Nr. 131. Udoittiemoik-KeMMseNi Abonnements- Preis dränumeranbot BierteljShrl. SM Mt� monatl. I,!0 Mb, wöchentlich 2S Pfo frei ins Haus. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags» nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Well' 10 Pfo. Post» Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post.Zeitungs» tccisliste. Unter Kreuzband für eulschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. PostabonncmentS SS. Jahrg. Vlchtl»! laglich außer montags. Vevlinev Volksblcrkl. Die InfertlonS'GebOftr lbetrügt für die fechSgefpaltene Kolonel- geile oder deren Raum SO Mg., für politische und acwerlschasiliche Vereins- und VersammlungS-Anzeigcn SO Pfa. „Uieine Mnzcigtn", das settgcdruilis Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes wellere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen daS erste Wort 10 Psg.. jedes wertere Wort 5 Pfg. Borte über IS Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis B Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expeditton ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „SoziaMuDolirat Berlin", Zentralorgan der rozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Redahtion: SM. 68, Llndenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moristplay, Nr. 1983. Sonnabend, den 8. Juni 1912* 6xpcdttton: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr» 1981. Her grolle Ilmsturz. Von Josef Diner-Dönes(Budapest). Eine Fülle und Ueberfülle von Eindrücken und Gedanken drängt jetzt die ungarische Politik auf. Zu unruhig ist der Augenblick und zu erregt unser aller Fühlen, als daß es jetzt schon möglich wäre, zu sondern, was von diesen Eindrücken und Gedanken nur dem Tage gehört und was dauernd Geltung haben wird. Darum sollen auch nur die wichtigst scheinenden dieser Eindrücke und Gedanken hier lose aneinander- gereiht werden wie Bilder in einer Galerie. Aber doch Bilder aus einer Schule. Denn wenn auch noch das klare Wissen mangelt, so ist doch das starke Empfinden lebendig, daß all das vielfache Geschehen hier, wie es einer Quelle entstammt, auch wieder einem Ziele zuführt, und daß auch die schein- baren Widersprüche in diesem Geschehen nur die dialektischen Widersprüche der historischen Entwickclung sind. Der Ausnahmezustand. Ganz Budapest, von der äußersten Peripherie bis zum Zentrum der Stadt, gleicht einem riesigen Heerlager. Nebst der ganzen Polizei und Garnison, die auf den Straßen sind, hat man noch mehrere Regimenter aus der Provinz hinauf- kommandiert und was der Regierung die Hauptsache: drei- tausend der durch ihre Grausamkeit berüchtigten Gendarmen. Tag und Nacht zirkulieren durch alle Straßen Hunderte von Patrouillen, je vier oder sechs Mann hoch, ein Teil auf Last- automobilen, Polizei und Gendarmerie gemischt mit gezücktem Bajonett. An den belebteren Straßenkreuzungen ist Polizei und Gendarmerie postiert, in den Arbeitervierteln fast an jeder Straßenecke Polizei, Gendarmerie zu Fuß und zu Pferde. Und auf den großen Straßcneingänaen der Arbeiterviertel steht .. ige eine Menge von Maschinengeivehren in Bereitschaft. An den Straßenecken aber prangen Plakate mit Riesenlettern, die ver- künden, die bewaffnete Macht habe Befehl, jeder Ansammlung oder Demonstration sofort mit der Schußwaffe zu begegnen. In diesem so gemütlichen Budapest ist der allergemüt- lichste Punkt aber das Abgeordnetenhaus. Es ist vollkommen umzingelt von Polizei, Gendarmerie und Militär zu Fuß und zu Pferd, und nur wer sich ganz zweifellos legitimieren kann, gelangt durch diese Kette ins Abgeordneten- Haus. Drinnen aber im Hause ist auch alles. Sticgengäuge. Wandelgänge und auch der Beratungssaal voll von Polizei. Wer nicht bereit ist die Wehrvorlage zu votieren, wird von der Polizei nicht nur aus dem Saale, sondern gleich aus dem Hause selbst hinausgeworfen. So war es Dienstag, so Mitt- woch wieder. Die oppositionellen Abgeordneten wehren sich kräftig mit ihren Fäusten unter Führung von Julius Justh und dem Grafen Michael Karolyi. Es nützt ihnen nichts. Ihrer sind nur hundert. Polizisten aber doppelt so viel. Wer sich nicht ruhig hinausführen läßt, wird von kräftigen Fäusten hinausgezerrt und gepufft. Und wenn es im Saale keinen einzigen Oppositionellen mehr gibt, lassen der an Zäsarenwahnsinn leidende Graf Stefan T i s z a und L u k a c s, der erbärmliche Wicht, von ihren bezahlten Mameluken alles votieren, was ihnen eben einfällt. Stimmungswandel im Bürgertum. Als Dienstag mittag in der Hauptstadt bekannt wurde, daß Graf Stefan Tisza mit einem parlamentarischen Handstreich die Wehrvorlage für angenommen erklärt, gab es hellen Jubel bei allen Börsenjobbern, groß- und klcinkapitalistischen Ausbeutern und auch bei der Masse der Kleinbürger, die nach einem bekannten Muster das Motto haben: Mei Ruh' will i haben. Und diese Stimmung spiegelte sich auch in den Abend- blättern wieder, die, von den oppositionellen Parteiblättern abgesehen, erklärten, der Handstreich Tiszas sei wohl unschön und gefährlich, aber da er den Weg zur parlamentarischen Ordnung bahne, könne man sich init ihn: aussöhnen. Aber schon nachmittag, als die Stadt anfing, einem Heer- lager zu ähneln, wandelte sich die Stimmung. Ruhe, die nur deshalb herrscht, weil die Straßen voller Bajonette sind, das ist keine dem Profitmachen günstige Ruhe. Und auch die Be- geisterung für die Wehrreform begann rasch zu schwinden. Was nützen uns, so konnte man hören, die vermehrten Re- kruten in einem auswärtigen Kriege, wenn man so viel Sol- baten braucht, um die eigene Hauptstadt in Ruhe zu halten. Das erinnert genau an Rußland und man wird uns schließ- lich nur deshalb einen Krieg auf den Hals hetzen, um"nur im Innern Ruhe zu haben. Bis zum Abend aber, als die Sonderausgaben die Bruta- litäten des„starken" Tisza bekanntgaben, war nicht nur das ganze Publikum, sondern auch die Presse sehr oppositionell gestimmt. Ich machte einen Rundgang durch die Stadt. Die zahllosen Kaffeehäuser waren überfüllt. Ueberall wurde leb- hast und laut politisiert und alles war einig, daß dies nicht russisch, sondern ärger als russisch sei und sich bitter nicht nur an der Majorität, sondern Mich am Lande rächen werde. Was aber die Hauptsache ist. im Handumdrehen wurde es zur öffentlichen Meinung, daß all das. was jetzt im Parla- ment geschieht, ungesetzlich ist, und was dort jetzt votiert wird, ' nie Gesetz werden wird. Das ist auch die Stimmung in allen Blättern, mit Ausnahme der ganz- und halboffiziösen. Und über Nacht hat sich diese Stimmung in das ganze Land verpflanzt. Zu Tausendea erhält die Opposition Zustimmungstelegramme, auch aus sonst gut regierungsfreundlichen Kreisen, von Richtern, Beamten, Advokaten. Hält diese Stimmung an— die vereinigte Oppositton und wir werden hierfür schon sorgen— dann kann man die Wehrreform im Reichsrat votieren, der Kaiser-König sie sanktionieren, in Ungarn wird sie niemand als Gesetz an- erkennen, und Rekruten ausheben wird man dann hier nur ganz in derselben Weise können, wie diese„Gesetze" geschaffen wurden, nämlich unter dem Zwang der Bajonette. Unsere Partei. Die Majorität war auf große Demonstrationen gefaßt und als es ruhig blieb, gab das verleumderische Gesindel die Parole aus: Die sozialistischen Führer seien bestochen. Sie beurteilen eben alle Welt nach sich selbst. Die Berechnung von Regierungsseite war eine doppelte: die Polizei, die aus- schließlich Tisza dient und die auch schon ganz nach russischem Muster eine Ochrana hat, ließ durch ihre Lockspitzel in unseren Kreisen hetzen. Tisza fehlte noch zur Vervollständigung seines Erfolges Blut, viel Blut; und deshalb lechzte man nach Demonstrationen, um sie im Blute zu ersticken. Lukacz aber ließ durch seine Emissäre zur Ruhe mahnen, in der Hoffnung, daß die vereinigte Opposition dies für Verrat halten werde und damit die ganze oppositionelle Bewegung gelähmt sein werde. Nun, wir blieben ruhig. Nicht bloß weil es physisch ganz unmöglich gewesen wäre, Dienstag auch nur hundert Mann aus den Arbeitervierteln in die Stadt zu bringen, sondern auch weil wir Tiszas Blutdurst nicht stillen wollten. Aber auch der feige Schlaumeier Lukacz hat sein Ziel nicht erreicht. Die verreinigtc Opposition war nicht entrüstet ob unseres„Verrates", sondern hat uns Beifall gespendet, daß wir Zäsar Tisza keine Blutopfer gespendet haben. Aber Tisza zum Trotze und Lukacz zum Schrecken sei es gesagt: Das Proletariat wird nicht ruhig bleiben. Es wird nun ein Kampf ohne Ruhe und Rast folgen; nur darüber, wann der Kampf beginnen und wie er geführt werden wird, werden nicht die Regierungsvertretungen mit ihren Provokattonen verfügen, sondern einzig und allein unsere Führer. Und der Kampf muß gelingen, weil unser Proletattat nie so ver- bittert und revoluttonär gestimmt war wie jetzt. Mag man unser Zentralorgan, die„Nepszava", wie heute, auch weiter konfiszieren, mag man die Zahl der Bajonette noch ver- mehren, das Proletariat von Budapest nicht nur. sondern von ganz Ungarn wird in dem Kampfe um das Wahlrecht nicht zurückweichen. Der oppositionelle Block. Julius I u st h der Vorkämpfer des allgemeinen Wahl- rechtes und Graf Michael Karolyi. der Führer der Agrarier, Kossuthianer und Justhianer, Christlichsoziale und Sozialdemokraten in einem genieinschaftlichen Kampf! Klingt das nicht komisch? Aber man vergesse nicht: Hier handelt es sich jetzt nicht um gemeinsame Zwecke, sondern bloß um die gemeinsame Abwehr der Brutalität, Vergewaltigung, Ge�tzschändung. Und deshalb wird bald, sehr bald ganz Ungarn mit Ausnahme der Regierungssöldlinge an diesem Kampfe teilnehmen. Die Wiener Machtfattoren werden aber bald zu der Er- kenntnis erwachen, daß sie wohl die Obstruktion im Parla- mente niedergeschlagen, dafür aber die Obstruktion im Lande eingetauscht haben. Und noch Eines. Die Wahlrechtsreform, die bisher eine niemals versagende Trumpfkarte war, ist ihnen aus den Händen geschlagen. Nun können sie das Blaue vom Himmel versprechen. Niemand, niemand wird es ihnen glauben. Viermal haben die Minister im Namen ihres Königs das demokrattsche Wahlrecht versprochen. Alle viermal waren wir die Gefoppten. Schadet nichts! Wir werden es also zu erttotzen wissen. Nur wird dann das Wahlrecht keine Waffe in den Händen der Wiener Machtfaktoren sein, sondern ganz ebenso, wie einstens die Bauernbefreiung, eine Waffe gegen sie. Tisza, der Retter— der Vcrnichter. Als Retter der herrschenden Klasse zog Graf Stefan Tisza im Jahre 190-1 in den Kampf. Die herrschende Klasse aber, die für ihr Interesse ein klareres Empfinden hat als Tisza, dessen fixe Idee es ist, ihr Retter und Führer sein zu müssen, hat damals diesen Rettungsversuch einhellig zurückgeschlagen. Tisza hat den Rettungsversuch wiederholt und er ist ge- lungen. Die herrschende Klasse war zu schwach, ihn diesmal zurückzuschlagen, und wurde deshalb selber in zwei Teile zer- schlagen, die sich nun aufs bitterste bekämpfen. Tisza, der auszog, die herrschende Klaffe zu stärken, hat sie unsagbar geschwächt. Das Parlament aber, das Herrenparlament, gegen das wir seit Jahrzehnten vergeblich ankämpfen, er, Graf Stefan Tisza, der unbeugsame Oligarch, hat es mit einem Fußtritt elendiglich gestürzt. Graf Stefan Tisza, der Oligarch, ein Vernichter der Oligarchie! Der Wahnsinn ist doch manchesmal eine nützliche Sache. Was der Vernunft bisher nie gelungen, der Wahn- sinn hat es vollbracht: der Weg für das moderne Ungarn ist freigelegt. � Eine Armee aufmarschiert! Nach amtlichen Mitteilungen sind für den Staatsstreich in Budapest folgende militärischen Kräfte zusammengezogen worden: Neben der Polizei, welche beiläufig 2500 Mann stark ist, stand die gesamte Budapester Garnison mit 16000 Mann in Bereitschaft, außerdem wurden aus verschiedenen Garnisonen des Landes 20 Bataillone Infanterie(7200 Mann), zwei Regimenter Husaren(1800), 700 Gendarmen zu Fuß und M Berittene nach der Hauptstadt dirigiert. In erster Reihe werden die öffentlichen Betriebe, die Wasserwerke, Beleuchtungs- anlagen, Verkehrsunternehmungen, die Eisenbahngebäude, die Werkstätten der ungarischen Staatsbahnen, die Post-, Tele- graphen- und Telephonämter, die Schlachthausbrücke, die Gebäude der Oesterreichisch-Ungarischen Bank und der Börse. das Klublokal der Nattonalen Arbeitspartei, die in der Kossuth- Lajos-Gasse befindlichen Kasinogebäude, die Wohnungen des Ministerpräsidenten Lukacz und des Grafen Stefan Tisza und anderer„exponierten" Persönlichkeiten„scharf bewacht". »• • Gewalt wider Gewalt! Was stündlich zu erwarten war, ist eingetroffen. Die brutale Zertrampelung von Volksrechten durch den Gewalt- menschen Tisza hat die Rachegeister entfesselt, und der Ge- walt von oben antwortet die Rache der Vergewalttgten. Ein Abgeordneter der Oppositton, der die Fäuste der Schergen Tiszas fühlen mußte, hat auf den Tyrannen die Schußwaffe gerichtet. Die Kugel hat ihr Ziel verfehlt und der Rächer soll dann die Waffe gegen sich gerichtet und sich schwer verletzt haben, nach einer anderen Lesart aber von den Mameluken Tiszas tödlich verwundet worden sein. Welches Echo die Revolverschüsse im Ungarlande erwecken werden, werden die nächsten Tage zeigen. Ueber das Attentat gingen uns aus Budapest folgende Nachrichten zu: Freitag früh marschierte die gesamte Opposition, 106 Abgeordnete, nach dem Reichstage, wo ein großer Kordon Militär und Polizei dieselben aufhalten wollte; die Abgeordneten wurden jedoch von den dienst- habenden Polizeibeamten eingelassen. Sie setzten sich in ihre Bänke und verhielten sich ruhig. Um 10 Uhr, vor Beginn der Sitzung, marschierten über 120 Polizisten in den Reichstag und forderten die ausgesperrten Abgeordneten auf. das Reichstagsgebäude zu verlassen. Die A b- geordneten wollten nicht weichen und wurden m i t Gewalt aus dem Saale geführt. Nachdem die ge- samte Oppositton sich entfernt hatte, kam die Regierungs- Partei in den Saal, worauf der Präsident die Sitzung eröffnete. Zu dieser Zeit befand sich kein einziger Abgeordneter der Opposition im Saal. Präsident Tisza begann die Er- öffnungsrede. In demselben Augenblick jedoch stürzte von der Journalistentribüne aus der oppositionelle Abgeordnete Julius Kovacz mit einem Revolver in den Saal und gab drei Schüsse auf den Präfidenten ab. von denen aber keiner traf. Nun stürzte sich die gesamte Regierungs- Partei auf den Attentäter, man warf ihn zu Boden; angeblich soll er sich eine Kugel in den Kopf geschossen haben, es wird aber vermutet, daß diese Kugel aus dem Revolver eines anderen Abgeordneten gekommen ist. Kovacz wurde in diesem schwerverletzten Zu- stände von den Anhängern der Regierungs- Partei gestoßen und geschlagen, bis endlich die erschienene Rettungsgesellschaft ihn aus den Händen seiner Peiniger befreite, seine Wunde untersuchte und ihn nach dem Rochus-Spital überführte. Sein Zustand ist hoffnungslos. Um 1 Uhr mittags wurde er operiert und zum größten Erstaunen wurden in seinem Kopfe zwei Kugeln gefunden. Die Aufregung ist natürlich sehr groß. Nach diesem blutigen Norfalle eröffnete der Präsident des Reichstages erst eine halbe Stunde später die Sitzung wieder, die jedoch schon nach einigen Minuten geschlossen wurde. Nach dem Attentat wurde die gesamte Garnison alarmiert und das Militär marschiert die Straßen entlang. Welche Order dasselbe hat, weiß man noch nicht. Auf den Straßen bilden sich Trupps, überall wird von dem Attentat gesprochen, und Personen aus den höchsten Kreisen sprechen laut und deutlich unwillig den Ruf aus:„Wenn er ihn nur getroffen hätte I" Die Arbeiter bleiben wie bisher auch serncr- hin ruhig. Die Parteileitung gedenkt die Arbeitermacht zurück- zuhalten, trotzdem die Aufregung, besonders nach dem letzten Ereignis, eine ungeheuere ist. Der Mann ohne Nerve«. Das offiziöse Telegraphenbureau berichtet über den Vorfall natürlich in durchaus tendenziöser Weise. Die Oppositton kommt bei ihm sehr schlecht weg. während TiSza und seine Kreaturen als korrekte Edelmenschen erscheinen. Charakteristisch ist, was daS offiziöse Bureau über das Verhalten TiSzas nach dem Attentat meldet: Präsident Graf Tisza hatte sich erhoben, nahm aber gleich wieder den Präsidentensitz ein und sagte, nachdem der Tumult sich ein wenig gelegt hatte: Da es sich um die Tat eines Wahn- witzigen handelh der sich der irdischen Gerechtigkeit entzogen Hai, frage ich, gehen' wir darüber zur Tagesordnung über? Hier- auf setzte der Präsident seine Ausführungen fort. Die Sitzung dauert an. Das ist ein Mann nach dem Herzen unserer deutschen Junker und Scharfmacher!_ Zum S(l)wetztr KeichZtagmahI- fcltwindel. Die Verhandlungen vor dem Graudenzer Schwurgericht haben erwiesen, daß bei der Stichwahl nicht der für gewählt erklärte freikonservative Landrat v o n H a l e m, sondern der polnische Kandidat von Saß-Jaworski die Mehrheit der abge- gebenen Stimmen auf sich vereinigt hatte, vott Halem ist also mit Unrecht als gewählt proklamiert; gewählt ist von Saß-Jaworski. Hoffentlich erklärt alsbald nach seinem Zu- sammentritt der Reichstag die Wahl des Abgeordneten von Halem für ungültig und beruft den polnischen Kandidaten von Saß-Jaworski als tatsächlich gewählten Abgeordneten ein. Zur Einberufung eines tatsächlich gewählten Abgeord- neten, dessen Gegner aber durch burcaukratische Nichtsnutzig- keiten der Wahrheit zuwider als gewählt proklamiert wurde, ist der Reichstag schon einmal, bei der Wahl des freisinnigen Abgeordneten Dr. Mar Hirsch, geschritten. Damals wurden viele Stimmzettel auf Tr. Max Hirsch in ebenso unzulässiger Weise für ungültig erklärt, wie jetzt 700 bis 800 Stimmzettel für den polnischen Kandidaten. In solchem Falle, wo infolge offensichtlicher Schikanen und Fälschungen der unter- legene Kandidat als gewählt proklamiert ist, muß der Reichs- tag, wenn er derartigen Manövern gegenüber nicht hilflos dastehen will, zur Einberufung des nach dem Inhalt der Wahlakten tatsächlich gewählten Abgeordneten schreiten. von Haleril ist ein strammer Reaktionär: unter anderem stimmte er am Tage der Vertagung des Reichstags für die Einbringung einer Zuchthausvorlage gegen die Ar- beiter. Und die Parteigänger dieses Landrats von Halem bewarben sich direkt und sehr eingehe ird um die sozialdemokratische Stichwahlhilse. Das westpreußische Parteisekretariat wurde telephonisch und brieflich um Stichwahlhilse angegangen. Der Landrat, hieß es da, wäre gar nicht konservativ, er wäre liberal, sogar sehr liberal. Trotz Ablehnung des freikonservativen Liebeswerbens um sozialdemokratische Stichwahlhilse wurde immer wieder versucht, das Sekretariat für Stichwahlhilfe zugunsten des Zuchthansschwärmers von Halem zu getvinnen. Selbstver- ständlich blieb das Liebesgirren ohne Erfolg. Der Landrat von Haleni war Sanunelkandidat aller nichtpolnischen Parteien, auch der freisinnigen. Von Danzig aus wurden am Morgen des verhängnisvollen Krawalltages 36 deutsche Studenten auf Kosten des freisinnigen Kom- merzienrats Miinsterberg nach Schwetz verladen, um dort als Wahlhelfer tätig zu sein. Wie sich die Studenten in Schwetz benahmen, wie sie dort randalierten und Unruhen pro- vozierten. denen einige polnische Arbeiter dann vor dem Grau- denzer Schwurgericht zum Opfer gefallen sind, haben die Herren selbst in der liberalen„Tanziger Zeitung" seinerzeit geschildert. Darüber, wie es bei den Herren am Abend in Schwetz herging, schreibt' einer von ihnen dort wörtlich: a-...... Eine Fl as che Sek t f u he n a ch d e r a n d ern auf. Zwar schlug unser Gewissen, und der Anstand sagte uns: Ihr gehört zu den andern in Wildts Hotel. Aber wen lockt n i ch t der Sekt, noch dazu junge Studenten!" Wie provozierend sich Angehörige dieser sekttrinkenden Gesellschaft benahmen, schildert derselbe Student ein Stück- chen weiter: � .... Schließlich sang ein jüdischer Kantor mit wunder- barem Tenor das„Heidegrab". Damit war die musikalische Ader in uns allen erivacht; sofort hieß es. wir müssen Musik haben, wer holt einen Klavierspieler? Ein Herr lief schnell weg, und dieses Unglückswurm bestellte statt eines Klavier- s p i e l e r S f c ch S B l ä f e r. Nach ungefähr 20 Minuten hörten wir plötzlich vor der Tür die deutsche Nationalhymne spielen. Wir beide„Alkoholfreie"(d. h. sie waren ange- trunken! Red.), wie es so schön in der Sonnabendnummer der„Tanz. Ztg." hieß, stürzten hinaus, liefen zur Musik, die um einen Marmortisch mit Eisenfuß aus der Konditorei stand. Zwei Petroleumlampen sorgten für die nötige Beleuchtung, da der Himmel bereits vollkommen bezogen war und w i r b e r e i t S mittlerweile 12 Uhr hatten. Mein Freund riß jemand den Stock weg, sprang auf den Tisch und dirigierte wie zwei. Die Nationalhymne wurde kräftig gesungen. Gleich daraus ertönte ein Marsch(Preutzenmarsch). Jedoch kaum war er zu Ende, als mein Älubkamerad, der wäh- rend der ganzen Zeit andauernd mit.EiSstücken bombardiert wurde, heruntersprang, derTisch ergriffen und einem GerichtSaktuar auf dem Kopf zerschlagen wurde. Hiermit war das Zeichen zu einem furchtbaren Handgsmenge gegeben. O wäre ich doch alkoholfrei gewesen, dann hätte ich sofort bemerkt, daß unter den 200 Menschen, die auf dem Marktplatz die Musik umgaben, kein einziger Deutscher war." Zwölf Uhr nachts. Weingelage.„Heil dir im Sieger- kränz" unb„Ich bin ein Preuße". Ein Handgemenge pro- voziert. Soll da eine politisch völlig ungeschulte Masse nicht erregt werden, der bereits- die Tatfache bekannt ist. daß ihr Kandidat nur unterlegen ist, weil durch einen Wahlbetrug Hunderte von polnischen Stimmzetteln für ungültig erklärt wurden? Der studentische Verfasser des Schlachtberichts schreibt weiter: „In zehn Minuten hatten wir dann Hilfe, und nun ging eS durch eine Seitentür hinaus. Ich ergriff einen schmalen >Fen st erladen, ein anderer einen Spaten usw., und dann, wurde gehauen... Häufig prügelten sich sogar die Deutschen untereinander. So be- kam mein„alkoholfreier" Freund von einem Amtsrichter einen furchtbaren Schlag mit dem Stock auf die Nase, wobei die Wirkung besonders schön eintrat. Aber der„Alkoholfreie" wich nicht zurück. In einem kleinen Sonderkampfe schlug er mit zwei anderen Kommilitonen etwa 40 mit Stöcken bewaffnete Polen in die Flucht!! Gegen 2 Uhr sammelten wir Deutschen unS und zogen nach dem Wildtschen Hotel, wo wir bis weit nach 3 Uhr den Sieg des deutschen Sammel- kandidaten feierten." Noch der Darstellung, die der Kämpfer für das Deutsch- tum hier gibt, sind also die Polen die Verprügelten ge- wesen. Und ein A m-t s r i ch t e r hat bei diesem Land- friedensbrnch wacker mitgeholfen. Von den deutschen Rowdys ist keiner unter Anklage gestellt, geschweige denn ins Ge- fängnis geschickt worden. Hoch lebe Preußen, das Vaterland der Unterdrücker! Ale erelgnMe in Ilklgien. Tie Situation in Brüssel. Brüssel, 7. Juni. Die Ruhe wurde diese Nacht nicht ge- stört, auch waren keine besonderen Vorsichtsmaßregeln ge- troffen worden. Die Polizei war allein angewiesen, die Ord- nung ausrecht zu erhalten. Auch in L ü t t i ch scheint sich die Lage gebessert zu haben. Die Bürgerwehr konnte bereits uni 11 Uhr abends entlassen werden. Ueber die Borgänge im Streikgebiete liegen folgende Meldungen bürgerlicher DepeschenbureauS vor: Brüssel, 7. Juni. In Verviers herrscht Ruhe. In Jemappes durchzogen gestern 10 000 Kundgeber die Straßen der Stadt.(Nach einer anderen noch nicht bestätig- ten Meldung sollen in Jemappes drei Streikende durch Gen- darmen erschossen worden sein.) Die Arbeiter sind ent- schlössen, den Ausstand fortzusetzen. Die Provinz befindet sich tatsächlich im Belagerungszustand. Der Ausstand dauert überall fort, trotzdem ist in verschiedenen Bergbezirken be- schlössen worden, die Arbeit wieder aufzunehmen. Auch der unterbrochene Verkehr der Straßenbahn wird heute wieder aufgenommen werden. Charlrroi, 7. Juni. Von hier begaben sich ungefähr 806 Streikende nach Lancre, um die Arbeiter der dortigen Fa- briken zu veranlassen, die Arbeit ebenfalls einzustellen. Es war ihnen bereits gelungen, die Arbeiter zweier Fabriken zu bewegen, ihrer Aufforderung Folge zu leisten, als Artillerie auf dem Plan erschien und die Demonstranten vertrieb. Unter dem Militär soll vielfach Meuterei ausge- krochen sein._ poUtifcbe Gcberficbt. Berlin, den 7. Juni 1912. Der rote Landtag. Die Hoffnung der Gegner, bei den heutigen Landtags- Wahlen in Schwarzburg-Rudolstadt die bisherige sozialdemokratische Mehrheit zurückzudrängen, ist dank der energischen Agitation unserer Genossen zuschanden geworden. Wie ein uns zugegangenes Privattelegram ni meldet, wurden bei insgesamt 16 Mandaten neun Sozialdemo- k r a t e n und sieben Bürgerliche gewählt. Unsere Genossen ziehen also in der bisherigen Stärke wieder in das Parlament ein. Den Wahlkreis Stadtilm, bisher unser Besitz, haben wir mit einer Stimme Minderheit an die Bürgerlichen verloren, dafür aber den Wahlkreis Frankenhausen-Land neu erobert. Bravo! Rudolstädter!_ Die Stellung Roms. Der bekannte katholische Kirchenrechtslehrer Heiner in Rom telegraphiert der„Kölnischen Volkszeitung" folgende Erklärung zu den päpstlichen Telegrammen an die katholischen Arbeiterorganisationen: „lieber die letzten Auslassungen des Päpstlichen Stuhles in Sachen der katholischen Arbeitervereine Deutschlands bin ich in der Lage, folgende authentische Erklärung veröffentlichen zu können: Bor allem ist zu unterscheiden zwischen den Telegrammen des Herrn Kardinal-StaatSselretärS an die beiden Kongresse in Berlin und Franksiirt a. M. und der Anrede des Heiligen VaterS (an den Pfarrer Bayer). Letztere, mag sie auch in ihrem wesent- lichen Teile nach den Ideen Seiner Heiligkeit in bezug auf die Berurteilung der Irrtümer, die jeder gute Katholik verurteilen mutz, entsprechen, so hat sie doch keinen authentischen Charakter und kann deshalb durchaus nicht in Frage kommen oder Gegenstand der Diskussion bilden. Was die Telegramme des Kardinal-StaatSsekretärS anbetrifft, so k e n n t der Heilige Stuhl vollkommen den Unterschied zwischen den katholischen Arbeiter- vereinen, einschließlich jener in Franlfurt a. M. versammelten Arbeitervereine und den interkonfesfionellen Gewerkschaften. Im übrigen lobt und ermutigt Seine Heiligleit mit gleichem Wohl- wollen die verschiedenen katholischen Bereine Deutschlands, die nach den besonderen Bedürfniffen der verschiedenen Diözesen und Provinzen gegründet sind. Jedoch ist zu bemerken, daß, während die Berliner Arbeitervereine keine Berührung mit den inter- konfessionellen Gewerkschaften haben, dies hingegen bei den katho« tischen Arbeitervereinen deS genannten Kartells der Fall ist. Die interkonfessionellen Gewerkschaften, wenn sie auch praktisch zugelassen und deshalb biS jetzt vom Heiligen Stuhl nicht verurteilt sind, können doch, da sie als solche von den katholischen Grundsätzen und der kirchlichen Autorität ab- sehen, eine Gefahr für die katholischen Mitglieder bilden. Da- her ist es gekommen, daß. während das nach Berlin gerichtete Telegramm nur auf Billigung und Lob, jenes nach Frank- furt gesandte zugleich eine väterliche und zeitgemäße Ermahnung enthielt, um auf die genannte Gefahr für die guten Katholiken, deren beste Gesinnungen der Heilige Bater kennt, und für welche er, wie für die übrigen Gläubigen Deutschlands, das größte Wohlwollen hegt, aufmerksam zu machen. Daß vorstehende Erklärung Wort für Wort den Intentionen deS Apostolischen Stuhles entspricht, dafür übernehme ich die öffentliche Verantwortung. Heiner, Uditore der Römischen Rata." (Auditor des päpstlichen Obergericht».) Diese Erklärung stellt noch eine Verschärfung der bekannten Stellungnahme des Papstes gegen die christlichen Gewerkschaften und die Kölner Richtung dar. Die Heinersche Erklärung rollt in aller Schärfe die alte Streitfrage auf: Soll die päpstliche Autorität nur für rein kirchlich-religiöse oder für alle Lebensfragen gelten oder nicht? Die christlichen Gewerkschaften wie die Kölner Richtung wollten bisher die kirchliche Autorität in rein wirtschaftlichen und politischen Fragen nicht unbedingt gelten lassen. Der Papst und die mit ihm gehende Berliner Richtung aber halten gerade diese Auffassung für einen schweren Verstoß gegen die katholi- scheu Glaubensgrimdsähe und für h a l b e H ä r e s i e. Und der Papst stellt sich laut der Heinerschen Erklärung unzlvei- deutig auf die Seite der letzteren. Der Streit ist sonach nicht beigelegt, sondern vertieft. Die„Kölner" machen noch einen letzten Versuch, den Vatikan umzustimmen. Der Münchener Nuntius Frührath und der Generalsekretär des katholischen Volksvereins Ab- geordneter Dr. P i e p e r sind in R o m eingetroffen. um zugunsten der christlichen Gewerkschaften eine erneute, günstigere Stellungnahme des Heiligen Stuhles zu erbitten. Die Slntwort des Polizeipräsidenten. Auf die im„Vorwärts" vom 4. Juni erwähnte Anftage des Genossen Düwell an den Polizeipräsidenten von Lichten- berg ist nunmehr, datiert vom ö. Juni, folgende Antwort ein- "gegangen: Den mehrfachen Gesuchen Ihres Sohnes Bernhard Düw.'ll wegen Ausstellung eines polizeilichen Führungszeuguisics ch vcn hier aus in jedem Falle entsprochen worden. Ihm sind unter dem 3. August 1910. 