Ur. 170. Ndonnementz-Kecklngungen: fflbonuementä- Preis vrSnumerando: WertcljShrl. SP0 Mk.. monatl. 1,10 Ml, wöchenllich 28 Pfg, frei ins HauS. Einzelne Nnimner 5 Pfg. Sonntags. Nummer mii illustrierter Sonntags. Beilage„Die Neue Welt' 10 Pfg Post» Wonnemenlt 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Poft-Zeitunas- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutsltiiand und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehnien an: Belgien. Däncmarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, nicn, Schweden und die Schweiz. 29. Jahrg. Z! CrfötlBt tülid) außer fflontaas. i»- � Bcclittcc Volkslilakk. Die Tnterttons'GebQfsr BehSgt für die sechsgespaltene Kolonel. eile oder deren Raum 00 Psg.. für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Bersammlungs-Anzeigen 80 Pfg. „Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes wettere Wort S Pfg. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adrefl« „S»!!allltliioli?dk Beriii»". Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfcblande. Redaktion: Süd. 68, Lindcnatrasae 69. Fernsprecher: Amt Moripplatz, Nr. 1983. Mittwoch, de« 24. Juli 1912. Bxpcdition: 8M. 68, Lindenatraaae 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Klabnwitz. Nun kennt man also die A n t w 0 r t E n g l a n d s auf die deutsche Flottenvorlage. Und was die Sozialdemokratie vorausgesagt hat, ist natürlich in vollem Maße eingetroffen. Die unendliche Schraube des Wettrüstens macht eine neue Umdrehung und der deutschen Schiffsvermehrung folgt die englische in womöglich noch stärkerem Maße. Zunächst ist fteilich der englische Marineminister in seiner Forderung noch verhältnisniäßig bescheiden. Er verlangt „nur" etwa 20 Millionen Mark. Aber das ist bloß eine kleine Abschlagszahlung für das laufende Jahr. Das dicke Ende komnit nach. Als Ursache der englischen Flottenvermehrung bezeichnet Churchill in seiner Rehe mit aller wünschenswerten Deut- lichkeit das neue deutsche Flottengesctz. Dieses hat, außer dein weiteren Neubau von drei Linienschiffen, wie man weiß, das dritte, aus acht Schlachtschiffen bestehende Ge- schwader. das bisher nur als Reserve diente und nur mit einem kleinen Bruchteil der regulären Besatzung bemannt war. kriegsbereit gemacht und mit voller Mannschaft ausgerüstet. Dadurch ist die Schlachtbereitschaft der deutschen Flotte außer- ordentlich vermehrt worden. Statt aus 17 Schlachtschiffen. 4 großen und 12 kleinen Kreuzern, wird nach dem neuen Gesetz die aktive Flotte aus 25 Linienschiffen, L großen und 18 kleinen Kreuzern bestehen. Die allgemeine Wirkung des Gesetzes faßt Churchill dahin zusammen, daß fast vier Fünftel der deutschen Flotte in dauernder Kriegs- bereitschaft gehalten werden, ein Verhältnis, das der englische Minister als beispiellos bezeichnet hat. Die Antwort Englands besteht nun in folgendem: Die Neubauten werden vermehrt. In den nächsten fünf Jahren wollte England 16 neue Schlachtschiffe bauen; statt dessen sollen im nächsten Jahre sünf und in den folgenden vier Jahren je vier, im ganzen also fünfundzwanzig Schlachtschiffe gebaut werden. Daneben werden weitere Unterseeboote gebaut und der Bau leichter Kreuzer beschleunigt werden. Das wichtigste aber ist die Stärkung der Schlachtbereitschaft. Die Anzahl der. voll in den Dienst gestellten Schlachtschiffe wird von 28 auf 33 erhöht. Dazu tritt die Reserveflotte von 8 Schiffen. Gegenüber den drei aktiven deutschen Geschwadern wird England von 1914 an fünf haben von im ganzen 41 Schiffen, von denen vier Geschwader voll in Dienst stehen werden. Die Mann- schaft wird um 5000 Mann vermehrt. Das ist der englische „Sicherungsüberschuß" gegen Deutschland. Zugleich bewegt die Engländer noch eine andere Sorge. Das Mittelmeer ist durch die Dreadnoughtbauten Oesterreichs und Italiens ein neuer Herd des Wettriistens geworden. Deswegen wird die englische Division von vier Schlachtschiffen in Gibraltar auf acht gebracht werden. Die beiden großen bürgerlichen Parteien Englands sind mit diesem Flottenprogramm einverstanden. Es hat nicht all- zu viel zu bedeuten, daß auf der einen Seite den Konserva- tiven die Flottenvermehrung noch zu gering ist und auf der anderen Seite die Radikalen murrende Kritik üben. Prinzipielle Ablehnung erfährt das Wettrüsten, wie in Deutschland nur bei der Sozialdemokratie, so in England allein beider Arbeiter» Partei. Und doch müßten sich auch die bürgerlichen Parteien sagen, daß es so unmöglich weiter gehen kann, daß sich die arbeitenden Massen dieses uferlose Rüsten, diese ständige Steigerung der Kriegsgefahr, dieses gewissenlose Vergeuden der Stcuergelder, diesen Schrecken ohne Ende auf die Dauer nicht werden gefallen lassen. Die Sucht der deutschen Groß- kapitalisten, neue Kolonien auszubeuten, um ihre Profite noch weiter zu steigern, und die Angst der englischen, ihr Ausbeuwngsfcld geschmälert zu sehen, ist fürwahr tveder für die englischen noch für die deutschen Arbeiter auch nur ini geringsten ein Grund, Gut und Blut der Nation dieser wahnsinnigen Politik zur Verfügung zu stellen. Uns Arbeiter trennt nichts vonunserenenglischen Klassengcnossen, wir führen mit ihnen denselben Kampf gegen das Kapital, wir»vollen keinen Krieg, wir fordern endlich die Verständigung! Dieses Rüsten ohne Ende ist völlig sinnlos, wenn ihm nicht der Wille zum Krieg, zu einem Krieg um rein kapitalisüsche Ausbeutungsinteresseu zugrunde liegt. Den wollen wir nicht und deshalb fordern wir, daß ein Uebereinkommen geschlossen wird, das diesem Wahnsinn ein Ende macht. Wir haben keine Illusionen und wir wissen, daß auch eine Verständigung über die Beschränkung der Rüstungen der imperialistischen Politik noch nicht den Garaus macht„ wir wissen, daß die stete Ausdehnung des Feldes der Ausbeutung so tief im Wesen des Kapitalismus begründet ist, daß nicht die Einschränkung der Rüstungen allein. sondern erst der Sozialismus diesem Streben ein Ende machen kann. Aber die akute Kriegsgefahr und die unsinnige Verschwendung der Volkskräfte können durch ein solches Abkommen ein- gedämmt werden, und deshalb niuß alle 5lraft eingesetzt werden, UM die Herrschenden dazu zu zwingen. Die deutschen bürgerlichen Parteien freilich wagen ja schon längst nicht mehr, in der auswärtigen Politik ihren eigenen Weg zu gehen. Sie haben vollständig in die Hand der Regierung abgedankt und wenn möglich noch mehr als in der inneren hat der Liberalismus in der auswärtigen Politik versagt. Gegen die immer toller werdenden Ansprüche des Militarismus und Marinismus wagt er keinen Einspruch mehr und stumpf und feig nimmt er die Gebote der Panzer- Plattenpatrioten und der Kolonialinteressenten als unabwend- bares Schicksal hin. Um so wichtiger wird die Aufgabe der Sozialdemokratie, den Frieden zu schützen. Versagen die bürgerlichen Parteien, können sie es nicht einmal zustande bringen, die Völker vor den Greueln eines Weltkrieges zu bewahren, treiben sie aus Unfähigkeit, sich zu verständigen, so lange es noch Zeit ist, blind in den Abgrund— um so schlimmer für die bürger- liche Welt. Denn als Sieger wird nicht der Imperialismus, als Sieger kann nur der Sozialismus aus dem Kampfe hervorgehen. l)le engUfcbc flottendebatte. In Ergänzung des bereits von uns veröffentlichten Auszuges geben wir die wichtigsten Momente der Flottendebatte im englischen Unterhaus ausführlicher wieder. Marine mini st er Churchill führte auS: Das deutsche Flottengesetz. Die direkte Ursache des Nachtragsetats ist das neu« deutsche Flottengesetz. Dessen Ziel und Charakter tmivden bisiher vom Ministertisch nicht erklärt, vom Lande nicht erkannt. Der Charakter des deutschen Gesetzes ist nicht die Vermehrung der Linienschiffe, sondern die Vermehrung der Schlacht- bereitschaft der Schiffe aller Klassem die unmittelbar zw allen Jahreszeiten verfügbar fein werden. Ein drittes Geschwa- der aus acht Schlachtschiffen wird geschaffen und in voller Be- ma n n u ug als ein Teil der aktiven Schlachtflotte erhalten werden. Vor dem neuen Gesetz bestand die aktive Schlachtflvtte aus 17 Schlachtschiffen, 4 Schlachtkreuzern und 12 kleinen Kreuzern. In naher Zukunft wird die aktive Flotte aus 2SSchlachtschiffen, 8 Schlachtkreuzern und 18 kleinen Kreuzern bestehen, und während jetzt nach dem geltenden deutschen Rekrutierungssystem die deutsche Flotte im Winter weniger Bewegur.gÄrast besitzt als im Sommer, wird sie kraft des neuen Gesetzes nicht nur verstärkt, sondern viel schneller verfügbar fein. Von der Gesamtzahl von 144 Torpedobooten werden 39 statt G6 in vollem Dienst stehen.' Der diesjährige deuffche Flvttenetat setzte 94 Millionen für den Bau von Unterseebooten fest. Das neue Gesetz fügt Vt Million hinzu. Diese Ausgabe kehrt voraussichtlich in den folgenden Jahren wieder. Während der Dauer des neuen Gesetzes werden 7 2 neue Unterseeboote gebaut werden, wovon anscheinend b4 dauernd voll bemannt sein werden. Die allgemeine Wirkung des Gesetzes ist, fast Vierfünftel der ganzen deutschen Flotte dauernd in vollem Dienst zu erhalten, da? heißt, in dauernder Kriegsbereitschaft. Ein solches Verhältnis findet kein Beispiel in der bisherigen Praxis moderner Seemächte. Eine so große Aenderung in der EntWickelung der deutschen Flotte schließt natürlich eine bedeutende Vermehrung des Personals ein. Im Jahre 1898 betrug die Zahl der Offi- ziere und Mannschaften 25 CKJO; jetzt beträgt sie 96 000. Nach dem früheren Flottengesctz würden nach unserer Schätzung daS Personal der deutschen Flotte im Jahre 1929 86 500 Offiziere und Mannschaften erreicht haben. Das neue Gesetz fügt insgesamt 15 000 Mann hinzu und bringt die Gesamtzahl des Mannschaffs- bcstandes im Jahre 1920 auf 101 500 Mann. Die neue jährliche Durchschnittsbermehrung beträgt etwa 5799 Mann. An Neu- bauten sieht das Gesetz drei weitere Schlachtschiffe vor, eins für das nächste Jahr und eins für 1916, ferner Kwci kleine Kreuzer, deren Bauzeit nicht festgesetzt ist. Die Bauzeit des dritten Schlachtschiffes ist nicht festgesetzt; es wird angenommen, daß es erst nach sechs Jahren gebaut wird. Die Kosten der Vermehrung der Schiffe und der Mannschaffen während der nächsten sechs Jahre werdew auf lO'A Millionen über den früheren Etat geschätzt. Das Flottengesetz von 1898 wurde praktisch verdoppelt durch das Gesetz von 1999. Die schli etzliche Größe der deutschen Flotte wird nach dem neuen Gesetz 41 Schlachtschiffe, 29 Schlachtkreuzer und 49 kleine Kreuzer betragen, ferner bedeutende Flottillen von Torpedo- und Unterseebooten. Das scheint auf dem Papier keine sehr große Vermehrung der Schlag- fcrtigkcit. Die Zahl der vollbcmannten, in beständiger Bereit- schaft stehenden Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer wird durch das Gesetz von 21 auf 38 erhöht, alsoum57Prozentver- mehrt. Die neue Flotte wird anfänglich etwa 29 Linienschiffe und Grotzkreuzer älteren Typs einschließen, aber allmählich wird die Flotte vollständig aus modernen Schiffen bestehen. Die Größe dieser Flotte erscheint außerordentlich gefährlich, die Flotte würde fa st sogroßaussehenwic die englische Flotte in Spithead bei dem ue ulichen Besuche des Parlaments. Ihre volle EntWickelung wird nur allmählich erreicht werden, aber offen- bar werden schon 1014 zwei Geschwader ganz aus Dreadnoughts bestehen und das dritte aus guten Schiffen, wie der„Deutschland", und aus fünf Schlachtkreuzern. Es ist bemerkenswert, daß das neue Gesetz das fünfte ist innerhalb einer während 14 Jahren fortgesetzten Flottenvermehrung, daß es keinen wirksamen Wider- stand im Reichstage gefunden und daß sich die deutsche Kritik im wesentlichen gegen die Unzulänglichkeit des Gesetzes gerichtet hat. Die englischen Mchrfordcrungen. Wir sollten, sagte der Minister, von unseren deutschen Nach- barn lernen, deren Politik während der Tauer eines Menschen- alters unbeirrt einem. Ziele zustrebt. Churchill begründete sodann die Mehrforderung von 999 999 Pfund. Der jetzige Nachtragsetat sei nur der erste, kleinste Teil der neuen Forde- rungen, die aus dem deutschen Gesetz erwachsen würden. Um den 69-Prozent-Standard aufrechtzuerhalten, müffe England in den nächsten fünf Jahren zunächst fünf und dann viermal je vier Schiffe bauen, während es gehofft habe, mit drei, vier, drei, vier, drei Schiffen auszukommen. Von der jetzigen Mehrforderung seien 169 999 Psuaid für Untersee- boote, 69 999 für das Flugwesen und 35 999 für die Er- höhung der Ärbeiterlöhne bestimmte Ferner soll der Bau der leichtgepanzerten Kreuzer beschleunigt werden. Erhöhung der Kriegsbereitschaft. Um der vermehrten Schlagfertigkeit der deutschen Flotte zu begegnen, sei es notwendig, die Zahl der völlig dienst- bereiten und stets verfügbare» Schlachtschiffe erheblich und schnell zu vermehren. Das vierte Ge- schwader mit der Station in Gibraltar müffe binnen der nächsten zwei Jahre auf 8 Linienschiffe gebracht und im nächsten Jahre um zwei mächtige Schiffe vermehrt werden. Dieses Ge- schwader solle eine subsidiäre Basis in Malta erhalten, damit es nötigenfalls je nach der Sachlage auch im Mittelmeer ope- rieren könne. Durch diese Dispositionen werde die Stärke der vollbemannten Schlachtschiffe in den heimischen Ge- wässern von 16 auf 24 oder einschließlich der Schiffe in Gibraltar von 22 auf 28 erhöht. Der dadurch erzielte Gewinn in Gefechts- werten sei größer als der zahlenmäßige Gewinn. Damit nicht genug, beabsichtige die Regierung, soweit die Rekrutierungsverhält- nisse dies zuließen, die Zahl der vollbemannten Schlachtschiffe von 28 auf 33 zu erhöhen und damit vier Schlachtgcschwader vollbe- mannter Schiffe zu schaffen. Diese Vermehrung werde bis auf zwei Schiffe 19)3 und vollständig 1914 durchgeführt sein, bevor das dritte deutsche Geschwader völlig bereit sein dürfte. Die Schiffe der zweiten Flotte, die binnen weniger Tage oder Stunden auf Kriegsfuß gebracht werden könnten, sollten all- mählich von 8auf 16 vermehrt werden. England werde im Jahre 1914 fünf Schlachtgeschwader von 41 Schlachtschiffen haben, wovon 4 Geschwader vollbemannt sein werden. England werde Ende 1914 mindestens 33, höchstens 41 vollbcmannte kriegsbereite Schlachtschiffe haben gegen 2 9 deutsche. Das Verhältnis von 33 zu 29 sei vielleicht nicht sehr befriedigend, jedenfalls nicht über- trieben. Aber es dürfe nicht nur die Zahl, sondern es müsse auch die Qualität der Geschwader berücksichtigt werden. Nach genauer Prüfung sei die Admiralität in der Lage zu erklären, daß sie für die nächsten 2% Jahre mit diesem Verhältnis zufrieden sei. Churchill besprach dann die Bemannungsfrage und er- klärte, daß die Besatzung in diesem Jahre um 5999 Mann vermehrt werde und auch künftighin ständig vergrößert werden müsse und kam dann auf die Mittelmccrfrage folgendermaßen zu sprechen: Wir haben für eine Streitkraft zu sorgen, die imstande ist, im Frieden oder im Kriege die großen Interessen zu behaupten, die wir seit so langer Zeit dort besitzen. Die Lage zur See ist dort im Begriff, sehr wichtige Veränderungen durchzumachen. Augen- blicklich hat weder O e st e r r e i ch noch Italien Dreadnoughts tatsächlich in Dienst gestellt. Aber in wenigen Wochen, vielleicht früher, wird der erste italienische Dreadnought dienstbereit sein, und danach werden beide Mächte in kurzen Zwischenräumen durch starke, moderne Schiffe verstärkt werden, so daß Ende des Jahres 1915 Oesterreich vielleicht vier und Italien fünf oder sogar sechs Dreadnoughts besitzt. Wir wollen durchaus nicht annehmen, daß diese beiden Mächte, deren vergangene Geschichte nicht frei von Differenzen gewesen ist, die niemals eine Zwistigkeit mit uns ge- habt haben, und mit denen wir lange Zeit in den herzlichsten, freundschaftlichsten Beziehungen gestanden haben, sich zu einem unprovozierten Angriff auf britische Schiffe oder Besitzungen ver- einigen könnten.(Beifall auf feiten der Ministeriellen.) Wir wollen auch nicht dem Vorschlage zustimmen, daß wir, abgesehen von unserem überlegenen Sicherheitsspielraum in den heimischen Ge- wässern, eine örtliche Ueberlegenheit im Mittelmeer über die ver- einigten Flotten von Oesterreich und Italien aufrecht erhalten sollten. Das zu tun, würde heißen, einen D r e i m ä ch t e- standard mit 69 Proz. Uebergewicht über die stärkste Macht zur See zu etablieren. Eine solche Politik würde durch keine Lebens- bedürfnisse des Staates gerechtfertigt sein. Die Beherrschung des Mittelmeeres kann nicht behandelt werden, als-ob es etwas von der Allgemeinherrschaft zur See Getrenntes wäre, und jeder Ver- such, unsere Suprematie zur See auf spezielle Gewässer zu be- schränken, wäre nicht nur durch eine falsche Strategie, sondern durch eine schlechte Politik eingegeben. Der rechte Weg, die briti- scheu Interessen im Mittelmeer zu wahren, besteht darin, eine kleinste Zahl von modernsten Schiffen zu verwenden, die gut genug sind für die Aufgabe, welche sie zu erfüllen haben. Wir haben daher beschlossen, sechs ältere Schlachtschiffe von Malta zurückzuziehen und sie durch vier Schlachtschiffkreuzer vom Jnvinciblv- typ zu ersetzen. Diese Schiffe werden im Winter nach dort in See gehen, und inzwischen wird ein starkes Schlachtschiffgeschwader ver- fügbar sein, das im Mittelmeer kreuzen kann. Wir beabsichtigen serner, die Beschaffenheit der Panzerkreuzer, welche auf Malta basiert sind, dadurch zu verbessern, daß wir für diese vier Schiffe vier viel stärkere Panzerkreuzer hinschicken. Diese Geschwader sind in der Leistungsfähigkeit ihrer Geschütze den Schiffen, die sie er- setzen, enorm überlegen. Die Verbindung von Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit der Geschütze bietet große Vorteile, besonders für den Schutz des Handels. In Vereinigung mit der Flotte Frankreichs würde dies eine vereinigte Streitkraft bilden, die stärker ist als alle mög- lichen Kombinationen. Diese Schiffe können in den Hei- matSgewässern entbehrt werden, weil wir ein großes, verstärktes Uebergewicht in Panzerkreuzern über die stärkste Seemacht besitzen. Es wird auch möglich sein, die Unterseeboote und Zerstörerflottillen in Malta au vermehren und eine Torpedostation in Alexan- dr i a einzurichten. Zum Schluß kündigte der Minister für die Zu- kunst eine weitere Flottenverstärkung im Mittelmeer an. Die Debatte. Nach Churchill sprach für die Konservativen Balfour. An seiner Rede ist bemerkenswert, daß auch dieser Konservative den Wahnsinn des Wettrüstens zugestehen mutz. Er sagte:„Jeder würde zugestehen, daß die Aussicht für Europa keine an- genehme sei. Aber er hoffe, daß, wenn England seine Schuldig- keit tue, es den Frieden erhalten würde, obschon er sich nicht ver- hehlen wolle, daß ein moderner Fri'eden � 3 st ebenso kostspielig sei als ein Krieg in früheren Zeiten, aber allerdings immer noch viel billigerer als ein moderner Krieg. Meine Hoffnung auf den Frieden, fuhr Balstrnr fort, ist auf die Tatsache gegründet, daß ein moderner Krieg insbesondere ein alles umfassender Krieg, ein so niederschmetterndes Unglück sein würde, daß der unüberlegteste Staatsmann erschreckt vor der Aus- ficht auf ihn zurückweichen würde. Ich nehme an, daß in dep Menschheit noch genügend Vernunft übrig geblieben ist. um sicherzustellen, dah die Organisationen von Mächten auf einer defensiven Basis stehen. Wenn dem so ib. was wird die Folae sein? Das Resultat wird sein, dah jede einzelne Macht, die sich irgendwelchem rücksichtslosen offensiven Vorgehen hingibt, sich nicht nur von ihren Freunden getrennt sehen wird, sondern in Kon- flikt mit einem erdrückend starten Feind. Wenn es zu einem-.llgemeincn Kriege kommen sollte, dann scheint es mir. daß die Flotten der Tripleentente jetzt nicht un- zureichend sind und sich auch nicht als unzureichend erweisen werden gegenüber jeder Anforderung, die an sie gestellt werden mag. Wenn ich reckt verstehe, ist es die Politik der Regierung. klar zu machen, daß das gefährlich st e Unternehmen, in das sich ein Staat einlassen könnte, sein würde, Europa in einen Krieg zu verwickeln. Obschon wir unter der Gröhe dieser Ausgabe seufzen mögen, muß diese Last doch andauern, so- lange wie der unfinnioc Wettbewerb im Schiffbau andauert. Mer wir wenigstens haben den Trost, daß wir nicht aus Ehrgeiz, sondern für Frieden und Sicherheit bauen. Hierauf sprach der Ministerpräsident Asquith. Er wünsche in der nachdrücklichsten Weise zu betonen, daß Großbritannien ein höchst widcrwilliger Wettbewerber in dem Flottenwrttrennen sei. Das Wettrennen ist aber nicht von uns provoziert worden. Wir find mit enormen Kosten Teilnehmer geworden, nicht aus freiem Willen, sondern unter dem Zwang der Unistände. Die Ausgaben, so sehr wir sie auch bedauern, sind gerechtfertigt, weil es notwendig ist, die Sicherheit unserer Küsten, unserer Dominions und unseres Handels, sowie den Frieden der Welt zu erhalten. Dies sind die beiden leitenden Momente unserer Politik, die wir stets beobachten werden, welche Partei sich auch im Amt befindet und welche Gruppierung der Mächte auch bestehen mag. Ich miß- billige alles, was nach Panik oder Schrecken aussieht, denn ich denke nicht, dah der kleinste Anlaß dafür vorhanden ist. Aber es ist von äußerster Wichtigkeit, daß wir uns klar machen, was wahr- scheinlich sich ereignen wird, und bei Zeiten für die Erfüllung unserer Verantwortlichkeit sorgen. Wir müssen unsere Stellung behaupten, und wir müssen sie in ihrer ganzen Ausdehnung behaupten.(Beifall.) Es hat keine Acnderung unserer Politik im Mittelmeer stattgefunden, aber es hat sich seit Jahren allmählich eine Ver- ändcrung vollzogen in dem, was man das strategische Gleichgewicht nennen könnte. Der Schwerpunkt zur See hat sich für uns vom Mittclmeer nach den heimischen Gewässern verschoben. Das bedeutet jedoch nicht, daß es im Mittelmeer keine britischen Interessen zu sichern gibt. Wir müssen im Mittel- meer in der Lage sein, unsere Interessen zu behaupten und gegen alle Zufälle zu sichern, die man vernünftigerweise erwarten kann. Im jetzigen Augenblick glaube ich, daß dies der Fall ist, aber es vollzieht sich eine große Aenderung, und ich und die Regierung denken nicht, daß wir unserer Pflicht gegenüber unserem Lande rechtschaffen nachkommen, wenn wir nicht die Art der Zusammen- setzung unserer Streitkräfte im Mittelmeer ändern. Das HauS maa sich versichert halten, wenn wir im nächsten Jahr mit ver- besserter Kenntnis ühcr die voraussichtlichen Erfordernisse der Sach- läge unseren Etat vorlegen, so werden wir nicht zurückbleiben hinter irgendeiner Forderung, welche unsere Ratgeber für erforder- lich erachten, um die britischen Interessen sowohl im Mittelmeer wie in jedem anderen Teile der Welt in voller und angemessener Weise zu sichern. Die Abstimmung.. Nach weiterer Debatte wurde der Ergänzungs- k r e d i t für eine Erhöhung des Manitschaftsbestandes um 1300 Mann mit 291 gegen 42 Stimmen angenommen. Gegen den Kredit stimmten die Mitglieder der Ar- beitspartei und einige Radikale. Flottentreiberei im Oberhaus. Linbon, 23. Juli. Oberhaus. Lord Selborne lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Regierungserklärungen über die Mittelmecrpolitik. Er sagte, der Schlüssel zur ganzen Situation sei die Tatsache, daß Deutschland beinahe sofort in der Nordsee eine Flotte haben werde, die für einen sofor- tigen Krieg bereit sei, in einer Weise, wie es keine andere Flotte bisher gewesen sei. Sie mache die Formalität einer Kriegserklärung zu einer reinen Höflichkeit, weil mit einer Flotte von einer solchen Bereitschaft gleichzeitig mit der Kriegserklärung ein Schlag ausgeführt werden könne. Außer- dem werde eS in nächster Zukunft eine Flotte von Schlachtschiffen im Mittclmeer geben, die den Verbündeten Deutschlands ge- höre. Er heiße die Darlegung der Absichten der Admiralität im Mittclmccr willkommen, aber er betrachte die Vorkehrungen als Notbehelf und erklärte, daß die Vorkehrungen schlagend be- wiesen, daß England ein ganzes Geschwader von Schlachtschiffen zu wen ig habe. ver Krieg. Die türkische Krise. Nach schweren Geburtswehen scheint das neue türkische Ministerium doch zustande gekommen zu sein. Ob freilich die Männer, die heute als Mitglieder des neuen Kabinetts ge- nannt werden, morgen tatsächlich die Bürde ihres Amtes auf sich nehmen, läßt sich bei der allgemeinen Verworrenheit nicht sagen. Ebenso wenig läßt sich erkennen, ob die Krise auch eine Kamnierauflösung nach sich ziehen wird. Das jungtürkische Komitee will von einer solchen nichts wissen, denn bei etwaigen Neuwahlen könnte es seine terroristischen Praktiken nicht so ungestraft ausüben wie das lctztemal. Aber da eine der Hauptforderungen der unbotmäßigen Albaner eben die Auf- lösung der Kaminer ist, das neue Kabinett in erster Linie aber in Albanien Ruhe schaffen muß, wird sich das jungtürkische Koniitee zu einem Kampfe auf Leben oder Tod rüsten. Wie sich aber auch die innere Lage der Türkei entwickeln mag, so viel steht fest, daß Deutschland am Bosporus endgiiltig verspielt hat. England wird jetzt von den türkischen Parteien als Retter in der Not betrachtet. Die politische Schlappe der deutschen Diplomatie wird natürlich auch nicht ohne Wirtschaft- lichen Rückschlag bleiben. Daö neue Kabinett. Konstavtiiiopcl, 23. Juli. Die Zusammensetzung des neuen KabinetiS, die noch im letzten Augenblick Veränderungen erfahren hat. da K i a m i l P a s ch a das Ministerium de» Aeußern nicht an- genommen hat, ist folgende: Großwesir der bisherige Präsident des Senats Ghafi Ahmed Mukhtar Pascha; Scheich itl Islam: Dschemal-ed-din Effcndi; Präsident des Staatsrats: Kiamil Pascha; Justiz: Hussein Hilmi Pascha; ' Inneres: ehemaliger Großwesir Ferid Pascha; Krieg: Mitglied des höheren KricgSratS Nasim Pascha; Finanzen: früherer Minister Z i a P a s ch a; Marine: früherer Minister General Mahmud Mukhtar Pascha; AeußereS: Senator Noradunghian; Unterricht: bisheriger UnterstaatSsekretär Said-Bei. Der Großwesir über- nimmt interimistisch daS Ministerium des Innern bis zur Rückkehr Ferid-PafchaS von feiner Schweizer Reife. Die Dekrete über die Ernennung dieser Minister sind heute veröffentlicht worden. Die Ministerien für öffentliche Arbeiten, für Handel und Ackerbau, sowie für Post und Telegraphen bleiben noch unbesetzt. Konstantinopek, 23. Juli. Gestern abend fand in der Pforte, in mitten einer großen Versammlung die feierliche Verlesung des Handschreibens und die Investitur des Großwesirs und des Scheich ül Islam statt. Das Schreiben enthält einen Satz, der besagt, der Sultan erwarte, daß das Kabinett die Ursachen untersuchen werde, die die Unzufriedenheit in gewissen Gegenden, namentlich in Albanien hervorgerufen hätten und gesetzgeberische Maßregeln treffen werde, welche die dem Recht und dem Gesetz lviderstreitende Lage ändern und die Ordnung wieder herstellen würden. Da das Heil und die Entwicklung des Reiches von der gewissenhaften Achtung der Ver- fassung abhänge, hoffe der Sultan, daß das neue Kabinett seine Kräfte auch diesem Ziele weihen werde. Eine ungeheure Menschenmenge wartete vor der Pforte und flutete in den Straßen, tvelche der Zug des Großwesirs passieren mußte. Die Menge begrüßte den Großwesir und besonders auch Nazim Pascha, Kiamil Pascha und Hussein Hilmi Pascha mit Bei- fallsrufen. Das Publikum, namentlich Offiziere, sagten, das neue Kabinett werde das Vaterland retten. Der Präsident der Deputiertenkammer erklärte, die Kammer müßte eigentlich von Tai Pascha Erklärungen über die Gründe des Rücktritts des Kabinetts verlangen, aber da das neue Kabinett schon gebildet sei, werde eine Debatte überflüssig. Mehrere Deputierte verlangten, daß Sai Pascha dennoch spreche, worauf die Kammer beschloß, die Minister des zurückgetretenen Kabinetts zu hören. Der Aufstand in Albanien. Konstantinopel, 23. Juli. Ueber die bereits angedeutete» anarchistischen Zustände und die Kämpfe der letzten Tage in Nordalbanien wird noch weiter gemeldet: Die Kämpfe zwischen den Truppen und Aufständischen im Haßgebiete endeten mit dem Rückzüge der Truppen in der Richtung auf Djakova. Die Verluste der Truppen sollen 300 Tote und Verwundete betragen haben. Außerdem wurden zahlreiche Soldaten entwaffnet. Die Garnison von Djakova hat die Forderungen der Aufständischen anerkannt, worauf die Feindselig- leiten eingestellt wurden. Der Kaimakam von Djakova ist geflüchtet. Der Albanesenchef Riza Bey ist in die Stadt eingezogen. Alle Offiziere fraternisierten n, it den Aufständischen. Mehrere haben sich den Arnautenscharen angeschlossen, die von allen Seiten nach der Ebene vou Kossowo eilen, wo heute eine große Versammlung stattfinden soll. Die Straße nach Verissowitz ist von Albanesen besetzt. Am 20. d. Mts. hat bei Gernoljeva ein heftiger Kampf stattgefunden. Die ganze Garnison von P r i z r e n d hat bis auf ein Bataillon g e- meutert. Der Mutesiarif mußte demissionieren. Die Albanesen von Ljuma marschieren gegen Prizrend. Vorgestern erbeuteten die Albanesen einen Munitionstransport von 27 Wagen und entwaffneten 80 der begleitenden Soldaten. Am IS. Juli fand ein sechsstündiger Kampf zwischen Truppen und Aufständischen bei Bardovca am Drin statt. Der Kampf endete mit der Entwaffnung von S20 Soldaten und 80 Gendarmen. Die Gendannen der Ortschaften Gora und Suhareka wurden entwaffnet und mißhandelt und mußten schließlich flüchten. Saloniki, 23. Juli. Die Zivil- und Militärbeamten von Ljuma, die von den aufgeregten Arnauten am Leben bedroht wurden, sind in Sicherheit gebracht worden. Die von Mitrovitza nach Jpek ab- gegangene Post wurde unterwegs von Arnauten angegriffen. Ein Bataillon Nizam, welchem einige GebirgSgeschütze beigegeben wurden, eilte der aus Gendarmen bestehenden Eskorte zu Hilfe. Nach Ab- gäbe von sechs Schüssen aus den Geschützen wurden die Arnauten angeblich zersprengt. Die Verluste sind unbekannt. Wie verlautet, gaben die Offiziere der hiesigen Garnison einander das Wort, sich von politischer Tätigkeit unbedingt fernzuhalten und dafür zu sorgen, daß jene Offiziere, welche sich nicht auf ihre militärische Dienstpflicht beschränken, zur Anzeige gelangen. poUtilcbe(lederklcbt. Berlin, den 23. Juli 1912. Die christlichen Gewerkschaften als Dämme gegen die rote Flut. Die„Westdeutsche Arbeiterzeitung� hatte behauptet, daß im Herrschaftsgebiet der„Berliner� die Sozialdemokratie rascher wachse als dort, wo die christlichen Gewerkschaften dominieren. So hätten sich im Wahlkreise Trier in einer Reihe Ortschaften, in denen eS keine christlichen Gewerkschaftler gebe, die sozialdemokratischen Stimmen um mehr als 100 Proz. vermehrt, während in den Orten des Kreises Saarbrücken, die Hochburgen der christlichen GeWerl- schaften seien, die sozialdemokratische Stimmenzahl zurück- gegangen sei. Wütend wendet sich die„Trier. Landeszeitung' gegen diese pharisäische Kampfesweise. Sie schreibt, eS sei nicht wahr, daß es in den betreffenden Orten des Trierer Wahlkreises keine christlichen Gewerkschaften gebe. Was Saarbrücken anlange, so hätten die Sozialdemokraten in keiner einzigen„Hochburg der christlichen Gewerkschaften' auch nur eine Stimme verloren, gestiegen sei aber ihre Stimmenzahl in den.Hochburgen' Dudweiler von 8S auf 196, Herrensohr von 12 auf 38, in Püttlingen von 46 auf 68, also um 26 bis 217 Proz. In Trier seien die Stimmen der Roten seit 1S07 um 38 Proz., in Saarbrücken aber um 42 Proz. gestiegen. Bei dem Scheinmanöver der„W. A. Z.' handle es sich um nichts anderes als um eine Fortsetzung des Verdächtigungsfeldzuges der„Kölnischen Volkszeitung'. Es scheine System in der Sache zu liegen, den Bezirk Trier zu verdächtigen. In Wirklichkeit schützt natürlich weder Trier-Berliner noch M.