w Ur. 87. Udonnementz.keckingungeki >> Aboiiiiemeiits- Preis vränumerando! DerteljShrl. 3,30 Ml,. iKonotl. 1,10 MI,, . köchciulich 28 Psg, frei ins HauS. vinzelne Nummer 5 Psg. Somiiags- rnimmct uiit illustrierter EountagS- Teilage.Die Neue Well" 10 Psg, Post- IHdoimemenl: 1,10 Marl pro Monat. itiugelrageii in die Posl-ZeimnaS- PrclStiste, Uulcr Kreuzband sjir Deutschland urd Oesterreich- Ungarn B Marl, für das übrige Ausland ll Mark pro Monat, PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark, �plland. Italien, Lupeniburg, PorNtgal, mänien. Schweden und die Schweiz, 39. Jahrg. CridKlnt Kgilch aulkr Hlontigs. isdolIC enoti: nodi»*. Berliner Volksblnkk. Die Tnfertlons'Gebübr CehSgf für die sechsgespaltenc Kolone?- geile oder deren Raum 60 Psg,, für politische und gewerkschaftliche Boreins- und BersaininIungS-Anzeigcn 30 Psg, „Klelno Unreigen", das seltgedruclio Wort 20 Psg.(zulässig 2 settgcdrnckie Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg„ jedes Iveitcrc Wort ä Pfg. Worte über 15 Buch- Itaben zählen für zwei Worte, Inserate ür die nächsle Swnimer niüssen bis i Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ts! bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm> Adresse: «Kialdtmclint Rsrlln". Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblatids. �Rcftakticn: 8W. 68, Lindenstrasse 69. Fcrusprechert Amt Moritzplatz, Nr. lg8Z. Expedition: SM. 68, l-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 1S8t. lk'ai'Iamental'ische ilcheit. BtrfSjj Die„Kreuz-Zeitung" benutzt einen Artikel des Genossen Mehring in der„Neuen Zeit", uin ihrem Hotz gegen den wodernen Parlamentarisnuls lviedcr einmal die Zügel schießen zu lassen. Mehring hatte vor einem rednerischen"llebereifer im Parlament gelvarnt und sich dabei auf den alten Lieb- kuccht berufen, der relativ selten gesprochen habe und dessen Wieden gerade deshalb jedesmal ein Ereignis geivesen seien. Die„Kreuz-Zeitung" sucht diese durchaus zlitreffende Bc- merkung Mehrings in ihrer Weise zu hämischen Ausfällen gegen die Gcschivätzigkeit der Sozialdemokraten im besonderen und die parlamentarischen Schwatzbuden überhaupt' zu sruk- trsizieren. Wie ja überhaupt die reaktionäre Presse seit jeher >jitzyWht war, den Parlamentarismus um so niehr herabzusetzen und zu verlästern. je u n b e q u e m c r er ihr wur�e. Neber die lSchwatzhaftigkeit der Opposition zeterte man, obivohl man nicht so sehr die Häufigkeit und Länge der Reden unan- genehm empfand, als vielmehr deren Wirkung auf die Volks- Massen. Wenn faktisch der Inhalt der oppositionellen, vor allem »' e r e 11 Gelegenheiten, z. B. der ersten Lesung des :i der Erörterung einschneidender sozialer Probleme. stifrollnng der auswärtigen Politik usw. nicht mit Geschick ihre Weltanschauiing eutwickeln enn in solchen Fällen wird die breite Auf- sozialistischen Prinzipien zur gebieterischen ) i g k e i t, da die Partei ja sonst gröblich ihre Pflicht -würde, von der Parlamentstribüne herab für die des Sozialismus zu agitieren. die sozialdemokratische Agitation überhaupt in c Werbetätigkeit prinzipieller Art und xre, aber nicht minder wichtige Kleinarbeit es auch mit der Werbetätigkeit, die wir in zu entfalten vermögen. Denn außer den Wllngen über wichtige Fragen der inneren Jolitik kommt dort eine Unmasse gesetzgeberischer Frage. Eine Heeres-, eine Steuervorlage, ein sozialpolitisches Gesetz zerfällt in zahlreiche Einzel- materien, die mit aller Gründlichkeit durchgearbeitet und er- örtert sein wollen. Die Sozialdemokratie würde sich bei den gegnerischen Parteien berechtigter Kritik aussetzen, wollte sie s sich dieser Kleinarbeit nicht mit hingebendstem Eifer widmen. Denn die Abgeordneten haben die P s l i ch t. mit allen Kräften � eine in anp, zerfällt den großen und änßot Kleinarbeit .dafür zu sorgen, daß die Gesetze auch in ihren— häufig sehr 'wichtigen— Einzelheiten so gestaltet werden, wie das den Interessen derer entspricht, die sie ihren pro grammatischen Versprechungen gemäß gewählt haben. Man braucht aber auch nicht zu befürchten, daß diese parlamentarische Kleinarbeit, die doch vielfach eine ersprießliche parlamentärische Tätigkeit überhaupt erst ermöglicht, in einem Mißverhältnis zu der aufgewendeten Arbeit stehe und der pro pagandistischen Tätigkeit Abbruch tue. Im Gegenteil: gerade die Beschäftigung mit den gesetzgeberischerTEinzelheiten(in den Einzelstaaten namentlich auch mit den Details des Ver waltungsorganisnius) gibt den sozialdemokratischen Parlamentsvertretern vielfach erst die Möglichkeit, sowohl die Interessen der Gesamtheit, als auch die zahlreicher Staatsarbeitcr- und Beamtenkategorien wahrzunehmen und gerade dadurch eine außer- ordentlich fruchtbare agitatorische Tätigkeit zu entfalten. Diese parlamentarische Kleinarbeit vollzieht sich aber nicht nur in den stommissionen, sondern auch im Plenum, und auf ihr Konto ist gerade ein gut Teil jener Reden zu setzen, die von unseren Gegnern so schmerzlich empfunden und so boshaft verlästert werden. Und in der Tat, solche Reden können nicht immer groß- zügig sein, sie bieten auch wenig Gelegenheit, Leuchtkugeln des Witzes steigen zu lassen, so daß sie keinerlei Ohren- schmaus bieten und von der Masse der rednerisch ja über- sättigten Abgeordneten geflohen werden. Aber beweist denn das etwas gegen die Notwendigkeit und Nützlichkeit solcher Reden? Ist denn das Parlament dazu da, um die angeödeten Journalisten möglichst oft durch Sensationen zu kitzeln oder d e n Teil des Galericpnblikums, der auS purer Neugierde erschienen ist, möglichst amüsant zu unterhalten? So wenig wir dazu unsere Parteitage cnt- würdigen wollen, so wenig dürfen wir auch dem Parlament, das g r ü n d l i ch e r Arbeit dienen soll, etwas Derartiges zumuten. Selbstverständlich ist es nur erfreulich, wenn ein Abgeordneter Wert darauf legt, auch eine Rede über den trockensten Gegenstand in eine durchsichtige und anregende Form zu gießen. Da nun aber einmal die Anlagen und 'Timiperamente höchst verschiedenartig sind, kann man eben nicht' verlangen, daß nun jedermann die Talente eines Konsc- rencicrs entfaltet. So sehr wir bestreiten, daß sich im allgemeinen das Interesse der Lesermasscn au den Parlamcntsberichtcn ver- ringert habe, so bereitwillig geben wir die Möglichkeit zu, daß mancher Bericht, der von nicht„großen" Tagen handelt, nur einen Prozentsatz der Leser interessieren' mag. Das gilt aber nicht nur vom Parlamentsbcricht, sondern so ziemlich von jedem Teil einer Zeitung. Diejenigen, um deren G e- schicke es sich bei der Beratung dreht, verfolgen dafür die Verhandlungen mit um so lebendigerem Anteil! Die Mitglieder unserer Fraktionen werden den Rat wohlnicinender Parteifreunde sicherlich gern beherzigen und sich darum bei jeder Rede fragen, ob sie der Sache dient. Das Gegeifer unserer Gegner, denen der Parlamentarismus umso verhaßter ist, je unerbittlicher er in die lichtscheuen Gc- heimnifse der junkerlich-kapitalistischen VolksauSbeutung hinein- leuchtet, wird ihnen dafür umso gleichgültiger sein I Sie Keroarbeitei'bewegiing. Der„Verrat" des alten Bergarbeiterverbandes? Durch die gesamte bürgerliche inio die christliche GeWerk- vcrcinsprcsse geht ein Artikel, der von einem Verrat redet, den der alte Bcrgarbeitcrverband während des Streiks begangen haben soll. Ter Artikel ist dem radikal-polnischen Blatt„Narodowicc", das in Herne erscheint, entnommen. Da wird behauptet, die Führer des asten Verbandes hätten offen zum Ausharren im Bergarbeiter- kämpfe aufgefordert und heimlich an Tausende von Mitgliedern Arbeitskarten ausgestellt uno diese zur Aufnahme der Arbeit aufgefordert. Die ganze Behauptung ist purer Unsinn; eine Or- ganisation, die so handeln wollte, würde Selbstmord begehen. Woraus entstand die Behauptung des„Narodowiec"? Der Bergarbeitcrverband hat während des Streiks an alte, gebrechliche Kameraden, deren Arbeit den Streik wirklich nicht ungünstig bc- cinfluffcn konnte, Arbeitserlaubiiiskarten ausgestellt. Die Zahl der Arbeitserlaubniskartcn bestes sich bei über 200 000 Streikenden noch nicht auf 100. Nur an solche Personen ist eine Nrbcitöer- lanbniskarte ausgestellt worden, die, wenn sie gestreikt hätten. entlassen worden wären, die dann wegen ihres gebrechlichen Körpers und ihrer verstümmelten Glieder nirgends mehr Arbeit hätten finden können. Sie haben ihre Gesundheit auf dem Werke, bei dem sie in Arbeit stehen, gelassen und werden dort nur aus Gnade und Barmherzigkeit beschäftigt. Sosort gbcr würden diese armen Opfer des Jndustriekapitalismus entlassen werden, wenn sie sich an einem Streik beteiligten. Manchem Werke wäre es sicher nicht unlieb gewesen, auf diese Weise die Invaliden los zu werden. Diese Leute bezichen in der Regel eine Rente, die zum Leben zu niedrig und zum Sterben zu hoch ist; sie sind noch auf einigen Erwerb angewiesen. An solche Leute ist also eine ArbeitScrlaub- niskarte ausgegeben worden. Jeder vernünftig denkende Mensch wird zugeben müssen, daß die Leitung des Bergarbeiterverbandes damit taktisch geschickt gehandelt hat. Daß an solche Leute Arbeits- karte» ausgegeben werden durften, war auch kein Geheimnis, sondern es ist offen in der Konferenz am 1». März, als der Streik beschlossen wurde, vom zweiten Porsitzenden des Bergarbciterver- bandes, Genossen Hufemann, ausgesprochen worden. Wie wenig die Werke von der Weiterarbcit dieser Leute erbaut waren, beweist die Tatsache, daß sie vielfach von den Werksveowaltungen nach Hause geschickt wurden. Nur ausgesprochene Dummheit oder Niedertracht kann angesichts solcher Tatsachen von einem Verrat reden. Streikkammer Xa kontra Streikkammer IIa. DaS Verhängnis des Anfangsbuchstabens! Dortmund, 12. April. Am Dortmunder Landgericht sind, wie schon mitgeteilt wurde, seit den Ostertagen 2 Sondcrstrafkammcrn mit der Aburteilung der Streik„verbrecher" beschäftigt. Ver- leidiger ist in den meisten Fällen, wo überhaupt ein Rechtsanwalt auftritt, der Dortmunder Rechtsanwalt Frank l. In einem Falle hatte sich vor der 2. Sonderkanimcr ein Bergmann wegen einer doppelten„Beleidigung"„Arbeitswilliger" zu verantworten. Aus der Straße sollte der Streikende zu einem Sircikbrechcr gc- sagt haben:„Pfui! schämt euch'was, Streikbrecher!" Im andern Fall sollte die Beleidigung durch die Zimmerdecke geschehen sein. Der Angeklagte war in einer Versammlung gewesen und als er nach Hause kam, srug ihn seine Frau nach dem Stande der Dinge. Die Frau meinte dann zu ihrem Manne, er könne doch auch arbeiten. Ter Mann wurde wegen dieser Zumutung böse, er schimpfte mit seiner Frau und erklärte wiederholt, er werde nicht Streikbrecher. Von dem Gespräch schnappten zwei höher wohnend« Streikbrecher einige Brocken auf und sie fühlten sich beleidigt! Der Staatsanwalt warf 4 Wochen Gefängnis aus. Der Verteidiger suchte in längeren Ausführungen die zlvcite Sonderkanimcr zu warnen, sich für die Regelfälle auf hohe Ee- fängnisstrafcn festzublccken. Rechtsanwalt Frank hielt die Vor- fälle für nicht genügend aufgeklärt, um zur Verurteilung kommen zu können. Die hohen Strafen, auf die vielfach auch bei leichten Beleidigungen erkannt wurde, führte der Verteidiger weiter ans, feien nur aus der reinen Abschreckungstheorie zu erklären, die doch längst fallen gelassen sei. Tie hohen Strafen seien nicht angebracht und auch zwecklos. Streiks würden doch auch in Zukunft wieder vorkommen und auch, daß dann in der Erregung rasche Worte fielen. Das Hauptmoment müsse doch immer die straf- bare Schuld der Angeklagten bleiben. Es sei nicht einzusehen. daß bei Streiks Beleidigungen so ungeheuer viel schwerer gc- ahndet werden müßten als sonst. Für ein„Pfui!" gebe es in anderen Fällen ein paar Mark Geldstrafe. Durch die Erregung gegen die Streikbrecher sei die persönliche Schuld bei einem Streik geringer als zu anderen Zeiten. Die schweren Gefängnisstrafen würden durch das Rechtsgefühl der Allgemeinheit nicht gedeckt. In allen Schichten der Bevölkerung und in den verschiedensten Parteirichtungen würden die verhängten Strafen als zu hart empfunden. Das allgemeine Rcchtsgefühl sei beim Ausmaß der Strafe doch auch etwas zu berücksichtigen. Bei einer Verurteilung genüge eine geringe Geldstrafe. 1905 sei nach dem Streik durch- weg auf geringe Geldstrafen erkannt worden und cS sei nicht ein- zusehen, wieso es heute ganz anders sein solle. Diese Mahnrede des Verteidigers schlug bei der 2. Sonder- kammer durch. Das Urteil lautete nach langer Beratung auf 50 Mark Geldstrafe, ersatzweise 10 Tagen Gefängnis. Die Beleidigung durch die Zimmerdecke hielt das Gericht nicht für er- wiesen. Dem Angeklagten wurde auch die Erregung über den Streikbruch strafmildernd angerechnet. In einem weiteren Fall sollte ein Bergmann gesagt haben: ,Du Streikbrecher und Schniachtlappcn! komm her, ich will dir eine Brotrinde geben!" Ter Angeklagte war nicht organisicri; trotzdem ersuchte der Staatsanwalt, der wohl wieder seine Felle fortschwimmen sah. von einer Geldstrafe abzusehen, da sie„er- fahrungsgemäß gar nicht von den Verurteilten getragen" würde. Zwei Wochen Gefängnis sollten das„Verbrechen" sühnen. Das Gericht erkannte wieder auf SO Mark Geldstrafe. In einem dritten Fall hatte eine Frau gerufen:„Seht die Schweine, sie gehen zum Stall! Pfui!" Der eigene Schwager der Polenfrau halte die Anzeige gemacht. Diesmal hatte der Staatsanwalt gelernt— oder halte er andere Gründe?— er beantragte gar nur 10 Mark Geldstrafe oder 2 Tage Gefängnis. Das Gericht erkannte wieder auf SO Mark! Bemerkenswert ist auch, daß die erste Streikkammer bei Publikationsbefugnis regelmäßig die beiden Untcrnehmerblättcr. die„liberale"„Dortmunder Zeitung" und die zentrümliche„Tre- monia" zu Inseraten kommen läßt, während die neu gebildete zweite Sondcrkammcr den Aushang an der Gemcindctafel während 14 Tagen verfügte. Der Rechtsanwalt Frank I suchte seine Argumente vor der zweiten Streikkamcr nun auch in den Fällen, wo er an der ersten Sonderkammer aufzutreten hatte, wirken zu lassen, leider mit durchaus negativem Erfolg. Vor der ersten Kammer hatte sich ein Schtververbrecher zu verantworten. der gerufen hatte:„Guten Tag, Herr Schmiedemeister!" Er soll auch den Hut„tief gezogen" und„Streikbrecher" und „Faulenzer" gerufen haben und zwar in der Trunkenheit. Rechts- auwalt Frank wies auf die Urteile der anderen Kammer hin. Er erklärte weiter, dies sei ja nicht maßgebend, aber doch immer- hin beachtlich. Es liege nicht im Interesse der Rechtspflege und es sei nicht wünschenswert, wenn es bei gleichliegcndcn Delikten in Zukunft vom Anfangsbuchstaben des Namens abhänge, ob ein Angeklagter zu einer mäßigen Geldstrafe oder zu einer hohen GefängniSstrase verurteilt werde. Ter Gesichtspunkt der Rechts- glcichheit sei doch auch zu beachten. Das Urteil lautete auf 2 Wochen Gefängnis, eine Woche mehr, als der Staatsanwalt beantragt hatte. Nach der Begründung hat das Gericht„nicht verkannt", daß der Fall„an sich" kein sehr schwerwiegender sei, anders, so hieß es weiter, werde die Sache aber durch den Streikt Die Arbeitswilligen müßten mit allen gesetzlichen Mitteln auf das entschiedenste ge- schützt werden. Deshalb sei prinzipiell auf Gefängnisstrafe zu erkennen. Nur wenn ein Fall ganz ausnahmsweise milde liege, wie wenn ein Streikender gereizt werde, könne es anders sein. Das Gericht lasse sich nicht durch die öffentliche Meinung oder durch Urteile der anderen Kammer bestimmen, sondern es urteile auf Grund freier Ueberzeugung"!