15. August 1910, 17. Dezember 1910 und 19. Januar 1911 die gewünschten Führungszeugnisse ohne einen Strafvermerk zugegangen. Auf den letzten Antrag Ihres Sohnes ist ihm unter dem 20. September 1911 zum Zwecke der Vorlage bei der königl. Prüfungskommission für Einjährig- Frei- willige ein polizeiliches Führungszeugnis ausgefertigt worden, das in seiner Fassung den bisher erteilten gegenüber insofern eine Aenderung enthielt, als den bestehenden Vorschriften gemäß em Strasvermerk hinzugefügt war. da in der Zwischenzeit die Be- strafung Ihres Sohnes durch rechtskräftiges GerlchtSerkenutuiS erfolqt war... Hiermit war für das hiesige königl. Polizeipräsidium die An- gelegenheit erledigt. L e w a l d. De in nach existiert kein Gehet matte st, wie die Auslassung des Kriegsministers im Reichstage vermuten lassen könnte. Das letzte Mit dem Strafvermerk ver- sehene Führungszeugnis ist im„Vorwärts" vom 29. Mai veröffentlicht worden. Zweifellos ist nun, daß die Nicht- Zulassung zum Abiwrientenexamen und die Verweigerung des Berechtigungsscheines einzig und allein als Strafe für die angebliche Uebertretung des Vereinsgesetzes erfolgte. Wie die„Hilfe" wohl nicht mit Unrecht�vcrmutet, wirkte als er- schwerender Umstand für den Sohn, daß der Vater „Lorwärts"-Redakteur war. Wie nochmals ausdrücklich betont werden mag, konstatiert auch das letzte Zeugnis, daß— außer der Bestrafung wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes— nichts Nachteiliges über Düwell bekannt sei. Das Abgeordnetenhaus trat am Freitag zu seiner vorletzten Sitzung zusammen. Bon den Beratungsgegenständen konnten nur zwei auf allgemeineres Interesse Anspruch erheben. Bei dem ersten dieser beiden Gegenstände handelte es sich um die Eingemeindung einiger Vorortgemeinden von Trier. Und Zentrum und Konservative, die erst vor kurzem die Eingemeindung von Vohwinkel in die Stadtgemeinde Elberfeld hintertrieben hatten. waren diesmal für die Eingemeindung begeistert. Da machten sich nun die Freikonservativen den Spaß, durch ihren Redner, den Mar- burger Profesior Dr. Bredt, die Eingemeindung der Trierischen Bororte mit all den Vorwänden zu bekämpfen, die seinerzeit bei der Eingemeindungsstage von Vohwinkel herhalten mußten, um den ab- lehnenden Standpunkt des Zentrums und der Konservativen zu bc- gründen. Der Vertreter der Nationallrberalen fand diese polemi- schen Scherze zwar sehr nett, aber er stellte sich schließlich doch auf den Standpunkt, daß der Landtag keine Ursache habe, eine Einge- meindung zu verhindern, wenn sich beide Kontrahenten' dafür aus- gesprochen hätten. So wurde denn auch mit großer Mehrheit in diesem! Smne beschlossen. Die Erörterung des Novstandes der Binnenschiffer veranlaßt« den nationalliberalen Abgeordneten Dr. Schiffer zu einem schneidigen Husarenritt gegen die bureaukratische Armselig- keit, die einen außerordentlichen Notstand der Binnenschiffer un- glaublicherweise noch immer leugne, und gegen das unerträgliche System polizeilicher Schikanen. Der nationalliberale Redner fand Töne der Opposition, die feine Partei leider nur stets ver- missen läßt, wenn es sich um ungleich zahlreichere Bevölke- rungsschichten, nämlich um die Lage der lohnarbeitenden Klaffen handelt. Aber hier drehte eS sich eben um die Agitation unter einer Kategorie von Kleinbesitzern, die man trotz ihrer prolc- tarischen Lebenshaltung durch schöne Redensarten immer wieder ködern zu können wähnt. Leider machte unser Genosse Liebknecht einen dicken Strich durch diese optimistische Rechnung, indem er nachwies, daß Prinz Löwenstein und Herr Schiffer jetzt nur all d i e Beschwerden bc- stätigt und einen Teil der Forderungen aufgenommen hätten, die e r, Liebknecht, bereits in den verflossenen Jahren er- hoben hatte, ohne damals bei den bürgerlichen Parteien irgend- welche Resonanz zu finden! Im gründlichen Eingehen auf die Ver- Hältnisse schilderte Liebknecht die traurige Lage und die mannig- fachen Beschwerden der Binnenschiffer, zugleich die stupende Ver- ständniSlosigkeii der staatlichen Bureaukratie einer ätzenden Kritik unterziehend. Aber auch die Eiertänzerei deS nationalliberalen Herrn Schiffer, der zwar die Notlage der kleinen Schiffseigner in beweglichen Tönen anerkennt, zugleich aber auch das Großkapital, das doch mit Naturnotwendigkeit zum Ruin der kleinen Binnen- schiffahrt beiträgt, als Stütze und Rückhalt der kleinen Unter- nehmer verherrlicht hatte, wurde von Liebknecht kräftig gekenn- zeichnet._ Wir fiud die Herren im Hause. Ein wahres, nur allzu wahres Wort, wenn es der wackere Herr v. Rheinbaben im preußischen Herrenhause spricht. Ein Landtagsabgeordneter kann ja heute nicht mehr so reden, denn der Herr im Hause wird für gewöhnlich nicht wegen Hausfriedensbruch verfolgt, wenn er sein Haus betritt, aus dem ihn bestellte Gewalt entfernt hat. Aber so etwas dürfte in absehbarer Zeit den Rheinbabenern nicht passieren— denn sie sind in der Tat die Herren, nicht nur im Herrenhause, sondern in diesem ganzen großen Hause, in dem die Erbauer und Erhalter— dritter Klasse zur Miete, Hinterhaus. Dachgeschoß, wohnen, während e» sich die anderen vorn heraus, in den bequemen Etagen bequem machen und sich von den anderen kräftig und pünktlich Miete zahlen lassen. Im Kellergeschoß des OuergebäudeS aber wohnen gar arme Teufel, dicht aufeinander, unter erstickendem Druck— dorthin gewiesen von den Herren im Hause. Das sind die Landsleute, die ein feindliches Geschick von polnischen und dänischen Müttern hat zur Welt bringen lassen. Denn: diese Worte deS Herrn v. Rheinbaben waren die tiefste Wahrheit der gestrigen Beratung des Herrenhauses über das B e- sitzfestigyngSgesetz, das natürlich mit Glanz angenommen wurde. Und Herr v. Rheinbaben gebrauchte jene Worte, denen er ein„Landgraf bleibe fest!" hinzufügte, gegenüber dem Hinweis des Grafen Op p er sd o r f f, der, das Land des Zentrums mit der Seele suchend, von Glatz-Habelschwerdt nach Fraustadt-Lissa gelangt ist, und der vor dem neuen Ausnahmegesetz gegen die Polen auch deshalb warnte, weil es in Oesterreich die dem Bund- nis mit Deutschland feindlichen Stimmungen notwendig vcrsckxirfcn müsse: womit der Graf nicht so ganz auf dem Holzweg sein dürste! Im übrigen war die Opposition sehr matt. Lauter Grafen: Ballestrem. Zoltowski und KorzewSli— und keiner sprach über- Haupt auch nur von der Rechtsfrage, so daß Herr Bescler diesmal gar nicht dazu kam, die Verfassung staunend aufhorchenden Zu- Hörern in stets neuem Glänze zu zeigen.... Aber eine andere Exzellenz hat ja all diese Rechtsfragen schon präjudizierlich entschieden:„Vom Rechte, das mit uns geboren wird, von dem ist leider nie die Frage!" Durch ihre Kritik an der Versetzung der katholischen Ansiedler durch den Minister v. Schorlemcr in die zweite Klasse de: Ger- manisationssoldaten brachte eS diese Opposition glücklich dahin, dem Herrn v. Schorlemcr Gelegenheit zur nochmaligen Anbringung seiner Ministersitzfestigungs-Antipolen- und Tänenrede zu geben. was dk? M. Erffa mit, dem er die besten Wünsche des Hauses auf baldige Genesung telegraphisch übermitteln wird. Der Gesetzentwurf betr. die Erweiterung des Stadt- kreises Trier wird nach längerer unerheblicher Debatte in zweiter und dritter Beratung angenommen. Die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Abg. R a h a r d t(ff.) im Privatklageverfahren wegen Beleidigung, wird entsprechend dem Antrage der GeschästSordnungskommission debatte los erteilt. Es folgt die Fortsetzung der Beratung der Anträge Prinz zu L ö w e n st e i n(f.) und Schiffer snatl.i, welche Maßnahme» zur Linderung der Notlage und zur dauernden Förderung der Binnenschiffahrt verlangen. Ein Kommissionsantrag will die Angelegenheit im wesentlichen durch die Erklärungen der Regierung für erledigt ansehen und die Forderung der Ausdehnung der Soudertarise der See- und Binnen- Häfen, sowie die Forderung, daß vor jeder die Binnenschiffahrt be rührenden Maßregel Vertreter der Binnenschiffahrt zu hören sind, ablehnen. Abg. Schiffer snatl.) tritt für seinen Antrag in vollem Umfange ein; die Binnenschiffahrt befinde sich in einer ganz außer- ordentlichen Notlage und deshalb müsse ihr durch außer- ordentliche Maßnahmen geholfen werden, und zwar möglichst schnell. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Die Parteien hier im Hause suchen sich in den Bemühungen um die kleinen Schiffer den Rang abzulaufen. Der Abgeordnete Prinz Löwenstein hat vor einigen Wochen in diesem Hause f a st wie ein Sozialdemokrat gesprochen, er führte aus, die Haare hätten ihm zu Berge gestanden, er müsse die ganz unzureichende Fürsorge der Regierung bedauern, sie sei nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit vorgegangen.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Trotz der Abhängigkeit der Regierung von den Konservativen hat sie noch nicht einmal die bescheidenen Ansprüche des Prinzen Löwcnstein befriedigt. Ueberall ist man über die Notlage der Schiffer einig, nur die Staatsregierung weih nichts davon, sie hat sich bei der Polizeibehörde in ganz un- zureichender Weise informiert und hat die Handelskammern einfach übergangen. Das Polizeiverordnungswesen, das ich schon früher als undurchdringliches Gestrüpp bezeichnete, durch das die einfachen Leute nicht durchfinden können, besteht fort. Eine Vereinheitlichung, wie es der Antrag Schiffer wünscht, ist dringend nötig.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Für die Schäden, die die Schiffer durch die Trockenheit erlitten haben, ist die Regierung moralisch verantwortlich, denn durch die Unterlassungen der Strombaupolizei waren die Schiffer verhindert, ihr Gewerbe auszuüben, und mindestens moralisch ist daher die Regierung zun, Ersatz der Schäden verpflichtet. Mit ihren 408 000 Mark kann die Regierung die ent- standenen Schäden bei weitem nicht decken. In welcher Weise sie verfährt, zeigt die Eingabe eines Schiffers aus Spreenhagen vom 28. März dieses Jahres um Ersatz seiner Schäden. Diese Eingabe kann frühestens am 30. März in den Händen des Regierungs- Präsidenten zu Breslau gewesen sein, und schon am 30. März ist der Bescheid ergangen:.Nach eingehender Prüfung der Verhältnisse(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten) liegt keine Ver« anlassung vor, dem Gesuch um Unterstützung Folge zu geben.' Die Phrase von der eingehenden Prüfung der Verhältnisse wirkt in diesem Fall geradezu widerwärtig.(Sehr richtig! bei den Sozial- dcmokraten.) Dieses Kabinettsstückchen der Bureaukratie zeigt, mit welcher Skrupellosigkeit verfahren wird, die übliche Wendung von der eingehenden Prüfung der Verhältnisse wird einfach formular- mäßig eingefügt.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Nun zu den Ansnahmetarifen. Wenn sie durch einen Rotstand im Interesse der Allgemeinheit erzwungen werden, kann man sie natürlich nicht mißbilligen, und die Schiffer selbst sind ein- verstanden mit allen Maßnahmen, welche die linlen Parteien gegen die Teuerung beantragt haben. Die Regierung hat aber Ausnahme- tarife nur für solche Dinge gewährt, die der Landwirtschaft zugute kommen. Gegen eine Hilfe für die kleinen Landwirte »st an sich gewiß nichts einzuwenden, nur dürfen sie nicht auf Kosten eines anderen BcrufsstandeS unterstützt werden, der selbst aufs schwerste leidet, wie die kleinen Binnenschiffer. UeberdieS haben die AuSnahmetarife ihren Zweck nicht erfüllt, die Ermäßigungen sind größtenteils Gleims fcuiUcton- Der Modcntyrann..Den eleganten Damen wird dringend empfohlen, sich mehrere Paar Schuhe, niedrige, höhere und ganz hohe, anzuschaffen: den ersten Tag trägt man die niedrigen Schuhe zu weißen Strümpfen, die am Abend in der Höhe des Knöchels einen Schmutzstreifen haben; am nächsten Tage verbirgt man diesen Schmutzstreifen, indem man höhere Stieselchcn anzieht, und so geht es weiter, bis man sich entschließt, die Strümpfe zu wechseln.' Diesen famosen Rat, so plaudert ein Mitarbeiter des„Temps', gab im September 1815 seinen vornehmen Abonnentinnen, da« Journal der Damen und Moden, und das genügt wohl, um die naive Art dieses Blättchens, das einst das Evangelium zweier Generationen gefall- süchtiger Damen und geckenhafter Herren war, erschöpfend zu charakterisieren. Das im Jahre V der Republik, zur Zeit der .JncroyableS' und der blonden Perücken, gegründete Blatt, lebte bis 1839, d. h. bis zur Zeit der.Löwen' und der Dandies. Der ge- schickte Mann, der eS gegründet halte, soll ein ehemaliger Priester uamenS Mssangere gewesen sein. Durch die Revolution auS seinem Pciesteramt verjagt, kam der vielseitige Mann nach Paris, wo er dre Gottesgelahrtheit an den Nagel hängte, um sich in die eigenartigen Schönheiten weiblicher Ober- und Unterkleider zu vertiefen. Das Journal mit seinen 3600 farbigen Bildern, die von Künstlern entworfen lourden, ist heute eine große bibliographische Seltenheit. Was dem, der die Sammlung durchblättert, am ineisten auffällt, ist der Umstand, daß der priesterliche Redakteur sich auch durch die größten politischen Katastrophen nicht aus der Ruhe bringen läßt. Das Kaiserreich bricht in sich zuiammen, die alte Monarchie erhebt sich aus den Trümmem, vergeht von neuem und steht zum zweitenmal wieder auf; Karl X. wird auS dem Lande gejagt. Louis Philipp bemächtigt sich deS Thrones...- Keine dieser Bagatellen trübt den Seelen- frieden deS Herrn La Mssangäre; er dekretiert unter dem Donner der Kanonen:»Die schottischen Hüte werden nicht mehr sehr ge- tragen; weißes Stroh halt sich-«jn Rocksaum kann nicht Besatz genug aufweisen: Hortenpa, Päonie und Jelängerjelieber sind seit einigen Tagen die Modeblumen..« Ueberraschen muß auch die Tyrannei, die der ehemalige Priester auf seine Zeitgenossen ausübte; der Wohlfahrtsausschuß war nicht so mächtig wie er, Napoleon gehorchte man weniger als ihm; dabei war keiner der Despoten, gegen die die Franzosen jener Zeit sich empörten, so streng und unerbittlich, wie dieser Kommandant der Mode, der nicht bloß den Frauen, sondern auch den Männern vor- schrieb, was sie zu t»n und wie sie sich zu kleiden hätten, wenn sie in den Tuschen der Großhändler stecken geblieben. im Schlußresultate sind die ganzen Notstandstarife nur für die großen Landwirte von Vorteil gewesen, für die kleinen dagegen nahezu wertlos. Mit Recht weisen die Schiffer darauf hin, daß man für die Landwirtschaft Notstandsaktionen einleitet, bei ihnen aber jeder Notstandsaktion in der kleinlichsten Weise Hindernisse in den Weg legt. Man soll ihnen nicht das Fell abziehen, um Pelze für die Agrarier daraus zu machen. Die Forderung, die Frage der Ausnahmetarife von neuem zu prüfen, ist vollauf be- rechligt. Auch in der Schiffahrt werden die Kleinen durch das große Kapital kaput gemacht. Man kann nicht gut zween Herren dienen, wie es der Abgeordnete Schiffer will, der sowohl das Interesse, der großen Schiffer wie das der kleinen wahrnehmen will. Diese Kleinen sind im Grunde genommen nur Arbeiter, ihr Profit oder Ver- dienst ist nur der Lohn für ihre eigene Arbeit.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Redner bespricht eine ihm gestern zugegangene von 1700 Schiffern unterzeichnete Petition der von Berlin nach Hamburg fahrenden Privatschisfer um Aufhebung der Schleusen- z ö l l e usw. während der Geltung der Ausnahme- tarife auf der Bahn. Die Schiffseigner sind immer weniger in der Lage, die Löhne zu zahlen! Die Petenten hatten sich vorher an die Minister des Handels und der Eisenbahnen bittend gewandt und ihre Notlage uachgewiesen. Aber die Minister lehnte» ein weiteres Eingreifen ab. Das zeigt wahrlich von geringer sozial- politischer Einsicht. Nun hoffen die Schiffer vom Abgeordnetenhaus Hilfe. Freilich nach den Kommissionsbeschlüssen sieht es gar nicht danach aus! Wir werden daher den Anträgen Schiffer und Fürst Löwenstein zustimmen, damit die Regierung endlich trotz ihrem bis- hcrigcn Widerstreben daS Nötige tue, statt nur nichtssagende Redens- arten zu machen. Wer dem Kommissionsantrag zustimmt, beweist, daß es ihm nur um ein S ch e i n m a n ö v c r. nicht um eine ernste Bcfferung der Notlage zu tun ist.(Beifall bei den Soziab demokratcn. Ministerialdirektor Peters erklärt die Angriffe auf die Staats rcgierung. als ob sie kein Herz für die Binnenschiffer habe, für ganz ungerechtfertigt. Preußen hat Hunderte Millionen für die Schiffahrt aufgewendet und leistet mehr dafür als irgend ein anderer Staat in Deutschland oder in Europa.(Hört I hört I rechts.) Die Schiffahrts� abgaben sind nur ein Acquivalent für die Verbesserungen des Fahr Wassers.— Bei jeder NotstandSaklion wird unterschieden zwischen den Bedürftigen und Nichtbedürftigen. Die Angriffe des Abg. Dr. Lieb- knecht auf die Regiernngsorgane sind ungerecht. Er sollte doch solche Augriffe nicht ohne genügende Unterlage erheben. Abg. Dr. Ehlers(Vp.): Aus der Rede des Ministerialdirektors geht hervor, daß die StaatSrcgicrung auf Grund ihres Materials eine Notlage nicht anerkennt. Trotz aller äußere» Anzeichen dafür. Die Handelskammern sind sämtlich dieser Meinung. Für die untere Oder war es freilich anders; denn wegen deS schlechten Wasserstandes der Elbe waren viele Firmen gezwungen, über Stettin nach Berlin zu verfrachten. Aber überall sonst, auf der Elbe, auf der mittleren Oder, überall sah es schrecklich aus, so daß die Handelskammern mit Recht von dem UnglückSjahr 1011 sprechen. Was nun die Mittel gegen die Notlage anbetrifft, so kann ich die schiveren Vorwürfe gegen die StaatSrcgierung nicht anerkennen. Gehört hat sie die Schiffer und informiert war sie. Daß sie mit dem Erlaß der Abgabe» vorgegangen ist, ist dankenswert. Herrn Liebknecht bemerke ich: eS ist nicht richtig, daß die großen Schiff- sahrtSgcfcllschastcn die kleinen auffressen, auch die großen haben un- geheuere Verluste erlitten. In der Frage der Eiscnbahntarife ist die Stellung der Regierung sehr schwierig; sie können nicht lediglich nach de» Interessen der Schiffahrt gestaltet werden. Bei den Aus- nahmetarifcn für Futtermittel sagte sowohl der Abg. Prinz Löwen- stein wie der Abg. Dr. Liebknecht, die Händler hätten den Vorteil davon gehabt. Wer die Verhältnisse kennt, kann darüber nur lächeln. (Zustimmung bei der Volkspartei.) I» der letzten Zeit haben sich die Aussichten für die Schiffahrt ja glücklicherweise gebessert; die Staatsrcgicrung wird ja die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, zur Linderung des Notstandes anwenden. Abg. Gruso»(natl.) schildert die Verluste, die' die Schiffer 1911 wegen des niedrigen Wasserstandes erlitten haben und bittet um An- nähme deö Antrages Schiffer. Abg. Schmidt-Forst(natl.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Dr. Wagncr-BreSlau(fk.) tritt namens einer Minder« heit teiner Partei für die Anträge Schiffer und Prinz Löwcnstein ein. Wenn nicht etwas Besonderes geschieht, geht die Binnen- schiffahrt zugrunde und einige große Gesellschaften monopolisieren alles. Da wäre Verstaatlichung noch besser! Abg. Tourneau(Z.) schließt sich dem an. Ministcrialdircktor PeterS: Ich habe den Notstand nicht b e- streiten wollen. Aber die Konjunktur muß eben ertragen werden, wie sie ist. Ein Schlußantrag wird angenommen. Der nächste Redner wäre in der Welt etwas gelten wollten. Es gibt ja wohl Originale, die sich diesen Verpflichtungen zu entziehen suchen,„aber', so grollt das „Journal des damcs",.sie werden nicht beachtet und nicht be- wundert'. Ganz wirr gemacht werden die Frauen: alle fünf Tage haben die Hüte eine andere Form, anderes Material und andere Garni- tureu; Mösangörcs Hutdckrete grenzen fast an Wahnsinn. Am 10. Mai 1812 z. B. muß das Hutstroh weiß und mit fünf oder sechs trauerweidcnartig niederfallenden Federn geschmückt sein; am 15. Mai ist alles wieder anders: das Stroh ist gelb, und man garniert es mit schottischem Taft und mit einem Sträußchen von fünf bis sechs Rosen in den fünf oder sechs Farben, auS welchen der Taft besteht; am 20. Mai ist Schottland schon unmodern; am 5. Juni hat man drei Hortensien auf dem Kopf zu tragen; am 10. Bänder von neapolitanischer Seide oder von Gaze; am 25. werden Blumen, Bänder und Federn abgeschafft und durch Flügel, die mit Sternen besät sind, ersetzt— eine Huldigung für einen Wiener Luflschiffer; am 30. ist von dem Luftschiffer nicht mehr die Rede, und man trägt jetzt auf dem Hut ein ge- kräuseltcS Strohsträußchen und allenfalls noch ein paar Klatsch- rosen... Woher kommt das Wort„schachmatt"? J» der„Voss. Zeitung' wird seit einiger Zeit eine Debatte über die Herkunft des Ausdrucks .schachmatt' geführt. In den bisherigen Einsendungen lvar matt vom arabischen mät(s>— er starb abgeleitet; scbslr ist persisch---- König. Nunmehr aber hat die Vossin einen Gelehrten zu Worte kommen lassen, der folgendes feststellt: Unser Wort„matt'(sowohl in der Bedeutung„schachmatt' als auch in figürlichem Sinne) geht zurück auf das ganz gewöhnliche und insbesondere beim Schachspiel von alteröher sehr gebräuchliche urpersische Wort mst. DaS persische m�t hei.ßt„betäubt',„verwirrt',.besiegt', insbesondere auch„im Schach besiegt',„(schachsmatt'. Die immer Iviedertehrende sonderbare Ableitung von dem arabischen mät(a)„er starb' ist umso unverständlicher, als das urpcrsische Wort mät(„besiegt',„schachmatt') der idiomatische Ausdruck für unseren Begriff.schachmatt' immer gewesen ist und noch heute ist. Das seit der zweiten Hälfte deS 12. Jahrhunderts aus dem Romanischen ins Deutsche übernommene Adjektiv „matt'(im Schachspiel und bildlich) ist nach Härder(„Werden und Wandern unserer Wörter') rein persisch und dem Schachspiel ent- nommen. Die Gewerkschaft der Lufipiloten. Dem Zuge der Zeit, der auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens zur Organisation drängt, folgen nun auch die Flieger Frankreichs. Der bekannte Aviatiker Alfred Lsblgnc fordert eben seine Zimsigenossen auf, sich zu einem Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) gewesen. Er bemerkt persönlich gegenüber dem Regierungskommissar, daß er gar nicht davon ge- sprochen habe, die Schuld der Regierung sei durch eme Zeitungs- Nachricht erwiesen. Der Antrag Prinz Löwenstein wird angenommen, ebenso der Antrag Schiffer gegen die Konservativen, von denen nur Prinz Löwenstein mit der Mehrheit Zentrum-Linle stimmt. Eine Anzahl Petitionen wird debattelos erledigt. Sonnabend 10 llhr: Petitionen der Förster und Lehrer, etwa vom Herreuhause zurückkommende Vorlagen und Anträge. Schluß 4'/z Uhr. Zum Parteitag der P. P. S. AuS den leitenden Kreisen der polnischen Sozialdemokratie wird uns geschrieben: Der„Vorwärts' vom 1. Juni hat unter dem Titel„Der 11. Parteitag der Polnischen Sozialistischen Partei Russisch-Polens' einen Artikel gebracht, der die Parteiverhältniffe in Russisch-Polen in tendenziös falscher Weise darstellt und obendrein eine fast wört- liche Ueberietznng ans dem in Wien erscheinenden russischen Blättchen N. Trotzkis,„Prawda", ist, also von einer Seite herrührt, die, ab- gescheu von allem anderen, ans Mangel an Kenntnis der polnischen Sprache und deshalb auch der einschlägigen Parteiliteratur, gänzlich unkompetent ist, um dem deutschen Publikum polnische Partei- Verhältnisse zu schildern und auseinanderzusetzen. Die polnischen Sozialdemokraten verfügen selbst über deutschschreibende Federn und der„Vorwärts' hatte es offenbar nicht nötig, sich auf dem Umweg über die Redaktion eines russischen Blättchens in Wien Jnfor- mationen über Partcivorgänge, Parteispaltungcn und Partei- einigungen in Polen zukommen zu lassen— vorausgesetzt, daß er die llcbertragung all dieser Sachen in die Spalten der deutschen Parteipresse für nützlich und opportun hielt. Die Ablagerung eines russischen Artikels der Trotzkischen „Prawda" über polnische Parteiinterna im deutschen Zentralorgan wäre denn auch nur eine merkwürdige Takt- und Geschmacklosigkeit, wenn sie nicht noch etivas anderes wäre, nämlich: eine politische Mache. Unter der Form schlichter„Berichterstattung' verfolgt der aus der„Prawda" in den„Vorwärts" eingeschmuggelte Artikel eine ganz bestimmte parteipolitische Tendenz: die Einschmuggeluug der „P. P. S." Russisch-PolenS in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands. Zur Orientierung der deutschen Genossen darüber folgendes: Es gab seit 1893 neben der Sozialdeurokratie Polens und Litauens, die ein Glied der russischen Gesamtpartci ist, in Russisch-Polen eine naiionalistisch-sozialistische„Polnische Sozialistische Partei"(P. P. S.), die sich den Nationalaufstand behufs Wieder- Herstellung Polens zur politischen Aufgabe stellte, die ärgste chauvinistische Verhetzung der polnischen Arbeiter gegen die russischen betrieb und ein arger Hemmschuh der proletarischen Klassenbeweguug war. Die Sozialdemokratie Polens und Litauens, die seit jeher die politische Vereinigung des polnischen und russischen Proletariats zum gemeinsamen Klassenkampf nnd vor allein zum Sturz des Zarismus als ihre Aufgabe betrachtete, mußte denn auch die nationalistische P. P. S. auf Schritt und Tritt bekämpfen. Die Revolution im Zarenreiche 1905 hat, wie nicht anders zu erwarten war, den völligen Bankrott der„P. P. S." herbeigeführt. Da der erwartete nationalpolnische Aufstand gänzlich ausgeblieben und die polnische Arbeiterklasse ganz im Sinne der Sozialdemokratie und ihrer Führung den gemeinsamen revolutionären Kampf mit der russischen Arbeiterklasie kämpfte, so blieb die P. P. S. mit ihrer nationalistischen Utopie gänzlich in der Luft hängen. Als eine typische Partei kleinbürgerlicher Intelligenz, stürzte sie sich in oben- teuerlichste terroristische Experimente,„Expropriationen' das heißt be- waffnete Bandenüberfälle auf staatliche Postkassen, auf staatliche Schnapsläden und dergleichen mehr. Gleichzeitig verfiel sie wie ein stcuerloses Wrack in einen Strudel von Programmrevisionen: im Laufe der zwei Revolutionsjahre 1905/06 hatte sie dreimal ihr Pro- gramm geändert: bald war es die frühere Wiederherstellung Polens, bald eine rätselhafte„Warschauer konstituierende Versainmlung". bald die„Föderation der polnischen und russischen Republik", waS sich die P. P. S. zum Programm gab. Schließlich ergab sich aus diesem geistigen und politischen ChaoS sowie aus der haarsträubenden Korruption, die terroristische und„expropriatorische' Experimente stets nach sich zu ziehen pflegen, was die Sozialdemokratie läng.t voraussagte: im zweiten Jahre der Revolution, Ende 1906, zerfiel die P. P. S. wie eine morsche Baracke in Stücke. Sie spaltete sich in zwei Flügel: einen, der an dem alten Nationalismus sowie an dem TcrroriSmus mit allen Abenteuern und aller Korruption in ihrem Gefolge festhält, der seinen Hauptsitz in Krakau hat, und einen anderen Flügel, der mit dem Bankrott des Nationalis- mus wie deS TerroriSmuS lvenigstenS soweit rechnen nnißte, als er einsah, daß es auf der bisherigen Bahn nicht weiter ging. Dieser zweite sogenannte„linke" Flügel der früheren bankrotten P. P. S. führt seitdem ein Dasein voller Schwankungen, Haltlosigkeiten nnd Experimente. Nach dem schmählichen Fiasko des nationalistischen Verbände der Lufipiloten zusammen zu tun. um die wirtschaftlichen Interessen der Flieger verteidigen und durchsetzen zu können. Die schönen Tage, da die Flieger durch kühne Leistungen stolze Gewinne im Werte von vielen Hunderttausendcn von Mark erringen konnten, und sich in wenigen Monaten. ein stattliches Vermögen verdienten, sind bereits vorüber. Leblanc klagt, daß heute der Flieger, der furchtlos fein Leben einsetzt, nur geringe wirtschaftliche Ent- schädigungen für seine Arbeit und seine hohen Ausgaben erlangt, ja in vielen Fällen müsse der erfolgreiche Flieger am Schluß seines Engagements feststellen, daß die er- haltenen Honorare nicht einmal seine Auslagen decken.