Ur. 135. HbonnementS'ßedtosungM: ttfiannemenlä- Preis vränumerandaz Licrteljährl. ZM MI., monatl. l.lo Mki. wöchentlich 23 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags» nummer mit Mustricrter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" lv Pfw Post» zlionnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland g Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, ""'nien, Schweden und die Schweiz. A9. Jahrg. CrWjelnt täglich auütr moDtags. Verlinev VolksblÄtk. Die TnfertlonS'Gebfl�r Beträgt für die sechsgespaltene Kolonek« zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerlschaftliche Bercins- und Versammlungs-Anzetgen 80 Pfg. „KUlm Hnreigcn", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlafstellcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 16 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numnier müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ..SsÄaliUinolirst Btrlin". s Z«ntralorgan der fozialdcmokrat» Tcben Partei Ocutfchlands. Redaktion: SM. 68» Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr: 1983. Sonnabend, den 6. Juli 1912. Bxpedition: SM. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Im deichen des Imperialismus. Der soeben erschienene halbamtliche„ N a u t i c u s dessen Aufgabe es ist. den imperialistischen Wahnsinn in Deutschland immer mehr zu entfachen und das ehemalige Volk der Diester und Denker in immer tollere Kriegsrüstungen hineinzutreiben, bringt gleichwohl in seinen Tabellen das wertvollste Material zur Bekämpfung des imperialistischen Rüstungstaumels. So ist z. B. folgende Tabelle sehr.inter- essant: Ausgaben 1912 Ausgaben 1911 M. M. England..... 1467 682 000 1452 483 000 Nuhland..... 1 417 634 000 1 285 328 000 Deutschland.. 1 409 808000 1 259 029000 Vereinigte Staaten. 1181 651 000 1 094 020 000 Frankreich.... 1075 022 000 1 052111000 Diese Zahlen beweisen, daß von den fünf großen Militär- und Flottenmächten, die zurzeit in Betracht kommen, kein Staat seine Rüstungsausgaben in einem solchen Maße vermehrt hat, wie Deutschland. Nicht einmal Rußland, das nach der gänzlichen Vernichtung seiner Kriegsflotte im russtsch-japanischen Kriege jetzt verzweifelte Anstrengungen macht, seine Lkriegsflotte wiederherzustellen, vermag in der prozentualen Steigerung der Rüstungsausgaben mit Deutsch- land gleichen Schritt zu halten! Noch viel gewaltiger ist bei allen übrigen Staaten der Abstand in dem Tempo des Wett- rüstcns. bei dem Deutschland mit vielen Pferdelängen den Sieg davonträgt. Aber dies Bild wird für Deutschland noch weit un- g ü n st i g e r. wenn man die Rüstungsausgaben des Jahres 1912 nicht nur mit denen des Jahres>911 vergleicht, sondern zum Vergleich bis zu dem Jahre 1900 zurückgeht. Dann zeigt sich(die Zahlen für das im Jahre 1900 entnehmen wir dem„Nauticus" für das Jahr 1909) folgendes intereflante Bild: 1912 England.... 1467 Millionen Rutzland.... 1417. Deutschland... 1409„ Verein. Staaten. 1181„ Frankreich.... 1075, Diese Vergleichsziffern beweisen erst lands Rüstungssteigerungen diejenigen aller anderen Staaten in geradezu ungeheuerlicher Weise überholt haben. Während z. B. Frankreich seine Rüstungsausgaben in den letzten zwölf Jahren nur um 210 Millionen, und England nur um 323 Millionen vermehrt hat. hat Deutschland die Kosten seiner Kriegsrüstungen in demselben Zeitraum um 596 Millionen gesteigert! Was um so mehr heißen will, als Deutschlands Rüstungsausgaben im Jahre 1900 niedriger waren als die Frankreichs und Englands. Nicht einnial das Welt- politischen Abenteuern größten Stils nachjagende Riesenreich Rußland hat mit Deutschlands Wettrüsten gleiches Tempo einzuhalten vermocht. Ein ganz erheblicher Teil der deutschen Rüstungsaus- gaben entfällt auf die F l o t t e. Der„Nauticus" für 1912 gibt dafür folgende Vergleichsziffern: 1903 1912 728,4 Millionen 899.3 Millionen. 212.6', 461,9 434,7„ 529,9 243,7„ 338,6 246,1, 349.9 Auch diese Zahlen beweisen wieder, daß keine andere Macht ihre Flotte auch nur in annähernd demselben Tempo verstärkt hat, wie Deutschland. Dabei tritt Deutschlands Rüstungs- fieber erst recht hervor, wenn wir auch hier wiederum bis zum Jahre 1900 zurückgehen wollten, wo Deutschland Aus- gaben für die Flotte nach dem„Na'-tiois" für 1909 nur 157 Millionen betrugen, also nur den d r i t t e n T e i l dessen, was das deutsche Volk heute für seine„herrliche Kriegs- flotte" ausgegeben hat. Der Erfolg ist denn auch ein der- artiger, daß selbst unsere Flottenfexe darauf stolz sein können. Ein Stärkevergleich der acht größten Seemächte nach dem Bestände am 16. Mai 1912 ergibt nach dem„Nanticus" folgenden Kriegsschiffsbesitz: jihm gegenüber noch eine erhebliche Ueberlegenhcit, die aber lchon deshalb sehr in Frage steht, weil ja Englands Flotte auf dem ganzen Erdball verteilt ist, während Deutsch- land in der Lage ist, seine Kriegsschiffe in der Nord- und Ost- see konzentrieren zu können. Frankreich dagegen ist be- reits weit in den H i n t e r g r u n d gestellt. Sein Deplace- ment an Linienschiffen und Panzerkreuzern beläuft sich nur auf 690 000 Tonnen, während das Deplacement der deutschen Kriegsschiffe dieser beiden Klassen 885000 Tonnen beträgt. Dabei war Fürst Bismarck noch Ende der achtziger Jahre der Ansicht, daß es ganz ausgeschlossen und auch völlig unmöglich sei, daß Deutschland jemals in bezug auf Flottenstärke Frankreich ebenbürtig werden könne! Will man aber die Ausgaben, die die einzelnen Groß- mächte für Rüstungszwecke machen, insbesondere für Marine- zwecke, objektiv mit einander vergleichen, so muß man vor allen Dingen in Betracht ziehen, welche dieser verschiedenen Staaten als Kolonialmächte in Betracht kommen. Denn das Flottenrüsten selbst hat ja vom kapitalistischen Stand- Punkt aus nur dann einen Sinn, wenn sich die starke Flotte mit dem Hinweis auf den eventuell zu verteidigenden Kolonialbesitz motiviern läßt. Vergleichen wir so die Ausgaben der verschiedenen Mächte mit der Größe der unter Umständen zu verteidigenden Kolonien, so ergibt sich folgendes: Ausgaben 1912 1900 1144 Millionen. 907 813. 875„ 835 recht, daß Deutsch- England... Deutschland. � Verein. Staaten Frankreich.. Rußland. England.... Vereinigte Staaten. Dcntschllind... Frankreich.... Japan..... Rußland.... Italien..... Oesterreich-Ungarn. Danach ist jetzt Deutschland die weitaus stärkste Seekriegsmacht. 19 6 10 6 4 2 1 Bevölkerung der Kolonien 372.6 Millionen 00.0 12.4 52,3 unbestritten nach England Mnzig England besitzt England.,.. 1467,6 Millionen Rußland... 1417,6 Deutschland.. 1409,8, Verein. Staaten 1181,6„ Frankreich... 1075,0, Deutschland besitzt also, von Amerika abgesehen, die un bedeutend st en Kolonien, dabei aber die z>v e i t st ä r k st e Flotte. Amerika kann aber schon deshalb nicht in Betracht gezogen werden, weil feine Flottenrüstungen bedingt werden einmal durch den Besitz der Philippinen, wie überhaupt seine gesamten ostasiatischen Interessen, bei denen ein Konflikt mit Japan in ziemlich sicherer Aussicht zu stehen scheint. zum anderen aber durch den Grundsatz der Monroe- Doktrin, den es nur mit Hilfe einer starken Flotte für Süd- und Mittclamerika durchzusetzen hoffen kann. Deutschlands unglaubliche Rüstungsausgaben möchten aber immer noch verzeihlich sein, wenn nun wenigstens ein Ende des Wettrüstens nnd ein vernünftiges inter- nationales politisches Verhältnis zu den Nachbarstaaten, insbesondere zu England, zu erwarten wäre. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Gerade Deutschlands beispiellose Flottenrüstungen verschlechtern ja das Verhältnis zwischen den ihrer Rasse nach so nahe verwandten Nationen Deutschland und England immer mehr, weil England nun einmal glaubt, daß Deutschlands abnormes Wettrüsten nur eine Drohung für Englands weltpolitischen Besitz bedenten könne. Und trotz aller Friedensbeteuerungen deutscher Diplomaten(die ja schon durch die infame England- hetze unserer Flottenpatrioten entkräftet werden) kann das Verhältnis zwischen England und Deutschland auch nicht eher ein besseres werden, bis Deutschland in eine Nüstungsverständigung mit England willigt und seine uferlosen Flottenbauten einstellt. In einem Punkte freilich möchten wir noch das Material des„Nauticus" von 1912 und 1909 ergänzen. Unsere Flottenfexe und Rüstungsfanatiker begründen ja bekanntlich die angebliche Notwendigkeit für Deutschland, seine Flotte unausgesetzt zu verstärken, damit, daß England Deutschlands industrielle und handelspolitische Expansion nur mst steigendem Ingrimm beobachten könne und daß England deshalb eines schönen Tages nach Flibustierart über Deutschlands Handelsflotte herfallen werde, wenn nicht Deutschland mit einer ebenbürtigen Kriegsflotte Englands Aktion abwehren könne. Wir haben immer wieder den Wahnsinn dieser Vor- stellung mit dem Hinweis darauf bekämpft, daß in bezug auf die gegenseitigen Handelsbeziehungen England und seine Kolonien durch Deutschlands Entwicke- lung nicht etwa benachteiligt, sondern viel eher b e g ü n st i g t worden seien, daß England also gerade- zu merkantilen Selbstmord begehen würde, wenn es Deutschlands weltwirtschaftliche Eni- Wickelung zu beeinträchtigen suche. Zum Be- weis für die Richtigkeit unserer Argumentation seien hiermit die zwar nicht iin„Nauticus", aber im„Statistischen Jahr- buch für das Deutsche Reich", also einem amtlichen Werke, enthaltenen Zahlen wiedergegeben. Es betrug: Ausfuhr nach Einfuhr a u S Deutschland Deutschland Großbritannien Britisch-Jndien Australien.. Brit.-Westafrika Aegypten.. Brii.-Südafrika Ceylon..- Brit.-Amcrika- in Millionen Mark 766,8 1162,0 404,0 89,8 281,7 69,9 108,3 15,2 93,6 34,2 59.4 54.0 35,4 übrige Kolonien 10,2 13.2— 1762,2 1375,3 Es steht also statistisch fest, daß Deutschland, gerade in- folge seiner wirtschaftlichen Entwicklung der weit- aus beste Abnehmer Englands und seiner Kolonien ist, daß die Ausfuhr von England und seinen Kolonien nach Deutschland den Export deutscher Waren nach England und seinen Kolonien noch um fast 400 Millionen Mark übertrifft! Daß unter solchen Umständen England jemals so hirnverbrannt sein könnte, durch eine Schädigung der deutschen volkswirtschaftlichen Entwicklung sich selbst des allerbesten Absatzgebietes zu be» rauben, kann nur jemand annehmen, der die Engländer für komplette Irrsinnige hält l Umgekehrt aber ist auch Deutschlands Ausfuhr nach Eng- land und seinen Kolonien eine derart beträchtliche, daß es geradezu als Aberwitz erscheint, unserer deutschen Ko- lonialpolttik zuliebe dem deutschen Volke Milliarden Ausgaben zuzumuten, da doch nach dem amtlichen„Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich" die gesamte deutsche Aus- fuhr nach unseren sämtlichen deutschen Kolonien sich auf höchstens 50 Millionen Mark beziffert. Und den größten Teil dieser Ausfuhr bildeten obendrein die Waren für unsere deutschen Kolonialbeamten und die Trans- Porte für die K o l o n i a l b a h n e n, die für das Geld der deutschen Steluerzahler in unseren Kolonien gebaut werden! All diese Tatsachen würden unserem Rüstungswahnsinn und unserem imperialistischen Koller die tödlichsten Schläge versetzen, wenn nicht auch auf diesem Gebiete die Interessen des Volkes von denen unserer Kolonial- und Flottenfexe grundverschieden wären I Der Ruin des Volkes bedeutet ja auch hier die Mästung und Privilegierung einer kleinen herrschenden Minderheit! Der Kampf gegen den imperialistischen Wahnsinn ist deshalb gleichbedeutend mit dem Kampf gcgen die kapitalistische K l a s s e n h c r r s ch a s t l csnStsgzichllik in Nörttemberg. AuS Württemberg wird uns geschrieben: Im Dezember 1906 und Januar 1907 wurde der WürtkeM» bergische Landtag letztmals auf 6 Jahre gewählt, am Schluß deS laufenden Jahres haben die Neuwahlen stattzufinden. Die Haupt- wählen in den Bezirken werden auf einen Tag der zweiten No- vemberwoche fallen, der zweite Wahlgang hat spätestens 14 Tage darauf zu erfolgen und die Landcsproporzwahlen müßten danach Mitte Dezember stattfinden. Die Landtagsarbetten sind, abgesehen von einer auf wenige Sitzungen berechneten Schlußtagung im Oktober, die eigentlich nur der Wahl des Ständischen Ausschusses und der Auflösung dcs Landtags dient, abgeschlossen. Die Parteien sind eifrig mit der Vorbereitung des Wahlkampfes beschäftigt. In den bürgerlichen Lagern dauert der Kuhhandel schon Wochen und Monate. Die bürgerliche Demokratie, die im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte ihren Charakter vollständig berändert hat, vermag die führende Rolle, die sie seit den Wahlen von 1895 innehatte, aus eigener Kraft nicht mehr zu verteidigen. Solange die Sozialdemokratie im Schwabenlande ein kleines Häuflein darstellte, war die Volks- Partei, gestützt auf die klelnbürgerltch-demokratischen Volksschichten, die Partei der entschiedenen Opposition. In dem Mkße aber, in dem die kapitalistische EntWickelung die der sozialdemokratischen Fahne folgende Proletarierarmee anschwellen ließ, vollzog sich die Rechtsschwenkung der Volkspartei, und heute unterscheidet sich diese Partei von den Nationalliberalen kaum noch. Beide Parteien stehen unter dem entscheidepden Einfluß der Großindustrie und des Großhandels; nur sucht die Volkspartei immer noch, so gut wie es geht, ihren traditionellen Schein zu wahren und die Wählerschaft mit demokratischen Allüren zu täuschen, während bei den National» liberalen der Einschlag des frömmelnden höheren Beamtentums sich bemerkbar macht. Dieses Beamtentum bildete in früheren Zeiten das Bindeglied zwischen der„Deutschen"(nationalliberalenl und der alten konservativen„Landespartei", an deren Stelle in- zwischen der mit den konservativen Mittelständlern vereinigte Bund der Landwirte getreten ist. Es liegt auf der Hand, daß am wenig- sten in einem Lande von der sozialen Struktur Württembergs, das in der großkapitalistischen EntWickelung noch nicht den Reichs- durchschnitt erreicht hat, zwei selbständige Parteien mit national- liberalem Gepräge nebeneinander existieren können. Die Annähe- rung zwischen der Volkspartei und den Nationalliberalen ist daher soweit gediehen, daß sie, die noch bei den letzten Landtagswahlen den bittersten Kampf gegeneinander ausfochten, nunmehr völlig vereinigt, in den Wahlkampf ziehen. In einem langwierigen Handel ist die Verteilung der Wahlkreise zwischen den beiden Parteileitungen bor sich gegangen, und wenn auch da und dort noch lokale Widerstände zu überwinden sind, so steht doch fest, daß das getroffene Abkommen durchgeführt wird. Von den Konservativen und den Landwirtsbündlern wird es den Nationalliberalen schwer angekreidet, daß diese nicht rechts, sondern links Anschluß genommen haben. Die Hoffnung der bündlerischen Führer, im Verein mit den Nationalliberalen unk» dem Zentrum, der Gespreiztheit der führenden volksparteilichen Advokaten, die-sich die Regierung gefügig zu machen verstanden haben, ein Ende zu bereiten, scheint vereitelt zu sein. Nach den in den letzten Tagen ausgestoßcncn Drohungen der konservativen Presse sollen beide„liberale" Parteien schwer dafür gestraft wer- den. Schon dcs öfteren erwiesen sich in Württemberg die Gegen- sätze unter den bürgerlichen Parteien als stärker wie ihre Feind- schaft gegen die sozialdemokratische Arbeiterschaft. Die Bündler ließen z. B. bei der Nachwahl im Bezirk Welzheim durch Ausrecht- erhaltung ihrer Kandidatur den Volksparteiler zugunsten des Sozialdemokraten durchfallen. Die Nationalliberalen führten noch bei den letzten allgemeinen Landtagswahlen durch Demonstrations- kandidaturen zwei volksparteiliche Niederlagen und sozialdemokra- tische Siege herbei, und wenn das Zentrum eine günstige Gelegen« heit findet, der Volkspartei einen Schlag zu versetzen, läßt«s dre« selbe nicht unbenützt. Auf jeden Fall wird nunmehr, da Volks, Partei und Nationalliberale handelseins find, die schwarzblau« Koalition nur eine um so engere werden. Zentrum und Konter- vative verfolgen das Ziel, im nächsten Landtag eine Mehrheit zu erreichen, wozu sie ihren bisherigen Bestand nur um 6 Mandate zu vermehren brauchen. Im Hinblick auf die schwarze Schrecken»- Herrschaft in Bayern und die- in Baden stetig drohende Zentrums- Mehrheit würde eine schwarzblaue Herrschaft in Württemberg schon wegen � der Rückwirkungen homogen-reaktionärer Tendenzen Süd- deutschlands auf die Reichspolitik bedeutende Gefahren in sich bergen, die dadurch nicht geringer werden, daß ein unter habS- burgischen Einflüssen stehender ultramontaner Prinz in nicht sehr ferner Zukunft die württembergische Krone erbt. Die Sozialdemokratie wird dieser Gefahr am wirksamsten da- durch begegnen, daß sie in voller Selbständigkeit auftritt und den Kampf für ihre Forderungen mit aslem Kraftaufgebot führt. In diesem Sinne treffen unsere Parteigenossen, die in allen Bezirken eigene Kandidaten aufstellen, ihre Vorbereitungen. Zweifellos stellt der schwarzblauc Block den schlimmsten Feind nicht nur der proletarischen Interessen, sondern jeder fortschreitenden modernen EntWickelung dar.' Aber auch der liberale Bruderbund hat keinen Anspruch auf das Vertrauen der Arbeiterklasse. Mit tausend Grün- den aus der sechsjährigen Tätigkeit deS letzten Landtags läßt sich das belegen. Es war der erste Landtag nach Durchführung der VerfassungS- reform. Die Konflikte zwischen beiden Kammern im Kampf um die Neformierung deS Volksschulwesens hatten der VerfassungS- reform die Bahn frei gemacht. Nun mußte ernstlich an die Mo- dernisierung der VolkSschulgesetzgebung herangetreten werden. Die Organisation der Volksschule, die Besoldung?- und die RechtSver- Hältnisse der Volksschullchrer wurden neu geregelt. Abgesehen von der Besoldung, die einstweilen als angemessen gelten kann, stellen die Ergebnisse der parlamentarischen Arbeit eine befricdi- gende Lösung nicht dar, weil die liberalen Parteien das alte libc- rale Postulat der Weltlichkeit der Schule fallen gelassen und den kirchlichen Machtansprüchen weitgehende Zugeständnisse gemacht haben. Was erreicht wurde, ist der vorwärtstreibenden Kraft der Sgzialdemokratie zu danken. Im wesentlichen wurde der gesetzliche Lchrplan durch Aufnahme einiger realistischer Fächer erweitert, an die Stelle der nebenamtlichen geistlichen die hauptamtliche fachmännische Bezirksschulaufsicht gesetzt, die geistliche Ortsschulauf. ficht aufgehoben, die Aufsicht über die äußere Schulordnung dem Ortsschulrat übertragen, eine selbständige staatliche Oberschul. behörde an Stelle kirchlicher Oberleitung eingesetzt und die Maxi- malschülerzahlen der Klassen reduziert. Rechtlich wurden die Lehrer den Staatsbeamten gleichgestellt, jedoch mit mancherlei Ausnahmen. Die äußerste Rechte und das Zentrum setzten allerdings selbst diesen bescheidenen Fortschritten den schärfsten Widerstand entgegen; aber das brauchte für die Liberalen, die mit den Sozialdemokraten eine sichere Mehrheit bildeten, kein Grund zu sein, vor liberalen Taten zurückzuschrecken.... -"W."Dis liberale Halbheit und UncNtschkvss enheit'schloß-denn auch von vornherein eine Großblöckbildung' völlig aus. Gewiß, in Schul- und allgemeinen Kultuxfragen ergab sich in der Regel von selbst ein gemeinschaftlicher Aufmarsch der Sozialdemokraten und der Liberalen gegen rechts; aber unsere Fraktion ließ e? mitten in diesen Gefechten auch an der Beleuchtung der liberalen Prin- zipienlosigkeit nicht fehlen. In Fragen der Sozialpolitik wechselte gewöhnlich die Konstellation, da sich die Nationalliberalen und die Volkspartei oft noch arbeiterfeindlicher erwiesen als das Zentrum und selbst die Bündler. Wie hatte unsere Fraktion bei Beratung der neuen Bauordnung zu kämpfen gegen die volksparteilichen Agenten der Bodenspekulation, die den Arbeiterwohnungen nicht ein Mindestmaß von Luft und Licht zugestehen wollten. Volks- parteiler waren es auch, die den stärksten Widerstand leisteten, als unsere Fraktion forderte, daß zur Förderung der Arbeitslosenver- sicherung staatliche Beiträge an die Gemeinden, die in dieser Be- ziehung vorangehen, zu leisten seien. Den schwerwiegendsten Be- weis für ihre sozialpolitische Rückständigkeit lieferte die Mehrheit der volkSpartelichen Fraktion in der letzten Tagung, indem sie das Selbe AMchsN. Die Agitation der gelben„Brüder" führt in Deutschland ein recht trauriges Dasein. Die Klassengegensätze werden immer schärfer und öffnen selbst dem Schläfrigsten und Gleichgültigsten die Augen, so oaß er klar erkennt, wie die Proletarier nur im eisernen Zusammenhalten miteinander und im geschlossenen Kampf gegen das Unternehmertum und die Regierung vorwärts kommen können, wie nur die Sozialdemokratie und die freie Gewerkschaft die Organisationen sind, die ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechen, denen sie daher angehören müssen, wenn sie nicht schäbigen Verrat nicht nur an ihren Arbeitskollegen, sondern auch an sich selbst und» an der Zukunft ihrer Kinder üben wollen. Da wird es den von den Unternehmern auSgehaltenen Gelben sehr schwer, irgendwie im Proletariat Halt zu gewinnen, voch wenigstens einzelne für sich zu gewinnen. Aber je weniger wirkliche Argumente diese Herren aufbringen können, um so mehr sind sie darauf angewiesen, mit den Waffen der Lüge, der Verleumdung und der Entstellung zu kämpfen— zu verunglimpfen, was sie nicht zu erschüttern vermögen. Bisher richtete sich diese freundliche Taktik der Gelben Haupt- sächlich gegen Personen; in letzter Zeit beginnen die Herren auch „wissenschaftlich" aufzutreten. Eben jetzt ist wieder eine kleine Schrift erschienen, die eine Reihe von Artikeln zusammenfaßt, mit denen ein Herr Dr. Hugo Nathansohn schon im„Bund, dem „Organ der deutschen Werkvcreine" die Sozialdemokratie vernichtet hat.*) Denn in diesen Artikeln hat der Verfasser unternommen, „eine Geschichte menschlicher Vcrirrungcn" zu schreiben, die dazu beitragen soll,„die deutsche Arbeiterschaft zur Erkenntnis der Un- Möglichkeit und Schädlichkeit dieser Träume zu bringen". Man muß zugeben, daß Herr Dr. Nathansohn an eine schwie- rige Aufgabe mit großer UnVerzagtheit herangegangen ist. In diesen Sg Seiten bietet er nicht imr eine Geschichte der sozia- ltstischen, sondern auch der anarchistischen und bodenreformerischen Lehren und speziell eine Kritik des Marxismus, und das alles natürlich— streng wissenschaftlich. Von dem Maß dieser„Wissenschaftlichkeit" bietet gleich der Abschnitt über CampanellaS Sonnenstaat einige hübsche Proben. So heißt es(S. 12):„Eampanellas Sonnenstaat ist, wie schon der Name sagt, nicht hier auf Erden, sondern auf der Sonne gedacht." Leider hat Campanella etwas andere? gesagt als der Name; denn er verlegt seinen Jdealstaat ausdrücklich nach Ceylon und erwähnt mehrmals, daß die Bewohner des Sonnenstaates aus Indien dorthin ausgewandert seien. Gleich darauf behauptet Herr Nathansohn lS. 13),„für Cam. panella sei ebenso wie für Plato die Sorge für die materiellen •) Dr. Hugo Nathansohn,»Soziale Zukunftsträume". Berlin, Ppreeverlag, 69 Seiten. OberamiSarztgesetz zum Scheitern zu bringen versuchte und schließlich, als das nicht gelang, gegen da» Gesetz stimmte. Dieses Gesetz bringt den obligatorischen staatlichen Schularzt, der diesen Beruf künftig im Hauptamt ausüben soll, für alle Gemeinden des Landes, auch die kleinsten Dörfer, und zwar unter Bedingungen, die einen bedeutsamen Fortschritt darstellen. Daß die Bündler in ihrem sozialhhgienischen Verständnismangel sich hier hiergegen wehrten. wundert niemand. Auch einige Vertreter des Zentrums und der Nationalliberalen verhielten sich ablehnend. Wenn aber die starke Hälfte der Volkspartei das Gesetz, das sogar in der Ersten Kammer glatt durchging, prinzipiell ablehnte, so zeigten dir Herren, mn wie wenig Berechtigung fie die Bezeichnung„fortschrittlich" in ihrer Parteisirma führen. In diesem wie in' manchem anderen Falle führte der Widerstand der Reaktionäre gegen einigermaßen fortschrittliche Regierungsvorlagen die.Sozialdemokraten an die Seite der Regierung. So verdanken eine Anzahl Gesetze, besonders das Schularztgesetz, ihr Zustandekommen nur der Mitwirkung der „umstürzlerischen" Sozialdemokraten. Völlig, allein kämpft« dagegen unsere Fraktion gegen die Steuerpolitik, die in den letzten Jahren getrieben wurde und dir sich nicht zu ihrem Vorteil von der Reichsfinanzpolitik des Schnaps- blocks unterscheidet. Die Deckung für die bedeutende Steigerung der Staatsausgaben, die mit einer zweimaligen Erhöhung der Beamtenbezüge und mit der Verbesserung der Pensionen fdie jetzt in Württemberg die höchsten von allen Bundesstaaten sind) ver- bunden war, wurde nicht in einer stärkeren Belastung des lei. stungsfähigen Besitzes gesucht und gefunden, sondern in einem bösartigen Steuersammelsurium. Die Erhöhung der Biertteuer, deS PostportoS im Nahverkehr und der Umsatzsteuer galt nach den Vorgängen im Reich öl» selbstverständlich; aber man fügte noch hinzu die Erhöhung der Fahrtaxen der hestrentierenden vierten Eisenbahnklasse, die Revision deS SporteltarifS, der eine Menge ungerechter neuer VerkehrIsteuern enthält, die Erhöhung der Ge- richtsgebühren, die Ausdehnung der preußischen Klaffenlotterie auf Württemberg, und man verschonte die armen Teufel auch bei der Erhiihung der Einkommensteuer um 5 Proz. nicht, wie das Preußen seinerzeit wenigstens in gewissem Matze tat. Auf dem Gebiet des Steuerwesens muß im nächsten Landtag durchgreifend geändert werden. Die Steuerreform, die 1903 mit der Schaffung der allgemeinen Einkommensteuer begonnen. wurde, ist fortzusetzen durch Einführung einer progressiven Vermögens. steuer, die an Stelle der. veralteten Ertragsteuern von Gebäude- und Grundbesitz und Gewerben zu treten hat. Auch die Gemeinde- steuerordnung bedarf dringend der Revision. Damit steht im Zu- sammenhang die, Uebernahme der Volktichullasten auf den Staat, für die sich auf Drängen unserer Fraktion eine knavve Mehrbeit der Zweiten Kammer erklärt hat. Ebenso ist in der Richtung der Trennung, von Kirche und.Staat von unserer Fraktion ein Vorstoß gemacht worden, der vorläufig eine Denkschrift über das finanzielle Verhältnis von Staat und. Kirche zeitigen wird. Dazu kommt die Forderung einer Verbesserung des Wahlrechts zum Landtag durch Einführung der allgemeinen Verhältniswahl. ES kommen wichtige sozialpolitische Aufgaben hinzu, wie Durchführung deS Achtstunden- tags in den Staatsbetrieben, Ausbau der Gewevbe-, der Wohnungs- inspektion, gründliche Wohnungsfürsorge usw. Der Rechtsboden ist in Württemberg der Verwirklichung dieser Forderungen günstiger als in allen anderen deutschen Bundes- staaten, denn Württemberg hat das beste Laqdtagkwählrecht. Der König und der Mintsterpk8side.n't haben der auf. dem gleichen Wahl- recht berufenden Volkskammer wiederholt ihr Kompliment gemacht und dadurch den Weisbeitsspruch deS. Kanzlerphilosophön, daß die Demokratisierung deS Parlamentarismus die politischen Sitten verflache und verrohe, zurückgewiesen, llns aber haben die prak- tischen Früchte der Demokratisierung nach allen Richtungen un- befriedigt gelassen, und darum soll alles darangesetzt werden, eine ZusammensStzung des künftigen Landtags zu erkämpfen, die den Lebensinteresssn de? emporstrebenden Proletariats in höhcrem Grade gerecht wird,' als daS biShei geschah. poUtifchc Qcbcrficbt Berlin, den 6. Juli 1912. Die sogenannte„Waisenftener"! In einem Artikel protestiert« jüngst die.Kreuz-Ieitung" mit den bekannten Argumenten gegen die Erweiterung der Erbschaftssteuer; Bedürfnisse eine niedrige und nebensächliche Beschäftigung". Leider ist auch hier Campanella selbst anderer Ansicht. Sein ganzer«taat beruht auf der hohen Wertschätzung der Arbeit, Ausdrücklich sagt er auch noch z. B.:„Die Solarier halten jemand für einen um so vorzüglicheren und edleren Menschen, je mehr Handwerke er er- lernt hat und verständig auszuüben versteht. Darum verspotten sie unS deswegen, weil wir die Handwerke etwas Niedrige? und gerade diejenigen edelgesinnt nennen, die... in Mäßigkeit leben." Doch was sinb Tatsachen, was ist Wahrheit? Die„gelbe Wissenschaft" hat andere Zwecke,„wie schon der Name sagt". Und dabei bätte eS Herr Dr. Nathansohn so leicht gehabt! Er brauchte nur seinen Vorkäufer, den anonymen Verfasser der 1392 erschiene- neu„Schlaraffia politica" balbtvegS aswissenhaft auszuschreiben. Denn wenn diese Schrift auch ein politisches, tendenziöse» Mach. werk war, steht ihr Verfasser Herrn Nathansohn doch als wissen- .schaftlicher Riese gegenüber. Aber was Nathansohn über Plate, Campanella, More, Fourier, Proudhon, Stirner usw. sagt, ist natürlich alles nur Vorbereitung zu seiner tiefgründigen Kritik von Marx.