-Gladbacher Lymphe gegen das rote Gift. Wenn eS in den Domänen der Schwarzen noch langsam vorwärts geht, so liegt daS lediglich an der von der Kaplanokralie in ein bewundernswertes System gebrachten Absperrung der Bevölkerung gegen die rote Literatur. Aber vorwärts geht es trotzdem, denn wir zählten rote Stimmen: 1898 1907 1912 Trier...... 289 975 1 346 Saarbrücken... 710 2 022 4137 Saarburg.... 143 408 1 112 Ottweiler-St.-Wendel 112 671 1627 Ueber den Gesetzentwurf betr. die Anlegung von Spar- kussenbestände» in Jnhabcrpapieren hat die Kommission, die während der Vertagung des. Landtages weiter gearbeitet hat, schriftlichen Bericht erstattet. Der Entwurf hat in einigen Punkten wesentliche Umänderungen erfahren. So sollten nach§ 1 der Regierungsvorlage, der auch das Herrenhaus zugestimmt hat, die öffentlichen Sparkassen verpflichtet sein, von ihrem verzinslich angelegten Vermögen Mindestbcträge zwischen 20 bis 30 Proz. in mündclsicheren Schuldverschreibungen auf den Inhaber anzulegen. Der für die einzelne Sparkasse maßgebende Mindestbetrag sollte durch die Satzung bestimmt werden; in Er- mangelung einer Satzungsvorschrift sollten als Mindestbetrag 26 Prcy. de? verzinslich angelegten Vermögens gelten. Die Kom- Mission hat dem§ 1 folgende präzisere Fassung gegeben: Die öffentlichen Sparkassen haben von ihrem verzinslich an- gelegten Vermögen Mindestbcträge in mündelsichercn Schuld- verschreibungen auf den Inhaber anzulegen, und zwar erstens 10 vom Hundert, wenn ihr Einlagebestand 2 Millionen Mark nicht übersteigt und sich ihre GrundstückSbeleihnngen und die Ge- Währung von Darlehen, als Personalkredit nach der Satzung künftig auf den Stadt- oder Landkreis, in dem der Garantiebezirk belegen ist, beschränken,— zweitens 15 vom Hundert, wenn ihr Einlagebestand 10 Millionen Mark nicht übersteigt und sich ihre Ausleihungen(Nr. 1) nach der Satzung künstig auf den Stadt- oder Landbreis, in dem der Garantiebezirk belegen ist, und die angrenzenden Kreise beschränken,— drittens 20 vom Hundert, wenn- unter sonst gleicher Voraussetzung wie bei der Nr. 2 der Einlagcbestand zwanzig Millionen Mark nicht übersteigt, viÄ> tens 25 vom Hundert in allen anderen Fällen. Auch der§ 7, der von der Verwendung der Ueberschüsse der Sparkassen handelt, ist klarer gefaßt; er lautet nach den Beschlüssen der Kommission: § 7 soll folgenden Wortlaut erhalten: Sparbassen, welche von ihrem verzinslich angelegten Ver- mögen Mindestbeträge unter 25, aber nicht unter 15 Prog. in mündelsicheren Schuldverschreibungen auf den Inhaber anzu- legen haben, können, ohne daß es dazu einer Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedarf, von ihren bei der Rechnungslegung sich ergebenden Jahresüberschüssen zu öffentlichen, dem gemeinen Nutzen dienendem Zwecken des Garantieverbandes verwenden: s) ein Drittel, wenn der Sicherheitsfonds der Sparkasse 2 Proz. oder mehr, aber noch nicht 5 Proz. der Spareinlagen beträgt. b) die gesamten Jahresüberschüsse, wenn der Sicherheitsfonds 5 Proz. oder mehr der Spareinlagen beträgt. Sparkassen, welche mindestens 25 Proz. ihres verzinslich angelegten Vermögens in mündelsichcren Schuldverschreibungen auf den Inhaber anzulegen haben, können, ohne daß es dazu einer Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedarf, von ihren bei der Rechnungslegung sich ergebenden Jahresüberschüssen zu öffent- lichen dem gemeinen Nutzen dienenden Zwecken des Garantie- svnds verwenden: n) die Hälfte, wenn der Sicherheitsfonds der Sparkasse 2 Proz. oder mehr, aber noch nicht 5 Proz. der Spar- einlagen beträgt, b) die gesamten Jahrcsiiberschüsse, wenn der Sicherheitsfonds der Sparkasse 5 Proz. oder mehr der Sparein- lagen beträgt. Soweit Sparkasscnfatzungen für die Garantieverbände gün- stigere Vorschriften über die Verwendung der Sparkassenüber- fchüsse enthalten, werden sie durch vorstehende Bestimmungen nicht berührt. Als Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes ist der 1. Ja- nuar 1913 in Aussicht genommen. Durch eine von der Kommission beantragte Resolution wird die Regierung ferner ersucht, eine Ueber- ficht darüber vorzulegen, in welchem Umfange die öffentlichen Spar- kassen durch Barvorräte oder vorübergehende Belegung der Bar- bestände bei anderen Sparkassen oder sonstigen Kreditinstituten zur- zeit für ihre Liquidität gesorgt haben. Ob mit dem Entwurf, wenn er Gesetz wird, der Zweck de« Hebung des Kurses der Staatspapiere erreicht wird, ist im höchsten Grade fraglich. Gewiß pflichten wir dem Finanzminister darin bei, daß der Staat ein großes Interesse daran habe, die Kurse seiner Staatspapiere nicht weiter sinken zu lassen, aber er irrt sich, wenn er glaubt, daß das dadurch verhindert werden kann, daß er sich in den Sparkassen einen festen Abnehmerkreis für seine Anleihen schafft. Solange der Zustand weiter besteht, daß alljährlich größere Anleihen auf den Markt gebracht werden, wird auch der Kurs der alten Anleihen dadurch jedesmal weiter herabgedrückt werden. Vor allem aber liegt kein Grund vor. den Sparkassen den Kursverlust aufzuhalsen. Die Folge davon wird eine Belastung der Sparkassen sein, und die Sparkassen werden sich genötigt sehen, um die Be- lastung weit zu machen, weniger Zinsen zu zahlen. Den Schaden davon haben naturgemäß die kleinen Sparer. Die Gemeinden haben allen Grund, sich gegen dies Gesetz, das einen erheblichen Eingriff in ihre Selbstverwaltung bedeutet, mij allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zur Wehr zu setzen, Die teutsche Frau gegen das Gorillaweibchen. Eine teutsche Frau, Toni v. Nathusius, hat es für not- wendig gehalten, in der„Deutsch-Ostafrikanischen Zeitung" den Konkurrenzkampf gegen das G o r i l l a w e i b ch e n zu er- öffnen. Pardon, gegen das„halbe Gorillawcibchen", die schwarze Weiblichkeit. Mit der flammenden, sittlichen Eni- rüstung einer rassestolzen, teutschen Frau schreibt sie: „Gibt es Leute, die den Mut haben, eine deutsche Frau derartig herabzusetzen, indem sie ihr diese schwarzen Weiber als vor dem Gesetz gleichberechtigt zu gesellen wagen? Eine solche Entschließung, wie der Reichstag sie annahm, be- deutet sämtlichen weißen Frauen hier einen Schlag inS Ge- ficht. Wir leben in Kampf und Wirklichkeit hier draußen, und ein halbes Gorillaweibchen— viel höher steht die größere Hälfte der schwarzen Weiber hier nicht— wird nicht zu der dem weißen Manne nötigen Gehilfin und Gefährtin dadurch gemacht, daß sie das Recht des Gesetzes und den Segen der Kirche erhält.— Wer mit dem Einwand kommt, die schwarzen Schwestern und Brüder könnten erzogen und auf eine höhere Stufe gebracht werden, solchen Humanitätsphantasten sollte man empfehlen, sich erst s e l b st einmal zu diesem Kultur- d ü n g e r herzugeben. Wir deutschen Frauen müssen eine Misch» ehe boykottieren, und tun wir das stets alle ausschließlich und unbedingt, so wird sie trotz Recht und Gesetz nur Ausnahme bleiben.' Wenn Frau Toni v. Nathusius trotz des seit Jahren so lebhaft betriebenen Imports weißer Heiratskandidatinnen eine solche Philippika gegen die Gorilla-Weibchen loszulassen für nötig hält, muß deren Konkurrenz doch recht unbequem sein l_ Ein Jnfanterie-Explosionsgeschoft gegen Ballons. Unsere Luftmilitaristen versprechen sich Wunderdinge von unseren Lenkballons für die Kriegsführung, zumal es in der letzten Zeit ge- lungen ist. den Lenkballons, namentlich denen des starren Systems, eine Geschwindigkeit zu geben, die der der langsameren Flug- Maschinen entspricht. Soll doch der neueste Zeppelin als das ge- schwindeste Lenkluftschiff fast 80 Kilometer Stundengeschwindigkeit erreicht haben, während allerdings die schnellste Flugmaschine (VedrineS Deperdusfin-Eindccker) eS bereits aus 170 Kilometer Stundengeschwindigkeit gebracht hat. Da die Lenkballons sich be- deutend länger in der Luft zu halten vermögen, alz zurzeit eine einzelne Flugmaschine, und auch den Ab- Wurf ungleich schwererer Bomben gestatten, glaubte man den militärischen Wert namentlich der Zeppelin-Luftschiffe sehr hoch anschlagen zu müssen. Und wenn auch die einzelnen Staaten sich bereits mit Ballonabwehrkanonen ausgerüstet haben. so glaubte man doch, daß solche Geschütze häufig gerade dort fehlen würden, wo man sie gebraucht. Nun ist aber, wie die„Tägliche Rundschau' mitteilt, eine Erfindung gemacht worden, die den Lcnlballons höchst gefährlich werden dürfte. Man hat nämlich kürz- lich ein neues Explosivgeschoß für das Jnfanteriegewehr konstruiert und an Fesselballons erprobt, daö die sofortige Explosion des be- schossenen Ballons zur Folge gehabt haben soll. Nach der Zeitschrift „Schuß und Waffe' soll durch diese neue Erfindung die ganze Frage des Ballonabwehrkanonen gelöst worden sein— durch das neue Jnfanteriegeschob- Ob damit aber nicht auch der militiirischen Verwendung des Lenkballons der GarauS gemacht sein wird? Solange man nur mit besonderen Kanonen die Zeppeline und ParsevalS zu bekämpfen vermochte, da die Treffer der Jnfanteriegeschosse bei ihrem kleinen Ein- und Ausschlag, der nur winzige Gasmengcn entweichen lieff, den Fahrzeugen wenig anzuhaben vermochten, schienen diese Lenk- ballons einigermaßen gefeit gegen die Beschießung. Wenn es aber gelingen resp. gelungen s:in sollte,(und eine solche Erfindung müßte ja bei dem heutigen Stande der Chemie und Technik kommen!), durch Jnfanteriegeschosse die Füllung des Lenk- ballons zur Explosion zu bringen, so wäre damit der militärischen Berwendbarkeit des Lcnkballons ein schier unübersehbares Hindernis entgegengesetzt. Denn Infanteriewaffen mit den entsprechenden Explosivgeschossen sind jeder klein st enTruppenabteilung beizugeben, und die Beschießung eines so großen Gegen- standes, wie es ein Luftballon ist, wird selten resultatlos bleiben. Man sollte deshalb bei dem Luftriisten denn doch die nötige Vorsicht beobachten und nicht Millionen für Luftfahrzeuge vergeuden, deren Wert ein mehr als fraglicher ist l Vollkommen durchgesalzen. Eine freundliche Einladung richtet der humorbegabte Landtags- briesschreiber des demokratischen„Würzburger Journals", der Ab- geordnete Köhl, an die Redaktion des ultraniontanen„Fränkischen Volksblattes" des Abgeordneten Liborius Gerstenberger. Seinem letzten Landtagsbrief fügt er nämlich folgende persönliche Schlußbemcrkung bei: „Vor einigen Wochen meinte einer der Vereinigten Landtags- briesschreiber des„Fränkischen", ich sei ohne jeden Erfolg in Bad Neuhaus vier Wochen im Salzwasser gelegen. Zur Ehrenrettung dieses aufstrebendeir Kurortes nmß ich dies für unrichtig erklären. Seine Quellen haben wie immer ihren Zweck erfüllt und die Redaktion des Libori-Blattes kann sich durch eine einfache Zungenprobe überzeugen, daß ich vollkommen durch- gesalzen bin."_ Politik in der Kaserne! Eine neue Methode des Kampfes gegen die Sozialdemo- kratie wird in Braunschweig zurzeit in Antvendung gebracht. Die zur Entlassung kommenden Mannschaften des Infanterie- reginients Nr. 92 und die des Husarenregiments Nr. 17, beide in Braunschwcig, wurden am Dienstag und Mittwochnach- mittag mit den Unteroffizieren unter Führung von Offizieren in das Exerzierhaus bezw. die Reitbahn kommandiert, um Vorträge des Oberpostassistenten Behsee aus Magdeburg über das„Wesen der Sozialdemo- kratie" und den Wert der Kriegcrvereine anzuhören. Der Redner stattete den Regimentern zunächst seinen Dank dafür ab, daß man ihm gestattet habe, zu den Soldaten sprechen zu können, um sie für eine gute Sache zu begeistern. Denn die Bestrebungen der Armee und der Kriegervereine seien die gleichen, und ihre beiderseitigen Ziele gipfelten in der Vertiefung nationalen und vaterländischen Pflichtbewußtseins, in der Be- tätigung rückhaltloser Treue für Monarchie und Vaterland. Dann verbreitete er sich eingehend über das Wesen der Sozialdemokratie; wi� wird leider in der bürgerlichen Presse nicht gesagt, um danO zum Beitritt in die Kricgervcreine auf- zufordern, deren Verdienste im Unterstützungswesen er über den grünen Klee lobte. Vou dem Magdeburger Krieger- verein sind den beiden Vraunschweiger Regimentern auch je 50 Exeniplare der Broschüre„Hoch lebe der Reservemann" überwiesen worden, die vom Deutschen Kriegerbunde heraus- gegeben worden ist. Das Unterstützungswcscn der Kricgervereine ist in seiner Wirkung allerdings kläglich genug, denn der ganze Landwehr- verband für das Herzogtum Braunschweig z. B. mit seinen annähernd 25 000 Mitgliedern zahlt im Jahresdurchschnitt etwa 33000 M. an Unterstützung aus, während zu derselben Zeit die freien Gewerkschaften der Stadt Braunschweig mit ihren 14 000 Mitgliedern allein weit über 200000 M. als Unterstützung an ihre Mitglieder zurückfließen lassen. Der Herr Obcrpostassistent wird die Vorträge selbstver- ständlich in seiner freien Zeit und nicht etwa gar in seinen Dienststunden gehalten haben. Auch wird der gesunde Sinn die Zieservisten zwar davor beivahren, daß sie sich an dem zweifellos sehr gemischten Geistcsgebräu des Herrn Behsee den Magen verderben. Immerhin aber ist die Frage be- rcchtigt, wie kommen die Regimentskommandeure dazu, die Reservisten zu offenkundig politischen Versammlungen und Vor- trägen zu kommandieren, die fürsorglichenveise unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden? Gegen solchen Mißbrauch der Kaserne muß denn doch energisch protestiert werden. Erzberger-Eieruudeln. Herr Erzberger wird immer berühmter. Ein katholischer Nudeln- sabrikant ist jetzt sogar auf den schlauen Einfall gekommen, seine Eiernudeln als„Erzberger-Eiernudeln" in den Handel zu bringe». Das Zcutrumsblatt, der„Oberschlesische Anzeiger" in Ravensburg enthält folgende Anzeige: Geehrte Hausfrau! Wenn Sie die Garantie haben wollen, hochfeine Eiernudeln zu bekommen, so verlangen Sie die neueste „Marke" „Erzberger" >/, und'/z Pfundpakete, welche, wie sämtliche anerkannten Fabrikate aus der Eiertcigwarcn- und Eiermakkaronikabrik Bergatreute in den meisten einschlägigen Geichäfien zu haben sind. Beachten Sie bitte die Ravensburger Ausstellung bei Herrn Fritz Strehle. Hoffentlich sind die Eiernudeln von Bergatreute genießbarer als Herr Erzberger aus Buttenhausen. Was manche Agrarier verdienen, beleuchtet die Neuvcrpachtung der pommerschcn Domäne Zastrow, die vorige Woche in Stralsund erfolgte. Der bisherige Pächter zahlte bei 18 jähriger Pachtdauer 17 000 M. jährlichen Pachtzins. Um seine Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen und das Gut auf die gleiche Zeitdauer nochmals zu bewirtschaften, bot er so- fort 40000 Mark Jahrespacht und erhielt so als Höchst- dielender den Zuschlag. Der Mann muß doch wohl wissen, daß das Gut ihm soviel einbringt. Die von ihm herbeigeführte Pachtsteigerung um zirka 123 Proz.«rweist jedenfalls, daß die Wucherzölle gar„segensreich" wirken. Die Standcsgcnossen des Pächters sollen übrigens wegen dieses Angebots sehr erbittert sein, da es gar zu offen verrät, daß es mit dem agrarischen Notgesch-.ci eitel Humbug ist! Erledigtes Neichstagsmandat. Wie aus Straßburg gemeldet wird, ist in Hönheim Pfarrer Dr. Will. Reichstagsabgeordneter für Schlettstadt und Mitglied der «lsaß-lothringischen Zentrumspartei, na» längerem Leiden gestorben. Es muß deshalb im Wahlkreise Schlettstadt eiue Ersatzwahl ftattfinden. Bei der letzten Wahl erhielten Dr. Will 8340. der ozialdemokratische Kandidat 406S Stimmen. Ein liberaler Kandidat war nicht aufgestellt. Der Kreis kann also als sicherer Zentrums- besitz gelten. Oeftemich. Einschränkung der Immunität. Nachdem nun auch das Oberlandesgericht Wien die Beschwerde der„Arbeiter-Zeitung" gegen die Konfiskation einer im Wehr- ausschuß des Abgeordnetenhauses gehaltenen Rede eines sozialdenio- kratischen Abgeordneten verworfen hat und ein weiteres Rechtsmittel nicht offen steht, kann die Immunität der Kommissionsberichte als glücklich beseitigt gelten. Natürlich geschah diese Bereicherung des Volksrechts unter deutschfreiheitlichem Justizregime. Cnglanck. Nach der Wahl in Hcnley. Aus London wird uns geschrieben: Es scheint, daß sich die schwere Wahlniederlage der Arbeiterpartei in Hanley noch zu einem großen Segen für die Partei gestalten wird. Der praktische Beweis, daß der Liberalismus die Arbeiter- Partei wenigstens in einzelnen von der Arbeiterpartei vertretenen Wahlkreisen, sobald er nur will, ohne weiteres erdrücken kann, hat auch die selbstgefälligsten Arbeiterführer aus ihrem Gleichmut ge- rissen und die ganze Partei aufgerüttelt. Auf allen Seiten bemüht man sich, den Ursachen der Niederlage nachzugehen, und wie ver- schiedene Umstände auch von verschiedenen Personen zur Erklärung angeführt werden, so versucht doch keiner die Niederlage zu be- schönigen oder hinwegzuinterpretiercn, sondern alle erkennen als Hauptursache die innere Unzulänglichkeit der Partei selber an. Der eine Peitschenhieb der Liberalen hat tiefer gewirkt als alle wohlmeinenden und böswilligen Kritiken der letzten Jahre zu- sammengenommen. Wenn diese Stimmung sich zu entschlossenem Handeln verdichtet, dann wird der Mißerfolg von Hanley und etwa noch zu folgender ähnlicher Rückschläge nicht vergebens gewesen sein, sondern die Saat kürftiger Erfolge legen. Die neueste Nummer des„Labour Leader", des amtlichen Organs der I. L. P. und halbamtliches Organs der Arbeiterpartei, beschäftigt sich an nicht weniger als sieben! verschiedenen Stellen mit dem Wahlresultat von Hanley. Bon ihm handelt sowohl der Leitartikel wie der Wochenkommentar der Redaktion, die Wahl besprechen der parlamentarische Führer der Arbeiterpartei, Namsay Macdonald, der nationale Wahlagent der Partei, Peters, und der parlamentarische Berichterstatter des„Labour Leader", und derselbe Gegenstand kehrt in mehreren Zuschriften von Kor- respondenten wieder. Das größte Interesse beansprucht der Artikel Macdonalds, weil er gewissermaßen eine offizielle Kund- gcbung der Arbeiterfraktion darstellt. Macdonald erklärt zunächst, daß jeder, der an dem Wahlkampf teilnahm, die Niederlage erwarten mußte. Die Ursachen seien nicht schwer zu entdecken und müssen der Partei zu denken geben. Als der Britische Bergarbeiterverband eine Urabstimmung darüber voxnahm, ob er sich der Arbeiterpartei anschließen solle, stimmte der Distriktsverband von Staffordshire konsequent dagegen und fügte sich nur aus Loyalität zum Gesamtveroande. Seitdem hat sich die Partei um die Bergarbeiter von Staffordshire nicht ge- kümmert. Es wurden keine Agitationsversamnckungcn abgehalten und kein Versuch wurde gemacht, eine Parteiorganisation im Kreise zu schaffen. Die Zentralleitung der Arbeiterpartei hat zwar seit Jahren den Bergarbeiterverband aufgefordert, darauf zu bestehen, daß ihre Mitglieder in den von ihnen gewonnenen Wahlkreisen eine echte Arbeiterorganisation schaffen und den liberalen Wahl- Organisationen die finanzielle Unterstützung zu entziehen. Der Bergarbeiterverband versicherte jedesmal, daß er unverzüglich ein- greifen werde. Er hat aber nichts getan. Er duldet bis zum heutigen Tage, daß Bergarbeiterorganisationen Advokaten und anderen Leuten, die eigentlich liberale Agenten sind, Geld zustecken. Den jährlichen Betrag, den der bisherige Abgeordnete Edwards zum Zwecke des Aufbaues einer Arbeiterorganisation von dem Bergarbeiterderbande erhielt, zahlte er nominell für Wahl- registrationszwecke an liberale Beamte weiter. Edwards war über- zeugt, daß die Liberalen von Hanley auch nach seinem Tode die Herkunft des Geldes respektieren und einen Arbeiterkandidaten unterstützen werden. Alle Argumente Macdonalds konnten ihn nicht von dieser Ansicht abbringen. Jetzt muß die Partei dafür büßen. Die Liberalen, schreibt Macdonald weiter, haben allen Grund zu triumphieren, aber er hoffe, daß die Arbeiter- Partei so schnell wie möglich alle Mandate ver- lieren wird, die sie unter solchen Umständen wie in Hanley besitzt. Wenn die Liberalen aber meinen, daß alle Arbcitervcrtrcter ihre Mandate ihrer Gunst verdanken, dann können sie Enttäuschungen erleben. Er gebe m, daß dies bei manchen Bergarbeitermandatcn zutrifft, aber dies sei nicht der Fehler der Arbeiterpartei, und es sei zu hoffen, daß der Berg- arbciterverband nur schleunigst das Versäumte nachholen wird. Er glaube aber nicht, daß das bei den übrigen Arbeitermandaten zu- trifft. Wenn die Liberalen glauben, wie behauptet worden ist, daß er, Macdonald, sein Mandat in Lciccstcr der Gnade der Liberalen verdanke, so sollen sie doch mal versuchen, ihn zu ver- drängen. Die Moral des Wahlkampfes sieht Macdonald darin, daß die Organisation der Partei ausgebaut werden müsse. Die Partei habe letzthin geschlafen und es sich bequem gemacht. Mit den Versamm- lungsreden allein ist es nicht getan; es bedarf der stetigen, müh- samen Organisationsarbeit. Die Liberalen lieben die Arbeiter- Partei nicht und werden uns alle aus dem Parlament vertreiben, wenn sie es könnten. Ihre ganze Sozialpolitik verfolgt nur den Zweck, uns den Wind aus den Segeln zu nehmen. So das Budget von 1000. Jetzt haben sie die neue Bodenpolitik ersonnen, um unser Wachstum zu verhindern. Es ist ein törichtes Spiel, wenn eS auch den Liberalen einige unwürdige Siege bringen mag, denn schließlich wird es die liberale Partei selber sprengen. Deshalb müssen wir alle Nerven anstrengen, um nicht mir unsere Sitze zu behaupten, sondern auch neue zu erobern. Wir kennten unsere parlamentarische Stellung erobern, als wir im- stände waren, jedem Gegner die Stirn zu bieten. Auch dann nur werden wir unsere Kraft vermehren können. Machen wir uns an die Arbeit. Soweit Macdonald. Die Bemerkung über die liberale Sozial- Politik ist nicht nur ganz und gar unmacdonaldisch, sondern auch ganz unlogisch. Ist die liberale Sozialpolitik nur ein unehrlicher und törichter Trick, der Arbeiterpartei den Wind aus den Segeln zu nehmen, warum hat sie und vor allem Macdonald selber, diese Sozialpolitik, einschließlich des Budgets von 1000, fast kritiklos unterstützt? Aber immerhin ist dieser Artikel die entschiedenste und unabhängigste Aeußerung, die man seit Jahren von Macdonald gehört hat. Hoffentlich hält dieser Geist bei ihm an und trägt positive Früchte. Die Redaktion des„Labour Leader" und der Wahlagent der Partei verlangen vor allem eine Reform der KandidatenauSwahl, damit Kandidaten aufgestellt werden, die den neuen Geist der englischen Arbcitcrklaffe besser interpretieren. Andere Mitarbeiter fordern namentlich eine viel entschiedenere Haltung der Arbeiterfraktion im Parlament, damit die Wähler selber einen wirklichen Unterschied zwischen der Arbeiterpartei und den Liberalen sehen. ffonwgoi. Die Friedensapostclkonferen5 In der vorigen Woche fand in Christiania ein skandinavischer! „Friedenskongreß" statt, auf dem eine bumte Gesellschaft paradje- render Schönredner sich Stelldichein gab. Vom> sanatischen Ver- tcidigungsnihilisten bis zum millionetibcwilligenden Marineenthu- siasten, war alles vertreten, das sich gern an schönen Reden berauscht. Die Tagesordnung enthielt u. a. folgende Punkte: Die volksrecht- liche Stellung und Pflichten der skandinavischen! Staaten hinsichtlich der Neutralität in einem Kriege zwischen Großmächten; 2. Kann und soll ein neutraler Staat eine effektive Verteidigung der Neu- tralität leisten? 