Nr. 93. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30., monatl. 1,10 ML, möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemart Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel Belle oder deren Raum 60 fg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudle Wort 20 Pfg.( zuläfftg 2 fettgebrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 fg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Zu neuen Kämpfen! Der Maitag naht. Sonntag, den 21. April 1912. Das starke und kriegsluftige Frankreich. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplat, Mr. 1984. Heer von 593 556 Mann, Deutschland aber mit seinen 65 Millionen Seelen nur ein solches bon 612 552 Mann. Die neugeforderten 30 000 Mann feien nur ein kleiner Schritt zum gerechten Ausgleich zwischen Bevölkerungszahl und Heeresstärke, um nicht von der französischen Heeresmacht überflügelt zu werden. " Das klingt sehr überzeugend, aber die Rechnung ist doch nicht richtig. Denn jeder, der etwas tiefer hinter die Kulissen des französischen Militarismus geblidt hat, weiß, daß Papierstärke und wirkliche Stärke in sehr großem Widerspruch stehen. Das gilt sowohl für die in Frankreich wie für die in Nordafrika und in den Kolonien stehenden Truppen, für die das Budget meist eine höhere Effektivstärke borsieht. Immer größere Bedeutung gewinnt dieser Tag, den das Es ist unbestreitbar: seit Abschluß des Marokkoschachers Proletariat sich gesetzt hat, um Zeugnis abzulegen für das im vorigen Jahre ist Frankreich, d. h. die französische Bourgroße Ziel, das allen Arbeitern, welche Sprache immer sie geoisie und die nationalistische Presse, von einem chauvinistisprechen, welches Land immer sie bewohnen, in gleicher Weise fchen und militaristischen Taumel ergriffen. Aber wenn man diesem politischen Rüstungskoller und Revanchegeplärr gegen gemeinsam ist. Er gilt dem hehren Ziel des Sozialismus, über ruhige Nerven und flare Augen behält, wird man bei er gilt der Befreiung der arbeitenden Menschheit von dem Drude genauerem Zusehen dazukommen, daß das Geschrei der fran- Hier ein unwiderleglicher Beweis für diese Behauptung: der Ausbeutung und von der Knechtung der Klaffenherrschaft. zöfifchen Patrioten in umgekehrtem Verhältnis steht zu der Getreu seiner Methode, mit theatralischen Mitteln milita In Waffen starrt die Welt des Kapitals. Der Raubkrieg wirklich vorhandenen Kraft, das Maulheldentum auch in die ristische Begeisterung zu erzeugen, hat Millerand am 10. März in Tripolis bedeutet eine ständige Bedrohung des europäischen stichhaltiges Material zur Begründung der neuen deut- neuem Leben erweckt. Er gab diesem militärischen Schan Tat umzuseßen; man wird finden, daß daraus herzlich wenig auch die großen Frühjahrsparaden der Pariser Garnison zu Friedens. Und während der Kapitalismus die Völker Asiens fchen Behrvorlage zu holen ist. gepränge eine neue Note, denn die Truppen rüdten nicht zur Revolution erweckt hat, liegen die kapitalistischen Wir wollen hier gar nicht reden von der antimilitaristi- in Paradedreß, sondern in feldmarschmäßiger Ausrüstung Staaten auf der Lauer, um die Gelegenheit, die Diebe macht, schen Haltung der französischen Sozialisten und Syndikalisten. auf das Paradefeld; den Schluß bildete nicht der übliche Dezu neuem Raube auszunügen. Und die Wartezeit benußen Wir wollen auch nicht näher untersuchen, wie der gegenwärtige filiermarsch, sondern eine Gefechtsübung, deren Vorausfie, um das Tempo des Wettrüstens ins Wahnsinnige zu nationalistische Rausch in Frankreich zum Teil mit auf das feßungen und Durchführung allen militärischen Regeln ins steigern und die arbeitenden Massen mit immer neuen Basten Schuldkonto der deutschen Regierung und Diplomatie zu Geficht schlug. Es war aber ein schönes Spektakulum für die setzen ist. Trotzdem betrachten wir die jeßige chauvinistisch- Tausende von Müßiggängern und Gaffern. zu erdrücken. militaristische Hochflut jenseits der Vogesen nur als einen Ausfluß gallisch- romanischen Ueberschwanges, gepaart mit Selbsttäuschung bestimmter Bourgeois- und Militärkreise, vor allem aber als ein bewußt unehrliches Bluffmanöver gewiffer ehrgeiziger Politiker im republikanischen wie im monarchistischen Lager, ein Manöver, zu dem Börsenspekulanten und an den Rüstungen interessierte Kapitalisten ihren Segen geben. Und da die bürgerliche Presse in Frankreich vielleicht noch viel enger mit diefen Streifen liiert ist als in Deutschland, so ist es flar, daß im nationalistischen Sprach fchatz bewanderte Journalisten mit Bauten und Trompeten den allgemeinen chauvinistischen Jahrmarktslärm noch geräuschvoller machen. Das deutsche Militär- Wochenblatt" schreibt in feiner Summer 45 vom 4. April 1912 in einer Besprechung dieser Parade: Alle Infanteriefompagnien waren gleichmäßig 48 Notten, also 96 Mann in Reih und Glied, start; das ergibt für jedes Bataillon eine Stätte von 384 Mann, die als fehr gering zu bezeichnen ist, wenn man berücksichtigt, daß die Rekruten jest soweit ausgebildet sein mußten, um an einer Barade teilnehmen zu fönnen und von jedem Regiment ein Bataillon zum Wachtdienst und zur Besetzung der Kasernen zurüdgelaffen war. Es ist ein Beweis dafür, wie weit die Stärken der Truppen im Innern Frankreichs.und. felbft in Paris hinter den Anfäßen des Cadregesezes sowohl als hinter den= jenigen des Budgets tatsächlich zurückbleiben, was als Illustration zu der bei uns vielfach verbreiteten falschen Ansicht dienen möge, daß die Friedensstärke des französischen Heeres ohne Kolonialtruppen größer als die des deutschen Heeres fei....." Den ganzen Sommer über standen die Völker Europas unter dem furchtbaren Banne der akuten Kriegsgefahr. Mit Mühe ist es nicht zuletzt dank der mächtigen Protest bewegung des internationalen Proletariats gelungen, den Ausbruch eines Strieges mit all seinen unfagbaren Greueln zu verhindern. Jetzt aber folgt ein neuer Schreden: der bewaffnete Friede fordert seine Opfer. In den nächsten sechs Jahren sollen die Massen des deutschen Bottes 650 Millionen Mark für Heèr und Marine mehr aufbringen, 40 000 Menschen mehr in den Dienst Molochs einstellen. Und wieder sollen von diesen ungeheueren Lasten die Besizenden frei bleiben. Die Regierung des Klassen- An ganz hervorragender Stelle steht auf diesem Markte staates weigert sich nach wie vor, durch direkte Steuern die be- nationalistischer Eitelkeiten Herr Millerand, zurzeit sigende Klasse heranzuziehen. Sie scheut nicht zurüd, sich als Kriegsminister der französischen Republik. Der Mann ist, Sachwalterin der Reichen, als ihr Erekutivorgan gegen die ebenso wie sein Kollege Briand, mit feinerlei Gepäd Armen unverhüllt zu zeigen. Und alle bürgerlichen Parteien ben Leichtathleten in der politischen Arena. Der Sozialis politischer Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit belastet, er mimt haben den Widerstand gegen die Massenausplünderung und mus mußte ihm als Sprungbrett dienen, um auf der gut die steigende Kriegsgefahr, die der Militarismus bedeutet, geschmierten Bahn des bürgerlich- republikanischen Barlamenaufgegeben. Sie alle schüttelt das Fieber des Imperialismus tarismus vorwärts zu schnellen. Ehrgeiz und Machtkitel fanterie 3. D. von der Boed stammen, möchten wir und der Arbeiterklasse allein fällt der berantwortungsvolle lassen ihn in einer ausgeprägten Bourgeois- und Klaffen- noch hinzufügen, daß selbstverständlich auch die Mannschaften und schwere, aber auch begeisternde Stampf für die Er- regierung landen, in der er eine der wichtigsten Funktionen des letzten Jahrganges bei der Parade mit in Reih und haltung des Friedens, für die Bewahrung der übernimmt. Aus dem unehrlichen Sozialisten wird ein Glied gestanden haben, und trotzdem diese schwachen Mannschaftsziffern! Ferner ist zu bedenken, daß es sich um eine Menschheitskultur vor der Barbarei des Krieges zu. Denn überzeugter Militarist. das Rüsten Deutschlands vermehrt die Rüstungen aller Blake ist. Der erfahrene Demagog, von dem Wilhelm II. grande armée recht vorteilhaft und start präsentieren follte, Jekt muß er zeigen, daß er der rechte Mann am rechten Veranstaltung handelte, bei der sich ein bedeutsamer Teil der anderen Länder, verschärft aufs neue die Gegenfäße zwischen einst sagte:" So einen müßten wir haben!"( Millerand war einmal um des lieben Publikums willen, dann aber auch, weil Sen kapitalistischen Staaten und verschlechtert wiederum damals noch überzeugter" Sozialist), weiß, wo er anzufassen fie unter den kritischen Augen der fremden Militärattachés unfere Beziehungen zu Frankreich und England, dessen hat, um als Retter des Vaterlandes zu posieren: er macht sich vor sich ging, während sich unter den Zuschauern sicher mancher Arbeiterklasse mit uns zusammen im Vorkampf für den Liebkind beim Offizierkorps und schmeichelt den chauvinisti- ausländische Offizier in harmlosem Zivilkleide befand. Sozialismus steht. Nicht dem Frieden dienen- mögen schen Instinkten der unaufgeklärten Massen. die Herrschenden auch sagen oder meinen, was sie wollen die neuen Lasten, sondern sie steigern nur Striegsgefahr! die gefagt, daß jedes Regiment mit 4 Eskadrons zu 48 Rotten, Von der an der Parade teilnehmenden Kavallerie wird gleich 96 Pferden pro Eskadron, vertreten gewesen sei. Diesen Ausführungen, die vom General der InZum besseren Verständnis der oben zitierten Zahlen seien Die Offiziere macht er sich geneigt durch Aufheben der noch folgende Angaben gemacht: Die Bataillone, die 384 Mann geheimen Listen über politisches Wohlverhalten( für die Ar- stark auf das Hippodrom von Bincennes rüdten, sollen auf beiter in Staatsbetrieben läßt der Er- Sozialist dieses Spio- dem Papier 502 Mann ohne Offiziere zählen. Die Fricnagesystem natürlich bestehen); er sorgt für Durchführung densstärke eines deutschen Bataillons beträgt aber bei Die deutsche Arbeiterschaft wird mit aller Kraft den des sogenannten Kadregefeges, das die Avancementsmaschine niedrigem Etat 551 Mann, bei mittlerem Etat 571 und bei Kampf gegen den Militarismus und Marinismus weiter beffer in Gang bringt und eine Anzahl militärischer Sine- hohem Etat 641 Mann. Und diese Bahlen stehen nicht bloß führen, wie sie ihn bisher stets geführt hat, mit dem alten furen schafft. Die Stellung der nach Marokko kommandierten auf dem Papier, sondern die Bataillone haben tatsächlich die Stampfruf: diesem System feinen Mann und Offiziere hors cadre verbessert gleichfalls die Beförderungs- etatsmäßige Mannschaftszahl. Die französischen Schwadronen, die mit je 96 Pferden über feinen Groschen! Im ganzen Reiche werden sich die aussichten. Auch von seinem Rechte, eine Anzahl Offiziere Arbeiter zu einem mächtigen Brotest gegen die neuen außer der Reihe befördern zu dürfen, macht Millerand in das Paradefeld galoppierten, sollen auf dem Papier mit 141 ausgedehntem Maße Gebrauch und schafft sich dadurch eine Pferden ausrücken, während die deutsche Schwadron mit Wehrvorlagen vereinen. In Groß- Berlin finden am Donners Schar treu ergebener Galonträger. Nebenher gehen noch eine niedrigem Etat 135 und mit hohem Etat 139 Pferde tatsächlich tag die Protestversammlungen statt und wir sind überzeugt, Anzahl Kleinerer Reformen" u.. a. die Wiedereinführung der bereit hat. Bei einer Mobilmachung wird bekanntlich der daß diese Versammlungen eine glänzende Heer- Generalsschärpen, da er sehr wohl weiß, daß solche Kinker- Ausfall der jungen Remonten durch die zugerittenen Pferde sch au sein werden über die Armee des Friedens, die nur litzchen der militärischen Eitelkeit schmeicheln. der fünften, als Ersatzschwadron zurückbleibenden Eskadron den einen Kampf kennt, den Klassenkampf gegen den Eine Großtat vollbringt dieser menschenkundige Kriegs- gedeckt, so daß die vier Kriegsschwadronen eines Regiments Kapitalismus. minister mit der Einführung der öffentlichen Zapfenstreiche auch jederzeit kriegsstark ausrüden können. in den Garnisonstädten. Allwöchentlich kann sich jetzt die Da in der deutschen nationalistischen und militaristischen Und im Zeichen des Protestes gegen die Gloire- Kanaille an dem Tschintara der Militärmusik und an Breffe auch immer wieder auf die angebliche Ueberlegenheit imperialistische Politit wird auch diesmal vor den bunten Uniformen berauschen. Eine weitere Spefula- der französischen Feldartillerie hingewiesen wird, so sei hier allem die Feier des 1. Mai stehen. An diesem Tage wird tion auf Popularität und gallische Eitelkeit ist die Aufput- noch betont, daß die französische Feldbatterie auch im Kriege sich das Proletariat der ganzen Welt erheben und sich schung des Aeroplankollers unter bereitwilliger Mitarbeit nur 4 Geschüße hat, während die deutschen Batterien mit 6 Gevereinen in dem feierlichen Entschluß, der Kriegspolitik der profiflüsterner Spekulanten und Aeroplanfabrikanten. Eine schüßen ausrücken, 361 deutsche Batterien haben schon im FrieHerrschenden die ganze Kraft seines Widerstandes entgegenzu- Anzahl Fliegergeschwader wird von Millerand aus staatlichen den sechs bespannte Geschüße. Im Mobilmachungsfalle übersetzen. Es wird sich vereinen in dem Bewußtsein, daß der und privaten Mitteln geschaffen, mit ihnen, so juggeriert man trifft die Geschützzahl der deutschen Feldartillerie die der Stampf gegen den Militarismus und Marinismus zu der dem urteilslosen Volke, wird man den Prussiens die Schlappen französischen um rund 700 Geschüße. Und trotzdem wird eine wichtigsten politischen Aufgabe jeder Arbeiter- bon Anno 70 heimzahlen. Dabei sind die Erfahrungen, die gewaltige Vermehrung der deutschen Feldartillerie in der über die militärische Verwendungsmöglichkeit der Flugzeuge neuen Wehrborlage vorgesehen. Classe in jedem Lande geworden ist. Dem Wettrüsten der vorliegen, so herzlich dürftig, daß die überschwängliche Er- Mit der gefährlichen Stärke des stehenden französischen Herrschenden tritt der Wetteifer der Beherrschten entgegen, wartung, mit Luftfahrzeugen Entscheidungsschlachten schlagen Seeres sollen uns also unsere deutschen Rüstungsheber ungealle Straft einzusetzen, um der Kriegsgefahr des Kapitalismus 31: fönnen, von jedem fich seiner Verantwortlichkeit bewußten schoren lassen. Hüben wie drüben zeigt sich mehr und mehr, ein Ende zu machen und die Friedenssicherheit des Militär als gefährliches Hirngespinst bezeichnet werden muß. daß das gegenwärtige militaristische System troy aller Lasten Sozialismus der befreiten Menschheit zu erkämpfen. Und nun zu einem Beispiel, an dem sich die innere und Opfer weder eine Sicherung vor Kriegsgefahr und Schwäche des wortreichen französischen Militarismus ebenso Niederlagen ist, noch die Wehrkraft der Nation voll ausSo rufen wir Euch denn, Parteigenossen, auf zur deutlich nachweisen läßt wie die Saltlosigkeit eines Haupt- mugen läßt. Jenseits der Vogesen ist man im Kriegsfalle zur Agitation für unsere Protestversammlungen grundes, den die deutschen Befürworter der Wehrvorlage ins Füllung der schwachen Friedenstadres auf eine sehr große und zur Vorbereitung der großen Friedens- Feld führen. Bahl von Reservemannschaften, also wirklichen Volkskriegern, demonstration, zu der Ihr den 1. Mai gestalten Dieser Grund lautet: Frankreich unterhält bei einer Be- angewiesen, und diesseits der Vogesen scheitert die von einigen werdet! bölkerungszahl von wenig über 39 Millionen ein stehendes Fanatikern erstrebte jahrelange Einsperrung aller Dienst fähigen in Kasernen an der finanziellen Unmöglichkeit. Aus allen diesen Aöten kam: eben wieder nur das Milizsystem Helsen, das die deutsche Sozialdemokratie in ihr Programm aufgenommen Hot, und dessen Notwendigkeit für Frankreich unser Genosse Jültfös in feinem Buche„La novelle armde" (Das neue Heer) ausführlich dargelegt hat. Noch viel angreifbarer wird aber die Begründung der deutschen Wehrvorlage, wenn man Frankreichs militärisch- politische Situation in feinen Kolonien und die seiner Alliierten betrachtet. Die letzten Ereignisse in Marokko reden da eine sehr deutliche Spuache. Auch darüber wird noch manches zu sagen sein.__ Aermiith gegen die etatstchwindler. Der eben erst ausgeschiffte Reichsschatzsekretär Mermuth der- offentlicht in der„Deutschen Revue" einen sehr interessanten Ar- tikcl gegen die offiziösen Etatsfriseure und Finanzjongleure, die jetzt in der amtlichen, halbamtlichen und schwarzblauen Presse so emsig am Werke sind, um die Finanzlage als eine so glänzende zu schildern, wie sie es für ihre Zwecke brauchen. Für den Zweck nämlich, die finanzielle Situation des Reiches so darzustellen, als ob trotz der enormen Mchranfordrrungen für den Militarismus lediglich die Ueberschüssc auS den Jahren lÄtl und die lumpigen 3Y Millionen aus der Aufhebung des Branntweinkontingents auS- reichten, um alle militärischen Mehrkosten zu decken. Gegen diesen rosenroten Optimismus wendet sich Herr Wer- muth mit äußerster Entschiedenheit. Und es ist geradezu köstlich zu sehen, wie derselbe Mann, der vor kurzem noch selbst bemüht war, die finanzielle Lage de? Reiches so günstig als möglich darzustellen, jetzt plötzlich nach seinem Rücktritt der Wahrheit die Ehre gibt und alles das bestätigt, was der„Vorwärts" ge» schrieben. Als seinerzeit nicht nur von den Offiziösem, sondern mit arger List auch von Herrn Erzberger die Finanzlage so überaus glänzend geschildert, als zumal von Herrn Erzberger wie den Offi- ziösen behauptet wurde, daß inzwischen bereits eine erhebliche Schuldentilgung eingetreten sei, da wie» der„Vorwärts" rechnerisch unwiderleglich nach, daß alles das nichts als Schwin» d c I sei. Denn trotz unertvartet hoher Ueberschüsse über den Etatsansatz hinaus könne von einer faktischen Schuldentilgung deshalb unmöglich die Rede sein, weil ja die SchuldentilgungS- betrage des Etats rein fiktive gewesen seien und nur dann zur Schuldentilgung hätten verwendet werden können, wenn auf der andern Seite entsprechende Mchranleihen aufgenommen worden wären. Daß wollte damals weder die Regierungspresse noch natürlich der Klopffechter des blauschwarzen Block«, Herr Erz- beiger, zugestehen. Aber was sagt nun Herr Mermuth, der ehemalige Reichsschatzsekretär, der genaue Kenner der Verhältnisse? Wörtlich das Folgende: „Für das Jahr 1310 bedarf es schon einiger Mühe, nm nach. zuweisen, daß die gesetzliche Schuldentilgung'ü b e r ha u p t er» . reicht und der Schnldentilgnngsbetrag nicht bloß von der Anleihe abgeschrieben ist." Und wie steht es mit der Schuldentilgung für dab Jahr 1911, wo nach den Beteuerungen der RegiernngS- und blauschwarzen Presse ein Ucberschuß von 230 Millionen vorhanden sein soll? Da erklärt Herr Mermuth, daß im Etat für WH nocht ILö M i l, A tonen Marl Anleihe für nichtw erbende Zwecke enthalten gewesen seien, so daß die Ueberschüsse diese« Etats "Zunächst in dieser Höhe für die Schuldentilgungen ver- Wendung zu finden hätten. Geschähe das nicht, so sei auch für 1911 kein Pfennig wirklicher Schuldentil- g u n g zu erwarten. Aber weiter: Auch der Etat für 1812 enthalte eine Anleihe von 103 Millionen für nichtwrrbende Zwecke. Selbst also, wenn sich über die Einnahmeansätze des Etats hinaus ein beträchtlicher Ucberschuß ergäbe, lverde doch erst von einer wirklichen Schuldentilgung gesprochen werden können. wenn diese Anleihe gedeckt sein werde. Wolle man also die Ueberschüsse von 1811 und 1312 dazu verwenden, die neuen Mehrausgaben zu decken, so sinke das Reich, wie man eS sinanztechnisch auch zu bemänteln suche, wieder in die alte Llnleihewirtschaft zurück! Diese Darlegungen de» Herrn Mermuth, auf die wir noch näher zurückkommen werden, beweisen, daß unsere wiederholte dringliche Forderung, endlich einmal den Etat so Übersicht- I i ch zu gestalten und eine so klare Uebersicht auch über die ganze finanztechnische Lage de» Reiche» zu geben, daß sie auch dem Laien verständlich sei, nur zu berechtigt war! Wir haben wiederholt festgestellt, daß auch nicht ein« einzige Partei und nicht ein einziges bürgerliche» Blatt bisher in der Lag« waren, au» dem Etat einen wirklich einwand»- freien Ueberblick über die finanzielle Situation des Reiches zu geben. Sogar die etatsmäßigen Auseinandersetzungen des„Bor- ivärtS" mit der„Nordd. Allg. Ztg." und dem RegierungSoffiziosus Herrn Erzberger sind völlig ohne SukkurS auch nur eines liberalen Blattes geblieben! So ungeheuerlich cS war: die SchuldentilgungS- ntärchen des Herrn Erzberger blieben auch in der bürgerlich- oppositionellen Presse völlig unwiderlegt! Jetzt kommt der ehemalige Reichsschatzsekretär Mermuth selbst, um diese Legenden zu zerstören I Man sollte aber doch nicht damit rechnen, daß immer ein abgesägter Reichsschatz. s e k r e t S r die nötige Klarheit über eine finanzielle Situation verbreitet, die er, sofern er noch im Amte verblieben wäre, von Berufs wegen zu verdunkeln sich berpfichtet gefühlt hätte! Ucbersichtlichkeit des ReichSetat«, Heber sichtlichkeit de« Etat» der ReichSschuldcnverwaltung und der Schuldentilgung sind für die Beurteilung der jeweiligen finanziellen Lage deS Reiches das allerdringendste Erfordernis! Der flufitand in Marokko. Paris, 19. April.(Eig. Ber.) Die Bourgeoispresse ist sich über die Ursachen des Aufstandes in der marokkanftchen Hauptstadt nicht einig. Manche Blätter meinen, schuld daran sei, daß die französische Negierung sich bei der Organisation der scherifischen Truppen übereilt habe. Andere glauben im Gegenteil, die Revolte sei die Folge einer zu großen Langsam- keit. Man habe die Gefühle der Marokkaner schonen und die öffentliche Meinung in Frankreich nicht durch eine große mili- tärische Aktion erschrecken wollen. In der Tat ist es unleug- bar, daß man die Aufrichtung des Protektorats wie eine Sache behandelt hat, die nur von den Diplomaten ausgemacht und von den Parlamenten besiegelt zu werden brauche, wozu dann nur noch die Formalität der Zustimmung Muley Hafids zu kommen habe. Wenn die bürgerlichen Blätter jetzt aus einmal «finden, derlei Ereignisse, wie das in Fez, seien vorauszusehen gewesen, so rst es unbestreitbar, daß— von ein paar Aus- i-.ahmcn abgesehen— nur die Sozialisten immer und itrnner wieder darauf hingewiesen haben, daß die tatsächliche Etablierung der Oberherrschaft noch schwere Opfer an Blut und Geld kosten werde. Heute liegt dies vor aller Augen und auch die andere Voraussage ist eingetroffen, daß die angeblich so„nationale" Weltpolrtik:n kritischen Situationen der inter- nationalen Politik einen großen Teil der französischen Wehr- macht binden würde. Denn daß es sich nicht um eine bloße Meuterei malkontenter Soldaten handelt uiti> der in den offiziellen Meldungen bekanntgegebene geringfügige Anlaß toohl kaum mehr als ein Vorwand und jedenfalls ein Anstoß zu einer durchaus nationalen und religionsfanatischen Er- Hebung war, müssen auch die bürgerlichen Zeitungen zugeben. Die marokkanischen„Rebellen"— so nennt man diejenigen, die ihr Land von ihrem Herrscher nicht an die Fremden aus- liefern lassen wollen— sind zweifellos von jenem leidenschaft- lichem Geist der Selbstbehauptung erfaßt, der jetzt durch die vom raubgierigen Kapitalismus der„christlichen" Staaten allenthalben bedrohte Welt des Islam geht. Die jüngsten Ereignisse in Tunis haben gezeigt, daß auch in dieses Pro- tektoratsland die Wellen der religiös-nationalen Erregung hinüberschlagen. So zeigt sich die Politik der kapitalistischen Expansion, die jetzt in den Dardanellen von neuem die Gefahr des furchtbarsten Weltkrieges heraufbeschwört, in ihrer ganzen Torheit und selbstmörderischen Aberwitzigkcit. Die Kämpfe in Fez. Pari», 80. April. AuS Fez wird vom 1. d. M. gemeldet: Während der Nacht wurden leichte Angriffe auf die französischen Vorposten unternommen, die mühelos zurückgeschlagen wurden. Am Morgen haben Aufftändische ein« Anzahl Franzosen, die in eng- lisch« Häuser geflüchtet waren, weggeführt, unter ihnen den Direk- tor und einen Angestellten deS Credit Foncicr. Eine Patrouille hat ein Hotel, in dem mehrere Europäer den Angriffen der Auf- ständischen Widerstand leisteten, entsetzt. ES wird befürchtet, daß einzeln« derselben Opfer deS AufttandeS geworden sind. Paris, 13. April. Di« S i t i u s s i, dt«, wie gemeldet, gegen Fez vorrückten, sind S00 Meter südlich der Stadt zurück- geschlagen worden. Mehrere Stämme haben sich vereinigt und einige Duar» treugebliebener Stämme zerstört. Die Bewohner der DuarS haben sich in daß französische Lager geflüchtet. Paris, 20. April. AuS Tanger wird gemeldet: Bei dem Scharmützel vor den Toren von Fez sollen die fran- zösischen Truppen, die einen Bajonettangriff unternehmen mußten, 8 Tote und 2b Verwundete gehabt haben. UMer den vermißten Franzosen werden auch die beiden Kassierer der Zweiganstalt des Credit Foncier d'Alger in Fez genannt. Offizielle Meldungen. Paris, 80. April. Im heutigen Mini st errat teilten Ministerpräsident Poincar«, Kriegsminister Millerand und Marine- minister Delcasse die Funkentelegramme mit, die au» Fez ein» getroffen sind und deren letzte» die Wiederherstellung der Ruhe meldet. Die Konsuln von England und Spanien haben dem französischen Gesandten Regnault ihren Dank für den den Konsulaten und ihren Landsleuten gewährten Schutz ausgesprochen und ihn zu der Tapferkeit der französischen Truppen beglückwünscht. Der Ministerrat erachtete e» für sein« Pflicht. Regnault die In- struktionen vom 1. April zur Errichtung de» Protektorat» zu be- stätigen. Zwischen Regnault und Moinier herrscht übrigen» volles Einverständnis. Mille ran d teilte mit, daß sich gegenwärtig 2LS70 Soldaten in Marokko befinden, davon 7260 in den Gebieten von MekineS und Fez. Di« scherisischen Truppen sind 6000 Mann stark, davon befinden sich 4000 in Fez. Die OkkupationStruppea an der algerisch-Marokkanischen Grenze belaufe« sich auf 10 400 Mann. /.■:', ,,■ Pari», 16. Aprill Im Zusammenhang mit den Meldungen über den Aufstand in Fez wird in einer weiteren offiziösen Mitteilung berichtet, daß der Gesandte Regnault, der ur- sprünglich nur die Unterzeichnung deS Protektoratsvertrages durch den Sultan durchzuführen hatte, am L April vom Ministerpräsidenten Poincarö telegraphisch den Auftrag erhielt, mit der Einrichtung des Protektorats zu beginnen. Regnault stellte alsbald telegraphisch eine Reih« von Anträgen, die von Poincar« gebilligt wurden, darunter ein Antrag betr. die Aufstellung eines Budget« für die Bezahlung der Gehälter der Machsenbeamten, um der Ausbeutung der Bevölkerung ein Ende zu machen, sowie betr. die Ernennung eine» Vertreter» deS Sultan» und eines französischen Kommissar» in allen wichtigen Städten, lleberdie» beantragt« Regnault, daß bei den militärischen Rekognoszierungen nur sehr starke Aufklärungsabteilungen verwendet werden, um auf die Marokkaner Eindruck zu machen. Verbot der Reisen in» Innere Marokko». Tanger, 13. April. Wegen der herrschenden Unsicher« heit ist der Befehl ausgegeben worden, Personen, die m das Innere de» Landes abreisen wollen, zurückzuhalten. „Die Ruhe ist wieder hergestellt." Paris, 20. April. Ein im Ministerium des Auswärtigen um Mitternacht eingetroffenes Funkentelegramm auS Tanger meldet, daß die Verstärkungen au» MekineS in Fez eingetroffen sind. Nach einem heftigen Kampf haben die französischen Truppen die von den Aufftändischen besetzten Stellungen eingenommen. Die französisch« Flagge weht jetzt ans den Wällen. Die Ruhe ist wiederhergestellt. General Moinier wird heute in Fez erwartet. Die Meldung von der Wiederherstellung der Ruhe in Marokko ist ungefähr ebenso einzuschätzen wie die SiegeSnachrichten der Italiener vom tripolitanischen Kriegsschauplatz. poUtiscbe dcbcrficht. Verlin. den 20. April 1912. Reichsparteiliche Obstruktion.— Die Reichseisenbahncn. Zwei Niederlagen in einer halben Stunde: Dieses jhmst- stück parlamentarischer Fextigkeit hat heute der Abgeordnete Dr. A r e n d t zu Wege gebracht. Seitdem die von den deutschen Wählern � dezinierte Reichspartei allen Anstrengungen zum Trotz es nicht zu der Größe einer Fraktion gebracht hat, sind ihre Führer— eigentlich sind nur noch Führer da, die„Angeführten" haben sich verlaufen— ganz besonders gegen ihr Schicksal erbittert. Und plumper noch als ihre konservativen Freunde bemühen sie sich, die Arbeitsfähigkeit dieses Reichstages zu bestreiten. So machen sie, wo es nur vielleicht gelingen könnte, kleine Obstruktionsversuche. Der heutige Tag sollte ihnen zwei Ge- legenheiten bieten, ihre Fähigkeiten zu erproben. Aber beide Male zeigte sich, daß jeder Obstruktion, die nicht im Volks- willen wurzelt, die Kraft fehlt und der Erfolg ausbleiben muß. Die entsetzliche Katastrophe der„Titanic" bildete den ersten Anlaß, und man konnte so zunächst feststellen, daß diese Herren frei von aller Empfindlichkeit sind, wenn sie irgendein Politisches Resultat für sich erhoffen. Ihr Antrag auf Er- Hebungen über die Sicherheitseinrichtungen in der deutschen Marine gründete sich zwar nur auf unkontrollierte Zeitungs- Nachrichten, über deren Unzuverlässigkeit gerade die Rechte nicht genug klagen kann, wenn sie in irgend welchen Fällen von unseren Rednern zitiert werden, die ihnen indessen zu ihrem Manöver natürlich gut genug waren. Herr Arendt, der der" Feierlichkeit der Stunde halber seiner Uebung ent- gegen die Tribüne bestiegen hatte, begründete seinen?lntrag mit Tränen der Rührung in der Stimme. Er trieb die Heuchelei so weit, daß er sogar von einer Teilnahmslosigkeit der Linken sprach, weil sie sich für ihn nicht interessieren mochte. Ter Staatssekretär Dr. Delbrück war der Zustim- nnrng fast des ganzen Hauses sicher, als er die Revision der gegenwärtig geltenden Bestimmungen ankündigte, es aber ablehnte, jetzt schon die ganze Frage materiell zu erörtern. wo doch eine exakte Prüfung noch gar nicht möglich fem könne. Herrn Arendt, der überall abgefallen war, erschien danach so- gar die voni Genossen H a a i e vorgeschlagene Vertagung zu viel: wehmutsvoll zog er unter dem Gelächter der Linken seinen Antrag zurück! Ter zweite Reinfall: Alle Fraktionen hatten sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der aus der Strafgesetznovelle zunächst die notwendigen und unaufschiebbaren Aenderungen herausnimmt, über die keine Mcinuixgsverschiedenheit bc- steht. Es war auch verabredet, daß über diesen Gegenstand nicht debattiert werden solle. Aber Herr Arendt hielt seine Rede und schlug die Uebertveisung an eine Kommission vor. Herr Wellstein vom Zentrum lehnte es sehr scharf ab, sich auf eine solche Debatte einzulassen, und bei der Absttm- mung über den Antrag Arendt erhoben sich mit dem erfolg- reichen Taktiker noch reichlich zehn Mann.... Nachdem der Gesetzentwurf in erster und zweiter Lesung beraten war, begann das Haus die Beratung des Etats der Reichseisenbahnverwalwng. Genosse Fuchs eröffnete die Debatte mit einer ein- gehenden Betrachtung'namentlich der Arbeiterverhältnisse. Nachdem der Zentrumsmann K u ck h o f f die Beschwerden einiger Beamtenkategorien vorgebracht und der national- lcherale Geheimrat Schwab ach seine sehr nationalliberale Rede gehalten hatte, äußerte sich Herr von Breitenbach selber. Muß noch besonders betont werden, daß nach seiner Meinung alles in der besten der Verwaltungen am besten be- stellt ist? Die Löhne— so sagt er niit vornehmer Noncha- jance— sind ausreichend, wenn nicht gar zu scksön: die hy- gienischen und anderen Einrichtungen hervorragend! Koali- tionsrecht— das gibt es selbstverständlich nicht! Mit un- erschütterlichem Gleichmut setzte er seine hahnebüchene Theorie von seiner Bekämpfung der Sozialdemokratie auseinander. Am Donnerstag vermutlich— da die drei ersten Tage der nächsten Woche für die Generaldebatte der Wehrvorlage reserviert sind— wird die Debatte fortgesetzt. Als Redner unserer Fraktion werden die Genossen Dr. Weil! und. P ei rotes sprechen._ Abgeordnetenhaus. Da» Abgeordnetenhaus beendete am Sonnabend zunächst die zweite Beratung des Etats der Eisenbahnverwaltung. ES wurden nur noch lokale Angelegenheiten, insbesondere die Fragen der Bahn« Hofsbauten besprochen. Die Interessen deS Personals, nicht nur der Eisenbahner, sondern auch der Straßenbahner, nahm nochmal» Ge« nosse H o s s m a n n wahr, der namentlich für eine erweiterte Sonn- tagSruhe eintrat. Auch der unvermeidliche Herr S t r o s s e r erschien wieder auf dem.Plan, um den Piaat zu reiten. Hatte er doch ent- deckt, daß eine von der Eisenbahnverwaltung beschäftigte elsäsfische Maschinenfabrik sranzosensreundlich und deutschfeindlich ist. Ein Glück, baß Strosser wacht. Der Staat ist durch seine«ufmerksam- keit einer großen Gefahr entronnen, denn selbstverständlich wird der Minister sofort dafür sorgen, daß die Inhaber der Finnen sich die richtige Gesinnung zulegen. In vorgerückter Stunde begann noch die Beratung de» Kapitel# .Höhere Lehranstalten" vom KultuSeiat. Die Debatte, die belang- lo» war, soll Montag fortgesetzt werden. Die Vorsitzenden der bürgerlichen Fraktionen de» Abgeordneten- hause» haben sich in einer Besprechung mit dem Präfidenten dahin verständigt, die Arbeiten de« HauseS so zu fördern, daß vor Pfingsten Vertagung bis Mitte Ottober eintreten kann. Die Sozialdemokraten waren zu der Besprechung nicht hinzugezogen. Zentrum und Militarismus. Wie steht das christliche Zentrum zum menschemnordenden Krieg zum Militarismus überhaupt? Stellen wir vorerst einmal fest: wa» heißt eigentlich Militarismus? Damit die braven Zentrumsfreunde de» Frieden» und de» Kriege» nicht eine Defi- nierung, wie wir sie bringen, ablehnen, lassen wir die folgende gelten. Sie stammt aus dem Staatslexikon der GörreSgesellschast zur Pflege der katholischen Wissenschaft in Deutschland. E» heißt in diesem von Dr. Julius Bachem herausgegebenen Werke dazu: „Militarismus ist im allgemeinen Sinne Kriegswesen überhaupt, im engeren landläufigen Sinne jener Zustand des Staate?, wo das Kriegswesen auch in FriedenSzeiten den unmittelbaren StaatSzwcck, das öffentliche Wohl, b e e i n t r ä ch- t i g t, wo durch das lieberwiegen des Kriegswesens über die anderen Seiten der öffentlichen Tätigkeit der Staat nicht mehr all« Bedingungen erfüllt, die notwendig sind, daß alle Glieder des Staates frei und selbständig i» ihrem Glücke wirken und eS erreichen können." Wenn schon die Erläuterung nicht ganz korrekt ist, t« beson- deren nicht in ihrem mehr sentimentalen zweiten Teile, wir wollen sie trotzdem akzeptieren, weil sie eben vom Zentrum kommt, aus einem weltberühmten katholischen wissenschaftlichen Werke, dem GörreSlexikon. Wie steht das Zentrum zu diesem eben charakterisierten Mli- tarismus? Man muh schon weit zurückgehen in der Zentrums- Parteigeschichte, ehe man auf kritische und ebensolche Meinungen stößt, wie sie im latholisch-wissenschaftlichen GörreSwerke ausgesprochen sind. Peter Reichensperger, da? überragende Haupt der- gangener Zentrumsfraktionen, erklärte tri der Debatte über den Militäretat einmal bündig und energisch: „Ich bin der Meinung, daß wir das Recht und die Macht haben, den Fuß zu setzen auf die Quelle deS Uebels. an dem ganz Europa krankt, ich bin der Meinung, daß wir das Recht und die Pflicht und die Macht haben. das Wort zu sprechen, das allgemeine Abrüstung heißt— und nicht Abrüstung von unS einseitig, daS fällt mir nicht ein, aber«in ernstes Wort zu reden, daß alle Staaten zur Abrüstung nötigenfalls gezwun, gen würden. Wenn irgend ein Krieg jemals gerechtfertigt ist, so wäre eS ein Krieg, der endlich die Sicherung der Segnungen des Frie» den« herbeiführen will— daz ist der innerlich gerechteste Krieg und ich sage ganz uichedingt: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." DaS war zweifellos kräftig und eindeutig. Aber schon fünf Jahre vorher hatte es aus dem Zentrum in diesem Tone gesprochen. Uns kommt da gerade die Aernerlung. des Abg. v. Schorlemer- A l st, auch einer hohen Zentrumsstütze, unter. Er erklärte bei der zweiten Beratung des Gesetzentwurf» über de« Landsturm am 11. Januar 187S; „Ich glaube, wenn der Brüsseler Kongreß(Brüssel 1874, eln- berufen zur Regelung der allgemeinen Kriegsgebräuche und Krieg?- gesetze. D. R.) sich mehr mit der Frage einer allgemeinen angemessenen Abrüstung beschäftigt hätte, würden ihn die Sympathien der Völker ebensosehr geleitet haben, wie jetzt seine Abmachungen der allgemeinen Vergessenheit und Gleichgültig- keit verfallen." Und solche Worte sprach das Zentrum wenige Jahre nach dem Nationalkrieg, der jeden Reserveoffizier noch zehn Jahre danach zu einem Gott machte, und in einer Zeit, als wir von Kriegsrüstungen in dem heutigen Umfange überhaupt noch nichts ahnten I Es war im Jahre 1882, da kam Reichensperger wieder auf die Abrüstung zu sprechen. Deutlich und scharf umrissen skizzierte er das Programm einer allgemeinen Ab- r ü st u n g. Am 24. Dezember 1892 sprach der P a p st L e o XIII- vor seinen versammelten Kardinälen feierlich über die Not- wendigkeit, eine internationale Abrüstungs- konferenz zusammentreten zu lassen! Recht in- tcressant ist dazu der Kommentar, welchen Fürst Hohenlohe, der Memoirenkanzler, in dem nichtveröffentlichten Teile seiner Auf- Zeichnungen gegeben hat. Wie bekannt wurde, stellte eine Tage- buchaufzeichnung Hohenlohes zur Militärvorlage von 1893 fest, daß der Papst Leo XIII. von Wilhelm II. ein Geldgeschenk von 500 000 Frank wünschte— dann würde die Militärvorlage durch das deutsche Zentrum im Reichstage angenommen werden. Hohen- lohe, um seine Meinung befragt, war so klug, vorzuschlagen, vor- läufig das Geld zu versprechen und es erst zu geben, wenn die Militärvorläge wirklich angenommen wäre. Das Zentrum lehnte trotzdem die Mlitärvorlage ab. Darauf kam es zur Reichstags- auflösung; bei der Wiedereinberufung und nochmaligen Abstim- mung wurde die Vorlage angenommen. Auch mit Zentrums- stimmen! Und Leo XIII.? Er sagte im Juni 1894 wieder in einer Enzyklika:„Schon durch viele Jahre lebt man mehr dem Scheine nach im Frieden als* in Wirklichkeit. Der bewaffnete Friede, wie er jetzt besteht, ist fast unerträglich ge« worden. Und das sollte der naturgemäße Zustand de? sozialen Zusammenlebens fein?" Seitdem sind sogar die schönen Friedensworte für das Zen. trum ausgegangen. Sie haben nur dafür gesorgt, daß dem Kriege das christliche Mäntclchen umgehängt werde. Im übrigen sind die ZentrumSmannen zur konsequenten— Hertlingerei umgeschwenkt. H e r t l i n g, die neue„unparteiischste" Glanznum- mer der Partei, sprach im Hottentottenreichstag im Mai 1907 zum ersten Male öffentlich, offiziell und höhnisch über den .Friedensunsinn": Er meinte: „Ich halte die Abrüstung bestenfalls für eine akademische Doktorfrage, und es würde meiner Ansicht nach für den europäischen Frieden sehr dienlich sein, wenn diese Frage auf Jahrzehnte hinaus von der Tagesordnung gänzlich verschwinden würde." Das ist kurz und prägnant da? jetzige ZentrumSprogromm zum Militarismus! Die Organisation des Lustflottenrummels. Der gegenwärtig grassierende LuslflottenfanatismuS soll noch uns einige Grade gesteigert werden. ES ist kein Geringerer als der — Graf PosadowSky, der das Geschäft organisieren will. Die »Leipziger Volkszeitung" erhielt Kenntnis von folgendem vertrau- lichen Schreiben: Nationale Flugspende. Geschäftsstelle: Berlin«. Luiienstr. 