N-. 16S. HbonnemtntS'lkdTftdUflSMt BSonncment«• Preis vrSnmneranto: Pierte>jährl. Z,Z0 fßit., monatL 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei in» Haus, Einzelne Nummer S Vig, Sonntags- nummer mit Mustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt- 10 Psg, Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Poft-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat, Postabonnements nehmen an: Belgien. DSncmarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. ' stett. Schweden und die Schweis 89. Jahrg. CrtiMnt»Zgllch auStr BUBtnss, *■' Derlinev VolksblAtt» Dtc Tnlffflöns'GtMfir beträgt für die sechsgefpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum«0 Pfg, für Politische und gewerlschastlich, Bereins- und Vcrfammlungs-Anzeigm 30 Pfg. „Kleine Hnreigen", das settgedrustie Wort 20 Pfg. tzuISssig 2 fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort to Psg. 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So wurde das Gesetzeswerk schnell zu Ende gebracht. Es bedarf nur noch der Annahme durch den Senat, der es im Herbst zu beraten haben wird. Auf ihn setzen jetzt die Radikalen ihre letzten Hoffnungen— auf denselben Senat, dessen Abschaffung einst auf ihrem Programm gestanden hat. Der alte Cle- nienceau, der sich durchaus nicht an den Gedanken gewöhnen kann, politisch ausgespielt zu haben, will die Kampagne organisieren und„Väterchen" Combes wird mittun. Daß die Radikalen jetzt ihren Retter in Clemenceau sehen, der sie als Ministerpräsident„mit der Reitpeitsche" be- handelt und mit der Lauge seines Hohns übergössen hat, zeigt, wie die Angst um die Mandate ihr Selbst- gesühl zum Schweigen bringt. Aber schlimmer ist die politische Charakterlosigkeit, die unter dem heuchlerischen Vorwand, das angeblich bedrohte allgemeine Stimmrecht zu retten, den aus einem stockreaktionären indirekten Wahlrecht hervorgegangenen Senat anbettelt, die Selbstbestimmung der Deputiertenkammer über ihre eigene Wahl aufzuheben. Es gibt Bezirkswahlrcchtler, die gern einen Konflikt zwischen Senat und Deputiertenkammer über die Reformstage aus- brechen sehen möchten und die„Lanterne" hat schon davon gesprochen, diese vom Kongreß, den vereinigten beiden Parlamenten erledigen zu lassen. Davon ist indes keine Rede und auch auf den Konflikt werden es die Senatoren nicht ankommen lassen. Sie hätten dabei sicher einen schlechten Stand, wenn auch die Meinung Jaurös, daß sich die ganze Arbeiterklasse gegen die Clemenccausche Fronde erheben würde, wohl die Stimmung des Landes zugunsten der Reform überschätzt. Die Massen— und dies gilt von den Massen aller Klassen— haben wahrhastig für die ihre Korruptionssümpfchen vertridigendenLezirks- wahlrcchtler nichts übrig, aber andererseits ist die Reform mit ihrer so verklausulierten„proPortionellenVertretung der Minoritäten" eine viel zu komplizierte Sache, als daß sich die Wähler dafür erhitzen würden. Man kann sogar ruhig sagen, daß ihre un- geheuere Mehrheit trotz der Propagandafahrten der Proporzler und der Erklärungen der reformsreundlichen Presse noch immer nicht recht weiß, um was es sich handelt. Aber das nimmt der Reform nichts von ihrer politischen Bedentung. Stellt sie doch den redlichen Versuch dar, das Ansehen des kompromittierten Parlamentarismus und damit der re- publikanischen Verfassung zu heben. Darum die Leiden- schaft der republikanischen Parlamentarier, soweit sie nicht in herrschsüchtiger Verblendung an die Lebenskraft des von allen Seiten unterwühlten jakobinischen Regiments glauben. Darum auch der unverhohlene Zorn der Legitimisten von der .Actio» Fraiitzaise" über die Annahme des Gesetzes. Daß dieses zum Schluß eine stärkere Opposition gegen sich vereinigt hat, als man nach den Abstimmungen der letzten Tage annehmen mochte, ist nicht zu leugnen. Die radikale Opposition hat denn auch von Poincars mit stürmischen Rufen die Demission gefordert— in der Tat ist die„repu-- blikanische Mehrheit" auf feiten der Reform nur bei Ein- rechnung der geeinigten Sozialisten und der gemäßigten Republikaner vorhanden. Poincars hat indes die Zumutung des Rücktritts mit einer Entschiedenheit zurückgewiesen, die ein Ergebnis der ununterbrochenen parlamentarischen Niederlagen des Radikalismus ist. Indem er die Opposition zur Jnter- pellation über die allgemeine Politik der Regierung heraus- forderte, stellte er das parlamentarische Grundprinzip, das Recht der durch keine politischen Rcchenllinste abgezirkelten Mehr- hcit, wieder auf die Beine. Man wird von der widersinnigen und verlogenen Konstruktion der„republikanischen Mehrheit", diesem rudimentären Gliede aus der Epoche der„Affäre" wohl nicht so bald wieder hören. Das Hanptvcrdienst am Gelingen der Reform dürfen die geeinigten Soziali st en in Anspruch nehmen. Nicht nur um ihrer vorangegangenen Propaganda willen und wegen der ungeheuren Arbeit, die Genosse Groussier als Berichierstatter der Komniission mit allgemein bewundertem Scharfsinn bewältigt hat, soivie der zahllosen Interventionen besonders des Genossen Jaures. Sondern vor allem wegen der politischen Selbstlosigkeit, womit sie den Kampf für die Reform auch dann fortsetzten, als ivichtige Amendements die Schwierigkeit erhöhten, die Stärke der sozialistischen Frattion im künftige.! Haus anstecht zu erhalten. Wir müssen uns vorbehalten, den Einfluß, den die Wahlreform auf die Wahlsituation der sozialistischen Partei haben muß. im einzelnen zu betrachten. Vorläufig sei nur daraus hinge- wiesen, daß die Annahme des Departements als Wahl- kreis an Stelle der vorgeschlagenen größeren Kreise, die Zu- lassung des Apparentemcnts und die Einführung einer Prämie die bürgerlichen Republikaner auf Kosten besonders gerade der Sozialisten zu begünstigen geeignet scheinen. Was die Sozialisten gleichwohl bewogen hat, mit aller Energie für die Reform einzutreten, ist in erster Reihe der Umstand, daß daS neue System doch einen prinzipiellen Wahlkampf ver- spricht und die großen Jnteressenkämpfe an die Stelle der Demagogie und der lokalen persönlichen und Klüngelgeschäfte treten lassen wird. Und dabei muß letzten Endes eine Partei der Masseninteressen wie die sozialistische gut fahren. Die Sozialisten haben aber auch das größte Interesse an der Wiederherstellung des Ansehens der Demokratie und der Vor- beugung reaktionärer Abenteuer, die den Klassenkampf des Proletariats hemmen und verwirren müßten. Ihre weit- gesteckten Ziele erlauben und gebieten ihnen, keine Politik des Tagesnutzens zu treiben. Wir geben im folgenden die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes wieder: Art. l. Die Mitglieder der Deputiertenkammrr werden mittels dos Li stenskrutiniums mit Minoritätenvertre- t u n g gewählt. Art. II. Jedes Departement bildet einen Wahlkreis. Art. III. Jeder Wahlkreis wählt einen Deputierten»für je 70 000 Einwohner französischer Staatsangehörigkeit und für einen Bruchteil über 20 000. Art. IV. Niemand kann Kandidat in mehr als einem Wahl- kreis sein.' zwt. V. Die Listen werden in jedem Wahlkreis für die von mehr als 200 Wählern verbunden vorgeschlagenen Kandidaten- gruppen konstituiert. Eine isolierte Kandidatur wird als eine Liste für sich angeschen. Aus dem Art. VI ist folgende Bestimmung hervorzuheben: Die Einregistrierung bei der Präfektur ist jeder Liste zu verweigern. auf der ein Kandidat figuriert, der auf einer anderen, schon registrierten Liste steht. Von Art. VIII ist der Rücktritt eines Kandidaten nur bis zum 12. Tage vor der Wahl möglich. Art. X bestimmt das„Apparentement" folgendermaßen: „Mehrere Listen, die einem Wahlkreis angehören, können erklären. ihre Stimmen im Hinblick auf die den Resten entsprechende Zu- teilung der Mandate zusammenzulegen. Diese Erklärung ist in denselben Fristen wie die Kandidaturen bei der Präfektur einzu- bringen". Art. Xl. An den der Wahl vorangehenden Sonntag sind die eingetragenen Listen am Tor der Wahllokale mit ihrem Titel und mit der Bezeichnung der mit ihnen im Apparentement stehen- den anzuschlagen. Art. XII. Die Stimmzettel aller Listen eines Wahlkreises sind auf Kosten der Verwaltung auf ein einziges Blatt zu drucken Jede Liste trägt ihre, der Folge der Einreichung entsprechende Nummer. ihren Titel und gegebenenfalls die Bezeichnung der apparentierten Liste. Auf jedem Stimmzettel ist ein freier Raum zu lassen, außerdem ein weißer Stimmzettel beizufügen. Die Stimmzettel sollen von einander leicht abzutrennen sein. Jeder Wähler erhält mit seiner Wählerkarte von AmtSwegen zwei Stimmblätter, sowie ein Flugblatt jeder Liste. Art. Xllb. In jeder Gemeinde werden für jede Liste eigene Plätze von gleichem Flächeninhalt reserviert. Außerhalb dieser Plätze sind die Wahlanschläge untersagt. Art. XIII. Jeder Wähler verfügt über soviel Stimmen, als Deputierte im Wahltreis zu wählen sind. Art. XV. Die den Kandidaten gegebenen Stimmen gelten so- wohl individuell für sie wie für die Liste, der sie angehören. Art. XVIl und XVIII regelt den Wahlvorgang. Nach Beendigung des Skrutiniums in den Sektionen sind die Stimmzettel und das Protokoll versiegelt an den Präsidenten des Zivilgerichts des Hauptorts des Departements zu schicken. ji�nri werden die Umschläge vom Präsidenten unter dem Beisitz mer Kommission geöffnet, die aus drei ausgelosten Mitgliedern des Generalrats und je zwei Repräsentanten jeder Liste besteht. Die Kommission stellt die Zahl der abgegebenen Stimmen fest und die Zahl, die auf jeden Kandidaten entfallen ist. Sie stellt die Wählcrmasse jeder Liste auf, indem sie die von den darauf stehenden Kandidaten er- haltenen Stimmen und die der Liste zugerechneten(d. h. die der unvollständigen Stimmzettel, die einen Titel und eine Listennum» mer tragen) addiert. Um die Stimmenzahl joder Liste festzustellen, dividiert die Kommission die Wählermasse dieser Liste durch die Zahl der im Wahlkreis zu wählenden Deputierten. Art. XIX.�Die Kommission bestimmt den Wahlquotienten, indem sie die Gesamtzahl der Wählenden durch die Zahl der Deputierten des Wahlkreises dividiert. Jede Liste erhält soviel Mandate, so viele mal ihre Stimmzettel den Wahlquotienten ent- hält. Hierauf erhält jede L i st e n g r u p p e(d. h. die Apparcntier» ten) soviel Mandate, so oft die Summe ihrer Reste den Wahl- quotienten erhält. Hierauf wird ein Sitz der Liste oder der Listengruppe zu- geteilt, die die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten hat. wofern diese Liste oder diese Listen- gruppe nicht schon die absolute Mehrheit der Mandate innehat. (Die„Prämie.") Bleiben noch weitere Sitze zu vergeben, sind sie nach dem Verfahren der mittleren Zahlen unter die Ltjrengruppen und die isolierten Listen aufzuteilen. Art. XX. Dia einer Listengruppe gemeinschaftlich zugeteilten Sitze werden unter die Listen nach dem Verfahren der mittleren Zahlen aufgeteilt. Art. XXd. Die Aufteilung nach dem Verfahren der mittleren Zahlen vollzieht sich folgendermaßen: Um das Mittel einer Liste zu erhalten, dividiert man die Zahl ihrer Stimmen durch die Zahl der ihr schon zugeteilten Sitze plus eins. Ebenso verfährt man bei einer Gruppierung von Listen. Der erste der zu erteilenden Sitze fällt der Liste oder Listengruppe zu, die das größte Mittel aufzuweisen hat. Weisen mehrere Listen oder Listengruppen gleichermaßen das größte Mittel auf, fällt der Sitz der Liste oder Listengruppe zu, die die größte S t i m m e n z a h l erhalten hat. Auf dieselbe Art verfahrt man sukzessive für jeden der andern dis- poniblen Sitze. Art. XXI. Die Sitze fallen auf jeder Liste den Kandidaten zu, die die grüßte Stimmenzahl erhalten haben. Kommt ein Sitz mit gleichem Anrecht mehreren Listen zu, wird er dem Kandidaten zugeteilt, der die größte Stimmenzahl erhalten hat. Im Fall der Gleichheit entscheidet das Alter. Die Kandidaten können als ge- wählt nur dann proklamiert werden, wenn ihre Stimmenzahl ent- weder den Wahlquoticnten oder die Hälfte der für ihre Liste ab- gegebenen Stimmen erreicht. Art. XXII. Wenn die Gesamtzahl der Abstimmenden in einem Wahlkreis die Hälfte oder die Gesamtzahl der gültigen Stimm- zettel ein Viertel der eingeschriebenen Wähler nicht übersteigt, wird binnen 1b Tagen eine neue Wahl vorgenommen, bei der auf die Zahl der abgegebenen und gültigen Stimmen keine Rücksicht genommen wird. Art. XXIII. Die Kandidaten, die auf jeder Liste nach den als gewählt Proklamierten kommen, werden im Fall der Vakanz einberufen, um die Deputierten dieser Liste zu ersetzen. Line Utopie der Konfufion, Wir haben, und erst in der letzten Zeit wieder, das Ungeheuer« liche erlebt, daß Misere Reaktionäre, statt dem Volksdrängen auf Demokratisierung de? Wahlrechts, und in erster Linie deS preußischen Wahlrechts, nachzugeben, den Parlamentarismus verächilich zu machen und für eine noch empörendere Entrechtung der Volksmassen zu plädieren versucht haben. Solch beispiellos frivole Provokation wäre selbst bei unseren Junkern und Scharf« machern unbegreiflich, wollte man nicht annehmen, daß diese Gesell« schast sich sagte: die beste Deckung ist der Hieb— die beste Verteidigung des elendesten aller Wahlsysteme ist die Attacke gegen das ReichstagSwahlrecht. Wobei die Herrschasten freilich dem strategischen Irrtum verfallen sind, ihreOsfensivkraft für den E r n st- f a l l ebenso zu überschätzen, wie sie die D e f e n siv kr a ft des arbeitenden Volkes zu unterschätzen sich wenigstens den Anschein gegeben haben I DaS hat selbst Professor Kurt Brehsig begriffen, ein neuer« dingS auch bedenklich nach dem journalistischen und„politischen" Lorbeer schielender Kulturhistoriker, der in einem seiner seltsamen Artikel im„Tag" wenigstens den lichten Moment hat, daß er die Beseitigung deS Reichstagswahlrechts für den„Bürger- krieg" erklärt. Dafür hat allerdings Herr Kurt Breysig ein anderes Korrektiv gegen das„nivellterettde" gleiche Wahlrecht in Borschlag zu bringen. Er empfiehlt wieder einmal, wie schon vor Jahr und Tag, ein Reichs-HeircnhauS, das allerdings nicht aus Er« lauchien und Edeln von Geburt bestehen, sondern ein„Rat der Besten" sein soll. Wie diese Vertretung der geistigen Elite aussehen und welche Wunderdinge sie wirken würde, daS schildert der Ver- fasser des.Stufenbaus und der Gesetze der Weltgeschichte'(mit Kleinigkeiten gibt sich, wie man sieht, dieser a. 0. Professor«v der Berliner Universität nicht ab) höchst anschaulich: „Dieses Oberhaus müßte aus den in Wahrheit Ersten unseres Volkes zusammengesetzt werden: den Ersten d e S Geistes und den Ersten der Tm t. Wie im einzelnen, soll hier, nachdem eS vor zwei Jahren schon einmal an dieser Stelle ge- schehen ist, nicht von neuem dargelegt werden. Nur dies sei kurz in Erinnerung gebracht, daß die Stärksten der Leistenden aus allen Bezirken und Formen des handelnden und deS schauenden Wirkens zusammengerufen werden müßten: alle Zweige der Volks- Wirtschaft, alle Arten der Staatskunst— vorzüglich auch die mili- tärischen—, olle Gattungen des geistigen Schassens, Forschung, redende, bildende Kunst. Glatibe und Unterricht müßten durch ihre Führer vertreten sein. Fürs erste würde da- durch ein Rat der ersten Sach- und Fachverständigen unseres Landes zustande kommen, dem keines der heutigen Parlamente auch nur entfernt an Wucht der Kennerschaft und des Ansehens sich vergleichen dürfte. Aber das wäre doch nur der geringere Gewinnt viel mehr ist daran gelegen, daß aus einer Versammlung aller, in denen in starken Flammen schöpferisches Feuer glüht, Geist und Odem einer neuen, iiberpersönlichen Kraft brechen müßte. Es gibt ein Verstehen der Starken, der Zeugerischen untereinander, das hundert Schwerfälligkeiten und kleine Verstandesmäßigkcitcn der durchschnittlichen Verständigung spielend als überflüisig beiseite schiebt, und aus solchem Verstehen muß ein Hohes, N ueS, muß ein Gesamtgeist aufflammen, der mehr ist als die Summe aller Kraft der Einzelnen. Und der Stolz der so Erlesenen müßte alle Parteibildung ver- bieten, und die Rede müßte hier wieder ein gaubermittcl der Machtauswirkung werden. Der in jeder Stunde Stärk st e unter den Starken würde die Herrschaft an sich reißen, vielleicht nur an diesem Tag, in dieser Sache: aber sie würde ihm dann auch in Wahrheit zukommen." Wenn wir bosbaft wären und an einem Tohuwabohu unsere Freude hätten, könnten wir nur wünschen, daß ein solcher„Rat der Besten" einmal zusammenträte. Er brauchte ja nicht gleich eine offizielle Institution, ein Oberhaus zu sein. Schon bei der Wahl einer solchen Körperschaft würde es den tollsten Wirrwarr geben. Denn woran wären dann die.Besten" zu erkennen? Sie müßten doch von Ihresgleichen gewählt werden l Dann aber würde jeder sich für den Besten, für den Allerbesten halten- Die verschiedenen Richtungen, Cliquen, Koterien und schließlich Individualitäten würden sich endlos befehlen. Aber selbst wenn dieser Schmerz glücklich überstanden wäre: was würde werden. wenn diese offizielle Körperschaft begönne, sich über konkrete politische Fragen zu unterhalten! Wenn»» wosür Herr Prof. Brehsig geradezu zu schwärmen scheint— die unglückselige Regierung mit w e ch se ln d en Tagesmajoritäten rechnen sollte I Die Idee des EntdeckenS des Stufenbaues und der Gesetze des Unibcrsums verrät die unsägliche Unreife bestester Intellektuellen- kreise. Sickcrlich ist eS richtig, daß die derzeitige Volksvertretung im allgemeinen nicht aus den besten und produktivsten Köpfen der Nation besteltt. Aber sie besteht immerhin aus den Leuten, die sich am eingehendsten mit den politischen und sozialen Fragen beschäftigt haben. Und darauf kommt es in erster Linie anl Und wenn bedeutende Gelehrte, Künstler oder sonstwie„Starke" politisch etwas Besonderes zu sagen haben, so steht ihnen ja bei denr heutigen System durchaus frei, ihre Ansichten zur Geltung zu bringen. Freilich darf es sich nicht um rein persönliche Schrullen und Liebhabereien handeln, denn daraufhin wird es kaum bei irgend einer Partei jemand zum Mandat bringen. Mögen also die„Besten" doch einmal resolut den politischen Wettbewerb aufnehmen I Vielleicht wird dann bei näherer Be- schäftigung mit der Politik mancher von ihnen einsehen, daß nicht arrogante geistesaristokratische Eigenbrödelei dem Kulturfortschritt fromnit, sondern einzig das Zusammengehen der„Besten" mit der proletarischen Masfei poUtifche UcbcYÜcht. Berlin, den 13. Juli 1912. Tie v irdische Sozialdemokratie«nd das Budget. Wie wir bereits gestern berichteten, hat am Freitagnach- mittag die sozialdemokratische Fraktion der badischen Zweiten .Kammer nach einer offiziellen Erklärung Kolbs geschlos- sen das Budget abgelehnt. Wie es in dieser Er- klärung heißt, erfolgte die Ablehnung deshalb, weil die badische Negimmg die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei nicht als gleichberechtigte Staatsbürger behandelt, und demnach die Selbstachtung verlangt, daß die fozialdemokra- tische Kammerfraktion gegen diese Behandlung den schärfsten Protest erhebt. Ausführlicher als in dieser kurzen Erklärung kommt der Standpunkt unserer Fraktion in einer von unserem Mann- heimer Parteiblatt veröffentlichten Begründung zum Aus- druck. Die„Volksstimme" schreibt in Ergänzung der von Kolb namens der Fraktion abgegebenen Erklärung: „Es gibt wohl nirgends, auch im Lager unserer politischen Gegner nicht, einen vernünftig, gerecht oder objektiv denkenden Menschen, der unter den gegebenen Verhältnissen von unserer Landtagsfraktion etwas anderes als den schärfsten Protest gegen die Regierung erwartet hätte. Und innerhalb der Sozialdemo- . kralle selbst werden als allererste diejenigen, die die Entscheidung unserer Parlamentsfraktionen über ihr Verhalten in der Schluß- abstimmung zum Gesamtbudged stets nur nach den äugen- blicklichen politischen Verhältnissen eingetichiet und den Frak- tionen bei dieser Entscheidung volle Selbständigkeit gewahrt wissen wollen, die Ablehnung des Finanzgesetzes begrüßen. Die bodische Sozialdemokratie ist es ihrer Ehre schuldig, der Regierung gegenüber, die durch einzelne ihrer Vertreter sie auf dem letzten Landtag wiederholt auf das schwerste provoziert halte, von jenen parlamentarischen Mitteln Gebrauch zu machen, das den Ausdruck des schärfsten Mißtrauens involviert. Unsere Fraktion war auch auf dem nun zu Ende gehenden Land- tag mit bestem Erfolg bemüht, für das von ihr vertretene Ar- beitsdolk in Stadt und Land möglichst viel herauszuschlagen, und manch wichtiges Gesetz konnte nur mit ihrer Zustimmung unier Dach gebracht werden. An diesem ihrem politischen Ver- dienst wird nichts geschmälert, wenn sie der Regierung jetzt zeigt, daß sie die brüske Mißachtung der Verfassung s- mäßigen Rechte jener Partei, die sich bei den letzten Wahlen mit als di« größte des Landes erwiesen hat, mit aller Schärfe zurückweist und für sich und ihre Parteigenossen.nachdrücklichst die Forderung absoluter Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern erhebt." Tie liberale Presse ist größtenteils mit dem Verhalten der badischen Regierung, das diese Ablehnung geradezu her- ansgefordcrt hat, nicht einverstanden. Ihr wäre es aus be- gieiflichen Gründen weit lieber gewesen, die Regierung hätte sich möglichst entgegenkommend gegen die sozialdemokratische Fraktion benommen und diese dadurch vor die Entscheidung gestellt, entweder trotzdem das Budget abzulehnen, oder aber dem in Magdeburg gefaßten Parteitagsbeschluß entgegenzu- handeln und dadurch erneut ernste Differenzen in unserer Partei heraufzubeschlvören. Halten wir es auch für aus- geschlossen, daß unsere Genossen in der badischen Zweiten Kammer sich in Widerspruch zu dem Beschluß des Magd'ebur- ger Parteitages gesetzt hätten, so ist doch unzweifelhaft in den liberalen Parteien sehr stark mit dieser Möglichkeit gerechnet worden. Recht gerne hätten sie gesehen,' wenn sich der bevor- stehende Chemnitzer Parteitag gegen seinen Willen nochmals mit der Budgetfrage hätte beschäftigen müssen. Vielleicht hat man in einzelnen liberalen Kreisen sogar auf eine Spaltung der sozialdemokratischen Partei gerechnet. Deutlich kommt diese ärgerliche Stimmung in folgender Aeußerung der„Voss. Ztg." zum Ausdruck: „Du lieber Gott. Baden ist kein großer Staat, und nicht umsonst hat die Zentrumsprcsse gedroht, man werde die Regie- rung der Herr v.Bodman angehört, mores lehren. Also hat der Ministerpräsident v. Dusch gelernt. Und er hat den Stein des Anstoßes beseitigt. Nicht nur daß er gegen die Sozialdcmo- kralle nach berechtigten Mustern vom Leder zog: er hat es sogar glücklich dahin gebracht, daß die„Genossen" im Gegensatz zu ihrer früheren Haltung das Budget verweigerten. Sie sind keine Revolutionäre, sie wollen eine Neformpartei sein; zwei ihrer Vertreter haben bei Beginn der Tagung ihre Karten beim Großherzog, beim Prinzen Max, beim Präsidenten der Kammer abgegeben. Sag'. Liebchen, was willst du mehr? Aber wenn es Herr v. Dusch so haben will— oder wollen muß, kann die Partei natürlich auch gegen das Budget stimmen.... ES handelt sich sicherlich nicht um ein Spiel mit verteilten Rollen. Aber eigentlich' könnte es nicht wundernehmen, wenn Negierung und Sozialdemokratie dies« Taktik verabredet Hätten. Sie haben beide davon einen augenblicklichen Vorteil. Das Minlltcrium Mitsamt Herrn v. Bodman hat ein« Wand gegen den Berliner Wind errichtet. Was kann man weiter von den bad> selten Exzellenzen verlangen, als sie ebenfalls„sammeln"? Gegen weitere offene oder gebeime Berbächllgungen. daß sie den „inneren Feind" begünstigen, sind sie jetzt gefeit. Und die Herren Kolb, Frank und Kompagnie gehen schmunzelnd und wohlgemut zum Parteitag nach Chemnitz und brauchen nicht abermals als «Zudgetbewilliger aus der Anklagebank zu sitzen." .Vor zwei Jahren hat die sozialdemokratisch« Fraktion in Baden den! Budget zugestimmt und trotz des Lärms, der sich in den Kreisen ver orthodoxen ,iorddeut,chen Genossen erhob, nicht nur«gen die Badcner. sondern auch schon gogen die Bayern und Württemberger, die sich des gleichen Frevels schuldig ge- wacht hatten, stellten sich aus dem Offenburger Parteitag die Delegierten nahezu, einmütig auf die Seite der Fraktion. Dies- mal würden sie es wohl wieder tun. aber sie werden in diese Lage kaum kommen, denn es wird kein Ankläger da sein. Die basische Sozialdcmokralle hatte durch ihre Zustimmung zu dem Budget mit der geheiligten Praxis, daß„diesem" Staat kein Groschen bewilligt werden dürfe, gebrochen und sich auf den Boden wirklich positiver Mitarbeit gestellt. Die Stellung zur Budgetsrage wurde aus dem Banne des Dogmas befreit und auf den allein diskutablen Boden der Beurteilung von Fall zu Fall gestellt. Auch das Diktum des Gesamtparteitages konnte -an dieser veränderten Taktik der süddeutschen und speziell der badischen Genossen nichts ändern. Das zeigte auch die Tatsache, daß trotz des Geschreies über Hofgängerei die Fraktion sich nicht abhalten ließ, bei Beginn der jetzt zu Ende gehenden zweiten Session des Landtages der Pflicht— oder vielleicht richtiger— dem Brauche gesellschaftlicher Höflichkeiten zu folgen, wie er im Verkehr der Kammern untereinander und gegenüber dem Hofe nun einmal besteht.... Die Staatsmaschine wäre noch ruhiger und ungestörter gelaufen, wenn man nicht hin und wieder das Be- dürfnis empfunden hätte, ob ganz freiwillig oder auf motorischen Antrieb von außen her, das sei hingestellt, von Regrerungs wegen zu zeigen, daß man mit der Existenz der Sozialdemokratie zwar zu technen habe, sie aber doch als gleichberechtigten Faktor nicht anerkenne. Ist solcberweise der Wille zur Leistung positiver Ar- beit bei der Sozialdemokratie schon nicht gefördert worden, so hat man durch planmäßige Schärfe, wie sie in einigen Reden des Staatsministers v. Dusch und neuerdings des Kultusministers Dr. Böhm zum Ausdruck kam, die Sozialdemokratie von ihrer bisherigen besonnenen, zur Mitarbeit und Mitverantwortung bereiten Haltung geradezu herauszudrängen versucht." Ei» edler Spender! Im„Königlich Sächsischen Miliiärverordnungsblatt" ist zu lesen: „Dem Kriegsministeriuin ist von einem unbekaiinteii Spender aus Chenmitz, unterscdrieben:„Ein treuer Staatsbürger", zum „Anschaffen von Kriegsgerät" ein Fünfmarkschein übersendet worden. DaS Kriegsministerium dankt dem unbekannten Geber für die zum Ausdrucke gebrachte Gesinnung. Der Betrag ist den Einnahmen des Reiches zugeführt worden." Viel Kriegsgerät kann man für fünf Mark freilich nicht kaufen, höchstens eine ver Schnüre, mit denen bei den Haubitzen der Schuß gelöst wird. Aber die Rechniingsstellen werden den edlen Spender verwunschen, denn eine solche nicht vorhergesehene Einnahme paßt in die amtliche Rechnungsschablone nicht hinein und erfordert deshalb eine ganz besondere Arbeit._ Kieler Kommunalwahlen. In der Marineresidenz Kiel stehen in diesem Herbst interessante Stadtverordnetenwahlen bevor. Die Stadtkollegien haben das ihnen durch das Eingemeindungsgesetz aus dem Jahre 1910 gegebene Recht voll ausgenutzt und deshalb vor längerer Zeit beschlossen, die Zahl der Stadtmandate von 36 aus 48 zu erhöhen. Dieser Be- schluß hat die Zustimmung des Regierungspräsidenten gefunden. Di« Erhöhung hat die Folge, daß in diesem Jahre außer den sechs turnusmäßig ausscheidenden Stadtmandaten noch zwölf weitere zu wählen sind. Im ganzen müssen also 18 gewählt werden. Freund und Feind sehen deshalb der diesjährigen Wahl mit besonderer Spannung entgegen, weil sie unter einer neuen Bezirkseinteilung stattfinden wird. Die bürgerliche Mehrheit setzte die Bezirkswahlen an Stelle -der bisher üblichen Wahlen durch die ganze Stadt, als die sozial- demokratische Stimmenzahl so gewachsen war, daß im Jahre 1963 trotz des ILvO-M.