3. Zusammenwirken zwischen den nordischen Frie- densfreunden; 4. Der Tripoliskrieg und die Friedensvdwegung; 5. Boykott gegen einen kriegerischen Angreifer, der das Völkerrecht verletzt; 6. Notwendigkeit und Bedürfnis einer internationalen Weltsprache. Zum letzten Punkt war der Stockholmer Bürgermeister Lindhagen als Referent gewonnen worden. Eine im Sinne einer internationalen Hilfssprache abgefaßte Resolution fand An- nähme. Nach einem Vortrag Lindhagens über das Recht der Na- tionen auf ein unverletzliches, freies, selbständiges Leben wurde eine entsprechende Resolution angenommen. Der Referent- be- zeichnete, nach dem Bericht im Chrissiania„Soziialdemokraten", es als naiv, für die Herabsetzung der Rüstungen zu arbeiten, die Zeit sei schon gekommen, wo die A b s ch a f f u n g d e r K r i e g e bereits im Anzüge sei. Einstweilen herrsche aber die«Kriegsmoral". Die Hauptarbeit müsse auf die Errichtung einer„internationalen Rechtsgesellschaft" gelegt werden. Den Tripoliskricg fand der Red- ner dabei vom italienisch-nationalen Standpunkt aus verständlich. Der einzige Beschluß, dem Wirkungen folgen werden� war der auf Errichtung eines Friedensmonuments aus Anlaß des hundert» jährigen Friedens zwischen Schweden und Norwegen. Bei der Ge- legenheit(1914) wird die Kannegießerri fortgesetzt werden. Im übrigen will man in der Boykottfrage u. a. auch das internationale sozialistische Bureau in Brüssel bemühen. Beabsichtigt ist, solche Staaten wirtschaftlich zu isolieren, die im Kriegssalle daS Völkerrecht verletzt haben oder sich weigern, sich einem schiedsgerichtlichen Ausgleich zu fügen. Man würde über diese Veranstaltungen zur Tagesordnung übergehen können, wenn es in Skandinavien nicht auch Mitglieder der Sozialdemokratie gäbe, die sich daran beteiligen. Wir glauben bestimmt, daß es auch im Norden nützlichere Arbeiten für das Pro- lctariat gibt, als sich auf diesen Paraden bürgerlicher Inkonsequenz und Hilflosigkeit zur Schau zu stellen. Rußland. Eine Soldatenmeuterei. Petersburg, 23. Juli. In einer offiziellen Mitteilung werden Einzelheiten veröffentlicht über eine Meuter ei. die am 14. Juli im Lager des ersten und zweiten Bataillons der Türke st an- Pioniere in der Nähe von Taschkent stattgefunden hat. Die Meuterer, die fast 130 Mann stark waren, beschossen das Lager. Das Schietzen dauerte vom Abend des 14. Juli bis zum nächsten Morgen. Dann war die Ruhe wieder hergestellt. Schützen und Kosaken umzingelten das Lager der aufständischen Pioniere und entwaffneten sie. In dem Kampfe waren auf feiten der treuen Truppen zwei Soldaten getötet und vier Offiziere sowie 12 Soldaten verwundet worden. Marokko. Zur Lage in Marrakesch Paris, 23. Juli. Aus Marrakesch wird unter dem 18. Im: gemeldet, daß es dem französischen Agenten gelungen sei, El Glaui und Mtugi wieder zu versöhnen. Sie hätten darauf beschlosstck, dem Vormarsche des Prätendenten Hiba entgegenzutreten. Mtugi ist nach Tikki ausgebrochen, um die erforderlichen Streitkräfte zu sammeln. Mogador, 23. Juli. Ein Teil der europäischen Äotome von Marrakesch ist gestern in Sasi eingetroffen. Das marokkanische Fischerboot„Marrachi", das an der Küste Polizeidienste versieht, soll vor Agadir beschossen worden sein. Der französische jfteuzer „Cosmao" ist dorthin abgegangen. Ein Kampf in der Nähe von Fez. Fez, 23. Juli. In der Nähe des Lagers der Abteilung Mar- chand kam es zwischen drei senegalischen Bataillonen, einem Ba- taillort afrikanischer Truppen und aufftändischen Zaians zu einem ernsten Zusammenstoß. Hud der Partei. Aus den Organisationen. In der Kreisversammlung für den S. sächsischen Wahlkreis (Dresden-Land) wurde konstatiert, daß die KreiSkaffe zum ersten- mal bei der Einnahme 100 000 M. überschritten hat. Die Einnahme belicf sich aus 103 511,67 M., daS ist in den letzten Vieri Jahren eine Verdoppelung. Die Einnahmen an Mitgliederbeiträgen be- trugen vor vier Jahren 45 062 M., im letzten Jahr 82 574 M., gegen das Vorjahr 14 000 M. mehr. Als eine große Wohltat hat sich der vor einigen Jahren von dem 4., 5. und 6. Wahlkreise gegründete Wahlfonds erwiesen, den durch tmS Kleben einer Extramarke, all, vierteljährlich, geschaffen wurde und die Höhe von 30 000 M. erreicht hatte. Hierdurch war es möglich, den ärmeren Wahlkreisen im ostsächsischen Agitationsbczirke Unterstützungen zuteil werden zu lassen, und schon jetzt ist vorauszusehen, daß der Bezirk Ost» sachsen für die Zukunft Zuschüsse aus Berlin nicht mehr bedarf. In den Ausgaben steht an erster Stelle der Beitrag an den Partei- vorstand zu Berlin mit 16 550 M.; die nächstgrößeren Posten be- treffen hauptsächlich die Reichstagswahl oder stehen mit ihr im Zusammenhang. Aber auch zu anderen Zwecken sind ganz be- deutende Beträge ausgewendet worden. Die Einnahme bei der Maifeier bezifferte sich auf 1956 M., für Wahlfondsmarkcn wurden im vergangenen Jahre 5452 M. vereinnahmt. Die Beitragsleistun- gen betragen pro Jahr und Mitglied 48,76 Beitragswochen. Die Mitgliederzahl beträgt 18 606, gegen 1837 Mitglieder im Jahre 1001. Auf die Landesversammlung wurden 12 Genossen und eine Genossin delegiert. Die Kreisgeneralversammlung nahm nach längeren Debatten folgenden Antrag an den Parteitag an:„Da der Punkt 6 unseres Parteiprogramms sehr oft derart ausgelegt wird, als sei für die Partei die Religionsfrage eine private Sache, mit der die Partei sich nicht befassen dürfe, erkennt der Parteitag ausdrücklich an, daß die Aufklärung über die Unvereinbarkeit der Religion mit der Wissenschaft wesentlich Aufgabe der Partei, insonderheit der Partei, presse sein muß. Ter Parteitag erkennt weiter an. daß die Be- kämpiung der christlichen Kirch«, die eine HerrschafSarganifation der staatlichen Machthaber darstellt, Parteisachc geworden ist, des- halb, weil derjenige, der die Machthaber bekämpft, auch deren Mittel, in diesem Falle die Kirche, mit bekämpfen muß. Der Parteitag spricht deshalb den Wunsch aus ,daß die Parteiorganisa- tionen auch auf diesem Gebiete ihre Pflicht erfüllen." Totenliste der Partei. In Stuttgart starb der Genosse Alois Aurnhamer, der besonders während der Zeit des Sozialistengesetzes für die Partei tätig war und sich als Kassierer der verbotenen Parteiorganisation der Ausgewiesenen angenom, men hat. GewerkfcbaftUcbea» Retze. Ueber die schwere Verletzung eines Hintzegardisten wahrend des Streiks in den Friedrichsfelder Steinzeugwerken haben wir bereits berichtet. Die„Deutsche Arbeitgeber- zeitung" läßt sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen, um zu wehklagen, daß„ein fast wehrloser Mann in Friedrichs- feld in feiger und hinterlistiger Weise einfach deshalb nieder- geschlagen und niedergestochen worden sei, weil er anderer Ansicht war, als den Arbeitern von der Organisation beige- bracht wurde". Ueber den Fall selbst berichtet das Blatt in der bei ihm bekannten tendenziösen Weise: „Einige der Arbeitswilligen der bestreikten Steinzeugwaren- fabrik in Friedrichsfeld verliehen diese, um im Dorfe ein Glas Bier zu trinken. Auf Veranlassung der streikenden Arbeiter wurde ihnen bei einem Händler und in zwei Wirtschaften die Hergabe von Bier verweigert. Die Leute liehen sich trotz der jeweiligen Verweigerung nichts zuschulden kommen und benahmen sich sehr anständig. Inzwischen hatten sich allmählich um einen Streik- wsten streikende Arbeiter versammelt, um nach 11 Uhr am badi- chen Bahnhof die arbeitswilligen Leute zu überfallen. Als diese ahen, dah sie sich einer bedeutenden Uebermacht gegenüber be- anden, suchten sie auf verschiedenen Wegen so schnell als möglich in die Fabrik zu gelangen. Nur einem Arbeitswilligen gelang dies nicht. Er fiel in die Hände der streikenden Arbeiter und langte blutüberströmt um lizsi Uhr in der Fabrik an, um sofort zusammenzubrechen. Die Untersuchung ergab, dah der Mann mindestens zehn Messerstiche in den Leib und diverse Schläge auf den Kopf erhalten hatte. Der Mann hatte vorher, als die Horde der Streikenden über ihn herfiel, um sich zu schützen, von seinem Revolver Gebrauch gemacht und zwei Schüsse daraus abgegeben, die die in der Fabrik stationierte Gendarmerie alarmierten. Der Verletzte wurde mit dem Krankentransportwagen nach Heidelberg in das Krankenhaus transportiert, wo er hoffnungslos dar- nicderliegt." Den wahrheitsgemäßen Vorgang in dieser Sache haben wir. soweit wir dazu in der Lage waren, bereits geschildert. Interessant ist, daß die Arbeitgeberzeitung den verletzten Ar- beitswilligen als einen„fast" wehrlosen Arbeiter bezeichnet, während sie später zugibt, daß er vorher, als die Horde der Streikenden über ihn herfiel, zwei Schüsse aus seinem Re- volver abgegeoen hatte.— Wir haben bisher über den Fall sehr zurückhaltend berichtet, weil noch keine authentische Auf- klärung hierüber vorliegt. Vielleicht erkundigt sich aber ein- mal das Scharfmacherblatt in Mannheim danach, weshalb einige Tage nach der Affäre zwei Hintzegardisten in Ketten geschlossen von Friedrichsfeld nach Mannheim ins Unter- suchungsgefängnis eingeliefert wurden, und vielleicht berichtet das Scharfmacherblatt hierüber in seiner nächsten Nummer. -- Es versteht sich am Rande, daß die Arbcitgcberzeitung diesen Fall benutzt, nachdem sie„gehört hat, daß sich die Staatsanwaltschaft in Mannheim der Sache angenommen und drei Verhaftungen Streikender vodgenommen worden sind", um in schrillen Tönen wieder einmal die Notwendigkeit zu betonen, daß„für arbeitswillige Leute ein größerer gesetz- licher Schutz geschaffen werden müsse". LerUn unct Qmzegrni!. Achtung, Bauarbeiter! Wie bereits am Sonntag, den 14. d. M., an dieser Stelle mitgeteilt wurde, befinden sich die Maurer und Hilfsarbeiter am Neubau der Landes-Irrenanstalt bei Branden. bürg im Streik. Sie fordern Lohnerhöhung und die bauaus- führende Firma Hawestadt und Contag lehnte sowohl vor der Arbeitseinstellung wie nachher jede Perhandlung ab. Die Arbeits- einstellung erfolgte einmütig. Darum ist es erklärlich, daß die Firma keine Anstrengung scheut, Arbeitswillige heranzuholen. Zunächst versuchte sie es in Schlesien und den anderen östlichen Provinzen. Als diese Bemühungen ergebnislos blieben, verlegte sie die Anwerbung nach Berlin. Seit einigen Tagen werden im Arbeitsnachweis des Verbandes der Berliner Baugcschäste Maurer und Bauarbeiter nach der bestreikten Baustelle bei Brandenburg vermittelt. Außerdem hat die Firma ein eigenes Anwcrbebureau in der Chausseestraße errichtet. Einer ihrer Angestellten, er nennt sich Maurermeister Boy, vollzieht die Anwerbung. Der erste Transport soll am Donnerstagmorgen abgehen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um die Berliner Maurer und Bauarbeiter zu veranlassen, daß sie den Lockungen dieser Firma widerstehen und Solidarität mit ihren streikenden Kollegen in Brandenburg üben. Deutscher Bauarbeiter-Verband. Für die Arbeiter in den Biernicderlagen in den Vororten von Berlin hat der Deutsche Transportarbeiterverband in einer kürzlich beendeten Lohnbewegung eine Reihe von Verbesserungen im Arbeitsverhältnis durchgesetzt, wenn auch die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zuerst großen Schwierigkeiten begegneten. Es kam sogar am 22. Juni zu einer Arbeitsniederlegung in verschiede- nen Niederlagen, und erst dann gelang es, die gewünschte Regelung durch einen Tarif herbeizuführen. Lohnerhöhungen, die in ein- zelnen Fällen 5— 7 M. pro Woche betrugen, eine Regelung der täglichen Arbeitszeit und des Sonntagsdienstes und andere Ver- besserungen, wie die Extrabczahlung für das Wegfahren des Gartenmobiliars, wurden erreicht, und zugleich wurde verhindert, daß geplante Verschlechterungen für einzelne Niederlagen zur Ein- führung kamen. Die Verträge wurden bis zum 31. März 1914 abgeschlossen. Bis dahin hofft man, für alle Niederlagen in Groß- Berlin einen einheitlichen Tarif zustande zu bringen. Deutrcbes Reich. Kampfvorbereitungen. Wie wir bereits mitgeteilt, hat der Vorstand des Arbeitgeber- bundes für das deutsche Baugewerbe am 6. April d. I. ein Geheim- zirkulär erlassen, durch welches den Unterverbändcn genau de- taillierte Anweisungen gegeben sind über die zu treffenden Vor- bereitungen für den Kampf im Jahre 1S13. So wurde unter anderm „den Verbänden, in deren Gebiet die Bautätigkeit im kommenden Sommerhalbjahr ungünstig zu werden verspricht, zur Erwägung gegeben, die Behörden. Architekten, Industriellen— im Falle durch die Zeitung— darauf hinzuweisen, daß infolge des Abbruchs der baugewerblichen Tarifverträge im März 1913 möglicherweise mit längeren Arbeitseinstellungen im Sommerhalbjahr 1913 gerechnet werden muß. daß es sich also empfehlen dürfte, die beabsichtigten Bauten schon in diesem Jahre vorzunehmen". Die Unterverbände haben nun ersucht, diesen Weisungen prak- tische Wirkung zu verschaffen. Inwieweit Erfolge erzielt sind, läßt sich bis jetzt kaum beurteilen. Aber fest steht, daß sie kein Mittel unversucht lassen, ihren Zweck zu erreichen. In der Amtshauptmannschaft Löbau in Sachsen hat z. B. der Bauarbeitgeberverband durch Rundschreiben an die Gemeinden diese aufgefordert, für das nächste Frühjahr geplante Bauten noch in diesem Jahre ausführen zu lassen oder sie auf das Ende des nächsten Jahres zu verschieben, und zwar aus den oben erwähnten Gründen. . Nicht überall finden die Herren Anklang damit und vor allem dort nicht, wo in den Gemeindevertretungen Sozialdemokraten sitzen Der„Zimmerer" berichtet, daß u. a. in NeugerSdorf das Rundschreiben im Gemeindcrat zur Erörterung kam und dort von den Sozialdemokraten gebührend beleuchtet worden ist. Diese kritisierten mit aller Schärfe das frivole Verlangen der baugewcrb- lichen Scharfmacher, die Gemeinden in den Dienst ihrer Jnter- essen zu stellen. Nicht das Interesse der Bauherren läge ihnen am t erzen, sondern die Absicht, sich auf Kosten der Kommunen gunstige ampfpositionen zu schaffen.— Das Rundschreiben wurde dann auch vom Gemeinderat als durch Kenntnisnahme erledigt betrachtet. Ob nun Mißerfolge derartiger Natur die Unternehmer ab- halten werden, anderwärts mit derselben Dreistigkeit vorzugehen, ist kaum zu glauben. Aber wo sie mit ihren Absichten kommen, werden unsere Vertreter in den Gemcindeparlamenten ihre Schul- digkeit tun. Ein eingefleischter Gegner des Koalitionsrechtes der Arbeiter ist Herr Harry T r ü l l e r, Zwieback-, Waffel- und Keksfabrikant in Celle. Mit peinlicher Aufmerksamkeit werden die Beschäftigten überwacht, daß sie ihrer gewerkschaftlichen Organi- sation nicht angehören. Wehe demjenigen, der sich trotzdem erlaubt, von dem ihm zustehenden gesetzlichen Recht Gebrauch zu machen! Ohne Gnade haben solche die Entlassung zu gewärtigen. Der Unternehmer ging sogar dazu über, jedem Neueintretenden folgen- den Revers zur Unterzeichnung vorzulegen: „Ich verspreche, daß ich nicht Mitglied des Bäcker- und Kon- ditorenverbandes bin und verpflichte mich, weder innerhalb noch außerhalb der Arbeitsstätte für diesen Verband tätig zu sein." Herr Trüller, der selbst Vorsitzender einer Fabrikantenvereini- gung ist, scheut also nicht davor zurück, den Beschäftigten das Koalitionsrecht zu rauben. Von der zuständigen Organisations- leitung wurde versucht, in dieser Angelegenheit eine Unterredung mit dem Fabrikanten herbeizufuhren. Dies wurde jedoch abgewiesen mit der Bemerkung, daß sich Trüller unter keinen Umständen in eine Aussprache einlassen werde. Da der Unternehmer auch Liefe- rant der Großeinkaufsgesellschaft des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine ist, wurde ein letzter Vermittlungsversuch durch Herrn Generalsekretär Kaufmann unternommen. Jedoch auch dieser scheiterte. Herr Trüller erklärte hier rundweg, daß er sich nicht zum Sklaven des Verbandes der Bäcker machen lasse, dann verzichte er lieber auf das ganze Geschäft. Nachdem nun alle Versuche gescheitert waren, um die Aner- kennung des Koalitionsrechtes für die Beschäftigten zu erwirken, befaßte sich die organisierte Arbeiterschaft in Celle mit diesen Vor- gängen in einer öffentlichen Versammlung. Dort wurde einstimmig beschlossen, bei den zuständigen Gewerkschaftsinstanzen die Ver- hängung des Boykotts über die Produkte der Firma Trüller zu be- antragen. Diesem Ersuchen wurde auch stattgegeben. Streik der Textilarbeiter in Augsburg. Die in Augsburg vor einiger Zeit durch den Textilarbeiter- verband, den Christlichen Textilarbeiterverband und den Hirsch- Dunckerschen Gewerkverein eingeleitete Textilarbeiterbewegung ist nun in vollem Gange. Als seinerzeit den Fabrikanten die For- derungen auf Lohnerhöhung überreicht wurden, ließen diese durch den Textilarbeiterverband erklären, daß mit den Arbeiterorganisa- tionen nicht verhandelt werde. Die Textilarbeiter und-arbeite- rinnen antworteten auf diese Brüskierung durch eine machtvolle Temonstrationsversammlung unter freiem Himmel, an der über 29 909 Personen teilnahmen. In dieser Versammlung wurden die gestellten Forderungen aufiecht erhalten, gleichwohl aber, um eine friedliche Einigung herbeizuführen, die Arbeiterausschüsse der ein- zelnen Betriebe beauftragt, bei den Unternehmern vorstellig zu werden und die Durchführung der Forderungen zu erzielen. In fast allen Betrieben wurden nun die Arbeiterausschüssc teils ab- gewiesen, teils mit leeren Versprechungen hingehalten; nur gänz minimale Lohnzulagen wurden zugebilligt. Die Textilarbeiter haben nun diese Taktik durchschaut, und sie wollen sich nicht länger vertrösten lassen. Als im Vorwerk der Mechanischen Baumwollspinnerei und'Weberei Augsburg die Ar- beiter die auf Sonnabend versprochene Lohnerhöhung nicht erhielten und ihnen noch dazu erklärt wurde,„wer zum alten Lohn nicht ar- beilen will, der soll eben gehen", legten am Montag, wie wir gestern schon kurz mitteilten, 309 Arbeiter des Betriebs in einer Abteilung einmütig die Arbeit nieder. Da der gesamte Betrieb — es ist der größte in Teutschland— von dieser Abteilung ab- hängt, dürfte der Streik bald weitere Ausdehnung gewinnen. Der Kampf der Textilarbeiter in Augsburg ist für die Ar- beiter in ganz Deutschland von großem Interesse, weil einer fast unerreicht schlecht entlohnten Arbeiterschaft ein brutales, kapital- kräftiges und stramm organisiertes Unternehmertum entgegensteht, das bisher bei jeder größeren Textilarbeiterbewegung rücksichtslos scharfzumachen versucht._ Hus der frauenbewe�ung. Eine Lohnbewegung der Heiuiarbeiterinnen. Eine eigenartige und sehr umfangreiche Industrie, die nur von weiblichen Arbeiterinnen, Frauen, Mädchen und Kindern aus- geübt wird, die sogenannte Languettenarbeit, auch Weißstickerei genannt, befindet sich in Stolp in Pommern. Sie ist nur durch Handarbeit auszuführen. Diese Languettenarbeit wird nicht nur zur Garnierung von Damenwäsche— Hemden, Beinkleider, Nachtjacken— benutzt, sondern findet auch Verwendung für Bettwäsche. Etwa 2999 Personen sind bei ihr in Stolp beschäftigt. Arbeite- rinnen, die ihren Lebensunterhalt allein verdienen wollen, müssen von 5 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts arbeiten. Der Lohn beträgt auch dann nur 1,29 M. bis 1,59 M. täglich. Im Durchschnitt werden nur 6 Pf. pro Stunde verdient. Und dabei muß die Arbeiterin das Stickgarn selbst bezahlen. Daß bei dem kargen Verdienst alle Mißstände sich doppelt fühlbar machen. ist selbstverständlich. Es ist kein Wunder, daß man unter den schlechtbezahlten Stickerinnen zahlreiche Prostituierte findet. Der größte Teil dieser Arbeiterinnen ist hohläugig und nervös. Tuber- kulose und Unterleibskrankheiten sind sehr verbreitet. Wie schlecht es mit den gesundheitlichen Zuständen der Arbeiterinnen bestellt ist, geht daraus hervor, daß bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse, die 9999 Mitglieder zählt, darunter 3499 weibliche Arbeiterinnen, nicht weniger als zwei Drittel der Kranken nur Stickerinnen sind. Wohl in keiner anderen Branche ist die Zwischenmeisterei so verbreitet wie in der Languettenstickerei. Die Absatzgebiete sind die großen West- und süddeutschen Städte, ferner Hamburg, Berlin und zum Teil auch Breslau, sowie Königreich Sachsen. Beamten und Bürgerfrauen vermitteln den Verkehr, d. h. sie nehmen die Arbeit von dem Fabrikanten und verteilen dann die Arbeit an die Arbeitsuchenden. Dieses Geschäft ist recht einträglich. Während die geübteste Arbeiterin kaum 19 M. in der Woche verdient, be- tragen die Einnahmen dieser Zwischenmeisterinnen 49 bis 69 M. wöchentlich. Schon öfters war von unserer Seite der Ver- such gemacht worden, hier zwecks Besserung der Verhältnisse eine Zahlstelle des Textilarbeitcrverbandes zu gründen, allein vielfach vergeblich. Endlich glückte �s 1996, eine Zahlstelle des Textil- arbeiterverbandes ins Leben zu rufen; doch nach kurzem Be- stehen ging sie wieder ein. Schließlich gelang es uns doch wieder, Fuß zu fassen und eine Zahlstelle zu errichten, die sich gut fort- entwickelt. Aber auch der Gewerkverein der Arbeiterinnen, dessen Protektorin die Kaiserin ist, faßte infolge der Unterstützung durch Behörden und Geistliche Fuß. Aber da dieses Organisatiönchen. deren Leiterin Fräulein Margarete Behm-Berlin ist, doch keine Lebensfähigkeit hatte, gründete man dann einen„Stolper Stickerei- und Nähmaschinenbetrieb". Er erhielt auch von Fabrikanten Arbeit und florierte ganz leidlich. Die Zwischenweisterinnen waren natürlich mit der Schmäle- rung ihres Verdienstes nicht einverstanden und sannen auf Ab- Hilfe. Ein Kaufmann Neumann wagte es. zahlreiche Aufträge zu vergeben und infolge Untcrbietung der Preise erhält er die Arbeit von den Fabrikanten. Dadurch wurde der„Betrieb" fast lahm- gelegt, denn dieser Mann beschäftigt jetzt annähernd 599 Heim- arbeiterinnen. Die Löhne der Arbeiterinnen waren wieder gedrückt. Der Heimarbeiterinnenverein will Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsverhältnisse wieder zu bessern. Eine Versammlung ist einberufen worden, in der man nach den Berichten der bürgcr- lichen Blätter Vertreterinnen wählte, die einen Tarif ausarbeiten sollen, der dann den Zwischcnmeisterinnen und dem Kaufmann Neumann zur Anerkennung borgelegt werden soll. In den bürgerlichen(konservativen und liberalen) Blättern erfolgen Notschreie, die fast ganz nach„sozialdemokratischer"� Ma- nier abgefaßt sind.„Wir wollen hoffen, daß unsere Stickerinnen endlich einmal Vernunft annehmen und durch festen Zusammen« schlutz die Hungerlöhne, die ihnen bisher gezahlt wurden, abschütteln werden. Denn in Beziehung auf die Entlohnung der Stickerinnen in Stolp herrschen geradezu skandalöse Zustände, Stundenlöhne von 3 bis 5 Pf. sid gang und gäbe." So schreibt man unter Zustimmung von Fräulein Btehm. Riecht das nicht ganz nach Aufhetzerei? Wenn die Arbeitgeber den Tarif ablehnen, mühte der Streik in Kraft treten. Aber werden nicht die Beamtentöchter und Offiziersdamen, die nur zum Zeitvertreib und fiir ein Taschengeld sticken, als Strcikbrechergarde dienen? Selbstverständlich wird der Textilarbeiterverband seine Schul- digkeit in diesem Kampfe tun. Die Tuberkulosesterblichkcit unter den Krankenpflegerinnen. Unsere deutschen Antifeministen, die noch immer die abge- standene Stubenweisheit verkünden, daß die Frau ins Haus ge- höre, wollen ihr nur eine Ausnahme hiervon zugestehen, nämlich die, den„echt weiblichen" Beruf der Krankenpflegerin zu ergreisen, zumal die Krankenpflege der einzige nicht überfüllte Frauenberuf sei. Die mangelnde Anziehungskraft dieses Be- rufes, die für die auf konfessioneller Grundlage organisierten Dia- konissenvcrcine ebenso festgestellt ist wie für die sogenannten freien Vereinigungen, müßte Unbefangene eigentlich stutzig machen, als ob hinter dem Nimbus, der jenen Beruf umschwebt, doch manches nicht so ist. wie es sein soll. Aber mit solchen Kleinigkeiten geben sich jene Frauen„fteunde" nicht ab. Tatsache aber ist, daß die religiösen und charitativen Organisationen, deren Domäne die Krankenpflege in der Hauptsache noch immer ist. den Beruf zu einer Stätte wahrhaft mörderischer Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft gemacht haben. Ein Beweis hierfür ist die abnorm hohe Sterblichkeit unter den Krankenpflegerinnen, über die man lange Zeit nichts Genaues erfahren konnte, weil Außen- stehende kaum jemals Einblick in die abgeschlossene Welt der religiösen Organisationen erhalten und die Schwestern selbst durch Schweigegebot verpflichtet sind, reinen Mund zu halten. Die Krankenpflege ist an sich schon einer der am meisten gefährdeten Berufe vor allem wegen der tiefgehenden seelischen Erschütterungen, denen er seine Angehörigen aussetzt, sowie wegen der ungewöhnlich hohen Ansteckungsmöglichkeit. Kommt hierzu noch eine gewissen- lose Auslese körperlich ungeeigneter Elemente— die sich ficilich aus dem spärlichen Angebot an Arbeitskräften in etwas erklärt—, kommt ferner hinzu schlecht geregelte, überlange Arbeitszeit in dumpfer Luft mit häufigen Nachtwachen, Mangel an Bewegung im Freien oder an Erholung in eigenen zweckmäßig ausgestatteten Wohnräumen, außerdem ungenügende Ernährung und— wie in den katholischen Ordenshäusern üblich— auch noch Fasten, so wäre es ja ein Wunder, wenn schwere gesundheitliche Schädigungen aus- blieben. In der Tat bildet die hohe Erkrankungsziffer und die Sterblichkeit unter den Krankenpflegerinnen eine geradezu ver- nichtende Anklage gegen das System der klaglosen Aufopferung. das die kirchlichen Institutionen geschaffen, dessen Geist auf die charitativen Organisationen übergegangen ist- und der noch ver- Heerend nachwirkt unter den freien Pflegerinnen, die die Kranken- pflege als Erwerbsberuf ergreifen. Neuerdings ist einiges Zahlenmaterial über die Tuberkulose- sterblichkcit der Krankenpflegerinnen zusammengetragen worden in dem großen Sammelwerk„Krankheit und soziale Lag e", herausgegeben von Professor Dr. M. Mosse und Dr. med. G. Tugendreich.(T. F. Lehmanns Verlag, München. 1912.) Nach Cornet kommen aus 199 Sterbefälle im Alter von 15—49 Jahren für die barmherzigen Schwestern 69,9— 73,8 Proz. durch Tuberkulose gegenüber den für Preußen» unter weiblichen Per- sonen festgestellten Durchschnittszahlen von 37,9— 43,6 Proz. für Tuberkulose. In Oesterreich war das Zahlcnverhältnis fast das gleiche. Während in Bayern 1998 die durchschnittliche weibliche Schwindsuchtsstcrblichkcit 4,07 betrug, zeigten die katholischen Ordensfrauen eine Sterblichkeit von 7,37, die Diakonissinnen eine solche von 7,69 pro 199 Lebende berechnet. Von den in den Münchcner Krankenhäusern dienenden barmherzigen Schwestern gab Ziemssen an. daß zirka 59 Proz. an Schwindsucht zugrunde gehen Neuere Zahlen hat das Bayerische statistische Landesamt 1919 veröffentlicht. Danach betrug die Schwindsuchtssterblichkcit unter den genannten Ordensschwestern in den Jahren 1899—1998 im Durchschnitt 56 Proz. der Todesfälle. Diese alarmierenden Zahlen sollten der Gesetzgebung endlich Veranlassung geben, hin- einzuleuchten in das dunkle und wenig erforschte Gebiet der Ge- sundbeitsverhältnisse in einem so wichtigen Berufe, wie die Kran- tcnpflcae cs ist. Nach einer Feststellung der BerufSorganffatton der Ärantcnpslegerinnen Deutschlands ist die Arbeitskraft einer Pflegerin nach durchschnittlich Jahren ver. braucht So sieht es in dem einztgen, nicht uberfiillten Frauen- beruf aus! Was wollen diesen wenigen, aber schwerwiegenden Tatsachen gegenüber all die öden Schönfärbereien bedeuten, die noch im Frühling dieses Jahres auf dem frauenrechtlerischen Kon- grcß zu Berlin von den Vertreterinnen der alten kirchlichen Rich- tung versucht worden sind!_ Leseabende. Waidmannslust. Heute Mittwoch, den 24. Juli, abends 8V, Uhr, im. SchweizerhauS". Genosse Kurt Aiging spricht über Tuberkulose. Letzte Nachrichten. Die Beute winkt. Sofia, 23. Juli.(P.-C.) Hiesige Blätter berichten über anarchistische Zustände in der europäischen Türkei. Das Räuber- bandenunwesen habe in den Aufftandsgebieten gefährliche Formen angenommen. In Sofia kamen in den letzten Tagen mehrere hundert flüchtige bulgarische Familien aus der Türkei an. Die bulgarische Presse stellt fest, daß es die höchste Zeit sei, mit Waffengewalt gegen diese Zustände in der Türkei einzuschreiten. Die meisten Blätter greifen die bulgarische Regierung scharf an, weil sie den Intrigen und dem Aufruhr, der auch den Nachbar- ländern gefährlich werden könnte, ruhig zusehe. Auch in der bul- garischen Armee ist man allgemein der Ansicht, daß Bulgarien nicht mehr lange teilnahmlos den Vorgängen in der Türkei zu- sehen könne. Zwölf Mädchen verbrannt. London, 23. Juli.(W. T. B.) Bei einem Brand einer Zelluloidfabrik in der City sind 12 Mädchen ums Leben gekommen. Fünf verletzte Mädchen mußten in das Krankenhaus gebracht werden. Ter Brandstiftung verdächtigte Suffragette verhastet. London, 23. Juli.(P.-C.) Die berühmte englische Kvmponistin Dr. Ethel Smith, die auch in Deutschland durch ihre Kom- Positionen bekannt ist und die eine große Rolle in der englischen Frauenbewegung spielt, wurde heute in dem nahegelegenen Woking verhaftet und ins Gefängnis von Oxford eingeliefert. Sie ist verdachtig. sich an dem Anschlag, das Hau? des Staatssekretärs der Kolonien Harcourt niederzubrennen, beteiligt zu haben. Ihre Verhaftung erregt das größte Auffehen. Unwetter in Italien. Mallaud, 23. Juli.(P.-T.) Auf den Getreidefeldern von Ovada wurden während eines heftigen Gewitters' sechs Personen vom Blitze getroffen und vier davon getötet. Das Unwetter wütete besonders heftig im Gebiete von Barese, wo der Blitz etwa 20mal zündete. Das gleiche Gebiet ist innerhalb 24 Stunden zweimal von Wolkendrüchen und Stürmen heimgesucht worden. Hunderte von Bäumen liegen entwurzelt an der Erde. Die Ernte ist schwer ge- schädigt und kaum ein Viertel davon gerettet. Verantw. Redakteur: Alber« Wachs. Berlin. Inseratenteil verantw.z Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt PaulSingeröc Co., Berlin L1V. Hierzu 2 Beilagen o-Nnterhaltunpsbl. sw,. i Deillige des Lomilrts" Kerlilter NollisblÄ. Die DleDttordnungen für die Hngeftellten der OrtshrankenhaifeD. Nach§ 361 R.-V.-O. ist für die von den Krankenkassen besolde- ten Angestellten, die nicht nach Landesrecht staatliche oder gemeind-- liche Beamte sind, oder nach Z 35g deren Rechte und Pflichten haben, eine Dienstordnung aufzustellen. Diese Dienstordnung bedarf nach Z 355, Absatz 3, R.-V.-O. der Genehmigung des Oberversicherungs- amtes und nach Absatz 4 entscheidet, wenn die Genehmigung ver- sagt wird, auf Beschwerde die oberste Verwaltungsbehörde. Die oberste Verwaltunasbehörde führt auch die Aufsicht über das Ober- versicherungsamt(Z 79 R.-V.-O.). Da über die Dienstordnung im 2. Buche der R.-V.O. Bestimmungen getroffen werden, so können die Dienstordnungen auch erst nach dem zum 1. Januar 1914 zu erwartenden Inkrafttreten dieses Buches errichtet werden. Wenn- gleich also noch einige Zeit bis zur Errichtung der Dienstordnungen vergehen wird, so werden doch bereits in allernächster Zeit die Vor- arbeiten dazu, wie überhaupt die Vorarbeiten zur Neuorganisation der Krankenversicherung in Angriff genommen werden müssen. In erster Linie werden also die Vorstände der Krankenkassen selbst den Inhalt der Dienstordnungen festzustellen haben. Dabei wird vieles darauf ankommen, ob sie genügend Festigkeit bewahren gegenüber den Wünschen der Obervcrsicherungsämter. Denn wenn diese der Dienstordnung die Genehmigung auch nur versagen dürfen, wenn ein„wichtiger Grund" vorliegt, insbesondere wenn Zahl oder Besoldung der Angestellten in auffälligem Mißverhält- nisse zu ihren Aufgaben stehen, so ist doch diese FaffunA des§ 355 R.-B.