des Methylalkohols gestorben? Die Vernehmung der Sachverständigen ergab, datz unzweifel- Haft eine grotze Reihe Personen, darunter keineswegs ent- kräftete, infolge des Genusses von Methylalkohol verstorben, andere schwer erkrankt sind. Datz auch Personen, die Holz- geist genossen haben, gesund geblieben sind, beweist natürlich nichts gegen die giftige, Leben und Gesundheit gefährdende Wirkung des Methylalkohols. Nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtsrai Brieskorn wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Schankwirt Boldt, der seinerzeit von Scharmach Methylalkohol bezogen hatte, bekundet, daß ihm Redomske eines Tages mitgeteilt habe, er sei in der Lage, ihm billig Sprit zu verkaufen. Er habe sich einverstanden erklärt, nachdem der Preis auf 1,80 M. priP Liter festgesetzt worden sei. Redomske sei dann mit Scharmach bei ihm vorgefahren. Letzterer habe erklärt, daß nicht Redomske, sondern er selbst den Sprit liefere. Er, Zeuge, habe geglaubt, daß der Sprit mit Wasser verdünnt sei, weil er so billig sei. Er habe deshalb noch besonders gefragt, ob er auch die richtigen Prozente habe, was von Scharmach bejaht wurde. Bon Methylalkohol habe er nicht das geringste gewußt. Am nächsten Tage habe seine Frau versehentlich zwei Arbeitern, die ein geroßes Glas„schlesischen Korn" verlangt hätten, den reinen Methylalkohol eingegossen. Die beiden Arbeiter hätten das ziemlich große Quantum ausgetrunken und keinerlei schädliche Wirkungen verspürt. Die übrigen Zeugen, die Sprit von den Angeklagten entnommen haben, bleiben am Berichterstattertisch unverständlich. Längere Zeit verweilt die Beweisaufnahme bei dem folgenden Fall: Frau Elisabeth Haupt, verwitwete Güsseld und deren Sohn, der Steindruck« Güöfeld, haben vier Wochen vor Weihnachten von Scharmach eine Flasche Sprit mit zirka 1 Liter Inhalt erhalten. Außerdem hat Frau Haupt noch eine kleine Flasche Reichel-Rum- essenz gekauft und dann aus beiden nach dem angefügten Rezept Rum gemacht. Sie will dazu ziemlich viel Wasser genommen haben, so daß der Rum ziemlich dünn ausgefallen ist. Hiervon haben Frau Haupt, deren Mann, ihr Sohn Güsseld und die Dienstmädchen kleine Portionen in den Tee gegossen und getrunken. Am Heilig- abend hat Paul Güsseld von dem noch vorhandenen Rest des an- gefertigten Rums ein größeres Quantum und den Rest Frau Haupt, deren Mann und das Dienstmädchen getrunken. Diese blie- den gesund, Paul Güsseld aber erkrankte. Als er am 25. Dezember abends seine Braut besuchte, klagte er über heftige Kopfschmerzen, ließ sich Wasser geben, bekam Erbrechen, Leibschmerzen und starb dann in der Nacht. Der Arzt hatte Alkoholvergiftung festgestellt. Der Angeklagte Scharmach bleibt trotz vieler Vorhaltungen dabei, daß er an Frau Haupt die Reichelsche Essenz in der Original Reichelschen Verpackung geliefert habe. Staatsanw. Dr. Gutjahr wundert sich, daß der Angeklagte gerade in diesem Falle so viele Einwendungen macht, wo doch viele andere Fälle auch noch vor- liegen. Es sei doch in den Leichenteilen Methylalkohol nachgewiesen deutige, dennoch ziemlich lederne Duoszene in einem wirtshäuslichen Cbarnbrs separde. Weil die Chanteuse Mila von ihrem alten reichen Liebhaber heute im Stich gelassen wird, entschädigt sie sich mit dem Servierkellner; das heißt, nicht hier, sondern sie nimmt ihn auf ein Schäferstündchen mit— nach Hause. HanS Junker- mann war da milieusicherer als vorher als Vicomte, und Julia Gerda ließ als Baronin wie als Brettldämchen weder Charme noch Temperament vermissen. Hans Stock(Baron) und Olga Limburg(Tänzerin) vervollständigten das Spieler-Vierblatt. e. k. Kunstgewerbe. Glasmalerei.(Ausstellung Potsdamer Str. 38; Wochen- tagS 9—5, Sonntags 12—5. Eintritt frei.) An diesen Scheiben vorbeiwandernd, kann man eine farbenfrohe halbe Stunde erleben. Indessen die Arbeiten sind nicht gleichwertig, manches Stück ist völlig verfehlt. So muß der vereidete Türmer, wenn er zum Besuch rät, zugleich seine Warnung und sein Lob schreiben. Also nach der Reihe, die man abschreitet: Raum 4. Die Bilder von Julia Wolfthorn sind nicht für GlaS gedacht, sondern für Leinewand. Raum 5. Die dekorative Füllung, die Paul Scheurig entwarf, auch seine Dame in Blau, das sind zwar Stücke von schwerer Farbflüssigkeit, aber sie sind geistreich. Raum 7. Man denkt immer noch zu sehr an Staffeleibilder; die Flora von Fr. Wilh. Mayer ist wohl sehr farbig, diese Farben fließen aber gar zu zäh. Raum 11. Fr. Christophe hat eine sehr lustige Scheibe erfunden: bunte Fische schwimmen zwischen Pflanzen. Das Flimmern des Wassers ist ausgezeichnet in Glas übersetzt; man fühlt die kalte Feuchtigkeit. Eine ganz ähnliche Arbeit hängt in Raum 12. Alfred Böld, ein sehr geschickler Techniker, nahm weißes Glas verschiedener Transparenz und Struktur und machte daraus ein Spiel der Fische und Wellen nach dem Vorbild japanischer Schablonen. Das Schwarze wird dabei durch die Verbleiung geleistet; sie füllt dem Volumen nach die Hälfte der ganzen Sache. Die Glasstücke wirken wie ein- gesprengt, flirrend, kreiselnd. Der Spaß iA recht lustig. Ganz amüsant sind auch die Scheiben von Ludwig Holbein, die noch in Raum 11 hängen; opale, aber doch klare Gläser wurden in drastischen Silhouetten geschnitten, plakatartig. GipkenS zeigt in Raum 13 ein großes Dielenfenster von kräftiger Buntheit; ein Blütenkranz, breit und sonnentrunken, bildet den Rand, in der Milte kreischt ein Papagei. Die Scheiben von Boehle in Raum 17 sind verfehlt; genau so ließe sich auf Holz malen. Da- gegen ist die Leda von Alfred Böld in Raum 13 eine zwar bedenkliche, aber doch wirksame Arbeit. Bedenklich, weil das viele Schwarzlot, schattiert und radiert, die ganze Scheibe zu weichlich, beinahe wattig erscheinen läßt; wirksam durch das auf- geschmolzene Silbergelb, das recht pikant feuerwerlt. Das große Dielenfenster von Rudolph jund Fia Wille in Raum 19 ist sehr langweilig: dadurch, daß man ein Buchschmuckmotiv, worden.— Rechtsanw. Dr. Werthauer: Ich würde ja den objektiven Befund in allen Fällen als nachgewiesen halten und zugeben, da aber diese Dinge hier ausführlich erörtert werden, muß ich auch das einzelne feststellen und muß deshalb beantragen, daß Frau Haupt beauftragt wird, die vielleicht noch vorhandene Reichelflasche an Gerichtsstelle zu bringen.— Vors.: Uns kommt es nicht darauf an, wenn die Verhandlung auch Wochen dauern sollte. Im Anschluß hieran wird der Sachverständige Gerichtschemi.kcr Dr. Jcserich vernommen. Er erstattet einen eingehenden wissenschaftlichen Vortrag über Methylalkohol, Anthylalkohol, Weingeist usw. Dr. Jeserich hat 37 Leichen untersucht und mit Ausnahme von drei in allen in schwieriger Untersuchung Methylalkohol nachweisen können. Auf eine Frage der Verteidigung erwidert er, daß ihm bekannt sei, daß in der Chemie Methylalkohol aus giftig an- gesehen werde. Aber er wisse auch, daß dies xn der Praxis viele Leute nicht wissen; bekannt sei, daß früher viel- fach Politurspiritus von Arbeitern, die damit zu tun haben, getrunken ist. Ter erste, dem es gelungen war, Methyl- alkohol darzustellen, sei der Chemiker und Besitzer einer Holz- verkohlungsanstalt Krell gewesen. Es sei bekannt, daß dieser aus Freude darüber eine Mcthylaltoholbowle gebraut und seine Freunde dazu eingeladen hatte. Die Herren seien ganz vergnügt gewesen und es sei ihnen nichts passiert. Einer der Mittrinker war der noch lebende Generalsekretär des Vereins für chemische Industrie, Direktor Wenzel gewesen.— Rechtsanw. Dr. Werthauer hält es cventl. für notwendig, diesen Herrn zu laden.— Rechtsanw. Bahn: Wieviel Sekt in die Bowle gegossen worden, steht wohl nicht fest? iHeiterkeit.)— Dr. Jeserich: T-as weiß ich nicht.— Rechtsanw. Dr. Josse: Wann ist der Herr Sachverständige selbst zu der Ueber- zeugung gekommen, daß Methylalkohol so stark giftig ist?— Dr. Jeserich: Etwa vor 6—7 Jahren passierten solche BergiftunsZsälle in Ungarn.— Dr. Joffe: Ist diese Kenntnis Allgemeingut der chemischen Wissenschaft?— Dr. Jeserich: Es ist schwer zu sagen: jeder müsse es wissen. Der eine weiß es, der andere n-s�t. Vors. Landgerichtsrat Brieskorn: Wer solche Sackas in das Publikum bringt, hat aber doch wohl die Pflicht, sich darüber zu vergewissern, ob sie giftig oder nicht giftig sind?— Dr. Jeserich: Nach meiner Meinung gewiß. Es spricht bei solchen Vorkomm- nissen auch die mehr oder minder große Empfänglichkeit des ein- zelnen mit, ob das Getränk bei vollem oder leerem Magen ge- nassen ist usw.— R.-A. Dr. Joffe: Es gibt doch eine bestimmte Liste von Giften, darauf stand doch Methylalkohol nicht, es ist doch erst nach diesen Vorfälle� der Liste zugefügt worden.— Dr. Jeserich: In das Verzeichnis der Giftstoffe war es nicht aufgenommen. — Justizrat Dr. Jvers: Es existiert doch ein Reichsgesundheitsamt, welches bis dahin noch nichts über Methylalkohol veröffentlicht hat. — Nebenkläger R.-A. Bahn: Das liegt einfach daran, daß niemand daran gedacht hat, daß Methylalkohol getrunken Werdern könnte.— Dr. Joffe: Das war doch nichts Neues mehr, denn wir haben doch gehört, daß schon Todesfälle in Ungarn vorgekommen waren. Wieso hat die Behörde nun gar nichts getan?— Dr. Jeserich: Danach müssen Sie die Behörde fragen.— Nebenkläger R.-A. Bahn: Ter Angeklagte hat auch das Werk von Buchheister besessen; in diesem steht ausdrücklich, datz Methylalkohol giftig ist.— Dr. Joffe: Ist es nicht richtig, daß Methylalkohol auch zu therapeutischen Zwecken verwendet wurde, beispielsweise zur Auflösung von dem bekannten Salvasan?— Dr. Jeserich: Ja, das ist richtig.— Dr. Joffe: Also hat doch wohl Prof. Ehrlich die Giftigkeit des Salvasans auch nicht gekannt??— Beisitzer Landgerichtsrat Kricuer: Darauf ist doch sofort darauf hinzuweisen, daß, als in Budapest zwei mit Sal- vasan behandelte Offiziere starben, Prof. Ehrlich sofort erklärt hat, daß die Ursache die zweifellos zu große Dosis von Methylalkohol zur Lösung des Salvasans gewesen sei.— R.-A. Bahn beantragt, Prof. Ehrlich zu laden, um ihn über diesen Punkt zu hören. Geh. Med.-Nat Professor Dr. Strnsimann bekundet als Gut- achter u. a. folgendes: er habe in 32 Fällen obduziert und ist zu dem Schluß gekommen, daß bei einigen dieser Fälle Anzeichen einer solchen Methylalkoholvergiftung nicht vorlagen, solche aber bei den meisten Fällen mit Sicherheit oder doch mit grosser Wahrscheinlich- keit anzunehmen ist. Die chemische Untersuchung des Dr. Jeserich hat ja in den letzteren Fällen ein positives Resultat gehabt; damit sei aber zunächst nur die Annahme des Genusses von Methhlschnaps und die Möglichkeit einer Vergiftung nachgewiesen. Der Tod sei abhängig von der Menge des aufgenommenen Giftes und von der körperlichen Konstitution des Trinkers. Er habe nur alle die Fälle als sicher angenommen, in denen durch die chemische Untersuchung der Nachweis von Methylalkohol geführt ist und die anatomische Untersuchung keine andere Todesursache ergeben hat, außerdem auch übereinstimmend die charakteristischen Symptome vorlagen. Geheimrat Strassinann erklärt auf verschiedene Fragen noch, daß auch berücksichtigt werden müsse, daß es sich in den meisten Fällen um Personen handelt, die gewohnt sind Alkohol in größeren Men- das außerdem den Wienern entlehnt ist, neben einander reiht, kann man noch längst nicht eine Fläche delorativ beivältigen. In Raum 20 gibt es bunte Blumen, die Ehmcke aus klaren Gläsern zusammenstellte. Ganz ftech aber sind die kleinen Scheiben von Julius Klinger; er ätzt Ueberfanggläscr so, datz die Oberschicht, etwa rot, bald ganz fortgenommen ist, bald noch ein wenig stehen bleibt und rosa wirkt. Dazu kommt eine spaßige, flott geschmissene Zeichnung. Sehr interessant ist die Arbeit des Baselers Mangold; er stellt seine Figureil ganz hell in die Fläche; das gibt den Eindruck edelster Klarheit. Schwer und pathetisch dagegen ist Otto Gußmann; sein Christus, der technisch wohl das beste Stück der Ausstellung ist, hebt sich gespensternd auS blauer Mystik; ein Rot schreit grell durch die Dämmerung. _ E. Er. � Nötigen. — M u s i? ch r 0 n i?. Am ersten Osterfelertag eröffnet die Komische Oper ihre Sommersaison, in der sie borwiegend Werke heiteren Genres zur Darstellung bringen wird, mit der Posse „Ein aufgelegtes Geschäft" von F. W. Hardt und Hermann Frey, Musik von Walter Kollo. — Vorträge. Am Montag, den 1. April, 8 Uhr abends, sprechen im Blüibner-Saal(Lützowstraße'76) auf Veranlassung des Deutschen Monistenbnndes Prof. Ludwig Stein über„Die Entwickclung des weltbürgerlichen Gedankens von der Antike bis zur Gegenwart" und der Präsident des Bundes, Prof. Wilh. Ostwald, über„Die Ktlltur- organisation der Erde". — K u n st ch r o n i k. Die Sezession eröffnet ihre Aus- stellung am Donnerstag, den 4. April. Außer den Berliner Sezesfionisten und ihrem Nachwuchs werden besonders die extra- Vaganten Pariser Richtungen der„Expressionisten",„Kubisten" und „Futuristen* vertreten sein. — Der Berliner Volkschor veranstaltet am Karfreitag, 3 Uhr abends, im großen Saal der„Neuen Welt* eine Aufführung von„Judas Makkabäus". Außer dem Volkschor und dem Blülhner- Orchester wirken mit: Frau Hedwig Marck(Sopran), Frl. Lilly Hoffmann-Wicsbaden(Alt), Herr Karl Geil(Tenor), Herr Egon Söhnlin(Baß), Herr Walter Fischer(Orgel), Herr W. Scholz (Cembalo) und der Hastungsche Knabcnchor. Vgl. auch die heutige Annonce. Ein neues Radiuminstitut wird in Berlin am 1. April am Luisenplatz 6 eröffnet werden. Zweck dc£ Instituts ist die Erforschung der biologisch-therapeutischen Wirkungen aller radio- aktiven Stoffe. Laboratorien für chemische, pflanzenphysiologische und Tierversuche sind eingerichtet. Im ganzen besitzt das Radium- institut etwa 15 Arbeitsplatze. Mit dem Institut ist eine Poliklinik verbunden, in der Radiumspezialisten aller Art tätig seist verdöst. Das Institut steht unter Leitung von Prvsejsor His, geH an sich jfx nehmen. licsg? such Itt diese!» Fallest die "hohe WcrSrsch,einIlchkeit vor, daß als Todesursache Methylalkohol- Vergiftung in Frage kommt. In einer anderen Reihe von Fällen könne man dies jedoch nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sagen.— Au? Fragen des Rechtsanwalts Dr. Joffe erklärt der Sachverständige ferner, daß die Kenntnis von der Giftigkeit des Methylalkohols auch unter den Medizinern lange nicht so verbreitet fei, wie die Kenntaas über andere Gifte. Versuche mit Tieren keien schon vor vielen Jahren gemacht worden.— Rechtsanwalt Bahn: Warum ist denn das Methylalkohol nicht in das Verzeichnis der Gifte aufgenommen?— Dr. Strohmann: Weil man an eine solche Möglichkeit wahrscheinlich nie gedacht hat.— Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Es ftnd drei Ministerialerlasse vorhanden, die sich gegen die Verwendung vor? Methylalkohol aussprechen. Diese Er- lasse werden ja später nr'ch zur Verlesung gebracht werden.— Rechtsanwalt Bahn: Es war aber doch wohl allgemein bekannt, daß es sich um einen gefährlichen Stoff handelt?— Dr. Straß- inanu: Allgemein wohl mai bekannt.— Rechtsanwalt Baha: Dem Publikum wird es wohl nicht bekannt sein, wohl aber in Drogisten- kreisen.— Dr. Straßmann r Das ist sehr wahrscheinlich, zumal ja die Ministerialverordnungen in den Drogistenfachzeiwngen abge- druckt werden.— Auf eine Frage des Rechtsanwalts Dr. Wert Hauer, in welchen Fällen mit«chfoluter Sicherheit Methylvergiftung als Todesursache in Frage ko.nme, erklärt der Sachverständige, daß dies in den von ihm bearbeiteten Fallen Voigt, Kühne, Hanse, iäetß, Dietel, Grosolsky, Ehrenpreis und Krause einwandsfrei fest gestellt sei.— Rechtsanwalt Dr. t?uppe: Es sollen schon vor meh- reren Jahren in Frankreich Versuche mit Methylalkohol angestellt worden sein, die angeblich die Giftigkeit dieses Stoffes ergeben haben. Sind dem Herrn Geheinraat Stratzmann vielleicht die Ramen der hierbei in Frage kommenden französischen Gelehrten bekannt?— Vorsitzender(unterbrechend): Sollen diese etwa auch noch geladen werden?— Dr. Pnppe: Das natürlich nicht. Da aber die Staatsanwaltschaft mit diesen Versuchen operiert, halte ich es für die Pflichtz des Verteidigers, die Zuverlässigkeit dieser Versuche nachzuprüfen.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer stellt durch nochmalige Fragen an den Geheimrat Straßmann fest, daß außer den 8 genannten Fällen, in denen mit absoluter Sicherheit als Todesursache Methylvergiftung festgestellt ist, noch Ist andere Fälle als festgestellt anzusehen seien, in denen mit höchster Wahrschein- lichkeit Methylvergistung in Frage kommt.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich bitte nunmehr den Herrn Staatsarrwalt sich zu äußern, ob er nicht nur die Anklage in diesen 27 Fällen aufrecht- erhalten und in den übrigen Fällen fallen lassen will. Hierdurch würde sich eine Abkürzung des ganzen Prozesses ermöglichen lassen. Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Ich sehe keinerlei Veranlassung in den 74 Fällen, in denen eine Obduktion nicht stattgesundeu hat, die An- klage fallen zu lassen. Die Leute sind genau wie in den übrigen Fällen, kurz nach dem Genuß von Methylschnaps mit schweren Ver- gistungSerscheinungen in die Krankenhäuser eingeliefert worden und find dann unter ganz gleichen Erscheinungen, wie bei den später obduzierten Personen, verstorben.— Dr. Werthauer: Dann müssen wir uns vorbehalten die sämtlichen Angehörigen der Verstorbenen zu laden, um den Wahrscheinlichkeitskoeffizienten, mit dem die Staatsanwaltschaft hier immer rechnet, zu erschüttern und festzu- stellen, ob nicht auch andere Todesursachen in Frage kommen tonnten.--- Fall WieSner. Zwischendurch wird eine Kstjährige Frau WieSner vernommen, die erklärt hat, daß sie das lange Warten nicht mehr aushalten könne. Die alte Frau belundet, daß ihr 7(5jühriger Mann am Tage vor dem Weihnachtzheiligabend verstorben sei, nachdem er kurz vorher noch Schnaps getrunken habe. Ihr Mann habe zuletzt immer gejammert:„Ich kann nichts mehr sehen!