— Man sieht aus diesen Vorgängen, daß es ein gefährliches Be- ginnen war, in der Erregung der ersten Tage gleich die Justiz- Maschine mit Uebcrdruck arbeiten zu lassen. Die„freie Ueber- zcugung" in Ehren, aber diese Ueberzeugung wird selbstberständ- lich— und die Richter sind ja Menschen— von mancherlei Umständen beeinflußt.— Wer nun aber nach dem Anfangsbuchstaben seines Namens vor die alte, zuerst bestellte Sonderkammer für Streikvergehen am Dortmunder Landgericht gezogen wird, täte gut, schleunigst eine Namensänderung vorzunehmen! »» » Am Bochumer Landgericht siuü zeitweilig drei Strafkammern mit der Aburteilung von Slreikvergehen beschäftigt; sie tagen oft bis zum späten Abend. Da nicht hinreichend Landrichter vorhanden sind, so hat man eine Anzahl Amtsrichter herangezogen. Daö an den Bochumer Straf- kammcrn verhängte Strafmaß wird recht treffend durch die Wieder- gäbe einiger Sätze aus der Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Löbcnstein gekennzeichnet, der ausführte, daß an den Gerichten in Bochum und Dortmund die einzelnen Straftaten geradezu katalogisiert würden, während man in Essen und Duisburg bedeutend milder strafe. Dort werde in vielen Fällen sogar auf Geldstrafen erkannt. Daß in dem Wort„Streikbrecher" nicht immer eine Ehrvcrletzung erblickt werden könne, gehe daraus her- vor, daß man in den Kreisen der professionellen Streikbrecher stolz auf diese Bezeichnung sei. Daß die Gerichte auch anders urteilen können, wenn eS sich nicht um Streikende handelt, beweist ein Fall aus Unna, der vor dem dortigen Schöffengericht verhandelt wurde. Ein Arbeits- williger hatte auf eine Militärpatrouille geschossen und dazu noch bei seiner Verhaftung einen falschen Namen angegeben. Der Amtsanwalt beantragte 3 Wochen Gefängnis. daS Gericht erkannte auf nur 20 Mark Geldstrafe. Wie Anklagen zustande kommen zeigte eine besonders charakteristifche Verhandlung am 12. April vor dem Dortmunder Landgericht. Ter Zeitnngsbote Sch le icher t in Kastrop, ein schmäch- tiger Unfallinvalide, der früher in der Grube verunglückt war, war am zweiten Streiktage, am 12. März, von Beamten der Zcch�c Erin schwer mißhandelt worden, und zwar mit Stöcken und mit einem Guminifchlauch, weil er vor der Zeche auf und ab spazierte. Schleichet behauptete, daß der Betriebs- f ü h r e r M ü n i n g von der Zeche einer der ersten bei dem Ueber- fall gewesen sei und daß Müning mit dem Stock geschlagen habe. Unter den Streikenden entstand darüber eine große Aufregung, besonders auch deshalb, weil gegen die mißhandelnden Zechen- bcamten nichts von der Behörde unternommen wurde. Als sich ein Genosse dieserhalb an den P o l i z e i k o m m i s s a r R e i n e k e wandte, erklärte dieser nur, man könne ja Anzeige machen. Der Genosse Otting ist als sozialdemokratischer Funktionär bekannt. Otting wurde einmal von dem Gendarmen Lange angesprochen und ermahnt, doch für mehr Ruhe zu sorgen, damit es nicht zum Waffengebrauch käme. Otting erklärte, daß ja das niöglichste ge- tan werde; die Aufregung unter den Streikenden sei aber wegen der Mißhandlung durch die Zechenbsainten sehr groß, wenn die Drohungen, die ausgestoßen würden, ernst gemeint seien, könne er keine 10 Pfenig für das Leben des Betriebsführers geben. Gegen den Betriebsführer müsse eingeschritten werden. Und was geschah? Gegen den Expedienten Otting wurde Anklage erhoben wegen— Beleidigung und Bedrohung des Betriebsführers!! Der Kommissar und der Gendarm stellten den Vorgang im wesentlichen so dar wie der Angeklagte. Der Gendarm erklärte überdies, daß er Otting lange kenne und nur eine sachliche Mit- teilung in den Worten erblickt habe, aber keine Drohung. Der Bctriebsführer Müning bestritt, selbst geschlagen zu haben, er gab aber zu, daß er zugesehen und nichts getan hat, um die Miß- Handlungen des Invaliden zu verhindern; er erklärte, das sei nicht seine Sache gewesen. Als der Verteidiger den Betriebsführer fragte, ob er nicht einigen Personen drei Mark versprochen habe, wenn sie den Boten durchprügelten, erklärte Müning, es sei möglich, daß er gesagt habe, es gäbe drei Mark, wenn der Mann verprügelt werde. Weil ihn das so gefreut Habel fetzte der gemütvolle Ordnung?- Held hinzu. Weiter gab der Betriebsführer zu, daß er dem Be- zirksleiter M a n e k e l l e r, der an der Zeche auf dem Trottoir der Straße stand, drohte, ihn herunterzuschmeißen, daß er die Knochen zerbreche. Als dann weitere Zeugen bekunden wollten, daß der Betriebs- führcr überhaupt ein sehr gewalttätiger Mensch sei, daß aber die Erregung berechtigt gewesen sei, hielt das Gericht dies nicht mehr für nötig. Als oer Verteidiger, Rechtsanwalt Frank l, den Betriebs- führer etwas in die Kur nahm, sprang der Staatsanwalt auf:„E s ist doch unglaublich, wie der Verteidiger den Zeugen anschnauzt!" Der Vorsitzende ersuchte darauf den — Staatsanwalt, doch nicht einen solchen Ton anzuschlagen. Der Staatsanwalt war selbst für Freisprechung. Der Verteidiger beantragte, auch die persönlichen Auslagen des Ange- klagten auf die Staatskasse zu übernehmen. Bei der richtigen Prüfung der Sache hätte die Hauptverhandlung nicht zustande kommen können. Der Angeklagte habe nicht nur straflos, sondern in hohem Maße anständig gehandelt und seine Pflicht getan. Es sei himmelschreiend, daß der Polizei der Vorfall mitgeteilt und daß trotzdem nichts geschehen sei. Bis heute sei man noch nicht gegen die mißhandelnden Zechenbeamten eingeschritten. Das Gericht kam zur Freisprechung und übernahm auch die persönlichen Kosten des Angeklagten auf die Staatskasse. Das Gericht sah in der Mitteilung Ottings lediglich eine sachliche Darstellung der großen Erregung, die über die Mißhandlung geherrscht habe. Auch objektiv hat das Gericht weder eine Beleidigung noch eine Bedrohung in den Worten erblickt.' Die Uebernahme der persönlichen Kosten auf die Staatskasse wurde damit begründet, daß die Ermittelungen in der Sache nicht sehr eingehend gewesen seien. Hätte man den Gendarmen genauer vernommen, hieß eS, dann wäre es wohl gar nicht zur Anklage gekommen.— Damit ist der Streik-Schnelljustiz ein schwerer Schlag verfetzt. l Der Lohnkampf der Bergarbeiter in Mährisch-Ostrau. ' Am 10. d. Mts. ist das Einigungsamt wieder zusammenge- 1 treten. Von den Bergwerksbesitzern wurden die Zugeständnisse den ' Arbeitervertretern zur Kenntnis gebracht. Sie bedeuten so viel � wie nichts. Der Erklärung, daß sie die geforderten Durchschnitts- • löhne im ivesentlichen akzeptieren, folgten eine Reihe von Ein- � schränkungcn, die das wieder illusorisch machen, ja teilweise sogar � den jetzigen Zustand verschlechtern würden. Die Schichtlöhne sollten � von diesem Durchschnittslohn ausgeschaltet werden, er sollte also nur für Akkordarbeit gelten; alle Prämien und besonderen Zu- lagen sollten in den Durchschnittslohn eingerechnet werden, was bisher nicht der Fall war. An und für sich minimal sind die Zugeständnisse hinsichtlich der Erhöhung der Deputatkohle. DaS sollte alles sein, was die Grubenherren geben wollten, obendrein sollte das in einem Arbeits- und Lohnvertrag festgelegt werden, der bis 1915 zu gelten hätte und der Lohnforderungen innerhalb dieser Zeit ausschließen würde. Am 11. d. M. fand eine weitere Sitzung des EinigungSamtes statt, die aber ergebnislos verlief. An diesem Tage sind nun Sektionschef Hamann vom Ministerium für öffentliche Arbeiten und Bergrat Rotky, die beide schon anläßlich des Nordwest- böhmischen Bergarbeiterstreiks interveniert und zum Friedensschluß beigetragen hatten, nach Mährisch-Ostrau gefahren, um bei den Einigungsverhandlungen mitzuwirken/ Die Bergarbeiter Westböhmens, die ebenfalls in der Lohnbc- ivegung stehen, erhielten von den Werksbesitzern folgende Ant- wortauf ihre Forderungen:„Seitens der Werke wurden den Arbeitern aller Kategorien eine Erhöhung ihrer Bezüge ein- geräumt und noch andere Zugeständnisse gemacht. Die Neurege- lung soll am 1. Mai in Kraft treten, jedoch unter der Bedingung, daß die Arbeiter nicht in den Streik treten."— Die Bergarbeiter werden zu den Zugeständnissen erst Stellung nehmen. Die Verpflichtung zur Leietze;- verletzuug. Seitdem sich unser bürgerlicher Staat aus den Zuständen des primitivsten Faustrechts zum bürgerlichen Rechtsstaat ausgewachsen hat, sind auch die Hebungen des Faustrechts in Bann getan worden. Auch die sogenannten Ehrenhändel, die D u e l l h o l z e r e i e n jeder Art, sind durch daS Gesetz, durch das Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt worden. Wer sich beleidigt fühlt, darf nicht nach alter germanischer oder korsikanischer oder wildwestlicher Urväter- sitte zum Selbstschuh vermittelst des Stahles oder des Bleies greifen, sondern er hat seine Beschwerde dem Gericht vorzu- tragen, daS über den Fall ordnungsgemäß zu entscheiden hat. Die Sitten des Faustrechts aus den primitiven Zeiten haben sich allerdings in Deutschland noch stellenweise erhalten. So bei den Herren Studiosen, die in altgermanischer Heldenübung aus ihren Gesichtern Hackfleisch zu machen lieben, so auch bei den Herren Offizieren, die ihre Ehrenhändel— die gewöhnlich aus sehr un honorigen Ursachen entspringen— gern durch den Säbel oder die Pistole zum Austrag zu bringen pflegen. Diese dem Faustrecht entstammenden Zweikämpfe sind ge- s e tz w i d r i g und werden, sofern die gesetzwidrig Handelnden der Staatsanwaltschaft bekannt werden, strafrechtlich zur Rechen- schaft gezogen und auch verurteilt. Gar schnurrig freilich ist es, daß zwar unsere Staatsanwälte pflichtgemäß An- klage gegen die duellwütigen Gcsetzesbrecher erheben und unsere Gerichte wegen dieser Delikte Freiheitsstrafen verhängen müssen lfreilich nur die chevalereske Festungshaft), daß aber unser Offizierskorps jeden Offizier erbarmungslos aus seinen Reihen stößt, der von dem vorsintflutlichen, aller gesunden Per- nunft, aller christlichen Moral und auch unseren gesetz- lichen Bestimmungen widersprechenden Ehren- kodex und Duellzwang nichts wissen will! Doppelt interessant ist es deshalb, daß in den letzten Tagen erst von dem deutschen Kaiser ein Bescheid ergangen ist, der in aller Form verkündet, daß für das Offizierskorps daS Strafgesetz ungültig ist, daß im Gegenteil diejenigen Angehörigen des Offiziers- korps, die sich dem Strafgesetzbuch unterwerfen(und nebenbei auch den Gesetzen des Christentums und der menschlichen V e r- nunft), schleunigst um ihre Entlassung nachzusuchen haben! Den Anlaß zu diesem kaiserlichen Bescheid gab ein Ehren- Handel zwischen zwei Militärärzten. Der eine, ein gewisser Dr. Schümm, suchte durch allerhand beleidigende Angriffe seinen Gegner, einen Dr. Sambeth, zur Düellforderung zu drängen. Der Provozierte jedoch erklärte vor dem Ehrengericht, daß er seinen Gegner mit Rücksicht auf die göttlichen Gebote, auf die menschlichen Gesetze, auf die Logik der Vernunft- lehre, auf seine Familie nicht zum Zweikampf heraus- gefordert habe. Dr. Sambeth strengte gegen Dr. Schümm eine gerichtliche Beleidigungsklage an, bei der Dr. Schümm auch zu 199 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Damit aber, daß der beleidigte Militär- arzt die Entscheidung des ordentlichen Gerichts ange- rufen hatte, war der militärische Ehrenrat dcS Ehrengerichts durchaus nicht einverstanden, vielmehr erkannte er, daß Dr. Sambeth, weil er die Duellforderung gegenüber seinem Gegner unterlassen hcrbe, mit schlichtem Abschied z u entlassen seil Nunmehr gelangte die Sache an Wilhelm lk. selbst Und wie war der Bescheid dieses obersten Hüters der Gesetze? Er lautete dahin, daß die Angelegenheit des Dr. Sambeth überhaupt nicht zum Gegenstand ehrengerichtlicher Beurteilung geeignet gscwcsen sei, weil ja Dr. Sambeth von vornherein den Zweikampf abgelehnt habe. Der kaiserlich« Erlaß fuhr dann fort: „Ich lehne es daher ab, auf den vorliegenden Spruch Ent- scheidung zu treffen und bestimme, daß die Akten hierüber weg- zulegen sind. Ich will indes in Rücksicht darauf, Latz nach den stattgehabten Ermittelungen der Oberarzt der Landwehr Dr. Sambeth keinen begründeten Anlaß zu der ihm widerfahrenen Beleidigung gegeben hat, hierdurch aus Gnade genehmigen, daß er unverzüglich seine Verabschiedung nachsucht. Homburg v. d. Höhe, den 14. April 1919. Milyelm R." Der Kaiser verfügt also als oberster Kriegsherr, daß der Ober- arzt, tser das Duell ablehnte, weil er sich nicht nur zu den Geboten der Vernunft und der Religion, sondern auch zu denen d«S Ge- setzes nicht in Widerspruch setzen wollte, sofort um seinen Abschied nachzusuchen habe! Es ist begreiflich, daß die„Germania" diesen Entscheid einen ganzen Leitartikel widmet, daß sie es aufs höchste bedauert, daß dieser kaiserliche Entscheid eiwe Verletzung des Gesetzes zugunsten gesetzwidriger Standesgewohnheit proklamierte. Wir finden, wie gesagt, die sittliche Entrüstung und Aufregung der„Germania" höchst verständlich, und vermögen ihre Gewissens- bedrängnisse nachzufühlen. Denn«s kann ja gar nichts Gefähr- lichercs und Kompromittierendes für die Anhänger unseres kapita- listischen„Rechtsstaates" geben, als die von„allerhöchster Stelle" ausgehende Proklamation, daß jemand unverzüglich seine Verab- schiedung nachzusuchen hat, weil er die Bestimmungen des Gesetzes (außerdem auch der christlichen Moral und der Vernunft) für wichtiger hält, als die abgeschmackte und gesetzwidrige Unsitte der DuellholzereU Unsere Ultramonlanen fühlen sehr gut, daß dieser kaiserliche Erlaß, der Ausnahmerechte für gewisse Stände proklamiert und Las gemeine Recht rücksichtslos aufhebt, den Glauben an unseren Rechtsstaat bei den Volksmassen auf das allerschwerste erschüttern muß! Wir Sozialdemokraten freilich sind darum der kaiserlichen Entscheidung ganz und gar nicht gram, wenn wir natürlich ast' das unserige dazu beitragen werden, um den klaffenden Wderspvsta zwischen dem Gesetz und dem feudalen Faustrecht den w e i t e süp n. Kreisen zum Bewußtsein zu bringe nk jpotttifeke CtcberHcbt. Berlin, den Iß April 1912t Die Durchpeitschung der Wehrvorlagen. In einem offiziösen Berliner Telegramm der„Költn- scheu Zeitung" wird ausgeführt:.. „In militärischer Hinsicht ist als spätester Termin für d.c beabsichtigte Aufstellung von Neuformationen der 1. Oktober anzusehen. Doch mutz der Heeresverwaltung für die umfang- rekchen Vorbereitungen die erforderliche Zeit gelassen werden. Deshalb müsse geradezu gefordert werden, daß die Vorlagen noch im Mai vom Reichstage WM abschiedet werden. Angesichts der französischen, rufliscleii und englischen Rüstungen würden wir bei weiterer Verzögerui!