„Denn von allen Uwpien hat keine einzige eine derartige Wirkung hervorgebracht wie die marxistische."(S. 86.) Marx ist nämlich ebenso Utopist wie seine Vorläufer; denn„ob man eine wirtschaftliche Umwälzung selbst herbeiführen will, oder ob man sie nur als von selbst sich ent« wickelnd propbezeit, das ändert nicht» an der Tatsache, daß jedes .solches Zukunftsbild nur eine Utopie ist. Die Lehre von einer angeblichen zukünftigen Cntwickelung kann niemals eine Wissen- fchaft sein." Leider sind auch bicr die Männer der Wissenschaft. anderer Ansicht als Herr Dr. Nathansohn;, denn sie sehen gerade' daS Wesen her Wissenschaft in dem Erkennen der Entwickelunas- richtunaen. in dem Voraussehen deS Künftigen. MerdingS Herr Rathamohn scheint anzunehmen, nur die Voraussage, daß alles unverändert bleiben werde, wie eS ist, sei Wissenschaft. Doch was Ha1 es überhaupt für einen Sinn, sich mit jemand in theoretische Auseinandersetzungen einzulassen, der z. B. schreibt:„Ein Gold- ring ist wertvoller als ein Eisenring, selbst wenn zu dessen Her- stcllimg dieselbe Arbeitszeit verwandt worden ist." Wenn es Herrn Dr. Nathansohn bereits gelungen wäre, ein Verfahren, zu erfinden, mittels dessen man. ein Pfund. Gold in derselben Arbeitszeit ge- Winnen kann wie ein Pfund Eisen, hätte er nicht mehr nötig, sich durch die Verfassung solcher Sudelschriften öffentlich zu blamieren. Ebenso umfassend wie das ökonomische ist das ethnologische Wissen deS Verfassers. So schreibt er(©. 48);„Finden wir bei einigen wilden Völkern, daß die Frauen körperliche Arbeit leisten, oder politische Rechte besitzen, so ist damit noch länge nicht bewiesen, daß das wirklich der allgemeine Urzustand war. Es können das ebensogut Besonderheiten oder Verirrungen einzelner Volksstömme gewesen sein." Die vergleichende Völkerkunde scheint also für den gelehrten Herrn ein völlig unbekannte» Land zu sein, noch viel abgelegener als dev �.Sonnenstaat" auf der Sonne,, und jeden- falls viel dunkler. Da ist es doch nett von Herrn Dr. Nathansohn. daß er eine gewisse Nachsicht walten läßt, wenn sich jemand nicht ganz bis zu seiner wissenschaftlichen Höhe emporschwingen kann. I nur für„die Stunde der Gefahr" erklärte sie sich mit gewissen Ein- schränkungen zu.besonderen Leistungen" bereit. Auf die Bekundung dieses echtjunkerlichen Opfersinnes antwortet der konservative„Dres- dener Anzeiger": „Warum soviel Worte, bei denen man alles Mögliche oder nichts denken kann? Warum nicht einen praktischen Vorschlag, der im Reich durchgeführt werden kann? Die Erb- anfallsteuer ist eben die einzige und gerechteste Reichsbesitzsteuer, der die Bundesstaaten zustimmen können. Wer sie ablehnt, zeigt damit, daß es ihm mit seiner Opferbereitschaft nicht ganz ernst ist und daß er nur einen maralischen Er- folg für sich, aber keinen prallischen Erfolg für das Reich und die Allgemeinheit im Auge hat. Bei der Erbanfallsteuer soll man nichl so sehr an die ungleiche Bedeutung eines Sieuerbetrages für die einzelnen Steuerträger und eines Erbieils denken, als daran, daß jeder, dessen Vermögen durch Erbschuft erheblich vergrößert wird, leichter in der Lage ist, eine Steuer zu tragen als die anderen, die in der Wahl ihrer Eltern weniger vorsichtig gewesen find und nicht nur nichts erben und Zinsen zu ihrem Einkommen ' beziehen, sondern allein auf ihr Einkomme» angewiesen find, das sie oft bis 8, 10 und 12 Proz. besteuern müssen." Zugleich unternimmt der„Dresdener Anzeiger" den Nachweis, daß das Gerede der konservativen und klerikalen Presse von der „Waisen st euer" reiner Schwindel ist; denn nur in seltenen Fällen wird die Nachlatzsteuer von unmündigen Kindern— und noch viel weniger natürlich von„Waisen"— getragen. AuS den: „Statistischen Jahrbuch für Sachsen" stellt der„Dresdener Anzeiger" fest, wie lange die Ehen beim Ableben einer der Ehegatten während der letzten drei Jahrzehnte durchschnittlich bestanden hatten, und kommt zu folgendem Ergebnis: „Danach hat die durchschnittliche Dauer der Ehe im Jahrfünft 1381/86 beim Ableben der verheirateten Männer 23,7 Jahre, beim Ableben' der verheirateten Frauen 22 Jahre betragen. Seit- dem Jahre 1903 ist die durchschnittliche Dauer der Ehe bei den Männern auf mehr als 26 Jahre, bei den Frauen auf mehr als 24 Jahre gestiegen. Sprechen schon diese Zahlen dafür, 'daß die erbschäftS steuerpflichtigen Kinder in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die Minderjährigkeit hinter sich haben, so geht au§ dem Alter der Gestorbenen dasselbe hervor. Das Jahrbuch enthält die . hierauf bezüglichen Angaben für die Jahre 1999 und 1919. Unter Beschränkung auf das Jahr 1919 sei hier wiedergegeben, daß von den gestorbenen Männern 7867 über 3? bis 35 Jahre, 8391 über 35 bis 40 Jahre. 10 868 über 40 bis 45 Jahre, 11 856 über 45 bis 50 Fahre, 13 474 über 50 bis 55 Jahre; 15 702 über 65 bis 60 Jahre. 17284 über 60 bis 65 Jahre. 19625 über 65 bis 70 Jahre, 16 340 über 75 bis 80 Jahre. 10313 über 80 bis 35 Jahre alt gewesen sind. Ganz ähnlich ist daS Verhältnis bei den gestorbenen Fronen. Je höher aber die Zahl der Gestorbenen in den vor» gerückten Lebensaltern ist, um so klarer ist e», daß die von ihnen zurückgelassenen Kinder in der Mehrzahl der Fälle die Zeit der Minderjährigkeit und wirtschaftlichen Unselbständigkeit hinter sich haben."_ Eine Kulturdebatte im bayerischen Landtage. Am Donnerstag unterstützte das Zentrum in der bayerischen Abgeordnetenkammer die Weigerung der Regierung, eine Not- ftandSaktwn zugunsten der Landlehrer einzuleiten, und Freitag lehnte da» Zentrum in der Abgeordnetenkammer einen Antrag ab, zur Bekämpfung der Schundliteratur staatliche Mittel für Schul- und Bolksbibliotheken zur Verfügung zu stellen. Als Grund gab das Zentrum, an, daß cS nur. rein konfessionell« Bibliotheken dulden und fördern könne. Auf die üblichen klerikalen Reden über Un- sittlichleit und Irreligiosität antworteten ein sozialdemokratischer und ein liberaler Redner mit einer Fülle von Proben aus der klerikalen Schundliteratur. Sie wiesen nach, wie skrupellos katho- lische Verleger die schmutzigsten Schriften verbreiten, die den Aber- glauben fördern und oft geradezu gemeingefährlich wirken. Die bewegte Debatte erreichte ihren Höhepunkt, als Genosse Eduard Schmid zur Kennzeichnung der klerikalen Heuchelei auf den Tisch des Hauses ein unglaublich schweinisches Gedicht niederlegte, das in der Münchener Eisenbahndirektion auf gestohlenem staat- lichem Papier in der Dienstzeit auf Veranlassung von führenden Personen des christlichen Eisenbahnerverbandes gedruckt und unter die Mitglieder verbreitet worden ist. Das Zentrum geriet in«ine fassungslose Aufregung bei dieser Enthüllung christlicher ErziehungS- Wirkung. Er muß zwar konstatieren, Bebels Buch„Die Frau"„verrate überall den Halbgebildeten, der kritiklos alles, was er gelesen hat, gläubig in sich aufnimmt," er ist aber doch so gütig, anzuerkennen, „für den ehemaligen Drcchslermeister bleibe es immer noch eine achtungswerte Leistung". Weniger liebevoll als gegen Genossen Bebel ist Herr Dr. Na- thansohn allerdings gegen Dr. Liebknecht. Denn nachdem er er- zählt hat, daß Campanella 26 Jahre im Kerker schmachten mußte, dabei siebenmal aufs schrecklichste gefoltert und einmal 40 Stunden lang gebunden aufgehängt wurde, fährt er fort:„Wenn wir hier vergleichsweise etwa an die IVi.Jahre Festung des AntiMilitaristen Liebknecht denken, so will uns dieses letztere, so gerühmte Märtyrer- tum fast als eine Karikatur dessen erscheinen,.was ein Mittelalter- lichcr Kämpfer wie Campanella für seine Ucberzeugung erduldete." SS ist doch offenbar schade, daß die Methoden der spanischen In- quisition heute den Sozialdemokraten wenigstens in Deutschland nicht mehr Gelegenheit geben, sich eine echte Märthrerkrone zu er- werben! Der Marxismus ist für Herrn Nathansohn_ natürlich eine längst überwundene Sache. Es wäre wohl überflüssig, sich darüber mit ihm in eine theoretische Diskussion einzulassen. DaS Schicksal Marx' hat gezeigt, daß ein Mann um so lebendiger werden kann, je öfter er totgeschlagen wird. Aber Herr Nathansohn hat auch entdeckt, daß der Marxismus zu einer sorgfältig gehüteten Geheim- lehre geworden ist.„Der wissenschaftliche Boden," erzählt er uns iE. 43),„auf dem die sozialdemokratische Partei aufgebaut ist. ist heute bereits so vollständig unterwühlt, daß die wenigsten Sozial- demokraten noch mit den wirklichen Lehren Marx' und Lassalles bekannt gemacht werden können. Nur durch diese, selbst in Führer- -kreisen herrschende Unwissenheit konnte die Einheit der Partei und die Herrschaft deS Marxismus innerhalb derselben noch bis heute aufrecht erhalten werden." Herr Nathansohn bezieht sein Wissen über den Marxismus und seine Verbreitung vielleicht aus den „Sozialistischen Monatsheften". Wenn Herr Dr. Nathansohn schließlich auch den persönlichen Charakter Marx' angreifen will, indem er von ihm erzählt:„Sein väterliches Vermögen ermöglichte ihm ein sorgenfreies, nur seinen ehrgeizigen Bestrebungen dienendes Leben," so wäre man einen Augenblick versucht, sich über diese Gemeinheit zu argern, wenn man. weiß, mit welchen Entbehrungen und welcher nagenden Not der Mann durch viele Jahre zu kämpfen hatte, der sein ganzes Leben, ftine ungeheure Arbeitskraft, sein ganzes Denken und Sein restlos in den Dienst der proletarischen Sache gestellt hat. Ader Marx' Bild steht doch zu hoch, als daß eS zedsr vorüberlaufende Mops anbellen könnte. Nein, mit ihrer„Wissenschaft" haben die Gelben kein Glück. Auf diesem ungewohnten Boden bewegen sie sich doch auch gar zu ungeschickt. Sie täten besser, da» sein zu lassen und sich dem Gebiet allein und ausschließlich zuzuwenden, das doch ihre Heimat ist, in dem sie sich zu Hause fühlen: dem Gebiet der persönlichen Ver- dächtigung und Verleumdung. Dort stellen sie ihren Mann. Tie Spielkarten des Kaisers. Der Kaiser hat belanntlich einen ausgeprägten Kunstsinn. Er zeichnet und malt. ES ist deshalb erklärlich, daß er auch zu seinen Whistpartien nur künstlerisch ausgestattete Karten benutzt. Bürgerliche Blättep wissen darüber zu berichten: „Der Kaiser benutzt zum Whist französische Karten aus einer Altenburger Fabrik. Sie bestehen aus feinstem Kartonpapier und haben abgerundete, vergoldete Ecken. Auf der Rückseite be- fiitdei sich ein Medaillon, in ihm sind, umgeben von Eichenlaub. die Wappen der Dreibundmächte mit gekreuztem Schwert und Merkurstab abgebildet. Die Bilder sind nach historischen Per- sönlichkeiten gewählt. Der Kreuzkönig ist Ludwig der Fromme, als Kreuzbube dient ein Tempelritter mit dem roten Kreuz auf der Stahlhaube. Pikkönig ist Ludwig XIV., der dazu gehörige Bube ist ein verwitterter Krieger. Als Coeurkönig fungiert der galante Franz I., als Bube ein Landsknecht. Zum Carreau- könig hat Karl VII. seine Züge geliehen, den Buben stellt ein Page mit dem Jagdfalken dar. Tie Damen sind im Kostüm der Zeit der jeweiligen Könige gewählt, die Carreaudamc ist das Porträt der schönen Agnes Sorel. Die Asse sind mit einer Rokotoumrahmung versehen." Herr v. Zedlitz als Wahlrechtsreformator. Der freikonservative Freiherr v. Zedlitz benützt die parlamen- tarische Ferienzeit, allerhand Mittelchen ausfindig zu machen, wie sich der Wahlreformpclz tvaschen läßt, ohne ihn" naß zu machen. Er konstatiert in einem Artikel des„Tag", daß die liberalen und Zentrumsdrückeberger bei der letzten Abstimmung über den frei- sinnigen WahlrcchtSantrag mit voller Absicht gefehlt haben: „Es ist vielmehr viel wahrscheinlicher daß ihre große Mehr- zahl gegen den Antrag war, aber sich nicht durch eine ab- lehnende Stimmabgabe mit dem grundsätzlichen Standpunkte der Partei in Widerspruch setzen wollte und deshalb der Abstim- mung fernblieb. Die fehlenden Nationalliberalen gehören über- wiegend dem rechten Flügel an, ein Teil von ihnen ver- zichtet sicher ungern auf die öffentliche Stimmabgabe, alle aber dürften sich mit der geheimen und direkten Wahlnur in Verbindung mit einer sie befriedigenden Regelung des Wahlrechts selbst befreunden können. Auch im Zentrum war, wie ich bestimmt weiß, die Meinung sehr verbreitet, daß beide Seiten der Sache untrennbar zusammen- hingen, manche hielten sich durch das konservativ-klerikale Kom- promtß von 1910, geheime aber indirekte Wahl, noch für ge- bundon, andere endlich stießen sich an der Förderung, daß noch in dieser Tagung die Klinke der Gesetzgebung ergriffen werden sollte. Kurzum, wenn jeder so hätte abstimmen wollen, wie er in seinem Innern dachte, würde die Mehrheit gegen den Antrag sicher eine noch viel größere gewesen sein." Die schwarzen und die liberalen Heuchler können sich bei Ied- litz dafür bedanken, daß«r ihnen einen Strich durch die Wahlreform- Heucbelei macht. In der Sack)« selbst ist Freiherr v. Zedlitz natür- lich völlig einig mit ihnen: Unter allen Umständen Verhinderung jeder wirklichen Wahlreform! Nur in den städtischen Kreisen möchte er, um die allergrößten Absurditäten zu beseitigen, die ge- sttzliche Festjetzung einer Minimalzahl der Wähler in der 1. und 2. Klasse. Auf dem Lande soll alles bleiben, wie es ist: „Schlägt die Regierung die auf größere Gemeinden be- schränkte Min'mierung vor, und setzt sie hinter ihren Vorschlag den nötigen Nachdruck, so wäre auch Aussicht vorhanden, dafür sowohl Konservative wie. Nationalliberale zu gewinnen: Die erstcren, weil das flache Land, dem ihr Interesse vornehm- lich gilt, unberührt bleibt, die Nationalliberalen, weil ihr AinimierungSvorschlag, wenigstens insoweit, als das Vcrbesse- rungsbedürfnis reicht, verwirklicht wird. Die sachlich annehm- bare Lösung des gesetzgeberischen Problems erscheint soweit auch parlamentarisch gangbar und daher ernsterer Erwägung wohl wert." Und die Wähler? Die Zedlitzer mögen gewöhnt sein, diesen Faktor bei ihren parlamentarischen Mogeleien außer Betracht zu lassen; aber die Wähler selbst werden sorgen, daß»hnen ihr Recht — und ihr g a n z e S Recht wird, trotz des reaktionären Dreibundes im preußischen Klassenparlament. Ter Schrei nach dem Zuchthansgesetz. Unter den Schreiern nach verstärktem Schutz für wider- sprilchslose Durchsetzung kapitalistischer Interessen befindet sich auch die Handelöiammer zu Minden i. W. Bekanntlich haben von Mitte Oktober vorigen JahreS bis Mitte Januar dieses JahreS die Tabakarbeiter des westfälisch-lippischen Zigarren- indnstriegebietes mit den Unternehmern im Kampf gestmiden. Die Arbeiter wurden ausgesperrt, weil die in einigen Be- trieben gestellten Forderungen nicht zurückgezogen wurden, wie es der Westfälische Zigarrenfabrikantcn-Verband verlangte. An 10(XX) Organisierre hatte man dort aus den Betrieben gejagt. Diesen Kampf bespricht nun die Mindener Sandels- kanimer in ihrem kürzlich erschienenen Bericht und im Anschluß daran heißt cS dann: „Der Ausgang der Bewegung hat wieder einmal den Beweis erbrockt, daß die Sireikgewerkschaften, ob sie sich freie oder christ- tiche nennen, mit ihrem erpresserischen Vorgehen gegen die Arbeitgeber durchaus nicht die richtigen Sachwalter der Ar- beiler sind. Diese Erkenntnis scheint sich jetzt auch in unserer Arbcitcr'chakt niehr zu verbreiten, da sie anfangt, sich unabhängig von diesen Streikgewerkschatten zu stellen und sich in vaterlän- diichcn Arbeitervereinen zujammenznschließen, die auf nationalem und wirtschastSfriedlichcm Wege ihre Interessen wahruchmen wollen. Angesichts de» immer bedrohlicher um sich greifenden TcrroriSmnS der Gewerkschaften halten wir die Gewährung eines gesicherten Schutze» für die Arbeitswilligen für unbedingt er- rorderlick, der nur dann zu erreichen sein wird, wenn daS Streik- postenstchen unter gesetzliches Verbot gestellt wird." DaS ist eine starke Leistung l Die Unternehmer sperren die Arbeiter zu Zehn tau senden aus und reden nachher von„erpresserischem Vorgehen" dieser Arbeiter! So wird heutzutage Stimmung für Zucht- Hausgesetze gemacht! Aber es spricht die ganze Wut der Unternehmer aus diesen Zeilen darüber, daß sie nicht ihren Willen bekommen und den Tabakarbeiterverband zu Boden gedrückt haben. In das rechte Licht gerückt wird diese Auslassung noch, wenn man tvciß, daß in dem großen Tabakarbeiterkamps rein gar nichts vorgekomnien ist, Ivos zu einem solchen Verlangen berechtigt hätte. Während die Unorganisierten in großer �ahl ai den Betrieben blieben, ist von den Ausgesperrten in jeder Hinsicht musterhafte Disziplin gehalten»vordem Der Syndikus und Berichterstatter der Minderer Handels- ammer ist gleichzeitig Geschäftsführer des Westfälischen Zigarrensabrikanten-Verdandes und kennt alle Einzelheiten des Tabakarbeiterkampfeö. DaS geiüigt wohl zur Kennzeichnung. Die Lehrer für den Reichsverband. Der Rsichsverband gegen die Sozialdemokratie hat seine Zug- kraft in biirgertick«, Kreisen längst eingebüßt; nun soll seine leere Kasse ans den Lehmgehältern wieder aufgefüllt werden. Zu diesem Zwecke versendet ein Rektor Wein auS B r e S l a u an die„sehr geehrten Kollegen' ein vertrauliches Zirkular, das nach den üblichen Jcremiaden über die Größe und den„enlsittlichenden Einfluß" der Sozialdemokratie jeden vaterlandsliebenden Lehrer zum Eintritt in I den ReichSberband nötigen möchte. Bemerkenswert ist dabei, daß die Unterschrist gleich sür den Beitritt auf S Jahre geleistet werden muß, von 1912 bis 1916! Der Reichsverband weiß, daß ihm die so Gewomrcnen sonst nach einem Jahre wieder auSreißem Aber, Herr v. Schuckmann! Wir erhalten folgende Zuschrift: Das„Berliner Tageblatt" gibt der Zuschrift eines Herrn Walter aus Ärnslvalde Raum, der in meinem Bericht auf der an» Sonntag in Brandenburg a. H. stattgehabten Provinzialkonfcrenz als Unterhändler zur Ergatterung sozial- demokratischer Stimmen für Herrn Gouverneur von Schuckmann, dein konservativen Gegenkandidaten des Herrn Bruhn im Kreise Friedeberg Ärnslvalde, geschildert lvurde. Zuerst wird von dem Herrn behauptet, daß unter allen Parteien dort im Kreise„die stillschweigende Ueberein- kunft bestanden habe, Herrn Bruhn loszuwerden". Leider wird nicht gesagt, worauf Herr Walter sich bei dieser Kon- statierung stützt, und ich kann deshalb nicht nachprüfen, wes- halb die sollst so verpönte ssozialdempkratische Partei hier in den Konzern aller Parteien ohne weiteres hineinbezogen wird. Wenn der Herr aber in der Zuschrift an das„Berliner Tageblatt" sagt: ich hätte mich von ihm„in der sreundschaft- lichsten Weise" verabschiedet und bemerkt:„Tun können wir ja von Partei wegen nichts, aber seien Sie überzeugt, unsere Leute wählen eher Schuckmann wie Bruhn", so vergißt er mitzuteilen, daß meine Verabschiedung ihm so wenig genügte, daß er am anderen Tage— wohl nachdem er in- zwischen bei der„Deutschen Tageszeitung" angeklopft hatte— nochmals in mein Bureau kam, um zu hören,„ob ich ihm nicht doch etwas entgegenkommen könne", was von mir in schroffster Form mit der Bemerkung,.„ich hätte keine Zeit mehr, mich mit ihm zu beschäftigen/' abgewiesen wurde. Wenn Herr Walter dadurch seinerseits„befriedigt" war— ich war es auch. Ueber den Geschmack läßt sich nicht streiten. Daß Herr v. Schuckmann von dieser Tätigkeit nichts ge- wüßt hat, wer kann das bestreiten? Vielleicht entsinnt sich aber Herr Walter, daß er dem Genossen Eugen Brückner, dem Kandidaten des Kreises Friedeberg-Arnswalde, ebenfalls die Unterschrist des Herrn von Schuckmann mit den Worten an- geboten hat:„Dazu muß sich Herr von Schuckmann bereit erklären, ich glaube ganz sicher, daß er es tut." Für die Absicht, die Unterschrift zu geben, spricht aber auch das Verhalten des Herrn von Schuckmann bezw. dessen Wahlausschusses. Denn nach der gescheiterten Mission des Herrn Walter veröffentlichte der Wahlausschuß folgendes: Liberale! Bedenkt, was uns eint: Keine Abänderung des Reichstagswahlreckts I Keine Erhöhung der Schutzzölle! Ein- sührung einer Besitzsteuer, die den Vermögenden belastet und schwache Schultern verschont. A r b e i t e r I Bedenkt, v. Sckuckmann tritt ein für die soziale Besserstellung der arbeitenden Klassen, v. Schuckmann hat sich gegen Ausnahmegesetze gegen die Sozial» demokratie erklärt I" Wirklich eine frappierende Aehnlichkeit mit den in der enaer Stichwahlparole gestellten Forderungen. Sollte das ufall sein?