Ur. 180. RbonnementS'ßcdlnglingni: kbonnementS■ Preis ttänumetanboi SierteijShrl. 330 MI, monatL 1,10 MI., WSchenlüch 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6'~" Sonniags- Eingetragen in die Post-ZeitunaS» Preisiisie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonncmeniS nehmen am Belgien, Dänemark 'olland. Italien, Luxemburg, Porwgal, .änien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. VIe snIertions-Sedllhk betrügt für die fechSgefpaltene Kolonel- »eile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und aewertschastliche r und Crfdiänt täglich außer montags. Verlinev VolksblAtt. Wort 20 Pfg. tzulässtg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes wettere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Erpedition ' geben werden. Die Expedilioil P>S 7 Uhr abends geöffnet. ist Telegramm. Adresse! „Sozlaliidnoltrat Berlinu. Zentralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8Al. 68» Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt Moritzplast, Nr. 1988. Expedition: 831. 68» Lindenstrasae 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Krupp. In dieser Woche feiert die Firma Friedrich Krupp in Essen ihr hundertjähriges Bestehen. Der Kaiser hat seine Teilnahme zu den Festveranstaltungen zugesagt, und der Reichskanzler und eine Reihe Minister werden mit ihm er- scheinen. Auch ohne den höfischen Prunk, den die Anwesenheit des regierenden Staatsoberhaupts und des Staatsministe- riums dieser Feier eines kapitalistischen Unternehmens gewährt, würde sich die Aufmerksamkeit des deutschen Prole- tariats dem seit 100 Jahren bestehenden Werk zuwenden. Nicht etwa um gleich den bürgerlichen Schweifwedlern eine Persönlichkeit und eine Familie als„die" Schöpfer des großen Werkes zu preisen, sondern um an dem Exempel des Krupp- schon Unternehmens die wertschaffende Kraft des modernkapi- talistischen Jndustrieproletariats klarzulegen. Wenn in diesen Tagen der Erinnerung Anerkennung gezollt werden soll, dann gebührt sie in erster Linie den Zehntausenden, die in den verflossenen hundert Jahren in barter Arbeit und bei kärglichem Lohn einer Fainilie unendliche Reickstümer ge- schaffen, die technische Entwickelung gewaltig gefördert und den Ruhm der deutschen Friedens- und Kriegesindustrie mit- begründet haben. Tie Kruppsche Arbeiter- und Beamtenschaft könnte sich selbst feiern. Aber statt des Flitters, der bis in die Maschinensäle und Kontorräume herabhängen wird, fordert sie für sich einen größeren, gerechteren Anteil der von ihnen selbst erzeugten Werte und Reichtümer. Wenn bei den Ange- stellten der Kruppschen Werke nicht eitel Freude herrscht, wie sie die Millionen besitzende Familie Krupp beseelen mag, so ist das nicht Uebelwollen der Proletarier. Ter wissenschaftliche Sozialismus hat volles Verständnis für die Bedeutung persönlicher Tüchtigkeit. Er verkennt nicht die Kraft individueller Energie und Kenntnisse für das soziale Leben. Er berücksichtigt nur besser die Tatsache, daß die so- zialen Verhältnisse den Nahmen für die persönliche Tätigkeit des einzelnen abgeben, so daß ein Werk nie als das ausschließ- liche Verdienst eines Individuums erscheint, das infolge seiner genialen Veranlagung nur aus dem Nichts geschöpft habe. Die sozialwissenschaftliche Betrachtung sucht den Krupps nichts von ihren persönlichen Fähigkeiten zu rauben. Aber von dem ersten Friedrich Krupp— geboren 1787, gestorben 182G— kann man nicht mehr sagen, als daß er ein strebsamer Hüttenbesitzer, vorübergehend eifriger Händler mit eingeschmuggelten Kolonialwaren und schließlich ein zäh an der Vereitung des Gußstahles arbeitender Kleinsabrikant gewesen ist. Als er fast verarmt im Jahre 1826 starb, über- nahm sein IdjäHnger Sohn Alfred— geboren 1812, gestorben 1887— die leeren Gebäude und setzte des Vaters Ver- suche mit unbeugsamer Energie und großem kausinännischen und technischem Geschick fort. Friedrich Krupp fehlten noch alle Vorbedingungen für eine ausgedehnte Entwickelung seines Betriebes: die Technik war noch nicht fortgeschritten, es fehlte, ihm an Kapital, der Absatz wqr beschränkt: kurz er blieb ein kleiner Kaufmann. Fabrikant oder Handwerksiueister. Alfred Krupp kamen Zeit seines Lebens die äußeren Unistände zu Hilfe und kraft seines kaufmännischen Blicks und organisato- rischen Geschicks paßte er sich ihnen vorzüglich an. Anfangs wandte er sich kleineren Fertigfabriraten zu. Die gewaltige Entwickelung des Verkehrs, die nach Beseitigung der oeutsckjcn Binnenzollschranken durch den Zollverein einsetzte, zeitigte den Maschinenbau, die Lokomotiven- und Wagenachsenfabrikation. Die Herstellung des uugeschweißteu, nahtlosen Eisenbahnradreifens war eine der weittragendsten Erfindungen. Die Ent- Wickelung des Weltverkehrs schuf auch Arbeit für den Schiffs- bau. Gerade in den Jahren 1848 bis 1873 steigerten sich die Ansprüche an die Industrie gewaltig. In diesen Jahrzehnten erfolgte auch der größte AussckMung des Kruppschen Unternehmens. Einen nicht geringen Anteil daran hatte der durch die preußische Großmachtspolitik hervorgerufene oft wider Willen der Bourgeoisie betriebene Rüstungswahnsinn. Aen- derte doch z. B. Kaiser Wilhelm I. noch als Prinzregent eine Bestellung auf 166 Feldgeschütze willkürlich in eine solche auf 3661 Alfred Krupp hat ein hervorragendes organisato- risches Talent besessen. Seine technischen Erfindungen werden aber überschätzt. Er hat es selbst ausgesprochen, daß er viel seinen treuen Mitarbeitern d. h. schon den Gesellen verdankte, die ihn als Jüngling in die Geheimnisse des Stahlgusses ein- weihten. Große technische Erfindungen hat Krupp nicht gemacht. Die Fortschritte der Bessemer, Thomas-Sil- christ, Martin-Siemens, die Möglichkeit der Gas- und Elek- trizitätsverwendung hat er nur übernommen. Dagegen war er jvohl der erste, der in Deutschland einen gemischten Betrieb einführte und so durch Herabminderung der Zwischengewmne und Transportkosten, durch rationellere Verwendung aller Nebenprodukte eine größere Rentabilität hervorrief. Friedrichs Sohn Alfred Friedrich Krupp— gc- boren 1854, gestorben 1962— bedurfte nicht einmal dieser persönlichen Geschicklichkeit. Er fand bereits alle Wege vor- gezeichnet. Die Bedürfnisse der Kriegsmarine brachten für ibn den Zweig der Panzerplattenfabrikatiou. Der Ankauf des Grusonwerkcs in Magdeburg und der Erwerb der Ger- maniawerft zu Kiel waren die Folgen dieses nenen indu- striellen Zweiges. Technischer Kenntnisse hatte er schon entraten können und sonst war das Werk organisatorisch so gefestigt. daß es nach seinem Tode entsprechend letztwilliger Verfügung auch die unpersönliche Form einer Aktiengesellschaft annahm. Läßt sich so der Aufschwung des Werkes auf eine Reihe günstiger Einzelbedingungen zurückführen, so bilden dennoch das Rückgrat des ganzen Unternehmens die A n g e st e l l t e n und Arbeiter. Je kleiner das Werk war, um so größer war der Anteil des Leiters an dem Bestand und der Entwicke- lung des Unternehmens. Zu Anfang des vergangenen Jahr- Hunderts war der Einfluß des Unternehmers als des wirk- lichen ersten Mitarbeiters im Betriebe ein viel bedeutenderer. Das Wachstum war damals noch nicht so ausschließlich wie heute in der Zeit des Großkapitals eine bloße Funktion der bloßen Zahl. Aber man braucht sich nur die steigende Zahl der Arbeiter zu vergegenwärtigen, um ihren Anteil an den finan- ziellen Ergebnissen abzumessen. Alfred Krupp beschäftigte 1836 nur etwa 36. 1848 nur etwa 76 Arbeiter. Ihre Zahl stieg bis zum Jahre 1863 auf 1866 Arbeiter. 1864 waren es bereits 7317. 1873 rund 17 666 Angestellte. Am 1. Juni d. I. betrug die Gesamtzahl der auf den Kruppschen Werken beschäftigten Personen 71 221 Personen. Wie haben die Krupps diese„Mitarbeit" bewertet? Als im Januar 1877 der christlichsoziale Arbeiterkandidat Stötzel in der Reichstagsstichwahl gesiegt hatte, richtete Alfred Krupp im März„ein Wort an die Arbeiter meiner gewerblichen Anlagen". Im schönsten Regierungserlaßton hieß es darin: „Die Erfindungen und die dazu gehörenden Produktionen habe ich eingeführt; der Ar beiter darf aber nicht die Frucht verlangen von der Tätigkeit andere r." Auf diesem„Grundsatz" haben die Krupps von jeher be standen. So schrieb A. Krupp 1872, als ein sechswöchentlichcr Streik mit Hilfe der Ultramontanen durchgesetzt wurde,„an die Arbeiter der Gußstahlfabrik": „Ich erwarte und verlange volles Vertrauen, lehne jede? Eingehen aus ungerechtfertigte Anforderungen ab. werde wie bis- her jedem gerechten Verlangen zuvorkommen, fordere daher alle diejenigen, welche damit sich nicht begnügen wollen, auf. je eher desto lieber zu kündigen, um meiner Kündigung zuvorzukommen und so in gesetzlicher Weise das Etablissement zu verlassen, um anderen Platz zu machen, mit der Versicherung, daß ich in meinemHause wie auf meinem Boden Herr sein und bleiben will." Was nutzte es, wenn Krupp in dem gleichen Schreiben in dem Satze„Gegenseitige Treue hat das Werk so groß gemacht" die Mitarbeit der Proletarier am erkannte. Auch ihm waren die Arbeiter nur Objekte seiner Tätigkeit. Wie patriarchalisch er sein Verhältnis zu ihnen auffaßte, zeigen auch die Sätze aus dem„Reglement für Fabrikarbeiter" aus dem Jahre 1838: „Jeder Arbeiter muß treu und unbedingt folgsam sein, sich in und außerhalb der Fabrik anständig be- tragen, pünktlich iste Arbeitsstunden halten und durch seinen Fleiß beweisen, daß er die Absicht hat, zum Nutzen der Fabrik zu arbeiten... Wer... trotzen will oder weniger seine Pflicht tut, wird beim Ertappen entlassen. Ebenso wer sich wiederholt ein Versehen zuschulden kommen läßt.— Augendiener haben bei erster Gelegenheit den Abschied zu erwarten. Frechheit wird augenblicklich damit bestraft." Honte züchtet die Vorwaltung durch Unterstützung gelber Organisationen die verfemte Augendienerei. An Stelle der patriarchalischen Auffassung des Arbeitsverhältnisses, die sich andererseits auch in freundschaftlichen und vertraulichen Be- ziebungen zu einzelnen älteren Arbeitern kundtat, ist heute die gleiche Unnahbarkeit für alle Angestellten getreten. Obgleich solche Erlasse nicht mehr angeschlagen worden sind, vertritt die augenblickliche Verwaltung ein noch krasseres Herrenmenschentum, das durch keine persönliche Be- Ziehungen gemildert ist. Hatte Alfred Krupp die Forderung eines Arbeiterausschusses mit dem Vorwurf der Unfähig- k e i t zur Beurteilung öffentlicher Angelegen- heiten, der Lohnvergeudung und sachlichen Unkenntnis zurückgewiesen, so läßt die jetzige Leitung Eingaben auf Einführung von Arbeiterausschüssen völlig unbeantwortet. Wie in den 76 er Jahren die klerikale „Wühlarbeit" zusammen mit der sozialistischen Agitation ab- gekanzelt wurde, so verhält sich die jetzige Firma auch den ehrfurchtsvollen Wünschen der„Christlichen" gegenüber gänzlich ablehnend, trotz aller Schmeicheleien, die ihr von den Führern, insbesondere Giesberts, gesagt werden. Tarifverträge kennt die Schwerindustrie ja leider noch nicht. Aber selbst die in Nheinlaud-Westfalen bestehenden Tarifabkommen für Buchdrucker. Metall-, Holz-, Bauarbeiter. Sattler usw. hat die Firma Krupp nicht anerkannt. An so- zialer Rückständigkeit sucht sie wirklich ihresgleichen. Nun wird ja von der Firma Krupp auf die hohen Löhne und guten Wohlfahrtseinrichtungen hingewiesen, die weitere Besserungen der Arbeitsbedingungen unnötig machten. Selbst Giesberts, der Christenführcr, hat es fertig gebracht zu er- klären,„es sei auch bei den Arbeitern anerkannt, daßKruPP neben den vorzüglich st en Wohl- fahrtseinrichtungen die besten Lohn- und Arbeitsbedingungen habe"! Die in diesem Früh- . jähre veröffentlichte Denkschrift des Deutschen Metallarbeiter- ! Verbandes über die deutsche Schwcreisenindustrie weist aber • das Lügenhafte dieser Behauptungen nach. Zwar Prunkt die Firma in der Statistik mit einem Durchschnittstagelohn . von 5,59 Mark im Jahre 1916. Aber was will das gegen- über den M i l l i 0 n e n- U e b e r s ch ü s s e n der Werke sagen l Einen vollen Einblick kann man leider in die Ergebnisse der Firma nicht gewinnen, da ihre Bilanzveröffentlichungen nicht genügend durchsichtig sind. Das Vermögen von F. A Krupp soll(nach der Berechnung von Martin) von 1895 bis 1962 von 119 Millionen auf 187 Millionen angewachsen sein. Das Einkommen stieg in den gleichen 8 Jahren von 7 auf 21 Millionen. Die Aktiengesellschaft Krupp erzielte 1963 bis 1911 einen G e- samtüberschuß von 263,58 Millionen. Die verteilten Dividenden wuchsen von 9,6 Mil- lionen auf 18 Millionen Mark an und be- trugen in den 8 Jahren insgesamt 124 Millionen Mark. Ein Arbeiter verdient durchschnittlich bei Krupp 6,59 M. pro Tag oder 1766 M. im Jahre. Seine „Arbeitgeber" aber 66666 M. pro Tag oder 18 Millionen im Jahre I Von einer Wertung der wirklichen Arbeitsleistung kann da überhaupt keine Rede sein. Selbstverständlich sind die Dividenden absichtlich auf 16 Proz. beschränkt, damit die Arbeiter nicht aufsässig werden. Der tatsächliche Tagesverdienst einzelner Arbeiterkategorien stellt sich noch erheblich unter 5,59 M. Hilfsarbeiter am Martinwerk V erhielten 1916 bei 12 stündiger Schicht 4 M. bis 4.56 M. Es ist iveiter festgestellt worden, daß Konkurrenten Krupps, z. B. die Waffenfabrik Ehrhardt, zum Teil höhere Löhne zahlen. Auch die Steigerung der Löhne hat mit der Teuerung der Lebensverhältnisse durchaus nicht Schritt gehalten. Die Löhne stiegen 1966— 191 1 um 17 Proz. Einige der wichtigstenLebensmittel erfuhren in den Verkaufsstellen der Konsuinanstalt in der gleichen Zeit aber folgende Erhöhungen: Speck 17, Rind- fleisch 24. Kalbfleisch 43, Kartoffeln 33, Schwarzbrot 31 Proz.l Wo bleibt da die vielgerühmte Arbeiterfürsorge? Auch mit den sonstigen Arbeitsverhältnissen sieht es zum Teil recht traurig aus. In den Feuerbetrieben herrscht bei Krupp durchweg noch die Ztvölfstundenschicht, während eine Reihe anderer Werke schon 3- und 9 stündige Schichtzeiten eingeführt haben. Die ErkrankungS- ziffer hält sich auf erschreckender Höhe. Auf 166 Mitglieder der Kruppschen Krankenkafse kamen Erkrankungsfälle:- 1300: 64,85 ISVg: 65.26 1904: 70,71 1910: 65.45 1905: 65.18 1911- 61,73 Von den wirklichen