-- der Wehrvorlagcn immer mehr ins Hintertreffen geraten.'� Der Reichstag müßte die Zumutung mit EntrWnig ablehnen, sich auf die hier geforderte Turchpeitschuiig�dei Wehröorlagen einzulassen. Die Heeresverwaltung hat wahr- haftig hinlänglich Zeit gehabt, ihre Vorlagen abzuschließen, und es lag kein Hindernis im Wege, dem Reichstage die Webr vorlagen bereits lange zuvor zugehen zu lassen. Die AlMn der Heeresverwaltung ist ja gerade, jede eingehende Kritik ihrer Forderungen zu verhüten. Zuerst bestand der Plan, die Wehrvorlagen möglichst ohne K o m m i s s i o n s b e r a t u n g im Reichstage durölz- zudrücken. Anstrengungen nach dieser Richtimg hin sind bei den maßgebenden bürgerlichen Fraktionen unternommen worden. Dieser Plan ist offenbar gescheitert. Da die Budgetkommission aber noch einige Wochen hindurch zu.tun hat, um die Beratung des Etats zu Ende zu führen, will Wn nun neuerdings dem bereits aufgegebenen Plan, die WM vorlagen einer besonderen Kommission zu überweisen,' Mi wieder näher treten.— In einem angeblich aus parlamentarischen Krehsßn stammenden Artikel, der-durch eine Anzahl bürgerM'- Zeitungen läuft, wird angeregt, die Beratung der MtliMr. vorlagen derart zu beschleunigen, daß noch vor PfingsteiV-iMc Arbeiten der Kommission abgeschlossen werden können, sd�iß dann der Reichstag lediglich nach Pfingsten noch zu'Siivsi kurzen Nachsession zusammentreten miißte. Genau seilst seinerzeit bei der Verabschiedung der Steuerges�: Äe sollen dann offenbar die Pfingstferien zur Fertigstellung»' Kommissionsberichtes benutzt werden. Die Sozialdemokratie wird selbstverständlich darauf hin- wirken, daß eine geordnete Beratung stattfindet. Es handelt sich um Ausgaben von niehr als 300 Millionen Mark, die in drei Jahren aufgebracht werden müssen, und da ist es unausweichliche Pflicht, die Beratungen so zu ge- stalten, daß das Volk auch nach jeder Hinsicht volle Aufklärung bekommt._ Hinter den Kulissen des �entrimis. DM Die„Köln. Volksztg." hat den Austritt des Herrn Noenp aus der Zentrumsfraktion des Reichstages als einen Sim der Kölner Richtung gefeiert, und tatsächlich zeigt nicht MM dieser„Fall", sondern auch das ganze jetzige übermi�»� Auftreten der„Bachemiten", daß sie zurzeit wieder obeiiwl, sind. Vielleicht hat die Judasrolle, die auf Geheiß des völlin unter bachemitischem Einfluß stehenden Generalsekretarvur. der christlichen Gewerkschaften der christliche Bergarbeitervll band beim letzten Bergarbeiterstreik im Ruhrrevier gespteit hat, den Bachemiten bei der römischen Kurie wieder eine.gr wisse Duldung verschafft. Den Führern der sogenannitol Berliner Richtung ist das nur ein Grund, um so schärfer Mi) rücksichtsloser gegen die parlamentarische und journalistisclr Gefolgscknift der Bachem, Trimborn u. Co. vorzugehen. Die zur Berliner Richtung gehövende„Kölner Korrespondenz." geht denn auch in letzter Nummer dazu über, allerlei Ent- hüllungen aus früheren Sitzungen der Vorstände der Zen- trumsfraktionen des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses zu veröffentlichen, die die ganze feige RtÄ- nungsträgerei und das jesuitische Versteckspiel der Lü�r beider Fraktionen vor aller Welt offen bloßstellen. So erMiji z. B. die„Kölner Korrespondenz":««W „Am 24. Oktober 1919 versammelten sich in Berlin.-�ie Vorstände der Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstages -des preußischen Abgeordnetenhauses, um unter dem Vorsitz-�, Abgeordneten Dr. Porsch den jetzt schon alten und immer Wiek neuen Zentrumsstreit zu besprtchen. Es waren über 59 zugegen.... Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Abg. Noeiyc�, welcher zum Parteivorstand gehört und infolgedessen die; samnilung mitmachte. Er wurde aufgefordert, die boiLr&t Osterkonferenz gegebene Definition des Zentrums ö f f-»oj- lich zu desavouieren. Als Herr Roeren sich weigerte, kam es zu einer interessanten Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Gros der übrigen Vorstandsmitglieder. Zuerst wiederholte er die von der Osterkonferenz aufgestellte, aber den meisten der Anwesenden unbekannte Zentrumsdefi- nition, wonach das Zentrum eine politische Partei ist, welche ihre Politik„im Einklang mit den Grunds ä|'c u katholischen Weltanschauung" macht. Er WM W- zu, die Osterkonferenz habe diese Definition selbsttz�iWWMl nicht aufgestellt, um sie der Partei aufzuokiroyiea.;.'-r. Lern um sie als/ private Richtlinie im Kampf gegen die Richtung" zu gebrauchen; daS Zentrum sei doch ettrM.'/sViiJcr- bares, und eS könne niemandem verwehrt toetdenj�ie ppf'pn» lierung einer Definition zu versuchen. Dann fij�r Roeren ctiva so fort:„Ist meine Z ent r i- tion, wie sie von der O st erko uferen e l l t wurde, falsch, so beantrage ich, da ß t e i- vorstände eine richtige Definition PiA VM l e n." Die Vorstände hätten allen Grund gehabt, i>i<0ü'tnnflen Verlangen zu entsprechen, denn gerade um dje Ä�Msi�stnition dreht sich ja der ganze Streit. Sie als die��lrrtaniizen der Gesamtpartei waren am ehesten berufen zu'sWü/'was die da- mals größte Partei im Reichstag eigentlich ist, und oa durch den unseligen Streit,'der durch Gewaltmaßregeln nur geschürt wird, mit einem Schlage zu beseitigen. Leider ließ sich aber die höchste Parteiinstanz auf diese Kardinalfrage nicht ein, und zwar nicht nur aus partcitaltischen Gründen, sondernauch mit Rück- ficht aus Wünsche, die außerhalb der Zentrums- fraktionen laut geworden waren. Die Antwort auf den Antrag Roereg war also ein vielsagendes Schweigen. Nutt Bat Set Mg. Roetesi, fficütt man keine Definition des Zentrums geben wolle, so möchte man wenigstens öffentlich erklären, daß die von der Osterkonferenz aufgestellte Definition, wonach das Zentrum im Einklang mit den katholischen Grund- sätzen steht, fa l s ch sei. Hierauf erwiderte der Dompropst aus Frauenburg, Abg. Dr. theol. Dittrich: Man könne die Zentrums- definition der Osterkonferenz nicht für falsch erklären, weil man doch nicht sagen könne, das Zentrum brauche seine Politik nicht im Einklang mit den katho- tischen Grundsätzen zu machen. Als damit auch der zweite Antrag des Abg. Roeren abgelehnt war, erklärte dieser, er stelle sich auf den Boden des Abgeordneten und Zentrums- führcrs Dr. P. Spahn, der am 4. September 1909 vor seinen Wählern in RheinSbach erklärt habe, die Zentrums- fraktion und die Z e n t r u m s p a r t e i mache ihre Politik auf dem Boden der katholischen Welt- anschauung. Darauf gab der anwesende Abg. Spahn die in einem solchen Falle einzig mögliche Antwort: Er habe daS ja nicht so gemeint. Leider steht es aber so in der„Kölnischen Volkszeitung", und die Worte Spahns sind so klar, daß schlechterdings nichts daran zu deuteln ist." Tas Zentrum bezeichnet sich als eine für Recht, Freiheit und Wahrheit kämpfende Partei, und seine Presse preist mit großen Redensartew den Bekennermut und die Gcsinnungs- treue des um die Zentrumsfahne gescharten katholischen Volkes, und doch wagen die Führer dieser Partei weder zu sagen, was sie sind, noch was sie nicht sind. Mit vieldeutigen Redewendungen gehen sie einer offenen Definition des Wesens ihrer Partei scheu aus dem Wege. Deutlicher kann die ganze innere Verlogenheit dieses konfessionellen Parteigebildes nicht gekennzeichnet werden als durch die obigen Mitteilungen der „Kölner Korrespondenz". Die Kieler Sozialdemokratie und die Oberbiirgermeisterwahl. Zum erstenmal hat sich die Kieler Parteigenossenschaft mit der Frage der Beteiligung an der Oberbiirgermeisterwahl beschäftigt. Ende dieses Jahres wird Oberbürgermeister Dr. Fuß nach 24 jähriger Tätigkeit aus seinem Amte scheiden. Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters wird schon am 17. April statt- finden. Die Absicht des jetzigen Oberbürgermeisters Dr. Fuß, nach Ablauf seiner zweiten Wahlperiode in den Ruhestand zu trete», war schon seit Jahr und Tag bekannt, und so lange ist eS auch bei den maßgebenden Männern der bürgerlichen Kommunalvereine und den bürgerlichen Stadtverordneten ausgemachte Sache, daß sei» Rachiolger der zweite Bürgermeister Lindemann werden muh. Diese Tatsache war es aber gerade, die die Sozialdemokratie ans den Plan rief. Bürgermeister Lindemann war es, der im Frühjahr 1999 die vom Magistrat eingebrachte Vorlage auf Einführung des DreiklasienwahlrechtS in Kiel ganz besonders scharf und rülksichtsloS vertrat, trotzdem er erst vor einigen Monaten als zweiter Bürger- meister gewählt worden war. Seine Haltung zur Wahlrechtsfrage löste bei der sozialdemokratischen Wählerschaft große Erbitte- rung aus. Die aus 23 Personen<14 Magistratsmitgliedern und 14 Stadt- verordneten) bestehende Präsentationskomniission, in der auch die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion mit ö Mann vertreten war, bat von den Bewerbern als Kandidaten aufgestellt! Ober- bürgemeister Dr. I o ck u s ch- Lüdenscheid, Bürgermeister Linde- mann- Kiel und Oberbürgermeister S ch l e m a n n- Kattowitz. Die sozialdemokratische Fraktion hat sämtlichen Kandidaten Fragen über ihre Siellung zur Frage de» Wahlrechts, der Bezahlung der städtischen Arbeiter, der guten Lohnklausel, der städtischen Regie, der Boden- Politik, der Arbeitslosenversicherung und der städtischen Selbstver- waltung vorgelegt.' Alle Fragen sind auch von den drei Kandidaten schriftlich beantwortet worden. In der für die Arbeiterschaft Kiels augenblicklich wichtigsten Frage deS kommunalen Wahlrechts antwortete der Kandidat aus Lüdenscheid auswelchend, der Kattowltzer, daß er keiner Verschlechterung des Wahlrechts zu- stimmen werde, eventuell für seine Erweiterung sei. Bürgermeister Lindeinann erklärte, er sei gegen eine Aeuderung des Wahlrechts durch ZensuSerhöhung, auch dagegen, daß die Stadtkollegien die Anregung zur Einführung der Klassenwahl geben. Diese Antworten waren entscheidend für die Entschließung der Parteigenossen. Am Donnerstagabend beschäftigte sich eine von 1599 Mitgliedern besuchte Hauptversammlung des sozialdemokrati- schen Vereins Groß-Kiel mit der Frage der Wahlbeteiligung. Nach dnn Referate des Genossen Adler wurde mit großer Mehrheit beschlossen, strikte Wahlenthaltung zu üben. AdlerS Begründung der Wahlenihaltung ging dahin: Die Sozialdemokratie darf keine Rache- Politik treibe», sondern nur eine Politik der Vernunft. In LindemannS geänderter Stellung zur WahlrechtSfrage kommt der wachsende Ein- flnß der sozialdemokratischen Fraktion auf dem Rathause zum Aus- druck. Dieser Einfluß werde— da die sozialdemokratischen Wähler Lindemann wegen seiner früheren Haltung zur Wahlrechts- frage nicht direkt wählen könnten— am besten gestärk», wenn sie durch Stimmenthaltung seine Wahl nicht verhindern. Würde Linde- mann sein ichristlich gegebenes Versprechen brechen, würde er sich direkt unmöglich machen. Tatsache ist. daß die Sozialdemokratie den Oberbürgermeister wählt, ob sie sich an der Wahl beteiligt oder nicht. Die Wahl erfolgt nämlich durch die gesainte Bürgerschaft, und nicht in Wahl- bezirke», sondern durch die ganze Stadt. Wähler sind dieselven Leute, die die Stadtverordneten wählen. Bei den letzten Siadtver- ordnetenwahlen.wurden aber 12 999 sozialdemokratische und 9599 bürgerliche Stimmen abgegeben. Ein Verzeichnis der unerledigten Vorlagen ist im Abgeordnetenhause ansge�ebe» worden. Zur Plenarberatung siud reif und zwar sür die erste Lesung: Da» Eiieitbahuatileive- gesetz, der Eulwurf über die Polizeiverwallung im Regierungsbezirk Oppeln, der Entwurf über die Anlegung von Sparkasienbeitäudeu in Juhaberpapieren, Emwürse über Errichtung von neue» ÄnilS- gerichte» in Gladbeck und Schönsee, der Entwurf über die Uinlegung von Grundstücken in Wiesbaden, serner»e»e Versügunge», Ver. Ordnungen, Berichte und Denkschriften der Staaisregierung, 36 An- träge, eine Wahlprüsimg Sa. 241,20; Pose» Wahlzusch. zurückgezablt 93,—; Zschopau-Marien- berg 1. u. 2. Du. 645,20; Dsseuburg-Kehl 2. Du. 87,78; Halle u. Saalkreis 2. Du. 1331,52; Höchst-Usingen 2. Du. 500,—; Mitgl. d. U.-Dr., Friedenau 2,10; Dessau-Zerbst 4. Du. 1910/11 u. l.u. 2. Du 11/12 1934,40. 4. 3. schlesiv.-holst. Kr. 2. Du. 213.53. 5. Hamm- Soest 2. Du. 315,54; Lörrach i. B. 30,86; Hanau-Gelnhausen 1. u. 2. Du. 3534,05; Berlin, Ersatz für Todesanzeige 10,—; Berlin, Wette 5,—; Kölu-Neg. W. 20,—.«. Kiel, 7. schlesw.-holst. Kr. 2. Du. 3148,56; Dberlangcnbielau, Wahlzusch. zurück 384,40; Strafe f. Versehen 0,20; St. Tönies 58,17; Berlin T. W. 50 12,—; 9. schlesw.-holst. Kr. 2. Du. 104,74; Züllichau-Krossen 2. Du. 131,29; Saarbrücken 2. Du. 111,20; Rastatt, 8. bad. Kr. 48,80; Straszburg-Land 4. Du. 1910/11, 1. u. 2. Du. 1911/12 235,26; Reutz j. L., a konto erstes Halbjahr 1911/12 1500,—; Karlsruhe Bruchsal 2. Du. 375,19; Koltbus- Spremberg 2. Du. 377,63. Ä. Sonncberg-Saalfeld 2. Du. 360,99; Braiidenburg-Westhavelland L. Du. 792,76; Sorau-Forst 423,94. II. Freiburg i. B. 5. bad. Kr. 2. Du. 148,—; Husum, 4. schlesw.-holst. Kr. 2. Du. 69,02; Falken- berg D./S. A. L. 3,—. 13. Dresden-Altstadt a konto 2500,— Offenburg-Kehl Rest 2. Du. 0,60; Gau Südbayern 19 Kr. 2. Du. (Aichach 132,10, Ingolstadt 4,14, Wasserburg 6,34, Weilheim 112,84, Roicnheim 140,64, Traunstein 11,16, Laudshut 84,86, Pfarrkirchen 10,86. München I und II 8596,92, Deggendorf 16,68, Donauwörth 24,—, Dillinge» 7,02, Jllertissen 24,20, Kauf teuren 31,86, Jmmenstadt 21,48, Regensburg 102,10) Sa. 4326,20. 