„Man verspricht einem goldene Berge und Wunder, aber wenn diese Wunder dann in Form einer Abrechnung Gestalt gewinnen, zieht man mit leerer Börse davon. Wenn die Flieger sich nicht dagegen verteidigen, werden sie bald gezwungen sein, ihrem Elemente zu entsagen und andere lohnendere Berufe zu ergreifen." Wenn die Flieger zu einem Verbände organisiert sind, werden sie den Städten und Unter- nehmern ihre Bedingungen vorschreiben können. Der Verband aber wird durch einfließende Gelder Fliegschulen errichten können, eine neue Generation junger Flieger heranbilden und durch Errichtung einer Pensions- und Unfallkasse dafür sorgen, daß in Ausübung ihres Berufes verunglückte Flieger oder deren Hinterbliebene nicht schutzlos der Not preisgegeben sind. Notizen. — Bühnenchronik. Frau Tilla Durieux hat sich dein L e s s i nrfi- T h e a t e r bis zum Schluß der Direktion Brahm, d. h. bis 30. Jiini 1914, verpflichtet. — Die gesprengte Jubiläumsausstellung. Im nächsten Jahre soll in Berlin eine große JubilSumskunstausstelluiig von wegen S. M. stattfinden. Die Veranstalter sind kraft kaiscr- licher Statuten die Akademie der Künste und der Verein der Berliner Künstler. Man konnte natürlich nicht ohne die Berliner und die übrigen deutschen Sezessionen die deutsche Kunst repräsentieren, und hatte diese denn auch dazu eingeladen. Die Sezession wollte aber natürlich auch an der Leitung der Ausstellung teilhaben. Das er- laubten aber die Statuten nicht, und da man S. M. nicht zumuten wollte, diese der verhaßten Sezession zuliebe zu ändern, so will die Sezession nicht mittun. Was durchaus in der Ordnung ist. — Die„unsittliche" Postkarte. Eine Postkarten- reproduktion nach Louis Corinths Gemälde„Perseus und Andromeda' ist konfisziert worden, auf Grund eines im objektiven Verfahren gefällten Urteils, das jetzt rechtskräftig geworden ijt. Programms blieb diesem Flügel nichts anderes übrig, als formell wenigstens auf dasselbe Verzicht zu leisten und das Programm der Sozialdemokratie— Demokratisierung Rußlands mit Antonomie für Russisch'Polen wenigstens dem Buchstaben nach zu akzeptieren. Allein nicht der Buchstabe des Programms auf dem Papier, sondern der lebendige Geist in den Reihen der Partei entscheidet über deren wahren Charakter. Die„revidierte" P. P. S. eben dieselbe, über deren Parteitag im»Vorwärts" derichtet wurde, bewies und beweist durch ihr ganzes Verhalten bis zur Stunde, daß man nicht ungestraft fünfzehn Jahre lang nationalistisch-kleinbllrgerliche Politik treibt und daß man die Tradi- tionen und die ganze Denkweise einer solchen Richtung nicht wie Handschuhe plötzlich abstreifen kann, namentlich, wenn die Partei nach wie vor von denselben paar Leutchen geleitet wird, die alle jene tollen Streiche des Chauvinismus und der anarchistischen Taktik nunmehr mitgemacht hatten. In den letzten Jahren, uuter dem Kurs der Konterrevolution, verfiel diese„revidierte" und angeblich „beinahe" sozialdemokratische P. P. S. in ihrer inneren Haltlosig- keit in ein anderes Extrem: sie stürzte sich auf das Experimentiere» mit„legaler" Tätigkeit, d. h. sie lief dem Wahn" nach, unter Stolhpinschem Kurs, im Schatten der Galgen, nicht nur„legale" Gewerkschaften, legale Aufklärungszirkel, Konsumvereine und der- gleichen zu etablieren, sondern auch in dieser Tätigkeil sich ganz zu verzetteln; ihr zuliebe gab sie beinahe ganz die illegale, geheime Parteiorganisation preis, die unter den heutigen Bedingungen in Rußland naturgemäß das Rückgrat der Arbeiterbewegung bilden muß und ohne die jegliche„legale" Tätigkeit in Arbeiterkreisen heute naturgemäß zur öden rein bürgerlichen Reformpfuscherei werden muß. Ist eine derartige Trennung der Gewerkschaften, Konsumvereine und der Bildungsarbeit von sozialistischer prinzipieller Aufklärung des Proletariats schon in den Ländern der politischen Freiheit, in Westeuropa, ein Abirren vom Klassenstandpunkr der Arbeiterbewegung, so bedeutet sie unter den Bedingungen des heutigen konterrevolutio- nären Rußlands geradezu einen Verrat an der Arbeitersache und ihren vitalsten Interessen. Und es versteht sich von selbst, daß als das praktische Ergebnis eines solchen Experiments mit„legaler" Tätigkeit— zumal die Schergen der Konterrevolution in Russisch- Polen ein noch härteres Regiment führen als iin eigentlichen Ruß- land— sich ein völliges Fiasko und ein abermaliger Bankrott der P. P. S. ergeben mußte. Aber gerade die angegebene Haltlosigkeit und Prinzipienlosigkeit der P. P. S., gerade die Leichtfertigkeit, mit der sie die prinzipielle Auf- klärung und die heute unentbehrliche geheime Parteiorgansiation jedem Wahn zu opfern bereit ist, gerade ihr ganzer Habitus als eines durch und durch opportunistischen Häufleins von Experimentierern macht sie den Liquidatoren und deren Freunden innerhalb der russischen Sozialdemokratie lieb und wert, d.h. jenem äußersten rechten opportunistischen Flügel der russischen Partei, der in der Gruppe„Golos Sozialdemokrata'(Stimme des Sozialdemokraten) seine Vertretung und in der Trotzkischen„Prawda" in Wien in der letzten Zeit seine geschäftigste Agentur gefunden hat. Um gegen die Sozialdemolratie Polens und Litauens, die auf dem prinzipiellen Boden des revolutionären Klassenkampfes steht, ein Gegengewicht zu haben, begönnern jene opportunistischen Elemente der russischen Partei die P. P. S. in Polen, ja, sie begönnerten sie eifrig selbst dann, als sie noch munter in terroristischen Abenteuern machte und nationalistischen Utopien nachlief. So lange die russische Sozialdemokratie noch fest und wenigstens soweit geschlossen war, daß die opportunistische Strömung in ihr konsequent niedergehalten wurde, da hatten„Parteien" v«m der Art der P.P.S. noch keinen Zutritt zur Gesamtpariei. Jetzt, wo die russische Partei beinahe wieder zer fallen, wo sie wieder zum Raub heftiger Fraklionskämpfe geworden ist, da betreiben die russischen Opportunisten geschäftig unter anderem auch die Einschmuagelung der P. P. S. in die russische Gesamt- Partei, um auf diese Weise den eigenen Flügel zu stärken und wo- möglich in die polnische Arbeiterbewegung durch ihre Doppel- Vertretung in der russischen Gesamtpartei einen Keil zu treiben. Zu diesem Zwecke wird der P. P. S. von«russischen Freunden", die so ziemlich kein Wort polnisch verstehen, das Zeugnis einer aus- gezeichneten sozialdemokratischen Partei ausgestellt, die schwache und innerlich bankrotte Gruppe wird zu einer ernsten Organisation auf- gebauscht und für die projektierte Vereinigung der russischen Opportunisten mit den polnischen wird— im Organ der deutschen Sozialdemokratie Reklame geblasen. Was also bei dem Artikel im„Vorwärts" betrieben wird, ist, unter einem Phrasenschwall über die„Einigung", in Wirklichkeit eine Spaltung sowohl der russischen wie der polnischen Bewegung. Es ist dies eine der Blüten der jetzigen inneren Zerrissenheit der russischen Partei und danach zu bewerten. Daß sich die Sozial- demokratie Polens und Litauens alle solche Versuche der Einmischung von außen in die inneren polnischen Parteiverhältnisse energisch vom Leibe halten wird, versteht sich von selbst. Solche Versuche können nur dazu führen, daß die Sozialdemokratie Polens und Litauens den Opportunismus und seine geschäftigen Freunde in der russischen Gesamtpartei, deren Glied sie ist, noch energischer wie bis jetzt be- kämpfen wird. Zu den einleitenden Bemerkungen dieser Zuschrift möchten wir feststellen, daß die P. P. S. der Internationale an- gehört, daß wir daher kein Recht gehabt hätten, einen Bericht über den Parteitag dieser sozialdemokratischen Gruppe zu unter- drücken. Dies umsoweniger, da dieser Bericht von einem russischen Sozialdemokraten, der dem Parteitage an- wohnte, herrührte und ein russischer Parteigenosse natürlich dem polnischen Fraktionsstreite ferner steht als die polnischen Genossen felbst und daher zur Berichterstattung durchaus qualifiziert ist. Der Bericht erschien uns und erfcheint uns noch heute streng objektiv gehalten und bestimmt und geeignet, der sehr Wünschens- 10 e r t e n Einigkeit in der polnischen Bewegung und der Vereinigung aller sozialdemokratischen Kräfte im russischen Reiche zu dienen. Die Hereinzerrung des Genossen T r o tz k h, der nicht der Verfasser unseres Berichts ist, erscheint uns durchaus nicht in Ordnung. ver Krieg. Die Insel Chios unter Belagerungszustand. Konstantinopel, 6. Juni. Ueber ChioS ist der Belagerung S- z u st a n d verhängt worden, wie verlautet, wegen der Haltung der griechischen Bevölkerung. Kämpfe in Albanien. Konstantinopel, 7. Juni. Nach verläßlichen Nachrichten find die von M i t r o w i tz a kommenden türkischen Truppen nach einigen Kämpfen mit den Libanesen in der Nähe von Klina in Jpeck eingezogen. In den Kämpfen vom 2. und 3. Juni hatten die türkischen Truppen acht Tote. Die Albanesen hatten er- hebliche Verluste. Ei« deutsch-offiziöser Rüffel an die uationalistischen Schreier Italiens. In der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" lesen wir: „Auf Grund angeblicher Erzählungen von aus Smhrna aus- gewiesenen Italienern ist in italienischen Blättern behauptet worden, der dortige deutsche Konsul hätte türkische Polizei herbeigerufen und auf die vor dem Konsulat versammelten Italiener einHauen lassen. Obwohl diese Erzählungen deutlich genug den Stempel der Erfindung zeigen, find sie von einem italienifchen Abgeordneten bei einer Jnter- pellation in der Kammer verwertet worden, ohne daß ihnen ein Dementi entgegengesetzt wurde. Amtliche Feststellungen haben, wie zu erwarten war, ergeben, daß diese Geschichten in der leicht- fertigsten Weise in die Welt gesetzt worden sind und daß ihnen keinerlei Talfachen zugrunde liegen. Der deutsche Konsul in Smhrna hat bei seinen Bemühungen für die zahlreichen aus- gewiesenen Italiener, obgleich sie an die Arbeitskrast des Konsulats außergewöhnliche Anforderungen gestellt haben, kein einziges Mal Anlaß gehabt, die Hilfe der türkischen Polizei in Anspruch zu nehmen." Ruq der Partei. In einer Wählerversammlung in Magdeburg erstattete Genosie Reichstagsabgeordneter Dr. Landsberg seinen Rechenschaftsbericht und führte dann in der Diskussion über sein Verhalten bei dem Kaiserhoch aus, er sei Republikaner und nicht Vernunstmonarchist. Wäre er nicht Republikaner, so wäre er nicht Sozialdemokrat. Er halte aber das Hinausgehen der Fraktion für falsch und nicht vereinbar mit seinem Gefühl von per- sönlicher Würde. Ihm trat ReichStagZabgeordneter Brandes entgegen: Bisher waren Hochrufe bei Vertagung des Reichstags nicht üblich ge- Wesen, sondern nur bei Schluß. In letzter Stunde war aber der Fraktion bekannt geworden, daß der Reichskanzler erscheinen und dem Reichstage Lob aussprechen werde für die fleißige Arbeit, die er geleistet habe, und daß darauf ein Kaiserhoch folgen solle. Die Frage stand nun für uns so, ob wir die Gegner oder ob die G e gner uns brüskieren wollten, weil aller Gewohnheit zu- wider ein Hoch ausgebracht werden sollte. Die beste Antwort darauf wäre die gewesen, im Saale zu bleiben(Landsberg: Sehr richtig!), aber fitzen zu bleiben. Ich glaube, Genosse Landsberg, Sie wären der erste gewesen, der gegen das letztere opponiert hätte. (Landsberg: Sehr richtig!) Für ein solches Vorgehen war nun in der Fraktion keine Stimmung vorhanden. Wir haben uuS dann draußen außerhalb des Sitzungssaal verständigt— Lands- berg ist dabei gewesen und hat kein Wort dazu gesagt— und, ich glaube wohl einstimmig, beschlossen, herauszugehen. Ich kann Landsberg in seiner Meinung nicht folgen. Man darf nicht in solcher Weise Streitigkeiten in die Partei tragen. Der Vorsitzende Genosse Klühs erinnerte an den bekannten Beschluß der örtlichen Parteileitung, die das Verhalten, durch das die Einheitlichkeit des Vorgehens der Partei gestört worden sei, bedauert habe. Bon einem Mißtrauensvolum deswegen zu sprechen, habe aber die bürgerliche Presse kein Recht. Genosse Klubs machte auch darauf aufmerksam, daß eine öffentliche Wählerversammlung Zheater. Sonnabend, den S. Juni. Anfang?>/, Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Madame Butterfly. Prater. O diese Berliner. Ansang 8 Ubr. Kgl. Opernhaus. Der große König. Urania. Die Insel Rügen. Deutsches. Musik. «ammerspiele. Mein Freund Teddy. Lessing. Die Fledermaus. Komische Oper. Heiligenwald. Westen. Die schöne Helena. Königgrätzer Strafte. Die fünf Frankfurter. Kurfurstenopcr. Der Tanzanwalt. Renes Schauspielhaus. Parkett- sitz Nr. 10. Neues. Der liebe Augusttn. Residenz. Alles für die Firma. Luftspielhaus. So'n Windhund. Berliner. Große Rosinen. Schiller O. Nachruhm. Sch i» er«Chariotten durg. Gräfin Lea. Neues Operette«. Der Aongretz von Sevilla. Rose. Der Pfarrer von Kirchfeld. Thalia. Autolicbchen. Kleines. Der Unverschämt«. Der Arzt seiner Ehre. Der Herr mit der grünen Krawatte. Metropol. Schwindelmeier u. Co. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Passage. Spezialitäten. Retchshallen. Stettiner Sänger. Sanatorium Sonnenstich. Anfang 8'/« Uhr. Ariedr.> Wich. Schauspiechans. Die keusche Susanne. FoliesCaprlce.Parisiana-Ensemble Walhalla. Um eine Krone. Ansang 8.20 Uhr. EterHner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Theater des Westens Abends 8 Uhr: Die schöne Helena. Residenz-Theater. Direktton Richard Alexander. 8 Uhr: Alles für die Firma. Schwank in 3 Akten von M.Henueauin und G. MIch-ll. Morgen u. folgende Tage: Alles für die Firma. Luisen. Schwester Carmen. Ansang 8-,, Uhr. Neue? BolkStheater. Der Raub der Sabinerin»«!. Köoigftadt-Kafino. Spezialitäten. Sternwarte, Jnvaiidenstr. S7—«2. Lehüler-Thealero.' I Wallner- > Theater. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zlaciu'iiliin. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Kyrlta-Pyrlt®. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Montag, abends 8 Uhr: Slaehrabin. Uller-Tliealer Sonnabend, abends 3 Uhr: «rSfln Kies. Sonntag, nachm. 3 Uhr: f ptarrer von Kirchfeld Sonntag, abend» 8 Uhr: Die Lokalbahn. Hieraus: Die Medaille. Montag, abends 8 Uhr: Lokalbahn. Hieraus: VI« Medaille. Neues Theater. Abend» 8 Uhr: De« liebe Augustitt. Operette von Leo Fall. OSE=THEATE Große Frankjurter Str. 132. Der Pfarrer vonKirelilell Ansang 8V« Uhr. Morgen: Oer Pfarrer von Kirchfeld. Aus der Kartenbühne: Die große JahreSrevue: Jnhu l ES ist erreicht. I Ab 8 Uhr Bollstiiudig neues Programm! 10 große Attraktiouell. BafTacettea, Wunderhunde. Paul Beckers. Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße, z. Z. elnxljxer Elapnlaat. Angenehm kühl. Aufenthalt Äiich:nd"„Yvonne." Eisballett in 3 Bildern. Bis 6 Uhr und von ID1/« Uhr abends halbe Kasseifprelss. Restaurant 1. Ranges Wein- und Bier-Abteilung. Reiehshalien-Theater. Stettiner Hanger Zum Schluß neu: ganatorlnm Sonnenstich. Burleske vonMeysei. Ansang Wochent. 8, Sonntag» ?-/. Uhr. Die?SK'Iv am liangeu See ist das „Wald-Idyll" sctonwwitz. 77€# Bedeutend vergrößert, 2 große Säle sowie große RestaurattonSräume bieten Unterkunst für«00 Personen. Jeden Sonntag: Tanz-ReUMVU%uif Bequeme Bahnverbindung von sämtlichen Stadtbahnhöfen und Görlitzer Bahnhos bis Eichwalde-Schmöckwift, von dort aus in 20 Minuten herrlichen Waldweges bis zum Lokal. Jnh. Ernst SToack.* Jeden Sonntag: Ab Weldendamer Brücke(Bahn!). Friedrich str.) 9.00 Uhr , Caf» Gärtner(Bahnhos Belleoue) 9.25 „ Charlottsnburg(Schloßbrücke) 9.50 hr 1 nach I .} 1,50 TO. 1 . J 1 TO. ei Potsdam hin u.jur, eins. Fahrt. nach Mom W Spandau 9,25/ 10.30, 11.30, 1.10, 2.20, von 3.10 bt»» 7.10 Uhr stündlich , Wannsee vorm. 8.10, 9.15, 9.10, 10.15 usw. halb- f stündlich bis 8.40.' und zurück. , Potsdam 9.00, 10.00 2.30 nach eaputti; 10.15,11.00, 2.00, 4.00, 5.25 und 6,00 Uhr nach Ferch. , t 12.00, 1.00, 3.00, 5.00, 7.00 nach Werder; vorm. 11.10 nachm. von 1.40 biS 6.40 stündlich nach Nedlitz, Krampnitz Ab Jannowitzbrücke, Belvedere(scbie>.Tor>/4stdo. später). (70 Pf. eins. Fahrt). (55,,„) Vorm. 9.00 Uhr nach Woltersdorfer Schleuse 9.30„, Rauchfangswerder 10.00,. Krampenburg, Schmdckwitz(50 AuSerdem regelm. täglicher Verkehr auf allen Linien It. Fahrplan. An Wochentagen: Ab Jannowitzbrücke vorm. 9.00 u. nachm. 2.00 Uhr 1 außer Sonn- „ SchlesischesTor, oonn. 9.15 u. nachm. 2.15 Uhr/ abendnachm. Billige Sonderfahrten nach Woltersdorfer Schiense(vorm. 70 Pf., nachm. SO Pf.) Jeden Dienstag: Vorm. 8.00 ab Berlin, Liannowitzb rücke) nach . 8 15.„ Schl-sischcs Tor! Tpiinif? . 9.20. Grünau, Gesellschastsh. j IBUpilt' 12 Stunden Dampferfahrt. 2,- M. hin u. zurück, Kinder die Hälfte. Ab Grünau t,50 M. Dampfer und Motorboote werden blllftfst vermietet. Taschenfahrpiäne gratis! Noll der Uilhaelbrücke a. d. Michaeldirchstr. Heute Sonnabend: Gr.Sommcrnachta-Promenaden- fahrt mit Musik nach Scbn,cckwitz(Seglerschloß) mit sesttich illuminierten Dampfern. Daselbst Ball. Abf. 9'/, bis 10 abds. Preis hin u. zurück 50 Ps. Montag Extrafahrt nach Krampenburg. Schmöckwitz, Neumühl o. Abs. 10 Uhr früh. Preis hin u. zurück 50 Pf. Dampfer find auch Sonn» tags noch billig zu vermieten. Reederei Zachow. Tel. Kst. 6965. • iocischer• GARTEN Heute nachm. 4 Uhr: Monster-Konzert 5 Kapellen. Berliner Lehrer-Gesangverein. Eintritt 1 M., Freikart, aufgehoben. Abonnenten zahlen 50 Pf. Abends: Groüe Fest-Illumination. Abfahrtstelle 20066 Schillingsbrücke � bÄl ch' Morgev Sonntag MU Woltersdorfer Schlenfe.«W? a8ca.täA2S Restaurant KWänfer. W/Meil-Ilmei'!. Wochentags 20, Sonntags 30 Pf., eins Fahrt. Fahrgäste zahlen kein Entree. Reederei Kahnl 4 Hertzer Billige Dampter-EitralalirteD ab Waisenbriicke. Jesei, Montag und Donnerstag nach Freibad Grünau. Kranipenbnrg u. Xcne Mühle Jeden Dienstag und Freitag nach h'cu-.A.hlbcch und Woltersdorfer Schleuse Jeden Mittwoch nach Freibad Grünau, Krauipenburg und Zlefenhals Jeden Mittwoch nach Teupits(Tornows Idyll) Avsahrt VI, Uhr vormittags. Hin und zurück 2 Mark. Dampfer find an Bereme, Gewerkschaften, Schulen usw. zu bedeutend ermäßigten Preisen zu vergeben.__ Abfahrt « Uhr. Hin u. zurück 50 Pfennig fteherfo iNDIEN BERUH fempelhofer- Feld. Täglich: Gr. Vorstellungen von 11 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends geöffnet Entree 50 Pf. Res. Sitzplätze; Loge 2 M. 1. Tribüne I.SO M. IL Tribüne 1,— M. Metropol-Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Schwilldklmitr � Eomp. Phantastisch musikalische Komödie in 3 Akten aus dem Englischen völltj frei bearbeitet von I. Freund. Muj vonR. Relson. U. a. Tänze v. W. Bishop. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Morgen nachm. 3 Ubr: Dorothea. Die kleinen Lämmer. lig fi? Königstadt-Kaslno. Herrliches Sommer-Iheater. Täglich abend»'/,8 Uhr, Sonn- tags'/,5 Uhr: Vorstellung (Theater»nd Variete). Vom 1. bis 16. Juni 8 Speztalglanz. nummern u. Paulas Beichte. Gr�OperettenburL��B�Gericke. LnaÖ Esbbhüark Heute Sonnabend, den 8 Juni• Grandloser Ellte-Tas": P-j? gezeigt« Pracht- Feuenverk(Deichmann n. Qall- witz)— Kongo ffcell Entree 1 M., Kmder bis 6 Uhr frei! Voigt-Theater. Gesundbruiiiien Badstraße 58 Heute sowie täglich: Die Tochter der he» Gr. rom. Ausstattungestück m. Tan» und Gesang in 5 Bildern Neu« BeIiuchIu»gSefsek:e usw. usw u. d. groß- SpeziatttSten.Programm� Kassenerosstmng 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. ykmWdt UerphugimawSEisAJ heute großer Deremstag. Sommertsst Berliner Kassenboten. Konzert und Gpezinlttttteu. Vorstellung orsiklass. Künstler. Volksbelustigungen aller Art. RerlinerjflfrTrto AdraNcuköUn � Lahnstr.74L aar De» Jubal» her Inserate Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegeuiib« tetuerlet Bernntwortnug. nicht der geeignete Ort für solche ÄuZemandersetzungen sei und keine Beschlüsse fassen könne. Auf einen Zuruf„Sie sind selbst schuld, warum haben Sie keine Parteiversammlung einberufen", stellte er fest, dag der Sozialdemokratische Verein sich noch mit der Angelegen- heil beschäftigen werde._ Mit dem Bau eines eigene» Heims beginnen die Breslauer Genossen nächste Woche. Das Grundstück ist schon lange Eigentum der Breslauer Arbeiter, es be- steht auS einem großen Saal, Restaurationsräumen und einigen Fabrikräumen. Das große Vorderland lag bis jetzt brach, und auf diesem sollen jetzt drei große Vorderhäuser, in denen Restaurationsräume, Gewerk'chaftsbureaus und die Herberge unter- gebracht werden sollen, errichtet werden. Der Saal, der den heutigen An- sprllchen nicht mehr genügt, soll durchUm- undAnbau eines kleinerenSaaleS vergrößert und der Neuzeit entsprechend hergerichtet werden. Der noch vorhandene Platz für ein viertes WohnhauS mit Hinterland ist für die Druckerei des Parteiblattes reserviert, das spätestens im Jahre 1916 die eigene Druckerei errichten will. Um das gesamte Projekt finanziell günstig und solide fertigzustellen, haben die Breslauer Arbeiter den festen Wille», die Kosten hierzu aus den eigenen Reihen durch Sammlungen und Beiträge der Gewerk- schaften aufzubrlnaen. Der erste Aufruf zur Sammlung im Februar vorigen Jahres brachte nach Ablauf weniger Wochen die Summe von 132 009 M.. davon waren 67 000 M. Beiträge von Gewerkschaften und 65 900 M. aus privaten Kreisen. Ein zweiter Aufruf im Februar dieses Jahres erbrachte wieder nach wenigen Wochen insgesamt 147 715,69 M., davon aus privaten Kreisen allein rund 195 999 M. Bis jetzt sind rund 279 999 M. vorhanden, dazu kommen noch 69 999 M. garantierter Beiträge durch die Gewerk- schaften. so daß die Baukommisfion insgesamt über 339 999 M. bareS Geld bei Beginn des Baues verfügt. Die Sammlungen werden fortgesetzt und die Baukommisfion hofft, noch so viel zusammen zu bekommen, um das gesamte Unternehmen un» abhängig von Privatkapitalisten zumachen. Nach Fertigstellung deS Druckereigebäudes für die„Volkswacht" haben sich die Breslauer Genofien aus eigener Kraft ein Heim geschaffen, das eine Zentrale für das gesamte Partei- und Gewerkschaftsleben werden wird._ Totenliste der Partei. Am Mittwoch morgen ist in Duisburg an den Folgen einer Gallensteinoperation nach längerem schwerem Leiden der Arbeiter- setrerär Robert Kunkel im Alter von 68 Jahren gestorben. Er war gelernter Buchdrucker und gehörte als solcher neben der Partei- Organisation auch seiner Berufsorganisation seit Mitte der 79er Jahre an. Zur Zeit deS Sozialistengesetzes war Genosse Kunkel in Berlin in der Arbeiterbewegung tätig, für die Partei sowohl als auch für die unterdrückten gewerkschaftlichen Organisationen. Später wirkte der Verstorbene in F o r st in der Lausitz als Arbeitersekretär und in gleicher Eigenschaft bis zu seinem Tode in Duisburg. Zwischenfall beim Begräbnis deS Abgeordneten Silberer. Beim Begräbnis des auf einer Skitour verunglückten öfter- reichischen Abgeordneten S i l b e r e r erlitt der Leichenzug auf dem Schwarzenbergplatz, einem der elegantesten Plätze Wiens, eine Stockung, weil eme Anzahl Wagen durch den Zug hindurchfahren wollten, um das gleichzeitig stattgefundene Armeerennen noch zu erreichen. Ein Hofwagen sollte sogar von einer Polizeieskorte durch den Zug hindurchgeführt werden. Die Parteigenossen wußten diese schamlose Störung eines Leichenbegängnisses jedoch zu verhindern. Die Hofgesellschaft mußte den proletarischen DemonstrationSzug an fich vorbeipassieren lassen. Soziales* Errichtung der ersten deutschen Heil- und Erziehungsanstalt für psychopathische Fürsorgezöglinge. Auf dem Gelände der Göttinger Provinzial-Heil- und Pflege- anstalt ist die erste deutsche Provinzial-Heil- und Erziehungsanstalt für psychopathische Fürsorgezöglinge errichtet und am Montag fcier- lich eingeweiht worden. Die Errichtung dieser Anstalt, bisher der einzigen in ganz Deutschland, ist der Anregung des Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Cramer, des Direktors der Göttinger Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt, zu danken. Die Provinz Han- nover war die erste, die durch einen psychiatrischen Sachverständigen, den obengenannten Geheimrat Cramer, eine systematische Unter- suchung der sämtlichen Fürsorgezöglinge auf ihren Geisteszustand vornehmen ließ. Dabei wurden bei einer großen Zahl der Zög- linge psychopatische Züge festgestellt, die teils auf dem Boden einer degenerativen Anlage entstanden waren, teils dem angeborenen Schwachsinn oder psychischen Grenzzuständen angehörten. Bei einer längeren Beobachtung solcher Fürsorgezöglinge in der Göttin- ger Heil- und Pflegeanstalt hat sich im Laufe der Jahre ergeben, daß eine Reihe von Fürsorgezöglingen nicht so ausgesprochen geisteskrank ist, daß sie in das Milieu einer Irrenanstalt paffen, daß andererseits aus Gründen ebenfalls pathologischer Natur der weitere Aufenthalt in einer der bestehenden Erziehungsanstalten ungeeignet erscheint. Infolgedessen hat der Landtag der Provinz Hannover die jetzt eingeweihte sogenannte Zwischenanstalt errichtet. Sie soll der Aufnahme pathologisch veranlagter Zöglinge dienen und auf ihren Geisteszustand zu beobachtende aufnehmen. Die Anstalt ist einem Psychiater unterstellt. Sie will durch eine der Eigenart jedes Zöglings angepaßte Behandlung die Erziehung der krankhaft veranlagten jugendlichen Personen zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu erreichen suchen. Der Er- ziehungszweck wird gefördert durch ärztliche Behandlung, Unter- richt, Seelsorge und eine streng geregelte, zweckmäßige und nutz- bringende Beschäftigung der Zöglinge. Bevorzugt wird die Arbeit im Freien, insbesondere Gemüse-, Obst- und Blumenzucht, daneben wird die Ausbildung in den gebräuchlichsten Handwerksbetrieben erstrebt. Neben Arbeiten und Unterricht kommen Spiel und Tur- neu als wichtiges Erziehungsmittel in Betracht. Die Anstalt wird außer mit den Zöglingen aus der Provinz Hannover mit denen der benachbarten Provinzen Westfalen, Hessen-Nassau, Sachsen und dem Herzogtum Braunschweig belegt. Die Anstalt ist. wie schon oben erwähnt, die einzige ihrer Art in ganz Deutschland und sie ist berufen, bahnbrechend auf dem Gebiete der Erziehung psychopathischer Fürsorgezöglinge zu nütz- lichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu wirken. Mittelständler gegen Sozialreform. Die Detaillisten der Textilbranche beschäftigten sich auf einer Tagung der süddeutschen Gruppe dieses Verbandes mit verschie- denen der neueren sozialpolitischen Gesetzesvorlagen. Der Kauf- mann Simonis-Frankfurt a. M. bemerkte in der Besprechung der Tätigkeit des Verbandes zur Abwehr gesetzlicher Matznahmen, daß es dem Verbände gelungen sei, beim Heimarbeitergesetz die Ein- setzung von Lohnämtern zu verhindern. Die Erklärung klingt etwas sehr bramarbasierend, denn die wirtschaftlich nicht sehr mächtige Gruppe der Detaillisten kann sich dieses hohe Verdienst sozialpoli- tischen Rückschritts nicht zuerkennen. Aber die Erklärung zeigt, daß auch diese Detaillisten sich bemüht haben, da? sozialpolitisch einzig Wertvolle am Heimarbeitsgesetz zu Fall zu bringen. Trotz erdenklichster Mühe, die sich die sozialdemokratische Fraktion gab, fiel bekanntlich die Errichtung von Lohnämtern. Beim Gesetzent- wurf über die SonntagSarbeit hat nach Angabe des Referenten der Verband erreicht, daß' die Zuschneider Smmiag» tätig fein dürfen bezw. daß daS Matznehmen am Sonntag gestattet ist. Die Auf- Hebung der Stempelgebühr für die Erlaubnis, Ueberarbeit machen zu dürfen, rechnet sich der Verband ebenfalls als Verdienst an. Nur wenn der Vermögenswert der für den Unternehmer geleisteten Ar- beit 159 M. nicht übersteigt, ist kein Stempel zu erheben.— Bedauert wurde noch, daß es nicht gelungen sei, die Angeftelltenverfiche- rung hintanzuhaltcn, aber es wurde versichert, daß der Verband fortgesetzt in Fühlung mit den Reichsbehörden stehe. Der gesetzliche Achtstundentag im Kanton Zürichs � Das Amtsblatt des Kantons Zürich enthält die regierungI- rätliche Verordnung betreffend die Organisation der Bezirks- anwaltschaft(Untersuchungsrichteramt) Zürich, durch die im 8 1 der Achtstundentag mit der Arbeitszeiteinteilung von 8— 12 Uhr vormittags und L— 6 Uhr nachmittags festgelegt Nnrd. Für den Samstag wird der Siebenstundentag mit Feierabend um 5 Uhr nachmittags bestimmt, und weiter können die Bureaus an den Tagen vor Ostern, Auffahrt, Pfingsten und Weihnachten sowie am Silvester, Knabenschießcn und 1. Mai den ganzen Nachmittag gc- schlössen werden. Am Berchtoldstag ist die Schließung der Bureaus für den ganzen Tag gestattet; am Sechseläuten kann sie auf den Vormittag ausgedehnt werden, wenn vormittag? Umzüge statt« finden.