Verhältnissen in den Kruppschen Musterbetrieben zeugen auch die häufigen Unfälle. Der Rheinisch-Wcstfälischen Walzwerk- und Hüttenberufsgenossen- schaft wurden im Jahre 1911 durchschnittlich 174 Unfälle auf 1666 Versicherte gemeldet; auf den Sektionsbezirk Essen ent- fielen aber 195 1 Allein in der Essener Gußstahlfabrik zwangen im Jahre 1911 insgesamt 5364 Betriebsunfälle die Verunglückten zum Krankfeiern. Und nun die von der bürgerlichen Presse über alles Maß gelobten„W o h l f a h r t s a n st a l t e n". Ihren ahgemcinen Charakter hat der Reichskanzler v. Bcthniann Hollweg im April 1969 selbst treffend gekennzeichnet: „Die Absicht, die derUnternehmer mit diesen Pensionskassen verfolgt, geht, abgesehen von den Wünschen der Betätigung sozialer Fürsorge, in einem g e« schüft lichen. und, wie rch behaupte, durchaus legitimen Bestreben dahin, sich einen guten Stamm zu schaffen." Auch das Organ der Arbeitgeber hat es klar aus» gesprochen, daß die Wohlfahrtseinrichtungen gerade durch das Interesse der Unternehmer bedingt sind und daß die Kosten für sie auf die Empfänger selbst durch Abzug vom Arbeitslohn abzuwälzen sind. Uebrigens wurden die Ausgaben der P e n s i o n s- k a s s e im Jahre 1911 durch die Arbeitcrbeiträge, Zinsen, Eintritts- und Strafgelder voll gedeckt, so daß die Beiträge der Firma nicht herangezogen zu werden brauchten. Dennoch ist jeder Beschluß von der Zustimmung der Firma abhängig. Die Durchschnittspension eines Kruppschen Arbeiter beträgt nur 963 Mark pro Jahr, und eine Witwe erhält einschließlich Kindergeld gar nur 376,98 Mark. Die Arbeiter, die früh- zeitig der Firma den Rücken kehren, werden außerdem durch das wider die guten Sitten verstoßende Kassenstatut positiv geschädigt. Den Lobpreisungen der W o h n u n g s k o l o- n i e n brauchen wir nur die treffende Kritik des Organs der christlichen Holzarbeiter entgegenzusetzen: „Ein wie unerhörter Druck wird beispielsweise mit Hilfe der Werkswohnungen und besonders in Krisenzeiten auf die Arbeiter ausgeübt? Die Mietverträge lassen vielfach jede Spur von Humanität vermissen. In dem gleichen Augen- blick, wo der Arbeitsvertrag gelöst ist, steht der Arbeiter mit seiner Familie auf der Straße. Die Wohnung wird zur Kette, durch die der Arbeiter an den Betrieb gefeffelt wird, die ihn zwingt, manches stillschweigend über sich ergchen zu lassen. Der Henker hole eine solche„Wohlfahrt"!" Die Lobhudler, die in schamloser Weise geflissentlich diese Tatsachen übersehen und verschweigen, werden uns einseitige Vertretung der Arbeitcrinteresscn vorwerfen und auf die Be- deutung Krupps für die deutsche Industrie hinweisen. Auch hier müssen wir wiederuni die Festfreude stören. Die „Ehre und das Heil des Vaterlandes" sind schon recht oft von den Kruppschen Werken verletzt worden. Gegen den Vorwurf, daß Krupp seine Waffen auch fremden Staaten liefere, mag man sich noch notdürftig mit dem Einwand ver- teidigen, auch die„nationale" Jnditstrie niüsse sich ihren Profit im Ausland suchen. Aber die Form des Angebots kann nicht gleichgültig sein, und Alfred Krupp fjgj in seinem Brief an Napoleon III. im Jahre 1869, ein Jahr vor' 18701, die halbwegs anständige Grenze der höfischen Ergebenheit und Kahbuckelei weit überschritten. Und der Verkauf von Waffen, die gegen das eigene Vaterland gerichtet werden, und wie bei dvarts".) Der bayerische Parteitag wurde heute hier eröffnet. Auer referierte über den Bericht des Landesvorstandes und besprach das letzte Wahlabkommen bei der Landtagswahl. Ein Teil der Vertreter Oberfrankens mißbilligte das Abkommen in dieser Form. Dem Landesvorstand wurde mit 190 gegen 17 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Einstimmig be- schlössen wurde, bei künftigen Abkommen Gauvorstände und Älahlkreisleitungen hinzuzuziehen. Große Bewegung ruft die Verlesung eines Erlasses des bischöf» lichen Ordinariates Regensburg an die Pfarrvorstände hervor, in dem ein vollständiger Feldzugsplan der kirchlichen Agitation für das Zentrum gegen die Sozialdemokratie entworfen ist. Tie Erweiterung der Monroedoktrin. New Jork, 3. August.vär die Masse von syndikalistischen Ideen durch drungen, so hätten sich diese Gedanken doch in irgendeiner Weise in die Tat umsetzen müssen. Hat man bei diesem Streik etwas von Sabotage gehört?. Unter der größten Provokation haben sich die Londoner Hafenarbeiter mit exemplarischer Ruhe und Besonnenheit aufgeführt, was selbst die Minister im Parlament zugegeben haben. Waren die Streikenden AntiParlamentarier? Wenn sie solche Ansichten hegten, haben sie sie gar sorgfälsig zu verbergen gewußt, als sie nicht müde wurden, die Regierung und die Arbeiterpartei zur Intervention aufzufordern. Man hat auch versucht, die Art, wie der Kampf begonnen wurde, als ein Merkmal seiner syndikalistischen Natur hinzustellen. Aber das ein Kampf ohne Urabstimmung und wegen eines Menschen angefangen ist, gehört in Großbritannien wahrlich doch nicht zu den neuen Erscheinungen, die man absolut Syndikalismus taufen will. Das sind vielmehr Merkmale der Aktion gewisser kleiner Gewerkschaften der Arbeiteraristokratie, zu der auch die Lichterschiffer gehören. Selbst die Größe dieses Kampfes, der sich anfänglich um eine Person drehte, findet in der Aus- sperrung der Textilarbeiter zu Anfang des Jahres sein Gegen- stück und diese kann doch wohl der„gelbe Journalist" mit der verwegensten Einbildungskraft kaum als Syndikalisten oder syndikalistisch beeinflußte Arbeiter bezeichnen. Das Märchen von der großen Ausbreitung syndikalistischer Ideen in Großbritannien, das den englischen Kapitalisten schon so viele Dienste geleistet hat und das von den französischen Syndikalisten wirklich geglaubt wird— sind doch die Pariser Syndikalisten nach englischen Berichten vollkommen davon über- zeugt, daß in England eine kleine konfuse Broschüre, die vor etwa sechs Monaten von einigen syndikalistischen Bergarbeitern in Südwares herausgegeben wurde und von der der Ober- scharfmacher Thomas so viel Wesen macht, zur Bibel der eng- lischen Arbeiter geworden ist(!)— enthält jedoch ein Fünkchen Wahrheit, ohne das sich auch die dickste Lüge allzu schnell die kurzen Beine ablaufen würde. Der leichte und anschn- liche Erfolg der Transportarbeiter im letzten Jahre schien den Syndikalisten rechtzugeben und ihre Propaganda, die die kapitalistische Presse durch endlose Besprechungen— meist wohlwollende Besprechungen— umsonst besorgte, wird die Ansichten vieler Arbeiter über die Anwendbarkeit und den Nutzen der Streikwaffe beeinflußt haben. Man dachte zu leicht von dem wirtschaftlichen Kampf und hoffte zu viel von ihm. Diese Stimmung— mehr als eine Stimmung kann man es nicht nennen— ist nun durch die rauhe Wirklichkeit rektifiziert worden. Schade nur, daß die Wirklichkeit ein so brutaler Lehrmeister ist! Von einer„Niederlage des Syndikalismus" zu reden, ist Unsinn; man könnte höchstens von einer gründ lichen Enttäuschung der Syndikalisten reden. Denn wenn ein Streik die Ansichten der Syndikalisten widerlegt hat, so ist es der letzte Londoner Hafenarbeiterstreik. Hier war Enthusiasmus in Hülle und Fülle vorhanden; kaum je hat das Proletariat in einem wirtschaftlichen Kanipfe ein solches Heldentum an den Tag gelegt; selbst kapitalistische Blätter können keinen anderen Ausdruck als Heroismus für ihr Ver- halten finden, wenn sie ihn auch als unangebracht bezeichnen. Die Begeisterung hat nichts gefruchtet. Durch Ueberrumpelungs- taktik lassen sich unter günstigen Verhältnissen wohl Erfolge erzielen, aber diese Erfolge lassen sich nicht halten, wenn man nicht die starke, finanzkräftige Organisation besitzt, die die Syndikalisten so sehr verachten. kleines femUeton. Vom Nutzen der Glctfäier. Wenige von den Leuten, die im Hochgebirge die Pracht der Gletscher bewundern, werden dabei bedenken, daß diese gewaltigen Eiömassen auch einen bedeutenden Nutzen für den Menschen haben. Am ehesten wird sich noch daran erinnern, wer einmal in einem der norddeutschen Häfen, belspiels- weise dem sehenswerten Fischereihafen bei Geestemünde, ganze Schiffsladungen von norwegischem Gletschereis gesehen hat, die dort zur Konservierung der Fische gebraucht werden. Eine der- artige Ausnutzung der Gletscher ist aber ziemlich selten, da im all- gemeinen die große Entlegenheit und Unzugänglichkeit der Glet- scher, auch die Schwierigkeit, die Eismassen ohne zu großen Verlust über größere Entfernungen zu transportieren, eine solche Verwer- tung ausschließt. Der hauptsächliche Nutzen der Gletscher wird glücklicherweise ohne Zutun des Menschen von der Natur bedingt und geregelt. Sie wirken gerade in der Jahreszeit, wenn die Tcm- peratur am höchsten ist, als große Wasserlieferantcn und zwar um so mehr, je höher die Hitze steigt. Sie wirken dann ähnlich wie eine große Talsperre, nur eben mit dem Unterschied, daß der Mensch nicht die geringsten Kosten dafür anzuwenden braucht. Der italienische Ingenieur Fantoli hat berechnet, daß im Einzugsgebiet des Lago Maggiore, wenn die Brunnen bei großer Sommerhitze nur noch zehn Liter in der Sekunde aus das Quadratkilometer geben, die Gletscher durch ihre Schmelze fünfzig- und scchzigmal soviel von dem unentbehrlichen Naß in frischstem Znstand spenden. Nach der Berechnung von Professor Maurer in Zürich entsendet der Mortcratschgletscher im Engadin, der innerhalb der schweizer Eisströme nur einen mittleren Rang einnimmt, 27 bis 30 Kubikmeter Wasser in der Sekunde, also ebensoviel wie der Neckarfluß, der ein Einzugsgebiet von 14 000 Quadartkilometern besitzt, während jener Gletscher nur 25 Quadratkilometer bedeckt. 314 Kilum-tcr(Zisenbahnfahrt ohne Aufenthalt legt, wie wir im„Prometheus" lesen, seit dem 1. Juni d. I. der D-Zug Berlin— München zwischen den Stationen Halle und Nürnberg zurült, die längste Strecke, die in Deutschland ein Zug ohne Aufenthalt durch- eilt. Diese Strecke wird in einer Fahrzeit von 4»stunden und 83 Minuten zurückgelegt— die Gesamtreisedauer Berlin— München wird dadurch um i Stunde verkürzt—, so daß die mittlere Fahr- gcfchwindigkcit etwa 63 Kilometer in der Stunde beträgt. Diese verhältnismäßig geringe Leistung ist darauf zurückzuführen, daß die Strecke sehr starke und lange Steigungen enthält, die zum Teil Sogar die Verwendung von Schublokomotiven erforderlich machen. Zon anderen in Deutschland ohne Aufenthalt durchfahrenen großen Schnellzugstrecken sind zu nennen: die von Berlin nach Hannover, deren 254 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschlvindigkeit von etwas über LI Kilometer in der Stunde durchfahren werden, dann Berlin— Liegnitz mit 264,4 Kilometern Länge und über 78 Kilo- Hus der Partei. Aus den Organisationen. Der sozialdemosratische Verein in Kiel hat sich in zwei Ver- sammlungen. am 25. Juli und 1. August, sehr eingehend mit dem Organisationsentwnrf der auf dem Jenaer Parteitage gewählten Kommission beschäftigt. Das Referat hatte Genosse B r e c o u r übernommen, der als Extrakt seiner Ausführungen folgende Re- solution vorlegte: Der sozialdemokratische Verein Kiel erklärt zum OrganisationS- ftatut: 1. Er begrüßt die Festsetzung eines Mindestbeitrages von 40 Pf. monatlich evtl. 10 Pf. wöchentlich, lehnt aber die Erhöhung des Beitrages für weibliche Mitglieder ab, weil er darin eine einseitige Belastung der verheirateten Mitglieder sieht, denn die Mehrzahl der weiblichen Parteimitglieder sind Frauen und Töch- ter der verheirateten Genossen; 2. er fordert die Beseitigung des Stimmrechts der Reichstags- fraktionsmitglieder auf den Parteitagen, legt aber der Beschrän- kung der Zahl ihrer Vertretung kein Gewicht bei, betrachtet viel- mehr diese Frage lediglich als eine Finanzfrage; 3. er erklärt sich für den Parteiausschuß nach den Vorschlägen der Reorganisationskommission. Nach Ablehnung aller Anträge, die den Parteiausschuß ablehnen, dafür aber die Zahl der Beisitzer im Parteivorstand vermehrt wissen wollen oder eine andere Zusammensetzung des Parteiausschusses wünschten und ihm nur beratende Funktionen zulegen wollten, wurde die Resolution des Genossen Brecour Mit großer Mehrheit angenommen. Ferner wurde noch folgender Antrag angenommen: „Die Versammlung erklärt sich gegen eine Beschränkung der Rechte der Kontrollkommission."— Genosse M. Weiß hatte folgenden Antrag eingebracht und be- gründet: „Der Parteitag ersucht die Organisationen, neben den all- gemeinen Protesten gegen die wirtschaftliche und politische Unter- drückung auch Protest dagegen zu erheben, daß die Religion zur Unterdücknng und Ausbeutung benutzt wird. In der Presse und in den Versammlungen ist auf den Austritt aus der Landeskirche meter Durchschnittsgeschwindigkeit, die 277 Kilometer lange Strecke München— Würzburg, auf der der Zug 83,5 Kilometer Durchschnitts- geschwindigkeit entwickelt, und schließlich die 287 Kilometer lange Strecke Berlin— Hamburg, auf der schon die recht bedeutende Durch- schnittsgeschwindigkeit von 88,5 Kilometern in der Stunde erreicht wird. In wunderbarem Kontraste steht zu diesen Fahrgeschwindig- leiten der Luxuszüge das Schneckentempo der Züge mit vierter Klasse. Das Volk hat ja Zeit— und Geduld. Die größte Blume der Welt. Von den Riesen der Flora, die nur in der Tropensonne zu voller Entwickelung ihrer Größe ge. langen können, ist wohl am' merkwürdigsten eine in Sumatra hei- mische Aroidea, deren gewaltige Ausdehnungen alles andere, was man sonst an großen Blumen kennt, weit in den Schatten stellen. Diese Blume, die den botanischen Namen.