* Medizinalrat Dr. Stoermer, der die Obduktion der Leiche des Wiesner vorgenommen hatte, bekundet, daß W. an einer schweren Arterienstlerose gelitten habe, außerdem fei bei ihm eine Nieren- schrumpfung vorhanden gewesen. Aus diesem Grunde könne er sich nicht entschließen, als Todesursache Methylalkoholvergistung anzunehmen.. Er sei vielmehr der Ansicht daß der Genuß des Methylalkohol eine„Hilfsursache" darstelle, die im Verein mit den vorhandenen Leiden den Tod herbeigeführt habe. Staatsanwalt Dr. Gutjahr(zum Sachverständigen): Würden Sie auch bei dieser Ansicht bleiben, wenn Sie erfahren, daß Wiesner kurz vor seinem Tode mit sechs anderen, ebenfalls verstorbenen Männern zusammen in dem Lokal von Dahle Methhlschnaps getrunken hatte? Medizinalrat Dr. Stoermer: Jawohl, ich würde trotzdem dabei bleiben. GcrichtSchemiker Tr. Jeserich, der Teile der Leiche de» WieSner untersucht hat, bekundet, daß er im Magen und in dem Darmkanal Methylalkohol gefunden habe. Rechtsanwalt Dr. Joffe stellt nunmehr den formellen Antrag, den Direktor Wenzel zu laden, der bekunden soll, daß er größere Mengen von einer Methylbowle ohne jegliche Nachwirkung ge- trunken habe, Wasscruiannsches Gutachte». Geheimer Medizinalrat Professor Dr. A. von Wassermann böm Königlichen'Institut für Infektionskrankheiten bekundet unter anderem: Er habe feit Jahren den Auftrag, gewisse Heilsera bereit zu halten, das sogenannte Antitoxin gegenüber einer Gruppe von Erkrankungen, die man als BotulismuS bezeichnet. Ende Dezember sei ihm der Auftrag geworden, Antitoxin abzugeben an das Krankenhaus Friedrichshain, da der Verdacht vorlag, daß eS sich um Erkrankungen an BotuliSmuS handele. Eine feste Diagnose sei nicht gestellt worden. Er habe seinen Assistenten nacfr dem Krankenhause geschickt und um einige Blutproben mehrerer Erkrankten gebeten: es seien ihm dann auch » oder 4 zugestellt worden. Mit dem Blut de? einen besonders schwer Erkrankten habe er die Experimente an Mäusen gemacht, welche unter den typischen Erscheinungen der Lähmung und Atem- not eingingen. Es kam darauf an, da? Gift zu identiftzieren. Das Blut des Erlrankten wurde mit dem Gegengift gegen Botulismus versetzt, und die Mäuse, die daS Gemisch bekommen hatten, blieben am Leben. Auf diese Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich in diesem einen Falle um BotulismuS handelte. Aber dieser eine Fall stand doch isoliert. Die Diagnose auf Botulismus sei nicht auf eine vage Vermutung hin ausgesprochen, sondern auf Grund eine? ganz bestimmten Tatbestandes, aber die weiteren Blutuntersuchun- gen ergaben eben, daß eS sich um einen isolierten Fall handelte und die uriprünglkbe Diagnose nicht aufrechterhalten werden konnte.— Rechtsanwalt Dr. Jaffö: Im Januar fand die Konferenz im Ministerium des Innern statt und in dieser soll der Verdacht der Methhlvergiftung erst aufgetaucht sein.— Geh. Rat Dr. v. Wasser- mann: Nach meiner Ueberzeugung hat der breite ärztliche Stand in Deutschland bor diesen Fällen von einer besonders starken Giftigkeit des Methylalkohols nichts gewußt, wenigstens nicht in dem Maße, wie man etwa die Giftigkeit des Sublimats kannte. Ich stelle das direkt in Abrede. Wer Spezialist der Toxikologie ist, vertieft sich natürlich ganz anders in die Literatur über Gifte, als der durchschnittliche Mediziner. Die große Masse des ärztlichen Standes tat vor diesen Fällen nicht gewußt, daß Methylalkohol derartige stürmische Todesfolgen haben kann.— Dr. Jaffe: Ist Ihnen bekannt, daß Methylalkohol auch zur Auflösung von Salvarsan verwendet wurde?.— Geh. Rat Dr. v. Wassermann: Ich stehe in freundschaftlichen Beziehungen zu Geh. Rat Professor Ehrlich und l>abe mich mit ihm darüber unterhalten. Nun ist es so: daß Geh.-Nat Ehrlich seine ersten Salvarsanversuche an Tieren gemacht chat. Bei diesen Tierversuchen nahm er zur Auflösung deS Salvarsan Methylalkohol und Wasser, etwa S Proz. Methylalkohol, und er hat in einer Anmerkung gesagt, daß bei den Tierversuchen sich die Auflösung des Salvarsans mit Methylalkohol als praktisch erwiesen hat. Diese Bemerkung hat Veranlassung gegeben, auch bei der llebertraaung des EalvarfanS auf den Menschen die Auflösung mit Methylalkohol beizubehalten. Aber sehr bald zeigten sich Ver- piftungserschcinungen, insbesondere bei dem Fall in Ungarn. Geh. Rat Ehrlich erhielt aus Budapest eine Depesche, in welcher gesagt wurde, daß der Tod nicht auf das Salvarsan, sondern auf die Auflösung desselben in Mrthplglkyhol zurückzuführen jei, Ukber letzfeeeS hafte MN Tn vttgarkl schön Erfechrüntzkn gesMwelk. Jff- folgedgsfen wurde Methylalkohol verworfen. Aben wenn festgestellt werden soll, daß Methyl damals als nicht so gefährlich erachtet und auch nicht davor gewarnt worden ist, so ist das richtig.— Dr. Jaffe: Wenn man. es von seilen der Behörde als so stark giftig angesehen hätte, würde man es doch wohl auf den Giftindex gesetzt haben? Sachverständiger: Ja, wenn es allgemein ärzt- liches Gemeingut gewesen wäre, daß schwerste akut verlaufende Vergiftungen dadurch veranlaßt werden. Daß dies nicht der Fall war, beweist doch die Tatsache, daß die Erkrankungen eine ganze Woche hindurch diagnostische Schwierigkeiten gemacht haben.— Dr. Jaffe: Das Merhylalkohol ist in vielen pharmazeutischen Zei- tungen angekündigt worden, unter den Drogisten ist man also der Ueberzeugung gewesen, daß es ungefährlich ist.— Justizrat Dr. Jvers: Von den Angecklagten ist der eine Kaufmann, zwei sind Drogisten, einer ist ehemaliger Landwirt. Wenn die Aerzte nicht orientiert waren, so korrntcn doch die Angeklagten gewiß nicht Bescheid wissen.— Auf die Anregung eines Beisitzers, daß doch die jungen Medizinstudenten alle Toxikologie hören, erwidert der Sach- verständige: Die künftizeir ärztlichen Generationen werden sicher wissen, daß Methylalkohol sehr giftig ist, aber die gegenwärtige kaum.— Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Bis 1911 waren aber die vorgekommenen Vergiftangsfälle schon bekannt geworden.— Geh. Rat D. v. Wassermann: Ich kann nur sagen: ich habe viele Aerzte gesprochen, ob sie den überaus giftigen Charakter des Methylalkohols bis dahin gekannt Hütten, und diese Frage ist verneint worden. Ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß ich bis dahin auch nicht ge. wüßt habe, daß Methyl zm derartigen Massenvcrgiftungcn führen kann.— Staatsanwalt: Die Frage spitzt sich dahin zu: Ist es bis November 1911 möglich gewesen: daß sich der Angeklagte Scharmach durch eine Anfrage bei den zuständigen Instanzen über die Gesund heitsschädlichkeit des Methhlahkohols Gewißheit verschaffen konnte? — Sachverständiger: Ja.— Dr. Jaffe: Bei Scharmach bestanden aber gar keine Bedenken, die ihn zu solcher Nachfrage hätten ver- anlassen können. RegierungSrat Prof. Dr. Juckenack bekundek: Ich- wundere mich nicht, daß ein Durchschnitts-Medi ziner von Methylalkohol nicht viel kannte, besser informiert ist doch aber derjenige, der mit solchen Stoffen berufsmäßig umgeht. In den angezogenen Zeitungsinseratcn ist immer nur von Methyl- alkohol zu äußerlicher Anwendung die Rede. Wer damit zu tun hat, hat doch seine Fachblätter und in diesen sind verschiedene Ar tikel erschienen, in denen hervorgehoben wurde, daß reiner Methyl alkohol schwere Einwirkungen auf das Zentralnervensystem aus- übt. Als mir die Proben von dem Schnaps gegeben wurden, der von den Asylistcn getrunken sein sollte, so war für mich der nächste Gedanke: wenn der Schnaps überhaupt in Frage kommt, dann mutz Methylalkohol mit im Spiele sein und das konnte ich dann bald in dem bei Jsaac berschänkten Schnaps nachweisen.— Staatsanwalt Dr. Gutjahr beantragt die Artikel über Methyl in den Büchern von Hagen und Buchheister zu verlesen.— Diesem Antrage wird vom Verteidigeriische aus Widersprochen. Kennen technische Kreise die Giftigkeit? Dr. H. Baurath von der Firma Kahlbaum bekundek als Sach- verständiger: Die giftigen Eigenschaften des Methylalkohols, der tn der Technik viel verwendet wird, find bei dieser seit langer Zeit bekannt und es werden bei der Verarbeitung des Methylalkohols olche Vorsichtsmaßregeln getroffen, daß keinerlei Schaden entstehen könne. Ueberhaupt sind die Fabriken chemischer und Wissenschast- licher Präparate daran gewöhnt, alle ihre Präparate und Fabrikate als Gift anzusehen, da ihre physiologischen Eigenschaften der nach Tausenden zählenden Substanzen nicht bekannt und Wissenschaft- lich nicht erforscht sind.— Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Wenn Schar- mach sich bei der Firma Kahlbaum erkundigt hätte, ob er den Methylalkohol zu Genußmitteln verwenden könne, wäre ihm doch wahrscheinlich geantwortet worden, daß er dies keinesfalls tun dürfe? Dr. Banrath: Das ist ganz selbstverständlich. Professor Lenz vom konigl. Institut für Infektionskrankheiten bekundet u. a., daß die Versuche, die Erkrankungen auf den„bacillus botulinus" zurück zuführen,«in negatives Resultat gehabt haben, trotzdem zu. erst Mäuse, die eine subkutane Injektion mit dem Magensaft der Verstorbenen erhalten hatten, gewisse Anzeichen von BotulismuS aufwiesen. Im übrigen müsse er sich dem Gutachten des Geheim ratS Straßmann anschließen. Die Vernehmung des Sanitätsrats Dr. Ludwig und de» Gen. darmeriewachtmeifters Richnow über den Fall eines in einer Scheune gefundenen unbekannten Toten ergibt nichts Mitteilens- wertes. Professor Kuttner vom Birchow-KrankenhauS erklärt in seinem Gutachten u. a. folgendes: Es wurden 26 Kranke und ferner der kurz vorher verstorbene Ehrenpreis eingeliefert. Die Obduktion der Leiche des E. ergab zweifelsfrei Methylvergiftung. Die Kranken gaben sämtlich zu, Schnaps getrunken zu haben. Alle wiesen ernstliche Störungen teil? des Sehvermögens, teils auch des Zentralnervensystems auf, andere hatten wieder schwere Muskel- krämpfe. Von den Patienten starben drei, namens Kutzner, Dietel und Jahnke. Von den übrigen Patienten befinden sich jetzt nur noch zwei wegen der Sehstörungen in Behandlung. Große? Interesse erweckte die Vernehmung deS Gehcimrats Stadclmana vom Friedrichshain-Krankenhau». Der Sachverständige äußerte sich dahin, daß in das Krankenhaus Am Friedrichshain insgesamt 159 an Methylvergiftung erkrankte und zum mindesten als einer solchen verdächtige Patienten einge- liefert worden seien. Von diesen seien 54 gestorben. D:e Schwervergifteten hatten unter furchtbaren Schmerzen zu leiden, so daß sie sich ständig krümmten und laut jammerten, einige verfielen sogar in TobsuchtSzustände. Der Methylalkohol habe sehr verschiedene Einwirlungen auf den Körper gezeigt. So ist z. B. ein Patient, der nach seiner Angabe für 3 bis 4 M. Methylschnaps ge trunken hatte, nur sehr leicht erkrankt, während ein anderer, der nur für 29 Pfennige getrunken hatte, verstarb. Justizrat Dr. Franz JverS: ES soll sich hauptsächlich um ältere, schlecht ernährte und wenig widerstandsfähige Leute gehandelt haben. Bei diesen war wohl die Einwirkung naturgemäß stärker?— Geheimrat Stadelmann: Ich mutz hier«inen viel verbreiteten Irrtum klarstellen. ES handelte sich keineswegs um alte dekrepite Leute, die wenig wider. standsfähig waren, sondern um junge kräftige Leute. Dafür, daß eS sich um Gewohnheitstrinker Hanhelte, hat hie Sektion keinerlei Anzeichen ergeben. Heber die von ihm borgenommenen Tierversuche gibt Geheimrat Hoffer ein sehr umfangreiches Gutachten ab, in dem er betont, daß diese Versuche sämtlich die Giftigkeit des Methyl- alkohols ergeben hätten. Mehrere Fragen des Rechtsanwalt» Dr. Alsberg beantworten die beiden letzten Sachverständigen dahin, daß bisher über die Wir- kung deS Methylalkohols in Deutschland fast gar keine Erfahrungen vorhanden gewesen seien. Diese Erfahrungen seien wohl auch gar nicht in die breite Oeffcntlichkeit gedrungen, sondern wohl mehr in den wissenschaftliche» Archiven gesammelt worden. Nachdem auch noch die Sachverständigen Geheimrat Becker und Dr. Jürgen? kurz ihre Gutachten erstattet hatten, wurde die Ver- Handlung auf Montag 9 Uhr vertagt. Seriebts- Leitung. Die Teuerungszulage des LehrrrS. Die Schulgemeinde ist die Dienstherrur des Lehrers. Sie ist verpflichtet, die dem Lehrer zur Verfügung gestellte Dienstwohnung und ihre Zugänge in einem Zustande zu unterhalten, daß der Lehrer gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit als möglich geschützt ist. Tut st? dgS picht, so hastxj ste dem gctztz« nach§ 618 Fei Dssrg'erlsHen Gesetzbuchs für stell stuÄH rhke PflichfssersäutllnrS entstandenen Schaden. Von dieser Verpflichtung kann sich die Gemeinde nicht etwa durch einen Vertrag oder stillschweigendes Uebereinkommen befreien. Der Z 619 des Bürgerlichen Gesetzbuchs spricht ausdrücklich aus, daß die Verpflichtungen der 8§ 617 und 613 nicht im voraus durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt wer- den können. Zu dieser Haftpflichtsrage interessiert ein am 29. März vor dem Reichsgericht zur Entscheidung gekommener Rechtsstreit mit folgendem Sachverhalt: Die Gemeinde Denn hatte dem Lehrer A. eine Dienstwohnung mit einer mangelhaften Treppenanlage zur Verfügung gestellt. Ein Treppenabsatz war sehr steil abgetreten, außerdem trat auf dem nächsten Absatz eine Wulst hervor. In diesem Zustand war die Treppe lange Zeit hindurch benutzt worden, ohne daß ein Unfall entstanden war. Der Lehrer hatte allerdings den Zustand der Treppe bemängelt, doch konnte sich die Gemeinde wegen der hohen Kosten nicht entschließen, einen Umbau der Treppe vor- zunehmen. Dafür erklärte sie dem Lehrer, eine Teuerungs- z u l a g e bewilligen zu wollen. A. ging darauf ein und erhielt die Zulage ausgezahlt. Als er eines Tages gegen 7 Uhr morgens in aller Eile zur Schule wollte, kam er auf der Treppe wegen des mangelhaften Zustandes zu Fall und zog sich schwere Verletzungen zu. Nunmehr erhob er Klage gegen die Gemeinde Denn auf Schadloshaltung; er begehrte Rente und Schmerzensgeld. Das Landgericht und Oberlandesgericht Köln hoben den An- spruch auf Schmerzensgeld abgewiesen, den weiteren Anspruch des Klägers auf Schadloshaltung aber anerkannt für den Fall, daß der Kläger den Eid leistet: Es ist wahr, daß ich auf der Treppe gestürzt bin und dadurch meine Verletzungen erlitten habe. Bei Verweigc- rung des Eides soÜ die Klage abgewiesen werden. In seinen Eni- schcidungsgrllnden führt das Oberlandesgericht aus, daß die beklagte Gemeinde gemäß ihres Dienstvertrages verpflichtet war, Räume und Zugänge der Dienstwohnung so einzurichten, daß der Kläger gegen jede Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt war. als die Natur der Dienstwohnung eS gestattete. Von dieser Pflicht konnte sie sich nicht durch ein Uebereinkommen mit d?m Lehrer befreien. Die Einrede, daß der Kläger den Sturz durch eigene Unvorsichtigkeit mitverschuldet habe, lassen die Richter nicht gelten. Den Anspruch auf Schmerzensgeld, der nicht auf dem Dienstvertrag, sondern nur auf unerlaubte Handlung gestützt wer- den kann, hat daS Oberlandesgericht Köln abgewiesen, weil nur die Verletzung einer BertragSpflicht in Betracht komme. DaS Ober- landesgericht erklärt, daß die Treppe nur für den Lehrer bestimmt gewesen sei und daß er die Treppe nur wegen seiner Dienstwohnung betreten habe. Gegen diese?.Urleil hatten beide Parteien Revissi» beim Reichsgericht eingelegt. Das Reichsgericht hat die Revision der Gc- meinde Denn zurückgewiesen, auf die Revision deS Kläger? aber er- klärt, daß auch der Anspruch auf Zahlung einrs Schmerzensgeldes gerechtfertigt ist, wenn der Kläger den ihm auferlegten Eid leistet. In diesem Umfange ist das Urteil de? OberlandeSgerichtS aufgehoben und abgeändert worden._ Name unbekannt. Mik einer mysteriösen Persönlichkeit wird sich a« 7. April bis 7. Strafkammer des Konigl. Landgericht? I in Berlin beschäftigen. Er nannte sich zuletzt Enrique Riva und behauptete, als unehelicher Sohn einer Artistin am 1. Januar 1871 zu Euba geboren zu sein. Er spricht perfekt spanisch, französisch nur wenig und deutsch gar nicht. Seine Spezialität waren nachtliche Hoteldiebstähle. Wenn alles schlief, schlich er lautlos die Korridore entlang, nahm was er an Kleidungsstücken fand, liebevoll an sich un» verschwand spurlos, ehe noch der Mvrgen graute. AIS man ihn eines Tag99 1 in Berlin überraschte, leugnete er zunächst alles, bis man ihm ver- schiedene, von ihm persönlich ausgefüllte, Anmcldezettel aus Hotels vorlegte, wo ähnliche Diebstähle vorgekommen waren. So konnte man ihm Diebstähle in Köln, Elberfeld, Hamburg und Bremen nachweisen. Bevor er Deutschland mit seiner Gegenwart beglückte, war er, wie man aus seinen Papieren ersieht, in Spanien mit einem Wanderzirkus als musikalischer Clown und Equilibrist gereist und hatte auch einer umherziehenden Musikantentruppe als Violoncellist angehört. Die Pariser Polizei kannte ihn schon länger. Er ist — soweit man bisher ermitteln konnte— bereits siebenmal vorbestraft. Bald nannte er sich Enrique Riva, bald Pena Rodriguez, Antonio Urizar oder Henri Ribera. Bald war er auf Euba, bald in Buenos Aires oder Montevideo geboren. Ob auch nur einer dieser Personennamen oder Geburtsorte richtig ist, muß stark be- zweifelt werden. Vielleicht bringen die Verhandlungen vor dem Landgericht etwas Licht in die dunkle Affäre. Der Völklingcr Wahlkrawall. Im Wahlkreis Saarbrücken hatten nach Bekanntwerden der Wahl des nationalliberalen Abgeordneten Bassrrmann eine Reihe Zentrumsanhänger ihren Kandioaten Sauermann hochleben lassen und Polizisten mit Bierseideln beworfen und verhauen. 16 Per- sonen wurden deshalS angeklagt. Nach zweitägiger Verhandlung wurde das Urteil von der Saarbrückener Strafkammer gesprochen. Verurteilungen erfolgten wegen Körperverletzung, Beleidigung, ruhestörenden Lärm«, tätlichen Angriffs gegen Beamte, groben Un- fugs und Sachbeschädigung. Verurteilt wurden ein Angeklagter zu 15 Monaten Gefängnis und 6 Wochen Haft, zwei Angeklagte zu je einem Jahr Gefängnis und drei Wochen Haft, ein Angeklagter zu sieben Monat Gefängnis und drei Wochen Haft, einer zu sechs Monaten Gefängnis und drei Wochen Haft einer zu fünf Monaten Gefängnis und drei Wochen Haft, einer zu acht Monaten Gefängnis, einer zu drei Monaten Gefängnis und einer zu einem Monat Gefängnis. Bei vier Angeklagten erfolgte Freisprechung. Mocken-Spielplan de? Berliner Cbeater. KSntgl. Opernhaus. Sonntag: Orpheu» und Eurydtke. Montag: Der Traum. Dienstag: Götterdämmerung.(Ansang 6'/, Uhr.) Mittwoch: Der Rosenkavalier. Donnerstag: Generalprobe zum Tinsonic-Konzett. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Etnsonietonzerl. Sonntag: Der Rolen» kavalier. Monlaa: Carmen.