N». us. Nbonnemensg'vi�WftM: Nionnements- Preis»ränumeianias «ierteljährl. 3,30 Mk,, monall. 1,10 Mt, lvöchsntlich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg, Sonntags- Eingetragen in die Post-ZeitungS- PrelSiiste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postabonnemcnts riebmen an: Belgien. Dänemark Holland, Italien, Luxemburg. PorMgal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrs. CriAtlnt täglich auBtr montags. * T. Verltnev VolkSblnkt. Die Insertion!'Lebohk betrügt für die sechsaespaltene Kolon» »eile oder deren Raum 00 Pfg. für politische und gewerktchasMche Vereins- und VersanimIimgS-Anz eigen 80 Pfg. „Kietne Mnztigtn", das fettgedruitte Wort 20 Pfg, fzuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wettere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- laben zählen für zwei Worte, Inserate "r die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expeditton ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Ndreffei „Sotlaldtmokrat Berti«". Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands. Redaktion: SM. 68, Lindcnatraaae 69. Fernsprecher: Amt Morittplatz, Nr. 1983. Donnerstag, den AA. Mai 1913. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moriffplatz- Nr. 1984. llnler rag. Ende rot, alles rot! So war's, und ein Sinnbild war es für die eben geschlossene Session, der der trotzige Keil der roten Hnndertzehn auf der äußersten Linken des Parlaments sein Gepräge verlieh, daß dieser letzte Tag un- bestritten und unbedingt der Sozialdemokratie gehörte. Man könnte, um diesen Punkt nachzuweisen, an manchen Punkten der an Umfang und Erregung reichen Sitzung ein- haken. Man könnte auf die Ablehnung eines scharf- macherischen Angriffs der äußersten Rechten gegen das Koalitionsrecht hinweisen, der in Form eines konservativen Antrags zur Not 63 Stimmen auf sich vereinigte. Man könnte sich darauf berufen, wie die Genossen Schulz und Dr. Frank in einem Fall geradezu hyperbrutaler Intoleranz der Militärbehörden— es handelt sich um die Entziehung der Einjährig-Freiwilligen-Berechtigung bei einem Sohn des Genossen D ü w e l l— den Kriegsminister auf den Sand setzten, wo er, hilflos gleich einem Fisch auf dem Trockenen, hin- und herzappelte. Man könnte auch auf das Begräbnis hinweisen, das der Ostmarkenzulage unter tatkräftiger Beihilfe unserer Genossen bereitet wurde. Aber über all das hob sich hinaus die vernichtende Abfuhr, die in der allgemeinen Etatsdebatte der Reichskanzler— hoffentlich zu seiner und seiner Freunde Beschämung!— bezog. Er hat es sich sicher nicht träumen lassen, der neu- gebackene Großkomtur des Hohenzollernschen Hausordens, daß ihm zu seiner„Auszeichnung" eine solch unsanfte Musik ge- macht würde. Vielleicht hoffte er auch noch einmal, so billige Lorbeeren zu ernten, wie am vergangenen Freitag, wo er ob der kernigen Rede des Genossen Scheidemann nur, anit einem Ausdruck des Lolksmundes zu reden, das gefrorene Handtuch zu spielen brauchte, um des stürmischen Beifalls der bürgerlichen Mehrheit des Hauses sicher zu sein. Diesmal kam's anders I Mit Reckt ließ es sich Genosse Ledebour nicht nehmen, all sein schweres Geschütz gegen die Burgen des persönlichen Regiments spielen zu lassen, und ob er nun, artilleristisch gesprochen, direkt oder indirekt feuerte, daß seine Brisanzgeschosse an der richtigen Stelle aufschlugen und ex- vlodierten, zeigte sich an der steigenden Unruhe der Rechten und an dem sichtlich in sich zusamniensinkenden Kanzler. Eine Generalabrechnung war es, die Genosse Ledebour mit allem hielt, was morsch und faul und vermodert ist im preußischen Staat und im Deutschen Reich, und" als er zeigte, was ein politisch selbständiges Volk wie die Briten den Seitensprüngen des persönlichen Regiments entgegensetzen würde, da diente der hin- und herwabernde Jupiter auf dem Präsidentenstuhl, der mit den Donnerkeilen willkürlicher Ordnungsrufe da- zwischenfuhr, nur dazu, den Eindruck der Ausführungen des sozialdemokratischen Wortführers zu verstärken. Ein Mann, der ehrlichen Herzens eine Bromberger Vendee gegen die Sozialdemokratie schaffen möchte, der Reichsparteiler[ Schultz, warf fich mehr kühn als klug in die � Bresche, um mit ein paar sicheren Degenstößen L e d e- b 0 u r s abgefertigt zu werden. Nachdem er noch aus melancholischen Eulenaugen einen letzten hilfeflehenden Blick in den Saal geworfen, rollte sich Herr v. Bethmann Hollweg zu seiner ganzen Länge auf und legte los. Aber ach! Nur ein klanglos Wimmern von Erz entquoll dem metallenen Munde. Die Fleisch gewordene Hilflosigkeit— so stand der sozusagen leitende Staatsmann da und stammelnd stieß er sein Bekenntnis hervor. Für meinen Kaiser eintreten— Mehrheit des Voltes hinter mir— Volk will vom sozial- demokratischen Regiment nichts wissen— Volk wird Antwort geben auf Angriffe gegen Kaiser und Reich! Und es war ein eigentümliches Bild, zu sehen, wie dieser Ver- trauensmann eines kleinen Klüngels von politischen und sozialen Schmarotzern in seines Herzens Aengsten mit einem Male an das Volk appellierte, das sonst getreten, gebüttelt und entrechtet wird. Aber die Wasser schlugen über dem Reichskanzler zusammen, als Ge- nosse Dr. S ii dekum das Wort ergriff. Das Gescchtsfeld verschieben, das könne dem Herrn so passen. Aber hier handele es sich nicht um Augriffe der Sozialdemokraten gegen die Verfassung, sondern um Angriffe gegen die Verfassung, die von der Sozialdemokratie abgewehrt würden— und nun sausten elegant und sicher Terzen und Quarten nieder, daß es eine Freude war zu schauen. Ob wohl die Sozial- demokraten Wilhelm II. einen„valeureux poltron" genannt hätten?— Mumm, der dem Stift des„Simplicissimus"- Gulbrensson entsprungen zu sein scheint, kräht denunziatorisch dazwischen; schlvapp! hat er seinen Knochensplitter weg I— oder nicht vielmehr andere Leute in einem Organ, das Herrn Schultz und eigentlich sogar dem Herrn Reichskanzler nahe stehe? Die Sozialdemokratie kämpfe nicht gegen Per- sonen, sondern für sie handle es sich um weit Größeres, und Millionen hätten bei den letzten Wahlen den Beweis erbracht, daß ihnen an einer Weiterbildung unserer Zustände im demokratischen Sinne gelegen sei. Die Zwischenrufs- freudigen Kehlen der Rechten verstummten, als Genosse Südekum derart ins Zeug ging, und ein betretenes Schweigen herrschte in den Reihen der Reaktion, als er ge- schlössen hatte. Wieder erhob sich ein verlorener Mann, der eine ver- j�rene Sache verteidigte, Herr v. BethmannHoliweg. wußte er jetzt zu sagen, zu klagen? Ja, die i Revisionisten— die mögen sanft und milde sein, als blickte Vollmond drein, aber die Radikalen! Die bösen Ra- dikalen!!! Hat nicht neulich Herr Scheidemann Zentrum — man denke!— und Nationalliberale— man denke II— und Freisinnige— man denke!!!— aufgerufen, Männer zu werden und zur Tat zu schreiten?! Daß Nationalliberale und Freisinnige Männer werden sollen, erscheint dem Kanzler der ewigen Verlegenheiten als ein„scharfer Eingriff in unsere Verfassung", und fröhlich lacht das Volk. Aber Barmherzigkeit ist keine politische Tugend, und so kommt, nachdem Herr Schultz den unseligen„Post"-Redakteur mit wilder Energie von den Rockschößen der Neichspartei abgeschüttelt hat, Ge- nosse Scheidemann, um das Strafgericht zu vollenden. Er stellte fest, ohne ein Jota von seinen Worten zurückzu- nehmen, daß der Reichskanzler seine Rede gänzlich mißver- standen und grundlos den Saal verlassen habe. Er stellte zum zweiten fest, daß in der Bekämpfung des persönlichen Regiments zwischen Revisionisten und Radikalen kein Unter- schied bestehe. Zum dritten stellte er fest, daß nicht die So- zialdemokratt? auf eine gewaltsame Entwickelung der Dinge hindränge, sondern just ihre schärfsten Gegner. Und daß auch diese Schläge gesessen hatten, bewies der verlegene Blick, den Herr v. Bethmann Hollweg zu Boden richtete, wo er anscheinend etwas ganz anderes in Scherben liegen sah als die elsaß-lothringische Verfassung. So geht mit einem vollen und schönen Erfolg die So- zialdemokratie in die Ferien des Reichstags.�die ihn— Genosse Haa se betonte es �u Beginn der Sitzung in einer pointierten Erklärung— viel zu lange das Volk von der stän- digen Kontrolle der Regierungsgeschäfte abschließen. Wenn aber die Sozialdemokratie stolz auf diesen Erfolg in die Ferien gehen darf, so nicht etwa, weil durch Zufall die Ledebour, Südekum und Scheidemann er leuchtete Geister und Herr v. Bethmann Hollweg ein im Finstern umherstolpernder Taps wäre, sondern weil hier zwei Weltanschauungen, zwei Welten aufeinanderprallten, deren eine frisch und blühend und zukunftsträchtig ist wie draußen der junge Mai und deren andere voll kalten Moders friert wie ein Beinhaus. Der stets daneben treffende Fechter auf der einen Seite wähnt das deutsche Volk hinter sich zu haben und hat in Wahrheit nichts hinter sich als eine kleine Sippe und eines Monarchen Vertrauen— wie lange noch? Denn einer, der aufgewachsen war in den Sonnenstrahlen der Potentatengunst, Leopold v. Gerlach, wußte Bescheid um den Wert solcher Gnade.„Vertraue nicht auf Fllrstengunst", sang er,„sie ist wie eine Wiege. Wer morgens Hosiannah ruft, ruft abends crucifige!" Unwandelbar aber wie ein Fels ist das Vertrauen des Volkes. Die Sozialdemokratie hat dieses Vertrauen noch nie verloren und erobert es sich täglich aufs neue. Unser drum nicht nur der Tag— unser die Zukunft! Zentrumsverrat! Als in der Sitzung des Abgeordnetenhauses voin Diens- tag unser Genosse Hirsch dem Zentrum vorwarf, daß es seine Leute bei der Abstimmung über die Wahlrechtsanträge am Montag abkommandiert hat, um kein Votum für das geheime und direkte Wahlrecht herbeizuführen, da hat der Vertreter des Zentrums in sittlicher Entrüstung die Behauptung unseres Genossen bestritten. Jetzt liegt das amtliche Ergebnis der Ab- stimmung vor, ein Ergebnis, das geradezu niederschmetternd für das Zentrum ist. Nicht weniger als 43, also rund die Hälfte der Mitglieder der Zentrumsfraktion haben bei der Abstimmung gefehlt, davon nur 4 infolge von Krankheit und 6 mit Entschuldigung. Die übrigen 33 fehlten ohne Ent- schnldigung. Es sind das die Herren Bitta, Dr. Boenisch, Euler, Geisler, Gicmsa, Glowatzki, Graw, Dr. Hauptmann, Graf Henckel v. Donnersmarck, Hoeveler, Kesternich, Kuhn, Frhr. v. Los, Mies, Müllcr-Koblenz, Peter- Gleiwitz, Graf Praschma, Frhr. v. Reitzenstein, Richtersky, Romahn, Schlick, Graf v. Spce, Graf v. Strachwitz, Stupp, Tourneau, Frhr. v. Twickel, Underberg, Wallenborn, Wellstein, Wichert, Wodarcz, Frhr. v. Wolff-Metternich, Graf v. Zieten-Smolitz. Angesichts der Behauptung des Herrn Busch, ein Teil seiner Freunde hätte deshalb gefehlt, weil sie an einer wichtigen Abstimmung im Reichstage teilnehmen mußten, sei festgestellt, daß von den genannten 33 Drückebergern nur vier— sage und schreibe vier— gleichzeitig dem Reichstage angehören. Es sind das die Herren Glowatzki, Graf Praschma, Wallen- dorn und Wellstein. Aus diesen tatsächlichen Darlegungen, denen wir, um ihre Wirkung nicht abzuschwächen, kein Wort hinzufügen, ergibt sich einmal, daß bei der Abstimmung über den wichtigen Wahlrechtsantrag genau so viel Zentrumsabgeordnete ohne Entschuldigung fehlten, daß dadurch die Mehrheit für das gleiche und geheime Wahlrecht in eine Minderheit verwandelt wurde, und zweitens, daß die Behauptungen des Herrn Busch, es habe keine Abkommandierung stattgefunden, seine Freunde seien im Reichstage gewesen, gelinde gesagt ein eine Unwahrheit ist. Kommentar überflüssig! 20 laljre 7 lüonate 15 tage Gefängnis!! 3671 Mark Geldstrafe! Dortmund, 20. Mai.(Eig. Ber.) Seit acht Wochert arbeitek nun die Streikjustiz und noch immer ist kein Ende abWisehen. Wenn nur die Urteile zusammengezählt werden, die die„Dort- munder Arbeiter-Zeitung" von den beiden Streikkammern des Dortmunder Landgerichts mitgeteilt hat, so kommt schon die Niesen- zahl von 20 Jahren 7 Monaten 15 Tagen Gefängnis und 3671 M. Geldstrafe heraus! Auf Vollständigkeit kann aber diese Liste durchaus keinen Anspruch machen. Einmal würde der Raum der Zeitung allzusehr beansprucht, wenn alle Urteile mit- geteilt werden sollen, dann auch können ja die Berichterstatter bei der Massenjustiz nicht überall zugleich sein. Gar nicht berück- sichtigt ist bei dieser Summe auch die Arbeit des Dortmunder Schöffengerichts, sowie der anderen Schöffengerichte im Land- gerichtsbczirk Dortmund! Und so wie das Dortmunder Landgericht, arbeiten auch die anderen Landgerichte und die diversen'Schöffengerichte im Streik- bezirk an der„Beruhigung" der Bergarbeiter! Es ist eine böse Saat, die da gesät wird. Die herrschende Gesellschaft ist ja blind in ihrer Gier, nur ja die wankende Mächt mit allen Mitteln zu erhalten. Noch nie haben noch so harte Urteile eine zeitgemäße Aenderung in den Machtverhältnissen der Gesellschaft verhindern können; sie konnten nun immer den drohenden Umschwung an- kündigen. Was Stärke sein will, ist doch nur Schwäche! Kein Mensch wird ja glauben, daß die Bergarbeiter durch die Streikjustiz nun zu besonderer Ehrfurcht vor dtm Kapitalismus und seiner„Gerechtigkeit" gebracht würden. Aber aus eigenem weih sich die herrschende Kaste eben anders nicht zu helfen. Sie muß ihr eigener Totengräber sein! » Was bei dem mechanischen„Arbeiten" der Streikjustiz oft herauskommt, ist auch an folgendem Fall zu erkennen: Wegen gegenseitiger Streikbrccherbelcidiguiig standen der Bergmann Aug. Bath, dessen Sohn Erich und der jugendliche Bergmann Aug. Wild aus Ransel' vor einer der Streikkammern des Dortmunder Land- gerichts. Die Streikbrecher nnd zugleich Streikbrecherbeleidiger bc- schuldigten sich gegenseitig. Wild gab zu,„aus Spaß" zu dem anderen Jungen zweimal„Streikbrecher" gesagt zu haben. Nach den Angaben Wilds soll Bath gesagt haben:„Da kommen die Streikbrecherl" Der junge Bath soll auf die Bemerkung, daß Wild aus dem Krankenhaus gekommen sei und nun wieder ar- beiten wolle, erwidert haben:„Dann wirst Du ein netter Streik- brecherl" Das Gericht war in Schwulitäten. Der Staatsanwalt wollte nur Wild 20 M. Geldstrafe anhängen. Das Gericht sprach alle frei; Wild deshalb, weil es die„erforderliche Einsicht" Nicht an- nahm. Strafantrag hatten alle drei gestellt! Her Krieg. Die türkischen Gründe für die Ausweis«»« der Italiener. Konslantinopcl, 22. Mai. Das Ministerium des Aeußern wird allen türkischen diplomatischen Vertretern, sowie allen hiesigen fremden Botschaftern mittels Zirkularnote die Gründe bekannt- geben, weshalb die Ausweisung der Italiener aus der Türkei er- folgte. Ein Hauptmotiv ist das, daß die Italiener entgegen dem Völkerrecht harmlose Zivilpersonen als Kriegsgefangene fortführten. In der italienischen Presse tobt jetzt ein Entrüstungssturm gegen die Ausweisung der Italiener aus der Türkei. Wir Sozia- listen verurteilen selbstverständlich die grausame Maßregel, die so viele Unschuldige trifft; in Italien aber sollte man sich darüber klar sein, daß an allen Barbareien die Männer schuld sind, die den Tripoliskrieg veranläßt haben. Die Dardanellen-Dnrchfnhrt. Konstantinopel, 22. Mai. Sämtliche hier befindlichen Dampfer haben die Dardanellen passiert. Heute beginnt die Durchfahrt der jenseits der Dardanellen befindlichen Dampfer. Kämpfe im Roten Meer.' Pcrim, 22. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Italienische Kriegsschiffe bombardierten am Montag Dubab, aber ohne Schaden anzurichten. Granaten ex- plädierten nicht. Eine Dhau wurde östlich von Perim angehalten; nachdem die Papiere geprüft worden waren, wurde ihr aber er- laubt, weiter zu fahren. Sie landete Vorräte in Dubab. Die Italiener wollten diese an sich bringen, wurden aber von dem Feuer der Türken zurückgeworfen. Die Dhau wurde durch das Feuer der Kriegsschiffe unabsichtlich vernichtet. Eine andere Dhau strandete am Sonntag in der Nähe von Dubab. Die Araber bemächtigten sich der Beute von 2000 Gewehren und 200 Kasten Munition.. Eine italienische Siegesnachricht. Rom, 22. Mai. Die Agenzia Stefam meldet aus B u ch>am e z von gestern: General Garioni erhielt vorgestern die Nachricht vyn dem Abmarsch einer feindlichen Karawane aus Ben Gardane. Garioni beschloß, sie am folgenden Tage zu überraschen und zu zerstreuen. Infolgedessen befahl er den Truppen in Buchamez, eine entschlossene A n g r i s fs be we gu n g nach Südwesten zu machen, um die Karawane zu zerstreuen und die auf der K-ara- wanenstratze zum Schutze des Durchzuges aufgestellten und ver- schanzten feindlichen Tcuppenförper zurückzufchlagegt Diese raTtotf wurde gestern nachmitlag glänzend durchgeführt. Die italienischen Bataillone der ersten Linie rückten bis auf zehn Kilo- meter von Buchamez vor und stürzten sich dann plötzlich kühn auf die vom Feinde angelegten Schanzen, deren sie sich trotz des hart- nackigen Widerstandes bemächtigten. Darauf machten zahlreiche feindliche Gruppen, die sich auf den benachbarten Dünen befanden, einen G e g e n a n g rst f f. Die Italiener empfingen den Feind mit kräftigem, wohlgezieltcm Feuer, wodurch der Feind in die Flucht geschlagen wurde. Eine Batterie Gebirgsartillerie und ein Zug Feldartillerie, die mit den Truppen der zweiten Linie ange- langt waren, richteten ihr Feuer auf die Karawane und die feind- lichcn Gruppen und zerstreuten sie. Bei Anbruch der Nacht wollten sich die italienischen Truppen in ihre Verschanzungen zurückziehen, als plötzlich auS der Richtung von Zelten es Sidi-Said starke feind- liche Schwadronen in gestrecktem Galopp herannabten. Es kam zum Kampfe. General Garioni lieh gegen die Feinde ein sehr wirksames Flankenfeuer durch die Gebirgs- und Feldartillerie er- öffnen, das den Feinden sichtlich starke Verluste beibrachte und sie zwang, in Hast und Unordnung sich zurückzuziehen. Ein Reserve- bataillon nahm ihre Verfolgung auf und zerstreute die letzten feind- lichen Abteilungen. Am nächsten Morgen zeigten sich in großer Entfernung feindliche Patrouillen, die die Gefallenen bestatten wollten. Von den weihen Truppen der Italiener wurde ein Mann ge- tötet und 19 verwundet, darunter 2 Offiziere leicht; außerdem Wurden 7 Askaris verwundet. politische Cleberlicht. Berlin, den 22. Mai 1912. Loh«betvegung im Junkerparlamcnt. Die Herren von Preußen, die geschworenen Gegner des Koalitionsrechts, die den Arbeitern die Möglichkeit, durch Streiks ihre Lage zu verbessern, mit Gewalt nehmen möchten, haben am eigenen Leibe erfahren, daß es Fälle geben kann, wo eine Lohnbewegung unbedingt nötig ist. Nicht mehr zu- frieden mit ihren bisherigen Diäten und noch weniger zu- frieden mit der jetzigen Regelung des Freifahrtkartenwesens, haben Mitglieder aller bürgerlichen Parteien einen Antrag eingebracht, durch den die Negierung um anderweite gesetz- liche Regelung der Freifahrtskarten und Anwesenheitsgelder ersucht wird. Die Debatte über den Antrag, der schließlich einer besonderen Kommission überwiesen wurde, lehrt, daß die Antragsteller selbst sich nicht einig sind, was sie eigentlich wollen. Die einen verlangen nur höhere Diäten, die an- deren Anwesenheitsgelder nach deni Muster des Reichstags. Tie einen wollen Freifahrtkarten für ganz Preußen, andere für ganz Teutschland, die einen wünschen, daß die Fahrkarten nur während der Session gelten, die anderen, daß ihre Gel- tung sich auf die ganze Legislaturperiode erstreckt. Kurz, es war eine wahre Musterkarte aller niöglichen Wünsche, und die Kommissare der Regierung, die die Erörterung mit an- hörten, werden jetzt noch weniger schlau sein als zuvor. Tie Tendenz des Antrags geht dahin, durch irgendwelche künst- lichen Maßnahmen die Frequenz des fast nie beschlußfähigen Hauses zu erhöhen— ein Streben, das unser Genosse Hirsch mit Recht ironisierte. In sachlicher Beziehung stellte sich die sozialdemokratische Fraktion auf den Standpunkt, daß es un- dedingt nötig sei, den Abgeordneten Freifahrtkarten zu ge- währen, daß dagegen in bezug auf die Diäten der jetzige Zu- stand in Preußen den Vorzug vor der Regelung im Reichs- tage verdiene. Im übrigen erledigte das Haus nur kleinere Vorlagen, darunter in dritter Lesung den Gesetzentwurf betr. die land- wirtschaftliche Unfallversicherung, dessen arbeiterfeindliche Tendenz Liebknecht gebührend geißelte. Am Donnerstag beginnt die Sitzung schon um 19 Uhr. Es sollen Reste aufgearbeitet werden, da das Haus sich nach den Ferien sehnt. Am 7. und 8. Juni werden die Abgeord- neten noch einmal zusammentreten und sich dann bis zum 22. Oktober vertagen._ Nur ein Stündchen Eiscnbahndebatte. In einer Stunde hat gestern das Herrenhaus das Eisen- Bahnanleihegesetz erledigt. Nicht ohne eine Rede deS Grafen Mirbach natürlich. Sie richtete sich aber nicht etwa gegen das Bestehen von Eisenbahnen überhaupt und forderte auch nicht den Ausschluß subversiver Elemente von der Beförderung, sondern be- schränkte sich einfach und schlicht auf ein Lob der hölzernen Schwellen und des Ministers v. Breitenbach. Ein anderer Graf, Hutten- Czapski, findet es gesetzwidrig, daß den Eisenbahnbeanrtcn und -arbeitern hier und da Kartoffelland frei zur Verfügung gestellt wird. Die Verwaltung erwiderte, daß die-Z nur dann geschehe, wenn diese Eisenbahner ans Dienstesrücksichten direkt an der Bahn auf bahnfiskalischem Gelände wohnen müssen. Es ist doch bezeichnend. wann die GesetzeShüterei unserer Beherrscher erwacht: wenn sich ein paar Eisenbahner einige Scheffel Kartoffeln bauen dürfen I Da? Eisenbahnanleihegesetz wurde natürlich angenommen, und «UN 7. Juni wird man sich wieder versammeln. Das Dreiklassenparlament gegen das Frauen- stimmrecht. Wir erinnerlich, hatte die Petitionskommission des Abgeordneten- Hauses vor einigen Wochen beantragt, eine Petition des preußischen Landesvereins für Frauenstimmrecht um Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für beide Geschlechter als ungeeignet zur Erörterung im Plenum zu erklären. Das Plenum ist diesem Antrage nicht beigetreten, es hat die Petition an die Kommission zurückverwiesen, und die Kommission erstattet nun einen schriftlichen Bericht, der charakteristisch ist für die Geringschätzung, mit der sie eine so wichtige Frage behandelt. Der ganze Bericht umfaßt noch nicht einmal eine Druckseite, er be» schränkt sich auf eine gedrängte Wiedergabe der Ansichten der Konnnissionsmehlheit und der Regierung. Bon einer grundsätzlichen Erörterung hat die Kommission Abstand genommen. Und warum? Hören wir sie selbst: „Eine grundsätzliche Erörterung über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Preußen für beide Geschlechter würde eine uferlose Diskussion heraufbeschwören, ohne daß die Sache selbst auch nur den allergeringsten Vorteil davon haben würde. Im Gegenteil. Die Ausschreitungen der englischen Suffragetten haben auch in Deutschland die Bestrebungen des Petenten nicht gefördert. Eine grundsätzliche Erörterung würde zurzeit die Gegensätze zwischen den Freunden und Gegnern des geforderten Wahlrechts eher der- schärfen als mildern.. Es bleibt daher nur zu untersuchen, ob das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für Männer»nd Frauen m Preußen Aussicht auf Einführung hat. Eine solche Aussicht besteht nicht! Im Abgeordnetenhanse ist nicht einmal eine Mehrheit vor- Binden für die Uebertragung des Reichstagswahlrechts der Männer, geschweige denn auch der Frauen. Im Herrenhause hat die Petition erst recht keine Aussicht auf Erfolg. Die Königliche Staatsregierung lehnt gleichfalls ein solches Wahlrecht ab. Der Minister des Innern hat auf eine Anfrage noch folgende Er- klärung abgegeben: „... Um aber jeden Zweifel nach dieser Richtung hin zu beseitigen, möchte ich heute nochmals ausdrücklich aussprechen, daß die Uebernahme des Reichstagswahlrechts auf Preußen nach wie vor für die preußische Staatsregierung nicht in Frage kommen kann." Angesichts dieser Tatsachen kann kein Zweifel darüber be- stehen, daß der Forderung des Petenten jeder Erfolg versagt bleiben wird. Aus diesen„Gründen" beantragte der Berichterstatter Abg. Gronowsky Doch I Wir find die V e r« treter des Volkes.(Gelächter rechts.) Diese Hetz- arbeit kommt nur daher, weil die Regierung es für an- gemessen gehalten hat, die Neuwahlen zum Reichstag im Januar vornehmen zu lasten.(Anhaltende Unruhe rechts.) Wenn Sie andauernd Lärm machen, so zwingen Sie mich, Ausführungen, die ich bereits einmal gemacht habe, zu wiederholen; wenn Sie also in Ferien stimmung sind, so täten Sie besser, sich etwas ruhiger zu verhalten, denn sonst kommen Sie noch lange nicht in die Ferien.(Heiterkeit.) Die Regierung hat die Wahlen aus den allerengherzigfien Parteiinteressen erst im Januar vornehmen lasten, weil sie glaubte, wenn die Wahl bis auf den äußersten Termin hinausgeschoben würde, so ständen die Aktien für den Bethmann Hollwegschen Reichstag bester. Darin hat sie sich zwar nun getäuscht, aber gerade aus dieser Tatsache geht hervor, daß wir eine Reichsregierung aus einer kleinen Minderheit haben.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler behauptet immer, die Regierung stände über den Parteien. Aber keine Parteiregieruug ist so engherzig, wie diese Regierung der Minderheitsparteien, die sich dazu hergibt, den Reichstag zu desorganisieren.(Lärni rechts.) An dieser Desorganisierung des Reichstages ist aber außer der Regierung auch noch daö unglückselige Diäten- gesetz dieses HauseS schuld.(Sehr richtig! links.) Denn eS hat die direkte Wirkung, geradezu eine Prämie zu setzen auf die Ver- kümmerung der Reichstagsarbeiten. Die Abgeordneten müßten keine Menschen sein, wenn sie nicht auf die indirekte Beeinflussung durch das Diätengesetz hineinfallen würden, und deshalb halten wir es für durchaus notwendig, daß der Reichstag so bald wie möglich an eine Revision des Diätengesetzes herangeht mit der Wirkung, daß lediglich Diäten für die wirklichen Sitzungstage ge- oeben werden; denn dann fehlt jener Zweck, der besonders in den letzten Wochen und Monaten auf die Veikiimmerung der Rechte des Reichstags hinwirkt. Hier müßten sämtliche Parteien des Reichs« tages ohne Ausnahme zusammengehen, wenigstens diejenigen Parteien, denen an der Arbeitsfähigkeit und Würde des Reichstages gelegen ist.(Sehr richtig! links.) Sollte die amtierende Bureaukratie sich weigern, auf das Diäteugesctz einzu- Sehen, dann wäre endlich einmal der Zeilpunkt gekommen, wo der Reichstag durch Ausnutzung seines Budgetrechts der Regierung zeigen könnte, daß er seine Wünsche durchzusetzen vermag. sGehr richtig I hei den Sozialdemokraten.) Wir haben es jetzt erlebt, daß im preußischen Abgeordneten- YMe entgegen der feierlichen Versprechung der Thronrede eine Reform des Dreiklassenwahlrcchts vereitelt worden ist. Alle Wahlrechtsanträge, selbst die allerbescheidensten, sind von den Funkerparteien abgelehnt worden. Wir haben daS größte Interesse daran, daß in Preußen Zustände herbeigeführt werden, die auch dem preußischen Volke die Rechte gewähren, auf die es ein Anrecht hat. Aus diesem Grunde scheint mir der Zeitpunkt gekommen zu sein, da der preußische Landtag aus sich heraus der Aufgabe einer zeitgemäßen Wahlreform nicht gewachsen zu sein scheint, daß von Reichswegen dafür gesorgt wird, daß dort erträgliche Zustände eingeführt werden. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Diese Anregung ist durch- aus nichts Neues, dieselbe Forderung ist schon bei der Beratung über die Mecklenburgische Verfassungsresorm im Reichstage erhoben worden. Damals ist auch erklärt worden, daß das Reich eingreifen müßte, um Mecklenburg in die Reihe der modernen Staaten zu erheben.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wenn eS nicht dazu gekommen ist, so sind die Nationalliberalen daran schuld, die eine übertriebene Rücksicht auf die einzelstaatlichen Souveränitätsrechte genommen haben. Aber die mecklenburgischen Zustände werden völlig in den Schattenge st eilt durch die viel schlimmeren in Preußen, weil es der größte Bundes- staat ist, der durch seine reaktionären Einrichtungen einen reaktionären Druck auf daS Reich und auf die Verkümmerung der Volksrechte aus- übt. Wenn es gegenüber Mecklenburg als notwendig erschienen ist, einen Eingriff von Reichs wegen zu verlangen, so muß das umsomehr in Preußen geschehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Kein Bundesstaat kann mehr Rechte haben, als der andere. Ich bin fest davon überzeugt: wenn man bei uns im Deutschen Reiche eine Volksabstimmung über die Frage veranstalten könnte, ob für das preußische Abgeordnetenhaus, sowie für alle anderen einzelstaatlichen Parlamente von Reichs wegen die Einsührung des allgemeinen gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts nach dem Muster des Reichstagswahl- rechtes, das die Mindestforderung darstellt, durchzuführen wäre, sowürde eine ganz bedeutende Mehrheit im Reich und auch aller preußischen Wähler sich für dieses Eingreifen des Reiches entscheiden. Daß bei der jetzigen Zusammeni'etzung des Reichstages auf eine derartige Tat nicht zu rechnen ist, ist mir völlig klar. Aber solche wichtigen politischen Schritte brauchen eine Reihe von Jahren zur Reife, um beim Volke Wurzel zu fasten. Aber wir werden dafür sorgen, daß dieser Gedanke im Volke nicht einschläft, sondern immer stärker wird, bis diese Maßregel endlich durchgeführt ist.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Und bei diesem unserem Kampfe haben wir ja gar keine wirksameren Bundes- genossen in der Aufklärung und Aufrüttelung des Volkes, als in den Männern, die auf Grund de? preußischen Dreiklassenunrechts gegenwärtig noch die Mißhandlung der Vertreter des Volkes vornehmen lasten, wie die Herren v. Erffa und ihre Handlanger v. Hehdebrand und K r ö ch e r. Das sind die wirksamsten Bor- kämpfer des Volkes für ein Engreifen de? Reiches gegen dieses Junkerparlament. Ich möchte noch einen Appell an die anderen bürgerlichen Parteien richten, die mit uns eine Aenderung des Drei- klassenwahlrechtS erstreben. Diese Parteien müsten die Verfassungs- kämpfe mit aller Macht in die Hände nehmen, um dieses Ziel zu erreichen und den Preußen ein moderne? Wahl- recht zukommen zu lassen. Denn aufhalten können die Junker das Rad der Geschichte doch nicht. Vor allem aber sollten die bürgerlichen Parteien daflir sorgen, daß ihre Bruderfraktionen im preußischen Abgeordnetenhause nicht den Junker- Parteien bei Abstimmungen Helfersdienste leisten, wie daS kürzlich bei der Auslieferung unserer Genosten Borchardt und Leinert geschehen ist. Dadurch hat sich das preußische Ab- geordnetenhaus selber diskreditiert, und alle Abgeordneten, die darin mitgewirkt haben, haben auch mitgewirkt an der Ent- Würdigung des Parlaments.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten, Lärm rechts.) In der Elsaß-Lothringcn-Frage hat sich der Reichskanzler auf den Standpunkt gestellt, baß die Worte, die Kaiser Wilhelm II. damals in einer Privatgesellschaft, die aber aus politischem Anlaß zusammengetreten war, von politischen Persönlichkeiten besucht war. und in der politische Angelegenheiten beraten wurden, durch Indiskretion an die Oeffentlichkeit gekommen seien. Wenn aber jemand in einer politischen Versammlung, sei diese nun öffentlich oder nicht, sich über eine brennende politische Zeitfrage in scharfer Weise ausspricht, so ist das keine P r i v a t m e i n u n g, deswegen weise ich vor allen Dingen diese ganze falsche s e n t i- mentale Mache des Kanzlers, sein Jammern über In- diskretion zurück. In diesem Gejammer liegt das Eingeständnis, das sich gar nichts verteidigen läßt, und die Verteidigung, die er vom Stapel gelassen hat, war auch danach. DaS Organ der freikonser- vativen Gruppe in diesem Hause hat auch davon geschrieben, der Kanzler habe den Kaiser preisgegeben. Ich mache mir diese Anschauung nicht zu eigen. Die Gerechtigkeit gebietet, an- zuerkennen, daß er sich nach besten Kräften bemüht hat, die Worte des Kaisers zu verteidigen. Wenn ihm dies nicht gelungen ist, so liegt das daran, daß es ein Versuch am untauglichen Objekt war. Erstens sagte er, die Worte waren ja ganz harmlos. Er war vorsichtig genug, sie nicht zu wiederholen; denn der Kern dessen, was der Kaiser gesagt hat, war: wenn solche Dinge sich wiederholen, dann schlage ich die Verfassung in Scherben. Der Reichskanzler sagte, damit hat der Kaiser nur dem Unmut Ausdruck verliehen über allerlei Vorkommnisse in Elsaß- Lothringen. Ich möchte mal hören, was irgend einem Privatmann geschähe, der öffentlich erklärte, wenn die Dinge im Deutschen Reich sich nicht ändern. dann schlagen wir die Ver- fassung in Scherben. DaS würde aufgefaßt werden als offener Hochverrat. Außer der Redaktion der.Post", die nach all- gemeiner Annahme der Inspirator dieser Kaiserworte ist, gibt es wohl keine Gesinnungsgenossen für ihn. Der Kanzler hat sie ja zu decken gesucht, aber ich schätze seine Intelligenz und sein Rechts- bewußtsein zu hoch ein, um anzunehmen, daß dies mehr als eine formale und recht unbequeme Aufgabe war. Zweitens sagte der Kanzler, in Elsaß-Lothringen sind ganz nn- erhörte Dinge vorgekommen. Anfgesordert, diese zu präzisieren, hat er sich in a l l g e ni e i n e n Redewendungen ergangen. Es handelt sich eigentlich nur um drei Angelegenheiten. Die eine ist die Streichung der kaiserlichen Jagd, die zweite ist, daß der Landtag auf den G n a d e n f o n d s Einfluß haben wollte und die dritte ist, daß er eine durchaus berechtigte Miß- billigung über die elsäßische Regierung wegen einer Verfügung aus politischen Ursachen ausgesprochen hat, durch die Tausende von Arbeitern in Mitleidenschaft gezogen sind. Diese Dinge rechtfertigen das Auftreten des Kaisers wirklich in keiner Weise. Die Grafenstadener Geschichte hat ja der Staatssekretär Zorn von Bulach treffend als Kindereien charakterisiert. Die beiden anderen Dinge sind rein persönliche Beschwerden des Kaisers; da ist er in seinem großmächtigen SonnenkSuigbewußtscin angetastet worden. Es ist rein ein Ausbruch deS weit über das berechtigte Maß hinauSgetriebenen kaiserlichen Selbst- gesühIS, das außerhalb dieses Hauses zutreffend nur noch in Witzblättern charakterisiert werden kann. Und deshalb die Verfassung in Scherben schlagen? Der Reichskanzler ist wohl selbst zu dem Bewußtsein gekommen, so etwas läßt sich nicht verteidigen. Sonst würde er nicht mit tief bekümmerte in Gesicht auch jetzt hier wieder fitzen(Heiterkeit.), nachdenkend, was in aller Welt läßt sich sagen, um au« der Tinte herauszukommen, in die mich der hohe Herr hineingebracht hat. Die Drohung mit dem In- scherbenschlagen der Verfastung hat auch noch andere Verteidiger gefunden. Den Dclirantenanfall des Abg. Schultz gegenüber meiner Partei übergehe ich. Nur eines war dabei charakteristisch. Seinen Ausfall, bei dem er mit Verachtung um sich warf, machte er in einer Form, daß jedermann und auch der Präsi- dent meinte, er sei auf ein Mitglied des Hauses gemünzt. Vom Präsidenten deshalb zur Rede gestellt, zeigte dieser eifrige Patriot, daß für ihn Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit ist und suchte den Ausdruck abzulenken auf die ganze Partei außer- halb dieses Hauses. Das kennzeichnet seine Methode. Noch ein zweiter Redner, der Abg. v a n C a l k e r hat einen Ab- lenkungsversuch gemacht, indem er die Sozialdemokratie mit Belehrungen darüber haranguierte, daß in England keinerlei Majestätsbeleidigungen begangen werden, weil die Engländer sich zu sehr als G e n t l e m e n fühlen, um den König zu beleidigen. (Abg. Heckscher(Vp.j: Sehr richtig I) Sie zeigen nur. Herr H e ck s ch e r, daß Sie das englische Recht und die englischen Per- Hältnisse nicht kennen. Im englischen Recht gibt es gar kein orimsir laesae rnajestatis(Majestätsbeleidigung). Wer in England gelebt hat, weiß, daß dort über das Königshaus in f r e i e st e r W e i s e ge- sprochen wird. Jetzt geschieht es weniger, weil die Personen keinen A n l a ß geben. Ich erinnere Sie, ivie der ausgesprochene Gentleman Lord Byron über Georg m. gesprochen hat. Und was der Gentleman und Lieblingsdichter der guten englischen Gesellschaft Thackeray über die ganze Königs- g e s e II s ch a f t geäußert hat, ist nach Ihrer SNeimmg schwer beleidigend und wurde von dieser Gesellschaft mit Freude be- grüßt. Was aber meinen Sie ivohl, würden die Engländer run, wenn heutigen TagcS ein Abkömmling der Stuarts— Abkömmlinge der Stuarts sitzen sowohl auf dem englischen wie auf dem deutschen Thron— sich erlauben würde, die Regierungs- Methoden seines Ahnen Karls I. in England einzuführen. Wenn der König irgendwo sagen würde, wenn mir eine Jagd abgeknappst wird, und der Gnadenfonds beschnitten wirb, dann schlage ich die Berfassung in Scherben, was meinen Sie wohl, was das englische Volk einschließlich der Majorität der Gentlemen tun würde. Zwei Dinge nur sind möglich. Entweder würde in vier Wochen der englische Thron in Scherben geschlagen sein, oder, wenn man den Fall rein pathologisch individuell behandeln würde, würde dafür gesorgt werden, daß dieser englische König für die fernere Zeit seines Lebens in irgendeinem Schlosse ein ähnlich ruhiges und unschädliches Leben zu führen hätte, wie Abdul Hamid in der Villa Allatini bei Saloniki. Die Volks- souveränität ist in England so eingewurzelt, daß das englische Volk sich Angriffe darauf von keinem Mitgliede deS Königs- Hauses gefallen ließe, und bei meiner Liebe zum deutschen Volke habe ich den dringenden Wunsch, daß nicht bloß meine Parteigenossen, sondern das ganze deutsche Volt in seiner überwiegenden Mehrzahl sich zu diesem Selbstgefühl durcharbeitet, das zweifellos das englische Volk heute beseelt. Dann wäre eS aus- geschlossen, daß irgendein Inhaber deS Thrones sich so etwas erlauben dürfte.