< Der§ 2 schränkt zwar diese anerkennenswerten Bestimmungen etwas ein, indem(abgesehen von dem bedingungslos festgesetzten Achtstundentag) er die Wohltat dieser Vergünstigungen davon ab- hängig macht, daß„ihre Arbeit es gestattet"« Mein wir nehmen an, daß es möglich ist, sich darauf einzurichten. Und so konstatieren wir, daß wir im Kanton Zürich den gesetz- lichen Achtstundentag und freien 1. Mai haben, wenn auch vorerst nur für das Dutzend BezirkSanwälte in Zürich. Dürfen wir doch hoffen, daß trotz aller bürgerverbändlerischen Treibereien und bäuerlichen. Handlangerdienste ein gleiches Gesetz auch einmal für die gesamte Arbeiterschaft geschaffen werden wird. Was. den Beamten recht ist, ist den Arbeitern billig!. Ungarisches Landarbeiterelend. Heber dieses traurige Kapitel der Wissenschaft vom magharU schen Globus wird alljährlich ein amtlicher Bericht(über die land- wirtschaftlichen Tagelöhne in Ungarn) veröffentlicht. Nach dieser schon mehr als unverdächtigen Quelle war der Jahresdurchschnitt der Landarbeiterlöhne von 1919 für Männer 2 Kronen 11 Heller (1999: 2 Kr.), ftir Frauen 1 Krone 43 Heller(I Krone 86 Heller), Kinder 96 Heller(91 Heller). Die Zahl der Arbeitstage beträgt für Männer 222, Frauen 188 und Kinder 162. Daraus ergibt sich für 1919 ein Jahresvcrdienst der Männer von 468,42 Kr., der Frauen von 268,48 Kr. und der Kinder 146,92 Kr. Diese nicht im Gesindeverhältnis stehenden Landarbeiter müssen nun die Nah- rungsmittel für sich kaufen, und die von der amtlichen Statistik hervorgehobene Steigerung der Löhne hält gar nicht entfernt Schritt mit der Teuerung der Produkte. ES leben in Ungarn mehr als 4 Millionen solcher Landarbeiter. Es geht ihnen so gut, daß sie sich zu Zehntausenden aufmachen, um nach Amerika auszuwandern. Fallen sie aber der Grenzpolizei in die Hände, so konfisziert man ihnen die Schiffahrtsbilletts und schafft sie wieder nach Hause. Den herrschenden Zlgrariern müssen die billigen Arbeitskräfte erhalten werden. Mit Ausnahme jener Auswanderer, zu deren Lieferung sich die Regierung seinerzeit gegenüber der Cunard-Linie der- tragsmäßig verpflichtete. Qyalltöfe9 --- raucher ¥ fordern ¥ und rauchen nur Garbärfv SelteWenprels + 10% Selbstkostenpreis + 10% Gegen Zahlung einer Umsatzprooislon von 10% hat Jeder das Recht, Herren-, Jünglings-, Knaben- u. Sportbekleidung jeder Art zum Selbstkostenpreis bei uns zu kaufen. Aus unsern Lagerbeständen, die z. Z. einen Wert von zirka K Mill. Mark repräsentieren, empfehlen wir für Reise u, Sport: Reise-Anzüge ein- oder zveireihig, aus modernen englisch gemusterten Cheriot- und Kammgarnstoffen Reise-Ulster boobgesoblossene und ofiene Fassons auspa.Pbantasiestoifen. Tadellos. Bits Sport-Anzüge aTisPhantafiie-jLoden-Ti.CheyiotstoffQa mifc kunson und langen Beinkleidern Loden-Pelerinen aus Stricbloden in diversen Farben, vrasserdiobt, mit abknöpfbaren Kapuzen, Tragbftndem usw., 120-135 lg. Gummimäntel hooh geschlotaen, neueste Modelle, prima engl, und dentache Fabrikate Touristen-Joppen aus haltbaren, praktischen Loden, Fassons glatt und Phantasie••••• Billigste Bezugsquelle! Bedeutende Ersparnisse! ünilljcrtroffene Reellltflt! usw. bis 18,50 Mark, Itm-Kleidn VertrMK. Neue Schönhauser Strasse 1 Ecke Weinmeister- und Münzstresse Spezialgeschäft größeren Stils für Herren-, Jünglings-, Knaben- und Sport-Bekleidung to. Knoten-Anzose 95. «ut hell oder dunkel gestreiften Waschstoffen, für 3—8 Jahre durchweg Wurstwaren Cervelat- od. Salamiwurst..... pamdl�S Schinkenwurst.............. i„25 Teewurst......... ff. Leberwurst.............. ptand1a05 Landleberwurst............ Rotwurst I.................... rrnnd 8 5 pf. Sülzwurst..................... Pfand 80 pf. Rot- od. Zwiebelwurst....Pfand 48�. Nusschinken................. pfändet ,25 Schinkenspeck............. Pfand?, 15 Pudding-Pulver 28rt Himbeer-o. Kirschsaft Ä1.io,�60pt HehiilättepJ.50,1.95 A.jandorf&6 Beile-Alliancestrasse Gr. Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kotibuser Damm "Obst u. Gemüse V Lebensmittel Die mit H bezeichneten Artiitel sind von der Zusendung ausgeschlossen Frisches Fleisch Schmorfleisch pfand 95pf. I Bauch Kamm oder Fehlrippe Pfnnd 85 pt Brust oder Querrippe Fiand SOpf. Gehacktes........ Pfand 69 Soweit'Vorrat 'Pf. Schinken 78� Schulterblatt Pfand 75? ............ Pfund 7 0 Pf. Rückenfett od. Liesen p�nd 68?,. Spitzbeine....... Pfand 15pf. Kalbskeule'.7..� 90 pl Kalbsbrust....... Pfand 85?,. Kalbskamm..... pmnd 85 pf Butter und Käse Fischhonserven Austral.-Aepfel.............. Pfand 38 pf.■ Zitronen............. Bauend 25, 35«- g Ananas.............«-.70«" Stachelbeeren(umif)....... Pfand 20». D Rhabarber.................. 4 Band? 0 pt® Gurken................ stack 20, 25 EB Salat.......................... 4 Kopf 10 pt 9 Maikräuter................ 3 Baad?Opt � Bohnen......................... Pfund 25 m Mohrrüben.................... Band?Apf � Schoten......................... Pfand 20? Kartoffeln(neue)........ 2 Pfand 28 Pf. � Kohlrabi....................... Landei 25 9 filloileinüz Tafelbutter ln m.®,teplu„d 63?' Feinste Molkereibutter 63?' Emmentaler Käse......... Pfand 1,?5 Schweizer Käse........... Pfand 88?,. Tilsiter Käse....... Pfand 78?' Limburger Käse........... Pfand 55 pc Sardinen in Del vo-« 38,46,65? Appetit-Süd....Dos« 25, 35,45?' Rollmöpse................. 5 stuck M?f. Bücklinge.................. 5 stück?8pf. Aale geräncbcrt.................. Band 42?' Lashsheringe........... 2 stack 15?' m M Spittelmarbt Beile-Alliancestrasse I 40�0 Speiseteller massiv PorzeUan 12 Pf. gjjlfll" Fräh stücksteiler i™ 10 Pf. Obertassen massiv PorzeUan. 10 Pf. Sahnentöpfchen massiv Porzellan Grosse Franlifurterstrasse Portionsplatten Ä» 22 pf. Menagen Kuan�lö pf. Aufgusskannen Iam«= Kaffeckochcn, massiv PorzeUan...*»*'?' Milchsatten............. pf. Brunnenstrasse Kottbuser Damm Bierbecher 10 pt Bierbecher»u 60�. 15 n. Weissbierpokale.... 20 pf. BierSeide! sortierte Formen 20 Pf. ■ 99918 6* ist der schönste Ausflugsort? O cvmm(,v nnrf, 3ttrif Immer noch Ptchelswerder» IN der neue, Heerstraste an der neuen FrCUttd. In Freien Stunden. Wochen- schrist für das arbeitende Volf. Romane und Erzählungen. Abonnements wöchentlich 10 Pj. nebmen alle Aus. gabestellen des.Vorwärts" entgegen. Probeheste gratis. Umsonst 7� gebe ich jedem von Sonnabeud, den 8. Juni bis Söimlag, deu Sß.Juuiinki. eine I Meine Filialen sind nur; Berlin Friedrichstraße 108 Friedrichstraße 138 Königstraße 20-21 (Fahrstuhl) neben Gumpert Rosenthaler Str. 72a Reinickendorfer Str. 4 am Weddingplatz Neukölln Bergstraße 151-152 in der Passage Fahrstuhl. Schwarzmalerei Größe 42x50 cm mit eleganter Aufmachung, der sich in dieser Zeit eine Matt-Aufnahme bestellt. Man aeiite genau aul Straße u. Ho. Gruppen- und Kinder-flufnahmen entsprechend billig. I 1 1 Man achte genau auf«lie Grüße|| f •• 1 n. Ansführnng meiner Gratlsbildcr» Geöffnet von 0—7 Uhr. nnd Sonntag von 8-10 Uhr geöftnet. du Berliner Selmeiierei-GeiiossEiiselialt(E.G.iii.b.i.) gegründet von organisierten Schncidergehilfen Ucrlln AI. Bruicnsif. 185 Iam Boseialer Tori. Großes Lager fertiger Anzüge Sommerpaletots, Sport-Anzüge, Loden-Pelerinen und Arbeiter-Berufskleidung. Lieferant der Konsumgenossenschaft und des Arbeilcrradfahrerbundes. �euzs/e/� IT MAGGI' Suppen sind die besten! Allein echt mit dem Namen MAGGI und der Schutzmarke Kreuzstern. „Für den Magon ist nur das Beste gut genugl" verantwortlicher Sebattear; filtert Wachs« Merlin. Wr de? LnjeratenlkU veranttv.� Th.Gwcke, Perlin. Tcnd a. Periag: Potwartl Mchdruderei u. PeclafllanjtaU Paat Singer u.»e, öetiip SW. Nr. 131. 29. Iahrgallg. 2. Sfililif Ks Jutmärts" Iftlintt WlksM Zounabtvd, 8. Zum 1912. Em Industrie und DandeL Unheimliche Teuerung. Mit unheimlicher Sicherheit steigen die Preise aller Lebens» und Äenußmittel. Die Veränderung deZ Preis- Roggen, 1000 Kilogramm.; Weizen Hafer Mais Gerste Hopfen. 1 Doppelzentner.. Kartoffeln„,.. Schweine.,,. Roggenmeh!... Buller II 1„,. Rohzucker. Raffinade„ KartoffelfpirituS, 100 Liter., t-ringe, 1 Doppelzentner.. affee ReiS Pfeffer„ Schmalz„ Solche allgemeine Preissteigerung bedeutet zweifellos eine G e- fahr für die Ernährung de« Volkes. Und die Regierung will in trauter Gemeinschaft mit den Scharfmachern das Instrument zerbrechen, mit welchem die Arbeiter eine der Teuerung angepaßte Lohnsteigerung zu erkämpfen suchen. Die Getreidepreise steige» höher. Nach den im„Reichs-Anzeiger" täglich veröffentlichten Berichten der deutschen Fruchtmärkte sind die Getreidepreise mit Ausnahme des Preises der Gerste im Mai d. I. gegenüber dem Vormonat wieder gestiegen. Es kostete der Doppelzentner im Mai 1912 im April 1912 im Mai 1911 Weizen... 22,39 M. 21,93 M. 19,81 M. Gerste... 19,28, 20,25„ 18,85, Roggen.., 19,27„ 18,82, 18,30„ Haser... 20,39„ 20,84, 17,88„ Gegenüber dem Vorjahre ist die Steigerung eine sehr erhebliche. Bei unserer Agrarpolitik wird aber die Regierung kein Interesse an der Herabsetzung der Getreidepreise bekunden; dadurch würden ja die Agrarier geschädigt! Anders handelte vor 100 Jahren die französische Regierung. In der Nr. 43 der„Mg. Politischen Nachrichten" vom 4. Juni 1812 diese Zeitung erschien in Essen und wird jetzt von der„Rheinisch- Westfälischen Zeitung" dem Original entsprechend als Beilage nach- gedruckt— heißt es:„AuS allen Departement« laufen Nachrichten von dem starken Sinken der Getreidepreise ein, welche? durch die letzten Maßregeln der Regierung veranlaßt worden ist. Es ist setzt überall Getreide in Menge vorrätig, nachdem die Kornwucherec ihre Böden haben öffnen müssen." Em der frauenbenegung. Die Frauen und der Klerikalismus. Immer hat der Klerikalismus bei den Frauen begeisterte An- hängerinnen gefunden. Nicht immer haben diese Frauen gewußt, warum sie dem klerikalen Geist dienen; sie waren einfach die Nach- beterinnen ihrer Beichtväter oder ihrer Vorgesetzten. Aber immer haben alle Männer, die im Dienst des klerikalen Gedankens stan- den, den Frauen Aufmerksamkeit und Interesse entgegengebracht. Der Pfarrer und die Kirche, das waren die Freunde der Frauen und der Ort ihrer Zuflucht, wenn die Nöte des Lebens sie nach Trost begierig Ausschau halten ließen. Die Frau stand abseits bei den verschiedenen Kämpfen des öffentlichen Lebens, sie mußte ohne Kritik hinnehmen, was ihr an Gedanken und an Rechts- begriffen gegeben wurde. In der Kirche aber empfing alles noch den Schimmer des Uebernatürlichen, des Heiligen, und noch williger und bereiter nähmen die Frauen alle Parolen entgegen, die ihnen hier geboten worden sind. Aengstlich waren alle Klerikalen immer bemüht, die Frauen vor jeder klaren Erkenntnis der tatsächlichen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse fernzuhalten. Die Frauen sollten das Werkzeug sein, das ihre Herrschaft stützt, aber sie sollten nie daran denken, aus diesem HörigkertsverhältniS herauszukommen. Das hat sich auch in den letzten Jahren nicht geändert. Seit- dem die Arbeiterschaft in der Sozialdemokratie eine eigene Partei gegründet hat, wurde die Frau dem Klerikalismus noch ein viel wertvolleres Gut. Wenn der Mann nicht mehr zur Kirche kam, so kam die Frau, wenn der Arbeiter nicht mehr willig das Elend der Erde als eine von Gott gewollte und unabänderliche Tatsache hinnahm, so war doch die Frau dieses Mannes noch immer bereit, an alles zu glauben, was immer ihr gelehrt wurde. Diese Frau sollte nun die Arbeiterfamilie dem klerikalen Einfluß erhalten. Sie sollte die Kinder in dem Geist erziehen, der gegen den eigenen Vater gerichtet ist, sie sollte dem Rkanne die Freude an neuen Ideen verderben und im Heim, in der Familie unermüdlich die klerikale Herrschaft befestigen. Dieses Streben wird immer lebhafter und zielbewußter von den klerikalen Parteien durchgeführt. Je stärker die Sozialdemo- kratie wird, je mehr ihre Gedanken die Herzen und die Seelen auch der Frauen ergreifen, um so lebhafter wird diese klerikale Gegenagitation. Als bei den letzten Reichstagswahlen in Deutsch- land die Klerikalen, daS Zentrum, ihre Hochburgen Düsseldorf und Köln verloren, da war nach den Niederlagen die erste Tat, daß sie große Frauenversammlungen einberufen haben, an denen hunderte Frauen teilgenommen haben. Tort wird ihnen dann erklärt, daß die Religion in Gefahr ist, daß sie, wenn sie die Religion verlieren, nicht mevr den Anspruch haben, Weib, Gattin und Mutter im edlen Sinne des Wortes zu sein. All diese Frauen stehen aber den Vor- gängen des politischen Lebens vollständig fern. Sie fordern auch keine politischen Rechte. Ihre Führerin in Deutschland sagte 1911 in Köln:„Sollte für die Frauen einmal ein Wahlrecht kommen, dann werden die Frauen schon den richtigen Gebrauch zu machen wissen. Wir fordern das Wahlrecht nicht; kommt cS nicht, so müssen wir uns doch politisch schulen." Für diese politische Schulung ist auch ein eigenes Buch herausgegeben worden, in dem den Frauen unter anderem erzählt wird, wie gerecht das heutige Steuersystem ist. Es heißt auch darin, alle Staatsbürger sind bor dem Gesetz gleich, Standesvorrechte finden nicht statt. In dieser Schrift werden die Frauen auch aufgefordert, ihren Männern und Söhnen die Taschen zu revidieren, damit sie sehen, ob diese keine verbotenen Zeitungen haben. Mit diesen sind natürlich sozialdemo- kratische gemeint. Ratschläge, wie man die Männer von dem Gast- Hausbesuch zurückhält, zeigen deutlich, welches Ziel diese Agitation verfolgt.: Die Genossinnen sagen nun oft, daß gerade diese indifferenten Frauen, die aber in einen förnklichen Haß gegen alles, was Sozialdemokratie heißt, hineingehetzt werden, am schwierigsten zu ge- Winnen sind. Das ist gewiß richtig, weil sie ja jedes unserer Worte für unwahr nehmen. Ihr Vertrauen kann nur langsam erobert werden. Deshalb sollen die Genossinnen nicht einfach sagen: die bekommen wir nur schwer, deshalb brauchen wir sie nicht; sondern wir müssen gerade ihnen viel größere Aufmerksamkeit zuwenden. Das ist oft eine lange, schwierige und unangenehme Arbeit; aber wir müssen sie tun. Nicht indem wir diese Frauen hänseln oder verhöhnen, sondern indem wir ihnen immer wieder zeigen, wie wenig stichhaltig alle Behauptungen und Versprechungen der Kleri- kalen sind, können wir den Weg zu ihnen finden. Sie aber gehören alle zu uns, weil sie unter demselben Elend leben und leiden müssen wie wir. Versammlungen. Die Steinarbeiter setzten am Mittwoch die Debatte über die geplante Errichtung eines obligatorischen Arbeitsnachweise» fort und beauftragten ihre Vertreter mit 174 gegen 148 Stimmen, die Ver» Handlungen mit den Unternehmern unter Berücksichtigung der ge- stellten Abänderungs- und Ergänzungsantröge fortzusetzen. Wie schon aus dem Stimmenverhältnis hervorgeht, war die Opposition eine ziemlich große. Nicht minder heftig waren auch die Reden der an der Debatte Beteiligten. Das bereits im vorigen Bericht er- wähnte Mißtrauen gegen die Vorlage und den Nachweis selbst konnte nicht beseitigt werden, so große Mühe sich auch die Befürworter gaben.— Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende bekannt, daß am Sonntag, den 18. Juni, eine allgemeine Kontrolle stattfindet. Dieselbe erstreckt sich auf die Leistung der Beiträge, so- wie auf das Verhältnis zur politischen Partei. Sämtliche Mit- glieder jSektion I und II) sind verpflichtet, in der Zeit von 9—11 Uhr vormittags in einer der Zahlstellen(für Neukölln) ist eine zweite in der Hermannstraße Ecke Leinestraße bei Kutzki errichtet) Mit den erforderlichen Legitimationen zu erscheinen..- WafferstandS-Nachrichte» der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterdureau. U cmff Wasserstand M-mel, Tilsit P r e g e I, Jnstervurg Weichsel, Thon« Oder, Ratibor , Krassen , Franlsurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Lcitmerttz , Dresden . Berby , Magdeburg am S. S. cm 139 -30 228 144 173 196 30 —2 0 -4 —154 80 77 seit 3. 6, cm1) +2 +13 —50 —10 -23 -34 -2 +5 0 +29 +4 — 6 -5 Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandaus , Rathenow') Spree, Spremberg') , BeeZIow Weser, Münden , Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub , Köln Neckar, Heilbrorm Mai», Hanau Mosel, Trier am a. s. cm 64 30 16 68 82 120 192 498 266 260 48 114 46 0 0 --8 -1 —8 -2 —8 +16 J)+ dedeutet Wuchs,- Fall.-») Unterpegel, Dauer vom 8. bis 15. Juni flusnohmeMe für Mi- 11. Lflstn-KIeiduns Wasch- Wasch' Wasch- Wasch' Wasch- Wasch- Lüster- Lüster- Lüster- Lüster- Lüster- Lüster- Wasch- Weiße Für Herren: Oppe ffrünUdter BdumvoIUtolf»..,. Oppe flT*u gemuitertor Wuchitoff 1 Oppe flean und prtinlidi«r Wn-dutoff Oppe ortn laadtuch mit Fähen.,, Oppe flran and grfln'.idicr. extra schwerer Wajdutoff. Oppe sr&nUches Schilf leinen mit Falten Jackett schwäre und semnitert, ackett schwere Peneougewebe.,,,, ackett schwere nnd fein gestreift, 1 1, ackett nreo, Kiers oder gemustert,, i, ackett sdswati, farbig und Kiers.,,, ackett sdswers nnd fein gemustert "losen für Herren............ M. 3.00 2. Wasch- Hosen Setsn n. Köpergewebe M. 4.50 3 .. 85 w. m. 2.25 2.85 3.90 5.80 7.50 2.85 3.50 5.00 7.75 9.00 m. 11.00 .40 1.65 .75 2.50 Waschwesten schöne Muster, 1 QC guter Sitz... A-ÖD Für Knaben t Satin- Sport- Hosen waschedit für 3-8-1 f.r\ fllt 9-151 QC lehre M, 1'OU Jahre M. Kieler Anzüge wei&erWasebstoff, Kragen und Manschetten tum AbknSpfaa für 3-8� för 9-15 Uhr, von der Halle des Emmaus-Kirch- hoses, Neukölln, Hermannstraße,! aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 217/2 Ter Vorstand. I Sozialdeinokraflsclier Wahlverein| ' ZeWenÖOrf(Wannseebahn). Am 6. Juni verstarb unser Genosse, der Kohlenhändler .AiiKUstHanicK Karlstraße 29(1. Bezirk) im Alter von 33 Jahren. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 9. Juni, nachmittags 3 Uhr von der Halle des hiesigen Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 292/4 Der Vorstand. Dsulschnr Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschken- sührer August Schmidt am 5. d. Mts. im Alter von 44 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. d. Mts.. nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Lichtenberger Gemeinde- sricdhojs in Marzahn aus statt. 64/13 Bie Bezirksverwaltung. Ze.ntrai-Verband der Zimmerer Deutschiands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Vezirk 14. Den Bcrussgenossen zur Nach- richt, daß unser langjähriges und treues Mitglied henumm Nleßwaudt am 6. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mon- tag, den 19. d. Mts., mittags 12:/2 Uhr, von dem Lirchowkrmikcnhaus aus aus dem städt. Friedhos in der Scestraße Ecke Müllerslraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/19_ Per Voratand. Zentral-Krauden- und SterbekalsederZllllmerer. (E. H. Nr. 2 Hamburg.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Hsmatm Nieswandt am 6. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 19. Juni 123/4 Uhr, van der Kapelle des Virchow- Krankenhauses, Seestraße, nach dem Charile-Kirchhos, Eingang Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 253/4 Der Vorstand, Bez. 6. Deutscher Metallarbeiter-Verband Bertvaltnngsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Elektromonteur Emil Stülp am 4. d. Mts. an Lungenlciden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. d. MtS., nach- mittags l1/. Uhr, von der Leichen- Halle des'Neuköllner Gemeinde- Friedhoses auS statt. Rege Beteiligung erwartet 118/19 Die LrtSverwaltung. Zentralyerlaiü! der Maschinisten und Beizer sowie Berufsgenossen Deutschi. Verwaltungsstelle GroB-Berlin. Am 6. d. MtS. verstarb unser Mitglied, Kollege ImW Kietzmann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn- tag. den 9, Juni, nachmittags 4 Ahr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi-Kirchhoses, Neukölln, Hermannstraße, auS statt. Stege Beteiligung erwartet 145/16 Die Ortsverwaltnng. Hiermit zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Maurer vtto Peschke nach schweremLeiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonn- tag, nachmitttgs 3'L Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn aus statt. Witwe Peschke nebst Kinder«. Müggelstraße 8. Deutscher Bauarbeiter-Verband Zweig/verein Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rabitz- Putzer LHta Peschke im Alter von 41 Jahren am 5. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! � Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Juni, nach- mittags 3>/x Uhr, von der Leichen- halle des Friedhofes in Marzahn aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 139/29 Der Vorstand. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß-Berlln. Durch den Tod ist uns eines unserer Mitglieder, der pensionierte Kollege ßdmund Siegesmund, welcher früher im Betriebe der Pariverwaltung beschäjtigt war, entrissen worden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Sonn- abend, den 8.Juni,vorm. 19 Uhr. vom Krankcnhause Moabit aus nach dem St. Scbastian-Kirchhos in Reinickendorf statt. 34/11 Die Ortsverwaltnng. Am 5. Juni verschied nach lan- gem, schwerem Leiden mem lieber Mann, unser guter Vater, Schwie- gersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Böttcher 2993b Wilhelm Reinhardt im Alter von 42 Jahren. Dies zeigt ticsbctrübt an tohanna Reinhardt geb. Brinkmann nebst Kindern, Kl. Andrcasstr. 18. Die Beerdigung findet Sonn- abend nachm. 4 Uhr aus dem städt. Friedhof in FriedrichSselde statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Gatten und Vaters kriedrieh Lücke sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren tief- gefühlten Dank. 93/28 Für die überaus herzliche und liebe- volle Teilnahme bei du: Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters August Aengst sage ich allen, insbesondere der ver- ehrten Direktion der Firma Freund und den Herren Kollegen sowie allen Freunden und Bekannten aus diesem Wege unser» tielgesühitesten Dank. Charlottenburg, den 7. Juni 1912. Die trauernde Witwe 94/2 und Sohn. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters b9A IBnist Schmidt sagen wir allen Freunden und Be- kannten, dem Wahlvercin des vierten Kreises sowie dem Redner, Herrn »eile, unseren herzlichen Dank. Familie Sclunldt. Arbeltsnachweis: Hos I. Amt Norden, Nr. 1239. Iferwallimpsstelle Berlin Charit6straste 3. Hauptbureau; Hos III. Amt Norden. Nr. 1987. Sonntag. den S. Juni ISIS, vormittags 10 Uhr: « Versammlung— aller in den Eisenkonstrnktionsbetrieben Groß-Berlins beschäftigten Arbeiter im grohen Saale der Brauerei Jriedrichshain Am ktzriedrichshaiu 1(5—33. Tagesordnung: i. Bericht über die gepflogenen VerHand- langen mit den Arbeitgebern. Diskusston. Tie Vertrauensleute treffe» fich zu einer Vorbesprechung um il Uhr im kleine» Saal. Die Mitgliedsbücher sind zwecks Konirolle mitzubringen, Kollegen I Sorgt sllr vollzählige» Besuch der Versammlung. Montag, den 10. Juni: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Derwaltungsflelle Berlin in folgenden Lokalen: Norden: Wlamwllle, MLllerstr. 148, abends 8'/, Uhr. ilO�dSn*<>bI*10» Featsäle, Schwedter Strafte 33, abends 8'/, Uhr. Morden! Frankes Festsäle, Badstr. 19, abends 81/, Uhr. Tanal• Wohlfahrts Festsäle, Reinickeudorf-West, Eichborn- ICyei. strafte 60, abends 6 Uhr. Mnohü* PatÄcnhofer- Brauerei, Turm strafte 35/36, iUUaUll. abcnS? 81/, Uhr. Westen und Sehöneberg: Osten: comenlussäle, Memelcr Strafte 67, abends 81/, Uhr. LieMenberg: S.ÄÄJ-Er" Slralau und Rummelsbnrj: ÄS'SlvÄ"' Süderfce�rke*®etob§t8�auf�ai,s' 15'®aaI � UJnSRaneaA• Peukerts Festsäle, Berliner Allee 351, BreiüCflScC. abends«-/, Uhr. Neukölln: Passage-Festsäle, Bergstr. 150, abends 81/, Uhr. Charlottenburg: voltshans, Rolinenstr. 3, abends 8'l, Uhr, ClotdifT* Schellhases Festsälc, Ahornstrafte 15, OlcyillZ. abends 8'/, Uhr. Köpenick u. Friedriehshagen: iriäÄ Friedrichshagener Str. 1, abends 8'/, Uhr. Bber.5Mna«eide:�Zl7'.»'S.'V��� Fmil Schnberts Festsäle, S'l, Uhr. Knrstr. 81, abends Spandau: Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht von der außerordentlichen Generalversamm- lung und Stellungnahme zur ordentlichen General- Versammlung. DM" Mitgliedsbuch legitimiert. 118/19 Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. Zahlreichen Besuch erwartet vi« OrtBTerwaltuiic rqgeQnöeDole Im Salson-RanmBaoo-Vsriuiat es. 2000 Kostüme, Kleider Kammgarn, Seide, Alpaka, Loden, Phantasiestoffe engl. Art, Voile, Marquisette, Modelle, trüber 18.00 bis 200.00 jetzt es. 600 Staubmäntel Popeline, Alpeke, Seide, Gloria, Stoffe engl. Art, wetterfeste Stoffe, Modelle, früher 12.00 bis 156.0Ö...... jetzt c» 1000 schwarze Mäntel K.mm. Kam, Alpaka. TAU, Seide, Tuch, Liberty, Cheviot, Phantasie-Modelle, früher 20.00 bis 1SO.OO.... jetzt— Sonntaq gcflltt'net S bis 10 vorm. Vtifiirlftiaeat'rta Seiden. Jackotts früher bis M. 65.—. Jetst 16.— CU1 ucageseizie Kostümo..... früher his M. 100.—. jetst 18�- Hnnfaktinnf...- früher disM. 28.-. Jetzt 6.5« ouieiilioni eme, früher bis M. 29 Jetzt 9�- Verkauf tägl.v. 10-12 Uhrvorm. Kleider,,.,. früher bis M. 54.—, Jetzt 18�— 800 bis 150 J tu 100l. F 6500 98°° nmiimnmmnnnui miftiflllfffiit!! in Folgende Fleischermeistcr Haben die Forderungen der Ge- sellen anerkannt und den Tarifvertrag unterzeichnet: Allerstr. 12, K. Träder Allerstr. 43, Wähner Berliner Str. 28, P. Leikaschek Bergstr. 39, 81. Baum Bergstr. 84, H. Schulz Bodestr. 26. W. Dorr Boddinstr. 49, I. Paul Bürknerstr. 5, P, Jünger Canner Str, 51. M, Mauersberger Donaustr. 7, M. Falkner Donaustr, 15, G. Kubin Emscr Str. 12, W. Bauer Emser Str. 21, H. Schmidt Emier Str. 26. I. Lrth Emser Slr. 49, Gleich Emjer Str. 76. K. Kroll Emser Str. III, K. Stock Elsensir. 74. G. Amling Friedeljtr. 46, O. Weiland Friedelstr. 5l, O. Bersikow Fallstr. 29, P. Schmidt Falkstr. 29, M. Riese Harzerstr. 118, H. Burck Herrsurchstr. 23, K. Schilde Hcrtzbergstr. 21, W. Kröger Hobrcchn'tr. 19, W. Rademacher Hobrechlitr. 38, O. Seifert Hobrechtstr. 42, R. Kleischmam» Hermannitr. 46, B. Riedel Hermannsir. 114, Erste Neuköllner EngroS-Schlächterei ermannstr. 169, O. Persike ermannstr. 219, Neuköllner Fleisch. zentrale Heidelberger Str. 89, 8l. Dolland Jägerstr. 7, G. Seidel Jägerstr. 59, P. Kuznik JuliuSstr. 48, W. Mücke Karls gartenstr. Kottbuser Damm 12, F. Klein Knesebeckftr. 41, P. Bartsch 5tne ebeckstr. 68/69, K. Tschepe Kne ebeckstr. 117, P. Henntg Kne ebeckstr. 159, O. Loose Kaiser-Friedrich-Str. 7, I. Holz Kaiser-, vriedrich-Str. 22, G. Behrend Kaiser-Friedrich-Str. 76, S. Härtel Kaiser-Friedrich-Str. 245, I. KaminSki Lessingstr. 18, Grzemba. Lessingstr. 24, C. Sterner Lessingstr. 9. I. Albrecht Leinestr. 2. A. Uschmann Niemetzstr. 8, R. Lwdner Nogatslr. 23, E. Kraus« Nogalstr. 3t, R. Kauer Nogalstr. 49. H. König Mahlower Str. 3, W. Rah» Mareschstr. 14/16/ I. Blümlek Mainzer Str. 8, O. Schleuß»«: Münchner Str. 47, H. Schulz. Olerstr. 12, kl. Prager Okerstr, 45, E. Uekert Pannierstr. 8, R. Bergseid Pannierstr. 12, G. Schmiebel Pannierstr. 34, M. Kapusta Prinz-Handjcrystr. 37, O. Frlebel Richardilr. 31/32, F. Lindemann Richardstr. 6t, O.«chönbrunn Reuterstr. 66, H. Beicrsutz Selchower Str. 1, W. Filcher Sclchower Str. 23, A. Muller Scichower Str. 35, I. Wasowtq Schöneweider Str. 16. Wwe. Knoll.' Schudomaslr. 42/44, P.(Solle Stcinmetzslr. 28, F. Räte Sicinmetzslr. 36, R. Klammer. Steinmetzstr. 119. P. Schwei Thomasstr. 36, C. Flehming(Wurst- sabrik) Tellstr. 13, E. Schlicht Teupitzer Str. 12, S. Knebel. Teupitzer Str. 119, A. Kzezhiel. Wartheftr. 7, W. Friedmann. Wartheslr, 58, G. Sast. Warthejtr. 79, K. Gcrlach. W-rtbeitr. 73. Th. Pahnt«. Weichsclstt. 43. F. Schmidt, Wcichselstr, 57, Rob, Arndt. Weichsclstr. 64. S. KowalSIl. Weichselplatz 4, H. Burck. Weiseslr. 8, A. Nilusch. Weisestr. 24, P, Wonneverger. Weisestr. 39, G. Knappe. Weisestr. 51, F. Schilde. Weserstr. 44. A. Winter. Wqerstr. 163, M. Meter. Willmannslr. 1, G. Riedel. Wildenbruchstr. 54, W. Körte, Zietenstr. 13, H. Rauchseid. Zietenstr. 23, M. Kailer.• Zietenstr. 41, Ö. Jochman». Zietenstr. 51, W. Fischer. Der Ausschuft der GewerkschaftSkommisffon Berlins«nd llmgegend und die Zentralleitung des Verbands sozialdewo- kratischer Wahlvereine haben ihre Zustimmung zur Verbängung de» Boykotts hegen solche Fleischermeister gegeben, welch« die Forderung«» der Gesellen nicht anerkennen. Arbeiter I Mitbürger! HauSsrauen I Unterstützt daher di« m» eine ge« regelte Arbeitszeit slreikenden Fleischergesellen. Kaust Eure Fleisch- und Wurftwaren nur da, wo der Tarisverirag unterschristlich anerkannt ist. 292/2 Ple Streikleitung. Berlin, Eltsabethstr. 11. Telephon: Amt Königstadt Nr. llOSt. Vorkantli-BeonUsokatt 11 Dresdener Str. n am Kottbuser Tor Elegant! Modern! Billig! m 1 Xägl. erhalten Sie elegante, nur kurze Zeit getragene Monaia- Anzüge, Ulster und Paletots zu enorm billigen Preisen. , Femer kommen zum Verkaut; Jünglings- Anzüge'STZT jetzt m. 6.00, 8.00, 10.00, 12.00, 15.00. Ein großer Hpi-r�nVirrcAn in aUen Welten Posten iicrrennosen oüch Längen jetzt m. 2.00, 2.50, 3.00, 4.00—12.00. Sonntag» von 8— 10 Uhr gettlTnet. ( flbzahlungsnegchäfte J Berliner Credit-Haus Kommandantpnstr. 67."Wg l���ohoifrese���nke� Spranz Abraham Sanb Messina-u.Romertrank-Kell. N i, Bsriclslr. 8>. Fernsp. Kgst.lgTOS r.tffh Seiter- u. Liinonad.-Fabrik mJlHll, Tbaerslr. 44. T. A.7.8176. �cdüt�e, L.. �'ederstr. 15»,I.7. 1N25I Lette» slksdol- freie» Setränk. Lerünv.RudslfS.f Lr-sekeint 2 msi «Sskeneiek. $l-$i f OrbeHei-Bekleidung � rr*«r» 1 f Zosseuentr. 32 • �«caSJÄ.. BergMMt.96 Bamburger Laden, Chart JKsaefnsaa« Kerslenu.» ■«VaS*nei"EWarsCkM.8t RoterLadentSchöneb.,Uanpt8tr.l08 Bäckereien, Konditor. BSottner's Großbäckerei Geschäfte in Berlin, Charlottenbupfl, Schöneberg, Wlimersdorf. j Adlersholcr Bäckerei,!. Zagvint Max Backer, Ramlerstr. 36 Emil Beyer, Thornerstr. 6. Bohndorf's Bäck. Kcalüsliergrralr.lO Kuranstalt langjähr. I. Assistent d. ehemals weltberühmt. Jakobi-Hcilanstalt Pflauzenheüverfahren Atteste von Geheilten. 1 Bezasgsqi�eileEt-lferzelciinSs.| Untenstehende Geschäfte emnfehlen sich bei Einkäufen ?mi-M-f:sZs™bs- § Ae*■«p b Bod*■■• � 8■■ öl Schlesische Str. 31. iKtor>ia- Bad Kottbnser Damm 75 FriedrichWiiheimsbad Chausseestr. 87. Brot-Fabrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick „BfütfaÖrik�arn'fmsTr.* Brotfabrik Buehl& Sohn, Willy Delor, Prenzlauer Allee 42. Paul Deliy. Markusstr. 15. Herrn. Carl, Keaköllt, flermannstr. ZZ1 Herrn. Eder, Schonenscbestr. 