-O. sehr dehnbar. Für die Auffassung der Oberversicherungs. ämter über den Inhalt der Dienstordnungen wird die Stellung matzgebend sein, die die oberste Verwaltungsbehörde einnimmt. Denn das Oberversicherungsamt ist ja keineswegs eine unabhängige Rcchtsinstanz, sondern ist ein Anhängsel des Regierungspräsiden- ten, ist„nachgeordnete Stelle" des Ressortministers des betreffenden Bundesstaates. Bei diesen Ressortministern liegt also die eigent- kiche Entscheidung. Von welchen Ansichten und Stimmungen sich die Ministerien in Kassenangestelltenfragen leiten lassen, haben nicht nur die Streit- fälle früherer Jahre— wir verweisen nur auf Remscheid— zur Genüge erwiesen. Die parlamentarischen Vorgänge bei Beratung der Novelle zum Krankenversichcrungsgesetz von 1903 un> noch viel deutlicher die Begründung und der ausgesprochene politische Zweck der Reichsversicherungsordnung, wie auch die Beratung dieses Ge- setzes im Reichstage, sagen mehr als genug. In Preutzen, Sachsen, Braunschweig und einer Reihe anderer Bundesstaaten haben die Regierungen eine so offene Parteinahme gegen die Kassen- angestellten gezeigt, daß diese von jener Seite alles zu befürchten habn. ES ist eine alte Erfahrung in allen bureaukratisch regierten Staaten, daß die Regierungen die Matzregeln, die sie. mittels der Gesetzgebung nicht erreichen konnten, auf dem Verwaltungswege durchzuführen suchen. Wer die Maximen der preußischen, sächsi- schen oder braünschweigischen Regierung und ihrer Gefolgsmänner kennt, der wird nicht einen Augenblick daran zweifeln, daß diese Regierungen hierbei versuchen, der politischen Ranküne den weite- sten Spielraum zu lassen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sie ein Thema für eine Dienstordnung aufstellen und ihren„nach- geordneten Stellen" zur Beachtung für die Genehmigung der von den Kassenvorständen einzureichenden Entwürfe übermittelt werden. Dann wird sich auch zeigen, ob ein„wichtiger Grund" gefunden werden kann, den Entwürfen der Kassenvorstände die Genehmigung zu versagen. Inzwischen sind auch die in dem Bunde der nationalen Ortskrankenkassenbcamten zusammengeschlossenen Elemente bereits eifrig um Werke, die Regierungen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Da der sehnlichste Wunsch dieser Leute die Staatsbeamtenstellung ist. so arbeiten sie den angestelltenfeindlichen Absichten der Regie. rung noch in die Hände. Es wird nun allerdings dafür gesorgt werden, daß die Bäume der Herren Nationalen nicht in den Himmel wachsen; denn neun Zehntel aller Angestellten von Orts- krankenkassen lehnen die Staatsbeamtenwürde rundweg ab. Sie wollen, wie bisher, Angestellte der Selbstverwaltungskörperschaften bleiben. Die Vorgänge bei Beratung der Reichsversicherungsordnung haben jedoch gezeigt, daß der Protest der Kassenangestellten gegen kleines feuilleton- Gefahren des Kinematographrn. Eine große Zahl von Aerzten will beobachtet haben, daß die kinematographischen Vorführungen und insbesondere die von aufregenden dramatischen Szenen, die ja die Filmfabrikation des sensationellen Anreizes wegen besonders bevorzugt, geeignet sind, bei Zuschauern, deren Nervensystem sich nicht im Gleichgewicht befindet, mehr oder weniger krankhafte Stö» rrutgen auszulösen. Auf Grund dieser ärztlichen Beobachtungen berichtet Professor dAbudo in der„Rivista Jtaliana di Neuropatologia" über eine ganze Reihe von Fällen, in denen der Besuch des Kinematographcntbeaters das Auftreten schwerer nervöser Störungen zur unmittelbaren Folge hatte. Ein besonder» charakteristischer Fall war der folgende: In einem Kinematographen- theater gelangte mit der üblichen grob naturalistischen Hand- greiflichkeit der Traum eines Postboten zur Darstellung, der von Räubern überfallen und der mitgcführte» Wertsendungen beraubt wird, ein Traum, der sich beim Erwachen in schauerliche Wirklichkeit umsetzte. Ein junges, zur Hysterie neigendes Mädchen, das der Vorstellung beigewohnt, kam mit allen Zeichen ge- stcigerter Nervenanregung nach Hause und stand so voll« ständig im Banne des Geschauten, daß sich bei ihr un- verzüglich Halluzinationen«instellten. Sie sah die gierigen Hände der Räuber gegen sich ausgestreckt und konnte sich unbeschadet der Erkenntnis der UnWirklichkeit der Vorgänge des Alpdrucks des Traums nicht entziehen, der sich am folgenden Tage mit solch' ge- steigerter Intensität fortsetzte, daß die Kranke den Schein von der Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden konnte und körperlich den Druck der Hände fühlte, die ihren Hals umklammerten und würgten. Die von den marternden Halluzinationen Verfolgte schlief nicht mehr, magerte ab und verfiel im Verlaufe der drei Monate andauernden hysterischen Anfälle in ein Siechtum, von dem sie die ärztliche Kunst nur nach unendlicher Mühe zu erretten vermochte. Gottesdienst gegen Entree. Den deutschen Katholiken blüht beim sonntäglichen Kirchgang in dem holländischen Nordseebade Zand- v o o r t ein ganz unheiliger Aerger. Wenn sie da in einer halbwegs besser situiertcn Bank knien— und solche Kirchensituation wird sich doch für die Zandvoorter Badegäste gehören I— kommt alsbald der Mehner schlurfend angeschlichen, mit den schildkrötenschalig ge- bogenen Händen ein Geldopfer heischend. Nun sind gute Katholiken allerorten den Klingelbeutel gewöhnt und Nickel- als auch Kupfer- münzen springen Sonntags in den Blechkasten, auch Hosenknöpsc nicht minder. Unbesehen nimmt sie der deutsche Mehner. In Holland hingegen sieht sich der Supernumerar seine Leute genau darauf an, was sie geben, und von den Deutschen fordert er ein runde? silbernes Ouartje, 2V Zent, einen Viertel- gülden netto. gleich 42,6 deutsche Reichspfenniae. Darob er- grimmt der Deutschen BilligkeitSgesühl und starkes Rechtsbewuhtsein (im Ausland) und männialich weigert sich, so viel oder auch über- Haupt was herzugeben. Äber da wallt der Mehner auf in heiligem Zorn, und.Acbtor de Port!u(„Zur Tür hinaus"!) entfährt es dem Gehege seiner Zähne. Wes Geld nicht in dem Kasten klingt. des Seel' nicht in den Hiinmel springt. Näher, mein Gott zu dir— jawohl, aber nur für 25 reaktionäre � Maßnahmen der Regierungen allein nicht ausreicht, wenn er nicht einen Widerhall in den Kreisen der Versicherten, namentlich also in den Reihen der Krankenkassenvorstände findet. Das Recht der Genehmigung der Dienstordnungen für die Orts- krankenkassen birgt in sich eine außerordentlich ernst zu nehmende 'Gefahr für die Selbstverwaltung. Wenn die Versicherten und ihre Vertreter in den Kassenvorständen sich die durch die Reichsversiche» rungsordnung schon so bedeutend eingeengte Selbstverwaltung er- halten wollen, dann müssen sie gegen jeden Mißbrauch des Äenchmigungsrechts energisch Front machen. Um das zu können, muß aber die drohende Gefahr rechtzeitig erkannt werden. Wenn die Regierungen unter Nichtachtung der eschaffenen Schutzbeftimmungen nur solche Dienstordnungen durch ie Oberversicherungsämter genehmigen lassen würden, die den obersten Verwaltungsbehörden das Recht geben, den Angestellten der Ortskrankenkassen die Rechte und Pflichten der staatlichen oder ge- meindlichen Beamten zu übertragen, so würde die Selbstverwaltung der Kassenvorstände nur noch einem Schemen gleichen. Denn namentlich bei allen größeren Kassen ruhen die Verwaltungs- arbeiten fast ausschließlich in den Händen der Angestellten. Wer- den diese aber erst zu Staatsbeamten gestempelt und damit der Disziplinargewalt der Regierungen unterstellt, dann wird auch die Verwaltung im Sinne der Regierungen geführt werden. Denn die Kassenangestellten als Staatsbeamte haben dann den Weisungen ihrer oberen und entscheidenden Vorgesetzten, d. h. den zuständigen Ressortministern, zu gehorchen. Damit wären die Kassenvorstände in der Praxis so gut wie ausgeschaltet. Der drohenden Gefahr könnten die Kassenvorstände am besten dadurch entgehen, daß sie sich mit den Angestellten, die sie bei Auf. stellung der Dienstordnung zu hören haben, über deren Inhalt ver- ständigen. Die letzte Tagung der Ortskrankenkassen im Juli 1911 in Dresden hat denn auch beschlossen, es solle zwischen den Ver- tretern der Kassen und der Angestellten über den Entwurf einer Musterdienstordnung verhandelt werden. Leider haben diese Ver- Handlungen bisher zu einem Resultat nicht geführt. Nach Lage der Dinge erfordert es jedoch das Interesse der Kassen mindest eben- sosehr, wie das Interesse der Angestellten, zu einer solchen Ver- stänoigung zu kommen. Hoffentlich wird der im August in Köln stattfindende Ortskrankenkassentag diese Verständigung über alle kleinlichen Differenzen und Bedenken hinweg herbeiführen. Der Verband der Bureauangestellten, als die Vertretung von vier Fünfteln der Angestellten der Ortskrankenkassen, hält es für seine Pflicht, die Basis für eine solche Verständigung zu bieten. Er ist bereit, den vielerlei Wünschen der Kassenvorstände bei der Gestaltui g der Rechts-� und Anstellüngsverhältnisse der Angestell- ten so weit wie nur irgendmöglich Rechnung zu tragen. Dabei muß allerdings als oberster und selbstverständlicher Grundsatz gelten: Bestehende Anstcllungsbedingungen dürfen nicht ver- schlechtert werden. In welche rechtliche Form diese Anstellungsbcdingungen zu kleiden sind, ist eine reine Zweckmäßigkeitsfrage. Man sollte meinen, eine Einigung über eine solche ZweckmäßigkcitSfrage könne unter verständigen Menschen nicht schwer fallen. Freilich müßten aber Verträge jener Art vermieden werden, die gegen die Rat- schläge von Sozialdemokraten von Angestellten vereinbart, hernach als gegen den guten Sitten verstoßend vom Oberverwaltungsgericht bezeichnet und als Vorspann zur Entrechtung auf dem Kranken- lassengebiet benutzt würden. S. Nttlmndstllg der TlytZltttt. Äötil.�z.'-Zuli ML.' Der Verbandstag ist von 46 Delegierten, 3 BnrständSmit« gliedern S G«,leitefin�öeMickt»:iDM' BerbanÄsgMschuß vertritt Gr ü n wa ld t- Hamburg, i>ie Generalkömmission Robert Schmidt- Berlin. Der österreichische Bruderverband hat einen Vertreter entsandt. Der vorgesehenen Tagesordnung wurde der Punkt„Die Arbeitsvermiticlung im deutschen Tapezicrergewerbe" zugefügt. Die Verschmelzungsfrage soll als erster Punkt bei der Statutenbemtung behandelt werden. Den Vorstandsbericht gab in der heutigen Sitzung Verbandsvorsitzender S p l i e d t- Bei- lin. Der Verlaus der letzten drei Jahre sei ein guter gewesen. Die Letzthin passierte diese wahrhafte Anfechtung auch einem Leutnant und einem Staatsanwalt aus Köln. Der Staatsanwalt sammelte alsbald Zeugen, um die Sache weiter zu verfolgen. Der Mann wird den Unfug geWitz abstellen, wenn er auch nur einen Teil der Energie dransetzt, die rheinisch-westfälischen Staatsanwälten gegen streikende, mehr Lohn für ihre Arbeit fordernde Proleten zur Ver» fügung steht. Ohrfeigen als Todesursache. In der„Zeiisöbrist für Ohrenheil- künde" wird ein Fall beschrieben, in welchem es sich um einen völlig gesunden, einige Male geohrfeigten jungen Menschen handelte. Un- mittelbar nach den Schlagen floh etwas Blut aus dem linken Ohr infolge von Trommelfellzerreihuug und eS trat leichter Schwindel ein. Nach 36 Stunde» zeigte sich blutig-eitriger Ausfluh, der später in reinen Eiter überging. Da« Schwindelgefühl wurde schwerer, der PulS klein und rasch. Einige Tage folgte Erbrechen und nach Ab- lauf einer Woche trat der Tod ein. Die Sektion ergab Verände- rungen in dem Ohr benachbarter Gehirnpartien. In einem früher von demselben Arzt beobachteten ähnlickien Fall erfolgte der Tod gleilbfallS acht Tage nach der Ohrfeige. Man sieht daraus, wie ge- fährlich dies auS den Schulen und Werkstätten noch immer nicht ver- bannte Strafmittel werden kann. Oeffentliche Brunnen ohne Trinkbecher. Die Bewohner der Ebene empfinden einen berechtigten Neid, wenn sie auf der Reise in gebirgigere Gegenden kommen und dort sehen, wie sogar in den Ströhen der Städte zahlreiche Brunnen' ohne Unterlaß.sprudeln. Da braucht es keine Pumpen oder WasserleitungSbrunnen. die man gewöhnlich auch nur viel zu selten vorfindet. Das dauernd fliehende Wasser bringt auch den Vorteil mit sich, daß man den Durst daran löschen kann, ohne sich eines„öffentlichen Trinkbechers" zu bedienew Selbst bei der gröhten Sorgsamkeil können diese dazu beitragen. Krank- heilen zu verbreiten, und viele Leute, die in diesem Punkte ängstlich sind, werden ihren Gebrauch daber grundsätzlich vermeiden. Auch in hygienischen Zeitschriften ist schon viel gegen diese öffentlichen Trinkbecher gesagt worden. Es würde aber möglich sein, auch in Gegenden, wo man sich mit Wasserleitungswasser behelfen muh, die Brunnen so auszustatten, dah die Benutzung eines Bechers ganz in Forlfall kommen kann. Den Weg'dazu hat Wallace gezeigt. nach dem diese Art von kleinen Springbrunen, die lediglich zur Lieferung von Trinkwasser bestimmt sind, auch ge- nannt worden sind. Das Verfahren ist sehr einfach. Der Strahl läuft nicht, wie beim Oeffnen eines WasserleitungshahnS nach unten aus, sondern wird in einer kleinen Fontäne nach oben gelenkt, indem er bann in ein Becken zurückfällt. Der gewöhnliche Druck in jeder Wasserleitung ist zu diesem Zweck genügend. Wer nun trinken will, bringt den Mund einfach mit dem Wasser dort in Berührung, wo der Strahl endet, und kann auf diese Weise sicher sein, keinerlei Infektion durch einen früheren Benutzer deS Brunnens zu erleiben. Namentlich für Schulen ist die Einführung solcher Trinkbrunnen sehr zu empfehlen, zumal die Verbreitung von Epidemien unter den Schulkindern eine besondere Gefahr darstellt. Notizen. »--»Die im Schatten leben' von Emil Rosenow, das vor ein paar Wochen von der Berliner Zensur verbotene Drama wirtschaftliche Krisis war gebrochen und dadurch dem Verband mög- lich geworden, die- Scharte wieder auszuwetzen, die die Krisis ge- schlagen hatte. Die Mitgliederzahl des'Verbandes stieg ganz be- trächtlich— sie beträgt heute 10 600—, und der Einfluß des Ver- bandes auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen steigerte sich wesent- lich. Auf die Agitation untev den Näherinnen wurde großes Ge- wicht gelegt. Die Erfolge waren aber gering, nur zirka 10 Proz. sind organisiert. Auch der Stapelbranche wurde besonderes Jnter- esse entgegengebracht, und diese Agitation hat gute Früchte getragen. Die Organisierung der Kleber und Linoleumleger ist schwieriger. Bezüglich der Linoleumleger herrschen Differenzen mit dem Sattlerverband, t>a auch die Sattler Anspruch auf diese Kategorie machen. Die beiderseitigen Vorstände sind darum in Unterhand- lungen getreten, die aber noch nicht abgeschlossen sind. Zugestanden wurde bereits von dem Sattlerverband, daß Sattler, die im Laufe der Jahre sich dem Tapezierergewerbe zuwandten, auch dem Tape- ziererverbande angehören sollen. Auch die auf dxg. Werften bc- schäftigten Polsterer sollten dem Tapeziererverbande.überlassen bleiben.— Bei Besprechung der Lohnbewegungen— von denen wir im Vorbericht ein Bild gaben— betonte Spliedt. im laufenden Jahre habe dev Vorstand besonders. die kleinen Orte berücksichtigt und unterstützt. Es sei nötig, anehr Gewicht auf die Erhöhung der Löhne und Verbesserung- der allgemeinen Arbeitsver- Hältnisse in den kleinen Orten zn. legen.— Spliedt begründete dann die Notwendigkeit der. Ausschreibung von sechs Extrabei- trägen a 50 Pf., die im Vorjahre erhoben wurden. Wenn hier und dort im Lande dem Vorstand der Vorwurf gemacht worden sei, er sei mit der Ausschreibung des Extwbeitrages voreilig gewesen, er hätte erst den Gang der Dinge abwarten sollen,, so verkennten diese Kollegen den Ernst der damaligen Situation und die Absicht des Vorstandes.— Zum Schlüsse seiner Ausführungen betonte der Redner, der Vorstand glaube, i» der Geschäftsperiode seine Pflicht getan zu haben. In diesem Bewußtsein unterbreite er den Bericht der Kritik.— Den Kassenbericht, aus dem wir die tvichtigsten Zahlen bereits gegeben' haben, gab E n g e l- Berlin. Am Schluh»er letzten Berichtsperiode kam auf den Kopf eines Mitgliedes ein Vermögen von 9,22 M; die jetzige Berichtsperiode schlicht dagegen mit 15,52 M. pro Kopf ab. Die Finanzen haben sich also ganz wesentlich erhöht. Der Kassierer meinte aber, wenn auch die Kassenverhältnisse sich gebessert.hätten, so'seien sie doch noch nicht so. daß man zufrieden sein könne. Er bittet, keine Beschlüsse zu fassen, die eine Belastung der Kasse zur Folge haben.....: Im Namen der Rebisoren berichtete H o r st- Berlin, die Kasse und Buchführung sei in bester Ordnung befunden worden. Er be- antragt Entlastung des Kassierers..>. An diese Berichte schloß sich eine längere Debatte, in d« die Redner mit der Tätigkeit des Vorstandes im allgemeinen ein- verstanden sind. Kritisiert wurde, daß der Vorsiänd den Auftrag des letzten Verbandstages, eine Kleberkonferenz einzuberufen, nicht ausgeführt hat. Einen breiten Raum nahm die Besprechung des Verhältnisses zu dem Sattlerverband ein. Verlangt wurde, daß die Linoleumleger dem Tapezierervcrbande überlassen werden. Diffc- renzen bestehen auch in der Stapelbranche. Die hier beschäftigten Arbeiter gehören zum Teil dem Sattlerverbande an. Das führt zu allerlei Mißstände. So berichtete Schmidt- Berlin, daß in Berlin Matratzenarbeiter, die im Sattlerverbande organisiert sind, einen Tarif mit einem weit geringeren Satz als den, den die Tapezierer für die gleiche Arbeit erhalten, abgeschlossen haben. Mit der Or- ganisierung der weiblichen Hilfskräfte beschäftigten sich mehrere Rednew die auf die Schwierigkeit, diese hür die Organisation zu gewinnen, hinwiesen, die NotwäNdigkeit der Organisierung dieser Kräfte aber untttftrich»«,.? KeslMqMKKNS--Berlin, die einzige weibliche Delcgiertin, klagte über., das», mangelnde Jntenessp der Frauen füx hie Organisation. In manchen Werkstätten'Würden sich aber auch die Kollegen zu wenig bemühen,' die Näherinnen der Or- ganisation zuzuführen.— Die starke Fluktuation gab manchen Rednern zu?lusführungen Anlaß; sie untersuchten, wie diese zu hemmen sei. Allgemein wurde die HauSkassierung als Mittel zur Abschwächung der Fluktuation bezeichnet.— Winter- Frankfurt am Main betonte, die Frage der Verschmelzung mit den Sattler), liege doch sehr nahe.' Der Vorstand sei dieser Frage aber aus dem Wege gegangen. Die unerquicklichen Differenzen mit den Sattlern müssen aus dem Wege geschafft werden.. ist jetzt vom Schauspielhaus in Stuttgart zur Aufführung für Ge- werkschaften angenommen wyrden. Das Repertoire der königlichen Opex wird in der nächsten Saison außer einer Neueinrichtung des Ringes der Nibelungen(Mitte November, Dezember, Februar) eine Gesamt- auffllhrung des Werkes im März, ferner„Tristan und Isolde", Glucks„Iphigenie auf TauriS",„Die Swmme von Portici",.Fra Diavolo" und Rossinis„Barbier" in Neueinstudierungen bieten. Sogar Strauhens Neuestes, die.„Ariadne auf NaxoS" werden wir schon in der nächsten Saison erieben. Und im näckisten Juni sogar Festaufführungen mit international-berühmten Gästen. Da sage einer noch, daß wir einen rückständigen Betrieb hätten. -—Kunst er Werbungen der Stadt Charlotten- bürg. Die Kunstdeputation Charlottenburg hat in der Sezession folgende Gemälde erworben!'„Badende Jungen4, von Philipp Franck,„Sommcrnachmittag am Strande von Dieppe", von Ernst Oppler, ferner„Trabendes Pferd", Bronze von Adolf Amberg. In der Großen Berliner Kunstausstellung sind folgende Werke angekauft worden:.Nymphenburg" von Ernst Liebermann.„Interieur aus Norddeutschland" von Wilhelm Claudius,„Alt-PotLdam" von Alfred Liedtke,„Danziger Hafen bei Tauwetter" von Alfred ScherreS. Ferner ist aus dem Nacklah von Franz Skarbina da» Gemälde „Kurpromenade in Karlsbad" angekauft. — De» Schauspielers Dank, Welches wundersame System von Naturalentlohnuna für Schauspieler in der Provinz noch vorkommen kann,-zeigt ein Danksagebrief, den ein Mitglied einer Tbeatertruppe in Pfullendors in Baden- nach seinem Benefiz ver- öffentlichte. Er schrieb:„Herzlichen Dank allen für die schönen Kranz- und Blumenspenden, für die kostbaren Halsbinden, Man- scheiten, Taschentücher und Handschuhe, sowie stir die in meinem kleinen Haushalt so verwendbaren Artikel in. Kaffee. Tee, Zucker, Schokolade, für die Seite geräucherten Schweinespeck u. a. Ganz besonderen Dank den lieben Spendern der bei mir sonst so raren blau und grünlich schimmernden„bunten Lappen4. Ich werde Pfullendors bis an mein Lebensende in gutem Andenken behalten." — Volkskunde in Mecklenburg. Prof. Wossidlo in Waren, der Erforscher der Mecklenburgischen Volkslunde, hat auf seinen langjährigen Streifzüge» durch die Heimat eine mehr als 3000 Gegenstände umfassende Sammlung zusammengebracht. Das Schweriner Muscpm hat diese Sammlung angekauft und vamit die letzten Denkmale einer jetzt untergegangenen Epoche für die All- gemeinheit gerettet. Den Hauptteil der Sammlung Wossidlo bilden die in Mecklenburg völlig ausgestorbenen Bauerntrachten. ..— Auf der Suche nach dem beftenBrot. Manche Aerzte und Hygieniker glauben eine der Ursachen für die zu- nehmeude Zahnverderbnis in der Beschaffenheit des neuzeitigen Brotes gefunden zu haben. Sie erklären es für zu weich nud nährsalzarm und treten für das dickrindige, ausgebackone Bauern- brot ein, das aus Vollkornmehl hergestellt wird(oder wurde). Dr. Rose, einer dieser Forscher, will(etzt die schwedischen Brot- sorten, besonder« das Hartbrot(Knäckebrot), untersuchen und ihre Einführung in Deutschland anbahnen.(Irgend ein Gönner, der dazu Mittel bewilligt hat, wird bei der Gelegenheit natürlich in den bürgerlichen Blättern rellamehast ausgestellt/...■■ Im SchlußtSoti erilärle Verbandsvorsitz'ender Spkitdk, man müsse gegenüber den Sattlern an diesen Grundsätzen fest- halten: Dem Tapezierervcrbande gehören alle im Tapezierer- gewerbe beschäftigten Arbeiter an, auch die Polsterer. Das Legen von Linoleum ist Tapeziererarbeit. Bezüglich Berlins, wo die Linoleumleg«: schon immer dem Sattlerverbande angeschlossen sind, könnte man eine Ausnahme zulassen. Bei der Abstimmung über die zu diesem Punkte vorliegenden Anträge wurde beschlossen, künftig Jahresberichte, die gratis verabfolgt werden sollen, herauszugeben. Den Filialen Darmstadt und Danzig wurden alte Schulden an die Hauptkasse erlassen. Eine Statistik über die Berufsverhglinisse soll wie bisher alle drei Jahre aufgenommen werden. Der Borstand wurde einstimmig entlastet. Den Bericht der Redaktion gab hierauf Becker- Berlin. Das Verbandsorgan wurde in der Berichtszeit ausgebaut, die Redaktion kam den Wünschen nach mehr Fachartikeln nach. Aber auch den wirtschaftlichen und politi- schen Vorgängen ist rege Aufmerksamkeit gewidmet worden. Die Gesamtkosten des Organs betrugen nach Abzug der Einnahmen 41 818 M., gegenüber 32 383 M. in der vorigen Berichtsperiode. Die Auflage der Zeitung stieg von 10 000 im Jahre 1909 auf 12 000 im Fahre 1911. In der Debatte erklärten die Redner ihr Einverständnis mit der Haltung des Verbandsorgans; sie wurde heute nicht mehr be- endet. Der VerbandStag vertagte sich auf Dienstag. Soziales. Erfolgreicher Kampf eines Landarbeiters gegen«inen Oekonomierat. Vorgänge im Wahllokal am Tags der ReichStagSstichwahl am 22. Januar 1912 lagen einer Anklage wegen Hausfriedensbruch und einer Zivilklage wegen Entschädigung zugrunde, die vor dem Schöffengericht und Amtsgericht Delitzsch verhandelt wurden. Ein landwirtschaftlichen Tagelöhner in Tschernitz hatte vor Schluß der Wahlhandlung das Wahllokal betreten, irr dem ev zu wählen hatte, und wohnte hernach der Stimmenzählung bei. Dabei verlangte er von dem Wahlvorsteher, dem Ockononnerat Bieler, bei dem er in Arbeit stand, daß die aus der Urne herausgenommenen Stimm- zettelumschläge vermischt würden, damit nicht festgestellt werden könne, wie der einzelne gewählt habe. Eo griff auch in die Um- schlüge hinein und faßte einige, die ihm aber alsbald von einem Beisitzer wieder aus der Hand genommen wurden. Dabei fuhr ihn der Wahlvorsteher an:„Scher Dich wegl" Nunmehr mischte sich der als Protokollführer bei der Wahl tätige Buchhalter des Wahlvorstehers und Gutsbesitzers ein und forderte den Arbeiter auf, das Wahllokal zu verlassen. Dieser trat vom Wahltisch zurück, ohne jedoch das Lokal zu verlassen. Dem Buchhalter gab er Be- scheid, er habe ihm nichts zu sagen und sei ja auch nur in Lohn und Brot bei dem Wahlvorsteher. Auf Grund dieses Vorfalles entließ der Wahlvorsteher und Gutsbesitzer den Arbeiter am selben Abend noch aus der Arbeit, zahlte den Lohn nur bis zum Entlassungstage und erstattete An- zeige gegen den Arbeiter wegen Hausfriedensbruch. Das Schöffengericht Delitzsch erkannte auf Freisprechung unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse. Das Urteil gründete sich auf die Tatsache, daß der Arbeiten nicht von dem hierzu be- rechtigten Wahlvorsteher, sondern nur von dem Protokollführer zum Verlassen des Lokals aufgefordert worden sei. Letzterer habe hierzu keine Berechtigung gehabt. Aber auch wenn der Arbeiter vom Be- rechtigten aufgefordert wäre, das Lokal zu verlassen, hätte eine nochmalige Aufforderung ergehen müssen, da da» Verweilen des �„Arbeiters in dem Wahlraum zunächst ein befugtes war und erst durch die erste Aufforderung zu einem unbefugten geworden wäre. Es hätte demnach einer nochmaligen Aufforderung bedurft, damit der Tatbestand des§ 123 des ReichS-StrafgesetzbucheS erfüllt würde. Der Arbeiter klagte nunmehr beim Zibilgericht auf Bezahlung seines Lohnes für den Rest der Vertragsdauer, da der Dienstver- trag auf ein Jahr abgeschlossen war. Auch hier entschied das Gericht zugunsten des Arbeiters und verurteilte den Oekonomierat zur Zahlung.„Das Verhalten deS Arbeiters dem Arbeitgeber als Wahlvorsteher gegenüber sei kein derart wichtiger Grund, daß es den Beklagten zur sofortigen Lösung deS Dienstverhältnisses mit dem Kläger berechtigte, zumal auch der Beklagte als Wahlvorsteher den Kläger nicht mit Tu anreden durfte. Wenn der beklagte Oekonomierat fürchtete,„daß durch daS Verhalten des Arbeiters seine(des Oekonomierats) Autorität als Dienstherr litte, so hätte er dem vorbeugen können, indem er von seinem, ihm als Wahl- Vorsteher zustehenden Recht Gebrauch machte, den Kläger aus dem Wahllokal eventuell zwangsweise zu entfernen". Da der Arbeiter insgesamt 4 Wochen und 4 Tage ohne Arbeit war, sprach ihm das Gericht für diese Zeit seinen Lohn zu. vom„Segen" der WerkSprnstonskaffen. Die �Westdeutsche Post" gibt einen Auszug von der Abrechnung der PensionSkasse der Kruppschen Friedrich-Alfred-Hütte in Rhein- hausen. Wir haben schon früher den Abrechnungen dieser Kasse zu frößerer Verbreitung geholfen, um den„Segen" der Werkswohl- ahrt recht weit bekannt werden zu lassen. Die„Westdeutsche Post" erklärt, der Firma Krupp müsse die Veröffentlichung des Kaffen- berichteS ihrer WerkSpensionSkasie recht unangenehm sein; denn während man früher den Arbeitervertretern einen schriftlichen Kaffen- bencht ausgehändigt habe, erhielten sie jetzt kaum noch Einsicht. Das läßt ja den Schluß zu, daß die Firma Krupp nun selber er- kannt hat, wie wenig Staat sie mit ihrer Zwangöwohlfahrt machen kann. Bon der Abrechnung selbst wird folgendes mitgeteilt: Mitgliederbestand am 1. Januar 1911..... 6696 Neu Eingetretene............. 6 961 Sa: 12 657 Abgang im Rechnungsjahr ») Durch den Tod..... 27 b) Aus anderen Gründen.. 6 673 Sa: 6 606 Bestand am Schluß des Rechnungsjahres.... 6 052 Also mehr Arbeiter, als auf der Hütte beschäftigt sind, sind im Jahre wieder ausgetreten, trotz der angepriesenen„Wohltaten". aber nachdem sie zwangsweise ihre 6 M. Eintrittsgeld nebst laufenden Beiträgen an die Pensionskaffe abliefern mußten. Und wie ist es mit dem„Zusckmß" der Firma, der ja die„wohlfahrtS". begeisterten Unternehmersöldlinge immer zu Tränen rührt? Sehen wir zu. Die Kasse hatte im Jahre 1911 folgende Einnahmen: Eintrittsgelder........... 88 272,04 M. Strafen ,.*..*••.•••• 13 436,10„ • Nicht abgehobene Lohne........ 2 289,36, Beiträge der Mitglieder........ 89 864,54„ Beiträge der Firma.......■• �831,81, Sa. 183 693,85 M. Ausgaben: Penston an Witwen. Waisen und Pensionäre 86 000,95 M. Andere Ausgaben.- 40�0, Sa. 35 041,16 M. Also brachten allein die Eintritts gelber der Arbeiter fast die Ausgaben der Kasse aufl Juden Einnahmen kommen dann die laufenden Beiträge der Arbeiter mit 89 864,64 M. nebst Strafen und nicht abgehobenen Löhnen, zusammen 106 690,0 0 M. Ueber 100000 M. schießen also de kacto in einem Jahre bei dieser mehr als wunderbaren Wohlfahrt die Arbeiter der Kasse der Firma zu l Das ist aber noch nicht einmal alles. In dem AuSzuge fehlen die Kapitalszinsen unter den Ein- nahmen, die auch zu einem guten Teil aus den Beiträgen der Arbeiter angewachsen sind! ES ist einfach unerhört, daß die Gesetzgebung eine derartige .WohIfahrtS"praxis überhaupt zuläßt. Die Zahlen genügen, um den ganzen Wohlfahrtsschwindel gründlich abzutun. „Unangenehme Geselltzn", Unter dieser Spitzmarke berichten konservative Blätter in Hinterpommern folgendes:„Mit den polnischen Erntearbeitern ist es in dem Kreis Stolp in Pommern bald nicht mehr auszuhalten. Nicht nur, daß sie ihre rohen Sitten unter sich in den wider- wärtigsten Formen üben, sie lassen auch andere nicht ungeschoren und werden oft geradezu zu einer Gefahr für alle Nichipolen. Schlägereien, Messerstechereien usw., bei denen viel Blut zu fließen pflegt, sind an der Tagesordnung. Kürzlich haben solche polnischen „Schnitter" zwischen Stolpmünde und Wusseken emen Dachdecker aus Swlpmünde überfallen, mit Knüppeln zugerichtet und beraubt. Ferner hat in mehreren Dörfern eine Schlägerei stattgefunden, wo- bei das Messer eine Hauptrolle spielte. Glücklicherweise hat man die Räuber festnehmen können, sowie die Messerstecher. Insgesamt sind im Laufe einer Wache 10 polnische Arbeiter verhastet worden. Die Gendarmerie hat fortwährend mit dieser Bande zu tun." Der Wcheruf ist recht ungerecht. Wer ist denn daran schuld, daß ausländische Arbeiter, und zwar die kulturell am tiefsten stehenden, nach Deutschland gelockt sind? Jährlich rund 700 000 ausländische Arbeiter werden durch die Feldarbeiterzentrale oder «Deutsche Arbeiterzerrtrale", wie sich dies Institut seit kurzem nennt, nach Deutschland vermittelt. Wer läßt sich noch nach Deutschland locken? Ausländische Arbeiter, denen die Recht- und Schutzlosigkeit der ausländischen Arbeiter in Deutschland, die AuS- Weisungspraxis gegen Arbeiter, die Vorenthaltung des Lohnes länd- lichen Arbeitern gegenüber, die zum Himmel schreienden Lohn- und Arbeitsbedingungen und die Behandlung bekannt sind, denen ländliche Arbeiter in Preußen unterworfen sind, kommen nicht nach Deutschland. Die Kunde von dem nur durch Vertragsbruch ge° milderten Despotismus, der das sogenannte VertragSverhältnis zwischen ausländischen Arbeitern und den Unternehmern beherrscht, hält sie zurück. AuS Hunderten von Beispielen ihrer Landsgenossen haben sie erfahren, daß eS ihren mit der„LegitimationSkarte" als Steckbrief versehenen Brüdern in Deutschland noch weit schlimmer oxgangen ist, als unter den schlechtesten Verhältnissen des eigenen Landes. Nur völlig unerfahrene, auf der tiefsten Kulturstufe ge- Haltens ausländische Arbeiter lassen sich noch nach Deutschlands agrarischen Gefilden locken. Dort werden sie als Schmutzkonkur- reuten gegen die nach Besserung ihrer Lebenslage strebenden beut- schen ländlichen Arbeiter und als Streikbrechergarde für industrielle Betriebe ausgespielt. Zu Tausenden strömen die Ausländer in wachsendem Maße trotz aller behördlichen Behinderungsversuche von der Landwirtscbaft in die Industrie, weil auch für die auf niedriger Kulturstufe stehenden Ausländer die Verhältnisse auf dem Lande unerträglich sind. So suchten von den durch die Feldarbeiter- zentrale im Jahre 1909/10 legitimierten 642 933 Ausländern 268 182, also 39,9 Proz., Beschäftigung in der Industrie. Im Jahre 1910/11 betrug der Prozentsatz der in der Industrie Be- schäftigten bereits 44 Prvz.