(Stürmische Zurufe rechts.) Präsident Kaempf: Was Sie vorhin von dem englischen König gesprochen, war parlamentarisch unzulässig. Für den jetzt ge- brauchten Ausdruck rufe ich Sie zur Ordnung.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Lcdevour(Soz.): Ich verlaste nun dieses Thema(ironisches Bravo! rechts ich mit hinreichender Deutlichkeit ausgesprochen habe, was wir darüber denken und was in Deutschland geschehen müßte, wenn wir in Deutschland ein Volk wären, das Wert auf seine Selbstregierung legt.(Großer Lärm rechts.) Präsident Kaempf: Ich rufe Sie für diesen Ausdruck zur Ordnung.(Große Erregung und Zurufe bei den Sozial- demolraten.) Abg. Ledcbour(fortfahrend): Die reaktionäre Politik, die im Inneren des Vaterlandes Orgien feiern kann, erhält ihr Gegenstück in der auswärtigen imperialistischen Politik, weil da die liberalen Parteien des deutschen Bürgertums m i tm a ch e n, werden sie gehindert, auch im Innern bessere verfassungsmäßige Zustände herbeizu- sühren. Die Liberalen sprechen platonische Wünsche aus, raffen sich aber nicht z» Taten auf. Was wir erreicht haben, ist nur eine sehr beschränkte notwendige Reform der Geschäftsordnung, die vielleicht später ermöglichen wird, in höherem Maße als bisher Verfassinigs- ändernngen zu betreiben. Aber durch ihre Zustimmung zu den im- perialistischen Forderungen der Heeres- und Flottenvermehrung und den Finanzgesctzen stärken sie die Regierung und verbauen sich selbst die Möglichkeit, auf die Verbesserung der Verfassung hinzuarbeiten. Es ist eine Illusion, wenn man hofft, sie könnten sich dazu ausraffen, wirklich daS parlamentarische Regime, die Abhängigkeit der Regierung von der Volks- Vertretung zu erkämpfen. Uns wird das nicht abhalten, jede Gelegenheit zu benutzen, um wenigstens in einzelnen Fragen die Mehrheit hier mit uns zu reißen und darüber hinaus im Bolke dafür zu kämpfen, die Vi acht zu erringen, daß endlich mit den bei unS herrschenden Zuständen ein für allemal auf- geräumt wird. Wir vertreten gegenüber der durch die Gesamtheit der bürger« lichen Parteien vertretenen imperialistischen Politik ein klares Pro- gramm bestimmter Forderungen, von deren Erfüllung wir eine durchgreifende Besserung der Zustände im Innern sowie alles das erwarten, waS die Mehrheitsparteien des Reiches durch Heeres- und Flotlenvermehrungen und eine aggressive au§- wärtige Politik zu erreichen hoffen. In den Bemühungen der liberalen Parteien, eine bestimmte aktive auswärtige Politik herbei- zuführen, steckt insofern ein berechtigter Kern, als sie wünschen, daß der deutsche Handel und Industrie die ungehemmte Möglichkeit zur Ausbreitung über den ganzen Erdenrund haben. Ich nehme an, daß das auch der Grundgedanke der Herren der Zentrumspartei ist. Das wünschen selbstverständlich auch wir; auch wir würden alles u n t e r st ü tz e n, was dem Absatz der Judustri« und den deutschen Handel fördert. Aber das Atter« ungeeignetste dazu ist, die wahnwitzige Rüsterel. weil diese notwendigerweise Mißtrauen über irgend welche bösen Absichten Deutschlands erzeugt, Deutschland im Ausland mißliebig macht, und dadurch den deutschen Handel und die deutsche Industrie schädigt. Wir würden alles nnterstützen, was dazu beiträgt, den Grundsatz der offenen Tür bei allen Staaten und K o l o n i e n durchzuführen. Wir halten es für sehr bedenklich, daß England im Einverständnis mit Kanada, seinen australischen und südafrikanischen Kolonien auf Einfuhrzölle hinwirkt, und diese zu beseitigen, wäre jetzt die Hauptaufgabe bei den Verhandlungen mit England. Wäre es möglich, in der ganzen Welt unter allen Kulturstaaten ein Einvernehmen über den Grundsatz der offenen Tür zu erzielen, so wäre damit eine der gefährlichsten Ursachen für den Vorwand der Kriegsrüstungen beseitigt.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Die jzloeite Forderung ist, daß in keinem Lande die sprachlichen Minderheiten bedrückt werden dürfen, daß in jedem Staat als notwendiges Recht aller Staatsangehörigen gelten müßte, ihre Muttersprache frei und ungehindert in der Schule und im öffentlichen Leben zu gebrauchen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten und den Polen.) Dies» Gleichberechtigung alker Staatsangehörigen empfiehlt sich in Deutschland vor allen Dingen nicht aus universal- politische» und internationalen Gründen, sondern aus nationalen Gründen. Denn wenn wir die Politik der Zwangsgermanisierung gegen Polen, Dänen und französisch sprechende Staatsangehörige treiben, so stärken wir dainil die Geigel, die in Rußland und anderen Ländern auf dein Rucken der dentschsprackilichen Minderheiten geschwungen wird. sZurnfe rechts.) Wenn es Ihnen gleich- gültig ist, wie es den Deutschen in Rußland, Ungarn, Amerika geht, dann packen Sic dir mit Ihren Reden von deutschem Patrio- tisnius. Wenn Ihr Patriotismus nur darin besteht, daß Sie in Deutschland K a i s e r h o ch s ausbringen und Sch ll tz e n f e st reden halte» und eine erfolglose Gerinainsierungspolilik gegen Polen und Dänen ausüben, so zeigt das lediglich Ihre Unterdrückungs- sucht, nicht Ihr Naiionalgefühl. Haben Sie wirklich die deutschsprach- liche Bevölkerung der ganzen Welt in Ihr Herz geschlossen, so müssen Sie mit dieser Politik brechen. Wenn wir jetzt genötigt sind, gegen alle diese reaktionären Auswüchse der Heimatpolitik Front zu nrachen, so ist das nur das Resultat der wirtschaftlichen und politischen Entivickelung Deutschlands. Sie bedingt, daß das Proletariat immer n,ehr an Kraft. Einsicht und Einfluß auf politischem Gebiete gewinnt, wie sich auch bei den letzten Reichstagswahlen gezeigt hat. Aber diese EntWickelung übt natürlich einen lähmenden. einschüchternden Einfluß auf alle die Gegner der Sozialdemokratie aus, die die Zeit herannahen sehen, wo die Partei des klassenbewußten Proletariats wirklich endlich die Möglichkeit erhält, in v o ll k o in m e n e r U n g e h e m m t heit ihre revolutionierende Tätigkeit zur Umgestaltung unseres Staatswesens, zur Sozialisierung d e r S t a a t s- und Gesell s chafts ei nrichtun gen durch- z u f ii h r e n. Weil den meisten bürgerlichen Polirikern die Angst bor diesem unabwendbaren Schicksal in die Knochen gefahren ist, haben wir als Resultat diese reaktionäre Angstpolitik, die Sie im preußischen Parlament ausüben, und die hier sich allerdings schwäch- licher, doch hin und wieder sehr krampfhaft betätigt. Eigentlich sollten die Liberalen alles aufbieten, um mit unserer Unter- stützung diese reaktionären Versuche im Keime zu ersticken. Gelingt es Ihnen nicht, mit uns zusammen diese reaktionäre Regierung zu beseitigen, dann wird die plötzliche Umwälzung nur um so früher ins Leben treten. Wir können ruhigen und sicheren Auges der einen wie der anderen Möglichkeit entgegensehen, wir sind auf alles gefaßt, auf alles gewappnet, und wir werden dafür sorgen— das ist unsere Aufgabe als Volks- Vertreter— den Kampf zu führen und aufrüttelnd auf die breiten Volksmassen zu wirken, daß sie mit klarer Erkenntnis und klarem Einblick in die Zukunftsmöglichkeit einer sozialistischen Umgestaltung des Staates dafür sorgen, daß auch das Deutsche Reich ein dem deutschen Volke angemessenes Staatsgebäude wird.(Lebhafter, anhaltender Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schultz(Rp.): Der Abg. Ledebour Ivarf mir vor, ich hätte nicht zu meinen Worten gestanden. Als der Präsident sagte, ich habe die letzten Worte nicht verstanden, ich nehme an, Sie meinen nicht ein Mitglied des Hauses, erwiderte ich:„Ich habe auch die Worte deS Abg. S ch e i d e m a n n gemeint". Ist das eine Ableugnung und ein Kneifen? Als dann der Präsident sagte, Ihre Worte gehen also nicht aus die Person, sondern auf die Worte des Abg. Scheidemann? wiederholte ich:„Sie gehen auf die Worte des Abg. Scheidemaun. Wie hat Ledebour heute von dem Kaiser gesprochen? Die s ch ärf st en Worte der Beleidigung hat er gebraucht, aber in der Form, daß er den englischen König zitierte und ihm unterlegte, was mit.beiden Fäusten auf den deutschen Kaiser gemeint war.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Da kann man sagen, Vorsicht ist der bessere Teil der Tapferkeit. Da sollen die Wähler draußen sagen, der Ledebour hat es dem Kaiser ordentlich gegeben und doch ist er um de« Präsidenten herumgekommen. Solche Taktik haben wir nicht. Wir nennen die Dinge beim richtigen Namen. (Große Unruhe und Zwischenrufe bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Abg. Ledebour über solche Fragen spricht, so ergreift ja auch seine Parteigenossen ein beklemmendes Gefühl. Auf dem letzten Parteitage hat ihm Bebel Taktlosigkeit vorgeworfen.(Zuruf rechts: Bebel ist ein kluger Mann.) Was er heute getan, war nicht bloß taktlos. Er hat sein Herz enthüllt und gezeigt, wohin die letzten Ziele der Sozialdemokraten gehen. Wir begrüßen es, daß Sie Ihre Ziele nicht verbergen, sondern offen die Person des Kaisers beschimpfen.(Große Unruhe bei den Sozial- demokraten.) Präsident Kaempf: Sie dürfen einem Redner nicht vorwerfen, daß er die Person des Kaisers beschimpft hat. Abg. Schultz(forlfahrend): Ich mutz mich dem fügen. Was die Herreu zu einander auf ihren Parteitagen sagen, das darf man hier im Hause nicht sagen. Ledebour hat hier vor dem ganzen deutscheu Volk gezeigt, wohin die Fahrt geht.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Er hat gezeigt, daß es gegen den Inhaber der höchsten Geivali geht. Das wird dem deutschen Volk die Augen öffnen und Ihre Mitläufer werden Sie verlieren.(Lebhafter Beifall rechts. Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) � Abg. Ledebour(Soz.): Der Abg. Schultz hat versucht, von der Frage, um die es sich handelt, abzulenken, indem er mich unter Benifung auf die Aeußerung eines meiner Parteigenossen persönlich angreift. Das gehört nicht hierher. Gegenüber der Aeußernng, ineine Partei- genossen ergreife ein beklemmendes Gefühl, wenn ich rede, bemerke ich, daß meine Parteigenossen mich für die dritte Lesung des Etats zum G e n e r a l r e d n e r bestimmt haben.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Dann hat der Abg. Schultz mir den Vorwurf gemacht, ich verschleiere meine wirklichen Absichten, und daran schloß er zuletzt den Vorwurf, ich habe endlich einmal wieder die wirklichen Ansichten und Ziele der Sozialdemokraten enthüllt.(Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Das ist ein charakterisuscher Beweis für seine polemischen Fähigkeiten. Ick habe aber nicht in verschleierter Form meine Ansicht über Kaiser Wilhelm II. und darüber, was das deutsche Volk tun müßte, ausgesprochen. Zu dem Beispiel mit England war ich durch Herrn van Calker veranlaßt. jJch habe es durch- geführt und dann ausdrücklich gesagt, indem ich daraus hinwies, was„ach aller geschichtlichen Erfahrung und Kenntnis des englischen Volkscharakters das e n g l i s ch e Volk gegenüber einem König tun würde, der droht, die Verfassung in Scherben zu schlagen:„Ich wünsche dem ganzen deutschen Volk so viel Selb st- gefühl, wie die Engländer haben." Kann man deutlicher sein?(Lebhaftes Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Reichskanzler v. Bcthinann Hollweg(sehr erregt): Der Abgeord- nete Ledebour hat in feiner Rede gemeint, ich hätte am vorigen Freitag, als wir über Elsaß-Lothringen sprachen, Schwierigkeiten gehabt, die Worte des Kaisers zu verleidigen. Meine Herren, ich kenne keine Schwierigkeiten, kür meinen Kaiser ein zu- treten.(Lebhafter Beifall rechts und tm Zentrum, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich weiß, vaß ich dabei die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes hinter mir habe.(Erneuter lebhafter Beifall rechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen.) Daß ich mich mit Ihnen nicht verständigen kann, meine Herren Sozialdemokraten, das gebe ich zu. Sie haben heute wieder als das Ideal hingestellt, das deutsche Volk unter ein sozialistisches R e g i in e n t zu stellen. Davon will das deutsche Volk nichts wissen.(Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Das deutsche Volk hält an seinem Kaiser und seinen verfassungsmäßigen Institutionen fest. lSehr richtig! rechts.) Das deutsche Volk fühlt sich verletzt, wenn der Kaiser hier in einer Weise kritisiert wird, wie es der Abg. Ledebour getan hat. Das Volk wird Ihnen— und der Tag wird»pch kommen die Antwort gebe» auf diese Angriffe gegen Kaiser und Reich.(Stürmischer Beifall rechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen. Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schultz(Rp.): Ein Widerspruch zwischen meinen Aus- führungen über Herrn Ledebour besteht nicht. Ich habe darauf hingewiesen, der Abg. Ledebour hat geschickt verschleiert ge- sprachen, daß er sich dem Einschreiten des Herrn Präsidenten entzog. (Sehr richtig I) Aber darüber kann kein Zweifel sein, seine Aus- führungen richteten sich gegen den Träger der Krone. Das wollen wir hier feststellen. Das Volk wird entscheiden zwischen Ihnen und uns. Der Präsident erteilt dem Abg. Dr. S ü d e k u m das Wort.(Abg. K r e t h ruft: Das ist der Diplomat I) Abg. Dr. Südekum(Soz.): Der Herr Reichskanzler hat geglaubt, gegen meine Partei hier die öffentliche Meinung aufrufen zu sollen und gesagt, er glaube, �der größte Teil der Deutschen st ehe hinter ihm(Sehr wahr I rechts.), wenn er nicht nur den Kaiser, sondern. wie ii sagte, auch die Verfassung dieses Reiches gegen Angriffe von links verteidige. Es ist nicht ungeschickt, daß der Reichskanzler den Streitpunkt verschiebt. Denn es handelt sich hier nicht darum, daß wir Angriffe gegen die Verfassung richten(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), sondern es handelt sich daruni, daß wir angedrohte Angriffe auf die Verfassung mindestens eines Teils dieses Reiches zurückweisen(Stürmischer Beifall der Sozialdemokraten) und damit etwas tun, was des Amtes des Reichskanzlers wäre.(Erneuter lebhafter Bei- fall links.) Denn der ist dazu verpflichtet, die Verfassung zu wahren (Sehr richtig I bei der Linken), sie gegen solche gefährlichen Drohungen zu wahren, wie sie in S t r a ß b u r g ausgesprochen worden sind. Im übrigen befindet sich der Herr Reichskanzler in einer beklagenswerten Unkenntnis der Dinge, wenn er glaubt, daß er, indem er auch solche Worte seines kaiserlichen Souveräns decken will, dabei die Mehrheit des Volkes auf seiner Seite hat.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Meine Herren, es gehört jahrelang zu dem Sport in Kreisen, in denen sonst Sozialdemokraten nicht zu verkehren pflegen, d i e Person des Kaisers zum Gegenstand der ab- fälligsten Aeußerungen zu machen.(Sehr richtig! links. Große Unruhe rechts.) Es waren nicht' Sozialdemokraten, die noch vor kurzer Zeit geschrieben haben von dem v a Is ureux poltron, nicht Sozialdemokraten, die dem Kaiser, während der Marokkohandel spielte, geradezu so etwas wie, ich werde sagen, Landesverrat vorgeworfen haben(Große Unruhe rechts), sondern die Leute, die das getan haben, sitzen auf einer ganz anderen Seite als bei uns.(Unruhe rechts. Zuruf bei den Sozialdemokraten zu der Reichspartei: Ihr Parteiorgan die„Post".) Das Parteiorgan der Partei, der Herr Schultz- Bromberg sich zurechnet und als deren Parteigenossen Herr v. Zedlitz den Reichskanzler be- zeichnet hat.