„ArnorpKoptwIIus Titanum" trägt, gehört zu den Aroideen, ist also unserem bekann- ten Aronsstab in der Form der Blüte ähnlich; sie hat wie dieser einen Blüten- bezw. Fruchtkolben, der von einer Blumcnscheide umgeben ist. Aber welche Ausmaße hat diese Blume! Boccari, der im Jahre 1878 zuerst diese Blume am Fuße des Vulkans Siege- lang auf Sumatra entdeckte, ließ eine Wurzelknolle der Pflanze ausgraben, die'anderthalb Meter Umfang hatte und von zwei Männern nur init Mühe getragen werden konnte. Das einzige Blatt, welches sich unmittelbar über dem Erdboden bildete, hat eine Höhe von 3K' Metern bei einem Stengelumfang von 30 Zenti- meiern und bedeckt mit seiner glänzend grünen, von zahlreichen kleine», runden, weißen Flecken überhäuften Blattspreite eine Fläche von 15 Metern Umfang. Der Blütenkolben, der später zum Frucht- kolben wird, hat eine Länge von 1,75 Meter, und die Blumenscheide, die diesen Kolben umgibt, hat einen Durchmesser von 75— 85 Zentimetern. Diese Scheide ist in ihrem unteren Teile hellgrün, an ihrem oberen Rande dunkelpurpurn gefärbt. Die Stengelblüten be- finden sich an dem unteren Teile des Blutenkolbens und hier sitzen später bei der Reife die ungefähr olivengroßen, mennigroten Früchte. Die Ricscnblume hat aber durchaus reinen Wohlgeruch au sicki. im Gegenteil störint besonders die absterbende Pflanze einen höchst widerlichen Geruch aus, durch den große Mengen von Insekten, Aasfliegcn und Aaskäfern herbeigelockt werden, von denen die verwesende Pflanze wimmelt. Man hat schon vielfach versucht, diesen Goliath der Plumenwelt in unseren botanischen Gärten zu züchten, aber die erzielten Pflanzen, deren EntWicke- lungszeit mehrerer Jahre beanspruchte, blieben in ihren Maßen weit hinter den Exemplaren zurück, die in ihrer ostindischen Heimat ohne jede Pflege heranwachsen. Humor und Satire. Dogmatische Zoologie.„Der Teufel ist a solchenes Vieh, liebe christkatholische Leut', das so fein stinkt, daß wir nicht riechen, wenn er bei uns ist I" hinzuweisen, weil die Kirche heute eine Herrschaftsorganlsatwn der staatlichen Machthaber darstellt und derjenige, der dle Macht- haber bekämpft, auch deren Mittel— in diesem Falle die Staats- kirche— mit bekämpfen mutz. Der beste Protest gegen die Kirche ist der Austritt aus derselben." Nach lebhafter Diskussion wurde der Antrag trotz des Hrnwelsts des Genossen Brecour. daß die Agitation für den Austritt aus der Landeskirche durch die Partei gegen die Parteitradition und den Sinn des§ 6 des Parteiprogramms verstoße, mit großer Mehrhea angenommen. Der sozialdemokratische Berein Altenburg nahm in seiner Ver- sammlung vom 31. Juli ein Referat des Landtagsabgeordnctcn Genossen Metzschke über den Entwurf der 21er-Kommisfton zum Organisationsstatut entgegen. Genosse Metzschke gab �inen ge» schichtlichen Uberblick über die EntWickelung der Parteiverfassung und zeigte auch, daß das. was jetzt zur Einführung beantragt wird. schon zum Teil in den ersten Jahren der Partei bestanden hat. ia dah der damalige Parteiausschutz noch weit mehr Rechte hatte, als dem beantragten neuen Parteiausschutz zuerkannt werden sollen. Genosse Metzschke stellte sich nicht bloß auf den Bopen der Antrage der 21er-Kommission, sondern er ging zum Teil noch darüber hinaus. So zum Beispiel in der Frage der Abstimmungen auf dem Partei. tage, die er in wichtigen Fragen nach den Mitgliederzahlen, die ein Delegierter vertritt, will vorgenommen wissen. Ebenso trat er für eine noch weitergehende Beschränkung des Vertretungsrechtes der Fraktion auf dem Parteitage ein. Die Versammlung stimmte durch eiustimmige Annahme der beiden nachfolgenden Anträge an den Partetag den Auffassungen Metzschles bei. Die Anträge lauten: Ziffer 2§ 7 des Organisationsstatuts wird dahin geändert: Die Reichstagsfraktion ist berechtigt, bis zu»/. ihrer Mitglieder als Vertretung auf den Parteitag zu entsenden. An Ziffer 1§ 7 des Organisaionsstatuts ist anzufügen: Bei Abstimmungen über wichtige Organisations- und Prinzipienfragen, sowie bei Wahlen entscheidet die Mitgliederzahl, die ein Delegierter vertritt._ Totenliste der Partei. In Elberfeld starb Genosse Fried r. Schneider im Alter von 63 Jahren. Der Verstorbene gehörte zu jenen Genossen der alten Gavde, die seit Jahrzehnten in treuer Pflichterfüllimg der Partei dienten und im engen Kreise, sowie in der agitatorischen Kleinarbeit keine Ermüdung kennen. Die Arbeit, die der ver- storbene Veteran schon vor und während des Ausnahmegesetzes in uneigennützigster Aufopserung für die Partei leistete, setzte er bis wenige Tage vor seinem Tode fort. Trotz seines hohen Alters und trotz seines zunehmenden Luftröhren-Krebsleidens fehlte er bei keiner Agitation. Von Beruf war Genosse Schneider Hauswebcr und hat die Nöte des Proletarierdaseins reichlich mit durchgekostet. Die Parteigenossen, vor allem die des Wuppertales, werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. Soziales. Dir städtische Arbeitslosenversicherung in Stuttgart beschlossen. Die bürgerlichen Kollegien Stuttgarts haben in ihrer gemein« samen Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, die gemcind- liche Arbeitslosenversicherung ab I. Oktober 1312 einzuführen. Den Mitgliedern jener Berufsvereine, die Arbeitslosenunterstützung gewähren, wird ein Zuschuß von 50 Proz. der Arbeit slosenunter- stützung des Bcrufsvereins, im Höchstfall 1 M. täglich, aus der Stadtkasse gewährt. Der städtische Zuschuß erhöht sich für jedes Kind unter 15 Jahren um 5 Proz. der Arbeitslosenunterstützung des Berufsvereins, höchstens jedoch um 25 Proz. Die Berufs- vereine zahlen ihren arbeitslosen Mitgliedern den Betrag des städtischen Zuschusses vorschußweise aus; die Berufsvereine rechnen in der ersten Hälfte des Mönats mit der Stadtkasse ab. Arbeiter und Angestellte, die einem derartigen Berufsverein nicht angehören, können sich vom städtischen Arbeitsamt ein Ar- beitersparbuch ausstellen lassen. Die Einlagen auf das Sparbuch werden zu den jeweiligen Sätzen der städtischen Sparkasse verzinst; sie dürfen einschließlich der angelaufenen Zinsen den Betrag von 100 M. nicht übersteigen. Wenn der Sparer nach eingetretener Arbeitslosigkeit von seinem zu dieser Zeit vorhandenen Spargut- haben Abhebungen macht, so gewährt ihm die Stadt einen Zuschuß von 50 Proz. der täglichen Abhebung, höchstens jedoch 1 M. pro AuS der sächsischen Schweiz.„Ist Euer Echo wirklich so hervorragend?"—«Gewiß, Giedigste: deutsch, franzeesisch, un an den Sonudagen ooch noch— englisch." Grund.„Da schimpfa d' Leut allwei über de hohen Fleisch- preis; de ham ja gar loa Ahnung, was so a Automobui Geld kost I" Ländliche Instruktion. Mit den preußischen Herrschaften muaßt hvfli sei':— DeiMaul sollst Du halten, wen» sie ihre Fotzen aufreiß'nt"(„Jugend.") Notizen. — Bürgermeister Reicke hat, wie er durch daS ma, gistratliche Nachrichtenamt zu wissen tut, nicht dem Bcvollmäch- tigtcn der Sezession gegenüber„erklärt, daß es ihm ferngelegen habe, der Ehre der Vorstandsmitglieder zu nahe zu treten". Im Gegenteil habe er„die ihm dreimal schriftlich angesonnene Er- klärung" nicht nur„nicht abgegeben, sondern dreimal schriftlich abgelehnt". Was wohl soviel heißen soll, daß jene strittige, die sezessionistischen Künstler beleidigende Bekrittelung durch Herrn Reicke— falls er sie getan— in Permanenz bestehen bleibt! Es wäre denn, die Sezessionisten gehen in sich und malen fürderhin nach dem Familienstrumpf-Rezept des„Ninnstcinkunst"-fcindlichcn Vize-Stadthaupts. — Der standhafte Prinz von Calderon, dessen Auf- führung am Münchener Hoftheater geplant wird, ist in Berlin bereits vor zwei Jahren durch Julius Türk, den Leiter des Neu» köllner Stadtthcaters, kraft Auftrags der Calderongesellschaft ge- geben worden. Diesen Aufführungen lag eine Neuübersctzung de» Dramas von Reinholdt Baumstark zugrunde. Julius Türk gelang es obendrein, die allgemein für verschollen geltende Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu den lyrischen Stellen des Dramas aus dem gänzlich ungcsichteten Nachlaß des Koinponiste» in der Musikabteilung der Berliner Königlichen Bibliothek im Originalmanufkript, die Partitur ist nie gedruckt worden, herauszufinden und daiiials praktisch zu verwerten. — Zu einem B r i tz e r Rosenpark mit Wissenschaft» sicher Sammlung wird für alle Architekten Deutschlands ein Preis. ausschreiben mit Frist bis zum 15. Oktober d. I. erlassen. Drei Preise von 2000, 1000 und 600 M. sollen zur Verteilung kommen. — Kammersänger Heinrich Sontheim ist in Stuttgart im Alter von 32 Jahren gestorben. Als Achtzigjähriger betrat er zum letzten Male die dortige Hofbühne, an der er über zwei Dezennien lang gewirkt hatte. — Dem b a d i s ch e n Minister von Bodman, den, einem Gerücht zufolge, Wilhelm II. doch zerschmettern wollte, wurda von der Heidelberger Universität der philosophische Ehrendoktor ver- liehen. Was wird man dazu in Berlin sagen it Tag. Der städtische Zuschuß erhöht sich für jedes Kind unter IS Jahren um 5 Proz., höchstens jedoch um 25 Proz. der täglichen Abhebung.— Sparvereinigungen können unter ähnlichen Voraus- sehungen wie die Berufsvereine Zuschüsse für ihre arbeitslosen Mitglieder erlangen. Der Zuschuß endigt, sobald dem Arbeitslosen solche Arbeit nach- gewiesen wird, welche das Arbeitsamt nach dessen Vorbildung, Beruf und körperlichen Verhältnissen als angemessen ansieht. Als ange- messen gilt für gelernte Arbeiter in der Regel nur Arbeit tm Beruf. Nicht angemessen ist Arbeit unter dem sim Gewerbe) orts- üblichen Lohn und solche Arbeit, welche durch Ausstand oder Aus- sperrung frei geworden ist. Auswärtige Arbeit muß von Ledigen immer, von Verheirateten nur dann angenommen werden, wenn das Wohnen bei der Familie in Stuttgart dadurch nicht beein- trächtigt wird. In allen Streitfällen entscheidet endgültig ein Schiedsgericht, bestehend aus dem jeweiligen Referenten für die Ar- beitslosenunterstühung als Vorsitzenden und je einem vom Ge- meinderat aus der Kommission für das Arbeitsamt auf 3 Jahre zu wählenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ungültigkeit eines rhrenwörtlichen Verzichtes. Daß in Anstellungsverträgen dann und wann noch mit dem Zwangsmittel des Ehrenwortes operiert wird, zeigt eine Eni- scheidung der 3, Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Eine Buchhalterin hatte beim Engagement einen Anstellungsvertrag unterzeichnen müssen, in dem sie sich ausdrücklich damit cinver- standen erklärte, daß sie für Fehltage kein Gehalt bekommt. Sie mußte außerdem noch ehrenwiirtlich erklären, daß sie später dies Einverständnis nicht zurückziehen wird. Als sie dann ernstlich erkrankte, bestand sie auf Gehaltszahlung. Das Kaufmannsgericht billigte ihr auch das Gehalt zu und äußerte sich über die Abnahme des Ehrenwortes in Uebereinstlmmung mit der Rechtsprechung des Reichsgerichts folgendermaßen: Die Klägerin hat zum Selmtze lediglich finanzieller Interessen der Beklagten auf Ehrenwort der- sprechen müssen, daß sie ihr Einverständnis nicht zurückziehen wolle. Die Ehre als ideales Gut kann nicht ohne weiteres in vermögensrechtlichen Beziehungen zugunsten anderer verwendet werden. Es kommen nicht vergleichbare Werte in Betracyr. Irgendein Moment aber, das die Bindung der Klägerin an ihre Verpflichtungen vermittels des Rcchtsgutes der Ehre nötig machte, ist nicht erwiesen. Es wird daher ein persönlicher Zwang aus- geübt, der nicht zu billigen ist und die in dieser Weise verstärkte Willenserklärung nichtig macht. Volksschulärzte in pommerschen Landgemeinden. Die Schularztpflege hat sich in Deutschland bisher nur in den größeren Städten durchgesetzt. In den Landstädtchen und Dorf- gemeinden wollte man von ihr, der Kosten wegen, nichts wissen. Nur wenige süddeutsche Kreise haben den Kreisarzt mit der ärzt- lichen Untersuchung und Beaufsichtigung der Volksschulkinder be- auftragt. Das war natürlich nur etne höchst unzulängliche Maß- nähme, da der einzelne Arzt nicht genügend Zeit hat, der ihm ge- stellten Aufgabe in wünschenswerter Weise nachzukommen. Nur auf einen kleinen Bruchteil der Schulkinder kann sich dort die Tätigkeit des Kreisschularztes ausdehnen. Soeben hat nun der Kreistag des Kreises Randow ein Schularzt sy st em beschlossen, dem diese Mängel nicht an- haften. Es ist der Kreisverwaltung gelungen, mit sämtlichen im Kreise ansässigen Aerztcn einen Vertrag abzuschließen, wodurch eine jährlich einmalige Prüfung des Gesundheitsstandes sämtlicher 16 800 Volksschulkinder des Kreises gesichert ist. Auf Grund der ärztlichen Befunge werden alle Kinder, die tuberkuloseverdächtig sind, einer Behandlung in der Heilanstalt zu Colbihow kostenlos teilhaftig werden. Die schulärztlichen Untersuchungen müssen in d«lk Regel im Frühjahr stattfinden und ist dabei die Anwesenheit der Eltern erwünscht, damit der Arzt diesen Ratschläge erteilen kann, eventuell sind die Angehörigen schriftlich zu benachrichtigen. Von �vorgefundenen körperlichen und geistigen Mängeln hat der Arzk� dem Lehrer vertrauliche Mitteilung zu machen und ent- sprechenden Rat zu erteilen. Außerdem sind Gesundheitsberichte zu führen. Auf Wunsch hat bei der letzten Untersuchung der Arzt den Eltern betreffs der Berufswahl Rat zu erteilen. Zur Durchführung dieses Schularztsystcms ist der Kreis in Bezirke eingeteilt worden, bei denen jedem Arzt ein Bezirk mit möglichst gleich großer Schulkinderzahl zugeteilt wurde, dessen Schule seiner Wohnung nahe liegt. Der Schularzt hat auch die hhgicnische Beschaffenheit der Schulräume und ihre Einrichtung sowie den Zustand der Lehrerwohnungen zu prüfen und über etwaige Mängel durch Bermittelung des Kreisarztes an den Land- rat zu berichten. Für ihre Tätigkeit gewährt der Kreis den Aerzten für jedes Schulkind am Wohnort des Arztes eine Entschädigung von 20 Pf., außerhalb des Wohnortes 30 Pf. und außerdem die tatsächlichen Reisekosten bei Berechnung des kürzesten Reiseweges. Die Kosten dieser Voltsschularztpflege sind auf jährlich 6000 M. berechnet und wird vom 1. April 1Sl3 ab die Schularztpflege für die Volksschulen des Kreises Randow in Kraft treten. Jedenfalls zeigt dieser Beschluß des Randower Kreistages, daß die Schularztpflcge auch in den ländlichen Schulen durchführbar ist und man darf ihm baldige und zahlreiche Nachahmer wünschen. Insonderheit in jenen Kreisen, wo in der Heimindustrie die Lebens?