Ur. 245. Grscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage, Neue Belt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzcand: Deutschland u. Oesterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Auslands Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Veriammlungs Anzeigen 20 fg Fnierate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Grvedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uar Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 18. Oktober 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Schutz gegen Einkerkerung als Recht Behörden gegenüber wahrzunehmen- ein Zeichen sprechen habe. Vielmehr ist nur die Forderung begemeingefährlich geisteskrank". geisteskrank" tremens Leidender, deſſen Zustand schon so weit vor dem Entmündigungsverfahren freistehen muß, daß beginnenden Querulantenwahnsinns". Ein an Delirium rechtigt, daß dem Arzt ein berathendes Wort in geschritten ist, daß jeder Laie seinen zurechnungs- er gutachtlich dem Laien etwaige Erfahrungen " ver= Die heutige Gesetzgebung verleiht einen äußerst gering- unfähigen Zustand erkennen kann, wird wegen Wider- der Praxis und sichere Ergebnisse der wissenschaftlichen fügigen Schutz dagegen, daß geistig Gesunde für geiftes- stands gegen einen Beamten und dergleichen angeklagt. Das Medizin klar zulegen hat. Ueber die schwer in traut erklärt und demgemäß entmündigt werden. Fälle ärztliche Gutachten lautet dahin, daß der Angeklagte zu- das Recht der Freiheit des Einzelnen einwie jener Ahrens'sche, in dem ein Ehegatte für geistestrant rechnungs fähig sei. Dem Schöffen gericht fällt die offen- greifende Frage, ob ein Staatsbürger zu auf Betrieb seines Hausarztes vom Gericht erklärt bare Zurechnungs un fähigkeit des Angeklagten auf. Der entmündigen, muß das entscheidende Wort wurde, weil er der Wahrheit entsprechend be- Vertheidiger weist darauf hin, daß der„ sachverständige"| Männern mit gesundem Menschenverstande hauptet hatte, während einer von ihm unter- Gerichtsarzt zwar weiß, daß der Staatsanwalt eine An- und reicher Erfahrung auf dem Gebiete nommenen Erholungsreise seien seine ehelichen Pflichten un- tIage wegen Widerstandes gegen Beamte er des praktischen Lebens Lebens zustehen: Laien= befugt von dem Arzt ausgeübt, werden selten so wie jener hoben, den Angeklagten aber nie gesehen hat. Ein richtern, die auf grund des von ihnen schließlich klargelegt und gelangen aus nahe liegenden sodann eingeholtes Gutachten lautet auf unzweifelhafte un- erworbenen Butrauens zu ihrer LebensGründen noch seltener in die Deffentlichkeit. Nicht selten ist heilbare Geisteskrankheit. Die angeführten Beispiele be- erfahrung und Charakterfestigkeit aus die Aufregung, in welche eine unberechtigte Entmündigung ziehen sich auf Gutachten Eines Arztes und zwar eines ge dem und durch das Volk gewählt werden. den seines freien Handelns Beraubten begreiflicherweise ver- richtlichen Sachverständigen". Aus der Fülle eklatant Tritt nach dieser Richtung hin eine Reform der Jrrenfeßt, der Anlaß dazu, daß eine so starke nervöse Ueber- verkehrter anderer Gutachten mag nur darauf hingewiesen Gesezgebung ein auf dem Wege dahin sind mehrere reizung eintritt, daß sie schließlich zur Geisteskrankheit werden, daß als Zeichen der angeblichen Geisteskrantheit außerdeutsche Gesetzgebungen- so würde sicherlich ein führt. einer( politischen) Gefangenen Unverträglichkeit sehr großer Theil verhängnißvoller Irrthümer Nach dem jezigen Verfahren soll der zu Entmündigende mit ihren Mitgefangenen" in einem Gutachten mieden, insbesondere die Entmündigung aus im Allgemeinen unter Zuziehung eines oder mehrerer Sach- angeführt wird. Die Unverträglichkeit bestand darin, politischen Gründen illusorisch, fast unmöglich verständigen gehört werden. werden. Dann entscheidet ein daß sie mit den Mitgefangenen" geschlechtskranken werden. gelehrter Einzelrichter, vielleicht ein blut- Prostituirten-in Zynismus, Schweinerei und Heuchelei Besteht in dem eben erwähnten Entmündigungsjunger Assessor, der wenig praktische Lebens- nicht mitthun wollte. verfahren nur ein sehr geringfügiger Schutz gegen Willkür erfahrung besigt durch Beschluß darüber, ob dem Antrage Das häufige Frren der Aerzte ist erklärlich. Gerade und Irrthümer, so muß die Lage des als gemeinauf Entmündigung stattzugeben sei oder nicht. Gegen den der Theil der Heilkunde, der sich auf Geisteskrankheiten be- gefährlich geisteskrank" Verdächtigen in Preußen die Entmündigung anordnenden Beschluß steht dem davon zieht, steht auf sehr unsicheren Füßen. Der Eine hält geradezu als recht und schutzlos bezeichnet werden, Betroffenen die Beschwerde an drei gelehrte Richter des Jeden für mehr oder minder verrückt, dem Andern sind wenn die seit wenigen Jahren eingeführte Praxis rechtsLandgerichts zu; auch kann er eine Klage auf Aufhebung auf grund unverdauter Vererbungstheorien alle Zweifel giltig wäre. Sie besteht furz darin, daß die Polizeibehörde der Entmündigung bei dem Gericht anstrengen lassen. Als beseitigt, wenn je ein Familienmitglied des zu Entmündi- dem, den sie nach ärztlichem Ausspruch für geistesSachverständige werden in der Regel, wenn nicht ausschließ- genden geisteskrank war, ein Dritter hält in Mißverständniß frant" und" gemeingefährlich" glaubt halten zu dürfen, die lich, Aerzte vernommen. der Lombroso'schen Theorie jeden für zurechnungsunfähig, persönliche Freiheit entzieht, ihn in eine Frrenanstalt einEine Anzahl Aerzte wünschen eine Reform in der eine That begangen hat, die unter das Strafgesetzbuch sperrt. Gegen eine derartige Praxis muß entschieden aufdem Sinne, daß ihnen nicht nur ein berathendes, sondern zu subsumiren ein Staatsanwalt für nothwendig hielt, die Form getreten werden, weil sie troß entgegengesetter Anschauung der auch ein entscheidendes Wort zustehe. Dieser Wunsch ist des Schädels genügt einem Bierten, der offenbare Fanatis- Polizei ungefeßlich, ja verfassungswidrig ist: es ist auch noch nach den bislang gemachten Erfahrungen und aus allgemeinen mus der Rechthaberei" einem Fünften, einen Sechsten führt der feinem Verfechter dieser Praxis gelungen, irgend einen Gründen unberechtigt. In allen Fällen, in denen zu Unrecht Umstand, daß der des Diebstahls Angeklagte wohlhabend Paragraphen ausfindig zu machen, der diese Praxis rechteine Entmündigung erfolgt ist, ist diese auf grund des ist, zu der Ueberzeugung, daß" Diebstahlsmanie" vorliege fertigte. bejahenden Gutachtens eines Arztes erfolgt. Eine stattliche u. s. w. Die ärztliche Wissenschaft ist noch nicht im stande, Nirgends unterscheidet unsere Frren Gesetzgebung Reihe von Gutachten weisen ferner eine staunenswerthe Un- vor dem Tode eines Menschen untrügliche Kennzeichen für zwischen einfachen und gemeingefährlichen" Geisteskranken: kenntniß mit den allereinfachsten menschlichen Verhältnissen oder gegen Vorhandensein einer Geisteskrankheit in jedem der tautschukartige Begriff der Gemeingefährlichkeit" ist und Bestrebungen auf. Wenige Beispiele genügen. Ein Falle aufzuweisen. Ihr soll hieraus um so weniger ein ihr fremd. Wird aus irgend einem Grunde, z. B. weil mißliebig gewordener Pastor schreibt in fachlicher Weise Vorwurf gemacht werden, als die Frage, was als geistes- Tobsucht vorliegt, eine Fürsorge für die Person des zu von Invalidenrentnern die auf grund des Invaliditäts- frank( als so weit vom„ Normalen" abweichend, daß es als Entmündigenden noch vor erklärter Entmündigung er gesetzes zu Versichernden, der Arzt nimmt an, hierdurch frank bezeichnet werden muß) zu erachten ist, offen steht und forderlich, so hat nach§ 600 3.-P.-D. der Entmündigungshabe der Pastor alte Leute beschimpft, das sie ein Zeichen ihre Beantwortung im wesentlichen von anderen als richter der Vormundschaftsbehörde Mittheilung zu machen. von Geistesgestörtheit wieweit dem Arzt das In- medizinischen Begriffen und Kenntnissen abhängt. Die Be- Diese kann sodann einen Pfleger bestellen, der nach ge= validitätsversicherungs- Gesetz bekannt war, stehe dahin. Ein antwortung dieser Frage hängt allerdings absolut nicht von wissenhafter Prüfung unter Umständen die Ueberführung zu Entmündigender spricht von Ruhstalls geflüster" iuristischen Begriffen und juristischem Formelkram ab. in eine Frrenanstalt zu bewirken hat. Der vorgezeichnete ( Klatsch, der in dem bekannten Restaurant zum Kuh- Wenngleich man also den Aerzten darin Recht geben wird, Weg ist allerdings etwas umständlich: er tann stall" verbreitet sein soll) ein Zeichen von Geistes- daß auf dem Gebiete des Entmündigungsverfahrens dem aber, zumal meist der Entmündigungs- und der Vormundgestörtheit, von Verfolgungswahnsinn, der gar glaubt, selbst Arzt immerhin ein größerer Kreis zur Mitwirkung ein- schaftsrichter ein und dieselbe Person sind, in wenigen das Kuhmädchen oder der Kuhjunge verfolgen ihn. Der zuräumen ist, als dem Juristen, so ist doch die Folgerung Stunden durchlaufen werden, wenn der schleppende, zu Entmündigende sucht in etwas scharfen Worten sein verkehrt, daß der Arzt das allein entscheidende Wort zu bureaukratische Gang ein wenig beschleunigt wird. ImmerFeuilleton. [ 36 dreisten unverschämten Weise nicht wieder auf unsere Groß- Sowie dadurch auch," antwortete Lacoste, der geistmuth zu rechnen oder unserer Nachgiebigkeit Trotz zu bieten; liche Stolz um so mehr verherrlicht wird. Laßt Euch aber denn nicht immer ist Erbarmen und Liebe am Regiment, in Euren Gefühlen und Ueberzeugungen durch mich nicht und wenn wir uns zum dritten Male sehen, so ist es Euer stören, gegen einen Christen gehalten ist mein Reden nur Tod, so weissagt mir der Geist." wie ein hündisches Blaffen, und in solcher thierischen Würde Laßt den Geist ruhen, Herr Kapitän", sagte der Geist- folge ich ja auch jetzt meinem erlauchten Patron, dem vers den Freiwilligen und Clement entfernte, welche alle mehr Gnaden." " Der Aufruhr in den Cevennen. liche, indem er fich noch einmal tief verbeugte und sich mit geistigten Edmund, ebenfallsigen Propheten von Gottes Eine Erzählung oder minder ein Gefühl von Dankbarkeit und Rührung Es erhob sich ein Murren in der Umgebung, das vielvon Ludwig Tied. äußerten. leicht in Zorn und Getümmel ausgebrochen wäre, wenn Mich erbarmt dieser Armen, Verirrten und dieses Jezt machte sich Lacoste herbei und sagte lachend: Die nicht Cavalier die Aufmerksamkeit der Brüder auf einen zagenden Jünglings. Kehrt ungefährdet in Eure Woh- Großmuth, wie ich merke, geht bei Euch um, und heut ist andern Gegenstand gerichtet hätte. Meine Freunde!" rief nungen zurück und predigt den Eurigen Barmherzigkeit; die Reihe an Dich, kleiner, dicker Sturzel, gekommen. So hat er lebhaft aus; ich habe eben eine Erscheinung gehabt. enthaltet Euch des Blutes und fagt Eurer Obrigkeit, doch jedes Gewerbe, selbst das des Mordbrennens, seine gute Soeben hat der Kommandant von Usez einen Kurier mit die ihren grausamen Blutdurst Gerechtigkeit nennt, wie wir Seite; ganz schlecht ist nichts in der Welt, so wie sich nichts wichtigen Depeschen an den Marschall nach Nismes ab uns besser fühlen, wie wir besser sind als sie. Der Himmel ganz Gutes findet. Heut' aber ist die Depense größer als gefertigt. Neue Truppen sollen ankommen, und es wird meine Ehe um so freundlicher ſegnen, um so neulich gerathen, wo ich allein übrig blieb, und meine handelt sich darum, uns von allen Seiten einzuschließen. weniger ich bei ihrem Beginn meinem Zorn und meiner Kameraden waren doch nichts schlimmer als ich. Solche Man sprach nur wenig, auch konnte ich nicht alles Rachsucht folge." Magnifizenz ziemt aber einem so feierlichen und glänzenden vernehmen. Jetzt ist der Abgesendete eben aus dem Der junge Clement stürzte wieder in die Knie, weinend Beilager, und der Kurzbeinige hat seine Rede recht königlich Thore der Stadt gesprengt; Bertrand, wenn Du ihn fangen vor Dankbarkeit; die übrigen, die sich schon verloren ge- und mit recht eindringlichem Atzent vorgetragen. Ihr, willst, so wirst Du ihn in dem Hohlwege zwei Meilen von geben hatten, folgten seinem Beispiel, nur der Pfarrer rothbackige, turzstämmige und armgebräunte Gemahlin, seid hier treffen. Er ist nicht zu verkennen, er trägt einen richtete sich nach einer sehr tiefen Verbeugung wieder auf nun die Königin und Fürstin dieser Gebirge, Infantin von rothen Rock und blauen Mantel drüber, wegen des aufund sagte vor Verwirrung stammelnd:" Ihr seid ein groß- Habenichts, Dauphine der Hungerleiderei, Erbin aller Luft ziehenden Regens hat er sein weißes Tuch über seinen neuen müthiger Mann, Herr Castanet, und ich werde Euch zu schlösser und Vormünderin aller verrückten Visionen, ich Hut gebreitet, an diesen Zeichen wird er Dir deutlich genug rühmen wiffen, obgleich man dergleichen nur ungern von statte Guch meinen Glückwunsch aufrichtig ab und hoffe beschrieben sein: ein ältlicher Mann, der, wie ich glaube, Euresgleichen glauben mag; indessen habe ich es doch nun Euch ebenfalls bald in der Reihe der Propheten auftreten niemals Soldat war. Bringe ihn unbeschädigt mit seinen selbst erlebt und danke Euch in meinem und jener Ge- zu sehen." Briefschaften hierher." fangenen Namen dafür. Herr Cavalier, Gott befohlen, auf Spötter!" sagte Castanet erröthend;„ Eure Gegenwart Wiedersehen!" würde unserer Versammlung nicht geziemen, wenn Eure Reden nicht dazu dienen fönnten, unsere Demuth noch demüthiger und uns unsere Verworfenheit vor den Menschen und unser Elend noch anschaulicher zu machen." Nein, nicht auf Wiedersehen!" rief Cavalier, indem er eifernd näher trat; das könnte doch nur wohl auf ähnliche Weise im Felde geschehen, und ich rathe Euch, mit Eurer Bertrand nahm noch zwei Gehilfen, und auf leichten Kleppern eilten sie den Berg hinunter, dem wohlbekannten Hohlweg zu. Lacoste hatte dieser Anweisung mit weit aufgeriffenen Augen zugehört: Brüderchen", sagte er nachdenkend, wenn z u " und die alle Steuern b) Wenn nein: welche Hindernisse stehen der Beschränkung entgegen? " 4. Wenn eine Beschränkung der Arbeitszeit eingeführt wird, müssen dann für einzelne Geschäftszweige vorübergehend( vor müssen dann für einzelne Geschäftszweige vorübergehend( vor den großen Festen, bei sonstigen besonderen Gelegenheiten oder an einzelnen Tagen der Woche) Ueberschreitungen der regelmäßigen Arbeitszeit zugelassen werden? Wenn ja: für welche Geschäftszweige? und für jeden dieser Geschäftszweige: für wieviel Tage im Jahr oder welche Tage der Woche, und wieviel Stunden täglich 5. Jit die Anordnung erwünscht und durchführbar, daß den Geschäftsbienern, Badern zc. eine Mittagspause von mindestens 2 Stunde oder von einer längeren, in der Antwort näher anzugebenden, Mindestdauer zu gewähren ist? wenn ja: auf welche Weise ist diese Pause zu ermöglichen( durch Ablösung u. f. w)? Wenn nein: welche Hindernisse stehen der Gewährung der III. 6. Welche Kündigungsfristen pflegen gegenwärtig mit den Geschäftsdienern, Packern zc. vereinbart zu werden? 7. Empfiehlt sich die gesetzliche Regelung der Kündigungsfrist für Geschäftsdiener, Packer 2c.? hin mögen Fälle vorkommen, in denen ein sofortige 3,1zahlen hartnäckig drücken ungesäumtes Einschreiten im Interesse des Einzelnen nach unten, auf die nicht tragfähigen Schultern abund im Interesse des Gemeinwohls liegen fann, z. B. in wälzen. So stehen wir vor dem Dilemma: die Leute mit dem Falle plötzlich ausbrechender Tobsucht. Für diesen tragfähigen Schultern" wollen nicht zahlen und die anderen Fall erscheint zwar gleichfalls das Einschreiten können es nicht, ohne dem Ruin zu verfallen. Wir hatten der Polizei nicht erforderlich; die Gesetz- das gleich zu Anfang gesagt. Und Herr Miquel mit seinen gebung läßt sie aber 311. Das Polizeimädchen steuersuchenden Kollegen hat bis jetzt keinen Ausweg aus für Alles(§ 17 II, 10 A.-L.-N.) giebt der Polizei diesem Dilemma entdeckt und wird keinen entdecken. das Recht, die nöthigen Anstalten zur Erhaltung der öffent- Inzwischen hat der Moloch des Militarismus ben lichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung fetten Biffen, den der Reichstag ihm vor drei Monaten so der dem Publikum oder einzelnen Mitgliedern desselben leichtsinnig hinwarf, träftig zwischen die Zähne ge bevorstehenden Gefahr zu treffen. Zur Anwendbarkeit dieser nommen und schlingt lustig darauf los, unbekümmert die Deckungsfrage". Er hat, was Bestimmung ist aber nach konstanter Judikatur des Ober- um er hat, der Reichsverwaltungsgerichts erforderlich, daß ein öffentliches und wird bald nach mehr schreien Interesse vorliegt und daß es sich um eine unmittel- tag aber fann in der nächsten Session nach den tragfähigen Pause entgegen? bar bevorstehende, auf keine andere Weise Schultern" mit der Lupe ausschauen, und der Welt das bebeseitigende Gefahr handele. Liegen schämende Schauspiel einer Nationalvertretung geben, die alle diese Voraussetzungen vor, so hat die Polizei aber einen tollen Sprung ins Dunkle gemacht hat, und nun rathnicht das Recht, den Betreffenden dauernd einzulos im Sumpfe herumplätschert. sperren, sondern darf ihn nur in vorläufige Was wird geschehen? Wird man aus Verzweiflung Wenn ja: empfiehlt es sich, eine kürzeste Kündigungsfrist einVerwahrung" nehmen.§ 6 des Gesetzes vom 12. Fe- nach den neuen Steuerprojekten greifen? Wird man die neue zuführen, unter welche auch in beiderseitigem Einverständniß bruar 1852 räumt der Polizei ein dahingehendes Recht der Militärlast auf die Einzelstaaten wälzen? Wir wissen es nicht oder nur bei Probeengagements und Aushilfsstellen, die vorläufigen Verwahrung" ein, wenn der eigene Schutz der nicht. Wir wissen nur eins: auf die tragfähigen nicht über drei Monate dauern, herabgegangen werden darf? Person oder die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sittlichkeit, Schultern wird die neue Last sicherlich nicht gewälzt werden. und wie lang soll diese kürzeste Kündigungsfrist sein? Oder empfiehlt es sich, nur zu bestimmen, daß die KündigungsSicherheit und Ruhe diese Maßregel dringend erfordern." Das arbeitende Volk wird zu bluten haben. frist für beide Theile gleich sein muß? Aber der Paragraph giebt einen wenn auch nur geringen Schutz gegen zu langdauernde ungefeßliche Beeinträchtigung Lithographische Formulare ſcheint sich nach dem Aus Aus welchen Gründen werden die einzelnen Vorschläge der persönlichen Freiheit:„ der in vorläufige Verwahrung Muster des Fürsten Bismarck auch Graf Caprivi zu Straf- empfohlen? Genommene muß jedoch spätestens im Laufe des anträgen wegen Beleidigung seiner Person aufertigen zu folgenden Tages Freiheit gesezt oder lassen. Nachdem Genosse Bloch wegen Caprivibeleidigung das Erforderliche veranlaßt werden, ihn der in Untersuchungshaft sitt, der Bismarckverehrer Harden zuständigen Behörde( d. i. hier dem Vormund zwei Anklagen zugestellt erhalten hat, ist nun auch der schaftsrichter) zu überweisen." Allerdings ist diese Art antisemitische Verleger Gloeß in Dresden wegen Caprivi Schutz der persönlichen Freiheit so lange ein todter beleidigung belangt worden. Nicht weniger als 12 PerBuchstabe, als nicht volle Verantwortlich- sonen sind in den Anklagestand versetzt worden, worunter keit der die Verwahrung anordnenden und sich auch ein Kolporteur Sch. befindet. Von den Ander sie ausführenden Beamten eingeführt getlagten befinden sich 7 in Berlin, 2 in Dresden, 2 in ist. Wesentlich infolge des Mangels aller strafrechtlicher Leipzig und einer in Breslau. Graf Caprivi's Autorität und zivilrechtlicher Verantwortlichkeit wird durch dieses Vorgehen nicht vergrößert. Beamten Don in um " Dem Verdienste seine Krone. Die Nr. 41 der Deutschen Verkehrs- Zeitung"- das Organ für die Interessen der oberen deutschen Verkehrsbeamten veröffentlicht unterm 13. d. M. folgendes: 697 Dem Ober- Postdirektor, Geheimen Ober- Postrath Heß in Karlsruhe( Baden) ist von Sr. Majestät dem Kaiser und König der Rothe Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub verliehen worden." Herr Heß ist bekanntlich derjenige Beamte, der( siehe Vorwärts" Nr. 267 Jahrgang 1892 und 2. Lesung des Bostetats 1893/94) in einer von ihm aus Anlaß der Cholerafollette am 22. Oktober erlassenen Verfügung u. a. folgendes Militarismus contra Sozialdemokratie. Der jagte: offen, Millionär und Geheimrath Dr. Dechelhäuser schreibt in un seiner Deutschen Arbeiter Zeitung": M Die Dienstzeit soll die große Schule der Zucht und Ordnung, der Soldatenehre und Vaterlandsliebe sein. Indem man diese Güter pflegt, bekämpft man die Sozialdemokratie am wirksamsten. " Indem ich hiermit der Freude über das reichliche Er gebniß der Sammlung, sowie dem erhebenden Bewußtsein Ausdruck gebe, in den Kreisen meiner(!) Beamten und Unterbeamten auch jetzt wieder eine so gute kameradschaftliche Gefinnung gefunden zu haben, gegen welche so schmachvolle Angriffe auf unseren allverehrten obersten Chef, wie sie die von den Rädelsführern eines bekannten Verbandes bediente e presse gebracht hat, nichts ausrichten tönnen, spreche ich allen denjenigen, welche zu dem schönen Zwecke mitgewirkt und beigesteuert haben, meine volle Anerfennung aus." Nachdem Herr Heß dekorirt worden, möchten wir weiter in Vorschlag bringen die Herren Griesbach( Berlin) und Köhne( Düsseldorf).für jede objektiv ungefeßliche Handlung oder Unterlaffung ist die Möglichkeit in Preußen daß Polizeibehörden die oben beschriebene gesetzliche, aber nach Ansicht der anordnenden Beamten gesezmäßige Praxis anwenden. Diese Praxis ist geradezu gemeingefährlich. Gemeingefährlich deshalb, weil durch sie trotz der Verfassung ein Jeder bedroht ist, recht- und hilflos als gemeingefährlicher Frrer" eingeferkert, lebend begraben, Wie kommt es da, daß die ausgedienten Soldaten sich ja schlimmer als das zu langem Zusammenleben in Massen der Sozialdemokratie anschließen? Wohl des mit wirklich Geistesgestörten gezwungen zu werden. Denn halb, weil die am eigenen Leibe empfundene militärische nicht nur der Begriff„ geisteskrant" ist ein flüssiger, vager, Erziehung den Haß gegen die bestehenden Zustände am wirkunbestimmter, sondern in noch viel höherem Grade der der samsten steigert. " Gemeingefährlichkeit". Zum Schutz der persönlichen Freiheit des Einzelnen, Die Erhebungen der Reichskommission für ArSchuß als beiterstatistik über das Handelsgewerbe haben nur unberechtigte Einkerkerung gegen gemeingefährlich geisteskrant" ist dringend eine Aenderung einen ganz geringen Theil der im Handel thätigen Perunserer Geschgebung auf der von uns skizzirten Grundlage sonen erfaßt, ganz unberücksichtigt blieben die ungelernten Die Agitation der österreichischen Sozialdemo 1. erforderlich: Endgiltige Entscheidung über Arbeiter, die Hausdiener, Packer, Markthelfer u. f. f. Als kraten für das allgemeine Wahlrecht ist weiter in Entmündigung durch aus dem Volke und die Organisation dieser Handelsangestellten auf diesen vollem Gange. Obgleich der Entwurf der Regierung durch das Bolt gewählte, an Lebenserfah Mangel aufmerksam machte, entschloß man sich zur Befra- den bürgerlichen Parteien mit jedem Tage unangenehmer Entwürfe zur Aenderung rungen reiche, verständige Leute und end- gung der Organisationen. Man sieht demnach von einer wird, von allen Seiten des Wahlrechtes eingebracht werden, so wird das liche Einführung einer vollen Verant- Statistik ab und begnügt sich mit einer Enquete. Folgende Fragen werden gestellt: od Abgeordnetenhaus dem Drucke der großen Volkswortlichkeit der Beamten für ihre Handbewegung nachgeben müssen, und eine dem allgemeinen lungen und Unterlassungen. Wahlrechte sehr nahekommende Vorlage bewilligen müssen, schon deshalb, weil sie vor Neuwahlen, die unter dem Zeichen der Wahlreform stehen, einen heilsamen Schrecken haben. en bi Zum V I. 1. Wie lange dauert im allgemeinen die übliche tägliche Arbeitszeit für Geschäftsdiener, Packer, Markthelfer, Hausdiener zc. in Handelsgeschäften? 2. Entstehen aus dieser Dauer der Arbeitszeit nachtheilige Politische Iteberlicht. Folgen für die Gesundheit oder das Familienleben der bezeich " Berlin, den 17. Oftober. neten Personen? Wie machen sich diese Folgen im allgemeinen und insbesondere bei den Personen unter 16 Jahren bemerkbar? II. 1996 i odour $ Was Du nicht willst, daß man Dir thu', das fig' auch keinem andern zu. Dieses Fibelsprüchlein der einfachsten, primitivsten Moral wird von den Menschen Der Neichstag wird sich, bei seinem Wiederzusammen leider sehr wenig beachtet und gilt namentlich nicht für tritt im nächsten Dionat, in der Lage eines Verschwenders 8. Ist es erwünscht und durchführbar, die regelmäßige die Politik, wo das Sprichwort umgefehrt lautet: Was befinden, der eine ungeheuere Ausgabe angeordnet hat, ohne Arbeitszeit der im Handelsgewerbe beschäftigten Geschäftsdiener, Du willst, daß man Dir nicht thu', das füge dem andern au die Deckungsmittel zu denken, und der nun sein un Packer 2c.- vorbehaltlich der unter Biffer 4 zu erörternden 31. Das zeigt sich jetzt wieder mit so recht herzerfrischendem französisch russischen bedacht gegebenes Wort einlösen soll, ohne zu wissen, woher Ausnahmen auf eine türzere Zeitdauer gefeßlich zu be- Humor anläßlich des das Nöthige beschaffen. Wie sollen die Kosten der schränken? Militärvorlage aufgebracht werden? Von den a) Wenn ja: auf welche Beitdauer für erwachsene Personen Flottenspaßes in Toulon. Unsere deutsche Presse ( 12 Stunden oder welche geringere Bahl von Stunden?) und auf schimpft entweder über den französischen Chauvinismus, welche Zeitbauer für Personen unter 16 Jahren? immer oder fie sucht ihren Merger hinter sauersüßen philounter Ausschluß der ein für allemal bestimmten Pausen; sophischen Betrachtungen zu verbergen. Ja, als der in welcher Weise wird sich für diesen Fall die Beschränkung Dreibund gegründet ward, da war es ganz was der Arbeitszeit ermöglichen lassen( durch Ablösung 2c.)