Ur. 101. Sboanementz-Secklngonge»; Wonnements■ Preis fitönmntranbd: ViertelzShrl. 3P0 SKt, monotL 1,10 Ml, wöchenllich W Pfg, ftci WZ HauS. Einzelne Swnuner k Pfg, Sonntags- nunimer mit illustrierter Sonntag?- Vellage„Die Neue Welt" 10 Pfo. Post- Abonnement: 140 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitung?- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für da? übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Poflabonnement? nehmen ain Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. S9. Jahrg. üMjeint tsglich außer wolltag«. Verltnev Dolltsblnkk. ZcntrAovgan der fozialdemokratifd�cn parte» Deutfd�lands. Die TnferflonS'GebQfir beträgt für die sechsgespattene Kolonel- zelle oder deren Raum 00 Pfg, für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes wettere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstelleiwn- zeigen das erste Wort 10 Psg, jede« wettere Wort S Psg. Worte über IS Buch- Naben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpeditwu ist biS 7 Uhr abends geöffnet, relegraimn- Adresse: „SoaiaMtnoknt BtrUaT« Redaktion: öd. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Expedition: öd. 68, Lindcnatrass« 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984» Festtag und Kampstag. Wer fest auf den Sinn beharrt. der bildet die Welt sich. Trotz alledem und alledeml Wieder, wie in .früheren Iahren, sieht die Bourgeoisie in der Forderung eines Arbeiterfesttages ihr heiliges Herrenrecht gefährdet-pnö droht, die Arbeiter zu entlassen oder zeitweilig auszusperren, die in frecher Verkennung ihrer dem Kapital schuldigen'Fron- dienstpflicht es wagen sollten, am ersten Maientag die Arbeit ruhen zu lassen. Und als gefügiges' Instrument der Unter- nchmerschäst hat die Polizei selbst in solchen Städten, in denen früher öffentliche Maiumzüge gestattet worden sind, alle Aufziige, alles Marschieren in geschlossenen Reihen durch die Straßen verboten.. Mögen sie tun, was sie in übermiitigem, kurzsichtigem Herrendünkel nicht lassen können, wir feiern trotzdem unseren M a i e n t a g. den Tag, den wir uns 1889 auf dem Pariser internationalen Arbeiterkongreß selbst gesetzt haben— als Tag internationaler Solidarität, der das Prole- tariat aller kapitalistischen Länder an die Gleichheit seiner Interessen gegenüber dem profitlüsternen Kapitalismus mahnt, und als Demonstrationstag der Kraft und der Be- deutung der Arbeiterschaft, der sie auf ihre große historische Aufgabe: die Durchführung der sozialistischen Gesellschafts ordnnng hinweist. Seit Einführung des Arbeiterweltfeiertages wiederholt sich alljährlich dieser Sturmlauf der dcuts6)en Bourgeoisie, gleichwohl hat-die deutsche Arbeiterklasse ihren Maifesttag in Sturm und Drang aufrecht erhalten und gefestigt. Wohl haben, die schweren Opfer, die jedes Jahr aufs neue die Feier des Maienfesttages gefordert hat, der Arbeits- und der Geld Verlust, mehrfach' in allzu nüchtern rechnenden Partei kreisen die Frage erweckt, ob sich diese Opfer lohnen und nicht die verausgabten Geldsummen sich in anderer Weise weit besser im.Befreiungskampfe der Arbeiterklasse ver wenden ließen. Vielleicht mögen rein rechnerisch solche Er wägungen stimmen; aber die, die so rechnen, verkennen die kulturelle und moralische Bedeutung dieses Festtages, verkennen seinen die Begeisterung weckenden hohen idealen Sinn, der die Arbeiter aus dem täg lichen Elend, dem kleinlichen Einerlei des täglichen Lebens heraushebt und ihre Seelen mit neuem sozialen Optimismus füllt, den sie in ihrem harten Lebenskampfe so nötig haben. Deshalb haben auch bisher alle derartigen Berechnungen in der organisierten Arbeiterschaft wenig Verständnis gesunden. Der zur Erkenntnis seiner politischen und wirtschaftlichen Stellung im heutigen gesellschaftlichen Getriebe gelangte Ar- heiter hält an seinem Arbeitsfeiertage fest. Mag ihm auch die Herrenmacht des Unternehmertums die natürlichste Form einer würdigen Festfeier, die gänzliche Arbeitsruhe, vielfach erschweren, das Fest selbst und die Ausbreitung der ihr zu- gründe liegenden hohen Idee vermag sie nicht zu hemmen — trotz Lohnkürzung. Aussperrung und Entlassung. Rebellengeist lebt in diesem Feste, und das Drohen mit der Hungerpeitsche vermag diesen Geist nicht zu lähmen, es stärkt ihn nur. Rebellentrotz nicht in dem Sinne, den meist mit diesem Wort eine hochwohlweise Polizei verbindet, sondern im Sinne der inneren Auflehnung der Arbeiter- schaft gegen die heutige kapitalistische Gesellschaftsordnung, gegen den llnternehmerzwang. Der Arbeiter will an diesem Tage sich selb st gehören, er will ein gleich- berechtigter Mensch, nicht nur ein bloßes Arbeitsmittel im Dienste der Profiterzeugung sein. In der heutigen Gesell- schaft gehört er, und nicht nur er, sondern die ganze um kargen Lohn arbeitende Menschheit, ob sie am Schraubstock steht. Kohlen und Eisen aus der Erde Schoß fördert oder mit Sckzädel und Hirn pflügt, nicht sich selbst. Sie gehört dem Kapital, ist ein Mittel der Mehrwerterzeugung, ein Faktor des kapitalistischen Produktionsprozesses, genau wie die Maschine und das von ihr verarbeitete Rohmaterial. Was den Menschen erst zum Menschen macht: das Arbeiten an sich selbst zur höheren, freieren allseitigen Entwickelung der eigenen Persönlichkeit, das ist heute der Arbeiterschaft in ihrer Masse völlig versagt. Sie ist lediglich ein Mittel für andere, ihre Reichtümer zu mehren und sich höhere Lebens- genüsse zu verschaffen. Aristoteles, der griechische Philosoph des vierten Jahr- Hunderts vor unserer christlichen Zeitrechnung, hat einst in seiner„Politik" die Sklaverei damit begründet, daß die freien Bürger des athenischen Staates genügend Muße haben müßten, um■'ihren Geist zu bilden und die Staatsgeschäste zu besorge; aber, so meinte er, wenn ein unbeseeltes Arbeits- Werkzeug imstande wäre, die Dienste des Sklaven zu über- Ntlrmen, wenn jedes Werkzeug auf Befehl die ihm zukam- mende Arbeit verrichten würde, wenn die Webeschiffe selbst webten und die Schlägel der Zitherspieler selbst die Zither schlügen—„dann freilich brauchten weder die Werkmeister Gehilfen, noch die Herren Sklaven". Das Wunder der Technik, von dem einst in dieser Weise Aristoteles sprach, hat sich inzwischen größtenteils verwirklicht. Was dem großen griechischen Philosophen unmöglich schien, vollzieht sich jetzt tagtäglich vor unseren Augen: Dampf und Elektrizität treiben komplizierte Arbeits- und Werkzeug- Maschinen, die mechanischen Webstühle weben, durch motorische Kraft angetrieben, von selbst, und ungleich feiner konstruierte Musikinstrumente als die alte griechische Zither lassen auto matisch ihre wundersamen Melodien erklingen. Zlber der Er- folg, den sich einst Aristoteles von dieien Wundern der Technik versprach, ist nicht eingetreten. Das Los der Arbeiter hat sich wenig oder gar nicht gebessert. Zwar ist der heutige Ar- heiter persönlich frei, nicht mehr ein Eigentumsobjekt seines Arbeitsherrn; aber wie einst dev Stock des Sklavenaufsehers peitschen ihn heute Hunger und Mangel zur Arbeit, und während er einst auch in den Zeiten der Hungersnot von seinem Herrn seinen zum Leben nötigen Unterhalt empfing, wirft ihn jetzt jede Krise, jeder schlechte Geschäftsgang aufs Pflaster. Mächtig hat die technische Entwickelung die Pro- duktionskraft gesteigert, ungeheure Reichtümer hat sie auf- gehäuft: doch infolge der Spaltung der Gesellschaft in die beiden Klassen der Produktionsmittelbesitzer und der auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesenen Lohnarbeiter, fällt von allem diesem Reichtum der Lohnarbeiterschaft nur ein ge- ringer Teil zu. Die größere Masse stecken in der Form von Profit, Zins und Grundrente die Kapitalbesitzer in ihre Tasche. Und diese den Kapitalmagnaten zufließenden enormen Werte dienen nur teilweise der Ausdehnung des persönlichen Verbrauchs, zumeist werden sie aufgehäuft, akkumuliert, und zur weiteren Vergrößerung der Pro- duktion benutzt. So hat denn die industrielle Produktion einen Höhepunkt erreicht, daß die einheimischen Märkte der großen Industrie- länder die Masse der erzeugten Waren längst nicht mehr zu fassen vermögen und das Mißverhältnis zwischen der Waren- konsumtion und der Warenproduktion alle acht, neun oder zehn Jahre zu einer Wirtschaftskrise führt, die regelmäßig eine Entlassung und Verelendung eines Teils der bisher be- schäftigt gewesenen Arbeiter zur Folge hat. Sie, die Lohn- sklaven, müssen den Wahnsinn der kapitalistischen Produktion büßen, die, während Millionen im Elend darben und die not- wendigsten Bedarfsartikel entbehren müssen, im Ueberftuß der von ihr selbst geschaffenen Waren erstickt. Denn nicht ent- steht, wie einst im grauen Mittelalter, die Wirtschaftskrise daraus, daß auf den Feldern zu wenig gewachsen ist oder Krieg und Pestilenz die Erzeugung der nötigen Waren- mengen verhindert haben, sondern es ist zu viel produziert worden, nicht absolut zuviel— gar mancher könnte noch diese und jene Ware gebrauchen und entbehrt sie schmerzlich—, aber zu viel im Verhältnis zu der künstlich herabgedrückten Verbrauchsfähigkeit der arbeitenden Klassen. Gezwungen durch ihre eigene Kapitalvollblütigkeit suchen die Großkapitaliften aller Industriestaaten nach neuen Warenabsatz- und neuen Kapitalanlagemärkten, nach Neu- land, in das sich ein Teil der überftüssigen Erzeugnisse und des aufgehäuften Kapitals unter günstigen Bedingungen ab schieben läßt. So ist in allen großen Staaten eine wilde Jagd nach neuen Kolonien entstanden, die, wie wir im vorigen Jahre beim Marokkohandel sahen, um den Erwerb wert- loser tropischer Landfetzen skrupellos die Existenz des eigenen Volkes aufs Spiel setzt und den blutigen Vernichtungskampf gegen den Wirtschaft- lichen ftemden Rivalen predigt. Im Grunde handelt es sich bei diesem Ausdehnungs- bestreben, diesem sogenannten Imperialismus, in allen Großstaaten, in England wie in Deutschland, in Frank- reich wie in Italien, um dieselbe aus den heutigen Bedürfnissen des großen Kapitals erwachsene Erschei- nung. Aber die Verfassung, die Klassenschichtung, die historischen Traditionen des im neuen Deutschen Reiche maßgebenden preußischen Staates sind andere als die des parlamentarisch«gierten England und der ftanzösi. schen Republik. Daher tritt der Imperialismus auch in Deutschland in einer viel gefährlicheren, angriffslustigeren und militaristischeren Form auf, als in jenen Ländern. Der Imperialismus, der dort in parlamentarisch-demokrati- scher Fassung erscheint, hat im halbfeudalen Preußen-Deutsch- land ein romantisch-zäsaristisches Gepräge— er ist ein Mittel zur Stärkung des selbstherrlichen persönlichen Regiments, der Erhaltung des bureaukratischen Junkerregiments und des Militarismus. Seine Tendenz offenbart sich am besten in der einst vom Kaiser in das goldene Buch der Stadt München eingetragenen Devise:„Eegis yolantas suprema 1 e x"(des Königs Wille ist das höchste Gesetz). Die imperialistische Sucht, neue weite Kolonialgebiete zu erwerben und teilzunehmen an der Austeilung fremder Erdgegenden, bedingt eine stetige Vermehrung der Heere und Flotten. Wohl stand noch kein Maifesttag so unter dem Ge- klirr der Waffen, wie der heutige. Ein wildes Rüstungsfieber hat die Bourgeoisie aller kapitalistischen Staaten gepackt. Eine Nation sucht die andere in tollem Wetttüsten zu über- bieten. Der sogenannte„bewaffnete Friede" ist zu einer entsetzlichen Geißel der Völker geworden und verschlingt so ungeheure ans den arbeitenden Volksschichten herausge- preßte Summen, daß die notwendigsten Kulturaufgaben immer mehr zurückgedrängt werden. Und doch peitscht die Gier nach Neuland die herrschenden Schichten zu stetig wachsenden neuen weltpolitischen Ansprüchen auf. Fast ständig steht der Friede auf des Messers Schneide. �- Und zugleich wird das Heer ausgespielt gegen des eigenen Volkes Freiheitsstreben. Jede gründliche Reform des Heerwesens wird' verweigert; alle Vorrechte des Adels und Besitzes bleiben erhalten; nicht Fähigkeit, sondern Geburt bestimmt den Rang. Alle militärischen Einrichtungen, alle Instruktionen zielen dahin, die„Söhne des Volkes im Waffenrock" zu einer Schutzgarde des Kapitalismus heranzu- drillen. Zum Exerzier- und Gefechtsautomaten erniedrigt, soll der Soldat durch eiserne Disziplin dermaßen zur blinden Unterwürfigkeit gebracht werden, daß er auf Befehl seine Waffen ohne Skrupel gegen die eigenen Verwandten kehrt. Je mehr aber der Rüswngswahnsinn die staatlichen Mittel verschlingt und die Kräfte des Volkes erschöpft, desto weniger zeigen sich Regierung und herrschende Klassen ge- neigt zu sozialen Reformen. Was schiert sie auch das Elend der Masse; wichtiger als alle Sozialreform ist die Ver- mehrung des Heeres und vor allem der Kriegsflotte. Greift dann, von der Not getrieben, der Arbeiter zur Arbeitsverwei- gerung, so wird gegen ihn Polizei, Gendarmerie und Militär aufgeboten, und eine willfährige Klassenjustiz verhängt, um die freche Auflehnung des Arbeitssklaven gegen die Majestät des Kapitals zu rächen, die schwersten Strafen. Der letzte Streik der Bergarbeiter im Ruhrrevier und die jetzt dort be- liebte Strafpraxis beweisen das Gesagte. Und doch haben diese Vorgänge auch ihre gute politische Seite. Sie reißen der schönen Legende vom„sozialen Königtum" die letzten Flitter herunter und hämmern der Arbeiterschaft mit wuch- tigen Schlägen ins Hirn die Lehre ein, daß sie im Kampf gegen die kapitalistischen Gewalten sich nur auf sich selbst, auf ihre eigene Klasse verlassen kann. Doch mit seiner Machtentfalwng schafft der Kapitalis- mus zugleich die Bedingungen für seine Ueberwindung. Er schult und vereinigt das Proletariat zur Klasse und organi- siert es zur politischen Partei. Jede neue Kapitalanlage schafft neue Arbeitermasfen und vermehrt die proletarischen Kampfreihen. Mit jedem neuen Maifesttag wächst daher auch die Bedeutung der Arbeiterklasse als Welt- geschichtlicher Faktor— und zugleich ihr Gegensatz zur heutigen kapitalistischen Gesellschaftsordnung, ihre Sehn- sucht nach einer besseren sozialistischen Welt, in der sie nicht mehr im Dienst einer herrschenden Schicht ftondet, sondern selbst zu ihrem Nutzen die Produktion regelt. Zum Wirken für dieses Ziel, für die sozialisttsche Gesell- schaff, mahnt uns der heutige Maitag. Alle, die den Geist der Auflehnung gegen die kapitalistische Unkultur, den Rc- bellengeist des Werdenden, in sich tragen, ruft er auf zum Kampf für eine neue Weltgestaltung. Agitiert und organi- siert! heißt die Losung. Heiß ist der Streit, aber mag auch die Revolutionierung der Köpfe noch manches Opfer fordern, so wissen wir doch: Uns gehört die Zukunft! Krieg dem Kriege! Einer der wuchtigsten Proteste unserer internationalen Mai- dernonstratwn richtet sich gegen die internationale Bei- Setzung, gegen den überwuchernden Militarismus, gegen den Krieg. Denn mit durchdringendem Scharfblick hat das moderne klassenbewußte Proletariat erkannt, daß solange von einer wirklichen Erhebung des Proletariats zu menschenwürdigen Zu- ständen, von einer ernstlichen Befreiung der arbeitenden Klasse keine Rede sein kann, solange der internationale Hader und die kapitalistische Eifersucht die Nationen in feindliche Heerlager spaltet. Tie Befreiung der Arbeiterklasse ist eben nur möglich auf drei- tester internationaler Basis, genau so, wie die kapita- listische Ausbeutung der breiten proletarischen Volksschichten be- günstigt wird durch die kapitalistische Völkerver- l, e tz u n g, durch das moderne'kriegerische Wettrüsten, das allen früheren Militarismus in den Schatten stellt. Wr bekämpfen den Militarismus, das Wettrüsten und das angebliche Fatum des gottgewollten legitimen Massenmordes aus der Auffassung heraus, daß die Massen der Nationen weder Neigung noch Anlaß haben, ihre Brüder jenseits der Grenzpfähle eifer- süchtig zu belauern, mißgünstig zu beneiden und arglistig zu überfallen. Der deutsche Jndustrieproletarier oder Landarbeiter empfindet nicht den geringsten Trieb und fühlt sich auch nicht durch die leiseste Spur eines Interesses dazu veranlaßt, gegen den englischen oder französischen Arbeits- und Leidensgenosseu ins Feld zu rücken. Er weiß nur zu gut, daß die proletarischen Schichten Frankreichs und Englands trotz aller chauvinistischen Verhetzung, die hinter der in Deutschland üblichen in nichts zurücksteht, von denselben Idealen der proletarischen Klassenbc freiung und der Gegnerschaft gegen die chauvinistisch aufputschenden und aus- beutenden Schichten beseelt ist, als er selbst. Der deutsche klassen- bewußte Proletarier— und der größere Teil des deutschen Prole. tariats zählt trotz Reichsverband und Hansabund, trotz des katho- lischen Volksvereins und christlicher Gewerkschaften, trotz der Äriegervereine und sonstigen Bauernfängerei zur So z i a l d c m o- kratie— weih nur zu genau, daß der internationale Hader und die kapitalistisch geschürte Bölkerzerfleischung die MenschheitS- lultur nicht nur um keinen Schritt vorwärts bringt, sondern ledig- I ich ein Werkzeug ist, um den besonderen AuSbeu- tungsinteressen kapitalistischer Machthaberschichten zu dienen und zugleich die politischen Privilegien dieser AuSbeuterschichtrn gegen- über den entrechteten proletarischen Schichten zu befestigen. Das Proletariat aller Länder hat denn auch nachgerade erkannt, daß die ganzen internationalen Streitigkeiten und vor allen Dingen unsere ganze imperialistische Rivalitäts- Politik auf nichts anderes hinauslaufen, als den Panzerplatten- Patrioten, unseren überseeischen Handelsfirmen, gewissen abentcuer- hungrigen 5tapitalexporteuren und einer Anzahl avancements- lüsterner Offiziere und Beamten die Gewinn- und BcförderungS- chancen zu liefern. Daß dagegen für die Masse der Bevölkerung an materiellem Verdienst nicht nur kein Pfennig herausspringt, sondern daß im Gegenteil die durch die imperialistische Expansions- Politik angestiftete Verwirrung nur das willkommene Mittel für unsere sämtlichen Ausbeuterschichten ist, die ökonomische Lage und die politischen Rechte der arbeitenden Volksschichten so tief als möglich herabzudrücken. Wie dergestalt die Interessen einer beute- und herrschsüchtigen Bourgeoisie die internationale Zersplitterung und Verfrindung erheischen, so erfordert die Hebung der Klassenlage des internationalen Proletariats den rücksichts- losesten Kampf gegen die Abenteucrsucht und Aölkerverhetzung durch die besitzenden Klassen. Aber der Militarismus ist nicht nur ein Bollwerk gegen den Ausstieg der arbeitenden Schichten wegen der internationalen Spannung und der aus ihr erwachsenden internationalen ............ c 11 er i, i..... nmjia- feiertags. hörst du die Glocken der Freude singen? Strecke dich, recke dich, junger Gesell! Sollst du nur immer den Hammer schwingen, Du mit den Augen so heih und so hell? wirf in die Lust deine rußige Mühe. Steige aus deinem Maschlnenschacht. Rufe:«Diu ich zum Schaffen uühe, Bin ich'a auch zum Genießen der Pracht!" Alfons Petzold. offener ßrlef an einen preußischen Staatsanwalt.*' Persönlich find Sie mir nicht bekannt, Herr Staatsanwalt. ich weiß nicht einmal Ihren Namen. Al» Individuum interessieren Sie mich auch gar nicht, sondern als Typus. Als fadengerader, vor- bildlicher königlich preußischer Durchschnittsjurist. Als der Staats» bcamte, der sich herausnimmt, die deutsche Lyrik zu zensieren. Sie wissen doch, lveshalb ich Sie vornehme? Weil Sie durch Ihren Antrag vom 19. Dezember 1911, ausgefertigt am 6. Januar dieses Jahres, Franz Diederichs zweibändige Sammlung von Revo- lutionSgedichten„Von unten auf, Ein Buch der Freiheit", das 1911 herausgekommen ist. haben beschlagnahmen lassen. DaS Ver- hältnis des deutschen Juristen, der nach einer Staatsstellung strebt, -iur Kultur war mir auf der Universttat immer schon ein Problem gewesen, wenn ich mir die Korpsstudenten und Reserveoffiziersaspi- ranten betrachtete, oder etwa den preußischen Assessor aus der Jtalienreise. Aber in Ihrer Person, verehrter Herr StaatSaiuvali, sammeln und verdichten sich alle diese ungünstigen Eindrücke, seit ich Ihren Konfiskationsbeschluß gegen Diederichs Gedichtsammlung gelesen habe. Damit Sie sehen, wie wohlwollend ich Ihren„Beschluß" prüfe, komme ich Ihnen in Ihrem Spezialfach ein bißchen zu Hilfe. Sie stehen den§ 111 des Strafgesetzbuches an gegen Hcrweghs Auf- forderuna an die Soldaten, nicht mehr auf ihre Brüder zu schießeu „den Gehorsam zu verweigern", sagen Sie). Von der„Aufreizung von Personen des Soldaten-standeS zum Ungehorsam" ist, wenn Sie gütigst nachschlagen wollen, im nächsten Paragraphen, 112, die Rede. Habe ich recht? Rem Gott, so was passiert mal in der Hitze dc3 Gefechts._ Run aber Ihr Deutsch, Herr Staatsanwalt. Ihr Deutschi Müsse« denn die Juristen wirklich nur Paragraphen kennen und nicht auch ihre Muttersprache? „In den Gedichten werden die einzelnen Klassen der Bevölke- runa zueinander in Gegensatz gebracht", schreiben Sie. Wollen wir das nicht lieber umstellen und schreiben:„in Gegensatz zucin- andtr?" Ich finde es hübscher so. •) Diese treffliche Abfertigung der Staatsanwaltschaft ent. nehmen Vir mit Erlaubnis des Verfassers der Wochenschrift .März", ZkonfkiRe, sondern auch das schwerste Hindernis für den Aufstieg' des Proletariats im nationalen Staate. Man braucht sich nur der Ereignisse in den beiden letzten großen Bergarbeiterstreiks zu entsinnen. Was anders war es, was den Uebermut der Zechen- besitzer im Mansfeldischen schürte, als die Tatsache, daß gegen die Streikenden nicht nur Fuß- und berittene Gendarmerie auf- geboten worden war, sondern auch das Militär mit seinen Maschinengewehren! Im Zeichen des Maschinengewehrs erfolgte der ökonomische Triumph des Ausbeutertums gegenüber den Lohnsklaven I Genau so war es auch im rheinisch- westfälischen Bergarbeiter streik. Mochten 299 000 Bergarbeiter sich gegen die skandalöse Ausbeutung der Kohlenmagnaten, der millionengescgneten Bergherren aufgelehnt und zur Ultima ratio der Arbeitseinstellung gegriffen haben— das Unternehmertum spottete des heroischen passiven Kampfes der Arbeiterarmee, da eS ja ganz genau wußte, daß ihm die Gen- d a r m e r i e und das Militär zu Hilfe eilen würde. Gewiß, daß ihm diese Hilfe wurde, daran trägt daS empörende Verräterspiel der christlichen Gewerkschaften, der Judasse der u lt r a mo n ta n e u G e w e r k sch afts- organisationen, die Hauptschuld. Aber das letzte Mittel, die Streikenden mürbe zu machen und wiederum in die Fron der triumphierend ihre Hände reibenden Bergherren zu treiben, war doch unser„Volk in Waffen", das wieder einmal aufgeboten wurde gegen das eigene Volk, gegen den sogenannlen inneren Feind! Denn ohne die einschüchternde militärische Machtentfaltung wäre es wohl ausgeschlossen gewesen, dem Streik das Rückgrat zu brechen und dadurch eine Lohnbewegung, die zu den bercchtigsten aller jemals geltend gemachten gehörte, zum Scheitern zu bringen. So manifestierte sich bei zwei Lohnbewegungen von gewissermaßen historischer Bedeutung die Tatsache, daß unser heutiger Militarismus nichts ist als ein Mittel, die herrschende, die besitzende, die Ausbeuterklasse wider- standsfähig zu machen gegenüber den berechtigten Forderungen des brutal ausgebeuteten Prole- tariats! Der Kampf gegen unsere Weltpolitik und unseren MilitariS- muS gehört darum zu den Hauptaufgaben des klaffen- bewußten Proletariats, zu den wichtigsten Programm- punkten unserer Maidemonstration. Immer wieder erheben wir die nachdrücklichste Forderung, an die Stelle unseres volksfeindlichen kapitalistischen Militarismus eine Bolkswehr zu setzen: eine Milizarmee aller waffenfähigen Volksgenossen, die bei gutem Willen mit Leichtigkeit auszubilden wäre und eine stärkere BerteidigungS- Waffe gegen ausländische Angriffe böte, als unser gegenwärtiges stehendes Heer. Denn daß in unseren Zeiten der weittragenden Jnfanteriegcschosse und der aufgelösten Schützenlinie weniger der Kadavergehorsam eine Rolle zu spielen vermag, als die wirklich zielbewußte und verständige Ausbildung der individuellen Fähig- leiten jedes einzelnen Mannes, wissen auch die militärischen Sachverständigen gut genug. Und was böte eine bessere Garantie, als eine musterhafte individuelle Ausbildung jedes ein- zelnen Kämpfers, als jenes weitausholende und zielbewußte System der militärischen Jugcndausbildung, das die Sozialdemokratie fordert! Was auch vermöchte die Schießfertigkcit des einzelnen im höheren Maße auszubilden, als eben das System der Jugenderziehung, das von Jugend auf das Auge des Vaterlandsverteidigcrs schulte! Aber unsere Besitzenden wollen von diesem System nichts wissen, weil dieses System der wahrhaften Wehrhaftmachung unseren Machthabern keine Chancen bietet, die militärisch noch so tüchtige Miliztruppe bei Streiks oder politischen Demonstrationen gegen die eigene Nation verwenden zu können? Die Verteidigung des Vaterlandes, die Schaffung einer mög- lichft wehrhaften Tefensivarmee ist eben für unsere heutigen kapi- talistischen Machthaber minder wichtig, als die Beherrschung einer viel weniger kriegstau gl ichen Truppe, die sich vor- auLstchtlich dazu mißbrauchen läßt, auch einmal gegen d i e „Nicht ohne Absicht in gleicher Hinsicht find die lleberschriften gewühlt." Konnten Sie nicht auch noch.Vorsicht",„Rücksicht",.An- ficht" oder„Aussicht" hereinbringen? Sie reden ferner von Tatbestandsmerkmalen de-Z 8 139 und III Strafgesetzbuchs, und fahren fort:„Die sie enthaltenden Teile der Sammlung unterliegen der Einziehung." Beweisen läßt sichs ja allerdings nicht, daß das schlechtes Deutsch ist, höchsten» emp> finden. Indessen hätten Sie Sprachgefühl, dann würden� Sie den Satz nickt geschrieben haben. Aber der„Z III Strafgesetzbuchs". Stellen Sie sich vor, Sie wären VolkSschullehrer anstatt ivtaals- anwalt(ich will Sie nickst kränken Ij: würden Sie diesen artikel- losen Genitiv einem neun- oder zehnjährig«» Jungen durchgehen lassen? Ich glaube kaum, sonst möchten Sie als ein schlechter Lehrer gelten! Ihre schönste Svrachleistung setze ich ohne Kommentar hier- her:„Der Revolution wird zugerufen wiederzukehren." Ihr Herren Juristen bildet Euch doch so viel ein auf Eure Hebung im logischen Denken. Trotzdem müssen wir ein ganz kleines Lollegcum logicum zusammen abhalten. Ich komme noch ein- mal auf den Satz zurück:„In den Gedichten werden di« einzel- nen Klassen der Bevölkerung zueinander in Gegensatz gebracht." Sie geben zu. daß die Bevölkerung sich aus einzelnen Klassen zu« sammensetzt. Sie beanstanden jedoch, daß man diese in Geaeniatz zueinander bringt: Arm gegen Reich, Besitzende gegen Nichtbesitzende Arbeiter gegen Unternehmer. Sehen Sie nicht ein, Verehrtester, daß der Begrifr der.einzelnen Klassen" die Gegensätze eo ip,c» in sich schließt? Und daß Sie mit dieser Ausdrucksweise Ihre eigene Anklage über den Hausen werfen? Daß Sie sich selber ack absurdum führen?'Donnerwetter, Herr Staatsanwalt, das haben Sie sich wohl nicht recht überlegt! Die Aufteizung zum Klassenhaß können Sie ja überhaupt nur dann fassen, wenn Sie den Klassenbegriff selber als eine Fiktion erklären, als eine böswillig« Entstellung der Wirklichkeit. Dann wird man Ihnen wenigstens keinen Denk- fehler vorwerfen können. Sie schreiben ja auch von einer„falschen und übertriebenen Schilderung" der Lage des Arbeiterstandes. Es hätte heißen müssen „oder", denn zwei Dinge, die sich bis zu einem gewissen Grade ausschließen können nicht, wie bei Ihnen, koordiniert werden. Ja, ja, Herr Staatsanwalt, die juristische Logik ist doch nicht ganz so einfach! Wir sind noch nicht fertig miteinander. Ich habe Ihnen erst gezeigt, wie Sie sich formal vergaloppiert haben. Aber das Ko- mische an dem Fall ist. daß Sie mit Ihrem hilflosen Deutsch einem mit anerkanntem künstlerischen Ernst zusammengetragenen Zyklus von Werten der Weltliteratur(wenn&c'i nicht glaub-n, lesen Sie die Besprechung von Theodor Heuß in der.Frankfurter Zei- tung") zu Leide gehen wollen. Der Kunst in die Zügel fallen, um den Staat zu retten. DaS kommt mir fast vor, als wenn Sie in eine große Feuersbrunst hineinspuckten, um die Flammen zu löfchen. Wissen Sie auch warum? Weil die von Ihnen verfügte Konfieta. tion ihren Zweck vollkommen verfehlt. Die neun Gedichte, die Sie„beanstanden", find längst im Buchhandel erschienen, und die Lyrik von Georg Herwegh, Ludwig Pfau und John Henry Mackay überhaupt zu unterdrücken— das wird selbst Ihnen nicht einfallen. Also das. was Sie konfiszieren, wird man sich einfach in anderen Ausgaben kaufen. Die Abbildungen haben'o Ihnen ja auch ange- tan. Nun wohl, unterdrücken Sie doch den Klinger. den Daumter. Nethel und Goya, wenn Sie'S fertig bringen! GohaS„Erschießung der Aufständischen" hat Ihr ganz besonderes Mißfallen gefunden. Sir gestatten mir vielleicht, die Bemerkung, daß ein Kunstwerk, ha» unseres kahitalistifehe« Parkes««»«Vequemen Teile des Volkes vorzugehen! Unsere kapitalistischen Parteien wollen eben eine andere mili- tärische Organisation, als im Interesse der friedliebenden Volks- »nassen aller Nationen liegt! Ihnen kommt es auf die Durchsetzung ihrer weltpolitischen Expansionsabenteuer an, auf die kolonial- politische Ausplünderung fremder Erdteile und Völkerschaften, aber nicht im mindesten auf die Förderung der Interessen der breiten Volksschichten der Kulturnationen! Mag wegen der inS Abenteuer- liche wachsenden Heeresausgaben die Förderung sozialer Aufgaben nock so sehr zurückgedrängt werden, mag die Pflicht der kulturellen Erziehung der VolkSmasscn durch ein möglichst vervollkommnetes Schulwesen noch so sehr in den Hintergrund treten— unseren kapitalistischen Schichten ist das völlig gleichgültig! Die Parole Krieg dem Kriege, Kampf dem Militarismus wird deshalb eine der wichtigsten Voraussetzungen der internationalen Bölkeranssöhnung und der wirklichen Befreiung de» Proletariats aus heu Fessel» kapitalistischer Frou bedeute»� Tarife und Klassenkampf. Von Adolf Braun. Ost ist der Vergleich gezogen worden zwischen dem Stande der gewerkschaftlichen Organisation zur Zeit, als man zur ersten Maifeier rüstete und in unseren Tagen. Unter der Schwere des Sozialistengesetzes, unter den Wirkungen des Puttkamerischen Streikerlasses konnten die gewerkschaftlichen Organisationen auf dauernde Wirksamkeit nicht rechnen. Un- sicherheit beherrschte die Führer wie die Massen, die Gelder der gewerkschaftlichen Organisationen waren in steter Gefahr der Konfiskation, die Organisationen rechneten out der drohenden Auslösung, auch der klügste und vorsichtigste Gc- werkschaftsbeamte wußte, daß alle Peinlichkeit und Vorsicht ihn nicht davor sichere, daß seine Organisation vielleicht schon in der nächsten Woche zerschlagen sein würde. Daß da das Werben van Mitgliedern nur zu oft schwierig oder gar aus- sichtslos sein mußte, ist nicht erstaunlich. So hoch der Jdealis- mus der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, ihr Opfermut und ihre Kampfesfreudc einzuschätzen sind, so bleibt doch das treibende Moment für den Eintritt in die Gewerkschaft das Streben nach der Besserstellung, die durch die Gewerkschaft erzielt werden soll. Wenn in den breiten Massen der Arbester- klaffe die Ueberzeugung genährt wird, daß die gewerkschaft- lichen Organisationen nicht von Dauer sein können, daß sie früher oder später der behördlichen Willkür zum Opfer fallen müssen, so sinkt die Anziehungskraft der gewerkschaftlichen Organisation auf einen ganz niedrigen Stand. So erklärt es sich, daß die gewerkschaftlichen Organisasto- nen im Deutschen Reiche zur Zeit des höchsten Triumphes der politischen Partei, als die erste Million unserer Stimmen überschritten wurde, als Bismarck fiel, als der Kaiser zu seinen sozialpolitischen Erlasien gedrängt wurde, als das Sozialistengesetz aufgegeben werden mußte, knapp eine Viertelmillion Mitglieder zählten. Heute, wo man der ver- zehnfachten Zahl mit Riesenschritten entgegeneilt, heute, wo die Organisation der Handels- und Transportarbeiter fast ebenso viel Mitglieder zählt als vor 22 Jahren unsere ganze Gewerkschaftsbewegung, heute können wir nicht nur den weiten Abstand in den Zahlen der l89O und 1912 gewerk- schaftlich Organisierten feststellen, sondern auch ein gewaltiges inneres Erstarken der Gewerkschaften, ein hohes Selbstbewußt- sein ihrer Organisationen, eine vollkommene Selbständigkeit ihres Wirkens. Ganz neue Kampfmethoden wurden ausge- bildet, neue Grundsätze hat die Gewerkschaftsorganisation fest- gestellt. Selbständigkeit der Taktik, genaueste Durchbildung der Kampfmethoden, ein bis ins Einzelne gehender Ausbau seit hundert Jahren von der Welt verehrt wird, durch Ihren etwa? verspäteten Beschluß nicht ohne weiteres zu vertilgen sein dürfte. Und verspätet erscheint mir— mit Verlaub—- auch Ihr Wüten gegen die Poesie� der Demokraten von 1818. Verkennen Sie mich nicht, Herr Staatsanwalt, ich kann Ihnen nachfühlen, was Sie alles ausgestanden haben beim Durchblättern dieser Revolutionsgedichte! Der Verlag„Buchhandlung Vorwärts" ist ja schon an sich polizeiwidrige Das Titelblatt schon hat Ihr Thron und Altar stützendes Gemüt erbost. Und wa» mußten Sie und Ihre Freunde sich alle» sagen lassen in diesen neun Gedich- ten, die Sie herausgegriffen haben als„die TatbestandSmerkmale der§{} 139 und III(besser; 112) enthaltend". Im ersten von Ihnen zitierten Gedicht, Pfau».Der Tag wird kommen", mißfiel Ihnen gewiß besonders die Stelle: „Und das rote Meer, dos vergossene Blut, Den Pharao frißt samt seiner Brut" „O herrlicher AuferstehungStag! Wenn sie ausitchen die Nationen, Hinwegzufegen mit einem Schlag Die Throne zusamt den Drohnen; Wenn daS Volk einhertritt zum Gericht, Und sein gewaltiges Schuldig spricht— Der Tag wird kommen! DaS klingt verdammt ungemütlich, nicht wahr, Herr Staats- anwalt? Aber es kommt noch desser. Alfred Meißner wagt es, uns den Reichtum vorzuwerfen: �Jhr habt da» Gold, chr seid die Reichen, Ihr habt die Macht und macht daS Recht, Mit oder ohne Wappenzeichen; Ihr seid ein stolz und schnöd Geschlecht." „Denn alle wollen Gold und Mctzen. Paläste. Tafeln. Pferd und Hetzen—. Da» arme Volk will schwarzes Brot." „Die Zeit der Herrn, sie ist gewesen, Der Zorn der Unterdrückten loht, Und sind des Menschenrechtes Thesen Dereinst in Flammenschrift zu lesen, So nimmt man mehr als schwarzes Brot." Darüber lachen Sie wohl und finden es maßlos übertrieben? Sie Itaben ja mit der Armut weiter nicyts zu schaffen. Aber Hei- wegh kann einem doch recht auf die Nerven fallen, wenn er zynisch wird, blasphemisch: „Bei und arbeit! ruft die Welt, Bete kurc! denn Zeit ist Geld. An die Türe pocht die Not— Bete kurz! denn Zeit ist Brot." Ich vermute. Sie find Reserveoffizier. Herr Staatsanwalt. Dann dürfen Eie's allerdings nicht dulden, wenn Herwegh den Soldaten zuruft: „Was hilft es, daß wir trotzen, So lang noch mordbereit, Ihr gegen uns den Protz«, i Die packen Arme leiht?" der Organisation kennzeichnet heute die Gewerkschaften; vor .12 Jahren war dies alles selbst den meisten ihrer leitenden Männer völlig fremd. Heute sehen wir unsere Gewerkschaften hervorragend aus- gebildet. Zahlreiche Streitfragen, die im ersten Menschen- alter unserer Gewerkschaftsbewegung die Geister aufs tiefste erregten, sind heute erledigt und der jungen Generation kaum mehr vertraut, weil an stelle des Streites unbestrittene Mc- i Hoden getreten sind. So wurde in den Jahren nach der Auf- bebung des Sozialistengesetzes über die Tarifverträge gewaltig gastritten, heute sind die Einwände gegen die Tarif- Verträge zum Schweigen gebracht, heute betrachten wir sie als eine selbstverständliche Einrichtung unseres Gewerkschafts- Wesens. Um 1890 war selbst bei den Buchdruckern keine ein- heitliche Auffassung über die Tarifverträge vorhanden, nicht wenige Arbeiter, auch leitende Personen in der Gewerkschafts- bewegung, waren in jener Zeit Gegner der Tarifverträge. Heute untersuchen wir. warum sich diese Verträge nicht allge- mein durchsetzen lassen, warum die großen Unternehmungen und die machtvollen Zusammenfassungen der Großbetriebe den Tarifvertrag energisch zurückweisen, und warum er selbst dort, wo er zum Siege gelangt ist, oft nur gegen eine starke Minderheit der Unternehmer, oft nur nach schweren Kämpfen, nicht selten nach prinzipiellen Einwendungen durchgesetzt werden kann. Denn auch dort, wo der Tarifvertrag von den Unternehmern anerkannt wird, ist seine Durchsetzung nicht selten eine Errungenschaft der Arbeiterorganisation. So zeigt der Vergleich der Auffassung der Tarifverträge zu Anfang der neunziger Jahre und heute einen ganz bedeut- samen Unterschied. Wer sich einmal an die so dankbare, aber 'chwierige Aufgabe machen wird, die innere Geschichte der deutschen Gewerkschaften zu schreiben, der wird gerade aus der- artigen Entwicklungen überaus lehrreiche Folgerungen ziehen können. Vor zwanzig Jahren behauptete man mit großein Flachdruck, daß die Tarifverträge den Klassenkampf mildern, den 5tlassengegensatz abschwächen, die Kampfesfreude der Ge- werkschaftcn verringern werden. Heute sehen wir, daß wir eine große Zahl Tarifverträge durchgesetzt haben, daß aber der .Kampf um die Tarifverträge und das Streben, die Tarif- Verträge auf die Großindustrie auszudehnen, fiir hundert- tausende Arbeiter einen wesentlichen Teil des Klassenkampfes ausmacht. Gibt es etwas Aufreizenderes als den Hochmut der großen Unternehmer, den Arbeitern das Recht zu ver- weigern, bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen initzu- sprechen? Für die Unternehmer ist längst der individuelle Arbeitsvertrag eine Erinnerung aus einer Periode ver- gangcner EntWickelung. Der einzelne Großunternehmer be- stimmt heute nicht mehr die Arbeitsbedingungen, es geschieht dies durch den A r b c i t g e b e r v e rb a n d. Vielfach mischen sich die Kartelle— wenn sie es auch leugnen— in die Ordnung der Arbeitsbedingungen ein. Aber auch ohne Eingreifen der Kartelle folgt aus der bloßen Tatsache, daß in einer Unternehmung hunderte, ja tausende Arbeiter beschäftigt sind, mit Notwendigkeit, daß Beauftragte der Unternehmer, Nicht der Unternehmer selbst, nach genau festgestellten Regeln und klar formulierten Austrägen die Arbeitsbedingungen tcststcllen. Da kann also von einer individuellen Regelung des Arbeitsvertrages gar keine Rede sein. Der Großuntcr- nehmer ist heute organisiert, und seine Organisation greift auf das tiefste ein in alle Verhältnisse seines Betriebes, nicht zuletzt in die Regelung der Arbeitsbedingungen. Wir nfljen da auf der Seite der Unternehmer allgemeine Regeln der Arbeitsbedingungen. Dieser allgemeinen Regelung soll entgegengestellt werden die atomisierte Arbeiterschaft; ihre Gemeinschaften sollen im Interesse der Unternehmer, in ihrer Stellung zur Unternehmung, wieder aufgelöst werden in die zahllosen einzelnen Individuen. FürdenArbeitcrsoll »Ach wenn sie euch nicht hätten, War alles wohlbestellt; Auf euren Bajonetten Ruht die verkehrte Welt. An euren Bajonetten Lklebt aller Zeiten Fluch; Wir trügen keine Ketten, Trügt chr kein buntes Tuch.' Das ist starler Tobak, nicht wahr? Und nun lesen Sie noch bei Mackay. wie die Revolution herbeigesehnt wird: .Kehre wieder über die Berge. Mutter der Freiheit, Revolution! Zeige die Freiheit, die er verloren, Und das Recht, zu dem er geboren, Jedem einzelnen— und er ist dein! Za, du kommst! Und wir grüßen dich taufenb- Tausendmal, Mutter!