-Zensus sämtliche zur Wahl stehenden Mandate der Sozialdemokratie zufielen. Die Bezirkseinteilung war, trotz- dem die Bezirke ungefähr gleich viele Wähler hatten, der Sozial- demokratie so ungünstig, daß sie im Jahre 1969 von den fünf Be- zirken in nur einem den Sieg errang. Das lag daran, daß in dem Bezirk Gandcn, in dem die Reichswerft und die Kruppsche Werft liegen, die Arbeiter dicht gedrängt wohnen, das, was hier über- reichlich an sozialdemokratischen Stimmen ist, in den arideren Be- zirken aber fehlt. Das Bürgertum jubelte. Endlich hatte es ein Mittel gefunden, um ohne offenfichtliche Verschlechterung des Wahl- rechtes die sozialdemokratische Gefahr zu bannen. Die Sozial- demokratie aber rüstete: hatte sie es im Laufe der Jahre fertig gebracht, den Zensus zuschandcn zu wählen, durfte auch die Bezirks- «inteilung auf die Dauer kein Hindernis für ihren Vormarsch sein. Die am 1. April 1916 erfolgte Eingemeindung der Bororte Hassee, Goarden-Land, Ellerbek, Wellingdorf und Hasseldeichsdamm und die eifrige Agiiationsarbeit brachten der Sozialdemokratie in den folgenden Jahren den Sieg in einem weiteren Bezirk. Die Eingemeindung hatte aber auch die Wählerzahl in den einzelnen Bezirken vollständig verschoben. Der Magistrat hatte nämlich eigen Teil der eingemeindeten Vororte einfach zu dem Wahlbezirke V, den anderen zum Wahlbezirk I zugeschlagen, den beiden Bezirken, in denen die sozialdemokratischen Siege erfochten waren. Diese Ungerechtigkeit wurde so groß, daß bei der Wahl im Jahre 1911 die beiden Bezirke, in denen die Sozialdemokraten die Mehrheit hat. 8636 und 8288 Wähler hatten, während die drei Bezirke mit bürgerlicher Mehrheit S1TO. 5256 und 5833 Wähler zählten- Alle Anregungen der Sozialdemokratie, diese schreiende Ungerechtigkeit noch vor der Wahl des Jahres 1911 zu beseitigen, lehnte der Ma- gistrat. dem nach der schleswig-holsteinischen Städteordnung allein das Recht zusteMekne Aenderung der Wahlbezirke vorzunehmen, mit nichtssagenden Gründen ab. Der alleinige Grund war. wie die sozialdemokratischen Redner dem Magistrat nachwiesen, daß das Statistische Amt der Stadt trotz angestrengter Bemühungen noch keinen Weg gefunden hatte, ohne all zu krasse Wahlkreisgeometrie dem Bürgertum die Mehrheit zu sichern. Endlich, in diesem Frühjahr, erklärte der Oberbürgermeister auf eine Anfrage aus der sozialdemokratischen Fraktion, die neue Wahlkreiseinteilung sei fertig, er könne aber noch nichts Näheres darüber berichten,-denn sie liege noch dem Regierungspräsidenten zur Genehmigung vor. Der Magistrat habe sich aber bei der Neu- einteilung streng von gerechten Grundsätzen leiten igssen, jede Wahl- krcisgeomctrie sei ausgeschlossen. Erst dieser Tage hat nun der Magistrat den städtischen Kollegien die neue B-zirkScintcilung vor- gelegt, trotzdem die Genehmigung des Regierungspräsidenten schon am 1. Juni erfolgt ist. Die neue Einteilung sieht nur vier Be- zirke vor, und zwar im wesentlichen— mit kleinen Abänderungen — so, daß der frühere V. und I. Bezirk, die die Sozialdemokratie erobert hat, wieder zwei Bezirke bilden, den III. und IV. Bezirk. und hie drei im Besitze der Bürgerlichen befindlichen Bezirke auch zwei Bezirke bilden, den l. und II. Bezirk. Mit ziemlicher Ge- wißheit kann gesagt werden, daß der neue III. und IV. Bezirk der Sozialdemokratie gehören werden. Um nicht auch noch den II. Be- zirk zu gefährden, hat sich der Magistrat ein wenig Wahlrechts- geometrie doch nicht verkneifen können. Die neuen Bezirke zählen nämlich Wähler: l. Bez. 8288. II. Bez. 7388, III. Bez. 8261. IV. Bez. 8187. Der Magistrat hat bei der Abgrenzung zwischen dem 11. und I. Bezirk einen kunstvollen Haken in das Gebiet des II. Bezirks hineingeschlagen und dadurch das proletarische Viertel abgetrennt Und zum l. Bezirk, der übrigens von Wohlhabenden bewohnt wird. geschlagen und diesen Bezirk auf Kosten des II. Bezirks verstärkt. Die Wahrscheinlichketlsrechnung für die Wahlen in diesem Herbst wird sich nun so machen: Die sozialdemokratische Fraktion ist jetzt 14 köpfe stark, die Bürgerlichen zählen 22 Köpfe. Im Herbste scheiden 6 Bürgerliche, aber kein Sozialdemokrat auZ Zu wählen sind 18 Stgdverordnete und zwax im 1, Bezirk 5, II. Bezirk 4, III.Bezirk 4 und IV. Bezir 5. Da die SoziaU>emokratie den III. und IV. Bezirk holen muß, wird sie nach der Wahl mit 23 Mann im Rathause vertreten sein, während die Bürgerlichen 25 zählen werden. Noch vor einigen Wochen sprach auf der Berbandsversammlnng des Verbandes schlcswio-holsteini- scher Hausbesitzer einer der Drahtzieher des Kieler Bürgervereins ausschusses mit stolzer Zubersicht, daß sich das Kieler Bürgertum in dem Bezirkswahlsystcm eine Einrichtung geschaffen habe, die Sozial- -demokratie in Schach zu halten. Diese Zuversicht wird jetzt wohl stark erschüttert werden. Voni 15. Juli bis 36. Juli müssen nach der schleswig-holsteini- schen Städtcvrdnnng die Bürgerrollen ausliegen, aus denen die Wählerlisten hergestellt werden. Mit der Agitation für die Ein- fichtnahme in die Bürgerrolle beginnt die Sozialdemokratie alljähr- lich ihre Agitation für die Stadtverordnetenwahlen. Die Agitation wird an Lebhaftigkeit nicht hinter der früherer Jahre zurückstehen. und ste wird sich zum Ziele setzen, außer den ziemlich gewissen Man- baten noch weitere Erfolge zu erringen. Klerus nnd Ber�arbeiterstreik. Daß die katholische Geistlichkeit während des Bergarbeiter- streik? in vielen Fällen offen die Partei der Grubenbesitzer er- griffen hat, den kämpfenden Bergleuten nach Slreikbrecherart in den Rücken fiel, ist bekannt. Vor dem Schöffengericht in Recklinghausen kam eS kürzlich zu folgender Feststellung. Es wurde bewiesen und das Gericht hat dies im Urteil festgelegt, daß während d e S B e r g a r be i t er° streiks katholische Geistliche zu den Bäckern ge- gangen sind und bisse aufgefordert haben, an die streikenden Bergleute kein Brot mehr zu lie- fern. Man muß bedenken, daß. abgesehen von den vielen der Kirche treu ergebenen Polen, zehntausende strenggläubige katho- lische Bergarbeiter mit im Streik standen, denen die katholische Geist- lichkeit durch dieses Verfahren die Lebensmittelzufuhr abschnitt,-damit die Grubenbesitzer über die lämp- senden Bergproleten zu triumphieren vermöchten» Tas Talglicht von Buttenhansen. ES ist nun mal so. daß politische Renegaten, die ihre Ansichten mit derselben Nonchalance wechseln wir ihre schmutzigen Hemden, weder in der eigenen, noch in anderen Parleien besonders hoch ein« geschätzt werden. Es ist daher auch begreiflich, daß Herr Matthias Erzbergcr, der einst mit den Roeren und OpperSdorff sympathisierie und die„Kölnische Volkszeilung" bekämpfte, jetzt, nach- dem er zu den Bachemiien abgeschwenkt ist, von den Blättern der antikölnischen Richtung am schärfsten kritisiert wird. Bereils mehrfach hat ihn die„Köln. Korrespondenz" scharf abgebürstet und in ihrer letzten Nummer nimmt sie sich diese ZentrumSkapazitüt von neuem vor. „Ein Mann, wie er", schreibt sie,„der über alles redet und über alles schreibt, durfte über dieses Thema(den Zcitungsftreit) nicht übergehen. Allerdings versteht er davon ebensowenig wie die meisten anderen Abgeordnelen und Journalisten des Zentrums. Aber das ficht ihn nicht an. Es ist nicht das erste Mal, daß er über Dinge schreibt, die er nicht kapiert. Zudem bot sich ihm eine seine Gelegenheit, die Angelegenheit auf das bequemere und dabei „interesiautere" persönliche Gebiet hinüber zu spielen. Herr Erzberger halte nämlich gehört, wer der vermutliche Heraus» geber der„Kölner Korrespondenz" sei und gegen ihn seine An« griffe konzentriert. Ob diese Vermutung zutrifft, darum tüunnert er fich nicht, die„Kölner Korrespondenz" kennt er nicht und was die Osterkonferenz will, weiß er nicht. Trotzdem Hanl er mit aus den vermeintlichen Herausgeber der„Kölner Korrespendeuz" los, weil eS die anderen ja auch so machen. Nur mußte er sich auch hier etwas hervortun. Darum stellte er an die Bischöfe gleich die infame Forderung, sie möchten den vermutlichen Herausgeber der„Kölner Korrespondenz" aus den deulschen Diözesen lind somit aus seinem Baterlande verweisen I Er scheint sich aber an uns eklig die Finger verbrannt zu haben. Denn auf unsere Abwehr weiß er nichts zu antworten; auch die auf„Kölner" Seite so be- liebte Waffe persönlicher Angriffe versagte diesmal— ein Zeichen, daß der Hieb saß I" Jetzt versucht Herr Erzberger einen anderen Coup: er erklärt uns einfach für Z e n t r u m S g e g n e r, weil wir durch unsere Prinzipien angeblich die Grundlagen der Partei bekämpfen I DaS ist die neueste Parole Erzbergers. Wer also mit der Oster- konferenz verlangt, da» Zentrum stehe im Einklang mit den katholischen Grundsätzen, der bekämpst die Grundlagen der Partei und ist ein Zentrnmsgegiier, ja die Augsburger „Postzeitung"(Nummer 147, vom 3. Juli 1912), welche ebenso wie die„Kölnische Volkszeitung" den Erzbergerschen Unfliln abdruckt, fügt hinzu, die Anhänger der Osterkonferenz seien die gefährlicheren Gegner de? Zentrums, gefährlicher als die anderen politischen Parteien 1 1 Demnach wären die gefähr- lichsten Feinde deS Zentrums diejenigen, welche sagen, daS Zentrum dürfe nicht im Widerstnuch mit den kalholischen Grund- sätzen operieren. Das darf heute ein ZentruinSabgcordnetcr schreibe» und ZentrumSblätier dürfen eS abdrucken! Nicht ruhebedürftig. Von dem Chef des Großen Generalstabs, General v. Molike, hatte, wie wir gestern berichteten, die„Tägl. Rundschau" behaiiptcr. daß er sich danach sehn«, in den Ruhestand zu treten. Tics- Meldung wird nunmehr in aller Form dementiert. Im Interesse dec Steuerzahler ist zu begrüßen, daß kein Wechsel eintritt. Nochmals„die ärztlichen Scharfmacher". Von dem Rechtsanwalt Dr. Thiersch-Leipzjg als Beauftragten der Herren Dr. Hartmann und Dr. Götz vom Leipziger Aerztever- band erhalten wir folgende sogen.„Berichtigung", die wir nach dem Pressegesetz vorläufig abzudrucken genötigt sind: In Nr. 158 Ihrer Zeitung vom 16. Juli 1912 wird in einem mit der Ueberschrift„die ärztlichen Scharfmacher" versehenen Bericht über die Beleidigungsklage der Vorsitzenden des Leipziger Aerztcverbandes gegen den Redakteur Kempkens und den Dr. Baum in Köln behauptet: Die Angeklagten wiesen nach, daß der Inhalt des be- treffenden Artikels in seinem ganzen Umfang den Tatsachen entspreche: daß von feiten des Leipziger Verbandes die ärzt- lichen Ehrengerichte gegen die kassentreuen Aerzte mißbraucht und offen beeinflußt worden seien, daß der Leipziger Verband unter Aufwendung vieler Tausende aus seiner Kasse systema- tisch Kassenärzte zum Kontraktbruch verleitet habe, daß im offiziellen Organ des Leipziger Verbandes der Beschluß ver- öffentltcht worden sei, nicht nur keine Kassenmitglieder zu behandeln, sondern„auch keinen von den nichtVersicherten Auge- hörigen(!) der Kasscnmitglieder irgendwie(l) zu behandeln. auch nicht gegen Bezahlung und auch nicht in Notfällen".(!) Selbst Herr von Bethmann Hollweg habe demgegenüber' da» Wort von dem„Boykott Kranker und Sterbender" gebraucht. In Köln verhindere der Leipziger Verband die Beteiligung der dortigen Aerzte an den Fortbildungskursen der Akademie für praktische Medizin, sogar der Schnlärzte, so daß der Stadt Köln jährlich ein Defizit von 76 666 bis 89 600 M. aus den Kursen, die nun nur für auswärtige Aerzte stattsinden, ent- stehe, Dös ossizi?lle Orgay des Leipziger Verbandes habe die Dssisteiszarzkc der Kölner Krankenhäuser, weil dort Kassenkranke behandelt werden, aufgefordert, die Tätigkeit mit sechswöchiger Kündigung einzustellen, wobei das Matt auf die derzeit„gün- stige Konjunktur(II) dcS überall herrschenden Assistenten- mangels" hingewiesen habe. Ferner: das Gericht habe wegen der Beschuldigungen(Beeinflussung der Ehrengerichte, Verleiwng zum Vertragsbruch, Verweigerung ärztlichen Beistandes in Fällen dringender Gefahr) den Nach- weis für erbracht angesehen. Diese Behauptungen sind unwahr. Die Angeklagten haben weder ihre Behauptungen nachgewiesen, noch hat das Gericht den Nachweis als erbracht angesehen. franbrdcb. Das Gesetz Aber die Strafbataillone abgeändert. Paris, 11. Juli.(Gig. Ber.) Die Protestbewegung gegen die Einreihung der verurteilten AntiMilitaristen in die afrikanischen Bataillone hat einen ersten, wenn auch nur halben Erfolg gehabt. In der gestrigen Kammersitzung wurde die von unseren Genossen in der Armcekommission erwirkte Be- stimmung angenommen, daß die Einreihung in die Straf- bataillone nur im Fall der Rückfälligkeit statthaben soll. Es ist nunmehr zu ihrer Anwendung nötig, daß die betr. jungen Leute in der Zeit von ihrem 18. bis zum 21. Lebensjahre wegen antimilitäristischer Delikte zwei Ver- urteilungen zu mindestens sechs Monaten erlitten haben. In der Praxis wird das Wohl fast nie vorkommen. Indes werden die Sozialisten im Herbst weitere Anträge einbringen, die das Prinzip des Gesetzes selbst treffen. Mehr war bei der durch den Sessionsschluß bestimmten parlamentarischen Geschäftslage vorläufig nicht zu erreichen. Kelgien. Der Advokat der Korruption. Brüstet, 11. Juli.(Eig. Ber.) Aweiter SitzungStag der außerordentlichen Kammersession. Ein abscheulich heißer Julinachmirtag. Und das belgische Parlament hält seine Sitzungen von 2—5 Uhr.... Im Sitzimgssaal gehen die Diener herum und reichen den schwitzenden Deputierten einen er« lösenden Waffertruuk. Die Damen der Gesellschaft haben sich aber trotzdem— in.entzückenden' Sommertoilelten natürlich— zahlreich auf der reservierten Tribüne eingefunden.... Wäre man nicht auch in den Justizpalast gegangen, wenn ein berühmt eleganter, durch Gewandtheit bezaubernder Advokat, kurz eine.Zierde des Barreaus" als Anwalt eines samosen Schwindlers angekündigt gewesen wäre? Im Parlament aber wurde Herrn v. Broquevilles BerteidigungS« rede der klerikalen Wahlkorruption erwartet. Versichern wir gleich. daß die Damen immerhin auf ihre Kosten kamen.... Herr v. Broqueville ist in der Tat ein ganz eleganter Advokat. Er sieht tadellos auS. Er gestattet sich nicht einmal die plebejische Geste, mit einem Taschentuch über die heiße Stirn zu fahren. Ein eleganter Advokat, will sagen: ein eleganter NegiernngSchef schwitzt einfach nicht.— Herr von Broqueville kann keine fünf Minuten spreche», ohne daß ihm eine Flut von Zwischenrufen von der Linken enlgegensanst. Zeitweise ist es nur ein Dialog, wobei die Opposition kleine Reden hält. Sanft steht der Ministerpräsident inmitten des tobenden Lärnic«, erhebt die Hände zu abwehrender Gebärde, be- wegt sie beschwichtigend gegen die bösen Zwischenrufer. Will sich der SUum gar nicht beruhigen, legt Herr von Broqueville die linle Handfläche mit ler spanischen Grenze beschränkt wer- den soll. Es wird nur noch ein kleiner Guerillakrieg gegen die Regierungstruppen möglich sein. Die Einwohner Portugals, auch die der südlichen Provinzen, die bisher nicht besonders für die Republik geschwärmt haben, fangen an, der Unruhe müde zu werden, und werden eher die repu- blikanische Regierung als die Monarchisten unterstützen, um aus ihrer elenden wirtschaftlichen Lage herauszukommen. Der Sieg ist jedoch nicht der portugiesischen Regierung zu ver- danken, die sich infolge ihrer persönlichen Streitigkeiten und Eifer- süchteleien unfähig gezeigt hat, sondern dem Patriotismus der republikanischen Soldaten, d. h. des portugiesischen Proletariats. daS immer bereit ist, den Fortschritt zu verteidigen. Die Rolle, die der spanische Ministerpräsident EanalejaS in dieser Sache gespielt hat, ist eine sehr zweideutige. Trotz aller Warnungen hat er es zugelassen, daß die Monarchistenführer ihre Kriegsvorbcreitungen an der Grenze treffen konnten. Erst nach dem Proteste unseres Genossen Pablo JglesiaS und der spanischen Republikaner hat er Anweisungen gegeben, gegen die Verschwörer porzugehen. Man sagt auch, daß die beiden Geschütze sowie 20 000 Gewehre von spanischen Fabriken, unter dem Vorwand, daß sie für Mexiko und Paraguay bestimmt seien, den portugiesischen Monarchisten ge- liefert wurden. Gewiß empfindet die spanische Monarchie eS unangenehm, sich zwischen zwei Republiken zu befinden. Ihre Sympathie gilt dem entthronten portugiesischen König, aber alle ihre Anstrengungen sind vergeblich, da der portugiesische Monarchismus keinen Boden mehr im Lande hat. »• • Madrid, 12. Juli. Hier sind Telegramme von der Grenze ein- gelaufen, nach denen Couceiro sich an der Spitze von 700 Mon- archisten in Valenca befindet.— Der Gouverneur der Provinz CacereS telegraphiert, die spanischen Behörden hätten etwa vierzig Monarchisten verhaftet, die über die Grenze zu gehen beabsichtigten. Liffabon, 13. Juli. Der Führer der Monarchisten Couceiro soll am S. Juli an der Hand verwundet worden sein.— In ChaveS und Cabeceiras de Basto werden Kriegsgerichte eingesetzt werden. — Die flüchtigen Monarchisten auS CabeceiraS de Basto sind von drei Seiten eingeschloffen.— In dem unweit von Lissabon gelegenen Cezimbra ist es gestern zu Unruhen gekommen, in derem Verlaufe zahlreiche Personen verletzt wurden. Ein Konflikt in Spanien. Lissabon, 13. Juli. Eine amtliche Note stellt in Abrede, daß eiic Einverständnis zwischen dem portugiesischen Gesandten iu Madrid und den spanischen Behörden über die Ueberwachung der Monarchisten erzielt worden sei. Der portugiesische Ge- sandte habe beständig Mahnahmen verlangt, die versprochen, aber nicht ausgeführt worden seien. Am 27. Juni habe die spanische Regierung der portugiesischen Gesandtschaft in Madrid ßorge- schlagen, die Emigranten binnen acht bis zehn Tagen in den von der Grenze entfernten Provinzen Teruei und Cuenca zu inter- nieren. Der portugiesische Gesandte habe daS Anerbieten ange- nommcn. Bei Ablauf der Frist habe der Einfall, den man voraus- gesehen habe, stattgefunden. In der Note wird zum Schluß erklärt, daß die portugiesische Regierung auf die Antwort, die Spanien auf den von Portugal eingelegten Protest erteilt habe, sofort eine Eni. gegnung gesandt und der portugiesischen Gesandtschaft in Madrid tclcg'.aphisch Weisungen erteilt habe. Marokko. Unruhen in asten Bezirken dcö Landes. Fe,, 12. Juli. Vorgestern machte die Garnison von \ schieden« Redner ausführten, namentlich in der hier in Frage kommenden Abteilung, derart, daß es allzu leicht zu Differenzen kommen kann. Die Versammlung beschloh dann auch einstimmig, daß den beiden Entlassenen die Unterstützung auch fernerhin zu- teil werden soll. Sodann schilderte Trinis die Bedeutung des bevorstehenden Verbandstages' und berichtete ferner über die kürzlich abgehaltene Gaukonferenz. Eine Diskussion fand über diesen Punkt nicht statt.— In der Stichwahl der Delegierten zum Verbandstag wurden P a e w a l k und T r i n k S gewählt; im ersten Wahlgang war bereits Eue gewählt worden., Der Verband der Glaser teilt uns mit, daß die Sperre über die Firma„Groß-Berlin" lÄltendorfj aufgehoben ist. Die Werkstätten„Groß-Berlm" haben am Sonnabend der Verwaltung folgende schriftliche Erklärung zugehen lassen: „Die unterzeichnete Firma erklärt hierdurch mit dem Glaser- meister Fritz Altendorf, Friedenau, Varziner Straße 6. nichts gemein zu haben. A. war bis zum 10. Juli als unser technischer Leiter angestellt, ist aber wegen diverser grober Vergehen von uns entlassen worden. Wir erklären ferner, den Tarif für Groß-Berlin anzuer- kennen und bitten um Aufhebung der Sperre, welche durch die unlauteren, von uns nicht gutgeheißenen Machenschaften des p. � Altendörf, über uns verhängt wurde. Werkstätten für Glasmalerei und Bleiverglasung. B r e u e r." Die Sperre über die Firma v. Ottovicz bleibt nach wie vor bestehen. Deutkckes Reich. Streik auf dem Neubau der Landcs-Jrrenanstalt bei Brandenburg a. H. Wie uns aus Brandenburg a. H. mitgeteilt wird, sind vor einigen Togen auf dem Neubau der Landes-Jrren- anstatt, der in der Nähe von Brandenburg beim Görden errichtet wird, 110 bei der bekannten Berliner Firma Howe- stadt u. Contag beschäftigten Arbeiter in den Aus- st a n d getreten. Die Arbeiter, die mit der Firma in keinem TarifvcrhällniS stehen, hallen unier Hinweis auf die weiten Wege, die sie bis zur Arbeitsstelle zurückzulegen haben,«ine Lohn- s r hw h u n g von 5 P f. gefordert. Diese geringfügige Forderung war von der Firma, die itch auf keinerlei Unterhandlungen mit dem Lerbaud einließ, rundweg ab- gelehnt worden. Darauf legten die Arbeiter einmütig die Arbeit nieder. Die Firma soll jetzt eifrig bemüht sein, in Berlin Arbeitswillige für B r a n d e n b u r g� a n z u w e r b c n. Die Streikenden aber vertrauen auf das Solidaritäts- gefühl ihrer Berufslollcgen. Sie bitten, jeden Zuzug fern- zuhalten.__ Zur Beilegung des Konflikts in der hannoversche» Metallindustrie. Die Abstimmung über die vorliegenden Vorschläge ist von 5480 beteiligten Arbeitern vorgenommen worden. Davon haben 2733 für und 2033 gegen die Annahme gestimmt. Es wurden 54 un- gültige Stimmzettel abgegeben. Damit ist der Friedensschluß mög- lich gemacht worden. Am Freitig, den 12. Juli, fanden die Schluß- Verhandlungen statt, um die Einstellungsfrage zu regeln und ein Schlu tzprotokoll festzulegen. Das Schlußprotokoll bestimmt: 1. Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 57©tun- den. Am 1. Juli 1913 wird die wöchentliche Arbeitszeit auf 50>l Stunden verkürzt ohne weiteren Lohnausgleich. 2. Sämtliche Stundenlohnarbeiter erhalten eine Stunden- lohnzulage von 3 Pf........ 3. lieber die Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeitverkur- zung wird eine Verständigung in den einzelnen Werken zwiichen den Unternehmern und den Arbeitern herbeigeführt werden. 4. Es wird volle Koalitionsfreiheit gegenseitig gewahrte, ,tet. Jede Agitation im Werke ist untersagt. 6. Die Aufhebung der Aussperrung und die Wiederauf. nähme der Arbeit in den hannoverschen Betrieben wird davon abhängig gemacht, daß der Streik in sämtlichen bestreikten Hanno- verschen Firmen vorbehaltlos als beendet erklärt wird und die Sperren gegenseitig aufgehoben werden. � Die Arbeiter haben sich am 15. Juli in den Fabriken wieder zu melden und wird voraussichtlich die Arbeitsaufnahme Dienstag nächster Woche deginnen. Damit scheint der Friede endlich gesichert. Die Aussperrung in Magdeburg und Halle a. S. ist am Donnerstagabend durch den Bevollmächtigten des Gesamtverban- des deutscher Metallindustrieller aufgehoben worden. Eine Anzahl Betriebe in den zuletzt benannten Orten haben schon bor Auf- Hebung der Aussperrung die Arbeit aufnehmen lassen. Ueber die Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeitverkürzung soll eine Verständigung in den einzelnen Werken zwischen Unter- nehmern und Arbeitern herbeigeführt werden. Wo es nicht zu einer Verständigung kommt, wird vorläufig die von den Unter- nehmern gewünschte Verteilung vorgenommen. Drei Monate nach Wiederaufnahme der Arbeit soll jedoch durch eine Abstimmung der gesamten Belegschaft, zu der auch die von der Verkürzung be- troffenen Werksbeamten zu zählen sind, der Wunsch der Majorität maßgebend sein. Ausschlaggebend sind drei Fünftel der abgegebenen Stimmen. Die Abstimmung erfolgt durch Stimmzettel. Die Einstellung der Arbeiter erfolgt nach Maßgabe der Be- triebs- und BedarfSverhältniffe der Werke. Bei der Einstellung sollen die Arveiter, soweit wie möglich, ihre alten Arbeitsplätze wieder erhalten. Die Einstellung hat derart zu erfolgen, daß zu- nächst alle vor dem Streik und der Aussperrung beschäftigten Ar- beiter der Betriebe eingestellt werden, soweit sie sich bis zum Mittag des 15. Juli gemeldet haben. Dann erst kommen bei weiterem Bedarf fremde Arbeiter in Frage. Es darf keinerlei Belästigung arbeitswillig gebliebener, inzwischen neu eingestellter oder streikender oder ausgesperrter Arbeiter vorkommen. Jede der- artige Belästigung wird nach der Arbeitsordnung bestraft, gegebenen- falls durch Entlassung, Bis zum 5. August können die Arbeiter an ihre alte Arbeitsstätte ohne Vermittelung des Arbeitsnachweises zurückkehren. Vom 0. August ab tritt der Arbeitsnachweis siir alle Arbeiter wieder in feine Wirksamkeit. In der Schuhfabrik von H. Zehl in Dresden sind ernste Diffe- renzen ausgebrochen. Wiederholt waren die Arbeiter gezwungen. zu ungerechtfertigten Entlassungen Stellung zu nehmen. Jetzt kündigte die Firma den ersten Bevollmächtigten der Zahlstelle des Verbandes der Schuhmacher, ohne einen stichhaltigen Grund dafür Id. Gkockc. Berl-n. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchvr.u Verlagsa-iitali angeben zu können. Die Verhandlungen, welche der ArbeiierauS- fchuß unter Hinzuziehung des Vertreters der Organisation führte, waren ohne Erfolg. Ein gleiches Resultat ergab eine Sitzung des Verbandes der Schuhwarenfabrikanten Mittelsachsens. Gegenwärtig ist die Angelegenheit den Hauptstellen der beiden Verbände unterbreitet. Da die Firma bereits nach Arbeitern annonciert hat, so machen wir darauf aufmerksam, daß Arbeitsangebote nach dort vorläufig nicht anzunehmen sind. Tie Lohnbewegung der Bremer Hafenarbeiter beendet. Schon kürzlich wurde darüber berichtet, welche Erfolge die nichtständigen bremischen Hafenarbeiter bei den Tarifverhandlungen errungen haben. Jetzt haben auch die Verhandlungen wegen der im festen Arbeitsverhältnis stehenden Slauereiarbeiter ihren Abschluß gefunden. Es wurde ein Tarif abgeschlossen, der diesen Arbeilern eine Lohnerhöhung von 2 M. pro Woche bringt. Der Anfangslohn wurde um 3 M. pro Woche erhöht. Ferner wird je nach Dauer der Beschäftigung ein Sommerurlaub von drei bis sechs Tagen ge- währt, im übrigen gelten für diese Gruppe die Bestimmungen des allgemeinen Tarifs. Bemerkenswert ist, daß sich die Unternehmer bisher weigerten, die Organisation als die Vertreterin der im sksren Arbeitsverhältnis stehenden Arbeiter anzuerkennen. Das „feste Verhältnis" hat die Arbeiter ebenso wenig gehindert, sich der Organisation anzuschließen, wie die sogenannten Wohlsahrtsein- richlungen, die den Arbeitern eine Prämie von 50 Mark nach un- unterbrochener fünfjähriger Tätigkeit gewähren. An dieser Einrich- tung hat das Unternehmertum kein Interesse mehr, deshalb soll die Prämie nunmehr wegfallen.