Mr. 81. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudte 28ort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Morte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr, 1983. Schnelljuſtiz. " Freitag, den 5. April 1912. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. daß ein Richter etwa allen Angeklagten, deren Name mit A fann, kann er sich vom Angeklagten im voraus rechtswirksam beginnt, mit übermäßiger Strenge gegenübertritt, während die Erlaubnis zur Verlegung des§ 216 der Strafprozeßer die Angeklagten, bei denen der erste Buchstabe im Namen ordnung erteilen lassen. Zu den heiligsten Ariomen unheilbarer politischer Ideo- ist, mit Glacehandschuhen anfaßt. Die Geschäftsverteilung Hieran wird nicht etwa dadurch etwas geändert, daß Logen gehört bekanntlich die These, daß es keine Klassenjustiz unter den einzelnen Kammern hat also hier keinen im voraus der Angeklagte im Hauptverhandlungstermin gebe, und daß die Strafjustiz jeden ohne Ansehen seiner zu ermessenden Einfluß auf das Urteil. Etwas anderes ist erklären kann, daß er auf das Recht, die Aussetzung der VerPerson und seiner Stellung im Produktionsprozesse beurteile. es, wenn eine besondere Streikkammer für streikende Berg- handlung wegen Nichtinnehaltung der Ladungsfrist zu verDie Bevölkerung hat weder einen triftigen Grund zu einem arbeiter, die wegen Streifvergehen angeklagt sind, gebildet langen, verzichtet. Dies ist ganz etwas anderes als das zurMißtrauen gegen die deutsche Strafjustiz, noch hegt sie es," wird. Hier weiß jeder, der mit dem betreffenden Gericht zeit im Ruhrrevier beliebte Verfahren. Zunächst wird auch heißt es noch in der Einleitung zu dem berüchtigten Straf- etwas näher Bescheid weiß, welche Richter sich durch besondere durch die Unterlassung der Rüge in der Hauptverhandlung gejezverentwurf, der Ende 1909 offiziell veröffentlicht wurde. Strenge in Streifsachen hervortun. Hier ist also die Bahn das Verfahren des Gerichts noch nicht zu einem gefetWir Sozialdemokraten haben freilich von Anfang an hier frei für eine direkte Beeinflussung des Urteils durch die mäßigen, sondern es gehen hierdurch dem Angeklagten eine andere Meinung gehabt. Wir waren uns stets dessen Justizverwaltung bezw. die Gerichtspräsidenten. Deshalb ist nur gewisse Rechte verloren, die ihm andernfalls auf Grund bewußt, daß die Dramen, die sich tagaus tagein in den ein jeder nach derartigen Grundsägen gebildeter Gerichtshof der begangenen Gesetzwidrigkeit zustehen würden. Ferner düsteren Räumen unserer Strafgerichte abspielen, zu einem ein Ausnahmegericht" im Sinne des Gerichtsver- macht es einen großen Unterschied aus, ob der Angeklagte großen Teile nichts sind, als Teilerscheinungen des gewal- fassungsgesetzes und mithin nach§ 16 dieses Gesetzes un- den Verzicht auf sein Rügerecht in der Hauptverfigen Klassenkampfes, der unsere Gesellschaft zerklüftet und statthaft. handlung erklärt, in der er bereits übersehen kann, ob fie um ein Wort Disraelis zu gebrauchen in zwei Nazwei ,, Na- Ein anderer schwerer Verstoß gegen die Strafprozeß die begangene Gesetzwidrigkeit zu einer erheblichen Beeintionen" trennt, die Besitzenden und die Besitlosen, die Aus- ordnung ist die systematische Anwendung der trächtigung seiner Rechte geführt hat, oder zu einem Zeitbeutenden und die Ausgebeuteten. Es ist deshalb selbstver- Untersuchungshaft gegen die„ Streifverbrecher". Ge- punkt, in dem er dies noch nicht übersehen kann. Und ständlich, daß auch das, was in den Strafgerichtsjälen vor wiß ist die Regelung der Untersuchungshaft in der Straf- schließlich ist ein Verzicht auf die Rüge des Verstoßes gegen fich geht, Klassenjustiz ist; Klassenjustiz natürlich in dem prozeßordnung eines Kulturstaates unwürdig. Der Willkür eine prozessuale Vorschrift überhaupt erst möglich, sobald Sinne, in dem wir das Wort verstehen, nicht in dem Sinne, find hier Tür und Tor geöffnet. Aber dennoch geht die An- dieser Verstoß tatsächlich begangen ist. Dieser Verstoß iſt wie es von unseren Gegnern gut- oder bösgläubig aufgefaßt wendung der Untersuchungshaft in den jetzigen Strafprozeifen aber zur Zeit der Unterschrift des fraglichen Reverses noch nicht wird. Leute, denen die Klassenkämpfe unserer Zeit ein Buch im Ruhrgebiet noch weit über den Rahmen des Gesetzes hin- erfolgt, ja, noch nicht einmal dann, wenn die Ladung zu mit sieben Siegeln sind, mögen es auf eine besondere Ver- aus. Gesetzlich ist die Untersuchungshaft nur dann zulässig, einem ungefeßlich nahen Hauptverhandlungstermin bereits worfenheit des jeweils amtierenden Richters zurückführen, wenn der Angeschuldigte entweder der Flucht verdächtig ist zugestellt ist. Stann doch der Termin infolge irgend welcher wenn Urteile erfassen werden, bei denen der Charakter der oder wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, zwischenfälle wieder fortfallen. Die Verlegung des§ 216 der Klassenjustiz aus jeder Zeile spricht. Wir wissen und daß er Spuren der Tat verwischen, oder daß er Zeugen oder Strafprozeßordnung ist vielmehr erst dann vollendet, wenn wenn sich unsere theoretischen Kenntnisse auch nur auf die Mitschuldige zu einer falschen Aussage oder Zeugen dazu durch den tatsächlichen Beginn der Hauptverhandlung die einschlägigen prägnanten Andeutungen des Kommunistischen verleiten werde, sich der Zeugenpflicht zu entziehen. Diese Nichtinnehaltung der Ladungsfrist in die Erscheinung geManifestes beschränken sollten, daß hier nicht eine aus- Tatsachen sind aktenkundig zu machen. Nach den vorliegen- treten ist. Erst von diesem Zeitpunkt an fann gepichte Schlechtigkeit des erkennenden Richters, sondern eine den Berichten gründen sich die Verhaftungen im Ruhrrevier also ein Verzicht auf das Rügerecht in Frage selbstverständliche Erscheinung vorliegt. Wir wissen, daß nur auf angeblichen Fluchtverdacht, und zwar ist die Annahme kommen. Stichter, die aus den befizenden Klassen der Bevölkerung ge- des Fluchtverdachtes hiernach nur damit begründet, daß die Daß die in§ 216 gesetzte Frist keine Normal-, sondern nommen werden, die von Geburt an in der Ideologie der Angeschuldigten Streifende find. Im Abjab 2 des einschlä- eine Minimal frist ist, und daß der Gesetzgeber sie für so besitzenden Klassen erzogen sind, und deren ganzes gefell- gigen§ 112 der Strafprozeßordnung, der die Fälle erschöpfend wichtig hält, daß er es dem Borfißenden zur Pflicht macht, schaftliches Sein durch tausend Fäden mit der Unternehmer- aufzählt, in denen der Verdacht der Flucht keiner weiteren den Angeklagten auf die Nichtinnehaltung dieser Frist und klasse verknüpft ist, daß solche Richter selbst beim besten Willen Begründung bedarf, ist Streit als Grund für den Fluchtver- auf das Recht, deshalb die Aussetzung der Verhandlung zu zur Unparteifichkeit in allen Fällen, in denen Erscheinungen dacht nicht aufgeführt; dort ist nur von Landstreichern" berlangen, ausdrücklich aufmerksam zu machen, des Klassenkampfes vor das Forum des Strafrichters gezerrt und ähnlichen Personen die Rede. Wer weiß, ob nicht in sei nur nebenbei erwähnt. werden, so entscheiden werden, wie es den Anschauungen und den Augen manches dortigen Untersuchungsrichters, der seine Interessen der Klasse entspricht, der sie selbst angehören. politischen und sozialen Stenntnisse aus der Rheinisch- WestWenn ein so sanfter Mann wie der Abgeordnete Dr. Pa chfälischen Zeitung", der„ Tremonia" und ähnlichen Scharfnicke davon spricht, daß in unseren Gerichtshöfen die Anmacherblättern geschöpft" hat, der Streikende als eine Art schauungen des Vorderhauses" überwiegen, wenn der national- Landstreicher erscheint. liberal- konservative Landgerichtsdirektor Dr. Heinze den Daß etwa die Untersuchungshaft wegen der Höhe der zu Vorwurf der Klassenjustiz„ nicht durchweg für unberechtigt" erklärt, wenn der Zentrumsführer Dr. Lieber gar von der himmelschreienden Parteilichkeit" redet, mit der die selben Vergehen auf der einen( Arbeiter-), Seite auf das härteste, und auf der anderen( Unternehmer-) Seite auf das mildeste geahndet werden," dann darf der Vorwurf der Selassen justiz wahrlich nicht als sozialdemokratische Verbeßung" abgetan werden. Eine Regierung, die sich ernsthaft bemühen würde, den Vorwurf der Klassenjustiz zu entkräften, würde in einer Lage, wie sie zurzeit im Ruhrrevier herrscht, die generelle Anweisung ergehen lassen, daß die vorgeschriebenen Minimalfristen zwischen Anklageerhebung und Hauptverhandlung nicht verkürzt, sondern sogar möglichst berlängert erwartenden Strafen verhängt sein sollte, muß als aus- werden sollen. Ist es doch selbstverständlich, daß auch die geschlossen gelten, da es sich in den bisher zur Erörterung Strafrichter im Ruhrrevier als Menschen von Fleisch und gelangten Fällen fast nur um unbedeutende Lappa- Blut in dem gewaltigen Ringen, das sie in den letzten Wochen lien handelt, die in normalen Zeiten kaum zur Anklage umtofte, Partei ergriffen haben, und zwar infolge ihrer Abgeführt hätten, und die trotz des Geistes Drakos, der zurzeit stammung, ihrer Vorbildung und ihres Milieus regelmäßig im Stuhrrevier herricht, nur zu Strafen von höchstens einigen die Partei der Unternehmer. Es hieße UeberMonaten Gefängnis geführt haben. menschliches verlangen, wollte man erwarten, daß diese Stel" Als gänzliches Novum in der Praris des Straf- lungnahme nicht auch in den mit diesem Ringen in ZuErscheint es uns mithin geradezu selbstverständlich, daß prozesses muß das zurzeit im Ruhrrevier bei Streifvergehen sammenbang stehenden Streiksachen zum Ausdruck kommen auch die Justiz in dem Klassenkampf der Gegenwart zu einem geübte Verfahren angesprochen werden, durch einen Privat- sollte. Was aber verlangt werden muß, ist, daß in solchen Instrument der Klassenherrschaft wird, so übersteigt doch das, vertrag zwischen dem Gericht und den Angeschuldigten die Straffachen erst ein Urteil gefällt wird, nachivas man zurzeit in den Gerichtsberichten aus dem Ruhr- Strafprozeßordnung in wichtigen Teilen systematisch außer dem bei Gericht und Zeugen die durch den Kampf erzeugten revier in dieser Beziehung zu lesen bekommt, alle Er- Straft zu feßen. Denn anders kann es nicht bezeichnet wer- politischen und sozialen Leidenschaften etwas zuwartungen. Es ist, als ob dortselbst der Beweis geliefert den, wenn den Angeichuldiaten auf höhere Anordnung generell rückgeebbt sind. werden soll für die feit Bülows Zeiten so gern vom Minister- ein Revers zur Unterschrift vorgelegt wird, durch dessen Offenbar ist bei dieser Rette von Verstößen, die tische ous aufgestellte These, daß all das, was unsere ärgsten Unterzeichnung fie auf Innehaltung der Ladung 3- zurzeit im Ruhrrevier gegen den Sinn der StrafprozeßScharfmacher durch Schaffung neuer Ausnahmegefeße er- frist von einer Woche, die nach gefeßlicher Vorschrift ordnung unternommen werden, das Bestreben maßgebend, an sehnen, auch ohne solche in vollstem Maße erreicht werden zwischen der Ladung und der Hauptverhandlung liegen muß. den Streifenden und ihren Freunden ein Erempel zu fann. verzichten sollen. a, es soll noch weiter gegangen und statuieren". Wird schon auf dem Gebiete des materiellen Das Neue, das uns das Walten der Strafjustiz im von einzelnen Angeschuldigten der Verzicht auf fämt- Strafrechts die Abschreckungstheorie von allen einsichtigen Ruhrgebiet bringt, liegt nicht in den hohen Strafen und der Ii che in Frage kommenden Fristen verlangt sein. Kriminalisten zum alten Eisen geworfen, so kann ihre UeberHäufung der Streikprozesse. Das sind Erscheinungen, die wir Dak daneben noch die dem Angeklagten zur Erklärung tragung auf das Gebiet des Strafprozesses nicht scharf genug bei jedem großen Streit, wenn auch selten, mit solcher Inten- auf die Anklagefchrift gefekte richterliche Frist durch zurückgewiesen werden. Ausschließlicher Zwed des fität feststellen können. Das Charakteristische liegt vielmehr aängig auf den völlig unzureichenden Zeitraum von 24 Strafprozesses ist die Ermittelung der Wahrheit.„ Erempel in erster Linie in der systematischen Außertraft Stunden beschränkt ist, sei nur nebenbei erwähnt. Dies zu statuieren", bietet die Urteilsfällung und Strafbemessung, setzung des Gerichtsverfassungsgesetes und Verfahren der Justizbehörden ist nicht nur geeignet, die die die Judika in den Streifprozessen zeigt, noch immer der Strafprozeßordnung, die wir dort erleben. Strafiustiz auf das schärfste zu diskredi- reichlich Gelegenhen. Wie diese Gelegenheit im Ruhrrevier Ein Verstoß gegen den Sinn und wohl auch gegen den tieren und die Angeschuldigten aufs empfindlichste in ihren ausgenügt haben die täglichen Gerichtsberichte des„ VorWortlaut des Gerichtsverfassungsgesetzes ist schon die Bil- spärlichen Rechten zu beeinträchtigen, sondern es verstößt wärts" dargetan und wird auch später noch an diefer Stelle dung besonderer Kammern bei den Landgerichten des Ruhr auch gegen die Gesetze. im Bujammenhang erörtert werden. Sad enabli reviers zur Aburteilung streifender Arbeiter wegen angeb- Es soll hier davon abgesehen werden, daß die RechtsIndspdo licher Streifvergehen. Der§ 16 des Gerichtsverfassungs- beständigkeit der von den Inhaftierten unterzeichneten Typische Fälle. ( chastise) 261901 gesebes schreibt ausdrücklich als Grundsatz unserer Gerichts- Erklärung oft schon infolge des Umftandes zweifelhaft Bot dem Schöffengericht in Buer hatte sich der Bergmann Boit verfassung vor:„ Ausnahmegerichte sind unst at t- sein wird, daß die Betroffenen nicht recht wissen, was sie Mitglied des katholischen Kirchenvorstandes wege haft."" Die durch das Reich bestimmte Ordnung der Ge- unterschreiben, oder auch nur aus Bestürzung über die plöß- Streitbergehen 3 zu verantworten. richte darf nur reichsgeseßlich verrückt werden," heißt es in liche Verhaftuna die Unterschrift leisten. Auch der mit klarem Was der Angeklagte zu seiner Verteidigung anführte, ist ein den„ Motiven" des Gerichtsverfassungsgesetzes bei der Er- Bewußtsein erklärte vorherige Verzicht auf die Inne- treffender Beweis dafür, wie die Polizei in den Streiftagen geörterung dieses Paragraphen. Durch die Sonderkammern im wütet hat. Er habe nicht mitgestreift und einen Kameraden beRuhrrevier für Streitfachen ist aber diese Ordnung-um fucht, der in der Devenstraße wohnte. Als er wieder nach Hause in dem Dentsch der Motive" zu sprechen ohne Reichszu gehen beabsichtigte, sei der Gendarm Nagulschewskt auf ihn zu gefeß berrückt geworden! Zweck der erwähnten Gesetzesgetreten. Ohne irgendwelchen Grund sei er sofort von diesem mit bestimmung ist es, zu verhüten, daß bestimmte Sachen vor dem Karabiner gestoßen und geschlagen worden, und zwar in den bestimmte Richter gebracht werden, von denen man von vornRücken, auf den Kopf und ins Gesicht., Um weiteren Mißhandherein annehmen kann, daß sie in diesen Sachen besonders Diese Vorschrift ist also keine Sollvorschrift, sondern eine ungen auszutveichen sei er zurückgelaufen. Hierbet sei er auf den hart oder besonders milde urteilen werden. Nun können Mußvorschrift. Ihre Verlegung ist deshalb of eines ihm bekannten Kameraden gelangt, der mit mehreren selbstverständlich nicht alle Angeklagten eines großen Gerichts- ie dem alle eine Gesezwidrigkeit, maa nun anderen Personen Zeuge der Mißhandlung gewesen sei. Kaum sei bezirkes von demselben Richter abgeurteilt werden. Es kann der Angeklagte dem zugestimmt haben oder nicht. Genauer mit diesen ins Gespräch gekommen, als wieder der Gendarm deshalb nichts dagegen gesagt werden, daß die Anklagen nach so wenig, wie der Richter mit Zustimmung" des Angeschl erschienen sei und ihn mit Kolbenstößen auf die Straße trieb. dem Namen der Angeklagten auf verschiedene Kammern ver- digten wegen einer Beleidigung auf Todesstrafe erkennen Von den Kolbenstößen betäubt, sei er verhaftet und abgeführt teilt werden. Kann man doch nicht von vornherein annehmen, oder einen Mordprozeß vor dem Schöffengericht verhandeln worden. Des Nachts seien in der Zelle zwei Schuhleute erschienen. haltung der fraglichen Vorschriften der Strafprozeßordnung ist rechtlich wirkungslos. Der§ 216 der Strafprozeßordnuna schreibt ausdrücklich vor: 11 Zwischen der Rustellung der Ladung und dem Tage der Sonntverhandlung muß eine Frist von mindestens einer Woche liegen." Der eine have ihn sofort mit dem Starabinerkolben vor die Brust der allgemeinen Lohnfäße stehe bebor. Die Unternehmer| Handlungen ausschließen, womit er ohne weiteres sein Mandat gestoßen, daß er rüdlings auf Die Pritsche gefallen sei, bann habe hätten durch die Erhöhung der Kohlenpreise gewaltige Profite verliert. Ebenso geht es einem Abgeordneten, der die dem Landesihn der andere mit einem munischlauch auf den Kopf geschlagen. eingeheimst und die Arbeiter seien entschlofsen, von dieser fürsten oder dessen fürstlichem Hause schuldige Ehrfurcht verletzt". Dic Schuhleute hatten die Nxn. 190 und 291 getragen. Breiserhöhung ebenfalls zu profitieren. Das könne zu Da sich die braunschweigischen Zandboten schon ehrerbietig von Am andern Morgen sei ex dem Polizeikommissar und dem Kämpfen führen und daher sei es nötig, die Föderation ge- ihren Pläßen erheben, wenn ein Schreiben des Regenten verlesen Amtmann vorgeführt worden, die ihn persönlich getannt und seine schlossen zusammenzuhalten. Zuerst habe er der Ansicht ge- wiro, genügte es also, dabei siten zu bleiben, um das Mandat zu Freilassung verfügt hätten. Als er auf den Korridor getreten sei, huldigt, daß es besser sei, wenn die Arbeiter bis zur Fest- verlieren. Derfelben Behandlung unterliegt ein Abgeordneter, der hätten ihn die beiden Schuhleute nie der verhaftet, dann aber auf fegung der Minimallöhne im Ausstand beharrten. Aber er einen Antrag auf Umsturz der Verfassung stellt. den Hinweis, daß er erst eben aus der Haft entlassen sei, frei sei schließlich zur Ueberzeugung gelangt, daß diese Taktik zur gegeben. Lockerung der Disziplin führen werde. Nichts werde die PoDem Angeklagten, der ohne Bertin digung war, nußte diese filion der Bergarbeiter augenblicklich mehr verstärken als eine Schilderung preußischer Behandlung wenig. Ein Polizeibeamter Beendigung des Kampfes in derselben geschlossenen Ordnung, bekundete nämlich, daß er der Auffordering, sich zu entfernen, in der der Kampf begonnen. nicht nachgefommen sei. Der Gendarm sowie die Schußleute, von denen der Angeklagte mishandelt sein will, hind nicht als Zeugen gelaben. Urteil: 14 Tage Gefängnis. Eine Arbeiterin, die auf ihrem Wege zur Fabrik von Arbei tawilligen als Fabrikschickse beschimpft wurde und die mit dem Ausruf:„ Streifbrecher"! reagierte, er hielt 8 Tage Gefängnis. Gegen ihre Kollegia, die gleichfalls gerufen haben soll, wurde der Termin vertagt. Es sel' ein Gendarm handen sein. aus Hannover als Zeuge gesucht werden. r Komischerweise ist dieser Paragraph seinerzeit vom ganzen Landtage und dem ganzen Ministerium verlegt worden, indem man den Verfassungsparagraphen änderte, der dem Hannoverschen Königshause die Thronfolge in Braunschweig zuerkannte. Damals hätte sich also der ganze Landtag selbst fortjagen müssen. Das tat Allem Anschein nach wird sich die große Mehrheit der Ar- cr nicht. Wenn aber heute ein sozialdemokratischer Abgeordneter beiter tros des Rates der Führer für die Fortießung beantragen würde, da man doch einmal das legitime Fürstenhaus des Kampfes aussprechen. Ob aber die Mehrheit groß fernhalte, Braunschweig auch gleich republikanisch zu regieren, so genug sein wird, ist noch eine Frage. Die Föderation hat würde er sofort vor die Türe gesetzt. Schließlich fann schon einem in ihren Statuten feine Bestimmung über diesen Punkt. In Abgeordneten das Mandat abgesprochen werden, der„ die Grenzen einzelnen Distrikten, wie Durham und Lancashire, muß eine der freien Aeußerungen auf eine die Ruhe des Landes oder des Zweidrittelmehrheit für die Fortsegung eines Streifs vor- Reiches gefährdende Weise überschreitet". Man sieht, die Geschäftsordnung des braunschweigischen Landtages hat genug Fall London, 4. April. Der Erekutivausschuß des stride und Kautschukparagraphen, um die zu erwartenden sozial Die Zahl der wegen Streifvergehen anhängig gemachten Bergarbeiterverbandes empfiehlt die Wie- demokratischen Abgeordneten mundtot zu machen. der aufnahme der Arbeit. Für nächsten Sonnabend Gleichzeitig mit den Vorlagen der Regierung ist den LandtagsAnklagen beträgt jetzt schon 2200. Am Landgericht och um wird eine nationale Konferenz der Bergarbeiter ein- abgeordneten auch der Bericht der Wahlrechtskommission über den find es allein 950; in Dortmund muß eine weite Wahlgefeßentwurf nicht zu verwechseln mit dem Wahlreformentwurf Straffammer eingerichtet werden. In Essen gezugegangen. Die Kommission hat zwar den ganzen langen täglich 50 bis 60 Anklagen zur Verhandlung. stellt, aber bis auf eine wesentliche Ausnahme nur redaktionell Wahlgesehentwurf der Regierung neu paragraphiert und umgeberändert. Die materielle Aenderung besteht in der Einführung der Stimmzettelumschläge, die der Regierungsentwurf nicht vorgesehen hatte. Daneben sind noch einige andere Einrichtungen zur Sicherung des Wahlgeheimnisses vorgesehen. Werden z. B. in einer Gemeinde weniger als 10 Wahlzettel abgegeben, dann hat der Wahlvorstand die Umschläge nicht zu öffnen, sondern nur zu zählen und an den Wahlkommissar zu senden, der dann die so eingegange nen Umschläge in einer größeren Urne durcheinander zu schütteln und dann erst zu öffnen hat. Die Bergarbeiterbewegung. Vom Kampfplay in England. Manchester, 2. April.( Eig. Ber.) Seit dem Bekanntwerden der Abstimmungsresultate aus den englischen Revieren ist es flar geworden, daß die Bergarbeiter wenigstens der englischen Distrikte wiederum einmal der Kampfparole Lancashires folgen. Der Vorstand der Bergarbeiterföderation hatte in seiner legten Sigung beschlossen, feinerlei Barole auszugeben. Zu diesem Entschluß wurde er wohl durch die Kritik bestimmt, die in der bürgerlichen Bresse und im Parlament an dem Abstimmungsmodus der Bergarbeiter geübt worden ist. Er wollte der Welt beweisen, daß die Politik der Föderation nicht von einer Handvoll Beamten gemacht wird. Aber die Arbeiter waren mit diesem Vorgehen durchaus nicht einverstanden; fie verlangten von den Führern, fie sollten Farbe bekennen. Auf diese Weise genötigt, mißachteten die Führer den Beschluß und die große Mehrheit von ihnen trat für die Wiederaufnahme der Arbeit öffentlich ein. Nur einer der bekannteren Führer der Bergarbeiter, der Präsident des Verbandes von Lancashire, Genoffe Greena II, sprach sich energisch für die Politik des Beharrens im Kampfe aus und brachte zweifelsohne die Anschauung der Bergarbeiter dieser Grafschaft treu zum Ausdruck. Die Lancastrianer stimmten mit großer Mehrheit für die Fortsetzung des Kampfes, und ihrem Beispiele folgen jetzt die Bergarbeiter Derbys, Yorkshires, Durhams und Northum berlands. Die mittelenglische Föderation, die die Distrikte Süd- und Nord- Staffordshire, Cannock Chase, Warwadshire, Pelfall, Old Hill, Shropshire und Ost- Worcestershire umfaßt, bat fich mit 18 381 gegen 11 088 Stimmen gegen die Fortfebung des Streifs erklärt. Sier stimmten fast 30 000 von 34 000 organisierten Bergarbeitern. In den anderen Revieren weigern fich viele Arbeiter, zur Urne zu gehen, indem sie erFlären, sie hätten ihre Absicht beim Eintritt in den Streif deutlich genug zum Ausdrud gebracht. Wie die Bergarbeiter Schottlands stimmen werden, ist noch ungewiß. Aus Fife und den Lothians werden bedeutende Mehrheiten für die Fortfegung des Streifs gemeldet. Nur in Südwales haben sich bis jetzt die Arbeiter, die schon gestimmt haben, entschieden für die Wiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen. berufen werden. Das Abstimmungsresultat. London, 4. April.( W. T.-B.) Nach den Feststellungen des Erekutivausschusses des Bergarbeiter verbandes sind 201 013 Stimmen für Wiederaufnahme der Arbeit und 244 011 Stimmen dagegen abgegeben worden. Da eine 3 weidrittelmehrheit sich nicht ergeben hat, empfiehlt der Exekutivausschuß die Wiederaufnahme der Arbeit, die auch die zum Sonnabend einberufene National ronferenz noch bestätigen soll. Der Streifbruch in Bermanenz. Am letzten Sonntag sprach der Angestellte Loeffler vom Bergarbeiterverband in einer Versammlung in Hattingen, wobei es zu einer heftigen Diskussion zwischen ihm und den beiden christlichen Streifbruchsekretären Meise und Engel aus Bochum Fam. Beide gaben in der Versammlung zu, während des Streis Arbeitswillige von und zur Grube begleitet zu haben. Besonders ist ein Geständnis, das der Sekretär Engel vom christlichen Metallarbeiterverband machte, wert, für alle Beiten festgehalten zu werden. Engel führte in der Disfussion aus: „ Auf diesem Boden, wo wir jetzt stehen, mögen Rämpfe tommen, von wo sie wollen." Als Löffler entgegnete, gab dieser zunächst die Richtigfeit des zitierten Sabes zu. Löffler erklärte dann: Damit haben Sie, Herr Engel, zugegeben, daß sich die christlichen Gewerkschaften dem Willen der katholischen Fachabteilungen unterworfen haben und für die Zukunft überhaupt gewillt sind, Streikbruch zu begehen." Diese Erklärung hat Herr Engel durch den Zuruf:" Sehr richtig!" sofort unterstrichen. Löffler hat die ganze Bersammlung und den Hirsch- Dunderschen Gewerkvereinssekretär Lange fofort als Zeugen dieses Vorganges angerufen. Da mit find einwandfrei die Ziele der christlichen" Gewerkschaften festgestellt. Der Streifbruch ist die allgemeine chriftliche Gewerkschaftsparole nicht nur für den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter, sondern für sämtliche christlichen Gewerkschaften. Die letzten Vorlagen zur braunschweiglichen Wahlreform. Aus Braunschweig wird uns geschrieben: Der Regierungsentwurf hatte die fleineren Gemeinden zu einem Stimmbezirk zusammengefaßt, so daß die Wähler erst eine leine Reise nach dem Stimmbezirkshauptort, in dem gewählt werden sollte, hätten unternehmen müssen. Das fand die Wahlrechtskommission zu unbequem. Die Sozialdemokraten würden den Weg nicht scheuen, die braven Wähler aber zu Hause bleiben. Die ganze Geschichte ist eben auf die Sozialdemokratie zugeschnitten. Wie nimmt man ihr die Agitation, die sich auf die Entrechtung der dritten Klasse stüßt, aus der Hand und wie hält man sie gleichzeitig vom Landtage fern? Das ist die Doktorfrage, die man lösen möchte. Der Krieg. Kämpfe bei Benghasi. Benghasi, 4. April. Gestern früh rüdte ein Bataillon Infanterie, unterstützt von einem weiteren Bataillon und einer Feldbatterie, auf die Dase Suani Osman vor, in der sich seit einiger Zeit Gruppen von Beduinen zu verbergen pflegten, um die Bea festigungsarbeiten nahe der Oase zu stören. Eine Abteilung Beduinen, die alsbald ein wirkungsloses Feuer auf die Staliener eröffneten, wurden durch Infanterie- und Artilleriefeuer zerstreut. Coeffia und Sidi Muffer, von wo sie durch das Feuer eines italienischen Kriegsschiffes vertrieben worden waren, gegen Suani Osman vor. Die italienische Infanterie, unterstützt von der Felbartillerie und den Geschützen der Forts, hielt sie sofort auf und zwang sie zur Flucht. Infolgedessen fonnten die Befestigungsarbeiten ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Die italienischen Verluste bes trugen einen Toten und zwei Verwundete. Der Feind hatte etwa hundert Tote und Verwundete. Um 6 Uhr abends rückten beträchtliche Streitkräfte des Feindes Beschlagnahmte Flugzeuge. Die Regierungsentwürfe zu einer Abänderung der Landesberfassung und der Geschäftsordnung des Landtages sind nunmehr Baris, 4. April. Nach einer Blättermeldung beschlagnahmten erschienen. Die Aenderungen sind bedingt durch die Wahlreform. italienische Zollbeamte awei gestern in Bellinzona einIn der Landesverfassung beziehen sie sich deshalb hauptsächlich getroffene französische Flugzeuge, die angeblich an auf die Wahlen zum Landtagspräsidium, zu den Ausschüssen usw. einen türkischen Agenten nach Paris überfandt und von Eine Kleine Sicherstellung gegen die zu erwartenden bösen Sozial- dort nach Konstantinopel befördert werden sollten. demokraten ist jedoch auch hier zu finden. In der alten Verfassung Tripolis in Italien. Durchlauchtigster Herzog! Gnädigster Herzog, Regent und Herr! Eurer Hoheit bringt die Landesversammlung in Gemäßheit der Vorschrift der Neuen Landschaftsordnung zum Amte ihres Präsidenten die Abgeordneten 1. Streisdirektor Langerfeldt, hier, 2. Oberbürgermeister Retemeher, hier, 3. Gutsbesiber H. Fickendeh- Uthmöden Das mag auf den ersten Blick sonderbar scheinen; denn die Südwaliser sind bisher stets als die Rufer im Streite hingestellt worden. Wenn man sich die Sache aber etivas überlegt, so ist dieser Umschwung leicht erklärlich. Für die Waliser handelte es sich im Kampfe in erster Linie darum, die Unternehmer zu zwingen, mit ihnen auf Grundlage des wird von den neugewählten Abgeordneten der Treueid verlangt. Ein Bild des Elends entrollt uns der Bericht der italieniMinimallohnprinzips zu verhandeln. Die Engländer hin- Es steht aber nicht darin, was mit einem Abgeordneten geschieht, fch en parlamentarischen Stommission über die wirtschaftlichen und gegen stellten sich das Stampfobjekt ganz anders vor. Ihnen der sich weigert, den Treneid zu leisten. An eine solche Frebeltat fozialen Zustände der südlichen Provinzen Italiens nebst Sizilien. war der Minimallohn etwas konkretes, das man befühlen hat damals noch niemand gedacht. Den Sozialdemokraten aber leber die wichtigsten Ergebnisse dieser vor kurzem vollendeten und wägen kann. Ihre Arbeitgeber weigerten sich nicht, einen traut man alles zu; deshalb hat die Regierung der Landesver- Riesenarbeit teilt das Aprilheft der" Petermanns Mitteilungen" Minimallohn zu bewilligen; es handelte sich bei ihnen nur fassung den Zusatz eingefügt:" Im Falle der Verweigerung der Riesenarbeit teilt das Aprilheft der" Petermanns Mitteilungen" um die Höhe des Minimallohns. Auch in Schottland und Gidesleistung erlischt der Auftrag des Abgeordneten." Interessant. a. folgendes mit: Nordengland beobachteten die Unternehmer nicht jene schroffe, ist es, daß auch nach dem neuen Entwurfe der Bandtag seinen Prä- Armut fund in den unsauberen, engen, vielfach verfallenen Häusern Ueberall, wohin die Kommission fam, tat sich ihr die bitterste ablehnende Saltung wie in Wales. Den Walisern muß des- fidenten nicht selbständig wählen darf. Er wählt drei Präsident- ohne Licht und Luft, die für menschliche Wohnungen kaum geeignet halb das Minimallohngefet, das die Koblenbefizer zwingt, fchaftsfandidaten, die er dem Monarchen zur Auswahl vorschlägt. ohne Licht und Luft, die für menschliche Wohnungen kaum geeignet mit ihnen zu verhandeln, weit mehr Genugtuung bereiten Der Monarch ernennt dann von den dreien nach seinem Gut paren, in der mangelhaften und wenig gefunden Nahrung, in der als den Engländern. Die südwalisischen Bergarbeiter werden dünfen einen zum Präsidenten. Als Beispiel für die in Ehrfurcht schlechten, schmutzigen Kleidung. In Kampanien verdient der Landarbeiter im Durchschnitt 380 bis 400 Lire( 1 Lire sich gesagt haben, daß die Fortsetzung des Kampfes in Anbe- ersterbende Untertänigkeit bes braunschweigischen Parlaments sei arbeiter im Durchschnitt 380 bis 400 2ire( 1 2ire 80 Pf.) im tradht der Hartnädigkeit, mit der die Thomas und Davies das Schreiben wiedergegeben, das der Landtag im Januar dieses Jahr, unter Umständen aber auch weniger, und ebenso fommt er in Kalabrien selten über 500 Zire; in den Abruzzen und der Molise ihnen jeden Fußbreit Boden streitig machen, zu gefährlich sei. Jahres an den Regenten richtete Aber auch die Stampflust der Knappen von Lancashire muß er sich häufig mit einem Arbeitslohn von 50 Centesimi (= 40 f.) für den Tag begnügen. beruht auf der Erwägung lokaler Umstände gleicher Art; denn Der Bau von Eisen- und sonstigen Bahnen, die Wiederbetalweder die finanzielle Lage der Verbände in Südwales wie in Lancashire sind die Kaffen der Bergarbeiterverbände bung uno die Regulierung der Flüsse, die künstliche Bewässerung Jeer noch die Unterschiede des Temperaments fönnen zur sind schon längst von der gesamten Bevölkerung geforderte Mittel der wirtschaftlichen Hebung des von Natur teilweise sogar überErklärung der Verschiedenartigkeit der Haltung der Arbeiter reich gesegneten Landes. Aber diese Forderungen fanden bis jetzt in den beiden Landesteilen ins Feld geführt werden. Hier in Lancashire sind nämlich die Unternehmer im Gegensatz zu bei der Regierung so gut wie gar kein Gehör. So ist es fein Wunder, daß manche Gegenden in ihrer Entwickelung nicht nur ihren Kollegen in Südwafes gern bereit. Thbald als möglich • mit den Arbeiten Frieden zu schließen. Edjoft festen Samsstagnieren, sondern zurückgehen und sogar ganz verfallen oder von tag erhielt epparbeiterverband von Lantaire eine Einden Ueberschwemmungen, Bergstürzen usw. zerstört werden. 