— und dröhnend und brausend Rollt unser Ruf zu des Erdballs Grenzen! Aus den Kerkern, wo wir geschmachtet, tteber die Ruchlosen, die uns verachtet, Sehn wir die Flamme der Frecheit schon glänzen." In HecweghS Lied auf den achtzehnten Marz, das den Ver- iiner besonders peinlich berühren muß. macht der Pietätlose selbst vor der geheiligten Person des Königs nicht Halt: ..Achtzehnhundertvierzig und acht. Als du geruht von der nächtlichen Schlacht, Waren es nicht Proletarierleichen, Die du Berlin, vor den ziltcrnden. bleichen, Barhaupt grüßenden Cäiar gebracht, Achtzehnhundertvierzig und acht?' Schließlich vergeht einem doch das Lachen, wenn die Kerle so ekelhaft persönlich werden wie Mackay: „Sie müssen sich allem entgegen, was wahr und ftei sich nennt, . stemmen, Sie müssen. Verzweiflung im Herzen, ein Meer versuchen zu dämmen, Und fühlen es klarer von Tag zu Tag: sie gehen zugrunde.' „Und dann, an jenem Tag, da eZ zum Retten Zu spät, tret hin ich vor euch drohend dicht Und schlage die wie Glas zerbrochnen Ketten Euch in das nicht mehr lächelnde Gesicht.' Am Ende kriegt man's doch mit der Angst, Herr Staatsanwalt, wenn man das hintereinander weggelesen hat und läuft und verbietet das bösartige Buch. Aber mon findet nur fünf lumpige Exemplar« beim Verleger, der alles an/e:« in Sicherheit gebracht hat. Und man ist vor aller Welt blamiert. Man soll nicht in eine KenerSbrunst spucken! Beherzigen Sie diesen Rat Ihres wohlmeinenden _ H ermann Hieber. kleines Feuilleton. Der Kino-Zeasor. In England ist nunmehr endgültig der Beschluß gefaßt worden, alle zur össentlichen Gorführung bestimmten kinematographischen Aufnahmen einer Zensur zu unterwerfen: bereites., wenigen Wochen wird diese neugeschaffene Zensurbehörde ihre TVigkait beginnen. Die Bestimmungen, unter denen diese der individuelle Arbeiisverkrag gelken, für den Unternehmer aber die gemeinsame Lertragsabschließung. Wenn sich die Arbeiter heute dagegen wenden, weiui sie heute die kollektwe Vertrags- abschließung fordern und erzwingen wollen, so wird das tat- sächlich zu einem bedeutsamen Stück Klassenkampf. Die Naumann, die Schultze-Gävernitz, die Propheten des sozialen Friedens, wie auch so manche schroffe Tarifgegner sind durch die Kämpfe um den kollektiven Ar- beitsvertrag auf das gründlichste enttäuscht worden. Nir- gends und niemandem haben die Tarifverträge den sozialen Frieden gebracht, auch den Buchdruckern nicht. Auf jeder Baustelle, in jeder Werkstätte, in jeder Offizin, in jeder Fabrik, in der der Tarifvertrag herrscht, sucht man vergeblich den sozialen Frieden. Was die proletarischen Gegner der Tarifverträge nicht vorausgesehen haben, nicht voraussehen konnten, war die Stärkung der Gewerkschaften für kommende Kämpfe durch den wachsenden Umfang der Tarifverträge. Das Bedürfnis, die Arbeitsbedin- gungen zu verbessern, empfinden alle gewerkschaftlich organi- sierten Arbeiter, ja auch die Indifferenten. Der Beitritt zur Gewerkschaft erzeugt noch oft die Erwartung sofortiger oder wenigstens möglichst rascher Verbesserung der Arbeitsbedingun- gen. Selbst die reichsten Gewerkschaften wären in der Regel nicht imstande, stets und gleichzeitig für alle Mitglieder den Kampf zu führen. Herrscht auch bei allen Mitgliedern der Wunsch. ihre Lage zu verbessern, so wird vorerst nur selten ein all- gemeiner Angriff mit großen Aussichten auf Erfolg möglich sein. Nur für kurze Zeit würden die Unterstützungen aus- reichen, wenn das verfügbare Vermögen der Gewerkschaften gleichzeitig zur Streikunterstübung für alle ihre Mitglieder verwendet werden sollte. Eine einfache Erwägung ergibt, daß die Unterstützungs- sätze für längere Zeit gewährt, die Mitglieder kämpf- fähiger gemacht werden können, die Aussichten des Lohnstreites günstiger gestaltet werden, je weniger Mit- glieder den Kampffonds der Gewerkschaften in Anspruch nehmen müssen oder wollen. So werden die T a r i f v e r- träge zur Voraussetzung der Steigerung der gewerkschaftlichen Macht und der Angriffskraft unserer Organisationen toerden. Verfügt eine Gewerkschaft mit hunderttausend Mitgliedern über ein Vermögen von 3 000 000 Mark, wagt sie auch alle ihre Mittel, ohne Rück- ficht auf ihre Unterstützungseinrichtungen, dem Kampfe zu widmen, so bleiben doch nur 30 M. für das Mitglied, also nur ein Betrag, der eine etwa zweiwöchentliche Unterstützung zuläßt. Sind aber für die Hälfte der Mitglieder Tarifver- träge abgeschlossen, so steigert sich der fiir jedes kampfbereite Mitglied verfügbare Betrag so stark, daß mit einer vier- wöchentlichen Streikunterstützung für die durch Tarifverträge nicht gebundenen Mitglieder gerechnet werden kann. Je größer die Zahl der durch Tarifverträge zum gewerkschaftlichen Waffenstillstand zeitweise veranlaßten Arbeiter wird, desto mehr steigt der Unterstützungsbetrag für die kampfbereiten Angehörigen der Fachorganisation. So erscheinen uns die Tarifverträge als ein Mittel zur Konzentration der Angriffs mittel unserer Gewerkschaften, sie stei- gern die Aussichten des gewerkschaftlichen Klassenkampfes und erleichtern die Hebung der Arbeiter, deren Arbeitsverhältnisse durch Tarifverträge noch nicht geregelt sind. Die zeitliche Begrenzung des Tarifvertrages führt immer wieder neue Schichten der Arbeiter in den gewerkschaftlichen Kampf und läßt den Glauben an eine dauernde Regelung der Arbeits- bcdingungen nicht in Erscheinung treten. Kühler Beurteilung ist die früher aufgeregtere Ver- teidigung wie der nicht minder erregte Angriff auf den Tarif- Zensur gehmrdhabt wird, gehen so weit, daß jedes Kinematogvaphen- tbeater, das anfechtbare Darstellungen vorführt, sofort automatisch von allen Filmsfabriken boftiottlert wird, so daß dem Direktor die Forlführung seines Etablissements unmöglich wird. Es wird ein Komitee gebildet, dessen Mitglieder von der Genossenschast der Filmösabrikanien, von dem Verband der Filmsmieter und von dem Bund der Kinematographentheaier gestellt werden. Dieses Komitee ernennt sechs Prüfer, darunter auch Geschäftsleute, die mit der Kinematographenindustrie nicht in Verbindung stehen. Diese Kommission der Sechs wird ausnahmslos jeden Film prüfen, der zum Verkauf kommen soll. Wenn irgendein« der hierbei vor- geführten Aufnahmen auch nur bei einem Mitglied der Kommission Bedenken erregt, darf der Film einstweilen nicht verkauft oder ver- liehen werden. Tie FilmS, auf denen auf diese Art etwas auszu- setzen ist, müssen dann dem obersten Zensor vorgeführt werden; diesem obersten Zensor steht wiederum eine Kommission von Fach- leuten beratend zur Seite, doch werden dieser zweiten Kommission Filmsabrikanten nicht angehören. Die Entscheidung des obersten Zensor« ist unwiderruflich und kann nicht angefochten werden, auch dann nicht, wenn die beratende Kommission gegen die Vorführung de« Films Bedenken nicht erhoben hat. Ein Filmfabritant, der ein« Aufnahme verkauft, die der Kommission der sechs Prüfer nicht vorgelegen hat. wird schwer bestraft, da alle Käufer sich verpflichten, fortan von dieser Fabrik nie mehr einen Film zu kaufen. Dieselbe Strafe trifft die Theaterdirektoren, die eine Aufnahme vorführen, welche die Zensur nicht passiert hat: alle Mitglieder des Verbandes der Filmfabriken verpflichten sich, diesem Theater fortan keine FilmS mehr zu liefern. Dieselben Bestimmungen gelten für die Zwischenhändler; wer also die Zensur zu umgehen sucht oder nicht respektiert, wird boykottiert. Wem das Amt des obersten Zensors übertragen werden soll, steht noch nicht endgültig fest. Theater. KünstlerhauS: Sonderausführung der„Werkstatt der Werdenden'. Weil Wedekinds sckwerblütig grimmiger Einakter„Tod und Teufel' auf dem Programm des Abends stand, hatte die Zensur, die leichtgeschürzten Frivolitäten gegenüber sich so tolerant erweist, im Interesse plötzlich bedrohter Sittlichkeit strengsten Ausschluß der Oeffentlichkei! verlangt. Ohne Vorzeigung einer Einladungskarte mit RamenSunterschrift durfte niemand passieren. Ein Herr Wilhelm Borchard zeichnete als Regisseur der bunt zusammengewürfelten Veranstaltung, die der stolzen An- kündigung, daß man eS hier mit„Werdenden' zu tun habe, reckt wenig entsprach. Zur Eröffnung wurde— weiß Gott weshalb— das„Voripiel auf dem Theater" au» GoetheS Faust von drei Herren in GesellschaftStoiletic deklamiert. Dann traten unter feierlicher Verdunkelung deS Saales und farbiger Bühnenbeleuchtung drei Damen nach einander auf, die parfümierte LeSbos- Strophen BaudelaireS und ähnliches zum besten gaben. ES folgte eine Borchardiche Pantomime. D a S Ä i s s e n d e r A st a r t e', in der alle», aui>er dem von Fräulein Elle Berna anmulig-temperament- voll exekutierten orientalische» LiebeStanz, in rätselvolle Finsternis getaucht war. Die aui dein Theaterzettel hinzugefügte„Erklärung" schloß mit dem tönenden Orakelwofte:„Kultur, Kultus und Stil sind identisch, indem durch die Scherslein unendlich vieler Schaffender die Form des Ideals gefunden wird!" Am Schluß des ersten Teils erschien endlich daS viel berufene, bald nach der„Bückie der Pandora' entstandene Wedekindsche Nacht- stück—„ein Totentanz', wie es der Dichter nennt. Die barocke, springende Manier, dt« auf jeden Versuch einer konsequent charal- terifierenden Entwicklung verzichtend, mit den Personen wie mit Marioneucn umspringt— jener Stil, in dem WedekindS Bewunderer vertrag gewichen. Es gibt heute in der Arbefterfchast keine prinzipiellen Gegner des Tarifvertrages mehr, aber ebenso- sehr hüten sich die Arbeiter und ihre Vertreter, den Tarif- vertrag an sich als ein kostbares Gut zu betrachten, das zu er- ringen, allein Arbeit und Mühe, Opfer und Kämpfe wert wäre. Nicht der Tarifvertrag an sich erscheint heute der selbstbewußten Arbeiterorganisation als eine wichtige Er rungenschaft; jeder einzelne Tarifvertrag wird und muß darauf geprüft werden, ob er den Arbeitern Vorteil bringt. Eil' schlechter Tarifvertrag ist sicherlich schlechter als kein Tarifvertrag. Wo noch um die Anerkennung kollektiver� Vertragschließung der Kampf zu führen ist, in der großen u n d schweren Industrie, stehen gewaltige Gewerkschafte- organisationen mit reichen Erfahrungen den Verbänden der Unternehmer gegenüber. Sie werden den Tarifvertrag nicht abschließen des prinzipiellen Vorteils willen, wenn dies auf Kosten einer Steigerung der Abhängigkeit und der Ausbeu- tung der Arbeiter zu geschehen hätte. Und da drängt sich die Frage auf, warum die großen Unternehmervereinigungen, warum die Bergbaugesellschaften, die Maschinenindustrien und ihre Kartelle dem Tarifabschlusse so feindlich gegenüber- stehen. Die Tatsache allein, daß die kapitalistische Macht dort zu höchster Entfaltung gelangt ist, während die Machtver- hältinfse der Arbeiterorganisationen noch sehr steigerungs- fähig sind, genügt allein— so wichtig auch diese Feststellung ist— zur systematischen Ablehnung des Tarifvertrages noch nicht. Der Tarifvertrag hat sich nur durchsetzen können, weil er auch für die Unternehmer unzweifelhafte Vorteile in sich birgt. Diese sind unter anderen die Ausgleichung der Pro- duktionsbedingungen, die Ausschaltung der Schmutzkonkurrenz. die Vereinfachung und Uebersichtlichkeit der Kalkulation, die größere Boraussicht der Unternehmer beim Submissions- verfahren. Alle diese Vorteile schafft aber in weitem Maße schon die Organisation der Unternehmer allein, die Eingliederung des einzelnen Unternehmens in die allgemein festgesetzten Pro- duktionsbedingungen des Kartells, in die Vorschriften der Unternehmervereinigung. So sind für den großen Unter- nehmer wichtige Vorteile, die ihn zum Abschluß des Tarifver- träges veranjassen sollten, bereits durch die eigene Organisatwn gegeben. Wohl gibt es für die Unternehmer noch eine Reihe anderer Erwägungen, die ihnen den Tarifvertrag erwägenswert erscheinen lassen könnten; so ist die Sicherung des Fort- betriebs der Unternehmung natürlich für die Unternehmer- von der größten Wichtigkeit. Diese tritt aber erst dann in voller Bedeutung den Unternehmern entgegen, wenn die ge- werkschaftliche Organisation in den Großbetrieben zu höchster Kraft gediehen ist. So wird für die Arbeiter der Großbetriebe das Problem des Tarifabschlusses in weit höherem Maße als in dem Klein- und Mittelbetriebe zu einer Frage inten- sivster Bekämpfung des Jndifferentismus, zum Anstoß für die höchste Ausbildung und Kampffähigkeit der gewerkschaftlichen Organisation. Tarifvertrag und Klassenkampf stehen somit nicht, wie so manche oberflächliche Beurteiler meinen. im Widerspruch, sie haben heute und noch für absehbare Zeiten recht klare Beziehungen von Ursache und Wirkung. Freilich gibt es noch manche Genossen, die an einen Gegensatz zwischen entschiedener Betonung des Klassenkampfes und gewerkschaftlicher Arbeft glauben. Dieser Widerspruch besteht, wie ich glaube, nicht. Wenn er von vereinzelten Ver- tretern der politischen Arbeiterbewegung wie der gewerk- schaftlichen Aktion immer wieder betont wird, so erklärt sich das aus dem Grundirrtum, der Taktik und Methode der poli- tischen Partei wie der gewerkschaftlichen Aktion durch die Ansätze einer neuen künstlerischen AuSdmckSweise sehen wollen, ist hier auf den Gipfel getrieben. Der Mädchenhändler und die Dame von dem Verein zur Bekämpfung deS Mädchenhandel«, die ihm seine Beute abjagen will, reden in ihrer langen Unterhaltung kein Wort, das in der gegebenen Situation nicht den Stempel völliger psychologischer Unmöglichkeit trüge. Er braucht die beiden einzig, um seine paradoxen Einfälle in dialektisch zugespitzten Gegen- sätzen, zugleich sophistisch und leidenschaftlich überzeugt, auszuspielen. Der Mädchenhändler, den die Dame anfangs nach Recht und Billig- keit als ganz gewissenlosen Schurken behandelt, avanciert in ihren Augen bald zu einer Art von höherem Wesen. Seine zynischen Argumente alsdann, die in ihrer Logik derart fadenscheinig sind, daß jeder Unbefangene die Trugschlüsse mit Händen greifen kann, er- Icheinen ihr als wunderliche Offenbarung. Sein Hymnu« auf den „freien Liebesmarkt', der dem weiblichen Geschlecht im Daseins- kämpfe einen Borsprung vor den Männern gewähre, seine Ver- kündigung, daß in dem düsteren Inneren des Menschenleben? einzig die Sinnenfreude ungetrübten Genuß biete, spornt sie zu solcher Be- geisterung. daß sie dem großen Manne einen HeiratSantrag macht. Verfügbare Mitgift: 60 000 M. Umsonst. Der Herr verwirft sie. da eS ihr trotz guter Vorsätze an weiblich sinnlicher Begabung fehle. Nie würde sie deS himmlischen Glücks LifiskaS. ihre« Zöglings, die sie all« seinem Hause zurückverlangte, teilhaftig werden. Aber auch die gepriesene Seligkeit dieses Rassemädchen«, in dem der philo- sopbische Bordellmensch ein Musterbeispiel für seine Lehre von der Erlösung durch schrankenlose Sinnenlust zu haben glaubt, entpuppt sich, wie man das junge Ding belauscht, als ausweglose, bittere Oual. Nicht etwa, daß sie daS Entwürdigend« ihrer Existenz empfände. Aber sie leidet, weil der Trieb unlöschbar in ihr brennt, sie mit tyrannischen, in keiner SuSschwelfung befriedigten Begierden peitscht. Der Mädchenhändler aber nimmt sich diese Widerlegung seiner Beglückungöiheorien so zu Herzen, daß er die Welt, die mchtS als Schmerz im Schöße trägt, verfluchend, sich«ine Kugel in die Brust schießt. DaS Publikum, daS aus die grotesken Verdrehungen des Dialoges anfangs mit oppositioneller Heiterkeit reagierte, ging in der zweiten Hälfte, worin Else Edersbergs eindrucksvolle Darstellung der ListSka interessierte, entschieden mit und applaudierte stark. Den Abschnitt bildeten„Zeitungsausschnitte", ein harmloser Suffragettenulk von Bernhard Ehaw. AI» Kon- kurrenz gegen die aggressiven Stimmrechtlerinnen taucht hier eine noch viel kriegerischere Zukunft»« Frauenorganisation, die Snti- iuffragettenllga auf. deren Bertreterinnen alle Helden der Geschichte für verkleidete Weibspersonen erklären und den Ministern mit Re- volvern auf den Leib rücken. Der Spaß litt unter einem vielfach sehr unbeholfenen Spiel. üi. Notizen. — Theaterchronik. Im Kgl. Schau spie lhaufe wird zum Schluß der laufenden Spielzeit ein Klassikerzyklus zu ermäßigten Preisen aufgeführt, der in chronologischer Reihenfolge die beliebtesten klassischen Stücke aus dem Repertoire bringen wird. Der Zyklus umfaßt Werke von Sbcckcspeave. Lessing, Goethe, Schiller und Kleist und soll während der Zeit vom 10. Ma: bis 17. Juni 16 Stücke bringen. — Das Schicksal Konsuls. Einstmals haben sich sieben Städte in Griechenland um die Ehre gestritten, Homer geboren zu haben; heute teilen sich drei Hauptstädte Europas in den Ruhm. von den sterblichen Ueberresten des einst so berühmten Schimpansen -Konstil' ein Stück zu besitzen. Im Pariser Museum befindet sich sein Skelett, Berlin befitzt sein Gehirn und Wien seine Haut! gleichen Prinzipien bestimmt wissen möchte. Wir muffen uns mit dem Gedanken befreunden, daß die weltgehende Personal- union zwischen Sozialdemokratie und Gewerkschaften bei den Führern wie bei den Massen die letzte und höchste, die kräftigste und sicherste Garantie für die Einheit der Arbeiterbewegung schafft, daß aber Partei und Gewerkschaften, jeder dieser Zweige der Arbeiterbewegung, ihre eigenartigen Kampf- Methoden haben, wie auch ihre letzten Kampfesziele nicht die gleichen sind. Die Gewerkschaftsbewegung ist und bleibt eine Gegenwartsbewegung, begrenzt durch die kapitalistische Ord- nung und ihre Gesetze. Die Sozialdemokratie kennzeichnet ihr Hinausstreben über die Ordnung des Kapitalismus, ihr Ziel, an Stelle dieser kapitalistischen Ordnung, innerhalb der die Gewerkschaften wirken müssen, die sozialistische Gesell- schaftsordnung zu setzen. Wenn wir freundnachbarlich die Entwickelung der Ge- werkschaften und die ihr aufgezwungenen Kampfesstellungen betrachten und zu begreifen suchen, so werden wir erkennen. daß auch die Gewerkschaften, gezwungen durch den Widerstand des Kapitalismus, nicht zu einer Abschwächung des Klassen- kampfes kommen können. Gerade am 1. Mai wird uns allen deutlich ins Gedächt- ms gerufen, daß die unsere Arbeiterbewegung einigenden Momente die stärkste Kraft besitzen. Am 1. Mai erinnern wir uns der Beschlüsse der internationalen Kongresse, vor allem des von 1889, der uns aufruft zum Kampfe für die Per- kürzung der Arbeitszeit, für den Ausbau der A r b e i t e r s ch u tz g e s e tz e, für die soziale Hebung und für die gesellschaftliche Sicherung der Arbeiterklasse. Diesen großen Aufgaben widmen sich, wenn auch mit verschieden- artigen Waffen, wenn auch nicht auf den gleichen Kampfes- Plätzen, die politische Arbeiterbewegung wie die gewerkschaft- lichen Organisationen. So wachsen in Kampfeslust und in Kameradschaftlichkeit auf das innigste zusammm Gewerkschaften und Partei am 1. Mai. Sei' erite lllsl und die Frauen. An dem Weltfeiertag des Proletariats fühlen es auch die s?rauen. daß sie gleichberechtigte Glieder der roten Internationale sind. Krüher glaubten sie, hinter den im sozialen Befrciungs- kämpfe gereifteren Männern zurückstehen zu müssen— und spöttelnde Geringschätzung deS andern Geschlechts verstärkte oft diese falsche Bescheidenheit—. heute schließen sie sich frohmutig zu den kämpfenden Scharen, in die auch eintreten, die eben erst aus dem Schlafe der Knechtschaft erwachtem An keinem anderen Tage empfinden die Frauen es lebhafter, daß sie über die engeren Nahmen der Familie, der Volksgemeinschaft hinaus gemeinsame Interessen, gemeinsame Ziele mit dem Proletariat aller Länder baben. In den vergangenen Epochen der Geschichte schuf die Frau für die Familie ihres Mannes. Ihre Kraft, ihre Zeit gehörten ihr, ihre Gedanken blieben in diesem engen Kreise haften; und wo sie darüber hinaus strebten, geschah es durch Vermittelung der Familiengemeinschaft. Heute treten die Frauen als selbständige Glieder in die große Welt des Kampfes zwischen dpn beiden Mächten Kapitalismus und Sozialismus. Die engen Bande des MitfühlenS, MiterlebenS schließen sie mit dem seiner Aufgabe be- wußten Proletariat zusammen. Sie erheben als wichtigstes Ziel unftrer Arbeit die Forderung des Achtstundentages, die ein Lebensinteresse aller Arbeiter bildet. In erster Reihe der RiL nden stehen die Mütter und Gattinnen, die das harte Elend nnsf rer kapitalistischen Gesellschaft in die Fabriken treibt. Sie seufzen unter dem doppelten Joch der Berufsarbeit und der Haus- frauenpflichten. Aber gerade sie dürfen sich als Träger des Fort- schritts, als die stärksten Kettenglieder des Sozialismus betrachten. Nicht die Leiterinnen deS kleinbürgerlichen Haushalts, nicht die sorgsamen Hüterinnen traditioneller Fvauenaufgaben' bringen die Befreiung. Gerade die LoSlösung von dem Band« der Familie. die die kapitalistische Entwickelung mit grausamer Hand erzwingt, gerade das Hineinmüssen in die gemeinsame Arbeit mit dem Mann fördert die Erreichung unsere? Ziels. Die industrielle Arbeit auch der Frau ist ein wichtiger Faktor in der gesellschaftsnotwendigen Entwickelung zum Sozialismus. Schon die heutig« Proletaricrin wird um so freier als Persönlichkeit, um so wertvoller als Mit- kämpferin, je mehr sie sich von der Doppelstellung als Fabrik- und Haussklabin der Uebergangszeit befreit. Die sozialistische Gesellschaft, deren Zukunftsbild der heutige Maientag wieder lebhast in uns weckt, kann und wird nur beruhen auf der gemeinsamen Produktion von Mann und Frau. Nicht Beseitigung, sondern Einschränkung der Frauenarbeit ist daher v iser Ziel. Durch die Organisationen des Proletariats ist schon einiges erreicht auf diesem Wege, aber wir rasten nicht, bis unsere Forderung des Achtstundentages voll erfüllt. Man hat die Frauen immer gelehrt, sie sollten anderen dienen, für andere entbehren, für andere sich aufopfern— das sei ihre schönste Aufgabe, dies Bewußtsein ihr reichster Lohn. Jahrhunderte lang haben sie diesen Lehren gefolgt, und wie steht's um den Erfolg? Nicht nur, daß sie selbst Entbehrungen trugen. Opfer trachten— auch die, denen geholfen werden sollte, haben nichts gewonnen, sind doch müde und siech geworden. Kein bittereres Gefühl vermag eine eigene Handlung zu erzielen, als ihre Erfolg- losigkeit. So wie das Proletariat als Ganzes zu fordern gelernt hat und dadurch gegenüber den Satten zum Förderer und Träger der Kulturentwickelung geworden, so wissen heute auch die ar- beitenden Frauen, daß ihr Heischen um vollen Anteil reichere Früchte trägt und größeren Gewinn erzielt als ihr früheres Entsagen. Ihre Opfer haben denen nur geschadet/denen sie helfen sollten. Aber ihr Kampf und ihre Kampfcsbcute bringt nun auch jenen reichere Lebensfreude. Jetzt werden auch sie auS Hemmnissen zum Triebrad der Zukunftsentwickelung. Frauenarbeit war einst so viel wie Streikbrechcrarbeit, und noch heute lähmt sie oft den Fortschritt. Je mehr die Proletarierinnen sich aber zusammenschließen und in die allgemeinen Kampfrcihen einfügen, um so größer wird ihre Bedeutung für den Sozialismus. Der Maientag ruft sie. Größer und dauernder soll ihr Anteil an Lebensfreude und Lebensschönhcit, bedeutungsvoller ihre Stcl- lung im sozialen Leben, erfolgreicher ihr Wirken an dem Welt- gcwebe werden. Zungpr»Ietariat5 Malentag. Der erfti. T." des jungen Mai ist vor allem ein Festtag für die heranwachsende Jugend des Proletariats. Schmerzlicher als die ältere Generation empfindet die Jugend der Arbeiterschaft den harten Druck der Unkultur unseres kapitalistischen Zeitalters. Die zum Wahnwitz ge- steigerte, nüchterne, kapitalistische Plusmacherei, die unserer Gesellschaftsordnung den Stempel aufdrückt, ist der Jugend bis in die Seele hinein verhaßt. Die Jugend will leben. leben in Tat und Wort: die jungen Arbeiter und Arbeite- BeranUo. Redakteurs Albert Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw,-' rinnen wollen ihre Brust dehnen, ihre wachsenden Glieder zur harmonischen Entfaltung bringen, sie wollen sich an der sprudelnden Quelle der Wissenschaft erfrischen und stärken, sich an der Kunst erfreuen, sie wollen die Schönheiten des Lebens in vollen Zügen genießen: ihr himmelstürmender Geist will in die weiten Lüste schweifen: die Jugend will sich ihrer Jugend freuen. Sie strebt nach einem Ideal, das ihr Ziel und Richtschnur ihres Lebens ist! Der greise Kapitalismus hat kein Verständnis für die berechtigten Bedürfnisse einer gesunden Jugend. Der Kapi- talismus tötet das Leben, er ist lebensverneinend. Der Kapitalismus hat kein Ideal mehr, weil er keine Zukunft hat. Statt die Herzensbedürfnisse der Jugend zu befriedigen, er- stickt er sie. Er zerrt die Jugend der Arbeiterschaft in die Tretmühle der alltäglichen Arbeitsfron. Seine Profitsucht hemmt die natürliche Entwicklung des jungen Körpers, sie unterdrückt den frohen Sinn und den frischen Geist der Jugend: sie raubt der proletarischen Jugend chre Jugendzeit! Und diese lebenvernichtende Herrschaft des Kapitalismus soll jetzt auch auf die so kärglich bemessene ausbeutungsfteie Zeit der Jugend ausgedehnt werden. Ein großes Heer ge- treuer Staatsstützen ist eigens zu diesem Zwecke organisiert worden. Alle gehorsamen Diener des kapitalistischen Staates, vom Minister angefangen bis zum Nachtwächter herab, wollen jetzt über die Verwendung der wenigen Freistunden der arbeitenden Jugend bestimmen. Die bürgerliche Jugend- „pflege" kennzeichnet sich als die wohlorganisierte und ziel- bewußt betriebene Jugendbevormundung! Dagegen werden die Eingangspforten zum eigentlichen Paradies der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen, zu den von ihren Eltern geschaffenen Stätten gesunder Er- holung. edler Fröhlichkeit und proletarischer Bildung der- sperrt von den Cherubims des Kapitalismus, die, mit dem Säbel und der Pistole bewaffnet und dem Hund zur Seite, bereit find, jede selbständige Regung der Jugendlichen, weil polizeiwidrig, im Keime zu unterdrücken. So wird das nach Liebe und Freude verlangende Herz der arbeitenden Jugend mit einem tödlichen Haß gegen die herrschende Gesellschaftsordnung erfüllt! Da klingt der Donnerruf der Maldemonstranten wie eine Verheißung nahender Befreiung im Ohr der arbeiten- den Jugend. Jeder einzelne der wuchtigen Proteste, jede einzelne der Forderungen des internationalen Proletariats berührt und stärkt den Lebensnerv der arbeitenden Jugend. Gegen Ausbeutung— für den Achtstundentag; gegen Ver- krüppelung der Arbeiter— für den Arbeiterschutz! Wer be- darf wohl dringender der Schonung und des Schutzes gegen- über kapitalistischer Profitsucht als der schwache Körper des jungen Arbeiters, der jungen Arbeiterin!? Gegen Aus- nahmegesetze— fiir das Koalitionsrecht! Schmachtet nicht die arbeftende Jugend unter einem unerhörten, gen Himmel schreienden gesetzlichen Ausnahmezustand!? Und braucht sie nicht zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen, rechtlichen und geistigen Interessen das Koaliftonsrecht so notwendig wie das Brot zum Leben!? Gegen den menschenmordenden Militarismus— für den Völkerfrieden! Ist es nicht die Jugend der Arbeiterschaft, die in erster Linie ihr Herzblut dem unersättlichen Ungeheuer Militarismus opfern muß!? Und wenn am heutigen Tage die klassenbewußten Ar- beiter und Arbeiterinnen aller Länder feierlich das weit- erschütternde Gelöbnis ablegen, bis zum letzten Pulsschlag ihres Herzens für die Beseitigung der gegenwärtigen, un- gerechten Gesellschaftsordnung zu kämpfen und zugleich an dem Aufbau einer neuen Weltordnung zu arbeiten, so ist die Jugend sich dessen wohl bewußt, daß sie mit der alten Welt nur ihre Ketten zu verlieren, aber mit der neuen Welt ihre Jugend zu gewinnen hat! Denn die vom internationalen Proletariat vorbereitete Gesellschaftsordnung ist eine ganz andere Welt als die wirkliche Welt. Sie ist eine Welt der Freiheit und Gerechtigkeit, eine Welt, in der es keine Aus- beutung des Menschen durch den Menschen gibt, weil es keine gesellschaftlichen Unterschiede und Gegensätze gibt, eine Welt, in der jedem einzelnen Gliede der Gesellschaft„die Mittel zum Leben, zum Lebensgenuß, zur Ausbildung und Betätigung aller körperlichen und geistigen Fähigkeiten, gleichmäßig und in stets wachsender Fülle, zur Verfügung stehen".(Marr.) Das ist die Botschaft, die der erste Mai der arbeitenden Jugend bringt. Das ist ein Ideal, das die Herzen der jungen Arbeiter und Arbeiterinnen er- wärmt und das sie erfüllt mit neuem Lebensmute, mit frischer Kraft, jugendlicher Begeisterung und froher Zukunstshoffnung. Das Ideal des Sozialismus erhebt die arbeitende Jugend über die öde Wirklichkeit, es macht ihre Ohren taub gegenüber den Sirenengesängen der bürgerlichen „Jugendpflege", es macht ihre Augen blind gegenüber den blinkenden Lockmitteln der staatlichen Jugendkorruption. Das Ideal des Sozialismus ist der arbeitenden Jugend Ziel und Schwert im bevorstehenden Lebenskampf! Denn dies Ideal menschhcitsbefreiender Macht ist nicht ein Ideal im Sinne eines unerreichbaren Zieles. Nein, es muß Wirklichkeit werden, der Sozialismus muß kommen, ob die Menschen wollen oder nicht. Die Produktionsmittel sind bereits so gewaltig geworden, daß sie heute schon den Rahmen des Privateigentums sprengen, daß sie gesellschaft- liches Eigentum werden müssen. Und mit der Vergesell- schastung der Produktionsmittel werden auch die Produkte, die Güter der Kultur und des Fortschritts, Eigentum der ganzen Gesellschaft. Indessen, den Gang dieser naftirnot- wendigen Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse im bewußten Sinne zu beschleunigen, das ist die weltgeschicht. liche Aufgabe des klassenbewußten Proletariats. In deni Maße, wie die moderne Arbeiterbewegung vorwärts schreitet, in dem Maße rückt das Ideal des Sozialismus näher. Es wird zu einer Waffe der Arbeiter im gesellschaftlichen Kampfe ums Dasein. Was die moderne Arbeiterbewegung groß und stark gemacht, was den Arbeitern Mut und Kraft und Lebendigkeit in allen Zeiten schwerer Kämpfe verliehen hat, das ist das Ideal des nahenden Sozialismus! Kann auch die arbeitende Jugend Deutschlands nicht offiziell an der gewaltigen Manifestation des internationalen Proletariats teilnehmen, was nur ein weiterer Beweis ihrer Rechtlosigkeit ist, io kann sie dennoch sich der weltbefreienden Idee der internationalen Maikundgebung bemächtigen, mit der ganzen Inbrunst ihres jugendlichen Feuers sie in ihr Herz ausnehmen. Keine Macht der Welt ist imstande, der Jugend die in Fleisch und Blut übergegangene Idee des Wcltfeiertages der Arbeit aus dem Leibe zu reißen, denn „Ideen, die unsere Intelligenz besiegt, die unsere Gesinnung erobert, an die der Verstand unser Gewissen geschmiedet hat, Th. Glocke. Berl'n. Druck u. Verlag: BorwörtSBuchdr. u Lerlagsanitalt das sind Ketten, denen man sich nicht entreißt, ohne fein Herz zu zerreißen, das sind Dämonen, welche der Mensch nur bc- siegen kann, indem er sich ihnen unterwirft".(Marx.) Die menschenbezwingende Idee des ersten Mai hat bereits die Herzen der jungen Generation der Arbeit erobert, wenn auch eine engherzige Bevormundungspolitik diese Tatsache nicht zum Ausdruck kommen läßt. Aber der der arbeitenden Jugend aufgezwungene Zustand politischer Untätigkeit muß zu einer Quelle unermeßlicher Kraft und erfolgreicher politi- scher Tätigkeit werden! Tie Jugend der Arbeiterschaft wird die goldene Zeit der Muße fleißig dazu benutzen, sich die von ihren Vätern überlieferten Waffen des Geistes anzueignen. Die arbeitende Jugend wird ihre Jugendzeit am jugend- frischen Born des wissenschaftlichen Sozialismus verbringen und aus ihm Mut. Kraft, Fähigkett und Begeisterung für die Kämpfe der Zukunft schöpfen. Das sei der Schwur des � politisch entrechteten jungen Proletariats am heutigen Tag, am ersten Mail _ Max Peters. Hetzte Nachrichten. Streik der Londoner Konfektionsarbeiter. London, 39. April.(Eig. Tel. des„Vorwärts".) Am heutigen Tage sind die Herren- und Damenschneider in den Streik getreten, da die Verhandlungen mit den Unternehmern an deren Starrköpfigkeit gescheitert sind. Die auswärtige Politik in der ungarischen Delegation. Wien, 30. April.(28. T. B.) Sämtliche Redner, auch die oppositionellen Delegierten, billigten vollständig das Expose des Ministers des Aeußern. Graf A p p o n h i vermißte im Expose die Behandlung der deutsch-englischen Spannung,.in welche wir uns zwar nicht einmischen können, die uns aber insofern berührt, als wir die Aktion auf beiden Seiten unterstützen können, welche die Aufhebung der Spannung und die Stärkung des Weltfriedens zum Zwecke haben kann". Gegenüber dem Prinzen 2Lindisch.Graetz. welcher auf die Verstärkungen Italiens an der Nordgrenze hinwies, erklärte Gral T i sza: Wir müssen eS Italien vollständig überlassen, daß eS seine Wehrmacht entwickele, wie ihm beliebt. Wir müssen alles unter- nehmen, um das Mißtrauen zu zerstreuen, müssen aber unsere Heeres- und Marinepolitik derart einrichten, daß wir Italien viele gute Dienste leisten können, wenn wir mit ihm im Bündnisse sind, und viel Schaden zufügen können, wenn es sich gegen uns wendet.(Lebhafter Beifall.) Das Budgetpro- visorium wurde angenommen.(Vergl. Oesterreich.) Weitere Debatte im englischen Nnterhause. London, 30. April. Im weiteren Verlaus der Sitzung ftagte Dadid Mason(liberal) den Premierminister ASquitH, welches der gegenwärtige Stand der Verhandlungen zur Herstellung eines freundschaftlichen Einvernehmens mit Deutschland\ct und welche Aussichten beständen, daß die Verhandlungen zu einem bc- friedigenden Abschluß gelangten. Premierminister ASguitb er- widerte, die Beziehungen zwischen den beiden Regierungen seien derartig, daß sie es ermöglichten, in fteier und freundlicher Weise Fragen von beiderseitigem Interesse zu erörtern. Wenn es daS ist, schloß der Premierminister, was mit freundschaftlichem Einvernehmen gemeint ist, so ist ein solches Einvernehmen bereit? erreicht uns wird, wie ich zuveffichtlich hoffe, auch bestehen bleiben. Mehr kann ich für den Augenblick nicht sagen. Douglas Hall(kons.) stellte daraus die Frage, ob die britische Regierung amtlich Kenntnis davon habe, daß die M i n e n k a m m c r in Lüderitzbucht beschlossen habe, tausend indische Arbeiter für die Tiamantmincn nack, Teutsch-Düdwrsrasrika einzuführen, und ob in diesem Falle die britische Regierung Bedingungen fest- setzen werde, unter denen diese indischen Arbeiter eingeführt werden dürften. Cathcart W a s o n(liberal) fügte die Anfrage hinzu, ob die indische Regierung zu der Einführung von Jndiern nach Deutsch- Südwestaftika ihre Zustimmung gegeben habe. Parlamentsunter- sekrctär im Indischen Amt M o n t a g u erwiderte, die deutsche Sic- gierung habe der englischen Regierung wegen der Einführung indi» scher Arbeiter in Deutsch-Südwestaftika bisher noch keinen Vor- schlag gemacht. Wenn ein derartiges Ersuchen nicht vorliege, sei eS verfrüht, sich über Einzelheiten auszulassen. Aber im allge- meinen sei der Staatssekretär für Indien Earl of Crewe nicht geneigt, irgendeine neue Bestimmung für die Auswanderung von angeworbenen Arbeitern aus Indien nach Gegenden außerhalv des britischen Reiches anzuregen. Die Auswanderung von indischen Arbeitern nach Deutsch-Südwestafrika sei nicht gesetz- mäßig, wenn nicht der Generalgouverneur von Indien und der Generalgouvernementsrat die Ucberzeugung hätten, daß die Re- gierung des betreffenden Landes Gesetze oder Verordnungen er- lasse, die für den Schutz der Auswanderer während ihres dortigen Llusentl)altes als ausreicfcnd erachtet werden könnten. Auf keinen Fall könnten Schritte getan werden, ehe zwischen Deutschland und England ein Vertrag geschlossen werde, durch den für die Wohlfahrt der Auswanderer ausreichend gesorgt werde. (Siehe auch unter England.) Die Italiener dementieren. Rom, 30. April. Zu der Meldung der Wiener„Neuen Freien Presse", daß der Kreuzer„Ferruccio" und zwei TorpedobootSjägcr hätten gedockt werden müssen und daß ein italienischer Kreuzer während der Beschießung der Außenforts der Dardanellen ge- zwungen worden wäre, sich beschädigt hinter die GefecktSlinie zurück- zuziehen, erklärt die„Agcnzia Stefani", diese Meldungen sind vollkommen falsch. Nicht nur der Kreuzer„Ferruccio", sondern auch alle anderen Einheiten, die an der Flottendemonstra- tion teilgenommen haben, sind vollständig unbeschädigt und können jederzeit auslaufen. Tie Demonstration gegen den Arbeitermord. Petersburg, 30. April.(W. T.-B.) Die Haussuchungen und die Verhaftungen von Arbeitern wurde» in der letzten Nacht fortgesetzt. In den Fabriken streiken heute gegen 25 000 Mann. Heute abend 6 Uhr fand vor der Kasankathedrale eine Demonstration von Studenten, Studentinnen und Arbeitern statt. Die Polizei zerstreute die Menge und nahm 40 Verhaftungen vor. Zu dem Untergang der„Texas". Paris. 30. April.(P.-C.) Die Zahl der bei der Katastrophe umS Leben Gekommenen beträgt 100, die der Geretteten K9. Die Meldung, daß die„Texas" der türkischen Gesellschaft„Radjidaud" gehörte, entspricht nicht den Tatsachen; diese Gesellschaft ist viel- mehr vor Jahren in den Besitz eines amerikanischen Syndikats übergegangen, und Zloar an die„Archipelago American Line- Tie Schiffe dieser Gesellschaft versehen ausschließlich den Dienst zwiichcil dem Archipel und der Küste Kleinasiens. Da sich fn�lß* des -Krieges augenblicklich nur wenige Europäer in der dortigen Gegend aushalten, ist es sehr wahrscheinlich, daß die Passaglere der„Texas" nur aus Türken und Eingeborenen der klein- asiatischen Küsten st ädtc bestanden haben. Einer anderen Lesart zufolge soll sich das Schiff au' dem Wege nach saloniti bc- funden haben. Auf der hiesigen türtischen Botschaft ist eine Be- siätigung von dem Untergänge der„Texas" noch nicht eingelaufen. dock hat der Botschafter R» f fa t Pascha zugegeben, daß der Hafen von Smyrna durch eine Kette von Minen geschützt ist._ Paul Singer ä Co., Berlin LW�Hierzu t Beilagen u.Untrrhai.ungöbl. Nr. 101. 29. Jahrgang. 1. Sfiliijt Ks Jurniärts" Attlim Jlollistliitt. MMoch. 1. Mai 1912. Der DllelkMNg. In der Budgetkommission des Reichstages gab Dienstag Herr v. H e e r i n g e n die angekündigten Erläute- rungen zu jenem Bekenntnis zu dem Duellzwang, das das Zentrum in solchen Zorn versetzt hatte. Herr v. Heeringen erklärte folgendes: .Der Herr Abgeordnete Erzberger bezeichnete am 24. April die über die Verabschiedung des Oberarztes Dr. Sambeth ergangene Allerhöchste Order als einen Schlag gegen das christliche Volk. In der Erregung darüber gab ich meiner Erwiderung eine ungewollt scharf klingende Fassung, die zu meinem Bedauern zu vielen Mißverständnissen Veranlassung gegeben hat. Ich habe niemals im Sinn gehabt, einen Herrn, der aus reinen und edlen Motiven Duellgegner ist, als weniger würdig anzusehen. Ich habe den mir von der Presse in den Mund gelegten Ausdruck„patzt nicht in die gesellschaftlichen Kreise", wie der Einblick in das un- korrigierte Stenogramm zeigt, überhaupt nicht gebraucht. Ich würde mich mit einer Herabsetzung dieser Gegner des Zweikampfes auch mit der angegriffenen Order in scharfen Gegensatz gesetzt haben. Denn diese vertritt ja gerade den umgekehrten Stand- Punkt. Das Ehrengericht der Sanitätsoffiziere der 15. Division hatte den Oberarzt Dr. Sambeth wegen Verletzung der Standes- ehre verurteilt und zum schlichten Abschied vorgeschlagen. Die allerhöchste Order lehnte dem entgegen die Bestätigung des Spruches ab und betonte in bestimmter Form, datz eine Duell- Verweigerung aus religiösen Gründen nicht Gegenstand einer ehrengerichtlichen Untersuchung sein könne, d. h. mit anderen Worten, datz hier überhaupt keine unehrenhafte Hand- lung vorliege. Dr. Sambeth hatte sich jedoch mit der Begrün- dung seiner'Duellverweigerung in Gegensatz zu seinen Standes- genossen gebracht. Seine Auffassung, und die meinte ich bei meiner Erwiderung, gipfelte darin, datz er den Zweikampf mit seinem Be- leidiger ablehne in Rücksicht auf die göttlichen Gebote, die mensch- lichen Gesetze, die logische Vernunft, seine Stellung als Familie»- varer und die Satisfaklionsunfähigkeit seines Gegners. Für die letztere Behauptung konnte er nichts als dessen angeblich schlechte finanziellen Verhältnisse angeben. Wenn die Allerhöchste Order den Dr. Sambeth zur Einreichung seines Abschiedsgesuches veranlatzte, so hat sie damit leinen Grundsatz ausgestellt, sondern das vertreten, was in der deutschen Armee von jeher geherrscht hat und noch herrscht und das bei den zahlreichen Debatten im Reichstag bei den Er- tlärungcn meiner Amtsvorgänger stets Ausdruck gefunden hat. D a- nach steht die Duellverweigerung in einem so s ch a r fen W i d er sp r uch zu d en i n der Armee und in weiten Kreisen hinaus tatsächlich herrschenden Anschauungen über die Wiederher st ellung ver- letzter Ehre, datz Offiziere, die in gegebenen Fällen den Zweikampf verweigern, in einen Gegensatz zu Grund- Überzeugungen dieser Kameraden geraten, der nicht ertragen werde» kann. Trotzdem sehe ich auch den Zweikampf als ein Uebel an und werde wie bisher mit allen Mitteln zu dessen Ein- schränkung beitragen, wie dies meine Pflicht als Kriegsminister ist. Seme gewaltsame Beseitigung ist abcrnichtmöglich. Die allerhöchste Order vom 1. Januar 1897 weist den praktischen Weg, das Duell nach Möglichkeit einzuschränken, infolgedessen ist dasselbe wegen nichtiger Ursachen auS der Armee überhaupt verschwunden. Ein voller Erfolg wird aber erst möglich sein, namentlich bei Zusammenstötzen zwischen Mitgliedern der Armee und Personen autzerbalb derselben, wenn durch eine Aenderung der Gesetzgebung der Schutz der persönlichen Ehre wesentlich verstärkt worden ist. Die Duellfrage schließt die schwersten ethischen Konflikte in sich; sie kann nicht kurzerhand durch den Gesetzgeber gelöst werden. Dies ist auch von grundsätzlichen Duellgegncrn wiederholt, wenn auch beklagt, so doch zugegeben worden. Ihrer Lösung näher kann sie nur auf dem praktischen Wege gefiihrt werden, den die Armee seit 1897 eingeschlagen hat." Man sieht, Herr v. Heeringen sprach mit der regierenden Partei sehr höflich, in der Sache aber bedeutet seine Erklärung, daß alles beim alten bleibt. Ja, es klingt geradezu wie Hohn, wenn der Kriegsminister, den man auffordert, endlich einem ungesetzlichen Zu st and ein Ende zu machen, verlangt, daß neue Gesetze gemacht werden, die darauf hinauslaufen würden, unter dem Vorwand des Schutzes der persönlichen Ehre neue Privilegien für die Offizierskaste zu schaffen. Die Kommission ist, obwohl die Sozialdemokraten dazu bereit waren, vorläufig in keine Debatte über die Angelegen heit eingetreten, da sich das Zentrum erst über seine Stellung� nähme schlüssig werden will. Ihren Standpunkt hat unsere Partei durch die Einbringung der folgenden Resolution gekennzeichnet:.. „Ten Reichskanzler zu ersuchen, er möge die erforderlichen Schritte tun. um dem gesetzwidrigen Duellwesen rm Heer dadurch ein Ende zu machen, datz ein jeder Offizier oder M i l i t ä r b e a m t e r, der zuin Duell herausfordert oder eine Herausforderung annimmt, oder sonst bei einem Duell mit- wirkt oder durch die Androhung mit Benachteiligungen irgend- welcher Art einen Angehörigen des Heeres zum Duell zu ver- anlassen sucht, aus dem Heeresverband zu ent- fernen ist." Wenn es dem Zentrum e r n st ist, wird es nicht umhin können, unserer Resolution zuzustimmen. Darauf trat die Kommission in die Beratung der Wehr- vorlagen ein. Die Sitzung nahm folgenden Verlauf: Die sozialdemokratischen Mitglieder beantragen. datz die Mannschafts löhne vom 1. Oktober 1912 ab um 10 Pf. pro Tag erhöht werden. Der Kriegsmini st er entwarf ein militärisches SituatiouS- bild, wobei er schwarz in schwarz malte und den Mangel der Jugendausbildung in Deutschland beklagte. Die Kommission be- schloß die Geheimhaltung dieser Darlegungen. Der Minister soll jedoch die Ausführungen, die er glaubt, der Oeffentlichkett zugänglich machen zu können, schriftlich zur Verfugung der Komnnssionsmitglieder niederlegen. Generalmajor Wendel ergänzte die Ausführungen des Kriegsministers durch «ine Detailschilderung. Auf Verlangen der Kommission sprach der Staatssekretärs v. Kiderlen über die politische Lage im all- gemeinen, welche Ausführungen ebenfalls geheim gehalten werden. — In der Debatte regte Abg. Erzberger an, Deutschland solle die Wahrung der Neutralität von Belgien und Holland übernehmen. — Abg. L e d e b o u r vertrat die ablehnende Haltung der Sozial« demokratie gegen die Wehrvorlagen. Wenn der Kriegsminister die mangelnde Ausbildung der Jugend in Deutschland be- klage. 10 sei wm zuzustimmen, und die Regierung hätte alle Ursache, die Jilgendbewegung aller Parteien zu fördern, sofern fie sich die körperliche und geistige Ausbildung der jungen Leute an- gelegen sein lasse. Gerade der Sozialdemokrat Bebel habe seit Jahrzehnten die systematische Körperpflege der Jugend im Reichs- tage propagiert.� Endlich folge ihm jetzt auch die deutsche HeercS- Verwaltung. Die Sozialdemokratie bekämpfe die neuen Rüstungen und fordere eine vernünftige und friedliche Politik im Verkehr mit anderen Staaten.—. Abg. B a s s e r m a n n trat dem Kriegs- minister bei; eS ses mcht zu schwarz gemalt worden.— Abg. Gothein bekämpfte� em Teil der Darlegungen der Regierung und wies daraus hm, daß zur Erhaltung der Wehrfähigkeit und ihrer Forderung die Lebensverhältnisse großer VolkSmassen gehoben werden müssen. Die deutsche Politik schaffe uns sehr viele Gegner, die sonst Freunde sein würden. Die 1 russische Gefahr werde von der Regierung sehr überschätzt, schon der inneren Verhältnisse Rußlands wegen.— Im weiteren Verlaufe der Debatte wendete sich der Kriegsminister gegen die Wiedereinführung der Ersatzreserve mit kurzer Dienstzeit; es fehle auch voll- ständig das Menschenmaterial zur Ausbildung der Ersatzreservisten. — Die Beratung wird am Mittwoch fortgesetzt werden. Ser Krieg. Die Dardanellensperre. Konstantinopel, 30. April. Die Pforte hat der russischen Botschaft eine Antwortnote übermittelt, in der ihr Stand- Punkt in der Frage der Wiedereröffnung der Dardanellen gemäß dem gestrigen Beschluß des Ministerrats dargelegt wird. Rom, 30. April. Der„Agenzia Stefani" wird aus Peters- bürg gemeldet: Die„Agence Habas" hat aus Konstantinopel be- richtet, in der an die Pforte gerichteten, die Wiedereröffnung der Dardanellen betreffenden russischen Note werde gesagt, Italien habe die Absicht bekundet, die Meerenge nicht anzugreifen. Der italienische Geschäftsträger hat daraufhin den Minister des Aeußeren Ssasonow gefragt, ob diese Behauptung richtig sei. Der Minister dementierte kategorisch die in der Depesche der„Agence Havas" enthaltene Darstellung. Konstantinopel, 30. April. Bei dem gestrigen Diplomaten- empfang teilte der Minister des Äußern Assim-Bey den Diplomaten mit, der Ministerrat habe bisher keine Entscheidung über die Wiedereröffnung der Dardanellen treffen können; er werde jedoch bestrebt sein, demnächst eine Entscheidung zu fällen. Ein Dampfer auf eine Seemine geraten. Saloniki, 30. April. Der unter amerikanischer Flagge fahrende Dampfer„Texas"(Gesellschaft Hadschi i Daut), der zahlreiche Passagiere an Bord hatte, soll bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Smyrna auf eine Seemine gestoßen und ver- u n g l ü ck t sein. Nähere Einzelheiten fehlen. Smyrna, 30. April. Hiev verlautet, daß bei dem Zusammen- stoß des Dampfers„Texas" mit einer Seemine 140 Personen ertrunken sind. Nach einer anderen Meldung sollen sogar 200 Personen umgekommen sein. Konstantinopel, 30. April. Ueber den Unfall des Dampfers „Texas" der griechisch-amerikanischen Schiffahrtsgesellschaft Hadschi i Daud wird weiter gemeldet: Bei der Ausfahrt nach Saloniki stieß gestern der Dampfer„Texas" im Hafen von Smyrna auf eine Mine und sank sofort. Von 152 Passagieren wurden 92, von denen eine Anzahl verletzt sind, gerettet. Sie Revolution in Shins. Juanschikais Anleihe- und Steuerprogramm. Peking, 29. April.