— Am 1. Mai 1913 tritt die neunstündige Arbeitszeit in Kraft. Alle Tarife haben bis 80. Jum 1914 Gültigkeit. Die Bremer Seeleute haben auch Forderungen eingc- reicht, die Reeder hielten es aber nicht für notwendig, darauf zu ant- warten, sie haben nur die Hamburger Bestimmungen über die Ueber- stunden eingeführt.._____ Versammlungen. Der Deutsche Holzarbeiterverband hielt am Donnerstag in den „Concvrdia-Sälen" eine außerordentliche Generalversammlung ab, um zunächst die Berichterstattungvom Verbands tag entgegenzunehmen. Das Referat hatte Richard Leopold über- nommen, der sich seines Auftrages in längeren Ausführungen über die vom VerbandStag vorgenommenen Beschlüsse entledigre und auch die Motive zur Kenntnis brachte, welche den Verbandstag bei seinen Beschlüssen bewegt hatten. Allgemeine Verurteilung habe die Weigerung der Zahlstelle Charlottenburg gefunden, sich den Beschlüsien der letzten VerbandLtage gemäß an die Zahlstelle Berlin anzuschließen. Es sei nunmehr beschlossen worden, daß dieser An- schluß am 1. Juli o. I. unter allen Umständen staltfinden müsse. Redner würdigt dann im einzelnen die Arbeit des VerbandStages. Der Verbandstag, so schloß der Referent seine Ausführungen, sei gewissermaßen der Abschluß alter Kämpfe gewesen, zu neuen be- vorstehenden Kämpfen habe er das Rüstzeug geschmiedet, und von den Berliner Holzarbeitern werde erhofft, daß sie sich auch in Zu- kunit als Elitettuppe des Verbandes erweisen. Zur Diskussion meldete sich nur ein Redner, der im großen und ganzen sich mit der Tätigkeit deS VerbandstageS ein- verstanden erklärte. Der Vorsitzende konstatierte dann, ohne Wider- spruch zu finden, daß die Versammlung die Tätigkeit der Tele- gierten und die Beschlüsse deS VerbandstageS anerkenne. Anschließend wurden dann die Wahlen der nichtbesoldeten Mit- glieder des Hauptvorstandes, der Revisoren, der Pretzkommisston und des Gauvorstandes vorgenommen. Per Akklamation wurden in die Preßkommission wiedergewählt: Richard Leopold, Her- man» Schwarzmeyer, Heinrich Späths, Robert Schmidt und Franz S t ö ck e l. Das Resultat der übrigen Wahlen, die durch Stimmzettel vorgenommen wurden, ist folgendes: Zu unbesol- deten Mitgliedern oes Hauptvorstandes wurden gewählt Jakob Wenzel. Tischler, Alois D ö ring, Klavier- arbeiter, Robert Schade, Tischler und Hermann L i e tz, Tischler; Stichwahl findet statt zwischen Emil Oehlert, Vergolder, Gustav G ä b l e r, Tischler, Georg M a i e r, Drechsler und Willi Thielemann, Maschinenarbeiter. Zu Revisoren gewähit sind Karl Klingner, Tischler, Felix Leopold, Klavier- arbeiter und Paul M i ch a I t s e ck, Tischler. In den G a u v o r- stand wurden gewählt Albert Schreiber, Polierer. Wilhelm Güth, Tischler, Fritz Hübner, Maschinenarbeiter, Otto D a h l k e, Drechsler und Hugo Langhammer, Tischler, L,ctzU ftachrfchtcin Zum englisch-aiNerikauischen Konflikt. Washington, 13. Juli.(W. T. B.) Der Senat beschloß, die Panamakanalbill nach Erledigung der Tagesordnung der nächsten Sitzung zur Abstimmung zu bringen. Dies bedeutet die Ablehnung deS von England gestellten Ersuchens, die Bill zwecks diplomatischer Verhandlungen anzuhalten. Drei Menschen erstickt. Hamburg, 13. Juli.(W. T. B.) In dem Drogengeschäft von Max Westphalen in Kohlhöfen war der Bruder deS Inhabers, Rudolf Westphalen, mit zwei Lehrlingen auf einer Leiter in den Geschäftskeller hinabgestiegen, um Schwefelkohlenstoff umzufüllen. Da das lange Untendleiben der drei Leute Beunruhigung hervorrief, begab sich der Schutzmann Schmitt in den Keller und holte einen Lehrling bewußtlos heraus. Als der Schutzmann dann die beiden anderen retten wollte, stürzte er von der Leiter in den Keller ab. Die nun herbei- geholte Feuerwehr konnte nur noch die Leichen Westphalen?, des zweiten Lehrlings und des Schutzmanns, die durch Schwefelkohlen- stoffdämpfe erstickt waren, bergen. Vom Zuge überfahren. Hannover, 13. Juli.(H. B.) Gestern nachmittag wurde vom Zuge der Strecke Altenbcken-Hannover bei der Station Bornum ein junger Mann überfahren. Die Leiche war derartig zerstückelt, daß eine Rekognoszierung unmöglich war. Ob Unglück oder Selbst- mord vorliegt, ist noch unbekannt. Zwei Kinder verbrannt. Köln, 13. Juli. lW. T. B.) Wie aus Eil. Kreis Mülheim am Rhein, gemeldet wird, brach in einem Schuppen der dortigen Dynamitfabrik Feuer aus. Im Augenblick stand das ganze Gebäude in Flpmmen. Zwei Kinder, die im Schuppen spielten, sinp verbrannt. Schwerer Eisenbahnunfall. Freiburg, 13. Juli. Gestern abend entgleisten zwischen Titisee und Neustadt von dem um 3 Uhr 7 Min. von Titisee ab- gehenden Personenzug zwei Wagen. Drei Kinder wurden grtStet, zwei Personen erlitten schwere Kopfverletzungen. Widerrechtliche Verhaftung. Paris, 13. Juli.(P.-C.) Wie aus Marseille gemeldet wird, verhaftete die dortige Polizei heute morgen den General. sekretär des Dockarbeiterverbandes. Felhol. Dieser hatte die Dockarbeiter aufgefordert, erneut die Arbeit niederzulegen. Neuer Ausstand in den Lena-Gruben. Petersburg, 13. Juli. iP.-ll-) Hier eingetroffenen Meldungen aus B o d a i b o zufolge sind die Arbeiter der Lena-Gruben mit der neuen Arbeitsregelung unzufrieden und haben wieder den Streik proklamiert._ Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilage». Dr. 162. 29. Iahrgaag. 1. Keilllge des„iormiittö" Kerlim JIolteMött. Soantilj, IL Itli 1912. Die Reorganiiation der Parteileitung. Von Wilhelm Sittmann. Seit die vom Jenaer Parteitage eingesetzte Reorganisations- kommission ihre Abänderungsvorschläge zum Parteistatut ver- ösfentlichi hat, wird in der Parteipresse sehr lebhaft über die zweck- mäßigste Ausgestaltung unserer Parteiorganisation diskutiert. Besonders eingehend wird dabei die Frage erörtert, wie unsere Parteileitung zu erweitern ist, damit sie mehr politische Initiative und Aktivität zu entwickeln vermag und stets in Möglichst innigem Konnex mit den Parteigenossen im Lande steht. Die Ansichten darüber sind recht geteilt. Die Absicht der Reorgani- sationskommission, den erwähnten Zweck durch die Einsetzung eines ZWpfigen Parteiausschusses zu erreichen, scheint nach den bis- herigen Auslassungen in unserer Presse mehr Widerspruch als Zustimmung zu finden. Die enge Fühlungnahme mit den ein- zelnen Landesteilen, die der neue Ausschuß ermöglichen soll, glaubt man besser durch die periodisch abzuhaltenden Sitzungen des Partei- Vorstandes mit den Bezirks- und Landesvorständen erreichen zu können. Für die Politisierung des Parteivorstandes schlägt man an Stelle des Ausschusses eine Vermehrung des ehrenamtlichen Elements im Vorstande um 7 bis 9 Beisitzer und eine gleiche Ver- stärkung der Kontrollkommission vor. Diesen Vorschlägen gebe auch ich den Vorzug vor dem Vorschlage der Kommission, in deren Schöße ich mich bereits in gleichem Sinne ausgesprochen habe. Wer ich halte auch jene relativ bessere Regelung nicht für ausreichend, da sie nur den Wirkungen und nicht den Ursachen des Uebels zu steuern sucht, als das man allgemein die U e b e r- bürdung der besoldeten Vorstandsmitglieder mit V e r w a l t u n g s a r b e i t e n ansieht. Dieser allseitig als uner- wünscht bezeichnete Zustand, der eine Folge des Wachstums unserer Bewegung ist, bleibt nach wie vor bestehen, ob nun ein neuer Parteiausschutz eingesetzt oder ob eine Verstärkung des ehren- amtlichen Elements in Vorstand und Kontrollkommission vorge- nommen wird. Will man das„Ueberwuchern des bureaukratischen Geistes" wirksam verhindern, so genügt es nicht, das ehrenamtliche Element gegenüber dem besoldeten zu verstärken, sondern man mutz auch den besoldeten Vorstandsmitgliedern die Möglichkeit geben, sich seiner erwehren zu köu- ne n. Diese Möglichkeit ist aber heute nicht da. Sehr zutreffend schildert die„Fränkische Tagespost" in Nürnberg in einem Artikel zur Aenderung der Parteiorganisation den heutigen Zu- stand und seine notwendigen Folgen, indem sie schreibt: „Die gewerblichen Unternehmungen der Partei, Druckereien, Hausbesitz usw. haben einen bedeutenden Umfang angenommen, sie absorbieren zum großen Teil die Arbeitskräste des Partei- Vorstandes. Da braucht man eine neue Maschine, dort ist eine Hypothek zu beschaffen, hier wird ein Umbau unternommen oder ein Grundstück angekauft usw. Ueberall mutz der Parteivorstand dabei sein, eine umfangreiche Korrespondenz erwächst. Reisen sind notwendig, der Parteivorstand mutz diesen Unternehmungen seine größte Aufmerksamkeit zuwenden, er mutz überall mit Rat und Tat beistehen, denn Verluste sollen vermieden werden, die Ge- schäfte sollen prosperieren. Es ist ganz selbstverständlich, daß darunter die politische Aufgabe des Parteivorstandes leiden mutz.... Wo sollen denn Parteigenossen, die mit den Sorgen umfangreicher gewerblicher Betriebe belastet sind, die Initiative zu allen notwendigen politischen Aktionen hernehmen, wie können sie überall und immer vorne dran sein, richtunggebend eingreifen, wenn sis' meist mit Geschäften zu tun haben? Man verlangt da zuviel." Diese Schilderung trifft den Nagel auf den Kopf. Ich möchte sie noch ein wenig ergänzen. In Berlin selbst wird der Parteivor- stand ebenfalls stark in Anspruch genommen durch allerlei not- wendige Sitzungen, sei es mit den Berliner Parteiinstanzen, der Pretzkommission des Zentralorgans, dem Bildungsausschutz, dem Pressebureau, dem literarischen Bureau usw. oder mit dem Jugendausschutz und der Gcneralkommission der Gewerkschaften. Dazu kommt serner, daß einige Vorstandsmitglieder Pflichten als Stadtverordnete, die meisten auch noch als Reichstags- abgeordnete zu erfüllen haben, durch die ihre Zeit periodisch stark absorbiert wird und deren Ausübung durch sie durchaus im Parteiinteresse liegt. Wenn die Parlamentsarbeit sie freigibt, baben die Vorstandsmitglieder zu sorgen, den Bericht für den Parteitag zusammenzustellen, die Ferien beginnen, die kein Mensch ihnen mitzgönnen wird, die aber naturgemäß während der Sommermonate die Zahl der Arbeitskräfte im Vorstand verringern, die Vorbereitungen für den Parteitag kommen hinzu, später er- weist sich das Nachholen der durch den Parteitag verursachten Ver- zögerungen als notwendig, und dann beginnen bald die Parlamente kleines Feuilleton. Höllen auf Erden. Die Hitzewelle, die gegenwärtig wieder in Amerika wütet und ihre Opfer fordert, stellt auch uns das bedroh- liche Schreckbild einer Zeit vor Augen, in der die Strahlen der Sonne nicht mehr Segnungen und Freude bereiten, sondern zu den verderbenbringenden Pfeilen des Phöbus Apollo werden. Doch selbst, wenn uns wieder, wie im Vorjahr einige Wochen der Schwüle in Aussicht stehen sollten, so können sie doch höchstens als ein kleines Fegefeuer betrachtet werden, im Vergleich mit den Höllen- aluten. die in manchen Gegenden unseres Erdballes etwas ganz Alltägliches sind. Unter diesen„Höllen auf Erden" ist wohl die schlimmste die des Roten Meeres. Hören wir, was uns ein Reisender, der Franzose Chevrillon. davon erzählt:„Wir sind auf der Höhe von Massaua. Schwere, feuchte Hitze, in der sich die Glieder gleichsam aus ihren Gelenken zu lösen scheinen, in der jedes Wesen schmilzt und schwach wird, nasse Schwüle, die Tag und Nacht lastet und entnervt. Trotz des Doppelzeltes, das auf allen Seiten das Schiff bedeckt und das Meer ebenso wie den Himmel verbirgt, sind die Augen entzündet von dem Uebermatz der Helligkeit. Kein Luftzug; die feurige Luft steht starr und un- beweglich wie eine brennende Mauer. Bisweilen blitzt das Meer auf durch einen Spalt im Zelt, und erscheint wie eine Decke von flüssige Glas, trägt, dicht, drückend. Nichts Furchtbareres und Beklemmenderes gibt es, als ein unerträgliches Aufglühen im Sonnenfeüer. Man dämmert dahin in einer schweren Betäubung, in der das Gehirn wüst erzittert, und einem plötzlichen Aufblitzen der Angst, beim jähen Emporschrecken und jenen wilden Visionen voll Grauen, die sich der widerstandunfähigen Phantasie bemäch- Todesfälle, die durch die Hitze während der Fahrt im Roten Meer hervorgerufen werden, sind zahlreich. Man zählt hier bis zu bv Grad im Schatten, und wie in Amerika ist es die Feuchtigkeit der Lust, die die Hitze noch unerträglicher macht. Aber der Witzeste Fleck ist das Rote Meer noch nicht; tn der Sahara werden noch ganz andere Temperaturen gemessen; die größte Wärme, die Henri Duverrier hier feststellte, betrug 67 7 Grad Celsius In den französischen Kolonien von Nordafrika steigt die Wärme häufig bis über 40 Grad, und man darf von Gluck sagen. wenn man wenigstens von dem glutheitzen. giftigen Wüstensand verschont bleibt. Eine Vorstellung von der Hitze gibt eine Ge- schichte, die der General Ouesnoy erzahlte. Er fuhr mit der Post von Orleansville nach Tenes. als einer der Reisenden rief:...ras wird aber heut eine heiße Fahrt, man kanns schon jetzt kaum aus- ltalten."„So heiß." antwortete der Postillon ruhig,„datz man d,e Eier an der Sonne lochen kann". Eine Wette ward abgeschlossen; Vier rohe Eier wurden auf den Kutscherbock gelegt, und bevor man die erste Station erreichte, waren sie ganz hart gekocht. Aber nicht nur die Hitze, sondern auch die Külte schafft Hollen auf Erden. fistne solche ist die Stadt Wetchojansf in Sibirien, 67 Grad 33 Minu- wieder. So sind unsere beamteten Vorstandsmitglieder in einen so verschlungenen Kreis von Pflichten und Arbeiten gestellt, datz sie mehr von diesen geschoben werden, als daß sie über den Ar- beiten ständen, und sie beherrschten und dirigierten. Das ist ein Zustand, gleich unerwünscht für die Vorstandsmitglieder wie für die Partei. Mit den Kräften unserer besoldeten Vorstandsmitglieder wird Raubbau getrieben, ihnen fehlt die Zeit und die Mutze zur Anteilnahme an der geistigen Fortentwickclnng der Partei und zu ihrer eigenen Weiterbildung. Sie vermögen auf die Dauer dem Fortschreiten unserer Bewegung auf allen Gebieten um so weniger zu folgen, als bei der immer größeren Spezialisierung der Partei- arbeiten es für den einzelnen überhaupt unmöglich wird, alle Materien vollständig zu beherrschen und jeder, der sich nicht mit der Rolle des Dilettanten und Routiniers begnügen will, sich auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren mutz. Die Möglichkeit hierzu sollte für unsere beamteten Vorstandsmit- glieder geschaffen und gleichzeitig die Arbeitserledigung innerhalb der Parteizentrale so geregelt werden, datz sie sich von selbst gegen- seitig über alles Wichtige auf allen Arbeitsgebieten der Partei laufend unterrichten und vor den Einseitigkeiten jeder Speziali- sierung bewahren können. Das liegt ebenso sehr im Interesse der Partei, wie in dem der in Frage stehenden Personen. Da es zur Unmöglichkeit geworden ist, den Vorstand aus lauter Genossen mit Universalqualifikationen zusammenzusetzen, mutz die Partei danach trachten, möglichste Universalität des Vorstandes, als der leitenden Körperschaft der Partei, dadurch zu erzielen, daß sie den Vvrfyand bildet aus anerkannten Autoritäten auf den verschiedenen Ar- beitsgebieten. Das sichert dem Gesamtvorstande, wie seinen einzelnen Mitgliedern dann auch die erforderliche Autori- t ä t, die ja in der Partei nur anerkannt wird, wenn sie auf Wissen und Können basiert. Sich diese Erfordernisse erhalten und sie laufend vervollständigen zu können, dazu mutz unseren beamteten Vorstandsmitgliedern die nötige Zeit und Mutze ge- geben werden. Das ist der s p r i n g e n d e H u n k t bei der ganzen Reorganisation der Parteileitung. Damit wird das Uebel an der Wurzel angepackt. Leider ist man in unserer Partei vielfach von der Vorstellung befangen, ein Parteibeamter müsse von früh bis spät mit Bureau- und Verwaltungsarbeiten beladen sein, und zu einer Anstellung entschließt man sich meist erst dann, wenn eigent- lich bereits Arbeit für zwei Kräfte vorhanden ist. Dabei betonen wir bei der Vertretung unserer Anschauungen immerfort, datz die Entlastung von übermäßiger Berufsarbeit die erste Voraussetzung für die Entfaltung der Fähigkeiten des einzelnen ist. Das trifft aber auch auf die Mitglieder unseres Parteivorstandes zu. Ohne gleichzeitige Verniehrung der besoldeten Kräfte im Parteivor st ande ist daher die angeregte Ent- lastung der jetzigen Vorstandsbeamten nicht möglich. Andererseits mutz man bei der Neuwahl besoldeter Vorstandsmitglieder darauf Rücksicht nehmen können, für welches befondere Arbeits- gebiet im Vorstande eine neue Kraft notwendig ist, wenn man planmähig im obigen Sinne vorgehen will. Das setzt wieder vor- aus, datz im Parteivorstande selbst eine systematische Ar- beitsteilung erfolgt, die derjenigen entspricht, die sich in der Gesamtpartei im Laufe des letzten Jahrzehnts immer mehr her- ausgebildet hat; ebenso setzt das voraus, daß sich die jetzigen Vor- standsmitglieder für eins dieser Arbeitsgebiete als ihr Spezial- gebiet entschieden haben müssen. Ich habe schon im vorigen Jahre durch einen Artikel im„Vorwärts"(Nr. 292 vom 39. August 1311), durch den dir Frage der Reorganisation der Parteileitung in Fluß gebracht wurde, darauf hingewiesen, datz etwa zehn bis zwölf Spezialgebiete mit je einem besoldeten Sekretär in Frage kommen könnten, und datz je zwei verwandte Spezialgebiete zu einem Ressort zu vereinigen wären, in dem sich die beiden be- treffenden Sekretäre gegenseitig zu vertreten haben würden. Zur besseren Veranschaulichung führte ich damals beispielsweise fol- geude Einteilung an: I. Ressort: 1. Allgemeines und Neichspolitik.— 2. AuL- land und internationale Beziehungen. II. Ressort: 1. Sozialpolitik.— 2. Gewerkschaftswesen. III. Ressort: 1. Landespolitik.— 2. Kommunalpolitik. ZV. Ressort: 1. Presse und Literatur.— 2. Bildungswesen. Ressort: 1. V. VI. raüenbewegung.— 2. Jugendbewegung. Ressort: 1. Organisation.— 2. Finanzwesen. Bei einer solchen oder ähnlichen Ressortbildung wären etwa wöchentlich zweimal regelmäßige Gesamtvorstandssitzun» gen notwendig, in denen jeder Ressortsekretär die wichtigsten Au- gelegenheiten seines Ressorts zum Vortrag bringen und der Be- schlutzfassung des Gesamtvorstandes unterbreiten müßte. Dadurch würde alle Vorstandsmitglieder laufend über alle wichtigen Vor- ten 31 Sekunden nördlicher Breite. Steinhäuser gibt es hier nicht, sondern man wohnt in Holzhütten und Erdhöhlen; große Hitze wechselt hier mit noch größerer Kälte. Die Durchschnittstemperatur der heißesten Tage beträgt 39 Grad über Null, die der kältesten 61,9 Grad unter Null.'Die Durchschnittstemperatur beläuft sich immerhin auf 16,7 Grad unter Null. Die unglückliche Stadt hat nur 49 Tage im Jahr den Genuß des Sonnenlichtes. Di« Nerven beim Sonnenstich. Heber die Ursachen, die Merk- male und Folgen des Hitzschlages find schon viele Forschungen ver- öffentlicht worden, während der eigentliche Sonnenstich wegen seines selteneren Vorkommens noch keine ganz ausreichende Ausklärung erfahren hat. Namentlich läßt die Kenntnis des Einflusses auf die Nerven noch zu wünschen übrig. Ueber diesen Punkt hat Professor Weisenburg aus Philadelphia eine ausführliche Arbeit veröffentlicht. Er schildert darin namentlich einige Fälle, die als ungewöhnlich �zu betrachten sind. Bei einem vom Sonnenstich betroffenen Mann wurden viel- fache Verletzungen der Nerven festgestellt, die zu einer vorüber- gehenden Gehirnlähmung führten. Bei einem anderen Fall, der mehr als Hitzschlag anzusprechen war, traten eigentümliche Muskel- krämpse auf. Ueberhaupt sind Lähmungserscheinungen bei derartigen Unfällen nicht selten, dagegen scheinen Störungen der SinneStätigkeit niemals vorzukommen. Ueber die Art der Nervenverletzungen bei Hitzschlag und Sonnen- stich ist deshalb so wenig bekannt, weil es verhältnismäßig selten zu einer anatomischen Untersuchimg gekommen ist. Die Annahme, daß dabei eine Blutüberfüllung des Gehirns, die Bildung von Blut- gerinsel in den Adern, kleine Blutungen im Rückenmark, eine Gehirn- Hautentzündung, Veränderungen in den einzelnen Zellen, eine Wasserentziehung aus den Geweben, eine Vergiftung der Säfte und dergleichen die Erklärung der Krankheitsmerkmale ab- geben soll, zeigt nur, wie wenig Sicheres über die Wirkung unmäßiger Hitze erwiesen worden ist. Steht doch jener Theorie von der Blutübersüllung eine andere gegenüber, wonach auch eine Blutleere des GehirnS zum Hitzschlag oder wenigstens zum Sonnenstich führen kann. Professor Weisenburg hält es für nicht unwahrscheinlich, daß eine Vergiftung der Säfte vorliegt, die wohl in einigen Fällen vielfache Blutergüsse verursacht. Außerdem muß aber im körperlichen Zustande eines Menschen etwas gegeben sein, was ihn besonders anfällig dafür macht, dem Einfluß einer hohen Temperatur zu erliegen. Der Forscher hat mehrere Jahre als Stabsarzt auf den Philippinen zugebracht und trotz der tropiscben Hitze bei den neu angekommenen, also an das Klima noch garnicht gewöhnten Soldaten nur sehr wenige Fälle von Hitzschlag erfahren. Unter den Eingeborenen kam er überhaupt niemals vor. Die Soldaten, die davon befallen wurden, hatten sich entweder mut- willig der Sonne ausgesetzt oder Alkohol genossen. Ueberhaupt legt Dr. Weisenburg das stärkste Gewicht auf die Lehre, daß man sich bei ungewöhnlich heißem Wetter des Alkoholgenusses enthalten müsse, be- sonders wenn man einer körperlichen Anstrengung in der Sonnen- l glut entgegengeht, kommnisse auf allen Arbeitsgebieten informiert und vor Einseitigkeit und Verknöcherung infolge der Arbeitsspezialisierung bewahrt. Ebenso würden auch die Beschlüsse des Vorstandes vor demselben Schicksal behütet. Wenn außerdem gemäß den eingangs erwähnten Vorschlägen noch eine Vermehrung des ehrenamtlichen Elements im Vorstande erfolgt, ist jedenfalls die denkbar größte Garantie gegeben, daß nicht„des Gedankens Blässe", sondern das „frisch pulsierende Leben" allen Entscheidungen den Stempel auf- drückt. Die vorstehend in Vorschlag gebrachte Arbeitsteilung ist k e i n e willkürliche, sie entspricht der in-der Partei organisch ent- standenen, die auch örtlich bereits stark ausgeprägt ist. Während- früher die örtlichen Parteileitungen alle Arbeitsgebiete beackern mutzten, haben wir jetzt überall eine Reihe von Spezial- körperschaften. wie die Bildungsausschüsse, die Jugendaus- schüsse usw.. die bestimmte Gebiete ausschließlich bearbeiten. Mtt den Genossen, die in den Orten und Bezirken die einzelnen Zweige der Parteiarbeit leiten, mützten natürlich die betreffenden Spezial- sekretäre im Vorstande lausend in innigem Konnex sich be- finden und aus diesen Kreisen würde sich für sie auch mit Leichtig- keit ein Sachverständigenbeirat ergeben, dessen Anregun- gen und Urteile die Arbeit in der Parteizentrale fördern und be- fruchten würden. Noch ein paar Worte zu den zu erwartenden Einwanden. Wenik man eine solche systematische Arbeitsteilung als„bureaukra- tisch" zu verschreien sucht, so bedeutet das eine Verkennung der sich in unserer Partei durchsetzenden organischen Entwickelung und auch des Begriffes der Bureaukratie. Man hüte sich, ihn«IS Schlagwort gegen jede Arbeitsteilung, Regelung und Ordnung zu gebrauchen, die unumgänglich mit der Differenzierung und Ver- tiefung unserer Bewegung und aller ähnlichen Organismen ver- Hunden sind. Solange nicht die leere Form die lebendige Sache beengt und hindert, das Mittel nicht den Zweck beeinträchtigt, darf man nicht von Formalismus, Bureaukratismus usw. reden, wie das vielfach geschieht. Auch das gegen eine solche Vorstandserweite- rung zu erwartende Argument, datz eine kleinere Körperschaft schneller entscheiden könne und beweglicher sei als eine grötzere. sollte man weniger oft anwenden, als es der Fall ist. Letzten Endes läuft es in seiner Uebertreibung darauf hinaus, daß die Autokratie der Demokratie überlegen sei, eine Afterweisheit, die wir ja von unseren Gegnern tagtäglich hören können. Unsere Grotz-Berliner Genossen sind auch nicht vor der Alter- native zurückgeschreckt, ihren Aktionsausschuß aus zwei Dutzend Genossen zusammenzusetzen und ihren Zentralvor- stand gar aus mehr als der doppelten Personenzahl, ganz abge« sehen davon, datz auch in der kommunalen Selbstverwal» t u n g(in Frankfurt a. M. besteht z. B. der Magistrat ouS 14 besoldeten und 14 unbesoldeten Mitgliedern) dafür genügend Vorbil» der vorhanden sind, datz eine Aktionskörperschaft sehr wohl 29 bis 39 Köpfe stark werden kann. Wenn im Parteivorstande von den besoldeten und unbesoldeten Mitgliedern eine solche Kopfstärke erreicht ist, mag der jetzt schon hin und wieder angedeutete Ausweg ernstlicher Erwägung wert sein, ob statt einer weiteren Verstär- kung der Vorstandsmitglieder nicht eine Anstellung von nicht dem Vorstande angehörenden Beamten vorzuziehen sei; heute ist der Ge- danke noch verfrüht. Im übrigen sind auch jetzt schon dafür Ansätze vorhanden in dem angestellten technischen Zeitungssachverständige« und der angestellten Hilfskraft im Frauenbureau. In-dem jetzigen Stadium der Parteientwickelung muß eS darauf ankommen, den nötigen Einklang zwischen der organisch eni« standenen Arbeitsteilung in der Gesamtbewegung und der plan- mäßigen Arbeitsteilung in der Parteizentrale herbeizuführen und' damit gleichzeitig die nötige Entlastung der Vorstandsbeamten von Verwaltungsarbeitcn zu erreichen, die wiederum nur durch entsprechende Vermehrung der besoldeten Vorstandssekretäre möglich ist; die borjährige Vermehrung beseitigte nur die gröblichste Ueberlastung. Diese Matznahmen im Verein mit der sonst vor- geschlagenen Vermehrung des ehrenamtlichen Elements in Bor- stand und Kontrollkommission sichern die allseitig gewünschte Zurück- drängung des bureaukratischen Geistes und die Entfaltung größere" Initiative und Aktivität. Daher sollte die Partei die Reorgani satigg der Parteileitung in diesem Sinne vornehmen,. Der itaiieuiiche Parteitag. Reggio Emilia, den 10. Juki 1912. Vierter Tag. Im Anschluß an das gestrige Votum über den Ausschluß der vier rechtsreformistischen Abgeordneten ist Genosse C a n e p a, de» Paul Meyerheim wurde am Sonnabend siebzig Jahre alt. Gerade hatten wir Gelegenheit, in der«Großen" die Kunst dieses Berliner Malers kennen zu lernen: ei« sehr detaillierter, fleißiger, aber auch langweiliger Realismus. Dazu die LebenSengr der Zeit um 79, patriarchalische Großväterei und kleinstädtisches Spießertum. Darüber hinaus hat eS Meyerheim nie gebracht. Eines seiner be- kanntesten Bilder ist das einer Menagerie; es wurde mit wahlloser Neugierde für bedürfnislose Leute, Leser der.Gartenlaube' und des „Hinkenden Boten" gepinselt. Wenn man von Meyerheim baS beste sagen will, was überhaupt gesagt werden kann, so ist daS: daß er in die Gefolgichaft von Adolf Menzel gehört. Aber nur in den Troß. Darum ist es eine lächerliche Uebertreibung, wenn einige bürgerliche Blätter Jubiläumshymnen loslassen. Zwar murmeln sie beschämt zwischen den Hurras kritische Einschränkungen; immer- hin, sie feiern. Solche Sentimentalität ist albern und ist es dovpelt, weil Meyerheim nicht nur ein mäßiger und ganz belangloser Maler, sondern auch ein bewußter Gegner der modernen Kunst ist. Ein- geweihte wissen, wie er mit allerlei Mittelchen Herrn von Tschudi befehdete, wie er auch heute noch seinen Mißmut bestimmten Hof' kreisen vertraut, um so allem Neuen Hindernisse zu schaffe«!. Notizen. — D i e K i n o- Z e n s u r. Bei den Erörterungen über die Gefahren der Kinos ist vielfach eine Kino-Zensur gefordert worden. Tatsächlich haben wir die längst: 6'/, Kilometer FilmS werden täglich im Berliner Polizeikinematographen der Zensur unter- worfen. Hier walten ständig zwei Zensoren und zwei Vorführer ihres Amtes. Nachmittags siudet die Revision der von den Zensoren beanstandeten Bilder statt. Sie wird unter Aufsicht eineS RegierungS- rats von zwei Polizeiräten gehandhabt; einem dritten liegt die Auf- gäbe ob, die für die Kindervorstellungen bestimmten Film» zu be- gutachten.