(von 696 026„Legitimierten" wurden 308 123 in der Industrie beschäftigt). Für da? Jahr 1911/12 hat sich dies Verhältnis sicher noch mehr zuungunsten der Landwirt- scherst verschoben. Die zur Abkehr von ländlicher Arbeit treibenden niedrigen Löhne, um deren noch tiefere Senkung die Arbeitsnach- weise der LandwirtschaftSkammern besonders bemüht sind, eine un- würdige Behandlung, dre Borenthaltung oft des schmalen verdienten Lohnes und auZnahmcrechtliche Gesetze gegen die ländlichen Ar- beiter treiben ausländische Arbeiter von den ostelbischen Gefilden nach den Jndustriegegenden. Schuld an den„unangenehmen Gesellen" und ihrem Treiben sind dieselben Agrarier, die jetzt ein Zetermordio über Untaten erheben, die zwar von ausländischen Arbeitern begangen sein mögen, die aber zu reichlich neun Zehnteln auf das Konto der Agrarier, als intellektuelle Urheber der Untaten, zu schreiben sind. JugeiKibewegimg. Nationale und freie Jugendbewegung. In M ü h l h a u s e n i. Th. sind die Behörden bestrebt, der Arbeiterjugend an recht einleuchtenden Beispielen die Klassengegen- sötze vorzuführen.. Die Stadtverordneten warfen 20 000 M. auS, um ein Jugendheim zum Fang des arbeitenden Nachwuchses zu er- richten. Die vom Magistrat darüber ausgearbeitete Vorlage und ihre Begründung lesen sich wie ein nchtiges Flugblatt des ReichSverbandeS. Daneben gingen großzügig der Jung- dentschlandbund, die Lehrer in den Fortbildungsschulen usw. auf den nationalen Jugendfang aus. Gegenüber diesem von allen Seiten einsetzenden Treiben h,elt eS die Arbeiterschaft für nötig, in einer großen öffentlichen Versammlung die Antwort kräftig zu erteilen. Auch die Jugendlichen waren zu dieser, ebenso wie die nationalen Unternehmungen„unpolitisch" gehaltenen Veranstaltung eingeladen und zahlreich erschienen, aber auch als„Gäste" zwei Ver- treter der Polizeibehörde. Der Referent Dr. B r e i t s ch e i d der- stand eS. jede Berührung der Politik zu vermeiden, doch die Polizei war anderer Meinung. In großen Mengen sind jetzt vielen Jugend- lichen, die dabei waren, Strafzettel wegen Besuchs emer„politischen" Versammlung zugegangen, und auch den Beranstalter Genossen Markewitz will man fassen. Nun wird da» Gericht zu entscheiden haben über die intereffanten Polizeiauszeichnungen und über die Frage: Was ist politisch? Hiis InduCtm und Randd. Kohlcnproduktion. DaS Rheinisch-Westfälische Kohlenshndikat hat in der am Montag stattgefundenen Zechenbesitzer-Versammlung der augenblick- lichen Hochkonjunktur von neuem Rechnung getragen. Die Pro- duktionseinschränkungen, die für Juni und Juli galten, sind wieder rückgängig gemacht worden. Die Werke können ihre Beteiligung an Kohle fast voll(zu 97,6 Proz.), für Kok» zu 76 Proz. ausnutzen. Der Absatz ist im Juni weiter gestiegen und hat eine seit Bestehen deS Syndikats noch nie erzielte Höhe erreicht. Die Preise für daS Winterhalbjahr sollen in der bisherigen Höhe weitergelten. Neue Bücher. TeubnerS Einzelkarten zur WirtschaftS- geographie Deutschlands. 1. BinnenschiffahrtSverleh� 2. Steinkohle. Braunkohle. Eisenerz und Eisenindustrie. Preis jeder Karte 4,60 M.— Begleithefte dazu(18«d 23 Seiten) ie 0.40 M. Die Karten find ,m Maßstäbe 1: 1 600 000 gezeichnet) in Mehr- farbendruck ausgeführt, zirka 1 Meter breit, 80 Zentimeter hoch, auf Papyrolin gedruckt und mtt Stäben und Oesen zum Aufhängen versehen. Auf der Karte Binnenschiffahrt sind naturliche Flußlaufe und Kanäle nach ihrer Bedeutung für Groß- und Kleinschiffahrt und die Häfen je nach der Größe ihres Verkehrs unterschieden. Am Rande ist noch der Güterverkehr, getrennt nach Empfang und Versand, für die Haupthäfen graphisch dargestellt. Die Karte über Kohle und Eisen gibt Ausdehnung der Fundstätten und Fördergebiete, die Hauptstätten der Hochöfen und Hüttenwerke, sowie die Einsuhrstellen für Kohle und Erz an. Beide Karten sind über- sichtlich gezeichnet und eignen stch gut als Anschauungsmaterial für Bildungskurse über deutsche Wirtschaftsgeschichte. Eine willkommene Ergänzung der Karten bilden die Beihefte. DaS erste gibt eine Beschreibung der Wasserstraßen, ihrer Gesamt- länge, der Haupthäfen und der hauptsächlichen VerkehrSgüter. Das zweite Heft unterrichtet kurz über Produktionsgebiete, Förderung, Handel und Verwendung von Kohle und Eisen. Das erste Heft enthält auch eine verkleinerte aber lesbare Wiedergabe der Karten; beim zweiten fehlt sie bedauerlicherweise. Als knappe, billige Zu- sammenstellungen der behandelten Gebiete haben die Texthefte, die auch ohne Karte abgegeben werden, ihren Wert. Der Zinsfuß feit 189 6. Von Heinrich Bichmann. Berlin 1912. Verlag von Puttkamer u. Mühlbrecht. 290 Seiten. Preis 6,20 M- Die Arbeit behandelt auf 164 leiten im wöfvnklichen den Wechselzinsfuß der Reichsbank und die Kurse der Staatspapiere und ihre Beeinflussung durch Konjunkturschwankungen und Aenderungen deS Börsengesetzes. 62 Tabellen und Diagramme liefern dazu das statistische Material. Das Ergebnis der Untersuchung ist die nun wohl allgemein zugegebene Erkenntnis, daß der Zinsfuß gestiegen ist. Die Ursache der Kreditverteuerung ist in dem Anwachsen der Nach- frage, des Kapitalbedarfs, zu suchen. Die Zinsfußsteigerung ist zwar eine internationale Erscheinung, aber am stärksten und anhaltendsten in Deutschland zu beobachten. Genchts-Zdtuncj. Formelle Ungültigkeit einer Baupolizeiverordnung. Die von der städtischen Bau-Polizeiverwaltung zu Breslau er- lassene Baupolizeiverordnung vom 19. Mai 1999 bestimmt, daß vor dem Beginn der Dacharbeiten das Fanggerüst anzubringe« sei.. An einem Bau, über den der Maurermeister Klar die Hauptleitung hatte, war das Fanggerüst erst später angebracht worden. Klar wurde deshalb angeklagt und verurteilt. Gegen dies Urteil der Strafkammer in Breslau legte der Angeklagte Revision ein. Das Kammergericht hob am Donnerstag das Urteil auf und verwies die Sache an die Borinstanz zurück. Es führte auS: Die Vorschrift über das rechtzeitige Anbringen der Fanggerüste habe den Zweck, zu verhindern, daß Arbeiter bei den gefährlichen Arbeiten herunterfallen. Diese und ähnliche Vorschriften seien Vorschriften, die hauptsächlich im Interesse der Arbeiter gegeben seien. Demgemäß hätte nach den Vorschriften der Gewerbe- Ordnung die Berufsgenossenschaft vor ihrem Erlaß gehört werden müssen. Daß dies geschehen sei, müsse auS der Verordnung selber hervorgehen. Hier sei es nicht aus der Verordnung ersichtlich. Des- halb sei diese ungültig, so daß Angeklagter nicht aus der Ver, Ordnung verurteilt werden könne. Die Vorinstanz müsse aber nach- prüfen, ob nicht etwa 8 367, Ziffer 14, deS Strafgesetzbuches an- wendbar sei, wonach der der Bestrafung unterliegt, der Bauten oder Ausbesserungen von Bauten usw. unternimmt, ohne die von der Polizei angeordneten oder sonst erforderliches Sicherungsmaß« regeln zu treffen. Es kann also trotz der formellen Ungültigkeit der Polizei« Verordnung bei der Bestrafung bleiben. Ein zartfühlender GerichtSfekretär. Eine Schriftstellerin telephonierte das Amtsgericht Berlin-Mitte und bat, einer Vereinbarung entsprechend, einen von ihr nament- lich bezeichneten Richter ans Telephon zu rufen._ Nach wenigen Sekunden wurde ihr mitgeteilt, der Richter sei nicht zu finden, sie möge später wieder anrufen. Als sie wieder anrief, wurde ihr in schroffem Ton die Antwort:„Ich habe doch noch anderes zu tun, als immer nach Rat T. zu suchen." Durch Anhängen des Hörers wurde die Dame an einer Antwort verhindert. Sie begab sich dann auf das Gericht; der Richter hatte sich bereits entfernt. In begreiflicher Erregung ließ die Schriftstellerin sich auf dem Korridor über die ihr widerfahrene Behandlung aus. Das hörte ein Ge- richtssekretär und setzte seinen Kollegen davon in Kenntnis. Darauf erfolgte öffentliche Anklage wegen Beleidigung, die jetzt vor dem Schöffengericht zur Verhandlung gelangte. Die Angeschuldigte sollte in Beziehung auf den Sekretär von einem„Flaps" und „Flegel" gesprochen habe. Sie bestritt den ihr ganz fremden Aus- druck„Flaps" und legte dar. daß sie durch die ihr Widersahrene Behandlung schwer gereizt war. Der Vorsitzende, AmtSgerichtsrat Griese, gab zu, daß ein brüskes Anhängen des HörerS verletzend sei. Der Sekretär, der das Telephon bedient hatte, bestritt, daß sein Benehmen grob gewesen sei. Sein Kollege bekundete den „Flaps" und„Flegel". Der Amtsanwalt beantragte Ivo M., das Gericht erkannte auf 76 M. Geldstrafe. Berufung ist eingelegt. Ein etwas teures Lehrgeld für die Auffassung, daß der Ausdruck des Unmuts darüber, daß ein Beamter nicht tut, was seines Amtes ist, und ein Benehmen an den Tag legt, das nicht seines Amtes ist. Kurios, daß der Sekretär, der die lebhafte Kritik seinem Kol- legen überbrachte, das Bewußtsein des beleidigenden Charakters des„Flapses" und„Flegels" nicht gehabt haben kann— denn sonst hätte doch auch er angeklagt werden müssen—, daß aber der mit Recht erregten Angeklagten trotz ihrer Erregung dies Bewußtsein nicht gefehlt hat. Und wegen dieser Lappalie— öffentliche Anklage durch den Amtsanwalt l Wo liegt da das„öffentliche Interesse".! Ein ertappter Paletotmarder. Durch die Aufmerksamkeit eines Bahnbemnten ist ein aus- Wärtiger Kaufmann, der sich auf der Durchreise kurze Zeit in Berlin aufgehalten hatte, vor großen Schaden bewahrt worden. Der Betreffende hatte sein Gepäck, in welchem sich werwolle Muster und auch ein größerer Geldbetrag befanden, in der Gepäckausbewah- rungSstelle des Bahnhofs Alexanderplatz zur Aufbewahrung ge- geben, um sich bis zur Abfahrt feines Zuges Berlin anzusehen. AlS er ein Cafe in der Nähe des Alexanderplatzes auffuchte, machte er hier gleich eine sehr üble Erfahrung mit der Großstadt Berlin. AIS er seinen Paletot anziehen wollt«, war dieser zu seinem Schrecken verschwunden. Der Kellner teilte ihm mit, daß ein Herr, der am Nebentische gesessen habe, sich den Paletot angezogen habe, wobei er. in der Meinung, daß er dessen Eigentum sei. ihm sogar noch geholfen habe. Der Gestohlene hatte den Ausbewahrungsschein über seinen Handkoffer in den Paletot gesteckt. Er lies nun schleu- nigst nach dem Bahnhof, wo er gerade dazu kam, wie mehrere Bahn- beamte unter lauten„Haltet-ihn"-Rufen hinter einem jungen Menschen herliefen. Der Flüchtling wurde eingeholt: es war der Träger des eben erst gestohlenen Paletots. Auf der Polizeiwache entpuppte sich der Festgenommene als ein schon wegen Diebstahls vorbestrafter„Techniker" Gießrau. Wie sich herausstellte, war die so schnelle Ergreifung des Diebes lediglich dem an der Ansbewah- rungsstelle tätigen Gepäckträger zu verdanken. Als G. mit dem Gepäckschein kam und das angeblich von ihm abgegebene„Paket" verlangte, wurde der Beamte stutzig, da es sich nicht um ein Paket, sondern um einen eleganten Lederkoffer handelte. Er stellte sich so, als wenn er das Paket nicht finden könne und bat den angeb- lichen Eigentümer um eine genaue Beschreibung. Als diese erst recht nicht stimmte, beauftragte er einen anderen Bahnbeamten, unauffällig einen Schutzmann zu holen Dies mutzte Gießrau wohl doch gemerkt haben, denn er empfahl sich plötzlich unter Zurück- lassung des Gepäckscheins, wurde aber sofort verfolgt und festge- nommen.— Die 4. Ferienstraflammer des Landgerichts I. vor der sich Gießrau unter der Anklage des Diebstahls zu verantworten hatte, verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von K Monaten. Vriefkatten cler Sxpeäition. Patienten in«eelitz, Buch und anderen Heilstätten. Diejenlgen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats tn der Heilstätte bleiben, wollen uns wegen der Ueberweisung von Frei- exemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei derspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geltesert werden, Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werde», $i-$i f�bzaMunBSBeschSft�� Berliner Credit-Haus DM" Kommandantenstr. 67.'WW f ranz Abraham Eimb. Messina-u-Römertrank-Kell. N 4, Bartelatr. 8s, Fernsp. Kgst.18708 Cnfrrh Seiter- u.Liraonad.-Fabrik UliidUi, Thaerstr. 44. T.A.7.8176. Schatze, E., Wtbtrslr 1 5a. T. 7, 1 1 1 85: Bette« aikoljol- �f!e$ öetränk. Berlin 0,Bn!mlfft.4 � Arbelter-BeMeldanB) PT* STV�f Zossenerstr. 32 * Bergmann5t.96 Hamburger Laden, Charl.,V,»II«1.69 J. Ka stn e r�wmSHA RoferLadenjSchone�H«�� { Bäckereien, Konditor,� Blottner's GroBbäckerei Geicbäfte in Berlin, Charlottenbure, Schdneboro, Wlimsrsdopf. 1 | Eps I_" Erscheint 2 mal Schentlieh. Ost-Bad, Pallisadenstr. 76. Bad Pankow, VVollankstr. 26. Passage- Bad Damm?" Reform-Bad, Wiener Str. 65. Kuranstalt langjähr. I. Assistent d. ehemals weltberühmt. J akobi-Heilanstalt QSf Pflauzenheilverfahren"WD Atteste von Geheilten. | Bezugsquellen�VerzeichnisT Adlershof er Bäckerei, M. ZngwarsV Max Backer, Ramlerstr. 36. Em II Beyer, Thornerstr. 6. Bohndorfs Back.,Köniq8liergeTStr 30 Brot-Fabrik„Vorwärts" Hermann Ullrich, Köpenick. tvöpe Tfi? „Br0ttaÜrik'VarNni;msTr.25 Brotfabrik �eDzÄ�: BuehlÄSohn, i�XZ" Willy Delor, Prenzlauer Allee 42. Paul Delly. Markusstr. 15. Herrn. Girl, Kenkölln, ilennannstr. 231 Herrn. Eder, Schonenscbestr. 1 E. Freyer, Blamenstr. 72,£. Markcsstr i Envsl's Landbrot|£ Helnersdorfer Mahle lYerkfsgteil.: Koionicst.d.Bodenberggi 2, lLflderitzrt.55,Sch:nlbeinanU4,Swine- Imäjderatr. 43, Pankow, PIorastT. 80. WilkEDBSlwÄÄ.i. 1 Verkauf in Milchgeschäften ■ Berlins. Bthmt gegsoen. d. Flalut«. Flacher, Görlitzerstr. 55. Ftikasileiniir. 20, Köpeniekentr. 171. W. Oerlach, Schöncb,. Sfdanjtr. 5/7. Georg Genz, Memeierstr. 20 Alfred Graf, Beusselstr.24. Karl Giesmann, Wittstockstr. 7. H. OiQdc.Wilhclmshaveneratr. 51. HUneiD Dunkerstr. 78 , nudua Pieulao» Alle« 192. August Hühner, Schwedterstr.52. Augnat Hauch, Cflpenick. BSTSTSSfi TS OeHcHfifte | in allen Stadtteilen Berlins| und in Rixdorf. G e grti n d et 189 g, KU i et- G r o Ii b ackert i, Botcstr. 8. Carl Laudahn, Weberstr. 30. Landbrot-Bftdt.>8eltn!i,Pr..Bttckholi. Landbrot- QroBbaokerel O. Senf, Nchf. Krug, Waldstr. 4 Hermann Lebelt, Huasittenatr.Sd Alfred Ller, Wielefstr. 86. WMeim Biolfalrtk Yt™:: Emil Llesko, Grüner Weg 122. Mattke, Gipsstr. 9. E. Merlins, Kcichenbergerst. 168. E. Martin, Gleimstr. 55. Gustav Mühliteph, Rhinowerstr. 2. Th. Neumann, Oldenburgerstr. 21. Friedrich Oste, Madaistr. 10, Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andreaastr. 51 Bäckerei„Nordstern" Inh.: Oust. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Albort Pfenxig, cirätzstr. 10. Richard Reinke IS. 5. Paul Rißmann, Turinerstr. 36. Max Sander, Dunkerst» 23. JOttoSzillatfÄÄ SchÜtt, G. �."in o" NO. Helnr. Schubert Boxh. Cbauss. S/6 Sikorskl.WeiCeuee.Heiiendorfsnti.ll Staehr's Bäckerei, N. Triftatr. 65. Paul Stenzel, Baumschulenweg. Rieh. Schenk"Äs«. A. Schreier, ürbanstr. 61. H. Spillmann, Grüner Weg 115. Crnatar Tanplt«, Prinzen- Allee 61. Thoma's bew. Bäckerei Ackerstr. III. Gerichtstr. 84. C. Voot, Welllonsea J 3Filial.Hauptge8ch.Sedanat.106i Volksbrot E. G.m.b.H. Fehmarnstr. 10 Mirbachstr. 13 1 Häselerstr. HEHäselerst. 16E I KMr«etflJnlr.3.KiiaiginEli3»tetlitt.7t| Joa. Wagenknecht, ülogauent. 17. Albert Wiese, Koloniestr. 84. E. Wolft, Grüner Weg 75. Heinrich Wittler Fimpeniiekel-, Schvanlrot- n. Slmana- brot-Ftbrlk. 7. 11,3213. Maiair. 7. Verkanfuta II. I. tll-Gegaad. Groi-Bnllsa Bsdeanctalten J Arkona-Bad, ArAlamor-Str. 34. Augnsta-Bad, Küpenick.-Str. 60 61 Landsbergerstr. 107 _____ treei Gollnowttr. 41. Bfirgerbad m. na«7 Bad, Münzstrafio 2. V>a.IIIlA, Kaseenlieferant. Cenlral-Bad An-�SSÄ. 25. Uaaaa-Bad, CkUlb5.Wllmtr1darterat.6O/6l Erstes Lft�tannin-Bad tagl. fr. Abkacbing, keia Eitrakt Wall- itM0/71.llef.t.EsaB.Nso-Cölln a.W.6/8 Bad Frankfurt, Gr. Frkft.Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkassen «ad Friedridsshaln.lanJsb.AllfelSJ Badeanstalt, Hasenheide 18. Junobrunnen-Bad Baumschulenweg.Kienioljalr. 177/78 Baiser-FHedricna-Bad, Charl.sBM. jj�yp-Anstalt,, Löser" Rosentalerstr. 70. Hational-Bad, Bmnnenstr. 9. Bad Ostend ÄIUL EflffiH-Bad ÄuÄ'-' 1 fCkCRn*5■■■■§■■■■ 0 1 9 S» I a Schlesische Str. 31. Vi Kt or« in- Baci—— Kottbuser Damm 75 FrledrichWilhelmsbad Cbausscest.r. 87. ( Bandagen, Bummlw.} R. Bauke, ötralauer Str. 56. Berkholz, Köpenickerstr. 70. Lange, A. E., Bmnnenstr. 167. i Liepe, Schöneberg, Gnmewaldatr.SO. i Meyer, P.,Skllii.,Berlinerstr.49— 50 J. Ch. Pollmann, Lglhrugerslr. 60. Wende, fi., TÄr841 PpIpHp Ä Seydelstraße 15. tvcltne, a. Ljef,2llerKassen Fritz Reibe, Schöneberg, Haaptelr. 18 Fr. Schulte, Adlershof, bism&rckit.S Zaremba|�|ÄL ( BeerdiB�-Anst., Sargm.] BredlowBcrswäläerärTnPortbäiälTs A. Butti, Zorndorfer Str. 23. Otto Büttner, Segkölln, GlagbaliiitSt. Brierhaa Nklln., Hohenzollernpl.il . rilUlcl Fuckov s Bild. Kraakenoais. Mil fDClll Frälfkfurter-AUae 170 Hlekel, Fr., Gr. Kamburgerst. 37 Moldt. Fritz, Nklln., Reuterplatz. Gast. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeier, Strelitzerstr. 8. Peter-Schley,Wllh.,Z«a8e«errtr.n. W. Bllilffl, Nana?n*"�T61|l"ck.289 f BeleuchL-Gegenst.] BunzeLR.k-ai�r'le«:» Carl InüneiiiD.,»7.?"ar�r.� Büttner, A., Danzigeratr. 98. Schrammar, H., Ri�rSiw "nBarufäineldunB Bertrani, Norden, Maxstr. 17. Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Wecker, A.JSMaillBl 3. ( Bettfedepn y. Betten) G. Beiirends,Naik. EBeaeCeckalr. 106 A.Hampel,Ki.,Berg8ti.t4-45.B«i«i9iin5 Carl Henze, Aiidreanetr. 55, Reinigung. KaxSöiöei�eÄÄ.149 M�Z�narskijiJU�Moa�� 82. £ Bierbrauei*elen,Blerh. Akt.-Brauer.Potsdam.Eig.Kiedsrl Berlin SW, Tempeihofcr Ufer. 15 | Brandegbnrg a. H.,Wilka!madorfarBt.l 10 Spez. Potsd. Stangenbier iMtaywUtitemHS; wM Kiijstadt | feinste Qualitätsbiere. I Brauerei Pfetterberg YerBand- nnd Pilsener Bier. Brauerei Tivoli Fruchtstr. 87 Caramel- W eiisbier fut glkobolfrai, arfriiekisl, bikömmlick, Berliner WeiBb.-Branerel t.Wlllnef. Deulsctie Bierbrauerei A.-C. Berlin-Pischelsdorf Gl onronf Bmnnenstr. 16 > LaUIClll Petersbargerslr. 13 Gustav Mai, Schönhaus. Allee 177 M.StrntzkeNeuköllD, HensaQaatr.124. F. Müller, Danzigerstr. 27. Gärtnerei A.&F.Meifzner,Nkn.Ringbhf. H.Pensld, Schvedenstr. 19, Eck.Badsti. Ww.Rut8chkeNkllii.Hermannst.62 Th. Schirbel, N. Stettinerstr. 8. CeSommer, WrungelgtttyAntlY 12066 Britz opfp Manzen aller Art �,Rudowerstr. 92/93TeLNeiLk. 1 3 4 Trothe. Wrangelstr. 11. Äug. Wandelt, Nklln., Bergstr. 96. H. Zinke. Novaves.Friedr.- E.Priegtent. c üutterüandlung J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. OskarBeck Dresdenerst. 97, Blücherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugs] ugsprelse. ' Neukölln luntrock, W. Jrei Kronen Da�Soim Fried. Goseke,? Filialen. 1 40 Filialen in Berlin und Vororten August Holtz 16 De,ail Geschäfte. Eersten, Gohr., Wörther-Str. 88 a. Kosmaila, E., 4 Geschäfte Paul Lindaer, Strelitzerstr. 66. RDtterhandlungFritzMath. 8 i 48 tigtnt DetßilgttchÄrtt■ »chröterl.™" stellen. Schulz, Arth, Nkllu., Hermannst. 65 Uhly&Wolfram Vereinigte 48 Pommersche lerkauis- Melereien iieiieu. Stettiner Butterhalle Invalidenstr 123 Stettraer Bahnkof �mc�tstnTO� Ecke Mnncheberg«rgtr. Cacao, Chooolade Althans, KräBtor-Bocb.,Lijidover«tr.l6. Pvliav fr Filialen i.all- Xjj KldA) VI«) Stadtteilen. Ferd.Hahn, Berlin, PertergbQrgersi72s H.Paehlke,SchiIliQgstr. 1 0. Konfiiören. Die Fabrikate rier „Sarottt" Chokoladcn- n.C«c*o-Induatrle- Aktleiigccllsclian sind übertil erhkltlieh. Neu: Simpli-Schokolade Schütz, Warschauerat. 82, ggr. 1900 CO„„ff Andressstr. 36 > Uwllll Bezugsqu. f. Händler. Grotcrjans Malzbier, Sekäik-Aiie« 1 10, t. m, sogt. I .Habels Brauerei hell— HabelbpSu— dunkel, F. W. Hilsebein A.-G. Lagerbier und Malzbier Hompel, E., Mülierstr. 138 d. Kahlenbeijj�jjJilebenj�� Unser Goldbier ist nicht nur«in Erfriichungigetrink, sondern auch sin Gcsundheltsbler ersten Ranges. „ulsenbrauerei WemenseeT A. Landre Welssbier Stralsuerstr.36/37 Tal Zlr.4004g.7585 Löwen-Branerei Aktlengeaellaohaft Abt. I. Hohenschönhausen „ XI. N. 20, Hochstr. 21-24 Roland F1"cGe».irH",nd SrhaHf» Grfln®r Weg m. OLIIdUC, Weiß- n. Malzbier. Schnlz, Herrn., Schönleinstr. 23. yEreiDi-BraDEreiTBiitonia.llWB/. t Victoria-Brauerei Vlctopla-SaazerbrSu eissbier, 0. Pslissdenstr. 97, Tz,!.-A, VIT, 26 f Blumen und Kplnze 1 v»k»r?ir«rtüä�VuI?erätr!?I�'� Fr.Ahrendt,Boihg.,NagaRahiikofatr.iI Blumen-Becker, 0. Frukfartar AUaa 3. Casper, CharL, Krummestr. 30. B.Degii, Bild., Kala. FriiMlr.8t.S0,Bar3at. 58 Richard Felach, Prinzen-Allee 30 Pani Gross, llndenaL6g(Y«rwirtakMB) R, Gruner, Kopenhagenerstr. 9. S. Grossmann, Laadabergaratr. 34 Menkes Blamegbaga, Manlenffelati. 94. O. Hahn, Neukölln, HermannBt.70 Otto Hinz. Graunstraße 8. Janlszewski, Felix, Eiaeslakutr. 7. Aib.Seü.Ckul��üHi-frtdrickiUO 5TOltWERa� Gold Silber 1 Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edeiweine, nur durch ihr Aroma. C- Voigt, Gräfe8t.27, Ecke Urbanst. Fordern Sie Wesenberö ?——— Cloappenhandlunoon Behrend�if.,Fraak(arter-Allaa 17. Brager, J., Neikölln, Bergstr. 57. Fr. P.Hoefer. Kottbuser-Damm 79 Rittarst 77, Admirtlal.3, Draiilmtral.lt Klein, Wilh.SSm1? A.Kanttmaon,NiiwsTeB,FrieataraL67 Llngel, Fritz, Eisenbshnatr. 6. A. R. Meyer Ndif., Sckleaiacheatr. 14. Willy HanstermBnn,GIeditMliitr.48. G. AS.Peterke, SO. Kottbaseralr. 14. Fritz Sdineider, Lindunstr. 29. W. Schuster Nf, Neanderstr. 28. C Damenkonfektion D Cohn, Oeschw.. Bergmsnnstr, 8, Neukölln, Bargair. 133. Gelegenheitskäufe. Dam.-Konf.. Kindergard. Admirilat. 10 DombrowskyÄ�'Äl L MMN BluKl!id� 50/n Danzigerstr. 24 5% Sinn& Co. Scböneberg Hauptst.35, Tobias Lewin, Schneidermeister Badstr. 44, 1. Spz. Maßanfertigung Lager Ii Mäatala g. Kaatiaei aller Art IDamen-KonfeKtion Moabit Gebr. Neuraann Äoxat. Neuköllner Damen- Konfektion Centrale, Kottbuserdamm 81/83 Docf sif I KoUbaserduna 76 nC��ciK|«JaBrBiieBgif.3l Westmann 1. Geschäft; Uohrenstr. 37a. 2. Geschäft; Gr. Frankl-Str. 116. Bei Vorzeigung 5°/. Rabatt. Wagner, PKUla., Bergstr. 42. Damenm., Peizv. Paul Zutermann KoBfektionshans— Ch&asseostr. 66 { Pame�iklelderstoffe � ftdoll DäDaefflaaB 0raito 8tr- C Dpooen u. Farben D Adler-ürogerie, O.jMüggelstr.S. Artelt,Kurt, Nklln., Reuterstr. 43/44 Apoth.Paul Frank, Straßmannstr. 41. Apoth.LlBöenberg,Strelits.Str.74Nor4-Mk. Reinh. Assmns, Gerichtstr. 10. Becker. C. Litthauerstr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg 80. SchöchMser Alle 134 a, M. EöCOliüS, Fiakow, Berliner Str.4« Sämtl. hygienische Bedarfaartik. Centrai-Drogerie, Dronthcimerst.Sl. A. Diopow, Tanroggenerstr. 12. DnjkB.RiiLuÄ1 Eberl, Max Sha";]!: Edlson-Drogerien, O.-Srhöaeztid«. Franz Fischer Pratlf. CNaaaaee 148, Sämtl. Gggimhnikel:: Siakr. Bediegaag. Friedrich, Faul, O, Gärtneratr.29. Germania-Drogerie, Möetenist. 55. Alfr. Gotting, Günther, ,,Löxea-Dr«geri«",Stroiiiil. 57 Haeberieln, Trepi., Onclt-Boteieitr. Hansa-Drogerie, N. Raumerst.35. F. Hotop, Efaao-Drog., üfgaai». 6. R1ahn,H.,N'kllc.Kaiigr-Friedriebit.g35 KneiebMk-DrojL,H,r™t.ii9. Krönings Adler-Drogerie, Ramlerstr.?. P.Lehrke,Kottbn«ervnmw81-82,kärsnBi Max Liecks, O. 34, Ebertystr. 86. Alfr. Marsch, Culmstr. 87. Neils, Felix, Memeierstr. 16 a. Dehmke, Reiniekend., Frorinzstr. 82. Ramien, Otto, Laudsbg. Platz 1. Rathaus-Drogerie, Nkllu.DoBaastr. 24. Arno Reif, Weberstr. 80. Äpoli Meyer, Prinzenstp. 103 MJr", Hoffmann Franz Schönbedt, Oberschönewfid«. Fr. Schlussnuss, Liebauerstr. 22. Hugo Schultz, Mülierstr. 166 b.. Hyg.Gummiw., Photogr.- Artikel. P.SÜnderhaafACo.Gr.Frukf.8ti.39 Herrn Vincent, Sllla.,Borgatr.lSl. Werder-Drogerie, BrltaRadowerat. 5a Weddlng-Drogerie, Genterstr. 37. Weiaaboch f> Fl»eher, Belleil liiacaitAS Zobel, Georg, N, Ackerstr 60. ( Elsen- u. Stahlw., Waff. � Ain, 0.,!iklli.,Kaiaer-Friedr!chBt.6 Otto Anders, Kottbuserdamm 6. W. Allner, Mulackstr. 24. Beutel, G.,Boxh.,NeneBabnh.St.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. Bpenneke,C.,w?o�eiat?94 8. Branneke, Seköak.Alle« 155. G. Brucklacher,«rÄ: F.Beutel, Nklln. Kaiger-Friednlt. 77 Willy Erpel, Turmstr. 29. Flsck, K., Spaadag, Sehene valderstr. 84. LPillnr Wilmersdorf erstr. 102,8 nillCI Hsus- u. Küchengeräte Rich.Ilm, Neukölln, Böhgiiseäejlr. 46 Carl Jung, Stromstr. 31. Jungbiuth, Remostr. 172. Kanin er Nf..O.SeliegeTeideiE4isoMti.lO Ad. Kunze, N'kllg.,KiüierFriedriclisti.l78 H. Rockstroh,„Ä/w. Lincke, Segtelli, Friedeistr. 9. E.LÜbcke NI E Sturm. Sanaritent.lS Donl Inrhl Cöpenickerstr. 126 rdlll LUllll Haus- u. Küchenger. E. Mentzel Nchf.. Egpeihagegenti. 4. FranzPfeifertO.Frsnkf. Allee 139. Rummelsburg p Schill erste. 35 R0hlinann,P.,Müllerst.40b,E.Seest. L SdirÖdBP 6r.Fri5f?rt4ntr.l09. Max SdiDlirinj GrÄrr'tr4.>3 Sellach, Th., Nklln., Hermannstr. 48 E.Timm, Schleif., Waldemarstr.TS Reim. Warsdiade sträßT 29. Wesch,Charltbg.,KspbeIsdorliti.l3. Arthur WelgeHfÄ� Q�Felhrrld�H a h maacli.�) Baum, Emil, Schöneb.,Herbert8t.l Fainrad-Leibbaos Lobmami Neue Schönhauser-Str. 11. Fahrrad-Haus, Frischaar Brannenstr. 35. Gründung and Eigentum der rndlnlireaden Arbeiterschaft. FahrradkagiSüd-Ott BtickegbergtriL Iii FBhrrd.,SchBllpltt.Weilenborg«t.47t OttoHeinze8Btrrüo6k.en W. Hoffmann, Schönh. Allee 150. Epnst Machnow Weinmeisterstr. 14 Jahresumsatz 20000 Räder W.Hnlloidiky.Oberbanmst.s, Kcp Carl MOIIer ä�Ä106' Rüper, Carl, Peterabg.�t 2 a d Frkf.AUii Richard Schädel, Inselstr. 13. A.TechowIHkllB.,SckUI«tprgaiinade28 Emil Walter, Neuklln.,IilgBi«tutr.5 (" Flrberalen,»«aoba� H. BER8M ANH Birkenstr. 58 über 40 Filialen in Groß Berlins Allen voran NeÄoznoiti2e6f-6 Dampf w Weiß. Stern, Ri.Bergsl. 113 Dampfwäscherei MERKUR A. Bachmann, Fraakfarlar-AIla® 47. . Sirius, Grunewaldstr. 88 — Tel. Kurftt. 364. fttlkaiier. Str. 19 „Spraanlxa" Berlin SO., Forsterstr. 6-8 Tadtlloi« Waich«! Billlgil« Frei»! Greifswalder- Str. 30 öerichtsstraße 23 Tel. III 1309 JJJania_ CXNaefe Färberei n. ehem. Wäscherei j 1 f. Herren- n. Damengarder. | Läden In allen Stadtteilen| » Berlin, Rixdorf, Scböneberg( G. Knllick, Färb., ff äscherei FiI.GiutarAdoifat.l, Weilegbgrgerat.4I Swinaaiggderitr. 56, ITeddingatr. 9 SallerlOi.KeBkölln.Ucrffiannair. 57-38 Fischhandlungen C.Dittmann, Neuk5Un ' Berliner Str. 42. Am Grünauerstr. 8 ■tunaeir Wild u> Geflügel. Werner Winkier&Bärthold.Ktn.fekßi» Jnl. fimamlowitz G.Amling, Neukölln, Elsenstr. 74 A. Barthmuß, Märkgr&feod&mm 33. WSnH/ni1 Tegel, Brunowstr. 55 . DgIAKI. ff. Fleisch- jl Wwstwaren Rieh. Becker, Memeierstr. 74-76 Bloch, Otto, Prenzlauer Allee 52 Blümlein, J.,NkllA., Mareschstr.14/16. A. Bllzer, Rüdersdor ferstr. 32. August BirnsteinDunkerstr. 78. Kaiserin Augusta Allee 9. Wilhelm Behr Wurstfabrik, Speck- und Schinkensalzerei. Beriin-Schöneberg,Koloa]ionzt.57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. Bothner, Küte, Krautstr. 1. Bragrocfe, A., Manteuffelstr. 39. P. Buckwitz Rigaerstr. 106. Spoz.-Gesch. f.Fleisch-u.Wurstw. Anton Buchheim, AÜe&stoiaeritr. 12. A. Beutele. Thaerstr. 21. K. Christ, Elbingerstraße 58. Darge, O., Flnowstr. 5. DanzigerFleiscli-Ceiitrale Danziger Straße 14 Dannenberg, Neue Hochstr. 6. Rieh. Deckert, w»oerBtr- 33. FnSreyo�ter�rhTmiugenßtr. 21. Job. Durzynski, Koperuikusstr. 1 M Hidier uroairra- Fabrik feiner Wnrit- n. Fltisckwtr. W. Dürr, Schivelbauerstr. 27. Fleisch- u. Hurst-Centpale Frankfurter-Allee 182 Ernte b. billigzts Bsiogsgislle de» Oitona. W. Friedmann, Nklln., Warthostr.?. f fiPrlArll Neukölln, V. UClidUI Warthostr. 70. H-OerndtfSprengentn.Eing.Samositr Fr. Gerlach. Tauroggenerstr. la. Rob.Gleue,W«Lßensee,QDgt.i.dolfatr.l3 PaulGnüdig, Britz, Rudowerstr.U Gottlieb, Roinickdf., inendeit. 109 OttoOrubeHÄ,,. ßasinfle.Rich.Än. fietJtbmann'iÄwiciÄ O. Gleich, Keakölls, Hobeniollerapl. 7 R. Grieger, CharL, Cauerstr. 19. F. Gutscfamledt, Koloniestr. 32. Heinrich Höhne, Bkalitzerstr. 97. Georg Helnold, Kiripabarg.rjtr. 5. Oeorg Heiter Bebte Braggackv. i. Tbiringer Wustv. Lnesch�igdmaitr�� Ernst Höne, Sehwedenstr. 12. W. Hoppe Fiiedricluhaggs,Frlediicbil.58 Ernst Ibscher, Wiosenstr. 11. JakoblktScbgurgggdorf, Breilealt. 14. Albert Jähnert Se"; Janik, C. K5ps?roic6ker Fritz JentsdiS.ÄrgDS B.lniiniiiSsnÄtür.�r',w- Helnr. Jochmnnn, Ziethenstr. 41. L.DnerSchinken8peek Riedel, B.Herm4a6anBtr Rodewald?rK3ÄM Wilhelm Röder, Stettinerstr. 14 R.Rothe, Boxhagener Chaussee 11 Ottomar Rudolph, Glrtnerstr.n. Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. 15' A Rehmet, Moab..Perleberger8t.2 W. Segllng, Christburgerstr. 48. Max Schlack, Lsngestr. 57. Th.Scfaeunemann,HeImhoItzst.l. L Schramm, Pgilorilr.23,T.Mpl. 11707. OttoSdileusener, Nklln. Uaiutral. 8 Iflttn lfliHliertSDezTu!S� Untenstehende Geschälte empfehlen sieh bei Einkäufen Itto Schreiber E. Schauer. Huttenstr. 