(Unruhe.— Der Reichskanzler erhebt sich halb und wendet sich zum Präsidententisch— von der Rechten wird gerufen: Darf er das?) Vizepräsident Dove: Was er darf, darüber habe i ch zu ent- 'cheidcn(Bravo! links): ich habe wenigstens aus den Worten des Redners nicht erkennen können, daß er diese Kritik etwa zu der seinigen gemacht hat. Sobald das eintreten würde, würde ich ein- schreiten. Abg. Dr. Südekum: Im übrigen ist auch Herr Mumm, der den Zwischenruf machte, nicht weit von den Kreisen entfernt, die jahrelang gegen den Kaiser eine Minicrarbeit geübt haben.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Scheiterhaufenbrief I) Er steht ja den Kreisen nicht fern, die durch allerhand Jntrigenkunststücke, durch Scheiterhaufenbriefe Verwirrung in die Regierung hineinzutragen beabsichtigten und das Funktio- nieren der Reichsgewalten zu stören versuchten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokralen.) Also ich darf wieder aufnehmen, was ich sagen wollte. Das Organ der Partei, der Herr Schultz- Brom« berg angehört und der nach dem Ausspruch des Herrn v. Zedlitz auch der Reichskanzler angehört, die„Post"(Unruhe rechts), ist zweifellos seit langer Zeit bemüht, einen persönlichen Kampf gegen den Kaiser zu führen, den ich als scharfer Gegner des persönlichen Regiments in dieser Form zu führen weit unter meiner Würde halten würde.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) So stehen die Dinge. Es ist nur ein Kunststück, es jetzt so hinstellen zu wollen, als ob unser Kampf von der Linken ein Kampf gegen die Person des Kaisers wäre. Wir haben immer auf dem Standpunkt gestanden, daß es sich um etwas weit Größeres als Personen handelt. Wir würden uns selbst verkleinern, wenn wir unsere ganze Tätigkeit auf einen Kampf gegen einzelne Personen, und mögen sie in der heutigen Ordnung der Dinge noch so hoch stehen, beschränken würden.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Wenn nun aber der Reichskanzler weiter sagt, er fühle sich ge- drnngen, gegen unser Bestreben, eine Aenderung unserer Z u st ä n d e herbeizuführen, nicht nur sich selbst auf die Schanze zu schwingen, sondern auch noch das Volk auszurufen, ja, dann muß ich sagen: Gegen eine derartige Staatskunst sollte nicht nur von unserer Seite Protest erhoben werden; denn wollte man wört- lich das durchführen, was der Reichskanzler will, dann hieße es, unser Reich und unsere Gesellschaft zur Versteinerung ver- urteilen.(Sehr richtig! b. d. Soz.) Die Verfassung unseres Volkes ist von den ersten Anfängen dcS Verfassungslebcns an bis zum heutigen Tage ununterbrochen weitergebildet worden. Und wo steht denn geschrieben, daß eine Weiterbildung über den je�igen Zustand hinaus nicht mehr erstrebenswert, nicht mehr erlaubt und nicht mehr denkbar wäre? Die letzten Wahlen haben wirklich den Beweis dafür erbracht, daß Millionen von Deutschen den Tag mit Sehnsucht erwarten, au dem eine Weiterbildung unserer Zustände in demokratischem Sinne möglich ist, damit wir geschützt sind gegen das, was vor wenigen Tagen uns, wenigstens einem Teile des Reiches angedroht wurde. Wer häusig Gelegenheit gehabt hat, im Auslände mit Aus- ländern über unsere deutschen Zustände zu sprechen, wird immer wieder die Bemerkung hören müssen: Was wollt Ihr, was bedeutet Ihr, Ivos bedeutet Euer Parlanteut, Euer Volk? Ihr habt nichts und Ihr seid nichts. Bei Euch steht und fällt alles mit einer Person. Und das ist nicht mehr verfassungS- gemäß. Aber es sind auch Gefahren da und iver das leugnen will, der versündigt sich an unserem Volk. Diese Gefahren aus der Welt zu schaffen, das ist eine Aufgabe des Schweißes der Edlen wert, und wir Ivcrden uicbt ruhen und rasten, bis wir diese Gefahren besiegt haben.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozial- demokraten.) Reichskanzler v. Bethmaun Hollwcg: Der Abg. Dr. Südekum hat mir soeben als Aufgabe zugewiesen, die Verfassung ans- recht zu erhalten, das werde ich auch tun. Ich bin jederzeit dafür eingetreten. Und wenn der Abg. Dr. S ü d e k u in heute wiederum ausgeführt bat, die Attsfllhrungen S. M. des Kaisers wären ein Angriff auf die Verfassung, wenn auch nur eines Teils des Reiches gewesen, so vertveise ich Sie auf das, was ich in dieser Richtung neulich gesagt habe- Dr. Südekum hat mir weiter eine Belehrung darüber erteilt, daß verfassungsmäßige Zustände gebildet würden, fortgebildet werden könnten und müßten. Ich glaube, Dr. Südekum wird mir genug Kenntnis und Verständnis für die Geschichte zumuten, als daß ich diesem Satz nicht beipflichten sollfe. Aber Sie gehen doch etwas anders vor. Die Herren Revisionisten lieben es ja, es so darzustellen, als ob bei ihnen nur eine verfassungs- mäßige Fortbildung unserer Verfasfungszustände nach dem ihnen vorschwebenden Ziel in Betracht komme. Was hat aber neulich Herr S ch e i d e ni a n n gesagt? Er ist dabei zurückgekommen, so habe ich ihn wenigstens verstanden, auf die Aenderung Ihrer Geschäftsordnung, wonach jetzt an die Jnter- pellaliouen Anträge geknüpft werde» sollen. Damals als die De» hatte über die GeschäftSordnungSänderung stattfand, war der ganze Reichstag, der die Aenderung beschlossen hat, einstimmig der Ansicht. es sollte keine Verschiebung des konstitutionellen Systems gemeint sein, unter dem wir leben. Was hat nun Herr Scheidemann gesagt? Er hat aufgerufen mit einem sehr deutlichen Wink auf das Zentrum, die Nationalliberalen, die Frei- sinnigen, sie sollten doch nun einmal Männer werden und z u r T a t s ch r e i t e n, sie sollten diesem Beschluß, den etwa der Reichstag fassen sollte, durch die Tat zur Wirklichkeit verhelfen. (Hört! hört! rechts.) Ist das eine verfassungsmäßige Fortbildung? Das ist ein scharfer Eingriff in unser Verfassungs- leben.(Beifall rechts.) Was im übrigen von Ihnen aus Ihren Parteitagen und in Ihrer Presse gesagt worden ist, über die Form. wie Sie die Ziele erreichen wollen, denen Sie nachstreben, da ist von Verfassungsmäßigkeit keine Rede mehr.(Zustimmung rechts.) Darüber sollten sich die Herren klar sein, wenn sie anderen Leuten den Vorwurf machen, daß sie nicht für die bestehende Verfassung ein- treten.(Beifall rechts.) Abg. Schultz(Rp.): Man macht uns den Artikel der„Post" zum Vorwurf. Das ist die Sommcrarbcit eiues Sommcrredakteurs. für die dafür der Chefredakteur moralisch nicht verantwo r tlich w a r.(Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Artikel ist auch von der Leitung der„Post" sofort auf das energischste Wider- rufen worden. Sie können den Artikel also nicht der Zeitung, und noch weniger der Reichspartei, die damit nichts zu tun hat. anhängen.(Lachen der Sozialdemokraten.) Nun behauptet Dr. Südekum, wir hätten das Thema verschoben. Sie haben aber dem Kaiser unterstellt, daß er die Verfassung brechen wolle. Der Kaiser hat aber 24 Jahre lang durch seine Regierung bewiesen. daß er es treu mit der Verfassung meint.(Beifall rechts.) Das hat er mit der Tat bewiesen. Aus Ihren Worten— nicht aus denen des Dr. Südekum— aber aus den Worten, die auf den Partei- tagen gesagt werden, aus der mehr oder minder verhüllten Drohung des Massenstreiks, da klingt es anders. Der Deutsche Kaiser steht treu zu den Gesetzen. Und wenn wir im Aus- lande mit Ausländern über unseren Kaiser sprechen, da hört man oft das Wort, hätten wir doch einen solchen Kaiser. (Lebhafter Beifall. Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Scheidemann(Soz.): Wenn jemals eine Rede gefälscht worden ist, die in der Oeffentlichkeit eine ganz falsche Deutung erfahren hat, so gilt das von meiner Rede.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- kraten. Lachen rechts.) Ich nehme von dem, was ich gesagt habe. kein Wort zurück und brauche nichts zurückzunehmen.(Zurufe rechts.) Aber ich mache allen denjenigen, die in der Oeffentlichkeit zu tun haben, für die Presse tätig sind oder die in Versammlungen auf- treten, zur Gewissenspflicht, daß sie, ehe sie in der Weise weiter reden und schreiben, wie sie es bisher getan' haben, nun einmal das Stenogramm lesen möchten, was ich in Wirklichkeit gesagt habe. Ich stelle ausdrücklich fest, daß ich an dem Stenogramm nichts geändert habe, was irgendwie den Sinn nach der einen oder anderen Richtung hätte beeinflussen können. Ich stehe auch unter dem Eindruck, daß der Reichskanzler an verschiedenen Stellen während meiner Rede mich durchaus mißverstanden hat, daß es ihm gar nicht hätte in den Sinn kommen können, unter Protest den Saal zu ver- lassen, wenn er das verstanden hätte, was ich gesagt habe. Ich empfehle auch ihm, das noch einmal nachzulesen. Der Reichskanzler stellte mich in einen geistigen Gegensatz zu meinem Parteifreund Südekum. indem er sagte— ich verstand nicht, welches Wort er brauchte— Evolutionist oder Revisionist(Zuruf: Revisionist I) Ich kann Ihnen allen sagen und auch dem Herrrn Reichskanzler: in diesen Dingen gibt es zwischen den Revisionisten und den sogenannten Radikalen nicht die geringste Meinungsverschiedenheit. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Zurufe rechts.) Es ist niemals weder in unserer Literatur, noch in unserem festliegendeir Parteiprogramm, noch in unseren Parteitagsbroschüren irgendein Unterschied gemacht worden nach der revisionistischen oder radikalen Seite in der Beziehung, daß die einen etwa darauf drängen, mit Gewalt das erreichen zu wollen. was wir als erstrebens- wertes Ziel ansehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das steht in unserer gesamten Literatur. Aus den Reden unserer größten Redner können Sie das feststellen, sie haben immer gesagt: wir wollen auf friedlichem Wege das erreichen, was wir für richtig halten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts.) Wenn Sie sich geradezu gewaltsam der Entwickelung, die auch nach der Ueberzeugung des Reichskanzlers nicht still steht, wenn Sie sich selbst dem geringfügigsten Verlangen, die jetzt beispielsweise im preußischen Abgeordnetenhause gestellt worden sind, entgegenstellen und unter allen Um- ständen verhüten wollen, daß wir auch nur einen ernsthaften Schritt vorwärts kommen, rechnen Sie dann selbst nicht mit der Möglichkeit, daß wir unter Umständen Zustände bekommen könnten, die uns selber nicht erwünscht sind?(Rufe: Aha I rechts.)— Aha! rufen Sie. Sie tun gerade, als wenn Sie von der ganzen politischen Bewegung in Europa nichts wüßten. Warum haben Sie in Deutschland das nicht, was wir in vielen anderen Staaten haben, Anarchisten und alle möglichen Gewalttaten? Sie haben in Deutschland keinen Anarchismus und keine Gewalttaten, weil wir eine starke Sozialdemokratie haben.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Weil wir es verstanden haben, die Leute aus gesunde Bahnen zu lenken nltd s i e vor Gewalt st reichen zu warnen.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten. Zurufe rechts.) Wir wollen leine Gewalt, wir wollen die friedliche Entwickelung. Es liegt aber nicht bei uns, wenn Dinge geschehen, auf die vorhin einer der Herren hin- gewiesen hat, wenn auch nur in einem Zwischenruf, der Ihnen graulich machen wollte mit dem Massenstreik usw. Sie haben es in der Hand, ob wir uns friedlich und gesund fortent- wickeln können.(Lachen rechts, Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) An Ihnen liegt es, ob nicht hie und da vielleicht unüberlegte Dinge gemacht werden, die niemand mehr bedauern würden a!s wir, für die Sie aber(nach rechts) die Verantwortung zu tragen haben.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Damit s ch l i e ß l die G e n e r a l d e b a t t c. In der Spezial- debatie kommt beim Etat des Auswärtigen Amtes Abg. Emmcl(Soz.) nochmals auf die elsaß-lothringis ch'e Frage zu sprechen. Der Reichskanzler hat in seiner Rede am ver- gangenen Freitag gesagt, daß die Vorgänge in Elsaß-Lothringen einen veriländlichen Uiilvillen im Reiche hervorgerufen haben, und daß dieser Unwille auch vom Kaiser geteilt werde. Nichts ist so ungerechtfertigt, als die Beurteilung der Dinge von diesem Gesichtspunkte aus. Bei den Landtagswahlen im Oktober hat der Nationalismus eine vollständige Niederlage erlitten, keiner von den Kandidaten ist gewählt worden und nur einige nationalistisch schillernde Mitglieder der elsaß- lothringischen Zentrumspartei sind in ihrer Eigenschaft als Zentrumsleuie gewählt worden. ES besieht also im Landtage keine nationalistische Strömung. Gerade die alldeutschen C h a Nach wie vor halten wir an der Forderung fest, daß in solchem gefährlichen Betrieben jugendlichen Personen bis zum 13. Lebens-- Mhre die Beschäftigung untersagt wird. Gleichzeitig protestiert die Versammlung gegen die Behauptung des Ministerialdirektors Herrn Dr. Caspar in der Reichstagssitzung vom 20. März d. F., daß Arbeiter, insbesondere Organisationsvertreter, als Sachver- ständige ungeeignet sind. Gleichzeitig ersucht die Versammlung den Vorstand des Verbandes, die Petition vom Februar 1910' unter Nachtragung des neuen Materials bei Reichstag unde Wundesrat wiederum einzureichen." i Der Reichstagsabgeordnete Brey- Hannover hielt als Vtt« treter der sozialdemokratischen Fraktion eine Ansprache, in der et hervorhob, daß Arbeiterforderungen immer erst nach heißen Kämpfen zur Anerkennung gelangen, und wenn sie noch so sehr von Recht und Billigkeit diktiert werden. Er ermunterte zum AuS- harren und versicherte, daß die sozialdemokratische Fraktion der Frage des ArbeiterschutzeS stets die gebührende Aufmerksamkeit widmen werde.> Die Reden wurden sehr beifällig aufgenommen. Der Vor- sitzende wies dann auf die Notwendigkeit der Organisation be- sonders hin und wandte sich ebenfalls gegen die Herabsetzung der Organisationsvcrtreter als Sachverständige in Arbeiterangelegen» heiten. denn diese seien jedenfalls viel besser geeignet, ein sachver- ständiges Urteil zu fällen, als irgendein Kaufmann, der als Fabri» kant nur seinen Profit im Auge hat, der aber von dem Regie- rungsvertreter andächtig angehört wird.— Die vorgelegte Resolution wurde einstimmig angenommen. i Die Zahlstelle Berlin des BuchbinderverbanbeS hielt am Man- tag im Gewerffchaftshause ihre Generalversammlung ab, in der der Geschäfts- und Kassenbericht vom ersten Quartal auf der Tagesordnung stand. Er liegt in den„Mitteilungen" der Zahlstelle gedruckt vor. Die Mitgliederzahl ist wiederum gestiegen, und zwar um 850, so daß die Zahlstelle am Quartalsschluß 891® Mitglieder hatte, unter ihnen 5184 weibliche. Den stärksten Anteil an dem Mitgliederzuwachs hat diesmal die Kartonbranche, die be- kanntlich eine Lohnbewegung durchzukämpfen hatte, welche zum Abschluß eines Tarifvertrages führte. Es sind in dieser Branche auch viele Heimarbeiterinnen ftir den Verband gewonnen worden, und es werden besondere Maßnahmen getroffen, sie der Organi- sation dauernd zu erhalten. Im übrigen zeigt der Bericht, daß in den verschiedenen Branchen viel darauf verwendet tverden mußte. bestehend« Tarisvörträge voll zur Geltung zu bringen und Tarif- brüchen entgegenzuwirken. Der Bericht vom paritätischen Arbeits- Nachweis weist an eingetragenen Arbeitslosen 784 männliche und 1225 weibliche auf. Stellen wurden gemeldet für Gehilfen 1467, davon besetzt 1307; für Arbeiterinnen 2202, von denen 1788 durch den Nachweis besetzt wurden. Aus dem Bibliotheksbericht ist her» vorzuheben, daß der Bücherbestand von 2012 auf 2022 Bände ge- stiegen ist. Die Quartalsabrechnung schließt für die Zentrallasse mit der Bilanzsumme von 62 725,60 M. ab. An Arbeitslosen» Unterstützung wurden für weibliche Mitglieder 7646,25 M., für männliche 11748,85 M. ausgegeben; an Krankenunterstützung für weibliche Mitglieder 3564,20 M., für männliche 2741,15 M. Irr- folge des Lohnkampfes in der Kartonbranche ist diesmal der größte Ausgabeposten der ftir Streikunterstützung, und zwar mit 26 588,65 Mark. Außerdem verursachte die Streikbewegung noch 11 323,85 Mark Ausgaben der Lokalkasse. Die Einnahmen der Lokalkasse betrugen samt dem alten Bestand 95 929,49 M., ihre Ausgaben 26 058,20 M., so daß als Bestand am Quartalsschluß 69 871,29 M. übrig blieben.