? anderes" wir waren teine Chauvinisten, wir wollten blos den Frieden, der Dreibund war ein Friedensbund", lichtvoll abhebt von der finsteren Revanchewuth der ein glänzendes Denkmal deutscher Friedensliebe, die sich wilden" Franzosen. Und welchen Lärm machte unsere Presse, wenn einmal der König von Italien nach Berlin kam, oder der deutsche und der österreichische Kaiser zusammen eine Revue abhielten. zusammen eine Revue abhielten. Leuten mit tragfähigen Schultern"! hatte man ins Blaue hinein geantwortet. Aber wo find die Leute mit trag fähigen Schultern"? Wie jeder Sachkundige weiß, sind sie nur in den Kreisen vorhanden, die sich vom SteuerDeine Anweisung irgend richtig ist, so hat Dein Kleiner Aussehen, kam schleichend und träge herbei, ließ die kleinen Finger mehr Einsicht als mein ganzer großer Körper. blauen Augen schen und fragend im Kreise herumgehen, Aber, ich denke immer, Dein rothröckiger Kurier wird nicht und da er nirgends Mißbilligung zu bemerken glaubte, in der Reihe der Erschaffenen sein, und der gute Bertrand so ging er plöglich aus seiner schleppenden Trägheit in wird von seinem General ein bischen in den April geschickt, die überraschendste Lebhaftigkeit über und sprang ruck um dem Brautpaar eine kleine unschuldige Freude zu weise zwei auch dritthalb Ellen in die Höhe, überschlug Damals verzogen die Franzosen das Gesicht und machen. Ist die Sache aber keine Windbeutelei, je nun, so sich in der Luft, raunte in Purzelbäumen über den Boden jammerten über unseren Chauvinismus; heute haben wir, läßt sich bei Gelegenheit mehr darüber sprechen." und war in allen seinen Bewegungen so behende, daß „ Sollte es nicht heute erlaubt sein," fing der junge man ihrem schnellen Wechsel taum mit den Augen folgen genau dasselbe Schauspiel- nur mit umgedrehten Etienne an, indem er über und über roth war, ein weniges fonnte. Eustach schlug die Hände vor Verwunderung Friedens- Bweibund", fie jubeln über den Besuch des„ VerDie Franzosen renommiren mit ihrem auf der Pfeife zu musizieren?" Indem er noch frug, hatte über ben Kopf, die jungen Burschen ver- bündeten" und unsere Zeitungen und Kannegießer er sie schon in der Hand, und Roland gab lächelnd seine suchten bewundernd ihr unerreichbares Vorbild nach Einwilligung. Er blies erst einen Psalm, und als man zuahmen. Vor lautem Lachen, welches die komischen Geschneiden sauerfüße Gesichter oder bejammern den französischen Chauvinismus. Thatsächlich thun die Franzosen jetzt genau diesen andächtig mitgesungen hatte, gab der blonde Birtuos bärden und Stellungen ihm erregten, mußte der fröhliche das Nämliche, was wir früher gethan haben. Wir haben auch einige weltliche Lieder zum besten. Der braune Etienne eine Weile das Blasen einstellen, und der ganze Eustach, der jetzt ganz wiederhergestellt war, sprang lustig Bezirk, da sich die ältern und frömmern zurückgezogen also gar keinen Grund, ihnen Vorwürfe zu machen. herbei und rief: Bruder! wenn Du mich lieb haft, so hatten, schien nur eine fröhliche, ja ausgelassene Gesellschaft, blase einmal, um mich zu erfrischen, den alten Cevennen- welche die Braut, ja selbst der ernstere Castanet durch ihren Tanz, in dem wir uns sonst in meiner Jugend oft so lustig lauten Beifall zu neuen und noch seltsameren Kunstversuchen herumgeschwenkt haben." aufmunterten. und Rollen. Marschall Mac Mahon, früherer Präsident der französischen Republik, ist im Alter von 85 Jahren ge= storben. Er diente unter den Bourbonen, den Orleans, Napoleon III., der 2. und 3. Republik. Er war am Schüchtern fing der junge Mensch die Melodie an, da Da das furze Gras schon ziemlich zerstampft war, so 24. Mai 1873 von den Monarchisten zum Präsidenten der er aber nicht gestört wurde, jo blies er bald muthiger, und konnte der Tanz sich um so sicherer umschwingen, und jetzt Republik gewählt worden, um sie zu meucheln und die es währte nicht lange, so ließen sich auch einige Rastaguetten trat der alte Favart auf den Plan und sagte:" Da wir Monarchie an ihre Stelle zu sehen. Seine Staatsstreichmit ihrem muntern Geklapper vernehmen, so daß sich Eustach beut einmal Fastnacht feiern, so laßt doch die Brüder gelüfte schienen kurze Zeit der Republik gefährlich zu nicht länger halten konnte, sondern laut singend mit poffier- Marc Auton und Cäsar auch einige Dinge thun, sie meinen, werden. Die ausgeschriebenen Neuwahlen führten aber trot lichen Geberden wohlgemuth im Kreise herum sprang. Der sie verständen noch feinere Sachen, die gegen die hohen aller Beeinflussung der Regierung zu einer republikanischen fleine Schuster Antou sowie der noch jüngere François Sprünge und die bäuerlichen Tänze einen guten Abstich Mehrheit und Mac Mahon wurde am 30. Januar 1879 fonnte einer so lockenden Aufforderung nicht widerstehen, machen würden." zum Rücktritt gezwungen. Seitdem geht die monarchische fie tanzten als Paar, und einige audere junge Leute machten Die beiden vormaligen Edelleute zeigten fich nach Bewegung in Frankreich den Krebsgang. fich ebenfalls herbei, um ihre bäurische Geschicklichkeit zu dieser kurzen Vorrede in den damals üblichen Tänzen der zeigen. vornehmern Gesellschaft, die aber bei den Zuschauern Jetzt fam ein alter verdrießlicher Mann aus dem Walde nicht jene Bewunderung erregten, mit welcher Weichel war und rief: Da es einmal heut' ein fröhlicher Tag sein soll, aufgemuntert worden; die wilderen Anstrengungen nahmen so laßt meinen Sohn, den dummen Wichel, auch ein bißchen daher wieder ihr Recht ein, und die Edelleute mußten sich zu Ehren kommen; sein Stückchen Prophezeien abgerechnet, ebenfalls diesem Geschmacke fügen, wenn sie an der Luft hat er draußen auf dem Felde als Schäfer ehemals auch theilnehmen wollten. noch etliche ausbündige Bockssprünge eingelernt, die wohl verdienen, gesehen zu werden. Der lange Schläts hat fo flarke Beine, daß er beinahe mannshoch springen fann." Michel, ein starker langer Bursche von blödsinnigem ( Fortsetzung folgt.) leber die französischen und belgischen Kohlenarbeiter- Ausstände schreibt Genosse Defnet: Seit den legten 30 Tagen ist die Kohlenförderung im Pas de Calais und einem Theile des Nord- Bezirks gänzlich eingestellt gewesen, und bis heute ist nicht das geringste Anzeichen eines Vergleiches zwischen den Gesellschaften und Ausständigen vorhanden. Die große Mehrzahl der neugewählten sozialistischen Mitglieder des Parlaments find auf dem Kampfplaße erschienen, und haben Massen- Versammlungen abgehalten, welche sehr zahlreich besucht waren. Die Kohlen- Einfuhr von Que Belgien und Deutschland ist vom 16. bis 30. v. M. gestiegen auf bi dic 254 780 Tonnen, gegen 131120 Tonnen in derselben Zeit 1692. Ter Pas de Calais- Streik hat deshalb von der Einfuhr von Belgien, wo große Vorräthe waren, und von den deutschen Zechen, wo die Bergarbeiter gar kein Zeichen in der gegen- wartigen Schlacht(oder der„großen Generalprobe" für den großen internationalen Streik der Zukunft) gegeben habew— Der Streik im Centre und Lütlicher Bezirk, wo keine Lohn- erhöhung stattfand, und im Borinage, wo 5 pCt. Erhöhung bewilligt wurden, ist diese Woche plötzlich erloschen. Dagegen haben in den letzten sechs Tagen 2t 000 Mann im Charleroi- Bezirk gestreikt, und die Ausfuhr belgischer Kohlen nach Frank- reich hat vollständig aufgehört.— Zum englischen Bergarbeiterstreik. Der Vollzugs- ausschuß der B e r g l e u t e setzte am 13. Oktober seine Be- rathungen in Birmingham fort. Beschlossen wurde: 1. die Arbeit zu den alten Lohnsätzen aufzunehmen; 2. sich mit den Grubenbesitzern in dem Versuche zu vereinigen, Mittel zur Verhinderung von Lohnstreitigkeiten in Zukunft zu finden; 3. sich zu verbürgen, keine Lohnzulage zu ver- langen, so lange die Kohlenpreise nicht die Höhe derer von 1890 und 1391 erreicht hätten. Außerdem wurde beschlossen, von allen Bergleuten, welche die Arbeit aufgenommen haben, eine Streikabgabe von 1 M. täglich zu erheben. Im ganzen sind nach offiziellem Ausweis von 271 000 Leuten 59 750 wieder in Thätigkeit.— Die Union der Sektcn-Gemeinden faßte gestern einen Beschluß zu gunstcn der Bergarbeiter, deren Verdienst durch„Minenabgaben und Unternehmer- gewinn" nicht zu schmälern sei.— Englische Parlaments-Thntigkeit. Mit bezug auf die Thatsache, daß der amerikanische Senat in jüngster Zeit eine Sitzung von neummddreißigstündiger Dauer abgehalten hat, schreiben englische Zeitungen: „Den Ruhm, die längste parlamentarische Sitzung abgehalten zu haben, kann das Unterhaus für sich in Anspruch nehmen, dessen längste Tagung zweiundvicrzig Stunden währte, also noch drei Stunden länger, als die kürzliche Dauersitzung des amerikanischen Senats, welche neunund- dreißig Stunden in Anspruch nahm. Im Jahre 1881 nämlich arbeitete das Haus vom 31. Januar um 4 Uhr Nachmittags hinter einander bis zum 2. Februar um 10 Uhr Vormittags." Allerdings eine ganz gewaltige Leistung, zu der sich die Mehrzahl unserer so arbeitsfreudigen Volksvertreter wohl schwerlich bereit finden lassen dürfte.— Eine Vorlage über die Frauen- und Kinder- arbeit will Herr Lacavia der italienischen Kammer bald nach ihrem Zusammentritt machen. Dieselbe will Frauen von der Beschäftigung bei unterirdischen Arbeiten, wie in Tunneln, Gruben, Bergwerken, ganz ausschließen und Kinder zu denselben erst nach vollendetem 12 Jahre, anstatt wie bisher nach vollendetem 10. Lebensjahre, zulassen. Wie diese Bestimmung den Beschlüssen der internationalen Berliner Konferenz entspricht, so lehnt sich auch der sonstige Inhalt der Vorlage an diese an. So sollen künftighin Wöchnerinnen während der ersten vier Wochen nach der Ent- bindung weder in Gruben und Bergwerken, noch in Fabriken beschäftigt werden dürfen. Es fehlt jedoch eine Bestimmung, welche die Frauen in den letzten Wochen vor der Rieder- kunft vor derartigen Beschäftigungen schützt. Der Ent- wnrf ertheilt jedoch der Regierung die Vollmacht, die Beschäftigung minorenner Frauen in gefährlichen oder ungesunden Gewerbebetrieben zu untersagen, eine Vollmacht, die sie jetzt schon zu gunsten der Knaben unter 15 Jahren besitzt. Prinzipiell soll auch die Nachtarbeit für Frauen und Kinder verboten sein, doch behält sich das Ministerium das Recht vor, Ausnahmen von der Regel eintreten zu lassen, wo es das Interesse der Industrie erfordert. Die Vorlage wird auch Bestimmungen über die Dauer des Arbeits- tages, über Ruhetage und Arbeitsunterbrcchungen enthalten und will gleichzeitig Vorsorge treffen, daß die in der In- dustrie beschäftigten Kinder nicht der Schule entzogen werden. Zweifelhaft bleibt es, ob die Vorlage der Regie- ruiig überhaupt in Berathung kommt, und nicht minder, ob sie jemals mit Strenge durchgeführt wird, wenn es der Regierung doch gelingt, den Widerwillen der Kammer gegen jede Einmischung der Regierung in den privaten Gewerbe- betrieb zu überwinden. Auch in Italien heißt es, der Himmel ist hoch und der Zar weit.— Zsiarkeiusriirirftkim. Vor einem Schwindler warne» die Züricher Parteigenossen. Der Buchbinder Wilhelm Ehrentrau t aus Leipzig hat ein seltenes Geschick darin, das Mitleid der Genossen mit seiner an- geblich traurigen Lage zu erregen und sie dann ganz gehörig zu rnpscn. Durch dies Talent brachte er es in Zürich bis zu 1000 Fr. Schulden und verschwand dann plötzlich am t. Oktober aus Iiimmerwiedersehen. Er soll sich nach Deutschland gewendet haben und man vermuthet, daß er Berlin oder Leipzig als künftiges Operationsfeld wählen wird. Man möge daher vor diesem Schwindler auf der Hut sein. Ehrcntraut ist verheirathet, von untersetzter Statur, hat röthlich blondes Haar und Vollbart und trägt eine Brille. � Ncckarhausen(Baden). Bei der Vürgerausschußwahl der 3. Klasse siegte die Liste der sozialdemokratische» Partei über die Ultramontanen. »» Sächsische Gerechtigkeit. Aus Burgstädt wird geschrieben: Es bleibt abzuwarten, welche Stellung die Staatsanwaltschafr in Chemnitz den Ausführungen des Lehrers Drescher und des Tapezierers Krieger gegenüber einnimmt. Beide Herren haben zum Boykott gegen die„Volksstimme" aufgefordert und den Mitgliedern des Vereins zum Schutze der Interessen hiesiger Ein- wohner mit der Untersiützungs-Entziehnng gedroht, sobald sie in der„Volksstimme" inseriren, oder auf dieselbe abonmren. Wie oft ist die Staatsanwaltschaft eingeschritten und hat Arbeiter, Aereinsvorstände und Rebakteure wegen groben Unfugs bestrasen lasten, der nach Ansicht der Staatsanwaltschafr degangen wurde, sobald die vorbezeichnelen Personen ihre Gesinnungsgenossen vor dem Besuch« dieses oder jenes Lokales warnten. Ist doch selbst der Redakteur der„Volksstimme" mit einer Geldstrafe erst- »nitanzlich bestraft worden, weil er in einer Abonnements- einladung zum Nichtabonniren aus Amtsblätter aufgejordert halte — ohne einen Namen genannt zu haben. Liedeöfreiheit in Sachser«. Der Reichstags-Abgeordnete Genosse H o f m a n n hatle seinerzeit ein auf dem Geyersberg stattfindendes Fest der Chemnitzer Genossen besucht, um daselbst in einem Gesangskonzert mitzuwirken. Das Fest war von der Anitshauptnmnnschast verboten worden. Genosse Hosmann trug «wer trotzdem mit den anderen Sängern ein Lied vor. Ein Gendarm Frilsche wollte einschreiten, aber Genosse Hosmann be- merkte ihm, er möge ihn nicht stören, er lasse sich in seinen bürgerlichen Freiheiten nicht stören. Gegenüber'dem Publikum bemerkte Hofmann, daß er von dem Gendarmen angerempelt worden sei. Der Gendarm stellte Strasantrag gegen Hofmann wegen Beamtenbcleidigung und dieser wurde vom Chemnitzer Landgericht zu einem Monat Gefängniß verurtheilt! ** Wie in Sachsen Justiz geübt wird. Der Redakteur der „Vogtländischen Vvlks-Zeitung", Hans Künzel in Falkenstein, ist am Donnerstag Vormittag von der Staatsanwaltschaft Plauen plötzlich verhaftet worden. Die Verhaftung soll mit einem Beleidigungsprozeß(?) zusammenhängen, den der Vor- schußvereinsdircktor Fridl in Graslitz gegen K. angestrengt hat und der am Sonnabend vorm Landgericht Plauen zum Austrag kommen sollte.— In der am Sonnabend Mittag zu Z w i ck a u stattgesundenen Verhandlung in der Privatklagesache der Herren Kaufmann Schopper und Lötzsch in Zeulenroda gegen Redakteur W. T r o g n i tz, wegen Beleidigung, wurde Letzterer zu nicht weniger als fünf Monaten Gefängniß verurtheilt. Berufung gegen dieses schöffengerichtliche Urlheil wird eingelegt. Sszislo Ltelrevstdik. An die Banhandwcrker von Berlin und Umgegend. Nach einem kürzlich vom Verein der Einsetzer(Tischler) gefaßten Beschluß soll darauf hingewirkt werden, daß im Winter nicht bei Licht gearbeitet wird. Obwohl eine Kommission zur Ueber wachung der Arbeitszeit, sowie des gefaßten Beschlusses besteht, so fühlt sich dennoch der Vorstand veranlaßt, mit der Nufforde- rung an die Bauhandwerker zu kommen, uns in dieser gerechten Sache zu unterstützen. Denn ohne die Unterstützung der Bau- Handwerker ist dieser Beschluß schwer durchführbar, da es bei uns eine große Zahl indifferenter Kollegen giebt, die es nicht unterlassen können,»och lange des Abends bei Licht zu arbeiten. Deshalb ersuchen wir die Kollegen, uns die Bauten namhaft zu machen, wo eine derartige Ausdehnung der Arbeitszeit herrscht, damit wir diese Kollegen nach Kräften belehren können. Der Vor st and des Vereins der Einsetzer, Neue Friedrichstr. 44 bei Rölling. I. N.: W. Walter, Pankow, Mühlenstr. 62. An alle Mitglieder der OrtS-Kranreukasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin! (II. Klasse, männliches Hilfspersonal,) Verufsgenossen! Am Sonntag, den 29. Oktober, Vormittags 10 Uhr, finden bei Boltz, Alte Jakobstr. 75(oberer Saal), nach ßß 44 und 43 des Kassenstatuts die Delegirtenwahlen zur General- Versammlung statt. Es ist nun Euere Pflicht, dafür zu sorgen, daß, was wir in der Meyer'schen Kasse errungen hatten, uns aber durch die Ueberweisung rn die Buchdruckerkasse verloren ging, in letztgenannter Kasse zu erringen, und zwar soll unsere Losung sein: Einführung der freien Aerztewahl und Zentralisation sämmtlicher Ortskassen; denn dadurch ist es erst möglich, etwas zu erringen, was heute durch die vielen Ver- waltungen entzogen wird, d. h., durch die ungeheuren Summen, welche die Verwaltungskosten verschlingen. Darum auf der Hut sein und nur solche Männer wählen, ivelche für obige Forde- runaen eintreten, denn wir sind es uns und unseren Familien schuldig. Die vermeintliche freie Aerztewahl, wie sie in unserer Kasse existirt, können wir nicht anerkennen und be- trachten dieselbe nur als Zwang. Da es nun unmöglich ist, in der kurzen Zeit eine Ver- sammlung abhalten zu können, so ist es Euere Pflicht, in jeder Druckerei, in der Ihr thätig seid, einzelne Kollegen auf die obigen Forderungen hin zu prüfen und in Vorschlag zu bringen. Wir müssen 51 Delegirte wählen. Also, Kollegen, frisch ans Werk, schreibt die Namen der betreffenden Mitglieder auf und vergeht nicht anzugeben, wo dieselben beschäftigt sind und wo sie wohnen, ebenfalls bitte die Buchnummer anzugeben. Die Listen sind bis spätestens Freitag, den 20. Oktober an die Unterzeichneten einzusenden. Am Sonntag, den 22. Oktober, werden die Namen derselben in der Versammlung des„Interessen- vereins der Buchdruckerei-Hilfsarbeiter bekannt gegeben und als Kandidaten aufgestellt; wo die Versammlung stattfindet, ist im Jnseratentheil zu ersehen. Am Sonntag, den 29. Oktober, werden die Stimmzettel vor dem Wahllokal, Alte Jakobstr. 75, ausgegeben. Es soll möglichst jede Buchdruckerei berücksichtigt werden. Es zeichnet mit kollegialischem Gruß Heinrick Jahns, Holzniarltstr. 13, Quergebäude 3 Tr. Stellennachweis des Jnteressenvereins der Buchdruckerei« Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Gegen die Tabak-Fabrikatsteucr hat das Personal der lithographischen Anstalt von Wezel u. Naumann in L.-Reudnitz, die sich mit Ausstattungsartikeln für Zigarrenkisten beschäftigt, in einer Petition an den deutschen Reichstag gewandt und den Vertreter des 13. Wahlkreises, den Abgeordneten Geyer, ersucht, gegen die Tabak- Fabrikatsteuer zu stimmen, weil dieselbe un- bedingt schädigend aus diese Nebenindustrie der Tabakbranche wirken müsse. DaS Grubenkapital straft! Mit welcher Wollust der Berg- mann in der immer noch blühenden Nera patentirter Sozial- reform und praktischen Christenthums sein Werk verrichten muß, kann man an dem Straf zettel ermessen, der am 16. Oktober in der Zeche„Friedrich der Große" bei Herne am schwarze» Brett prangte. Es wurden danach in der verflossenen Woche bestrasl: A. Wegen willkürlichen F e i e r n s. 7. Oktober 16 Mann mit je 1,50 M. Summa 24,— 9., 43 �"" 1,50 l" 6ch50 10.. 11 I l l'öÖ l IchSO 2(, n n l/-*« n 2,— 11.„ 3„„„ 1,50„.. 4,50 12., 16„,„ 1,50..„ 22,50 n„„ 1/ ff ff 0, 13.„ 15„„„ 1,50„„ 22,50 9„„ 1.00„.. 3,- B. Störung in der Förderung 7. Oktober 2 Manu mit je 3.— M. Summa K.— 11»» 2„» ff lf» ti 2,— 12.„ 1.„ 1.50„„ 1,50 0. Diverser Vergehen halber rnsgesammt 9 Mmm mir zusammen... 12,50 136 Mann mit zusammen 194,50 M. „Schön ist Bergmannsleben, herrlich ist sein Lohn", hieß es neulich bei der Anwesenheit des Kaisers in Westfalen. Die Rekonvaleszenten-Anstalten, die von verschiedenen Berufsgenossenschaften, selbstverständlich zum Wohl und Besten der Arbeiter errichtet sind, werden von letzteren zwar, wie aller Segen, der ihnen von Oben kommt, mit höchsten» Mißtrauen be- trachtet, aber daß diese Institute mit der Äerliner Charitee so ziemlich auf einer Stufe stehen, hat man bisher dennoch kaum angenommen. Genügend zu denken geben zwar schon die JahreL- berichte, die von den Berufsgenoffen über die Wirksamkeil dieser Anstalten veröffentlicht werden und die in Tiraden über deren „gute Wirkungen" gipfele. Diese guten Wirkungen bestehen näm- lich darin, daß eS den Berufsgenossenschaften meistens gelingt, bei den Arbeitern, die sich in Rekonvaleszenten- Anstalten auf- halten, die Renten mehr oder weniger erheblich herabzusetzen. Wie dies zum Theil geschieht, lehren folgende Mittheilungen, welche die„Elberfelder Freie Presse" über die Rekonvaleszenten- anstalt Bonn a. Rh. zu oeröffentlichen in der Lage ist. Es dürfte interessant sein, so schreibt unser Bruderblatt, über die Behandlung der Kranken in der besagten Anstalt, welche von den barmherzigen Brüdern geleitet wird, etwas näheres zu erfahren. Verschiedene hiesige Arbeiter hatten das Unglück, in der Anstalt kurze Zeit zubringen zu müssen. Einer derselben war 11 Wochen dort, ohne daß er von dem die Oberaussicht führenden Professor untersucht worden; er beschwerte sich und nun wurde der elektrische Strom bei ihm angewandt, welcher zu einer 3 Tage dauernden für ihn bedenklichen Augenstellung führte. — Einem Arbeiter S. aus Mülheim, der über Brustschmerzen klagte, wurde der kalte Wasserstrahl auf die Brust gehalten; der Patient bekam bald darauf Blutspucken und ist nun der Meinung, daß dies die Folge des kalten Wasserstrahls war. Um weiteren Kuren zu entgehen, entfloh er über die Mauer, dasselbe war bei dem Arbeiter L. aus Kalk der Fall. Ein gleiches Verfahren schlug man mit dem Arbeiter H. H. aus Köln ein, auch diesem wurde, nachdem er beständig über Schmerzen im rechten Beine geklagt, der kalte Strahl auf die schmerzhaften Stellen gehalten, wodurch derselbe sofort um seine Entlassung an zuständiger Stelle einkam. Als besonders bemerkensiverth ist die Aeußerung des Herrn Doktor Einiger, welcher letztgenanntem Arbeiter vor seiner Entlassung erklärte, bisher hätte er geglaubt, daß Patient Schmerzen habe, jetzt aber nicht mehr. Die Folge dieses Vorgangs ist, daß H. jetzt nur noch 10 pCt. der vollen Rente enthält, während er bis zum 16. August 75 pCt. erhielt. Das ist eine schöne Be- scheerung.— Die Berufsgenossenschaften haben da freilich alle Ursache, mit dieser Anstalt zufrieden zusein— oder auch nicht!— Die Flucht über die Mauer soll übrigens häufiger vorgekommen sein und wäre es zu wünschen, daß die vorgesetzte Behörde ein- mal ihr Augenmerk auf diese Zustände lenken würde. Das Ganze ist aber auch ein Beitrag zu der vielgepriesenen Sozial- gesetzgebung. Wann werden aber die in neuerer Zeit besonders zahlreich erhobenen Klagen der Arbeiter über die Behandlung, die ihnen von selten der Berufsgenossenschaften zu thell wird, aufhören? Nicht früher, als bis die Arbeiter selber sich die Verwaltung und Leitung der heutigen Berussgenossenschaften erkämpft haben. Städtisches Arbeitsamt in Miinchen. Der Gewerbe- richter Rechtsrath Wölzl, gedenkt in München einen allgemeinen Arbeitsnachweis zu errichten, ähnlich wie ein solcher schon unter der Aufsicht des Gcwerbegerichtes in Stuttgart besteht. Herr Rechtsrath Wölzl hat bereits die nöthigen Borarbeiten begonnen. Es ist dieses Unternehmen, schreibt die„Münch. Post", freudig zu begrüßen, um dem von uns oft gerügten Mißstande der Arbeitslosen-Ausbeutung durch Stellenvermittler ein Ende zu machen. A«S Darmstadt wird uns berichtet: Die Errichtung eines iswerbegerichts in unserer Residenzstadt ist den hiesigen erren Unternehmern ein Dorn im Auge. Schon seit mehreren ..ahren wird die von der öffentlichen Meinung gesorderte Institution mit allen möglichen Ausreden verzögert. Eine Ver- sammlung von Arbeitgebern hat sich sogar gegen die Errichtung eines Gewerbegerichts ausgesprochen, weil keine Gründe dafür vorhanden seien, während in einer ganzen Reihe von Arbeiter- Versammlungen die Errichtung für eine Nothwendigkeit bezeichnet wurde. Die Regierung hat merkwürdiger Weise in solchen Sachen oft noch mehr Einsicht als das profitwüthige Unter- nehmerthum und hat jetzt die Stadtverwaltung aufgefordert, die Vorbereitungen für die Errichtung des Gewerbegerichts so zu beschleunigen, daß dasselbe in kurzem in Funktion treten könne. Wie das Volk unter der kapitalistischen Produktions- weise verelendet, zeigt sich drastisch gelegentlich der-�bevor- stehenden sächsischen Landtagswahl. In Falkenstein beträgt die Zahl der Wähler gegenwärtig 959 gegen 975 im Jahre 1891. Es sind demnach bei der diesjährigen Wahl 16 Wähler weniger als vor 2 Jahren. Die Ursache des Rückganges führt das ..Sächsische Bolksblatt" auf den geringen Verdienst der Maschinen- sticker zurück, da mele von ihnen nicht mehr den Einkommen- steuerbetrag von 3 M. zahlen können, welcher zur Erlanguizg des Wahlrechts nöthig ist. Ein Glück, daß das Ende des Kapitalismus nur eine Frage der Zeit ist; noch einige Generationen kapitalistische Produklions- weise und die sogenannte Kulturmenschheit wäre überhaupt zu Grunde gerichtet. Arbeiterkämpfe in Oesterreich. Die Bewegung unter den Gerbergehilfen in Wien dauert ungischwächt fort. Neuer- dings sind noch die 120 Arbeiter der beiden Werkstätten Flesch und Gerlach in Streik getreten. Unterstützungen sind dringend nothwendig.— Der Stand der Lohnbewegung der Wiener Bild- a u e r ist ein günstiger, da die Bewilligungen der aufgestellten orderungen sich stetig mehren, trotzdem die Prinzipale An- strengungen machen, Erfolge zunichte zu machen. Infolge dessen ist die Zahl der zu Unterstützenden stationär geblieben, denn trotz- dem genügend Arbeit vorhanden ist, beschränken die Prinzipale nach Möglichkeit die Zahl der Gehilfen aus das geringste. Die Firma Portois u. Fix ist bestrebt, durch Annoncen in Provinz- blättern sowie durch die Fachschulen in Polen Leute heran- zuziehen. Es sind noch 80 Ausständige zu unterstützen.— Auch der Ausstand der Ledergalanterie- Arbeiter geht seinem sieg- reichen Ende entgegen. Es sind noch vier Werkstätten mit 42 Mann im Streik.— In der Kartonnage-Fabrik Adolf Bergl u. Comp, in Wien sind Differenzen zwischen der Arbeiterschaft und den Fabriks- Eiaenthümern aus- gebrochen. Zuzug ist strenge fern zu halten.— Bei Neuer u. Gabriel in Wien. Fünfhaus, Pelzgasse 675, Gelbgießerei, sind die Arbeiter wegen Lohnreduzirung von 12 pCt. in Streik getreten und stellen nun folgende Forde- rungen: 1. Durchschnittslohn 10—16 fl. 2. 10 stündiae Arbeits- eit mit>/« Stunde Frühstück und*/< Stunde Pause Unterbrechung. 3. Ueberstunden und Feiertage müssen um 20 pCt. er- höhl werden. 4. Keiner der Streikenden darf unter sechs Monaten ohne eigenes Verschulden gemaßregelt werden und muß die Behandlung human sein. Zuzug ist sern zu halten. Großbetrieb und Aktieugesellschafteu. Nach der vor kurzem veröffentlichten amtlichen Einkoinmcnsstatistik gab es im Königreich Sachsen im vorigen Jahre 771 Aktiengesellschaften mit einem Gesaminteinkoniincii von 42 801 737 M. Da das Ge- 'amiiiteiiikommen des sächsischen Volkes in diesem Jahre aus 1 534 950 632 M. eingeschätzt war, betrug das Einkommen der Aktiengesellschaften zwar noch nicht drei Prozent des Volks- einkommens, aber seil dem Jahre 1373 zeigen die Zahl und das Jabreseinkommen der Aktiengesellschaften folgende Bewegung: Während die Zahl der Ge ellschaften hiernach beständigen Schwankungen unterworfen war, zeigt ihr Gesammteinkommen (mit Ausnahme eines einzigen Jahres) ein stetiges und sehr be- deutendes Wachsen. Es hat sich in den 15 Jahren dieser Ueber- sichl ziemlich genau verdoppelt, während die Zahl der Gesell- schafteii nur um 17 pCt. stieg. Das beweist, daß auch innerhalb der durch Aktiengesellschaften betriebene» Großindustrie der Große den Kleinen auffrißt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 18. Oktober. Opernhaus. Keine Vorstellung. Schauspielhaus. Keine Vorstellung. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Kabale und Liebe. Leffing- Theater. Mauerblümchen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Freund Felix. Wallner- Theater. Jägerblüt. Residenz- Theater. System Ribadier. Vorher: Jllusionen. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. Berliner Vollblut. Castan's Panopticum. Weltberühmte Ausstellung von Wachsfiguren und Gruppen. Illusionen. Irrgarten. Schreckenskammer. PassagePanopticum. Soeben aus Chicago eingetroffen: Der blaue Mann. Die Affendame. Verspätet! Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Bater, Schwieger- und Großvater, der Tischler Carl Herold Gr. Volksversammlung am Sonntag, 22. Oftober, Vorm. 11 Uhr, ſeinem schweren Leiden am Donnerstag im Etablissement Buggenhagen am Morigpl. Sonntag, 15. Oftober, Nachmittags erlegen ist. Die Beerdigung hat Tages- Ordnung: 1. Der Niedergang der Schifffahrt, die Mikstände im Schiff1/22 Uhr, von der Leichenhalle der fahrtsgewerbe und die Sozialdemokratie. Referent Gen. C. HoffCharitee nach dem Charitee- Kirchhof, mann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Müllerstraße, stattgefunden. 2580b Die tiefbetrübten Hinterlassenen. Danksagung. Für die herzliche Theilnahme und die reichen Blumenspenden am Grabe Die Genossen Berlins werden ersucht, die Schiffer und die im Schifffahrtsgewerbe beschäftigten Arbeiter auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. 9/1391 meines lieben Mannes Hermann Achtung! Gottwald fage ich allen Genossen und Freunden, sowie dem Wahlverein meinen herzlichſten Dank. des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises Die trauernde Wittwe nebst Kindern. 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. 2605b Adolph Eruft- Theater. Charley's Präuscher's MUSEUM Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Frau Benus. Alexanderplat- Theater. anatomisches Das Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße. Damenbad. Vorher: Die Balletschule. National Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen Theater. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Akten von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in der Tanzstunde. Poffe in 1 Att von R. J. Anders. Musik von verschiedenen Komponisten. Regie: Hugo Hummel. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 22. Oktober, Mittags 12 Uhr: Voltsvorstellungs- Matinee zu bedeutend ermäßigten Preisen: Der Trompeter von Säkkingen. Wallner- Theater. Gastspiel der Schliersee'r Bauern. Jägerblut. Wegen des großen Erfolges Don Jägerblut wurde das BauernGastspiel auf furze Zeit verlängert. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Berliner Vollblut. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften. Jm 3. Afte: Bajazzi- Parodie. Morgen: Berliner Vollblut. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft D. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesett von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Neu! Zwerchfellerschütternd! Neu! Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Nache des Gänserichs. Hochkom. Burleste von Oscar Wagner. Parodie! Ulk! Humor! Auftr. jämmtl. Spezialitäten. Auf. Wchtg. 