— Sensationelle, blutrünstige, brutale FilmS kann die Polizei schon heute verbieten— wenn ihr daran läge. — D i e K u n st als G. m. b. H. kommt immer mehr in Aufnahme. Für die von Reinhardt inszenierte Pantomime„Das Wunder" hat sich eine G. m. b. H. gebildet. Auch der große Harry Waiden hat sich als G. m. b. H. etabliert. — Eine Sammlung politischer Broschüren aller(?) Parteirichtungen will die Deutsche Nationalbücherei in Gotha einrichten, da diese Art Literatur meist verloren geht. — Der beurlaubte Verstand. Am Eingangstor eine? Verwaltungsbureaus in Metz war kürzlich ein Zettel angebracht, auf dem zu lesen stand:„Nur rechts klingeln. Amtsverstand beurlaubt.' — Die besten Witze über die Bureaukratie macht doch die Bureau- kratie selbst. — Ei» Perserteppich für 106909 M. Auf einer Londoner Versteigerung wurde ein persischer Seidenteppich des Jahrhunderts der nur 8 Fuß lang und 5V, Fuß breit ist. ml» luoüuu vejahst. ebenfalls Recht Srefornnst ist, bott dem Präsidium des Parteitags l zurückgetreten. An seiner Stelle ernennt der Parteitag den Genossen I B a r b a t S- i Genosse Bidolli, ebenfalls RechtSreformist und Mitglied des bisherigen Parteivorstandes, teilt mit, daß er sich mit seinen Fraktionskollegen solidarisch fühlt und daher nicht sein Referat über die Reform des Organisationsstatuts erstatten kann. Es wird darauf beschlossen, ein Shmpathie-Telegramm an Amilcare Cipriani und an Morgari sowie ein solches an die Berg lente von Dorkshire, die gestern LS Tote auf dem Schlachtfeld der Arbeit gelassen haben, zu senden. Nachdem der Parteitag nach dem Bericht der Revisoren über die Verwaltungsgebabrnng des Parteivorstandcs diesem Decharge erteilt hat, nimnit Genosse T r e v e s das Wort. Ihn begrübt anhaltender Beifall und der Ruf:.Es lebe der.Avanti" N Er gibt den Bericht über den„Avanti". Referent sei Gegner der Ueberführung deS Zentralorgans nach Mailand gewesen, hat sich aber durch die Erfahrung überzeugt, dah die Neberfiihrung ein Glück für den„Avanti" war. In Mailand hat das Blatt seine Gegnerschaft gegen den Krieg am besien zun» Ausdruck bringen können. Ueber die Finanzlage des ZentralorganS einen Bericht zu erstatten, sei nach der Umgestaltung des Blattes in eine Aktiengesellschaft nicht Sache des Chefredakteurs. Was die politische Aktion betrifft, so war eS Hauptaufgabe des Blattes, sich dem Kriegstaumel und der moralischen Pervertierung der Massen durch den Nationalismus entgegenzustellen, mit allen Mitteln und ungeachtet der brutalen gewalttätigen Reaktion, die selbst zu tätlichen Angriffen auf die Redakteure geschritten ist.(Beifall.) Das Blatt war Ausdruck der Gesamtpartei, ohne natürlich die be sonders Richtung seiner Leitung verleugnen zu können. Wir mögen geirrt haben, wir haben aber stets versucht, gerecht und billig zu sein. Heute lege ich das Blatt in Eure Hände zurück mit der Versicherung meiner Fraktion, daß wir eS auch unter der neuen Leitung als die Fahne der Partei ansehen und treu zum„Avanti" stehen werden.(Lebhafter Beifall.) M u s a t t i gibt im Namen der revolutionären Fraktion eine kurze Erklärung ab. Seine Fraktion verzichtet auf jede auf Einzel- heiten eingehende Kritik des ZentralorganS. AlleS was das Blatt gefehlt haben mag im Hinblick auf die inneren Verhältnisse der Partei, ist ihm mehr als vergeben wegen seiner mannhaften Cam- pagne gegen den Krieg.(Beifall.) Redner nimmt mit Genugtuung die Solidaritätserklärung deS Genossen Treves für das einer neuen politischen Leitung entgegengehende Zentralorgan zur Kenntnis und fchliesit mit einem Wunsch für das Gedeihen des„Avanti". Modigliani, Mitglied deS bisherigen Parteivorstandes legt dar, warum dem Parteitag kein finanzieller Rechenschaftsbericht vorge- legt werden konnte. Der«Avanti" gehört einer Aktiengesellschaft, in der den Statuten gemäst der Parteivorstand stets mehr als die Hälfte der Aktien besitzt. Diese stellt selbstverständlich alle administrativen Dokumente dem Kongreß oder der von diesem zu ernennenden Kom- Mission zur Verfügung. Der neue Parteivorstand kann sofort Ge- nassen mit der Prüfung der Finanzgebarung des Blattes be- trauen. Immerhin kann Redner versichern, daß die Verhältniffe so find, daß das Leben des„Avanti" gesichert ist, wenn alle Genossen wie bisher ihre Pflicht tun. Die Aktiengesellschaft, die den„Avanti" herausgibt, ist mit einem Kapital von 1200 Ovo Lire gegründet worden! davon sind 505 000 Lire durch den Bcsitzanteil des Partei- Vorstandes gebildet und stellen den Geldwert der Zeitung bei ihrer Uebernahme dar. Weitere 100 000 Lire hat der Parteivorstand ein- gezahlt, so daß er über die Mehrheit der Aktien verfügt. Von den übrigen 000000 Lire sind bis jetzt 470 000 Lire von Arbeiterorganisationen wie von privaten Parteigenossen gezeichnet. Für die 130 000 Lire, die noch zu zeichnen sind, möge die Partei aufkommen. ES genügte, daß jede Parteisektion eine Aktie erwürbe, um die Lage deS Blattes au sichern. Zn Italien haben fast alle Zeitungen ein nicht unbedeutendes Defizit, was sich auS den hohen Kosten der Herstellung und dem geringen Ertrag deS Handverkaufs erklärt. Soweit die großen Tageszeitungen sich nicht am Reptilienfonds stärken, decken sie ihr Defizit und erzielen einen Reinertrag aris illustrierten Wochenblättern. Auch das illustrierte Sonntngsblatt deS„Avanti" wird binnen kurzem einen Reinertrag ergeben. Bis jetzt ist nur ein Teil des Aktienkapitals eingezahlt. Noch 310 000 Lire sind zu zahlen, was eine Lcbenssicherheit für etwa 31 Monate bedeutet, da das Defizit monatlich etwa 10000 Lire beträgt. Heute gibt nur die Halbmonatszeitung für die Propaganda unter den Frauen, die„Ditosa della Lavoratrizi" einen Reinertrag, wofür wir der Chefredakteurin Genossin Anna Kulisciofs danken müssen.(Andauernder Beifall.) Redner fügt hinzu, daß seit der Verlegung nach Mailand die Auflage des„Avanti" verdreifacht, die Verhältmszahl der von den Handverkäufern zurückgegebenen Exemplare auf ein Drittel gesunken, die Zahl der Abonilenten verdoppelt ist. Es gelangt darauf durch Akklamation eine Tagesordnung zur Annahme, die dem„Avanti" für seine Haltung gegen den Krieg den Beifall des Parteitages ausspricht. Es sollte nun die Frage der Taktik nnd deS Programms für die Parlamentswahle« verhandelt werden, zu welchem Punkte die drei Referenten Modigliani, Lerda und B e r e n t n i gedruckte Referate vor- gelegt haben, die die Stellung der Linksreformisten, der Revo- lutionäre und der Rechtsreformisten dartnn. Die Reformisten erklären aber, mit Rücksicht auf da? gestrige Votum von einer Diskussion abzusehen, deren Resultat bei dem großen Nebergewicht der Revolutionäre von vornherein klar und unzweifelhaft ist. Die Fraktion der Linken begnügt sich damit, ihre Stärke in der Höhe anerkannt zu sehen, die sich aus der Summe der beiden Tagesordnungen Modigliani und Reina ergibt. Lerda, von Beifall begrüßt, gibt im Namen seiner Fraktton die Erklärung ab, daß die Revolutionäre auf eine Diskussion ver- zichten. Legt seine Resolution vor, die sich mit der Frage der kom- mnnalen Wahlen deshalb nicht beschäftigt, weil dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung sieht. Redner persönlich ist gegen die Wahl- bündnisse, will aber nicht die absolute Ablehnung bei den kommu- nalen Wahlen.(Unruhe.) Diese Frage ist nicht hier zu behandeln. (Große Unruhe.) M a z z o n i(Linlsreformist) beschuldigt die Revolutionäre, weniger intrenfigeant zu sein, als seine Richtung. Es schließt sich hieran eine heftige Diskussion an, in der Modigliani, Ciccotti, Mussolini und andere das Wort nehmen. Aus den Erklärungen geht hervor, daß die revolutionäre Fraktion, um eine Spaltung zu ver- hüten, sich dahin geeinigt hat, die Frage der Kommnnalwahlen nicht zur Sprache zu bringen. Die Prinzipienerklärung und die B e- g r ü n d u n g der Taktik ist eS, die die Resolution Lerda von der linksreformistischen scheidet. Man einigt sich dahin, die Tagesordnung Lerda in ihrer ursprünglichen Form ohne die von den Genossen der Romagna vor- geschlagenen Amendements anzunehmen. Die Resolution, die als Grundlage der sozialistischen Taktik den Klassenkampf erklärt und den republikanischen Charakter der Partei betont, lehnt die Teil- nähme an der Regierung ab, ebenso die Unterstützung eines Kabinetts, verwirft alle Wahlbündnisse im ersten Wahlgange, setzt der Autonomie der Parlamentsfraktion Grenzen und fordert eine energischere Agi- tation der Grundsätze der Partei. Diese Tagesordnung gilt also als angenommen mit rund 12 500 gegen 9000 Stimmen. NachmittagSsitzung. Die NachmittagSsitzung wird unter dem Eindruck eröffnet, den die Nachricht der Gründung einer neuen„sozialistischen re- formt st ischen Partei Italiens" hervorruft, die von den ausgetretenen RechtSreformistcn soeben beschlossen worden ist. Dieser neuen Partei traten außer den vier Ausgeschlossenen die folgenden Abgeordneten bei: Badaloni, della Sbarba, Giacomo Fern, Merlani, Eanepa, Graziadei, Trapanese, Berenini, Bertest. Ihren ersten Kongreß wird die neue Partei im Oktober in Rom abhalten, wie wir berelts telegraphisch berichtet habe». Da der Referent über das Organisationsstatut fehlt, wird über die Stellung der Jugendorganisation zur Gesamtpartei diskutiert. Von dem bisherigen Parteivorstand war der Vorschlag gemacht worden, die Föderation der Jugendorganisationen aufzuheben. Diese Föderation zählt heute 12 000 Mitglieder. Zur Diskussion sprechen Modigliani, Libordi, Bella und Serrati, worauf der Kongreß, deffen Zeit beschränkt ist, dem Vorschlage beitritt, die Auflösung ab« zulehnen und die Frage der Jugendorganisationen dem Parteivorstand zu überweisen. Die Frage des Organisationsstatuts erleidet dasselbe Schicksal. Der vom Parteivorstand ausgearbeitete Entwurf ist erst während der Tagung des Parteitages verteilt worden. Daher ist es unmöglich, sie in den letzten Stunden des Kongresses zu erledigen. Im Namen der Revolutionäre schlägt Francesco Ciccotti vor, den Entwurf den Sektionen zur Begutachtung zu unterbreiten. Serrati(Rev.) bestreitet die Möglichkeit, durch Referendum ein Statut anzunehmen. Der Parteitag beschließt, den Vorstand mit der Ausarbeitung eines Statuts zu beauftragen, über das eine Zusammenkunft mit beschränkter Vertretung zu beschließen hat. Die Wahl des Parteivorstandcs. erfolgt unter Stimmenthaltung der Linksreformisten, die auch er- klären, die ihnen angebotenen zwei Sitze im Partcivorstand als Minderheitsvertreter abzulehnen. Dies geschieht nach den Er- klärungen ihres Redners nicht aus Feindseligkeit, sondern um den Revolutionären die ungeteilte Verantwortlichkeit ihres Sieges zu lassen. Gewählt werden die folgenden Genossen: Agnini, della Seta Cagnoni, Fioritti, Trematore, Bella, Mussolini, Lazzari, Smorti, Musalli, Mastracchi, Baldanoff und Ratti. Mtglieder deS Parteivorstandes sind ferner der Cheftedakteur des„Avanti", der politische Sekretär, der adniinistrative Sekretär und der Sekretär der Parlaments ftaktion. Durch Akklamation wurd Giovanni Bacci als Cheftedatteur des „Avanti" erwählt. Die Wahl der Sekretäre wird vom Vorstande selbst vorgenommen und fällt auf die Genossen Lerda und Zerbini. Die Bezeichnung des Sekretärs der Parlamentsfraktion hat durch diese zu erfolgen. Es bleiben nun noch die Jniativanträge der Sektionen. Der Links reformist M a z z o n i bringt hier die Frag« der Zugehörigkeit zum Freimaurerorden zur Sprache. Die Frage hat mehrere Parteitage beschäftigt, ohne eine Lösung zu finden; auch ein Refe- rendum über diesen Punkt blieb unentschieden. Redner behauptet, daß der Freimaurerorden eine politische Partei sei, die auf die Auf- lösung der Parteischeidungen in einen demokratischen Brei hin- arbeitet. Legt eine Tagesordnung in diesem Sinne vor. die ein neues Referendum über die Frage fordert. Der Kongreß nimmt eine Resolution gegen den Freimaurerorden an, woraus der eben ernannte Parteisekretär Genosse Lerda erklärt, daß seine Zugehörig« keit zum Freimaurerorden der Partei bekannt war. Er sieht somit in dem Votum ein Mißtrauensvotum und gibt seinen Austritt aus der Partei bekannt.(Unruhe. Protest.) Libordi, ein Unterzeichner der Tagesordnung, hebt hervor, daß er seine Tagesordnung nur auf die Freimaurer bezogen hat, die nach der Gründung der Partei dem Freimaurerorden beitraten, nicht auf Lerda, der wie Andrea Costa, vor mehr als 30 Jahren dem Freimaurerorden beitraten. Der Parteitag beschließt durch Akklamation, den Austritt Lerdas aus der Partei als nicht erfolgt anzusehen. Daraufhin schließt Genoffe Lazzari die Verhandlungen mit einem Hinweis auf die wichttgen Anträge und Beschlüsse des drei- zehnten italienischen Parteitages, von dem eine neue revolutionäre Aera der Partei datieren wird. U.InKrnsktoNAMergsrdeUerßongt'eK. Amsterdam, 12. Juli. Erste« Gegenstand der heutigen Tagesordnung ist die Frage der Alters, und Invalidenrenten. Dazu liegen folgende Anträge vor. Von Holland: Da die frühzeitige Invalidität und das frülHeittge Altern der Bergleute eine Folge ihrer Berufsarbeit sind, haben die Bergarbeiter ein Recht auf Invaliden- und Alterspension. Der Kongreß beauftragt die nationalen Organisationen, sich an die Regierung ihres Landes zu wenden, um eine gesetzliche Regelung dieser Angelegenheit her- beizuführen. Von Frankreich wird beantragt, zu fordern, daß den Bergarbeitern nach Löjähriger Dienstzeit im Alter von 50 Iah- ren eine Rente von wenigstens 2 Franken den Tag bezahlt werde. Im Fall der Invalidität oder falls der Arbeiter die Grubenarbeit aufgibt, ist die Rente nach der Zahl der Arbeitsjahre zu bemessen; der Witwe und den Waisen ist die Hälfte der Rente zu bezahlen.— In der Debatte erklärt Witt» Bochum, daß die deutsche Forde- rung ungefähr doppelt so weit gehe als die französische, da ste den halben Hauerlohn als Pension beanspruche.— Dts Anträge werden einstimmig angenommen. Die Achtstundenresolution wird nun nach dem Bericht der Geschäftskommisiion in folgender Form einstimmig angenommen:.. „Wir sind der Ansicht, dah die Zeit gekommen ist, um die Einführung des Arbeitstages von höchsten? acht Stunden (diese Forderung wurde auf Wunsch der Amerikaner aufgenom- men) einschließlich der Ein- und Auffahrt für alle unter und über Tage beschäftigten Bergarbeiter zu beschleunig«». Außerdem soll nicht zugelassen sein, es soll auch nicht möglich sein, mehr als eine Schicht imierhalb von 24 Stunden zu verfahren.." Holland erklärt dazu, daß diese Forderung füx alle Arbei- ter, nicht nur für die Bergarbeiter gelten soll. Dir Berfichernng der Bergarbeiter betrifft folgende, von B a l l a c e begründete Resolution B el- g, e n S:„Der Kongreß spricht sich für ein System der allgemeinen Versicherung auf Kosten der Unternehmer auS. die den Bergarbeitern folgende Unterstützung gewährt: Kranken-, Unfall», Alters- und Jnvaliditätsversicherung; die Mindestraten müßten wenigstens 7b Proz. des täglichen Lohns erreichen. Witt-Bochum erklärt namens der deutschen Delegation: Für uns ist diese Resolution unannehmbar. Wir wünschen nicht eine Versicherung, die gang auf Kosten der Unternehmer geht. Wir fordern, daß die Arbeiter auch einen Teil der Beiträge bezahlen, dafür aber auch die Kassen— mit Ausnahme der Unfallversicherung, fordern wir das— verwalten. Als die Arbeiter noch die Knappschaftskassen verwalteten, waren sie wirkliche WohlfahrtS- institute; heute aber unter der Unternehmerverwaltung sind sie Lohndruckinstitute geworden. Die Unternehmer rechnen die Bei- träge als Teil des Lohns— zahlen sie den ganzen Beitrag, so reduzieren sie„entsprechend" den Lohn. Das Ergebnis ist. daß die Arbeiter doch Beiträge bezahlen, die ja doch sowieso ein Teil deS Lohns sind, daß sie aber dafür auch die Verwaltung in die Hand bekommen.(Lebhafte Zustimmung bei den Deutschen.) Marville-Belgien: ES handelt sich für uns darum, die bei uns eingeführten Unfallrenten(auf Kosten der Unternehmer) auch für die Berufskrankheiten«inzuführen.— Hue- Essen: Die Resolution entspricht dem aber gar nicht. Es handelt sich um die Frage der Kostenaufbringung. Bei unseren reichen Erfahrungen auf dem Gebiet der Arbeiterversicherung-könnt Ihr Euch schon auf uns verlassen!— Richer- Frankreich ist für die Resolution, da heute die Unternehmer- und Versicherungsanstalten durch ihre Ver- trauensärzte usw. die Arbeiterrenten verkürzen.— Die englische Delegation erklärt sich unter Darlegung des englischen Versiche- rungswesens mit der Resolution einverstanden. Abhängigkeit der Aerzte furchten wir nicht, überdies kann das zur Entscheidung be- rufen« Gericht iinmer einen anderen Arzt beiziehen. Hinter jedem BersicherungSgesetz muß übrigens immer eine starke Organisation stehen. Wir nehmen die Resolution, so wie sie von Marville er- läuttii ttguäft M. �-Lackes« NMgMxika: Fijx Lp» ist dje FtSK ' ziemlich ff«. Di« BeiftaWräge müfftn wl« Stfff rfnfm Wken Standpunkt ansehen. Da das ganze Volk an der Kohlenprobuktion so ungemein interessiert ist, soll der Staat die Arbeiterversicherung hier, wie in anderen Berufen, tragen.— Vieth- Holland fchjietzt sich der Stellungnahme der Deutschen an. Die Resolution wird gegen die Deutscheg und ysk- l ä n l? e r angenommen. Zweijährige Kongresse. Hue bespricht den seit Jahren immer Wieden, bisher ab et stets vergebens gestellten Antrag Deutschlands, Hollands, Frankreichs und Oesterreichs, die Internationalen Kongresse nur alle zwei Jahre abzuhalten. Hue erklärt, daß verschiedene Länder schon Vorbereitungen füv 1913 getroffen haben, deshalb stellt er.aus Entgegenkommen folgenden Antrag: Dieser Kongreß beschließt, daß mit Rücksicht auf die voff verschiedenen nationalen Organisationen bereits getroffenen Vorbereitungen der nächste internationale Kongreß 1913 statt- findet. Von da an wird der Kongreß regelmäßig alle-Owei Jahre abgehalten. Das Internationale Komitee hat das Recht, außerordentliche Kongresse einzuberufen, wenn außerordentliche Ereignisse, durch die die bergmännischen Jnter- essen ungewöhnlich berührt werden, eintreten, die eine Aus- spräche und Beschlußfassung der internationalen Bergarbeiter- Vertretung notwendig machen. Den Tagungsort bestimmt das Internationale Komitee in derselben Sitzung, in der es die Ge- schäftsordnung und das Programm des folgenden Kongresses fest- setzt. Doch soll hierbei der bisher angewandte Wechsel zwischen den im Komitee vertretenen Ländern nach Möglichkeit beibehalten werden. Hue fügt hinzu: Kameraden, wir dürfen uns doch mchk ver- hehlen, dah die auf diesem Kongreß besprochenen Fragen ebenso- gut im nächsten Jahre hätten besprochen werden können. Nun waren auch deutsche und englische Streiks und dazu konnten wir nichts Wesentliches beschließen.— Der nächste Internationale Kongreß soll ja in W i e n abgehalten werden, aber da die Oester- reicher nicht hier sind, können wir das noch nicht beschließen. B e x a n t- Frankreich ist der Meinung Hues. Der letzte französische Kongreß hat sich mit großer Mehrheit für zweisährige Kongresse ausgesprochen. Bei alljährlichen Kongressen können sich manche Nationen nicht vertreten lassen. Das Fehlen der Oester- reicher auf diesem Kongreß ist a u tz e r o rd e n t l i ch zu bedauern. — Walker. Amerika ist zwar für jährliche Kongresse, muß aber den Einwand der Schwäche mancher Verbände als begründet an- erkennen. Die Bergarbeiterintevnationale soll wirklich leben, jeder organisierte Bergarbeiter der Welt sollte pro Monat 1 Cent(4 Pf.) beitragen. Die leitenden Kameraden sollten angestellt und mit dem Beruf der nationalen Kongresse beauftragt werden!(Beifall.)— M a r o i l l e- Belgien spricht unter starkem Beifall der Engländer für jährliche Kongresse, deren Abschaffung vom Publikum als eme Schwächung der Internationale betrachtet werden würde. Der Antrag Hue wird gegen Belgien angenommen. Ein französischer Delegierter erklärt im Gegensatz zu feinen Lands. leuten, gegen den Antrag zu stimmen, was aber vom Vorsitzenden als nach der Geschäftsordnung unzulässig erklärt wird. Zu der von Belgien angeregten Frage der Schaffung eiffOS_ internationalen Ueberweisungskarte erklärt S m i l l i e vom Internationalen Komitee, daß dse großen Unterschiede in den Organisationsverhältnissen der einzelnen Länder erst eine vorhergehende Untersuchung über das Unter- stützungswesen nötig machen. Die nationalen Sekretäre sollen ihre Brichte hierüber bis Ende 1912 an den Internationalen Sekretär einsenden, damit dem nächsten Kongreß Vovschläge unterbreitet werden können.(Allgemeine Zustimmung.) Hierauf wird Ashton einstimmig zunr Internationalen Sekretär wiedergewählt, zum Internationalen Schatzmeister A b r a- h a m- Wales. Den Präsidenten wählt das Internationale Komitee. Zu nationalen Sekretären werden gewählt: Maroille» Belgien, B a r t h u e l- Frankreich, H u e- Deutschland, Jaro- l i m-Oesterreich, Elfers- Holland. P e r r Y- Nordamerika, Ashton. England. ' In das JnternaHonale KoAikee iöerden gewählt: Smillie, Abnaham, Fred Hall für England; Cavreäu und Calevaert, Maroille als Stellvertreter, für Belgien; Jakohowicz, Schmidt, Witt, Hue wid Sachse für Deutschland: Lam endin, Barthuel und Quintin für Frankreich: Elfers füv Holland; Jaro lim für Oesterreich; W h i t e. H a y e s und P e r r y für Amerika. Damij ist die Tages- Ordnung erledigt. Auf eine Anfrage Get'merS« Amerika teilt Ashton mit, daß zu jedem Internationalen Kongreß� die Amerikaner eingeladen Kongressen Kongreß hinweg! Die Engländer stimmen beim Schluß deS Kongresses die schottische„Hymne an die Freundschaft" an. Der Kongreß hat sich erhoben und bringt ein dreifaches begeisterte? Hoch auf die Berg- arbesterinternationsle und hie Arbeiterbewegung Hollands aus. 7. Atrbaudstllg der sttien GaffMe. Den Frankfurt a. M., 12. Juki. Bericht der Statutenveratungskommiffio« gab Matth es- Berlin. Die Kommission hat einstimmsg einen Antrag des Borstandes, im Namen des Verbandes das Wort„fteie" zu streichen, abgelehnt. Ohne Debatte stimmte der Verbands- tag diesem Vorschlage der Kommission zu. Dann kam der strittige § 2 in Verbindung mit dem§ 1 zur Beratung. Der§ 2 des Statuts besagt, daß Mitglied werden kann, wer sich mit den Grund- sätzen der sozialdemokratischen Partei einverstanden erklärt und politisch organisiert ist. In dieser Besttmmung sehen zahlreiche Mitglieder eine Beschränkung der Agitationstätigkeit» und feit einer Reihe von Jahren wurden auf jedem Verbandstage Anträge auf Streichung dieses Passus behandelt. ES fand sich aber bisher noch nicht die notwendige Mehrheit für die Streichung. Anträge auf Streichung des§ 2 liegen nun wieder erneut vor. Die Statuten. beratungskommission hat die Frage sehr eingehend behandelt. Der Berichterstatter erklärte, so wie jetzt die Verhältnisse liegen, könne eS nicht weiter gehen; eS müsse versucht werden, eine Einigung zu erzielen. Das würden die Kollegen von ganz Deutschland mit treuden begrüßen.(Sehr richtig.) Die StawtenberatungSkommis- on hat sich daher in ihrer Mehrheit auf emen Kompromißantrag geeinigt. Sie schlägt vor, einem Antrag Litfin zuzustimmen, in dem gesagt wird, daß die Zwecke deS Verbandes erreicht werden sollen u. a.„durch Unterstützung der Bestrebungen der sozialdemo- kratischen Partei Deutschlands". Die Kommission ist der Meinung. daß durch diesen Passus der sozialdemokratische Charakter genügend gewahrt ist. und der Z 2 in seiner jetzigen Fassung fallen kann. Später gab die Kommission hierzu noch die Definition, sie st�e auf dem Standpunkt, daß. wenn der Kompromißantrag angenommen wird, es den einzelnen Zahlstellen unbenommen bleibt, die Unter- stützung der Sozialdemokratie so aufzufassen, daß sie in den ein- zelnen Zahlstellen die Zugehörigkett zu der sozialdemokratischen Partei verlangen. Der Bericht der Kommission rief eine längere Debatte her- vor. in der sehr lebhast das Für und Wider erörtert wurde. Das erste Dutzend Redner sprach nur für Aushebung des§ 2 und führte hierfür das Argument an. der s 2 bedeute eine Hemmung für die Ausbreitung des Verbandes, man müßte Bewegungsfreiheit haben. Die Verfechter des§ 2 erklärten, der Verband würde sich bei Auf- Hebung des Z 2 nicht mehr von den bürgerlichen Wirten unterschei- den. Sie fürchten, daß der Verband dann ins bürgerliche Fahrwasser hineingerät. Der Verband sei mit dem ß 2 groß geworden, «S beM« keiW fernfitifite VugLlMuffs. ibo aulMekea. NaMeik 29 Redner«lU Nehr öFet Beniner LeiFenschafl ihre Ansicht vertreten Hatten, wurde die Debatte durch Antrag ge- schlössen. Bei der Abstimmung, die namentlich Kar, stimmten 48 Dele (gierte für die Vorschläge der Kommission und 19 dagegen. Der bisherige§ 2 ist damit gefallen. Im z 1 des Statuts wird nun gesagt: „Die Vereinigung hat den Zweck, die materielle und geistige Lage der das Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe selbständig oder in Vertretung betreibenden Personen zu heben und zu fördern. Dieser Zweck soll erreicht werden durch: ä) Pflege gemeinnütziger, sachwirtschaftlicher und Wissenschaft licher Vorträge; b) Stellungnahme zu allen den Mastwirtsberuf betreffenden An- gelegenheiten; ic) Abwehr aller Verordnungen und Matznahmen, welche das Gastwirtsgewerbe bedrücken; «Z) durch Unterstützung der Bestrebungen der sozialdemokratischen Partei Deutschlands; le) durch Pflege des Genossenschaftswesens unter den Mitgliedern; t) Gewährung unentgeltlichen Rechtsschutzes nach den Bestimm mungen der Rechtsschutzordnung; g) Unterstützung in Not und Krankheitsfällen; b) Unterstützung der Mitglieder und. deren Frauen bei Todes fällen; i) Pflege der Geselligkeit; fc) Unterstützung und Förderung des Verbandsorgans." Der§ 2 erhält diese Fassung: „Mitglied kann jede Person werden, die LaS Gast- und vchankwirtschaftsgewerbe selbständig oder in Vertretung betreibt and sich mit den Grundsätzen, wie sie im Z 1 niedergelegt sind, einverstanden erklärt. Ueber die Aufnahme entscheidet die Ortsverwaltung, bei Einzelzahlern der Hauptvorstand." Durch einen Antrag der Leipziger Delegierten wurde noch be sonders beschlossen, daß die Zahlstellen das Recht haben, die Auf nähme in den Verband von der Zugehörigkeit zu der sozio ldemo� tratischen Partei abhängig zu machen. Bei den Bestimmungen über die Unterstützungen wurde ein Antrag des Vorstandes angenommen, der den Vorstand ermächtigt, an Kollegen, die dem Verband mindestens drei Jahre angehören, wenn sie krank sind, zum Zwecke ihrer Gesundung eine Beihilfe ,n der Höhe von SO bis 150 M. zu gewähren. Für diesen Zweck setzte der Verbandstag 3000 M. für das laufende Jahr fest.