— Die Generalversammlung erteilte den beiden Kassierern sowie der ganzen Ortsverwaltung einstimmig Dccharge. Es folgte dann die Aufftellung der Kandidaten für eine Ersatzwahl zum Verbandsvorstand; die Wahl selbst findet durch Urabstimmung statt, deren Termin noch bekannt gegeben wird. Ergänzung. In den» Bersammlungsbcricht der gestrigen Numn, er unter Verband der Bureaunngestellten muß eS im zweiten Absatz heißen: In der Diskussion wurde scharf gerügt, daß in den wichtigsten Fragen die Angestellten von den Rendanten und den V o r st ä n d e n gar nicht gehört würden. IZus aller(Hielt. JMittel gegen Clnzufriedenheit Aus London wird uns geschrieben: Die Unzuftiedenhett der Massen, der Ursprung dieser Erscheinung und die Frage, wie diese Unzufriedenheit aus der Welt zu schaffen ist, bilden seit einiger Zeit das Hauptthema der bürgerlichen Zeitungen und Zeitschriften Groß- britanniens. Besonders ergiebig ist die Diskussion über das ver- trackle Problem, an dem alle bürgerliche Sozialreformer arbeiten, nämlich wie man Omeletten machen kann, ohne Eier zu zerbrechen. Die.Daily Mail" veröffentlichte in den letzten Tagen eine Artikel- " Ferie über die Arbeiteruntube von dem Bekannten Romanschriftsteller| Betrunken und fräßen und föffen ben ganzen Tag Wells. Wells zeiht hier die herrschenden Klaffen unter anderem bis zum Erbrechen. Sie fauften loftspielige Bigarren und der Genußsucht und der Unfähigkeit und versucht sie zu rauchten zwei oder brei auf einmal, um zu sagen, wie überzeugen, daß fie Opfer bringen müssen. Auf den gedankenlosen schnell sie das Geld verjuren könnten. millionenköpfigen Leserkreis der Daily Mail" wird der padende Dieser Wutausbruch des reaktionären Blattes ist sehr bezeichnend und anregende Stil Wells' feine Wirkung nicht verfehlt haben. für die verzweifelte Stimmung, die einen Teil der oberen Schon werden im realtionären Lager Stimmen laut, die der„ Daily Gesellschaftsschichten beseelt, die ihr legtes Stündlein sehr nahe Mail" die schwersten Vorwürfe machen. Der Schriftsteller wähnen. hat die„ Sunday Chronicle", ein Blatt, das in den oberen Kreisen viel gelesen wird, offenbar zur besinnungslosen Wut getrieben. Es wettert gegen den Apologeten der Arbeiterklasse und droht: Kein größerer Fluch hat je eine Nation getroffen als der, den die Vereinigung des Agitatoren und Apologeten bringt. Was den Staatsmännern heute am meisten not tut, ist die Macht, furchtlos zu ermahnen, wo die Ermahnung nötig ist. Die Sezer und Entschuldiger müssen berbannt werden. Den Apologeten kann man durch den sozialen Ostrazismus( Aechtung) treffen und den Agitator durch eine angemessene Warnung, daß die Strafe ber Deportation noch nicht abgeschafft, sondern noch rechtsgültig ist." " ausgefahren sind, werben feit Bogen vermißt. Man be fürchtet, daß sie untergegangen find. Katastrophe in einem chilenischen Bergwerk. Bei Uebers schwemmungen in den Bergwerfen von Gatico und in der Umgegend von Antofagasta sind vierzig Personen um gekommen oder verlegt worden. bei Dayton( Ohio) einen tödlichen Unfall. Der Apparat Ein neues Opfer der Aviatit. Der Flieger Southard erlitt tippte um und stürzte aus einer Höhe von 30 Metern ab. Der Flieger blieb auf der Stelle tot. Wafferstands- Nachrichten am feit Verhaftung eines deutschen Rechtsanwalts in Algier. Nach einer Blättermeldung aus Dran wurge in Bel Abbes der daselbst vor kurzem eingetroffene Münchener Rechts- der Landesanſtalt für Gewäſſerkunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. anwalt Adolf Weinberger wegen Tragens verbotener Waffen und Aufreizung zur Deſertion berhaftet. Weinberger hatte den Plan gefaßt, seinem Bruder, der in die Fremdenlegion eingetreten war, zur Flucht zu verhelfen. In dem Augenblick, wo die beiden mit der Eisenbahn nach Dran abreisen wollten, wurden sie verhaftet. Kleine Notizen. Und dann ergeht sich das feine Blatt in einer maßlofen Be Gleiwi bas Gleis der Schmalspurbahn überschreiten, wobei er Vom Zuge zermalmt. Ein 25 jähriger Arbeiter wollte in schimpfung der Arbeiterklasse und behauptet, daß das Streben nachtrauchelte und zu Boden fiel. Im selben Augenblide braufte der höheren Dingen, nach denen die Arbeiterklasse gemäß den Aus- Bug heran, der den Unglüdlichen völlig germalmte. Er war führungen Wells' trachte, purer Schwindel sei. Man sollte auf der Stelle tot. die Arbeiter einmal studieren, wenn sie zu Pfingsten in Blad. Verschollene Islandfischer. 8wei französische Fischerbarken, die pool die Feiertage berlebten. Von 9 Uhr morgens an feien sie mit 52 Mann Besagung zum Fang nach der Insel Island Donnerstag, 23. Mai 1912. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. terfly. Madama ButKgl. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Anfang 8 Ubr. Deutiches. George Dandin. Kammerspiele. Teddy. Mein Wasserstand Memel, Tilfit regel, Justerburg-41 Weichsel, Thorn Dder, Natibor Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm ege, Borbamm Ibe, Leitmeriz Landsberg Dresden Berby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, Niii Theater und Vergnügungen Luisen- Theater. Donnerstag: Ich lasse Dich nicht. Freitag: Schweiter Carmen. Sonnabend: Schwester Carmen. Sonntag, Montag, Dienstag nach mittag 3 Uhr: Ich lasse Dich nicht. Abends 8 Uhr: Schwester Carmen. Freund DOSE THEATED Komische Oper. Die Spiele ihrer Erzellenz. Leffing. Reiche Mädchen. Westen. Die schöne Helena. Königgräter Straße. Frankfurter. Die fünf Neues Schauspielhaus. Parkettfiz Nr 10. Neues. Der liebe Auguftin. Residenz. Alles für die Firma. Lustspielhaus. So'n Windhund. Berliner. Große Rosinen. Schiller O. Der scharfe Junter. Schiller Charlottenburg. Lady Windermeres Fächer. Nenes Overetten. Der Kongreß von Sevilla. Luisen. Ich laffe Dich nicht. Roje. 500 000 Teufel. Trianon. Der Ehemann am Fenster. Ein angebrochener Abend. Thalia. Autoliebchen. Kleines. Der Nachtwächter. Lottchens Geburtstag. Metrovol. Schwindelmeler u. Co. Wintergarten. Spezialitäten. Cajino. Die lustige Strohwitwe. Apollo. Spezialitäten. Bañage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Eine Hochzeit in der Müllerstraße. Anfang 8% Uhr. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Die keusche Susanne. Folies Caprice. RobiNr. 14. Walhalla. Um eine Krone. Anfang 8%, Uhr. Kurfürstenoper. Bruns. Krach. Gesangschule Neues Volkstheater. In Be handlung. * Königstadt- Kasino. Spezialitäten. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Schiller- Theater 0.Ballner Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der scharfe Junker. Freitag, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Geizige. Hierauf: Der eingebildete Kranke. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Lady Windermeres Fächer Freitag, abends 8 Uhr: Die Gefährtin- Paracelsus. Der grüne Kakadu. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Berliner Theater. Abends 8 1hr: Große Rosinen. Theater in der Königgrätzer Straße Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der liebe Auguftin. Operette von Leo Fall. Residenz- Theater. Direktion Richard Alerander. 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwant in 3 Aften von M. Hennequin und G. Mitchell. Morgen u. folgende Tage: Alles für die Firma. Theater des Westens. Abends 8 1hr: Die schöne Helena. Sonnt. u. Mont. 3, Uhr: Wiener Blut. Große Frankfurter Str. 132. Zum legtenmal: 5 x 100 000 Teufel. Anfang 8 Uhr. Freitag: Preziosa. Metropol- Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Schwindelmeier& Comp. 3 alten aus dem Englischen böllig Phantastisch musikalische Komödie in frei bearbeitet von J. Freund. Musik von N. Nelson. U. a. Tänze v. W. Bishop. In Szene gesetzt vom Dir. N. Schulz. apollo Theater Ab 8 Uhr Das große komische Programm. 9 Uhr: Stürmischer Lacherfolg Paul Beckers als FliegendütenHeinrich. Passage- Theater. Claire Waldoff Littke Carlsen Alt- Bonner Studenten und das große Mai- Programm! 14 Varieté- Attraktionen! Passage- Panoptikum. Während der Pfingstferien vom 23. bis inkl. 31. Mai: Volkstage Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! Das vereinte Riesenpaar und alle anderen Attraktionen! Ohne Extra- Entree. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in ber Müllerstraße. Burleste von Meysel. Bochentags 8 Uhr. Sonntags: 7 Uhr. am feit 21. 5. 20. 5. cm cm³) 153 +5 Wafferstand Saale, Grochlik 21. 5. 20. 5. cm cm³) 78 +2 60 -2 Havel, Spandau) Rathenow) 38 0 36 0 226 72 -68 Spree, Spremberg) 68 -5 Beeskow 83 89<-2 143 2 +8 Minden 220 -13 -2 -52+1 -2 0 Kaub 273+6 Köln 255+10 -174+2 Nedar, Heilbronn 42 71-3 Main, Hanau 117 Mosel, Trier 51 Freie Boltsbühne 200 Thalia- Theater: Der Raub der Sabinerinnen. Letzte Aufführung. Die Mitgliedskarten müssen zum Umtausch gegen die neuen Karten spätestens am Tage nach der Generalversammlung in der alten Zahlstelle abgegeben werden. Ein Anrecht auf die bisher innegehabte Abteilung besteht nur, wenn die neuen Karten bis Anfang August umgetauscht und der erste Beitrag für das neue Spieljahr entrichtet worden ist. 243/2 Etwaige Umschreibungen in eine andere Zahlstelle müssen im Juni, Juli vorgenommen werden. Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. Residenz- Lichtspiele Blumenstr. 10 Heute Anfang 5 Uhr an der Spitze des Neuen Programms Der Liebe ewiges Licht. Drama in 3 Akten. Hagenbecks 75-3 LOCISCHER GARTEN Täglich ab 4 Uhr: Fall. Gr. Militär- Doppelkonz. Eintritt 1 M., v. abds. 6 U. ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. JahresAbonnements an allen 3 SchalterKassen. Haus- und WohnungsbauAusstellung von Bedarfsartikeln für den städtischen Hausbesitz, vom 4. Mai bis 12. Juni 1912, Berlin Ausstellungshallen am Zoo Täglich Konzert Johann Strauss. Li chtbildervorträge. Entree 1 M KKK früher Neues Kgl. Operntheater ( Tiergarten- Königsplatz) Naturfarben- Lichtspiele Kinemakolor. Nur noch diese Woche das bisherige Programm, von dem ganz Berlin spricht. Indien- Berlin Voigt- Theater. Tempelhofer Feld==== Eröffnung Pfingsten. Ueber 150 Indier: Männer, Frauen und Kinder sowie viele exotische Tiere. Eine in ihrer Art einzig dastehende Schau- und Ausstellung, in welcher man im Zeitraum das Land, sein Volk, einiger Stunden seine Sitten u. Gebräuche, seine Fakire, seine Zauberer, seine Gaukler, seine Bajaderen, seine Handwerker, seine Pracht, eben alles, was dieses Wunderland an Lehrreichem und Interessantem bietet, kennen zu lernen Gelegenheit hat. Das Sehenswerteste der Gegenwart. Volksbelustigungen! Schaustellungen! Stündlich große, sensationelle Vorstellungen! Weltstädtischer Wirtschaftsbetrieb. Große Bier- u. Weinrestaurants. Indisches Tee- u. Kaffeehaus. Prächtige indische Original- Dekorationen. Geöffnet von 11 Uhr morgens bis 11 Uhr abends. Unbeschränkter, zwangloser Aufenthalt Entree 50 Pfennig. Reservierte Plätze: Loge 2.-. I. Tribüne 1.50, II. Tribüne 1.-. Kinder und Militär auf allen Plätzen die Hälfte. Keine Extra= Entrees. W Gesundbrunnen Badstraße 58. Keine Vorstellung. Beginn d. Sommersaison: Pfingsten. 1. und 2. Feiertag: Frühkonzert und Vorstellung 6 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Die Tochter der Hexe und das erstklassige Spezialitäten. Programm. Königstadt- Kasino. Ede Holzmarkt- u. Alexanderstraße Täglich abends 28 Uhr, Sonn tags 25 Uhr: Theater und Variete, 8 Spezialitäten und Lente von heute. Gesangsposse in 1 Aft. Befer, Münden Rhein, Marimiliansau 516 3) Unterpegel. am Spandau, Askanierring, vor dem Rathausneubau. Der große skandinavische Zirkus Fischer- Reiffarth. Donnerstag, den 23. Mai, abends 8 Uhr: Gala- Eröffnungsvorstellung. Täglich abends 8 Uhr: Gr. Neuheits: Vorstellungen. An beiden Pfingstfeiertagen je 2 große Feft- Vorstellungen 2 Nachm. 4 und abends 8 Uhr: Einstimmiges Urteil aller Besucher: Das beste Zirkusprogramm. 40 eigene erstklassige Pferde. 120 Personen, Billige Eintrittspreise. UNA Das ARK Rendezvous der modernen Welt. Konzert und Attraktionen. Entree 50 Pf. Saisonkarten 5 M. Kinder bis 6 Uhr frei! Folies Caprice. Täglich 8 Uhr: Kobi Krach Bunter Teil No. 14. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Ehemann am Fenster. Hierauf: Ein angebrochener Abend. 17 Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße, Z. Z. einziger Eispalast Deutschlands Allabendl. d. sensat. Eisballett Yvonne". Die kl. Walz.- Königin Charlotte. Weltmstr. Bror Meyer. Nachm.: Kunstlauf- Produktionen. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr abends halbe Kassenpreise. Restaurant 1. Ranges Wein- und Bier- Abteilung. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 29. Mai bas glänzende neue Programm 5 erstklassige Spezialitäten Schlager. Riefen- Lacherfolg der Bosse $ Die luftige Strohwitwe. An den Feiertagen 3, Uhr: Unsere lieben Frauen. neue wett Amerikanischer Vergnügungspark. Heute Donnerstag: Elitetag mit großem Gala- Parade- Feuerwerk. Eintritt 50 Pt. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag: Frühkonzert und Spezialitätenvorstellung. Voigts Krampenburg vis- à- vis Schmöckwitz. An allen drei Pfingstfeiertagen: A Billige Dampfer- Extrafahrten der Reedereien Stern- Gesellschaft und Kahnt u. Herzer. Näheres durch Säulenanschläge. Außerdem ständiger Dampferverkehr der Stern- Gesellschaft nach Grünau. Fahrpreis 20 Pf. Immerwährende Motorbootverbindung zwischen Krampenburg, Insel Seddin- Wall und Gosener Berge. Berantwortlicher Redakteur: Ulbert Wachs, Berlin für der njeratenteil verantw.: 24 Blode, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärta Bugdruderei u Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berba SW r. 118. 29. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 23. Mai 1912. Aus Industrie und Bandel. Subhastationen. 4000 M. Die Schuldnerin suchte um Stundung nach gegen Ueber- im Jahre 1910. Die Statistik unterscheidet dabei zwischen indus tragung des Nießbrauches. Sie fand aber kein Entgegenkommen; strieller und landwirtschaftlicher Produktion. Von den 1457 in dem nach Ablauf einer kurzen Frist wurde ihr das Kapital gekündigt genannten Jahre mit der Produktion von Gütern beschäftigten und zwar ein Teilbetrag von 14 000 M. auf Grund einer verzwickten Genossenschaften waren 1121 industrieller und 336 landwirtschaftlicher Vertragsklausel mit sofortiger Zahlungsfrist. Schnell folgte mit Natur. Die 1121 industriellen Genossenschaften teilen sich in der Kündigung des Kapitals die Firma S., weil die Schuldnerin 2 Großeinlaufsgesellschaften, 984 Konsumgenossenschaften, 5 gleichnicht die Binsquittungen der ersten Hypothet vorlegen fonnte. Die falls von Stonsumenten betriebene Kornmühlen, 34 ebensolche Katastrophe war unvermeidlich, die Hypothekenbank betrieb die Bäckereien und 96 eigentliche Produktivgenossenschaften. Diese ver Subhastation! Nach kurzer Zeit war die Firma S. Besizerin der schiedenen Genossenschaftsarten nahmen im Laufe der letzten zehn Häuser; sämtliche Gläubiger wurden befriedigt, aber die Vor Jahre folgende Entwickelung. Der Produktionswert betrug: befizerin empfing feinen Pfennig. Der Zuschlag erfolgte am 22. März und am 24. März erhielt die vorherige Besizerin die fategorische Aufforderung, bis zum 31. März die von ihr benutzten Räume zu verlassen. Den Hausbefizer und andere Gläubiger zu schüßen gegen die Praktiken böswilliger Hypothekengläubiger ist jedenfalls notwen diger als wie diesen eine Erweiterung ihrer Vorrechte einzuräumen. Die deutschen Getreidezölle 1879-1906. · 95,1 Die Verhältnisse auf dem Bau- und Terrainmarkt haben zu einer Krise geführt, die in zahlreichen Subhastationen zum Ausdruck kommt. Bei den auf diese Weise hervorgerufenen Besitzwechseln sind in den allermeisten Fällen Handwerker und die von den Terraingesellschaften und geldgebenden Banken vorgeschobenen Strohmänner oder Unternehmer mit nur geringem Kapital die 1901 1910 Zunahme in Leidtragenden. Die hohen Grundstückspreise, die Verteuerung der ( 1000 m.)( 1000 m.)( 1000 m.) Prozent 187 986 Großeinkaufsgesellschaften 86 684 101 302 116,9 Hypotheken und Baugelder sind oft der erste Stein, über den die 92 974 255 819 Konsumbereine 162 844 sogenannten Bauunternehmer stolpern. Der Privatmann bekommt 175,1 Hypotheken oft nur unter der Bedingung, gleichzeitig eine oder gar Mühlengenossenschaftenen. 24 686 20 391-4 295-17,4 mehrere Baustellen zu übernehmen, die oft in der Bebauung kaum Genossenschaftsbäckereien. 10 181 19 859 9678 28 641 Produktivgenossenschaften. 23 069 5572 24,2 erschlossenen Orten liegen. Beißt er in den faueren Apfel, muß er natürlich als Baupionier wiederum die Hilfe der Bank in AnAlle Genossenschaften.. 237 594 512 695 275 099 115,8 spruch nehmen: sie gibt die Baugelder selbstverständlich unter den Die Entwickelung der deutschen Getreidezölle in den letzten schwersten Bedingungen. Das Einsehen der Bautätigkeit benutt Am allerstärksten hat sich die Eigenproduktion der Konsum. Die Bank oder die von ihr vorgeschobene Terraingesellschaft dann 30 Jahren hat unter dem Einfluß der Agrarier eine stetig steigende bereine entwidelt, die 1901 erst 39 Broz, 1911 aber 50 Broz. wieder dazu, die Preise der anderen Terrains in die Höhe zu 5 M.; der für Weizen von 1,00 auf 5,50 M.; der für Gerste von sich um 175,1 Proz. vermehrte. Der Anteil der Großeinkaufs. Tendenz gehabt. Der Boll für Roggen ist seit 1879 bon 1 M. auf ber gesamten industriellen Genossenschaftsproduktion umfaßte und schrauben. Bei dieser Pragis müssen die selbständigen Bauunternehmer, die sich als Fachleute emporgearbeitet haben, einer nach 0,50 auf 1,80 W. bezw. 4 W. gestiegen. Auch der 80 auf Hafer gefellihaften ist nahezu der gleiche geblieben: er betrug 1901 dem anderen über die Klinge springen; sie werden hörige der ist von 1 w. auf 5 M. in die Höhe getrieben worden. Aber selbst 86 und 1911 87 Broz. der Gesamtproduktion. Die Summe ſelbſt Sypothekengläubiger. Ist der Bau fertig, bann sieht sich mancher diese Belastung des Konsums zugunsten unserer Junker ge erhöhte sich um 116,1 Proz. Relativ start zurüdgegangen ist der Unternehmer gefangen. Er fann die zur Abstoßung der Rest- nügt ihnen noch nicht; sie berlangen eine burchgängige Anteil der selbständigen Produktivgenossenschaften, auf die 1901 noch forderungen erforderliche 2. Sypothet nicht bekommen. Die Vor- Erhöhung der Zölle auf 7,50 Mart; obgleich fie durch 9,7, 1911 aber nur 5,6 Broz. des Gesamtprodukts entfielen. Der beſikerin des Grundſtüds, die meistens auch das unbedingt er- das Einfuhrscheinſyſtem weitere in deren Zahlen noch nicht er- gesamte Produktionswert dieser Genossenschaften vermehrte sich in forderliche Baugeld hergibt, ist mit allen Forderungen gut durch scheinende Profite einheimsen. Die Entwidelung der Zölle im gesamte Produktionswert dieser Genossenschaften vermehrte sich in 10 Jahren nur um 24,2 Broz. die 1. Hypothet gededt. Sie überläßt es anderen Gläubigern, das einzelnen geben wir nach einer Tabelle aus„ Jastrows Handels. In den Produktivbetrieben der von Konsumenten errichteten GeHaus unter den Hammer zu bringen. Oft dient ein taum nennens politik"( Verlag Reimer) an: merter Verzug in der Erfüllung des Zinsendienstes dazu, dem Hausbesizer die Schlinge über den Kopf zu werfen. Kürzlich haben nun die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin einen Vorstoß unternommen, der die Hypothekengläubiger noch mehr zu ungunsten anderer Gläubiger bevorzugen soll. Es wird verlangt, daß die Roggen Beschlagnahme eines Grundstüds zugunsten eines Hypothekengläu- Weizen bigers auch sofort den Miet- oder Bachtzins ergreife. Ja, jogar Malzgerste die durch Pfändung begründeten Rechte Dritter sollen dabei er- Futtergerſte 0,50 1,50 2,30 2,00 7,00 Löschen. Ein Stattgeben dieser Forderung hieße der Willkür der Safer... Terrainspekulanten vulgo Hypothekengläubiger einen noch breiteren Spielraum gewähren. Der Gesetzgeber ist gerade von dem Gedanken ausgegangen, durch die Zwangsverwaltung dem Besitzer In den vier abgelaufenen Monaten dieses Jahres betrug in das Eigentum zu erhalten. Diese Schranke würde nach den Wün- Millionen Mark die Gesamteinfuhr 3455,24, die Gesamtausfuhr schen der Aeltesten der Kaufmannschaft fallen. Handwerker usw. 2787,17. Gegen die beiden Borjahre hat die Einfuhr von landwirt fönnten noch mehr als bisher ihre Restforderungen in den Schorn- schaftlichen Erzeugnissen besonders zugenommen( 1912: 2351,95 stein schreiben. Maßnahmen wären notwendig, um die Besitz- Millionen Mart, 1910: 1976,30 Millionen Mark). Die Mißernte ergreifungen des Großkapitals mindestens zu erschweren. verursachte einen Rückgang in der Ausfuhr dieser Erzeugnisse 1910 bis 1912 von 469,70 Millionen Mart auf 121,93 Millionen Mart. Entsprechend der Hochkonjunktur ist die Ausfuhr aller Warengruppen start gewachsen, besonders die von Mineralien, unedlen Metallen und Waren daraus und von Maschinen, elektrotechnischen Erzeugnissen, Fahrzeugen. Die Einfuhr zeigt nur in Leder, Lederwaren und Flechterzeugnissen einen unbeträchtlichen Rüdgang. Neben der Bufuhr von landwirtschaftlichen Produkten steigerte sich besonders die von Erzen, Schlacken und Aschen. Forderung des Bundes der Landwirte 7,50 1,00 3,00 5,00 3,50 1,00 feit 1. März 1906 1879 1885 1887 1892 Tarifgef. 