38/84. Berlin, den 16. April 1912. Unter dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen und meinem Vorsitz ist ern Komitee in der Bildung begriffen, welches es sich zur Aufgabe gestellt hat. die in Deutschland vorhandenen Sammlungen und anderweiten Be- strebungen zugunsten des Flugwesens zu einer einheitlichen Organisation unter dem Namen„Nationale Flugspende" zusammenzufassen. DaS Komitee beabsichtigt, in allernächster Zeit mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit zu treten. Nachdem ich in dieser Frage mit dem Verbände der ZeitungSverleger bereits Fühlung genommen und mich deren Zustimmung versichert habe, beehre ich mich, auch die geehrte Redaktion um die Mitarbeit an dieser nationalen Aufgabe zu bitte». Am Donnerstag, den 18. April 1912, nachmittags 2 Uhr, findet eine Besprechung in dieser Angelegenheit im Reichstags- gebäude, Zimmer l, Obergeschoß, Eingang Portal Y, statt. Ich beehre mich, die Redaktion mit der Bitte einzuladen, sich bei der Besprechung vertreten zu lassen. Um die Wirkung des Aufrufs nicht zu beeinträchtigen, darf ich bis auf weiteres um vertrauliche Behandlung ergebenst ersuchen, lieber das Ergebnis der Bc- sprcchung wird der Redaktion Mitteilung gemacht werden. _ gez. Graf PosadowSky. Zentrumsparade. Die 59. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands fiirdct vom 11. bis 15. August dieses Jahres in Aachen, der Stadt mit den heiligen Windeln Christi, statt. Die drei Ehrenpräsidenten, der Ehrenausschuß und der Vorstand des Lokalkomitees erlassen zu dieser Festveranstaltung folgende geschraubte, phantasiereiche Einladung: „Zum dritten Male hat unsere alte Kaiscrstadt die Freude und hohe Ehre, die Generalversammlung der Katholiken Deutsch- lands in ihren Mauern zu bergen; im Jahre 1862 war eS die 14.; im Jahre 1879 die 26. Generalversammlung, die der Bürger- schaft festliche Tage der Freude und der Erhebung bereiteten, auf welche die ältere Generation noch heute mit freudiger Genugtuung zurückblickt. Seit Jahren schon machte sich in steigendem Maße der lebhafte Wunsch in der katholischen Bürger- schaft gelte, id ein drittes Mal Deutschlands Katholiken in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Die 58. Generalversammlung in Mainz trug diesem Wunsche Rechnung, und nunmehr gehen wir bereits mit schnellen Schritten dem langersehnten Zeitpunkt entgegen, an dem die Wogen treukatholischer Gesinnung und Begeisterung durch die allzeit treu deutsche und allzeit treu katholische urds rexslis fluten werden. Hunderte von rührigen Händen find feit Monaten an der Arbeit, um euch, ihr katholischen Brüder aus allen deutschen Gauen, soweit die liebe deutsche Zunge klingt, und euch alle, die ihr die traute Sprache unserer teueren geistigen Mutter, der heiligen katholischen Kirche ver- steht, in Freundschaft und Liebe zu empfangen; Tausende Herzen schlagen den willkommenen katholischen Brüdern freudig bewegt entgegen. Wir wollen tagen, wir wollen raten in alter katholischer Treue. Stürme brausen und umtoben Altar und Thron; in hellen Scharen drängen die Gegner heran, um die Axt anzulegen an die Wurzeln von Autorität, Ordnung und Religion. Kritiksuckt, Spott und Hob» in Wort, Schrift und Bilo unter dem trügerischen Teckmantel wissenschaftlicher Ge- barung sind die Massen, mit denen der Kampf geführt wird. Da ist die Mahnung nicht überflüssig, uns immer fester zu* fammenzufckaren und das Gelöbnis unwandelbarer, kindlicher Liebe zu unserem Heiligen Vater in Rom und unerschütterlicher Treu« zu unserem angestammten Herrscherhaus zu erneuern. Der Aachener Katholikentag soll wieder ein Jungbrunnen setn, an dem wir neue Kraft schöpfen, um den drohenden Stürmen Trotz zu bieten und mutig und kraftvoll einzutreten für das Wohl unserer heiligen Kirche und für das Heil unseres geliebten Vaterlandes. Eine besondere Bedeutung und Weihe erlangt die dies- jährige Tagung durch die hundertste Wiederkehr des Geburts- tages unseres großen, unvergeßlichen Windthorst, der in unserer Vaterstadt im Jahre 1879 zum ersten-Male an einer General- Versammlung der Katholiken Deutschlands teilnahm und seitdem auf keiner Versammlung fehlte. Hier in Aachen ritz er die Teil- nehmer durch flammende Worte der Begeisterung hin, als er den Zweck der Generalversammlungen und deren soziale Be- deutung kennzeichnete; hier richtete er die dringende Viahnung zur Einigkeit an die deutschen Katholiken. Wir wollen das An- denken an den treuen Sohn der katholischen Kirche und den warmherzigen Freund unserer Generalversammlungen festlich begehen und daS Versprechen wiederholen, bfl§_ einst Kardinal und Fürstbischof Kopp an dem frischen Grabeshügel des großen Toten ablegte:„Wir werden die Einigkeit untereinander hüten als ein kostbares Vermächtnis, daS du uns hinterlassen." Auf denn, ihr Glaubensbrüder aus nah und fern, zur frohen Fahrt nach Aachen, zu dessen berühmten Heiligtümern von alters her so viele Tausende gepilgert sind. Die geschichtliche Ver- gangenheit Aachens verknüpft ihre Fäden mit den fernsten Teilen des Reiches. Karl der Große, der gewaltige Herrscher, hat einst in seiner Pfalz oftmals Heerschau gehalten über seine Getreuen, die aus allen Gauen des großen Reiches zusammengeströmt waren. Möge die diesjährige Heerschau der Katholiken Deutsch- lands aufs neue viele Tausende hinführen zum Grabe des groß«, Kaisers, der in dem altehrwürdigen, von ihm erbauten LiebMauenmünffcr seine letzte Ruhestätte gefunden hat!" Roerens Nachfolger! Die Anhänger der Berliner und Kölner Richtung der Zentrums- Partei rühren sich im früheren Roerenschen Wahlkreise Saarburg« Merzig-Saarlouis. Die Kölner Richtung hat als Kandidaten den Duisburger Landtagsabgeordneten, den gegen Bassermann durch- gefallenen Sauermann ins Auge»gefaßt, Trier präsentiert einen Schulmann der Berliner Richtung. Jetzt kommt gar die„Stände- ordnung" und propagiert die Wiederanfstellung RoerenS! In Heft 3 des Blattes liest man: „Auf ganz anderem Boden als die Kölner Führer mit dieser Erklärung steht folgende Zuschrift, die wir soeben aus Merziger Zernrumskreisen erhalten �.Hier sind", so heißt eS darin,„die Zentrumsleute aus dem Volke erstaunt, daß Herr Roeren aus solch einem Grunde ausgetreten ist; denn die Zentrumswähler im hiesigen Wahlkreise betrachten mit ganz verschwindenden Ausnahmen da§ Zentrum als eine kalholische Partei, fassen also den Begrf deS Zentrums nach der katholischen Seite hin viel klarer und schärfer auf. als selbst Roeren eS tut. WaS halten Sie von einer Neuwahl Roerens?" Die in Koblenz erscheinende„Ständeordnung" ist kein Partei- blatt, aber sie hält es für ihre Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß die Wähler bei der Neuwahl absolut nicht an den schon deutlich kundgegebenen Willen einiger Herren gebunden sind, daß sie viel- mehr gerade in der heutigen Zeit der Verwässerung der Grundsätze im Gewissen verpflichtet sind, einen streng katholischen Mann, aber keinen„interkonfessionellen" AllerweltSmann zu wählen, der eS auch den Konservativen Protestanten und selbst den Liberalen recht machen kann." Mit Drill nnd Polizei gegen die Slrbeiterjngend. Die Zweite Kammer deS sächsischen Landtages be« sÄäftigte sich am Freitag mit dem Kapitel 101 deS Etats, in dem die 100 000 M. für die nationale Jugendköderung eingestellt sind. Gleichzeitig damit stand ein konservativer Antrag zur Vorberalung, der besagte, die Regierung solle in ver- schärftem Maße über die Jugendorganisationen wachen, damit diese her Einwirkung vaterlandsfeindlicher Be- strebung est entzogen werde und gleichzeitig erwägen, in welcher Weise auf dem Wege der Landesgesetzgebung die Vater- ländische Erziehung drr FortbildungSschüler besser als bisher sicher gestellt werden könne. Den Antrag begründete der Freiberger Land- gerichtsrat Dr. M e n g l e r, dessen tolpatschige Art zu reden oder richtiger vorzulesen, zwar oft so komisch wirkte, daß alles lachte; doch war der Geist dieser Rede von Denunziationen und gehässiger Hetze gegen die Arbeiterjugend erfüllt. Mit auS dem Zusammenhange gerissenen Zitaten und schiefen Schilderungen einzelner Vorgänge versucht« er der Arbeiters ugendorganisation politische Tätigkeit anzudichten. Der Zweck sei, den Klassenhaß bei den jungen Leuttln zu schüren, sie zu Vaterlandsfeinden und Anti- mililaristen zu erziehen. Dagegen müsse die sächsische Regierung nach preußischen, Mu st er vorgehen. Dort habe man das wunderbare und sicher wirkende Mittel derAuf« lösung angewendet. DaS müsie man auch in Sachsen so machen. Alle Arbeiterjugendorganisationen müßten aufgelöst werden. auch wenn sie sich mit Wandern, Turnen und sonstigen löblichen Hebungen beschäftigten, denn irnS geschehe ja nur zum Schchn. Schließlich rief er in seinen Scharfmachereien zu den Regierungsbänken hin:»Nur etwas Mut und eine starke Hand gehört dazu. Probieren Sie eS nur Herr Mini st er; das Oberverwaltungsgericht steht hinter ihnen." Schließlich beschwerte er sich noch darüber, daß in sächsische Lehrerseminare auch Söhn« sozialdemokratischer Führer aufgenommen würden.- Der Mini st er des Innern von Vitzthum versucht zu« nächst darzulegen, daß die sächsische Polizei gegenüber der Jugend- bewegung nicht müßig gewesen sei, wie überhaupt Regierung und Schulverwalmng die Jugendorganisationen scharf beobachtet hätten; In einen Falle hatte man ja auch zu einer Auflösung schreiten wollen, aber die betreffende Jugendorganisation in Deuben sei dieser Maßnahme zuvorgekommen und habe sich selbst aufgelöst. Die Regierung sei der Ansicht, daß die Auflösung nur in besonderen Fällen angebracht sei. Von einem lediglich Polizei- tichen Einschreiten gegen die Arbeiterjugend- o r g a n i s a ti o n e n verspreche sich die Regierung nichts. Diese Vereine hätten auch gelernt, sich den gesetzlichen Bestimmungen anzupassen. Dagegen werde die Regierung alles aufbieten, die sozialdemokratische Jugendbewegung durch na- tionale Gegenarbeit zu bekämpfen. Der nationalliberale Redner, Abg. W a p p l e r, ver- spricht sich ebenfalls nicht? von der polizeilichen Bekämpfung der Arbeiterjugend, will aber die nationale Jugendköderung nach alle» Kräften fördern. Von sozialdemolratischer Seite übte Genosie Keimling scharfe Kritik an dem nationalen Jugendfang mit dem Gelde der Steuer« zahler, gleichzeitig beleuchtete er die denunziatorischen Tiraden deS konservativen Antragstellers. Schließlich wurde der konservative An- trag einer Deputation überwiesen, wo er wahrscheinlich ein stilles Begräbnis finden wird. Die 100 000 M. für nationale Jugend- köderung wurden, natürlich gegen die sozialdemokratischen Stimmen bewilligt._ Die Erhöhung der Mannschaftslöhnung. Da? Zentrum will bei der Beratung des MilitäreratS den An- trag stellen, die Erhöhung der Mannschaftslöhnung, die nach der neuen MMärborlage für den 1. April 1918 vorgesehen ist, bereits am 1. Oktober d. I. eintreten zu laffen. Wir haben schon vor einigen Tagen darauf hingewiesen, daß die sozialdemokratische Fraktion cinen solchen Antrag einbringen wird. Das scheint für die bürgerlichen Parteien ein Ansporn gewesen zu sein, nunmehr in der gleichen Weise vorzugehen. Konservativer TerrorismuS. Eine recht charakteristische Illustration zu dem von konservativen Blättern immer wieder gegen die Sozialdemokratie erhobenen Vor- wurf der gewaltsamen Einschüchterung, deS sogenannten TerroriSmuS, bietet folgendes humoristisches Extrablatt deS in Gardelegen er- scheinenden„Altmärker Tageblatts zur Vertretung der Interessen des Mittel st andeS in Stadt und Land" vom 17. April 1911: »Nnd willst Du nicht mein Bruder fein, So schlag ich Dir den Schädel ein!" Der Schildspruch der Sozialdemokratie sagt man, wäre eS, aber das ist längst veraltet; von sozialistischem TerroriSmuS hört man nimmermehr etwas, doch konservativ« Zwang«- verfahren gehen immer und immer wieder durch den deutschen Blätterwald. So ist heute wieder ein Stückchen aus unserem eigenen Betriebe zu diesem Kapitel zu ver- zeichnen: Die»Altmärkische Ueberlandzentrale' schreibt, daß nian uns nicht als Mitglied aufnimmt und schickt mit dieser Botschaft zugleich zwei Mann, welche uns den Strom sperren wollen. Statt sich unseren wohlgemeinten Tadel hübsch zu merken und Besserung im Betriebe herbeizuführen, sperrt man die Leitung und hofft, uns das Lebenslicht auszublasen. Eine feine Rache! Aber Sie haben fehlgeschoffen, meine Herren! Heute haben Sie freilich da« Vergnügen, unser« ZeLung mu w kleinem Format zu sehen, aber von morgen ab wird unser Blatt wieder in der gelvöhnlichen Größe erscheinen und wird sich erlauben, nach wie vor allen auf die Finger zu gucken, welche nicht so arbeiten, wie es wünschenswert ist Unsere verehrten Leser müssen wir wieder, jetzt aber zum letzten Male, der Ueberlandzentrale um wegen Entschuldigung bitten. Ts soll nimmermehr geschehen. Wir sind jetzt auch in bezug aus die Kraft nur noch auf uns selber angewiesen! Redaktion und Verlag de«»Altmärker Tageblatt". Die Wahlen für den RndolstSdter Landtag. Die Neuwahlen für den aufgelösten Rudolstädter Landtag flnd auf den 7. Juni angesetzt._ Christlicher SltreikterroriSmuS f Wie haben die Christlichen gegen den angeblichen TerroriSmuS der streikenden Bergarbeiter im Ruhrrevier gewütet! ES hieß, an den Zusammenstößen mit der Polizei seien lediglich die Strei» kenden schuld. Nun haben in der ostpreußischen, rein katholischen Stadt Bischofsburg die christlich organisierten Maurer die Arbeit eingestellt, weil die Unternehmer ihre Forderungen ablehnten. Die ostpreußisch« Zentrumspresse muß jetzt mitteilen: „Der Maurerstreik ist noch nicht beendet. Die Streikenden versuchen, die von auswärts gekommenen Maurer an der Arbeit zu hindern. Es kommt vielfach zu Aufläufen und Zusammen- stößen, so daß die Polizei mehrfach Verhafwngen vornehmen mußte." In dieser guten, frommen Stadt ist et also zu ähnlichen vor- gangen gekommen wie im Ruhrrevier. Werden dte Christlichen diese Zusammenstöße nun auch lediglich auf daS Konto ver Ausständigen setzen? Geistig minderwertig und dienstuntauglich, aber doch iu Uniform! Die Fälle, daß geistig minderwertige junge Leute beim Militär eingestellt, aber hinterher, nachdem das Unglück über sie herein- gebrochen ist, wegen Dienstunbrauchbarkeit entlassen werden, mehren sich in erschreckender Weise. Mit lakonischer Kürze erklären fast regel- mäßig in der Verhandlung gegen solche bedauernswerten Geschöpfe die ärztlichen Sachverständigen, der Angeklagte ist zwar geistig minderwertig und dienstuntauglich, aber für sein Vergehen beim Militär verantwortlich! Also erst ins Gefängnis und dann wieder ins Berufsleben! Vom Dresdener Kriegsgericht wurde dieser Tage der Soldat Frach vom Jnfanterie-Regiment Nr. 102 wegen Fahnenflucht zu der gesetzlich geringsten Strafe von sechs Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse deS Soldatenstandes verurteilt! Er hatte sich krank gemeldet; der Arzt hielt ihn aber für gesund und schrixb ihn zum Dienst! AuS Aerger darüber lief er fort und wollte nach dem Ausland, aber schon nach 24 Stunden wurde er verhaftet. Der ärztliche Sachverständige bc- zeichnete F. alSeinen haltlosen geistig minderwertigen Menschen, der an einem krankhaften Wandertrieb leidet und deshalb d i e n st u n b r a u ch b a r sei. Bei seiner Entfernung sei F. vermindert zurechnungsfähig ge« wesen, aber im allgemeinen verantwortlich! ffantand. Neue Gewalttaten. Unser finnländischer Mitarbeiter schreibt uns: Die finnische Sozialdemokratie hat alljährlich sogenannte Maiabzeichen verkauft, die gewöhnlich guten Absatz fanden und der Parteikasse einige Einnahmen lieferten. Man benutzte diese Abzeichen zu Agi- tationszwecken, um den Maifeiergedanken in den Massen zu ver- breiten. Nun hat der Generalgouverneur plötzlich gefordert, sie überall von den Vertrauensleuten fortnehmen zu lassen. Diese Maßnahme verursacht in den Kreisen der organisierten Arbeiter heftige Erbitterung, denn gesetzlich ist gegen den Vertrieb der» artiger Abzeichen nichts einzuwenden. » Der frühere Redakteur unsere? Wyborger Parteiblattcs „Työ", Landtagsabgeordneter Genosse Airola, der im Winter auf Befehl des Festungskammandanten aus Wyborg ausgewiesen und bald daraus wegen„Majestätsbeleidigung" zu 6 Monaten Ge- fängnis verurteilt wurde, entging dieser Strafe vorläufig dadurch, daß der Landtag Anfang März zu seiner jetzigen Session zu- sammentrat. Bisher war eS auch in Finnland Brauch, daß Volksvertreter während ihrer Amtsausübung den Gerichten gegen- über eine Immunität bewahren. Bei dem Genossen Airola ver- richten die Behörden diesen allgemein gültigen Grundsatz brutal zu durchbrechen. Eines Morgens fanden sich Polizisten bei ihm ein, die ihn ins Gefängnis schleppen wollten. Er konnte noch den Landtagsvor sitzenden rechtzeitig in SVeniltpiS setzen und auf dessen Eingreifci« unterblieb vorläufig die Verhaftung. Indessen ist Ge- nossc Airola noch heute nicht davor sicher. Eine derartige Brutalität hat die Zarenregierung sogar den Duinaabgeordneten gegenüber nicht zu unternehmen gewagt. Gewerkschaftliches. Völlig im Sumpf. Und weiter behauptet man dreift und ihn, daß die Unternehmer hat die Gesellschaft nur einmal weniger als 10 Bros. Dividende vor dem Einigungsamt ihre Bereitwilligkeit, Frieden zu schließen, bezahlt; in den letzten fünf Jahren zusammen 80 Broz. oder durch Zugeständnisse gezeigt hatten, ja man habe den alten Vertrag 16 Proz. im Durchschnitt. Nebenbei hat sie noch rund 10 Millionen. auf 4 Jahre verlängern wollen. Von allem ist nur das letztere wahr. Mart Reserven angehäuft. Diese glänzende Rentabilität verdankt Bet den christlichen Gewerkvereinen tann man schon nicht nur will man über die halbstündige Arbeitszeitverkürzung nicht die Gesellschaft der weitgehendsten Ausnutung des gesetzlichen mehr von einem Hinabgleiten in den Sumpf reden, sie sind mit fich reden lassen. Und da man das in der Unternehmerver- Koalitionsrechts. So gehört die Gesellschaft dem sogenannten bereits bis auf den Grund gefunken. Den trefflichsten Be- sammlung verschwiegen hat, kann man im Rundschreiben behaup- Pulverkartell an, einer Organisation der Pulver- und Dynamitweis dafür liefert das Drgan der bekannten M.- Gladbacher ten, die Stuftateure haben alles abgelehnt. Ja man schreibt dreist, fabriken, die eine Art Versicherung auf Gegenseitigkeit darstellt. Zentrale, die Westd. Arbeiterztg.". Oberstratege Giesberts daß erst nach Bewilligung der Arbeitszeitverkürzung die Stufta- Der Gesamtgewinn der angeschlossenen Fabriken wird derart verteure ihre anderen Forderungen stellen werden. Umgekehrt. Die teilt, daß die Dynamitfabriken 60, die Pulverfabriken 40 Proz. des spricht hier- Nr. 16- die höchste Befriedigung aus über Stuffateure haben ihre Forderungen den Unternehmern Anfang ausgewiesenen Gewinnes zur Berteilung erhalten. Die Berteilung die Ablehnung eines Zusammengehens mit den katholischen Februar zugestellt. Aber die Herren brauchen ja die Wahrheit nicht innerhalb der Gruppe regeln die Gesellschaften jeder Gruppe. Dieſe Fachabteilern und einer freien Gewerkschaft. In Mayen und zu sagen, weil sie es sind, die in der Schlichtungskommission Organisation regelt jedoch nicht nur die Verteilung der Gewinne, Umgegend find die Steinarbeiter start vertreten und ziemlich berlangten. erst müssen die Stuffateure erklären, ob sie auf sondern auch die Preisstellung und zum Teil sogar die produktion. gut organisiert. Ein Tarifvertrag, der die Arbeitsverhältnisse Minimallohn verzichten wollen, dann wollen wir unsere weiteren Da die Gesellschaften, die hierbei in Frage kommen, einen erhebregelt, soll demnächst erneuert werden. Vielleicht um Stämpfe Forderungen unterbreiten. Und nun heißt es in Nachahmung eines lichen Teil ihrer Erzeugnisse an das Reich absehen, verdient dia Organisation der Unternehmer eigentlich ein weit größeres Interzu verhindern, hielten es die Fachabteiler für opportun, bei bekannten Ausspruchs: Arbeitswillige vor die Front!" Eine große Anzahl von dringenden Arbeiten fonnte durch effe, als allgemein dafür vorhanden ist. den Verhandlungen dem Unternehmertum nicht gesondert und Kollegen usw. Nun wäre es richtig, daß eine Gesellschaft, die von ihrem zersplittert gegenüber zu treten. Sie wollen die Verhand- Unterſtüßung von selbständigen Meistern, von fertiggestellt werden. Es liegen jedoch weitere recht dringende Organisationsrecht in so ausgiebiger Weise Gebrauch macht, gar lungen zusammen mit der freien Gewerkschaft führen. Mit Arbeiten meist kleineren Umfangs vor, wir bitten dahere unsere nicht den Versuch unternimmt, irgend einer anderen Person oder solchem Verlangen eďte man aber bei den Allerweltschriften Mitglieder, die entweder mitarbeiten wollen oder Arbeitskräfte zur irgend einer Personengruppe das Organisationsrecht zu beschneiGladbacher Dressur ordentlich an. Die zeigten, wie man die Verfügung stellen wollen, sich unverzüglich bei Herrn Rob. Eckardt, den. Die Arbeiter des Betriebes werden aber mit allen Mitteln Arbeiterzersplitterung und Unternehmerstärkung betreiben Schwerinstr. 14, zu melden. Wir rufen den Opferfinn und die von der gewerkschaftlichen Organisation ferngehalten, und wer sich muß, um des Segens der bachemitischen Scharfmacherschutz- Gemeinschaft der Arbeitgeberschaft an und erwarten, daß alle, die nicht fernhalten läßt, wird rüdsichtslos entlassen. Sogar der Versammlungsbefuch wird den Arbeitern verboten. truppe sicher zu sein und Rom zu zeigen, daß die„ neutralen" in der Lage find helfend mitzuarbeiten, fich unverzüglich melden. lichen Gewerfichaften die Arbeiter des Betriebes in Rottweil a. N. Für ausreichenden Schuß wird gesorgt." Interkonfessionellen die Bekämpfung der freien Gewerkschaften zu einer Versammlung einluden, berwarnte die Direktion der Da haben wirs. Arbeitswillige Gesellen find eben nicht zu Bulverfabrik burch Anschlag die Arbeiter dringend sowohl vor dem auf Kosten der Arbeiter energischer fultivieren, als wie selbst die katholischen Fachabteiler. M.- Gladbach widersprach einem haben. Einige, die stehen blieben, kommen als Arbeitskräfte nicht Pesuch dieser Versammlung wie vor dem Eintritt als Mitglied in in Frage. Und nun wird man in den nächsten Tagen, falls der die christliche Gewerkschaft und drohte jedem Arbeiter, der die BeZusammenarbeiten mit der freien Gewerkschaft und bereitet" Opferfinn" groß genug ist, die neuen Arbeitstittel auf den Bauten die christliche Gewerkschaft und drohte jedem Arbeiter, der die Bestrebungen christlich- nationaler, christlich- sozialer oder sozialdemoben Unternehmern eine Herzensfreude. Stolz und glücklich sehen. Nun find die bringenden Arbeiten solche, die bei den tratischer Organisationen direkt oder indirekt unterſtüßt, mit ob der glorreichen Zersplitterungstaftit und in nicht zu ber- Scharfmachern, die alle Ginigungen verhinderten, liegen sofortiger Kündigung. fennender denunziatorischer Absicht schreibt die Westdeutsche": blieben. Da follen nun die fleinen Unternehmer dafür, daß man Die Direktion raubt also den Arbeitern ein gesetzliches Recht, Bei den Schlußverhandlungen hatten die Fachabteiler die im Vertrag ihre Eristenz beschneiden will, Stuffateure nur mit von dem sie selbst in weitgehendstem Maße Gebrauch macht. Wobei Sozialdemokraten direkt mitgebracht und verlangten deren Zu Einwilligung der Unternehmerorganisation bei ihnen arbeiten läßt, noch nebenbei zu bemerken ist, daß im Aufsichtsrat der Gesellschaft laffung. Als die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften dies den Scharfmachern die dringenden Arbeiten fertigstellen. Die neben dem bekannten Kirdorf sehr liberale" Herren fizen. Ob ablehnten, wurde der christlichen Gewerkschaft sowohl von Bauarbeiter Groß- Berlins werden beobachten können, wieviel sol- die von diesem Terror der Direktion nichts wissen oder ob sie ihn den Roten wie vom Sekretär der Fachabteilung dafür der cher Unternehmer sich dazu bereit finden und die Stuffateure fin- billigen, entzieht sich unserer Kenntnis. schärffte Kampf angekündigt." den Gelegenheit, auch mal die Qualifikation der Unternehmer zu Katholische Fachabteiler und freie Gewerkschaftler bereint beurteilen. Auch ein Vorteil, der sich in Zukunft verwerten läßt. gegen die tapferen christlichen Gewerkschaften, das muß doch in Rom Effett machen; und die christlichen Gewerkschaften Die Differenzen der Kutscher bei der Speditionsfirma Karl als grundsätzliche Bekämpfer der Arbeitereinigkeit, das sichertrüger in Copenid find als beigelegt zu betrachten. Die Firma die Anerkennung des Kapitals. hat nunmehr eine Arbeitsordnung erlassen, deren Inhalt nicht gegen Die Christenführer verdienen den Dank des Kapitals und die Bestimmungen der Gewerbeordnung berstößt. Ginige von den die Verachtung der Arbeiter. entlassenen Rutschern sind am Sonnabend bereits wieder eingestellt worden. Die Sperre über den Betrieb ist aufgehoben. Deutscher Transportarbeiterberband. Berlin und Umgegend. Achtung, Bauschlosser! Die Firma Voltmann in Zichtenberg, Rittergutstraße 152, bleibt gesperrt, da der Streit noch nicht aufgehoben ist. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Sattler! Die Sattler des Deutschen Offiziervereins, Neustädtischekirchstr. 4/5, haben beschloffen, die Arbeit einzustellen. Der Betrieb ist für Sattler gesperrt. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Sattlez und Portefeuiller. Deutfches Reich. Die diesjährige Konferenz der Vertreter der Verbandsvorstände " Als die christDie Nieter und Stemmer der Schiffban- A.- G. Seebed in Geeftemünde haben nach einem mehrere Wochen währenden Ausstande die Arbeit wieder aufgenommen. Die Arbeiterforde rungen wurden zum wesentlichsten Teile erfüllt. Husland. Achtung, Chauffeure! Bei der Firma Hugo Sar, Motorbroschkenbetrieb in Zürich, find Differenzen ausgebrochen. Die dortigen Chauffeure stehen zurzeit in einer Lohnbewegung. Die Firma hat während der Unterhandlungen versucht, in München und in anderen Städten Chauffeure anzuwerben, um sie ebentuell als Streitbrecher benüßen zu können. Der Chauffeurverband hat deshalb über genannte Firma die Sperre verhängt. Das gleiche gilt auch für die Chauffeurschule genannter Firma, die in allen Tagesblättern durch Inserate Chauffeurschüler sucht. Wir warnen bringend davor, während dieser Zeit diese Schulen zu benügen. Zuzug von Chauffeuren ist für den Plak Zürich strengstens fernzuhalten. Letzte Nachrichten. Der Streit der Maurer in Königsberg i. Neumark hat mit einem vollständigen Siege geendet. Zum erstenmal tam es zum Abschluß eines Tarifvertrages, der zwei Jahre Gültigkeit haben wird. Der Lohn ist auf 42 Pf. pro Stunde gebracht und erhöht sich sofort um 4 Bf, und am 1. April 1913 nochmals um 2 Pf. Dazu tommen Zuschläge für Ueberland-, Ueberstunden-, Nacht- und Sonntagsarbeit, fomie bedeutende Verbesserungen in den üblichen Nebenbedingungen. Die Sperre über den Unternehmer Hensel in Königs Der Pariser Chauffeurftreik beendigt. wusterhausen ist mit Erfolg durchgeführt; der Vertrag ist anerfannt worden. Der Streit in Angermünde hat noch Aus Paris schreibt man uns: Eine von etwa 5000 Ausstän Zur Tariffrage im Steindruckgewerbe. feine Veränderung erfahren. Am 17. April haben in Werder a.. digen besuchte Versammlung in der Arbeitsbörse hat am Donners Ein Zentraltarif für das Steindrudgewerbe ist nicht zustande die Maurer und Bauhilfearbeiter die Arbeit eingestellt. Sie for- tag die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Nach mehr als gefoutmen, da angeblich die Gehilfen- Gaubertreter durch ihre Refo- dern 5 Pf. Lohnerhöhung pro Stunde. Die Unternehmer hielten 3 Monaten eines in prachtvoller Geschlossenheit und mit musterlution bom 10. März die Herren Unternehmer bor den Kopf ge- es nicht der Mühe wert, der Organisation der Arbeiter weder auf hafter Disziplin geführten Kampfes mußten die Vertrauensmänner stoßen haben sollen. In derselben beauftragen die Gauvorsteher die eingereichten Forderungen, noch auf wiederholte Anfragen zu der Streifenden seine Einstellung empfehlen, und es gereicht den den Hauptvorstand des Verbandes, fich mit der Anfrage des Schuß- antworten. Die Arbeitseinstellung umfaßt 125 Mann; 15 find be organisierten Chauffeuren zur Ehre, daß fie trop der begreiflichen verbandes Deutscher Steindrudereibefizer wegen einer Tarif- reits bei zwei Unternehmern zu den neuen Bedingungen in Arbeit. bitteren Gefühle über die Erfolglosigkeit der gebrachten Opfer die ruhige Ueberlegung bewahrten und nach einer fachlichen Darstellung gemeinschaft näher zu befassen und evtl. Vorverhandlungen anzu der Situation bei den verschiedenen Gesellschaften fast einstimmig bahnen. Da nach Beendigung der 18wöchentlichen Aussperrung die vom Gewerkschaftsvorstand und dem Streiffomitee borgedie Gehilfen die Wahrnehmung machen mußten, daß seitens der schlagene Tagesordnung annahmen. Der Mißerfolg des Ausstandes Schußverbandsfirmen in mehreren Orten die getroffenen Vereinhat ihren Glauben an die Aufgaben der gewerkschaftlichen Organi barungen nicht eingehalten wurden, auch die Zeitung der Unternehmer anscheinend nicht die Kraft besaß, die Firmen zur stritten fand nach dem„ Correspondenzblatt" der Generalfommission am fation und ihr Vertrauen zu den Organisationsleitern nicht erEinhaltung zu veranlassen, so wurden seitens der Gehilfenber- 25. bis 27. März in Berlin statt. Sie verhandelte an erster Stelle ichüttert, und so ist dieser geordnete Rückzug die Bürgschaft künftiger Siege. treter bestimmte Borbedingungen für unerläßlich gehalten, die der über den von der Studienkommission zur Errichtung einer gemertVersicherungstaffe Boltsfürsorge" Schußberband beam. dessen Mitglieder erfüllen sollten, bevor an fchaftlich- genossenschaftlichen eine Tarifgemeinschaft gegangen werden kann. In der Resolution ausgearbeiteten Gesellschaftsvertrag und die Versicherungsbedin wird berlangt: gungen, die die Zustimmung der Konferenz fanden. Danach wurden 1. Daß der Schußberband in der Lage sein muß, feine Mit- bie getvertschaftlichen Mitglieder des Borstandes und des AufsichtsZu dem Untergang der" Titanic". glieder zur vollen Einhaltung der abgeschlossenen Vereinbarungen rates gewählt. Für den Vorstand wurden die Genossen Paeplow New York, 20. April. Vor dem Senatskomitee sagte der Hilfsund Wentter, für den Aufsichtsrat die Genoffen Bauer, Leipart, anzuhalten. Schlicke und Evert, als Ersaßmänner Eifler und R. Schmidt be- funtentelegraphist der" Titanic", Bride, aus, daß 20 Minuten nach Aussendung des Hilferufes der Telegraphift des Lloyddampfers stimmt. Von den der Vorständekonferenz durch den Dresdener Gemert- Frankfurt", des angeblich nächsten Dampfers, anfragte, was Ips schaftstongreß überwiesenen Anträgen waren von besonderer Be- sei. Der Senator William Smith fragte, warum der Frankfurt" 3. Daß evtl. die Allgemeinheit der Unternehmer und Gehilfen deutung diejenigen der Bildhauer und Metallatbeiter betr. Streit die Sachlage nicht erklärt worden sei. Bride erwiderte darauf, unterstügung, von denen der erstere die Errichtung einer Widerdie Träger der Tarifgemeinschaft sein sollen. Diese Selbstverständlichkeiten haben die Unternehmer ver. standstaffe mit regelmäßigen Beiträgen unter Berwaltung der bag jeber Telegraphift, sobald er einen Hilferuf erhalte, sofort den schnupft. In ihrem Organ Deutsches Steinbrud gewerbe" bom Generalfommiffion, der lettere bei Streifs und Aussperrungen die Rapitän benachrichtigen würde. Philipps gab der" Frankfurt" teine Auskunft, weil die„ Car1. April wird der zweifelhafte Bersuch gemacht, den Gehilfen die Erhebung entsprechender Beiträge nach Mitgliederzahl der GemertSchuld für das Scheitern eines Tarifes aufzupaden. Von den schaften berlangt. Nach längerer Beratung entschied sich die Kon- pathia" bereits unterwegs war. Der Telegraphist der Carpathia" Unternehmern wurden Eremplare dieser Zeitung an die Gehilfen ferenz für die Erhebung von Beiträgen im Umlagewege und be- erklärte, daß er von der Frankfurt" nichts gehört hätte. Marconi verteilt, um ihnen glaubhaft zu machen, daß ihre Vertreter die auftragte die Generalfommission mit der Ausarbeitung geeigneter gab eine dahingehende Aussage, daß der Empfang des Notfignals Durchführungsvorschläge. Sündenböcke feien. Da die Gehilfenschaft schon während der Auswegen. Hinsichtlich der Unterstützung der Tabalarbeiter, bei welcher hätten genügen müssen, die Frankfurt" zur Hilfeleistung zu beSenator Smith erklärte, es wäre das einfachste gesperrung mit größter Pünktlichkeit jede Nummer des Unternehmer- neben den allgemeinen Sammlungen sowohl freiwillige Beiträge organs ins Haus geschickt betam, so hat sie mit der Zeit gelernt, der Gewerkschaftskaffen, als auch feste Umlagen erhoben worden wesen, der" Frankfurt" Auskunft zu geben. Bride fuhr dann fort, den Inhalt dieses Blattes richtig einzuschäßen. Die eingeschlagene waren, wurde eine Regelung dahingehend beschlossen, daß jeder daß 10 Minuten vor dem Untergang des Schiffes, Philipps den Taktik hat denn auch keine Wirkung ausgelöst, wenigstens feine Berbano einschließlich der geleisteten freiwilligen Beiträge aus der letten Hilferuf ausgeschickt hätte, der unbeantwortet geblieben sei. in dem gewünschten Sinne. Die Filialen der Berliner Lithographen und Steindrucker haben Ausgaben hinaus verbleibende Mehrbetrag wurde den Tabat- Verwirrung umher und suchten Rettungsgürtel. Das letzte Floß Die Filialen der Berliner Lithographen und Steinbruder haben Hauptkasse pro Mitglied 20 Pf. abzuführen habe. Der über die Als beide dann das Ded betraten, liefen die Bassagiere in größter am 17. und 18. April in getrennten Versammlungen zu dem Ge arbeitern überwiesen. war noch an Bord. Er sei weggeschwemmt worden und hätte dann baren des Schußverbandes Stellung genommen. In beiden VerBei der Frage der Berichterstattung über gewerffchaftliche später ein Floß erklommen, auf dem fich 40 Mänenr befanden. jammlungen fand folgende Resolution einstimmige Annahme: Verbandstage durch das Pressebureau erklärte sich die Konferens Dubende wollten es noch besteigen, aber es war unmöglich, fie aufDie Versammelten erklären nach eingehender Debatte be- zustimmend und beauftragte die Generalfommission, mit dem Beirat züglich der Frage eines Zentraltarifes für das deutsche Stem- des Pressebureaus über die Einführung dieser Berichterstattung zunehmen. Der Kapitän Smith sprang, als die" Titanic" versant, Drudgewerbe folgendes: weiter zu verhandeln. Der Versuch, eine Regelung der Diäten von der Kommandobrücke in die Fluten. 1. Die Forderungen der Gaubertretertonferenz bom anrechnung der im Besiz von Reichstags- oder Landtagsmandaten 10. März 1912 stellen das Mindestmaß dessen dar, was die Ber- befindlichen besoldeten Gewerkschaftsangestellten zu schaffen, scheiliner Kollegenschaft als Grundlage eines eventL. abzuschließenden terte an der Verschiedenartigkeit der Verhältnisse und Auffassungen Tarifes für unbedingt nötig erachtet. in dieser Frage. 2. Daß der Schutzverband bezw. seine Mitglieder alle organifationsfeindlichen gegen die Mitgliedschaft im Berband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe gerichteten Handlungen unterlassen und " 2. Der Schußverband hat durch sein Verhalten bewiesen, Die weiteren Beratungsgegenstände waren interner Natur. daß er zurzeit noch nicht tariffähig ist und daß er die Sicherung eines dauernden Friedens hintertreibt. 3. Die Kollegen haben die ernste Pflicht dahin zu wirken, die Organisation der Gehilfen so zu stärken, daß sie in der Lage ist, zukünftigen Durchbrechungen der getroffenen Vereinbrungen seitens der Unternehmer energischen Widerstand entgegenzusetzen." Die Verhandlungen in Hamburg. Das neue ungarische Ministerium. Budapest, 20. April.( P. C.) Das neue ungarische Kabinett ist nunmehr gebildet. Ministerpräsident und Minister des Innern ist der bisherige Finanzminister Lukacs. Sämtliche Minister aus dem früheren Kabinett verbleiben auf ihrem Boften. Das Portefeuille der Finanzen ist dem früheren Staatssekretär Grafen Telesaty übertragen worden. Die Vereidigung des neuen Kabinetts wird am Mittwoch erfolgen. Von der Höhe unserer Kultur. Am Sonnabendvormittag haben weitere Verhandlungen mit dem Hafenbetriebsverein stattgefunden. Der Verein hat sich bereit erklärt, die Tagelöhne der Schauerleute, wie bereits mitgeteilt wurde, um weitere 10 Pf. zu erhöhen, also anstatt 5,10 bis 5,30 M., 5,20 bis 5,40 2. Weiter hat der Hafenbetriebsverein erklärt, daß Zum Kampf im Stuffateurgewerbe. er nach Unterzeichnung des so festgesetzten Lohntarifs für die Budapest, 20. April.( P. C.) Heute Morgen um 7 Uhr wurde Als am 12. April die Einigungsverhandlungen ergebnislos ber Stauereibetriebe bereit ist, über die Forderungen der anderen Hafen- im Hofe des Strafgefängnisses von Temesbar ber Mörder des Taufen waren, haben am selben Tage die Unternehmer in ihrer arbeitergruppen zu verhandeln, in bezug auf Lohnerhöhung und Pfandhausbesikers Loewinger, Stephan Balas, durch den Strang Versammlung, wie üblich, die Schuld daran den Stuftateuren zu sonstige Gestaltung des Arbeitsverhältnisses den vorgebrachten bingerichtet. Nach der Hinrichtung ereignete sich ein charafgeschoben und erklärt, daß dieselben nicht weiter verhandeln wollen, Wünschen so weit als möglich entgegenzukommen, diese Verhand- teristischer Zwischenfall. Der Henker wollte den Strid, mit dem er wenn nicht sofort die halbstündige Arbeitszeitverkürzung eintreten, lungen tunlichst rasch zu Ende zu führen, und das Ergebnis der das Urteil vollstreckt hatte, an sich nehmen, wogegen aber der joll. Die Unternehmerversammlung lehnte dann auch die so vor Abmachungen tariflich festzulegen. Staatsanwalt protestierte, um solche widerlichen Szenen, wie getragene Forderung der Stuffateure ab. Daß der Sachverhalt Heute mittag findet die Versammlung stett, in der von den sie sich gelegentlich einer früheren Hinrichtung ereigneten, zu vernicht so ist, braucht nicht betont zu werden, denn die Unternehmer meiden. Der Scharfrichter berief sich aber auf den alten Brauch, selbst ziehen Erkundigungen bei der Streifleitung ein, ob denn, Schauerleuten über dieses Angebot beschlossen wird. der den zu der Hinrichtung verwendeten Strich die Stuffateure durchaus nicht verhandeln wollen. Nun hat man dem Henker zuspricht. Es blieb dem Staatsanwalt weiter erneut in einem Rundschreiben vom 18. d. M. die Behauptung aufgestellt, daß ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden tann, Die vereinigte Köln- Rottweiler Pulverfabrik ist ein außer nichts übrig, als ihm den Strick durch die Polizei abnehmen zu wenn den Stuffateuren alle Forderungen bewilligt werden." ordentlich rentables Unternehmen. In den letzten zwanzig Jahren lassen. Hierzu 5 Beilagen Verantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Unternehmer- Terrorismus. Nr. 93. 29. Jahrgang. 1. Stilnjf des.FmSlls" Kerlim Nsldsdlslt. Sonntag, 2t. April 1912. Reickstag. 