15. Melle-Diepholz 67,85. Iwebte, teitte soeben der hiesigen Parteiseltion seinen Austritt auS der fozialisti» scheu Partei mit. polizeiliche», Serichtlicheo uk«. Bon der vreslaucr Rechtsprechung. Am Tage vor der ReichstagSwahl wurde in Groß-Oldern im Wahlkreis Breslau-Land-Neumarkt ein Wahlflugblatt verbreitet. daS sich mit der schlechten Behandlung der Landarbeiter durch die Agrarier beschäftigte. Insbesondere war darin Bezug genommen auf einen Agrarier aus dem Orte namens Wandel, der einen jungen Landarbeiter geprügelt und dessen Mutter ohne Kündigung aus der Wohnung gewiesen hatte. Durch diesen Vorgang sollte insbesondere die.gesicherte Exlstenz" der Landarbeiter und deren Abhängigkeit von den Agrariern bewiesen werden. Der benannte Agrarier stellte Strafantrag gegen den Herausgeber des Flugblattes, Genossen 85 olf« SdjönBotn wegen Beleidigung. Obwohl daS Gericht selbst den Wahrheitsbeweis als vollständig geführt erachtete, erkannte es doch auf SO Mark Geldstrafe, weil Genosse Wolf in dein Flugblatt einen Mann verächtlich zu inachen versuchte, der mit den, Wahlkampf nichts zu tun hatte. Die Währung der berechtigte» Interessen wurden aus dem gleichen Grunde versagt. Also der Wahrheitsbeweis ist vollauf geglückt. Der Agrarier hat selbst zugegeben, seinen Landarbeiter geprügelt und dessen Mutter auf die Stratze gesetzt zu haben. Die Form, die sonst immer her- halten muh, um zu einer Verurteilung zu kommen, lies; diesmal auch nichts zu wünschen übrig und trotzdem erfolgte Verurteilung. So sieht die Breslauer Rechtsprechung aus. jfugenclbewegimg� Eine beherzigenswerte Mahnung enthält ein Artikel der„Metallarbeiter-Zeitung" über „Lehrlingsausbildung und Erziehung". Es heißt darin: „Eine Million Kinder im Alter von 13 und 14 Jahren ver- läßt alljährlich in Deutschland die unteren Schulen. Die weitaus große Mehrzahl von ihnen sind Proletarierkinder in Stadt und Land und nur eine Minderheit gehört der besitzenden Klasse an. Von der Million schulentlassener Kinder treten vielleicht mehr als SSO 000— 95 Prozent— ins praktische Leben hinaus als ge- werbliche oder kaufmännische Lehrlinge, als jugendliche Arbeiter in Gewerbe, Industrie, Handel, Verkehr, Landwirtschaft usw. Das private Lehrlingswesen ist für den kapitalistischen Klassenstaat eine ungemein schöne Einrichtung. Sie erspart ihm die Kosten der gc- werblichen Berufsbildung, da sie die proletarischen Arbeitereltern, deren Kinder ja in der Hauptsache als Lehrlinge in Betracht kommen, tragen müssen, und sodann gestattet sie ihm, dem als an- gcblich„solide Staatsstütze" gehätschelten Handwerk oder Mittel- stand durch die Ueberlassung der proletarischen Jugend als Aus- bcutungsobjekte ein sehr wertvolles Geschenk zu machen. Diese Praxis ist also ein Stück„Mittelstandspolitik", die in ihrer Ge- samtheit den verschiedenen„Nöten" des Handwerks abhelfen soll. Dabei ist die Tatsache besonders interessant, daß die Handwerks- meister in der Regel ihre eigenen Söhne einem anderen,„höheren" Berufe zuführen, sei es dem kaufmännischen, um hier das Prole- tariat zu vermehren, sei es einem„gelehrten" Berufe, wenn dazu die Mittel des- Mittelstandsmannes langen. Aber das nächst- folgende Rettungsmittel aus der„Lchrlingsnot" wäre doch immer für die Handwerksmeister die Uebernahme ihrer eigenen Söhne in das Lehrlingsverhältnis, besonders angesichts der immer wieder- kehrenden Behauptung, daß das Handwerk nur aus idealen Beweg- gründen sich mit der Lehrlingsausbildung beschäftigt. Nicht selten bekommen bekanntlich die gewerblichen Lehrlinge mehr Prügel als Groschen, die in vielen Fällen auch die Haupt- sächlichsten Mittel zur„Erziehung" der Lehrlinge im Handwerk sind, von der so oft die Rede ist. Das Prügeln der Lehrlinge bildet freilich nur ein Glied in der langen Kette von Prügeln, worin die vielgerühmte offizielle Erziehung des deutschen Volkes, das heißt des Proletariats, besteht. Geprügelt wird in der Volks- schule, in der Fortbildungsschule, im Religionsunterricht wie im übrigen Unterricht, in der Werkstatt wie in der Stube des Lehr- meisters, und die Krönumj erfährt diese„nationale Erziehung" in der Kaserne. Erfreulicherweise wird durch dieses systematische Prügeln des jungen Deutschen während eines halben Menschen- alters das Ehrgefühl nicht herausgeschlagen, wohl aber der Sozia- lismus hineingebläut, so daß sich die Prügelhelden aller Sorten schließlich nicht wenig wundern, daß sie trotz aller Prügel nicht die gewünschten Hurrapatrioten, wohl aber Sozialdemokraten erzogen haben— trotz und gerade wegen der Prügel. Dennoch aber möchten tvir die organisierte Ar- beiterschaft dringend ersuchen, sich nicht an dem großen „nationalen Prllgelwerk" gegenüber der neben und mit ihr arbeitenden Jugend zu beteiligen, auch nicht an dem empörenden Schimpfwerk; sondern die Jugend, die jungen Proletarier, die Fleisch von ihrem Fleisch und Blut von ihrem Blut sind» freund- lich und entgegenkommend, schützend und belehrend zu behandeln, denn sie sind in wenigen Jahren unsere Genossen— sollen es fein—, unsere Mitstreiter und Mitkämpfer. Sie werden sich draußen abquälen, die angsterfüllten hurrapatriotischcn Staats- und Gesellschaftsrctter in ihren Jugcndvcrcincn aller Art zur Bcr- simpclung und Bertrottelniig unserer Jugend, zur Bekämpfung des Sozialismus. Ihr aber seid den ganzen Tag und während einer Reihe von Jahren der treue Kamerad, der freundliche Rat- geber und der väterliche Lehrmeister der Jugend und ihr mühtet arge Stümper sein, wenn ihr nicht spielend und lachend den ganzen staatsrettcrischen Mumpitz durch euren guten Einflusi restlos illusorisch zu machen verständet." Hua der Frauenbewegung. Opfer fallen hier... Der törichten Forderung eines iveiblichen Didnstjahres gegen- über wird mit Recht angetührt, daß die Frauen dem Staat durch Geburt und Erziehung der Kinder weit mehr Vorteile schaffen, als der Mann durch seine Militärzeit, und daß das weibliche Geschlecht infolge von Kindbett und Kindbcttfolgen weit mehr Todesfälle zu verzeichnen hat, als das männliche Geschlecht aus dem„Felde der Ehre". In Deutschlaud sterben bekanntlich annähernd 10 000 Frauen alljährlich im Wochenbett. Wieviele Frauen an den Folge» der Geburten hinsiechen, läßt sich auch nicht einmal annähernd ein- schätzen. Nach den neuesten statistische» Berichten starben 1910 allein in Preußen 3897 Frauen im Kindbett, davon direkt an Kindbett- fieber 1772. Im Jahre 1909 starben fcisgesamt im Wochenbett 3913 preußische Frauen. Auf 10 000 Entbundene kamen 31,42 im Kindbett gestorbene Frauen. Geschlechtliche Krankheiten waren Ursache des Todes im Jahre 1910 von 481 männlichen und 406 weiblichen preußischen Angehörigen gegen 4SI männliche und 369 weibliche Angehörige im Jahre 1909. Etwa dreiviertel davon betrafen Säuglinge, ein Beweis, daß die Krankheit, abgesehen von den durch sie bedingten zahllosen Frühgeburten, vor allein das zarte Alter gefährdet, wie auS folgender Uebersicht hervorgeht: Altersklassen der an geschlechtlichen Krankheiteil im Jahre 1910 verstorbenen Personen: Während diese Todesfälle im Alter von 5—20 Jahren abnehmen, tritt im Alter von 20— 30 Jahren wieder eine Steigerung der Todesfälle au geschlechtlichen Krankheiten ein, um dgim allmählich abzuflacheu. Leseabende. Groß-Lichterfelde. Dienstag, den IS. d. M., abends 8t/z Uhr, bei Wahrendocf, Bäkestr. 7: Vortrag der Genossin Demmning. Mit- gliedsbücher sind mitzubringen. Vollzähliges Erscheinen er- forderlich. Versammlungen— Veranstaltungen. Berein für Frauen nnd Mädchen der Arbeiterklasse. Die Besichtigung des städtischen AshlS für Obdachlose kann Umstände halber erst Anfang Mai stattfinden. Mocken-Spielplan cler berliner Ckeater. Köntgl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Der Rosenlavaücr. Dicnslag: Madama Buttcrfly. Mittwoch: Die Meistersinger von Nürnberg.(Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Margarete. Freitag: Der Rosenkavalier. Sonnabend: Der Traum. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Rigoletto.(Ansang Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Freund Fritz. Montag: Der große König. Dienstag: Penthesilia. Mittwoch: 1812. Donnerstag: Der große König. Freitag: Freund Fritz. Sonnabend: Götz von Bcrlichingen. (Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Der große König. Montag: 1812.(Ansang 7>/, Uhr.) Lcssiug-Theater. Sonntag: Das Friedenssest. Montag: Klein Eyols. Dienstag: Glaube und Heimat. Mittwoch: Das FriedcnSfcst. DomierS- tag: Gudrun. Freilag: Wenn wir Toten erwachen. Sonnabend und Sonntag: Das Friedenssest. Montag: Einsame Menschen.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: George Dandin. Montag: Viel Lärm um Nichts. Dienstag: George Dandin' Mittwoch: Faust I. Donners- tag: George Dandin. Freitag: Faust II.(Ansang C1/» Uhr.) Sonnabend, Sonntag und Montag: George Dandin.(Ansang 7'/, Uhr.) Kaininerspiele. Sonntag: Der Arzt am Scheidewege. Montag: Eine glückliche Ehe. Dienstag: Gatoün. Mittwoch: Eine glückliche Ehe. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Eine glückliche Ehe. Sonn- abend: Der Arzt am Scheidewege. Sonntag und Montag: Sumuru. (Ansang 8 Uhr.) Berliucr Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Einer von unsere Lcut'. Allendlich: Große Rosinen. Sonntag, 2l. Aprit, nachmittags 3 Uhr: Bummelstudenten.(Ansang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Sonntag: Judith. Montag: Das Familien- lind. Dienstag: Juditb. Mittwoch: Alt-Heidelberg. Donnerstag: Judith. Freitag: Nathan der Weise. Sonnabend und Sonntag: Der Turm des Schweigens. Montag: Das Familienkind.(Ansang 8 Uhr.) Koiniiche Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends bis Donnerstag: Ein ausgelegtes Geschäft. Freitag: lOpernabcnd. (Ansang 7'/- Uhr.) Sonnabend und Sonntag: Ein ausgelegtes Geschäft. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Montag: Ein aus- gelegtes Geschäft.(Ansang 8 Uhr.) Kursürstcn-OPer. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag: Der(Schmuck der Madonna. Montag: Das goldene Kreuz Der Dorfbarbier. Dienstag: Tiefland. Mittwoch und Donnerstag: Der Schmuck der Madonna. Freitag: Die vertaustc Braut Sonnabend: Oberst Chabcrl.(Bnsang 7'/, Uhr.) Sonnlaguachmittag 3 Uhr: Tiesland. Abends und Montags: Oberst Chabert(Ansang 8 Uhr.) Kleines Tfteater. Sonntag und Moiitagnachnnltag 3 Uhr: Angele. l. Klasse. Sonntagabend: Lottchens Geburtstag. Geich und Fanny Elgler. Hockenjos. Montag, Mittwoch, Freitag und Somftag: Tanzmüuse. Diens- lug, Donnerstag, Sonnabend und Montag: Lottchens Geburtstag. Geich und Fanny Elßler. Hockenjos.(Ansang 8 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Leibgardist. Neues Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Der Vogelhändler. Allabendlich: Der liebe Augustin. Sonntag, 21. April, nachmittags 3st, Uhr: Ter Vogelhändler. Abends und Montag: Der liebe Augustin.(Ansang Schiller-Thcatcr v. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Probe- kandidat. Abends: Der Pfarrer von Kirchseid. Montag: Ladh Wwdermeres Fächer. Dienstag: Der Kouipagnon. Mittwoch: Lady Winderniercs Fächer. Donnerstag und Freitag: Der Kompagnon. Sonnabend: Grästu Lea. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Prubelandidat. Abends: Der Kompagnon. Montag: Die Jüdin von Toledo.(Ansang 8 Uhr.) Scknller.Thcater Gharlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends: Lady Winpcrmeres Fächer Montag; Die Jüdin von Toledo. Dicuslag: Der scharje Junker. Mittwoch: Die Jüdin von Toledo. Donnerstag Der scharst Junker. Freitag: Die Jüdin von Toledo. Somiabend: Lady Windermercs Fächer. Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Don Carlos. Abend«: Die Jüdin von Toledo. Montag: Lady WindarmereS Fächer.(Ansang 8 Uhr.) J-rirdrich- iÄilhclmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnach- mittag 3>/, Uhr: Johannisseucr. Abends, Dienstag, Donnerstag, Sonn- abend und Montag: Erneito Alcancs. Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag: Husarensieber.(Anfang 8 Uhr.) Nesidenz- Ttzeatcr. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Bis auf tveiteres täglich:-Alles für die Firma. Sonntag, 2t. April, nachmiltag 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin.(Anfang 8 Uhr.) Theater in der Köuiggrätzcr Strafte. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Fallissement. Täglich abends: Die süns Franlsurter.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3'/, Uhr: Wiener Blut. Allabendlichst Die schöne Helena.(Ansang 8 Uhr.) Thalia- Theater. Allabendlich: Autolicbchen.(Ansang 8 Uhr.) Lnstspieldaus. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Die Damen des Regiments. Allabendlich: Das lauschige Nest.(Ansang 8 Ubr.) Neues Lperetten-Thcater. Sorniiagiiachmittag 3 Uhr: Der Gras von Luxemburg. Abends täglich: Der Mädchcnmarkt.(Ansang 8 Uhr.) Trianou-Theater. Sonntaguachmstlag 3 Uhr: Mein Labh. Abends nnd bis aus weiteres täglich: Der Ehemann am Fenster. Ein angebrochener Abend.(Ansang 8 Uhr.) Rose>Thea»cr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Gefangene von Zcnda. Sonrnag und Montag: Es gibt nur ein Berlin. Dienstag, Mittwoch. Don- ncrstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: 5 X 100 000 Teufel. (Ansang 8 Uhr.) Luiscu-Theater. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Die Grille. Allabcnd« lich: Ich lasse Dich nicht.(Anfang S Uhr.) Neues Volküthcatcr.(Neue Freie Volksbühne.) Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag: Der Königsleutnant. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Der Meister.(Ansang 8'/, Uhr.) Casiuo-Tbeater. Sonntagnachmiitag:i'/3 Uhr; Unsere lieben Frauen. Abends täglich: Die lustige Strohwitwe(Ansang 8 Ubr.) Meeropol- Tbcaier. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. Allabendlich: Die Nacht von Berlin.(Ansang 8 Uhr.) Folie» Guprice. Allabendlich: Der Polizeihund. Das Broadway- Girl. Sein letzter Wille.(Anfang S'/t Uhr.) Hcrrnseld Theater. Allabendlich: Wie man Männer bessert. Der Hansteufel.(Ansang 8 Uhr.) WalhaUa. Soimtagnachmitlag 3V, Uhr: Die größte Sünde. All- abendlich: Menschenrechte.(Ansang 8>/, Uhr.) Apollo> Tbearer. Sornitagnachmittag 3'/, Uhr und abends täglich: Spezialitäten(Ansang 8 Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmiltag 3'/s Uhr: Große Vorstellung. Täglich: Gala-Porstellung.(Ansang T/, Uhr.) Zirkus Schuiuann. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Große Vor, stellniig. Allabendlich: Kala-Vorstellung(Ansang 7'/, Uhr.) Zirkus Tarraiaui. Somttagnachmiltag 3 Uhr: Große Vorstellung. Allabendlich: Gala-Vorstellung.(Anfang 7';, Uhr.) Passage- Theaeer. Soimtagiiachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Tag. lich: Spczialitäicn.(Zlnsaiig 8 Uhr.) Carl-Haperland-Ttzrater. Täglich: Spezialitäten.(Ansang TL Uhr.) Iiitimes Thcaier. Täglich: Der Brandsiister.(Ansang 8'/, Uhr.) Win», rgarte«. Täglich: Spczialitälen.(Ansang 8 Uhr.) Sonniag- nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Reichshalleu-Theater. Täglich: Stcttiner Sänger.(Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr.) Königstadi-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Anfang 8 Uhr.) Urania- Tdenier. Taubenltr. i8/iä. Täglich: Weltbäder an europäischen Küsten.(Ansang 8 Uhr.) Sternwnrte, Jnvalidcnitr. 