1903 Iaduna bokl den nternehmern, am 3. April nfl then über hat es in der Provinz Cosenza allein nicht weniger als 156 Franc die Bildung des Distriktsamts zu fonferieren.orgen Der Alters- Präsident Lambrecht. Klaue, Landsyndikus. mit einem Gesamtschaden von fast einer halben Million Lire gea ( Mittwoch) wird die Konferenz in Manchester abgehalten Eine untertänigst- treugehorsamste Volksvertretung! geben, und manche Ortschaften, wie Terrati, sind durch sie vollwerden. Unter diesen Umständen sind die Arbeiter natürlich In der Geschäftsordnung des Landtages hat die Regierung in ständig zerstört worden. Andere Gegenden gehen an Mangel von nich Bereit, den Druck, den sie durch den Streit auf die unter der Hauptsache nur redaktionelle Aenderungen vorgenommen und fünstlicher Bewässerung zugrunde. Die Kommission schätzt, daß auf merker ausüben, so furz vor den Verhandlungen aufzuheben. dabei alle vorfintflutlichen Ungeheuerlichkeiten stehen lassen. Der ber thrrhenischen Seite des Apennins nicht weniger als weitere Für ganz Schottland erwartet man eine Mehrheit fir braunschweigische Landtag bestraft nach wie vor das Schwänzen 149 000 Hektar künstlicher Bewässerung entgegengeführt werden die Wiederaufnahme der Arbeit und stüßt sich bei dieser Ver der Eizungen mit Mandatsverlust. Bersäumt ein Abgeordneter fönnen, in Kalabrien 43 400, während in mancher anderen Promutung auf die Tatsache, daß die angesehensten Führer eine drei Sizungen hintereinander ohne Urlaub und leistet dem binz fast die gesamte Bebauungsfläche noch bewässert werden muß. Wenn man über derartige Verhältnisse liest, so ist nur zu gut Fortjekung des Kampfes für unzweckmäßig halten. Genoffe Schreiben des Präsidenten, sofort zu erscheinen, innerhalb dreier Smillie führte gestern folgendes in einer Rede aus: Er Tage teine Folge, so fann ihn der Bandtag einfach seines Man- die nahezu panifartige Auswanderung aus dem italienischen Süden jei von vielen Blättern als der Hauptschurke im Melodrama bates für verlustig erklären. Das innerhalb dreier Tage" stammt au berstehen. Besser in Amerika gestorben, als in Italien leben" hingestellt worden, als die Person, die einer Einigung im ans dem neuen Entwurf. In der alten Geschäftsordnung hieß es: ist hier das geflügelte Wort. Wie gut steht der Regierung eines Wege gestanden. Er gebe zu, daß er von Anfang an eine innerhalb acht Tage". Man will also noch schneidiger als bisher folchen Landes die Rolle des Kulturträgers im wilden" Afrika zu! sehr entschiedene Stellung eingenommen habe. Er wisse, was gegen die Schwänzer vorgehen. es heiße, den ganzen Tag in einer Grube zu liegen und cafonisch wie die alte Geschäftsordnung verfährt auch die Die Revolution in China. vielleicht nur 1 oder 1½ Schilling zu verdienen und er seinede afit den Sündern, die sich Ordnungsrufe zuziehen. Wird ein entschlossen, diesen Zuständen ein Ende zu machen. Er hegebebdmeter vom Präsidenten zur Ordnung gerufen und setzt die nicht die Absicht, fich für feine intransigente Haltung zu ent- gerile Ordnungswidrigteit fort, zieht sich also in derselben Sache schuldigen. Das Minimallohngesetz sei weit davon entfernt, ineleiten Ordnungsruf zu, so tann ihm auf Antrag des Prä- Ronfulatstelegrammen hat die Nantinger Nationalber ihn zu befriedigen; die Unternehmer hätten bei dem Entwurf denen der Landtag nicht nur sofort das Wort entziehen, sondern sammlung die belgische Anleihe bei ihrer Ratifitation von zehn die Hand im Spiele gehabt. Ein neuer Kampf zur Erhöhung te kann sogar auf die Dauer der Wahlperiode von den Verlauf fünf Millionen Pfund Sterling herabgefekt. mit dem untertänigsten Ersuchen in Vorschlag, einem derselben die Landesfürstliche Bestätigung gnädigst erteilen zu wollen. In tiefster Ehrerbietung Eurer Hoheit untertänigst- treugehorsamste Landesversammlung. Braunschweig, den 24. Januar 1912. Die Anleihe. Beting, 3. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nach Ronterrevolutionäre Versuche. Befing, 4. April. Aus Schansi und Schens werden die tweitere Unruhen gemeldet. Schenhung, der Befehlshaber der kaiserlichen Armee in Kanju, befindet sich noch in der Nähe von Gianfu und bemüht sich, die Mandschu zur Erhebung zugunsten des Kaisers zu überreden. Die nordchinesischen Truppen sind dazu geneigt, doch ist noch kein geeigneter Führer hervorgetreten. Alarmnachrichten aus Peking. im Der Streit im Zentrum. Zu den Mandatsniederlegungen des Herrn Roeren schreibt diesem nahestehende Kölner Korrespondenz": " 1 Seit drei Jahren wühlen sie( die" Bachemiten") gegen ihn Bolksverein, im Windthorstbund, im Augustinusverein( der Organisation der Zentrumspresse), in seinem Wahlkreis, in der Zentrumsfraktion, überall. Auch der Stärkste hält das nicht aus." Weiter schreibt die Kölner Korrespondenz", kürzlich sei auf einer Versammlung des Augustinusvereins zur Pflege der katholischen Presse" von dem Direktor des Volksvereins für das fatholische Deutschland, Dr. Braun 3( M.- Gladbach), der VorBering, 4. April. Juanshikai hat infolge der bedroh- schlag gemacht worden, die Gegner der Bachemschen Richtung, also lichen Lage in Beting seine ganze Familie mittels Spezialzug nach die Anhänger der Oppersdorff- Roeren,„ auf ihr persön Tientsin bringen lassen. In Peking soll vollkommene Anarchie herrschen. Die Stadt befindet sich im Belagerungszustand. auch so tatholisch wären, wie in ihren Schriften. Die Ktor. herrschen. Die Stadt befindet sich im Belagerungszustand. liches Leben hin genau zu untersuchen", ob sie da Der Verkehr stodt vollfommen, alle Läden sind geschlossen. respondenz deutet an, daß das Ding auch mal von hinten Iosgehen" fönne; im übrigen meint sie: Sunhatsen in Shanghai. Schanghai, 3. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Tangschaohi und Sunhatsen find heute von Ranking hier angekommen. Eine imposante republikanische Truppenmacht war am Bahnhofe aufgezogen. Eine zahlreiche Menschenmenge war zugegen. Wie verlautet, hat General Chenchimei, Militärgouverneur von Schanghai, den Antrag, das Handelsministerium zu über. nehmen, abgelehnt. Politische Ueberficht. Berlin, den 4. April 1912. Gegen das Reichstagswahlrecht. Mit welch unverfrorenen Hoffnungen unsere scharfmacherischen Beutepolitiker fich tragen, verrät sehr zur rechten Zeit ein Artikel der nationalliberal- freifonservativen hamburger Nachrich ten". Entweder Oder!" betitelt sich dieser Erguß. Er behandelt den bekannten Vortrag des Dr. Wildgrube in Dresden, in dem eine Beseitigung zu mindesten des geheimen Reichstagswahlrechts vorgeschlagen wurde. Das Blatt der Hamburger Pfeffer fäde meint dazu, daß es einer solchen Empfehlung„ nur zustimmen" tönne! Würde doch schon viel gewonnen sein, wenn es gelänge, aus dem gültigen Wahlrecht wenigstens die geheime Abstimmung zu beseitigen. Denn wenn z. B. von Herrn Bassermann wiederholt auf das politische Gewicht der 4 Millionen sozialistischer Stimmen hingewiesen worden sei, so sei demgegenüber doch die Frage aufzu= werfen, ob denn diese 44 Millionen wirklich alle für die sozialdemokratische Sache abgegeben worden seien. Sicherlich sei die Zahl der Mitläufer unter den sozialdemokratischen Stimmen teine geringe. Diese Mitläufer aber würden der sozialdemokratischen Partei untreu werden, wenn sie fürderhin nicht mehr unter dem Schutz der geheimen Abstimmung sozialdemokratisch wählen könnten. Ueber„ Es ist tatsächlich zu bedauern, daß ein Mann wie Dr. Brauns das Gemeine, was in dem Vorschlag liegt, nicht einsieht." Schweiz. Der Besuch Wilhelms II. in der Schweiz. Man schreibt uns aus Zürich: Bekanntlich ist der deutsche Staiser entschlossen, die im September stattfindenden Manöver der schweizerischen Armee, die in der Ostschweiz ausgeführt werden, zu besuchen, so daß fie bereits den Namen Kaisermanöver" erhalten haben, die also auch der alten demokratischen Schweizerrepublik beschert werden, nachdem sie im Deutschen Reiche selbst zu einer ständigen Einrichtung geworden sind. Nun ist, seitdem der Kaiserbesuch angekündigt, auch viel darüber geredet und geschrieben worden, wie sich die schwei. Dieses Kopfzerbrechen anderer Leute war und ist überflüssig, zerische Sozialdemokratie dazu verhalten wird. denn die Haltung unserer Partei ist eine gegebene, und zwar sehr einfache: die der Passivität. Das hat ausdrücklich auch das erweiterte Parteifomitee in seiner legten Sigung festgestellt und zwar in der Form eines Beschlusses, nach dem der Besuch des deutschen Kaisers als seine Privatangelegenheit betrachtet wird und daher alle Kundgebungen dagegen zu unterbleiben haben. Dagegen werden die Genossen verpflich tet, sich von allen Veranstaltungen zu Ehren des Kaisers fernzuhalten und auch alle Versuche, für solche Zwecke öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen, abzulehnen. tiben Journal de Genebe", daß die Neuenburger SoNun berichtet die bürgerliche Bresse nach dem konservaAußerhalb der eingeweihten" Zentrumstreise macht man aialisten beschlossen hätten, gegen den Besuch des deutschen fich teine Vorstellung von der erbärmlichen Raisers in der Schweiz durch Maueranschläge sowie durch VerGemeinheitmancher Kampfesmittel der ölner öffentlichungen in der Presse zu protestieren und für die Richtung"...! Privatdetektivs find in Tätigkeit, deutsche Sozialdemokratie ein Sympathie- Manifest zu erum besonders verhaßte Leute auf Schritt und Tritt aus- laffen. Sollte das Parteikomitee sich nicht anschließen, so zuspionieren, und sogar vor firchlichen Würdenträgern würden sie allein handeln. Aber diese Gesinnung erkläre die ganze Kampfesweise der Bachémiten. Tatsächlich haben die Anhänger der Bachemrichtung hinreichend Anlaß, eine Beschnüffelung ihres persönlichen Lebens und Vorlebens zu fürchten. Eine Reihe ihrer führenden Kräfte hat recht viel Dreck am Stecken. Weiter sagt die„ Kölner Korrespondenz" im Anschluß an den Braunsschen Vorschlag: machen sie nicht Halt.... Wer in höchster Not ist, greift schließ- So die Mitteilungen der bürgerlichen Presse. Ob und lich zu allen Mitteln, bis zur gemeinsten Spionage. inwieweit fie richtig sind, wissen wir nicht. Sind sie richtig, Zu diesem Kampf bis aufs Messerao, e, i.253a ini enatoi; l Igd so ist dazu zu bemerken, daß sich die Partei einer solchen Zu diesem Kampf bis aufs bis aufs Messer mußte es Brotestaktion nicht anschließen, sondern sie im Gegenteil als tommen.1" Diese Dinge erinnern an die Austreibung des Kaplans Dr. einen Akt grober Indisziplin verurteilen würde. Mit ihrer Kaufmann, des publizistisch tätigsten der Roerenleute, aus Protestaktion würden die Neuenburger Genoffer nur die Gefeinem damaligen Wirkungskreise durch Kardinal Fischer. schäfte der bürgerlichen Nationalisten der welschen Schweiz Dr. Kaufmann schrieb damals in der„ Apologetischen Rundschau" besorgen, die unbegründeterweise in dem Kaiserbesuch eine über sich selber: Annäherung der Schweiz an Deutschland erblicken und sie verhindern wollen. Bekanntlich hat vor nicht langer Zeit der Präsident der französischen Republik, Fallières, die Schweiz besucht, ohne daß in seinem Besuche die deutsche Schweiz den Versuch einer Annäherung der Schweiz an Frankreich erblickt hätte. So konnte auch Herr Fallières ungestört einige an genehme Tage in der Schweiz zubringen. „ Ein solcher Mann muß vernichtet werden, und tein Mittel ist zu schlecht, ihn zu Tode zu heben: Spionage, Denunziation, grobe Verlegung des Briefgeheimnisses, Düpierung der befreundeten Preffe, Terrorisierung der unselbständigen Faktoren und besonders Lügen und Verleumdungen." " Dr. Heim für die Erbschaftsftener. Eine Protestaktion der schweizerischen oder auch nur der welschen Sozialdemokraten gegen den Kaiserbesuch würde Wasser auf die Mühlen der Chauvinisten in Frankreich sein, die doch genau so unsere Gegner sind, wie das offizielle Deutschland. Und darum ist die Passivität für uns die beste Taktik. Der Proporz auf dem Vormarsche. Der ehemalige Zentrumsabgeordnete Dr. Heim veröffentlicht Der Zweck der ganzen scharfmacherischen Uebung ist also der in den Süddeutsch. Monatsheften" einen Artikel zur ReichserbschaftsNachweis, daß man der Szialdemokratie zahlreiche Stimmen steuer, in welchem er ausführt, daß vom partikularistischen Standstreitig machen kann, wenn man alle irgend wie abhängigen punkt Bayern und Süddeutschland feine Veranlassung haben, sich Wähler durch Einführung des öffentlichen Wahlrechts gegen diese Steuer zu sträuben, weil damit der Norden mit seinem weit größeren Vermögen stärker belastet werden würde als der hindert, ihre Stimme ihrer politischen Süden. Bei Erörterung der Frage, ob im gegenwärtigen Augenblick Der von den herrschenden Freisinnigen so hart bekämpfte zeugung gemäß abzugeben! Nicht nur, so kalkuliert das neue Steuern notwendig sind, erinnert Dr. Heim das Ren- Proporz marschiert unaufhaltsam weiter. Jetzt hat der Genfer Hanseatische Scharfmacherorgan, würden dann der Sozialdemokratie trum daran, daß es, falls Ueberschüsse vorhanden Kantonsrat das Gesez betreffend die Proportionalwahl der Ge alle Beamten stimmen, alle Stimmen des von der Regierung und wären, die Verpflichtung habe, zunächst einmal früher gemeindevertretung in allen Gemeinden mit über 3000 Ginwohnern der besizenden Klasse abhängigen Kleinbürgertums vergebene Beriprechen, z. B. die Erhöhung der Mannschafts- mit großer Mehrehit angenommen, und es besteht alle Aussicht, daß Loren gehen, sondern auch die Stimmen aller wirtschaftlich ge- Löhnung, einzulösen: es auch in der auf den 20. und 21. April angesetzten kantonalen fährdeten Arbeiter, die auch bei der peinlichsten Einschätzung Boltsabstimmung Annahme finden wird. nicht unter die Mitläufer, sondern unter die Stammtruppe der Sozialdemokratie gezählt werden müssen. Das Gerede von der Mitläuferschaft" der Sozialdemokratic braucht zudem von uns ja auch nicht einmal als infame Heuchelei charakterisiert zu werden. Denn wer bürgt uns denn dafür, daß nicht auch die Mitläufer der bürgerlichen Parteien, und gerade fie erst recht, nur als Gelegenheitswähler und nicht etwa als überzeugte Parteianhänger anzusprechen sind! Liegt es doch auf der Hand, daß Parteien, die in der Gunst der Regierung und der Herrschenden Klaffen stehen, in ungeheuer viel größerem Umfang den Vorteil des sogenannten Mitläufertums genießen, als Parteien der Opposition, die durch den Terrorismus der Regierung und der herrschenden Klassen bedroht sind. „ Erst nach Einlösung dieser längst gegebenen Versprechungen fann geprüft werden, ob so viele lleberschüsse verbleiben und auch Auch der Kantonsrat des Kantons Wallis hat bei gleichin der Zukunft verbleiben werden, daß das Reich nicht wieder in eine neue Schuldenwirtschaft hineinkommt, ganz ent- zeitiger Erhöhung der Vertretungszahl auf 1100 schweizerische Eindie Ausländer werden also wieder einmal wie Luft gegen den Grundsägen, die die Zentrumspartei mit aller wohner oder eine tote Sache behandelt Macht und Energie im Laufe der letzten Jahre vertreten hat." um die Mitgliederzahl des Daß aber das Reich auf die Dauer ohne neue Parlaments zu reduzieren, die Einführung des Proporzes für seine Steuern nicht auskommt, darüber besteht für Dr. Heim eigene Wahl beschlossen. Der Proporzartikel soll neben dem Wahlfein Zweifel, und dann sei jedenfalls eine richtige Erbschaftsgesetz gesondert zur Voltsabstimmung gebracht werden. steuer für Beibeserben die erste Steuer, von der Jm Kanton St. Gallen wird nächstens zum erstenmal der gesprochen werden könne. Wie es scheint, fürchtet Herr Heim gar feine nachteiligen in 12 von den 15 Wahlkreisen eigene Kandidaten aufgestellt. Kantonsrat nach dem Proporz gewählt werden, Unsere Partei hat Folgen der Erbschaftssteuer für den germanischen Familienfinn. aus Erträge der Erbschaftssteuer. Zahl der Anfälle • 105 847 6 180 Gesamtreinwert Mark 788 777 787 62 616 453 851 394 190 zusammen. 112 027 • Mart 52 794 646 3 991 616 56 786 262 Spanien. Eine Justizinfamie. Das weiß natürlich auch das Organ des Hanseatischen Geld- Nach der Statistik über die finanziellen Wirkungen des Reichsjacks. Denn nur deshalb, weil ihnen das flare Bewußtsein auf- erbschaftssteuergesetzes vom 3. Juni 1906 im Rechnungsjahre 1910 verübt. Sie hat nämlich den Direktor der Revue„ Vida Sodämmert, daß sie bei einem wirklich ehrlichen und die Stim- sind die Hauptergebnisse für das Deutsche Reich folgende: mung der Voltsmassen möglichst klar zum Ausdruck bringenden Wahlsystem arg ins Hintertreffen geraten würden, geifern ja unsere Scharfmacher gegen das gleiche und geheime Wahlrecht. Daß diese Kreise aber die unerhörte Dreiftigkeit besiken, trotz Erwerb von Todeswegen. der Schlappe, für den blauschwarzen Blod der Reaktion, trok der Schenfungen unter Lebenden. Wahl der 110 Sozialdemokraten, troß der 4% Millionen sozialdemokratischer Stimmen einer Beschneidung des Wahlrechts das Wort zu reden, sollte den so unverfroren verhöhnten und bedrohten Volksmassen die äußerste Vorsicht einschärfen! Daß man den Willen zur Wahlentrechtung hat, steht außer allem Zweifel; es fragt sich nur, ob man sich stark genug dazu fühlt! 3ur Straftprobe gehören zwei: die Wahlentrechter und die Volksmassen, die sich lammsgeduldig und schafsdämlich entrechten lassen. Sache des Volkes iſt es, dafür zu forgen, daß die Spekulation auf die unbegreifliche Beschränktheit und Langmut der Massen eine gründlich verfehlte sein wird! Die spanische Militärjustiz hat eine neue Schuftigkeit cialista", Genossen A. Melia, wegen der VeröffentSteuerertraglichung einer Raritatur, in der die Richter Alfons XIII. wiederzuerkennen glaubten, zu 8 Jahren Gefängis und 2000 Pesetas Geldstrafe verurteilt. Die Zeichnung hatte Genosse Iglesias dem Blatt zugeschickt. Der Zeich ner ist unbekannt geblieben, an Iglesias, der als Deputierter Außerdem wurden bei 45 Erwerbsfällen aus Erbschaften von militaristische Bande ihre Nachgier am Leiter des Blattes aus. immun ist, fonnte man nicht heran. So ließ die klerikalzusammen 68 247 M. Reinwert 8751 M. und bei 23 dergleichen aus um ihr das Opfer zu entreißen, ist es nötig, daß der schurSchenkungen unter Lebenden von zusammen 64 202 M. Reinwert an fische Streich in allen Kulturländern bekannt werde und ProSteuer 4836 M. niedergeschlagen. Im Durchschnitt entfällt auf testfundgebungen hervorrufe. Auf diese Weise ist ja Canaeinen versteuerten Anfall ein Reinwertbetrag von rund 7600 M. mit Tejas gezwungen worden, den Zeichner Sagrista freizu einem Steuerertrag von rund 507 M. geben. Hoffentlich wird das gleiche Mittel diesmal den gleichen Erfolg haben. Rußland. Der blauschwarze Mantel. Eine ausgedehnte Schuldebatte Soldatenmishandlungen. Ein neuer Skandalprozek. gab es Mittwoch in der Hamburger Bürgerschaft. Es handelte sich um die Einrichtung einer neuen staatlichen Vorschule. Während Verfolgungen von Ehrenmännern auf Grund gefälschter UrSenat und Rechte an diesen Standesschulen, diesen Schädlingen im kunden und meineidiger Spißelaussagen, und nur zu gut begründete Schulsystem", wie Genoffe Stolten sie treffend bezeichnete, ent- Strafprozesse gegen die erprobtesten Stüßen des herrschenden Die Deutsche Tageszeitung" stellt an die Re- schieden festhielten, folgte die aus der Sozialdemokratie und den Systems wegen zahlloser gemeiner Verbrechen: das ist die Kenngierung das Anfinnen, daß sie mit aller Kraft unter Ein- liberalen Barteien bestehende Mehrheit den gegen die Vorschule an- zeichnung der heutigen russischen Gesellschaft. In diesen Tagen fegung ihrer ganzen Autorität darauf dringen müsse, daß geführten sozialen und pädagogischen Gründen und lehnte die Vor- beginnt in Warschau der einstweilen leßte einer ganzen Reihe mit den Wehrvorlagen zugleich auch die Deckungsvorlagen in schule ab. Gestalt eines Mantelgesetzes berbunden würden. Ver- Diese Debatte ist ein Vorspiel für die kommenden erbitterten Prozesse, die das zur Untersuchung der Korruption im Heere eingefeßte Armeefommissariat seit mehreren Jahren angefahre man anders, so schwebe die Entscheidung über die Kämpfe um das neue Unterrichtsgesetz. strengt hat. Angeklagt sind 30 Personen: außer einem RegierungsDeckung völlig in der Luft. Es könne dann der größte Wirrsekretär und 3 Kollegialassessoren, lauter Offiziere, 6 Leutnants, warr entstehen. Möglicherweise würde dann überhaupt feine. 14 Hauptleute, 1 Stabskapitän, 3 Oberleutnants und 2 Obersten. neue Steuer bewilligt, so daß ein Kampf aller gegen alle entEs handelt sich um Bestechungs- und Erpressungsgeschichten. Einer stehen, der für die gesamte politische Lage höchst bedenklich Das Oberkriegsgericht in Koblenz verurteilte den Unter- der Leutnants ist nur mit rund 4000 m. belastet, und die Beträge fein würde. offizier Schröpfer vom Infanterieregiment Nr. 25 zu sieben Nachdem die Regierung deutlich zu erkennen gegeben, Tagen Mittelarrest wegen„ borschriftswidriger Behandlung" Unter- teigen ranggemäß, um bei dem Obersten Dubrowin 444 000 und daß sie überhaupt keine ausreichende Deckung der neuen Mili- gebener in fünf Fällen. Der Musketier M. bekundete, der Unter dem Obersten Anitschkoff gar 675 000 m. zu erreichen. Der Goutärausgaben, sondern nur eine Neugestaltung der Brannt- offizier habe ihn zweimal getreten, beim Schießen ihn an der Nase bernementssekretär Adamowitsch ist mit 210 000 M. belastet. Das weinsteuer will, ist das Verlangen der Deutschen Lages- erachtete das Gericht eine Miz handlung als nicht vorliegend! sind diese Prozesse sehr wertvoll. Denn wenn die alten vollweinsteuer will, ist das Verlangen der Deutschen Tages- gezogen und ihm auf der Stube eine Ohrfeige gegeben. Trotzdem ist natürlich nur, was man herausgefunden hat. Für die Armee zeitung" sehr verständlich. Sie möchte von vornherein weiter hat der Unteroffizier die Leute dadurch schikaniert, daß er gesogenen Schwärme beiseite geschafft sind, gibt es freie Bahn für berhüten, daß irgendeine ihr unbequeme Steuer angenommen fie im Mantel unnük hin- und herrennen ließ. Der Unteroffi- frische Kräfte". würde. Hätte die Regierung sich in Gegensatz zu den Agra- zier Knopp von der nämlichen Kompagnie hatte feine Unterriern gestellt, so würde die Deutsche Tageszeitung" natürlich gebenen durch schnell aufeinanderfolgendes Hinlegen und Aufvon einem Mantelgesetz nichts haben wissen wollen. Da die springen geplagt. Ein Soldat verstauchte sich dabei die Hand. Der Regierung nun aber keinerlei Deckung beabsichtigt, als die Vorgesetzte veranlaßte ihn, wahrheitswidrig über die Herkunft dieser Umgestaltung des Branntweinsteuergesetzes, möchten die Berlegung auszusagen. Er wurde wegen vorschriftswidriger Be Agrarier purch die Verbindung der Behrvorlagen mit der handlung und wegen des zweiten Delifts zu fünf Tagen MittelDeckung durch ein, sogenanntes Mantelgesetz den Nicht- Blauschwarzen je de Möglichkeit nehmen, auch eine dem fonfervativ- ultramontanen Agrariertum unbequeme Dedungssteuer zu beschließen! arrest verurteilt. Das in diesen beiden Fällen so milde Gericht bestrafte dagegen einen„ Gemeinen", der nächtlicherweile, wahrscheinlich in der Truntenheit, gerufen hatte:" Es lebe die Anarchie!" zu drei Wochen strengen Arrests! Marokko. Aufstand der Eingeborenen die Antwort auf den Protektoratsvertrag. Fes, 3. April. Die Aufregung unter den Stämmen in der Gegend von Sefru hat sich noch nicht gelegt. Die Führer der Stämme dürften sich binnen kurzem über etwaige neue Angriffe verständigen. Unter gewissen Stämmen ist das Gea rücht verbreitet, Mulay Hafid sei französischer Gefangener in Fes. Dics Gerücht gibt der Erregung neue Nahrung. Gewerkschaftliches. fürforgezöglinge als Streikbrecher! Am 1. April d. J. legten 75 Fuhrleute und Kutscher in Landsberg a. W. die Arbeit nieder, da die Unternehmer sich weigerten, in Verhandlungen über Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit der Organisation der Arbeiter einzutreten. zusammengeschmolzen ist. Es gelang den meisten Streifenden, in Geschäften unterzukommen, die die Forderungen der organisierten Gehilfenschaft bewilligt haben, und auch für die leßten ist die Gelegenheit günstig, Arbeit zu den geforderten Bedingungen zu erhalten, Deutfches Reich. 205 000 Mitglieder im Deutschen Transportarbeiterverband. Dieser Verband ist der jüngste unter den Riesen der deutDie Berhältnisse dieser Arbeiter sind noch tieftraurige: schen Gewerkschaftsbewegung. Weihnachten 1896 beschlossen eine 80 und mehr Stunden Arbeitszeit pro Woche bei einem Lohne Anzahl Lokalvereine der Handels- und Transportarbeiter, sich am von 15, 16 beztv. 17 M. Ueberstunden, die in reichlichem 1. Januar 1897 zu einer Zentralorganisation zu vereinigen. Die Paße gemacht werden müssen, werden den Leuten nicht ver- Lokalvereine selbst datierten aus dem Anfang der 90er Jahre und gütet. Am zweiten Tage der Arbeitsniederlegung holten sich seßten in ihrer Mehrzahl dem Zentralisationsgedanken heftigen die Arbeitgeber Häftlinge aus der dortigen Korrektionsanstalt widerstand entgegen. So wurde der neue Verband mitten im als Arbeitswillige. Ein sofort von der Verbandsleitung vor- Bruderkampf geboren. Erst 1900 schlossen sich ihm die Berliner genommener Einspruch bei der Inspektion der Anstalt wurde und dann nach und nach auch noch die übrigen Lokalvereine an. abgewiesen! Selbstverständlich ist sofort bei dem Landesdirektor der Mitglieder. Diese Zahl stieg 1900 auf 19 444, im Jahre 1905 Am Ende seines Geburtsjahres zählte der Zentralverband 3474 Provinz Brandenburg Beschwerde gegen die Verwendung der auf 50 654. Das Jahr 1906 brachte den Anschluß der Vereine Fürsorgezöglinge als Streifbrecher erhoben worden. Dessen Berliner Hausdiener und Droschkentutscher an den Verband. So stieg die Mitgliederzahl bis Ende 1907 auf 88 961. Am 1. Juli ZuBescheid steht noch aus. gungen einzuräumen, lehnt die Werksleitung ebenfalls ab, so daß als einziges Mittel der Arbeiter nur die Selbsthilfe blieb. Der einmütige Wille der Arbeiter wird die Görliber Waggonfabrik zwingen, ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse den Verhältnissen der Breslauer, der Baußener und anderer Waggonfabriken wenigstens um einiges näher bringen. Der Streik der Zigarrenfortierer bei der Firma Arthur Deter in Breslau hat durch Bewilligung annehmbarer Zugeständnisse sein Ende gefunden. Die Arbeit wurde wieder aufhalten, da einige Streifende noch nicht wieder eingestellt werden Zuzug nach Breslau ist aber immer noch fernzufonnten. genommen. Gerichts- Zeitung. Eine Spazierfahrt von 35 Arbeiter- Radfahrern als öffentlicher Aufzug. wunderliche Blüten. Hatte da der Radfahrerverein" Sturmvogel" Die Anwendung des liberalen" Reichsvereinsgesezes treibt in Buer am 11. Juni 1911 einen Familienausflug von Buer nach Werden- Ruhr gemacht, an dem sich 35 Radfahrer beteiligten, denen ein Wagen mit Familienangehörigen und einigen anderen PerEs iſt aber geradezu charakteristisch für die heutigen 3- 1910 erfolgte dann der Zusammenschluß der Verbände der Hafen- jonen folgte. In Eſſen in der Alteſſener Straße wurde Kreſſe, der stände, daß in dem Moment, es als Wegkundiger voran fuhr, polizeilich festgestellt, ebenso Herrgeradezu erbärmlichen Verhältnisse ein wenig aufzubeffern. arbeiter und Seeleute mit dem Transportarbeiterverband, infolges mann, der vom Rade herab eine einen Meter lange rote Fahne fofort die Institutionen des Staates dem bedrängten Unter- dessen die Mitgliederzahl 1910 auf 152 954 anwuchs. Der Zu- lustig im Winde flattern ließ. Die Straffammer in Essen vernehmertum zu Hilfe eilen und selbst nicht davor zurück- sammenschluß hat zweifellos die Werbekraft der Organisation urteilte demnächst als Berufungsinstanz Kresse als Leiter eines schrecken, die Tore von geschloffenen Anstalten im Interesse ganz bedeutend erhöht, so daß am 1. April dieses Jahres 205 000 nicht genehmigten öffentlichen Aufzuges auf Grund des Reichsdes Unternehmertums aufzutun. vollzahlende Mitglieder gezählt werden konnten. Der Transport- bereinsgesetzes zu einer Geldstrafe. Und Herrmann wurde wegen arbeiterverband ist damit an die dritte Stelle unter den deutschen Uebertretung der Effener Polizeiverordnung vom 15. November 1907 berurteilt, welche es verbietet, Fahnen in anderen als den Gewerkschaften aufgerückt. Landesfarben und Reichsfarben öffentlich auszuhängen oder zu tragen. Die Straffammer erachtete diese Verordnung als rechtsBerlin und Umgegend. Charitéstr. 3. gültig. Seine Hauptrekrutierungsgebiete sind die Brennpunkte des Achtung, Bauschloffer! Der neue Tarifvertrag, welcher von Er zählt in Berlin 1. April d. J. in Kraft tritt, ist von der Kommission der Arbeit- Handels und Verkehrs, die großen Städte. geber und der Arbeitnehmer sowie den Organisationsvertretern 47 000, in Hamburg 34 000, in Leipzig 8000 Mitglieder. In Ham- Das, Kammergericht verwarf die Revision Kresses. Dagegen unterzeichnet worden. Demnach ersuchen wir die Kollegen, von burg ist der Transportarbeiterverband die weitaus stärkste Ge- sprach es Herrmann frei, weil die Polizeiverordnung vom 15. Nodenjenigen Firmen, welche die Verbesserungen des neuen Tarif- werkschaftsorganisation, während seine Mitgliedschaft in Berlin bember 1907 formell rechtsungültig sei. Mit Bezug hierauf wurde bertrages( Zulagen usw.) nicht gewähren bezw. sich weigern, die- an zweiter Stelle rangiert. Die Zahl der insgesamt vereinnahm- ausgeführt, daß nach den für die formelle Gültigkeit von Ortsfelben einzuführen und sofort nach unserem Bureau entsprechende ten Wochenbeiträge betrug im Jahre 1911 8 029 349, die Ein- polizeiverordnungen maßgebenden Vorschriften des Regierungspräsi Mitteilung zu senden. denten derartige Berordnungen am Rathause auszuhängen seien, nahmen selbst 4 560 655 Mr. Verausgabt wurden im selben um bekanntgemacht zu werden, daß die hier angezogene Verordnung Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Jahre 3 803 637 M., davon allein für Unterstübungen 1408 956 aber nur im Rathause ausgehängt worden sei und somit wegen Mart, für Lohnbewegungen 591 466 M. Die Haupttätigkeit des ungenügender Bekanntmachung ungültig sei. Die Buter nahmen in einer Sektionsversammlung, die am Transportarbeiterverbandes konzentriert sich selbstverständlich auf Mittwochabend in Wilkes Lokal, Sebastianstraße, stattfand, Stellung den Kampf um bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse für seine zum Kampf im Stuffateurgewerbe. Für die Puber gilt es als selbstverständlich, daß sie die Stukkateure unterstützen und jede Mitglieder. So wurden in den letzten 5 Jahren in 14 230 BeStudarbeit als Streifarbeit zurückweisen. trieben Forderungen der verschiedensten Art für 209 910 Personen Der Vorsitzende Neumann besprach in der Versammlung die allgemeine Lage für die gestellt. In der gleichen Zeit wurden 1211 Tarife in 8852 BeBuzer und ihre Kämpfe auf manchen Bauten um den festgefeßten trieben mit 84 709 beteiligten Arbeitern zum Abschluß gebracht. Abschlagslohn von 9 Mt. Durch die Unsicherheit der Lage im Bau- Der Verband hat im Jahre 1911 in 1868 Betrieben für 20 733 Begewerbe geht den Pußern oftmals viel Geld verloren, wenn sie die teiligte eine Verkürzung der Arbeitszeit, in 4871 Betrieben für Akkorde zu niedrig anseßen, und in solchen Fällen hat auch das 92 058 Beteiligte eine Erhöhung des Lohnes, in 3435 Betrieben Gewerbegericht ihre Klagen abgewiesen. Eine ausgedehnte Disfussion entspann sich über eine Differenz mit der Verbandsleitung, für 33 231 Beteiligte die Bezahlung der Ueberstunden und Sonndie einige Fälle von Maßregelungen betraf, worüber die Meinungen tagsarbeit, in 1910 Betrieben für 10 749 Beteiligte die Gewährung von Ferien durchgesetzt. In den Jahren 1907 bis 1910 wurde an Mehrlohn die Summe von 9 730 000 M. für die Mitgeteilt waren. wurde: Mark. Hinsichtlich Kresses führte der Senat aus: Ein öffentlicher Aufzug sei eine zu einem bestimmten Zwed vereinigte Menschenmenge, welche sich in einer Weise über die Straße oder über Pläke bewege, die geeignet sei, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erregen und die öffentliche Ordnung, insbesondere den öffentlichen Verkehr zu gefährden. Ohne Rechtsirrtum habe das Landgericht diesen Begriff auf die festgestellte Tatsache angewandt, daß die Radfahrer, die gleichmäßig weißwollene Anzüge und Hemden trugen und mit roten Schleifen geschmückt waren, im sogenannten Gänsemarsch dahinfuhren. Auch sei Kresse ohne Rechtsirrtum als Leiter angesehen worden, weil er derjenige gewesen sei, der die Anordnungen zu treffen hatte und auf dessen Anordnung sich der Zug in Bewegung sezte und Halt machte. Somit sei Kresse mit echt verurteilt worden. Letzte Nachrichten. Batis, 4. April.( 93. T. 3.) Die französisch- spanischen Unterhandlungen. Einige Zeitungen veröffent lichen nach offiziösen spanischen Quellen Mitteilungen über den augenblicklichen Stand der Unterhandlungen und über die Schritte, die sowohl früher als auch jetzt von Frankreich gemacht worden seien. Die Agence Havas" ist zu der Erklärung ermächtigt, daß alle diese Mitteilungen unrichtig sind und daß die beiden Regierungen sich, wie es Brauch ist, Geheimhaltung ihrer Unterhandlungen zugesagt haben. Nürnberg, 4. April. Heute morgen war es hier empfindCelsius. Ueber die Differenzen in der Möbelfabrik Schuster, Kopernikusstraße 23, verhandelte eine nach den Prachtsälen des Ostens vom glieder des Verbandes erkämpft. Auch auf dem Gebiete der Fachverein der Tischler( Lokalisten) einberufene öffentliche Arbeitsvermittelung hat der Transportarbeiterverband gute ErTischlerversammlung, die von über 1000 Personen besucht war. folge aufzuweisen. In seinen Nachweisen wurden in den letzten Nach zirka einstündiger Geschäftsordnungsdebatte über die Be- 5 Jahren 163 954 Stellen gemeldet und davon 137 760 mit Verjeßung des Bureaus fonnte, endlich in die Tagesordnung einge- bandsmitgliedern besetzt. 