— Die Bezirksleiter werden künftig nicht mehr in den Bezirken gewählt, sondern vom Vorstand ernannt. Das neue Statut tritt am 1. September in Kraft. Der VerbandStag legte dann seine Haltung zur Presse durch einstimmige Annahme folgender Resolution fest: „Der 7. ordentliche Verbandstag des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands erklärt in bezug auf die heutigen'Pressezustände: Die bürgerliche Presse, die das Volk in Unwissenheit und politischer Sklaverei erhält und das Mittel ist, alle herrschenden Ungerechtigkeiten und Mitzbräuche zu vertuschen, ist von jedem sozialistisch Denkenden zu bekämpfen. Aufgabe der sozialistischen Presse ist. im Interesse der Ge- samtheit daS Volk aufzuklären und zu bilden, die Schäden in Staat und Gesellschaft aufzudecken. Diese Presse mutz darum unterstützt werden. Mit Hilfe der sozialistischen Presse soll die Grundlage frei- heitfeindlicher Despotie überwunden und alle Ungerechtigkeiten der heutigen Gesellschaft an das Licht gezogen werden. Das Organ des Verbandes der freien Gastwirte, das, im Geiste der modernen Arbeiterbewegung redigiert, als Führer, Berater und Vermittler der Hebel ist, Aufklärung und Bildung zu verbreiten, soll das geistige�Schwert eines jeden Kollegen sein, um in und Stach Neuregelung der Gehälter der Angestellten wurden Vor- sitzender L i t f i n und Kassierer G i e n k e- Berlin einstimmig wiedergewählt. Damit waren die Arbeiten des VerbandstageS beendet. Mit einem Hoch auf den Verband und die sozialdemokratische Partei wurde er geschlossen. Der nächstjährige VerbandStag findet in Bremen statt. in wirksamer Weise den Besreiungskampf gegen Ausbeutung Unterdrückung im Geiste der Sozialdemokratie führen zu GencKts-Leitung. Wenn sie einen„Roten" zu wittern glauben. Im Kreise Niederbarnim liegt bei dem Städtchen Liebenwalde die„Kolonie Neu-Holland". Vor mehr als zwei Jahrhunderten wurde sie gegründet von einem Hohenzollern, der arbeitsfreudiae und werteschafsende Hände inS Land zu ziehen suchte. Viel mehr als ihre Arbeitskraft brachten die damaligen Kolonisten nicht mit, und als ein Gnadengeschenk nahmen sie es hin, datz ihnen das zu beackernde Land umsonst überlassen wurde. Die Nachkommen jener Ansiedler hausen heute als stolze Erbsitzer auf etwa 50 Einzelgehöft ten, die über ein mehrere Kilometer weit sich erstreckendes Gebiet verteilt sind. Datz die wohlhabend gewordenen Neu-Holländer Bauern einen„Roten"— oder wen sie dafür halten— nicht leiden mögen, gilt bei ihnen als standesgemätz. Besonders der Name des ReichstaaSabgeordncten für Niederbarnim, unseres.Genossen Stadt- Hägen, ist ihnen ein gar verhaßter Klang. Ein Opfer dieser Rotscheu der Erbsitzer deS fast noch ganz schwarzen Neu-Holland ist ein Gewerbetreibender aus Liebenwalde geworden, der Schuhmachrrmeister Jmm, der zuweilen nach der Kolonie kommt, weil er auch da manche Kunden hat. Ihn scheint bei den Neu-Holländern daS in den Verdacht eines Roten gebracht zu haben, daß er als Stadtverordneter von Liebenwalde, der in der dritten Abteilung gewählt ist, das Vertrauen der minderbemittelten Bevölkerung genießt. AIS am 26. Februar die Neu-Holländer in ihrem Gasthof beisammen waren, um die Vierteljahressteuern an dem hierfür angesetzten Termin zu bezahlen, meinten einige Erb- sitzer sich an dem zufällig gleichfalls anwesenden Liebenwalder Schuhmachermeister reiben zu sollen. Zur Entrichtung der Steuern sind in der Kolonie die in dem Gasthof abzuhaltenden ZahlungS- termine eingeführt worden, weil bei der weit zerstreuten Lage der einzelnen Gehöfte so das Steuereinsammlungsgeschäft sich besser abwickeln läßt. Für viele der Beteiligten, die'in dem Gasthof zusammenkommen, verläuft ein solcher Zahltag in heiterster Stim- mung. An jenem 26. Februar war sie wohl schon so auf ihrem Höhepunkt, als der Schuhmachermeister Jmm in dem Gasthos ein- traf, um dort ein paar seiner Kunden aufzusuchen. Das Gespräch der vergnügten Gesellschaft hatte sich auch den damals bevorstehenden Gemeindevertreterwahlen und schlietzlich auch den Reichstagswahlen zugewandt, die kurz vorher vollzogen worden waren und in Lieben Kalde liebst UMstegenF dllrch ihr Ergebnis«iMiffe» yeinS F« Sozialdemokratie recht unangenehm überrascht hatten. Den Ge- fühlen, die bei dieser Unterhaltung die Brust der versammelten Erbsitzer erfüllten, suchte ihr Gemeindevorsteher Schreiber durch ein plötzliches Hoch auf den Kaiser wirksamen Ausdruck zu geben. Die Neu-Holländer erhoben sich, stimmten begeistert in das Hoch ein und sangen stehend eine Strophe des«Heil Dir im Sieger- kränz". Schuhmachermeister Jmm, dem die Stimmung ein bißchen zu angeregt schien, zog es vor, seine Zeche zu bezahlen und zum Aufbruch zu rüsten. Jetzt wurde von dem Erbsitzer Behrendt ein ironisch gemeintes„Hoch auf die internationale, völkerbefrciendc Sozialdemokratie" ausgebracht, wobei er in der Nähe von Jmms Kopf einen Stuhl in der Luft schwang. Als Jmm die Gastwirt- schaft verließ, hörte er noch von mehreren Erbsitzern den Spottruf: „Adieu, Artur Stadthagcn!" Er bezog das auf sich und sah darin die Absicht, ihn zu verhöhnen und zu kränken. In dieser Auf- fassung wurde er bestärkt, als später Behrendt, der mit einigen Be- gleitern auf der Laudstratze im Wagen an ihm vorbeifuhr, das Lied anstimmte:„Napoleon, Du Schustergeselle!" Jmm, der Schuhmachermeistcr. war überzeugt, daß hiermst nur auf ihn ge- stichelt werden sollte. Er fühlte sich durch die Neu-Holländer Späße so sehr verletzt, datz er gegen die Neu-Holländer eine Beleidigungs- klage anstrengte, wegen der Vorgänge im Gasthof gegen den Ge- meindevorsteher Otto Schneider sowie die Erbsitzer Paul Bartel und Ernst Behrendt, autzerdem gegen Behrendt wegen des Vorganges auf der Landstratze. Am Freitag wurde die Klage vor dem Amtsgericht Liebenwalde verhandelt. Für Liebenwalde samt Neu-Holland bedeutete das eine „große Sache", die eine so beträchtliche Zuhörerschar anlockte, daß zu Beginn der Verhandlung ein bei der schwülen Temperatur geradezu beängstigender Sturm auf den Gerichtssaal entstand und der Zuhörerraum sich im Nu bis auf den letzten Platz füllte. Der Borschlag eines Vergleiches, den der Vorsitzende machte, scheiterte daran, daß über die Frage der Kostenübernahme die Parteien sich nicht einigen konnten. Die Angeklagten waren bereit zu erklären, datz sie Jmm nicht hatten beleidigen wollen und die von ihm als beleidigend empfundenen Aeuherungen bedauerten. Ihr Rechts- beistand schien auf Jmm dadurch wirken zu wollen, datz er hervor- hob, dieser habe durch den Zwist mit den Neu-Holländern schon ge- schäftlichrn Nachteil erlitten, müsse also selber den Frieden wünschen. Jmm aber lehnte die Zumutung ab, die Hälfte der gerichtlichen Kosten zu tragen, und forderte von den Angeklagten die Ueber- nähme aller Kosten und Zahlung einer Butzc an die Liebenwalder Sanitätskolonne. Die Verhandlung, in die dann eingetreten wer- den mußte, brachte keine volle Aufklärung der fraglichen Vorgänge. Die Angeklagten bestritten, Jmm gemeint zu haben. Schneider erzählte, das Hoch habe er ausgebracht, um festzustellen, ob ein Sozialdemokrat anwesend sei. Das sei aber ebenso, wie der Ruf „Adieu, Artur Stadthagen!" nicht auf Jmin, sondern auf eine andere Person gemünzt gewesen. Die Beweiserhebung litt sehr darunter, daß die meisten der als Zeugen geladenen Neu-Holländer erklärten, sich nicht mehr genau au das erinnern zu können, worauf es ankam. Das aber wußten sie genau, daß es an jenem Steuer- zahlungstermin hoch hergegangen war. Ein Zeuge sagt«: Es war Zahltag und schon Nachmittag, da waren wir alle schon etwas an- scheitert und da haben wir dann gesungen:„Heil Dir im Sieger- kränz!"— und weiter weih ich nichts." Der Vorsitzende meinte: „Na, so betrunken werden Sie wohl nicht gewesen sein, datz Sie gar nichts weiter wissen!" Aber viel war weder aus diesem Zeugen noch aus den anderen herauszubringen. Das Gericht kam daher zu dem Urteil, bezüglich der Vorgänge im Gasthof seien alle drei Angeklagten freizusprechen, weil sich nicht habe feststellen lassen, daß Jmm gemeint war. Der Vorsitzende hob hervor, das Gericht habe den Eindruck gewonnen, daß einige Zeu- gen mit ihren Aussage» zurückhielten. Als erwiesen wurde ange- sehen, daß der Angeklagte Behrendt mit seinem Gesang von„Na- poleon, dem Schustergesellen", den Schuhmachermeistcr Jmm habe hänseln und verhöhnen wollen. Behrendt soll das mit 36 M. Geldstrafe büßen._ Urteil im Affelner Dynamitprozctz. Die Verhandlung vor dem Dortmunder Schwurgericht dauerte zwei Tage. Die Anklage gegen acht Bergarbeiter geht bekanntlich dahin, sie hätten komplottmaßig in der Nacht zum 19. März während des Bergarbeiterstreiks vor der Wohnung Arbeitswilliger in Asseln Dvnamitpatronen zur Explosion gebracht. Es war dadurch erheb- licher Materialschaden angerichtet. Menschen waren aber nicht vc» letzt worden. Schaper wurde zu sechs Jahren Zuchthaus, Junger- mann, Meier und Sawatzki zu je drei Jahren Zuchthaus, Acker- mann zu einem Jahr Gefängnis, Blank und Dahlhofs zu je neun Monaten und Huckschlag zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die Geschworenen hatten verneint, daß die Angeklagten im Kom- plott gehandelt haben. Bei den letzten vier Angeklagten war nur angenommen worden, datz sie, nachdeist sie von dem Verbrechen Kenntnis erhalten hatten, eS unterlassen haben, Anzeige zu er- statten._ Die Gerichtsfcrien, die am morgigen Tage vegrnne» und bis zum 15. September dauern, werden in diesem Jahre bei den Moa- biter Strafkammern nur wenige Veränderungen bringen. Infolge starker Arbeitsüberlastung tagen auch während der Ferien sämtliche Strafkammern des Landgerichts I, während bei den anderen Land- gerichten immer zwei Strafkammern zu einer Ferienstrafkammer zusammengelegt worden sind. Anstelle der ständigen Strafkammer- Vorsitzenden treten die sonst bei den Zivilkammern tätigen Land- gerichtsdirekloren in Moabit in Tätigkeit. Während in den Straf- kaminern infolge der Ueberlastung trotz der Ferien der Dienst ruhig weiter geht, findet bei den Zivilgerichten zum größten Teil eine völlige Einstellung des Dienstes statt, da während der Ferien nur eilige Arrestsachen, einstweilige Verfügungen usw. zur Ver- Handlung gelangen._ „Anton, steck den Degen ein!" Dieser Ruf gab die Veranlassung zu einer schweren AuZschrek- tung eines Schutzmannes, welche demnächst vor der 10. Strafkammer des Landgerichts I ein gerichtliches Nachspiel haben wird. Wegen Körperverletzung im Amte hat sich der Schutzmann Franz Siz vor dem Strafrichter zu verantworten. In der Neujahrsnacht gegen 2 Uhr suchte der Arbeiter Rudolf Hartwig das Schanklokal von Olscha an der Ecke der Palisaden- und Lichtenberger Straße auf. Nach kurzer Zeit wurde er durch einen furchtbaren Lärm aufmerksam, der von der Straße her in das Lokal drang. Als er hinausging, sah er eine große Menschenmenge, die hinter dem jetzigen Angeklagten, der, wie behauptet wird, stark angetrunken war, johlend und pfeifend herlief. Der Schutzmann hatte seinen Säbel gezogen und fuchtelte damit in der Luft herum. Hartwig rief ihm im Scherz die Worte zu:„Anton, steck den Degen ein!" Der Angeklagte stürzte, wie H. behauptet, sofort auf ihn los und schlug mit dem Säbel auf ihn ein. Hartwig wehrte sich nunmehr seiner Haut und gab dem Schutzmann eine derartige Ohr- feige, datz dieser zu Boden fiel. Er wurde nunmehr von Six und dem inzwischen hinzugekommenen Schutzmann Grämlich nach dem tiahegelezetien 23. PolizelreRet geschäfst. Hier schlug Six in Gegenwart mehrer Beamten mit beiden Fäusten auf H.«in, außerdem versetzte er ihm auch noch einen Fußtritt vor den Unterleib. Auf Grund dieses Sachverhalts wurde gegen S. Anklage wegen Körper« Verletzung im Amte erhoben. Der Angeklagte bestreitet, daß er sich zu jener Zeit im Dienst befunden habe. Die Verhandlung findet am 18. d. M. vor der 10. Strafkammer des Landgerichts l statt. Dienstherr und Dienstmädchen. Das Landgericht Duisburg hat am 9. Januar den Bäckermeister Jakob Bengcl von dort wegen Verführung und tätlicher Beleidi- gung seines im Jahre 1897 geborenen Dienstmädchens Marie O. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die O. war am 27. April 1911, kurz nach ihrer Entlassung aus der Schule, bei ihm als Dienstmädchen in Stellung getreten. Bald nach ihrem 14. Geburts- tage begann der verheiratete Angeklagte das Mädchen mit seinen Zudringlichkeiten zu belästigen und eines Tages, als er betrunken nach Hause kam, verführte er sie. Bei einem späteren Verkehr mit ihr wurde er von seiner Frau überrascht.— Die Revision deS Angeklagten wurde am Freitag vom Reichsgerichte verworfen.! Orts- Krankenkasse der HhmchnstiKnlitt. Mittwoch, den 21. Juli ISIS, abends S Uhr: luBerorill. GeiieralversuluDg im Restaurant Schultheiß, Neue Jakobstr. 21/25, Eing. Schmtdjtr. Tages ordnung: 1. Bcschlußsassung über evcntl. Auf- lösung der Kasse gemäß§ 231 der Reichsversicherungsordnung. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Festsetzung der Entschädigung deS Vorsitzenden und des SchrisisührerS. 1. Verschiedenes. Die Herren Vertreter werden hier- mit eingeladen. 277/19 I. A.: Gustav Laetsch, Vorsitzender. Krankknnnterstützuugs- und Ktgrabnisvtltjn gtuitrbl. Arbriter zu Ktrlm. Sonnabend, den SO. Juli ct., abends 81/« Uhr, im„Dresdener Garten�,. Dresdener Str. 45: Geiieralyersammlimg. Tagesordnung: 1. Abrechnung pro 2. Quartal 1912. 2. Rückblick ans das 10jährige Be- stehen der Franenstcrbelasse. 3. Verschiedenes. Eine recht rege Beteiligung, auch von Gästen, crmartet 293/12 Der Vorstand I.A.: frleäeieb freuäonroieb, Vors., 8. 59, Wißmannstr. 39, II. Sttrbtkl!ffethkM.Wugscher Arbeitcr Sonntag, de» 28. Jnli 1912, vormittags 91/, Uhr pünktlich: General-Versammlung imVerelnShanöVcrltnerMnsiker Kaiser-Wilhelm-Stratze 18xu (unterer Saal). Tagesordnung: 1 1. Kassenbericht(Januar bis Juni 1912). 2. Bericht der Revisoren. 3. Festsetzung der PublikationS- organe sür da» Jahr �912/13. 4. Kassenangclegcubeiten. Mügliedobuob legitimiert.—— Zahlreichen Besuch erwartet 2424b l>ei- Vorntond. I. 81.: G. Wegner, Vorsitzender. irttf-Mlfc-sereli Qroß- Berlin. General-Versammluiig am Mittwoch, den 17. Juli ISIS. abends vünktlich 9 Uhr. im„niipkiHchon Hof", Admiralstraße 18o. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen bittet 12/4 Hei- Voi-»t»n 23, 25 pf. . 20, 23 pf. ..... 48 n. 80 pf.. 1,00 ..... 65 pf. 27 bis 95 pf. . 18, 20 Pf. . 45, 50 pf. .45, 50 pf. .18, 27 pf. ..... 22 pt. Restposten billiger Kristall- W aren. Pressglasgarnitur„Thönix" Butterglocken............ 42 pf. Käseglocken.............. 40 Pf. Kompoctieren rund..... 5 bi» 33 pf. Fruchtschalen............ 52 h. Tortenplatten............ 55 Pf. Kompotteller............. 5 Pf. Kuchenteller............. 33 Pf Zuckerdosen............. 18pf. 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Der Saatenstandsbericht faßt sein Urteil dahin zusammen, „daß im großen und ganzen der Stand der Winterung zurzeit als recht befriedigend zu bezeichnen ist". Die Schätzungen der voraus- sichtlichen Erntemengen für Roggen in Sachsen und Weizen weisen geradezu Rekordziffern auf. Da auch die Nachrichten aus Rnßland, den Donauländern und Nordamerika befriedigend lauten, haben die Börsenpreise etwas nachgegeben. Es wurden notiert: am 22, Juni am 12, Juli Weizen Juli... 232,75 M. 226,75 M. also weniger 6, M. Weizen September. 208,25„ 203,50„„, 4,75„ Roggen Juli... 197,25„ 188,75„ 8,60„ Roggen September 176,00„ 166,00„„„ 7,00„ Haser Juli... 190,25„ 186,00„„„ 4,25„ Hafer September. 168,50„ 163,50„ 5,00„ Die Getreidenotierungen an der Börse variierten nach der Lieferungszeit der gehandelten Ware. Da die in Aussicht stehende gute Ernte noch nicht eingebracht ist, Vorräte offenbar aber nur sehr knapp vorhanden sind, stehen die Preise für im Juli zu liefernde Ware noch recht hoch. Für den September und die folgenden Monate rechnet die Börse dagegen mit Preisrückgängen, So schätzen die Händler der Getreidebörse, daß im September Weizen um 23 Mark, Roggen um 20 Mark, Haser um 23 Mark niedriger stehen werden, als im laufenden Monat Juli, Ob der Konsum zu dem Preise dieser Spekulations- kaufe Getreide wird erhalten können, ist allerdings sehr zweifelhaft. Schon ermahnt die„Deutsche Tageszeitung": Hoffentlich sind die Landwirte jetzt ebenso vorsichtig, wie sie in den vorigen Jahren waren und liefern das neue Getreide nicht zu rasch und in zu großen Mengen an, damit nicht der Preisfall ein allzu großer werde." In diesen Togen veröffentlichte die„Frankfurter Zeitung" ihre gewohnte Halbjahrsübersicht über die Neu ausgaben von Wertpapiere», die einen neuen zahlenmäßigen Beweis für die herrschende Hochkonjunktur und das daraus folgende Kreditbedürsnis bildet. Besonders instruktiv wirkt ein Vergleich der Emissionen des vergangenen Halbjahres mit denen des zweiten Semesters 1911. Es wurden an Werlpapieren ausgegeben sin Millionen Mark) Infolge der politischen Wirren war die Emission, die noch im ersten Halbjahr 1911 rege gewesen war, im zweiten Halb- jähr vergangenen Jahres recht ichwach. Es fehlte an Unter- nehmungslust. Im Anfang d. I. aber hob sie sich ganz außer- ordentlich. Eine Steigerung zeigten insbesondere Jndustrieaklicn und private Obligolioneti. die auch fast ganz der Industrie zuflössen. Allein um 319,20 Millionen Mark, die einen Kurswert von 444,32 Millionen Mark repräsentieren, nahm das Aktienkapital von In- duitriemilernehmungen zu. Elcktrizitätsunternehmungen, Schiffahns- gesellichaften, Montanwerke und große Maschinenfabriken vornehmlich brauchten zur Ausführung und Erweiterung ihres Geschäftsbetriebes diese Kapitalien. lieber die Ausdehnung der Produktion laufen immer von neueni Rekordzifiern ein. So hat sich Deutschlands Roheisen- erzeugung nach den Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stohlindustrieller im vergangenen Halbjahr auf 8.425 Millionen Tonnen belaufen. Für die ersten sechs Monate der beiden Vorjahre betrugen die Produktionskosten nur 7,682 und 7,202 Millionen Tonnen. Ob die günstige Lage bereits Abflauungen erfährt, ist noch immer nicht erkennbar. Die seit Anfang Juni gemeldeten Preis- rückgänge am deutschen und belgischen Eisenmarkt, die in Deuischland durch die offiziellen Börsenuolierungen zum Teil ge- leugnet wurden, sind in den letzten Tagen zum mindesten zum Still- stand gekommen. Zurzeit weisen die Weltmarktpreise bereits wieder Erhöhungen auf. Besonders am englischen Markt soll sich ein Mangel an Material bemerkbar machen. Die Ausfuhr und das Aufreckt- erhalten der hohen Inlandspreise werden dadurch gefördert. Selbst die Skeptiker in der Beurteilung der Geschäftslage gestehen zu, daß ein Rückschlag für die nächsten Monate nicht zu erwarten ist. Sie machen ober darauf aufmerksam, daß Buchbestellungen noch keine wirkliche Abnahme bedeuten. Der Unterschied in der Beurteilung läßt sich leicht auf die Stellung der Produzenten zurückführen. Die großen gemischten Werke, die außerdem rm Herbst und Winter Neu- anlagen fertigstellen, haben«in Interesse, die Lage sehr günstig darzustellen, um zu Bestellungen und hohen Preisen anzuregen. Tritt dann Ueberaugebot und Preisrückgang ein, so sind sie den reinen Werken immer noch überlegen und vermögen die Situation auszuhalten. Die reinen Werke aber sehen mit gemischten Gefühlen auf die je!3ge günstige Lage. Zwar sind auch sie voll beschäftigt; weitere Aufträge können sie aber nicht aitnehmen, die nun an die leistungsfähigeren gemischtei» Betriebe übergehen. Sie sind schon jetzt sehr damit unzufrieden, daß der Slahlwerksverband, in dem die gemischten Werke herrschen, die Preise für Halbzeug vom Juli ab um 5 M. erhöht und die Aussuhrvergütung herabgesetzt hat. Sie müssen ihr Rohmaterial, das jene selbst herstellen, teurer kaufen nird verlieren noch die Exportprämie. Diese Benachteiligung hindert sie schon jetzt an der völligen Ausnutzung der Situation, und läßt sie erst recht mit Sorge in die Zukunft schauen. Recht eigenartige Verhältnisse herrschen noch immer in der rheinisÄ-westfalischen Z e m e n t i n d u st r i e. Einige Werke hatten den Lieferungsvertrag mit dem rheinisch-westsälischen Zementsyndikat für Ende 1912 gekündigt, obgleich der eigentliche Kartellvertrag erst Ende 1913 abläuft. Die Werke glaubten nun, daß mit dem Auf- hören des Lieferungsverlrages auch das Kartell auseinanderfalle und suchten neue Verkäufe abzuschließen. Auf eine Klage des Syndikats hin gab das OberlandesgericktHamm den Werken recht; das Reichsgericht aber verwies die Klage zurück zur Untersuchung, ob die Kündigung einen wichtigen Grund zur Auflösung des Kartells darstelle. Es besieht also der eigentümliche Zustand, daß zwar die Werke nicht mehr an das Syndikat zu liefern brauchen, aber bei Androhung hoher Konventionalstrafen auch nicht an Dritte verkaufen dürfen. Inzwischen sind die großen Zementwerke Westfalens zu einer Vereinigung zu- sammengetreten, die sich noch weitere Werke angliedern will, so daß das Syndikat noch erfolgter Auflösung wahrscheinlich in neuer Form wiedererstehen wird. An der Börse geht eS ohne einige Spielpapiere nicht ab. Die Linke-Hoffmann, Vogtländische Maschinenfabrik, Deutsche Waffen usw. find jetzt abgelöst worden durch Naphtha- und Hausa-Aktien. Die Kurse der„Deutschen Dampfschiffahrts- Gesellschaft Hansa in Bremen" sind seil dem Ende vorigen Jahres von 216 auf 294 ge- stiegen. Diese Bewegung ist um so auffälliger, als die anderen durch die Konjunktur ebenfalls gut rentierenden Schiffahrtsgesell- schaften leine oder weit geringere Kurssteigerungen aufzuweisen haben. Die Hansa steht unter unseren Schiffahrtsgesellschaften an dritter Stelle. Es betrugen im Jahre 1911(in Millionen Mark): Gewinn®u,:§ Aktienkapital Hapag. 125 40,5 Lloyd. 125 41,5 Hansa. 25 11,7 Dividende am 13. 7. 9 144 5 120 15 264 der Hansakurse hat 12 Unter den Gründen für das Steigen der Hansakurse hat man nun den hervorgesucht, daß eventuell der Fürstenkonzern die Hansa aktien aufkaufe, um mit den beiden größeren Schiffahrtsgesellschaften zu konkurrieren. Wie erbittert man einen solchen Kampf aufnehmen würde, zeigte schon die Androhung der Boykottierung Emdens durch die Hapag in der Frage des Auswandererverkehrs. Jetzt finden wir einen neuen Beleg in einer Zuschrift an die„Hamburger Nach- richten"; es heißt da: „Eine Kontrolle der Hansa durch den„Fürstenkonzern" könnte den alten Aktionären unter Umständen recht unbequem werden. Die Hansa ist eine Bremer Gesellschaft, die von Hamburg aus fährt und genährt wird. Da sind beide Hansestädte interessiert. Die Ham- burg-Amerika-Linie respektiert die Hamburg-Jndische Linie der Schwesterstadt— im bedauerlichen Augenblick aber, da die Hansa Fürstenkonzern werden sollte, wird die Hamburg- Amerika- Linie ihrer Pflicht gedenken, die indische Linie für Hamburg zurück zu erobern. Der Norddeutsche Lloyd hat nur Interesse an der Bremer Hansa-Linie.— gegen die Berliner Hansa würde er mit der H.-A.-L. gemeinsam zu Felde ziehen,-- zum sichern Ruin der Hansal— Solch ein Kontrollversuch des Fürsteykonzerns könnte also außerordentliche Folgen nach sich ziehen, die Expansionstätigkeit der Hamburg-Amerika-Lmie, die vor Jahren Halt" machte vor der tadellosen Einzelleitung der Deutsch- Austral, der Kosmosgesellschaft, der Hamburg-Süd, könnte von diesen Linien direkt angerufen werden,— lieber geeint mit der H.-A.-L. als. wenn auch zu tollen Preisen, aufgekauft vomFürstenkonzern!" Derart ist die Kriegsstimmung angewachsen, und als solches Zeugnis geben wir die Züschrist wieder, wenn sie auch in ihren Ber- mutungen über die Gründe der hohen Hansakurse auf falschem Wege gehen mag._ Hub Induftrie und DandeL Ein„verschwenderischer" Generaldirektor. Im Winler d. I. ist der frühere Generaldirektor der Hohenlohe- werke entlassen worden. Als Grund wurde von ihm unter andern angegeben, daß der Fürst Hohenlohe, einer der Finanzmänner des bekannten Fürstenkonzerns, an seiner Betätigung bei der Reichs- l a g s w a h l Anstoß genommen und ihn zu beeinflussen gesucht habe. Schon damals wurde behauptet, daß der Generaldirekior verschwenderisch mit Gesellschaftsgelderu umgegangen sei. Zu gleicher Zeit schieden aber auch die Vertreter der Deutschen Bank aus dem Aufsichlsrat aus und die Deutsche Bank löste offiziell ihre Beziehungen z» dem Fürstentrust und allen seinen Unter- nehmungen. Offenbar haben die rein geschäftlichen Gegen- sätze der beiden Kapitalgrnppen die Hauptrolle dabei gespielt, und um sich gegen diese dem Fürstenlonzern sehr unan- genehme Deutung zu verwahren, hat in der Generalversammlung am letzten Sonnabend der Vorsitzende des Aufsichtsrals die Anklage gegen den früheren Direktor in ungewöhnlicher Schärfe in den Vordergrund geschoben. Er erklärte u. a.:„Wir müssen uns auf die Versicherung beschränken, daß wir bei der Aushebung des Lob- scheu Dienstvertrages ausschließlich das Jntereffe der Gesellschaft im Auge gehabt und es für unsere Pflicht gehalten haben, einem. ohne Beispiel d a st e h en den verichweirderischen Treiben, einer unerträglich gewordenen GünstlingSwirtschaft und einer selbstherrlichen Nichtachtung der Be« s ch l ü f s e des Aufsichtsrals ein Ziel zu setzen. Im engen Zusammenhange mit dem Falle Lob steht das Ausscheiden der Herren Klönne und Berve(von der Deutschen Bank) aus dem Aussichtsrat. Die beiden Herren haben im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern des Aussichtsrats einer gut- lichen Lösung der Beziehungen zu dem Generaldirektor das Wort geredet, weil sie es für das Wohl der Gesellschaft ersprießlicher gehalten haben, die notwendig mit einer Entlassung verbundene Beunruhigung der Aktionäre und der Oeffent- lichkeit zu vermeiden. Die anderen Mitglieder des AufsichtSrates haben nicht geglaubt, die Verantwortung auf sich nehmen zu dürfen, die großen Verluste, die die Gesellschaft durch die Verschwendungssucht und verfehlten Maßnahmen des Generaldirektors erlitten, noch durch die Zahlung einer hohen Abfindungssumme zu vermehren. Sie sind zu der Eni- lassung geschritten, trotz und in klarer Erkenntnis, daß damit pein- liche Erörterungen in der Ocffentlichkeit heraufbeschworen würden." Zum mindesten ist es auffällig, daß der Aussichtsrat die großen Ausgaben des Direktors Lob viele Jahre hindurch unbeanstandet ge- lassen hat. So sehr die Hunderttausende, die Lob zu seinem privaten Gebrauch ausgegeben hat, während die Arbeiter des Werkes darben, unsere Kritik herausfordern, so gesucht erscheint uns doch die spartanische Moral des AufsichtSrats. Will man die Oeffentlichkeit wirklich glauben machen,. daß Deutsche Bank und Fürstenlonzern sich nur wegen ein paar lumpiger Hundertausendcr schieden? Eher sind schon die vom Aufsichtsrat zugegebenen Differenzen über Ab- fchreibungen der Grund gewesen. Starkes Steigen der Fleischpreise. Wieder sind im Monat Juni im Vergleich zum Mai die Fleisch- preise gestiegen, diesmal so erheblich, daß man von einer starken F l e i s ch n o t sprechen kann. Bemerkenswert ist, daß diesmal alle Flleischi'orten an der Verteuerung teilgenommen haben. Nach den Erhebungen in 50 preußischen Städten wurde 1 Kilogramm Rind- fleisch im Juni durchschnittlich mit 179,3 Pf. bezahlt. In den genannten Orten kostete das gleiche Quantum Rindfleisch im Mai durchschnittlich 176,3 Pf. Außerordentlich stark ist die Spannung gegen die Vorjahre. Im Juni 1909 kostete 1 Kilogramm Rindfleisch an den nämlichen Märkten im Durchschnitt 155,0 Pf., 1910 bereits 157,6 Pf. und im vorigen Jahre 167,4 Pf. Die Preiskurve war somit ununterbrochen auswärts gerichtet. Am höchsten stellte sich der Mindfleischpreis im Berichtsmonat in Wilhelmshaven, wo 1 Kilo- gramm 214 Pf. kostete. In Magdeburg wurde Rindfleisch pro Kilogramm im Juni durchschnittlich mit 230 Pf. ge- kauft. Der Preis für Kalbfleisch erhöhte sich seit dem Vormonat von 196,8 auf 197,8 Pf. Auch hier entwickelten sich die Preise für den Konsum gegen die vergangenen Jahre un- günstig. Es werden übrigens für Kalbfleisch aus mehreren Städten überraschend hohe Preise gemeldet. So konnte man in Düsseldorf und Magdeburg Kalbfleisch nur zum Preise von 232 Pf. pro Kilo- gramm erstehen, und in Harburg wurde die gleiche Menge im Klein- Handel mit 226 Pf. bezahlt. Stark angezogen haben auch die Vcr- kausspreise für Hammelfleisch, das nach den statistischen Er- Hebungen im Mai mit 185,1, im Juni dieses JohreS mit 191,2 Pf. bezahlt wurde. Auch die S ch w e i n e f l e i s ch p r e i f e waren von der Verteuerung nicht ausgeschlossen. 