1902 tate höchst. niedr. fächt 7,00 5,00 5,00 5,00 8,50 7,50 5,50 5,50 7,50 4,00 4,00 7,50 1,30 1,00 1,50 4,00 2,80 7,00 5,00 5,00 7,50 7,50 Deutschlands Außenhandel. Als typisch fei folgender Fall geschildert: Zwei Häuser einer Besitzerin in Schöneberg waren mit je 127 000 m. hypothetarisch belastet. An erster Stelle stand die Berliner Hypothekenbank mit 115 000 und 114 000 M., die zweite Stelle nahm mit 3000 resp. 4000 Mark eine Frau 2. ein; Inhaber einer dritten Hypothet von je 9000 M. war die Firma G. G. Die beiden lekteren Gläubiger sind stets befriedigt worden. Aus verschiedenen Ursachen konnte die Befizerin Ende 1909 die Zinsen für die ersten Hypotheken in der Höhe bon 2570 M. nicht pünktlich aufbringen. Die Häuser hatten einen Tarwert von 295 000 m., alfo 41 000 m, über die Belastung hinaus. Dem Mietsertrage von 18 000 M. standen Zinsverpflichtungen in Söhe von 10 340 M. gegenüber. Seht man die Unkosten mit 3500 Das englische Arbeitsamt veröffentlicht foeben die sehr interMark an, dann bliebe immer noch ein Ueberschuß von reichlich effanten Ziffern über den Umfang der genossenschaftlichen Produktion Genossenschaftsproduktion in Großbritannien. noffenschaften wurden 44 088, in den eigentlichen Produktivgenossenfchaften 7084 Personen beschäftigt. Rund der Gesamtproduktion fiel auf die Nahrungsmittelindustrie, s auf die Bekleidungsindustrie, 25 auf die Seifen- und Kerzenfabrikation, etwa der gleiche Betrag auf das Baugewerbe und Steinbrüche usw. Außerordentlich schwach gegenüber dem industriellen ist in Großbritannien das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen entwickelt. Es bestanden im Jahre 1910 336 landwirtschaftliche Produktivgenossenschaften, meist Moltereigenossenschaften mit einer Mitgliederzahl von 48 494. Daneben gab es noch 70 Ronsumbereine und eine Großeinkaufsgenossenschaft, die landwirtschaftliche Betriebe besaßen. Die Entwidelung war hier die folgende: • 1901 1910 Bunahme in Proz. ( 1000 m.)( 1000 M.)( 1000 m.) 44 108 25 748 8711 140,2 158 19,0 25 901 96,2 Landwirtschaftliche Produktivgenoffenschaft. 18 360 Landwirtsch. Abteilungen bon Konsumbereinen u. Großeinkaufsgesellsch. 8 554 Landwirtsch. Produktion überhaupt. 52 814 . 26 918 Jahres 1910 58 812 Berfonen beschäftigt, eine stattliche Arbeiter Insgesamt wurden in der genoffenfchaftlichen Produktion des Jahres 1910 58 812 Perfonen beschäftigt, eine stattliche Arbeiterarmee. Darunter befanden sich 29 787 Männer, 15 729 Frauen und 8296 Jugendliche. Die gesamte gezahlte Lohnsumme betrug 59 700 980 m., während der Wert der erzeugten Produkte fich auf 565,5 Millionen Mart stellte. Es ist dies im Vergleich zur nationalen Produktion freilich noch ein fleiner Bruchteil; aber dieser Anteil ist, wie obige Zahlen beweisen, in einem raschen Ansteigen begriffen. 191893 Die Schuhwaren- Läger der alten Stiller- Firma sind für den Pfingstbedarf in allem, was neu, schön und gut ist, so reichlich ausgestattet, dass jeder Stiefelwunsch erfüllt werden kann Haupt- Preislagen für Herren u, Damen- Stiefel Für Damen: Eleganter Chevrette- Halbschuh zum Schnüren mit Lackkappe und Derby- Schaffschnitt.. 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Mai, Unterstützung zu bekommen hätten, dieselbe am Sonnabend, den 25. Mai, ausgezahlt erhalten. Wer am Dienstag, den 28. Mai, Geld zu bekommen hat, erhält dasselbe am Mittwoch, den 29. Mai. Die Raffierung der Beiträge erfolgt am Sonnabend, den 25. Mai in allen Zahlftellen von 6 bis 8 Uhr abends. Die Ortsverwaltung. 84/1 Steinarbeiter! Donnerstag, den 23. Mai, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59: Kombinierte Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme und Beschlußfaffung zu dem ge= planten obligatorischen Arbeitsnachweis. Die Kollegen aller Branchen sind zum Bersammlungsbefuch verpflichtet. Die noch nicht abgeholten ArbeitslosenfondsQuittungskarten sowie die Maifondsmarken gelangen ebenfalls zur Ausgabe. Kollegen agitiert für guten Besuch. 171/ 14* 217 00 糖 COL Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verhand. Arbeitsnachweis: Hof L. Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Hof III. Charitéstraße 3. Amt Norden, Nr. 1987. Achtung! Arbeitslole! Atung! Der Arbeitsnachweis bleibt Sonnabend, den 25., nachmittag 8, Montag, den 27. und Dienstag, den 28. Mai, den ganzen Tag geschlossen. 117/14 Die Ortsverwaltung. Neue Berliner Genossenschafts- Bäckerei. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Reinickendorf- Ost, Wilkestr. 62. Bilanz am 31. Dezember 1911. Aktiva. Baren- Konto Betriebs- Unfoften- Stonto Gespann- Untoften- Konto Raffa- Konto Bant- Konto Effekten- Konto Paffiva. Konto d. Genossenschafter M. M. 6 425,04 950,00 350,00 Hypotheken- Stonto . 185 000,00 341,00 Darlehns- Konto 12 065,00 2 822,82 Referbefonds. 17430,00 Berluft- Sonto 1606,62 15 823,38 14 365,49 228 203,87 Guth.- Konto b. d. G.-E.-G. Grundstüd- Konto Gebäude- Konto 170333,60 Abschr. 139,00 379,40 126,25 33 000,00 3403,60 166 930,00 Gespann- Konto 15280,00 Abschr. 2380,00 12 900,00 Maschinen- Konto 3400,00 Abschr. 400,00 Inventar- Konto 1000,00 Abschr. 150,00 3 000,00 850,00 940,36 Debitoren . • 228 203,87 Strebitorem . 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Das Geschäftsguthaben der Mitglieder sowie die Gesamthaftsumme betragen am 31. Dezember 1911 je 950 Mart. Das Geschäftsguthaben und die Haftsumme haben sich um je 50 Mark permindert. Reinidendorf, den 22. Mai 1912. S S SS IZ Der Vorstand. Robert Engel. Karl Marschel. Gustav Mausfeld. 2526 105/5 bei wöchentl. Abzahlung von 1 M. an Hiermit allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich das Lokal Louisenstadt- Kasino, Oranien Str. 180 5 Prozent Rabatt beim Vorzeigen dieses Inserats Engros- Lager! Für Damen! Einzel- Verkauf nur von 12-8 Uhr! hocheleg., in blau Kostüme kamman ng 15, 25. 40M. Backfisch- Paletots. 6, 850 u. 12 M. Schwarze Ein EL Frauen- Tuch- Paletots 15 20M Kostüm- Rocke in engl. und Posten Kammgarn- 450750 Stoffen, Wert bis 12.50, jetzt Ein Posten Kinder- Paletots enorm billig 250, 400 and 550 Kein Laden! Sonntag geöffnet! Fahrgeld ersetzt! H. Heymann, Grüner Weg 48, part übernommen habe. 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( Nachdruck verboten.)' 78[ 500] 206 34 872 510[ 600] 82 607 709 26 884 1246 97 490 916 31 75 90 2218 365 520 1500] 662 [ 1000] 816 86 956[ 600] 3166 416 84 511 88 83 621 780 89 840 995 4017 65 354 71 451[ 1090] 77 593 [ 500] 684[ 500] 865 5118 339 74 510 75 6050 209 692 756 59 829 85 7022 88 267 888 411 27[ 500] 54 76 540 614 66 8124 299 362 558 780 922 80 9041 231 56 76 377 415 55 781 85[ 1000] 840 923[ 1000] 70 10179 234 345 492 537 630 712 803 22 28 952 99 11027 97 106 16 19 343 447 54 606 879 903 12058 291 319 70[ 1000] 403 12 29[ 3000] 664 718 821 26. [ 1000] 972 13016 345 499 745 962 14101 55 209 61 362 66 93 548 59 758 942 15014 202 390 413 61 634 55 83 605 824 86 16063 375 84[ 1000] 469 697 848 903 52 17089 132 50 280 510 674 82 724 36 45 836 77 18013 123 587, 719 913 72 19000 226 442 67. [ 3000] 502 32 866 20121 54 447 648 835 984 21125 38 39 88 216 881 402 704 1500] 930 65 22058 570 999[ 1000] 23068 252 428[ 500] 561 715 68 65 823 34 87 24085 83 326 563 795[ 500] 866 25073 226 35 484 650 776 839 26102 351 420 85 655[ 3000] 60 842 66 27062 244 68 371 563 69 93[ 500] 951 28080 178 503 54 776 884 29082 100 54 244 305 481 535 47 629,75 726 961 30001 145 93 201[ 1000] 80 456 519 643 53 89 751 838[ 3000] 31051 1500] 85 106 92 306 23 778 32148 288 670 75 702 33037 43 68 150 87 323 514 61 753 874 900 93 34455 57 526[ 3000] 739 88 35018 29 49 53 93 133 48 88 97 278 353 437[ 500] 613 56 609 756 852 36061 114 63 442 591 604 714 33 37010 35 181 365 71 544 47 692 711 890[ 500] 973 91[ 500] 38117 91 316 18 93 95 673 93 920 39008 87 367 [ 500] 92 629 862[ 500] 40021 104 19 72 463 638 712 848 931 41383 414 553 731 966 70 42019 265 71 93 679 780 65 960 81 84 43146 286[ 500] 561 637 92 717 805 905 52 44084[ 500] 559[ 500] 791 914 62 45229 49 361 76 80[ 500] 444 68 70 645 842 98 911 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237[ 500] 81 386 90 487 758 836 42 169233 389, 431 612 751[ 3000] 88 837 916 55 170336 82 530 85 634 709 80 886 941 171128 341 84 416[ 500] 19 566 682 775 898 908 172084 109 64 228 97 510 80 793 848 92 969 173031 64 176 206 96 363 98 604 506 642 745 884 981 89 [ 1000] 174101 55 268 82 92 326 29 175023 171 298[ 600] 489 93 577 635 866 77 967 176008 24 141 [ 500] 458 67 81 594 617 781 98 882 177080 110 96 450 534[ 5001 611[ 3000] 12 798 867[ 500] 902 178127 218 62 425[ 500] 668[ 500] 851 925 179005 [ 500] 210 301; 20 50 692 735 858 180169 88 305 461 791 887 923 181055[ 3000] 74 154 96 309 66 98 505 69.661 736 908 42 182024 92 174[ 3000] 330 759 69 183200[ 600] 880,04 547 700[ 1000] 52 64 72 184004 36 48 49.99 383 313184 46 696 800 185018 45 261 530-670722 80 966 186161 213/428 72 723 947[ 3000] 187027-41 120 [ 3000] 24[ 500] 27[ 500] 330 526, 780 833[ 8000] 274 92 987 188010# 176 86 387 78[ 1000] 80%[ 600] 84 617 729 85 868 901[ 500] 27 189068 135 277 344 972 Im Gewinnrade verbliebent 2 Prämien zu 800000 M 2 Gewinne zu 200000, 2 zu 100000, 2 zu 76000,4u 50000, 2 zu: 40000, 16 zu 30000, 14 zu 15000, 62. zu 10000, 96 5000, 1478 au 3000 2074 zu 500 M 10. Ziehung 5. Kl. 226. Kgl. Preuss Lotterie 804 48 86 115 293[ 600] 848 81[ 500] 88 98 87208 Ziehung vom 22. Mai 1912 nachmittags. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den belden Abteilungen I and II Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.), 188 235 70 444 566 76 649 65 270 813 68 942 [ 500] 83 1119[ 500] 222 641 73 759 810 71 79 2025 203 410 632 90 809 945 3077 95 96 136 39 52 70 235 85 340 498 540 61 690 4074 432 758 88 870 991 5180 321 78 483 682 747 843 6015 95[ 1000] 138 200 878 414[ 3000] 47 86 541[ 500] 52 65 657 782 84 [ 3000] 847 7085 179 213[ 500] 46 621 748[ 500] 97 804 16 36 41 8007 82 92 116 256 84 395 412 27 855 9173[ 1000] 385 402 27 32 528 683 895 907 47 78 10024 76 119 242 56 84 424 866[ 5000] 958 11001 206 60 79 595 661 90 799 804[ 500] 70 12010 152 229 69 341 502 793 816 902 24 88 13071 208 21 436 48 670 741 808 968 14067 210 305 91 409 511 25 84 88 94 758 15007 8 131 42 89 428 729 16043 220 505 73 78 693 801 7 963 17050 276 84 351 461 545 88 865 929 52 18308 82 481[ 1000] 691 92 724[ 1000] 37 95 19224 50[ 1000] 83 301 3 413 74 517 706 64[ 500] 856 75 93 946 20297 597 873 99 21004 23 151 275 365 432 [ 3000] 48 78 656 772 22061 101 20 21[ 500] 205 372 488 667 806 40 50 23050 272 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Neukölln. Freitagabend 7 Uhr findet eine Flugblattverbreitung statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Donnerstag, 23. Mai 1912. Städtische Bauten. Die Hochbaudeputation beschäftigte sich in Braut noch seine Schwester oder wenn weiblich den Bräutigam ihrer gestrigen Sigung unter anderem mit den Entwürfen zu noch den Bruder empfangen. Solche Härten bestehen nicht einmal mehreren zum Teil größeren Neubauten. Die Deputation ge- in den Gefängnissen. Und Heilstätten sollen doch Erholungszwecken nehmigte den speziellen Entwurf zum Neubau der Gemeindedoppel- dienen und nicht Strafanstalten gleichen. schule in der Schönfließer Straße mit einem Kostenaufwand über Wenn irgendwo Verfehlungen vorkommen, so dürfen Gingel 961 000 M., den speziellen Entwurf zum Neubau der 8. höheren Mädchenschule in der Greifswalder Straße 24/25( Kostenanschlag fälle doch nicht zu solchen allgemeinen tief einschneidenden An911 000 M.), den speziellen Entwurf zum Neubau einer Unter ordnungen führen, wie im vorliegenden Falle. Der Aufenthalt in funftshalle im Humboldthain( Kostenanschlag 25 700 M.) und den einer Heilstätte ist nur dann von Erfolg begleitet, wenn neben Kostenanschlag über 2500. M. für die Errichtung des Uhrgehäuses sachgemäßer Behandlung und Verpflegung auch ein gewisses Ver. für eine Normaluhr nebst einer Sizbank an dem großen Spielplat trauen zu den leitenden Faktoren einer Anstalt besteht. Gerade Eine der interessantesten Fahrten auf der Straßenbahn im Friedrichshain. Die Deputation genehmigte ferner die Vor- dieses gegenseitige Vertrauen trägt nicht zuletzt auch zum Wohlist die mit der W- Bahn. Wie faum eine andere Linie ver- entwürfe für den Erweiterungsbau des Kinderasyls Kürassier- befinden der Patienten bei. Das Gegenteil wird aber erreicht mittelt sie anschaulich den Uebergang vom Berliner Milieu straße 23/24( Kostenüberschlag 174 000 M.), für den Neubau eines burch Verordnungen obiger Art, die nur Aufregung, Aerger und zu der ganz anders gearteten Signatur der westlichen Bor- Personalwohnhauses beim Krankenhaus Friedrichshain( Kostenüberorte. Sie ist zugleich eine der längsten Linien, denn man schlag 541 000 m.) und für den Neubau der Turnhalle nebst Erbitterung unter den Patienten hervorrufen und dadurch den braucht vom Ringbahnhof Schönhauser Allee bis zum Händel- Straßenreinigungsdepot in der Quikowstraße 115a( Kostenüber- Heilerfolg erheblich beeinträchtigen. Der Vorstand tut gut, die Verordnung so schnell wie möglich wieder aufzuheben. play in Groß- Lichterfelde nicht weniger als anderthalb ichlag 75 000 m.). Nordens. Auf der W- Bahn. Stunden, wofür zwei Nickel Fahrgeld nicht zuviel sind. Die Die Spielpläße haben feht einen Zuwachs erhalten, der welter Die beiden Einbrecher von Nauen, die ihre Verbrechen mil dem Tode büßten, der eine durch eine Sugel feines Spießgefellen, Lour beginnt in einem echten Arbeiterviertel des Berliner nichts gekostet hat als einen vernünftigen Beschluß unserer der andere durch seine eigene Hand, find jetzt vom ErkennungsZwar sind die Straßenviertel in der nördlichen Barkverwaltung. Der große Spielplab im planter Schönhauser Vorstadt noch ziemlich jung, aber man merkt wald, über deffen das ganze Jahr hindurch dauernde Absperrung dienst der hiesigen Kriminalpolizei sicher festgestellt. Beide waren doch allenthalben den über einen Leisten geschlagenen Miets- für die Besucher dieser Parkanlage wir geklagt hatten, ist plötzlich schon schwer vorbestraft, die Kriminalpolizei besaß daher von ihnen Kasernenstil, mit dem nur die Unzahl der gerade jetzt im wenigstens für zwei Tage jeder Woche den Spiellustigen überlassen Photographien sowohl als auch Fingerabdrüde. Der eine, der Frühlingsschmuck prangenden Balkons etwas versöhnt. Die worden. Tafeln, die an beiden Enden des ausgedehnten und wohl- Mörder des Amtsdieners Kleinschmidt, ist ein gewisser Frik Pieper, Fahrt durch die langgestreďte, schönheitsarme Invaliden- gepflegten Plages aufgestellt sind, verkünden jetzt den Spazier- der am 29. April 1879 zu Berlin geboren wurde, der andere ist straße erinnert heutzutage fast schon wieder an altberlinische gängern:" Dieser Platz ist bis auf weiteres Sonntags und ein am 26. September 1876 zu Prenzlau geborener Arbeiter Mag Berhältnisse und erst auf Moabiter Gefilden kündet sich trok Mittwochs dem Publikum zum Spielen frei- Koch. Der Gefährlichere von beiden war Pieper, der hier in des Namens Alt- Moabit der bauliche Aufschwung der neuen gegeben." Zwei Tage in jeder Woche ist gewiß nicht viel, aber Berlin zuleht in der Marienburger Straße für sich allein in Zeit an. Hoffentlich ist der verunglückte figürliche Schmud es ist immer schon ein Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zu- einem fleinen Bimmerdhen hauste, das er vom Wirt gemietet hatte. der neuen Gozkowskybrüde mit liegenden Widdern keine üble stand, bei dem der Spielplatz nur für die kurze Zeit der Sommer- Er war schon sehr oft bestraft. Seine Spezialität waren Woh Vorbedeutung für weitere Bodiprünge. Am Charlottenburger ferien den unter Aufsicht von Lehrern