71/2 Uhr. Sonnt. 61/2 Uhr. MorigMoriz Etablissement Bla. Buggenhagen. Bla. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in darunter der Schußkanal der Kugeln des Viel Neues, deutschen Militärs, fünf Körper Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. Dienstag u. Freitag: Dameutag. Entree 50 Pfg. Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Dinus Truppe, Elite- Afrobaten ( 6 Personen). Familie Kraeusel, russisches Orchester( 6 Personen). Fräulein Hedwig Marga, RostümSoubrette. Paul Krugeler, GesangHumorist. Fratelli Bozza, italien. musitalische Steinsetzer und Köche. Signorita Luisade Siro, italienische Kostüm- Soubrette. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. 53 A. Zimmermann. Sanssouci", Kotibuserstr. 4a. Jeden Donnerstag und Sonntag: Stettiner Sänger. Orts- Krankenkasse der Böttcher Berlins. Laut Erlaß Des RegierungsBräsidenten der Provinz Brandenburg stattgefunden, und zwar: § 13. Die Agitationskommission. Große öffentliche 361/6 Achtung! Kommunalwähler- Versammlung für den 29. und 31. Kommunalwahl- set k Mittwoch, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, 2 2011 0 im Schützenhause, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen. Referent: Stadtv. Borgmann. 2. Diskussion. 8. Aufstellung der Kandidaten. 4. Verschiedenes. 394/4 Das Komitee. Große öffentliche Kommunalwähler- Versammlung des 16., 18., 20. Kommunalwahl- Bezirks Donnerstag, den 19. Oktbr., Abends 8 Uhr, Absatz 1, 2 und 3 bleiben bestehen, im Etablissement Buggenhagen, Moritzplatz. lehter Absatz des§ 3 wird gestrichen und erhält folgenden Wortlaut: Bezirke. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen. Referent: Dr. Zadek. Die Krankenunterstützung wird für die 2. Diskussion. 3. Vorschläge eventuell Aufstellung von Kandidaten für obige Dauer der Krankheit gewährt, fie endet spätestens mit dem Ablauf der 13. Woche nach Beginn der Krankheit, im Falle der Erwerbsunfähigkeit mit dem AbFrauen haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. lauf der 18. Woche nach Beginn des Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Krankengeld- Bezuges. der Bezug des Krankengeldes erst nach Ablauf der 13. Woche nach Beginn der Krankheit, so endet mit dem Bezuge des KrankenBerlins und Ümgegend. General- Versammlung geldes auch der Anspruch auf die in am Freitag, den 20. Oktober, Nachmittags 5 Uhr, beim Absatz 1 unter Ziffer 1 bezeichneten Leistungen. § 14. Der 1. und 2. Absatz bleiben, der Kollegen Ulrich, Waldemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht des Kassirers. 2. Bericht der Rechtsschutzletzte Satz vom Absatz 3 wird ge- Rommission. 3. Ersatzwahl des Vorstandes und der Rechtsschuh- Kommission. strichen und erhält folgenden Zusab: 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Den in einem Krankenhause zur Kur Da die Versammlung pünktlich eröffnet wird, ist es Pflicht eines jeden und Verpflegung befindlichen Mit Kollegen, rechtzeitig zu erscheinen. gliedern, welche nicht den Unterhalt von Angehörigen aus ihrem Arbeitsverdienst bestritten haben, wird kein Krankengeld gewährt. § 17. Erster Absatz gestrichen, dafür: Mitglieder, welche anderweit gegen Krankheit versichert sind, wird das Krankengeld soweit gekürzt, daß es zufammen mit dem aus der anderweiten Versicherung bezogenen Krankengelde den vollen Betrag ihres durchschnittlichen täglichen Arbeitsverdienstes nicht Der zweite Absatz bleibt. § 19. Anfang übersteigt. 8 Uhr. Bum Schluß: Adele, die kalte Mamsell. Ensemble von Mensel. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Plakate.) Der Victoria- Brauerei. Freitag, den 20. Oftober: Soiree in Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City: Pass.) Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Neu! Novität! Ueu! Kneipp II, oder: Das Blumengretel von NiederSchönhausen. Wochentags 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. R. Winkler. und erhält folgenden Zusatz: Absatz 1 wird Nr. 1 und 2 gestrichen Für den Todesfall eines Mitgliedes gewährt die Kasse ein Sterbegeld: 1. für erwachsene männliche KaffenDer Vorstand. J. A.: W. Lorenz. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Bahlstelle Berlin.) Sonnabend, den 21. Oktober 1893: Erstes Stiftungs- Fest in den Concordia- Fettsälen, Andreasstraße 64 und Krautstraße 88, bestehend in Vokal- und Instrumental- Concert, deklamatorischen Vorträgen von Herrn Paris( Mitglied des Viktoria- Theaters), und unter Mitwirkung des Gesangvereins Lorbeerkranz II. Festrede. Nach dem Concert: Grosser Ball. Anfang 8/2 Uhr. Billets( Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) sind zu haben bei den Kollegen Hintze, Gräfestr. 32, Quergeb. part.; Mieke, Adalbertstr. 9, 4 Tr.; Arndt, Friedenstr. 63; Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr.; Zeise, Bartelstr. 3; Coblenzer, Adalbertstr. 96, Quergeb. 1 Tr.; im Arbeitsnachweis, Wallstr. 7/8, und auf sämmtlichen Zahlstellen. Die Ortsverwaltung. 430/20 mitglieder ausschließlich der Lehrlinge Achtung! 60 M. 16 2. für männliche Mitglieder unter Friedrichsfelde. Achtung! Donnerstag, den 19. Oktober, Abends 81/2 Uhr, Jahren und für Lehrlinge 26. Deffentliche Vereinsversammlung des Arbeiter- Bildungsvereins Der legte Absah bleibt. Vorstehende Paragraphen werden als Nachtrag zum Statut gedruckt, und treten mit dem Tage in Kraft, wann im Lokale des Herrn Maikowsky( Garten„ Bur Kaiserin"). Tages- Ordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Aus der fie im Vorwärts"( Berliner Voltsblatt) Chemie des alltäglichen Lebens". 2. Disfuffion. 3. Aufnahme neuer Mitveröffentlicht werden. glieder. 4. Aenderung der Statuten. 5. Fragetasten. " Gäste willkommen. Des interessanten Vortrages wegen werden die Mitglieder ersucht, recht Otto Schmidt, Aug. Seemann, zahlreich zu erscheinen. Berlin. Schriftführer. 112/15 Borsitzender. 115/2 Die gethane Aeußerung gegen Herrn Wiechert nehme ich zurück und erkläre Der Vorstand. Rummelsburg. Desfelben für einen germann, Oeff. Versammlung für Rummelsburg 25966 Hempel. Altes Schüßenhaus, Linienstraße 5, empfiehlt seine Festsäle ( 560 Personen fassend) zu allen Gelegenheiten. 2065b und Umgegend am Donnerstag, den 19. Oktober 1893, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Borchmann, Berlinerstraße Nr. 83. Zages Ordnung: 339/4 1. Vortrag über:„ Das Kontrollmarken- System( oder die BoykottFrage)". Referent Theodor Mehner. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Vereinszimmer mit Piano zu ver- Lokalkommission. 26036 Zu dieser Versammlung sind alle Geschäftsleute besonders eingeladen. Der Einberufer. ratweil' sche geben Brigerſtr. 32. Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palast. Anf. Wochent. 72 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Boltz' Festsäle, vorm. Feuerstein, S. Alte Jakobstraße 75. Gr. u. fl. Säle zu Festlicht. u. Vers. Roulante Bed. T. A. I, 1082.[ 24006 Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstrasse 32, dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. empfehle meine hocheleganten Säle Säle für Versammlungen, Kommerje, zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Festlichkeiten 2c. Ein Vereinstimmer für 50 Personen ist noch zu vergeben Wienerstr. 31 bei Schröder. 2602b Bettstelle mit Matraße 26 Mart, Betten billig Pantstr. 29 bei Stephan. Arbeitsmarkt. Tüchtige Anlegerinnen für die Steindruck- Schnellpresse verlangt 2601b Wilhelm Boehme, Reichenbergerstr. 158. Grundirer gesucht von der Goldleisten- Fabrik Plagemann& Maack, Gotha. 3wei Korbmadjer auf Lugus gef. Kommandantenstraße 55 bei Nagel. Goldleisten. Tüchtige Vergolderinnen werd. verl. Röpenickerstr. 109a. 2599b Goldleisten. Eine tüchtige Versilberin wird verl. Röpenickerstraße 109a. 2600b Belegermeister verl. Ruthenberg, Wwe. E. Schmiedel. Goldleistenfabrit, Friedenstraße 10. Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Nachahmungen, die in neuerer Zeit unter den Namen ,, Seifen- Extract" 2c. angeboten werden. 480M* Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplak größtes Lager Berlins. Musterbücher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zable Kinderwagen, ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. F. Metzner. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 245. Mittwoch, den 18. Oktober 1893. 19. Jahrg. Arbeiter-Sanitatskommission. Hinsichtlich der Beziehungen zwischen der jetzt glücklicher Weise in der Abnahme befindlichen Typhus-Epidemie und der Berunreinigung der Spree gehen uns noch folgende Mit- theuungen zu: „Der Graben vomRieselfelde Bürknersfelde. der in der Nähe des Bahnhofes„Kietz-Rummelsburg" sehr schlammig wird, einen durch Zerstörung de' Grabenborde ent- standenen Sumpf pasfirt und dann ungefähr an der Einmündung des Rummelsburger Sees in die Spree mündet, läßt seinen In- halt am Stralauer Ufer entlang schleichen, bis er am Stralauer Wasserwerk geschöpft und uns im Osten als Getränk geliefert wird, von wo er dann durch unfern Magen und unsere Klosets wieder nach Bürknersfelde zum Beginn eines neuen Kreislaufes geleitet wird und so fort in inünirum. Vielleicht weiß Herr Stadtverordneter Spinola einen Ausweg, auf welchem man „nicht so unverständig sein" kann, Rieselwasser zu trinken. Stralau filtrirt ja dasselbe nicht vollständig." Des weiteren berichtet einer unserer Gesundheitsaufseher über das Filial-Gefängniß in Rummelsburg. •On den Schlafsälen, in denen 30— 40 Mann kasernenmäßig über einander schlafen, stehen über Nacht 2-3 Holzkllbel und 1 Blecheimer für große und kleine Bedürfnisse. Sämmtlicher Harn wird aus Fässer gefüllt und an die Lehmann'sche Wollfabrik geliefert. Nachdem er zum Beizen der Wolle benutzt ist, fließt der Urin mit anderen Fabrikabwässern in den Rummelsburger See. I n diesem werden auch die Nachteimer ebenso wie die ca. 3 Dutzend als Kloset dienenden Holz- kübel— wie bereits vor einer Woche unter„Lokales" mit- getheilt wurde— gereinigt. Diese groben Verunreinigungen in Verbindung mit den bei starken Regengüssen von dem Müll- Abladeplatz vor dem Stralauer Thor(ca. 500 000 Kubikmeter Unrath) direkt in die Spree laufenden Schmutzwässern, in Ver- bindung mit der Infektion des Flußlaufs durch die Köpenicker Waschanstalten und durch das Drainwasser des Rummelsburger Rieselfeldes genügen vollauf, um die Verseuchung der Spree be- greiflich zu machen. Wienerstr. 33. Für 33 Miether mit 163 Köpfen(37 Er- wachsene und 76 Kinder) 4 Klosets. Pissoir unsauber. In einer feuchten Kellerwohnung des Seitenflügels schlafen 7 Personen, darunter 5 Kinder, auf 3 Strohlagern in einer Stube mit ca. 36 Kubikmetern Inhalt(pro KopfSKubik- m e t c r), in der Küche ein Kind auf Stroh. Die Mutter und drei Kinder sind krank.„Ich glaubte mich in eine Räuber- höhle versetzt", schreibt der Kontrolleur. 4 Treppen hoch schlafen 3 Personen, darunter 2 Kinder, in einem dunklen engen Korridor 6 Personen, darunter 4 Kinder in 2 Betten in einer Stube von 23V2 Kubikmeter Inhalt(pro Kops 4 Kubikmeter), trotzdem noch eine andere Stube vorhanden. Im 5. Stock regnet es durch die schrägen Dachwände durch. In einer solchen Dachstube mit Fenstern von 0,25 Metern und 0,55 Metern Größe schlafen 3 Personen. Außerdem belästigt ein dicht am Hause stehender Fabrik- schornstein in hohem Grade die Bewohner und verhindert das Fensteröffnen bei Tage. Der Verwalter des Hauses kümmert sich um nichts und läßt sich, zur Rede gestellt, auf nichts ein. F r a n z st r. 8. Große llnsauberkeit auf dem Hof und in den Seitengebäuden. Klosets in zum Theil Ekel erregendem Zu- stand, mit defektem oder gar keinem Verschluß. Auch im Vorder- gebäude überfüllte, stinkende Ausgüsse unter der Leitung in den Fluren und Korridoren. Im Vorderhause 2 Treppen bei Korn ein niedriges Loch über der Speisekammer als Mädchengelaß Da das eiserne Bett dicht am Rande steht und statt einer Wand nach der Küche nur eine Gardine existirt, klagt des Mädchen, daß sie seit dem l. Oktober, wo sie diesen Dienst angetreten, noch keine Nacht ruhig geschlafen; was die Angst vor dem Herunter- stürzen ihr an Ruhe nicht raube, rauben ihr die Wanzen. A ck e r st r. 166 ist nach den uns zugegangenen Berichten ein würdiges Seitenstück zu den schmutzigsten Häusern Hamburgs. Der ganze Hof starrt von Mist von Tauben, Hühnern, Gänsen, Hunden, Ziegen und Pferden, allerhand alteö Gerümpel liegt dort herum. Drei schmutzige Klosets für ca. 100 Personen, die Spülung mehr als mangelhaft! Das Pissoir läuft nicht ab und wird nicht desinfizirt.'Der 2. Hof soll vor Dreck gar nicht zu betreten sein. Der Putz ist vom Hinterhause herabgefallen, finger- starke Risse in den Flurwänden, die Wohnungen dementsprechend schmutzig und verwahrlost, die(menschlichen) Bewohner getrauen sich des Gestanks wegen nicht die Fenster zu öffnen. Die Woh- nungen ein Eldorado für Wanzen und Flöhe, Schwaben und Mäuse. » �» gingen fern» ein 100 f ür die Arbeiter- Sanitätskommission N. von Herrn E. M. Für daS zweite Berliner Rathhaus, das der Magistrat an der Stralauerstraße errichten will, ist bekanntlich von mehreren Seiten noch ein anderes Terrain in Vorschlag gebracht worden, das Viereck zwischen Grenadier- und Prenzlauer-, Linien- und Hirtenstraße. Die mancherlei Vorzüge dieses Terrains vor dem an der Stralauerstraße sind unverkennbar. Eine Anzahl von Bewohnern des Zentrums und des Nordens hat nunmehr an den Ausschuß, welcher mit der Vorberathung der betreffenden Magistratsvorlage betraut ist, eine Petition gerichtet, die den An- kauf des erwähnten Terrains an der Linienstraße empfiehlt. Wir konnten uns, als wir von dieser Petition Kunde erhielten, einer gewissen Rührung nicht erwehren. Ein erhebendes Zeichen von Gemeinsinn, das aus den viel angefeindeten Berliner Magistrat recht wohlthuend gewirkt haben muß! Wir ver- muthen, daß die meisten der um das Wohl der Stadt so besorgten Petenten Hausbesitzer der dortigen Gegend sind, oder daß die Petition zum mindesten von solchen Hausbesitzern angeregt worden ist. Petitionen, die auf Straßenerweiterungen, Straßen- durchbrüche, Verschönerung eines Stadttheiles, Errichtung von öffentlichen Gebäuden in einer bestimmten Gegend und ähnliche schöne Dinge abzielen, sind bisher fast immer von Hausbesitzern ausgegangen: Die Herren sind ja so uneigennützig! Reinste Un- eigennützigkeit und nichts anderes ist es auch, wenn sie jetzt darauf hinweisen, daß das neue Rathhaus in ihrer Gegend nicht nur billiger und großartiger herzustellen sei, sondern obenein auch zur Hebung des ganzen, bisher so arg vernachlässigten Stadttheiles beitragen werde. Es war auch wirklich nicht länger mehr mitanzusehen, daß dieser Stadttheil an dem allgemeinen Aufschwung der benachbarten Straßenzüge immer noch nicht theilnehmen, und daß die Miethen für Läden und Wohnungen dort immer noch nicht steigen wollten. Alles das würde, wie gesagt, anders werden, wenn der(übrigens aus manchen anderen Gründen thatsächlich beachtenswerthe) Vorschlag der verehrlichen Petenter Beachtung fände. Leider ist aber zu befürchten, daß sich auch noch in den Hausbesitzern aus der Umgegend der Stralauerstraße der Gemeinsinn zu regen beginnt. Hier würde er sich voraussichtlich in der gerade entgegengesetzten Richtung bethätigen: die Herren würden sich durch ihr Interesse für das Wohl der Stadt Berlin zu einer Petition begeistern lassen, die dem Ausschuß empfiehlt, an dem vom Magistrat in Aussicht ge- nommenen Terrain in ihrer eigenen Nähe festzuhalten. Wir haben solch' edlen Wettstreit zwischen den Hausbesitzern ver- schiedener Stadttheile schon öfter in Berlin erlebt, das letzte Mal aus Anlaß der Verlegung des Vorortverkehrs der Nordbahn vom Stetliner Bahnhof an der Jnvalidenstraße nach dem Stadt- bahnhof an der Bernauerstraße. Auch damals hat man mit Petitionen, Deputationen und Audienzen, mit Versammlungen, Reden und Zeitungsartikeln nicht gespart, aber natürlich konnte höchstens eine von den beiden feindlichen Parteien siegen, und die andere, die Hausbesitzer aus der Jnvalidenstraßen- Gegend, trauert seitdem in Sack und Asche. Nehmt Euch ein Beispiel d'ran, ihren Herren aus der Linien- straße, und auch ihr, ihr Hausbesitzer aus der Nachbarschaft der Stralauerstraße. Seid rührig, damit auch der andere nicht zuvorkommt in der Bethätigung seines Interesses für das Wohl der Stadt. Wir aber wollen der Dinge harren, die uns die nächsten Wochen bringen werden. Wir machen uns auf einen srisch-fröhlichen Kampf um die Palme der Bürgertugend gefaßt; denn darin sind die Hausbesitzer genau so, wie alle an- deren Kapitalisten: wenn sie es erst mit dem„Gemeinsinn" kriegen, dann lassen sie so bald nicht los, dann kämpfen sie mit- einander, wie Hunde, die sich einer im andern festgebissen haben. — Die Heuchelei mancher Hausbesitzer, als ob sie nicht lediglich ihres persönlichen Nutzens willen, sondern im Interesse der Allgemeinheit ihre Grundstücke zu hohen Preisen losschlagen wollen, verdient niedriger gehängt zu werden. Fast das gesammte von Hausbesitzern vorgeschlagene Viereck Grenadier- Prenzlauer-Linien-Hirtenstraße besteht aus alten Häusern, die. falls sie abgerissen würden, nach der neuen Baupolizei-Ordnung weniger ausbeutend wieder aufgebaut werden könnten. Verkauf von Lebensmitteln nach Gewicht. Vor kurzem ist in der Stadtverordneten- Versammlung der Antrag gestellt worden, darauf hinzuwirken, daß verschiedene Arten von Nahrungs- Mitteln nur nach Gewicht verkauft werden sollen. Dieser Antrag wurde einem Ausschuß zur Vorberathung überwiesen, welcher in seiner heutigen Sitzung zunächst darüber berieth, ob Schwarz- und Weißbrot unter die nur nach Gewicht zu verkaufenden Gegen- stände aufgenommen werden soll. Stach längerer Diskussion, in der die sozialdemokratischen Mitglieder dafür eintraten, daß der Verkauf von Brot ganz allgemein nach Gewicht stattfinden soll— ein Verlangen, welches mit einer kleinen Majorität abgelehnt wurde — faßte der Ausschuß einen Beschluß, wonach der Stadt- vcrordneten-Versammlung empfohlen wird, den Magistrat zu er- suchen, sich mit dem Polizei-Präfidium in Verbindung zu setzen zwecks Erlaß einer Polizei-Verordnung für Berlin, wonach von jetzt ab Brot und Backwaaren aller Art, deren Gewicht mehr als'Ji Kilo beträgt, nur nach Gewicht verkaust werden darf. Die Berathung über die anderen Artikel wurde vertagt. Zum Vnu-Unwesen der Stadt Berlin. Aus London schreibt uns unser dortiger Korrespondent: Wie ich aus dem „Vorwärts" vom 13. Oktober ersehe, haben die liberalen Berliner Stadtväter in der Stadtverordneten-Sitzung vom Tage zuvor die Ausführungen des Stadtv. Borgmann, daß die Stadl den Bau des zweiten Rathhauses in eigenen Betrieb nehmen, resp. den Unternehmern die Einhaltung bestimmter Arbeitsbedingungen vorschreiben solle, mit„Gelächter" aufgenommen. Wie weit sind doch diese, sich wahrscheinlich sehr fortgeschritten dünkenden Herren hinter ihrer Zeit zurück! In England wird es mit jeden Tage mehr üblich, daß städtische und selbst staatliche Behörden bei Vergebung von Arbeiten die Einhaltung von Lohntarisen und Arbeitsstunden zur unerläßlichen Vorschrift machen.und, wie erst auf dem Belfaster Trade-Unions-Kongrcß festgestellt wurde, hat vor etlicher Zeit die Regierung einer Drucksirma, die Regierungsarbeiten herstellt, die Entziehung dieser Aufträge angekündigt, wenn die Firma fortfahre, in ihren Provinzgeschästen prinzipiell nur Nichtgewerkichaftler zu beschäftigen. Da der jetzige Handels- minister, Mundella, lauge Jahre selbst Fabrikant war und noch heute an Fabrikgeschäften betheiligt ist, so kann niemand be- haupteu, daß der Mann vom grünen oder rothen Tisch weg dekretirt, ohne das praktische Leben zu verstehen. Aber die Er- fahrungen des Londoner Grafschastsralhes sprechen die beredteste Sprache gegen das Gelächter der Berliner Forlschrittsweisheit. — Vor anderthalb Jahren schrieb der Grasschaftsrath die Renovirung und Tiejerlcgnng der Hauptleitung des Abzugs- kanals in einer Verkehrsstraße von Südlondon aus. Zwei Sin- geböte liefen ein, von denen jedes die Summe von 230 000 M. überstieg. Einer der ersten Unternehmer für diese Art Arbeilen schrieb, er lehne es überhaupt ab, ein Angebot zu mache», da er sich nicht auf die vom Grasschaftsrath vorgeschriebenen Arbeits- bedingungen einlassen könne. Schön, was that der Grafschafts- ralh? Da nach Ansicht seines Ingenieurs die beiden Angebote mindestens um 30 000 Mark zu hoch waren, beschloß er, Ende September, den Bau selbst in Regie zu nehmen. Nachdem die nöthigen Vorarbeiten getroffen, die Betriebsgeräthe angeschafft waren, wurde ein geübter Vorarbeiter zu 30 Mark die Woche engagirt und mit dem Werk begonnen. Nur gutes Material wurde benutzt, gute Löhne gezahlt und die von den Gewerk- schasten als vorbildlich anerkannte Arbeitszeit innegehalten. Durch häufige Revisionen überzeugten sich die Mitglieder des Raths, daß solide Arbeit geleistet wurde. Und wie stellte sich die Rechnung am Schluß der Dinge? Nicht 230000M., wie dieKontrakt- Unternehmer verlaugt, nicht 140 000 M., wie der Rathsingenieur ge- schätzt, sondern Alles in Allem 107 000 M. Der Rath hatte über 120 pCt. gespart und dabei noch die mit 8000 M. eingeschätzten Arbeitsgerälhe in den Kauf erhalten. Wer zuletzt lachte, waren nicht die Weisen, die prophezeit hatten, der eigene Regiebetrieb werde sich als verfehlt erweisen, sondern diejemgen, die muthig genug waren, mit der Routine zu brechen. Aber nicht nur das progressistische London geht in dieser Weise vor. Aus Lancashire— man denke, der Grafschast, deren Hauptort Manchester heißt— kommt die Nachricht, daß der Gemeinderath von Oldham— einer Stadt von über 130 000 Einwohnern— beschlossen hat, seine neuen Kaualisaliouswerle unter Leitung eines erfahrenen Ingenieurs vollständig in eigener Regie aussühren zu lassen. Die Kosten des Unternehmens, das mit sehr vielen Schwierigkeiten verknüpft ist— Oldham ist be- kanntlich ein Fabrikzentrum der Textilbranche und darf sein Abzugswasser nicht in den Fluß, an dem es liegt, ableiten— sind aus vier Millionen Mark veranschlagt und die Räthe der Stadt würden sicher nicht eine so große Summe— 30 Mark auf den Kopf der Bevölkerung— ausgeben, wenn sie sich nicht vorher überzeugt hätten, daß die Stadt absolut nichts riskirte, sondern im Gegentheil sowohl vom Gesichtspunkt des Interesses der Steuerzahler als auch der Arbeiter besser dabei fährt. Aber freilich, die Stadtvertretunz Oldhams besteht nicht zu zwei Dritteln aus Leuten, die ein Steuerzensus zu berufsmäßigen Ver- tretern kapitalistischer Interessen macht.— Soweit die Korre- spondenz. Unseren verehrten Sladtoärern ist schon häufig dar- gelegt, wie die Verhältnisse in großen Städten außerhalb Teutschlands liegen. Sind sie unverbesserlich oder ist ihr Lachen das Zeichen das Beginns ihrer Besserung? Dann bitte: Lachen Sie weiter. Zur Eisenbahn-Sparsamkeit. Häufige Störungen kommen bei den F a h r k a r t e n- A n t o m a t e n vor, die auf dem ersten Treppenabsatz des hiesigen Anhalter Bahnhofes ausgestellt sind. Der mittlere Automat enthält nur Fahrkarten nach Marienfelde, Lichtenrade und Groß-Lichterfelde, die je zwanzig Pfennige kosten. Von dem Publikum, das entweder Bahnsteig- oder Fahrkarton für zehn Pfennige kaufen will, wird nun die Aufschrift:„zwei 10 Pfennigstücke", der kleinen Schrift wegen oft übersehen, und man steckt nur einen Nickel hinein. Da aber der Automal nicht mit sich handeln läßt, so verabfolgt er keine Karten; andererseits aber will das Publikum die Zehnpfennigstücke nicht im Stiche lassen, und die oft erst in der letzten Minute eintreffenden Käufer klopfen schimpfend an den Kasten, bis sie schließlich den Jrrthum gewahr werden. Man sollte, wie dies auch bereits anderswo geschehen ist, den 20 Pf.-Automaten durch ein Plakat mit großer Schrift besonders kenntlich machen. Zum Chariteeboykott. Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Graveure hat beschlossen. Kranke nicht nach der Charitee zu überweisen.— Einen gleichen Beschluß hat am 13. Oktober der Vorstand der Ortskrankenkasse der Möbelpolirer gefaßt. Die Pferdcbahnstrecke Moritzplatz— Britz ist seit Sonntag eröffnet. Die Anzahl der laufenden Wagen ist eine viel zu geringe, am Sonntag und gestern reichten sie keineswegs zur Be- wältigung des Verkehrs aus. Ueber eine empörende ärztliche Behandlung einer 79 Jahre alten Greisin wird uns von mehreren Seiten folgendes mitgetheilt: Die Wittwe W., die durch Handel mit Streichhölzern, Seifen u. s. w. ihr Leben zu fristen sucht, bedurfte ärztliche Behandlung wegen eines Bruchleidens. Zum ersten Male in ihrem Leben wendete sie sich an einem Armenarzt — Dr. S., Brunnenstr. 130—151,— dieser behandelte sie so, daß sie laut ausschrie, und als der Arzt noch bemerkte: Sie wollen wohl Unterstützung haben, da heute der 15. ist? auf seine Hilfe verzichtete und die eines Nichtarmenarztes in Anspruch nahm.— Es wäre zu wünschen, daß die Angelegenheit durch Beschwerde der Armendirclton mitgetheilt wird. Wegen Seisenschwindel endlich verhaftet. Sehr großes Aufsehen erregt in den Kreisen der Parfümerie- und Seifenbranche Berlins, ja ganz Deuschlands, die Verhaftung der Inhaber der Seifenfabrik von Wissing u. Komp., der Kaufleute Wissing und Mosesmaim. Unter der oben angegebenen Firma betrieben die beiden Geschäfts-- leute früher in der Weißenburgerstraße, jetzt in dem Hause Gollnowstraße 33 eine Parfümerie- und Seifenfabrik, welcher Mosesmann vorstand. Wissing war der Leiter einer in Leipzig stationirten Filialfabrik und die Inhaber beschäftigten in ihren Etablissements ein großes Personal. Schon vor etwa 6 Wochen theilten wir mit, daß große Betrügereien in der Seisenbranche stattfänden, insbesonders durch Fälschung von Schlußscheinen, wodurch kleine Kunden in der Provinz durch Reisende berüchtigter Parfümerie- und Seifen- fabriken betrogen, ja dem Bankrott nahe gebracht wurden. Zu diesen Firmen, welche die Fälschungen systematisch betrieben haben sollen, gehört auch die obengenannte Firma W. und Komp., deren einer Reisender, Burdach, wegen Fälschung von Waaren-Be- stellungsforinularen zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, sich aber der Strafe dadurch entzog, daß er sich am 14. d. M. in seiner Gefängnißzelle in Kassel erhängte. Indessen ging die Untersuchung weiter und die Firma W. und Komp. hielt es sur angezeigt, ihren Namen zu ändern; sie hieß seit einigen Tagen Neumann und Komp.!— Selbstverständlich ließ sich � die Behörde durch dieses Manöver nicht verblüffen: am Freitag voriger Woche wurde Mosesmaim verhaftet und, wie wir hören, wurde der Sozius in Leipzig gestern festgenommen. Die Bücher der Firma wurden beschlagnahmt und auch verschiedene Mitglieder des Personals verhaftet, so daß im ganzen acht Personen sich hinter Schloß und Riegel befinden. Es scheint ein recht lukratives Geschäft gewesen zu sein, diese „Schlußzettel-Fälschungsfabrik". denn, wie uns von gut unter- richteter Seite mitgetheilt wird, war die Polizei in der Lage, die auf der Reichsbank hinterlegten Guthaben der Firma in der Höhe von 300 000 M. mit Beschlag zu belegen. Die Unter- suchung in dieser Affäre gilt als noch nicht abgeschlossen, da die Zahl der Geschädigten in ganz Deutschland eine sehr große ist. Der verhaftete' Mosesmann ist eine auf den Berliner Renn- plätzen sehr bekannte Persönlichkeit.— Gleich und gleich gesellt sich gern. Zum Arbeiterrisiko. Der Schriftsetzer Zittrich, welcher in einer hiesigen Zeitungsdruckerei thätig ist, verletzte sich am ver- gangenen Sonnabend mit seiner„Ahle" nur so gering, daß nicht einmal aus der Stichwunde am Handknöchelgelenk ein Tröpfchen Blut hervorsickerte. Am Sonntag bildete sich nun an der ver- letzten Stelle eine Geschwulst, welcher von feiten des Z. gar keine Beachtung beigemessen wurde; aber schon vorgestern Abend war der ganze rechte Arm mit einer solch intensiven Röthe überzogen, daß Z. auf Anrathen feiner Kollegen schleunigst einen Arzt in der Zimmerstraße konsultirte, der denn auch Blutvergiftung kon- statirle und sogleich operativ eingriff. Selbstmord. Zu rekognosziren sind die Leichen zweier Männer, die in Vororten ihrem Leben freiwillig ein Ende gemacht haben. So wurde am Sonnabend Nachmittag eine Leiche von Fischern unweit der Norddeutschen Eiswerke zwischen Köpenick und Grünau aus der Dahme gezogen. Der etwa 40jährige Todte, dessen linke Hand verkrüppelt ist und dessen linker Arm kürzer als der rechte ist, war bekleidet mit braunkarrirtem Jacket- anzug; die wollenen Strümpfe sind mit M. T. gezeichnet. Der Selbstmörder hat graumelirtes Haar(Platte), starken schwarzen Schnurrbart und sogenannte Fliege. Gefunden wurde bei ver Leiche, welche höchstens drei Tage in, Wasser gelegen haben kann, ein schwarzledernes Portemonnaie ohne Inhalt, eine silberne Zylinderuhr nebst langgegliedcrter Kette und ein Trauring ge- zeichnet L. W. 1332.