- kraft des Proletarierkindes frühzeitig aufgezehrt wird. Vom„Segen" der Sozialpolitik für Heimarbeiter. Der Segen unserer Sozialgesetzgebung wird bekanntlich von den bürgerlichen Parteien in allen Tonarten gepriesen. Für jeden fei die Kompottschüssel voll und bis ins hohe Alter gesorgt. Wie es jedoch in Wirklichkeit damit bestellt ist, davon gibt wieder in recht drastischer Weise ein Bescheid der Landesversicherungsanstalt Oberfranken Zeugnis, mit dem der Vorstand einem älteren HauS- Weber aus der Gegend von Helmbrechts(Wahlkreis Hof) die nach- gesuchte Invalidenrente ablehnte. In den Gründen der Ablehnung heißt es nämlich u. a.: •. Lungen, Herz und Unterleibsorgane sind gesund. Sie befinden sich lediglich in schlechtem Ernährungszustand, wie dirS bei Hauswcbern häufig anzutreffen ist.. Schärfer konnte die heutige Zollwucherpolitik und die„Ar- beiterfürsorge" nicht an den Pranger gestellt werden. Der arme Heimarbeiter befindet sich also, dank dem jammervollen und skan- dalösen agrarisch-schutzzöllnerischen Raubsystem in einem derart entkräfteten Zustand, daß er gezwungen ist, um Rente nachzusuchen. Und diese wird ihm mit der Begründung vorenthalten, er befinde sich nur„in einem schlechten Ernährungszustand, wie dies bei Hauswebern häufig anzutreffen ist". Wenn etwas aufreizend wirken kann, so ist es die unerhörte Brot- und Fleischwucherpolitik, die diesen Aermsten der Armen mit ihren täglich 13—16 Stunden Arbeitszeit und einem Wochenverdienst von 9— 12 M. noch nicht einmal die Möglichkeit gibt, sich sattessen zu können, die vielmehr infolge der schamlosen Preiswucherpolitik zu den elendesten Surro- gaten greifen müssen, um ihren Hunger zu betäuben. Schuld an diesen grauenhaften Zuständen haben die bürger- lichen Parteien, die im vorigen Jahre bei der Beratung de? Haus- arbeitsgesetzeS völlig versagten. Damals hatten sie reichlich Ge- � legenheit, ihre so oft betonte„Arbeitersreundlichkeit" in die Praxis umzusetzen, indem sie den Antrag der Sozialdemokraten hätten annehmen sollen, der die Einsetzung von Lohnämtern verlangte, durch die den armen Heimarbeitern für ein Arbeitsstück der gleiche Lohn gewährleistet werden sollte, als den in der Fabrik beschäftigten Arbeitern. Soweit verstiegen sie sich jedoch infolge ihrer Stellung zu de» Unternehmern nicht, und so mußten die Heimarbster sich mit nichtssagenden„Fachausschüssen" zufrieden gebett, die alle? beim alten lassen— auch das Hungern. Die Arbeiter haben alle Ursache, mit allen Mitteln auf eine Beseitigung dieser heutigen Gesellschaft hinzuarbeiten, die für sie nur schamlose Ausbeutung, verschärft durch unerhörten Lebens- mittelwucher, übrig hat. Aus der Statistik der ersten deutschen Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Obgleich die Statistik als treues Spiegelbild der wirklichen Vorgänge in einer so jungen Siedelung wie Hellerau in den ersten Jahren noch durch mancherlei Nebenumständen beeinflußt wird, bieten die ersten Feststellungen über die Sterblichkeit und oen Geburtenüberschuß in Hellerau dem Wohnungsreformer doch schon interessante Anhaltsvunkte und beweisen den unmittelbar wohltätigen Einfluß des Flachbaues in gesunder Gegend auf die Gesundheit der Bewohner. In Hellerau begann die Bautätigkeit im Jahre 1909, die ersten 10 Familien zogen im Herbst in ihre Wohnungen ein. Die nachstehenden Angaben beziehen sich auf das ganze Jahr 1911, wo die Einwohnerzahl am 1. Januar 6S2, am 1. Juli 1100 und am 31. Dezember 14S0, im Durchschnitt also zirka 1000 betrug. Die zum Vergleich angeführten Ziffern aus Dresden, Chemnitz und Leipzig stammen aus dem Jahre 1910 und sind dem Statistischen Jahrbuch für das Königreich Sachsen entnommen. In Hellerau kamen 1911 auf 1000 Eiwoohner 6 Todesfälle, in Dresden 13,7, in Leipzig 13,8, in Chemnitz 15. In Hellerau ereigneten sich 3 Totgeburten, in Dresden 0,9, in Leipzig 0,9, in Chemnitz 28,4. Von 100 Lebendgeborenen sind im 1. Lebensjahre in Hellerau S gestorben, in Dresden 14,81, in Leipzig 17,12 in Chemnitz 22,3. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß ein Vergleich einer so geringen Zahl von Bewohnern, wie sie Hellerau aufzutveisen hat, mit weit höheren Zahlen einer Bevölkerung, deren soziale Gliederung erheblich von der Helleraus abweicht, keine volle Beweiskraft haben kann. Geriebtö-Zeitung. Eine halbe Stunde Freiheit. Der erst 18jährige Arbeiter Artur Martin stand gestern vor der hiesigen Ferienstrafkammer unter der Anklage des Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle. Der Angeklagte ist trotz seiner Jugend schon viermal wegen Diebstahls vorbestraft. Nachdem er die zuletzt gegen ihn erkannte mehrmonatige Gefängnisstrafe ver- büßt hatte, wurde er vormittags um 10.M Uhr, der Stunde des Strafantritts, aus der Strafanstalt entlassen. Genau eine halbe Stunde später verübte der Angeklagte einen Fahrraddiebstahl auf offener Straße, bei dem er ergriffen wurde, so daß er gerade eine halbe Sftinde die goldene Frei- heit genossen hatte. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die vielfachen Vor- strafen des Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Ein unverbesserlicher„Taugenichts", dessen „Willen zum Verbrechen" gebrochen werden müsse, so lautet die Rechtfertigung für die enorm hohe Strafe. Ist denn aber der Angeklagte wirklich der wirklich Schuldige? Ist er an seiner Verantwortlichkeit schuld? Liegt in der Unverbesser- lichkeitserklärung nicht eine Bankrotterklärung der Gesellschafts- ordnung? Die„Verbrechen" des Angeklagten sind ans den sozialen Verhältnissen herausgewachsen, an denen nicht er, sondern die Gesellschaft selbst schuld ist. Der Angeklagte ist das Opfer der Gesellschaftsordnung, die es unterläßt, für Brot und Bildung der Minderbemittelten zu sorgen, ja nach jeder Richtung hin ihnen den Kampf um Bildung und Brot erschwert. Und dann bestraft sie die Opfer ihrer eigenen Gesellschaftsordnung. In einigen altorientalischen Religionen wird dem Richter zur Pflicht gemacht, in jedem einzelnen Falle zu fragen: Hast du, hat die Genieinde alles getan, um das Verbrechen zu verhüten? und im Verneinungsfall freizu- sprechen. Das ist sozial und gerecht gedacht. Eine Gesetz- gebung aber, die erst den Armen schuldig werden läßt und ihn dann der Pein langer Strafe und einer an Unmöglich- keit grenzenden Erschwerung ehrlichen Erwerbes über- antwortet, ist unsozial und ungerecht. Kann auch die Recht- sprechung das harte, unbillige Gesetz nicht ändern, so kann sie doch durch Anwendung mildester Strafen das Unheil sänftigen. Weshalb ist im vorliegenden Falle nicht auf Verweis erkannt und dem jungen Mann Gelegenheit zu ehrlicher Arbeit ver- schafft worden? Können die Organe des Staates solche Arbeits- gelegenheit nicht schaffen, so hat auch der Staat kein Recht, die Opfer seiner ungerechten Ordnung wegen dieser Un- gerechtigkeit zu bestrafen. Leichter freilich ist es, den sich ja auch im Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch breit machenden Pharisäismus in die Tat umzusetzen, der da ruft: Seht jenen Unverbesserlichen, gut, daß ich nicht bin wie jener. Körperverletzung mittels Breiumschläge soll der Naturheilkundige„Professor" Fritz Westphal begangen haben. Er wurde deshalb am 20. Juni 1912 vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu 509 M. Geldstrafe verurteilt. Gestern beschäftigte die vom Angeklagten gegen dies Urteil eingelegte Berufung die Strafkammer des Landgerichts l. Der Angeklagte erklärte, er sei von Hause aus Landwirt, habe von Jugend an große Neigung zur Heilkunde gezeigt und diese in „Gottes freier Natur" erlernt. Als der Vorsitzende daraufhin fragt, ob denn jeder in„Gottes freier Natur" heilen lerne, ruft der Angeklagte pathetisch aus:„Nein, das wäre allerdings zuviel behauptet, aber ich fühle mich als Werkzeug Gottes, das er ausge- sucht hat zum Wohle der Menschheit." Der Angeklagte hat weder wissenschaftliche Studien absolviert, noch eine sachgpmäße Aus- bildung erhalten. Seine„Heilmethode" besteht in der Anwendung von Luft, Licht, Wässer und Pftanzensaft, auch arbeitet er mit der „Augendiagnose". Breiumschläge, erklärte der Angeklagte, seien ein altes vorzügliches Hausmittel gegen Tuberkulose! An einer italie- nifchen Akademie habe er sein Examen während eines viertägigen Aufenthalts bestanden und den Titel eines Professors erhalten. Sein Professorendipkom wollte er aber nicht den Händen der Richter anvertrauen.„Ich habe kein Vertrauen," meinte er zur Rechtfertigung.„Wir auch nicht!" entgegnete sarkastisch der Vor- sitzende. Die Mutter de? vom Angeklagten„behandelten" 10jährigen Knaben, Frau Weiberg, gab als Zeugin an: ihr Sohn litt an einer Schwellung in der Leistengegend, sie nahm ärztliche Hilfe in An- spruch und später ging sie mit dem Jungen in die kgl. Klinik. Dort wurde die Krankheit als Tuberkulose erkannt und man empfahl eine Tuberkulineinspritzung. Diese wollte sie nicht vornehmen lassen. Ein Vertreter einer Krankenkasse, dessen Name sie nicht mehr wisse, habe ihr dann den Angeklagten Westphal empfohlen, da dieser seinem Kinde geholfen habe. Da sei fie auch hingegangen und Westphal habe„Blutstockung" konstatiert und auch gesagt, der Knabe habe allgemein ungesundes Blut. Auf seine Anordnung nahm sie an ihrem Kinde Abwaschungen und Abreibungen mit Tee und ähnlichen Flüssigkeiten vor und verabfolgte auch Breiumschläge. Vorübergehend sei es dann ihrem Kinde besser gegangen, dann aber verschlimmerte sich das Befinden derart, baß der Angeklagte ihr riet, den Jungen in die Charite zu bringen. Sie hat zirka 25 M. an Westphal gezahlt. Jetzt liegt ihr Sohn in einem Krankenhause in Moabit. Dr. Biebergeil von der orthopädischen Klinik in der Charit« bezeichnete in längeren medizinischen Ausführungen die LehaMungsweijk des Wgeklagien als vollkommen unzweckmäßig. Das Kinll fei bei seiner Einlieferung in einer so traurigen Ver- fassung gewesen, daß man sich habe entschließen müssen, in diesem Falle Anzeige zu erstatten. Auf Grund mangelhafter Kenntnisse und Befähigung sei der Angeklagte auch gar nicht in der Lage ge- Wesen, das Krankheitsbild richtig zu erkennen. � Die unsachgemäße Behandlung bedingte die Komplikation, die die Operation nötig machte. Es handle sich um ein Leiden, daß jeder Sachverständige erkennen nmßte. In ähnlichem Sinne äußert sich der zweite Sach- verständige Dr. Grieber-Lranienburg. Das Gericht erkannte auf Verwerfung der Berufung. Die Mittel, die der Angeklagte angewendet habe, seien völlig ungeeignet gewesen, Tuberkulose zu heilen, er habe auch keinerlei Ausbildung genossen und mußte sich, da er durch die Aerzte der kgl. Klinik von dem Ernst der Krankheit unterrichtet war, der Größe der Verantwortung bewußt sein. Dadurch, daß er sich nicht danach richtete, habe er fahrlässig gehandelt. Das kranke Kind sei in seiner Gesundheit durch die Behandlung erheblich geschädigt worden. Bei der Strafzumessung müßten noch die vielen Vor- strafen' des Angeklagten in Betracht gezogen werden. Bedauerlich, daß die Mutter des für 25 M. so arg zugerichteten Kindes den Namen des„Vertreters einer Krankenkasse" nicht anzu- geben vermochte, der die.Gewissenlosigkeit besaß, den Angeklagten zu empfehlen._ Ihr laßt den Armen schuldig werden... � Zu einer furchtbaren Anklage gegen die bürgerliche Gesellschaft gestaltete sich eine Verhandlung, die vor der Strafkammer in Schweidnitz gegen eine 26jährige Mutter von drei Kindern geführt wurde. Mitte Januar mutzte der Mann der Frau wegen eines Vergehens eine Gefängnisstrafe antreten. � Infolgedessen war der Hunger ei» ständiger Gast in der Familie. Zwar versuchte die Frau durch einen Hausierhandel mit Backware ihre und ihrer Kinder Existenz zu fristen. Aber der erzielte Gewinn war so niedrig, daß dieser selbst nicht einmal für das täglich« Brot reichte. Eine andere Beschäftigung konnte die Aermste nicht annehmen. denn die Kinder bedurften noch der Wartung. Sie hungerte mit den Kindern. Selbst ein Gesuch an die städtische Armendirektion Schweidnitz um Unterstützung wurde abgewiesen. Als die Be- dauernswerte keinen anderen Ausweg mehr sah, entwendete sie einer Fabrikarbeiterin ein Portemonnaie mit 7 M., um den Hunger der Kinder zu stillen und sich selbst zu sättigen. Da die Aermste schon einmal wegen Diebstahls vorbestraft war, lag also Rückfall- dicbstahl vor. Unter Anerkennung der Notlage erkannte das Gericht auf 2 Monate Gefängnis, wiewohl die Strafgesetzbuchnovelle m solchen Fällen Geldstrafe von 3 M. an oder Gefängnis von einem Tage an zuläßt.__ Beleidigung im„Hackepeter". Die Lohnbewegung der Kellner im„Hackepeter", Kottbufer- dam», 24, Inhaber Karl Moser, vom März d. I.. fand ein gericht- liches Nachspiel in einer Schöffcwgerichtsvcrhandlung Berlin- Tempelhof. Der Verbandsvertreter Paul Jaekel hatte den Gastwirt Moser wegen Beleidigung verklagt. Beleidigende Ausdrücke, wie„Lumpl", „Hallunkel",„Strolch!",„Sch.... kerll", waren gegen den Kläger gelegentlich eines Telephongesprächs, sowie in Abwesenheit deS Ver- treters des Verbandes der Gastwirtsgehilfen gefallen, nachdem die Lohnbewegung zugunsten der beschäftigten Kellner beendet war. In der Verhandlung bestritt der beklagte Gastwirt Moser alles und suchte die Richter durch kräftiges Schwenken mit dem roten Lappen für sich einzunehmen. Auf Grund der Beweisaufnahm« mußte jedoch das Gericht den Wahrheitsbeweis als erbracht ansehen und verurteilte den Beklagten zu 49 M. Geldstrafe, Wegen eines Dreipfennigweckens 2W Jahre Zuchthaus. Vor der Würzburger Strafkammer fand am Donnerstag eine Verhandlung gegen die Tagelöhnereheleute Michael und Rosina Fessel wegen Verleitung zum Meineid statt. Die Vorgeschichte ist die: Am 11. Dezember 1911 bettelte die Fessel für ihren kranken Mann in einem Laden und erhielt einen Wecken. Ein zufällig im Laden anwesender Schutzmann in Zivil fragte die F. um ihren Namen. Da sie ihm wiederholt einen falschen Namen angab, führte er die Frau nach der Wache, wo die Personalien festgestellt wurden. Es folgte ein Strafbefchl wegen Bettels auf eine Woche und wegen falscher NamenSangabe auf zwei Tage Haft. Gegen die Bestrafung wegen Bettels erhob die F. Ein- spruch und die Verhandlung war auf den 25. April angesetzt. Vor- her versuchten sowohl die Fessel als auch ihr Mann aus Furcht vor der Strafe den Schutzmann zu bestimmen, ein Auge zuzudrücken, auszusagen, er habe sich geirrt und so dafür zu wirken, daß Frei- spruch erfolge. In der gleichen Weise wirkten beide auch aus die Verkäuferin ein, die den Wecken hergegeben hatte. Beide Zeugen sagten aber wahrheitsgemäß aus. Der Einspruch wurde verworfen. Die weitere Folge war aber die Anklage wegen Dkeineidsverleitung, die damit endete, daß die beiden Leute zu je 1 Jahr 3 M.vnate Zuchthaus und dreijährigen Ehrverlust verurteilt wurdev, Huq aller Melt. Neue Zeppelinfahrt Friedrichshafen-Hamburg. Das Luftschiff Hansa, das am» Freitag kurz vor Mitter- nacht in Friedrichshafen zur Fahrt nach Hamburg aufgestiegen war, ist am Sonnabend um 3 Uhr 5 Minuten nachmittags bei der Ham- burger Luftschiffhalle glatt gelandet. Die Hanta durchflog ganz Deutschland von Süden nach Norden, passierte zunächst Württemberg, flog über Würzburg(4 Uhr 30 Minuten früh) und HerSfeld nach Göttingen<8 Uhr 10 Minuten), bog nach Nordwesten ab, überflog Detmold, Bielefeld, Herford, passierte die �fforta Westfalica um 11 Uhr 30 Minuten, kurz darauf die Stadt Minden und flog dann in gerader Richtung weiter nach Hamburg, dessen Rathaus um 2 Uhr 5 Minuten überflogen wurde. Die Landung erfolgte nach längerer Schleifenfahrt._ Eine spanische Pulverfabrik in die Lnft geflogen. In einer Pulverfabrik in der Nähe von Corcubion ent- stand am Freitag infolge Kurzschlusses ein verhängnisvoller Brand, der mit reißender Schnelligkeit um sich griff und das gesamte Pulverlager zur Explosion brachte. Die Wirkung war furchtbar. Die ganze Fabrik mit samt- lichen Nebeugebäuden flog in die Luft. Die Detonation war bis in Corcubion hörbar. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Der Besitzer der Fabrik und mehrere Arbeiter wurden schrecklich zugerichtet und mußten in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Arbeiter, der den Versuch machte, den Strom der elektrischen Leitung auszuschalten, kam dem Draht zu nahe und wurde auf der Stelle getötet. Neue Eisenbahnkatastrophe in Brasilien. Die„Central-NewS" erhält ein Telegramm aus New Aork, wonach sich in R i o d e I a n e i r o auf den brasilianischen Eisenbahnen, die erst vor wenigen Tagen der Schauplatz einer furcht- baren Eisenbahnkatostrophe waren, schon wieder ein großes Unglück ereignet hat. Auf dem Zentralbahnhof von Rio de Janeiro stießen mit furchtbarer Gewalt zwei Personenzüge aufeinander- Der Anprall war so heftig, daß verschiedene Waggons ineinander- geschachtelt wurden, wodurch viele Passagiere buchstäblich zerquetscht worden sind. Den herbeigeeilten Hilfsmannschaften gelang es bisher, 200 Tote und Verletzte zu bergen. Man fürchtet jedoch, daß noch mehr Tote unter den Trümmern, deren Beseitigung nur unter kolossalen Anstrengungen möglich ist, begraben liege». Nähere Einzel- Helten fehlen noch. Meine Notizen. Zwei OffizierSfliegcr abgestürzt. Bei einem militärischen Ueber- landflug auf einem Albatros-Doppeldecker in die weitere Umgebung des Flugplatzes Döberitz stürzten die Leutnants Busch und T u r n e r ab. In bOV Meter Höhe sahen fie sich durch Aussetzen des MotorS gezwungen, im Gleitflug niederzugehen. Da- bei gestaltete sich der Gleitflug so steil, dah der Apparat bei seiner harten Landung völlig zertrümmert wurde. Die beiden Offiziere wurden hinausgeschleudert. Leutnant Busch renkte sich bei dem Sturz den rechten Oberarm aus, Leutnant Turner erlitt eine leichte Gehirnerschütterung. BcrgmaunSlos. Aus Halle a. d. Saale wird vom 2. August gemeldet: Auf der Grube„Neuglück" wurden gestern abend sechs Bergleute durch hereinbrechende Stein massen verschüttet. Vier wurden alsbald gerettet, während die andern zwei, nach zwölfstündiger Arbeit, nur als Leichen geborgen werden konnten. Beim Baden ertrunken. Im Grubenteich bei Hohenlinden (Oberschlesien) ertrank beim Baden der 28 Jahre alte Arbeiter Staroczyk. Ein Hamburger Tonrist tödlich vcrnnglückt. Beim Abstieg vom Piz Bernin im Kanton G �a u b ü n d e n ist ein junger Tourist namens Moelmann aus Hamburg tödlich verunglückt. AuS Pontresina ist eine Bergführerkolonne aufgebrochen, um den Leichnam des Verunglückten zu bergen. Tödlicher Flicgerabsturz. Auf dem Flugplatz Brooklands (England) ist heute der Aviatiker Lind sah Campbell nach einigen wohlgelungenen Flügen in beträchtlicher Höhe abgestürzt. Der Aviatiker wurde mit-zerschmetterten Gliedern tot unter den Trümmern seines Aeroplans hervorgezogen. r BerhiingniSvokler Felssturz. AuS Turin wirb gemeldet: Auf der Heerstraste nach dem Moni Chaberton erfolgte am Freitag ein großer Felssturz, durch den die Straße zum Teil verschüttet wurde. Im Augenblick de« Felsrutsches passierte gerade eine Batterie Artillerie, von der ein Geschütz in einen Abgrund geschleudert wurde. Zwanzig Artilleristen wurde» mehr oder weniger schwer verletzt. Die Festung auf dem Moni Chaberton ist das höchstgelegene Fort der Welt. Es befindet sich 3300 Meter über dem Meeresspiegel. Wochen-Spielplan der Berliner Cheater. Lesfiiig-Xheater. Allabendlich: Vergnügungsreise.(Anfang Uhr.) Berliner Theater. Allabendlich: Kroße Rosinen.(Ansang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Täglich: Der erkaufte Gatte. Ein wenig Musik. Gastspiel Schäster.(Anfang 8fl. Uhr.) Kurfürsten-Opcr. Allabendlich: Der Tanzanwalt.(Ansang 8 Uhr.) Neues Theater. Allabendlich: Der liebe Augustin.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Der Herr mit der grünen Krawatte.(Anfang 8'/, Uhr.) Schiller-Theater Eharlottenburg. Allabendlich: Das Konzert. (Ansang 8 Uhr.) Friedrich. Wilhelmstädtisches SchausPielhanS. Allabendlich: Die keusche«usanne.(Ansang 8'/, Uhr.) Theater in der Königgrätzer Strasse. BIS aus weiteres täglich abends 8 Uhr: Die süns Franksurter. Thalia-Thcater. Allabendlich: Autoliebchen.(Ansang 8 Uhr.) Lustspielhans. Allabendlich: Ein Königreich m. b. H.(Anfang 81/, Uhr.) Luisen-Theater. Sonntag, i. August, nachmittags 3 Uhr: Ich lasse Dich nicht. M-ndS und Montag. Dienstag, Mittwoch: Der verfallene Turm. Donnerstag: Die unbekannte Macht. Freitag: Der versallene Turm. Sonnabend, Sonntag und Montag: Der verflossene Reßdors. Ansang 8 Uhr 20 Min. Nose-Theater. Sonntag und Montag: Die Min von Toledo. Dienstag: Die Kameliendame. Mittwoch, Donnerstag: Die Jüdin von Toledo. Freitag: Die Kameliendame. Sonnabend, Sonntag, Montag: Die Jüdin von Torledo.(Anfang S1!, Uhr.) Herrnfeld- Theater. Wie man Männer bessert. Die Original- KlabriaS-Partie.(Ansang 8 Uhr.) � � Metropol- Theater. Allabendlich: Schwindelmeier u. Co.(Anfang Berliner Prater-Theater. O diese Berliner.(Ansang 7'/, Uhr.) Passage-Theater. Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Admiralepalast. Eisballett: Dvonne. lAnsang 10 Uhr.) Urania-Theater. Sonntag: Die Insel Rügen. Montag: Der Vierwaldstädter See und der Gotthard. Dienstag: Von der Zugspitze zum Watzmann. Mittwoch: Vierwaldstäotersee und der Gotthard. Donnerstag: Von oer Zugspitze zum Watzmann. Freitag: Vierwaldstädter See und der Gotthard. Sonnabend: Von der Zugspitze zum Watzmann. Sonntag: Bierwaldstädtersec und der Gotthard.(Anfang 8 Uhr.) Folics Eaprice. Allabendlich: Paristana-Ensemole.(Ans. Sfl, Uhr.) Apollo- Theater. Abends täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Köntgstadl-Kasino. Täglich: Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) eingegangene Drudtfdmftoi. In zählungen reien Stunden". Eine Wochenschrist. Romane und Et- r das arbeitende Volk. Nr. 30 und 31. Verlag Buch» h a n dst u n g Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin Lzv. 68. Jede Woche erscheint ein Heft zum Preise von 10 Pf. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen entgegen. .Kommunale Praxis". Wochenschrist sür Kommunalpollttk und GemcindesoztaliSmuS. Nr. 30 und 31. Verlag Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. d. H., Berlin BW. 68. Jede Woche ein Heft. Quartal 3 M. Einzeiheste 80 Pf. Bestellungen nehmen alle Postanstalten, Buchhandlungen und Speditionen entgegen. Großer § oüön AmvcrKöuf Stimer Tauentzienstr. 20 Leipziger Str. 65 Oranienstraße 34 Königstraße 34 Oranienstraße 47 a MBllerstraße 3a Neukölln, Bergstr. 7-8 Friedenau, Rheinstr. 14 ü An jedem Paar ixt der frOhern Preis deutlich ersichtüch. haben vir große Posten unserer Schuhwaren aller Art, aie teils unsortiert sind und teils nicht mehr weitergeführt werden, im. Preise herabgesetzt In Anbetracht der sensationellen Billigkeit war der bisherige Erfolg unseres Saison-AusvelS kaufs ein ganz außergewöhnlich großer. Wir haben für die folgenden Tage Maßnahmen für prompteste und aufmerksamste Bedienung getroffen, bitten aber trotzdem, möglichst au�i die Vormittagsstunden zum Einkauf, benhrtyen zu wollen. » Backfischstielel- ganz besondere Kanlgelegenhelt Boxcalf- Schnürstiefel 5®° ▼orxfiglldiax Fabrikat Verkauf nur solange Vorrat Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten, i Beachten Sie, bitte, unsere Schaufenster. 10 Mark monatliche Teilzahlung liefert elegante Herrengarderobe nach Matz I. Tomporimski, ÄSTm' gut. Sitz is. garant., eigenes Siofslag. �.bencllcurso Sorlin. Ncandoretr. 8 Technikum, Bauschule. Königl. Kegierungs-Bau- moister a. B.* Werner, Inhaber. Prospekte kostenfrei. Nähmaschineiihaus Bellmann, Gollnowstrahe 26, empfiehlt Asrana, Adler, Zentralbobbin, RingschisstLang, schiff, Hokemever.Tambourrr, Wheler- u. Wilson, Elastil Säulen-Maschincn usw. Prima, Preise billig, Abzahlung günsttg, Garantte. Alte Maschinen nebme in Zahlung. 2055K' Stoffe für elegante MaBanzDge, Paletot«, Ulster etc., Mtr. 4.—, 6.—. 6.— M. Damen- KostOmstoffe, Damentuche -Neuheiten'' Mtr. 2.—, S.—, 4.— M., Loden f. Pelerinen Mtr. 1.50, 2.50 M. Schneidermeister, welche unsere Stoffe tadellos verarbeiten, weisen wir nach. Arbeitslohn nebst Zutaten ca. 20 bis 80 M. Tuchlager Koch d Seeland G. m. b. H. GertrautUenstr. 20/21 vi"4-¥i8dar Petrlklrcha. Technikum Berlin KSniggrStzer Str. 90. Tagea-, Abendkurse. 1 Maschinenbau, Elektrotechnik, Kochbau, Tiefbau. Werk-, Maarer-, Zlnimer- | Jleibterknrse.— Bauer 1 Jahr, vierteljährl. 20 M. 1 2342L* Dir. Matthes, Inh. ■jj.i.u.i'.inBirmf + Magerkeit+ schwindet durch Haufe's Nühr- pulver ,,Thilossia". Preisgekrönt Berlin 1904. In 6 Wochen 24 Pfund ärztl. kontrollierte Zunahme. Gar. unschiidh Viele Anerk. Karton 2 M., bei Postversand Porto und Nachnahmespesen extra. H. Haufe, Berlin- Wainmannslust 801. Be- pots in folgenden Apotheken; Lothringerstr. 50, Elefanten-Apotheke, Leipzigerstr. 74, Weißen- burgerstr. 53, Potsdamerstr. 29, Köpeniokeratr. 119, Bemburger- straße 3, Frankfurter Allee 74, Bo- Benthalerstr.61, Reiniokendorfer- etraßel. Charlottenburg: Bismaruk- atr&ße 81. Spandau: Potsdamer Straße 40. Buchhandlung Vorwärts SW 68, Llndenstr. 69(Laden), Für Ausflüge und Reisen reichhaltiges Lager in ffander-Karten mt Böclier Kletsling— Straube- Silva— Via». a. Reiselrer: Grieben. Miieher: Reise-Lektüre. Einstimmig fällt die Damenwelt das Urteil daß zur Schaltung eines, rofigen, jngendfrifchen und zarten Teint, -Ulf enmf Ich- Stift von Bergmann&«£«., Zladebenk, Ii St. 50 pf., ein vorznglich« Mittel ist und dieselbe ein zartes, reines Gesicht erzeugt. Ferner macht Grearn„Dada" cxiRt«nrttiJ.$te«m) rote und spröde kfaui in einer Nacht weiß u. sammettoeich. Tube 50 Pf. IS Harz, Riesengeblrge, Sächsische Schweiz, Berlin, Dresden«aw. Buchhandlung Vorwärts Llndenstrafie 60(Laden). APOTH.fECHERSI Bestes Kosmetlkutn Id.W dt. z. Pf lere d.kUüe. iKeln Wundlaufen. [kein Oeruch mehr Von Jrztl.Autoritit.sehr Jemcfohl. Zu haben in alL | Droc.uAooth.PreisMl.- 1 Wonicht erhlltl.erf.eez. lEinsde.v.M 1.15 Franko- | Versand direkt v Fabrik Buchhandlung Vorwärts Liodenstr. 69(Laden) Ferdinand Lassalle Die indirekte Steuer and die Lage der arbeitenden Klassen. Neudurohgesehene und übersichtlich gestaltete Ausgabe. Mit Vorwort und Nachtrag, ßowie Namen- u. Sachregister von Eduard Bernstein. Preis 1.50 M. (Vereinsausgabe 60 Pfennig.) Wer probt, der lobt den Nordhänser Kautabak ron Grimm& Triepel Röllchen und Stangen mit Firmenzettel. Bettfcdern :: BERLINS. 100:: PrinzenstraBe 46—47 L Fabrik listig Gustav Größtes Spezi�lsOeschäft Deutschlands für Bettfedern, Daunen Tertige Setten, Sett-Snlette Metali-Bettstellen, Matratzen Daunen- Steppdecken und adle anderen Bett- Artikel Beste Bettenfllllung Monopol- Daunen (gesetzl. gesoh.) Pfd. 2.85 M. 3-4 Pfd. zum großen Oberbett Gardinen Portieren Teppiche in gröftter Ausmahl und in nur guten QualitSteu �e��illi� Gardinenhaus Bernhard Schwartz Wallstr. 18(Spmdlershos), zwischen SpittelmaM«. Grünstraße. AeieetagShaaS u.«iaeaer fBuefra tn fo kurzer Enlfc» nuna oonSJetlfn, nur LS MM. wie die Gartenstadt Hoppegarten 6 ed rufet Ufr jede gamfN« einen unenaetzlfchen Wen. «tzn.-R. von IS n. aafwürta. Elektrisohea Uoht oeptlHterle 8 treffen. vfele massiv««faenhäuse» berefl» erbaut. «aSkaap SoPPeaaeten. «jchen-nlleeli. venr«fe«u>g. IlchmuchSormfag« anwesend. In der Gantvnatadt Hokiagdrevier am>Zadnho|«tolp« sind 20 Swaben»epstasteN und 200 HSuser erbaut. Sie Ist die em,tgeSaNenstadt.w«lche verfwer Hostaabreofer liegt. Jeder kann sich au den r Magern abzsblen. daß ohne Mag« durch da» Jagdrevier und durch die vor- nehmen«nlagen vom de» aachbarf«» Jrohnan ein« ungeahnte Zukunft erreicht. wie e« Ihr« romant. Lage un- dedfnof mit sich bringen muß. Qa.-Vl. von IS OR. an. Aaskimsti direkt am vehn- Hof»tolpe(Siordbahn) tm Pavillon. virlcenvsrlfsr Landparzellen. Qu.St. SS Muri. Parzellen am»Aese» stieß Qu.»«. 0.0« Marl. ßtaskanfti• rx* 126— SO 132—37 Leipziger Str. König-Str. Rosenthaler Strasse Oranien-Strasse Zu besonders billigen Preisen: Grosser Verkauf Versand-Abteilung« Berlin W. 66, Leipziger Strasse 132- 137 Die Firma A WERTHEIM hat zu ähnlich lautenden Firmen keinerlei Beziehung Porzellan Montag, Dienstag, Mittwoch: Glaswaren Tafelgeschirr weiss Speiseteller...... tief 18, flach 15 pf. Dessertteller.............. 10 Pf. Kompotteller.............. 6 Pf. Terrinen u. Karlofelnä'pfe 75 Pf.. 1.50, 1.80 Bratenschüsseln oral... 28 bis 95 Pf. Kompottieren......... 4 bis 55 Pf. Saucieren................ 45 Pf. Kaffeekannen......... 28, 45 pr. Milchtöpfe.......... 7, 10, 15 h. Milchtöpfe 1 V, bis 2 Liter Inhalt... 30 Pf. Tassen................... 12 H. Zuckerdosen............. 1 5 pr. 6 Tosten Porzellan zu besonders billigen Preisen Bratenschüsseln°rai. weis..... 95 pf TaSSen feines, dünnes Porz, Goldhenkol 15 Ff. TaSSen feines, dünnes Porz., Goldbordüre 18 H, T assen feines, dünnes Porz., Streublumen 1 8 PL Speiseteller ÄndÄ"!".?0.Id.". 