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Beirat, der tatsächlich den provisorischen Senat vorstellt, wurde heute von Juanschikai mit einer Rede eröffnet, in der er betonte, daß die wichtigste Angelegenheit die Regelung des Finanz- Wesens wäre. China sei zurzeit nicht imstande, die fremden An- leihen zu bezahlen, während neue Ausgaben die Hilfe w e i- teren ausländischen Kapitals erforderlich machten. Die Regierung wäre jetzt mit der Ausarbeitung eines Planes von Steuerreformen beschäftigt, den er in kurzen Zügen charab terisierte. Die Regierung verhandle mit den Mächten in der Ab- ficht, die Steuereinkünfte zu erhöhen, die Likinzölle abzuschaffen und die Ausfuhrzölle zu ermäßigen. Er hoffe, datz die Eisenbahn- und andere werbende Anleihen sich selbst verzinsen würden, andern falls würden die Salzabgaben dafür in Anspruch genommen werden müssen. Es werde nötig sein, ausländische Finanzsachverständige anzustellen, um eine richtige Aufftellung des Budgets und eine klare Rechnungslegung zu erzielen. Er hoffe, datz das Volk den Widerstand gegen die weitere Entwickelung des Landes mit Hilfe ausländischen Kapitals aufgeben werde. Die Bergwerks- gesetzgebung solle reformiert, die überflüssigen Truppen ent- lassen werden. Er schloß mit dem Hinweis darauf, daß die Mächte in den letzten Jahren eine wohlwollende Haltung eingenommen und den Wunsch gezeigt hätten, China zu helfen, wofür die Chinesen sich dankbar zeigen sollten. Annullierung des belgischen Anleihevertrages. London, 30. April. Die„Times" meldet aus Peking vom 29. d. M.: Eine Mitteilung des Premierministers, des Ministers des Auswärtigen und des Finanzministers an die Gesandten der Viermächtegruppe stellt fest, daß der Vertrag über die belgische Anleihe vom 14. März den Noten widerspricht, die am 9. März zwischen dem Präsidenten und den Banken der V i e r m ä ch t e- g r u p p e ausgetauscht wurden. Die chinesische Regierung ver- Pflichtet sich daher, den belgischen Kontrakt zu annullieren und den Vorschuß von 1 250 000 Pfund, den sie auf Grund der belgischen Anleihe erhalten hat, nicht aus der künftigen Anleihe der vier Banken zurückzuzahlen. Die Regierung hat die Gesandten ersucht den Banken die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu empfehlen, und diese haben demgemäß gehandelt. Tangschaoyi hat den Ge- sandten mitgeteilt, daß China eines sofortigen Borschusses von 35 Millionen Taels bedarf, und weiterhin monatlich eines solchen von 6 400 000 TaelS. Das Geld wird namentlich zur Besoldung der Truppen und zur Einlösung der während des Bürgerkrieges ausgegebenen Noten gebraucht, die in Hankau allein in Höhe von 120 Millionen Dollars ausgegeben worden sind. politifebe dederficbr. Berlin, den 30. April 1912. Die Kolonialdebatte. Aus dem Reichstag, 30. April. Die Aufgabe, die gestern Herr Erzberger übernommen hatte, reizte heute nacheinander den Fortschrittler Dr. W a l d st e i n und den Reichsverbandsgeneral v. Liebert zur Nachahmung. Wie der bewegliche Zentrumsredner bemühten sich auch die beiden Herren, uns über die Pflichten zu belehren, die aus unseren Anschauungen und aus unserem Parteiprogramm erwachsen. Nicht: nur Herr Dr. Waldstein, sogar der große Liebert zitierte Sozialdemokraten als wahrhaftige Autoritäten gegen den ersten Redner unserer Fraktion. Gestern waren es Lede- bonr und Noske, heute traten Hue, Bernstein und Bebel hinzu. Das alles, um zu beweisen, daß die Sozialdemokraten im Grunde doch Kolonialfreunde seien. Es war döm folgenden Rednex, unserem Genossen Noske, nicht schwer, das eigenartige und hartnäckige Miß- Verständnis, dem diese Herren mit ihrer Polemik zum Opfer gefallen waren, in klaren und überzeugenden Worten aufzu- klären. Wer nicht gerade bpsen Willen oder eine iMber- windliche Abneigung haben wollte gegen die Logik unserer Gedankengänge, mutzte nach der einwandfreien Darlegung unseres heutigen Redners die Stellungnahme der Sozialdemo- kratie verstehen. Noske erinnerte an die Beschlüsse unserer Parteitage, die sich grundsätzlich gegen die kapitalistische Ko- lonialpolitik, keineswegs aber gegen die kulturelle Er- schließung neuer Gebiete gewandt haben. So richtet sich denn auch unsere Kritik, wie sie eben in dieser Debatte zum Ausdruck kommt, mit präziser und unerbittlicher Schärfe gegen die Sorte Kolonialpolitik, die vom Deutschen Reich betrieben wird. Und diese Kritik führte Genosse Noske mit einem reichen Material und großer Sachkenntnis durch. Aus den amtlichen Angaben konnte er die Argumente schöpfen, die eine völlige Verurteilung der bisherigen und gegenwärtigen kolonial- politischen Methode bedeuten. Die Unwirtschaftlichkeit und die übertriebene Kostspieligkeit der ganzen deutlchen Kolonial- Politik war das Ergebnis seiner eingehenden und sachkundigen Betrachtung. Die. deutsche Volkswirtschaft und der Reichs- haushaltsetat haben bisher nach einer immerhin langen kolonialpolitischen Erfahrung unter den kapitalistischen Ex- perimenten immer nur schwer gelitten. Profittert haben da- gegen einige zum Teil recht faule Gründungen— deren Aufzählung insbesondere dem begeisterten Kolonialverehrer v. Liebert aus guten Gründen höchst unangenehm war— und der lächerlich große Beamtenapparat, mit dem die Ver- waltung unserer Schutzgebiete in unerhörter Weise belastet ist. Das Haus folgte diesen Auseinandersetzungen eines aus- gezeichneten Etatskenners mit großer Aufmerksamkeit, und so- gar Herr Erzberger vergaß seine vorzügliche Fähigkeit, die Verhandlungen durch ein aufdringliches Lachen zu stören. Er war ganz still geworden, nachdem unser Redner seinem gestrigen enthusiastischen Bekenntnis zur Kolonialpolitik die stark kritischen Bemerkungen entgegengehalten hatte, die er jüngst noch im„Tag" veröffentlicht hat. Er vertröstete unter der Heiterkeit unserer Genossen auf die späteren Ver- Handlungen. Der Staatssekretär zeigte wenig Lust, auf die grundsätz- liche Untersuchung einzugehen, die unser Redner an der Tätigkeit seines Ressorts vorgenommen hatte. Er begnügte sich damit, auf eine Reihe von Anregungen möglichst wohl- wollend und besänftigend zu erwidern, die im Laufe der Debatte von verschiedenen Rednern geäußert worden waren. Er versprach allerhand Besserung, ohne damit allzu große Hoffnungen zu wecken. Die Sitzung schloß mit einer eindruckslosen Rede des Zentrumsmannes S ch w a r z e- Lippstadt, der den unglück- seligen Versuch machte, der erstorbenen Polemik gegen die Sozialdemokratie neues Leben einzuflößen. Morgen geht die Debatte weiter. Landrätliche Verwaltung und Polizei. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag zunächst das Kapitel„Landrätliche Verwaltung" vom Ministerium des Innern. Die Uebergriffe der Landräte sind gerichtsnotorisch; nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch die Liberalen bis weit in die Reihen der rechtsstehenden Nationalliberalen haben darunter zu leiden, und es gehört schon ein ganz besonderer Mut dazu, wenn jemand die planmäßige Agitation der Landräte gegen alle ihnen nicht genehmen politischen Richtungen zu verteidigen wagt. Das versuchte in etwas burschikoser Art. die dem Ernst der Sache durchaus nicht angepatzt ist. der konservative Abg. Eber- h a r d. der es fertig bekam, den Spieß umzudrehen und es so hin- zustellen, als ob man die Landräte mundtot machen und zu Staats- bürgern zweiter Klasse degradieren will. Wie arg müssen es manche Landräte treiben, wenn sie sogar den Unwillen eines Dr. Fried- berg(natl.) erregen! Allerdings zur Verteidigung der Sozial- demokraten gegen landrätlichen Terrorismus vermag sich der Führer der Nationalliberalen nicht aufzuraffen, aber um so stärker sind die Brusttöne seiner sittlichen Entrüstung, wenn einmal ein Landrat auch Nationalliberalen gegenüber die Gesetze verletzt. Die Beratung des Kapitels„Polizeiverwaltung in Berlin" rief den Genossen Liebknecht auf die Tribüne, der die Untätigkeit der Polizei auf dem Gebiete des Wohnungswesens tadelte, das Kinderclend in Grotz-Berlin besprach und mit Recht darauf hinwies, daß die Polizei ihre Kräfte sinnlos und unnütz verzettelt. Auch die sensationellen Enthüllungen eines Montag- blattes über die Mißstände und Mißbräuche in der Sittenpolizei, sowie die Duldung von des Meineids überführten Beamten fanden in unserem Genoffen einen beredten Ankläger. Weiter verbreitete sich Liebknecht über Prügeleien auf Polizeiwachen, über das schlechte Verhältnis der Berliner Polizei zur Bevölkerung und über die Lage der Schutzleute, die manches zu wünschen übrig läßt. Herr v. D a l l w i tz tat das Klügste, was er tun konnte. Da er sachlich nichts zu erwidern vermochte und da das Schimpfen, worin er sich sonst zu gefallen pflegt, ihm mit der Zeit wohl selbst zum Ekel geworden ist, so schwieg er und bestätigte dadurch indirekt die Anklagen unseres Genossen. Auch die von bürgerlicher Seite sowohl gegen die Berliner Polizei, als auch gegen die Polizei in den Provinzen erhobenen Vorwürfe konnte die Regierung nicht entkräften. Der Minister wird gewiß davon überzeugt sein, daß in seiner Verwaltung alles aufs beste bestellt ist. aber die Bevölkerung denkt anders darüber. und das gegen die Polizei vorliegende Material häuft sich von Tag zu Tag. Größere Zufriedenheit als mit der Polizei herrscht im Ab- geordnetenhause mit den Polizeihunden, gegen deren vernünftige Verwendung zur Auffpürung von Verbrechen auch Genosse Hoff. mann nichts einzuwenden hatte, wenngleich er vor Mißbräuchen dringend warnte. Am Mittwoch soll die Beratung des Etats des Ministeriums des Innern, eventuell mit Zuhilfenahme einer Abendsitzung, beendet werden. Im Frondienst des Kapitals. Der Herren- und Machtdünkel des im Verein deutscher Arbeit- geberverbände organisierten Uuternehmertuins hat auch in diesem Jahre sich wieder den kapitalistischen„Spatz" geleistet, den Arbeitern. die sich am 1. Mai ihrer Frönerpflicht zu entziehen gedenken, mit einer Aussperrung zu drohen, und zwar mit einer zehntägigen, Der Vorstand des Vereins Deutscher Arbeitgeberverbände hatj näm- lich an seine Mitgliederverbände in Sachen der sozialdemokratischen Maifeier folgendes Rundschreiben gerichtet: „Gemäß deni am 2. Mai 1905 vom Vorstand gefaßten Be- schlutz machen wir darauf aufmerksam, datz das unentschuldigte Fernbleiben der Arbeiter aus den Betriebsstätten am 1. Mai (Maifeier) als Bruch des Arbeitsverhältnisses aufzufassen ist und daß diese Arbeiter als Streikende zu betrachten find." Die„Tägliche Rundschau" bemerkt zu diesen» schönen Erlaß der Helten„Arbeitgeber": „Demzufolge werden die meisten Unternehmer ihre Arbeiter. die an der Maifeierdemonstration teilnehmen, sofort ent« lassen, und zwar hat die Mehrheit der Arbeitgeberverbände beschlossen, die Frist bis zur Wiedereinstelluug der Entlassenen auf 10 Tage auszudehnen, andere werden sich dagegen mit einer fünftägigen Aussperrung begnügen. Man sollte meinen, daß die angedrohten Bestrafungen des KontraltbrucheS die Arbeiter bestimmen müßten, auch am 1. Mai ihren Verpflichtungen nach- zukommen, denn ein fünf- bis zehntägiger Lohnausfall bedeutet für jeden Arbeiter eine schwere wirtschaftliche Schädigung. Diese Erioartungen dürften sich als irrig erweisen. Ein guter Kenner der Stimmungen in Arbciterkreisen teilt uns auf Grund seiner Nachfor- schungen mit, daß die Feier des von deriozialdemolratischen Partei an- gesetzten Weltfeiertages in diesemJahre einen größeren Umfang annehmen werde, als es in früheren Jahren der Fall ge- wesen ist. Der Parteileitung komme es in erster Linie darauf an, ihren Einfluß auf die ihr anläßlich des Reichstagswahlkampfes zu- geführten neuen Wähler zu festigen; sie wisse den Einfluß von Massendemonstrationen sehr wohl zu würdigen. Ueberdies sei auch damit zu rechnen, daß den Arbeitern Streikunterstützungen aus den sozialdemokratischen Gewerkschaftskassen zufließen." Mit einem Erfolg seiner unverschämten Drohung rechnet also daS Unternehmertum selbst nicht. Es dürfte sich darin nicht irren, wenigstens nicht was die Arbeitsfeier anbetrifft. In anderer Hin- ficht wird freilich dem Ukas ein gewisier Erfolg nicht abgesprochen werden können: er wird den Arbeitern deutlicher, als die schönsten Artikel es vermöchten, ihre Hörigkeit zum Bewußtsein bringen und den Klassengegensatz verschärfen. Von Stufe zu Stufe. Zu den gehässigsten Feinden der Arbeiterschaft gehört die Partei- amtliche„Nationalliberale Korrespondenz", die. seitdem sie von dem früheren Bize- Chefredakteur der„Täglichen Rundschau", einem Herrn Dr. Fritz Stephan Neumann redigiert wird, eifrigst bemüht ist. sich durck unverschämte Angriffe auf die sozialistische Arbeiterbewegung, die Gunst der rechtsliberalen, scharfmacherischen Großindustriellen des rheinisch- westfälischen JndustrierevierS zu erwerben. ES ist daher ganz selbstverständlich, daß dieses famose amtliche Organ des Friedberg- Fuhrmannschen National- lstieralismus auch die Maifeier wieder dazu benutzt, sich eine von Genieinheit strotzende Verdächtigung der deutscheir Arbeiter zu leisten. In einem hämischen Artikel kommen die folgenden Sätze vor: „Denn die wirkliche Arbeiterschaft hat dieser„Welt- Feier"-Tragikomödie seit Jahren den Rücken gekehrt und die .Arbeitsruhe", obschon ein hochwohllöblicher Parteivorstand sie auch heute noch als die«würdigste Form der Maifeier" an- empfiehlt, denjenigen Elementen überlassen, die sich ständig von der Arbeit— anderer ausruhen: den„Gelegenheitsarbeitern", den Arbeitsscheuen, kurz dem Janhagel, welcher der Sozialdemokratie in Großstädten zu jeder Tages- und Nachtzeit für die unterschiedlichen„Demonstrationen" zur Verfügung steht; beute gegen den Krieg, morgen gegen den Frieden(zwischen Unternehmern und Arbeitern) und ein anderes Mal für den acht- stündigen Arbeitstag, obgleich die Mehrzahl dieser„Demonstranten" ihr Lebtag noch keine acht stunden hinterein- ander gearbeitet haben mögen." Dieser haßerfüllte giftige Ausfall auf die Arbeiterschaft, gegen den der Neichsverbandston fast noch anständig zu nennen ist, findet sich, wir wiederholen es, in Nummer S6 der parteiamtlichen „Nationalliberalen Korrespondenz" vom 30. April 1912. Es gehört nicht nur die blinde Wut der Scharfmacher gegen die maifeiernden Arbeiter, es gehört auch ein außergewöhnliche« Maß von gemeiner Gesinnung dazu, ehrliche Arbeiter, die jahraus jahrein aufs schwerste zu fronen haben, um sich und ihre Familien durch die Welt zu bringen, als arbeitsscheues Gesindel, als Janhagel, als Faulenzer zu bezeichnen. Die Arbeiter mögen sich diese nationalliberale Be- schimpfung tief einprägen, um in gegebener Zeit darauf die richtige Antwort zu geben.__ Nicht brutal genug l Die„Köln. Ztg." berichtet: „Der Gouverneur von Ostafrika, Freiherr v. Rechenberg, der noch in den letzten Jahren den ostasrikanischen Etat in der Budget- koimnission vertreten hat. ist auf seinen Antrag unter Verleihung deS Roten Adlerordens 2. Klasse zur Disposition gestellt ivorden. AlS längjähriger Chef der Verwaltung unserer ostafrikaniichen Kolonie hat Herr v. Rechenberg eine ganz hervorragende Wer- wallungSgabe gezeigt und zu ihren, Aufblühen ganz wesentlich beigetragen. Nicht abzuleugnen ist es, daß gerade eine seiner besten Eigenschasten, ein durchgreifender Eigenwille ihn mit vielen deutschen Kreisen in Ostafrika in schroffen Gegensatz gebracht hat und daß daS mehrfach zu unerfreulichen Vorgängen führte. Man sprach von einem„System" und ein solche» vertrat tatsächlich Herr v. Rechenberg mit einer doktrinären Folgerichtig- leit. Er kannte die Kolonie auS der Zeit, wo sie lediglich Handels- lolonie war, mit Faktoreibetrieb gestützt auf Ackerbau oder Pflück- Wirtschaft der Eingeborenen, und danach hatte er sein System für ihre Instandsetzung fertig, als er an ihre Spitze berufen wurde---- Da war klar, daß eS manchen Zusammenstoß gab, in welchem die Gegner oft mit einer heute in den Kolonien ebenso wenig wie in der Heimat erträglichen Derbheit zum Angriff gegen ihn vor- gingen." Die„Köln. Ztg." drückt sich als Organ der formell auf einen sogenannten„anständigen" Ton haltenden wohlhabenden Bourgeoisie recht milde aus. Seit Jahren ist der Gouverneur von Ostafrika von den Arendt, v. Liebert und anderen gleichwertigen Geistern aufs gehässigste bekäinpst worden, da er sich nicht zu entschließen vermochte, das Interesse der Plantagenbesitzer als höchstes Gesetz anzuerkennen. Der Reichsverbandsgeneral v. Liebert wurde bekannt- lich, als man einsah, daß seine Ernennung zum Gesandten in China eine Unmöglichkeit war, als Gouverneur nach Ostafrika geschickt. Unter seiner Herrschaft löste ein blutiger Aufstand den anderen ab. Gouverneur v. Rechenberg trat entschieden für menschliche Behandlung der Ein- geborenen ein. und die Aufstände unterblieben. Dafür zog sich aber der Gouverneur den Haß der Pflanzer zu. deren Sprachrohr der «bg. Arendt wurde. Wenn jetzt ein Systemwechsel in Ostafrika eintritt, s» ist eS sehr wahrscheinlich, daß es bald zu Ausständen kommt, die dem Herrenmenschentum Gelegenheit bieten, sich zu betätigen._ Ersatzwahl für den früheren Zentrums- abgeordneten Roeren. Die Ersatzwahl für den Zentrumsabgeordneten Roeren im Kreise Saarlouis-Menzig-Saarburg ist auf den 20. Mai festgesetzt worden._ Die Älirren in JMarohho. Eine offizielle Darstellung über die Ursachen der Revolte in Fez. Paris, 29. April.(Note der..Agence Havas".) Die Untersuchung der Ereignisse in Fez durch den Ge- sandten Regnault hat ergeben: l. Die Meuterei der Truppen hat ihren Grund in der Unzufriedenheit, die durch die Entscheidung betreffend den Sold und durch dse Befürchtung der Soldaten, daß sie einen Tornister tragen sollten, hervorgerufen worden war. 2. Die Unterzeichnung des Protektorats kann nicht als eine der Ur- fachen der Unruhen angesehen werden. Ohne Zweifel hat dieses Ereignis in einer fanatischen uud unwissenden Bevölkcrungsschicht eine gewisse Erregung und Feindseligkeit hervorgerufen, aber dieser Geist hätte keine ernste Gefahr heraufbeschworen, so lange die Truppen treu blieben. 3. Auch in den Kritiken, die sich in dem Rahmen einer Verurteilung des Mißbrauchs der Amtsgewalt des Wachsen bewegten, kann kein Grund oder Vorwand zu einer feindseligen Bewegung gegen uns gefunden werden. Diese Kritiken hatten seit der Ankunft Regnaults in Fez jede Schärfe verloren. Ebenso- wenig ist irgend eine Spur, die auf fremde Machenschaften hindeutete, zu entdecken. 4. Die Ansicht, daß die Juden die Revolte angestiftet hätten, entbehrt jeder Begründung; die Ereignisse beweisen dies. Die Haltung deS Sultans und seiner Wesire ist ebenfalls über jeden Verdacht erhaben. 3. Die Erhebung war nicht organisiert. 6. Die Erregung unter den Stämmen, die im Falle einer Verschwörung hätte zum Ausbruch kommen müssen, fiel nicht mit der Meuterei des Militärs zusammen und zeigte sich tatsächlich nicht unter den benachbarten Stämmen. 7. Es bestanden keine Anzeichen, aus denen man die Erhebung hätte vorhersehen können; Regnault und Moinier hatten keine Nachrichten erhalten, die sie in den Stand gesetzt hätten, die Regierung über die Möglich- keit einer Meuterei auszuktären. Eine Massenerhebung der Stämme in Aussicht. Paris, 39. April. Aus Oran wird gemeldet: Nach Mit- teilung des französischen Kundschasterdienstes in Tauriert haben Abgesandte der zwischen dem M u l u j a f l u ß und Fez ansässige»t Stämme wiederholt Versammlungen abgehalten, in denen sie beschlossen haben, alle ihre Streit- kräfte in der die Straße von Tazza nach Fez beherrschenden Kasbah von M'Sum zu vereinigen, um sich einem Vormarsch der Franzosen widersetzen zu können. Die Landhyänen. Paris, 39. April. Der Abgeordnete Dumosnil, welcher soeben aus Marokko zurückgekehrt ist, stattete gestern dem Kabinettchef Poincaröe einen Besuch ab, um diesem Bericht über seine in Marokko angestellten Beobachtungen zu machen. In einem Artikel, den er heute im„Matin" veröffentlicht, kritisiert der Abgeordnete das Vorgehen zahlreicher S p e k u- l a n t e n, welche alle Ländereien zwischen Tanger und Casablanca angekauft haben und nun unerschwingliche Preise dafür fordern. Oertcrrdch. Die auswärtige Politik. Wien, 30. April. Die Ungarische Delegation trat heute bor- mittag zusammen. Der Nachfolger des Grafen Aehrenthal, Gras Berchtold, erstattete ein Expose über die auswärtige Politik.. Wir wollen, sagte der Minister, dem Dreibund treu bleiben. Innerhalb des Dreibundes steht unser Verhältnis zum Deutschen Reich un- entwegt im Zeichen innigsten Einvernehmens. In gleicher Weise tragen unsere Beziehungen zu Italien unverändert den Stempel des engen Bundesverhältnisses. Mit dem Personen- Wechsel ist keine Aenderung unserer Politik eingetreten. Der lang- wierige Waffen gang, in welchem unser Verbündeter engagiert ist. hat bedauerlicherweise bisher noch keinen Abschluß gefunden. Wir sind nach wie vor bereit, im Rahmen der von un» beobachteten Neutralität jeder Aktion beizutreten, welche geeignet erschiene, einen befriedigenden Ausgleich herbeizuführen. Einer sorgfältigen Pflege soll unser Verhältnis zu Rußland teilhaftig werden. Im Vordergrunde des Interesses für die auswärtige Politik Oesterreich-UngarnS steht selbstverständlich unser Verhältnis zur Türkei. Es ist ein Axiom unserer Politik, freundnachbar- liche Beziehungen zum türkischen Reich zu unterhalten und die tun- lichste Verhütung, gegebenen Falles die größtmögliche Einschrän- tnng von Komplikationen anzustreben, die dasselbe in Mitleiden- schaft zu ziehen imstande sein könnten. Es läßt sich doch die Hof f- ilung nicht abweisen, daß es den fortgesetzten Bemühungen der Mächte, gelingen werde, schließlich eine für beide Teile annehmbare Lösung zu finden. Die seither fortgesetzte Fühlungnahme mit dem römischen Kabinett gibt mir begründeten Anlaß zur zuversichtlichen Annahme, daß seitens Italiens keine Bedrohung der Ruhe auf der Balkan Halbinsel, geschweige denn eine Aenderung des Besitzstandes der Türlei am Balkan zu besorgen steht._ Tic Stichwahlen zum Wiener Gemeindcrat. Wien, 30. April. Bei den heutigen Stichwahlen des zweiten Wahlkörpers zum Wiener Gemeinderat wurden gewählt: im zweiten Bezirk 2 Deutschfreiheitliche, im dritten Bezirk 4 Christlich- loziale, im neunten Bezirk 4 Christlichsoziale, im sechzehnten Be- zirk 2 Christlichsoziale, im achtzehnten und neunzehnten Bezirk je ein Chriftlichsozialer. Insgesamt wurden heute 12 Christlich- soziale und 2 Deutschfreiheitliche gewählt. Die Christ. lichsozialen verlieren im zweiten Wahlkörper vier, die Freiheitlichen gewinnen vier Mandate. Bei den bisherigen Wahlen verlieren die Christlichsoziale» insgesamt 3 Mandate, von denen die Sozialdemokraten 3. die Deutsch- freiheitlichen 5 gewinnen._ Die Vergewaltigung Kroatiens und die Wahlreform. Budapest, 29. April. Ministerpräsident L u k a c» hielt heute im Abgeordne-enhause eine Programmrede, in der er zuerst Kroatien behandelte. Er drückte sein Bedauern darüber aus, daß die österreichische Regierung sich unberechtigterweise in diese Angelegnheit eingemischt habe.(Lebhafte Zu- stimmung.) Die Agitation gegen die StaatSeinheit habe in Kroatien einen so bedenklichen Grad erreicht, daß AuSnahmemaßrcgeln er- griffen werden mußten. Was die Wahlreform anbetreffe, so wünsche die Regierung daS Mißtrauen der Opposition zu zerstreuen, als ob die Regierung die Wahlreform nicht ernstlich wolle. Er werde einen bezüglichen Gesetz- entwurf innerbalb einer Frist vorlegen, daß die nächsten Wahlen schon auf Grundlage de» neuen Wahl- g e s e tz e S stattfinden könnten. Nachdem feit vierundsechzig Jahren am Wahlgesetz nichts geändert worden sei, müsse diesmal ein großer Schritt in der Wahlreform getan werden. Doch werde eS die Regierung vermeiden, einen Entwurf zu unterbreiten, welcher einen Sprung ins Dunkle bedeuten würde. Die Regierung wolle alle berechtigten Wünsche er- füllen, andererseits aber auch die gerechtfertigten Bedenken der konservativen Elemente berücksichtigen. Der leitende Gedanke der Reformvorlage werde die Anerkennung deS Prinzips deS allgemeinen Stimmrechts sein, welches stufenweise verwirklicht werden würde. Es werde daher nur ein gewisser Teil der Abgeordneten auf der Grundlage de» allgemeinen Stimmrechts gewählt werden. Gleich- zeitig mir der Ausdehnung des Wahlrechts werde auch eine Reform der Hausordnung duwkigeführt werden. Der Minifterpräsidetrt appellierte schließlich au alle Parteien, daß sie bei der Herstellung der durch die Obstruktion gelähmten Arbeitsfähigkeit des Ad- geordnetenhauses mitwirken sollten.—(Lebhafter Beifall auf den Bänken der Regierungspartei.) Italien. Die Maifeier. Rom, 39. April.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Die Arbeiterschaft Italiens rüstet überall, die diesjährige Maidemonstratioil durch umfassende Arbeitsruhe möglichst ein- drucksvoll zu gestalten. Im ganzen Lande sind Versaninl- luitgen einbernfen und Straßenumzüge vorbereitet. Die Demonstration ist in erster Linie als Friedenskunde- gebung des italienischen Proletariats gedacht. Die Polizei hat die Umzüge in Mailand, Rom und anderen Großstädten verboten, an vielen Orten auch den Anschlag des Mai- aufrufs der Konföderation der Arbeit. CnglancL Die Maifeier und der Sechsstundentäg. London, 29. April.(Eig. Ber.) In der von dem Londoner Maifeierkomitee entworfenen Resolution, über die am 1. Mai im Hyde-Park in Massenversammlungen abgestimmt werden soll, bc- findet sich unter anderen Punkten die Forderung eines Sechs- stundentages. In der letzten Sitzung des Komitees, die am 23. April stattfand, beantragten die Vertreter des Vorstandes der B. S. P. und des Loudoner Gewerkschastslartells, den vorher gefaßten Bc- schluß, den Sechsstundentäg zu fordern, umzustoßen und die alle Forderung des Achtstundentages in der Resolution zum Ausdruck zu bringen. Es wurde von dem Gen. Hunter Watts, einem Mitglied de» Vorstandes der B. S. P-, besonders darauf hingewiesen, daß es nicht angehe, einen international gefaßten Beschluß eigenmächtig zu verändern. Hiergegen machten die Vertreter der Gewerkschaften geltend, daß man doch die internationale Gleich- förmigkcit nicht auf die Spitze zu treiben brauche, um ein guter Internationalist zu zu sein. Viele der vertretenen Arbeiter hätten den Achtstundentag schon errungen; andere arbeiteten schon weniger als 8 Stunden täglich. Den zurückgebliebenen Industrien könnte nur damit gedient sein, wenn eine neue, der kapitalistischen Ent- Wicklung des Landes besser entsprechende Norm festgesetzt würde. Schließlich wurde mit großer Mehrheit beschlossen, bei der For- derung eines Sechs stundentages zu bleiben. Es mag hier noch erwähnt werden, daß in der Sitzung des Komitees bekannt gemacht wurde, daß der Gemeinderat von West H a m. einer Arbeitervorstadt Londons, beschlossen hat, den 1. Mai zu einem Schulfeiertag zu machen und auch allen städtischen Angestellten den Tag freizugeben. Die erste Antwort auf die deutsche Flottenvorlage. London, 29. April. Unterhaus. Auf verschiedene Anfragen über die Verwendung deS UcberschusseS von 6,5 Millionen Pfund erwiderte Lloyd George, daß die Regierung über den Ucber« schuß nicht verfügen wolle, erstens wegen der Unsicherheit der Wirkung der Arbeiterun ruhen auf die Staatseinnahmen, zweitens wegen der im vorigen Jahre entstandenen Kosten iür die Admiralität, die sich auf 600 000 Pfund beliesen, hauptsächlich aber wegen der Unsicherheit der etwa noch erforderlichen Geld« mittel für die Flotte. Es ist sehr schwierig, sich über diese Angelegenheit weiter auszulassen, ohne vielleicht Schaden anzurichten und deswegen möge das Haus entschuldigen, wenn er das nicht tue.(Beifalli) Der Erste Lord der Admiralität C h u r- chill habe darauf hingewiesen, daß die Voranschläge auf der An- nähme basierten, daß die Programme anderer Länder sich nicht von denen früherer Jahre unterschieden. Er habe aber gleichzeitig erklärt, daß, wenn diese Programme geändert würden, er an das Haus neue Forderungen stelle» müsse, und daß solche Aenderungen einen schwerwiegenden Einfluß auf das Pro- gramm Englands haben könnten, und wie er(Lloyd George) meine, haben würden. Wir wissen nicht, schloß der Schotzkanzler, wie es zurzeit damit steht, und ich weiß nicht, welche weiteren Forderungen an uns herantreten könnten, jedenfalls aber müssen wir mit der Möglichkeit rechnen, und wenn es der Fall sein sollte, so wird es sich nicht nur um Forderungen für dieses Jahr allein handeln. Sollten aber weitere Forderungen nötig werden, so brauchen wir sicher nicht zu borgen, um ihnen gerecht zu werden. Wenn es möglich ist. eine weitere Besteuerung zu der- meiden, so sollte man das tun, und wir könnten es vermeiden, wenn wir einen Fonds haben, auf den wir zurückgreifen können. Wenn die Regierung nach dem ihr vorliegenden Nachrichtenmaterial und nach endgültiger Gestaltung der Dinge zu dem Schluß kommt. daß eS notwendig ist, weitere Ausgaben zu machen, so muß die Zustimmung des Hauses für diesen Zweck sichergestellt werden. Diese Frage könnte aber später, wenn das Budget ,n die Koni- missionsberatung kommt, wieder aufgenommen werden, und dann wird auch die Regierung und das Haus im Besitze alles tatsächlichen Materials sein. Eine bestimmte Zusage, die Chamberlain zv erlangen versuchte, daß das Geld, wenn es nicht für die Flotte oder zur Deckung eines Einnahmeausfalles aus Anlaß des Kohlenarbeitcv- streiks gebraucht würde, zur Schuldentilgung verwandt werden solle. lehnte der Schatzkanzler ab._ Die Entstaatlichung der Kirche in Wales. Aus London wird uns geschrieben: Seit mehr als 29 Jahren bildet die Entstaatlichung der anglikanischen Kirche in Wales und die Entziehung des stiftungsmäßigen Einkommens dieser Kirche einen Hauptpunkt im Programm der liberalen Partei Großbritanniens. Zweimal schon hat diese Partei einen Versuch zur Lösung dieser Frage gemacht: im Jahre 1895 und im Jahre 1999. Beide Male scheiterte der Versuch. Die For- derung ist die Fahne, um die der Liberalismus in Wales nicht allein das Bürgertum, sondern auch die Arbeiterschaft scharte. Drei Viertel des walisischen Volkes gehört der Staatskirche nicht an: die Mehrheit des Volkes ist in den freien, non- konformistischen Kirchen. Es bedarf daher keiner langen Aus- einandersetzung, um die Gerechtigkeit der liberalen Forderung darzutun. Für das walisische Bürgertum wurde die Ent- staatlichung der Kirche bald zum Alpha und Omega der ganzen Politik. Und bei dem religiösen Charakter des walisischen Volkes war es de» Großkapitalisten, die an der Spitze des walisischen Liberalismus marschieren, nur allzu leicht, mit diesem appetitlich aussehenden Köder die Arbeiterschaft ge- fangen zu nehmen. Die dritte Bill zur Entstaatlichung der Kirche und Ent- ziehung der Stiftungen unterscheidet sich nicht wesentlich von der zweiten. Die Hauptpunkte sind: Alle Verbindungen zwischen Staat und Kirche in Wales werden aufgehoben. Tie Stiftungen(die meist aus Zehnten bestehen), die vor dem Jahre 1662 existierten, werden eingezogen. Weshalb man gerade das Jahr 1662 gewählt hat. ist nicht recht klar. Viel- leicht will man den liberalen Pastoren der nonkonformistischen Kirchen, die meist nach diesem Jahre gegründet wurden und deren Stiftungen aus neuerer Zeit stammen, keine Furcht einjagen. Dieses konfiszierte kirchliche Einkommen betrug im Jahre 1996 2 329 999 M. Das neuere stiftungsmäßige Einkommen, das sehr gering ist, verblebt der entstaatlichten Kirche. Tie Pfründenbesitzer wollen jedoch bis an ihr Lebens- ende ihr jetziges Einkommen weiter beziehen. Das konfis- zierte Einkommen wird für Zwecke der Bildung. Wohltätig- keit und Gemeinnützigkeit verwendet werden. Man rechnet damit, daß das ganze Einkommen in 49 Jahren für diese Zwecke frei sein wird. Die Kirchen und sonstgen Gebäude wle auch etwa die Hälfte der Pfarräcker blechen im Besitz der Kirche. Von dem konfiszierten Einkommen erhält die Uni- dersität von Wales 320 000 M., der Rest wird den Grafschasts- räten überwiesen. Wie man sieht, ist die Vorlage nicht sehr imponierend. Daß den ärmsten Diözesen der anglikanischen Kirche ein Teil des aus öffentlichen Quellen stammenden Einkommens wieder entzogen wird, wird dem Volke wenig nützen. Ja, wenn man der Kirche in England, deren Würdenträger wahrhaft fürst- liche Einkommen beziehen, das unrecht erworbene Gemeingut entziehen würdet Aber daran denkt niemand in der liberalen Parteileitung. Die Vorschläge der Regierung sind„sehr kleine Kartoffeln", wie sich der englische Volksmund aus- drückt. Immerhin wäre es jedoch eine Erlösung, wenn dieser alte liberale Ladenhüter endlich einen Käufer fände; denn damit wäre eines der Mittel aus dem Wege geschafft, mit dem das liberale Bürgertum so erfolgreich den Blick der Ar- heiter für die wirklich fundamentalen Fragen der Politik zu trüben weiß. Aber auch von einem anderen Gesichtspunkte aus hat die Vorläge für uns Wert. Genosse Pastor James A d d e r l e y schreibt darüber in dem Aprilheft der„Socialist Review" in einem Artikel, der den Titel führt:„Wie die walisische Entstaatlichung der Kirche von einem sozialistischen Pfarrer betrachtet wird" wie folgt: „Ich glaube, daß die Entstaatlichung und die Entziehung des stistungsanätzigen Einkommens als ein gewaltiges Beispiel der Nationalisierung dev sozialistischen Sache nützen wird. Wenn wir den Kollektivismus vorschlagen, klagt man uns des Raubes und der Plünderung an. Dieselbe Anklage wird gegen die liberale Regierung erhoben, die die Entziehung des stiftungsmatzigen Einkommens vorschlägt. Beide Angeklagte geben ungefähr die- selbe Antwort. Der Staat, wenigstens der demokratische Staat, kann keinen Raub begehen." Als ein Beispiel der Entziehung des Einkommens ohne Entschädigung ist die Vorlage jedensalls im Gedächtnis fest- zuhalten. 9 Das Unterhaus hat am 23. April das Gesetz in erster Lesung mit 331 gegen 233 Stimmen angenommen. ZmenKa. Der Kampf um die Präsidentschaft. Da? Duell zwischen T a s t und Rooseveli nimmt immer schärfere Formen an. Kürzlich hat T a s t in einer energischen Rede seinem Vorgänger die heuchlerische MaSke vom Gesicht gerissen und dargelegt, wie Rooseveli den Kamps gegen die Trust? zwar stets im Munde geführt, als Präsident aber sich als zuverlässiger Helfershelfer der.reichen Räuber" bewährt habe. Darauf antwortete Roosevelt in einer Wahlrede am Freitag und erklärte. Taft habe nicht allein in Gedanken, Worten und Taten uneingedenk ihrer früheren Freundschaft gehandelt, sondern sich auch nicht um die einfachsten Regeln des Anftandcs gekümmert, deren Beobachtung man selbst im Kampfe mit seinem schärfsten Gegner Verlangen könnte. Die Behauptung TaftS, er, Roosevelt. benutze seinen Einfluß bei Bundesbeamten im Wahlkampf, sei eine absurde Unwahrheit. Roosevelt beschuldigte Taft ferner, daß Taft sich der Unaufrichtigleit schuldig gemacht habe, als er den Payne-Aldrich- Tarif unterzeichnete. Hirn der partei* poUseUichcs, GmchtUchea ukw, Tie Politik der Nadelstiche in Brcslalt. Die Polizei in Breslau hat wieder einmal zu einem großen Schlag gegen die dortige Parteiorganisation ausgeholt, der aber nicht ganz geglückt ist. Seit zwei Jahren finden regelmäßig in Breslau Frauenabende des sozialdemokratischen Vereins statt, ohne daß eS bisher der Polizei eingefallen wäre, in diesen Frauenabenden politische öffentliche Versammlungen zu erblicken, die überwacht werden können. Im Februar d. Js. erschienen plötzlich in allen acht Frauenabenden Polizeikommissare mit Schutzleuten zur Ueber- »vachung. Sechs von den Frauenabenden wurden deshalb über- Haupt nicht abgehalten, zwei andere dagegen tagten unter Bewachung. Wenige Tage darauf erhielten nicht nur die Leite. rinnen der Frauenabende, auch die, wo der Frauenabend nicht tagte, und alle Vor st ands Mitglieder des Sozialdemokratischen Vereins Strafmandate in Höhe von insgesamt ILO M. Hiergegen wurde Einspruch erhoben und richterliche Entscheidung beantragt. Das Gericht hob zunächst die Strafmandate gegen die Mitglieder des Partei. Vorstandes nutzer dem Vorsitzenden auf. Dieser wurde als Veranstalter des Frauenabends zu 5U M. Geld- strafe verurteilt. Sechs Genossinnen, die den Ueberwachenden davon Mitteilung machten, daß der Frauenabend nicht stattfindet, wurden als„L e i t e r i n" angesehen und zu j e 20 M. G e l d- st r a f e verurteilt. Zwei andere wurden freigesprochen. Bon der Anklage, dem Ueberwachenden keinen geeigneten Platz angewiesen zu haben, freigesprochen wurden zwei Genossinnen, weil die Polizei selbst bestätigte, sich die Plätze allein ausgesucht zu haben. Das Gericht steht nach der Begründung der Urteile auf dem Standpunk., daß in großen Vereinen, wie es der Sozialdemokratische Verein Breslau ist. der Zusammenhang der Mitglieder unterein- ander ein so loser ist. datz sich die einzelnen Mitglieder gar nicht kennen. Jede Mitgliederversammlung wird deshalb zu einer öffentlichen politischen Versammlung. Das Gericht war auch der Meinung, daß in der einfachen Mitteilung an die Ueberwachenden, der Frauenabend findet nicht statt, schon die Funktionen des Leiters einer öffentlichen politischen Versammlung erfüllt sind. Welcher Wert Polizeiaussagen beizumessen ist. bewies die Verhandlung wieder einmal. Ter Polizeikommissar Simniok.«in besonders tüchtiger Beamter in der Verfolgung der Arbeiter, behauptete steif und fest auf wiederholtes Vorbalten immer wieder, datz in dem Frauenabend, den er über- wachte, eine Frau oder Fräulein OkonSkv den Vortrag gs- halten habe. Tatsächlich hat aber, und das wurde vor Gericht aus- drücklich festgestellt, der Genosse Karl Okonsky daS Referat gehalten._ Ist der Arbciter-Radfahrerbund„Solidarität" ein politischer Verein? D a r m st a d t, 29. April.(Eig. Ber.) Ueber diese Frage hatte heute die Strafkammer Darmstadt als Berufungsinstanz zu entscheiden. Das Schöffengericht zu Offenbach hatte die beiden Vorstandsmitglieder des Arbeiter-Rad- fahrerbnndes„Solidarität" Zimmermann und Fischer wegen Ueber- tretung des ReichsvereinsgeKtzes(88 l? und l8) zu je 2V M. Geld strafe verurteilt, weil sie einen noch nicht l8jährigen Aroeiter als Mitglied aufgenommen hatten. Der Arbciter-Nadfahrcrbund sei deshalb ein politischer Verein, weil der„Arbciter-Radfabr-r" poli- tische Artikel gebracht, weil der Bund eine Postkarte politischer Ten- dcnz herausgegeben habe und weil der Redakteur des Blattes ein bekannter Sozialdemokrat sei. Gegen dieses Urteil erfolgte Be» rufung an die hiesige Strafkammer. In der Verhandlung produ- zierte der Staaisamvalt als Beweisstück für den politischen Cha- rakter des Arbeiter-lliadfahrerbundes einen Bericht aus dem»Vor- wärt»' über die diesjährige Ostertagung des Arbeiter-Schwimmer- bundeS. Dort hatte man eine Resolution gefaßt, die auch vom Arbcitcr-Radfahrerbund unterzeichnet war und die das Bedauern zum Ausdruck brachte, datz noch ein sehr hoher Prozentsatz der poli- tisch und gewerkschaftlich organisierten Sportfreunde bürgerlichen Sportvereinen angehört. Der Verteidiger der Angeklagten bot einen umfangreichen Beweis dafür an, datz der Arbeitev-Rad- fahrerbund keine politischen Bestrebungen verfolgt. Das Gericht lehnte aber auf Grund des I 244 olle Beweisanträge ab und crlieh Urteil auf Verwerfung der Berufung. Zur Begründung wurde ausgeführt, cs handele sich bei dem Arbeiter-Radfahrcrbund um einen politischen Verein im Sinne des§ 3 des Reichsvereinsgesetzes. Der Bund bezwecke eine Einwirkung auf politische Verhältnisse. Das sei erwiesen einmal durch mehrere markante Artikel des„Ar- beiter Radfahrer"(so zum Ncujahrstag, zum 1. Mai, zur Eni- lassung der Reservisten, vor der Reichstagswahl), die Tendenz, für die Sozialdemokratie zu arbeiten, sei auch die Tendenz des Vor- standes des Bundes. Die beiden Angeklagten wußten, datz die an- gezogenen Artikel im Sinne der Sozialdemokratie sind; wenn sie deren Erscheinen nicht wollten, konnten sie auf Grund des Z 12 des Bundesstatuts die kräftigsten Mittel gegen den Redakteur zur Anwendung bringen. Das haben sie nicht getan, ein Beweis für das Gericht, datz sie mit Artikel und Tendenz einverstanden waren. Mit der Witzpostkarte sollte in die Zentrumspartei hineingeleuchtet werden. Endlich ist die angeführte Resolution überaus charak- teristisch. Es ist ganz klar, datz hier gemgl werden sollte: Her- über zur Sozialdemokratie. Der Mitzwcck des Bundes ist zweifei- los, die Arbeiter im sozialdemokratischen Sinne zu politisieren. Es ist gar kein Zweifel, datz der Verein den Zweck hat, die Soziab- dcmokratie zu unterstützen. Er ist also zweifellos ein politischer Verein.— Jedenfalls wird auch noch das OberlandeSgericht zu sprechen haben._ 6ewcrkfcbaftUcbe9. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung der Stukkateure ist zu berichten, datz sich die Verhältnisse seit den letzten acht Tagen wenig verändert haben. Für die Streikenden wird die Situation mit jedem Tag günstiger. Die Versuche der Unternehmer, Streikbrecher aus den Reihen der Streikenden sowie von auswärts zu erhalten, sind bisher kläglich gescheitert. Tie verschiedensten Versuche, Arbeiten der bestreikten Firmen an auswärtige Firmen abzuschieben, scheitern an dem festen Zusammenhalt der Stukkateure. Die schriftlichen und persönlichen Bearbeitungen eines Teiles der Streikenden speziell in den Vor- orten lassen darauf schlietzcn, datz es den Unternehmern auf den Fingern brennt. Man scheut sogar nicht davor zurück, die Familien- angehörigen zu bearbeiten. Ein beliebtes Mittel der Unternehmer ist es, den Frauen der Streikenden klar zu machen, datz ihre Männer 79— 89 M. pro Woche verdienen könnten,� wo sie jetzt mit der minimalen Streikunterstützung zu rechnen hätten. Auf diese Weise rechnen die Unternehmer damit, einen Teil der Streikenden abtrünnig zu machen. Auch die Solidarität der Arbeiter aus anderen Berufen ließ bisher bis auf einzelne Fälle nichts zu wünschen übrig. Ein besonderer Freund der Streikenden scheint der Zigarrenhändler S ch m u d e, Treptow, Krüllsstratze, zu sein. Dieser Herr ruft nach der Polizei, wenn die Streikposten ihre Tätigkeit ausüben und hat auch schon verschiedentlich versucht, die Streikposten zu photographieren. Auch einige„Kausleute", so der Herr Thiele, Schöneberg, Bahnstr. 