spielenden Schulkindern sich nungseinbrüche und zuletzt auch Drahtdiebstähle. Zuletzt erhielt Knie riechts schon nach sogenannter Vornehmheit, auf deutsch öffnete. Man sieht, daß unsere Parkverwaltung, deren Chef sich er wegen dieser Verbrechen und wegen Widerstand gegen die StaatsGeldprozentum. Vom Wilhelmsplatz ab sausen wir noch eine in der öffentlichen Debatte über die Spielplatzfrage so heillos bla- gewalt 2 Jahre 7 Monate Buchthaus, nachdem er mit Soch aukurze Strecke durch Alt- Charlottenburg mit seinen minteligen miert hatte, doch noch einer besseren Einsicht zugänglich ist und aus sammen in Adlershof abgefaßt worden war. Koch erhielt bei Straßen und windschiefen Häuserchen, aber dann fällt man jener Debatte etwas gelernt hat. Hoffen wir, daß sie so fortfahren dieser Verhandlung zugleich wegen früherer Verbrechen 4 Jahre aus einem Staunen ins andere und stellt Vergleiche mit und in den Parkanlagen unserer Stadt ben und 6 Monate Zuchthaus. Er stand vollständig unter dem EinBerliner Boden an. Fast ohne erkennbare Grenze schließt Spiellustigen immer mehr Bewegungsfreiheit fluß des Pieper, war aber ursprünglich weniger schlimm als dieser. fich Wilmersdorf an Charlottenburg, Friedenau an Wilmers- schaffen werde. Es bedarf hierzu weder großer Umgestaltungen, Er wohnte bei seiner Mutter in der Kaiser- Friedrichstraße zu dorf, Steglitz an Friedenau, Lichterfelde an Steglit, und über- noch erheblicher Ausgaben. An Rafenflächen fehlt es nicht, wohl Neukölln. Die alte, redliche Frau gab sich wiederholt Mühe, ihren all spürt man die riesigen Fortschritte, die hier aus un- aber hat es bisher an dem Mut gefehlt, sie den Spielenden zu mißratenen Sohn zu bessern. Es gelang ihr aber nicht. Er blieb bedeutenden Dörfern in wenigen Jahrzehnten mächtige Ge- opfern. Je mehr von den reichlich vorhandenen Rafenflächen man oft längere Zeit von Hause weg, ohne daß sie wußte was er trieb, meinwesen gestaltet hat. Der zwingende Eindruck ist der, für Spiele hergibt, desto weniger wird der betretene Rasen darunter und kam dann immer auf fürze Zeit wieder. Als Treffpunkt daß Berlin schnell und sicher überflügelt wird, überflügelt von leiden, Bei allzu ängstlicher Sorge um möglichste Erhaltung der für die beiden diente die Behausung Piepers. Hier fand man Borortverwaltungen, die es verstanden haben, Häuser und das Auge erfreuenden Rasenflächen leiden die den Spielern frei- gestern bei einer Durchsuchung an Beutestüden nur zwei Risten Straßen und Pläge nach den Regeln moderner Städtebau- gegebenen Flächen hauptsächlich deshalb so sehr, weil eine zu große Schokolade, deren Herkunft noch nicht feststeht, außerdem aber den Funft zu formieren. Wir wollen gar nicht mal reden von der Bahl Personen auf beschränktem Raum fich tummeln soll und dann Leibgurt eines Gendarmen. Wie wir schon mitteilten, besaß der Häuserbautechnik, von der heutigen Fassadenkunst, die ebenso natürlich jeden Grashalm niedertritt und vernichtet. Für den Verbrecher auch einen Dienstrevolver eines Gendarmen. Diese oft feinsten Geschmack verrät als in bizarren, fezessionistischen großen Spielplatz im Plänterwald, auf dem viele Hunderte von Waffe und der Gurt gehörten zusammen. Wie an der Hand der Gestaltungen abstößt. Was vor allem Bewunderung abnötigt, Spielern sich tummeln fönnen, ist eine nennenswerte Zerstörung untmer des Revolvers ermittelt wurde, rühren beide von dem ist die Anlage der Straßen. Wilmersdorf und Friedenau des Nasens faum zu befürchten. Der Vollständigkeit wegen wollen Fußgendarmen Schmidt her, der nach Miltern im Kreise Tangerfind darin vor den Toren Berlins geradezu vorbildlich. wir übrigens bei dieser Gelegenheit feststellen, daß auch der im münde abkommandiert war. Schmidt wohnte dort bei dem GastZwischen beiden Gemeinden weitet sich zwar noch eine kleine vorderen Teil des Plänterwaldes gelegene kleine Spielplat, wirt Mewes. Bei diesem wurde in der Nacht zum 10. d. M. Wüstenei beim Hohenzollerndamm und dem allbekannten deffen überlange Absperrung von uns gerügt worden war, türzlich eingebrochen. Hierbei erbeuteten die Täter, ohne Zweifel Pieper Wilmersdorfer Seebade, das in naher Zeit in einen großen freigegeben worden ist. Abgesperrt bleiben bis auf weiteres nur Stadtpark umgewandelt werden soll, doch sonst ist hier die noch die Teile, deren Rasen erneuert worden ist und noch geschont Straßennüchternheit nach Berlins Muster berpönt. Die werden soll. Dieser Platz darf, wie in den Vorjahren, während der Kaiser- Allee in Friedenau verdient den Namen einer Bracht- Sommermonate täglich benutzt werden. straße ersten Ranges. Bu beiden Seiten doppelte Fußsteige, Ein neues Fernsprechemt wird im Orts- Fernsprechnetz Char doppelte Rasenstreifen im herrlichsten Blumenflor, doppelte ANTIL Baumreihen. Und auch die Elektrische fährt zwischen Nasen- lottenburg am 2. Juni in Betrieb genommen werden. Es erhält die Bezeichnung" Wilhelm". Das neue Amt ist für den westlichen flächen wie über einen langen grünen Teppich. Dem- Teil von Charlottenburg bestimmt und befindet sich Berliner Ein Erholungsheim des Zweckverbandes der Bäckermeister von entsprechend sind auch die Bläße angelegt, die uns derliner Straße 62-64. Die alte Vermittelungsanstalt in der Goethestraße Groß- Berlin ist in Falkenhagen- West gegründet worden. Das Heim neidisch machen können. Ein so wundervoller, fein abgetönter erhält die Bezeichnung Steinplak". Der neuen Vermittelungs. soll bedürftigen und alleinstehenden alten Bäckermeistern wohl zum dauernden und vorübergehenden gärtnerischer Schmuck ist selbst in den vornehmsten Straßen anstalt wird ein Teil der Fernsprechanschlüsse der bisherigen Ver- nur Innungsmeistern der Reichshauptstadt kaum zu finden, und man fragt sich ver- mittelungsanstalt, meist unter Aenderung der Anschlußnummern Aufenthalt dienen. wundert, woran das wohl liegen mag, an dem Wollen oder an augeteilt. Bei dem Amte Wilhelm gelangt der Dienstleitungsbetrieb dem Können. Ja, dem schönheitssinnigen Beschauer drängt zur Einführung. fich die Ueberzeugung auf, daß ein ganz bestimmter Unter- In der Situng ber Deputation für die städtische Jrrenpflege schied hervortritt, der Unterschied zwischen Kunst und vom 21. d. M. tamen als 14. und legter Punkt der Tages. Künstelei. Sogar noch die kleinen, allerorten berstreuten ordnung- die Anträge des Arbeiterausschusses Schmuckplätze zeigen in ihrer Aufmachung eine Größe des der Anstalt uhlgarten zur Beratung". Der Herr Stils, von der Berlin viel lernen kann. Und so versteht man auch den Massenauszug aus der Berliner Steinfiste, an dem feineswegs nur bessersituierte Kreise Gefallen finden. Wenn in ausländischen Blättern von Leuten, die durch rosige Brillengläser sehen, Berlin als die schönste Stadt der Welt gefeiert wird, so ist damit das gemeint, was wir unter Groß- Berlin verstehen. Das eigentliche Berlin würde bei solchem Loblied reichlich zu kurz kommen, denn es hat an Verbauerei, Stilverhunzung und auch Verkehrsrückständigkeit in den letzten Jahrzehnten sein möglichstes geleistet. Ob der Schaden jemals wieder gut gemacht werden kann, ist mehr als fraglich. Dem Städtebauer, den sich der Zweckverband zugelegt hat, wird für Berlin wohl nur die Rolle des Reparaturfünstlers zufallen. Und das einheitliche Groß- Berlin, von dem unsere freisinnigen Kommunalstüßen zu spät schwärmen, wird wohl noch lange weiter nichts als ein schöner Traum bleiben. Polizei und Hausbesizer. Der Haus- und Grundbesitzerverein Gesundbrunnen" will mehr Polizei haben. Zu diesem Zwecke hat er sich mit einer Eingabe an das Polizeipräsidium gewendet wegen Verstärkung der Schußmannschaft und Errichtung eines neuen Polizeirebiers auf dem Gesundbrunnen. Die Eingabe ist aber abgelehnt worden, einmal, weil auf dem Gesundbrunnen zwei Polizeirebiere vorhanden sind. Von Interesse sind die engen Beziehungen zwischen den Hausbesitern und der Polizei. Das geht aus einem Bericht hervor, den wir der lezten Nummer des Grundeigentum" über eine Sigung des Hausund Grundbefizervereins Gesundbrunnen" finden. Dort heißt es wörtlich: " " " und Stoch, u. a. auch den Dienstrevolver mit Patronen und den Gurt des Gendarmen. Der Einbruch wurde damals gleich bemerkt. Man verfolgte auch die Täter noch, es gelang aber nicht, fie zu faffen. Daß man in der Behausung weiter feine Beute fand, ist nicht zu verwundern. Denn die beiden machtem mach Art der gewerbsmäßigen Verbrecher alles sofort zu Geld, ohne es erst mit nach Hause zu nehmen. Auf einen mutmaßlichen Kindesmord läßt ein Fund schließen, den gestern abend gegen 10 Uhr Bewohner des Hauses Ludwig Lehmannstr. 3 zu Lichtenberg machten. Sie fanden dort ein in Beitungspapier eingewickeltes Batet, das die in weiße Leinwand eingewidelte Leiche eines neugeborenen Saben enthielt. Das Beitungspapier besteht aus zwei Nummern des Lotalanzeigers bom 14. und 19, d. M. Die Finder der kleinen Leiche übergaben Mag.- Assessor trug die lange Reihe der Wünsche des Personals diese der Revierpolizei, die sie nach der alle in Lichtenberg es waren über ein Dußend Einzelanträge im Geschwindtempo bringen ließ. Die Nachforschungen nach der Mutter waren bisher vor, die bereits zwei Stunden„ fißenden" Mitglieder der Deputation ohne Erfolg. lehnten es ab, auch nur die beigegebene, zum Teil Der Selbstmordversuch eines dreizehnjährigen Mädchens er sehr ausführliche Begründung der Anträge regte gestern abend einiges Aufsehen am Schifft auerdamm. Dort tennen zu lernen; ein Antrag, den Gegenstand bis gur sprang die Tochter Elsa des Arbeiters Hellwingt aus der Saarnächsten Sigung zu vertagen, um den Mitgliedern durch Zirku brüder Str. 16 in die Spree. Gleich darauf aber rief fie jämmerEin Schußmann, der gerade in der Nähe lieren des Schriftstüces wenigstens Gelegenheit zu geben, diese lich um Hilfe. Begründung der Anträge zu erfahren, fiel glatt durch nach war, ruderte gleich niit dem Rettungskahn hin und fah das MädVerlauf von weniger als 10 Minuten, in welcher der Herr Direktor chen im Wasser herumplätschern. Es tauchte mehrmals unter, fam aber gleich wieder empor. Endlich gelang es dem Beamten, der Anstalt Wuhlgarten seinen Standpunkt zu den einzelnen es zu fassen und mit dem Kahn an's Land zu bringen. Auf der Punkten geäußert hatte, war die ganze Sache erledigt unter Rettungswache der Charité bemühten sich die erzte eine Stunde dem Widerspruch eines einzigen Mitgliedes, das diese parteiische lang um die Bewußtlose, bis sie sie wieder ins Leben zurüdriefen, Behandlung des Arbeiterausschusses und seiner Wünsche als ein und nach der Station bringen fonnten. Die Gerettete gab an, daß sie aus Furcht vor Strafe ins Wasser gegangen sei. fach unwürdig festnagelte. Große Aufregung hat unter den Patienten der Heilstätte Beelitz ein neuer Erlaß des Vorstandes der Landesversicherung Berlin hervorgerufen. Der Erlaß bezieht sich auf den Besuch der Pfleglinge und hat folgenden Wortlaut: Bekanntmachung. Aus Anlaß verschiedener unliebsamer Vorkommnisse der Testen Zeit treten von jetzt ab für die Besuche der Pfleglinge an den Besuchstagen folgende Beschränkungen ein: In den Männerabteilungen wird außer den Ehefrauen und Müttern der Patienten nur männlicher Besuch, in den Frauenabteilungen außer den Ehemännern und Bätern der Patientinnen nur weiblicher Besuch zugelassen. Kinder unter 14 Jahren haben ohne Rücksicht auf das Geschlecht in beiden Abteilungen Zutritt. Zur Durchführung dieser Maßnahme wird durch die Pförtner und den diensthabenden Beamten Kontrolle ausgeübt. Entgegen vorstehender Anordnung im Terrain der Heilstätten betroffene Besucher werden aus der Anstalt entfernt werden. Berlin, den 14. Mai 1912. Landesversicherungsanstalt Berlin. Der Vorstand. Dr. Sträter. Dr. Freund. Herr Justizrat Plonsfer teilt mit, daß ein Polizeileutnant wegen der abschlägig beschiedenen Eingabe an das Polizeipräsidium zur Vermehrung der Schuhmannschaft und Einrichtung eines neuen Reviers ihn aufgesucht und ihm erklärt habe, daß seit dem 1. März für beide Bezirke 14 neue Schuplente angestellt wären. Herr Justigrat Blonster empfahl dem Leutnant, an der Ecke Prinzen- Allee einen ständigen Posten zu unterhalten. Er hält es für genügend, wenn beide Neviere vielleicht von 4 bis 9 Uhr abends diesen Posten ständig abwechselnd stellen würden. Wie wir hören, soll ein bestimmter Fall Anlaß zu der MaßDer Herr Polizeileutnant hielt diesen Vorschlag für annehmbar und ersucht den Berein, dahingehend nochmals beim Polizei- nahme des Vorstandes gegeben haben, nach dem ein männlicher Pflegling mit einer weiblichen Person in der Anstalt geschlechtlich präsidium vorstellig zu werden." Was würde die Polizei wohl sagen, wenn Arbeiter einem verkehrt haben soll. Aber selbst wenn es sich um mehrere Fälle handeln sollte, so Polizeileutnant empfehlen würden dies oder das zu tun! Er würde sich sicher solche„ Empfehlungen" recht entschieden verbitten, ganz abgesehen davon, daß der Herr Polizeileutnant fich gar nicht in die Wohnung der Betenten begeben würde, um solche Empfehlungen" entgegenzunehmen. Zu dem Tode des Hausdieners Kazmarek, über den wir gestern berichteten, wird uns mitgeteilt, daß. nicht aus Prahlerei in das Waffer gegangen fei, sondern schon am Tage erklärt habe, abends baden zu wollen. Er sei abgeredet worden, weil das Wasser noch zu kalt sei, er habe aber doch seinen Willen durchgesezt. Befannte von ihm hätten sich nach dem plötzlichen Verschwinden des S. sofort um seine Rettung bemüht, seien aber mit ihrer Bitte an einen in der Nähe der Eisenbahndrehbrücke tätigen Wächter, ihnen doch seinen Kahn zur Rettung zu leihen, abgewiesen worden. Der Rettungstahn war aber erst nach vielem Zeitverlust zu ermitteln und zu erreichen. Dann aber war es zu spät. An die Arbeiterjugend Berlins! Folgende Spielplätze stehen der Arbeiterjugend an den Wochentagen nach Arbeitsschluß zur Verfügung: Humboldthain( Rasenspielplatz), Montags and Donnerstags von 7-9 Uhr. Schillerpark( fleine Wiese links der Barfusstraße), Mittwochs von 7-9 Uhr. Friedrichshain( Nasenspielplab, Montags und Mittipochs von 7-9 Uhr. Fall- Play( Nasenspielplatz), Mittwochs von 7-9 Uhr. Treptower Park( Nasenspielfläche VII). Mittwochs bon 7 bis 9 Uhr. Moabit( Bremer Straße Ede Wiclefstraße), hintere Hälfte des Blazes, Mittwochs und Freitags von 7-9 Uhr. Nichtspielenden tann im Interesse der Spielenden der Zutritt zu den Plätzen nicht gestattet werden. Es wird gebeten, den Anordnungen der Ordner und Spielleiter Folge zu leisten. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 26. Mai ist es vollkommen unverständlich, zu derartigen rigorosen Maß-( 1. Pfingitfeiertag), Ausflug nach Strausberg. Abfahrt des nahmen zu greifen, wie der Borstand das tut, und alle Patienten Buges vom Schlesischen Bahnhof 8.33. Treffpunkt für Nachzügler unter Verfehlungen einiger leiden zu lassen. Nach der Vor- von 1 1hr mittags ab:„ Nestaurant Schlagmühle"( Inh.: Hübner). standsverordnung darf in Zukunft ein lediger Patient weder seine im Annatal bei Strausberg gelegen. Verloren gegange« ist am Sonnabend, den 18. Mai d. I., auf dem Wege vom Potsdamer Bahnhof in Berlin bis Bahnhof Süd- ende, in der Zeit von 11 bis 11-� llhr abends, eine braune Leder- tasche, in der enthalten waren: Zwei Vertrauensmänner-Legiti mationskarten für den Deutschen Transportarbeiterverband(grün und weiß), Wahlvereinsbuch und ein Mitgliedsbuch für die Ar- beiter-Bildungsschule, sowie 4 Teilnehmerkarten für die Arbeiter Bildungsschule, alles auf den Namen Paul Nothnagel lautend, ferner eine Sammelliste und 19 Agitationsmarken a 19 Pf. Für den Finder fyit der ganze Inhalt keinen Wert; es wird gebeten, die gefundenen Sachen dem Verlierer Paul Nothnagel. Steglitz, Potsdamer Str. 15, oder im Verbandsbureau der Trans- portarbeiter, Engelufer 15, 2 Treppen, abgeben zu wollen. Quittung. Für den Verein Arbciter-Jugendheim gingen bei dem Unter zeichneten ein: 58,75 M. Typograph, Hutlenstr. 17— 20, Ueberschuß»om Märzkranz. 62,— M. von den Kollegen und Kolleginnen der Firma F. Schuchardt, Kranzüberschutz. 1!,— M. Raphael Braun, Jablonskistr. 36, von den Zigarettenarbeitern. 5,— M. von den Metallarbeitern der Firma Baschwitz. 10,70 M. aus der aufgelösten Sechserkasse des ehemaligen 351. I. Bezirk des IV. Kreises. 50,20 M. von den organ. Arbeitern der Gas. anstalt IV, Danziger Stratze, Ueberschutz der Märzkranzsainmlung. 100,— M. von den Arbeitern der Firma Bergmann, Werke Roienthal, Ueberschutz von den Märzgesallenen-Sammellisten. 5,— M. II. Kreis, Bezirk U5— 20. 3,— M. VI. Kreis. Gen. Staehler. 10,— M. IV. Kreis, Slbt. 79,30 M. vom Märzkranz der Genossen Thomas u. Keyling. 28,— M. von den Kol' legen der Finna Panzer. 5,— M. von den Arbeitern der Chklon-Maschinen' fabrik, Boxhagen-Rummclsburg. 50,— M. von den Kollegen d. A. E.-G., Turbiuensabrik, Huttenstratze, Märzkranzüberschutz. 3,90 M. von Powlowskh, Ueberschutz vom Maizeitungsverkaus. 100,— M. von den Arbeitern der Firma Bergmann. Berliner Werk, Ueberschutz emer Kranzspende für die Märzgefallenen. 39,95 M. M. R. 4,95 M. von Otto Krohne, Michaelkirch- platz 23. 7,70 M. von den Lackierern der Turbine durch Otto Kutzki, Sparr- stratze 9. 