25 pl Frühstücksgeschirr Rosengirlanden Kaffeekannen...... 85 Pf. bis 1.15 Teekannen.......... 63 Ms 85 Pf. Schokoladenkannen.. 65 bis 95 pl Zuckerdosen...... 35, 38, 50 pl Milchtöpfe.......... 12 bis 70 pl Tassen.................. 33 pl Kaffeebecher...... 18, 20, 25 pl Kuchenteller........ 55 bis 72 pl Dessertteller...... 25, 28, 35 pl Eierbecher................ 9 pl Butterglocken............ 75 pl Belagschüsseln........ 23, 95 pl Senfgefässe.............. 25 pl Salatschalen.......... 18, 55 pl Kannenuntersetzer........ 25 pl Restbestände sehr feiner deutscher u.(ranzös. Tafelservices zu ausserordentl. herabgesetzten Preisen Pressglas Butterdosen.......... 25, 32 pl Honigdosen....... 15, 16, 20 pl Käseglocken.......... 40, 45 pl Bierbecher.............. 6, 7 pl Bierbecher g�drd7, 10, S�ark- 12 pl ■ Qoljrd Wassergläser... 5, 6, Boden glatt... 9 Pf. Weissbierpokale...... 20, 33 pl ca. Viq Ltr. 1U Ltr. z!iq Ltr. Seidel.Amerik."..... 19 20 22 Ff. Seidel.Emst'...... 20 21 23 Pf. Geleegläser......... 7, 8, 1 1 pl Milchsatten oa V, Liter, weiss?, blau 8 Pf, Ständiger Verkauf: Einmachehafen ca. v.-s Liter 8 bis 80 pl „Rex�-Einmachegläser 45pLb.l.OD „Rex" Einkochapparate verzinkt 10.00, verzinnt 12.00 Neuester Ton-Butterkühler o oe mit glasiertem Einsatz...... Schleif glas Bierbecher........... 22, 25 h. Saftkannen reich geschliffen.. 55, 90 Pf. Bowlenkannen geschliffen 1-05 bis 2.00 Bowlenkannen ui'drand 1.20 ms 2.00 Bowlen mit Löffei..2.70, 3.00, 5.40 Bowlengläser mit Henkel.. 20, 40 PL Wasserflaschen.... 45, 50, 70 pl Wassergläser.......... 20, 27 pl Sturzflaschen mit....... 35, 40 pl Sturzflaschen mit Goldrand..... 85 Pf. Butterglocken.... 65, 70pl 1.15 Käseglocken....... 55 pl bis 1.25 Salutieren........... 27 bis 80 pl Kompotteller... 23,™ chiiffen 45 pl Likörgläser Likörgläser hohem 16 PL 27, 30, 40 H. Limonadenstäbe 2, 3, 4» 5, 6 pl Ein Posten Blumenvasen geschuff. 35 ws 1.05 ElnMhrsbiuia"ten Steing'utwaren Teller.................. 5, 3 pl Salutieren............ 3 bis 25 pl Kumpen.............. 2 bis 8 pl Fruchtschalen............ 15 pf Kartoffelschüssel mit Deok«i... 25 pl Tassen................... 4 pl Waschbecken............ 45 pl Wasserkrüge............. 32 pl Kochgeschirr„Alsatia" aus feuerfestem Ton � Einkochtöpfe hoch, Inhalt»/« bis 7 Liter....... 37 pk. bis 2.40 Einkochtöpfe Saeb. Inhalt Vj bis 5 Liter....... 68 PL bis 2.85 X®* West WM Preis M. 10 OOÜ monatlicher Miel, aufwand M. 35.— Nauerschlossenes Waldgeländo □ Rute vonlSMnrRnn ab Lehrter Bahnhof in 30 Min. Direkt am Bahnhof Seegefeld,„j, ab Charlottenburg(Bahnhof � Jungfcmheidcj in 20 Minuten �ertlgeSominerhäuschen von M.»00, 500, 700 aufwärts. Elgenlicime bereits itt. 0500 an. Auskunft auf dem Terrain: Hansavlra.sMe. Billigste und schönste Kolonie westlich Borlins. Hochwald-, Villen- u. Landbanalellen. Kleine Anzahlung.— Lang- HlfiffhnlllD£ NÜtrhO HE ULIS NO 43, Neu© Könl0«lPa»»® l® j&hr. Amortisat.- Hypothek IIiuStllUlilB Ä lill#Llluf(Amt Königstadt 6376) Jllustr. Prospekt gratis. Preis M. 6 500 monatl. Zins- resp. Mietsautwand M.-5,— BERLIN NO 43, Neu© KOnl0K"l. Llia»,u»l»,«-Wohuunaen mit und ohne Bad, j i A- Ulv mit Warinwnsser-Bersorgung, i cleftr. Nachtbrleuchtung, vorn und Gartenhaus, in neuen trockenen Häusern sofort billig zu vermieten. Zu erfragen Rr. 37 bew, Verwalter* Die reellsten und billigsten Möbel nnd PolBterwaren erhält man zu Kassapreison in der seit 33 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Schulx, Relchsnberger StraSe 5. Größte Auswahl in allen Holz- und Stilarten mit zehn- jähriger Garantie.(S Proz. Kassaskonto.') Ev. auf Ratenzahlung Abendkurse Berlin NW., Rathenower Str. 3 Technikum, Bauschule. Kgl. RegierungS-Baumstr. a. D. Wvpl»«p, Inhaber. ''��BT'�roRicfte jiTT verantwortlicher Redakteur: Albert Wach». Berlin. Für der Lni«rat-nreii veranuv.:TH.0iIocke. Berlin. Druck u.«erlag- Borwarl»»vuchdruckerei u. BeriagSanstalt Paul singer u.«so., iveriin S\N. ■-fv*(, s" von 5ABA Ä- V■ Gummi- Mäntel für Herren und Damen 1250 18.- 22» 30.- 36- 45.- i Die Herren- Hantel i I sind in den modernsten Farben- : gehalten Die besseren Exem-! i plare bestehen aus reiner Wolle j I Die Damen- HS tel| I hab. mod Schniti» geschraadc-! I vollste Farben. Die bess txem-: i plare bestehen aus reiner Seide j Ein Posten echt englischer Mk-SammlniSntel tür Herren zu dem außer- gewöhnlich billig Preise v äI.— Loden- Pelerinen L für Herren und Damen, Iflng-•" linge, Knaben und Mädchen| zu sehr billigen Preisen j Baer«Sohn Kleider- Werke 3 Deutschlands größte Fabrik dieser Art Chausseesti aße 29-30 Gr. Frankfurter Str. 20 11 Brückenstraße 11 Schöneberg., Hauptstr.10 Jeglicher Sachdruck verboten. ! Oer Haupt-Katalog Nr 44(Neueste Moden) kostenfrei! smso 29.1.� 2. Keilllge des Jorraittf f erliiier DslKsblM. Dkrbandstag der FaliriKarbeiter. Dresden, 2. August 1912. Die Delegierten des Zentralverbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands treten am Sonntag, den 4. August, im hiesigen Kristallpalast zum 11. ordentlichen Verbandstag dieser Organisation zusammen. Seit dem letzten Verbandstag vor zwei Jahren hat sich der Verband stark entwickelt, die zwei Berichtsjahre 1910/11 sind Jahre steten Vorwärtsschreitens. Am Jahresschlutz 1909 zählte der Ver. band 141024 Mitglieder; Ende 1911 scharten sich 189 443 Fabrik- arbciter um die Fahne des Verbandes. Die Zunahme beträgt also 48 419. Die Aufwärtsbewcgung hielt auch im Frühjahre dieses Jahres an. Kurz nach Abschluß der Geschäftsperiode stieg die Mit- gliederzahl auf 20 0000. Die Zahl der Verbandsfilialen erhöhte sich in der Berichtszeit von 49S auf 533. An 95 Orten wurden neue Zahlstellen gegründet; 21 sind eingegangen und 45 haben sich mit anderen Zahlstellen verschmolzen. Die abnorme Preissteigerung in den letzten Jahren wurde durch Bewegungen um bessere Lohn- und Ar- beit'sbedingungen auszugleichen versucht. Daher waren die Lohnbewegungen in den Berichtsjahren äußerst zahlreich und wur- den mit großer Zähigkeit geführt. Wenn es nun in diesen Kämp- fen auch nicht gelungen ist, die Spannung zwischen Einkommen und gesteigerten Ausgaben restlos zu beseitigen, so ist sie doch ver- ringert worden, und zwar in dem gleichen Grade, wie die Or- ganisation der Arbeiter vorgeschritten war. In der Geschäftsperiode fanden 187 Angriffsstreiks, 84 Abwehrstreiks, 34 Aussperrungen und 1053 Bewegungen ohne Arbeitseinstellungen statt, an denen ins- gesamt rund 120 000 Personen beteiligt waren. Durch die Kämpfe wurde erreicht: Lohnerhöhun.gen oder Abwehr von Lohnkürzungen für 82 581 Beteiligte von durchschnittlich 1,01 Mi. pro Woche, Arbeitszeitverkürzung oder Abwehr von Ar- beitszeitverlängerung für 34 099 Beteiligte von durchschnittlich 2� Stunden pro Woche. Die Gesamtausgaben für Streiks und Aus- sperrungen betrugen 1 974 804 M. Darunter sind 189 079 M. für Streiks anderer Verbände, bei denen Mitglieder der Fabrikarbeiter in Mitleidenschaft gezogen waren. Die Zahl der vom Verband abgeschlossenen Tarife ver- mehrte sich in der Berichtszeit um mehr als das Doppelte. Am 1. Januar 1910 bestanden 124 Tarife für 195 Betriebe mit 17 495 Beschäftigten. Neu abgeschlossen wurden 197 Tarife für 321 Be- triebe mit 17 503 Personen. Die meisten der abgelaufenen Tarife wurden erneuert. Am Ende der Berichtszeit bestanden 293 Tarife für 495 Betriebe mit 31 397 Personen. An die Gesetzgebung richtete der Verband eine Reihe sozialpolitischer Forderungen durch verschiedene Eingaben, die be- sonders größeren Schutz der Arbeiter in der chemischen In- dustrie verlangten. In sechs Petitionen aus den Reihen d'er Zünd- Holzarbeiter war der Reichstag um Hilfe für die Opfer der Zündwarensteuer angegangen worden. Die Wünsche der Arbeiter wurden wohl vom Reichstag dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen, dieser kam aber ihnen nicht nach. Die vom Verband den Mitgliedern gewährten Unter- stützungen gingen in der Bcrichtszeit stark in die Höhe. � Die Streikunterstützung ist fast um das Dreifache gestiegen. Höhere Ausgaben waren ferner erforderlich für Rechtsschutz, Umzugsgeld, Sterbegeld und Erwerbslosenunterstützung. Für die letztere wurde die größte Summe aufgewandt, diefe Unterstützung betrug 2181 887 Mark(1908/09: 1901254 M.). Für Streikunterstützung wurden ausgegeben 1703 098 M.(028 101' M.s/ Sterbegeld 122 272 M. (70 327 M.), Maßregelungsunterstützung 99 401 M.(99 795 M.), Umzugsgeld 71397 M.(50 230 M.) und Rechtsschutz 22 071 M. (18 007 M.). Die Agitation erforderte 189 548 M. gegenüber 145 982 M. in der vorigen Berichtsperiode. Der Kassenbericht weist eine Gesamteinnahme von 0 204 350 M. auf. Der Kassenbestand betrug am Schlüsse der Ge- schäftsperiode 2150 023 M. gegenüber 1472 770 M. am Ende der letzten Periode. Das Verbandsvermögen ist also uin rund 770 000 Mark gestiegen. ( Eue der Frauenbewegung. Sozialdemokratie und Frauenstimmrecht. Die englische Arbeiterpartei hat sich auf ihren Kongressen, zu- letzt erst wieder in diesem Jahre in Birmingham, mit überwälti- gender Majorität für ein allgemeines Wahlrecht aller Großjährigen erklärt; trotzdem brachten es bekanntlich nicht weniger als 25 ihrer Abgeordneten fertig, im Frühjahr 1912 im Unterhause für die„Versöhnungsbill" zu stimmen, die im wcsent- lichen nur den besitzenden Frauen Englands die politische Gleich- berechtigung gebracht hatte. Eine solche Nichtachtung der Kongreß- beschlüsse muß auf die Massen verwirrend wirken und sie in den Wahn wiegen, als könnte die Eroberung eines„Damen"wahIrechtS wirklich die erste Etappe auf dem Wege zur baldigen Er- ringung des vollen Bürgerrechts aller Frauen sein, während die Dinge in Wirklichkeit so liegen, daß die Proletarierinnen dann auf sehr lange Zeit hinaus von dem Besitze politischer Rechte ausge- schlössen sein würden. Ueber all diese Dinge die so dringend wünschenswerte Klarheit zu verbreiten, ist unser englisches Bruder- organ„Justice" bei jeder Gelegenheit bemüht. So bringt die letzte Nummer einen längeren Artikel, der in Anknüpfung an die neue Männerstimmrechtsvorlage der Regierung und die weitere Eni- Wickelung der Gewalttaktik der Suffragettes die Stellung der So- zialdemoiratie zur Stimmrechtsfrage im allgemeinen und zur Agi- tation für das Frauenwahlrecht im besonderen erörtert. Die Si- tuation ist gegenwärtig die, daß die Rcformbill für das Männer- Wahlrecht durch ein besonderes Amendement auch den Frauen das Wahlrecht bringen kann.„Justice" führt u. a. folgendes aus: Die Sozialdemokratie erstrebt die wirtschaftliche, politische und soziale Gleichstellung aller Männer und Frauen. In der Gesell- schaft der Zukunft wird es kein unterdrücktes Geschlecht geben, eben- sowenig wie eine unterdrückte Klasse. Unter der Herrschaft des Sozialismus werden alle Männer und Frauen frei und gleich sein. Deshalb wird in der sozialistischen Gesellschaft das Stimmrecht von Männern und Frauen in vollkommener Gleichberechtigung ausgeübt werden. Auch wird niemand, der sonst die nötigen Fähigkeiten be- sitzt, seines Geschlechts wegen von irgend einem öffentlichen Amte oder einer Tätigkeit ausgeichlossen sein und niemand, der untaug- lich ist, wird seines Geschlechtes wegen ein Vorrecht irgendwelcher Art genießen. Sozialismus bedeutet Demokratie im vollsten Sinne des Wortes. Weil dem so ist, tritt die moderne sozialdemokratische Beweis gung für das allgemeine Stimmrecht aller Großjährigen ein: jedem Manne und jeder Frau eine Stimme. Sie betrachtet es nicht nur als Teil ihres Fernzieles, sondern in der Gegenwart schon als eines der �Mittel, um jenes Ziel zu verwirklichen.... Wir for- dern das Stimmrecht für alle Männer und Frauen, nicht weil wir glauben, daß der Parlamentarismus ein Wundermittel zur Lösung aller sozialen Probleme und Schwierigkeiten enthält, sondern weil wir Demokraten sind und meinen, daß alle, die verpflichtet sind, dem Gesetze zu gehorchen, so weit wie möglich in gleicher Weise mitzustimmen haben bei der Gesetzgebung, der sie sich fügen müssen. „Justice" wendet sich dann scharf gegen die Agitation der Suf» fragettes, die antidemokratisch sei sowohl in ihrem Ziel wie in ihren Mitteln. Ihr Ziel: Vorrechte und neue Machtmittel für eine Min- derheit von Frauen aus den besitzenden Schichten; ihre Methode: bloße Roheitsakte, gewaltsame Angriffe auf Polizisten und Mi- nister und Einwerfen von Schaufensterscheiben.„Justice" bestreitet auch die oft gehörte Behauptung, daß diese sogenannte„Kampf"- taktik der Suffragettes die Sache des Frauenstimmrechts in fünf Jahren mehr vorwärts gebracht hätte, als 40 Jahre friedlicher Agi- tation vorher erreicht hätten. Es liegt auch nicht das Atom eines Beweises dafür vor, daß jene Taktik irgend etwas erreicht habe, um die Mehrheit zur Anerkennung der Berechtigung der Frauen- befreiung zu zwingen. Auch können die Suffragettes nicht be- haupten, daß die gesetzlichen Mittel der Agitation erschöpft gewesen wären.„Dagegen wissen wir, daß viele, die sonst der Bewegung freundlich gegenüberstehen, abgestoßen und angeekelt wurden durch die schändlichen, verbrecherischen Hanswurstiaden der„Kämpfenden" und zu dem Schlüsse kamen, daß die Frauen für das Wahlrecht nicht reif seien. Ein Resultat war die Niederlage der diesjährigen Frauenstimmrechtsbill im Unterhause, die noch nachwirken wird, wenn in der gegenwärtigen Session ein Amendement für die Ein» beziehung der Frauen in die Wahlrechtsvorlage der Regierung eine gebracht wird. Wir meinen aber, eS ist nicht fair, die Suffragettes als Repräsentantinnen der Mehrheit der Frauen zu betrachten und wegen ihrer närrischen Streiche einen Akt der Gerechtigkeitnämlich die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Frauen, zu ver- hindern. Die Suffragettes haben— besonders in letzter Zeit— der Frauenstimmrechtsbewegung unberechenbaren Schaden getan. Trotzdem hoffen wir, daß die Freunde der Bewegung dadurch nicht abgeschreckt werden, ihre Pflicht zu tun." „Justice" behält sich vor, in einigen Artikeln die eigentlichen reaktionären Pläne der Suffragettes aufzudecken. Die 10. Generalversammlung des Bundes deutscher Frauen- vereine findet vom 2. bis 5. Oktober d. I. in Gotha statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Referate:„Warum müssen die Frauen Politik treiben?" und über die Lage der Krankenpflegerinen. In den öffentlichen Abendversammlungen wird die Frage des„Weib- lichen Dienstjahrs", des gemeinsamen Unterrichts und die Be- deutung der sozialen Frauenberufe behandelt werden. Wasserstands-Nachrtchten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Welterbureau Wasserstand M e m e I, Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Natibor , Krassen , Frankfurt I a r t h e, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Sprcmbcrg') , Beeskow Weser, Münden . Minden Rhein, Maximiliansau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel, Trier -") Unterpegel. Di- MebeS Bmmrei. bi��rchreVi�evori�eu. böhnufthen ubcuierischen®mv!m bisvor die Tore von BerUrr---- Der Wettbewerb der nahen«zwianSischen Srnueveien bewirkte öch! öie Leitung sich schon friihz eilig bemühte besonbersgeNe Viere einzusieSen.Diese Viere fauöen Anten Anbtans-9erVolKsnumH sagt: Das gute ASebe«� Bier." IttT�i-ebec�-Brnuereihnt auch letzt Groß-Berlinin ihr Absatzgebiet eiubBover». unfeine et» gene Brnnstaite hier errichtet.