(Anfang 7'/, Uhr.) Köniql. TchausPielhauS. Sonntag: Freund Ftttz. Montag: Der gehörnte Siegfried. Siegfried» Tod. DlenSIag: KriemhildS Rache. Mit- woch: Der gross« König. Donnerstag b!« Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Der grosse Könlg. Montag: lSIL.(Anfang 71/, Uhr.) Rcueö tönigl. Operntheater(Kroll). Eonntagnachmittaa L'/.'Ubr: Die Rabensteinerin. AbendS: Die Jüdin.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonnlag: viel Lärm um Nichts. Montag: Penthefilea. Dienstag: Faust. 1. Teil. Mittwoch: Ein SommernachtStramn Donnerstag: Hamlet. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Faust 8. Teil (Anfang 6'/, Uhr.) Sonntag: viel Lärm um Nichts. Montag: Turandop (Ansang 7>/, Uhr.) Kam inerspiele. Scnntag und Montag: Ewe glückliche Ehe. Dienstag: Margot kann nur gestohlen werden. Mittwoch: Eine glücklich« Eh«. Don- nerStag: Frühlings Erwachen. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der Arzt am Scheidewege. Sonntag und Montag: Eine glückliche Ehe.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Tbeater. Sonnlagnachmittag S Nhr: Nora. Abend»: Das FrtedenSsest. Montag: Di« Frau vom M«err. Dienstag: Glaube und >elmat. Mittwoch: Da» FriedenSseft. Donnerstag: Hedda Gabler reitag: Geschlossen. Sonnabend: Gudrun. Sonntag: DaS Frtedenssest iontag: Gudrun.(Slnsong� Uhr.) Berliner Theater, vonntagnachmlttag S Uhr: Bummelstudenten. Abends bis Mittwoch: Grosse Rosinen. Donnerstag und Eornrnd-Ä: Splelerestn einer Kaiserin. Freitag: Geschlossen. Sonntag mid Montag: Grosse Rosinen.(Anfang 8 Uhr.)° � Rencs Schau, pielhauv. Sonnlag, Dienstag und Mittwoch: Unter dem schwerst. Montag: DaS FaniibentinS. Donnerstag: Judith. Freitag: Konzert: Der Messias. Sounabnid, Sonutag und Montag: Judith. Mir- sang 8 Uhr.) Komische Oper« Eonntagnachmlttag 8 Uhr: Dl« gauberflöte. Abends bis Mittwoch: Dl« Hex«. Donnerstag: Rigoletlo. Freitag: Ge- a ickätt � Travtata. Soimlag und Montag: Ausgelegte» Kurfürften Oper. Sonntagnachmittag 3 the: Der Schmud ber Theater bes Westens. Sonntagnachmittag 3, the: Estener But. Madonna. Abends, Montag und Dienstag: Der Fünfuhrtee. Mittwoch: Abends und Montag bis Mittwoch: Die schöne Helena. Donnerstag: Der Tiefland. Donnerstag: Der Schmud der Madonna. Freitag: Konzert. fidele Bauer. Freitag: Dratorium Elias. Sonnabend: Der fidele Bauer. ( Anfang 7, Uhr.) Sonnabend: Der Schmud der Madonna. Sonntag Sonntagnachmittag( 7. April) 3, Uhr: Wiener Blut. Abends: Die schöne und Montag: Der Fünfuhrtee.( Anfang 8 Uhr.) Helena. Montagnachmittag 3, Uhr: Wiener Blut. Abends: Die schöne Helena.( Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Angele. I. Relaffe. Abends und Dienstag: Geng und Fanny Elßler. Hodenjos. Lottchens Ge burtstag. Montag und Mittwoch: Tanzmäuse. Donnerstag: Und das Licht scheinet in der Finsternis. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der Leib gardist. Sonntag: Genz und Fanny Elßler. Hodenjos. Lottchens Geburtstag. Montag: Tanzmäuse.( Anfang 8 Uhr.) Neues Theater. Sonntagnachmittag 3% Uhr: Der Bogelhändler. Abends bis Mittwoch: Der liebe Augustin. Donnerstag: Der Bogelhändler. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Der Bogelhändler. Sonntag, 7. April, nachmittags 3 Uhr: Der Vogelhändler. Abends: Der liebe Auguftin. Montagnachmittag 3½ Uhr: Der Bogelhändler. Abends: Der liebe Augustin. ( Anfang 8 Uhr.) Schiller Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Brobe andidat. Abends: Syriz- Pyrik. Montag und Mittwoch: Khriz Byrik. Dienstag, Donnerstag: Lady Windermeres Fächer. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Lady Windermeres Fächer. Sonntag: Khriz- Byrik. Montag: Lady Windermeres Fächer.( Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends und Montag: Der scharfe Junter. Dienstag: Gräfin Lea. Mittwoch: Die Bildente. Donnerstag: Don Carlos. Freitag: Dratorium Elias. Sonnabend: Der scharfe Junter. Sonntag: Die Jüdin bon Toledo. Montag: Der scharfe Junker.( Anfang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnach mittag 3 Uhr: Calderon Gesellschaft. Abends bis Mittwoch: Husaren fieber. Donnerstag: Johannisfeuer. Freitag: Geschlossen. Sonnabend und Sonntag: Johannisfeuer. Montag: Husarenfieber.( Anfang 8 Uhr.) Residenz Theater. Täglich: Alles für die Firma. Donnerstag bis Sonnabend: Geschlossen.( Anfang 8 Uhr.) S Theater in der Königgräger Straße. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Ein Fallissement. Täglich abends: Die fünf Frankfurter. Freitag: Geschlossen.( Anfang 8 Ühr.) Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Metallschleifer Heinrich Tesche Stopeniderftr. 113a, geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 1. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Voritand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltur geftelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Heinrich Tesche am 28. März gestorben ist. nach Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 1. April, mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. 114/26 Die Ortsverwaltung. Allen Bekannten, Freunden und Berwandten zur Nachricht, daß mein lieber Mann Heinrich Tesche Metallschleifer, am Donnerstag, den 28. März, verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Wwe.Tesche, Rotider Str. 113a. Die Beerdigung findet am Montag, den 1. April, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Bentral- Friedhofes, Friedrichsfelde, aus ftatt. 9576 Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Um 27. März verstarb unser Genosse, der Kernmacher Ernst Fähnrich am Burgsdorffftr. 8. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 1. April cr., nachmittags 4, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße, Ede Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Am 29. März verstarb unser Genosse, der Töpfer Adolf Doll Stralsunder Str. 57. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Elisabeth- Friedhofes, PrinzenAllee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Amanda Steinberg fage wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, meinem Chef, dem faufmännischen Personal und den Kollegen der Firma Georg Wolf, fowie dem Sparverein Hoffnung III" auf diesem Wege unseren besten Dant. Guftab Steinberg nebst Kindern. 26802 Beißensee. Deutscher Bauarbeiter- Verband Zweigverein Berlin. Am 29. März verstarb unser Mitglied, der Maurer Ernst Johl ( Bezirk Schöneberg). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. April, nachmittags 2, Uhr, von der Halle des zweiten städtischen Friedhofes in Schöneberg, Sachsendamm, aus ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am 29. März verstarb uuser Mitglied, der Maurer Karl Biene ( Bezirk Stralau). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. April, nach mittags 4 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 138/4 Der Vorstand. Sterbekasse tür Frauen von Mitgliedern der Zentralkranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer ( E. H.) Sitz Gotha. Bez. Berlin 17. Am Donnerstag, den 28. März, verstarb nach längerem Leiden unser Mitglied, Frau Wilhelmine Steinborn am Lachmannstr. 5. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 1. April, nachmittags 4%, Uhr, bon der Leichenhalle des Iten Thomas- Kirchhofes in der Hermannstraße aus ftatt. Um rege Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag entschlief nach langen, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter Wilhelmine Steinborn geb. Krüger. Dies zeigen tiefbetrübt, um stille Teilnahme bittend, an Die trauernder. Hinterbliebenen. Karl Steinborn u. Rinder. Die Beerdigung findet Montag, nahm. 4, Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Neufölln, Hermannstraße, aus statt. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern die traurige Mitteilung, daß unsere Kollegin Martha Erbe verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. April, nachmittags 5 Uhr, auf dem Friedhof der ParochialGemeinde, Boghagenerstraße, statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 23/20 Die Ortsverwaltung. Dantjagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnehme bei der Be erbigung meines lieben Mannes, unferes guten Baters sagen wir hiermit allen Teilnehmern unseren herzlichsten Daut. 54/4 Marie Lange nebst Kindern. Thalia Theater. Allabendlich: Autollebchen. Donnerstag und Sonnabend: Mein Leopold.( Anfang 8 Uhr.) Bolies Caprice. Alabendlich: Der Polizeihund. Das BroadwayGirl. Sein letter Wille.( Anfang 8 Uhr.) Herrnfeld Theater. Allabendlich: Wie man Männer bessert. Der Hausteufel.( Anfang 8 Uhr.) F V Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr und abends täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Walhalla. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Die größte Sünde. Allabendlich: Menschenrechte.( Anfang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Damen des Regiments. Zirkus Bufch. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich: Das lauschige Neft. Donnerstag und Sonnabend: Das große Täglich: Gala- Vorstellung.( Anfang 7, Uhr.) Geheimnis.( Anfang 8 Uhr.) Birtus Schumann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Borstellung. Neues Operetten Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Der Graf Allabendlich: Gala- Vorstellung.( Anfang 7%, Uhr.) Zirkus Sarrajani. Mittwoch, Sonnabend und Sonntagnachmittag von Luxemburg. Abends und Montag bis Mittwoch: Eva. Donnerstag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag und Montag: Mädchenmarkt.( An- 3 Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich: Gala- Vorstellung.( Anfang 7 Ubr.) fang 8 Uhr.) Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Täg Carl- Haverland- Theater. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 7%, Uhr.) Intimes Theater. Täglich: Der Brandstifter.( Anfang 8%, Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Täglich: Stettiner Sänger.( Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr.) Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Francillon. Abends, B Montag, Dienstag und Mittwoch: Der Ehemann am Fenster. Ein angelich: Spezialitäten.( Unfang 8 Uhr.) brochener Abend. Donnerstag: Francillon. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Francillon.( Anfang 8 Uhr.) allabendlich: Der Gefangene von Benda.( Anfang 8 Uhr.) Rofe Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Grille Abends und = Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Alles durch die Liebe. Abends: Robert und Bertram. Montag: Die Rose von Japan. Dienstag: Alles durch die Liebe. Mittwoch und Donnerstag: Ich laffe Dich nicht. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, Sonntag und Montag: Ich laffe Dich nicht.( Anfang 8 Uhr.) Belle- Alliance Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Jm bunten Nod. Abends: Die Dollarprinzessin.( Anfang 8 Uhr.) Neues Voltstheater.( Neue Frete Voltsbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Meister. Abends: Strindberg- Abend. Montag: Der Königs. leutnant. Dienstag: Der Meister. Mittwoch: Der Königsleutnant. Donnerstag: Der Meister. Freitag: Beschlossen. Sonnabend: Der Meister. Sonntag: Der Königsleutnant.( Anfang 8 Uhr.) Cafino Theater. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Trudchens Sommerrelse. Abends täglich: Die lustige Strohwitme.( Anfang 8 Uhr.) Metropol Theater. Allabendlich: Die Nacht von Berlin.( Anfang 8 Uhr.) Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Bahlstelle Berlin. Deu Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der 8igarren arbeiter Max Kuhnert am 27. März im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. März, nachm. 4, Uhr, auf dem Bions Kirchhof( Nordend) ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht 187/9 Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Athleten- Bund Deutschl. Kreis Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Max Seidlitz St. 1. A.-B. West 07" am 28. b. Mts. nach langem Letben verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. d. Mts., nach mittags 1,4 Uhr, von der Leichen halle des Luther- Kirchhofes in Lantwit statt. Um rege Beteiligung ersucht 9505 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Verwandten und Befannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau und Mutter Berta Bläsing am 28. März plößlich am Herz schlag verstorben ist. 26782 Gußzav Bläfing nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 31. März, nach mittags 4, Uhr, von der Halle des Rummelsburger GemeindeFriedhofes, Lüdstraße, aus statt. + Westmanns Trauermagazin Extra- Abteilung 1. Gesch.: Berlin W., MohrenStraße 37a( 2. Haus von der Jerusalemer Straße). 11. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115( 2. Haus von der Andreasstraße). Sehr gr.Ausw. fert. 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Im Grunde genommen stimmt das doch wenig, damals hatte jeder Adelige und noch mehr jeder Fürst sein Ländchen, sein Herrschaftsgebiet, das ihm durch Spar- teln und Steuern tributpflichtig war. Heute ist dieser Verdienst schwerer erreichbar. Um so nebenbei etwas zu verdienen, müssen die deutschen Fürstlichkeiten schon auf den verderblichen Asphalt- boden der Großstädte gehen— um mit Oertel zu reden— wenn sie die Allgemeinheit schröpfen wollen. In welchem Ausmaße das geschieht, dafür einige Beispiele. Der Fürst Hendel von Donnersmarck hat sich für seine großstädtischen Terraingeschäfte eine eigene Terrainzentrale G. m. b. H. geschaffen. Die Gartenstadtgründung Frohnau und andere eifrige Spekulationsarbeit führt auf ihn zurück. Die rasche EntWickelung des Flugsports hat Johannisthal, diesen bisher harmlosen Berliner Ausflugsort, plötzlich zu großen Zukünften gebracht. Diese äußerte sich darin, daß die Grund- und Bodcnpreise rasch in die Höhe schnellten. Große Terrainspekula- tionsgesellschaften wurden gegründet. So 1910 unter anderen die Terrain A.-G. am Flugplatz Johannisthal. Hauptaktionäre sind die Erbprinzessin von Meiningen— die Schwester des Kaisers— der Erbprinz von Meiningen und noch ein halbes Dutzend anderer feudaladeliger Leute. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der Herzog Adolf Friedrich von Meck- lenburg-Schwerin. Tie Gesellschaft hat auch schon eifrige Arbeit geleistet. So nahm sie die Flug- und Sportplatz Johannis- thal G. m. b. H. in sich auf. Interessant ist auch, daß der Vorbe- sitzer des jetzigen Terrainspekulationsgebietes der preußische Fiskus war! Ebenso interessant ist, daß der Aktienkurs der Terrain-A.-G. Johannisthal in Rücksicht auf die an der Gesellschaft beteiligten hohen Namen weit über die normale Berechtigung hinaus in die Höhe getrieben wurde. Seit einiger Zeit ist es über den Wassern rcchl still geworden— vielleicht gibt es auch hier noch fürstliche Enttäuschungen. Darüber trösten sich solch hohe Herrschaften na- türlich eher als andere irdische Wesen— das hohe und allerhöchste Interesse am— Flugsport wird immer bleiben. Außerhalb von Berlin ist die industriell-hochkapitalistische Tä- tigkeit fürstlicher Herren ebenfalls stark verbreitet. ES sei nur daran erinnert, daß auch der Herzog Günther von Echles- w i g- H o l st e i n eifriger Industrieller ist. Die Schrittmacher des ElektrizitätstrusteS� Unter dieser Spitzmarke schreibt uns die.Vereinigung elektro- technischer Spezialfabriken" folgendes: „Die Erörterungen der TageSpresse, über die sich gegenwärtig in der Elektrizitätsindustrie abspielenden Vorgänge lenken die Auf- merksamkeit in erhöhtem Mäste auf die für die Konsumenten elektrotechnischer Erzeugnisse oft recht bedenklichen engen Bcziehun- gen. die Mischen den mastgiebenden Banken und den großen Elektri- zitätskonzernen besteben. Unter anderem sollen zwischen der Allgemeinen Elek- trizitäts-Gesellschaft und den Emissionsbanken, und zwar nicht nur den Berliner Banken, sondern auch größeren Pro- vinzbanken, Verträge bestehen, nach denen diese Banken an den N e u- E m i s s i o n e n des Konzerns der Allgemeinen Elek- trizitäts-Gesellschaft mit gewissen Quoten beteiligt Z werden. Als Gegenleistung haben die Banken die Verpflichtung, hei jeder Gelegenheit die Interessen der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft wahrzunehmen und insonderheit nach dieser Richtung hin bei denjenigen industriellen Unternehmungen zu wirken, in deren Aufsichtsräten sie vertreten sind oder auf die sie sonst irgend- einen Einfluß ausüben können. Infolgedessen ist es schon jetzt den noch selbständigen, außerhalb des A. E. G.-Konzerns stehenden, elektrotechnischen Fabrikationsfirmen häufig unmöglich, von indu- striellen Unternehmungen, die an sich mit der elektrotechnischen Industrie in gar keiner Verbindung stehen, Aufträge zu erhalten, da deren Bankverbindungen ihren ganzen Einfluß dahin geltend machen, daß die Aufträge der A. E. G. zufallen. Eine derartige einseitige Beeinflussung der Verbraucher elek- irischer Erzeugnisse durch ihre Bankverbindungen liegt natürlich keineswegs im Interesse der Verbraucher selbst, da diese infolge des Wegfalls jeden Wettbewerbs für ihre elektrischen Anlagen höhere Preise bezahlen müssen, als wenn sie jeweils das preiswürdigste Angebot berücksichtigen könnten. Sie muß auch mit Sicherheit zu einer noch weitergehenden Vertrustung der Elektrizitätsindustrie mit allen ihren für weite Erwerbskreise nachteiligen Folgen führen."_ Güterschacher. Von unerhörten„Wert"steigerungen infolge der Zollpolitik der Agrarier könnten wir täglich Berichte bringen. Wir begnügen uns, ein paar besonders krasse Fälle festzunageln, die'wir dem»Zentral- markt" des„Berl. Tagebl." entnehmen. In Krejanke wurde ein 439 Morgen großes Vorwerk nach dreijährigem Besitz für 216 999 Mark mit einem„Verdien st" von 69999 Mark verlaust.— In Abbau-Neidenburg brachte eine Besitzung von 13 Hufen nebst Ziegelei vor 2 Jahren 199 999 M. In diesem Jahr verkaufte sie der Besitzer mit einem Aufschlag von 4S999 M. Der neue Käufer trat sie sofort mit einem Gewinn von weiteren 8 9 9 9 9 M. ab.