— Im Forst bei Nieder-Schönhausen wurde am gleichen Tage an einem Baume hängend die Leiche eines wahrscheinlich aus Berlin stammenden, etwa 35 Jahr all?n Mannes aufgefunden, welcher dem Kaufmannsstande angehört zu haben scheint. Der Todte hat dunkles Haar und röthlichen Schnurrbart; in dem neben der Leiche liegenden Filzhut ist die Firma Pusch, Brückenstr. 10b und Spandauerstr. 13, verzeichnet. Selbstmord eines Liebespaares. In tiefe Betrübniß sind zwei Berliner Familien durch den gemeinsamen Tod eines jungen Brautpaars versetzt worden. Der 22 Jahre alte Sohn Otto des Töpfermeisters Maybaum aus der Lothringerstr. 41, der in dem väterlichen Geschäft thätig ivar und auch bei den Eltern wohnte, hatte vor etwa Jahresfrist die jetzt 13 Jahre alte Tochter Klara des Lynarstr. 3 wohnenden Kaufmanns Duby kennen gelernt. Das junge Paar, das sich innig zugethan war, hatte sich ein gegenseitiges Eheversprechen gegeben und darin auch das Einverständniß der beiderseitigen Eltern gefunden. Maybaum, der sich am Montag zur Ableistung seiner Militär- " Die pflicht in Bromberg stellen sollte, erschien am Sonntag Nachmit das Bechen nicht gut vertragen fonnte, fiel ab und mußte nach zur Stelle war. Wegen Unterschlagung, und Urkundenfälschung tag gegen 5 Uhr bei seiner Braut, um sie angeblich zu einem dem Hotel gebracht werden. Hier nahm ihm Mayer das ge- war der Speditionslehrling Joseph Göz aus Friedenau an Spaziergange abzuholen. Beide waren in heiterer Stimmung. fammte Geld ab, fie ließen Pieper im Hotel liegen, und dampften geklagt. An Stelle des angeklagten Lehrlings" betrat aber ein Die Duby'sche Familie blidte stolz auf das stattliche Paar und mit ihrem Raube gen Magdeburg. Unterwegs fiel ihnen Garde- Ulan die Anklagebant, der von einem Unteroffizier esfortirt ahnte nicht, daß es soeben für immer Abschied genommen habe. aber ein, daß Pieper in seiner Mittel- und Hilfs- wurde. Der erstaunte Gerichtshof erfuhr, daß der Angeklagte, Als die jungen Leute am Abend nicht heimkehrten, wurde man losigkeit an ihnen zum Verräther werden müsse. Sie während die Anklage schwebte, als Freiwilliger beim 1. Garde ängstlich, tonnte aber weiter nichts in Erfahrung bringen, als telegraphirten daher an Pieper in Leipzig, fie ließen ihn nach- Ulanen- Regiment eingetreten ist. Gegen ein Mitglied der bedaß sich das Paar gegen Abend in einem Wirthshause der kommen und nahmen ihn auf dem Bahnhofe in Magdeburg in waffneten Macht" fonnte das Zivilgericht nicht verhandeln, die Müllerstraße aufgehalten habe. Am Montag früh gegen 5 Uhr Empfang. Nun ging ein tolles Leben los. Jn 21/2 Tagen ver- Aburtheilung der Sache wurde auf Beschluß an die Militärhörte ein Schiffer, der mit seinem Fahrzeug auf dem Plößensee lag, wirthschaftete das Kleeblatt 1860 M. Ihre Verschwendung lenkte gerichtsbarkeit überwiesen. einen markdurchdringenden Schrei und einen Fall in das Wasser. die Augen der Polizei auf sie, es wurden bei ihrer Verhaftung Berechtigt ein verwanztes Bett, das Gesinde zum Der Fährmann Stendel und der Todtengräber Richter forschten nur noch 1520. bei ihnen vorgefunden. Pieper fonnte nicht alsbald nach und landeten ein mit Taschentüchern aneinander unter Anklage gestellt werden, weil er nur seinen Vater bestohlen Verlassen des Dienstes? Das Schöffengericht zu Berlin entfestgebundenes Paar, aus dem das Leben bereits geschwunden war. hatte, der es ablehnte, einen Strasantrag zu stellen. Schlüter schied gestern diese Frage in verneinendem Sinne. Die unverDie Liebenden hatten sich von der Dampferbrücke aus in die und Mayer hatten sich dagegen der Anstiftung zum Diebstahl ehelichte Marie Bochum, welche wegen Verwanzung der Fluthen gestürzt. Seine Eltern wurden von dem Auffinden ihres und der Hehlerei schuldig gemacht. Zur Verfolgung dieser De- Betten und weil sie nicht satt zu essen bekam, den beim SchneiderSohnes durch die Polizei benachrichtigt. Bei der Familie Duby likte bedarf es eines Strafantrages nicht, beide wurden daher meister T. am 1. Juni cr. angetretenen Gesindedienst ohne lief am Montag früh ein Brief von der Hand des jungen Mäd- angeklagt. Mayer ist jedoch verschwunden und trotz steckbrieflicher Ründigung verlassen hat, wurde deshalb zu sechs Mark event. chens ein, worin es Abschied nahm und die elterliche Verzeihung Verfolgung noch( nicht ermittelt worden, so daß gegen Schlüter 2 Tagen Haft verurtheilt. Der Gerichtshof ließ den Einwand erbat wegen eines Schrittes, den es vorhabe. Gegen 2 Uhr allein verhandelt werden mußte. Sein Vormund hat nun den Ver- der Angeklagten, daß sie der Wanzen wegen eine Woche lang Nachmittags ging der Familie die Schreckenstunde zu. Die Ver- fuch gemacht, den jungen Mann als geistes gestört darzustellen. Aus auf den Küchendielen schlafen mußte, ohne Berücksichtigung, weil anlaffung zu dem gemeinsamen Selbstmorde wird in dem Um- diesem Grunde ist der Streisphysikus Dr. Philipp mit der Exploration Ungeziefer sich wohl beseitigen laffe. Diese Entscheidung steht stande gesucht, daß der junge Maybaum fich auf längere Zeit des Angeklagten amtlich beauftragt worden. Der Sachverständige selbst mit der veralteten Gesinde- Ordnung und der Interpellation infolge seiner Einberufung zum Militär von seiner Braut, einem entwarf ein charakteristisches Bild von dem geistigen Ent- durch das Reichsgericht in Widerspruch, ist aber ein bezeichnender bildschönen Mädchen, trennen sollte. wicklungsgange des jugendlichen Angeklagten. Derselbe führte Beitrag zur Lage der weißen Sklavinnen. aus, daß der Angeklagte geistig vollkommen gesund sei. Die Zum Recht der freien Meinungsäußerung. Familie sei in allen ihren Gliedern intakt, Anzeichen von be- Germania" hatte die Art der Selbsteinschätzung in Schlochau ginnender Degeneration seien nicht vorhanden. Der Angeklagte fritisirt. Hierin erblickte der Staatsanwalt eine Beleidigung der ist bis zu seinem 14. Jahre ein wohlerzogener Knabe gewesen, hat aber dann plötzlich begonnen, zu extravaziren. Das habe Mitglieder der Steuereinschätzungs- Kommission zu Schlochau und beantragte gestern einen Monat Gefängniß. Das Gericht feinen Grund darin, daß der Vater ein Jahr lang schwer trank erkannte auf 600 Mart Geldstrafe. Das nennt man staatswar, daß die Mutter bei der unausgesetzten Pflege des Gatten feine Zeit hatte, um sich um den Knaben zu fümmern. In rechtlich: Preßfreiheit. feiner Aufsichtslosigkeit gerieth der Knabe in schlechte GesellPolizeibericht. Am 16. d. M. Morgens wurde im schaft, er begann damit, Sachen zu versehen und später bestah! Luisenstädtischen Kanal, an der Adalbertbrücke, die Leiche einer er seine Mutter. Zweimal hat er einen Revolver besessen, er hat seinen Bruder damit bedroht, als dieser interveniren wollte, Frau angeschwemmt. Un der Großbeerenbrücke sprang eine als der Angelingte mit seiner Mutter Streit führte, weil dieſe Derlammlungen. Frau in den Landwehrkanal; sie wurde noch lebend aus dem ihm kein Geld geben wollte. Er hat seinen älteren Bruder bei Für die Genossen des ersten Berliner Reichstage. Waffer gezogen und nach dem Krankenhause gebracht. Vormittags fiel an der Ecke der Rittergasse und der Petristraße ein einer solchen Gelegenheit mit einer Kaffeekanne auf den Kopt Wahlkreises fand am 16. Ottober eine Generalversammlung geschlagen, einen Tobsuchtsanfall simulirt, indem er Wirth statt, in welcher Genosse Hoffmann einen Vortrag hielt über: Arbeiter infolge von Krämpfen zur Erde und verletzte sich schwer schaftsgegenstände zertrümmerte und Wasser in das Klavier goß. Wann beginnt die Revolution?" Eine Diskussion über den an der Stirn. Vor dem Hause Artillerieſtr. 23 wurde ein ais aber ein Schuhmann geholt wurde, war er plöglich ruhig; Bortrag fand nicht statt. Der Vorsitzende, Genosse Wernau, gab Bigarrenarbeiter von einem Mann, der ihm angeblich seinen ein wirklich Tobfüchtiger fürchtet einen Schuhmann nicht. Der hierauf einen kurzen Rechenschaftsbericht und der Kassirer Stock entwendet hatte, durch Messerstiche am Kopf verletzt. junge Mann sei raffinirt schlau, er verstelle sich ganz geschickt, Betermann die Abrechnung. Gesammteinnahme 426,15 M., Ein Schlächtermeister wurde in seiner Wohnung in der Rheins- indessen sei er geistig völlig gesund und normal entwickelt. Der Gesammtausgabe 294,90 m., Bestand 131,25 M. Die nunmehr bergerstraße erhängt vorgefunden. Nachmittags wurde im städtischen Park an der Wallstraße ein Gärtner durch einen Staatsanwalt beantragte 9 Monate Gefängniß. Der Gerichts- erfolgte Neuwahl des Vorstandes ergab: Genosse Mehner, 1. Vorsitzender; Genosse Wuttig, 2. Vorsitzender; Genosse Messerstich am Kopfe schwer verletzt. An der Ecke der Holzhof erkannte auf sechs Monate Gefängniß. to Petermann erster, Genosse Bachmann stellvertretender marttstraße und Raupachstraße wurde Abends ein Schuhmacher Vorfählicher Brandstiftung wegen wurde nach zweitägiger Stassirer; Genosse B u ch erster, Genosse Obsaret stellvertretender durch einen Rollwagen überfahren. Er erlitt bedeutende innere Wer: Verhandlung der Rolonialwaarenhändler Dresselt vom Schwur- Schriftführer; Genoffe Plath, Beisiger. Revisoren: Genossen legungen und mußte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gericht beim Landgericht Berlin I für schuldig erachtet und zu Bohn und Rehmann. Nach Bekanntgabe, daß bei der gebracht werden. In einer Schankwirthschaft Stallschreiber 2 Jahren Buchthaus, 5 Jahr Ghrverlust und 300 Mart Geld- Lassallefeier in Pferdebucht ein ührschlüffel mit Medaille geftraße wurde ein Metallschleifer von dem herbeigerufenen Wächter strafe verurtheilt. funden und in Empfang zu nehmen sei, forderte Genosse mit einer schweren Verlegung am Auge angetroffen und nach Anlegung eines Verbandes nach der Universitäts- Klinik gebracht. äterow auf, auf die Bekanntgabe der nächsten KommunalEr ist in der Trunkenheit mit anderen Personen in Streit ge wahl- Bersammlung im Vorwärts" genau zu achten. rathen und hat dabei die Verlegungen erlitten. Im Laufe des Tages fanden vier Brände statt. Thierquälerei. Ueber Quälereien von Gänsen kommen aus Rummelsburg wiederholt Klagen. Waggonladungen mit Gänsen kamen z. B. neulich aus Eydtkuhnen in Rummelsburg an. Unterwegs bekamen sie wenig Futter und Wasser. Beim Ausladen stellte sich heraus, daß der Frachtbrief fehlte. Bis zur Ermittelung des Empfängers müssen die Thiere unausgeladen stehen. Warum verauktionirt die Bahnverwaltung nicht die Thiere oder bringt sie wo anders unter? Theater. " Grup de Dr. Flatow vor dem Schwurgericht. Unter Ausschluß der Deffentlichkeit fand gestern vor dem Schwurgericht am Landgericht II die Verhandlung eines Standal- Prozesses statt. Auf Die sämmtlichen Filialen Berlins und Umgegend der der Anklagebank steht der 34jährige, unverheirathete, aus Infter allgemeinen deutschen Zuschuß-, Kranken- und burg stammende praktische Arzt Dr. Max Flatow, der beschuldigt Sterbekasse( Mainz) hatten zum Sonntag, den 8. Oktober cr., ist, in einer Menge von Fällen schwere Sittlichkeitsverbrechen Bormittags 10 Uhr, in den„ Parlamentshallen", Landsberger gegen weibliche Personen begangen zu haben, welche seinen ärztstraße 38, eine Generalversammlung anberaumt, welche, einem lichen Beistand suchten. Er soll seine unlauteren Zwecke theils allseitig ausgesprochenen Wunsche Rechnung tragend, sämmtliche durch Anwendung von Gewalt, theils mit Hilfe von narkotischen Filialen zu einer einzigen vereinigten, und für Berlin einen Das American- Theater hat mit der Aufnahme der Mitteln verfolgt haben und ist lange Zeit ungestört und un- 9föpfigen Vorstand wählte. Um jedoch den Mitgliedern die GntGründung Roms in der Möckernstraße" in fein Repertoir verfolgt geblieben, weil die Scham feinen Opfern den und richtung ihrer Beiträge zu erleichtern, wurden außer dem Kassierer einen guten Griff gethan. Diese parodistische Posse erhebt verfchloß. Wie arg es der Angeschuldigte getrieben haben soll, auch einige Vorstandsmitglieder mit der Annahme von Beiträgen ebenso wenig wie die anderen Vorführungen im American- geht daraus hervor, daß derselbe bald nach seiner Berhaftung betraut, während das Krankengeld nur vom Kassirer ausbezahlt Theater einen Anspruch auf besonders hohen künstlerischen Werth. gegen eine Raution von 20000 M. auf freien Fuß gefeht, wird, welchem allein auch die Krankenmeldungen sofort mitgetheilt Und trotzdem wie viel höher steht diese die Realistik" mit jedoch acht Tage später wieder in Untersuchungshaft genommen werden müssen. Der Kassirer ist außer in seiner Wohnung von Geschick verhöhnende Posse selbst an tünstlerischem Werth, wurde, aus welcher er heute auf die Anklagebank geführt wurde. 7-8 Uhr Abends, jeden Sonntag von 9-11 Uhr bei Tempel, originellen Einfällen und echtem Berliner Wiz über Auf- Angeklagter ist feit fünf Jahren praktischer Arzt, er praktizirte Langeftr. 65, zu sprechen und werden dort auch neue Mitglieder aufführungen wie„ Mauerblümchen" und dergleichen. Das Publikum zuerst in Berlin, siedelte aber im Januar 1892 nach Nixdorf genommen. In den Vorstand wurden gewählt: H. Schulz, Memelerlacht über die vielen ohne Prätension vorgetragenen Kalaner in über, weil er dort für einen Bezirk des Gewerks- Krantenfaffen- ftraße 60a, als Bevollmächtigter( Bahlstelle von 12-1 Uhr Mittags), diesem Stück, wie in den übrigen Darstellungen des American- vereins als Kaffenarzt angestellt wurde. In dieser Stellung G. Pawlowsky als dessen Stellvertreter; J. Dachs, Rottbuser Theaters aus vollem Herzen. Der Dichter, die Darsteller so- als Vertrauensarzt soll Angeklagter die Verbrechen be- Ufer 5, Kassirer, Buchdruckereibesitzer Reinte, Stallschreiberstr. 12, wohl der Posse, wie der anderen Vorstellungen errangen mit gangen haben, welche ihm zur Last gelegt werden. Die Staats- dessen Stellvertreter( Bahlstelle den ganzen Tag); G. Lehmann, Recht wiederholt lebhaften Beifall für ihr Talent, das Zwerchfell anwaltschaft hat aus der Zahl der zur Anzeige gelangten Fälle Heimstr. 3, Schriftführer( Bahlstelle von 7-9' Uhr Abends); alle diejenigen ausgeschieden, in denen die Anwendung von Kuzner, Königsbergerstr. 22, Stellvertreter; Siglach, Wollny und in lebhafte Bewegung zu verfeßen. Gewalt irgendwie zweifelhaft sein konnte und so führte der Er- Groß zu Beisigern. Die Zahlstelleninhaher wurden angewiesen, öffnungsbeschluß über das Hauptverfahren nur zwei vollendete von Mitgliedern, welche mehr als 6 Wochen restiren, ohne um Verbrechen vom 25. Mai und 1. Juni d. Js. auf. Gleich nach Stundung nachgesucht zu haben, keine Beiträge mehr anzunehmen. Verlesung des Eröffnungsbeschlusses wird die Deffentlichkeit aus- Die bisherigen in Tabatsläden befindlichen Zahlstellen bleiben geschlossen. Bur Hauptverhandlung sind seitens der Anklage- bestehen, dagegen ist die Zahlstelle in der" Post", Dresdner- und behörde und der Wertheidigung, die Rechtsanwalt Dr. Friß Reichenbergerstraßen- Ecke, aufgehoben. Friedmann führt, mehr als zwanzig Zeugen geladen. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Rammer VIII. Sigung vom Die Geschworenen votirten dahin, daß Dr. Flatow nur in Eine öffentliche Volksversammlung tagte am 16. Of14. Oftober. Hirschfeld und Silberstein heißt die von dem 74 Jahre alten Arbeiter Kobold bei der 8. Kammer einem Falle schuldig, in dem zweiten nichtschuldig sei. In dem tober in Ahrens Brauerei. Reichstagsabgeordneter Paul Singer des Gewerbegerichts auf Entschädigung für rechtlose plötzliche ersteren Halle wurde noch eine Unterfrage mit milderer Form sprach über die Ziele der Sozialdemokratie. In einem ausführ Entlassung beklagte Firma. Der Kläger giebt an, nach einer bejaht. Das Urtheil lautete dem Antrage des Staatsanwalts lichen Referat fritisirt Redner an der Hand des Erfurter ParteiKrankheit von neunwöchentlicher Dauer von der Firma, bei gemäß auf zwei Jahre Gefängniß, wobei der Präsident programms die gegenwärtigen gesellschaftlichen Mißstände und erklärt welcher er 13 Jahre in Arbeit stand, nicht wieder besonders betonte, daß trotz der milderen Auffassung der Ge- eingehend die im II. Theil des Programms enthaltenen Forderungen: eingestellt worden zu sein und beantragt, die Beklagten zu verschworenen auf eine verhältnißmäßig, strenge Strafe erkannt In der Diskussion wurden die Gegner, die anwesend waren, verurtheilen, an ihn zwei Wochenlöhne, zusammen 33 M., zu zahlen. werden mußte, weil der Angeklagte feine Sprechstunden zur Be- geblich aufgefordert, das Wort zu nehmen. Einstimmig nahm Die Einwendung der Beklagten, vertreten durch den Oberdrucker friedigung seiner strafbaren Sinnlichkeit benutzt habe. dann die sehr gut besuchte Versammlung folgende Resolution an: „ Die heutige Voltsversammlung schließt sich den AusSchmidt, daß sie auf grund des§ 123 8 der Gewerbe- Ordnung Die nächste Session des Schwurgerichts am Landgericht führungen des Referenten voll und ganz an. Sie erkennt, daß ( der Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit als Entlassungsgrund angiebt), zu ihrem Verhalten berechtigt waren, wurde vom Ge- Berlin wird am 6. November unter dem Vorsitz des Land- die heutige Gesellschaftsordnung unhaltbar geworden ist, in der richt mit Recht nicht für stichhaltig erachtet, da Beklagte nicht gerichtsdirektors Ha a ck beginnen. Dem Vernehmen nach wird nur Noth und Glend in krasser Form, dem auch der heutige einmal den Versuch eines Beweises angetreten hatte und Kläger, in dieser Tagung auch die Anklage gegen Hugo Löwy und Ge Staat nicht mehr abzuhelfen im stande ist, hervortritt. Die Ander 18 Jahre hindurch sich bei der Beklagten abgerackert hatte, noffen wegen betrügerischen Bankrotts bezw. Beihilfe dazu zur wesenden verpflichten sich daher überall, besonders auch bei doch nicht plötzlich als aus Altersschwäche zu weiterer Arbeit Verhandlung kommen. Den Angeklagten ist jetzt die Anklage zu- Wahlen, für die Prinzipien der Sozialdemokratie einzutreten, un unfähig geworden sein fann, weil er neun Wochen frant zu sein gestellt worden. bald die politische Macht zu erringen und somit dem interdie Kühnheit hatte. Beklagte wurde dem Klage Antrage entnationalen Sozialismus zum Siege zu verhelfen." sprechend verurtheilt. V = " Eine gefährliche Weinpauscherei fam gestern vor dem Unter Verschiedenem ermahnte Genosse Pfarr diejenigen, welche hiesigen Landgericht 11 gegen den Droguisten Nohr zur Ver- sich Sozialdemokraten nennen, auch zu den Kosten der Agitation Aus der feinen Gesellschaft. Gymnasiastenstreiche behandlung. Im Verfolg einer ministeriellen Verfügung wurde fräftig mit beizutragen; Listen zur Stadtverordnetenwahl könnten schäftigten heute die erste Straffammer am Landgericht II. Auf auch bei dem Angeflagten ein als garantirt reiner Totayer bei ihm, Wilsnackerstr. 49, entnommen werden. Von der der Anklagebant stand der 17jährige Gymnasiast Wilhelm Frit Kinder- und Krankenwein" beschlagnahmt und dem Reichstagswahl ständen noch immer drei Liſten aus, die trotz Johannes Schlüter aus Berlin. Der Angeklagte ist ein jitt- Gerichtschemifer Dr. Bein zur Untersuchung übergeben. Der wiederholter Aufforderung an die Inhaber derfelben, abzurechnen, lich verwahrloster Bengel, der seine Mutter, eine Beamtenwittwe, felbe begutachtete, daß dieser Wein" hauptsächlich aus nicht abgeliefert seien. Es sind dies Nr. 719, auf die der Malerschon mehrfach bestohlen hat. Am 7. April stahl er derselben Spiritus und 3uderwasser besteht und bei der rigo- gehilfe Sch I impert 2,40 m. gesammelt haben soll, und die 300 M., die er mit seinem gleichaltrigen Freunde, dem 15jährigen, rosen ungarischen Wein- Gesetzgebung und Beaufsichtigung nicht rn. 701 und 703, die der Maurer Kinder, Stromstraße aus Ober- Salzbrunn im Kreise Waldenburg in Schlesien stammen einmal in Ungarn fabrizirt sein könne. Es werden hier selbst wohnhaft, habe. Redner fordert ferner die Parteigenossen, welche den Kaufmannslehrling Otto Friz Mayer, der in Verlin in billigere Ungar Süßweine als zu dem vom Angeklagten schulpflichtige Kinder haben, zum Austritt aus der Landeskirche der Lehre stand, theilte und an einem Tage vollständig durch erzielten Preise von 3 M. pro Liter von reellen Firmen ver- auf. Hermerschmidt ermahnt zum Eintritt in den Wahlverein, brachte. Beide kauften sich Havelocks, Hüte und Revolver, doch kauft; diese werden aus reinem Ungarwein und Trockenbeeren Niez ersucht die anwesenden Schiffer, dafür zu sorgen, daß die betrogen sie das Geschäft von Wertheim noch um den Preis erzeugt und seit Jahrzehnten gerne getrunken. In der Schifferversammlung am Sonntag, den 22. Oktober, bei Buggen eines Havelocks und eines Hutes, indem sie die Abreißzettel That bekundete der Zeuge, daß der Wein" von einer hagen gut besucht werde. Auf Anfrage eines Genossen erflärt mit dem vermerkten Preise außer einem an der Kaffe nicht Bremer Großhandlung als reiner Malvasier" aus Griechenland Singer, daß die Absicht bestehe, während der Tagung des Landpräsentirten. Was sie sonst noch von Geld besaßen, brachten sie stammend, unter Vorzeigung eines Analysen- Attestes verkauft tages den Herren, welche darin sizen, durch Massenversammlungen an einem Tage in Damenkneipen durch. Anstatt nun Neue zu wurde, Dr. Bein erklärt, es sei bekannt, daß unbedeutende Fir- vorzuhalten, daß die Arbeiterschaft die Einführung des allgeempfinden, falkulirten die beiden Kumpane, wie sie zu mehr Geld men in der unerhörtesten und reklamehastesten Weise die Namen meinen, gleichen, geheimen Wahlrechts auch für die Landtagsgelangen fönnten. Dabei erinnerte sich Mayer seines Freundes, der untersuchenden Chemiker mißbrauchen, um glauben zu machen, wahlen verlangt. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie des Gymnastasten Willy Pieper, des Sohnes eines Rentiers daß jeder Wein untersucht worden ist oder daß der Chemiker, schloß die Versammlung. in Neu- Weißensee. Diesen beredete Mayer, seinem Vater der einmal eine oder mehrere Weinproben untersucht hat, eine " " des Nachts die Schlüssel zum eisernen Geldspind zu entwenden ständige Aussicht ausübt. Ueberdies hat der Sachverständige, Eine öffentliche Versammlung der Wähler des 13. und aus letzterem zu nehmen, was an baarem Gelde vorhanden wie er betundete, öfter anscheinend in Bremen fabrizirte Port, Kommunal- Wahlbezirks stellte am 16. Oftober als Kandidaten sei. Die Burschen waren raffinirt genug, dem 14 jährigen Bieper Stap- u. dgl. Süßweine" als reinste Kunstprodukte, in denen kein dieses Bezirks bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen eine betäubende Flüssigkeit zu übergeben, um damit den Vater Wein nachweisbar sei, erklären müssen. Der Gerichtshof war den Zigarrenhändler Gottfried Schulz, Rottbuserstr. 40 a während des Schlafes zu betäuben. Pieper hat dieses Betäubungs- mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß der Angeklagte beim auf und wählte ein Komitee, bestehend aus den Genoffen mittel nicht zur Verwendung gebracht, es gelang ihm, dem Vater Ankauf eines Kinder- und Krankenweins" die nöthige Vorsicht F. Lehmann, Traged, Runge, Seidel und Vogt. die Geldschrankschlüssel während des Schlafes zu stehlen, das verabsäumt hat. Er wurde deshalb zu einer Geldstrafe von Geldspind zu öffnen und 3900 Mark an sich zu bringen. Am 30 m. verurtheilt. Eine öffentliche Kommunalwähler Versammlung für Morgen des 9. April warteten Schlüter und Mayer schon frühden 41. Bezirk tagte am 15. Oktober im Weddingpark. Stadtzeitig auf Pieper; als dieser erschien und Geld brachte, begaben Aus feltener Veranlassung mußte gestern von der zweiten verordneter Bogtherr erstattete Bericht über die Thätigkeit der fich alle drei zum Anhalter Bahnhof und fuhren von hier nach Straffammer am Landgericht 11 die Vertagung einer Sache be- Stadtverordneten- Bersammlung, deren freifinnige Majorität sich Leipzig. Hier lebten sie in dulci jubilo, der kleine Pieper, der schlossen werden, obwohl der Angeklagte und der einzige Beugel auch in den letzten Jahren wieder als devot nach oben und Der Verein zur Negelung der gewerblichen Verhält nisse der Töpfer für Berlin und Umgegend hielt am 12. Oktober eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Stellung zur Fenster- und Koakskorbfrage genommen wurde. Die Streifleitung wurde wiederum dem Vorstande( übertragen. Da die Arbeitern die Frage bereits genügend ventilirt war, ging man zur Regelung der Wanderunterstützung über und wurde beschlossen: Jeden zugereisten Kollegen, der auf dem Boden des Vertrauensmänner- Systems steht, 2,50 M. Wanderunterstützung zu gewähren. Ferner wurden zum Schluß die Kollegen ersucht, dem Verein zur Montagsversammlung Material über den Zustand der Bauten zu überweisen. von V straße 133: Unterricht in Rechnen und Deutsch( oberes). Bei allen Unters richtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jetzt, im Laufe des Semesters, eintreten. 8% Uhr, bet Beige, Triftstraße 1. 1 Weins Gesangverein der Kupferschmiede, bei Feind. 1. Concordia". Gitschinerstraße 55 bet Haase." Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bei Schneider. Gesangverein Freiheitstlänge, Alte Jakobstraße 68. Unverzagt angestr. 65 bei Tempel.- Gefangverein 2orbeertranz 2. Gesangverein Liebeslust in Fürstenwalde Sängerchor der maler, Stall-Freiheits- Gruß, Schönhauser Gesangverein Moabit, Waldstraße 52 bei Gohr. brutal nach unten gezeigt habe. Die angeblich sparsame Wirth- die Filiale zählte am Schlusse des Vierteljahres 1114 Mitschaft dieser freisinnigen Verwaltung zeige fich in den niedrigen glieder. Die Abrechnung vom Sommerfest ergab eine Einnahme Löhnen, welche die Stadt, wo sie als Unternehmer auftritt, zahle, von 481,40 m., eine Ausgabe von 332,75 M. Der Ueberschuß Lese- und Diskuti rklubs. Mittwody. Johann Jacoby, bei Frig in der Vernachlässigung der Fürsorge für die Gesundheit der von 148,65 M. wurde einem früheren Beschluß gemäß den Ließte, Schwedterstr. 33. Heine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. Arbeitenden und in dem daraus sich ergebenden Zunehmen arbeitslosen Kollegen überwiesen. Des weiteren beschäftigte sich jed. Monats, Ab. 8 Uhr, im Restaur. Grube, Martendorferstr. 10.- Gefund - Gletch des Armen- Etats. Redner beleuchtet des weiteren die ablehnende die Versammlung mit dem Brandenburger Streit; folgender beit, Abends 8% Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123.- Seine, Rirdorf brunnen, Abends 8 Uhr, bei Haferland, Bellermannstr. 87. Haltung, welche die freisinnige Mehrheit gegenüber den An- Fall, der von einem direkt an der Sache betheiligten Kollegen Abends 8% Uhr, bet Schmidt, früher Albrecht, Knesebeckſtr. 82. Otto trägen der sozialdemokratischen Stadtverordneten auf unentgeld vorgetragen wurde, giebt ein Beispiel, mit welchen Mitteln den Reimer, bei A. Brosch, Wilhelmshavenerstr. 23.- Einigkeit, Abends liche Abgabe der Lehrmittel an die Gemeindeschüler, auf aus Streifenden gegenüber gekämpft wird; nach den Ausführungen des Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Menderungen kömmliche Löhnung der städtischen Arbeiter, auf Uebernahme der Kollegen wurde er vorige Woche, als er in der Straße auf und ab im Bereinstalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 žr. sämmtlichen Gasanstalten, der Anschlagsäulen 2c. in eigenen ging, in welcher sich das Fabrikgebäude der Kunst- und Verlagsanstalt stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. UebungsLiebesfre theit 1, Betrieb der Kommune, auf Inangriffnahme nothwendiger( Aktien- Gesellschaft) befindet, mit noch einem anderen Kollegen andreasstr. 