42. Sitzung vom Sonnabend, den 20. April, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstisch: Delbrück. Auf der Tagesordnung steht zunächst der schleunige Antrag der Reichspartei: „Den Reichskanzler zu ersuchen, schleunigst Erhebungen dar- über herbeizuführen, ob bei der deutschen Seeschiff- fahrt Passagieren und Mannschaften jede mög- liche Sicherheit gewährleistet und ob insbesondere alle deutschen Schiffe ausreichend Rettungsboote m i t sich führen, um alle an Bord befindlichen Per- soncn im Falle der Gefahr aufnehmen zu können. Für den Fall, daß die Erfahrungen bei dem Untergang der„Titanic" dies nötig erscheinen lassen, ungesäumt auf dem Wege der Verordnung oder des Gesetzes die erforderlichen Matzregeln zu ergreifen." Abg. Dr. Arendt(Rp.): Die ungeheure Erregung, welche das entsetzliche Unglück der„Titanic" in der ganzen Kulturwelt her- vorgerufen hat, und die Zeitungsnachrichten über ungenügende Rettungsmatznahmen. vor allem ungenügende Boote, legen uns die gebieterische Pflicht auf. festzustellen, ob auf den deutschen Schiffen in jeder Weise für die Sicherheit der Passagiere und Seeleute gesorgt ist. Wenn es zutrifft, dah auch auf deutschen Schiffen die Boote und sonstigen Rettungsmatznahmen nicht ausreichen, muh schleunigst für Abhilfe gesorgt werden. Ich bin auf Schiffen aller deutschen großen Schiffsgesellschaften ge- fahren und ha'be stets, wie alle anderen Passagiere, u n b e- dingt es Vertrauen zu der Sicherheit der Schiffe gehabt und hoffe, dah dieses Vertrauen durch das furchtbare Ereignis, von dem die„Titanic" betroffen wurde, nicht erschüttert wird. Wie der Bergbau und andere Gewerbe, so fordert auch die Schiffahrt ihre Opfer. Aber es mutz alles geschehen, um die Zahl dieser Opfer auf ein möglich st geringes Matz zurückzuführen, und dabei darf es keinen Unterschied des Besitzes geben, denn vor dem Tode sind alle gleich sauf allen Seiten des Hauses herrscht während der Rede eine auherordentliche Unruhe). Die Angelegenheit scheint ja für die Mitglieder der Linken nicht wichtig zu sein.(Lebhafte Zurufe links, Glocke des Präsidenten.) Die grotzen Schiffahrts- gesellschaften sollten nicht in einen Wettbewerb eintreten um die Schnelligkeit der Schiffe, sondern um einen Wett- ibewerb um die möglichst grötzte Sicherheit der Passagiere und Mannschaften.(Bravo! bei der Reichspartei.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Wir alle sind wohl einig in der Empfindung der innigsten Teilnahme für alle von dem Unglück der „Titanic" Betroffenen, und auch darin sind wir einig, daß alle, die es angeht, verpflichtet sind, aus der Katastrophe ihre Lehre zu ziehen. Ich halte es aber nicht für angezeigt, heute von dieser Stelle aus öffentlich in eine materielle Erörterung dieser Frage einzutreten(Lebhaftes Sehr richtig! auf allen Seiten des Hauses), die nicht abgehen kann ohne eine Kritik von Vorgängen, die uns noch gar nicht bekannt sind. Die von uns erlassenen Vorschriften über die Sicherheitsmaßnahmen auf Seeschiffen sind seinerzeit er- lassen unter Berücksichtigung des damaligen Standes der Technik. In Rücksicht auf den dauernden Fortschritt der Technik habe ich gleich nach Bekanntwerden des Unglücks* eine Revision der Bestimmungen in die Wege geleitet, und auch die großen Schiffahrtsgesellschaften und die Seeberufsgenossenschaft sind seit einigen Tagen mit dem Verhandeln dieser Frage beschäftigt, und ich werde mich mit den beteiligten Kreisen dabei zusammenfinden. Ich habe das Ver- trauen, daß wir die Mittel und Wege finden werden, die nach dem Stande der Technik möglich und erfolgversprechend sind. Auch die Frage, ob eine internationale Regelung angebracht, ist be- reits erwogen worden, und das Deutsche Reich wird bereit sein, allen derartigen Anregungen Folge zu geben.(Lebhaftes Bravo!) Der Abg. Arendt wird also aus meinen Worten ersehen, daß alles, was er wünscht, von der Regierung bereits in die Wege ge- leitet ist. Das müßte eine schlechte Regierung sein, die sich an so selbstverständliche Pflichten erst von der Volksvertretung erinnern ließe.(Lebhaftes Bravo!) Abg. Haase(Soz.)(zur Geschäftsordnung): Mit Rücksicht auf die Erklärung des Staatssekretärs beantrage ich, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. IAbg. Dr. Arendt(Rp.)(zur Geschäftsordnung): Durch die Er- klärung des Staatssekretärs bin ich vollauf befriedigt und ziehe den Antrag zurück.(Große Heiterkeit links.) Es folgt die erste Beratung des von Abgeordneten aller Par- tcien. außer der Reichspartei, beantragten Entwurf eines Gesetzes betreffend Aendernng des Strafgesetzbuches (Antrag W e l l st e i n), durch welchen der S ch u tz b o n Minder- jährigen sowie von gebrechlichen und kranken Per- sonen ausgedehnt wird und die Strafen für die Entwen- dung und Unterschlagung geringwertiger Gegenstände herabgesetzt werden. Der Antragsteller verzichtet auf daS Wort. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Es ist sehr befremdlich, daß ein Antrag von dieser Tragweite eingebracht wird, ohne daß die Antragsteller eine Begründung für notwendig halten. Der Antrag bedarf einer sehr gründlichen Erörterung und kann keineswegs kurzerhand an- genommen werden. Ich wundere mich, daß der Staatssekretär des Reichsjustizamtes neulich erklärt hat, er würde die Annahme dieses Antrages begrüßen. Ich sehe in diesem Antrag eine Nieder- läge der Regierung, denn in dem Antrag wird nur das aufgenommen, was von der früheren Regierungsvorlage der Linken besonders angenehm war. Auf diese Weise kann man aller- dings sehr leicht Gesetze machen, wenn man der Opposition das. was ihr nicht behagt, preisgibt und sich die Rosinen aus dem Kuchen nehmen läßt. Was dann nachher aus dem Kuchen wird, ist eine andere Frage. Ich werde ja für die Anträge stimmen, aber andere ebenso revisionsbedürftige Punkte des Strafgesetzbuches werden dadurch in den Hintergrund gedrängt.(Sehr richtig! rechts.) Ist denn die Vorlage im einzelnen so durchdacht, daß man von jeder Begründung und Diskussion, wie beabsichtigt ist, Abstand .nehmen kann?(Zuruf links.) Die Diskussion im früheren Reichs- tag kann nicht in Betracht kommen. Wir haben z. B. im neuen Reichstag zwei hervorragende Rechtslehrer, die Abgg. v. L i s z t und v a n C a l k e r, die sicher zu der Vorlage werden Stellung nehmen wollen.(Lachen links.) Diese Art der Verabschiedung der Vorlage kann zur Hebung des Niveaus des Reichstages nicht beitragen. (Unruhe links.) Ich beantrage die Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von LI Mitgliedern. Abg. Dr. Wellstein(C.): Ich habe auf eine Begründung des Antrages verzichtet im Einverständnis mit den Antragstellern, weil wir von der Ansicht ausgehen, daß Inhalt und Begrün. dung des Antrages dem ganzen Reichstag genau bekannt ist.(Sehr richtig! links.) Wir haben auch nicht die Absicht, auf die Ausführungen des Abg. Arendt irgend etwas zu erwidern. Wir erachten die schleunige Verabschiedung dieses Gesetzentwurfes im Interesse der Rechtspflege für geboten, wider- sprechen einer Ueberweisung an die Kommission und glauben durch diese Haltung der Stimmung der grotzen Mehrheit des Reichstages zu entsprechen.(Zustimmung.) Der Antrag auf Kommissionsberatung wird abgelehnt und hierauf die Vorlage in zweiter Lesung debattelos angenommen. Es folgt die zweite Beratung deS Etats der Verwaltung der Reichseifenbahne«. Hierzu beantragen die Abg. A l b r e ch t(Soz.) und Gen., daß den Arbeitern der Verivaltung der Reichseisenbahnen für die Wochenseiertage der Lohn gezahlt wird. Abg. Fuchs(Soz.): Die Ueberschüsse der Reichseisenbahnen sind gegenüber den Vorjahren erheblich gestiegen und stabiler geworden. Die Reichseifenbahnen sollten aber nicht in erster Linie ein Institut für Plusmacherei sein, sondern ein V e r k e h r s i n st i tu t. In dieser Beziehung lassen die elsatz-lothringischen Bahnen noch außer- ordentlich viel zu wünschen übrig. Vor allem wird über die 4. Wagenklasse geklagt. Die Wagen sind schmutzig und eher Viehwagen, als Wagen zur Beförderung von Menschen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) DaS fällt auch um so niehr auf, als in den Nachbarstaaten Baven und Württemberg auf diesem Gebiete bessere Einrichtungen bestehen. Baden hat keine 4. Klasse und in Württemberg unterscheidet sie sich nicht wesentlich von der 3. Klasse. In bezug auf die 4. Klasse haben wir nur zu sehr preußische Verhältnisse. Das Publikum wünscht in erster Linie Sitzgelegenheit. Heute müssen% der Passagiere stehen. Das trifft besonders Arbeiter und kleine Leute, die so wie so an- gestrengt schaffen müssen. Wenn der Minister in der Kommission Rlewes feuilleton. Der Kampf um die OpernhauSpläne. Der Bund veui- scher Architekten nahm Sonnabend auf einem außerordent- lichen Bundestag in Berlin zu den Plänen für das neue Opern- Haus Stellung. Sehr nachdrücklich wurde darauf verwiesen, daß der von dem Ministerium zur Ausführung vorgeschlagene Entwurf Grubes weder den polizeilichen Anforderungen genüge, noch gute Akustik habe; es wird auch von vielen Plätzen aus die Bühne nur ungenügend zu. sehen sein. Es müsse das Bauprogramm genau durchgesehen werden, vor allem darauf, ob die höfischen Reprä-, sentationsräume nicht so untergebracht werden könnten, daß sie den Gesamtorganismus des Gebäudes weniger zerreißen. Nach lebhafter Debatte, die auch die Platzfrage für noch längst nicht ge- löst erklärte, wurde eine Resolution angenommen, nach der der Bund sich bereit erklärt, seine Mitglieder wie überhaupt die deut- scheu Architekten aufzufordern. Jdeenskizzen aller Art einzuliefern. Diese Vorschläge sollen dem Bau-Ministerium zur Beurteilung unterbreitet werden; doch wurde verlangt» daß in dieser Jury neben den Beamten auch Privatarchitekten von Ruf sitzen. Diese Resolution und Absicht ist Mar matt, sie zeigt aber immerhin einen gangbaren Weg, die gesamte deutsche Architektenschaft nun doch noch zu Worte kommen zu lassen.— Die Vereinigung Berliner Architekten hat neuerdings wiederholt einen öffentlichen Wettbewerb verlangt. Der 29. Kongreß für innere Medizin nahm am Freitag sein Ende. Der letzte Tag trug das Gepräge oller solche Kongresse; die große Zahl der Teilnehmer hatte sich wesentlich gelichtet und die Uebriggebliebenen waren ernsthaste Gelehrte, die geneigt sind, rein wissenschaftliche Themata anzuhören und zu diskutieren. Die Aus- beule für ein allgemein verständiges Referat war deshalb karg. Die meisten Vorträge bezogen sich auf subtile, streng wissenschaftliche Untersuchungen, deren Ausbeute für die Praxis wohl erst allmählich reifen dürfte. Zum Vorfitzenden des nächsten Kongresses, der wiederum tn Wiesbaden tagen wird, wurde Professor Penzoldt- Erlangen und als neues Mitglied des Vorstandes Professor Mankowski- Breslau gewählt. Die drahtlose Telcgraphie auf dem Atlantik. Die Katastrophe der„Titanic" hat von neuem erwiesen, wie groß die Bedeutung der Funkentelegraphie für die Schiffahrt auf hoher See ist. In kürzester Zeit konnte das havarierte Schiff alle Dampfer, die sich in der westlichen Region des Atlantik befanden, von der Gefahr in Kenntnis fetzen, und lediglich ein unglücklicher Zufall hat es ver- hindert, daß rechtzeitig Rettung gebracht werden konnte. Die Passagiere und Seeleute, die auf der„Carpathia" Zuflucht ge- fundcn haben, verdanken ihr Leben auch nur dem hohen� Stande, den heutzutage die Telegraphie ohne Draht erreicht hat. Schon vor einigen Jahren ist übrigens der Borschlag gemacht worden, es sollten eigene drahtlose Seenotstationen, speziell zur Rettung be. dtthter Dampfcr, kipgui.chtet werden. Dir Jdie ist iMise» m sachkundiger Seite abgelehnt worden mit der Begründung, daß die beste Seenotstation die sein werde, mit der man auch außer Gefahr arbeitet. Der Telegraphist muß so in Uebung sein, daß er seinen Apparat fast mechanisch bedient; nur dann wird er bei einer großen Katastrophe, wenn ein« Flut von Anfragen auf ihn einstürmt. kaltes Blut und klaren Kopf bewahren. Die drahtlosen Tele- graphenstationen, vor allem im Bereich des Atlantischen Ozeans, können sich über Mangel an Beschäftigung nicht beklagen. Es kommt vor, daß ein einziger Dampfer auf der Fahrt von Europa nach Amerika bis zu 800 Telegramme aufnimmt und weitergibt. In England und Amerika ist es Gesetz, daß jeder Passagierdampfer, der einen der Häfen dieser Länder anläuft, Apparate für draht- losen Telegraphcndienst mitführen muß; auch alle Wetterwarten und Leuchtschiffe sind in der Lage, Nachrichten zu vermitteln. Auf den großen Dampfern, die den Atlantik kreuzen, sind im allgemeinen zwei Beamte in Tätigkeit. Der eine versieht den Wachtdienst am Apparat, mit dem Telephonhörer am Kopf; der andere nimmt Telegramme an und unterhält den Verkehr mit den Passagieren. Die Station hat stets telephonische Verbindung mit der Kommandobrücke und dem Obersteward, um Angaben über die augenblickliche Situation des Dampfers jederzeit möglichst schnell erhalten zu können. Die große englische Marconigescllschaft gibt jeden Monat Tabellen heraus, auf denen der Kurs aller mit dem Marconrsystem arbeitenden Dampfer verzeichnet ist. Die Land- tationen können auf diese Weise leicht feststellen, mit welchen Dampfern sie zu einer bestimniten Zeit in Verhindung treten werden. Die Dampfer sind angewiesen, ihre Telegramme stets an die nächste Küstenstation zu senden. Wird der Verkehr mit der folgenden Station begonnen, so muß die erste davon unterrichtet werden, damit sie Telegramme, die bei ihr für das betreffende Schiff eingehen, noch rechtzeitig weitergeben kann. Ein Dampfer, der nach Amerika geht, steht etwa während der ersten zwei Tage einer Fahrt in normaler Verbindung mit den Stationen der euro- päischen Küste. Mit Hilfe eines dazwischen liegenden anderen Dampfers ist es aber noch möglich, einen dritten Tag in Verbin- dung mit Europa zu bleiben. Es ist indessen eine Kombination möglich, mit deren Hilfe man in besonders dringenden Fällen jeden Dampfer, auch mitten im Ozean, iw derselben Nacht, in der man das Telegramm aufgibt, erreichen kann. Es gibt nämlich zwei riesige Kraftstationen, die eine an einem der östlichen Punkte der Vereinigten Staaten, die andere an der Westküste Großbritanniens, die nur für den Zeitungsdienst bestimmt sind. In besonderen Aus- nahmefällen ist es gestattet, diesen Weg auch für Privatmeldungen zu benutzen. Bei normalen Witterungsverhältnissen sind die Dampfer, die nach Amerika gehen, schon am dritten Tage vor ihrer Ankunft in New Aork in Verbindung mit der Landstation Cape Race aus�Neufundland, die jetzt bei dem Untergang der„Titanic" eine so bedeutsame Roll« gespielt hat. Humor und Satire. Ehre! Bist du ein Offizier voll Verve. Dir Landwehr oder der Reserve. meinte, das Publikum der 4. Klasse wünsche die Sitzgelegenheit selbst nicht, es kämen viele mit Körben usw. herein, so ist er im Irrtum. Die Körbe würden auch so Platz finden. Ferner muß verlangt werden, daß man die 4. Klasse, weil sie nun einmal da ist, auch den Eilzügen beigibt. Weiter müssen die Ueberschüsse dazu benutzt werden, um cms bessere Fürsorge für die Arbeiter und Angestellten der Eisenbahnen in die Wege zu leiten. Trotz der bedeutendeti Zunahme des Verkehrs ist die Zahl der Bediensteten fast die gleiche geblieben, teilweise etwas zurückgegangen. Also die Ver- waltung ist dazu übergegangen, die Arbeitskraft der einzelnen Arbeiter mehr auszubeuten, und das ist verwerflich. Andererseits ist die Zahl der Aufsichtsbeamten, der Au f p a s s e r. bei den Reichseisenbahnen vermehrt worden. Während früher auf 180 Arbeiter ein Werkmeister kam, gibt es heute Werkmeiste- reien mit 80 bis 120 Arbeitern. Auch in bezug auf die A r b e i t s- zeit ist die Verbesserung nur sehr langsam vor sich gegangen; 14. IS und sogar löstündige Arbeitszeit kommt noch vor. Die Zahl derer, die weniger als löstündige Arbeitszeit haben, ist sogar etwas zurückgegangen, eine 11 bis ILftündige Arbeitszeit haben 24,8 Proz. aller Arbeiter, das ist für die im Eisenbahndienst Angestellten, die ihre Nerven bis aufs äußerste anspannen müssen, viel zu lange. Nur der Tüchtigkeit und Umsicht des Personals ist es zu danken. daß Unfälle nicht viel häusiger sind. In den Nobenbetrieben ist die Arbeitszeit auf 9 Stunden herabgesetzt, um so unbegreiflicher ist es, daß dies nicht auch in den Betriebswerkstätten geschieht. Auch in bezug auf die Löhne stehen die Arbeiter in Elsaß- Lothringen schlechter, wie in allen anderen süddeutschen Staaten da. Baden, Bayern, Württemberg und Sachsen zeigen Durch- schnittslohnzahlen von 1323 bis zu 1208 M., Elsaß-Lothringen nach der letzten Lohnerhöhung nur eine solche von 1200 M. Nur Preußen steht noch etwas hinter den Reichs- landen zurück. Auch darüber ist zu klagen, daß der Höchstsatz des Lohnes erst nach so langer Zeit erreicht wird, daß viele gar nicht dazu kommen. Im Jahre 1910 wurden Löhne von 2,49 M.. 2,4S M. und 2,50 M. bezahlt.(Hört! hört!) Im Jahre 1911 ist eine Aufbesserung ein- getreten, aber nur auf 2,60 M. Solch Lohn ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Hunger lohn.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) 27)4 Proz. aller Arbeiter haben noch weniger als 3 M. Lohn, 42 Proz. zwischen 3 und 4 M., und auch ein Lohn von 4 M. reicht zur Fristung eines menschenwürdigen Lebens nicht aus. Den Arbeitern gegenüber bestreitet die Verwaltung sehr häufig das Vorhandensein einer Teuerung, in der Besoldungsvorlage für die Beamten trägt die reichsländische Regierung selbst Material zum Beweise der Teuerung zusammen. Sehr entschieden muß ich mich auch gegen das in den Eisen- bahnwerkstätten übliche A k k o r d s y st e m wenden. Akkord- arbeit ist Mordarbeit!(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Wo die Gewerkschaften regulierend eingreifen, werden in der Privatindustrie für die Ueberstunden Zuschläge bezahlt, der Eisenbahnminister tut so, als wenn schon die Bezahlung des ein- fachen Lohnes eine Wohltat für die Arbeiter ist. Seit Jahren fordern die Arbeiter die Bezahlung des Lohnes an g e s e tzl i ch e n Woche nfeiertagen. Nicht einmal diese bescheidene Forde- rung wird erfüllt. Auch die gesundheitlichen Verhält- nisse lassen außerordentlich viel zu wünschen übrig. In der Polsterei und Sattlerei in Bischheim fehlt es an Entlüfwngs- Vorrichtungen, und ähnliches wird aus Mülhausen berichtet. Würden die Betriebe der Gewerbeinspektiou unterliegen, so würden die Herren von der Verwaltung manchmal ihr blaues Wunder er- leben. Lungenerkrankungen sind infolge dieser Zustände sehr häufig. In den Betriebskrankenkassen ist das System der Ver» trauensärzte eingeführt, und man zwingt die Arbeiter, von Straßburg nach Colmar zu dem Obervertrauensarzt zu fahren, ohne sie für den Zeitverlust zu entschädigen. Das ist auf das entschiedenste zu verwerfen. Bezüglich der Behandlung der Arbeiter erinnere ich an den schon im vorigen Jahre angeführten Fall des Obmannes Wiedemann in Straßburg, der meinte. wegen Diebstahls sei ein Mann geringer zu verurteilen, als für das Lesen einer sozialdemokratischen Zeitung. Was ist aus der zugesagten Untersuchung geworden? Die Arbeiterausschüsse, die doch die Interessen der Arbeiter ver- treten sollten, dienen lediglich zur Dekoration. Warum soll übrigens das passive Wahlrecht für sie nicht auf 25 Jahre herab- gesetzt werden? Mit 2S Jahren kann man ja auch in den Reichs- tag gewählt werden. Als in Bischhcim die Mitglieder des Arbeiter- Und sei'S auch nur ein simpler Dokter, So sei verstockt nicht und verstockter, Nein, sondern lebe nach der Lehre Der Standesehre I Hast du beleidigt ohne Grund 'nen andern, halte nicht den Mund, Tritt mit ihm auf Mensur gar bieder Und schieß ihn nieder. Dann ist dein Ehrbegriff nicht morsch. Dann bist du forsch, Dann zieht die Welt den Hut vor dt»-> Als einem braven Offizier. Doch auch wenn du wirst ohne Grund Beleidigt, halte nicht den Mund l Zwar lehrt der Herrgott voller Weih«� Daß man dem Feinde still verzeihe, Allein der Herrgott— glaube mir—» Ist auch nicht preußischer Offizier l Nun merke dir's: in jedem Falle Knalle I Und dulde nicht als frommer Christ 1 Denn wenn du auch unschuldig bist Und ohne Grund beleidigt wirst, So merk', damit du nimmer irrst: Die Hauptsach' ist und bleibt Courage, Drum greife schnell zur Kontrahagel Sonst ist dein Renommee zerrissen Und du wirst frei von Hindernissen Hinausgeschmissen! (Frido in der»Jugend'� Notizen. — Vorträge. Im Institut fsir Meereskunde. Georgenstr. 34—30, spricht Mittwoch, den 24. April, Walter Saas. Professor für praktischen Schiffbau, über: Sicherung der Personenschiffahrt und Untergang der.Titanic". Eintritts- karten 1 M. Der Ertrag ist für die Hinterbliebenen der Mannschaft bestimmt. — Musikchronik. Dienstag, den 23. April, S Uhr, findet im Konzertsaal der.Neuen Welt" ein a capella» Konzert d«S Oratorien-BereinS zu Neukölln statt, bei dem Frau van Eyken mitwirkt. — Theaterchronik. Gerhart Hauptmanns noch un» aufgeführtes Drama„Gabriel Schillings Fluckjt" wird in Goethes altberühmtem Sommerthcater zu Bad Lauchstedt bei Halle a. S.. Freitag 14., Sonnabend 15. und Sonntag 16. Juni, nachmittags 3 Uhr, aufgeführt werden. Die Subskriptionsliste liegt bei S. Fischer, Verlag, Berlin W., vülowstr. 90, auf. — August Strindberg ist, wie aus Stockholm ge- meldet wird, schon wieder schwer erkrankt. Eine Operation ergab krebsartige Geschwülste in der Bauchhöhle, die man nicht zu ent» fernen wagt. StrindbergS Zustand ist bedrohlich, zu Abgeordnetenbaus. 52. Sizung, Sonnabend, 20. April, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Kommissare. Der Eisenbahnetat. Abg. v. Savigny( 3.) verlangt Erhöhung der Staatszuschüsse den Pensionskassen der Eisenbahnarbeiter. Abg. Hoffmann( Soz.): ausschusses ihre Aemter niederlegten, weil alle ihre Wünsche un- gebaut werden, damit sie wirklich für den sozialen Friedenp beachtet blieben, wurde nicht etwa eine Neuwahl angeordnet, son- wirken können. Es muß ihnen das Recht zuerkannt werden, die dern die Veripaltung berief die bei der letzten Wahl unterlege- Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erörtern, und ihre Mitglieder nen Kandidaten, ihre Lieblinge, die nur 4 oder 5 Stim- müssen gegen Maßregelung geschützt werden. Das men erhalten hatten, als neuen Ausschuß ein.( Buruf bei den Alter für die Wählbarkeit in den Arbeiterausschuß muß von 30 Die Gütertarife sollten verSozialdemokraten: Das nennt man freie Wahl!) auf 25 Jahre herabgesetzt werden. Wie die Verwaltung die Kräfte der Angestellten bis aufs einheitlicht werden. Der Wagenpark ist dem gesteigerten Verkehr äußerste ausnutt, zeigt die Anstellung eines alten Backmeisters als entsprechend vermehrt worden. Eine Revision der Fahr= Haltestellenverwalters. Bei 13% stündiger Dienstzeit be tartensteuer ist dringend notwendig, auch im Interesse der fommt er 420 M., nicht etwa im Monat, sondern im Jahr. Des Eisenbahnverwaltung, die sicher durch Abwanderung der Reisenden Abg. Dr. Maurer( natl.) fragt an, ob die Arbeiter der Morgens muß seine Frau noch fast 6 Stunden Dienst leisten und in niedere Klassen mehr Verluste gehabt hat als das Reich Einbekommt dafür 120 M. Mit vieler Mühe ist für sie eine Aufbeffe- nahmen aus der Steuer. Einer Einbeziehung der vier- Pensionskasse B. sich nicht zu einem höheren Sab versichern könnten. Eine Petition über die Vergebung der Lieferung von Puzwolle rung von 60 M. durchgesetzt, so daß Mann und Frau zusammen ten lasse in die Steuer würden meine Freunde unter 600 M. haben. Davon werden ihnen aber 150 M. für die foge- teinen ilmständen zustimmen. Das beste wäre ihre durch die Eisenbahnverwaltung wird der Regierung als Material nannte Dienstwohnung in Abzug gebracht.( Hört! hört! bei den völlige Beseitigung.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) überwiesen. Ueber eine Petition, daß innerhalb der Anforderungen für Sozialdemokraten.) Minister v. Breitenbach: Die günstigen Ergebnisse der ReichsDaß das Koalitionsrecht der Arbeiter von der Vereisenbahnen sind mit zu verdanken der großen Pflichttreue Eisenbahnschwellen eine Trennung zwischen den Schwellenarten waltung nicht geachtet wird, ist ja schon oft festgestellt. Wenn die des gesamten Personals. Ein Institut für Plusmacherei, wie Herr( Gijen oder Holz) eintreten soll, wird zur Tagesordnung überArbeiter sich in Kriegervereinen und anderen hurrapatriotischen Fuchs meinte, ist die Eisenbahn in der Tat nicht. Die Verzin- gegangen. Vereinen zusammenschließen, sieht es die Verwaltung gern. Wie sung ist gar nicht besonders hoch. Was die 4. Klasse betrifft, so Asg. Strosser( f.) macht die Eisenbahnverwaltung darauf auffie aber sonst das Stoalitionsrecht miẞachtet, zeigt folgender in ist etwa die Hälfte des Wagenparts neu beschafft und mit einer merksam, daß die von ihr beschäftigte elfäffische Maschinenfabrik Straßburg in den Werkstätten angeschlagener Erlaz: Jeder Reihe Bequemlichkeiten versehen. Die Bevölkerung der Reichslande in Mülhanjen i. E. franzosenfreundlich und deutschenArbeiter ist den Vorgesetzten Gehorsam schuldig und hat allen macht einen ebenso großen Gebrauch von ihr wie die hessische. Das feindlich sei und ihre Arbeiter durch Veröffentlichung ihrer BeAnordnungen der Verwaltung Folge zu leisten. Auch außer beweist, daß fie ihre Vorzüge zu schäßen weiß. In der Hauptsache fanntmachungen in französischer Sprache in diesem Sinne be halb des Dienst es hat sich der Arbeiter achtbar und ehrbar ist sie für den Nahverkehr bestimmt. Daß wir die Arbeits- einflusse. zu führen und sich von der Teilnahme an deutschfeindlichen, traft unserer Angestellten unzulässig ausnuten, kann ich nicht Unterstaatssekretär Stieger: Auf die entsprechenden Breßjozialdemokratischen und anderen ordnungszugeben. Die Personalvermehrung ist bis 1907 völlig ausreichend mitteilungen hin hat der Minister sofort Abstellung dieses Un feindlichen Bestrebungen, Versammlungen und gewesen. In diesem Jahr trat in allen Verwaltungszweigen die wesens verlangt. Abg. Ballenborn( 8.) wünscht Erweiterung der Sonntagsruhe Vereinen fernzuhalten.( Sehr richtig! rechts.) Ins- Erscheinung zutage, daß die Betriebseinrichtungen für den enorm besondere darf er dem Transportarbeiterverband soUnterstaatssekretär Stieger: Diefe Frage beschäftigt uns seit wie überhaupt Vereinen und Verbänden, die die Arbeitseine gestiegenen Berkehr nicht ausreichten. Die Folge war eine sehr der Eisenbahner. stellung für zulässig erachten, nicht angehören. Als Teil- als die Steigerung des Verkehrs nicht so anhielt, ein Plus vor- langen, große Mehreinstellung von Personal, so daß in den nächsten Jahren, nahme an sozialdemokratischen Bestrebungen wird auch das Hal- handen war. Die Länge der Dienstschichten hat ständig abgenommen. ten und Verbreiten sozialdemokratischer Beitungen Der Abg. Fuchs hat dann von Hungerlöhnen bei den Jah will auf die Beschwerden der Straßenbahner und Breßerzeugnisse sowie der Besuch jozialdemokrati- Reichseisenbahnen gesprochen. Im allgemeinen entsprechen aber im einzelnen nicht eingehen, sondern nur auf die Rede meines Ich scher Versammlungen angesehen. Zuwiderhandlungen die Löhne durchaus den in den entsprechenden Berufszweigen ge- Parteigenossen Schumann- Forst im Reichstage hinweisen. haben sofortige Kündigung oder Entlassung zur zahlten. Die Mindestlohne von 2,60 m. tommen an junge Leute möchte bitten, daß sich die Erhebungen des Minifteriums nicht Folge." In Mülhausen ist der Grlaß noch dahin ergänzt zur Auszahlung. Im Laufe der letzten Jahre haben sich die Löhne allzulange hinziehen und nicht zu weit hinaus erftreden, damit worden, daß auch der Besuch liberaler Versammlun= sehr erhöht, vielfach um 22 bis 24 Proz. Seit 1890 find die Löhne die Leute endlich mal zu geregelter Arbeitszeit und gen verboten ist, sofern darin sozialdemokratische um 50 Proz. gestiegen, dieselbe Steigerung der Kosten der Lebens- wirklichen Ruhetagen kommen. Ganz besonders ist das Redner zum Worte kommen. Versammlungen der Zentrums- haltung ist in einem viel längeren Zeitraum erfolgt. Die Bei- notwendig für Wagenführer in der Großstadt. In Berlin partei sind nicht genannt, jedenfalls weil man meint, dort kommen behaltung des Attorblohne& liegt durchaus im Interesse tann sich jeder von uns alltäglich überzeugen, wie nerbenaufregend Sozialdemokraten sowieso nicht zu Worte, sondern werden nieder- ber Arbeiter. Soweit die Arbeiter nicht durch sozialdemo- der Dienst der Wagenführer in den verkehrsreichen Straßen ist. geschrien. Dieser Erlaß spricht für sich selbst. Er stellt einen tratische Agitation berhebt find, erkennen sie das auch Wenn die Wagenführer überanstrengt werden, müssen sie auch an.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Ueberstunden sehr bald nervös werden, und das muß für Passagiere und für dar.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Ar fönnen bei den wechselnden Anforderungen des Verkehrs leider Passanten höchst gefährlich werden. Im Interesse der Betriebs. beiter verkauft doch mit seiner Arbeitskraft nicht auch zugleich nicht ganz entbehrt werden. Die Forderung der Resolution, sicherheit sollten also recht bald geordnete Verhältnisse geschaffen seine Meinung an die Verwaltung.( Sehr richtig! bei den Sozial ben ohn auch während der Wochenfeiertage zu zahlen, wider- werden. Selbstverständlich wünschen wir diesen Leuten einen demokraten.) spricht der Grundlage des Arbeitsvertrages, wo- freien Sonntag, nicht nur damit diejenigen, die das Bedürfnis Es ist das Recht jedes Staatsbürgers, fich zur nach Lohn nur für geleistete Arbeit zu zahlen ist. Auch haben, die Kirche besuchen können, sondern damit sie auch einmal beisammen sein Sozialdemokratie zu bekennen; dies Recht darf durch solche Erlasse wären die finanziellen Folgen der Resolution, die natürlich nicht mit ihrer Familie nicht beschnitten werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) auf die Eisenbahnen beschränkt bleiben fönnte, sehr erheblich. Freie Tage in der Woche sind kein Erfaß für den freien Sonntag, Daß der Erlaß auch gegen den§ 152 der Gewerbeordnung ver- Die Kritik der Arbeiterausschüsse als Dekoration fann weil in der Woche die Familienangehörigen auch nicht zu Hause Wollten wir warten, bis die großen stößt, nimmt bei dieser Verwaltung nicht wunder. Auf jeden ich nicht als berechtigt anerkennen. Wir würden eine größere find, sondern arbeiten. Fall ist es un moralisch, wenn die Verwaltung für die Aus- Beteiligung der Arbeiter an den Arbeiterausschüssen begrüßen. Aktiengesellschaften selbst die Ruhezeit regeln, so könnten wir lange übung des Koalitionsrechts die Entlassung, die Brotlosmachung der Die Herabsehung des Wählbarkeitsalters zum Arbeiteraus- warten, und es würden immer wieder Wagenführer oder Kutscher Eisenbahner androht. Dieser Erlaß hat in Elsaß- Lothringen schuß auf 25 Jahre wünschen wir nicht. Wir halten es für geopfert sein. Wenn sich also das Ministerium nicht bedeutend lebhafte Erbitterung und Empörung herborgerufen. beffer, wenn ruhige und erfahrene Leute in diesen Ausschüssen tätig beeilt, die Ruhezeit zu regeln, so trägt es eine große Verantwortung In der Zweiten Kammer sind scharfe Worte gefallen gegen dies find. Der Abg. Fuch 3 hat mir dann vorgeworfen, daß ich das für alle aus mangelnder Ruhezeit fich ergebenden Unglüds. brutale Vorgehen der Generaldirektion der elsaß- Lothringischen Koalitionsrecht der Eisenbahnarbeiter auf das schwerste beeinfälle.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abg. van Glöden( b. 1..) bemängelt die Bofition bon 20 000 m. Eisenbahnen. Eine dort einstimmig angenommene Resolution beträchtige. Ueber die bestehenden Fachbereine hat er sich bedauerzeichnet den Grlaß als gegen die guten Sitten verstoßend.( hört! licherweise sehr wegwerfend geäußert. Wir verlangen nichts weiter zur Förderung nüßlicher Erfindungen als viel zu gering und berhört! bei den Sozialdemokraten.) Durch ihre Politif ber Nadel als daß die Vereine der Eisenbahner sich von der Sozial- weist dabei auf die greuliche Berräucherung des Rheintales durch stiche wird die Eisenbahnverwaltung ihr Ziel, der Sozialdemo- demokratie fernhalten und den Streit nicht als die Lokomotiven. fratie Abbruch zu tun, nicht erreichen. Im Gegenteil sind die Stimmen für die Sozialdemokratie in den Bezirken, wo große Gisen bahnbetriebswerkstätten bestehen, enorm gestiegen. Wenn wir bos haft sein wollten, könnten wir also mit der bisherigen Behand. lung der Eisenbahner nur zufrieden sein. Aber im Interesse der Eisenbahner selbst müssen wir berlangen, daß auch diesen Leuten die volle politische und wirtschaftliche Freiheit au teil wird.( Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Kudhoff( 8.) tritt für die Aufbesserung der Gehälter der Eisenbahnbeamten ein. Ein Teil der Beamten hat Gehälter bon 1400 bis 2000 M.( hört! hört!) Redner erörtert ausführlich die speziellen Wünsche der Lademeister. Art des allerschlimmsten Terrorismus berechtigte Waffe anerkennen. Sonst legen wir den Eisenbahnarbeitern teine Beschränkungen auf.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) In bem von dem Abg. Fuchs angeführten Erlaß ist nur neu hinzugefügt das Wort sozialdemokratisch". Die Verwaltung hat aber nie einen Zweifel gelassen darüber, daß fie die Sozialdemokratie betämpft und bekämpfen muß.( Warum denn? bei den Sozialdemokraten.) Weil sie die staatsbürgerliche Ordnung, wie sie heute besteht, nicht anerkennt. ( 8urufe bei den Sozialdemokraten: Das geht die Verwaltung gar nichts an), weil sie Einfluß ausübt auf die Bildung von Gemertschaften, die den Streit propagieren. Massenausstände schädigen den öffentlichen Verkehr, dem wir dienen. Wir zwingen ja Abg. Schwabach( natl.): Durch die Neuordnung des Stück niemanden, bei den Reichseisenbahnen zu arbeiten. Wer es tut, Lohnwesens werden eine Reihe früher bestandener Mißstände be- muß fich gewiffe Beschränkungen seiner staatsbürgerlichen Rechte seitigt. Es sollte der Versuch gemacht werden, auch für die Güter- gefallen lassen. Trotzdem haben wir dauernd großen Zulauf von bodenarbeiter das Zeitlohn system einzuführen. Der Re- Arbeitern. Mit der Beschränkung ihrer Rechte steht es also nicht solution Albrecht fehlt in dieser Allgemeinheit die Grundlage. Sie so schlimm. Wir werden unseren Standpunkt nicht täme eigentlich nur für die Bahnunterhaltungsarbeiter in Frage. ändern.( Bravo! rechts.) Hier könnte die Verwaltung den Wünschen der Arbeiter entgegen- Hierauf bertagt sich das Haus. Nächste Sibung: Montag tommen. Die Arbeiterausschüsse müssen organisch aus- 12 Uhr.( Wehrvorlage und Dedungsvorlage). Kartheniums Malzlaffen. Trit über 20 Jahren benwährt. der Gehalt macht's! 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Englisch wäre viel besser. Montag 11 Uhr: Fortsetzung. Schluk 45 Uhr. Was winl begehrt, fort sich bewährt Jeshalb vergesse man nia beim Einkauf stets " Schloßbräu zu fordern, denn die Schloßbräu- Flaschenbiere sind von besonderem Wohlgeschmank. die Qualität ist hervorragendt Fertige Anzug oder Baletot nach Maß Dr. Simmel bon 20 M. an, gute Zutaten, auf Noßhaar, 2 Anpr. Garantiert Dr. Simmel Weine aller Länder Spezial- Arzt bestens erhältlich bei tabelloser Sit. 69/16 für Haut- und Harnleiden. Paul Dralle, !! Von meinem Stoff!! Prinzenstr. 41, Moritzplatz Anz. od. Baletot, neuefte gute Stoffe von 40 W. an. Alexanderpl) 23 Ludwig Engel, Prenzlauer Str. 93 Gegründet 1892. Schaufenster- Gitter II. vorzüglich eingerichtete Werk. statt für zirka 50 Mann an nördliches Berlin angrenzend sehr vorteilhaft zu verkaufen oder zu verpachten. Offerten sub Schaufenster 100" postlagernd Bankow, Bollankstraße. dicht am Destillation, 212/12 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Berlin N., Rastanienallee 36a. 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Neues Schauspielhaus. 7. Abteilung ( ruppe 30-31): Das Leben ein Traum. Herrnfeld- Theater. 3. Abt.( Gruppe 11, 12): Simson und Delila. Leffing- Theater. 4. Abt.( Gruppe 14 bis 18): Wenn der junge Wein blüht. Montag, 22. April, abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus. 17.( IV.) Abendabt.: Das Familienkind. Neue Freie Volksbühne. Sonntag, den 21. April, nachmittags 2%, Uhr: Deutsches Theater: Judith. Kammerspielhaus: Lanzelot. Nachmittags 3 1hr: Neues Volts- Theater, Der Meister. Hochschule in Charlottenburg: Geographie und Liebe. Schiller Theater O.: Der Probe fandidat. Schiller Theater Charlottenbg. Don Carlos. Metropol- Theater: Die Lämmer. Dorothea. Trianon- Theater: Mein Baby. Neues Dperetten Theater: B Graf von Luxemburg. Heinen Der Theater in der Königgräger Straße: Ein Falliffement. Kleines Theater. Der Leibgardist. Abends 8 Uhr: Neues Bolts- Theater: Der Königsleutnant. Abends 8%, Uhr: Neues Bolts- Theater. Montag, Diens. tag, Donnerstag: Der Meister. Mittmoch, Freitag: Der Königsleutnant. Sonnabend: Nathan der Weise. Hochschule in Charlottenburg: Sonnabend: Des Pastors Niete. Wallner Schiller- Theater 0. Theater. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Probekandidat. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Kompagnon. Montag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Montag, abends 8 Uhr: Lady Windermeres Fächer Dienstag, abends 8 Uhr: Der Kompagnon. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Küsten. ( Von Hamburg bis Lissabon.) Montag 8 Uhr: Weltbäder an europäischen Küsten. ( Von Hamburg nach Lissabon.) Passage- Panoptikum. Das vereinte Riesenpaar Brünhild und Dusorc Deutschland u. Frankreich Hede, das Löwenmädchen halb Mensch halb Animal lebend zu sehen Ohne Extra- Entree. Passage- Theater. Heute Sonntag 2 Vorst. nachm. 3-7 Uhr kleine Pr. Abends 8-11 Uhr. Gastspiel Gertrude Barrison Karl Hollitzer Das Geisterfenster und das große April- Programm mit 10 neuen Attraktionen! Metropol- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Die Nacht von Berlin! Große Jahresrevue in 7 Bildern von Jul. Freund, Musik von B. Holländer. In Szene gesezt vom Dir. N. Schulz. apollo Theater Ab 8 Uhr Vorlekter Sonntag des großen komischen Programms mit dem Theater in der Königgrätzer Straße Tagesgespräch von Berlin Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der liebe Augustin. Sonntag 8, Uhr: Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwant in 3 Aften von M. Hennequin und G. Mitchell. Morgen u. folgende Tage: Alles für die Firma. Sonntag, 28. April, nachm. 3 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Theater des Westens. Abends 8 Uhr: Die schöne Helena. Sonntag 31, Uhr: Wiener Blut. Luisen- Theater. Heute und folgende Tage: Ich lasse Dich nicht. Sonntag nachm. 3 Uhr: Fauft. DOSE THEATED Broße Frankfurter Str. 132. Nachmittags 3 Uhr: Es gibt nur ein Berlin. vends 8 Uhr: 5 x 100 000 Teufel, Montag: 5 X 100 000 Teufel. Herrnfeld Theater Schluß diesjähriger Spielsaison: Montag, 29. April bis dahin täglich: Wie man Männer bessert 2 Alte von Anton u. Donat Herrnfeld mit den Autoren in den Hauptrollen. Hierzu die Novität: Der Hausteufel. Anfang 8 Uhr. Bettborberlauf 11-2( Theaterkaffe) Bellini. bei KiKo Kroll früher Neues Kgl. Operntheater. Lichtspiele in wirklichen Naturfarben Kinemakolor. Das Eröffnungsprogramm ist von der gesamten Presse glänzend besprochen Täglich von 4-11 Uhr. Orchester mit Gesang, Ab 1. Mai berechtigen unsere Eintrittskarten auch zum Besuch der Garten- Konzerte. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Bum Schluß: Eine Hochzeit in ber Müllerstraße. Burleske bon Meyfel. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Ehemann am Fenster. ( M. d. D. Gesangverein ,, Neu- Erwacht Goormeliter Heinz Bleil. Sonntag, den 21. April 1912, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain: KONZERT. EE Zur Aufführung gelangt u. a.: Andreas Hofer, Oratorium für Männerchor, Soli und Orchester in 3 Teilen bon Rud. Werner. Mitwirkende: 10565* Frau Betfi Schot( Sopran). Stammersänger Herr Gustav Franz ( Bariton). Das Berliner Sinfonie- Orchester( vierzig Musiker), Dirigent Maximilian Fischer. Saalöffnung 52 Uhr, Anfang des Konzerts 7 Uhr. Eintrittskarten im Borverkauf 1,00 M., an der Kaffe 1,25 M. Nach dem Konzert Freitanz. Kinder unter 6 Jahren haben feinen Zutritt. " Billetts sind in folgenden Geschäften zu haben: N. Beyer, Berteranenstr. 