1 Kilogramm Schweinefleisch kostete im Detailverkauf im Mai durchschnittlich 159,9, im Juni 162,8 Pf. In Köln stellte sich der Preis kür genannte Qualität im Berichtsmonat auf 195 Pf., in Hanau auf 191 Pf. Zur Einführung eines Getreidemonopols in Rnßland. Der in der Dum-, gestellte Autrag auf Einführung eines Ge- treidemonopols in Rußland war seinerzeit einer Kommission über- wiesen worden. Die Kommission hat sich' jetzt gegen eine Annahme des' Projekts ausgesprochen. Hub der frauendewegung. Eine weibliche Professur in Holland. Fräulein Dr. Johanna «.efterdijk, Direktorin der Zentralstelle für Pilzkulturen der Association Internationale des Botanistes in Amsterdam, ist zum außerordentlichen Professor in Utrecht ernannt worden. Die Dame beschäftigt sich mit Pflanzen-Pathologie und hat besonders über Krankheiten der Tomaten und Hyazinthen gearbeitet. Leseabende. Steglitz. Montag, den 15. Juni bei Heizmann Vortrag der Ge- nossin Frau Berta Selinger-Wülfrath über:„Bürgerliche und proletarische Frauenbewegung". Es wird um zahlreiches Er- scheinen ersucht._ Hub aller Melt. Ein Brief. Man schreibt uns aus Brüssel: Während großer Wirtschaft- licher Kämpfe bekundet sich in Belgien ein eigenartiger Akt von Solidarität. Um die Streikenden von der Sorge für ihre Kinder zu befreien und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, im Kampfe auszuharren, werden die Kleinen in andere Orte, oft in eine andere Provinz gebracht, wo sie für die Streikzeit in Familien, die sich dazu bereit erklärt hatten, Aufnahme finden. Gewöhnlich versammeln sich die„Adoptivmütter" in den sozialistischen Volkshäusern, wo sie ihre Schutzbefohlenen übernehmen. Für wie viele dieser Kinder ist damit die Zeit, die für ihre Eltern die bitterste Entbehrung brachte, zu einer Art Festzeit und„Ferien" geworden. Um ihnen Vater und Mutter zu ersetzen, hat man sie nicht nur behütet und ge- pflegt, sondern auch„verhätschelt. Und die Streikenden konnten kämpfen, hungern, wenn es fein mußte: ihre Kinder waren versorgt. brauchten leine Not zu sehen oder zu leiden.— Man begreift, daß die belgische Arbeiterpartei zu den wichtigsten Vorbereitungen für einen etwaigen Generalstreik die Organisierung der Unterbringung von Kindern zählt. Ein Prälu- dium zu dieser Aktion ist ein Brief, den der„Peuple" veröffentlicht und der zeigt, daß es just nicht gerade die Begütertsten sein müssen, die den Anfang mit der Betätigung idealistischer Akte machen. Um der Menschlichkeit willen, die aus ihm sprich:, sei der Brief, den auch eine liebenswürdige Schlichtheit auszeichnet, wiedergegeben. Der Schreiber des Brüses hält den Generalstreik für unausweichlich und macht schon jetzt sein Angebot:„Meine Frau und ich, schreibt er, haben beschlossen, nach Maßgabe unserer Mittel zum Erfolg der Bewegung beizulragen, wenn das Zeichen zum Kamps gegeben werden wird. Sie würden mich demnach verpflichten, wenn Sie die Person, die mit dieser Sache beauftragt ist, verständigten, daß wir bereit sind, gegebenenfalls zwei Kinder von Streikenden bei uns aufzunehmen.— Wir besitzen vier Kinder, einen Jungen von 16 Jahren und drei Mädchen von 13. 6 und 5 Jahren. Man könnte uns zwei ganz kleine Kinder geben, meine Frau wird ihnen die nötige Pflege angedeihen lassen. Statt zweien wird sie eben, vier Gestchtchen säubern. Bei Tisch wird man ein wenig zu« sammenrücken und für die zwei kleinen Brüderchen(oder Schwesterchen) werden sich zwei annehmbare Plätzchen zum Schlafen finden. Wir fühlen wohl, welches Opfer es für die Eltern sein wird, sich von ihren Kindern zu trennen. Sie können daher auch vollkommen beruhigt sein, daß wir jenen, die uns anvertraut werden, alle körperliche und sonstige Pflege zuteil lassen werden. Wir wohnen im einem gesunden Viertel,, haben einen. Kleinen Garten und wohnen gaüz nahe vom Land. Unsere Sprößlinge sind nicht schlimmer als der Durchschnitt, wenngleich die zwei Jüngsten rechte Lärmgeister und. Racker find. Aber sie sind alle gutherzig und ich weiß, daß die kleinen Gäste bei ihnen di«' beste Aufnahme finden werden, dank der Belehrung, die wir ihnen im Zusammenhang der Dinge über die menschliche Solidarität einschärfen werden." Wie anders klingt dieses vom sozialen Bewußtsein inspirierte Dokument menschlicher Solidarität gegenüber der landläufigen dürren oder protzigen Wohltätigkeit, aus der man weniger das Herz deS Menschen schlagen als seine Goldmünzen klappern hört.... Wieder eine Hitze- und Trockenperiode in Sicht? Die„Rheinisch-Westf.-Ztg." bringt ein Gutachten der Aachener Wetterwarte, nach der es keineswegs auS- geschlossen sein soll, daß wir in Deutschland auch in diesem Jahre wieder von einer andauernden Hitze- und Trocken- Periode heimgesucht werden könnten. Optimistischer urteilt ein anderer meteorologischer Sachverständiger im„Berliner Tageblatt", der seine Wetterprognose dahin zusammenfaßt: -„Unter solchen Umständen scheint also in diesem Sommer nur eine Tendenz zu S ch ö n w e t t e r und Trockenheit, nicht aber zu einer Dürre vorhanden zu sein, die den vergangenen Sommer zum Sckaden unseres ganzen wirtschaftlichen Lebens in sehr nachteiliger Weise ausgezeichnet hat." Auch diese Vorhersage klingt nicht allzu tröstlich. Hoffen wir, daß es auch hier wieder einmal anders kommt! Kleine Notizen. Die Wittener TyPhuScpidemie nimmt fortgesetzt an Ausdehnung zu. Die Zahl der Erkrankten in der Stadt Witten allein beträgt jetzt nahezu 209. Als Ursache der Epidemie ist folgendes festgestellt: In der Familie eines Milchhändlers in der Umgegend ereignete sich ein Krankheitsfall, den der behandelnde Landarzt als Lungen- entzündung behandelt, in Wirklichkeit aber T y p h u s w a r. Da die Ehefrau des Händlers gleichzeitig den Kranken bediente und in der Milchwirtschaft tätig war, so sind sämtliche Bezieher dieser Milch mit Typhusbazillen infiziert worden. Ein Lehrer, der nur einen Tag die Milch genossen hatte, dann eine militärische Uebung ableistete, ist bei seiner Rückkehr erst von der Seuche befallen worden. Borsicht be»m Hantieren mit SpirituS. In Zuffenhausen bei Stuttgart goß gestern niittag eine siebzigjährige Frau, die sich bei ihren dort verheirateten Söhnen vorübergehend aushielt, auf ein Kohlenbügeleisen Spiritus, nm es schneller zu erhitzen. Dabei explodierte das Gefäß mit Spiritus. Der Frau verbrannten die Kleider buchstäblich auf dem Leibe, so daß sie schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Auch zwei kleine Enkelkinder der Frau, die in der Nähe spielten, erlitten schwere Brandwunden. Nächtliche Ueberscefahrt eines Zeppelin. Das Luftschiff Viktoria Luise ist von der in der Nacht zum Sonnabend 12 Uhr be- gonnene» Fahrt über die Ostsee heute vormittag 9 Uhr nach Ham- bürg zurückgekehrt und um 9� Uhr glatt gelandet. Die Fahrt führte über Segeberg und Niendorf nach der Ostsee, die um 2 Uhr früh erreicht und bis zum Grönsund zwischen Mön und Falster überquert wurde. Von dort wandte sich das Luftschiff in gerader Richtung über die Ostsee zur mecklenburgischen Küste nach Heiligen- dämm, und die Weiterfahrt erfolgte über Wismar, Schwerin und Friedrichsruh nach Hamburg. Ein hannoversches Dorf in Flammen. DaS Kirchdorf Debstedt im Kreise Lehe ist heute nachmittag durch ein verheerendes Feuer heimgesucht worden. Bis 5 Uhr SonnabendnachmiNag waren mehr als 26 Gehöfte eingeäschert. Auch die alle schöne Kirche ist ein Opfer der Flammer geworden. Das Feuer greift noch weiter un: sich. Es besteht Gefahr, daß das ganze Dorf zer- stört wird. Theater und Vergnügungen Schillei'. Ehester Eharlottenkmrg. Das Konzert. Lullspiel in 3 Akten von Henn. Bahr. Ansang 8 Uhr. Ende 10-,. Uhr. Morgen und folgende Tage: Da« Konzert. Berliner Theater. AbendS 8 Uhr: Große Rosinen. Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Neues Theater. AbendS 8 Uhr: Der liebe Augusti«. Operette von Leo Fall. Melropol- Theater. et ieliier! Phantastisch musilalische Komödie in 3 nkten aus dem Englischen völlig frei bearbeitet von I. Freund. Musik von R. Nelson. U. a. Tänze o. W. Btshop. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Ab 3 Uhr. ZmgMIös Lacherfolg! Clown Alf. Daniels mit seinen ZirtuSspatzen. Ada Paalnl Kgl. Kammervirtuosin, und 10 weitere grosse Attraktionen. IumaF� iniBARK Heute Sonntag: Großes Volksfest. 6 und 9 Uhr: Auftreten des verwegensten überlebenden Matrosen der �Titanio" Bertrain Klein in seinen waghalsigen Produktionen am 80 Fuß hohen Sobiffsmast. Entree 5« Pf. Kinder bis zu 12 Jahren den ganzen Tag frei! OSE'THEATE 'Kroge Frankiurte: Str. 132. (Kastspiel Helen« Sttewe: 1 Tragie einer Ehe. Ansang 8',. Uhr. Aus der,, Uhr. �lliambra Wallner-Theaterftraße IS. t:x Großer Ball Großes Orchester. Ansaug Sonntag» 5 Uhr. A. Zameltat. Markgrafen-Säle 84. Harkgrafen-Damm 34. ------- An der»tralauer Allee.------ Täglich: Brase Kino-Vorstellung. Im Restaurant täglich musttaltsche Unterhaltung. Vorzügliche Küche, fs.Biere u. Weine, Billard».Kegelbahn öiirgldesler- klao und tocfcolo Schönhauser Allee 129. rCJldalG, Säle für Hochzeiten u. Vereinsvergnügen. 4 hoobeleg. Kegelbahnen. Tngl. Frei-Konzert und Frei-Kino im Garten. Rudolf Herz. Hagenbeck* Indien — Tempelhofer Feld.— GrBtte Sehenswürdigkeit Berlin*. Sonntag, 14. Juli, vormittags II1,,(ihr: Große Matinee! Ab 8 ühr nachmittags un- unterbrochen die zenaatlo- nellen Torztellangen. Enbeachrlinktor zwang- lozer Aalenthaiti Soppel-Xonzerte, ansgefübrt von der Kapelle des Kgl. Obermusikmeisters s. D. Gnatav OfTeney und der eigenen Hauskapell*. Große Wirtschaftebetriebe: Indischer Ballsalon; Rennion. Msrestaorant; Tiroler Betz! Weinrestaorant: Italienisches Künstler- Ensemble Boonomo! Indisches Katlee- und Teehans. Volksbelustigungen aller Art! Ferner ohne Extra- Entree: Macri Soliothis LmHDä If rpppe. Exeelsior- Lichtspielhaus leukailn»Äg Passage MMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM« Vom 13. bis 19. Juli inkl.: Seelen, die sich nicht verstanden. Drama aua dem Leben. In zwei Akten. Die schwapze Katze Sittendrama in drei Akten. Neuem Eierhänmcben Treptow.— Inhaber R. Müller. Qrokes Große Tanz-Reuuiou. U- Kaffeetüche täglich von 2 Uhr ab geöffnet. � I >♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦< *1 ♦!♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦< Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, den 28. Juli 1912: 21. Sänger= Fest in Schloß Weißensee. Gesamtchöre unter Leitung des Bundesdirigenten Herrn van den Drles.— ElnzelchOre. X x Knit fles Berliner Blas-OrtPeslers(Fr. I. BIod). X Fenenerl. X X Von 4 Uhr ab: T A Bi Z gegen Nachzahlung von SO Pf.— Die Kaffeeküohen eind von 12 bis 6 Uhr geBünet. BiUetts im Vorverkauf 20 Pf,, an der Kasse 80 Pf.—(Festheft mit Programm an der Kasse gratis.) Anfang mittags 18 Ehr.-M» 0V Anfang mittags IS Ehr.-M> Rill Affe sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben; ebenso bei den Vorstandsmitgliedern: DUICllS P. Kupfer, Landsberger Allee 68: Franz Schulz, Kopenhagener Str. 42: A. Seikrlt, Neukölln Hobreohtstr. 8 1; J. Steffens, Langenbeokstr. 6, Quergeb. I; 0. Engel, Neukölln, Donaostr. 129, Gartenhaus III; Paul Scnneider, Hufelandstraße 33, Laden; G. WuUky, Schliemannstr. 2 IlL n/s Der Vorstand. PM- Die nllchste Eebnngzetnnde des Bezirks I findet am Sonntag, den 81. Jnll, vor--M> mittags pünktlich 10 Ehr, Im Konzertsaale der Brauerei Frledrlchshaln, statt. IM Geübt werden die fAeder snm Süngerfest. Restaurant Neu-Seeland, Stralau| am Rummelsburger See. Inh. Wwe. SohonerL Jeden Sonntag Spezialitäten»Vorstellung u. Konzert.| Im Vergnügungspark: 3212L*( Großes Volksfest ä la Stralauer Fischzug. J ; im Saal; Gr. Ball. Jeden Mittwoch: Gr. Kinderfest. Abende: Spree-Athener, Dir. M. Zerner. Seebad Reinickendorf« Straßenbahnlinien 32, 35 und 41. Herrlicher Matnrgarten am grollen See gelegen. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: ♦ Theater, Spezialitäten und Konzert. ♦ im Saale: Großer Familicu-BaU. DiJeÄ: Kinder- u. Familienfest»owi« Vorstellung. _ Anlang des Konzerts 4 Uhr, der Voratellnng 5 Uhr._* Äblahrlstelle (am Schlefischen Bahnhos.) l�hrnoch Volwlllillei' Zediere. SnS�tknäch ileue MKIe. � Mm Musik in Dnifonn Hbüb Milile. Jeden MUlwoch: Klnderleat m. STOusit n d. Walde. Hin u. zur, nur 50 Ps. Den geehrten Strohwitwern empfehle Ich meinen bürgerlichen nittagHtlach, 4 Gänge 60 Ps wie bei Mutter», ,'m Frankfurter Haekepeter,!! Abendkarte zu kleinen Preisen. Angenebincr Ausenthalt. ' 3S01L 4). I.natenKneh. Kolonie Scfrönholz StraHenbaHnlinien 3ö, 37, 38, SS. Elettiner Bahn: Vorortverkehr 10 Ps. Lonntag, den U.Juli, u. Montag, den 15. Juli 1912: Krosies Svnte-Test. In siimtlichen Lokalen:(Zp. KvNZert tl, Ball. Hierzu laden die unterzeichne!«» Gaslwirle frcui'.dllchsl ein Brflscb. P. Hoffmann. M. Ramlow. E. Schalier. R. Sledel. Sozialdcmokratiicber üfal)I verein Lhariottenburg. Tieuötag. den 16. Juli«SIL. al'ends>/,S Uhr, im groben Saale des Bolkohaiise», Rosinenstrab« 3: General-Versnmmlnng. Tagesordnung: 1. Bericht dcS Vorstandes. 2. Diskussion. 3. Neuwahl deS Vorstandes. 4. Anträge zur KreiSgeneralversammluiig und Wahl der Delcgierlen. 5. Stellungnahme zu den Enlwürien der Orgaiiisalionsstatuken. Referent: Genosse St ulz. ö. VerlchicdeneS. 2S_ Die Ortsverwaltung. itteri öer Iii Mittwoch, den 17. Juli, abends 8'/, Uhr, bei Docher, Weberstraße 17: General Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassen, und GeschästSbericht vom II. Quartal. L. Bericht vom Ver bandstage zu Dresden. 3. Verschiedenes 169/10 UV I» Anbetracht der schwerwiegenden Beschlüsse deS Ber> bando»»grs erwartet vollzähliges Erscheine»— Mitglleddbnch lrgtttmtert Die QrtvverHvaltnng. Sonnabend, den»0. Inkl. im Elysium. Lands- ._- berge»Allee 40 11: GroHes Sonimcrfcst. Konzert, Gesangsvorträge, Thealer, Verlosung u. Tanz. Ans. 4 Uhr. Eintritt 30 Ps. Montag, den IS. Jnlt. abend» 8'/, Uhr. finden die Bezirks- Konferenzen der S ch o ft a r bette» in den bekannten Lokalen statt. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsvenvaltnng Berlin. Mittwoch, den 17. Juli er., abends 8'/, Uhr, in den„Armin Hallen", Kommandanteustr. 68/59: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom 8. Quartal 1018. 8. Bortrag deS Kollegen 8a»»onhaQh über: „1887 bis 1912, Jiinfnndzwanzig Jahre gewerkschaftlicher Entwilkclung". 4. Diskusston. 6. Neuwahl deS Gauleiters für de« Gau Berlin 6. BerschledeneS. By Ohne nitglledabach h e 1 n Zutritt. CM Zahlreichen Besuch dieser Versammlung erwartet 157/14 DI« OrtaTerwaltang. Ist»» Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- nm Zementliraiiche. Montag, den 16. Juli 1918. abendS 8'/, Uhr. tu den Arminhalle«, Kommandanlenstr. 53/59: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht vom 8. Quartal. L. Eektionöaugelegen. Helte». 140/17« Zahlreichen Besuch aller im GiPS-«nd Betonbangewerde be- schäsiiglen Mstglieder erwartet Der 8ekt1onsvorntand. Sektion der Isolierer und Keiler. Montag, de« 16. Juli 1918. abends 8'/, Uhr: Mitglieder-Versammlimg bei Schräder(Bürgersäle), Alte Schönhauser Strafte 83/84. Tagesordnung: Bericht»nd Beschluftfassung über daS Ergebnis der Berhand- lungen mit dem Berband der Jsolierfirme« wegen Abschluft eines Tarifvertrages. Bei der Wichtigkeit der Verhandlungen, ist eS unbedingte Pflicht jede» Kollegen, pünttlich zu erscheinen. Die Sektlonsleltnng. Die Delegierten zur Generalversammlung machen wir hierdurch aus- merksam, daß am Sonntag, 18. September 1918, vorm. 9 Uhr, die Gtilttlil-NersilMläng des Zivkigiikreilis im Saal 1 M Berliner Gewerkschastshauses, Engeluser 15, stattfindet. Der Zwelgveretnevorstand.' Ist» -m Verwaltung Berlin. Mitglieder-Versammlungen. Tagesordnung: 1. Bericht vom Berbandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. Montag, den IG» Juli: «vckosten I: b'/, Uhr in den Naunhn.Feftsälen, Naunynstr. 0. «UUenten 11: 5-/, Uhr im ReichenbergerHof, Neichenberger Str. 147. »»IT»V»U.CZIA AR. 11'/, 44�4 UU(71 C»%(J Ol V t 4UC«■'V V( /• UIC Osten I: SV, Uhr bei MerkowSki, AndreaSstr. 26. Osten II: 5'/, Uhr bei Grunwald, Memeler Str. bi. Osten III: 5'/, Uhr tn den Prachtsäle« d«S Ostens, Frankfurier 5'/, Uhr in der Löwenbranerei, Frankfurter Allee 151. Oentllehe Tororte: Allee 63/54. Worden: 51/, Uhr bei Obiglo, Schwedterstr. 23. Wcddlng und Moabit: 51/, Uhr bei Kaczorowski, Ravenästr. 6. WelVennee: 5'/, Uhr Im Prälaten. Lehderstraße 122. NenhSIin: V/t Uhr im Jdcal-Kastno. Wtichselstr. 8. Lautifcdler: S',. Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. VreckNer, Treppengeländer- und Luxuomöbcl- Branche: VU Uhr im Marine-Haus, Brandenburger Ufer 1. Dienstags den 16. Juli: Westen n. Südwesten; 6 Uhr in Habels Brauerei, Bergmann« straße 7/8. Mittwoch, de« 17. Juli: Kortmwcher! Möbelpolierer. Zu der am Tonntag, den S1. Juli, stattfindenden Dampferpartie müssen die Billetts bis spätestens Montag» den IS. Juli ISIS abgerechnet werden. Alle bis zu diesem Tage nicht zurückgebrachten Billetts gelte« als verkauft und werden nicht mehr zurück- genommen. BtllettS find vom Mittwoch, den 17. Juli ab, nur noch im Bureau, Engelufer 14, zn haben. 86/13 Da« Komitee. WrtpiMsMl iirair zn Berlin. (Eingetragene Oenossenschaft mit beschrankter Haftpflicht) Bureau; 80., Koltbuier Ufer 44, H. r. I. GoBff. v. 11-8 Uhr. Sonnab. v.5-8 Uhr, Donnerstag, den SS. Jnlt, abendS 8 Uhr: Zehsilk ordkiillilhe GkNtrllliierslimI««s in den Rittersälen, 81V., Ritterstr. 75. Tagesordnung: 1. GeschästSbericht: Vorlegung der Bilanz nebst Ge> winn- und Beriuftrechnung. 2. Bericht der Reviioren und Genehmigung der Bilanz, sowie Belchiubfastung über die Verteilung deS Gewinne» oder Verlufte». 3. Neuwahlen, a) de» Vorstandes, b) Ersatzwahlen zum AussichtSrat. 4. Statutenänderung. 5. Beschlußsassung über unser neue» ProjeN. 0. Event. Anträge der Genosten. 7. Verschiedene». Nur Mitglieder haben Zutritt. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß. Dl« Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung find in unserer GeschSstSstell« in den Kastenstunden einzusehen. Etwaige Anträge der Mitglieder müste« biS spätestens Donnerstag, de« 18. Jnli, schriftlich beim Borstand ein- gegange» sei». 105/15 Der Torstand: G. Dorner. P. Schiffke. P. Müller. Deutscher Tabakarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Srrttag. de« 10. Juli 1918, abends',,9 Uhr. tn de« Mustkersälen. Kaifer-Wilhelm-Str. 18ni> Mttglieder-Kersammwng. Tagesordnung: 1. Wrechnung vom zweiten Ouartal. 2. Wahl der Ortsverwaltung. 3. Fortsetzung der Debatie über die Generalversammlung zu Hamburg. 187/13« Die Ortsverwaltnng. Mitgliedsbücherkontrolle. Beiträge werden am Saaleingang t« Empfang genommen. \l/ i l 䀀€€€e«i€>«»sssssz Na! Da verlaß Dir druf! Unserem Freund u. Genossen Zl»x Il»n« zu seinem Si. Geburtstage die besten Gltickwünsche. Mo Stammgäste. �S939$e»9 2'/j Uhr, von der Leichen- des neuen Luisen- Kirch- in Neukölln, Hermann- 'P statt. ege Beteiligung wird er- ..n Mitgliedern zur Nachricht, , unser Kollege Wilhelm Brbnning am 10. d. MtS. im Sltter von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Gustav Haacke am 10. d. Mts. im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 65/8 Die Bezlrksverwaltung. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligmig bei der Beerdigung unseres lieben Bruders iPuut sagen wir hiermit den Herren Zeidler und Rcmak, sowie allen Kollegen und dem Deutschen Metall- arbeiter-Verband unseren herzlichsten Dank. 6la Geschwister Roftmann. 'Verantwortlicher Redakteur: Zentral-Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 13. Den Berussgenossen zur Nach- richt, daß unser Mitglied kternmrm Möbius am Donnerstag, den 11. Juli ver- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, den 14. Juli, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle desRetnicken- dorser Kirchhoses, Humboldtstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/15 Der Borstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger PsuÜ Ahrendt am 12. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Juli, nachmittags 2>/, Uhr, in Teupitz aus dem An- stalts-Kirchhos statt. Rege Beteiligung erwartet 120/13 Die Ortsverwaltung. Wand der Ireieo Gast- onil Schankwirte Oeutsehlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Amandus vrekke (Woldenberger Str. 14, Bezirk 3) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Juli, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-FriedhoseS in Friedrichs- selbe auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/16 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser guter Bruder, Schwager und Schwi-ger- .söhn, der Schankwirt 2462b Xmsncius vreike am 11» Juli plötzlich an Gas- vergislung verstorben ist. Statt besonderer Meldung zeigen dies, um stilles Beileid bittend, trauernd an WItwo K. Drefke, Alex Drefke, Woldenberger Straße 14. Die Beerdigung findet anr Montag, den 15. Juli, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Z»tral-FriedhoseS in Friedrichs- selbe aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigilug meines lieben ManneS, unsere» MlterS Gustav Hoffmann sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren tiefgesühUen Dank. Berlin. 13, 7. 19lö. Emma Hoffman« und Sohn. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme sowie die zahlreichen Kranzspenden anläßlich der Beerdigung unserer guten Mutter, Schwieger- und Großmutter[121 Louise Fentzke geb, Henning, sagen wir allen Verwandten und Be- kannten unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme bei der Bestattung meiner lieben Frau und Mutter meiner Kinder sage ich allen meinen herzlichsten Dank. Insbesondere danke ich Herrn Stadt- verordneten Küter ans Schöneberg sür seine trostreiche» Worte sowie dem Sängerchor. Die trauernden Hinterbliebenen Heinrich Bagowski und Kinder. Wlxtrn» Abteilung I. Gesch.: BorlinW., Mohren- 1 Stra6e37a(2. Haus von der| Jerusalemer StraBe). II. Gesch.; Berlin NO.,GroBe| Frankfurt. Str. 1 15(2. Haus) von der AndreasstraBe). Sehrgr. Ausw. fort. Kleider, HQte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis zum hochelegant.Genrez.äollerst niedrigen Preisen. Sonder-Abteilung: HaUanfortigung in 10 bis 12 Stunden. 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Ritter- sttaste 75, ein Extra-Zahlabend statt. Das Sommcrfest des 4. Kreises findet statt in den Lokalen: Mentes Volksgarten. Lichtenberg. Nöderstrafie; Ludwigs Viktoria- garten, Treptow; Brauerei Friedrichshain und Bellevue, Rummels- bürg. Für reichhaltige und genußreiche Unterhaltung ist Sorge ge- tragen. Bei dem mäßigen Eintrittspreise wird natürlich auf Mafien- besuch gerechnet. .. Fried rnan. Dienstag, den 16. Juli er., abends 8'L Uhr. im Kalser-Wilhelm-Garten, Rheinstr. 65: Generalversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht des Vorstandes und der Funktionäre. Neuwahl des Vorstandes. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Der Vorstand. Neukölln. Das Sommerfest des Wahlvereins findet heute in den Lokalen„Vereinsbrauerei" und„Hoppes Festsäle" statt. Bon 4 Uhr nachmittags ab: Großes Doppel-Konzert(„Neues Ton- künstler-Orchester". Dirigent: Fr. Hollselder). Turnerische Auffüh- rungen. Mitwirkung des Arbeiter-Sängerbundes, Gau Berlin, so- wie des Artistenvereins„Berolina".— Einlaßkarte 2S Pf.— Im Hinteren Teile des Gartens der.Vereinsbrauerei" Kinderspiele, Volksbelustigungen aller Art. großer Fackelzug. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. In beiden Sälen: Tanz. Herren zahlen SO Pf. nach. Die berechtigten Forderungen der streikenden Kellner in der„Ver- emSbranerei" sind durch den Oekonom Herrn Hartmann Unterschrift» lich anerkannt worden. Differenzen bestehen also nicht mehr. DaS Komitee. Britz-Buckow. Mittwoch, den 17. Juli er., abends 8'/, Uhr, im Lokal.Rosensee"(Pariser), Chauffeestratze, Ecke Jahnstraße: General- v e r s a m m l u n g. Tagesordnung: Bericht und Neuwahl deS Gesamt- Vorstandes; Bericht des Gemeindevertreters I Bezirksneueinteilung. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Tcmpelhof. Dienstag, den 16. Juli, abends 8'/, Uhr, im Wilhelnisgarten, Berliner Straße S: Generalversanimlung des Wahlvereins. Tagesordnung u. a.: Neuwahl deS Vorstandes und der Funktionäre. Mitgliedsbuch legitimiert. Nicder-Schöneweide. Dienstag, den 16. Juli, abends 8>/z Uhr: Generalversammlung des Wahlvereins im SchweizerhauS. Bericht und Neuwahl des Gesamtvorstandes. Lbcr-Schönewridr. Dienstag, den 16. Juli, abends 8 Uhr. bei Prochowski(Reue Post): Mitgliederversammlung. Vorttag des Genossen Tornow, Bezirksangelegenheiten und Diskussion. Die Bezirksleitung. OrtSteil RummclSvurg. Dienstag, den 16. Juli, abends 3>/z Uhr, findet im Cafö Bellevue für den früheren Orrsteil Boxhagen- RummelSburg die Generalversammlung statt. Tagesordnung: Bericht deS Vorstandes. Wahl der Delegierten zur KreiSgencralverfammlung. Anträge zum Parteitag und zur Kreis- gcnsralvcrsammlung._ Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Geschäftsbericht wird in der Versammlung ausgegeben. Reinickendorf. Die Bibliothek des WahlvereinS befindet sich jetzt im Lokal des Genossen Brückner, Provinzstr. 74(nicht mehr 82). Die Ausgabe der Bücher erfolgt wie bisher an jedem Montag .abends von 71/a bis 9 Uhr. Die Bibliothekskommission. Borsigwalde-Wittenau. DaS heutige Sommerfest des Wahl« Vereins findet im Wittenauer GesellschaftShauS. Hauptstr. 