1911 allein wurden 54 908 Stellen in treten werden. Wie die Berliner Tischler über das Verhalten des den Verbandsnachweisen gemeldet und 47 326 davon besetzt. Fachvereins bei diesem Streit denken, kommt in folgender Reso Die Entwickelung der Verbandsfinanzen ist ebenfalls eine zu Iution zum Ausdrud, die gegen etwa 30 Stimmen angenommen friedenstellende, wenn man in Betracht zieht, daß der Beitrag in den ersten Jahren nur eine Höhe von 20 bis 25 Pf. pro Woche erDie am 2. April in den Prachtsälen des Ostens tagende Versammlung der Tischler Berlins erkennt das in der Nr. 59 des reichte und erst allmählich auf 40 bis 60 Pf. gebracht werden Borwärts" vom 10. März über die Vorkommnisse, anläßlich des fonnte. Die Vorgänger des Verbandes, die Lokalvereine, erhoben Streits bei der Firma Schuster und das Verhalten der Fach- nur 10 bis 15 Pf. an Wochenbeiträgen. So mußten denn die vereinler Gesagte, als völlig den Tatsachen entsprechend an. Die Berufskollegen erst zur Opferwilligkeit erzogen werden. Kein Versammlung verurteilt das Verhalten der im Fachberein organi- Wunder, daß jeder Groschen Beitragserhöhung einen harten Wiederkehr des Winters. sierten und bei Schuster als Arbeitswillige beschäftigten Tischler Stampf foftete. Ahnungsvolle Menschen prophezeiten bei jeder Trier, 4. April. Die Kälte der letzten Nacht, in der das Thermound Maschinenarbeiter aufs schärffte und spricht dieser Organi- Beitragserhöhung große Mitgliederverluste ,, und jedesmal wurden meter im Moseltal auf Minus 2 Grad und auf den Höhen auf sation, welche solch schimpfliches Verhalten noch zu beschönigen die düsteren Propheten durch die Tatsache ad absurdum geführt, Minus 4 Grad gesunken war, hat den Obstkulturen empfindlichen versucht, jede Berechtigung ab, Arbeiterinteressen zu vertreten. daß nach der Erhöhung die Mitgliederzahl hinaufschnellte. Gegen- Schaden zugefügt. Erwähnenswert ist, daß selbst ein Teil der Fachvereinler dieser wärtig verfügt der Verband über ein Barvermögen bon 1845 000 1 ich falt. Um 6 Uhr zeigte das Thermometer Minus 2 Grad Resolution zustimmten. Achtung, Korbmacher! In Berlin haben die Korbmacher der Die verschiedenen Branchen des Handels- und Transportge- Bayreuth, 4. April. In der letzten Nacht ist im ganzen Gestellbranche in einigen Werkstätten Forderungen gestellt; berlangt wird 10 Proz. Lohnaufschlag und eine Stunde Arbeitszeit- werbes sind wie folgt an der Mitgliedschaft des Verbandes be- Fichtelgebirge Neuschnee gefallen, der heute mehrere Bentiverkürzung. Wie es scheint, wird es in den meisten Betrieben ohne teiligt: meter hoch liegt. Die Temperatur war heute morgen auf vier Arbeitsniederlegung abgehen. Bis jetzt ist es bei Franke, Wal- Handelsarbeiter 45 839, Kutscher und Fuhrleute 38 101, Grad Stälte gefallen. Der Nachwinter hat in den Obstkulturen demarstraße 18, zum Streit gekommen. Herr Franke dürfte nun Droschken- und Personenfuhrwerksfutscher 7329, Bierfahrer 4507, bereits großen Schaden angerichtet. Für den Fall einer plötzlichen in den auswärtigen Zeitungen Korbmacher suchen; auch solche, Speditions- und Speicherarbeiter 19 017, Kohlenarbeiter 6051, Schneeschmelze droht eine Hochwassergefahr. welche sich auf Möbel einarbeiten wollen. Wir bitten deshalb, den Hafenarbeiter 22 341, Binnenschiffer und Flößer 11 175, See- wald ist wieder in vollem Gange. In den höheren Regionen des Freiburg i. B., 4. April. Der Wintersport im SchwarzZuzug von hier fernzuhalten. Ieute 10 873, Straßenbahner 9261, Fensterputer 2298, Hilfsarbei- Schwarzwaldes sant die Temperatur in der letzten Nacht auf Kontrollkommission der Korbmacher Berlins. ter 10 787, Arbeiterinnen 6817. In diesen Ziffern sind auch Minus 10 Grad. Auf dem Feldberg liegt der Neuschnee über Lohnbewegung der Gastwirtsgehilfen bei der Aschinger- 5713 Chauffeure enthalten. Gegenwärtig zählt der Verband einen halben Meter hoch. Gesellschaft. bereits über 400 Verwaltungsstellen. Prag, 4. April. Aus allen Teilen des Erzgebirges und des südMittwoch nacht fand in den Industriefestsälen, Beuthstraße 20, Das ist das Resultat nur 15jähriger, aber fleißiger Gewerk- westlichen Böhmens sowie aus dem Böhmerwald werden starke eine Versammlung statt, in der zirka 500 Angestellte der Firma den schaftsarbeit unter ungelernten Proletariern. Die Handels- und Schneefälle und Frostivetter gemeldet. In mehreren Orten betrug Bericht über die Verhandlungen mit derselben entgegennahmen. Transportarbeiter sind weniger in großen, vielmehr in fleinen die Temperatur hente 6 Grad unter Null. Berichterstatter 3eiste teilte mit, daß die Direktion die Lohn- und kleinsten Betrieben beschäftigt; ihre Organisierung erfordert forderungen 20 M. Gehalt und 45 M. Stostentschädigung ablehnte, viele und mühsame Agitationsarbeit. Daß die Transportarbeibagegen bereit sei, in den Bierquellen und Konditoreien für die ter sich trotz dieser und anderer Schwierigkeiten in so kurzer Zeit Dortmund, 4. April.( H. B.) Der 21 Jahre alte Arbeiter Kellner Abschaffung der Kost einzuführen und dafür ein Gesamt- eine solche Riesenzahl treuer Verbandsanhänger schaffen tonn- Aska verletzte die 15jährige Arbeiterin Polemczak durch RevolverJohn von 40 M. pro Monat zahlen wolle. Die Kellner des Wein- ten, dürfte ihnen selbst die größte Genugtuung für ihre auf- fchiffe schwer. Hierauf brachte er sich selbst eine schwere hauses Rheingold dagegen sollten einen höheren Lohn und zwar 50 M. erhalten. opfernde Gewerkschaftsarbeit sein, Schußberlegung bei. An dem Aufkommen der beiden wird Riemann führte aus, daß bom Hilfs personal nur die Zapfer und Gläserspüler in die Bewegung mit einbegriffen Die Dachdecker in Stralsund befinden sich im Streif. Es wird seien. In der lebhaften Diskussion wandten sich sämtliche Redner gegen die Vorschläge der Direktion und verlangten, daß an den aufgestellten Forderungen festgehalten werde. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: fönnen." gezweifelt. Die Liebe. Wegen Mordes freigesprochen. Wien, 4. April.( W. T. B.) Der Rechnungspraktikant im Finanzministerium, Sehob, der im Herbst vorigen Jahres seine Stiefmutter erwürgt hatte, ist heute von den Geschworenen freigesprochen worden. Dynamitexplosion. versucht, Ersatzkräfte von auswärts heranzuziehen. So soll ein Berliner Spezialist auf Nonnen und Mönche auf der Ueberlandzentrale in Stralsund erwartet werden. Auch der Architekt Viernow sucht Dachdecker für einen Stralsunder Hotelbau. Alle DachDie heute in den Industrie- Festsälen, Beuthstraße, tagende decker werden gebeten, keine Arbeit nach Stralsund und Rügen Versammlung aller Angestellten der Aschinger- Betriebe beauftragt anzunehmen. die bei der Direktion vorstellig werdenden Kommission, an den gestellten Forderungen festzuhalten und auch daß die Werksleitung den Wünschen der Arbeiter nur in völlig unZum Ausstand in der Görlizer Waggonfabrik wird berichtet, für die Wiedereinstellung der gemaßregelten Kollegen zu sorgen. genügender Weise entsprechen will. Eine Verkürzung der jetzt noch Ferner wird die Kommission beauftragt, Donnerstag nacht hier 58stündigen Arbeitszeit um eine Stunde wöchentlich, bei einer Avigliano erfolgte heute eine Explosion, bei der zwei Personen Turin, 4. April.( W. T. B.) In der Dynamitfabrik in in demselben Saale Bericht zu erstatten, damit dann die Ange- Stundenlohnzahlung von einem einzigen Pfennig, einschließlich des stellten endgültig zu den Vorschlägen der Firma Stellung nehmen umrechnungsbetrages auf die neue Arbeitszeit, das schien allen getötet und fünfzehn verletzt wurden. Der angerichtete SachArbeitern als unannehmbar. Das Werk zahlt bei durchschnittlich schaden ist bedeutend. 14 Proz. Dividende der letzten Jahre heute noch Stundenlöhne für gelernte Arbeiter in der Höhe von 28 Pf. und für ungelernte von Entdeckter Brandstifter. Im Café„ Alter Ruhstall", Invalidenstraße 110, ist es dem 27 Pf. Der Akkordverdienst der meisten Arbeiter ist sogar für Unternehmer trotz größter Anstrengung nicht gelungen, bollgültigen Görlißer Verhältnisse recht mäßig zu nennen; sie haben in den letzten die Entstehung des Brandes im Hause des ermordeten Fürsten von Konstantinopel, 4. April.( W. T. B.) Die Untersuchung über Ersatz für die streitenden Kellner aufzutreiben, so daß sich sein Haß Monaten durch die versuchte Amerikanisierung" des Kalkulationsauf die" Roten" immer mehr häuft, um so mehr, als er feinen An- wesens eine wesentliche Verschlechterung erfahren. Dem kaum be- Samos in Jenikoei hat ergeben, daß ein Wächter des Hauses den gestellten verbot, sich zu organisieren und sich dadurch vor den endeten Teilausstande der Lackierer, hervorgerufen durch fortBrand gelegt hatte, um die Spuren seiner Diebstähle ..Sozialdemokraten vollständig geschüßt glaubte. Dessen gesetzte Affordverschlechterungen, schließt sich jetzt der Ausstand der 3u berwischen. ungeachtet haben die im Betriebe herrschenden miserablen Verhält- Gesamtarbeiter an, weil sich die Mißstände im Betriebe bis zur nisse die Kollegen dazu geführt, die Hilfe der Organisation in An- Unerträglichkeit gesteigert haben. Zur Schaffung auch nur der spruch zu nehmen, so daß das Auftreten des Unternehmers Schu- allergeringsten Sicherheit für den Akkordverdienst der Arbeiter und mann, der auf das Vermögen seiner Frau pocht, die Angestellten zur Beseitigung des unerträglichen Zustandes, daß ganze Akkordnicht abschreckte, ihre Forderungen aufzustellen. Der Betrieb bleibt nach wie vor gesperrt. Die Ortsverwaltung. Lohnbewegung der Caféhausangestellten. Der Streik der Landschaftsgärtner ist dadurch so gut wie er lebigt, daß die Zahl der Streifenden bis auf einen fleinen Rest Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil veranto.: Krieg im Frieden. New York, 4. April.( P. C.) An Bord des amerikanischen Schlachtschiffes 1. Klasse„ North Dakota" hat sich heute, wie aus folonnen nicht einmal den so überaus niedrigen Stundenlohn ver- Bampton- Roads gemeldet wird, eine schwere Explosion ereignet. dienen konnten, fehlt den leitenden Männern der Waggonfabrik Bei Geschüßübungen explodierte vorzeitig eine Granate, offenbar der Wille. Den Arbeitern durch ihren Arbeiterausschuß, durch Lohnkommissionen oder eine ähnliche Einrichtung ein Mit- wodurch zwei Matrosen schwer und eine ganze Anzahl leichter verbestimmungsrecht bei der Festsetzung von Lohn- und Arbeitsbedin- leßt wurden. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 81. 29. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Afyliftenvergiftungen vor Gericht. wird? Freitag, 5. April 1912. daß von dem Chemiker noch nach so langer Zeit in den Leichenteilen auf die Hälfte annimmt, dann bleiben immer noch 2800 Liter, die in zwei Gruppen Methylalkohol vorgefunden ist, so gewinnt es an getrunken sein müssen, als unschädlich gegenüber 90 schädlichen Wahrscheinlichkeit, daß Methylalkohol als Hilfsursache zum Tode Litern bestehen. Schließlich wird noch beantragt, den Restaurateur Nach Eröffnung der Sizung durch Landgerichtsrat Briestorn zu betrachten ist. Der Mann war sowieso auf einen absteigenden Wiebe in Steglitz zu vernehmen, der bekunden wird, daß er, als wird die Beweisaufnahme über die einzelnen Anklagefälle fortgefeßt. Ast und es bedurfte nur eines geringen Anstoßes, um seinem Leben er noch bei der„ Elberfelder Papierfabrik" angestellt war, stets mit Vorher bittet der Sachverständige Fabrikbesizer, früherer Sprit- ein Ende zu machen. Diesen geringen Anstoß kann Methylalkohol Metylalkohol angefeßten Schnaps ohne jeglichen Schaden getrunken fabrikant Arthur Wolff- Chalottenbudg um seine Entlassung. R.-A. sehr wohl gebildet haben. Auf eine Frage, ob der Mann ohne habe. Dr. Werthauer widerspricht der Entlassung. den Methylalkohol nicht gestorben wäre, erwidert der Sachver- R.-A. Dr. Werthauer: Die Sachverständigen haben UnterEine Zeugin Frau Koplin wird über den Tod ihres Ehemannes, ständige: suchungen über die Giftwirkungen etwaiger Zusäße zum Methyldes am 24. Dezember verstorbenen Postschaffners A. vernommen. " Das weiß außer Gott niemand." alkohol nicht gemacht. Das Sterben nur von Männern und nur Nach ihrer Darstellung ist ihr Mann immer frank gewesen und dann Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Ist anzunehmen, daß durch den an gewiffen lokal verteilten Stellen weist auf eine anderweite Urgestorben wie die Anklage annimmt nach dem Genuß von Methylalkohol das Leben des Mannes verkürzt ist? Dr. fache ebenso sehr hin, als der doch allerseits als unaufgeklärt beNordhäuser, der wahrscheinlich aus Methylalkohol hergestellt war. Störmer: Wenn wir inzwischen nicht klug geworden wären in der zeichnete Umstand, daß fortgesetzter Genuß reinen Methylalkohols Geh. Sanitätsrat Dr. Unger, der den St. behandelt hat, sagt Richtung, daß der Methylalkohol nicht so unschuldig ist, wie ich es feine böse Wirkung gehabt habe. Selbst wenn aber Methylalkohol aus, daß K. ein chronischer Alkoholist gewesen ist, der als solcher lange Zeit geglaubt habe, könnte man diese Frage nicht beant- die schlimme Ursache sei, hat doch die Ermittelung sich nicht darauf Verdauungsstörungen gehabt hat und alle Anzeichen einer Arterien- worten. Jezt, wo ich es für festgestellt halte, daß Methylalkohol erstreckt, an, wen alles die Firmen Kahlbaum und Riedel den verfaltung zeigte. Gerichtschemiker Dr. Jeserich hat in den ein so schweres Gift ist, so tann man wohl sagen, Methylalkohol verkauft haben. Gegenüber einer Anklage, welche Leichenteilen positiv Methylalkohol festgestellt. Medizinalrat Dr. daß der Genuß bon Methylalkohol den Tod eines den Beweis der Tötung durch den Angeklagten darauf zurzeit allein Hoffmann, der die ausgegrabene Leiche erst am 4. März obduziert Menschen herbeiführen fann. R.-A. Dr. Werthauer: stützt, daß jemand in der Nähe des Obdachs z. B. gewohnt, sich aufhat, erklärt, daß man in diesem Falle nur von einer gewissen Wahr- Wenn Sie nun unterstellen, daß Methylalkohol nicht anders wirkt gehalten oder gestorben sei, ist doch eine Ermittelung nötig, ob nicht scheinlichkeit der Vergiftung durch Methylalkohol sprechen kann. Es wie Aethylalkohol und ich unter Beweis stelle, daß die ätherischen in diese Nähe auch anderweit als durch Scharmach Kahlbaumscher handle sich um einen stets kranken Mann, der an chronischem Dele, die dem Metylalkohol zugesetzt werden, giftig sind würden Methylalkohol gelangt sei. Da es sich um die Aufklärung des Alkoholismus litt. R.-A. Dr. Werthauer: Ich beantrage die Sie dann Ihr Gutachten ändern? Dr. Störmer: Ich habe aber Todes vieler Menschen handelt, ist eine vollständige, schlüssige Ers Verlesung des Obduktionsprotokolls. Staatsanwalt Dr. Gutjahr: die Ueberzeugung, daß Methylalkohol anders wirkt als Aethyl- mittelung Vorausseßung jedes Urteils. Nach dem Geist der ProzeßDas ist doch unzulässig. Vors.: Jch lehne den Antrag ab. alkohol. Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Wirkt nicht ein giftiger ordnung sollte in großen wichtigen Sachen eine Voruntersuchung R.-A. Dr. Werthauer: Ich bitte um Gerichtsbeschluß. Der Stoff auf einen tranten Körper anders als auf einen gesunden? stattfinden, diese ist aber nicht erfolgt. Auch die Ermittelungen Gerichtshof zieht sich zurück und der Vorsitzende verkündet als- Dr. Störmer: Gewiß. Staatsanwalt: Sicherlich wird doch anzu- sind von der Voraussetzung, daß der Methylalkohol der Schuldige dann: nehmen sein, daß ein Schaden an der Gesundheit herbeigeführt sei, ausgegangen und die ganze Sache ist trop der Wichtigkeit der Der Antrag wird als unzulässig abgelehnt. Dr. Störmer: Jawohl! Aufklärung äußerst beschleunigt worden, so daß die HauptverhandR.-A. Dr. Werthauer beantragt, die Invaliditätsaften des Ver- Es folgen dann noch eine Reihe von Fragen der R.-A. Dr. lung erst zur Ermittelung schreiten muß. Dies ist die Ursache unstorbenen, der seinerzeit vom Militär entlassen worden ist, einzu- Alsberg und Dr. Puppe an den Sachverständigen, die sich darauf gewöhnlicher Schwierigkeiten für alle Beteiligte. Es müssen desfordern; ferner den Geh. Rat v. Wassermann wieder an Gerichts- beziehen, wie sein Ausdruck, daß in diesem Falle Methylalkohol als halb sehr eingehende Nachfragen nach der Giftwirkung und dergl. stelle zu laden, da er an diesen mehrere Fragen in bezug auf die Hilfsurfache" an dem Tode zu beobachten sei.-R.-A. Dr. Alsberg: gestellt werden und dazu müssen alle Sachverständigen zur Stelle Krankheit des Verstorbenen zu richten habe. Er fährt dann fort: Hilfsursache bedeutet doch wohl nur, daß eine zweifelhafte Ursache sein, da wissenschaftlich sehr schwierige Probleme zu lösen sind, Der Sachverständige Med.- Rat Dr. Störmer, der jetzt erschienen vorliegt? Dr. Störmer: Nein, es bedeutet eine fonkurrierende von deren bisherigem Unbekanntsein alle Sachverständigen überist, hat die Aussage der Zeugin nicht gehört. Ich beantrage, daß die Ursache, die bei dem Tode mitgewirkt hat. Auf weitere zahlreiche Zeugin ihre Aussage in Gegenwart dieses Sachverständigen wieder Fragen erklärt Dr. Störmer: Auf diese Weise komme ich ja 10 zeugt find. Deshalb beantrage ich, die Verhandlung abzubrechen und die Akten der K. Staatsanwaltschaft zurückzugeben, damit holt.- Vorf.: Herr Med.- Rat, find Sie bei der Vernehmung der Zeugin oder 12mal zur Beantwortung derselben Frage. Ich bedauere tief, Grmittelungen über die Empfänger von Methylalkohol und die anwesend gewesen? Med.- Rat Dr. Störmer: Nein. Mir ist es den Ausdruck Hilfsurfache" jemals gebraucht zu haben.( Heiter- Giftwirkungen der Beimischungen angestellt werden, um dann später beim besten Willen nicht möglich, immerfort hier zu bleiben, denn teit.) R.-A. Dr. Jaffé: Sind die Erscheinungen bei der Genickich muß noch anderen wichtigen Verpflichtungen nachkommen. Es starre und bei der Methylvergiftung nicht ganz ähnlich den Er- eine neue Verhandlung anzuberaumen, wie es beispielsweise im Pommernbankprozeß geschah. Scharmach unterstützt diesen Antrag würde eine Beeinträchtigung des ganzen Berliner Gerichtsbetriebes scheinungen, wie sie hier vorliegen? Dr. Störmer: Nein. eintreten. Frau Koplin muß nun ihre Angaben über die Krank- R.-A. Dr. Werthauer beantragt, die sämtlichen Sachverständigen und will zum Zweck der Schaffung einer vollen Aufklärung gern heit und den Tod ihres Mannes wiederholen. R.-A. Dr. nochmals zu laden. Er habe inzwischen von autoritativer Seite noch weiter in der Haft ausharren. Den Angeklagten Dahle bitte Werthauer will an die Zeugin eine Frage richten, von wem der erfahren, daß Methylalkohol nicht schlimmer ist als Aethylalkohol. ich aus der Haft zu entlassen. Justizrat Dr. Jvers bittet auf alle Fälle seinen Klienten Verstorbene den Schnaps bezogen hat, den er genoß. Der Vor- Auch die Tatsache, daß er nicht resorbiert ist, sei ein Zeichen für die figende beanstandet diese. Frage, nachdem Med.- Rat Dr. Störmer Nichtgiftigkeit. Es liegen sehr interessante Versuche über die Bastrom aus der Haft zu entlassen, da derselbe feste Wohnung und erklärt hat, daß sie für sein Gutachten unwichtig ist. R.-A. Dr. Wirkung des Tetanusgifts bei einem Huhn und bei einem Pferd Familie habe und von dem Vorliegen eines Verbrechens" keine Werthauer bittet um Gerichtsbeschluß. Der Gerichtshof lehnt vor. Die Versuche seien mit Aethyl- und Methylalkohol fortgesetzt Rede sein kann. die Frage ab. R.-A. Dr. Werthauer stellt die Frage an die worden und es ist festgestellt, daß Methylalkohol teine andere Wir- R.-A. Dr. Jaffé schließt sich dem Antrage des Dr. Werthauer Zeugin, aus welchem Grunde ihr Mann seinerzeit vom Militär fung hat als Aethylalkohol. Da aber der Methylalkohol einen üblen an und bittet um Haftentlassung des Angeklagten Meyen. entlassen worden ist. Auch diese Frage wird vom Vorsitzenden und widerwärtigen Geschmack hat, werden ihm starke ätherische R.-A. Dr. Puppe schließt sich auch den Anträgen an, trotzdem der beanstandet, nachdem Dr. Störmer erklärt hatte, daß dies für ihn Dele zugesezt. Es wird behauptet, daß diese ätherischen Oele giftig bon ihm verteidigte Radomsky nur beschuldigt werde, den Verkauf von ohne Bedeutung sei, da es sich um einen 60jährigen Mann handelt, seien; ferner wird von der Verteidigung behauptet, daß Methyl- 10 Litern Methylalkohol vermittelt zu haben. Wenn aber festgedessen Militärzeit 30 Jahre zurückliegt. R.-A. Dr. Werthauer alkohol in zahlreichen Fällen verkauft worden ist, ohne Nachteile stellt werde, daß Methylalkohol mit dem Aethylalkohol gleichwertig bittet um Protokollierung seiner beanstandeten Frage:" Aus für die Trinker und nur in den Fällen, in denen Gastwirte ätherische und nicht giftig sei, dann wären die Zeugen zu befragen, ob sie welchem Grunde ist der Ehemann der Zeugin invalidisiert worden?" Dele zusetzten, üble Folgen entstanden sind. nicht auch Methyl- statt Aethylalkohol gekauft hätten und damit Borf.: Ich richte dann diese Frage an die Zeugin. Frau Von dem R.-A. Dr. Jaffé wird hierauf noch folgender Antrag würde der Betrug bezw. die Beihilfe in Wegfall kommen. Vors.: Koplin: Mein Mann ist nicht entlassen, sondern ist vor 26 Jahren gestellt: Es wird beantragt, den früheren Leiter der Holzdestilla- Ich möchte erst noch die Sachverständigen Regierungsrat Judenack vom Militär wegen Rheumatismus abgegangen. R.-A. Dr. tionsanlage zu Puttna( Bukowina), Paul Liebmeind, zurzeit in und Dr. Jeferich über den Antrag des Dr. Werthauer hören. Werthauer: Ich hatte gebeten, meinerseits die Frage stellen zu Tiljit, zu laden. Derselbe wird befunden, daß er in seiner Stellung Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Hier ist von angeblich giftigen„ äthedürfen, da dies ein Grundrecht der Verteidigung ist. Ich bitte um viele Waggonladungen Methylalkohol erzeugt hat, daß einige seiner rischen Oelen" gesprochen, die verwendet worden sein sollen. BisBeschluß, ob die Frage zugelassen wird. Bors.: Ich habe geglaubt, Arbeiter täglich nicht unerhebliche Quantitäten Schnaps, der aus her ist nur bekannt, daß die üblichen Effenzen, die sich überall im daß es am einfachsten sei, wenn ich die Frage an die Zeugin richte. 96prozentigem Methylalkohol zubereitet war, getrunken haben, daß Verkehr befinden, verwendet worden find. Irgend etwas anderes Berteidiger: Es handelt sich hier um ein Grundrecht der Ver- er auch selbst hin und wieder einen derartigen Schnaps getrunken läßt sich doch nicht feststellen. Borf.: Es müßten dann eber teidigung. Vors. Ich habe ja gar nichts dagegen, daß sie die habe, besonders wenn er sich den Magen verdorben habe. Der sämtliche Leichen wieder ausgegraben Frage stellen; ich bitte also, sie noch einmal zu stellen. R.-A. Methylschnaps habe hierbei den besten Erfolg gehabt. Auch die Dr. Werthauer( nach kurzer Pause): Ich bin jetzt nicht mehr in der Klosterbrüder in Puttna hatten Methylalkohol in recht erheblichen hatte damals bei dem Staatsanwalt angefragt, was mit den Dr. Jeserich: Das ist wohl nicht mehr möglich. Ich Lage, die Frage zu stellen. Der Gerichtshof will sich zurückziehen Mengen bezogen, um daraus angeblich ein Mittel gegen Rheumatis: 37 Leichen, die ich im Hause hatte, geschehen soll. Es ist mir geund tut dies, nachdem R.-A. Dr. Werthauer hinzugefügt hat: mus herzustellen, welches sie selbst genossen. Schließlich beantragt weil die Frage nun schon beantwortet ist. Während der die Verteidigung, durch die Sachverständigen festzustellen, daß antwortet worden, daß die Leichen wieder abgeholt würden; die Abwesenheit des Gerichtshofes macht sich in den Reihen der Sach- 1 Kilo Methylalkohol in Volumen 12/10 Liter ausmacht. Da nun fraglichen Teile sind dann entweder beerdigt oder verbrannt wor verständigen Unruhe bemerkbar. Nachdem der Gerichtshof wieder festgestellt ist, daß Scharmach 1200 Kilo, demnach 1440 Liter Methyl- barauf folgendes erwidern. Die im Handel befindlichen Essenzen den. Was die Frage der ätherischen Oele betrifft, so kann ich im Saale erschienen, muß Geh. San.- Rat Dr. Unger seine Aussage alkohol verkauft hat und auf den Liter Methylalkohol 4 Liter Wasser darauf folgendes erwidern. Die im Handel befindlichen Essenzen noch einmal wiederholen, ebenso Dr. Jeserich. Med.- Rat Dr. bei der Schnapsbereitung zugesetzt werden, so müßten bestehen zumeist aus ätherischen Delen, die aber sämtlich unschädStürmer erstattet dann sein Gutachten über den Fall Koplin. Er lich sind. Es konnte als giftig nur das sogenannte Mirbanöl ( Nitrobenzol) und das Bittermandelöl, welches Blausäure enthält, 5760 Liter Methylschnaps werden. " hat in Gemeinschaft mit Med.- Rat Dr. Hoffmann die Obduktion borgenommen. Er schließt sich dem Gutachten des Med.- Rats Dr. in den Handel gekommen sein. Wenn man nun einen ganzen als giftig in Frage kommen. Beide kommen aber schon infolge Hoffmann durchaus an. Wenn man von den Vorfällen, die jetzt Liter Schnaps auf jeden Vergifteten rechnet, so müßte man, wenn ihres ganz charakteristischen Geruchs hier gar nicht in Frage. zur Verhandluig stehen, nichts gewußt hätte, würde man sagen: die Voraussetzungen der Anklage richtig wären, nicht 90, sondern Reg.- Rat Prof. Judenad äußert sich hierüber folgendermaßen: Der Die Erscheinungen, die an der Leiche gefunden sind, find genügend, 5760 Leichen haben. Wenn man nun annehme, daß ein großer persönliche Trinkbranntwein, ganz gleich, ob er als Schlesischer", um den Tod zu erklären. Wenn man aber diesen Fall nicht heraus- Teil des Schnapses weggegossen und nicht zur Verwendung ge-" Breslauer"," Stralsunder"," Kottbuser" oder" Nordhäuser Korn" reißt aus dem Ensemble der ganzen Sache und wenn man hört, kommen sei; ja, selbst wenn man diesen Teil in übertriebener Weise bezeichnet wird, besteht aus nichts weiter, als wie aus mit Wasser Kleines feuilleton. hat diese Wertschätzung des Eis durchaus bestätigt. Heute ist der alte Brauch freilich ganz verzerrt worden, da von den Eiern meist nur die Form übrig geblieben ist, der Stoff aber in Zuckerwert, Schokolade und dergleichen übergegangen ist. darauf folgenden Jahre, die vier der Fledenperiode, trocken und warm gewesen. Beim Luftdruck ist eine Periodizität angedeutet, wenn der Verlauf dieses Witterungselementes nach den Jahreszeiten Von Oktober bis Februar brachten die Die Sezession hat ihre XXIV. Ausstellung eröffnet. Wir sehen getrennt betrachtet wird. die Wandlung bestätigt, von der hier oft genug geredet wurde. Es Jahre um die Fleckenmarima einen zu niedrigen Luftdruck, dagegen Teures Möbelholz. Möbel aus Eichenholz beherrschen wieder tommt eine neue Generation. Das läßt sich weder aufhalten noch war in den gleichen Jahren von März bis Mai der Luftdruck zu einmal die Mode. Die Nachfrage nach Eichenholz ist darum überleugnen. Das mag den Alten, die einst Revolutionäre waren, nicht hoch. Drei Jahre später trifft das Gegenteil zu. Die Sommerzeit, aus rege, was natürlich zu einer großen Preissteigerung Anlaß immer angenehm sein; um so anerkennenswerter ist es, daß die Juni bis September, wies geringere Schwankungen auf. Erst der gab. Die Preise für diese Holzart find innerhalb der letzten Jahre Ausstellungsleitung, die doch zumeist aus solchen Alten besteht, der Witterungsverlauf des vergangenen Jahres hat wieder gezeigt, daß um mehr als 100 Prozent gestiegen, und was für Summen zu neuen Jugend mit Bereitwilligkeit die Wände freigab. Freilich, diese Feststellungen mit den tatsächlichen Verhältnissen dauernd har zahlen man heute bereit ist, beweist z. B. eine Auftion, die kürzlich folche Bereitwilligkeit ist legten Sinnes doch ein Zwang; wollten monieren. 1912 war ein Jahr des Fleckenminimums; es war nicht im Spessart stattfand. Hier legte eine Frankfurter Firma für die Sezessionisten von einst ängstlich für sich bleiben, wären sie nur ungemein warm, sondern auch sehr trocken. Man kann an eine aus 5,87 Festmetern Holz bestehende Steineiche den Preis von morgen einsam. Was ist nun das Neue, was herauftommt? Man nehmen, daß die für Berlin gemachten Feststellungen auf ganz Deutsch- 3150 M. an und erwarb einen Stammabschnitt von nur 3,71 Fest betrachte, wie sie hier hängen: Josef Bató, der schwer bewegten wir tönnen daraus schließen, daß wenigstens für das laufende nennt das Fachblatt für Holzarbeiter" dies einen enormen" land, ja, auf ganz Europa finngemäße Anwendungen finden dürfen, metern für 2000 M. Das wären 40 M. pro Festmeter. Mit Recht Silhouetten mit Farbe füllt; Benno Berneis, der einen Drachentöter dem Fresko entgegensteigert; Artur Degner, der das Jahr Wärme und Trockenheit noch die hervorstechenden Eigentüm- Preis für Eichenholz. Stellt sich dies damit doch in die Reihe unTaumtelige des Frühlings gestalten möchte; man betrachte die jungen lichkeiten der Witterung bilden werden. Denn die Sonne befindet ferer teuersten überseeischen Möbelhölzer. Das sehr geschäßte wertDänen, des alten Ganguin Sohn Pola, den Harald Girfine fich auch gegenwärtig immer noch in einem Stadium geringerer volle Teakholz, das aus Südasien stammt, fostet pro Festmeter nur und Knud Kyhn, die mit seltsam weicher Seele zur großen Form Fleckentätigkeit. 250-400. Preise, die den Laien in Erstaunen versehen, streben; man betrachte Mag Neumann, der von Delacroig Der Ursprung der Ostereier. Es ist die Frage, ob man auch erzielt aber vor allem auch das Mahagoniholz. Für einen einkommt, und all die jungen Deutschen, die in den auf die zahllosen Boltsgebräuche bei kirchlichen und anderen Festen den igen großen, in drei Teile zerschnittenen Mahagonistamm opferte Spuren der jüngsten Franzosen Franzosen gehen; dazu Oppen philosophischen Satz anwenden fann:„ alles was ist, ist vernünftig", einst eine Pianofortefabrik den berühmt gewordenen Preis von heimer, den spanischen Griechen, Tuch, den Jünger des aber jedenfalls hat jeder einzelne dieser Gebräuche seine leber- 60000 M.! Kein Wunder, daß man mit diesem teueren Holz jetzt Cézanne. Man betrachte die Plastiker: Barlach, der es wagt, lieferung und Erklärung. Nur wenige von den Kindern und auch verstehen es, aus dem Mahagoniholz Blätter herzustellen, die nur sparsamer und sparsamer umgeht! Moderne Furniermaschinen eine Vision in Holz zu schneiden; Lehmbrud, dessen Kniende" von den Erwachsenen aber, die bei jedem Osterfest sich mit dem die Dicke oder vielmehr die" Dünne" von Bruchteilen eines Milliauf Harfentöne zu hören scheint; Kolbe, der ein Mädchen in Osterhasen und den Ostereiern zu schaffen machen, wissen heute Tanzes Seligkeit sich regen läßt; alter, Albiter und noch etwas über den Ursprung dieser Gewohnheiten und ihrem meters besitzen! Gerstel, die eine innere rhythmische Fleischlichkeit sichtbar zu Busammenhang mit dem Osterfest selbst. Freilich ist es ziemlich Notizen. machen suchen. Was wollen diese alle? Sie wollen aus der einfach, eine Beziehung zwischen dem Hasen oder einem- Eine wissenschaftliche Gesellschaft für Flugnervösen Impression zur finnlich erregten Monumentalität, vom un- anderen freilebenden Tier und dem Beginn des Frühlings herzu- technik wurde im Zusammenhang mit der Luftfahrzeugausstellung erhörtesten Naturalismus zur höchsten Abstraktion dringen. Wie das stellen, und noch näher scheint eine solche zwischen einem Ei und dem begründet. im einzelnen vor sich geht, und warum die Entwickelung so jein Begriff der Auferstehung oder der Erwedung zum Leben zu liegen. Kunst chronit. Die Zeitschrift Der Sturm" teilt mußte, davon wird nach eingehendem Betrachten zu schreiben fein. Beim Osterhasen wird dieser Gedanke auch in der Hauptsache zu- mit: Die Mitteilung, daß die Berliner Sezeffion durch die Futuristen Dann sollen auch die Bilder der alten Sezessionsmeister, die selbst- treffen, doch muß hinzugesetzt werden, daß der Hafe schon bei den beschickt sei, ist unrichtig. Die Futuristen sind ausschließlich in der verständlich noch immer prachtvoll und start sind, gepriesen sein. alten Germanen, also vor Einführung des Christentums, mit zweiten Ausstellung der Zeitschrift vom 12. April ab zu sehen. Die R. Br. der Frühlingsfeier in Verbindung gebracht und als der Expressionisten und Kubisten sind bereits in der gegenwärtigen ersten Das Klima von Berlin und die Sonnenflecken. Der Einfluß der Frühlingsgöttin heilig betrachtet wurde. Bei den Ostereiern Ausstellung vertreten. Sonnenfleckenhäufigkeit auf das Klima yon Berlin ist jezt von fann wohl eine ähnliche Ueberlieferung aus ältester Zeit zugrunde- Die schnellsten Winde. Die größte Geschwindigkeit D. Meißner in Potsdam aus den Temperaturbeobachtungen seit liegen, aber sie haben zum mindesten noch eine andere Bedeutung, des Windes, die bisher jemals beobachtet worden ist, wurde am 1756 und den Regenmessungen seit 1848 untersucht worden. Danach die sich aus rein firchlichen Gebräuchen erklärt. In den Zeiten, 14. März 1905 bei Falmouth an der südenglischen Küfte zu 166 Kilos erscheint, wie Prof. Berberich in der„ Naturwissenschaftlichen Rund- als das Fasten noch streng eingehalten wurde, gewannen die meter in der Stunde bestimmt. Bei den letzten Stürmen dieses schau" mitteilt, die Jahrestemperatur zur Zeit des Flecken- Gier wegen ihres früh verstandenen großen Nährwertes eine Jahres wurde an demselben Ort am 4. März für eine Dauer von magimum um 0,2 Grad gegen den Durchschnittswert herab- besondere Bedeutung, und es wurde daher zur Sitte, daß 6 Stunden eine Windgeschwindigkeit von 105 Kilometer in der gedrückt und drei Jahre später, ettva bor dem Flecken- jede Familie am Ostersonnabend und Ostersonntag mehr oder Stunde festgestellt. Die höheren Beträge werden überhaupt nur für minimum, um 0,2 Grad erhöht. Umgekehrt verhält es weniger große Ladungen an die Kirche fandten, damit Bedürftige furze Dauer, also mehr in einzelnen Windstößen erreicht, und in fich mit den Regenmessungen, die im ersteren Falle um 25 Milli- nach der Fastenzeit davon gespeist würden. Bald verband sich damit solchen wurde an dem letztgenannten Tage auch eine Geschwindigkeit meter zu hoch, im zweiten Falle um 28 Millimeter zu niedrig sind. auch der Glaube, daß diese Eier eines besonderen Segens und einer von nahezu 158 Kilometer gemessen. Am 22. Februar soll sogar ein Die Fleckenmagimajahre sind in Berlin feucht und fühl, die kurz gesteigerten Nährwirkung teilhaft würden. Die moderne Wissenschaft Wind von 177 Kilometer beobachtet worden sein. " verdünntem Sprit, der mit sog.