-- Da daS„Berliner Tageblatt" nun wiederholt seiner Ver- wunderung Ausdruck gibt, daß die Genossen Wels und Ernst sich den fetten Bissen einer Unterschrift des Herrn v. Schuck- mann unter die Jenaer Stichwahlbedingungen entgehen ließen, bemerke ich hierzu nur, daß wir diese Unterschrift nur unter der Zusicherung eventueller Wahlhilfe erhalten hätten. Dazu konnten wir uns selbst um des lockenden Preises willen nicht verstehen; soviel Ehrlichkeit hielten wir auch im politischen Kampf mit. unseren erbittertsten Gegnern sür geboten. Otto WelS. Mahnahmen gegen die Mischehen in Deutsch- Siidtvestafrika. Die Sorge um die zweifarbigen Ehen in den Kolonien läßt die deutsche Kolonialverivaltung nicht zur Ruhe kommen. Jetzt wird eine Verordnung im Amtsblatt von Deutsch-Südwcstafrika veröffentlicht, die den Zweck hat, die Herbeiführung von Mischehen zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Zunächst führt diese Verordnung die Anzeigepflicht für die Geburt eines halb- weißen Kindes ein und verlangt dabei gleichzeitig nähere An- rben über die persönlichen Verhältnisse. In dem entscheidenden 3 heißt es sodann:„Wird durch das uneheliche Zusammenleben eines Nichteingeborenen mit einer Eingeborenen öffentliches Aev- gernis erregt, so kann die Polizei die Trennung verlangen und nach fruchtlosem Ablauf einer Frist die Trennung erzwingen. In gleicher Weise kann die alsbaldige Beendigung eines Dicnstver- träges und die Entfernung der Mutter eines halbweißen Kindes verlangt werden, wenn der Vater eines Kindes der Dienstherr oder ein in dessen häuslicher Gemeinschaft befindlicher Angehöri- ger oder Angestellter ist." Milde Strafe für ranflustige Offiziere. Der Oberleutnant v. Katzler in Ludwigslust hatte ent« gegen einer Polizeiverordnung mit einem Zweirade den Bürgersteig befahre». Al« Zeuge hierüber war der Friseur Zander verhört und hatte der Wahrheit entsprechend die Uebertretimg bestätigt. Darauf betrat am 3. Juni der Oberleutnant, mit einer Reitpeitsche bewaffnet, den Laden des Friseurs und hauchte diesen an, wie er die Frechheit haben könne, ihn zu demllizieren. Zander forderte ihn auf, sich anständig zu benehmen, oder seinen Laden zu verlasse». Al» darauf der Oberleutnant erwiderte:„das ist ein schönes Pack. mit dem man hier zu tun hat", forderte ihn Zander mehrfach auf den Laden zu verlassen, packteZ'dann den Oberleutnant, da dieser durchaus nicht folgt«, beim Kragen, setzte ihn vor die Tür und schloß diese ab. Darauf schlug der MarSjünger mit einer Peitsche die Glasscheibe der Tür ein. zerbrach den Tür- rahme», drang in den Laden ein, versetzte dem Friseur mit der Reit- peitsche zwei Hiebe über den Kopf und äußerte, der Friseur gehöre inS Zuchthaus. DaS Kriegsgericht verurteilte dieser Tage den Oberleutnant wegen schweren Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Be» letdiguug zu ganzen SO M. Geldstrafe. Auf wieviel Monate Ge- sängniS hatte die Strafe gelautet, wenn der Randalist ein Arbeiter und der Angegriffene ein Offizier gewesen wäre? Hätte der Friseur dem Oberleutnant die Reitpeitsche entrissen und damit die Hosen des Herrn v. Katzler damit in gebührender Weise ausgeklopft, so wäre wahrscheinlich der Friseur gar noch mit einer höheren Strafe be» legt worden, als jetzt dem Anhänger des Faustrecht» auferlegt ist. Hätte er den HanZfriedenSbrecher niedergeknallt, so hätte er in berechtigter Notwehr gehandelt. ES wird bei dieser Schutzlosigkeit gegen srivole Angriffe von Offizieren den Geschäftsleuten kaum etwas anderes übrig bleiben, als für ähnliche Fälle einen Schieß» priigel bereit zu halten.. Selglen. Noch ein Opfer der Liitticher Füsillade. Man berichtet uns aus Brüssel unterm 2. Juli: Die Gendarmen-Wüteriche haben noch ein neues Opfer auf ihrem Gewissen. Ein drei zeh,» jähriger Junge, ein Glasarbeiterlehrling, den ein Schuß aus einem Mauserge wehr getroffen hatte, ist nun auch seiuer Wunde erlegen. Der arme Junge hatte einer k i n e in a t o- graphischen Vorstellung im sozialistischen Volkshause beigewohnt, war im Zwischenakte gerade im kritischen Augen- blick in das Cafö hinunter gekommen und ist dort von einer Kugel der in das Lokal hineinschießenden Ordnungswüteriche getroffen worden. Als man ihn ins Spital trug, jammerte er nur immer:„Meine arme Mutter l.. Die Aerzte glaubten ihn zu retten. Es gelang, die Kugel, die tief im Schenkelknochen saß, gut zu entfernen, aber im Verlaufe stellte sich eine Blutvergiftung ein, die dem armen Menschenkinde nach schrecklichen Leiden das Leben kostete. Die Erwachsenen in den Rücken geschossen, ein dreizehnjähriges Kind nieder- geschossen— das war die„Notwehr" der„angegriffenen" Gendarmen in Lüttich._ Snglanck. Liberalismus und Arbeiterpartei. London, 4. Juli.(Eig. Ber.) Der zwischen dem Libe» ralismus und der Arbeiterpartei entbrannte Kampf ist in- sofern besonders bemerkenslvert, als es sich um einen Streit mit dem extremsten Flügel der liberalen Partei handelt. Der liberale Kandidat in Hanley gehört zu den am weitesten links stehenden Mitgliedern seiner Partei, der genau wie seine PO iiiischen Freunde, die ihn jetzt tatkräftig unterstützen, der Arbeiterpartei bisher äußerst freundlich gegenüberstand. Er hat es denn auch schon sür nötig befunden, eine Rede zu halten, in der er es bedauert, in diese unangenehme Lage hin» eingedrängt worden zu sein. Diese kleinbürgerlichen Liberalen haben sich mit dem Gedanken der Landreform berauscht und brennen jetzt vor Verlangen, den Wählern die frohe Bot- schaft ihres simplizistischen Allheilmittels zu verkünden. In England gehörte es bisher zum guten Ton in der Politik, daß die Parteien erst nach dem Begräbnis eines verstorbenen Par- lamentsmitglieds ihre. Kandidaten ausstellten. Diesmal sind die Liberalen in Hanley dieser Forderung des Anstands nicht nachgekommen. Der liberale Kandidat und seine Freunde sind Anhänger der Theorie, daß alles Elend aus der Welt ver- schwinden wird, wenn man alle Steuern allein dem Grund und Boden auserlegt. Dem Kleinbürgertum, das in wachsen- den Industriestädten die holzen Gemeindesteuern(rotes) als sehr drückend empfindet(die Arbeiter entrichten in England die Gemeindesteuern meist als einen Teil der Miete), muß die Theorie der„»iu�Iv taxer»", namentlich in Städten wie Hanley, wo die Gemeindesteuern über 55 Proz. des angesetzten Mietswerts betragen, sehr plausibel und vielversprechend vor- kommen- Die Redner der Liberalen operieren schon mit dem Argument, daß die Liberalen die Gemeindesteuern abschaffen und sie dem Staate aufbürden würden, der sie einzig und allein vom Grundbesitz erheben soll, sobald das Landkataster im Jahre 1914 fertig ist. Ob das zu der von Lloyd George schüchtern angedeuteten Landpolitik der liberalen Partei ge» hört, ist nicht klar. Die liberale Presse schreibt in vagen be» geisterten Phrasen von der liberalen Landpolitik, in der sie augenscheinlich einen neuen Köder für die Wählermassen wittert. Das einzige Bestimmte, was sich erfahren läßt, ist ist die Tatsache, daß Lloyd George ein Komitee zum Studium dieser Frage zusammenberusen hat und daß man die Möglichkeit eines gesetzlichen Minimallohns für Land» arbeiter und die Schaffung von besonderen Gerichtshöfen zur Festsetzung der Pachtpreise erwägt. Der Liberalismus hat eine neue Wahlparole nötig und Lloyd George ist gerade der Mann, von dem man sich verspricht, daß er erfolgreich sowohl gegen rechts wie gegen links, gegen den Sozialismus ope- rieren kann. Die verlockenden Aussichten, die die Propaganda der erwähnten kleinbürgerlichen Quacksalbereien eröffnet, haben denn auch die Helfershelfer des Schatzkanzlers zu dem übereilten Vorstoß in Hanley veranlaßt. Eine Beilegung des Streites scheint nicht gut möglich. Die liberale Parteileitung in London unterstützt die Liberalen HanleyS aufs kräftigste. Sie muß der Stimmung der libe- ralen Wähler Rechnung tragen, die durch die jüngste Taktik der Arbeiterpartei, die Liberalen in ihrem sicheren Besitz an- zugreifen, erbittert worden ist. Zwar raten die großen Lon- doner liberalen Blätter zur Nachgiebigkeit. Ob aber die Liberalen etwas gewinnen könnten, wenn sie der Arbeiter- Partei das Feld in Hanley frei ließen, ist sehr fraglich. Die Arbeiterpartei wird ihren Beschluß, in Crewe einen Kandi- daten aufzustellen, kaum rückgängig machen können. Ihr Beschluß vom letzten Dienstag hat viele der Elemente, die den Glauben an die Arbeiterpartei verloren hatten, wieder mit der Partei versöhnt und es würde für sie eine nicht wieder gut zu machende Blamage sein, wenn gleich nach der kühnen Attacke wieder zum Rückzug geblasen würde. Zudem ist in Crewe das Feld für einen energischen Arbeiterkandidaten sehr günstig. Es gibt in der Stadt 4 090 Gewerkschafter und in einem dreiseitigen Wahlkampf ist der Kandidat, der 4 000 Stimmen auf sich vereinigen kann, des Sieges sicher. Unter diesen Uniständen gewinnt es immer mehr den Anschein, daß die Beziehungen zwischen dem englischen Liberalismus und der Arbeiterpartei an einen wichtigen Wendepunkt ange- kommen sind._ filarohho. Neue Verstärkungen für General Lyautey. Pari», 5. Juli. Nach einer Mitteilung des„Journal' hat General Lyautey dreiweitereBatailloneHilfStruppen für Marokko gefordert. Die Mannschaften, werden die Kolonial- infanterieregimenter der Garnisonen Paris und Cherbourg stellen. Himriha« Roosevelt, der große Demagog. Oysterbay, 6. Juli- Roosevelt hat die Grundzllge de» Pro» gramm» der neuen Roofeveltpartei bekanntgegeben. Er erklärte, die demokratischen und republikanischen Parteiprogramme zeigten kein Verständnis für die soziale und industrielle Bewegung hierzulande. Er werde in seiner Wahlkampagne auf die Verteuerung der Lebenshaltung hinweisen und sich an die Lohnarbeiter und Farmer wenden. GewerkfcbaftUcbea. Berlin und Nmgegcnd. Die Arbeiter der Wagen- und Karosseriefabriken hielten am Donnerstagabend ihre erste allgemeine Versammlung nach der be- endeten Tarifbewegung ab. Die gut besuchte Versammlung fand bei Boeker in der Weberstraße statt, einberufen von dem Kartell der fünf Verbände, die für die Wagen- und Karosseriearbeiter in Betracht kommen. Der Referent Wilhelm Siering besprach nach einem Ueberblick über die verflossene Bewegung die Aufgaben der Arbeiter unter dem neuen Tarif. Wenn es trotz vieler Schwierigkeiten gelungen ist, mit einer Reihe von Betrieben feste Vereinbarungen abzuschließen, so ist damit ein Erfolg erzielt, den die Arbeiter nur durch ihre Wachsamkeit und ihre geschlossene Or- ganisation sicherstellen können. Die zuerst hartnäckig verweigerte Verkürzung der Arbeitszeit auf 52 Stunden ist für 314 Arbeiter durchgesetzt worden, darf aber nicht durch Ueberstunden illusorisch gemacht werden. Für 466 Arbeiter wurden die Stundenlöhne um 4 Pf., für 135 Arbeiter um 3 Pf. erhöht. Sehr wichtig ist, daß die Arbeitskräfte nur durch die im Tarif angeführten Arbeitsnach- weise bezogen werden. Andere Einstellungen dürfen nur vor- genommen werden, wenn die Unternehmer keine Möglichkeit haben, den Nachweis zu benutzen. Die beteiligten Organisationen haben an die Streikenden 32 606 M. als Unterstützung ausgezahlt und 2666 M. für allgemeine Unkosten ausgegeben, davon die Hälfte für Inserate. Von der Polizei kamen 21 Strafmandate, die den Be- teiligten 177 M. Strafgelder auferlegten. Trotzdem fünf Or- ganisationen an der Bewegung Anteil hatten, sind keinerlei Miss- Helligkeiten entstanden. Der Kampf ist sehr einmütig geführt wor- den, und die Streikenden haben sich wacker gehalten. Wenn in einigen Betrieben keine Erfolge zu verzeichnen waren, so lag dies an den eigentümlichen Verhältnissen im Gewerbe. Man hatte dort zum Teil mU sehr rückständigen, zum Teil mit sehr alten Arbeitern zu rechnen und muß es der weiteren Entwickelung der Dinge überlassen, die eine einheitliche Regelung der Arbeitsver- Hältnisse bringen wird. S i e r i n g ermahnte dir Versammelten, an dem Errungenen festzuhalten und treu zur Organisation zu stehen. Verstöße gegen den Tarif sind bei den Organisationen so- fort zu melden. Die Diskussion wurde im Sinne der Ausführungen des Refe- renten geführt und jede Abweichung vom Tarif, jede Nachgiebigkeit und Schwäche der Arbeiter, die sich in einigen Fällen zeigte, scharf verurteilt. Die neuen Tarife gelangten in der Versammlung zur Ausgabe. Der Fleischermeistcr Julius Daniel, Neukölln, Delbrückstr. 26 Ecke Hermannstraße, hat den Tarifvertrag unterzeickmct. Der Be- trieb ist nicht mehr gesperrt. Zetttralverband der Fleischer. Zu den Differenzen im Ausschank der Brauerei iu Friedrichs- Hägen nimmt jetzt der Oekouom R. Büttner in der.Nieder- Barnimer Zeitung" Stellung und zwar in einer die Tatsachen auf den Kops stellenden Weise. In einem umfangreichen Inserat gibt er dem Publikum kund, daß, hätte er die ausgestellten Forderungen des Verbandes der Gastwirisgehilfen bewilligen wollen,„er seine jetzigen, zum Teil seit Jahren bei ihm beschäftigten Kellner hätte entlassen müsse n." Diese Behauptung ist unrichtig. Nicht ein einziger Angestellter— weder für fest noch aus- hilssweite beschäftigte— sollte brotlos gemacht werden, vielinehr sollte Herr Büttner für die Folge den Lohnlaris und Arbeitsnachweis des Verbandes anerkennen, was er strikte ablehnte. Der Betrieb bleibt für organisierte Gastwirlsgehilfen gesperrt. Verband deutscher Gastwirtsgehilfen. veutsebea KeicK. Der Allgemeine Deutsche Gärtnerverein im Jahre Ivt t. Dem Allgemeinen Deutschen Gärtnerverein ist es seit seinem Bestehen zum ersten Male gelungen, im Jahre 1611 seine Mit- gliederzahl dauernd über 6666 zu halten. Seit seinem Anschluß an die Gencralkommission der Gewerkschaften zeigt der Veroand dies« Entwicklung 1964. 2868, 1665: 3886, 1966: 4665, 1967: 4952, 1963: 4866, 1969: 4817, 1916: 5561 Mitglieder im Jahresdurch- schnitt. Das Jahr 1911 weiit ein Zuwachs von 552 Mitgliedern auf, nämlich einen Durchschnittsbestand von 6113 und am Jahres- schlusse 6231. Der Beitragsmarkenverkauf wuchs im Verhältnis der Mitgliederzahl, er stellte sich für 1911 auf 252«jj Wochen» marken oder auf das Mitglied im Durchschnitt auf 41 im Jahre, eine bisher sonst noch nicht erreichte Anzahl. Die Kassenbestände stellen sich am Jahresschlüsse auf rund 56 666 M. in der Hauptkasse und 15 666 M. in den Ortskassen, zusammen also 65 666 M. oder pro Mitglied etwas über 16 M. An Arbeitslosen-, Reise-, Kranken-, Umzugs-, Not- und Sterbeunterstützung wurden 15 966 M. ver- ausgabt. Die Lohnbewegungen und Streiks erforderten aus der Hauptkasse einen Aufwanh von 12 466 M. Eine besondere Steige- rung erfuhr der Krankengeldzuschuß dadurch, das infolge Be- schlusses der letzten Generalversammlung dieser Zuschuß an die in Privat, und Stadtgärtnereien tätigen Mitglieder in der Höhe der Arbeitslosenunterstützungssätze gezahlt werden. Zu einer größeren Förderung der Fachbildung wird die seit zwei Jahren erscheinende illustrierte fachtechnische Beilage der Verbandszcitung, die sonst monatlich nur einmal ausgegeben wurde, seit Juli 1911 alle 14 Tage der Zeitung beigelegt, was den allgemeinen Beifall der Mitglieder gefunden hat, denn unter den Gärtnern herrscht für die fachtechnischen Fragen ihres Berufs ein ziemlich lebhaftes Interesse. Ebenfalls zur Förderung der Fachbildung ist gegen Jahres- schluß die Wanderbibliothek einer Neuorganisation unterzogen. worden; es wurden dieser zahlreiche neuere Fachwerke einverleibt. Ferner war die Organisation mehrfach mit Erfolg bemüht, den Gärtnerlehrlingen das Recht auf den Besuch der Fortbildungs- schulen zu erkämpfen, was von den Unternehmern aus Grundsatz bestritten und sonst in der Praxis auch fast durchgängig diesen jungen Leuten vorenthalten wird. Eine der anerkannt bedeu- tendsten Autoritäten auf dem Gebiete des gärtnerischen Fach- bildungSwesens, Herr Kulturpraktiker Andreas Voß, konnte nicht umhin, öffentlich in einem Fachblatte anzuerkennen, daß unter allen gegenwärtig bestehenden gärtnerischen Berufsverbänden ldie Unternehmerverbände einbegriffen) es der Allgemeine Deutsche Gärtnerverein sei, der für die Fachbildung an meisten leiste. Ein gewiß nicht unbeabsichtigter Beitrag zu der bekanuten Scharf- macherbehauptung, wonach die Gewerkschaften„nichts als Streik- vereine" sein sollen._ Kampfansage des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe. Im nächsten Fahre läuft der Tarifvertrag im Baugewerbe ab. Der.Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe" hat deshalb die ihm angeschlossenen Verbände in einem Rundschreiben daran erinnert, daß für das nächste Jahr eine große Bewegung im Bau- gewerbe zu erwarten- sei. Es erscheine empfehlenswert, in den Gebieten, wo die Bautätigkeit in den nächsten Monaten ungünstig zu werden verspreche, die Behörden, Architekten und Industriellen darauf hinzuweisen, daß möglicherweise mit einer längeren Arbeits- einstellung im Sommerhalbjahr 1913 gerechnet werden müsse und daß eS sich empfehle, die beabsichtigten Bauten schon im gegen- wärtigen Baujahre vorzunehmen. Für die Bauarbeiter ist dieses Rnndschreiben eine ernste Mahnung, ihre Organisation zu stärken, um den Machtgelüsten der Unternehmer mit Nachdruck entgegentreten zu können. Der Verband der Zigarrensortierer und Kistenbekleber Deutschlands hat aufgehört zu existieren. Auf einem vom 13. bis 16. Mai h. I. in Hamburg stattgemndenen Verbandstage wurde die Verschmelzung mit dem Tabakarbeiterverband beschlossen. Der Gortiererberband wurde 1885, zwei Jahre später als der Tabakarbeiterverband, ge- gründet. Der Uebertritt in den Tabakarbeiterverband erfolgte mit 3365 Mitgliedern, davon 1639 weiblichen. DaS ist der größere Teil der Berufsangehörigen. Die Zigarrensortiererei ist eine Teilarbeit der Zigarrenfabrikation. Bestrebungen zu einer Vereinigung mit dem Tabakarbeiterverband traten schon früher zutage, doch scheiterte eine Verschmelzung in der tianptsache immer an der Verschiedenartigkett der Einrichtungen eider Verbände. Da die wirtschaftliche Entwickelung in der Tabab industrie aber dringend eine Konzentrierung der Kräfte forderte, so beschloß im September 1911 die in Dresden tagende Generalver- sammlung die Verschmelzung mit dem Tabakarbeiierverband gegen eine Stimme. Eine Verständigung über die Einzelheiten wurde ge- funden und Mitte Mai d. I. setzten beide Verbände in Hamburg ihr Siegel aus die Verbindung.— Der„Organisator", das Organ des Sorliererverbandes, hat mit der Nr. 13 vom 36. Juni gleichzeitig zu existieren aufgehört. Bemerkt sei noch, daß von der Gründung de? Sortiererverbandes bis zur Verschmelzung Genosse v. Elm sein Vorsitzender war, dessen Hingabe und Organisationstalent mancher innerer und äußerer Erfolg zu danken ist._ Christliches Liebeswerben. In Würzen i. S. beschlossen die Steinarbeiter, den sechs Wochen dauernden Streik als erfolglos aufzuheben. Sofort erschienen wie die Hyänen auf dem Schlachtfelde einige Agitatoren vom schwarzen „Keram- und Steinarbeiterverband"(Sitz Köln) und arrangierten Versammlungen, um im Trüben zu fischen. Flugblätter der Christ- lichcn wurden in Massen auf den Arbeitsplätzen und in de» Kantinen selbst von Aufschern und Bruchmeistern verbreitet. Da diese Agitation aber wenig Erfolg hatte, stellten den Zenirumschristen die Röcknitzer Porphhr-Aklicn-Werke einen Teil ihres Waldkomplexes zu einer Versammlung zur Verfügung. Neben den bisherigen Arbeits- willigen und den Bruchmeistern war auch der Direktor genannter Firma erschienen, den die christlichen Agitatoren in widerlichster Weise beweihräucherten. In der Diskussion kennzeichnete Genosse Staudinger das Treiben der christlichen Führer, die ja noch schlimmer seien als die„Gelben".— Obgleich die Firma alles getan bat, um unter ihrer 766 Köpfe zählenden Arbeiterschaft die christliche Bewegung einzuschmuggeln, ist ihr dieses völlig mißlungen. Achtung, Textilarbeiter! Seit Montag, den 1. Juli stehen fast sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Baumann u. Lederer, mechanische Segeltuchweberei in Kassel, in Kündigung. Eine von den Beteiligten geforderte Lohnerhöhung, die durch- schnittlich 8 Proz. betragen würde, ist von der Firma schroff zurück- gewiesen worden. Wir bitten den Zuzug nach Kassel fernzuhalten. Deutscher Textilarbcitcrverband, Filiale Kassel. Die Metallarbeiteraussperrung iu Hannover. Hannover, 5. Juli.(W. T. B.) Die streikenden und ausgesperrten Arbeiter in der Metallindustrie haben, soweit sie gewerkschaftlich organisiert sind, gestern und heute in v i e r Versammlungen zu dem erneuten Angebot der Arbeit- geber Stellung genommen. In geheimer Abstimmung wurde dieses Angebot mit 4851 gegen 7o8 Stimmen abgelehnt. Die christlichen Gewerkschaften, die nur einen geringen Pro- z e n t s a tz der hiesigen Metallarbeiter ausmachen, haben das Angebot der Arbeitgeber angenommen und die Arbeit bereits wieder aufgenommen. Die neuen Bedingungen der Arbeitgeber gewähren eine wöchentliche Arbeitszeit von 57 Stunden und 3. Pfennige pro Stunde Lohnzulage. Für die Verkürzung der Arbeitszeit kommen 1,8 Pf. in Abzug, so daß als tatsächliche Lohnerhöhung 1,2 Pf. in Betracht kämen. Die Verräterei der christlich Organisierten ist zwar schofel genug, aber bei ihrer geringen Zahl bedeutungslos für die Bewegung. Die Lohnbewegung der Bremer Hafenarbeiter nimmt in dieiem Jahre einen friedlichen Verlauf. Für die Stauerei- arbeircr und für die im nicht ständigen Arbeitsverhältnis stehenden Speditionsarbeiter ist bereits ein neuer Tarif abgeschlossen. Danach wird der Tagelohn vom 1. Juli d. I. ab von 4,86 M. auf 5,16 M., vom 1. Januar 1913 ab auf 5,26 M. erhöht. Für Arbeiten am Lande wurden bisher 4.56 M. pro Tag bezahlt. Dieser Lohn steigt vom 1. Juli ab auf 4.86 M., vom 1. Januar 1913 ab auf 4,96 M. «onnlagsarbcil wurde bisher im Schiff für die Zeil von 6 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags mit 7 M., am Lande mit 6 M. bezahlt. In Zukunft sollen dafür 9 bezw. 8 M. bezahlt werden. Für die Ueberstunden wurde ein Zu- ichlag von 16 Pf., für die Nacht ein solcher von 1,56 M. be- willigt. Für schlechtere Arbeite» wurden weitere Zuschläge verein- bart. Ferner wurde im Tarif eine Bestimmung aufgenommen, wo- nach die Wartezeit bei Lohnzahlungen nach 7 Uhr abends mit 86 Pf. pro Stunde bezahlt wird. Vom 1. Mai 1913 ab soll, nach vorauf» gegangenen Verhandlungen mit der zuständigen Behörde, der neun- stündige Arbeitstag ohne Lohnkürzung eingeführt werden. Zu dielen Verhandlungen werden drei Arbeitervertreter hinzugezogen. Der Vertrag wurde auf zwei Jahre abgeschlossen. Die Organisation hofft, auch für die übrigen Gruppen der Hafenarbeiter eine Ver- ständigung herbeizuführen._ Eine Stadtverwaltung leistet Streikbrecherhilfe. In Stratzburg i. E.. stehen seit 14 Tagen rund 366 Kohlen- arbeiter im Streik. Arbeitswillige fanden sich bisher so gut wie keine ein. Da kam den Unternehmern die— Stadt zu Hilfe, die ihre Krane und Kranenführer zum Ausladen des Streikgutes zur Verfügung stellte.. Geyen diese einseitige Stellungnahme der Stadtverwaltung protestierte am Dienstag die Straßburger Ar- beiterschaft in einer stark besuchten Volksversammlung. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde diese Hilfeleistung scharf verurteilt._ Der Streik in den Steinzeugwcrken Friedrichsfeld i. Baden wird mit Hartnäckigkeit weitergeführt. Die Direktion der Werke versucht jetzt, unter die Streikenden Zerplitterung zu tragen. In einem Riesenflugblatt erklärt sie, jede Vcrimttelung abzulehnen und auch nie wieder einen Tarifvertrag eingehen zu wollen. Gleichzeitig sucht aber die Firma die Stteikenden wankend zu machen und verspricht allen Arbeitern Gnade, die im Laufe der Woche die Arbeit wieder aufnehmen. Auch sollen in diesem Falle alle vor der Arbeits- niederleguug gemachten Zugeständnisse aufrecht erhalten bleiben, nur bei den Töpfern der Cheinische» Abteilung sollen sie zurückgezogen werden. Die Proklamation der Direktion zeigt, daß ihre Lage nicht so günstig ist. wie sie sich den Anschein zu geben versucht. Zu dem Trupp Hintzegardisten ist vor einer Zeit ein Trupp Arbeiter aus der Mosbacher Gegend in der Stärke von 46 Mann gestoßen, jedoch ist eine Anzahl schon wieder abgereist. Die RauSreißer spielen aber anscheinend mehr Staffage und sollen jedenfalls nur dazu dienen, die Streikenden zu entmutigen. Das ist bisher nicht gelungen; der Kampf steht insofern für die Streikenden recht günstig, als die Kern- truppe in diesem Streik, die Töpfer, nicht einen einzigen Streik- brecher zu verzeichnen haben, und e« auch der Firma noch nicht ge- lungen ist, auch nur einen arbeitswilligen Tvpker auswärts auf- zugabeln. Der Kampf hat sich jetzt auch noch insofern verschärft, daß am Dienstag zirka 20 Maschinisten, Schlosser und Tischler der Werke sich den Streikenden angeschlossen halten, weil sie die ihnen zugemutete Arbeit nicht verrichten wollten. Wir ersuchen, die Streikenden dadurch zu unterstützen, daß der Zuzug von Töpfen?, Sleinzeug- und Röhrenarbeitern sowie Hilfsarbeitern von Friedrichs- feld strengstens femgehalten wird Hustend. Deutsche Streikbrecher in Zürich. Wie gegen die in Zürich seit längerer Zeit streikenden Maler sind nun auch gegen die daselbst streikenden Schlosser deutsche Streik- brecher losgelassen worden, echte Hintzegardisten, bewaffnet mit Revolvern, Gummischläuchen, Dolchen und anderen charakteristi- schen Instrumenten loyaler Gesinnung und Kultur, sowie aus- gestattet mit den nötigen Fähigkeiten, davon ausgiebigen Gebrauch zu machen, wie ihre bisherigen Leistungen beweisen. Jetzt ver- öfsentlicht die Metallarbeitergewerkschaft im„Volksrccht" das mit einem vom Streikbrech«r„ashl" geflüchteten„Arbeitswilligen" im Polizeibureau aufgenommene Protokoll, das einen äußerst inter- essanten Einblick in das Treiben der„nützlichen Elemente" gestattet. Der Mann kam von Elberfeld nach Zürich zu der Firma Ganger u. Cie. als Streikbrecher, urid zwar am 19. Juni, und er erklart nun, daß er schon früher davongelaufen wäre, wenn er sich nicht vor den Schlägen oder dem Niederschießen durch die bewaffneten Kontrolleure Hansen und P a p i e gefürchtet hätte, von denen immer einer vor dem Ausgang Posten steht. Auch die gewerbs- mätzigen Streikbrecher Breier, Steinkopf und ein Berliner sind mit Revolvern ausgerüstet, zu denen die Firma auch die Pa- tronen liefert. Ten anderen Streikbrechern hat sie die Gummi- schläuche geliefert. Als schon vorher ein Arbeitswilliger namens Faust(Schlosser) geflüchtet war, befahl der Fabrikant Ganger, die Waffen einstweilen zu verstecken, da eine polizeiliche Unier- suchung zu gewärtigen sei. Die Revolver wurden dann zum Teil der Köchin übergeben, zum Teil im Ofen des Etzzimmers versteckt und die wirklich erschienene Polizei fand sie nicht. Der Sonntags- spazicrgang wurde unter Aufsicht der Kontrolleure, d. h. wohl der Streikbrecheragenten und eines Meisters B ü r k l i gemacht, der die ganze Zeche bezahlte. Im Streikbrcchcrasyl zu Zürich geht es recht „staatserhaltend" zu, indem die Streikbrecher einander mit Rc- volvcrn usw. bedrohen. Eine von den Arbeitern der Firma Ganger u. Cie. gegen die streikenden Schlosser in der scharfmacherischen Züricher„Bürgcr-Zeitung" veröffentlichte Erklärung ist nach der Aussage des geflüchteten Arbeitswilligen in Maschinenschrift den Streikbrechern von der Firma zur Unterschrift vorgelegt und von diesen auch unterschrieben worden. Die Erklärung war schon vor- her. ohne die Erlangung der Unterschristen abzuwarten, in der „Bürger-Zeitung" gedruckt worden. Ein Kommentar zu dieser Naturgeschichte der Streikbrecher, ihrer Protektoren und Nutznießer erübrigt sich. Es ist nur noch das eine festzustellen: Und das sind die Stützen der Ge- sellschaft!