26, bei Wilte.- Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauser= Bauten 2c. zur Linderung des Nothstandes in dem legten Winter ohne jeden denkbaren Grund verhaftet; beide wurden an Ketten ftraße 22-23, Bögow's Brauerei. Hilaritas, Hochstraße 32 a, bet eingenommen hat. Bei vielen anderen Anlässen habe die frei- geschlossen nach dem Amtsgefängniß transportirt und erst nach Schulzestr. 27.- Gefangverein ber Steinmeyen, Flemmingstr. 6 bet Mann. Wilfe.- Deutsche Eich e, Blumenstr. 46 bei Went. Echo 1 Bankow, finnige Verwaltung freilich auch sich alle erdenkliche Mühe ge- 48 stündiger Haft wieder entlassen. Sodann beschäftigte sich die yra 1, Raupachstr. 6, bei Stachel.- Hand in hand 1, Reichenbergergeben, nicht knickerig zu erscheinen. So habe sie zu einer Reihe Versammlung mit der Wahl des 2. Vorsitzenden und wurde ftraße 16 bei Päboldt. Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburgervon neuen Kirchen die Grundstücke unentgeltlich hergegeben, Kollege Alb. Schulz für diesen Posten einstimmig gewählt; nach Zindowerstr. 26. Rütli, Friedenau im Kurhaus.- or wärts 5, FriedrichsKommunikation 16, bet Glaser. Unverd rossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, ferner mit dem Gelde nicht gefargt für Dinge, wie das dem noch auf das am 11. November in der Brauerei Friedrichshagen, Rundtheil, b. Zerche.- 2 orbeertrans, Lichtenbergerstr. 21 b. Heise. Forckenbecken", für Empfang des italienischen Königs, für das bain stattfindende Winterfest des Vereins aufmerksam gemacht Südo ft 1. Köpniderstr. 191, Restaurant. No the Nette, Schöneberg, GolzEchüßenfest im Jahre 1891 u. s. w. In der Diskussion war, dessen Ueberschuß wiederum den arbeitslosen Kollegen zu straße 11 straße 43, bei Siegeler. nahmen Gegner nicht das Wort, es sprachen aber mehrere Ge- gute kommen soll, erfolgte Schluß der Versammlung. nossen. Einer derselben beschwerte sich über den umständlichen Geschäftsgang, der bei Erledigung der An- Charlottenburg. Am 15. Oktober tagte hier eine gutDranienstraße 190 bet Ratsch. Lehrmitteln ein- besuchte Kommunalwähler- Versammlung, in der Genosse bet Saupt, Müncheberger Chaussee. träge auf unentgeltliche Abgabe geschlagen wird. Die Versammlung stellte als Kandi- Mener unter lebhaftem Beifall einen mit Interesse verfolgten schreiberstraße 29 zum eichenen Stab. daten für den 41. Bezirk einstimmig den bisherigen Stadt- Vortrag über:" Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen" ee 46 bei Buffe. Gesangverein Hoffnung 3", Brandenburg a. H. verordneten Genossen Vogtherr wieder auf. Unter Verschiedenem hielt. Nach einigen einleitenden Worten über die Nothwendig- Ramps Galon.- Gefangverein Ganges blüthen Blumenstr. 38 bei Hente. Männer Gesang= theilte der Vorsitzende mit, daß der Wirth des„ Berliner Prater", keit der Betheiligung an den Stadtverordneten- Wahlen, erläutert verein iederlust, Fichteſtr. 29 bei R. Krösche. Gefangverein der Eigenthum der Brauerei Pfefferberg ist, Herr Kalbo, sein Redner die Thätigkeit der Stadtverordneten in der Verwaltung, le ich heit", Pappel- Allee 3-4 bet A. Meinhardt. Gefangverein Lokal unserm Vertrauensmann für Abhaltung einer Versammlung in der zu Nußen der Arbeiter manche Reform eingeführt werden yra 3, Brit, Bergstr. 65 in Rixdorf. Gefangverein Freiheitstlänge 2 Eberswalderstraße 5. Raiser'scher Quartettverein, Krautstr. 6 bei Rudolf. verweigert hat. Ferner wurde hervorgehoben, daß im 41. Bezirk bar in die Berjamaretung wurden mehrere Anträge unterbreitet,- Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- Gesang= 10 413 Wähler eingeschrieben sind, daß also die Genossen auf die für die Wahl gleichsam ein Programm bieten sollen. verein Sängerfreiheit, Naunynstr. 43 bei Frizz Fröhlich. Junge dem Platze sein müssen, wenn unser Kandidat in der Wahl fiegen Anträge: 1. Unentgeltlichkeit aller Lehr- und Lernmittel in Manteuffelstraße 45 bet 2iewald.- Einig, Straußbergerstr. 3 bei Birk. Giche, Reinickendorf, Gesellschaftsstr. 11 bei Hartmann. Georginia, soll. Ein Genosse tadelte es, daß im ganzen Norden noch immer den Volksschulen. Aerztliche Kontrolle des Gesundheitszustandes ,, Vorwärts" 7 Rummelsburg, Rummelsburgerstr. 11 bei Borchmann. feine Bedürfnißanstalt für die Frauen errichtet ist. Ein anderer in den Schulen. Verabreichung von warmem Frühstück an die Seeger'scher Männerchor, Frankfurterstraße 18 bet kaprolatis. Redner hob Mängel in der Armen- Krankenpflege hervor. bedürftigen Schulkinder. 2. Gehaltserhöhung der unteren An- Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bet Krause. Süd- Ost 2, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwig. gestellten der Stadt, sowie aller städtischen Arbeiter bei Ein- ftraße 43 c bei Lorenz. Felsenburg, RoppenGemischter Chor Wedding, Müllerstraße 7 bet haltung höchstens achtstündiger Arbeitszeit. 3. Beseitigung Reichert. des Submissionswesens bei Vergebung aller städtischen schriften find zu richten an P. Senter, Bergmannstraße 14, Hof 2 Tr.) Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu Arbeiten. Üebernahme derselben in eigene Regie resp. Mittwoch: Pollack- Klub& u ftige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Stewald. Berücksichtigung derjenigen Unternehmer, welche ihren Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. Humo= diesen gestellte Forderungen bewilligt Rauchflub Giferne Pfeife, Triftstr. 1 bet Hoffmann ristischer Rauchflub, Görligerstraße 42 bei Picht. Geselliger haben. 4. Wegfall aller Unkosten für Beerdigungen und für Verein Brüderlichteit Georgenkirchstraße 65 bei Müller. Musttverein Grabstätten. 5. Verweigerung aller städtischen Gelder zu so- Bautenschwengel Annenstraße 16 bet Ehrenberg. Verein Rhetorit genannten patriotischen oder Sportzwecken. 6. Bekämpfung aller Naunynjir. 86 bei Bubeil Abends 8½ Uhr. Geselliger Verein Hoffnung etwa später zu planenden indirekten Steuern. 7. Jnangriff Freunde, Wein- und Mehnerstraßen- Ecke Abends 9 Uhr. Lebuferstraße 5 bei Nemit( alle 14 Tage). Rauchklub Gutgesinnter Theaterverein nahme nüßlicher städtischer Arbeiten bei eintretender Arbeits- Proletariat, Naunynſtr. 83 bet köhn. Vergnügungsverein Amor II, losigkeit. 8. Errichtung von städtischen Volksbade- Anstalten. Prinzen- Allee 10' bet Bergemann. Touristentlub Freiheit und Wohlergehen, Neuenburgerstr. 37 bei Wegenberg. 9. Vermehrung der öffentlichen Bedürfnißanstalten, auch solcher für Frauen. 10. Neuordnung der Armenpflege. 11. DeffentlichDie zentral organisirten Töpfer hielten gleichfalls am teit aller Gemeinderathssigungen. 12. Sofortige unentgeltliche Bormittag de 16. Oftober eine Versammlung ab, die von etwa Desinfektion bei Epidemien und ansteckenden Krankheiten. 200 Personen besucht war. Die Tagesordnung lautete:" Die Lage 13. lebernahme a Iler Unternehmungen öffentlichen Charakters, des Fensterstreits und Vereinsangelegenheiten." Paarmann wie Kehrichtabfuhr, Pferdebahnen, Sanitätswesen, Wasserwerke berichtete, daß die Situation günstig ist. Nur 17 Bauten resp. u. dgl. m. 15. Antrag Klück: Errichtung eines städtischen Arbeitsderen Besitzer find der Forderung, bis zum 16. Oktober ihre nachweises unter Leitung eines mit den wirthschaftlichen Verhältnissen Fenster zu verglasen, nicht nachgekommen. Im ganzen sind vertrauten Arbeiters. Eine Kommission, zu gleichen Theilen mit jetzt 187 Streifende gemeldet, von denen 75 dem Zentralverband Arbeitnehmern und Arbeitgebern gewählt, überwacht den mit angehören. Die Zahl der Streifenden dürfte sich im Laufe der Leitung der Geschäfte Beauftragten. Diese Kommission soll die Woche noch bedeutend vermindern, da auf vielen Bauten die Befugniß haben, auch die Arbeits-, Wohnungs- und ErnährungsGlaser eifrig an der Arbeit sind, den nur allzu berechtigten Verhältnisse der arbeitenden Klasse zu kontrolliren und für Be Wünschen der Töpfer zu genügen. Besonders hartnäckig ver- seitigung eingetretener Mißstände sorgen. In der Diskussion halten sich die Bauunternehmer folgender drei Bauten: Tauen- schildern mehrere Redner die geradezu entsetzlichen Zustände in der zienstraße( Töpfermeister Jünger), Kaiser Wilhelmstraße Druckerei des Herrn Stadtrath Gär 3, dessen Arbeitsräume vom ( Töpfermeister Gartmann) und Putbuserstraße( Töpfermeister Schmuz starren. Beschäftigt find in seinem Betriebe 13 Gehilfen Wenzel). Die Forderung der Streifenden richtet sich nicht und 14 Lehrlinge. Diese schwunghafte Lehrlingszüchterei wurde dahin, daß der ganze Bau verglast sein müsse, sondern daß nur vom Buchdrucker Faber scharf gegeißelt. Sellin schildert der Die betreffende Etage zugfrei herzurichten ist, in der sie arbeiten Versammlung die Veranlassung, die den Rücktritt des Stadtrath sollen. Rohtohi theilte mit, daß in Nixdorf sämmtliche Bartsch aus der Gemeindeverwaltung zufolge hatte. Bauten verglast sind bis auf den Bau Tresckowstraße( Töpfer- Genannter Herr, des Freisinns, hat nach meister Wendt), wo jedoch die betreffenden Töpfer unorganisirt einer Darstellung der Charlottenburger Zeitung" feine sind und sich am Streit nicht betheiligen. Den Wünschen der ehrenamtliche Stellung zu Privatspelulationen benützt, die es Töpferträger, daß auch die Flurfenster verglast sein müssen, soll dann selbst den Herren Stadtverordneten für nothwendig erscheinen insofern Rechnung getragen werden, daß jeder Töpfer dafür zu ließ, besagten Herrn nicht mehr aufs neue als Stadtrath zu sorgen und nöthigenfalls auch dafür einzutreten hat, daß wählen, weshalb denn auch der stille Rücktritt des Herrn stattdie Flurfenster der betreffenden Etagen mit Brettern verschlagen sand. Trotzdem ließ es sich der Oberbürgermeister gelegentlich werden. Die Kollegen Greier und Weigert wurden als eines Abschiedsessen zu Ehren des Wackeren nicht nehmen, eine Streitfommission gewählt. Das Streikbureau befindet sich C., Rosen- fulminante Rede zu halten über die Verdienste des Edlen für die straße 30 bei ernau, von 8-12 und 2-6 Uhr. Die Höhe Stadtverwaltung. Diese Zustände in der Stadtverwaltung geben der Streikunterstützung festzusehen bleibt einer am Freitag statt- gewiß auch manchem Indifferenten Anregung, mitzuhelfen, daß findenden Versammlung vorbehalten. Alle Streifenden, welche durch die Wahl einiger Genossen in diese Körperschaft den dem Verein angehören, sind unterstützungsberechtigt, doch soll Herrn ein wenig auf die Finger gesehen wird. Bei der Abdenen, welche länger als 13 Wochen mit ihren Beiträgen im fimmung über die Anträge gelangten alle zur Annahme und Rückstande sind, diese von der Unterſtüßung in Abzug gebracht wurden hierauf folgende sechs Kandidaten aufgestellt: Her werden. Mante verlaß hierauf die Abrechnung der frei mann ernice( Restaurateur), Otto Siegrist( Schlosserwilligen Beiträge. Zu Anfang des dritten Quartals betrug der meister), August Sellin( Tischler), Gustav Beyer Bestand 225,35 M. Einnahmen waren aus Marken vom Ge-( Spediteur), Paul Wolter( Restaurat eur), Otto Goerte neralausschuß 50,20 M., aus Berliner Marken 102,05 M. Jns( Buchdrucker). Zum Schlusse richtete Genosse Bunge einen leb gesammt mit diesen und diversen kleinen Beträgen ergab sich baften Appell an die Anwesenden, am Tage der Wahl voll und eine Einnahme von 423,20 M. Die Ausgaben beliefen sich auf ganz ihre Schuldigkeit zu thun. 190,60 M., mithin verblieb am Schluß des dritten Quartals ein Bestand von 232,60 m. Die Besprechung verschiedener Miß- Der Arbeiter- Bildungsverein für Johannisthal, Niederstände auf der Herberge, Gipsstraße 3, zeitigte einen Beschluß, Schönweide und Umgegend hatte zu Sonnabend, den 7. Oftober, den Vorstand zu beauftragen, im Zentrum eine neue Herberge eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen einberufen. nebst Verkehrslokal zu suchen. Die zugereisten Mitglieder des Die Versammlung beschäftigte sich mit dem Thema: Die wirthZentralverbandes sollen in Zukunft aus der Lokaltasse ein ein- schaftlichen Umwälzungen im 19. Jahrhundert." Unter Ver= maliges freies Nachtlogis erhalten. An Stelle des Kollegen schiedenem verlangte Genosse Feldner darüber Aufschluß, wie Vogel wurde Abendroth als Revisor gewählt. Ueber die Bauten des Töpfermeister Jänicke aus Rathenow wurde die Sperre verhängt. Säule " man sich Herrn Weißer gegenüber verhalten solle. Der Ver: trauensmann beantwortete dies dahin, daß Herr Weißer nicht mehr als Parteigenosse zu betrachten ist und er die Sache hierdurch für erledigt halte. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein no spe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 Restaurant Kayser, Stalizerfir. 22. bei Nebelin. Männer- Gesangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Musit- Dilettantenverein Preciosa, Tegelerstraßen- Ecke. teuffelstr. 9.Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manabend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughofstr. 8. Straftturnverein Jugendkraft, jeden Mittwoch und SonnTurnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. in der Turnhalle, Fretenwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Brunnenftraße 154, Lokal Konkordia. Reed, Lothringerstr. 94. Theater- und Vergnügungs- Berein Humanitas Abends 9% Uhr bet bei Schulz, Veteranenftr. 18. Theaterverein Bultania 2", Abends 9% Uhr, Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerstraße 101. Theater- und Lesetlub Morgenroth, ieden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Reſtaurant Diete, Bothringerstr. 67. Sommer, Grünstraße 21. Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergerverein" Frei Weg", Abend 9 Uhr bet Stedlutad, Manteuffelstraße 86. Arbeiter Zitherklub Freiheitstlänge", Abends von 8-11 Uhr, bei N. Pommerente, Bahnstraße 23, am Bahnhof Großgörschenstraße. Bithertlub Alpenglöckchen- Edelweiß. Uebungsabend Gipsstr. 11 bet Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler willkommen. Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sizung mit Damen bei Weigmann, Andreasstr. 82. Rauchflub Rothe Nelte, bei Steuer, Weinstr. 22. Rauchklub Roochloch, Abends 9 Uhr, bet Kierstein, Admiralstr. 33. au club, Abends 9 uhr, bei A. Niemann, Görlitzerfir. 42. Rauchklub Humoristischer Sanssouci, Boechstraße 51. Rauchflub Ohne 3wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinſtr. 28. Rauchklub Grüne Quaste, abends 9 ur, bet Bittler, Mariannenstr. 48. Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchtlub Vultan, Abends- 9 or bet bet muß, Jostystraße 8. Straße 121a bei Schöbel. Rauchklub Vorwärts Süd- Ost" Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarstr.- 52. ftraße 149. Fidele Brüder, bei. Mrose, Lachmannstr. 5.- Touristen= Rauchklub, Goldene Dua st e", Abends 9 Uhr Rauchklub Schmotes Werte, Köpenicker= " abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwedel. Waldemarstraße 74 bet George. Humoristische Pfeifem.brüder Rauch klub Rauchklub u stige Brüder Abends 8% Uhr Manteuffelstr. 65 bet Möbius. Rauchttub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Staltzerstr. 41. Altdeutscher Rauch flub bet Gadecke, Münchebergerstr. 5.Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. Nr. 5 bet Bogt. Rauchklub Granada Abends 9 Uhr, Forsterftr. 40 bet Tuguntte. Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Restaurant 62 Königstrasse. Guests are welcome. German American Club Uncle Sam. 8,30 rp. m. at English Conversational Club Shakespeare, Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 86, Guests are welcome. 161 Sprechtlaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafül: abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Ihr Bericht über die Hauptversammlung der deutschen BodenKnopfarbeiter hielt am 15. d3. Mts. seine ordentliche General- In Köpenick fand am 15. Oktober eine öffentliche Töpfer der Landwirthe fundgegeben habe". Das ist durchaus unzutreffend. reformer enthält die Bemerkung, daß ich Neigung für den Bund versammlung ab. Der Kassirer gab der Versammlung den Kaffen- versammlung statt, welche sich des näheren mit der Fenster- Ich erwähnte den Bund als einen Beweis, wie sehr selbst der bericht pro Juli/ September. Die Einnahme betrug 44,30 M., und koakskorbfrage beschäftigte. Kollege Daudert erstattete sonst so ruhige Stand der Bauern in Bewegung komme, weil er Die Ausgabe 27,70 M., Bestand 170,50 M. Ueber die Frage: eingangs derselben Bericht über die in Berliner Versammlungen fühle, daß der gegenwärtige Zustand unhaltbar sei. Die Ab" Sit es vortheilhafter für uns, daß wir einem anderen Verein gefaßten Beschlüsse, worauf die Versammlung beschloß, sich gleich hilfsmittel aber, welche der Bund der Landwirthe vorschlägt beitreten?" entspann sich eine lebhafte Debatte. Schließlich falls für die Durchführung dieser Beschlüsse zu erklären. So-( Kornzölle 2c.), bezeichnete ich ausdrücklich als falsche. Das ein wurden die Kollegen Freytag, Schütt und Spieß gewählt, dann wurde noch mitgetheilt, daß bei der Firma Noak der Tarif zige Rettungsmittel ist meiner Meinung nach die Vergesellschaf= um sich mit dem Vorstand des Vereins der Hilfsarbeiter in Ver- nicht bezahlt wird. tung des Grund und Bodens. Als der Nittmeister Reinecke in bindung zu setzen und der nächsten Versammlung Bericht zu erftatten. Nachdem noch verschiedene Mißstände in den hiesigen Köpenick. Am Freitag, den 13. Oftober, tagte hier eine einer Reſolution u. a. den Versuch einer Annäherung an diesen Knopffabriken zur Sprache gekommen, bewilligte man den fireiten- gutbesuchte Volksversammlung, in der Genosse A. Hoffmann Bund empfahl, wurde auf meinen Antrag hin dieser Paffus den Steinbruckern der Firma Raufmann in Brandenburg 30 an. unter lebhaftem Beiſall über:" Die zehn Gebote" sprach. Der gestrichen. Adolf Tamaschte, und für das Gewerkschaftsbureau 10 M. Im Verein Dentscher Schuhmacher( Filiale Berlin III) hielt am 9. Oktober Kollege Fleischer einen Vortrag über " 3wed und Ziele unserer Gewerkschaftsbewegung". Die Wahl Der Ortsverwaltung ergab folgendes: Bau, erster Vorsitzender; Schmidt, Saffirer; Dittmar, Schriftführer; Padusch und Holz grefe, Revisoren. Sodann wurde zum fleißigen Abonnement auf das Schuhmacher- Fachblatt aufgefordert und bekannt gegeben, daß die nächste Versammlung am 23. Oftober Bergmannstr. 1 stattfindet. E Eine Bersammlung des Vereins deutscher Schuh macher( Berlin II) tagte am Montag, den 9. Oktober d. J., bei Seefeldt, Grenadierstraße. Von einem Vortrage wurde in anbetracht des schwachen Besuches Abstand genommen. Im Verschiedenen wurde bekannt gegeben, daß Filiale I am Sonntag, den 15. Oktober, bei Wilke, Andreasstr. 26, eine Versammlung mit gemüthlichem Beisammensein abhält, in welcher Fri. Baader einen Vortrag hält. Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen( Filiale Berlin) hielt am 12. d. M. seine Generalversammlung ab. Nach dem vorgelegten Kassenbericht betrugen die Einnahmen und Ausgaben 1829,61 M., Vortragende konnte sein Referat nicht zu Ende führen, kam vielmehr nur bis zum vierten Gebot, da um 10 Uhr, bei Eintritt ftellvertretender Vorsitzender des Deutschen der Polizeistunde, der überwachende Beamte das Weitertagen der Bundes für Bodenbesizreform". Versammlung verbot. Das Bureau wurde beauftragt, gegen die Auflösung Beschwerde zu erheben. Genoffe Hoffmann wird in einer nächsten Versammlung seinen Vortrag beenden. Vermischtes. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, im totale zum Freischüß, Fruchtstr. 36a, Wanderrersammlung. Tagesordnung: Vortrag. Die Cholera. Stettin, 17. Ottober. Im Laufe des Arbeiter- Sanitätskommission. Montag, den 23. Oktober, Abends gestrigen Tages sind noch zwei weitere Todesfälle an Cholera 8½ Uhr, im großen Saale des Herrn Th. Boly, Alte Jakobstr. 75: Deffentliche konstatirt worden. Heute wurden bis 10 Uhr Vormittags 5 ErVersammlung. Zagsordnung: 1. Jahresbericht. 2. Der Boykott der Charitee. Ref. Dr. Zader. frankungen und 2 Todesfälle konstatirt. Amsterdam, mittwoch, den 18. Oftober, in der Berliner Reſource, Rommandanten: 10 Cholera- Erkrankungen und 7 Todesfälle festgestellt worden. Die Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Hausdiener( E. 5. 61). 16. Oktober. In der vergangenen Woche sind in 9 Orten ftraße 67: Bierte ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Mit Sofia, 17. Oktober. Auch im Fort Zutretan sind bisher iheilungen. Bierteljahresbericht. den 18. Ottober, abends 8 Uhr, im Kommandanten- Garten, Komman Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, fieben Choleralafälle vorgekommen, von denen zwei tödtlich verdantenstraße 10-11: Große Versammlung. Abrechnung von dem Damenlaufen sind. Rom, 16. Oktober. In Livorno sind 15 ErAbend. frankungen und 8 Todesfälle, in Palermo 12 Erkrankungen und Landsmannschaft von Bad Schmiedeberg und Ungegend. Mittwoch, 5 Todesfälle und in Patti- Marina 4 Erkrankungen und 2 Todesden 18. Ottober, Abends 8½ Uhr, im Stestaurant Max Walter, Kaiserstr. 11, fälle an Cholera vorgekommen. In Rom ist eine von den Bersammlung. Zwicker und Berufsgenossen. Mittwoch, den 18. Oftober, Abends früher erkrankten Personen gestorben. 8 Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 88: Deffentliche Versammlung. Eine Cholera- Reminiszenz. Der Ausbruch der Cholera Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord= Schule, Müüerfir. 179 a: Unterricht in Geschichte( mittl.). Dit: Schule, in Stettin bringt uns einen Vorgang in Grinnerung, der Markusitr. 31: Unterricht in 20att. Südost- Schule, Reichenberger nach mehr als einer Richtung hin Lichtstrahlen wirft. Es war " = 1 Mark. 11 War einst Wismar. Vielleicht will man flugerweise verhüten, daß das Publikum die Zahl der Opfer, welche die Gräuel des Kriegs gefordert haben, fennen lernen soll. im Jahre des Herrn 1866; Bismarck hatte den Bruderkrieg"| Das akademische Berlin. Winter- Salbjahr 1893-94.| F. W. K., Köln. Besten Dank für Ihren freundlichen entzündet, um Deutschland dadurch einig" zu machen, daß er( a. u. d. T. Mayer u. Müller's Akademische Handbücher I.) Hinweis. Die Ballade, beginnend mit den Worten: es in drei Stücke zerschnitt und das eine Stück, Desterreich, den Berlin W., Mayer u. Müller. 86 u. Xlll S. 160. Preis ein Glockengießer zu Breslau in der Stadt" ist uns ebenfalls geliebten Russen als Beute hinwarf. Die sächsischen Truppen, 80 Pf. Dem, der sich in Berlin an Hochschulen wissen bekannt. die das Spiel nicht mitmachten, mußten nach Desterreich flüchten, schaftlichen Studien widmet oder die Bibliotheken benutzen und Leipzig wurde von preußischen Truppen, meist Landwehr will, wird das Büchelchen manch' guten Dienst leisten. befeßt. Darunter ein Bataillon aus Stettin, wo damals die Das Frauenbuch. Ein ärztlicher Rathgeber für die Frau in Cholera herrschte. Das Bataillon lag in der Pleißender Familie und bei Frauenkrankheiten. Von Frau burg. Plötzlich es war Anfangs Juli zeigten H. B. Adams, Dr. med. Mit Abbildungen. Stuttgart. fich in dem Bataillon verdächtige Krankheits ErSüddeutsches Verlags- Institut. 1. Heft. Preis 50 Pfennig. scheinungen erst war es, Diarrhöe" oder„ Ruhr", allein der ( Vollständig in 14 Heften.) bligartig eintretende Tod in einigen Fällen ließ nach 24 Stunden um ein Königreich und andere Geschichten. Von Leon feine Täuschung mehr zu: es war die Cholera, die Cholera in Rosenzweig. Wiesbaden. Verlag von H. Sadowsky. Preis der schlimmsten Form ähnlich wie 1892 in Hamburg. Was thun? Die Stadtkommandantur war in arger Verlegenheit. Blieb das Bataillon in der Pleißenburg, so war dessen Dezimirung gewiß. Quartirte man es in die Stadt ein, so wurde die Seuche in die Bevölkerung getragen, allein das Bataillon tam in günstigere Gesundheitsbedingungen. Ein Soldatengemüth fonnte nicht lang schwanken. Das verseuchte Bataillon wurde in die Stadt einquartirt, und einige Duhend neuer Cholera herde wurden geschaffen. Die Cholera verbreitet sich mit furchtbarer Geschwindigkeit und sie war mörderischer als selbst die vorjährige Epidemie in Hamburg. Damals sind vom Juli bis zum Oktober an die 6000 Menschen in Leipzig und Umgegend der Cholera erlegen, die von der Stadt ferngeblieben wäre, wenn die Militärverwaltung die einfachsten hygienischen Regeln beobachtet, die elementarsten Rücksichten auf die Zivilbevölkerung genommen hätte. Aber es galt ja die nationale" Einigung" Deutschlands. Tiefenfurt. Gewiß können die Mitglieder gestrichen werden, wenn sie ihren Verpflichtungen den, alten Verbänden gegenüber, denen sie angehört haben, nicht nachgekommen sind. Es ist doch auch nicht mehr wie schicklich, daß man seine Beiträge solange zahlt, als man Mitglied eines Vereins ist. Wahrscheinlich wird Uebertritt vorgesehen sein. die Streichungsbestimmung auch durch Mitgliederbeschluß beim Gewerbegericht Charlottenburg- Schöneberg Nixdorf. Unter dem Titel„ Thalia" wird vom 15. Oktober ab in Wien Außer über Sachen, die aus sozialen oder rechtlichen Gründen ein Fachblatt für die Bühnenangehörigen Desterreich- Ungarns ein besonders Interesse erregen, tönnen wir Berichte über die und Deutschlands erscheinen, welches sich zur Aufgabe stellt, dortigen Gewerbegerichte nicht bringen und stellen Ihnen anheim, deren Interessen nach jeder Richtung hin fräftigst zu ver- dieselben dem„ Boltsblatt" für den Teltower, Niederbarnimer, treten. Man abonnirt: Ganzjährig für 3 fl.( 6 M.), halb- Oberbarnimer u. s. w. Kreis zu übersenden. jährig 1,50 fl.( 3 M.), bei der Administration der„ Thalia" Wien VI. Barnabitengasse 7a, mittels Postanweisung. Ermordung des gräflich Blücher'schen Ehepaares. Auf das gräflich Blücher'sche Ehepaar in Wiezow bei Greifswald wurde gestern von dem herrschaftlichen Gärtner ein Attentat verübt, wobei der Graf getödtet und die Gräfin schwer verwundet wurde. Der Mörder entleibte sich selbst. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Haafe. Wenden Sie sich, da speziell fächsische Gesetze zur Anwendung gelangen würden, an ein dort erscheinendes Blatt. R. N. 90. 1. Lohnarrest ist unzulässig. 2. Wenn auf Abzahlung gekauft ist, so fann der Gläubiger pfänden: der Eigen thümer der Sachen muß dann interveniren. 3. Richten Sie eventuell ein schriftliches Gesuch an die Armendirektion." K., Müllerstraße. Sie wollen gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr vorsprechen. Ruheplatz 24. Die Erben eines Miethers sind troh weiter Pilsen, 17. Oktober. Eine hier stattgefundene Versammt gehenden Kontraktes nur noch ein halbes Jahr lang von dem lung von Delegirten der sozialistischen Arbeiterpartei West- Ablauf desjenigen Quartals, in dem der Tod erfolgt ist, an den Böhmens erklärte sich mit der Wahlvorlage der Regierung ein- Vertrag gebunden. verstanden und beschloß, falls das Abgeordnetenhaus die Vor- Der Lehrherr. 1. Der Lehrherr hat die nach dem Lehrlage ablehnen sollte, in einen allgemeinen Streit einzutreten. vertrag ihm obliegenden Pflichten zu erfüllen, hat also das vereinbarte Kostgeld ohne jeden Abzug auszuzahlen. 2. Die Straf bestimmungen einer Fabrifordnung sind für Lehrlinge nur soweit verbindlich als die Strafbestimmungen im Lehrvertrag Aufnahme gefunden haben. 3. Die Klage auf Zahlung des Koſtgeldes ist bei dem Gewerbegericht anzubringen. 4. Der Lehrling iſt der väterlichen Zucht des Lehrherrn unterworfen. Demjenigen gegenüber, der an Stelle des Lehrherrn seine Ausbildung zu leiten hat, ist er zur Folgsamkeit verbunden. Ein Züchtigungsrecht hat der Stellvertreter nicht. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Der Graf befand sich gestern Vormittag in der zwölften München, 17. Oftober. Im Abgeordnetenhause wurde heute Stunde mit seiner Gemahlin in einem nach dem Schloßpark be- die Debatte über den Futternothstand fortgesetzt. Während einer legenen Zimmer und war gerade an ein offenes Fenster heran- Rede des Abgeordneten von Vollmar ertönte von der Tribüne getreten, als plötzlich ein ca. 25 jähriger Jäger, der feit Jahren ein Bravorus, worauf der Präsident die Tribüne räumen ließ. auf dem gräflichen Gut beschäftigt, türzlich aber entlassen war, Lens, 16. Oktober. Die Kavallerie mußte neuerdings gegen vor dem Fenster erschien, feine Doppelflinte von der Schulter die Streitenden einschreiten, welche die Arbeiter an der Arbeit nahm, auf das gräfliche Paar anlegte, und ohne daß verhindern wollten. Man befürchtet ernste Zwischenfälle. es jemand verhindern konnte, zwei Schüsse auf die nichts Ahnenden abfeuerte. Die eine Kugel drang dem Grafen direkt in den Kopf und führte seinen sofortigen Tod herbei, während die zweite Kugel die Gräfin am Hals streifte und sie zu Boden streckte. Beim Herannahen des durch die Schüsse alarmirten Dienstpersonals warf der Mörder die Flinte fort, rannte in den Flur des gräflichen Schlosses, zog einen sechsläufigen Revolver hervor und schoß sich in die Schläfe. Der Tod trat sofort ein. Der Thäter ist gleichzeitig Jäger des Grafen gewesen und war als ein sehr sicherer Schüße bekannt. Er stand in einem intimen Liebesverhältniß zu einem Mädchen im Schloß, und um der Liebelei ein Ende zu machen, wurde dieses, bei der das Verhältniß nicht ohne Folgen geblieben war, vom Gute entfernt.(!) Der Jäger wollte das Verbleiben seiner Braut bewirken, erhielt aber aus diesem Grunde selbst seine Kündigung.(!) Die Jeunesse dorée in Italien macht den betreffenden Herren Vätern recht viel zu schaffen. Erst neulich wurde mitgetheilt, daß des frühern Minister- Präsidenten Crispi einziger Sohn erst einen Kursus im Korrektionshause durchmachen mußte und dann nach Amerika abgeschoben wurde. Nun fommt folgende Nachricht. Von der Straffammer in Ravenna wurde der Sohn des gewesenen Polizei- Präsidenten von Neapel, der Commendatore Achille Sangiorgi, wegen Wechselfälschung zu sechs Jahren Gefängniß, zu den Kosten und zu lebenslänglicher Ausschließung von allen Staatsämtern verurtheilt. Der Prozeß hat großes Aufsehen erregt. Großfener. Paris, 16. Ottober. Der große Brand, welcher Nachts in Saint- Denis stattfand, zerstörte die Werkstätten der Allgemeinen Baugesellschaft, in denen sich viele von der Schlafwagen- Gesellschaft bestellte Waggons befanden. New York, 16. Oftober. Zwei Schiffsuntergänge. Während des am Freitag herrschenden Sturmes ging auf dem Erie- See das Transportschiff Dean of Richmond mit 18 Perfonen unter. Daffelbe Geschick traf auf den Michigan- See ein Fahrzeug mit sechs Personen. F Literarisches. Briefkaffen der Redaktion. Düsseldorf. Wir behandeln die Sache, wenn das Urtheil vorliegt. M. R. W. Wenn Sie das wissen wollen, müssen Sie sich bei einem fächsischen Abgeordneten erfundigen. A. 3. 101. Bayern 10 M., Sachsen 15 M., Preußen eben falls 15 M. E. M. 30. Woher der Ausdruck des Volksgerichts HaberDie zweite Frage fönnen felbtreiben rührt, ist unbekannt. wir nicht beantworten. E. J. Solche müssige Frage müssen Sie an Leute richten, die weniger als wir zu thun haben. R. S. 18,, Veneta." Sind die Mitglieder Parteigenoffen, wird es aufgenommen. Um Antwort wird gebeten. M. W. 20. Im Vereinskalender finden Sie die uns betannten Arbeiter- Turnvereine. Zwei rothe Mordbrenner. Können Sie sich keine geBei 131/2 Meter Breite fchmackvollere Titulatur beilegen? machen ca. 19 Meter Länge einen preußischen Morgen aus. Die andere Frage müssen Sie an einen Soldaten richten. A. E., Sedanstr. 3. Leider liegt Verjährung nicht vor. E. R., Lieguiterstr. 40. Sprechen Sie gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr unter Mitbringen Ihrer Klebefarten vor. 12 Aachen. So lange Sie nicht geschieden sind: Ja. A. M. Wenden Sie sich an das Vormundschaftsgericht. H. T. Nein, Sie können Schadensersatz begehren; aber lohnt der Prozeß die damit verbundenen Scheerereien? Thiel. Privatangelegenheiten gehören nicht in den lokalen Theil. Theilen der Vereinigten Staaten find nicht überall dieselben. A. B. 300. Die Rechtsverhältnisse in den verschiedenen Zöllner. An den Vorstand der Anwaltskammer. Briefliche Anwort müssen wir ablehnen. Paul W. Der Bürgermeister soll seine Nase tiefer in das Vereinsgesetz stecken: er hat Unrecht. Warten Sie ruhig ab, was Ihrem Verein gebraut werden soll. A. K., Weißensee. Ihr Vertrag gilt trok Administration: Religion, Kirchenthum und Sozialismus. Von A. Reichenbach. Solingen, Berlag der Genossenschafts- Buchdruckerei. Sie müßten also fündigen. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren. Ausstattungen in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Berlin S.0., Köpnickerstr. Ein grosser Posten Steppdecken Franz Tutzauer, and 25. echt Wollatlas( reine Wolle) Landwolle 1178c garantirt nicht einlaufend, sehr empfehlenswerth gegen Schweißfüße. Grösse 150x200, Stück 7,50 M. circa 1000 Stück schwere buntfarbige Normal- Schlafdecken Schock 25 Pf. Alleinverkauf für Berlin Richard Stock, Wrangelstr. 119. mit kleinen Maschinenflecken, in Volkszither dürfte in feiner Familie fehlen, ist in einer Stunde zu erlernen, kostet mit Schule nur 14 Mark und ist die angenehmste Musit. 4945L Aug. Kessler, Zitherfabrik, Lausitzerstr. 51. Tokaner med. süßer Ungarwein, Literflasche 2,10, 5 Fl. à 1,85. 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Wenn in ausdrücklich ausgeschlossen wird, so folgt dieselbe nach dem Gesetz der Vollmacht die Ermächtigung, Vergleiche zu schließen, nicht aus dem Ertheilen der Prozeßvollmacht. Bildstock. In Preußen und im übrigen deutschen Reich giebt es feine Wahrheit, die in bezug auf einen Beamten ausgesprochen, nicht als Beleidigung aufgefaßt und bestraft werden fönnte. Das nennt sich Rede- und Gedankenfreiheit. Ihre Verurtheilung ist deshalb nicht auffallend. Dr. S. Besten Dant. Aber, ob Spezifikation im Sinne des A. 2. R. vorliegt, ist mindestens zweifelhaft; das Reichsgericht nimmt das Gegentheil an. Außerdem geht die Darlegung zu sehr ins formell juristische, vor dem mit Recht jeder Nichtjurist eine Scheu hat. Die Ungeheuerlichkeit des Falles würde durch derartige Erörterungen abgeschwächt werden. König. Verjährung ist noch nicht eingetreten. Otto Müller. Ist es Ihnen noch Mittwoch möglich, so wollen Sie zur Rücksprache eventuell zwischen 7 und 8 Uhr uns gelegentlich besuchen. P. C. M. Der für Berlin festgesetzte ortsübliche Tageslohn beträgt für männliche Arbeiter über 16 Jahren 2 M. 70 Pf., für weibliche 1 M. 50 Pf., für männliche Arbeiter unter 16 Jahren, 1 M. 30 Pf., für weibliche 1 m. Wongen i. A. Ja. ob Genossen Hasenhaide. Darüber, ob der Unternehmer oder der Arbeiter den Besit des Krankenkassenbuches während der Dauer des Arbeitsverhältnisses aufzubewahren hat, bestimmt das Gesetz nichts. Indeß wird man dem Unternehmer das Recht der Aufbewahrung zubilligen müssen, da er für richtige Zah lung u. s. m. verantwortlich ist. Die Ansprüche eines erfrantten Raffenmitgliedes sind von dem Besitz des Krantentassenbuches nicht abhängig: ihm ist die statutenmäßige Hilfe auch dann zu gewähren, wenn er im Besiz des Kassenbuches sich nicht be= findet. Görlig. Thomas, Rixdorf, Faltstraße 5, II, Geschäftsleiter der Steinarbeiter Deutschlands. N. Reh. Wenden Sie sich um Auskunft an den Arbeitsnachweis der Metallarbeiter, Wallstraße 7/8. 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Das Zentral Empfangsbureau befindet sich: Hotel Durst ( früher Gasthof zur Post"), Marzellenstr. 5, in der Nähe des Zentral- Bahnhofes und des Domes. Soweit die Delegirten sich noch nicht bei dem unterzeichneten Lokalfomitee gemeldet haben, werden sie dringend ersucht, dies umgehend zu thun, damit in bezug auf die Beschaffung von Wohnungen das Nöthige geschehen kann. 0 Die Adresse des Lokalkomitee's lautet: Hermann Zeising, Köln a. Rh., Rudolfsplay 2, 3 r. Für die Berichterstatter der Presse sind vom Mittwoch, den 18. Oktober, ab in der Expedition der" Rhein. Zeitung", Köln, Gr. Griechenmarkt 115, auf die Person und das vertretene Blatt lautende Eintrittskarten für den Parteitag fostenlos in Empfang zu nehmen. Röln, den 13. Oftober 1893. Das Lokalkomitee. Bericht des Partei- Vorstandes an den Parteitag zu Köln 1893. Allgemeines. Der Parteitag im vorigen Jahre, welcher in der Zeit vom 14. bis 21. November in Berlin stattfand, hat die Partei in voller Einigkeit gezeigt und den Beweis erbracht, daß die sachlichen und persönlichen Differenzen, welche zu den Auseinandersegungen in Halle und Erfurt geführt haben, vollständig aus. geglichen waren. Die Partei konnte sich deshalb mit voller Kraft und ungestört durch innere Wirren, der Bildung neuer Organisationen und der Agitation für unsere Grundsäße widmen. Nach beiden Richtungen sind auch große Fortschritte zu verzeichnen, wofür den sichtbaren Beweis der Ausfall der letzten Reichstagswahlen gebracht hat. Was den Ausbau der Organisation betrifft, so hat sich derfelbe auch im legten Jahre wesentlich in der Richtung bewegt, daß die provinziellen und Landesorganisationen mehr ausgebreitet und fester gestaltet wurden. Je mächtiger die Partei anschwillt, je größer die Zahl ihrer Anhänger wird, desto weniger ist es naturgemäß möglich, von einer Zentralstelle aus Vorschriften für die geeignetste Form der lokalen Organisation 31 geben. Strenge fest gehalten muß nur an dein System Der Vertrauenspersonen werden, durch welche die Verbindung zwischen der Parteileitung und den einzelnen Orten hergestellt wird. Welche Form dagegen die Genossen am Orte für die Organisation wählen, muß in den meisten Fällen deren Ermessen überlassen werden. Wo es angeht, empfiehlt es sich aber nach wie vor, Wahlvereine zu bilden. Leider hat die in fast ganz Deutschland geltende gesetzliche Vorschrift, daß politische Vereine Mitglieder Verzeichnisse an die Polizeibehörden einreichen müssen, häufig zu dem Mißbrauche geführt, daß die Namen der Mitglieder an die Unternehmer, bei denen sie be= schäftigt sind, mitgetheilt wurden, was nicht selten Maßregelungen oder den Zwang, aus dem Verein wieder auszutreten zur Folge hatte. Besonders in den ländlichen Distrikten wird durch dieses Zusammenwirken von Polizei und Unternehmerthum die Begründung politischer Vereine ungemein erschwert und gegendenweise geradezu unmöglich gemacht. Wenn trotz dieser Schwierigkeiten, zu denen häufig noch die Bergewaltigung unserer Agitatoren, Flugblattvertheiler 2c. durch aufgehetzte Dorfbewohner fommt, gerade auch unter den letzteren wie unter der ländlichen Bevölkerung überhaupt unser Anhang immer größer und das Bestreben nach Bekanntwerden mit den fozialdemokratischen Lehren, unseren Schriften und Zeitungen immer reger wird, so beweist dies, daß die Hoffnung unserer Gegner auf den Schutz, den der„ antikollektivistische Bauernschädel" ihren Ausbeuterprivilegien auch in Zukunft gewähren werde, auf sehr schwachen Füßen sieht. In großen Provinzen und Ländern mit fast nur ländlicher Bevölkerung, wie z. B. Pommern, Mecklenburg, Schleswig- Holstein, den ländlichen Distritten Bayerns, wie über haupt in ganz Süddeutschland und anderwärts hat sich die Zahl unserer Anhänger gewaltig vermehrt, wie die Stimmresultate der legten Reichstagswahlen beweisen. Mittwoch, den 18. Oktober 1893. 10. Jahrg. geordneten statt, an der auch der Partei- Vorstand theilnahm und Wahlflugblätter vertheilt oder doch zur Vertheilung bereit und in der die Grundsätze besprochen wurden, nach denen die Agitation unsere Agitatoren in voller Thätigkeit waren. für die Wahlen geleitet werden sollte. Als leitender Gesichtspunkt wurde dabei aufgestellt, daß es: ,, bei dem Umfange und der Stärke, welche unsere Partei angenommen hat, unmöglich sei, die ganze Wahlbewegung von einem Zentralpunkte aus zu leiten. Es empfehle sich deshalb, ohne den bisher hoch gehaltenen Gedanken der Zentralisation in der Parteiorganisation auf zugeben, die provinziellen oder Landes- Gliederungen, welche feit Aufhebung des Sozialistengesetzes sich herausgebildet haben, bei der Durchführung des Wahlkampfes in entsprechender Weise heranzuziehen." Entsprechend den vorstehend entwickelten Gesichtspunkten wurde nachfolgende Eintheilung der Agitationsbezirke befchloffen: Wahlkreise . Provinz Ostpreußen. Provinz Westpreußen Provinz Brandenburg mit Berlin Provinz Pommern · . Provinzen Schlesien und Poſen: Reg.- Bez. Breslau, 1.- 8. Wahlkreis Reg.- Bez. Posen • Reg.- Bez. Oppeln. •. Reg.- Bez. Bromberg • Reg.- Bez. Breslau, 9.- 13. Wahlkreis. Reg.- Bez. Liegnitz. Provinz Sachsen: Reg.- Bez. Magdeburg Reg.- Bez. Merseburg. Reg.- Bez. Erfurt mit Ausnahme des Wahlfreises Mühlhausen- Langenfalza. 3.- 5., 7.- 12, und 14.- 16. Wahlkreis Provinz Hannover: 1. und 2. Wahlkreis 6., 18. und 19. Wahlkreis 17. Wahlkreis 13. Wahlkreis Provinz Westfalen: Reg.- Bez. Münster. . Reg.- Bez. Minden und die beiden Lippe. Reg.- Bez. Arnsberg Provinz Hessen- Nassau: • • • Reg.- Ber. Kaffel 1.- 3. und 5.- 7. Wahlkreis und Waldeck Reg.- Bez Wiesbaden, Hanau- Gelnhausen, der Bayerische Wahlkreis Aschaffenburg, sowie der 1.- 3. Hessische Wahlkreis. Rheinprovinz: Reg.- Bez. Koblenz Reg.- Bez. Köln. Reg.- Bez. Düsseldorf. Reg.- Bez. Trier. Reg.- Bez. Aachen Provinz Schleswig- Holstein: 1.- 5., 7. und 9. Wahlkreis 6., 8. und 10.( Lauenburg) Wahlkreis Königreich Bayern: Ober- und Nieder- Bayern • Schwaben und Neuburg Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken Unterfranken ohne den Wahlkreis Aschaffenburg Rheinpfalz Königreich Sachsen 1.- 9. Wahlkreis 11.- 14. Wahlkreis 10., 15.- 17., 19. und 20. Wahlkreis 18., 21.- 23. Wahlkreis. Königreich Württemberg und Sigmaringen Großherzogthum Baden: 1.- 8. Wahlfreis 9.- 14 Wahlkreis Großherzogthum Hessen: 4.- 7. Wahlkreis 8. und 9. Wahlkreis Beide Mecklenburg und Lübeck Thüringen: Wahlkreis Gotha, 2. Weimar, MühlhausenLangensalza, Eschwege- Schmalkalden Wahlkreis 1. und 3. Weimar, Coburg, 1. und 2. Meiningen und beide Schwarzburg. Großherzogthum Oldenburg: • 1.- 3. Oldenburger und 1. und 2. Hannoverscher Wahlkreis... Herzogthum Braunschweig: 1.- 3. Braunschweiger und 13. Hannoverscher Wahlkreis Ungeachtet dieser Erfolge gelangen gerade aus den ländlichen Distrikten immer und immer wieder Beschwerden über mangelnde Agitation und geeignetes Agitationsmaterial an die Parteileitung, ein Zeichen dafür, daß auf diesem Gebiete unserer Partei noch eine Riesenaufgabe gestellt ist. Der Parteivorstand hat deshalb Herzogthum Sachsen- Altenburg auch in die Tagesordnung des diesjährigen Parteitages die Frage Herzogthum Anhalt: der Zandagitation aufgenommen, um so den Delegirten Gelegen1. und 2. Wahlkreis. heit zu geben, ihre Erfahrungen gegenseitig auszutauschen und Reuß ältere Linie: der Parteileitung mit praktischem Rath und Vorschlägen an die Reuß jüngere Linie Hand zu gehen. Eine Gelegenheit, die Probe auf den Werth und die Brauchbarkeit unserer Partei- Organisation zu machen, bot die Auflösung des Reichstags und die in kürzester Frist angesetzten Neuwahlen. Hamburg: . • 1.- 3. Wahlfreis, 17. Hannoverscher, 6., 8. und 10. Holsteiner Kreis Elsaß- Lothringen Bremen: Dabei ist zu beachten, daß die Wahlthätigkeit unserer Partei fich nicht wie dies bei allen gegnerischen Parteien der Fall ist nur auf einzelne Landstriche und Provinzen beschränfte, fondern daß wir den Wahlkampf überall in ganz Deutschland aufnahmen. " Ent Eine Ehrenpflicht der Genossen ist es" so heißt es in dem Wahlzirkular des Parteivorstandes- in allen Wahlkreisen des Reiches Kandidaten unserer Partei aufzustellen." sprechend dieser Aufforderung wurden in 386 von den 397 Wahlkreisen des Deutschen Reiches sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt und für dieselben in energischer Weise agitirt. Der Erfolg dieser Thätigkeit ist auch nicht ausgeblieben und fommen wir an anderer Stelle dieses Berichtes darauf zurück. Als einen besonders erfreulichen Fortschritt in bezug auf die Ausbreitung unserer Partei- Organisation können die relativ bedeutenden Erfolge der sozialdemokratischen Kandidaturen in den Sitz des Komitees. polnischen Wahlkreisen und in den Reichslanden angeführt werben. In beiden Landestheilen des Dentschen Reiches herrschen in bezug auf die Ausübung politischer Rechte Ausnahmezustände, In den wie man sie sonst im westlichen Europa nicht kennt. Reichslanden, wo der Diktaturparagraph noch in Geltung ist, ist das jeweilige Befinden der Polizei und der politischeu Behörden die einzige„ Rechtsgrundlage" für die Bethätigung Rechte; in politischer Rechte; unseren polnischen Landestheilen fehlt zwar der Diktaturparagraph, dafür hat sich aber dort eine polizeiliche und richterliche Praxis ausgebildet, Breslau unter der für die Oppositionsparteien, und vor allem für die sozialdemokratische Partei, die agitatorische und organisatorische Bromberg Thätigkeit außerordentlich erschwert wird. Polizei, Unternehmer Oberlangenbielau und Pfaffen arbeiten in den polnischen Landestheilen in holder Görlit Eintracht zusammen, um von den in den wirthschaftlich traurigsten Verhältnissen lebenden Proletariern jeden Hauch fozialpolitischer Aufklärung ferne zu halten. Die Knute, der Schnaps und der Rosenkranz, das sollen nach dem Willen ge= wiffer maßgebender" Kreise die einzigen Erziehungs- und Genußmittel sein, mit denen der polnische Proletarier Bekannt schaft machen darf. Königsberg Danzig Berlin Stettin Mageburg Halle Erfurt Hannover Wilhelmshaven Bremen Hamburg Braunschweig Bielefeld Dortmund Raffel Glücklicherweise erweist sich aber auch in diesem Falle der Gedanke des Fortschritts stärker als die Machtmittel der Reaktion. Und so sehen wir auch unter unseren polnischen Arbeitsbrüdern, trotz dem Zeter und Mordio eines mit dem Kapitalismus verschwisterten Pfaffenthums, troh Polizei, Gefängniß und Ausweisung, daß die sozialdemokratischen Lehren immer mehr Ausbreitung gewinnen. Ein Parteitag der polnischen Sozialdemokraten im Sep tember v. J. in Berlin, welcher sich speziell mit der Schaffung einer polnischen Partei- Organisation befaßte, war auch aus der Provinz sehr gut besucht und vom besten Geiste beseelt. Freilich haben gerade diese Genossen ein außerordentlich schweres Werk zu vollbringen. Bei der Begeisterung aber, welche in den Reihen unferer polnischen Genossen für die Sache der Sozialdemokratie herrscht, hegen wir keinen Zweifel, daß sie ihr Ziel erreichen Frankfurt a. M. werden. Der Parteivorstand hat entsprechend dem Geiste unserer Parteigrundsätze und gewiß im Einverständniß mit sämmtlichen Genossen die Bestrebungen unserer polnischen Freunde zu fördern gesucht, wo es anging. Köln Elberfeld St. Joh.- Saarbr. Aachen Neumünster Hamburg München Augsburg Nürnberg Würzburg Ludwigshafen Dresden Leipzig Chemnitz Zwickau Stuttgart Offenburg Mannheim Darmstadt Mainz Lübeck Gotha Erfurt Sichtbarer, wie in den politisch und wirthschaftlich rückstän digen polnischen Landestheilen, sind auch für den Fernerstehenden die Erfolge unserer Partei in den Reichslanden. Abgesehen von der gewaltigen Zunahme unserer Stimmen in den beiden Pro vinzen Elsaß Lothringen, ist es uns gelungen, nicht nur den Wahlkreis Mülhausen zu behaupten, sondern auch den Stadtfreis Straßburg zu erobern. Das, was der Reichsregierung unter dem Aufgebot aller ihr zu Gebote stehenden Mittel nicht gelingen will, das Vertrauen der wiedergewonnenen Brüder" zu erlangen, das hat die sozialdemokratische Partei spielend erreicht. Während von den alten deutschen Parteien, trotz aller offiziellen und materiellen Begünstigungen, feine in den Reichslanden festen Fuß fassen fann, hat die Sozialdemokratie die zwei wichtigsten Kreise der Provinz erobert und ist zu einer der stärksten Parteien des Landes herangewachsen.. Und dies alles unter der rücksichtslosesten Bedrückung unserer reichsländischen Genossen, zu welcher ja die so fürsorglich aufrecht erhaltene napoleonische und altfranzösische Polizei- Gesetzgebung die willkommenen Handhaben bietet. Als sprechender Beweis für die Stärke unserer ParteiOrganisation darf wohl auch der außergewöhnlich starke Besuch des internationalen Arbeiterfongresses in Zürich angeführt wer den. Die Präsenzliste dieses Rongresses weist 92 Delegirte aus Deutschland auf. Unter diesen 92 befanden sich neben den Vertretern der Partei allerdings auch die Nepräsentanten der Ge= werkschaften, aber auch unter diesen ist nicht einer gewesen, der nicht zu den Mitgliedern der Partei zählt. Entsprechend der Ausdehnung der Organisation und dem lebhaften Verkehr zwischen den Parteigenossen und dem ParteiVorstand, wie er besonders durch die Wahlbewegung veranlaßt wurde, ist die Korrespondenz zwischen den einzelnen Genossen und demi Parteisekretariat gewachsen. Nachfolgende Biffern geben ein Bild über den schriftlichen Verkehr zwischen den Parteigenossen und dem Parteibureau. Es liefen ein an Briefe und Karten in der Zeit vom Haller bis zum Erfurter Parteitag, Bant bei also vont 18. Oftober 1890 bis 30. September 1891: Wilhelmshaven 3227 Briefe und Karten; von Erfurt bis Berlin, d. h. vom 1. Oftober 1891 bis 30. September 1892: 3842 Briefe und Karten, und seit Berlin bis 30. September 1893: 6232 Briefe und Karten. Braunschweig Altenburg Dessau Greiz Gera Diesen Ziffern stehen gegenüber an Ausgängen( Briefe und Karten) in denselben Zeiträumen 3633, 3494 und 4730. Die verfandten Zirfuläre und Kreuzbänder sind in diesen Zahlen nicht mit aufgeführt. Gerade diese Sendungen haben aber in diesem Jahre, veranlaßt durch den Wahlkampf und die Flugblätterversendungen einen früher nie erreichten Umfang angenommen. Wenn angesichts aller dieser Zeugnisse für das Wachsthum unserer Partei die Gegner in neuester Zeit das Schlagwort ausHamburg gegeben haben, daß unsere Bewegung ihren Höhepunkt überMülhausen i. E. Schritten" habe und jetzt sicher ein Stillstand eintreten werde, so Die Auflösung erfolgte am 6. Mai; am gleichen Tage wurde verlohnt es sich wohl nicht, darauf ernsthaft einzugehen. Unsere der Termin der Neuwahlen, 15. Juni, bekannt gemacht. In der selben Nummer unseres Zentralorgans" Vorwärts" vom 7. Mai, Breinen, 6., 18. und 19. Hannov. Wahlkreis" Bremen Gegner haben sich gegenseitig so lange blauen Dunst mit dem angeblichen„ Nückgange der Sozialdemokratie" vorgemacht, daß in der die Auflösung des Reichstags mitgetheilt wurde, richteten Das Zirkular, welches die vorstehende Eintheilung zur man es fast als einen Fortschritt in der Beurtheilung der treiauch die Mitglieder der früheren Reichstagsfraktion bereits einen Aufruf an die Parteigenossen und Wähler, mit„ ganzer Kraft in Kenntniß der Vertrauensmänner und Wahlkomitees brachte, benden Kräfte, welche die sozialdemokratische Bewegung hervorden Wahlkampf einzutreten, ungefäumt die letzte Hand an die fonnte bereits am 8. Mai im Drucke fertig gestellt und in den rufen, betrachten kann, wenn jetzt blos mehr von einem und Im Großen und Stillstand von dem Rückgang" Organisation des Wahlkampfes zu legen und namentlich auch darauf folgenden Tagen verfandt werden. dafür zu sorgen, daß die für diesen Kampf erforderlichen Mittel Ganzen hat sich die Eintheilung vortrefflich bewährt, was um sozialdemokratischen Hochfluth die Rede ist. Auf alle Fälle Stillstand", wie er so mehr hervorgehoben zu werden verdient, als es sich bei der können die Parteigenossen mit dem in ausreichendem Maße zur Verfügung steben". felben um eine Einrichtung handelte, die in der Partei zum sich bei den Gewerbegerichts, Gemeinde, Reichstags- und LandDieser Aufruf fand in der ganzen Partei freudigen Wider ersten Male allgemein durchgeführt wurde und die Zeit, inner- tagswahlen in fast allen Gauen Deutschlands gezeigt hat, sehr hall! Ueberall traten die Genossen zusammen, bildeten sich Wahl- halb der sie zur Anwendung und Durchführung gebracht werden zufrieden sein, wenn unsere Gegner dies auch sind, so kann es fomitees und wurden, wo dies nicht bereits früher geschehen war, mußte, so außerordentlich kurz bemessen war. Nur der Partei- uns recht sein. die Kandidaten für die Neuwahlen aufgestellt. Disziplin und dem Opfermuthe unserer Parteigenossen ist es zu nicht mehr * B der Noch ehe die Auflösung des Reichstages erfolgt war, aber danken, daß nach Verlauf von kaum acht Tagen nach Erfolge, wie wir sie auch wieder im leken Jahre erzielt nachdem sie bereits sicher in Aussicht stand, fand auf Anregung Auflösung des Reichstags unsere Wahlschlachtordnung schon haben, wären nicht möglich, wenn nicht durch unermüdliche des Partei- Vorstandes eine Fraktionssihung unserer früheren Ab- fertig, die Komitees gewählt, die Kandidaten aufgestellt, die ersten Agitation fiets reges Leben in der Partei unterhalten würde. werden. Klassen. * Besonders zur Zeit der Wahl waren unsere agitatorischen Kräfte| Es ist eine Erscheinung, die sich immer und überall wiederholt, um fast 400 pCt. Die durchschnittliche Monatseinnahme sämmtauf das äußerste angestrengt, aber auch vor wie nachher hat die daß mit dem Beginn einer Lohnbewegung die indifferenten licher Gewerkschaften betrug im Jahre 1877 33 551 M., 1891 Aufklärungsarbeit und das Bestreben, die neugewonnenen Bro- Arbeitermassen in großen Schaaren den gewerkschaftlichen 93 049 M. 1877 standen der Gewerkschaftsbewegung 15 Organe, Tetariermassen zu organisiren, nicht geruht. Gleichwohl haben auch in Organisationen zuſtrömen, daß deren Reihen sich aber wieder 1891 54 und heute 55 Blätter mit theilweise in die Zehndiesem Jahre die Klagen über nicht genügende Agitation sich lichten, sobald die Arbeitsverhältnisse sich verschlechtern und die tausende belaufenden Auflagen zur Verfügung. wiederholt und besonders während der Wahlperiode fonnten die Aussichten auf Erfolge durch ein gewerkschaftliches Vorgehen Wünsche nach bekannteren Rednern auch nicht annähernd erfüllt schwinden. Es macht sich dieser Wechsel im Zu- und Abgang ist, will man die Klagen über den Rückgang oder die Vernach Wir glauben, daß die Kenntniß dieser Ziffern nothwendig Die Gründe für diese Unmöglichkeit sind in den bei uns um so stärfer bemerkbar, als die staatliche Organisation lässigung der gewerkschaftlichen Bewegung auf ihren wahren früheren Jahresberichten schon eingehend dargelegt worden, so der Arbeiterversicherung( Krankenkassen, Alters- und In Werth prüfen. daß sich hier ein näheres Eingehen auf diese Angelegenheit er- validitätsversicherung 2c.) den Gewerkschaften eines der wesentbrigt. Was die materielle Unterſtügung der Agitation betrifft, lichsten Mittel nimmt, die indifferenten Mitglieder an ihre Kassen fofort, als sie in Deutschland wieder offen auftreten fonnte, Die sozialdemokratische Partei hat sich von jeher und auch so find an eine Reihe von Partei- Orten theils fortlaufende, zu fesseln. theils einmalige Zuschüsse gezahlt worden. Größere Summen auf dem Parteitag in Halle mit aller Entschiedenheit für die wurden für einzelne Provinzen oder Länder auf Antrag der Rückgang ein unverhältnismäßig starfer sein soll, so lassen sich starte Organisationen ausgesprochen. Diesen Standpunkt zu verWenn nach dem letzten gewerkschaftlichen Aufschwung der Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation und für Genossen zur Verfügung gestellt, um die Agitation zu fördern. dafür verschiedene Ursachen anführen. Entsprechend den Beschlüssen des vorjährigen Parteitages wurde nicht verkannt Zunächit darf lassen, dazu dürfte heute weniger als jemals Anlaß vorliegen, die Agitationsschrift Nieder mit den Sozialdemokraten" von welche die Arbeiter gelegentlich der Frage der Maifeier 1890 geistiger noch werden, daß die schweren Niederlagen, und die Partei hat es auch bis in die neueste Zeit weder an W. Bracke in großer Auflage hergestellt und den Genossen zur in Hamburg, dann bei der großen Ausschließung der Tabak bewegung fehlen lassen. Es sei hier nur auf die Unteſtützungen materieller Unterstützung der GewerkschaftsGratisvertheilung überlassen. Das Gleiche geschah mit Bebel's arbeiter eben bortselbst, bei dem Streif der Buchdrucker hingewiesen, welche die Partei bei den letzter: großen GewerkRede in der Zukunftsstaats- Debatte, welche in einer Auflage von und dem Kohlenarbeiter- Ausstand im vorigen Jahre erlitten fchaftstämpfen beigesteuert hat. Mittel, die in diesem Umfange 1 Million 700 000 Exemplaren hergestellt und im ganzen Reiche haben, der Gewerkschaftsbewegung starken Abbruch thaten. Die in früheren Jahren nie geleistet wurden und damals auch nicht verbreitet wurde. Zur Reichstagswahl wurden den Wahl- indifferente Masse läßt sich durch den Mißerfolg ebenso leicht geleistet werden konnten. fomitees zunächst vier Entwürfe zu Flugblättern zur Verfügung abschrecken, als der Erfolg anfeuernd auf dieselbe einwirkt. Es gestellt und außerdem die Flugschrift über„ Die Militärvorlage" kommt noch dazu der rücksichtslose Druck, welcher nach den Nieder- müssen freilich die Gewerkschaftsorganisationen selbst leisten, ſie Die Hauptarbeit für ihre Ausbreitung und Ausgestaltung unentgeltlich abgegeben. Bon Flugblättern, welche für die Land- lagen der Arbeiter von dem Unternehmerthum in Privat- und werden dies um so besser können, je weniger sie ihre Kraft in bevölkerung berechnet waren, hat besonders das:" Du, Mutter, Staatsbetrieben ausgeübt wurde, um die Arbeiterorganisationen der unnügen Jagd nach neuen Organisationsprojekten oder in was läuft der Herr Gendarm so?" angesprochen und ist das vollständig zu vernichten. Ein Beitreben, das dort, wo die persönlichen Reibereien erschöpfen, wie dies in den letzten Jahren felbe, obwohl es dreimal tonfiszirt und unter Antlage gestellt Arbeiterschaft noch nicht in den Bannkreis der sozialdemokra leider nur allzu häufig geschah. aber wieder freigegeben worden in mehreren hunderttausenden tischen Ideen gezogen ist, wie z. B. im Saarrevier, bis zu einem von Exemplaren verbreitet worden. Was den Inhalt der Wahlflugblätter betrifft, so darf fon- gefeßlich gewährleistete Koalitionsrecht sind dort die auf den gewiffen Grade thatsächlich gelungen ist. Zum Hohne auf das ftatirt werden, daß dieselben durchweg den prinzipiellen Gha- staatlichen Gruben und Werken beschäftigten Arbeiter bei Verlust Weise, entsprechend den Beschlüssen des vorjährigen Parteitags Die Maifeier ist auch im letzten Jahre in großartiger rafter unserer Bestrebungen streng zum Ausdruck brachten. 