19, und ein Herr M. Arndt, welcher in der Bachstratze eine Seisensiliale von Wasservogel be- treibt, betätigen sich als Arbeitswillige. Letzterer soll außerdem in der Vereinsbrauerei eine Bude als Schnellphotograph haben. Die Lehrlinge werden in vielen Fällen vom Fortbildungsschul- Unterricht abgehalten, weil sie für den Unterricht keine freie Zeit erhalten. Den Stand der Bewegung zeigen folgende Daten: Am 29. April waren in der Streikliste eingezeichnet: 889 Mann; während der Bewegung sind zugereist: 23 Mann; während der Bewegung abgereist: 93 Mann; zu neuen Bedingungen arbeiten: 49 Mann; anderweitig untergebracht sind: 81 Mann; zur Kontrolle meldeten sich am 29. April: 719 Mann.— Durch Kontrolle wurden am geiwinnten Tage festgestellt: Stukkateure auf Bauten als Streik- brecher: 39; Stukkateure in Werkstätten als Streikbrecher: 19; andere Handwerker auf Bauten als Streikbrecher: 29; Unternehmer auf Bauten als Streikbrecher: 23; Lehrlinge auf Bauten: 6. Neben 98 Stukkateuren als Streikbrecher sind also 29 Angehörige anderer Berufe als Arbeitswillige festgestellt worden. Ausserdem 23 Unter- nehmer, welche für Rechnung Anderer Unternehmer dir notwendig- sten Arbeiten fertigstellen. Schon fängt es in den Reihen der Unternehmer an zu rumoren. Halten die Stukkateure wie bisher zusammen und wird der Zuzug von Stukkateuren nach Berlin vermioden, so ist es ganz ausgeschlossen, datz die Unternehmer im Stukkateurgewerbe als Sieger aus diesem Kiampf hervorgehen. Nach vierwöchcntlichem schweren Ringen stehen die Stukkateure Gross- Berlins siegessicher, einig wie ein Mann. Während die Unter- nehmer durch die Taktik ihrer Leitung bereits ihre Felle davon- schwimmen sehen._ Der Streik der Karosseriearbeiter steht sehr günstig, wie S i e r i n g in einer vollzählig besuchten Versammlung mitteilte. Mit der Schöneberger Karosseriefabrik ist bereits end- gültig der Tarif abgeschlossen. Bei der Firma Schebera sind die Verhandlungen v o r l ä u f i g an der Forderung betreffs Arbeitszeit gescheitert. Die Berliner Karosseriefabrik hat das- selbe zugestanden wie die Schöneberger Karosserie- f a b r i k. Die Firma Satz will am Donnerstag endgültigen Be- scheid geben, während die. Verhandlungen mit der Firma U t e r- m ö h l e nach sechsstündiger Dauer ergebnislos verlaufen sind. Die Polizei vertritt an einzelnen Stellen die Sache der Unternehmer sehr energisch. Ja, manche Sicherheitsorgane motzen sich sogar das Recht an, zu entscheiden, ob derSkreikberechtigt sei oder nicht, indem sie erklären, die Arbeiter in der Karoffericindustrie verdienten doch gerade genug. Dieses Urteil haben sie durch Ein- ficht in die Lohnlisten gewonnen, die ihnen von Unternehmern zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden.— Eine sehr„rühm- liche" Rolle spielt auch der Streikbrecheragent Koch. Winsstratze 42, der mit wenig Erfolg versucht, Arbeitswilligen per Auto in die Betriebe zu bringen. Das Geschäft dürfte sich bis jetzt aber kaum gelohnt haben, denn es sind zur Stunde nur vereinzelte dieser Stützen in den Fabriken tätig. Wie schlecht cs damit bestellt ist, zeigt allein schon der Umstand, datz man selbst das Asyl für Obdachlose nach Arbeitswilligen abgesucht hat. — Die Firma Franke, Jnselstratze, hat in ihrem Betrieb eine Herberge eingerichtet, ob mit oder ohne polizeiliche Erlaubnis, ist nicht bekannt. Die Zahl der Streikenden beträgt zurzeit rund 899. Unorgani- sierte werden auch unterstützt. Die Versammlung erteilte dem Streikkomitee die Vollmacht, mit der Berliner Karosseriefabrik den Vertrag abzuschlietzen unter denselben Bedingungen, wie die Schöneberger Karosscriefabrit sie akzeptiert hat._ Die Sperrt über die Firma Jsola, Gesellschaft für Kalt- und Warmisolierung, Schlesische Strasse 26, ist aufgehoben. Die Diffc- renzen sind beigelegt. Zentralverband der Glasarbeiter und-Arbeiterinnen. Ortsverwaltung Berlin. Für die Bezirksverwaltuug Groh-Berlin des Deutschen TranS- Portarbeiterverbandes haben am Sonntag, den 28. April d. I., die Wahlen von 29 Delegierten zum dicchährigen Borbandstag in Breslau stattgefunden, welche das nachstehende Resultat zeitigten: Abgegeben wurden im ganzen 7947 Stimmen, von denen 297 als ungültig bezeichnet werden mußten. Es erhielten Stimmen von der Sektion I: Lcube 2624, Ziemte 2979, Redet 2999, Wittel 2437, Kohlschmidt 2364, R. Schultze 2313, Wappler 2178. Witt 2949, Goetzke 1967, Luckow 1868, Timm 1897. Fröhlich 1693. Haerling 1676, Millhahn 1662. Gewählt sind die ersten sieben. Von ider Sektion II: Perlmann 4913, Herms 3972, Philipp 3995, Walter 3439, Breuer 3431, Püschcl 3227. L. Schulz 3227, Riebe 3128. Ullrich 3129. Geisler 3999. Düring 3993. Franke 2998. Utheß 2948. Schern 2997, Kahle rt 2991, Pstck 2881, Hoppe 2848, Lambrecht 2845, Nitschke 2652, Alisch 2337, S'.einicke 2322, Jbschcr 2295. Gewählt sind die ersten elf. Von der Sektion III: Lange 2899, Ortmann 2719, Ruß 2369. Riedel 2118. Gewählt sind d e ersten zwei. Bon der Sektion IV: steising 3273, Becker 2949, Scheurel 2792. Abraham 2373,.Gewäblt sind die beiden ersten. Von der Sektion V: Scbmidt 3366, Just 3133, Böttger 2791, Notbmann 2611, Fromke 2934. Arndt 2512. Gewählt sind die ersten drei. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirk Grotz-Berlin. Streik der Eafekellner im Kerkau-Palast. Die seil Jahren mit der Firma Kerkau bestehenden Vereinbarungen zwischen der Organisation der Berliner Caseonge st eilten sind durch die derzeitige Direktion in einer- Weise durchbrochen� worden, die man teineswegs als fair bezeichnen kann. Mitte März verlangte die Direktion eine Aussprache mit der Organisation, die sich jedoch hinzog, bis auf Verlangen des Verbandes eine solche am 29. April stattfand. In dieser Verhandlung unterbreiteten die Vertreter der Organisation die Wünsche der im Betrieb tätigen Kellner, die Ab- schaffung der Abgaben und einen Monatslohn von 29 At. forderten- Die Herren Direktoren verlangten eine dreitägige Bedenkzeit, um die Angelegenheit mit ihrem Aufstclstsrote zu besprechen. Am 29. April teilten dieselben noch schriftlich mit, datz die Aufsichtsrats- sitzung sich um einige Tage verzögert habe, datz wir aber sofort von dem Ergebnis derselben in K e n n t n i s gesetzt würden. In der Zwischenzeit hat die Firma bei den g e w e r b s- mätzigen Stellen der Mittlern fortgesetzt Erfatzkräfte zu engagieren versucht; dies ist ihr anscheinend nicht gelungen, denn in der Nacht zum 39. April wurden plötzlich die Kellner mitten im Geschäft zusammengerufen und ihnen die Pistole auf die Brust gc- setzt, indem sie sich ohne Gegenleistung verpflichten sollten, bis zum 1. September bei der Firma auszuhaltcn. Der verlangte Gehalt wurde rundweg abgelehnt, ebenso jegliche Verhandlung mit der Organisation. Dieses Ansinnen wiesen die Kellner zurück. Da die Firma jede weitere Verhandlung ablehnte, blieb den Kollegen kein anderer Ausweg, als die Arbeit niederzulegen, um so mehr, weil die Direktion erklärte, für genügend Ersatz sei gesorgt. Der Betrieb ist für organisierte Gehilfen gesperrt. Verband der GasiwirtSgchilfcn. Zweigvcrcin der Cafeangestellten. Veuttcbes BeicK. Ter Streik in der Nhcinschiffahrt nimmt weitere Ausdehnung an. Kein Schleppzug der bestreikten Firmen konnte passieren. Sämtliche Schleppdampfer mutzten vor Anker gehen, weil das Maschinenpersonal und die Matrosen die Arbeit einstellten. In Salzig. St. Goarshausen, Mainz, Mann- heim, Stratzburg hat der Streit ebenfalls so stark eingesetzt, datz die gesamte Schiffahrt stockt, soweit nicderrheinische Firmen in Frage kommen. Das Abmustern geht in aller Ruhe vor sich. Sowohl das Maschinen- als auch das Deckpersonal verläßt die Fahrzeuge. Die in den beiden Verbänden Zcntralverband der Maschinisten und Heizer und Transportarbeitcrverband organisierten Schiffer bereiten sich auf einen langen Kampf vor. Tie Vorbereitungen hierzu sind schon seit langer Zeit getroffen. Ausreichende Mittel hierfür sind von den beiden Verbänden schon lange bereitgestellt, wobei zu be« achten ist, daß die beiden Sektionen der Rhcinschiffahrt der zwei Verbände, ohne die Hauptkasse in Anspruch zu nehmen, allein in der Lage sind, den Streik einige Wochen auSznhaltcn. Von Duisburg« Ruhrort, dem Haupthafcn der Rheinschiffahrt, sind neue Schlcppzüge von den bestreikten Firmen nicht mehr zusammengestellt worden. DaS gesamte Personal hat auch hier die Fahrzeuge verlassen. Streik auf dem Hamburger„Vulkan". Die Arbeiter der Hamburger Vulkamoerft haben beschlossen, den 1. Mai durch Arbeiörnhe zu feiern. Sie teilten dies der Werst» Verwaltung durch den ArbeiterauSschuß mit. Der Arbeitgebervcrband Hamburg-Altona, dem' auch die Vultanwerke angehören, hat am 29. April, wie in früheren Jahren, beschlossen, alle Arbeiter, die am t. Mai feiern, für zehn Tage auszusperren. Bekanntmachungen in diesem Sinne für die Arbeiterschaft sind der Vulkan« werft sowie allen anderen Firmen von der Geschästsstelle des Arbeitgeberverbandes zugegangen und die Direktion der Vulkan« werft hat diese anschlagen lassen. Sie hat sich aber damit nicht be« gnügt, sondern maßregelte den 2. Obmann deS Arbeiterausschusscs wegen „unerlaubte Agitation', angeblich weil ein Wortführer ihn in einer anderen Abteilung dabei betroffen hat, als er mit einem Kollegen sprach. Nun hat er aber als Arbcitcrausschußmitglicd daS Recht, auch andere Abteilungen der Werft zu betreten und sich dort Informationen zu holen, die die Interessen des ArbeiterauLschusseS berühren. Deshalb war er auch am Montag nachmittag in einer anderen Abteilung, um fich mit einem Kollegen zu besprechen. Am DienStag morgen ist dann plötzlich seine Entlassung erfolgt. Die Arbeiter der Werft, die ohnehin schon sehr erbittert waren durch die Drohung der Direktion, alle die Arbeiter, die am ersten Mai feiern, zehn Tage auszusperren, wurden durch diese rigorose Eni» lassung nur noch erbitterier und legten einmütig die Arbeit nieder. ES handelt sich um 4999 Mann. Es streiken auch die Angehörigen der Hirsch-Dunckerschen und der christlichen Organisationen. Durck die Arbeitsniederlegung ist die Fertigstellung des Riesen» dampferS„Imperator' in Frage gestellt, der am 24. Mai von Stapel laufen sollte. Wußte das die Werstleitung, als sie ihre Maßregelung vornahm und hat sie ein Interesse an der Nicht- fcrtigstellung des Schiffes?_ HusUnd. Ein Blindenstreik. Die Insassen einer Blindenanstalt in Bristol, die mit Flccht» arbeiten beschäftigt werden, haben die Arbeit eingestellt. Sie er« klärten, die Arbeit nicht ivicdcr aufzunehmen, bevor ihnen nicht eine Lohnaufbesserung bewilligt sei._ Tie Bewegung der britische» Scelentc. London, 29. April.(Eig. Ber.) Das Beispiel der Mann- schast der„Olympic" hat die Seeleule in Liverpool und Hall scbon zur Nachahmung angefeuert. Die Seeleute verlangen, datz ein Ge- werkschasi.?bcaintcr vor der Abfahrt eines Schisses Gelegenheit haben soll, die RellungSboote zu prüfen. Auf einer Konferenz der Mit- gtiedschaflen der Gewerkschaft der Malrosen und Heizer im Mcrsey- dlstritl(um Liverpool) wurde beschtossen, die Lohnbewegung, die durch den Bcrgarbciterstreik unterbrochen lvurde, sortzusetzen und zu gleicher Zeit das Recht zu verlangen, die Rettungsboote vor der Abfahrt eines SchrffeS untersuchen zu dürfen. Die Arbeiter be- stehen darauf, daß mindestens zweimal die Woche daS Bedienen der RetlungSboote eingeübt werden soll und datz mehr Mannschasten zum Bedienen der Boote angeworben werden. Die Lohnforderung richtet sich gegen die kleineren Gesellschaklen, die jetzt den Matrose» 89 und den Heizern 99 Schilling den Monat zahlen. Es wird verlangt für Matrosen 89 Schilling und für Heizer 199 Schitlmg, um den Lohn in Uebereinstnnuning mit den in anderen großen britischen und kontinemale» Häfen zu bringen. Die grotzen Gesellschaften, die schon höhere Löhne zahle», sollen den Lohnsorderungen der Arbeiter sympaihisch gegenüberstehen. Wahrscheinlich wird es nicht sofort zu einem Kampfe komme», denn der TranSportarbeiterverbaud hat schon eiilgegriffe» und eine Konferenz mit den Arbeitgebern arrangiert. Die Bewegung greift schnell um sich und man wird bald Gelegen- heit haben, zu sehen, ob sich die Sympaihie des Publikums auch bewährt, wenn die Seeleute bessere Sicherheit und bessere Löhnung für ihren gefährlichen und anstrengenden Berus verlangen. Todes-Anzeigen I Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Landsberger Viertel. Bez. 424. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unfer Genossch der Schuh- mach er ktfdmnl Peter (Pasteurstr 43) gestorben ist. Ehr« seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 2. Mai, nach. mittags b'/. Uhr, von der Halle des Bartholomäus-KirchhofeS in Weifiensce aus statt. 215/20 Der Borstand. Dölltsclw Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmied Kar\ Bärwalde am 27. April an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mstt- woch, 1. Mai.'nachmittags 3>/� Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner GemcindcsriedhoseS, Mariendorser Weg, aus stall. Ferner starb unser Mtglled, der Gürtler Paul Obiexlow am 27. Avril. 116/10 Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den l. Mai. nachmittags 4'/, Uh>, von der Leichenballe des Zentral-FriedhoseS in Friedrichs- seid« auS statt. Rege Beteiligung erwartet Die DrtSverwaltuna. oeutsevef BaDarbeiter-Verband. Zweiqvereln Berlin. Sektion d. Gips- a. Zementbranche. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitgsted, der Rabitz- Putzer .Julius Zechin am 28. April im Alter von 66 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. Mai, nachmtttagS 5 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Zenwalsriedhoses in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Sektionsvorftand. Verdmid der Maler, Lackierer, Alrkreicherllsrv. Filiale Berlin. Den Mtgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Otto Bisermann am Sonnabend, den 27. April, verstorben ist. Ehre seinem Andenke« I Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den t. Mai, nachmtttags 4 Uhr, von der Halle des Thomas- Kirchhofes in Neukölln, Hermann- straße, aus statt. 128/20 Die Ortsverwaltung. j Sozialdemokratischer Watilverein für den 4. Berliner Reiclistätjs-Wahlkreis. Eörliker Viertel. Bezirk 172. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Parteigenosse, dci Täschner vsksn ktasli Neichenberger Straße 167 gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 2. Mai, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des TbomaS-Kirchhoscs in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Boritand. Verband der 8attler und Porteteuiller, omÄtunfl Den Kollegen hiermit zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Portescuiller vsknr Reali (Werkstatt Emil Hasse) verstorben ist. Ehr« seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Mai, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Alten ThomaS-KirchhoscS in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 157/5 Die Ortsverwaltung. Danksagung;. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. 146gb Wwe. Gebert und Kinder. IferliaBd der Litbopphen, SteiDiiriieker n. verw. ßemfe. (Deutscher Seneselder-Buud.) Am Sonntag, den 28. April, verstarb unser Mitglied, der Po« siliv-Rctoucheur Otto Ulmschneider im 41 Lebensjahre. 109/11 Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Don- nerstag,den2 Mai, nachm. 2'!, Uhr, von der Leichenballe des Fricdhoscs der Landcsirrenanstttlt m Teupitz in der Mark aus statt. Oie Verwaltung der Filiale 2. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 41. Berliner Reichstags- Wahlkreis. PeterSb. Viertel. Bez. 36S II. De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gürtler Paul Ohiexlow (Mirbach str. 54, I) gestorben ist. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 1. Mai, nachmittags i'l, Uhr, von der Halle deS Zentral-FriedhoseS w Friedrichs- selbe aus statt. 215/19 Der Torstand. Sozialdemokratischer Wahlvereiii für den 4. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Landsberg. Viertel. Bz. 395. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß mrser Genosse, der Gastwiri Heinrich �adol! Pctersburgerstr. 45 gestorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittags vom Trauerhause aus aus dem Fried- hose der Pfingst« Gemeinde in Wcißensee statt. 2l5/l8 Der Vorstand. Verband der Lederarbeiter. Filiale Berlin 1. Hiermit den Kollegen zur Kenntnis, daß unser Mlglicd, der Weißgerber Ulbert Schöne am 29. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Donnerstag, de» 2. Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Kaiser- Wilhelm> Ge- dächwis-KirchhosS, Westend, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borftand. aaa Zenlral-Kranken- und Sterlie- kassed.deiitsebeDlfapbauer Berlin Bezirk 17. Am Sonntag, den 28. April, verstarb plötzlich unser Mitglied, der Kistenmacher Louis Zimmermann Schönletnstr. 8. Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Mai, nach. mittags 4 Uhr, von der Halle des hl. KreuzlirchhoseS in Maricndors ans statt. 257/11 Oie Ortsverwaltung. Achtnne k__ Wo gehen mir zur Miaiseier hin? Nach dem herrlichen Aufenthaltsort Wlrtstinns am Orankesee, llobcn-Schttn bansen. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die ticstraurige Nachricht, daß meine innigst- gelieble Frau Hedvrig Kittner geb. schuize am 26. April, nachts zwischen 11 und 12 Uhr, freiwillig aus dem Leben geschieden ist. 72S Dies zeigt ttesbetrübl an Der trauernde Gatte Wllbelm Kittner. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. Mai, nach. mittags 5 Uhr, von der Halle des Rummelsburger Gemeinde- Friedhofes, Lückstraße, aus statt. Heute am 1. Mai bleiben unsere Geschäfte geschlossen!! Pahrrad-Haus „Frisch auf!" 104/11 Am 1. Mai bleibt mein Geschäft auch in diesem Jahre g;esebIoNsen. Arbeitsanzüge. Cdllb. pabr, Brunn enstr. 116. Extra- Ab teil uns Ii. Gesch.: Berlin W.. Mohron- Stra0e37a(2. Haus von der j ierusalemer StraBe). IM. Gesch.: Berlin NO., Grolle| Frankfurt. Str. 115(2. Haus] von der Andreasslrafie). I Sehr er. Äusw. ferc. Kleider, I Hüte, Handschuhe, Schleier 1 Bete. v. einfachsten bis zum 1 j hochelegant Genre z.äuiierst j niedrigen Preisen. Sonder-Abteüung: naUanfertigung in 10 bis 12 Stunden. w. Herbst gegr- 1862. Tel.: Moritzplatz 3873. BERElSl S\V., Hltterstr.Sit Erstklassige Ware. Ziffarren- h&ndlem bestens empfohlen. —— Tarifarbeit.—. t-tott? Anzog od. Paletot dauerh. Zutaten Moritz Labend, f. iStadtb. Bors., tot| den I fj Mobrensfr. 37 s. Gr. franhfurferstr. IIS. Verkauf mit Preisemrässigung bis SSVspCU Kostüme in allen Ausführungen, allen Weiten, m Kammgarn, Tueh, Seide usw. 15, IM, 22. 25, 27, 30 bis 150. Mäntel alle erdenk! Ausführungen, in Seide, Kammgarn, Leinen, Uebergangsmäniel 15, 18,22,25,30, 36 bis 150. Grosse Auswahl in Kleidern, Röcken, Blusen. Sonntag gefttfnet von 8— 10 l'hr. Panamahüte für Herren und Damen(auch Einzelverkauf). Importpreise M. 7, 9. 12, 15, 20, 25, 30, 40, 50, 75, 100 bis 1000 pro Stück(bis 50 Prozent Ersparnis). Umtausch gestattet Ueberseeiscbe Panamahut-industrie Spczlalbans 1. Range«. Berlin, WilhelmstraBe 40a i�dLn>. Sen! toneAnzahSm liefere an(edermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung und ——— bequemster Abzaliloug komplette Wohnungs-Einrlchtnngen sowie einzelne HöbelstQGhe, Polstervaren, farbige Küchen PartlerMi. f�npHirton l-elb- u Bettwieohe Steppdeeken, Teppiche, UIIIC-II, Betten, Kronen, Kinderwagen uew. in moderneter AuatOhrung, Ferner Garderobe für Herren, Damen n. Kinder _ Crteete Autwahl neueeter Paaeone SeDORN. ~— jcke Alfe Scfionliaiisef Strasse H.& P. Uder. Berlin SO. 16, � engel-Clfer Z. Tabak-Großhandlnng und Tabaktabrik. 8V* Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten.?K! Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. SSmtliche be- SiftoMel'lnM zu Orlglnalprelsen. kannten Marken Äl|§MllSllBll Amt 4, 3014 Auch Teilzahlung! cnm». filur )VI5bcl-]VIifch Gr. Frankfurter Str. 45/48 Gesundtieits- u. Krankenpflege, Verbandstoffe, Gummiwaren etc. Berlin N., Lothringer Str. 60. Lielerant lür Krankenkassen Eigene Werkstatt. öueiidsMullg Vorvirts 8HV. 68, l-intleastr. SV (Laden). Zu empfehlen ist: 246/8 Der Kleingarten, seiue Anlage, Einteilung und Bewirtschaftung von Max Hesdörtfer. — Preis drosch. 60 Pf.— � Praktisches Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des häuslichen Zier-, Gemüse- nnd Obstgartens. Von Max ffesdörffer. Mit 187 Textabbildungen. Preis geb. 3.60 M. Berantwortlicher Redakteurl Albert Wachs, Berlin. Für den Jnseratenteti verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Lorwärtz Buchdruckerei u. Ve clagsanstalt Paul Singer u.Eo� Berlin SW. IIr.101. 39. Jahrgang 2. Keilte des Junuirtf letluet PslksM Mitwochs 1. Ulli 1912. Reichstag. 51. Sitzung. Dienstag, den 30. April 1012. nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Dr. S o I s. Dir zweite Beratung des Etats drs Reichskolonialamts wird fortgesetzt. Abg. Dr. Waldstein sVp.): Auch wir wünschen die möglichste Einschränkung des Alkoholverbrauchs in den Kolönien. Diese Frage ist aber erfolgreich nur Internationa zu regeln. Im neuen Kongogebiet mujj den Konzessions- ges ellschaften gegenüber loyal verfahren werden. Wir wollen ihnen nicht das Lebenslicht ausblasen, aber wir wünschen, dafc neben ihnen auch anderen Kaufleuten usw. Raum zur Entwickelung geschaffen wird. Die B a h n t a r i f e müssen verbilligt werden, heute sind sie viermal so groh wie in den französischen Nachbargebieten. Mit der Baum Wollproduktion sieht eS nicht so schlimm aus wie Herr Henke meinte. In Amerika hat sich die Bauinwollkultur auch erst sehr langsam bis auf ihre jetzige Höhe entwickelt. Wir sollten Baumwollsachverständige in Amerika ausbilden lassen; das dafür aufgewendete Geld würde sich gut wieder einbringen. Die Schutz gebiete sollten möglichst unabhängig gestellt werden.— Der neu zu schaffende Kolonialgerichtshof würde am besten seinen Sitz in Hamburg erhalten.— Herrn Henke erscheint alle jetzige Kolonialpolitik als Imperialismus, das heiht als das Streben nach Weltherrschaft. Glaubt Herr Henke z. B., Holland, das noch heute Kolonialpolitik treibt, dies aus dem Streben nach einer Weltherrschaft tut. Als Bismarck die deutsche Kolonialpolitik inaugurierte, hat er lediglich wirtschaftliche Ziele im Auge gehabt, phautastisch-imperialistische Pläne wird Bismarck nieniand zutrauen. Für uns ist die Hauptsache, daff die Kolouialpolitik K u l tu r p o l it i k ist; um das zu erreichen, halten wir die Beteiligung an ihr für besser als die völlige Negierung. Eine Konquistadorenpolitik wollen wir natürlich auch nicht. Daff unsere Kolonialpolitik nicht lediglich im Interesse der Kapitalisten betrieben wird, beweisen die Klagen der Kapi talistcn in den Kolonien über die zu große Rücksichtnahme auf die Eingeborenen. Ich erinnere auch daran, das; aus den Diamantenfunden ein groffer Teil in die Taschen des Fiskus und nicht der Kapitalisten geflossen ist. Herr Henke »neinte, die Neger seien bildungsfähig. Ja, sollen wir denn, weil die Neger bildungsfähig sind, ihre Bildung unterlassen? Er sagte, sie wären gute Telegraphenbeamte. Ja. wären sie denn ohne uns ausgezeichnete Telegraphenbeamte geworden?(Sehr gut I) Ich erinnere den Abgeordneten Henke auch an die Worte Bern- sie ins auf dem Stuttgarter Internationalen Sozialistenkongreff: «Wir können die Kolonien nicht aufgeben, weil sie sonsl�a n» deren Eroberern in die Hände fallen.' In diesem Sinne war auch die von den deutschen Delegierten dort beschlossene Resolution gehalten. lHört i hört!) In so erfreulichem Maße hat sich die Ein ficht in die Notwendigkeit der Kolonialpolitik auch bei s a ch> kundigen Sozialdemokraten in Deutschland schon durch- gesetzt. Heute ist die deutsche Sozialdemokratie in ihren kolonial- politischen Anschauungen leider noch sehr konservativ. Aber wir geben die Hoffnung auf die Mitwirkung der Sozial- d e m o k r a t i e nicht auf. Wir wünschen diese Mitwirkung, denn wir zweifeln nicht, daß, wenn die Sozialdemokratie sich auf den Boden einer positiven Kolonialpolitik stellen würde, sie mit uns zusammen manches in der Kolonialpolitik so umgestalten könnte, wie wir es lebhaft wünschen.(Bravo I bei den Freisinnigen.) Abg. v. Liebcrt(Np.): Selbst die Arbeiter in Bremen sollten da? Verständnis dafür haben, daß wir Kolonien brauchen und sie entwickeln wollen. Herr Henke ist mit der Abweisung jeder Kolonialpolitik auch nicht mit seinen eigenen Parteigenossen einverstanden.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Nun, Bernstein und Schippe! haben nach den Wahlen von 1V07 ausdrücklich betont, daß die Sozialdemokratie die Kolonialpolitik nicht grundsätzlich ablehnt, sondern sich gegen die grausame Methode der Kolonialpolitik wendet. H u e hat im Dezember 1911 in Bochum erklärt:.Unter Berufung nicht aus Maurenbrecher und Hildebrandt, sondern auf Bebel kann ich sagen, daß wir Sozialdemokraten keine grundsätzlichen Gegne.r der Kolonialpolitik sind(Hört! hört! rechts); wir halten es für notwendig, daß für die Industrie neue Absatzgebiete und Rohstoffe gebiete erschlossen werden." Auch Hue wendet sich nur gegen die brutale Methode der Kolonialpolitik. Diese grausamen Brutalitäten liegen aber L0 Jahre zurück, heute kommt derartiges nicht mehr vor.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Unsere Kolonien stehen im Zeichen des Gouverneurswechsel. Das ist sehr bedauerlich. Der Gouverneur sowie die Beamten über- .Haupt sollten möglichst lange in ihren Stellungen bleiben. Dem scheidenden Gouverneur v. Rechenberg schuldet die Kolonie Ostafrika großen Dank, unter seiner Leitung hat sie sich glänzend entwickelt. Ich bitte den Staatssekretär, sich über die Arbeiterfrage in Ostafrika zu äußern. In der„Leipziger Bolkszeitung" wird die Regierung alsZutreiberin der Kapitalisten geschildert, die duldet, daß Arbeiter aus dem Innern in der schrecklichsten Weise zu den Farmern transportiert werden, wo sie zu elenden Löhnen arbeilen müssen und mit der Peitsche-behandelt werden. Da» ist alles von A bis Z unrichtig. Den Ansiedlern sollte man eS erleichtern. Boden zu erwerben. Der gestern von Erzberger begründete Antrag aus Abschaffung der tzaussklaverei bis zum 1. Januar 102S findet bei mir warme Unterstützung; doch sollte man den Termin noch auf 3 oder 5 Jahre weiter hinausschieben. Ferner sollte die Strauße nkultur gefördert werden; das englische Kapland gewinnt jährlich 42 Millionen Mark an Straußen- federn. Ii' Kamerun ist ganz charakteristisch der Gegensatz von Nord- und Südkamerun; man sollte den Widerstand gegen die Südkamerunbahn aufgeben.— Die Südkameruner Firmen bitten die Regierung, die Bestimmungen für den Handel recht schnell auf die von Frankreich abgetretenen Kongoleile auszudehnen und so diese Gebiete dem Südkameruner Handel anzugliedern.— In der Budgetkommisfion ist der Antrag gestellt worden, in Ostafrika die allgemeine Schulpflicht durchzuführen. Das ist glücklicher- weise nicht angenommen. Wir tun für den Neger, was wir nur irgend können. Aber alles können wir nicht auf einmal tun; für den Neger ist eS zunächst wichtig, zur Religion und zur Arbeit erzogen zu werden.— Zum Schluß bitte ich noch um eine stärkere Unterstützung der Kolonialschule Witzenhausen. (Bravo! rechts.) Abg. NoSke(Eoz.): Das Programm des Herrn L i e b e r t für die deutschen Kolonien lautet: Arme Teufel haben in den Kolonien nichts zu suchen und steht auf dem Niveau seiner Schlußfolgerung, man habe keinen Anlaß, den Negern Bildung beizubringen, für sie sei die Hauptsache: Arbeiten I Weiter behauptet er, die Kolonialpolitik sei human geworden, eS kämen keine Ausschreitungen mehr vor, und er bestreitet, daß heute»och Arbeiter auf den Plantagen geprügelt werden. DaS beweist, daß er die Denkschrift der Regierung über die Entwickelung der Schutzgebiete bis zum Jahre 1010 nicht gelesen hat.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Es ist auch noch gar nicht lange her, daß der Staatssekretär Dernburg in der Budgetkommiision von seiner afrikanischen Reise erzählte und in drastischer Weise auseinandersetzte, wie sehr noch die Nilpserdpeitsche auf den Plantagen benutzt wird. Herr W a l d st e i n wies gegen« über Henke darauf hin, daß der Fiskus 33'/, Prozent der Erträge des Diamantenbaues bekomme. Das bekommt doch aber der ost- afrikanische Fiskus, das deutsche Volk hat davon nicht einen Pfennig und nicht ein Pfennig wird verwendet, um auch nur einen Teil der 400 Millionen Kriegskosten zurückzuzahlen. In der Kommission haben wir uns bemüht, eine Verringerung des Reichszuschusses von über 30 Millionen Mars m die Wege zu leiten. Diese Bemühungen finden ein sonderbares Echo in dem Rufen der Vorredner nach mehr Bahnen in den Kolonien. Daß auf diesem Gebiet Vorsicht geboten ist. sollte doch mindestens denen klar sein, die an Kommissionsberatungen teilgenommen haben. An Bahnbauten für Südwestafrika ist soviel geleistet, daß wir, falls die Einnahmen aus den Diamanten sich verringern, nicht unerhebliche Reichsmittel werden zur Verfügung stellen müssen zur Verzinsung und Amortisation dieser Bahnen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Erz- b e r g e r glaubte. die Aeußerungen meines Fraktionsfreundes Henke haben wesentlich anders geklungen, als die von Ledebour und mir. Ich kann ihm das Kompliment nicht machen, daß er zur Militärvorlage besser geredet hat, als sein früherer Fraktious kollege Häusler, lind auch sonst waren seine Au& führungen keineswegs interessanter und angenehmer für den Reichstag, als z. B. die feines Kollegen H e i m. Mir erscheint es näherliegend, aus den Unterschied hinzuweisen, tvenn Herr Erzberger über den Kolonialetat im„Tag" schreibt und hier im Reichstag darüber redet. Gleich nach dem Erscheinen des Etats wies er im„Tag" daraus hin. daß so die Wirtschaft nicht weiter- gehen könne, der Beaniten apparat wachse erschreckend an, man müsse versuchen, die Militärausgaben in Südwestaftika ganz außerordentlich herunterzudrücken. In der Kommission hat Herr Erzberger sich ja auch im Sinne der Sparsamkeit be- müht. Aber hier im Plenum hörten wir kein Wort davon. Durch die Rede Henkes wurde er vielmehr zu einer Lobrede auf den Kolonialetat veranlaßt, die im drastischen Gegensatz zu seinen schriftstellerischen Auslassungen steht. Er hat an Henke die Frage gerichtet, ob er denn gar keine Kolonien wolle. Herr Erzberger und die anderen Vorredner sollten doch wissen, daß die sozialdemokratische Partei auf mehreren Parteitagen sich grundsätzlich gegen die kapi- talistische Kolonialpolitik ausgesprochen hat. Selbst- verständlich haben Sozialdemokraten zum Ausdruck gebracht. daß sie an sich gegen die Erschließung neuer Länder nichts einzuwenden haben. Mancher der deutschen Kolonial enthusiasten, der sich jetzt noch für die Kolonialpolitik zu begeistern scheint, würde nach den gemachten Erfahrungen nicht zum zweiten Mal die Sorte von Kolonial- p o l i t i k b e g i n n e n, die Deutschland eingeschlagen hat. Ich er- innere an den Ausspruch eines der bekanntesten national- liberalen Abgeordneten, daß wir K i a u t s ch o u nicht noch einmal pachten würden, daß wir es aber behalten müßten, weil uns sonst die ganze Welt auslachen würde. Und so pulvern wir nach wie vor sieben bis acht Millionen Mark aus den Taschen der deutschen Steuerzahler hinein. Und Südwest- a f r i k a? Sind nicht die allerärgsten Befürchtungen, die früher von unserer Seite geäußert wurden, noch übertroffen worden? Was in der Kommission über Südwestafrika geredet worden ist, war ein Jammerlied schlimmster Art von Anfang bis zu Ende.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und was mich von einem großen Teil der kolonialfreundlichen bürgerlichen Presse zurzeit gegen die Erwerbung von Neukamerun geschrieben worden ist, war so drastisch und kräftig, daß es sich von der sozialdemokratischen Kritik in nichts unterschied, lieber den Wert der Kolonialpolitik an sich gehen die Ansichten auch hei bürgerlichen Bolkswirtschastlern weit auseinander. Man hat immer wieder betont, daß der Abg. Henke gerade als Vertreter von Bremen ganz anders hätte reden mllffen. Aber der frühere Abgeordnete von Bremen, Herr H o r m a n n, gehörte in kolonialpolitischer Beziehung zu den bewilligungS« lustigsten Fortschrtttlern. Die Bremer Wähler und be- sonders die Arbeiterschaft Bremens muß wohl davon überzeugt sein, daß die Vertretung ihrer Interessen in den Händen der Sozial- demokraten wesentlich besser aufgehoben ist. als bei den bis- herigen, kolonialsreundlichen Voltsparteien.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Man sagt, die Kolonialpolitik fti notwendig zur Hebung de» Naiionalwohlstandes. Ich be- Haupte, daß der nationale Wohlstand durch unsere Kolonial- Politik bisher auch nicht um einen roten Pfennig verbessert worden ist. Wir haben annähernd 1000 Millionen in die Kolonien hineingesteckt, und es ist keine Rede davon, daß wir in den letzten 25 Jahren auch nur für einen gleich großen Betrag an deutschen Jndustrieprodukten nach allen deutschen Kolonien zu sammen verkauft haben. Nach Südwestafrika haben wir 600 Millionen Mark in gutem deutschen Gelde exportiert und haben dafür zurückbekommen 8000 Invalide, für die 4Va Millionen Mark Pensionen bezahlt werden.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Der Wert der Kolonialpolitik für die Hebung der Volkswirtschaft wird auch im Kolonialamt vom Staat angezweifelt. So weist das Amt in einer Denkschrift über die Zurückerstattung der südwestafrikanischen Kriegs- kosten nach, daß bisher noch jeder Versuch irgend einer kolonisierenden Macht, die Kolonien heranzuziehen zur Wiedererstattung aufge- wandter Beträge mißlungen sei. Entweder hatten die Kolonien nichts, oder, wenn sie zahlungsfähig geworden waren, so waren sie zugleich auch politisch so er stärkt, daß sie dem Mutterlande die Zähne zeigen konnten. Da» wird in der Denkschrift nachgewiesen für Spanien. Portuga l, Holland, Belgien. Nordamerika. Italien, Frankreich und England.(Hört! hört! bei den Sozff So hat ngland z. B. eine weit größere Summe ausgegeben, um seine Kolonien zu erhalten, als der Wert der gesamten Waren betragen hat, die England je nach ihnen gesendet hat.(Hört! hört! bei de» Sozialdemokraten.) Wir Sozialdemokraten haben. doch schließlich keinen Anlaß, kolonialbegeisterter zu sein, als das Kolonialamt selb st. Auch ich bin fest dapon überzeugt, daß die Masse des deutschen Volkes, insbesondere die Arbeiter, von der Kolonialpolitik keinen Vorteil haben. Aber diese Anschauung hat uns niemals gehindert, uns nun mit beiden Beinen est auf den Boden der gegebenen Tatsachen zu stellen. So lange wir zu kolonialpolitischen Fragen Stellung genommen haben, haben wir immer das eifrige Bestreben gezeigt, mit« zuarbeiten an der Beseitigung von Mißständen in den Kolonien. Kultur in den Kolonien zu verbreiten und darauf hinzuarbeiten, daß der Ausbeutung und Unterdrückung der eingeborenen wie der we'ßenarbeitenden Bevölkerung in den Kolonien wirksam entgegengetreten wird. Die Wichtigkeit der Baum wollfrage haben wir keineswegs verkannt. Henke hat nur davor gewarnt, sich optimistischen Erwartungen über die Erfolge der Baumwollkultur in den Kolonien hinzugeben. Auf demselben Standpunkt steht auch die Denk- chrift der Regierung. Die Regierung ist nicht so töricht, den Leuten Ivldene Berge als Erfolg der Kolonialpolitik zu versprechen. Im übrigen haben wir Sozialdemokraten stets für die Forde- runge» zur Hebung der Baun, ivollkulturen in den Kolonien gestimmt.(Hört I hört l bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. v. L i e b e r t aber wird in seiner Eigenschaft als Aufsichtö- ratsmitglied von sehr faulen kolonialen Baum w oll- grün düngen selbst wissen, wie vorsichtig man bei Beurteilung der Baumwollfrage in den Kolonien sein muß.(Hört! hört l bei den Sozialdemokraten.) Die Kommission hat wieder einmal Abstand davon genommen. eine Reihe notwendiger Reformen in derKolonial- Politik zu erzwingen, um dem neuen Staatssekretär eine Frist zu geben, um eigene Reformen in die Wege zu leiten. Das ist nun schon bei vier Staatssekretären in wenigen Jahren so gemacht worden. Wir kommen auf diese Weise in manchen Dingen einfach deswegen nicht weiter, weil hier in Berlin in den letzten Jahren kein Staatssekretär mehr in seinem Amt warm geworden ist, und weil auch in den Schutzgebieten ein kolossaler Wechsel in den leitenden Personen vor sich gegangen ist. Dabei wirken auch die sehr ungünstigen klimatischen Verhältnisse mit. Ausführlich hat man sich in der Kommission über das übermäßige Anschwellen des Beamtenapparats im Kolonialamt und in den Kolonien unterhalten. Tatsache ist, daß wir nach Lbjähriger kolonialer Tätigkeit das erreicht haben, daß im ganzen 21007 Weiße, Männer, Frauen und Kinderei» allen deutschen Kolonien zusammen wohnen.(Hört I hört I bei den Soz.) Davon waren männliche Personen über 15 Jahre 14 467, darunter 927 Missionare. Dabei gibt es nicht weniger als 4 t 1 8 B e a m t e in den Kolonien. Es kommt also auf je 8 We-tze immer eip Beamter, ein Schutzmann oder ein Bureaukrat.(Hört! hört!) bei den Soz.) Es erscheint mir ganz ausgeschlossen, daß auch nur etwas annähernd Aehnliches von Beamtenherrschaft in irgend einer Kolonie eines anderen Landes möglich ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es ist erklärlich, daß von der Bevölkerung der Kolonien immer der Schrei kommt, wir können beim besten Willen nicht vorwärts kommen, die Beamten fressen ja die Kolonie» auf. Der Geist, der bei einem nicht geringen Teil der Beamten in den Schutzgebieten herrscht, lehrt uns, wie außerordentlich der- hängnisvoll der Aufenthalt in den Tropen für Weiße ist; das kameradschaftliche Verhältnis unter den Beamten draußen läßt viel zu wünschen übrig. Eine ganze Reihe solcher ich möchte sagen Kolon ialdreckereien, sind uns ja in den letzten Jahren bekannt geworden. Der Staatssekretär selbst könnte, wenn er seine Erinnerungskiste aufmachen wollte, uns sicherlich die allerputzigsten Geschichten erzählen. Zu den allerwidrigsten gehört der in der Budgettommission erörterte Fall Wächter. Wenn hohe Beamte so gegeneinander intrigieren, sind sie absolut ungeeignet, und die Zeutralverwaltung sollte mit eisernem Besen da- zwischenfahren. Leider haben wir vom Staatssekretär nichts gehört, wie er sich eine Reform des Beamtenkörpers denkt. Für die Kolonien ohne Kiautschou beträgt der Reichs- zuschuß 20,9 Millionen, einschließlich Kiautschou 23,6 Millionen. Für jeden draußen sitzenden Deutschen werden danach vom Reiche 3574,50 M. aufgewendet.(Hört I hört! bei den Sozial- demokraten.) Da wäre es bester, diese Leute hier als Rentiers leben zu lassen, dann bliebe das Geld wenigstens im Lande. Tat- sächlich sind die Aufwendungen für die Kolonien noch größer. So erscheinen für S a ni o a und Neu-Guinea Kosten im Marine- etat, weil ja ständig Kriegsschiffe stationiert sind. Im Po st etat befinden sich 0'/z Millionen für die Schaffung eines Kabels zwischen Deutschland und Kamerun. Die Ein- nahmen daraus werden vorläufig auf 00 000 M. berechnet, die fast sämtlich auch wieder vom Reich für amtliche Depeschen bezahlt werden. fAber die Kabelgesellschaft bekommt einen JahreSzufchuß von 840 000 Mark, der doch eigentlich auf Konto des Etats für Kamerun gestellt werden müßte. Der Traum, daß in absehbarer Zeit die Kolonien einen Bcvölteningsüberschuß von Dentschland aufnehmen könnten. ist wohl ein- für allemal zu Ende. Mit solchem Kalo n i a l s chw i n d e l. wie im Jahre 1907, wird mau nicht wieder politische Geschäfte machen können.(Sehr wahr I bei den Soziald.) Der deutsche Ansiedler leidet ja noch mehr unter dem Klima wie der Beamte, linier dem jubelnden Beifall der Anwefendcn hat auf der letzten Generalversammlung der deutschen Kolonial- gesellschaft der Vorsitzende. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, einen Antrag dahin interpretiert, daß er sich gegen die Unterdrückung der Siedelung wende. Angesichts solcher Be- strebungen müssen wir mit allem Nachdruck zum Ausdruck bringen, daß es geradezu frivol wäre, wenn man zulassen wollte, daß leineLeute dort hinausgehen, um Kleinsiedelungen zu schaffen.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Steigerung der Handelsbilanz in den letzten Jahren ist wesentlich auf die Einfuhr von Eisenbahnmaterial aus Deutschland zurückzuführen. Im übrigen hat der fremde, besonders der englische Handel in unseren Kolonien mehr znge- nommen, als der denische. Dem Bedauern, daß eS nicht gelungen ist. eine weitere Einschränkung der Branntweineinfuhr durch- zusetzen, schließe ich mich an. Ohne Rücksicht auf das Verhalten anderer Kolonialmächte sollte Deutschland ein vollkommenes Verbot der Spirituseinfuhr in den Kolonien er- lassen.(Zustimmung bei den Soz.) Mit Recht sprach Henke davon, daß das Großkapital verhältnismäßig wenig Geld für die Kolonien zur Verfügung stellt. Das Großkapital hat eben eine feine Rase für den Prosit, es beschränkt sich auf Gründungen und hängt die faulen Aktien nachher kleinen Leuten an. (Widerspruch rechts.) Wer nur einigermaßen die Börsenberichte ver- folgt, weiß daS doch. Unter dem Prospekt einer solchen faulen GründungSaes ellschaft prangt auch der Name Generalleutnant z. D., Gouverneur a. D., Mitglied des Reichstages Herr von Lieber t.(Lebhaftes Hört I hört I) Gerade er hätte allen Anlaß, nicht dazu beizutragen, daß das bißchen Kolonialbegeisterung bei den kleinen Leuten durch solche bösen Erfahrungen zugrunde gerichtet worden.(Lebh. Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Gegen Henke ist gesagt worden, wir setzen die Interessen der Arbeiter aufs Spiel, wenn wir uns nicht für die Kolonialpolitik einsetzen. Nun, in den tropischen Gebieten ist keine Gelegenheits- arbeit für sie. und nach Südwestaftika will man kleine Leute auch nicht hineinlassen. Die wenigen Arbeiter, die hinausgegangen sind, haben sehr traurige Ersahrungen gemacht.(Sehr wahr! bei den Soz.) Man hält uns die kulturelle Arbeit entgegen, die in den Kolonien geleistet wird. Damit machen wir doch nur in bescheidenem Maße gut. was vorher gesündigt ist. In beiden ostafrikamschen Ausständen hat man mehr als 200 000 Menschrn niedergemacht. Wir haben lange Kulturarbeit zu leisten, ehe diese mit deutschen Maschiiiengewehren gerissene Lücke wieder ausgefüllt ist.(Lebhaftes Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr Erzberger hatte kein Wort der Kritik für die Rechtsprechung gegen>ie Eingeborenen. In O st a f r i k a haben wir in einem Jahre 10 144 Bernrtcilungen zu langjähriger GesängniSstrafe gehabt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Windhuker Landeskammer findet hierfür einen recht plausiblen Grund, sie sagt, man verhängt diese zahlreichen Strafen, um zahlreiche Arbeiter für die neue» Bauten bei den Eisenbahnen zu haben.(Lebhaftes Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Auch Prügelstrafen sind im starken Maße verhängt worden. Durch die Presse geht die Nachricht, daß Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg Gouverneur von Togo werden soll. Nach manchen Aeußerungen von ihm scheint er ein Freund der P r ü g e I st r a f e zu sein, dann scheint er uns wenig leeignet für einen solchen Posten.