70. A.SIewert,Nd.8c1i$eeveid<,BeiIlut.l27. E. Sehersberg, Beinlckendf., Bsssut. 9. Max Schubert Mü1I66Ttr' Albert Schuchts(Sdr E. Steeger, Fleiich. Egisna«lkirchatr.23 Stein icke, Warschauerstr. 25. Thntnicop Invalidenstr. 153 1 IKtieiöCr Eoke Ackerstr. Wonnai« Londabergerstr. 118 nayilcl ff.FIeisch-u.Wurstv. Stsrgard.Fleiseh-Zggtrglo.SIgrgsrderst.SS r. tl;.| ff. Fleisch- u. Wurstw. if IfliPl Lichtenberg, II,■""'lj.prant,urtcl.Q|1!lus.3ee3 Thnrlng. Fleisch- a. Wnrst-Fsbr. F. Sommermann, Borhagenersl.S g E.Trapp,Wgrslienlrsle,Walden5er5tr.l9 Max Tummel,Christburgerstr.24. Wort llnfo Naunynstraüe 17 «van unie ff,Fi«i«ct-u.ffgtit*. vtzlg, Paul, Koppenstr. 28. G.Vettin lfaelwi§ Warschauer Fieisdi- u. Wurst- Josef Weber, Raumerstr. 24. Weiß, Georg, Elsenstr. 40,T.A.iy 10585 O. Wellnitz, Nannynstr. 66. A. Wenzel, Woldenbergerstr.SO EIAIq�qI ff.Flelsch-*- Wurstw. • VVuLLui Weidenrveg 67. Emil Wilhelm, Graunstr. 38. WietfniaaüÄSwunkBBSÄ P. Wontora, 0., Fricdricttab0rg.St.2i. Nord-Deutsche Fleisch-Zentrale P. Zimmermann, Seeatr. 78. Gnineastr. 40 Paul Zwarg, Landsberg. Alice 136, Ernst Ziffer, Odcrbergerstr. 87. Wilh. Ziegler, Seumestr. 20. � Plan u. Porzellan G.Krüger WellJenb�rg�rsur�. Oberländer A. Wilborn, Brunnenstr 16. Winkelmann ÄÄÄ. � Orammoph., Sprech W.Becker, 01ilbg.,Wilmer8dorler8X.127 " Neukölln Bergstr. 168 1. Hoyer, A.s Neukiil,n Haar-Artikel E- RazsI Spezial-Haar-Haus ■JiOtfl Chansseestr. 121. Rob. Kortmann. Schoavalderitr. 38. H.Nlxdorf,FrgnkiorterAll.l9L5%R»b. � Haus- u. KOcbionnerätaj Prinzen-Allee 57 Seifen Bürsten. Vamnlrlf Spandau, Schönew.St.92 IUIIIIIIIIa, Emiillt, Glu, Potieilu.Lsmp. Po!kslroli,KarlGnm 73, Oruienstr. 153. Bült, Waich'., Crsvtlleg. Torfcel, Artilleriestr. 4 Rieh. Jahn, Treptow, Grätzerstr. 6 "---- Frfe....... WWWger E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Emil Jäger Ä'ÄeV t«. E. Klahn, Frankfurter Allee 26. Krause, Wilh., NkIlii.,Horm.-St. 168 Gg-Kursch, Britz, Rudowerstr.95. Ad. Mahnke A. Nitschpan, Bergmsnnstr. 11. Nordring, Brunnenstr. 84. A. Samuel, O.Mirbachst. 62, Scklrm«. Ci-hnl? Otltf Ri* Bergstr. 141. GLHGlA, VSW.gj UennsutJtr. 171. Max Schulze, Hochmeisterstr. 6. SprengekA.Hote�lch'rme Amerikan. Verkaülshallen JKnzsi« Rgdstr. 26, Ecke . Aklier prinzen-AIlee. Besser, Julius, Nklli., Bergstr. 19 Hamhrg-Stegütz�h'lÖä. ZW Seliislkostenprels 4- 10o/o Charlottenburg-Wilhelmsplatz llamrnth N Tapeten. RaDscii, kiek, Mehlhandlunoon J Bachmann, dTTarr�Re�ringBl.lS. Bethke, Georg, Rixd.,Elbest.8S.KsU.-Frisdr.-8t.6i Weserstr. 189, Friedelatr. 23 Treptow, Gräts-StraBe 6«. rdai £ Bordascii Q.,Nklla.,kais.-Frd.-St.29 C. Bosse, Relnlckendorferetr.29. Jul. Conrad, Rhelnsbergerstr. 14. Bernhard Daime,KsiUaieiiaU.50.(l. C. E. Fink, N, Psnkstr. 92. HalH,Herm.Nklln.Hermann8t.227 IFrese, Ernst 5 f�"9] Gaege,o'tto Chburgt.en PaulGaege, Spandau. Iam Uaiil/riMehl-u.KoIonialw. JUo.naUIxc Bergmannstr. SS. Beermap H.pNkUa.p Hermannst. 172 � Henoanniir. 69/60, Bergstr. 144, Kai8.-Fried.-8t.244 Heinrich, ß. Korn; Hugo AUnhhnlf lDrtlidaT.128,T.A.Nord83«3 . nUiiuKil vii-a-TijS'.iüia flanptbshnli. B. Krüger, Sch9neb.,Hiuptstr.l53 E.Kunze, Cbarl., Knobelsd.-St. 18 LenzA Jaamann, Winsatr. U, Posenerstr.lä, Stralauer- Allee 18 Lfldtke, H., Fruohtstr. 67. Gus.Meyer, Helmh.-Sl. ll,Wittit.-8tl. C. Neugebauer Ober-Schöneweide nietstö s Ralisalil, cir£r.m Otto NowackNachfol. Spandau. F. Pflagmacher, Colonnenstr. 48. Ini Donnor Greifswalderstr. 11, JU1. rcllllcl visaTisLippehnerat. PPonfnOl» Mansteinatr. 17, - AöülUKr steinmetzatr. 27 »iWSSs; Karl Huhn, Schorerstr. 9. Sciineider, Ell be�"« Walter Seidel, Beusselatr. 26. Thieke, NacUf-, Prinzenstr. 10. B. Wandler, Relnickendorferst. 64 B. Zyczynski, NeoköIIuPtBnieritr.59. c Mdbelmagazino 3 Rnrlaif Dfien Xischlermatr.,L«iisu- Ulllldl uUSc Ufer 22. am Oniieaplalt. Berliner lln>.{fln" Ackeritr.l20.i. MöbclhaIle„llU[ucii.Icralideoit. 1 18. Daehne, F., Rl., Neue Jonasstr.36. A. Dobmann, Stromstr. 44. Wllh. Bahhert, Bruunen- Str. 162. Geppert, Paul, Zoseenerstr. 82. Oericke, Fritz, Müllerstr. 145. Gleiser, liö.ßW.ÄÄ.i K. Grossmann Bar8bt"0,S8i" G. Hacke, Wilhelm3hay6ner9tr.20. Willi. Hamann iÄ.a,er- Unrnsrli BtsUsebreiberstr. 57, WW Hopp, Jul., Brunnenstr. 133. König, A., NkllB.,BerlinerBtr. 102. Ilerw. Kogel Hermanns?;.«. Küchenmöbel BerlinerKiichmmöhel-Fabrik Neue Känigst. 81-32, T. VI 14746 iüthenmölielNÄzÄi1?«. Ilöte, K&r 83/85 Lange, L. Lazarus, Petersburger 9tr.g2. egmuuti Dresd.-St.lfil tuchleilshlfl Mödeigelegenkett Anklam, Charlottbg., Wsllstr. 89. Möbel Karra» Wsldeminlrsls i3o.6A. Hugo Mob, W. 67, fotidimentr. 82«. Teilzahlungen gestattet. Lüddeck«, R., Nklln. Bergstr 4 F NeumannChlbg.Ksit.Friedrclutl Ot|l Rebsch, E», Emil Ruflap Tischler-Innungsmcister Prinienstr. 84 C�SIEerWaSnrjVeteräiiensr� Schmidt, Otto SiBbBhy.W.Är«! A.Schuster, Ob. Schöneweide, Edisonat.59 Schwanke. Rizdf.,Hermannstr.229 tf endland, Ernst Möbelfabrik— Bar- u. Teilzahl. Reinidtend.- Straße II«. MSbel-T pansport Robert Frenzel, Cöpesiektntr. 162. Krüger, Beickenk. St 16. Tel 1,1.8307 I I-NNü RItterstr. 98. IV.. 4195 1. LüiiyC Billigste Preisberechng pB�SchtHjG�hKjD�rkjeiiitrBjSk c Molkepelen SiillieüiiiJ-Wtsr" ) Tnuerilr. SO Eredovitr.SO Milchkuranstalt amViktorlapark Kreuzbergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 lUiidar» miil Kupmllch. HoItMlH�Ä�st G. Oell«di,P»ttMerit29.E.gsa»lerit Milch Schmidt HaukSlln Hermanustr. 53, Heriuannstr. 0540. J.Reich, Birkensir. 33. Zvingllitr. 33 „Schweixerhof", Meierei und MUchkuranstalt. Emdener Str. 46.:: Tel. II 2565. Musikalien .fiem5yer!5reeTrnsrrSTJeBJeEmr76 Ephnlo Frankfurter-Allee 73b �JMuslklnatrumente � � Klrst, Rieh., Brunnenstr. 46. Plato 4 Co., Köpenickerst. 105/8. Lorenz Rahmet, Oranienstr. 181 Lorbeer, Mflllerstr. 14._ m/a uteiu.- Haan» Aw».enxeiih«suep— GrflBtoa Spezialgeachaft der Branche. Spittclmarkt 14 a. Reetz, Spandau, Havelstr. 21. Schnee, Otto, Nklln.BiekarditrnS f Nähmaschinen) Bellmann, E., �=,r;h. Charlotienburg, iJpandauerstr.S| alle Systeme ohne Anzahlung,| — ret f ____ Hermannslr. 177. Cw■« Kottbuaer Damm 23. nt_u besteadeutsohes Fabrikat rlaU Steinhauer, Spandau. MJüer.Mr.IltaÄÄ'' Nähmasehtnen Lüden In allen StsdtteUan. Rfrana-Mahmasohlnen 9. A. Bltteer.Andressitr. 79, ketersdnrger- etr. 87, Spandau, 8rb0Dwildprstrl9. ( Optiker � BarSörir Moabit, /fürmltr!"74� Oase, Paul, N, Müllerstr. 174. OroB, Paul, Warscbauerstr. 66. Haaler, Oollnowatr. 18. Kaiitnlief. Schobert, Carl, Nklln. Bergatr.148 Wlenstnnb,8p»iidac,fotidtffi«iitr.l9. c Papier» u. Schrelbw.) o!TrocSnow�n�inTeraiUi.A.r. 69 SeldleTjLouls�Jklln�ergidr Pfandleihen W. KMM.btt,. i) Spottbilligsr Bnlienrerkanf, Eselinoderne 'trrssgard. CbrtnTtrk, Stknncktaek.«t«. E Krön, Köpenickerstr. 55 a, I. Langer, W rsu�latr.92, BilligtiTerkanl. Schmidt, Fennstr. 3 E- Scnftleben. Kottb.-Damm 28.1. c Photgr. Apparate J nSöttSüäerSämmS sack Gelegeakeitikanfa. Hugo Schultz Hlüllerstrasse 168 a Ein. Artikel Oelegenheitskäufe 2aremba,Wcinlicrgiweg 1, T.Sda.85"32 Putz» u. Modewaren jOääsB TfCIIn�TTergBtrT" Putzgeschäft iTTa f. Damenhüte . Frankf.-Cbauss. 152 a Liefr. d. Konsumgenossenschft. c Puppen D P. R. Zierow, � Resterhandlungen J ur!aeFrSmcrTirm?swaIder8trr«9. Carl Joch, NO, Palisadenatr. 97. PaullneJVelaaln�� �Sohuhweren�chuhmJ Eras�TSam�'�eilnchsiiägear Anhalt, E,, Andreasstr. 13. Baumgart, H., Manteuffolstr. 28. Damaachke, luvalidenstr. 144. J. Deuzig Bichl., Chausaeettr. 26 Ellera, AnbaltBtr.4, Lindens tr.112. Engel, W_ Reinickendorfers tr. 93 Osk. Engler, SwiaemunJer.lr. 63. Osw. Fabian, Köpenick, Kiclientr.I. Fleer, Frledr., Sparr-Str. 17. Formanowlt),iarckilrB3(IO%Bal>.) D.Ganz,Nklln.. Hermannstr. 1981 Tipp-Topp Äi,.«8 Ogtermann, Goltz-Str. 41, OttoOratacfa,ChauBaee3tr.l2u.67. Goldmann, Spsiiii.ScköavslisritU Heinrich, Johann, Petersb.-ßtr.96. H. Jetzlatf, Badstr. 54. Tränir All es II 8k Seköah. Allee 80 1 Eiuel Verkinl z. Engroipreljen, tcier6.2eliBsg5%Ratitl| Bergstr. 52. Hermannst. 163 Herrn. Kürmer, Cöpcnick. Fiedr. A. Lange, Lsadikergeritr 68. Paul Lehmann, Priedrichshagen. Ernst Müller, Teltowerstr. 59. Nehring.Cäsrlbg.Ksii.-Aaltata-AlleegO C. Neumann, Falkensteinstr. 87. Petersohn, Olk., Müllerstr. 155. • Piauntann, Jagowstr. 20, 5%. Reetz, Max �Ä8!?5"- Schmidt, Gebr., Fennstr. 69. Idio&wareDiiaQsdesWiüleDiJue: SftuliwarEiaBifÄÄ.'.t: Fris Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Schweraenzer, Tarnt straße 48. Alb.Seager, Ww., Lorttingstr. 6 Sommer, Wllb., N, Sekitak-Allie 85. A.Trtt»lB,Frie4ricluhtg.,FriadrieliJtr;23. WlttjSpand�JJeaendorfo�" Hernnann.lielieueritS.EIg.Fabrikata. Jebnichen,NklIn.,Ktia.rrieAr.-Sg,l8 H. Lerche, Schoneborg, Kolleaneoilr.tl A.Rieke.Badstr.ll, Bezüge billigst Herrn. Rosenky, W. Bsneleinetr. 4. O. Schleussner, Warschauerat. 86. £ Seifen ...T3te7?äinr�ürgtdorfgtr. 18. (Tepplohe u. Gardinen} ■ i GardinenST�emhäTrSSwMÜ Berlin, Wallstr, 13(dreizehn), i. 1. Schulz Weg 101. � Tl�ue�MeoazIw�j West man ri Mohrenstr. 87 a, Gr. Frkf Str. 115. f Uhrey m. Ooidwrcn) OucarAlcSagJchari. Kruramest.29. J. Behrendt, Wraneelstr. 62. OttoBiekftLK?"I?Äri1 Gustav Sohoder Fabrik moderner Goldw. u. Uhren Hauptgesch. S.42.0ranienBt. 155/66 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ SchSneberg, Hauptst. 142 Otto Brauer, Mfllleratr. 164. Spandauerst. Szl R.J,. Hirsch, fr. Trend hllW»*W 6»ViaMeus j tvn.m. ou», aicuei A.iaxEl8ermann1Cbari.,liiehnD9itr.le. BrQggemann, Hciaickendorlerstx. 94. Bürger, Jul., Müllerstr. 6. Max Busse W.Elsi>It,CIiarl.,Wilaiendorferlr.i2 Schumacher, O., Tegel, Berl.-St.6a. Schulz, Osw., Frsnkf. Allee 2,. Max Storch, Elbingerstr. 100. H. Tomedtna Nthl., Bractenitr. 16. PanlTrenk, Chart., Spand.-Str. 32. A.Trenner, Wilbelmerak, Han,tatr. 12. Trnxn, W., Frankft. Allee 185. lltirei o. ßoliwaren-lDilDstrlfi Berlin 220. Lindenstr. 16. Beste direkt. Bezugsquelle! Katalog gratii. Yeraand nach avberkald, billig»U Preiae. Uhren-Klinik. ßranoen-B. Hemauerst. Wimg,Ad.,Beri1Ä4 Zabel Ncht., Ctarllig.. BerlUteiilr.l 18. c Verulchepungen 1 , Deutschland" Berlin Arbeiterversicherung Schützen- S��ksssenvcrsicherg.�_Btr�aße�3� .Friedrich Wilhelm' Berlin W8, Behrens tr 53—61 Lebeni-.Sterbekauen-n.Arbeiterversicbg. Mit u. ohne irztl. Untersuchung J ahres-, Monats-, WoebenbeitrSge .Iduna'zu Halle a.£ Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversloherun WarenhAuser gpatidau Wilh. Herrn. Lesser Eoleut.Sl Schöneberg Eoloutst Bei jedem Einkauf Rabattm. Weine, Liköre u. Fruchtsäfte SrCVLgO 60 Filialen in allen Stadteilen. Elle m.Wcly*, LikerfaUr., Osrlchlstr. 1 6 Brunnenstr. 1B und Filialen. Einielterk.i. Begr.-Preis Bettlnger, E, Wald-Ecke, wicklet, t» Horn, Reakelln, Hermannsplatzä. Pnnwarf Großdestlllation UUUraU Oranienstr. 207 C Waschmittel Verlangen Sie „Edclwcißu Krone aller Wasehmittel. c WelB«, Woliw,f TrlkoteJ AHscEer�usLrChonneröLr. H. Barts, Schönhauser Allee 107. Bredow, Otto, Nklln. Hermannet.äe Carl Braun KoDta?rr' 5. M. Gardeis | fieorgi, Ernst st/'ilB Hoffmann, Cs�rmen Sylvastr. 6 Hoppe, E., Scharnweberstr. 52. Julius John �unSf?: Jonas, Hermann SÄSä Juncker, H.SSnstr.nj. Carl Klein, Höchsteatr. 16, N.O.18. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. A. Kaesler, Capriristr. 5. TiAfiWv Nklln., BörgsL 52/5S un. Lioewy, Tij.a.Tif der Kirch� Meyer, Bernauerst. 1 2,(Arbciterhemden) Nacbniann, Müllerstr. 131a, Kons.-Lief. Fr. Oliwetzkl, Alte Jakobstr. U7« Schaefer, Schrom, Lina, Mirbachstr. 31. Otto Seelisch, Kochhanstr. 8. Hermann Meyer, SchiTeibeiner 8L 21. .Stein Reinickendf. W.ScharnwebArst. 1 1 6 Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlralstr. 4. ��cEnefcfer��e�erstr�nr' irTcrli,j,innKI','iilj<;t!lkirc'lstr- 13 fl.liUliliüjli Wäsche, Bettfedern. rhurow,0.,Cnarlbg.,Cauerstr.ll L. Vierarm, Zior.skircbstr. 34. E.Voigt, Eäinickenäorf, ABcidcsir.IOl. Albert Vogt ��VUldu�eRBBeT�� Prima LegeiiLltner isowie Bettfedern: GeflägeMmporthaus Neukölln, Knesebeckstra Be 105. C.DittmanhBe�S.«. P. Hildebrandt Schmidt, E., Spandau. Ravelst. 19 Zastrow, Landsberger- Alleel47.Fis ehe. 3 _ Zolm-flteliBr jSa�e�öcluinS�äserAll� Hollbrach, Herrn., Psiikit.i.gBgr.1871 Heröd.H., Eliuscrst«7, t. Bcjenul HL Jordan, Altr.,Feiuulr. 61, gegr. 1888. Körber, O.,llsrleidarf.Chsa99Mstr.306 H. Lindeke, Warscbauerstr. 80. M. Rasenke, Birkenstr. 22. WiHn U o v Muskauerstr. 18 nlllC, mdA Ecke Maclcaflelslt. Jedes Wort tO Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2lettgtdruckte Worte). Stellengesuche Und Schlafstellen-Anzeigen 8 Pfg.; da* erste Wort(fettgedruckt) 10 Plg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 1 l—.J ANZEIGEN für die nüchtte Nummer werden fn den Annahme- steilen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. NorjdHrige cIcganteHerrcncmzüge Bttb PalclolS au« fttnflcn Maösloncn 20— 10 Mari, Hosen 6—14 Mari. Veriandbaus Dermania, Unter den Linden 2i.___ lasest« Teppiche, unbedeutende starben- fehler, für die Hülste des Weiies. Melegenheitsiäuse. Portieren, Gardinen. Steppdecken, Tischdecken, Schlasdecken zu Schleuderpreisen Teppichhaus Adler, Königstrajic 50, gegenüber Rathaus.__ 1786St« Nadfahrei farte». Wir empfehlen Rad- und ilnto-Fahrern Straubes Karte 1200 Quadrat- tvieilen um Berlin. 2 Teile a 1,50 Mari. Nord. ltche Hülste der Proolu» Brandenburg reicht bis Stetttn-Ueckermünde, südliche Hülste bis Halle-Leipzig- Dresden- Görlitz. Buchhandlung VorwürtS, Llndeiisirahe SS(Laden).« Heriiiaiinpln» 6 Psandlcibhaus. Txtrabllliae Jackeltanzüge. Gebrock- anzüge. Sommervaletol«. Herren» boien. Damenmäntel, illllerbilligster Lettenvertaus. Vermietungsbett. Aussteuerbetten. AuStteuerwäsche. Reichhaltige GnrduienauSwahl. Ten- pickauswabl. Plülchtilchdecken. Steppdecken. Goldsacheu. Taschenuhren. Wandubren. Wandbilder. Waren» veriaui ebenialls SauntagS._* Gardinen! Steppdecken I Parlieren I Tischdecken I austergewöhnitch billigt Vorwürtsleser 5 Prozent Rabatt ertra! Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Markt 4(Bahnhos Börse). Sonntags geöfsnet._* Tnichenhucli sür Gartenfreunde Bin Ratgeber sür die Pflege und sachgemäge Bewirtschastung des häuS. lichen Zier-, Gemüse- und Obst. aarlenS von Mai; Hesdörser. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Textabbildungen. PttlS 3,50 Mari. Expe. dition Vorwärts. Lindenstr.«S. � � Ivo« neue Nähmaschinen. Prima Langschiff für Familie 65 Mark, Ab- .ahlung 75 Mark ohne Anzahlung. Bellmann, Gollnowstrahe 25, nahe LandSbergerstratze. 20S7K« « Tiorwartsleter erballen suns Pro, ein Srlrarabatt. selbst bei Ge- legenbeitskSusen. Teppich- Thomas. Rolenthalerstrage S4 und Oranlen- stratze 126. l7S4K« In Freien Stunde«. Wochen- Ichrist sür da« arbeitende Volk. Romane and Erzählungen. Abonnement« wöchentltch 10 Pf. nehmen alle Aus- Sabestellen de»„Vorwärt»- entgegen. irobeheste gratis. Zehn Prozent stiabatt Vorwärts- lesern. Teppiche, Farbensehler, jetzt sabelhnst billig. Große Frankfurter- stratze 125, im Hause der Möbel- sabrik. Gardineu. Fabrikreste, Fenster 1.55. 2.35. 2.85. 3.50, 4.50. S.2o usw. TotalauSverkanf von ange- schmutzten Gardinen, Store», Bettdecken, staunend billig. Erotze Frank» surterstratz» 125. Kit n stlergardinen. Garnitur 3.85, 4.75. 5.95, 6.55 usw. Leinen, Tuchportieren, Garnitur 2.85, 3.55, 4.95. 5.50. 5.75, 7.85 usw. P.iischportteren, 5.55, 6.75, 7.85, 9.85 bis 30 Mark, gabrillaaer Grobe Franksurterstrabe 125, im Hause der Möbelfabrik. Steppdecken, Purpur 2.85, 3,75, 4.25, Simtll, Seide 3.75, 4.25, 6.65, 7.60, 8.35, 9.75, 11.50. Schlafdecken 0.95, 1.25, 1.65,2.25, 2.85 bis 35 Mark. Steppdecken 3.75, 4.25, 5.66, 7.50, 8.86, 0.75 Tuch» und Plbschdecken mit kleinen Fehler», in allen Farben, unglaublich unter Preis.__ Dlniandecken 3.75, 4.60, 6.45, 6.85, 8.50 bis 30 Mark._ Möbelstoff. Läufer, Linoleumreste sabelhast billig. E. Weitzenberg« Gar- dinen- und Teppichhaus, Große Franksurterstrabe 125, im Hauie der Möbelfabrik. 1791K» Teupirtie:(iedlerbnltel in allen Gröben, säst sür die Hälsle veS Wertes Tepvichlager Brünn. Hackelcher Markt 4. Babnboi Börse.(Leier de» »BonvärtS- erballen 5 Prozent Rabati. 1 Sonntag» geöstnet I' Ktudertvage», Teilzahlung, Woche 1,—, Klappwagen, RtesenauSwahI, spottbillig. MeiselS, Wa'.schauerstr 80. Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im LeihhauS„Rosenthaler Tor-, Linienstrabe 203/4. Ecke Rosenthaler» ftratze kaufen. Anzüge von 9,00 Mark an: Paletots von 5,00 an: Damengarderobe. Betten. Wäsche, Gardinen, Portieren, Freischwinger, Bilder, Uhren, Gold», Silberwaren. Fahrräder. Alles spottbillig. Anzüge werden verliehen. Sonntag» geöstnet. Hohe Belethung._ 155151« LeilihauS„Brunnen« und Per- kausgeschäst. Betten, Stand 9,—, Brunnenstrabe 118, Ecke Usedomstrabe Monatönnziige und Sommer- Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00. Fracks von 2,50, sowie sür korpulente Figuren. Neue Garderohe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen ver- fallene Sachen kaust man am billigsten bei Nab. Mulackstrabe 14.* Letlihaus Moritiplnu 58a! Moritzplatz 58a im Leihbau« kauten Sie enorm billig, als- von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Paletots. grübtenletlS aus Seide, 9—18 Mark. GelegenbeilS- käufe in Damen-Kostümen, Kleidern, Tuchmänteln, aus Seide. HerstellungS- preis bi» Mark 150. jetzt bis 35 Mark GelegenheitSkäuse in Uhren, Ketten, Ringen, Wäsche, LluSsteuerwäsche, Betten, enorm billig, nur Moritzplatz 58a. Monntoanzüge, Patelot«. zroges Lager, jede Figur, kaust man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch in eigener Werkstatt. 5 Pro, ein billiger jür VvrwärlSleser. Fürttenzell, Schnei» betmcitier, Roienlbalerstrabe 10 Klappwagen. Kinderwagen, spoll- billig. Kotlbuserdamm 90. 129« ?ast neuer zweiflammiger Gaser zu verkaufen. F. Kühnel, Frankfurter Allee 104 II. 739 (ZesckSftsverkSufe. PlättgefchSft krankheitSwegen verkäuflich. Bodestrabe 27, Zigarrengeschäft. fSl Möbel. Möbel obne Selb! Bei kleiner Anzahlung aeben Wirtschaften und einzelne Stucke aus Kredit unter äutzerster Preisnotierung, auch Waren aller Slrt. Der ganze Osten kaust bei uns. Kretlchmann u. Co.. Koppen- ftratze 4.(Schlefticher Babnboi.)« Möbet'GelegenhettO-Käusc spottbillig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlafzimmer(eiche) 288,—, komplette Wohnzimmer 132,— MS 240,—, Chaiselongue 24,—, Sofa 38.—, Trumeau 33,—, Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Riesenauswahl. Möbellp eicher Neue Köntgftrabe 5/5, 4 Etagen. Teilzahlung gestattet. Auch Sonntag«.___ 249/1' Schlafzimmer 135,—, Gche 288,—, Satin, Birken, Mahagoni, grobe Gelegenheit. Möbelspetcher Neue König- strabe 5—6._ 249/2* 85 Büfett», mahagoni, nubbaum, eiche, alle Stilarten, 130,—, 150,—, 165,—. 75 Schreibtische in allen Ausführungen 26,—, 55,—, 75,—, 85,— mit Butzenscheiben. Aller- günstigste Kaulgelegenheit. Möbel- Haus Skalttzerstrabe 25, an der Hoch- bahn. �.»..,sofa 40,00, Chaiselongue, Ausziehtisch, Trumeau, englische Best» stellen 20,00. Tapezierer Walter, Stargarderstr. 18. 7102 Ttschleriueistcr gibt Möbel aus Teilzahlung. Kassenpreis, geringe Anzahlung. Nachweis von Kunden wiid gut honoriert. Offerten unter „Tischlermeister', Postami 90 249/16« NletaUbetten, zwei, medern, Piüschtepptch spottbillig verkäuflich Zosfenerilr. 10, Hulgeichüst. 113/17« Möbel. Gelegenheitskäufe aus Versteigerungen, Auslösungen, nur neue gediegene Möbel. Enorm grotze AuSwnhl in bürgerlichen Ein- bis Drei-Zimmereinrichtungen, ganz bedeutend unter regulärem Preise. Für Brautleute bedeutende Ersparnis. Aleichsall» grötzte Auswahl in Er- günziiiigsmöbeln, Büsetien, Standuhren 70,—, Schrekbtilche 45,—, Sosn« 40,—, Garnituren 85,—, Trumeau 33,—, Bettstellen 25,—, Teppiche, Bilder, Klubsessel, Leder- losa», Kronen, Piano usw. Hans Lennert, Lothringerstrabe 55, Rosen- thaler Platz. 1694K« Musikinstrumente, Pianina. wenig gespielt, 265,00. Pechmann, Neukölln, JuliuSstrabe 59. Pianinos und Flügel, gut er- haltene, gebrauchte, in Zahlung genommen, darunter Schtedmayer, Bechsteln, Blüthner, Knake, Hell. mundt von 175 Mark an. Schtedmayer, Ptanosortefabrik, Potsdamer- straße 2TB. 163SK Prachtpiano, moderne», nubbaum, wie neu, 225,—. Krüger, Friedenftrabe 2(KönigStor). 226/10 LiiUer. Sie kaufen Bilder nirgend» billiger als direkt Fabrik bei Bilder-Bogdan, Weinmeisterstratze 2. 1005K« psdrrSUer. Erstklassige Fahrräder, Monat». rate 10 Mark. Lau>» Barth, Brücken- strabe Iva. Kein Laden. 1629K« Herrenfahrrad, Damensahrrad, wie neu. 35,—. Hol», Blumen- strahe 44. 1093K' �suixesuclie. Höchftzahlend, Metalle, Zahn- gebisse. Platinabsall, Gold, Silber, Oueckstlber. Metallschmelze Nieper, Köpentckerstratze 20a(gegenüber Manteufselstrabe) Zahle sür Brockhau» Meyer» Lexikon, Meher» Klasfiker, Brehms Tterleben in Ankauf die höchsten Preise, Leihhaus Eisasserstrade 45/46, __ Norden 2750." 1688B_,.____ verantwortlicher Redakteur: Albert Wach«. Berlin, gür de? ünferatenteilverantw-l Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtZ Buchdrucker»! u. BerlaLsan�talt vaCl'Singer u. HQh Btrltll LA. Platinabfälle. Grammö.Sb, Gold, Silber, Zahngebisse, Stanniol. Quecksilber kaust Blümel, Augustslrage 19. itzahlend Zahngebisse, Gold- snchen. Silbersachen, Altertümer. Stanliewiez, Kirchstrabe 14, Moabit. Versdiiedenes. Kunststopferei von Frau Koko»kh Schlachtensee. Kurftratze 8 III. Paientanwatt Wessel, Gitschiner. ftrage 94a. Patentanwalt Müller, Eitlchiner- stratze 31._ 2439K« Wäsche im Hause wäscht Marohl, Pslügerslrabe 68, Neukölln. �29 Pfandleihe HeinerSdorferstrabe 13, Ecke GreisSwalderstrabe._ 112/3* Gehrockanzüge verleiht, auch Frackanzüae, Smokinganzüge LandS» be> gerstraße 91a. eine Treppe. Handwäscheret Frau Behrend, Köpenick, Dorotheenstraße 20, wäscht Laken, Leibwäsche, vier Handtücher 10 Ps. tlbholung täglich. 1891K Grauer Papagei mit rotem Schwanz sortgesloaen. Bitte gegen Belohnung abzugeben Gleimstrabe 36 bei Koschel._+102 Möbeltischlerei, elektrischer Betrieb, wünscht Beschäftigung. R. Grunow, FriedrichSselde, Berlinerstrabe 16. Gekimdeu u. verloren 10 Mark Belohnung. 21. öull verloren goldene» Doppelketten-Arm- band von Tempelhos nach Frankfurter Allee, Löwenbrauerei. Meldung Tempelhof, Berltnerstrabe 101, Hahn. Vermietungen. Eine Werkstatt zu vermieten Orantenstratze 2a._ f67« Grosser Laden. 14 Jahre Restaura- tton, nebst Wohnung, 1. Oftober. Görlitzerstrabe 72. Auskunft Hof in». Kontor. 2573b« Eckladeiü schöne Wohnung, tn welchem gut gehende» Barbiergeschäft betrieben wurde, sofort billig zu ver- mieten. Lichtenberg, Wagnerstr. 59. Wohnungen. Stube und Küche sofort oder 1. Oktober zu vermieten, Oranien- strabe 2a.+67« «oldtnerftrafte 16, zwei Hin- zlmmerwohnungen, Balkon, Zubehör. Sonnenburgerstrasie 27, Vorder- und Hinterwohnung, Zubehör, sofort auch päter._ 25236« Greifswalderstrasie 206, Hinterwohnung, zweizimmertge, Bad, sofort. dümmer. Möbliertes Vorderzimmer zu vermieten Marheinekeplatz 10 III, bei Schumann. 2276b Zllleiniger Mieter ohne Familie vermietet leeres Zimmer mit allem Komfort, ganz ungeniert. Keilmann, Trendelenburgstrabe 16, nahe Amts- gertcht Chorloltenburg. Schlafstellen. Saubere Schlafstelle vermietet stau Schreiber, Wtlsnackerstrabe 20, >os parterre._ 2474b Saubere möblierte Schlafstelle, Herrn, Fürbringerstrabe 21, parterre. Häher. fUi Schlafstelle für Herrn, Urban- straße 25, Scharpenack._-f-tki Möblierte Schlafstelle vermietet Frau Goersch, Wolltnerstrabe 58 I. Mietsgesuche, Borderzimmer, Norden, gesucht. Preisangabe inftustve, Z. 1912, Postamt 31. flü Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Schlosser aus Geldschränke ver- langt Fabian, Straßburgerstrabe 55. Marmorfchleifer sucht Fink, Dennewitzstrahe 19.___ 2572b Ein Schnitt- und Stanzenbauer, nur in Fabriken sür gelochte Bleche tätig gewesen, serner ein tüchtiger Blechspanner,«in Locher bei dauern- der Beschästigung gesucht. Paul Sachs«. Rewickelidors, Residenz- strabe 72. st142 Blusenstepperinnen, geübte, im und ausierm Hause, verlangt Riewaldt, Neukölln. Mahlowerstrabe 10.(-39 Gelernter Seifen-Slrbeiter, erfahrener Sieder, der mit Fabrikation von Toiletteselfe vertraut, wird sür Fabrikatton einer Spezial-Toilette- Seife aus kaltem Wege gesucht. An- aabe bisheriger Tätigkeit nebst Lebens- lauf. Dauernde Stellung. Osferteii unter I. W. 9951 an Haasensteln u. Vogler A.-B., Berlin W. 8. g,.i7o. w* 2. KeillM des Lomarts" Kerlilltt AIKsdlR Partei- Angelegenheiten. Ein Extra-Zahlabend für den sechsten Kreis findet heute abend statt zwecks Vornahme der Delegierten- Wahl zur Kreis-Generalversammlung. berliner JVacbricbten. Tagrufer. Wer inmitten des großstädtischen Häuserwalles seine Arbeitsstätte und seine Mietswohnung hat, was weiß der viel vom Sonnengestirn? Er sieht es weder am westlichen Hon- zont niedersteigen noch am östlichen wieder emporleuchten. Er hört weder Nachtigallen schlagen, noch Lerchen, die Ra- keten des Lenzes, hoch über grünenden Feldern jubeln. Er kann sein Ohr nicht ans Herz der Erde legen, um ihre Puls- schlüge und Atemzüge zu vernehmen. Die Mysterien des Werdens und Vergehens in der Natur bleiben ihm zumeist ein Buch mit sieben Siegeln. Das würzige nervenstärkende Arom der Luft, das vor Tag von blühenden Gehegen daher- kommt, ihm belebt es nicht die Sinne. Unter Getöse legt er sich schlafen— Schwaden mit giftigen Miasmen geschwängerten Dunstes umlauern seine kurze Nachtruhe und sein Er- wachen. Der keusche Hauch und Schimmer aller Natur- romantik bricht sich an den Häuserbezirken. Nichts als nüch- terne Realitäten sind es, die uns umhegen... Und dennoch hat auch die Millionenstadt ihre geheimnis- volle Symbolik und ihren„Märchenzauber". Sie ist ein lebendiger Organismus mit animalischen Funktionen. Ge- harnischte Hüter der Ordnung wachen an ihrem Lager, damit der gedämpfte Laut des in Ruhe gewiegten großen Lebens nicht ganz auf den Trottoirs ersterbe. Die schwarzen Nacht- dämonen huschen mit heimtückischen Gebärden an den spärlich brennenden Gaslaternen vorbei, um desto düsterer die Sohle der Straße und ihre senkrecht aufragenden Steinufer zu be- schatten. Selbst über die Dächer hat die Finsternis ihr Bahr- tuch gespannt. Nicht so lange— und sieh: dort oben regt es sich. Bald heben sich die Häuserkronen wie scharfe Silhouetten vom Himmel ab. Die Schwärze duckt sich vor dem Schein des fern im Osten empordämmernden Morgens. Und das ist die Stunde, wo der neue Tag sein Gewaffen schärft. Auf leisen Schuhen dringen die festgeschlossen marschierenden Kohorten der Helle von außen her durch die Straßen, als die natür- lichen Zufuhrkanäle der Stadt in sie hinein. Ein unhörbarer, nichtsdestoweniger erbitterter'Kampf besteht zwischen Zwie- licht und Dunkelheit. Diese stiehlt sich, schrittweise über- Wunden, wie ein Dieb, der unlieb durch nahende menschliche Tritte verscheucht wurde, von dannen. Kirchturmglocken läuten den anbrechenden Morgen ein. Alsbald klappt hier oder da eine Haustür zu: vereinzelte Leutchen trippln zur Frühmesse, oder auch, weil ihr Dienst sie ruft. Laternenmänner löschen die wenigen Gaslichter aus. Hotelomnibusfe eilen rasselnd mit Reisenden zu den Bahn- bösen. Lokomotivpfcifen schrillen laut von dort in die Stille. Der Strom rauscht unaufhörlich wie immer; nur daß man jetzt klar sein Rauschen vernehmen kann— bis es wieder vom Straßenverkehr überdröhnt sein wird. Bauern- und Gärtnerwagen rollen hochbepackt mit Ge- müsen oder kakelnden Hühnern, schnatternden Gänsen und kreischenden Enten stadteinwärts. Bon den Hauptpostämtern fahren große Packet- und leichtere Briefschaftswagen zu den Fernbahnhöfen. In allen Straßen sind postalische Kastenentleerer bei der Arbeit. Da und dort kehren Vergnügungsschwärmer heim: die Dämchen in zertanzten Balltoiletten und mit verschämten Blicken, sorglich die Gesichter vermummend, daß ihnen der Frühschein des Tages nicht zu grell hineinleuchte; während manchem ihrer Seladons der Zylinder schief auf dem Kopfe und ein großer grämlicher Kater im Nacken sitzt... Wie das absticht von den Scharen der Arbeiter, die mit Augen, in denen Siegesmut und Schaffensfroheit glänzen, zum Werkplatz eilen! Der neue Tag ist da: er schlägt seine Schlachten!