— Das Gut Klein-Tschirne verkaufte Graf Pückler für l�i Million; der fünfjährige Besitz erhöhte den früheren Kaufpreis(von 799 999 M.) um S S 9 9 9 9 M. \n Soziales* Wie steht es mit der Nachtarbeit Jugendlicher in Hüttenwerken? Ueber die Dauer der Arbeitszeit der jugendlichen Personen enthält die Gewerbeordnung besondere Bestimmungen. Durch§ 135 der Gewerbeordnung ist vorgeschrieben, daß junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren nicht länger als 19 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen. Ferner schreibt der 8 136 der Gewerbeordnung vor. daß die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter nicht vor 6 Uhr morgens beginnen und nicht über 8 Uhr abends dauern sollen. Den Forderungen der Unternehmer nachgebend, hat der durch§ 139a Abs. 2 der Gewerbeordnung dazu ermächtigte Buirdcs- rat durch Verordnungen im Jahre 1992 und 1993 die nächtliche Beschäftigung Jugendlicher in Glashütten, in Walz- und Hammer- werken und in einem Teil der deutschen Steinkohlenbergwerke ge- stattet. Für die Walz- und Hammerwerke sind hinsichtlich der Nachtarbeit Bestimmungen getroffen worden, nach denen die Be- sckstiftigung der Jugendlichen in der Nachtschicht mit der Maß- gäbe gestattet wird, daß die Arbeitszeit ausschließlich Pausen nicht über 19 Stunden(!), einschließlich Pausen nicht über 12 Stunden betragen dürfe. Sogar Sonntags nachts ist die Beschäftigung Jugendlicher erlaubt, nur darf eine Nachtschichtwoche nicht mehr als 6 volle Arbeitsschichten betragen. Nach den Jahresberichten der Gwerbeinspektion für das Jahr 1999 waren in 222 Walz- und Hammerwerken 5998 männliche und 66 weibliche Personen im Alter von 14 bis 16 Jahren beschäftigt. Mit nächtlicher Beschäftigung wurden Jugendliche gezählt Preußen 1737(davon in Schlesien 524, in Westfalen 459, in der Rheinprovinz 796), in Elsaß-Lothringen 249. in Bayern. Württem- berg, Baden und Oldenburg 39. Mehr als drei Viertel aller dieser Jugendlichen(1514) kommen auf die vier preußischen Regierungs- bezirke Oppeln(524), Arnsberg(425), Düsseldorf(416) und Trier (141)). Die Geltungsdauer der Verordnung läuft am 31. Mai d. I. ab. Die eigensüchtigen, das Volkswohl mißachtenden Unternehmer verlangen ihre Verlängerung. Alle Arbeiterorganisationen fordern ihre Aufhebung. Anscheinend wollten sich die Hirsche im Bunde mit den Christen als gewiegte Diplomaten und erfolgreiche Sozial- Politiker ordentlich in Positur setzen. Gemeinschaftlich mit dem Verein für Sozialpolitik baten sie in einer zahmen Eingabe an die Regierung um NichtVerlängerung der Verordnung. Dieser Drei- bund sollte beweisen, daß die Forderung keine sozialdemokratische Tendenz habe. Dadurch, so glaubten die Staatsmännchen, werde den Hetzereien der Scharfmacher der Boden entzogen und ein sozial- politischer Fortschritt erzielt. Jetzt unterrichtet eine Entrüstungs- litanei in der hirsch-dunckerschen Presse über das Resultat der groß- artigen Strategie. Herr Bucck, der Vielgeschäftige, der Zerschmet- terer der Gewerkschaften, hat als Beauftragter des Vereins Deut- scher Stahlindustrieller der Regierung ein Gutachten für die Ver- längerung der Verordnung auf zehn Jahre unterbreitet. Als gewichtigen Grund führt er da auch an:„der Gewerkverein ist gänzlich sozialdemokratisch; er steht vollkommen auf dem Boden des Klassenkampfes uyd der damit gegebenen Ziele des Umsturzes gegen Staat und Gesellschaft". Also: wenn die Jugendlichen nicht mehr 12 Stunden de? Nachts ausgebeutet werden können, dann ist der Staat in Gefahr! Ratür- lich ist der Gewerkverein töricht genug, über die fürchterliche Unter- stellung, er sei st rot, untröstlich zu sein. Doch das ist Nebensache! Interessant ist aber, was er über den weiteren Verlauf der An- gelegenheit mitzuteilen imstande ist. Der«Regulator_ derichtet voll einer„merkwürdigen Konferenz", die am 9. Februar in Berlin über die Weiterführung der Jugcndlichenverordnung� beraten habe. „7 Arbeitnehmer, 4 Arbeitgeber sowie 4 Gewerberäte" seien an- wcsend gewesen. Die Zusammensetzung lasse schon erkennen, waS dabei herausgekommen sei. Wurden doch die oberschlesischen Hütten- arbeiter„durch einen Aufseher vertreten". Die Ärbeitgebervertreter begründeten die Eingabe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahl- industrieller, konstruierten Gefahren für die Industrie, die bei einer Erweiterung der Schutzbestimmungen eintreten �würden. Dann wurden auch die Arbeitervertreter„gutachtlich gehört". Von diesen erklärten 5— in Worten fünf—, daß eS ruhig bei den bis- herigen Bestimmungen gelassen werden kann. Nur zwei Arbeiter- Vertreter traten an Hand von Beispielen für eine Erweiterung der Schutzbestimmungen ein". Nun ist die Regierung gedeckt. Jetzt kann sie„demokratisch" sich der Majorität fügen und falls Angriffe erfolgen, sich für die Bewilligung der Unternehmerforderung auf die Zustimmung der .Arbeitervertreter" berufen. Vertuschende Dekoration ist aber keine Förderung der Sozialpolitik._ Jugendveranstaltunge«. Neukölln. Der Lichtbilder- Vortrag deS JuaendauSfchusseS findet nunmehr bestimmt am DienStag, adendS 8 Uhr, bei Bartsch (srilher Hoppe), Hermannstr. 48, statt. Alle für Mittwoch bestimmten Ein» tritts karten haben Gültigkeit. Lankwitz. Heute nachmittag S Uhr findet bei Schulz, Mühlcnstraße, die Schulentlassungsseier statt. Alle Schulentlassenen sind eingeladen. Um rege Beteiligung ersucht Der Jugend- und BildungSauSschuh. RowawcS. Heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, trifft fich die Arbeiterjugend bei Singer zur Einweihung des Denkmals unseres verstorbenen Freundes(Brühl. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. ZößU&xhß, engäsdieund amedkanLschz NwHitlt! MiV In unseren Kleider-Werken Hergestellte Ein- und zweireihige Ulster Kr. 137. Gestreifter PhAntAeieetoff, wo- � v den» rerarbeilet.............. I O M. Nr. 148. DiagonAl-Cberlot in vielen Far- OC. den, ganz besonders empfehlenswert.. Zweireihige Jackett-Anzüge Nr. Extra 1. Gestreifte Cheviots in vielen OA Mustern,»ehr baltbar........... �■ Nr. Extra 6. Blauer Melton-Cheviot, feine Qualität, sorgfältigste Verarbeitung. 40i Kr. 18». Braun u.prAuer Cheviot, neueste O 4 Nr. 144. 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Nachmittags 3 Uhr: Neues Volts- Theater. Der Meister. Hochschule in Charlottenburg: In Behandlung. Schiller- Theater O.: Der Probefandidat. Schiller- Theater Charlottenbg. Don Carlos. Metropol- Theater: Rämmer. Dorothea. Die Hleinen Der Trianon- Theater: Francillon. Neues Operetten- Theater: Graf von Luremburg. Theater in der Königgräger Straße: Gin Fallissement. Kleines Theater. Angele.- Erster Stlaffe. Abends 8 Uhr: Neues Bolts- Theater: StrindbergAbend. Abends 8, Uhr: Neues Volfs- Theater. Montag und Mittwoch: Der Königsleutnant. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Der Meister. Schiller- Theater 0.allnerTheater. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Kyritz- Pyritz. Montag, abends 8 Uhr: Kyritz- Pyritz. Dienstag, abends 8 Uhr: Lady Windermeres Fächer Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Der scharfe Junker. Montag, abends 8 Uhr: Der scharfe Junker. Dienstag, abends 8 Uhr: Gräfin Lea. Großglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Passage- Panoptikum. Lebend! Lebend! Hede, das Löwenmädchen. Das Mädchen mit dem Mähnenkopf. Halb Mensch- halb Animal. Das blaue Weib. Die Frau in der Kanne. Ohne Extra- Entree! Passage- Theater. Heute 2 Vorstellungen, nachmittags 3-7 Uhr( kl. Pr.), abends 8-11 Uhr. Das Geister= fenster. Das weiße Geheimnis. Melia, die schönste Tänzerin Rußlands. Schneider- Duncker und das große MärzProgramm! Metropol- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jul. Freund. Mufit von B. Holländer. In Szene gesezt vom Dir. St. Schulz. Renes Theater.pollo 8 Der liebe Auguftin. Connt.34 Uhr: Der Vogelhändler. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Theater in der Königgrätzer Straße Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westens. 8 Uhr: Die schöne Helena. Sonntag 3 1hr: Wiener Blut. Residenz- Theater. Direktion Richard Alerander. Abends 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwant in 3 Aften von M. Hennequin und G. Mitchell. Gründonnerstag, Karfreitag, Oftersonnabend: Geschlossen. Ostersonntag und folgende Tage: Alles für die Firma. Dftersonntag 3 Uhr: Kümmere Dich um Amelie. Ditermontag 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Luisen- Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Alles durch die Liebe. Abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Die Rose von Japan. Belle- Alliance- Theater. Heute letzte Vorstellungen. 3, Uhr: Jm bunten Rock. 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Theater Letter Tag des groen komischen Programms mit Oscar und Suzette moderne Tänzer Los No. 33 usw. Admiralspalast Am Bahnhof Friedrichftrasse Heute: 2Vorstellungen 2 nachmittags und abends: Das prächtige Eisballett Alpenzauber. Außerdem abends: Weltmeister Bror Meyer. Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr abends halbe Kassenpreise. Folies Caprice. Täglich 8 Uhr: DOSE THEATED Die Saifon- Schlager Große Frankfurter Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Die Grille. Abends 8 Uhr: Der Gefangene von Zenda. Morgen und folgende Tage: Der Gefangene von Zenda. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Der Ehemann am Fenster. Hierauf: Ein angebrochener Abend. Voigt- Theater. Der er Polizeihund. as Broadway- Girl. Königstadt- Kasino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße Täglich: Gin fideler Rechtsanwalt und Bruder Julius. Außerdem 6 erstfl. Glanznummern Anf. 8 Uhr. Sonntags 26 Uhr. Mittw., Sonnab., Sonnt.: Tanz. Gesundbrunnen Babftraße 58. Casino- Theater Heute Sonntag, den 31. März, nachm. 3 Uhr: Keine Vorstellung. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Abends 7 Uhr: Glückliche Heirat. Raffeneröffn. 10 Uhr. Anf. 3 u 7 ur. u. Uhr. Montag, 1. April: Benefiz für Novität! Der neue Possenschlager Die luftige Strohwitwe. Lina und Karl Moeller: Ein Posse von Misch und Jacoby. Sohn des Voltes. Sonnt. 3: Trudchens Sommerreise. EDEDEDEDEDEDEDEDED Heute Sonntag, den 31. März, nachmittags 2½ Uhr, im Konzertsaale der Brauerei Friedrichshain( Lipps), am Königstor: Große Jugendfeier für die schulentlassene, arbeitende Jugend. Frau Klara Zetkin( Festrede). Herr J. Klein vom Deutschen Theater( Rezitation).- Herr R. Tobias( Orgel). Mitwirkende Herr P. Weschke( Posaunenquartett). Vereinigte Thilosche Chöre unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Thilo. Der Eintritt ist frei. Rauchen ist nicht gestattet. Auch darf während der Vorträge im Saale nicht serviert werden. 772/7 Ki- Ko ( Kinomakolor) bei Kroll Eröffnung: Sonnabend, 6. April. EEEEEEE EDEDEDEDEDEDEDEDEDEDED REDEDEDEDEDEDEDEDEDEDEDEDEDEDE Excelsior- Lichtspielhaus 151-152 Neukölln Richardstr. 12-13 Passage Vom 30. März bis 5. April inkl. Aus dem Scheunenviertel. Berliner Sittendrama in 2 Akten. Albert Moerner Koppenstraße 29 vormals KELLER. Sonntag, den 31. März, im großen Saale: Gr. Konzert mit darauffolgender >>>>> RÉUNION Entree, Programm, Tanz frei. Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Avis: Ab Ostern jeden Mittwoch und Sonntag Rénnion. THerrnfeld Theater Ein neuer Zirkus A. Schumann Sonntag, den 31. März 1912, 2 große Vorstellungen 2 nachm. 3 Uhr u. abends 7, Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein eigenes Kind unt. 10 Jahren auf allen Sitzpl. frei. Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halben Preis. In beiden Vorstellungen: 5 Auroras 5 mit ihrem lebenden Roulette sowie die übrig. Spezialitäten. In beid. Vorstellungen das größte Ausstattungsstück der Gegenwart Das Motorpferd in 5 Akten. Nachmittags endet das Ausstattungsstück mit dem 4. Akt: Auf d. Trabrennbahn i. Weißensee. CAFE CORSO Hardenbergstrasse 27/28 vis- à- vis Ausstellungshallen Täglich: Konzert v. 5 Uhr nachm. bis 2 Uhr früh Kalte und warme Küche Blüthner- Saal. Heute Konzert des Blüthner- Orchesters Dirigent: Br. Weyersberg. Kapellm. Sol.: v. Szekrényessy, G. Heinemann, Lambinon, Zeelander. Anfang 7, Uhr. Entree 75 Pf. Sarrasani Schönhauser Allee. Telephon: Nord 4100. Sonntag, den 31. März 2 Galavorstellungen 2 Nachm. 3 Uhr u. 7, Uhr. Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen, halbe Preise. Montag, den 1. April: Humoristischer Abend. U. a. HarfenjulenMemorial od.: Das Rennen der alten Weiber. Die Teilnehmerinnen dürfen nicht unt. 60 Jahr. alt sein. Galerie 40 Pf., III. Platz 70 Pf., II. Platz 1,20 M., I. Platz 2 M., Parkett 3 M. Logensitz 4 M. Niẞles Fest- Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Sonntag: Tanzkränzchen 12695 C. Niẞle. Konkordia- Festsäle. Inh.: M. Wendt und A. Schütze. Andreasstr. 64. Jeden Sonntag: Militär- Streich- Konzert und die beliebten Hoffmanns Sänger. Direktion Fr. Fanther. Jede Woche neues Programm. Heute: Aurora im Tabak. Lustspiel in 1 Aft. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7Uhr. Jm oberen Saale von 5 Uhr an: Sensationserfolg Großer Ball. Wie man Männer bessert. 2 Afte von Anton u. Donat Herrnfeld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Der Hausteufel. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf 11-2( Theaterkaffe) Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in der Müllerstraße. Burleste von Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntag 7 Uhr. Markgrafen- Säle 34, Markgrafen- Damm 34. An der Stralauer Allee. Jeden Sonntag: Gr. Kino- Vorstellung. Im Restaurant täglich musikalische Unterhaltung. Berzügliche Küche, ff. Biere u. Weine, Billard u. Kegelbahn Alhambra Wallner- Theaterstraje 15. Jeden Sonntag: Großer Ball Großes Drchester. Anjang Sonntags 5 Uhr. A. Zameitat. Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Berliner Volks- Chor M. d. A.-S.-B. Dirigent: Dr. E. Zander. Zirkus Busch. Sonntag, 31. März: große Gala- Vorstellungen 2 nachm. 3, Uhr u. ab. 72 Uhr. Nachm. 3, Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren a. all. Sitzplätzen halbe Preise( Galerie volle Pr.) In beiden Vorstellungen: Castans Panoptikum Friedrichstr. 165 Heute Sonntag: Wieder- Eröffnung. Entree 50 Pf. 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Thomas, Gartenstr. 71. Tietz, Invalidenstr. 124. Haß, Torfstr. 19. Fischer, Veteranenstr. 6. Kriedemann, Stargarder Straße 74. Beyer, Veteranenstr. 11. Bremer, Weißenburger Str. 9. Juhl, Ackerstr. 46. Schulz, Wiesenstraße 60a. 0. Vogel, Koppenstr. 82. Liebecke, Romintener Str. 11. Dähn, Petersburger Str. 34. Niemeyer, Weberstr. 19. Reul, Barnimstr. 42. Kißling, Kadiner Straße 15. C. Sommerfeld u. Co., Rosenthaler Str. 51. Weihnacht, Grünstr. 21. W. Wiemers, Bülowstr. 59. SW. S. Goßmann, Teltower Str. 16. Jul. Meyer, OranienStraße 103. Fritsche, Tempelhofer Ufer 1. Böttcher, Zossener Str. 30. Daehn, Hagelberger Str. 27. S. Börner, Ritterstr. 15. Franke, Mariannenstr. 26a. Schulz, Admiralstr. 40. Kuhring, Jahnstr. 1. Rühle, Moritzplatz und Winterfeldtplatz. Scholz, Hasenheide 108-114. Liebe, Hermannstr. 68. Moseler, Ritterstr. 84. Neukölln. Zirkel, Idealpassage. Lindner, Kaiser- Friedrichstr. 36. SO. Horsch, Engelufer 15. Ihm, Wrangelstr. 58. Stangenberg, Köpenicker Str. 20 a. NW. 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Nachmittags 312 genau dieselbe Aufführung wie in der Abendvorstellung. In beiden Vorstellungen: Die phänomenalen Orpingtons! In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der bestdressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Sämtliche Clowns mit den neuesten Witzen. Abends 7, Uhr beginnt die Vorstellung mit der Pantomime , Die Hexe". Daran anschließend große Programm. das 92 Uhr Letzte 92 Uhr Entscheidungs- Kämpfe. in Saatwinkel nb: Wilh. Lehmann. 26772 Fernspr. Amt Tegel 221. Empfehle mein Lokal den werten Parteigenossen: Glas Bier 10 Bf. Schweinebraten od. and. 80 1. Braten Wiener Schnitzel. 75 Pf. 80 Pf. 45 Bf. Bockwurst 20 Pf. 0 15 Pf. Kaffee fochen, Liter Portion Kaffee in Sannen zu 90 Pf. 70 Pf. Kaffee à Lasse 20 Pf. Knobeländer Jeden Sonntag: Tanz bei gut besetzter Kapelle. Reederei Kahnt& Hertzer Achtung! Tel. Kst. 2062 Am Karfreitag: Herren- Dampferfahrt Abf. 10 Uhr Waisenbrücke nach Grünau- Krampenburg und vormittags Ziegenhals. Hin u. zurück 50 Pf. 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Riedel, Hermannstr. 46 M. Riese, Falfstr. 20 G. Seidel, Jägerstr. 7 M. Meier( we.). Weserstr. 168 W. Krager, Herzbergftr. 21 0. Schönbrunn, Richardstr. 61 W. Rademacher, Sobrechtstr. 19 J. Orth, Emfer Str. 26 H. König, Nogatstr. 40 H. Beierfuß, Reuterstr. 66. die zurzeit keine Gesellen beschäftigen, erklärt: M. Falkner, Donaustr. 7 288/19 Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß diejenigen Fleischermeister, die erklären, bei ihnen jei alles geregelt, ihre Kundschaft nur täuschen wollen. Auch die Ausrede, sie seien durch Innungsbeschluß ges bunden, ist nicht stichhaltig, denn die Konventionalstrafe von 1000 Mart verstößt wider die guten Sitten und ist nicht einilagbar. Zentralverband der Fleischer. Berlin NO., Elisabethstr. 11. Teleph. Amt: Königstadt Nr. 3024. olliema W FRO herrlich gelegen am Seddin- See. Empfehle mich den geebrten Vors ständen von Gewerkschaften und Bereinen zu Ausflügen und Dampferpartien( Anlegestelle) zu den kulantesten Bedingungen. Freibad. Kaffeeküche. 