1 EjJ��er�Blamensh�T���aTkuss� £2 EngeC's Landbrot >: Heinersdorfer Mühle TerkfösJell.: Küloiiie8t.9,RodcEberg8t 2, I.Säeril25t.55,8clrireldeiiier»t.4i,8vü>e- anutdeibtr. 43, Pankow, Floraatr. 80. Wi!yES£lwei£fÄ�. 4. Verkauf in Milchgeschäften Beriins. Bekanot gcgebwt- d. Plakate. fischet*, Görlitzerstr�Sr Falkeasteiflatr. 20, Köpeoickerstr. 172. W. Gerlach, Scköiiebg. Sedaastr. 6)7. Alfred Graf, Beusselstr. 24. Karl Giösraaxm, Wittstockstr. 7. H. Glüdi, Wiihelmshavenerstr. 51. HUd�cd Dunkerstr. 78 |• itbauu Preailaaer Allee 132. Angast Hühner, Schwedters tr.52. Anguat Haadc, OsKEßrBergi 1 TS Geschälte | in allen Stadtteilen Berlins j und in Rixdorf. Ge�rrhndet 189g. ,. Kllics-Grolibäckerei, Boßestr. S. �Carl Laudahn, Weberstr. 30. Landbrot-Bäck., Schii]i.Fr..BBckkol». V ( Bandagen, Kummlw. J R. Bauke, Stralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickerstr. 70. Lange, A. E., Brunnenstr. 167. Liepe, Schöneberg, GrunewaldatrlO. Meyer,P.,Nkiln.,Berlinerstr.49— 50 J. Ch. Polltnann, LothriDgerstr. 60. Wende, Ä., Reiche. A. ÄÄsln Fritz Reibe, Scköaeberg, flanptsir. 18 Fr.Schulte, AdlershoLBismarckft.S Zaremba�T�i { Beerdig.-flnst., Sargm.� Bre dlo wtbem�Mcr�T. ItiVtunlifrdt�S A. Butt!, Zorndorfer Str. 23. Otto Büttner. SeulöIln.Bingliaiisl. 32. BPirrhn, Ntlln., llohenzollernpl.il .lliiüct Bück« j Eilt Krattkeahai!. Mäl FüCflS Frankfurter-Allee 170 Hiekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 Koldt, Fritz, Hklla., Reuterplatz. Gast. Nobert, Potsdaraerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Peter-Scliley,Wilh.,Zo«8«ncr*tx.ll. Wj�TÖSöj�Nansei�h�wIxfBkM# ( Beleuclit.-GegenBt.} Bunzel�.��ÄtV C2rl!miEeiBB.,.™«raSraU Büttner, A., Danzigerstr. 96. ~ Neukölln m Ricbardst.118. Berufskleidung] �er�am�orden, M�ocscrTlT. Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Wecker, A-Jütilgedanil!! 3. 1 Bettfedern u. Betten � G. Behrends,S«»k. EDtaebeckair. 106 A.Hampel,Bi.,I!er9itr.4t-t5.Keigigiiiig Carl Henze, Aidreaaair. 55, Beimgug. «aMiSBe�ÄnMfr ÄLZ�snarski�Al�foabit� ( BierbrauereSen�lerh. Sehrammar,!! £ Landbrot- firoRbSckerel O. Senf, Ncbf. Krug, Waldstr. 4 Hermann Lebelt, Hiissittenstr.SÖ Alfred Lier, Wielefstr. 36. Lldilestoger Brottaliilk Ä Emil Lieske, Grüner Wog 122. Mattke, Gipsstr. 9. E. Mertins, Reiehenbergerst. 168. E. Martin, Gleimstr. 65. Gustav If.ühlsicph, Rhinoweretr. 2. ThJ V IldA, Vi«, Stadtteiles. Ferd.Ha!in,BerIia,Fertcribnrjerst.72» H.Paehlke.Scbilliagitr.lrt. K.afilürca. Brauerei Merberg Yersnnd- nnd PilsenorBier. Brauerei Tivoli Fruchtstr. 87 Die Fabrikate der „Sarotti" Cbokoladcn- n.Cacao-lndastrle- Aktiingescllschaft lind überall erh<lieb. Nen: Slmpll-Schokolnde Caramel-W eifsbier fait alkoholfrei, erfrischend, bdkdmmlich, Berliner Weifib.-Brauerei E.Willner. SOTÄ!fct.82.ggr.l! Seiffert, Erieh, und'voro�m Andreasstr. 36 Bezugequ. f. Händler. 190Ü C.Senffi ßeütsctie ßierliraiisrei A,-G. Berlin-Pischelsdorf Qrotcrjans Haiz Wer. Scbönk-illce 1 50, T. m, 5083. C. Habels Brauerei hell— Habelbrnu— dunkel, F. W. Hilsebein A.-G. Lagerbier und Malzbier Hempci, E., Müilerstr. 138 d. Kahlenberg�jL�iebji� Unser Ocfldbiep ist nicht nur ein Erfrisch u ngsgetrink,»ondem auch ein Gesundbcitsblcr ersten Ranges. ßerlinef llniops-Bfauefel, Berlins. u isenbrau er ei'iCelßenseer StoilwercK Gold n Silber | Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutscheu Edelweinc, nur durch __ ihr'Aroma. G�Vo!��Gräfe8b27�EekeUrbanst Franz Scfaönbcdc, Ob enchöne weide. Fr. Schlussnuss, Liebauerstr. 22. Hugo Schultz, Müilerstr. 166a.. Hyg.Gummiw., Photogr.-Artikel, P.'Sünderhauf&Co,Gr.mnkf.Str.89. Herrn. Vincent, Kklli.,Berg8tr.l81, Werder-Drogerie, Britr.Bndüwcrst. 5a Wcddlng-Drogcrie, Genterstr. 87. Weissbach L» Fischer, Eellealliancest2J Z obeUGeorg�J�A�cerstr�O. � Eisen- u. Stahlw.» Wnfff.) AIn, ö.jKklln.jKaise�Tnedrichst.ß Otto Anders, Kottbuserdamm 6. W. Allner, Mulackstr. 24. Beutel, C�Boxh./NeueBahnh.St.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. Brenneke,C.,w?aengeittr:94 G. B.-onisoke, ScbouLAlle» 156. 6. Brucklacher,«raßl«: F.Beutel, Nklln.Ksiaer-Friedrstr. 77 Willy Erpel, Turmstr. 29. Flnck, E., Spandan, Schönewalderstr. 34. LUjljn, Wümersdorferstr. 102/8 Dillcl Haus- u. Küchengeräte Rieh. Ilm, Neukölln, Böhiiii8diestr.46 Carl Jung, Stromstr. 31. 3un(jblutli, Hermaiiiiiti. 172. Kantner Nf. ,O.SchöQewcide,Edison8tr.1 0 Ad. Kunze, KkÜ!i.,Kai3erFrie>lrich8ir.l7ä H. Rockstroh,«bS«. Llncke, NeaköIIa, Fricdelstr. S. E.Lübcke Xf.E. Sturm, Samaritent.lS rianl Inrhf Cöpenickerstr. 126 : Ulli LUllii Haus- u. Küchenger. E. Mentzel Nchf.. Kopenhagenerätr. 4. FranzPfeifer,O.Frankf. Allee 139. SeoräRslii8r,?SSS"! Kühlmann. P.,Müllerst.40d,E. Leest. C.SchPödBrGtFr.SÄm Jai mm �wautt�rt.23 I Seilach, Tb. ,NkilB..Hermann8tr. 48 I E.Timm, Schleif. ,Waldemarstr. 73 Hera. Mafle S" 29. ! Wesch,Gharltdg.,Kaohslsdorffrii.2Z. ArtharWeigell�r- £ Fahrrad., MähniochT� Bau'Ai� �'inijjScüöiie b.', iferbertst.l Brennabor Fabraii-LeililiaDs LoBaiaDQ Neue Schönhauscr-Str. 11. Ä. Landre Welssbier StrElaueratr.36/37TeI Ztr.400to.7585 Löwen-Branerei Aktiengesellschaft Abt. I. Hohenschönhausen „ II. N. 20, Hochstr. 21-24 Fordern Slo Ii® iirnl SeWids W esent»er� CÜBarrönhandfunoen � Fr!�ehrontnN?!7rank furter- Allee 21, Brager, J., Neckülln, Bergstr, 57. jP. Hoofer, KoUbuser-Daram 79.1 Pütterst. 77.Admir>lgt3. DrenJeneraMgj FahiTad-üaus.Friseliauf Brunnenstr. 35. Gründung und Eigentum der radfahrenden Arbeiterschaft. F ah rradkaÜ5�???!>5?!?elLll?äi>ergkrz?� Fahrrd.,SdiaIlpltt.Weißcnburgst.47a Otto Hei nzestrrac6k.en" W. Horfmann, Schönh. Allee 150. Ernst Machnow! Erstes Lohtannin-Bad tä�. it. Abkochugg, ieig Extrakt. IVall- .tr.W,'71.li'tf.xKgs«.b'gg-Collag.w.6,8 Bad Frankfurt. Gr. Frkf t. Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen Bad Friedrichshain, LaaiJsb.AJie,i53 Badeanstalt, Hasenbeide 18. Jungbpunneh'Bad BaumschuIenwe.i.Kieniolutr. 1 77/78 KalBer.Friedrlchs-Bad,Cliirl.».Elil. iCus*'AB8ta|t)»Löser" —--- Rosentalerstr. 70. National-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend Äk�cu Ost-Bad» Palllsadenstr. 76. Bad Pankow, Wollankstr. 26. Passage- Bad Beform-Xlad, Wiener Str. 6». lOlamJFiascbenbie�versand Qf»haf1<» Grüner Weg lil. SCIiaue, Weiß- n. Malzbier. Schulz, Herrn., Schönleinstr. 23. V8n!lni-Br2BorEiTenfßDia,!IW87. Klein. WilhÄ--' Klemmer W., Spandan, Scbönwalderst.82 A.KuKstraann,Xowawes, Priesters t.67 Lingel, Frih, Eisenbahnstr. 5. A. R. Meyer Ndif., Schlesiscaestr. 14. Willy Munstermann.Gleditschstr. 48. G t&S.Peterke, SO.Kottboscrstr.H. Fritz Schneider, Lindenstr. 29. W. Schuster Nf., Ncanderstr. 28. c Damenkonfektion Cohn, Geschw., Bergmannstr. 9. Neukölln, hergsir. 133. Gelegenheitskäufe. Victoria-Brauerei 1 Vlctorih-Saazerbpäu 1 Weissbier, C. Breitliaupt, Pabsadcastr. 97. Tel.-A.VXI, 2634. � Blumen und Kränze � OsluirAUnirULiB�TinTerstn Fr. Ahrendt.Iioxiig..Nene Bahnhofstr.S I Blumen-Becker, 0. Frankf arter Allee 3. Casper, Cbarl., Krummestr. 30. 1 E.Deg»r,Rixd.,Kai9.Friedr.8t.S0,Rerg8t 58| Kichard Felsch, Prinzen-Allee 30 Paul Gross, Lindeüht.6y( Vor wartshaas/: R. Gruner, Kopenhagenerstr. 9. i S. Grossmann, Landsbergerstr. 34. Menkes Blaraenhan», ilantcuffelstr- 94. O. Hahn, Neukölln, Hermannst70, Otto Hinz, Graunsfraße 8. Janiszewski, Felix, Eisenbabostr. 7.! II LrJIirPnt ßruunenstr. IG .x1, Petersbargerslr. 13 Alb.Kell.Charlbg.,Kaiser-Friedrichit.20 Gustav Mai, Schönhaus. Allee 177. M.Strutzhe, lieakollßjlleiiaaiuuti.l�i| Dam.-Konf., Kindergard. AdmiralsLIO DombrowskyüK�Ül L. Mm\m ülus�d�ck" o�'o Danzigerstr. 24 50/n l Weinmeisterstr. 14 Jahresumsatz 20000 Räder '.Mallosdiky.Oberbäumsr�TJie? ftpl Blnllnr Reinickend.-Str. 106. Lüll•rllill&l Chausseestr. 81. Röper.Carl, Petersbg.-St 2 a ii.Frkf. Allee Richard Schädel, Inselstr. 13. A.Tediow,Kklla.,Scliiilerpromenade28 Emil Walter, Neuklln., Niemetzatr. 6 Färbo�elen, Wäscher*. H. BERGMANH Birkenstr. 53 über 40 Filialen in Groß Berlin Schöneberg Haupt8t.25, Tobias Lewin, Schneidermeister Eadstr. 44, 1. Spz. Maßanfertigung Lager in Mänteln a. Kostümen aller AN. Damen-Konfektion Moabit Gebr. Weumann 1"»� Jeuköllner Damen- Konfektion Centrale. Kottbuserdamm 81,82 E> at c.l'.ral' I KoUbtiMrdagimTe irac-nsa*, j.BruMM8tr 3j WflffllPr P Kk'1"-, Bergstr. 42. H tl�HCl. 1 ,, Damcnm., Pelzw. Westmann 1. Geschäft: Mohrenstr. 87a. 2. Geschäft: Gr. Frankf.-Str. 115. Bei Vorzeigung 5% Rabatt. Tjfln�rnpg�TS'euSoTlD�Zeitzerst. 5 ilHll Mlll Telephon 1261. Dampfw.W3lß.Stem,Ri.,BergsUS2 nampf Wäscherei MERKUR U A. Bachmann, Frankfnrier-Alleo 47. hampfw. Sirius, Grunowaldstr. 88 ■■■■■ Tel. Kurf st. 354. Str. 19 Groß-Dampfwäs eherei „Soreenixa" Berlin SO., Forsterstr. 5-6 Tadellose Wasche! Preise Oreüswalder- Ißtr. 30 lampfty. Tip-Ioo D.W. s. laosa �l'ä23 ti, Kuliick, Färb., Wäscherei! Pil.GostavAdoIfst.l, WeiPeabnrgerst.dl 9 SwmeDiünderslr. 56, Weddingslr. 9 I Mülicr40a, XenköllD.UermaaiLsir. 37-38 J O. Naefe Färberei u. ehem. Wäscherei B f. Herren- u. Damengarder. E ' Läden in allen Stadtteilen B ) Berlin, Rixdorf, Schöneberg 0 "..........■■■INI## � Fischhandlunflen � C.DittmannBerUnerftt�. irSShlAm Grünauerstr. 8 Wjlc! u. Geflügel. Werner£%%££ Winkier&Eärtftolim&iluö ("le isch e r!"u.~'* u rstw.} Jol. Ämaoilowiti G's�rr" G.Araling, Neukölln, Elsenstr. 74 A. Barthmuß, Markgrafendamm 33. WPnrhnr Tegel, Brunowstr. 55 . MMN. ff. Fleisch- n. Worstwaren Rieh. Bether, Memelerstr. 74-76 Bloch, Otto, Prenzlauer Allee 52 Blümlein, J.,KkIlß., Karcschstr.H/ie. A. Bilzer, Rüdersdor ferstr. 32, Augast BlnistainDunkerstr.78. logiistBieaerl Au�Äe». Wilhelm Behr Wurstfabrik, Spedr- und Schinkensalzerei. ßcriin.Schönebcrg>Koloimenst.57-58 Beste nnd billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. Otto Schreiber E. Schauer, Huttenstr. 70 A. Slewert,Nd.Schöneweid0,Berlin8t.l27. Seherzberg, Keimckeadf.,Ilansast. 9. Max Schubert Albert Schucht t.Är E. Steeger, Fleisch. Emsngelkirchsti.23 Steinicke, Warscbauerstr. 25. Thaloieor Invalidenstr. 153 i llulclotfl Ecke Aekerstr. WaifnOl» Bmdsbergerstr. 118 ff dyllöl ff.Fleiseh-u. Wurstw. St«rgard.Fleisg)i-ZeElrile,Stjr3gräerst.62 W TaHdlP Neukölln 48. SV. 1 aUUiV Pannierstraße 25. T. Thinl ff. Fleisob-u, Wurstw. II[|P Lichtenberg, LLlüüHIlFrankfurterChausseeS 'T'hiiring. Fleisch-». Warst-Fabr. 1 F.SoinmeniiaBn,Bi)il)sgegerst3g E.Trapp.Worstzentrglc.Wsldenserstr.lS Max Tümmel,Cbristburgcrstr.24. Uari K 1 nt a Naunynstraße 17 IVdri UIIIC 5, Fleisch- iL Wofi It. Uglg, Paul, Koppenstr. 28. G.Vettin BragroA, A., Manteuffelstr. 89. P. Oückvjütz Rigaerstr. 106. Spez.-Gesch. f. Fl eisch-u. W urstw. Anton Buchheim, illeiiBtemeritr. 13. A. Beutele, Tha«rstr. 21. K. Christ, Elbingerstraße 68. Barge, O. Finowstr. 5. Daniel, J., Nklln. ,Hermann8tr.l47. DanzigerFieiscli-Centrale Danziger Straße 14- Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Rieh. Peckert, Wic°%8tr- P.Dreyodcer,' Prinz Eugenstr. 21. Job. Darzynski, Kopernikusstr. 1 flnio fiidiEr Fabrik feiner Warst- a. Fleisch war. W. Dörr, Schivclbauorstr. 27. Fleisch- o. Rupst-Centraie Frankfurter- Allee 182 Erst« n. billigst« Bcnigsggellt des Osteas. W.Friedinann, NtUn.,\VirthMtr.7. CfiPrlarh Neukölln, • UCIldLII Wartbestr. 70. H.Gemdt,Spiengeist. 1 7,£ig3.Sgiiioiatr Fr. Gerlacb, Tauroggenerstr. 1». Rob.Glece,WeiSeDaee,Ggst.4dglIslr.l3 PauIGnädig, Britz, Rudowerstr.14 Gottlieb, Reinickdf., Amggdest.109 OttoOrubeHÄsT. Gusinfle, Rieh. sÄ,. GelJdiiaiiD's�ttwiAÄ; O. Gleich, Neuhölli, Hoheazollernpl. 7 4i. Grieger, Cbarl., Cauerstr. 19. F. Gutsdimledt, Koloniestr. 32. Heinrich Höhne, Skalitzerstr. 97. Hempe, R� Flermannstr. 58.. Georg Heinold, Hsricabargerstr. 5. Oeorg Heiter Echte Branasehw. i. Thäringet Wirst*. I. Gesch., Icdre«83tr.30,BlQmen8tt.73a Ernst Höne, Schwedenstr. 12. W.Hoppe Fileililchahagen,Friedrlchit68 Ernst Ibsdior, Wiesens tr. 11. Jakoblk�chnargeadorf, Breitestr.>4. Albert Jähnert Janik, C, K5pJrmc5kor' Fritz Jentsdi Blmmin ff- Fleisch- u. Wurstw. . Illllliiy Manteuffelstr. 102. Hcinr. Jodimann, Ziethenstr. 41. L-Irmer.Plmstr. Adlershof, BismarGkstS6i Max Kailer. Ziethenstr. 27. Wilhelm Kitz, Kniprodestr. IIS. Jul. Rcmpe, BoTun sm 6 5 Fritx Klein, Kottbuserdamm 12. Bruno Keiler HuÄr'n. Friti Koebke, Kl. Andreasstr. 11. W.Korte,Neak,WilJoBbrachsl.84.T.748 Bruno Kusche. Fruchtstr. 28. Max Knaut, Alt-Boxhagen 60. Emst Kolbe.0. 112. Weicbselatr.15 Ernst Kurth, Muskauerstr. 33. G. Krause, Weiteaaee, Laaghaisstr.lSS M.Kops, Beiaichead., Besideautr. 154. A. Lange, Keiitck4f.,Schan*eber8tT.l 13 Hob. Linduer, linkß's ReisdizgDtfale XT Wilhelm Lenz, Falkensteinstr.• K.Lawrenz, Bcinickcudf. 0. Hauplrir. 54. Wilhelm Liebherr ZT™ Fr. Lindemann, Emdenerstr. 45. Lochmann, Malplaquetstr. 32. mebküflü. Aug. Maar, Schulstraße 103. Marwa!d,KkllB.>MSiichner-E.Berltaerit. H. Kffl a txk e r"6™ Mark. FIcIschkons.,NklIn.Warthegt. 73 EriistMäckIcr,KkilÄ.,Richard3t31-32. Merker, P. 0 Ufillopff. Fleisch- u. Wurstw. Iii lullllvl Großbeerenstr. 73. R. Müller, Pankow, Wollankst.101 Georg Neumann, Friedensstr. 81. Paul Nuss sÄte Josef Orth, Neukölln, Emser8tr.26 KarlPetrichÄfÄ Reinfeld, Spandau, Ncameislerstr.» fl.R0S6[n2i!nW.,fur"«rs"k7'. W arsdiauer Fleisdi- u. Wurst- Centrale, Warscbauerstr. 88 Josef Weber, Raumerstr. 24. Weiß, Georg, Eheuslr. 40, T.A.IY 10585 O. WelIaitz,Nannynstr. 66. A.Wenzel, Woldonbergerstr.SO E-üßbGl ff'Flelsch-a. Wurstw. • vccilol Weidenweg 67. Emil Wilhelm, Graunstr. 88. WisimaBDÄSwüiBBÄÄ ■ELSTx» kauftmanFlelSCltund «*"ytfurat gut und billig? 68/18 mraupjosnqMOH 'rnnsnoH-tsrnM n-qosraij mj P. Wontora, 0., Friedrichsberg. 8t. 31, Nord-Dcutschc Fleisch-Zentrale F. Zimmermeim, Seestr. 78, Gaincastr. 40 Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. Emst Ziffer, Oderbergerstr. 37. Wilh�Ziegjer�Seuniestr�ik� G. Krüger�WeSenburgerstTTTS. Oberländer A. Wllborn, Brunnenstr 16. Winkelmann.Wilhelminenstr.23. Oberscbönewcidc, Rathen.iuatr.27. ZunAe�SchÖMbers�Eiaena�� { Grammoph., SprochmT� E.Joel scphe W.BbckerrrnEg�riliiieradiittorai.127 Hoyer, A., bc�Si._ f Haar-Artikel 1 lezIaTHaar�Haus hausseestr. 121. Rob. Kortmann, Schönwaldertlr. 28. F llilrtcr Gehe aofHaar-Artih,60/0Rab. I, IHÜSlEl Zionskircbstr. 44. H-NlxdorfjFmkfo� (�Haua- u. Küchangeräte � siiiiSrS«. Uamnirlr Spandau, Schöne w, St, 92 AdllinilX, Emaille, Gl», tonellan.L acip. Rcfist[oti,IiarlG�c".�c� RjStükeJWasdtgyNannjfMtr� c Heppen-Artikel Andreasstr. 37, Krawattea-Schalzo H.Bock.Keakölla, Kaieer Friedrichat.lll. Damen-u.Herrentuobe aow.Reste H. Müller, Kaieer Friedrichstr.227 m Magazin England Eatlb Daaim78,0iuieaatr. 162. Hüte, Wiaeie, Cnvtttei. Torkel, Artilleriestr. 4 Rieb. Jahn, Treptow, Grätzerstr. 6 Emil Jäger E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Krniiae,WUh.�kllii.,Herm.-St.l68 Gg-Kursch, Britz, Eudowerstr.95. Ad. Mahnke A. Nitschpan, Bergmannstr. 11. Nordring, Brunnenstr. 84. A. Samuel, O.Mirbach8t.62,SciiirBe. Scholz, Osw.g'�Ätr.l"" Max Sdiulze, Hochmeisterstr. 6. ' Wienerstr.U B. Hüten. Schirme Sprengel, A. fHerrc K n a beng�o r d. J Frankltr. AUee 186. J Badstr. 26, Ecke . Prinzen-AUee. Besser. Julius, Kklln., Bergstr. 19 lamburg-Steglitz�sb'tOi Herren-Maieu-Vertrieli zam Selbstkostenpreis-f 10% Charlottenburg-Wilhelmsplatz n Cnfhnl Wurstiabr., Landsbg.- F.flSlülü Allee 130, Spz. Roll.- schink-Nußschink., Schinkenspeck Oscar RöhrsFriedrichshagen Prima Wurst- u. Fleisch waren Riedel, B. Hormta6nastr- Dnrtowalrl Brenzl. Allee 29 nUuen alU xei. Kst. 3206. Wilhelm Röder, Stettinerstr. 14 R.Rothe, Boxhagener Chausseen Ottomar Rudolph, Gärtneratr.17. Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. 13- A.Rehmet,Moab.,Perlebergerst.2 Aug.Roser,Neiii.,Kaia. Friede S(r.81. W. Segling, Cbristburgerstr. 43. Max Schladt, Langest!-. 67. Th.Scheunemabn, Helmholtzst.l. L Sdiramm,Fadorstr.23, T.MpI. 1 1707. OttoScfaleusener, Mtili. Maiazerst. 8 P. Schrael,Nklln.,Steinmetzst.llO F. Schmidt. Ntlla.. SchülerpromcnadeS jittO SMeitsp!St-Ges3cbl SciiiwekiKwPaliisadeaßt.l, Ecke. Neukölln, BergsIf�T Mitgl.d. Wahl vereine Zielonacki, Oranienstr. 21. Lesko A Slupeckl, Schönh-AIIee 70 e Ma?Pn»«> Imt.,>,??«». rorttgaacticiciw, H.O«B«hr,K«iiiB»l» birg, SdiilleHir.il. Wllh. Langner, ML Koffer'SclmlzeÄm Richard Kyrtzh�rr ötlfl PäilililZ Eig�Werket.r Haus« TaidieD-MDlierlSne�fr. M. Bob. Tolgt, Beaimcbnltlr. M. Eig.?»br. VMChnaid«- Schule des —" Deutsch. Zuschneider- Verbandes. e. V., BERi..T.Krfit 4136. Robert Frenze), Cöpeniekerslr. 101. Krüger.Rtltiienb. St 16. Tel SIpl.SJOI I I annn Ri'terstr. 96, IV., 4195 J. uBSiyc Billigste Preisbsrecbng Paul Scfanr, 0!i!.b.lI..Dirti«aitt.Bg.88. Molkorelen ."llrsnientr. Eriilowitr-SC 2 Molkerei Joni-West Milchkuranstalt amYiktoriapark Kreuzbergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Hindsi- und Kurmllsh. LlHauer Adler-Nähmalcbiuen ohne Anzahlung. Tum-Str. 39. Atrana-N8h maschlnen G. A. BätttsrAilreasstr. 79, PeHrsborjer- «tr�ST�jandau, Sch«ow»l4,Hlri9 £ Optiker} Bardorf, Moabit, furmstr�Tl Vase, Paul, N, MQUeratr. 174. Groß, Paul, warsebauarstr. 66. Haaler, Goiinowstr. 18. Kazzaalizf. Schubert, Carl.Wklln. Bargstr. 148 WicnslruAjS�Mdis�otsdtmsH� � Pnpler- u. Sohrelbw. J oTrScSnow,.Nkün. HermajuizirJeS SeidlerJLouiiijNklli� c Pfandleihen ) «oll.SMII.CIiÄ.sL G. Oollstfa, Folbattrat.H.ERaniBlznt Milch Schmidt Neukölln Henaanostr. 53, Hcrraannstr. 95- W. J.Reich« Birkcostr. 33. ZwiBgliatr. 33 „Schwelzerhof", Meierei und MUobkuranatail. Emdener Str. 4t. n Tel 11. 2565. c Musikalien J 1 Mualklnstrumente „IrirTncEu�Sriinnenatr. 45. Pinto ck Co., Köpenickerat. 105/6. Lorenz Rahme), Oranienstr. 181 torbour, Müiipratr�lG_ � Am uftiU.- HauaT""- A*»enzen htmer Größtes Spezialgeschäft der Branche. Bgittelmarirt�ia� Reetz. Span den, Haveistr. 21. Schnötke, Otto, N'klbLRizhzrästr. IIS c MSh maschlnen GoffiowBtr. J i, ai., Waschroaseh, Cbarlottenburg, äpandauerstr.3 all« System« ohne Anzahlung. Hermannetr. 177. Brm Kottbuser Damm 23. l�ukSSTn lur Borgai Spettbilligar BellesTcrkiir, Eockmoderte M. P!snÄnuruÄ.5'8 «rrcagard. rtnarsrk, Seiaaekittk. sie. E. Krön, Köpenickerstr. 56 a, I. Langer. Wriageiiir. 91, BlllljerTirtaif. Schmidt, Fannstr. 3 E- Senftieben, Kottb.-Damm 28 I. Photgr. Apparate| TTimonbl 80 Kottllu6erciamm' ihlul UüIIl aach Gelejenbeilakinfe. Uuj/a Schult* Müllerstrasse 166 a E. Eigroepreisea. .eurd.Zelliagi"'„Rebal!1 m-vmxn Bergstr. 52. _ Hermannst. 163 Herrn. EEnner, CSpenick. Fledr. A. Lange, Uadebergerstr. 63. Paul Lehmann, Friedrichshagen. Ernst Müller, Teltowerstr. 63. Nehrlng-Cbarlbg.,Kiij.-AagMla-Allee90 C. Neamann, Falkensteinstr. 37. Petersohn, Oak., Mülierstr. 155. SPIaamann, Jagowstr. 20, 1% eetz, Max wÄ«;. si2h5n' Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. MwafßEfiaDsMestßoSrt*: J!JiDliwareDliaßSiKTr.ÄÄ Frltj Schlott, Moabit, Waldatr. 34. Schwersenzer, Tnrmilrnße 48. Alb. Sseger, 17».. Lortaingatr.• Sommer, Wllh., W, Sehonb.-Allet 85. ATrettln,Friedriehskeg.,Eriedrichelr.2J. WltL�Spand��Wenendorfcrstr. 99, Schirme u. Stöcke Irod, F.! St ) -----, ipänSSüTl'otsd. Str. 19. HBmnann.ljchMerslS.BIg.Falrlkat«. Jehnlchen, Nklln., Kais.Prledr.-Str.U S. Lerche, Scböaeberg, KolloaseasD.Ai A.R!eke,Badstr.ll.Bezüge billigst Herrn. Rosenky, W. Heilte ioitr. 4. O.Schlou«an«rt Waraehauerat.So. Seifen � Gustav rfacJBaJ�äntätmr� Heidke�auh�Burgsdorfstr�lH. ( TepplohenToardlnen � Gardinan�nSerniiard Schwark Berlin, Wallstr. 18(dreizehn). J. 1. Schulz™""" Weg 10 I. Trauer-Megezin J estmann Mohrens�r�Tft���rkfStrllR. � Uhren u, Soldwaren � OicarAlJag�raT�EruramesTS. J. Behrendt, Wran�elstr. 52. OttoBifkel,�™� r Guatav Sahoder Fabrik moderner Gold», u. Uhren Hauptgesoh. S.42.0ranienat. 155156 I. Filiale W. 80. Lützowatr. 80. II.„ Bohöneberg, Hauptat. 142 Otto Brauer, Mülierstr. 164 WMMWZZJ MaxElsemiann,Cbarl.,N'ebriag9ir. 16 Brüggemann, Beiaictenlorltritr. 91. Bürger, Jul., Mülierstr. 8. Max Busse Br?7n5°,,"tr" W.Elsolt,CkarL,WlIiwndor(entM 1 1, J. Gebhardt George, Adolph, Badstr. 85. Emst Grüber, Brunnenstr. 7S. H.Ofaopöefä�'ÄÄ H. Kammler, Charl,, Krommeatr.Z. M.Sa?i@lBruJ1n|.n,tr- Kniebuscb, W.« Frft. ChauaseeSl Lehmcnn, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wilh., Kottb.Damm28. [Laders, H�rr/r�.! Nolte, K., Simon-Dachstr. 13. Rollo!! PIbdz, ÄSS: l? Quitzow, Job., Mülierstr. la. EmilQuadeH�Ä Carl Schlewinsky, Eoppenstr.4. R.Schmelz, bjgerstf.us Willy Schmidt, Priciieiita.Bb«iiutr.l3. IBüStaV SÖlölZ Hacptstr�lfö. I --■"' r- i.Stßf Schönemonn, G,\tlla., Beri F, Schönwitj, Beri. O., Geiiltritr. 27 W.Schu ItzD orhs jcn.Nsne Bzkibsfstr.Si ScbBmacher,0., Tegel, Beri.-8t.5a. Schulz, Ol»., Frankf. AUee 24. Max Storch, Elbingerstr. 100. M. Tomedma Nchf., Brteketstr. 16. Paul Trank, Charl., Spand.-Str.32. A. Trenner, Wilbilnink, Esoputr. 13. Truxa, VV., Fraakft. AUee 185. hm- ü. Hiwapen-liDi« Berlin 220, Lindenstr. 16. Beste direkt. BezugsqueUe! Kslalogjrsli«. Vtritnd»sek aelerbaib, billig»« freiie, Ubren-Klinlk.Bmiei-E.BeniiDertL WlfH5,Ad.,B.Ä?k ZabelNchfjjCltribg�BsfllBint � Vernlohepungaii��� „Deutschland'' Berlin Arbcltervcrsicherang— Schützen- �erlKlmssenveHlcherg.-«tr3fle_3_ "Fried ricF W Ühelrn' Berlin HS, Behrenstr. 53— 61 Lsbeis-, Sterbekisieo-i.Arbelunenleig. Mit u. ohne trstl. Untersuchung Jahres-, Monsts-iWoebenbeiträg« w-—------- .Iduna'zuHäÜea.Si BerUn, Charlottenstr. 82 Volks- und LebensTeralchemng. Warenhiuner Warentas M. U Spandau Wilh. Herrn. Lesser KoloutSI Schöneberg Kal«ail54 Bei jedem Einkauf Rabattin Weine, Liköre u. Fmchtsifte 60 Filialen in allen Stadtellen Xlle m.Wcly e, Likorlzbr.,(.«ricbtitr. 1 1 100111$®""™'™"!"' IgUUH■u'l» Eiu«lTirtAE«gr.-rreli Betttnger, K.. TaU-leka, VleUelstr. Oroßd..Zar'—" Horn, Heski Conrad c Oranienatr. 207. Waeohmittel Verlangen Sie J „Edelweiß" Krone aller ffasclunitfel [ Wala-, Wollw� Trikot!") AEläcKM�QnaS�EöHnerSJrlw. H. Barta, Schönhauser Allee 107. Bredow, Otto, Skihi. Harm annst. 58 Carl Braun•ÄS"" 5. M. Gardeis SÄ7?« | Georfli, Ernst s�ul Hoffmann, Carmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Julius John Dnnkenrtf'i: Jonas, Hermann hiVtufikttti Juncker, H.KnV.iTi Carl Klein, Höehatestr.lO, W.O. 18. Robert Kntacbe, Gubenerair. 56. A. Kaealer, Capriristr. 5.« Ch. LoewT�� J«�•!?* Dz-a-riz der Klrehe. Meyer, Bero««enl.l2,(Arteiterbezde») Nachmann, kl blieretr. 131a, KoiuL-Liel. Fr. Ollvetzkl, Alle Jzkobitr. 157. Schaeferg HuBait®a- _____ 8tr. 45. Schräm, Lina, Mirbachstr. 31. Otto Seelisch, Kochhanstr, 8. Hermann Meyer, BzkiralbaisiiBt t). .Stein B«iiüekeidt.W.8ebanv«b«nt.l 14 Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlralati«. 4. Schneider, Webers tr. 61. Eiisabetbkirobstr. Ii Wäsche, Bettfedern. Thnrow�., CharIbg.,Caueratr.l4 L. Vierarm, Zionskirchstr. 34. B-Volgt, BeinickeDlcrf, Ameidcstr.lOl. Albert Vogt c Wild u. GeflQgei TrimTTeoohOhnor J ■ sowie Bettfedern) Geflügel-Importhaus Neukölln, Kneeebeckstraße 105. C.DittmannB.Ssrt.42. P. Hildebrandt Äm. Schmidt« B.« Spandau, Harelat. 19 Zastrow.Undsberger-AlleeUT.Fihch«. | Zahn-Ateiler �BaXs��SöESuhäüäerTTIeM?,.. Hollbruch, Herrn., Fukitl.gegr. 1 371 Herödjl., Elusieret 97, a. Kticiul.FL Jordan, AltT.,Feiii>tr. 41, gegr. 1889. Karber.O.,ltiiMd«il,Cbsuaee•> 6.85 Kinder-Stiefel braun und achwaiz.. von 1.95 an Pantoffel in allen Preislagen..... von 68 Pf. an Reise-Schuhe Segeltuch mit Ledersohle.. Paar 1.95 Reise-Schah« in Leder für Herren Damen MEdehen 2.95 2.65 1.05 Damen-Wäsche Phantasie- Hemden mit eleganter Stickerei Achseischl.- Hemden Knle-Beinklelder Nacht-Jacken Serie I Wert bis 3 00 M. 1.95 Serie II Wert bis 4 SO M. 2,95 teilweise bis zur Hälfte im Preise ermässigtl HtOFSOtKO zum Aassuchen. Stack 95 Pf. Strümpfe Damen-Strümpfe, englisch!, durehbroch., jetzt Pasr 18 Pf. Damen-Strümpfe, englischl., Fuss ohne Naht, jetzt Paar 33 Pf. Damen-Strümpfe, buntgeringelt,.,» Jetzt Paar 42 Pt. Schwelst- o. Mako-Socken, Fuss ohne Naht,. Paar 28 Pf. Berren-Socken, leinfarb., nur bunt gering., jetzt Paar 48 Pf. Damen-Füzslinge, schwarz, Fuss ohne Naht, jetzt Paar 17 Pt. Ein Poeten Kinder-Söckchen, Grösse 1—4 l, Paar 23 PL Ein Posten Kinder-Strümpfe, Grösse 1—4«, Paar 27 Pf. Kinder-Strümpfe, schwarz, Grösse 6—8,,» Paar 43 Pl. Kinder-Strümpfe, farbig, Grösse 9—13,,. Paar 65 Pf. Berren-Reize-Secken, makofatbig.,,,. Paar 7 Pf. Blusen neue Sachen i 95 MuH, Batist, Musselin. Zum Aussuchen........> Wirtschafts- Artikel Alpaka-Kaffeelöffel St. 16 PI. Alpaka-Esstöffel. St 32 Pf. Rosshaarbesen... 68 Pf. Kleiderbügel m Hosenstrecker..... 35 Pf Alnminiom- Esslöffel 12 Pf- Ainmin.• Kaffeelöffel 7 Pf. Bestecks, durchgehend Paar...!. 35 Pf Kaffeelöffel, Zinnstahl 5 Pf, Eiserne Bratpfanne mit Holzstiel,,. 68 Pl. Brotmesser....38 Pf. Blechtablett, 55 cm 72 Pf. Bier-Untersätze mit Nickelrand., k, 19 Pf. 3 BacKebretter.,. 68 Pf. 1 Gewürzetagere..78 Pf. Bade- Wäsche— Bade-T rikots In grosser Auswahl! Sehr preiswertl Rangoon-Rels■«««« Pfund 18 PL Hartgries gelb,,,,, Piund 23 Pf. Ringäpfel Pfund 45 Pf. Backobat....... Pfund 35 Pf. Kleina Linsen Kleine Bohnen,, Prima Rotwurst.. Prima Zwiebelwurat Billige Lebensmittel Piund 18 PL Pfund 18 Pf. Piund 48 Pf. Pfund 55 Pf. Piund 65 PL «»»,»»«» Piund 65 PL Harte Mettwurst BrUh-Polnische Landleberwurst.,,,,»., Piund 85 PI. Fleischwuret.......... Pfund 85 Pf. Holst. Zervelatwurst u. Salami Pfund 1.25 Stettiner Zervelatwurst.... Pfund 1.85 Mecklenburger Zervelatwurst Piund 1.45 Braunschwelger Mettwurst.. Piund 1.10 Anautaactlid�s SkbolfCiKi Ulbert Vach», Vsrlig. Sur den Lniergtegtxtl veralltw.� Xb- Blicke, Berlin. Dr» Bftlößöonftolt Ami Singer».Tg, Verlig SW. »»' 29-?� 3. Seilllge des.FsmUts" Kerliner MllisblM.>« Parteigenossen! Beantwortet den Preiswucher der Spiritnszentrale mit der Uerscharfnng des KranntWeinboykotts. Partei- Etogelegendeiten. Zur Lokalliste! Der Rauchklub„Batavia" hält Sonnabend, den 15. Juni, im„Ge- ellschastShaus�, Neukölln, Berliner Str. 118, sein diesjähriges Stiftungs- fest ab. Das Lokal steht der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung. Es wird daher ersucht, Billetts für dieses Vergnügen zurückzu- weisen._ Fünfter Wahlkreis. Am Sonntag, den 9. Juni, veranstaltet die 4., 5., 6. und 7. Abteilung im Garten der Zentralfestsäle, August- stratze 24/25 ein Gartenfest. Die Genossen des fünften Kreises werden hierauf aufmerksam gemacht und zu regem Besuch aufgefordert. Friedrichsfeldr. Morgen Landagitation. Teilnehmer treffen fich früh'/z? Uhr bei Brunk. Nieder-Schönhausen. Dienstag, den 11. Juni, abends 8% Uhr, Oeffentliche Versammlung im Lokal von Liedemit iJnhaber Perschke), an der Kirche. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Groger-Neukölln: Gehört Jnleressenpolitik in die Gemeindevertretung? 2. Diskussion. Zu der Versammlung findet am Sonntag von den bekannten Stellen eine Flugblattverbreitung statt, auch für Nieder- Schönhausen-West. Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. Polizei, Rowdytum, Publikum. Zum eisernen Bestände der Berliner Polizei gehört es, in beweglichsten Tönen die Bevölkerung zu ermahnen, daß sie Schutzleuten bei Vornahme von Sistierungen das Amt nicht durch Parteinehmen für den Sistierten erschweren, ihnen wo- möglich Hilfe leisten soll. Die Fälle, in denen Zuschauer bei der Sistierung offen gegen die Polizei Stellung nehmen, sind nicht gerade selten. Die Ursache hierfür ist leicht zu finden in ungebührlichem Verhalten von Schutzleuten, wie es auch gegenüber durchaus anständigem Publikum leider immer noch häufig in Erscheinung tritr. In einzelnen Fällen sind es sogar weniger Schutzleute als Polizeioffiziere, die die bei ihnen doppelt notwendige Besonnenheit verlieren und ein heraus- forderndes Betragen an den Tag legen. Erinnert sei, ganz abgesehen von. den Moabiter Vorgängen, nur an jenen Polizei- leutnant, der sich unlängst am Frauenrechtssonnwg beim Schönhauser Tor gegen schutzlose Frauen wie ein Rasender geberdete, ohne jeden Grund, im Gegensatz zu den dort postierten Schutzleuten, die sich der höchst einfachen Lage besser . gewachsen zeigten. Hier war also ein Element der Polizei, .6 und nur die Polizei der Angreifer und Friedensstörer. Der- ortige Fälle stehen, ganz abgesehen von Versammlungstagen, " nicht vereinzelt da. So sicher es ist. daß wir zahlreiche Schutz- leute haben, die ihre Instruktion genau kennen, nur ini äußersten Notfalle von Säbel und Schießeisen Gebrauch machen, auch sich stets eines anständigen Tones gegen an- ständiges Publikum befleißigen, ebenso sicher steht fest, daß sehr vielen anderen Schutzleuten die nötigen Umgangsformen noch ein Buch mit sieben Siegeln sind. Psychologisch ist es demnach durchaus erklärlich, wenn Publikum, soweit es nicht vor jeder preußischen Uniform in den Staub sinkt, den Schutz- leuten die von oben herab gewünschte Unterstützung versagt oder sich animos sogar gegen die Polizei wendet und bei manchen Sistierungen, die an sich berechtigt sein mögen, ein Unrecht wittert. Die oft genug festzustellende unnötig scharfe, mitunter geradezu rohe Behandlung der wegen einfachster Vergehen sistierten Personen, besonders auf den Polizei- wachen, kann ebenfalls nicht zu einem besseren Verhältnis zwischen Publikum und Polizei beitragen. Man brauchte dieser Haltung des Publikums, die sich entwickelt hat, gar keine besondere Bedeutung beizulegen, wenn nicht an gewissen Stellen die tendenziöse Neigung be- stände, die Begriffe Publikum, Arbeiter und Rowdytum in einen Topf zu werfen. Die meist aus polizeilicher Quelle stammenden Zeitungsberichte über Zusammenstöße sind sehr häufig so gefaßt, daß man herauslesen soll, die sistierenden Schutzleute seien von Arbeitern belästigt oder angegriffen worden. In Wirklichkeit sind die Angreifer stets Rowdys, die den Ehrennamen Arbeiter, wie wir ihn verstehen, nicht verdienen. Das weiß auch die Polizei sehr genau. Sie weiß, daß Rowdys immer da wie aus dem Boden gewachsen, namentlich zur Nachtzeit, auftauchen, wo„etwas los" ist. Wozu also die Unterstellung? Organisierte— und die meinen wir hier— Arbeiter sind so diszipliniert, daß sie Händleien mit der Polizei gern aus dem Wege gehen. Sie sind froh, nicht an- gegriffen zu werden. Wo aber doch anständige Arbeiter sich ins Mittel legen, kann man ziemlich sicher sein, daß sie die EntWickelung der Dinge vorher genau beobachtet und ein Un- recht auf feiten der Polizei festgestellt haben, dessen Spuren durch forsches Auftreten zu verwischen die Beamten leicht ge- neigt sind. Die bedauerliche Messerstecherei gegen einen Schutzmann auf dem Gesundbrunnen haben wir als Roheits- akt gekennzeichnet. Aus solchen Einzelsällen. die in einer Weltstadt unvermeidbar sind, politisches Kapital zu schlagen. wie es Scharfmacherblätter tun, ist mehr als frivol. Die schwedischen Gäste der Stadt Berlin besuchten gestern früh. einer Einladung der A. E.