_ Der Streik der französischen Seeleute greift nun auch auf die Proletarier von der Kommandobrücke über. In Marseille haben sich 76 Offiziere der Compagnie Mixte der Ausstandsbewegung angeschlossen. Auch die Maschineningenieure er- klärten sich mir ihren Kollegen von der Kommandobrücke solidarisch. Nur zwei Gesellickafren haben die Forderungen der Offiziere an- rrkamtt. Ob die Courage der betreßten Proletarier anhatten wird, b erbt abzuwarten._ Letzte Nachrichten. Französische Wahlrcform. Paris, 5. Juli.(W. T. B.) Die Kammer setzte heute die Beratung der Wahlreform fort. Im Verlaufe der Verhandlungen erklärte Ministerpräsident Poincare, daß er wünsche, daß das Gesetz mit einer möglichst großen Zahl republikanischer Stimmen angenommen werde. Er werde das Gesetz zur Durchführung bringen, selbst wenn die Regierung daran scheitern sollte. Der Londoner Streik. London, 5. Juli.(W. T. B.) Die Anstrengungen, die in den letzten Tagen hinsichtlich der Beilegung des Dockarbeiterstreiks ge. macht worden sind, sind so gut wie gescheitert. Das Streikkomitee veröffentlicht heute abend eine Erklärung, in der es heißt, daß der Streik bis auf weiteres fortgesetzt werden soll. Der Streikführer Anderson erklärte, die Arbeiter seien mehr denn je entschlossen, die Arbeit nur unter gerechten Bedingungen wieder aufzunehmen. Die rumänische Regierung zur Vcrmittelung gezwungen. Bukarest, 5. Juli.(P. C.) Die bereits lange schwebenden Differenzen zwischen den Industriearbeitern und den Fabrikanten haben nunmehr zum offenen Bruch geführt. Djrhr als 16 696 Ar- beiter sind heute in den Ausstand getreten utrt) haben Straßen- kundgebungen veranstaltet. Der Minister des Innern hat die Führer der Arbeiter und der Industriellen zu sich gebeten und die Einsetzung einer Einigungskommission, die sich aus Mitgliedern beider Parteien und Vertretern der Regie- rung zusammensetzen soll, angeregt. Chinesische Anleihe und russische Beklemmungen. Peking, 5. Juli.(P. C.) Die chinesische Regierung hat in der Anlcihefrage anscheinend einen glatten Sieg davon- getragen, denn es handelt sich jetzt überhaupt nicht mehr um eine 66 Millionen Pfund-Anleihe, wie die Mächte wollten, sondern um eine Anleihe von über 16 Millionen Pfund, wie es die chinesische Regierung vorschlug. Innerhalb der Gruppe der Anleihemächte machen sich nun die widersprechendsten Richtungen geltend. Rußland verlangt, daß die Mittel der Anleihe auf keinen Fall Heereszwecken zugute kommen sollen, da es sonst fürchtet, große Truppcnmassen in Sibirien zu unter- halten, und daurch seine europäischen Truppen schwächen müßte. Außerdem will Rußland den dritten Teil des belgischen Anteils übernehmen, um sich ein Uebcrgewicht zu schaffen. Dagegen oppo- nieren jedoch die Vertreter der übrigen Mächte. Ein neuer Dauerweltrekord in der Aviatik. Leipzig, 5. Juli.(W. T. B.) Während der hier stattfindenden Großen Leipziger Flugwoche führte heute abend IM Uhr der Flieger Schirrmeister mit vrer Passagieren einen Flug von 33 Minuten 42 Sekunden Dauer aus und brach damit den Dauerweltrekord._ Gefluchtete Betrüger. Budapest, 5. Juli.(P. C.) Großes Aufsehen erregt in Bekes Csaba das Verschwinden des dort ansässigen hochangesehenen Ad- vokaten Dr. Urszini, der nach Veruntreuungen in Höhe von einer halben Million Kronen sich wahrscheinlich nach Amerika ge- flüchtet haben wird. Warschau, 5. Juli.(P. C.)' Der Beamte der Versicherungs- gesellschaft„Russija", K a p n i k, ist nach Unterschlagung von mehr als 366 666 Rubel flüchtig geworden. Er dürfte sich entweder nach Deutschland oder nach Oesterreich gewendet haben. Ritualmordprozeß im 20. Jahrhundert. Kiew, 5. Juli.(W. T. B.) Im Ritualmordprozeß hat der Appellhof gemäß dem Antrag des Bezirksgerichts seinen Beschluß, gegen den Juden Beylis die Anklage zu erheben, annulliert und eine Neuuntersuchung des Mordes an dem Knaben Juschtschinski angeordnet. Generalstreik der Docker in Brasilien. Rio de Janeiro, 5. Juli.(W. T. B.) In San tos sind die Stauer in den Ausstand getreten. Der Generalstreik der Dock- arbeiter steht nahe bevor. Ii»«yUmUUlH ItUlU�c I UUL'cUtH OClUUIlUvlU�£ Iflliuc UIC-OKI Jclü Utuimieiiv| Clliy l, ljULit.U ivltu. fltljl. Iiui.yt vtUUt* Berantw. Redakteur: Albert Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.:� xy. Glocke. Berim. Druck U.Verlag: Vorwärts Buchdr.u LerlagSan�flPäülSlngerS: Co., Berlin L1V. Hierzu 4 Beilagen».NnterhaltungSbl. Nr. 155. 29. Iahrgaug. I KeiliP des Jotisärts" ßetlintr pIMIatt Sonnabend, 6. Jali 1912. Hue der Partei. Ausschlüsse aus der Partei. Auf Antrag der Mitgliedschaft Bremerhaven war vom Borstand des BezirlS Nordwest gegen den früheren Arbeitersekretär G. Stolt in Bremerhaven ein AuSschlutzverfahren eingeleitet worden. Der Bezirksvorstand hat Stolt infolge erdrückender Be- weise aus der Partei ausgeschlossen. Stolts Ausschluß erfolgte tvegen Verletzung des§ 23 des Parteistatuts. In einer Sitzung des Vorstandes des GaueS Pfalz wurde der Schneider Jean Volz-Mundenheim wegen Verstoß gegen den Z 23 des Parteistatutes aus der Partei ausgeschlossen. Volz war der Schreiber des in der„Pfälzer Zeitung" veröffentlichten Artikels„Wie Profit Landtagsabgeordneter wurde". Bekanntlich hat der Redakteur des Zentrumsblattes vor Gericht die gegen Ge- nassen Profit erhobenen Anschuldigungen reumütig als völlig unwahr zurücknehmen müssen. Parteilitcrat»r. Im Verlag der Buchhandlung Vorwärts. Berlin (Paul Singer u. Co.). erscheint ein Werk, das jedem politisch In- teressierten. vor allem aber dem aktive» Politiker ein sehr wertvolles Hilfsmittel werden wird. Es ist dies ein: Internationales Jahr- buch für Politik und Arbeiterbewegung, dessen erster Vierteljahrsband für 1912 jetzt vorliegt. In der raschen Flucht der politischen Er- scheinungen und Ereignisse in Inland und Ausland schwindet sehr häufig manche Einzelheit aus dem Gedächtnis, die im Laufe der Zeit wieder Bedeutung erlangt oder auf die der Berufspolitiker in der einen oder der anderen Frage wieder zurück- greifen muß. In solchen Fällen spart daS Jahrbuch zeitraubendes Suchen und Nachschlagen, da eS die wichtigsten Vorgänge und Er- eignisie chronologisch geordnet und in erschöpfender knapper Form fixiert hat, so daß es eine stets wertvolle Chronik der politischen Ereignisse und wichtiger Vorgänge der Arbeiterbewegung ist. Auf den, Gebiete der inneren Politik berücksichtigt das Jahrbuch die Reichstagswahlen, die Tätigkeit des Reichstages, die aus- wärtige Politik, Reichsfinanzen, Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, die Parteien, Gewerkschaften und Genossenschaften sowie wichtige Vorkommnisse in den Bundesstaaten. Ebenso werden die bedeutsamsten politischen Ereignisse der europäischen und außer- europäischen Staaten registriert. Der jetzt vorliegende 1. Vierteljahrsband umfaßt auf 216 Seiten die Ereignisse vom 1. Januar bis 31. März 1912. Der Preis dieses Bandes beträgt geheftet 2,60 Mk. Der ganze Jahresband wird solid gebunden 12 Mk. kosten. Den Redaktionen der Arbeiterpresse, den Partei-, Gewerkschafts- und GenossenschaftsbureauS, den Ab« geordneten usw. wird daS Jahrbuch gute Dienste leisten. polireilicdes, Ocncbtticbes ulw. Nachwchen der RcichstagSwahl. En Groß-Lieskow(Kreis Kottbus) war der streitbare Pfarrer rteS in die sozialdemokratische Versammlung gekommen. Er versuchte zu erzwingen, daß die Versammlung mit einem Kaiserhoch begonnen werde. Das klappte nicht. Dann redete er— immer aus dem Zitatensack des Reichsverbandes. Schließlich zitierte er, aus dem Zusammenhange gerissen, einen Satz, der die angebliche Bauern- seindichaft unseres allen Liebknecht beweisen sollte. Empört durch die pasiörliche Zilierkunst machte der aus Koltbus anwesende Genosse L o e p e r t erregte Zwischenrufe gegen den Pastor. Dabei fiel auch das Wort„Lüge". Der christliche Pastor lief zum Kadi und hatte Erfolg. Unser Genosse wurde vom Kottbuser Schöffengericht wegen formaler Beleidigung zu 6 0 M. Geldstrafe verurteilt. Jugendbewegung. Arbeiter-Jugend. AuS dem Inhalt der soeben erschienenen Nr. 14 deS vierten Jahrganges heben wir hervor: Preußen im Deutschen Reich.— Die Krisen. Von Gustav Eckstein.— Jugenderinnerungen eines Arbeiters. Von Albert Rudolph.— Zahnkrankheitcn und ihre Verhütung. Von Kurl Biging.(Mit Abbildungen.)— AuS einem kleinen Bundes- I ftaat.— Aus der Jugendbewegung. Vom Kriegsschauplatz. Die �Gegner an der Arbeil usw. l Beilage: Der Mann mit der Flasche. Erzählung von Rudyard Kipling.— Rudyard Kipling. Von Rudolf Kommer- London.— Das ErdbeerparadieS Vierlanden. Von Aug. Wysocki. (Mit Abbildungen.)— Unter dem Baume des Wissens. Von Jürgen Brand.— Bücher für die Jugend.— Wie die CayuseS daS Feuer bekamen. Eine Sage der nordamerikanischen Indianer. kleines feuilleton Abnormitäten. Der internationale Kongreß der Abnormi- täten, der zurzeit in Berlin tagt, läßt die Erinnerung an einige Berühmtheiten auf diesem Gebiete der Naturspiele aufkommen, die ein witziger Mann einmal„Herrgottsschnitzer" genannt hat. Da sind z. B. die ohne Arme geborenen F u ß k ü n st l e r, die in früheren Jahren sehr zahlreich waren. Gottfried Dietze, C. H. Un- than hießen die Berühmtheiten dieses Faches, die ihre Füße wie die anderen Menschen die Hände zu gebrauchen wußten, zeichne- ten, schrieben usw. Dietze vermochte die feinsten Nähnadeln ein- zufädeln und hatte solche Fertigkeit erlangt, seine Füße, die ihn ernährten, zu gebrauchen, daß er zu sagen pflegte:„Wenn mir jetzt die Hände wüchsen, ich wüßte gar nicht, was ich mit solchen Dingen anfangen sollte!" Schon aus dem 15., 16. und 17. Jahr- hundert wird von solchen„Rumpfmenschen" berichtet, und es gibt, auch von Frauen dieser Art. Bilder und Gedichte, in denen sie ver- cwigt wurden. Riesen und Zwerge hat es zu allen Zeiten gegeben. In dem letzten Jahrhundert erlangte eine gewisse Weltberühmtheit der Riese Murphy, der in den fünfziger Jahren in der ganzen Welt auftrat, und den Napoleon III. durchaus mit einer Schweizer Riesin Marie Schubiger verheiraten wollte, um ein Riescngeschlecht heranzubilden. Die Idee scheiterte daran, daß die Schubigcr be- reits verheiratet war, obwohl sie immer noch unter ihrem Mädchen- namen auftrat. Wie der Name Murphy geradezu sprichwörtlich wurde für riesenhafte M-enschen, so war Tom Pouce, den Bornum aus eigener Machtvollkommenheit zum General Tom Pouce er- nannte, der stehende Name für Berühmtheiten von besonders klei- ner Gestalt. Er war jahrelang Bornums Haupteinnahmequelle. stand sich aber selbst dabei noch ganz gut, denn im Zenith seiner Berühmtheit, im Jahre 1847, hatte er ein Jahreseinkommen von 16(MX> Pfund Sterling. Spätere Berühmtheiten dieses Genres woran der Zwerggencral Mite und die Prinzessin Pauline. Andere Abnormitäten waren die z u sa m m e ng e wa ch se- nen Menschen. Seitdem die beiden zusammengewachsenan Siamescn Chang und Eng, die im Jahre 1811 in Macklong ge- boren waren, in den Jahren 1829 und 1879 nach Europa kamen, um sich für Geld sehen zu lassen, hat man diese Art Abnormitäten stets„siamesische Zwillinge" genannt. Aufsehen erregten beson- ders die Schwestern Rosa und Josepha Blaczek aus Skreychow in Böhmen, die sich verschiedentlich für Geld sehen ließen. In diesen und anderen Fallen lvaren zwei völlig ausgebildete Menschen zu- sammcngewacbsen. Im Jahre 1899 aber wurde in Amerika ein Kind mit zwei Köpfen gezeigt, das bereits acht Monate nach der Geburt starb. Eine ähnliche Abnormität lebt bei Venedig in einer kleinen Villa, die sich der Wundermensch Johann Jacob Toccio vom Ertrage der Schaustellungen erworben hat. Toccio, der im Jahre 1877 geboren ist, hat zwei Köpfe. 4 Hände, aber im übrigen nur den Körper eines Menschen. Beide Köpfe unterhalten sich, zanken sich auch. Stech merkwürdiger ist der Hindu Laloo, der im Jahre 1882 auf der indischen Ausstellung in London war und von dort aus eine Tournee durch die Welt machte. Aus der Brust dieses Mannes ist der Körper eines Mädchens, dem der Kopf fehlt, Sozialea« Die Belastung Deutschlands und Englands durch dir Sozialpolitik. Die Worte, die Professor Bernhard von der Berliner Universität auf der Hauptversammlung deS Vereins deutscher Eisen- Hüttenleute in Düsseldorf im März dieses Jahres über die Fort- fllhrung der deutschen Sozialpolitik sprach, erregte damals auch in bürgerlichen Kreisen peinliches Aufsehen. Der Redner, früher selbst ein eifriger Sozialpolitiker, wandte sich gegen das angebliche Ueber» maß der sozialen Fürsorge, zu dem wir in Deutschland gelangt seieti, das den Arbeiter zur Verantwortungslosigkeit und Renten- Hysterie erziehe und die Arbeitgeber in ihrer Unternehmerlust lähme, indem eS sie durch die zu großen aufgebürdeten Lasten gegenüber dem Auslände konkurrenzunfähig mache. Der bekannte Statistiker Professor Dr. C. Ballod hat nun diese Aeußerungen des Berliner Professors zum Anlaß einer Untersuchung genommen, die sich mit der Belastung Deutschlands und seines ältesten und größten Konkurrenten auf dem Weltmarkte, Englands, durch die Sozialpolitik beschäftigt. Englands Sozial- Politik ist jünger als die Deutschland»: sie ist erst ein Produkt der letzten Jahre. Aber mit dem Eifer de? Nachfolgers hat England sofort gemeint, seinen Vorgänger in seinen Leistungen noch über- trumpfen zu müssen. Die schon lange bestehende Haftpflicht- Versicherung der Unternehmer, die unserer Unfallversicherung ent« spricht, wird wie diese natürlich von den Arbeitgebern getragen- Die Kosten der im Jahre 1911 in Kraft getretenen Altersversicherung trägt allein der Staat, während bei der bereits vom Parlament be- fchlossenen, aber noch nicht eingeführten Krankenversicherung die Unternehmer 8/9, der Staat 8/9 und die Arbeitnehmer 8/9 beizusteuern haben. Sehen wir zunächst einmal von dieser letzten erst in Zukunft eintretenden Belastung ab, so ergibt sich folgendes Verhältnis der beiden Staaten: Hiernach wären also wenigstens feit dem letzten Jahre die eng- lischen Unternehmer, gemessen an der Kopfzahl der Bevölkerung, etwa drei Viertel so stark belastet wie die deutschen. Bei den Arbeit« nehmern wäre die Belastuna ziemlich die gleiche, während der Staat unter Hinzurechnung der Armenlasten in England ungefähr den fünf- ') seit 1911. so herausgewachsen, daß man annehmen mußte, dieser Kopf be- finde sich in der Brust LalooS Groß ist die Zahl der behaarten Menschen, insbe- sondere der Frauen mit Barten. Berühmt war besoirders die Miß Julia Pastrana. eine mexikanische Tänzerin, die in den fünfziger Jahren durch Europa reiste und 1839 in Rußland starb. Auch ihr Name wurde sprichwörtlich für ähnliche Abnormitäten, obwohl es schon Mannweiber dieser Art in früheren Jahrhunderten gab. so die Amazone RusinoivSka, die der polnische Reichstag im Jahre 1596 hängen ließ, und selbst auf alten Heiligenbildern san- den sich derartige Abnormitäten abgebildet. Auch Männer mit besonderer Behaarung haben sich sehen lassen, so Jojo, der„Mann mit dem Hundegesicht". Virchow hat nachgewiesen, daß solche Be- haarung oft die Folge einer Hautkrankheit ist. Eine andere merk- würdige Art der Abnormitäten sind die S k e l e t t m e ns ch e n, verknöcherten Menschen usw. Eine Berühmtheit auf diesem Spe- zialgebiet war Count Orloff. der vor etwa acht Jahren in Teplitz starb. Er litt an Knochcnschwund, und eine gallertartige, fast durchsichtige Masse ersetzte Haut und Knochen. Die Hand seines Managers war deutlich durch sein Bein zu sehen. Damit ist die Reihe der Abnormitäten natürlich lange nicht erschöpft, zumal wenn man die Berühmtheiten deL HumbugS noch hinzurechnet, von denen die 145 Jahre alte Amme Washingtons erwähnt werden mag, mit der Bornum sein Geschäft begann, die natürlich ein be- trächtlicheS jünger und niemals Amme gewesen war, ober doch von den Amerikanern gern angestaunt wurde. Das HeiratSinserat als GefchäftSrellame. Noch in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erregten Heiratsinserate— obgleich sie seit Jahrzehnten bereits keine absoluten Neuerscheinungen mehr waren— wenigstens in deutschen Zeittingen noch außerordentliches Aufsehen und waren stets sicher. Beachtung zu finden. Darauf baute ein kluger Berliner Konditor seine Berechnung, den Kranzlers Ruf nicht schlafen ließ und der seinen süßen Apfel- kuchen mit Schlagsahne so gerne liebende Verehrer zugeführt hätte. Er ließ ein HeiratSinserat einrücken, in dem eine mrt allen Vor- zügen deS Geistes, Gemüts und nicht zum weitigsten des Porte« monnaieS ausgestattete wunderschöne junge Dame einen Gatten suchte, von dem sie selbst eigentlich nur„einen edlen Charakter" begehrte. Hunderte von edlen Charakteren meldeten sich I Und sie alle erhielten da« gleiche, vielversprechende rosa Briefchen, in dem die geheimnisvolle Dame sie in zierlichen Worten zum ersten orientierenden Rendezvous einlud. ES braucht nicht gesagt zu werden, daß der Rendezvousplatz die besagte Konditorei war. m der nun tagelang— denn der schlaue Ahnherr Peter GanterS hatte jedem Heiratslustigen eine andere Zeit bestimmt— die Tür nicht stillstand. Berge von Törtchen„mit" und Törtchen„ohne", von „Elßlerkitsseit" und anderen LieblingSleckereien der Zeit mußten den Jammer der Enttäuschte» versüßen helfen, die noch lange Zeit hofften, daß die Dame, die natürlich nie kam, eine» Tage» doch auf- tauchen könnte l_ Notizen. — D i e internationalen olympischen Spiele, die dieses Jahr in Stockholm stattfinden, sollen 1916 in Berlin ab- gehalten werden.— An dieser Sportschau nimmt die Arbeiterschaft bekanntlich nicht teil. fachen Betrag des in Deutschland aufgewendeten für soziale Ver« pflichtungen zu zahlen hätte. Die vom gesamten Volke zu tragenden Lasten der sozialen Fürsorge sind jpro Kopf in England um die Hälfte größer wie in Deutschland. Mit dem in Bälde bevorstehenden Inkrafttreten des Kranken» Versicherungsgesetzes verschiebt sich dieses Verhältnis noch wesentlich. Die Belastung der Unternehmer erhöht sich durch dieses Gesetz um 367 Millionen Mark oder um 8 M. pro Kopf, die de? Staates um 233,8 Millionen Mark oder 6,2 M. pro Kopf. Die englischen Unternehmer werden also in Zukunft eine relativ doppelt fo hohe Belastung zu tragen haben wie die deutschen, während für den Staat die sozial« politischen Lasten pro Einwohner sogar 6— 7mal so hoch sein werden wie bei uns. Zuungunsten Deutschlands tritt noch hinzu, daß die sogenannte Last des Unternehmers in Deutschland in der Tat vom Arbeiter getragen wird, da der Versicherungsbeitrag nur ein von vornherein feststehender Teil deS Lohnes ist. Andererseits könnte man vielleicht gegen die hier vonjBallod aufgestellte Berechnung einwenden, daß Eng- land eine weit größere Arbeiterbevölkerung(relativ) hat als Deutsch« land, weshalb nicht die Umrechnung auf den Kopf der Bevölkerung, sondern auf den Kopf des Arbeiters die richtigere wäre. Man würde dabei zu einer etwas niedrigeren Belastung der englischen Arbeitgeber kommen als in obiger Berechnung angegeben. Immerhin würde das nichts an der Tatsache ändern, daß in allernächster Zukunft der englische Arbeit- geber einen weit höheren Betrag für die Sozialpolitik aufzulvenden haben wird, als der deutsche. Auch die höheren Beiträge der eng- lischen Arbeiter zu den Gewerkschaftskassen und an die statistisch nicht voll erfaßbaren„Friendlh Societies" müssen in letzter Linie ja von den Unternehmern getragen werden, da eben der englische Arbeiter durch diese mannigfachen Verpflichtungen gezwungen ist, höhere Löhne zu fordern und sie auch erhält. Mit Recht wendet sich Prof. Ballod voll Empörung gegen die Zumutung, daß Deutschland gerade in dem Augenblick, iit dem England im Interesse seiner Volksgesundheit so schwere neue Lasten auf sich nimmt, die seinen erleichtern solle. Er weist die Leute, die so gern bereit sind, für die m ilitärisch e Stärkung deS Volkes je�es Opfer zu bringen, darauf hin, daß in einer Reihe von Städten die militärische Tauglichkeit in bedenklichem Grade- sinke, daß der Ge« burtenrückgang der letzten Jahre uns ebenfalls mit einem Rückgange der Volkskraft und Volksmacht in der Zukunft bedrohe und fährt dann fort:.Angesichts all' dieferFragen über die sozialpolitische Belastung zu klagen, erscheint vom wissenschaftlichen Standpunkte nicht gerecht« fertigt, solches wäre höchstens zu erwarten von Vertretern einer Krämerpolitik, die aber stets den Staaten und Völkern, die von ihr nicht lassen konnten, den Untergang gebracht hat." "i> Selbstmord als Betriebsunfall? Der Maurer Wilhelm Sch. arbeitete am 16. Juni 1993 einem sehr heißen Tage— auf einem Neubau. Sch.. der sonst ei» zuverlässiger Arbeiter war, mußte an diesem Tage wegen schlechter Arbeit von, dem Polier getadelt werden. Nach einem solchen Tadel verließ er erregt seinen Arbeitsplatz, begab sich in> die Baubude und erhängte sich. Die Witwe machte bei der Stordöstlichen BaugewerkS- Berufsgenoflenschaft Anspruch auf Hinterbliebenenrente geltend, da ihr Mann den Selbstmord unter der Einwirkung der außcrordent» lichen Hitze, der er bei seiner Arbeit besonders ausgesetzt gcweseni sei und durch welche seine Geistestätigkeit beeinflußt wurde, be» gangen habe. Sie wurde von der Berufsgenossenschaft abgewiesen. Die Berufung an das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung hatte Erfolg. Das Schiedsgericht stellte Beweiserhebungen an. Der Maurerpolier V. wurde vernommen, ebenso wurde eine Auskunft der Arbeitgeberin eingeholt, endlich wurde noch ein ärztliches Gut» achten von dem Medizinalrat Dr. Leppmann eingefordert. Auf Grund der Beweiserhebung und der ärztlichen Aeußerungen er» kannte das Schiedsgericht den ursächlichen Zusammenhang deS Todes(Selbstmord) mit dem durch die starke Sonnenhitze herbei- — Die Neue Freie Volksbühne wird in ihrem neuen Spieljahr, dem 22., ihren Mitgliedern nunmehr auch Opern» ansführungen bieten, die an 22 Sonntagnachmittagen im Char« kottenburger Deutschon Opernhause stattfinden werden. Im Neuen Volkstheater werden Werke von Schnitzler(Liebelei und Literatur), Wedelind(Der Kammersänger), von Shaw(Helden) gespielt werden, ferner die.Doppelgängerkomödie' von Adolf Paul, und„Die Spieler" von Gogol,„Der Kaiserjäger" von Brennert und Ostwald, „Mutter Landstraße" von Schmidtbonn.„Mutter Mews" von Stavenhagen,„FigaroS Hochzeit" von Beaumarchais. JbfenS „Wildente",„Der Graf von CharolaiS" von Behr-Hofmann. Eine Uraufführung wird der„Hexe" von Martha Rögner zuteil werden. Außerdem wird den Mitgliedern eine ermäßigte Beteiligung an der Versuchsbühne, die vier Dramen junger Dramatiker herausbringen will, ermöglicht. Vom Blttthnerorchester läßt der Verein zehn klassische Orchesterkonzerte veranstalten. — Bestellte Kritik. Wie die Kritiken über das Kro«» Prinzenbuch zu stände kamen, plaudert die„Rhein.