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Einsturz des Turmes der Funkenstation Nauen. Infolge des überaus heftigen Sturmes, der seit Freitag herrscht, ift am Sonnabendmittag gegen 1 Uhr der große eiserne Turm der Funkenstation in Nauen eingestürzt. Personen sind hierbei nicht zu Schaden gekommen. Der Schrei nach dem Kinde. Kleine Notizen. Briefkaften der Redaktion. Untergang eines Fischkutters. Auf der Unterelbe bei Debel. genne ist am Sonnabend morgen ein Fischfutter gefentert und gesunken. Der Schiffer ertrant, zwei Mann der Besatzung wurden gerettet. Ein nener Erdstoß in Württemberg. Wie ein Telegramm aus In der Köln. 8tg." lesen wir folgendes Kulturbild aus dem Der Turm hatte eine Höhe von 200 Meter und war Ebingen meldet, wurde dort am Sonnabend morgen fünf Uhr 20. Jahrhundert: In Seekirch am Federsee( Württemberg) nach dem Eiffelturm in Paris das größte Eisenbauwerk Europas. ein beftiger Grd stoß verspürt. sputte es längere 8eit ganz gewaltig in dem Anwesen eines Bis zum Oktober v. J. betrug die Höhe des weit ins Land ficht- Selbstmord eines Gymnasiasten. Ein Untertertianer aus begüterten Bauern. Bei Nacht wurde heftig an die festverschlossenen baren Baues nur die Hälfte, um eine Entsendung der draht- Saarbrüden wurde in der Nähe der Stadt erhängt aufTüren geschlagen, während es im Innern der Gebäude, namentlich losen Telegramme auf Entfernungen von über 5000 Kilometer zu gefunden. Wahrscheinlich ist Furcht vor einer schlechten Zensur in Kästen und anderen Möbelstücken, furchtbar rumorte. Zuerst bersuchte es der Geängstigte mit dem Ortsgeistlichen, dessen machen, wurde dem alten Turm von 100 Meter Höhe ein zweiter die Ursache. Können und Wissen als Erorzist sich aber gänzlich fruchtlos er von der gleichen Höhe aufgebaut. wies, indem trotz Benedizierens Teufel und Heren sich in ihrem Unwesen durchaus nicht stören ließen. Der Bauer ließ daher einen Teufelsbeschwörer, der schon erfolg= reicher gearbeitet hatte als der Pfarrer, fommen. Dieser erEin interessanter Scheidungsprozeß ist gestern von dem Netv Die bekannte Frauenfahrene Mann, ebenfalls aus der Umgegend, schrieb an die Türe die orter Gerichtshof entschieden worden. rechtlerin 200 Doforrest hat sich von ihrem Mann scheiden Anfangsbuchstaben der Worte:" Jesus von Nazareth, heiliger König laffen; fie erklärt vor Gericht, daß sie ihn nur geheiratet habe, dader Juden", worauf die bösen Geister sich auf Nimmerwiederkehr mit er feinen Ehepflichten soweit nachkomme, ihr bald empfahlen. Für die Bertreibung des Sputs erhielt der Heren- ein Baby zu schenken. Nachdem nun dieser Wunsch erfüllt banner ein schönes Stüd Spec nebst einem flingenden Lohn von 20 M. Die Sache erfuhr aber der Landjäger auf seiner Streife fei, wolle sie sich wieder von ihm trennen und fei gerne bereif, und erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte sich ihm eine jährliche Rente von 5000 Dollar auszusetzen. Sie fnüpfe jedoch hieran die Bedingung, daß ihr die Erziehung des auf einen ganz modernen Standpunkt und erhob öffentliche Klage Kindes überlassen werde. Die Ehe ist geschieden worden und das wegen Betrugs gegen diesen Meister in der Unterwelt. Der aber hatte für seine Stunft nichts verlangt, der reiche Bauer ihn viel- Gericht hat das Kind der Ehefrau zugesprochen. mehr freiwillig belohnt. Der von den Heren Befreite erklärte, er danke dem Egorzisten die Wiedergewinnung feiner Ruhe; teine Stunde mehr wäre er länger im bollends entwertet, wenn sie nicht endlich auf und davon gegangen Die furistische Sprechstunde findet 2inbenstraße 69, boru bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, bon 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. b). Nein. tonnen in diesem Falle sämtliche alte Marten entwertet werden. 8. Rein. 4. Wenden Sie sich an die Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 69. P. 100. Die Mutter haftet als Erbin. Die Dauer fann nur nach Einsicht in den Mietsvertrag genannt werden. A. W. 17. Nein. A. G. 100. Bis zum 1. abends: O. 25. 1. Nein. Die Aenderung ist rechtswirksam. 2. Als Entfernung bei normalem Abschreiten. 3. Die Abmachung zu respektieren. O. 26. Die Bestimmungen im Statut find maßgebend. 3. 13. Für die Zeitdauer der Krankheit haben Sie An spruch auf Erlaß. Der Beranlagung muß das mutmaßliche Einkommen im Steuerjahr zugrunde gelegt sein. Alimente 66. 1. Nur, soweit der P. 2. 72. a) Ja, sofern Einkommen der Frau mitveranlagt ist. 2. 2. 79. Ja. Beuel 10. 1. Mindestens 20. 2. Es Der Expreßzug Wien- Nizza verunglückt. Auf der italienischen Station Melzo ist am Sonnabend Hause geblieben; sein Anwesen hätten die Heren übrigens der Expreßzug Wien- Nizza mit einem Güterzuge wären. Auch ein anderer Zeuge fagte zugunsten des Angeklagten zusammengestoßen. Der Lokomotivführer und aus, der ihn ebenfalls von den schwarzen Geistern der Heizer des Expreßzuges wurden getötet, sechs mu früher einmal befreit hatte. Die Staatsanwaltschaft be- Bahnbedienstete erlitten Verlegungen. Zur antragte fechs Tage Gefängnis. Das Schöffengericht Riedlingen Hilfeleistung ist ein Zug von Mailand entsandt worden. war aber der Anficht, daß dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden könne, er sei sich selbst bewußt gewesen, doch nicht helfen zu tönnen, und sprach ihn frei, wogegen jedoch Berufung eingelegt wurde. Das ganze merkwürdige Vorkommnis erinnert an einen ähnlichen Fall aus früherer Zeit. Eine Bäuerin glaubte ihre Hühner verhert und rief den sogenannten Benedizierhannes, der seine Kunst den Tieren nicht versagte; reich beschenkt von der Bäuerin, zog er wieder von dannen. Aber am Abend des Tages waren die gefiederten Patienten verendet. Da erklärte er der trostlosen Frau Hühnerbefizerin: Ja, da muß ich statt des Hennensegens den Ochsenfegen erwischt haben, und der war für die kleinen Dinger eben zu start." Neu erschienen: Der grosse Haupt- Katalog für Frühjahr und Sommer Kostenfreie Zusendung. Der unfruchtbare Assistent. Anspruch länger als vier Jahre zurückliegt. Das besagt auch der Artikel. 2 Ja, für die ganze Zeitdauer, da der Verjährungseinwand anscheinend nicht erhoben ist. 3. Berufen Sie sich noch auf das Zeugnis der MündelE. J. und 2. N. 27. und S. 2. 57. Lesen Sie den Artikel in der Nummer vom Sonntag, den 17. d. M., unter der Ueberschrift „ Steuerfragen": 2. R. 27. 2. Falls die Arbeiten für ein Privathaus ausgeführt werden: Nein. S. 2. 57. V. Wenden Sie sich an die Buch handlung Vorwärts, Lindenstraße 69. C. 5. 1000. Nicht auffindbar. Wiederholen Sie die Anfrage. M. S. 42. 1. und 2. Nein. 5. 33. Nein. G. 2. 100 und A. K. 115. Wir find über diese In einem Kleinen bayrischen Lokalblatte, dem Günz- und Mindel- Staffe nicht unterrichtet. Vielleicht erfahren Sie Näheres bei der Zentralboten", befand sich am 8. März folgende inhaltschwere Bekannt- fommission der Krankenkassen Aleranderstr. 39/40, II. M. H. 1. Auf machung: lebendes Bich nicht. In wenigen Städten wird auch jetzt noch auf die ber Am Sonntag, 10. März, nachmittags 2 Uhr, findet im Gast- fchiedenen Lebensmittel, hauptsächlich Fleisch- und Burstwaren, Einfuhr haus Zur Kanne" Wanderversammlung des Landw. Bezirks- steuer erhoben. In Potsdam ist diese Steuer seit ungefähr Jahresfrist aufR. 50. Jm Berliner Waisenhaus in bereins Lauingen mit Vorträgen des Distriktstierarztes Dr. Solleder gehoben. 2. Den Arzt fragen. 23. 5. 1887. Rummelsburg, Hauptstr. 7. 1 und 2. Am besten, über Unfruchtbarkeit des Rindes und des Assistenten Reiser statt. orientieren Sie sich über beides im Bureau des Transportarbeiterverbandes, Hoffentlich hat der Herr Distriktstierarzt in seinem Vortrage Engelufer 15. S. Kr. Zentrale für private Fürsorge, Berlin, Flottwellpassende Vorschläge gemacht, um den bedauerlichen Mangel zu bestraße 4. Albrecht, Bukarest. Rein. Wetten entscheiden wir nicht. heben. J. 2. 99. Damit fönnen wir Ihnen leider nicht dienen. " Fr. Hahn Gegr. 1825 für BERLIN C. Alexanderplatz Ecke Landsberger Strasse Außergewöhnl. preiswerte Angebote Osterfest Kostüme in engl. Geschmack, vor züglich in Qualität und Verarbeitung, Jackett aut Seide.... in reinwollenen, marineKostüme blauen Stoffen m. weissem Spachtelkragen Neueste in englischem Damen- Konfektion Ein Post. Stickerei- Blusen weisse enorm preiswert das 2200 3600 Voile- u.Etamine- Mäntel 280 380 2600 3800 die grosse Mode.. 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April 1912 in Straft. 272/14 Der Vorstand. Sonntag, 31. März, abends 6½ Uhr, in Obiglos Festsälen, Schwedter Str. 23/24: vom biesigen Bezirksausschuß ge227/ 4* Oeffentliche politische Versammlung für Männer und Frauen. Vortrag der Genoffin Berühmte Frauen. Frau Dr. Wehl: Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Der Einberufer: Wilhelm Baumann, Rheinsberger Straße 67. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Achtung! Sektion der Putzer. Putzer. Achtung! Mittwoch, den 3. April 1912, abends 6 Uhr, bei F. Wilke, Sebastianstraße 39: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Situationsbericht über Baufperren usw. 2. Unsere Stellung zum Stampfe im Stuffateurgewerbe. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 138/ 6* Die örtliche Verwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Engelufer No. 14/15. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Tel.: Moritzplatz 2382, 4747. Donnerstag, 18. April, abends 8%, Uhr: Außerordentliche General- Versammlung in Kellers Neue Philharmonie, Köpenicker Straße 96-97. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidatenliste für die Delegiertenwahl zum Verbandstag in Breslau. 2. Besprechung der eingegangenen Anträge zum Verbandstag. 3. Geschäftliches. Die neugewählten Delegierten sind hierzu freundlichst eingeladen. Legitimationskarte sowie Mitgliedsbuch find mitzubringen und zweds Kontrolle am Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Ohne Karte und Buch kein Zutritt! Wer über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstande ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 63/2 Die Bezirksverwaltung. J. A.: A. Werner. NB. Donnerstag, den 25. April: Allgemeine Funktionär- Versammlung im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen Geschirr- Branche: Donnerstag, den 4. April, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Portefeuilles- und Reiseartikelbranche: Mittwoch, den 3. April, bei Graumann, Naunynstraße 27. abends 8, Uhr, Militär- Brandje: Mittwoch, den 8. April, abends 6 hr, im Englischen Garten, Meganderstr. 27 c. Linoleumleger u. Teppichnäher: Mittwoch, den 3. April, bei Weihnacht, Grünftr. 21. abends 82 Uhr, Wagen- Branche: Mittwoch, den 3. April, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Eisenmöbel- u. Lederstuhlpolsterer: Donnerstag, den 4. April, abends 8 Uhr, im Graphischen Vereinshause, Megandrinenftr. 44. Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarten 156/17 Die Branchenleitungen. Allg. Ortskrankenkasse für Neukölln Einladung an die Kaffendelegierten zu der am Freitag, den 12. April 1912, abends 8 Uhr, in Bartsche Festfälen hierselbst, Hermannstr. 49, stattfindenden ordentlichen General- Versammlung. I. Abends 8-8, Uhr: Wahl eines Vorstandsmitgliedes aus den Reihen der Kaffenmitglieder an Stelle der Frau Shulte bis zum 31. Dezember 1913. Wahlberechtigt find mur die Arbeitnehmerdelegierten. II. Abends 8, Uhr: Gemeinschaftliche Versammlung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerdelegierten. 1. Geschäftsbericht pro 1911. Tagesordnung: 2. Bericht der Revisionskommiffion. 3. Renntnisnahme von dem Urteil des preußischen Oberverwaltungsgerichts in Sachen des früheren Vorsitzenden. 4. Beschlußfassung über die Aenderung des§ 14 des Rassenstatuts. 5. Beschlußfassung über die Errichtung einer Heimstätte für Genesende. Neukölln, den 31. März 1912. Der Kassenvorstand. Fiedler, Borsigender. Walter, Schriftführer, Zur Beachtung! Die den Delegierten zugesandte Einladung gilt als Legitimation und ist beim Eintritt in die Versammlung zur Eintragung in die Präsenzliste vorzuzeigen. Wohnungsveränderungen sind der Kasse sofort mitzuteilen. Delegierte, welche die wählbarkeit verloren haben, sind aus der Generalversammlung ausgeschieden. 272/13 BorussiaBrauerei Frankfurter Allee Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 13( dreizehn) Untergrundb. 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Bericht von der Generalversammlung. 3. Anträge zum Verbandstage. 4. Verbands- u. Branchenangelegenheiten. Bezirk Ober- Schöneweide Dienstag, den 2. April, abends 8 Uhr, bei Warucke, Wilhelminenhofstraße 18: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung und von der Gaukonferenz. 2. Berbandsangelegenheiten. 81/5 Mittwoch, den 3. April, abends 8½ thr: Vertrauensmänner Versammlungen der Bezirke und Branchen. Freitag, den 12. April: General- Versammlung. Stellungnahme zum Verbandstag. Anträge zum Verbandstag müssen umgehend an das Bureau eingesandt werden. Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 9. Mai 1912, nachm. 2 Uhr, findet eine Außerordentliche Generalversammlung ber Nationalen Kranken- und Sterbekasse der Droschkenkutscher und verw. Berufsgenossen ( E. H. K. No. 75) im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3, statt. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Stassenbericht. 2. Bahl eines Revisors( 8 41). 3. Auflösung der Stasse(§ 52) oder Erhöhung der Beiträge( 811) des Statuts. 272/15 Die noch zu wählenden Abgeordneten werden zu dieser Bersammlung hierdurch eingeladen und ersucht, sämtlich und pünktlich zu erscheinen. Berlin, 31. März 1912. Der Vorstand. W. Knütter, Borfigender. Tarif- Zigarren der G.-E.-G. Hamburg ( vormals Tabakarbeiter- Genossenschaft) empfehlen in vorzüglicher Güte und in verschiedenen Preislagen folgende Verkaufsstellen: Norden. Choriner Str. 53, Ad. Bordasch. Fehmarnstr. 8. Korförer Str. 8, Wilh. Bredow. Kuglerstr. 45, G. Rademacher. Kopenhagener Str. 2. Lychener Str. 123, Herm. Holzhütter Malplaquetstr. 14, Franz Buht. Swinemünder Str. 86. Veteranenstr. 6, Herm. Fischer. Neue Hochstr. 34, Rich. Schmidt. Nordosten. Lippehner Str. 15, May Herforth. Naugarder Str. 39. Chmilewati. Wörther Str. 22, Reinh. Schirmer. Nordwesten. Beuffelstr. 37, Th. Biau. Rostocker Str. 40, Friz Berner. Waldstr. 56, Otto Schinkel. Süden. Gräfeftr. 35, C. Bielefeldt. Südosten. Osten. 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Der Ueberschuß der Frauen in Frauenwahlrecht wäre entsehlich, denn eine demokratische Regierung Deutschland kann als Ursache der Frauenbewegung nicht in Betracht könne niemals Großmachtspolitik treiben, das lehrt uns die Gefommen, zurzeit gibt es überhaupt nur noch einen Ueberschuß von schichte, sagt Hans Delbrüd. Im ungeeignetsten Augenblick würden 837 000 Frauen und davon befinden sich dreiviertel der Zahl schon die Frauen zuströmen, die regierende Majorität zur Minorität Im Februar nahmen wir Veranlassung, an dieser Stelle in hinter dem„ gefährlichen Alter". Die Auswanderung früher Jahr- machen, für gewöhnlich würde die Frau ja nicht wählen. Und einer Sommernachtsglosse mit Frau Bernarda von Nell in St. zehnte, an denen die Männer stärker beteiligt sind, habe den Ueber Massenwahl gibt es nicht ohne Demagogie, nicht ohne Terrorismus, Mathias bei Trier abzurechnen, deren Wunsch dahin geht, daß die schuß bewirkt. Jetzt sei Deutschland ein Einwanderungsland ge- Verhekung. Da tritt das Gemeine der menschlichen Natur zutage. beutschen Frauen wohl hinterrüds gehört werden sollen, aber daß worden und der Ueberschuß sei daher im Schwinden. Die Frau Wer möchte die Frau da hineinstellen? Nicht die Geringschäzung, thnen um keinen Preis das Wahlrecht zuerkannt werden dürfe, um aus dem Volke könne sich auch verheiraten, dagegen blieben die die Hochschäzung des Weibes verbietet das. Glücklicherweise sei das bie parteipolitische Zersplitterung in Deutschland nicht auf die Spike Mädchen der oberen Stände vielfach ledig, fönnten teine Mütter Zentrum durch Weltanschauung und Dogma gebunden gegen das zu treiben. Heute nun ist Ritter Hans Delbrück selber, mit Wehr werden. Daß hier alle möglichen Bildungswege eröffnet werden Frauenstimmrecht. Die Grenzen müßten aber schnell gezogen werund Waffen angetan, in die Arena der Preußischen Jahrbücher" müßten, sicht Delbrüd auch ein, aber vor dem Wahlrecht macht den. Bildungsmöglichkeiten, ja! Aber kein Wahlrecht. Um aber gesprengt, um für Bernarda todesmutig eine Lanze zu brechen. Im er Halt, das ist zuviel, das bedroht die Ehe. Die Ehe! Denn allem eventuellen Anstürmen der extrem- radikalen Elemente vor= neuen Märzheft läßt der Ritter zunächst seine Blicke rückwärts über gibt man der Frau Rechte, sagt er, so liegt die Gefahr vor, daß zubeugen, dafür wären die Konservativen auf dem Posten, um zu den lieblichsten aller Damenkongresse schweifen und erklärt als sie ihre Wünsche nicht in weiblicher Weise geltend steuern. Laßt sie nur kommen, die Megären! Stadthagen ist ja tüchtiger Nationalökonom die Ursachen der Frauenbewegung m a cht. Nicht der Männeregoismus, sondern der Bestand der Ehe, schlimm, aber die Rosa Luxemburg ist doch viel schlimmer. Aber folgendermaßen:" Daß im 19. Jahrhundert eine Frauenfrage ent- auf der der Staat beruht, bedingt, daß die Frauen das Wahlrecht siegten sie doch einmal, dann wehe, wehe, der Ehe! Tiefste Er= standen ist, hat nicht etwa seinen Grund in einem in der weiblichen nicht haben dürfen. Das Hinaustreten des Weibes aus der niedrigung, freie Liebe wäre die Folge für das Weib. Nicht das Psyche erwachten plöhlichen Trieb zu höheren Gestaltungen, als sie familie wird zwar neue ungeahnte Frauentypen schaffen, aber heute Vorliegende schreckt, ruft Hans Delbrück, aber die Zukunft. die Ahnen hervorgebracht haben, sondern hat seine Wurzel, wie feine erfreulichen.( Seht die ausgemergelte Heimarbeiterin!) 3war So kämpft er, wie weiland Ritter Don Quixote mit den Windunsere ganze moderne Bildung, in der Auflösung des kon- ist es konsequent, von den Frauen, das Wahlrecht zu fordern, aber mühlen, und wähnt, wenn die„ Preußischen Jahrbücher" solche Weis. feffionellen Denkens, das im 18. Jahrhundert einsekte und wie entsehlich, häßlich, unrein, ist der politische Kampf. Blidt hin heit verkünden, steht die Erde einen Moment still und lauscht. Aber im Laufe des 19. auch die breiteren Schichten des Bürgertums er- nach England, lest Lily Brauns Memoiren über die Zustände bei die Entwickelung steht nicht still. Und noch eins, der verflossene griffen hat. An die Stelle der einheitlichen, ursprünglich christlich den sozialdemokratischen Frauen.( In Lilys romantischer Beleuch- Damenkongreß hat nichts mit diesen Zukunftsgebilden zu schaffen, orthodoxen, dann christlich- rationalistischen Weltanschauung ist ein tung! D. R.) Männer sind auch nicht bevorzugt, z. B. die Lehrer der ist und bleibt so unschuldig daran, wie ein neugeborenes Kind. auf verschiedene Weise fundiertes subjektives Denten getreten und den Lehrerinnen gegenüber, das bilden sich die Frauen nur ein! Wie kann man die Damen nur in eine so schmachvolle Beleuchtung hat ein Bedürfnis nach breiterem Wissen hervorgerufen. Dieses Männer können doch Frauen malen, besingen, weshalb sollte ſehen? Bedürfnis ist zusammengetroffen mit der großen wirtschaftlichen es nicht richtig sein, für die Frauen zu wählen? Was würden Leseabende. Abwandlung!"