11 Fabian, Koloniestr. 72 Gesche, Dunderstr. 1 Gottschalk, Zionskirchstr. 18 Driesener Str. 20 Hentel, Stralsunder Str. 17 Janikki, Neue Hochstr. 17 Juhl, Badstr. 45 " " " Schönhauser Allee 116 Koch, Aderstr. 6/7 Maffert, Streliger Str. 23 Maychezack, Freienwalder Straße 11. N. Nebat, Korsörer Str. 12 Otto, Graunstr. 4 " " B Prinz, Brunnenstr. 25 Schücke, Tegeler Str. 2 Weber, Gleimstr. 29 b. II O. Bindig, Wallner Theater. Straße 7 " J Seß, Straßmannstr. 33 Järsch, Kopernifusstr 17 SO. Horich, Engelufer 15 Leps, Reichenberger Str.119a S. Schleicher, Annenstr. 44 SW. Fritsche, Tempelhofer Uferia Arbeiter- Wanderverein„ Berlin". Sigung jeden 3. Mittwoch im Monat, abends 8, Uhr, bei F. Wählisch, Stalizer Str. 22. Heute Sonntag, den 21. April, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 59/59: Märkische Wanderungen. Großer Lichtbilder- Portrag lichtbildern nach eigenen Aufmit 125 farbenprächtigen Kunstnahmen des Vortragenden Genossen Ferdinand Krause. I. Teil: Die geologische Entstehung des Landschaftsbildes der Mark Brandenburg und ihre Besiedelung von der vorchriftlichen Zeit bis heute. II. Teil: Geologisch prähistorische Wanderungen: Rüdersdorf, Speerenberg, Rauen, Beeskow, Schlaubetal, Grunewald und Havel. Außerdem Mandolinen- Konzert und nach dem Vortrage gemütliches Beisammensein mit Tanz. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Eintritt 25 Pf. Eröffnung 5%, Uhr. Anjang 6%, Uhr. Poranzeige! 28. Juni 1912: Sonntag, ben. Spreewald- Fahrt. Teilnehmerfarten find bis 12. Sunt in den Zahlstellen bei Weihnacht, Grünstr. 21, Wählisch, Stalizer Str. 22 und Kriedemann, Stargarder Str. 74, zu haben. 1/3 Clou" Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82 Zimmerstr. 90/91. Heute: Gr. Doppel- Konzert. Adolf Becker, Musikm. m. d. Musikc. Kais.- Frz.- Grde.- Gren.- Regts. und Mahlmann- Orchester. Dirig. Karl Mahlmann. Kgl. Preuss. und Kais. Russ. Kapellm. a. D. Anfang 4%, Uhr. Anfang 4%, Uhr. Excelsior- Lichtspielhaus Bergstr. 151-152 Neukölln Richards 12-13 Passage Vom 20. bis 26. April inkl. Der Tod als Passagier Tragödie in 2 Akten. Die Konfektioneuse. Sittenbild in 2 Akten. Voigt- Theater. Gesundbrunnen Badstraße 58 Heute Sonntag, den 21. April 1912. nachmittags 8 Uhr: Das Schloß am Meer. Abends 7 Uhr: Kater Lampe. Raffeneröffnung 10 Uhr. Boranzeige! Mittwoch, 24. April: Benefiz für Paul Uding: Versöhnt durch das Lied. A CAFE CORSO Mardenbergstrasse 27/28 vis- à- vis Ausstellungshallen Täglich: Konzert v. 5 Ubr nachm bis 2 Uhr früh Kalte und warme Küche LICHTSCHAUSPIELHAUS O KOPPENSTR.. 29 Das grösste der Welt.- 2500 Plätze. Hierauf: Ein angebrochener Abend. Sprechende Films. Königstadt- Kasino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße D.auserwählte Riefenprogramm Unter anderem: Die heiratsluftige Witwe. Große Poffe mit Gesang in 1 Aft. Unter Mitwirkung erster Künstler u. Künstlerinnen Eröffnung demnächst. Karl Eisermanns ,, Elysium" Landsberger Allee 40/41. Seben Sonntag: Ball. x Damen- Freitanz. Achtung, Vereine! Stelle meinen 2000 Personen fassenden Natur. garten mit erfttlaffigen Spezialitäten( Franz Sobanski) sowie 1000 Berfonen großen Saal ab Pfingsten gratis zur Verfügung. Schluß der Saison am 24. April 1912 Zirkus Busch. Sonntag, den 21. April: Letzter Sonntag! 2 große Galavorstellungen 2 nachm. 3, Uhr u. ab. 7, Uhr. Um 3 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren a. all. Sitzplätzen halbe Preise( Galerie volle Pr.) In beiden Vorstellungen: „ Die Hexe". Neu! In der Nachmittagsvorstellung dieselbe Aufführung wie in der Abendvorstellung. Neu! The Avolos! Gr. gymnastische Neuheit an 6 Bambusstangen. ( Bisher noch nie gezeigt.) Zum ersten Male in Deutschland! Die neueste u. größte Sensation: Jwanoff Looping the Loop a.freischwingend. Trapez( in 45 Fuß Höhe). Der berühmte amerik. Cowboy Jack Joyce mit seinen wildesten Pferden. Vorführen und Reiten der bestdressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Auftr. sämtl. Clowns mit neuen Witzen und Späßen. Folies Caprice. Täglich 8, Uhr: Die Saifon- Schlager er Polizeihund. Der as Broadway- Girl. arrasani Schönhauser Allee. Telephon: Nord 4100. Sonntag, den 21. April, 3 Uhr und 72 Uhr: 2 Gala- Abschiedsvorst. Nachmittags zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. Mit dem heutigen Tage beendige ich meine dritte Berliner Saison. Ich darf wohl sagen, daß sie an Erfolgen reich gewesen ist. Länger, als je erwartet, konnte ich in der Reichshauptstadt weilen, reicherer Beifall, als je erhofft, wurde mir und meinem Personal zuteil. Es drängt mich, meinen herzlichsten und ergebensten Dank zu sagen der Einwohnerschaft von Berlin und Umgebung, den Behörden und der Presse, die mir ihr geneigtes Wohlwollen schenkten. Ich versichere, daß es mir schwer wird, Abschied zu nehmen von Berlin. Und es wird mir um so schwerer, als ich mich für die nächsten Jahre bereits gebunden habe und also nicht Gelegenheit haben werde, Berlin zu besuchen. Aber ich werde wiederkommen nach Berlin, auch diese Versicherung kann ich geben. Mein Unternehmen wird nicht stehen bleiben, es wird mehr und bessere Leistungen vollbringen lernen. Und es wird diese Leistungen dann vielleicht in einem glänzenderen Rahmen als bisher in Berlin zeigen können. Berlin, 21. April 1912. Hans Stosch- Sarrasani. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Zirkus A. Schumann Heute Sonntag, den 21. April: 2 große Vorstellungen nachm. 3, Uhr u. abends 7, Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein eigenes Kind unt. 10 Jahren auf allen Sitzpl. frei. Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halben Preis. In beiden Vorstellungen: Auftr. der Don- Kosaken mit Original- Steppenpferden. In beiden Vorstellungen: Das Motorpferd in 5 Akten mit noch nie dagewes. Effekten. Nachmittags endet das Ausstattungsstück mit dem 4. Akt: Auf d. Trabrennbahn i. Weißensee. Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße, z. Zt. einziger Eispalast Deutsch!. Heute: Vorstellungen nachmittags und abends: Das sensationelle Eis- Ballett 99 Yvonne". Außerdem abends: Die kleine Walzerkönigin Charlotte. Weltmeister Bror Meyer. Mittags von 1-4 Uhr Diner à M. 3.bei freiem Eintritt. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr abends halbe Kassenpreise. Vor 6 Uhr gelöste Tagesbilletts haben bis 8 Uhr Gültigkeit. 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Tfls graucirvolle Trama auf hoher See, das nach den letzten Feststellungen 1 635�M e n s ch e n l e b e n gefordert hat, ist mit immer größerer Sicherheit auf die Schuld d e r Direktion der White Star Line resp. ihres Direktors Bruce Ismay zurückzuführen. Freilich ist das, was ihm zur Last zu legen ist, das skrupellose Darauflosfahren ohne Rücksicht auf die ihm bekannten drohenden Gefahren, zurückzuführen auf die kapitalistische Prosit' sucht der von ihm vertretenen Gesellschaft. Der Konkurrenzkampf, die Sucht, im Besitze der schnellsten Ozean- riefen zu sein, spornte ihn an, die gefährliche Strecke mit Pollex Tampfkrast zu durchrasen. Aber auch sonst ist das Verhalten des Herrn Direktors sehr zu verurteilen. Wird doch nicht allein von mehreren Zeugen vor der Untcrsuchungskommission des Senats bekundet, daß sie Ismay in einem der ersten Boote sahen, die auf die„Carpathia" zusteuerten, auch auf dem Schisse selbst hatte er eine eigeue Kabine, während ein Teil der dem Tode eutgauqeucu Frauen nach ihrer stundenlangen Fahrt in Eis und Äälte in den Gäugeu auf Matratzen schliefen. Von der Untersuchungskommission des Senats über die Umstände befragt, unter denen er die„Titanic" verlassen habe, bekundete Ismay fast im Flüstertone, eines der Boote habe sich mit Offizieren gefüllt, die aufgerufen wurden. E r wisse nicht, ob noch Frauen vor- Händen gewesen wären, die in das Boot hätten gehen können. An Deck seien keine Frauen und keine Passagiere gewesen, als das Boot hinuntergelassen wurde und er in das Boot gestiegen sei. Es ist daher wohl zu verstehen, daß die Untersuchungskommission beschlossen hat, Ismay nicht nach England zu ent- lassen, obwohl er unverzüglich dorthin zurück- zukehren wünscht. Ebenso sollen zwölf Mann der Besatzung und die vier geretteten Offiziere der„Titanic" zurückbehalten werden. Die Prüfung der öchuldfrage. New Uort. 20. April. Die zur Untersuchung der Schuldfrage eingesetzte Kommission des Senat« begann am Freitag vormittag ihre Beruehmungen. Der zuerst vernommene Direktor Ismay gab an, daß die„Titanic" vor dem Zusammenstotz mit dem Eisberge mit einer Geschwindigkeit von 21 Knoten in der Stunde gefahren sei. Der SteuermannSinat SP? o o d y, der am Sonntag die Be- dienuug des Ruders hatte, erklärte, daß nach Vorschrift der Verwaltung die grösitmöglichstc Schnelligkeit entwickelt werden sollte. Das Schiff habe an einem Tage böS Seemeilen lt Seemeile— 1852 Meter) zurückgelegt. Bor dem Zusammenstoß fei das Schiff mit voller Kraft gefahren. Bon einem anderen Zeugen wird bekundet, daß zur Zeit des ZiisammenstoßeS in den Festräumcn des Dampfers ein Ler- g n ü g e n stattgefunden habe, an dem Kapitän Smifh teil- „ il a H in. Die Führung des Schiffes hatte zu dieser Zeit der erste Offizier der„Titanic", Wilde, der sich nach dem Zusammenstoß auf der Kommandobrücke erschoß. Der zweite Offizier der.Titanic', Light holder, erklärte: Als das erste Boot Herabgelasse» worden sei, habe sich das Deck 70 Fuß über dem Wasserspiegel befunden. Als aber das letzte Boot zu Waffer ging, habe das Deck nur wenige Fuß über das Wasser hervorgeragt und der Dampfer sei in raschem Sinken gewesen. Die Boote seien gut besetzt gewesen und stets Hälsen die Frauen den Vortritt gehabt. I» bezug darauf, daß so viele von der Mannschaft gerettet wurden, erklärte er, daß von sechs au« de in Wasser aufgegriffenen Personen immer fünf Heizer oder Stewards gewesen seien. Nachdem die„Titanic' gesunken war, seien einige Rettungsboote zurückgefahren, um noch Schiffbrüchige zu bergen. An Bord der „Titanic' sei es zu keiner Panik, nicht einmal zu Klagen unter den Zurückbleibenden gekommen. Ncw Jork, 20. April. Der Telegraphist d er Marconi- station an Bord der„Carpathia' wurde heute von der Senatskommission einem Berhör unterworfen. Er erklärte, daß er nie eine Botschaft abgesandt habe, dcrzusolge alle Passagiere der„Titanic" gerettet seien und baß der Dampfer fich im Schlepptau eines anderen Schiffes auf dem Wege nach Halifax befände. Diese von der Direktion der White Star Line ausgegebene Depesche erweist fich also als eine grobe Fälschung. Meitm 6inzclheiten zur Kataftrophe. New JJorf, 20. April. Bon den Ueberlebenden der„Titanic" wird der Anfopserung und dem Heroismus des Kapitäns Smith allseitig das glänzendste Zeugnis ausgestellt. Bevor die Wellen ihn von seinem Posten herimterschleuderten, rief er noch durch das Sprachrohr der Menge zu:„Zeigt Euch als Briten I' Einige haben gesehen, wie er noch im Wasser den Schwimmende» zu helfen suchte. Andererseits find bei den letzten verzweifelten Anstrengungen, sich zu retten, grausige Szenen von Gewalttätigkeiten vorgekommen. Die Widersprüche in den verschiedenen Meldungen erklären sich dadurch, daß das Schiff sieben Decks hatte und daß man von dem einen nicht beobachten konnte, was auf dem anderen vorging. Als das Schiff brach, hob sich das Deck empor und Dutzende von Menschen sprangen im panischen S ch r e ck e n i n S W a s s e r. Als die Neigung stärker wurde, v e r« koren Hunderte den Halt, stürzten ins Wasser und ertranken. Hunderte suchten schwimmend Flöße oder Schiffs- krümmer zu erreichen. New Jork, 20. April. Lady Du ff- Gordon, die in einem der letzten Boote die„Titanie" verließ, teilte mit, die Panik habe einige zurückbleibende Passagiere erst in dem Augenblick ergriffen, als ihr Boot abgeschlagen wurde. Alles fchiensichausdas Boot zu st ü r z e n, einige Männer drängten sich in das Boot, wurden aber durch den Revolver des Kapitäns Smith zurückgetrieben. Verschiedene wurden nieder- geschlagen, bevor die Ordnung wiederhergestellt wurde. Als das Boot klar war. stürzte ein Mann nach dem Fahrzepg, um an Boxd zu kommen. Er wurde erschossen und der Körper fiel ins Boot vor die Füße der Insassen. Niemand machte den Versuch, ihn zu entfernen, unh er blieb im Boot, bis die Passagiere von der„Carpathia" ausgenommen wurden. New Jork, 20. April. Viele Gerettete kritisieren schärfstens die unzureichende Ausrüstung der R e t t u n g s- boote, die keine Segelvorrichtung und keine Laternen, ja nicht einmal Proviant hatten. Die Besatzung ungeübt in der Hand- habung der Boote. Hn einem Klappboot saßen zwanzig Per» sonen stundenlang bis an die Knie im Wasser. Neun starben vor Erschöpfung und wurden über Bord geworfen. Ncw Jork, 20. April. Bei der Uebernahme der geretteten „Titanic"-Passagiere auf die„Carpathia" wurden in einem Rettungsboot unter den Sitzen versteckt und dicht zu- sammengedrängt zehn chinesische Kulis gefunden, die sich unbemerkt dort verborgen hatten und erst beim Uöbergang aus die „Carpathia" bemerkt wurden. Zwei von ihnen waren jedoch herelts erstickt. Halifar, 20. April. Das Paketbott„Laurentic" von der White Star Line ist heute vormittag in den hiesigen Hafen eingelaufen. Der Kapitän des Schiffes erklärt, daß er die Stelle, wo die „Titanic" unterging, in weitem Umkreise abgesucht habe, doch habe er weder Schiffstrümmer noch Schiffbrüchige oder menschliche Leichen, über- Haupt nichts gesehen� was an die furchtbare Katastrophe er- innerte. kehren der Kataftrophe. Das hiesige Bureau der Cunard-Linie übermittelt uns ein Telegramm der Direktion aus Liverpool, wonach die VerMltung die Anordnung getroffen habe, daß alle Dampfer der Cunard-Linie von und nach Amerika von jetzt ab 180 Meilen südlich von der bisherigen Route zu fahren haben. Aus Hamburg meldet ein Telegramm, daß die Hamburg- Amerika-Linie beschlossen hat, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus ihre Dampfer mit Vootsraum zu versehen und die Rettungsmittel so auszugestalten, daß unter allen Um- ständen für alle Personen an Bord vor- 'gesorgt ist. Norddeutscher Lloyd und Rapag. Zu der auch von uns wiedergegebenen Tabelle der„Frank- furter Zeitung" über die Zahl der Rettungsboote auf den großen transatlantischen Dampfern wird vom norddeutschen Lloyd fol- gendes mitgeteilt:„Die in der Tabelle angegebenen Zahlen und die daraus gezogenen Schlußfolgerungen entsprechen durchaus nicht der Wirklichkeit; es ist deo Dampfer„George Washington" nur imstande bei äußerster Belegung 3400 Personen einschließlich Mannschaft an Bord zu nehmen. Die Gesamtzahl der an Bord für Rettung verfügbaren Boote beträgt nicht zwanzig, sondern 36, von denen 22 ohne jeden Verzug, die restlichen 14 unmittelbar danach ins Wassev gelassen werden können. Die Aufnahmefähig- keit dieser Bote beträgt entsprechend den Vorschriften der See- berufsgcnossenschast im ganzen 2280 Personen. Die eben ange- gegebene Hochstzahl von Passagieren wird praktisch jedoch wohl nie- mals erreicht. Die durchschnittliche Besetzung des Dampfers pro Reise in den letzten beiden Jahren betrug 2285 Personen einschließ- lich Besatzung. Hieraus Ut ersichtlich, daß auch in dem seltenen Falle einer vollen Besetzung des Schiffes der größte Teil der Passa- giere und Besatzung in den Booten untergebracht werden kann. Pergleichs man hiermit die Angaben der„Frankfurter Zeitung", wonach auf Dampfeo„George Washington" für 2752 Personen kein Bootsraum sein soll, so ergibt sich von selbst die ganze Halt- losigkejt dieser Behauptung. Ganz ähnlich verhalten sich die Angaben von„Kronprinzessin Cecilie" und„Kaiser Wilhelm II.". Die Hamburg-Amerika-Linie bemerkt zu demselben Artikel folgendes: Die von der„Frankfurter Zeitung" gebrachten Ziffern über den auf unseren Dampfern„Kaiserin Augustx Viktoria" und „Amerika" vorhandenen Bootsraum sind falsch. Beispielsweise hat der erstgenannte Dampfer nicht 24, sondern 35 Boote an Bord mit ejnem Raumgehalt von 563 Kubikmetern. Zum Vergleich sei an- geführt, daß derselbe Dampfer nach den englischen Bestimmungen nur 234 Kubikmeter Bootsraum zu haben brauchte. Die weitere Angabc, daß bei vollbesetztem Schiff 2000 Paffagiere keine Unter- kunft in den Booten finden würden, ist gleichfalls unrichtig. Auf seiner gegenwärtigen Reise hat der Dampfer 2700 Passagiere an Bord und Bootsraum für ettva 2300 Passagiere. Wie bereits mit- geteilt, werden wir in Zukunft über die gesetzlichen Vorschriften hinaus für sämtliche an Bord befindlichen Personxg Vorsorge treffe»._ Die Sfrirltuszentrale. „Die Spirituszentrale hatte bereits am 15. d. M. ihre Lieferungspreise eingestellt. Der GesamtauSschuß hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, den Preis für Trinkbranntwei» um 6 M. zu erhöhen. Des weiteren kam man zu der Ueberzeugung, daß die Rücksicht auf den B r e n n s p i r i t u S, der im laufenden Jahre bis auf eine ein- malige Erhöhung von der Berteueriing verschont geblieben ist, sich nicht mehr in gleichem Tempo aufrecht erhalten läßt. Der Preis dafür wurde d«Shalb um 3 Pf. pro Liter g e st e i g e r t. In der Beschlußfaffimg über die Preise brachte der Gesamt- ausschuß gemeinsam mit der Geschäftsleitung noch besonders zum Ausdruck, daß ihre Entschließungen einzig und allein durch die ErzeugungS- und AbsatzverhälMisse des laufenden Geschäftsjahres bestimmt wurden und die Annahme anderer Beweggründe Nachdruck- lich zurückzuweisen wäre." So schließt eine Mitteilung der Spirituszentrale über die letzte Preiserhöhung. Seit 1009 find danach die SpiriiuSpreise von 46 M. auf 75, bO M, also um 29,50 M. pro Hektoliter erhöht worden. Als Begründung des neuen Anziehens der Preisschraube wird der niedrige Bestand an Vorräten infolge der Kartoffelmißernte im der- gangenen Jahre angeführt. „Der Schutz der Bestände gegen vorzeitige und übertriebene Ab- forderungen kann, nachdem die Preiserhöhung vom März ihren Zweck nach dieser Richiung noch ebensowenig wie als Anregung der Produttion erreicht ha», nur i» einer weiteren Steigerung der Preise liegen." Fast könnte diese Mttleilung den Eindruck erwecken, als ob die Spirituszentrale sich des besonderen Schutzes der Lagervorräte annähine. Tatsächlich zielt die Zentrole aber durch ihre ganze von der Branntweinsteuer- gesetzgebung gestützte Politik auf die Einschränkung der Produktion und die Berriugerung der Vorräte hin. Die Entwickelung der Spirituszentrale wird das im eiiizelnen belegen. Der Spirilusring entstand im März 1898 durch Zusammen- wirken zweier Verbände: des«Verwertungsverbandes deutscher Spiritusfabrikanten", der die Brennereien, und der„Zentrale für Spiritusverwertung", die die Spritfabriken umfaßt. Die Brenner find nach de» Satzungen verpflichtet, den gesamten RohspirituS an die Zentrale für Spiritu-verwertung abzugeben, wohingegen die Spritfabriten ihrerseits gebunden sind, weder für eigene noch auf fremde Rechnung in Sprit Handel zu treiben. Die Zentrale über- nimm» den Transport des RohspirituS, läßt ihn von den angeschlossenen Epritsabriken reinigen, zahlt der Steuerbehörde die Berbrauchsabgabe und vertreibt den fertigen Sprit. Als Entschädigung erhält die Zentrale dafür«ine Summe, Reinigungsprämie genannt» deren Höhe im ersten Bertrag mit den Preisen schwankte, im neuen Wer- trag von 1908 aber für bestimmte Spiritusqualitäten fixiert ist- Sofort nach Lieferung des Spiritus erhalten die Lrenner einen Abschliißpreis. Bei der JahreSabrechmmg werde» die end- gültigen Zahlungen an die liefernden Brenner festgesetzt. Die Zentrale begann ihre Tätigkeit mit einem erfolgreichen Kampf gegen die Außenseiter, die sich auf die Berliner Börse stiitzteu. In Berlin hatte sich bei dem Sivckgang des Konsum« infolge der Bisiilarckscheii Braimtweinsteuergesetzgebnng der Handel mit SpirituS konzentriert. Der Berliner Zwischenhändler schoß den Brennern das Geld vor und leitete den Transport des RohspirituS. Der Berliner Kommissionär vermittelte dagegen den Verkehr niit den Spritfabriken. Die Bedeutung dieser Zwischeuleute wurde durch gewisse technisch- kaufmännische Erfordernisse jener Zeit noch verstärkt. Die Außen- seiter waren natürlich nach Abschluß des Spirituskartells ganz auf die Börse angewiesen. Der Kampf gegen sie wurde deshalb zu einem Kampf gegen die Börse. DaS Kartell kaufte alle erreichbaren Bestände auf; da außerdem der größte Teil der Brenner her Zentrale angehörte, fehlte eS der Börse an Umsatz in Spiritus. Während vom 15. Oktober 1899 bis 30. September 1900 an 291 Börsentagen 2 144 000 Liter umgesetzt wurden, also durchschnittlich am Börsentag 7400 Liter, lieferte die Zentrale in der gleichen Zeit pro Tag durchschnittlich 800 000 Liter. Mit aller Kraft, zum Teil durch Scheimnanöver, suchte die Börse den Spirituspreis lmöglichst hoch zu halten. DaS Kartell bestimmte eine vorübergehende PreiSerniedrtgung uyd zog die Lieferungen so völlig an sich, daß seit 1901 nur noch der- einzelte und seit Mai 1902 überhaupt keine Börsen- Notierungen mehr zustande kamen. Die Unterscheidung in den Spirituspreisen für gewerbliche und für Trinkzwecke, die planvolle Schätzung der Produktion, die Herabsetzung der Ausfuhrprämie und Forderung der Ausfuhr waren die Mittel in diesem Kampfe. Seit 1902 vervollständigte die Einschränkung der Pcoduktion hie Methoden des Kartells zur Steigerung der Preise. Die Gesetzgebung des Deutschen Reiches, in der die Agrarier mit Hilfe des Zentrums ihren Einfluß durchsetzen konnte, förderte die Macht der Zentrale außerordentlich. So ist der Entwurf der Branntweinbesteuerung, der nach der Ablehnung des Monopols bei den Veratungen der Reichsfinanzreform von der Regierung vorgelegt wurde, sogar wörtlich von der Spiritus- zentrale ausgearbeitet worden. Das noch heute bestehende Gesetz, das jetzt durch die Vorlage über die Abschaffung der Liebesgabe abgeändert werden soll, hat zum Teil frühere Verpflichtungen der Zentrale an ihre Mitglieder zu gesetzlichen Bcstimniuiigen erhoben- Die Gesetzgebung von 1909 schafft eine weitgehend« Bevor- zugung der landwirtschaftlichen Brennereien vor den gewerblichen. Die bestehende Verteilung des Kontingents zugunsten der agrarischen Brenner wurde aufrechterhalten, das Kontingent einer neuen Brennerei oder die Erhöhung deS Kontingents für sie auf 400 Hekto- liter, für Obstbrennereien auf 60 Hektoliter nach oben begrenzt. DaS Ueberschreiten des Durchschnittsbrandes wird bei gewerblichen Breiinereien mit 22 M., bei Hefebrennereien mit 25 M.. bei landwirtschaftlichen aber nur mit 18 M. Abgabe mehr belastet. Für dt« Berechnung des Durchschnittsbrandes ivird bei den landwirtschaftlichen Brennereien als Grundlage de« Erzeugung der Jahre 1992/03 lind 1908/07(Jahre starken Betriebs- einschränlllngen) pluS einer Erhöhung von 10 Proz. genommen. Lufthefefabriken müssen 65 Proz. ihrer GplrttuSerzsugnng vergällen, während bei den landwirtschaftlichen Brennereien nur 30 Proz. der Erzeugung dieser Verpflichtung unterliegen. Auch steht diesen das Recht zu, ausgeführte Mengen von der Vergällungspflichtigen ab- zuziehen und Vergälluilgsscheine anderer Fabriken aufzukaufen. Alle diese Maßnahinen diene» aber auch gleichzeitig der von der Zentrale erstrebten Einschränkung der Produktton. Die höhere Abgabe auf nicht kontingentierten Branntwein reizt nicht zur lieber- schreitung des Kontingents. Der Durchschnittsbrand, der bei Ein- schränkung deS Konsums durch Bundesratsbeschluß ermäßigt werden kann, wirkt in gleicher Weise. Dazu ist das Aufkommen neuer Brennereien außerordentlich erschwert. Auch die Abschaffung der Liebesgabe bringt keine Aendernng dieser Bestimmungen, die den Schnapstoucher fördern. Die Zentrale nahm selbst noch«ine Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen vor. Sie zahlt eine Vergütung von 0,75 M. für jeden Hektoliter, um das in zwei aufeinanderfolgenden Jahren 99 Prozent des der Brennerei von der Zentrale überwiesenen Sprit- kontingents mindert. Durch das Gesetz geschützt, ist eS der Zentrale gelungen, auch den letzten«nßenseiter unter ihre Gewalt zu bringen. Während diese aber schließlich mit den Vorteil davon haben, wenn auch auf Kosten der Selbständigkeit, lastet auf den Abnehmern schwer das Joch der Zentrale. Zum Teil ist der Kampf um die Kunden mit den unlautersten Mitteln geführt worden. Sobald die Destillateure aber auf die Zentrale angewiesen sind, nutzt diese ihre Macht- stellung voll aus. Die weilerverarbeitenden Spiritusindustrien klagen lebhaft darüber. Die Lieferungsverträge werden nur auf sehr kurze Zeit abgeschlossen, so daß die Zentrale jederzeit mit Preis- steigerungen vorgehen kann, wie denn die jetzige Erhöhung die fünfte seit August v. I. ist. Auch die Abiiahmebedingungen sind für die Konsumenten sehr ungiinstig. Sie müssen sich in Monaten eindecken, wo die Preise hoch sind. Die Argnmentierung der Zentrale, daß allein wieder eine Preissteigerung den Absatz regulieren könne, ist daher falsch. Sie stellt sich als nichts anderes dar als«in Wucher, der die Monopolstellung voll auSziiiilltzen bestrebt ist. Als Sonderanlässe mögen der relativ niedrige Bestand der Vorräte und der Plan der LiebeSgabenaufhebung dienen. Immer wieder Streldjultlz. Dortmund, 19. April.(Eig. fflet.) Die Dortmunder„Arbeiter-Zeitung" brachte am Donnerstag die Mitteilung, daß zurzeit einige sozial- demokratische Abgeordnete im Ruhrrevier weilten, um die Streikjustiz au« eigener Anschauung kennen zu lernen. Am Freitag war zeitweise der LandgerichtSpräsidcnt Barkhausen an einer der Dortmunder Streikstrafkammer an- wescnj » Vollendete NStigung. Gar nicht zu zählen sind die Fälle, wo streikende Arbeiter wegen versuchter Nötigung bestraft wurden. Sehr selten sind aber Anklagen wegen vollendeter Nötigung. Das beweist ja, wie„gefährlich" in der Regel die von den Streikenden angewandten Mittel gewesen sind. Uns ist bisher noch kein Fall bekannt ge- worden, wo es sich bei der Streikjustiz im Ruhrrevier um voll- endete Nötigung gehandelt hat. Am Freitag vergröberte sich an der 2. Streikkammer ein Fall. Der Vorsitzende fragte einen Streikbrecher, ob« wegen der Belästigung durch den Angeklagten b'ök der Ardeli serffgedliedsn sei, MZ desaht wurde. Der Slreikeüde sollte„Streikbrecher" gerufen, einen Revolver ohne Waffenschein mit sich geführt und einen Arbeitswilligen mit einem Stein ge- schlagen haben. Urteil: 6 Monate Gefängnis und 60 M. Geldstrafe. � (u„Arbeitswilliger" auch eine Beleidigung? *' In einer Sache gegen eine Hebamme, die„Sch macht. läppen" gerufen haben sollte, die aber freigesprochen wurde, wollte der Staatsanwalt auch das Wort„Arbeitswilliger" zu einer Beleidigung stempeln. Also ein Wort, das mit Absicht von Unternehmern, bürgerlichen Blättern, Behörden und— Staats- anwälten gewählt wird, um die kapitalistische Bravheit der Streik- brecher recht rühmend hervorzuheben. Der Verteidiger erklärte in dem Fall, bisher werde schon bei der Ahndung von Streik- brecherbeleidigungen über die Grenzen des Denkbaren hinaus- gegangen. Nun solle auch das Wort„Arbeitswilliger" beleidigend sein. Der Verteidiger zitierte dann Sätze aus einer Schrift des Genossen Rechtsanwalt Dr. Weinberg-Berlin, wonach auch die prüdeste alte Jungfer keinen Anstoß an Worten nehme, die bei Streikbrechern als beleidigend angesehen würden. Der Staats- anwalt ließ noch nicht locker; er kam wieder mit der Weisheit, daß Worte, die„a n s i ch" keine Beleidigung seien, doch beleidigend werden könnten, wenn usw. Auch die Worte„Bismarck" oder „Moltke" könnten zur Beleidigung werden. DaS Gericht betonte, daß die Worte:„Er arbeitet auch, das ist ein Arbeitswilliger!" auch dann, wenn erwiesen, nicht als Beleidigung gewertet worden seien. Die Streikenden gebrauchen allerdings das Wort Arbeits- williger ebensowenig rühmend wie das Wort Streikbrecher, soweit hat der Staatsanwalt recht. Die Streikenden finden aber im Streikbruch überhaupt nichts Rühmendes. Wenn aber die Verachtung„an sich" das „Verbrecherische" sein soll— und darauf läuft die Sache doch hinaus!—, dann verhafte man doch lieber gleich alle Streikenden, wie es S t i n n e s ja beim Streik der Maschinisten auf der„Union" verlangt haben soll! Denn dann sind alle Streikenden Schwerverbrecher. Spricht man doch von st i l l- schweigender, eisiger Verachtung! Wer also von den Streikenden gar nichts sagt, ist darum doch ein arger „Sünder".— Wie lange wird es übrigens noch dauern, bis das Sehnen des StaatsamoaltS erfüllt und auch das Wort„Arbeits- williger" zum Majestätsverbrechen wird? Dem„Beleidigten" in der Sache war übrigens schon früher bei einer anderen Streik- anklage nachgewiesen worden, daß er bei einer Witwe ins Schlaf- zimmer gekommen ist und ihr„unsittliche Anträge" gemacht hat. Der Streikbrecher mußte zugeben, daß ihn die Witwe dieserhalb in seiner Wohnung in Gegenwart seiner Frau zur Rede ge- stellt hat. Singe, wem Gesang gegcgeben. Drei junge Burschen, die von der Musterung kamen, waren beschuldigt, ein Turnerlied gesuligen und, gewissermaßen als Re- frain, wiederholt das Wort„Streikbrecher" zwischendurch gesagt zu haben. Urteil: je 30 M. Eine„Beleidigung" durch Bratkartoffeln. Der„schwere" Fall, daß eine Polenfrau just dann Kartoffeln briet und die Pfanne zur Abkühlung ans Fenster hielt, als die Streikbrecher vorbeikamen, wurde noch einmal gründlich auS- geschöpft. Es wurde erörtert, ob es üblich ist, daß Bergmanns- frauen zwischen 4 und b Uhr nachmittags Kartofseln braten, und als eine Zeugin dies bejahte, spezifizierte der Vorfitzende den Kasus auf die weitere Frage, ob es auch dann geschehe, wenn die Kinder erst Jahre alt seien. Der Vorsitzende meinte, er hätte auch Kinder. Wahrscheinlich konnte sich der Jurist in dem Augenblick nicht entsinnen, daß in seiner Familie öfter nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr Kartoffeln in der Pfanne ge- braten werden. Der Staatsanwalt hielt die Sache für„nur halb so schlimm"; er beantragte 20 M. Geldstrafe. Das Gericht setzte 30 M. fest und hob strafmildernd hervor, daß die Polenfrau die Kartoffeln gerade in der Pfanne hatte, daß sie also nicht entgegen der.Haui.ordMNg extra und besonders Kartoffeln gebraten hatte. Ser Krieg. Nach der Demonstration. Konstantinopel, 20. April. Zahlreiche Dampfer, dick in den Archipel und inS Mittelmeer abgehen sollten, sind im Hafen ver- blieben. Die Tclegraphenverbindungen mit dem Archipel und den Küsten Kleinasicns sind unterbrochen; der Postdienst wird durch die anatolischcn Bahnen versehen. Die Italiener haben die Kabel Attischen den Dardanellen in Tenedos, LemnoS und Saloniki zer» schnitten. Die Verbindung zwischen SamoS und der Küste wird durch optische Telegraphen aufrecht erhalten.— Blättermeldungen zufolge ist der Kommandant der Dardanellen. General Hifzi, in Konstantinopel eingetroffen. Er bestätigte, daß zwei italienische Kriegsschiffe beschädigt worden sind. Das Gerücht, daß das Aus- fahren der Schiffe nach dem Schiwarzen Meere verboten worden sei, wird dementiert. Ebenfalls ist die Nachricht von einem Bombarde- ment der Stadt Aiwali unrichtig.— Die türkische Presse drückt ihre Freude darüber aus, daß die italienische Flotte sich zurückgezogen hat. Sie stellt die Wirkungslosigkeit des Bombardements fest. Ein« Kundgebung der italienischen Regierung. Rom, 20. April. Die Agenzia Stefani veröffentlicht folgendes Communique: Die Behauptungen, die der Abgeordnete von Pantz im österreichischen Abgevrdnetenhause in seiner Interpellation auf- gestellt hat, daß die italienische Regierung Versicherungen gegeben habe, den Kriegsschauplatz nicht auf europäisches Gebiet auszu- dehnen, sind ungenau. Die italienische Regierung erklärt, niemals das Gebiet ihrer kriegerischen Aktion beschränken zu wollen, abge- sehen von den adriatischen Gewässern und dem jonischen Meer, wo ein kriegerisches Vorgehen gegen die italienischen Interessen gewesen wäre.~ J Die Wirkung der Dardanellenfperre. Odessa, 19. April. Das Börsenkomite« hat über die durch die Beschießung und die Schließung der Dardanellen ge- schaffen« Lage beraten und beschlossen, die Ruhe zu bewahren und, bis die weitere Entwickelung der Dinge aufgeklärt ist, die Opera- tionen in Getreide nicht aufzuhalten. Die Ladearbeiten im Hafen und die Ausführung der früher abgeschlossenen Geschäfte werden fortgesetzt. Die Vorschüsse auf Konnossemente werden wie gewöhn- lich gegeben. Alle Schisfahrtsgesellschasten, die den Verkehr zwischen Odessa und fremden Häsen verschen, nehmen keine Ladungen mehr an und verkaufen keine Fahrscheine mehr. Aufhebung der Sperre in Aussicht. Konstantinoprl, 20. April. Wie versichert wird, soll die türkische Regierung in Anbetracht der Schwierigkeiten, die sich einer dauern- den Schließung der Dardanellen entgegenstellen, beschlossen haben, dieselben für die Schiffahrt wieder zu öffnen. Die Verproviantierung Konstantinopeltz. Koust-ntin-pel, 20. April. Die Stadtpräfektur veröffentlicht ejne Mitteilung des Inhalts, die Regieruns hahe reKtzeitig«j die Verströblantleruklg Set Haußkstadk gessachk unB für das Vorhandensein genügender Vorräte an Mehl, Getreide und anderen Lebensmitteln gesorgt. Die Personen, die die Brotpreise in die Höhe zu treiben suchten oder durch Verbreitung beun- ruhrgender Nachrichten die Gemüter erregen würden, sollen vor das Kriegsgericht gestellt werden. Aufschiebung der Jtalienerausweisung. Konstantin-pcl, 19. April. Der Ministerrat hat heute über die Ausweisung der Italiener beraten und, wie es heißt, beschlossen, diese Maßnahme bis zu einem neuen Bombardement auszu schieben. Vom tripolitanischen Kriegsschauplatze. Tripolis, 20. April.(Meldung der Agenzia Stefani.) Gestern nacht eröffnete eine Gruppe von etwa 200 Arabern das Feuer auf Gargaresch, wurde jedoch durch zwei Kanonenschüsse und Ge- wehrfeuer zerstreut. Laut Nachrichten aus dem feindlichen Lager sind die Lebensmittelpreise dort merklich gestiegen.— Am 18. April beschoß eine Gruppe gedeckt liegender Feinde das neue Fort bei T o b r u k. Als das Feuer gegen Abend stärker wurde, brachte die italienische Artillerie den Feind zum Schweigen. Auf italienischer Seite gab es keine Verluste. Am selben Tage wurden feindliche Gruppen, die vor S i d i Said bei Fort Buchamez erschienen, durch das Feuer der Marineartillerie zerstreut.— AuS Tunis wird gemeldet, daß die Besetzung der Halbinsel Macabez und des Forts Buchamez den Verkehr auf den Märkten, auf denen die türkischen Armeelieferanten Proviant aufkauften, stark gestört hat. Bis jetzt ist kern Korawanendienst von Ben Gardane eingerichtet worden. Viele Araber sind mit Schwerverletzten zurückgekehrt. Diese Flucht- linge melden, daß in Zuara große Panik herrscht."/ Die Revolution In China. Gespannte Situation in der Mongolei. Kulbscha, 20. April.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) I u a n s ch i k a i hat Huan zum Präsidenten des Iii- gebietes und den Gouverneur von Urumtschi zum Präsidenten der Provinz Hsinchiang ernannt. Der letztere wünscht, die beiden Pro- vinzen zu vereinigen und an ihre Spitze zu treten, hiergegen aber protestiert Huan. Beide halten bei Schicho Truppen in Bereitschaft, bis die Verhandlungen, deren Erfolg jedoch für zweifelhaft gilt, beendet sind. Alle Mongolen des Jligebietes haben sich für unabhängig er- klärt und die Beziehungen zur chinesischen Republik abgebrochen. Die Versuche, ihren Entschluß zu erschüttern, sind erfolglos geblieben. An verschiedenen Orten ist es zu Zusammenstößen gekommen, in deren Verlauf es auf beiden Seiten Verwundete gab.— Auch unter den Kirgisen ist eine Gärung zum Ausbruch gekommen. Hus der parte!« Zweierlei Recht in Oldenburg. In Nordenham im Großherzogtum Oldenburg reichte unser Vertrauensmann bei dem Grostherzoglichen Amt ein Gesuch ein, in dem um die Erlaubnis zur Abhaltung eines Tanzkränzchens am 1. M a i gebeten wurde. Nach einigen Tagen erhielt er fol- genden Bescheid: „Die erbetene Erlaubnis zur Veranstaltung einer Tanz- bclustigung am 1. Mai� d. I. kann nicht erteilt werden, da offent- liche Bälle— Volksbälle und Vereinsbälle mit Zulassung von NichtMitgliedern— regelmäßig nur an Sonntagen, sowie am Neujahrstag, Ostermontag. Pfingstmontag, zweiten Weihnachts- tag und Erntefest zugelassen werden. Ein Grund, von dieser Regel eine Ausnahme zu machen, liegt nicht vor. Z e i d l e r." Natürlich wird in dem angeblich liberal regierten Oldenburg nur Sozialdemokraten gegenüber in dieser Weise verfahren,; am 10. April erst hatte ein Gesangverein am selben Ort die Erlaubnis zur Abhaltung eines gleichen Vergnügens erhalten, und im benach- harten Einswarden ist dem dortigen Feuerwehrverein gleichfalls bereits die Erlaubnis zu einer ähnlichen Veranstaltung erteilt worden. Dabei hat unser Verein in all den Jahren sich nicht das geringste zuschulden kommen lassen. Bekanntlich ist ja auch für dieses Jahr der im Vorjahr genehmigte Maiumzug in Rüstringen verboten worden._ Der Maiumzug in— Halle genehmigt! Wie man uns aus Halle a. S. berichtet, wird in diesem Jahre zum erstenmal der Demonstvativnszug am 1. Diai mit Ge- nehmigung der Polizei vor sich gehen. Nach dem Bericht der Mai- feierkommjission. der in der letzten Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Vereins gegeben wurde, ist wie alljährlich ein öffentlicher Ilmzug angemeldet worden, der sonst stets mit nichtigen Gründen fchlairkweg verboten wurde. Diesmal will die Polizei den Umzug unter gewissen Beschränkungen und Bedingungen ge- nehmigen. Die Teilnehmer der Demonstration können sich 10 Uhr morgens auf dem großen Roßplatz sammeln, und dann in ge- schlossenen Reihen durch vier Straßen mit Musikbegleitung nach dem Arbeiterheim— Volkspark— marschieren. Das ist gewiß nicht viel für Hallesche Verbältnisse, aber doch immer etwas. Man erblickt in dem, Verhalten der Polizei ein Entgegenkommen, und die Versammlung akzeptierte einstimmig den Umzug in der vor- geschlagenen Form. Ueber die neue Wandlung der Dinge wird man allerdings erst am Tage— des 1. Mai berichten können. Pastor Eriksen und die norwegische Sozialdemokratie. Der langjährige parlamentarische Führer der norwegischen Sozialdemokratie, Dr. Eriksen, steht nun doch auf dem Stand- Punkt, daß ihm die Sache der Partei wichtigcu ist, als die des ReichssprachvereinS, und die sozialdemokratische Storthingsfraktion ist dann auch einstimmig zu der Ansicht gekommen, daß kein Grund für den Austritt Eriksens aus der Fraktion vorliegt. Genosse Eriksen hatte in der FraktionSsitzung die Erklärung abgegeben, daß er unter keinen Umständen die Kandidaten der Partei bei den Wahlen bekämpfen wende. Der Reichssprachverband werde über- Haupt nicht als politische Partei auftreten, und der Beschluß jenes Verbandes solle nur besagen, daß jedes Mitglied innerhalb seiner Partei für die Aufstellung von Kandidaten eintreten möge, die in der Sprackenfrage für das Programm des Verbandes zu haben sind. Wo das nicht gelinge, sollten für die Mitglieder des Ver- bandes nur die politischen Richtlinien der Partei ausschlaggebend sein, vre sie angehören. Uebrigens hat Eriksen am Mittwochabend in Kristiania zu einer von über 2000 Personen besuchten Versammlung über seine Stellung in der Arbeiterpartei und sein Verhältnis zum Reichs- sprachverband gesprochen. Er erklärte hier unter anderem aus- drücklich daß ihm nicht die Sprachenfrage, sondern die Sache der Arbeiter und der Partei das Wichtigere sei. Bekanntlich hatte man ihm auch zum Vorwurf gemacht, daß cv sich für seine Tätigkeit als Schlichtungsmann bei dem großen Lohnkampf im vorigen Jahre 1000 Kronen Honorar hatte auszahlen lassen von der Re- gierung. Hierzu erklärte er. daß cv gleich von Anfang an, als man ihm dies Amt übertragen wollte, ausgesprochen habe, daß er unter den augenblicklichen Verhältnissen schweren ökonomischen Schaden davon haben werde, für den er Ersatz beanspruchen müsse. Er habe nämlich die Absicht gehabt, gleich nach Schluß des Storthings nach Karlsö. oben in Nordland, zu reisen, wo er seit 19 Jahren ansässig war. um seinen Umzug nach Kristiania zu bewerkstelligen. und da er nun den Verkauf seines AnwesenS ganz einem Advo- katen überlassen mußte, mit dem er nur telephonisch einige Worte tpechseln könnt«, habe er bei der Sache 1000 Kronen Verlust er, Er habe also Sei feifffr Nlkigsci? oT* SWWyiZNWM durchaus nichts verdient, sondern nur zugesetzt.