12,60 M. Märzkranzüberschutz von den Arbeitern der Firma Schering, Müllerstratzc, gesammelt durch Klose. K. R o s e n s e l d, An der Spandau» Brücke 1». Vorort- JVadmcbten* Die verfloffenen Gemeindewahlen im Kreise Niederbarnim haben uns wiederum eine Vermehrung von Mandaten gebracht. Und der Erfolg ist um so höher anzuschlagen, � als die Kämpfe um die Sitze in den Gemeindevertretungen immer heftiger geführt werden. In dem Bestreben, das weitere Eindringen der Sozial- demokratie in die Kommunen zu verhindern, finden sich nicht nur sämtliche bürgerliche Parteien zusammen zu gemeinsamem Kampfe, sondern es leisten auch oft die Behörden durch mannigfache gegen die Sozialdemokratie gerichtete Schikanen die erbetene Wahlhilfe. Nicht zuletzt wird unseren Genossen durch den in einer Anzahl Ge- meinden geübten Forensenunfug der Sieg unmöglich gemacht. Nach- stehend bringen wir die Uebersicht über die abgegebenen Stimmen ovie die Anzahl unserer Vertreter in den einzelnen Orten: Gesamtzahl der sozialdemolratischen Stadtverordneten und Gemeinde� Vertreter des Kreises beläuft fich auf 152 gegen 133 im Vorjahre. Eine Würdigung des Ausfalls der Gemeindewahlcn bringen wir in einer der nächsten Nummern des»Vorwärts". Gemeinde BaSdorf.,, Bergseldc.., Biesdorf... Birlenwerder') Blankenfelde'l. Buch-).... Bruchmühle«). Sgacrsdors. krkner... erederSdorf. riedrichSthal Franz.-Buchholz.,, Friedrichsfelde.... Friedrichshagen Bez. 1 Bez. 2 ganzer Ort Germendors..... Glienicke...... Heiligensee 1.... Hcinersdorf..... Herzfelde...... Hcrmsdorf..... Karlshorst..... Karow 3)...... Kaulsdorf Kloslerselde Lichtcnow Mohlsdorf Malz'«).. Miihlenbeck.... H.-Ncuendorf.,. Neucnhagcn.... Nieder- Schönhausen«) Oder-Schöncwcide. Pankow, Bez. 1»). Bez. 2.. Petershagen.... Rahnsdorf 9 Bez. 8 Reinickendorf(Ost) Riunnielsburg, Bez. 2! Sachsenhausen«) Schildow.... Schinachteuhagen. Gr-Schönebeck«), Kl.-Schönevcck., Schöneiche... Echönerlinde.. t.-Schönhausen. chönow.... Schönwalde«). Stolpe.... Stralau.,, Tegel. Bez. t. . Bez. 5Z. Waidmannslust Wandlitz«).. Weitzensce.. Wilhelmsruh, Bez. 1 Bez. 2 Wittenau..... Woltersdorf.... Zcpernick-Zlöntgcnthal Zühlsdorf..... Summa Stich. wähl ZM 108 n 74 142 494 134 19 92 833 1077 57 1 41 ■ 1 l: 109| 128 «) 72 Forensen, trotz Entscheidung des Kreisausschusses wieder eine große Zahl von sog. Forenscn zu Unrecht in der Liste ausgenommen.«) Wegen Mangel von»Angesessenen- nicht de- teiligt.«) Zum erstenmal beteiligt.•) Snmmcnthaltuiig. weil Bürgliche ungültige 2ö Forensen abgaben. Erste Wahlhandlung aufgehoben, well unferc Genossen im Wahivorstand diefe ungül- tigen Bollmachten zurückwiesen.') Ein Mandat für ungültig erklärt, weil em.Angesessener- nicht die absolute Mehrheit er- langt habe.') Zwei Mandate des 1. Bezirk« für»ungültig- erklärt, weil die bürgerlichen Wähler nicht Zeit und Raum genug zur Ausübung ihres Wahlrechts gehabt hätten. Die Neu- »Angesessenen- nicht beteiligt. Wie aus obiger Tabelle ersichtlich, beteiligten wir uns in 63 Ge- meinden an der Wahl und gewannen 19 neue Mandate, so daß wir jetzt 128 Gemeindevertreter im Kreise zählen. Dazu kommen noch S Stadtverordnete in Oranienburg und 13 in Lichtenberg. Die Wilmersdorf. Wie notwendig ein Krankenhaus für Wilmersdorf ist, läßt von neuem der Bericht der Gemeinsamen Ortskrankenkasse Berlin-Wilmersdorf für das am 1. April zu Ende gegangene Ge- schäftsjahr 1911 erkennen. Es heißt in diesem Bericht:„Recht schwer wurde es der Verwaltung auch im Berichtsjahre gemacht, Kranke, und manchmal sogar recht schwer Kranke, in einem Krankenhause unterzubringen. Die in der Oeffentlichkeit wieder- holt und nachdrücklichst gerügte Krankenhausnot besteht trotz aller gegenteiligen Versicherungen... nach wie vor. Ein weib- liches Mitglied unserer Kasse, welches an Diphtherie erlkanlt und bei einem Gastwirt in Stellung war, sollte nach einer ärztlichen Bescheinigung dringend an ein Krankenhaus überwiesen werden, da Lebensgefahr im Verzuge. Die Bemühungen eines unserer Beamten, die Kranke unterzubringen, waren ohne Erfolg, selbst in den in erster Linie angerufenen Kreiskrankenhäusern Groß-Lichterfelde und Britz. Man bedenke, welche Gefahr hier- durch für die Allgemeinheit entstehen kann. Eine Abhilfe auf diesem Gebiete kann nur durch Errichtung neuer Krankenhäuser geschaffen werden. Unsere Stadtgemeinde trägt sich schon seit Jahren ernstlich mit dem Gedanken der Errichtung eines eigenen Krankenhauses. So viel wie uns bekannt, dreht sich augenblicklich noch der Streit um die Frage, in welcher Stadtgegcnd oder welchem Bezirk das Krankenhaus Platz finden soll. Auch in anderer Hinsicht ist der Bericht der Ortskrankenkasse beachtenswert. Wilmersdorf ist die Stadt der Neubauten; wohl in keinem Berliner Vororte spielen Terrainspekulanten und Bau- schwindler eine größere Rolle als hier, und so wenig unser Vorort als Arbeiterstadt anzusprechen ist, so sind doch in der Arbeiterschaft selbst die Bauarbeiter von ausschlaggebender Bedeutung. Diesen Umständen ist es zuzuschreiben, daß die Betriebsunfälle den Etat der Ortskrankenkasse ganz außerordentlich belasten. Von den H94 Betriebsunfällen, die der Kasse gemeldet waren, entfielen allein auf den Bauberuf 489 oder 69,8 Proz. Von hundert Krank- Meldungen im Bauberufe waren nahezu zwanzig auf Betriebs- Unfälle zurückzuführen, und der achte Teil aller Krankheitsfälle, die die Kasse in Anspruch nahmen, umfaßte Betriebsunfälle. Daß der schlechte Geschäftsgang im Bauwesen auf die Finanzen der Kasse zurückwirkte, ist begreiflich. Durch eine Abwanderung der Mitglieder aus den höheren Beitragsklassen in die unteren gingen die Einnahmen hinter die des Vorjahres um rund 35 999 M. zurück, trotzdem die jetzt 13 939 Mitglieder zählende Ortskrankenkasse im letzten Jahr um 7,2 Proz. an Mitgliederzahl zugenommen hat. Jedoch erstreckt sich die Zunahme zum wesentlichen auf das Weib- liche Geschlecht. Das Gesamtvermögen der Kasse beträgt 259 491 Mark; die persönlichen Verwaltungskosten sind von 3,49 Proz. im Jahre 1919 auf 6,36 Proz. im Jahre 1911 gesunken und stellten sich im ganzen auf 35 321 M. Die sachlichen Ausgaben sind hingegen infolge der Vergrößerung der Geschäftslokale von 15 913 Ms auf 29 461 M. gestiegen. Charlottenburg. Neber einen empörenden Borgang in der kürzlich eröffneten Volksspeiseanstalt an der Grün-, Ecke Hebelstraße, wird uns von einem Leser folgendes berichtet: Dienstag nachmittags 5 Uhr kam ich in Gesellschaft meiner Familie an der Speiseanstalt vorüber. Ich war mir eben noch im Zweifel, ob ich mir die Einrichtung der Speiseanstalt, über di« so Löbliches berichtet wurde, näher an- sehen soll, als plötzlich drinnen ein Lärm entstand, bei welchem ich— da die Vorhänge nicht ganz geschlossen waren— noch sehe, wie erst ein, dann noch ein zweiter Hausdiener mit Gummi- schlauchen ausgerüstet in ganz unverantwortlicher Weise auf zwei Männer im Alter von anscheinend 59 Jahren, die eher den Ein- druck von Arbeitslosen als besondere Rowdies machten, einschlugen, und diese Prozedur noch im Beisein des Wirtes auf der Straße wiederholten. Ter eine der Männer bekam dann noch, da er sich mit der BehandlungAveise nicht zufrieden gab, von einem der beiden Hausdiener einen Stoß, daß er mit dem Kopf auf die Steinfliesen schlug und blutete. Auch der andere hatte von den Hieben mit dem Gummiknüppel über den Kopf und Hals ficht- bare rote Streifen. Es ist selbstverständlich, wenn daraufhin der eine der beiden den Hausdienern zurief:»Ihr betragt Euch ja uns gegenüber nicht wie Menschen, sondern wie Tiere." Wenn auch die beiden Mißhandelten etwas angetrunken schienen, so wäre es doch ein Leichtes gewesen, sie, wenn es ab- solut notwendig war, aus dem Lokal zu entfernen, ohne in so furchtbarer Weise auf sie einzuschlagen. Soweit die Zuschrift. Uns scheint, daß diese Praxis, Besucher der Speisehalle, die sich nicht in einwandfreier Weise benehmen, mit Gummischläuchen zu traktieren, das Unternehmen in Verruf zu bringen geeignet ist. Das einfache Gebot der Humanität sollte es verhindern, daß gerkide dort, wo die Aermsten der Armen und die durch das Elend Heruntergekommenen verkehren, solche Prügel- szenen Platz greifen. Eltcrnvercin für freie Erziehung. Dienstag, den 28. Mai (dritter Pfingstfciertag), findet ein großer Familienausflug nach Finkenkrug statt. Treffpunkt: pünktlich 9!4 Uhr vormittags vor dem Bahnhof Jungfernheide. Kinder der Mitglieder erhalten freie Fahrt. Für Nachzügler: Treffpunkt zur Kaffecpause im Restaurant ..Lindenpark", Inhaber Brüning(vormals Hosfmeister). Auch NichtMitglieder und deren Kinder können an den Ausflügen teil- nehmen. Der Vorstand. Gosen. Sonderbare Rechtsauffassuiigen. Wiederholt hatten wir Ge- legenheit darauf hinzuweisen, welche manchmal mehr denn eigen- tümlichen Anschauungen die unteren Verwaltungsorgane von ihren dienstlichen Obliegenheiten haben. Selbstherrlich— aus eigenem Recht!— versuchen sie die bestehenden Gesetze und Vorschriften außer Wirksamkeit zu setzen; ihren Anordnungen nur ist Folge zu leisten. Besonderes leisten aus diesem Gebiete die Gemeinde- Vorsteher in den Landgemeinden. Soweit die Bestimmungen der Landgemeindeordung in Frage kommen, herrscht eine ständige Rechtsunsicherheit. Wohl ist es möglich gegen jeden Uebergriff entweder Beschwerde einzulegen oder den Weg der Klage zu be- schreiten. Die positiven Ergebnisse sind in jedem Fall gering. Verstöße, die heute von den vorgesetzten Behörden gerügt werden, können sich morgen in anderer Form wiederholen. Und dennoch ließe sich hier leicht Abhilfe schaffen, wenn für die Besetzung von solchen Amtern der Intellekt entscheidend wäre und weniger die patriotische Gesinnung. Das letztere ist ja immer das Ausschlag- gebende. Wenn der intelligentere Teil der Gemeinde gegen einen unfähigen oder böswilligen Gemeindevorsteher opponiert oder sich beschwert, wird er vielfach erst recht von den landrätlichen In- stanzen gestützt. Beide Eigenschaften werden dann noch als be- sondere Verdienste gebucht. Erst im Februar dieses Jahres hatten wir Gelegenheit, das Pflichtbewußtsein und den Ordnungssinn des Gemeindevorstehers von Gosen einer kritischen Würdigung zu unierziehen. Leider müssen wir uns heute nochmals damit befassen. Anlaß hierzu bietet uns das Willkürregiment, da. gegen die gesetzlichen Bcstim- mungen ausgeübt wird. Ohne daß die Verfassung in Scherben geschlagen wird, können nach dem allerdings auch nicht gültigen Rezept oppositionelle Mitglieder, einer öffentlichen Körperschaft aus ihrem Amte entfernt werden. Wetterprognose für Donnerstag, den Lif. Mai 1913. Ziemlich kühl, zeitweise ausklarend, vorherrschend wolkig mit Regen» sillcn und mäßigen nordöstlichen Winden. Berliner Detterbureau. LerantivortUcher öievafteur: Vlbert Wich» Berlin. Lür den Jnjeratenieil veranw.: Th. Glocke. Beriia. Druck u. Verlag: Vortvärt» vuchdruckerei».ViclagSanstalt Waul Singer u.<£o„ Berlin SW, Ohne daß die Wahlzeft des Gsmei'ndssi-r?iesei? avgelalifeSi fein mutz oder sein Mandat für ungültig erklärt ist, wird einfach eine Neuwahl ausgeschrieben, um den lästigen Opponenten los zu werden. Die Ausschreibung mußte auf erfolgten Einspruch an- nulliert werden. Nachher werden alle Register gezogen, damit solche Elemente von der Gemeindevertretung ferngehalten werden. Für die Angesessenen gehen dann andere zuverlässige Ortsange- seffene zur Wahl, was natürlich nicht zulässig ist. Die Stimmen werden trotzdem für gültig erklärt. Die Wahl wurde mit Erfolg angefochten. Die Gemeindevertretung wird überhaupt nicht be- fragt. Jedes gesetzlich festgelegte Recht muß erst erkämpft werden. Dieser Nichtachtung der Gesetze durch die Behörden sollte der Minister und seine Organe ihre Aufmerksamkeit zuwenden. In kurzer Zeit bekäme er ein Material zusammen, um eine Wer- fassungsänderung im preußischen Landtage vielleicht mit Erfolg begründen zu können. Sttausberg. Mit der ablehnenden Haltung de? Magistrats, dem hiesigen Arbeiterturnverein Vorwärts die Turnhalle zur Verfügung zu stellen, beschäftigte sich eine öffentliche Versammlung. Obwohl Magistrat und Stadtverordnete zu der Versammlung geladen waren, Jvar außer unseren Vertretern niemand erschienen. Das Referat über»Das Turnen in Arbeiterturnvereinen" hielt Kreisvertreter G e n z» Berlin, der besonders die behördliche Schikane geißelte, denen die Arbeiterturnvereine ausgesetzt seien. In der Diskussion, im Sinne des Referats, beteiligten sich unsere Stadtverordneten, die Genoffen Leuenberg und Quast. Hierauf behandelte Genosse Leuenberg das Thema: Männerturnverein Vorwärts— Mitglied der Umsturzpartei. Der Stadtverordnete Oberlehrer Schiebel hatte, als daS Gesuch des Turnvereins Vorwärts auf Ueberlaffung der Schul- turnhalle in der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung stand, die dem Verein angehörenden Mitglieder als Mitglieder der Umsturz- Partei bezeichnet. Der Referent rechnete mit diesem Herrn nach Gebühr ab und empfahl zugleich bei den kommenden Stadt« verordnetenwahlen nur Vertreter in das Ortsparlament zu wählen, die die allgemeinen Interessen der Einwohner zu wahren bereit sind; letzteres könne man nur von den Vertretern der Sozialdemokratie erwarten. Pankow. In der Gemeindevertretersitzung am Dienstag wurde unker anderem der Errichtung neuer Lehr st eilen an den Ge- meindeschulen zugestimmt. Es handelt sich um Anstellung von weiteren zwei Lehrern und zwei Lehrerinnen zum 1. Oktober dieses Jahres.— Weiter hatte sich die Vertretung wiederum— zum fünften Male seit etwa Jahresfrist— mit dem Ortsstatut, betreffend Einschränkung der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe, zu beschäftigen. In der letzten Sitzung wurde bekanntlich infolge Beanstandung des in der Sitzung vom 12. März in der Angelegenheit gefaßten Beschlusses der Gemeinde- Vertretung erneut beraten und der an die Beanstandung geknüpfte Wunsch der Aufsichtsbehörde, die Einschränkung der Sonntags- arbeit im Handelsgewerbe in derselben Weise wie in Berlin und dem größten Teil seiner Vororte(Offenhaltung der Verkaufs- stellen in den Sommermonaten nur von 8—19 Uhr morgens, in den Wintermonaten nur von 12— 2 Uhr mittags) zu regeln, ab- gelehnt. Damit dürfen endgültig— vorausgesetzt, daß die Auf- sichtsbehörde dem Ortsstatut trotz Nichtberücksichtigung ihres Wun- sches nunmehr die Genehmigung erteilt— die Geschäfte in Pan« low an gewöhnlichen Sonntagen entsprechend dem Beschluß vom 12. März d. I. im Sommer und Winter gleichmäßig von 8— 10 Uhr morgens und 12—2 Uhr mittags geöffnet sein, allerdings mit Ausnahme der mit längerer Verkaufszeit bedachten Nahrungs- und Genußmittelbranche sowie des Blumenhandels. Bezüglich des letzteren wurde in der Sitzung noch einer Ergänzung des OrtS« tatuts zugestimmt, die eine präzisere Fassung der entsprechenden Bestimmung vorsieht.— Die Vertretung genehmigte dann noch eine Reihe von Etatsüberschreitungen von insgesamt 199 999 M., denen allerdings entsprechende Mehreinnahmen gegen» überstehen. Die ungewöhnliche Höhe der Ueberschreitungen er- klärt sich aus der Rückerstattung von Umsatz- und Wertzuwachs- steuern in Höhe von etwa 53 999 M., sowie aus einer Mehraus- gäbe von etwa 19 999 M. für vor Inbetriebnahme des neuen Wasserwerkes von Berlin bezogenes Waffer. Oranienburg. Ein schweres Brandunglück hat sich vorgestern im hiesigen Armenhause zugetragen. Die Frau des Arbeiters Rehmer hatte große Wäsche und unterhielt deshalb im Küchenherde ein starkes Feuer. Unvorsichtigerweise stellte Frau R. auf den Herd die volle Petroleumkanne. Als die 13jährige Tochter Elise gegen 7 Uhr abends einen Topf vom Feuer nehmen wollte, in dem da? Abend- brot erwärmt worden war, explodierte plötzlich unter furchtbarem Knall die Kanne und die brennende Flüssigkeit ergoß sich über das Mädchen, das im Nu einer lebenden Feuersäule glich. Die Be- dauernswerte lief hilferusxnd ins Freie, wo es Hausbewohnern mit vieler Mühe gelang, durch Austverfen von Kleidungsstücken die Flammen zu ersticken. Die Verunglückte hatte aber bereits am ganzen Körper schwere Brandwunden erlitten und mußte nach dem Krankenhause übergeführt werden. Hier liegt das Mädchen in hoffnungslosem Zustande danieder. Jugendveranstaltungea. Neukölln. Psingstwandersahrten: I Chorin— Oderberg— Freienwalde. Treffpunkt Sonnabendabend 7 Uhr 15 MW.: Stettin« Fembahnhof. Absahtt 7 Uhr 46 Min.— II. Nebfelde— Märkische Schweiz— Frcicnwalde. TresfpuntI Sonnabendabend präzise 8 Uhr: Schlesischer Bahn- hos, Eingang Breslauerstraße. Absahtt 8 Uhr 26 Min.— III. Pfingst. sonntag: Eintägige Wanderfahrt nach Potsdam— Lienewitzfee— Caputh. Fahrgeld 1 M. Treffpunkt 6 Uhr: an den Ringbahnhöfen. Alle Teilnehmer müssen Liederbuch, genügend Proviant und passende Getränke mitbringen. Der Spottplatz Pflüger-, Ecke Rütliftratze, steht den Jugendlichen Ritt» wochS und Freitags von 7 Uhr an zur Verfügung. SwAegangcne vruckfckriften. Die Alten. Von S. Siwertz. 3,50 M., geb. 4,50 M.— Die Bürger. Von L. L. Nordström. 3 M., geb. 4 M. A. Bonnier, Leipzig. Gerechtigkeit. Warum mutz das Jesuitengesetz sollen? 59 Ps. Germania, Att.-Ges., Berlin 0. 2. Marktbericht von Berlin am 31. Mai 1913, nach Ermittelung des königl. Polizeipräsidiums. Marlthallenpreise.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34.00—50,00. Speiiebohnen, weitze. 30,00-58,00. Linsen 40,00—80,00. Kartosieln(Klcinhdl.) 8,00—13,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40—1,80. Schweinefleisch 1,40—1,30. Kalbfleisch 1,40—2,60. Hanimelslcisch 1.40—2.20. Butter 2,20-3,20. 60 Stück Eier 3.20—5,50. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,40. Aale 1,60-3,20. Zander 1,60-3,60. Hechte 1,40—2,60. Barsche 1,00-2,20. Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 1,80-40,00._ Witternngsiibersicht vom 23. Mai 1912. eiationen xe 1-! R— Swmemde. Eamburg erlin Franks.a.M München Wien 756 N 757IN■ 755,91 754 NW 755;» 755Still Stationen a= fe— - Regen 3bedeckt 3 bedeckt 2Regen 2 Regen (Nebel »aparanda ieterSburg �cilly Abcrdeen Paris = 5 Bf 758 ND 757IDSD 753 NW 759NW 753 SB 2�. Lett» 2-heiter 1 Regen ahalb bd. Ä heiter 2 wölken! c-» all ge» 10 10 11 7 15