------- Auch das hier gebraute Bier hat volle Würdigung� aefuüdetv. Bcftdtuugea Werben nach Berlin S.Q�/Schlesische-StraKe � Fernsprecher Amt Zlloritzplah47S5 erbeten« fr. Siegel� festsäle l-kesterbijkne lZf. fMsM Ztl'. R 2 Kegelbahnen Empsehle den Gewerkichalten sowie Vereinen meine Vereln»- --liiimer sowie Sttlv(30 bis 360 Personen lassend) zur Ab» Haltung von Iiiiungen, Zjersammlurgen sowie Festlichkeiten zu den kulantesten Bedingungen. 3432L' NB. Sonnabende u. Sonntage im August, September, Oktober noch frei. Rein überseeisch. 150. ►♦♦♦♦■ Tarif- Zigarren Erstklassige War«. Preislage: Mk.»« Heinrich Holsing, Zigarrenfabrik Blashelm bei Lübbecke(Westsalen). Vertreter für G r o st. B e tTi n und Brandenburg: k�r. Behrensen, Kerlin N., Kopenhagenrr Strafte 15. 33782* Köpenicker Straße 96/97 zur bevorstehenden Saison empfehle meine Sftle, 20 bis 200 Personen" fassend, fWS zu Hochzeiten und sonstigen Festlichkeiten. 3713L» Carl Keller jr. Theater und Vergnügungen Schillei'.rhestei' Charlottenburg. Das Konzert. ''"Üustspsel m 3 Akten von tzerm. Bahr. Ansang 8 Uhr. Ende IE,« Uhr. Morgen und solgende Tage: •;'l3„"-' Das Konzert. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. fbeMirnlei' jlöWMei'�e Abend» 8 Uhr: Die S frankfurter. I OSE=THEATE (Brosjt Frankfurter Str. 132. Die JiidiD von Toledo. Ansang 81/« Uhr. Aus der Wartenbühnc: Juhn! ES ist erreicht: Gr. Revue. Metropol-Theater. SAindelmeier& Phantastisch musikalische Komödie in 3 Akten aus dem Englischen völlig srel bearbeitet von F. Freund. Musik vonR. Nelson. U. a. Tänze v. W. Bishop. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schultz. Ansang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Ah 8 Uhr Ein sensationeller Erfolg! Veilchen. 1 1 Attv. E. Kay u. Kührer. W nnderpapagei Lora usw Puhlmanns Theater SchönhauHep Allee 148. Täglich: Das vollständig neue Programm! Konzert, Theater, Spezialitäten. Jeden Mittwoch: Elite-Tag. Jeden Freitag: llxtra-Vmtslliing mit bes. Üeberraschungen für Kinder. Entree 30 Pf. Reichsliallen-Garten „Alt-Bcrlln" täglich. Großes Konzert des 28 Mann starken HoQipami-Qreliest. Ansang wochenl.8 Uhr, Sonntags k Uhr. Bei schlecht. Wett. i. herrlich rcnoo. d. 4000 Glllhlp. erleuchteten Saal. stelobsballen-Theater; 16. Aug. Wiederbeg. Voigt-Theater. Gesundbrunnen Badstraße 63. Heute sowie täglich: Die Toifittl der Hne Dr. rom. AusstaltungSslück m. Tanz und Gesang in 5 Bildern. Neue BeleuchlungSessette utw. usw. u. d. große Spczialitäten-Programm. Kasseneröffnung 2 Uhr. Ans. 4 Uhr. pam f/' LOCISCHER-SN GARTEN Heute am 1. Sonntag im Monat Eintritt sj die Person: Ab nachm. 4 Uhr: GroBes Militär-Konzert 3 Kapellen. Täglich: Militär-Doppel-Konzert. 25 Pf. Prinz ATOM Das kleinste menschliche Lebewesen. | Das Wunder aller Wunder. I Lebend! Ohne Extra- Enlree! Yolksgarten-Theater Badstr. 8 und Bcllermannstr. 20/25. Täglich t Das neue Ricsenprogrammk Käte Horrnan!— Leepeld Rosser— The 3 Chiarottos— Fred Halle/— Ada Willi— Ballett-Divertissemon», Frida Lederer. Heydcmann A Sohn. Gr. Lebensbild mit Gesang u. Tanz Beute Volks-Tag 30 Pf. Alles ermäßigt!!!! Berliner Prater-Theater Kastanienallee 7-0. Täglich: Ansang 4'/« Uhr. O, diese Berliner! Ausstatt.-Posse von Freund. Musik von Einödshoser. Eirstklassige Spezialitäten. Konzert. X B Ali Ii, Neues Theater. Abend» 8 Uhr: Der liebe Augustin, Operette von Leo Fall.__ Lessing-Theater. Täglich S1/« Uhr; Die Yergnligungsreise. Jeder Erwacbsene 1 Kind frei! Sonntag, den.4. Augnst: II Außer dem 15 Piecen umfassenden artistischen Progr: Ohne Exha-Entree: Darstellung einer indisch, L>elehen- verbrennung— Tanz um den Aflengott— Tigertitnze(sensationell)— Stocktünze u. EncI- Wettrclten.— Indische PossenreiBer. Hadpnhpfk't Gegen Feuer unempfindliche Fakire. In- S_, V,V3 discho Göttortänze u. Feuerspiele. Macri Soliothis Löwen- u. Tigergruppe. Tempeibofer Feld Große Doppel-Konzerte! Stehplatz 5© Pf., II. Tribüne 1.—, I. Tribüne IAO, Loge 2.—. Jeder Eftrachsene hat das Recht, ein Kind frei einzuführen! mg~ MlUtttr auf allen Platzen halbe Preise. Gebr. Arnholdl Schwarzer Adler Berlln-Elchtenberg, Frankfurter Chaussee 6. Xäglicli: Konzert üfflfclil Vie man Männer bessert! Die Original- Klabrias-Partie Beide Stacke mit Anton nnd Donat llcrrnfeld in den flauptrollen. Anfang 8 Uhr. uf 11—2(Theaterkasse). Vorverkauf Königstadt-Kasino. Ecke Holzmarkt- u. Alexanderstr. Täglich: Pariets u. Theater im herrlichen Naturgarten. �August- 0 Glanznumiuem und„8o leben wir". Gesangsburlcske in 2 Bildern. TägL Kaffrcküche bis 6 Uhr. und Spezsialitstea- Vorstellung mit vollständig neuem P r o jj r a m m. Jeden Mittwoch s Elite» T a g» Sonntag: TanzsReunion. billige Fahrten mit IHuslk, Achtung! Bon der Mlchaelbrückc; 4 Minuten v. d. Jarniowitzbr. Morgen Montag Absahrt 91/, Uhr nach Rüdersdorf und Woltersdorf. 10 Uhr nach Heue Mühle nnd Berliner Schweiz, DienSIag 9'/, und 21/4 Krampenburg und Schmöckwitz. Mittwoch 91/, und 2'/, Uhr nach Krampenburg und Schmöckwitz. 10 Uhr nach Berliner Schweiz u. Heue Mühle. Donnerstag 9',» Uhr nach Wolterdsorf und Rüdersdorf. Freltag 9 und 21/, Uhr nach Hessenwinkel. Sonnabend 91/, Uhr vorm. nach Schmöckwitz u. Krampenhurg, Preis Hin und zurück nach Rüdersdorf SD Ps, WolierSdors und Neue Mühle 4(1 Pf., nach allen anderen Stationen 35 Ps. Außerdem am Donnerstag Abs. 71/, Uhr nach Waldtrieden am Teupitzsee und Priores. Preis hin it. zurück nach Teupltz im Borverkaus 1,50, an der Kasse 2 M, nach Prieros 1 M. 121,3_ Reederei Zachow, TeL KsL 6965. |[ Restaurant Neu-Seeland, Stralau j> l i am Kummelsburger See. Inh. Wwe. Schoner!.<» i! Jeden Sonntag Spezialitäten-Vorstellung n. Konzert.!! ( Im Vergnügungspark: 8212L*|[ \ Großes Volksfest ä la Stralauer Plschzug.|[ Im Saal: Gr. Ball. Jeden Mittwoch: Gr. Kinderfest.![ Abends: Spree-Athener, Dir. M. Zerner. Am KönigSlor Am Friedrichshain\ Uente sowie täglich: w, Im Saale täglich: Jeden Mittwoch: EhimKSrf'est. J Nißles Fest-Säle Dennewltzstraße 13. Jeden Sonntag: Canzkränzcßen. Schöner Naturgarte». 26826 C. XlUle. Admiralspalast am Bahnhof Priedrichstraße, z. Z. einziger Elapalasit. Angenehm kühler Aufenthalt. Heute 2 große Vorstellungen 2. Nächmittags und abends: Das sensationelle Elsballctt „Yvonne". Willi Frick, der kleinste Eislaufkünstler. Bis 6 Uhr und von 103/� Uhr abends halbe Kässenpreise. Restaurant 1. Range«! Wein- und Bier-Abteilung. Markgrafen-Säle 84. Sfarkgrafen-Bamm 34. == An der»tralauer Allee.-------- Täglich: GroBo Kino-Vorstellung. Im Reltnnrant täglich musikalische Unterhaltnng. Vorzügliche Küche, ff.Biere«. Weine, Billaro u. Kegelbahn Akärkizeher Ztof » > » Admirai-Strake 18 e.> Sonntag: Gr. Ball.. Empsehle den geehrten Vereinen u., Gewerkschasten meine Säle z. Fest. lichkeilen und Bersammlungen zu kulanten Bedingungen. 37422'> P. Schmidts Sommer- Theater Landsberger Allee 76,77. Täglich: Gr. Konzert u. Spezialitäten. Vorstellung. Im Saal: Gr. Ball. Jeden 1. und 16.: Neues Pro- gramm. Wochentags Entree srrt. Mittwoch: Gr. Kinderfest. Alhambra Vallner-Theaterslraße 15. Jeden Sonntag: Großer Ball Großes Orchester. 6 Uhr. A Ansang Somrtags . Zameltat. Bes. Kreuzberg-Festsäle und Garten 0. ErnerL Kreuzbergstr. 48. Jed. Sonnt, Gr. Spezial.« Vorstellung(P. Jeschecks Ensemble). Eintritt frei, Progr. pr. Pcrs. 10 Pf.— Jeden Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Jeden Freitag: Paul Mantheys Lustige Sänger. Passep. u. Vorzgsk. gült. Einige Sonnab. unt. kul. Bad. an Vereine zu verg. Burgthealer- Kino and Cacfcala Schönhauser Allee 129. rchlddic, Säle für Hochzoiteu u. Vereinsvergnügen. 4 hochyleg. Kegelbahnen. Tägl. Frei-Konzort und Frei-kino im Garten. Radolf Rerz. RefllnerSIlK-Trio Adr� Neukölln wV Eahnstr.741. Für den Inhalt der Inserate »hernimmt die Redaftio» dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Verband der Sozialdemokrat Vakloereme Lsrlins und Umgegend. Dienstag, de»«. Angust ISIS, abends 8'/- Uhr: Llsners! Vsrssmmwngvn der sechs Berliner Wahlkreise. 1. Wahlkreis in den Corona- Prachtsäle«, Kommandantenstraße 72. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes. Bericht der Kommissionen. 2. Wahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Beschlußfassung über den Antrag: Entschädigung der Funktionäre. 4. Stellungnahme zur Vorlage des Verbandsstatuts für Groß-Berlin. 5. Bestätigung der Delegierten zur Verbandsgeneral- Versammlung. 2. Wahlkreis in der Bock- Brauerei, am Tempelhofer Berg. Tagesordnung: I. Bericht des Vorstandes und der Kommissionen vom letzten Jahre. 2. Beratung des Statuts von Groß-Berlin. 3. Aufstellung der Kandidaten zum Vorstand und zum Parteitag zu der am Sonntag, den 18. August 1912, statt- sindenden Urwahl. 4. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung Groß- Berlins und Anträge dazu. 5. Vereinssachen. 3. Wahlkreis im Gewerkschaftshaus, Engelufer Nr. 15. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Wahl des Vorstandes und dreier Revisoren. 3. Bericht und Wahl der Kommissionsmitglieder. 4. Die Verbandsgeneralversammlung und die Bestätigung der Delegierten zu derselben. 6. Kreisangelegenheiten. 4. Wahlkreis in den Coueordia-Festsälen, Andreasstraße 64. Tagesordnung: 1. Vorstands-, Kassen-, Revisions- und Kommissionsbericht. 2. Aufstellung der Kandidaten zum Kreis- und zum Zentralvorstand. 3. Beratung und Beschlußfassung über das Verbands- und Kreisstatut und Anträge zur Vcrbandsgeneralversammlung. Die Besetzung der Generalversammlung erfolgt durch Delegierte. Die Versammlungen werden pünttlich eröffnet. Mitgliedsbuch resp. Delegiertenkarte SOi/li* B. Wahlkreis in den Musiker-Sälen, Kaiser-WilHelm-Str. 13m.' Tagesordnung: t. Vorstands- und Geschäftsbericht. 2. Diskussion. 3. Bericht der Kommissionen. 4. Wahl des Vorstandes und der Funktionäre. 5. Das Statut von Groß-Berlin. 6. Anträge zur Generalversammlung von Groß-Berlin. 7. Wahl der Delegierten zur Generalversamntlung von Groß-Berlin. L. Wahlkreis in den Germania-Prachtsälen, CHausseestr. 110. Tagesordnung: 1. Bestätigung der Delegierten zur Verbandsgeneral» Versammlung. 2. Geschäfts- und Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Gesamtvorstandes und der Kommissionen, 4. Beratung über die Aendemngen des Berliner Verbands- statuts. ö. Sonstige Anträge. Die Besetzung der Generalversammlung erfolgt durch Delegierte. legitimieren, ohne dieselben kein Eintritt.! VIS Torstände. ___ mMJ Seutseher Sauarbeiier- Verband. -------- Zweigverein Serlin. Sektion der Nutzer.----------- Mittwoch, 7. August, abends« Uhr, in den Arminhallen» Kommandantenstr. S8/SS: Mitglied er-Bersammlung. Tagesordnung: » Bericht von der Bautenkontrolle»nd Verschiedenes.------------ Um zahlreichen und pünltlichen Besuch bittet 141/3 Die örtliche Terwaltang. Von der Reise zurück Dr. Swarsensky, Kinderarzt 118/7 Wrangelstr. 49. Die orthopädischen Tumkurse beginnen am 1. September. k Gneisenaustraße 10, i J 8.(xran, billigste u. beste k Bezugsquelle für•" � JlCSbel jeder Art f r Kassa and Teils ahlana." Her Verwaltnng Berlin. Mittwoch» den 7. August ISIS, finden die Bezirks- und Branchen- Ntrtrmnsmmer-Nnsiimmliiiigkii Bezirk Ober-Sehöneweide. Dienstag, den 6. August, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlnng im Lokal von HVnrnche, Wilhelmlnenhosstr. 18. Tagesordnung: 1. Bericht vom DerbandStag«. 2. Diskusston. 3. Verband» angelegenheiten. 87/6 Die OrtaTerwaltang. Verband der Sattler u. Portefeuiller Orts Verwaltung Berlin. Kranchen- Uersammlungen: Linoleumleger und Teppichnäher Mittwoch, 7. August, abends 8'/-z Uhr, bei Weihnacht, Grünstraste 2t. ffagenbranche Mittwoch, den 7. August, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshans, Engelufer IS. ■er Die Versammlungen der Treibriemen-Branche SMT Portefeuiller- u. Reiseartikel- Branche» sowie w»" der Militär-Branche fallen in diesem Monat aus. 1 167/18 Die Branchenlcitungen, lim(ir W» IM Verwaltnng Berlin. Don«erötag, 8. August, abends 8 Uhr, in den Jndustrie-FestsSleu, Beuthstr. 19/20: Oeffentliche Versammlung aller in der Modellbranche beschäftigten Bildhaner. Tagesordnung: 20/3* Die Antwort der Unternehmer auf unsere eingereichten Forderungen. DM- DaS Erscheinen aller Kollegen ist notwendig.-UHI Der Toratand. Verband der Msler, Sackierer, Anstreicher etc. Bureau: Melchiorstr. 28, pari, vll!»!« Unnlig Arbeitsnachweis: Rllckerstr. 9 gernspr.: Amt Moritzplatz. 4787. k»ialv llcl Isll. Fernspr.: Amt T" t Norden. 6708 Montag, 5. Angnst, abends S'/a Uhr, im Lokale von Wilte, Tebastianftr. SS: Versammlung �en" Wagenlackierereien«oueg�n Tagesordnung: 1. Unter de« neuen Tarif. Reserent: Kollege Klotz. 2. DiSkusston. 3. Verschiedenes. In anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung und de» ferneren, daß in dieser Versammlung die Tarife ausgegeben werden, erwarten wir, daß die Kollegen vollzählig erscheinen. 