( Merkwürdiges Zusammentreffen.) Die Frau der Frauen anstellen, wenn sie wählten? In einem absolutistischen Lankwiz. Am Montag, den 1. April, abends 8½ 1hr, bei Schulz, niederen Stände, fährt der Lanzenbrecher dann fort, begab sich in Staat möchte es ja zur Not noch gehen, aber nimmermehr in die Fabriten, die Frau der höheren Stände wurde durch das einem konstitutionellen. Die Demokratisierung des Staates durch Simm 80 = Ravon Seife Mühlenstr. 21. Die Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Genossinnen. eine neuartige Haushaltfeife von fabelhafter Waschkraft. Es ist jeder Hausfrau aufs dringendste anzuempfehlen, unbedingt einmal einen Versuch zu machen, und sie soll zu sibi diesem Waschversuch empfindlichere oder besonders verschmutzte Sachen nehmen. Man wird die Wäsche nicht wiedererkennen, so schön ist sie geworden. 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März, bleiben unsere Geschäfte bis 6 Uhr abends geöffnet (mit Ausnahme der Kirchenstunden) Nr. 77. 29. Jahrgang. und in 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Partei- Angelegenbeiten. Bur Lokalliste! Berliner Nachrichten. Der Neue Markt. Bodentapital regierte Verwaltung ab und zu Reformen bortäuschte. Sonntag, 31. März 1912. ein Kind erhalten haben, und dürften Sie bald au der Neberzeugung gelangen, daß mein Nachweis in jeder Hinsicht zuberlässig und prompt arbeitet, d. h. die ihm übertragenen Aufträge schnellstens und zur Zufriedenheit erledigt." Man sieht, daß Herr Snöfler es sehr eilig hatte. Seinen Mahnbrief schloß er mit der Bitte um umgehenden Bescheid. Er wartet noch heute auf Antwort. Groß- Berlin im Namen verwirklicht. Groß- Berlin wird mit dem nächsten Montag, den 1. April, zur Wirklichkeit. Es handelt In Johannisthal hat das Lokal„ Lindenhof" den Be- sich um 29 Gemeinden, die ihrem Namen das Wort Berlin vorfiber gewechselt. Der neue Inhaber Albert Neuheuer stellt das- sehen, das ihnen ihre eigentliche Bedeutung verleiht. Postorte, selbe nach wie vor zur Verfügung. denen die Bezeichnung Berlin vorgesetzt wird, sind es 39. Es sind In Neu- Zittau steht uns nun auch das größte Lokal im dies: Baumschulenweg, Borsigwalde, Rummelsburg, Brit, Dahlem, Auf den Mündelfang geht der von Pastor Pfeiffer geleitete Orte, der Gasthof" Zum deutschen Haus", Berliner Str. 94/99, Friedenau, Friedrichsfelde, Lichterfelde, Grunewald, Halensee, Kinder- Rettungsverein aus. Uns liegt ein Schreiben vor, in dem Heinersdorf, Hohenschönhausen, Karlshorst, Karlshorst- Rennplab, sich der genannte Verein an einen Droschtentutscher wendet mit Schmod wit die Lokale Restaurant Bellevue", Inh. Schulze, Lantwis, Lichtenberg, Mariendorf, Marienfelde, Neulichtenberg, dem Ersuchen, die Vormundschaft über ein Mündel doch an Pastor und Inselrestaurant„ Seddin- Wall", Inh. Franz Koppe, zu den Niederschöneweide, Niederschönhausen, Oberschöneweide, Pankow, Pfeiffer abzutreten, da er die Mutter des Mündels bereits bevorüblichen Bedingungen zur Verfügung. Reinidendorf- Ost, Reinickendorf- West, Rosenthal, Schmargendorf, munde. Es ist anzunehmen, daß solche Schreiben öfter aus dem In Wannsee hat das Lokal" Fürstenhof", Königstr. 40, Schöneberg, Steglitz, Stralau, Südende, Tegel, Tempelhof, Trep- Bureau des Kinder- Rettungsvereins hinausgehen. Dieser Verein Herr Otto Ackermann übernommen. Es wird am 1. April wieder tow, Weißensee, Wilhelmsberg, Wilhelmsruh, Wilmersdorf, Wit- hat ein Interesse daran, recht viele Kinder in Vormundschaft zu eröffnet und ist für uns wieder frei. tenau. Es wären dies alle Orte, die gemeinsame Ortsbrieftage haben, bekommt doch der Pfeiffersche Verein von der Stadt Berlin In Schmargendorf ist das Lokal Café Bein, jeht mit Berlin haben. Ausgeschlossen haben sich aber bekanntlich Char- pro Mündel 1,50 M. Früher wurden 50 Pf. gezahlt, dann 1 M. Café Türk, in anderen Befit übergegangen, das gleiche trifft auf Tettenburg, Neukölln und Plößensee, die so gewissermaßen Entlaben und jetzt sollen sogar 1,50 M. pro Mündel bezahlt werden. Es iſt das„ Schützenhaus" zu. Beide Lokale sind nach wie vor frei. im nominellen Groß- Berlin bilden. In Praxis fann und wird ein offenes Geheimnis, daß die Verwaltung des Vereins feinesDie Lokalkommission. man freilich auch diesen drei Eigenbrödlern ruhig den Namen der wegs billig arbeitet und außerdem läßt sich gegen die Art, in der die Verwaltung geführt wird, vieles einwenden. Wir selbst haben Niederschönhausen- Nordend. Dienstag, den 2. April, 8% Uhr, Stadt vorsehen, der die Bedeutung auch der drei ausmacht. Mitgliederversammlung bei Manke, Charlottenstraße Ede BeuthDie Ueberschwemmung der Untergrundbahn ist in den letzten schon sehr oft Gelegenheit nehmen müssen, Inforrektheiten und straße. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgemacht. 24 Stunden erheblich zurückgegangen. Am Bahnhof Spittelmarkt freulich, daß die Stadt Berlin endlich beschlossen hat, die SammelHärten des Kinder- Rettungsvereins zu kritisieren. Es ist nur erDie restierenden Listen resp. Billetts müssen in der Versammlung stand gestern um Mittag das Waffer nur noch etwa 50 Zentimeter bormundschaft für die nach dem 1. April 1912 in Berlin geborenen unbedingt abgerechnet werden. Die Bezirksleitung. hoch und fällt dauernd, so daß dort nur noch eine Kreiselpumpe, Kinder zu übernehmen. Dadurch wird Herr Pfeiffer jedenfalls Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für den Reichstags- die auf dem Bahnsteig installiert ist, erforderlich ist, um das Wasser von neuen Vormundschaften verschont bleiben. wahlkreis Arnswalde- Friedeberg( Ortsverein Berlin). Sonntag, vollends zu entfernen. Die tieferliegende Strecke vom Spittelmartt Eine fast einstündige Störung im Straßenbahnbetriebe wurde den 31. März, nachmittags 3 Uhr, bei Thimm, Tilfiterstr. 79, bis zur Friedrichstraße zeigt noch höheren Wasserstand. Um das Wasser von dort zu entfernen, ist die Feuerwehr wieder in An- am Freitagabend an der Ecke der Chaussee und Invalidenstraße Mitgliederversammlung. spruch genommen. Sie entsandte gegen Mitternacht drei Dampf- durch ein Laftfuhrwert herbeigeführt, dem das rechte Hinterrad sprißen und eine Rundlaufpumpe( Automobilpumpe), die an der gebrochen war. Der Wagen sperrte die Gleise in der Richtung Mohrenstraße, am Hausvogteiplak und der alten Leipziger Straße nach dem Wedding und nach dem Stettiner Bahnhof, und erst durch anlegten und dort seitdem ununterbrochen 5000 Liter in der Mi- den Rettungswagen der Straßenbahn konnte das Hindernis beseinute aus dem Tunnel förderten. Dadurch geht das Wasser, weil tigt werden. Während der Störung, die von 6 bis 6.55 Uhr währte, es am Zufluß von der Spree infolge der Absperrung durch Dämme wurden die Wagen der Linien 10, 11, 50, 51, 57 und W durch die Nach einer alten Chronik ist vor 225 Jahren der Anfang fehlt, ganz merklich zurüd. Der Bahnhof Kaiserhof ist jetzt voll- Chauffee- und Oranienburger Straße über den Hadeschen Markt mit der Bebauung des Neuen Marktes gemacht worden. In ständig trocken gelegt und am Bahnhof Friedrichstraße war mit geleitet; die Linien 2, Q und Z legten am Oranienburger Tor um der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts besaß Berlin nur tags nur noch sehr wenig Wasser vorhanden. Etwas höher stand es und fuhren durch die Elsasser Straße, während die Wagen der einen Markt, den Molkenmarkt, und die Stadt reichte nur am Gendarmenmarkt und am höchsten am Hausvogteiplab mit über Linien 32, 34, und 43 vom Oranienburger Tür über den Rosenbis zur heutigen Königstraße. In der zweiten Hälfte des 1 Meter. Die Feuerwehr pumpt das Wasser auf den sogenannten thaler Platz durch die Invalidenstraße und die Linien 25, 26, 28 13. Jahrhunderts entstand die Neustadt Berlin mit dem Senkbrunnen, das sind Brunnen, in denen sich an den tiefsten und 29 durch die Invaliden-, Rathenower und Perleberger Straße Stellen bei normalen Zeiten Sider- und anderes Wasser ansam- abgelenkt wurden. Neuen Markt, der somit seinen Namen bereits sechs Jahr- melt. Falls neue Zuflüsse ausbleiben, was wohl mit Sicherheit Auf der Straße vom Tode überrascht wurde Freitag nachmittag hunderte führt. Der Neue Markt wurde ursprünglich von anzunehmen ist, dann dürfte heute die ganze Strecke vom Spittelder Spandauer, Kloster-, Bischof- und Papenstraße begrenzt marft bis zum Leipziger Plak wasserfrei sein. Wann der Betrieb der 59 Jahre alte Schneider Wilhelm Geffe aus der Hauptstraße 8 und war ungepflastert; erst 1679 bekam er Pflaster, während auf dieser Strecke wieder aufgenommen werden kann, hängt natür- zu Rummelsburg. Als er durch die Lothringer Straße ging, wurde vorher der dorthin geworfene Kehricht einen so hohen Hügel lich von den Schäden ab, die durch das Wasser verursacht worden ihm plötzlich so schlecht, daß er sich auf eine Rubebant feßen mußte. bildete, daß man von ihm aus die Umgebung der Stadt sind. Auf den Bahnhöfen sah es gestern recht wüst aus. Bretter- Bald verlor er auch schon das Bewußtsein. Vorübergehende Leute wände, Balken, Hölzer, Bretter und andere Dinge lagen bunt nahmen sich seiner an, bis ein Schuhmann mit einem Arzte tam. übersehen konnte. Am Anfange des 18. Jahrhunderts wurde durcheinander. Vermutlich waren sie von der Baustelle ange- Dieser konnte nur noch den Tod feststellen. Der Mann ist wahrder Neue Markt als Haupt- Fleisch-, Fisch- und Gemüse- schwemmt worden. Auf dem Bahnhof am Hausvogteiplak ver- scheinlich einem Herzschlage erlegen. Die Leiche wurde beschlagmarkt für Berlin eingerichtet, und er ist Marktplatz bis zur sperrte eine große angeschwemmte Bretterwand von einem Häus- nahmt und nach dem Schauhause gebracht. Von Augenzeugen wird uns berichtet, daß die Herbeifchaffung Eröffnung der Zentralmarkthalle geblieben. Der Neue chen den Zugang. Ob die elektrische Einrichtung, die Schaltvor Markt hat verschiedene wichtige Ereignisse in der Geschichte richtungen usw. gelitten haben, war noch nicht festzustellen. Die eines Krantenwagens mehr wie 1½ Stunden gedauert habe und Berlins erlebt. An eines davon erinnert das vor der Einbruchstelle an der Spree( Neukölln am Wasser) ist noch nicht ge- als der Wagen tam, war der Mann tot. Der Tote mußte nun in Marienkirche befindliche Steinkreuz, das angeblich dichtet; dort sind noch vier Kreiselpumpen in ununterbrochenem das Leichenschauhaus geschafft werden. Passanten gaben ihrer Betriebe. In der Wallstraße hat man nachts den Straßendamm Empörung über die große Verzögerung unverhohlen Ausdrud. Sühne für die Ermordung des Probst Nikolaus von Bernau von oben durchbrochen und ein etwa vier Meter im Durchmesser Der frühere Generalkonsul Hugo Müller ist im Sanatorium von den Berlinern errichtet werden mußte. Genau ist die großes Loch in die Tunneldecke geschlagen, das als Einsteigswacht Woltersdorfer Schleuse auf Grund eines Haftbefehls von einem Identität nicht festgestellt, namentlich stimmen die Maße des dient. Dort soll eine starke Betonwand gezogen werden, die jeden hiesigen Kriminalkommissar festgenommen worden, nachdem mehKreuzes nicht mit denen des ursprünglich erwähnten Sühne- Wasserdruck abhalten soll. Mehrere hundert Kubikmeter Ries sind rere Aerzte, darunter auch der Stellvertreter eines Gerichtsarztes, reuzes überein, und es ist nicht ausgeschlossen, daß dieses schon zu diesem Zweck angefahren. Zum zweiten Male dürfte dem- ihn für haftfishig erklärt hatten. Weil er auch transportfähig war, Steinkreuz überhaupt nur ein Wegweiser oder ein Wege- nach einer Ueberschwemmung der Untergrundbahn vom Spittel- so brachte man ihn gleich mit einem Straftwagen nach Berlin. Der freuz an der hier vorüberführenden Landstraße gewesen ist. markt ab borgebeugt sein. Die Arbeiten in der offenen Baugrube vorgerüdten Stunde wegen mußte der Verhaftete, den seine Frau Hauptsächlich war aber der Platz die Hinrichtungsstätte der Spreekreuzung haben wieder begonnen. Zunächst muß die begleitete, die Nacht im Gewahrsam des Polizeipräsidiums vereingesunkene Spundwand wieder erneuert und verstärkt werden. bringen. Von dort wurde er gestern dem Untersuchungsrichter Berlins. Im Jahre 1623 wurde auf dem Neuen Markt der Stellvertretende Stadttämmerer. An Stelle des mit Ende dieses Lindner vorgeführt. Müller bestreitet, sich strafbarer Handlungen erste Galgen errichtet, und zwar verlangte der Kurfürst die Monats ausscheidenden Stadtkämmerers Dr. Steiniger, der vom schuldig gemacht zu haben. Es hieß, daß er sich in Schlachtensee Aufstellung des Galgens innerhalb des städtischen Gerichts- 1. April ab die Stelle des Verbandsdirektors des Zweckverbandes regelrecht abgemeldet und in Woltersdorf angemeldet habe.& bezirks. Seit dieser Zeit wurde die Hinrichtung von Groß- Berlin einnimmt, wird bis zum 20. April Stadtrat Jacoby steht aber fest, daß An- und Abmeldung erst erfolgten, nachdem die Soldaten, die zum Strang berurteilt waren, entweder auf und von da an bis zur Neubeſegung des Postens Stadtrat Panofsky Beitungen schon über Müllers Verschwinden berichtet hatten. dem Neuen oder dem Moltenmarkt vollzogen. Auch ein die Kämmereigeschäfte führen. Zwecks Publikation sendet uns die Staatsanwaltschaft folgen. Schandpfahl und ein„ Esel", d. h. ein hölzernes, dem des, unsern Refern durch unsern Bericht schon bekanntes Urteil: Branger ähnliches Gestell, zu dem man die Ehebrecher verBeglaubigte Abschrift: urteilte, haben auf dem Neuen Markt gestanden. Die heutige Umgebung und Anlagen des Plages lassen allerdings von dieser Geschichte nichts mehr erkennen. zur an amt 25." " Das Adoptionsgeschäft In der Straffache gegen den Redakteur Richard Barth in Dem Kommandeur des scheint noch immer recht gut seinen Mann zu nähren, obwohl man denken sollte, daß das Publikum nach manchen Erfahrungen der letzten Zeit mißtrauisch geworden sein müßte. Man kann ganz Berlin, Adalbertstr. 20, geboren am 10. November 1882 in Ilmenau, unverhofft Einblick in diesen eigenartigen Erwerbszweig erhalten, Kreis Weimar, Dissident, wegen Beleidigung durch die Presse, hat ohne daß man den Leuten, die von ihm sich nähren, nachzulaufen die 1. Straffammer des Königlichen Landgerichts I in Berlin am Der verwaiste Zweckverband. Der Jurist ist heilig. Er braucht. So ist es einer Frau M. mit dem 8 en tr aInachweis 11. Oktober 1911 für Recht erkannt: Der Angeflagte wird wegen kann alles. Warum sollte er nicht auch Groß- Berlin bauen für Adoptions- und Kinderpflegeftellen" ergangen, öffentlicher Beleidigung zu bierzehn Tagen Gefängnis sowie in die fönnen. Allenfalls, gibt man ihm noch so einen verdammten den ein gewisser A. Knöfler in der Danziger Straße betreibt. Rosten des Verfahrens verurteilt. Röhren- und Schienenverleger zur Seite. Damit ist es dann Sie hatte in der Morgenpost" eine der üblichen Annoncen gelesen, aber genug, das Uebrige machen Paragraphen. Der Zweck die so lautete: verband beginnt seine Arbeit wahrhaftig mit rührender AhnungsPflegestelle für Mädchen, zwei Jahre, gesucht, monatlich 30,00. Wagen, Wäsche vorhanden. Poftlagerkarte 316. Poft losigkeit. Er hat noch immer nicht begriffen, daß das Schicksal von Groß- Berlin davon abhängt: ob weitblickende StädteNach der Form dieser Annonce mußte angenommen werden, bauer freie Bahn bekommen. Der ganze Zweckverband daß hier jemand ein Kind direkt vergeben wolle. Frau M. war hat überhaupt nur einen Sinn, wenn er solcher erstaunt, als ihr eine Antwort nicht von einer Familie oder einer Art Wegbahner ist. Wenn er statt dessen von vornherein er- unverehelichten Mutter, sondern von dem Knöflerschen Nachweis flärt: Städtebauer hin, Städtebauer her, mit einem Juristen, allenfalls mit einem Ingenieur ist es getan, dann kann kein bernünftiger Mensch an solch einem verwaiſten und berstümmelten Institut noch irgendwelches Interesse haben. Der Zweckverband steht vor einer grundsäßlichen Entscheidung; nimmt er in seinen Haushaltsplan nicht den Posten eines Städtebauers, so hat Groß- Berlin keine Ursache mehr, von dem Zweckverband irgend etwas zu erhoffen. weil es sich sozusagen um Leben und Tod handelt, hat die Zwölfergruppe Groß- Berlin" nur ihre Pflicht getan, wenn sie in letzter Stunde dem Zweckverbande eine Mahnung zuschickte: Darum, „ Die Aufstellung eines großzügigen Gesamt- Bebauungsplanes halten wir für ein unbedingtes Erfordernis, wenn anders die speziell durch das gwedverbandsgesetz dem Verbande überwiesenen Aufgaben der Regelung des Verkehrs, der Durchgangsstraßen und der Freiflächen irgendwie befriedigend gelöst werden sollen. Solange der Zweckverband von der Aufstellung eines derartigen GeneralBebauungsplanes abfieht und sich auf die Begutachtung und Feststellung derjenigen Fluchtlinien und Bebauungspläne beschränkt, die ihm etwa von den Gemeinden vorgelegt werden, wird der Verband nach unserer festen Ueberzeugung nur unbefriedigende Stüdarbeit leisten. Da wir befürchten, daß die Ablehnung dieser Stelle eines Beamten für den Städtebau geeignet ist, die ganze Arbeit des Zweckverbandes von vornherein dieses großen Zuges zu berauben und dadurch in weitem Umfange in der Deffentlichfeit zu diskreditieren, so gestatten wir uns die Bitte, die Verbandsversammlung möge im Gegensatz zu den Vorschlägen des Verbandsausschusses die unmittelbare Schaffung einer Beamtenstellung für den Städtebau beschließen." Die tüchtigsten Fachleute haben diesen Appell unterschrieben. Der Oberbürgermeister von Schöneberg wird in der Versammlung des Zweckverbandes eine entsprechende Anfrage vortragen. Db es hilft, oder ob die juristische Sturzfichtigkeit fiegt, werden wir hören. Bleibt der Städtebauer vor der Tür, so können wir getrost den Zweckverband zu jenen anderen Scheinmanövern legen, mit denen die vom 2. Garderegiments zu Fuß in Berlin wird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung des Angeklagten wegen Beleidigung des Sergeanten Schmanns innerhalb einer Woche nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtsträftigen Urteils einmal im Vorwärts", und zwar an der Stelle, wo die Veröffentlichung des beleidigenden Artikels erfolgt ist, durch Ginrückung der Urteilsformel auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. In allen Eremplaren der Nr. 15 des„ Vorwärts" vom 18. I. 1911 ist der strafbare Artikel in der 8. Beilage unbrauchbar zu machen, desgleichen auging. Das