(Sehr richtig l bei den Sozial- »emokraten.) Der Resolution über die Aufhebung der Haus- klaverei stimmen wir natürlich zu. Möglichster Schutz muß auch den farbigen Arbeitern zu teil tverden. ES sind eine Reihe Verordnungen erschienen in bezug auf die Behandlung der Arbeiter, die gar nicht üble Vorschriften enthalten. Aber die Denk- 'chrift gibt selbst zu, daß diese Vorschriften durchaus nicht immer befolgt werden. Die Tagelöhne auf den Plantagen in den Kolonien sind lv a h r h a f t jammervolle, sie betragen 44—56 Pr (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bei den Bahnbauten in Ostafrika scheinen die Zustände noch leidlich gewesen zu sein, aber geradezu»wrderisch hat der B a h n b a u in T a» g a gewirkt. Die Leute sind zum Teil direkt aus dem Lande gelaufen, um nicht zur Arbeit herangezogen zu werden.— Das e r f r e u l i ch st e am Etat ist, daß größere Mittel eingestellt sind zur Förderung der Eingcborenenkultur. Ueberall imisscu die komplizierten Arbeitsmaschinen in den Kolonien zur Einführung gelangen, und zu deren Bedienung braucht man intelligente Arbeiter. Daher muß so viel wie möglich für die Schulbildung der Eingeborenen getan werden. Bisher hat man die Sorge um das Schulwesen den Missionen überlassen. Die Ausführungen Henkes über die Missionen sind gänzlich mißverstanden worden. Er verkennt durchaus nicht, daß von manchen Missionaren unter großem persönlichem Opfermut in den Schutzgebieten ein ganz Teil Kulturarbeit geleistet worden ist. Die Missionsschulen sind natürlich der Regierung sehr bequem, denn sie trägt nichts zu den Koste» bei. Aber ganz darf der Unterricht nicht den Missionen überlassen werden, denn in ihnen wird natürlich der Hauplwerl auf die religiös-christ liche Durchbildung der Eingeborenen gelegt. Es müssen daher den einzelnen Schutzgebieten für Schulzwecke mehr Mittel zur Ver- fügung gestellt werden. Sie sehen also, daß wir Sozial� demokraten trotz unserer grundsätzlichen Ablehnung der Kolonialpolitik doch mit aller Kraft darauf hinarbeiten, daß mehr als bisher Gerechtigkeit und Mensch l i ch k e i t in den Kolonien zur Geltung kommt. sBravo I bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dr. Solf: Ich möchte zunächst mit der allgemeinen Bemerkung beginnen, daß in dem Wechsel der Person des Staats sekretärs durchaus kein Sy st em Wechsel liegt. Die Verwaltung der Kolonien wird auch Weiler nach den von dem Hause gebilligten Grundsätzen geführt werden.— An der Wiege des Reichskolonial' amts hat die heimische Politik gleichsam wie e i n e b ö s e Fee ge� standen. Es wird mein Bestreben sein, die Kolonialverwaltung aus den Fittichen dieser bösen Fee herauszuführen. Die Kolonien sind kein Trimnrelplatz für die Betätigung von Partei- i nt e r e s s e n. Der gesanite Kolonialbesitz bietet ein weites Feld für die Betätiguug aller Parteien dieses Hauses und der Regierung. Nun zu den Ausführungen der einzelnen Redner. Mit dem all gemeinen Standpunkt, den Herr Henke als den der Sozial demokracke dargelegt hat, können wir iin 20. Jahrhundert wirklich nichts anfangen. Ich habe übrigens das Gefühl, daß Sie jetzt schon unter dem Deckmantel der absoluten Negation anfange», positiv mitzuarbeiten. e r n b u r g und der hat Mißstände im Berliner Wohnungswesen aufgedeckt, die geradezu unerhört sind. Nach den Mitteilungen des Propagandaausschusses sind in Berlin über 600 000 Menschen in vollkommeir unzureichenden Wohnungen untergebracht. Das Berliner Polizeipräsidium erklärt, eine ständige Wohnungsaufsicht gibt es nicht; in den Fällen, wo das Vorhanden- sein gesundheitsschädlicher Wohnungen zur' Kenntnis der Behörde gelangt,, werden die Hausbesitzer zur Beseitigung der Mißstände an- gehalten, eventuell die Wohnungen geräuint. Das ist ein ganz unhaltbarer Z»stand. Die 600 000 Fälle, die vom Propagandaausschuß mitgeteilt werden, liegen doch alle so, daß hier die Wohnungspolizei hätte eingreifen müssen, wenn sie ihre Aufgabe ernst nähme.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie hat aber in sechs Jahren nur 3068 Anträge erledigt und in derselben Zeit nur 242 Woh- nungen räumen lassen. Angesichts der Größe der Wohnungs- not ist es ja selbstverständlich, daß diese Art der Wohnungspolizei einen Tropfen auf den heißen Stein bedeutet und völlig unzureichend ist. Wenn die Polizei zu solchen Zwecken eine größere Tätigkeit entfalten wollte, würde sie die freudige Zustimmung der ganzen Bevölkerung haben. Die zweite große Frage ist die, wie das inderelend der Großstadt beseitigt werden kann. Die Enthüllungen der Schwester Henriette Arendt über diesen Punkt md ja vielfach in der Oeffentlichkeit sehr kritisch, oft sogar gehässig und höhnisch aufgenommen worden und man hat die Schwester zeradezu als eine' Person hingestellt, die phantasiert hat. Auch aus hrem Ausscheiden aus der Stuttgarter Polizei hat man den Schluß zezogen, daß sie nichts tauge. ES dürfte Ihnen wohl bekannt sein, )aß Schwester» Henriette Arendt inzwischen von der Stuttgarter Polizeiverwaltung in glänzender Weise Genugtuung erhalten hat und daß sich ihre Enthüllungen auch als richtig herausgestellt haben. Die Polizei hat die auf diesem Gebiet liegenden Aufgaben nicht mit der nötigen Sorgsalt behandelt, weil sie sich zu sehr als politische und Kriminalpolizei fühlt.-Die Kinder- Verkuppelung. Eugelmacherei, Kinderausnutzung und der Adoptions« 'chwindel haben einen Nmfimg von infernalischer Schauerlichkeit an- genommen. Sckiwester Arendt hofft, daß das Berliner Polizei- Präsidium, unbekümmert um eventuelle formelle Unrichtigkeiten der Schwester Arendt, gegen diese traurigen Erscheinungen energisch vor- gehen wird. Was mt das Ministerium in dieser Frage? Wie die Polizei ihre Kräfte sinnlos verzettelt, beweist der Fall des Gastwirts Wagner, Berlin, Pappelallee. Dessen Lokal wird täglich von Schutzleuten im Lokal überwacht— nicht etwa wegen Hehlerei, sondern wegen nnberechtigtenSchnapsverkaufs und Polizei st unden Übertretung. In das Lokal Schutz- leute hineinzustellen, ist doch unerhört! Für das Verbrecheralbum photographiert man nicht nur chwere Verbrecher, sondern z. V. auch Leute, die wegen Lotterie- Vergehens verhaftet wurden. Handelte es sich nur, wie daS Polizeipräsidium sagt, um Jdentifizieruugen, so ginge es noch an. Aber man gibt die Photographien ins Verbrecheralbum und dagegen muß protestiert werden. Der Redner kommt nun auf die Enthüllungen über Mißbrauche in dir Berliner Sittenpolizei zu sprechen. Erst Monate nachdem die„Zeit am Montag" die Dinge enthüllt hat, ist man eingeschritten. Es handelt sich um Mißbrauch der Macht gegenüber den Prostituierten und, was noch schlimmer ist, um die Hetzjagd auf das Wild, auf die der Prostitution verdächtigen Mädchen. Es wird von gewissen Sitten- beamten aus Avancementsrücksichten ein Ehrgeiz daran gesetzt, mög- lichst viel solches„Wild" zur Strecke zu bringen. Die verächt- lich st en und gewalttätig st en Mittel werden da an- gewandt, wie veröffentlichte Briefe einer Vigilantin zeigen, worin natürlich auch immer Geheimhaltung dieser Vorbereitungen zum Er- wischen bestunmter Mädchen gefordert wird. Da wird von„ins Garn treiben" usw. geschrieben. Der Beamte sucht z. B. die Vigilantin zu verleiten, ein Mädchen, gegen das er kein Beweismaterial hat, in ein Absteigequartier zu locken, damit er sie „überführen" kann. Es wird da geradezu behördliche Kuppelei von einem Kriminalbeamten getrieben, was aufs schärfste gebrandmarkt werden mutz.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Derartige Erscheinungen sind allerdings eine naturgemäße Folge der kontrollosen Machtvollkommenheit der Kriminal- und Sitten- Polizeibeamten. Ihren Opfern wird nicht viel Glauben beigemessen, während der Eifer der Beamten belohnt wird. Die„Z. a. M." hat einen solchen Bekkinten des Meineids bezichtigt. Was ist geschehen? Freilich gibt es ja Beweise, daß die Berliner Polizei meineidige Beamte bei sich duldet. So meldet ein Schöffengerichtsurteil vom 10. Noveniber 1909 von wissentlicher Wahrheitswidrig« k e i t und Anzeige wider besseres Wissen eines Schutzmanns M.. dem deshalb die Kosten der Verteidi- gung des Angeklagten auferlegt wurden. Der Mann ist vielleicht noch bei der Polizei. Wäre er nur mal nicht botmäßig genug gewesen, oder hätte er eine nicht genehme Gesinnung gezeigt, er wäre rasch geflogen! Die Prügeleien auf de» Berliner Polizeiwachstubm sind immer noch häufig, und ein Landgerichtsdirektor hat das auch öffentlich erklärt. Wie wäre eS mit einem Gegenstück zum Schießerlatz, der Disziplinarstrafen den prügelnden oder schimpfenden Schutzleuten androht?(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Auf meine Angriffs gegen die Polizei wegen des Artikels „Sozialdemokratischer Mörder!" hat der Minister keine Antwort ge- geben, sondern nur gezeigt, daß ihm die Freundschaft mit Rußland wichtiger ist als die Ordnung in seinem eigenen Ressort. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Was sagt denn der Minister zu der leichtfertigen Anschuldigung eines anständigen Menschen als „Sozialdemokratischer Mörder" durch die Polizei? Freilich hat ja der Minister selbst, als er noch Minister in Anhalt-Dessau war, eine ebenso unbegründete Beschul- digung wegen eines Raufhandels gegen unsere Partei erhoben und nachdem die gesamte anständige Presse aller Parteien erklärt hat. es liegt keinerlei politischer Mord vor, hat er sich nicht be- müßigt gesehen, seine Beschuldigung zurückzunehmen.(Hört! hört! b. d. Soz.) Da wundert es mich ja nicht, wenn er an der unerhörten Hetze der Lichtenberger Polizei gegen den Gewerkschastssekretär Schabet nichts auszusetzen hat.(Erneutes Hört l hört l bei de» Sozialdemokraten.) Das schlechte Verhältnis der Berliner Polizei zur Bevölkerung wird vorgestern erst von der„D. T.-Zig." konstatiert. Daran sind nicht die vielen braven anständigen Be- amten schuld, sondern jene Vorkommnisse, an denen gewisse Vor- gesetzte schuld sind. Das Herumlaufen der Polizei, mit Revolvern umgürtet, muß die Berliner provozieren. Die Polizei ist immer noch der Auffassung, daß das Volk ihretwegen da sei, statt um- gekehrt. Wir wissen, wie ungern viele Polizeibeamte die ihnen be- fohlencn politischen Schikanen ausüben!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Gestern ist der Witwe H e r r m a n n prinzipiell die Eni- chädigung zugebilligt worden. Bedauerlich ist es, daß das Polizei- Präsidium durch alle möglichen Schikanen den Prozeß auf ein Jahx erstreckt hat. Nun die Lage der Berliner Schutzleute. Wenn Sie wüßten, daß die Schutzleute sich an uns wenden, würden ihnen die Haare zu Berge stehen. In einem mir zugegangenen Tagebuche eines Schutzmanns finden sich geradezu er- greifende Stellen. Wie da graugewordene Beamte gleich R e- ruten behandelt werden, nicht einmal als Herr an- geredet werden, mit lächerlichem Firlefanz ihre Zeit verzetteln müssen und gleich dummen JungenS namentlich von jüngeren Polizeioffizieren wegen jeder Kleinigkeit gerügt werden.(Lachen rechts.) Ihr Lachen ist uns symbolisch für Ihr ganzes Tun I(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.— Abg. Frhr. v. Z e d li tz ruft: Respekt!) Ein feiner Ton! Es werden immer noch Arrest st rasen über Schutzleute verhängt. Wie lange sollen diese entwürdigenden Strafen noch bestehen? Freilich, der Minister hat gegen ihre Abschaffung ge- 'prochen. Ich kann die Erregung nicht schildern, die 40-, ja 50jährige Schutzleute wegen Einsperrung in die Arrestzellen wegen bloßer Bagatellen ergreift. Gewiß, muß in den Schutzleuten der richtige Geist zur Wahrung der Interessen der Bevölkerung sein, aber die Polizeibeamten sollte man doch mehr als gleichberechtigte Menschen statt als Rekruten behandeln. Die Vorgesetzten sollen sich nach§ 10 der Instruktion durch ge- etztes Benehmen das Vertrauen der Mannschaft erwerben. Dieser Paragraph wird in den Jnstruktionsstunden aber nie verlesen. In die ZwangSpensionszuschußkasse müssen die Schutzleute öhrlich 86 M. einzahlen. Bei Uebergang in eine andere Stellung oder Entlassung wird nichts zurückgezahlt, ja selbst beim Todesfall erhält die Witwe nach jahrzehntelanger Zahlung nichts. 2'/s Millionen Vermögen hat die Kasse aufgespeichert: diese Zustände müssen die Beamten unzufrieden machen. Da ist es, wie uns die Beamten schreiben, kein Wunder, wenn nicht genug Schutzleute für Berlin zu bekommen sind. Außer Arrest gibt eS Versetzung auf entfernte Dien st Posten, Kürzung des Gehalts, Streichung der Vergünstigungen, Benachteiligung derWitwe. Die Schutzleute beklagen sich, daß sie gar zu sehr„geschliffen" werden. Unsere Angriffe auf die Polizei sollen niemals die Unterbeamten persönlich treffen, deren wir uns im Gegenteil immer annehmen werden. Es ist natürlich, daß Beamte, die so gedrückt sind, leichter nervös werden, eher ungerecht gegen das Publikum werden. Sie werden sagen, Polizeibeamte, die sich an uns wenden, feien Lügner, Eidbrecher, Gesinnungslumpen". All' diese Kübel werden aus der g u t e n Kinderstube d e r R e ch t e n aus die Beamten ausgeschüttet werden, vielleicht von demselben Minister, der als Kanalrebell gar keinen Anstand nahm, gegen seine Vorgesetzten zu demonstrieren. Sparen Sie sich die Entrüstung— die Beamten glauben mehr an unsere Absicht, ihnen zu Helsen, als an das gute Herz des Ministers I(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Beim letzten Bergarbeiter st reik hat man nach amerika- nischem Muster die G r u b e n b e a m t e n zu Polizeibeamten (Sheriffs) geinacht, die Untergebene der Kapitalisten, interessiert an dein Lohnkampf waren. Das waren auch die Allerrücksichtsloseftcu und Brutalsten! Erst wenn ein verständiges Verhältnis zwischen Polizei und Publikum hergestellt ist. wird zu erwarten sein, daß die Polizei auch Unterstützung beim Publikum findet. Die Voraussetzung für ein besseres Verhältnis ist aber ein Bruch mit der bisherigen Praxis. daß die Polizei als Werkzeug der politischen und wirtschaftlichen Machthaber betrachtet wird. Dazu sind durchgreifende Reformen auch auf dem Gebiete des Verfasfungswesens in Preußen erforderlich. Wir erwarten, daß der Minister auf die von mir angeführten vielen Mißstände eingehen und nicht deshalb stillschweigend an ihnen vor- übergehen wird, weil sie von einem Sozialdemokraten gerügt worden 'ind.(Beifall bei den Sozialdemokraten,) Abg. Schröder-Kassel(natl.) wünsch bessere AnstellungS- und Dienstverhältnisse der Polizeibeamteu, 8tBg. Dr. Runze(Vp.) wendet sich gegen das Verbot der Be« teiligung der Schutzlente an dem U n t e r b e a m t e n t a g in der „Neuen Welt" zu Berlin. Die Besprechung s ch l i e h l. Eine Petition um Beibehaltung der in Abgang gestellten Polizeiassessoreu und Polizeiratstellen in Berlin wird der Staatsregierung mit dein Ersuchen überwiesen, dafür besorgt sein zu wollen, daß die in Aussicht genommene Organisations- änderung ohne wesentliche Härte für die Petenten durchgeführt wird. Bei der P o l i z e i in a n n s ch a f t fordert Abg. Witzmanu fnatl.) unter Hinweis auf Dr. Liebknechts Ausführungen über die Gehaltsichwicrigkeiten des Schutzmanns- ersatzes, daß die Prämie von 1000 M. auch wirklich allen 18 bezw. 24 Jahre dienenden Schutzleuten ausgezahlt werden. Die Beamten sollten auch vor Gehaltseinbußen bewahrt bleiben. Minister v. Dallwitz meint, der Vorredner sei mit seiner Be- schwerde im Irrtum. Bei den Polizeiverwaltungen in der Provinz bespricht Abg. Eoöcl(Z.) das Hereiiikomme» rufsischer und galizischer Verbrecher nach Oberschlesien. Besonders ist das der Fall, seit- dein in Rußland wieder geordnete Zu st än de ein- gezogen sind. Es fehlt den oberschlesischen Polizeiverwaltungen an Vorrichtungen zur Ueberwachung und Ergreifung des inter- nationalen Verbrechertums. Dafür führt der Redner verschiedene Beispiele an. Minister v. Dallwitz verweist auf die bevorstehende Einführung der staatlichen Polizei in Oberfchlesien. Abg. Dr. Gaigalat fLitauer u. k.) wünscht ein Gesetz gegen die Trunkenheit und die Verbannung der Prostitution von der Straße. Abg. Dr. Flesch(Vp.): Die Führung der staatlichen Polizei läßt die Stadtverlretungen davor zurückschrecken, die Machtsphäre der Polizei zu vergrößern. Darauf ist zum Beispiel auch die gestrige Ablehnung eines Ortsstatuts zur Einschränkung des Kneipenwesens in Schöneberg zurückzuführen. Dann bespricht der Redner die Beschaffung der Mitgliederliste des Steiger- Verbandes durch Essener P o l i z e i b e a m t e n an den Zechen- verband. Man ließ gegen den betreffendes Beamten Milde walten, weil eben die Anschauungen der Beamten über das Zu- lässige und Unzulässige durch die Beeinflussung, durch die Verhältnisse ins Wanken geraten. Statt daß die Polizeipräsidenten die Wohnungs- und Wohlfahrtspolizei den Städten überlassen, machen sie und die Ministerien alle möglichen Schwierigkeiten. Man stellt die Städte, die solche Einrichtungen dennoch treffen, unter Polizeiaufsicht.— Auf die Essener Zechenverbandsaffäre aber könnte man in der Tat das Sprichwort anwenden, das durch Herrn v. Zedlitz hier Bürgerrecht bekommen hat.4. Sochvarterre. 8, und SW.: Hermann Werner, Gneifenaustr. 72. ». IValilkrcis: St, Fritz, Priiizenftr. 31, Hof recht» Varl, Wnlilkreis: Oft e n: Noberl Weugels. Gr. Franljurterstr. 120. — Richard H a ck e l b u s ch, PeierSburgerplatz 4(Laden), 4. Wall Iii reis. Süd o(! c n: Paul Ä ö b m, Lausitzerplatz 14/15. 6. Walillirels: Leo Zucht, JminaiNtelkirchstr. 12(Hof). v. IValilkreiK(Moabit!: Karl A Uders, Salzwedelerfw. 8. Weddins: I. Hönisch. Nazarelhlirchslratze 43, Itoscntlialer und Oranicnburecr Vorstadt: Wilhelm B a u m a n», Rheinsbergcrstr. 67, Laden. Gesundbrunnen: F. Trapp. Bastianstr. 6. Laden. SchönliaiiHer Vorstadt: Karl Mar», Greiseuhagener Str. 27. A dlcrshof iKarlSchwarzlose, Hofsmannstr. 9. Alt-Glienicke: Wilhelm Dürre, Köpenickeritr. 6. Bnnmseknlenrveir: H- ßo vitig, Marienlbalerstr, 13, I. Bernan, Röntgental, Zepernick, Schönow und Schön- brück: Heinrich Brofe. Mühlenstr. 5. Laden, � � Bohnsdorf und Kalkenbcrg: Alois Laus, Bohnsdorf. Gc. nosscnschastshau».Paradies".„-. Cbnrlottenbnrg: Gustav«charnberg, selenheimerstratzi I Klclivi aide: Oskar Mahle, Stubenrauchstr. 39, Erkner: Ernst H o s f m a n n, Friedrichsbagcner Chaussee, Frcdersdorf-Pctershngcn: E, H ö s e I b a r t h. P-terShag-n, i'riedenaii-Steglitz-Siidcnde-Gr«'ß-I.Ichtepfeldc-linnk- witn: H B e r n l e e, Alsenslr, 5 in Siegliw Frlcdrichsbagcn: Ernst W erlin ann, Kopenicker Straße 13. Grünau: Franz Klein, Friedrickstr. 10. Joliannistlml: P i e I i ck e, Kmier-Wilhelm-Platz 6. Karlehorst: Richard Stüter-, Rödclstr. 3. U. KönigH-W iiNterliautiicii: Friedrich B a u m a n n, Vahnhosstr. la. liöpciiirk: Emil W i ß l e r. Kietzcrstr. 6. Laden. Frlcdrichsfclde. Hoiicnscnöniiaoseii: Otto Seite!, Wartenberastrajze 1(Laden). � �. IIa Iiisdorf, Kanlsdorf: P. Heßberg, KaulSdorf, Ferdinand. MarVcndorf: August Leip, Cbautseestr, 236, Hos, Marienfelde: Emil W e i n e r t, Dorjstr, 14, Keueuhascii: Gustav Ley. Woltcrinaßc, Rleder-Scbönewelde:'G ehrt, Britzcrstr. 6. *owuwes: Wilhelm I a v V e. Friedrichstr, 7.. Ober-Sciiöncwcldc: Alfred Bader, Wlthelnunenhofstr. 17 11. Vankow-Medcrscbönbausen: R i ß in a n n. Mitzlenftr. 30. Keiniekcndorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholx: P, G u r j ch, Provinzsir. 56, Laden. Bfxdorf: M. Heinrich, Neckar str. 2, im Lade»: R o h r, Siegsned- tk n in in el sb n r er, Koxbagen: A. R o s e n k r a n z, SlIt.Boichagtn 56. Schönebere: Wilhelm B ä u m l e r, Marlin Lulherür. 63, im Laden. Spandau. Xonnendainni, Staaken, Seegefeld und Z'alkenhagen: K ö p p e i,, Lreitesir. 64, Tegel.«orsigwalde. Wittenau, Waldmannslust, liermsdorf und Keiniekcndorf- West: Paul Kienait, Bvrsigwowe. Räuichstraße 10, Teltow: Wilhelm Bonviv, Teltow, Berliner Str. 16. Tcnipeiiiof: Joh, Strohn, Borussia str. 62. Treptow: Rod, Gramenz, Kiesholzstraße 412. Laden, Weiüensec: K. Fuhrmann. Sedanstr. 10-, parterre. Wilniersdorf-Ilalcnsee-Schiiiargendorf: Paul Schuderl. Wihelmsaue 27. Zeuthen. Miersdorf: Ernst Huitig, Zeuthen, Dorsstr. 15. Sämtliche Parleiltteralur sowie alle wissenschastlichen Werke werden geliesert. Zühne A,SO M. 10 Jahre Garantie.' Zahnarzt Wolf, Potsdamer Straße 55(Hochbahnstalion). Würzburger Hühneraugenmittel von Dr. H. Ringer.— Gegen 30 Pfennig aus 10 Pf. Anweisung frei. Ohne Zweisel die bequemste u.wirkfamsteHilfe. Der Schmerz ist in 3 Min. fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.(Enthält Salichlsäure u, indische« Hansextrakt.) ff. UngCF IN WÜrZbUfg. Berlin(20 Pf.): Salomon- Apotheke, Charlottenstraße 54.— Greif- Apotheke, Barnimstr. 33.— Wo nicht, zu haben: Rosen-Apotheke, WOrzburg, l fr (Wichtig- Das selbsttätige Waschmittel. Nicht kochen, nur waschen in band- warmer Perslltauge von 30— 40», Keine weitern Waschzusätze nehmen. Die Reinigung ist vollkommen, dos Gewebe bleibt locker und grillig und die Wäsche wird gleich- zeitig desinfiziert Erprobt u. gelobt! Nur in Originalpaketen, niemals log«, HENKEL& CO., DÜSSELDORF. mieinige Fabrikanten auch der allbeliebten Henkels Bleich-Soda Verkaufsstelleu durch Plakate erkenntlich. Fabrlk-BFlederlage für Berlin and Vororte: Job. Scbmalor. Berlin S. 4, Tieckatrafie 14. üentseher Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 2. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause sSaal 4): AutzerordentlicheGeneralversammlnng Tagesordnung; 1. Bericht über die Maiaussperrung und Bcschlußfaffung über die Unterstützung der Ausgesperrten. 3. Wahl eines Mitgliedes für den Hauptvorstqnd. 3. Verbandsangelegenheiten. SW" Die Ausgesperrten melden sich am A. Mai in den Betrieben zur Arbeit. Bleibt es bei der Aussperrung, so stellt der Werkstatt-Bertrauensmann die Zahl der SluSgesperrten sest und meldet fich in der Zeit von S bis 1Ä Uhr im Getverk- schastshause(Saal t), Wia Die Ortsverwaltung. Arbeitsnachweis: H°f I. Amt Norden, Nr. 1239. Charit�ftratze 3. Hauptbureau: Hof m. «mt Norden. Nr. 1937. Die wegen der Arbeitsruhe am 1. Mai aus- gesperrten Kollegen versammeln sich am Donners- tag, den 2. Mai, vormittags 10'/, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15(großer Saal). Die Vertrauensleute müssen bereits um 9'/, Uhr zur Stelle sein. UK/g Die OrtsTerwaltnng. Dp. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Äptu 10—2. 6—7. Sonntage 19—12. 2—4 tephdecken betonders preiswert. Größte Auswahl. 8tr«lii»»>»«tel, Wallst».?S.* Fpach-Verlelh-Instltnt. Arack-, Gehrock-. Smoting-Anzüge. für jede Größe paffend, w grosscr Aus« wa?mri Friedrlohslr.ltS I.a. Oranienburg. Tor Tel. Nord 7102. VerkZuke. Herinauiiplap a. Pfandleihhaus. Exirabillige Iacketlanzüge. Gebrock- anzüge. Sommerpaleiuls. Henein boien. Damenmäntel. Allerdilligster Bettenvertauf. Bermietungsbcit. Aussteucrbeltcn. Ausfteuerwäsche. Reichhaltige GardlnenauSwahl. Tep- Pichauswahl. Vlüichttichdccken. Stepp- decke». Goldsachcu. Tafchenuhren. Wanduhren. Wandbilder. Ware» nertaui ebenfalls Sonntags.' Äardtnen! Steppdecken i Portieren I Tischdecken I außergewöhnlich billig I Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt oxtra I Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Markt i(Bahnhof Börse). Sonntags geöffnet. Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie in, Leihhaus.Rofentbaler Tor-, Linienstraße 203(4. Ecke Rosci, thaler- ftraße kaufen. Anzüge von 9,00 Mark an: Paletots von 6,00 an; Damengarderobe. Bette», Wäjche, Gardinen, Partieren, grciichwinger, Bilder, Uhren, Gold-, Silberwaren, Fahrräder. Alles fpottbilllg, Anzüge werden verliehen. Sonntags geöstnel. Hohe Beleihung. 12S0K- Federbetten, spoiibilligc, aoiand 11,00,>«,00. hochjeine 22, w. Zeniralleihhaus Schöneberg, Haupt- Maß» Hl.__ 1391ft* Nnuarieuhiihne, Fuchtweibchen, graue, grüne Papageien, Kommaii- dantenstraße ö2, Restaurant. 14041t- Betten, Stand 9,—. Brunnen- ftraße 70, im Keller. 12MK- Radfahrerkarten. Wir empfehlen Rad- und Auto-Fahrern Straubes Karte 1200 Duaprat- Meilen um Berlin. S Teile q 1.60 Mark. Nord. liche Hälfte der Provinz Branden- bürg reicht bis Stelttn-Ueckcrmünde, südliche Halste bis Halle-Leipzig» Dresden° Görlitz. Buchhandlung Vorwäris, Ladenstraße 60(Laden).* Teppiche, unbedeutende garben- fehler, für die Hälfte des Wertes. Gelegenheitskäufe, sämtliche Größen. Tcppichhaus Adler, Königstraße 50, gegenüber Raihaus. 1409�» Borjährige eleganteHerrenanzüg« und Paletots aus feinsten Maßstoffen 20—40 Mart, Hofen S— 14 Mari. Versandhaus Sermonta. Unter den Linden 21. Sonntag mir von 8—10 geöffnet._ 12hfcft* Leihhaus Morthplatz QSu! Woritzplatz 58a im Leihhau» lausen Sie enorm billig, alS: von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüg«, Rock- anzügc, Paletots, größtenteils aus Seide, 9—18 Mark. Gelegenheils- läuse in Damen-Kostümen, Kleider», Tuchmünteln, aus Seide. Herstellungs- preis bis Mark 160. jetzt bis 3b Mark. Gelegenheilstäufe in Uhren, Keilen, Ringen, Wäsche, AuSsteuerwäsche, Betten, enorm billig, nur Moritz- platz 68a._ Chile Anzahlung, Woche OchO, Bilder, Spiegel. Möbel, Polftcrwaren, Steppdecken, Tischdecken, Teppiche, Sardinen. Portieren, Bezüge, Uhren, GaStronen liefert billigst Weber. Neue Königstraße 34. Besuch ober Poftlarie._ 1014K- •4,00 Prachtbett, 9,50 ganzer Stand, rotgestreift, Laken 0,80, Damasibeziige 3,55, Steppdecken. AndreaslcihhauS AndreaSliratze 33.* Landbett, zwei Deckbetten. zwe> Kiffen, zweischläfrig, 14,25, nur An- drcasleihhaus._* Bauer, idcckbett, Unterbett, zwei Kissen, 26,00, nur Andreasleihhnus. Andreasstraße achiunddreißig, Fahr- geld vergüte._ 1141K Binktvaschfäfser, Zober, Sitz- waimen, Badewannen. Spezlalfabrit Reich enbergerstraße 47. Leiern 6 Proz, Zehn Prozent Rabatt BorwärlZ lefern. Sonntag» geöffnet. Teppiche mit Farbenfehlern 3,25. 3.85. 4.50. 5.76, 6.85. 7.50, 9.25. 12.60. Salonplüsch-Tepplche 13.50, 16.50, 19.60, 22 50. 27.60. 35—38 usw. Riejeiifabriklgger, Große Frankfurter- straße 125, im Haufe der Möbel» Gardinen, Fabritreste, Fenster 1.65, 2.35, 2.86, 3.50, 4 50, 6,75 usw. Totalausverkauf von ange- schmutzten Gardinen, Store», Bett» decken, staunend billig. Große Frank- surterftraße 125. Wioiiatsauziigc und Sommer- paleioiS von 5 Mark sowie Hofen von 1,50, Kcdrockansüge von 12,00, FrackS von 2,50, sowie lül korpulente Figuren, Neue Garderohe zu stamieud billigen Preifcn, auS Pfandl-ihen ver» fallenc Sachen taust man am billigsten bei Naß, Muiackstraße 14.' MoiiatSaiizüge, Paletots, großes Lager, jede Figur, kauft man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch in eigener Werkstatt. 6 Prozen, bill'ger sür Porwärlsleser. gürnenzell, Schnei- derni-ilier, Roienibalerttraße 10 Teppiche. Ricseiiauswahl I Aus- verkauf wcuig angestaubter, dekoriert gewesener Prachtleppiche 5.25, 6,76, 10,60 bis 27,00. Hochelegante Wohn- zimmcr- Teppiche 12,60 bl« 120,00. Wolfs Teppichhaus, Dresdener. straße 8(Koilbu erior). BorwäriSleser 10 Proz«,» Rabatt I 1387K« Ju Freie» Stunden. Wochen- schrist für das arbeitende Volk. Romane und ürzähluitgen. Abonnements wöchenilich>0 Pf. nehmen alle Aus- mrbestellen des.Vorwärts- entgegen. Probeheft« grali». Tuch- und Plüschporiicren, Kar- nitur 3.26. 3.86, 4.60, 6.26. 6.66, 7.60, « 60 Usch,■■■■ Steppdecke» 3.76. 4.25, 5.65, 7.50, 8.38, 12.85 usw.__ Pliischdecke» mit kleinen Fehlern 4.25, 5 50, 6.75, 7.85, 9.35, 11.60 usw. it. Weißenbergs Gardine»« und Teppichhaus, Große Frankfurter- ftraße 126, im Haus» der Möbel- ladM t42w Borivnrtstefep erhallen slins Prozent ftrtrarabatt, ielbst bei Ge- lcgenbeitSkäusen. Tcppich-ThomäS. Sumungspreife sind b!« zu 50 Pr o zeni herabgesetzi Rosenth a le rstr�54. Neubau Oraiiienstr. 126 ist»rösiiiet. Teppich»Thomas Rojenlhalcr- stra�54wy7anieii� Grofte Säuleu-Bohrmafchine, ein Ambos, 2l5 Pfund, zu vertaufen. Schröder, Berlin< Rummelsburg, Sonntagstratze 4, Badeanstalt. j-8 eiloch-Gaskocher 3,50, Gat- zuglampen 7,00. Wallnertheatcrstrr3s. Bekanntmachung! Pfandleihhaus Brunnensiraße 68, Eckhaus Siral- sunderstraße. Exirabillige gackelt- anzüge, Sommerpaletots, Gehrock- anzüge. Allerdilligster Bettenverka us. AuSsteuerwäsche. Steppdecke». Extra- billiger Teppichverlaut, Pracht- gardinen, Piüschportieren. Plüsch- lischdecken. Riesenauswahl Damen- uhren, Hmetmhren. Schmucksachen, Wandbilder, sonntag« geöstnel.* Kinderwage» zu verkaufen Pickert, Markgrascnstraße 9, iZuergrbäude. Teppiche!(jehierbaiie) m allen Größen, fast für die Hälft« des Wertes Teppichlager Brünn. Hackeicher Markt 4, Bahnhof Börse.(Leier de« »Vorwärts' erhallen 6 Prozent Rabatt.) Sonntag« geöstnel I_• «askroneu ohne Anzahlung, Woche 1,00.(Ricfenlager.) Krön- leuchter-Spezialhäuser Louis Böttcher (selbst). Mein Doppelbetrieb bewältigt den größten Saisonandrang. Betriebs- leitung: Borhagenirstraße 32, erste Eiage.(Fahrverbindung bis War- fchauerftraße) Filiale: Frankfurter Möbel ohne Geld! Bei kleiner Anzahlung geben Wirtschaften und einzelne Stücke au! Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten kauft bei UNS. Kretschmaim u. Eo., Koppen- straße 4.(Schlesischer Bahnhof.)' Möbel- Lcchuer, Brunneijstr. 7 am Rofenlbaler Tor, Epezial-Möbel- hau«. Aus Kredit und gegen bar. Riesenauswahl. Vorzeigcr dieses gnserais erhält bei Kauf von 60 Mart an 5 Mark gutgeschrieben. Bequeme An- und Abzahlung. Aus Ännsch Pertreter. Sonntag von 12—2 Uhr geöstnel. 1317«' Piaebel, voebel. Oranien- straße(MontzpIatz) ab, Fabrikgebäude. liefert al» SpezialitSt; Em- und Uweizinimer- Einrichtungen. Größte Auswahl. 9 Etagen in 2 Fabrik- gebäuden. Billigste Preise. Ein Zimmer und Küche 234,—, 336,—, 409.-. 496.-. 666-, 655.- bis 1000,—. 2 Zimmer und Küche 448. 501-, 67t.-, 660-, 773,-. 867—, 99!.— bis 2000,—. Schlaf- zimmer 194,--, 270,—, echt Eiche 299,—, 360,—. 401,—, Wohnzimmer, modern, 266.-, 318.--. 343.-. 403,—, Speisezipimer. echt Eiche, 343,-, 373-. 462.-. 671,-, Herrenzimmer,«nglifch« Bettstelle mit Matratze 42.—. Trumeau, ge- schliffen«6.-, Plüschsosa 58,-, Um- bau 60,—. Besichttgung ohne Kauf- Swang«rbete». 6 Jahr» Garantie. iveniuell Zahlungserteichlerungen. Geöstnel 8—8. Kein Laden. V«r« kauf im Fabrikgebäude._ 95251� viel Geld spare» Sie durch reellen billigen Einkauf in der Möbclaus- stelluug Oranienslraße 202(Jnnuiigs- meistert. Auch Teilzahlung. Vorwäris- lefern 6 Prozent. IKHÜ" Kaufen Sie direkt beim Tischler- rneister. Koinplette Wohnungs-Einrichtungen in allen Preislagen. Besichtige» Sie meine Ausstellung. Harnack, Slallschreiberstr. 5?(Moritz- platz). Verkauf nur im Fabrikgebäude. Zahlungserleichtcrung AI ö bei-Gelegenheitskäufe, gut gearbeitet, viele Gelegcnbeitsmöbel, welche bedeutend unterm Preis find. Bücherfpind 68,—, Schreibtisch 48,—, Bettstelle 33,—. Trumeau mit Stufe 34,—, Garnitur, Sofa, 2 Sessel, Sola 46,—, Kleiderspind 46,—, Kücheneinrichtung 68,—, Herrenzimmer, Sveifezinnner, Schlafzimmer, wundervolle Sachen, sehr billig. Kommen Sie erst vor Ihrem Eintaus zu inir, Sie sollen die Möbel nur de- sichtigen. Ehrlich, Alte Schönhauser- straße 32. 1374K' Allee 124, erste Etage. 1358Jt» Teppiche(Farbensehler), Steppdecke». Gardinen. Tischdecken, Tüll- bettdecken, Uebergardinen, Soja- stostresle spottbillig Fabrtkiager Mauerhoff, Groß« Franksurterstraße 9 Flureingang. Borwärtslesern zehn Prozent Sonntags geöffnet. 2488K' WVekaillitmachung! Vorwärts- leler I Springers weltbekanntes Pfandleihhaus, alleinstehend, Ehaussee- straße Sechzig! AuSsteuerwäsche, Aussteuerbelten, Bermietungsbctt, Damcnbekletduiig, Herrenbekleidung, Teppichauswahl, Prachtgardtnen, Portierenlager, Kcltensortiment, Schmucksachen, Uhrenauswahl. er- tandene Aultionspsänder. Aller- stiniligsteFahrgelegenhcit Großberlins. Leihhaas»Brunnen» und Ver» kausgeschüft. Betten, Stand 9,—, vronnenstrnße���cke�cdom�aße OesevÄttsverkSufe. Seifengeschäft, reell, vertaust Memelerstraße 66. Agenten zwecklos. Seifengeschäft, gutgehend.vertaust billig Schulze, Schlefischestraße 36. Obst-. Gemüsegeschäst mit Kohlen sofort vertäuslich Stephanstraße 60. � Eckrestaurant. gutgehend, wegen Ruhefetzung vorkaust Usedomstraße 14. Kutscherkneipe wegen Kranthcii der Frau verlaust Longestraße 69. "Schultheiss- Ausschank, Osten, sichere Existenz. Zahlstelle, Vereine. preiswerh zu verlausen. Auskunft erteilt.Vorwärts". Spedition, Große Frantsurierstraße t20. 710 Möbel. Arbelter-Musterwohiiungeu.Far jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kassenpreis Zinsvergütung, klein« Anzahlung, bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Kämer. Gabberi Ttschlermeister, Acker- straße 64.* Möbel tdiSkr-t). Reelle, alte, gut renommierte Firma liefert Möbel unter Diskretion aus Teilzahlung. Ansragen: Postlagerlarte 12, Post- amt 22. 1376K» Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheii, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Slube und Küche. An jedem Stück deutlicher Preis. Uebervorteilung daher ausgeschlossen. Lei KrantbeiiS« fällen und Arbeiislofigkeil anerkannt größte Rücksicht. Mobelgeschäst M. Goldflaub. Zossenerftraß« 38, Eck« Gncifenausttaße. 230tK« Plü Broda sofa, ungebraucht. eißenburgerstraße 66. billig. Möbeltausch. Acltere, unmoderne Möbel werden in Zahlung genommen und moderne dafür geliefert, die Differenz in bequemen Raten. An- fragen unter Postlagerkarte 18, Post- amt 22. 1375R* Möbel-GelegenhellSkäuse in aller- arößler Auswahl; einsache sowie bessere Wohnungseinnchtungen be- deutend billiger wie regulär. Er- gäiizungsmöbel. Büfette, Schreib- tische 46, Sojas 46, Garnituren 66, Trumeau» 87, Schränk», Vertikos 27, Kronen, Teppiche,«Uder. Küchen- möbel, Klubsessel, LedersosaS, Um- baue. Ledeiitühle usw. spottbillig. Leimert» Möbestpetcher, Lothringer« ftraße 56, Rosenlhaler Tor. Die Möbel find in vier Etagen aus gestellt. ,»»»>. 1413A» Kleider sptnd 26.—. Bettstelle, Malratz« 10,—, Tisch 4,—. ganze Kücheneinrtchtung 26,—, vcrkäuslich Waldemar straße 76, Vorderhaus I 76/5» link« Metallbette». spottbillig verkamt straße 10, Hutgeschäit. wei, modern, Zossener- 75/6» 'Plüschsosa, Umbau, Säulen- iiumeau, Englischbetten, Hutboden- schrank, Spiegelvcrtiko btllig Zorn- dorscrstraße 4, Li ese._ 75/1 Brautleute. Nußbaum-Wirtschälü «lube und Küche, neu, mit Geschirr, ist billig zu verlausen bei Michels, Lichtenberg, Finowstraß» 33. flo Musikinstrumente. Pianiuoa. Harmonium«. Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120,00 an. Teilzahlung. Scherer. Chaussee. ftraße 105. 534K». Geige, Pianino verkausl Anriqui- läienge chäsl Kirchstraße 14, Moabit. Bilder.. Sie laufen Bildet nirgends billiger als direkt Fabrik bei vilder-Bogdan, Weinmelfterftraße 2.__ 1005Jt» Fahrräder. Herreufahrrad, Damenlahrrad. wie neu, 36,—. Holz, Blumen- straße 44._ 1093K» Geschäftsdreirad, Süßerst stabil. 60,00 an. Holz, vlumenstraße 44. Brennaborrad. Herrenfahrrad 25,00. Opelrad und Dainensabrrad, Garan- lieichein, billig, sosort, Weberstraße 42, Ouergebäude parterre. 1426b» Herrenfahrrad, gutes,„Opel- marle' 30,00, Damensahrrad, wunder- schönes, billig. Witwe Ludwig. Große Franksurterstraße 121, Seitenflüget l Treppe. 74/6» Freilauffahrrad, Herrenrad, na- geineu mit Gummi 38,—, Damen- jahrrad, spottbillig. Kraus, Andreas- straße 64, I!, Fahrrad 20,—. Grünerweg 15. parterre. 74/9» Herrenfahrrad, modern, gut- erhalten. 26,00, Damensahrrad spotj- billig. Große Franksurterstraße 14, Has, Kellu 72/19» Fahrräder, TeilzahlunaÄi, größte Auswahl, billigste Preise. Lothringer- straße 40. Filiale»! Steglitz, Schloß- straße 116. Wilmersdorf, Uhiand- straße 100. 1203K» MFahrräder. Geleaenheitsläufe, Leihhaus Rosenihaler!r.or, Linien- straße Ecke Rosenthalerstraße. 1267K» Herrenfahrrad. Damensahrrad, Freilqusrad, nagelneu, spottbillig. Zu- behörsachon. Braunack, Groß« Frank- surlerslraßc 137, Seitenflügel. 74/20» MHalbrenner. sehenswertes Herren- saarrad, jeder Preis. Grosser, Front- sutter Allee 104. 74/19 Kaukxesueke. Platinabfälle, Silberallfälle, Rück« stände, Zahngebiss», Oueckfilber, Me- ialle höchstzahlend, Goldschmeize Nieper, Köpenickerstraße 20a(gegen- über Monieuffelstraße)._ 29&5R Goldsncheu, Silberjachen, Platina- absälle, Zahngebiste. höchst, ahlend Goldschmied Jllgncr,Kastaliicnallee11, Zahngedisse, Zahn bis 1 20 Mark. Goldsachen, Slanniol, höchstzahlond, Kobn, Neue Königftraße 76, 22l/l2» Kaufe Frauenhaare, ausge- kämmte. Zahle höchste Preise, Kafla, Zöpscsabrik/ RIxdori, Erkstraße 3, Platinabfälle, Gramm6,76, Gold, Silber, Zahngebisse, Stanniol, Queck- filber kauf» Blümel, Auguststraße 19, Zahngebisse, Zahnbisl.lO, Platin- absälle, Goldsachen, Silberiachen, Auwelen. Oueckstlber, Stanniolpapier, Zinn, Kupser, Goldwatten, Blatt- gold, Gummiabsälle, höchstzahlend, Edelmetall- Einkaussbureau, Weber- straße 3t._ 136««» iPlatlnspezialift, pro Gramm 5.75, Gold, Silber, Gebisse kaust Gold- schmied Brlickard, Muiackstraße 22. Zahngebtsse in Kauischuk, Gold Silber und Platlna taust pro Zahn bis 60 Psennia und für Platin zahlt (den höchsten Preis Blumenreich Brunnenstraße 3, am Rosenlhaler Tor. (Telephon.)_ 763K' Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache.-Für Anfänger und Fort- geschritten«, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen an« gesertigt. G. Swieniy- Liebknecht Charlottenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenbaus IIJ. 44K» Technikum, Berün, Neanderstraße 3, Schinfel-Akademik, Direktor Künigl. Regierungs- Baumeister Ariür Wein er, Inhaber. Maschinenbau, Elektrotechnik. Hochbau, Tiesbau, Gas, Wasser, Heizung, Werkmeister», Tech- niker-Kurse, Jngenieur-Kurse, Polier- fiKje, Abendkurs«. Tageskurse. 7901t* Klavter». Vwline-, Gesang-(Sttmm- bildung), Violoncello-, Blasinftru- ment-, Mandolinen-, Gitarre-, Zilherunterricht. Monatshonorar 4.00 TageZlurse, Abend?u>.�e Gormann- straße 1(Rosenthalerstraße). 247/18' Verschiedenes. Patentanwalt Menzel. Berlin, Chausseestraße 6. 1100K» '"Patentanwalt Müller, Gttschiner- straße 81. 243951» Vermietungen. Limmer, Kleines möblierte» Zimmer Annen- straße 2, Ouergebäude III rechts. 'Sauberes Zimmer, einen Herrn, Reichenbergerftraße 160, Borderhaus III._+21 MödlierteS Vorderzimmer bei Rudolj, Neukölln, Bendastraße 14.+1 Möbliertes Zimmer vermietet Adalbcrtstraß« 86, II rechts.+21 Lchlakstelleii. Möblierte Schlafftelle für Herrn zum 1. Mau. Mai Aimenstraße Frau 1467b» Möblierte freundliche Schlasstelle veriftieiet Romatzl», Dresdener- straße 107/8, vorn II. 74/1» Möblierte Winsstraße 6. Schlasstelle. Möblierte Adalbertstraße Prantzat._ Menzel, ______+57. Schlafstelle, Herrn- 96, Ouergebäude II. 1476b Möblierte schlasstelle sür Herrn zu vermieten, im Vorderhaus. Frau Wernicke, Niederbarnimstraße 8.+10 .ei möblierte Schlafstellen bei sufft, Breslauerstraße ll.+43 Patentanwalt Weffel, Sitschiner- straße 94a._ Knnslstopferei von Frau KoloSIy Schlachtenie«, Kurftraß« 8 lll. Nähinafchinenreparaturen fach gemäß schnell und billig, auch außer dem Hause. Bellmann. Gollnow- straß« 26._ 205651* Jede Uhr zu reparieren 1,25 (außer Bruch), kleinere Reparaturen billiger, Karlel, Uhrmacher und Auwelier, Brunnenstraße 118. Usedomstraße 1026K» Sargmagazin Sb e 65. Kunftftopferei Leyser, Große Franksurterstraße 97. 839951» Piutscher. gelbschwarz. Marke 48 992, cnllausen. Belohnung. Züsch, Lüderitzftraße 66, 147tb Arrangeure! Marionctten-Ka-?- perle- Theater, Rodel, Adalbertftr. 82 Flötist empfiehlt sich für Sonn tags. Ernst, bei Ncubert, Charlotten bürg, WiftnerSdorserstraße 26. t29* Aufpolfternng. Sofa 5,—, I trotzen 4,—,, im, außerm Hause. Chausseestraße 74, Schäfer. 76/6 Pfandleihe Markusstraße 27. Maffschneiderei Wer Stoff hat? Anzug> Verarbeitung 20,—. elftr. 4. oßhaar- 1472b (jekunclea u. verloren Berloren. Vom Krankenhau» Buckow nach Neukölln eine Perlen- Handtasche mit Inhalt verloren ge- gangen. Andenken. Abzugeben i Borwärts-AuSgabe, Reckarstraße 2. partei-Sekretar gesucht sür den Parteiveretn Stettin. Bewerbungen sind bis 16. Mal mit Auf. schrist.Bewerbung" versehen an St. Stettin. Schillerstraße 10, einzusenden und müssen Angabe über bisherige Tätigkeit in der Arbeiter- bewcgung, sowie Rcserenzen enthalten. Gehalt 2000 Marl. Bedingungen deS Vereins.«rbelierpresse-. Antritt der Stelle möglichst zum 1. Juli. Znvahmellelle» für„Kleine Anzeigen" llerlln O. 91. Hakmisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. W. G. Schmidt, Kirchbachstr. 14. Q. R. Hackelbusch, Petersburger Platz 4. Gustav Bogel, Koppen- straße 82. R. Wengels, Gr. Franksurl er Str. 120. kVO. L. Zucht, Jmmanuellirchslr. 12. I. Reul, Baniimstr. 42. »l. 9V. Baumann, Rheinsberger Str. 67. F. Trapp. Bastianstr. 6. Karl Mars, Greisenhagener Str. 27. J.Hönisch, Nazareihkirchstr. 49. H. Bogel, Lortzinaftr. 37.«. Tieh. Jnvalidenstr. 124. L- Dechand, Ruheplatzstr. 24. NW. Karl Anders, Salzwcdelerstr. 8. 8W. H. IWcrucc, ffineisenauslr 72. Taehn, Hagelberger Str. 87 8, St. Brill, Prinzenstr. 3t. F. Lehmann. Kottbuser Damm 8. ««. Pani vöbm. Laufttzer Platz 14,15. P. Horich, Engeluser 15. Aellcrahof. Karl Schwarzlose, Hoffmannstr. 9. Itauniachiilvnivcg. H. Hornig. Marientbalerstr. 13, L lloralir» ulcle. Paul Rienast, Räuschstr. 10. OlmHutteiibui'ir. Gustav Schornberg, Sesenbelmer Str. I. Prlcdrlclmhagcn.«tust Werkmann. Köpenicker Str. 18. «i-ttiiaa. Franz Klein, Friedrichstr. 10. E«»Ii»ni,latl>«I. Pieliite. Kaiscr-WUhelm-PIatz S. Itarlnlivi-at. giichnrd Kiitcr, Rödelstr. 9, II. Köpenick,«inil Wisiler, Kietzerstr. 6, Laden. LlclitcnbcrK. Otto Seifet, Wartenbergftr. 1. Ktedcr-l4chOncweldc,(Sehrt, Britzer Str. 6. Kowawc«. Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 7. Vdcr-isokOnca-cIdc. Alfred Bader, Wilhelmlnenhosstr. 17 II. I'ankuer. Otto Siissmann, Mühlensft. 30. Kclalckciidoi-k. P. Gursch, Provinzstr. 66, Laden. Klxdorf. M. Heinrich. Neckarstr. 2. Conrad, Hermannstr. 50. C. Rohr, Siegsriedstr. 28/29. KninmcUburA. 91. Rosen krau». M-Boxhagen 59, Schöncberff. Wilhelm Bäumler, Martin-Lulher.Str. 69 im Laden. Spandau. Koppen, Breite, tr. 64. Kieslita. H. Bernsee. Aisenstr. 5. Tciupeihof. Joh.«rohn. Borusfiastr. 62. Treptow. Robert Gramenz. Kiejdolzstr. 412, Laden. clvcnne«. Fubrmann. Sedanstr. 106. Schillert. Könia-Tiaustee S9a HVItmccd«!.,. Paul Schubert. WilbelmSaue S? � � �Pchlafstelle für Herren. Frieden ftraße 47, vom 2 Treppen bei Grell, Flureingang.__+43 Freundliche Schlasstelle, Herrn, auch wöchentlich. Liebmwalder- ftraße 36/36, 12. Ausgang, Witwe Dröselet._ 14746 Schlafstelle, separat, zwei Herren, 12 Mark. Knorn. Blumenstraße 76. �rddtsmarht. Stellengesuche. Tüchtiger Stenograph, Maschinen- schreiber, mit guter Allgemeinbildung und Sprachkennwiffeu, wünscht Be- schäsiigung. Offerten unter.Ziel* Postamt W. 9. 14825 Wissenschaftliche Hilssardril wünscht junger Parteigenoffe mit Hochschulbildung und besten Emp« Offerten 14806 sehlungen zu ubernehmen. unter L. K. Postamt W. 9. Stellenangebote. Rnffelnsetzer und Ferttgmacher. Pianomechanitsabril Blumenstraße 96. ..eitungsfraueu für die Tour Kochstraße fosort verlangt. Meldungen Zimmerstraße 60, Laden �Berliner Tageblatt")-.. 74/18* Lehrmädchen für Binderei suchen Rouvel u- Stern, Konfektionierte Geübte Zuarbetterinnen aus besseren Genre verlangt Hermann Tietz, Franlsurter Allee 109, Personal. leitung._ 142051 Leipzigerstraße 82. Weißwaren. Schiirzennähertn aus Wochenlohn im Hause gesucht. Hermann Tietz, Franksnrter Allee 109, Personal- lelwng.___ 1419« Geübte Kleberin und Komplel- tiererin verlangt Stalls chreiderstr. 57 I recht«.__ 75/8 Mädchen sür alles»erlangt sofort Grelle. Großgirschenstraß« 28 Iv. Dreher«. Gürtler aus chlrurg. Jnstmmente verlangen l-oiil» Kr Iß. I-ocrvcnntcla, 247/19 Ztegelftr.