„Würzen" aromatisier! wird. Auf IM Liter dieses Schnapses wird ein Liter dieser Würze zugesetzt, um den gewünschten Geschmack zu erhalten. Bei diesen Würzen kommen irgendwelche schädlichen Substanzen überhaupt nicht in Frage. Wenn dies der Fall sein würde, so mühte schon ganz Deutsch- land vergiftet sein, da überall diese Essenzen verwendet werden. Alle diese Stoffe können außerdem mit dem Methylalkohol keine besondere Verbindung eingehen, die einen neuen andersartigen Charakter hat und schädlich wirken könnte.— R.-A. Dr. Werthancr: Es ist mir mitgeteilt worden ,daß zu den sogenannten Kornschnäpsen Fuselöl und Bittermandelöl verwendet werden soll. Beide Stoffe sollen aber giftig sein?— Prof. Juckenack: Daß Fuselöl zugesetzt wird ist möglich, da dieses dem Spritgemisch den charakteristischen Konibranntwemgeschmack verleiht. In den mir bekannten Fällen, wie z. B. in dam Fall Isaak, in welchen ich die Schnäpse unter- sucht hatte, sind immer nur die im Handel befindlichen Essenzen zugesetzt worden. Isaak hatte sogar einfach Sprit und Wasser zu- sammengegossen. Es ist übrigens falsch, wenn vorhin hier gesagt worden ist, dah nur dadurch die giftige Wirkung entsteht, daß der Körper die Stoffe absorbiert. Todesfälle durch eine grotze Reihe anderer Gifte beweisen das direkte Gegenteil. Ferner ist gesagt worden, daß der Methylalkohol möglicherweise erst durch Grünspan die giftige Eigenschaft erlangt hat. Davon kann gar keine Rede sein. Grünspan, d. h. Kupfer läßt sich noch in ganz minimalen Spuren nachweisen. Um aber Vergiftungen durch Kujjfcrsalze herbeizuführen, müssen schon ganz erhebliche Quantitäten in An- Wendung kommen. In so geringen Mengen, wie Grünspan in dem in kupfernen Apparaten destillierten Methylalkohol enthalten sein könrrten, ist Kupfer überhaupt nicht giftig. Justizrat Dr. Franz Jvcrs legt besonderen Wert auf die noch- ma%e Feststellung, daß die Essenzen, wie sie von seinem Mandanten Zastrow verwendet worden seien, überhaupt nicht giftig sind.— R.-A. Dr. Joffe: Sind die Leichen untersucht worden auf Permangcdnat und Aldehyd? Beide Stoffe sollen von den Fabri- kanten dem Methylalkohol zugesetzt werden, um diesem den scharfen und üblen Geruch zu nehmen. Sind diese beiden Stoffe giftig?— Dr. Jeferich: Solche Untersuchungen auf Permanganat und Aldehyd waren bei d.em vorgeschrittenen Stadium der Verwesung der Leichen nicht mehr möglich. Kalipermanganat, welches selbst nicht giftig ist, würde sich sofort durch die bekannte vwlett-braune Farbe erkennen lassen. Wenn diese verschwunden ist, so würden sich Manganoxyd, ein harmloses unlösliches Braunsteinsalz und ebenso harmlose Kalisalze bilden. Was die vorhin erwähnten Punkte betrifft, so sind mir allerdings Nitrobenzolvergiftungen, durch Verwendung von Mirbanöl bekannt. Derartige Vergiftungen kann man aber tatsächlich schon mit der Nase erkennen, da sich der charakteristische Bittermandelgeruch sehr leicht erkennen läßt.— Vors.: Ist es denn richtig, daß der Methylalkohol einen so wider- wältigen Geruch und Geschmack hat, wie hier wiederholt gesagt worden ist?— Dr. Jeferich: Nein, heute nicht mehr. Früher da- gegen wurde Methylalkohol wegen dieser Eigenschaften als Dena- tnrierungsmittel für den Brennspiritus verwandt. Der jetzt fabri- zierte azetonfreie Methylalkohol riecht nur ganz schwach aromatisch. — R.-A. Dr. Puppe: Methylalkohol hat die Formel CH-OH, besteht also aus einer Verbindung von Kohlenstoff. Wasserstoff und Sauerstoff. Nun hat der Sachverständige Dr. Förster hier gesagt, daß derartige Stoffe, wenn ihre chemische Verbindung geändert bezw. ein Teil ihrer Verbindungen erhöht wird, giftige Eigenschaf. ten annehmen können. Ist dies nicht durch den Zusatz irgendwelcher Stoffe, wie z. B. der Essenzen, möglich?— Dr. Jeferich: Nein, denn die ätherischen Oele in den Essenzen gehen mit dem Methyl- alkohol keine neuen Verbindungen ein, sondern lösen sich nur auf, wie z. B. Salz in Wasser. Staatsanwalt Dr. Gutjahr beantragt den Antrag auf Ver- togung abzulehnen. Rechtsanwalt Dr. Werthauer teilt mit, daß Rechtsanwalt Dr. Alsberg auf einige Tage verreisen müsse und für ihn Rechts- anwalt Dr. Brederea eintrete. Der Gerichtshof zieht sich hierauf zu längerer Beratung zurück. Der Borsitzende verkündet nach deren Beendigung: Der Antrag auf Aussetzung der Berhandlung wirb abgelehnt. Dagegen soll auf die Beweisanträge betr. die Essenzen eingegangen werden. Das Gericht behält sich aber vor, den Umfang der Beweisaufnahme zu bestimmen und die Sachverständigen zu benennen. Diese werden aber vor Montag über 8 Tage nicht zu laden sein. Was die Haftentlassung des Dahle betrifft, so wird die Vorfrage zu stellen sein, welche Kaution gestellt werden soll.— Staatsanwalt Dr. Gntjahr: Ich bemerke hierzu, daß die Beschwerde des Dahle über die verweigerte Haftentlassung gegen eine Kaution von 2000 Ndark vom Kammergericht verworfen worden ist.— Der Gerichtshof beschlieht: Der Haftbefehl gegen Zastrow wird aufgehoben, die Haftentlassung des Angeklagten Dahle wird von der Stellung einer Kaution von 6000 M. abhangig gemacht; die Haftentlassung deS Angeklagten Mcyen wird abgelehnt. Ueber die übrigen Beweis- antrüge soll später befunden werden. Die Anklagefälle, die in der Nachmittagssitzung verhandelt wurden, boten lein anderes Bild, als die vorhergegangenen. Es handelte sich überall um plötzlich eingetretene Todesfälle unter den auch bei den übrigen Fällen beobachteten Symptomen. In ein- zelnen dieser Fälle sind die Leichen erst mehrere Wochen nach dem Tode exhumiert worden und waren schon in einen hohen Grad der Fäulnis übergegangen, so das; die Gerichtsärzte Dr. Hoffmann und Dr. Stürmer nur ein bedingtes Gutachten dahin abgeben konnten, dah die Methylalkoholvergiftung als Ivahrscheinlich hinge- stellt werden müsse, weil Dr. Jeserich bei der chemischen Unter- suchung das Vorhandensein von Methylalkohol festgestellt hatte. Als Zeuginnen traten in rascher Folge die schwarzgekleideten Frauen auf und erzählten mit geringen Unterschieden die Leidens- geschichte der ihnen so jäh geraubten Ernährer. Unter ihnen be- fand sich auch die Witwe eines Drogisten, der sich aus 60 Gramm angeblichen Weingeistes, 40 Gramm Zuckerlösung und einigen Tropfen Arrak-Essenz einen Schnaps gebraut und davon getrunken hatte. Auch die Zeugin hat einen Schluck davon genossen. Der Ehemann sei sehr bald darauf sehr unwohl geworden und sei unter fürchterlichen Qualen, Luftnot, Schstörungen usw. gestorben. Ter Verstorbene hatte Methylalkohol im eigenen Geschäft zur Her- stellung von Parfümerien usw. schon verwendet, den Weingeist, den er zur.Herstellung des verhängnisvollen Schnapses verwandte, hatte er als„Sprit" gekaust. In diesem Falle wie in einigen anderen geht das Gutachten der Medizinalräte Dr. Hoffmann und Dr. Stürmer bestimmt auf Methylalkoholvergiftung, nachdem Dr. Jeferich und RegierungSrat Dr. Juckenack über ihre Fest- stellungen berichtet hatten; in anderen Fällen, insbesondere in denen, wo eine Obduktion nicht stattgefunden hat, konnten die �sachverständigen nur mit Wahrscheinlichkeiten rechnen.— Staatsanwalt Dr. Gutjahr: Wir haben zur Schonung der Familien- gefühle nicht die Ausgrabung aller in Frage kommenden Leichen veranlaßt. Ich hatte geglaubt, daß mancher Fall auch ohne Ob- iduktion festgestellt werden könnte. Die Schonung des Familien- gefiihls bewirkt nun vielleicht, daß eine Anzahl Fälle nicht fest- gestellt werden kann.— Vorsitzender: Kann unter diesen Um- ständen nicht auf ein« ganze Anzahl von Zeugen verzichtet werden, wenn die Staatsanwaltschaft auf diese Fälle kein Gewicht mehr legt?— Rechtsanwalt Dr. Wcrthauer erklärt, nicht auf die Zeugen verzichten zu können. Er ist der Meinung, daß sich die Obduktion der Leichen nicht vermeide« lasse. Es sei' doch möglich, daß die Obduktion ergibt, daß der Tod, der unter denselben Erscheinungen eingetreten ist, doch auf andere Ursachen zurückzuführen sei, und ich beantrage deshalb, die Augen- scheiiinahrne durch Obduktion vornehmen zu lassen.— Nach kurzer weiterer Bewcisauftiahmc wird die Sitzung auf Sonnabend 0 Uhr vertagt. Gegen die Ablehnung des Haftentlassungsantrages für Mehen hat Rechtsanwalt Dr. Joffe sofort Beschwerde beim"Kammergericht geführt und für Meyen Kaution angeboten. Jim der parte!* Internationale Propagandafahrten. Paris, 3. April. fEig. Ber.) Der außerordentliche Eindruck der am Sonntag abgehaltenen ftanzösisch-deutschen Versammlung ver- anlaßt Genossen Sembat, einen Gedanken, den er schon auf dem Parteitag in St. Ouentin formuliert hat, wieder aufzunehmen. Er schreibt in der heutigen„Humanitö":.Ich möchte, daß in ganz Deutschland wie in ganz Frankreich gemischte Mannschaften deutscher und französischer Redner, Reichstagsabgeordnete und Deputierte, Journalisten und Gewerkschaftler zusammen vor der Menge erscheinen. Durch ihre bloße Gegenwart, Seite an Seite, Hand in Hand, würden sie die Solidarität der beiden Völker bezeugen. Es ist etwas ganz anderes, sie von Landsleuten oder durch den Mund eines aus dem Ausland gekommenen Genossen, eines Beauftragten des Landes, das man uns als SchreckenSbild hingestellt hat, verkünden zu hören- Man stellt uns gegenseitig als Chauvinisten hin. Wäre nicht die beste Antwort darauf, gemeinsam in den Städten Frankreichs und Deutschlands unsere gemeinsamen Ideen über den Blödsinn der Kriege und die solidarische Allianz der beiden Völker darzulegen? Ich habe immer geglaubt und glaube es seit Sonntag noch fester, daß man auf diese Art sehr rasch eine starke Strömung der öffen:" lichen Meinung zugunsten des Friedens hervorrufen würde." Die belgische Partei wird am Sonntag in Brüssel ihren 27. Jahreskongreß abhalten. Eingeleitet werden die Verhandlungen durch eine große Volks- Versammlung mit der Tagesordnmig:»Die Wahlen— der End- kämpf." Als Redner sind vorgesehen die Genossen Anseele, Furnemont, Debunne, Pepin, Demblon, Vandervelde und der Vertreter des deutschen Parteivorstandes, Genosse Müller. Paul Brousse gestorben. AlS Direktor des Asyls von Ville-Evrard ist in Paris Paul Brousse gestorben, der einst in der Geschichte der Internationale und deS französischen Sozialismus eine bedeutende Rolle gespielt hat. Brousse war 1844 in Montpellier geboren. Nach dem Fall der Kommune mußte der junge Sludent der Medizin, der dort eine söderalistische Erhebung zur Unterstützung der Pariser versucht hatte, flüchten. Fn der Schweiz geriet er dann ganz unter den Einfluß des Bakumsmus, für den er in der Iura-Föderation mit Leiden- schaft tätig war. Er redigierte damals französische und deutsche Anarchistenblättchen und wurde auch in Zürich wegen Aufreizung zum Monarchenmord verurteilt. Nach der Amnestie ging er nach Frankreich zurück, wo er mit JuleS Guesde an der Konstituierung des Parti Ouvrier arbeitete, aber rasch in das Fahrwasser des seichtesten Opportunismus geriet. Die Richtung, die er begründete, hieß der PossibiliSmuS oder auch nach ihm der.Broussismus". Es kam zum vollständigen Bruch mit der Arbeiterpartei, Brousse behielt aber in Paris einen Anhang, der im Gemeinderat sogar eine an« sehnliche Vertretung hatte. Er selbst war 18 Jahre lang Gemeinde- rat und hat fich als solcher nicht wenig Verdienste um die Arbeiter- bevölkerung erworben. An der Gründung der geeinigten Partei nahm er teil. Als er aber ILO« in die Kammer gewählt wurde, nahm er auf die Fraktionsdisziplin keinerlei Rücksicht und stimmte in den wichtigsten Fragen mit den Regierungsrepublikanern. Es war nicht gememe Streberei, die ihn leitete, seine Wandlungen keine .Anpassungen" im Briandscken Sinne, sondern die natürliche Eni- Wickelung eines in seinem Wesen stets kleinbürgerlichen Revolutionärs. 1910 wurde er nicht mehr gewählt. Aus den Organifatione«. Der Sozialdemokratische Verein für den Wahl- kreis Bielefeld-Wiedenbrück hielt am Sonntag feine Ge- neralverfammlung in Bielefeld ab. Der Verein zählte am Schlüsse des Jahres 1911 6703 Mitglieder, davon bW weibliche, gegen 6175 söI3) am 30. Juni; mithin Zunahme 528. Die Kasse hatte an Einnahmen im 2. Halbjahr 1911 inkl. 3788,91 M. Bestand 14 766,72 Mark aufzulveifen, an Ausgaben 13 186,94 M., blieb Bestand 1579,78 Mark. Der NeichstagSwahlkampf hat 19 292,31 M. Kosten vex- ursacht. ES kamen 24 Flugschriften in 393 400 Exemplaren, 46 250 „ReichStagSwähler" und 24 000 Exemplare der.VolkSwacht" zur Verbreitung, ferner 38 100 Handzettel für Versammlungen und 340 000 Stimmzettel. 56 Versammlungen wurden abgehalten; außerdem im letzten Halbjahr 92 Mitglieder, und 7 öffentliche Versammlungen. Unsere Stimmenzahl stieg von 13 642 in 1907 auf 17 287.„Bolkswacht"-Abonnenten sind eS im Kreise jetzt übvr 10 000. In 13 Kommunen beträgt die Zahl der sozialdemokratischen Vertreter 46, davon 10 in der 2. Abteilung.— Zum Schlüsse referierte Genosse Severing über die politische Lage. Die Maifeier beschäftigte am Dienstagabend die Versammlung deS Sozialdemo- kratischen Vereins in Lübeck. Es wurde beschlossen, eine Morgen- Versammlung abzuhalten und nachmittags einen Demonstrationszug uach dem benachbarten Ausflugsort Jsraelsdorf zu veranstalten. Bemerkenswert ist, daß die Behörde der Sozialdemo- kratie in diesen, Jahre erstmalig einen staat- lichen Play zur Abhaltung der Feier zur Ver- f ü g u n g stellt, auf dem nach Ankunft des Festzuges in Israels- dorf die Ansprache gehalten und Spiele arrangiert' werden sollen. Noch bei der letzten Maifeier wurde die Hergabe eines staatlichen Platzes für dieses Fest von der Behörde rundweg abgelehnt, was von unseren Genossen in der Lübecker Bürgerschaft scharf kritisiert wurde. Diese Kritik hat anscheinend sehr gefruchtet. Zurückweisung. Ein am 2. April im.Vorwärts" erschienener Bericht über eine Stuttgarter Parteiversammlung läßt.eine ganze Anzahl Redner" ausführen, es sei.ein»»haltbarer Zustand, daß ein Genosse, der ein Reichs- und Landtagsmandat inne habe, zudem noch die Chef- redalteurstelle bekleide, über Sitzungen von Landtagskommissionen an ein bürgerliches Korrcspondenzbureau Berichte liefere. das eigene Blatt dann die Korrespondenz abonnieren müsse, um die Berichte des Chefredakteurs zum Abdruck bringen zu können". Eine entsprechende Resolution sei angenommen worden. Diese Beschuldigung ist gegen mich ge- richtet, der ich an der Versammlung nicht teilnehmen konnte, da ich an demselben Abend in Norddeulschland ein Referat zu halten hatte. Ich werde die erste Gelegenheit wahrnehmen, den Instanzen, die von mir Rechenschaft zu verlangen haben, klaren Wein einzuschenken über den wahren Sachverhalt. An dieser Stelle möge mir nur die Fest- stellung gestattet sein, daß die obige Behauptung eine grobe U n- w a h r h e i t ist, die ihr Urheber wider besseres Wissen ver- breitet. Stuttgart, 3. April 1912. Wilhelm Keil. Jugendbewegung. Klerikale Jugenderziehung. Während die Jugendorganisattonen und Jugendausschüsse unserer Richtung energisch den Kampf gegen den Alkohol aufgenommen haben, spielt bei den Frommen dieses VerdummungS- mittel natürlich seine Rolle neben den anderen. So hat die katholische M i t t e l s ch u l kartellverbindung Rhaetia ihr Stiftungs- fest in Innsbruck drei Tage lang gefeiert. Dabei war ein Kommers, ein Frühschoppen und ein Salvatorrummcl. Also drei Tage Suff. Die Mittelschulkartellverbindung Thuiskonia in Wien hat in ihren Satzungen von 1911 als§ 11:.Es wird fortgesosien I' Da» gibt dann die Gehirne, wie mau sie für die ftaatSerhaltenden Zweite braucht. Jnngdeutschland. Der Garnisouskommandeur einer kleinen ostpreußischen Gar- nisonsstadt begann seine diesjährige Kaisergeburtstagsrede mit dem Bedauern darüber, daß die fällige Kaiserparade leider diesmal ausfallen mutzte..Ich wollte", so sprach er,„die ganze Wehrkraft unseres Volkes Ihnen vor Augen führen: in der Truppe die wehr- Pflichtige, waffenfähige Mannschaft, im Kriegerverein die alten gedienten Soldaten, im I u n g d e u t s ch la n d- B u.n d und in den Schulen das heranwachsende Geschlecht." Leider war die Macht der Natur stärker als der Wille des Herrn Generals: ein gewal- tiger Schneesturn, verwehte die Straßen über Nacht und ver- hinderte nicht nur„das heranwachsende Geschlecht" und die„alten gedienten Soldaten", sondern auch die„wehrpflichtige, Waffen- fähige Mannschaft", an der üblichen Parade teilzunehmen. Dieser neueste Jugendbund, der hier schon zwischen Krieger- vereinlern und Soldaten paradieren sollte, wurde erst zwei Monate früher, am 13. November 1911, in Berlin gegründet und ließ am 1. April d. J.'die erste Nummer der halbmonatlichen illustrierten Bundeszeitschrift:„Der Jungdeutschland- B u n d" erscheinen. Der Herr Generalfeldmarschall Dr. Freiherr v. d. Goltz gibt uns im Leitartikel der ersten Nummer selber Aus- kunft über die Fragen: Was will und soll der Jungdeutschland- Bund? Der Bund soll angeblich kein politischer Verein sein, denn „Politik und Parteiinteresse»� loerden von dem Betriebe des Jungdeutschland-Bundes mit Strenge ferngehalten werden." Aber „nur ein starkes und frommes Geschlecht, das erfüllt ist von dater- ländischcm Geiste, das treu zu Kaiser und Reich steht, wird im- stände sein. Teutschland siegreich durch die Stürme zu tragen, die ihm nicht erspart bleiben werden." Aus den schönen Worten hört man dieselbe heuchlerische Mc- lodie, die aus den Tiraden der„unpolitischen" Kriegervereine heraustönt. Weiß Herr v. d. Goltz nicht, daß im neuen Deutschen Reich„vaterländische Gesinnung" nur denen zugebilligt wird, die die Geldsacks- und Herrschaftsinteresscn der besitzenden Klassen mit Schafsgeduld als„gottgewollte" Einrichtungen hinnehmen? In diesem Sinne erklärt der Bund„für sein hauptsächlichstes Arbeitsfeld die körperliche EntWickelung von Deutschlands Jugend", ein Ziel, das freilich auch die anderen Jugendvereine auf ihre Fahnen geschrieben haben. Damit nun keine Konflikte entstehen und jeder weiß, was er zu tun hat, wird in einem weiteren Ar- tikel,„Hand in Hand", bewiesen, daß die neutralen Sport- und Spielvereine eigentlich nur für die körperlich besonders Be- gabten, dagegen die konfessionellen Vereine nur für die religiössittlich Begabten bestimmt sind, während die überwiegende Mehr- zahl der Jungen beiseite steht.„Um diese Beiseitestebenden zu gewinnen, ist es nötig, an Eigenschaften und Interessen anzu- knüpfen, die in der Mehrzahl der Jungen schlummern, d. h. an ihre allgemeine männliche Eigenart und ihren kriegeri- scheu Instinkt." Also mit einem Wort: Der Hauptzweck des Bundes ist„die kriegerische Uebung", oder in ehr- lichem Deutsch ausgedrückt: das Zurechtstutzen für den künftigen Kasernendrill. Darum sind Unter- offiziere der Linie und des Beurlaubtenstandes als Ab- teilungsführer, aktive Offiziere als Vorsitzende der ein- zelnen Ortsvereine bestimmt, während Oberstleutnants, Re- gierungSräte und Generäle als Vertrauensmänner der Provinz- und Landesorganisationen fich betättgen. Darum finden die„Kriegs- und Sportspiele. Geländeerkundigungen, Marsch- und Lauf-, Abkoch- und Lagerübungen zum Teil auf dem.Kasernenhofe statt, und die Regimenter stellen Zeltbahnen, Kochgeschirre und Musik zur Verfügung; darum werden in den Exerzierhäusern Festspiele aus dem Leben Friedrichs des Großen schalten und Lichtbildervorträge über„Unsere Helden tu Südwest". Der Jungdeutschland-Bund ist also dazu bestimmt, den Volks- schuldrill und Fortbildungsschuldrill zu ergänzen; er soll die letzte Lücke ausfüllen in dem gewaltigen Ring, der den preußisch-deut- schen Untertan von der Volksschule bis zum Kriegerverein, von der Wiege bis zum Grabe umflamm ert hält! Dieser militaristische Endzweck des Bundes genügt gber der BundeSleiwng noch lange nicht; denn nach dem Geständnis des Herrn Generalfeldmarschalls wird der Bund neben der werbenden „eine vereinigende und eine ergänzende Hilfstätigkeit entwickeln. ..... Durch Hinweise auf die zweckmäßigsten Mittel zur Kräfti- gung und Stählung der Jugend und damit auch zur Steige» rung der Wehrkraft der Nation", wird der Bund suchen, der praktischen Jugendpflegearbeit aller Verein«„eine gemeinsame Richtung zu geben", damit endlich auch die konfessionellen und neutralen Jugendvereine aller Schattierungen den nötigen mili- tärischen„vaterländischen"— d. h. sozialistenfeindlichen— Schliff bekommen, im Sinne de? berühmten borussischen Ministerial- erlasses, im Sinne des Herrn Generalfcldmarschalls Dr. Freiherr von der Goltz._ Soziales. Wie hat ein taubstummer Wähler feine Stimme abzugehen? Ueber diese noch unentschiedene Frage äußerte sich in seiner letzten Sitzung der Potsdamer Bezirksausschutz bei Verhandlung einer Klage gegen die Gemeindevertretung in Sachsenhausen. Am 22. März v. I. fand dort für die 3. Abteilung eine Gemeindever- tretertvahl statt. Ihr Ergebnis wurde von dem Wäschefabrikanten Kühl und dem Arbeiter Karl Leue angefochten. Beider Einspruch wurde aber verworfen. Die Kläger drangen mit ihrem Begehren aber beim Kreisausschuß durch. Sie wendeten ein, daß durch die Nichtberücksichtigung einer Vollmacht und durch die Zurückweisung eines taubstummen Wählers das Wahlergebnis beeinträchtigt und demnach die Wahl für ungültig zu erklären sei. Der Tat- bestand, der in der mündlichen Verhandlung vorgetragen wurde, ergab allerdings ein recht sonderbares Ansinnen des Wahlvor- steherS. Als der Taubstumme an den VorstandStisch herantrat, um einen Zettel zu überreichen, der die Namen der Kandidaten verzeichnet enthielt, die der sprachlose Wähler wählen wollte, er- flärte der Wahlvorsteher, die Wahl müsse mündlich vollzogen werden. Das war dem Bedauernswerten, der sein Bürgerrecht geltend machen wollte, unmöglich Es kam aber gerade auf die „Stimme des Taubstummen" an. Der Kreisausschuß hielt zuerst den Eintvand der Kläger hinsichtlich des Wahlresultatcs für un- begründet. In der mündlichn Verhandlung wurde er aber eines Besseren belehrt. Nun dekretierte diese Instanz, ein taubstummer Wähler könne unbedingt in gesetzlich gültiger Weise seine Stimme abgeben, wenn er seinen Namen auf den Zettel schreibe, auf dem die Namen der Kandidaten stehen. Einer besonderen Formalität oder gar der Zuhilfenahme eines stimmberechtigten Wählers bedürfe es nicht. Der»Vertreter der Gemeindevertretung wandte ein, der taubstumme Wähler hätte nicht dem Wahlvorsteher seinen Willen kundgeben dürfen, die auf dem Zettel stehenden Kandidaten- namen abzulesen, sondern hätte sich die Unterstützung eines Wählers sichern müssen. Der Bezirksausschuß hielt den Wahlvor- stehcr nicht für berechtigt, aus diesem Grunde den Taubstummen von der Ausübung seines Wahlrechtes auszuschalten und seine Stimmabgabe zurückzuweisen und erklärte, da auch der andere Grund durchgreifend war. in Uebereinstimmung mit dem Kreis- ausschuß die Wahl von Sachsenhcrusen für ungültig. Gegen die schriftliche Stimmabgabe eines Taubstummen ist also nichts ein- zuwenden._ Hus Industrie und Kandel Bergmann— Siemens-Schuckert. Die Tatsache, daß die Bergmannwerke sich dem Siemens- Schuckert-Konzern anschließen müssen, war seit einiger Zeit be- kannt. Man hat daraus mit Recht gefolgert, daß die Bergmann- werke ihre Selbständigkeit damit aufgeben und daß weiter der Monopolisierung der ElektrizitätSinduftne die Wege gebahnt seien. Der Siemens- Konzern fühlt sich nun veranlaßt, diesen Tatsachen| Schläge, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Der zu widersprechen. Er sucht es so darzustellen, als ob er nur Täter raubte ihm dann seine Barschaft in Höhe von 150 Mark und bringenden Wünschen auf Unterstützung der Bergmann- Aktien- ergriff die Flucht. Der Polizei ist es gelungen, den Täter zu ergesellschaft gefolgt sei, um dadurch sein Interesse an der Wieder- mitteln und festzunehmen. Er hat die Tat bereits eingeherstellung einer guten Rentabilität des Unternehmens zu bestanden. weisen", und um die Bergmann- Gesellschaft als selbständiges und gesundes Unternehmen zu erhalten". Die kapitalistische Beteiligung soll dem Siemens- Konzern eine ausschlaggebende Stimme nicht sichern, so daß eine Verschmelzung der Interessen beider Gesellschaften daher ausgeschlossen" sei. Der im Interesse der gesamten deutschen Elektrizitätsindustrie liegenden Erhaltung der Bergmannwerte als selbständiges Unternehmen wird Rechnung getragen durch die Herstellung eines freundschaft= lichen Verhältnisses". Der Gedanke eines Elektrotrufts liege dem Konzern überhaupt fern; er habe sich stets gegen jedwede Bestrebungen dieser Art ausgesprochen". In Breslau wurde ein 15jähriger Lehrling, der vom Postschedamt Geld abhob, vom einem Manne in ein Zimmer des gegenüberliegenden Hotels gelockt. Dort nahm der Mann, der sich als Kurt Kramer aus Bauzen in die Fremdenliste eingetragen hatte, dem Lehrling unter Bedrohung mit dem Revolver vier hundert Mart ab und flüchtete. Diese Beteuerungen des platonischen Interesses an der selbständigen Eristenz von Bergmann von seiten eines tapitalistischen Unternehmens bedürfen keiner Widerlegung. Wir haben erst fürzlich die Monopolisierungstendenzen in der Elektrizitätsindustrie, an denen der Siemens- Konzern seinen gemessenen Anteil hat, nachgewiesen. Auch die Mitteilung, daß von den 23 Millionen neuen Kapitals der Bergmann- Aktiengesellschaft die SiemensSchuckert- Werke nur 8½ Millionen direkt übernehmen, besagt nichts. Ganz abgesehen davon, daß von den weiteren 14½ Millionen ein Teil jofort oder später über den Weg der Banken in 3 den Besitz von Siemens- Schudert gelangen kann, gibt es noch die viel wirksameren Mittel der Produktions- und Preisverabredungen und ihrer Ueberwachung, so daß die Selbständigkeit eben nur eine nominelle ist. Das Mietshaus der Millionäre. geldern in Höhe von 10000 Mart ist der Kirchendiener Winkler Ungetreuer Kirchendiener. Wegen Unterschlagung von Kirchenin wahren bei Leipzig verhaftet worden. Die Unterschlagungen sind in den letzten 10 Monaten berübt worden. Aus New York wird berichtet: Ein Mietshaus, das in seiner Art wohl einen Rekord darstellt, ist nun an der 5. Avenue in der Nähe von Carnegies Haus errichtet: ein wirkliches Mietshaus der Millionäre, denn wer in diesem Bau eine Wohnung nimmt, darf mit Glücksgütern nicht zu karg bedacht sein. Der Mietsertrag des Gebäudes ist auf nicht weniger als 1 200 000 Mart veran= lagt. Dabei enthält es nur Privatwohnungen; insgesamt können acht Mietsparteien aufgenommen werden. Jedes Bimmer in diesem Hause kostet durchschnittlich 4080 M. Miete im Jahre. Das Mietshaus der Millionäre, das dem Zentralpark gegen= überliegt, ist erst in diesen Tagen vollendet worden, aber die meisten Wohnungen sind bereits vermietet. In der Liste der Mieter findet Die Ueberschwemmung im Mississippital. man den Ervizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Levi P. MorDer Mississippi ist noch immer im Steigen begriffen und die ton, den bekannten Senator Root und Senator Guggenheim. Die Situation wird immer bedrohlicher. Der bis jetzt verursachte höchste Miete zahlt Senator Root; seine Privatwohnung ko ste t Schaden übersteigt bereits mehrere Millionen Dollar. m 100 000 M. im Jahre. Das Haus ist in Ein- und ZweiEtagenwohnungen eingeteilt. In den Zwei- Etagenwohnungen sind Die vier Städte Sidmann, Columbus, Memphis und die Stockwerke durch Treppen miteinander verbunden. In der AnNeu- Madrid sind besonders hart betroffen, sie stehen bereits lage zeigt das Gebäude alle Eigentümlichkeiten eines modernen, 6 Meter unter Wasser. 3000 Einwohner sind obdachslos, luxuriösen Privathauses, und mit Marmor und Holzschnikereien in vier Personen ertrunten. Die nach diesen Städten gehen- den Zimmern ist nicht gespart. Jede Wohnung hat besondere den Eisenbahnen sind im Wasser steden geblieben. Der Wäscheräume mit elektrischen Trodenapparaten, Eis wird im Hause Fluß erreicht eine Breite von 80 Kilometern. Zwischen selbst hergestellt und die Mietszettel verkünden, daß in dem Mietsden Städten, Cairo und Arkansas steht das Wasser etwa 2 bis preis das Reinigen der Fenster und die Vakuumreinigung der Meter höher als je zuvor. Man fürchtet bereits, daß die Dämme Bimmer mitinbegriffen seien. den enormen Wassermassen nicht mehr Stand halten werden. Den Bewohnern in der Nähe des Mississippi ist daher Kleine Notizen. geraten worden, sofort zu fliehen. Die Bevölkerung des Mississippideltas ist etwa 500 000 Einwohner stark und man befürchtet hier eine ungeheure Katastrophe, wenn die Dämme nachgeben sollten. Die Stadt Cairo ist auf 60 kilometer im Umkreis vom Folgenschwere Explosion. In der Färberei von Schüße u. Leube Wasser umgeben. Die Einwohner machen die verzweifeltsten in Gera explodierte am Donnerstag früh ein Dampfteffel Eine Einweihung in Todesängsten. Anstrengungen, ein lebertreten der Fluten über die Dämme zu Dabei wurde der Ingenieur Bier wirth getötet. 8 wei Arländischen Pavillons der Internationalen Hygieneausstellung in mehrere Millionen Dollar find bereits verloren, da zahlreiche( Bayern) warf die 40jährige Frau Duestler ihre beiden Rom, 1. April 1912.( Eig. Ber.) Die Einweihung der aus verhindern. Der Schaden erreicht auch hier eine ungeheure Höhe, beiter wurden schwer verlet Aus Wut zur Kindesmörderin geworden. In Erbach Rom hat am 31. März mit einem Apparat von Polizeibewachung Säufer eingestürzt sind, Vieh usw. weggeschwemmt worden sind. Kinder von fünf Jahren und sieben Monaten in einen Teich, stattgefunden, der jede Vorstellung übersteigt. Die Feier spielte sich in Gegenwart des Königspaares ab, und die Sorge um dessen Nach den letzten Wetterberichten dürften die Wasser des Mississippi wo sie ertranten. Die Leichen konnten noch nicht geborgen Sicherheit war so groß, daß das Publikum sogar verhindert wurde, noch fünf Tage lang steigen und sich dann etwa drei Wochen lang werden. Die Frau handelte aus Wut darüber, daß sie eines auf dem Fußgängersteig außerhalb der Ausstellung zu gehen. Die auf gleicher Höhe halten. Diebstahls beschuldigt worden war. Gröffnungsrede wurde in einem kaum zum Drittel gefüllten Saale gehalten, und gleich nachher begaben sich der König und die Königin auf ihren Rundgang, an dem selbst den ausdrücklich eingeladenen Preffevertretern die Beteiligung verwehrt wurde. Mit knapper Not wurde der japanische Potschafter durchgelassen! Diese russischen Methoden sind natürlich eine Folge des Attentats. Es fragt sich aber, ob es nicht richtiger und würdiger gewesen wäre, die Einpeihung ohne den König vorzunehmen, anstatt eine öffentliche Feier sich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vollziehen zu laffen. Im Zeichen der Attentatsstimmung stand auch die Einweihungsrede des Profeffors Baccelli, der sich dazu aufschwang, zu sagen, daß die genaue Analyse der finsteren Schandtat bewiesen hat, daß das Königspaar von der unsichtbaren Garde Gottes verteidigt worden ist". Für eine Hygieneausstellung ist diese wissenschaftliche Auffassung recht geeignet. Was soll all das Mühen des menschlichen Geistes gegen Krankheit und Vernichtung, wenn die unsichtbare Garde Gottes das alles so viel besser zustande bringen tann? Uebrigens zeigte der neue Polizeidirektor von Rom, daß er zur sichtbaren und fühlbaren Polizei mehr Vertrauen hatte als zu höheren Mächten. Aus aller Welt. Räuberische Ueberfälle Verhaftung eines Automobilbanditen. Vom russischen Räuberwesen. Eine Bande von zehn mastierten Räubern drang am Mittwoch bei hellem Tage Die umfangreiche Streife der Pariser Sicherheitsbehörden nach in ein Restaurant der Stadt Rostow ein, tötete den Beden Mitgliedern der Automobilräuberbande hat einen Erfolg zu fiber, den Kassierer und zwei Kellner, die sich ihnen verzeichnen. Auf dem Bahnhof Lozère wurde am Mittwoch abend entgegenstellten. Hierauf raubten die Verbrecher sämtein Mitglied der Bande, Carouy, in dem Augenblick verhaftet, liche Gäste aus und entkamen. als er mit einem Zuge die Stadt berlassen wollte. Unter sicherer Erdbeben in der Türkei. Am Mittwoch morgen wurden in Bewachung wurde er nach Paris gebracht, wo er bei seiner Ver- origa im Wilajet Monastir eine Reihe starter Erdstöße nehmung versuchte, berstedt gehaltene Tabletten zu beobachtet. Mehrere Häuser stürzten ein oder wurden verschluden. Man griff aber sofort ein, so daß das viel- beschädigt. Menschen sind nicht umgekommen. leicht in den Tabletten enthaltene Gift nicht wirken konnte. Carouy wurde in einer Zelle der Polizeipräfektur untergebracht. Man fand bei ihm awei geladene Browningrevolver. Die Polizei hält es für möglich, daß Carouh, der vor dem Leiter der Sicherheitsbehörde entschieden bestritt, an den Automobilverbrechen beteiligt gewefen zu sein, hierbei Stationen teine attive Rolle gespielt hat, doch ist sie überzeugt, daß er eine ganze Anzahl von Einbruchsdiebstählen und zwei Mordversuche unternommen hat. Berlin Witterungsübersicht vom 4. April 1912. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 77328 Inzwischen halten neue Meldungen über die Tätigkeit unbe Swinemde. 771 tannter Banditen die Bevölkerung in Erregung. In der Nähe von Hamburg 772 S Paris wurde in der letzten Nacht ein Bote, der sich auf dem Wege Frankf.a.M. 775 SH Räuber sind spurlos verschwunden. Wie ein weiteres Telegramm Bien bon Choissy nach Jory befand, überfallen und getötet. Die München 77728 aus Paris meldet, ließen drei Reisende auf dem Roche pas ein start beschädigtes Automobil zurück und berschwanden Die Polizei fahndet nach den geheimnisvollen Ginen dreiften Raubüberfall verübte am Donnerstag mittag in der thüringischen Ortschaft 8eulenroda ein 17jähriger Bursche namens Conrad. Er überfiel den 75 Jahre alten Sandarbeiter Heinrich Dietrich hinterrüds in der Scheune beim Holzspalten, und versette ihm mit einem Knüppel drei schwere Touristen. Deutsche, englische und amerikanische Ⓡ Better 3bedeckt 3bededt 1 bedeckt Mebel 2 heiter Temp. n. T. 5°.= 4° R. 3 Il Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstarle Haparanda 750523 4 Petersburg 767 Still 3 Scilly 7753 0 Aberdeen 761 SS -1 Baris 3beiter 2 Better 6 bedeat wolten! 4bebedt 4wolfig Temp. n. C. 5°. 4°. 46892 776 SD 1 wollen 2 772 NNW Wetterprognose für Freitag, den 5. April 1912. Bunächst ziemlich trübe mit etwas Regen, lebhaften westlichen Winden, wärmerer Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur, später langsam aufflarend. Berliner Wetterbureau. Herren- Moden 1912 Neuheit: AY Neuheit: BY Neuhelt: CY Neuhelt DY Neuheit: EY Neuheit: LY Neuholt: FY Neuhelt GV Nouholt Y Neuheit: Y Neuheit KY Newbalt In unseren Kleider- Werken hergestellte Ein- und zweireihige Ulster Nr. 137. Gestreifter Phantasiestoff, modern verarbeitet. 18 M. Nr. 138. Braun u. grauer Cheviot, neueste 21 M. Muster, sehr apart Nr. 139. Englisch gemusterter Cheviot, 24 M. gestreift und kariert. Nr. 140. Grau und olivfarbiger Cheviot mit feinen Streifen ohne Futter, englisch 27 M. verarbeitet. Nr. 141. Sehr apart gemusterter Cheviot 30 M. in modernster Ausstattung. Nr. 143. Diagonal- Cheviot in vielen Far- 36 M. ben, ganz besonders empfehlenswert. Nr. 144. Mittelgrau, olivfarbiger Cheviot, 401 Fischgrat- Muster, sehr elegant. Nr. 135 Modefarbiger Cheviot mit hellen 45 M Effekten, sehr schick M. 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Leberwurst Pfund 1.25 ....... Pfund 1.00 Landleberwurst........ Pfund 80 Pt. Zwiebel- od. Rotwurst..... Pfund 50 Pf. Sülze........ Sülzkoteletts Ochsenmaulsalat Stück 42 Pf. Glas 42 Pf. A.Jandorf& C Belle- Alliancestrasse Gr. Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Lebensmittel Die mit* bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen * Frisches Fleisch Soweit Vorrat im Ganzen Pfund Dicke Rippe.... Pfund Kalbskeule Backartikel Weizenmehl................ 5 Pfund 95P. Kaiser- Auszug- Mehl 5 Pfand 1.10 Victoria- Auszug- Mehl 5 Pfand 1.15 Sultana- Rosinen..... Pfund 60, 70 PL Rosinen grosse... Pfand 50, 60 PL Korinthen Zitronat .... Pfund 65 Pf. Schinken im Ganzen Koteletts mit Schwarte Pfund Pfund 80 PL. 80 Pf. Kamm o. Brust Pland 70 Pt. Hammelkeule 80 PL. 80 PL. 75PL. 95 PL Bauch Schmorfleisch mit Knochen Pfund 70P Kamm Pfund 85P Brustspitze Fehlrippe o. Querrippe Pfand 75Pf. Bug Italiener Salat............... Pfund 85 PI. " Obst u. Gemüse Apfelsinen Dutzend 30, 40, 50 Pt. Amerikaner Aepfel..Pfund 25, 30 Pt. Spinat Salat Frische Gurken Rhabarber Maikräuter Pfund 15 Pt. Kamm mit Schwarte... Pfund Schulterblatt..Pfand 75PL im Ganzen Pfund Pfund 90 Pt. Pfund 95Pf. Pfund 95Pt. .......... Pfund 40 PL ....... Pfand 75PL Mandeln suss oder bitter...... Pfand 1.30 Backpulver......... 3 Pack 20 PL Vanilin- Zucker 3 Pack 20 PL Mandel- o.Zitronen- Essenz 320PL Fertige Kuchenmasse( Frigga)..... Pack 50 Pt. Marmelade................ Pfand 25 PL Zucker- Honig................ Pfand 29 PL Backobst 9. Kaffee Pland 1.30,1.40| Kakao P 68, 95P. Ringapfel Kopf Pt. .Stück 38 Pf. Konserven Stangenspargel Stangenspargel Bund 5Pt. Bund 5 PL 12 Dose 11 Dose ...... 68 Pt. 1.25 75P. 1.40 Bruchspargel ohne Kopf......... 75 Pf. * Kassler Hühner Pfund Phand 80 PL 2.10, 2.50 Frische Landeier Mandel 85 Pl. Delikatess- 30 Haushaltin verschiedenen Heringen.... Dose Bratenschmalz.... Pfand 45, 60Pf ..Pfund 48 PL ..... Pfund 60 PL Ananas Pfand 78, 85PL Weine Oberhardter Endinger. Obermoseler Biebelsheimer Wormeldinger. 68Pt Roter Tischwein Bruchspargel mit Kopf 1.10 Gemischtes Gemüse 50 Pt. Spinat Kohlrabi 45PL 32 PL. Pf. Schokolade Pfund Mirabellen 72 PL. Käse Kirschen mit Stein. 72 PL. Stachelbeeren 68 PL. Emmentaler Käse......... Pfand 1.15| Brie- Käse Erdbeeren... 88 PL Schweizer Käse Melangefrüchte 95 Pt. Münster- Käse......... Pfund 78 Pt. Pfand 88 P. Limburger Käse 50 Pt. Pfund 85 Pf. Romatour- Käse........... Stück 29 Pt. ............ Pfund Med. St. Julien Flasche 78PL ..... Flasche 85PL Flasche 90 Pt. Flasche 2.10 .......... Flasche 1.20 Artisan St. Emilion.. Artisan Blaye Flasche 75 Pf Flasche 85PL ...... Flasche 1.15 Flasche 1.20 Medoc St. Estephe....... Flasche 1.30 Frucht- Sect....... Flasche 1.25 Kaiser- Sect( mit Zusatz von 2.25 Kohlensäure)... Flasche 5701 102/ 1* Wir schwören auf Selowsky's Caruso- Cigaretten 66 „ Hoffnung® Berliner Schneiderei- Genossenschaft( E. G. m. h. H.) gegründet von organisierten Schneidergehilfen Berlin N. Brunnenstr. 185( am Rosenthaler Tor). Großes Lager fertiger 3000 M. Belohnung! Wir haben in unserer Branche ein neues Verkaufssystem eingeführt, durch welches Sie viel Geld sparen. Gegen eine Umsatzgebühr von 10 Prozent hat jeder das Recht, Ware von der Deutschen Bekleidungsgesellschaft zu ihrem Selbstkostenpreis zu beziehen. Die Feststellung des Selbstkostenpreises geschieht auf Grund des Einkaufspreises zuzüglich sämtlicher Geschäftsunkosten. Gemäß ihrer beim Gericht niedergelegten Statuten ist unsere Gesellschaft an obige Vertriebsart gebunden und infolge öffentlicher Bekanntmachung von Gesetzes wegen zu ihr verpflichtet. Um jeden Zweifel im Publikum zu beseitigen, haben wir uns entschlossen, demjenigen obige Belohnung zuzusichern, der uns den Nachweis erbringt, daß unser Nutzen größer als der oben angegebene ist. Die Belohnung haben wir bei der Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse N, deponiert. Wir verkaufen z. B.: Knaben- Anzüge Herrenhosen Selbstkostenpreis 2.50 . 4.25 7.50 9.50 Verkaufspreis.. 2.75 4.67 8.25 10.45 Anzüge Herren- Anzüge- Ulster und Sommerpaletots. Heute, sowie am 2. Osterfeiertag und alle Sonntage im April von 12-2 Uhr geöffnet. Lieferant der Konsumgenossenschaft und des Arbeiterradfahrerbundes. Selbstkostenpreis 14.25 • 21.00 Verkaufspreis 15.67 23.10 .. Sämtliche Berufskleidung - Paletots 26.50 33.00 29.15 29.15 36.30 □ Anfertigung nach Maß Deutsche Bekleidungsgesellschaft m.b.H. Gr. Frankfurter Str. 4( Ecke Frucht- Turmstr. 80( neben Kleinem straße) Tiergarten). Berantwortlicher Redakteur; Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW 39. Iahrgaug. 2. KMt d».Zmöck" Kerlim MllisdlM lmtag, 5. AM 1912. Die Sfdintt fifiiirrfefdinftütommiflion hielt am Mittwoch eine Versammlung ab, auf deren Tagesordnung außer einer geschäftlichen Angelegenheit, welche sich auf die Finan- zierung des Gewerkschaftshauscs bezieht, ein Vortrag des Genossen Dr. S ü d e k u m auf der Tagesordnung stand. Das Thema des Vortrages war:„Welches Interesse haben wir an der Wohnungs- resorm?"— Bekanntlich besteht seit kurzer Zeit ein„Ausschuß für Groß-Berlin", dem auch Dr. S ü d e k u m angehört. Der Ausschuß hat kürzlich drei Versammlungen abgehalten, in denen er seine Bestrebungen: Den Zweckverband Groß-Berlm zur Be- folgung einer im Interesse der breiten Massen liegenden Woh- nungspolitik zu drängen, propagierte. Diese Versammlungen sind, wie der Referent sagte, von Arbeitern nur wenig besucht worden. Es ist aber notwendig, daß diejenigen, welche unter dem gegen- wärtigen Wohnungselcnd am schwersten leiden, an den Bestrcbun- gen des Ausschusses für Grotz-Berlin teilnehmen. Deshalb sollen die Gewerkschaften für diese Angelegenheit interessiert werden. Der Ausschuß ist gern bereit, in gewerkschaftlichen Versammlungen Vorträge mit Lichtbildern über das Thema der Wohnungsreform halten zu lassen, und er ersucht, von diesem Anerbieten Gebrauch zu machen. Die Versammlung nahm«instimmig diese Resolution an: „Die Geiverkschaftskommission Berlins begrüßt das Vor- gehen des„Ausschusses für Groß-Berlin", der durch eine um- fassende Agitation die Bevölkerung von Berlin und seinen Vor- orten über die Wichtigkeit weiträumiger Bebauung, der Schaffung von Parks und Spielplätzen und des Ausbaues eines großzügigen Verkehrswesens aufzuklären sucht. Die GeWerk- schaftskommission erkennt die Notwendigkeit einer direkten Be- cinflussung der Organe des Zweckverbandes durch eine Massenbewegung an und beschließt, eine solche Bewegung nach Kräften zu unterstützen." Den folgenden Punkt der Tagesordnung leitete Genosse Sassenbach ein, indem er eine Uebersicht über die Geschäftslage des Gewerkschaftshauses gab. Um das alljährlich entstehende Defizit zu decken, sind die Gesellschafter zu dem Entschluß gekommen, eine Erhöhung des Geschäftskapitals vorzuschlagen, dergestalt, daß die Gewerkschaften mit wenigstens bO Pf. pro Mitglied an demselben beteiligt sind. Es wird auch erwogen, ob es nicht vorteilhaft sei, den Wirtschafts- betrieb wieder an eine Brauerei zu verpachten. Doch diese beiden Punkte gehören nicht zur Kompetenz der Gewerkschaftskommission. Hier wird aber von den Gesellschaftern beantragt, daß der Zuschuß, den die Gewerkschaften zur Finanzierung des Unternehmens leisten, von 5 Pf. pro Mitglied und Jahr auf 10 Pf. erhöht werde. — Diese Forderung sei keineswegs eine ungewöhnliche. Auch die Gewerkschaftshäuscr in anderen Städten befänden sich in ähnlicher Lage wie das Berliner Gewerkscbaftshaus und erhielten zum Teil höhere Zuschüsse von den Gewerkschaften. So werde in Hamburg für diesen Zweck ein Zuschuß von 20 Pf. pro Mitglied gezahlt, und das dortige Gcwertschaftsbaus habe von den Gewerkschaften ein zinsfreihcs Darlehn in Höhe von 350 ODO M. Der Antrag, den Zuschuß auf 10 Pf. pro Mitglied zu erhöhen, wurde gegen eine Stimme angenommen. In bezug auf den in der vorigen Versammlung gefaßten Be- schkuß über die Beitragsleistung zum Maifonds bertrat Cohen die Ansicht, dieser Beschluß sei nur ein vor- läufiger gewesen. Er verlangte, daß jetzt über die Angelegen- heit diskutiert und endgültig Beschluß gefaßt werde.— K ö r st e n bemerkte, wenn Cohen einen Antrag zu stellen habe, müsse er ihn dem Ausschuß einreichen. Cohen erwiderte, eS liege noch kein die Gewerkschaften bindender Bcfchluß über den Maifonds vor. So wie die Parteiorganisation über das Abkommen der vorigen Versammlung Beschluß gefaßt habe, so müßten es jetzt auch die Gewerkschaften tun. Durch die Abstimmung, welche Körsten jetzt vornehmen ließ, erklärte die Versammlung das Abkommen über den Maifonds (1 M. von den Männern, 50 Pf. von den Frauen, welche am 1. Mai arbeiten, zu erheben) als endgültig angenommen und zu Recht bestehend. Hierauf erklärte Cohen: Einem auf diese Weise erzwunge- nen Beschluß werden wir uns nicht fügen. Wie die Verlesung der Präsenzliste ergab, fehlten in der Versammlung die Vertreter der Fleifcher, Kürschner, Musiker, Bühnenarbeiter. Zigarrensortierer und der Nnterkommissioncn in Erkner. Neukölln, Wcißensee. Wilmersdorf. Steglitz-Friedenau, Gi»» Lichterfeldc. Serickts- Leitung. Bom Recht der Polizei. Im Morgengrauen erscheint Polizei vor einer Arbeiterwohnung und holt zum Schrecken der Familie den Vater aus dem Bett, weil eine wegen geringer Uebertretung auferlegte Geldstrafe nicht be- zahlt worden ist und nun abgesessen werden soll. Im Morgen- grauen pocht Polizei eine Arbeiterfamilie heraus und reißt aus den Armen der Mutter einen Sohn, der aus Gerichtsbeschluß ihr .>•• i—■ Die„Hla". Ein Jahrfünft erst ist es her, seit aus Amerika märchenhafte Gerüchte herüberdrangen, daß es einem Brüderpaar gelungen sei, vermittels einer Maschine zu fliegen. Niemand schenkte dieser s�lt- samen Mär Glauben. Und erst als, wieder zwei Jahre später, zähen Flugpionieren auf motorisch getriebenen Kaitendrachen Sprünge über Hunderte von Metern und bald auch Kreisflüge ge- langen, begann man aufzuhorchen. Und nun ging es mit Riefen- schritten vorwärts. Namentlich in Frankreich, das den Ameri- kauern bald den Ruf streitig machte, in der Flugtechnik an der Spitze zu marschieren. In Deutschland war das Tempo ein minder stürmisches, weil hier eine Zeitlang alles Interesse durch die großen Erfolge der Lenkballons der verschieoenen Systeme gefangen war. Die Erfinder, statt das bereits Bewährte von den Franzosen zu übernehmen, bastelten allerhand zweifelhafte Maschinen zurecht, und da auch das Kapital die kühlste Zurückhaltung bewies, ging eS mit dem deutschen Flugzeugbau nur mühsam voran. Erst seit anderthalb Jahren etwa wurde auch in Deutschland das Tempo ein beschleunigteres, und die Flugwochen und Fernflüge bewiesen mehr und mehr, daß auch die deutsche Flugmaschinentechnik die Kinderschuhe ausgetreten hatte. Wer jetzt vollends, ohne während der letzten Jahre die Ent- Wickelung des Fluginaschinenwescns verfolgt zu haben, die„Als", die Luftschiffahrtsausstellung im Zoo besucht, muß geradezu ver- blufft sein über die schmucken und eleganten Flugmaschinen, die sich dort dutzendweise präsentieren. In den riesigen AuSstcllungS- hallen, die durch eine geschrnackvollc Dekoration in Blau und Gold für den besonderen Zweck stilvoll hergerichtet sind, reiht sich ein künstlicher Ricsenvogel an den andern. Ein-, Zwei- und Dreidecker klaftern hier die breiten bastseidefarbenen oder grauen Schwingen. Und die Tragflächen sind nicht mehr über primitive Holzgestellc gespannt, die den Eindruck des notdürftig Zusammengefügten machen, sondern aus den unförmigen Kastendrachen sind graziöse Flugzeuge geworden, bei denen sich trotz aller Mannigfaltigkeit bereits gewisse typische Formen herausgebildet haben, die Zweck- dicnlichkeit und äußerliche Gefälligkeit glücklich vereinen. Bei den Eindeckern stechen zwei Grundformen hervor: der geometrisch ab- gezirkelte französische Typ mit seinen schlichten, aber dennoch ele- genommen und fremden Erziehern übergeben werden soll. Auf lange Erörterungen läßt ein Schutzmann in solcher Situation sich nicht gern ein, und vielleicht macht er auch über den Grund der Sistierung wenig klare Angaben, so daß die Berechtigung dieses Vorgehens einem nicht polizeifrommen Verstand nicht ohne weiteres einleuchtet. Und dann wundert sich die Polizei, daß man ihr nicht sogleich Folge leisten will und es zu erregten Austritten kommt, die nach ihrer Auffassung einen Widerstand darstellen. Strafbaren Widerstand soll auch eine in Schöneberg wohnende Witwe Pohle geleistet haben, die an einem Novcmbermorgen in aller Frühe sich von Polizisten heimgesucht sah und ihnen den löjährigen Sohn ausliefern mutzte. Das Amtsgericht Schöncbcrg verurteilte im Februar sie zu 25 Mark Geldstrafe, weil sie sich der Festnahme des Sohnes widersetzt und dabei einen Schutzmann ge- bissen habe. Von der gleichzeitigen Anklage der Gefangenen- bcfreiung, die sie bei der Wegführung des Sohnes versucht haben sollte, wurde sie freigesprochen, weil sie ihren Sohn nicht als Ge- fangencn angesehen habe. Völlige Freisprechung forderte Frau Pohle von dem Landgericht Berlin II. das auf die von ihr ein- gelegte Berufung gestern das Urteil nachzuprüfen hatte. Die Angeklagte erzählte, wie ihr in Stettin, wo sie bis Sep- tember wohnte, im letzten Augenblick plötzlich noch ein Vormund für ihre Kinder eingesetzt worden sei. Sie sollte, für die Erziehung der Kinder nicht richtig gesorgt haben; darum beschloß das Vor- mundschastsgericht, daß ihr das Sorgerccht zu entziehen sei. Bei ihrer Uebcrsiedelung nach Schöneberg nahm sie den ältesten Sohn mit, weil sie in Stettin einen Armenpflcger dahin verstanden hatte, daß sie das dürfe. Hinterher ordnete das Vormundschaftsgcricht an, ihr auch diesen Sohn wegzunehmen, damit er nach außerhalb in eine Lehre gegeben werden könne. Als die Schöneberger Polizei ihn aus der Wohnung abholen wollte, hörte Frau Pohle aus den Angaben der Polizisten heraus, daß er„aus der Lehre entlaufen" sein solle. Das traf nicht zu, da er ja bisher nicht in eine Lehre gewesen war, sondern bei der Mutter wohnte und eine durch sie ftlber beschaffte Arbeitsstelle hatte. Die Mutter hielt daher die Festnahme für unberechtigt und verweigerte die Herausgabe des Jungen, so daß der zunächst allein erschienene Polizist einen zweiten dazuholcn und nachher diese beiden sich noch durch einen dritten verstärken mußten. In der Verhandlung vor dem Landgericht be- hauptetc die Angeklagte, der erste Beamte sei schon kurz nach 5 Uhr gekommen, der zweite habe sie über das Bett geworfen, um ihren Widerstand zu brechen, und bei der schließlichen Wegführung des Jungen habe man diesen die Treppe hinabgeschleift, so daß der Kopf auf die Stufen aufgeschlagen habe. Die Polizisten gaben eine andere Darstellung. Schutzmann Schafrenczki bekundete, er sei erst nach 6 Uhr als erster in die Wohnung gegangen. Die Mutter habe, nur halb bekleidet, den im Bett liegenden Sohn umfaßt, so daß eine Sistierung nicht möglich war. Der herbeigeholte zweite Beamte habe vergeblich sich bemüht, die Mutter bon dem immer noch im Bett liegenden Jungen wegzuziehen. Als die Beamten zu dreien wiedergekommen seien, habe der Junge aus der Küche herausgeholt werden müssen, deren Tür die Mutter zuhielt. Noch auf die Treppe sei sie nach- gekommen und habe den schreienden Jungen umklammert, so daß sie„gewaltsam entfernt" werden mußte. Schutzmann Mcinicke ist der Beamte, der als zweiter geholt wurde. Dieser Zeuge gab an, Frau Pohl« habe sich über ihren Sohn geworfen. Er habe den Jungen an die Füße fassen und aus dem Bette ziehen wollen, doch habe die Mutter ihn festgehalten. Beide Beamten seien machtlos gewesen, weil sie die halb bekleidete Frau„nicht an den nackten Körper fassen wollten, um sich nicht strafbar zu machen". Nach Herbeiholung des dritten habe Frau Pohle ihn(den Zeugen Meinicke) bei dem Ringen um die Küchentür in die Hand gebissen. Schutzmann Kruse, der als dritter nur den letzten Teil dieser stürmischen Polizeiaktion schildern konnte, bestätigte, daß Frau Pohle noch auf der Treppe den Jungen habe losreißen wollen. Der Verteidiger der Angeklagten nahm diese drei Zeugen noch in ein besonderes Verhör. Schafrenczki erinnerte sich nicht mehr, ob er etwa der Frau Pohle gesagt habe, der Junge solle„in die Lehre zurückgeführt" werden. Gesprochen habe er von einem Gerichtsbeschluß über die Wegnahme des Jungen, doch habe er ihr den Beschluß nicht gezeigt, obwohl er ihn bei sich hatte und sie ihn zu sehen forderte. Daß beim Transport des Jungen der Kopf auf die Treppe aufgeschlagen sei, wußte Zeuge nicht. Als ganz aus- geschlossen bezeichnete Meinicke das. Er selber habe bei dem Trans- Port den Jungen am Kragen gehabt oder auch am Aermcl. Kruse verneinte gleichfalls, daß der Junge hinabgeschleift worden sej. Er fügte dann hinzu:„Daß er nicht ganz sanft ruiitcrgekommcn ist, das ist selbstverständlich." Der Junge habe sich sehr gesträubt, er sei aber nur schwächlich und leicht. Verteidiger:„Dann konnten Sie ihn doch hinabtragcn." Zeuge:„Dazu bin ich nicht verpflichtet!" Der Verteidiger brachte noch zur Sprache, daß der Junge aus seiner jetzigen Lehre nach Hause geschrieben hat, er sei auf der Wache auch geschlagen worden. Kruse, der ständig auf der Wache gewesen ist, bestritt das sehr entschieden. Unterstützt wurde die Darstellung der Angeklagten von dem Zeugen Pohle, ihrem bei ihr wohnenden Schwager. Der zweite Beamte habe sie angefaßt und sie über das Bett geworfen, so daß er(Zeuge) ihn darauf habe aufmerksam machen müssen, daß die Frau nur halb bekleidet war. Nach der Ankunft des dritten sei es gewesen,„wie wenn es zur Attacke gehen sollte". Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht, der Verteidiger der An- geklagten, führte aus: nach dieser Beweisaufnahme könne es ganten geraden Linien und scharfen' Winkeln, und die geschweifte Vogelform, die zuerst die Etrichtaube aufwies. Diese Flügelform der Tragdccken ist sogar von mehreren Doppeldeckern übernommen worden. Ebenso wie der halb boots-, halb fischförmige Rumpf mit der vogelartig gespreizten Schwanzfläche. Denn fast nirgends mehr sitzen heute wie auf den ersten Wright- und Farman-Flugzcugen Pilot und Passagier auf unbequemem Gestühl in freier Luft, son- dem die bequemen und häufig gepolsterten Sitze sind in den ge- jchlossenen Rumpf eingebaut, so daß nur ein Teil des Oberkörpers oie Karosserie überragt. Ja, cine Flugmaschine ist sogar auSge- stellt, wo die Karosserie ein völlig geschlossenes, elegantes Coupe darstellt, dessen Marienglasfenster einen hinlänglichen Ausblick ge- währen. Die Flugmaschinen nehmen sich um so schmucker aus, weil sie bis auf wenige sturmerprobte Veteranen— eine Eulermaschin«, auf der bereits acht Piloten ausgebildet worden sind, und jenen Wrightapparat, auf dem seinerzeit Orville Wright seine aufsehen- erregenden Flüge über dem Tempelhofcr Feld ausführte— völlig neu sind und vor Sauberkeit und Nettigkeit nur so blitzen. Oben- drein haben sichs die Aussteller etwas kosten und die Mctallteile aus spiegelblankem Messing, Kupfer und Nickel herstellen lassen. Man merkt überall, daß nicht nur die Zeit der ersten technischen Anfänge, sondern auch die Zeit der Dürftigkeit vorüber ist und jetzt Kapital hinter der Flugzeugindustrie steht. Hoffentlich ist damit nun aber auch die Zeit der crbäru.llchen Bezahlung der Ar- beitskräfte und der skandalösen Ausnutzung der Flieger vorüber, die bis dahin für ein wahres Bettelgeld ihr Leben für ihre Firmen in die Schanze schlagen mußten. Ueberhaupt, so lebhaft jeder nicht ganz phantasiearme Mensch und jeder Freund des technischen Fortschritts die in Anbetracht der kurzen Zeitspanne so glänzende Entwickclung der Flugtcchnik be« grüßen wird, und so sehr das Gefühl, die Eroberung der Luft mit- erlebt zu haben, unser Selbstbewußtsein zu schwellen vermag, so hat die Sache doch auch ihre Schattenseiten. Denn es kann gar kein Zweifel darüber bestehen, daß Flugtechniker und Flugzeug- industrielle noch immer ein gar kümmerliches Dasein fristen wür- den, wenn ihnen nicht der— Militarismus zu Hilfe gekommen wäre. Die Lieferungen für Private sind ja auch heute noch ganz minimale. Da das Flogen noch immer ein sehr gefährliches Ber- gnügen ist, gibt es nur sehr wenig« reiche Sportfreunde, die die. zweifelhaft erscheinen, ob die Polizei in berechtigter Ausübung ihres Amtes handelte. Mindestens habe nach dem ganzen, den Schutz der persönlichen Freiheit außer acht lassenden Vorgehen der Beamten die Angeklagte ihre Berechtigung bezweifeln müssen, zumal da der angebliche Grund, daß der Sohn aus der Lehre gelaufen sei, nicht zutraf. Ihr habe das Bewußtsein gefehlt, daß sie mit ihrem Widerstand' gegen das ihr unberechtigt erscheinende Vorgehen der Polizisten sich strafbar machte. Was sie tat. das sei aus ihrer i»- stinktiven Mutterliebe heraus durchaus natürlich und begreiflich gewesen, und gegenüber dem, was sie die Polizisten tun sah, habe sie stark in Erregung geraten müssen. Sie habe sich aufs Roheste verletzt gefühlt, als man den Sohn von ihr losriß und ihn wie einen Verbrecher fortschleppte. Der Verteidiger beantragte Frei- sprcchung, eventuell Ladung des Stcttiner Armenpflcgers und des Sohnes zum Zwecke weiterer Beweiserhebung. Der Staatsanwalt beantragte, die Berufung zu verwerfen. Die Polizei sei„tadellos vorgegangen", und nie sei ein richtigeres Urteil gefällt worden. Das Gericht entschied, die Berufung sei zu verwerfen. Die Angeklagte sei des Widerstandes überführt; sie habe gewußt, daß die Schutzleute eine Amtshandlung ausübten, ob sie diese für recht- mäßig hielt oder nicht, sei gleichgültig. Die Polizei habe Gewalt nur angewendet, soweit sie selber ihr Getoalt entgegensetzte. Flugblättervcrteilung streikender Gesellen vor den Läden der Meister. Eine sonderbare Entscheidung hat das Dresdener Landgericht als Berufungsinstanz gefällt. Als im Sommer vorigen Jahres die in den Ortschaften Deuben, Tharandt, Hainsberg und Potschappcl beschäftigten Fleischergesellen wegen Lohnforderung und Arbeits- zeitverkürzung in eine Lohnbewegung traten, van der größten Zahl der Meister aber mit ihren Forderungen abgewiesen wurden, be- schloß der Zentralvertand der Fleischergesellcn, nunmehr an das konsumierende Publikum heranzutreten, um dieses für die Gc- fellenforderungcn zu interessieren. Zu dem Zwecke wurden vor ocn Geschäftsläden der Fleischermeister an die Kunden und Passanten Flugblätter verteilt, in welchen diejenigen Geschäfte namhaft gemacht wurden, die sich weigerten, die Forderungen der Gesellen zu bewilligen. Dieses Vorgehen der Gesellen hatte auch zur Folge, daß verschiedene Kunden vor den Läden der Meister wieder umkehrten vnd ihren Bedarf in denjenigen Läden deckten, deren Inhaber die Gescllenforderungen anerkannt hatten. Die also boykottierten Meister riefen nunmehr die Hilfe des Gemeinde- Vorstandes an, und dieser erließ auch eine Verfügung, die das Ver- teilen von Bohkottflugblättern auf der Straße und in der Nähe der Gesckiäftsbetriebe der boykottierten Fleischermeister bei Straf- androhung untersagte. Gegen die Verteiler jener Flugblätter wurde nunmehr Anklage wegen groben Unfugs und Beleidigung erhoben, so daß sich vor dem Schöffengericht Döhlen 12 Angeklagte zu verantworten hatten. Sie alle bestritten, sich strafbar gemacht zu haben, und bezogen sich auf eine Entscheidung des Sächsischen Oberlandesgerichts, nach welcher Androhung des Boykotts durch Verteilung von Flugblättern usw. eine erlaubte Streikwaffe sei. Von dem beleidigenden Inhalt der Flugblätter wollte keiner Kenntnis gehabt haben. Nur einer gab zu, das Flugblatt vor der Verteilung gelesen zu haben. Dieser Wunde infolgedessen wegen Beleidigung und groben Unfugs verurteilt. Zwei Angeklagte wurden überhaupt freigesprochen, während die übrigen neun An, geklagten wegen groben Unfugs zu Geldstrafen von 2 bis 20 M. verurteilt wurden. Gegen ihre Bestrafung legten sämtliche zehn Angeklagten Berufung beim Dresdener Landgericht ein. Das Landgericht kam zu der Ansicht, daß die Verteilung von Flug- blättern als ein erlaubtes Kampfmittel bei Streiks anzusehen sei. Da der eine der zehn Angeklagten zugegeben hatte, von dem Inhalt des Flugblattes, der nach Ansicht des Gerichts beleidigender Natur ist, Kenntnis gehabt zu haben, wurde dessen Verurteilung wegen Beleidigung aufrecht erhalten. Gegen die Freisprechung zweier Angeklagten seitens des Schöffengerichts hatte die Staats- anwaltschaft Berufung eingelegt, die jedoch kostenpflichtig verworfen wurde. Wasserstands-Nachrichte» der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt voni Berliner Wctterburcau. Wasserstand M e m e I, Tilsit P r e g e I, Jnstcrburg Weichsel. Thorn Oder, Ratlbor „ Krosscn „ Franksurt Warthe, Schrimm . Laüdsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz . Dresden , Berbh » Magdeburg seit 2. 4. cm1) +10 — 1 —4 ±1 +20 +1 —10 +29 +20 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—») Unterpegel.—•) Höchster Wasserstand; 492 om zwischen 10 und 11 Uhr vormittags. Fleugzeugindustrie in Nahrung setzen. Und von den Preisen der Wettflüge, von den Einnahmen für Schauflüge könnte sich der neue Industriezweig auch nicht halten. Es fehlte aber der Flugtcchnik nicht nur an kapitalgcscgneten privaten Gönnern, sondern auch unser kapitalistischer Staat, der für Kulturzwecke ja überhaupt so leicht nichts übrig hat, zeigte sich anfangs überaus zugeknöpft. Er dachte offenbar: was braucht denn der Mensch zu fliegen? Ja, ihm graute vielleicht sogar vor einer Zukunft, wo der im Aether schwer- sende Mensch der lieben Polizei und der nationalen Grenzpfähle spotten könnte. So würde es denn wohl auch mit der Eroberung oer Luft durch die Flugmaschine, mit dieser Erfüllung unserer poetischsten Träume, gute Wege gehabt haben, wenn man nicht bald die Entdeckung gemacht hätte, daß die Flugmaschine ebenso wie der Lenkballon sich militärischen Zwecken dienstbar machen läßt. Erst als unsere Militaristen das begriffen hatten, war das Glück der Flugzeugindustrie gemacht. Zuerst schufen sich die Franzosen ihre„vierte Waffe"— dann kam auch Deutschland hinterdrein. Und wie man sich jetzt in Frankreich nicht damit begnügt, bereits viel« Millionen jährlicher offizieller Aufwendungen für den Lustmilitarismus zu machen, sondern auch noch Millionen an privaten Mitteln für den Ankauf von Kriegsflugmaschinen aufbringt, so sind auch unsere deutschen- Chauvinisten bereits am Werke, durch freiwillige Millionenspendcu die militärische Ausnutzung der Flugtechnik zu fördern. Die Flug- maschiue, die wie kein anderes Verkehrsmittel geeignet schien, dlli kulturellen Wettbewerb der Völker anzustacheln und die Nation m zu verbinden, gibt so erneuten Vortvand zur VLlkervcrhetzung, zu chauvinistischem Wetteifer, soll dergestalt zum barbarischen Kriegs- Werkzeug herabgewürdigt werden! Gleichwohl hoffen wir. daß diesmal wenigstens der Militaris- mus unbewußt und ungewollt zu einem Förderer des Kulturfort- schritts werden wird. Denn die EntWickelung der Flugtcchnik, um die sich jetzt der internationale Militarismus müht, wird letzten Endes nicht dem Militarismus allein zugute kommen, sondern auch dem friedlichen Sport, und hoffentlich in nicht allzuferner Zeit auch dem allgemeinen Verkehr und damit dem zibilisatorischen Menschheitsfortschritt. Der phantasicbegabtc Laie und der tcch- nische Kenner aber mögen vielleicht schon jetzt auS den interessanten Ausstellungsobjekten der„Ala" die Bahn erkennen, auf der wir allmählich zur wirklichen Beherrschung der Luft gelangen werden. **** 19999999 Unserm Genoffen Walter Welte nebst Braut zur Bermählung die besten Glückwünsche. Die Genossen der 4. Gruppe, Charlottenburg. 99966* 6E6eeee Unserm verehrten Bezirksführer Willi Teske die herzlichsten Glückwünsche zum Hochzeitstage senden Die Genossen des Bezirks I des sozialdemokrat. Wahlvereins Reinickendorf- Ost. Unserem Genossen Willi Bartz und seiner lieben Brant zur morgigen Vermählung die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen d. Bez. Zeuthen. Zu der am Sonnabend stattfindenden Hochzeitsfeier der Genossin Gertrud Richter nebst Gemahl die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen und Genossinnen des 691a Bezirks, 6. Kreis. 666666 9999 Unserem Bezirksführer Eduard Papst und Frau die herzlichsten Glückwünsche zur morgigen Hochzeit. Die Genossen des 239. Bezirks des 3. Kreises. Unserem Genossen 10425 Eduard Papst und Frau die herzlichsten Glückwünsche zu seiner morgigen Hochzeit. Die Bezirksführer der 10. Abteilung des 3. Kreises. Todes- Anzeigen Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner ReichstagsWahlkreis. Görlizer Viertel. Bezirk 181. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schuhmachermeister Franz Ulbrig, Wiener Str. 13, gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des EmmausKirchhofes in Neukölln, Hermann straße aus statt. 214/18 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Montag, den 1. April, verschied mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Schuhmachermeister Franz Ulbrieg. Dies zeigt tiefbetrübt an Witwe Ulbrieg nebst Kindern. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 6. April, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Am 2. April verstarb unser Genosse, der Maurer Adolf Bunde, Beusselstr. 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 5. am April, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Heilands- Kirchhofe in der Seestraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/12 Der Vorstand. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege Max Schöning am 3. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 6. April, nachmittags 434 Uhr, von der Halle des Sophien- Kirchhofes, Freien walder Straße, aus statt. 128/17 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 2. d. Mts., abends 10%, Uhr, verstarb nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau u. herzensgute Mutter Sozialdemokrat. Wahlverein Neukölln. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Wilhelm Mende Weserstr. 215( 2. Bez.) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. April, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 237/2 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Mende Neukölln, Weserstr. 215 im Alter von 51 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. April, nach. mittags 4 Uhr, von der Halle des neuen Jalobi- Kirchhofs, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 81/13 Die Ortsverwaltung. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann und guter Vater, der Tischler Wilhelm Mende nach langen schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am 1. Feiertag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Mende, Neukölln, Weserstraße 215. Unserer verehrten Kundschaft die traurige Nachricht, daß am 2. April d. J. unser langjähriger Bertreter, Herr Willy Horn plöblich verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 6. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Heilig Kreuzkirchhofes, Mariendorf aus statt. Engros Bauer& Hiepel, eftillation Staligerstr. 20. Danksagung. Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin. Bilanz am 31. Dezember 1911. M. Aktiva. Noch nicht eingeford. Einzahlung v. 75% a. d. Attien Nummer 40 001-50 000 Baus u. Grundert.7 500 000, Konto d. Bahnanlage 60 247 531,74 Bau- u. Grunderm. Konto der Erweite rungslinien Konto Kraftwerk und Betriebsstätten Konto Betriebsmittel. Borrätiges Betriebsmaterial Grundstüde und Gebäude Bureauinventar. Staffe. Wertpapiere Guthaben bei d. Deutschen Bant. Berschied. Debitoren Passiva. Aftienkapital Gesetzl. Reservefonds. 4% Schuldverschreib. Ausgabe 1899 32% Schuldverschreib. Ausgabe 1906 4% Schuldverschreib. Ausgabe 1907 4% Schuldverschreib. Ausgabe 1909 4% Schuldverschreib. Ausgabe 1910 Hypotheken a. erworb. Grundstücken Bahnanlage- Tilgungsfonds Erneuerungsfonds. Fonds für außergew. Ausgaben im Betriebe. Rückstellg. f. d. ZalonSteuer. Im Jahre 1912 fällig werdend. Schuldvers schreib.- Zinsen für d. Jahr 1911. Noch nicht vorgel. ausgeloste Schuldverschr. Noch nicht erhobene Dividenden u. Zinsen auf Schuldverschreib. Berschied. Kreditoren Reingewinn d. Jahres 1911. 24 777 124,90 9 382 107,89 7 241 978,87 112 531,39 4 088 812,08 1, 72 694,26 1 596 686,95 6 519 220,32 7 039 849,49 128 578 538,89 M. 50 000 000, 1 937 495,54 7 727 500, 7 096 500, 10 000 000, 15 000 000, Nunberg Westmann. mohrenstr. 379 Gr. Frankfurterstr. 115. ster- Angebote gültig bis Sonnabend! Eigene Fabrikation! Kostüme... 115.- 118-121-125- b.150.Seidenmäntel 16.- 19.- 22-26.- 6.150.Uebergangsmäntel 12-14-16.- 18.- b. 45Kleider, Röcke, Blusen sehr billig. : Nur neueste Stoffe!: Nur hochmod. 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Dies zeigen tiefbetrübt an der trauernde Gatte am Bruno Fiedler und Tochter. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 6. d. Mts., nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause, Neukölln, Fuldastr. 55/56, aus nach dem Neuköllner Gemeinde Friedhof, Mariendorfer Weg, statt. Danksagung. Tabak- Großhdlg. Amt Moritzpl. 3014. allen Teilnehmern unseren herzlichsten 35 Verkauf nur im Fabrikgebäude! Dant. 10315 Paul Wienholz nebst Frau und Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Elise Lache sagen wir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere dem 644. Für die herzliche Teilnahme beim Begräbnis meines licben Mannes und 645. Bezirk des VI. Wahlkreises Kein Laden Sie sparen Geld! Möbel direkt in der Wenn Sie Möbelfabrik Schick elegant kleidet man sich bei Schneidermeister Martin Katz. Engl. Jackett- Anzüge M. 58-78 Rock- Anzüge von M. 68-88 99 99 99 99 Paletots. °" ช • 1999 Ulster Beinkleider. 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Am Rosenthaler Tor. H. Walter Inh.: Willi Maaß, menstr. 35 kein Laden Tel.: A. III, 5157 kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebäude Tischlerei und Polsterei. ſage allen Freunden und Bekannten und dem Gesangverein Männerchor 35 10306 Bedding" unseren herzlichsten Dant. meinen besten Dank. Witwe Simonsen nnd Kind. Heinrich Lache nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreiche. Beteiligung und die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer guten Mutter, der Witwe Klara Knopp geb. Albrecht sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Wahlverein des IV. Berliner Reichstagswahlkreises, Bez. 332 Teil I, den Sängern, den Angestellten der 16. Rev.- nipeftion, dem Gejangverein Melodia Südwest" sowie dem Genossen Melle für die trostreichen Worte am Sarge der Entschlafenen unseren aufrichtigen Dant. Die trauernden Söhne. eigene Kein Kaufzwang! Auf Wunsch Teilzahlung. Permanente Musterzimmer- Ausstellung. 35 Jeder Spezial- Möbel- Haus auf Kredit und gegen bar. Große Auswahl jeder Art. 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Arbeiter- RadfahrerBund Solidarität Ortsgruppe Berlin. Touren zum 5., 6., 7., 8. und 9. April: 1. Abt.: Am 5., 1 Uhr: Papenberge. Am 7., 1 Uhr: Neu- Dabendors. Am 8., 7 Uhr: Bernsdorf. 1 Uhr: AltGlienice. Start: Bülowstr. 58. 2. Abt.: Am 5., 9 Uhr: KönigsWusterhausen( Altes Schüßenhaus). Am 7., 4 Uhr: Rathenow. Am 8., 1 Uhr: Fintenkrug( Hoffmeister). Die neu errichtete Zahlstelle 65 befindet sich bei Groß, Start: Schönleinstr. 6. Neukölln, Münchener Straße 53. Achtung! Klavierarbeiter. 3. Abt. Am 5., 12 Uhr: Rauchfangswerder. Am 7., 8 und 12 Uhr: Strausberg( Hungriger Wolf). Am 8., 1 Ubr: Achtung! Allt Glienide. Um 9., Neben dem Lokal von Bieberstein, Adalbertstr. 59, sind auch noch die Lokale von Merkmann, Gr. Frankfurter Straße 16 und Groß, Neukölln, Müuchener Straße 53, als Verkehrslokale eingerichtet. Wegen der Osterfeiertage bleiben die Bureaus und Arbeitsnachweise am Sonnabend, den 6. April, von 1 Uhr ab und am Montag, den 8. April, und Diens: tag, den 9. April, den ganzen Tag geschlossen. Die Kassierung der Beiträge erfolgt in allen Zahlstellen am Sonnabend, den 6. April, von 6 bis 8 Uhr Die Ortsverwaltung. abends. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. 1 Uhr: Tour wird am Start bekannt gegeben. Start: Lausiger Platz 12. 4. Abt. Am 5., 61, Uhr: Herrentour. Am 7., 8 Ubr: Dranienburg ( Waldschloß). 11, Uhr: Wilhelmsruh ( Müllbrodt). Am 8., 8 Uhr: Mittenwalde( Kronprinzen). 1 Uhr: Baumschulenweg( früher Speer). Am 9, 1% Uhr: Wilhelmsberg( Weber). Start: Rüstriner Plaz. 5. Abt.: Am 5., 5 Uhr: Ludenwalde( Herrentour). 1, Uhr: Mariendorf( Löwenhagen). Am 7., 1 Uhr: Müggelheim. Am 8. und 9., 12 Uhr: Hungriger Wolf. Am 9., 12 Uhr: Mahlsdorf Süd. Start: Elysium. 6. Abt. Am 5., 2 Uhr: Waidmannslust. Am 7., 1 Uhr: Birkenwerder( Paradiesgarten). Am 8., Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1.7 Uhr: Groß- Schönebed. 1 Uhr: Lehrplan für das 2. Quartal 1912. Sonntag: Nationalökonomie.( Die Grundbegriffe der theoretischen Nationalökonomie. 2. Teil.) Wandlik( Lassan). Start: Dderberger Straße 28. 7. Abt.: Am 5., 2 Uhr: Weidmannslust. Am 7., 7 Ubr: Potsdam, Staiser- Wilhelmstr. 38; 1 Uhr: Wannfee( Koch). Am 8., 2 Uhr: Bichelswerder( alter Freund). Start: Schulstraße 29. Zusammenfassende Wiederholung des 1. Teils: Kapitalistische Wirtschaftsordnung. Ware. Gesellschaftliche Arbeit. Wert. Geld. Preis. Kapital. 2. Teil: Mehrwert. Mehrwertsrate. 8. Abt.: Am 5., 10 Uhr: Streifzüge Arbeitskraft. Arbeitslohn. Akkumulation, Konzentration, durch den Grunewald( Endziel: alter Zentralisation des Kapitals. Die Grundrente. Die Ent- Freund). Am 6., 7 Uhr abends: wicklungstendenz der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Wittenberg. Am 7., 1 Uhr: Finkenfrug. Am 8., 12 Uhr: Bornim. Vortragender: Max Grunwald. Start: Levehowstr. 21. Sonntag: Rednerschule( mündliche und schriftliche Agitationsübungen). Der Ausdruck in Wort und Schrift. Die Technik und Disposition der Rede und des schriftlichen Berichts. Das Manuskript, die Registratur und die Bibliothek. Praktische Uebungen über bestimmte Fragen aktueller Wirtschaftspolitik. Vortragender: Max Grunwald. Montag: Fortschrittskursus.( Der historische Materialismus.) 9. Abt.: Am 7., 5 Uhr: Streifzüge an der Havel Start: Branden burger Tor. 11. Abt.: Am 10., 9 Uhr: Straus berg( Hungriger Wolf). Start: Große Samburger Straße 18. Reinickendorf. 11/1 Alter Freund. Am 5.( Vereinstour), 9 Uhr: Eggersdorf. Start: Schillingstraße Unsinnige Anschauungen unserer Gegner darüber. Was ist( 2üning) und Amendestraße( Hirsch). Geschichte? Die Unterlage der bürgerlichen Geschichts- Am 8.: 1. Abt., 9 Uhr: Wittstoď. auffassungen. Die wahre Aufgabe der Geschichtswissen- Start: Schillingstr. 1. Diese schaft ist: die sozialen Umwälzungen zu erklären. 2. Abt., 1 Uhr: erklärt der historische Materialismus aus den Aenderungen Start: Amendestraße. der Produktion( aus den ökonomischen Verhältnissen"). Bezir! 21: Am Starfreitag: Bezirks. Die Anwendung des historischen Materialismus zum Ver- tour nach Eggersdorf bei Aug. Gebert. ständnis der Geschichte.( Die gegenwärtige Umwälzung der Um 2 Uhr: Bersammlung dortselbst. Gesellschaftsordnung.) Vortragender: Julian Borchardt. 6/ 8* Mittwoch: Literaturgeschichte( Wanderung durch die deutsche Literaturgeschichte.) Vortragender: Ernst Däumig. Donnerstag: Sozialpolitik.( Die Geschichte der sozialpolitischen Gesetzgebung.) Orts- Krankenkasse für Ober- Schöneweide. Dienstag, den 16. April 1912, im Lokale des Herrn Warnete hierselbst, Wilhelminenhofstr. 18: Ersatzwahl Kassenmitglieder. Gründe und Anlässe für die Arbeiterschutzgesetzgebung und die Arbeiterversicherung in Deutschland. Ansätze im früheren Recht. Pflicht des Unternehmers, Haftpflichtgesetze. Gehilfen-, Seemanns- und Knappschaftskassen; der Vertreter der Arbeitgeber und freie Hilfskassen.- Sozialpolitische Fürsorge in den Einzelstaaten und den Kommunen vor der reichsgesetzlichen Arbeiterversicherung, Die Arbeiterversicherung im Auslande, in Großbritannien, Oesterreich, Ungarn, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, Skandinavien, Rußland, in der Schweiz und in den nordamerikanischen Staaten. Vortragender: Georg Schmidt. Die Vertreter der Arbeitgeber werden von diesen in ungeteilter Wahlversammlung in der Beit von 3 bis 4 Uhr nachmittags gewählt. Zu wählen sind 15 Vertreter. Freitag: Gewerkschaftswesen.( Aus Theorie und Praxis glieder werden ebenfalls in ungeder Gewerkschaftsbewegung.) Die Vertreter der Kassenmits teilter Wahlversammlung in der Zeit wählt. Zu wählen sind 22 Vervon 5 bis 7 Uhr nachmittags getreter. I. Einleitungsvortrag: Die geschichtliche Entwicklung der deutschen Gewerkschaften. II. Grundsätzc der freien Gewerkschaften. III. Gewerkschaftliche Schulung und Disziplin. IV. Taktik bei Wahlberechtigt und wählbar ist Lohnbewegungen und Streiks. V. und VI. Kar- edes großjährige im Besitze der telle und Unternehmerverbände. VII. und VIII. bürgerlichen Ehrenrechte sich befindTarifveräge. IX. und X. Die wichtigsten ge- liche Mitglied; als Legitimation gilt werkschaftlichen Strömungen des Ausland'e s. der Mitgliedsausweis. Vortragender: Emil Dittmer. Montag, den 29. April 1912, Sonnabend: Geschichte.( Geschichte der deutschen nachmittags 5½ Uhr, im Lokale des Herrn Warnete hierselbst, Wilhelminenhofstr. 18: Sozialdemokratie.) I. Vorgeschichte bis zur Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. II. Lassalle und der Allgemeine deutsche Arbeiterverein bis zu Lassalles Tod. III. Die internationale Ordentl. General- Versammlung Arbeiterassoziation. IV. Die Gründung der sozialdemokratischen der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeiterpartei. V. Eisenacher und Lassalleaner. 1 Innere Kämpfe. Verfolgungen. Die Einigung. VI. Attentatshetze. Das Ausnahmegesetz. Die erste Wirkung. Sammlung und Auseinandersetzung mit Most- Hasselmann. Kassenmitglieder. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Jahresbericht. 3. BeVII. Die Partei unter dem Ausnahmegesetz. VIII. Die Fesseln richt der Revisoren. 4. Verschiedenes. gesprengt Innere Klärung: Erneuerung der Organisationen Als Legitimation gilt die Einund des Programms. IX. Der Siegeszug der 90er Jahre. ladungskarte. Stellung der Partei zu den Genossenschaften und Gewerkschaften. taktischen Auseinandersetzungen. Beginn der X. Das letzte Jahrzehnt Vortragender: Emil Eichhorn. Unterrichtsbeginn: Freitag, den 12. April: Gewerkschafts wesen. Sonnabend, den 13. April: Geschichte. Sonntag, den 14. April: Dber Schöneweide, 3. April 1912. Der Vorstand. Sommerfeld, 1. Vorsitzender. Wilke, Schriftführer. Nationalökonomie und Rednerschule. Montag, den 15. April: Gemeinsame Orts- Krankenkasse Fortschrittskursus. Mittwoch, den 17. April: LiteraturgeschichteDonnerstag, den 18. April: Sozialpolitik. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 8, Uhr und endet um 10 Uhr. Der Sonntagskursus in Nationalökonomie beginnt um 9 Uhr, der in Rednerschule um 11, Uhr vormittags. Königs- Wusterhausen u. Umgegend. Zu der am Montag, den 15. April, abends 8 Uhr, im Pfuhlichen Hotel stattfindenden Die reichhaltige Bibliothek ist an den Unterrichtsabenden General- Versammlung von 7-8 Uhr, Sonntags von 10%, bis 11, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. perden die gewählten Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer er gebenst eingeladen. Nur diese haben Tagesordnung: Zutritt. 272/17 1. Beschlußfassung über die Abnahme der Rechnung des Vorjahres Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; W. Kaczorowski, Ravenéstr. 6; Horsch, ein Arbeitgeber und drei ArbeitEngelufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Lichtenberg- Berlin, Rittergutstr. 25 I, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenbeide 56, zu senden. Der Vorstand. 1911. 2. Borstandswahl. Zu wählen sind nehmer. 3. Verschiedenes. Königs- Wusterhausen, 1. April 1912. Der Vorstand. H. Grießing, Borsitzender. 人 جوية M KE Arcona ARCONA ETAL MED NDER 1. Preis DA adalsty Es if notwendig, dass Sie sich zum neuen Kleid auch neue Stiefel zulegen. Unsere Neuheiten für Frühjahr u. Sommer sind bereits eingetroffen. Salamander Schuhges.mbH.Berlin Arcona- Räder IV. 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Orts- Krankenkaffe des Zimmerer Gewerbes zu Berlin.: Am Sonntag, den 14. April 1912, bormittags 10 Uhr, findet in Schulz's Festsälen, Münzstr. 16( Eingang Stonigs. graben), die Ordentliche General- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung pro 1911. 10226 2. Bericht des Prüfungsausschusses. 3. Beschlußfassung über die Ab. nahme der Jahresrechnung und Dechargeerteilung. 4. Bericht über die Zentralisations. bestrebungen. 3. Berschiedenes. Die in der Wahlversammlung vom 22. November 1911 gewählten Ber treter werden hierzu eingeladen. Einladung legitimiert. Der Vorstand. August Brunzel, Ewald Petermann, Borsigender. Schriftführer. Orts- Krankenkasse Reinickendorf. Bekanntmachung. Es machen fich infolge Ausscheidens aus der Beschäftigung bezt. Entlaffung aus den Gewerbebetrieben für eine Anzahl von Bertretern ber Arbeitgeber somie Versicherten Ersatzwahlen notwendig. Es sind zu wählen: 2. Von den Arbeitsnehmern: 49 Vertreter. b. Von den Arbeitgebern: 24 Bertreter, Bur Bornahme dieser Wahlen find zufolge Borstandsbeschlusses Wahltermine im Sadauschen Restaurant, Residenzstr. 124, hierselbst angesetzt und zwar zur Wahl der Stassenvertreter aus der Zahl der Arbeitnehmer: Montag, den 15. April 1912, abends 4-8 Uhr. Zur Wahl der Kaffenvertreter aus der Zahl der Arbeitgeber: Dienstag, den 16. April 1912, abends 7-9 Uhr. Wahlberechtigt und wählbar sind nur solche Personen, welche bas 21. Lebensjahr überschritten haben und im Besitz der bürgerlichen Ehrens rechte find. 272/16 Die Kaffenmitglieder sowie die Arbeitgeber werden zu den ange setzten Wahlterminen mit dem Er. fuchen um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen hierdurch eingeladen. Die Kaffenmitglieder haben zu ihrer Legitimation die Rassenbücher mitzubringen. Arbeitgeber haben sich mit einem Ausweis zu versehen. Die mit Beiträgen rüdständigen Arbeitgeber tönnen das Wahlrecht nicht ausüben. Reinidendorf, den 14. März 1912. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse. Bensch. Neubeder. Zietung am 17. April. 93. Frankfurter Pferde L Achtung! Achtung! Vereine, Gewerkschaften, Komitees! Laut Beschluß der General- Versammlung vom 22. März tragen unsere Mitglieder keine Nadel als Abzeichen mehr, jedoch sind dieselben verpflichtet, ihr Mitgliedsbuch als Legitimation bei sich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen. Dieser Beschluß war notwendig, da ehemalige Mitglieder trotz Aufforderung die Vereinsnadel nicht abgeliefert haben, und dem Verbande gegenüber ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind, jedoch versuchen, auf Kosten unserer Organisation nach wie vor Geschäfte zu leiten. Wir wünschen nun von den Genossen, auf diesen von uns gefaßten Beschluß zu achten und demgemäß zu handeln. Bestellungen werden jederzeit in unserer Geschäftsstelle, Wrangelstraße 107, Amt Moritzplatz, 10 381, entgegengenommen. Der Vorstand des 200/2 Tanzlehrerverbandes Solidarität 1892. Neukölln. Bitte anfbewahren! Neukölln. Liste derjenigen Fleischermeister, die den Tarif des Zentralverbandes der Fleischer unterschriftlich anerkannt haben. C. Fonfara( Wurstfabrit), Berliner| F. Kubin, Donaustr. 15 Straße 27 P. Lukascheck, Berliner Str. 28 A. Reifland, Berliner Str. 23 H. Jochmann, Bietenstr. 41 M. Kailer, Bietenstr. 23 P. Wonneberger, Weiseftr. 24 F. Schielde, Beifeftr. 51 K. Gerlach, Warthestr. 70 G. Saft, Barthestr. 58 Th. Pahnke, Barthestr. 78 W. Friedmann, Barthestr. 7 P. Jünger, Burknerstr. 5 F. Klein, Stottbuser Damm 12 C. Flehming( Wurstfabrik), Thomas ftraße 36 H. Burck, Weichselplatz 4 0. Perseke, Hermannstr. 169 C. Bolte, Hermannstr. 232 B. Riedel, Hermannstr. 46 M. Riese, Fallstr. 20 G. Seidel, Jägerstr. 7 M. Meier( me.). Weserstr. 168 W. Krager, Herzbergstr. 21 0. Schönbrunn, Richardstr. 61 W. Rademacher, Sobrechtstr. 19 J. Orth, Emfer Str. 26 J. Blümlein, Mareschftr. 14/16 H. König, Rogatstr. 40 H. Beierfuß, Reuterstr. 66 P. Schmel, Steinmetstr. 110. Nachstehende Fleischermeister, die zurzeit teine Gesellen beschäftigen, haben ebenfalls ihre Zustimmung erklärt:" E. Schilde, errfurthftr. 23 E. Immrich, Rogatstr. 14 M. Falkner, Donauftr. 7 289/3 Auf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, daß diejenigen Fleischer meister, die erklären, bei ihnen sei alles geregelt, ihre Kundschaft nur täuschen wollen. Auch die Ausrede, sie seien durch Innungsbeschluß ge bunden, ist nicht stichhaltig, denn die Konventionalstrafe von 1000 Mart verstößt wider die guten Sitten und ist nicht einflagbar. Zentralverband der Fleischer. Berlin NO., Elisabethstr. 11. Teleph. Amt: Königstadt Nr. 3024. Firma Gardinenhaus Bernhard Schwartz bat teine Filialen! Lager und Verkauf der Gardinen u. Teppiche groß und detail; nur Spindlershof Berlin Wallstraße 13 ( Dreizehn). 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Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei a. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 81. 29. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Schnaps und Liebesgabe. Da die Schnapsversteuerung innerhalb der letzten Jahre mehrere Male geändert worden ist, läßt sich ein Blick über die Alkoholproduktion nur schaffen bei Beobachtung längerer Zeiträume. Wir bringen deswegen eine Zusammenfassung von zehn Jahren Alkoholproduktion, Trinkverbrauch und Steuereinnahme des Deutschen Reiches aus dem Alkoholkonsum. Alkoholerzeugung, Verbrauch und Besteuerung von 1901/02 bis 1910/11. Jn 1000 Hektolitern. Verbrauch Abgaben aus dem Verbrauche inländ. Branntweins in Millionen M. Ers zeugung davon Kon tingent Trink branntwein pro Kopf für der Be- gewerb völkerung liche Liter Zwecke 1901/02 4238 2162 2365 4,2 1110 1902/03 3382 2154 2326 4,0 1278 153,8 141,4 1903 04 3854 2323 2326 4,0 1391 139,3 1904/05 3787 2316 2202 3,7 1398 134,3 1905/06 4376 2137 2262 3,8 1477 142,6 1906/07 3841 2305 2427 4,0 1336 140,9 1907/08 4018 2290 2360 3,8 1592 146,9 1908/09 4255 2264 2592 4,2 1480 162,7 1909/10 3641 1910/11 3467 2259 1769 2,8 1882 187,8 1949 3,0 1407 207,9 betrachtet. 1709 Freitag, 5. April 1912. eine Festlegung der Gesamtalkoholproduktion jeder einzelnen Bren- Vom Schnapskontingent, das die Liebesgabe berbürgt, er nerei, der Durchschnittsbrand. Ueberschreiten des Durch hielten die landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien 1395 990 schnittsbrandes wird durch 50prozentige Erhöhung der Betriebs- Hektoliter, das sind rund 28 Millionen Mart, pro Brennerei im auflage für den Ueberbrand bestraft. Für größere Petriebe ist diese Durchschnitt 5006 M. Die 51 281 süddeutschen Obst- usw. Brenne Bestrafung so enorm, daß sie eine Ueberschreitung des Durchschnitts- reien erhielten zusammen 51 281 m. Liebesgabe, pro Betrieb brandes gar nicht riskieren können. Damit ist der Zwed erreicht. gerade sieben Mark im ganzen Jahre 1910/11! Spiritus bleibt immer knapp und teuer, Entstehen neuer Brenne- Prüfen wir nun noch, was für Kontingentsziffern die landreien ist unmöglich, denn sie könnten erst 1918 ein Durchschnitts- wirtschaftlichen Kartoffelbrennereien befizen, wiebrandquantum erhalten, und die Ueberproduktion bestehender Bren- viel Liebesgaben sie demnach bekommen, und wo diese Brennereien nereien ist auch verhindert. liegen. Es ergibt sich so folgendes schöne Bild: Mit der jüngsten Kürzung des Kontingents wurde durch den Bundesrat auch der Durchschnittsbrand ganz allgemein um 14 Prozent verringert. Die dritte große Konzession an die agrarischen Brenner ist die Verpflichtung zur Bergällung von Alkohol. Würzehefebrennereien müssen zurzeit 70 Proz., die anderen 35 Proz. ihres Durchschnittsbrandes vergällen, das heißt für Trinkzwede untauglich machen, den Branntwein denaturieren. Die Vergällung wird mit 18 M. pro Hektoliter vergütet. Da die Spirituszentrale plößlich den Preis pro Hektoliter Spiritus um 8 M. erhöhte, sah die Regierung darin einen Anlaß, die Schnapsproduktion ihrerseits anzuregen. Es ist der Durchschnittsbrand für das laufende Jahr wieder heraufgesett, also eine Alkoholmehrerzeugung ermöglicht worden, und außerdem die Zulassung der Verarbeitung von Mais ohne Schaden für das Kontingent bis zum 30. September d. J. verlängert worden. Die oben mitgeteilte Tabelle zeigt, daß, abgesehen von Schwanfungen, die durch Vorversorgung vor dem Inkrafttreten neuer Steuergeseze und deren erste Wirkungen entstanden sind, die Alkohol erzeugung ständig zurück geht! Im Jahre 1901/02 betrug sie 4,238 mil. Heftoliter, 1910/11 nur noch 3,467 Millionen, also ein Rüdgang von 771 000 Settoliter. Dieser Rüdgang er scheint noch bedeutender, wenn beachtet wird, daß die Bevölkerung des Deutschen Reiches ständig zugenommen hat. Die wichtigste Ziffer der Branntweinstatistik ist die des TrintBon der 1910/11 34 180 000 m. betragenden Liebesgabe erhielten allein die landwirtschaftlichen Kartoffelorennereien in Westpreußen 2 533 860 m. Bommern in Ostpreußen. 1746 380 m. Brandenburg 4 549 540 Posen Prov.Sachsen 1415 640 Hannover H " " 4 030 860 " " " Schlesien " " " 60 720 " " " Hess. Nassau 101 120 " " 3120 " " " Hohenzollern allein in Preußen in Bayern... 1964 720 M. Württemberg • SchleswigHolstein Westfalen. Rheinland. 3 620 260 " 4 036 820 " 9 680 # 13 340 • " 23 122 320 M. in Sachsen Mecklenburg. " " Hessen 45 300 255 380 Baden N " " PP Thüringen.. " Anhalt. 74 760 332 840 " " # " 1 465 560 m. 141 700 398 100 86 060 " " Braunschweig Elsaß- Lothr. 29 060 M Im ganzen Branntweinsteuergebiet erhielten die landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien an Liebesgabe 7 Millionen Mart- teilen sich 27 919 800 Mark. In den Rest Iiche Startoffel- und 710 gewerbliche Getreidebrennereien, 7626 I andwirtschaftliche Getreidebrennereien, 17 gewerb30 Melasse- und 51 281 Obstbrennereien! Die volle Bedeutung dieser Zahlen ergibt sich erst, wenn man die Feinheiten der deutschen Branntweinsteuergesetzgebung genauer Die Kontingentierung des Branntweins schafft cine Steuerstaffelung von 105 und 125 M. pro Hektoliter TrinkGanz gleich, wie die Branntweinsteuergesetzgebung angesehen branntwein. Das Kontingent, die Gesamtsumme der mit nur 105 branntweinverbrauchs. Sie fant von 1901/02 bis 1910/11 wird, das Schlußresultat bleibt immer dasselbe: sie ist geschaffen, Mark zu versteuernden Alkoholhektoliter, war im Berichtsjahre um den Profit der schnapsbrennenden Agrarier zu schüßen. Die 1910/11 um 240 000 Hektoliter fleiner als der wirkliche Trinkbrannt- um 426 000 Settoliter. Mit anderen Worten: pro Kopf weinverbrauch. Für diese 240 000 Hektoliter mußte je 125 M. der Bevölkerung wurde 1901/02 noch 4,2 Liter reiner Trinkbranntjüngsten Absichten der Regierung auf" Beseitigung" der Liebesgabe Steuer gezahlt werden, demzufolge stieg selbstverständlich der Preis ein, das sind rund 13 Liter Schnaps, vertilgt, 1910/11 fant diese sind nichts weiter als Versuche, aus dem Schnapskonsum des Kontingentbranntweins ebenfalls um 125 M., die Steuer be- 3iffer auf 9 Liter! Der Riesensprung wurde in erster Linie noch mehr Steuern herauszuziehen, ohne den Agrariern ernstlich weh zu tun. trägt nur 105 m. die 20 M. sind Liebesgabe, welche durch die während der lektvergangenen drei Jahre, während der Dauer des Schnapsboykottes, erreicht! Brenner eingesteckt wird. Die ganze Liebesgabe betrug 34 180 000 Mart. Die Liebesgabe ist dank dem Schnapsboykott und der dadurch erzwungenen Herabsehung des Kontingents gegen 1909/10 um elf Millionen Mark gesunken! Neben der Kontingentierung des Trinkbranntweins besteht noch landwirtschaftlichen Erzeugung Kontingent. Liebesgabe. . Anzahl der Brennereien Liebesgabe pro Brennerei KartoffelGetreideBrennereien 2 784 976 Heftol. 1395 990 eftol. 27 919 800 Mart. 5577 5 006 Mart 264 508 Heftol. 151 894 Heftol. 3 037 880 Mark 7.626 399 Mart Ais offene Frage wird gern die Entscheidung darüber behandelt, welche Brennereien von diesem Kampf gegen die Liebesgabe und den Trinkbranntwein zuerst getroffen werden. Die Statistik gibt darauf eine deutliche Antwort. Es betrugen 1910/11: gewerblichen Kartoffels Getreide Brennereien 21 407 Heftol. 279 596 Heftol. 4457 Heftol. 49 140 Mark 17 2 890 Mart 97 620 Hektol. 976 200 Mart 710 1375 Mark Ringels 3 Preise System Schneider Meister A. RINGEL Melasse= Brennereien 88 179 Hettol. 53 343 Heftol. 1066 860 Mark 30 35 562 Mark ist geeignet Dbst- usw. Brennereien 28 101 Heftol. 18 652 Heftol. 373 040 Mart 51 281 7 Mart Für die Arbeiter ist die Entscheidung in dieser Streitfrage der Schnapewucherer und der Schnapsbesteuerer schon gefallen: der Schnapsboykott! Schnaps ist streng zu meiden! Arbeiter, denkt an den Marktbericht von Berlin am 3. April 1912, nach Ermittelung ( Kleinhandel) des königl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise. Speisebohnen, 100 Stilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. meiße, 35,00-56,00. Zinsen 40,00-80,00. Startoffeln( Kleinhdl.) 8,00-12,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Steule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,30-1,80. Stalbfleisch 1,40-2,60. Hammelfleisch 1,30-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stud Gier 3,20-6,00. I Kilogramm Starpfen 1,10-2,40. Male 1,60-3,20. Bander 1,60-3,60. echte 1,40-2,60. Barsche 1,00-2,00. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stud Krebse 4,00-30,00. Jeden Herrn zu schützen. Hier hat jeder Garantie, fertige reelle Garderobe vom Schneidermeister aus erster Hand zu kaufen. Rose 1. Preis: 550 Ringel- Anzug Ringel- Pa.etot Ringel- Ulster 2800 Hose 750 II. Preis: Ringel- Anzug Hingol- Paletot • Ringel- Ulster 360 III.Preis: Hose 950 Ringol- Anzug Ringel- Paletot Ringel- Ulster Vornet me Massanfertigung unter persönl. Leitung A. Ringel, Schne.dermelster, 31 Chausseesir. 31. Obige Anzüge und Paletots nach Mass nur 5 M. Zuschlag. Ostergeschenke in großer Auswahl Goldene Ohrringe Goldene Broschen.. Goldene Krawattennadeln Silberne Spazierstöcke V. M. 2,50 v. M. 3, an an an . v. M. 3, v. M. 3, an Silberne Kettenarmbänder. v. 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Zirkus Busch. Gala- Borstellung. Zirfus Sarrasant. ftellung. Gala- Bor Zirkus Schumann. Gala- Borftellung. Haverland. Spezialitäten. Anfang 8 Ubr. Urania. Taubenstraße 48/49. Weltbäder an europäischen Stüsten. Kammerspiele. Der Arzt am Scheidewege. Leffing. Gudrun. Komische Oper. La Traviata. Westen. Der fidele Bauer. Kleines. Der Leibgardist. Königgräter Straße. Frankfurter. Die fünf Neues Schauspielbaus. Judith. Kurfürstenoper. Der Schmud ber Madonna. Neues. Der Vogelhändler. Residenz. Geschlossen. Lustspielhaus. Das große Ge heimnis. Berliner. Spielereien einer Kaiserin. Neues Overetten. Geschlossen. Schiller 0. Windermeres Fächer. Schiller Charlottenburg. B scharfe Junker. Der Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Johannisfeuer. Luifen. Ich lasse dich nicht. Nose. Es gibt nur ein Berlin. Metrovo. Trilby. Trianon. Francillon. Thalia. Mein Leopold. Wintergarten. Spezialitäten. ( Von Hamburg bis Lissabon.) Passage- Panoptikum. Heute den ganzen Tag geöffnet! Alles ohne Extra- Entree! Jeder ein Kind frei! mann Jed. Kind ein Geschenk! erhält Passage- Theater. Gastspiel Gertrude Barrison Carl Hollitzer Das Geisterfenster und das große April- Programm mit 10 neuen Attraktionen! Luisen- Theater. Freitag: Lichtbild- Melodrama- Nufführung: Ben Hur. Sonnabend: Ich laffe Dich nicht. Sonntag 3 Uhr: Faust. 8 Uhr: Ich laffe Dich nicht. Montag 3 Uhr: Robert und Bertram. 8 Uhr: Jch laffe Dich nicht. Cafino. Ein Weib aus dem Bolte DOSE THEATED Apollo. Spezialitäten. Basage. Spezialitäten. Herrnfeld. Die letzte Ehre. Die Meyerhains. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Folies Caprice. Der Polizeihund. Voigt. Geschlossen. Walhalla. Menschenrechte. Anfang 8, Uhr. Neues Volkstheater. Der Meister. Königstadt- Kasino. Spezialitäten. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Schiller- Theater 0.Baller Freitag( Karfreitag): Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr Lady Windermeres Fächer Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Kyritz- Pyritz." Schiller- Theater Charlottenburg. Große Franfiurter Str. 132. Heute: Gefchloffen Sonnabend u. folgend. Tage: Es gibt nur ein Berlin. Gr. Revue in 6 Bild. v. F. W. Hardt. Musik von Artur Steinke. Anfang 8 Uhr. Sonntag und Montag 3 Uhr: Der Gefangene von Zenda. pollo Theater Heute: Geschlossen. Morgen: 216 8 Uhr: Vollständig neues Programm Hermann Klink Freitag( Karfreitag) abends 8 Uhr: ebr Oratorium- Aufführung„ Elias". Sonnabend, abends 8 Uhr: Der scharfe Junker. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Neues Theater. Heute: Geschlossen. Sonnab. 8 Uhr sowie Sonntag und Montag 3, Uhr: Der Vogelhändler. Ab Sonntag täglich 8 Uhr: Der liebe Augustin. Berliner Theater. Heute Karfreitag: Geſchloffen. Spielereien einer Kaiserin. Morgen 8 Uhr: Theater in der Königgrätzer Straße Heute Karfreitag: Geschlossen. Morgen 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westens. Freitag 8 Uhr: Orator. Eliad. Sonnab. 8 Uhr: Der fidele Bauer. Ab Sonntag täglich 8 Uhr: Die schöne Helena. mit neuem Repertoire Ernesto Bellini Telepat. Phänomen ufw. Herrnfeld Heute Starfreitag: Geschlossen. Morgen Sonnabend: Die Meyerhains und Die letzte Ehre. An allen drei Osterfeiertagen: Wie man Männer bessert und Der Hausteufel. Bitettootvertauf 11-2( Theaterkaffe) Anfang 8 Uhr. 99 Sozialdemokratischer Verein für den fünften Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 7. April( erster Feiertag) in der Brauerei Schweizergarten, am Königstor: Ostervergnügen Humoristischer Familienabend unter Mitwirkung bewährter Kräfte. Nachher: Tanzkränzchen. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. Eintritt 30 Pf. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Zentralverband der Bäcker und Konditoren Deutschlands Berlin SO., Engelufer 14 III, Zimm. 65. Verwaltung Berlin. Fernsprecher: Amt Mpl., 2396. Sonntag, den 7. April 1912 Ostervergnügen ( 1. Osterfeiertag): in den Gesamträumen von Mörners Festsälen( ehem. Freyer), Koppenstr. 29. von E. Rosenow. Zur Aufführung gelangt: ,, Kater Lampe, Komödie in 4 Akten Das Stück wird vorgeführt von Mitgliedern d. Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen, Zum besseren Verständnis der Handlung des also von hervorragenden Künstlern. Stückes werden am Saaleingang Einführungsbücher zum Preise von 10 Pf. pro Stück verkauft, die in gedrängter Form eine Darstellung des Stückes geben. Wir bitten dringend, diese Bücher so zeitig wie möglich durchlesen zu wollen, damit man bei der Vorstellung der Handlung auf der Bühne ungeteilt folgen kann. Nach der Vorstellung und dem Konzert: Tanz. Ki- Ko. Billetts 75 Pf. Ki- Ko. Kinemakolor bei Kroll früher Neues Königliches Operntheater. Unser ganzes Programm enthält ausnahmslos farbige Films nach dem Patent Urban Smith. Kinemakolor ist die einzige Erfindung der Kinematographie in natürlichen Farben. Die Farbenpracht und Plastik unserer Films ist unbeschreiblich schön. Vorführung täglich von 4-11 Uhr abends. Ki- Ko. Zirkus A. Schumann Heute: Geschlossen. Morgen Sonnabend, 7, Uhr: Grand Soireé High Life. 5 Auroras, die best. Radkünstl. Auftr. von Frl. Dora Schumann. Dir. Albert Schumann m. s. neuest. Freiheitsdressur. u. das übrige neue Aprilprogr. Um 9 Uhr: Das Motorpferd. Am 1. und 2. Osterfeiertag: 2 Vorstellungen 2 Nachm. 3, Uhr u. ab. 7, Uhr. Nachm. hat jeder Erwachsene 1 eigenes Kind unt. 10 Jahr. frei a. all. Sitzpl.. jed. weitere Kind unt. 10 Jahr. halben Preis. CLOU" Berliner Konzert- Haus. Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Morgen: Großes Konzert!!! Stg. u. Mtg. 3% U.: Wiener Blut. Musike. d. Kais.- Frz.- Grde.- Gren.- Regts. Dirig. Musikm. Becker. Residenz- Theater. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Direktion Richard Alerander. Karfreitag, Sonnabend: Geschlossen. An allen Wochentagen nachm.: Gr. Promenaden- Konzert bei freiem Eintritt. Ostersonnt.: Alles für die Firma. Heute: Musike. d. Leib- Grde.- Hus.- Regts. Dirig. Oberm. Maaßberg. Dftermontag und folgende Lage: Alles für die Firma. Dftersonntag 3 Uhr: Kümmere Dich um Amelie. Dftermontag 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Trianon- Theater. Heute: Gefchloffen. Morgen 8 Uhr: Francillon. An beiden Diterfeiertagen, Anf. 8 Uhr: Der Ehemann am Fenster. Sterauf: Ein angebrochener Abend. Männerchor Vorwärts ( Mitgl. d. D. A.-S.-B., Gau Berlin). 1. Osterfeiertag, vormittags 9%, Uhr: Sänger- Morgensprache in Wanzlicks Prachtsälen, Am Treptower Park 27. Freunde des Gesanges sind herzlichst eingeladen. Sonntags áb 3 Uhr. Eröffnungs- Vostellung: Sonnabend, den 6. April. Eintrittspreise von 2 bis 4 Mark. Ki- Ko. Männerchor Fichte- Georginia 1879" ( M. d. A.-S.-B.)- Chormeister: P. A. Joseph. Montag, den 8. April( zweiter Osterfeiertag), in der Brauerei Friedrichshain: Heiterer Lieder- und Vortragsabend. Mitwirkende: Fr. Marianne Geyer( Lieder znr Laute). Herr Matthias v. Erdberg( Rezitation). Nachher: Tanz. 1 Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang präz. 6 Uhr. Entree 60 Pf.- Tanz frei. Die Saaltüren bleiben während der Vorträge geschlossen. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Liedertexte am Saaleingang gratis. Karten bei Horsch, Engelufer 15; Weber, Zigarrengesch., Neukölln, Hobrechtstr. 43; Kuntze, Seifengesch., Passauerstr. 30; Liebich, Restaurant, Wienerstr. 56a; Schultze, Zigarrengeschäft, Lohmühlenstr. 61; Zienow, Restaurant, Admiralstr. 35; Kümmel, Restaurant, Graetzstraße 28, Treptow. 1021b Hutmacher- Gesangverein ,, Einigkeit" Ge gr. 1876. Chormeister: Wellmann M d. D. A.- S.- BOstersonntag, den 7. April 1912: Frühlings- Konzert im ,, Deutschen Hof", Luckauerstr. 15. Mitwirkende: Frau Marg. Abel- Rehkopf, Großh. Sächs. Hofopernsängerin. Herr Armin Liebermann, Cello- Virtuose. Am Flügel: kgl. Musikdirektor A. Steinmann. Saalöffnung 5 Uhr. Anf. präz. 6%, Uhr. Eintrittskarte 50 Pf. Liedertexte am Saaleingang gratis. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Nach dem Konzert: Ball. Zirkus Busch Heute, Freitag, 5. April( Karfreitg.) Geschlossen. Morgen Sonnabend, abds. 71/2 Uhr: Gr. Gala- Vorstellung! 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Platz 2 M., Parkett 3 M. Logensitz 4 M. Vorverkauf a. d. Circuskasse und an sämtlichen Billettverkaufsstellen von A. Wertheim. Folies Caprice. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 5. April cr.: Der Dorfmujifant. Romifer Schnigl. An allen 3 Feiertagen: Der Polizeihund. Das Broadway- Girl. Reichshallen- Theater Heute: geschlossen Morgen: Große Elite- Soirée der Stettiner Sänger. Anf. 8 Uhr. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Heute: Geschlossen. Sonnabend: Ein Weib aus dem Volte. An allen Feiertagen 8 Uhr: Die luftige Strohwitwe. Nachm. 3, Uhr: Unsere lieben Frauen. Admiralspalast Am Bahnhof Friedrichstrasse Die Eisarena ist heute von 10 Uhr ab ununterbrochen für Schlittschuhläufer und Zuschauer geöffnet. Erstklass. Restauration. Eintrittspreis heute 50 Pf. Morgen: Premiere. Voigt- Theater. Gesundbrunnen Badstraße 58. Freitag, den 5. April 1912: Keine Vorstellung. Sonntag, den 7. April( 1. Feiertag), nachm. 3 Uhr: Maria Stuart." Abends 8 1r: Das Mädchen ohne Ehre. Montag, den 8. April( 2. Feiertag), nachm. 3 Uhr: Glückliche Heirat. Abends 7 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Kaffeneröffnung 10 Uhr. Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Zehnter Bundestag des Deutschen Arbeiter Stenographen- Bundes 4 ( System Arends). Von Freitag, den 5. April bis Montag, den 8. April, findet im Gewerkschaftshause( Saal II) eine stenographische Schriftenausstellung statt. Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 1 bis 6 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Bahnhof Am Bahnhof Admiralspalast Friedrich- Str. Friedrich- Str. Morgen: Erstaufführung des neuen Eisballetts Yvonne' 66 99 Während der Festtage nachmittags und abends Yvonne. Rechtzeitige Tischbestellungen für die Feiertage erbeten. Restaurant I. Ranges. Wirtshaus Schloß 99 289/2 Woltersdorf" empfiehlt sich den geehrten Vereinen, Fabriken, Gewerkschaften zu ihren diesjährigen Ausflügen zu Wasser und zu Lande. 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Du hast erraten, dass es sich um etwas Wichtiges handelt; ich will mir nämlich noch zu Ostern ein Kostüm kanten, und da Du mir seinerzeit eine Einkaufsquelle manntest, mir aber der Name der Firma entfallen ist, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn Du sie mir jetzt nochmals mitteilen würdest. Erna: Aber gerne, Lottchen! Gehe in eins der Geschalte von B. Peder! Der Mann hat kolossale Auswahl und wirklich billige Preise, obwohl er auf Kredit verkauft, und was Dich gewiss auch erfreuen wird, Dr kannst dort Deine Photographie unNimm sonst vergrössert bekommen! dieselbe einfach mit und lass Dir in Ideal- Porträt gratis anfertigen! Lotte: Schönen Dank, liebe Erna, für Deine Auskanit, ich mache mich gleich auf den Weg zuFeder, und weisst Du mit wem, mit Fritz, da wir uns dort wahrscheinY lich gleich die ganze MöbelAussteuer kantes werden;-hatirlich verlangen wir 2 IdealPorträts gratis! Also aut Wiedersehen, Erna! KREDIT unter kulantesten Zahlungsbedingungen mit jeder nur annehmbaren Anzahlung! 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Am Sonntag, den 7. April, veranstaltet der Wahlverein in Senftlebens Festsälen ein Ostervergnügen, bestehend aus Gesang, Theater und Konzert. Anfang 6 Uhr. Billetts sind bei den Mitgliedern des Vorstandes und den Bezirksführern zu haben. Die Genossen werden ersucht, sich reg« daran zu beteiligen. _ Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die Müggelsee-Freibad-Gesellschaft w. b. H. ist Mittwochnach- mittag im Sitzungssaale des Niederbarnimer Kreishauses eni>- gültig gegründet worden. Die Stammeinlage von 60 000 M. haben zum weitaus grötzten Teil die Gemeinden Friedrichshagen und Rahnsdorf gezeichnet und bar eingezahlt. Beteiligt sind autzerdem der Kreis Niederbarnim, der Forstfiskus und eine Anzahl Bürger aus Rahnsdorf und Friedrichshagen. In den Aufsichtsrat wurden acht Mitglieder gewählt, eine neunte Stelle ist für eine ettvaige Beteiligung der Stadt Berlin vorgesehen. Den Vorsitz im Auf- sichtsrat führt Forstmeister Kottmeier, seine Stellvertreter sind die Bürgermeister Dr. Stiller von Friedrichshagen und Köhler von Stahnsdorf. Den Kreis Niederbarnim vertritt im Aufsichtsrat Regierungsbaumeister Kleemann. Autzerdem gehören dem Auf- sichtsrat an je zwei Gemeindeverordnete von Friedrichshagen und von Rahnsdorf. Geschäftsführer ist Herr Fehlisch aus Friedrichs- bagcn, der Gründer und Leiter des Vereins zur Ordnung des Freibadwesens im Müggelsee. Ein zweiter Geschäftsführer soll im Laufe des Sommers bestellt werden. Die Gesellschaft beruht auf gemeinnütziger Grundlage. Irgendwelche Gewinnabsichten verfolgt sie nach keiner Richtung. Mit der Ausführung der er- forderlichen Bauten wird sofort begonnen. Regierungsbaumeister Kleemann hat für die ganze Anlage Entwürfe geschaffen, die in ihrer schönen Schlichtheit dem Charakter der Landschaft durchaus angepatzt sind. Für die Bedachung ist überall Rohr vorgesehen. ein Material, das die Landschaft selbst liefert, und das schon des- halb zu ihr gehört. Ein Teil des Waldes wird in das Freibad- gelände mit eingeschlossen. Die hübsche Einfassung an der Chaussee sieht Zugänge und Kassenräume für den Massen- und für den werktäglichen Durchschnittsverkehr vor. Die steile Böschung am Strande erhält eine Zaun- und Bankeinfassung. Bequeme Treppen führen von der Höhe nach dem Strande hinab. Die Anlagen mit allem, was zum Betriebe gehört: Verwaltungsbureau, Sanitäts und Polizeiwache, Ankleidezelte, Stege für die Rettungsboote usw. werden in etwa vier Wochen fertig sein. Sie beanspruchen einen Kostenaufwand von rund SO 000 M. Das Freibad liegt dicht bei Rahnsdorf Mühlc an der Försterei Müggelsee, in der schönen Bucht des Nordufers mit einem ausgedehnten Strande. Vom Bahnhof Rahnsdorf aus werden Waldwege angelegt, die unmittelbar nach dem Haupteingange führen. Der Försterei zunächst liegt die Fraucnabtcilung, dann folgt das Familicnbad, und daran schlietzt sich das Männerbad an. das nach Bedarf noch weiter nach Frie- drichshagen hin ausgedehnt werden soll. Den Hauptverkehr wird der Bahnhof Rahnsdorf zu tragen haben, es ist deshalb bereits eine Erweiterung seiner Anlage vorgesehen. Die Entfernung vom Bahnhof Rahnsdorf beträgt nur 10 Minuten. Schulpflicht für blinde und taubstumme Kinder. Durch Gesetz vom 7. August 1911 ist die Schulpflicht auf die blinden und taub- stummen Kinder ausgedehnt worden. Als blinde oder taubstumme Kinder im Sinne des Gesetzes gelten auch solche, die entweder so schivachsichtig sind, dah sie den blinden Kindern gleichgeachtet werden müssen, oder die stumm, ertaubt oder so schwerhörig sind, datz sie die Sprache nicht erlernen können und die erlernte Sprache durchs Ohr zu verstehen nicht mehr imstande sind. Die Schulpflicht beginnt bei blinden Kindern mit Vollendung des sechsten, bei taubstummen Kindern mit Vollendung des siebenten Lebensjahres. Bon diesem Zeitpunkt ab unterliegen die in Berlin wohnhaften blinden oder taubstummen Kinder der Verpflichlung, den für sie in der städtischen Blinden- oder Taubstummenschule eingerichteten Unterricht zu besuchen. Die Eltern, Vormünder, Pflegeeltern usf. blinder oder taubstummer Kinder, die am 1. April d. I. das B. oder 6. Lebensjahr bereits vollendet hatten, die städtische Blinden« oder Taubstummenschule aber noch nicht besuchen oder zu deren Besuch noch nicht angemeldet sind, werden durch eine öffentliche Bekanntmachung der städtischen Schul- deputation aufgefordert, sich bis spätestens 16. April d. I. mit den Kindern und den Impfscheinen bei der Schulkommission ihres Wohnbezirks zur Einschulung der Kinder zu melden. Die Meldung hat auch zu erfolgen, wenn die Kinder in anderen als den städtischen Anstalten untergebracht sein sollten oder wenn bisher durch Privat- Unterricht für ihre Ausbildung gesorgt gewesen sein sollte. Die Schulkommissionen sind berechtigt, die Beibringung der GeburtS- Urkunde der Kinder zu verlangen. Im Falle der Bedürftigkeit können Vordrucke zur kostenfreien Erlangung der Geburtsurkunde für die in Berlin geborenen Kinder bei den Bezirksvorstehern in Empfang genommen werden. Kassierung eines Platzes. Die Tiefbandeputation hat beschlossen, den jetzt mit Schulbaracken besetzten Platz Ol an der Danziger Strohe aus dem Flucbtlinienplan vollständig zu kassieren und die anliegenden Strotzen(Gedike- und Diesterwegstratze) zu beseitigen, da das gesamte Terrain für städtische Bauten gebraucht wird. Ferner wird der Beschlutz damit begründet, datz der Platz später doch nicht von Kindern sondern von Ashlinsassen benutzt werden würde. Der letztere Einwand ist nur ein Scheineinwand. Der Beschlutz auf Kassierung des im Bebauungsplan vorgesehenen Platzes ist nur gefatzt worden, um das städtische Terrain besser baulich aus- schlachten zu können. Wenn Privatpersonen in dieser Weise ver« .fahren würden, würde die Stadt ihr Einverständnis zur Aufhebung eines Platzes verweigern. Es ist anzunehmen, datz der Beschlutz der Tiesbauverwaltung von dem Minister nicht genehinigt wird. Das befürchtet man auch und deshalb der Hin- weis auf die Benutzung des zukünftigen Platzes von den Asylisten. Mit diesem Einwand glaubt man die Widerstände im Ministerium beseitigen zu können. Jetzt setzen sich die Asylisten viel- fach auf die Bänke in der Danziger Strohe, wo sie allerdings fort- gesetzt von Schutzleuten beunruhigt werden. Wenn also auch kein Platz in jener Gegend eingerichtet würde, würden die Asylisten auch nicht verschwinden. Zum Stadwerordneten ernannt wurde bei der im 10. Bezirk der e r st e n Abteilung stattgefundenen Ersatzwahl der frühere Stadt- verordnete Ullstein an Stelle des von seinem Amt zurückgetretenen Prof. Dr. Nernst. Großen Durchstechereien bei Theatern ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. In einem Theater, das ein grotzes Zugstück aufführt, erregte es schon öfter Verdacht bei der Leitung, datz die Kasse mit der Besetzung des Hauses nicht stimmen wollte. So kam gestern erst vor, datz 169 Plätze mehr besetzt als verkauft waren. Die Ermittelungen ergaben. datz diese Erscheinung auf Durch- stechereien beruhten. Die Kriminalpolizei sistierte gestern die In- baber eines Theaterbillettverkaufs in der Mohrenstratze, um die An- gelegenheit weiter zu klären. Auch einige Angestellte von Theatern wurden nach dem Polizeipräsidium geholt und verhört. Allem An schein nach haben die Durchstechereien hier und da einen grohen Um- fang gehabt; ein Theater soll sogar daran zugrunde gegangen sein. Der Zentralarbeitsnachweis veranstaltet, ermutigt durch die Inanspruchnahme des Ausbesserkursus, zwei weitere Ausbildungskurse für Hauspersonal: 1. einen PlättkursuS, in dem hauptsächlich das Plätten feinerer Rollwäsche und Blusen gelehrt wird, auf Wunsch auch das Plätten und Einstärken von Kragen und Manschetten, 2. einen Schneiderkursus, der Gelegenheit geben soll, das Zuschneiden und Abändern nach Schnittmustern und das Herstellen einfacher Röcke und Blusen zu erlernen. Die Kurse finden je einmal wöchentlich abends von'/z8—'/zlO Uhr statt. Der Unterrichtspreis beträgt vierteljährlich 4 M., im Einzelmonat 2 M. Für Material sind im ersten Monat 50 Pf. zu entrichten. Meldungen werden möglichst umgehend erbeten an den Zentralarbeitsnachweis Berlin W. 9, Linkstt. 11 I. Auch zum Ausbesserkursus werden neue Schülerinnen angenommen. Schwerer Unfall eines RennstallbestyerS. Ein schwerer Eisen bahnunfall hat sich am Mittwoch in Weißens ee ereignet. Gegen 2 Uhr nachmittags wollte der den Besuchern der Weitzenseer Trab- rennbahn bekannte Rennstallbesitzer Max Neuenfeld aus der Ber- liner Allee 75d aus dem Nachhausewege die Rennbihnstratze an der Stelle passieren, an der die Gleise der Industriebahn das Stratzen Niveau kreuzen. Kaum hatte N. den Bahnkörper betreten, als er plötzlich unmittelbar vor sich einen von Heinersdorf kommenden Zug der Industriebahn sah. Dem Rennstallbesitzer war es nicht mehr möglich sich rechtzettig in Sicherheit zu bringen, er wurde von der Lokomotive erfatzt und zur Seite geschleudert, wo er blut- überströmt und besinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte wurde von Augenzeugen des Unfalles nach dem Weitzenseer Krankenhause geschafft, wo festgestellt wurde, datz N. schwere innere Verletzungen, mehrere Rippenbrüche und erhebliche äuhere Quetsch wunden erlitten hatte. Die Verletzungen sind zwar schwerer Natur, jedoch nach Ansicht der Aerzte nicht unbedingt lebensgefährlich. Die eigentliche Ursache des Unglücksfalles konnte bisher noch nicht einwaitdftei ermittelt werden. Das Ende eines Liebesromans. Viel Aussehen erregte vor einiger Zeit in Hannover eine„Eheirrung", welche mit dem Plötz- lichen Verschwinden eines jungen Archtekten mit der jugendlichn Gattin eines angesehenen Kaufmanns endete. Der junge Architekt Gustav Prechtel, dessen Bruder Inhaber einer bekannten Bau firma in Hannover ist, hat im vorigen Jahr auf einem Ball die junge Dame kennen gelernt. Es entspann sich ein Liebesverhälb nis, das damit endete, datz die Frau das Haus ihres Gatten ver lietz und mit ihrem Liebhaber, dem 26jährigen obengenannten Architekten, nach Berlin flüchtete. Das junge Paar mietete im Hause Kyffhäuser-Stratze 10 eine Wohnung, konnte dieselbe jedoch nicht beziehen, weil die Möbel, welche der Architekt aus Hannover mitgebracht hatte, vom hiesigen Spediteur wegen Mangel an Zah> lung für verauslagte Fracht nicht herausgegeben wurden. Erst nach längerer Zeit löste P., der hier eine Stellung als Zeichner angenommen, die Möbel ein. Das Liebespaar hatte mit großen pekuniären Schwierigkeiten zu kämpfen, da P. seine Stellung ver lor und die Verwandten in Hannover weitere Geldsendungen ver weigerten. Nach unb nach wurde das Mobiliar verkauft, bis schließlich nichts mehr in der Wohnung vorhanden war. Der junge P. beschloß nun seinem Leben ein Ende zu machen. Unter irgend- einem Vorwand veranlaßt« er seine Geliebte, am gestrigen Nach mittag nach Hannover zu fahren, während er selbst mit dem letzten Geld«, das er besaß, sich einen Revolver kaufte. Gestern morgen gegen 4 Uhr hörten die Nachbarn einen Schutz in der Wohnung des P. fallen. Ein hinzugcholter Schlosser öffnete die Korridortür und hier fand man im Schlafzimmer den jungen Architekten mit einer Schutzwunde im Kopf entseelt auf dem Fuß- baden liegend. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft Großfeuer kam gestern früh um 61� Uhr aus noch unaufge klärter Ursache in der sogenannten Kampferabteilung der Chemi scheu Fabrik auf Aktien(vormals E. Schering) in Charlotten� bürg, am Tegler Weg 28/33(gegenüber der Ringbahnstation Jungfernheide), zum Ausbruch. Ueber das Feuer, das sofort eine Riesenausdehnung erlangte, wird uns berichtet: Ensstanden ist der Brand in der Kristallisationsabteilung durch Explosion einer Trommel, die mit Kampfer gefüllt war. Im Nu stand der ganze Raum, in welchem Vorräte von rohem und kristallisiertem Kampfer lagerten, in hellen Flammen. Die schon tätigen Arbeiter konnten sich durch eilige Flucht noch in Sicherhett bringen. Die sofort alarmierte Charlottenburger Feuerwehr rückte sofort zur Brand stelle aus. Es wurde unverzüglich von 2 Dampsspritzen, 4 Hebet flurhydranten und 10 Schlauchleitungen unausgesetzt Wasser ge- geben. Das Hauptaugenmerk der Feuerwehr, die dort schon 1904 unmittelbar daneben«in Grotzfeuer bekämpft hatte, war auf die Sicherung der angrenzenden Fabrikteile gerichtet, die aufs höchste durch die haushoch emporlodernden Flammen und die enorme Hitze gefährdet waren. Durch die giftigen Dämpfe war es sehr schwer, sich dem eigentlichen Brandherde zu nähern. Um 7 Uhr stürzte der Dachstuhl mit der Eisenkonftruktion zusammen. Sämtliche in dem Gebäude aufgestellten Maschinen wurden dabei vernichtet. Den angestrengten Bemühungen der Feuerwehr gelang es aber, die übrigen Teile der Fabrik durch kräftiges Wassergeben zu schützen. Um 9 Uhr war die Gefahr beseitigt. Die Mannschaften der Feuet wehr wurden abgelöst. Frische Kräfte übernahmen die Auf- räumungsarbeiten. Wie wir hören, ist der Schaden durch Ver- sicherung voll gedeckt. Eine Betriebsstörung soll nur in ganz hcschränktem Umfange stattfinden. Die Kristallisationsabteilung soll unverzüglich wieder erneuert werden, und man hofft, in einigen Monaten mit der Erneuerung des Gebäudes und der Maschinen fertig zu sein. Straßenunfälle. In der Französischen Stratze fuhr Mittwoch gegen 9 Uhr ahends der 17jährige Depeschenbote Karl Jakob aus der Wolgaster Stratze 9 auf einem Zweirade gegen einen ihm entgegenkommenden Straßenbahnwagen der Linie 40, wurde umgestoßen und geriet unter den Vorderperron des Bahnwagens. Der Verunglückte erlitt eine klaffende Kopfwunde und Quetschungen an der Brust und beiden Armen und muhte nach dem Kranken- Hause Bethanien übergeführt werden. Em gleicher Unfall er- eignete sich zu derselben Zeit am Hohenstaufenplatz. Der Rad- fahrer Joseph Kretschmann, Ratiborstratze 18 wohnhaft, fuhr fort gegen einen Stratzenbahnivagen der Linie 65O und wurde um- gestoßen. Er trug innere Verletzungen davon, die seine Ueber- führung nach dem Urban-Krankenhause erforderlich machten. Opfer der Straße. Ein tödlicher Automobilunfall ereignete sich am gestrigen Donnerstag gegen 6 Uhr nachmittags in der Gertraudtenstratze. An der Ecke der Breiten Straße wollte der Fabrikant Otto Eifert aus der Frankfurter Allee 198 zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 69 und einem diesem folgenden Automobilomnibus der Linie 8 den Fahrdamm über- schreiten. Dabei erfaßte der Fabrikant die Perronstange des in langsamer Fahrt befindlichen Bahnwagens, um sicherer hindurch- zukommen, glitt jedoch dabei aus und wurde von dem Autobus, der nicht mehr schnell genug bremsen konnte, überfahren. Dem Bedauernswerten gingen die Vorderräder des schweren Gefährtes über Brust und Unterkörper hinweg. Augenzeugen des entsetzlichen Unfalles brachten den Verunglückten nach der Unfallstation am Spittelmarkt, wo E. jedoch bald nach seiner Einliefcrung unter den Händen der Aerzte verstarb.-.. Reinigung der Berliner Wälder. Die Zentralstelle für Jnter- essen des Fremdenverkehrs hat die Staats- und Gemeindebehörden in einer Eingabe um eine gründliche Reinigung der Berliner Wal- der gebeten. Hierzu teilt uns der Berliner Waldschutzverein(Ge- schäftsführer Dr. Werner Hcgcmann, Grunewald, Trabener Str. 25) mit, daß er bereits jährlich mehr als 1000 M. für diesen Zweck auf- wendet. Der Verein hat für das vergangene und dieses Jahr eine Vereinbarung abgeschlossen mit dem Verein Berliner Arbeiter- kolonien, der für ihn die Reinigung durch Arbeitslose vornehmen läßt.— Schwere Schicksalsschläge haben den 69 Jahre alten früheren Bauarbeiter Joseph Kaps aus der Swincmünder Stratze 8 den Revolver in die Hand gedrückt. Vor 15 Jahren verlor er durch einen Bauunfall das linke Bein. Er wurde arbeitsunfähig und lebte von seiner Invalidenrente und Armenunterstützung. Vor 10 Jahren starb ihm die Frau. Seitdem hauste er für sich allein, nachdem sein Sohn sich verheiratet hatte. Vor 1% Jahren starb auch der Sohn an einem Lungenleiden. Seit dieser Zeit fühlte sich der Mann ganz vereinsamt. Jetzt bekam er auch noch ein Blasen- leiden. Der Arzt riet ihm, ins Krankenhaus zu gehen. Dagegen aber hatte er eine unüberwindliche Abneigung. In dieser Lage griff er zum Revolver. Nachdem er zwei Tage lang nicht zum Vorschein gekommen war, öffnete man gestern seine Wohnung und fand ihn tot auf dem Sofa sitzen. Durch einen Schuß in die Lunge hatte er seinem Leben ein Ende geirntcht. Die Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu uucntgeltNcher Benutzung für jedermann: SO., A d a l b e r t st r. 41, hat vor kurzem die 3. Auflage ihres Bücherverzeichnisses veröffentlicht. Der statt- liche Band, welcher für den billigen Preis von nur 1 M. abgegeben wird, umfaßt nicht weniger als 922 Seiten in Großoktavformat und verzeichnet die umfangreichen Bücherschätze des Instituts in klarer und übersichtlicher Anordnung. Die dem Kataloge ange- fügten beiden Register, ein Verfasserverzeichnis und ein über 3300 Stichwörter enthaltendes Sachregister, werden dem in der� Bc- Nutzung eines derartigen literarischen Hilfsmittels nicht Geübten bei der Auswahl des Lesestoffes von größtem Nutzen sein. Ganz besonders reich sind die Wissenszweige ausgestattet, denen gewerbliche Arbeiter Interesse entgegenbringen. Naturwissen- schaften, Geschichte, Volkswirtschaft mit allen Unterabteilungen der Arbeiterfrage und der Geschichte der modernen Arbeiterbewegung, Gewerbekunde sowie Unterhaltungsschriften sind in einer Voll- ständigkeit vorhanden, wie kaum in einer anderen dem Arbeiter ohne Mühe und Kosten zugänglichen Bibliothek. Aber auch die anderen Abteilungen der Bibliothek, Lebensbeschreibungen, Geo- graphie, Rechts- und Staatswissenschaften, Philosophie, Erziehung und Unterricht, Sport und Spiel. Kunst und Kunstgeschichte, Lite- raturgeschichte usw. bringen alle hervorragenden Erscheinungen, deren Vorhandensein erwartet werden kann. In dem Lesesaal des Instituts liegen zurzeit 103 politische und 454 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung zur Lek- türe aus. Außerdem steht den Lesern die 1988 Bände umfassende Nachschlagebibliothek zu unmittelbarer Verfügung.— Wir können den Besuch dieser Bildungsstätte unseren Lesern auf das angelegent- lichste empfehlen._ Panikartige Szene« spielten sich gestern nachmittag bei einem Brande in der Saar» brücker Stratze 7 im Norden Berlins ab. Infolge kolossaler Verqualmung kamen zahlreiche Familien in Lebensgefahr. Nicht weniger als acht Personen, vier Frauen und vier Kinder, wurden von der Feuerwehr unter Benutzung von Fangleinen und Rettungs- leitern in Sicherheit gebracht. Ein neunjähriger Knabe stürzte bei den Rettungsarbeiten aus dem dritten Stock ad und blieb schwerverletzt auf dem Hof liegen. Ein Feuerwehrmann wurde nach Rettung von fünf Personen infolge starker Raucheinatmung ohnmächtig und stürzte von einer Hakenleiter ab. Er und der verunglückte Knabe mutzten nach dem Krankenhause am Friedrichs- Hain gebracht iverden. Im einzelnen wird uns über den gefähr» lichen Brand folgendes gemeldet: Das Haus Saarbrücker Straße 7 wird von mehr als 50 Mietparteien bewohnt. Die ausgedehnten Kellereien sind in lauter kleine Abteilungen geteilt, die von den Hausbewohnern zur Auf- bewahrung von Brennmaterial und allerhand Hausgerät benutzt werden. In einem solchen WirtschaftSkcller im ersten Quer- gebäude war auf bisher nicht ermittelte Weise Feuer entstanden. Die Gefahr wurde erst von spielenden Kindern bemerkt, als dichter Rauch auf den Hof hinausdrang. Von Minute zu Minute nahm dann die Verqualmung zu, so daß ü Ankunft der Feuerwehr der erste und zweite Hof und das Treppenhaus des ersten Ouergebäudes stark verqualmt waren. Bald wurden denn auch unter den Mietern dieses Gebäudes Hilferufe laut und einzelne Personen zeigten sich an den Fenstern. Der Rauch war in fast sämtliche Wohnungen der vier Stockwerke eingedrungen und hatte die Bewohner in Lebensgefahr gebracht. Um eine Katastrophe abzuwenden, mußte die Feuerwehr zunächst auf die Rettung dieser Personen bedacht sein. Der Brandmeister lietz zur Vorsicht ein Sprungtuch ausbreiten und schickte dann mehrere Sappeure über Hakenleitern und eine mechanische Leiter hinweg nach den oberen Stockwerken vor. Aus dem zweiten Stock mußte die Näherin Auguste Baatz und deren Schwester, eine Frau B o r ch e r t, ferner eine Frau' W e tz e l mit ihren zwei Kindern im Alter von drei und fünf Jahren mit Fang- leinen auf den Hof hinabgelassen werden. Aus dem dritten Stock wurde die Frau des Brauerciarbeiters E w e r t mit zwei Töchtern im Alter von einem Jahre und vier Jahren durch Feuerwehrleute in Sicherheit gebracht. Bei der Rettung des dritten Kindes dieser Familie, des neunjährigen Kurt(ein Pflcgesohn) ereignete sich ein bedauerlicher Unfall. Der Knabe stürzte ab, und zwar in einem Augenblick, als das Sprungtuch nicht ausgebreitet war. Er fiel infolgedessen auf den Hof hinab und zog sich schwere Ver- letzungen zu, so datz er bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Die Samariter der Feuerwehr nahmen sich des Kindes sofort an und brachten es nach dem Krankenhaus« am Friedrichs- Hain. Die Verletzungen sind leider lebensgefährlich. Unmittelbar nach dem Rettungswerk verunglückte dann noch der Feuerwehrmann I a h n k e. Er wurde beim Herabsteigen auf einer Hakenleiter infolge großer Raucheinatmung von einer Ohnmacht befallen und stürzte ab. Glücklicherweise fiel er in das ausgebreitete Sprungtuch, so daß er sich äußere Verletzungen nicht zuzog. Trotz- dem mußte auch er schleunigst nach dem Krankenhause am Friedrichshain transportiert werden, da sein Zustand bedenklich war. Nachdem alle gefährdeten Personen durch die Rettungs- Mannschaften ins Freie gebracht waren, wurde energisch an die Ablöschung des Brandes gegangen. Die Löschmannschaften wurden mit Rauchschutzhelmen ausgerüstet, um möglichst nahe an den Brandherd gelangen zu können. Nach halbstündigem Wassergeben mit drei Rohren konnte das Feuer dann erstickt werden. Die ge- retteten Personen erholten sich bald wieder von dem ausgestandenen Schrecken und konnten in häuslicher Behandlung bleiben. Gesangliche Beranstaltuugcn. Der Hutmacher- Gesangverein „Einigkeil" veranstaltet am ersten Osterfeiertag im„Deutschen Hos". Luckauer Stratze, ein Konzert, worüber die Leser Näheres im Inseratenteile finden, Gefangliche Veranstaltungen. Der Sängerhor Südost wiesen, ob sie halten, wofür die Sozialdemokratie ftets einge- Schönebed betr. Benutzung der dortigen Straßen zur Bahnanlage ( M. d. A.-S.-B.), Chormeister Otto Kowalski, veranstaltet amt ersten treten ist. Kaltberge- Schöneiche erteilte die Vertretung ihre Zustimmung. Die Osterfeiertag( Sonntag, den 7. April) einen Unterhaltungsabend Aber auch der Humor kam in der Versammlung reichlich zur Entschädigungsangelegenheit ist durch den Vertrag noch nicht geregelt in den„ Prachtsälen"( Inh. Karl Wanzlik), Am Treptower Park 27. Geltung. Dafür sorgte ein wunderbarer Heiliger in Gestalt eines worden. Die Gemeinde Klein- Schönebed behält sich jedoch vor, die Mitwirkende: Berliner Künstlerensemble( Direktor Mar Saebel), echt konservativen Handlungsgehilfen namens Roßteutscher, der sein Fahrpreistarife mit festzusetzen und mit den an dem Unternehmen Herr Karl Heinzius, Rezitator. Anfang des Konzerts 6 Uhr." Programm" entwickelte, aus dem aber niemand flug wurde, jedoch beteiligten Gemeinden eventuell einen Zweckverband zu schließen. Programm 40 23f. wiederholt stürmische Lachsalven entfesselte. Die Bahnarbeiten sollen beschleunigt werden, damit der Bahnbetrieb Ein Konzert der Thiloschen Chöre, 300 Sänger, Der ganze Verlauf der Versammlung zeigte aber deutlich die so zeitig wie möglich eröffnet werden kann. ( Gesangverein Namenlos, Männerchor Ost, Sängerchor Wedding Erbitterung und den Widerwillen, welche das Treiben der bisheri ( M. d. A.-S.-B.), Chormeister Emil Thilo) findet am Sonntag, den gen Rathausmehrheit Neuköllns auch in den Reihen des MittelTreptow- Baumschulenweg. 7. April( erster Osterfeiertag), abends 6 Uhr, in der Brauerei standes, der Lehrer und Privatangestellten gezeitigt hat. Die unter dem Namen ,, Männerchor Oberspree" zu einem Gesangs Friedrichshain" statt. Mitwirkende: Konzertsängerin Frau Johanna berein verschmolzenen beiden Gesangvereine Liebesfreundschaft" Riß( Alt), Rezitator Emil Kühne, Schauspieler am Deutschen Der ,, Männerchor Keukölln" veranstaltet am 1. Osterfeiertag im Baumschulenweg und Eintracht"- Niederschöneweide veranstalten Theater, und das 50 Wann starte Berliner Konzertorchester" neuen Konzertsaal der Neuen Welt, Hasenheide, ein Volkskonzert. am Abend des ersten Osterfeiertages ein Konzert unter Mit( Leitung: Musikdirektor Franz v. Blon). Eintritt 60 Pf., an der Als Mitwirkende sind gewonnen Frau Reichner- Feiten, Konzert wirkung estilassiger Künstler im Spreegarten zu Treptow. Da Kasse 75 Pf. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zufritt. sängerin, und der Posaunenchor des tönigl. Kammermusikers Herrn dieser Verein bei allen Parteifeſtlichkeiten mitwirkt, werden die laß. Der Eintrittspreis ist auf 60 Bf. feſtgeſetzt. Der Verein Genossen ersucht, das Konzert recht zahlreich zu besuchen. artet, daß das gute Konzert von der Arbeiterschaft rege besucht Marienfelde. Bon einem Kraftwagen überfahren und schwer verletzt wurde Mittwoch nachmittag an der Kreuzung der Lützow- und Genthiner Straße eine bis jetzt unbekannt gebliebene, ungefähr 55 Jahre alte Frau. Sie erlitt bei dem Unfall einen Schädelbruch und innere Verlegungen. Man brachte sie besinnungslos nach dem nahegelegnen Elisabeth- Strantenhause, wo sie schwer danieberliegt. Die Verunglückte scheint aus der Nachbarschaft der Unglücksstelle zu sein. Sie trug ein fariertes Umschlagtuch und hatte eine Markttasche in der Hand, wollte also wahrscheinlich nur eine kleine Besorgung machen. Ihre Wäsche ist P. D. gezeichnet. Borzug, von Automobil einer. .) ... wird. Am 1. Ofterfeiertag veranstaltet der„ Elternverein für Sport und Wandern" einen Ausflug nach Schmetterlingshorst. Abfahrt 12% Uhr mittags vom Ringbahnhof Neukölln. Schöneberg. Die " Am Montag, den 8. April( 2. Osterfeiertag), veranstaltet der Arbeiter- Radfahrerverein( Mitglied d. A.-R.-B. Solidarität") ein Tanzkränzchen, verbunden mit Kunst- und Reigenfahren im Lokal bon Hermann, Mariendorf, Großbeerenstr. 