57—62. Huq aller Melt. pariser Aloknungselencl. AuS Paris schreibt man unS: Muß man. um von Greuel und Mord zu erfahren, in der Sensationsrubrik der Nachrichtenpresse die Chronik des Automobilbanditenlums verfolgen? Es gibt Mord« greuel, hinler denen kein Gendarm, kein Staatsanwalt und kein reporternder Sherlock Holmes her ist, ein höchst legales, nötigenfalls unter behördlicher Assistenz besorgtes Zertreten von Menschenleben, blutrote Tage im Kalender des bürgerlichen ProfitjahrS... Von einem einzigen Tage, dem Dienstag, berichtet die„Humairits" über folgende Austreibmigen zahlungsunfähiger Mieter: Hinter dem Pantheon, in der Aue de la Nontagne-Samte-Genevicve, weigerte sich Frau Bisson, eine mit vier Kindern und einem vo« ihr unterhaltenen 81jährigen Großvater lebende Witwe, ihre Wohnung zu verlassen. Ihre Möbel wurden auf dre Straße gesetzt. Man brachte sie nach dem ehemaligen Sprlak du Pitiö.- In demselben Stadtviertel, Rne Buffon 47, � traf dasselbe Schicksal eine Frau mit fünf kleinen Kindern. Frau Crncy, die für ihre 72 j ä h r i g e M u t t e r und ihre Schwester zu sorgen hat. Die obdachlosen Leute fanden nti der Pitiö Unterkunft. Aus demselben Hause wurde die Familie Gauthö mit drei Kindern aufs Pflaster gesetzt.— In eben demselben 5. Arrondissement wurde der 70jährige Greis L a h a y e in der Rue de la Pitis und eine ledige Mutter in der Rue Pascal. anslogicrt.— Im Vorort VaurcS fand die von ihrem Hausherrn aus« getriebene Frau Jean-Pierre keine Unterkunst. Sie mußte m i t ihren vier Kindern ans der Treppe schlafen» während ihre Möbel vor dem Tor standen.... Und so gebt die Serie weiter in schrecklicher Monotonie. Doch nein t ein grellerer Ton schrillt auf: Auf der Höhe von Belleville. Rue Mouraud Nr. 15 wohnte das Ehepaar Ponssin mit sechs Kindern. Sie sollten Dienstag die Wohnung verlassen, aber alles Bemühen, eine neue Wohnung zu finden, war vergeblich gewesen. Welcher Hausherr will eine Proletalierfamiiie mit sechs Kindern beherbergen? Der neue Mieter kam und die Poussins niußten den Platz räumen. Ihre Einrichtung wurde auf die Straße gestellt. Eines der Kinder hatte Blasern und der Arzt hatte dringend untersagt, es ins Freie zu bringen. Aber das„Recht" des Eigentümers siegte. Der Polizeikommissär des Bezirks wies der Familie einen Schuppen an. der aber bei dem eisigen Winde leinen Schutz bot. Das kranke Kind erfror! Dann erst wurde für die Lebenden ein besseres Quartier ausfindig gemacht.... Alles dies hat sich an einem einzigen Tag, unmittelbar nach dem christlichen Osterfest, da die Frommen vor dem AuferstehungSivundcr des gemarterten Mcnschensohnes inbrünstig erschauert waren, in der reichsten, üppigsten Stadt, wo die reichen Müssiggänger der ganzen Welt Millionen für die Befriedigung ihrer Vergnügungssucht und Eitelkeit verprassen, zugetragen. Und es trägt sich überall in den Ländern der kapitalistischen Kultur z», in Monarchien und Republiken, in konservativen wie in fortschrittlichen„Vaterländern". Um der Heiligkeit des Eigentums willen müssen Greise und Blinde das schützende Dach über dem Kopfe entbehren und kranke Kinder er« frieren._ Ungliicksfahrt des Luftschiffes Schütte-Lanz. Das in Rheinau stationierte Luftschiff Schütte-Lanz unter« nahm gestern niittag seine erste Fahrt in diesem Jahre. Nach ver« schiedencn sehr schönen Manövern ging das Luftschiff plötzlich hinter Bruehl auf den Schwetzinger Wiesen, wie es heißt, infolge Steuer« und Motordefekts nieder und zwar so rasch, daß es sich mit der vorderen Gondel und der Spitze in die Erde eingrub. Die Personen, die sich in der vorderen Gondel be« fanden, wurden herauSgcworsen, darunter auch Professor Schütte. Der Monteur Jakob Gotting erlitt, wie die „Schwetzinger Ztg." meldet, e i n e n R i p p e» b r u ch u n d B r u st.» korbverletz u n gen und mußte ins Schwetzinger Krankenhaus gebracht werden. Die anderen Insassen blieben unverletzt. DaS Luft« schiff stieg sodann, nachdem der ganze Wasscrballast entleert worden war, wieder sehr rasch in die Höhe, worauf auch der andere Motor versagte. Das Luftschiff wurde über den Rhein ge- trieben nnd landete bei Altrip auf pfälzischem Boden 400 Meter vom Strom entfernt. Man beabsichtigt, das Luftschiff durch Militär- Mannschaften mit Hilfe von Seilen über den Rhein zu befördern. Nach der unfreiwilligen Landung bei Nohrhof be- fanden sich in den beiden Gondeln nur sechs Personen, darunter Kommerzienrat Röchling, der mit einigen leichten Haut- abschürfungen davongekommen ist. Die Osterbeichte. Recht sonderbare Erlebnisse machte, wie wir der Danziger „Volkswacht" entnehme», eine Arbeiterfrau G r o h t aus Lang» fuhr, als sie am 4. April in die dortige katholische Kirche zur Beichte ging. Der amtierende Vikar erklärte der Frau:„Ich kenne meine Vögel schon an den Federn. Du warst nicht in der Kirche und hast auch nicht gefastet. Da kann ich Dir die Lossprechung nicht geben. Komme in zwei Monaten� wieder!" Die Frau er- widerte:„Wenn Sie mir die Lossprechung nicht geben können, gehe ich zum evangelischen Pfarrerl" und verlangte ihren Beicht« z eitel, der 25 Pfennige gekostet hatte, zurück. Der Vikar: „M ach daß Du rauskomm st. sonst laß ich Dich durch den Küster hinausschmeißen!" Der Geistliche rief indessen nicht den Küster, sondern besorgte das Hinauswerfen per» fön lich. Während dem er die Frau hinauszerrte, rief diese: „Hier wird man nicht behandelt wie von einem Geistlichen, sondern wie von einem O.... n I" Nun schlug der Vikar die Frau ins Gesicht, daß sie blutete. Von der Frau ist, da der Vorgang in Gegenwart von Zeugen stattfand, Strafantrag gestellt. Der Vikar ist ganz plötzlich verreist. Man erzählt, er sei nach Deutsch-Eylau versetzt._ Kleine Notizen. Arbeiterrisiko. Von einem Neubau in S t o l p in Pommern stürzte der 67 Jahre alte Zimnierpolier Gustav Vandersee vom vierten Stockwerk herab und verstarb auf dem Woge nach dem Krankenhause. Die Schuld trifft den Unternehmer, der keine Schutzvorricktun g hergestellt hatte. Drei Schulknaben ertrunken. Ein böseS Ende fand eine Kahn- fahrt, die drei Sckulknabcn auf der Nogat unternahmen. Das Boot kam kurz hinter der Lrtsckaft B l il m st e i n zum Kentern, so daß die drei Knaben ins Wasser fielen. Ehe Hilfe gebracht Ivcrden konnte, gingen die Kinder in den Fluten unter und er« tranken. ES handelt sich um drei Arbeilersöhne. Die Leichen konnten noch nicht geborgen werden. Schwere Bluttat. Eine junge serbische Studentin, Willicka P o p a d i c aus Nancy, die zum Besuche in Paris weilte, wurde in der letzten Nackt ans dem Heimwege im lateinischen Viertel von einem jungen Radfahrer überfallen und durch einen 3! e v o l v e r s ch u ß getötet. Schutzleute verfolgten den Mörder, der noch weitere Schüsse abgab, ohne jedoch jemand zu treffen. Die Polizeibeaintcn erwiderten die Schüsse, und der Verbrecher stürzte, tödlich getroffen, vom!)t a d e. Man glaubt, daß er ein russischer Student ist. Abgestürzte Militärflieger. Die französische Mititäraviatik hat wieder zwei schwere Fliegerunfällc zu beklagen. Bei L a i m o n t ist Leutnant B o n c o u r mit seinem Apparate abgestürzt und getötet worden. In der Nähe von M a l m a i s o n ist der Leutnant S e n s e v e r aus einer Höhe von 20 Metern abgestürzt. Der Flieger, der lebensgefährliche Verletzungen davongetragen hat, wurde in das Krankenhaus von D o u a l gebracht. An seinem Auf- kommen wird gezweifelt. Dynamitexplosion in Spanien. In Canfranc, Provinz Huesca, sind Dynamitpatroncn, die zur Tunnelfprengung verwandt werde» sollten, explodiert. Zwei Arbeiter wurden getötet, sechs verwundet. Marktbericht von Berlin am 12. April I91S. nach Ermittelung des königl. Polizeipräsidiums. M a r t l h a l l e n p r e i s e.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Evbicn, gelbe, zum Kochen 34.00— 50,00. Speiicbohiien, locifec, 35,00— 56,00. Linsen 10,00—80,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 8.00— 12,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, uo:: der Keule 1,69—2,40. Äindfleisch. Bauchileiiai 1,30— 1,80. tochiucmcflciich 1,40—1,00. Kalbflclfch 1.40—2,60. Hammelfleisch 1,40—2,20. Butter 2,60—3,20. 60 Stück Eier 3,00-6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,10—2,40. Aale 1,50— 3,20. Zander 1,60—3,60. Hechte 1.40—2,80. Barsche 1,00-3,00. Schlei- 1,00-3,20. Vl-ie 0,80-1,50, 60 Stück Krebst 4,00-30,00. Lcipzi�crstr-i32-3? HÖI1tftStrdSS«3l 32 am Bahnhof HUxanderplatz. G.M.B.H Versand-Abteilun�t Berlin W. 66, Leipziger Str. 132/37 Die Firma A. Wertheim hat zu Shnlich lautenden Firmen Heinerlei Beziehungen Montag, Dienstag, Mittwock zu extra-Preisen; Roswitbakrstr. 28-31 0ratiKnstras5C52-55 Grosser Seidenstoff' 6.00 für Kostüme "Lyoner Taffet-changeant co. 100 bis 110 cm breit........ Mir. *Lyoner Taffet.�tr. 6.25 ♦Taffet Jaspe raye � 80 �'gjj* 6.50 *Armure pointeile 0fti 70 cm � 8.00 ""Taffet Jaspe e». 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Zlbe: das Reichsgericht hat die Aufforderung zum Generalstreik als eine strafbare Handlung erklärt, indem es folgende Aufforderung vcr- trat: Ein Generalstreik kann nicht ohne Aerlragsbruch iNichtinne- baltung der Kündigung) ins Werk gesetzt werden. Wer zum Generalstreik auffordert, fordert damit zum Vertragsbruch, also zum Ungehorsam gegen Gesetze auf und muh deshalb bestraft wer- den.— Diese Auffassung des Reichsgerichts wird zwar von an- erkannten Autoritäten der juristischen Wisscnschast als unhaltbar angefochten, aber sie ist nun einmal für die Richter maßgebend und die Staatsanwälte tun das ihrige, um Verurteilungen auf Grund dieser Auffassung herbeizuführen. Auf diese Weise ist auch der Redakteur Köhler auf die Anklagebank gekommen. Er zeichnet ver- antwortlich die sozialrevolutionärc Wochenschrift»Der Pionier". Dies Blatt brachte am cU. Januar d. I. einen Artikel unter der Ucberschrift:..Tie drei Säulen des kapitalistischen«taatcs". Der Artikel vertritt die bekannte Ansicht der Anarchistcit, wonach die kapitalistische Gesellschaft nicht anders als durch die direkte Aktion beseitigt werden kann. Polizei, Kirche und MilitariSntus werden als die drei Säulen des kapitalistischen Staates bezcickmet und die Arbeiter aufgefordert, revolutionär gegen sich selbst zu sein, zur Dat, zur Arbeilsrnbc zu schreiten, der Kirche den Rücken zu kehren und mit dem militärischen Kadavergehorsam zu brechen. Der Artikel bewegt stck nur in allgemeinen theoretischen Ausführungen und bat keinen bestimmten Fall im Auge, der etwa zum Anlaß der Arbeitsniederlegung gemacht werden soll. Gleichwohl bat die Staatsanwaltschaft eine Aufforderung zum Generalstreik heraus- gelesen aus den Worten, welche besagen, die Arbeiterschaft müsse zur Tat, zur Arbeitsniederlegung schreiten, sowie aus den Worten: »Auf und wollt!" mit denen der Artikel schließt. Tie Vcrhaitdlung gegen Köhler fand gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I statt.— Der Staatsanwalt beantragte den Ausschluß der Oeffentlichkcit wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Holpert, widersprach dem Antrage. Es liege kein Grund vor zu der An- nähme, daß die öffentliche Ordnung durch Verlesung deS Artikels gefährdet werden könne. ES gebe doch nicht an, daß man bei jedem politischen Prozeß mit dem Hinweis auf die Gefährdung der öffcnt- lichen Ordnung die Oeffenllichkeit ausschließe und ihn dadurch zu einer häuslichen Angelegenheit der Justiz mache.— Das Gericht lehnte den Antrag des Staatsanwalts ab. Es wurde also öffentlich verhandelt. Zum Beweise dafür, daß ein unbefangener Leser eine Auf- fordcrung zum Generalstreik in dem Artikel nicht finden kann, � wurde Fritz Kater vernommen, und Hellmut b. Gcrlach gab� als j Sachverständiger sein Gutachten dahin ab, daß die deutschen Anarchisten eine kleine Gruppe von Ideologen seien, die nicht daran denken, ibre Ideen mit Gewalt zu verwirklichen. Ter General- streik könne auch ohne Verletzung der VeriragSpflichten durchgeführt werden. Ter Staatsanwalt charakterisierte die anarchistische Bewegung so: Im Gegensatz zur Sozialdemokratie, welche den Sozialismus verwirklichen will durch rechtmäßige, gesetzliche Mittel, wollen die Anarchisten dasselbe Ziel erreichen durch die direkte Aktion; das ist ein Handeln gegen das Gesetz und obne das Gesetz. Die direkte Aktion, der Generalstreik, das ist Einstellung der Tätigkeit sämt- licher Lobnarbeiter, mit einem Sckilage, unvermutet, plötzlich, auch unter Verletzung der Kündignngspflicht. Gerade in dem plötzlichen Hereinbruck des Generalstreiks liegt ja seine Wucht und Stoßkraft. Wer zum Generalstreik auffordert, der fordert zum Vertragsbruck, also zum Ungehorsam gegen Gesetze auf. Das hat der Angeklagte getan, er mutz deshalb bestraft werden. Ein Monat Gefängnis erscheint angemessen. Rechtsanwalt Dr. Halpcrt führte u. a. auS: In den Artikel wird etwas hineingetragen, was gar nicht darin siebt. Diese Methode erinnert an die Worte Goethes:»Legt ibr nicht aus, fo legt ihr unter." Tie Auffassung, daß die Anarchisten Bomben- schmcißer sind, ist längst überwunden. Der Staatsanwalt bat nun die Auffassung vertreten, daß die Anarckisten nur mit ungesetzlichen Mitteln arbeiten. Er hat Partei ergriffen für die Sozialdcmo- kratic, von der er sagt, sie arbeite mit gesetzlichen Mitteln. Es ist noch gar nicht lange bcr, daß man die Sozialdemokratie mit der- selben vorgefaßten Meinung ansah, mit der der Staatsanwalt heute die Anarchisten betrachte. Ter AnarchiSnuis ist eine Weltanschauung, die zu Vertreter jeder das Recht bat. Wir teilen sie nicht, aber wir sitzen auch hier nicht über Weltanschauungen zu Gericht, sondern haben nur zu fragen, ob der Angeklagte eine straf- bare Handlung begangen bat. Die Aufforderung zum General- . streik ist nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts nur dann straf- ' bar, wenn er unter Vertragsbruch ins Werk gesetzt werden soll. � Die Auffassung, welche der Staatsanwalt vom Generalstreik bat, ist eine utopistische Idee. Man kann doch nicht Millionen von Arbeitern zur gleichzeitigen Arbeitsniederlegung bewegen, ohne die Sache vorbcr zu besprechen, so daß also die Möglichkeit der Kündigung immer noch gegeben ist. Von einem Generalstreik, wie ihn der Staatsanwalt aufsaßt, steht nichts in.dem Artikel. Das kann man nur mit der Brille des Verdachts hineinlcscn. Davon aber wollen wir uns fernhalten. Ich beantrage die Freisprechung des An- geklagten./ Nach längerer Beratung des Gerichts verkündete der Vor- sitzende das Urteil: In den,?lrtikcl hat das Gericht eine Auf- fordcrung zur Arbeitsniederlegung unter Kontrak'.bruch nicht er- blicken können, deshalb wird der Slngeklagte freigesprochen. Verfehlungen eineS Bureauvorstebers lagen einer Strafsache zugrunde, welche gestern die 7. Straf- kammer des Landgerichts I beschäftigte. Aus der Untersuchungs- Haft wurde der frühere Bureauvorstcher, jetzige Geschäftsreisende Bincenz Ollis vorgeführt, um sich wegen Unterschlagung und Bc- trugcs zu verantworten.