-Westf. Ztg." aus. Sie verrät:„In der sicheren Voraussicht, daß bei der in der Persönlichkeit des Verfassers begründeten Bedeutung des Werkes allen größeren Zeitungen daran gelegen sein müsse, ihren Lesern möglichst schnell eine ausführliche Besprechung vorlegen zu können, suchte sich die„Deutsche VerlagSanstalt" einen kleinen Kreis bekannter TageSschriftstellcr aus, mit denen sie bestimmte Verträge abschloß, und übergab ihnen, und nur ihnen allein. die Bogen des im Druck begriffenen Buche». Auf den so organisierten Kritikerring wurden die in Frage kommenden größeren Zeitungen verteilt, ohne daß man eS für nötig hielt, sie um ihre Zustimmung zu befragen. Die selbständige Kritik der TageSpresse wurde auf diese Weise einfach kaltgestellt. Die Rechnung war ganz foigerichtig aufgebaut aus dem Kottkurceitzzwang." Die bürgerliche Presse hat also vom Verlag bestellte&• sch- zettel einfach glatt abgedruckt, ohne das Buch selbst zu kennen! Ihre Prostitution ist vollständig und ihre Rechtfertigung lautet: eS machen es ja alle so— um der Konkurrenz willen. — Reichtum. EhreundRuhm. Einem Fräulein ist von der preußischen Akademie der Wissenschaften die goldene Leibniz« Medaille verliehen worden. Aber die Feministen brauchen deswegen nicht zu triumphieren. DaS Verdienst besteht in diesem Falle nicht in wissenschaftlichen, sondern in Geldleistungen, die der Kaiser- WilhelnfGesellschaft, dem Kaiser-Friedrich-Museum und ver Akademie zugute gekommen sind. Diese Art der Verwendung ererbten Ver« mögenS ist gewiß honett und in Deutschland zudem selten. Auch wollte die Spenderin ihren Namen nicht genannt wissen. Aber die Akademie hat ihn illohalerweise doch in die Oeffentlichkeit gebracht, offenbar um mit der goldenen Medaille zur Nachfolge anzulocken. Sie nimmt mit Recht an, daß Spenden für Wissenschaft und Kunst wegen Titel. Orden und Medaillen und nicht um der Sache selbst willen gegeben werden. — Ein Kino für Jugendliche, da? die Auswüchse der üblichen Lichtbildtheater vermeiden soll, ist in Plauen eingerichtet Warden. ES werden hier versuchsweise zwei Aufführungen in der Woche veranstaltet, die auf den Gesichtskreis der Kinder zugeschnitten sind und neben Belehrendem auch viel Unterhaltendes bringen. Di« Auswahl der Bilder wird von Lehrern getroffen. Öcfüfjrteit h'annjafleu Geiste Zgusiande durch die auIgeübtc BetriebZ- tiitigkeit entstauden als Hmreichctid wahrscheinlich an und verurteilte die„Nordöstliche" zur Entschädigung�pslicht. Die Ba�usägenossenschast legte gegen dies Urteil RckurS beim Rcichsuersichrrungsamt ein. Das ReichsvcrsicherungSamt gab in der Tat dem Rekurse der Berufsgcnosscnschaft statt und hob das Urteil des Schiedsgerichts auf. In dem Urteil des erkennenden(11.) Senats heißt es: „Nach Lage der Sache hat das Neichsversichcrungsamt dem Rekurse der Beklagten stattgeben müssen, da es entgegen der Auf- fassung des Schiedsgerichts�die Ucberzeugung nicht hat erlangen können, daß der Maurer Schernewski � am 16. Juni 1908 einem Betriebsunfall erlegen ist. Unstreitig hat der Maurer ScherncwSki am 16. Juni 1908 Selbstmord begangen, indem er sich erhängt hat. Dieser Selbstmord könnte nur dann dem bei der Beklagten vor- sicherten Baubetriebe nach der ständigen Rechtsprechung des Reichs- versicherungsamts zugerechnet werden, wenn sich mit an Gewißheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen ließe, daß der Selbstmord infolge geistiger Gestörtheit im Zustand der Unzurechnungsfähig- keit durch einen Betriebsunfall verursacht worden ist.(Zu vcr- gleichen Anmerkung 6 zu§ 8 des Gcw.-Urif.-iVcrs.-Gcs� Hand- buch I, Seite 253.) Im vorliegenden Falle fehlt aber zunächst der Nachweis, daß Schernews, ki überhaupt unzurechnungsfähig war, als er den, Selbst- mord beging, weiterhin ist auch nicht festgestellt worden und läßt sich nicht mehr seststellen, ob die Unzurcchuungsfähigkeit auf piiren Betriebsunfall ursächlich zurückzuführen ist. Zur Feststellung dieser beiden Voraussetzungen der Entschädi- gungSpflicht der Beklagten reicht nach der Ueberzeugung des Rekursgerichts das vom Königlichen Kreisarzte Medizinalrat Dr. Lcppmann am 16. Oktober 1909 erstattete Gutachten nicht aus, da eine Obduktion des Verstorbenen nicht stattgefunden hat und nach Lage der Sache auch nicht mehr möglich war, weil die Kläger es seinerzeit unterlassen hatten, die Beklagte rechtzeitig unt„r Er- Hebung von Ansprüchen auf Unfallentschädigung von dem Tode in Kenntnis zu sehem... Die Vermutung des ärztlichen Sachverständigen, daß der V�r- ftorbene am 16. Juni 1908 einen Sonnenstich erlitten, hat, ist nach dem gesamten Akteninhalt nach Ueberzeugung des Reichsvcrsiche- rungsamts nicht ausreichend wahrscheinlich gemacht. Wie die Auskunft der Firma Eckert u. Danncberg, der früheren Arbeitgeberin des Verstorbenen, vom 16. Dezember 1909 ergibt, waren die Leistungen des Maurers Schernewski nicht hervorragend. Diese Auskunst steht mit der Bekumdung des Maurerpoliers. Vogel zwar in Widerspruch. Doch hat das Rekursgcricht kein Bedenken getragen, die Auskunft der früheren Arbeitgeberin für glaubhaft zu erachten. Wenn überdies der Unterschied der Leistungen des Verstorbenen zur Zeit, als er sich das Leben nahm, so auffallend im Widerspruch mit seinen früheren Leistungen gestanden hätte, daß man auf eine Erkrankung des Verstorbenen gelegentlich seiner Betricbsarbeit am 16. Juni 1908 hätte schließen müssen, so hätten wohl der Maurer- polier Vogel als auch der Arbeitgeber Müller seinerzeit den an- geblichen Betriebsunfall Scherncwskis bei der Beklagten zur An- Meldung bringen müssen. Da sie aber beide einen ursächlichen Zu- sammenhang des Selbstmordes mit dem Betriebe nicht einmal vermutet haben, haben sie die rechtzeitige Anmeldung des angeblichen Unfalles unterlassen. Wenn aber Schernewski kein guter Arbeiter war. so konnte seine angebliche nicht gute Arbeit am 16. Juni 1903 nicht als etwas besonders Auffälliges erscheinen. Da von den Zeugen irgendwelche sonstigen Krankheitszeichen eines Sonnenstichs an dem Verstorbenen nicht bemerkt worden sind, die Wiiwe in ihrer Eingabe an die Beklagte vom 6. September 1908 auch behauptet hat. daß ihr verstorbener Ehemann schon vor dem 16. Juni 1968 an Erkrankung seiner Kopfticrven gelitten habe, so konnte das Rekurs- gericht nicht annehmen, daß der Selbstmord mit dem Betriebe in ursächlichem Zusammenhang stand, sondern cS müssen andere Gründe, die sich nicht mehr feststellen lassen, vorgelegen haben. Das Reichsversicherungsamt hat sich bielmehr den Bedenken des Sanitätsrats Dr. Ascher in Berlin in seinem Gutachten Vom 19. November 1909 anschließen müssen. Unter Berücksichtigung aller dieser Unterlagen könnte man höchstens zu einer Möglichkeit einer geistigen Erkrankung des Ver- storbenen, die auf den Betrieb ursächlich zurückzuführen wäre, ge- 1 an gen, eine solche Möglichkeit würde aber zur Verurteilung der Beklagten nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsversicherungs- amts nicht ausreichen. Da nach Lage der Sache eine weitere Aufklärung des Sach- Verhalts aussichtslos erschien, mußte dem Rekurse der Beklagten stattgegeben und ihr ablehnender Bescheid vom 27. Mai 1909 wieder hergestellt werden." Das Urteil zeigt, wie weltfremd manche Richter den tatsäch. lichen Arbeitsverhältnissen im Erwerbsleben gegenüberstehen. In- dessen, das ReichsversicherungSamk ist die höchste und letzte Spruch- instanz, die Ansprüche der Hinterbliebenen, die vom Schiedsgericht verständigerweise anerkannt wurden, sind"on der höchsten Instanz annulliert. Die Witwe mit ihren Kindern erhält nichts. Das Urteil der setzten Instanz enthält keinen Tropfen sozialen Oels. Schadenersatzpflicht einer Gemeinde a»S dem Dienstvcrtrag. Der Dienstberechtigte hat Räume, Vorrichtungen oder Gerät- schaften, die er zur Verrichtung der Dienste zu beschaffen hat, so einzurichten, daß der Verpflichtete gegen Gefahr für Leben und Ge- sundheit soweit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet. Diese Verantwortung für gefahrvolle Einrichtungen be- steht auch dann, wenn der Dienstbercchtigte zwar nicht t>erpflichtet war, Einrichtungen zu schaffen, wenn er aber gefährliche Anlagen, die andere errichtet haben, bestehen laßt. Auf Grund einer solchen Fahrlässigkeit ist unlängst die Stadtgcmeinde Schönebeck an der Elbe zur Leistung von Schadenersatz verurteilt worden. Die Stadt Schönebeck besitzt eine an einer Chaussee belegene Sandgrube. Mit dem Herausholen von Sand hatte die Stadt den Fuhrmann D. beauftragt. Bei dieser Gelegenheit ist D. in- folge eines Bohlenbelags bei der Ausfahrt verunglückt. Ein Epe- diteur B., der früher ebenfalls Sand geholt hatte, hat zur Er- leichterung der Ausfahrt aus der weichgrundigen Grube cineil Bretterbelag von alten, morschen Salinenbrcttern geschaffen, um das Einsinken der Wagen zu verhüten. Diese Einrichtung hat er mit der Erlaubnis des städtischen Baumeisters getroffen. Als D. eines Tages mit seinem Wagen darüber hinfuhr, brach ein zum Teil hohl liegendes Brett, schnellte in die Höhe und bracht« den D. zu Fall. Dabei ist ihm sein Wagen über einen Oberschenkel ge- fahren. Wegen der Folgen der Verletzungen nimmt D. die Stadt sn Anspruch. Das Landgericht Magdeburg hat die Klage abgewiesen. Das Oberlandesgericht Naumburg dagegen die Beklagte dem Grunde nach zur Schadloshaltung des Klägers verurteilt. Zur Begründung seines Urteils führt das Oberlandesgericht aus, daß die Beklagte unbedingt aus Z 618 des Bürgerlichen Gesetzbuchs als Dienstbe- rechtigte haftet. Sie ist für die schlechte Beschaffenheit des Ab- suhrweges aus der Sandgrube verantwortlich. Wenn der Vertrag auch kein reiner Dienstpertraa(es handelt sich um einen Werk- vertrag) ist, so ist der 8 618 doch auch für solche Verträge heran- zuziehen, die ihrem wesentlichen Inhalt nach dem Dienstvcrtrag gleichkommen. Auch deshalb ist dem Kläger der Schutz des§ 618 nicht zu versagen, weil ein anderer die Bretter zurecht gelegt hat. D�r Kläger hatte sich verpflichtet, mehrer Fuhren Sand aus der Grube zu holen. Die Beklagte hatte deshalb den Zufuhrweg in ordnungsmäßigem Zustande zu erhalten. Bei einiger Aufmcrk- samkeit hätte die Beklagte die Gefährlichkeit für den Verkehr wegen der morschen Salinenbrctter erkennen müssen, besonders deshalb, weil sie schon zum Teil an anderen Stellen herausgebrochen waren. Eine Untersuchungspslicht für den Kläger bestand nicht, denn er konnte sich darauf verlassen, daß alles in ordnungsmäßigem Zustande sein werde. An sich war die Stadt zwar nicht verpflichtet, einen Bretterbelag zu schaffen, wenn sie aber den alten bestehen lassen wollte, so mußte sie Eisenbohlcn, alte Eisenbahnschwellen und ähnliche® festes Holz dazu beMeuden. Mit der Duldung de® gefährlichen Brctterbelags verletzte sie den§ 613 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das Reichsgericht hat am 2. Juli das Urteil des Oberlandes- gerichts Naumburg bestätigt und die Revision der Beklagten zurück- gewiesen..(Aktenzeichen: III. 496/11.), Der Optimismus der„Konsumgenossenschaftlichen Rundschau". Die„Mecklenburgische Volkszeitung" bcmcrlt zu der von uns ablehnend beurteilten Ansicht der„Rundschau", Professor D a d e könne seine konservativen Freunde zu einer freundlicheren Stellung der Genossenschaftsbewcgung gegenüber veranlassen: „Die„Konsumgenossenschaftliche Rundschau" besitzt einen Optimismus, um den wir sie— nicht beneiden. Nach ihrer Auffassung wäre also die Feindschaft der mecklenburgischen Junker gegen den Zusammenschluß der Arbeiter in Konsum- genossenschaften durch Belehrung zu beheben! Da sind wir denn doch anderer Ansicht. Selbst wenn der Agrarprofessor Dade nicht die Feindschaft der Junker gegen die Arbeiterkonsum- vereine teilen sollte, und w e n n er sich dazu aufschwingen könnte, das öffentlich zum Ausdruck zu bringen, so würde er nur den in diesem Falle tauben Ohren der Junker predigen. Denn unseren Jimkern ist der konsumvcreinliche Einkauf der Arbeiter an sich(I) auch jetzt in Wirklichkeit ganz gleichgültig, weil er ihre Interessen nicht berührt. Weshalb sie aber gegen ihn Front machen und die Arbeiterkonsumvereine verfolgen, ist, weil sie den Zusammenschluß der Arbeiter überhaupt be- fehden. Finden sich die Arbeiter in der Organisation bezüglich des Konsums zusammen, so erwacht bei ihnen auch das Bewußt- sein, auf anderen Gebieten ebenso zusammenstehen zu müssen, so kommt ihnen der Wille, sich auch auf anderen Gebieten in dem Gefühl der Solidarität organisatorisch zu betätigen. Und das wollen die Junker auf jeden Fall verhindern!„Ihre" Arbeiter sollen„Individualisten" bleiben, keinen Gemein- sinn, keine Ahnung von organisatorischer Betätigung, gleichviel auf welchem Gebiete, haben, damit die Junker sie nach Herzens- lust gängeln können. So wahren die Junker ihre Profitinter- essen! Da hofft die„Konsumgenossenschaftliche Rundschau" auf Bekehrung der Junker durch Belehrung vergeblich. Nicht die „besser unterrichtete" Junkcrschaft wird diese zähmen, vielmehr kann das nur geschehen, indem sich die Gcnossenschafts- bewegung aller Verfolgungen zum Trotz durchsetzt!!" Diese Ansicht wird wohl von allen denen geteilt, die vom Boden der direkten Wirklichkeit aus Dinge zu beurteilen sich bemühen, und nicht von einem illusionären Wölkenkuckucksheim aus. Der 2. deutsche Blindentag. Alle Blinden und Blindenfreunde Deutschland®. Oesterreichs und der Schweiz werden zu dem vom 22. bis 26. Juli d. I. in Vraunschweig stattfindenden zweiten deutschen Blindentag einge- laden. Wie der erst« deutsche Blindentag zu Dresden 1999, so wird sich auch die diesjährige Tagung vor allem mit den Berufs- fragen der Blinden beschäftigen, so daß die Referate und an- schließenden Beratungen für jeden Blinden und Blindenfreund von Interesse sein dürften. Wie in Dresden, so wird auch in Braun« schweig eine Ausstellung Arbeitsprodukte Blinder, aber auch Ar- beitsmethoden zeigen. Blinden Teilnehmern wird, soweit die Mittel hierfür vorhanden sind,«ine Reise- und Aufenthaltsbeihilfe gewährt. Tagungslokal: Kurhaus Richmond. Beginn der Vor- Versammlung, Montag, den 22. Juli, abends 6 Uhr. Die Staats- und Stadtbehörden, wie auch die Bevölkerung von Braunschweig bringen der Veranstaltung ein gütiges Interesse entgegen und haben dem Ortsausschusse in liebenswürdiger Mitarbeit Äe Sorge für Unterbringung, Empfang und Begleitung der blinden Gäste er- leichtert. Der deutsche Blindentag lehnt jegliche konfessionelle oder politische Zugehörigkeit ab und stellt sich lediglich die Aufgabe, Blinden den Lebensweg ebenen zu helfen. Wer Interesse am Fortschreiten des Blindenwesens hat, möge daher dem zweiten deutschen Blindentag« helfend zur Seite stehen. Anfragen wolle man richten an den Ortsausschuß', z. H. von Herrn Klötscher, Braunschweig, hinter der Masch 1. Für Oester- reich an die Herren k. k. Hofrat Hugo Ritter von Chlumecky, Brünn, Aug. von Horvath, Wien, Kasernen Neubaugasse 76. Für die blinden Esperantisten, Harald Thilander, Stockholm. Majora- gatan 12. Teilnehmerkarten wolle man mit genauer Angabe von Name und Wohnort bei dem unterzeichneten Geschäftsführer be- stellen, der auch bereitwilligst jede gewünschte Auskunft gibt. Dr. Ludwig Cohn, Breslau, Charlottenstr. 1 Entwertung der Jnvalidenmarken. Die Entwertung der für die Jnvalidenvevsicherung verwendeten Marken war schon bisher vorgeschrieben. Durch die Reichsvcrsicherungsor'dnung tritt hierin nur die Aenderung ein, daß als Tag der Entwertung, handschriftlich oder durch Stempel, der letzte Tag desjenigen Zeitraums angegeben werden soll, für welchen die Marke gilt.(Nach bisherigem Recht war der Tag des Einkleben? der Marke maßgebend.) Wird also wöchentlich Lohn gezahlt, so erhält die Marke das Datum des Sonntags. Wenn der Versicherte Sonntags nicht ar- bettet, kam, das Datum des Sonnabends gewählt werden. Wird vierteljährlich Lohn gezahlt, so mutz der Arbeitgeber, wenn er eine Dreizehnwochenmarke klebt, die Entwertung mit dem Sonntage der letzten Woche des Vierteljahres vornehmen: verwendet er da- gegen"Einwochenmarken oder Zweiwochenmarken, so erhält jede Marke das Datum des Sonntags jeder Woche oder jeder zweiten Woche des Vierteljahres. Beschäftigt der Arbeitgeber einen Arbeiter nicht die ganze Woche hindurch, so muß er als Entwertungsdatum doch das Datum de? letzten Tages der Woche angeben; denn die Marke gilt für die ganze Woche, nicht für die Tage der Beschäftigung. Die Entwertung der Marken darf nur in der vom Bunde®, rat ausdrücklich zugelassenen Weise erfolgen(z. B. 7. 1. 12 für den 7. Januar 1912). jedoch ist die Entwertung unter Angabe der vollen Jahreszahl(7. 1. 1912) für zulässig erachtet worden. Die gleichen Vorschriften gelten für die zum Zweck freiwilliger Versicherung verwendeten Marken. Zusatzmarken sind mit dem Datum des Tages zu entwerten, an dem sie in die Quittungskarte eingeklebt werden. Bei Verstoß gegen dies« Vorschriften kann gegen die Verpflichteten eine Geldstrafe bis zu 20 M. vom Bersiche- rungsamt verhängt werden. Hinterpommersche Schulverhältnisse. In der Schule zu Jamund, Regierungsbezirk Köslin, sind 128 Kinder einem einzigen Lehrer zugewiesen. Wen soll man nun mehr bemitleiden: den Lehrer, dem eine solche Lehrlast und Er- ziehungsverantwortlichkeit aufgepackt ist, oder die Schulkinder, denen sich der Lehrer nicht hinreichend widmen kann? Bereits im Jahre 1873 ist«ine zweite Lehrerwohnung vorgesehen. Vergeblich ist aber die Besetzung der zweiten Lehrerstell« verlangt. Wie lange noch wird die kömgliche Regierung vor den Toren der Regierung®- bezirkshauptstadt Köslin einen der Kultur hohnsprechenden Zu- stand dulden? Der Kampf der Mieter in Planen i. B In Plauen herrscht schon seit langer Zeit Wohnungsnot. In- folge des flotten Geschäftsganges wurden viele Familien von aus- wärt® nach Plauen gelotst, die wohl Arbeit, aber keine Wohnung gefunden haben. Gar viele Familien sind mit ihrem HauSrat auf die Straße gesetzt worden, weil den Hauswirten die Kinder- zahl zu groß war. Nunmehr hak die Staotvcrlvaftung eingreifen müssen, sie hat den Obdachlosen ein Unterkommen im Armenhause und in noch zwei anderen städtischen Gebäuden gewährt. Zwei Familien muhten sich mit einem Raum begnügen. Diese städtische Fürsorge wird den Obdachlosen aber nur 14 Tage getvährt. Die Wohnungsnot wird aber trotz alledem von den Hausbesitzern noch abgeleugnet, ja sie dient dazu, die Mieter in gemeingefährlicher Weise zu schröpfen. Um 60 bis 60 Prozent sind die Wohnungen seit zwei Jahren teuerer geworden. Nimmersatte Hauswirte—. etliche besitzen viele Häuser— steigerten die Mieter nicht nur ein- mal, sondern fast bei jedem Ouartalswechsel. Wie die Rotlage der Mieter ausgenützt wird, um persönlichen Vorteil daraus zu ziehen, zeigt am deutlichsten das Treiben von zwei Fabrikanten. die zugleich viele Häuser ihr Eigen nennen. Diese beiden Fabri- kanten Leupvld u. Wolfs, haben über 200 Wohnungen zumeist an ihre Arbeiter vermietet. In den letzten i'A Jahren haben sie die Mieten von 260 Mk. auf 380 Mk. hinaufgetrieben. Am 1. Juni bekamen sämtliche Mieter ein Schreiben, worin abermals mehr Miete verlangt wurde und außerdem erklärt wird, daß ab 1. Juli nur monatliche Kündigung Geltung hat und der Mietzins im vor- aus bezahlt werden muß. Doch damit noch nicht genug. Am 1. Juli sind die Mieten abermals um 30 Mk. gesteigert worden und für den 1. August steht nochmals Mietsstcigerung bevor. Daß bei solcher Ausnutzung der Not die Mieter von Verzweiflung gepackt werden, ist nur zu erklärlich. Die Mieter sandten eine beschleunigte Eingabe an die Stadt- verordneten und den Stadtrat, in der sie erklärten, daß sie sich nunmehr dem Verlangen der Hausbesitzer Leupold u. Wolfs ein- mütia widersetzen; sie werden weder die erhöhte Miete zahlen noch die Wohnungen räumen und es eventuell auf eine Massencxmission ankommen lassen. Die Stadtverordneten und der Rat sollen mit den Hausbesitzern zwecks Ausgleichs verhandeln. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurde diese Eingabe zur Kenntnis gebracht. Ein solches Auftreten der Mieter hatte das in seiner Mehrheit aus Hausbesitzern bestehende Stadtverordnctenkollegium nicht erwartet. Der Stadtrat hatte inzwischen mit den in Frage kommenden Hausbesitzern Rücksprache genommen und der Bürgermeister konnte die Erklärung abgegeben, daß das schlimmste nicht eintreten würde. Danach scheint der Rat den beiden Hausagrariern ins Gewissen geredet zu haben. Damit sollte die Stadtverwaltung eS aber nicht bewenden lassen, sondern energisch weitere Maßnahmen ergreifen, um einem Nimmersatten Hausagrarier einen Dämpfer aufzusetzen. Hungernde imd kranke Schulkinder. Der soeben erschienene „Mediziiiisch-statistische Jahresbericht über die Stadt Stuttgart im Jahre 1910", herausgegeben vom Stuttgarter ärztlichen Verein, enthält sehr beachteusloerte Angaben über den ErnährungS- und Gesundheitsstand der Volksschulkinder Stuttgarts. Der zugleich als Schularzt fungierende erste Stadtarzt Dr. Gastpar hat in der Zeit von Mitte September bis Mitte März 1910 von den 13 691 Volksschulkindern Stuttgarts 14 326 untersucht. Dabei stellte sich heraus, daß von den Schulkindern nur 18,6 Proz. einen Er- nähruugsstand auswiesen, der als„gut" bezeichnet werden konnte. Etwas besser sah eS bei den Vorvrtskiudern aus, von denen 29,8 Proz. als ausreichend genährt befunden wurden. Als„mittel" ernährt werden 36,6 Proz. der Kinder(Vororte 34,6 Proz.) be« zeichnet,„mittel mit anämischem Zustand"(Blutarmut) 21,6 Proz. bezw. 24.6 Proz.,„gering" 11,8 bezm. 19,7 Proz..„gering mit Anämie" 11,6 bezw. 9.4 Proz. Da« heißt: den 3761 Kindern, die als ausreichend genährt bezeichnet werden können, stehen 8273 gegenüber, deren ErnährungS- stand nur als„mittel", zum großen Teil mit Blutarmut verbunden, befunden wurde. 8191 Kinder sind direkt unterernährt, die Hälfte dieser Kinder ist obendrein blutarm."sk Die Folgen der mangelhaften Ernährung machen sich im Gesundheitsstand der Kinder nur zu deutlich bemerkbar. An geprägter Rachitis litten 6,2 Proz. der Stadtkinder, 10,7 Proz. der VoroilSkinder, an Skoliose 10,1 Proz. beziv. 6,1 Proz., an Drüsen 12.2 bezw. 16,6 Proz., an Adenoiden 27,3 bezw. 22,6 Proz., an den Augen 12,6 bezw. 14.3 Proz., an Ohrenleiden 2,4 bezw. 4,6 Proz.. Lungcnleiden, nicht tuberkulös 8,1 bezw. 2.9 Proz. der Kinder usio Die Zahl der kraiiken und hungernden Volksschulkinder übertrifft die der gesunden um das Drei- bis Viersache! Ein schärferes Ver- dammungSurteil über die heutige Gesellschafts- und Wirtschaft®- ordnung ist kaum möglich. WohnuiigSrlcnd»»d Kindersterblichkeit. Wie stark mißliche Wohiiungsverhöltnisse auf die Kindersterblichkeit einwirken, zeigt die ärztliche Statistik über die Säuglingssterblichkeit in den verschirdeucn Wohnquartieren Stuttgarts im Jahre 1910. Im Stuttgarter Vorort Gaisburg. in dem da« Wohnungselend am schärfsten in die Er- scheinung tritt, fielen im Jahre 1910 auf 100 Geburten 34,4 Tode®. sälle von Kindern unter einem Jahr, in der auf gemeinnütziger Grundlage errichtete» WohnungSkolonie Osthcim hingegen mir 6,4 Todesfälle. In GaiSburg ist also die Sterberate fünf- biö sechs- mal höher!— Im Jahre 1909 stieg die Kindersterblichkeit in Gaisburg gar auf 48,1 Prozent, in Ostheim war sie 19.1 auf 100 Geburten; in anderen Bezirken sank sie sogar bis auf 4,3 Proz. Der Durchschnitt sämtlicher Wohnbezirke war 1909: 14,8 Proz., 1919: 16,2 Proz. Dieser groß« Abstand des Prozentsotzes der Kindersterblichkeit in den verschiedenen Wohnbezirken Stuttgarts läßt sich durch alle Jahre verfolgen. EL sind also keine zufälligen Ursachen, die die Kindersterblichkeit in den einzelnen Bezirken so gewaltig(bi® zur Hälfte der Geburtenzahl) steigern. Neben den schlechten Einkommens- Verhältnisse» steht das Wohnnngselend an erster Stelle. Genau so steht eS in anderen Gemeinden /Zus Inäultrie und Handel Die dänischen Schlächtereigenossenschafteu. Die Landwirtschaft Dänemarks, die fast ausschließlich eine Baucnrwirtschaft ist, erhält ihr Gepräge durch das hochentwickelte Genossenschaftswesen. An der Spitze desselben stehen die Molkerei- genossenschaften, die der dänischen Butler einen Weltruf verschafft haben. Aber auch da® Schlächtereigenossenschaftswesen hat in kürzester Zeit einen außerordentlichen Aufschwung erfahren. Den Anstoß dazu gab das im Jahre 1887 erlassene Einfuhrverbot DeuischlandS für dänische lebende Schweine, von denen vorher große Mengen nach Deutschland abgesetzt wurden. Die dänischen Landwirte warfen sich nun auf den Export von Schweinefleisch und die sich rapide ent- tvickelnden Schlächtereigenossenjchaften bemächtigten sich sofort dieser Ausgabe, ehe noch der private Handel Zeit gefunden hatte, sie an sich zu reißen. Die Schlächtereigenossenschaften bezahlen den liefernde» Land- Wirten nach Schlachtgewicht und Qualität. Hierdurch sowie durch eine ganze Reihe von Maßnahme», die auf eine Verbesserung der Oualiiät der Tiere hinwirken, haben sie es dahin gebracht, die Zucht außerordentlich zu heben. Die Eulwickelmig der Schlächterei- genossenschaft wird durch folgende Zahlen illustriert: Zahl der Zahl der Ausfuhrüberschuß Jahr Schlächterei- geschlachteten an Schweinefleisch genossenschaften Schweine Rinder Millionen Kilogramm 1888 1 2 323 400— 1879/83: 2,8 1900 26 675 200 18700 1906/09: 94.8 1910 87 1 396 653 25 000(zirka). Die Zahl der von den dänischen Schlächtereigenossenschaften ge- schlachteten Schweine hat sich demnach im Laufe von zivanzig Jahren etwa um da® 60fache, die Ausfuhr von Schweinefleisch u», da® 36fache gehoben. Dänemark ist ein Land ohne landwirtschaftliche Schutzzölle und seine Bauern sind prinzipiell Freihändler. Eingegangene Dmchfchnftcn. Tüiigliiigspflegefibel. Von Antonie Zerwer. SO Pf. Jul. Springer Berlin, Linkstr. L3/2j, Jahresbericht des Borstaiides des Verbandes der Maler, Lackierer. Anstreicher, Tüncher und Weistbinder Teutschlands ISU. 2S2 S. Verlag A. Tobler, Hamburg 22. llniverfalbibliothek. S42S. Bon Stufe zu Stufe. Lebensbild von H. Müller. 20 Pf. PH. Reclam, Leipzig.„. Deutsches Lesebuch für Vorschule». Von A. Kuhn- und K. Vorwerk. 1. Ausgabe A 2 M.. 2. Ausgabe A 2,50 M.— B.&. Teubneir Leipzig. Verliebte Leute. Eine Geschichte aus dem Berliner Leben. Von Hans L'ilrroitge. 2 M. gebd. 3 M. Verlag Continent<3- m. b. H. Berlin\V. 15._ Et, Sie. ES. Von F. Jüttner. Bilderalbum. 2 M.—.Lustig» Blätter". Berlin SW. 86.,„, m««■ das', unser Genosse, der Buchbinder[ SieinrichSchwaner gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung hat bereits I slaltgefunden, 217/16! Der Vorstand, Deutscher 'Melailarbeiter-Verband Verwaltuncsslolla Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht, [basj unser Mitglied, der Klempner (Zustav �.ncters Grostbeercnstr. 