3war der Arbeit und der durch jahrelange Beitragszahlung er Ihat die Militärvorlage und deren Bekämpfung in unseren Flug worbenen Kaffenrechte gezwungen worden, aus dem Rechts. gefeiert worden. In all' den Städten und Orten, in denen blättern, dem Anlaß der Reichstags- Auflösung und des Wahl- schutzverein auszutreten, infolge dessen diese nicht sozialdemo: sie am 1. Mai zu Tausenden und Hunderttausenden ihre interin Deutschland organisirt sind, bekundeten tampfes entsprechend, einen breiten Raum eingenommen, aber fratische Organisation vollständig vernichtet und das Vereins nationale Solidarität mit dem klaffenbewußten Proletariat aller daneben finden unsere prinzipiellen Forderungen den ihnen ge- organ zum Eingehen gezwungen worden ist. Für die bekannte Länder, ihren unbeugsamen Willen, nimmer zu raften und zu bührenden Platz. Neben den Klagen über zu wenig Agitation sind in der anstalten für die Arbeiter ausgebildet werden sollen, ist das Menschen durch den Menschen zerbrochen sei. Daneben war die Aeußerung, daß die preußischen Staatswerkstätten zu Muster- ruhen, bis das Joch der Klassenherrschaft, der Ausbeutung der letzten Zeit aus gewerkschaftlichen Kreisen Beschwerden laut ge- Vorgehen der Staatsverwaltung im Saarrevier eine recht Maifeier zugleich eine erhebende Kundgebung für den Völkerworden, daß in weiten Parteitreisen der Gewerkschaftsbewegung charakteristische 3llustration. Dasselbe ist ein ebenbürtiges nicht die gebührende Beachtung geschenkt werde, sowie daß so Seitenstück zu dem Komplott gegen die deutsche Arbeiterklasse, frieben gegenüber dem völkerverhetzenden Treiben der herrschenden wohl von einzelnen bekannten Genossen wie parteigenössischen das gelegentlich der Agitation für die Maifeier 1890 zwischen Preßorganen geradezu feindselige Kundgebungen gegen die Ge- dem Unternehmerthum und einzelnen preußischen Ministern werkschaftsbewegung erfolgt seien. geschlossen wurde und als Affäre Kühnemann u. Komp." im Der Stand der Parteipresse hat seit dem vorigen Jahre Reichstag gelegentlich der Berathung der sogenannten Arbeiter feine wesentliche Aenderung erfahren, insofern als dabei nur die schuß Vorlage 1891 für alle Beiten an den Pranger gestellt Bahl der erscheinenden Blätter in Betracht kommt. Was dawurde. gegen die materiellen Verhältnisse unserer Partei- Organe betrifft, fönlicher Rivalität wurzelnde Streit um die beste Organisations: Summen aus der Parteikasse an einzelne Preßunternehmen gefo fann eine wesentliche Wendung zum Besseren konstatirt Aber auch der Jahre lang fortgesetzte, häufig nur in perwerden. Zwar haben auch im laufenden Jahre erhebliche form in den Gewerkschaften hat sicherlich nicht dazu beigetragen, geben werden müssen, doch hat es sich dabei fast durchweg um die Kadres derselben zu stärken. Deckung alter Schulden oder um die Anschaffung eigener Druckereien, Es ließe sich noch mancher Grund anführen, der zur Er Maschinen 2c. gehandelt. Ihre laufenden Ausgaben decken die Ihren Ausdruck fanden die vorstehend stizzirten Beschwerden Drganisationen dienen könnte, wir glauben aber, die bereits vor felben, welche im Vorjahre noch unter den Darlehnsnehmern in klärung des nicht befriedigenden Standes der Gewerkschaftsweitaus größte Zahl der Blätter jetzt selbst, und mehrere der= besonders in Artikeln des„ Korrespondenzblatt", Organ der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. In diesen geführten genügen, um zu beweisen, daß nicht das mangelnde der Partei- Abrechnung aufgeführt werden mußten, waren im Artikeln ist von„ prinzipiellen Gegnern" der Gewerkschafts- Wohlwollen seitens der Partei und ihrer Presse den Rückgang der laufenden Jahre bereits in der Lage, mit der Zurückerstattung bewegung in der Partei die Rede und wird zum Beweise dafür, gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung verschuldet hat. der erhaltenen Darlehne zu beginnen. Wenn nicht unvorherdaß es solche selbst unter den bekannteren und einflußreicheren Im übrigen ist der behauptete Rückgang der Gewerkschafts- zusehende Ereignisse eintreten, so kann mit Sicherheit anParteigenossen giebt, auf eine Aeußerung eines sozialdemo: bewegung im Verhältniß zu ihrem früheren Stande und auch im genommen werden, daß die Zahl der Preßorgane, welche mit fratischen Reichstags- Abgeordneten hingewiesen, die derfelbe auf Verhältniß zur Zahl der organisirten, d. h. politischen Vereinen Ueberschüssen arbeiten, in nächster Zeit erheblich wachsen wird, dem Halberstädter Gewerkschaftstongreß gethan haben soll, angehörenden Parteigenoffen nur sehr mit Vorbehalt zuzugeben. was für den Umfang und die Nachhaltigkeit der Agitation indem er von der verderblichen Tendenz der hohen Beiträge" Für Jeden, der mit den inneren Verhältnissen der Gewerkschaften naturgemäß von großer Bedeutung ist. in den Gewerkschaften gesprochen hat. Nun halten zwar auch und der politischen Partei vertraut ist, unterliegt es nicht dem gewir diese Ansicht für falsch, denn wenn die Gewerkschaften ringsten Zweifel, daß die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder weit die einen Werth für ihre Mitglieder haben, d. h. leistungsfähig der organisirten Parteigenossen übersteigt. Wenn deshalb in letzter sein sollen, dann müssen auch entsprechende Beiträge bezahlt Beit in den gewerkschaftlichen Versammlungen und in einzelnen Wir wissen aber auch, daß die Ansicht über die Fachorganen vielfach die Forderung gestellt wird: es fei Pflicht Schädlichkeit der hohen Beiträge sogar von eifrigen Anhängern jedes Parteigenossen, der Gewerkschaft seines Berufes anzugehören, so der Gewerkschaftsbewegung vielfach getheilt wird, welche der An- ließe sich zweifellos mit viel mehr Recht die Forderung um ficht huldigen, daß es vor allem darauf ankomme, die Masse erst fehren. Gewiß giebt es organisirte Parteigenossen, welche keiner einer Organisation zuzuführen; später, wenn das geistige Band Gewerkschaft angehören, aber sie bilden Ausnahmen, in der Regel erst geschlungen fei, werde es dann leichter, den Opferjinn zu ist der politisch organisirte Parteigenosse auch Mitglied feiner Der im vorigen Jahre gefaßte Beschluß die Herausgabe wecken. Wie man sich aber auch zu dieser Aeußerung stellen Gewerkschaft. Wäre das Gleiche bei den Angehörigen der Ge- einer wirksamen, den Kenntnissen und dem Fassungsvermögen mag, sicher ist, daß mit derselben nur die Meinung eines Genoffen werkschaften in bezug auf die Parteimitgliedschaft der Fall, die der Arbeiterjugend angepakten Jugendliteratur" betreffend, zum Ausdruck gelangte und es ist daher wirklich nicht ersichtlich, Bahl unserer organisirten Genossen müßte an manchen Orten konnte leider auch in diesem Jahre nicht zur Ausführung gewie die Redaktion vom Korrespondenzblatt" zu der Annahme und besonders in den großen Städten um das drei und vierfache bracht werden. Zwar sind die Vorarbeiten für die Gründung gelangen fonnte:„ diese Aeußerung stände im Einklang zu der wenn nicht mehr- steigen. Den Grund dieser Erscheinung eines solchen Organs getroffen und Unterhandlungen wegen Meinung der Mitglieder der Reichstagsfraktion." in gegenseitiger Abneigung oder in der Unterschätzung des Werthes Uebernahme der Leitung desselben gepflogen worden, leider aber fuchen, wäre freilich verfehlt. Die Ursache ist vielmehr in den Hoffentlich gelingt es im nächsten Jahre, die Schwierigkeit, eine und der Nothwendigkeit der beiden Organisationsformen zu haben dieselben zu feinem befriedigenden Ergebniß geführt. allermeisten Fällen in der bedrückten sozialen Lage der betreffenden geeignete Redaktion und Mitarbeiterschaft zu beschaffen, zu überGenossen zu suchen, welche ihnen nicht erlaubt, neben den Brämien für Kranken-, Alters- und Invaliden- Versicherung, Den ebenfalls auf dem Berliner Parteitag gefaßten Beschluß: den direkten und indirekten Staats- und Gemeindefteuern, noch Breßorgane zu zahlen. Beiträge für politische und gewerkschaftliche Organisationen und Bei dem engen Zusammenhange jener Gewerkschaftskreise mit der sozialdemokratischen Bewegung glaubte der Partei vorstand der Prüfung der Berechtigung dieser Beschwerden fich nicht entziehen zu können, und zwar um so weniger, als aus den Berichten über die Versammlungen, welche sich mit dem Kölner Parteitag beschäftigten, und aus den Anträgen, welche zu demselben gestellt sind, sich ergiebt, daß diese Frage den Parteigenoffen an vielen Orten vorgelegt worden ist und eine wieder holte Aussprache seitens der Partei vielfach gewünscht wird. werden. Was nun den Rückgang der Gewerkschaften in den letzten Jahren betrifft, so wird, relativ genommen, derselbe aus den trachtet, zeigt aber auch die Gewerkschaftsbewegung von heute genau dasselbe gewaltige Wachsthum, das die politische Arbeiter bewegung im Verhältniß zu ihrem Stande vor dem Erlaß des Ausnahmegesetzes aufweist. Aehnlich steht es mit dem Verlangen, die Parteipreffe möge die Gewerkschaftsbewegung mehr unterstützen und sie nicht nur ,, wohlwollend dulden". Wer unsere Parteipreffe fennt, der wird den Vorwurf, der in diesen Säßen steckt, einfach nicht verstehen. So lange wir eine sozialdemokratische Presse in Deutschland haben, getreten und sind alle gewerkschaftlichen Kämpfe der Arbeiter von ist dieselbe stets mit Wärme für die Gewerkschaftsbewegung einDerselben unterstützt worden. Allerdings haben unsere Preßorgane auch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß über den Kämpfen und Streben um beffere Arbeitsbedingungen die letzten Biele der sozialdemokratischen Bewegung: Die Beseitigung der angeführten Gründen wohl stattgefunden haben, abfolut beKlaffenherrschaft und die Umwandlung der Produktionsmittel aus tapitalistischem in gesellschaftliches Eigenthum nicht vergessen werden dürfen. Diese Kennzeichnung der gewerkschaftlichen Kämpfe und Bestrebungen als eines Palliativs, das wohl ge Palliativs, das wohl ge. eignet sei, den Arbeitern bei günstiger Konjunktur auf den Arbeitsmarkt bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und das weiter auch dazu diene, in Zeiten wirthschaft lichen Niedergangs die Unternehmer davor zurück zu schrecken, ihr soziales Ülebergewicht schrankenlos zu mißbrauchen das aber nie dazu führen könne, die Arbeiterklasse vom Drucke der Kapitalherrschaft endgiltig zu befreien, diese Kennzeichnung ist einfach Pflicht unserer Presse. Die Zumuthung, aus ,, taktischen Rücksichten" das Aussprechen dieser Wahrheiten zu unterlassen, tann nicht erfüllt werden, wenn unsere Bewegung nicht den fozialdemokratischen Charakter verlieren und der Bersumpfung zustellen belieben. anheimfallen foll. Wachsthum des Abonnements infolge der Wahlagitation, hauptDie Besserung in der Lage der Parteipresse ist neben dem sächlich auch der umsichtigeren Regelung der Verwaltung zu verWachstum des Abonnements infolge der Wahlagitation, hauptsächlich auch der umsichtigeren Regelung der Verwaltung zu verBeitungswesen ein Geschäftsei, das ebenso gebanken. Unsere Mahnung im vorjährigen Bericht, daß, das lernt fein muß wie jedes andere", ist nicht ohne Wirkung geblieben und die guten Folgen zeigen sich in der Hebung der materiellen Lage unserer meisten Preßorgane. winden. Flugblätter und Broschüren zur Agitation auf dem Lande geeignet herzustellen und den Kreisen zur Verfügung zu stellen, ist nach reits ausgeführt ist. Wenn wir nicht allen diesbezüglich laut Kräften Rechnung getragen worden, wie an anderer Stelle be= geworbenen Wünschen nachkommen fonnten, so liegt dies, neben anderen Gründen, wesentlich an der Arbeitslast, die vom Parteivorstand zu bewältigen ist. Dieser fann, neben allen sonstigen vorstand zu bewältigen ist. Dieser kann, neben allen sonstigen für die Proving und einzelne Streise geeignete Flugblätter schreiben, Aufgaben, die ihm bereits zugetheilt sind, nicht auch noch deren Herstellung veranlassen und womöglich auch noch die VerDie Zahlen von zwei statistischen Aufstellungen über die sendung überwachen. Diese Aufgabe zu erledigen ist Sache der Stärke der deutschen Gewerkschaftsbewegung, von denen die eine Landes, Provinzial- oder Kreiskomitees. Von der Parteileitung im Jahre 1877 durch den verstorbenen Genossen August Geib sind bisher, wo es verlangt wurde, stets Zuschüsse zur Her aufgenommen und im Pionier", Nr. 4, II. Jahrgang, am ftellung von Flugblättern bewilligt worden. Zu bemerken bleibt 26. Jan. 1878 und die andere von der Generalfommission der Gewerk- freilich, daß die Genossen stets des Sages eingebent sein sollten, schaften Deutschlands im Jahre 1891 im Korrespondenzblatt", daß noch nicht alles, was geschrieben, auch druckreif ist, und daß Nr. 18, II. Jahrgang, veröffentlicht worden sind, geben uns doch deshalb die Prüfung der Manuftripte sowohl auf ihren ein etwas anderes Bild über das Wachsthum der Gewerkschaften prinzipiellen wie strafrechtlichen Inhalt hin von größter Wichtigin den letzten 15 Jahren, als einige jüngere Gewerkschaftsagita- teit ist. Den Stand der gewerkschaftlichen und Parteipreffe zeigt toren in ihrem löblichen Eifer für ihre Organisationen es dar nachstehende Aufstellung. " Nach diesen statistischen Aufstellungen, den einzigen, die wir Das Aussprechen der letzten Ziele hat auch dem Anwachsen in dieser Sache fiberhaupt haben), betrug die Zahl der in Ge der Bewegung noch nie geschadet, wenn sonst die Bedingungen wertschaften organisirten Mitglieder 1877 49 055, welche 30 Verdafür in den politischen und wirthschaftlichen Verhältnissen vor einigungen, darunter 25 Zentralverbände, vertheilt auf 1266 handen sind. So ist in der politischen Partei das Wählen und Zweigvereine, angehörten. Die Aufstellung umfaßte fast alle dadie Betheiligung an dem Parlamentarismus noch nie als Selbstmals bestehenden Organisationen, mit Ausnahme der Hutmacher zweck hingestellt, sondern immer nur als erfolgversprechendes und einiger ganz kleiner Vereine. Günstigsten Falls zählten also Agitationsmittel behandelt worden. Trotzdem aber unsere Partei im Jahre 1877 die Gevertschaften 50 000 Mitglieder, vertheilt nie ein Hehl aus ihrer Auffassung bezüglich des positiven auf etwa 1300 Zweigvereine. Werthes der parlamentarischen Thätigkeit gemacht hat, so sehen wir doch die Zahl der Wähler wie der Abgeordneten von Wahl periode zu Wahlperiode mächtig wachsen. 3 Kommission pro 1891 einen Mitgliederbestand von 237 897, Dem gegeüber weist die statistische Aufstellung der General 68 vertheilt auf 3761 Zweigvereine auf. Diese Ziffern bedeuten einen Aufschwung in der gewerkschaftlichen Bewegung innerhalb der 15 Jahre, in die obendrein 12 Jahre Sozialistengesetz fallen, Es erschienen Gewerkschaftsblätter: wöchentlich 3 Mal 2 1891 1 1892 1893 1 1 1 " " 24 28 3 22 20 19 3 monatlich 8 Mal alle 14 Tage manatlich 18265 Jm 3. Quartal 1891 zählte die politische Parteipresse Organe, heute deren 75; davon erschienen: 1891 1892 1893 wöchentlich 6 Mal 27 32 32 Blätter 23 20 25 " " " 2 7 6 7 " " " 1 10 12 11 alle 14 Tage i " 1 1 " " 75 Blätter Wenn die Gewerkschafts Organisationen zur Zeit relativ schwach sind, so liegen die Gründe dafür sehr nahe. Zunächst ist die Thatsache ins Auge zu fassen, daß die jeweilige Lage des Arbeitsmarktes von entscheidendem Einfluß auf den Stand 1) Nachdem der Bericht bereits geschrieben und in den Druck der Gewerkschaftsbewegung ist. Die Zeit der Gründerperiode, in der ersten Hälfte der siebziger Jahre, mit ihrem wirthschaft gegeben war, veröffentlichte die Generalkommission d. G. D. in lichen Aufschwung brachte uns eine, im Verhältniß zur Ausdeh- der Nr. 21, III. Jahrgang, eine statistische Aufstellung über die nung der sozialdemokratischen Partei, sehr starke Gewerkschafts- Deutschen Gewerkschafts Organisationen" im Jahre 1892. Diese m. Dieß erscheinende wissenschaftliche Wochenschrift„ Neue Zeit". Zu diesen Blättern kommen noch die in Stuttgart bei J. H. bewegung. Mit dem Eintritt des„ Krachs" und seiner Folgen Aufstellung weift in 52 Organisationen 227 028 Mitglieder, ver-. Dieß erscheinende wissenschaftliche Wochenschrift„ Neue Zeit", verbie beiden Wigblätter:" Der wahre Jakob"( Stuttgart) und das ging aber die Gewerkschaftsbewegung zurück, während die Partei- theilt auf 3959 Zweigvereine nach. Diese Organisationen hatten Organisation in den Jahren nach der Vereinigung auf dem eine Jahres- Gesammteinnahme von 2031 922 m., denen eine in einer Auflage von ca. 200 000 erscheinende und einer Reihe Kongres in Gotha sich immer mehr ausbreitete. Das Sozialisten- Gesammtausgabe von 1786 271,34. gegenübersteht. Der von Parteiorganen als Sonntagsbeilage beigegebene Untergefeßz zerstörte die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen. Raffenbestand am Schlusse des Jahres betrug 646 414,81 m. baltungsblatt" Die Neue Welt". Der ebenfalls im Parteiverlag Trotz der brutalen Polizeiherrschaft unter Buttfamer brachte der Der Rückgang, der sich aus diesen Ziffern in bezug auf die Mit- erscheinende Neue Welt- Kalender" ist in seiner neuesten Ausbeſſere Geschäftsgang zu Anfang der achtziger Jahre wieder ein gliederzahl ergiebt, ist ausschließlich auf den Ausfall bei den gabe( 1894) in einer Auflage 130 000 Exemplaren hergestellt. Aufblühen der Gewerkschaftsbewegung( Berliner Arbeiter- Be- Bergarbeiter Organisationen zurückzuführen. Auch aus dieser, wegung", Fachvereine zc.) und damit eine ganze Reihe von der neuesten Aufstellung, wird die Richtigkeit unserer Darstellung Arbeitseinstellungen. Mit der Verschlechterung auf dem Arbeits über das Verhältniß des Wachsthums der Gewerkschaftsbewegung martte ging auch die gewertschaftliche Bewegung wieder zurück. zur politischen Partei nur bestätigt, " Für den günstigen Stand unseres 3entral Organs Vorwärs", deffen Abonnentenzahl jezt die Höhe von 42 500 erreicht hat, spricht die nachstehende Abrechnung für die Zeit vom 1. Juli 1892 bis 30. Juni 1893; A. Eingänge: Zeitungs- Abonnementsgelder durch die Expedition Zeitungs- Abonnementsgelder durch die Post Inseraten- Einnahme Gewinn aus dem BroschürenDetailverk. durch d. Exped. Jult: Oftober: Januar Septembr. Dezember März 1892 1893 AprilJuni 1892 1893 73653 90 745519074760 40 721970 8152 70 14570 70 1962070 16564 30 6480 70 1268 10 Gesammt- Einnahme Mt. 194705 30102660 40 99477 40110085B. Ausgänge: Diverse Untosten:( Porto für Kreuzbänder, Gebühren f. Zeitungsüberweisungen, Porto und Depeschen der Redaktion, Telephon, Beleuchtung, Heizung, Comtoir- Utensilien, Laufbursche der Redaktion, Mieths- u. Gewerbesteuer 2c. tc.) Zeitungs- Abonnements. • Depeschen und Parlaments-WW sichtspunkt der Vermehrung der Steuerlasten, sondern in prin- I geschlossen. Die Zeit folch' plöglichen Anschwellens, daß zipieller Gegnerschaft zum Militarismus dieser naturnothin rein äußerlichen Momenten, z. B. in der Repressiv wendigen Ergänzung des Kapitalismus so wurde von unserer politik der Regierung, seine Erklärung fand, ist mit dem Partei der Wahlkampf nicht blos gegen die Militärvorlage geführt, Augenblick abgeschlossen, wo eine Partei sich innerlich konsolioirt sondern unter prinzipieller Gegnerschaft gegen alle bürgerlichen hat; die jetzige Stimmenſteigerung ist der ziffernmäßige Parteien, gegen die ganze bürgerliche Gesellschaftsordnung und Ausdruck der organischen Entwickelung, in welche die deutsche unter Voranstellung unserer prinzipiellen sozialistischen Grund- Sozialdemokratie eingetreten ist. Die erzielten Erfolge sind 82645 40 forderungen. Bei der Entwicklung der Parteiverhältnisse in aber um so großartiger, wenn wir erwägen, daß wir gegenDeutschland ist unsererseits ein anderer Wahlkampf gar nicht wärtig inmitten einer Industriekrisis uns befinden, während die 839190 mehr möglich; wo unsere Genossen es unterlassen würden, 1890er Wahlen in den Abschluß einer industriellen Hochfluth 19047 70 diefen prinzipiellen Gegensatz zu betonen, würde er von den fielen. In den Städten haben außerdem Tausende von Arbeitern Gegnern aufgestellt, unsere Partei der Feigheit und Heuchelei infolge des folossalen Nothstandes im vergangenen Winter bezichtigt werden. Und gerade der jüngste Wahlkampf zeichnete( z. B. in Leipzig oder in Hamburg infolge der Cholerasich durch besonders scharfe Betonung dieser grundsätzlichen Epidemie) Armenunterstützung bezogen und sind dadurch des Gegnerschaft zwischen Sozialdemokratie und kapitalistischer Wahlrechts verlustig gegangen. Ebenso kommt für die ländlichen Gesellschaftsordnung aus. Auch ganz erklärlich: wenige Wochen Kreise in der Provinz Brandenburg, in Mecklenburg 2c. in Bevor der Reichstagsauflösung widerhallte ganz Deutschland von tracht, daß zur Sommerzeit Tausende von Stimmen uns dort dem Siegesjubel der vereinigten Gegner. Ultramontane und verloren gehen, weil Tausende von Arbeitern, wie Schiffer, Protestanten, Junker und Industrielle, Zünftler und staatserhal- Flößer, Ziegelbrenner den Sommer über gar nicht zu Hause sind, tende Sozialreformer, alle waren einig, daß die Sozialdemokratie oder gleich den Maurern und Bauarbeitern die Woche über in den im Reichstag in den mehrtägigen Debatten über den soge- nächstgelegenen Städten auf Arbeit sind und nur Sonnabends nannten Zukunftsstaat-wissenschaftlich überwunden, kritisch heimkehren, also am Wahltage daheim ihre Stimme nicht abvernichtet sei. Und in den Millionen Wahl- Flugblättern der geben fonnten. Aber nicht blos die Stimmen am Wahltage Gegner wurden Eytrakte jener Debatten immer wieder repro- gingen uns verloren, viel schwer fällt ins Gewicht, daß unsere duzirt, und damit dieser Gegensatz selber zur Wahlparole gemacht, Partei damit in diesen ländlichen Bezirken die Agitatoren fehlen freilich auch hier mit gleich schlechtem Ausgange für die Gegner und die äußerst wirksame kleine Agitation mit dem Flugblatt 439750 wie im Reichstage. und Stimmzettel fast ganz ausfällt. Wenn wir trotzdem in diesen 264 20 rein ländlichen Kreisen geradezu erfreuliche Fortschritte gemacht haben, so wiegen diese um so bedeutsamer. Denn menn irgend wo, so gilt hier das Wort: Man muß die Stimmen nicht blos zählen, sondern auch wägen. Ein deutliches und für sich selbst sprechendes Bild über die 379050 Entwickelung unserer Partei möge nachstehende Zusammenstellung 460 40 der Wahlresultate aus einer Anzahl Städte geben. Auf unsere 1125735 Kandidaten fielen Stimmen: 2396 • . 272 65 Berichterstatter 2691 25 Feuilleton. 30 20 Redakteure und Mitarbeiter 8899 35 3091 25 3137 95 324 25 261 85 241760 2199 18350 388 05 989610 8988 berichte 370 755 Neue Welt 5226 80 5339 60 Gehälter der Expedition. 1806 1843 930 5374 20 2089 50 895 584060 2083Miethe 933 10 938 10 933 10 Gerichtskosten und Strafen. 196 95 12810 275 55 Bibliothek. 10 10 6655 • Druckrechnung 878 15 63055 150 61060 60 680123065727 15 6858655 Gesammt- Ausgabe Mt. 83893-929903590304 35 9908530 Gewinn. 10812 30 967005 9173 05 10999 70 Howie oben unter A t. 94705 30 102660 40 99477 40| 110085Geprüft und mit den ordnungsgemäß geführten Büchern übereinstimmend gefunden. Berlin, den 12. Oktober 1893. di S. Meister. Aug. Jacobey. Friz Herbert. E. Dubber. August Kaden. Gottf. Schut I 3. Der Gewinn für das Geschäftsjahr beträgt 40 655,10 Mark. Der für das Vierteljahr Juli- September 1893 erzielte Gewinn von 13 578,20 m. ist im Oktober dieses Jahres vereinnahmt worden und kommt daher erst im nächsten Jahre zur Verrechnung. " Die von den Berliner Genossen, laut Beschluß des Erfurter Parteitags eingesetzte Preßkommission für den lokalen Theil des Vorwärts" hat auch im letzten Jahre ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst. Die Kommission hält regelmäßig am ersten Dienstag jedes Monats ihre Sigungen ab, an denen Mitglieder des Parteivorstandes und der Nedaktion des Vor wärts" theilnehmen. Dresden Leipzig Köln Bremen Ort Berlin Hamburg Breslau München. 1878 51 164 1890 126 317 29 629 67 303 • 13 065 21555 5 259 28 218 1893 151 122 70 553 26 205 29.907 • 17 303 25 079 29 455 • 5 822 12 921 11 784 2 189 10 646 Magdeburg. 6 235 17 261 12 093 16.633 Frankfurt a. M. 4080 12 663 13 482 Königsberg 1 108 12 370 10 964 • Hannover 6588 15 789 19 538 Stuttgart 4 136 10 446 13 340 6 304 14 843 Düsseldorf 486 8 228 Nürnberg 10 162 17 045 14 572 9 367 18 015 Danzig 114 3 525 4.265 Straßburg i. E. 141 4773 Chemniz. 