— Ter Angeklagte war seit dem Jahre 1908 in dem Bureau deS Justizrats B. und später in dem Bureau der Justizräte D. und B. als Vorsteher angestellt gewesen. Wie sich später herausstellte, hatte er sich in diesen Vertrauensstellungen die schwersten Verfehlungen zuschulden kommen lassen, indem er teils von den Mandanten gezahlte Vorschüsse an seine Chefs nickt abführte, teils auch direkte Betrügereien gegen diese beging. In cinein Falle ließ er sich von dem tgl. Steinpclverteiler Nagler ein Tarlcbn von 209 M. geben unter der falschen Vorspiegelung, sein Chef, Justizrat D., babc versehentlich kein Geld hinterlassen.— Aebnlichc Schwindeleien verübte der Angeklagte auch in Diissel- darf und Halle. Wegen dieser Straftäten wurde Ollis von dem Landgericht Düsseldorf zu 1 Jahr und tz Monaten Gefängnis ver- urteilt. Die Strafkammer erkannte wegen der jetzt noch zur An- klage. stehenden Straftaten auf eine Zusatzstrafe von K Menatcn Gefängnis._ * Arbeiter-Tamariterbund. Kreis Brandenburg. Lcbrabend haben in dieser Woche: Berlin. 2. Ablcilung Montag bei Tose, Brunnensw. 154, abends 8'/. Uhr. Neukölln. Freitag: Jdealpassage, Wcichsclstrahe S, abends 8-/- Uhr. Spandau. Jeden Mittwoch bei Pecziles, PichelSdorser Straße 5, abends 81/, Uhr. N o w a w c 5. Jeden Freitag in der Fortbildungsschule, abends 8'/, Ubr. Marien dors. Montag bei Löwenhagcn, Ehausseestr. 27, abends 8'/, Ubr. Schöne weide. Jeden Montagabend 8'/, Uhr, SiemenSstr. 12. Friedrichshagcn. Jeden Donnerstagabend 8 Uhr im Jugend» heim, Friedrichilr. 6(1. 2. Hof. Neue Mitglieder können an den Lchrabendm eintreten. O.uittuilg. Für den Berein Arbeiter-Jugcndbeim gingen bei dem Unlcr. zeichneten ein: 13,45 von den Genossen des nochmaligen 71g. Bczirls. 2,25 vom Personal der Finna Galvanoplaslik-Gescllschalt. 22,65 aus der aulgchobcncn Scchserlasse der Lackierer und Anstreicher der Trwbinenfabrik, Abteilung Hofsmann. 1,55 von Arthur Baldaus. 15,00 von den Maschinenbauern der Finna Flohr, Berlin. 7,75 Sammlung des 375. Bezirks, Teil t, 4. Kreis. l2.l0 Kränzuberschutz von den Kollegen deS Werkzeugbau der Turbmcnsabrik. 20, 00 von den Arbeitern von Panzer. 2,15 Kranz über- schütz durch Hanke. 25,00 Turbinensabrik, Abtciwng Tischlerei. 12,10 lieber- schütz der Kranzspende tzellinann. 13,60 von den Kollegen der Firma R. Weber u. Co. 10,00 von den organisierten Haiisdienent der Finna Peel u. Cloppenburg onstatt des Märzkranzes. K. N o s e n f c l d, An der«pandauer Brücke 1». dUvi�HT iwußku Wliltß' Cß&iSV', MCWIW /mouv rStbw öjttßotßi' I Einen guten festen Stift haben Sie, wenn Sie Grintttl$ Triepel fordern. Bester Nordhäuser Kautabak. Stange 5 Pfg.— Rolle 5 und 10 Pfg. Zigarren GeiegenheilsposteiisürRestauratcure>,. Händler v. 20 M. auswärts.(11— 1 Uhr u. 5—7 Ubt.) Schreiner& Co., Schickt»rftratze 5._ ♦ Abendkurse Barlin, Xeanderstr. 3 Technikum, Bauschule. Direktor; Königl. Regie- rungs- Bauxoeiiiter a. D. Arthur Werner, Inhaber. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PriiizenslF. 41, ÄplS, 10— 2. 5—7. 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Mcttopvl-Theater: Die kleinen Lämmer.— Dorothea. Trianon-Thcatcr: Mein Baby. Neues Operelten- Theater: Der Gras von Luxemburg. Theater in der Königgrätzer Straß?: Ein Fallissement. Kleines Theater. Angele.-- Erster Klasse. Abends 8 Uhr: Neues Bolls-Theater: Der Königs- leutnant. Abends 8'/, Uhr: Neues Voiks-Thcater. Montag, Mit- ivoch, Frcitög: Der Königsleutnant. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Der Meister. Hochschule in Charlotlenburg: Sonn- abend: Geographie und Liebe. Lciijller-IIieslero.�em-u Sonntag, nachm. 8 Uhr: ldvi- l'robekaiKlidsit. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Plarpcrvon Kirchfeld Montag, abends 8 Uhr: I/ttdy'V'H'indci-mercs Fächer Dienstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: _ Der lioM:p»(rnon. Schiller-Theater Sonntag, nachm. 3 Uhr: v«»i, Oanl»». Sonntag, abends 8 Uhr: l-sdyl-Vindcnncrc«» Fächer Montag, abends 8 Uhr: Die-lädi» von Toledo. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Ncharfe Janker. Theater des Westens. Abends 3 Uhr: Die schöne Helena. Sonntag 3'/, Uhr: Vilono? Slot. Nesidenz-Theater. Direktion Richard Alexander. 8 Uhr: Alles für die Z�irma. Schwant in 3 Akten von M.Hennequin und G. Mitchell. Morgen u solgende Tage: Alles für die Firma. Sonntag, 14. April, nachm. 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin._ Neues Theater. AbendS 8 Uhr: Der liebe Anaustin. Sonntag 3'/, Uhr: Der Vogelhiindlsr. Berliner Theater. Abends 8 Uhr; Grotze Rosiueu. Theater in der Königiirätzer Straße Abend« d Uhr: Die S Frankfurter. Metropol-Tlieater. Nachmittags 3 Uhr; Dorothea. Die kleinen Lämmer. llbends 8 Uhr: Rauchen gestaltet. Die Nacht von Berlin! Große Jahresievue in 7 Sildeni von Jul. Freund. Musik von B. Holländer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. � Luisen-Theater. He nie und solgende Tage: Ich lasse Dich nicht. Sonma» nachm. 3 Uhr: Die Grille. Urania. Wissenschaftliches Theater 8 Uhr: Weitbäder an europäischen Küsten. (Von Hamburg bis Ufisabon.) Moutag 8 Uhr: Weltbäder aneuropäischen Küsten. (Von Hamburg nach Lissabon.) Sternwarte, luvalidenstr. 57— 82, Mittwoch, den 17. 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Täglich 8'/, Uhr: Die©aifon-öchlagcr Der Polizeihund. as Broadway-Girl. Verein{OrFrauen u. Mädchen der Arbeiterklasse Montag, den 15. April, abends 8'/, Uhr, in Seilers»Nene Philharmonie", Köpenicker Str. gg/g?. Reuter- Ahend. Einleitender Vortrag und Rezitation: l)r. Eirnst Zander. Gäste, Männer und Frauen, willkommen. 53/8 Der Borftand. Konzert der Thil(fta Chore (Wiederholung des Oster'Konzerts.) 60/10* SOO Sänger (Gesangver. Namenlos, Männerchor Ost, Sängerchor Wedding. M. d. D. A.-S.-B. Gau Berlin.)— Chormeister; Emil Thilo Sonnabend, 20. Aprils Brauerei Friedrichshaiu am»»ai»-««.-. Mitwirkende: Frau Joh. Kiß, Alt.— Herr Emil Kähne, Mitgl. des Deutschen Theaters, Hoidtationon.— Berliner Konxertorcheeitcr(50 Musiker) unter Leitung des Musikdirektors ft'r. v. Ulon. Zur Aufführung gelangt unter anderem: Erntelied'" und„Columbias" von O. Fried von Becker Melodrama für Chor, Orchester und Kezitation. — Anfang pünktlich 81/, Uhr...... Eintrittskarten OO Pf., an der Kasse 75 Pf. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Eintritt. Nach dem Konzert: BALL in den drei Säloa. 99 ZB Gesangverein„Kreuzberger Harmonie" Mitgl. d. D. Arb.-Säng.-Bds. Chormeister: Franz Bolhe. Sonntag, den 21, April, in MSrners Festsälon, Koppenstraße 29(früher Keiler): KONZERT unter Mitwirkung der Konzertsängerfn Fräulein Elisabeth Böhm und des Berliner Slnlonic Orchesters— Dirigent: Maximilian Fischer. Eintritt 40 PI. [60/16] Anfang 6 Uhr. Jf „Clou" Mauerstr. 82 II c n t e Anfang 41/, Uhr Berliner Ronzertbaus. Zimmerstr. 90/91. Qr. 3)oppelUonzert. A. Ornf, Obennusikmst. m. d. Musikc. d. 2. Garde-Regiments z. F. Musiko. d. Kais.-Frz.-Grde.-Gren.-Regts. Musikm. Adolf Becker. MontTührnabendspf1 Cr. Wohllällgkells- Konzert. Mitwirkende: �«hSNN StPauß aUS u«' Musikc. d. 1. Grde.-Drag.-Regts. Dirig. Oberm. Daarz. Kart, ä 50 im Vorverkauf im„Clou", A. Wertheim und Bote& Bock. Kassenpreis 75 Pf.— Passepartouts u. Vorzugskarten haben Montag, den 15. er., keine OUItigkelt. 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Waren-Konto,,. 3. Debitoren-Konto.. 4. Utensilien-Konto.. Kredit. M. 1. Kreditoren-Konto... 4238,31 2. Genossenschastskapital- Konto....... 3519,69 3. Notstand-Konto.... 8500,— 4. Rcservesonds-Konfo., 400,— 5. Produkts onssondS-Konfo. 2500,— 8. UebertragS-Konto... 122,89 19280,89 Die Mitgliederzahl betrug am 25. Februar 1911 8. Ausgeschieden ist 1 Mitglied. Eingetreten ist 1 Mitglied. Die Mitglicderzahl betrug somst am 31. Dezember 1911 8. Höhe der Hastsumme 400 M. 104/4 Der Verstand. SS. Wüsthof. H. Huxho». M. 450,30 4022.75 14503,— 304,84 19280,89 """■ Berlin, Altelakobstr. 124.' Elektro-Teebnikuml gegr. 1874. Eig. Fabrik. Elektro-, Maschinen-, Bau-, Ingenieur-, Techniker-, Werkmeister-, Mon- teur-Ausbild., Maschinenlabora- torium. siguösAbsnlI>lui8li8.! I peoep. frei 2. Sodramm. Ver-8loss-bsl! Fertige Anzug oder Paletot nach Maß, von 29 M. au. gute Zutaten, aus Rofthaar. 2 Anpr. Garantiert tadelloser Sin. 65/47 !!Von meinem Ltokk!! 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SozialdeinokralischeFWstilyerfiiii des 6. Herl. Reicbslags-ffalilkreiSES. Am 12. d. Mis. verstarb unser Genosse, der Zuschneider Max Hscker Ackerstrasie 35. ssehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. April, nach- mittags 2 Uhr. vom Trauerhausc, Ackerstrasie 35, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/19 Ter Borstand. Verbsnil der Sattler und Portefeuiller, 0rtsZZ',una Den Kollegen hiermit zur Nach- richt, dasi unser Mitglied, der Portescuiller Max Fischer Werkstatt CS. Schreiber verstorben Ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. April, nach- mittags 2 Uhr. vom Trauer- Hause, Ackerstr. 35, auS nach dem städtischen Friedhof, Seestrasie, Ecke Müllerstrasie, statt. Rege Beteiligung erwartet 157/2 Die Ortsverwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher nsw. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach. richt, daß der Kollege lZustav Jesche am 10. April verstorben ist. Ghre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 14. April,»ach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Setligkreuz-Kirchhoss, Mariendors, ilenacher Sttasie, aus statt. 128/18 Die Ortsverwaltung. VeM der IM- und Steindniekerei-Hillsarbeiter d. irbeiterinoeD Deolseblaiids. ------- Ortsverwnltung Berlin.- Am Freitag, den 12. April, starb nach langen schwerem Leiden unser Mitglied Max Kreisel an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. April, statt. 27)9- Bio Ortsverwaltung. Turnverein„Fichte" Deutseher Bauarbeiter-Verband Xwcijpvereln Berlin. Am 10. April starb unser Mit- glicd, der Maurer Jolmim Krätke (Bezirk Norden 1). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Vlpril, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Zentralsriedhoss in Friedrichs- seide aus statt. Um rege BeteUigung ersucht 83/17_ Der Borstand. IX. Lebrliogsabfellang. Nachruf. Am Montag, den 8. April, schied unser lieber Turngenosse, der Zögling Otto Görlich Oudenarder Str. 4 im Alter von 17 Jahren infolge Ertrinken» im Krummen-See aus dem Leben. Ehre seinem Andenken! 1151b"Der Borstand. mammmommmmmmmmm Am 13. April 1912 entschlief | sanft nach langem schwerem Leiden I mcin inniggclicbter Mann, unser > guter Vater, Sohn und Bruder, | der Klavierbauer Athert Kühnast im 25. Lebensjahre. 65/14 In tiefer Trauer Anna Rlibnast geb. Lewin nebst Kindern, Berlin O,, Thacrstr. 86. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Slprit, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle de« St. Georgen-Kirchhoses, Landsberger Allee, aus statt. An, 11. d. Mts. verstarb im Genesungsheim zu Feldberg unser teuerster lieber Bruder. Schwager. Onlel und Verlvandter, der Liihograph Louis Schädlich im 51. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Berlin, Zwickau, Bielefeld, Buer i. K. 215/7 Zeit und Ort der Beerdigung wird noch bclannlgegeben. Villen Freunden und Bekannten sowie niciner werten Kundschaft zur Nachricht, dasi meine liebe Frau und gute Mutter Ella Marlin nach kurzen, schweren Leiden ver- storben ist. Der trauernde Gatte Eduard Martin nebst Kindern, Gleimstr. 55. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 15. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle der Gethsemane- Gemeinde in Nordend auS statt. 30S Allen Verwandten und Bc- kannten die traurige Nachricht, dasi meine lieb« Frau, Zbuttcr. Schwester, Schwägerin und Tante, Arm» Maris Goeken geb. Bath am Freitag, den 12. April, abends 9'/, Uhr, im 42. Lebensjahr durch einen sansicn Tod von ihren langen, schweren Leiden erlöst wurde. Dies zeigen betrübt an Ferdinand Goeken. Bruno Goeken nebst DcrwandtM f Pappclallce 18. Die Beerdigung findet Dienstag, i Pappclallee 18. crdigung findet J den 16. April, nachmittag« s nqrjij von der Halle de« Friedhos« dof I reircligiosen Gemeinde aus »ans SozialdemokratiscberWalilvereiD des 8. Herl. Reichstags-ffabDcreises. Nachruf, Am 7. April verstarb unsere Genosfin Frau �ugusla Flick Buttmannstrasi«. Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung fand am Mltt woch, den 10. April, statt. 22//18 Der Borstand. DanbsaixunK. flt die Zeichen innigster Anteil- � nähme an dein Tode meines lieben Mannes, unseres guten Vatcre. sprechen wir allen Verwandten und Bekannte»», insbesondere den Kollegen der Firmen Ludwig Locwe u. Co. und St. E.-G. Turbwenbaii, Abt. Gießerei, sowie dem.Männerchor Moabit' und den Mietern Olbeu- burgcr Straße 34 niiscren Dank aus. Wllbclmine Sctaaarscbmidt 11378_ nebst Kindern. Danksagung. Für die Teilnahme an der De- erdigung meines gciiebken Manne« Gtto Nitschke sage Ich allen Kollegen mid Freunden meinen besten Dank. öS Marie Nitschke geb. Wiese, Neiniifendorf. ffestonsTpaneraasazIiij Kxtra- Ab teil iiiii;' 1 1. Gesch.; BerlinW., Mohren | StraBe37a(2. Haus von der 1 Jerusalemer StraBe). III. Gesch.: Berlin NO., GroBe Frankfurt. Str. IIS(2. Haus| von der AndreasstraBe). 1 Sehr gr.Ausw. fort. 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Friedrichsfcldcr Straße 23. Vi. Hanneuiann. Breslauer Str. 8. i». Fricke. Langeitr. 29. IV. -Paul Watschle. AndreaSstr. Iß. -Hermann David. Weidenweg 3. Helene Kolbcrg, Memeler Str. ii. -Paul Peterson, Weidenweg 83. Hermann Kaselow. Fnedenstr. 74. Franz Kriiger. Posener Str. 25. -Iah. Heiden. Weidetiweg 20. -tarnst Vos», Vaigtstr. 6. -Gustav Nräsel. Fnichtslr. 83. Viax Lerche, Tilsitcr Str. 44. -Auguf» Körlin, Rigaer Str. 46. G. Dornow, Wcidenweg 8. -Fohann Liebich. Memeler Str. 7. iLtto Koali». Schrcinerstr. 55. ton Fröhlich. Langeslr. 5«. Schubert, Romintcner Str. 36. B. Spenkoch. Tilsiter Str. go. äbert Zisowski, Tilsiter Str. 76 II. »dolf Pohl, Kopeniikusstr. 3 I. ZIdvlf Löschte, Kl. Andreasstr. 6. -Wilh. Gase. Marlusslr. 27. -Friedrich Kürschner. Fruchtstr. 61. 'Geltings, Zorndorferftr. 3. Ct in£3 0 -0 -1 — 0 — 1 0 Stationen Haparanda Petersburg Zcilly Aberdeen Paris !»=■ 759 754 774 772 775 ri§ cH «f N 23 Still NO Wetter wolkenl IsSchnee wolkig wolkig Woltem' 3 C"* 5« E» wS> —9 -5 8 7 Wetterprognose für Sonntag, den 14. April ISIS. Zunächst vielfach heiter, etwas wärmer, bei ziemlich fristen Nordwest. lichen Winden; später wieder zunehmende Bewölkung mit geringen Niederschlägen. B rliner Weiterbureau. WafferstandS-Rachrtchte» der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Aetterburean. Wasserstand M e m e l, Tilsit P r c g e l, Jnsterburg Weichsel. Thorn Oder, Raiibor . Krossen . Frankfurt ar t h e, Schrimm Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Berby , Magdeburg Wafferstand Saale, Grochlttz Havel, Svandau� Rathenow») Spree, Spremberg») , Bceskow D e s e r, Münde» , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub Köln Neckar, HcilbrotM Main. Wertheim Mosel, Trier l)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. Gar d i n enh awi Gci-iihar«! 