61 � gestorben ist. Tie Beerdigung sindet am öennabend, den 6. Juli, nach- ! mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle des ChristilS-Kirchboses, Martendorf« Chausfce, aus statt. Ferner starb der Dreher unser Mitglied, fttax Thür Teltower Straße 43 1 am 3. Juli an Lungenentzündung. Tie Beerdigung findet am , Sonnabend, den G. Juli, nach» > mittags 4'/, Uhr. von decLeichcn- I balle de» C(ii'istu3«JtlvchBo(c3 in j Temvelhos, Lichtcnradcr Chaussee, s aus statt.__ Ferner starb unser Mitglied, t | der Metalloreher tlennann Skala. Die Bccedigung findet am Sonntag, den 7. Juli, nach- I mittags 3 Uhr, von der Leichen. l.allc des neuen Pankolvcr Kirch- i oscs in der Schönholzcr Heide 1 aus statt. 120/3 Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Tie Orisbenvaltnnii unser 70A Am 3. d. Mts. verstarb j lieber Kollege Ködert Leppens. Ehre feinem Andenken 1 Die Beerdigung findet heute i Sonnabend, nachm. 5>/, Uhr, von der Leichenlialle des Heilig-Kreuz- Kirchhofes iMaricndorf) auS statt. Die Kollegen der Pionoforte. Fabrik Lars& Kallmann. Zentraluerband der Glaser Deutschlauds. Zahlstelle Berlin. Am Mitwoch, den 3. Juli, ist unser langjähriges Mitglied, der Glaser Ködert Matzen nach schwerem Leiden gestorben. Die Beerdigung sindet Sonntag, nachmittags 3 Ubr von der Leichen- balle am Fürftenbrunner Weg, Charlottenburg, aus statt. Um zahlrelcheBeteiligung ersucht 70/3 Die Ortsverwaltung. Frauen-Sterbekasse van Mitgliedern der Zontralkranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer Filiale Neukölln 1. Nachruf. Am Freitag, den 28. Juni, ist l in Ostpreußen nach langem | schweren Leiden unser Mitglied Sinna Höhlen geb. Schulz | im Alter von 30 Jahren verstorben. Ehre ihrcu, Andenton! i 257/17 Die Ortsvrrwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres Vaters .Johnriri Jeppsson sagen wir allen Freunden und Be- kannten, dem Wablvercin Bezirk Lichtenberg, dem Zigarrenhändler- verein Lichtenberg, der Firma Bell u. Co., sowie Herrn Max Schütte für die trostreichen Worte unseren herz- lichften Tank. 2374b Witwe �.iltxnate Jcppseon und Kinder. Für d e u»S anläßlich des Ab» lebcns meines lieben Gallen, unseres guten Vaters erwiesene Teilnahme sagen wir hierdurch unseren verbind. Uchstc» Dank. 5A Berlin, den 4. Juli 1S12. Elllsskctk, Oeorgi und Kinder. Heideschioß Hobenbiiide DV"„Zum Gutenberg".'WS Stadtbahnstation Erkner. Fernrus 233. Idyllisch an Wald und Spree gelegen. Möbl. Sommerwohnungen u. Zimmer. Für Vereine w. der schönste Ausflugs. ort. Prachtsaal und Halle. Kegel- bahnen zc. A. Lehmann. ilnis-GarMe! Die besten Sommer- PaletolS und 4—500 getragene Anzüge für Herren, Smoking. Anzüge, �rack- anzüge. sowie von Kavaliere» ge- lragene, fast neue Sachen/a.Seide), sür jede Figur passend, in zrdSIer Auswahl zu unübertroffen[107/7* dillixen Preisen. tTr.dcshatbbilliger wicim Laden. llirst6Sis(erliäm,"".";'(Tsi Dr. SSmmel Spezial-Arzt für Haut* und Harnleiden. Prinzeustr. 41, 10— 2. 5—7. Sonntags 10—12. 2— 4 Feinste Anzöge, Paletots, 1 schicke Ulster, Ochrockanz.fige I | Smokings an! Seide 30—70 AI. j fersaitite Germanm 1 21. 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Friedrichshagen: Friedrich Ober-ScbäneweWe: ÄÄÄÄtr- Spandau:°. Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht von der ordentlichen Generalversammlung. SHT" Mitgliedsbuch legitimiert. 120/7 Die Versammlungen werden Pünktlich eröffnet. Papentotha liinden- garten, Friedrichshagen Frledrichstrafte 79, abends 81/, Uhr. Dienstag, de« i». Juli, abends 8'/, Uhr: tkzirksvertamniliins für Moabit im Lokal lironeadraiivrvl, Alt-Moabit 47/49. Die Tagesordnung ist die gleiche wie in den oben angezeigten BezirkSversammlungen. Zahlreichen Besuch erwartet Vlv Ortaverwaltang. BerliDer ScliDEitlerei-llenosseiiseliaft(E.Gj.y.i gegründet von organisierten Solmeidergehillen Berlin N. Brornienslr. 185\m Ensciir Tof). Großes Lager fertiger Anzüge und Sommerpaletots, Sport-Anzüge, Loden-Pelerinen «im Arbeiter-Berufskleidung. Lieferant der Konsumgenossensehall und des Arbeiterradfahrerbundes. Sonntag von 8-10 Uhr geöffnet. Vornehme Bekleiduno fertig und nach Maß erhallen Sie In der modernen Mass« Schneiderei J. 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Juli ISISJ, von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags, findet die Wahl von einem Revisor in folgenden Lokalen statt: Kaczorovskis Feslsäle, Bavend.tr.«. Werniekes Feslsäle, Acker.tr. 123. Frankes Feslsäle, Bad.tr.io. GlleSeheS ReStaUrant, Kopenhagener Straße 74. Obiglos Festsäle, Schwedter Str. 23. Nebels Restaurant, Bax.tr. isb. Kronen-Brauerei, Ait Mo.bit 47/4». Gewerkschaftshaus, Engeimer 15. Fröhliehs Restaurant, Mn.kaner str. 1. Eickes Festsäle, schonieinatr.». Wiemers Restaurant, Btuow.tr. s». Comenius-Festsäle, Bemeler Str. 67. Boekers Festsäle, weberatr. 17. Rotts Restaurant, StraBmannatr. 2». Lichtenberg, Restaurant J. Erlelt, pfarr.tr. 74. Rummelsburg, filumes Restaurant, 5«. Neukölln, Hoppes Festsäle, Hermann.tr. 4®. do. Zibeils Restaurant, Eibe.u-.s. do. RUckheims Restaurant, Bere.tr.»s. do. Idens Restaurant, Hawcr straß« ss. Tempelhof, Wilhelmsgarten, Beruner str.». Cbarlottenburg, Yolksbaus, Bo.inen.tr. s. Köpenick und Friedriebsbagen, Lehmanns Restaurant, Bal,„nK«fp�nick.44 Steglitz, Scbellbases Festsäle, Ahom.tr. 15. Ädiershof, Resteis Restaurant, Friedcn.tr.»4. Ober-Schöneweide, �eTÄ�ÄS�is. Weißensse, Peukerls Restaurant, Pankow, Rozyckis Restaurant, Kren-.tr. 2-4. Spandau, Mettes Restaurant, Bi.m«rck.tr. e. Tegel, Kakies Restaurant, Beniner str.»2.- M Ohne Wglitdslluch Kanu uiemand wählen! Die Stimmzettel werde» am Eingang zu den Wahllokale» verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Otto Bandke, Charitdftr. 3. Zentralverband der freien Händler, Hausierer und verwandten Bernf.genossen Dcntschlands. Sitz: Essen-Bahr. Ortsverwaltung Berlin. Oeffenfliche fProteftverfammlung am Sonntag, den 7. Juli, mittags 12 Uhr, in Hoppes Festsälen (Jnh. Bartsch), Neukölln, Hermaunstr. 48. Tagesordnung: 1. Die Aufhebung der Neuköllner Wochenmärkte. Referent: Kollege Feldmeier-Efsen-Ruhr. L371b 2. Diskussion._ AM" Die Stadtverordneten find zu dieser Versammlung eingeladen.-MA Die Ortsverwaltung Berlin. Kr. KZ. 29. Zahrylnig. 2. Stilügt to Jorniärtä" Sttliitfr loMIntt. Sonnabend, 6. Ivli 1912. Der Scftaplroprozeß. Darmpadt, 6. Juli.(Privattelegramm des.vorwärts�.) Die beiden Berteidiger Justizrat Dr. Max Bernstein und Rechtsanwalt Dr. B o p p plädierten für Freisprechung, eventuell für eine Geldstrafe gegen den noch unbescholtenen Redakleur. Morgen, am 15. SitzungStage, hofft man, die Verhandlung zu Endc zu führen. Das Urteil wird voraussichtlich erst am Montag oder Dienstag gefällt werden. Em Induftm und FtandeL Die Verteuerung der ZSudhölzer. Nachdem sich die deutschen Zündholzfabrikanten über eine Er- höhung der Verkaufspreise geeinigl haben, wird daS Publikum gar bald die Wahrnehmung machen, dab auch im Kleinhandel die Zünd- holzpreise steigen. Ob die Preispolitik der Zündholzfabrikamen die Rentabilität der Betriebe in erwünschter Weise fördern wird, er« scheint allerdings fraglich, denn die Konsumenten sehen sich genötigt, den Verbrauch von Zündhölzern noch inehr einzuschränken. Dem Taschenfeuerzeug, den Dauerbrennern� und anderen Konkurrenten deS Zündholzes eröffnen sich immer günstigere Per« spektiven. Das Bestreben der Zündholzindustrie, die Verluste früherer Jahre wieder auszugleichen, erscheint verständlich. Hat doch die Zoll- und Steuergesetzgebung im In« und Auslände äußerst ungünstig auf den Geschäftsgang in den Zündholzfabriken eingewirkt. Man erinnert sich noch der Jagd nach dem Streichholz, die im Sommer 1909 einsetzte. Das Publikum wollte sich noch vor dem Inkrafttreten der Zündholzsteuer und der hohen Einfuhrzölle so reichlich wie möglich mit Streichhölzern versorgen. Besonders stark war die Nachfrage in den Warenhäusern. Die einheimische Zündholzindustrie erlebte eine noch nie dagewesene Hochkonkunklur, ohne allerdings den Bedarf decken zu können. Infolgedessen stieg auch die Einfuhr von Zündhölzern in ungeahntem Maße. Sie betrug in den Jahren 1907 bis 1911 in Doppelzentnern: l Im laufenden Jahre hat sich das Exportgeschäft noch weiter �verschlechtert. In den ersten fünf Monaten 1912 wurden insgesamt -1907 Doppelzentner ausgeführt gegen 1039 Doppelzentner in der vorjährigen Vergleichsperiode. Die Einfuhr ist gleichzeitig von 259 Doppelzentner auf 309 Doppelzentner gestiegen. Daß der Verbrauch von Zündhölzern im Jnlande stark zurückgegangen ist, unterliegt keinem Zweifel. In Deutschland ist vorläufig das goldene Zeitalter des Zündholzes vorüber. Immer mehr kommen Feuer- zeuge aller Art in Ausnahme, die trotz moderner Aufmachung fast durchweg auf dem alten Prinzip von Stein, Stahl und Schwamm beruhen. Die technische Errungenschaft deS Zündholzes wird ein Opfer moderner Steuerpolitik. Einfuhr.. 1907 6457 1908 3938 1909 67 266 1910 679 1911 649 Nach dem 1. Oktober 1909 traten gar bald die ungünstigen Wirlungen der Steuergesetzgebung für die deutsche Züudholzindustrie zutage. Die vorher»och so starke Nachfrage verschwand fast voll- ständig. Trotz weitgehender ProduktionSbeschränkung häuften sich in Fabriken große Vorräte an. Noch einmal erlebte jedoch die deutsche Zündholzindustric eine Hochkonjunktur von kürzester Dauer, als im Jahre 1910 Oesterreich-Ilngarn die Einführung eines Zündholz mono- polS nach französischem Vorbilde plante. Die Ausfuhr stieg gewaltig. ließ jedoch bald nach, als sich heraus- stellte, daß der Monopolgedanke sobald nicht verwirklicht werden konnte. Nun wiederholte sich in Oesterreich-Ungarn derselbe Borgang wie vorher in Deutschland. Handel und Konsum waren aus längere Zeit hinauS mit Zündhölzern reichlich versorgt, so daß die Fabriken wieder keinen Absatz für ihre Produtte fanden. Die Ausfuhr deutscher Zündhölzer nach Oesterreich-Ungarn ging bald auf ein Minimum zurück. In den Jahren 1907 bis 1911 entwickelte sich Deutschlands Gesamtexport an Zündhölzern in Doppel- zentnern wie folgt: 1907 1908 1909 1910 1911 Ausfuhr.... 13 702 13 003 11095 23 026 8 050 Em der Frauenbewegung. Das allgemeine gleiche Frauenwahlrecht im Parteiprogramm der Konservativen. Natürlich nicht in Preußen oder sonstwo in Deutschland, wohl aber in Norwegen hat die konservative Partei es sür zweck» mäßig befunden, auch ihrerseits nun das allgemeine staatsbürger- liche Frauenwahlrecht als Forderung in ihr Programm aufzu- nehmen. Bisher wollten die Konservativen den bestehenden Zustand aufrechterhalten wissen, nämlich den Zustand, daß man bei den Männern nichl nach der Steuerlei jtung fragt, den Frauen aber nur dann das Storthings- oder Reichstagswahlrecht zugesteht, wenn sie selbst, oder der Ehemann, auf dem Lande für mindestens 300 Kronen, in den Städten für mindestens 400 Kronen Jahres- einkommcn, die«steuern richtig bezahlt haben. Bei den Koni- munalwahlen ist ja diese Ausnahmebestimmung des Frauenwahl- recht» schon seit einigen Jahren beseitigt, so daß hier die Gleich» bcrechtignng beider Geschlechter besteht.— Nachdem nun auch die Konservativen ihren Widerstand gegen die Beschränkung des po> Wischen Frauenwahlrechts in aller Oefsentlichkeit preisgegeben haben, könnte die Gleichheit des Wahlrechts und das allgemeine Frauenwahlrecht auch auf staatlichem Gebiete gesichert erscheinen. Aber die Frage ist, ob sie es ernst damit meinen und in diesem Punkte ihrem Programm treu bleiben. Ob das der Fall sein wird, ist sehr zweifelhaft. ES sind gewiß nicht ideelle Gründe, es ist nicht der Gedanke, daß man eine durch keinerlei Vernunstsgründe zu rechtfectigende Ausnahmebestimmung beseitigen will,'was die Konservaiiven veranlaßte, sich programmatisch mit dem allgemeinen gleichen Frauenwahlrecht zu befreunden, sondern es sind taktische Erwägungen, die dafür ausschlaggebend waren. Di« konfervative Partei hat natürlich ein Interesse daran, daß die Proletarierinnen soweit wie irgendmöglich von der Storthingswahl ferngehalten werden, was ja der Zweck der Steucrklausel ist. Aber auch diese Partei kann sich natürlich nicht allein auf die geringe Zahl der Wähler und Wählerinnen aus den besitzenden Klassen stützen, sondern ist abhängig von einer ziemlich zahlreichen Wählerschicht, die eigentlich ihrer Klassenla�e nach wehr oder weniger der So- zialdemotratie angehören müßte, aber,' noch unaufgeklärt, den bürgerlichen Parteien Gefolgschaft leistet. Von diesen Wählern und Wählerinnen würden manche abgestoßen werden, wenn die Konservativen auf de» Unsinn beharren wollten, daß die Frau erst die politisch« Reise erlangt, wenn sie oder ihr Ehemann(soweit es sich-um verheiratete Frauen handelt), die fälligen Steuern ge- zahlt hat. Die Ungerechtigkeit jener Ausnahmebestimmung tritt übrigns in Einzelfällen ganz besonders kraß zutage, nämlich dann, wenn die Frau fleißig und sparsam, aber mit einem Ehemann verbunden ist. der alles durchbringt und die schuldigen Steuern, statt sie aufS Amt zu tragen, versäuft und damit nicht sein, wohl aber feiner Frau Wahlrecht im Alkohol aufgehen läßt. Ein Wähler oder eine Wählerin, die mit Verstand und Gerechtigkeits- gefühl ausgerüstet sind, müssen natürlich für die Beseitigung solcher Zustände und Möglichkeiten eintreten. Darauf mußte auch die konservative Partei Rücksicht nehmen, und sie fühlte sich um so inehr dazu veranlaßt, als die Morthingswahlen vor der Tür stehen und noch in diesem Herbst stattfinden werden. Aber das allge- meine Frauenwahlrecht wurde von den Konservativen nur mit knapper Mehrheit und unter starkem Protest einer nicht geringen Zahl ihrer Storthingskandidaten in das Parteiprogramm aufge- nommen. So schreibt auch das konservative„Morgenblad", es werde sich jetzt wie vordem zeigen, daß die Partei in dieser Frage geteilt dasteht. Die Wählerschaft wird aber wohl in ihrer Mehr- heit dafür sorgen, daß mit den Feinden, wie auch mit den sehr zweifelhaften Freunden des allgemeinen gleichen Frauenwahl- rechts aufgeräumt wird, und das wird selbstverständlich vor allem Aufgabe der Sozialdemokralie sein. Neue bürgerliche Gesetze. Am I.Januar 1912 ist das neue schweizerische Zivil- gesetzbuch in Kraft getreten, daß für die Frauen der ganzen Welt von großem Interesse ist, weil es neue Bestimmungen über die Pflichten des Vaters gegen das uneheliche Kind enthält. Früher hatte jeder Kanton seine eigenen Bestimmungen, die manchmal außerordentlich hart waren und meist die uneheliche Mutter um jede materielle Unterstützung durch den Vater gebracht hat. Das neue Gesetz aber räumt dem unehelichen Kind viel größere Rechte ein. ES kann der Vater nicht nur zur Unterhaltungspflicht ge- zlvungen werden, die in der Schweiz bis zu dem 18. Jahr dauern wird, es kann auch, wenn der Mann der Mutter die Ehe der- sprachen hat, die Anerkennung deS Kindes verlangt und durch« gesetzt werden. Das heißt, der Later muß dies Kind als sein Kind anerkennen und daS Kind erhält den Namen des Vaters und muß nach dem Stand deS Vaters erzogen werden. Ist der Bater reich, so muß er das Kind in denselben Ver» hältnisien aufziehen, in deitcn er lebt, DaS Kind bekommt auch an die Verwandten des VaterS dieselben Ansprüche, wie die ehelichen Kinder, auch in erbrechtlicher Beziehung. Dies gilt allerdings nur. wenn der Mann ledig ist, ist er verheiratet, so genügt die materielle Unterstützung des Kindes. Die Klage kann bereits vor der Niederkunst eingereicht werden. mutz aber vor Ablauf eines JahreS überreicht werden. Die Rechte des Kindes werden auch durch keinen Vergleich berührt, der zwischen Vater und Mutter geschlossen wird.. Auch in Frankreich wurde endlich ein Gesetz angenommen, daß jenen berüchtigten Paragraphen des napoleonischcn Gesetzbuches auslöscht, der bisher den unehelichen Vater jeder materiellen Unter- slützung des unehelichen Kindes enthoben hat. Es durfte nicht einmal nach diesem unehelichen Vater geforscht werden. Dieses Gesetz hat aber zwei Bestimmungen, die nicht geeignet sind, das Gesetz zu verbessern. Einmal gilt es in Algier bei Ausländern nur dann, wenn wenigstens ein Teil französischer Staatsbürger ist oder zu den Ausländern gehört, die den Staatsbürgern gleichgestellt sind. Außerdem kann das Zivilgericht, ohne daß es die Staatsanwalt« fchaft beantragt, auf 1—5 Jahre Gefängnis erkennen, wenn die Klägerin in schlechtem Glauben gehandelt hat. Es würde also nicht wie bei sonstigen Erpressungen eine genaue Untersuchung notwendig sein, sondern die Erkenntnis deS Gerichts würde genügen, die nn- eheliche Mutter in den Kerker zu bringen. Das ist gerade hier eine sehr zweischneidige Bestimmung, die sür die nneheliche Mutler eine große Gefahr bildet. �>iic?ii«i?iici>iiciZ>lci?iici)iic2tt<�iiciZiiciZiici>iicsii«isiiciZiic?iici>li!c�,,ic2ii«i?iici>iici>iiic?iic?iic?iici,iic?»c:?iicsiic?iic2ilcDi,c:siici?iic�iic2»«iz,iici>lic� 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Ü 0 0 0 G 0 0 0 0 0 0 0 Enorm blllioe Reise-Kleiduno Für Sport, See und Gehirge AriVilfT erla' 0"T»s« Cherlo», 0*7— hochmodern remrbeitot......... ä/ M A ChOTlot« oder Kunmcornorton In den 3/v_ rVdoC neuesten Muotern.»ehr•Iropaticrfflhlg»J L- � Päicjä- Am-FlKT Flllt*n"JoI,P# mit kurier oder langer OA_ laCIöC Hose, ollr oder hriunllcbcr Cheriot. äTE jj Poica AnTiir* Falten-Joppo mit kurier oder langer A K— I\doCaaIl«Ug Hose, eeht engl. Cheriot. Ersatr f. Maß jj. »eslretNo Cherloti In den neueston 07— IvClöC wlJklCl Farben, engUich rerarbeltct....... Af I � Reise-Ulster zr'lÄMaa ap".t0. 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Juli, findet die Forr- setzung der Generalversammlung des Mahlvereins in den Kon- kordiasälen, Andreasstraße, statt. 1. Weiterberatung und Beschluß- fassung über die Anstellung eines dritten Angestellten und Anträge. 2. Beratung und Beschlutzfassung über das Wahlrcgulativ und An- träge. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Vierter Kreis. Zum Bücherverzeichnis der Filialbibliothek ist der zweite Nachtrag herausgegeben. Neu eingerichtet ist eine Ab- teilung für Jugendschriften. Die Hauptbibliothek befindet sich im Bureau, Stralauer Platz 1/2, und ist von 9—2 und S— 3 Uhr, außer Sonntags, geöffnet. Die Filiale befindet sich bei Neumann, Rotherstraße, Ecke Behmestraße. Büchcrausgabe jeden Mittwoch— am Zahlabend nicht — und Sonnabend, 8—9'/a Uhr abends. Der Vorstand. Nieder- Schönhausen- Nordend. Während der Schulferien bleibt die Bibliothek des Wahlvereins geschlossen. Nowawes. Mittwoch, den 19. Juli, abends Uhr, findet im Schmidtschen Lokal, Wilhelmstr. 41—43, die Versammlung des Wahl- Vereins mit folgender Tagesordnung statt: 1. Geschäftliches. 2. Be- richt des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Neuwahl des Vor- standes und der Funktionäre. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. JBerlimr]Vacbncbtcn. Märkische Forsthäuser. Der Märker, der seinen Wald so sehr liebt, hat von jeher eine starke Vorliebe auch für das Forsthaus. In ungezählten Romanen spielt es als Zufluchtsort des kleinen geflügelten Schwerenöters mit Köcher und Pfeil eine verschwiegene Rolle. Regierende und andere Fürsten haben hier ihre oft recht an- rüchigen Herzensgeheimnisse vor der neugierigen Welt ver- borgen, und Millionen von Sterblichen zweiter Klasse dünkt die grünumsponnene Einsiedelei des Försters ein Stück Eden aus der nüchternen Erde. Mit der enormen Zunahme der Verkehrs- Verbindungen, mit dem Drang unserer heutigenLebensrichtung, im Banne der Natur das Heimweh nach etwas Verlorenem zu stillen, ist das Forsthaus verjüngt und modern geworden. Im Winter, wenn es die hungrigen Tiere des Waldes zu den schwach blinkenden Fensterchen treibt, träumt der Forsthof. Lebendig und lustig wird er im Hochsommer. Längst hat der Forstmann, so viele Jahrzehnte abseits der großen Heer- straße des Lebens, aus der Erkenntnis geschöpft, daß Geld- verdienen eine schöne Sache ist. Wohl kaum eins der nach Hunderten zählenden märkischen Forsthäuser kann sich dem Zuge der Zeit, die Wirtschaftslage aufzubessern, entziehen. Forsthaus, Sommerfrische und Ausflug sind untrennbare Begriffe geworden, der untere Förster, dem seine Vorgesetzten keine Rosen streuen, kennt das Lied vom rollenden preußischen Rubel so gut wie der Geschäftsmann und stopft während der Sommermonate in sein Häuschen hinein, was nur hinein will au Menschen. Die kleinsten, niedrigsten Bodenkammern müssen herhalten zur Aufnahme der bleichgesichtigen Großstadtgäste. Und bei den meist billigen Preisen ist es auch dem einen oder �anderen Proletarier, der sich das Geld zu ein paar Erholungswochen am Munde abgespart hat, gegönnt, mit der lachenden grünen Waldfreude aufzustehen und schlafen zu gehen. Es hat einen eigenen Reiz, dieses Sichgehcnlassen auf der Wicsenlichtung vor dem Forsthofe oder süßes Nichtstun in der geisblatt- umrankten Försterlaube, und man sehnt sich in dieser Wald- einsamkeit wahrhaftig nicht nach schriller Tanzmusik oder rollenden Kegelkugeln in den Vergnügungslokalen am Rande des Waldes. Eng, niedrig und altersgrau sind die meisten Forsthänser, aber auch tadellos sauber. Im Komfort fühlt sich der Förster nicht behaglich. Der ständige Umgang mit der Natur hat ihn anspruchslos gemacht, unter dem ragenden Dome der Vaumtvipfel ist ihm mn ivohlsten, und diesem Leben und Weben für den ewiggrünen Waldsegen paßt sich auch der freudetrunkene Gast aus der Großstadt bald an. Die Förster in der näheren und entfernteren Umgebung Groß- Berlins standen jahrelang mit der Berliner Bevölkerung auf freundschaftlichem Fuße. Selbst am Walde und seiner Schön- heit mit allen Fasern hängend, haben sie auch Herz und Ver- ständnis für die Waldfreude des Großstädters. Und die alt- patriarchalische Gastfreundschaft auf dem märkischen Forsthofe für mäßiges Entgelt und wenig gute Worte brachte beide Teile näher. Man ist froh, wlnii man nach stundenlanger Wanderung endlich auf ein Forsthaus stößt und an guter frischer Milch und an einer Schinkenstulle Durst und Hunger stillen kann I In unmittelbarer Nähe Berlins, im Grunewald, haben bestimmte Förster sich das Labebedürfnis der Wanderer sehr zu nutze gemacht und geradezu Großbetriebe etabliert mit Preisen, die enornie genannt werden müssen. Dagegen laufen die Interessenten Sturm, die ihre schweren Abgaben entrichten müssen, und sie haben erreicht, haß den Grunewaldförstern der Gewerbebetrieb in Zukunft nicht mehr gestattet ist. Es sollte aber dafür Sorge getragen �werden, daß genügend Er- srischungsmöglichkeit auch im Walde geboten wird. Von der Generalvormundschaft. Aus dem Bericht der beruf- lichen Generalvormundschaft in Charlottenburg geht hervor, daß die Verpflichtung zum Vormund bei 819 Mündeln stattfand. Von den Müttern waren Dienstmädchen 285, Aibeiterinnen 240, Aufwärterinnen 21, Näherinnen. Schneiderinnen. Putzmacherinnen 31, kaufmännische Angestellte 39, Verläuferinnen 33, Stützen und Gesellschafterinnen 25, Kinderpflegerinnen 14, Künstlerinnen 7, Krankenpflegerinnen 6, Kellne- linnen sowie Erzieherinnen und Lehrerinnen je 3, Fri- feurinnen 2, Telcphonistin 1, ohne Beruf 75. Die Väter waren dem Stande nach Handwerker 197, Arbeiter 191, kaufmännische An- gestellte 81, Akademiker 49, Beamte 37, Diener, Kutscher und Pförtner 35, Mechaniker 33, selbständige Kaufleute 27, Landwirte und Künstler je 15, Soldaten 11, Kellner 9, Schreiber 7, Chauffeure 6, Schiffer 5, Offiziere und Artisten je 4. In Berlin ist bekanntlich seit dem 1. April die Berufsvormund- schaft eingeführt worden. Die großen Gewitterregen und die städtische Kanalisation. In der gestrigen Magistrals-Sitzung erstattete der Vorsitzende der Deputation für die Kanalisationswerke und Güter Berlins Geheimer Regierungsrat Marggraff darüber Bericht, wie die städtische Kanali- sation bei dem Gewitterregen am Dienstagabend den 2. cr. funk- »ioniert hat. Die Stärke des RegensallS war in den einzelnen Stadtteilen verschieden. Die gefallenen Regenmengen sind bei den 13 Pumpstationen gemessen worden. Die' Messungen ergeben sehr große Unterschiede: während im Gebiete der Xll. Pumpstation nur 8,1 Millimeter Regen fiel, wurde bei der IX. Pumpstation 87,7 Millimeter Regen gemessen. Im allgemeinen ist die städtische Kanalisation imstande gewesen, die ungewöhnlich großen Wassermassen aufzunehmen und abzuführen. Schädliche Wasser- ansammlungen haben nur stattgefunden im Gebiete der Radial- fhsteme V und X, und zwar in der Greifswalder-, Beller- mann- und Gleimstraße, sowie in der Schönhauser Allee zwischen Danztger- und Gneiststraße. In der Greifswalderstraße ist das Wasser in verschiedene Häuser gedrungen. Diese Wasseransamm- langen erklären sich aus der Tatsache, daß im Gebiete der Greifs- walderstraße ein Regen von ca. 299 Litern pro Hektar und Sekunde und im Gebiete der Schönhauser Allee ein Regen von ca. 269 Litern pro Hektar und Sekunde gefallen ist, gegenüber einer Menge von 63 Litern pro Hektar und Sekunde, die im allgemeinen auch bei starken Regenfällen nicht überschritten wird, und die deshalb bei Anlage der Kanalisation der Berechnung der Leitungen zugrunde gelegt worden ist. Mitgewirkt bei den Wasseransammlungen haben auch die Ge- staltungen der Straßenoberflächen, die das Abfließen des Wassers nach tiefgelegenen Stellen begünstigte. Die Einnahmen der städtischen Straßenbahnen im Juni betrugen 174556,79 M. gegen 169 639,15 M. im Juni 1911, d.i. eine