-G. folgend, die Kabel- und ElektrizitälS- werke an der Oberspree in Ober-Schöneweide. Die Gcmeindeschulgrundstücke zu betreten ist.Unbefugten" nicht erlaubt. Man wird es nicht glauben wollen, daß einer zu den .Unbefugten" auch Eltern zählen könnte, die ihren Kindern in den Untcrrichtspausen das Frühstück oder warme Getränke(Milch, Kakao usw.) bringen wollen. Wir haben schon vor Jahren einmal festgenagelt, daß Eltern, die zu diesem Zweck sich nach der Schule begeben hatten, zurückgewieien worden waren. Damals wurde ge- meldet, die Schuldeputation habe die Nekloren belehrt, daß den Eltern grundsätzlich nicht verboten werden dürfe, ihren Kindern während der großen Pausen Frühstück zu bringen. Jetzt wird uns mit- geteilt, datz im sechsten Schnlkreis Berlins noch immer nach einer aus der Amtszeit des Schulinipektors Kaute her- rührenden Anordnung den Eltern der Aufenthalt auf den Schulhöfen verboten sei. Die Strenge werde so weit getrieben, daß Rektoren auch Mütter vom Hofe weisen, die ihren Kwtoa das vergesse»? Frühstück»achtrage». Unser Gewährsmann erinnert daran, datz früher, wo den Kindern von ihren Müttern warme Milch usw. nach der Schule gebracht wurde, mancher Rektor hierzu im Schulhause sogar ein vesouderes Zimmer hergegeben habe, wenn ein solches zur Verfügung stand. Der sechste Schulkreis liegt in Berlin-Ost und um- schließt des Gebiet der Gemeindeschulen 12, 18, 39, 34. 38, 52. 64, 71. 87, 98, 119, 125, 136, 138, 158, 229, 227, 233, 235, 255, 256, 268, 278, 281, 287. Wer kann uns sagen, in welchen der hier aufgezählten Schulen jene die Beziehungen zwischen Schule und HauS wahrlich nicht fördernden Zurückweisungen der Eltern noch üblich sind? Schulinspektor Kaute ist zu Anfang des vorigen Jahres gestorben und hat dann in Schulinspektor Häusler einen Nachfolger erhalten, der uns als»ein sehr moderner Herr mit vielen vernünftigen Anschauungen" bezeichnet wird. Wir können uns nicht denken, daß Schulinspektor Häusler eine Sperrung der Schulgrundstücke gutheißt. Was sagt übrigens dazu die Schul- deputation?_ Für solche, die Stellung auf Passagierschiffeu suchen, ist das folgende, durch die.Morgenp ost" veröffentlichte Inserat bestimmt: „Weltreisen. Wie erhalten Sie Stellung in Ihrem Beruf auf Passagierschiffen? Nähere? durch Schiffahrtsbureau, Kochstr. 5." Ein Arbeitsloser verstand diese Ankündigung dahin, datz das „Schiffahrtsbureau" selber Stellungen zu vermitteln habe. Als er nach Kochstratze 5 kam, belehrte ihn ein an der Tür angebrachtes Plakat, daß er eS mit einem„Internationalen Schiffahrts-, JnformationS- und Reisebureau" zu tun hatte. Vor dem Bureau, das in der zu einem Obstladen gehörenden Wohnung einquartiert ist, fand er den engen Warteraum angefüllt von jungen Leuten. Wer etwa gleich ihm darauf gerechnet hatte, daß hier Stellungen vermittelt würden, der sah sich enttäusch t. DaS.Nähere", was das.Schiffahrtsbureau" für die Stellungsuchenden bereit hielt, waren Informationen darüber, wie man sich um Stellungen dieser Art bewirbt, waS man dazu braucht, welche Arbeit man in den Stellungen zu leisten bat, auf welchen Verdienst man rechnen darf usw. Für die 2>/s Bogen, auf denen die Informationen sich wie ein mit der Schreibmaschine hergestellter Brief präsentierten, waren 2 Mark zu bezahlen. Gegenüber dieser Forderung zog mancher der Stellungsuchenden eS vor. auf die Informationen zu ver- zichten. Andere, die noch so viel darüber hatten, riskierten die 2 M. Alle Stellungsuchenden bekommen denselben, in Schreib- Maschinenschrift gedruckten Text. AuS einem in unsere Hände ge- langten Exemplar haben auch wir uns informiert, doch können wir die daraus geschöpfte Belehrung hier nicht wiedergeben. Vor Weiter- Verbreitung warnt das.Internationale Schiffahrts-Jnformations- und Reise-Bureau", indem es droht:.Nachdruck wird gerichtlich ver- folgt I" DaS Bureau hält übrigens die um 2 M. erhandelten Informationen nicht für unter allen Umständen ausreichend. Es emp- fiehlt darin als.dringend erforderlich" noch die Anschaffung seines Wegweisers für die seemännischen Berufe der Handelsmarine" denen, die in Zweifel sind, welchen Dienst sie ihren Kenntnissen gemäß auf Schiff versehen können. Diese weitere Belehrung soll noch weitere� 3 M a r k tosten: An der Spitze der Jnforrnationen steht unter der Firma„Jnter- nationales Schiffahrts-Jnformations- und Reise-Bureau" der Zusatz .Zentrale Berlin". Daraus möchte man den Schluß ziehen, daß in anderen Orten Filialen bestehen, aber genannt wird keine Filiale. DaS Berliner Bureau in der Kochstraße sieht bescheidener aus, als mancher es von einer.Zentrale" erwarten wird. Es ist untergebracht in einem kleinen Raum, dem Anhängsel eines Obstlodens, wie schon oben gesagt. Merkwürdigerweise wird weder an dem Laden noch sonstwo an der Hausfront durch irgend ein Plakat darauf aufmerksam gemacht, datz hinter dem Laden die„Zentrale Berlin" des„Internationalen Schiffahrts-Jnformations- und Reise- bureaus" ihren Sitz hat. Erst auf dem Hausflur winkt dem Stellungsuchenden ein Plakat, daS an dem hier befindlichen Privat- eingang des Ladens hängt und zum Eintritt in das Bureau einlädt. Die Person des Inhabers dieses BureauS ist weder aus jener Annonce, noch aus dem Plakat an der Tür, noch aus dem Text der Informationen zu ersehen._ Sündigung von Mictsvcrträgen. Unklarheit herrscht häufig darüber, zu welchem Zeitpunkt der Mietsvertrag gekündigt werden kann. Eine Anzahl der Prozesse zwischen Vermieter und Mieter ist auf diese Unklarheit zurück- zuführen. Die im Gesetz vorgeschriebenen Kündigungsfristen sind in der Regel durch den Mietsvertrag abgeändert. Nach dem Gesetz kann ein Mietsvertrag, wenn der MietSzinS nach Vierteljahres- oder längeren Zeitabschnitten bemessen ist — was nicht gleichbedeutend ist mit den Zeitabschnitten, zu denen die Miete zu zahlen ist— zum Ende eines Kalenderquartals ge- kündigt werden. Ist der Mietszins nach Monaten bemessen, so ist allmonatliche Kündigung zulässig. Heißt eS z. B. im Mietsvertrag: .Der Mietszins beträgt jährlich 369 M., zahlbar in monatlichen Raten von 39 M.", und ist über die Kündigungsdauer nichts bestimmt, ist z. B. über- sehen, den bezüglichen Vordruck auszufüllen, so kann der Miets- vertrag zum Ablauf jedes Kalendervierteljahres gelöst werden; die Kündigung mutz aber spätestens am dritten Tage des betreffenden Vierteljahres im Besitz des anderen Vertragsteils sein. Heißt eS im MietSvertrage:„der Mietszins beträgt monatlich 39 M.'. so kann allmonatlich gekündigt werden, so datz der Adressat spätestens am 15. des Monats im Besitz der Kündigung ist. Die Regel ist aber, daß bei Mietsverträgen über Wohnungen eine Kündigungsfrist im Vertrage festgesetzt ist. Dann ist diese Frist matzgebend. Heißt es z. B. im MietSvertrage, der am 1. Ok- tober 1911 begonnen hat: „Die Dauer deS Vertrages ist auf ein Jahr vereinbart. Wird der Vertrag nicht drei Monate drei Tage vor Ablauf ge- kündigt, so gilt er für dieselbe Zeitdauer als verlängert", dann muß die Kündigung spätestens am 2 7. Juni, nicht etwa abgesandt, sondern im B e s i tz des anderen Teils sein. Etwaige Verzögerungen durch die Post gehen in der Regel zu Lasten deS Absenders. Frühere Kündigung ist zulässig. Es empfiehlt sich also, die Kündigung nicht bis auf den letzten Augenblick aufzu- schieben. Bei Chambregarnisten und Schlafstcllenmietern werden in der Regel schriftliche Verträge nicht abgeschlossen, auch wird meistens über die Kündigungsdauer mündlich nichts vereinbart; eine solche Vereinbarung ist jedoch zulässig. Liegt eine Vereinbarung nicht vor, so kann das Mietsverhältnis, wenn die Entschädigung nach Monaten bemessen ist, allmonatlich gekündigt werden, so datz der andere Teil spätestens am 15. die Kündigung erhält; nicht zulässig ist eine Kün- digung vom 1. zum 15. Ist die Entschädigung nach Woche» bemessen, so ist die Kündigung für den Schluß einer Kalenderwoche zulässig, muß aber spätestens am ersten Werktage der Woche im Besitz des anderen Teils sein. Im übrigen empfiehlt es sich, beim Abschluß neuer MietSver- träge sich diese genau anzusehen und auf Abänderung von Be- stimmungen, die keine sachliche Berechtigung haben und häufig von unseren Hauspaschas schikanös angewandt werden, zu dringen. Nach den für Grotz-Berlin üblichen Verträgen sind die im Gesetz zum Schutze der Mieter vorgesehenen Bestimmungen fast durchweg außer Kraft gesetzt, der Mieter ist geradezu vogelfrei. Georg Kördel, Skalitzer Str. 22, einer von der alten Garde, ist am Donnerstag unter großer Beteiligung zu Grabe getragen worden. In der Zeit des Bismarckschen Schandgesetzes hat er der Partei unschätzbare Dienste geleistet. Von Beruf Schuhmacher, war er unter der Zeit des Sozialistengesetzes als Eisenbahnarbeiter tätig. Durch sein agitatorisches Talent brachte er es fertig, eine Bewegung unter den Eisenbohnarbeitern hervorzurufen. Leider konnte sie sich unter dem Druck der Polizeiwillkür, die damals herrschte, nicht halten. Infolgedessen verließ Kördel den Dienst als Bahnarbeiter und machte sich später in seinem Berufe als Schuhmacher selbständig. Während seiner Selbständigkeit als Kleinmeister war er bis zum letzten Atemzuge unermüdlich für die Partei tätig. Alle Partei- genossen, die ihn kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken be- wahren. Mit welchen kleinlichen Mitteln gegen die am 9. Juni geplante polnische Protestversammlung vorgegangen wird, geht aus folgender Tatsache hervor: Es wurden bei verschiedenen polnischen Wirten Plakate mit der Ankündigung über diese Versammlung zum Aushang gebracht. Dieselben sind von böswilliger Hand zerrissen und ent- fernt worden. Betont sei ausdrücklich, daß diese Versammlung mit der Germanisierung der polnischen Arbeiter absolut nichts zu tun hat, sondern lediglich dazu dient, dem polnischen Volke eine genaue Dar- stellung deS Falles Borchardt und die Haltung der polnischen Fraktion bei dieser Gelegenheit zu geben. Genossen! Macht da- her Eure polnischen Kollegen und Bekannten auf diese Versammlung aufmerksam. Zwei Personen in einem Geldschrank eingeschlossen. Aus einem eigenartigen Anlaß wurde die Feuerwehr gestern vormittag nach der Butter-Engroshandlung von Gebrüder Gause in der Brüder- st r a tz e 7 gerufen. Dort waren zwei Angestellte aus Uebermut in den Geldschrank gestiegen und die übrigen hatten die Tür zu- geschlagen. Unglücklicherweise hatten die beiden eingeschlossenen jungen Männer die Schrankschlüssel mit hineingenommen, so daß der Schrank nicht geöffnet werden konnte. Es entstand eine große Aufregung, da man damit rechnen mußte, daß die beiden Ein- geschlossenen den Erstickungstod erleiden würden. In dieser Not rief man schleunigst die Feuerwehr zu Hilfe. Diese war auch bald mit einem Fahrzeug zur Stelle und suchte zunächst die Schranktür auf- zubrechen. Da dies aber nicht gelingen wollte, mußte die Feuer- wehr sich dazu entschlietzen, durch das Mauerwerk ein Loch zu bohren. Erst nach fast einstündiger Arbeit gelang eS den Mannschaften, ein Loch hindurch zu stemmen, durch das dann die eingesperrten Männer die Schlüssel herausreichten, so datz die Schranktür geöffnet werden konnte. Trotz der langen Gefangenschaft haben die beiden jungen Leute scheinbar keinen Schaden an ihrer Gesundheit erlitten. Die Feuerwehr hatte aus alle Fälle einen Sauerstoffapparat mitgebracht. der aber nicht benutzt zu werden brauchte. � Durch herabstürzende Erbmassen schwer verletzt wurde der 25jährige Arbeiter Rudolf Kutze aus der Möckernstr. 96. K. war an der Ecke der Haupt- und Holbeinstraße mit der Verlegung von Gas« leitungSrohren beschäftigt und arbeitete in einem etwa zwei Meter tiefen Schacht. Plötzlich gab das Erdreich an der einen Seitenwand nach und Kutze wurde von den herabstürzenden Sandmassen bis zur Brust bedeckt. Arbeitskollegen eilten dem Verunglückten schnell zu Hilfe und befreiten ihn alsbald aus seiner bedenklichen Lage. Der Arbeiter hatte einen komplizierten Bruch des linken Unterschenkels und Quetschungen des Unterleibs erlitten. Er erhielt auf der Unfall- station in der Vorbergstratze Notverbände und wurde von dort auS dem Schöneberger Krankenhause zugeführt. Eine eigenartige Liebestragödie spielte sich in der vergangenen Naöbt im Nordwesten der Stadt ab. Gegen 11 Uhr sahen Wärter der Charitö, wie ein junger Mann an der Ecke des Friedrich-Karl- und AlexanderuferS in selbstmörderischer Absicht in die Spree sprang. Sie eilten hinzu und es gelang ihnen auch, mit Hilfe eines hinzu- kommenden Schutzmannes den Lebensmüden noch rechtzeitig auS dem Wasser zu ziehen. Sie brachten ihn zur Charitö, wo er besinnungslos danierliegt. Aus seinen Papieren stellte man fest. datz es sich um den 21 Jahre alten Hausdiener Bruno Dohm aus der Joachimstr. 6 handelt. Als man den jungen Mann rettete, sahen die Wärter und der Beamte, wie ein junge? Mädchen in der Richtung nach der Jnvalidenstraße zu davonlief. Kurze Zeit darauf wurde ein Mädchen in die Charitö eingeliefert, das sich in der Jnvalidenstraße am Platz vor dem Reuen Tor vor ein Auto geworfen hatte, um sich überfahren zu lassen. Ehe der Kraft- wagenlenker seinen Wagen zum Stehen bringen konnte, waren die Räder über die Lebensmüde hinweggegangen. Glücklicherweise hatte das Mädcher jedoch keine schweren Verletzungen davongetragen. Sie gab an, daß Liebesgram sie zu diesem Schritte veranlaßt habe. Bevor man sie noch über die näheren Gründe und ihre Persönlich- keit befragt hatte, verfiel sie in Krämpfe und konnte nicht weiter vernommen werden. Der Schutzmann, der den jungen Mann am Friedrich-Karl-Ufer retten hals und daS Mädchen davonlaufen sah, will die Ueberfahrene als dieses bestimmt wieder erkennen. Bisher konnte man nur feststellen, daß die Lebensmüde Marie Hanke heißt. Ihre Wohnung konte noch nicht ermittelt werden. Allem Anschein nach handelt es sich um ein LiebeSpärchen. daS in eine AuS- einandersetzung geriet, die mit den beiden Selbstmordversuchen endete. Auch heute früh konnten aber beide darüber noch nicht ver- nommen werden. Selbstmord eines Greises. In den Anlagen des Courbiöre« Platzes wurde heute früh ein ungefähr 79 Jahre alter Mann, dessen Persönlichkeit sich noch nicht feststellen ließ, erhängt aufgefunden. Der Tote ist ungefähr 1,69 Meter groß, hat graues Haar und eben- solchen Schnurrbart und trug Anstaltswäsche mit dem Stempel .Hospital Buch 1911". Die Leiche wurde ßbeschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Polizeilich beschlagnahmt wurde die Leiche des 59 Jahre alten Schneiders Otto Votz ans der Zionskirchstr. 6. Votz wurde gestern von seiner Wirtin besinnungslos in seinem Bette liegend auf- gefunden. Sie holte sofort einen Arzt, der nur noch den Tod. nicht aber die Todesursache feststellen konnte. Die Leiche wurde deshalb beschlagnahmt und zur Obduktion nach dem Schauhause gebracht. Zu einem Zusalawcustoß zweier Dampfer, bei dem ein Mann der Besatzung verletzt tdAirde, kam eS auf der Havel an der Mündung der Spree. Als der Schleppdampfer„Plaue", von der Schleuse kommend, in die Spree einbiegen wollte, kam ihm aus der ent- gegengesetzten Richtung der Schleppdampfer„Hildegard' entgegen Beide Fahrzeuge trafen zu gleicher Zeit in der Spreemündung ein und stießen zusammen. Die„Hildegard" wurde von dem Dampfer „Plaue" an der linken Seite angerannt und nicht unerheblich be- schädigt. Leider ist bei dem Zusammenprall auch ein Mann der Besatzung verunglückt. Der Bootsmann Fritz Pelske aus der Staakener Straße 28 in Spandau geriet zwischen die Bordkanten der beiden Danchfer und erlitt eine schwere Quetschung der Nippen. Der Berunglückle wurde mittels Krankenwagens nach dem Spandauer Krankenhause geschafft. Die Schiffe konnten ihre Fahrt fortsetzen. Eine Warnung vor chemischen Milchpräparaten. Der Polizei Präsident erläßt folgende Warnung: In der heißen Jahreszeit pflegen durch Zeitungsinserate und gedruckte Rundschreiben allerlei chemische Präparate meist unter Phantasienamen und ohne Angabe der Zusammenstellung, als Zusätze zur Milch, um deren Gerinnung zu verzögern, empfohlen zu werden. Vor dem Ankauf und der Ver- Wendung dieser Mittel wird dringend gewarnt. Es ist keine chemische Substanz bekannt, die im Stande wäre, die Milch frisch zu erhalten und vor dem Gerinnen zu bewahren, ohne ihr gleichzeitig gesund- heitsschädliche Eigenschaften zu verleihen. Das einzig empfehlenswerte Verfahren, um im Haushalte die Milch vor dem Sauerwerden möglichst lange zu schützen, ist: die Milch so'frisch wie möglich zu kaufen, sofortnach dem Ankauf 6—1(1 Minuten etwa bis zum Kochen zu erhitzen und sie alsdann schnell abgekühlt an kühlem Orte in einem Gefäß mit überfassendem Deckel, und zwar am besten ohne Umgießen in dem Gefäße, das zum Aufkochen diente, aufzubewahren. Milch, die kleineren Kindern gegeben wird, sollte vor Verabfolgung an sie jedesmal erst von einem Erwachsenen gekostet werden, um fest- zustellen, ob sie auch nicht sauer oder bitter schmeckt. Wer Milch. die mit chemischen Konservierungsmitteln versetzt ist, einführt, feil- hält oder verkauft, hat Bestrafung auf Grund von K 81 der Polizeiverordnung vom 16. März 1!)02 und Verfolgung auf Grund des Nahrungsmittelgesetzes zu gewärtigen. Kontrolleurin der Kinderschutzkommisfion für das Frankfurter Viertel des vierten Kreises ist Genossin Else Bongarts, Bcyme straße 2S. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von 6)4— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von V—-1 und 3—6 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 668 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Vorort- JVacbrlcbtcn« Neukölln. Eine neue Schandtat? Die Neuköllner WahlrechtSräuber find unbelehrbar! Im Kampfe gegen die Sozialdemokratie schrecken sie vor keinem Mittel Zurück. Das zeigte die Verhandlung der Stadtverordneten- Versammlung am 6. Juni. Endlich wurde der Stadtberordnetenvevsammlung Gelegenheit gegeben über die Gültigkeit der Stadtverordneten- Ersatzwahlen Beschluß zu fassen. Sämtliche Wahlen wurden für gültig erklärt; nur gegen die des, Genossen Schuch war Ein- fpruch erhoben. Derselbe stützt sich hauptfächlich darauf, daß eine Stimme für Hermann Schuch abgegeben ist, die vom Wahlvorstand« dem Genossen Mauermeister Wilhelm Schuch zugezählt wurde. Der Referent d«S Wahlausfchusses beantragte, dem Protest stattzugeben und die Wahl für u n g ü l t i g zu erklären. Die skrupellose Gewaltpolitik, die von der bürgerlichen Mehr- heit mit diesem Antrage geplant war, wurde von den Rednern .Mferer Fraktion mit aller Schärfe und Entschiedenheit betont und erwiesen. Stadtverordneter Scholz(Soz-> geißelte das mehr .nfs sonderbare Verfahren, welches vom Berichterstatter geübt Äürde. Keiner der angeführten Protest g r ü n d e se» aus den Akten ersichtlich, Beweismittel sei weder dem Ausschuß noch dem Plenum unterbreitet worden. Nur eine private eidesstattliche Ver- stcherung sei durch den Referenten im Plenum bekanntgegeben worden, welche die Angaben deS Protestes bestätigen soll. Maß- gebend seien jedoch die Akten, die von alledem nichts enthalten. Auch die Ausführungen des Referenten auf ihren Wert hin zu prüfen, sei im Augenblicke keinem möglich Sache des Ausschusses wäre eS gewesen, diese Angaben einer Würdigung zu unterziehen. Unmöglick> könne die Stadtverordnetenversammlung auf Grund dieser Angabe im Sinne der Einsprucherhebcnden entscheiden, da weder in dem Ausschuß noch heute im Plenum die Namen der- jenigen genannt seien, die diese eidesstattliche Versicherung abge- geben haben sollen. Im übrigen sei die ganze Aufregung über den Fall„Hermann" Schuch hinfällig. AuS dem vorliegenden Taufschein sei ersichtlich, daß der Kandidat die Vornamen Hermann Friedrich Wilhelm habe. Stadtverordneter Kloth(Soz.) zeigte an einem interessanten Schulbeispiel die Gründe auf, nach welchem Proteste fabriziert werden. Eine Berliner Zeitung brachte schon vör den Wahlen die Mitteilung, daß in der Tat die zwang s- weise Eingemeindung von Treptow in Neukölln ernst- lich erwogen worden ist. Man hatte sich aber überzeugt, daß damit an der voraussichtlichen sozialdemokratischen Mehrheit nichts ge- ändert würde. Schließlich sollte Herr von He.ydebrand helfen, der im Reichstag aufgesucht wurde und dann mit dem Reichs- kanzler über diese Dinge sprach. Zweck der Besprechung war, eine Aendervng der Städteordnung zu bewirken dergestalt, daß die Forensen wahlberechtigt werden. Diese Mitteilung löste .selbstverständlich die lebhaftesten Entrüstungsrufe bei unserer Fraktion aus. Der Redner ersucht die Wahl anzuerkennen, und die Protestler auf den Klagcweg zu verweisen. Die Stadtverordneten Dr. S i l b c r st e i n und. Conrad(Soz.) würdigten in eingehen- den Darstellungen das empörende und schimpfliche Verfahren, .'welches die Mehrheit einzuschlagen im Begriff sei. Dem Wahl- rechtsraub solle der Mandatsraub folgen. Rechtsbruch wird auf RcchtSbruch gehäuft. Systematisch wird gegen, die Sozialdemokratie gearbeitet unter Anwendung der verwerflichsten Mittel, um den wachsenden Einfluß derselben zu hintertreiben. ( Die Vertreter des Bürgertums schwiegen. Nur einer, der mit dem goldenen Verdienstkreuz dekoriert« Stadtverordnete Zoufall -(rllärte, daß von ihnen keiner zu Herrn von Heydebrand gegangen [ti. Die Tatsache selbst wurde nichtbe st ritten. Mit 19 gegen 11 Stimmen wurde in namentlicher Abstimmung die Wahl des Genossen Schuck fü- ungültig erklärt. Die bürgerliche Mehrheit stimmte geschlossen für die Ungültigkeit. ' Entgegen altem Brauch wurden die Neugewähltcn diesmal Wicht von dem Oberbürgermeister in ihr Amt eingeführt. Der- selbe glänzte durch Abwesenheit. Prompt, nachdem die Einführung vollzogen war, erschien der Oberbürgermeister Kaiser im Saal. Tie Moral der bürgerlichen Vertreter sollte sich noch bei einem awdcren Punkte der Tagesordnung in greller Beleuchtung zeigen. Stadtverordneter Heller(Soz.) erstattete namens der Kom- Mission Bericht über die Vorlagen betreffend Abänderung des Bebauungsplanes Abt. I und beantragte, entsprechend den Be- schlüssen der Kommission beschließen zu wollen. Emil Müller(Alt- bgl.j machte einige andere Vorschläge. Dabei stellt sich heraus, daß er als Grundstücksbesitzer petsönlick an einer anderen Gestaltung des Bebauungsplanes interessiert ist. Die Genossen Heller, Conrad und Dr. Silber stein Harakterisieren das eigennützige Verhalten dieses Herrn und be- amtragen, daß alle Interessenten, den Saal zu verlassen haben und stützen sich dabei auf 8 44 der St.O. Herr Stadtverordneter Müller verläßt darauf, ohne die Abstimmung abzuwarten, wie der betrübte Lohgerber den Platz seiner Taten für das„Allgemein- wohl"! Dem Antrage der Kommission wurde zugestimmt. Eine Reihe kleinerer Vorlagen wurden debettelos erledigt. In der gc- Heimen Sitzung wurden noch 80 000 M. bewilligt zur Anlegung eines 80 Meier breiten Pflanzstreifens auf dem Gelände des Tempel. hofer Feldes auf der Sfrerfe von der Warthesiraße his zur Wanzlick- straße. Eharlottenvurg. Der Magistrat von Charlottenburg hat zum dirigierenden Arzt der in Sommerfeld(Osthavelland) zu erbauenden Anstalt„Waldhaus Charlottenburg" den Dr. Ulrici, zurzeit dirigierender Arzt der Heil' statte Müllrose bei Frankfurt a. O., gewählt. Die frühe Straßciibahnverbindung nach dem Spandauer Bock mit Wagen der Linie R ist wegen der dauernd schwachen Besetzung der Wagen seit dem 1. Juni wieder weggefallen. Friedrichsfelde-Neu-Lichtenberg. Auch in diesem Jahre haben sich Turner und Turnerinnen der Freien Turnerschaft zur Brra»staltuilg von Kinderspielen bereit finden lassen. Das wird nicht nur den kleinen und großen Teilnehmern vom vorigen Jahre eine Freude sein, sondern sicher auch von vielen Proletariermüttern freudig begrüßt werden. Die Kinder befinden sich unter gewisienhafter Obhut und können sich in der frischen Luft des Schloßparks tummeln. Deshalb ist auch ein reger Besuch zu erwarten. Die Kinder sammeln sich früh 8'/, Uhr a) an der Kirche, d) an der Walderseestraße, Ecke Prinzen-Allee und c) für Neu-Lichtenberg am Augustaplatz. Von da werden sie nach den Spiel- Plätzen geleitet und gegen 12 Uhr auch wieder zurückgeführt, sodaß sie also nie ohne Aufsicht bleiben. Ober-Schöneweide. Die Wahl zur Gemeindevertretung findet für die m. Klasse morgen Sonntag, den 9. Juni, von vormitags 11'/, Uhr bis nachmittags 4 Uhr statt. Es wird von allen Wählern der dritten Abteilung erwartet, daß sie pünktlich zur Wahl gehen. Jeder Wähler wählt in dem Bezirk, wo er am 1. Dezember vorigen Jahres gewohnt hat. Der Ort ist in zwei Bezirke geteilt und zwar bilden alle westlich der Schillerpromenade gelegenen Straßen den ersten Bezirk. Die Wähler dieses Bezirkes wählen in der Watt straße(Turnhalle). Alle östlich der Schillerpromenade gelegenen Straßen einschließlich der ganzen Wilhelminenhofftraße bilden den zweiten Bezirk, hier wird in der Turnhalle, Frischenstraße, gewählt. Legitimationspapiere wie Mietskontrakt, Steuerzettel usw. sind mit- zubringen. Der Kandidat für den ersten Bezirk ist der Genosse Karl Liesegang, Edisonstr. 48, für den zweiten Bezirk der Hausbesitzer Ernst Wesen bürg, Frischenstr. 