~; 1— polizeiliches, Seri ehrliches üb»." Bon den Wahlplakatprozessen in Halle. Am letzten Freitag beschäftigte sich zum erstenmal die Be- rufungsinstanz— Strafkammer— mit dem am 12. Januar bean» standeten Wahlplakate. Bekanntlich wurden die einheitlichen Plakate fast in allen Städten Deutschlands unbeanstandet auf- gehängt und umhergetragen. Das Amtsgericht verurteilte hier jedoch mehrere Genossen wegen Verstoßes gegen§ 9 des alten preußischen Preßgesetzes vom 12. Mai 1851. da das Plakat mit einem anderen, als dem na'ch§ 9 jenes Gesetzes zugelassenen Inhalt versehen gewesen sei. Es trug die Aufschrift:„Wählt Fritz Kunert, uieder mit den Volksausbeuteriv usw." Unsere Genossen beriefen sich auch vor der Strafkammer auf die Gewerbeordnung, nach der an Wahltagen zum Ver- teilen von solchen Druckschriften eine Polizeierlaubnis nicht er» forderlich sei. Die Strafkammer stellte sich jedoch auf den Stand- Punkt, daß die Gewerbeordnung hierbei nicht in Frage komme, da es sich nicht um ein Verteilen, sondern um ein Aushängen und Herumtragen von Druckschriften gehandelt habe. Es soll also hei der Bestrafung unserer Genossen bleiben. Höfliche Einladung. Der Erste Staatsanwalt Schmidt zu Görlitz hat den Ge- schäftsführer der Wiener Volksbuchhandlung, den Genossen Heydt mann, zum 1. Mai vor die Strafkammer zu Görlitz ge- laden, um sich dort wegen der vom Staatsanwalt konfiszierten Hefte der„Glühlichter" und des Bachschen Werkes„Die Wiener Revolution von 1848" zu verantworten. Nach den Bemerkungen unserer österreichischen Parteiblätter zu schließen, scheint der Wiener Genosse nicht die Absicht zu haben, die Maisejer M G»r- litzer Kappgerichtsgebäude zu begehen. Jugendbewegung. Rote Radaubrüder. Unter dieser Stichmarke bringt der sattsam bekannte Pfarrer und Jugenderzieher Wilhelm Jl genstein einen Beitrag in Nr. 88 des frommen„R e i ch s b o te n". Natürlich springt der Herr Pastor darin mit den Tatsachen, nun sagen wir milde, recht will- türlich um. Im Kampfe gegen den roten Drachen müssen aber auch einem„Diener vom göttlichen Wort" alle Mittel recht sein. Der Ausgangspunkt seines Artikels war eine am 27. März in Neukölln vom Zweigverein des evangelischen Bundes einberufene Versammlung. Das Thema lautete:„Aus dem Lager der roten Jugendbewegun g". Herr Jlgenstein behauptet aber fromm und frei in seinem Artikel, das Thema habe gelautet:..Der Kampf um die Jugend". Daß ein solch aufreizendes Thema nicht ohne Wirkung auf„das Lager der roten Jugend" blieb. konnte er sich wohl denken. Sein Vortrag war denn auch ein Muster von Provokation. Er brachte Zitate und immer wieder Zitate aus der„A r b e i te r- I u ge nd". aus dem Zusammen- hange herausgerissene Sätze von Reden Franks und Lieb- kuechts. Das Lied Herweghs„Von der deutschen Treue" hatte es ihm ganz besonders angetan. Zu diesen Zitaten machte er nun Glossen auf seine eigene christliche Art. Die Folgen seiner Provokationen waren denn auch einige wohlabgezielte parlamen- tarisch aber durchaus erlaubte Zwischenrufe. Folge davon: Herr Jlgenstein wird nervös und schreibt von einem wüsten Treiben, von fortwährendem Stören, Untervrechungen, von vrutalem, allem parlamentarischen Anstand hohnsprechenden Verhalten der„Roten- a Garde" usw. Der parlamentarische Anstand, der in dieser Ver- sammlung gepflegt wurde, sah in Wirklichkeit so aus, daß man will» kürlich für die nächstfolgenden Diskussionsredner eine Redezeit biW' sage und schreibe S Minuten festsetzte. Nun ein paar Proben von der Auffassungsgabe des Herrn Jlgenstein. Ein Diskussionsredner beruft sich auf Werner Sombart, der in seiner Studie„das Proletariat" ausführte, daß der Prole- tarier keine Heimat und kein Vaterland habe, sich daher auch nicht zu einem solchen hingezogen siihle. Dies könne man sehr wohl begreifen; eine öde Mietskaserne, 1. Hof 4 Treppen, sei doch wahrlich keine Heimat, kein Vaterland. Herr Jlgenstein schreibt flugs: So rief ein Bebelschüler: Was ist uns das Vaterland, wenn wir im Hinterhaus wohnen müssen! Noch folgendes verdiene festgehalten zu werden: Es heißt in dem Artikel:„Als Pastor Jlgenstein an eine in einer roten Jugendversammlung in Neukölln im Oktober 1910 gefallene Aeuße- rung erinnerte:„Das bisherige(kurz vorher hatte der Aufruhr in Moabit getobt) ist nur die Ouvertüre zu den gewaltigen Stürmen, denen wir entgegengehen, in einigen Jahren geht es los. den Stürmen müssen wir mit Zuversicht entgegengehen. jeder einzelne sei der Verantwortung sich bewußt", meldet sich ein junger Mann mit dem Rufe:„Das bin ich gewesen". Die wirklichen Tatsachen sind ober folgende: Zur Zeit jener Versammlung kam das Urteil vom Oberverwaltungsgericht heraus, das die Auflösung der freien Jugendorganisation verfügte. Obige Sätze sind in bezug auf das Auflösungsdekret ge- äußert worden. Alles weitere, was Herr Jlgenstein sonst an„Wahrheiten" in seinem Artikel bringt, wollen wir uns schenken, bis auf eins, die Unduldsamkeit anderen Rednern gegenüber. Er bringt Zitate über Zitate, wird aber wie von einer Tarantel gestochen, sobald man die bekannten Worte Kaiser Wilhelms II. zitiert:„Und wenn ich es Euch befehle, müßt Ihr auf Vater und Mutter schießen". Diese Unduldsamkeit nimmt sich besonders gut aus bei einem Verbreiter der Lehre Christi: Du sollst nicht töten und Du sollst Vater und Mutter ehren. Im übrigen können wir verraten, daß die Rede des Herrn Jlgenstein noch nicht einmal bei seinen näheren Amtskollegen Ge- fallen erregt hat, vielmehr sprachen sich diese Herren privatim mißbilligend über seine provokatorische Redeweise aus. Nur sy weiter, Herr Jlgenstein, wie sagt doch Goethe: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Das Referat hat wieder einmal Aufklärung in unserem Sinne unter den Jugendlichen verbreitet. Freilich ist der Schmerz des Herrn Pastor Jlgenstein begreiflich. Hat doch jene Versammlung keine Käufer für seine Hetzschrist, für die der Herr Pastor in all seinen Versammlungen und Artikeln die Reklametrommel schlägt, gebracht.,_ Wasserstands-Nachrichten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Detterbureau. Dasserstand M e m« I. Tilsit P r e g e I. Jnfterburg Weichsel. Thorn Oder, Ratibor , Strossen , Fraiilsurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Berby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Epaiidaufi Rathenow») Spree, Spremberg») Beeskow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau . Kaub . Köln Neckar. Heiwronn Main. Wertheim Mosel, Trier —>) Unterpegel. Unserem lieben Genossen Rudolf Lübeck und seiner Frau wünschen wir zur Silberhochzeit Gesundheit und Glüd von ganzem Herzen und in reichstem Maße. Die Genossinuen und Genossen des Bezirks 697. 415 Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Landsberg. Viertel. Bez. 434. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Schriftjeter Emil Müller ( Esmarchstr. 16) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 23. April, nach: mittags 4 Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Frankfurter Viertel. Bez. 278. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Intarsienschneider 215/10 Theodor Neumann Roppenstr. 50, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner ReichstagsWahlkreis. Görlizer Biertel. Bezirk 103 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Galvanoplastifer Otto Fuhrmeister ( Reichenberger Straße 74a) gestorben ist. an Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 22. April, nach: mittags 12 Uhr, von der Haule des städtischen Friedhofes in Frie brichsfelde aus statt. 215/8 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verein der Stereotypeure und Galvanoplastiker Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß am 19. April unser Stollege Otto Fuhrmeister im Alter von 22 Jahren gestorben ist. 290/3 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April, mittags 12 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Hiermit allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht daß uns unser innigftgeliebter und zu den schönsten Hoffnungen be. rechtigender Sohn und Bruder Otto am 19. b. Mts. nach kurzem aber schwerem Leiden, im Alter von 22 Jahren durch den Tod entriffen wurde. Um stille Teilnahme bittend zeigen dies tiefbetrübt an Familie Fuhrmeister, Reichenberger Str. 74a. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April, nach mittags 1,2 Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofs in Friedrichsfeide aus statt. 605 Sozialdemokratisch. Wahlverein Kreis Niederbarnim Bezirk Reinickendorf- Ost. Am 18. April verstarb, 65 Jahre alt, unser alter braver Genosse, der Tischler Rudolf Gnifke Pantower Allee 64. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 21. April, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Gemeindefriedehof in der Humboldtstraße statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 241/4 Die Bezirksleitung. Am Freitag, den 19. April, ver. schied unser lieber Stollege, der Stereotypeur Gotthilf Noppe. Ein ehrendes Andenten be wahren ihm 13015 Die Kollegen der Buchdruckerei Hempel& Co. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hofarbeiter 42/18 Johann Kieper ( Batzenhofer NO.) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Landsberger Allee 127, Eingang Thorner Straße, aus nach dem Hedwigs Kirchhof in HohenSchönhausen statt. 0 Um zahlreiche Beteiligung wird erfucht. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Ernst Heinrich am 19. April im Alter von 48 Jahren verstorben ist. 63/8 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes der Sankt Andreas- Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Paul Borchert am 19. d. Mts. an Herzleiden gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 23. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des neuen Pauls- Kirchhofes in der Seestraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/17 Die Ortsverwaltung. on Turnverein ,, Fichte“. Hierdurch den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Turngenosse Johann Piskureck am 18. April d. J. im Alter von 20 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 22. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Dft: Friedhols in Ahrensfelde aus statt. Treffpunkt nachmittags 123 Uhr 186/3 am Wriezener Bahnhof. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Allen Freunden zur Nachricht, daß am Mittwochnachmittag mein guter Mann, unser lieber Bater und Bruder, der Tapezierer Ernst Biester sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung: Montagnachmittag 3 Uhr auf dem Zentral- Friedhof in Friedrichsfelde. 1242b Verein Kolonie zur Erholung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kolonist Albert Göhle am 18. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 22. April, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Pius- Kirchhofes in Wilhelms. berg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 1261b Der Vorstand. Am 16. April verschied in der städtischen Anstalt Wuhlgarten nach 10jährigem Leiden meine 12826 liebe Frau und Mutter Pauline Hiller geb. Hübner im Alter von 49 Jahren. Dies zeigen an Robert Hiller Bruno Hiller. Die Beerdigung hat bereits am 19. April stattgefunden. Am Mittwoch, den 17. April, verschied an den Folgen einer Operation meine liebe Frau Anna Gauger geb. Lange im 25. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 21. April, nachm. 2 Uhr, auf dem Stegliger Friedhof, Bergstraße, statt. Um stille Teilnahme bittet der trauernde Gatte M. Ganger, Steglit, Hardenbergstr. 38. Am 18. d. Mis. starb plötzlich unser langjähriger Mitkämpfer, der Bezirksführer Emil Müller Bezirk 434. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Funktionäre der 42. Abteilung des 4. Kreises. 12786 Arbeiter- Stenographen- Verein Stolze- Schrey Den Vorwärts- Lesern Sozialdemokratisch. Wahlverein 290/32 Kreis Niederbarnim Bezirk Lichtenberg. Nachruf. Am 13. April verstarb unser Mitglied, der Tischler 14/9 Hermann Winderlich. Ehre seinem Andenken! Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters sagen wir hiermit allen Berwandten, Bekannten, dem Wahlverein, dem Gesangverein Kaiserscher Männerchor, sowie dem Rauchklub„ Harmlos", dem Verband der freien Gastwirte und dem Sparverein" Lustig" unsern herzlichsten Dant. 305 Witwe Berta Lehmann nebst Kindern, Gleimstraße 36. Tanksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters sprechen wir allen Freunden und Bekannten, ins besondere dem Deutschen Metall arbeiterverband, den Kolleginnen und Kollegen der D. T. W., Abt. Radday und Schäfer sowie den Freunden der Firma C. Bechstein unseren herzlichen 605 Dank aus. Konkordia Schulze nebst Kindern. Danksagung. Sage hiermit allen Berwandten und Bekannten, den Sängern, dem Verein Stanaria I und meinen Kollegen den herzlichsten Dank für die rege Teil nahme und vielen Kranzspenden. 5S Robert Sondermann. Für die Beweise inniger Teilnahme beim Begräbnis meines Mannes jagen wir hiermit allen Berwandten und Kollegen unseren herzlichsten Dant. 1281b Witwe Töpfer. 4930 Westmanns Trauermagazin Extra- Abteilung 1. Gesch.: Berlin W.. MohrenStraße 37a( 2. Haus von der Jerusalemer Straße). 11. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115( 2. Haus von der Andreasstraße). Sehr gr. Ausw. fert. Kleider, Hüte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis zum hochelegant.Genrez.äußerst niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: Maßanfertigung in 10 bis 12 Stunden. für Berlin und Umgegend. hollyga. 200 و الثامن. asset. gewähre Rabatt. Diese Woche! W Ein Posten reichgestickter lüschOskar Schlayer, Berlin- Tempelhof, Kaiserin- Augusta- Straße No. 70, III r. 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Verbandstag der Dachdecker. Nürnberg, 19. April. In einer Abendfißung ant Donnerstag wurden die Anstellungs verhältnisse der Gauleiter geändert. Während sie bisher vom Gau angestellt und besoldet wurden, werden sie in Zukunft von der Zentrale beinldet und gemeinsam von der Zentrale und Gau angestellt. Auch wurde dem Verbandstag das Recht überwiesen, in solchen Bezirken, wo es notwendig ist, Beamte anzustellen. Am Am Freitagmorgen wurde dann die neue Besoldungsvorlage behandelt, Die zu sehr lebhaften Debatten führte. Mit der Annahme dieser Borlage bekommt der Verband Verhältnisse, wie sie in anderen Organisationen seit langem bestehen. Hierauf wurde die Neuanstellung von Gauleitern besprochen und beschlossen, im Königreich Sachsen und Braunschweig- Hannover die Anstellung zu befürworten. Die endgültige Anstellung ift Sache der betreffenden Gaue. Bei der Personenfrage behält fich Zentralvorstand und Ausschuß ein drittel Stimmrecht vor. Im Anschluß daran wird über die Erhöhung der Beiträge debattiert. Gestern hat der Verbandstag eine Ertrafteuer auf 25 Wochen beschlossen, heute handelt es sich um die Erhöhung der regulären Wochenbeiträge. Bisher bestanden 8 Klaffen bis 75 Bf., jest foll jede laffe um 5 Pf. fteigen, auf Grund folgender Beitragsstala: 1. Klasse 1222126 bis 37 Bf. Stundenlohn 40 Pf. pro Woche 45 2. bon 37 42 " 3. 42 47 50 4. 47 52 55 5. 52 57 60 " 6. 57 65 7. 67 70 8. 67 72 75 " 19 9. über 72 80 2223 12242622 Jeden Montag: Extra- Verkauf der RESTE und Abschnitte von Kleider- u.Seidenstoffen Ein gross. Tal Posten = = Sonntag, 21. April 1912. mit auswärtigen Organisationen befaffen, wurde dem Zentralvor. ftand überwiesen. Durch Einfügung der 9. Beitragsklasse steigen die für diese Klasse bestehenden Unterstüßungseinrichtungen a) bei Streits um Die Anstellung eines eigenen Rebatteurs wurde abgelehnt, 10 Pf. pro Tag; b) bei Krankheit um 5 Pf. pro Tag; c) bei Sterbefällen um 5 M. Der höchste Betrag für Sterbegelb beträgt dem Zentralvorstand bleibt aber die Möglichkeit, bei Bedarf eine demnach 120 M. Hilfskraft einzustellen. Verschiedene Anträge, die Verschmelzungs Mit großer Heftigkeit wird über diese Vorlage debattiert und gedanken propagieren, werden dem Zentralvorstand überwiesen bon vielen Rednern dagegen botiert. Gövnih Berlin, und dann Statutenberatungen vorgenommen, die sehr lange Zeit Braden Möln, egebart- Magdeburg, Fonten- Duisburg in Anspruch nehmen. Folgender Antrag wurde angenommen und soll dem Gewerkwenden sich entschieden dagegen mit der Begründung, daß für die Anforderungen der nächsten Zeit die Ertrabeiträge genügen. Die schaftskongreß zu dem Zweck unterbreitet werden, die SammelFreunde der Erhöhung wie Otto Salberstadt, Soch- Braun- liften abzuschaffen:" Der Verbandstag erklärt fidg mit der Erfchiveig, Diell- Frankfurt, Kohlraus- Düsseldorf und erhebung von Ertrabeiträgen für andere Gewerkschaften einvermann- Bremen, begründen ihre zustimmende Haltung damit, standen." Hierauf wurden die Wahlen vorgenommen: Als erster daß die erhöhten Beiträge erst nach Ablauf der Ertrabeiträge ge- Vorsitzender wurde Kollege Georg Diehl- Franffunt, als erster Vorsitzender des Ms Redakteur zahlt werden sollen und die in zwei Jahren zur Einführung kom- Kassierer Jakob Diel- Frankfurt gewählt. mende Arbeitslosenunterstützung für die nächste Zeit eine Erhöhung Ausschusses wird Kollege Meerlein- Berlin. der normalen Beiträge unmöglich macht. Als Gegenleistung trete wird Reichstagsabgeordneter Genoffe Hoch- Hanau wiedereine wesentliche Erhöhung der Unterstüßungsleistung ein und Be- gewählt. freiung der Kranken von der Zahlung der Beiträge. Die Abstim. Der nächste Verbandstag findet, 1914 in Berlin ftatf, mung ergab Ablehnung mit 13 gegen 18 Stimmen, die Beiträge bleiben also wie bisher, auch ein anderer Antrag, nur in folchen Orten, wo der Stundenlohn über 72 Pf. beträgt, eine Erhöhung vorzunehmen, wird abgelehnt. Stationen witterungsübersicht vom 20. April 1912. Barometer Stand mm Wind Bunzipp Windstärke Better Temp. n. E. 5° C.= 4º R. Stationen Barometer Wind 8. Saparanda 7779 Betersburg 774 SH Aberdeen 765 richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5° 4°. 3 11 88188 2wollen! toolfig 4 Nebel 1wollen! wolfen! 9 Ein Antrag, der die Lehrlinge der Arbeiterjugend übertreift, ihnen die Arbeiter- Jugend" und die„ Dachdecker- Beitung" zu Liefern vorschlägt, wird einstimmig angenommen; ebenso wird be schlossen, daß bei der Krankenunterstüßung in Zukunft teine Beiträge mehr gezahlt werden. Abgelehnt werden dagegen alle An- Swinembe. 770 NND Hamburg 769DND träge, die auf eine Aenderung, Erhöhung oder andere Einteilung Berlin 768 Still der Krankenunterstüßung hinausgehen. Bisher wurden an die Frankf.a.M. 765 O Zentrale 75 Proz. abgeführt, dort wo Gauleiter angestellt sind, München 766933 80 Proz. Die hierfür eingefeßte Kommission beantragt, in 3u- Bien 766 Still funft allgemein 80 Proz. an die Zentrale abzuführen. Nach sehr Wetterprognose für Sonntag, den 21. April 1918. eingehender Diskussion wurde dieser Antrag angenommen. Eine Bielfach heiter, am Tage warm bet mäßigen südöstlichen inben; Reihe Anträge, die sich mit der Abfassung von Kartellverträgen Gewitter nicht ausgeschloffen, sonst troden. 2molten! 2molt en halb bb. 11 12 Scilly 1 heiter Spolfig halb bb. 10 8 Paris 8 Fr.Hahn Gegr. 1825 BERLIN C, Alexanderplatz, Ecke Landsberger Str. 60-63 762 GGD 767 SH Neu erschienen: Haupt- Katalog der Frühjahrsu. Sommersaison Sonder- Katalog für Gardinen, Decken, Teppiche Besonders billige Frühjahrs- Angebote Kleiderstoffe grösste Auswahl, mod, Farben, Reinwollene Popeline 110 ombr, Wert b. M.2.15 Mtr, Reinwollene Serge in allen modernen Farben, os 1190 Ein gross. 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Erstens bergeht der satarrh feineswegs so bestimmt nach einigen Wochen, sondern fann jahrelang bestehen bleiben und jahrelang die Atmungsorgane bejonders empfänglich für Ansteckung mit Tuberkulose, Diphtheritis, Lungenentzündung usw. machen, zweitens gibt es ein Mittel, einen Satarrh in jedem Stadium mit Erfolg zu bekämpfen, selbst in ver alteten Fällen, drittens spielt die Erkältung bei Katarrhen überhaupt nur eine nebenfächliche Rolle. Man tann die ärgsten unvorsichtigteiten begehen, 1 Posten besonders preiswerter Garten- u. Lokaldecken ohne Katarrh zu bekommen, nnd man kann ihn fich trotz aller Vorsicht holen. Die Erkältung bereitet nur den Boden vor, die direkte Ursache des Statarrhs ist die mit Ansteckungsstoffen geschwängerte Luft. Wir greifen aus taufenden von Fällen, über deren erfolgreiche Behandlung ausführlichere Verichte vorliegen, einige heraus, und geben auch zur Kontrolle für etwaige Zweifler die vollen Adssen dabei an. Der erste Fall betrifft den hartnädigsten aller Katarrhe, den Bronchialfatarrh, und zwar einen, der seit fünf Jahren bestanden hatte. Herr Arthur Bilain in Straßburg- Neudorf, Spitalstraße 4, schreibt hierüber: Mit erfreulichem Erfolg möchte ich Ihnen hier mit meinen Dant aussprechen. Meine Frau litt feit fünf Sabren an Bronchialfatarrh, dak es mir manchmal bei ihren schweren Atmungen leid tat. Jch babe sie schon mehrfach behandeln lassen, doch ohne Erfolg. Da wandte ich mich an Sie um Zuiendung Ihres Inhalators. Echon nach vierzehn Tagen fab man eine fleine Besserung und heute nach fünf refp. fechs Wochen die vollständige Heilung. Nochmals meinen aufrichtigsten Dank für Ihre menienfreundliche Erfindung. Der zweite Fall ist dadurch interessant, daß er einen Patienten betrifft, der sich infolge seines Be od, Seiden13.50 in blauer, grüner Farbenstellung Veilchen ster, Minger, ertoe chengang 1.45 Grösse 120/120 cm Stück Marke Rose in roter. blauer, gelber Farbenstellung 2.55 | rufes nicht schonen konnte. Es handelt sich dabei um eine zweite Form, Rachen- und Sehltopftatarrb, ebenfalls veraltet. Herr Hauptlehrer Th. Spidermann, Frintrop bei Oberhausen, schreibt: Mit dem mir zugesandten Inhalator bin ich sehr zufrieden. Seit einem Jahre leide ich an einem schweren chronischen Rachenund Kehlkopfkatarrh. Nach vierzehntägigem Gebrauch Ihres Inhalators fonstatierte mein Arzt ( Spezialarzt für Hals-, Ohren- und Nasenleiden) eine bedeutende Besserung und verordnete mir die Weiterbenutzung Ihres Apparates. Es freut mich, daß ich durch Ihre Zeitungsanzeige auf diesen Inhalator aufmerksam gemacht worden bin. Allen, welche an ähnlichen Katarrhen leiden, kann ich beitelben bestens empfehlen." Eine weitere höchst lästige Form des Katarrhe ist der der Nase, von der aus er öfter auch das innere Ohr angreift. Herr Professor Dr. Neuther vom Königl. Lehrerseminar Auerbach i. B., hat den Tanciéschen Inhalator mehrfach auch für Bekannte bestellt und schreibt darüber: ,, Daß ich heute das achte Exemplar Ihres Inhalators bestelle, dürfte für die Brauchbarkeit des selben wohl das beste Zeugnis sein. Indessen muß ich auf Grund der gemachten Erfahrungen noch befonders hervorheben, wie die Anwendung Ihres Apparates nicht nur hartnädigen Stodichnupfen Grösse 125/125 cm Stück | und chronische Katarrhe der sonstigen Luftwege ( Rachenhöhle, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchten) be seitigt hat, sondern daß in einem Falle sogar eine Mittelohrentzündung mit verbundener Schwerhörigfeit und in einem anderen Falle eine Stirnhöhlen bereiterung zu weichen beginnen. Auch empfiehlt fich die Anwendung Ihres Apparates zur Pflege und Kräftigung der Sprechwerkzeuge für Lehrer, Pastoren, überhaupt für Redner und Sänger. Ich danke Ihnen deshalb zugleich in Bertretung meiner Auftraggeber herzlich für Ihre Erfindung." Wir können noch mehrere Tausend ähnlicher Berichte, darunter zahlreiche von Beraten, abbruden, die obigen zeigen aber schon zur Genüge, daß Tancrées Inhalator bei jeder Form des Katarrhs hervorragende Erfolge bringt. Tancrés Inhalator loftet lomplett mit sämtlichem Rubehör und Gebrauchsanweisung( fofort gebrauchs fertig) gegen Nachnahme Mart 8.85. Steine weiterent Unfosten, nur einmalige Anschaffung. An minderbemittelte bertrauenswürdige Personen wird der Apparat laut unseren Bedingungen auch gegen bequeme Ratenzahlung ohne Preisaufschlag abgegeben. Nähere Auskünfte über Tancrés Inhalator wird von Tancrés Inhala torium, Wiesbaden G 22, gerne tostenlos erteilt. Verlangen Sie noch heute gratis interessante Broschüre Geffentliche politische Versammlungen. Zweiter Wahlkreis Dienstag, den 23. April, abends 8, Uhr: Drei Volksverfammlungen in folgenden Lokalen: Berliner Bockbrauerei Happoldts Brauerei Tempelhofer Berg Hafenheide 32-38 Nißles Festsäle Dennewisstr. 13 Tagesordnung in allen Versammlungen: Dienene Wehrvorlage und der Reichstag Referenten: Die Reichstagsabgeordneten Brandes, Haase und König. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 207/14 5. Berliner Der Einberufer Orts- Krankenkaffe Zentralverband der Hausangestellten Gürtler zu Berlin. Sonntag, den 21. April, in Schöneberg.„ Neue Rathausfäle", Zu der am Montag, 29. April 1912, abends 6 Uhr, im Mär: tischen Hof", Admiralstr. 18 c, stattfindenden Ordentlichen General- Versammlung 48/5 werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder hiermit ergebenft eingeladen. Eine Bertretung ist unzulässig. Tagesordnung: 1. In getrennter Versammlung: Bagi eines Borstanosmitgliedes aus den Reihen der Arbeitnehmer, 838 Abs. 4 und 5 des Statuts. Martin- Luther- Str. 51: Versammlung. Vortrag von Herrn Rebatteur P. John: Unter der Gesindeordnung". Saalöffnung 6%, Uhr. Beginn des Bortrages 7, Uhr. Nachdem: Gemütliches Beisammensein. Berl.Kranken- Unterstützungs- u.Begräbnisverein Begr. 1892. für Frauen und Mädchen. Gegr. 1892. Dienstag, den 23. April 1912, abends 8%, Uhr, im„ Gewerkschaftshaus", Engelufer 15, Saal 3: 2. Abnahme der Jahresrechnung Ordentliche General- Versammlung. pro 1911. 3. Bericht der Prüfungskommission. 4. Verschiedenes. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Berlin, den 21. April 1912. 12595 Der Vorstand. Ew. Liesack, Borsigender. Tagesordnung: = 1. Jahresbericht- Bericht der Revisoren und Dechargeerteilung. 2. Fest sehung der Entschädigungen für den Vorstand usw. 3. Bahi Fes Borstandes und der Revisoren. 4. Berschiedenes. 290/1 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Max Thiele, Borsigender, O., Prostauer Str. 15 I. Orts- Strantentaffe Zentralverband der Schuhmacher. ber Weber u. verw. Gewerbe. Mittwoch, den 24. April 1912, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17. griz Smemte, Berlin, Schönleinifte. 84. General- Versammlung General- Versammlung. Landtags- Bezirk. Dienstag, den 23. April 1912, abends 8 Uhr: Große öffentl. Volks- Versammlung in der ,, Urania", Wrangelstr. 10/11. Tagesordnung: Schule und Zukunftsstaat im Dreiklaffenparlament. Referent: Landtagsabgeordneter Herr Julian Borchardt. Freie Aussprache. Tagesordnung: sämtlicher Delegierten am Sonntag, den 28. April, bormittags 10%, Uhr, in Schmidtsnahme zur Feier des 1. Mai. 3. Bericht von der Baukonferenz und Neu1. Kaffenbericht und Geschäftsbericht vom 1. Duartal. 2. Stellunggr. Saal, Fruchtstr. 36a( Freischüß). wahl der Gautommiffion. 4. Sonstige Verbandsangelegenheiten und Tagesordnung: 1. Borlage d. Jahresrechnung pro 1911. 2. Bericht der Revisoren und Antrag auf Erteilung der Decharge. 8. Beschlußfaffung über das Weiter bestehen unserer Staffe gemäß den Bestimmungen der Reichsoficherungsordnung. 4. Stellungnahme zur Zentralisation der Krankenkassen. 5. Wahl eines Staffierers und dessen Stellvertreters. 6. Berschiedenes. Als Legitimation dient Delegierten Tarte. 12155 Berlin, den 21. April 1912. Der Vorstand. Bernh. Weymann, Heinrich Postler, Borsigender. Schriftführer. Die Lehrerschaft ist hiermit freundlichst eingeladen. Die Herren Landtagsabgeordneten Orts- Krankenkasse Hackenberg( nationalliberal) und Heß( Zentrum) sind persönlich eingeladen. 215/7 Der Einberufer: Joh. Werk, Reichenberger Str. 166. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Dienstag, den 23. April 1912, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause ( großer Saal), Engelufer 15: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Staffenbericht für das 1. Bierteljahr 1912. Referent: Kollege Hoffmann. 2. Anträge der G. m. b. H." Gewerkschaftshaus": a) Erhöhung der Geschäftsanteile; b) Erhöhung des Zuschusses zur Herberge. 3. Ausschluß von Mitgliedern. 4. Verbandsangelegenheiten. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches! 34/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. 139/2 Sektion der Putzer. in den bekannten Lofalen Hohenschönhausen. Am Montag, den 29. April 1912, nachmittags 6 Ubr, findet in dem Lofal von M. Kuß, Berliner Straße 93 hierselbst, eine Ordentliche General- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1911. 2. Bortrag des Herrn Dr. RosenBerlin über: Ursachen und Ber hütung der Tuberkulose. 3. Berlesung des Protokolls der legten General- Versammlung. 4. Beschlußfaffung über Abnahme der Rechnung des Vorjahres. Verschiedenes. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 169/8 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Montag, den 22. April, von 5 bis 8 Uhr abends Wahl der Delegierten zum Verbandstage in folgenden Lokalen: 1. Kuschke, Schöneberg, Meininger Str. 8, 2. Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7, 3. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, 4. Naunyn- Festfäle, Naunynstr. 6, 5. Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147, 6. Ideal- Kasino, Neukölln, Weichselstr. 8, 7. Schenk, Neukölln, Rosenstr. 24, 8. Merkowski, Andreasstr. 26, 9. Litfin, Memeler Str. 67, 10. Prachtsäle des Ostens, Frankfurter Allee 153, 11. Mielke, Lichtenberg, Möllendorffstr. 14, 12. Boeker, Weberstr, 17, 13. Prälaten, Weißenfee, Lehderstr. 122, 14. Neumann, Niederschöneweide, Grünauer Str. 5, 15. Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11-12, 16. Obiglo, Schwedter Str. 23, 17. Kazarowski, Ravenéstr. 6, 18. Ahrens Brauerei, Turmstr. 25-26. Die Stimmzettel erhalten die Kollegen in den Wahllokalen. 消 鱨 Jedes Mitglied muß persönlich zur Abstimmung erscheinen und als Legitimation das Mitgliedsbuch vorzeigen. Dhne Mitgliedsbuch wird niemand zugelassen. Die Wahl fann jeder Kollege in dem Lotal vornehmen, welches für ihn am bequemſten zu erreichen ist. Die Ortsverwaltung. 5. Nachtrag zur Besoldungsordnung. 6. Stellung eines Anfrages auf Bulaffung unserer Staffe als Age 82/8 meine Drts Strankenkasse Berlin Hohenschönhausen" auf Grund der Bestimmungen der Reichsversiche rungsordnung. 7. Antrag des Borstandes auf Er weiterung feiner Mitgliederzahl von 6 auf 9. 8. Verschiedenes. Jahresberichterstattbelegierter Mitglieder- Versammlungen Deinstag, den 23. April: Holzmarktstr. 21. Schirmmacher. Abends 7 Uhr im Lokal„ Zum Sorgenbrecher, Es ist gestattet, daß zu dem Bor. Tagesordnung: 1. Maifeier. 2. Berichte von der Gaukonferenz Mittwoch, den 24. April, abends 8% Uhr, finden in allen Berliner Bezirken und den Vororten trage des Herrn Dr. Rosen und zur und von der Generalversammlung. 3. Branchenangelegenheiten. Einsetzer.ben 8 hr im Gewerkschaftshause, Gaal 4 fcheinen. Die Herren Delegierten Tagesordnung: 1. Bericht vom 1. Duartal. werden gebeten, Interessenten darauf 3. Branchenangelegenheiten. hinzuweisen. Bezirks- Verfammlungen ftatt; für Süd- Osten am Dienstag, den 23. April, bei Fröhlich, Tagesordnung: Bericht des Obmanns und Waifeier. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersuchen Die örtl. Verwaltung u. Oblente. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Engelufer No. 14/15. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Tel.: Moritzplatz 2382, 4747. Montag, den 13. Mai 1912, abends 8%, Uhr: Ordentliche General- Versammlung in Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97. Tagesordnung: Den Verhandlungen der General Tagesordnung) tönnen diese Personen nicht beiwohnen. Bersammlung( Buntt 3 bis 8 ber 3 Der Vorstand der Orts Krankentaffe Hohenschönhausen. Artur Schäfer, Max Quast, Borsigender. Schriftführer. Siebenter Nachtrag zur Satung der Orts- Krankenkaffe Hohenschönhausen 28. September 21. November befchloffen in der ordentlichen Generalbom 1908 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts, Staffen und Arbeitsnachweisbericht für das 1. Quartal 1012. Bersammlung vom 27. November 1911. 8. Erledigung eingegangener Anträge. 4. Gefchäftliches. 68/2 Die Delegierten sind hierzu freundlichst eingeladen. Legitimationstarten sowie Mitgliedsbuch find mitzubringen und zwecks Kontrolle am Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Ohne Karte und Buch kein Zutritt! Wer über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstande ist, hat ebenfalls feinen Zutritt. Die Bezirksverwaltung. J. A.: A. Werner. Verband der Capezierer. Filiale Berlin. Donnerstag, den 25. April, abends 8 Uhr: Krankenkasse der Klempner. Ortsraufenfaffe Am Sonntag, den 28. April er., bormittags 10 Uhr, findet im Gewerkschaftshans, Engelufer 15, Saal I, eine Quartals- Versammlung General- Versammlung bei Wendt, Beuthstraße 21. Zagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und des Kaffterers. 2. Distuffton. 8. Der Verbandstag in Köln und die dazu geftellten Anträge. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 178/6 Alle Mitglieder müffen zugegen sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. der Vertreter der Kaffenmitglieder und Arbeitgeber unserer Stasse ftatt. Tagesordnung: 1. Berlejung der Brotokolle. 2. Bericht des Rechnungsausschusses und Dechargeerteilung. 8. Bentralisation der Berliner Drts. Strantenfaffen. 4. Staffenangelegenheiten. 12585 Der Vorstand. ( Arbeitslosenjaal). Mittwoch, den 24. April: 2 Der 1. Mai. Bodenleger. Abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. heiten. Tagesordnung: 1. Maifeler. 2. Berichte. 8. Branchenangelegen Jalousiearbeiter. bends 8%, br, bet Booker, Beberftr. 17. Zagesordnung: 1. Vortrag über: Qeinrich Beine und seine Dichtungen".( Mit Rezitationen.) 2. Berbands und Branchenangelegen heiten. Bürsten- und Pinselmacher. bens 8, Uhr bei Preuß, Holzmarliftr. 65. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die Aufgaben der Bewert fchaftsbewegung in der beutigen Zeit. Referent: Stadtverordneter Ritter. 2. Branchenangelegenheiten. Korbmacher. b3 8, Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 4( Arbeitslofenfaal). Tagesordnung: 1. Maifeier. 2. Bericht von der Lohnbewegung. 8. Bericht der Kommission. 4. Bericht von der Generalversammlung. Montag, den 22. April: Generalversammlung der Ortskrankenkaffe bet onschläger. § 14 bsag 3 erhält folgenden Bujay: Andernfalls ein Strantengeld bon einem Behntel des der Be Adalbertstr. 21, abends 8 Uhr. messung zugrunde liegenden durchschnittlichen Tagelobne. § 43( im 5. Nachtrag) erhält fol. genden Zusatz: Dem Vorsitzenden dagegen wird für den durch Wahrnehmung der Beschäfte thm erwachsenden Belts verlust und entgehenden Arbeitsa verdienst eine Pauschalentschädi gung von jährlich 350 Mart gewährt, zahlbar monatlich poft numerando. Hohenschönhausen, den 4. Dezem ber 1911. Der Vorstand. J. Witte. Petzolt. Johann Sarnowski. Artur Schäfer. G. Krebs. Max Quast. B 2105 Perlmutters, Horn, Steinnuß- KnopfArbeiter und Arbeiterinnen. mittwoch, den 24. April, abends 6½, hr, im Gewerkschaftshause, Saal 5, Engelufer 15: Branchen- Verfammlung. 2. Bericht pon Tagesordnung: Bericht vom 1. Quartal 1912. der Generalversammlung. 3. Maifeier. 4 Verbands- und Branchenangelegenheiten. Begen der Wichtigkelt ber Tagesordnung ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen dringend erforderlich. Die Branchenleitung. Stellmacher. Hof, Rosenthalerstraße 11/12: Genehmigt durch die rechtsträftigen Donnerstag, den 25. April 1912, abends 8, Uhr, im Rosenthaler Beschlüsse des unterfertigten Bezirks ausschusses vom 20. Februar 1912 und 2. April 1912 S 5666. ( L. 8.) Der Bezirksausschuß zu Potsdam ( Unterschriften.) Branchen- Verfammlung. 274/11 Zagesordnung: 1. Bericht vom ersten Duartal. 2. Branchenangelegenheiten. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Die Kommiffion. Konfum- Verein Nowawes[ Innungs- Krankenkasse und Umgegend. Am 29. April d. 3., abends 8 Uhr, findet im Lotal des Herrn Max Singer, Briefterstraße, eine General- Persammlung mit folgender Tagesordnung ſtatt: Punkt 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Bilanz. 3. Mehlußfaffung über die Berschmelzung. der Tischler- Innung P zu Berlin. 9 Der nachstehende X. Nachtrag zum Nebenstatut der Tischler Jnnung ( 8wangs Innung) zu Berlin, be treffend die Tischler- Innungs- Strantentaffe für die Betriebe von Jnnungsmitgliedern, tritt, da derselbe am 30. März 1912 durch den Herrn Polizeipräßdenten genehmigt worden ift, am 22. April 1912 in Kraft. Artikel I. Der Zutritt zu dieser Ver sammlung wird den Genossen In§ 17 Absatz 1 Biffer 3 find die nur gegen Norzeigung der Mit- Borte für jeden Wochentag, eingliedsbücher oder der Legitima: schließlich der Festtage, welche auf tionskarten gestattet. Der Aufsichtsrat. J. A.: Wilhelm Schulz. Invaliden- Unterfügungskaffe der Gürtler. einen Wochentag fallen", zu streichen und dafür zu fegen für jeden Strankheitstag". 274/3 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Montag, den 30. April, abends Bureau- Angestellten 7.16r, im ,, Märkischen Hof", Admiralstr. 18c: Ordentliche zu Berlin. Die für das Jahr 1912 gewählten Delegierten werden hiermit zu der am General- Versammlung. Montag, den 29. April d. J., Tagesordnung: abends 8, Uhr, 1. Bericht der Revisoren und Ab. in den Armin- Hallen, Rom nahme der Jahresrechnung. 2. Berschiedenes. Berlin, den 21. April 1912. mandantenstraße 58/59, 12606 ftattfindenden Ordentlichen Der Vorstand. Adolf Keller, Borf. General- Versammlung Orts- Krankenkasse eingeladen. Tagesordnung: bes Maurergewerbes zu Berlin. Montag, den 22. April, abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshause", " Engelufer 15( Saal 3) 1. Abnahme der Jahresrechnung ber staffe für das Jahr 1911. 2. Stellungnahme zur Zentralisation der Strankenkassen. 3. Berschiedenes. Berlin, den 18. April 1912. Der Voritaud. Bauer, Borfitender. 274/14 General- Versammlung Orts- Krankenkasse der Vertreter der Kaffenmitglieder und der Arbeitgeber statt. Tagesordnung: 1. Borlegung des Verwaltungsberichtes und Rechnungsabschlusses pro 1911. 2. Bericht der Prüfungskommission Abfür das Barbiergewerbe zu Berlin. Dienstag, den 30. April 1912, abends 9, Uhr, im Rosenthaler of, Rosenthaler Str. 11/12: und Beschlußfaffung über die General- Versammlung nahme der Jahresrechnung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Staffenmitglieder ves Rechnungsprüfungsausschusses. 4. Aenderung der§§ 13, 42, 58 des Rassenstatuts. der Delegierten. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Abnahme der Jahresrechnung 273/ 3* pro 1911. 