79/81. Genannter Verein ersucht die Arbeiterschaft um rege Beteiligung. Mühlenbeck. Einen Revolveranschlag auf seine Frau und seinen zukünftigen Schwiegersohn berübte gestern morgen der 45 Jahre alte KunstEinen recht stürmischen Ausgang nahm die Feier, die die hiesigen Im Wintergarten tritt als Hauptanziehungskraft des neuen bort bis vor einem Jahre mit seiner 52 Jahre alten Frau Emma, Wahllokal veranstaltet hatten. schloffer Rudolf Fellmann in der Brunhildstr. 14. Fellmann wohnte Spießer im Anschluß an die legten Gemeindevertreterwahlen im Programms ein Drahtseilkünstler auf, der alle politischen Abarten dieser hohen Kunst weit in den Schatten stellt. Herr Noble geb. Meisan, zusammen. Dann trennte er sich von ihr. Wie bekannt, wurde unser Kandidat Genosse Bärsch mit noch 28 Jahre alte Tochter Charlotte blieb bei der Mutter; sie ist verlobt billo, ein kleiner Rubaner von wirklich affenartiger Balanzierfähigkeit, mit dem 27 Jahre alten Schanfwirt Alfred Schäfer, der in bem- nie erreichter Stimmenzahl wiedergewählt, und es bei den hiesigen übertrifft alles, was wir je duf diesem Gebiete gesehen haben. Er selben pause sein Geschäft betreibt. Fellmann machte immer wieder Spießern ufus ift ob Sieg zu tanzt im Rhythmus einer bewegten Musik auf seinem Seile, er schautelt Annäherungsversuche, wurde aber von seiner Frau stets abgewiesen. So trant man auch am genannten Abend etwas viel über den Durst, fich, die Hände in den Taschen, und führt einen Betrunkenen auf Das schrieb er besonders Schäfer zu, und beshalb schmur er nicht diesem schwierigen Terrain bor, der sich auf glattem Boden nicht nur seiner Frau, sondern namentlich auch diesem Rache. Als gestern Wahlausfall freuzten. Dieses Bortgefecht artete schließlich bei zwei realiſtiſcher gebärden fönnte.( Außerdem hat dieser Künstler den früh um 5 Uhr das Haus aufgeschlossen wurde, begab er fich nach dem Serren in Schimpfereien und bald in Sangreiffidfeiten aus, wie uns wirklichen Gräfin verlegt worden zu sein, was eine besondere Mit Ohne daß sie ihn sah, ging Frau Fellmann um 7 Uhr von der der Jagdaufseher Merz. Legterem soll man sogar, um größeres ang muß beraus einer vierten Stock vor die Wohnung seiner Frau ung fuerte ihr auf mitgeteilt wird, waren die Kampfhähne der Malermeister Riek und teilung einer hohen Direktion nicht zu verschweigen geruht. Wenn Küche über den Flur nach der Badestube. Jetzt schlich sich der Mann Unheil zu verhüten, das Messer haben wegnehmen müssen. es nun aber ein Müllfuhrmann gewesen wäre?... Nicht auszu in die Küche ein und erwartete sie. Bei ihrer Rückkehr sah die Frau Doch damit nicht genug, als der Wirt, um Ruhe zu haben, Feiers benken abend geboten hatte, setzte sich der Standal auf der Straße fort. An Tänzen wird mancherlei geboten. Die Zenga Molo. ihn stehen, schlug die Türe zu und eilte, nichts Gutes ahnend, zu M., der sich an Störperkraft mit seinem Gegner nicht meffen konnte, 30ff Truppe führt originelle Zigeunertänge von charakteristischer Kaum war Schäfer heraufgekommen und eins Wirkung vor. Den modernen amerikanischen Tanz mit sonderbaren getreten, so richtete F. feinen scharfgeladenen Revolver auf ihn und soll sogar aus seiner Wohnung sein Gewehr geholt haben und dann Figuren zeigt das vortrefflich aufeinander eingetanzte Duo und ging an der Frau vorbei. feuerte einen Schuß ab. Die Kugel streifte Schäfer an der Stirn nochmals auf S. eingedrungen sein. In dem Ringen zwischen Adelaide und Hughes. Eine der schönsten Tanzerrungen und schlugen Lärm. Beide liefen nun wieder hinunter beiden hat sich dann das Gewehr entladen, ohne zum Glüd jemand schaften der Neuzeit, den Serpentinetanz, mit dem wunderbaren Fellmann blieb ruhig oben, als wenn nichts zu treffen. Befremden erregt es unter den Bewohnern des Drtes, daß die Farbenspiel auf filbrigen und feidenen Stoffen steigert meta vorgefallen wäre. Kurz darauf wurde er verhaftet. Schäfer ließ Behörde bisher gegen ein so frebelhaftes Spiel nicht eingeschritten ist. noch durch reflektierende Spiegel. Gute akrobatische und equili- sich verbinden und konnte in ärztlicher Behandlung zu Hause bleiben. Um so mehr, weil man der Ueberzeugung ist, daß, wenn ein so bristische Leistungen, ein famoser Kraftjongleur( Spadoni), dessen Einen Unterhaltungsabend veranstaltet heute abend die Freie standalöser Vorgang sich in dem Arbeiterverkehrslokal abgespielt hätte, Kanonenkugelhantierungen humoristisch überlegener Diener Elternvereinigung in Oeffs Festsälen, Hauptstr. 5. Anfang 6 Uhr. ein Hüter der Ordnung sofort zur Stelle gewesen wäre. parodiert, die liebenswürdige( nicht blödsinnig amerikanische) Ulkerei Eintritt frei. Interessenten sind auch gleichzeitig zu unseren des englischen Grotesttomiters Richards vervollständigen das Osterwanderungen eingeladen. Näheres heute abend. Reinickendorf Weft. Programm. Außerdem sind auch die Baggesens wieder einmal da und rühren alle unverdorbenen Gemüter durch den tragikomischen Kampf mit der Tücke der Teller. Auf wieviele verschiedene Arten ein reizend- geschmeidiges Mädchen ins Wasser springen kann, führt uns Serene Nord vor. M Wilmersdorf. Der Arbeiter- Gefangverein„ Einigkeit" veranstaltet am 1. Dfterfeiertag in den Eichbornsälen, Eichbornstr. 60, ein Bolal- und Instrumentalfonzert unter gefl. Mitwirkung der Stapelle des Herrn Hascheck und der Cellistin Fri. Erna Hasched. Es wird gebeten, das Arrangement zu unterstügen. Birkenwerder. Aus Furcht vor Einbrechern aus dem Fenster gesprungen und schwer verunglückt ist gestern die 19jährige Louise Lehmann, die bei einem Kaufmann in der Schrammstraße 8 in Stellung war. In der Das Baffage- Theater bringt in seinem aus 12 Varieténummern Nacht erwachte die 2. angeblich plöglich infolge eines Geräusches. bestehenden Aprilprogramm einige recht gute Piecen. Auf dem Ge- Das furchtsame Mädchen glaubte, es feien Diebe eingedrungen, riß biete der Tanzkunst und des Gesanges belebt Miß Gertrud Barrison in der Angst ein Fenster der in dem zweiten Stockwert liegenden Bei der Stichwahl zwischen unserem Genoffen Feuerfiad und die Melodien und Tänze vergangener Jahrhunderte, wobei die zeit- Wohnung auf und sprang auf den gepflasterten Hof hinab, wo es dem Kandidaten des tonservativen Grundbefizervereins ift es uns gemäßen Kostüme eine wirksame Unterstiigung bilden. Shre blutüberströmt und besinnungslos liegen blieb. Die 2. hatte außer leider nicht gelungen, den Sieg zu erringen. Unser Kandidat erhielt " Kathinka Polta"," Gavotte" sowie La Crazucke" wurden mit anderen Wunden eine schwere Verlegung des Rückgrates erlitten und 89, die Gegner 142 Stimmen, darunter befanden sich allerdings großem Beifall aufgenommen. Karl Horlizer bietet dem Besucher wurde in sehr bedenklichem Zustande nach dem Kreiskrankenhause in nicht weniger als 72 Forensen. Gegen den auch diesmal wieder in einigen Gesangsvorträgen einen angenehmen Bariton. Namentlich Groß- Lichterfelde übergeführt. Wie sofort angestellte Nachforschungen findet das Lied" Der Arbeitsmann", fomponiert nach dem Gedicht ergaben, war die Befürchtung des Mädchens völlig unbegründet autage getretenen Papierunfug wird natürlich wiederum Protest einbon Richard Dehmel, eine dankbare Zuhörerschaft. gelegt. Fredy und gewesen. Ruby Walker führen recht originelle Regerduetts auf. Besonders wiahlsdorf an der Ostbahn. reichlich ist das Gebiet der Kraftarbeit bedacht. Nicht recht ernst " Einen Familienunterhaltungsabend veranstaltet am ersten Dfter feiertag im Gesellschaftshaus"( Inhaber Paul Feuerstad) der hiesige Arbeitergesangverein. Mit Rücksicht darauf, daß der genannte Berein sich bei Arbeiterfestlichkeiten stets aur Verfügung stellte und es sich bei Arbeiterfestlichkeiten stets zur Verfügung stellte und es andererseits auch Pflicht der Arbeiterschaft ist, das für uns freie Lokal zu erhalten, wird um regen Besuch gebeten. genommen wurde Prof. Loges Jllusion„ Das Geisterfenster". Sein Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung " Bauber", in ein völlig isoliert und hoch stehendes Doppelfenster mit dem Voranschlage für das Rechnungsjahr 1912. Der ordentliche Leibhaftige Gespenstergestalten zu bringen, gelingt nur, indem er Etat, welcher aus Rücksicht auf die am 1. April erfolgende Eingemeinburch den schwarzen Borhang das Publikum nicht sehen läßt, daß dung des Gutsbezirks um zirka 80 000 m. erhöht worden ist, wurde jene Gestalten von hinten durch die Fenſterklappe in das Fenster nach Abstrichen von insgesamt 5515 M. mit 148 631,50 W. festgelegt. schlüpfen. Aber der Herr Professor ist von vornherein ehrlich genug, Von dem mit 74 000 W. angefeßten außerordentlichen Etat wurden Lübars- Waidmannsluft. einzugestehen, daß es mit den Geistern eine solche Sache ist. Wiel 40 000 m. Anleihe für Errichtung einer Begräbnisplatzanlage und belacht werden noch die komischen und originellen erzentrischen Späße 10 000 M. für Straßen und Bläge gestrichen. Beim Titel„ Schul- Aus der Gemeindevertretung. Beim ersten Beratungsgegendes Jongleurs Addikes. verwaltung" gelangte ein Antrag der sozialdemokratischen Vertreter stand: Krankenversicherung der Bureauangestellten usw." zur Annahme, den in Mahlsdorf- Süd wohnenden Eltern, welche ihre der Gemeindevorsteher mit, daß die Krankenversicherungsbeiträge Die Akademischen Unterrichtsturse wollen Männern und Frauen, Kinder nach dem Dorfe in die Schule schiden müssen, die hieraus für die betreffenden Angestellten sich schon jährlich auf 600 M. be die nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen können, Gelegenheit entstehenden Fahrgeldunkosten zu erstatten und zwar ohne Rücksicht laufen. Es tönnte hier gespart werden, wenn die Gemeinde selbst zu gründlicher Ausbildung in den elementaren Unterrichtsfächern auf die wirtschaftliche Position der Eltern. Um die Belastung für die Versicherungspflicht übernehme. Er( Redner) denke sich das so, bieten. Vor allem sollen die Hörer richtig schreiben, sprechen und die Gemeindekasse herabzusehen, soll mit der Verwaltung daß im Stat 200 m. eingestellt werden, um für den Fall der Errechnen lernen. Bersonen unter 18 Jahren fönnen nicht auf der Köpenicker Straßenbahn wegen Ermäßigung des Fahrgeldes frankung freie ärztliche Behandlung und Medikamente zu gewäh genommen werden. Der Unterricht wird erteilt in Deutsch, Rechnen, verhandelt werden. Beschlossen wurde weiter, den Lesesaal wegen ren, daneben Fortbezug der Tantiemen. Gemeindevorsteher MichaSchönschreiben, Geographie, Stenographie, Chemie. Anmeldungen zu geringer Frequenz aufzuheben, den ersparten Betrag jedoch zur elis war auch der Meinung, daß hier gespart werden könnte. werden entgegengenommen: Rit der str. 9,( Stantine des Zentral- Erweiterung der Voltsbücherei zu verwenden. Zu Titel„ Gefund Genosse Buscher warf die Frage auf, wie lange die Unterstützung arbeitsnachiveises) am 19., 20., 28. April, abends 8-10 Uhr. heits- und Wohlfahrtspflege" erklärte sich der Gemeindevorsteher auf bei Erkrankung gezahlt werden soll, und ob der Angestellte bei an Langestr. 31( Schlesischer Bahnhof) am 20. und 22. April, abends Anregung unserer Vertreter bereit, den 8-10 Uhr. Neukölln: Kaiser- Friedrichstr. 208/10 am 21. April, eine Vorlage betreffend Gemeindevertretern dauernder Krankheit gekündigt werden kann. Der GemeindeborVorlage betreffend Beschaffung bon Krantentransports steher antwortete darauf, daß man sich bei über 3 Monaten anmorgens 10-12 Uhr und am 22. April, abends 8-10 Uhr. mitteln für die Gemeinde au machen. Ferner wurde dauernder Krankheit nach einer anderen Kraft umsehen und der beschlossen, eine Krankenpflegerin auf Gemeindekosten anzu- Betreffende gekündigt werden müßte. Die Unterstüßung würde stellen. Die Desinfektionsfosten bet ansteckenden Krankheiten bis zur Entlassung gezahlt. Genosse Restin stellte hierauf fest, daß follen in Zukunft in allen Fällen aus Gemeindemitteln bestritten dann die Erkrankten schlechter gestellt sein würden als bei der werden. Bei Behandlung des Titels" Steuermesen" beantragten Krankenkasse; dieselbe zahle während der Dauer der Krankheit bis unsere Vertreter, die Gemeindeeinkommensteuersäge von Einkommen zur 26. Woche Unterstützung, die Gemeinde aber nur 12 Wochen; unter 900 m. in Bukunft nicht mehr zu erheben. Diesem Antrage für eine derartige Verschlechterung sei er nicht zu haben. Die GeEine Versammlung der Privatangestellten, Lehrer, Beamten wurde bon der Mehrheit der Gemeindevertretung usw., die am 2. April in den Bürgerfälen stattfand, nahm zu gestimmt. zu meindevertretung stimmte jedoch der Vorlage zu. Der Anfang Die Verhandlungen über den Etat selbst, sowie zum Sparen ist also bei den versicherungspflichtigen Angestellten, ben bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen Stellung. Reichstags- peziell über die au den einzelnen Positionen von unseren bie von 600 bis 1800 m. Gehalt beziehen, gemacht. Einzelne Komabgeordneter Giebel wies in seinem vorzüglichen Referat u. a. Vertretern gestellten Anträge lieferten erneut den Beweis, daß die missionen wurden durch Neuwahlen wieder vervollständigt. Wie nach, daß die Privatangestellten usw. gleich den Handarbeitern dem Gemeindekollegium angehörenden Vertreter der Hausbefizer- wenig hierbei oft auf Sachverständigkeit gesehen wird, zeigte die immer mehr in ein Abhängigkeitsverhältnis zu dem Großkapital partei nur auf Wahrung ihrer Sonderinteressen bedacht sind, für die Wahl des Herrn Horscht in die Baukommission; dieser gab selbst geraten sind und alle Ursache haben, Schulter an Schulter mit berechtigten Wünsche der Allgemeinheit und Förderung des Gesamt zu, daß er wenig von Bausachen verstehe. Tunlichst war man auch Diesen aufammenzugehen. Er unterzog die bisherige Tätigkeit unse wohls aber in feiner Weise eintreten. Besonders hervor tat fich darauf bedacht, daß unsere Genossen nicht in die Finanzkommission res Stadtparlaments einer herben Kritik und zeigte, aus welch nach dieser Richtung auch diesmal wieder der Berliner Magistrats gewählt wurden. Gegen die Gültigkeit der Wahlen zur Gemeindefleinlichen und egoistischen Gesichtspunkten man dort Sozialpolitik" sekretär Herr Schöffe Tammer. Dieser Herr versuchte in vertretung lagen Proteste nicht vor. Trotzdem bemerkte der Vortreibt, worunter die Lehrer, Privatangestellten usw. mit den Ar- seiner gehässig demagogischen Weise alle bon der Etats- steher, daß Klage gegen die Richtigkeit der Wählerliste erhoben ist, beitern in gleicher Weise zu leiden haben. In welch unverschämter fommission gefaßten, ben Interessen der Gesamtheit dienenden Be- und daß evtl. die Wahlen für ungültig erklärt werden müßten. Weise die kleine Clique der Reichen gerade die Lehrer und Privat- schlüsse im Plenum zu Falle zu bringen. Dabei passierte ihm das Genosse est in widersprach dem und führte aus, daß die Klage angestellten rechtlos zu machen versuchte, habe zur Evidenz der Malheur, sich auch gegen solche Beschlüsse zu wenden, die er selbst nur dahin ginge, sämtliche Genossenschafter der Firma Schiermißglückte Wahlrechtsraub gezeigt, durch den beispielsweise über in der Kommission mitgefaßt hatte. Selbstverständlich wurde ihm Weißmüller und Czarnikom u. Co., welche als Forensen in die 6000 Wähler von der zweiten in die dritte Klasse abgeschoben wur- von unseren Vertretern entsprechend heimgeleuchtet. Hoffentlich Biste aufgenommen sind, auf Grund der§§ 45 und 46 der 2.-G.-O. den. Hieran partizipieren aber vornehmlich die Beamten und lernen diejenigen, die den Tammer und Genossen bisher willig in der Wählerliste zu streichen; bei eventueller Streichung würde Privatangestellten. Es sei deshalb ihre Ehrenpflicht, Bresche in Vorspanndienste leisteten, endlich einsehen, daß fie die Genas sich am Wahlresultat nichts ändern, mithin tönnten auch die die zweite Abteilung zu legen. führten find. Wahlen nicht für ungültig erklärt werden. Ober- Schöneweide. Spandan. Vorort- Nachrichten. Neukölln( Rigdorf). " Obwohl sämtliche Stadtverordnete zu dieser Versammlung eingeladen waren, war anscheinend nicht einer von den bürgerlichen erschienen; denn trob wiederholter Aufforderung meldete sich nie- Der Turnverein Oberspree veranstaltet am 1. Dfterfeiertag ein Stadtverordnetenversammlung. Der größte Teil der umfang mand zur Diskussion. Trotzdem war die lettere aber äußerst leb- Oftevergnügen im Wilhelminenhof", bestehend in Konzert, turnerischen reichen Tagesordnung wurde diesmal verabschiedet, nur einige haft und wurde vornehmlich von einigen Vertretern der Demokrati- Aufführungen, humoristischen Vorträgen usw. Anfang abends 7 Uhr. Sachen, darunter der Bau des Stadttheaters und der Erschen Bereinigung und den sozialdemokratischen Stadtverordneten Parteigenossen sowie Freunde und Gönner der freien Turnerei sind weiterungsbau der Gasanstalt, wurden vertagt. Bei den meisten Kloth, uzky und Conrad geführt. Die Demokratische hierzu eingeladen. Billetts bei den Mitgliedern und in den mit Stadtverordneten herrichte ichon Ferienstimmung und so wurde die Partei juchte ihre eigenen Kandidaturen damit zu rechtfertigen, daß Blataten versehenen Lvialen. Ferner findet am Sonntag, den übergroße Zahl der vorlagen debattetos genehmigt. Erst der abden Lehrern und Beamten nicht die Möglichkeit gegeben fei, offen 14. April, nachmittags 8 Uhr, auf unserem Spielplaz an Billa lehnende Beschluß des Magistrats, die Luftbarkeitssteuerordnung auf für die Sozialdemokratie einzutreten. Das fommunale Programm Weißenburg unser Anturnen statt. Der Spielplag ist jeden die Eingabe des Kinematographenbefizers Duczinsti hin zu ändern, der Demokratischen Vereinigung decke sich fast vollständig mit dem Sonntag bon früh an für jedermann offen. der Sozialdemokratie und könnten daher diejenigen Angestellten, die nicht offen für die Sozialdemokratie eintreten dürfen, unbe. denklich ihren Kandidaten die Stimme geben, um in gleichem Sinne für eine fortschrittliche Kommunalpolitik zu wirken. Ralfberge Rüdersdorf. entfesselte eine rege Debatte. Der Oberbürgermeister Roe Ige ist, wie er selbst erklärte, fein Freund der Kinos. Ihm ist es mindestens gleichgültig, wenn ein Befizer eines Kinos infolge der brüdenden In der Sigung der Gemeindevertretung wurden die Gemeinde- Steuer seinen Betrieb schließen muß. Dies wurde außer anderen vertreterwahlen für gültig erklärt und die vier wiedergewählten auch von unserem Rebner, dem Genoffen Pieper, gegeißelt, mit Mit Recht wiefen unsere Vertreter und in seinem Schlußwort Verordneten in ihr Amt eingeführt. Allgemein bedauert wurde die dem Resultat, daß in der gemischten Kommiffion die Angelegen der Referent darauf hin, daß, wenn man die gleiche Politik ver- schwache Beteiligung an den Sommunalwahlen. Von ca. 700 ein heit nochmals geprüft werden soll. Die Walderholungsstätte, folge, auch offen für unsere Kandidaten eintreten könne, durch die geschriebenen Wählern der dritten Abteilung übten ganze 21 thr welche aus städtischen Mitteln zur Aufnahme von Nekonvaleszenten Tattit der Demokratischen Vereinigung erziehe man nur den Mittel- Wahlrecht aus. Die schwache Beteiligung ist darauf zurückzuführen, errichtet wurde, erfreut sich nicht des erwarteten Zuspruchs. Der stand zur Rückgratlosigkeit. Zudem habe diese Partei wohl ein daß von der Sozialdemokratie diesmal fein Randidat für die Wahlen Magistrat will dieselbe daher jegt für 100 m. jährlich schönes Programm, in der Praxis haben sie bisher noch nicht be aufgeftellt worden war.- Dem Bertrage mit der Gemeinde Klein berpachten. Die Ursache bes schlechten Besuch der Erholungs stätte liegt aber nach Ansicht fast aller Nebner, die hierzu| Rede des Oberbürgermeisters fei ein gegen die Sozialdemo Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 7. April, vormittags das Wort ergriffen, an der ungünstigen Lage. Wie auch unsere Ge- fratie gerichteter Kampf gewesen, durchtränkt von Rückständigkeit, 11 Uhr, Sleine Frankfurter Str. 6: Herr Dr. B. Wille:" Festvortrag". noffen Pieper und Pied ausführten, hatte sich ein großer Teil Intoleranz und Schikane. Diese berechtigte Abwehr unseres Redners Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. " -Eingegangene Druckfchriften. Wunsch geäußert, die Gesellschaft möge auch in Unter auch in der Armenkommiſſion vertreten iſt, ſtimmten die gesamten ist uns joebert Nr. 14 des 22. Jahrgangs zugegangent. Aus dem der Stadtverordneten schon vor Errichtung der Erholungsstätte belohnte der Stadtverordnetenvorsteher Lüdicke mit einem Ordnungsgegen den Platz ausgesprochen; die Nähe des Friedhofs mit dem ruf. Ein vom Stadtverordneten Weber gestellter Antrag auf immerwährenden Grabgeläute müsse deprimierend auf die Ge- Aenderung der Friedhofsordnung im Sinne der erwähnten Fordemütsstimmung der Kranken wirken. Auf eine Anfrage, wie der rung wurde zurückgezogen in der Erwartung, daß der Magistrat Magistrat über die Errichtung einer Walderholungsstätte an einer eine entsprechende Vorlage einbringe. Die Erhöhung des Preises Bon der Neuen Zeit" ist soeben das 27. Heft des 30. Jahrganges anderen Stelle denke, antwortete Stadtrat Stritte, der Magistrat für Wahlstellen wurde dann abgelehnt; es bleibt also bei 40 m. erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Einiges von Goldproduktion und Teuerung. Von Otto Bauer denke nicht daran. Nach Ansicht des Magistrats seien die Kranken- bestehen. Von Interesse ist noch die Mitteilung, daß der Verein Marr und Liebknecht. Zum siebzigsten Geburtstag Hermann Greulichs. Von Dionys fassen schuld daran, wenn die Walderholungsstätte nicht in Anspruch der Saalbesizer Spandaus eine Petition eingereicht hat, welche( Wien). Binner. Die Arbeiter in der Schwereisenindustrie. Bon K. Spiegel. genommen würde, da dieselben ihre Patienten lieber nach auswärts darum ersucht, in das geplante Stadttheater feinen Saal einzu- Technisch- wirtschaftliche Rundschau. Bon St. Wolbt. Literarische Rundsenden, statt sie in städtische Einrichtungen unterzubringen. Die Vor- bauen, da hierfür kein Bedürfnis vorliege. Diese Mitteilung nahm schau: Taschenbuch der Reichstagswahlen 1912. Bon Ak. Dr. Gerhard lage wurde angenommen, dabei aber die Erwartung ausgesprochen, die Versammlung mit Gelächter und Widerspruch entgegen. Seßler, Die Arbeitsnachweise der Arbeitgeberverbände. Von Julius Deutsch. daß der Magistrat eine neue Vorlage einbringe, wonach an einer Nieder- Schönhaufen. Beitschriftenschau. Bon G. E. günstigeren Stelle eine Erholungsstätte erbaut werden soll. Bei Aus der Gemeindevertretung. As Armenpflegerin wurde Frau bandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchder Genehmigung zur Errichtung je einer Dampferlandungsbrüde im Zuge der Triftstraße und im Zuge der Körnerstraße Schmidt, Blankenburger Str. 5, und die Herren Rühl, Rehfeldt und Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Bost nur pro Quaital Voigt als Armenbezirksvorsteher gewählt. Trozdem unser Genosse abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Pf. durch die Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern" wurde Breitmann ebenfalls vorgeschlagen war, damit die Arbeiterschaft Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen, Nähe der Schulenburg eine Landungsbrücke errichten. Die bürgerlichen Vertreter gegen ihn. Der Erlaß eines Ortsstatuts Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Auf dem Vormarsch. Unser dieser Bedingung wurde der Vorlage zugestimmt. Aus dem Reiche der Kohle. Von W. Häusgen. Menderung der Friedhofsordnung und des Tarifs locte noch eine betreffs Einführung der Bedürfnisfrage bei Erteilung der sogenannten Tag! Bon Luise Biek. Der deutsche Frauenfongreß. Bon Mathilde Wurm.( Schluß.) Das lange Reihe von Rednern auf den Plan. Die Mehrzahl derselben halben Schankkonzessionen wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Aus der Bewegung: Von der fonnte feinen Gefallen daran finden, daß der Magistrat nun auf Beschlossen wurde eine Beteiligung an der Ausstellung für Haus- Frauenwahlrecht im sächsischen Landtag. einmal den Preis für die Wahlstellen von 40 auf 60 M., alfo um mädchenschule ausgestellt werden. Der Punkt Erhöhung der Ge- 10 Bf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich und Wohnungsbau in Berlin und zwar soll das Projekt der höheren Agitation, usw. Die Gleichheit erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer andere Drte nog, mehr nehmen, wurde nicht für maßgebend er- hälter und Löhne der Gemeindeangestellten mußte bon ber Tages ohne Bestellgeld 55 Pf.; umer Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 m. achtet, da in Spandau die Bodenpreise ja nicht annähernd so ordnung abgesetzt werden, da die Versammlung beschlußunfähig geHoch find. Diese Angelegenheit war aber auch für den worden war. Genossen Pieper günstig, um den Magistrat zu befragen, wie es mit Jugendveranstaltungen. dem Antrage stehe, die Rednerhalle auf dem Friedhofe jedermann zur Verfügung zu stellen; jest dürfen nur Geistliche dort sprechen. Stadtrat Stritte berwies auf einen früheren Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, wodurch der jetzige Zustand fant tioniert worden sei. Die Stadtverordneten Weber und Dr. Kantorowicz erkannten jedoch die Berechtigung der Forderung auf Freistellung der Rednerhalle an; bie Stadtverordnetenversammlung in ihrer jezigen Zusammensetzung werde ihr jedenfalls zustimmen und es wird eine dementsprechende Vorlage vom Magistrat erwartet. Dies zu verhindern, ritt nun Oberbürgermeister Roelge eine Attacke gegen eine gewiffe Partei, welche jede Gelegenheit ergreift, um politische Reden zu halten." Die Anhänger dieser Partei würden sogar an der Bahre eines Toten die Propaganda für das gleiche und freie Wahlrecht entfalten. Diese Befürchtung entnimmt Herr Oberbürgermeister Koelze der Friedrichshagen. Montag, den 8. April( 2. Dfterfeiertag): Partie Wahrnehmung, daß der Genosse Dr. Südefum, welcher neben dem nach den Gosener Bergen. Admarsch vom Jugendheim, Friedrichstr. 60, Staatssekretär a. D. Dernburg und Oberbürgermeister Dominicus um 7 Uhr morgens. Köpenid. Sonntag, den 7. April( 1. Dfterfeiertag): Tagespartie nach die Aufgaben des Zweckverbandes Groß- Berlin aufstellte, bei diesen Gelegenheiten ebenfalls über das freie und gleiche Wahlrecht dem Seengebiet um Schmödwig, Zeuthen usw. Treffpunkt früh 6 Uhr am gesprochen habe. Nach Ansicht des Herrn Oberbürgermeisters Stöllnischen Plak. scheint also die Entwickelung der Städte mit der Art Genoffe Pted des Wahlrechts keinen Zusammenhang zu haben. betonte denn auch, daß die Ablehnung dieser Forderung durch den Magistrat deffen ganze Rüdständigkeit fennzeichne. Die Schöneberg. Am heutigen Karfreitag findet eine Spielpartie nach Gichkamp statt. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr am Bahnhof Ebersstraße. Die Teilnehmer an der zweitägigen Osterpartie nach Freienwalde und um gebung treffen sich am 1. Feiertag morgens 4 Uhr Kaiser- Wilhelm- Plaz am Denkmal. Die Ausgaben für beide Tage infl. Fahrgeld betragen 5 M. Tempelhof- Mariendorf. Ostersonntag, den 7. April, Ausflug nach Riederbücher mitbringen! Müggelberge, Gosener Berge, verbunden mit Ostereiersuchen. Treffpunkt für Mariendorf: 7 Uhr Kanalbrüde, Chausseestraße, für Tempelhof: 7 Uhr Ringbahnhof. Bon hier Abfahrt 7.30. Fahrgeld hin und zurüd 50 Pf. Staffee pro Tasse 5 Pf. Am 2. Feiertag werden Spiele im Freien veranstaltet. Treffpunkt nach mittags 1,5 Uhr Kanalbrüde. Die Arbeiterschaft von beiden Orten wird ersucht, ihre schulentlassenen " Kommunale Praris". Mit dem vorliegenden Heft 14 beginnt das II. Quartal des Jahrgangs 1912 diefer wichtigen Wochenschrift. Mit dieser Nummer wird auch gleichzeitig eine neue Verbesserung eingeführt, über die trächtliche Erweiterung des Abschnittes Aus den Gemeinden" wird es hin Redaktion und Verlag in einer Vorankündigung sagen: Durch eine be. fort möglich sein, das kommunale Leben der einzelnen Orte des Reiches noch genauer und sorgfältiger zu schildern als bisher. Die Kommunale Braris" ist zum Preise von 3 M. pro Duartal durch alle Boftanstalten, Buchhandlungen und Zeitungsspeditionen zu beziehen. Probenummern Singer G. m. b. H., Berlin SW. 68. fostenlos bom Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul " P Söhne und Töchter zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen zu verganges, 16 Seiten start, als Dfter nummer erschienen. Aus ihrem anlaffen. Montag, den 8. April( 2. Dftfterfeiertag): Unterhaltungsabend im Jugendheim( Rezitationen M. Sonnenburg- Friedrichshagen), Schönerlinder Straße 5, bet Stippekohl. Alle jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen sowie deren Eltern find zu diesen Veranstaltungen freundlichst eingeladen. Der Jugendausschuß. " In Freien Stunden". Eine Wochenschrift Romane und Er. zählungen für das Volt. Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin SW. 68. Der gegenwärtig zum Abdruck gelangende Bergarbeiterroman" Germinal" von Emile Zola begegnet in dem Leserkreise dem größten Interesse. Bom Wahren Jacob ist soeben die 8. Nummer des 29. Jahr Inhalt heben wir folgende Beiträge hervor: Zeichnungen: Michels Osterbescherung. Arm in Arm mit bir Legende. Von Erich Schilling. Bur Kölner Ofterdienstags. fonferenz. Bon M. Engert. Des Reichslohgerbers Glück und Ende. Bon H. G. Jentsch, usw. Tegt: Ostern. Das Haus für Herren. Fabeln. Minister Schicksal. Der Südpol. Geiftererscheinung in München. Von H. Fl. Lieber Jacob! Bon Jotthilf Naule. Auferstehung Frühlingszeit. Bon Robert Seidel. Bon unten auf!" Ein Stündchen beim Sensor, usw. 4 Der Preis der 16 Seiten starken Nummer ist 10 Pf. Probenummern find jederzeit durch den Verlag J. H. W. Diez Nachf. G. m. b. H. in Stutt gart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. 1 Mark Tauentzfenstr: 20 Konigstrasse: 34 Leipzigersfr: 65 Oranienotr: 470 Oranfenstrasse: 3 Müller of robbe: 30 Neukölln, Bergstr./ 8 Friedenau Rheinstal Leiser. neue Frühjahrs- Modelle For Damen and Herrch 85 100 1250 erregen überall Aufsehen Dr. Kabierschke Stralsunder Str. 62. wöchentl. Teilzahlungen Tel. jetzt Amt Norden 5561. liefere elegante fertige HerrenGarderoben : Ersatz für Mass: Anfertigung n. Mass Tadellos. Ausführung Julius Fabian Schneidermeister Gr.Frankf.Str.37" Eingang Strausberger Platz. 1. Ge- Turmstr.18 schät nur 1. Etage, :: kein Laden. ar Greift zu! Jed. Herrn, der sich eleg. u. bill. kleiden will, empfehle eleg. Monatsgarderobe in feinsten Werkstätt. 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Es empfiehlt sich ein gemeinschaftliches Testament in dem die Ehegatten als Vorerben, die Kinder als Nacherben eingesezt werden. Freitag, 5. April 1912. R. W. 18. Un das Kommando des betreffenden Truppen- vereins. F. F. 40, Stuttgart. Landwehr I. Aufgebots. Die Zuteils unter Ueberreichung eines Meldescheins, der bei dem Zivilvorsitzenden erteilung zur Landwehr II. Aufgebots erfolgt nur dann, wenn der Eintritt der Ersatzkommission zu beantragen ist. R. R. 91. 1. Gewerbe freiwillig erfolgt ist.(§ 12 Biffer 2 Abs. 2 der Wehrordnung.) drdnung,§ 100 u. folgende. 2. Ja. 3. Das ist nach§ 100 q der Gewerbe- M. H. 222. So wie die Fragen gestellt sind, laffen sie sich im ordnung unzulässig. 4. Ja, insbesondere über die Lehrlingsfrage. Rahmen des Briefkastens nicht beantworten. Teilen Sie bei erneuter ( a), b) it. c) Die Fragen besprechen Sie mit dem Vorsitzenden Ihres Wahl- Fragestellung das Verwandtschaftsverhältnis, Geschlecht und Alter mit. Hanke's Brotbäckereien bringen sich zum Quartalswechsel ibrer werfen Kundschaft und den neu zugezogenen Haushaltungen in Erinnerung. Dieselben liefern das grösste, im Geschmack vorzüglichste HANKE ca. Zum 9 Quartaiswechsel. für Pfd. eine Mark Nun lacht uns der Frühling entgegen Mit fröhlichem Sonnenschein; Es blühen an allen Wegen Die ersten Blümelein. Es beginnen jetzt fröhliche Zeiten, Das Osterfest naht heran, Die Osterglocken bald läuten Und künden freudig uns an: Jass Hanke, der tüchtige Bäcker, In Gross- Berlin wohl bekannt. Uns Bro back, so kräftig und lecker Und gross für jeglichen Stand; enn Hanke's Brot ist das grösste, 2s in Berlin es gibt. Und nebenbei auch das beste, Crum ist es auch so beliebt. Roggenbrot- 9 Hanke's Brotbäckereien befinden sich in allen Stadtteilen C. Alte Schönhauser St. 39-40 N. Wattstr. 21 Brenzlauer Str. 43 N. Jupalidenstr. 156 4 2 Weinbergsweg 7 Antlamer Str. 28 Swinemünder Str. 114 Müllerstr. 166a Reinickendorfer Str. 25 Schönwalder Str. 14 Liebenwalder Str. 44 Schererstr. 12 Reinickendorfer Str. 50 Wutbufer Str. 21 Prinzen- Allee 10 Stettiner Str. 7 Bellermannftr. 84 Fretenwalder Str. 28 N, Banfitr. 87 Egerzierstr. 3 a 味 Ackerftr. 85 " T Neue Hochftr.& OF " B De Wiesenstr. 7 Sagenauer Str. 1 Choriner Str. 55 Trestowstr. 18 Schliemannstr. 30 Stargarder Str. 2 Wappel- Allee 62 Stolpische Str. 41 Graunstr. 32 Berlins und Umgegend wie folgt: N. Utrechter Str. 15 Oudenarder Str. 4 Amsterdamer Str. 6 Fennstr. 51 Chauffeeftr. 93 Frenuftr. 34 Bohenstr. 42 NO. Rene Königftr. 82 Putbuser Str. 49 B Swinemünder Str. 74 Korförer Str. 20 Stolbische Str. 26 Soldiner Str. 76 Sanvedenftr. 11a Biefenthaler Str. 5 Landsberger Allee 123 Allenfteiner Str. 11 Landsberger Str. 1.2 Gr. 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