Tages- einnähme von 5818,56 M. gegen 5364.64 M. im Juni 1911. ES wurden insgesamt 1 874 466 Personen gegen 1743 822 Personen im Vorjahre befördert. Die Anzahl der im Juni gefahrenen Wagen- kilometer(Motorwagen und Anhängewagen) ist von 337 877 des Vorjahres auf 377 423 gestiegen. Die Einnahme für den Wagen- kilometer beträgt 46,25 Pf. gegen 47,54 Pf. im Borjahre. Der hineingefallene Gcmeindeschullehrer. Die Bekanntschaft mit einer Pseudogräfin hat einen Steg- litzer Gemeindeschullehrer sieben Hundertmarkscheine gekostet. Der Lehrer' lernte die Dame vor einer Reihe von Tagen in einem Stadtbahnzüge zufällig kennen und verabredete mit ihr einige Rendezvous. Die Dame, die kaum zwanzig Jahre alt war, stellte sich dem Lehrer als„Gräfin Z a k r e w s k i" aus der Bukowina vor und erzählte ihm, daß ihre Eltern dort große Besitzungen hätten. Sie selbst habe von ihren Großeltern ein um- fangreiches Gut geerbt und befinde sich jetzt auf einer vergnügungs reise durch Deutschland. Die Vornehmheit ihrer Familie suchte sie dadurch hervorzuheben, daß sie erzählte, Kaiser Franz Josef weile wft bei ihren Eltern zur Jagd. Gleichzeitig ließ die Gräfin durchblicken, daß sie nicht abgeneigt sei, den schmucken Lehrer zu heiraten und daß sie dafür Sorge tragen würde, daß er adoptiert und den Namen eines Grafen Zakrewski führen werde. Die Gräfin hatte in einem Hotel am An haller Bahnhof mehrere Appartements gemietet und ließ sich durch ein Vermittelungsbureau eine Zofe, einen Diener und eine Bonne verschaffen, denen sie fürstliche Löhne in Aussicht stellte. Schließlich schöpfte man aber in dem Hotel Verdacht, da die angebliche Gräfin fast gar kein Gepäck bei sich führte. Man erkundigte sich nach ihrem Gatten und mußte hören, daß dieser zurzeit in einem Berliner Vor- ort weile und dort geschäftlich in Anspruch genommen sei. Er werde aber in den nächsten Tagen in da» Hotel am Anhalter Bahnhof übersiedeln. Als schließlich der ahnungslose Lehrer in dem Hotel er- schien, um seiner zukünftigen Braut einen Besuch abzustatten, erklärte die „Gräfin" dem Hotelpersonal, daß dies ihr Gatte gewesen sei. Bald darauf kam aber der Lehrer in den Verdacht, ein Mädchenhändler zu sein, und dies veranlaßte die Kriminalpolizei zum Einschreiten. Beide wurden gestern getrennt vernommen. Während die„Gräfin" all ihre Schwindeleien zunächst aufrecht erhielt, gab der über- raschte Lehrer zu, daß er seiner„Braut" bereits 799 M. ge opfert habe, da sie ihm erzählte, daß ihr Geld in wenigen Tagen in Berlin eintreffen werde. Als man darauf der Gräfin auf den Kopf zusagte, daß sie eine Schwindlerin sei, legte sie ein reumütiges Geständnis ab. Sie gab zu, daß sie eine Friseuse aus Steglitz sei und die Wohnung ihrer Mutter'verlassen habe, weil sie mit ihr in Streit geraten war. Da sie kein Geld hatte, sei sie aus den Gedanken gekommen, sich dem Lehrer gegenüber als reiche Gräfin auszugeben. Heftig weinend erzählte sie noch, daß sie auch einem Kaufmann gegenüber als Gräfin aufgetreten sei und ihn um die gleiche Summe betrogen habe. Nach Erledigung des Verhörs wurde die abenteuerliche Friseuse die letzte Nacht über im Polizeipräsidium behalten und gestern morgen dem Unter- suchungsrichter vorgeführr. In den Bormutagsstunden erschien vor dem Hotel eine mit vier Pferden bespannte Equipage, die die Gräfin für eine Spazierfahrt bestellt hatte. Sie mußte wieder um- kehren, da die Gräfin bereits ihren Wohnsitz nach Moabit ver- legt hatte._ Zu der Tragödie in Steglitz wird uns mitgeteilt, daß die im Kreiskrankenhause in Groß-Lichterfelde befindliche Frau Friedrich immer noch nicht über ihre Verzweiflungstat vernommen werden konnte, da ihr Zustand cS noch nicht erlaubt. Ihr Mann, der Jalousiearbeiter Friedrich, der die arme Frau oft mißhandelte, und dadurch zur Verzweiflung trieb, ist auf Grund eines Haftbefehls des Untersuchungsrichters am Amtsgericht Schöneberg wegen schwerer Körperverletzung verhaftet und nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit gebracht worden. Gestern vormittag fand die gerichtliche Obduktion der fünf Kinderleichen statt, die den früher gemeldeten Befund bestätigte. Wegen eines Kinderballs in den Tod. Ein betrübender Un- glückssall ereignete sich im Hause Königgrätzer Str. 29/39. Auf dem Hofe befindet sich dort ein etwa 5 Meter hohes Nebengebäude, zu dessen EingangStür man auf einer Steintreppe gelangt. Vor- gestern abend fiel spielenden Kindern ein Ball in die Dachrinne. Bureaudiener Karl Heinke erkletterte von der Treppe aus einen Mauerabsatz und umflammerte zu seiner Sicherheit eine auf dem Absatz stehende etwa 1,29 Meter hohe, gemauerte schlanke Säule. Nachdem er den Ball aus der Dachrinne herrausgenommen hatte, warf er ihn über seinen Kopf hinweg auf den Hof. Infolge des plötzlichen starken Rucks brach die Säule um und Heinke stürzte mit ihr auf die steinerne Treppe hinab. Der Portier des Hauses brachte ihn mittels Droschke nach der Hilfswache in der Eichhorn straße, Ivo der Arzt nur noch den infolge Schädelbruchs eingetretenen Tod feststellen konnte. Bon seinem eigenen Fuhrwerk überfahren. Ein schwerer Unfall ereignete sich am gestrigen Freitagmorgen gegen 4 Uhr in der Schwedenstraße. Der 29jährige Kutscher Rudolf Herrmann, Neinickendorf, Grüner Weg 53 wohnhaft, fuhr mit seinem zwei- spänniaen Wagen, auf dem er Gemüsekörbe ausgeladen hatte, durch die Schwcdenstraße, um sich zur Zentralmarkthalle zu be- geben. Plötzlich scheuten die Pferde vor einem vorüberfahrenden Automobil und rasten gegen die Bordschwelle. Bei dem Anprall verlor der Kutscher das Gleichgewicht und stürzte so unglücklich von seinem Wagen herunter, daß ihm das linke Hinterrad über den rechten Oberschenkel hinwegging. Außerdem erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, sowie eine Kopfverletzung und mehrere Quetschwunden. Er wurde auf der Unfallstation in der Badstraße verbunden und dann nach dem Augusta-Hospital übergeführt. Große Anftegnng riefen gestern vormittag zwei durchgehende Gespanne hervor. An der Emmauslirche in der Skalitzer Straße gingen gegen 11'/» Uhr plötzlich die beiden Pferde eines Kehricht- Wagens des Fuhr- und Speditionsgeschäftes von Julius Fedkenhauer aus der Reichenberger Straße durch, während sich der Kutscher deS Wagens und sein Begleiter in einem benachbarten Hause befanden. Die Tiere rasten mit dem schweren Wagen durch die Görlitzer Straße bis zum Görlitzer Uker. Vorübergehende mochten wiederholt Ver- suche, die Pferde aufzuhalten, doch ohne Erfolg. Die gefährdeten Personen konnten alle noch rechtzeitig ausweichen. Am Görlitzer Ufer fielen zwei Schutzleute und der 21 Jahre alte Kutscher Karl Loßmann aus der Dossestraße 15 zu Lichtenberg, der dort mit seinem Fuhrwerk hielt, den Pferden in die Zügel. Es gelang ihnen auch, die Tiere zum Stehen zu bringen, doch trug sich hierbei ein bedauerlicher Unfall zu. Der Kutscher Loßmann geriet unter den Wagen und wurde über Schulter und Kopf gefahren. Schwer verletzt brachte man ihn zuerst zur Hilfswache in der Görlitzer Straße und dann nach dem Krankenhaus Bethanien. Das zweite Gespann ging im Friedrichs- bain durch und hätte leicht noch größeres Unheil anrichten können. Hier ging ein Pferd mit einem besetzten Krankenwagen des Verbandes für erste Hilfe am Schiffbaucrdamin durch und rannte mit dem Ge» fährt gegen einen Baum. Die eine Seite des Wagens wurde ganz eingedrückt und die Hälfte des Verdecks heruntergerissen. Der im Wagen liegende Kranke blieb glücklicherweise unversehrt, doch trug dessen Frau, die an der eingedrückten Seite des Wagens faß, einige leichtere Verletzungen durch die herumfliegenden Glassplitter davon. Auch einer der Begleiter des Wagens hatte sich eine Beinverletzung zugezogen. Den Führer soll keine Schuld treffen. Wie behauptet wird, soll sich das Pferd im Zaumzeug festgebisfen, und somit dem Kutscher die Gewalt über dasselbe genommen haben. Das Tier soll schon wiederholt die Tücken gezeigt haben. Jedoch soll der Fuhrherr trotz Weigerung des Personals strickte darauf bestanden haben, das- selbe auch weiterhin zu benutzen. Hoffentlich gehen die zuständigen Körperschaften der Sache etwas näher auf den Grund. 11 Tage tot in der Wohnung gelegen hat der 68 Jahre alte Tischler Johann Schönrock aus der Holzmarktstr. 37s. Der Mann» dessen Frau vor einem Jahre starb, bewohnte für sich allein Stube und Küche im 3. Stock des Seitenflügels. Schönrock ging immer seiner Arbeit nach und ließ sich mit seinen Nachbarn fast gar nicht ein. Es fiel daher auch nicht auf, daß man ihn lange nicht mehr gesehen hatte. In den letzten Tagen machte sich aus seiner Be- hausung ein immer stärker werdender, übler Geruch bemerkbar, der den Verwalter des Hauses gestern veranlaßte, die Wohnung Schönrocks aufzuschließen und nach ihm zu sehen. Sie fanden den Mann stark in Verwesung übergegangen aus seinem Sofa liegen. Es ließ sich nicht mehr feststellen, ob der Mann einem Herzschlag erlegen ist oder Selbstmord verübt hat. Der Mann war seit drei Wochen beschäftigungslos und hatte mit Nahrungssorgen zu kämpfen. Das lctztemal gesehen wurde er von Hausbewohnern am Montag vergangener Woche. Durch Spielen mit einer Schußwaffe schwer zu Schaden ge» kommen ist in der letzten Nacht der Schankwirt Girke. In dem Lokal des G. in der Finowstr. 31 erklärte der Drogist Wilhelm Ureck, Finowstr.8 wohnhaft, dem Gastwirt den Mechanismus seiner Browningpistole. Plötzlich ging ein Schutz loß und traf Girke in die rechte Brustseite. Ein hinzugerufener Arzt legte sofort einen Notverband an und ließ den Schwerverletzten nach dem Bictoria-Krankenhause in Rummelsburg schaffen. Der SchutzmannSsäbel spielte gestern nachmittag auf dem Wedding wieder einmal eine Rolle. Der Koloniestr. 25 wohnhafte Händler Paul Tiey bot in der Nähe des Nettelbeckplatzes Waren feil. Der patrouillierende Schutzmann forderte T. auf, weiter zu fahren. Aus diesem Anlaß kam es zwischen T. und dem Schutz» mann zu einem Wortwechsel und einem Rencontre, in desien Ver« lauf der Schutzmann, der von T. eine Ohrfeige erhalten haben soll, den Säbel zog und dem T. so stark über den linken Arm hieb, daß der Knochen zerplitterte. T. wollte sich nun wehren, doch wurde« weiter mit dem Säbel bearbeitet. Er erhielt noch einige Stiche in den Leib. Nach Anlegung von Notverbänden auf der Unfallstation in der Badstraße fand T. im Virchow-Krankenhaus Aufnahme. Im Schloßgarten zu Charlottenburg erhängt hat sich gester» ein anscheinend den bessergestellten Kreisen angehörender Mbnn, der keine Papiere zur Feststellung seiner Persönlichkeit bei sich führte. Der Tote ist ungefähr 25— 28 Jahre alt und etwa 1,79 Meter groß, hat rotblondes Haar, einen kleinen blonden Schnurr- bart und graue Augen und trug einen grauen Jakettanzug, braune Schnürschuhe, eine Reisemütze, ein weißes Hemd und gestreift« Unterwäsche. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Unheilbare Krankheit hat den 43 Jahr? alten Arbeiter Robert Schulz aus der Gitschiner Str. 61 in den Tod getrieben. Der Mann war seit Jahren krank, kannte aber die Ursache seines Leidens nicht. Als ihm bei einer jetzt vorgenommenen Untersuchung er« klärt wurde, daß er an Rückenmarkschwindsucht leide, wurde er so verzweifelt, daß er beschloß, aus dem Leben zu scheiden. In der Abwesenheit seiner Frau ging cr zum Boden und erhängte sich dort an einem Balken. Als man ihn auffand, war cr schon tot. Die Leiche des Mannes wurde nach dem Schauhause gebracht. Nach Betrug und Unterschlagung von Juwelen und Schmuck- fachen im Werte von mehreren tausend Mark ist seit dem 1. d. M. flüchtig der Goldarbeiter David Lampel, geboren 17. 19. 1879 zu Tornow in Galizien, der bisher in der Kommandantenstraße 19 eine Reparaturwerkstatt betrieb und in Neukölln, Pflügerstraße 5 wohnte. Lampel entnahm bei hiesigen Grossisten Juwelen und Schmucksachen auf Kommission, um sie sofort zu versetze». Vermutlich versucht er über Hamburg nach Amerika zu entkommen. Da Lampel vermutlich noch mehr Geschäftsleute betrogen hat, so werden Geschädigte gL» beten, sich beim Polizeipräsidium, Zimmer 495, zu melden, oder zum Aktenzeichen 2514. IV. 29. 12. Anzeige zu erstatten. Ein sehr gefährlicher Brand kam gestern nachmittag angeblich aus Unvorsichtigkeit auf einem der Stadt Berlin gehörigen Lager- platz in der Kunkelstraße 3/4 an der Ravenestrahe auf dem Wedding aus. Dort stand ein großer Holzschuppen mit Rüstzeug usw. in Flammen. Diese hatten schnell reiche Nahrung gefunden und be» drohten die angrenzenden Vorräte und Schuppen. Zum Glück war die Gefahr gleich bemerkt worden und die Feuerwehr in sehr kurzer Zeit zur Stelle. Der 21. Automobilzug gab sofort von einer Dampfspritze mit dem stärksten Kaliber kräftig Wasser. Dieses Vorgehen war sehr wirksam. Wenn auch der an der Panke erbaute Holzschuppen nicht mehr gerettet werden konnte, so blieben doch die übrigen und die Hölzer, die mehreren Firmen gehören, zum größten Teil erhalten. Das Feuer hatte eine große Menschenmenge herbei, gelockt. Vermißt. Am 31. Mai, morgens gegen S'/a Uhr, entfernte sich der Gastwirt Gustav Sckrinner, 5. September 1879 in Greif ge- boren, nach vorangegangenem Streit aus seinem Zimmerstr. 64 be» legenen Schanllokal und ist seitdem spurlos verschwunden. Alle Nachforschungen nach seinem Verbleib find bisher erfolglos ge» blieben. Schrinner ist mittelgroß, von kräftiger, untersetzter Gestalt. hat blondes, volles Haar und Schnurrbart, dunkle Augen, blonde Augenbrauen, gesundes, rundes, volles Gesicht, vollständige Zähne, breites Kinn, spricht deutsch mit schlesischem Dialekt und war be» kleidet mit schwarzem, steifem Hut, dunklem Jackett und Weste, dunkclgestreifter Hose, schwarzen Zugstiefcln, hellbtaugestreiftem Ucberhemd, Stehumlegclragen, schwarzer Schleifenkrawatte und trug einen Trauring gez. lil. S. Sachdienliche Angaben, welche zur, Er- tnittelung des S. führen könnten, werden in jedem Polizeirevier sowie im Polizeipräsidium beim V. Krimiualbezirk, Zimmer 405, 3 Treppen, entgegengenommen. Vorort- JVacbricbten. Schöneberg. Die Kindcrausfltige nach dem Grunewald während der Ferien« zeit beginnen Montag, den 8. Juli. Es haben sich bis zu dem an« gesetzten Termin ungefähr 400 Kinder gemeldet, darunter auch Kinder im vorschulpflichtigen Alter, jedoch nicht unter drei Jahre alt, die täglich um 1 Uhr mittags mit der Straßenbahn unentgeltlich nach dem Grunewald befördert werden. Hier wird den Kindern Milch, Kaffee. Kakao und de« Abend» eine Schnitt« Brot verabfolgt. Zur Aufsicht sind ungefähr 22 Frauen anwesend. Um den Bealeit« Personen ihre Tätigkeit nich, zu sehr zu erschweren, ist es Pflicht der Eltern, den Kindern diesbezügliche Ermahnungen mit aus den Weg zu geben. Schaukeln, Glasflaschen. Gläser dürfen de» Kindern nicht mitgegeben werden, um Unglücksfall« zu vermeiden. Trinkbecher und Flaichen aus Emaille sind gestattet. Um daS Besteigen der Straßenbahn möglichst schnell zu beWerk- stelligen, ist es unbedingt erforderlich, pünktlich an der Abfahrtsstelle einzutreffen. Die Kinder und Begleitpersonen des Friedenauer Ortsteils sowie der Max-, EberS-, Albert-, Tempelhofer, Äustav-Ireytag-, 5fritz» Reuter«, Koburger. Mühlen-, Belziger, Meininger, Feurig- troße treffen sich um 12'/, Uhr in der Belziger Straße am Bahnhof der Straßenbahn. Die Kinder und Begleiterinnen der übrigen Straßen besteigen die Wagen um 12'/, Uhr in der Grunewald-, Ecke Elßholzstraße. Die Rückkehr geschieht abends zwischen 8 und'/z9 Uhr und verlassen die Kinder die Wagen an der Apostel-PauluSkirche, mit Ausnahme derjenigen, die in der Belziger Straß« eingestiegen, jene steigen Mühlen-, Ecke Koburger Straße aus. Für Kinder, die weder an die See reisen noch sonst einen ErholungZ« ort besuchen können, sind die Schulhöfe sowie die beiden Spielplätze am Tempelhoferweg, Hintex der 1ö. Gcmeindeschule und cm der Rubens- ftraße. hinter der Rathanaelkirche, freigegeben. Buch die Eltern haben das Recht, dort zu verweilen. Charlottenburg. Ein neues Grofffeucr. In geradezu erschr-ckxnder Weise häufen sich hier die Dachstuhlbrände, so daß ei immer mehr den Anschein gewinnt, als ob eine BrandstiftungScpideinie ausgej> ochei, ist. Gestern vormittag 10!4 Uhr ging der Tachstuhl des großen Eckhauses Schülerstraße 63- Kantstraße in Flammen auf. Als man die Gefahr bemerkte, brannte es schon an allen Ecken und Enoen. Die Feuerwehr rückte auf mehrfachen Alarm in ganzer Stärke an und griff von Heiden Straßenfronten aus das ver- hecrende Element an. Mit über einem hqlben Dutzenh Schlauche leitungen, die an Dampfspritzen angeschlossen waren, wurden ge- waltige Wassermengen in die Glut geschleudert. In erster Linie galt eS für die Wehr, ein Ueberspringen de» Feuers auf die Nach- bargeväude zu verhindern. Bon dem Dachstuhl des Eckhauses selbst war nichts mehr zu retten; er brannte in seiner ganzen Ausdehnung vollständig nieder. Allem Anschein nach liegt aiich hier Brandstiftung vor. denn es brannte, wie schon erwähnt, so- fort an mehreren Stellen. Auffällig ist auch, daß es fast immer Eckhäuser sind, d'e vom Feuer heimgesucht werden. Steglitz. Dir Frrienspielc und-Ausflöge für Kinder beginnen am nächsten Dienstag mir einer Fußtour naa, dem Grunewald, wo gespielt wird. Alle Kinder sind mit ihren Eltern willkommen. Sie treffen' sich spätestens um ll32 Uhr bei der ErfrischnngShalle am Bahnhof, wohin spätestens um 8 Uhr abends die Rückkehr erfolgt. Die Eltern werden ersucht, die Kinder ausreichend mjr Mundvorlat und Getränke» zu versehen, da Gastwirtschasten nicht besucht werden. DaS Spiellomstee fVo»sitz»yde: Frau M. Korn, Huinboldrsiv. 1-1).ersucht um»echt zahl« reiche Beteiligung. --Grost-Lichterselde. Erhängt hat sich in der Wohnung ihrer Herrschaft das beim Bureandirektor Niemeyer, Ferdinandstr. 23, in Stellung gewesene IS jährige Dienstmädchen. Ueber die Gründe, die eS in den Tod getrieben haben, kursieren die verschiedensten Gerüchte. Angeblich war--noch den bürgerlichen OrtSzeitunzen»»- eine Freundin der Lebensmüden, die mit deren Bruder verlobt gewesen, von einem Automobil überfahren und tödlich verletzt worden. Dieser Unglücks« fall soll die freiwillig auS dem Leben Geschiedene in«in« solche GemütSerregung versetzt haben, daß sie infolgedessen Hand an sich legte. Martendorf. Kinder- FerienspWe sollen auch in diesem Jahre wieder unter Aussicht und Leitung von Mitgliedern der Freien Turnerschaft Tempelhos-Mariendors veranstaltet werden. Hierzu haben sich auch eine Anzahl Frauen als Helferinnen zur Berfügnng gestellt. Als Beginn der Spiele ist der kommende Sonntag, 7. Juli, fest- gesetzt. Treffpunkt sind Chaussee-, Ecke Dorfftraße und Chaussee-, Ecke Kurfürstenstraße um S Uhr vormittags. Der Abmarsch findet pünktlich um'/,10 Uhr nach dem Gememdespielplatz. Ringstraße, statt. Dort wird auch noch mitgeteilt, an welchen Tagen in der Woche Spielt abgehalten werden. Die Eltern werden gebeten, für recht zahlreichen Besuch zu sorgen und die Kinder mit Mundvorrat zu versehen. Beendigung der Spiele 12 Uhr. Neukölln. Zu de« Spielfefi am Sonntag treffen sich die Teilnehmer mittags 1 Uhr auf den Bezirkssammelplätzen. Der Ausmarsch erfolgt Punkt 2 ltyr von der Neckarstraße aus. Adlershof. Das diesjährlge Gewerkschaftsfest findet Sonntag, den 7. Juli, in WellsteinS Lustgarten unter Mitwirkung des Arbeiter-Gesang- Vereins„Frohsinn*' und des Arbeiter-Turnvereins statt. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Am Donnerstag fand die letzte Sitzung vor den Ferien statt. Zunächst handelt« es sich um da« Ortsstatut über die Zusammensetzung der Verwaltungsdeputationen vom 11. Januar 1808. Der Magistrat empfahl eine Vermehrung der Mirglieder der Deputationen. Borgeschlagen wurde, die Zahl der Magistratsmitglieder und Stadtverordneten wie bisher de« stehen ßn lassen, mit den Ausnahmen, daß sowohl die Slraßenreinigungsdeputaiion, wie auch die Straßenbohndepu- ratio» durch 7 statt bisher S Stadtverordnete besetzt wird. Im übrigen sollten die Deputationen durch 1 resp. 2 stimmfähig« Bürger, sogenannte Bürgerdepurierle, verstärkt werden. Di« An- sichten über die MaglstratSvorschläge gingen sehr auseinander. Mehrer« Redner sprachen stch für die Heranziehung möglichst vieler Bürgerdeputterler aus, iiie mit ihrem sachverständigen Rat sehr im Interesse der Stadt bei allen VerwallungSangelegenheiten initwirlen lönntcn. Die Stadtverordneten seien allein nicht in der Lage, die Arbeit bewältigen zu können, und nur zu häufig komme es vor, daß die Sitzungen schwach besucht seien. Demgegenüber wurde betont, daß die Bürgerdepuiierten an der jetzigen Misere nichts ändern könntest, im Gegenteil würden sich die Stadtverordneten' dann noch megr ans jene verlassen. Genosse Pieck wies bei dieser Gelegenheit von neuem darauf hin, daß der Mißstand darauf beruhe, daß ein- zelne Stadtverordnete b>« zu nenn Depulalionssitze einnehmen;«S sei einein«inzelnen unmöglich, diese Arbeitslasi auf sich zu nehmen. EineBcsseruilg könne nur durch die schon geplante Veryiehrnng der Stadl- verordneten erzielt werden und durch die gerechlere Berleilung der Deputalionssitz«, von denen ,z. B. die sozialdemokratische Fraktion nur einen verichwiizdenden Bruchteil einnehme. Die Vorloge wurde hierauf an den Magistrat zarückperwieien. ES wurde dann daS Einverständnis der Stadtverordneten mit folgendem Beschluß der Ainanzdeputaiion gefordert: In der Kämmereikasse bleiben nach Abzug von 50 OOfl M tiir den bewilliglen Aulomobitlöschzug noch 230 151,59 M. verfüg- bar. Hiervon solle» zugeführt werden; dem Etat 1913}.25 000 M, dem SlrgßeiiregutierungSfondS 20 000 M., dem SchulhouSbaufondS 40 000 M. und dem SieuerauSgleichssondS 5415>,5g M. Vorgetragen iverdcn sollen ein Fehlbetrag in der Gasioise mit 22 707,38 M., ein Fehlbetrag in der KanaiiialionSkasie mit 10 767,35 M. und ein Fehlbetrag in Sex Elekirizitätskaffe mir 2367,28 M. Der Ueberichnß der Wasserwerkskass« mit 1047,35 M. soll dem Reservefonds zugeführt werden, ebenso der Ueberschnß der Slraßenbahnkasse mit 3 764,65 M. tu der Debatte wurde allgemein Klage darüber geführt, daß die bschlüsse der Werllassen sehr unklar sind, spdaß nur der Ein- geweihte sich darin zurechtfinden iönn�. So wird z. B. in der Vor- tage gesagt, die Einnahmen und Ausgaben der Nonnendammbahn gehen ans. Die Freud« über die Rentabilität dieser Bahn wird aber, wie Staötvxrordneter Dr. Baumert betonte,..h«trächtl»kh gestört durch die Tatsache, daß in den Ausgaben der Spandauer Straßenbahn ein Posten gehuchtT. steht: Vorschuß für die Nonnen- dammdahu?S.OOO Mark. Diadlo. G raetsch el ngimt- diese Art der Rechnungslegung eine Bilanzverschleierung. Nicht viel anders liegt es � bei Heu Gaswerken. Hier wies Genosse Pieck darauf hin, daß in der Press« die finanzielle Lage der Spandauer Gas- werke als eine prekäre hingestellt worden sei. Das. sei aber gar nicht der Fall. Die Gaswerke haben 1011 einen Ueberschuß von 144 000. M. und. 1910 einen solchen von 198 000 M. gebracht, 1900 Hobe sich allerdings«ist Fehlbetrag von 7S 000 M. kietausgestellt, der aber dadurch entstanden sei, daß wegen der zurzeit billige» Preise ein großer Kohlenvorrat angekauft worden sei, was sich in diesem Jahre dadurch bemerkbar mache, daß 1911 89 000 M. weniger für Kohlen ausgegeben worden feien. Auch bis Anschaffung der Tausende von Gasmessern und Kandelabern werde in der Abrechnung gar nicht berücksichtigt, daß sei doch aber«ist Jnventärwert, der auch in dex Einnahme gebucht werden müsse. Die angeblich schlechte Lage der GaSanstall habe nun dazu geführt, eine Prüfung durch Sachverständige vornehmen zu lassen. Dabei soll der Direktor der Gasanstalt Mariendorf die schuld auf die hohen Arbeitslöhne zurückgeführt haben. Dies müsse energisch zurückgewiesen werden, denn Mt Löhne seien nu1- ganz unwesentlich gestiegen. Die Gasanstalt werfe immer noch einen' ganz guten Ueberschuß ab, sie werde aber leider als die melkende Kuh für die Kämmereikasse betrachtet. Oberbürgermeister K o e l tz e versachte, diesen Ausführungen ent- gegenzutreten und wieS auf die Abnahme des Gasverbrauchs hin; im vorigen Jahre habe die GaSeinnahme 64 900 M. weniger betragen, als in den Etat eingestellt worden waren. Den Geldwert auf dem Papier will er nicht gelten lasten, nur bar Geld lacht bei ihm. Die nachfolgenden Redner, die Stadtvv. Dr. Baumert und Prag er, schlosten sich aber den Ausführungen des Genossen Pieck an; es sei notwendig, daß jedes Jahr der Bestand aufgenommen werde, damit man ein klares Bild gewinne. Wo der Schaden zu suchen ist, verriet der Stadtv. N e u s ch, welcher anführte, daß em Gas- Verlust von 18.14 Pro-, zu verzeichnen ist, während andere Gas- onstalten nur mit einem Gasverlust von 4—6 Proz. rechnen. Stadtrat Paul konnte diese Worte nicht entkräften, er mußte zugeben, daß eine ganze Anzahl undichter Stellen im Röhrennetz vorbanden find; es sollen dies aber nur alte Röhren sein, die der Reparatur be- dürftig sind. Stadtv. Bender wies aber darauf hin. daß gerade bei den neuen Röhren die größte Undichtigkeit konstatiert sein soll: daS beste wäre die Erneuerung des ganzen Röhrennetzes, das dafür ausgegebene Geld würde durch die GasersparniS Wied« eingebracht werden. Stadtverordneter Dr. Kantorowicz schlug dann noch vor, die Gaspreise zu ermäßigen. damit auch ärmeren Familien Gelegenheit zum Gasverbrauch gegeben werde und die Lage der Gasanstalt sich dadurch bessere. Hierauf erklärte sich die Versammlung mir dem Beschluß der Finanzdeputation ein- verstanden.