«8. tekliing, Ngendgliol! In den nachfolgenden Wagen- und Karofferiefabrike« befinden ch die Arveiter im Streik und nd alle 9lrbeitSangebote dieser slrmen stritte zurütkzuweisen. Gesperrt find! Berliner Karoffertefabrit, Schöneberg, Elsenacher Str. 66. «rdman» u. Rossl, Linien» straße 139/140. Rudolf Franke, Jnselstr. 11 und Courbiöreftr. 14. tofschulte, Luisenftr. 21. ellner. Kaiserin-Augusta.Allee 101 Kltemt. Neue RSnigftr. 74. Lange u. Gntzeit, Franlsurter Allee 22/23. Btax Snste. Charlottenburg, Nriilchestr. 27/28. ScheVera. Wiihelmstr. 130/132. Scheu. Besselftr. 21. Uiermöhle, Große Franlsurter Elraß« 137. Wienicke, Pankow, Breite Str. 17. In Frage kommen: Stellmacher, Schmiede, Schlosser, Lackierer und Sattler. Zuzug Ist streng fernzuhalten. 176/8*_ Die Streikleitung. Verantwortlicher Nedalteuri»lhert Wachs. Berlia. Wr deu Lnseratenteil verantw.: Tb.«locke, Perlin. Druck n Verlag: Vvrwari, jöuchdruckerei u. veriagsanftalt«alll Hmger» io* feettlä"S�" Ik. 101. 29. ZahtMz. 3. Kcilligc des Lsmärls" Kcrlim WiksblM Mitwochs l Mai l!»� i Wesen war, da erstere das Geschäft erst am 10. Juni 1911 über- nommen habe. Die Kammer 1 unter Vorsitz des Magistratsassessors Maguhn �beschloß unter diesen Umständen, die Sache zu vertagen. Der . Klägerin wird aufgegeben, die Adresse des Herrn Max Kupfer dem n-i<.yr, tt_• c j. i.<.£. m...________' Gericht mitzuteilen, damit dieser persönlich geladen werden kann. Wieaerholt haben wir betont, daß �erelnbarungen von Vertreter der Beklagten ließ sich nicht herbei, die Adresse anzu- Arbcltgcberverbandcn, durch welche die Muglieder zur Zah- geben, im Gegenteil: er widersprach sogar der Vertagung und be- lung einer Vertragsstrafe verpflichtet werden, falls sie einer! antragte Abweisung der Klage. Darauf ließ sich das Gericht der- GektzwidrlgMen der Arbeitgeber- verbände. ständigerweise aber nicht ein. Weitgehende Haftpflicht des Lagerverwalters. Eine recht weitgehende Haftung des Lagerhalters ist in einer jetzt seitens des Landgerichts Stade ergangenen Entscheidung aus- gesprochen worden. Der die Klage erhebende Lagerverwalter war bei der beklagten Gesellschaft mit einem Jahresgehalt von 1960 M. und 2 vom Tausend des Verkaufserlöses tätig, und zwar auf Grund eines Vertrages, in dem es u. a. hieß: „Kläger ist nicht nur für seine, sondern auch für die Hand- lungen aller für ihn in seiner Verkaufsstelle tätig gewesenen Hilss- Personen haftbar, ausgenommen solche Beträge, die etwaigen Hilfs- Personen als unterschlagen oder gestohlen nachgewiesen werden." Gestützt auf diesen Vertragspassus, behielt die Beklagte die Kaution von 700 M. ein, als sich beim Abgang ein Manko in einer diese Summe übersteigenden Höhe ergab. Der Lagerhalter verlangt aber seine Kaution zurück, indem er den Vertragspassus als gegen die guten Sitten verstoßend anfechtet. Die ihm aufgebürdete Haft- Pflicht stehe in größtem Mißverhältnis zum Einkommen. Er sei von Berus gelernter Handwerker, und seine geringen Kenntnisse in kaufmännschen Dingen seien von der Beklagten bei Vertrags- schluß ausgebeutet worden. Das Gewerbegerickst sowohl wie das in der Berufung angeru- fene Landgericht wiesen den Lagerhalter mit seiner Forderung auf Rückzahlung der Kaution ab. Wenn auch, so sagt das Landgericht, zugegeben werden mag, daß die Stellung schwer und verant- wortungsvoll war, so war ihr der Kläger doch gewachsen. Das habe er mit der guten Wirtschaftsführung im zweiten Jahre be- wiesen. Von einem auffälligen Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung könne auch nicht die Red« sein, wenn man den Grad der Vorbildung sowie das Alter des Klägers in Rücksicht ziehe. Bei dieser Entscheidung ist unberücksichtigt gelassen, daß die Ueberbürdung des Zufalls oder der Nachlässigkeit anderer von den Schultern des Arbeitgebers auf die des Lagerhalters eine gegen die guten Sitten verstoßende Aenderung der allgemeinen Gesetzes- regeln über Haftung ist._ 6cricbt9- Zeitung. Wahlvergehen. Allerlei eigenartige Wahlvergehen werden nach der Wahl kon- struiert. Die Verfahren fallen sehr verschiedenartig, keineswegs immer in Uebcreinstimmung mit der allgemeinen Anschauung aus. Nachstehend geben wir drei derartige Fälle: 1. Die zweite Strafkammer des Landgerichts Dresden verhan- delte gegen den 3b Jahre alten Schuhmachergcscllen Falz aus Gör- litz wegen Wahlvergehens in zwei Fällen. Der Angeklagte wohnte bis Ende Dezember v. I. in Dresden und zog dann nach Mügeln bei Pirna, wo seine Familie im Armenhaus untergebracht ist. Falz hat dort auch zeitweilig gewohnt und Armenunterstützung erhalten. Der Angeklagte wurde bis 18. September v. I. in der Bezirks- anstalt Pirna untergebracht, da er sich um seine Familie nicht ge- kümmert hatte. Falz ist aus Versehen noch in der Dresdener Wählerliste angegeben gewesen. Er hat diesen Irrtum benutzt und in Dresden am 12. und 20. Januar d. I. bei der Haupt- bezw. Stichwahl Stimmzettel abgegeben. Falz wurde deshalb zu fünf Monaten Gefängnis und dreijährigem Ehrenrechtsverlust verurteilt. Ein unverständliches Urteil. Nach ständiger Rechtsprechung des Oberverwaltungsgericht und des Reichsgerichts lag in der Hand- lung des Schuhmachcrgesellen keine strafbare Handlung. Wer in der Wählerliste eingetragen ist, hat das Recht, zu wählen. Er kann sich durch Wahlbeteiligung niemals strafbar machen. Ins- besondere das Reichsgericht hat wiederholt anerkannt, daß die ent- gegengesctzte Ansicht mit dem Listensystem unvereinbar ist und zu den eigenartigsten Konsequenzen führen würde. Die ungeheuer- lich hohe Strafe gegen den Arbeiter gibt einen Fingerzeig dafür, weshalb den Dresdener Richtern die unstreitig auch vom Reichs- geeicht gebilligte Auslegung nicht gegenwärtig war oder von ihnen nicht gebilligt ist. 2. In Würzburg hat ein Ingenieur für einen anderen gewählt, also-unzweifelhaft eine objektiv strafbare Handlung, eine Wahl- fälschung, begangen. Das Gericht kam jedoch zur Freisprechung, weil der Ingenieur sich der Strafbarkeit seiner Handlung nicht be- wüßt gewesen sei. 3. Mit folgenden Fällen beschäftigte sich die Liegnitzer Straf- kammer. Am Tage der Hauptwahl kam Genosse Werner in das Wahllokal zu Thommendorf, um die Wahlhandlung zu kontrol lieren. Er blieb bis zur Beendigung der Stimmenabgabe dort und wollte auch das Resultat der Auszählung abwarten. Bevor zur Oeffnung der Wahlurne, eines Briefkastens, geschritten wurde, bat Genosse Werner den als Wahlvorsteher fungierenden Gemeinde- Vorsteher Fiebig, die Wahlurne durchzuschütteln. Als Fiebig sich eine Einmischung in seiner Eigenschaft als Wahlvorsteher verbat und außerdem erklärte, dah die Wahlurne nicht geschüttelt werde, nahm Werner, der der Meinung war, die Stimmzettel seien über- einander geschichtet, die Wahlurne, schüttelte sie und stellte sie sofort an Ort und Stelle wieder bin.-Gegen Werner wurde Anklage wegen Anmaßung eines öffentlichen Amtes aus 8 132 Str.-G.-B. und wegen Beleidigung des Amtsvorstehcrs erhoben. Genosse Werner betonte in der Verhandlung, er sei der Meinung gewesen, die Wahlurne müsse vorher geschüttelt werden, damit die Stimm- zettel durcheinander komnien und eine Kontrolle, wie der einzelne Wähler gestimmt habe, dadurch vermieden werde. Keinesfalls habe er die Absicht gehabt, den Amtsvorstchcr dadurch zu verhöhnen. Das Bewußtsein, sich damit ein öffentliches Amt angeeignet zu haben, habe er ebenfalls nicht gehabt. Der Gerichtshof verurteilte Weriter wegen Beleidigung und«Anmaßung eines öffentlichen AmtcS" zu 10» M. Geldstrafe. In einem anderen Falle wurde ein anderer Genosse zu der gleich hohen Strafe verurteilt, weil er in einem anderen Orte sich ebenfalls durch das Schütteln der Wahlurne ein„öffentliches Amt" angemaßt haben soll. Hier war aber der Gemeindevorsteher als Wahlvorsteher weniger empfindlich und fühlte sich nicht beleidigt. von 27 M. Mit der Bezahlung derselben wurde sie immer wieder! der„Anmaßung eines öffentlichen Amtes" könnte nur vertröstet, bis sie sich endlich doch entschloß, Klage beim Gewerbe- die Rede sein, wenn das schütteln gesetzlich vorgeschrieben Ware. gericht zu erheben. Jui Termin von, 21. Dezember 1911 wurde. Das ist es aber nicht. Dennoch ist die Verurteilung erfolgt. nun von dem Vertreter der Beklagten der Einwand erhoben daß Eine Streiksünderin. In sonderbaren Deduktionen sind unsere Juristen groß, wenn die Anklage sich gegen Arbeiter richtet. Aber eine so sonderbare juristische Spitzfindigkeit, wie sie gestern die 4. Strafkammer am Landgericht l beschäftigte, kommt doch nicht alle Tage vor. Es handelte sich um ein Streikvergehen. Unter der Anklage der Anstiftung zur Körperverletzung und beschlossenen Arbeiteraussperrung nicht Folge leisten, gegen ein Verbotsgesetz verstoßen und deshalb nichtig sind. Die- selbe Ansicht ist von den obersten Gerichten, insbesondere auch vom Reichsgericht betätigt. Nachstehend geben wir die Prozeßgeschichte einer Klage des Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe wieder, in der das Reichsgericht am 21. März 1912 abermals derselben An- ficht Raum gibt. Anläßlich des großen Kampfes im Baugewerbe im Früh- jähr 1919 beschloß der Arbeitgeberverband für das Bau- gewcrbe zu Hannover in einer Generalversammlung vom 14. April 1919, daß sämtliche Baugeschäfte zu schließen und sämtliche Bauarbeiter mit Ausnahme der Poliere und Lehr- linge vom Abend des 15. April ab zu entlassen seien. Der Architekt und Maurermeister K. in Hannover, der damals mit Umbauten am Hotel Bristol beschäftigt war, ist dem Beschlüsse nicht nachgekommen. Der Vorstand des Verbandes hat darauf die statutarisch vorgesehene Konventionalstrafe gegen K. festgesetzt und auf Zahlung dieser Strafbeträge Klage erhoben, wogegen K. Widerklage erhob auf Feststellung, daß er dem Verbände nichts schulde. Das Lmiogericht Hannover erkannte zugunsten des klagenden Verbandes. Dagegen hat das Obcrlandcsgcricht Celle die Klage abgewiesen und der Widerklage entsprochen. Die hiergegen von dem klagenden Arbeitgeberverband ein- gelegte Revision hat das Reichsgericht mit folgenden Ent- schcidungsgrüuden zurückgewiesen: Durch§ 152 Abs. 1 der Gewerbeordnung werden alle Verbote und Strafbestimmun- gen gegen Gewerbetreibende, gewerbliche Gehilfen, Gesellen oder Fabrikarbeiter zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittels Ein- stellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter, aufgehoben. Nach der Bestimmung des Abs. 2 steht jedem Teilnehmer der Rücktritt von solchen Vereinigungen und Verabredungen frei und es findet aus letzteren weder Einrede noch Klage statt. Die Satzungen des klagenden Verbandes kennzeichnen den- selben als einen Schutz, und Kampfverein gegen die Arbeit- nehmer im Sinne des§ 152 der Gewerbeordnung. Den Vereinen solcher Art hat der Gesetzgeber hinsichtlich der von den Mitgliedern durch Beitritt zum Verciu übernommenen, zum Gegenstand der Satzungen gemachten Verbindlichkeiten das Zlvirngsmittel der Klage und der Vertragsstrafe versagt. Mit Unrecht macht die Revision geltend, daß es der Festste!- lung der Nichtigkeit der in Rede stehenden Verabredung be- dürft hätte, s 152 der Gewerbeordnung versagt ausdrück- lich Verabredungen der hier fraglichen Art den staatlichen Schutz insoweit, als er daraus weder eine Klage noch eine Einrede gewährt. Es handelte sich hiernach um ein Kraft �gesetzlicher Bestimninng unwirksames Leistungsvcrsprechen des Beklagten. Die Ausbedingung einer Vertragsstrafe für den Fall der Nichterfüllung eines solchen Versprechens war nach § 344 des Bürgerlichen Gesetzbuchs«awirksam. Aus vorstehenden Gründen hat das Reichsgericht das Urteil des Oberlandesgerichts Celle bestätigt. Akten- zeichen: IV. 414/11.) Werden nun endlich die Staatsanwaltschaften die Folge- rung aus solchen Urteilen ziehen, gegen die Arbeitgebervor- stände, die solche nichtige Vertragsstrafen einfordern, wegen versuchter und. soweit sie mit ihrer erpresserischen Forderung Erfolg hatten, wegen vollendeter Erpressunig vorzugehen? Immer schamloser und kühner werden derartige Erpressungen von Unternehnierverbänden vorgenommen. Gilt das Straf- gesetzbuch und die ihm widerfahrene Auslegung nur gegen Arbeiter?_ Soziales Günstige Einwirkung der Reichsversicherungsordnung auf lau- sende Renten. Die Bestimmung des Artikels 85 des Einführungs- gesetzes zur Reichsvcrsicherungsordnung verlangt, daß bereits an- hängige Verfahren in der Uebcrgangszeit nach den bisher geltenden Vorschriften zu erledigen sind. Bei den Entscheidungen über die Entziehung von Renten sollen aber die den Versicherten günstigen Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung Anwendung finden. So ist u. a. der Z 1308 zu beachten. Dieser lautet: Ein Bescheid. der die Rente entzieht, wird mit Ablauf des auf die Zustellung fol- gendcn Monats wirksam. Diese gesetzliche Bestimmung hat bei der Landesversicherungs- anstatt Königreich Sachsen bisher noch keine Beachtung gefunden. wie sich bei verschiedenen Berufungsverhandlungen vor dem Schiedsgericht für Arbciterversichcrung in Chemnitz gezeigt hat. Ist es aus Unkenntnis dieser gesetzlick�n Bestimmung oder aus Knickrig- keit geschehen? Tatsache ist. daß die Versicherungsanstalt Invaliden- renten mit Ende desjenigen Monats entzogen hat, in dem sie den Bescheid an die Rentenempfänger gegeben hat. Einige solcher Fälle standen bereits zur Entscheidung. Das Schiedsgericht mußte des- halb auf Grund der Bestimmung des 8>308 der Reichsvcrsickzerungs- ordnung die Entziehungsbescheide mit der Maßgabe, daß die Rente erst für den Scklust des auf die Zustellung folgende» Monats ein- zustellen sei. Die Versicherungsanstalt hatte also noch je einen Monat Rente zu gewähren. Es sei hiermit ausdrücklich auf die Be- stimmung des§ 1308 der Reichsversicherungsordnung hingewiesen. Eine recht eigenartige Verschleppungstaktik wendete die Firma„Thaniucsta" Max Kupfer, Fabrik für Sterbe- Wäsche und Trauerfuhrrcquisiten, Michaeltirchstr. 24, an. um einer Klage der Stickerin H. zu entgehen. Tic Klägerin war im De- zemver 1910 und im Januar 1911 für die Beklagte tätig gewesen und hat': aus dieiem Arbeirsverhältniö noch eine Lohnforderung Herr Mar Kupfer nicht Inhaber des Geschäfts sei, sondern Frau Gertrud Kupfer, geb. Holz. Damals wurde der Klägerin aufge- geben, die Klage gegen die genannte Inhaberin anzustrengen; sie tat dies, ohne aber die Klage gegen Max Kupfer zurückzunehmen. In dem nunmehr anstehenden Termin machte der Vertreter der Beklagten umgekehrt wieder geltend, daß die Klägerin nicht für; gvau Gertrud Kupfer, sonder für Herrn Max Kupfer tätig gc-l der Beleidigung hatte sich vor der genannten Kammer, in der Landgcrichtsrat Simonsohn den Vorsitz führte, die 21jährige, un- bestrafte Arbeiterin Julie Koftmann zu verantworten. Sie Wae mit einer verwitweten Frau Kurth zusammen bei der A. E. G. in der Ackerstraße in derselben Abteilung beschäftigt. Wegen Lohn- differenzen bei einer bestimmten Arbeit streikten die Mitglieder des Metallarbeiterverbandes in jener Abteilung. Die Zeugin Kurth, die dem Metallarbeiterverband nicht angehörte, führte aus Furcht vor Entlassung, wie sie angibt, Streikarbeit aus. Aber auch die Angeklagte, die Mitglied des Verbandes ist, streikte nicht mit; sie hatte es auch nicht nötig, da sie eine Arbeit zu verrichten hatte, die vom Verbände freigegeben war. Nach der Beendigung des Streiks, am 31. Januar, wurde nun die Zeugin Kurth auf der Treppe zu ihrer Wohnung von einem Unbekannten überfallen, der ihr ein paar Ohrfeigen versetzte und dann, als andere Haus- bewohner hinzukamen, entfloh. Die Kurth verfolgte den Unbc- kannten und hörte von einer Frau Zinke, daß der Mann in der Begleitung eines Mädchens gewesen sei, und zeigte ihr das Haus, in welches das Mädchen angeblich gelaufen sei. Die Kurth ging in das ihr bezeichnete Haus, traf auf der Treppe die An- geklagte. Sie sagte ihr nun auf den Kopf zu, sie hätte ihr den Maun auf den Hals geschickt, um sie zu mißhandeln. Obwohl die Angeklagte es bestritt, packte d'- Kurth sie an und zerrte sie dl- Treppe herab. Als sich auf der Straße eine Menschenmenge ansammelte. genierte sich die Angeklagte und soll sich zu der Aeußeruug haben hinreißen lassen:„Sie alte Streikbrecher««, die Ohrfeigen schaden Ihnen gar nichts, ich möchte Ihnen noch ein paar herunter- hauen!" Die Angeklagte bestritt �mar. die Aeußerung getan zu haben, doch beschworen die Beleidigte urid zwei andere Frauen, daß sie jene Worte gebraucht habe. Dennoch hatte die Beschluß- kammer den recht«venig einwandfreien Vorgang für genügend erachtet, gegen die Angeklagte auch das Hauptverfahren wegen Anstiftung zur Körperverletzung zu eröffnen. Selbst der Staatsanwalt konnte in der Verhandlung diesen Teil der Anklage nicht mehr aufrecht erhalten; auf die verletzte Ehre der Streik— gegnerin empfahl der Staatsanwalt jedoch, ein Pflaster in der Gestalt einer Geldstrafe von 5» M. zu legen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Roth, hielt aber die beantragte Strafe für zu hoch und bat zu berücksichtigen, daß die Angeklagte durch die Kurth zu jener Aeußerung gereizt worden sei. da sie sie auf die Straße gezerrt und vor einer großen Menschenmenge falsch beschuldigt habe. Das Gericht hielt denn auch wegen der Beleidi- gung eine Geldstrafe von 30 M, für ausreichend, währenld es tvegcn der Anstiftung zur Körperverletzung auf Freisprechung erkannte. Richtiger wäre es gewesen, die wörtliche Beleidigung init der gröblichen tätlichen Beleidigung, dem Zerren die Treppe hinunter, zu kompensieren. Aber freilich— die angeblich Beleidigte gehört zu denen als Majestät Arbeitswilliger von der Staatsantoiltschaft sorgsam Behüteten.__ Hus der frauenbewegung. Geistliche Agitation unter Frauen. Die katholisckie Geistlichkeit treibt unter ihren Anhängern und Anhängerinnen offen und heimlich politische Agitation. Die Ehr- furch« vor religiösen und kirchlichen Vorstellui«gen wird zu Partei- zwecken mißbraucht. Die gläubigen Schäflein sollen auch iu politischer Dummheit erhalten bleiben. Wie schamlos diese Agitation betrieben«vird, lehrt ein neuer Fall nach dem Bericht des„Verl. Tagebl.": In Weiden wurde am vorigen Sonntag den Kirchen- besucherii«nen an den Kirchei«türen folgender Anmeldezettel überreicht: „Katholischer Arbeit er innenverein Weiden. Ich melde mich zum Eintritt in den Katholischen Ar- beiterinnenverein Weiden. Name................ Wohnung.............. (Straße, Nummer, Treppe.) Dieser Zettel ist auf dem Altar der kleinen Familie(an der Sakristei) niederzulegen." Gegen den Krieg. Daß das organisierte Proletaria« der einzige FriedcnShort in der ganzen Well ist, diese Taksache kann heute von niemand«nehr bestriuen«Verden. Alle» chauvinistischen Hetz- und Putschversuchen setzt die klasienbelvußte Arbeiterschaft den energischsten Widerstaird entgegen. An allen Kundgebungen für den Weltfrieden beteiligen sich in stetS wachsender Zahl aber auch die Frauen, die als Erziehe- rinnen der proletarischen Jugend für die inuner weitere Verbreitung und Verliefung des Friedensgedaukens nicht entbehr« werde» können. Es ist erfreulich, daß neulild in« fernen Südafrika, in Johannesburg, lTranSvaal). eine eindrucksvolle Manifestalion gegen den Krieg unlec Mitwiitung von sozialdemokratischen Frauen stallfinden konnte. Die Vorsitzende der Versammlung, Genossin Mary Fiygerald, hielt, wie die„Voice os Labonr« berichtet, eine zündende Vcgrühungsansprachc, Sie ließ nur einen Krieg gellen, den für die Befreiung der Mensch- heit aus den Fesseln des kapitalistischen Systems, das den Militaris- mus großgezogen. Schorf wandte sie sich gegen das Bestehen solcher kriegshetzerischen Vereinigungen, wie z. B. des Vereins der„Töchter von Transvaal". Die Mitglieder solcher Frauenorganiiationen de- gradierten die Weiblickikeil vielleicht mehr als die Prostituierten auf der Straße, die sckiließlich doch nur traurige Opfer des herrschenden nnmenichlichen Systems seien. Einem ansgczeichneien Referat de§ Genossen Manson, der sehr wirksam gegen den modernen Rüstungs- wohn zu Felde zog. folgte eine Diskussion, in der eine bekannte eng- lische Geilvssin das Wort ergriff: Dora B. Montcfiore, die auf ihrer Agilotionsreise durch die englischen Kolonien jetzt in Südafrika an- gekommen ist. Sie forderte die Fraiien mit ernstem Nachdruck auf, ihre Pflicht zu tun, indem sie jederzeit ihren vollen Einfluß für den Weltsrieden aufbieten, um dem Völkermord für immer ein Ende zu bereiten._ Die Klerikalen und daö Fraucnstimmrecht. Schon früher hat man aus klerikaler Seite aiigeküudigt. daß man im Falle der Ein- fiihrung deS allgemeinen gleichen Wahlrechts die Einführung des FrauenstummechtS in Belgien fordern werde. Natürlich nicht auS irgendeiner neuerwachtcn Begeisterung für moderne und freiheitliche Ideen, foiidern weil die Geistlichkeit auf die Frauen einen weit größeren Eiiiflnß ausübt und dauernd zu bewahren hofft, als auf die Männer. Deshalb Hot man in die neuen Gesetze betreffend die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte das Fraucnstimmrecht aufgenommen, daS neben dem Proporz dort als Damm gegen iozialistiiche Ueberfliltung wirken soll. Wie die Klerikalen, denen ja für die heilige Sache olle Mittel erlaubt sind, das ausgenützt haben, wird durch eine Korrespondenz aus Gent im„Peuple" beleuchtet. Dort wurden in den Landgemeinden alle möglichen Frauen, auch wenn sie nur gelegentlich Heimarbeit treiben, ja bloße Hausfrauen und selbst Nonnen in die Listen eingetragen. So gab es in l7 Ge- meinden neben 1959 männlichen 3130 weibliche Wähler. Trotzdem brachten die Sozialisten es auf 33 Proz. der Stimmen. tverfammlungen— Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 6. Mai, abends 8'/z Ilhr, in Kellerö„Neue Philbarmonie" Köpnickerstr. 96/97. Großer Experinientalvortrag:„Das Stein- kohlengas im Hausballe"(veraiistaltet von den Städtischen Gas- werken durch Herrn � Revierinfpeklor Kohl). Es werden vcr- schieden- Gerichte gekocht und zur Kostpiobe verabfolgt— eine Ausstellung von Beleiichtuiigsgegenständen und Gasapparateu ist damit verbunden. Gäste Willkomm-"- Achtung! Gewerkschaften. Oeffentliche politische Achtung! Versammlungen am 1. Alai Sämtliche Versammlungen finden mit Hilfsarbeitern und Frauen statt. Die Tagesordnung in sämtlichen Versammlungen lautet: Die Bedeutuni: des I. Mai. Mittag? 12 Uhr in den Mustker-Tälen, Kaiser- Ztesrrent! Reserent: Glaser, Glasarbeiter, Glasschleifer, Glasbläser, Hilfsarbeiter und Arbeiterinaell. Vormittags 10 Uhr bei Litfin, ivtemeler L-tr. 67. Rcserent: Genosse K. Wucke. Treffpunkt der Glaser S'l, Uhr im Hauptrestaurant des GewerkschastshaujeS. Treffpunkt der Glasschleifer und Glasbläser um g Uhr im Vertchrslokal, Alte Jakobslr. LS, bei Lohann. iXrfttthtiVhoa ffiontorlt« Gnippenversammlung: Boctbraneret(kleiner Saal), am Tempelhoser Berg, Wiujtytsuirs tseweroe. vormittags 10 Uhr. Referent: Genosse P. Barthel. Alle dazu gehörigen Branchen: Buchdrucker. Buchdruckerei-HilfSarbeiter und»Arbeiterinnen. Schrift- flieher. Photograpben, stcreotypeurr, Lithographen und Steindrucker, Tylographen, Formstecher und Tapetendrucker kommen in der tZruppenversanimlung zusammen. Handlaagsgehilsell and-Gthilfiallru, Kauflellte, Fagerhalter. Wilhelm-Str. 18m. Reserent: Dr. Rudolf Brcitschetd. Kaedel-.. K«ii«port- md Mehr-geantie. Hausdiener. Handelshilfsarbetrer. Geschäfts-, Arbeits- und Droschkenkutscher. Hafen. arbeite» kommen im Versammlungslokal zusammen. Reserent-. Genosse Dr. Moses. Krettetträger, Platzardeiter, FrSseKutscher, Hilfsarbeiter nnb Haasdieuer aus der HolMdustrit vormittags Iv Uhr im Königftadt.Kastno, �olzmarktstr.�7Z(oberer Saal). Reserent: Speicherarbeiter, Mehlbutscher, MSllkutscher und Schaffner usw. löXmt Holzmarktstr. 72(unterer Saal). Referent: Kollege Ott» Nttschke. Ftitergerüstdaller, Haudiuchsahrer. 39- Zeuffer- und MesAgputzer. � n- Ledrrbeardeituug.®rilwenDtr'ammluna 8S' Lohgerber. Weisigcrder. Lederzurichter. Lederfärber und Handschuhmacher gehen direkt in die Gruppenversammlung. Nahmig«- und KmahMel-Kemrbe." n' Brauerei- und Mühienarbetter. GastwirtSgehilfeu und CafH.Angcstrllte. Gehen direkt zur Verlammlung. Hoteldtener. Vormittags S Uhr im BerbandSIokal, Am Weidendamm In. stlcischer. Treffpunkt der Kollegen um S Uhr im BerkehrSlokal von Fritz WS ch t I e r, Msabethftr. 11. Friseure, Barbiere. Gärtner. Musiker, Dadakarbeiter»nd.Arbeiterinnen und Zigarren- fortierer gehen direkt in die Versammlung. Schmider and Schllriderinaea, Masche- u. Krawatteaarbeiterillven n. Juschneider. Vormittags 10 Uhr: Heller« Neue Philharmonie. Köpenicker Str. S6/S7. Res.: Genosse Giebel. Treffpunkt der Wäsche-, Krawatten-, Blusen-. Negligö-, Kors tt- und Zchürzenbranche sowie der Plätte- rinnen und Wälchermnen vormittags 8 Uhr in den.Luna-Sälen', Reue Köntgstr. 7. Asphalteare und Nappdachdecker. Treffpim«: Bewerkschaftshau». Käcker«ab Kauditoren. u uhr w�er-m? GW«»'».� � lil- Jlufffr. Vormittags 10 Uhr in den Konkordia-Feftsäleu, AndreaSftr. SS. Reserent: Senoffe 9t. Leopold. «ips- Mb Zmmtndeiw.««-«>-'>-»m. Hotz-, Ann-»nb Eigs-Lildhain Mb Wnbelimre. Reserent: Genosse Klüff. Liaatahanor Vormittags 10 Ubr im ArbeitSnachwetSlokal, Stralauer Allee 17». NviUviinun. Reserent: Kenoffe v. Bergmann. UriffHlPr ireffen fich vormittags g Uhr im Restaurant de» GewerkschaftShauseS und gehe» in die Nuuuiu Bersommlung der Holzardetter nach der Reuen Welt. Kllchbinder vud Hnchbloderri-Arbtitkrilllltu, Etui- und Fedtr-Galanimt-Arbtiter nnib Irlr-itor««-»» Vormittag» 10 Uhr int Lokal.Snnölouet-, Kottbuser Straße S. uuo �roelltrmneil. Reserenttn: Kollegin M. Greiffenderg. Treffpunkte: Album-. Mappen-»nd Galantertebranche>/,ö Uhr bei Benuit, Sedostianstr. 89. Buchbiuderbranche'Ifi Uhr bei Bercht, Rillerstr. 7S. Stnisbranche'/,S Uhr„Graphisches Brretnshans«. vtexandrinenstr. 4t. Hartoubrauciie'/,g Uhr tm Gewertschaftsdaus, Saal d. Lnxnspnpierdranche'/,!» lldr im.Fürstenhof-, Köpenick» Straße 137. ZlpnilVil«* l?i1lini'!lPl"ti>r-?lflt'hn»lh Fliesenleger. Isolierer. Kunststeinversetzer. Maurer. Nohrer, yriuiujri punnrürUfr-yfltlURu. Ttaker. Stctnöoljlcgcr, Stukkateure, alle Hilfsarbeiter. Vormittag» l0 Uhr in der Berliner Bockbraucrei, Tempelhoser Berg. Reserent: Gen. H. Schulz. Treffpunkt der Staker bis 8 Uhr im.Englischen Garten", Zllexanderstr. 27o, dann Abmarsch. Vormittags 10 Uhr im.Englischen Garren-, Zllexanderstr. 27a. TMUsti»ui. Referent: Genosse A. Schmidt. i-dlid- Mb M°rbritrr.»a� ik»m»inh»aes,o!t»e Vormittags 10 Uhr Im Gewcrtschaftshause, Saal 3. üirmnilvrutvkitrr. Rcs-renlin: Genossin Klara Bohm-Schuch. Die Maiversammlung findet statt vormittag» 10 Ubr, in der.Ren«» Welt«» vlU�iulum l« Hasenheide 108— 114. Rcserent: Genosse Schöpslio. Die Mitglieder der emzelnen Branchen treffen sich um 8 Uhr vormittags in soigeude» Lokalen: Bürstenmacher bei Preuff. holzmarktstr. 6S. Bodenleger im Gewerkschaftshause» Engeluser IS, Zimmer 2. Gintrtzcr im GcwerkschaftShause. Engeluser IS, Saal 11. yatousiearbeiter bei Walter. Adalbertftr. 62. Kammacher bei Walter. Adalbcrtstr. 62. Kistenmachcr bei Mückich, Zkrautstr. 24. Klavterarbeitcr im Märkischen Hof, Admiralstr. ISo. Korbmacher bei Kraule, Muskauer Str. 20. Maschinenardeiter bei Mrrkowski. AndreaSftr. 26. Modell, und Fabriktischler im Rosenthaler Hof. Roscnlhaler Str. 11/12. Perlmuttarbeiter bei Thomas, Melchwrftr. S. Ravmenmacher bei Wehlisch. Skalitzer Str. 22. Stellmacher im Rosenthaler Hof. Rosenthalerftr. 11/12 Stockarbciter und Schirmmacher bei Hermcl, Holzmarktstr. 21. Bergolder im GewerkschaftShause, Sngeinfer IS, Restaurant. tutformtlschlerim GewerkschaftShause. Engeluser 17, adcntischleri. Englischen Garten. Zllexanderstr. 27v. Die Moabiter Kollegen versammeln fich bei Hube. An der Moabiter Brücke, um 8 Uhr. Die Tiichtcr, Drewiler und Polterer treffen fich in den Lotaten. in denen ste ihr« Werkstatt. Sitzungen abhalten, und geben von dort nach der»Neuen Welt-, Hasenheide 103:114. Die Holzarbeiter von Weihensce, Lichtenberg und Ztzriedrichsfelde nehmen an den in diesen Orten stattfindenden Versammlungen teil.— Die Kollegen von Wriftcnfee versammeln sich um 9 Uhr im Prälaten, Lehderftr. 122. Daselbst werden auch die Maimarken ausgegeben. Hnwacher, Kluinrn-, Kdernardeiter und-ArbtttenmlkU. Referent: Genosse Schneider. Treffpunkt: Groffe Hamburger Straffe lS/19. Schmiede und Kupferschmiede. Kürschner. HlrtUv««X Vormittags 10 Uhr in den AndrcaS stzeftiSlen, Andreas straße A. MUitr UNv zUIUierer. Reserent: Genosse A. Wuschick. Di« Maler der Küchenmöbelbranche Treffpunll S'/, Uhr tm Englischen Garten. Zllexanderstr. 27 o. Metallarbeiter®onnt,ta98 10 l�r � d« Brauerei FriedrichZhai», Am Friedrtchshain 16—23. Bormittagg 10 Uhr in WilkeS Frftsäleu. Sebastiaustraße 39. Reserent: Kollege W. Kühne. Vormittags 10 Uhr in den Mnstker-Tälen. Kaiser-Wilhelm-Straße ISm. Reserentin: Louise Zietz. Reserent: Genosse G. Bauer. Besondere Zusammenkünste find vorher nicht. Sämtliche Metallarbeiter begeben fich direkt in da» Versammlungslokal. ItlnlVtttHiAoM nn>i£«<<•<> Vormittags 10 Uhr in den.Arminhallen-. Kommandantenswaße SL. Majlylvilltll Ulla Nkljkr« Nelerent- Genosse I. Hartmann. Sch-hw-ree-Z-b-ßne. p-lzcllM-rbcitn Mb Schilbrmaler. Eattlor Hartotonill»» Vormittags 10 Uhr in den.Arminhalle«-. Kommandanlenstraße SS/SS. AilUUT, �lürifiruilirr. R-i-rent: Genosse P. Schetdeman». �totnarstott«» Vormittags 10 Uhr in den.Prachtsälen Alt-Berlin-(großer Saal) Blumenstr. 10. AlkliilUlIiUil. Reserent: Genosse A. Hvffman». Ztcwschn. N-mmr Mb Stewl,a°kr. Tapksirrtr. Vormittag» 10 Uhr in WendtS Festsälen, vetühftraße 21. Reserent: Kolleg« Zitzewitz. Vormittag» 10 Uhr in den» Konko rdia-Festsil en-, AndrcaSftraße 64. Vkaiiialvtltlt. Referent: Genosse Aldtn Reichelt. S heater- Ulld Kiua-�tuutlltlltt begeben sich w die ihnen am nächste» gelegene« Versammlung«». Knnfft Vormittags 10 Uhr GewcrkschaftShaus, Engeluser 15(gr. Saal). Reserent: Senoffe R. Schmidt. ibvjs j»». Dieilollegen versammeln fich w den Beztrlszahlstellen u. gehen von dort au« gemeinsam in die Versammlung. Zllumerer. Vorm 10 Uhr Braueret«öntgstad», Schönhauser Allee 10. Reserent: Senoffe E. Eichhorn. Alle in Berlin stattfindenden Versammlungen gelten durch dieses Inserat als genügend angemeldet. Außerdem finden in Crroß-Berlin noch folgende Versammlungen der Unterkommissionen zur Gewerkschaftskommission statt: ÄidierKos. Vormittags 10 Uhr bei Kaul, BiSmarckstr. 16. Reserent: Senoffe R. Wölbt. Vormittags 10 Uhr im.voltshanse-, RofinensN. 3. K�yartorrenvurg« Rcserent: Genosse Dr.«. Rosenfeld. Vormittag« 10 Uhr w Tcgedrodt« Gesellschastshau», Friedrtchstrah«. V-. rttlCt. � � Reserent: Genosse Knnstler. �rofi-�ilfiteVsei�e. Vormittag« 10 Uhr bei Richter, Thausseestr. 104. Reserent: Sen. Knnert. StÖpeNld. Vormittags 10 Uhr im Stadttheater, Friedrichstraße. Reserent: Genosse Stärmcr. Vormittags 10 Uhr bei Konrad, Friedrichstr. 137. Reserent: Senoffe»tühwer. �t-»t.vI.lUsvtstIgeiT» Dreffpunlt und Ausgabe der Maimarken im GesellschastShause. Lichtenberg. Vormittags 10 Uhr bei P. Schwarz, Müllendorsstr. Sö/2S. Reserent: Gen. F.«aida. Nieder-Schönhansen.®ttafie- Vormittags 10 Uhr im Restaurant Fabau, Reinlckendors-Ost, Refidenzstr. 124. iNNeiNTireNvors-�s». Reserent: Genosse Otto Handle. Reinickendorf-Weft. 9'mmaS 18" 3 Versammlungen. Vormittags 10 Uhr tu Hoppcs Festsälc», Hermannstr. 49/50, in den -» IVIUl'lzll» Passagr-Festsäle«, Bergstr. 153, und bei Felsch, Knesebeckstr. 47/48. fiescrenten: die Genossen H. Lehmann. Wermuth, St. Mohs. VantMN. Vormittags 10 Uhr in Rocztckhs Gesellschaftshaus, Kreuzslr. ö/4. Reserent: Sen. Alb recht. Stralau-Rum nielsburg. Vormittag« 10 Uhr in den Ncucn Rarhaussälcn, srüher Obst. Melu luger Str. 8. Vcyoneverg. Res»-,tt: G-n-ff« I.«altskt. ��lanbNU, Vormittags 10 Uhr in der Braueret Pichelsdorf. Reserenttn: Senosfin Frau Juchacz. �OgLt» Vormittag» 10 Uhr bei Kltppenftei«. Spandaner Straße Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde. Vormittags 10 Uhr im.Schloff Weiffemee-, ft_. l Iis ct. Referent: Genosse A. Pattloch. Vormittags 10 Uhr im Biktoria-Garte». WtlhelmSaue 114— IIS. -ttsnmerooorf. Reserent: Genosse F. Zubeil. Ober-Schöneweide und Umgegend. Steglitz-Friedenau. Hennigsdorf a. Havel. lO lch��BcttnH« in.?lefl««rant zun. Reserent: Genoffe Jacobsen. Vorm 10 Uhr bei Graffl, Mariendors, Chausscestr. Reserent: Gen. Htllekamp, Schloff Wetsteusee-, Königchauffee 1—4. Kartelle der Vororte: Alt-Glienicke. VolmittagS 10 Uhr bei Hentfchel, Grünauer Str. 36. Reserent: Frauz Feldmann. Bernau. Vormittag« 10 Uhr bei Franz Salzmanu, BaSdorser Straße. Reserent: Johannes Haff. Britz, Bonntttagi 10 Uhr im Lindenpark, Chauffeestr. IS. Reserent: Dr. Silberstcin. Eichwalde. Vormittag« 10 Uhr bei Krüger in Miersdors. Reserent: Georg uao. Friedrichsfelde. Vormittag« It Uhr im Sasä Kohlhake.Schloßstr.S. Reserent: Julius Hildebraudt. Grünan-Bohnsdorf Bormittag» 10 Uhr in Villa Kahl in BohnKdors. Reserenli Wilhelm Königs-Wusterhausen. 10 im*Utn Lankwitz. Vormittag« 10 Uhr bei Schulz. Mühlenstr. 21. Zteferent: Hermann Knnpfer. Die Maifeiernden erhalten in den Bormittagsversammlungen«nentgcltlich je eine Maifestmarke. Die Anmeldung der Bersammlungen der Vororte haben die Funktionäre der einzelnen Orte in der ortsüblichen Weise zu bewirken. Tie BureauS der Bersawmlunge« werden beauftragt, über die Zahl der Bersammlungsbesucher der Redaktion des„Äorwärts", Liudenstr. kg, schriftliche Mitteilung zu mache». Wer Slnsschust der Gewerkswaftskommisfion Berlins und Umgegend. Der Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Alwin Kumten, Engeluser IS L Th. Fischer, Linden str. 69. 3ö?tllöNWaldL. Vormittags 10 Uhr im Gafihos„Zum Kronprinzen-. Reserent: Rclnholb Stüter« 39!Üh!LNdtd» Vormittags 10 Uhr bei August Meyer in Bnchliorst, Referent: Frauz Segawe. NoWaWes. Voraiitlag« 10 Uhr bei Max Singer, Pricsterstr. 31. Reserent: Max Groger. �Laittöltdttvg» Vormittags 10 Uhr bei Frahm, Waldhaus Sandhaufen. Referent: Hans Weber. Teltow. Vormittags 11 Uhr bei Bouow, Berliner Str. 18. Referent: OSkar Ewald. �Ällttttsee. NormittagS 10 Uhr im Fürsteuhof. Reserent: Joachim Klüff. Zehlendorf. Vormittag« 10 Uhr bei Mieck, Karlstr. 18. Reserent: Karl»hirlick«. TT XM« - 1�3 der sozialdemokratischen Wahbereine am Unttwoeh, den 1. Mai 1912. Nachmittags- imd Abend- Neranstaltnnge«. Tagesordnung m allen Versammlungm: Die vecleutunx des 1. Mal. Berlin. Branerei Kappoldf, Hasenheiöe 82—38. Ktiems 7estsäle, Hasenheide 13—15. BoeU-Srauerei« Tempelhofer Berg. Kene Welt, Hasenheide 108— 114. (äetverhschaftshaus, Engelufer 15. Ludwig» Viktorm-Garten, Am Trepwwer Park. BoeKers LsssUsobafislisus, Weberstr. 17. LlgSiuM, Landsberger Allee 40— 41. Brauerei Tdedriebshain» Am Königswr. Benfes Volksgartsu(Jnh. Walter Schröder), Lichtenberg, Röderstr. 5— 6, Sehweizer-QarSen» Am Königstor. Shiblmanns Theater, Schönhauser Allee 148. Oraler- Theater, Kastanien-Allee 7— 9. Obiglos Testsäle» Schwedter Str. 23—24. Kastaniemcäldeben(Jnh. Fritz Walter), Bad- straße 16 Soeb-Brauerei(Abt. n), Chausseeftr. 61 Voigt-Theater» Badstr. 58. Volhsgarten-Tbeater, Badstr. 8. Gtablissement d. Lömenbranerei» Hochstr. 21/24 Borussia-Säle, Ackerstr. 6—7. Tharns-Säle, Müllerstr. 142. Branerei Tatzenbojer» Turmstr. 25—26. Stadt-Theater. Alt-Moabit 47-49. Snsel-ftestanrant» Plötzensee. Richard Fischer— Regina Prledl&nder— Max Jos. Trankes Testsäle» Badstr. 19. Referenten: Max Barth— Otto Büchner— Fritz Carl— Paul Dupont— Emil Eichhorn Grunwald— Johannes Haß— Karl Hetzschold— Paul Hirsch— Adolf Hoffmann— Martha Jeetze— Anna Kiesel— Georg Ledebonr— Waldeck Manasse— Martin Meyer— Dr. Jul. Moses— Hermann Müller(Parteivorst.)— Willi. Piannkneh— Robert Schmidt— Gustav Trlnks— Georg Ucko. Wahlkreis Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenbnrg. �.blrröhof» Wöllstein» Lnstgarten, BiSmarckstr. 84. KohttSdor� Villa KaU(Restaurant.Falkenrnh-). nackckat-, Ehauffeestr. SS. Charlottenburg,.«alrsha«»-.«nstnenut. 3. Oöpeniltt,.Stadt-Theater-. Dabendorf b. Iössea,«Sur v«®eiwt©«©". Drewih,.Znr freien Aussicht-, Jnh. W. Schul». Gtchwalde, Restaurant.Waldschlößchen-,«eeftr. ZS. Friedenau-Steglitz,-B�w-udchen-. etttu�wc* Groß-Kichterfelde Zohanuisthal.- KSnigs-Wust-chanse».°"-" x-«l>witz, ALZWWx' �°>»»>-». Manendorf, Mieder- Athönrmnde, Renaor.». üowawes,-Deutsche AestfSle-. Wilhelmstraße Ecke Friedrich. „„BolkSgarten», M. Singer, Priesterstraße 31. UeNbollN, Hoppes Sestfäle.(Jnh.«artsolrj Hermannstr. i9, „ BereiuSbranerei, Hermaunstr. 814—819. Niederlehme, Restaurant Gerisch. Nudom, Restaurant vo« Pal«. Schmargendorf, HmoseN«»». Schöneberg,«»loßbrauerei, Hauptstr. XL tteglitz-Friedena«,.virkeuwöldche»-.».stitcuwea eltow, Bonow, verltner Straße 19. Tempelhof,»«ilhelmsgarte»-. verliuer St»«»« O. Trebbin,.SchSheuhanS-, Jnh. w. rmaum. Treptow-Saumschulenweg,«.KW»«»!». Wilmersdorf,«te»-, Wilhei»»«« u». Zehlendorf, nieell, Karlstr. IB. Zossen, F, Knraner, varuther«traste 19, P, Wahrendorf, BSkeftr. 7. �rÜNaN, Duchauflocr,»öpeuicker Straße 79. Referenten: Oskar Ewald— Karl Fromke— Oswald Grauer— Engelbert Graf— Dr. Herzfeld— Max Jakobson— Paul John— Joachim Klüß C. Knoll— Fritz Lambrecht— E. Lfidtke— Richard Nürnberg— Leo Ostrowski— Elisabeth Rfthl— Otto Schenk— Franz Stimming— Walter Zimmermann. Wahlkreis Klederbamim. Dernau, Franz Salzmann, vaSdarfer Straße. Sirbenmerder, ,,s«!»«llaehaet»han« Foaerstah". Korftgwalde, B«»r«l>?«ald«r FesteSle, Konrodstr. 48. DruchmiiHle, Bv«taaraat Kntcner. Grkner.Woltersd-rf,�°��� Franz.-Knchholz, Kfthne. Berliner Str. 39. Friedrichsfelde, narxer. Prinzenallee SV. Friedrichshageu, rnaheller.»riedrichftr. S9D7. Friedrichsthal, Zn den Tier Linden, Witwe»leise. Hermsdorf, Schtttaenhau. Herlfelde, Hcnrc, Jnh. Jabs, Hauptstraße. Detershagen, Zum alten Dessane». Referenten: Robert Bahn— Paul Brühl— Hermann Clajus— Bruno Engel— Agnes Fahrenwald— Ernst Gehrke— Marie Greifen». berg— Joseph Hartmann— Karl Koblenzer— Hermann Kunze— Wilhelm Kubig— O. Langnitschke Mino« Reichert— Hermann Sonnenburg— Albert Stürmer— Karl Wermuth— A. Wieloch— Richard Woldt. Die Abendfeiern sind zusammengesetzt aus feftreäen, Konzert-Huf f ührungen, turnerischen Hufftlbnmgen, Gesangs vortragen deS Hrbtiter- tzZngerbundes» Darbietungen des?Zrbeiter-R.aäfahrerbun«les sowie Spesialitäten-Vorstellungen.- Hohen-Schönhaufen, �"1? �&r£Thmw Karlshorss, l'ürstenbad, Ins. Bartels. Hanlsdorf, Hamanns Gesellschaftshans. 4?* Jit*«*!*»*«. t Zwei Vcr-\ Paul Schwärs, Möllendorffstraße. liurrg Vtammlunoen/ Arnhold, Frankfurter Chaussee 5. Wahlsdorf, Fehler, Gruuowftraße. Nenenhagen, Restaurant Fagerstern. Uieder-Schönhauseu, Hanbe, Eharlattenstr. 8. tz)ber-SchöneNietde, nomers Blumengarten. Oranienburg, Frabm, Waldhaus Sandhansen, Nanbom, Ehersbach, Berliner Str. 108. Petershagen, Reinickendorf-Ost, namiaw, i«. Reinickendorf-Mrss, Ä�'�udÄRtÄ Zwei Versammlungen.©tttbftrofcen�Mi, t Udersdorf, Benneberg, Hetnißstr. 1». ummelsbnrg-Ktrala«, CäM Schöueiche, WaldsehloS SchOnetehe, Schönmaldr, Restaurant Sohola. Tegel, Trappe Festsüle, Bahnhsfstr. K» Waidmannslust, Sehataenba«« in Weißensee,«ehloS Welsseaeee. Wilhelmsruh, BUbrodt,«rou»ri«»«Ust». Ist. Depernick-Nöntgenthal, mmr*, Anmeldung event. Festreden sind durch die Kreise resp. Orte zu bewirken. verbünd iozialdemokratilchcr Aahlvereine Berlins und Umgegend. � Unserem Genossen® I WlSelmlzDebst seiner Braal A die berzlichiren Glückwünsche zu der amA Mai stattfindenden Z Bermöhlung senden lS u Die Gerassen u. Genossinnen vom 280. Bezirk, Teil HAAIASAOHßßHOl Orts- Krankenkasse Reinickendorf. Bekanntmachung. It. Nachtrag zn dem Statut der Ortskrankeu- lasse zu Rciiiickcudorf vom 7. Dezember 1909 dezw. 19. Ol' tober 1910 und 29. November 1910. Beschlossen in der Generalversamm- lung vom 21. November 1911. Zu§ 10 deS Kassenstatuts lommt folgender Nachsatz: »Sämtliche Meldungen sind schrist- lich aus dem von der Kasse vor- geschriebenen Formulare einzureichen� und mit deutlicher Namen- und Standesbezeichnung des zur Meldung Verpflichtete» zu versehen. Ueber die erfolgten Meldungen werden von der Kassenverwaltung Bestätigungen für die Arbeitgeber und Mitglieder verabsolgd" Reinickendorf, 21. November 1911. Der Borstand der Ortskrankeukasse. Bensch. Neubecker. Genehmigt Potsdam, 13. März 191L. (Siegel) Ramens des BezirkSanSfchufseS Der Borsitzende In Vertretung gez. Joachimi. B 1627. Der n. Nachtrag tritt mit dem IS. Mai 1912 w Krast. Reinickendorf, den 24. April ISIS. Der Vorutund. 275/8 Bensch. Neubecker. Vornehme Bekleidung fertig und nach Maß trhallen Sit In der moderntn Mass- Schneiderei J. Knrzberg auf Wunsch Wochenrate. Rosenthaler Strasse Hackescher Markt. Frankfurter Allee 104 Ecke Friedens trasie. Belnlckcndorf erStr.4 WedainÄPlat« ■ Ziehung?. 1 3.-18. Mal 1 91 2 Crosse Oolrvir�er §dd-£ottene Lose O Port» U-UsteSO Pf,«>tr> v u**«wpIwdN ooJ rciBMidel Mch am.w., Bnw yagim.bi». Emil Stillerfe� Aus Teilzahlung! Ohne Anzahlung I Kein Kassierer. Teppiche, Gardinen,» Stores, Portieren, Stepp-, Plüsch- and Dlvund ecken. Matzner, Hufelaudürahe 41, Blldergcschäst. Karten od. Besuch erbet Gardlnenhans Bernhard Schwartz erstllaistae Bezugsquelle«tr Gardinen n. Tepplehe B'allstr. IS(dreizehn) "IM Sobeck's Prodttktcw Q. Ros»e-Handlung ist am 1. Mai von S Uhr ab ae. schlössen. 147?' Friedrich Wilhelm Preussische Lebens- und Garantie-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu BERLIN. Aktira. Vermögensausweis am 31. Dezember 1911. Passiva. 1. Eestiorclemng a. d, Aktienkapita! 2. Grundbesitz.................... 3. Hypotbeken.................... 4. Darlehen ant Wertpapiere...... 5. Wertpapiere.................... 6. Darlehen auf tolloen........... 7. Guthaben bei Banken nsw...... 8. Gestundete Främien............ 9. Zinsen und Mieten............. 10. Ansaenstdnde bei Agenten...... 11. Bare Rasse..................... 12. Inventar und Draeksaohen..... 13. Sonstige Aktiva................ I. Aktienkapital.................. 2. Reservefonds................... 3. Ptämlenreserven............... 4. Prlmienliberträge.............. 5. Schadenreserven............... 6. Gewinnreserven der Versicherten....................... 7. Sonstige Reserven.............. 8. Guthaben andererVoraichenmgs- nnternehmungen............... 9. Barkautionen................... 10. Sonstige Passiva............... Ii. Gewinn......................... Mark 6CO'i(XX 600000 157 992768 5854450 176705 18721718 32 5861720 03 9ä0s 33712 3 4SI 116 8496809 206 678311 In der am 30. April 1912 abgehaltenen Generaiversammlnng wurde die von der Verwaltung hesntragte Verteilung des Gewinnes genehmigt Es erhalten danaon die Versicherten des Verbandes A: 23% der Jahrespr&mie.| C: 2ö°/0 der Jahresprämie. & S'U'k der Summe der bezahlten Jahresprämien.