Antwortschreiben, mit der Schreibmaschine herge- auch die zu seiner Herstellung bestimmten Platten und Formen. stellt, trug kein bestimmtes Datum, sondern den Vermerk„ Datum Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde gestern nachmittag des Poststempels", wie wenn es sich um eine ein- für allemal zu- an der Charlottenburger Brücke die Leiche eines neugeborenen rechtgemachte Buschrift handelte. Hier ist der Wortlaut: Knaben, die schon start verwest war. Sie wurde nach dem SchauHause gebracht. Ob das kräftig entwickelte Kind lebend oder erst nach seinem Tode ins Wasser geworfen worden ist, kann erst die Obduktion feststellen. Ew. Hochwohlgeboren! Mit höflicher Bezugnahme auf Ihr wertes Schreiben, woraus ersichtlich ist, daß Sie ein Kind in Dauerpflege annehmen möchten, gestatte ich mir, Sie auf meinen feit 2 Jahren bestehenden Kindernachweis aufmerksam zu Eine widerliche Szene spielte fich gestern früh auf dem Wannmachen. Infolge der regen Tätigkeit, welche mein Institut zwecks Erlangung von Kindern entfaltet, bin ich stets in der Lage, Sie feebahnhofe ab. In Steglik war ein junger Mann in den abfahren. den Zug eingestiegen, als derselbe sich schon in Bewegung setzte. mit Damen in Verbindung zu sehen, welche die Absicht haben, Ein Bahnbeamter sprang nach, um den Mann festzustellen. Auf ihr Kind in gute Dauerpflege zu geben, da ich fast täglich Kinder dem Wannseebahnhofe wollte der Intulpat sich schleunigft entfer suche und erhalte, bin ich allein in der Lage, Ihren Wunsch bald- nen, um der ihn drohenden Strafe zu entgehen. Da rief ein Bemöglichst zu erfüllen. Ich nehme jedoch an, daß Sie sich in Ber- amter: Haltet ihn fest! Und das Publikum stürzte sich in der Meihältnissen befinden, welche eine gute Erziehung des Kindes ge- nung, es mit einem schweren Verbrecher zu tun zu haben, wie wild währleisten, in diesem Falle wollen Sie mir beiliegenden Frage- auf ihn. Es war eine recht häßliche Szene, die sich da abspielte. bogen ausgefüllt umgehend retour senden. Für meine Tätig- Nachdem der„ Verbrecher" seine Strafe erlegt hatte, lonnte er teit, Insertionskosten, Portis, Spesen usw. beanspruche ich für seiner Wege gehen. Berlin und Vororte 5 Mark und für Provinzstädte 6 Mart, welche bei Uebersendung des Fragebogens miteinzusenden sind, Wegen eines Revolverattentats auf einen Gerichtsvollzieher ist und verpflichte ich mich, Ihnen mindestens 25 Kinder innerhalb Freitag der Tischlermeister Mar Pfeifer auf dem Brunnenplak einem Monat nachzuweisen. Sollte ich meinen Verpflichtungen, berhaftet worden. Pf., der in der Holländer Straße in Reinidenwelche ich hierdurch eingehe, nicht nachkommen, zahle ich Ihnen dorf wohnt, sollte vom Gerichtsvollzieher gepfändet werden. Als den Betrag sofort zurück. Es liegt daher in Ihrem eigenen In der Beamte in der Wohnung erschien, um die Siegel an die Möbel teresse. von meinem überaus günstigen Angebot sofort Gebrauch zu legen, wurde Pf. auffässig und er geriet mit dem Gerichtsvollzu machen, und werde ich stets bestrebt sein, das mir geschenkte zieher in einen erregten Wortwechsel. Plöblich zog er einen in Bertrauen jederzeit zu rechtfertigen. Ihrem geschäßten Auftrag der Brusttasche verborgenen, scharf geladenen Revolber hervor und baldmöglicht entgegensehend, zeichne hochachtungsvoll Alexander feuerte auf den Vollstreckungsbeamten eine Kugel ab. Der BeKnöfler. N. S. Der Nachweis von guten Pflegeeltern ist für drohte, der die Bewegungen des Attentäters gar nicht beobachtet die Mutter des unehelichen Kindes von meiner Seite aus voll- hatte, konnte sich nicht in Sicherheit bringen und so erhielt er einen ständig kostenlos, daher müssen die Pflegeeltern die Gebühren Schuß in den rechten Oberarm. Nach Verübung der Tat flüchtete zahlen. Bei Anfragen Rückporto erbeten." Pfeifer. Er wurde schließlich auf dem Brunnenplatz von einem Frau M. antwortete nicht und hielt hiermit die Sache für er Polizeibeamten verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. ledigt. Da tam schon zwei Tage darauf ein wieder mit der Auf dem Gesundbrunnen erregte die von Kriminalbeamten in Schreibmaschine hergestelltes Mahnschreiben, dem diesmal Autos betriebene Jagd auf den Attentäter erhebliches Aufsehen. das mit einem Blauftempel aufgedrückte Datum beigefügt war. A. Snöfler fragte unter Bezugnahme auf sein erstes Schreiben Arbeiter- Bildungsschule, Berlin. Der Unterricht in ergebenst an, ob noch auf ein Kind reflektiert werde. Er versicherte: Redeübung( Grunwald) wird morgen von 1211 Uhr ab Um jedem Mißtrauen zu begegnen, bin ich gern bereit, im Königstädtischen Kasino", Holzmarktstraße 72, Ihnen Familien namhaft zu machen, welche durch mein Institut labgehalten. ruchmühle. Der Gefangverein Liberté", M. 5. D. A.-S.-B., Gau Berlin schnell wollte er daher das Einverständnis der Versammlung feststellen, Bleifies als Angefeffener gelten muß, ist es Pflicht der Arbeitete und Umgegend, veranstaltet heute ein Frühjahrskonzert im Etablisse- daß das Fehlende aus dem Reservefonds entnommen werde. Damit be- schaft dafür zu sorgen, daß unser Kandidat den Sieg davon trägt. ment Friedrichshain. Zur Mitwirkung ist Fr. Radwaner- Birnbaum gegnete er jedoch dem stürmischen Widerspruch der Sozialdemokraten, der ( Violine) und Kammermusiter Plaß mit seinem Posaunenchor ge- fich wieberholte, als trogdem die Mehrheit im Sinne des vom Borsteher gemachten Borschlages beschloß. Stadtv. Conrad legte Verwahrung ein gegen eine derartige unerhörte Art der Etatfeststellung und stellte fest, daß sich die sozialdemokratische Fraktion eventuelle Maßnahmen dagegen vorbehalte. wonnen. Vorort- Nachrichten. Neukölln( Rigdorf). Es folgte darauf eine nichtöffentliche Sigung. Arzt fonnte nur ihren Tod feststellen. Wilmersdorf. Zum Besten des Turnplatfonds veranstaltet die Freie Turnerschaft in Wilmersdorf am Sonntag, den 31. März, in den Johann Georg- Sälen" in Halensee einen Lichtbildervortrag, der interessant zu werden verspricht. Anfang 5 Uhr. Eintritt a Person 30 Pf., Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Adlershof. Kinderschutz und Lehrerschaft. Bei der am Freitag stattgefundenen Erfahwahl zur Gemeindevertretung in der 8. Klaffe stegte unser Genosse Wegel unit 78 gegen 76 gegnerische Stimmen. Trogdem die Gegner eine beträchtliche Zahl Papierstimmen abgaben, ist es ihnen nicht gelungen, das Mandat zurüdzuerobern. Verfammlungen. Deutscher Transportarbeiterverband. In der am Donnerstag Ein neues gefehwidriges Vorgehen legle der Gemeindeborsteher Schwengberg bei der Gemeindevertreterwahl an den Tag. Der Herr erklärte bei der Bureauwahl, daß der Vertreter von 25 Forensen für dieselben abstimmen könne; dadurch wurde es unseren Genossen unmöglich, das Wahlbureau zu besetzen, und die Voll machten konnten daher auch von ihnen nicht geprüft werden. Die In bitterer Not. Die 48 Jahre alte eheverlassene Frau Hulda dritte Klasse war deshalb für uns aussichtslos; unsere Genossen Stadtverordnetenversammlung( Fortsetzung der Etatberatungen). Die wichtige Frage, wie die Gemeinde steuern im kommenden Jones geborene Bäzold aus der Weisestr. 43, die sich als Näherin beschlossen daher, keine Stimme abzugeben, was auch befolgt wurde. Jahre zu gestalten sind, wurde in derselben furzsichtigen Weise be- ernährte, hatte seit längerer Zeit teine Arbeit und fämpfte mit der Der bürgerliche Kandidat erhielt alle 40 abgegebenen Stimmen. handelt, wie dies in allen Gemeinden Groß- Berlins alljährlich zu bittersten Not. Als sie endlich Blusen zu nähen bekam, verkaufte ste, In der zweiten Klasse siegte der Genosse Biedermann mit beobachten ist. Gleich beim Titel Gemeinde Gintommen- um ihren Hunger zu stillen, den seidenen Stoff. Vorgestern mahnte 14 gegen 9 Stimmen, die auf den Gegner entfielen. So ziet steuer wich der Magistrat mutig" zurüd. Stämmerer der Auftraggeber. Die Unglüdliche traute sich nicht, sich ihm persön also doch der so sehr Gehaßte als erster Sozialdemokrat in bas Arlart hielt die bekannte Rede, wie fie in Tagen in allen Groß- Berliner Rathäusern vom Stapel ge fo fchwer, daß sie aus dem Leben scheiden müsse. Gleich nach jogar den Gendarmen hinbestellt hatten; zur Ueberraschung der diesen lich zu offenbaren, schrieb ihm vielmehr, sie halte ihr Vergehen für Dorfparlament ein. Was für eine Angst die Gegner vor der Sozialdemokratie haben müssen, geht daraus hervor, daß sie sich Lassen worden ist. Neukölln fönne nicht vorangehen mit der Erhöhung des Einkommensteuerzuschlages von 100 auf 110 Broz. Empfang des Briefes entfandte der Mann einen Angestellten, um Herren wurde der Ordnungshüter von unseren Genossen hinausEr ziehe deshalb namens des Magistrats den dahingehenden Vor- das Vorhaben der Bebauernswerten zu verhindern. Es war aber gewiesen. schlag zurück und verfichere, daß trotzdem fünftliche Dedung nicht schon zu spät. Frau Jones hatte sich mit Leuchtgas vergiftet. Ein Nordend. nötig fei. Dagegen wandte sich in eindringlicher Rede Stadtverord neter Scholz( Soz.): Wenn schon die anderen Gemeinden GroßBerlins der bekannten, von der Notwendigkeit diftierten Anregung des Regierungspräsidenten auf Erhöhung der 100 Proz. nicht nachgekommen find, so dürfe das für Neukölln nicht maßgebend sein. Das würde dahin führen, daß die wichtigsten Kulturaufgaben bernachlässigt werden. Um so mehr müsse das eintreten, als Neukölln andere Steuerquellen faum noch zur Verfügung stehen. Es sei gewiß für die sozialdemokratische Fraktion am schwersten, für Erhöhung der Einkommensteuer zu plädieren, da natürlich die Arbeiter dabei am meisten getroffen werden. Das Interesse der Gesamtheit zwinge aber dazu; denn der ganze Etat fei doch nur mühsam An dem Kampf gegen die Erwerbsarbeit ful- abgehaltenen Generalversammlung des Bezirks Berlin wurden die balanziert worden. Trotzdem lasse der Magiftrat feinen eigenen pflichtiger Rinder hat, che das jetzt geltende Kinderschutz in der vorigen Generalversammlung unerledigt gebliebenen AnBorschlag fallen. Die dagegen im Ausschuß plößlich beantragte gefeß zustande kam, auch die deutsche Lehrerschaft sich beteiligt. Wenn träge beraten. Eine ausgedehnte Debatte rief ein Antrag hervor, Erhöhung der Wertzuwachssteuer von 50 000 auf 150 000. fie in hoffentlich nicht zu ferner Zeit sich wieder einmal mit diesem ber sich auf den Ortszuschlag zum Verbandsbeitrag bezieht. Be fei eine gewagte Finanzoperation und beweise, wie wenig Kapitel des Kinderschubes beschäftigen will, so wird es ihr nicht schlossen wurde, vom 1. Juli ab für alle Branchen einen Ortszuschlag forgfältig der Magistrat disponiert habe. Die vom Magistrat an Material für den Nachweis fehlen, daß das Gefeß überaus zu erheben, der für erwachsene männliche Mitglieder 10 Pf., für beliebte ungefunde Finanzpolitit lehne die Sozialbemo mangelhaft ist. Nötigenfalls würden ihr die Kinderschuhweibliche und jugendliche 5 Pf. beträgt. Dadurch if der Beitrag kratie ab und sie befinde sich dabei in guter Gesellschaft. Der Bres- tommissionen der Arbeiterschaft eine Fülle von Material für die ersteren auf 60. Pf., für die letteren auf 30 f. festgesetzt. Laner Oberbürgermeister Bender babe in einem Vortrage über überreichen fönnen, aus dem zu ersehen ist, daß selbst die be- Von den übrigen Anträgen, die verhältnismäßig schnell erledigt „ Steuern oder Schulden?" sich energisch gegen die Schuldenwirtschaft scheidenen Vorschriften des mangelhaften Kinderschutzgesetzes noch wurden, fand nur einer Annahme. Er bestimmt, daß im Whitgewandt und bewiesen, daß das Gegenteil fogar vorteilhafter fei. nicht einmal immer befolgt werden. Die Uebertretungen, die immer teilungsblatt der Bezirksleitung Berlin die Namen der verstorbenen Hier bei uns streiche man aber die minimale Zuführung von wieder zur Kenntnis der Kinderschußkommissionen kommen, find Kollegen veröffentlicht werden. Ferner wurde beschlossen, die 50 000 m. an dem Pflasterfonds in demselben Augenblick, wo diesem bei den Eltern wohl zum größeren Teil aus Unwissenheit zu er- und Leser des„ Vorwärts" sind, und diejenigen, welche es nicht Mitglieder daraufhin zu kontrollieren, ob sie politisch organisiert etiva 200 000. für Neupflasterungen entnommen werden müssen. Klären. Bei den Arbeitgebern möchte man schon eher annehmen, Die ganze jest verfolgte Finanspolitik zeige deutlich, daß die Bürger- baß es sich meist um bewußte Verstöße gegen das Gesek handeln find, bekanntzugeben.- Die arbeitslosen Delegierten zur General lichen Fraktionen dem Motto folgen:" Nach uns die Sint wird. Die Kinderschußkommiffionen stehen aber mit ber sozial bersammlung sollen eine Erstattung ihrer Ausgaben im Betrage flut!" Die kommende sozialdemokratische Mehrheit mag fich demokratischen Partei auf dem Standpunkt, daß die rechte Gin- bon 50 Bf. erhalten. ja dann mit der Sanierung des Bankrotts bürgerlicher sicht in die Gefahren der Erwerbsarbeit schul- Zu Beginn der Versammlung hatte der Borsißende Wernes Kommunalpolitit abmühen. den pflichtiger Kinder zu einem völligen Verbot hätte 23. März im Vorwärts" veröffentlichten Versammlungsbericht des in längeren Ausführungen Bezug genommen auf einen am Sozialdemokraten mit Beifall aufgenommenen Ausführungen führen müssen, durch das mancher noch immer fortwuchernde Weiß Brauerei- und Mühlenarbeiterverbandes, worin gesagt wird, Tröger konnten die Vertreter des Magistrats, Stadtrat Arlart und brauch unmöglich gemacht worden wäre. Und fie fordern Oberbürgermeister Saifer nichts anderes entgegensetzen, als die von den Eltern wie von den Arbeitgebern, daß sie schon jetzt, habe das Verhalten bes Transportarbeiterverbandes fritisiert hin wiederholte Versicherung, daß man nicht vorangehen tönne in der wo wir das völlige Verbot leider noch nicht haben, ber Erwerbs fichtlich einer Angelegenheit, die sich in der ehemals Endersschen Steuererhöhung. Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) wies an arbeit schulpflichtiger Kinder durch freiwilligen Brauerei abspielte. Werner führte einige Fälle an, um darzulegen, Beispielen nach, mit wie jämmerlich ungenügenden Summen die Berzicht ein Ende machen. Daß in diesem Wunsche unsere daß fich der Brauerei- und Mühlenarbeiterverband in diesen Fällen Kulturaufgaben im Etat bedacht sind. Er rief der Mehrheit zu: Kinderschußkommissionen mindestens die Lehrer auf ihrer Seite genau so verhalten habe wie der Transportarbeiterverband in dem Das wissen Sie auch sehr gut. Sie wollen aber ganz bewußt hätten, sollte eigentlich selbstverständlich sein. bon Tröger fritisierten falle, so daß also dem Transportarbeiters in den Bantrott hineinwirtschaften, um für die Um so mehr muß man sich wundern über eine Feststellung, die verbande ein berechtigter Vorwurf nicht gemacht werden könne. Stommenden eine schwierige Situation zu hinterlassen.( Lachen am hiesigen Ort durch die Kinderschutzkommiffionen gemacht worden Berband der Gemeindearbeiter. Die am Freitag abgehaltene bei der Mehrheit.) Stadto. Conrad( Soz.) betonte, wie ist. Sier haben Lehrer der ersten und der zweiten Gemeinde- Generalversammlung beschäftigte sich mit der Beratung von Ans unfinnig es ist, wenn Neukölln als eine der ärmsten schule fich zu einem Regelabend zusammengetan, der bisher am trägen zum Verbandstage. Die vom Verbandsvorstand beantragte Gemeinden Groß- Berlins warten wolle, bis andere reichere voran Donnerstag im Botal Raiser- Wilhelm- Garten( in der Raiser. Erhöhung der Beiträge und der Erwerbslosenunterstützungsfäße gehen werden. Unsere Finanzpolitit muß so dahin führen, wo wir Wilhelm- Straße) abgehalten wurde. Der bisherige Wirt des Lotals rief eine ausgedehnte Debatte hervor. Schließlich stimmte die Ver bereits find, nämlich, daß nicht mal mehr das Schuldenmachen ge-( er hat Ende März in der Selchower Straße ein anderes über- sammlung einem Antrage der Ortsverwaltung zu, der von der lingt. Das sei eine Politit des in den guten Tag bin nommen) ließ für die Herren Lehrer teils durch ältere Personen, Borlage des Verbandsvorstandes abweicht. Der Antrag fordert, daß einlebens. Nachbem Stadtb. Ko te verfichert hatte, ganz mit teils aber auch durch schulpflichtige Pinder die Kegel der Beitrag nicht nur für die männlichen, sondern auch für die dem Magistrat übereinzustimmen, lehnte die Mehrheit mit 22 gegen aufsehen, durch Schüler der Knabenschule, aus der einige Lehrer weiblichen Mitglieder nach Lohnhöhe abgestuft wird. Er fiebt Bei 10 fozialdemokratische Stimmen die Erhöhung auf 110 Bros. ab. sich dem Regelabend angeschlossen hatten. Den meisten Teilnehmern tragstlaffen au 35, 40 und 50 f. bor. Nur für die jugendlichen Einen kompletten Umfall vollzog der Magistrat bei der kann nicht unbekannt gewesen sein, wer die Kegelauffezer waren, Arbeiter soll eine besondere Beitragklaffe zu 25 Pf. bestehen. Eine bon ihm beantragten Erhöhung der Grundsteuer. Man von denen sie da bedient wurden. Die Vermutung, daß vielleicht Erhöhung der Krankenunterstübung hält die Ortsverwaltung mit müsse so erklärte der Kämmerer daran festhalten", die Lehrer den Jungen teine Beachtung weiter geschenkt hätten, Rüdficht auf die besonderen Verhältnisse der städtischen Arbeiter toenn etwa nachher die Luftbarkeits- und Schanterlaubnissteuern dürfte nicht autreffend fein. Sie haben sich so sehr für sie inter- nicht für notwendig, dagegen befürwortet fie eine Erhöhung der abgelehnt werden würden. Diesen Hinweis ließ man sich nicht essiert, daß fie ihnen manchmal den vom Wirt festgesezten Lohn Arbeitslosenunterstüßung. Nachdem der Antrag der Crisverwal zweimal fagen. Die Stadtbb. 8ernitop und Gröpler noch durch ein Trinkgeld aus eigener Tasche erhöhten. Nun ist tung angenommen war, wurde die Fortsehung der Tagesordnung ftimmten sofort bewegliche Klagelieder über die armen Haus und leider richtig, daß die Verwendung von schulpflichtigen Kindern bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Grundbesizer an und ersuchten dringend um Ablehnung der Grund- zum Segelauffeben nicht gänzlich durch das Kinderschutzgesetz verArbeiter Samariterbund, Kreis Brandenburg. Steuererhöhung. Letzterer, ein bisheriger Kämpe gegen die Luft- boten ist. Nur die Beschränkung ist in dem Gefeß borgesehen, daß Lehrabend haben in dieser Woche: barkeitssteuer beeilte sich sogar zu versichern, daß er in die als Regelauffeber benutten Kinder mindeBerlin. 