20. Wähler der III. Klasse erfüllt nunmehr Eure Pflicht, indem Ihr Eure Stimme nur den Kandidaten der Sozialdemokratie gebt. Treptow-Baumschnlcnweg. Der Arbeitcrturnvcrein Jahn veranstaltet am morgigen Sonntag auf seinem Spielplatz am Heidekampweg in Baumschulenweg. nach- mittags 3 Uhr. ein Sommerfest verbunden mit Schauturnen. Konzert und Kinderspielen. Da der Verein sich bisher bei Parteifestlichkelten jederzeit zur Verfügung gestellt hat, wird ein reger Besuch der Arbeiterschaft erwartet. Adlershof. Eine außerordentliche Sitzung der Gemeindevertreter beschäftigte ich mit der Errichtung einer Reichsversuchsanstalt für Luftfahrt auf Adlershofer Gebiet. Von der Gemeinde wurde verlangt, daß sie einen jährlichen Zuschuß von 7500 M. zahlen solle. In einer, der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vorangegangenen Aussprache der Gemeindeverordneten wurde eine Verständigung dahin erzielt, daß von der Gemeinde ein einmaliger Zuschuß von 26 000 M. gewährt werden soll. Ueber den Wert der zu errichtenden Anstalt für AdlerShof gingen die Meinungen weit aus- einander. Von unseren Genossen wurde zum Ausdruck gebracht, daß ein direkter Vorteil augenblicklich für den Ort nicht zu erwarten sei, sie aber doch als Mittel für die Erschließung de» Orts- teilS jenseits der Bahn angesehen werden könne. Es wurde be- chlossen, den Betrag von 26 000 M. als einmaligen Beitrag zu fcaljlen unter der Voraussetzung, daß die Anstalt mindestens zehn Jahre am Orte bleibt. Für jedes Jahr, welches sie ftüher aus AdlerShof verlegt wird, werden 2600 M. in Abrechnung gebracht. Der„Entwurf einer Ortssatzung für das Kaufmannsgericht" wurde mit der Abänderung, daß die Vorschlagslisten der Kandidaten von nur drei Wahlberechtigten unterschrieben werden brauchen, nach den Borschlägen der Kommission angenommen. Der Punkt„Be- jchaffung einer Feuerwehrleiter" wurde von der Tagesordnung ab- «setzt, dagegen ein Antrag des Genossen Zabel auf„Bildung eines lusschusses für das Feuerlöschwesen" einstimmig angenommen. Die Neupflasterung der Bismarckstraße zwischen Helbtg- und Wald- traße wird mit 81 000 Mark veranschlagt; diese Summe oll aus einer aufzunehmenden Anleihe bestritten werden. Die Adjazenten sind mit fünfzehn Prozent der Kosten auf Grund des Kommunalabgabengesetzes beranzuziehen die Abzahlung darf innerhalb zehn Jahren erfolgen. Die Pflasterung der Bismarck- traße zwischen Adlershof und Köpenick soll im nächsten Jahre in Angriff genommen werden. Bei dieser Gelegenheit wurde vom Genossen Zabel gerügt, daß nicht nur Privatpersonen, sondern selbst die Gemeindediener und auch einige Milglieder der Gemeinde- dertretung mit ihren Fahrrädern auf dem Bürgersteig fahren und dadurch dle Sicherheit der Pastanten, in sonderheit die der Kinder, gefährden. Eine heftige Debatte rief der Punkt„Besprengung des Kirchplatzes" hervor. Die Herren Kruse und Schöffe Müller hatten den Antrag gestellt, daß die Kosten ür die Besprengung des Platzes von der Gemeinde übernommen werden sollen. Von sozialdemokratischer Seite wurde darauf ver- wiesen, daß diese Summ« in erster Linie für die Pflege der der Ge- meinde gehörigen Plätze verwandt werden sollte. Auch einige bürgerliche Vertreter sprachen sich im gleichen Sinne auS. Mit knapper Mehrheit wuRie der Antrag Kruse und Müller angenommen. Bei Ver- chiedencm gab der Bürgermeister auf eine Anfrage bekannt, daß die Schöffenwahl innerhalb 14 Tagen stattfinden soll. Eine Anregung des Herrn Dr. Saling, die Kommissionen derart zu besetzen, daß auch dem Schöffen Ingenieur Müller einige technische Kom- misstonen zugewiesen würden, beantwortete der Bürgermeister dahin, daß er nicht gewillt sei. eine Aenderung des jetzt bestehenden Zu- tandes anzustreben. Schöffe Mendelsohn. seines Zeichens Leder- Warenfabrikant, erklärte, unter keinen Umständen aus den Kom- Missionen, in welchen er tätig ist— und dies sind so ziemlich alle— auszuscheiden. Ob das im Interesse des Orte« liegt, lassen wir dahingestellt. Zu einem gedeihlichen Arbeite» trägt«ine solche Srellungnahme sicher nicht bei. Jugendveranstaltungea. Köpeatck. Sonntag, den 9. Juni, findet ein« Spielpartie nach Raven- steiner Mühle statt. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr an der Post, Luiden- straße. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung auch der Eltern der arbeitenden Jugend._ Der JugendauSschuß. Gerickts-Leitung. Der beleidigte Militarismus. Wegen eines Gedichts, welches das gewerkschaftliche Organ der seemännischen Bevölkerung,„Der Seemann", abgedruckt hatte, hat der Kriegsminister gegen den Redakteur des Blattes, Genossen Paul Müller, Strafantrag gestellt mit dem Erfolge, daß Genosse Müller gestern als Angeklagter vor der siebenten Strafkammer des Landgerichts I erscheinen mußte. DaS fragliche Gedicht ist von dem ungarischen Dichter Ludwig Palagi verfaßt, von Karl Henckel ins Deutsche übertragen und in Gedichtsammlungen sowie auch verschiedentlich in Zeitungen seit- her unbeanstandet abgedruckt worden. Der Dichter schildert— vielleicht etwas kraß in der Form und mit dichterischer Ueber» treibung. aber sachlich durchaus zutreffend— wie schon bei der Rekrutenmusterung, noch mehr alber beim militärischen Dienst selbst, der einzelne.Sol.dat nicht als.PersynIOeit, sondern nur als Teil einer willenlose« Masse bessänkekk 0bS, efSä st Bit Ri5 Bich zu behandeln pflegt.— Das Gedicht enthält nicht die geringste Bezugnahme auf irgendeinen bestimmten Vorgang oder auf einen bestimmten Heeresorganismus oder auf gegenwärtige Verhältnisse. Es ist eine ganz allgemein gehaltene scharf« Kennzeichnung des militärischen Systems, welches in allen Militärstaaten herrscht. Irgendwelche Hinweise auf bestimmte Personen ein« bestimmten Armee fehlen vollständig.— Trotzdem hat die Staatsanwaltschaft dem Verlangen des KriegSministers Folge gegeben und Anklage erhoben wegen Beleidigung von Angehörigen der preußischen Armee. Staatsanwalt Stelzner, der in der gestrigen Verhandlung die Anklage vertrat, stellte die Beleidigung als eine so schwere hin. daß' er zu dem Antrage kam, den Ungeklagten mit zwei Monaten Ge- fängnis zu bestrafen� � Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann wandte sich gegen die Bemühungen des Staatsanwalts, die auf einfache Belei- digung lautende Anklage mit Argumenten zu begründen, die zu- treffen würden, wenn die Anklage wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen erhoben worden wäre. Das konnte aber nicht geschehen, weil die Voraussetzungen dieses Delikts nicht gegeben sind. Deshalb verwahrte sich der Verteidiger gegen eine Ver- mengung des Tatbestandes der Beleidigung mit dem Tatbestande der Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen. Weiter führte der Verteidiger aus. daß eine Beleidigung von Angehörigen der preußischen Armee in dem Gedicht nicht gefunden werden kann. Nach dem Standpunkt des Reichsgerichts muß bei Kollektiv- beleidigungen der Personenkreis so bestimmt bezeichnet werden, daß jeder einzelne aus diesem Kreise sich getroffen fühlen kann. Das aber ist hier nicht der Fall. Es wird zwar das militärische System kritisiert, aber nicht dessen Träger. Wenn in dem vor- liegenden Gedicht eine Beleidigung von Angehörigen des Heeres erblickt werden sollte, dann wäre das genau dasselbe, als wenn etwa wegen der Behauptung, die Kirche verdumme die Menschen, jeder Geistliche sich beleidigt fühlen würde. Ja, man könnte die Kapuzinerpredigt aus Wallensteins Lager mit denselben Gründen wie dieses Gedicht wegen Beleidigung von Angehörigen des Heeres unter Anklage stellen. Die Voraussetzungen des Gesetzes treffen im gegenwärtigen Falle nicht zu, deshalb muß der Angeklagte frei- gesprochen werden. Das Urteil, welches Landgerichtsdirektor Splettstößer ver- kündete, folgt dem Staatsanwalt zwar nicht hinsichtlich des Straf- maße», aber doch in der Beurteilung des unter Anklage stehenden Gedichts. Wer es unbefangen lese, der müsse annehmen, daß deutsche Verhältnisse getroffen werden sollen. Dos Gedicht ent- halte Beleidigungen nicht nur im allgemeinen, sondern in bezug auf einzelne Personen, denn es kämen ja in dem Gedicht die Worte vor„der Oberst",«der Stabsarzt" und„der Korporal". Aber andererseits müsse angenommen werden, daß das Gedicht keine große Gefahr bringen könne, denn es wisse ja jeder, daß die Verhältnisse bei uns gerade umgekehrt lägen, als wie sie in dem Ge, dicht dargestellt würden.— Das Urteil lautet auf 600 M. Geld- strafe. Dem Kriegsminister wird die Befugnis erteilt, das Urteil im.Seemann" jrnd im„Berliner Lokal-Anzeiger" zu pMizieren. Wenn schon, wie es in diesem Urteil der Fall ist. eine scharfe Kennzeichnung des militärischen Systems als Beleidigung militari« cher Personen aufgefaßt wird, dann soll es uns nicht wundern. wenn sich über kurz oder läng Richter finden, die den Spuren des Freiherrn v. Erffa folgen und die juristische Form für die Be- jtrafung einer Beleidigung des Krieges aufstellen. In der Trunkenheit. Das Schöffengericht Charlottenburg hatte gegen den Schank- Wirt Otto Adam wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geld- träfe von 600 M. verhängt, und zwar unter Zugrundelegung sol- genden Sachverhalts: Der Angeklagte befand sich am 14. Januar dieses Jahres anläßlich einer Ausstellung mit mehreren Bekannten in dem Restaurant der Ausstellungshallen am Zoologischen Garten. Als die Verkäuferin Graebner, die dort mit Kuchen, Schokolade und anderen Dingen handelte, an den Tisch des Angeklagten heran» trat, ließ dieser sich im Uebermut dazu verleiten, mit dem be- ladenen Tablett eine Art Fußball zu spielen, indem er mit dem uße mit aller Kraft von unten gegen das Tablett schlug. Die �olge war, daß die sämtlichen Waren in die Luft flogen und hier- bei die Verkäuferin zum Teil trafen, die mehrere blutende Ver- letzungen davontrug.— Gegen das erwähnte Urteil des Schöffen- gcricht» legte der Angeklagte Berufung ein und behauptete vor der Berufungsstrafkammcr. daß er sich nur durch seinen angetrunkenen Zustand zu der Tat habe hinreißen lassen. Das Gericht ermäßigte die Strafe auf 200 M. Geldstrafe, da angenommen wurde, daß es sich um einen in der Trunkenheit ver- söten törichten Streich handele. Ein Agrarier. Der Rittergutsverwalter Clemens Freiherr von Weichs zur Wenn», der das Gut seines Vaters verwaltet, wurde am Mittwoch von der Strafkammer in Arnsberg zu 600 M. Geldstrafe wegen brutaler Mißhandlung eines ISjährigen Dienstmädchens verurteilt. Der schon wegen ähnlicher Roheit vorbestrafte Angeklagte hatte eine 16 Jahre alte Dienstmagd, die den Dienst verlassen hatte, durch die Polizei zurückholen lassen und hatte dann das wehrlose Kind mit Faustschlägen und einer geflochtenen Reitpeitsche so bearbeitet, daß die Mißhandelte 6 Wochen lang arbeitsunfähig war. Das Schössen- gericht hatte auf 300 M. erkannt. Der Staatsanwalt und der rohe Agrarier hatten Berufung eingelegt. DaS Berufungsgericht erkannte wie oben mitgeteilt. Der Staatsanwalt hatte 1 Monat Gefängnis beantragt. Die erkannte Strafe ist der Art und Höhe nach so außerordent- lich milde, daß sie den reichen Agrarier eher zu abermaligen ähnlichen feigen Roheitsdelikten anspornen, als davon abhalten könnte. Die leider noch nicht in Kraft getretene Strafgesetzbuch- Novelle sieht für solches grausame und boshafte Vergreifen an wehr- losen, noch nicht 18 Jahr alten Personen als Mindeststrafe zwei Monate Gefängnis vor, falls nicht mildernde Umstände vorliegen. /Zu s aller Melt. furcktbare ExploNonskataftropke ln Men. 200 000 Kilogramm Pulver aufgeflogen. Von einem entsetzlichen Unglück wurde am Freitag früh !)ie österreichische Militärverwaltung heimgesucht. Ein zur Munitionsfabrik Wollersdorf bei Wiener Neustadt gehöriges Puldermagazin ist mit etwa 200 OOO Kilogramm Sprengstoffen in die Luft geflogen. Nach den bisherigen Feststellungen sind bei der Katastrophe etwa 30 Menschen ums Leben gekommen und weit über 10 0 Per- onen zum Teil schwer verletzt worden. Ueber ite furchtbare Explosion, deren Wirkung bis nach Wien zu verspüren war. erhalten wir folgende Telegramme: Wie«. 7. Juni. Heute vormittag KO Uhr hat sich bei Wien eine entsetzliche Katastrophe zugetragen, der eine Anzahl blühender Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ein Gebäude der militärischen Pulverfabrik Wollersdorf bei Wiener Neustadt ist in die Luft geflogen. Die Katastrophe ereignete sich beim Verladen von Pulver auf ein Automobil. Plötzlich erfolgte eine furchtbare Detonation. Das ganze Gebäude war in eine undurchdringliche Rauchwolke gehüllt,, die in der Nähe gelegenen Baulichkeiten wurden voll kommen zertrümmert. Unter den Toten befindet sich der Kommandant der Pulver- fabrik, ein Hauptmann sowie die militärischen Wachtposten. Zahlreiche andere Zivilarbeiter fanden gleichfalls ihren Tod. Insgesamt ist eine Pulvermenge don 200 000 Kilogramm explodiert. Die Gewalt der Explosion war so heftig, daß sämtliche Fensterscheiben in den umliegenden Ortschaften zer- trümmert wurden und mehrere Fabrikschlote einstürzten. Einzelne Leichenteile wurden bis nach Wiener Neustadt geschleudert. In Wien selbst, das 4S Kilometer vom Orte der Katastrophe entfernt liegt, sprangen die Fensterscheiben. Das Fabrikgelände, das vom Neustädter Flugplatze vollständig zu übersehen ist, ist dem Erdboden gleich gemacht. Die Hangars des Flugplatzes sind teilweise demoliert, wahr- scheinlich haben auch die Maschinen selbst schwer gelitten. Die Detonation war in Wiener Neustadt ganz kolossal. Zuerst glaubte man an ein Erdbeben. Unter der Bevölkerung entstand eine furchtbare Panik. Alles stürzte aus den Häusern auf die Straße hinaus. Die Schulkinder verließen schreiend die Schulen. Aus den Kasernen stürzten die Mannschaften hinaus. Die ganze Garnison wurde alarmiert. In Wiener Neustadt wurden sämt- liche Schulen geschlossen. Der Lustdruck verursachte auch große Temolierungen an der in der Nähe gelegenen Munitionsfabrik. Arbeiter und Arbeiterinnen wurden zu Boden geschleudert. Sämt- liche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Wien, 7. Juni. Visher sind vierzehn Tote geborgen. Tie Explosion ist darauf zurückzuführen, daß der Motor eines der munitionfassenden Lastautomobile explodierte, worauf der Wagen in die Luft flog. Im nächsten Augenblick flog auch das ganze Gebäude in die Luft. Ein Militärbeamter und sieben Zivil- arbeiter wurden sofort getötet. Zwei Mann von der Wache wurden schwer verletzt. In dem benachbarten Munitionsmagazin wurden sämtliche Scheiben zertrümmert, durch deren Splitter ungefähr hundert Personen, darunter viele schwer, verletzt wurden. Ein Einj'ährig-Freiwilliger, welcher zur kritischen Zeit vorüberritt, »wurde samt dem Pferde etwa hundert Schritte fortgeschleudert und auf der Stelle getötet. In einer Wien-Neustädter Schule ist infolge der Explosion eine Mauer eingestürzt, wodurch mehrere Schul- linder verletzt wurden. Die seismographischen Apparate in Wien verzeichneten den durch die Explosion in Wollersdorf der- ursachten Erdstoß um 8 Uhr 21 Minuten. Die Registrierung gleicht vollständig der eines NahbebenS. Die Geschichte vom gestohlene« Pfarrer. Aus Paris schreibt man uns: Am letzten Sonntag wurde ein Verbrechen bekannt, daS die Folgen der GlaubenSlosigkeit auf die erschreckendste Weise offenbarte. Abbs Piton, der Pfarrer vom heiligen Sergius in Angers, war verschwunden. Seine Kleider lagen am Ufer der Loire, neben ihnen ein Zettel mit den Worten: Tod den Priestern I Das Presbhterium war erbrochen, die Schränke und Schubladen aufgesprengt, die Wertpapiere, die der Geistliche als Verwalter deS Seminars in Verwahrung gehabt hatte, entwendet. Die Behörde konnte zunächst nur so viel feststellen, daß der Abbö am kritischen Abend von einer ihm begegnenden Frau mit dem Allerheiligsten in der Hand gesehen, also offenbar irgend- wohin zum.Versehen' gerufen worden war. Der Einbruch war dann zweifellos von den Verbrechern, die ihn in die Falle gelockt hatten, verübt worden.— Dies war die erste, nächstliegende Hypothese. Die Polizei und der Untersuchungsrichter beruhigten sich indes dabei nicht. Es gab da allerhand Details, die nicht recht dazu stimmten und die Leute munkelten allerlei. Die Lösung des Rätsels ließ nicht allzulang auf sich warten. Am Mittwoch erschien Abbs Piton, nicht als Geist, sondern in seiner ganzen, ziemlich vollen Leiblichkeit beim Staatsanwalt in— L y o n, um ihm eine außerordentlich romantische Geschichte von einer Entführung im Automobil, mit geknebelten Gliedmaßen und verbundenen Augen zu erzählen. Der Staatsanwalt, offenbar ein Zögling der glaubenslosen Schulen, mißtraute aber den Worten des Gottesmannes und erkühnte sich schließlich sogar, ihn der Lüge zu beschuldigen. Aller- dingS war unterdes auch ein Koffer aufgefunden worden, der nebst dem Brevier und anderen auS dem Besitz des Geistlichen stammenden Gegenständen einePerllcke und einen falschen Schnurr- bart enthielt. Und so kam es, daß Abbo Piton am Ende gestand, daß er an der Börse spekuliert und das Seminar- vermögen defraudiert. Den Ankauf des falschen Haar- schmucks, der ihm die Flucht erleichtern sollte, hat er schon vor einiger Zeit vorgenommen. Da eine Strafanzeige vom geschädigten Institut nicht erstattet worden ist, wurde der Geistliche auf freien Fuß gesetzt. Er wird wohl in eine andere Pfarr- stelle versetzt werden und dort von der Kanzel gegen die Sitten« losigkeit der Leute, die an keine Wunder glauben wollen, donnern. Die Leichenfeier als Lustbarkeit. Der heilige Bureaukratius schläft nicht. Den Vogel abgeschossen hat jetzt aber entschieden der Bürgermeister eines kleinen deutschen Städtchens, das sonst durch ein heilbringendes Salz im ganzen Deutschen Reiche Berühmtheit besitzt. Das Leben ist teuer genug, sagte sich der Bürgermeister vielleicht, soll da das Sterben wirklich ganz umsonst sein? Und flugs erließ er folgende Verordnung: L Mark. Genehmigung zur Veranstaltung einer Lu st bar- l e i t. Die Witwe Liedtke von hier erhält hiermit die Genehmigung zur L e i ch e n m u si k am S. d. M., nachmittags um 3 Uhr, durch die Wachtel-, RoSmarin-, Prinzen-, Brücken-, Stein« Hacklinger Straße bis zur Städtgrenze. Fürsten- und Kleine Notizen. Folgenschweter Brand. In dem Dorfe Wiedemar bei Delitzsch gerieten Freitag vormittag zwei Scheunen und zwei Schuppen in Brand. Bei den Rettungsarbeiten stürzte plötzlich d a,S D a ch d e S Schuppens ein. Sattlermsister Rackwitz kam in den Flammen um und Schmiedegeselle Wust erlitt so schwere Brandwunden, daß er in die Klinik nach Halle gebracht werden mußte. Der Ortsvorsteher Müller wurde ebenfalls erheblich verletzt.. Arbeitersport. Der Helsingforser Arberter-Segelklub zählt nach einer Mitteilung der„Dacht", unserer führenden Zeitschrift auf dein Gebiete deS Segelsports, 235 Mitglieder und 48 Fahrzeuge. Der Klub ist größer als eine ganze Reihe älterer bürgerlrcher Segelvereine in Finnland und Rußland. Wie nicht allgemein bekannt sein dürfte, besitzt auch B e rix n neben den.Arbeiter-Rudervereinen einen Arbeiter-Seglerverein, den Segelklub„Fraternitas". Verheerende Schneestürme in der Mongolei. Durch einen zwei- tägigen Schneesturm sn Zenzen-Chana bei den Aimak sind mgssen- weise Vieh- und Pferdeherden umgekommen. Die Mongolen schätzen den Verlust an Pferden aus über zwanzigtausendStück.■,* Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 9. Juni, vonnittaaS � Uhr, Pappel-Allee 15/17, und Rixdorf,.Ideal-Passage": Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Kleine Franlsurter Str. 6; Vortrag von Herrn Waldeck Manasse:„Nathan der Weise". Damen und Herren alS Gaste sehr will- kommen.!\ Allgemeine Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter zn Hamburg.(®. jj. 29.) Filiale Berlin 6. Arkßerordenlliche Mitgliederversammlung eonntag, den 9. Juni, vormittags 9'/z Uhr, im Swine- münder GesellschastShaus. Swinemünder Str. 42. Berein der Zwischenmeister der Schürzen,. Jnpons-«nd Blusenkonfektion und verwandter Branchen. Mitgliederversammlung Sonnabend, den 8. Juni, 81/, Uhr, im Lokal Schulz, Am KönigSgraben: Bortrag:.„Lehren, aus den Verhandlungen des Gewerbegerichts". willkommen._ Witterungsübersicht vom 7. Juni 1912. ktattonen Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien 762 SO 781 SO 761 SO 769 NW 759fSchneiderei nur franUlurter Allee 75. Eingang Tililter Strusa. Kein Laden! Kein Laden! Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41, 1Ö-3. 5-7. Sonntags 10-12. 3-4 ZsDträlbausiiiollleri'eniieldeidüDD I.; X euc Friedrlchstr. 35 neben Zentral-Marktballe n.: Tnrmstr. 67 liefert an jedermann elegante Herreii-Garderoben nach /Hall and fertig unter Garantie für tadellofen sitz gegen wöchentliche Teilzahlung von 1 Mark an. Zufchneiderei u. Werkstatt im Haufe. Auf Wunfch Bestich des Reifenden mit neuesten Stoffmustern. mimm Sonntag geöffnet, mmm Die besten Sommer- Paletots und 4—599 getragene Anzüge für Herren, Smoling-Anzüge, Frack. anzüge, fowie von Kavalieren ge- tragene, fast neue Sachen(a.Seide), für jede Figur paffend, in gröSter AoswakI zu unübertroffen[87/7* billigen Preisen. lTr.,desl,albbiIligir wie im Laden. ii>se!il{ie[eriiaüffl,swÄr3i Vorjährige l— l ■ scbicke Ulster, Gehrockanzüge I Smokings auf Seide 30— 70 M. IfersaDiiliaiis Germania «21. Unter den Litndon 21. ■B Sonntags nurv.8-10 geöffnet.> Vornehme Bekleidung fertig und nach Maß trkallen Sit In der modernen OSass- Schneiderei j. Kurzbers auf Wunsch Wochenrat». Rosentbaler Strasse Hackcscber Markt. Frankfurter Allee 104 Ecke Friedenstrasse. Reinickendorf erStr. 4 Wcddlogplatz. H.Pfau, Banilaiisl ®c"tt Direksenstraße 20 zwifchen Bahnhof Alexanderplatz und Pelizeipräsidium.— Ami Kst 3208. Für Damen Frauen-Bedienung.* Lieferant für alle Krankenkassen. �"Abonnenten erhalt. 10°/, Rabatt. WWW-«»« Hai lel l Co, Aktiengesellschaft Braunschwelg. Auf Grund des von der Zulassungsstelle genehmigten, bei uns erhältlichen Prospektes sind M. 6000000.- Aktien No. 1-6000 zu je M. 1000.- der EiseDbatiDSigDal-Baoaostalt Max Jiidel£ Co., ktiengesellseiiaft zum Handel und zur Notiz an der Berliaer Börse zugelassen worden,, Berlin, in Mai 1912." Commerz- und Disconto-Bank. Wenn Sie uns unterstütrzen wollen, dann fordern Sie bei Ihrem Cigarrenhändler■ Tag-Gigaretten MU jede Cigarette ein Genuß� Tabakarbeitergenossenschaft Stuttgart Hanptvertreter für Berlin und Brandenbarg: Panl Borsch, Engelnfer 15..'.' � j* ntt Vielfachen Milnfchen folgend, bat Heb der unterzeichnete Verlag entfchloNien, die im Rahmen der Hrbeitei�Oerundheits-Bibliotbeh erscheinenden Bcfte zu Bänden zu vereinigen. Vorerst ist erschienen Band I. Der erste Band enthält die crlten zwanzig Reftc der mit so großem Beifall aufgenommenen Bibliothek. Das Buch ist auf gutem Papier gedruckt, enthält viele Illustrationen, und präsentiert sich in einem schmücken Binband. Bebandelt werden folgende Gebiete» Die erste Hilf« bei Unglücksfällen.— Da« erste Lebensjahr.— Gefundbeitspflege des Nervensystems.— Der Achtstundentag.— Altohelfrage undArbeiterllasse.— Da» Schullind.— Gefchlechts. verlehr und tKefchlechtskrankheiten.— Nahrung und Ernährung. — Wie fallen wir uns kleiden?— Der Arbeiterschutz.— Frauenleiden und deren Verhütung. Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft.— Vom mediziuifchen Aberglauben.— Das WasserheUverfahren in der Gcfundhestspflege des Arbeiters.— Verhütung und Hellung de« Stetterns.— Gefchlechlltche Er- ziehung in der filvbciterfamilie.— Zähne und Zahnpflege.— Bau und LeienstSttgkett des menfchlichen Körper«.— Der Geschlechtstrieb.— Die Krankenpflege im Hause.— Die Proletarierkrankheit.*• | Buctihandlü preis 4,5o Mark. Büchhandlung Vorwärts, sw'MÄe°5tr 69 cas größte Abonnementshaus feinster Herren-Moden J. Stock& Co. verkauft seine Monats-Garderobe direkt an Private. Anzüge und Paletots von 10 M. an. Friedricbstr. 108, Bing. Johannisstr., vis-a-vis der Karlstr Gegr. 1893. Gegr. 1893. Sommerpreise. � i. B. KOCH � Kohlen- und Brikett-Großhandlung HauptkoDtor; Berlin 0. 34, Petersburger Siraße I. Telephon: Amt Königstadt, 3040 und 3096. Lagerplatz I: O. 84, Rüdersdorfer Str. 71(Küstriner Platz, alt.Ostb.). Lagerplatz 2: 0. 17, Fruchtstra6e 13(Ostbahn-GüterbaJmhof) Preise für la Maiken ab meinen Lagerplätzen von 10 Zentnern an: pr. Ztr. pr. Ztr. 0.90 m. Krone Halbsteine... 0.83 m. 0.93 m. Ilse, Kaisern. Akv.Halbst. 0.90 m. 1.00 m. Antbraeit Cade.... 2.80 m. Krone-Salon-.. Ilse, Kaiser o. Äkw. Ein Zentner(enth. 110—120 Stück) Holz zerkleinert 1.90 M. Bei Prankoliefernng je nach Quantum per Ztr. 6— 15 Pf. mehr. Steinkohlen billigst. Koke zu Anstaltsprelsen. NM- Bei grifieren Abschlüssen in Originalwaggons«erlangen Sie-ME meine SpezialOfferte. SonntagH wieder von 8—10 Uhr geöffnet. Npilhpit' Vom 1. Jon! er. an findet die Anlieferung HCUUCU. Brüetts auf Wunsch In meinen patent- amtlich geschätzten verschließbaren, staubfreien Kohlentransportküsten statt, welche den Konsumenten leihweihe überlassen werden. Bestellungen darauf werden von allen besseren Kohlenhandlungen sowie durch meine Firma direkt ausgeführt.* KIIIZIIIIIIKISIIXIIISIZIKXIIS1IIIZZZE M •• Emil Rosenow Gesammelte Dramen: Inhalt: „Kater Lampe";—„Die im Schatten leben";— „Daheim";—„Die Roffnung des Vaganten";— ,,Der balzende Huerbabn";—„Prinz friedrieb".— Preis: 7,50 M. elegant in Halbfranz gebunden mit Schutzkarton nebst einer Biographie von Dr. Christian Gaehde und . einem Porträt des Dichters.===== Ein vorzügliches Buch für Arbeiter- und Bildungsvereine. Zu beziehen durch die Bncbhandlang des ,,V or- wttrts" oder direkt vom Verlag Hermann Essig, Berlin-lilchterfolde.— Versand franko, bar. Achtung Kaufen Sie nur beim Fachmann Elegante fertige Teilzahlung von 1 Mark wBehentllch ad Julius Fabian ScKneiderzneister I Geschäft: Gr. Frankfurter Str. 37" II. Geschäft; Turnistrasse 18' Ii..... im 29-i 30—= A-W 32-1 35-1 3*-i 35-1 < Pichelswerder. • p Umstände Halber ist mein groster Saal Sonntage im Monat Juni k ül mgeben.� �Tcr �ltte� 8-teunb.J 5 fempl gute: Charlottenburg. Hoffmann, Wllmersdorfer Straße = Ecke Schulstraße= empfiehlt zur RBiSC'SäjSOD se�n reichhaltiges Lager von guten Herren- � Knaben-Garfleroben»ube-J deutend herabgesetzten Preisen. Maß-Anzüge aus den modernsten Stoffen von 45 M. an in eigener Betrlebswerksthtte. 30702* Lieferant der Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend. -• i Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfo-t das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme. stellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, Lindenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. ? Verkäufe. ZrHn Prozent Rabatt Vorwärts lesern. Sonntags geöffnet._ Tcppiche mit Zarbensehlern 3,25, 3.85, 4.50, 5.75, 6.85, 7.50, 9.25, 12.50. Salonplüsch-Tcppiche 13.50, 16.50, 19.50, 22.50, 27.50, 35—38 usw. Riesenfabriklager, Große Franfsurter straße 125, im Hause der Möbel sabrif. Gardinen, Fabrilreste, Fenster 1.65, 2.35, 2.85, 3.50, 4.50, 6.75 usw. Tot alausber kauf von ange schmutzten Gardinen, SioreS, Bett decken, staunend billig. Große Franl furterstraße 125 Ttuch- und Plüschportieren, Kar nitür 3.25, 3.85, 4.50, 5.25, 5.65, 7.50, 8.50 usw._ Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.33, 12.85 usw. Pluschdecken mit kleinen Fehlern 4.25, 5,50, 6.75, 7.85, 9.35, 11.50 usw. E. Weißenbergs Gardinen- und Teppichhaus, Große Franlsurter- straße 125, im Hause der Möbel- sabrik. 1642K* Es lohnt nur bei Max Weiß, 87. Große Franksurterstraße 87, alt- bekannte Firma, zu lausen. Man wird am reellsten und billigsten be- dient. Wenig getragene, teilweise aus Seide, von Kavalieren nur kurze Zeit getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Gehrockanzüge, Frackanzüge, Smolinganzüge, Paletots, Ulster, Hosen, einzelne Fracks und Smokings werden zu billigsten Preisen verkaust. Die elegantesten Sachen sind auch leihweise sehr billig zu haben. 87, Große Franksurterstraße 87. Bitte im eigenen Interesse aus die Firma zu achten._ 94/11* Gardine»! Steppdecken I Portieren! Tischdecken 1 außergewöhnlich billig! Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt extra I Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhos Börse). Sonntags geöffnet._* Hermaniivlav 6. Psandleihhaus. Extrabillige Jackettanzüge. Gebrock- anzüge. SommervaletotS. Herren- boien. Damenmäntel. Allerbilligster Bettenverkauf. Bcrmiclungsbelt. Aussteucrbetten. Aussteuerwäsche. Reichhaltige GardiuenauswahL Tep- pichauswahl. Plüichttschdeckcn. Stepp« decken. Goldsacheu. Taschenuhren. Wanduhren. Wandbilder. Waren- verlaus ebenfalls Sonntags.* Seppiche k(fehierbasie) m allen Größen, säst für die Hälste des Wertes Tevvichlager Brünn. Hackeicher Markt 4, Babnbos Börse.(Leier des »Vorwärts- erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöstnet!- Wasch-Wringmaschineu. prima, �niz, Abzahlung, günstig, Bellmann llnowstraße 26._O60St Brundbcgriffe der Politik, von icdrich Stampfer. Gebunden 3 M. chhandlung Vorwärts, �inden- iße 69(Laden) Vorjährige eleganteHerrenanzüge und Paletots aus feinsten Matzftossen 29—40 Bark, Hosen 6—14 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. 1288K* Vorwärtsleser erhallen süns Prozeni Extrarabatt, selbst bei Ge- legenheitskäusen. Teppich- Thomas, Rosenthalerstraße 54 und Oranien- straße 126. 1569K* Taschenbuch für Gartenfreunde Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des häuS- lichen Zier-, Gemüse- und Obst- gartenS von Max HeSdörser. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Text- abbildungen. Preis 3,50 Mark. Expe- dttion Vorwärts, Lindenstr. 69. Monatsauzüge, Paletots, große» Lager, jede Figur, kaust man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung.nach Wunsch in eigener Werkstatt. 5 Prozeni billiger für Vorwärtsleser. Fürftenzeli, Schnei- dermeitler, Roienlbalerstraße 10. Klappwagen, billige Sommerpreise, Kottbuserdamm 90._ 19986* Leihhaus Morihplatz 58a! Moritzplatz 58a im Leihhaus kaufen Sie enorm billig, als: von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge. Rock- anzüge, PaletotS. größtenteils aus Seide, 9—18 Mark. GelegenheitS- käuse in Damen-Koftümen. Kleidern, Tuchmäntcln, auf Seide. Herslellungs- preis bis Mark 150, jetzt bis 35 Mark. Gelegenheitskäufe in Uhren, Ketten, Ringen, Wäsche. AuSsteuerwäsche, Betten, enorm billig, nur Moritz- platz 58»._ Betten. Stand 9,—. Brunnen- straße 70, im Keller._ 1200K* Monatsnnzüae und(Sommer» PaletotS von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen. auS Pjaiidlciben ver- sallcne Sachen kaust man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14._* Schönhailier Allee 114(Ring- bahnhos). Psandleihhaus. Grog- Berlins spottbilligste EinkausSquelle I Extrabilliger Bettenoerkauf, Frei- schwinger, Taschenuhren, Goldwaren, Monatsgarderobe, Gardinenverkaus, Plüschportieren, Sleppdeckenlager. Spottpreise! 1018K* Mo nats-Garderoben Haus verkaust spottbillig wenig getragene Jackettanzüge, Gebrockavzüge, Smo- kinganzüge, Beinkleider. Prinzen- straße 28, eine Treppe. Bitte aus Hausnummer zu achten. 