| D: 30«/, der JahreoprSmia. E: 2'lt bis 60fo der Summa der bezahlten Jahrespramien. Wegen Separienmg der übernommenen Schuhwaren Rosenthflln Str. 4041 Hackesdier Markt— Stadibahnhof Börsa, PrompterVcrsand nach anBerhalb. Verkauf an Wicdervcrkänfcr nur vormittags. Damen-Stiefel schwarz im. Chevreanx mit Lackkappe moderne M_— Fassons.... jetzt nur"i"«» 9 schwarz Chevreanx mit Lackkappe, schlanke und breite E ak Fassons.... jetzt nur w«"«I schwarz prima Chevreanx mit Lackkappc, auch ohne, die ele- gantest. Fassons, Good-"T__ year-Weit... jetzt nur M*99 braun Chevreanx mit Lackkappe, moderne Fasson.... jetzt mir 4.95 braun la Chevreanx m. Lackkappe, breite uud schlanke E Fassons.... jetzt nur ww"* 9 braun la Chevreanx, erstklassige Ansführung und Formen q— Goodyear-W� jetzt nur Kinder-Stiefel schwarz, mit und ohne Lackkappe kräftige Strapazierstiefel 20-24 25-26 27-30 31-85 1.55 2.95 3.25 3.75 braun, mit Lackk., Normalf ossons 21-24 25-26 27-30 31-35 2.95 3-45 3.75 4.25 Herren-Halbschuhe£95 »merik. Fassons, schwirxietztimr Herren-Stiefel schwarz Rindbox-Schnür» tief., breite F assons, kräftig. Straßenstiefel. auch Zug und E c Schnalle.. jetzt nur e0m"9 schwarz Chevreanx- Schnür- Stiefel mit Lackkappe, schlanke und breite Fassons,__ jetzt nur 0.95 schwarz Chevreanx- Schnür- Stiefel, eleg. amer. und franz. Fassoos, Goodyear- C£ Ae Welt,.. jetzt nur braun Chevreanx- Herrea- stiefel, schlanke und Ae breite Fass, jetzt nur �9*99 braun la Chevreanx- Herren- stlefcl, neueste Foi- Qi».— men.... jetzt nur braun la Chevreanx- Herren- stiefeL Goodyear-Wclt, die schickste Formen. A— e jetzt nur 9*79 Halbschuhe Damen, im. Chevr. 9 Ae mit Lackk., jetzt nur<9*99 braun Chevreanx. m. M__ Lackkappe, jetzt nur■9.20 dito Derby, gr.Oesen, J3— Lackkappe, jetzt nur"9."5 braun Chevr., Derby M»—— mit Lackk, jetzt nur&*7 9 Samt-Ualbsdmhe A_ schwarz u. grau jetztnnr%9.9d Lack mit Wildleder ed. Chevr. Halbschuhe, moderne C a e Ausführung, jetzt nnr 3.95 Fordern Sie bei Ihrem Zigarren-Händler der Tabakarbeiter-Qenossenschaft Stuttgart. Öcrantmortltcher RebafleUtz: Alben ZLachs. Eerlln. Küt de» Fitteraienletl verrtrmv.1 Tb i'jiockr. d�tlm. Druck a. Vertag. Vorwärts Buchdruckere, u.>FerlagSanstalt Paul Singer u. Cir» Perüu SW. Yr. 101. 29. Jahrgang. 4 KtilW des JotiFirls" Knlim UxlkMM Mittwoch, 1. Mai l912. Des WeltfeiertageS Wege« erscheint die nächste Rummer des„Borwärts" erst am Freitag, den S. Mai. Partei- Hngelcgenbefteii* Sechster Wahlkreis. Wie mitgeteilt wird, macht der Wirt deS Schützenhauses in Plötzensee durch Plakate bekannt, dast in seinem Lokal Maifeier stattfindet. Die Organisationsleitung weist daher darauf hin, dah für die Maifeierveranstaltungen des Wahlvereins nur das Jnsel-Restaurant in Plützensee in Frage kommt. Zur heutigen Maifeier. FricdrichShagen. Pormittags 10 Uhr bei Conrad, Friedrich- straße 137: Bersammlung. Treffpunkt und Ausgabe der Maimarken um S Uhr im GesellschaftShause. Nachmittags von 3—6 Uhr im .Eiskeller", Friedrichstr. S6/V7: Gartenkonzert, Kinderbelustigungen zc- Abends S1/, Uhr: Künstlerkonzert, Lieder zur Laute(Kurt Lietzmann). Mitwirkung deS ArbeitergesangvereinS Friedrichshagener Männerchor und Marmorgruppen. Zum Schluß: Bücherverlosung. Rieder-Schöneweide. Nachmittags 4 Uhr: Feier des Wahlvereins im Restaurant.Kyffhäuser", verbunden mit Konzert, Gesang und Theater. Zur Aufführung gelangt das Theaterstück.Spree-Athen". Kinderbelustigungen. Abends großer Fackelzug. Im großen Saal« Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 60 Pf. nach. Eintritt Lö Pf._ Das Komitee. Tempelhof. Die Maifeier findet im Lokal Wilhelmsgarten, Berliner Str. v, unter Mitwirkung des Gesangvereins.Freie Sängerschaft" und deS Turnverein».Freie Turnerschaft" statt. Konzertanfang 4 Uhr, Eröffnung der Kaffeeküche 2 Uhr. Billett pro Person 26 Pf. Btariendorf. Donnerstag abend 7 Uhr von den bekannten Bezirkslokalen aus: wichtige Flugblattverbreitung. Am Freitagabend 3 Uhr bei Grothe, Dorfftr. 1: Oeffentliche Wähler- Versammlung. Referent: Stadtverordneter Genosse T h u r o w- Neukölln. Alt-Gliemcke. Die BiblioihekauSgabe findet bis auf weiteres Sonntags vormittags wie üblich bei Gastwirt Ritze statt. Lerlmer jyachncbteii. Wenn ein Lehrer nervös ist, dann sollen die Eltern bei manchem, was er tut, ein Auge zudrücken. Diese Zumutung wurde von dem Leiter der 62. K n a b e n- G e- meindeschule tFruchtstraße), dem Rektor Brennert, an einen Pater gerichtet, der über einen prügelnden Lehrer sich be. klagte. In Klasse VO hatte Lehrer Schacht in der Rechen. stunde den Stock gegen«inen Schüler gebraucht, der die Zahl .sieben" nicht nach Vorschrift in zwei deutlichen Silben auSge- sprachen, sondern schlechtweg.sieb'n" gesagt hatte. Der geprügelte Schüler klagte zu Hause, Herr Schacht habe ihm sieben Hiebe über da» Gesäß gehauen. Die Untersuchung durch einen Arzt ergab außer Striemen, die sich unterhalb de» linken Schulterblattes befanden, auf dem Gesäß nur drei Striemen. Doch waren diese— wie das Attest feststellte— zirka 3 Zentimeter breit, sodaß die Eltern annehmen konnten, daß tatsachlich sieben Hiebe gegeben worden, aber mehrere auf dieselbe Stelle gefallen seien. Da die Eltern der Meinung sind, daß der Knabe, der einen Hodenbruch hat, in Ueberwachung de» Schularzte» stehe, so erregten sie sich um so mehr über diese ihnen sehr reichlich scheinende Züchtigung. Al» der Vater dem Rektor seine Klage vortrug und ihm das Attest überreichte, erklärte Herr Brennert zunächst, Lehrer Schacht sei, so lange er ihn kenn«, immer ein besonnener und ruhiger Mann gewesen. Sodann suchte er zu beschwichtigen, Schacht sei nervös und abgearbeitet, er sei ja auch schon alt.„Denken Sie, wenn S i e so alt wären!" fügte er hinzu. Der Bater,«in Tischler. geselle, hat hinterher sich in dies« Situation hineinzudenken versucht. Er ist dabei zu der Ueberzeugung gelangt, daß er, wenn er einmal abgearbeitet sein wird, keine Beschäftigung mehr finden, keinen Verdienst mehr haben und günstigenfalls auf seine paar Groschen Invalidenrente angewiesen sein wird. Herr Schacht, der als Ab- gearbeiteter eine Penfion zu beanspruchen haben wird, ist übrigens noch gar nicht mal so sehr alt. Er steht noch nicht im 60. Lebens. jähr, während z. B. Herr Brennert selber ihm schon um ein tüchti- geS Stück vorau» ist. Der Tischleraefelle fragte den Rektor, warum «in Lehrer, der abgearbeitet sein solle, in der Schule bleibe und nicht lieber in«ine Heilstätte gehe. Gr hatte den Wunsch, diesen Lehrer kennen zu lernen und ihm persönlich sein« Beschwerde vor- zutragen. Aber eine Unterredung»wischen Lehrer und Vater her- veizusühren. war nicht möglich weil der Lehrer schon das Schul- hau» verlassen hatte. Auch am nächsten Tage erklärte der Rektor dem wiederkommenden Vater, daß er ihm den Lehrer nicht vorstellen könne. Rektor Brennert, der inzwischen mit Lehrer Schacht ge- sprachen und ihm Kenntnis von dem Attest gegeben hatte, schlug jetzt gegenüber dem Vater einen anderen Ton an. Er belehrt« ihn. daß der Lehrer, wenn er haue, eben haue und nicht kitzele. Der Rektor entließ den yater mit dem Bescheid, er solle machen, was er wolle. Wir haben, als UN» diese Angelegenheit in ihren Einzelheiten geschildert wurde, un» gefragt, wie sie wohl geendet hätte, wenn der Vater gleichfalls nervös wäre. Wenn Väter oder Mütter, die in der Schul« sich über einen Lehrer oder«ine Lehrerin beklagen, nervös sind, so kommt es mitunter zu erregten Auftritten, weil mancheLehrerundLehrerinnen gegen Nervosität der Eltern sehr empfindlich sind. Leicht kann es da passieren, daß die Pädagogen der Schule sich durch ein unbedachtes Wort der Eltern gekränkt fühlen und sie ihrer Dienstbehörde zur strafrechtlick>en Verfolgung anzeigen. Wir kennen Fälle, in denen dann gegenüber den Eltern kein Auge zugedrückt worden ist. Pfefferkuchen al» unzüchtige Schriften. Irgend ein Sittlich- Wtsschniiffler führte die Polizei auf den Weihnachtsmarkt und machte sie auf Pfefferkucken aufmerksam, die in weißem Zuckerguß Aufschriften trugen, welche in Nonnenklöstern und Mädchenpensio- naten freilich nicht am Platze sind, auf Weihnacht«, und Jahr- Märkten aber bisher noch nicht Anstoß erregt haben. Doch die Sittlichkeitsexpedition hatte den Erfolg, daß gegenwärtig gegen vierzig Konditoren und Händler ein Strafverfahren wegen Perbrct- tung unzüchtiger Schriften, nämlich der besagten Pfefferkuchen, schwebt ES handelt sich in allen Fällen um zwei zweizeilige Verie, die sich aift allen beschlagnahmten Pfefferkuchen wiederholen. Ge- wiß. die Aufschriften sind zweideutig. Wer„Bescheid weiß" und nach Schlüpfrigkeiten sucht, der k o n n in den Worten Anspielungen finden, die sich auf das Geschlechtsleben beziehen. Aber diese Pfcf- serkuchenauffchriften erscheinen recht harmlos, wenn man sie der- gleicht mit den Zoten, welche auf Herrenabenden in der„besseren Gesellschaft" üblich find. Sie erscheinen auch äußerst harmlos, der, alichen mit jenem Eouplet mit dem Refrain:„Und dann kam sie", jenem Couplet, von dem bürgerliche Zeitungen vor Jahr und Tag mitteilten, daß es den Beifall des Kaiser» gefunden habe, al» es in seiner Gegenwart vorgetragen wurde. Wir wollen uns natürlich nickt für die Pfefferkuchenpoesic ins Seug legen, gegen die jetzt der(Strafrichter angerufen ist. Wenn e vom Markte verschwiitbet, dann find in der Flut zweideutiger, aber verhältnismäßig harmloser Echerzarttkek. welche die Industrie »erbreitet, ganze zwei Exemplare weniger vorbanden. Daß dadurch »ine Gefahr für die allgemeine Sittlichkeit beseitigt wird, da» können höchstens perverse Sittlichkeitsfanatiker glauben. Nicht durch poli- zeiliche Maßnahmen kann die Sittlichkeit geschützt und gefördert werden, sondern nur durch Beseitigung der sozialen Wurzeln der Unsittlichkeit in Verbindung mit einer natürlichen, vernunftgemäßen Jugenderziehung. In diesem Pinne zu wirken, bemüht sich die 'Sozialdemokratie, wobei sie von den Organen des Klassenstaates und allen denen, welche sich für die berufenen Hüter von Ordnung und Sittlichkeit halten, auf das Schärfste bekämpft wird. Die Nationale Flugwoche in Johannisthal ist in die Zeit vom 24. bis 31. Mai gelegt. Eines Pastors Trost am Grabe gilt heute nicht mehr sehr vielen als begehrenswert. In immer weiteren Kreisen der Bevölkerung ist ei üblich geworden, auch bei Begräbnissen auf die Mitwirkung eines Geist- lichen zu verzichten. Die unaufhaltsam fortschreitende Ab- Wendung von der Kirche kann in der Tat nicht mehr viele übrig gelassen haben, denen ein Pastor noch einen wirksamen Trost am Grabe zu spenden vermöchte. Mancher wird da meinen, daß jeder Diener Gottes froh sein müsse, wenn mal wieder einer ihn um eine Leichenpredigt bittet. Wer das glaubt, der möge sich eine Erfahrung zur Lehre dienen lassen, die in Haselhorst mit dem Pfarrer Hoborn gemacht worden ist. In Haselhorst hatte ein Arbeitsbursche, der im 16. Lebensjahr stand, sich das Leben genommen. Uns wurde gesagt, der Grund dieser verzweifelten Tat sei den Ange- hörigen mcht recht klar geworden. Auf unsere Frage nach etwaigem Verdruß, den der jugendliche Lebensmüde vielleicht gehabt habe, wurde uns mitgeteilt, daß er in.seiner Arbeitsstelle für einen Ver- lust habe Schadenersatz leisten müssen. Sein Arbeitgeber soll aber erklärt haben, daß er mit dem jungen Menschen zufrieden sein konnte. Für das Begräbnis des so früh Verstorbenen wünschte die Mutter die Mitwirkung eines Geistlichen.. Den Pfarrer Hoborn bat ihr ältester Sohn, eine L e i che n p r e d i g t zu halten, aber der Herr Pfarrer fragte, warum nicht die Mutter selber komme. Dann suchte eine Schwester der Mutter des Ver- storbenen den Pfarrer auf und wiederholte die Bitte, aber sie hatte denselben Mißerfolg. Pfarrer Hoborn erklärte ihr, im Talar würde er ohnedies nicht erscheinen können. Vermutlich hielt er das nicht für zulässig, weil es sich um einen„Selbstmörder" handelte. Höchstens wollte er in Zivilkleidung mitgehen, wenn die Mutter selber ihn als ihren Seelsorger darum bitten würde. Der Pfarrer sagte der Schwester, daß er cm dem Verstorbenen manches auSzu- setzen gehabt habe. Auch hielt er ihr vor, daß sie selber doch gewiß nicht kirchlich gesinnt sei. Schließlich erinnerte er sie daran, daß eine Schwester des Verstorbenen bei ihrer Verheiratung aus den Segen der Kirche verzichtet habe. Bei einer Beerdigung nur als Staffage zu dienen, habe ein Pastor keine Neigung. Er müsse ihr, fügte er hinzu, diese harten Wahrheiten sagen. Mit der Mutter aber werde er, wenn sie noch zu ihm kommen wolle, nicht so sprechen. Die Mutter war nicht gekommen, weil sie nach dem plötzlichen Verlust ihres Sohnes nicht in der Stimmung war, den Gang zum Pfarrer zu tun. Sie tat ihn auch nicht, als die Schwester ihr berichtet«, was ihr bei dem Pfarrer widerfahren war. Ter Sohn wurde dann beerdigt, ohne daß ein Pastor mitwirkte. Den Teilnehmern der Beerdigung gab begreiflicherweise der Pastor, der nicht da war. Stoff zu allerlei Gesprächen. Unter anderem wurde gesagt:„Dann wundert sich der Mann, wenn er vor leeren Bänken predigt!" Wir finden, daß solche Borkommnisse immer wieder sehr zur Klärung beitragen. Wer innerlich sich von der Kirche losgelöst hat, muß einmal dazu gelangen, auch äußerlich mit ihr zu brechen. Sin Dozent, der denunziert. Die FuturistenauSstelluna und das Manifest, daS über ihre Tendenzen berichtet, haben den Zorn eines Universitätsdozcnten dermaßen erregt, daß er eine Denunziation bei der Polizei einreichte. Von dieser Heldentat war er dann so rnt- zückt, daß er der Veranstalterin der Ausstellung— der Zeitschrift .Sturm'— eine Abschrift des Denunziationsschretbens zukommen ließ. In dem an den Polizeipräsidenten gerichteten Manifest deS Do« zenten heißt eS: .Anbei beehre ich mich folgende? auf der Potsdamer Straße verteilte Flugblatt zu unterbreiten. Als Ausländer, der die sittlichen Qualitäten deS preußischen Staate» und seine Organisation hat kennen und bewundern lernen, befremdet es mich im höchsten Maße, einen solchen Unfug. der nur eine Spekulation ist aus die niedrigen Instinkte eine» ge- wissen Teile? der Großstadtbevölkerung, geduldet zu sehen, und ist mir solches nur erklärlich in der Annahme, daß an zuständiger Stelle von dem Treiben dieser betreffenden Elemente nickt» bekannt ist. Ich habe mir erlaubt, einige der inkriminierten Stellen zu unter- streichen und glaube im Namen aller zu sprechen, denen Sitte, Gesittung und Tradition noch etwa? gilt, wenn ich Euer Hochwohlgeboren bitte, diesem groben Unfug«in Ende bereiten und ihren„geistigen" usw. Veranstaltern da? Handwerk legen zu wollen. ES handelt sich hier um eine mit üblen lensationellen und destruktiven Tendenzen arbeiiend« Wochenschrift, die sich den Namen„Der Sturm" beigelegt hat, aber nach dem heute von ihr verbreiteten„Manifest" entschieden zu der Kategorie der Schundliteratur gerechnet werden muß." Nun ist ja gewiß niemand verpflichtet, den Seltsamkeiten der Futuristen beizupflichten. Aber es zeugt doch von einem kulturellen Tiefstande sondergleichen, deswegen die Polizei anzurufen. Mei- uungsverschiedenheiten über Kunst und Literatur lassen sich nicht durch Denunziationen entscheiden. DaS sollte neben anderem doch auch Herr Dr. H. F. Wirth, Senator an der Universität und freiwilliger ausländisch-preußischer Staatsanwalt, wissen. Mit einem Mordversuch und Selbstmord im Plänterwald endete eine Familientragödie, über die uns auS dem Osten der Stadt be- richtet wird. Die 22 Jahre alte Arbeiterfrau Luise Piper geborene Lieber« erschoß sich gestern vormittag, nachdem sie ihren 3>/, Jahre alten Sohn durch einen Schuß in den Kopf lebensgefährlich verletzt hatte. Die Eheleute Pieper sind seit 37, Jahren verheiratet. Schon nach einem halben Jahr kam e» zu Dtss-renzen und die junge Frau trennt« sich von ihrem Mann«. Sie zog zu ihrer Mutter nach der Blumenstraße, der Frau eine« Strumpfwirkers, die von ihrem Manne geschieden ist. Einige Wochen später kehrte sie auf Bitten ihre» Manne« zu diesem zurück. Die Wiedervereinigung dauerte aber nur ein halbes Jahr. Dann ging Frau Pieper wieder weg. Diesmal zu ihrem Vater, der mit seinen anderen Kindern in der Koppenstraße 33 wohnt. Nach einigen Wochen versöhnte sich zum zweiten Male mit ihrem Mann. Jetzt blieb sie ein Jahr lang bei ihm. Bor vier Monaten aber kam es wieder zur Trennung. Seitdem wohnte Frau Pieper mit ihrem Söhnchen wieder bei ihrem Vater. Sie arbeitete in einer Buchbinderei am Engelufer. Pieper, ein Mann von 26 Jahren, der bei seiner Mutter in der Tilsiter Straße wohnt, lauerte ihr in der- letzten Zeit wiederholt auf und be- schimpfte sie auf offener Straße, weil sie sich jetzt weigerte, wieder zu ihm zu kommen. E« wurde so arg, daß sie ihrer Mutter er- klärt«, sie werde ihren Mann, wenn er sie nicht in Ruhe lasse, erschießen. Einen Revolver werde sie sich gleich kaufen. Vorgestern abend verließ die junge Frau mit dem Knaben ihre Wohnung und sagte zu ihrem Vater, sie wolle mit ihm nach dem Treptower Park gehen, um noch etwa» frische Lust zu schöpfen, von diesem Ausgange kehrte sie nicht wieder zurück. Gestern vormittag um 11 Uhr fanden Spaziergänger Mutter und Söhnchen im Plänterwalde hinter den „Eierhäuschen" regungslos auf einem Spielplatz liegen. Beide bluteten aus Kopfwunden, die von Schüssen herrührten. Ein Arzt stellte fest, daß die Frau schon etwa 4 Stunden tot war. Der kleine Knabe gab noch Lebenszeichen von sich und wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Beide hatten Schußwunden Inder rechten Schläfe. Bei der toten Frau lag ein Sechsmillimeterrevolver. In einem Notizbuch, das man bei ihr fand, stand, sie habe ihn am 19. d. M. für 6 Mark gekauft. Die Gesellschaft sei Schuld an dem Morde. Raubülerfall. Als gestern nachmittag gegen 127, Uhr daS fünf- zehnjährige Lehrmädchen Frida Lucas, da? in dem Wollwarengeschäft von Liebmann, Neue Friedrichstr. 4, beschäftigt ist, mit einer Geld- tasche, die 1900 Mark enthielt, zur Deutschen Bank geschickt wurde, überfiel sie auf dem Treppenpodest ein junger Mann, der sich dort versteckt gehalten hatte, würgte sie am Halse, entriß ihr die Geldtasche und flüchtete. Auf die Hilferufe des jungen Mädchens eilten mehrere Arbeiter dem Räuber nach und ergriffen ihn in der Stralauer Straße. Man brachte ihn zur Wache des 21. Polizeireviers und stellte dort fest, daß er das Geld und seine Papiere auf der Flucht weggeworfen hatte. Beides wurde gefunden. Aus den Papieren ermittelte man, daß es sich um den am 28. April 1884 zu Jaroischewo geborenen Stellmacher Valentin Ryblewicz handelt, der in Neukölln, Zeitzer Straße 1/2, in Schlafstelle wohnt. Das junge Mädchen hat einen schweren Nerven- chock erlitten und wurde, da es bisher nicht vernehmungsfähig war, der elterlichen Wohnung zugeführt. Vom Kameraden in die Brust geschossen. Ein beklagenswerter Vorgang ist gestern vormittag wieder durch das leichtsinnige Umgehen mit der Schußwaffe herbeigeführt worden. Mehrer« junge Leute einer Maschinenfabrik in der Proviüzftrotze in Reinickendorf hatten während der Frühstückspause auf einem freien Gelände hinter der Fabrik mit einem Revolver Zielübungen unternommen. Als einer der jungen Leute die Waffe prüfen wollte, ging plötzlich ein Schuß los und getroffen brach der siebzehnjährige Arbeiter Oskar Mertens, Schillingstr. 21 wohnhaft, zusammen. Das Gc- schoß war ihm dicht unterm Herzen in die Brust eingedrungen. M. wurde schleunigst nach dem Reinickendorfer Krankenhaus ge- bracht, wo sofort eine Operation an ihm vorgenommen werden muhte. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich am Montag abend in der Brunnenstraße. AIS gegen 7 Uhr der in der Brunnenjtraße 101 wohnende 46jährige Schlosser Wilhelm Unke auf dem Nachhause- Wege den Fahrdamm der Brunnenstraße überschreiten wollte, wurde er von einem Rollwagen umgerissen und überfahren. U. erlitt eine Gehirnerschütterung sowie schwere Verletzungen am Kopfe und im Gesicht und wurde in besinnungslosem Zustande nach der Unfall- station in der Badstrahe und von dort nach Anlegung von Notverbänden nach dem Rudolf-Virchow-Krankenhause übergeführt. Wen die Schuld an dem bedauerlichen Unglücksfall trifft, könnt» noch nicht festgestellt werden. Selbstmord eines MaMratSassistenten. In der Röhe von Seegefeld warf sich der Berliner Magistratsassistent Friedrich Ewald vor einen Vorortzug und lieh sich überfahren. Er war auf der Stelle tot. Der Grund des Selbstmordes ist noch nicht bekannt. Ewald war in dem städtischen Kosteneinziehungsbureau in der Post. straße beschäftigt, tat aber infolge von Krankheit in letzter Zeit schon keinen Dienst mehr. Der Polizeisäbcl spielte in der vergangenen Nacht in dex Schönhauser Straße«ine Rolle. Der Schutzmann Borrmann vom 15. Polizeirevier wollte den Kutscher Gustav Konopka festnebmen wegen Diebstahls und Straßenraubes. Dabei kam«» zu einem heftigen Ringen, wobei der Schutzmann dem Arrestanten einen Säbelhieb über den Hinterkopf versetzte. Stark blutend wurde K. nach der Charite gebracht, später nach dem Präsidium. Ans der Brandstätte in der Sophienstraße war die Feuerwehr noch die ganze Nacht über tätig. Erst gestern vormittag gegen 9 Uhr konnten die letzten Mannschaften zurückgezogen werden. Der verunglückte Feuerwehrmann Heike hat im jüdischen Krankenhaus in der Auguststraße Aufnahme gefunden. Sein Befinden war gestern früh zufriedenstellend. Der in der Fabrik der Mehlich- Aktiengesellschaft angerichtete Brand, und Wasserschaden ist erheb» lich. Bei der Firma ruht« gestern der ganze Betrieb, da die noch notwendigen Aufräumungsarbeiten sehr zeirvaubend sind. Späte- stenS morgen wird aber der Betrieb zum größten Teil wieder auf- genommen werden, lieber die Ursache deS Feuers haben sich immer noch keine bestimmten Feststellungen machen lassen, doch vermutet die Fabrikleitung Selbstentzündung. Aus dem Müggelsee gelandet wurde gestern nachmittag die Leiche einer ungefähr 40 Jahre alten Frau, deren Persönlichkeit sich noch nicht feststellen ließ. Die Tot« ist ungefähr 1,60 Meter groß, blond und kräftig, und hat«in volle» Gesicht und trug eine grau. gestreifte Kattunblus« mit schwarzem Einsatz, einen schwarzen Rock, eine ebensolche Schurze, schwarze, wollene Strümpfe und Schnür» schuhe, ein graukarierteS Umschlagetuch und weiße, nicht gezeich. nete Wäsche. Ihr Trauring enthält den Vermerk:„B. L. 21. 6. 90.* Wegen eines großen Dachstuhlbrande» wurde gestern Mittag die Berliner Feuerwehr nach der Oranienstraße 187 gerufen. Al» der 8. Zug dort hinkam, stand der Dachstuhl in großer Ausdehnung in Flammen. Bvandinspektor Teubner, der mit dem 6. Zug aus der Köpenicker Straße erschien, lieh sofort mit 3 Schlauchleitungen Wasser geben, und eS gelang nach etwa etnstündiger Tängkeit, den Brand mif den Dachstuhl zu beschränken. Die Entstehung deS Brandes konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Neuer Dachstuhlbranb im Südosten Berlins. Während zwei Löschzüge der Feuerwehr noch ans der Brandstelle in der Oramen- straße 187 mit den AufräumungSarbeiten beschäftigt waren, wurde gestern abend gegen 6 Uhr Aon wieder ein neuer Dachfwhldrand gemeldet, der ganz in der Nähe, in der Admiralstr. 12, Ecke Britzer Straße, ausgebrochen war. Da» Feuer hatte hier de» Dach- stuhl de« Borderhause« ergriffen und war bei Ankunft der Wehr gleichfall« schon weit vorgeschritten. Es wurden sofort a» beiden Straßenfronten zwei mechanische Leitern errichtet und über diese hinweg, wie über die Treppen. Schlauchleitungen gelegt. Obgleich dann von allen Seiten kräftig Wasser gegeben wurde, dauerte es noch über eine Stund«, ehe die Gefahr beseitigt war. Der Dachstuhl des Vorderhause» ist größtenteils vernichtet. Auch hier ist die Brand- Ursache noch unaufgeklärt. Die AufräumungSarbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden hinein.— Vorher hatte oie Wehr noch in der Schwedenstr. 11 einen größeren Kellerbrmid abzu- löschen. Mord und Selbstmord. Gestern nachmittag geßen 8 Uhr spielte sich im Hause Dorotheenstraße 49 eine Ehetragod,e ab. Dort erschoß der 49 Jahre alte Schneidermeister W. MuhS feine um vier Jahre jüngere Ehefrau und dann sich selbst. Muhs, der mit seiner Frau und seinen Kindern im dritten Stock des zweiten Quer- gebäudes wohnte, zeigte in der letzten Zeit Spuren von Geistes- ftörung. Vor fünf Tagen kehrte er von einem Ausgang nicht wieder zurück. Die Frau suchte ihn beständig, fand ihn aber nirgendwo. Sie meldete ihn deshalb al« vermißt bei der Polizei an. Gestern morgen gegen 9 Uhr kam Muhs, der wahrscheinlich während der lanzen Zeit planlos in Berlin umhergeirrt war, wieder nach Hause. Wie sich da» Drama nun in der Wohnung abgespielt hat, weiß man nicht, da die Eheleute allein zu Hause waren. Als mittags gegen 1 Uhr die Kinder aus der Schule kamen und keinen Einlaß fanden, gingen sie zum Hauswirt, der mit einem Schutzmann die Tür gewaltsam öffnete. Den Eintretenden bot sich ein schreck- licher Anblick. In dem nach dem Garten gelegenen Wohnzimmer lagen nebeneinander ldie Eheleute tot in ihrem Blute. Beide hatten eine Schuhwunde im Kopf. Die Frau außerdem noch Schnittwunden-an den Händen. Unzweifelhaft hat noch vorher ein verzweifelter Kampf der Frau mit ihrem geistesgestörten Manne stattgefunden, da daher die Schnittwunden, die mit einem Meper beigebracht worden sind, herrühren. Muhs tötete seine Frau durch einen Schuß in die Schläfe. Dann schrieb er auf ein Juvcrt noch die Worte:„Ich habe sie erschossen, ich auch tot" und schoß sich dann eine Kugel mitten in die Stirn. Von den Schüssen, sowie von dem ganzen Auftritt ist nichts im Hause gehört worden. Die Eheleute hatten sieben Kinder, von denen noch zwei schulpflichtig sind. Im Walhallatheater wird jetzt allabendlich das aus dem Eng- lischen herübergenommene Militär-Sensationsstück„Um eine Krone" gegeben, das vor länaerer Zeit auch über die Bretter des Luisentheaters gegangen ist. Das Schauerdrama wurde stark be- klatscht. Arbeitcr-Bildungsschule Berlin. Am Sonntag, den 8. Mai, Familienausflug nach Zehlendorf. Abfahrt des Zuges nach Bahn- hos Zehlendorf-Mitte 1,45 Uhr nachmittags. Treffpunkt für Nach- zügler von 2% Uhr ab: 22 ich. Miels Gesellschaftshaus, Karlstr. 12 in Zehlendorf._ Vorort- Nachrichten« Neukölln./ Die Stichwahlen. Immer näher rückt der Tag der Stichwahlen heran und die Spannung, wer aus dem zweiten Kampfe als Sieger hervorgehen wird, nimmt immer mehr zu. Wird es der Sozialdemokratie ge- lingen, gegen die jetzt vereinigten Reaktionäre weitere Erfolge zu er- ringen? Wenn man die öffentliche Agitation der Gegner betrachtet, könnte man vielleicht zu der Auffassung gelangen, daß sie ihre Position bereits verloren geben, sie haben weder Versammlungen abgehalten, noch Flugblätter verbreitet oder in der Lokalpresse den Kampf gegen die Sozialdemokratie proklamiert. Ebenfalls haben sie den im 3. Be- zirk mit der Sozialdemokratie ringenden altbürgerlichen Kandidaten Kaufmann Weber bereits in die 1. Abteilung bugsiert, wo ja denn der Herr bereits gewählt wurde. Aber es wäre eine grobe Täuschung, wenn man nach dem Dar- gelegten die Tätigkeit der bürgerlichen Parteien bewerten wollte. Sie werden bei den Stichwahlen die verzweifeltsten Anstren- gungen machen, um sich die bedrohte Macht- und Jnteressenposition zu erhalten. Es steht für sie zu viel auf dem Spiele. Sie werden wie bei den Hauptwahlen in letzter Minute ver- suchen, wenn eine Widerlegung schwer möglich ist, die halten Lügen über die Sozialdemokratie an den Mann zu bringen. Oeffentlich sich in Versammlungen mit der Sozialdemokratie zu messen, dazu sind die Herren zu feige. Desto mehr sind die Gegner aber in der Stille bemüht, die Wähler vor ihren festgefahrenen Karren zu spannen. Zu diesem Zweck haben sie überall an die Wähler Postkarten mit Rückantwort folgenden Inhalts geschickt: Sehr geehrter Herr l Namen? des Wahlkomitees der vereinigten bürgerlichen Par« teien bitte ich Sie ganz ergebenst, zur Stichwahl am 3. Mai zwischen 11 und 8 Uhr im Wahllokal..... zu erscheinen und Ihre Stimme den Stadtverordnetenkandidaten Herrn Kaufmann Kabermann und Handelslehrer Klebe zu geben. Es gilt die Sozialdemokratie zu bekämpfen, die mit un» in der Stichwahl steht. Hochachtend I. A.: Wicgand, Oberstadtsekretär. Auf der angebogenen Karte werden dann dem Wähler folgende Fragen vorgelegt und um deren Beantwortung gebeten: Werden Sie bestimmt zur Wahl erscheinen? Um wieviel Uhr? Wünschen Sie per Auto abgeholt zu werden und eventuell um wieviel Uhr? Man ersieht daraus wie rührig die Gegner sind. Aber eins erscheint bei dieser Karte doch auffällig, und das ist die Beifügung des Titels. Sicherlich steht dem Herrn Wiegand das Recht zu als Staats- bürger für irgend eine politiscke Partei zu agitieren. ES riecht doch aber stark nach amtlicher Wahlbeeinflusiung, wenn der Herr unter ausdrücklicher Betonung dieses Titels diese Wahlagitation betreibt. Mit demselben Recht könnten dann ja auch die Bürgermeister unter Beifügung ihrer Titel die Agitation betreiben. Biel besser hätte der Herr jedenfalls getan sich als Vorsitzer der städtischen Beamten zu bezeichnen, nachdem dieser Verein offiziell die bürgerlichen Kandidaten unterstützt. Besonders auffallen muß bei dem jetzigen Stichwahlkampf die znrückhaltende Stellung der Demokraten. Erst am Donnerstag, am Tage vor der Wahl, wird die Oeffentlichkeit erfahren, welche Wahlparole die Demokraten ausgeben werden. Nach ihrer bisherigen Haltung und ihren bisherigen Reden können sie doch nur die Parole für die Sozialdemokratie ausgeben, denn sonst würden sie doch in- direkt durch ihr Verhalten den Sieg der Reaktion fördern. Aber mögen sich die Demokraten stellen wie sie wollen, mögen sie für die Sozialdemokraten eintreten oder Gewehr bei Fuß stehen. für unsere Parteigenossen entspringt daraus die Verpflichtung, die kurze Zeit bis zum Tage der Stichwahl auszunutzen, um aus eigener Kraft den Sieg an unsere Fahne zu heften. Ein Teil Reserven stehen uns noch zur Verfügung, mit äußerster Energie muß gearbeitet werden, um diese an den Wahltisch zu bringen, damit sie den Sieg für die Sozialdemokratie entscheiden. •• • Die Wähler der zweiten Abteilung fanden sich am Montag noch einmal kurz vor den Stichwahlen, welche am 3. Mai stattfinden, in den Passage-Festiälen in der Bergstraße zusammen, um einen Vor- trag des Reichstagsabgeordneten Dr. Ouarck(Frankfurt a. M.j über„Das Fia-ko der bürgerlichen Gemeindepolitik" zuhören. Als gründlicher Kenner der Kommunalpolitik wies der Redner in großen Zügen nach, welche Unterlassungssünden die herrschenden Klassen sich von jeher haben zuschulden kommen lassen. Es sei nur die ärgste Jnteresscnpolitik, welche das Bürgertum vertrete. nichts hätten sie übrig für die Arbeiterschaft und den Mittel- stand. Die Wählerschaft müsse am 3. Mai zeigen, daß sie gewillt ist, eine sozialdemokratische Stadlverordnctenmehrheit zu schaffen, welche allein dafür bürgt, daß die Bahn frei wird für den Fortschritt und zu besserer Berücksichtigung der Gesamtinteressen der Bevölkerung Neuköllns. Stadtverordneter Genosse G r o g e r gab noch einige Erfahrungen aus dem Raihause bekannt, welche so recht die jetzige Mehrheit kennzeichnen. Die Bürgerlichen haben in ihren Flugblättern keinen unserer Angriffe zu entkräften vermocht, nur daß man alte, abgestandene Redensarten aus dem geistigen Arsenal des Neichswahrheitsverbandes abdruckte. Hieraus einzugehen, lohnt nicht. Fest steht, daß man 6000 Wähler aus der zweiten Abteilung herausdrängte, um die eigenen Interessen in den Vordergrund zu rücken. Die Sozialdemokratie sei für erhöhte Gehälter der Volks- schullehrer eingetreten und für eine beffere Beaniienbesoldung. Der Bau des Krankenhauses, die Schularztfrage, Volksbadeanstalt, Brause- bäder für die Schulen, seien Forderungen der sozialistischen Ver- treter im Rathause und diesen zur Mehrheit zu verhelfen, sollte ernstes Bestreben jedes denkenden Wählers sein.— Von den an- wesenden Demokraten meldete sich Herr Löwenthal zum Wort, der erklärte, daß es ganz selbstverständlich sei, daß die demokratischen Wähler für die Sozialdemokratie eintreten. Er werde auch in der am Dienstag stottsindenden Generalversammlung der Demokraten dahingehend wirken. Der Vorsitzende Genoffe Scholz wundert sich, daß die Demokraten erst jetzt dazu Stellung nehmen und glaubt, daß die demokratischen Wähler zu spät von diesem Beschluß Kenntnis er- halten. Wie dein aber auch sei; dessen ungeachtet werde nichts ver- absäumt werden, am 3. Mai neue Siege zu erringen. Ein Brandunglück ereignete sich vorgestern in der Weiseftr. 16. Tie dort wohnende Frau Anna Knabe hatte früh eine eilige Be- sorgung zu machen und ließ deshalb ihren vierjährigen Söhn, der noch schlief, allein in der Wohnung zurück. Kaum war die Mutter fortgegangen, als d�r Knabe erwachte. Der Kleine kletterte aus dem Bett und begab sich in die Küche. Hier stieg der Junge auf einen vor dem Küchenrahmen stehenden Stuhl und nahm eine Schachtel Streichhölzer herunter, mit denen er sich zu schaffen machte. Dabei entzündeten sich mehrere Hölzchen und die Rächt- kleidung des Kindes fing Feuer. Auf das Geschrei des Kleinen eilten Hausbewohner hinzu, denen es bald gelang, durch Aufwerfen von Betten die Flammen zu löschen. Der bedauernswerte Knabe hatte jedoch bereits am ganzen Körper so erhebliche Brandwunden erlitten, daß er in besinnungslosem Zustande nach dem städtischen Krankenhause geschafft werden mußte. Erhängt aufgesunden wurde am Dienstababend der in der Wanzlikstr. 21 im vierten Stockwerk wohnhafte Arbeiter Levange. Der Lebensmüde war vor einigen Tagen von seiner Frau im Streit verlassen worden. Als am Dienstagabend die Frau keinen Einlaß in die Wohnung finden konnte, ließ sie vom Hausverwalter öffnen. Mait-ffand den Mann an der Türklinke erhängt auf. Schöneberg. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Da die Stadt Berlin die Potsdamer Straße zu verbreitern gedenkt und das einheitliche Bild gewahrt werden soll, bewilligte die Stadtverordnetenversamm- lung die Mittel zur Verschmälerung und Abrundung der Bürger- steigecke vor dem Hause Hauptstr. 161. Die Zahl der Magistratsboten ist wesentlich eingeschränkt worden, weil jetzt die Briefe und Druck- fachen durch die Post befördert werden. Außer den für Porto aus- geworfenen 16 5lX> M. sind bereits 2166 M. nachgefordert worden. Allem Anschein nach werden nochmals über 2666 M. verlangt, so daß es fraglich erscheint, ob durch die Neuerung wesentliche Er- sparnisse gemacht werden. Allgemein wurde eine etwas einfachere Geschäftshandhabung gewünscht.— Zur Deckung der Kosten für den kaufmännischen Unterricht im Lette-Verein sind die vorhan- denen Mittel überschritten, da die Beteiligung an dem Kursus nicht so groß ist, wie zuerst angenommen wurde, so daß ein größerer Ausfall an Schulgeld entstand. Hierauf erstattete Sdadtverord- neter M i ch a l s k i(Lib. Frkt.) den Bericht des Ausschusses über das Ortsstatut bei Erteilung von Schankkonzessionen.� Redner teilte mit, daß der Ausschuß von der Notwendigkeit eines der- artigen Erlasses nicht habe überzeugt werden können. Der Vor- schlag, das Statut nur 3 Jahre versuchsweise einzuführen, eventuell deshalb nur auf ein bestimmtes Stadtgebiet anzuwenden, sei im Ausschuß ebenfalls abgelehnt worden. Selbst die Petitionen der verschiedenen Gastwirtsvereine, die ein solches Statut direkt forderten, hätten den Ausschuß nicht von dessen Notwendigkeit zu überzeugen vermocht.— Oberbürgermeister D o m i n i c u s er- klärt, keine weiteren Ausführungen machen zu wollen, bedauerte jedoch die Ablehnung, die mit so großer Mehrheit erfolgt sei.— I a tz o w(Lib. Vereinig.) begrüßte die Ablehnung und ging des näheren auf einen von uns bereits angezogenen Artikel eines so- genannten liberalen Bürgers ein; der Schreiber scheine über keine besondere Sachkenntnis zu verfügen, da derselbe alles durcheinander würfele.— G.nosse Obst meinte, mit Rücksicht darauf, daß die Vorlage begraben sei, wäre nur noch das übliche stille Gebet er- forderlich. Der Artikel des liberalen Bürgers erhebe persönliche Anwürfe, die vollständig daneben hauen. Es müsse sehr wirr im Kopfe des Schreibers aussehen, da ihm jede Sachkenntnis fehle. Die Abstimmung ergab die Ablehnung der Magistratsvorlage. Nur wenige Mitglieder der Liberalen Fraktion enthielten sich der Ab- stimmung.— Der Verein deutscher Flugtechniker ersuchte um Zeichnung eines Beitrages und Mitarbeit zur Gründung einer Reichsflicgerstiftung. Das wurde abgelehnt mit dem Hinweis, daß für derartige Zwecke keine Mittel vorhanden seien.— Der Ortsverein der Gemeindearbeiter petitionierte um Bildung besonderer Zlrbeiterausschüsse für die einzelnen Kategorien der städtischen Ar- beitcr.— Genoffe M o h s empfahl die Ablehnung, die hefte Or- ganisation sei die Zentralisation, der Antrag wolle nur Zersplitte- rung.— Die Petition wurde dem Magistrat als Material über- wiesen.— Ferner ersuchten die städtischen Gärtner um Erhöhung der Löhne, um mit den Vorarbeitern und Handwerkern gleichgestellt zu sein.— Genosse Mohs ersuchte, diese Petition dem Magistrat als Material zu überweisen, damit die in Frage kommende Ar- beiterdeputation die Angelegenheit mit prüfen könne. Dem wurde zugestimmt. Hierauf erfolgte geheime Sitzung. Ariedrichshagen. Die letzte Gemcindevertrctersttzung wählte als Schöffen an Stelle des freiwillig ausgeschiedenen Dr. Wallburg einstimmig den bisherigen Gemeindevertreter Kunzke. Bei den KommissionS- ergänzungen wurde u. a. der Genosse Tornow in die Armen-, Fähr-, Hundesteuer- und Arbeitslosenfürsorge-Kommission gewählt. Einige Etatsllbcrschreitungen, welche bei den Kurparkanlagen, Straßen- beleuchtungen und-reinigungen und der Gemeindeverwaltung stattfanden, wurden debattelos genehmigt. Bei der Vergebung der Lieferung von Bordschwellen für die Straßen 38, 39 und 46 in Neu-Kamerun wurde der Firma Kramcr-Jauer der Zuschlag er- teilt. Die Pflasterarbeiten für diese Straßen wurden der Firma Vollmering u. Oelze in Köpenick übertragen. Genosse Tornow regte bei dieser Gelegenheit an, ob die Firmen die tarifmäßigen Löhne bezahlen, während Genoffe Micke ersuchte, in Zukunft den Unternehmer zu verpflichten, für die Arbeiter die notwendigen Abortanlagcn zu schaffen. Der Bürgermeister bemerkte demgegen- über, daß die Firmen eine schnelle und gute Ausführung der 2lr- beiten nur von tüchtigen Arbeitern herstellen lassen können, welche auch tariflich entlohnt werden. Betreffs der Abortanlagen lägen in diesem Falle die Verhältnisse so, daß Restaurants in der Nähe der Straßen vorhanden sind. Im allgemeinen würden aber die Ver- träge mit den Unternehmern nach dieser Richtung hin abgeschlossen. Eine längere Debatte entspann sich über den Pachtvertrag der Hafenanlage am Müggelsee mit der Firma Basedow. Bürger- meister Stiller teilte hierzu mit, daß oer Pächter den Hafen auf seine Kosten anlegen und gegen eine Gebühr von 366 Mark im ersten. 466 M. im zweiten u.nd 566 M. vom dritten Jahre ab unterhalten will. Für das Vermieten von Boots- ständen sei der Höckfftprcis für ein Ruderboot 26 M., für ein Segel- boot 36 M. und für ein Motorboot 56 M. Im Winter hat die Gemeinde freien Zugang zum Müggelsee. In der zu errichtenden Glashalle haben auch die Besucher der Schmuckanlagen unentgelt- lichen Zutritt. Im lveiteren können Boote vorübergehend ohne Entgelt anlegen. Der Pachtvertrag soll auf 5 Jahre festgesetzt werden. In der sich anschließenden Debatte wies Genoffe Tornow darauf hin, daß die Tarife für Ruder- und Segelboote entschieden zu hohe seien. Auch sei eine Pachtdauer von 3 Jahren genügend. Es wurde beschlossen, den Tarif für Ruderboote auf 15 M. herab- zusetzen, nachdem Basedow erklärt hatte, daß ruderfähige Segel- boote ebenfalls als Ruderboote gelten sollen. Der Pachtvertrag wurde auf 5 Jahre festgesetzt und läuft bis zum 31. März 1917. Nach einigen Mitteilungen betr. des Freibades beriet die iöei- tretung noch einige Angelegenheiten in geheimer Sitzung. Spandau. Selbstmord infolge eines Nervenleidens beging vorgestern abend ein Berliner in Spandau wohnhafter Bureauasfistent. Der Lebens- müde warf sich in der sechsten Abendstunde hinter dem städtischen Schlachthof im Stadtgebiet auf der Hamburger Bahnstrecke vor einen Eisenbahnzug und wurde überfahren; der Korper ist entsetzlich zer- stückelt worden, so daß der Tod des Unglücklichen auf der Stelle eintrat. Die Leichenteile wurden bald darauf geborgen und nach dem Schauhause an der Gatower Straße geschafft. Der Verstorbene war wegen seine? krankhaften Zustandes längere Zeit beurlaubt; zuletzt zeigte er Spuren geistiger Umnachtung, was auch aus einem Schriftstück hervorgeht, das er hinterlassen hat. Er äußert sich darin über eine notwendige Reise nach Korfu, wohin er befohlen worden sei. Der Unglückliche, der 1876 geboren wurde, war verheiratet; es trauern um ihn seine Frau und zwei Kinder. /Zns aller Alelt. ChriftUcbc �äcbftenUebe. Aus New Jork wird uns geschrieben: John L. Belford ein Brooklyner katholischer Pfarrer, gibt für seine Kirchengemeinde unter dem Titel„Nattvity Mentor" ein Blatt heraus. In der Nummer vom 3. April d. I. schreibt Belford am Schlüsse eines gegen die Sozialisten gerichteten Artikels:.Er(der Sozialist) ist gefährlicher als Cholera und Pocken, er ist der tolle Hund der Gesellschaft und sollte zum Schwvgen gebracht werden, wenn nötig, durch eine Kugel." Dieser Satz stellt sich in unzweideutigen Worten als eine Aufforderung zum Morde, also ein mit Zuchthausstrafe bedrohtes Verbrechen, dar: er ist der Ausfluß des Geistes, der die Scheiterhaufen errichtete. Angesichts des blinden Fanatismus in gewiffen katholischen Kreisen und der an hypnotischen Einfluß erinnernden Autorität, die der„Priester der. Nächstenliebe" auf einen Teil seiner Gemeinde aus- übt. ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein Fanatiker die Aufforderung des Pfaffen in die Tat umsetzt, nicht ganz von der Hand zu weisen. Auf der anderen Seite benutzen die amerikanischen Behörden jeden Vorwand, um gegen Arbeiter, insbesondere gegen Sozialisten, die Gesetze in ihrer ganzen Strenge zur Anwendung zu bringen. Gegen die werftätige Bevölkerung werden Gesetze durch geschraubte Interpretation vielfach in ihr Gegenteil verkehrt. Und paßt es den herrschenden Klassen in den Kram, greifen sie und ihre Werkzeuge, Polizei und andere Vollzugs- organe, auch unter frecher Verhöhnung von Gesetz und Berfaffung zur brutalen Gewalt. Aus allen diesen Erwägungen heraus stellte der Borstand der Brooklyner Organisation der Sozialistischen Partei am 9. April bei dem Polizeirichter M c G u i r e den Antrag, gegen den„Reverend" Belford wegen Aufforderung zum Morde einen Haftbefehl zu erlassen. Mc Guire, einer der irischen Tammany-Politikanten, die mit ihrer ostentativ zur Schau getragenen römisch- katholischen Bigotterie Geschäfte machen, lehnte den Antrag glatt ab mit der Begründung, daß der inkriminierte Artikel nur der Ausfluß der Nächstenliebe des„frommen, guten Vaters" Belford und nicht schlimm gemeint sei. Er befand sich dabei in Uebereinstimmung mit der Empfehlung deS Hilfsdistriktsanwalts FreShman; Freshman ist nicht Katholik, überhaupt nicht Christ und noch weniger fromm. Aber er ist ein strebsamer Herr und trägt dem großen politischen Einfluß des mit der korrupten Rauborganisation Tammany Hall aufs engste liierten katholischen KleruS Rechnung. Nunmehr stellte der Brooklyner Parteivorstand bei einem Nichter der Supreme Court den Antrag auf Erlaffung eines Befehls, durch den McGuire angewiesen werden soll, das Strafverfahre» gegen Belford zu eröffnen. Die Rechtspflege befindet sich in einer argen Zwickmühle. Denn daß ein Geistlicher von vorn- herein jeder Gewalt abhold ist. läßt sich im Emste schon deshalb nicht behaupten, weil in den letzten Monaten mehrere„Geweihte" im Gebiete der Vereinigten Staaten wegen Mordes hingerichtet worden sind und ein ganz Prominenter, der Pfarrer Richeldson, im Gefängnis zu Boston seiner letzten Stunde auf dem elektrischen Stuhle entgegen steht. Mag auch die gesamte bürgerliche Presse wie auf Verabredung den Fall Belford totschweigen: die sozialistischen Organe sorgen dafür, daß der Masse deS Volkes an dem geradezu klassischen Schul« beispiele zu Gemüte geführt wird, wie die„Gleichheit vor dem Ge» setze" in unserer.freiesten aller Republiken' in Wirklichkeit aussieht. Schweres Brandunglück.. In dem nahe Magdeburg gelegenen Dorfe Alten« Weddingen brach in der Nacht zum Dienstag in einem dortigen Warenhauf.e Feuer aus, bei dessen Ablöschung drei Feuer» wehrleute zu Tode kamen, während fünf andere schwer verletzt wurden. Das Feuer, zu dessen Löschung neben verschiedenen freiwilligen Wehren auch die Magdeburger Feuerwehr alarmiert wurde, hatte sich bei dem Eintreffen der Lösch« Mannschaften bereits über das ganze HauS verbreitet. Die Wehren begannen sofort mit der Löscharbeit. Dabei lösten sich die Gesimse deS Hausgiebels und begruben acht Feuerwehr» leute unter sich. Trotz der vorgenommenen Bergung der Ver« unglückten konnten zwei der Verschütteten nur noch als Leichen hervorgezogen werden; ein dritter Verunglückter starb auf dem Wege nach dem Krankenhause. DaS Befinden der übrigen fünf Ver« letzten ist zwar bedenklich, doch hofft man sie am Leben zu erhalten._ Kleine Notizen. 