_ Mit den neuen MKdchen-Pflichtfortbilbungsschulen, deren Ein- richtung bekanntlich in Berlin bevorsteht, beschäftigt sich das„Ber- liner Tageblatt" in seiner gestrigen Morgenausgabe. Es wird darin der Anschein erweckt, daß die Absicht bestehe, die Arbeitgeber zu den Kosten der Pflichtschulen für Mädchen auf Grund des Ge- setzes vom 1. August 1809 heranzuziehen. Diese Nachricht ist, wie der Magistrat mitteilt, durchaus unzutreffend. Beim Magistrat ist von einer solchen Absicht nichts bekannt, und es haben, wie aus- drücklich festgestellt sei, auch keinerlei Erwägungen über Erhebung von Beiträgen stattgesunden. Das Gegenteil geht vielmehr her- vor aus K 7 des vom Magistrat in erster Lesung schon genehmigten Ortsstatuts betreffend die Einrichtung einer gewerblichen' und kaufmännischen Pslichtfortbildungsschule für Mädcheitz wonach der Besuch dieser Schule unentgeltlich sein soll. Tie Herrschaft der Kirche macht auch bei den Toten Nicht halt. Das zeigte sich wieder bei der Beerdigung deS Genossen Völker, die am Montag auf dem Mariendorfer Kirchhofe statt- fand. Die Gemeinde Mariendorf entbehrt eines Gemeindefried- Hofes, die Gemeindeangehörigen müssen deshalb sämtlich auf dem Friedhofe der Kirchengemeinde beerdigt werden, auch selbst Per- sonen, die bei Lebzeiten einer Kirche nicht angehört haben. Die Kirche nimmt gern die Gebühren, übt aber sonst alle Machtbefug- nisse auf„ihrem" Friedhofe aus. Sie schreibt genau die Art der Beerdigung auch Andersgläubiger vor. Um auch unserem der- storbenen Genossen ein Begräbnis zu sichern, wie Freunde es wünschten, sesne sich einer unlerer Genossen mit dem zuständigen Pfarrer ins Benehmen und er, uchte, auf dem Friedhofe das Singen einiger Lieder und einen kurzen Nachruf am Grabe zu gestatten. Zunächst sagte der Prediger als Vertreter der Kirchengemeinde zu mit der Einschränkung, daß der Nachruf nicht politisch gefärbt sein dürfe. Daraufhin wurden alle Vorbereitungen getroffen und vor allem die Sänger bestellt. Als das geschehen, erhielt unser Genosse, der mit dem Prediger Herrn Kurzreiter verhandelt hatte, kurz vor der Beerdigung folgendes Schreiben: „Sehr geehrter Herr! Nach einem Beschluß des Gemeinde- kirchenrats gelten alle ohne Geistlichen auf unserm kirchlichen Friedhof vollzogenen Beerdigungen als still; es darf nicht ge- sungen werden. Dies ist bisher— wie ich nachträglich mich erkundigt habe— in jedem Falle auch so durchgeführt worden. Dem kann ich nicht zuwiderhandeln. 3>ch muß also meine Er- laubni» bezüglich de» Sinsen» von iN.e« Liedern zurück- ztehüi. Ts» Swziße. wse ich Jhvto mit Mckstcht auf«itf«« Unterredung zubilligen will ist ein kurzer sich von jeder politischen Tendenz freihaltenden Nachruf in der Form der üblichen sich gelegentlich auch in kirchliche Beerdigungen einfügen- den Nachrufe. Kann stch also auch da nicht um eine— wenn auch kürzere— Red e handeln. Der Kirchhofinspektor ist dem- entsprechend instruiert." So ähnlich lautete schon einmal ein Brief des anderen Pfarrers Rieger. Vielleicht hat Herr Kurzreiter das frühere Schreiben in den Akten als Vorbild gefunden. Wie dem aber auch sei; jedenfalls wirkt das Verfahren, wie es geübt wird, nicht gerade werbend für die Kirchengemeinschaft. Uns soll das recht sein. Derartige Maß- regeln machen schließlich auch den Blindesten sehend. Recht wenig pietätvoll machte es sich, als der Totengräber nach seinem„stillen Gebet" von seinem Piedestal die Worte herunterrief:„Das Grab hat die Nummer 52 1", in einem Ton, wie man etwa Kilometer- steine benummert. An die Gemeinde wird aber in immer stärkerem Maße die Mahnung herantreten, endlich einen neutralen Ge- meindefriedhof zu schaffen. Das ist eine dringende Pflicht der Gemeinde, die sie endlich erfüllen sollte. Die Beerdigung des Genossen Völker vollzog sich in einfacher schlichter Weise, die dem Wesen des Verstorbenen angepaßt war. Genosse Willi Wach schilderte die Wirksamkeit Völkers, besonders betonend, wie Völker schon Anfang der neunziger Jahre in München sich um die Förderung der Bildungsbestrebungen dev Arbeiter eifrig bemühte. Auf diesem Wege ging Völker konsequent weiter, um später durch Uebersetzung Werke nordischer Dichter dem deutschen Proletariat näherzubringen. Auf dem Grabe legten Preßkom- Mission des„Vorwärts", Redaktion des„Vorwärts", Redaktion der „Neuen Welt", Berichterstatter des„Vorwärts", Buchbinderver- band, Wahlverein Manendorf prächtige Kranzspenden als letzte LiebeSzeichen nieder. Mangel an Erfrischungsmöglichkeit auf Borortbahnhöfen. Uns wird geschrieben: Am letzten Sonntag kam ich mit meiner Mutter mit der Bahn von Königswusterhausen. In dem überfüllten Abteil wurde die alte Dame, gleich nachdem wir die Station Grünau ver- lassen hatten, unwohl und stiegen wir deshalb in Adlershof aus, um hier eine Flasche Selters oder einen Kognak zu kaufen. Als der Zug bereits abgefahren war, bemerkten wir zu unserem Leidwesen, daß auf dem Bahnsteig keine Erfrischungshalle war. Wir fuhren deshalb mit dem nächsten Zuge nach Niederschöneweide, da wir an- nahmen, daß dort, da dies außerdem Fernbahnhof ist, eine Er- frischungsmöglichkeit vorhanden sei; aber auch hier wurden wir enttäuscht. Wir suchten nunmehr nach einer Wasserleitung und entdeckten schließlich eine solche, doch fehlte hierbei ein Trinkbecher; ein daneben hängender Automat, der Trinkbecher gegen Zahlung von 10 Pf. verabreichen sollte, versagte, so daß wir schließlich un- verrichteter Sache nach Berlin fahren mußten. Auf unsere Fra»en, warum denn derartige Bahnsteigbüfetts, die doch sonst auf jedem kleinen Bahnhof zu treffen sind, ,n Niederschöneweide fehlen, wurde uns zur Antwort, daß derartige Büfetts früher vorhanden waren, daß sie aber auf Veranlassung des Vorstehers der zuständigen In- spektion entfernt worden sind, und zwar nicht etwa, weil sie sich nicht rentierten, sondern weil der betreffende Herr des öfteren mal gesehen hat, daß auch Beamte während ihrer Dienstzeit Bier ge- trunken haben sollen. Eine derartige Maßnahme der Eisenbahn- Verwaltung erscheint mir durchaus ungerecht und unzweckmäßig. Am letzten Sonntag sind in Niederschöneweide 25 000 und in Grünau 50 000 Personen abgefahren. Bei dieser Zahl kann doch unmöglich jemand behaupten, daß kein Bedürfnis für Bahnsteig- büfetts vorhanden ist." Falsche Einmarkstücke befinden sich gegenwärtig in Berlin im Umlauf. Die Falsifikate zeigen diesmal aber nicht die bekannte gute Ausführung, sind vielmehr als Fälschungen leicht zu erkennen. Namentlich ist die Prägung des Randes äußerst mangelhaft und auch die Farbe der Nachahmungen weist einen ziemlich erheblichen Unter- schied gegenüber den echten Geldstücken auf. Das Gewicht der Fälschungen ist etwas geringer als dasjenige der echten Münzen, ihr Klang zeigt dagegen fast gar keine Abweichung. Die Falsifikate tragen die Jahreszahl 1906, das Münzzeichen fehlt. Als Kriminalkommissare sind in der letzten Zeit wiederholt Schwindler aufgetreten, um unter diesem einflußreichen Titel allerlei Betrügereien zu unternehmen. Neuerdings hat sich auch eine Schwindlerin für eine Kriminalbeamtin ausgegeben. Bei einer Zimmervermieterin in der Mittelstratze, die eine Hotelkon- zession bei der Polizei beantragt hatte, erschien eine Dame, die von dem Antrage der Zimmervermieterin Kenntnis erhalten haben muß, und stellte sich als Kriminalbeamtin vor. Sie gab an, daß sie beauftragt worden sei. ihr mitzuteilen, daß die Genehmigung der Konzession nur nach Entrichtung einer Gebühr von 160 M. erteilt werden könne. Weil die Vermieterin den Betrag gerade zur Hand hatte, übergab sie ihn auch sofort der„Kriminalbeamtin" mit der Bitte, ihr darüber eine Quittung auszustellen. Diesem Wunsche der Frau kam die Dame auch nach. Sie verstand es aber, die Quittung bei ihrer Entfernung aus der Wohnung wieder zu sich zu stecken und unbemerkt mitzunehmen. Sie wollte wohl ver- hüten, daß sie durch ihre Handschrift entlarvt werde. Die Gaunerin ist ungefähr 38 bis 42 Jahre alt, etwa 1,73 Meter groß und kräftig, hat schwarzes Haar und ein rundes, gebräuntes Gesicht und trug einen braunen Staubmantel und einen schwarzen Roß- haarhut mit brauner Pleureuse. Ein nobler Fabrikbesitzer. Verschwunden ist ein Fabrikbesitzer, dessen Hinterlassenschaft heute öffentlich versteigert wird. Es han- delt sich um den Inhaber der Metallschraubenfabrik A. Hartlapp aus der Michaelkirchstr. 17, den 23 Jahre alten Kaufmann Alfred Hartlapp, der? zuletzt in der Bornstr. 23 in Friedenau wohnte. Der junge Mjann übernahm vor zwei Jahren die Fabrik, als sein Vater, der sie bis dahin sechs Jahre lang besessen hatte, in Konkurs gegangen war. Aber auch unter der Leitung des Sohnes kam das Unternehmen auf keinen grünen Zweig, zumal der jetzige Besitzer einen sehr leichtsinnigen Lebenswandel führte. Er hat sich auch ver- schiedener Straftaten schuldig gemacht, wegen der er jetzt von der Kriminalpolizei gesucht wird. So hat er»inem Mädchen aus acht- barer Familie, mit dem er einige Zeit verkehrte, sein Sparkassen- huch abgeschwindelt. Dann entführte er die erst 18 Jahre alte Tochter eines angesehenen Mannes, reiste mit ihr nach London und gab bei seiner Rückkehr von dort an, daß er sich in England mit ihr verheiratet habe. Außerdem wird er beschuldigt, sich ver- schiedener Zechprellereien schuldig geniacht zu haben. Gegen den Vater des entführten Mädchens hat er sich später auch noch einer versuchten Erpressung schuldig gemacht. Am 1. Juni, der auf einen Freitag siel, verschwand er Plötzlich au-? seiner Fabrik und ließ sich am folgenden Tage, an dem er seine 12 bis 15 Arbeiterinnen und den Vorarbeiter entlohnen sollte, nicht mehr sehen. Als man sich jetzt in seiner früheren Wohnung erkundigte, erfuhr man, daß er sich dort mit seiner Frau schon längere Zeit nicht mehr hatte blicken lassen. Da Hartlapp für verschiedene Monate die Miete rückständig ist, beschlagnahmte dev Hausbesitzer die zahlreichen Ma- schinen. Auch die betrogenen Angestellten und Lieferanten machten ihre Forderungen geltend. Ob aus den Maschinen, die sicherlich von dem Fabrikbesitzer auch verpfändet worden sind, so viel heraus- kommen wird, um die Vorrechtsforderungen zu decken, ist noch sehr fraglich. Ein seltener Fund ist im Lehnitzsee gemacht worden, wo gegen- wärtig in der Nähe des Seebades Baggerungsarbeiten ausgeführt werden. In einer zutage beförderten Sandmasse entdeckte der am Bagger beschäftigte Arbeiter einen glitzernden Gegenstand, ber sich gl» et» großer in einen goldenen Rwg gefsb«« Bttvcmt hergnS« stellte. Der ehrliche Finder, der den Wert des Ringes wohl erkannte» � machte sofort seinen Vorgesetzten und der zuständigen Polizeibehörde Mitteilung. Die Nackricht von dem seltenen Funde dro-»z auch bis zu dem Apothekenbesitzer Herrfarth in Spandau, der vor etwa zehn Jahren, als er sich bei seinem Vater in Oranienburg aufhielt, beim Baden im Lehnitzsee einen Vrillantring. im Werte von etwa 1400 M. verloren hatte. Obwohl damals ein Taucher nach dem Ringe suchte, wurde dieser nicht gefunden. Herr Herrfarth glaubt in dem jetzt auf so eigenartige Weise entdeckten Brillantringe sein Eigentum wiederzuerkeuuen und hat die nötigen Schritte zum Nachweis seines Besitzrechtes bereits eingeleitet. Ein schwerer Bauunfall wird vom Erweiterungsbau des Urban- krankenhaufes gemeldet. Gestern nachmittag rutschte ein Richte- bäum aus, wodurch Baumaterial losgelöst wurde und zu Boden fiel. Der Maurer Karl Zcnt wurde davon so schwer getroffen, daß seine Aufnahme im Krankenhaus erfolgen mußte. Gcldschrankeinbrechcr statteten in der vergangenen Nacht dem Schlächtermeister Franz Leese aus der Reinickendorfer Str. 40 einen unerbetenen Besuch ab. Die Diebe kantelten die Tür zu einer hinter dem Laden liegenden Stube auf und machten sich zuerst an den hier aufgestellten Geldschrank. Hierin fanden sie zwar nur un- gefähr 400 M. bares Geld, abev auch Schmucksachen im Werte von 2000 M. Außerdem stahlen sie auch eine silberne Amtskette, die der bestohlene Schlächtermeister als Bezirksvorsteher besaß. Der Be- ftohlene wohnt über seinem Geschäft. Hilflos„»sgefuiiden wurde gestern vormittag vor dem Hause Urbanstr. 09 ein unbekannter Mann, anscheinend ein Arbeiter. Er wurde nach dem Krankenhause am Urban gebracht, wo er über seine Persönlichkeit noch nicht befragt werden konnte; Papiere führte er nicht bei sich. Der Unbekannte ist ungefähr 40 Jahre alt, hat dunkles Haar, einen blonden Sckmurrbart und trug ein graues, klein- kariertes Jackett, eine dunkle geflickte Hose und Schnallenstiefel. In seinen Tasche» fand man nur einen Schlüssel und ein Taschentuch, das W. H. gezeichnet ist. Ucbcrfahren wurde gestern morgen kurz nach 7 Uhr am Hohen- staufcnplatz. Ecke Kottvuser Damm, der Kutscher der Norddeutschen Eiswerke sWagen 81) Paul Stein von einem Auto beim Ucbcr- queren des Straßendammcs. Schwer verletzt wurde St. nach dem Urban gebracht. Immer noch verborgen hält sich der durch Haftbefehl wegen umfangreicher Provisionsschwindeleien gesuchte Reisende Paul Teller, 27. November 1886 zu Königsberg in Preußen geboren, der geraume Zeit zahlreiche Geschäfte der Alfenide-, Gold- und Silber- Warenbranche durch die üblichen Provisionsbetrügereien gebrand- schätzt hat, bis er im Oktober v. I. aus Berlin geflüchtet ist. Er hält sich anscheinend im Reiche oder im Auslande(Schweiz, Oester- reich, Belgien) auf. Von Zeit zu Zeit wird bekannt, daß er, meist unter falschen Namen wie Telmar, Träger usw.. in Hotels Zech- Prellereien begeht, wobei er sich unbefugterweise als Vertreter einer Firma ausgibt, für die er früher gereist ist. Er führt offenbar auch Muster mit sich, die er diesen Firmen unterschlagen hat. Dir Poliklinik des Dr. med. Karfunkel, Berlin O., Koppenstr. 9, am Schlesische» Bahnhof, in welcher tuberkulöse Kranke jeder Art, d. h. Lungen-, Drüsen-, Haut- und Knochenkranke nach wie vor un- entgeltlich behandelt werden, ist von jetzt an Montags und Donnerstags von Vr8- 5 Uhr. nicht wie bisher nur bis 4 geöffnet. Ein großer Brand, der auf Selbstentzündung zurückgeführt wird, kam gestern früh um 4 Uhr in einem Schuppen Sickingen- straße 21/23 zum Ausbruch. Als der 15. Löschzug dort ankam, standen große Vorräte Preßkohlen in Flammen. Um diese zu löschen, mußte tüchtig mit mehreren Rohren stärksten Kalibers Wasser gegeben werden. Der Schuppen ist zum Teil niedergebrannt. Auch in der Gleimstraße 62, Glasgower Straße 2 und einigen anderen Stellen mußten Preßkohlenbrände gelöscht werden. Wegen Gasvergiftungen, die jetzt täglich gemeldet werden, wurde die Wehr nach der Weißenburger Straße 18 und anderen Straßen ge- rufen. In allen Fällen waren Wiederbelebungsversuche von Erfolg. Vorort- l�ackricbtelh Neukölln. Zwei FuhrwerkSdieve wurden gestern von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Die Diebe stahlen der Speditionsfirma Kmlel in Berlin, als deren Kutscher sein Fuhrwerk kurze Zeit vor dem Hause Elisabethufer 19 unbeaufsichtigt hatte stehen lassen, Wagen mit Pferden und Ladung und fuhren davon. Der leere Wagen wurde später mit nur einem Pferd bespannt auf dem Richardplatz aufgefunden. Ein hiesiger Noßschlächter meldete bald darauf der Polizei, daß zwei Männer ihn: ein Pferd zum Kauf angeboten hätten. Er war auf den Kauf scheinbar eingegangen und bestellte die Leute zur Empfangnahme des Geldes nochmals zu sich. Als sie erschienen, wurden beide festgenommen. Sie entpuppten sich als ein Kutscher R. Roblau und ein Rohrleger B. Hein. Einen Teil der Ladung hatten sie schon anderweit veräußert. Aus der Magistratsfitzung. Der durch die KanalisattonS- arbeiten notwendig werdenden Beseitigung der Bäume auf dem Dammweg wurde zugestimmt. Der Ausführung eine» Zentral- heizungsanlage in der Turnhalle Weisestraße wurde zugestimmt. Die Abhaltung einer wöchentlich einmaligen Sprechstunde der Trinkerfürsorgestelle in einem Bureauraum deS Rathauses soll gestattet werden. Es soll dafür ein dem Gewerbcbureau zur Ver- fügung stehender Bureaurauni dienen; der Zugang dazu ist von der Erkstraße aus zu nehmen.— Die Zustimmung deS Gesellenausschusses zu dem Antrage der Bäcker-Zwangsinnung auf Zu- lassung der Jimungskrankenkasse nach Artikel 18 des Einsichrungs- gesetzcs zur Reichsversicherungsordnung wurde gemäß§ 95 der Gewerbeordnung ergänzt. Ein Hniidtaschenräuber wurde gestern vormittag von der hiesigen Kriminalpolizei festgenommen. Am abend vorher entriß ein Mann einer Frau aus der Herzbergstraße die Handtasche, in der sich 22 M. in barem Gelde, einige Schlüssel und sonstige Sachen befanden und ergriff damit die Flucht. Die Frau hatte den Mann in einer Schaukwirtschaft kennen gelernt und dieser hatte sich, angeblich weil beide denselben Weg zu machen hatten, erboten, sie ein Stück deS Weges zu begleiten. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß dieser Mann ein Arbester Bruno Zippel aus der Thomasstraße war und nahm ihn daraufhin gestern morgen fest. Schöneberg. Liste Nr. 108 der Ferienkolonie ist abhanden gekommen. ES wird ersucht, sie anzuhalten, falls darauf noch weiter zu sammeln versucht loird, und in der Zeitungsexpedition Martin-Lutherstr. 69 abzugeben. Steglitz. Selbstmordversuch vor einem Straßenbahnwagen. Auf entsetzliche Weise suchte sich die 17jährige Margarete Horn, HubertuSstr. 12, das Leben zu nehmen. Mit dem Rufe:„Eisner ist mein Unglück!" warf sich daS hübsche junge Mädchen vor einem in voller Fahrt be- findlichen Straßenbahnwagen der Linie lll. an der Ecke der Kieler und Schloßstraße auf die Gleise. Die Selbstmörderin wurde vom Vorderperron erfaßt, eine längere Strecke mitgeschleist und in schwer« verletztem Zustand« vom Platz gettaMN. Koch Anlegung von Rot» verbändk» auf dir Rettungswache fand sie im KtMleahaust Auf. nähme, wo man an ihrem Aufkommen zweifelt. Eifersucht soll die H. zu dem Verzweiflungsschritt getrieben haben. Die Eltern des jungen Mädchens, in deren Begleitung sich die Lebensmüde befunden hatte, mußten Zeugen des aufregenden Vorganges sein. Pankow. Das hiesige Gcwerbcgericht hatte sich nach dem Bericht über seine Geschäftstätigkeit im Jahre 1911 mit 491 Streitsachen zu be- fassen. Bei letzteren handelte es sich 7 mal um Klagen der Arbeit- geber, 893 mal um solche der Arbeitnehmer und in einem Falle um eine Streitsache zwischen Arbeitern desselben Arbeitgebers. Von den 491 Sachen fanden ihre Erledigung: 194 durch Vergleich, 77 durch Zurücknahme der Klage, 29 durch Verzicht auf Fortsetzung des Pro- zesses, 1 durch Anerkenntnis, 63 durch Versäumnisurteil, 194 durch andere Endurteile, 11 durch Nichterscheinen der Parteien. 21 Sachen gingen unerledigt in das Geschäftsjahr 1912 über. In den durch Endurteil erledigten 194 Streitfällen wurde 51 mal auf Verurteilung nach dem Klageantrage, 14 mal auf teilweise Verurteilung und 39 mal auf Abweisung«der Klage erkannt. Außerdem hatte das Gewerbegericht noch 21 vom Vorjahre in das Geschäftsjahr 1911 übernommene Streitsachen zu erledigen, und zwar: durch Ver- gleich 6, durch Zurücknahme der Klage 1, durch Verzicht 2, durch Versäumnisurteil 7, durch Verurteilung nach dem Klageantrage 1, durch teilweise Verurteilung nach dem Klageantrage 1 und durch Abweisung der Klage 3 Sachen. Als Einigungsamt gemäß§ 34 des Ortsstatuts ist das Gewerbegericht nicht in Aktion getreten. Desgleichen sind Gutachten und Anträge über gewerbliche Fragen gemäß§ 48 des Ortsstatuts und Z 75 des GewcrbcgerichtZgesetzes im Berichtsjahre nicht abgegeben worden. Rosenthal-Wilhelmsruh. Agitationsversammluug. Während sich die besitzende Klasse am Nord- oder Ostseestrande tummelt oder im Hochgebirge„Erholung" von der letzten Saison sucht, benutzt der organisierte Arbeiter seinen freien Sonntag dazu, um Aufklärung unter die Landarbeiter zu tragen und ihnen das widersinnige unserer Gesellschaftsordnung vor Augen zu führen. Sonntagnachmittag hatten sich zahlreiche Zuhörer zu einer öffentlichen Versammlung auf dem Grundstück von Kablitz an der Windmühle eingefunden, in der Genosse Moses-Berlin über das Thema„Preußen-Deutschland in der Welt voran" sprach. Ein- geleitet wurde der Vortrag durch das Lied„Empor zum Licht", vor- getragen vom„Freien Männerchor Wilhelmsruh". In eineinhalb- stündiger Rede geißelte der Referent das Verhalten unserer herrschenden Kaste und kam besonders auf die Kriegsgefahren, in denen Deutschland oft schwebte, zu sprechen. Manch alter Land- mann nickte dem Redner zu, wie er von den Schrecknissen der Kriege sprach, und reicher Beifall dankte dem Referenten am Schlüsse seines Vortrages. Genosse Hecht machte die Anwesenden darauf auf- merksam, daß der organisierten Arbeiterschaft in Rosenthal kein Lokal zur Abhaltung von Versanimlungen zur Verfügung st e h t. In einigen Wochen findet hier das Erntefest statt und sehen die Herren Wirte die Arbeiterschaft sehr gern als Konsnmenten in ihren Lokalen. Jeder ehrliche Arbeiter muß aber dafür sorgen, daß die Lokale, die man uns nicht zu allen Veranstaltungen zur Ver- siigung stellt, aufs strengste gemieden werden. Waidmannslust. Die Generalversammlung des Bezirks-Wahlvereins Waidmannslust befaßte sich zunächst mit dem Bericht über das abgelaufene Geschäfts- jähr. Genoise Luscher berichtete über die bemerkenswertesten Vor- kommnisse im Berichtsjahr. Die Mitgliederzahl ist von 379 auf 467(darunter 77 weibliche) gestiegen. Die Arbeiten zu den Reichs- tags- und Gemeindewahlen sind durch gute Erfolge belohnt worden. Mit einer Ausnahme haben in allen Orten des Bezirks unsere Ge- nossen Einzug in die Gemeindevertretungen gehalten. Im Bezirk Waidmannslust haben wir 12 sozialdemokratische Gemeindevertreter. Versammlungen wurden 39, darunter 7 Mitgliederversammlungen, abgehalten! außerdem gelangten 92 999 Flugblätter und Broschüren zur Verteilung. Die Zahl der„Vorwärts"-Leser ist auf 416 ge- stiegen; 15 Lokale stehen der Arbeiterschaft zu allen Veranstaltungen zur Verfügung.— Der vom Genossen Knuth vorgetragene Kassen- bericht wies an Einnahmen 2795,99 M. und an Ausgaben 2516,39 M. auf.— Als Funktionäre wurden gewählt: 1. Bezirksleiter Heinrich Sohrauer, 2. Bezirksleiter August Luscher; Kassierer Knuth; Schrift- führer Artur Stegmaier! Revisoren Fritz Blümel, Rudolf Prieß- meier und Paul Pönnicke; Bibliothekar August Schulz; Lokal- kommission A. Stegmaier. Oranienburg.» Ein tragischer Vorfall, der einem sechsjährigen Knaben das Leben kostete, ereignete sich gestern nachmittag. Die Eheftau Tschäge batte ihre beiden kleinen Söhne zum Kaufmann geschickt, wo sie ein Stück Speck holen sollten. Als die beiden Brüder, von denen der eine sechs der andere drei Jahre zählt, heimkehrten, stellten sie sich eine Weile an der Pinnower Schleuse auf ein Laufbrett und Plötz- lich entglitt dem ältesten Knaben der Spreck und fiel ins Wasser. In seiner Angst sprang der Junge hinterdrein, um den Speck wieder herauszuholen. Er ging jedoch unter und nun rannte der kleinere Bruder ängstlich davon. Er eilte zur Mutter und erzählte ihr den Vorgang, doch als die unglückliche Frau mit Nachbarn zur Rettung ihres Sohnes herbeieilte, war es zu spät! nur noch die Leiche des Knaben konnte man aus dem Wasser herausholen. Die Festsetzung der Pension auf 5999 M. für den Bürgermeister Beuthner wurde in der letzten geheimen Stadtverordneten-Versamm- lung mit nur einer Stimme Mehrheit beschlossen. 13 Stadtverordnete stimmten dafür, während sich 12 dagegen erklärten. Rudow. In der Generalversammlung des Wahlvereins gab Genosse Kusig den Bericht des Vorstandes. Hiernach beträgt die Zahl der Mitglieder am Ort 34 gegen 9 beim Abschluß des vergangenen Geschäftsjahres. Es wurde seitens der Genossen bei den Wahlen intensiv gearbeitet und konnten wir bei der Reichstagswahl soviel Stimmen auf unseren Kandidaten vereinigen, wie die bürgerlichen Kandidaten zusammen. Bei der Gemeindevertreterwahl hatten wir wegen der ungünstigen Wahlzeit ein negatives Resultat; trotzdem wir den Gemeindevorsteher ersuchten, die Mahlzeit von 4 bis 7 Uhr abends festzusetzen, setzte er die Wahlzeit von 19 bis 12 Uhr vor- mittags an und ließ unser Gesuch unbeantwortet. So wird der Arbeiterschaft auch hier gezeigt, wie gering sie von dem Herrn Gemeindevorsteher eingeschätzt wird; dies sollte jedem Arbeiter die Augen öffnen und er sich der Partei anschließen, um ge- meinsam gegen die Machtgelüste zu protestieren. Genosse Bolz gab den Kassenbericht: Ter Gesamteinnahme von 298,47 M. stand eine örtliche Ausgabe von 59,27 M. gegenüber. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: O. Schulze, 1. Vorsitzender, W. Kusig, 2. Vorsitzender, A. Bolz, Kassierer, Z. Rostig, Schriftführer, O. Hübner, Beisitzer, A. Krien, P. Nagott, W. Noppcns, Revisoren. O. Schulze, G. Heumerling, K. Lange, A. Olczewski, Lokalkommission. Zu tadeln war der schwache und unpünktliche Versammlungsbesuch. Jeder Genosse müßte es bei den hiesigen Verhältnissen als Ehrenpflicht betrachten, nicht nur einzelne Genossen arbeiten zu lassen, sondern selbst wacker mit Hand an- zulegen, damit wir alle ergebnisreiche Arbeit leisten. Außerdem muß noch darauf hingewiesen werden, die Lokalsperre strikte zu beachten, und bitten wir die Berliner Genossen, bei etwaigen Ausflügen uns in dieser Sperre möglichst zn unterstützen. Saal- lokale stehen uns, trotz anstrengender Arbeit, noch nicht zur Verfügung, und sind die Verkehrslokale A. Palm und R. Rolle, beide Köpenicker Straße. Zeuthen-Miersdorf. Um die Agitation zu beleben, haben sich die Orte Zeuthen und M i e r s d o r f von Eichwalde getrennt und einen selbständigen Wahlverein gebildet. Die Mitgliederzahl beträgt zurzeit in Zeuthen 41 und in Miersdorf 17. Der neugewählte Vorstand setzt sich aus folgenden Genossen zusammen: Feiertag, 1. Vorsitzender; August Schulze. 2. Vorsitzender; Behling, Kassierer; Bensch, Schriftführer; Elise Hüttig, Beisitzerin; Feith, Lehmann und Schmidt, Revisoren; Behling, Bibliothekar; Calies, Furich und Stepper, Lokalkommission. Die Zahlabende sollen gemeinschaftlich und zwar abwechselnd in Zeuthen und Miersdorf abgehalten werden.— Das Sommerfest findet am 11. August im Lokal von Lindemann in Zeuthen statt. Potsdam. Die Verschmelzung der Potsdamer Ortskrankenkassen wird gegen- wärtig von verschiedenen Seiten angeregt, ohne leider immer auf fruchtbaren Boden zu fallen. Zurzeit bestehen in Potsdam noch sieben verschiedene Ortskrankenkassen, wovon einige die Wichtigkeit einer Zentralisierung, wozu jetzt die Reichsversicherungsordnung die beste Gelegenheit bietet, noch lange nicht begriffen haben. Es liegt dies leider auch sehr viel an den Mitgliedern dieser Kassen, die sich herzlich wenig um die Vorgänge kümmern und die Erledigung der Angelegenheiten ihrem Vorstande überlassen, bei dem sehr oft das Eigenintercsse ausschlaggebend ist. Die kleineren Ortskrankenkassen werden nebenamtlich verwaltet und die Entschädigung, die an die Verwalter der Kasse gezahlt wird, spielt bei der jetzigen Ver- schmelzungsfrage keine untergeordnete Rolle. Nicht erst einmal hat man die Frage zu hören bekommen:„was soll denn dann aus mir werden". Wenn auch anerkannt werden soll, daß für manchen durch die Verschmelzung der Kasse eine Einnahmequelle in Wegfall kommt, so hat dies mit der Sache selbst doch nicht das geringste zu tun, denn schließlich sind die Kassen doch nicht dazu da, um für einzelne Personen Vorteile zu bieten. Es wäre jetzt Zeit, daß die Mitglieder der kleinen Kassen sich endlich etwas mehr um ihre An- gelegenheiten kümmern und unter allen Umständen auf den Zu- sammenschluß aller hier bestehenden Kassen zu einer großen gemein- samen Krankenkasse bestehen. Wenn auch die Aufsichtsbehörde in Potsdam letzthin mit einem recht schlechten Beispiel vorangegangen ist, als sie die Genehmigung zur Gründung einer Bäcker-Jnnungs- krankenkasse erteilte, so sollten doch die Mitglieder aller anderen Kassen zeigen, daß sie mehr soziales Verständnis besitzen als manche Aufsichtsbehörde. �Eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung findet heute Mittwoch, abmds, bei Glaser in der Kaiser-Wilhelni-Straße statt. Tages- ordnung: Zweck und Ziele des Arbeiter-Samariterbundes. Hu 9 aller Mclt. Unterm Krummstab ist gut tagen. Mitte September wird in Wien ein internationaler Pfaffen- kongreß unter dem Titel„Eucharistischer Weltkongreß" abgehalten werden. Der Vertreter des Papstes und seine Begleiter werden als Gäste des Kaisers in der Hofburg wohnen. Das ist schließlich Franz Josephs Privatgeschmack. Aber etwas anderes ist eS, daß die k. k. Staatsbahnen mit ihrem Riesendefizit und ihrem Sparsystem, das die teuersten'Tarife mit dem schlechtesten Reisen kombiniert, den Be- sitzern der Kongreßkarte halben Fahrpreis von der Grenze gewähren. Der Wiener Bezirksschulrat stellt Schulsäle als Massen- quartiere zur Verfügung und ordnet eine besondere Kommunion (Ohrenbeichtc) der sündenbeladenen Schulkinder für die Kongreßwoche an, und der klerikale Minister des Ressorts, in dem schon nach Grill- parzer der Kultus längst den Unterricht erschlagen hat, Herr tzussarek hat verfügt, daß den Lehrern und Professoren überall schlankweg Urlaub zu dem Pfaffenkongreß zu erteilen sei und, wenn dadurch der Unterrichtsbetrieb unmöglich werde— d. h. genug Lehrer den Avancementswink mit dem Krummstab befolgen—, die Schulserien eben einfach eine Woche länger zu dauern haben.