6S, im alten Dorf statt. Das Lokal ist, um irrtümlichen Annahmen vor- zubeugen, selbstverständlich frei. Berliner FfodmeKten. Die Fcrienspielplätze der Stadt Berlin haben in diesem Jahre einen Zulauf gefunden, wie nie zuvor. � Eröffnet wurden die sechs außerhalb Berlins gelegenen Plötze dies- mal mit einer Beteiligungsziffer von mehr als Lvvoo Kindern, das ist rund das Dreifache der im vorigen Jahr bei der Eröffnung gezählten Beteiligung. Gewiß bedeuten auch 20 660 Kinder leider noch nicht viel gegenüber der Gesamt- zahl der Berliner Gemeindeschulkinder, von der sie noch kein Zehntel sind. Aber freuen dürfen wir uns über den in diesem Sommer eingetretenen ganz außerordentlichen Aufschwung, wenn es auch den leitenden Stellen sehr unerwartet gekommen ist und manche Schwie- xigkeiten mitgebracht hat. Er läßt auf eine Steigerung des Jnter- esses für die Ferienspiele schließen, von der man wünschen mutz, daß sie in die nächsten Jahre hinein sich fortsetzen möge. Vor eini- gen Tagen haben wir mitgeteilt, wie sehr namentlich von Eltern be- dauert wird, daß für das Publikum die Ferienspielplätze gesperrt bleiben müssen. In der Bevölkerung würde das Vertrauen zu der ganzen Veranstaltung noch zunehmen, wenn Eltern selber sich da- von überzeugen könnten, wie es bei den Ferienspiclen zugeht. Ein bißchen nach„Zigeunerleben" sieht ja das Treiben da draußen aus, aber eben das bildet für die Jungen und oft auch für die Mädel einen Hauptreiz, und das ihnen zugestandene reich- liche Maß von Ungebundenheit macht ihnen die Ferienivielplätze lieb. Wenn des Morgens um 8 Uhr herum in allen Stadtteilen die langen Marschkolonnen der Kinder mit Sack und Pack nach den Abfahrtstcllen der Straßenbahnen, der Hochbahn, der Stadt-, Rina- und Vorortbahnen ziehen, dann hemmt mancher Vorüber- gehende seine Schritte und schaut lächelnd dem� Völkchen nach. In allen möglichen Behältern, in Rucksäcken, Handtaschen. Schultor- nistern,'Botanisiertrommeln. Marktnetzen, Körbe», Bündeln, schleppen sie mit, was sie draußen zu brauchen glauben, vor allem natürlich den eigenen Proviant, sodann das Trinkgefäß für Milch oder Kaffee, oft noch einen Napf für das Mittagessen, dazu mög- lichst auch einen Eßlöffel. Manche, die auf dem Spielplatz inmitten des allgemeinen Jubels sich ein„eigenes Heim" schaffen»vollen. beladen sich mit den nötigen Materialien zur Aufstellung eines Zeltes, mit Tüchern. Decken. Stangen. Latten usw. Von 42 über die ganze Stadt verteilten Sammelstellen, je 7 für jeden der 6 Ferienspielplätze, ziehen die Kinder, geführt und behütet von Lehrern und Lehrerinnen, nach den Abfahrtstellen. Die unerivartct starke Beteiligung macht in diesen» Jahre den Marsch durch die Straßen für die Führer und Führerinnen zu einem schweren und verantwortungsvollen Stück Arbeit, das viel Vorsicht tmd Umsicht erfordert. Meist sind für jede Sammelstelle nach den Erfahrungen der früheren Jahre nur ein Lehrer und eine Lehrerin zur Verfügung gestellt, die Zahl der sich einfindenden Kinder über- steigt aber in diesem Jahre an vielen Sammelstellen das halbe Tausend. Wenn die ganze Schar am Morgen wohlbehalten hinaus- gebracht und ain Abend wohlbehalten den Eltern zurückgegeben werden soll, so müssen beim Marsch durch die Straßen die Kinder möglichst sämtlich unter Aufsicht und Obhut der Führenden sein uad daher in langen Kolonnen zusammenbleiben. Wir sind ge- beten worden, eine öffentliche Mahnung ao die Kutscher (zu richten, daß sie die Züge der Kinder geschlossen vorbeimarschieren lassen. Selbstverständlich wird andererseits auch von den Führen» den darauf geachtet werden, daß nicht ohne Not der Wagenverkehr aufgehalten wird. Aus der plötzlichen und starken Zunahme der Beteiligung an den Ferienspielen haben auch für die Hinausbe- förderung mit Straßenbahnen usw. sich Schwierigkeiten ergeben, die in den ersten Tagen sehr unangenehm empfunden wurden. Eltern haben uns geklagt, daß die Kinder überlange an den Ab- fahrtstellen warten mußten, besonders da, wo Straßenbahnen be- nutzt wurden. Das war nicht zu vermeiden, inzwischen aber ist wohl auch dieser Uebelstand überall gemildert worden. Wir hören, daß auch beabsichtigt wird, die Führer und Führerinnen Nachtrag- lich noch zu vermehren, wie es die diesjährige Beteiligungsziffer erfordert. Auf den Spielplätzen, die wir alle sechs in der ersten Woche gesehen haben, wird wohl weniger ein Mangel an Führern und Führerinnen empfunden. Hier sind überall aus den Kiridern selber zahlreiche„Ordner" genommen worden, die z. B. bei der Verteilung der Speisen und Getränke sich nützlich machen. Bei den geregelten Spielen, die einige Male im Laufe deS Tages veranstaltet werden, spielen die Lehrer und Lehrerinnen mit. Manche geben mit glücklichem Erfolg sich dabei so ungezwungen, daß der Schulpädagoge in ihnen nicht wiederzuerkennen ist. Für die übrige Zeit des Tages wird der Grundsatz befolgt, daß man dieKinder sich nach eigenem Belieben tummeln läßt, wobei nur der Platz nicht, verlassen werden darf. Jede zulässige Eigen- ort eines Kindes findet Raum und Gelegenheit, sich zu betätigen. „Den Lehrern ist's lieber, daß wir uns selber helfen", erzählte unS altklug ein Zehnjähriger, der behaglich sich im Grase räkelte. „Dal" rief er im nächsten Augenblick lebhaft aus, indem er sich aufrichtend mit der Hand nach drüben wies, lieber den weiten Wiescnplan stürmte mit wildem Geschrei eine Horde� von „Indianern", kriegerischen Federschmuck auf den erhitzten Köpfen, die holzgeschnitzte„Mordwaffe" in den Fäusten schwingend. Ihnen schaute verwundert aus seinem Zelt ein stiller Junge nach, der von seinem Lesebuch auch auf dem Spielplatz sich nicht zu trennen vermocht hatte, und aus dem Nachbarzelt ein Madchen, das zärtlich eine Puppe betraute. Solche Gegensätze stören einander nicht, kein Kind beengt da das andere, und besonders auf den sehr unrfang- reichen Plätzen, die bei Buch, bei Wartenberg und bei Blankenfelde zur Verfügung gestellt sind, finden die Tausende von Kindern alle nur wünschenswerte Bewegungsfreiheit. Viele zogen in diesen heißen Tagen eine beschauliche Ruhe vor, ließen halbnackt sich von der Sonne braten oder krochen unter die schützenden Zelte, die sie sich errichtet haben. Daß Kinder sich von den anderen absondern, ist nun allerdings gerade nicht ider Zweck dieser Spielplätze. Erwünschter ist es. daß sie Gelegenheit dazu geben, in den Kindern das Gefühl der Zusammen» geHörigkeit zu wecken und zu pflegen. Aber der Besitz eines solchen Zeltes als„Eigenheim" scheint doch manchen Kindern der Gipfel des Glückes zu sein. Ganz vereinzelt sieht man Zelte auS Segeltuch, meist sind sie aus allen möglichen Materialien zusammen- gestückt, aus alten Plaids. Bettdecken, Uinschlagetüchern, Packleine- wand. Schürzen usw., die durch mitgebrachte Stangen oder auf- gelesene Aeste gestützt werden. Wer ein bißchen Sinn für Schön- Heft hat. fügt wohl auch Fähnchen als Schmuck hinzu, oder für das Innere einen dem Sonntagsblatt entnommenen Bildschmuck. Sehr nachdenklich kann es den Besucher dieser Spielplätze st im- men, wenn er sieht, wieviel Dürftigkeit sich dem Blick darbietet. Die Zahl der Kmder. deren Eltern nicht einmal den Kvstenbeitrag von meist 20 Pf. pro Tag zahlen können, ist sehr groß. Leider hat die unerwartete Zunahme der BeteiligungSzifftr auch dazu geführt, daß die Vergünstigung der Frei- karten eingeschränkt wurde. Beabsichtigt war. daß alle auszugebenden Freikarten an jedem Tag vom Kostenbeitrag be- freiten. Von leitender Stelle»oar uns diese Mitteilung gemacht worden, tüe wir dann in der zweiten Hälfte des Juni und nachher nochmal im Juli veröffentlichten. Inzwischen ist uns von unbemittelten Eltern geklagt worden, daß die ihren Kindern bewilligten Freikarten nur für zwei oder drei Tage pro Woche gelten. Diese Angabe trifft leider zu. Die Beschränkung hat den Zweck, einer größeren Zabl von Kindern tvemgstens für einige Tage eine Frei- karte geben zu können. Aus je 1000 Karten zu sechs Tagen pro Woche kann man 2000 Karten zu drei Tagen oder 8000 Karten zu zwei Tagen machen, ohne daß von der Stadt ein Pfennig mehr aus- gegeben wird. Wir wundern uns. daß wir nicht rechtzeitig von dieser Verwässerung der Wohltat in Kenntnis gesetzt worden sind. Durch sofortige Bekanntgabe hätte verhütet werden können, daß der Unmut der in ihren Erwartungen getäuschten Eltern die Führer und Führerinnen für die Einschränkung verantwortlich machen will. Diese trifft selbstverständlich keine Schuld, da nicht sie darüber zu bestimmen haben. Das Richtige wäre es, die unzulänglichen Mittel kurzerhand durch Etatüberschreitung zu vervollständigen, damit alle begründeten Ansprüche auf vollgültige Freikarten erfüllt werden können. Sehr viel mehr Geld für die Ferienspielplätze herzugeben, das wird man überhaupt von der Stadt Berlin fordern müsseir. Die Ferienspiele, deren EntWickelung vor einem Jahr- zehift in der Stadtverordnetenversammlung durch unseren Genossen Singer einen kräftigen Anstoß erhielt und nachher durch unseren Genossen Borgmann liebevoll gefördert wurde, sind heute eine unentbehrliche Einrichtung geworden. Eine Vermehrung der Ferien. spielplätze und der Hilfskräfte aus den Reihen der Lehrer und Lehrerinnen wäre schon für dieses Jahr nötig gewesen. Pastor Pfeiffers Eifer. Von einem noch schulpflichtigen Kinde, das Ende Februar wegen einer Verfehlung vom Schulinspcktor aus der bisher besuchten Schule ausgeschlossen worden war und von da an bis zu den Sommerferien unbegreiflicherweise noch keinen anderen Unter- richt gehabt hat. berichteten wir in Nr. ISS. Wir fügten hinzu, anscheinend sei ein Verfahren auf Ueberwcisung zur Fürsorge» erziehung iin Gange, womit allerdings keineswegs entschuldigt wäre, daß daS Kino, von dem man wohl sittlichen Nachteil für andere Kinder gefürchtet hat, Monate hindurch ohne jeden Unter- richt geblieben ist. Tatsächlich war schon versucht worden, daS elternlose Kind aus der Obhut der Großmutter herauszunehmen und es durch Bermittelung des vielgeschäftigen P a st o r s P f e i f f e r, des Geschäftsführers vom„Kinderrettungs- derein", in eine Anstalt zu bringen. Von wem Pastor Pfeiffer darauf auftnerksam gemacht worden ist, daß hier wieder ein Kind für ihn reif sei, ist nicht recht klar. Es scheint, daß die Schule dabei ihre Hand im Spiele gehabt hat. Eines Tages kam dann eine der Helferinnen Pfeiffers, diesmal eine Frau Gcrlach, uneingeladen den Angehörigen des Kindes in die Wohnung, um ihnen ihre Hilfe anzubieten. Nachdem sie da- »»als mit ihrem Vorschlag, das Kind im„Zellerhaus"(jetzt in Buckow) unterzubringen, kein Glück gehabt hatte, hat sie jetzt ihren Besuch wiederholt und nunmehr die Anstalt„Siloah"(in Pankow) empfohlen. Sie hatte den Einfall, daS Kind„gleich mitnehmen" -t! wollen, such jetzt haben die Angehörigen sich ablehnend ver» halten, weil sie nichts ohne den Vormund des Kindes unternehmen zu dürfen meinten. Daran haben sie recht getan. Der Vormuud, ein Lehrer, soll dem Kind bisher ein lebhaftes Interesse entgegen. gebracht haben. Daß er inzwischen die Vormundschaft abgegtchen hätte oder sie ihm gar genommen worden wäre, ist den Angehört- gen nicht bekannt geworden. Läge etwas Derartiges vor, so wäre es ihnen ja auch vom Vormundschaftsgericht wohl gemeldet wurden. Mit welchem Recht da der Pastor Pfeiffer schon seine Helferin in Bewegung setzt, die das Kind„gleich mitnehmen" will, das ist uns unverständlich. Wenn zu seinen Tausenden von Mündeln etwa doch auch dieses Waisenkind ihm noch in Vormundschaft gegeben worden sein sollte, so müßte er in der Lage sein, durch seine Helferin eine Bestallung vorweisen zu lassen. Solange aber ein Wechsel der Vormundschaft den An- gehörigen des Kindes nicht schwarz auf weiß mitgeteilt wird, sind sie für das Kind dem bisherigen Vormund verantwortlich und dürfen es nicht ohne seine Zustimmung an eine Privatperson, wie Herr Pfeiffer und seine Helferinnen es für sie einstweilen noch sind, zur Unterbringung in irgendeiner Anstalt ausliefern. Etwas anderes wäre es, wenn etwa eine vorläufige Ueberwcisung zur Fürsorgeerziehung angeordnet würde und dann unerwartet ein Polizist das Kind abholen wollte. Ihm müßte eS sofort ausgeliefert werden. Pastor Pfeiffer kann, wie wir schon öfter dargelegt haben, als Vormund sichnichtpersönlichumalleserneMün- del kümmern, sondern muß daS den Helferinnen überlassen, die der Verein besoldet, sowie den Pflegerinnen, die„im Ehrenamt" (d. h. nebenbei) dein Verein dienen. Aus einem Bericht über deir „Kinderrettungsverein" ersehen wir, daß dort jetzt für ettva 3000 Kinder die Vormundschaft geführt und außerdem für etwa 1000 Kinder die Pflegschaft ausgeübt wird. An Hilfskräften stehen dem Vereinsgeschäftsführer Pastor Pfeiffer außer den im Bureau be- schäftigten Personen die folgenden zur Verfügung: 4 Kandidaten der Theologie, 12 besoldete Helferinnen(mehr nicht), 168 ehren- amtliche Pflegerinnen. Möge hiernach jeder sich ausrechnen, wie« viel von der Tätigkeit dieser Hilfskräfte einem einzelnen Kinde— bei überhaupt 4000— zugute kommen kann. Die Vormundschaften Über die unehelichen Kinder wird übrigens Pastor Pfeiffer so nach und nach los werden, weil seit 1. April d. I. die Stadt Berlin eine von der Waisenverwaltung zu führende Sammelvor- mundschaft eingeführt hat. Für uneheliche Kinder, die nach dein 1. April 1912 in Berlin geboren werden, kann nicht mehr Pastor Pfeiffer sich die Vormundschaft sichern, sondern sie fällt ohne weite- res der Waisenverwaltung und ihrem VormundschaftSamt zu. Wir haben eS mit Befriedigung begrüßt, daß künftig tvenigstenS die un» ehelichen Kinder nicht mehr so ohne weitere? in den Machtbereich deS Pastors Pfeiffer kommen können. „Geschiedene Frau bevorzugt." Durch Vermittelung de» Masse» blattes will sich ein Freiherr aus vornehmster, altadeliger Familie möglichst schnell an eine hochgebildete, elegante reiche Jüdin, Witwe oder geschledene Frau bevorzugt, verschachern. Das ist wieder mal eine neue Pointe auf dem HeiratSmarkt, zeigt aber auch gleichzeitig der» Gipfel moralischer Verkommenheit sogenannter Kavaliere, denen es ganz gleichgültig ist, was für eine Frau sie heirate», wenn sie nur recht viel Geld hat. Zur geschiedenen Frau gehört ja noch lange nicht der Begriff des Unmoralischen, aber hier w»rd zwischen den Zeilen darauf hingestoßen, daß dem aristokratischen Mitgift» jäger auch das Geld der anrüchigsten Frau nicht stinkt. Schöne Seelen finden sich... In ähnlichen Inseraten, die von„Edelsten der Nation" ausgehen, werden zur Heirat reiche Mädchen mit schweren körperlichen Fehlern verlangt. Bekannt ist auch, daß neuerdings verlumpte Sprößlinge aus vornehmster, altadeliger Familie nicht davor zurückschreckten, Prostituierte zu heiraten, die auf dem Fleischmarkt ein Vermögen erworbS», haben. Die Halsbinde der Etraßenreiniger. Die Direktion der städtischen Straßenreinigung hält streng auf soldatische Disziplin unter den Angestellten. So kommt es, daß von den Vorgesetzten oft ein Ton angeschlagen wird, der dem auf manchen Kasernenhöfen üblichen in keiner Weise nachsteht. WaS diese strenge Disziplin freilich mit der Reinigung der Straßen zu tun hat, ist unS schon immer recht schleierhast geblieben. Aber Ordnung muß sein! Man muß nur einmal Gelegenheit haben. die Personalakten der Straßenreiniger durchzusehen, um mit Staunen wahrzunehmen, in welcher militärischen Weise die An» zeigen der Vorgesetzten gegen Angestellte abgefaßt sind und welche Strafen auf die kleinsten Vergehen und Versehen, die oft keine sind, folgen. Bei der jetzigen Hitze haben die Straßenreiniger, die täglich viele Stunden dem Sonnenbrande ausgesetzt sind, nichts zu lachen. Während den Tieren jede Erleichterung gewährt wird, müssen die Strahenreiniger streng nach der Instruktion gekleidet gehen und manche Erschwernisse in den Kauf nehmen. Die Halsbinde ist eines jener Bekleidungsstücke, die unter allen Umständen zum eiser. nen Bestände jedes StraßenreinigerS gehören. Diese schwarze Halsbinde muß den HalS jedes StraßenreinigerS ständig um» schließen. Und wehe dem, der sich erlaubt, bei der jetzigen Hitze diese recht lästige Binde abzunehmen. Während jeder andere Mensch versucht, sich so�frei und leicht wie möglich zu bewegen, der Straßenreiniger muß seine Halsbinde um seinen HalS würgen. Tut er daS nicht, verstößt er gegen die Disziplin und wird bestraft. Wiederholt sich diese„Verfehlung", kann Entlassung erfolgen. Jeder Arzt, jeder Hygieniker wird das Verlangen der Direktion, die HalS» binde bei der Hitze zu tragen, als unhygicnisch, weffn nicht alS Menschenquälerei zu bezeichnen. Sollte nicht auch die Direktion der städtischen Straßenreinigung endlich erkennen, daß sie die Pflicht hat, ihren Angestellten alle möglichen Erleichterungen bei der jetzigen» Hitze zu gewähren? Und die Ablegung der Halsbinde wäre eine solche Erleichterung.._ Die Erregung unter de» Patienten der Beelitzer Heilstätte« über die letzten Verfügungen des Vorstandes der Landesversicherungsanstalt Berlin ist noch sehr groß. Sie beweist, wie schädlich für die Patienten solche fortgesetzten Verfügungen sind, die nur Erbitterung und Aerger unter den Patienten hervorrufen. Soll die Kur in Beelitz den Patienten nützen, so muß alles ferngehalten werden, was geeignet ist, die Ruhe unter den Patienten zu stören, Eine Verwaltung, die sich ihrer Aufgabe bewußt ist, wird alle» tun. um den Pfleglingen Aufregung und Aerger zu ersparen, anstatt sie fortgesetzt zu reizen und durch neue Verordnungen zu provozieren. Nur wenn die Patienten zu der Anstaltsverwaltung Vertrauen haben, wird beiden Teilen gedient sein. Durch Maßnahmen, wie sie aber in letzter Zeit von dem Vorstande der Anstalt getroffen worden sind, wird das Vertrauen nicht hergestellt. Natürlich billigen wir auch nicht, wenn Patienten der Ver- waltung Schwierigkeiten bereiten und außer acht lassen, daß eine erfolgreiche Kur nur ermöglicht wird durch die Einhaltung der Be- stimmungen, die nun einmal für den geordneten Betrieb einer An- statt unerläßlich sind. Nur dadurch, daß auch die Patienten der Anstaltslcitung gegenüber dasjenige Verhalten betätigen, das die Verwaltung verlangen kann, wird auch die Achtung der Verwaltung vor den Patienten steigen. Dazu gehört, daß die organisierten Arbeiter diejenigen Elemente zurückweisen, die den Augenblick einer Erregung zu allen möglichen Ungehörigkeiten benutzen wollen, SMe vittrtrMreiw waoS« Quulifefe tot mltt tat vieles Patienten natürlich auch vertreten sind, sollten organisierte Ar- beiter mit der Würde und Entschiedenheit abweisen, die ihnen durch die Schulung der Gewerlschaft und Partei anerzogen worden ist. Die Belohnung von 4000 M., die die American Expreß Co. vuf die Wiederherdeischasfung der durch ihren Kasienboten Max Haas« veruntreuten Summe gesetzt hatte, ist gestern vormittag an den Verteidiger Haases, dem Rechtsanwalt Paul Bredereck aus» gezahlt worden. Rechtsanwalt Brcdereck hat«inen Teil der Be. lohnung der Mutter des Defraudanten zugesichert. Der andere Betrag wird für die Verteidigung HaascS verwendet werden. Die Auszahlung der Belohnung an den Rechtsanwalt erregt lebhaftes Befremden. Zu dem Morbanschlag in der Fehrbrlliner Straße wird Und imitgeteilt, daß eS bisher noch nicht gelang, den als Täter in Frage kommenden Maler Neinelt zu ermitteln. Reinelt, ein tüchtiger �Handwerker, hat früher bessere Tage gesehen. Festgestellt werden konnte, daß er bei der Flucht lein bares Geld besaß. � Vorgestern abend versuchte er bei einem ihm bekannten Manne«inen Betrag zu borgen. Diese: ging jedoch darauf nicht ein. Wahrscheinlich wird er versuchen, sich an anderer Stelle Barmittel zu beschaffen. Unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 600 M. ersucht tdie Kriminalpolizei nochmals alle Personen, die zweckdienliche An- gaben machen können, dies umgehend zu tun. Ein Bild des Flüchtigen ist von der Kriminalpolizei vervielfältigt worden. An Hand dieses Bilde» werden von den Beamten überall Nachfragen nach dem Gesuchten angestellt. Ein mutmaßlicher KindeSmord beschäftigt wieder die Polizei- behörde. Auf dem Treppenpodest des Hauses Gormannstr. 25/26 fand der Verwalter des Grundstück» die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Sie war eingewickelt in einen rotgestreiften Kopfkissen- bezug und blau-weißgestreiften Schürzenstoff. Der Verwalter übergab den Fund der Polizei, die die kleine Leiche nach dem Schauhause bringen ließ, wo festgestllt werden soll, ob das Kind mach der Geburt gelebt hat. Aeußere Merkmale eines gewalt- kamen Todes waren nicht sichtbar. Die Suche nach der Mutter des Kindes waren ohne Erfolg. Explosionskatastrophe auf einem Schießpla?. Auf dem Schieß- Platz KummerSdorf bei Berlin ereignete sich gestern morgen ein schwerer Unglücksfall, durch den ein Mann der Versuchsbatteri� der Artillcrie-PrüfungSkommission getötet und 4 andere verletzt wurden, davon 2 schwer. Bei Absuchen des Platze? nach Spreng. stücken der verschossenen Munition hatte ein Kanonier ein blind- gegangenes, noch mit Zünder versehenes Geschoß vorschriftswidrig aufgehoben und auf den zur Aufnahme der Sprengstücke bestimmten Wagen geworfen. Plötzlich explodierte das Geschoß und traf die fünf in der Nähe stehenden Kanoniere. Die Verletzten wurden »mch dem Garnisonlazarett in Tempelhof gebracht. Ueber den Unglücksfall auf dem Schietzplatz wird noch weiter gemeldet: Durch die Explosion deS Geschosses wurde der Gefreite Sauer von der Versuchsbatterie der Artillerie-Prüfungskommission getötet, die Kanoniere Gaede und Uhlemann schwer und Sergeant Pokrieske und Kanonier Krüger leicht verletzt. Die beiden Schwer- verletzten befinden sich augenblicklich nicht in Lebensgefahr. Au» der Selbstmorbchronik. Durch einen Schuh in die rechte Schläfe nahm sich gestern nachmittag der' 24 Jahre alte Kellner Walter Teich in seiner Wohnung in der Palisadenstr. 9 daS Leben. LiebeSgram veranlaßt« ihn zu dem Selbstmord.— Liebeskummer hat auch den 22 Jahr« alten Bureaugehilfen Molf Rettkowski aus der Johann-Huß-Straße 4 aus Neukölln in den Tod getrieben.— In den Anlagen des HohenstaufenplaheS au einem Baume erhängt hat sich der 44 Jahr« alte Lederarbeiter Wilhem Krenz aus der Hobrechtstr. 8 zu Neukölln. Der Mann hat die Tat wegen langer Krankheit begangen. Der Tod des Otbachlose». Polizeilich beschlagnahmk wurde die Leiche des 48 Jahre alten wohnungslosen Gelegenheitsarbeiters Ferdinand Frilaff. Dieser hatte sich in der Nackt zu gestern mit einem anderen wohnungslosen Arbeiter auf einem unbebauten Grundstück am Nordhafen hinter einem Stapel Mauersteine zum Schlafen niedergelegt. Als der Schlafgenosse FrilaffS am anderen Morgen erwachte, fand er seinen Freund bewußtlos daliegen. Er benachrichtigt« einen Schutzmann, der einen Arzt herbeirief. Dieser konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, nicht aber die Ursache. Die Leiche wurde deshalb zur Obduktion nach dem Schau- Hause gebracht. Groben Unfug verübte irgend ein Tagedieb wieder einmal durch Aufgabe eines Inserates in dem vom Verlag der»Berliner Morgen- post" herausgegebenen„Berliner Arbeitsmarkt'. In dem Inserat wurden Zettelverteiler(zum Antritt fertig) gesucht, die sich Freitag nachmittag um Va4 Uhr am Lehrter Hauptbahnhof melden sollten.— Manch armer gebrechlicher Arbeiter, der noch die Kraft zum Zettel- verteilen in sich zu haben glaubte, pilgerte nach dem Lehrter Bahn- hos, oder opferte den letzten Groschen zur Fahrt, um nur rechtzeitig an Ort und Stelle zu sein. Etwa 180 junge und alte Leute hatten sich eingefunden, in der Hoffnung, einige Groschen zu verdienen. Jedoch es vemmg eine Vicrtetstunve nach der anderen, ja es der- strichen l'/g Stunden, aber der angebliche Arbeitgeber ließ sich nicht sehen. Die arnicn Arbeitsuchenden merkten bald, daß irgend ein Gauner sie als Objekie zu seinem frivolen Spiel gemacht hatte.— Wieviel derartige Schwindelinserate werden sich wohl täglich in dem bekannten Arbeitsmarkt befinden. Zu der TotschlagSaffärr in der Patzcnhofer Brauerei wird uns unter Bezugnahme auf unsere Notiz vom 7. Juli mitgeteilt, daß der Getötete, der Mitfahrer Otto Klostermeier,„im Gegensatz zu Prussock kein streit- und händelsüchtiger Charakter' gowescn sei, wie dort steht. Die Berufskollegen des verstorbenen Klostermeier schildern diesen vielmehr als einen in der Brauerei Patzenhofer NO. bekannten Spaßvogel, der oft derbe Späße machte, die aber von keinem Kolle« gen böse aufgefaßt wurden. Klostermeier war bei seinen Kollegen, als auch bei der von ihm als Mitfahrer bedienten Kündschaft Wohl« gelitten. Wer ist die Tote? AuS Vem Teltokdkanak gekantet würde gestern vormittag die Leiche eines ungefähr 20 Jahre alten Mäd- chens, das keine Papiere zur Feststellung seiner Persönlichkeit bei jsich führte. Die unbekannte Tote hat braune Augen, gute Zähne, aufgeworfene Lippen und ein rundes volles Gesicht. Bekleidet war sie mit einer weißen Bluse, einem dunkelblauen Rock und einem 'schwarzen Samtgürtel. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Zu dem Tode deS Schankwirts Drefke werben wir gebeten mit- zuteilen, daß Dretke infolge eines unglücklichen Zufalles umS Leben gekommen sei. D. sei in der Küche auf einem Stuhle eingeschlafen und hat wahrscheinlich den Schlauch vom Gaskocher mit dem Arme abgerissen, so daß daS Gas ungehindert ausströmen konnte. Der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend brachte der verflossene Monat Juni einen Umsatz von 1057 498.07 M., was gegen den gleichen Monat des vorigen Jahres«ine Steigerung von 237 916,08 oder 27,2 Proz. bedeutet.— In den Eigenbetriebcn ist gleichfalls ein erfreulicher Aufschwung zu verzeichnen. Die Bäckerei konnte wiederum über«ine enorme Steigerung che- richten Der Wert der hergestellten Backwaren betrug im Monat « Juni 193 253,55 M. Die Zahl der hergestellten Brote betrug L58 320 Stück. Diese kolossale Umsatzsteigerung, insbesondere die ider Bäckerei, zwingt die Geschäftsleitung schon jetzt an eine weitere Vergrößerung derselben zu denken, um den Brotkonsum, der nach den Ferien sicher 200000 M. und noch mehr pro Monat betragen wird, befriedigen zu können. Mit dem Monat Jurn fchlkßt auch das Gcschäftsiahr der Genossenschaft. DaS vorläufige Ergebnis iwird man als ein durchaus befriedigendes ansprechen können. Der iVesamtjahreSumsatz hat die Summe von 10# Mm»onen uver- schritten, wa» einer Steigerung von girka iü Wilümttt Öde» 75 Proz. gleichkommt. Der Gesamtumsatz Kurde bewältig! in 83 Verkaufsstellen, gegen 60 im Vorjahre. Di« Mitgliederzahl. die zu Anfang d«S vorigen Jcchres 38 423 betrug, hat sich auf rund 55 000 erhöht. Mit diesem Umsatz hat sich die Konsumgenossen. schaft Berlin und Umgegend, die im vorigen Jahre noch an achter Stelle unter den deutschen Konsumvereinen stand, auf die vierte Stell« heraufgeschwungen,_ An die Arbeiterjugend Groß-Verkins I Wie in den Vorjahren, so wird sich auch in diesem Jahre die gesamte proletarische Jugend Groß-BerlinS zusammenfinden, um durch Wanderungen in die freie Natur Körper und Geist zu stählen. Am Sonntag, den 21. Juli 1912, findet ein Massenansflug zum„Alten Freund" auf Pichelswerder statt. In Berlin erfolgt von nachstehenden Treffpunkten der Abmarsch früh 7 Uhr: Gesundbrunuen: Vinetaplatz und Humboldthain sNormaluhren)— Badstratze, Ecke Schwedenstraße— Exerzierstraße(Normaluhr). Fahrgeld 20 Pf. Schönhauser Borstadt: Bahnhof Schönhauser Allee. Fahrgeld 40 Pf. Nordost: ArnSwalder Platz— Danziger Straße, Ecke Greifswalder Straße— Danziger Straße, Ecke Weißenburger Straße. Fahr- geld 20 Pf. Moabit: Stromstraße. Ecke Turmstraßr(Denkmal im Kleinen Tier- garten.) Fahrgeld 20 Pf. Südost: Görliper Bahnhof(Unfallstation)— Lavfitzer Platz(Kirche). Fahrgeld 40 Pf. Süden: Hohenstaufenplatz(Normaluhr)— Moritzplatz— Lindenstraße (Jerusalemer Kirche)— Dönhoffplatz(Steindenlmal). Faörgeld 40 Pf. Osten: Samarlterstraße, Ecke Frankfurter Allee— Weidenweg, Ecke Zorndorfer Straße— Comeniusplatz— Kllstriner Platz— StrauS- bergcr Platz. Fahrgeld 40 Pf. Wedding: Malplaquetstraße, Ecke Nazarethkirchstraße— Nsttelbeck- platz(Normaluhr). Rosenthaler Vorstadt: Pappelplatz, Ecker Ackerstraße— Gartenplatz. Ecker Ackerstrahe(Litfaßsäule)— Arkonaplatz, Ecke Fürstenberger Straße— Teutoburger Platz, Ecke Templiner Straße. Fahrgeld 30 Pf. Westen-Südwesten: vellealliancestraße, Ecke Gneisenaustraße— Bülowstraß«, Ecke Mansteinstraße. Fahrgeld 30 Pf. Der Abmarsch erfolgt pünktlich 7 Uhr früh. Einmarsch im Lokal von 11—1 Uhr. Proviant und Liederbücher mitbringen. Die Mit- glieder der Jugendsekttonen der Gewerkschaften sowie die Turner gehen, fall« ihnen näheres seitens ihrer Leiter nicht bekannt wird, zu dem ihrer Wohnung nächstliegenden Treffpunkt. Die Jugendlichen der Vororte treffen fich an ihren bekannten Treffpunkten. Einmarsch im Lokal wie oben. Den Anordnungen der Ordner ist unbedingt Folg« zu leisten. Auf zum Massenausflugl Ein armer Lehrling hat am Freitag zwei Hundertmarkscheine auf dem Wege von der Frankfurter Allee(Ecke Weichselstraße) bis Sonn- tag- Ecke Lenbachstraße verloren. Da der Lehrling ersatzpflichtig ist, wird der Finder um Abgabe an das Polizeirevier I in Lichtenberg geVeten. Beim Spielen der Arbeiterjugend sind auf dem Spielplatz Humboldthain folgende Gegenstände gefunden worden: ein Herren- Hut, ein kleiner Spazierstock, eine Hutnadel, zwei Taschentücher, ein Schlüssel, ein Namenstempel mit Stempelkasten. Abzuholen beim Spielleiter Erich Habrrsath, Berlin N. 23, Graunstr. 