— Für den Neubau eines ArbeitcrwohnhauseS auf dem Gasanstaltsgrundstück am Nonnendamm wurden dann 35 000 M. bewilligt, nicht' ohne vorher noch den Widerspruch des Stadtv. Dr. Baumert herausgefordert z« haben, der hierin eine Gefährdung der Hausbesitzerinteressen zu erblicken scheint.— Eine Reihe kleinerer Borlagen gelangte ebenfalls ohne wesentliche Debatte zur Annahme. Jugeudveranstaltunge«. Eharlottenburg. Die angesagten W-tlspiele am vorigen Sonntag mußten des schlechten Wetters wegen aussallen und finden deshalb morgen Sonnlag Punlt'/,9 Uhr statt.„ �, Tempclhof-Mariendors. Sonntag, den 7. Jull:«pielauSflug nach Lohamüsthal. Tresspunlt jur Mgrieudors',,2 Uhr Kanalbrücke, jür Tempcl- h°s'/.2 Uhr Ringb-hnhos. Abfahrt-.10. Fahrgeld 20 Ps. Marktbericht von Berlin am 4. Juli 1912. nach Ermittelung des lönigl. Polizeipräsidiums. M a r l t h a l l en p r ei s e. tKleinhandel» lOO Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Ipeisebohnen, weiße, 30,00—50,00. Linsen 40 00— 80,00. Kartoffeln sKleinhdl.) 9,00—15,00. 1 Kilogramm Rindficisch, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,40—1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,50—2,40, Hammelfleisch 1,70—2,40. Buller 2,40—3.00. 60 Stück Eier 3,20—4,80. I Kilogramm Kardien 1,40—2,20. Aale 1,00—3,20. Zander 1,60—3,60. Hechte 1,20—2,80. Barsche 0,80-2,40. Schiele 1/10—3,20, Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 2,50-40,00. WitteremgSübersicht vom 3. Jnlt 1913. SLetterstrognose für Sonnabend, den«. Juli 1913. Trocken und vorwiegend heiter, etwas wärmer, bei mäßige« nordöft» lichen Winden. Berliner Wetterbureau. BSaffcrs'.ands-Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Vetterbureau. l) 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—') Unterpegel. Erdrückende Beweise gegen unsere Feinde Um unsere Behauptungen, die H. K. G. sei die billigste Bezugsquelle für Herren- und Knaben- Bekleidung und biete dem Publikum bedeutende Ersparnisse« jederieit beweisen zu können, haben wir bei mehreren Konkurrenten Einkaufe machen lassen und festgestellt, dass diese Artikel .bei regulären Verkaufspreisen erbeblick, und zwar zu 25%. teurer sind wie bei uns. Eine Firma, die bestimmte Artikel zu„enorm billigen" Preisen anbot, ist trotz der„enorm billigen" Preise mit einem Artikel noch 20% teurer wie wir. Die Beurteilung dieses Tatbestandes, welcher jedes Misstrauen und jeden Zweifel gegen unser Verkaufssystem beseitigt, überlassen wir dem geehrten Publikum! Herren-Kleider-Vertriebs- Ges. Nur: Neue Schönhauser Strasse 1» ÜS mSSI"; m. b. H. Selbstkostenpreis+10% Deutschlands grösstes Special-Geschäft für Herren-, Jünglings-, Knaben-, Sport- und Berufsbeklcidung jeder Art mit dem Verkaufs-System Selbstkostenpreis+ 10'/» Selbstkostenpreis+10% Berontoottliä« Redakteur Ult«»t Wicht« Berlin. Für d«o Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag i Borwarls�Buchdruckere, u. Lerlagsanstalt Paul Singer st. Co., Berlin SW. Hr. 155. 29. Jahrg. Ktilize des JonM"• Aiirizr« str Situ ni ilifitn. 6. Juli 1912. ßerid�ts- Zeitung Unterschlagungen im Polizeifundburea«. Schwere Verfehlungen eines Polizeisekretärs lagen einer An- klage wegen Amtsunterschlagung und Fälschung öffentlicher Ur- künden zugrunde, welche gestern das Schwurgericht des Landge- richts III beschäftigte. Aus der Untersuchungshaft wurde der Polizeisekretär Otto Dietz vorgeführt, mitangeklagt wegen Beihilfe war die frühere Wirtschafterin des D. Antonie Schwark, mit der er während des schwebenden Strafverfahrens die Ehe eingegangen war. Den Vor- sitz im Gerichtshofe führte Landgerichtsdirektor Hesse, als Verteidi- ger fungierten die Rechtsanwälte Dr. Frey und Dr. Krieger. Der Angeklagte Dietz, welcher Iura studiert hat, trat im Jahre 1832 bei dem Berliner Polizeipräsidium als Zivilanwärter ein. Er wurde dann im Jahre 1895 als Polizeisckretär an das Polizeipräsidium Charlottenburg versetzt. Hier wurde er der Abteilung 5 zugeteilt, welche unter anderem auch die Fundsachen zu bearbeiten hatte.— Wie sich später herausstellte, hat D. stets ein sehr lockeres Leben geführt und viel Geld für„Weib und Wein" verbraucht. Von der Mitangeklagten, mit der er jahrelang in wilder Ehe gelebt hat, stammen 5 uneheliche Kinder, denen er erst jetzt, nachdem das Strafverfahren anhängig war, durch Heirat der Mutter seinen Namen gegeben hat. Als D. vor einiger Zeit durch einen anderen Beamten vertreten wurde, stellte es sieh heraus, datz er jahrelang sich an den seiner Obhut anvertrauten Fundsachen bereichert hatte. Um die Unterschlagungen selbst zu verdecken, soll er, wie die An- klage behauptet, in die amtlichen Register falsche Eintragungen gemacht und ferner mehrere Quittungen mit den Namen von fin- gierten Personen gefälscht haben, die angeblich die Fundsachen ab- geholt hatten.� Neben den als gefunden abgegebenen Barbeträgen soll D. auch Schmucksachen und Pelzwerk sich angeeignet und teils selbst versetzt, teils durch seine jetzige Ehefrau haben versetzen lassen. Der auf diese Weise entstandene Schaden wird auf zirka 4599 M. beziffert. In dem Vorverfahren hatte der Angeklagte die Straftaten selbst zugegeben und erklärt, dah er in der drückendsten Not dazu gekommen sei. Er habe sich seinerzeit in Wucherhänden befunden und habe schlicsilich nicht mehr aus noch ein gewußt.— Im Laufe des Ermittelungsvcrfahrens stellten sich erhebliche Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten ein. Er wurde deshalb zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Irrenanstalt Buch über- wiesen, in der er sich noch bis vor kurzem befunden. Tie Geschworenen kamen, da die Sachverständigen das Vor- liegen des§ 51 verneint hatten, zu einer Bejahung der Schuld- fragen im Sinne der Anklage. Beiden Angeklagten wurden mil- derndc Umstände zugebilligt. Der Staatsanwalt beantragte gegen D. 3 Jahre Gefängnis und gegen die Ehefrau D. 6 Monate Ge- fängnis. Das Urteil lautete gegen Dietz auf 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, unter Anrechnung von 6 Monaten der er- littcncn Untersuchungshaft, und gegen die Ehefrau D. auf 4 Mo- nate Gefängnis. Der Angeklagte erklärte, sich bei dem Urteil bc- ruhigen zu wollen._ Untreue eines GcldbriefträgerS. Ein ungetreuer Gcldbriefträger hatte sich vor dem Schwur- gcricht des Landgerichts II unter der Anschuldigung des Amtsver- brechens und der fortgesetzten Unterschlagung zu verantworten. Angeklagt war der Postbote Fritz Schulz.' Der Angeklagte war als Briefträger zur Bestellung von Eil- Postanweisungen bei dem Postamt 39 in der Neuen Winterfeldt- straße in Schöneberg angestellt gewesen. Da er jung verheiratet war und von seinen Gläubigern aus der Junggesellenzeit her, denen er bei seinen, Einkommen von 99 M. nicht gerecht werden konnte, hart bedrängt wurde, erlag er eines Tages der Versuchung, sich rechtswidrig amtliche Gelder anzueignen. Anstatt die ihm über- gebenen Postanweisungen zu bestellen, begab er sich in eine Schcmk- Wirtschaft, wo er auf der Rückseite der Anweisung den Quittung»- vermerk des Empfängers fälschte und dann die Beträge in seine eigene Tasche steckte. Diese Fälschungen wiederholte er an mehre- ren Tagen und setzte sich so in den Besitz von etwa 759 M. Vor Gericht war der Angeklagte in vollem Umfange geständig. Rechtsantoalt Dr. Herbert FuckS bat die Geschworene», dem An- geklagten die mildernden Umstände nicht zu versagen, weil dieser offensichtlich kein verbrecherisch veranlagter Mensch sei, sondern gedrängt von seinen Schulden einer augenblicklichen Ver- ,rrung zum Opfer gefallen sei. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der Untersuchungshaft. Der Angeklagte wurde aus der Haft entlassen. �_ Haftung der Drogisten. Für eine weitgehende Haftung der Drogisten aus Versehen hat sich am Donnerstag das Reichsgericht entschieden. Der Kauf- mann H. betreibt in Hattingen ein großes Kolonialworengeschäft, verbunden mit dem Handel mit Drogen und Chemikalien zu Arznei- zwecken. Er unterhält in verschiedenen Städten 89 Filialgeschäfte, die ihre Waren von der Zentrale in Hattingen zugesandt erhalten. In dem Filialgeschäft in Hamm kaufte die Ehefrau G. am 24. Mai 1919 für 19 Pf. Karlsbader Salz. Ihre 26jährige Tochter nahm am folgenden Tage einen halben Teelöffel davon mit Wasser ein; sie erkrankte aber alsbald, weil das Pulver nicht Karlsbader Salz, fondern Pottasche war. Infolge der schweren Verbrennung der Speiserähre und des Magens ist sie dauerndem Siechtum verfallen. Im Prozeßwege verlangt nun Fräulein G. von dem Geschäfts- Inhaber H. Schadenersatz durch Erstattung der Heilungskosten, Zah- lung eines Schmerzensgeldes und einer Rente. Es ist gerichtlich festgestellt worden, daß der Beklagte im Dezember 1999 von der Firma D. in Düsseldorf 59 Kilo grobkörniges Karlsbader Salz bestellt hat und daß darauf ein Faß mit 79 Kilo einging, dessen Jrchalt als feingemahlenes Karlsbader Salz bezeichnet war, das aber in Wirklichkeit Pottasche enthielt. Das Pulver ist von einem in der Zentrale angestellten 15jährigen Lageristen P. als Karls- bader Salz ausgezeichnet und ein halbes Kilo davon im Januar 1919 an die Hammer Filiale gesandt worden. Die Klage ist darauf gegründet, daß den Beklagten deshalb ein Verschulden treffe, weil er dem unerfahrenen jungen Mann das verantwortliche Auszeichnen der Ware überlassen hat. Das Landgericht Essen hat die Klage abgewiesen. Dagegen ist vom Oberlandcsgcricht Hamm der Klagcanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt erklärt worden. Begründend führt hierzu das Qbcrlandesgericht aus: Mit der unstreitigen Tatsache, daß der Frau G. in dem Filialgeschäft des Beklagten in Hamm anstatt Karlsbader Salz eine derartig gefährliche Substanz gegeben worden ist, steht objektiv fest, daß es in dem Geschäft des Beklagten an der nötigen Aussicht gefehlt haben muß. Der Lagerist P. war ein unerfahrener Idjähriger Mensch, der Karlsbader Salz von Pottasche nickt unterscheiden konnte. Ter Beklagte durfte deshalb diesem die Auszeichnung der Waren nicht überlassen. Es wäre seine Pflicht gewesen, einen zuverlässigen Mann anzustellen, der die Ebcmikalien genau unterscheiden konnte. Nun hat der Beklagte allerdings behauptet, er habe die Aufsicht nicht dem P., sondern dem zuverlässigen 49jährigen K. aufgetragen gehabt. Aber der Beklagte kann sich damit von seiner Haftpflicht nicht befreien. Der Unfall stellt sich dar als die Folge der unzureichenden Betriebs- einrichtungen des Beklagten. Dieser hätte Anordnungen treffen müssen, wodurch verhindert wurde, daß der 18jährige P., wie tat- sächlich geschehen ist, die ankommenden Chemikalien auszeichnete. In der Unterlassung solcher Anordnungen liegt ein dem Beklagten nach 8 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zur Last fallendes Ber- schulden. I Der Beklagte versuchte es ohne Erfolg mit dem Rechtsmittel «der Revision: das Reichsgericht bestätigte das Urteil des Ober- I landeSgerichts. Die gleiche Haftung trifft natürlich auch die Apotheker. Verfehltes Strafverfahren gegen den Verwalter eines sozialdemokratischen Kasinos. Der sozialdemokratische Verein Schweinitz(Regierungsbezirk Merseburg) besitzt ein Kasino, für das eine Schankerlaubnis nicht besteht. Der Kasinovcrwalter Zeidler wohnt etwa 89 Meter ent fernt, wo er einen Handel mit Flaschenbier betreibt. Eines Tages hatte nun der Arbeitcr-Radfahrerverein„Vorwärts" in dem Kasino ein Vergnügen. Die Teilnehmer kauften sich im Geschäft Zeidlers Flaschenbier und nahmen es mit in das Kasino, um es dort zu trinken. Auch wurde einmal ein ganzer Kasten mit Bier geholt. Auf Grund dieser Vorgänge wurde Zeidler wegen unbefugter Aus- Übung des Schankgewerbcs und wegen Vergehens gegen das Gc werbesteuergesetz angeklagt. Das Landgericht in Halle a. S. sprach ihn frei, weil Zeidler in seinem Hause das Bier verkauft habe, wozu er berechtigt gewesen sei, und weil andererseits in diesem Verfahren keine Ausübung des Schankgewerbcs im Kasino des sozialdemokratischen Vereins ge- funden werden könne. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Revision ein und machte geltend, daß Z. doch das Schankgewerbe ausgeübt habe, in- dem er das Bier an die Festteilnehmer verkauft habe, von denen er wußte, daß sie es alsbald in dem nahen Kasino austrinken würden. Der Oberstaatsanwalt am Kammergericht vermochte dieser halsbrecherischen Deduktion nicht zu folgen. Auch das Kammer- gericht verwarf dieser Tage die Revision der Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: In Ucbereinstimmung mit dem Oberstaat» anwalt habe der Senat die Revision der Staatsanwaltschaft nicht für begründet erachten können. Voraussetzung für die Annahme der Ausübung der Schankwirtschaft durch den Angeklagten würde sein, daß ein räumlicher Zusammenhang zwischen des Wohnung Z.s und dem Kasino bestände. Das sei aber nach dem Urteil des Land- gerichts nicht der Fall. Es müsse bei der Freisprechung bleiben. Schutz vor Schutzleuten. Die Strafkammer in Dortmund verurteilte nach zehnstündiger Verhandlung den Polizcikommissar Heide aus Hörde wegen Miß- Handlung im Amte zu der milden Strafe von einem Monat Gc- fängnis und sprach ihn von der Anklage der Freiheitsberaubung frei, da er sich anscheinend der Rcchtswidrigkcit seiner Handlungs- weis« nicht bewußt war. Die Verurteilung erfolgte, weil der An- geklagte einen Arbeiter, der angeblich eine Tat nicht eingestehen wollte, geohrfeigt hatte. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate Gc- fängnis beantragt. Zuchthaus gegenüber solchem Amtsmißbrauch wäre- zulässig und angemessen gewesen._ Etwas aus dem Reich der Mitte. Das Konsulargericht Tientsin hat am 4. April d. I. den Monteur Eduard Wimmer wegen Widerstands gegen die Staats- gewalt, Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und VerÜbung groben Unfugs zu einer Gesamtstrafe von 12 Monaten Gefängnis und 3 Wochen Haft verurteilt. Der seinerzeit stellungslose Angeklagte hatte am 24. Februar d. I. bereits von vormittags an gezecht und hatte dann abends in einem Hotel in bezechten. Zustande sich allerlei zuschulden kommen lassen. Schließlich sah sich der Wirt, dessen Aufforderung das Lokal zu verlassen fruchtlos geblieben war, gezwungen, die Polizei zu Hilfe zu nehmen. Der darauf hinzugekommene chinesische Polizist war aber dem sich widersetzenden Angeklagten, den man gewaltsam aus dem Lokal entfernt hatte, auf der Straße auch nicht mehr gewachsen. Erst als noch einige japanische Poli- zistrn zu Hilfe gekommen waren, gelang es. den sich sträubenden Angeklagten auf die Wache zu bringen, wo er gefesselt wurde. Hier nun soll der Angeklagte die Schutzleute durch Schimpfwort« und Anspucken beleidigt, einen sogar gebissen haben. Demgegen- über hatte der Angeklagte in der Hauptverhandlung behauptet, er sei sinnlos betrunken gewesen. Er sei von den Polizisten, soviel habe er in seinem Zustande noch gemerkt, auf der Wache gestoßen, geohrfeigt und mit einem Drahtseil an einen Pfosten gebunden worden. Auch habe einer der Schutzleute versucht, ihm das Geld aus der Tasche zu nehmen, wogegen er sich vielleicht durch beißen gewehrt haben möge. Diese von dem Angeklagten behaupteten Uebergriffe sind als nicht erwiesen angesehen worden. Gegen dicS Urteil hatte sowohl der Konsul, als auch der An- geklagte Berufung eingelegt, die am Donnerstag das Reichsgericht beschäftigte. Dem Konsul war die Strafe zu gering, dem Ange- klagten zu hoch. Der Reichsanwalt war der Ansicht, daß das Ur- teil zu verschiedenen Bedenken Anlaß gebe. Zunächst sei nicht fest- gestellt, ob der chinesische Polizist überhaupt zur Festnahme bc- rechtigt war und nicht ein deutscher, nach dem der Angeklagte auch verlangt hatte. Weiterhin sei nicht gesagt, ob nach japanischem Recht auch der Widerstand bestraft wird, der einem nur zu Hilfe kommenden Beamten geleistet wird. Ferner seien die Zcugenaus- sagen nicht genügend gewürdigt; denn«in Zeuge habe bestimmt bekundet, gesehen zu haben, daß der Angeklagte Ohrfeigen erhalten hat, während sich die anderen Polizisten„drumrum" drücken, indem sie sagen, sie haben nichts gesehen. Aus diesen Gründen bean- tragte der Reichsanwalt, der Berufung des Angeklagten stattzu- geben, also das Urteil aufzuheben und den Angeklagten milder zu bestrafen, die Berufung des Konsuls aber als unbegründet zu verwerfen..— DaS Reichsgericht wird seine Entscheidung am Montag, den 8. d. M., verkünden.„ Hus aller Welt. Auswandererschicksal. lieber die traurigen Erlebnisse mehrerer deutscher Landarbeiter- familien in der südamerikanischen Republik Uruguay lesen wir in der deutschen„La Plata-Zeitung" folgende Schilderung: Auf Veranlassung des JndustrieministerS Dr. Acevedo wurden von der Regierung von Uruguay sechs Landarbeiterfamilien in SchleSwig-Holstein engagiert. Bekanntlich hat Uruguay sehr wenig Ackerbau und fast gar keine Einwanderung und es war die An- stellung dieser Familien auf einem staatlichen Mustergut eines der vielen Projekte der Regierung zum Aufschwung des Landes. Die Familien trafen im Februar dieses Jahres ein und obwohl schon vor fünf Monaten der Auftrag zu den: Experiment er- teilt war und mehrfach die Regierung an die bevorstehende Ankunft der Leute erinnert war, hatte. mau weder Wohnung noch Arbeitsgelegenheit für die zukünftigen Kolonisten vor- bereitet. Sie»vurdcn zunächst in dem sehr primitiven«Hotel de Jnmigrantes" untergebracht, woselbst sie unter Ungeziefer und mehr noch unter dem Mangel an Beschäftigung zu leiden hatten. Erst jetzt wurde beschlossen, die Familien nach der agronomischen Station in P a y s a n d u zu schicken und telegraphisch wurde der- selben Auftrag erteilt, provisorische Wohnungen einzurichten. Eine Familie zog eS vor, in Montevideo auf die weitere Tätigkeit bei der Regierung zu verzickitcn. Die übrigen fünf fanden in Paysandu einen Kamp von 1399 Hektar vor, mit einem Zelt für die Peone und einem Schuppen aus Wellblech durch vier Wände von demselben Material in fünf Räume geteilt, ohne Fenster und Fußböden. Die beklagenswerten Holsteiner mit ihren zahl- reichen Kindern richteten sich auch hier wieder so gut eS ging, ge- duldig ein in der Hoffnung, daß der schon seit Monaten beschlosiene Bau von Wohnungen sich rasch vollziehen werde. Mit Wehmut dachten sie an ihre behaglichen HäuSchen in der Heimat, wenn die Hitze auf dem Blechdach auf Bluttemperatur stieg und dann wieder bei dem Panrpero eisige Kälte eintrat, oder bei Regen der Fußboden sich überschwemmte. Nicht nur Frauen und Kinder, auch Männer erkrankten. Die Kinder verwilderten ohne Schule und ordentliche Häuslichkeit zusehends. Wohl wurde der versprochene Lohn ausbezahlt, aber Lebensmittel und die nötigsten Gebrauchsgegenstände kosteten das Doppelte und Drei- fache wie in Deutschland. Selbst Gemüse zu bauen und sich Vieh zu halten war infolge der Unordnung und Unfähigkeit der staat- lichen Verwaltung des Mustergutes nicht möglich. Eine Familie mit drei erwachsenen Töchtern fand ihre Unterkunft in einem einzigen Raum durch Blechwände von anderen Familien ge- trennt, so daß nicht nur jedes Wort durchdrang, auch unbefugte Blicke sich durch Ritzen und Spalten schleichen konnten. Und als für die Mädchen sich doch keine passende Arbeit bot. und sie namentlich vor den Nachstellungen der Männer nicht sicher waren, eine sogar von dem Maschinisten unter dem Vorwande eine gute Stellung zu finden, nach einem Hotel in der nahen Stadt gelockt wurde, wußten sich die Eltern keinen andern Rat, als ihre Töchter, deren Ucberfahrtskosten die uruguayische Re- gierung gezahlt hatte, als Dienstmädchen zu guten deutschen Familien in Argentinien zu vermieten. Und das Elend der menschenunwür- digen' Unterbringung änderte sich nicht. Bei solchen unerhörten Zuständen sollten es die Arbeiter sich reiflich überlegen, ehe sie den Lockungen gewissenloser AuswanderungS- agenten Folge leisten._ Todessturz zweier englischer Militärflieger. Auf dem Flugplatze von Stonehenge sind am Freitag morgen die Militärflieger Hauptmann Lorraine und Major Wilson bei Flugversuchen aus beträchtlicher Höhe ab- g e st ü r z t. Die Verletzungen der Verunglückten waren so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Zirkus Schumann und die Preffe. Unser Franksurter Parteiblatt, die„Volksstimme" brachte vor kurzer Zeit eine absprechende Kritik über das Ausstattungsstück des in Frankfurt a. M. gastierenden Zirkus Albert Schumann. Die Direktion, die Pressevertreter mit Freibillcttschnorrera ver- wechselte, entzog aus Aerger über die kritische Würdigung ihrer künstlerischen Leistungen der Redaktion unseres ParteiblatteS die Platzkarte für den Zirkus. Mehrere Frankfurter Zeitungen schickten aus Anlaß dieser Brüskierung auch ihre Karten zu- rück. Am Donnerstag nahm nun der Frankfurter Journalisten- und Schriststellerverein Stellung zu dem eigenartigen Vorgehen der Direktion. Die einmütige Auffassung ging dahin, daß es sich um eine, die ganze Presse angehende An- gelegenheit handele, die eine entschiedene Stellung- nähme erfordere. Es wurde eine Resolution gefaßt, in welcher betont wird: da der Zirkus Schumann bisher eine Rechtfertigung seines Vorgehens unterlassen hat, erachtet es der Verein für geboten, daß die Presse auch weiterhin von einer Berichterstattung über den Zirkus Schumann Ab st and nimmt, und be- schließt zugleich, den Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Presse über die Angelegenheit zu unterrichten und ihn zu ersuchen. eine allgemeine Stellungnahme des Verbandes herbeizuführen._ Zur Eisenbahnkatastrophe im Staate New Dork. Ueber die Ursachen des Zusammenstoßes der beiden Eisenbahn- züge bei Corning wird gemeldet: Die Lokomotive des Person»«- zuges hatte auf offener Strecke einen Defekt erlitten. Der Zug war zum Stehen gebracht worden und das Personal des Zuges machte sich an die Arbeit, um den Schaden zu reparieren. In- zwischen war aber auf dieser Strecke das Herannahen eines Schnell- zugeS signalisiert worden. Man entsandte daher, da sehr starker Nebel herrschte, zwei Mann mit Laternen, dem Eilzuge entgegen, um diesen ebenfalls zum Halten zu veranlassen. Die Unfallstelle liegt in einer Kurve, die der Schienenstrang nach einer Strecke von 19 Meilen macht. Gewöhnlich fahren die Züge auf dieser Strecke mit einer großen Geschwindigkeit und verlangsamen ihr Tempo in der Kurve nicht; v so fuhr auch dieser Schnellzug mit einer Geschwindigkeit von 59 englischen Meilen in der Stunde. Infolge des dichten Nebels bemerkte nun der Lokomotivführer des Schnellzuges die beiden Beamten des Personenzuges, die mit ihren Laternen Signale gaben, nicht, so daß der Zug auf den stehenden Personenzug auffuhr. Der Pfarrer als Prophet. Eine politische Grabrede leistete sich der Pfarrer und Schul- inspektor Scheuer in Holzkirchen(Oberbayern) bei der Beerdigung eines sozialdemokratischen Arbeiters. Die ganze Rede richtete sich gegen die sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Pfarrer Scheuer vcxglich diese mit dem Untergang der„Titanic" und meinte: Wie die„Titanic" von ihrer Höhe in den Abgrund des Meeres. so Ivird auch die Arbeiterbewegung in den Abgrund verschwinden. O ssnota sirnplioitas!_ f Kleine Notizen. Schwerer Automobilunfall. In der letzten Nacht ereignete sich auf einer Chaussee in der Nähe von Darmstadt ein schwerer Automobilunfall. Das Automobil des Dr. Fiedler aus Pfung- stadt stieß bei der Heimfahrt in der Nähe der Haltestelle Ludwigs- höhe mit einem Fuhrwerk zusammen. Infolge des Zu- sammenpralls wurden die beiden Insassen des Automobils Dr. Fiedler und Frau schwer verletzt. Dr. Fiedler starb auf dem Transport ins Krankenhaus; das Automobil wurde zer- t rümmert. Eisenbahnunglück in Ungarn. Auf der Station D a r d a stießen infolge falscher Weichenstellung ein Personenzug mit einem Expreß- zug zusammen. 5 Reisende und 4 B a h n b e d i en st e t e wurden mehr oder minder schwer verletzt. 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Die idealistische Lebensarbeit. Von Lord Haldanc. Ucbersetzt von Dr. W. Henkel. 2,50 M. G. Kühtmann, Dresden. Handbuch für Heer und Jflotte. Herausgegeben von G. v. Alten. Lieferung 45—47. Lieferung 2 M. Bong u. Co., Berlin W. 57. „Aunalen für soziale Politik und Gesebgebung." Heraus- gegeben von Dr. H. Braun. 1. Bd., 6. Heft 3,50 M. I. Springer, Berlin T. 9. liaußfc Von Sonnabend, den 6. Juli bis Sonntag, den 21. Juli BSESige Preise für jjute moderne Waren ist das beste Mittel die Saisonbestände zu räumen So stelle ich auch diesmal eine ganze Reihe einzelner MM. Ulster, OelnhieiEfer. Leichter Sommer-Kleldunit, Knollen-Anzase m. w. für zum Teil noch unter dsr Hälfte dies bisher. Preises :: zum Verkauf Man beachte die Saisonverkaufspreise in meinen 12 Schaufenstern QoMüe&' Me/D Schöneberg, Hauptstraße Zbl Krust- und Rockträger. Ein Korsettersat» ohne Stange» und Schliestc», keinerlei Druck aus den Magen auSiideud, volllommcne Atmung ■r iv v.. zulassend. 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