„Seh'ns, so guat ham's die Schwarzen in Wean!" Italienischer Banditenstreich. Aus F e r r a r a wird ein furchtbares Verbrechen gemeldet. Bei hellichtem Tage drangen Banditen in das mitten in der Stadt ge- legene Haus des reichen Grundbesitzers Occhiobello ein. Sie holten dessen Automobil aus der Garage und ergriffen die hinzukommende bildhübsche 24jährige Tochter Occhiobellos, die sie in den Kraft- wagen hineinhoben. Dann fuhren sie in rasendem Tempo davon, indem sie sich die Verfolger mit R e v o l v e r s ch ü s s e n vom Leibe hielten. Am nächsten Morgen wurde die Leiche der unglück- lichen Tochter auf einem Pachthofe in furchtbar verstümmeltem Zustande aufgefunden. Die Polizei, die den Mördern bereits auf der Spur sein soll, neigt der Annahme zu, daß es sich um einen Racheakt gegen Occhiobello handelt. Eine sozialistische Subskription für ein Universitäts- diplom. Ueber eine merkwürdige Kundgebung der Parteisolidarität wird aus Spanien berichtet: Der Artilleriehauptmann Oskar Perez S o l i s in Valladolid, der sich zu sozialistischen Ideen durchgerungen hatte und daraus kein Hehl machte, geriet dadurch mit seinen reaktionären Regimentskameraden in Konflikt. Diese forderten ihn unlängst auf, seine unter einem durchsichtigen Pseudonym betriebene Mitarbeit am lokalen Parteiblatt„Adelante" einzustellen. Genosse Perez Solis verließ nicht die Redaktion, sondern die Armee. Er beabsichtigte, sich der Advokatenlaufbahn zuzuwenden. Er vollendete seine schon früher begonnenen Rechtsstudien, aber es fehlten ihm die Tax�r, die für das Diplom des Licentiaten des Rechts zu er- legen sind. In dieser Situation beschlossen die Parteigenossen, ihm beizuspringen. Es wurde eine Sammlung eröffnet, für die ein Maximalbeitrag von 59 Cent festgesetzt ist. Der Erfolg war sehr erfreulich. Die erste Liste wies 336, die zweite 333 Mehrzeichner auf. Eine dritte zirkuliert jetzt in der französischen Partei. Auf ihr stehen die Namen Jaurss und der Redakteure der„Humanits" sowie der Gustav Herves, der ein Lied davon zu singen weiß, daß die Anwälte von Pari? nicht duldsamer sind als die Artillerieoffiziere von Valladolid._ In der Mordaffäre Rosenthal wurden gestern drei neue Verhaftungen vorgenommen. Die drei Verhafteten sind der Spieler Louis Weber, der Apachen- führer Sam Paul sowie ein Mitglied der Bande des Paul, namens Jack Sullivan. Die beiden ersten sind des Mordes angeklagt, die Anklage gegen Sullivan lautet dagegen nur wegen Beihilfe zum Morde, Wie die Untersuchung des Staatsanwalts Whiteman ergeben hat, sind eine halbe Stunde vor dem Morde sämtliche in der Nähe des Metropolhotels, vor dem die Bluttat ausgeführt wurde, haltenden Automobile entfernt worden, um die sofortige Ausnahme der Verfolgung unmöglich zu machen._ Kleine Notizen. Mord und Selbstmord. Aus Breslau wird vom 23. Juli ge- meldet: Der Unteroffizier im 51. Jnfanterie-Regiment Fritz Anton erschoß in der vergangenen Nacht seine Braut, die Verkäuferin Elsa Winter in ihrer Wohnung in der Bahnhofstraße. Hierauf gab Anton mit seinem Dienstgewehr einen zweiten Schuß gegen sich selbst ab. Beide waren sofort tot. Der Grund zur Tat ist un- bekannt. Vom Luftmilitarismus. Das Luftschiff Z- 3 ist, nachdem es noch eine Fahrt zur Erprobung der Geschwindigkeit gemacht hatte, vom preußischen Kriegsmini st erium abgenommen worden. Die Geschwindigkeit des Luftschiffes wurde mit beinahe 22 Sekundenmetern(ca. 73 Kilometer die Stunde) festgestellt. Z. 3 ist somit das schnellste Luftschiff. Wolkenbruch. Aus T r o p p a u(Oesterreich) wird vom 23. Juli gemeldet: Infolge eines nachts über Friede! und Umgebung nieder- gegangenen wolkenbruchartigen Regens trat die Ostra- witza über die Ufer und überschwemmte das umliegende Gebiet. Die Regulierungsarbeiten erlitten schweren Schaden, drei bei diesen Arbeiten beschäftigte Erdarbeiter wurden durch die hereinstürzenden Wassermassen überrascht und ertranken. Blutige Licbestragödie. Wie aus A m i e n s gemeldet wird, hat sich in einem zurzeit dort weilenden Wanderzirkus eine blutige Liebestragödie abgespielt. Ein junger österreichischer Artist. Georg Collea mit Namen, gab auf seine Geliebte, die Holländerin Way Luming, mehrere Revolverschiisse ab. Diese flüchtete in einen Tiger- käsig, wohin ihr Collea folgte und noch zweimal auf sie feuerte. Die Artistin stürzte tödlich getroffen zusammen; der Mörder wurde verhaftet. Das Motiv der Tat ist Eifersucht. Automobilunglück. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich in Burgos(Spanien). Ein Automobilomnibus stieß auf der Fahrt zwischen Aranda und Duero gegen einen Baum und stürzte um. Fünfzehn Personen wurden verletzt, sechs von ihnen lebensgefährlich. Ueberfall auf einen Eisenbahnzug. Nach einer Meldung aus Madrid hielten acht maskierte Räuber bei Torres Cabrera einen Eisenbahnzug an und versuchten die Post zu rauben. Der Gendarmerie, die den Zug begleitete, gelang es jedoch, die Ausführung des Anschlages zu verhindern und drei der Banditen festzunehmen.____ Bnefhaftcti cfer Kcdahtion. Die juristische Sprechstunde findet bis auf weiteres von 7 bis 9>/z Uhr abends— Sonnabends von l'/z— 6 Uhr— Lindenstr. 69, IV/Etage(Fahrstuhl) statt. Gerbsch, Wissmannstr. Unseres Wissens Döberitz oder Hagenau.— Eilt 110. Eine solche Ausstellung findet von Zeit zu Zeit im Gewcrk- schastshause, Engcluser IS, statt und wird dann jedesmal im„Vorwärts- daraus hingewiesen.— A. Z. 11. Ersahren Sie bei der Eiscnbahndirckkwn, Schönebcrger User 1— 4.— O. W. Neuenburger Str. 23. Mittwoch und Sonnabend, 5—6 Uhr.__ Marktbericht von Berlin am 22. Juli 1912, nach Ermittelung d es lönigl. Polizeipräsidiums. M a r t t h a 1 1 c u p r e i s e.(Kleinhandel) 199 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,99— 59,99. Speis cbohnen, weiße, 30,99—60,09. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 10,00—16,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch, Bauchflcisch 1,50— 1,80. Schweinefleisch 1,50—2,00. Kalbfleisch 1,50— 2,40. Hammelfleisch 1,70— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 3,40— 5,20. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,20. Aale 1,20—3,20. Zander 1,60-3,60. Hechte 1,20—2,80. Barsche 0,80-2,40. Schleie 1,20—3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 2,00—40,00._ Lese- und Diskutierklub„Südost-. Heute Mittwoch, abends 8't, Uhr, Sitzung bei Neidhardt, Görlitzer Str. 58: Vortrag. Gäste will- kommen. Witterungsübersicht vom 23. Juli 1912. Stationen S fa 8 e« g= s« 760 NO 76lOSO Swinemde. tamburg erlin 760N Franks.a.M. 76113® München 762!«® Wien|758i®N® « i = H if Wetter 2 heiter 2 wolkig 2halb bd. INebel Abedeckt Äbedeckt as ti% 20 18 20 15 17 17 Stationen Haparanda Petersburg Scilly Aberdeen Paris 5.2 »•n ZK B? 768 NNO 761NO 758 Still 763!NN® 761(®S® S Wetter 2wolkenl 2 heiter wolkig bedeckt bedeckt C* t- 13 13 14 12 17 Wetterprognose für Mittwoch, den 24. Juli 1912. Ziemlich warm bei mäßigen nordöstlichen Winden und veränderlicher Bewölkung, ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Wafferstands-Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M emel, Tilflt P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor „ Krassen , Franksurt Warthe, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg l)+ bedeutet Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandaus . Rathenows Spree, Sprembcrg') , Beeskow W e f e r, Münden Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub Köln Neckar, H-ilbron» Main. Hanau Mosel, Trier Unterpegel. Arbeitsnachweis: H°f I. Amt Norden, Nr. 1239. Verwaltigsstelle Berlin CharitSftraste 3. Hauptbureau; Hos in. Amt Norden, Nr. 1987 Donnerstag, den 25. Juli 1912, abends 6 Uhr, in den Mnsiker-Festsälen, Äaiser-Wilhelm-Str. 18in(großer Saal): IrsnvKen-Verssmmwna. der Eisen-, Metall- und Renolnerdreher, sowie Rundschleifer. Tagesordnung: Fortsetzung der Branchenvcrsammlung vom 2S. Juni. Da in dieser Versammlung wichtige Beschlüsse gefaßt werden sollen, ist es notwendig, daß jeder Kollege anwesend ist. jtlitglledsbach legitimiert. Tonners�sg, den 25. Juli 1912, abends 8 Uhr, in den Mnsiker-Festsälen, Kaiser-Wilhelm-Str. 18in(unterer Saal): Mitglieder- Versammlung der Elektromontenre und Helser Groß-Serlins. Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten und Bericht der Kommission. 2. Abrechnung vom Kunstabcnd. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller organi- sicrten Kollegen. MF' Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Donnerstag, den 25. Juli 1912, abends 8l/z Uhr, in den Bornssia-Sälcn, Ackcrstr. 9/7': WM" Versammlung"MR aller i« vcu Elseugießemeu beschäftigten Former und Kerussgenoffeu. Tagesordnung: 1. Wie werden die Vereinbarungen von 1911 von unseren Kollegen und von den Unternehmern gehalten? 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ver- schiedenes.— Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 121/10 __ Die Ortttverwaltung. Verband der Maler, Sadderer, Anstreicher usw. Bureau: Mclchiorstrasie 28, pari. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. TUiale Serlin. Arbeitsnachweis: Rückerstraße 9. Fernsprecher: Amt Norden 6798. Donnerstag, den 25. Jnli, abends Z'/z Uhr, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Str. 96/97: Mitglieder-Bersammlung. Tagesordnung: 1. Der Ablauf unseres Tarifvertrages, und welche Forderungen unterbreiten wir den Arbeitgebern't 2. Beschlutzfassung über die einzureichenden Forderungen. - Mitgliedsbuch legitimiert.- Kollegen! Angesichts der wichtigen Frage der ferneren Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen — die hier zur Erörterung und Beschliißfassung steht— erwarten wir, daß kein Kollege in dieser Ver- sammlung fehlt.(129/19�) Die Ortsverwaltung. ner m Verwaltung Berlin. Mitglieder-Versammlungen: Stock« und ZeEiuloidarbeiter Tonnerstag, den 25. Juli, abends 51/, Uhr, in den„Kitter- sälen"(Jnh. Bercht), Ritterstraste 75. TageSo rvuung. 1. Bericht vom Verbandstage. 2. Branchen- angelcgcnheit._ Stellmachen Tonnerstag, den 25, Juli, abends S1/, Uhr, im„Rosen- tbalcr Hol", Rofeuthaler Straste 11—12. Tagesordnung: 1. Bericht vom VcrbandStage. 2. Bericht vom 2. Quartal. 86/19 IMe Ortsvcrwaltnng. I verkaufe ich fDBk s»__ erstklassiges Fabrikat! (9 mal prämiiert, Staatsmedaille) B1� n B B BJiw� in, allen. Hplz- u. Stilarten, von • B B B'kW wunaerpar. Tonfülle(Flügelton) .ow.o Flügel nna Harmoniums gegen kleine monatliche Teilzahlung - Für jedes Instrument gewähre loh 20jährige schpiltliche Garantie- Benin, Ansbacher Strasse I, Conrad KrailSO Ncllf�l) EolceKurnirslenilr Tel. Oh 104t0 Auch Sonntags geOTfnot. Bekanntmachung. Die in der Generalversammlung der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Berlin-VriN vom 30. April 1912 beschlossenen Abänderungen der ZZ 13 Abs. 3. 18. 20 Abs. 1 und 66 lauten folgendermaßen: § 13 Abs. 3. Im Falle der Erwerbsunsähigkcit vom ersten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab sür jeden Kalendertag die Hälfte deS durchschnittlichen Tage- lohnes(§ 12) als Kranrengeld. s IS. Mitgliedern, welche gleichzeitig an- derwcit gegen Krankheit versichert sind, wird das Krankengeld nicht gekürzt. s 26 Abs. 1. Für den TodeSsall gewährt die Kasse den 30fachen Betrag deS durch- schnittlichen Tagelohnes alS Sterbe- gelb. 277/13 § 66. Es muß heißeii: anstatt„ N i x d o r s e r Tageblatt" jetzt„Neuköllner Tageblatt". Die übrigen Publikaitonsorgane bleiben. Der Vorstanck. H. Langguth, n. Vorsitzender. Genehmigt. Potsdam, den 27. Juni 1912. (L. S.) Namens des Bezirksausschusses. Der Vorsitzende. In Vertretung B. 8235. Unterschrist. Veröffentlicht. Berlin-Britz, den 23. Juli 1912. Obige Abänderungen treten mit dem 22. Juli 1912 in Krast. Der Voratand. H. Langguth, El. Vorsitzender. Ziehung am 1. n. B. Auguet in Bona. Erste w Pferde- Lrterae- otterle. 5717 Gewinne, Gesamtwert M. 80000 40 Pferde, Wert Mark 50000 5077 Sübergo winne Mark 30000 1, Hauptgewinn Wert Mark 10000 Rheinische Lose ä 1 M. 1 1 Lose= 10 M., Porto n. Liste 30 Pt in allen Lotteriegeschäften, LoseverkaufostelJen und darch Lud. Müller& So. Berlin O. Breite Str. B. Stoff? Anzug od. Paletot ' ick, dauerh. Zutaten i. Moritz Labend "I.(Stodtb. B6n.) 9 Theater und Vergnügungen Mittwoch, 2s. Juli 1912. Ansang 7'/, Uhr. Pratcr. O diese Berliner. Siniang 8 Ubr. � Urania. Bon Meran zum Ortler. Köiiiggräher Straße. Die süns Franlsurter. Kurfnrsteiioper. Der Tanzanwalt. Neues. Der liebe Augustin. Bertiner. Große Rosinen. Schuir,. Gbartottenburg. DaS Konzert. Thalia. Autolicbchcn. Metrovoi. Schwindelmeier u. Co. Apollo. Svezialitätcn. Passage. Spezialitäten. Reichshallcn. Dresdener Viktoria- Sänger. W�Uergarten. Spezialitäten. Anfang 8'/, Uhr. Kessing. Vergnügungsreise. Arnes Schauipielbans. Sylvester Schäsicr. 1. Klasse. Lustspielhaus. Ein Königreich m. b. H. Neues Operetten. Parkettsitz Nr. 10. rzpiedr.. Will,. Schauspielhaus. Die keusche Susanne. Noie. Tragödie einer Ehe. FolieS Gaprice. Parifiana- Ensemble. Ansang 8st, Uhr. Kleines. Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Der Herr mit der grünen Krawatte. Königftapt-Kasino. Spezialitäten. Ansang 10 Uhr. Admiralspalast. Eisballett: Yvonne. Sternwarte. Jnvalidenftr. 57—62. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der liebe Augustin. Operette von Leo Fall. Schiller-Theater Eharlottciibnrg. Das Konzert. Lustspiel in 3 Akten von Herm. Bahr. Ansang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr. Morgen und folgende Tage: Da« Ii«»?. ort. berliner Lüenter. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. IdMiiillei'WgMei'Sti'ck Abends 8 Uhr: Oie-S Frankfurter. OSE=THEATE Große Frankfurter Str. 132 Die Trapiüe einer Ehe. Ansang 81/, Uhr. Aus der Gartenbühne: Juhu! ES ist erreicht! Gr. Revue IIOQA. Intern. Kongreß Lebender Ab normitäten. Die größte Ausstellung lebender Naturwunder von 10 bis 10 Uhr in den Gesamträumen des Passage-Panoptikums. Eintritt, alles inkl. En Pf Kinder, Sold. 25 Pf. au' Metropol-Tlieater, Iwinilelmier! Phantastisch musikalische Komödie in 3 eisten au§ dem Englischen völlig jrci bearbeitet von I. Freund. Musik vonR. Nelson. U. a. Tänze v. W. Bishop. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstraßc 58. Heute: Islite-T'ag. Die Tchter der hkje Tanz bei groß. Orchester Kasseneröffnung 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. A.nicrilianl«clier VergntignngNpark. Heute Mittwoch: »ritten Pracht-Kiniler-Krntefcst mit Emte- festumzug, Erntefestspiel, Verlosung von Geschenken, Hauptgewinne: 2 goldene Uhren, l-iintrltt 15 Pf. Morgen Donnerstag: Elitetag. Feuerwerk. Beschlcllung von Port Arthur, Zerstörung des Schlaclitschiires Petro Pawlowitsch. Pyrotechniker E. Nielandt. ab Reederei Kaimt«Hertzer Keu! Billige Ferien-Extrafahrten 9!enkölln- Wildenbrnchbrncke. Jeden Montag und Donnerstag nach Freibad Abfahrt Clrünan, Kranipenbnrg u. Kene Mühle 1V Uhr vorm. Jeden Dienstag und Freitag nach Ken-Ahlbeeli Hin u. zurück und'eVoltersdorter Kchleuae 60 Pf. Jeden Mittwoch nach Freibad birünan, Kinder Krampenbnrg und Zlegcnhals die Hälfte. Abfahrt von Cafö Alsen an der Schlestschen Brücke, 10.20 vorm. Die Fahrten beginnen am Freitag, den 26. Juli. Achtung! Ab Bcrlin-Waisenbrücke am Sonntag, den 28. Juli und am 4. August nach 'TpitäiKt(Tornows Idyll,. Abfahrt 7-/. Uhr. Hin und zurück 2 Mark. Am Sonntag, den 28. Juli, nach Kramp cnbnrg. Abs. 9 Uhr. Hin und zurück. 1 Mark. Fahrscheine sind vorher in unserem Kontor zu haben! [)(>:/• 8.0CISCHCR• GARTEN Täglich: Großes Militär- , Doppel-Konzert. '1 Eintritt 1 Mark, von abends 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ectzte Woche I Ab 8 Uhr. Sensationeller Lacherfolg! Clown Alf. Daniels mit seinen Zirtusspäßen. Ada Paglnl Kgl. Kammervirtuosin, und 10 weitere gr. Attraktionen. �.dmiralspalsst am Bahnhof Friedriohstraße, ■/,. Z. einziger Eispalast. Angenehm klihler Aufenthalt. Heute 2 große Vorstellungen 2. Nachmittags und abends: Das sensationelle Eisballett „Yvonne". Willi Frick, der kleinste Eislaufkünstler. Bis 6 Uhr und von 10'/� Uhr abends halbe Kassenpreise. Restaurant 1. Ranges! Wein- und Bier-Abteilung. Königstadt-Kasino. Ecke Holzmarkt- u. Alcxandcrstr. mmi. August: 8 Glanznuiniiiern und„Die weiße Dameu Schwank mit Gesang. »MWIeii-fliM. Qastspiel der lieMMllmdmi'i Vietoi'iS'Ängei'. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7'/, Uhr. IUNA_ -|ARK 80 Veltattraktionen 30 Kongo, Zwergstadt, Die alte Mühle, Johnstowns Untergang usw. Entree 5© Pf. Saisonkarten 3 Mark. Kinder und Zwergstadt bis 6 Uhr frei. Rerllnerlllk-Trl Adr.rNeukölln CP Lahnstr.74I. 0 zynr den Jnbalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortnng. 14KÄKßiB4Sl4tai, 5 S? V/ VT-�'ViV'V�' V377i77779' Unserem alten Freunde und. � Parteigenossen 2S7Sb Z �Vilkeln, Hinz«v vi/ zu seinem 50. Geburtstage � Die Bez�iufiihrer der VIII. Abt. A � des dritten Kreises. | Todes-Anzeigen| Sozialdemokratischer Waiteein des ». Beri. Reichstags-Wahlkreises. Den Mitgliedern hiermit zur Nach- richt, dag unsere Genossin, Frau Vlxs Scknieber Admiralstr. 21 gestorben ist. Ehre ihrem Andenken Z Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-Fried- hoses in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht LllZ/LO Der Vorntand. Sozialdemokratischer Wahlverein tUr den i Berliner Reichstags-Wahlkreis. Landsberger Viertel. Bez. 403 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, dafj unser Genosse, der Heizer l*»«! Pflaum Kochhannstr. 21 gestorben ist. Ehre feinem Andenken: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den SS. Juli, nach- mittags VL Uhr, vmr der Leichen- Halle des Zentral- Friedhofes in Fricdrichsscldc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. trmaaaueawF-■iiiiiiwiiim i» 81m 22. d. Mts., entschlief sanft, I ganz unerwartet, mein lieber Mann, unser guter Vater, der Rcftaurateur Läugrä(ZokHscIii im 51. Lebensjahre. Die« zeigen tiesbetrübt an Zlartlia Gohlisch geb. Karg nebst Kindern,[25775 Echönwalder Strohe 8. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. d. Mts., nachmittags 3'/, Uhr, von der Kapelle des Daiikeskirchhoscs in Reinickendors- West, Blankestrahe, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Beri. Reichstags Wahlkreises. Am 22. d. M., verstarb unser Genosse, der Schaniwirt Eduard Gbhlisch Schönwalder Str. 8(Bezirk 653), Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet Donners- tag, den 25. d. M., nachmittags 3'l, Uhr, von der Halle deS Dankeskirchhoses in Reinickendors- West, Blantestraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 330/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des B. Beri. Reichstags-Wahlkreises. Am 21. b. M. verstarb unsere Genossin, Frau L-tiise Nachtigall Hochstr. 1b(Bezirk 801a). Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung finde�»h e u t e Mittwoch, den.24. Juli, nach- mittags 4 Uhr, aus dem Dantes- Kirchhos, Reinickendorf- West, Blantestrahe, statt. Um rege Beteiligung ersucht 230/19 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gurtler Herrn. Künnemann am 20. d. MtS gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch,' bin 24. Juli, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Lutsrn-Kirchhoses, Berg- mannstiaße, aus statt. Ferner starb unser Atglied, die Arbeiterin hülse �acdtlxall am 20. d. MtS. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 24. Juli, nach- mittags 4 Uhk, von der Leichen- Halle deS Dankes-Kirchhofes in Reinickendorf(Blankestrnße) aus statt. 121/11 Rege Beteiligung erwartet Die OrtSverwaltnng. Am Montag früh starb nach kurzem aber schwerem Leiden mein lieber Mann, unser auter Vater, Schwiegervater und Groß- vater, der Maurer Kar! �enendorl im 56. Lebensjahre. Schöneberg, den 23. Juli 1912. Die trauernden Hinterbliebenen Frau Harle Venendort nebst Kinder». Die Beerdigung findet Donners- tag. den 25. Juli, nachmittags 3 Uhr, aus dem Kirchhos bei der Blanken Hölle statt._ 48a Sozialdemokratischer Wahlverein Schönebergs. Bezirk 6.. Am Montag früh verstarb nach kurzen aber schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, der Maurer(Putzer) Karl Neuendorl im 56. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Juli, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des 2. Städtischen Friedhoses(Blanke Hölle) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 15/19 Der Borstand. DeulZelier ! Bauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Putzer hiermit zur Nachricht, daß unser treues Mitglied Karl Neuendorl (Bez. Schöneberg) am 22. Juli verstorben ist Ehre seinein Andenken:' Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Juli, nach- mittags 3 Uhr, aus dem Schöne- beraer Gemcinde-Friedhof(Blanke Hölle) statt. Um recht rege Beteiligung ersucht 141/1 Die Srtlieste Verwaltung SoziaideniokratisehJahlvereiD Kreis Niederimin Bezirk Lilchtenbers/. 81m Montag, den 22. Juli, ver« starb unser Mitglied Martin Krämer, Steinmetz, Friedrich-Karl-Str. 28. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn aus statt. Der Ziig fährt 3.20 Uhr vom Bahnhof�riedrichsselde. 14/14 Zentral-Verband der Bteinarbeiter. Zahlstelle Berlin. Am 22. Juli starb unser Kollege, der Steinmetz Martin Krämer im Alter von 37 Jahren an der Berusskrankheit. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Donncrstagnachmittag 4 Uhr aus dem Lichtenbcrger Fricdhose in Marzahn statt. Fahrgelegenheit: WAezener Bahnhos(Schi. Bhs.) 3 Uhr 10 Min., Bhs. Friedrichs- j-lde 3 Uhr 20 Min. 171/18 Um rege Beteiligung crlucht Dir Ortoverwal tung. Rudos-Votoin„Vorwärts", Berlin. Ilm Sonntag, den 21. d. Mts., verschied plötzlich infolge eines Herzschlages beim Baden unser «Portgenosse Otto Pofahl. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. d. M., nach- mittags 5'/, Uhr, von der Leichen- halle des«t. Georgen-Kirchhoses in Berlin, Landsberger Allee, aus statt. 2S76b Der Borstand. Deutseiier Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Oito Pofahl Nieder-Schöneweide, Fennftr. 16, im Alter von 31 Jahren gc- storbcn ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 24. Juli, nach- mittags 5'/, Uhr, von der Halle des Georgen-Kirchhoses, Lands- bergcr Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 86/20 Die DrtsverwaMung. SoziaiderooMehJaMvereiD Bez. Beinickendorf- Ost Ilm Sonntag, 21. Juli, verstarb unser Genosse, der Schlosser Georg Hahne Schillerpromenade 51 im 28. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr von der Leichen- halle des Gemeinde-Fricdhoss in der Humboldtstraße au? statt. Rege Beteiligung erwartet 241/11 Die Bezirksleitung. Zentral-Kranken-L'nterstiitzimgs- Verein der Sehmiede Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Georx Hahne am 21. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeinde-Fricdhos in Reinicken- dors, Humboldtstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 177/2_ Die Orlsverwaltung. Zentralverband der Zivilhemlsmusiker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 22. Juli verschied unser Kollege Alfred Meyer. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Juli, nach- mittags 3 Uhr, aus dem Zentral- Friedhos in FriedrichSselde statt. Um rege Beteiligung bittet 50/4 Der Vorstund. Deutscher Iransportarbeiter- Verband� Bezirk GroS-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Franz Danzke am Sonntag, den 21. d. Mts. im Alter von 58 Jahre ver- storbcn ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. Juli, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- halle des städtischen Kirchhofes, Müllerstraße, Ecke Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 65/12 Die Bezirksverwaltung. Verhaiid der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau unseres Kollegen Scbnlober, Olga g°b. Große (Admiralstr. 21, Bezirk 5) am Sonnabend, den 20. Juli ver- storbcn ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. Juli, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- balle des Zenttal-Friedhoses in FriedrichSselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/17 Die Orlsverwaltung. Allen Bekannten und Ver- wandten die traurige Mitteilung. daß meine liebe Frau nnd unsere herzensgute Mutter �uxuste Teltler geb. Orttnckcrx NO" last Dies zeigen ttefbetrübi an Hermann Zeltler und Kinder. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Juli, nach- mittags>/,6 Uhr. von der Halle des Luisen-KirchhoseS, am Fürsten- brunner Weg, au« statt. 4SA ch kurzen, aber schweren Leiden ist entschlasen ist. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten sowie dem Sportklub Osten meinen herzlichen Dank., Frau Helene Läufer 2574B nebst Mutter. ung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner guten Frau, insbesondere Herrn Max Behrendt für die trostreichen Worte am Grabe, sage im Namen aller Hinterbliebenen meinen auf- richtigen Dank. 2438b Baz Wegner, Lichtenberg. Kronprmzenstr. 8, Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben ManneS sage ich allen Leidtragenden meinen herzlichsten Dank. Mm Auguste Lippelt, Friedenau. 6a Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Beerdigung meines guten Mannes, des Berichterstatters 7b. Völcker sagen wir allen Beteiligten uvsercn besten Dank. Insbesondere danken wir der Me- daltion und den Berichterstattern des .Vorwärts", der Preßkommission, dem Buchbinderverband, dem Ver- band der Gemeinde- und Staats- arbeiter, dem Wahlverein Marien- dorf. der Redaktion der„Reuen Welt" sowie dem Genossen Willi Wach für seine herzlichen, trostreichen Worte am Grabe. Frau M. Ceiseler-Völeker nebst Kindern. WestniannsTrauerraagazin Extra- Abteilung I. Gesch.: BerlinW., Mohren- StraBe 37a(2 Haus von der Jerusalemer StraOe). III. Gesch.; Berlin NO.,Gro6e| Frankfurt. Str. 115(2. Haus| von der AndreasstraBe). Sehrgr.Ausw. fert. Kleider, HUte, Handschuhe, Schleier etc. v. einfachsten bis zum hochelegant. Genre z.äußerst niedrigen Preisen. Sonder-Äbteihmg: IHaßanrcrtigung in 10 bis 12 Stunden. flnnaliitieltellcn für„Kleine Hnzelgen" Berlin O. A. Hntuiiich, August str. S0, Eingang Joachimstraß«. Koppen» SpetseSis Verarbeiten Sic nur Beieiiei's Eis- Essenzen — natürliches Fruchtaroma enthaltend— und Ihr Absatz wird sich durch die vollendete L.nnlifät verdoppeln. Wrkiicher Fruchtgeschmack. Alle zugehörigen Substanzen. Auch d. Drogerien zu beziehen o. be- stellbar.— Erprobte Rezepte gratis. Dtto Kcichcl, Berlin SO. 43, Eisenbahnstr. 4. vom Harz, Riesengebirge, Sächsische Schweiz, Berlin, Dresden«sw. Buchhandlung Vorwärts Liindcnstraße 60(Laden). W. G. Schmidt, Kirchbachftr. 14. O. R. Haselbusch. Petersburger Platz 4. Gustav Vogel, straße 82. R. Wengels, Gr. Frankfurter Str. 120. .SiD. L. Zucht, Jnunanuelkirchstr. 12. I. Reul, Baniimstr. 42. vi. W. Baumann. Rbeinsberger Str. 67. F. Trapp, Dastianstr. 6. Karl Mars, Greisenhagener Str. 27. I. Hönisch, Nazaretbkirchstr. 49. H. Vogel, Lortzingstr. 37. A. Tirtz, Jnvalidenstr. 124. 8. Dechaud, Ruheplatzstr. 24. V�V. Karl Anders, Salzwedelerstr. 3. 8�V. H. Werner, Gneiienauftr 72. Daehn, Hagelberger Str. 27. 8. St. Frin, Prinzenslr. 31. F. Lehmann, Kottbuser Damm 8. fSD. Paul Böhm, Lausitzer Platz 14/15. P. Harsch, Engelujer IS. Adlershot. Karl Schwarzlose, Hofsmannftr. 9. Bannisehnienweg. H. Hornig, Marienthalerstr. 13, I. Borsigwalde. Paul Kicnast, Räuschftr. 10. Charlottenbnrg. Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Eriedriehshagen. Ernst Werkmann, Köpenicker Str. 18. 4*riinan. Franz Klein, Friedrichstr. 10. •Johannisthal. Pielicke, Kaiser-Wilhelm-Platz 6. Karlshorst. Richard Stüter, Rödelstr. 9, II. Köpenick. Emil Wifiler, Kietzerstr. 6, Laden. l,ichtcnberg. Ctto Seikel, W artend ergstr. 1. Äicdcr-Schöne weide. Gehrt, Britzer Str. 6. Aowwwes. Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 7. Oher-Schöneweide. Alfred Bader, Wilhelminenhosstr. 17 II Pankow. Ctto Ristmann. Mühlenstr. 80. Beinickendort. P.(Harsch, Provinzstr. 58, Laden. Uixdort. Ä»..f> ei und), Neckarstr. 2. Conrad. Hennannstr. 50. E. Rohr. Siegsriedstr. 28/29. Rnmnielsbnrg. A. Rosenkranz, AII-Boxhagen 56. Schöneberg. Wilhelm Biinmler, Martin-Luther-Str. SS im Laden. Spandan. Koppen, Brcitestr. 64. Steglitz. H. Bernsee, Alsenstr. 5. Tciupeihot. Joh. Krohn, Borussiastr. 62. T.reptow. Robert Grameuz, Kiesbolzstr. 412, Laden. >V.eiUense.e. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Schillert, König-Thaussee 39» Wlimersdort. Paul Schubert, WilhelmSaue 27. �Vur�hurger Hühneraugenmittel von Dr. H. Enger.— Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung frei. Ohne Zweifel die bequemste u.wirksamsteHilfe. Der Schmerz ist in SMin. fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.(Enthält Salicylsäure u. indischen Hansextrakt.) N. UligCr IN WÜFZbUrg. Berlin(20 Pf.): Salomen- Apotheke, Charlottenstraße 54.— Greif- Apotheke, Barnimstr. 33.— Wo nicht, zu haben: Rosen-Apotheke, WQrzburg. i i Otavistr. 39-33 ÄÄÄ d(tlf) t>!,»»»»,-»—.Wohnungen mit und ohne Bad, Ls MS A'ftXtnnitt' mit Warmwasser-Bersorgung. clektr. Nachtbeleuchtung, vorn und Gartenhaus, in neuen trockenen' Häusern sofort billig zu vermieten. Zu erfragen Nr. 37 beim' Verwalter Meyer, eine bewahrte Krankenkost für Erwachsene bei Störungen der Verdauung, bei Schwäche u.AppetitlosigKeH-. Hermann Meyer& Co., Ak(.-Ges., Wattstr. 11/12 empfehlen reine Fruchtsäfte mit feinster Raffinade, = ungefärbt und frei von Konservierungsmitteln.> I. Qualität Unsere Flaschen werden mit 10 Pfennig berechnet und zurückgenommen. G9- Käuflich-VS in allen Geschäften, welche unsere Waren führen.* & Literflasche ffl. 1.80. Himbeersaft Kirschsaft..... Johannisbeersatt Erdbeersaft... Cltronensaft.... II. Qualität in Champagnerfiaschen k 91. 0.85. Cltroncnmost, reiner Saftu. Zucker k 31. 1.10 pro Kiloflasche. (hlu�Serlen-Ausverkauf b.. Westmann Mohrenstmse 37a° Grosse Frankfurter Str. 115. Nur 3 Tage Serie X____ X3 TkXetris. Kostüms, Mäntel, Seiden-Jacketts, Ulster, Kleider, Leinen-Kostüme, dabei Stücke bis 58 Mark. Serie» ö... TWlftric Kostüme— Seidenmäntel. Tüllmüntel, dabei Stücke bis 102 Mark. Serie 3.. 33 Marls. Bastkostüme. Seidene Kleider, Duchesse-Müntal. blaue Kostüme bis 126 Mark. Serie 4... SO Maitis. Seidenmäntel, dabei Orlgfn.-Pario, Stücke Ms zu 280 Pres. '' Auch für itftrkste Figuren I Neuheilen in PldeohmBnlaln, Pelz, Bleiern, blauen KostQmen zu Sommepppetsen III Vonlttags-Yerkauf von 10-12Vs Uhr: Ztnückgesetzte Konfektion DliUitel 0, KostQme 10, ROeke 4, Lelncn.KosfOme» n. Boastags geöffnet tob 8—10 Uhr, Verantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.! Th. Blocke, Berlin. Druck u. Verlag i Vorwärts ÜZuchdrucksrst u, Ltrlagßanstatt RtailCiMW Mi Sa« SullBS&b