1. Abteilung Montag in den Ritter- Sälen, Ritterstraße 75, dem Punkte werde nachher mit sich reden lassen. Auch stens 12 Jahre alt sein müssen. Wir hätten aber er- 8 lbr. Stadtb. Küllmann bewies, daß in ber fogenannten wartet, daß Lehrer es unter allen Umständen ablehnen würden, Lichtenberg. 4. Abteilung bei Bidenhagen, Scharnweberftr. 60, tommunal-, fortschrittlichen" Fraktion Terrainspekulantenintereffen sich die Regel durch Schulkinder auffeßen zu laffen, auch wenn diese abends 8%, br. wetterte ebenso wie seine Vor- über das 12. Lebensjahr hinaus sind. Interessant ist übrigens, Neukölln Donnerstag: dealpaffage, Beifelstraße 8, abends ausschlaggebend find, und redner. Intereffant war aber ferner, daß einige Mitglieder der daß einer dieser Regeljungen noch nicht mal das 12. Lebensjahr 8, Uhr. Mariendorf Montag bei Löwenhagen, Chauffeeftr. 27, abends Kommunal Fortschrittlichen" ingwischen berschwunden waren, bollendet hat, so daß seine Beschäftigung gegen das Gesez verstieg. darunter diejenigen, welche im Etatausschuß mit für die Annahme Wir glauben gern, daß die Lehrer nicht gewußt haben, in welchem 8 Uhr. Spandau. Jeden Mittwoch bei Pecziles, Pichelsdorfer Straße 5, bes Magistratsvorschlages gewirkt hatten. Die anwesenden Fort. Alter dieſer förperlich gut entwickelte Anabe ſieht. Wundern muß Schrittler" stimmten bei der nun folgenden Beschlußfassung, welche man sich aber darüber, daß sie nicht die Vorsicht gebraucht haben, Rowawes. Jeden Freitag in der Fortbildungsschule, abends 8 Uhr. Schöneweide. Jeden Montagabend 8%, Uhr, Siemensstr. 12. auf Antrag der Sozialdemokraten namentlich war, stramm gegen die fein Alter in einwandfreier Form zu ermitteln. Friedrichshagen. Jeden Donnerstagabend 8%, Uhr im Jugend Magistratsvorlage, fodaß diese mit 22 gegen 11 Stimmen abgelehnt wurde. Dadurch war aber auch die Beschlußunfähigkeit der Berhelm, Friedrichstr. 60, 2. of. Neue Mitglieder tönnen an den Lehrabenden eintreten. fammlung festgestellt; vom Stadto. Scholz( So.) wurde daher Bertagung verlangt. Wohl oder übel mußte der Vorsteher die WerDiesen bon Der Wir denken, daß die kegelnden Lehrer fortan bei ihrem Regelbergnügen sich überhaupt nicht mehr von Schulkindern bedienen laffen werben. deutschen Lehrerschaft empfehlen wir, dieses durch die KinderschutzAnschauungen abends 8 lb. Lefe: und Diskutierklub Paul Singer". Mittwoch, den 3. April, handlungen schließen und damit die ungültigkeit des eben gefaßten tommission festgestellte Vorkommnis ganz besonders zu beachten. abends 8%, Uhr, bei Bed, Samariterſtraße 17: Bortrag. Gäfte till Beschlusses bestätigen. Weißensee. tommen. Silfskaffe der Graveure, 8ieleure nnd verwandten Berufs. genoffen in Berlin. Montag, den 1. April, abends 8%, Uhr, in den Corona Brachtfälen( unterer Saal), Kommandantenstraße 72: General bersammlung. 9 Wafferstands- Nachrichten Eingangs der Sigung am Freitag mußte die Abstimmung über pflichtiger Kinder manchmal doch auch in Lehrertreisen noch sehr die Erhöhung der Grundsteuer wiederholt werden. Da die Ver- fonderbar sind. fammlung Lücken aufwies, wollte Vorsteher Sander im voraus von den Sozialdemokraten wissen, ob die Beschlußfähigkeit wieder bezweifelt werden würde. Diese lehnten jedoch lachend eine Auskunft darüber Die Wahlen 6er Britten Abteilung finb bon der Gemeindeab und ließen durch den Stadtb. Wuly erklären, daß fie erst die bertretung für gültig erklärt, es werden daher die Genossen FuhrAbstimmung abwarten werden. Letztere ergab die Ablehnung der mann, Schlemminger und Taubmann in der Situng am Montag der Landesanstalt für Gewässerhunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Magistratsvorlage. Für dieselbe stimmten nur die Sozialdemo- neu eingeführt. Gegen die Wahlen in der zweiten und ersten Abfraten, dagegen auch ein Teil der Kommunal- Fortschrittlichen", der teilung liegen Einsprüche vor, über die ebenfalls am Montag verandere Teil hielt diesmal in der üblen Situation aus und enthielt handelt wird; nur das Mandat des Schlächtermeisters Liesen hat fich„ tapfer" der Abstimmung zur höheren Ehre des Fort man nicht angefochten. Bei dieser Gelegenheit wird wohl nochmals memel, Tuft Schritte". Hierauf gab es eine Geschäftsordnungsdebatte, da der verflossene heftige Wahlkampf der besseren und gebildeteren" Bregel, Insterburg Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) feststellte, daß nach der Geschäfts- Wähler einer ganz besonderen Kritik unterzogen werden. Denn eisel, Thorn ordnung die ganze Abstimmung unzulässig war, weil die Versammlung wie das G. m. b. H.- Organ berichtet, will man die amtliche Wahl- Ober, Nalibor nicht besonders dazu eingeladen worden ist. Worsteher Sander gab mache" unter die Rupe nehmen, Frankfurt darauf der Befürchtung Ausdruck, daß von den Sozialdemokraten Warthe, Schrimm gerichtlich Protest eingelegt werden tönnte, atmete aber dann er- König3- Wusterhausen. Landsberg Rege, Bordamm Bafferstand Stroffen Dresden Berby Magdeburg cm cm³) 115 am feit am feit 29. 3. 28. 3. em 398 cm) +16 Bafferstand Gaale, Grochit 29. 3. 28. 3. 18 +18 Gabel, Spandau) 0 81+1 220 -4 Rathenow 104 187 -7 Spree, Spremberg) 76 152 Beeskow 100 153 232 -13 72 318-2 70<-4 <-14 48 +13 252+2 35 +3 Köln 339-13 88 155 +12 90-5 125 Main, Bertheim Mosel, Trier 197 +2 178 30 53 Befer, Münden Minden Rhein, Maximiliandau 424 Raub Nedar, Heilbronn )+ bedeutet Buchs, Fall. Unterpegel Barometer Stand mm Ditterungsübersicht vom 30. März 1912. Wind Burpp Windstärke Better Temp. n. 6. 5° 4° R. Stationen Barometer Bland mm Wind битфа Windstätte Better Temp. n. 6. 5°.409. fichtlich auf, als unsere Genossen erklärten, davon absehen zu wollen, Bei der Wahl eines Gemeindevertreters Ser dritten Klasse ersofern die eben vorgenommene Abstimmung nicht als Präzedenzfall hielt unser Kandidat Genosse Pleities 147 Stimmen, während auf Elbe, Leitmerik später benutzt werde. Das sicherte man flugs zu, so daß endlich vier Gegenkandidaten zusammen 168 Stimmen entfielen. Statt die gefürchtete Grundsteuererhöhung als abgelehnt betrachtet werden nun zwischen unserem Kandidaten und dem Oberpostschaffner Hofffonnte. Nachdem das vom Grundstücipetulantentum glüdlich ab- mann, auf den 87 Stimmen entfielen, Stichwahl stattfinden zu gewandt war, nahm die Mehrheit geschloffen die Luftbarkeitssteuer Taffen, beschloß der Wahlvorstand eine Neuwahl vorzunehmen, weil mitsamt der borgeschlagenen Erhöhung( einschließlich der Bleikies nicht die Eigenschaften eines Angesessenen im Sinne der Sinotheater- Besteuerung) an; auch die bisherigen bürgerlichen 2. G. O. befißt und infolgedessen bei der stattgefundenen GemeindeGegner derstelben stimmten dafür. Die sozialdemokratische Fraktion vertreterwahl nicht wählbar gewesen sei. Selbstverständlich ist von lehnte sie ab, nachdem Stadtv. Dr. Silberstein erklärt hatte, unseren Genossen gegen diesen Beschluß Einspruch erhoben mit der daß die Lustbarkeitssteuer in der alten und neuen Form unannehm Forderung: 1. Die auf unseren Kandidaten Bleifies abgegebenen Dieselbe Komödie wiederholte sich bei der Schant Stimmen für gültig zu erflären; 2. den Gemeindevorstand auf- Stationen bar sei. fonzessionssteuer, welche im Etatsausschuß gefallen war. zugeben, unverzüglich den Stichwahltermin festzusehen; und 3. die Stadiv. Hoppe( Soz.) befämpfte sie auch im Plenum, aber die Stichwahl zwischen unserem Kandidaten Pleities und Oberpostbürgerlichen Frattionen brachten genügend Stimmen auf, um sie zu Schaffner Hoffmann stattfinden zu lassen. Am 1. April 1895 trat bekanntlich die kommunale Besteuerung Hamburg 753 BS7wollig Swinemde. 753 SS 5 bedeckt 6 Haparanda 740ND retten. Auch der Magistrat war plöglich wieder start geworden; 7 Petersburg 739 23 2bedect Kämmerer Arlart hielt entschieden an dieser Steuer fest. Diefe Haltung in Prozenten der vom Staate weiter veranlagten Grund- und Ge- Berlin 7575W 4oifig 5 Scilly 768 2 5 mollig des Magistrats, der bei der Grundsteuer zusammengefnict war und nun- bäudesteuer bezw. eine besondere Gemeindesteuer vom Grundbesib Franti.a.m. 763 S 6 halb bd. 4 Aberdeen 7514 heiter mehr gegen die fleinen Gewerbetreibenden all seinen Mnt wiedergefunden an den Platz der staatlichen Abgaben; es findet nunmehr an winchen 7662 4 moltent 4 Paris 7652 2woltent 765528 210ollent 6 hatte, nagelte Stadtv. Kloth( Soz.) gebührend fest. Mit 19 gegen Stelle der staatlichen die fommunale Beranlagung dort statt, wo Bien 18 Stimmen fam die Schanterlaubnissteuer wieder zur Annahme. die Gemeinden eine befondere Steuer auf den Grundbesitz erheben. Wetterprognofe für Sonntag, den 31. Märs 1912. Hierauf wurde über den so festgestellten Etat insgesamt abgestimmt Beitweise heiter, aber tahl und sehr unbeständig bet ziemlich starken und diefer angenommen. Erst nachdem machte der Vorsteher die Berliner Betterbureau. Entdeckung, daß ein Fehlbetrag von 175 000. vorhanden war; un entfällt auf das Grundstück unseres Kandidaten eine Grundwertsteuer von 6,09 M.; er zahlt also um 100 Broz. über den Sah westlichen Winden; wiederholentlich Niederschläge. hinaus, den die&... als Minimum borsieht. Da demnach 4pollent 5884 CO Abzahlungsgeschäfte Berliner Credit- Haus BF Kommandantenstr. 67. Alkoholfreie Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u.Römertrank- Kell. N4, Schlegelst. 9, Fernsp. III, 7727 GUISCH, Thaerstr. 44. T. A. 7, 8176. Selter- u. Limonad.- Fabrik Schütze, E., Weberstr. 15a, T.7, 11125. Bestes alkoholSi- Si freies Getränk. Bertin 0, Rudolft.4 Arbelter- Bekleidung F.Falk! ossenerstr. 32 Bergmannst.96 Hamburger Laden, Charl, Wallst.69 J.Kastner Revalerstr. 6 E.Warschau.St. RoterLaden, Schöneb., Hauptstr.108 Bäckerelen, Konditor. Blottner's Großbäckerei Geschäfte in Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf. 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Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen laffen, welche neben den im Vorwärts" veröffentlichten Namen, Tarife mit unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Bureau erhalten, damit sie, sofern sie von Tariffirmen beziehen, diese grünen Plakate von hier entnehmen können. Der Vertrauensmann. A. Schulze, Große Hamburger Str. 18/19. 187/3 Berantwortlicher Redakteur; Albert Wachs, Berlin Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärts Buchdruderei a. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 77. 29. Jahrgang. 6. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Jugendbewegung. Berbandstag schweizerischer Jungburschenvereine. Sonntag, 31. März 1912. 5156 Frant, wovon 1000 im Ferienfonds. Von Gewert bewegung zu fördern. Nach längerer Diskussion über die Personenfchaften und politischen Vereinen tamen 870 Frank Zuschüsse. Behn frage wurde beschlossen, Zürich als Vorort zu belassen. Den Gewerkschaften haben eingewilligt, die Beiträge der Jungburschen mit großem Ernste geführten Verhandlungen schloß sich ein Demon beim Uebertritt Ausgelernter in Gewerkschaftsbeiträge umzurechnen. ftrationszug an. Unter Teilnahme von 50 Vertretern fand am 24. März in Die Diskussion behandelte grundsäßliche Fragen. BeMarktbericht von Berlin am 29. März 1912, nach Ermittelung Winterthur der Schweizer Jundburschentag statt. Der Tätig mängelt wurden die zu vielen Richtungen". Klarheit sei nötig. teitsbericht erwähnt die Gründung von 5, darunter einer Mädchen- Doch sei es damit in der Partei heute noch nicht viel besser. Des- des fönigl. Polizeipräsidiums. Martthallenpreise.( Seleinhandel) fettion. 2 find eingegangen. Seit zwei Jahren erscheint das halb müsse gerade die theoretische Erziehung der Jungen betrieben 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. Speijebohnen, Monatsblatt„ Die freie Jugend", von der im letzten Jahre 23 000 werden. Den Außersihlern wurde der Vorwurf des Anarchismus weiße, 35,00-56,00. Linfen 40,00-80,00. Startoffeln( Kleinhdl.) 8,00-13,00. Stück, darunter 5000 gratis, abgesezt wurden. Ferner wurden drei gemacht, den sie entschieden zurückwiesen. Beschlossen wurde: Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stüd Gier 3,40-6,00. 1 Kilogramm Broschüren in etwa 6000 und ein Flugblatt in 30 000 Eremplaren die Herausgabe einer Broschüre über Soldatenmizhand- 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,30-1,80. Stalbfleisch 1,40-2,60. Sammelfleisch verbreitet. Für Orte ohne Arbeiterbibliotheken wurden zehn lungen und Militärgerichtsurteile anzustreben; Starpfen 1,10-2,40. Male 1,80-3,20. Bander 1,60-3,60. echte 1,40-2,60. Bibliotheten mit 718 Bänden eingerichtet. Die Einnahmen möglichst auch Mädchenorganisationen zu gründen; Barsche 1,00-2,00. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stud Krebse betrugen 4344, die Ausgaben 4268 Frant. Das Vermögen beträgt Vorträge über die Alkoholfrage abzuhalten und die Abstinenz-| 4,00-30,00. N Nimmermtide, Alleinverkauf! In unseren sämtlichen Schaufenstern ausgestellt. Broschüre kostenlos. D. R. G. M. ,, Nimmermüde" 66 Ges. gesch. Spezialstiefel für ältere Damen und Herren □□□ Weich gepolsterte Innensohle □ □ □ Vorzüge: Federleicht- Elastisch- Bequem- Elegant ㅁ Für ältere Damen Breite eleg. Formen Zum Schnüren od. mit Gummizug od. mit Schnallenverschluß Feinstes, weiches Boxcalf, Chevreau etc.+ Echt randgenäht Weich gepolsterte InnenSohle Aeußerst angenehm im Tragen+ Einheitlicher Preis für alle Ausführungen Unentbehrlich für empfindliche Füße ㅁ ㅁ Für ältere Herren ㅁ 1550 Breite eleg. 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Moch einmal lπalz und Ifalzkaffee. 08 3 Obwohl Malz und die daraus hergestellten Produkte: Malz-| Definition entsprechendes und sorgfältig aufgeschlossenes Malz. extrakt, Bier, Malzkaffee usw. längst wichtige tägliche Genuß- Da jede Getreideart keimfähig ist und den erwähnten Ummittel der Kulturmenschheit geworden sind, können eigentüm- wandlungsprozeß durchmachen kann, so gewinnt man durch licherweise nur wenige, ja selbst nur ein geringer Prozentsatz das Mälzungsverfahren aus jedem beliebigen Getreide Malz und der gebildeten Kreise den Begriff ,, Malz" erschöpfend definieren. durch den anschließenden Röstprozeß Malzkaffee. Man weiß zwar, daß Malz neben dem Hopfen zum Bierbrauen Außer dem Weizen ist Roggen, das deutsche Brotkorn, das wertverwendet wird, es ist sogar ziemlich allgemein bekannt, daß vollste Getreide, dann kommt Gerste, schließlich Hafer, Mais usw. hauptsächlich das Malz dem Bier Kraft und Würze verleiht. In der gleichen Folge bewegt sich auch der Wert des beAuch die Kenntnis, daß Malzkaffee aus Malz bereitet wird, ist treffenden Malzes. 11 heutzutage jedem Kind in Fleisch und Blut übergegangen". Ursprünglich wurde Malz hauptsächlich zum Bierbrauen verIm allgemeinen aber hat das Publikum die Bezeichnung Malz wendet und der volkstümliche Ausdruck Gerstensaft" läßt als feststehenden Begriff aufgenommen, ohne über dessen Her- schließen, daß vorzugsweise Gerstenmalz, wenigstens für die kunft und Entstehungsart genügend erfahren zu haben. Eine bekannteren Biersorten gebraucht wurde. Wenngleich Roggenkurze Aufklärung ist daher gewiß von allgemeinem Interesse: Was ist Malz? kaffee der am längsten bekannte Getreidekaffee ist, so wurde doch bis vor kurzem zur Herstellung von Malzkaffee meistens Malz nennt man jedes mit einer bestimmten Wassermenge ein- Gerstenmalz genommen, einmal, weil es infolge seiner Verwengeweichte, durch Wechsel mit Wasser vom Schmutz befreite und dung zu Brauzwecken bereits in großen Mengen hergestellt dann durch einen Keimungsprozeß bei ebenfalls bestimmten wurde und ferner, weil man nach den seitherigen Erfahrungen Temperaturen aufgeschlossene Getreide, als sowohl Roggen, wie und mit Hilfe der üblichen Fabrikationsmethode sehr großen Gerste, Weizen, Hafer und Reis. Diese Aufschließung wird be- Schwierigkeiten begegnete, aus der wertvollen, hülsenfreien wirkt durch die bei der Entwicklung der Blatt- und Wurzelkeime Roggenfrucht Malzkaffee herzustellen, der zudem erheblich teurer auftretenden Fermente das sind durch den Keimungsprozeß als Gerstenmalzkaffee bleiben mußte. gebildete Stoffe und zwar hauptsächlich die Diastase oder Amy- Die bekannte Firma Heinr. Franck Söhne Ludwigsburg hat die lase, welche die Eigenschaft haben, das unlösliche Stärkemehl bestehenden Verfahren weiter ausgebaut und vervollkommnet. in wasserlöslichen Malzzucker und lösliche Stärke, die Protein- Es ist ihr gelungen, durch besondere technische Einrichtungen stoffe ebenfalls zum großen Teil in lösliche Form( lösl. Eiweiß) einen hochwertigen Roggenmalzkaffee herzustellen, den sie unter umzuwandeln. Von wirklichem Malz kann man erst sprechen, dem Namen ,, Kornfranck" in den Handel bringt. Einer wenn der Blattkeim soweit gewachsen ist, daß seine Länge ungefähr die Hälfte der Kornlänge beträgt und der Wurzelkeim nahezu die ganze Kornlänge erreicht hat; diese Ausbildung ist äußerlich leicht zu erkennen. Was ist Malzkaffee! Unter Malzkaffee versteht man ein vom Keim befreites, in feuchtem Zustand kaffeeartig geröstetes, der oben angeführten der vielen Vorteile des„ Kornfranck" ist das Fehlen des Spelzes ( die Roggenfrucht hat bekanntlich nicht den starken Spelz der Gerste), wodurch jeder strohige Beigeschmack vermieden wird. Die Fabrikation des Kornfranck- Roggenmalzkaffees bedeutet zweifellos einen wichtigen Markstein in der Entwicklungsgeschichte des Malzes und des Malzkaffees. 1-21 Berlin 25 Hauptgeschäft: Phonographen- Katz Alexanderplatz Filialen: Chausseestr. 92( gegenüber dem Dircksenstr. 20 am Bahnhof Weinmeisterstr. 2, Neukölln HermannKaufhaus Singer), Ohne Rücksicht auf den früheren Wert verkaufe ich ca. 5400 Stück Doppelplatten unter Garantie tadellose neueste Aufnahmen( einschl. d. 2 Steuermarken) jetzt nur 68Pf. 1500 Stück 30 cm große doppelseitige Platten, tadellose neueste Aufnahmen, wie„ Liebestanz"," Mariechen", „ Der Negersklave" usw., regulärer Preis 3 M... jetzt M. Platz 6. 1.35 Ständiges Lager von mehr als 30 000 Grammophon- und Zonophon- Platten. Jede aufgenommene Platte sofort lieferbar; abgespielte Platten( jeden Fabrikates) werden zu kulantesten Bedingungen in Zahlung genommen. Neu eingetroffen! Osteraufnahmen sowie alle Schlager aus 2 Jahre Garantie. 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