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Die Schrift„Wie muss eine Erflnduna für die Verwertung beschaffen sein" gratis» und ebenso bunte Wäsche muß mit besonderer Sorgfall und Vorsicht gewaschen werden, da bei dieser das Kochen fortfällt und eine gründliche Reinigung deshalb bisher nur schwer zu erzielen jyar,, Diese Schwierigkeit wird sofort behoben bei Gebrauch von PERSIL, dessen Eigenart sich gerade hierbei in besonderem Masse bewährt Das Waschen geschieRf wlefolgR Man löst Persil(wieviel, steht auf dem Paket) in lauwarmem Wasser auf; Zusatz von Seife und So3d muß vermieden werden. Sofort nach dem Huflösen bringt man die Wäsche in die Lauge, die nur handwarm, (30— 40 Grad) sein darf, lässt sie'/«—'/» Stunde darin liegen und schwenkt sie während dieser Zeit einige JVlale hin und her. Die Wäsche ist dann fertig. Hierauf flüchtiges Auswaschen in lauwarmem, Wasser; Die Wolle ist rein, locker und weich, aller Geruch nach Schweiß, Schmutz usw., der sonst der Wolle sehr gerne anhaftet, ist verschwunden,(Sa Wolle duftet frisch und angenehm, dabei hat das Gewebe in keiner Weise gelitten und ist nicht filzig. Die Eigenschaft des Persil ermöglicht also eine Reinigung der Wollwäsche, wie sie nach der alten Methode ausgeschlossen ist. Aber nicht die Waschkraff allein ist es, die Persil auch für Wollwäsche uncntbehrficlf macht, sondern vor allem seine Desinfeklionskraft, die ihm eine grosse hygienische Bedeutung gibt. Wollwäsche verlangt in hygienischer Beziehung besondere Aufmerksamkeit, da sie Verunreinigungen wie Fett, Schweiß und ähnliche Stoffe, die die besten Nährböden für Bakterien bilden, hartnäckig festhält und dadurch leicht zum Ueberträger, von Krankheiten wird. Diese Verunreinigungen genannter Art löst und zerstört Persil vollständig. Wissen-, schaftliche Versuche haben ergeben, daß in handwarmer(30—40 Grad) Persillaugc schon nach wenigen Minuten selbst die widerstandsfähigsten Bakterien im Keime gelölet werden. Lauwarme Persillauge steht also an Desinfektionskraft den bekannten Desinfektionsmitteln nicht nach, ohne jedoch deren Giftigkeit und Umständlichkeit im Gebrauch zu besitzen. Wer sich daher vor Ansteckung durch die Wäsche schützen wiß wasche Wotlwäsche nur mit PERSIL! Persil wurde auf der„Internationalen Hygiene-Ausstellung zu Dresden" in Würdigung seiner hervorragenden Eigenschaften als selbsttätiges Waschmittel sowie als Desinfektionsmittel mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet, Erhältlich nur in Original-Paketen, niemals lose. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der alldeliebteq III Verkaufsstellen durch Plakate erkenntlich. Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, _____ Fabrnt-yiederlagc für Berlin nnd Vororte; ,1 oh.S c h m al o r, Berlin üf. 4, TleckxfraBc lt.___ i, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, BerlinFDrücku�Verlag: Vorwärts BuchdruckereFwVerwgSanstalt Paul Singer».Co., Berlin SW. 5r. 87. 29. Zahrglmg. 4 KtiliU des Jorrafitlö" Sttliiift PolMIntl. Sonntag, 14. Apck 1912. IL Kerdandstag der Dachdecker. Nürnberg, den 13. April. Vom Montag, den 18. April ab, wird hier der 11. Verbandstag des Zentralverbandes der Dachdecker Deutschlands abgehalten. Wie der Geschäftsbericht des Verbandsvorstandes feststellt, waren die zwei verflossenen Jahre die besten seit Bestehen der Organi- sation. Nicht etwa nur in bezug auf die Zunahme der Mit- gliederzahl oder Verbesserung der Finanzen, Hand in Hand mit diesen beiden wichtigen Faktoren ging auch eine erfreuliche Aus- gestaltung des Tarifwesens, wodurch den Mitgliedern wesentliche Vorteile verschafft wurden. So hat alles zusammengewirkt, um die Organisation vorwärts zu bringen. Die Zunahme der Mit- glieder betrug in der Berichtszeit 2291, der Verband stieg von 6191 auf 8432 Mitglieder. Ueber eine solche Steigerung, es sind 35 Proz., war noch in keiner Geschäftsperiode zu berichten. Der Aufschwung ist um so mehr zu begrüßen, da die Unternehmer im Dachdcckergcwerbe vor zwei Jahren auch fest mit den übrigen Bau- Herren daran arbeiteten, die Organisationen der Bauarbeiter zu vernichten. Der Erfolg wird sie nicht besonders befriedigen, wenn sie sehen, daß sie jetzt einer viel stärkeren, geschlosseneren Macht gegenüberstehen. Die fortschreitende Entwickelung des Verbandes ist besonders auch in den F i n a n z v e rh ä l t n i s� e n zu erkennen. Das Vermögen stieg in den zwei Jahren, wahrend der Kampf auf der ganzen Linie tobte, von 51 232 M. auf 126 142 M. Die gesamten Einnahmen betrugen 352 542 M. Davon flössen an die Mitglieder wieder zurück: Für Unterstützung bei Streiks und Aussperrung 108 732 M., für Reise- und Umzugsunterstützung 27 287 M. und für andere Unterstützungen 3000 M., so daß insgesamt 146 641 M. an die Mitglieder wieder zurückbezahlt wurden. Da? Verbands- organ verbrauchte 19 859 M. Lohnbewegungen und Streik» wurden im Jahre 1910 in 79 Orten lohne die große Aussperrung), 1911 in 70 Orten durchgeführt. In den beiden Jahren wurden 86 Tarife, an denen 5135 Berufsangehörige beteiligt waren, abgeschlossen. Die Wir- kung dieser neu vereinbarten Verträge ist aus folgender Zu- sammenstellung zu ersehen: 1910 wurde für 3092 Kollegen eine wöchentliche Lohnerhöhung um 7502 M. und eine Arbeitszeitverkürzung um 2787 Stunden, 1911 für 2035 Kollegen eine Lohn- erhöhung um 5204 M. und eine Arbeitszeitverkürzung um 2189 Stunden pro Woche erreicht. Die große Bauarbeiteraussperrung, an der etwa 1000 Kollegen beteiligt waren, wurde nicht nur zurückgewiesen, fonbern weit über den Dresdener Schiedsspruch hinaus, der für die Dachdecker keine Gültigkeit hatte, erhebliche Besserungen errungen. Die Dachdeckermeister mutzten die Gefälligkeit, ihre Leute mit auszusperren, ziemlich teuer bezahlen. Diese Erfolge auf der ganzen Linie haben die Organisation innerlich sehr gekräftigt, und sie waren der Haupt- grund mit, weshalb die Verschmelzung, für die sich der letzte Verbandstag sehr warm ausgesprochen hatte, bei der Ur. abstimmung mit sehr starker Majorität abgelehnt wurde. In den nächsten Jahren dürfte daher die VerschmelzungSfrag« kaum wieder auf die Tagesordnung kommen. Der jetzt zusammentretende VerbandStag findet reichliche Arbeit vor. Zunächst wird diesmal aller Voraussicht nach die Ar- beitslosenunterstützung angenommen. In Anbetracht der KampfeStaktii der Unternehmer liegen aus mehr als der Hälfte der Filialen Anträge aus Erhöhung der Beiträge cdoer Erhebung von Extrabeiträgen vor. Aus diesen Anträgen spricht der ernste Wille, für die Zukunft unter allen Umständen gerüstet zu sein. Einen breiten Raum der Verhandlungen wird die Anstellung eines eigenen Redakteurs beanspruchen. Seit Mo- naten wird diese Frage in der„Dachdeckerzeitung" sehr lebhaft be- sprachen. Der Verbandsvorstand hat den Antrag aus Anstellung eines eigenen Redakteurs nicht gestellt, weil man mit dem jetzigen nebenamtlichen Redakteur unzuftieden ist, sondern weil in der Zentrale unbedingt eine weitere Kraft nötig ist. Der fest anzu- stellende Redakteur soll im Zentralbureau noch die statistischen Arbeiten übernehmen. Weiter wird den Verbandstag die An- stellung von neuen Gauleitern in Sachsen und Braunschweig-Han- nover beschäftigen. Die Frage des Bauarbeiterschutzes wird er- örtert werden und die juristische Stellung der Tarifverträge wird Genosse Reichstagsabgeordneter Hoch, der Redakteur der Verbands- zeitung, behandeln. So ist also die Tagesordnung des Verbands- tagcs ganz reichhaltig. Der erste Derbaudstag der Hausangestelltea tritt heute, Sonntagvormittag, im Gewertschaftshause zusammen. Vor drei Jahren wurde der Verband gegründet durch die Zu- sammenfassung von Dienstbotenorganisationen in 18 Städten Deutschlands. Die meisten dieser Vereinigungen waren sehr schwach und erhofften die notwendige Kräftigung von der Zentralisation aller vorhandenen Verbände. Auf eigenen Füßen standen damals nur die Hamburger, Nürnberger und Berliner Or- ganisation. Der Verband stand zunächst vor der Aufgabe, die vorhandenen schwachen Organisationsgebilde zu erhalten und zu stärken. Das ist ihm auch gelungen, und er hat sich dann bemüht, die Lehre von der Organisation der Dienstboten weiter zu tragen. Daß er damit Erfolg hatte, zeigt der gegenwärtige VerbandStag, auf dem 35 deutsche Städte vertreten sind, und zwar durch 20 Dele- gierte, von denen einige mehrere Orte vertreten. Dem Verbands- tag liegt der Geschäftsbericht der Verwaltung in zwei Teilen vor. Der erste Teil umfaßt die Zeit vom 1. April 1909 bis 31. Dezember 1910, der zweite Teil das Kalenderjahr 1911. Vor längerer Zeit ist bereit? der erste Teil erschienen und den„Vorwärts"lesern in einem kurzen Auszug mitgeteilt worden. Wie in den ersten beiden Jahren, so fehlte es auch in dem Berichtsjahre 1911 nicht an einer rührigen Agitation. 7 Ortsgruppen wurden neu errichtet, aber 4 früher gegründete konnten nicht aufrechterhalten werden. Der Organisationsgedanke findet einerseits noch zu wenig Ver- ständnis bei großen Massen von Dienstboten. Andererseits sind die christlichen Verbände und die von Hausfrauen gegründeten Vereinigungen eifrig bestrebt, Mitglieder zu werben und jede Nei- gung zur Organisation für sich auszunutzen. Darum ist die Mit- gliederzahl auch nicht in dem Matze gestiegen, wie es wünschen?- wert gewesen wäre. Dazu kommt noch die außerordentlich starke Fluktuation unter den Mitgliedern. Bemerkenswert ist immer- hin, daß der Zentralverband der HauSange st eilten allein sich nicht scheut, seine Mitgliederbewegung offen darzulegen, während die übrigen Verbände ihre Mitgliederzahlen hüten wie ein teures Geheimnis, oder sich mit allgemein gehaltenen unkon- trollierbaren Angaben begnügen. Das Jahr 1909 zeigte im Durch- schnitt eine Mitgliederzahl von 4170, im Jahre 1910 stieg diese Zahl auf 4931 und im Jahre 1911 auf 5474. Im letzten Jahre wurden allein 4002 Mitglieder neu aufgenommen, daraus kann man die große Fluktuation im Verbände deutlich erkennen. Die Agitation wurde noch dadurch besonders erschwert, daß die Polizei- behörden mancher Orte das Versammlungsrecht der Dienst. boten zu beschneiden versuchen, besonders in Braunschweig und Breslau waren mancherlei Kämpfe auszufechten; auch in D a n z i g und Jena erfolgten polizeilich« Eingriffe. Aehnliche Schwierigkeiten ergaben sich für den Verband durch da? neue Stellenvermittlergesetz. Die Polizei wollte die gemeinnützigen Stellenvermittelungen der verschiedenen Ortsgruppen | nicht dulden, trotzdem das neue Gesetz, das gegen die Schäden der gewerbsmäßigen Vermittelung gerichtet ist, darauf keine An- � Wendung findet. Wo die Ortsgruppen� ungehindert ihre , Arbeitsnachweise entwickeln konnten, hatten sie auch gute Erfolge zu verzeichnen, wie in Hamburg und Hannover. Wo die Ge- m e i n d e n Nachweise eingerichtet haben oder mit ihren Mitteln unterstützen, da haben sich die Ortsgruppen stets diesen Nach- weisen angeschlossen und versuchen, einen Einfluß zugunsten der Dienstboten geltend zu machen. Die städtischen Nachweise in Frankfurt a. M., Mannheim und Nürnberg werden paritätisch verwaltet. Wo der Verband Einfluß hat, da wird unter anderem den Fragen der Freizeit, des Schlafraumes und der Kün- digungSfrist stets große Wichtigkeit beigemessen. Wie schlecht es zum Beispiel mit den Schlafräumen der Dienstboten vielfach noch bestellt ist, hat eine im Berichtsjahre 1911 aufgenommene Statistik ergeben, die zu einer kleinen Broschüre,„Der Hausangestellten Klage" betitelt, verarbeitet worden sst. Die kleine Schrift hat Aufmerksamkeit erregt. Heilanstalten, Aerzte und auch das preußische Ministerium des Innern haben um llebersendung von Exemplaren ersucht. Das Bestreben des Verbandes, die Arbeitsverhältnisse für die Mitglieder besser zu gestalten, geht Hand in Hand mit dem Be- streben, für Aufklärung und Belehrung zu sorgen. Die Dienst- boten find nicht selten die Opfer der Heiratsschwindler, Wahr- sagerinnen, Agenten der Schundliteratur usw. Durch belehrende Vorträge, durch Verbreitung von Schriften aller Art zu billigen Preisen und durch die monatlich erscheinende VerbandSzectung wird für bessere Bildung und Aufklärung nach besten Kräften gesorgt. Die Verbandszeitung, die vielfach zu Agitationszwecken verlangt wird, erscheint in einer Auflage von 8000 Exemplaren. Sehr wertvoll sind die AuSkunftS st eilen für die Mit- glieder und der R e ch t s s ch u tz, den der Verband gewährt. Wenn auch im Berichtsjahre 1911 zur gerichtlichen Austragung von Strei- tigkeiten nur in 39 Fällen Rechtsschutz verlangt und in 35 Fällen gewährt wurde, so ist der Wert der Schlichtung von Streit- fällen, ohne das Gericht in Anspruch zu nehmen, sehr hoch zu veranschlage«. Wenn die Herrschaften sahen, daß der Verband hinter einem schutzlosen Mädchen stand, ließen sie eS gewöhnlich auf eine Klage vor Gericht nicht erst ankommen. Für Krankenunter st ützung gab der Verband ftn letzten Berichtsjahre die Summe von 3118 M. aus. In dem Be- richt wird auf wichtige Bestimmungen für die Dienstboten in der neuen Reichsversicherungsordnung hingewiesen. In dieser Be- ziehung wird es auch sehr wichtig und nützlich sein, wenn sich die Dienstboten von ihrem Verbände die nötige Belehrung holen, um ihre Ansprüche überhaupt kennen zu lernen. Die Kassenverhältnisse zeigen für die Zeit vom 1. April 1909 bis 31. Dezember 1911 in Einnahmen und Ausgaben eine Bilanz von 41 662,91 M. Der Jahresabschluß der Hauptkasse über das Jahr 1911 zeigt eine Bilanz von 19843,93 M. Große Summen wurden für die Agitation ausgegeben, aber diese Summen werden als gutangelegte Gelder betrachtet, denn üe dienen der Organisation der unter dem Gesindeunrecht leidenden Klasse Dienstboten. Auf der Tagesordnung des VerbandStageS steht außer Berichterstattung der Verwaltung und zahlreichen Anträgen Abänderung der Statuten, ein Referat über die Agitation, ein anderes über die Stellenvermittelung und einen Arbeitsvertrag und ein drittes über Fortbildung, Unterhaltung und Pflege der Geselligkeit im Verbände der Hausangestellten. der der auf Jeden Montag: Extra-VerRauf der RESTE and Abschnitte ron Kleider- a. Seidenstoffen Gegr. 1825 BERLIN C, Alexanderplatz, Ecke Landsberger Str. 60-63 Grosser Verkauf von Neu erschienen t Haupt-Katalog der FrOhlahrs» n. Sommersaison Sonder-Katalog fQr Gardinen, Decken, Teppiche Seiden-, Kleider- u. Waschstoff en vom Montag, den 15. bis Montag, den 22. 