5. Beschlußfaffung über zu ges währende Teuerungszulagen обес anderweitige Regelung der Ent. schädigung für die Angestellten der Raffe. 6. Bericht über die Verhandlungen mit den zum Baugewerbe gehörenden Drtskrankenkaffen Berlins wegen Ber schmelzung zu einer besonderen Drtstrantentaffe für das Baugewerbe in Berlin. Berlin, 10. April 1912. Der Vorstand. R. Behnig, Schriftführer. A. Daehne, Borsigender. Orts- Krankenkasse der Schlosser und verwandten Gewerbe zu Berlin. Montag, den 29. April d. J., abends 8 Uhr: General- Versammlung in den Mufiter- Sälen", " 9 8. Bericht der Revisoren. 4. Wahl von vier Ersagmitgliedern zum Vorstande per 1912/13. 5. Beschlußfassung über eine ebent. Bentralisation der Drtstrantenfaffen Berlins. 274/18 6. Anträge u. Kaffenangelegenheiten. Vollzähliges und pünktliches Er scheinen der Delegierten erwartet Der Vorstand: 3. A.: Paul Schrolle, Borsigender. für das Orts- Krankenkasse Bierbrauergewerbe zu Berlin, Dienstag, den 30. April 1912, Weinmeisterstraße 3. abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27a( oberer Saal): Ordentl. General- Versammlung der Delegierten. Zagesordnung: 1. Jahresbericht des Borstandes. 2. Bericht der Revisionstommission und Entlastung des Borstandes und Rendanten. C., Kaiser Bilbelm Straße 18m. 3. 8entralisationsfrage, Tagesordnung: event. Bes ( chlußfassung über das Wetter besteben der Kaffe nach der Reichsversicherungsordnung. Gemeinschaftliche Sigung ber Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 1. Bericht der Kommission zur 4. Berschiedenes. Prüfung der Jabresrechnung bro 1911. 2. Entlastung des Rechnungslegers. 3. Bericht der Bautommission des Borstandes über den Stand unseres Hausbaues. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kaffenbücher oder Aften notwendig ist, müssen mündlich oder schriftlich behuis Beantwortung derfelben in Generalversammlung bis spätestens 27. April cr. dem Vorstande mits geteilt werden. der Als Legitimation dient die zu dieser Bersammlung gesandte Einladungsfarte. 4. Beschlußfassung über die von der Zentralfommifion der Krantentassen Berlins angeregte Zentralisation der Berliner Drtstrantenfassen. 5. Beschlußfassung der Delegierten, ob der Vorstand die Zulaffung der Drtstrantenkaffe der Schloffer als Um recht pünktliches und zahlreiches 274/13 besondere Drtstrantentaffe bei der Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. zuständigen Behörde beantragen soll. Dito Ulrich, Borfizender. 6. Beschluß'assung über die Ent fendung von Delegierten zu den im Jabre 1912 stattfindenden Stranken Orts- Krankenkasse faffentagen bezw. Wahl der De legierten. 7. Berschiedenes. sucht zahlreich zu der 274/9 Schneider, Schuriderinnen werden er Ausstellung von Gesellenstücken vom ( Prüfungsarbeiten) veranstaltet Innungsausschusse d.vereinigten Innungen zu Berlin im großen Saale und den Nebenräumen des Handwerkskammergehäudes Teltower Str. 1-4( Ecke Bellealliancestraße) vom 17. bis 23. April cr. Geöffnet von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Eintrittspreis 25 BL 289/ 18* Zum Kussen schön, sehen Sie aus, wenn Sie ihren Bedarf in Damen- und Herren-, Mädchen- und KnabenGarderobe im größten Kredit- Unternehmen kaufen Sie sind erstaunt über die enorme Auswahl im Kredithaus. Der Große Glogau Alle 73 Jacobstr. Ecke Dresdener Das den gelezlichen Vor ichristen entsprechend eingebraute Borussia- Malzbier ist nahrhaft und appetitanregend und darum für Frauen und Nekonvalescenten von Aerzten vielfach empfohlen. ORUSS MALZ BIER anerkannt gu Borussia- Bier Ia Dualität, gelbes Etiquett. ist für jeden Haushalt das geeignetfte Familien Getränk, Achtung! Bewilligte Bäckerei. Achtung! Telle dem verehrten Publikum und Nachbarschaft mit, daß ich unten genannte Bäderet täuflich übernommen und zugleich die Forderungen des Bäder und Konditorenverbandes anerkannt habe. Es wird mein Bestreben sein, dem Publikum in jeder Beise entgegenzukommen und gute Ware zu 29182 liefern. Achtungsvoll Georg Kappel, Wilhelmshavener Str. 8. Bekanntmachung. Für die Außerordentliche Generalversammlung der Nationalen Kranten und Sterbefaffe der Drofchlenkutscher und verw. Berufsgenossen( E. H. Kt. Nr. 75) find folgende Anträge behufs Statuten. änderung eingegangen, welche gemäß§ 48 des Statuts hiermit zur Kenntnis gebracht werden. Antrag des Borstandes. Auflösung der Kasse taut 52 bes Statuts oder Erhöhung der Beiträge laut§ 11 des Statuts. Antrag der Filiale Halle a. S. Der Borstand ist zu Beauftragen, dahin zu wirken, daß die Mitglieder der auswärtigen Berwaltungen einer Drtstaffe überwiesen werden. Antrag der Filiale Dresden. Eine vierteljährliche Extrasteuer bon 1 Mart pro Mitglied zu erheben, bis der Seferbefonds die ge fegliche Höhe erreicht hat; sollte diefer Antrag nicht angenommen werden, die Kaffe in eine Zuschußlasse umzuwandeln. Antrag der Filiale Leipzig. Die Kasse aufzulösen und mit dem Tag der Auflösung die Kasse in eine Unterstügungstoffe umzuwandeln. 274/20 Der Borstand. W. Kaütter, Borsitzender. Ortskrankenkaffe| Orts- Krankenkasse Der Sattler Gewerbe n. verwandten zu Berlin. Dienstag, den 30. April 1912, abends 8%, Uhr: Ordentliche ber Kürschner n. verw, Gewerbe zu Berlin. Ordentliche General- Versammlung General- Versammlung der gewählten Vertreter der Kaffenmitglieder n. Arbeitgeber im Gewerkschaftshause( Saal 1), Engelufer 15. Zagesordnung: 1. Bericht des Borstandes über das berfloffene Geschäftsjahr. 2. Bericht des Rechnungsausschusses und Abnahme der Jahresrechnung. 3. Die Bentralisierung der Berliner Drtsfrantenlassen. 4. Berschiedenes, Nur die mit Delegiertenkarte event. Mitgliedskarte versehenen Delegierten haben Zutritt.: NB. Beschwerden der Mitglieder, wozu die Einsichtnahme der Bücher notwendig ist, sind drei Tage vorher schriftlich beim Borftande einzureichen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 274/19 Der Vorstand. Ferdinand Mayhardt, Borfigender. Richard Teichmann, Schriftführer. der Delegierten am Montag, den 29. April cr., in den Musiker Sälen, Raifer 28ilhelmstr. 18m. Bunti 8 Uhr: Versammlung ber In getrennter Versammlung abends Arbeitnehmer. Tagesordnung: Erfazwahl eines Vorstandsmitgliedes. Um 8, Uhr: Gemeinschaftliche Versammlung mit folgenden Punften: 1. Berlefung des Protolous. 2. Jahresbericht. 3. Bericht ber Neviloren. 4. Beschlußfassung über das Betterbestehen der Kaffe nach der Reichsversicherungsordnung. 6. Sonstige Raffenangelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen wird bringend ersucht. Die sugesandte Einladung legi timiert, ohne diefelbe fein Einlak. 274/17 Det Borstand C. Fritze, Borfigender. Rechnungs- Abschluß ber Gemeinsamen Ortstrantentaffe für Königs Wusterhausen u. limg. für das Rechnungsjahr 1911. a) Einnahmen: M. 1. Staffenbestand für den Anfang des Rechnungs fabres( ausschließlich Reservefonds) 2. Zinsen von Sapitalien und sonstigen belegten Geldern sowie Erträge bon sonstigen Vermö gensteilen 3. Eintrittsgelder 4. Gesamtbeiträge( Anteile der Arbeitgeber und Ar beitnehmer zusammen), ausschließlich Busatbel träge 5. Ersatzleistungen für, gee. währle ftübungen Strantenunter b) Ausgaben: M. 1. Für ärztliche Behandlung 16498,04 2. Für Arznet und sonstige Heilmittel. a) an Mitglieber 12812,77 2577,51 3. Strankengelder: 17713,10 b) an Angehörige der Mitglieder 831,40 1401,48 4. Unterstützungen an Woch nerinnen 1376,60 2687,81 5. Sterbegelder. 1472, 6. Stur- und Verpflegungs. toften an Arantenan ftalten 9705,58 63328,80 währte 7. Grfaßleiftungen für ge Strantenunter 1167,21 7889,61 8. Burüdgezahlte Beiträge und Eintrittsgelder 882,53 6. Erfazleistungen von Bee rufsgenossenschaften usw. 277,88 7. Aus verkauften Bertpapieren und zurüdge Bogenen Kapitalien, Sparkassen oder Bank einlagen( Entnahmen aus dem Reservefonds) 8. Aufgenommene Dar lehne, Borschüsse des Rechnungsführers 3000, ftüßung 9. Für Kapitalanlagen, un lagen bet Sparlassen ( Buführungen zum Re fervefonds) 10. Durchlaufende Poften 11. Berwaltungsausgaben: a) persönliche 8401,43 6179,89 8914,58 b) falime 8497,59 12. Sonstige Ausgaben. 1106,50 4,20 245,97 .... 81412,71 c) Abschluß: Summe der Einnahmen( Biffer a 1-9) Summe der Ausgaben( 8iffer b 1-12) B 13. Summe ber Ausgaben ( 8iffer 1-12) 80059,17 81 412,71 80 059,17 9. Sonstige Einnahmen 10. Summe der Einnahmen ( Biffer 1-9) Ergibt für den Schluß des Rechnungsjahres einen Staffen bestand von 1.853,54 R. Die reine Jahresausgabe der Kaffe( Summe der Ausgaben abzüglich Die Serenericeinen. Die 1. verw. Gewerbe zu Berlin. da es alkoholarm unb etfrischend im Geschmad ift. Ueberall erhältlich. ber in Siffer 9 und 10 aufgeführten Boften) betrug in den letten vorher. zugesandte Legitimation ist am Ein gang vorzuzeigen. Der Vorstand. Gustav Lubatsch, Bossigender. Einladung zu der am Montag, den 29. April 1912, abends 8 Uhr. im Restaurant Stuhlmann( Genossenschaftsb.us), Tempelhof, Dorfftr. 51, stattfindenden General Persammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über das Geschäftsjahr pro 1911. 2. Bericht des Prüfungsausschusses und Ertellung der Entlastung. 8. Bericht über das Genesungsheim Groß- Besten. 4. Bentralisation der Berliner Kranken faffen. 5. Wahl eines Borstandsmitgliedes ( Arbeitnehmer). 6. Berschiedenes. 274/16 Tempelhof, den 20. April 1912. Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Tempelhof. ( ges.) Alb. George, 1. Borfigenber. Staffenlofal: Sebastianstr. 37/38. Die für das Jahr 1912 gewählten Bertreter der Drtsfrantentasse der Schneider, Schneiderinnen und ver mandter Gewerbe zu Berlin werden 274/12 zu der am Dienstag, den 30. April 1912, abends 8, Uhr, in Wilkes Festfalen, Sebaftian straße 39, stattfindenden General Versammlung = hiermit eingeladen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. med. Lilientyal:„ Die Gefchlegistrant heiten, ihre Entstehung, Berbütung und Verbreitung. 2. Entgegennahme des Jahres berichts pro 1912. a) Bericht des Vorstandes. b) Schriftlicher Jahresbericht. O 3. Bericht des Rechnungs Aus. Schuffes. Decharge- Erteilung. 4. Die von der Zentralfommission Berlins vorgeschlag. Zusammen Iegung ber Dristrantentassen Berlins nach Endustriegruppen. Berlin, den 20. April 1912. Gustab Nahtow, Borsigender. Paul Dorin, Schriftführer. Möbel- Cohn 58 Gr. Frankfurter Str. 58 unweit der Kaiserstraße. Möbel auf Kredit Riesen- Auswahl T Anzahlungen auf Stube und Küche: Mark 15 30 50 75 bis 25 bis 45 Moderne bis 70 bis 160 Schlaf-, Speise-, Herren- und Wohnzimmer jeder gewünschten Art von 40 M. Anzahlung an. Einzelne Möbelstücke von 5 M. Anzahlung an. Größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit. Liefere auch auswärts, Abzahlung wöchentlich, monatlich, resp. nach Uebereinkunft. Vorzeiger dies. Inserats erhält beim Kauf 5 M. gutgeschrieben. Sonntags 12 bis 2 Uhr geöffnet. gehenden drei Jahren nämlich: • 1908 68 625,67. 9. 1909 66 312,80 1910.. 59 903,78. II. Bermögensausweis für den Schluß des Rechnungsjahres 1911. A. Das Gesamtvermögen der Raffe fegt sich wie folgt zusammen: 1. Aftiva: a) der Bestand für den Schluß bes Rechnungsjahres 1911 laut vorstehendem Abschluß b) bar im Reservefonds, Spartaffenbuch 2. Paffiva waren nicht vorhanden. 1 853,54 9. Summa 48 922,12 50 275,66 51 098,20. 822,54 R. Nach dem vorfährigen Abschluß Befrug der Ueber schuß der Attiva Ergibt gegen das Vorjahr an Ueberschuß der Paffiva weniger B. Das verfügte Attivvermögen( A 1, a und b) berteilt fich wie folgt: 1. Zum Referrefonds gehören nach den stattgefundenen Ueber weisungen( Entziehungen) Nach dem vorfährigen Abschluß betrug der Reservefonds Ergibt gegen bas Borjahr an Referbefonds mehr 2. Als Betriebsfonds verbleiben der Kaffe von dem Betrage A 1, a und b, nach Abzug der Beträge unter B 1: an bar Ergibt einen Betriebsfonds von 48 922,12 2. 48 520,69 401,43 1 853,54 9. 1853,54 9. Im Laufe des Jahres waren Erkrankungsfälle der männlichen Mit glieder 937 mit 16 777 Tagen, der weiblichen Mitglieder 373 mit 7899 Tagen, Summe der Krankheitstage 24 676. Gestorben find 15 männliche und 7 weibliche Mitglieder. Die höchfte Mitgliederzahl war im Auguftit 4810 Personen. Königs- Wufterbaufen, den 8. April 1912. Der Vorstand. 6. Griesing, Borsigender. 274/10 Kaufhaus Gebr. Preuß + Lieferanten der Konsum- Genossenschaft. Moabit, Beussel-, Ecke Hutten- Straße. Saison- Angebote: Konfektion Paletots aus modernen englischen Stoffen, schicke Verarbeitung M. 575 675 975 Paletots aus blauem Cheviot, moderne Verarbeitung. M. 975 1275 etc. Kostüme aus Kammgarn- Cheviot, reich garniert, elegante Verarbeitung M. 1975 Englische Kostüme in modernen Farben, neueste Verarbeitung M. 1875 Nur so lange als Lager! Einmaliges Angebot! Ein großer Posten hoch- Kostüme aus blauem Kammgarn- Cheviot auf Seide 2450 Wert 3800 eleganter und prima englischen Stoffen aus blauem Cheviot, neueste Fassons M. Kostüm- Röcke Batistblusen in großer Auswahl, von 95 Pf. bis zu den allerbesten. bis M. 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Religion ist Privatsache. Seit 3: Lothar Engelbert Schücking: Das Elend der preußischen Verwaltung. -www Aus dem Inhalt: Bureaukratie, Amtsgeheimnis und Amtsverschwiegenheit. Die Berwaltung durch Konservative und Zentrumsleute. Die preußisme Gemeindeveriaffung. Demokratie, Kultur und Verwaltung. Der Bwved des 3wedverbandsgefeßes.- Bum sozialdemokratischen Kommunalprogramm für Preußen. Früher erschienen: Preis jedes Heftes 40 Pf. Dr. Fritz Brupbacher: Kindersegen und kein Ende? Preis 30 Pf. Rudolf Franz: Die schönsten Märchen für die nationale Kinderwelt Reich illustriert. Preis 1 M. Rudolf Franz: Abrechnung. Bolitische Bersfußtritte. Reich illustriert. Preis 1 M. Wilhelm Schröder: Handbuch der sozialdemokratischen Parteitage Gebunden Preis 7 M. 288/ 6* Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. 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Statt sich gegen diese nutzlosen, zeitraubenden, lediglich von persönlicher Wichtigtuerei und dem Bestreben der Herabsetzung eines Mitvcrteidigers getragenen Aeußerungen zu wenden, zu denen den Anwalt keine Vor- schrift der Strafprozeßordnung berechtigte, erklärte der Vor- sitzende, er wolle öffentlich feststellen, daß das Gericht keine Schuld für die lange Dauer des Prozesses treffe. Dann richtete Rechtsanwalt Dr. Werthauer mehrere Fragen an den Sachverständigen, darunter auch die unseres Erachtens mindestens recht überflüssige, ob der Sachverständige den Methylalkohol selbst probiert habe. Hierauf verhängte das Gericht abermals über ihn eine Ordnangsstrafe in dem gegen einen Anwalt zulässigen Höchstbetrage von 100 Mark. Später wollte der Angeklagte Scharmach sich mit vollem Recht gegen das Vorgehen des Justizrats Jvers wenden. Da unterbrach ihn der Vorsitzende mit dem Hin- weis, er habe nichts zu erklären. Diese Bemerkung gegen den Angeklagten ist außerordentlich befremdlich. Der Angeklagte hat in jedem Stadium des Prozesses das Recht zu einer Erklärung. Ihm ist nicht nur zu gestatten, Fragen an Zeugen oder Sachverständige zu richten (§ 239 Str.-Pr.-O.). Er hat außerdem stets das Recht zu Erklärungen. Ja,§ 256 Str.-Pr.-O. legt dem Vorsitzenden die Pflicht aus,„nach Vernehmung eines jeden Zeugen, Sach- verständigen oder Mitangeklagten sowie nach der Verlesung eines jeden Schriftstücks" den Angeklagten ausdrücklich zu befragen, „ob er etwas zu erklären habe". Gegen diese Pflicht des Verhandlungsleiters wird leider recht häufig verstoßen. Wenn im vorliegenden Fall der Vorsitzende gar dem Angeklagten das Recht zu einer Erklärung absprach, so wird eine solche bedauerliche Einengung des Rechts des Angeklagten nur durch eine überreizte Stimmung des Vorsitzenden verständlich. Diese explodierte in noch viel stärkerem Maße bald darauf gegen die völlig schuldlose Presse. Der Saal ist, wie wir wiederholt betont haben, sehr schlecht akusttsch. Ein Sach verständiger erklärte, er könne von dem ihm am Pressetisch zugewiesenen Platz aus schlecht hören. Darauf macht sich das Temperament des Vorsitzenden, der noch kurz vorher erklärt hatte, ihm liege an einer Feststellung vor der Oeffentlichkeit. in der mit erregtem, barschem Ton ausgestoßenen An- ordnung Luft: Dan» muß die Presse hier raus und weist ihr den Zuschauerraum an. Selbstverständlich verzichteten nach dieser völlig haltlose» Brüskierung sämtliche Pressevertreter auf weitere Berichterstattung. Gegen diese Behandlung der Presse muß auf daS ent- fchiedenste Protest erhoben werden. Die Presse ist weder an den Katzbalgereien der Verteidiger, noch an der Nervosität des Vorsitzenden, noch an der schlechten Akustik des Gerichtssaales schuld Der Aufsichtsbehörde liegt es ob, gegen diese völlig grundlose Beleidigung der Presse schleunigst Remedur zu schaffen, damit gerade in diesem Falle die Presse ihre im Interesse der Allgemeinheit und der Gerechtigkeit liegende Pflicht der Berichterstattung erfüllen kann. Eine solche Rücksichtslosigkeit gegen die Presse ist nur in Preußen-Deutschland möglich. Wie arg muß es um die Interessen der Angeklagten und der Gerechtigkeit stehen, wenn sie gar in dem Asylistenvergiftungsfall hervortritt. An der in breitester Oeffentlichkeit vorzunehmenden Aufhellung des tiefernsten, herzerschütternden Hintergrundes, aus dem der Prozeß erwachsen ist, hat die Allgemeinheit ein lebhaftes, be- rechtigtes Interesse. Sind die Gerichtssäle in Moabit so unakustisch, daß in ihnen die Stimme der Gerechtigkeit gar nicht mehr vernehmbar wird? Ueber die Verhandlung informiert der nachstehende Bericht. Zur Tagung sind die sämtlichen Sachverständigen und Zeugen noch einmal vorgeladen. Vorsitzender LondgerichtSrat Brieskorn ersucht zunächst den Sachverständigen Dr. Toby Cohn um Abgabe seines Gutachtens. In diesem Augenblick erhebt sich Rcchtsantvalt Dr. Werthauer und stellt folgenden Antrag: ES wird beantragt: 1. den Sachverstän- digcn Hoffmann zu befragen, ob er hinsichtlich jeder obduzierten Person die Einzelheiten des Protokolls aus dem Gedächtnis sagen könne, die er gefunden habe, 2. da Hoffm-cmn im Fall Schneider bereits erklärt hat, daß er dies nicht könne, das Protokoll über die richterliche Augenscheinscinnahme und das Obduktionsckrotokoll zum Zwecke des Beweises des verlesenen Inhalts gemäß§§ 244, 252 St.-P.-O. zu verlesen, insbesondere auch mit Rücksicht auf Prüfung des Inhalts der Uebereinstimmung des Gedächtnisses und der Glaubwürdigkeit, 3. alle Sachverständigen, insbesondere Tobias, der Beweisaufnahme ohne Unterbrechung zuhören zu'äffen—— Borsitzender(unterbrechend): Ich habe bereits erklärt, daß ich keinen Sachverständigen und Zeugen mehr entlasse. Dr. Werthauer: Mein Antrag bezieht sich auch aus diejenigen Sachverständigen, die nicht da sind, die beurlaubt sind und auf die Vergangenheit. Ich beantrage dann weiter die Beweisaufnahme vom 17. April, ebenso die sonstige Beweisaufnahme, welche sich auf die Srkrankungs- erscheinungen bezog, in Gegenwart derjenigen Sachverständigen zu wiederholen, welche den Antworten, die auf die Fragen der Ver- teidigung gegelben wurden, nicht beigewohnt haben, was sich aus den Anwcsenheitsseststellungen des Protokolls ergibt, damit eine Wiederholung herbeizuführen durch Fragen sich in den Einzelfällen erübrigt, in denen sich nicht anwesend gewesene Sachverständige einfinden, für welche die Anhörung der Antworten erforderlich ist, 4. mit Rücksicht auf die Nichtbcobachtung der Vorickrist des § 37 der Strafprozeßordnung im Falle Schneider und anderen Fällen, da die Identität der Obduzierten in allen Fällen streitig ist, diejenigen Angehörigen oder sonstigen Auskunftspersonen zu hören, welche über die von der Anklage behauptete Identität Be- kundungen machen können oder sollen, b. in allen ObduktionSfällen den Austrag zu verlesen, welcher an die Obduzenten und an Herrn Dr. Jeserich gegeben, ist da dieser bekundet hat, er habe den Wortlaut des Auftragschreibcns nicht in Erinnerung, zum Nach- weis, daß der Auftrag, insbesondere an Dr. Jeserich. nur darauf ging, nach Methylalkohol zu suchen, und ferner die Personen als Zeugen zu vernehmen, welche das Auftragsschreiben unterfertigt haben, über die Richtigkeit des Inhalts dieses Schreibens. Rechtsanwalt Dr. Werthauer fügt hinzu: Für ihn se, das Wichtigste die Verlesung des Protokolls über die Augenscheinseinvghme und des Obduktionsprotokolls, da er in der Zeitung gelesen habe, daß in dem Beschluß über die Ordnungsstrafe gesagt worden, daß die Verlesung des Obduktionsprotokolls nicht zulässig sei. Nebenkläger Rechtsanwalt Bahn bittet, den Dr. Cohn doch gleich zu vernehmen, da sich sofort ergeben werde, daß dieser Sach- verständige bzw. Zeuge nichts auszusagen vermag. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich widerspreche ausdrücklich Nach längerer Beratung verkündet der Vorsitzende durch den Mund des Gerichtsschreibers den Beschluß des Gerichts dahin, daß mit Ausnahme des Punktes 1 des Antrages des Dr. Werthauer dieser bezüglich aller übrigen Punkte abgelehnt worden sei. Rechtsanwalt Dr. Puppe will hierauf einen Antrag verlesen, der sich auf den Beschluß des Gerichts in Sachen der Herrn Dr. Werthauer betreffenden Ordnungsstrafe bezieht. In diesem Beschluß sei auch sein Name erwähnt und da wolle er...— Borsitzender (unterbrechend): Woraus wollen Sie hinaus? Ist es etwas zur Sache gehöriges oder betrifft es die Ordnungsstrafe? Ein Ein- gehen darauf lehne ich ab.— Rechtsanwalt Dr. Puppe: Ich bitte doch, mich den Antrag zunächst verlesen zu lassen.— Borsitzender: Nein, ich lehne dies ab. Sagen Sie erst, was der Antrag bezweckt. — Dr. Puppe: Er betrifft eine Berichtigung des Protokolls.— Bor. sitzender: Wir haben ja noch gar kein vorliegendes Protokoll.— Dr. Puppe: Es ist doch aber in öffentlicher Sitzung ein Beschluß verlesen worden, und ich nehme an, daß dieser Beschluß doch ein Bestandteil des Protokolls ist.— Borsitzender: Mas Sie annehmen, ist mir egal. Ich lehne die Entgegennahme der Verlesung ab.— Dr. Puppe: In beantrage Gerichtsbeschluß und Protokollierung, daß ich den Antrag habe stellen wollen und dies abgelehnt ist.— Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurück. Der Beschluß geht dahin: Der Antrag deS Verteidigers wird abgelehnt; die Anordnung des Borsitzenden ist zutreffend. Rechtsanwalt Dr. Jaffe beantragt als Verteidiger des Ange- klagten Meyen die Vorladung von sechs Aufsehern bezw. ehemaligen Auffehern deS städtischen Obdachs. Diese Zeugen sollen, wie be- hauptet wird, entgegen der Aussage des als Zeugen vernommenen HausvaterS des städtischen Asyls Schuster bekunden, daß eine ganze Reihe der erkrankten und teilweise verstorbenen Asylisten den Zeugen gegenüber, sowie in deren Gegenwart den Aerzten gegenüber erklärt hat, daß sie nicht bei Jsaack oder Stengler verkehrt und daselbst getrunken, sondern vielmehr in ganz anderen Gegenden, so ins- besondere nur in Moabit, am Engelufer, in Neu-Kölln am Wasser oder bei den Aepselkähnen Schnaps zu sich genommen haben. Wenn die unter Beweis gestellten Tatsachen durch die Zeugenaussage be- wiesen werden, so folge daraus, daß die Erkrankungen und Todes- fälle der Asylisten keineswegs, wie von der Anklagebehörde behauptet werde, auf Methylalkoholvergiftungen und insbesondere nicht au- den von dem Angeklagten Scharmach verkauften und teilweise durch den Angeklagten Meyen vermittelten Methylalkohol zurückzuführen seien. Ferner beantragt Rechtsanwalt Dr. Jaffa: Da der Sachver ständige Prof. Dr. tzeffter auf eine Frage eines Beisitzers, ob den beamteten Aerzten die Giftigkeit des Methylalkohols bekannt gewesen fei, sich dahin geäußert, daß er kein beamteter Arzt sei, mögen die beamteten Aerzte Med.-Räte Dr. Hoffmann, Dr. Ttörmer und Dr, Marx über diese Frage vernommen werden. Vom Rechtsanwalt Dr. Werthauer wird hierauf folgender An- trag gestellt: ES wird beantragt folgende Fragen an den Sach- verständigen Geheimrat Heffter zuzulassen, bei deren Stellung die Verteidigung am 17. April unterbrochen wutde. Herr Landrichter Kriener hat dem Sachverständigen etwas gesagt, was die Verteidi- gung über ätherische Oele behauptet habe und daran eine Frage geknüpft. Rechtsanwalt Dr. Werthauer hält diese Mitteilung für nicht richtig und wollte deshalb eine Frage' stellen. Der Angeklagte Scharmach hat bemerkt, daß der Inhalt der Frage nicht verstanden ist und fühlt sich durch Nichtzulassung und den damit nach Zeitungs- berichten angeblich begründeten Ordnungsbefchluß in seiner Ver- teidigung beschränkt. Es muß deshab die Frage trotz der Unter- brechung und deS Erlasses der Ordnungsstrafe gestellt werden, und es wird beantragt, die Zulassung der Frage anzuordnen. Die Frage soll dahin gehen, ob der Sachverständig« der Ansicht sei, daß er an- geben könne, ob der Tob durch Methylalkohol oder durch Beimischung ätherischer Oele herbeigeführt sei. Ferner beantragt Rechtsanwalt Dr. Wrrthauer: Die Inhaber der Firma C. A. F. Kahlbaum darüber zu hören, daß sie fün Sorten Methylalkohol im Preise von 1,20 bis 8,50 M. pro Kilo verkaufen, die zweitbeste Sorte acetonfrei sei, dem Scharmach die billigste schlechteste Sorte geliefert und er in den Glauben versetzt fei, daß er die zweitbeste Sorte erhalte. Ferner darüber, daß die Fabrik keinen Methylalkohol fabriziere, sondern ihn anderwärts aus Fürstenwalde und Amerika beziehe; ferner darüber, daß sie Methylalkohol wie an Scharmach auch an andere abgegeben habe, welcher in den Schankwirtschaften Berlins verschänkt sei. Endlich, daß bei ihr Ersatzmittel für Methylalkohol durch Benutzung des Methylalkohols seitens der Besteller direkt in ihrer Fabrik hergestellt werden und als Ersatzmittel für Aethylalkohol mit ihrer Kenntnis viele Monate hindurch angepriesen u-nd an Zwischenhändler abgeben haben.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich beantrage, mir den Beschluß über die Ablehnung meines Antrages auf Vorlesung des Obduktionsprotokolls mit Gründen in Abschrift zuzustellen. Ich bitte um Entschuldigung, daß mir auf das Manuskript ein Klex gekommen ist. Wenn dies beanstandet werden sollte, dann bin ich gern bereit, eine neue Abschrift anzufertigen.— Der Präsident erklärt, daß über den Antrag befunden werden soll. Der Verteidiger beantragt ferner, ihm auch Abschrift der anderen in dieser Sache gefaßten Beschlüsse zuzustellen. Weitere Fragen des Verteidigers lehnt der Borsitzende ab; Dr. Werthauer beantragt Gerichtsbeschluß, das Gericht hält die Ablehnung gerechtfertigt. Der Gerichtshof beschließt, daß dem Verteidiger die Abschrift des Be- schlusses mit den Gründen zugestellt werden soll.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich beantrage, die Verhandlung auszusetzen, bis mir die Abschrift zugegangen sein wird.— Vorsitzender: Ich lehne dies ab.— Dr. Werthauer: Ich bitte um Gerichtsbeschluß.— Das Gericht lehnt den Antrag gleichfalls ab. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich beantrage ferner, die Akten des Reichsgesundheitsamtes einzufordern. Aus diesen wird sich ergeben, daß der Erfinder der Anilinfarben Geh. Rat Hoffmann auf dem Standpunkt gestanden hat, daß Methylalkohol nicht giftig ist und daß von A. Hoffmann bis heute Methylalkohol als nicht giftig geprüft und erwiesen worden ist. Das Gericht behält sich den Beschluß vor. Es wird sodann in die Vernehmung einzelner Zeugen einge- treten. Zunächst wird Dr. Cohn über den Fall des Nebenklägers Lehmann vernommen. Dieser sagt aus, daß Lehmann nur An- zeichen gezeigt habe, die auf chronischen Alkoholismus hinwiesen, aber keine Anzeichen für das Borliegen von Methylalkoholvergif- tung. Die Sehstörungen des Lehmann seien zurückzufiihren auf altes organisches Leiden. Es soll zu diesem Falle der Prof. Dr. Stadelmann als Sachverständiger vernommen werden. Rechts- anwalt Dr. Werthauer beantragt, die Vernehmung des Sachver- kündigen zurückzustellen, bis der Nebenkläger Lehmann gefunden ein wird.— Der Antrag wird abgelehnt.— Nachdem sich Geh.-Rat Dr. Stadelmann zu dem Falle geäußert, richtet Dr. Werthauer an ihn eine lange llkeihe von Fragen,, die sich darauf beziehen, ob die dem Methylalkohol beigefügten Essenzen die giftige Wirkung hervorgerufen haben könnten. Als diese Fragen eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, erhebt sich der Verteidiger Justizrat Dr. Jvers und erklärt mit Nachdruck: Alle diese Fragen, hie immer wiederholt werden, bringen uns in eine unabsehbare Ausdehnung der Verhandlung. Ich und auch die Sachverständigen haben nicht Lust, Fragen, die Zwanzig- und dreißigmal schon gestellt sind, immer wieder von neuem anzuhören. Die Sachverständigen, deren Zejt doch such kostbar ist, sind auch schou ganz außer sich. Wir können doch hier nicht ein halbes Jahr lang sitzen, bloß weil es Herrn Dr. Wrrthauer paßt, hundertmal dasselbe zu fragen. Vorsitzender: Das Gericht ist nicht in der Lage, in dieser fße» ziehung viel machen zu können. Was es machen konnte, hat eS gemacht. Das Gericht trifft keine Schuld-- das will ich hier ein- mal öffentlich feststellen. Rechtsanwalt Dr. Werthauer: Ich bitte, diese Bemerkung doS Vorsitzenden zu beanstanden, denn daraus geht hervor, daß ich der Schuldige sein soll. Justizrat Dr. Jvers: Es gibt nur einen Schul- digen, und das ist der Rechtsanwalt Dr. Werthauer I Der Vorsitzende hat verschiedene Fragen des Dr. Werthaue» protokollieren lassen, darunter auch eine Frage an Geheimvat Pro- fessor Dr. Stadelmann, ob er den Methylalkohol selbst probiert habe. Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurück und der Bor» sitzende verkündet: Der Gerichtshof ist der Ansicht, daß in diesem letzten Vorgange, insbesondere in den Fragen des Rechtsanwalts Dr. Werthauer, eine ganz grobe Ungebühr zu finden ist und eS ist deshalb gegen ihn eine Ordnungsstrafe von 100 M. beschlossen worden. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung erklärt u. a. d«v Staatsauwalt Dr. Gutjahr, daß er im Falle Schneider die Anklage fallen lasse. Angeklagter Scharmach: Ich möchte erklären, daß Rechtsanwalt Dr. Werthauer vollständig.... Vorsitzender(unterbrechend): Sie haben nicht? zu erklären, haben Sie etwas zur Sache zu sagen? — Scharmach: Ich habe zu sagen, daß ich mich durch das Auf« treten d«S Dr. Jvers in meiner Verteidigung beschränkt fühle. Zu einem Exodus der Pressevertreter kommt es sodann gelegentlich der Vernehmung einer Zeugin. Der Sachverständige Medizinalrat Dr. Störmer, der an einem den Ver» tretern der Presse zugewiesenen Tische Platz genommen hatte, er» hob sich und stellte eine Frage, die dahin ging, festzustellen, ob irr diesem Falle die Obduktion von ihm vorgenommen worden sei. Er erklärte hierbei, daß er von seinem etwas entfernt liegenden Platze aus nicht alles verstehen könne. Borsitzender, Lanbgerichtsrat BrieSkorn(in erregtem T»»)t Wenn kein Platz ist, dann muß die Presse hier rauS!(Nach kurzer Pause fortfahrend): Dann muß sie in den Zuschauerraum! Das gibt es nicht I Zuerst kommen die Sachverständigen und die Zeugen! Nach dieser Erklärung des Vorsitzenden verlassen sämtliche Bertreter der TageSpresse den Saal und verzichten ans weitere Be- richterstattung,_ Sozialea. Die Bekämpstmg der gewerblichen Bergiftunge«. In jedem Jahre verlieren Tausende von Proletariern auf dem Schlachtfelde der Arbeit Leben und Gesundheit. Es sind nicht nur die Unfälle, die den Arbeiter bei seiner Beschäftigung bedrohen, sondern daneben wirken in zahlreichen Berufen noch mannigfaltige andere Schädigungen auf ihn ein, die zwar nicht so plötzlich wie die Unfälle in Erscheinung treten, aber nichtsdestoweniger an Gefähr» lichkeit jene oft genug übertreffen. Das gilt in erster Linie von den langdauernden Ueberanstrengungen, die den Körper schwächen und vor der Zeit altern lassen, und von dem Staub, der die Lunge reizt und der Schwindsucht den Weg ebnet. Seit der Entwicklung der chemischen Industrie hat noch eine dritte Krankheitsursache eine große Bedeutung gewonnen: das sind die gewerblichen Gifte. Ob- wohl sie recht ernste Erkrankungen hervorrufen können, zu schweren Lähmungen und Eiterungen fuhren, ja sogar wie das Blei und das Quecksilber auch die Nachkommenschaft schädigen, ist bisher der Arbeiter nur in ganz unzulänglichem Maße gegen sie geschützt worden. Zur wirksamen Bekämpfung der gewerblichen Vergif» tungen verlangt Prof. Sommerfeld in seinem Vortrag, de» er über dieses Thema in der Gesellschaft für öffentliche Gesund- heitspflege hielt, zunächst die Einführung der Anzeigepfltcht; nur dadurch kann man in den Umfang der Gesun-dheitsgefahren» die Gesährlichke-it der einzelnen Betrieb« und den Nutzen der vor- beugenden Maßnahmen einen Einblick gewinnen. Allerdings müssen die Aerzte mit dem nötigen Wissen ausgerüstet sein, um diese Ge» Werbekrankheiten erkennen zu können, und darum ist die zweite Forderung Sommerfelds die Schaffung von Lehrstühlen für soziale Medizin und die Aufnahme der Gewerbehygiene in den Lehr- und PrüsungSplan der Universitäten. Die Aufgabe der Betriebe ist eS, Sorge zu tragen für die Absaugung der giftigen Gase und Staubsorten gleich an ihrem Entstehungsort, für die Verwendung weniger gefährlicher und chemisch reiner Stoffe, für helle, gut ventilierte Arbcitsräume, für t wischbare Arbeitsanzüge, eventuell mit Schutzbrille, Atemmaske und Handschuhen. Nur ganz Gesunde sollen eingestellt werden; wo chemische Vergiftungen zu befürchten sind, soll mit dem Personal öfter gewechselt werden und in bestimmten Zeiträumen durch den Fabrikarzt der Gesundheitszustand aller Beschäftigten sorgfältig ge- prüft werden. Die Arbeitszeit ist zu verkürzen, damit die Auf- merksamkeit bei der Beobachtung aller Verhütungsvorschriften nicht erlahmt. Warnungstafeln und Merkblätter, unter Umständen in verschiedenen Sprachen, sollen ausgehängt sein, und jeder neu Ein- tretende soll über die Gefahren seiner Tätigkeit, ihre Vermeidung aufs genaueste unterrichtet und gleichzeitig mit den ersten Krank- heitserschsinungen bekanntgemacht werden, um möglichst ftüh ärzt» liehe Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Weil die jugendliche» Arbeiter für Belehrung am meisten empfänglich sind und sich leickster an die Einhaltung der hygienischen Regeln gewöhnen, überdies den gewerblichen Giften nur eine geringe Widerstandsfähigkeit ent- gegenbringen, soll man schon in FortbildungS- und Fachschulen mit ihrer Unterweisung beginnen und durch reiches Anschaumigsmate- rial, Abbildungen und Modelle, das Besprochene dem Gedächtnis fest einprägen. Jedenfalls hängt das Leben der Arbeiter in hohem Grade von der Gewissenhaftigkeit der Betriebsleiter ab. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß die Gesetzesvorschriften zum Schutz der Arbeit» nehmer nicht selten umgangen werden, kann eine eingehende Kon- trolle der Gcwcrbeinspektoren nicht entbehrt werden. Die heutige Aufsicht ist selbst beim besten Willen außerstande, ihren Zweck zu erfüllen, denn auf die 300 Inspektoren in Deutschland entfallen 267 000 Betriebe. Neben der Vermehrung der Zahl der Beamten müssen aus den Reihen der Arbeiter Hilfskräste für die Gewerbe- aufsicht entnommen werden. Der Arbeiter, der durch Wochen oder Monate lang fortgesetzte Einwirkung eines gewerblichen Giftes, also durch chronische Bcr- giftung, Schaden an seiner Gesundheit davongetragen hat, sollte den - sieichen Anspruch auf Entschädigung haben wie derjenige, der einen Infall oder eine akute Vergiftung erlitten hat. Vielleicht wird dem Arbeiter jetzt endlich, wo die ReichsversicherungSordnung eine Aus- dehnung der Versicherung auch auf solche Fälle gestattet, sein wohl- verdientos Recht zuerkannt werden. Neberfluß an freien Wohnungen? In dem dieser Tage herausgegebenen 2. Teil ihres Jahresberichts für 1911 beschäftigt sich die Handelskammer Bevffn auch mit der Lage am Baumarkt Auf Grund ihres Materials gelangt ie zu dem Schluß, daß„bei einem solchen Ueberfluß an freien Wohnungen jede Bautätigkeit ver» 'ehlt wäre..." Weiter meint sie: „Würde der Zweckverband Grotz-Berlin eine derartige Fortschreibung einrichten, so würde die baugewerbliche Pro- duktion bald vor zweck- und aussichtslosen Unternehmungen ge» warnt werden köMM. Haid dMlexiMerte Ungerseige erhalten« wo im allgemeinen Interesse eine lohnende Bautätigkeit einzufetzen hätte." Aus Induftrie und Handel. Zahl der weiblichen Angehörigen 4875 gegenüber 6282 männlichen; in der Buchbinderei stehen den 7086 männlichen Arbeitskräften 8309 weibliche gegenüber. Auch die Metallindustrie hat die weibliche Arbeitskraft ziemlich start herangezogen, wir heben daraus Uneheliche Kinder und Gesetz. Diese Auslassungen müssen den Anschein erwecken, als ob Der Staat als Milchkuh. Groß- Berlin tatsächlich im Zeichen eines Wohnungsüberschusses ftände. Die statistischen Angaben stärken solchen Eindruck. Sie Die Bescheidenheit als christlich- germanische Tugend überläßt folgende Branchen hervor: Gürtler 2695 weibliche( 8474 männ illustrieren, daß in 15 Orten Groß- Berlins der Prozentsatz der das Unternehmertum fehr gern den Arbeitern. Die Profitfchluder liche). Klempner 2336 weibliche( 7484 männliche), Mechaniker 6224 leerstehenden Wohnungen zwischen 4,3 bis 13,3 Prozent schwankt. halten es mit dem Grundfaß, daß man auch ohne solche Tugend weibliche( 17 239 männliche). übung weiter fomme. Sie schreien, nach dem schönen, von den Angeblich repräsentiert die über die Relativaiffer 3 hinausgehende Agrariern gegebenen Beispiel, felbst dann noch über ihre Not, wenn Summe leerstehender Wohnungen einen direkten Ueberfluß. Das sie im Reichtum zu ersticken drohen. So flagte zum Beispiel die Das sind die Wermsten der Armen: die gegen den Willen der mag für den Baugewerblichen stimmen, für den Sozial- und Woh- Verwaltung der Waggonbauanstalt Linte- Hoffmann- Werke in Breslau Eltern zum Leben kommen, mit Flüchen großgezogen werden und nungspolitiker aber noch längst nicht! Die Statistik bekommt in der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung über unlohnende die laute und leise Verachtung der Gesellschaft schon im Kindesalter hier leicht eine wächserne Nase. Man muß nämlich auch das Preise und dann beschloß man die Verteilung einer Dividende von fühlen müssen: die unehelichen Kinder. 