9 899 24 641 23 296 Elberfeld- Barmen 11 325 18 478 19 005 Altona 11 662 19 533 20 448 Stettin 1914 7.759 9586 Aachen Crefeld 909 1744 467 8 030 Braunschweig Halle. Lübeck 7 876 13 621 3 029 3 730 15 470 1 046 1.588 12 808 12 991 6 393 7 339 Wie im Vorjahre auf dem Berliner Parteitage, so fann auch Diesmal eine rege Thätigkeit für die Parteifiteratur konstatirt werden, welche seitens unserer Parteibuchhandlung entfaltet wurde. Von älteren Schriften wurden wieder eine Anzahl neu aufgelegt, wir nennen Unsere Ziele" und die„ Glossen zur wahren Gestalt des Christenthums" von A. Bebel,„ Die politische Stellung der Sozialdemokratie" von Liebknecht, Baul Lafargue's Schrift über Die Entwicklung des Eigenthums" sowie Lassalle's Agitationsbroschüren in Einzelausgaben. Die Heraus- Harburg gabe der Lieferungen der neuen Gesammtausgabe der Lassalleschen Reben und Schriften wur war am Schluß des Geschäftsjahres fast beendet, jetzt liegt das ganze Werk vollständig vor. Von " " 6 206 Entsprechend der Stimmenzahl maren die praktischen Erfolge. Im ersten Wahlgange wurden 24 sozialdemokratische Abgeordnete gewählt; in 85 Wahlkreisen kamen unsere Kandidaten mit kleinen Majoritäten oder großen Minoritäten in die Stichwahl. Wie es sich aber von selbst versteht, konnten wir bei den Stichwahlen nur diejenigen Sitze erobern oder behaupten, wo die eigene und das ist das Kraft der Partei ausreichte. Die Gegner desertirten charakteristische Merkmal dieses Wahlkampfes überall ins Regierungslager und ließen ihre eigenen Führer, Programme und Wahlversprechungen auf dem Wahlplaze zurück. Gegenüber der proletarisch- revolutionären Sozialdemokratie organisirten sich die Gegner überall in die eine reaktionäre Maffe" der staatserhaltenden" Elemente. Angesichts dieser Interessenfoalition der vereinigten Gegner war es daher erklärlich, daß wir die 85 Stichwahlen, in denen fast überall die schein- radikalen Anhänger des sogenannten bürgerlichen Freisinns die Entscheidung zu geben hatten, bis auf 20 verloren. Nach diesem Ausfall der Stichwahlen war also die sozialdemokratische Vertretung im neuen Reichstag auf 44 Abgeordnete gegen 36 im legten gestiegen. Durch die Doppelwahl des Genossen Bebel in Straßburg i. E. und Hamburg I wurde eine Nachwahl nothwendig. Bebel nahm nach Rücksprache mit den Hamburger Genossen für Straßburg an; in Hamburg 1 aber wurde in der Nachwahl der Genosse Moltenbühr mit erheblicher Majorität gewählt. Infolge der gewaltigen Anstrengungen, welche die Partei im lezten Jahe, sowohl vor als nach den Wahlen, zum Zwecke In den Bezirken, die während des Sozialistengesetzes unter der Agitation und Organisation als auch behufs Verbreitung dem sogenannten kleinen Belagerungszustand standen und deren unserer periodischen und nichtperiodischen Presse gemacht hat, tolossale Stimmenſteigerung 1890 feitens der Gegner als bloßer haben die Ausgaben in bedeutendem Maße die Einnahmen Protest gegen die Polizeibedrückung, nicht aber als Beweis der überſtiegen. sozialdemokratischen Gesinnung hingestellt wurde, erhielten wir durch die Zuschüsse, Diese Mehrausgaben wurden speziell verursacht diesmal Stimmen( Berlin, Hamburg- Altona, Leipzig, Frank- einzelnen Zentral- Komitees behufs Unterstützung der Kreise welche zur Wahlagitation Wahlagitation an die furt a. M. und Stettin sind schon oben aufgeführt): gegeben werden mußten. Hier zeigte sich, wie nothWahlkreis wendig für die Partei die Ansammlung größerer Reservefonds ist. Ohne die Existenz eines solchen Fonds hätte die Parteileitung den von den verschiedensten Seiten gestellten Anforde rungen nach Zuschüssen nicht in dem geschehenen Maße genügen önnen, denn wie sich aus der Abrechnung ergiebt, blieben die Einnahmen, obwohl sie erheblich höher als im vorletzten Jahre waren, um zirka 50 000 m. hinter den Ausgaben zurück. Wie der nachstehende Kassenbericht zeigt, hat sich auch im letzten Jahre und besonders aus Anlaß des Wahlkampfes die Solidarität unserer ausländischen Genossen, und ganz besonders der im Auslande lebenden deutschen Genossen wieder auf das glänzendste Umgekehrt hat auch der Parteivorstand zu den bewährt. Niederbarnim Charlottenburg Potsdam- Spandau 9.055 13.097 1878 2775 1890 4 768 13 362 19 169 1893 17 044 31 424 3 977 10 140 1 763 6 860 Ottensen- Pinneberg 5 452 Lauenburg Leipzig( Land) Offenbach a. M.. Spremberg 10 820 347 2072 • · 11 253 5 557 1 242 30 127 10 343 5 610 3 287 33 349 11 063 6 542 der Berliner Arbeiterbibliothet" sind neu erschienen zwei Hefte von Adolf Braun, über die Kartelle" und über Berliner Wohnungsverhältnisse". In hoher Auflage( fast 30 000 Gremplare) Diese aufgeführten Bezirke sind sämmtlich industrielle Hochburfand das Protokoll des Berliner Parteitages Verbreitung. gen und bei dem rein proletarischen Charakter unserer Bewegung Infolge der bekannten Debatten über den sozialdemokratischen ist es daher erklärlich, daß sie auch zugleich die Hochburgen Rämpfen, welche unsere ausländischen Genossen durchzus Zukunftsstaat", welche und führen hatten, in mehreren Fällen erhebliche Summen beiim Februar 1893 im Reichs- der Sozialdemokratie sind. Aber die letzten Wahlen tage stattfanden, wurde das Stenogramm jener 5 Tage an- darin liegt ihre Hauptbedeutung haben den Beweis ergeben, gesteuert. Den einzelnen Posten des Kassenberichts sind, soweit es dauernden Verhandlungen als billige Agitationsbroschüre her- wie der sozialdemokratische Gedanke auch in rein ländliche Beausgegeben. Der Erfolg war ein guter: 100 000 Abzüge wurden zirke immer tiefer eindringt und damit den Pfeil in das Herz nothwendig erschien, erklärende Noten beigefügt, deren Bein wenigen Wochen nach allen Gauen Deutschlands abgesetzt. Des Gegners bohrt. Der angeblich antikollektivistische Bauernachtung sich beim Studium des Berichtes besonders empfiehlt. Zur Feier des 1. Mai war wiederum, wie in den vorhergehen- schädel des Landproletariers bietet gegen das Eindringen der 3u bemerken bleibt, daß, so bedeutend die Summen in Einben Jahren, seitens des Parteiverlages eine Maifest- Beitung sozialdemokratischen Ideen ebensowenig Widerstand, als die nahme und Ausgabe auch sind, welche der Kassenbericht aufführt, herausgegeben worden; aus den entlegendsten Winkeln liefen humanitätsdufeligen Phrafen sogenannter Arbeiterfreunde beim dieselben doch nur ein schwaches Bild geben von den wirklichen Bestellungen ein, über 400 000 Exemplare wurden verbreitet. industriellen Lohnstlaven den siegreichen Einzug dieser Ideen Kosten, welche von der deutschen Sozialdemokratie für Zwecke der Der Wahlkampf rückte heran. Zunächst wurde für denselben eine verhindern konnten. Agitation und Organisation im letzten Jahre aufgebracht wurden. fleine Schrift Fort mit dem Militarismus" gedruckt und ausSo haben die Genossen in sämmtlichen größeren Städten die verkauft. Dann erschien das Büchelchen über„ Die Thätigkeit des deutschen Reichstags von 1890-1893", welches wegen seines noch meist bedeutende Summen zur Agitation in der Proving Materialreichthums und seiner tnappen Darstellung in Genossengegeben. Dazu kommen die Unkosten für die Landtags-, Getreifen viel Anklang fand; der äußere Erfolg bestand in dem meinde- und Gewerbegerichtswahlen, sowie die Opfer für die Absatz von ca. 35 000 Exemplaren. Vor allem wurden durch gewerkschaftlichen Kämpfe, die auch im letzten Jahre durch die Partei- Buchhandlung im vergangenen Geschäftsjahre für 128 606 zuführen waren. Es ist deshalb nicht zu viel gefagt, wenn wir Agitationszwecke, besonders während der Wahl, wiederum die In der preußischen Vendee, in der Provinz Pommern, behaupten, daß die Summen, über welche die nachstehende Abverschiedensten Broschüren gratis versandt. Es kommen hier wurden nach einzelnen Wahlkreisen geordnet, sozialdemokratische rechnung Rechenschaft ablegt, auch noch nicht den zehnten besonders in Betracht; Das Parteiprogramm"," Grundsäge Stimmen abgegeben: Theil der Beträge nennt, welche die klaffenbewußten deutschen und Forderungen der Sozialdemokratie", Erläuterungen zum 1893 Arbeiter im letzten Jahre für ihre politischen und wirthschaftlichen Erfurter Programm von R. Kautsky und B. Schoenlant, Bur Antlam- Demmin 573 Kämpfe und Emanzipationsbestrebungen aufgebracht haben. Das Landagitation",„ Nieder mit den Sozialdemokraten" von W. Brace, Usedom- Wollin 2631 bei bleibt außer Ansatz die Unsumme freiwilliger Thätigkeit, Die Soldatenmißhandlungen"," Freiherr von Stumm", 3u Randow Greifenhagen 159 10508 welche von den einzelnen Genossen besonders zu Zeiten der Wahlen funftsstaat und Sozialdemokratie" und Reichstagsreden von Stadt Stettin 9586 in aufopferndster Weise geleistet worden ist. Während die gegneA. Bebel." Dazu wurde die Versendung einer Anzahl Flug Stargard- Pyriz 2331 rischen Parteien zur Flugblatt- und Stimmzettelvertheilung, da 352 wo ihnen der amtliche Apparat in Gestalt von Gemeindedienern, 1125 Nachtwächtern, Flurschüßen und Gendarmen nicht zur Verfügung 903 steht, nur gegen gutes Geld Träger finden, bilden in unserer Partei 652 die freiwilligen Träger, welche die mühselige Arbeit unentgeltlich 2626 verrichten, die Regel. In der Proving Brandenburg( mit Ausschluß Berlins) lokalen Wahlkosten aus eigener Kraft bestritten und außerdem wurden sozialdemokratische Stimmen abgegeben: Regierungs- Bezirk Potsdam Frankfurt a. D. " A " • 1878 9975 5 034 15 009 1890 54 192 29 189 83 331 1881 1884 1887 910. 770 3786 1189 4276 18 1890 1730 8422 7759 0763 84 148 227 112 735 763 Zusammen 1069 1909 8192 20631 1898 87 280 41 326 765 Wo eine Entschädigung genommen wird, ist es in den 10 meisten Fällen nur Ersatz für gehabte Auslagen oder ein ges 2382 ringer Beitrag zu den Zehrungskosten. Es ist die Begeisterung 2860 für die gute, gerechte Sache, welche unsere Genossen Opfer 37308 bringen läßt, von deren Umfang unsere Gegner, bei welchen nur Im rein agrarischen Mecklenburg, das weder im Besitz Verfassung noch eines Versammlungs- und Vereinsgesetzes ist, wurden 1878 2070 sozialdemokratische Stimmen abgegeben, 1890 bereits 28 285 und 1893 32 220! haben. blätter, z. B. Du, Mutter, was läuft der Herr Gendarm so!", Naugard- Regenwalde ferner der Bericht der parlamentarischen Thätigkeit der sozial Greifenberg- Rammin demokratischen Reichstags Fraktion von 1891-93" in einer Stolp- Lauenburg Gesammtauflage von mehreren Hunderttausend Abzügen besorgt. Bütow- Schlawe. In geschäftlicher Hinsicht stand die Buchhandlung des Vor- Kolberg- Röslin wärts" am 30. Juni 5. J. auf folgender Basis: Der Waaren- Belgard- Dramburg. Umsatz betrug im vergangenen Jahre 144 000 m.; der Lager- Neustettin stand repräsentirt einen Nettowerth von 30 500 m., und stellt Stralsund- Rügen derselbe mit den Außenständen, welche 17 200 m. betragen, die Greifswald- Grimmen Aktiven des Geschäfts mit 47 700 m. dar. Nach Abzug der 2700 M. betragenden Passiva verbleibt ein Geschäftsvermögen von 45 000 M. Bei einer weiteren günstigen Entwickelung des einer der Grundsatz gilt: Kein Geld, kein Schweizer", keine Ahnung Geschäftes ist dasselbe in der Lage, der Partei von nun ab zu Diese selbstlose und opferwillige Thätigkeit unserer Genossen Agitationszwecken direkt Ueberschüsse abführen zu können, womit ermöglicht es auch, daß die Wahlkosten unserer Partei kaum in diesem Monat mit 6000 m. der Anfang gemacht ist. die Hälfte, ja in der Regel kaum den dritten oder vierten Bu bemerken ist, daß die Buchhandlung ohne eigentliches Jm Königreich Bayern, dessen erwerbsthätige Bevölkerung Theil dessen ausmachen, was unsere Gegner auszugeben Betriebskapital ins Leben gerufen wurde, der heutige Aktivbestand zu 80 pCt. dem Kleinbauernstand angehört, wurden sozialdemo- haben. Die hohen Summen, welche besonders in antisemitischen deshalb, abgesehen von einem allerdings mehrere Tausend Mark kratische Stimmen abgegeben 1878: 22 532, 1890: 101 100, 1893: und liberal konservativen Blättern als angebliche Unkosten für repräsentirenden Broschürenlager, das bei der Begründung der 125 952, die sich auf fämmtliche Wahlkreise vertheilen. Das einzelne unserer Wahlkämpfe aufgeführt werden, gehören Buchhandlung überwiesen wurde, als Verdienst des Geschäftes allerdings sehr industrielle, daneben aber auch kleinbäuerliche ausschließlich in das Reich der Fabel. Es sind das Tendenzzu betrachten ist. Elsaß- Lothringen, das Jahrzehnte lang bei den Wahlen den Lügen, erfunden zu dem Zwecke, durch die uns in die Taschen tapitalistischen Protestlern oder Ultramontanen zum unbestrittenen gelogenen gewaltigen Beträge das Märchen von der JudenBereits wiederholt ist auf die Reichstagswahlen im letzten Siege verholfen hatte, marschirt immer mehr ins Lager der knechtschaft", in der sich unsere Partei befinden soll, dem Sommer hingewiesen worden. Ueber deren Bedeutung und die Sozialdemokratie ab: 1878 wurden 141 sozialdemokratische konservativ antisemitischen Stimmvieh glaubwürdiger erscheinen Erfolge, welche dabei unsere Partei erzielte, spricht sich der Be Stiminen abgegeben, 1890; 19 157, 1893 aber 44 885 und zwei zu lassen. richt an den internationalen Arbeiterfongreß in Zürich über den Sozialdemokraten gewählt. Glücklicherweise hat aber unsere Partei weder in bezug auf Stand der sozialdemokratischen Bewegung in Dentschland", Ein ziffernmäßiges amtliches Bild über das Wahlresultat ist ihr politisches Verhalten noch auch in der Regelung ihrer wirthwelcher vom Parteivorstand erstattet worden ist, in nachfolgender noch nicht erschienen, aber man wird nicht viel abirren, wenn schaftlichen Angelegenheiten etwas zu verheimlichen oder die Weise aus: man die Gesammtzahl der abgegebenen fozialdemokratischen Kritik der breitesten Deffentlichkeit zu scheuen und so veröffent" Der Reichstag wurde am 6. Mai wegen Ablehnung der Stimmen auf 1800 000 rechnet. Das ist freilich kein solcher lichen wir auch in diesem Jahre wieder, wie früher stets, so Militärvorlage von der Regierung aufgelöst. Wie im Reichstag Sprung wie von 780 000 in 1887 auf 1427 000 in 1890, aber lange wir durch das Schandgesetz vom Ottober 1878 daran nicht unsere Vertreter den Kampf nicht führten unter dem bloßen Ge- folch' riesige Steigerung war diesmal von vornherein aus- gehindert waren, unseren Kassenbericht. Derselbe lautet: " M Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Parteikasse vom 1. Oktober 1892 bis 30. September 1893. A. Einnahmen. Von den gesammten Einnahmen entfielen auf: Diverse # 111 1 【 一 1270 50 18 120 50 Jm Monat: Ins gesammt Allgemeine Einnahmen Darlehns Konto Zinsen Mt. Pf. Mt. Pf. Mr. Pf. Mt. PT. 1892 Oftober. November Dezember 20 155 75 4 945 95 350 Ueberschuß des ,, Vorwärts" Mt. Pf. 10 812 30 Maifest zeichen Mt. Pf. Mt. 3.995 52 15277 80 13 803 30 200 4 6 972 06 6454 06 500 37 923 71 25 378 26 3 450 78 3 450 78 • 6 177 93 5122 78 1050 5 16 027 79 6 724 54 50 80 20 9 173 05 21 876 46 21 261 82 614 64 • 45 088 68 45 088 68 Juli 32 986 69 20 361 99 1100 525 10 999 August 35 032 51 34 427 51 September. 17355 90 11 355 90 605 6.000 258 326 06 198 375 57 9855 3 974 74 40 655 10 5409 15 56 • 1893 Januar Februar März. April. Mai Juni 78 || g ཚེ ། 2754 90 Hierzu Bestand vom 1. Oktober 1892 Der Reserve entnommen. Mt. Pf. Mt. Pf. 1892 Oftober. 24331 25 146910 Novbr.. 2691525 891 Dezbr. 19958 95 184650 • B. Ausgaben. ||| 9 670 05 258 326,06 Mt. 7 552,90 • " 54 753, " 320 631,96 Mt. 70 512118 1111115S Von den genannten Ausgaben entfielen auf:. 1 Pf. 韩 50 一一 50 50 PreßUnter- Archiv ftügungen Mr. Pf. Mr. Pf. Mr. Pr. Mt. Pf. Mr. Pf. 1217 15 50005) 503 6219 95 60006) 1190 20 200 Im Monat Jusge= fammt Unterstügungen Prozeßund Gefäng nißAllgemeine Agitation WahlAgitation Reichstags= toften fosten Gehälter und VerwaltungsAusgaben Ver Darlehns: mischte Konto Ausgaben Mr. Pf Mt. Mt. Pf.Mt. Pi 1833 35 2615 65 1614 60 2928 40 1376 55 1445 500 92030 2000 36170 1200 1893 Januar. Februar 1836848 170550 1204027 634 März 18632 83 1100 April 1339344 82710 Mai. 64209 85 68929 19 2012263 926 33 3984 35 406 40 3095 35 1834 97 8457 50 514 52 4449 30 645 55 1226 60 60732) 58 950 2547 58 827 70 887 20 3913 61 586 10 3156 70920 3306 163350 3000 600 3200 600 2800 5732150 1300 5309215 1835 95 35007) 1055 50 1239 25 1004 43 9104 15 3000 616246 213150 1245 Juni 859 Juli. 1108 Auguſt 1824837 114350 Septbr..1651730 2367 25 31666781 15195 951) 19246 73 370493) 46 873 65 500 1369 21 5000$) 1090 70 841 60 1225 350 133136 46 19806-191624) 59 20550 Rassenbestand am 30. September 1893 316 667,81 Mr. 3 964,15" 320 631,96 Mt. Erläuterung zu A. Einnahmen: Die Einnahmen weisen zwar auch dieses Jahr wieder eine Steigerung auf, doch sind sie gegen die Ausgaben um 50 788,85 M. zurückgeblieben.( Die letzteren waren infolge der Reichstagswahl um 118 005,56 M. höher als im Vorjahr.) Lei der muß konstatirt werden, daß die Zahl der Orte bezw. Wahlkreise, aus denen der Parteikasse Gelder zugefloffen sind, fich gegen das Vorjahr um 24 vermindert hat, wie denn überhaupt eine große Anzahl hervorragender Parteiorte gänzlich fehlen. Erläuterung zu B. Ausgaben: 1) Unterstützungen wurden nur gezahlt an Personen oder Angehörige von Personen, die infolge ihrer Parteithätigkeit gemaßregelt oder sonstwie geschädigt wurden. 2) Unter dieser Summe befinden sich 5000 M., die als Kaution für den Genossen Kunert gestellt wurden und deren baldige Rückzahlung zu erwarten ist. mit 5171,10 M. 11111 11193 6341 12339 65 2400 50 2215 52 III 111 1119111 2096 11 105 2754 64 443 45 888 55 209 1479 25 100 2344 50 100 200 100 100 3945 6562 549 10 50814907 1157 45 Nachdem durch diese allerdings bedeutende Zuwendung das Unternehmen geschäftlich gut fundirt ist, beginnt es sich zu rentiren, so daß im Monat September von der Verwaltung der M. P." 1000 M. zurückgezahlt werden konnten. " 3) Außer der angeführten Summe wurde für den inhaftirten Redakteur des Blattes das Gehalt, per Monat 150 M., für 12 Monat 1800 M., als Agitationsbeitrag", sowie für diverse Prozeß- und Gefängnißkosten, Umzug eines Redakteurs und eines Expedienten die Summe von 1438 M. gezahlt. 4) Für das Blatt mußten, nachdem es sein Erscheinen eingestellt hatte, außerdem noch 567,65 M. Prozeßtosten gezahlt werden. 5) Wie im Vorjahre gegen die belgischen, so mußte die deutsche Partei in diesem Jahre gegen die österreichischen Genossen das Gefühl der internationalen Solidarität bethätigen. Die Wiener Genossen erhielten 10 000 m., um die drückenden geschäftlichen Verbindlichkeiten, die auf ihrem Blatte ruhten und die Attionsfähigkeit der Partei hemmten, abzulösen. langen, dann aber fehlt unter den Freiheitsstrafen durchweg die erlittene Untersuchungshaft, die in einzelnen Fällen Monate lang gedauert hat und die, wenn sie summirt werden fönnte, noch manches Jahr Freiheitsentziehung ergäbe. Bemerken wollen wir, daß in der vorstehenden Tabelle auch die Strafen der sogenannten unabhängigen" Sozialisten und Anarchisten aufgenommen sind. Besonders die im Monat Juni aufgeführten 14 Jahre Zuchthaus sind vom Reichsgericht gegen Anarchisten wegen sogenannter hochverrätherischer Thaten erkannt. Flugschriften und Zeitungsnummern mit den bekannten provo tatorischen Inhalt, unter Beihilfe von Polizei- Agenten hergestellt und verbreitet, gaben den Anlaß zu dem Prozeß und den schweren Strafen. Die 7 Jahre und 1 Monat Zuchthaus im Monat Oktober refultiren aus den berüchtigten Meineidsprozessen in Magdeburg. Insgesammt find seit Erlöschen des Sozialistiengesetzes im Serbste 1890 wegen Vergehen und Verbrechen", die im engsten Zusammenhange mit der politischen oder gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung stehen, von Rechtswegen" von deutschen Gerichten erkannt worden: 293 Jahre und 5 Tage Freiheits- und 70 772,20 M. Geldstrafen. Ohne daß wir nun jede einzelne That, welche vor den Strafrichter führte, billigen oder sie auch nur als im Interesse der Arbeiterbewegung geschehen anerkennen möchten, so steht doch fest, daß die übergroße Mehrzahl der Strafen hat nur erkannt werden können, weil wir in einem Klassenstaat und unter einer Klaffen- Gesetzgebung leben. Nicht selten werden Handlungen, welche von den Angehörigen der herrschenden Klassen ungeschent alle Tage geschehen können, wenn von sozialdemokratischen Arbeitern oder Preßorganen ausgeübt, mit den empfindlichsten Strafen belegt. Während von der Kanzel und von Lehrstühlen, auf Ronfe: renzen, in der Presse, bei Kontrollversammlungen und hundert anderen Gelegenheiten gegen die Sozialdemokratie gewettert und vor dem Lesen ihrer Bücher und Zeitungen gewarnt wird, ist der Redakteur eines unserer Partei- Organe in Sachsen wegen groben Unfugs in Strafe genommen worden, weil er in einer Abonnements- Einladung von dem Abonnement auf Amtsblätter abrieth. Wenn die Antisemiten in Hunderttausenden von Flugblättern und in ihren Preßorganen die Losung ausgeben: Rauft bei feinen Juden!" so nimmt fein Staatsanwalt daran Anstoß.. Wenn aber unsere Genossen von dem Besuche eines Lokals abrathen, dessen Besizer Sozialdemokraten nicht in seinen Räumen versammelt fehen will, so ist das grober Unfug und wird hart bestraft. Während aber der Boykott, von Sozialdemokraten ausgeübt, zum Verbrechen gestempelt wird, ist er, von bürgerlichen und militärischen Behörden gegen Sozialdemokraten in Anwendung gebracht, eine patriotische Pflicht". Soldaten dürfen bei keinent als Sozialdemokrat bekannten Geschäftsmann verkehren oder ihre Einkäufe dort besorgen, aber die Steuergroschen zum Unterhalt des Molochs Militarismus werden, ohne Ansehen der Person, auch von dem rothesten Sozialdemokraten eingetrieben. Alle diese Unbilligkeiten und Ungerechtigkeiten aber, unter welchen wir zu leiden haben, haben bisher nur dazu geführt, daß die Parteigenossen sich immer enger zusammenschlossen und daß die Ueberzeugung von der Verwerflichkeit und Unhaltbarkeit der heutigen Staats- und Gesellschafts- Ordnung bei ihnen nur immer festere Gestalt annahm. Zugleich dringt dieses Gefühl der Unhaltbarkeit der heutigen Zustände in immer weitere Kreise und trägt so dazu bei, daß unsere Reihen zu stärken und ihnen immer neue Streiter und Kämpfer zuzuführen. Frohen Muthes fann deshalb die Partei in die Zukunft sehen. Unfer der Sieg, trotz alledem. Berlin, im Oktober 1893. Der Partei- Vorstand. Parteinachrichten. Zum Kölner Parteitag wurden in Hamburg als Delegirte gewählt: vom 1. Wahlfreis Otto Stolten, vom 2. Wahlkreis Karl Legien, vom 3. Wahlkreis Wilhelm Megger, Heinr. Könen und Ad. Baker, In Altona wurden als Delegirte gewählt: Stüven, Lösche und Heinrich; in Ottensen: Herm. Molkenbuhr. Ein Versammlungs- Zyklus, der die Erläuterung des Erfurter Programms bezweckt, wird zur Zeit in Dortmund abgehalten. In der ersten Versammlung, die am Sonntag unter guter Betheiligung stattfand, hielt Genosse Lütgenau den ein. leitenden Vortrag, der die Grundzüge des ersten allgemeinen Theils behandelte. 3) Unter diesen Ausgaben befinden sich 2500 Fr., welche den französischen Genossen, sowie 500 M., welche den österreichischen Wenn in diesem Berichte die großen Erfolge der Partei im Genossen, und 500 m., welche den spanischen Genossen zur Be- letzten Jahre aufgeführt sind, so ist unseren Genoffen so gut treibung der Wahlagitation zur Verfügung gestellt wurden. als uns bekannt, daß dieselben nicht ohne die größten gemein4) Unter diesen Ausgaben befinden sich neben den gewöhn- samen und persönlichen Opfer haben errungen werden können. lichen Kosten, wie Gehälter, Miethe, Heizungs- und Beleuchtungs- Es ist nicht möglich, alle die Maßregelungen anzuführen, fosten der Bureauräume, den Telephon-, Telegramin- und Porto- denen einzelne Genossen ausgesetzt wurden, weil sie in dem Welche Herren bilden die neue Volksvertretung gebühren, den Druckfosten, den Zeit- und Reise- Entschädigungen Kampfe um die Befreiung der arbeitenden Klasse aus den Schwarzburg- Rudolstadts? Die Frage beantwortet nach dem für die Revision der Kasse und für die Konferenzen der Partei- Fesseln des Kapitalismus oder infolge Wahrnehmung und Ergebnis der Neuwahlen unser Saalfelder Parteiblatt, wie folgt: vertretung u. f. w., auch die Kosten des Verliner Parteitages Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte sich die Ungnade 2 Landräthe, 1 Landgerichtsrath, 2 Bürgermeister, 1 Ortsund den Zorn irgend eines Schlots oder Krautjunkers zugezogen schultheiß, ev. 1 Amtsrichter, 1 Rommerzienrath, 1 Ritterguts haben. Wo es anging, haben die Genoffen der einzelnen Orte befizer, 2 Rentiers, 3 Gewerbetreibende und 1 Arbeiter! Hoffen. oder Kreise diese Opfer der Unternehmerbrutalität unterstützt, wir darum, meint unser Bruderblatt, daß die noch bevorstehende wo diese Hilfe nicht vorhanden war oder nicht ausreichte, da Stichwahl in Königsee I zu unseren Gunsten ausfällt, damit griff die Zentralkaffe ein, und der hohe Betrag, der unter der Schwarzburg- Rudolstadt, dessen Wähler zur Reichstags- Wahl fast Rubrit Unterstützungen" im Kassenbericht aufgeführt ist, zeigt, die Hälfte der Stimmen im sozialdemokratischen Sinne abgaben, wie oft diefes Eingreifen nothwendig war. wenigstens den 8. Theil der Abgeordneten dieser Richtung im Neben jenen Genoffen, welche ein übermüthiges Prozenthum Landtage hat. durch Stockprügel auf den Magen für die Bethätigung einer selbständigen Gesinnung strafen zu müssen glaubte, haben wir noch jener zu gedenken, die in dem großen Befreiungstampfe der arbeitenden Klasse mit dem einen oder anderen Paragraphen der von der herrschenden Klaffe geschaffenen Polizei- oder Straf gesetze in Kollision gerathen sind. Die Zahl diefer Opfer an zugeben, sind wir außer Stande, aber über die Höhe und den Umfang der in den letzten 12 Monaten, erkannten Strafen giebt die nachstehende Tabelle Auskunft. Rücklauf der Aktien 5000 M. 5) Durch die Hänsler- Affäre wurde das Mannheimer Parteiorgan gefährdet. Die dortigen Genossen erhielten daher zum 6) Diese Summe wurde dem Wurzener Parteiblatte gegen gute hypothetarische Sicherheit gegeben. Die Amortisation erfolgt innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren. 7) Von dieser Summe erhielt das Langenbielauer Parteiblatt 3000 M. zur nothwendig gewordenen Anschaffung einer eigenen Druckerei. Die Abzahlung erfolgt regelmäßig. 8) Diesen Betrag erhielten die Bielefelder Genossen, denen Die Räumlichkeit für die Zeitungsdruckerei gekündigt wurde und die bei der Unmöglichkeit, anderweitig Miethsräume zu erhalten, nothgedrungen zum Bau eines eigenen Hauses schreiten mußten. Ten Nachweis über die, den einzelnen Partei- Organen gewährten Unterstützungen siehe unter C. Ausgaben für die Parteipreffe. C. Ausgaben für die Parteipreffe im Einzelnen nachgewiesen. Bote von der Saar" " " Elsaß- Lothringische Volkszeitung" " Franks. Voltsstimme"( Franks. a. M) Proletarier aus dem Eulengebirge" Monat 1 900,- M. 3 500, " 2500, " Oftober. Gazeta Robotnicza" 3 830,721) " " November " Gothaisches Volksblatt" Magdeburger Volksstimme" 800,-" 900, " Dezember Januar. Münchener Post" 12 148,352) " " Februar. 409,50" " Rhein.- Westfäl.- Arbeiter- Zeitung" 7 462,-3) " „ Saalfelder Volksbote" 400,-" Teltow- Beeskower Volksblatt" • 1 600, " " März April Mai. Juni " Voltsblatt für Anhalt". . 500, " " Voltsblatt für Hessen" " 1 Voltsblatt für Ost- u. Westpreußen" 3 000,-1244,50 Juli August " September Boltstribüne"( Berlin) 100,-4) " " " Wiener Arbeiter- Beitung". " Zusammen • " " Zeiger Volksbote" " ,, Wurzener Zeitung" 10 000,-5) 100, 419, 50 814,07. Erläuterungen zu C. Ausgaben für die Parteipreffe. 1941 Gefängniß Strafen in Zuchthaus Jahre Monate Tage Jahre Monate Zage 128384083629 441266727125 7 1 # Todtenliste der Partei. Die Elberfelder Parteigenoffen geleiteten am Montag ihren verstorbenen Mittämpfer Janz unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Vor der Straffammer zu Weimar fand gestern Bes rufungs- Hauptverhandlung gegen den Redakteur der Freien Presse" in Apolda, Carl Haupt, statt. Haupt war vom Schöffengericht am 26. August d. J. wegen Beleidigung des Gendarm Neudeck zu einer Geldstrafe von 30 M. event. 10 Tagen Gefängniß verurtheilt. Troß eingehender Begründung der einGeldbuße gelegten Berufung gelang es Haupt nicht, eine Aufhebung des Mart Bf. Schöffengerichtlichen Urtheils zu erzielen. Die Strafkammer änderte dieses nur insoweit ab, daß sie im Falle der Unbeibringlichkeit der Geldstrafe die 10 Tage Gefängniß auf 6 Tage herabminderte. 3784 2435 2124 5653 3619 2667 Wegen Beleidigung einiger Polizeibeamten wurde Redakteur Gewehr von der Elberfelder Freie Presse" am 14. Oktober zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, welche Strafe in Rücksicht auf eine noch zu verbüßende Breßsünde in 1832 40 eine Zusatzstrafe von 10 Wochen umgewandelt wurde. 3298 40 11 2 25 22 10 20 27 14 1462 10 2333 26 1497 25 1233 63 7 26 23 1 2022 1111SS|||||| -Zu einem Monat Gefängniß wurde am Freitag voriger Woche der Redakteur der Märkischen Arbeiterstimme", Genosse Raue, vom Schöffengericht Iserlohn verurtheilt, weil er in einem Artikel den Fabrikanten Quinte und seinen Meister be leidigt haben sollte. Berufung ist eingelegt worden. -Vor dem Schöffengericht in Saalfeld stand am " 31 937 80 14. Oktober Genosse H. Becker wegen abermaliger Beleidigung des meiningischen Ministeriums, begangen durch den seiner Zeit Es find also insgesammt 86 Jahre S Monate und veröffentlichten Leitartikel aus dem Hamburger Echo":" Der 26 Tage Freiheitsentziehung und 31 937 M. 80 Pf. Futternothstand". Angeklagter wurde zu 60 M. Geldstrafe event. Geldstrafen erkannt worden. 20 Tagen Gefängniß verurtheilt. Wegen demselben Artikel wurde unser Genosse vor etwa 8 Wochen schon einmal zu der gleichen Straje verurtheilt, damals, weil der Artikel im„ Saalfelder Boltsblatt" stand, diesmal, weil derselbe in den Thüringer Volksfreund", einem Ableger des„ Saalfelder Volksblattes", überZu diesen Zahlen bleibt noch zu bemerken, daß dieselben nicht Anspruch darauf erheben können, ein vollständig genaues Bild der wirklich erlittnen Strafen zu geben. Einmal liegt es in der Sache selbst begründet, daß nicht alle einzelnen Straffälle gemeldet werden oder sonst zur Kenntniß des Parteibureaus ge- Inommen worden. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2. 1) Von der obigen, für die Gaz. Rob." verausgabten Summe find 339 M. von einem polnischen Genossen zurück erstattet worden.