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Vortrag der Geuosjiu Reichert;„BlSt Dil ßlUB(Ifif UnSfiriSBll?" Nach dem Vortrage sreie Aussprache. 223/12* Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Elnbcruferln. I. A.: Anna Holzapfel, Rückerstr. 7. ASHIer aer 2 Abteilung! Montag, den 15. April, abends 8% Uhr: 2 öffentliche Wähler- Versammlungen in den In der Paffage-Feftsälen, Bcreinsbrauerei sGartensaal), Bcrgstr. ISl/laS. Hcrmannstr. L14— SSV. Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie im Ratshause. Referenten: Landtagsabg. Paul Hirsch und Stadt- verordneter Dr. Hermann Weyl. 2. Der Kampf in Neukölln. Referenten: Stadtvv. Conrad und Dr. Silberstein. ————— Freie Diskussion. i Anhänger jeder Parteirichtung sind willkommen. 22?/» _ Aas sopaldkmobratischk Wahlbomitke. Werkmeifter-Uerband für das dciiislhe Kiiihbiadergcilicrbe«ad«cwaadtt Ktliift Kokalverein Kerlin. Montag, den 15. April, abends 8'/z Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: Dejfentliche Versammlung aller in Buchbindereien, Kontobuchfabriken. Karton- und Kartonnagen- fabriken, Luxilspapierfabriken, Album-, Leder-, Etui- und Galanterie- Warenfabriken tätigen Werkmeister. Taaesordnung: rganisationen. Res der technisch-industriellcn Beamten. 2. Freie Diskussion. 289/11 1. Moderne Werkmcisterorganisationen. Referent: Herr Jng. Flügger vom Bund -------._- X)- )ie Ortsverwaltung. empiiperii ieseiil ipn Ipttii. Mittwoch, den 17. April 1012, abends«-/, Uhr. im Gcwerkschaftshaus. Engel-Ufer IS: SM' Versammlung"SS der Ortsgruppe Kerlin und der Vororte. Tagesordnung: 1..Anträge zur Hauptversammlung. 2. Wahl von 12 Delegierten zur Hauptversammlung. 289/12 Vesband der Hut- und Filzwarenarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlands ------------- Ortswenoaltung Berlin., Mittwoch, 17. April, adcndo 8'/j Uhr, bei Witte, Sebastianstr. 39: Mitglieder-Versa»nmlu»»g Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Arbeitsnachweis. 3. Anträge belrefss Ausgesteuerten. s. Bericht des GesellschasterS sür das GewcrkschastShaus. 5. Maifrier. Die Kollegen und Kolleginnen werden dringend ersucht, an der Versammlung teilzunehmen, da es sich um sehr wichtige Beichlüsse handelt. Do»' VorMund. ZentralkrankenkassederTapezierer v- Filialen Berlin.- Freitag, den 19. April, abends 8'/» Uhr t Quartals- Versannnlnugrn. Filiale 1: bei lötirig, Markgrasenstr 88, Filiale»t: bei nö«or, Elisabcthkirchstr. 14. Filiale III:„lZe»att»kaus", Engeluser 15(Saal V). TageS»Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl der Verwaltung. 3. Wahl der Delegierten. zur Geucralverian-mlung 4 Zuichuh« oder Ersatzfasse? Der wichtigen Tagesordnung halber erwarten zahlreichen Besuch 178/5 Die OrtsverwaUungcn. Charlottenburg. : S- Hoff mann, WUniopadoi'fer StraB© Ecke Schulstraße— IS empfiehlt sein reichhaltiges Lager von 2 leibs i a ng'o"e rilgien Frühjahrs-inzögeB und Paletots | für Herren und KnnbeD vu aol»?«olldon Freisen.| I Maß-Anzüge aus den modernsten Stoffen von 45 M. an in eigener Betrlebswerkstätto. 23362 Soontsgs bis 2 Uhr geiffnst. Ortskrankenlmjse für den Gkwtrbkbktnkb der Kauf- ltntk, siaudklsleute und Apotljkkkr;n Kerlin. Donnerstag, den LS. April, abends 8'/, Uhr, im oberen Saal von Rellrio Festfälcn(„Nene Philharmonie"), Köpcnickcrstr. 96/97: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Zahnarztes Herrn Alfred Cohn über:»Die praftis/be Bedeutung der Röntgenstrahlen sür die moderne Zahnheilfunde". 2. Ab« nähme der Jahresrechnung pro lüll und Bericht der Revisoren. 3. An- trag des Kassenvorslandcs aus Ein- lcitung einer Zentralisation der Orts- lranlcnfassen. 1121b Der Torstand. R. Nürnberg, Jonas Stahl, Vorsitzender. Schrislsührcr. Orts- Kraukenkasse der Dachdecker Berlins. Mittwoch, den 17. April, abends 8'/, Udr, Im h'ofal van Talg, 80., Slnlitzcr Strohe Nr. 51/52: Ordentl. General-VersammiiiRg. 1. Bericht des PriisungsauSschusses sür das Jahr 1911. 273/13 2. Beratung über die Zentralisierung der Krauten lassen. 3. Beschlnsisassung über die Aussüh- rung der Krankenlontrolle. 4. Verschiedenes. Delcgierfcnfarfe legitimiert. »1. Ilorncniann, I. Vorsitzender. Orts- Krankenkasse des Korliuialljtr-Gtivtibks zu Berlin. Montag, den ÄL. A p r i l, abends 8'/. Uhr, bei Wollschlägcr, Adalbertstr. 21: Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahres- rechuung. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Verschiedenes. 273/12 Der Vorstand. Allgemeine Ortskrankenkasse fflr die vereinigten Gewerbebetriebe Gharlottenburgs. Wir laden hiermit die Kassen» delegierten zu einer Ordentl. Generai-Versammiiing aus Montag. 22. April. abdS, 9 Uhr nach dem Bolksbause in Char- lottenburg, Rosinenslr. 3, ein. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Kassen-Vor- standcS über die Jahresrcchnung für 1911 und die Geschäilslagc der Kasse. 2. Bericht der RevistonSlommisston. 3. Antrag deS Kassenvorstandes aus Entlastung. 4. Aiigclcgeiiheitcn deS SencsungS- Heims in Klostcrhcide. Vor dem Beginn der General- Versammlung, und zwar von'/,9 bis 9 Uhr abends, sindet an dem gleichen Orte eine Wahlversammlung der Arbeiwchmcr-Dclegicrlen zwecks Vor« nabme einer Ersatzwahl zum Kasten- vorstände sür daS ausscheidende Ar- beitnchmer-Vorstandsmilglied Herrn Gans-vow statt. Den Delegierten geht noch eine be< sondere Einladung zu, die als Legi- timation beim Eintritt in den Saal vorzuweiien ist. Delegierte, welche inzwischen ihre Wählbarfeit verloren haben, sind von der Teilnahme an der Versammlung ausgeschlossen. Delegierte, welche in der General- versaminlung Beschwerde gegen die Geichästssührungdes Kassenoorstandes vortragen wollen, werden ersucht, dies vorher dem Kassenburcau anzuzeigen, da es sonst dem Kastenvorslande un- möglich ist, sich über die Beschwerden zu msormieren und in der General- Versammlung Ausfunst zu erteilen. Charlottenburg, 10. April 1912. Der liassenvorstand. Wilh. Ahrens. 273/10 Bekanntmachung. Kktntbs-Kranittnknsst der Ktabtgrmdnbk Krrlm. Einladung zurordenti.Generalversammiung der Betriebs-Krankenkasse der Stadtgemeinde Berlin am Dienstag, L3. April, abends L Uhr, im Bürgrrsaaie, des Siat- Hauses, Berlin, Köntgftr. IS/18. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung sür 1911. 2. Antrag, den Kastenärzten ab- gestempelte Scheine zu Bäderverordnungen auszuhändigen 3. Erörterung der freien Aerzteioahl sür die Angestellten in den städtischen Krankenanstalten. 4. Verschiedenes. 273/4 Berlin, den 30. März 1912. Der Burftaud. v. Schulz. Krtinbrnltntktstlitjllngs- unb Ktgrädtiis- ilmin stivrrb- lidjpr Ardkitrr Kerlin. Sonnabend, den Lv.' April 191L. abends 3'/, Uhr: General-Versammlung im Dresdener Garten, Dresdener Stratze 45. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Rech- nungSlegung pro 1. Quartal 1912. 3. Verschiedenes. 289/13 Gäste, auch Frauen, willfommcn, Einen recht regen Besuch erwartet I.A.: friedrieh Freudenreich, Vors., S. 59, Wissmannstrajzc 30 II. 6r(s-Rraukeukasse Boxbageo-Rummelsbnrg ■ Ordentliche■ General-Versammiuno am LS. April 1913, abends 8>/, Uhr, im CafS fiellevue, Hanptstr. 2 Tagesordnung: 1. Jahresbericht und BeAcht deS Vorstandes. 2. Bericht der Revisoren. 3. Ersatzwahl eines Vorstands- Mitgliedes(Arbeitnehmer). 4. Beschlutzsastung wegen der lieber- nadme der Betriebsfranfenfasse der Firma Ludwig Lehmann. 5. Brschlußsassung über eventuelle Vereliiigimg mit der Orts-llranken-. lasse Lichtenberg. 6. Verschiedenes. 173/11 Georäsi§ 66 des Kastenstatuts werden zu dicierGeneralveisammlung die sür 1912 gewählten Vertreter hiermit ciiigctaden. Der Borstand. G. B u d d e, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der DrcchslcB» und verw. Gewerbe zu Berlin. Die ordentliche General-Versammlung sindet am Montag, den LS. April 191L. abends 8 Uhr, in den Amt»- halte». Komiilaiidantcnslratze 58/59, statt, wozu die Herren Vertreter hier. mit ergcvenst eingeladen werden. Tagesordnung: l. Protoköllverlciuiig. 2. Jahresbericht pro 1911. 3. Bericht deS NechnungsausschnsteS. 4. Besprechung über die Zentrali. sation der Berliner Orlslranlen» lassen. 5. Verschiedenes. 1134b Der Torstand. I. A.: 0. Tiedt, Vorsitzender. IS rStWferi Filiale 11 Berlin. Zusoimelder. Montag. 15. April, abends 6 Uhr, bei Schulz, Köuigsgrabe» 14: Öffentliche Versammlung der Zuschneider und Zuschneiderinnen Kerlins. Tagesordnung: 1. ,DaS Tariswesen im Reich und was steht unS bevor F Referent: Kollege Weickcr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 163/18 Mx- Der wichtigen Tagesordnung halber, ist eS Pflicht eweS jeden Kollegen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltiins. Filiale XI Berlin. Deutseber Suchbinder-Verband. = Kartonbranche.== DiruStag. den 16. April 1912, abends 8'/, Uhr, im„Gewerkschaftshaus-. Engeluser 15, Saal 4: Branchen-Versammlung für alle m der Knrtsnivdnknk besdjästigtev Arbeiter == und Arbeiterinnen.— Tagesordnung: 1. Bortrag. Referent: Redakteur R. Barths). 2. Wahl der Beisitzer zur OrlSveiwalwng. 3. Tarifliches. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen mutz ein jeder Kollege und jede Kollegin zu dieser Versammlung erscheinen. 24/5 Die Branehenleltnnx. I.A.: Karl Klappenbach, Neukölln, Slbeflr. 4. Verband der Sattler u. Pertefeuiller Orlsvcnualfuttg Berlin. Mittwoch, den 17. April, abends 8'/? Uhr, in den Armiuhallcn, Kommandantenslr. 58/59: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht und MbuujiiUtlfl»«M 1. Quartal ISIS. 3. Stellungnahme zur Maiseier. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt»— Wir ersuchen die Mitglieder, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 157/1 Die Ortaverwaltanx. Terwaltnng Berlin. Montag, den 15. April 191:4, pünktlich abends 8 Uhr» im Gewerkschaftshause, Engelufer 14/15, Saal 4(Arbeitslos eusaal), Eingang B, parterre: Dwangiose Aussprache sämtlicher jetzt lmsseterntkn jnngeu Gesellen d. Kerl. Ksliindnstrie. MöbelpoUerer. Montag, de« 15. April 1912, abends 8'/, Uhr, in den„Andreas-Fcstfälen",(Jnh Borgmann), AndreaZstr.21: Kranchen-Persammlung. Tagesordnung: 1. Aenderung unserer Arbcitsvermittelung.— 2. Bericht von der Gau» konserenz.— 3. Unsere Maifeier. Maschlnenarbeiter. Montag, den 15. April 191A, abends 8 Uhr, in„Boekcrs Festsälen", Weberstr. 17: Iilßcrurbtiiilidie KrsulhcuucrsuNiuIuug. Tagesordnung: 1. Sozialpolitische ufgaben der Gewerkschafte». Res.: Reichs. tagsabgeordneter Robert Schmidt. 2. Bericht von der Gaukonserenz. 3. Stellungnahme zur Maiseier. Drechsler, Treppengeländer- u. Lttxnsmöbelbrnnche. Montag, den 15. April 191«, abends 8-/« Uhr» in„Feuersteins Festsälen". Alte Jakobstr. 75: Vor>sNmDiluD£g. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der diesjährigen Maifeier.—». Stellung- »ahme hierzu.— 3. Verbands- und Brauchenangelegenheiten. Achtung! Achtung! Modell- und Fnbriktischler. Die Braneheirvemammlnos findet nicht am Donnerstag, den 13.. sondern am Montag, den 15. April, abendS 8 Uhr, Im Rosenthalcr Hof, Rosenlhalerstr. 11/12, statt. Tagesordnung: 1. Unser Vertrag und die Akkordarbeit. 2. Ve» richt von der Geucralverjammlung. 3. Bericht von der Gaukonserenz. Kisten- und Koffermacher. Montag, den IS. April, abendö 8 Uhr. bei Merkowski, Andreasstr. 26: Kranchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Gaukonserenz. 2. Wahl eines KommissionSmitgliedcs. 3. Verbaiidsangelcgcnheiien._ Mittwoch, den 17. April, abends 8'/, Uhr. 1« den„Konkordia. Fesn'nlen", Andreasstr. 64: Gemeinsame Nkcklli!k»smliii!lkr-Vkrs«iilmlmig sämtlicher Kezirke und Kranchen. Tagesordnung: Stellungnahme zur Maifeier. 81/20 Die Ortuverwaltnng. Seutseher Sauarbeiter-Verband. == Zweigverein Serlln,■ Sektion der Gips- und Zementbranche. Mitttvoch, den 17. April, abends 8J/g tlhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstratze S8/39: General» Versammluns: Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht vom ersten Ouartal. 2. Verschiedenes und Branchenangelegenheften. SlltxllvNadael» lvsttlmlvrt. lZgfssntliclig Versammlung Arn Mittwoch, den 17. April,«bends 71/» Uhr, bei. Roczicki, Gesellschaftshaas, Pankow, Kreazstr. 3/4. Referent: Stadtverordneter Waldeck Manasset i, Kirchen— Kasernen— Schulen". nidkasslon. Eintritt 10 Pf. 55/8* Der Elnbernfer. A. H a r n d t, Pappel-Allee 15— IT. Zahlreichen Besuch erwartet Der Sebtlomivorstand, Sektion der Knnststeinversetzer. Mittwoch, den 17. April, abends 8�2 Uhr: Mitglieder-Versammlung � im Gewerkschaftshause, Engeluser 13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen(Zollmick über:„Für und gegen die Tarifverträge." 2. Diskussion. 3. Sektionsangelegcnheiten und Verschiedenes. Vollzähliges Erschemen erwartet Die Sektlenaleltaiiff, Die General-Versammlung des Zweigvereins findet Sonntag, den 10. Mai, vormittags 10 Uhr, im Gewcrkschastshause, Engel- ufer 15. Saal 1, statt. 128/16- Der Zweljjvcrelnsvoratand. Engelafer No. U/IS. BeZirkSYerWältüDg Groß-ßerlin. r-l.:«orinpinr ZZZZ.<7t7. Donnerstag, 18. April, abends 8l/2 Uhr: AusieroräenMelie Lensrsi-Versammwng in Kellers Steue Philharmonie, Köpenilker Strafte 00— 07. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidatenliste für die Delegiertenwahl zum Berbandßtag tu Breslau. 2. Besprechung der eingegangenen Anttäge zum Berbandstag. 3. Geschäftliches. Die neagcwablten Delegierten«lud hierzu freundlichst eingeladen. Legitimattonskarte sowie Mitgliedsbuch sind mitzubringe« und zwecks Kontrolle am Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Ohne Karte und Buch kein Zutritt!== Wer über acht Wochen mit seinen Beiträgen tm Rückstände ist, hat ebenfalls keine« Zutritt. 63/2 Die Bezirksverwaltung. I. A.: St. Werner. NB. Donnerstag, den 25. April: Allgemeine Funktionär-Versammlung tm grotzen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. «Isciss Wort 10 Pfennig. Da, fettgedrucKte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pig,; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN fBr die nichfte Nummer werden In den Annahme- Mellen für Berlin bis I Uhr, lür die Vororte dl» 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. Gardinen! Steppdecken I Portieren l Tischdecken I außergewöhnlich billig I DorwättSlcser 6 Prozent Rabatt extra l Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhol Börse). Sonntags geöffnet.- -c»erinn»»vtan 6 BtandleibbauS. Jedct manns allcrbllllgsler Waren- einkaus. RIescnauswahl Pelzsachen. Herretioalelots. Iackruanzüge.»tb« rockanzuge. Hcrrenboien. Damensachen. Extrabilliger Bettenverkaus. AiisstenerbeUen. Permtelungsbett. Ausffeuerwäsche. Bettwäsche. 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