283 Bergleute in Lebensgefahr. Wie aus Tokio gemeldet wird, hat in einem Bergwerke der Hokkaido-Gesellschaft auf der Insel D e s s o eine Explosion stattgefunden. 283 Bergleute sind von der Außenwelt abgeschnitten und scheinen unrettbar verloren zu sein. Ei» Rckordflug über den Kanal. Der in letzter Zeit durch seine wohlgelungenen Flüge in den Vordergrund getretene Aviatiker Hornel ist Montag nachmittag 5 Uhr nnt seinem Bleriot-Eindecker in Canterbury aufgestiegen und hat den Kanal überflogen. Trotz deS stürmischen Wetters gelang eS ihm, die 45 Kilometer lange Strecke, die England von Frankreich trennt, in knapp zwölf Minuten zurückzulegen, was einen neuen Rekord bedeutet. Den Klöstern geht es wohl. Unter der klerikalen Herrschaft schießen in Belgien die Klöster wie Pilze aus der Erde. Seit Beginn des klerikalen Regiems im Jahre 1884 ist die Zahl der Klöster von 2124 aus 4135 gestiegen. Die Zahl der Mönche u n d N o n n e n hat sich nahezu verdreifacht. Während die Klöster damals 32 461 Insassen hatten, zählte man jetzt 36 744. Lriefkatten äer KecfoKtion. »Reue. Cuvrystr.«, F.®. 4 u. a. Taucher betreffend. In Nr. 93 beantwortet. Der Taucher kann bei 36 Dieter Tiefe, zirka 3 Atmosphären Wasserdruck, etwa 2 Stunden arbeiten. Bei über K0 Meter Tiese; also 6 Atmosphären überhaupt unmöglich.— O. I. D. Strecker. Betten von 45 Ps. bis 1,56 M. pro Nacht. Beköstigung iin Nestnuraut nach Neigung� Ob der Reichstag im Juli tagen wird, ist heute noch nicht zu sagen. Schreiben Sie an den Genossen Silbcrschmidt, Gewerkschastshaus, Engeluser 15.— L. H. 55. Bureau der Gaslwirlsgchitsc», Große Ham- burger«tr. 18/19.— Reiche. A. KÄ�n Fritz Reibe, Schöneberg, Haaptstr. 18 Fr. Schulte, AdlershofjBismarckBt.S premba�CTklu ( �BeerdI�Anst|� i A. Butt!, Zorndorfer Str. 23. BCferhAF Rixd., Hohenzollernpl.il .riilllu Buckow a. ßiid. Krankenhaas. MaiFütllJ&Äneeno 1 Hiekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 Moldt, Fritz, Rixd., Reuterplatz. Gust. Ködert, Potsdamerstr. 115a I H. Peterraeler, Strelitzerstr. 8. Peter-Schley.Wilh., Zcssenerslr.ll. Beleucht.-Gegenst. 1 1 Brot-Fabrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick. „Brotfaärik"b,Ä:25 Brotfabrik Buehl& Sohn, Willy Delor, Prenzlauer Allee 42. Hermann Carl. Riidf., Hermannstr. 231 Herrn. Eder, Schonenscbestr. 1 Engel's LandbrotS� Heiuercdorfer Mühle Terkfsstell: Koloniest.9,RodeDbergst. 2, I.i!derilz3t.55,8chiveldeillerzt.44,8wiue- jmägdcrstr. 43, Pankoir, Florastr. 80. Bunzel, R. Kaislrriedr.'�t.« [arl Iö!Ill(!jMD.,.nÄtoiri5. BQttnsr, A., Danzigerstr. 96. Sehrainuiar.II.,RiChaxrddsui8. c Berufskleidung J M. Bertram, Norden, Maxscr. 17. Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Wecker, A., 3. Wim.EDSllwei»Ä. 4. Verkauf in Milchgeschäften Berlins. Bekannt gegeben, d. Plakate. � Bettfedern u. Betten*� ! P.Berliner, Rixd. ,Hcrmann8t.230. i A.Hampel,Hi.,Ber-!str.44-45.Kemigiing I Carl Henze, Andrcasstr. 55, Reinigung. iMaxSÄ�SÄ149 ! M. Zysnarski, Alt Moabit 82. � BlerbraMereiesigSierh. J [ischer, Görlitzcrstr, 55. Falkensteinstr. 20, Köpenickerstr. 172. VV. Gerlach, Schönebg. Scdanslr. 6/7. Alfred Graf, Beusselstr. 24. Karl Giesmann, Wittstockstr. 7. H. Glück, Wilhelmshavenerstr. 51. Hlfopri» Dunkerstr. 78 • Bibuuu Prenzlauer Allee 192. August Hühner, Schwedterstr.52. August Hauck, Cöpenick. ösÄke's EiotiiäijiSFsi i 73 Geschäfte I [ in allen Stadtteilen Berlins| und in Hixdorf. ftegrilndot R8AÄ. Kilics-Großbäckerei, Bofiestr. 8. Äroker, Rixdorf, Nansenstrk 33. Carl Laudahn, Weberstr, 30,, Landbrot-Bödc., Schulz, Ff., Bnchholz. Kä«« � J Bniterhändlnng J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. OakarSecfc Dresdenerst. 97, Blöcherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugspreise. __ Vorzugspre_ luntrodt, W. boSV;». Drei Kronen d.v�oi» Fried. Göseke,? Filialen. 8 i 1 40 Filialen in Berlin und Vororten i August Holtz Kenten, Gebr., Wörther-Str. 33 a. Kosmaila, E., 4 Geschäfte Pssi Lind. er, Strelitzerstr. 65. ButterhandlnngFritzMnth. i ! Apoth.PauI Frank, Straßmanastr. 41. A poth. Lüidenberg, Stiel itz.Str. 7 4 Nord-Mi. Reinh. Assmus, Gerichtstr. 10. Becker, C. Litthauerstr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg«0. Urb Bnratifif Schönbaaier Alle 134 a, ntO. üßlSllllS, Tankow. Berliner Str.46 Sämtl. hygienische Bedarfsartik. __ i__ i 7-s__ � Ifi-AnfliAimArit 3 1 Centrai-Drogerie, i)roBlieiiBerit.Sl. A. Diepow, Tauroggcnerstr. 12. DWl.i.HBlia'SS" Ellert, Max ÄSSlt Edison-Drogerien. O.-ScliöBewsids. Franz Fischer ErMUf. Ctasssee 148, Sämtl. RsmisiartiEtl" DiiEr. ksdissssz. g 48 oigeoe Detaiigeschäft« ScSSnefeiStnirR�ChauäseestTöl Schröter, R.v||. Schulz, Arthur, Ri ,Hermaunst.65 UhlyA Wolfram Friedrich, Paul, O, uarinerstr.29. Germania-Drogerie, MöckeiMt 63. Germania-Drog.Spand.WilhelmBtr Alfr. Gotting, FÄr Günther,„Löwen-Drogerie", Stromst.r? Haeberlein, Trept., Graets-Bouchestr. Hansa-Drogerie, N. Raumerst.85. F. Hotop, Üfnan-Drog., Cfnanstr. 6. Klahn, H., Ri., Kaiser-Friedrich9tr.236 [{neSell6C�Dl0fl.,He™adnn1t.ll9. KröningsAdler-Drogerie. Baisientt.?. P.Lehrke,KotilsscrDsmn81-S2,rär[BB Max Hocke, O. 34. Ebertystr. 35. Ewald Lochte, WllhetasliaTeBewtr. 20 Alfr. Marsch, Culmstr. 37. Nellö, Felix, Memelerstr. ISa. Oehmke, Keiaickeal, I'roTinxitr. 82. Ramien, Otto, Landsbg. Platz I. Rathaus-Drogerie, Ki- Doaaartr. 24. Arno Reif, Weberstr. 30. SA Meyer. Vereinigts 48 Pommerscho verkauis Meiereien steiiei1- Stetiiner Butterhalle Frinzenstp. 103 A"ped Hof�mcinn Invab'denstr 123 Sleftiner Bahnhof TTuchtstrTToT�� » Ecke Miinchebergeratr. Althans�rautcr-Bonli'�iniloweralr.ie. Akt.-Brauer. Potsdam.Eig.Niederl. Berlin SW, Tempcihofer Ufer. 15 Braadeaburs a. lI.,Wiihclinsdorfer8l.llO Spez. Potsd. Stangenbier Cyliax, G., Filialen i.all- Stadtteilen. Ferd.Hahn, Berlin, Pertcrsburner8t.72a H.Pßehlke�rhiUingstr. 10. Konfitüren. Landbrot- Großbäckerei O. Senf, Ndif. Krug, Waldstr. 4 Hermann Lebelt, Hussittenstr.38 Alfred Licr, Wielefstr. 36. UdMerger Brollalirik E. Martin, Gleimstr. 55. Gustav Mühlsteph. Rhinowerstr. 2. Th.Neumann,01d€nburgerstr.21. Herrn. Proell, Nonnendamm. Bäckerei„Nordstern" Inh.; Gust. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Albert Pfenzig, Grätzstr. 10. Paul Rißmaun, Turinerstr. 86. Max Sander, Dunkerstr. 23. 2 Otto Szillat f/s�Ba�kwarei SellÜtt, O. �rlin CLNO. Slkorski.Weibensee.Heiaeradorfetstr 1 1 Staehr's Bäckerei, K. Triflstr. 66. Paul Stenzel, Baumschulenweg. Gaataz Taapllz, Prinzen- Allee 61. Thoma's bew. Bäckerei Ackerstr. III. Gerichtstr. 84. C. Vogt, WeiBensee| 3Filia1.Hanptgescfa.Seda'nst.l06B Jos. Wagenknecht, Uiogaaerst. 17. Albert Wiese, Kuloniestc. 34. Heinrich Wittler Faiapcraictel-. Scbiranbrot- a. Simoas- brat-Fabrit. T. U, 3213. Maxslr. 7. Vcrkaarssl€lU.aU.Gegcad.GriiE-Bcrlias Badeanstalten J Arkona-Bad, Anklamer-Str. 34. Augusta-Bad, Köpenick.-Str. 60/61 |C> Landsbergerstr. 107 Golinowstr. 41. Bad, Münzstraße 2. \-jCIIIHX" Kassenlieferant. [egtral-Batf Anze�Är. 25. Eaaja-BadtCblltbg.WiImersdorrerst.60J61 Erstes Lohtannin- Bad tägl. fr. Abkochung, kein Extrakt. Wall- 8tr.70,71.tief.a.Kas.s.Nea-Cöllna.W.6/3 Bad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen Bad Friedrichshain, Landsb.AlloelSS Badeanstalt, Hasenheide 13. Jungbrunnen-Bad Baumschulenweg,KiefhoIzstr. 177/78 Kaiser-Friedrichs-Bad, Charl.a-Bhf. KaiB*-A,,8talt.iLöser" _ Rosentaleretr. 70. National-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend Ost-Bad, Palh'sadenstr. 76. Bad Pankow, Wollankstr. 26. Passage- Bad Reform-Bad, Wiener Str. 65. Kuranstalt langjahr. I. Assistent d. ehemal weltberühmt. Jakobi-Heilanstalt Pflauzenheilyerfähren Atteste von Geheilten. -Rarf �oxhagen- Rumbg., "LßU— Sonntagstr. 4.— Silesia sS»lesischeStr.31. A Viktonla- Bad Kottbuser Damm'75 Fi-iedpIchWilhelmsba� Chausseestr. 87. brillISQtRi FelnsL Caramelbier | feinste Qualitätsblere. Brauerei Merberg Versand- und PilsenerBler. Brauerei Tivoli Srau«�; Fruchtstf. 37• Caramel-Weiisbier fast alkoholfrei, erfrischend, bekömmlich, Berliner WeiBb.-BrauereiE.Willner. Deütsciie ßieriirauerei A.-G. Berlin-Pischelsdorf Die Fabrikate der „Sarottl" Chokoiaden- u.Cacao-Industrie- Aktiengesellschaft sind überall erbältlich. Neu: Slmpli-Schokolade Bonbonhaus Fr. Schröder Spandau, Filialen i. all, Stadttl. Schütz, Warsetiauersi.�.ggr.'lS Seiffert, Erich, C.Senff Andrcasstr. 36 Bezugsqu. f. Händler. Grolcrjans Malzbier, Scböali.-Allea 150, T. m, 5063. IC. Habels Brauerei 1 hell— HabelbrSu— dunkel. F. W. Hilsebein A.-G. Lagerbier und Malzbier Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Kahlenberg, A., Licbenwalderst. 45 Unser GoEdbiei* ist nicht nur ein Erfrischungsgetränk, sondern auch ein Gesundheitsbier ersten Ranges. Berliner Ilpioiis-Braiierei, Berlins. �TOlkWERO� Gold | Silber | Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. Franz Sdiönbedr, Oberschcneweide. Fr. Schlussnuss, Liebauerstr. 22 Hugo Schultz, Müllerstr. 166 a. Hye-Gummiw., Photogr.-Artikel. plSünderhauf&Co.Gr.l'rM�LStr.SQ» Herrn. Vincent, Rixd., Bergstr.131. Werder-Drogerie, Britz.ßiidowersi. oa. Wedding-Drogerie, Genterstr. 37. Wcisabach& Fischer,Belie»llisacest.2$ �obeL�Georg��A�k�N�o. f Elsen- u. Stahlw., Waff.} Alu, O., Ki'.', blairer-t nedrickstr.6. Otto Anders, Brunnenstr. 109. W. Allner, Mulackstr. 24. Beutel, C.,Boxh.,NeueBahnb.St.26 Herrn. Brauu, Landabg. Allee 149. i Brenneke,C.,w?aeng"istr94 G. Bponnefce, GchöaluÄllee 156. G. Brucklacher, SX«: Willy Erpel, Turmstr. 29. Flnck, K., Spaniiaa, ScboBOwaloeratr. 34. LUüln» WilmerBdorferstr. 102,3 nlllül Haus- u. Küchengeräte Carl Jung, Stromstr. 31. üiingbiutli, HsrniaBastr. 172. Kantner Nf-O-Scfcoaeweio«, Edisoastr. 1 0 Ad. Kunze, Kixilf.,KaisetFriedricbstr. 178 H. Rockstroh, aöbeäsuw. LIncke, Rixdorf, Friedelstr. 9. E.LÜbckeNf.E. Sturm. SamariterrtlS runl lurlit Cöpenick orstr. 126 Hill Llklll Haus- u. Kflchcnger. E. Menzel Nchf.. Kopeihiäeaeritr. 4. FranzPfeifer, O.Frankf. Allee t39. GssrjBBiner'SSr� RühlTnaBn,P.,Müilorst.40b,E.Seo8t. [. SCtirädEP Gr.Frartfartarstr.I09. Max SöiBüriDg �Ä.33 Seilach, Tb., Ri., Hermannstr.48. Wesch,Charltbg.,KaobeIsdorffstr.23. Arthur Weigeli�' f Fahrrad., Mähmaach. j BaumjEmd�cböiiebl'HerSertstTl Brennabor LndtÄ! Faiirrail-LeiiaDs iMm Neue Schönhauser-Str. 11 C-Volgt,Gräfest.27,EckeUrbanst. Luisenbrauerei Weißensee._ X MöDaieDer Braolians fietlio.� Löwen-Branerei Aktiengesellschaft Abt. I. Hohenschönhausen ,, II. N. 20, Hochstr. 21-24 lOiUIld'!'asc-en'>'erverilan(' G. m. b. H. Srharfp Grüner Weg III. OUIdUC, WeiB- u. Malzbier. Sdiuiz, Herrn., Scfaönleinstr. 23. Vereins BraDen!iTei]tonia,tiW87. Victoria-Brauerei Victoria-Saazepbrau Fordern Sie Wesen berg Cigafrenhandlungen Fr.Behrend�f.,Fraiikfttrter-Allee27. Brager, J., Rixdorf, Bergstr. 57. Bräuer, P., 0. 12 Proskauerst. 12 Klein, Wilh.Äl1.84' Klemmer W.,Spaadaa,Scböavaldent.82 A. Kunstmann, Nöwav'es,PricsteraLC7 Llngel, Fritz, Eisenbahnstr. 5. A. R. Meyer Ndif., Sehlesisckeitr. 14. Willy Münstermann, Gleditaclutr.48. W. Schuster Nf., Neanderstr. 28. � Danaenkonfcktlon � � Cohn, Geschw., Bergmannstr. 9, tombrowskyX�Äl Weissbier, C. Breithaupt, Palisadens tr. 97. Tel.-A. VII, 2634. c Blumen und KrAnze L frankenstein 60/,-, Danzigerstr. 24 50/o tealEo. Schöneberg Hauptst.25, Tobias Lewin, Schneidermeister Badstr. 44, 1. Spz. MaUanfertigung Lager ia Maatela a. Koitämaa allar Art Kahrrid!iannSüd-OstUeiclienbergerst.l2i fsri Flüilnr Reinickend.-Str. 106, lul! müllBl Cbausscestr. 81. Röper.Carl, Feterabg.-SmdJFtLAlle« C FärbereieV Wäscher.} H. B E R öftG ANN Birkens tr. 53 über 40 Filialen in GroB-Berlin P.l!eiii'OfaoXeukSlln,Zeitzcrs" niavu swaesu Telephon 1261. DampfwWelß.Steni.Ri-.Bergst.iaa Dumpf Wäscherei MERKUR A. Bachmann, Frankfurter-Alice 47. Damplwästlierei dselle l'T7' OroB-Dainpfwäscherei „Spreenixe" i Berlin SO., Forsteratr iTadello«» Käaclie! Billig«!« 751- i r. 5-6 1 Frti»e!| DTin Ton ij:vitswalder- ___...... Up 1 OB Str. 30 III■ U.n,. Gerichtsstraßo 23 . w. k. nansa Tei. II1 1309 G. kulliek, Weiisensce I Fil.GußtavAdolfat.l. Weiteabargerst.tl I Swinemünderstr. 56, Weddingstr. 9 |.VüIler40a, yenkolln,lIerm&nDstr.37-38 O. Naefe Färberei u. ehem. Wäsclierei | f. Herren- u. Daraengarder. Läden in allen Stadtteilen I Berlin, Rixdorf, Schöneberg HO Oskar Albertus, Müllerstr. 41. Fr.Ahrendt,Boihg.,NeneBahiihof8tr.31 Blumen-Becker, 6. Frankfurter Allee 3. Casper, Charl., Krummestr. 30. E.Degar)RLxd.lKais.Friodr.St.30,Berg8t.5S Utchard Felsch, Prinzen- Allee 30 Paul Gross. LiDden8t.69(Torvärtah&a8) R. Gruner, Kopenhagenerstr. 9. 8. Grossmann, Landsbergerstr. 34. Menkes Blnmenhans, Mantenffclstr- 94. Otto Hinz« Graunstraße 8. Janiszewski. Felix, Eisenbahnstr. 7. Alb. Kell, Charlbg.)Kaiser-Friedrich9t.20 Gl Slironf Brunnenstr. 63 . LdUlCUl petenbttrgerttr.il Gustav Mai, Schönhaus. Allee 177. M.Strutzke, Ncnkölln,HenDaim8tr.l24 F. Müller, Danzigerstr. 27. H.Penskl, Schwedenstr. 19, Eck-Badstr. Ww.Rutschke, Ri.Hermaiinst.62 Th. Schirbel. N. Stettinerstr. 8. C. Sommer. Wrangelst.44,AiBtH 12066 Aug. Trothe, Wrangelstr. 11. Anjr. Wandelt, Rixd., Bergstr. 96. H. Zinke, Keveve�Friedr.- EJtieiteDt |Di I Damen-KonieHlion HöäEit Gebr. Neuraann K»»?3 | Koubuseritamm? ® BramienstrSS D Rixd., Bergstr. 42. '»**> Dsmenm.. Pelzw. Westmann I. Geschäft; Mohrenstr. 37a. 2. Geschäft; Gr. Frankt-Str. 115. Bei Vorzeigung 6% Rabatt. Paul Zutermann KonfektioBshanB— Cbsuseutr. 66 c Oamenklelderstoffa J flnolt Danaeiiiaan 0rain8o3tr' Q�JDpogenjKjFarben�J Adler-Drogerie, 0.,Müggelstr.8. Artelt, Kurt, Iii,, Reuters tr. 43/44 -»« ���ischhändl�gvn�� C. Dittmann Berui«s&42. ETnhlcan Grünaucrstr. 8 M-UkllCIT Wild n Geflügel. Werner Winklet� Bärtfioll�b� f FlelBchep. u. Wurstw. � Jul. flaiaDiowitz A. BarthmuB, Marignftndsmm 33. Wßnrtior Tegel, Brunowstr. 55 . DcUlcl, ff. Fleuch-». Wmtvarcn. Rieh. Becker, Memelerstr. 74-76. Bloch, Otto, Prenzlauer Allee 62. Blümieln, J., Rixd., Marcscbetr, 14/15. A. Bllzer, Rüdersdor ferstr. 32. Augnst_BlrnsteinDunkerstr.7S. Kaiserin Angusta Allee 9, flugastBienerl Wilhelm Behr Wurstfabrik, Speck- und Schinkensalzerel. Berlin.Schüncbcrg,Eoloueait57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. C.Bolte, Neukölln, Hermannst.232 Bragrock, A., Mantenffelstr. 29. P. Buckwitz Eigaerstr. 10«. Spez.-Gesch. f. Fleisch-u. W urstw. Änton Buchheim, AUeDsteiasritr. 11. A. Beutele, Thaerstr. 21. Darge, O., Finowstr. 6. Daniel, J., Iii., Hermannstr. 147, DanzigerFleisch-Cfintrale —- Danziger Straße 14 |- aJtx x-» Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Rieh. Deckert, Wi�atr- J.VA�XJ.. ZI 21. Job. Durzynski, Kopernikusstr. 1 Mg fistfißr GroUi°rrn- Faiirik feiner iV'nrit- n. Fituchwir. Warst, Speek, Schinken kauf.Sie a.beiten u. billigsten bei Anton Fehlau, Gonthardtst. Stadtbahnb-Ecke Königsgrab., Andr.-Lt.47, Lands- bergerst. 98, Königsbergerst. 8. Land8b.-Allee30,Rixd.,Bcrg8tr.l6 Fieisth- u. Wupst-CentralE! Frankfurter-Allee 182 Erste n. billigste Bezngsgnclle des Osten». C. Gerlach Warthestr. 70. H.Gemdt,SpreagetsU7,Eiiig.Simi>astr Fr. Geriach, Tauroggenerstr. 1 a. Rob.Gleue,W«iB«uee,6n«l.idolfstr.t3 PaulGnädig, Britz, Rudowerstr.lt Gottlieb, Reinickdf., Amendeat. 109 OttoCrrubeHochsTs?. ßnsmde, Rieh. Ä«. OetsdiMB'sÄwiÄ: O. Gleich, Kirdorf, Hoheozoilernpl. 7, Hempe, R., Hermannstr. 68. Georg Heinold, llaritabiirseratr. 5 Oeorg Heiter] Echte Brtnuscbw. n. Tbüringer Wnratw. I I. Geacb., Andreaisti.SO, ElameMlr.73a] Ernst Höne, Schwedenstr. 12. W.Hoppe Friedricbabagoa.Pricdriehal.M Ernst Ibscbcr, Wiesenstr. 11. Jakobik, Schmargendorf, Breitcstr. 24. Albert Jähnert St Janik, C. Kö&r- Fritz Jentsch'jftäa L.Inner,FIm3tr., Adlershof, Bismarckst.36a Jul.Rempe.�Ä6'' Fritz Klein. Kottbuserdamm 12. Willi Klewi«;, Allensteinerstr. 18. Max Knaut, Alt-Boxhagen 60. ErnstKoihe,0.112.Weicbselstr.l6 Ernst Kurth, Muskauerstr. 33. G. Krause, WeiBenaee. langhansslr.lSS M.Kops, Kcinickend., Residenzatr. 154. A. Lange, Ko>niehdf.,8ebarnv, oboratr.1 1 3 Llöke's flEisdiientrale Wilhelm Lenz, Falkenstcinetr. 9 B. Lawreau, Ecinickendf. 0. Hanptair. 54. Wilhelm Liebherr;vef 7?: Fr. Lindemann, Emdenerstr. 45. Lochmann, Malplaquetstr. 32. Inrhbft Iah Rostockerstraße 43. LucDKB, Juli. Fleisch.u Wurstfabr. Aug. Maar, Schulstraße 103. Marwald,HLKd.,Mlmcliaer-RBerlmentr. HaRflatzker«� Märk.FIeIschkons.,SkIln.,Warlhe8t.73 ErnstMäckler)Kud.)Bichardstr.31-32. Merker, P. ÄT P Million Fleisch- u. Wurstw. U.lfiUÜSi Großbeercnstr. 78. R.Müller, Pankow, Wollankat.lOl Neubauer, O., Kottbus.-Damm 24. Josef Orth, Neukölln, Emserstr. 26 Karl PetrichKÄt Reinfeld, Spandau, Nenmeiaterit.T. 9 --.... Gr. Frank- furterstr. 7. Wurstfabr., Landsbg.. Allee 130, Spz. Roll.- schink..NuBschink.,Srhiiil[eii.'ipeclc Oscar RShPiFriedricbshagen Prima Wurst- u. Floischwaren Riedel, B.Herm4ar5tr' DnHoWQlli Frenzl. Allee 29 uUllö VT am Tel. Kst. 3206. Wilhelm Röder, Stettinerstr. 14 R Rothe» Boxhagener Chaussee 11 Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.l?. Sehl wek,K.,Pallisadenst.l, Ecke. Ottoschreiber E. Schauer, Huttenstr. 70. A.Sl»irert,Nd.Scböne*cide,Berliist.I27. E. Schersberg, Eemictendf.. Uantaal. 9. Max Schubert Mü115Gcaatr- Albert SchuchtsSdr E. Steeger, Fleisch. Eminiiclkirchslr.!3 Stelnlcke, Warschauerstr. 25. Thntoicor Invaüdenstr. 163 1 naieiber Ecke Ackerstr. Wo nn Ol» Landsbergerstr. 118 ndyucr ff.Fleisch-u. Wurstw. Slargard.Fieiaeh-ZeDtrale.Stargarderst.63 WTsnirhp Blxtlopf, 48. . I dUUii; PannierstraBe 25. p. TtS«! ff. Fleisch-u. Wurstw. rr Ml P Lichtenberg, II. I"l6'»FrankfurterChau3seo3 Thürin«. Fleisch, n. tVarst-Fabr. F. Sommermann, Boihagenerst.3 9 E.Trapp.WnrstzcntralejWaldensetetr.U Max Tümmel,Cbristburgerstr.24. 1/„f t UnfA Naunynstbaße 17 IVclil UlllC ff. Fleisch- n.iVaretw. Josef Weber, Raumerstr. 24. Weiß, Georg, Elaenstr. 40, T.A.IT 10585 O. Wellnitz, Nannynstr. 66. EUfobol ff.Hctacb.a. Wurstw. . nGUCI Weidenweg 67. Emil Wilhelm, Graunstr. 38. WiediDannSSwoDkeB�aS. "**7« kauftraanFloisch unti Wupst gut und billig? '68/18 ratuupaesnqMOH 'mnsuoH-tsan�ä n-qasiau an rg.St.-' Untenstehende Geschäfts emnfehlen sich bei Einkäufen \ Bpammoph., Sppachm. J W.Becker, Chlbg.,ffiliDersdotfersL127 Eoyer, A., BeSÄi. Haap-Aptikel E- li-nol Spezial-Haar-Haus «cJutSfl Chausseestr. 121. Rob. Kortmann, Scbönwalderatr. 28. FUiltf nr Gebe auf ilaar-Artik.SO'r.Rab. . luliilKr Zionskirehstr. 44. H. Nixdorf, FrauktarterAU.l!)7,50i0Eab. Albert Pose, Fennstr. 16. � Haus- u. KOchcngerStc � ßOClkOWSlti Salfen�BCpitan. Uemnirk Spandau, Sohönew.St.92 liflluDII/., Emaille, Glos, Porzellan, Lsrap. Rööfjlrot!, Kations., �gsc�. Wilmcrsd-Str. 120. Sandow.il, Lampen. c Heppen-Artikel Andreasstr. 37, Kriwatten-Schalae H.Boda.Bixdotf, Kaiser Friedrichstr.10. EMagazIn England Kottb flamm 76, Vraeieaair. 162. i Bete, Wäsche, Crawatteg. Topkel, Artilloriestr. 4 Ritli. Jahn, Treptow, Grätzerstr. 6 Emil Jäier SÄ�eVW. E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Krause, Wllh., Ri., Flerm.-St. 168. Gg.Kursch, Britz, Uudowerstr.96. Ad. Mahnke"S'Ä'- A. Nitschpan, Bergmannstr. 11. A. Samuel, O.Mirbachst.62, Schirme. Scholz, Osw.SHÄrn.; Max Schulze, Hochmeisterstr. 6. Sprengel, A�me�Schirme fHepren-u.Knabengardrj iierikai.¥erkaul8liall8n ___ Allee 186. JTJ»» a«. Badstr. 26, Ecke • Prinzen- Allee. Besser, Julius, Ri., Bergstr. 19. I!ambnrg-Steglitzsstr°'103. ßem-Mn-MisIi m SeMMenprels+ 10% i Charlottenburg- Wilhelmsplatz I Babel& Haiikc, Wilsnackcrstr. 38, G. Bärend, Schöneberg, Colonnenslr.74 önstav M\m Bennewi��r.jBncliholZjBerlmerstAO Bruno Block, Nonnendamm. Alex Bor�Tnann, Jagowstr. 16. BrannjB.,Rixdf.,PrinzHaadjery5tr.29. R.Brosnikit,Fricdriclishg.Scb.arDwebstr.5 Budach, Franz, 0, Goßierstr. 23. Georg Burow. Strömsti�ße-SS. Job. Ciecior, Neue Hochstr. 32/34 R. Ehrig, Liebenwalderstr. 47. GustavEigenöorf,0. Müggelst. 29 Arthur Enke, Amsterdamcrst.lO A. Fiedler, Köpenick, Auggolh.8t.41. L. Friedrich, Mariendorf, Lergsi.lS. Fritz Gerull, Beusselstr. 75. R. V verlieh, koinickendt., Pminzslr.bi, Hermann Gensch, Adaibertstr. 19. Goetsch, Ernst �tr/if F.Löik, Breslauer St.t.Madaist.15 Max Hanheiser, Göbenstr. 16 Albert Haube, Dunkerstr. 83. Heinitke.Wiih., Markgrafen!. 27. "--- nermaluisti. 59/60, Bergstr. 144, Ivai8.-Fricd.-St.246 iiciuiuk.«;,»¥ ääu., �ua !IeinrieIi,R.!) Fritz Hübner, Schliemannstr. 11. Z Paul Imhoff, Bamlerstr. IQ. Kakao-Wüpfel „Sarotti" e Pfg. überall zn haben Willy Kaohe"!"!"' Kohle, w., Lichtenborg, Hagenstr. 50. KraatzfGeorg,Schönholzerstr.ll. Kramer, Rieh., OjKroEprinzeMtr. 37/38 Kühn, Oswald, Müllerstr. 131. Lange, K., Rixdorf, Wälterstr-lö. G. L. Liese, Cöpenick, Schloßstr. 8. Lips, Chamissoplatz 8 Herrn. Loewn, Tegel, Beriinerstr. 12. Lossier, G., Warschauer Str. 5. Luckner, Felix, Rixd., WeichseUt.l Martini, Erich, Rixd., Alierstr. 39. KarlMercier,Huüenst.3 Miehaelis, Panl �Ärun!1 Mewes, Adolf, Warschauerstr.So. MaxMo5'8ich,Wilhelmshav. St. 46. Paul Mulack, Mariannenstr. 8. HMfillor Gebe aufWar. 5 o/0R. .mUlier Tegelerst. J II 7002. Ifnlln* L Kottbuser Damm 31 mUlltf, U. Herni.St.l55,Kaesebock8tiÄ A. Plaacke, Oderberger Str. 65. Prlebe. E., Boxhag.-Chaussee 22. R. PuhIm:snn,Woldenbergerst'.8? Carl Qua�t, Prinzen-Allee Jö. A. Ramhold} Prinzen-Allee 18. jleTonaSir�ranienstr. 21. Leske& Slupecki, Schonh.-Allee 70 c M üfipiic Q Rixd., Bergstr. 44-45 ulariiib) ü. fertige n. Maßschneiderei. Raltzig, Ad., Frankf. Allee 107. BosnerJaxlÄÄI; Lager fertig und nach Maß. 77 Kottbuserdamm 77 ' I August Scheg«•■ Julius Salomen, Brunnenstr. 36. Scbachmann, Louis. Bnmnecstr. 5.1. Berth. Schweriner, Wrangelstr.93 f Hüte, Kiatzen u. PelzwTj .ßaarirto Brunnenstraße 52, Badstr. SS Huthaus Nopden Chausseestr. 55, Ecke Wühlertstr. ieTBeTtturt�SCäusseestr�r Casper, Ed., Rixd., Bergstr. 139. RR. Grund Brnnnensi. 177 Hermann Haase,Invalidenst 129. Honcon Kixd., Berliner Str. 11, nallbuil, Osten, Koppenstr. 18. Jacob, Oskar, Sohönh.-Allee 104. HuHentrale ÄÄ1'« Hut-Engr.-Lager,Boab.,Gärtner8l.24. Hutliaus Monopol Mailr.raSe A.Lemaitre,\ii!msdrf.,BcrIiaerst.l32, Mütz.-Moldenhauer.Hiisittenjt.lS.l. RlCsnk F m Badstr. 64, nieCK, K-m. Gericbtatr.es. Schoerr, Herrn., Wilmersd.-St. 46. Irgast-Bflto, Vereinigte Hnttonipagnie TirDist.61.E.BcD3selat.,DresdDerBt.l35 am Kottbus. Tor, Gr. Franff. Str. 129, a. d. Aadressslr., Frankf. Alle« 184, Ecke Finowst. Wilmersdorf. Str. 124, ris-ä-Tia Goethe-Fark, Schöneberg: BaaptslD. 22, Ecke Akazienatt. loscrjlie8erMtanj5%Jn�an Vester, E., Kottbuser Dtmm 18/19. Weiner, H., Greifswalderstr. 33, VVIrt5Chafteratr.,Nchf.,BniMenstH7. P. Wontora, o",�rledrichaberg.St.21. Nord-Dcntsche Fleisch-Zentrale F. Zimmermsim, Seeslr. 78, Gaiaeastr. 49 Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37. Wilh. Ziegler, Seumestr. 20. G. Krüger, Weißenburgerstr. 79. Oberländer A. Wilbom, Brunnenstr 16. Wlnkelmatm,WilfaeIminen3tr.23. Oberschöneweide, Rathenaustr.27. Z an cte.SeheD eberg,BiiMaeh»iitr. 59-5 1 Zum Hufwinkel S. Kohls� Chausseestr. 85. � Kaffee-Spe»l«lge«ch. � Mat KröJdie 8chöIlhau9er Allee 70 d. Raaers MiscIinngeD irerd.v.sparsam. Dansfrancn beTorzagt! Nur C 54 NeueSchönhauserstr.2 c KafTee-Suprogate Otto Goetxe.Kollbascr Jtnim 16(1 7 lief. Kaufhäuser c ) L HoJlffl i lg.. Siltk. M J Q| Landsberger- Allee 29. C.Rurtzahn�sÄeiw0 fllfrJralioer ää18* l Weiß» Co-FriejiriMagen. ( KohlanTKokerBpIketta) Paul Bieger, KDiproSerstTTus. Carl Rohrs, Langhansstr.SS u.143. Willy RoHne%t:bTgA Runge, Otto, Ri., Hermannst. 55. A. Sägeburth, Fehrbcliicer Str.24. Schäfer, H., Neue Hochstr. 5. Sdineider,F.,Kiil>Kaiser-Frled.St.75 Scheffler, Carl, Badetr. 16. Fritz Schee), Schwedterstr. 47. Scblenther, Emil, Huttenstr. 7. Gg. Feist, Nkl., Weserstr. 4. Wilh.Scl!röder,Schönholzerstr.23 Wiib. Schulze, Ri., Bergstr. 96. II. ScWer Gtbwomn«s?r80� Joh. Sctiülze Wa~c3e35. Rudolf Spremberg.Wörtherstr.l. P. Slmiind, Rixdf-, Ziethenstr. 46. Wllh, Thomas, KeinickenttSlr. 54. Otto Tüdr, Gubenorstr. 11. Ulbridi, F., Ri.. Wathastr.tS«. 69 Friß RtM SS" Emst Wilde, Bastianstr. 1. Wernlcke, Ober-Sdiöneweide. K o rdpsap�llnder�ng� Metzners Be™äer.67. Fischer, WUh.,N, Swleemäad.-St. 1 1 1 Lange, A. E., Brunnenstr. 167, c Lederwapen ) Carl Fessel �Ät.m Spez. Tascb., Mappen, Portemonnaies usw. R.Gtmehr,ßnmmel8bnrg,Scbil!cr3tr.3i. Wilh. Langnor, bÄ'; Kofr8r�8ctiulze4e™su25 Rlcharil KBrtzkB™T Wieners tr. 14 Eig.Werkst.i. Haus* Schöneberg, Koionnenstr. 64. Bed�eigLBaamacbeistnST��Fsbr. I Lehranstalten| 7uschRelde- Schale drts Deutsch. Zuachneidsr- Vepbandea. e. V.. BEf-LüJ, Mauepstp. 86 SB, T.t 34G1. Rudolf Maurer Fricdrichstr.SSa, EckeMobrcnstr Strahlendorffs Handels- Akademie. Beuthst.lOn. 11,1. ,11., III. Etage Größtes Institut Berlins Ansführl. Lehrpläne nihsonst. Linoleum u. Wachst. i�ni47c>li Welltcnsce, Berliner lalllaLII Allee 228, Tapeten. Ransch, Rieb."Ä* Niederlage Warschauerstr. 6 Manufakturwaren J Peter8b.-St.o9 .» Modewarenh. c » f tMlehlhandlungei�'� W.Bacbmann, Charl. ,NebrUi9st.l3. � Ferd. Gräning � Jungstr. 11. Teleph. VII 7924 J. Mannheim. 1 i,ialen im Osten.| W.Pieper Hoch- meistersfctS Siemoa, A. R, Köhienbhf. Wedding Abend, K.,Uurii!ni,g., Heinrieb Arndt, Fennstr. 49. Theodor Anthofner, Solmsstr. 22. Bcthke, Gcorfl, ST Rixd.,Elbest. 38, Keis.-Friedr.-Sl 64 Weserstr. 188, Friedelstr. 23 Treptow, Grätz-Strsße 64. Bordascb. O, Ri., Kais.-Frdr,-St.29 C. Bosse, Reinickendorf erstr; 20. Jul. Conrad, Rbeinsbergerstr. 44. Bernhard Danne,KastaaieisU.50:51. C. E. Fink, N, Pankstr. 92. I rese. Ernst 5 Ts'T; Gaege, Otto Paul Gaege, Spandau. Inet Uoiil/oHebl-u.Kolomalw. JUQ.naUKC Bergmannstr. 95. Hoerma, H., Ri., Hermannstr. 1 72 Heinrieri,L's=iT- ---' K5is.-Fned.-St.24» Fortsetzung siehe naclis«e Sei«el Fortsetzung des Bezugscjuellen-Verzelclinlsse» Karl Huhn, Schorerstr. 9. Korn, flu�o Äynhhnlf Invalidst.! 28,1. A.Kord 8368 . hI'IIUBiI vi.'.-a-visSletlin.llaüpibahnh. B.Krägfer, Scliöneb.,Hanptstr.l53 E. Kunze, Charl., Knobelsd.-St. 16 Lanzär Jaomaan, Winsstr. 58, Poscnerstr.l5,Stralauer-Alleel8. Lüdtke, H., Fruchtotr. 67. Gus. Meyer, ilclmh.-St. I9,WUt8i-St.l. €. Neygebauer Ober-Schoneweide ISjgfSlil 8''Kilvsätr. 165 Otto NowacirNachfoI. Spandan. F. Pnugmacher, Colonnenstr. 48. 1,1 1 nnnnar Groifswalderstr. 11, Jfil. rcliilül vls«Ti8"Uppeliner3t. Pßanfnai» Mansteinatr. 17, » neuiucr Steinmetzstr. S7 DrliUlnU. B Mariunnenstr. U. M PÜ!? Q Kirkti., Harheiaelest. IIUliv.slitL, n. mar«tli.. UorofteeBpl. ZlWU Eüli! bergeÄ Walter Seidel, Beusselstr. 26. Tbieke, Narht., Prinzenstr. 10. E. U'endlcr, lioinickendorferst. 64 B. Zyczynskl, Ri. Panniorstr. 69. Hagd Moh, W. 57, Fotsdomerstr. 82c, Moholfnnt Kastamenallee 40. Fabrikgeb. gegr. 1884. TeHzahln ngen gestattet.■ Rebsch, C. Reiher Nachf., V eternnenst 21. Emil Huflar Tieehler-Innnngsmeister Prlnrenstr. 34 c HIobeimagazEne D r.ntfau BÄtfl Ti80hIerm8tr.,LoalieB- UllMdV Olli! fftr 23, am Oraaieaplalz. Berliner Iin,dan" 4elier«lr Ito.B. M6beIhoIIe„llUIUCa.ImlidaatU 18. Daehne,F.,ni., Nene Jonaestr.SS. A. Doiimann, Stromstr. 44. [WHl!.. Sabbert, Brunnen- 8tr. 162. Geppert, Paul, Ziwaeaeretr. 33. Gcricke, Fritz, Müllers tr. 145. GleBsep,A.,ft1reÄ Bli.fieliert.�r�ih.i G.Hadce,WilheIrasbavonerslr.2u. Willi. Mm Stallsehreiberstr. 57, Bar- und Teilzahlung, __ Verkauf i. Fabrikgeb. Hopp, Jul., Brunneustr. 133. KSnig, A., RI., Berlinerstr. 102. Herrn. Kogel Schmidt, OttoSSÄ tSSohebn UV Cneisennustr. 18 fllüüCny, M. clg.TiseM.-Tapz.-AVkst. A.Scl»o8ter,Ob.Schöneveide,EdlsoMt.59 Schwanke, Rixdf.,Hermannstr.229 Wendland, Ernst 6winemüDd Möbelfabrik- Straße 121. Bar- u. Teilzahl. Reinickend.- StraBe 114. Jos. Werner SS5;."Ä c MBbal-Tpanaoopt Robert Frenzel, CöjenL-kerztr. 102. Krüge�Keiehenh.St. IS. Tel.Hpl.8307. ■- Ritterstr. 9«, IV., 4195 Billigste Preisbereehng. Paul Schur, irm.t.H.,Dirt«eaztt.Bg.83. Molkeralen| lainaElt Küchenmöbel BerlinerKüchenmöbel-Fabrik ifmte Köni&ft. Shet, T. VI 14746 i IHM. Hotthuser Oamm Lange 83/85| m��Sehvedter St. 2. s.d. Rast. AUeeS L. Lazarus, Petersburger Str.62. LSddcck«. R, Ri., Bergslr 4. t*"Brosieratr. 50 I Brelonitr.36 Milchkuranstalt amViktoriapark Erensbergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Klndep- und Kupmilch. Milch Schmidt Rlxdorf Hennsanstr. 53, Hcrmannstr. 95-06. MuhIK- Haus enazenhauer Größtes Spezialgeschäft der Branche. SgittelmarktJ�� Reetz, Spandau, Haveistr. 21. Schnötke, Otto, Ri.. hiedsrdzir.il 5. RShmaschlnen J ßellmann, E., UoHnowrtr- ,6- Waschmasch. Piarlottenburg, Spandauerstr.3 lo Systeme ohne Anzahlung. amms Hermannstr. 177. «71 fi« Kottbuser Damm 23. Dfcff bestes deutsches Fabrikat irlall Steinhaner, Spandau. er, jpomAQtM. "Nfibmaidilnen Littauer Adler ohne Anzahlung. _ Turm-Str. 89. 34taaoa-Mf.siralh,n' �amenhfite. MIM �"Alfee?5er- SpeziaJhaus für Damenhüte Puppen P. R. Zierow, Schi5nl"u6" Allee 179 Reeterhandlunsen LuiseFrümel, Greifswalderstr. 199. Carl Joch, KO, Palisadcnstr. 97. PanlinePrcissInj.Reüiicleadfoni.lS,!, jllauer.Veflr.Wilke, Bi- 8< 1 Uemuazt. 69/80. Nähmaschinen L&den In allen Stadtteilen. Afpana�NBhma?chTne!i 6. A. Bittaer.AoilreMstr. 79, Petereborger- ztr. 87, Spandan, SchbB*»lderslM9 Optiker , Schweizerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdeuer Str. 46. u Twl- U. 2565. [«uelkmHew} N)eB!?rOTl5rIerf0,�T«pMleEer«O6 Cphnla Frankfurter-Allee 73b Ubnoil Frankf.-Chaussee IIS. Q Wuplklnstruiuenfp J t, Rieh., Brunnenstr. 45.----- Plate* Co., Köpenickerst. 105,6. Lorenz Rahmel, Oranlenstr. 181 Lorbeer, HOllerstr, td. Bardorf, Moabit, Turmstr. 74. Oase, Paul. N, Müllcrstr. 174. Groß, Paul, warsehauerstr. 66. Hasler, Gollnowstr. 18. Kuscolief. E. Rick, MQnzstp. 14-18. Schubert, Carl, R!., Bergstr. 148. 3Vienstrn>aiiäad.I'«i-8z»zr>ir.l0. LPeele�-u�Lebrelb»� O. Prochnow, Bild., Uoraauatt. 69. Seidler, Louis, Ri., Bergstr. 42. c Pfandleihen 3 Rixdort tp nur Bargst. JU Spottbilliger ßeitetnerksnf, Cochmodento Btrreciord. Fdrcsrcit, Schmticluttk. de. E. Krön, Köpemclterstr. 55o, 1. U. CLTUU,.IkU|JCllJk;ikL-A 31.1. OUU, 1. Langer, WrugeUlr.92, BilllgerTertui. Schmidt, Fennatr. 3 E Senftieben, Kottb.-Dsmm 98, 1. c Pheter. Apparate 3 Hugo Schultz Xüllerstrasse 169 a Eig. Artikel 6% GelegtnhtiUkäufe Zai eraba,W eutbergz veg 1, T.Kds.8532. jjpPiKP K!xäor/.kt Putz» u. Slodewaren J F�,���"�x�or?n'�ergätr!l| Putzge.er.8tt j Schuhwaren, Schuhm. Emst Adam, Friedriehsbagen. Anhalt, E., Andreasstr. 13. Baumgart, H., Manteuffelstr. 28. Hanf Ptv Warsehauerstr. 31 UQlll Dl J Rumburg, Mozartstr. 3. Damaschke, Invalidensir. 14t. J. Denzig Ncfaf., Chsnsseestr. 26 Eilers, Anhaltstr.4,Lindenstr.ll2. Engel. W., Reinickendorferstr. 93 k. Engler, Rainemändtrstr. 63. Osw. Fabian, Kepenlek, Eieberslr. I. Fleer, Friedr., Sparr-Str, 17. Form ano wl h, Y ort Mir. 53(1 0o/oRab.) OttoGrätsch.Ckansseestr I2n.67. Goldmann, SpstdaB.Scbonwalderzt.S4. Heinrich, Johann, Petersb..Str.36. H. Jctzlaff, Badstr. 64. Fabrikmarke für haltbarste Filzschuhe I.Bl und I> Pantoffeln. Herrn. KSnner, Cöponick. Fledr. A. Lange, Uitdabergcrsir. 83. Paul Lehmann, Friedrichshsgen. Emst Müller, Teltowcrstr. 59. NehrlBg.Cdaribg�aia.-Aijtnta-Alleo96 C. Heumann, Falkensteinstr. 87. Petersohn, Olk., Müilerstr. 156. SPlaumann, Jagowstr. 20, S'k. ectz,Max|Ö.�han- Schmidt, Gebr., Fennstr. 69. MffsMiMWeMl.'?.- Schwersenzer, Turmstraße 48. Witt,Spand., Neuendorfcrstr.»9 � Schirme u. StSoku J Girod, F., Spandau, Pot8d.Str.19. HeiTniann,Klcbencrst.5.Eig.F&brlkstc. Jehnicfaeu,Bix3orf,Kai8.Fnedr.-8trt18 M. Lärche« Seböaeberg, Eoltamstres A.Ricke, Badstr.lljBezögo billigst Herrn. Rosenky, W. Mansteinstr. 4. G. Schlousaner, Warscfaauerat.SS. c Seifen Gustav Oamba!, Kantstr. 64. Heidke, Pen!, Burgsdorfatr. 13. �TepgSche u. Sardinen�) Gardinenh. Bernhard Sthwarg Berlin, Wallstr. 13(dreizehn). J, Ä. Schulz c Weg 10 I. Trauep.NI ag azln West man ra Mohrenstr. 87 a. Gr. Frkf. Str. 115, � Uhren u. Boldwaren J OscarAIdag, Charl. Krummest.29. J. Behrendt, Wrangclatr. 62. Otto Brauer, Möllerstr. 164, Span.iauerst. 3z I £.L.Üir?cb,fr.Trenicl MaxEisentiann.Cbarl.Kebriagitt.ie. Brüggemann, Keinickesdorlorsti. 96. Bürger, Jul., MüUcrstr.S. Max Busse Br?Str' W.Eiso!t,CbarI..ff iltttrsdorferslMl I. Ellinghausen, Gebr., Grtirerweg46. Fenske, S., Kottbusserdamm 96 P. Fisther, SO., Michaelkirehstr.8 J. Gebhardt gÄnrb�; George, Adolph, Badstr. 65. Ernst Gräber, Brunnenstr. 76. OrawiirÄGa�Ä4 H. Kamtriler, Cbarl., Krummestr.2. M.�ajrielBruJiS.nstr- Kniebusch, W., Frft. Chaussee«! Lehmann, Alb., Frankf. AUee 40. Lehmann, WUh., Kottb. Damm 28, j Laders, H.,aSl Holte. K., Simon-Dachstr. 13. UM PillDI, Brunnenstr*. Quitzow, Job., Müilerstr. la. Emil Quade hS�SÄ. Carl Schletrlnsky, Ropcenstr. 4. Gnst.Schoder, Oranlenstr. 165-56. Max Storch, Elbingoratr. 100. M. Tomechna Wdif., Brücleaztr. 16. PaulTrenk, Charl., Spand.-Str.32. A.Trenner, YVllkelnsrab, Hanplatr. 12. Truxa, W., Frankft. Allee 185. Obren- d. Goldwareo-lodiüe Berlin 220, Lindenstr. 16. Beste direkt. Bezugsquelle I Kitslog grati«. yentad azek aB6ertalbr billigzte Freue. WifKj,Äd.,B�ln�dd Zabel Nchf., Chirlbg., Berlüietstr.l 18. c Versicherungen J „Deutschland" Berlin Arbciterversicherung— Schützen- St e r 5J1 Le.!� rJ?— „Friedrich Wilhelm" Berlin Wif L, Behrenstr 58— 61 Lebens-, Slerbekasiea-B-ArbeilcrrersicKg. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung. Jahres-, Monats-, Wochenbeitrage ,Iduna' zu Halle a. S. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. c WarenhHuser J fa Spandau f Wem-, Wollw„ Trikot.) Abischer, Onst., Cborinerstr. 73. H. Barts, Schönhauser AUee 107. Bredow, Otto, Ri.,Hemannstr.56 M. Gardeis g Georg!, Ernst Hoffmann, Carmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Julius John�Sf?: Jonas, Hermann Juncker, H.Ännstr.l?! Cnrl Klein, Höohstestr. 16, HG. 18. Robert Ratsche, Gubenerstr. 66. A. Kaesler, Capriristr. 6. Ch. Loewy,�;�n� Meyer, BtroattfriM 2,(ArtelterteBdtn) Hadimann.Edlleiztr. I31s, Kou.-liel. Fr. Oliwetzkl, All« Jakolstr. 137. Schaefer,»°°°�' Schrom, Lina, Mirbsch.tr. 31. Otto Seelisch, Rocbhanstr. 8. Hermann Hey er, SthiTtlbeiiter St 21. J.SIeinRsbticiradf.W.Stkanivelier, 1.111 Ad. Schäfer Nchf. SO. Mdmlraistr. 4. Wilh. Herrn. Lesser KoI«ui5< Schöneberg KoI,uL6l Bei jedem Einkauf Rabnttm. ����UW��Frnchtsifl�J I S%3,g® I G0 Filialen in allen Stadtellon. j R.Sc¥meiz,bev|irst?j4s Willy Sdimldt, FriedeaM,Blieiiitr. 1 3 Schöneber, Hauptsti berg I r. 156.| Schönemann, G, Ri.,Berl.-Str. 73 F. Schöna il), Berl.G.,G«,zI«t»Ir 27 W.SchBltiBoitiagea.K««« Balialiofitr.32 Schumacher, O.jTegel.Berl-St.Ja. Schulz, Osw., Frankf. Alloo 24. Eettinger, Wald-Etke, tvicMerptr. Eile m. wely e, llkörfabr., Oerlcklilr. 19 Großd..ZtirSonne", P. Freudenberg. Martin, Bruno, Ri-, Hemiannspl.6. ä»HSä Pnnpfll) Grofidestillatlon bUiirali Oraniecstr. 207. c Waschmittel J Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller Waschmittel. L. Schneider, Weberstr. 61. I Tf«liaanRE,'9abethkircb3:r. 13 ILUulüfcBBwäscfae, Bettfcdem. Tharaw,0.,Charlbg.,CauerstT.14 L. Vierann, Zionskirchatr. 34. E.Voigt, Beituckeitlirf, Anttdtjtr.ldl. Albert Vogt"Tt C Wild o. BeflQgel D C.DittmannBerSVr'.tt. P.Hüdebranflt&l1«. Schmidt, B., Spandau, Hsyelat.lO Zastro w.Ltniilerget-Alliel 47. Fisch«. c Zehn-Atelier J E.Bade, N.ScbönhsnierAlloetS,!. Hollbmth, Herrn, Fuikit.5, gegr. 1871 lleröd.H., Elsiztent 97, t. Eneotal.Pl. Jordan, Alfr.,F«uitt. 61, gegr. 1888. Körber, O.lliarieidgrf1Chau Dieselbe VorsteUrrng. Mrtanon. Der ühcniann am Fenster. Ein angebrochener Abend. DonnerSIag: Dieselbe Vorstellung. Tbalia. Autoliebchen. Donnerstag i Dieselbe Vorstellung. Uleiueo. Der Nachtwächter. Lottchens Geburtslag. Donnerstag: Dielelbe Vorstellung SHmuno Schwindelmeier u. Co Donnerstag: Dieselbe Borstellung. Havesländ. Spezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Easino. Die lustige Strohwitwe. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Upoiii). Spezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Pitu.ttu.«pezialitäten. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. «richSttaveu. Sine Hochzeit index Mülletstraßo. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Um eine Krone. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Ansang 6>/, Uhr. Neues Bolkstheater. Der Meister. Donnerstag: Der Strom. Königstadt-Rasino. Epeztalttäten. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Sternwarte. Jnvalidenftr. 67—02. 8ehiIIef-7heslef0.Ue°a7eL Mittwoch, abends 8 Uhr: VI« Jüdin von Toledo. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Der Freitag, abends 8 Uhr: ir scharfe Janker. Schiller-Theatef Chabrü??.en' Mittwoch, abends 8 Uhr: Lady Wlndermeres(Tücher Donnerstag, abend» 8 Uhr: Oer Koiupacnon. Freitag, abend» 8 Ubr: liadyWIndermeres Fächer Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. sdeilei'illliei'IlijliigMei'Mö Abends 8 Uhr: vis 8 Frankfurter. Neues Theater. Abend» 8 Uhr: Der liebe Augusti«. Residenz-Theater. Dtrektlou Richard Alexander. 8 Uhr: Stiles für die Firma. Schwank in 3 Akten von M.Hennequln und G. Mitchell. Morgen u. solgende Tage: RlleS für die Firma._______, Ansang 8>/�Uhr. »olies«apriee. Der Pollzelh Donnerstag: Dieselbe Äorstelli UNd lung Theater des Westens. Abend» 8 Uhr: Die lchiine Helena. Sonntag ll>l, Uhr: Wiener Blut� Lü�en-TheatSv. Täglich 8 Uhr: Zlh lasse Aich llilllt. Mmseh-Honrsrt Hselispetsr, Groöe frankfurter 8tr. llG6e t tMWWMWMzaweewwwwe Metropol-Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Slijiniiidklmkitr � Comp. Phantastisch musikalische Komödie In 3 Akten nach M. Ambient u. A. M. Thompsons.The Arcadians', völlig frei bearbeitet von I. Freund. Musik von L Monkton, Howard Talbot und R. Nelson. Tänze von W. Vishop. In Szene gesetzl vom Dir. R. Schultz. I Ab 8'/, Uhr «oNttöndlv neues Programm. >Vllt Blstiok al» Aast. Neueste Tanzkrentlon: 6inft uncl jet2t Der blaue Vogel Duo-Szene von Georg Kaiser usw. krübsr!7suss Irxl. Opornthoater Lichtspiele in wirklichen Naturfarben Kinemakolor. IOSE=THEATE Grotze Frantturiei Str. IW. Abend» 3 Uhr: 8x100 000 sgM. Morgen und tolaciide Tag«: s X Ivv 000 Teufel._ Voigt-Theater. Morgen Donnerstag, den 2. Mat: Gallspiel in UIhs Mer, ötr klotdingiii W ßrrzlnn. Histor. Drama in 9 Bild. v. Psrogner. Freitag. 8. Mai: Dasselbe i.BoigtS Theater. Kasseneröffming 7. Ansang 8'/. Uhr. Bis aut weiteres das von dar gosamtsn Presse QlUnzend besprochene, färben- prächtige Crüffnungaprogramm. Qr. Orchester mit Gesang. Unsere Eintritukarten berechtigen auch zum Besuch des Konzertgartens. Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr. Oer EhcJiianu um Pönaler. Hieraus: Ein angobrochanar Abend. Claire Waldoff IJttke Carlaen Alt-Bonner Studenten und das grolle Mal-Projjramn»! 14 VanetS-AttraktionoR I Keiclishallen-Thealer. Stettiner SHnger Zum Schluk: Eine Hochzeit in der Müllerstraftr. Burleske vonMeysel. Ansang Wochentags L Uhr. Sonntag»: 7 Uhr. KJrania. WißBenBchaftliches Theater 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Donnerstag 8 Uhr: Oer GroBglocknef, Gastein and die Saltbarger Alpen. g' T Zirkus A. Schumann Heute Mittwoch, den 1. Mai, abends 71/. Uhr: mm- Elite- Abend.-MM Ü. a. dreifacher iokeyaki, aus- eführt von der Jean Houoke 'ruppe, Auftreten von Fräul. Dora Sehumann, Auftreten der Clowns Tonitoff und Walter, Dir. Alb. Schumann mit seinen neuesten Schul- n. Freiheits- dressuren. Zum letztenmal: Um 91/, Uhr: Das flrSBfe AusslattungsstDck der Gegenwart Das Motorpferd m. d. grollen Schlußapotheose mit noch nie dagewesenen Effekten. normen Donnerota� letzte Vorstellung alt besonders gewähltem Sportprogramm. Eröffnung tamabend, das 4. Mal er. Entree 50 Pf. Maiaon karten alle Tage gültig Mark 5,— 4. Werlhelm, Invallden- dank und den Kassen des bei Luna-Parka. rmmm Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch btS«9. Mai daö glänzende neue Programm S«rslllassige Spezialitäten> Schlager. Ricsen-Lachersolg der Posse Die l«stlgt StrolDiwe. Sonntag 3'/, Uhr: Unsere lieben Fseauen. kolies Canrice. XöflUH 8'(, Uhr 1 Die©alfon-ÖchlageT Der Polizeibund. as Broadway-Girl. Admiralspalast am Bahnhof Friedriohstralle, z. Z. einziger Eis» palast Deutschlands Allabendl. d. senaat. Eisballett „Yvonne". Die khWals.-Kömgin Charlotte. Weltmstr. Bror Meyer. Nachm.: Kunetlauf-Produktionen. Bi* 6 Uhr und von 10»/, Uhr abends halbe Kassenpreise. KcHtaurant 1. Itangoo. Wein- und Bier-Abteilung. Königstadi-Kasino. EckeHolzmarkt- u. Alexanderstrafte Im Krug zum grünen Kranze und da» glanzvolle Speziallt&tan- Programm.— Porzugskarten haben an allen Wochentagen _ Gültigkeit._ Menles Volksgarten Jnh. Walter Schröter Telephon: Amt Lichtenberg Nr. IS», Ltchtenderg. Roederftr. S8/SS Verlängert« Landsberger Allee. Vom«leranderplatz IS Minuten. Linie S-t, S7, 71, Linie«urzesttafte— Hohenschönhausen. Vom t. April jeden Dienstag, Oo nnerstag as Frei-Tanz.= Sonntag«: Groher Ball HenselS BierhaNen frankfurter UUtt 68 empfiehlt den geehrten Freunden und Bekannten leine Lokalitaten. «-mm Warme Küche.— Für gute Speisen und Getränk« ist besten» gesorgt. Von« Uhr abendi an KONZERT. Achtungsvoll Frans HenscL Moabiter Sctafitzenbang Plötzensec Zur Feier deS 1. Mai ab 3'/, Uhr: Freikonzert. Anschlietz.: Gr. Ball. Zur Maifeier Rkichsgarteu, Pichelsberg. Für den nderuimuit Publikum gegenüber Berannvortung. Jnvalt der Jitlerute die Rcdattiun dem teinerlrl vonnerslutt. 9LJVks4C4At»,t�.- �tzUss�ii�viisitziig 4, �.4,44..� kg-"7-. WDS»»—»S— �e——— �—■■------- L---------------—-—-—- "— Kerantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: TH.Gtaltr. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei«. BerlagSanstalt Paul Singer».<40.. Berlin SW.