46, im Zigarren- laden. Straßenunsall. Gestern vormittag 8�i Uhr wurde de« jetzt ermittelte Landgerrchtsrat Richard Hellwig am Lützowplatz von einem Kraftwagen angefahren und umgestoßen. Er wurde nach dem Elisabeth-Krankenhau» geschafft, wo er nachmittag» ge- starben ist. Feuer im KaufhanS H. Gerson am Wcrderschen Mar» alar- mierte am Sonnabendmittag die Berliner Feuerwehr. In wenigen Minuten waren sechs Löschzüge mit 20 Fahrzeugen dort unter dem Branddirektor Reichel versammelt. ES stellte sich dann heraus, daß dein Monteur Lorenz eine Benzinlötlampe explodiert war, wo- bei Lorenz Brandwunden zweiten Grades an der linken Hand er- litten hatte. Da keine Gefahr mehr vorlag, könnt« die Feuerwehr bald wieder abrücken. Vorort- IVacdricbtev. Tharlottenvnrg. Der Wohiinngsnachweis der Stadt Eharlottenburg ist in dem Hause Lllfeower Str. 8a, nah« dem Raihause eingerichtet und voll- ständig kostenlos. Vermittelt werden Wohnungen von ein und zwei Zimmern nebst Küche. Der Charlottenburger Wohnungsnachweis ist in der Lage, den Wohnungsuchenden eingehende Mit- teilunaen zu machen über die Größe, die Lage und den Mietspreis der zu vermietenden Wohnungen. In den meisten Fälle» steht auch eine kleine Grundrißskizze zur Verfügung. aus der die Lage der Räume zu einander hervorgeht. Auf diese Weise wird dem Mieter das Wohnungsuchen bedeutend erleichtert: er braucht nicht mehr Straße für Straße abzulaufen, um eine große Zahl für ihn teilweise völlig ungeeigneter Wohnungen zu besichtigen! vielmehr kann er sich aus dem Wohnungsnachweis mit Hilfe des dort angestellten Beamten einige für ihn passende Wohnungen heraussuchen! auf deren Besichtigung kann er sich dann be- schränken und kann sich unter ihnen ohne große Mühe diejenige nuswählen, die für ihn am geeignetsten ist. Dadurch erspart der Suchende viel unnütze Lauferei und hat dazu die Gewißheit, eine Wohnung zu finden, die für seine besonderen Ansprüche und Ver- Hältnisse paßt. Neukölln. Vom Spiel in den Tod. Im Schiffahrtskanal ertrank die sechs- jährig« Schülerin Frida Keilonath, deren Eltern Weichselstraße 87 wohnen. Die Kleine hatte mit anderen Kindern am Weigandufer herumgespielt und war dabei an die Böschung herangeraten und in den Kanal gestürzt. Anstatt Hilfe herbeizuholen, bekamen es die anderen Mädchen mit der Angst zu tun und rannten fort. Erst einige Zeit später wagten sie etwas zu sagen. Jetzt war es natürlich zu spät. Nur noch die Leiche der K. verniochte man zu bergen. Schöneberg. Ein Kind verbrannt. Ein entsetzlicher Unfall hat sich gestern nachmittag in dem Hause Barbarossastraße 10 abgespielt. In der zu ebener Erde belegenen Wohnung de» Arbeiter« Friedrich Dobroch wollte sein Itjähriger Enkel Erich Feuer in der Kochmaschine an- machen und goß auf die noch immer glimmenden Kohlen aus einer Literflasche Petroleum. Durch die unvorfichtige Handhabung deS Knaben explodierte die Glasflosche, der brennende Inhalt ergoß fich über duS Kind und im nächsten Augenblick stand der Knabe in Flammen. Gellende Hilferufe ausstoßend stürzte er aus die Straße, Ivo ein im Nebenhause wohnender Schmiedemeister Turing da» Kind zur Erde warf und die Flammen zu ersticken versuchte. Trotz der raschen Hilfe war der Körper des kleinen D. jedoch schon über und über mit Brandwunden bedeckt, so daß er sterbend in da« Schöne- berger Krankenhaus eingeliefert wurde. Auch der Retter hatte ziem- lich erhebliche Brandwunden davongetragen, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Wilmersdorf. Unfall beim Bau der Untergrundbahn. Beim Bahnvau in der Mannheimer Straße schlug eine Stahlschlepptrosse, die zum Ziehen der Loris verwendet wird, dem Arbeiter Lorenz N. au« der Mann- heimer Straße 84 an den Kopf, so daß der Betreffende eine große stark blutende Kopfwunde erlitt. Nachdem er auf der Rettungswache einen Notverband erhalten hatte, mußt« sein« Ueberführung st» das Lichterfelder Krankenhaus erfolgen. Lankwitz. Der Ferienausflug«ach dem Karpfenteiche fand infolge des schlechten Wetters anstatt am Montag unter reger Beteiligung erst am Donnerstag statt. Die Kinder haben sich gut amüsiert und ist zu erwarten, daß die nächsten Veranstaltungen noch bester besucht werden. Der Treffpunkt ist jeden Montag und Donnerstag pünktlich 2 Uhr vor der neuen Schule in der Sehdlitzstraße. Am kommenden Montag geht es nach dem Osdorser Walde. Die Kinder find mit Eß- und Trinkvorräten zu versehen, außerdem wird Selterwasser mit Himbeer gratis verabfolgt. Adlershof. Die Kinderausflllge» veranstaltet von der Kinderschutzkömmissiott. finden während den Ferien Dienstags und Freitags, nachmittags 2 Uhr vom Jugendheim, Bismarckstraße II, aus statt. Da die am Ort bestehende Sonntagsschule gleichfalls ihre Ferienaus- flüge Dienstags und Freitags veranstaltet, bitten wir alle prole- tarische Eltern, ihre Kinder nur an den Ausflügen der Kinder- schutzkommission teilnehmen zu lassen. Friedrichshagen. Der Wahlverein Nahm in selndt letzkSft Generalversammlung den Bericht über das abgelaufene GeschäftS-Halbjahr entgegen. In dieser Zeit fanden 8 öffentliche Versammlungen und 7 Leseabende statt, außerdem wurden 30 300 Flugblätter verbreitet. Bemängelt wurde, daß die Mitgliederzahl sich nicht wesentlich erhöht habe. Am 30. Juni gehörten dem Wahlvercin 365 männliche und 35 weibliche Mitglieder an. Der vorgelegte Kassenbericht erstreckte sich auf das ganze Jahr. Die Einnahme belief sich auf 2210,28 M., die AuS- gäbe auf 1954,36 M., so daß ein Bestand von 255,92 M. vorhanden war. An den KreiS sind 1160,64 M. abgeführt worden. In der Diskussion wurde, um die Beitragsrückstände zu vermeiden, ange- regt, daS System der Hauskassierung einzuführen.— Der Bildungsausschuß hatte der Reichstagswahlen wegen nur Theater- Vorstellungen arrangiert. Die Einnahmen betrugen 837,02 M., die Ausgaben 627,49 M. Die Bibliothek hat einen Bestand von 425 Bänden, von deneA im Berichtsjahr 115 ausgeliehen wurden. Aus dem Bericht der Kinderschutzkommission ist zu entnehmen, daß 7 schulpflichtige Knaben und 3 Mädchen beim ZeittingS- und FrühstücksauStragen ermittelt wurden. Die Äokalkom Mission berichtete, daß bis auf daS Lokal Neu-HeringSdorf alle Lokale frei sind. Die Zahl der„Vorwärts"- Abonnenten für Friedrichshagen und Umgegend ist auf 562 ge- stiegen. Die Bezirksleitung besteht nach dem neuen KreiSstawk jetzt aus drei Personen. ES wurden gewählt als Vorsitzender H. Mieke, Kassierer Fritz Schötzau, Schriftführer R. Aßmann. Zur Unter- stützung dieser wählte die Versammlung die Genossen Reiche. Reinh. Krüger, Mittenzwei, Kroll und Korsing. Revisoren wurden die Genossen Franke, Barth und Schulze, Bibliothekare Moser. Schulz unb_ Hoffmann. In die Zeitungsbeschwerdekommission wurden gewählt Höcker und Aßmann, in die Lokalkommission Werkmann und Schulze und in die Kinderschutzkommission Frau Schwarz. Gegen den Gastwirt Grünberg, Rahnsdorfer Straße, soll da? AuSschlußverfahren eingeleitet werden. Grünberg hat nicht nur zur Gemeindevertretcrwahl in Friedrichshagen sein Wahlrecht nicht ausgeübt, sondern sogar seine Forcnsenstimme in Hcssenwinkel den Gegnern übertraget� Ein Antrag auf Wiedereinführung der Monatsversammlungen wurde den Zahlabenden überwiesen. Pankow. Die hiesigen höheren Schulen wurden zu Beginn v« zweika» Quartals von insgesamt 2201 Schülern besucht, von denen 1682 Ein- heimische und 519 Auswärtige waren. Sie besetzten in den drei Lehranstalten 73 Klassen mit einer Durch schnittSfrequenz von rund 30 Schülern. Auf dt« einzelnen Lehranstalten verteilten sie sich folgendermaßen: Das Realgymnasium(ein. schließlich Vorschule) besuchten 598(411 einheimische und 187 aus- wärtige) Schüler. Sie waren in 22 Klassen mit einer Durch- schnittsfrequenz von rund 27 untergebracht. In der O b e r r e a l- schule(einschließlich Vorschule) wurden 803(604 einheimische und 204 auswärtige) Schüler in 25 Klassen mit einer Durchschnitts- frequenz von 32,32 unterrichtet. Am Lyzeum und Ober» lyzeum(einschließlich Seminar) wurde an 795(667 einheimische und 123 auswärtig«) Schülerinnen und Seminaristinnen in 26 Klas- sen mit einer Durchschnittsfrequenz von 30,6 Unterricht erteilt. Interessant ist ein Vergleich der Klassenfrequenzder« HSItnisse der höheren Schulen mit denen der Ge- meindeschulen. Während letztere in der gleichen Bericht». zeit eine Durchschnittsklassenfrequenz von 46,67 aufwiesen, betrug diese bei erstercn nur rund 30. Bei den Gemeindeschulen betrug die höchste Belegzahl einer Klasse 67. die niedrigste 14. bei den höheren Schulen 58 resp. 8. Interessant ist ferner ein Vergleich der erforderlichen Zuschüsse aus Gemeindemitteln beidenhöherenLehran st alten unddenGemeinde- schulen. Bei Zugrundelegung der im Voranschlag für 1912 hierfür vorgesehenen Beträge ergibt sicfx daß, während die Ge- meind« für einen Gemeindeschüler an Zuschuß aus Gemeinde» Mitteln rund 104 M. zu leisten hat. dieser für einen Söhülej; dtt höheren Lehranstalten rund 130 M. beträgt. Reinickendorf-Ost. Zur Gemeinbevcrtreterersatzwahl findet hflike, SSMckag stör- mittag in dem zur Wahl stehenden Bezirk noch eine Flugblattver- breitung statt. Gewählt wird nachmittags von 1 bis 5 Uhr in der Aula der 4. Gemeindeschul«, Hoppestr. 7. Alle Stimmen bereinigen sich auf unseren Kandidaten Genos- sen Paul Gursch. Zur glatten Abwickelung des Wahlgeschäfts und al» Legitimation dient die den Wählern vom Gemeindevorstand übersandte Legitimationskarte, die möglichst am Wahl- tisch vorzuzeigen ist. Weistensee. Konflikt zwischen Gemeindelcamten und Gemrindnrrtreter. In einer der letzten Gcmeindcvertretersitzungen glaubte Herr Gemeinde- Vertreter Knorr(Fortsch. Fr.) sich ganz besonders hcrvorzutun, in- dem er die Wahrnehmung zum Besten gab. daß die Gemeinde- beamten immer etwas verspätet zum Dienst gehen und bevor die Arbeit beginnt, erst das Frühstück eingenommen wird. Diese AuS- führungen, die, allgemein ausgesprochen, nicht zutreffen, hatten unter den Beamten zieniliche Erregung hervorgerufen und wurden in ihrem Verein recht lebhaft besprochen. Ihr Unwille kam in einer Resolution zum Ausdruck, wo Herrn Knorr da» AufsichtSrecht über die Gemeindebeamien abgesprochen wurde: eS wird ferner bedauert, daß ein Gcmeindeverordneter die Beamten in so unfeiner Weise herab. zulvürdigcn versucht hat. Bei etwaigen Wiederholungen wollen die Beamten die erforderlichen Maßnahmen treffen. Für Herrn Knorr müssen diese Beschuldigungen recht unangenehm sein, denn von gegnerischer Seile wird die Talsache konstatiert, daß die Gemeinde- beamten für seine Wiederwahl im März dieses Jahres große Hilfe leisteten. Französisch- Buchholz. In der Generalversammlung des Bezirkswahlvereins erstattete der BezirkSlciter. Genosse Risch. den Bericht über daS verflossene Geschäftsjahr. Die Mitgliederzahl beträgt 90.„Vorwärts'leser sind 137 zu verzeichnen: öffentliche Versammlungen wurden 9 abgehalten. außerdem unternahmen die Genosien 14, teilweis« von gutem Erfolg gekrönte Agitationstouren.— Bei der Gemeindevertreterwahl könnt« l»u Mandat erobert werden: dt» Kinderschutz» sowi« dt« Jugend» kommisfion Häven eine eifrig« �Stigleit entfaltet.— Nach dem Kassenbericht, den Genosse Schmidt erläuterte, betrugen die Einnahmen 236,48 und die Ausgaben Ll>7,31 M.— Die Neuwahl der Bezirksleitung hatte folgendes Ergebnis: 1. Bezirksleiter Risch, 2. Bezirksleiter Emst Neumann; Kasstrer Härtung; Schriftführer Tobel; Beisitzer und Lokalkommission Plöger; Revisor Metzkow; Iugendausschutz Schulz und Eichham! Bibliothekar Achterberg z Kinderschutzkommisfion Genossin Achterberg. Den Bericht von der Krciskonferenz erstattete Genosse Risch. da bei erwähnte er besonders, dah für die im nächsten Jahre statt findenden Landtagswahlen die preußische Staatszugehörigkeit nötig ist. Sänke. Oberförster Finsterwalder ist fuchsteufelswild darüber, bast die Inhaberin des Restaurants Schloßpark, Witwe W e tz k e r. ihr Lokal trotz aller Drohungen für sozialdemokratische Versammlungen freihält. Als das Lokal im Jahre 1S10 freigegeben wurde, ging der Oberförster Finsterwalder in Begleitung des Gendarmen zu Frau Wetzker und erklärte ihr, wenn sie das Lokal für sozialdemokratische Versammlungen hergeben würde, dann würden die Holzauktionen in ihrem Lokal nicht mehr abgehalten, Eis würde ihr nicht mehr geliefert, die Festlichkeiten des KriegervereinS würden in ihrem Lokal nicht mehr abgehalten werden. Die Wirtin blieb fest. Sie blieb auch fest, als Finsterwalder ankündigte, es würde alles in Klumpen ge- schlagen. wenn S t a d t h a g e n in der in Lanke an- beraumten Versammlung spräche. Di« Versammlung fand statt. Finsterwalder sammelte auf dem Gutshofe die von ihm aufgerufenen„Patrioten" und.Nationalen" und rückte im Trupp mit ihnen zum Lokal. Der Trupp wurde eingelassen, der Ober» förster wegen feines in Wandlitz betätigten provozierenden Ver- Haltens vom Besuch der Versammlung durch den VersamnilungS- leiter ausgeschlossen. Tie Versammlung, in der von den «Nationalen" der konservative Wanderredner Döring sprach, hatte einen prächtigen Verlauf. Herr Finsterwalder tut aber nach wie vor sein möglichstes, die Inhaberin des Schloßparks zu schädigen. Sie hatte an die Ver- waltung deS v. Friedländer-Fuld gepachteten Gutes sich mit der Bitte gewendet, den gegen sie durch den Oberförster vcranlaßten Boykott aufzuheben, in ihrem Lokal wieder Holz- auktionen stattfinden zu lassen und ihr wieder Eis zu liefern. Darauf richtete der Oberförster Finsterwalder an die gräfliche Generalverwaltung in Greiffenberg in der Uckermark die dringende Bitte, dem Gesuch der Frau Wetzker nicht stattgeben zu wollen. In dem Gesuch schildert er seine ein- dringlichen, vergeblichen bei der Inhaberin des Schloßparkes unter- nommenen Bemühungen, daS Lokal den Sozialdemokraten zu sperren jammert darüber, daß er die Versammlung nicht habe betreten dürfen, und behauptet der Wahrheit zuwider, Stadthagcn habe.in der bekannten Manier die Arbeiter gegen den Herrn Grafen und Herrn v. Friedländer-Fuld aufgehetzt"— Stadlhagen hat keinen von den beiden erwähnt—,«S sei ihm niemand gehörig entgegengetreten — Wanderredner Döring redete etwa eine Stunde lang— und so habe der böse Sozi„bewirkt, daß sich unser Arbeitsverhältnis seit dieser Zeit wesentlich verschlechtert hat". Den Beweis hierfür bringe das Ergebnis der Reichstagswahl, bei der von 109 Stimmen 58 sozialdemokratische, 82 konservative, 2 liberale abgegeben wurden. Das Gesuch der Frau Wetzker wurde jetzt abgelehnt. Der Vorfall zeigt treffend, wie terro- ristischer Boykott von konservativer Seite in behördlichem Beiseln angedroht und durchgesetzt wird. Unsere Genossen suchen selbstverständlich de» Schloßpark trotz der beweglichen Klagen des Oberförsters nach Möglichkeit zu unterstützen. Friedrichsfelde-Neu-Lichtenberg. Die Sinderspiele finden am heutigen Sonntag nicht im Schloß- park, sondern auf dem Turnplatz in der Hohenlohestraße statt. Der Schloßpark ist Sonntag von der Milstärverwaltung gesperrt. Petershagen bei Fredersdorf. In der letzten Gemeindevertreterfitzung wurden in di« Steuer- voreinschätzungstommission der Gemeindevorsteher Körper und als Stellvertreter Genosse Höselbarth gewählt.— Die zum neuen Schulbau erforderlichen Klosettanlagen sind dem Bauunternehmer Lindholz zum Preise von 3000 M. übertragen. Einige kleinere Sachen fanden noch ihre Erledigung. Eine gemeinsame Zusammenkunft der Gemeindevertretungen von Fredersdorf, Bollensdorf, Bogelsdorf, Pctershagcn und Eggers» dorf fand am Freitag in Frodersdorf statt, um die von feiten Fre- derSdorfs gegebenen neuen Projekte für die direkte Verbindung mit der Frankfurter Chaussee bis nach Strausbergzu besprechen. Es ist jedoch nichts weiter herausgekommen, als die Wahl einer verstärkten Der eben der Mühlenbeck. Bus der Gemeindevertretung. Die letzten Sitzungen beschäftigten fich wiederholt mit der Frage der Anstellung eines be- soldeten Gemeindevorstehers. Dieser Wunsch, der vom Landrat des Kreises ausging und auch von den Beamten in den Sitzungen begründet wurde, fand bei der Mehrheit der Gemeinde- Vertreter keine große Gegenliebe, erst als Genosse Bärsch die durch eine besoldete Anstellung fich ergebenden Vorteile für die Gemeinde erläuterte, schienen einige Herren anderer Meinung zu werden. Unser Vertreter führte bezüglich der Anstellung u. a. aus: Der Gemeindevorsteher bezieht heute von der Gemeinde 1000 M. an Entschädigung und vom Amtsbezirk 1290 M.; eine Schreibhilfe wird mit 1200 M. honoriert. Allzu groß würden demnach die Mehr- ausgaben für die Gemeinde nicht werden, die diese bei der besoldeten Anstellung zu leisten hätte. Den Gemeindeangehörigen würden nebenbei noch allerlei Vorteile erwachsen.— Die Mehrzahl der Gemeindevertreter war jedoch für eine besoldete Anstellung des Gemeindeoberhaupte» nicht zu haben.— Unter Verschiedenem wurde der Vertreter des LandratsamtS beauftragt, sich der Ver- breiterung der historischen Fließbrücke anzunehmen, die nur den dritten Teil der eigentlichen Wegebreite hat. NowaweS. Als praktische Neuerung durste gewiß allgemektl die seitens des Gemeindevorstandes bekanntgegebene Einrichtung eineA F ji s che Marktes angesehen werden. Der Fischmarkt soll allwöchentlich Sonnabends nachmittags von 8 bis 6 Uhr in der Priester- "----"—-■1-v— Friedrich« hen ent- w.....m,*«..«—...——--— u- natürlich nicht nur von den Käufern, sondern wohl in erster Luve von der PreiZnormierung der Fischhändler ab. 154, 5, Arbeiter-Samariterbund. Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. Am Montag, 2. Abteilung i bei Dase, vninnenstr. abends 80, Uhr. Spandau. Am Mittwoch bei PeczlleS, Pichelsdorf et Straße abend« 8 Uhr. Martendorf. Am Montag bei Lowenhagen, Thausfeestr. 27, abends '5 W o w am c S. Am Montag bei Schmidt, Friedrich-, Ecke Wilhelm- strahe, abends 3 Uhr. S ch ö n e w e i d e. Am Montag in der SiemcnSstr. IL, abend? 81/, Uhr. FriedrichShagcn. Am Donnerstag, Friedrichstr. 60, 2. Hos, abends 8V« Uhr. Allgemeine Famtliensterbetasse. Heute Zahl-«nd Ausnahmetag von 3—0 Uhr im Restaurant Ackerstr. 123. MocKen-Spielplan der Berliner Cbeater. Lessing-Tbeater. Allabendlich: Vergnügungsreise.(Anfang 8'L Uhr.) Berliner Theater. Allabendlich: Grobe Rosinen.(Ansang 8 Uhr.) Nene» TchaiisPtcthauS. Täglich: Sylvester Schäffer. I. Klasse. fllnsang 8'lt Uhr) Knrfürsteii-QPer. Allabendlich: Der Tanzanwalt. Neue» Theater. Allabendlich: Der liebe Augustin.(Ansang 8 Kleines Theater. Allabendlich: Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Der Herr mit der grünen Krawalle.(Ansang 8'/, Uhr.) Tchiller-Theatcr Eharlottenburg. Allabendlich: DaS Konzert. (Ansang 8 Uhr.) Friedrich. WtlhelmslädtischeS TchauspielhanS. Allabendlich: Die e Sitsamie.(Ansang 8'/t Uhr.) theater in der«diiiggräiicr Straße. BIS auf weiteres täglich abends 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Thalia-Theatcr. Allabendlich: Autolicbchen.(Ansang 8 Uhr.) Lnstspielhans. Allabendlich: Sin Königreich m. b. H.(Anfang 8',. Uhr.) Neues Operette»- Theater. Allabendlich: Parkettfitz Nr. 10. (Ansang 8 Uhr.) Rose. Theater. Allabendlich: Die Tragödie einer Ehe.(Ansang «'/. Uhr.) Metropol> Theater. Allabendlich: Schwindelmeier u. Co.(Ansang 8 Uhr.) Falles Eaprice« Allabendlich: Parisiana-Ensemble.(Ans. 8'/. Uhr.) Avoll»> Theater. Abend» taglich: Spezialitälen.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Rrichshallrn.Tbenrcr. Sonnlag u. Montag: Sanatorirnn Sonnen- stich. Ab Dienstag täglich: Dresdener Biktoria-Sänger.(Ansang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr.) Königsiadi-Kasino. Täglich: Sdezialltäten.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Prater-Theater. O diese Berliner.(Ansang 71/, Uhr.) Passage-Theater. Spezialitälen.(Ansang 8 Uhr.) Stdmiralepalast. EiSballett: Kvonne.(Ansang 10 Uhr.) Urania-Theater. Sonntag: Von Meran zum Ortler. Montag. Millivoch und Freitag: Der Vicrwaldstädter See und der St. Gotthard. Dienstag, Donnerslag und Sonnabend: Bon der Zugspitze zum Watz- mann. Sonntag: In den Dolomiten. Montag: Ueber den Brenner »ach Venedig.(Ansang 3 Uhr.) (Ansang 8 U�r.) kensl� Briefkasten der RedaKtfon. Die juristische Sprechstunde findet vis auf weiteres von 7 bis S'/z Uhr abends— Sonnabends von 4l/J— 6 Uhr— Lindenstr. 69, IV.'Etage(Fahrstuhl) statt. F. G. Zcnlrawerband strake 20 11, srüher Neue Kö aus Erstatlung der GerichtSkoftcn.... ginnt mit dem Schlüsse des JahreS, in welchem die Kosten fällig werden. and der HandlungSgehilsen, jetzt 0. 28 Münz- Königstr. 39.— A. B. 1912. Der Anspruch tSkoftcn verjährt w vier Jahren. Die Frist bc- — F. fft, Schönweide. Die Kaste ist zur Zahlung derarstger Kosten nicht verpflichtet. Vielleicht wenden Sie sich mal an den Vorstand. Die Lohn- beschlagnahme konnte erfolgen.— Paul. ES kommt daraus an, wem ein gröberes Verschulden trifft. Ihr Vater muh stch an die Eeiellschast wenden und seinen Schaden geltend machen.— Bothe. Sie müssen aus Heraus- gäbe der Bilder klagen.— M. M. Tempclhof. Bis zum 10. Lebenslahr de? Kindes. Sie können daS Kind nicht verlangen.— A. S. 20. Nur, sosern die Steuern nicht länger als drei Monate sälliafiud. Event, müssen Sie sich an daS zuständige SlmiSgerichi wenden.— W. Rostock. Uns ist der Erlaß ebenfalls nicht bekannt.— O., Carmen-Sylvastrafte. Nein. — B. G. BIS zu 00 Meter Tiefe. Zurzeit ist e» unmöglich, darüber hinauszugehen,— O. B. 12. 100 Prozent.— G. 110. Diese Fragen lassen sich nicht mit Ja oder Nein erledigen. Dazu würden geologische Abhandlungen notwendig sein, deren Umfang weit über den Rahmen des Briefkastens hinausgehen würde. Am besten informieren Sie sich in der einschlägigen Fachliteratur, die in jeder größeren Bibliothek aus- geliehen wird.— G. P. Wenn Sie Adoiment des„Vorwärts" sind, jo müssen Sie die Antwort aus diese? reichSoerbändlerlsche Machwerk schon vor einigen Wochen in unserem Blatte gelesen haben.— P. R. 32. Kommt wohl hauptsächlich daraus an, wieweit man sich in dieser Nachbarschaft wohl- sühlt, also persönliche Angelegenheit. Oclkur. Fragen hygienischer Natur müssen wir ablehnen. Wenden Sie sich an einen Arzt.— W. L. 103. Für 1. und 2. fragen Sie in "" Neffen Saiten " Tt an den WWW.. es. Wir mischen un» aus'guten Gründen nicht ein.— S. K. 200. Äuskunst er- halten Sie ans dem Polizeipräsidium, Aiexanderplatz.— R. R. Nein. — P. O. Ja.— A. B. 99. 1. Ueber die Berufung muß ver- handelt werden. 2. Nein. 3. Der Angeklagte.— W. III. Ja. — A. W. 13. War das Mädchen verlobt? Dann mub sie dl» Geschenke zurückgeben. Wenn nicht, braucht sie die? nur zu tun, wenn fie fich dem Beschenkten gegenüber oder eines nahen Angehörigen de» groben Undanks schuldig macht. Ev. muß aus Herausgabe geklagt werden.— H. F. 2S. Vorläusig sind Sie an den Vertrag gebunden.— H. 73. 1. Für einen Monat wird die Steuer nicht erhoben, vorausgesetzt, daß Sie nicht mit einem Einkommen van mehr als 3000 Mark veranlagt find. 2. Nachdem Sie Aufforderung zitt Zahlung erhalten haben, ev. auch gleich nach der Ucoung. — G. K. 23. Nein.— H. 18. Das ist keine Hypothek, sondern nur eine Vormerkung, Zinsen verjähren in vier Jahren; die Verjährungisrist bc ginnt mit Abiaus oeS JahrcS, wo die Zinsen entstanden sind. Sie können also die Zinsen von 1908 ab einklagen. Die Prozeßkosten brauchen Sie nicht besonders einzuklagen, sondern nur die Köster: durch Ihren Anwalt bei Gericht festsetzen lassen. Die Forderung verjährt in 30 Jahren.— Schönholz 3. Wenn das Schulmatcrial Ihrem Sohn geschenkt war, kann die Firma nur da? Geschenkte zurückfordern, wenn Ihr Sohn sich der Firma gegenüber deS groben Undanks schuldig gemacht hat, bat die. Firma den Betrag nur verauslagt, kann sie ihn sordern.— I. R. 7v0. DaS alle MiewerhältnlS mit dem neuen Besitzer bleibt bestehen.--- Marktbericht von Berlin am 12. Juli 1912, nach Ermiltelirng deS fönigl Polizeipräsidiums. Markthallenpreise.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gewe, zum Kochen 34.00— 50,00. Epelsebohnen, weibe, 30,00—60,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln(Klclnhdl.) 8,00—14,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40. Rtndfleisch, Bauchfleisch 1,60—1,80. Schweinefleisch 1,80-2,00. Kalbfleisch 1,80—2,40. Hammelfleisch 1,70-2,40. Butter 2,40-3,00. 00 Stück Eier 3,20—8,20. 1 Kilogramm Karpfen 1,20-2,20. Aale 1,20— 8,20. Zander 1,00-3/''"" Barsche 0,70-2,40. Schleie 1,20-8,20.-'""' 2,00-40,00. ander 1,60-3/0. Hechte 1,20-2,80. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück krebse Wirsterstands-Nachrlchtr« der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Welterbureau. Wasterstand Memel. TIlflt Vre gel, Jnsterdurg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krossen , Franksurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, vordamm Elbe, Lettmettch , Dresden , vardy , Magdeburg am 12.7. cm 100 -49 42 108 60 102 —16 -27 —20 —32 -157 112 69 fett 11. 7. cm1) —2 0 +2 —10 —4 —2 —4 —2 —2 +10 —14 -9 ——8 Wasserstand Saale, Grochlltz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Spremberg') , Bceskow Weser, Münden . Minden Rhein, MaximUlanSack , Kaub Köln Neckar, tzeilbronn Main, Hanau Mosel, Trier 0+ bedeutet Wuch»,— Fall.-»•) Unterpegel. WttterungSüberstcht vom 13. Juli 1912. «toftonen M 768 765 767 764 765 ONO @eo;ä SO NO O 765 NO «de« er 2 wölken! 8 wölken! 1 halb bd. 1 wolkenl lvolkenl wolkenl cilly Aberdeen Part» 761 N 2 wolkenl wolkenl 3 wölkt 2 bedeckt 2 wolkenl Gwtnemde. Hamburg Berlin Franks.«.! München Wien.....___________ Wetterprognose fUt Sonntag» den 14. Juki 1912. Zunächst vorwiegend heiter, trocken und sehr warm bei ziemlich lebhnsten südöstlichen Winden: später zunehmende Bewölkung, Gewitier» neigung und etwas Abkühlung. Berliner Wetterbureau. Mr BM. KrcJmerv&i FürGäsundeund Kranke EiweißrNährkeJK�o Jedes Wort 10 Pfennig. Da« lettgedrucKte Wort 20 Pfg.(«ulässlg Zfettgedruckte Wor(e). Stellengesuche und Schlafstellen:Anzelgcn 5 Pfg. mit I das erste Wort(tettgedruckt) 10 Plg. W II mehr als 1» Buchstaben zählen doppelt. 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