60 v. H. der Verbrecher in Deutschland, die unsere biederen Bürger beunruhigen, sind unWachstum des Wohnungsbedürfnisses berücksichtigen. Die Wohn- 35 Proz qualität kann sich verschlechtert haben, auch wenn eine Zunahme der Was mögen die Herrschaften eigentlich verlangen, wenn sie bei chelich geboren. Das ist kein Wunder, wenn man sich die Wirleerstehenden Wohnungen au fonstatieren ist. Leider bersagt die solchen Dividenden noch über schlechte Preise zu flagen haben? In fungen der gefeblichen Ungerechtigkeit auf diese Menschen Ilar Statistik als scharfe Beleuchterin der Verhältnisse, deren genaue früherer Jahre, aber diese Reserven sind eben auch Profit, und die in der Gesellschaft wird. den legten Dividenden steckt allerdings ein Bruchteil aus Reserven macht, denen durch den Zufall ihrer Geburt eine Ausnahmestellung Erfassung erlaubt sie nicht. Man muß sich schon mit Jllustrations- Ausschüttungen waren schon immer reichlich hoch. Die Linte- Hoff Das reaktionäre Rußland, das Gerechtigkeit sonst nicht fennt, proben begnügen. Nach den Angaben der Handelskammer sind mann- Gesellschaft arbeitet seit 1898 mit einem Aftienkapital von hat hier Reformen auf gefebgeberischem Wege angestrebt. Es geht 3. B. in den Jahren 1905 bis 1910 in Charlottenburg, Schöneberg 6,60 Millionen Mark. Seit dieser Zeit verteilte sie insgesamt den europäischen Staaten in der rechtlichen Besserstellung des unund Neukölln 3537 Neubauten errichtet worden. Bringt man 2173 Proz. Dividenden. Diese Ausschüttung war möglich, obwohl ehelichen Kindes voran, wahrscheinlich veranlaßt durch die hohe 20 Broz, davon als gewerblichen oder öffentlichen Zweden bienend die vergangenen Abschreibungen beinahe ebenso hoch waren. Die Sterblichkeitsgiffer der illegitimen Säuglinge und die erschreckende in Abzug, dann reftieren noch 2830 Wohnhäuser. Unterstellt Abschlüsse der letzten 13 Jahre zusammen ergaben folgende Bahl der Kindesmonde in Rußland. man weiter für jedes Haus 50 Bewohner, so wäre in dem fünfjährigen Zeitraum für 141 500 Personen neue Wohngelegenheit geschaffen worden. In Wirklichkeit ist aber die Bevölkerung in ben 3 Städten um 181 379 Personen gewachsen, so daß für rund 40 000 Personen zu wenig neue Wohnungen errichtet worden wären. Trotzdem ist die Zahl der leerstehenden Wohnungen gewachsen und hat einen verhältnismäßig hohen Grad erreicht. Nach einer Erhebung am 15. Oftober 1910 standen in Charlottenburg 6,3, in Schöneberg 4,3 und in Neukölln 9,5 Proz. aller Wohnungen leer. Seit jener Zeit soll die Zahl der leerstehenben Wohnungen noch zugenommen haben. Diese Erscheinung kann nur auf eine Zusammenpferchung von mehr Personen auf fleineren Raum zurückzuführen sein. Die in hervorragendem Maße durch die Lebensmittelwucherei und die Steuerpolitik des schwarz- blauen Blodes verschärfte soziale Not beranlaßte biele Proletarier, sich mit einer Heineren Wohnung zu begnügen oder die Laft der Miete durch Aufnahme fremder Verfonen weniger fühlbar zu machen. So kommt es, daß troß eines größeren Vorrats leerstehender Wohnungen die Wohnungsnot gewachsen ist. Dieser handgreifliche Beweis einer sozialen Verelendung hindert die kapitalistischen Schön- und Soldredner sowie ihre gewerbsmäßigen und gedankenlosen Nachtreter nicht, immer und bei jeder Gelegenheit von einem allgemeinen sozialen Aufstieg zu fabulieren. Gerichts- Zeitung. Unschuldig im Zuchthaus! Die Straffammer in Neuruppin tam in ihrer lebten Sigung au einer fenfationellen Freisprechung. Wegen Rückfalldiebstahls hatte sich im Wiederaufnahmeverfahren der Dienstknecht Otto Heinis zu verantworten, der im November 1909 von der Neuruppiner Straffammer au 2 Jahren Zuchthaus und Ehrberlust verurteilt worden war, weil er im Oktober des genannten Jahres einen Einbruch in die Stadtkaffe zu Granfee verübt haben sollte. Bei der Ueberführung" des Angeklagten hatte in erster Reihe ein Bolizeihund( 1) mitgewirkt. In der neuen Verhandlung stellte sich die völlige Schuldlosigkeit bes au so schwerer Strafe Berurteilten heraus. Ein Zeuge, der zurzeit eine fünfzehnjährige Zuchthausstrafe verbüßt, bekannte sich als den Täter. Der Angeklagte wurde daraufhin natürlich freigesprochen. Diese neueste Glangleiftung" eines Polizeihundes sollte au größter Vorsicht bei Beurteilung des Wertes dieser polizeilichen Silfedienste mahnen. Haftpflicht bei einem Unfall im Warenhause. Resultate: Aktienkapital Betriebsüberschuß. Abschreibungen. Dividendensumme 6 600 000 m. 47 556 706 10 317 127 14 371 500 " Das Wesentliche an dem neuen Gesetze, das lange vorbereitet und endlich angenommen wurde, besteht in der rechtlichen Gleichstellung des natürlichen Kindes mit dem ehelichen. Danach hat also der Vater die Unterhaltspflicht für Mutter und Kind nach Maßgabe einer Vermögensverhältnisse. Er hat für die unaufgehoben. Diese Gewinnresultate interessieren darum ganz besonders, weil ehelichen Kinder bis zur Großjährigkeit zu sorgen, und bei seinen für die Waggonbauanstalten vorwiegend der Staat als Auftraggeber Lobe ist das illegitime Kind ebenso Erbe wie das eheliche. Dazu als Milchfuh in Betracht kommt. Da dem Eisenbahnministerium die wird die Ausschließung der unehelich Geborenen von Staatsämtern Geschäftsberichte der Gesellschaften nicht unbekannt bleiben, muß es Verwunderung erregen, daß es durch seine Preisgewährung dauernd Lefeabende. og bei ben leitenben Stellen, wenn sie aus dem allgemeinen Sädel solche hohen Gewinne ermöglicht. Das öffentliche Interesse verlangt. schöpfen, die eine Hand weiß, was die andere tut! Die Steigerung der Warenpreise. bolt das Vorhandensein einer Teuerung bestritten. Sogar in christ Die Satten und die Fetten haben im vergangenen Jahre wieder lichen Arbeiterblättern begegnete man der Behauptung, es handele fich bei der Teuerungsfrage nur um ein sozialdemokratisches Teuerungsgefchrei". Wie die Preise in die Höhe gegangen sind, bas illustriert nun gang trefflich eine in den Bierteljahrsheften zur Statistik des Deutschen Reichs, 1. Heft 1912, veröffentlichte Berechnung. Nach den Notierungen einer Reihe Marktorte und ver schiedener Warenforten ist der aus den Preisen der Jahre 1889-1898 die danach resultierenden Ziffern seit 1902. Die Relativzahlen für fich ergebende Durchschnitt gleich 100 gefegt, und vergleichend dazu 1911 bringen diese Uebersicht: Roggen.. Weizen. Stälber • 118 Rohtabat Häute und Felle. Wolle ( Bemerkung: Soweit nichts anderes bemerkt, finden die Leseabende am Montag ftatt.) 1. Kreis. Bei Weihnacht, Grünstr. 21; Sansabiertel bei Rote, Flensburger Straße 24. Bohnsdorf und Umgegend. 8½ Uhr in Villa Kahl, Inh. Bakofzer. Tagesordnung: Einiges über die freie und die fromme Frau". Borfigwalde. Dienstag, den 23. April, abends 8½ Uhr, in den Borsigwalder Festfälen. Vortrag des Genossen Kurt Brig- Buckow. Mittwoch, den 24. April, 9 Uhr, im Lokal Rosenfeeterrasse, Chausseestr. 70. Vortrag der Genossin Frau Juchacz über:" Schule und Haus". Diskussion. Verschiedenes. Französisch- Buchholz. Abends 8% Uhr bei Kähne, Berliner Str. 39, Vortrag des Genossen Dr. Moses über:" Seruelle Aufklärung unserer Kinder". Heinig. Röpenid. Bei Hennig, Bahnhofstraße, am Bahnhof Köpenid, 141 8 Uhr. 144 Friedenau. 8½ Uhr, bei Mechelte. Beiträge werden angenommen. 129 Friedrichshagen. Abends 8% Uhr, im Jugendheim, Friedrichstr. 60, 159 2. of part. links. Vortrag der Genossin Jda Baar. 142 Johannistal. Dienstag, den 23. April, bei Heiderich, Fries 119 brichstr. 11. Tagesordnung:" Arbeit und Erziehung", Refe 184 rentin Genossin Greifenberg, Berlin. 114 Hafer 120 Mais 127 Baumwolle Gerste 121 Baumwollengarn Hopfen 195 Kattun Kartoffeln 146 Leinengarn Rinder 134 Rohseide Schweine 110 Hanf. 167 Merikanische Faser Sammel 146 Robjute. Roggenmehl 106 Deutsches Roheisen. Weizenmehl 111 Englisches Roheisen 114 180 108 110 Butter 129 Schwedisches Stabeifen 128 Kartoffelspiritus 104 Blei 120 Müböl 118 Kupfer Heringe. 124 Bint Kaffee 97 • Binn 102 Tee Reis Pfeffer Schmalz Deutsche Steinkohlen 116 Englische Steinkohlen. Amerikanisches Petroleum Russisches Petroleum. 122 136 . . 95 Lichtenberg. 1. Viertel bei Heine, Friedrich- Karlstr. 11. Ge und 145 Frauenarbeit Bohnpolitik". nossin Förster über: 2. Viertel bei With. Schulz, Kronprinzenftr. 47. Genosse Hebold über:" Die Frau im Kampf gegen das Kapital". 3. Viertel bei Simon, Wilhelmstr. 86. Genosse Linke über: Berliner Arbeiterbewegung". 4. Biertel bei Hoffmann, Möllendorfstr. 54/55. Genoffe Friz Keßler:" Was uns die Bibel lehrt". 114 Bankow. 8 Uhr bei Stark,( Türkisches Zelt"), Breitestraße 14. Referent Genosse May Schütte, Berlin:" Die Fron und der Sozialismus". 135 238 125 Reinidendorf- West. 8% Uhr, bei Hallmann, Scharnweberstr. 54. Vortrag der Genossin Frau Knappe, Berlin. 118 104 105 Rummelsburg. 8% Uhr. In Alt- Borhagen 56, bei Blume, hält Genoffe Zimmermann den Vortrag und bei Krüger, Türr schmidtstraße, Genosse Klajus Wie fich zeigt, ist die Preissteigerung nicht auf die Lebens- und Genußmittel beschränkt geblieben. Auch für die gewerblichen Rohmaterialien hat sich das Preisniveau gehoben. Hier kommt vorwiegend die Wirkung der Kartelle teilweise in Verbindung mit den Schutzöllen zum Ausdruc. Ganz zweifellos sind z. B. die Produktionskosten für Eisen heute niedriger als früher. Die gesteigerte Produktivität der Arbeit wird fast ausschließlich als Profit von ausbeutenden Gruppen absorbiert. Aus der Frauenbewegung. Am 22. April 1910, bormittag gegen 11 Uhr, tam im Raufhause des Westens zu Berlin eine Frau zu Fall, als sie vom Lichthof zum Zwischenstod gehen wollte. Kura bor 11 Uhr war erst das Bohnern des Lichthofparketts beendigt worden; das Parkett war noch ganz glatt, die Frau aber hatte sich auch ein Stück der noch an der Seite liegenden Bohnermasse an die Füße getreten und war dann ausgeglitten. Da fie infolge des Unfalls einen Oberfajenkelbruch babongetragen hat, macht sie gegen das Kaufhaus des Die weibliche Arbeitskraft in Berlin. Westens Ansprüche auf Zahlung einer monatlichen Rente von Die Berufszählungen geben zwar ein Bild von dem Anteil 25 M. sowie Erstattung von 442 M. anderer Kosten geltend. Die der weiblichen Arbeitskraft im Wirtschaftsorganismus, aber die beklagte Gesellschaft behauptet, daß das Bohnern vorsichtig aus- Erhebungen erfolgen so felten, daß mittlerweile immer erhebliche geführt worden sei und daß sie nicht schon frühmorgens vor Er- Verschiebungen eintreten. Zudem liegen die Publikationen öffnung des Kaufhauses damit beginnen könne. meistens so weit zurück, daß sie durch die gegenwärtigen Verhält Ende 1910 weibliche männliche Mitglieder Mitglieder Das Landgericht zu Berlin erklärte die Ansprüche der Klägerin niffe schon wieder überholt find. Ueber die Zahl der Arfür gerechtfertigt. Das Rammergericht zu Berlin maß der Klägerin beiterinnen in den verschiebenen Gewerben in Berlin gibt mun ber au einem Viertel eigenes Verschulden bei und erkannte ihre An- fürzlich aus Anlaß der Zentralisationsbestrebungen von den Orte sprüche nur zu drei Bierteln dem Grunde nach für gerechtfertigt an. frankentassen aufgemachte Mitgliederbestand interessante AufDas Kammergericht führte aus, daß der Unfall der Klägerin durch schlüsse. Man findet, daß der Anteil der Arbeiterinnen in den eindie Fahrlässigkeit der Beklagten verursacht worden ist. Gegenüber seinen Gewerben sehr verschieben groß ist. Gestützt auf die Andem Einwande der Beklagten, daß sie nicht schon zum frühen gaben der Krankenkassen gewinnen wir folgende llebersicht: Morgen habe das Bohnern vornehmen tönnen, erflärt das Kammergericht, daß die Beklagte auf jeden Fall die Pflicht gehabt habe, dafür zu sorgen, daß Absperrungen vorgenommen wurden, um auf ben noch gefährlichen Stellen einen Unfall zu vermeiden. Die Warnungstafeln mit der Aufschrift: Vorsicht, frisch gebohnert!" hätten zum Schuße des im Warenhause verkehrenden Publikums nicht genügt. Deshalb hafte die Beklagte nach§ 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Andernfalls aber treffe die Klägerin ein Verschulden, weil sie gesehen hat, daß die Leute der Beklagten mit dem Bohnern des Fußbodens beschäftigt waren und weil sie sich deshalb hätte fagen müssen, daß sie nur mit besonderer Vorsicht vorwärts schreiten dürfe. Wegen dieses Verschuldens ist ihr Anspruch zu einem Viertel anerkannt worden.. Gegen das Urteil des Kammergerichts hatte die beklagte Kaufhausgesellschaft Revision beim Reichsgericht eingelegt. Das Reichsgericht hat die Revision am Donnerstag zurüdgewiesen. Ein Retter" des Handwerks. Metallindustrie Holzindustrie 62529 14 928 8558 18 320 Nahrungs- u. Genußmittelindustrie Verschiedene Berife: 19 576 24 597 Allgemeine Ortskrankenkasse. Barbiere und Friseure. 44 811 38 811 296 1594 935 1241 700g 98 467 18 129 31 461 76 817 Sattler und Tapezierer Bauarbeiter Bekleidungsindustrie Druckereigewerbe. Handelsgewerbe und Bureaudienst 20 521 52 827 22 511 Tegel. 8% Uhr, Schlieperstr. 30. Fortsetzung des Kursus. Die Frau und der Sozialismus". Referent Genosse Kurt Heinig. Tempelhof. Bei Becker, Berliner Str. 41/42. Fortfchung des Vortrages über das Erfurter Programm. Referent Genosse Ewald. Treptow- Baumschulenweg. 8% Uhr, bei Schmidt, Kiefholaftr. 22. Vortrag des Genossen Stetter:" Die tapitalistische Entwickelung und ihre Folgen für die proletarischen Frauen." Versammlungen Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Die Fortsetzung der Führung durch das Kunstgewerbemuseum findet am Sonntag, den 28. April, vormittags 1211 Uhr statt. Treffpunkt im Vorraum des Museums. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Rigoletto. Dienstag: Der Rosenkavalier. Mittwoch: La Traviata, Donnerstag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Freitag: Maientönigin. Dottor und Apotheker. Sonnabend: Lannhäuser. Sonntag: Der Rosenlavalier. Montag: Das Rheingold.( Anfang 7 Uhr) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der große König. Montag: 1812. Dienstag: Julius Casar. Mittwoch: Der große König. Donners tag: Freund Friz. Freitag: 1812. Sonnabend: Weh dem, der lugt. Sonntag: Der große König. Montag: Ein Fallissement.( Anfang 74, Uhr.) Leffing Theater. Sonntag: Das Friedensfest. Montag: Einsame Menschen. Dienstag: Die Stüßen der Gesellschaft. Mittwoch: Gudrun. Sonnabend: Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag: Das Friedensfest. Wenn wir Toten erwachen. Sonntag: Der Biberpelz. Montag: Gudrun. ( Anfang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag, Montag, Dienstag: George Dandin. Mittwoch: Penthefilea. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: ( George Daudin. Montag: Faust I.( Anfang 7, 1hr.) Kammerspiele. Sonntag, Montag und Dienstag: Sumuran. Mitt woch: Eine glückliche Ehe. Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag: Sumuran. Montag: Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.). Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelstudenten. Allendlich: Große Rosinen.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend, den 27. April, nachmittags 3 Uhr: Der Talisman. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Der Turm des Schweigens. Montag: Das Familienfind. Dienstag: Judith. Mittwochnachmittag: Donnerstag: AltSeiligenwald. Abends: Der Turm des Schweigens. Heidelberg. Freitag: Der Turm des Schweigens. Sonnabend: Gyges und ſeining. Sonntag: Der Turm des Schweigens. Montag: Unter dem Schwert. Anfang 8 Uhr.) In der Bekleidungsindustrie überwiegt, wie fich zeigt, die weibliche Arbeitskraft bei weitem, dieser folgt die Rubrif verschiedene Berufe, sodann das Druckereigewerbe, was einigermaßen über raschen dürfte. An nächster Stelle steht das Handelsgewerbe einschließlich Bureaudienst. Auch in der Metallindustrie stellt die Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und Bimmermann. Aus Salle a. S. berichtet man uns unterm 19. April: Der weibliche Arbeitskraft bereits einen erheblichen Anteil; sehr stark Sonntagabend: La Traviata. Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Obermeister der hiesigen Korbmacherinnung und Vorsitzende des ist sie in der Nahrungsmittelindustrie vertreten. Die Zauberflöte. Mittwoch: Undine. Donnerstag: Bar und Zimmermann. Schußverbandes aur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, Aus den einzelnen Gruppen treten folgende Branchen mit Freitag: Opernabend( Anfang 7%, Uhr). Sonnabend: La Traviata. Albert Schmidt, stand wegen un lauteren Wettbe- einem besonders hohen Anteil weiblicher Arbeitskräfte hervor. Sonntag: Der Troubadour. Montag: Figaros Hochzeit.( Anfang 8 Uhr.) werbes vor der Straffammer unter Anklage. Herr Schmidt Die Schneiderei zählt 55 806 weibliche gegen 8888 männliche Kurfürsten- Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tiefland. Abends: hatte als Wächter des goldenen" Handwerts immer start in Mo- Angehörige. Einen hohen Prozentjak weiblicher Arbeitskräfte Oberst Chabert. Montag und Dienstag: Der Schmud der Madonna. Mittral gemacht und andere Kollegen" zu Anzeigen verholfen, wenn zählt die Kaufleutekaffe mit 49 925 weiblichen Angehörigen gegen tag: Oberst Chabert. Montag: Die verkaufte Braut.( Anfang 8 Uhr.) moch, Donnerstag, Freitag: Oberst Chabert. Sonnabend: Tiefland. Sonnsie von den ehrsamen Bestrebungen des Handwerts etwas abge- 69 762 männlichen. An der Wäschefabrikation ist die FrauenKleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Leibgardist. wichen waren. Schließlich drehten fie den Spieß um und denun- arbeit erheblich höher beteiligt, mit 21 085 Angehörigen gegen 1222 Sonntagabend und Montag: Lottchens Geburtstag. Genz und Fanny sierten ihren Obermeister und Vorsitzenden ihres Schußber- männliche. Die Sutmacherei zählt 10 864 weibliche, 1416 männ- Elgler. Hodenjos. Dienstag: Der Leibgardist. Mittwoch, Donnerstag: bandes. Er soll in einem Filialgeschäft Konkurswaren ausver- liche Angehörige. Auch in der Kürschnerei und Weberei ist die Lottchens Geburtstag. Gentz und Fanny Elgler. Sodenjos. Freitag: Der fauft, den Grund des Ausverkaufs nicht angegeben und neue weibliche Arbeitskraft stärker beteiligt als die männliche. In der Leibgardist. Sonnabend: Der Nachtwächter.( Anfang 7%, Uhr.) Sonntag Waren nachgeschoben haben. Der Staatsanwalt nahm ersteren mit 4425 Angehörigen gegen 2014 männliche, in der und Montag: Der Nachtwächter.( njang 8 Uhr.) dem Manne das sehr übel, da er mit seiner Persönlichkeit als Ober- lesteren ist die Zahl der weiblichen Angehörigen 2305 gegen 890 abendlich: Der liebe Augustin.( Anfang 8 Uhr.) Neues Theater. Sonntagnachmittag 34 Uhr: Der Vogelhändler meister und Vorsitzender des Schuhverbandes über das Handwerk männliche. Auch zur Schuhmacherei wird die weibliche ArbeitsSchiller- Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Probes streng zu machen hatte und beantragte gegen ihn eine Geldstrafe fraft immer mehr herangezogen, die Zahl der Kaffenangehörigen tandibat. Bibends: Der Stompagnon. Montag und Dienstag: Die Jüdin bon 330 M. Das Gericht brachte auch zum Ausdrud, daß es dieser Branche ergibt 2085 weibliche gegen 2915 männliche. Einen von Toledo. Mittwoch: Der scharfe Junter. Donnerstag: Der Stompagnon. nicht schön sei, wenn ein Obermeister so ettvas tue, ließ ihn aber unvermutet fbarten Anteil stellt die weibliche Arbeitskraft in der Freitag: Die Jüdin von Toledo. Sonnabend: Der scharfe Junter. Sonnmit 50 M. davonkommen. Buchbinderei und Steindruckerei. In der letteren beträgt die tag und Montag: Die Jüdin von Toledo.( Unfang 8 Uhr.) Windermeres Fächer.( Anjang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädtisches 0 Thalia Theater. Allabendlich: Autoliebchen.( Anfang 8 Uhr.) Luftipielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Damen des Regiments. Sonntagabend bis Donnerstag: Das lauschige Nest. Freitag bis Montag: So'n Windhund.( Anjang 8 Ühr.) spanischen König Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 1hr:] Zentralverband der Steinarbeiter. Die am Freitag abgehaltene Bergarbeiterleben vor 333 Jahren. Don Carlos, Abends: Die Jüdin von Toledo. Montag: Lady Winder Versammlung der Zahlstelle Berlin nahm zunächst den Bericht vom Wie herrlich weit es die heutigen Arbeiter gebracht haben meres Fächer. Dienstag: Der Kompagnon. Mittwoch: Lady Windermeres 1. Quartal entgegen. Wie Windler unter anderem ausführte. dieser Lobgesang unserer kapitalistischen Wortführer gewinnt eine Fächer. Donnerstag Der scharfe Junker. Freitag: Lady Windermeres Fächer. Zonnabend und Sonntag: Der Kompagnon. Rentag: Lady war die geschäftliche Konjunktur im ersten Quartal dieses Jahres dieser Lobgesang unserer kapitalistischen Wortführer gewinnt eine gacher Sonnabend und Sonntag: Der Kompagnon. Montag: Lady erheblich ungünstiger wie dieselbe Zeit des Vorjahres. Das zeigt eigenartige Beleuchtung durch eine Arbeitsordnung für Schauspielhaus. Sonntagnach sich in der größeren Zahl der Arbeitslosen. Demgemäß ist auch Bergleute, die im Jahre 1578 vom mittag 3%, Uhr: Johannisfeuer. Abends: Husarenfieber. Montag, Diens die Abrechnung ungünstiger, wie im ersten Quartal des Vor- Philipp II. für die Betriebe der damals spanischen Freigrafschaft tag, Mittwoch, Donnerstag: Ernesto Alcanes. Freitag und Sonnabend: jahres. Die Mitgliederzahl ist im ersten Quartal dieses Jahres Burgund erlassen und 1579 vom Parlament zu Dôle als rechtsDas dritte Reich. Sonntag und Montag: Ernesto Alcanas.( Anfang von 1028 auf 1085 gestiegen. Nachdem der Bericht erledigt war, träftig registriert wurde. Diese Ordnung, die der Major Allard 8 Ubr.) nahm die Versammlung Stellung zur Maifeier. Wind in Besançon entdeckt und die„ Volksstimme" in Lausanne ber= Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gin Walzer von Chopin. Bis auf weiteres täglich: Alles für die Firma.( Anfang 8 Uhr.) ler bemerkte hierzu, die Maifeier der Steinarbeiter hat von Jahr öffentlicht hat, schreibt in der Hauptsache vor: 1. A chtstündige Theater in der Königgräger Straße. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu Jahr an Beteiligung zugenommen. In vorigen Jahre ließen Arbeitszeit in zwei Abschnitten von 4 Stunden. 2. Bei beEin Fallissement. Täglich abends: Die fünf Frankfurter.( Anfang 8 Uhr.) drei Viertel der Mitglieder am 1. Mai die Arbeit ruhen. Es muß sonders dringlicher Arbeit vier Schichten von 6 Stunden, so daß Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3% Uhr: Wiener Blut jetzt mit allen Kräften dahin gewirkt werden, daß das Resultat jeder Arbeiter in 24 Stunden 18 Stunden Ruhe genießt. Ullabendlich: Die schöne Helena.( Anfang 8 Uhr.) vom vorigen Jahre übertroffen und möglichst sämtliche Kollegen 3. Bezahlung der Arbeiter nach Vereinbarung mit dem Kondie Arbeit ruhen lassen. Diese Ansicht tam auch in der Diskussion einmütig zum Ausdruck. Dann wurde folgende Resolution nahezu zessionsinhaber der Mine( Tagelohn) oder nach der Förderung, nach Wahl der Arbeiter. 4. Bezahlung der Feiera einstimmig angenommen; Die am 19. April versammelten Steinarbeiter fordern die tage. 5. Zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten je eine halbe gesamte Kollegenschaft auf, auch in diesem Jahre den 1. Mai freie Woche( außer für die Pumpenarbeiter); den 4 MutterSurch Arbeitsruhe festlich zu begehen." gottes- und den 12 Aposte Itagen je ein halber Feiertag. Weitere Bestimmungen schützen die Bergleute vor willkürlicher Verhaftung und sichern ihnen einen Markt für Lebensmittel, von dem Auswärtige keine Lebensmittel entnehmen und auf dem Bea amte, Unternehmer und Wirte nicht vor den Arbeitern einkaufen dürfen. Diese letzten Bestimmungen hängen mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen mittelalterlichen Charakters gu sammen. Die ganze Verordnung zeigt, wie selbst der blutige spanische König genötigt war, aur Entwidelung des Bergbaus den Arbeitern Lebensbedingungen zu gewähren, die den heutigen Bergleuten nach einem drittel Jahrtausend kapalistischen Fortschritts" vielfach als unerreichbares Ideal erscheinen müssen. Neues Operetten- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Abends täglich: Der Mädchenmarkt.( Anfang 8 Uhr.) Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mein Babg. Abends und bis auf weiteres täglich: Der Ehemann am Fenster. Ein angebrochener Abend.( Anfang 8 Uhr.) Rose Theater. Sonntagnachmittag Uhr: Es gibt nur ein Berlin. Allabendlich: 5 X 100 000 Teufel.( Anfang 8 Uhr.) Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Faust. Allabendlich: Ich lasse Dich nicht.( Anfang 8 Uhr.) Neues Voltstheater.( Neue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Meister. Sonntagabend, Mittwoch, Freitag und Sonntag: Der Königsleutnant. Montag, Dienstag, Donnerstag: Der Meister. Sonnabend: Nathan der Weise.( Anfang 82 Uhr.) Casino- Theater. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Unsere lieben Frauen. Abends täglich: Die lustige Strohwitwe.( Anjang 8 Uhr.) Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Dorothea. Die fleinen Lämmer. Sonntagabend und Montag: Die Nacht von Berlin. Dienstag bis Freitag: Gefchloffen. Sonnabend: Schwindelmeier u. Co. ( Unjang 7% Uhr.) Sonntag und Montag: Schwindelmeier u. Co.( Anfang 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Der Polizeihund. Das BroadwayGirl. Sein letzter Wille.( Anfang 8 Uhr.) Herrnfeld Theater. Allabendlich: Wie man Männer bessert, Der Hausteufel.( Anfang 8 Uhr.) Walhalla. Alabendlich: Berliner Allerlei.( Anfang 8, Uhr.) Spezialitäten.( Anfang& Uhr.) Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr und abends täglich ( infang 8( 18) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Große Borstellung. Täglich: Gala- Vorstellung.( Anfang 7 Uhr.) Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3½ Uhr: Große Bor: stellung. Allabendlich: Gala- Borstellung.( Anfang 7%, Uhr.) Zirkus Sarrafani. Sonntagnachmittag 3 Uhr und abends 7%, Uhr: Große Abschieds- Vorstellungen. M Baffage Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Täg. lich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr) Carl- Haverland Theater. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 7, Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Täglich: Stettiner Sänger.( Anfang 8 Uhr, Ferner wurde beschlossen, Ueberstunden zu verweigern, bis die Wirkung der etwa zu erwartenden Maiaussperrung vorüber ist. Als Delegierte zum Verbandstage wurden Franke und Zunk gewählt. Hus aller Welt. Ein internationales Vergnügen der Reichen auf Kosten der Steuerzahler. Im Stadion Stockholms finden vom 6. bis 15. Juni so genannten olympische Spiele statt. Es handelt sich lediglich um ein geradezu gbgantisch angelegtes Schauspiel, das zur Be friedigung des Nervenfibels der genußsüchtigen Kapitalistenkreise aller Länder dienen soll. Die Veranstalter des in seiner Art selten dastehenden Unternehmens haben von vornherein dafür ges sorgt, daß das unberufene Volt von dem Genusse der Spiele ausgeschlossen ist. Die Eintrittspreise schwanken zwischen 85 und 250 M. Damit können die ungeheuren Kosten des ge= waltigen Rummels natürlich nicht gedeckt werden. Aber die Herre schaften haben verstanden, sich das Bergnügen nicht gar zu teuer werden zu lassen. Sie haben die eigentlichen Kosten auf die breiten Massen der Völker abgewälzt, die, wie erwähnt, von der Teilnahme an der Veranstaltung ausgeschlossen sind. Und das haben sie auf folgende Art und Weise erreicht: Alle Länder find zur Beteiligung an den Wettkämpfen aufgefordert worden. Jedes Band hat die Kosten für die Entsendung ihrer Vertreter aufzubringen. Bis jetzt sind 900 europäische Teilnehmer gemeldet. An erster Stelle marschiert das sportluftige England mit 328 Mann, den zweiten Blab mit 225 Mann muß ausgerechnet Rußland cinnehmen. Charakteristisch ist, daß ihm Deutschland mit nicht gana 200 Sportsmenschen( darunter 30 bis 40 der besten Mannen der Deutschen Turnerschaft, die durch Vorspiegelung falscher Tatsachen das Prestige Deutschlands retten will. Die Teilnehmer ihrer Musterriege müssen 1,70 Meter groß sein, um den indrud au era Transportarbeiterverband. Die am Donnerstag abgehaltene meden, der deutsche Turner weise im allgemeinen diese Größe auf, Generalversammlung des Bezirks Berlin nahm Stellung zum trozdem die besten Gerätturner diese Körpergröße nicht erreichen,) bevorstehenden Verbandstage. Zunächst wurde über die Kandidatenlifte zur Delegiertenwahl diskutiert. Dann kamen verschiedene folgt, und zwar je 30 für Reiten, Fußball und Rudern, 26 für Anträge, welche die Bezirksverwaltung an den Verbandstag stellt, Leichtathletik, 15 bis 20 für Radfahren, 18 für Schwimmen und zur Beratung und wurden nach eingehender Diskussion sämtlich je 10 für Fechten und Schießen. Oesterreich entsendet 95, Gric 8 angenommen. Der erste dieser Anträge will die Bestimmung des chenland 20, die Türkei 4, Serbien 10 und die Schweiz 8 TeilStatuts, wonach Berufsfremde und nicht mehr im Beruf tätige nehmer. Personen dem Verbande beitreten können, einschränken durch den Sonntags 7 Uhr.) 0 Königstadt- Kafino. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Urania Theater, Taubenstr. 48/49. Täglich: Weltbäder an europäischen Küsten.( Anfang 8 Uhr.) Sternwarte, Invalidenitr. 57-62 Verfammlungen. 200 Menschen ertrunken. Die riesigen Ueberschwemmungen des Mississippi haben erneut zu einer schweren katastrophe geführt. Wie ein Telegramm qus Jadson meldet, find am Sonnabend durch einen Dammbruch bei Beulat 200 Menschen in den des Miffiffippi ertrunken. uten Einzelheiten über das über das schwere Unglück liegen noch nicht vor. Meine Notizen. Folgen der Zündholzsteuer. Wegen Schmuggelns von Zünds hölzern aus Belgien nach Köln hat die Straftammer in Aachen den Händler Friedrich fenberg aus Verviers zu 1360 M. Gelda strafe und sechs Monaten Gefängnis, den Arbeiter Jakob Jiena berg zu 1650 M. Geldstrafe und sieben Monaten Gefängnis und den Arbeiter Gustav Jezer aus Wolfenrath zu 1369 M. Geldstrafe und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ein großer Posten der gefchmuggelten Zündhölzer wurde eingezogen. Untergang eines deutschen Schiffes. Das Bremer Segelschiff Mire" wurde im vorigen Jahre an eine Reederei in Chile berfauft und auf einer Werft zu der Ausreise neu hergerichtet. Es ging unter dem Namen„ Wilhelmine" nach seinem nenen Heimats hafen Valparaiso ab. Nach einer Mitteilung des chilenischen Kon fulates ist das Schiff in der Magellanstraße gestrandet und unters gegangen. Von der Mannschaft scheint fein Mensch gerettet gut fein. ftraße 19 Briefkaften der Redaktion. Arbeiter Samariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. Montag 1. Abteilung Ritterstraße 75, abends 8 Uhr. Freitag Dienststunde Abteilung Ritterstraße 75 abends 8 Uhr. Spandau. Mittwoch bei Pecziles, Pichelsdorfer Straße 5, abends Uhr. Now awes. Freitag in der Fortbildungsschule, abends 8 Uhr. Mariendorf. Montag bei Löwenhagen, Chauffeestr. 27, abends. 8% 15. Entsprechend ihrer Beteiligung an dieser internationalen Schönemeibe. Montag Siemensstr. 12, abends 8, Uhr. Zujab:" sofern eine Berufsorganisation für diese nicht besteht. Generalspielerei müssen die einzelnen Länder die Mittel auf 2. Hof, abends 81, Uhr. Friedrichshagen. Donnerstag im Jugendheim, Friedrichstr. 60, Ein anderer Antrag will in dem Paragraphen, der vom Ausschluß bringen. Die deutsche Reichsregierung hat borläufig verfahren handelt, eine Befugnis der beschließenden MitgliederSonntag Busammenkunft der Kolonnen in Schöneweibe, Siemens bersammlung auf die örtliche Verwaltung übertragen. Gin dritter 25 000 M. zu den Unkosten der deutschen Vertretung beigesteuert, Antrag will der manchmal auftretenden irrigen Meinung den und das preußische Kultusministerium, das für Boden entziehen, daß die Mitglieder auch in privaten Rechtsstreitig- Unterrichtszwecke bekanntlich immer kein Geld besitzt, hat bis jetzt feiten Rechtsschutz zu beanspruchen hätten. Es soll deshalb im 7000. gestiftet"( aus dem Säckel der Steuerzahler nämlich), Statut ausdrücklich gesagt werden: unentgeltlicher Rechtsschub wovon der Reichsausschuß 3000 m., die Deutsche Turnerwird gewährt bei Streitigkeiten, die aus dem Arbeitsverhältnis ich aft( die natürlich eine Extrawurst haben muß) ebenfalls 3000 oder in berechtigter Wahrnehmung der Verbandsinteressen ent standen sind, sowie in solchen Fällen, die sich aus Ansprüchen der Mark und der Olympiafonds der deutschen Sportbehörde für Ein Athletik 1000 m. bekommen haben. Aber auch die anderen beteis Mitglieder aus der Versicherungsgesetzgebung ergeben." bierter Antrag will, daß die Beitragsbefreiung während der Krant- ligten Staaten lassen sich auf Kosten ihrer Untertanen nicht lumpen. heit, Arbeitslosigkeit und militärischer Uebungen ohne weiteres ein. So hat beispielsweise Ungarn für seine Mannschaft 50 000 kronen tritt, daß es also eines besonderen Antrages hierzu nicht mehr bes( 40 0000 m.) und Norwegen 36 000 m. bewilligt. barf. Ein fünfter Antrag schlägt eine veränderte Festfebung des Verhältnisses der Mitgliederzahlen zur Zahl der zu wählenden Amusement der Vertreter des internationalen Kapitalismus aus Diese ungeheuren Summen werden für ein sehntägiges Delegierten vor. Es lag noch eine Reihe von Anträgen aus den Branchen und den Steuersäckeln ausgeworfen. Zu derselben Zeit drangfaliert Sektionen vor. Diese wurden aber nicht biskutiert, weil sie direkt man die von Arbeitern geschaffenen Sportvereine. Und das ganze an den Verbandstag gestellt werden können, ohne daß sich erst die nennt sich dann Förderung gesunder Körpertätigkeit. Generalversammlung damit beschäftigt. M. K. 40. Etwa 7 M. für beide. Ueber die Frage der Einsegnun befindet die Kirchenbehörde. Sch. 20. Der Vertrag ist noch mirtjam. G. 2. 100. Sie erhalten auf Anfrage beim Landesökonomiefollegium, Königgräßer Str. 19, Auskunft. Dumme Wette. 1. und 2. Nein. .. 40. Uns nicht bekannt. Magnet. Zu technischen Abhandlungen, mie gewünscht, bietet der Briefkasten keinen Raum. Alter Abonnent 24. An das Bureau des Abgeordnetenhauses oder an einen Abgeordneten direkt. Marktbericht von Berlin am 19. April 1912, nach Ermittelung des tönigl. Polizeipräsidiums. Markthallenpreise.( Kleinhandel) Speisebohnen, 1 kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 100 Stilogramm Erbfen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. weiße, 30,00-56,00. Linfen 40,00 80,00. Startoffeln( leinhdl.) 8,00-13,00. 1,40-1,80. Schweinefleisch 1,40-1,90. Stalbfleis 1,40-2,60. Sammelfleisch 1,40-2,20. Butter 2,60-3,20. 60 Stüd Gier 3,00-6,00. starpjen 1,10-2,40. tale 1,50-3,20. Bander 1,60-3,60. echte 1,40-2,80. Kilogramm Barsche 1,00-2,00. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,50. 60 Stud Krebje 4,00-30,00. 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April, Flugblattverbreitung statt.— Die Genossen werden nm recht rege Beteilignng an dieser Aktion ersncht. Partei- Angelegenheiten« Zur Lokalliste! Im 1. Kreis wird das Lokal Dräfels Festsäle, Neue Friedrich-- straß« 3S, der Partei derweigert. ist deshalb von der Lokalliste zu streichen und als gesperrt zu betrachten. Die Lokalkommission. Zweiter Kreis. Dienstag, den 23. d. M., finden in der Bockbrau e r e i, Fidicinstraße, in Happoldts Brauerei. Hasen- Heide, und in NisjleS F e st s ä l e n, Dennewitzstratze 13, öffentliche Volksversammlungen statt, in denen über die neue Wehr- vorläge und den Reichstag referiert wird.(Siehe auch Inserat in heutiger Nummer.) Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung er- wartet zahlreiche Beteiligung und rege Agitation für den Besuch dieser Versammlungen. Der Vorstand. Künfter Kreis, 3. Abteilung. Dienstag, 23. April, abends 8%. Uhr, bei Sengespeick, Keibelstr. 39: Extrazahlabend. Vortrag des Genoffen Weise über.Agitation und Organisation".— Wahl eines Abteilungsführers und Verschiedenes. Niemand darf fehlen. Der AbteilungSfuhrer. Steglitz. Die Mitgliederversammlung findet in diesem Monat wegen der Maifeier bereits am Dienstag, den 23. April, abends LM- Uhr, bei Schellhase, Ahornstraße Iba, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Konrad Hönisch über den historischen Materialismus. 2. Diskussion. 3. Maifeier. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Lichtenberg. Dienstag, den 23. April, im»Schwaerzen Adler". Frankfurter Chaussee 5, Mitgliederversammlung. Tagesordnung' 1. Vortrag des Genoffen Düwell über: Kapitalistische und Moral religion. 2. Diskussion. 3. Anträge. Mitgliedsbuch legitimiert. Greß-Lichterfelde. Dienstag, den 23. d. M., abends 8)4 Uhr. i« Lokal von Erpel, Berliner Straße 129: Mitgliederversammlung. Der Vorstand. Lankwitz. Mittwoch, den 24. April, abends 8 Uhr, Generalversammlung bei Schulz, Mühlenstratze. Tagesordnung: 1. Vor- stand«- und Kassenbericht. 2. Gemeindevertreterbericht. 3. Maifeier. 4. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Zehlendorf(Wannseebahn). Dienstag, den 23. d. M.. abends 8Z4 Uhr. Generalversammlung bei Mickleh, Potsdamer Straße. Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Eduard Fuchs. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Tempelhof. Dienstag, den 23. d. M., abends 814 Uhr, bei Becker. Berlinerstraße 41/42: Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins. Bortrag des Genoffen Pieck-Steglitz über:.Die Bildungs- de strebungen des Proletariats". Treptow-Baumschulenweg. Dienstag, den 23. d. M., abends S1/� Uhr, im Sportrestaurant, Elsenstr. IIb— 116: Generalversammlung des Vereins Arbeiter-Jugendheim. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Kaffendericht, Ersatzwahlen zum Vorstand und Verschiedenes. Schmargendorf. Am Dienstag, den 23. April, abends 8'A Uhr, Generalversammlung im.WrtshauS Schmargendorf", Warne- münderstr. 6. Der Vorstand. Pankow. Dienstag, den 23. April, abends 814 Uhr, bei Roczhcki: Außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins. Tages- ordnung: 1. Zum Gedächtnis Josef Dietzgens; Referent Genosse Bacge. 2. Antrag aus Ausschluß der Genossen Karl Zühlsdorf und Erich Krüger. 3. Ortsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Bezirksleitung. Am Sonntag, den 6. Mai, findet in Wandlitz(Lassan) eine öffentliche Versammlung statt. Referent: Reichstagsabgeord- ncter Käpplrr-Altenburg. Rege Beteiligung erwartet Die Agitationskommission. Rieder-Schiinhausen-Nordend. Am Mittwoch, den 24. April. abends 8>4 Uhr, im Lokal Schwarzer Adler, Blankenburgerftraßc 4: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Unsere hygienischen und sanitären Anforderungen an die Gemeinde. Referent: prakt. Arzt Dr. Julius Moses. 2. Diskussion. Zu dieser Versammlung am Montag, den 22. April, von den bekannten Stellen aus: Hand- zettelverbreitung._ Die Bezirksleitung. Berliner JVacfmcbten« Ausstellnnss von Gesellenstücken. Im Handiverkskammer-Gebäude, Teltower Str. 1—4, haben die vereinigten Innungen zu Berlin eine Ausstellung von Gesellenstücken arrangiert. Fast alle Berufe, soweit sie transportable Produkte herstellen, sind in den weiten, mit Fahnen und Emblemen geschmückten Räumen vertreten. Kleine Schilder zeigen die Verfertiger der Gesellenstücke an und geben Aufschluß über Alter und Dauer der Lehrzeit. An Prädikaten findet man sehr oft„Ausgezeichnet", noch öfter„Sehr gut" oder„Mit Erfolg" und auch das beschei- denere„Gut". �_. Gleich am Eingang finden wir die Schmiede, die Blumen- ständer. Hufeisen, Türbänder und anderes mehr ausgestellt haben. In einem Seitenraume haben die Tapezierer aus- gestellt,»vo man Diwane, Klubsessel und sonstige Poksterarbei- ten, zum Teil noch unfertig, um Einblick in das Innere zu gewähren, findet. Die Schriftmaler zeigen Schilder und dergleichen, die Lackierer Wagenteile, die Sattler Geschirre, Sättel und Reise- effeften, die Graveure und Ziseleure hübsch und sorgfältig gearbeitete Gegenstände, die Drechsler und die Wagner(Stell- machen) Produkte ihrer Gewerbe, die Zcugschiniede Maschinen- teil,, und Schneidezeuge und die Buchbinder Bücher und an- beri s mehr. Die Bäcker haben einen appetitlichen Berg von Kuchen und sonstigen Eßvorräten aufgebaut, die Kürschner zeigen Pelzarbeiten, die Schlosser Kassetten und Schränke zum Einmauern, die Holzbildhauer Erzeugnisse ihrer Kunst, die Damenschneider Damenmäntel und Jacketts, die Gürtler hübsche vergoldete und versilberte ift-it auch Bronzegegenstände, wie Lenchter, Kronen, Schreibzange, die Peruckenniacher Perücken, die Glaser bunte Fenster v'sw. und die Gelb-, Kunst- und Metallgießer Gußerzeugnisse,-�u erwähnen wären noch die Schuhmacher, die in erster Linie-Schuhe für Krüppelfüße vorführen. * Die Zahntechniker sind auch vertreten, und die Möbel- tischler haben einen größeren Platz fair sich beansprucht, xnn ihre Möbelstücke, Billards usw. zur Schau zu stellen. Die Klempner zeigen durch ein Olcckat an, daß ihre sämtlichen ausgestellten Gegenstände in.27 Stunden angefertigt sind. Die Lehrzeit ist fast überall mit 4 Jahren angegeben. Soweit wäre alles gut und die Arbeiten,, die da zur Besicht!