1580K* Geld k Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leihhaus.Rosenthaler Tor-, Linienstraße 203/4, Ecke Rosenthaler- straße lausen. Anzüge von 9,00 Mark an; Paletots von 5,00 an; Damcngarderobe, Betten. Wäsche, Gardinen. Portieren, Freischwinger. Bilder. Uhren. Gold-, Sllberwarcn, Fdhrräder. Alles spotibillig. Anzüge werden verliehen,«sonntags geöflnei. Hohe Bclcihung._ 1561K* �ftenbcrtPOgc«, Teilzahlung. Woche 1,—, Klappwagen, Riesenauswahl, spottbillig. Meisels. Warschauerslr. 80. Teppiche(Farbensehler), Steppe decken. Gardinen. Jnvenwrvcrkaus, 10 Prozent Rabatt. Maucrhoss, Große Franksurterstraße 9, parterre. Zurückgesetzte, aus Seide gearbeitete Frack-, Smoking- und Geh- rockanzüge, 25 bis 60 Mark, Bein- kleider 4 bis 12. Herrengarderoben- haus. Friedrichstraße 127._' Vorjährige FrühjahrSpaletolS, Anzüge 18 bis 45 Mark. Herren- garderobenhaus, Friedrichstraße 127.' Verleihung von Frackanzügen, Smokinganzügcn, Gchrockanzügen, Paletots im Herrengarderobenhaus. Friedrichstraße 127._ 1566S* Singermaschine 8,00, Neue Königstraße 23/24._ 223/20 Touristeudecken, Schlafdecken, Landparttedecken, Riesenauswabl: 1,15, 1.85 bis 6.75. Wölfs Teppichhaus, Dresdenerstraße 8. Abonnenten 10 Prozent Rabatt. 1374K' Geschäftsverkäufe. Eckrestauration, wegen Krankheit der Fran, jeden annehmbaren Preis verkäuflich. Brauereihilse. Ober- schöneweide, Rathenaustraße 18.* Ecklokal, 1000 Mark erforderlich, verkäuflich. Apelt, Wilhelm-Stolze- Straße 20._ s-56 Restauration verkäuflich, 7 Jahre bestehend, 1000 Mark notwendig, Malplaquetsttaße 10. f6 Milchwirtschaft verkäuflich Ber- nauerstrake 8._ fi9 Seifengeschäft. seltene Gelegenheit, billig verkäuflich Neukölln, Futda- straße 55, Jdcalpasfage. 2010b Blusen-Arbeitsftube Drechsler, Besselstraße 14. oerkaust 2007b Model. Möbel(diskret). Reelle, alte, gut renommierte Firma liefert Möbel unter Diskretion aus Teilzahlung Anfragen: Postlagerkarte 12, Post. amt 22. 1487K* Model- Lechner. Brunnenur. 7, am Ziofentbater Tor. Spezial-Möbel- hauS aus Kredit und gegen bar. Anzahlungen aus Stuben und Küchen 20.-. 35.-. 50,-. 75.-. lOO,— Mark usw. Einzelne Möbelstücke von 5 Mark Anzahlung an. Bequeme Abzahlung. Kunden, die ihr Konto beglichen haben, eventuell ohne� Anzahlung. Ferner Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, bunte Küchen in großer Ausivahl. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kauf von 50 Mark an 5 Mark gutgeschrieben. Aus Wunsch Vertreter. Sonntags von 8—10 gc- öffnet. 1559K' Rehfeld. Badftrafte 4S. Wos- nungSeinrichtungen 165,— an, auch außerhalb.__* Rehfeld. Badstraste 49, Umbau. PlüschsosaS 45.—_* Rehfeld. Vadstrafte 49, englische Bettstellen, Matratze 39,—, gcbrauchlc 12—, 15.—, 18,— usw._* Relifeld. Badstrasie 49, Kleiderschränke 25,—, gebrauchte, große Auswahl. 2821K* Möbel ohne Geld! Bei klewer Anzahlung� Aeben Wirttchasten und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei unS. Kretschmann u. Co., Koppen- straße 4.(Schlesischer Bahnhof.)* Möbeltausch. Aeltere, unmoderne Möbel werden in Zahlung genommen und moderne dafür geliefert, die Differenz in bequemen Raten. An- fragen unter Posllagerkarte 13, Post- am! 22. 1486K* Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheil, sich Möbel anzuschaffen. Mit kleinster Anzahlung gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deuklickier Preis. Uebervorteilung daber ausgeschlossen. Bei Krantbeits- fällen und ArbeitSlofigkeit anerkannt größte Rückfichi. Möbelgeschäft M. ------''»de 2901 K* Äoldstaub, Zossenerstraße 38, Gneisenaustraße. 29 Nach Schluff der Saison finden Sie in weinen drei Spezialgeschästen für bürgerliche Wohnungs- Ein- richtungen reiche Auswahl in Muster- zimmern jeder Art zu enorm herab- gesetzten Preisen. Sehenswert für Brautleute und Penflonsinhaber. Herrenzimmer, Eiche, schwer, Chaise- longue, Lederstühle 231,—, Schlaf- zimmer 246,—, moderne Wohn- zimmer, echt Nußbaum furniert 192,—, moderne Küchen, achtteilig 55,—, Bettstelle mit Patentboden 27,—, Kleiderschrank 24.—. Keine so- genannten Gelegenheitskäufe, nur slreijg reguläre Ware in erstklassiger Verarbeitung. Langjährige Garantie. Möbelhaus Ostrowski. Schöneberg, Hauptstraße 50, Moabit, Turm- straße 73, Große Franksurterstraße t, am Frankfurter Tor. 1508K Möbel-Gelegenheitskäufe, gut gearbeitet, viele Gelegenheitsmöbel, welche bedeutend unterm Preis sind. Büchcrspind 68,—, Schreibtisch 48,—, Bettstelle 33,—, Trumeau mit Stufe 34,—, Garnitur, Sofa. 2 Sessel, Sota 45,—, Kleiderspind 46,—, Kücheneinrichtung 68,—, Herren- zimmer, Speisezimmer. Schlafzimmer. wundervolle Sachen, sebr billig. Kommen Sie erst vor Ihrem Einkauf zu mir, Sie sollen die Möbel nur be- sichtigen. Ehrlich, Alte Schönhauser- straße 32._ lü26K* Verkaufe sofort Nußbaummöbel, Jugendstil. Prachiküchenmöbel, Wand- bildcr. Federbetten, Nähmaschine, 175.00. Geeignet Brautleute. Cnspcr. Lotwmstraße T_ 94/6* Ausnahme- Angebot, nur soweit Vorrat, mehrere 100 Speise-, Herren-, Schlafzimmer zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen, sollen bis Juli er. verlaust werden. M. irschowitz, Slalitzerstr. 25, an der ochbabn. 1735K* Musikinstrumente. Pianino, hohes, goldgraviert, 120,00(TeUzahlung). Zander, Turm- straße 8. 34/10* Bilder. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als dirett Fabrik bei Bilder-Bogdan, Weinmeisterstraße 2. 1005K' Fahrräder. Herrenfahrrad, Damcnjahrrad, wie neu. 35,—. Holz, Blumen- straße 44. 1093K* Fahrradinbustrie, Eharlotten- burg, Bismarckstraße 62. Billigste Bezugsquelle, Arbeiter- Radfahrer 10 Prozent Rabalt. 1520K Erstklassige Fahrrüder, Monats rate 10 Mark. Louis Barth, Brücken straße 10a. Kein Laden. 1629K* Geschäftsdreirod. äußerst stabil 50,00 an. Holz, Blumenstraße 44.* Fahrräder. Geleaenheitsläuse, Leihhaus Rosenthaler Tor, Linien- straße Ecke Rosenthalerstraße. 1562K* Teilzahlungen, eventuell ohne Anzahlung. Heyke, Danzigerstraße 95. Adlerherrenrad(Original), Glocken- lager, wundervoolles 28,00, Damen- sabrrad sofort. Schräder, Weber- straße 42, Ouergebäude._ 94/9* Herrenfahrrad billig, Watt- straße 20, parterre links, Ecke Usedom- sttaße. 94/9 Ksuixesucke. Platinabsälle, Gramm 5,75, Gold, Silber. Zahngebisse. Stanniol, Queck- filber taust Blümel, Auguststraße 19. Zahngebiffc, Zahn bis 1,00, Pia- ttnabiälle, Goldankauf, höchstzablend. Geldkontor-, Hollmannstraße 30. Platinabfällc, Silberallsälle, Rück» stände, Zahngcbisse, Quecksilber. Me» tolle höchstzablend, Goldschincize Nieper, Köpenickcrstraße 20»(gegenüber Manieuffelstraße). 299514 Kaufe Kupfer, Kilogramm 1,05. Messing 0,72. Zink 0.32. Blei 0,20. Schermer, Rüdersdorserstraße 21. Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort. geschnttene, einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebersetzungen au. geserligt. G. Swienty. Liebknecht Cbarlollenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartendaus IIb_ 44K* «9 Vfinhen). spottbillig. UKeiseiS, Wa:iwaucr,ir. eu. auämqqi._»»»«»»» BCX-v-AiaEa------ Kerantwortlicher Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Für den Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. OS««S«S«SSS»O«SS«O»«»«0SS«OOOO»»ßO««O»»»g | Erf. Monteure für Kälteanlagen < t zu baldigem Antritt für dauernde, gutbezahlte und angenehme '[ Stellung in den Ostseeprovinzen gesucht. Angebote mit Zeug- i, ninen usw. an <> Ziv,- Ing. Fr. Schnanhert, Steglitz j[ Strasse 15(Fernsprecher 3349) erbeten. G»O>OVOOOOOO>««OOO«OO«OS»«O««OOOßOO«VO»« lovTir* cXNvifgft«• 0�nr»rtÄr+a vi rx er) Zeug- '» Südend Verschiedenes. Pächter, kauttonssähiger, für größeres Gartenlokal mit Saal sucht Altermann, Glienicke bei Hennsdors* Patentanwalt Wessel, Gitschiner- straße 94». Kunsistopferei von FranKokosky Schlachtensee, Kurfttaße 3 llf. Patentanwalt Müller,(Sitimincr. sttaße 81. 343951* Pfandleihe Heinersdorserslraße 13, Ecke Greifswalderslraßc._ 93/19* Haben Sie Stoff? Liefere anzug für 20,—. Klemmer, Wrangcl- straße 4. 1633K* Wäsche wird schonendst gewaschen, im Freien getrocknet. Abholung täg- lich. Krüger, Köpenick, Müggelheimcr» straße 32c. Postkarte erbeten. 2009b* Vermietungen. Restaurationsräume, groß und hell, modern ausgebaut, mit Vereins- zimmer, sofort zu vermieten. Kon- zesfion und tadellose Einrichtung vor- Händen. Näheres bei Binder, Forster. straße 9. Telephon Moritzplatz 4451.* Limmer. Stube. Gräsestraße 6. fl48 Schlafstellen. Schlafstelle, Dresdenerstraße 30, Bierente. 94/5 \ Arbeitsmarkt.[ Stellenangebote. llntertaillen-, Damenwäsch Näherinnen außerm. im Haus Krastbetrieb, Schönholz, Somme straße 13. II. Aclitung, Wagenbauer! In den nachsolgcnden Wagen- und Karosseriefabriken befinden sich die Arbeiter im Streik und sind alle'Arbeitsangebote dieser Firmen strikte zuriickzuwetseu. Gesperrt sind:... Erdmau» u. Rosst, Linien» straße 139/140. Rudolf Franke, Jnselstr. 11 und Courbiörestr. 14. Lange u. Gutzeit, Frankfurter Allee 22/23. In Frage kommen: Stellmacher, Schmiede, Schlosser, Lackierer und Sattler. Zuzug ist streng fernzuhalten. 176/8' Die Streikleitung. Zlr. 131. 29. Jahrg. gtilapt des„llofaiitla"■ Hnjcijtn Ar Sifii«iiii llltllcn. 8. Itni 1912. Vorort- JVacbrkbtcn. Neukölln. Das unsoziale und dem Gesetz widersprechende Verhalten des hiesigen Magistrats bei der Lohnbeschlagnabme wegen Steuer- rückstände ist von uns vor einigen Wochen gekennzeichnet worden, mit dem Erfolge, datz nicht nur in dem speziellen Fall der Arbeiter zu seinem Lohn gelangte, sondern daß auch, soweit uns bekannt, in neuerer Zeit bei der Lohnbeschlagnahme dem Gesetz entsprechend verfahren wird. Eine andere Abteilung des Magistrats, die Armen- d e p u t a t i o n, scheint nicht minder unsozial und dem Gesetz widersprechend zu verfahren. Folgender Fall wird nnS mitgeteilt: Ein Fabrikarbeiter K., Vater eines Kindes, hat das Unglück, eine an Epilepsie leidende Frau zu haben, die der Anstaltspflege bedarf und sich in der Anstalt für Epileptische in Potsdam befindet. Die Gemeinde Neukölln, in welcher K. seinen UnterstützuugSwohnsitz hat. wird zur Erstattung der Anstaliskosten herangezogen, da K. bei seinem Einkommen von monatlich 96 Mark nicht zahlungsfähig ist. DicS Einkommen reicht natürlich kaum zur Bestreitung der notdürftigsten Ausgaben für sein Kind und für sich selbst aus, ungerechnet der Ausgaben, die für eine weibliche Hilfskraft zur Be- aussichligung seines Kindes entstehen. Der Neuköllner Magistrat ist aber anderer Auffassung; er meint, dafi K. noch imstande ist, zu den Anstaltskosten beizutragen. Da K. sick, dessen mit Recht geweigert hat, beantragte der Neuköllner Magistrat bei dem KreiSauSschuß Beschlußfassung über die Er- stattungSpflicht des K. Der Teltower KreiSauSschuh. zusammengesetzt auS dem Landrat und der Mehrheit nach auS Amts- und Gemeindevorstehern, also o»S Leute», denen man nicht wird nachsagen können, daß sie aus einein den Geineindevcrwallungen ungünstigen Standpunkt stehen, hat den Antrag des Neulöllner Magistrats abgelehnt. Die Be- gründung des ablehnenden Beschlusses steht in erfreulichem Gegen- fatz zu der Auffassung des Neuköllner Magistrats. Es heißt dort: „Datz der Jnanspruchgenommene bei einem Monatslohn von 96 M. in Anbetracht der gegenwärtigen Teuerung nicht in der Lage ist, irgendeinen Betrag... zu leisten, ohne daß er in Gefahr kommt, selb st der Armenpflege zur La st zu fallen. Es ist klar, daß der Unterhat einer Familie mit Hilfe einer fremden Frau, die im übrigen notwendig ist, sich bedeutend ungünstiger stellt, als wenn die Ehefrau die Wirtschaft selbst besorgt." Man sollte nun meinen, daß die Rixdorfcr Stadtvcrwaltilng an diesen blamablen Feststellungen Genüge haben und sich für die Zu- kunfl diesen Bescheid zur Richtschnur nehmen sollte. Weit gefehlt. K. erhielt daraufhin von der lllixdorfer Armenverwaltung wiederum eine Zahlungsausforderung, in der sogar eine A n d r o h n n g mit Strafanzeige enthalten ist. In dem Schreiben heißt es u. a.: „Wir fordern Sie... gemäß§ 361 des Strafgesetzbuches, welcher wörtlich lautet: Mit Haft bis zu 6 Wochen oder Geldstrafe bis zu 166 M. wird bestraft, wer, obschon er in der Lage ist, diejenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist, zu unterhalten, sich der Unterhalts- Pflicht... entzieht..." auf, von jetzt ab zu den entstehenden Kosten einen angemessenen Beitrag zu leisten." „Den Standpunkt des KreiSauSschusseS... halten wir nicht für zutreffend und behalten uns vor. den ordentlichen Rechtsweg zu be- schreiten. Zuvor beabsichtigen wir aber, falls Sie nicht freiwillig weiterzahlen, strafrechtlich gegen Sie vorzugehen." Dieser Schreibebrief, mit„Dr. Thelcmann" unterschrieben, setzt allein die Krone auf. Obschon die zuständige Jnstauz den Ar- bciter für nicht verpflichtet erklärt, einen Beitrag zu leisten und ihm bescheinigt, daß er dann in Gefahr käme, selbst die Armenpflege in Anspruch zu nehmen, und obwohl in dem Brief die Gesetzesbestimmung wiedergegeben ist, die Bestrafung nur erfolgen kann, wenn der Unterhaltspflichtige nicht zahlt,„obschon er in der Lage ist", also erst straffällig wird, wenn er seine Unterhaltspflicht böswillig ver- letzt, kommt eine Gemeindebehörde mit der Drohung der Straf- anzeige. Hoffentlich macht die«rmenverwaltung ihre Drohung wahr und holt sich auch noch von: Strafrichter als vom Zivilrichtcr die verdiente Absuhr. Denn selbst unsere Justiz wird unmöglich annehmen, daß ein Arbeiter mit 96 M. Einkommen, aus dem er die Lebensbedürfnisse dreier Personen zu bestreiten bat. in der Lage ist, noch Anstaltskosten zu bezahlen. Mir mindesten» demselben Recht, als wie die Armenverwaltung Neuköllns in der Zablungsweigerung seitens des K. eine strafbare Handlung erblickt, könnte sich ein Staatsanwalt finden, der in dem erwähnten Schreiben der Armen- Verwaltung die Tatbestandsinerkmale des Erpressungsversuches erblickt. Mit der Errichtung eines Theaters hat sich in mehreren Sitzungen die hierzu von den städtischen Körperslbaften eingesetzte gemischte Deputation beschäftigt. Ein endgültiger Beschluß über die Wahl des Bauplatzes und die Finanzierung des Projekts ist, wie aus dem Magistratsbureau geschrieben wird, noch nicht gefaßt worden; indes hat sich die Deputation und der Magistrat einhellig auf den Stand- Punkt gestellt, daß ein Theater in Neukölln nur dann auf Prosperität und dauernde Teilnahme der Bevölkerung rechnen könne, wenn es sich sotvohl nach seinem Spielplan wie nach seinen Eintrittspreisen auf eine völlig volkstümliche Grundlage stellt. Die vom Rlagistrat seit län- gcrer Zeit mit der Schillertheater-Gescllschafl in Berlin-Charlottcnburg eingeleiteten Verhandlungen über die Ausdehnung ihres Theater- Betriebes nach Neukölln, die von beiden Seiten mir lebhastem Jnter- esse und Entgegenkommen geführt worden sind, tragen diesem Problem in glücklichster Weise Rechnung und haben daher, nachdem sie zu eineni vorläusigcn Vertragsentwurf geführt haben, allseitig grundsätzliche Zustimmung gefunden. Es besteht danach die Aus- ficht, datz Neukölln in absehbarer Zeit sich der vorzüglichen Dar- bietungen dieses besten aller deutschen Volkstheater zu den bekannten billigen Preisen erfreuen und dadurch an Anziehungskraft wesentlich gewinnen wird, lieber die Einzelheiten des abzuschließenden Vertrages kann vorläufig näheres noch nicht mitgeteilt werden, da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. Jedenfalls wird die Stadt das Thcatergebände pachtfrei her- geben, dafür aber an dem Gewinn der Gesellschaft entsprechend be- iciligt werden. Ueber das Theatergebüude liegt ein Angebot eines Grundstücksbesitzers am Körnerpark vor. welcher das Theater an einer bevorzugten Stelle dieser Platzanlage nach einem von der Stadtgemeinde zu genehmigenden Projekt errichten und dieser unter noch zu vereinbarenden Bedingungen für den Betrieb durch das Schiller-Theater überlassen will. Für das Theater sind 1299 Plätze vorgesehen. Vielfach ist indes unter den Mitgliedern der städtischen Körperschaften die Meinung vertreten, daß die Stadt besser tue, selbst zu bauen. Das gelegentlich auch genannte städtische Grundstück an der Berliner Straße gegenüber dem Amtsgericht wird größtenteils für dessen Erweiterung gebrauckit und würde ferner durch de» hohen Betrag, mit dem es zu Buch steht, die Rentabilität des Unternehmens in Frage stellen. Sobald die Projekte greifbare Gestalt gewinnen, soll, wie seinerzeit eS auch in Charlottenburg ge- schehen ist. die Bürgerschaft zur Zeichnung von Abonnements und sonstiger Unterstützung WS Projekts aufgefordert werden. Tempclhof. Durch eine recht sonderbare Methode scheint die hiesige Ge- meindevcrwaltung die Oeffentlichkeit von den Sitzungen der Ge- mcindevertretung fernhalten zu wollen. In der jüngsten Zeit ist es wiederholt vorgekommen, daß ein für die öffentliche Sitzung be- stiminter Verhaudlungsgegcnstand einfach in eine geschlossene, der öffentlichen Sitzung vorangehende gelegt wird. Auch in der letzten Sitzung, die der Herr Syndikus Wiesner leitete, wurden die Zu- Hörer mit dem Bemerken aus dem Verhandlungsraum ge- wiesen. daß diese nichtöffentliche Sitzung nur wenige Minuten in Anspruch nehmen werde. Nach einer Dauer von zwei Stunden schien der Herr Syndikus sogar zu der Ueberzeugung gekommen zu sein, daß die sich im Nebenraum aufhallenden Zuhörer alles verstanden hätten, er verwies dieselben nämlich von hier. Nachdem nahezu drei Stunden ver- gangen, war die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. Wenn der Vorstand glaubt, durch derartige Maßnahmen die Zuhörer zu vertreiben, so irrt er sich. Zur Wahl deS stellvertretenden Vorsitzenden zum Kaufmanns- und Gewcrbcgcricht wurde vom Vorstandstische aus ein von der Justizbehörde beurlaubter Affesior Dr. Hoffmann in Vorschlag ge- bracht. Die Vertretung wählte jedoch einen seit acht Jahre» in der hiesigen Verwaltung beschäftigten Herrn Dr. Berthold. FlugS drohte der Herr Syndikus in einer wiederum hinein- geschobenen geheimen Sitzung mit der Entlassung dieses Herrn I Von unseren Genossen wurde der als Vorsitzender vorgesckilagcne Syndikus Wiesner für diese Funktion als nicht geeignet erklärt. Auch habe sich der Herr durch eine Aeußernng gegenüber einem Gewerbetreibenden das für einen solchen Posten notwendige Ver- trauen der Bevölkerung verscherzt, indem er gesagt habe, daß er auf die Oeffentlichkeit pfeife. Herr WieSner stritt diese Acußcrung ab. Zum Vorsitzenden wurde Syndikus WieSner, zu Stellvertretern Dr. Berthold und Bürgermeister Mussehl gewählt.— 500 M. wurden der freiwilligen Feuerwehr und 29 M. der Zentralstelle zur Be- kämpfung der Schundliteratur bewilligt. Die Oberpostdirellion beabsichtigt, auf dem Felde ein etwa 144,69 Ouadratruten, dem Bahndamm entlang gehendes Grundstück zum Preise von 896 961 M. zu kaufen. Es soll dort ein Zentralamt errichtet werden. Hierbei wurden eine Reihe von postalischen Rück- ständigkeitcn erwähnt, die der Direktion zur Kenntnis gebracht werden sollen. Einem Amtrage, 2100 M. für die Herstellung einer Rein-, Schmutz- und Regenwasseranlage auf dem Friedhof au der Germaniastraße zu bewilligen, wurde stattgegeben und hierbei bemerkt, daß auch die Abortverhällnisse einer Verbesserung unter- zogen iverden müssen. Genosse Schmidt bc.onte, daß alle Häuser an die Kanalisalion augeschlossen werden müßten. Das Armenhaus fei bis heutigen Tages noch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Hier müßten die alten, gebrechlichen Frauen das Wasser herauf- und hernntcrschleppen. Auch gehöre es sich, daß die betreffende Körper- schaft, die die Kosten für die Anschlüsse bewilligt und bezahlt, auch bestimmt, wer sie ausführt, nicht aber, daß eine oder zwei Personen hierüber entscheiden. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Enteignung einer Parzelle ivr der Tcilestraße. Dieses den Badingschen Erben gehörige Grundstück war schon vor mehreren Jahren freihändig zum Preise von 49 099 M. zu verkaufen. Die Terraingesellschaft„Industrie- viertel" wollte es kaufen, hoffte aber, es in späteren Jahren billiger zu bekommen. Sie hatte sich darin geirrt, schon deshalb, weil inzwischen die Reichszuwachsstener das Grundstück mit etwa 8999 M. belastet. Jetzt will die Gesellschaft bei Kauf durch die Gemeinde das dazu nötige Geld verauslagen. Die Gemeinde soll im Interesse des Aus- baues der Straßen für diese Bodengesellschaft die Kastanien aus dem Feuer holen und im Wege der Enteignung vorgehen. Die Vertretung lehnte mit einer Stimme Mehrheit dieses Schacher- gejchäft ad. Schöncberg. Um eine Befreiung von der vor kurzem beschlossenen Kinemato- graphenstener zu erreichen, sind eine Anzahl Kinematographentheater- besitzer auf den Gedanken gekommen, an den Wochentage» Wohl- täligkeitSvorstellungen zu geben. An den Wochentagen überschreiten die Einnahnien die Ausgaben kaum; die Erträgnijse der sonntäg- lichen Veranstaltung fließen dagegen den Besitzern der KinoS zu. Um eine eventuelle Stcuerumgehung zu verhindern, schlägt der Magistrat der Stadrverordnetenversammlung vor, die Besteuerung der KinoS in der Weise abzuändern, daß es künftig dem Magistrat über- lassen bleiben soll, ob er Wohltätigkeitsveranstaltungen von der Steuer befreien will. Das Experiment der Kinobesitzer zeigt nur, wie sehr sie durch diese gegen.ihr Gewerbe gerichtete Sondersteuer getroffen werden. Friedenau. Eine Familienpartie nach Zehlendorf verbunden mit gemein« samen Spielen im Walde für Kinder und Erwachs«:», veranstaltet die Freie Turnerschaft am Sonntag, den 9. Juni. In, Lokal von Miel, Karlstraße: Kaffeekochen. Treffpunkt 2 Uhr 30 Min. Bahnhof Steglitz. Marienfelde. In der letzten Gcmeindevertreterfitzung wurde die Einrichtung eines Woche„Marktes beschlossen; als Platz ist die Kaiser-Allee zwischen Berliner Straße und Adolfstraße vorgesehen. Eine eigen« tümliche Auffassung vertrat hierbei der Schöffe Manntz. Derselbe bezeichnet die Einrichtung als verfrüht, außerdem entstände dadurch den ansässigen Gewerbetreibenden eine empfindliche Konkurrenz. Der Gemeindevorsteher war der Ansicht, daß der Ort doch nicht nur von Gewerbetreibenden bewohnt wird; durch die Einführung des Wochen- markteS werde gerade eine gesunde Konkurrenz herbeigeführt. Der Volksbibliothek sollen 390 M. überwiesen werden. Als Kinderspiel- platz soll das Gemeindegrundstück neben dem Feuerwehrdepot ein« gerichtet werden. Wie überall, so soll auch hier ein patrip- lischer Jugendklub inS Leben gerufen und die Gemeinde- turnhalle dazu unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. In den Ausschuß für Jugendpflege wurden gewählt: Der Gemeinde- Vorsteher, Pastor Richter, Rittergutsbesitzer Kiepert, Rektor Petzold, Lehrer Fröhbrod, Gemeindevertreter Krope, der Turnwart der Deutschen Turner E. Petsch, Fräulein Dr. Kastner, Schlossermeister Dörre. Obwohl der Vorsteher betonte, daß der Ausschuß sich auS allen Ständen zusammensetzen müsse, wird jeder Kenner der Marien- selber Verhältnisse beim Lesen dieser Namen merken, wohin der Weg geht. Für die neuerworbencn Grundstücke Berliner Str. 2 und Bismarckstr. 1 soll eine Anleihe von 84 900 M. zu 41/« Proz. bei der Berliner Sparkasse aufgenommen werden. Da in letzter Zeit mehrere lleberfölle auf Frauen stattgefunden haben, sollen die Straßen auch während der Sommermonate beleuchtet werden. Bisher wurde in den Monaten Juni und Juli kerne Laterne an- gezündet. Feine Wurst- u.Fleischwarc» Spezialität: Landschinkc». Oskar Kläliii,"„".'r? a P'b. Ostpr. Landfchinken.... 1,20 ff. Rollschinken..... 1,35 . Delikalegschinken.... 1.20 . Lachsschinken..... 1,6? . Schinkcnspeck..... Mjj Landsveck, fett u. mager.. 0,85 Zwiebelwurit...... ELo FIcischwurst...... 9,«>5 Pominersche Landleberwursl 0.S5 Flcischwurst.. 0,95 ff. Kalbsleberwurst.... 1,96 Holsteiner Schlackwurst.. 1,35 . Salami.... 1,35 ff. Teewurst...... 1,20 Bei Abnahme von 5 Psd, Wurst- waren 5 Ps. pro Psund Prc!S- erinästsgunz. | Herren-Kleidung Knaben-Kleidung i iädetien- -- Alle Größen und Preislagen vorrätig Maßschneiderei und Stofflager J. Goldstein �Yorksir.51 an der BülowstraOe Riesenläger in Berufs& Kleidung, nur ausprobierte bewährte Qualitäten. Auf jedem Stück ist der Preis deutlich notiert. Vorwarts-Abonnenten erhalten an der Kasse 5 Proz. Rabatt. OOOOOOS0GG0OGDGGGGOGGODSOGSO0�O�HD MSSMO Kerren-]fioden- Vertrieb zum Selbstkostenpreis+ 107o Kutzen Cliai'lottcnbiirg„Willielm- Platz" Eingang Spreestr. 48, I. Et., direkt am Untergrundbahnh. Wilhelm-Platz. Tel. Amt Wilü. 420. Diose oßenkundigo Verkaufsart gibt jodermann die beste Garantie, keine willkürlichen Preise zahlen zu müssen, da der Herren-Moden-Vertrieb durch die öfiontlicho Bekanntmachung gesetzlich verpflichtet ist, diese Verkaufsart innezuhalten. Es ist somit dem verehrL Publikum Gelegenheit geboten, seinen Bedarf in fertiger Herrens, KnabensQarderobe sehr billig; einzukaufen. Em int kein Oeheimnis, daß ich weder einen Laden habe, noch einen Zuschneider halte. Knaben- leider in einfacher und eleganter Ausführung schneide ich selbst zu und lasse sie unter meiner Aussicht ansertigen. Es ist somit klar, daß ich bei den geringen Unkosten laiudei-kleieici- zu den billigsten Preisen liesern kann. Fertige Kleider, Anztigc, Hüntel und Stoffe in großer Auswahl am Lager. 1482b- Mitgebrachte Stoffe werden gediegen verarbeitet. EpüMssie Frau M. Saloin Berliner StraBc X». 58 gegenüber KaufhaiiM H. Joseph._ taufen Sie gegen Ißobel bmMc* Kluge, Wiimersilorlerstr. 19. Zöpfe. WiteBtiatÄto ullerbilligstcn Preisen. Otto F. Kafka, Neukilln, Erkstr. i Zöpfe- und Perückenfabrik.* Vornehme ßerm- Wass'öcljmidmt Erstklassige Ausführung, Verwendung bester Stoffe und Zutaten, sehr solide Preise, tadelloser Sitz garantiert. Sakko- Anzüge;;. von m. 52.00 Ulster u. Paletots von m 48.00 Hosen............. von m. 15.00«, an an August Schega vorm. A. Wormann G.m.b.H. o Kottbuser Damm 77 Um >■- 1 J Großer Umsatz, j kleiner Nutzen. Heute, nachmittags 4 Uhr, eriffnen wir Charlottenburg', Wallstr. 4G unser 4. Spezial- Geschäft für Wäsche, Woll-, Manufaktur- und Kurzwaren Mankievitz L Lewertoff. GoeieiM . Wallstraße IS Streng reelle und kulante Bedienung. Gegen Aushändigung dieser Annonce geben wir bis zum 15. Juni trotz der billigen Preleo auf viele Artikel Doppelte Rabattmarken; außerd. b. jed. Einkauf von mindest. 1 M. bis zum 15. Juni ein Geschenk extra. Man verlange Rabattmarken Saison- Räumunss- Verkauf Bedeutend herabgesetzte Preise-- Grosse Einkaufs-Uorteile Domen- und Kinder-Hüte: •|S5 ,,»,» Jetzt Damen-Reisehüte ef�r und englisch garniert, federleicht. Jetzt f�t. echt. Pedal- u. Tagal- 045 Farmen In sehtran nnd farbig., Jetzt O Bunte Oberhemden mit Perchl�Einaats und durchweg 4 90 Percal 2.50,| Rroaotten Schleifen u.Regattes jetzt 45 pt. Sinder In modemea Farben Jetzt 35 Pf. Grosse Posten Gardinen Jetzt Peneter stand 1 hie 4 Fenster 1 85 .... S.7S 8.2» I Kflnstler-Gordlnen 3 Flügel, 1 Lamberquin, engl. Tüll, Erbstüll C 75 a. Alovemets... Jetzt Penstsr 7,30 8.S» w Tüll-Bettdecken ■ rbmtOli � mit Volant über 1 Bett über 2 Betten s50 4 75 3 25 950 725 6 75 in englischem Tüll Uber 1 Bett über 2 Betten 3K 17S r 5 60 4 75 3 25 Fenster-».Hoster-Korsetts In TOU, Batist a. gemnstertea 045■! 95 8ehantunZ-l.einen»ipe» Zephir, Wodweles, farbig, Jetzt Mtr. 75, 45?*- ZfieKerei'Ltoffe U.Volants ea.t20ombreltJetztMeter2 80.1� Wol i-ivl usse l i ne mit und ohne Borde,»,,. Jetzt Meter 75, 55?*- BaL�' Bel�le naturfarbig............. Jetzt Meter 186, 10 Kostu m Stoffe mit feinen Nadelstrelfen, Wert Meter bis 8.00, Jetzt Meter 1" Anssteuer-tDoren: BeZUg m.2 Kluea soz gatem Hab*- O 95 toeh, etwas angestaubt,, Jetzt 8.8» Bett-Damast u. Dimiti »ehr preiswert, ISO cm Mtr, 86 Pf,4 K K 80 cm.BBiBBgaaga» Mtr.**• Tischtücher B&mast in berrl. Mastern, enorm billig, OrOwe ISOflfiO Servietten Handtücher balblelnea. Gelegenbeitskant Dt*. S25 r 2*5 Domen-(Me: f'�Hemd.n. Beinkleider aus prima Stoffen la ror.ehledenen Aua-, tühmug. m. Stickerei n. ElcsStaen 2.4»■ Zwei Posten Untertnillen, darunter amerikenlaohe Form, m. breiter Q R Stickerei nnd Banddnrchsng■■ 1.45 w W Ff. Mih Hn-, KiDMiipte pt Damen-Strümpfe.ohwar« qq ond lederfarbig>>, Paar flO, 48, O O Kinder-Socken u.chwar» a c und bnnt ig««» Paar 55, 58, 18, I\J Ff. HerreniMacco-Socken a�Q Paar 48, 88, dC O pf. � Fussiinge W.ehwar.">4 ledcrfarblg>»»»»» F»®' S8»*\J ff Herren-Hocco- Hemden u. Beinkleider 1.75, 1.4», 1 w Netz- Jacken... s». 4». 38 P, Knaben-Sporthemden In icbdnon Mastern.■. 3.8», 1.85,| Kinder-Schürzen u. Russen-Kittel Stück 85. 7g Reste in Waschstoffen, Wolle und Seide zu aussergewöhnlich billigen Preisen. »«SS«»».».,»...,»»»,. | Die billigen Räumungspreise j i werden Sie überraschen! I Berlin» Grossgörschen-Strasse 1 c Wilhelm Joseph Schöneberg, Hauptstrasse 163 Bennttowctli�et»chattvirj Lltzrrt Wachs. Nsrlig. Mr de» Jnjcratentkil de rant». J Td-Äwite, Berlin. Druck». Verlag:BorwSrtH Buchdruckerei».Verlagsanstalt Baul Singer».Co, Berlip 5W.