- gung stehen, zeugen gewiß von Fleiß, Schaffenskraft und Können, nur will es uns bedllnken, daß� sie kein Maßstäb sind für die allgemeine Ausbil'dung der Tau- sende von Lehrlingen, die alljäh rlich aus der Lehre treten. Nur allzuviele Eltern sehen mit Schrecken und Be- trübnis ihre Söhne nach beendigter Lehrz!it mit der mangel- haftesten Ausbildung ausgerüstet den Karapf um die Existenz aufnehmen. Werden doch in sehr, sehr vielen Fällen die Lehrlinge als reine Ausbeutungsobjekte bebrachtet und zu Arbeiten verwendet, die nicht ihrer Berufk/ausbildung dienen. Daß es schon etwas besser geworden ist in den letzten Jahren, soll zugegeben werden, ist aber emzig und allein der Arbeiterschaft zu verdanken, die ein wachsameres Auge als früher auf die Lehrlinge in den Betrieben hat uistv schon bei Tarifabschlüssen der Lehrlingszüchberei einen Riegel vor- schiebt. Desgleichen haben die Arbeiterbläbter und die Ju- gendbewegung nützlich gewirkt, die schonungslos alle Fälle von gewissenloser, unmäßiger Ausbeutung und Vernachlässigung von Jugendlichen aufdecken. Aber noch eins soll betont werden: die Lehrlinge, die da ausgestellt haben, mögen sich nicht übertmebenen Illusionen hingeben: so schön auch die Arbeiten ausgeführt sind, der moderne Produktionsprozeß macht in den meisten Fällen einen grausamen Strich durch die Hoffnungen. Der Arbeiter kommt heute kaum noch jemals im Leben dazu, einen ganzen Gegen stand bis zur Vollendung herzustellen, die raffiniert ausge- klügelte Teilarbeit duldet das nicht mehr. Und das Meister ideal muß in 99 von 199 Fällen begraben werden in der heutigen Zeit, wo das Großkapstal mit souveräner Macht herrscht. Die meisten der Ausgelernten bleiben Lohnarbeiter und das einzige, was sie für ihre Lebenslage tun können, ist der Anschluß an die organisierte, kämpfende Arbeiterschaft! Die Arbeiterbildungsichnle nimmt auch in der zweiten Unterrichtsstunde, in der der Inhalt der ersten kurz wieder- holt wird, neue Teilnehmer auf. Die L-lkSkonzrrte veS Philhanmmische» Orchester?. Der Magistrat beschäftigte sich in seiner vorgestrigen Sitzimg mit dem Plan für die in diesem Jaihre stattfindenden Vollskonzerte des Philharmonischen Orchesters, zu denen sich, wie erinnerlich, das Orchester als Gegenleistung für die ihm von der Stadt Berlin zu- gebilligte Subvention im Betrage von jährlich 60000 M. verpflichtet hat. Der Plan fand die Zustimmmig des Magistrats. Es werden im ganzen 40 öffentliche Konzerte veranstalte� und zwar Sö in der Zeit vom 1. Juni bip Ende September und 5 im Winter, von denen 2 zu Weihnachten und 8 zu Osteru stattfinden. Die 35 Sommerkonzert«! finden Mittwochs und Sonn- abend« statt und find auf alle Stadtteile Berlins verteilt. Im Osten kommen die Brauerei Friedrichshain, im Süden die Bockbrauerei. im Nordosten die Brauarei Königstadt, im Südosten die Konkordiasäle und im Norden die Germauiasäle in Frage. Es find festgesetzt für die Konzerte in der Brauerei Friedrichßhain der 1. und 19. Juni. 6. und 24. Juli, 9. und 28. August und der 11. und 29. September, in der Backbraueräi der 5. und 22. Zum. der 10. und 27. Juli, der 14. und 31. August und der 14. und 28. September, in der Brauerei Königstadt der 8. und 26 Juni, der 13 und 31 Juli, der 17. August, der 4. und 16. September, in den Konkordiasälen der 12. und 29. Juni, der 17. Juli, der 3. und 21. August, der 7. und 21. September, in den Germaniasälen der 15. Juni, der 8. und 20. Juli und der 7. und 24. August. Die Dauer der Konzerte ist auf die Zell von 7'/, bis 10'/, Uhr abends einschließlich zweier Panfcm von je 15 Minuten Dauer, in denen Speisen und Getränke eingenommen werden können, festgesetzt. Während der Musik wird nitht serviert. Garderobengeld ist nicht zu zahlen, auch besteht ein Gattderobenzwang nicht, doch dürfen Stühle weder reserviert noch belegt werden. Der Vertrieb der Billetts soll durch die Zentralstelle für Aolkswohlfahrt und durch dir Zentral- stelle der Berttetcr städtischer' Kreise(Gas-, Wasser-, KanalisationS- und Parkarbeiter) erfolgen. Der Preis für all' diese Konzerte ist auf 30 Pf. festgesetzt. Zu diesen 40 Konzerten kommen noch für Schüler sechs be- sondere Nachmittagskonzerte, die in jedem Wintermonat an einem Sonnabend von 4 bis 6 Uhr stattfinden werden. Der Eintritt ist frei._ Au? der WalderholungsstLtte für Frauen, die im Grunewald bei Bahnhof E i ch k a m p lingt,� ist uns mitgeteilt worden, daß Patientinnen sich Veklagt habqn über Belästigungen durch Männer, die sich in der Umgebung der Erholungsstätte sehen ließen. Nicht nur auf dem Wege vom Bahnhof zur Erholungsstätte seien solche Belästigungen vorgekommen, sondern auch in der Erholungsstätte selber habe man es erleben müssen, daß Patientinnen, die nohe dem Gittcrzaun in Liegestühlen ruhten, von vorübergehenden Männern durch Schamlosigkeiten beleidigt wurden. Der Weg vom Bahnhof her ist ziemlich lang und in der Regel wenig belebt; da ist es leider möglich, daß einzeln gehende Patientinnen, die in den Morgenstunden zur Erholungsstätte kommen, nicht sicher vor Zudringlichkeiten frecher Burschen sind. Daß diese aber sogar in der nächsten Nähe der Erholungsstätte ihr eien zu treiben sich erdreisten, sollte man kaum für glaubhaft halten. Hoffentlich wird ihnen schleunigst ihr Handwerk gelegt. Zur Waldvernichtung durch die Stadt Berlin, wie sie von der Touristcnzeitschrift:„Die Marl" neulich behauptet wurde, äußert sich jetzt der Magistrat wie folgt:„Das Rittergut Buch ist 1898 von der Stadt für Rieselzwecke und zur Errichtung von Anstalten erworben worden. Die Anstalten: Jrrenanstaltem Heimstätten, Zentrale sind im wesentlichen auf Kahlflächen errichtet worden; ebenso wird die 4. Irrenanstalt und das Tuberkulose- krankeichaus, deren Bau in Aussicht genommen ist, keine Wald- flächen in Anspruch nehmen. Daß für die Neubauten einige Bäume fallen.mußten, war unvermeidlich;' aber wo die Bäume irgendwie erhalten bleiben konnten, ist dies geschehen. Die für die Anlage der �notwendigen Venkehrsstraßen erforderlichen Flächen mußten natürlich, soweit nicht alte Wegelinien benutzt werden konnten, von der Wald fläche geopfert werden. Hierbei hat man ohne Rücksicht auf Mehrkosten die Linienführung der Wege so gestaltet, daß nach Möglichkeit alte, schöne Bäume geschont wurden; so ist dies z. B. bei der Anlage der Kreischaussee nach Schönerlinde, welche die Bucher Forst schneidet, auf ausdrücklichen Wunsch der Stadtgemeinde geschehen.— Für Rieselzwecke, namentlich für die Rohrlegung, mußten in dem ersten Jahre einige Holzbestände abgetrieben wer-- dcu. Indessen wird der übrige Waldbestand in einer Größe von über 350 Hektar auf Grund eines Beschlusses der Gemeindebehörden nicht für Rieselzwecke verwertet, um der Bevölkerung den gerade durch den Wechsel der verschiedensten Bodenarten und Bestände eigenartigen und interessanten Wald zu erhalten. Dieser steht den Besuchern im weitesten Umfang offen; auch alle Tafeln, welche das Betreten bestimmter Wege früher verboten, sind seit 1907 entfernt worden. Der Verwaltung ist vorgeschrieben, die Erhaltung deS Waldbildes dem Rutznngszwcck voranzustellen. Die Kämmereikasse hat sogar der Verwaltung zmr Erleichterung dieser Aufgaben einen jährlichen Zuschuß von 5000 M. zur Verfügung gestellt. ES wird deshalb nur das gehauen, was unbedingt gehauen werden muß, um den Wald in Geusndheit und in seinem Bestand zu erhalten. Für die Anpflanzung schmückender Holzarten, besonders Laubhölzer und-sträuchcr, werden erhebliche Kosten aufgewendet. Daß hierin nicht mehr und auch das nur mit kostspieliger Eingatterung er- reicht wird, dazu tragen leider manche Besucher bei, welche den Anpflanzimgen nicht die gebotene Schonung zuteil werden lassen. Der Hieb im Erlcnbestand, über den man sich jetzt in der Presse so heftig entrüstet hat, ist auch nur der Erhaltung des Waldes zu dienen bestimmt; denn die aus den verbleibenden Stöcken hervor- kommenden Schößlinge entwickeln sich viel rascher, als dies bei einer Neuanpflanzung der Fall ist, und so rasch, daß man schon nach 3 Jahren wieder auf einen geschlossenen Bestand rechnen darf. Die Kraft, Schößlinge zu treiben, verlieren die Stöcke nach forst- mänuischer Erfahrung, wenn man die Bäume noch älter werden läßt. Folglich hätte man bei längerem Warten mit dem Abholzen an eine Neubegründung des Bestandes durch Anpflanzung heran- gehen müssen. Das wäre aber bei dem vorhandenen Sumpfboden, der übrigens für das Publikum garnicht zugänglich ist, weil er selbst bei normalem Wasserstand meist nur mtt hohen Wasserstiefeln be- treten werden kann, eine heikle Aufgabe. Hätte man den Erlen- bestand nicht jetzt schon abgeschlagen, sondern wachsen lassen, wie so gut wieder einen neuen Bestand erhalten. Was das Maß des Einschlages anbelangt, so sind in Buch, einschließlich der Fasanerie, aber ohne den Park, an Laubwald 80 Hektar vorhanden, hiervon sind 62 Hektar mit Erlen bestanden. Somit müßten bei dem üblichen Umtrieb von 40 Jahren— die jetzt gehauenen Erlen waren 50 jährig und Überhiebsreif— und beim Vorhandensein eines ganz regelmäßigen Altersvcryältnisses der Bestände jährlich 1-5 Hektar(°°/«<>) abgetrieben werden. Da aber über die Hälfte der 02 Hektar schon hiebsreif ist, so würde nach forstlichen Grund- sätzen sich eine ganz erheblich höhere jährliche Hiebfläche ergeben. Nun ist in Buch seit Jahren von den Erlen nichts gehauen worden; in den letztvergairgenen Jahren auS dem sehr einfachen Grunde nicht, weil die milden Winter ein Betreten der Brüche nicht er- möglichten. Im Winter 1910/11 ist knapp 1 Hektar, im verflossenen Winter etwa'2,5 Hektar geschlagen. Daß ein Viertel des Be- standes abgeholzt worden sei, wie behauptet worden ist, entspricht nicht den Tatsachen. Mit dem Verfahren, das bisher beobachtet worden ist, hat man also nicht die wirtschaftliche Ausnutzung, son- dcrn lediglich die Erhaltung des Erlenbestandes ohne Rücksicht auf seine Ertragsfnhigkeit bezweckt, und nur bei diesem Verfahren wird man auf einen dauernd schönen Erlenbestand rechnen können. Weiter ist behauptet worden,„daß man auch die Art an die Pracht- exemplar« gigantischer Tannen, dieser so seltenen Bäume der Mark, gelegt hat, um Nutzholz zu gewinnen". Es ist allerdings zutreffend, daß eine Anzahl Fichten(„Rottannen") abgeschlagen worden sind; «über das war ein« traurige Notwendigkeit. Der ungewöhnlich trockene Sommer 1911 hat Bäum« in einem Alter zum Absterben gebracht, wie es bisher kaum für möglich gehalten wurde. In erster Linie sind die flachwurzelnden Fichten, die zudem nicht den ihnen zusagenden Standort hier finden, betroffen; außerdem sind auch Weymouthskiefern, was bei ihrer größeren Seltenheit noch viel bedauerlicher erscheint, abgestorben. Hätte man die abgestvr- benen Bäume stehen lassen, so wären sie zu einer Brutstätte für allerlei Schädlinge geworden, und hätten so ihre übrig gebliebenen Schwestern nach sich gezogen und nur einen traurigen Anblick ge- währt. Mußte man sie aber einmal abschlagen, so war es selbst- verständlich, daß man hierftir die beste Ausformung, nämlich die Verwendung als Nutzholzstämme im Interesse der Steuerzahler. wählte. Selbstverständlich wird für die abgeholzten Bäume Ersatz geschaffen. So ist der Sachverhalt, wie er den Tatsachen entspricht. Es mutz aber außerdem noch hervorgehoben werden, daß Re Wald- fläche in Buch, seit sich dieses im Besitz der Stadt Berlin befindet, nicht nur nicht vermindert, sondern stetig vermehrt wurde, und daß sie nicht rein forstwirtschaftliche sondern pfleglich als Zierwald behandelt wird." Wir nehmen von diesen Auslassungen Notiz, wetl wir ja durch den Abdruck der Bemerkungen in der„Mark den Magistrat veranlassen wollten, sich öffentlich zu äußern. DSberitz— Johannisthal. Gestern morgen um 8,20 Uhr stieg Leutnant Cörper mit Oberleutnant von Detten als Beobachter auf einem AlbatroS-DopPeldecker in Döberitz auf und erreichte noch etwa 20 Minuten Flugzeit das Johannisthaler Feld, wo er glatt landete.— Leutnant Blume auf AlbatroS-Zweidecker setzte beim Landen zu hart auf, so daß die Maschine sehr schwer beschädigt wurde. Der Flieger vlieb glücklicherweise unverletzt. Die Leiche eines neugeborenen Mädchens wurde gestern nach- mittag vor einem Abschöpfer im Wasserthovbecken, gegenüber dem Grundstück Luisenufer 48—49, gefunden und gelandet. Sie wurde dem Schauhause überwiesen. Eine noch dunkle Person ist der Ladenkassenräuber, der am Freitag. abend den Ueberfall auf die Seifenhändlerin Körper in der Til- siter Straße 69 verübte. Er ist gar nicht der Friseurgehilfe Karl Friese, für den er sich gestern bei der Verhaftung ausgab, sondern, wie der Erkennungsdienst der hiesigen Kriminalpolizei feststellte, der am 27. März 1880 zu Breslau geborene Damenschneider Paul Tischer, der schon mehrere Gefängnis- und Zuchthausstrafen verbüßt hat. Zuletzt wurde er erst im Oktober v. I. aus dem Zucht- Hause entlassen. Wo er sich seitdem aufgehalten und waS er ge, trieben hat, muß noch ermittelt werden. Er selbst gibt darüber keine Auskunft und sagt nur, daß er seit dem 6. d. M. in Berlin sei. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben bisher, daß 1er Räuber unter dem Namen Dr. Steiger in einem Hotel Unter den Linden gewohnt hat. Wie er bei seiner Festnahme auf den Namen Friese gekommen ist, weiß man. Die Kriminalpolizei er- mtttelt«, daß sich der angebliche Dr. Steiger mit einem Hausdiener Start Friese aus der Invalidenstraße 114 in Verbindung gefekt, often teilweise fragen fönnen; werden nur dann in die Listen auf- angehörigen bort ebenfalls Ermäßigungen des Badepreises gn Ber. und ihm geschrieben hatte, daß er zur Abreise seine Sachen paden genommen, wenn sich die Eltern vorher bereit erklären, dies bei schaffen. In der Friedhofsordnung ist nunmehr ber ominöse möge. Was der Räuber mit diesem Friese vorhatte, darüber gibt einer eventuellen Berücksichtigung ihrer Kinder zu tun. Die Kinder Paragraph von den Laienreden dahin abgeändert, daß nur die er durchaus teine Aufklärung. Man nimmt an, daß er die Absicht haben sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen und können Erlaubnis des Gemeindevorstehers eingeholt werden muß. Bei hatte, ihm irgendwie seine Ersparnisse abzunehmen. Er muß auf nur bei festgestellter gesundheitlicher Bedürftigkeit berücksichtigt kirchlichen Begräbnissen ist der begleitende Geistliche spätestens am irgendeine Weise erfahren haben, daß Friese 500 M. besikt. Alles werden. Eine Bevorzugung dieser Kinder gegenüber solchen, deren Tage vor der Bestattung von der Abficht des Redens zu unterrichten. das und das ganze Leben und Treiben des Verhafteten seit Ver- Eltern keinen Beitrag leister können, findet auf keinen Fall statt. Tegte brauchen jedoch nur für etwa abzufingende Lieder beim Gebüßung der letzten Zuchthausstrafe bedarf noch der Aufklärung. Soweit Plaz vorhanden ist, können auch Kinder berücksichtigt meindevorsteher eingereicht zu werden. In die neugewählte FriedDie Absicht, Frau Körper zu töten und zu berauben, bestreitet der werden, für welche der volle Verpflegungssat Geefolonie 50 M., hofskommission tourde als Vertreter der dritten Klasse Genosse Täter. Ein Stück Gasrohr, das man bei ihm fand, will er nicht Gebirgskolonie 45 M., Landkolonie 40 M. gezahlt wird. Diese Müller gewählt. Auf die Festlegung der Befugnisse diefer Kom mitgebracht haben. Es soll im Laden gelegen haben. Kinder können nur unter Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses mission in der Friedhofsordnung wurde verzichtet, nachdem der über die Notwendigkeit der Aufnahme in eine der drei Kolonien Gemeindevorsteher als deren Tätigkeitsgebiet bie Mitbertoaltung im Geschäftszimmer( Schulhaus Lessingstraße, Zimmer 4) Diens- des Friedhofes zugesichert hatte. Zum Schluß erklärte sich die tags von 5-6 Uhr gemeldet werden. Die erste Sprechstunde ist Gemeindevertretung einstimmig für die Errichtung einer Feuerbestattungsanlage und eines Urnenhains auf dem neuen am Dienstag, den 23. April. Straßenbahnunfälle. Am Werderschen Markt fuhr gestern Straßenbahnunfälle. Am Werderschen Markt fuhr gestern abend gegen 7 Uhr der Hausdiener Franz Daugs, Berliner Allee Nr. 42 in Weißensee wohnhaft, mit einem Handwagen gegen einen aus entgegengesetter Richtung kommenden Straßenbahnwagen der Linie 60 und wurde gegen ein in diesem Augenblick vorbeifahrendes Geschäftsauto gedrückt. Der Hausdiener trug eine schwere Quetschung des linken Unterschenkels davon, die seine Ueberführung nach dem Krankenhause Bethanien erforderlich machte. Gegen 48 Uhr abends fuhr der Radfahrer Franz Scheffler aus der Kochstr. 48 in der Ritterstraße gegen einen ihm entgegenkommenden Straßenbahnwagen der Linie 94 und wurde bei dem Anprall von der Maschine geschleudert. Sch. schlug so heftig auf das Straßenpflaster auf, daß er schwere Kopfverlegungen erlitt und nach dem Krankenhause Am Urban geschafft werden mußte. zur gleichen Zeit verunglückte beim Absteigen von einem fahrenden Straßenbahnwagen an der Ecke der Lüßow- und Maaßenstraße der 10jährige Schüler Willi Steffen, Lüderikstr. 6 bei den Eltern wohnhaft. Der Knabe, der trotz der Warnung des Fahrers während der Fahrt vom Vorderperron absprang, kam zu Fall und geriet unter den Schußrahmen des Vorderperrons. Der Verunglückte wurde befreit; er hatte eine Fleischwunde am linken Bein erlitten und wurde nach der elterlichen Wohnung übergeführt. Ein weiterer Unfall ereignete sich abends gegen 9 Uhr in der Beusselstraße. Dort wollte an der Ede der Huttenstraße der Kauf mann Hermann Obrin aus der Pantstr. 42 während der Fahrt einen Straßenbahnwagen der Linie 12 besteigen, glitt ab und stürzte so unglüdlich auf das Straßenpflaster, daß er eine flaffende Wunde am Hinterkopf erlitt. Der Verunglückte erhielt auf der nächsten Unfallstation einen Notverband und wurde auf seinen Wunsch nach der Wohnung transportiert. Einen tödlichen Ausgang hat wider Erwarten für den Täter eine Revolverschießerei genommen, über die wiederholt aus der Liebigstraße berichtet wurde. Der Bäder Alfred Liebusch hatte auf feine frühere Geliebte, die Näherin ww. Festerling, zwei Revolverschüsse abgefeuert, weil sie ihn verschmähte, sie aber nur leicht getroffen. Sich selbst hatte er in die rechte Schläfe geschossen und schwer verletzt. Vor einigen Tagen war er soweit gebessert, daß er vom Krankenhaus am Friedrichshain als Bolizeigefangener nach der Charité gebracht werden konnte. Dort trat eine Verschlimmerung ein, die gestern zum Tode führte. Ein Unhold wurde vorgestern abend in dem Hause Pannier- Friedhof am Stichtanal. straße 1 dabei überrascht, als er sich an einem zwölfjährigen Mädchen, Weißensee. das er unter Versprechutagen dorthin gelodt hatte, vergehen wollte. Der etwa 40jährige Mann wurde durch das rechtzeitige Hingu- Eine mehrstündige Betriebsstörung im hiesigen Elektrizitätstommen von Hausbewohnern an der Ausführung des Verbrechens werk trat am Freitagvormittag ein. Bei Ausschachtungsarbeiten verhindert und flüchtete. Nun entspann sich zwischen ihm und in der Schönstraße wurde das dort liegende Haupttabel des Geseinen Verfolgern eine wilde Jagd. Schließlich verschwand der meindeelektrizitätswertes so erheblich beschädigt, daß die Zuleitung Verfolgte in einem Hause der Pannierstraße und war dort zunächst 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags sämtliche an das Wert des Stromes bollständig gestört wurde. Infolgedessen waren von tro Abfuchens des ganzen Grundstückes nicht aufzufinden. Später angeschlossenen Betriebe Weißenfees ohne elektrische Kraft und entdeckte man den Gesuchten in einem auf dem Hofe stehenden großen Mülltaften. Die erregten Verfolger und hinzugefömmene Haus- gänzlich lahmgelegt. Erst nach 6 Stunden konnte ber Defett be bewohner verabreichten dem gefährlichen Kinderfreunde eine ganz seitigt werden, so daß von 4 Uhr nachmittags ab die Stromlieferung gehörige Tracht Prügel. in vollem Umfange stattfinden fonnte. Britz- Buckowo. Charlottenburg. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse Bei der letzten Gemeindevertreterwahl in Budow hatten, tote Bempelburg, nachdem die Versammlung das Andenten der im letzten wir bereits einmal kurz mitteilten, die Bürgerlichen alles in BeMonat verstorbenen Mitglieder geehrt hatte, Bericht von der General- wegung gefeßt, um unseren zweiten Vertreter aus dem Gemeindeversammlung des Kreises. Den hierauf folgenden Bericht von der parlament herauszuwählen. Dadurch, daß sie sich 46 Forensen Verbandsgeneralversammlung gab Genoffe Stulz. An der lebhaften stimmen verschafften, gelang ihnen denn auch auch der Plan. Debatte beteiligten fich u. a. die Genoffen Dr. Borchardt, Schulz In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins wurde und Bindenblatt. Nach Erledigung einiger örtlicher Wahlvereins- barauf aufmerksam gemacht, daß gerade Herr Bädermeister angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Schöneberg. Beim Spielen angeschoffen wurde am Sonnabend in der PrinzGeorg- Straße der dreizehnjährige Schüler Kannef, Brinz- GeorgStraße 6 wohnhaft. Der Knabe hatte mit mehreren Schulkameraden zusammen gespielt. Hierbei hatte der elfjährige Schüler Klößa mehreremale einen Tesching abgeschoffen. Als er wieder einmal die Waffe abfeuerte, wurde der dreizehnjährige Sannef von einer Kugel getroffen; das Geschoß drang dem Knaben in den Leib und durchbohrte die Leber. In schwerverlettem Zustande wurde der unglüdliche Junge nach dem Krankenhause geschafft. Steglitz. Steglitz auf der Oftseite der Potsdamer Bahn wird Weltstadt. Unbekannt gestorben ist gestern nachmittag eine Frau von un- Am Sonnabend ist auf der Strecke Bismardstraße- Bergstraße gefähr 40 bis 43 Jahren. Sie brach auf der Straße zusammen, Stegliger Bahnhof ein elektrischer Omnibusverkehr eingerichtet worden. wurde nach der Hilfswache in der Lindower Straße gebracht und Die Strede wird im entgegengesezten Verkehr augenblicklich von verschied dort bald nach der Aufnahme. Die Tote ist mittelgroß, awei Omnibussen befahren, die aber nur eine Fabrleitung behat schwarzes Haar und trug einen grauen Rock, eine blau und nutzen und man zerbricht sich den Kopf wie das möglich ist. In weiß gestreifte Schürze, rot geringelte Strümpfe und Schnürschuhe. wunderbar genialer Weise ist hier wieder ein Ei des Kolumbus beIhr Taschentuch ist C. B. gezeichnet. An einem Finger hatte sie nupt. Jeder der beiden Omnibusse wird durch einen äußerst leicht einen filbernen Ring mit goldenem Totenkopf. Festgestellt ist beweglichen Rollfasten Kontaftwagen angetrieben. Wenn beide die Person der Frau, die in der Genthiner Straße überfahren und Omnibusse sich begegnen, wechseln sie durch eine sinnreiche Borgetötet wurde. Stelzer aus Brandenburg a. d. S., die hier bei Verwandten in gleichzeitig die auf der Leitung laufenden Rollfästen aus Es ist eine Frau Auguste Wernis, geborene richtung nur gegenseitig die Kontaktstöpsel aus; dadurch find der Genthiner Straße 18 zu Besuch weilte. gewechselt und nun fahren diese mit dem aus der Gegenrichtung Zwei aufeinander fallende Schüsse und kurz darauf klägliches fommenden Omnibus wieder zurück. Die Auswechselung erfordert Stöhnen wurden am Freitagabend gegen 8 Uhr am Teufelsfee mittels der Stöpfel taum eine Minute Beitverlust. bon einigen Passanten vernommen. Als man näher tvat, fand man Die Omnibusse fahren zurzeit im Behnminutenverkehr, die Fahrt einen Mann liegen, der aus einer Wunde unterhalb des Herzens wird ohne Fahrkartenfchaffner durch den Wagenführer allein geleitet, blutete. In dem Schwerverletzten wurde ein Lithograph Ingel- der dafür sorgt, daß jeder Fahrgast 10 Pf. in einen Glastaſten mann ermittelt. Sonderbarerweise wurde eine Schußwaffe nicht wirft. Das ist für eine Fahrt von sieben bis acht Minuten viel zu vorgefunden. Da J. an den Kleidern völlig durchnäßt war, wird teuer, denn die Strede ist etwa halb so lang wie eine Fünfpfennig angenommen, daß sich derselbe im Wasser zu erschießen versucht, ftrede eines Berliner Omnibus, und da obendrein der Schaffner und nachdem ihm dies mißlungen war, unter erheblichen Mühen gefpart wird, würde die Gemeinde für den kurzen Weg selbst mit fich wieder ans Land geschleppt hat. Es wurde sofort nach einem 5 Pf. ein sehr gutes Geschäft machen. Krankentransportwagen telephoniert, doch als derselbe um 410 Uhr eintraf, war der Lebensmüde seinen Wunden bereits erlegen. Selbstmord einer Krankenschwester? Am gestrigen Sonnabend früh wurde die 56jährige Oberin Hedwig Kirstein von der ihr befreundeten Krantenschwester Martha Vogel in ihrer Wohnung Bambergerstr. 58 leblos in ihrem Bette liegend aufgefunden. Fräulein Bogel rief jofort telephonisch einen Arzt herbei, der fest stellte, daß die Oberin sich eine schwere Vergiftung durch Morphium zugezogen hatte. Es gelang dem Arzt nach mehrstündigen Bemühungen, die Erkrankte für kurze Zeit zum Bewußtsein zu bringen, doch mußte die K. in sehr bedenklichem Zustande nach dem Schöneberger Krankenhause geschafft werden. Ob wirk lich ein Selbstmordberjuch vorliegt oder ob die Oberin nicht etwa das Opfer eines Unfalles geworden ist, indem sie versehentlich eine zu große Dosis Morphium zu sich genommen hat, wird die einge Bisher fonnte der Vorfall, der in leitete Untersuchung ergeben. gewisser Hinsicht an die Tragödie in der Charité erinnert, noch nicht aufgeklärt werden, da die Oberin nicht vernehmungsfähig ist. M Ramber, der seine Ware auch bei der Arbeiterschaft Neuköllns und Treptow- Baumschulenwegs abseße, in diesem Kampfe gegen die Sozialdemokratie eine hervorragende Rolle gespielt habe. weiteren sei dem Arbeiter Road, der feiner Ueberzeugung gemäß fozialdemokratisch gewählt habe, anheimgestellt worden, seine Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr aufzugeben. Da Noad diesem Verlangen nicht nachtam, sei er vom Dienst dispenfiert worden. Diese Beispiele sollten die Arbeiterschaft veranlassen, mehr denn je zur Stärkung der Organisation beizutragen, damit es den Gegnern bei der nächsten Wahl unmöglich wird, den Kampf mit der Sozial demokratie mit Erfolg zu bestehen. Pankow. Eichler und Fengler für ungültig erklärt hat, haben beide Nachdem die Gemeindevertretung die Wahl ber Genossen Genoffen dem Gemeindevorstand die Erklärung abgegeben, daß fie bon einer Klage beim Kreisausschuß gegen diesen Beschluß Abstand nehmen. Zu diesem Entschluß tamen unsere Genossen, trotzdem fie überzeugt waren, daß der Beschluß der Gemeindevertretung eine ohne Zweifel die Wahl für gültig erklären würde. Eine Klage unerhörte Vergewaltigung der Wähler ist, und der Kreisausschuß würde jedoch nur Zeitbergeudung sein, zudem hätte Herr Kaufmann den bürgerlichen Wählern Gelegenheit zu geben, sich ganz aussein Ziel erreicht, gegen den Willen der Wähler noch längere Zeit Gemeindevertreter zu sein. Der Gemeindevorsteher hat, um zutoben, und nicht wieder mit dem Einwand zu kommten, sie hätten teine Beit zum Wählen gehabt, den Wahltermin auf drei Tage, und zwar, wie wir bereits mitgeteilt, auf Sonntag, den 12. Mai, bon 12 bis 7 Uhr, Montag, den 13., bon 12-8 Uhr, Dienstag, festgesetzt. Wie verlautet, sollen für die bürgerlichen Wähler sogar den 14., von 12-8 Uhr abends in der Turnhalle Grunowstraße noch Ruhebänke aufgestellt werden, damit sie bei der außerordentlich noch Ruhebänke aufgestellt werden, damit sie bei der außerordentlich anstrengenden Tätigkeit des Wählens nicht zusammenbrechen. Herr anstrengenden Tätigkeit des Wählens nicht zusammenbrechen. Herr Soltfötter hatte bekanntlich auch beantragt, die Wahlen im Namen der Gerechtigkeit zu fassieren, und als Protestgrund wurde unter Der ganze Verkehr wird aus dem Elektrizitätswerk der Gemeinde anderem auch angegeben, daß selbst Nichtwahlberechtigte im WahlDer ganze Verkehr wird aus dem Elektrizitätswerk der Gemeinde lokal anwesend gewesen seien; daß diese Nichtwahlberechtigten jedoch mit Strom bedient, die Erfindung foll von Gebrüder Körting in Parteigänger der Protestler waren und einer davon sogar mit in Hannover herrühren, ist hier von Siemens u. Halste ausgeführt und foll bereits auf einer Strede in Bremen in Tätigkeit fein. Die ihrem Bureau neben dem Wahltisch gesessen hat, verschwiegen die Omnibusfe find sehr gefällig, mit gut gepolsterten Lederfigen für 19 Personen ausgestattet. Nur ist es etwas unbequem, daß man Wittmer will man fallen lassen, jedenfalls weil derfelbe nicht reat Im übrigen geht der Streit um die Mandate schon los; Herrn wegen der Geldkontrolle born beim Wagenführer aufsteigen muß. tionär genug ist, an dessen Stelle soll Herr Schwien, der doch zu Allerdings werden dadurch die Fahrgäste verhindert, während der guter Leßt sein stadtväterliches Pflichtgefühl den Herren offenbart Fahrt abzuspringen und das ist als ein Gewinn zu betrachten. Die ganze Verkehrsanlage, ein elektrischer Kraftombnibus mit hat, aufgestellt werden. An unseren Parteigenoffen liegt es nun, Oberleitung ohne Schienen, muß, soweit sie sich augenblicklich über die kurze Zeit bis zur Wahl zur Agitation auszunuzen, damit sehen läßt, als wohlgelungen bezeichnet werden. Besonders zu be- unsere Kandidaten mit doppelter Stimmenzahl ins Parlament wundern war die Schnelligkeit der Leitungseinrichtung mit eisernen Masten in etwa 14 Tagen ohne Geräusch und ohne Verkehrsstörung. Bei stärker werdendem Verkehr kann noch ein dritter Omnibus eingestellt werden; auch für Anhängewagen ist eine Vorkehrung getroffen. Die Gummibelegung der Räder ist so start, daß selbst die Fahrt auf dem Steinpflaster, das in der Bergstraße befahren werden muß, nicht belästigt. 0.120 Rummelsburg. Herren aus Gerechtigkeitsgefühl. ziehen. Tegel. Böse Folgen hätte am Sonnabendfrüh eine Schießerei des Nachtwächters Bruchmann aus Borsigwalde haben können. Der Beamte vermutete auf dem Grundstüc Spandauer Str. 69 Eine brecher, weil er in einem dortigen Hühnerstall Licht bemerkte, das plötzlich erlosch. Er begab sich auf das betreffende Grundstüd, um Der Arbeiter- Nadfahrerverein Groß- Berlin" hielt am 17. April Der Ursache nachzuforschen. Durch dieses Geräusch wurde der in feine zweite diesjährige Generalversammlung ab. Der MitgliederEinen traurigen Tod hat die 18jährige Tochter des Schloffers Nachtwache Haltende Eigentümer Emil Werner aufgeschredt, der dem Stalle wegen der zahlreich vorkommenden Geflügeldiebstähle bestand betrug am Schlusse des 1. Quartals 335 Mitglieder. Der Kassenbestand betrug 1121,70 Mr. wurden Güssow, Emanuelstraße 12, gefunden. In dem Schlafraum des Ausgezahlt im 1. Quartal 75 M. Sterbegeld, 30 M. für Unfall, 26 M. für Mädchens war eine Gaslampe aufgestellt, die mittels Schlauch mit zugleich mehrmals Hilfe, Diebe rief und dabei die Tür des Stalles öffnete. In diesem Augenblid feuerte Bruchmann einen Rebolber Tourenunterstüßung und 70 M. für Silfe bei der Reichstagswahl der Gasleitung in Verbindung stand. In der Nacht war nun diese schuß nach der Tür hin ab und traf Werner in den linken Unteran arbeitsloje Mitglieder. In allen Angelegenheiten erteilt bereit. Berbindungsleitung undicht geworden, so daß die Gase ungehindert arm. Die Kugel trat unterhalb des Ellenbogengelentes in ben ausströmen fonnten. Als die Eltern frühmorgens das Zimmer be- Arm ein und verursachte eine etwa 6 Bentimeter große Wunde. willigst Auskunft Paul Pippon, Liegnißer Straße 10. traten, brang ihnen ein ungewöhnlich starker Gasgeruch entgegen, als hierauf die Ehefrau des Werner ebenfalls aus dem Fenster sie fanden die einzige Tochter leblos im Bett. Ein hinzugerufener ihrer Wohnung um Hilfe rief, feuerte Bruchmann auch nach dieser Arzt vermochte leider nichts mehr auszurichten, da der Tod bereits Richtung einen Schuf ab, der jedoch glücklicherweise sein Ziel verfeit einigen Stunden bei dem Mädchen eingetreten war. fehlte. Dem Beamten selbst ist vor einigen Tagen sein HühnerTreptow- Baumschulenweg. bestand gestohlen worden. Er scheint dadurch sich zu der voreiligen Handlung haben hinreißen lassen. Nowawes. Ein größerer Dachstuhlbrand kam in der letzten Nacht auf dem Boden des Hauses Danziger Straße 84 aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Die Feuerwehr, von drei Seiten gleich zeitig alarmiert, rüdte sofort in großer Stärte aus. Der Brandherb lag in den Lattenverschlägen, die mit vielem Hausrat der Mieter verbunden den Flammen reiche Nahrung boten. Unter Benutzung eines Rauchschubaparates gelang es schließlich nach etwa awweistündiger Tätigkeit, die Gefahr auf den Dachstuhl des VorderHauses zu beschränken. Vorort- Nachrichten. Briefkaften der Redaktion. 1016 Die erste Sigung der Gemeindevertretung nach den Ergän. zungswahlen am 19. April begann mit der Bestätigung und Ein. führung der neu bezi. tviedergewählten Gemeindeverordneten. Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß anläßlich der Neubenennung Leichenfund. Am Donnerstagabend urbe in Ser Nuthe, des Ortes in Berlin- Treptow" dem ersten im April geborenen gegenüber der Deutschen Jutespinnerei, eine männliche Beiche geZirkus Busch. Der letzte Sonntag der Zirkus Busch schließt Kinde, einem Mädchen, vom Kreise ein Sparkassenbuch mit 100 m. borgen. Die Rekognozierung ergab, daß es sich um den feit dem am 24. d. M. seine Saison bringt noch einmal in zwei Vor- gestiftet worden ist und daß aus der Kreiskaffe ein Beitrag von 14. Februar d. 3. vermißten 17jährigen Arbeitsburschen Erich stellungen das ausgezeichnete zirgenfische und artistische Programm. 300 m. für die hiesige Boltsbibliothet bewilligt ist. Weil im tiefer handelt. Die Leiche wurde nach der Halle des Friedhofs in In der Nachmittagsborstellung gelangen dabei die Nummern zur ganzen Ort 161 fatholische Schultinder vorhanden sino, müssen am der Großbeerenstraße übergeführt. Vorführung, die auch am Abend zu sehen sind, und am Nachmittag 1. Oftober zwei Lehrer katholischer Konfeffion angestellt werden. wird auch das Manege- Drama Die Here" vollkommen ungestrichen Bost- und Bahnverwaltung haben die beantragten Aenderungen der aufgeführt. Ortsbezeichnungen abgelehnt. Es soll erneut versucht werden, die Umtaufe in Treptow- Nord,-Mitte, Süd oder nach den Straßen- Die futistische Sprechstunde ftudet indenßraße 69, born vier Treppen bezeichnungen durchzusehen. Das Selbstverwaltungsrecht der Ge Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 71 Uhr abends, Sonnabends, meinden zeigte sich in recht eigenartigem Licht darin, daß die Schul- von 4½ bis 6 Uhr abends ftatt. Jeder für ben Brieffaften bestimmten Anfrage aufsichtsbehörde dem Arbeiterturnverein" Jahn" die bisher inne- ft ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen teine Abonnement quittung beigefügt ist, Neukölln.( Nixdorf.) gehabten Schulturnhallen entzogen hat, ohne daß die werben nicht beantwortet. Ellige Fragen trage man in ber Sprechstunde vor. Der Arbeitsausschuß des Freiwilligen Erziehungsbeirats für Gemeinde als deren Befizerin etwas dagegen machen kann. Alz 1877, 3. 3. Die Königliche Charité oder die Augenffinit in der Ferienkolonien hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen, um den Grund gibt die Behörde an, daß" Jahn" durch die Zugehörigkeit Biegelstraße. 5. S. 46. Das Arbeiterfekretariat in Erfurt ist Magde von Jahr zu Jahr steigenden Anforderungen nach Möglichkeit gerecht zum Arbeiterturnerbund als sozialdemokratischen Tendenzen hul- burger Str. 51. Grsuchen Sie dort um Austunit. 2. S. 4. 1. Gewiß zu werden. Nachdem die Einrichtungen vollständig ausgebaut find, bigend zu betrachten sei". Sozialdemokraten find aber minderen gibt es auch Freistellen in den Präparandenanstalten wie Lehrerseminaren. ist es möglich, erholungsbedürftigen Kindern einen vierwöchentlichen Rechts. Von einem Turnverein" Treptow" liegt ein Ersuchen um wir raten, zunächst den Klassenlehrer eventuell den Rektor der Schule Thres Aufenthalt an der Offsee, in den waldreichen Bergen des Harzes Ueberlassung der Turnhallen vor, über das erst später entschieden Sohnes um Ratschläge zu ersuchen. 2. Warum nicht?! Richard oder in einer Landschaft Mecklenburgs zu gewähren. Für die Aus- werden dürfte. Um der häufigen Umlegung der Alarmgloden in Buchow, O. 34. Dhne nähere Angabe nicht zu beantworten. Fragen wahl der Kinder, die nur durch die Bezirksvorsitzenden der ein- den Wohnungen der 58 Feuerwehrleute vorzubeugen, sollen an diese Sie in der Zentralauskunftsstelle für Auswanderer, Berlin, Karlsbad 9/10, H. B. 24 u. a. Für einen Taucher, der gesund und kräftig und zelnen Schulen geschehen kann, ist in erster Linie der körperliche Wohnprämien gezahlt werden; wenn sie ein Jahr in einer Wohnach. Zustand maßgebend. Es werden nur kränkliche und in der Ent- mung bleiben 10 M., für jedes weitere Jahr 15 M. Zur unent- mit guter Ausrüstung versehen ist, wird in einer Tiefe von 60 Metern die midelung zurüdgebliebene Kinder, deren Eltern seit mindestens geltlichen Abgabe von Badekarten für die Flußbäder Grenze der Leistungsfähigkeit sein. Schon bei 30 Meter Tiefe kann nur noch von einer beschränkten Arbeitsmöglichkeit die Rede sein. Meerestiefen einem Jahre hierselbst wohnen, aufgenommen. Die Kinder, deren Deutsches Bad und Niederschöneweide an unbemittelte tinder be- gibt es bis zu 9500 Meter.- P. B. und A. F. 20787. 1. u. 2. Mein. Eltern in solchen wirtschaftlichen Verhältnissen leben, daß sie die willigte man rund 100 M. Die Verteilung obliegt den Schul- B. B. 6. Die Geburtsurkunden, Ihr Militärpaß und, falls die Braut burch die Aufnahme ihres Kindes in eine Ferienkolonie entstehenden Teitern. Es soll versucht werden, den erwachsenen Gemeinde minderjährig ist, beglaubigte Einwilligungserllärung bes Baters. aber Бе 5. R. 1890. 1. Rein. Db ein Begnadigungsgesuch Erfolg haben wird, einlegen. K. B. 106. Nach 30 Jahren. M. R. 100. Dagegen| säumnisurteil ergeben.. 8. 102. Gegen den Birt tönnen Sie find Tönnen wir nicht sagen. 2. und 3. Ja. 99 m. D. Das ist möglich, läßt sich leider nichts tun. geltend gemacht werden. A. D. 28. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja, sofern Schadenersazansprüche fogar wahrscheinlich. H. Flint. Gegen den berufungsfähigen Bescheid durch ärztliches Gutachten Erwerbsunfähigkeit dargetan werden tann. für die Behauptung, daß Konkurrenzausschluß vereinbart ist, der Berufsgenossenschaft tönnen Sie innerhalb Monatsfrist Berufung beim V. 29. Erstatten Sie Anzeige bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts weispflichtig. Wegen der Beleidigung tann, nach vorangegangentem Schiedsgericht für Arbeiterversicherung, Charlottenburg, Berliner Str. 11, III Berlin, Moabit. B. 10. 1. und 2. Ja. Es würde dann Ber Sühneverfahren, Schiedsmann Privatllage erhoben werden. beim Falkenhagen= Neuerschlossenes Waldgelände O- Rute von 15 Mark and ab Lehrter Bahnhof in 30 Minuten. Direkt am Bahnhof Seegefeld, ab Charlottenburg( Bahnhof Jungfernheide) in 20 Minuten. Fertige Sommerhäuschen von M. 300.-, 500.-, 700.- aufwärts. Eigenheime bereits M. 6500.- an Auskunft auf dem Terrain: Hansastrasse. Jllustriert. Prospekt gratis. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. West Neuerschlossenes Waldgelände the O.Rute von 15 Mark an Billigste und schönste Kolonie westlich Berlins. Hochwald-, Villen- und Land baustellen Kleine Anzahlung. 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