130/1 Die SektiouSleitung. Von der Reise zurüek[117/9 Dr. med. Richard Stern b�lmöer Str. 21, L Kranken- und Aterbekasse aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg und Kerlin Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 115. Sonntag, den 11. August, vormittags 9 Uhr, in den neuen„Rat- hausfälen", Meininger Straße 8, Tunnel: 234/3� General-Tersammlung Tagesordnung: 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 2. Be schlußsassung über Auslösung resp. Ver. schmelzung mit einer anderen Kasse. 3. Verschiedene Kassenangelegenheilen. Die Versammlung wirdpunltl. eröfsnet. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Der Borstand. I.A.: 0. Jaenloke Orts- Krankenkasse Weitzensee. SNiMMMMMMMM Ii. Borgmanns Andreas- Festsäle Tel.: Est. 3520. AfldreaSStf. 21 Tel.: Kst 3520. Empfehle den geehrten Vereinen und Gewerkschalten meine 150— 1000 Personen fassenden Säle zu Festlichkeiten. ♦ NB. Sonnabende n. Sonntage im Angnst n. September noeh frei. der Vertreter am Montag, den 12. August er., abends 71/, Uhr, im Restaurant .Prälaten", Weißcnsee, Lehderstr. 122. Tagesordnung: 1. Beschlußsastung über Errichtung einer Allgemeinen Ortskrankenkaste für Groß. Berlin oder Errichtung einer Allgemeinen OrtSkrankentost« Weitzensee unter Ausschluß einer Laadkrankenkasse aus Grund der ReichsverstcherungSordnung. 2. Antrag des Vorstandes auf Aenderung des Statuts, Erhöhung der Beiträge und Erhöhung der Leistungen.§z 1, 12, 13, 14, 16, 19, 21, 22, 28 und 29. 8. Beschlußfassung über Abschluß eines Vertrages mit einem nach- untersuchenden Arzt. 4. Verschiedenes. 277/16 Beschwerden gegen die Geschäfts- sührung werden in der General- Versammlung nur beantwortet, wenn dieselben mindestens drei Tage vorder Versammlung im Kassenlokal schristlich abgegeben werden. Zum Eintritt sind nur die mtt Le- gitimation versehenen Vertreter be- rechttgt. Weitzensee den 3. August 1312. Der Borstand der OrtSkrankenkasse für den Gemeiudebezirl Wcißensce. K. Fuhrmann, Borsitzender. Grtslirankenllaste der Tabakfabrikttrbeiter zu Berlin. Einladung zur austerordentlichen General-Versammlung am Montag, den IS. August ISIS, abends S'/2 Uhr, nach dem Lokal des Herrn Best, Webersw. 6. Tagesordnung: 1. Verlesen des Protokolls der letzten Generalversammlung. 2. Ergänzungswahl für(in ausgeschiedenes Vorstandsmitglied. 3. Verschiedenes. 277/18 Der Borstand. 5000 Mauersteine gratis erhalten die nächsten 26 ttSufti bei Erwerb einer °d-r ■» ü■ ö LandparxeUa Inder nur einige Slationen hwier«roß. Ltchlerselde. landschaftlich sehr schön gelegenen Kolonie Thyrow, direkt am»ahnte f. nur 44 Minuten Fahrt ad Anhalter Bahnhof, zur Anlage von Obstgarten. Qu.-R. von M. auswörtö. o Nur 10% Anzahlung. allergllnftigste UapttalS anlag«, da große Zutmift Auatunftr Reetinranl.Thn-owerHoi' direkt am Bahnhof. Vertreter Sonntags an- wesend. Illzewelae Bau- und Aisledeluigs-GesaUscIutt C. Hinklar m. b. Berlin C 25,. Dtritsenftratze 00. Fernspr. NSnigstadt 262t finge ab«nhalier Bahnhof: Bonn. g>«, Ii», nachm. 12:», u-, 4»°, 4«. rs :) J. Baer BaiIstr.26pr,nEzckAeHo, •Jr rrji7. f. Herren- und Knaben* f Moden, Berufskleidung. LTRifiMEIeg. Paletots. Ulster. GroBos Stofflager:: zur Anfertigung n. MaB. Allerbllllgate, streng koste Preise, \ •»VI rgt- Imiifiiiiiiumu ttfrj�sfcs /(�fSX/.-o?'* � V�TH, �'f./> ji-N» V: Q K f �JiV rf/ft � frv�fT=~\ JL 1//�� �>\"?*>/ /£'7s\i$'�3'W%£c WmLü Ein modernes Märchen. Hans J5rg war der schmuckste Gesell im ganzen Städtchen. Kein Wunder, daß ihn die Mädchen gern sahen! Namentlich hatte er auf Gustel und Grete), zwei bildsaubern Wäschermädels, einen tiefen Eindruck»gemacht I Beide gefielen ihm indessen gleich gut und so wurde ihm die Wahl schwer.— Da nun Hans Jörg eine große Vorliebe für schöne weiße Wäsche hatte, beschloß er, derjenigen sein Herz zu schenken, die ihre Arbeit am besten und schnellsten verrichten würde.— Sie verabredeten also, daß beide Mädchen um die Wette waschen sollten; die Siegerin wollte Hans Jörg dann zum Altar führen I-- Als nun der Tag der Entscheidung gekommen war, machten sich die Mädchen hurtig ans Werk. Namentlich Gustel mühte sich im Schweiße ihres Angesichts ab. die Wäsche mit Bürste und Waschbrett recht gründlich von Schmutz, Staub und Schweiß zu belreien. Anders dagegen Grete! 1 Diese schüttete aus einer Schachtel etwas weißes Pulver in den mit Wasser gefüllten Kessel, verrührte es gut, tat dann die Wäsche hinein und brachte sie zum Kochen. Dann setzte sie sich und nahm eine Handarbeit vor. — Schon nach etwa einer viertel Stunde nahm Grete! die Wäsche wieder heraus und mit Erstaunen und nicht geringem Schreck bemerkte Gustel, daß jedes Stück ihrer Mitbewerberin schneeweiß und herrlich gebleicht erschien, während sie selbst noch nicht zur Hälfte fertig gewaschen hatte.— Da gab sie die Wette verloren und weinte bitterlicht Grete! aber amfaßte sie liebevoll und sprach. .Sieh' her und merke Dir das Zaubermittel, durch dessen Hille mein Teil Wäsche so schnell und schön weiß gewaschen wurde.* Dabei reichte sie ihr die Schachtel, deren Inhalt sie vorher in, den Kessel entleert hatte, und Gustel las darauf t ■ paH b "-'i-,-" .:'vi V- M »-■'' >%%$. Jjf ■ fr.- ■ ,v I ■ v I .__■ H» MM MM � ' v•!-**- a-n ikw-l-»--*»• m n WW WT W r« M das selbsffäfige mm '.t■" v; V.-. Ittel Dieses unübertroffene Fabrikat, das heule bereits von Millionen Hausfrauen aller Länder mit Vorliebe täglich gebraucht wird, erweist sich als eine glückliche Vereinigung von Bestandteilen, wie sie vorteilhafter wohl in keinem anderen Waschmittel zur Verwendung gebracht sind. Infolgedessen erübrigt sich auch jeder weitere Zusatz von Seife, Seilenpulver etc., wie sonst von den Hausfrauen gern verwendet Hierauf sei besonders hingewiesen! Denn erstens beeinträchtigen derartige überflüssige Zusätze nur die sonst hervorragende Wirkung von Persil, und zweitens liegt in deren Fortfall auch eine nicht unerhebliche Ersparnis.— Man denke stets daran, daß Persil sowohl selbsttätig, als auch gründlich und billig wäscht und, was die Hauptsache ist, die Wäsche schont, erhält und vollständig desinfiziert Aber nicht nur einmal versuchen, sondern dauernd gebrauchen! Erst dann merken Sie den Erfolg ganz und auch Sie werden Persil Glückspender im Haushalt, der das Waschen nichl mehr als Last empfinden läßt, sondern es zum Vergnügen macht! - Erhältlich nur in Original-Pakelen, niemals lose.-- HENKEL& CO., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der allbeliebteo Verkaufsstellen durch Plakate erkenntlich. Fabrik- Niederlage für Berlin nnd Vororte: Job. Schmalor, Berlin N. 4, Tieckstraßc 11. gut den Lnjeratenteil verantw.: TH; Glocke, Berlin. Druck u.iverlag: Vorwärts Buchoruckeiei u. Ve cwgsanstalt Paul Singer u. Eo., Berlin SW. St. 180. 29. Iahrgavg. 3. KeillM des„Uomürts" Kerlilter Foldsdiatt ämfita, 4. Avgnst 1912. Die Säuglingsfüriorge In üeukölln > im Etatsjahr 1911/1912. Der soeben erschienene Bericht über die Tätigkeit der Säuglings- fürsorgestelle weist abermals eine erhöhte Inanspruchnahme derselben nach. In den Borjahren war jedoch die Zunahme der in der Für- sorge um Rat und Unterstützung nachsuchenden Mütter eine grötzere wie in dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Daraus könnte man schließen, daß in der Arbeiterstadt Neukölln dem Bedürfnis auf dem Gebiete der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit annähernd Rech- nung getragen ist. Dem ist jedoch nicht so. Wir werden sogar der Aufgabe, den Gründen nachzuspüren, die zu der gegenüber den Vorjahren prozentual geringeren Zunahme geführt haben, enthoben dadurch, daß in dem Bericht zum Teil selbst auf die Ursachen der geringeren Frequenzzunahme hingewiesen wird. Es heißt darin: „Es dürften eben die Grenzen dessen, was im bisherigen Rahmen seitens der Fürsorgesielle in dieser Hinsicht geleistet werden kann, demnächst erreicht sein; insbesondere steht einer Aus- breitung ihres Wirkungsbereichs auf einen noch größeren Teil der Bevölkerung der Umstand hindernd entgegen, daß die Stelle für die in den peripheren Teilen der Stadt wohnenden Mütter doch zu entfernt liegt und von diesen daher nur vereinzelt und nur gelegentlich in Anspruch genommen zu werden Pflegt." Für eine Arbeiterstadt wie Neukölln genügt eben eine Fürsorgestelle nicht; es müßten deren, natürlich mit Aufwendung viel größerer Mittel, mehrere in den einzelnen Stadtteilen errichtet werden. Was bedeuten die paar tausend Mark, die alljährlich diesem wichtigen Zweig sozialer Fürsorge von der Stadtverordnetenversammlung zu- gewendet werden, gegenüber der wirtschaftlichen Not des über- wiegendsten Teiles der Bevölkerung und der damit verbundenen geradezu entsetzlichen Kindersterblichkeit. Betrug doch die allgemeine Säuglingssterblichkeit in den Jahren 1907: 1b,89 Proz. der Lebend- geborenen. 1998: 18,08. 1909: 16,38, 1910: 14.34 und 1911: 19,61 Proz. Von 6362 lebcndgeborcner Kindern starben allein im Jahre 1911 1248 Kinder unter einem Jahre. Charlottenburg, das auf dem Gebiete der Säuglings- fürforge für Grotz-Berlin mustergültig dasteht, hat nicht zum mindesten. durch seine hohen Aufwendungen die Säuglingssterblichkeit rasch be- einflußt. Es hat in den Jahre» von 1891, wo die Säuglings- sterblichkeit noch 24,98 Proz. betrug, bis 1909 die Sterblichkeilsziffer auf 12,11 Proz. herabgemindert. Dabei soll nicht unbeachtet bleiben, daß die auch viel anders geartete Bevölkerungszusammensetzung CharlottenburgS diesen günstigen Stand ermöglichte. Aber weil gerade Neukölln eine vorwiegend arme Bevölkerung aufweist, sollte es mehr als andere Gemeinden Maßnahmen ergreifen, um der Mortalität zu begegnen. Die Gesamtzahl der Kinder, die während des EtatsjahreS die Fürsorge passierten, betrug 2260 gegenüber 2044 im Vorjahre. Da in Neukölln wahrend des Kalenderjahres 1911 6362 Kinder lebend«» geboren wurden, so ist daS Verhältnis der im Berichtsjahre in Für sorge Gekommenen zu den Lebendgeborenen 2260: 6362, daS sind 36,6 Proz. In, Vorjahre war der entsprechende Prozentsatz 82,4. Im Durchschnitt entfielen auf jedes einzelne Fürsorgekind 6,1 Konsul tationen. 1903 der 2260 gleich 84,2 Proz. der Fürsorgelinder waren ehelicher, 363 gleich 16,8 Proz.- unehelicher Herkunft, von letzteren befanden sich zur Zeit der Aufnahme 221 bei der Mutter, 137 in fremder Pflege. Der Anteil der Unehelichen- betrug im Borjahre 13,3 Proz.; die Steigerung gegenüber dem Vorjahre führt der Be richt auf die Hausbesuche zurück, welche die Fürsorgeschwestern auf Grund der standesamtlichen Meldungen bei allen unehelichen Neu geborenen vornehmen. Wenn man in Betracht zieht, daß im Jahre 1911 696 Kinder außerehelich lebendgeboren wurden, so haben 60,1 Prozent die Fürsorge gastiert; im Vorjahre betrug dieser Anteil nur 63,2 Proz. Die stärksten Besuchsziffern wies die Fürsorgestelle in den Sommermonaten Juli, August und September auf, nämlich: 1106, 1262, 1086. Bei der Aufnahme in die Fürsorge erhielten 1068 gleich 67.7 Proz.(im Vorjahre 69,2 Proz.) Brustnahrung. während 782 gleich 42,3 Proz. bereits bei ihrem ersten Erscheinen künstlich genährt wurden. Aus der Fürsorge entlassen werden konnten 296 Kinder, weil dieselben über 1 Jahr alt geworden waren; 148 Mütter blieben ohne. Angabe von Gründen fort; 149 schieden aus, weil sie ver- zogen; in 44 Fällen wurde die Fürsorge von der Mutter abgelehnt wegen zu großer Entfernung, wegen Mangel an Zeit, zu langen Wartens oder weil sie im Krankheitsfälle an den Privatarzt verwiesen wurde. Charlottenburg hat auch hier wieder vorbildlich gewirkt, indem eS in seinen sechs Fürsorgestellen für die Kinder im Alter vom 1. bis 6. Lebensjahre die Möglichkeit ärztlicher Raterteilung ge- sckaffen hat. Damit hat es gerade jene empfindliche Lücke aus- gefüllt, die zwischen dieser Altersstufe klafft, in welcher so oft die Keime zu manchen späteren schweren Erkrankungen aufgenommen werden. So weit wird es Neukölln jedoch vorläufig nicht bringen. Auch werden in Charlottenburg kranke, der besonderen ärztlichen Behandlung bedürstige Kinder nicht an den Privatarzt verwiesen, den in der Regel die armen Mütter nicht bezahlen können, sondern sie werden im Säuglingsheim des Krankenhauses oder in der Säuglingsklinik untergebracht. Die materiellen Unterstützungen wurden, wie in dem Bericht be- betont wird, wiederum in erhöhtem Umfange stillenden Müttern wie künstlich genährten Säuglingen im Falle der Bedürftigkeit gewährt. An stillende Mütter wurden im Berichtsjahre 16 387 Liter Milch ver- abreicht, gegenüber 12 429 Liter Milch in, vorigen Jahre. Ins- gesamt erhielten 378 nährende Mütter Milch(im Vorjahre 278). Außerdem wurden als Beihilfe zur Aufbesserung ihrer eigenen Er- nährung Roggenmehl. Weizenmehl. Reis. Grieß, Zucker und Nähr- Präparate an 391 nährende Mütter abgegeben. An Hausbesuchen wurden seitens der beiden Fürsorge- schwestern im Laufe des Jahres 6300(im Vorjahre 6342) gemacht. Durch Einstellung einer dritten Füriorgeschwester sollen im neuen Betriebsjahre die Kinder wieder häusiger besucht werden. Soweit der Bericht. Wie wir bereits am Eingang unserer Be- sprcchung betonten, bedarf es viel reicherer Mittel, um auf dem Ge- biete der Säuglingsfüriorge in Neukölln nennenswerte Erfolge zu erzielen. Zwar sind wir weit entfernt davon, die ungünstige Finanz- läge einer in so rascher Entwickelnng sich befindlichen, zumeist von Arbeiterbevölkcrung bewohnten Stadt zu verkennen, nichtsdesto- weniger muß betont werden, daß Magistrat und bürgerliche Stadt- verordnete namentlich im letzten Jahre sehr oft erhebliche Summen flüssig zu machen wnßten für Zwecke, deren Dringlichkeit gegen- über einem so wichtigen Zweige sozialer Fürsorge, wie es die Säug- lingsfürsorge ist, bezweifelt werden mutz. Bei etwas gutem Willen und sozialer Einsicht läßt sich auch in Reukölln ans dem Gebiete der Säuglingssürsorge ein rascheres Tempo einschlagen., Partei- 5Zngelegenkeiten. Zur Lokalliste! In EberSwalde(O.-B.) ist das Restaurant„Zur Mühle" wieder eröffnet; dasselbe steht der Partei zu allen Veranstaltungen zur Ver- fügung. In Neukölln haben die Lokale„Passage-Festsäle",„Hohenstaufen- säle" und„Zur schönen Aussicht", an der Neuköllnischen Allee, den Besitzer gewechselt. Die ersten beiden stehen der Arbeiterschaft nach wie vor zur Verfügung, während der Eigentümer des Lokals„Zur schönen Aussicht" der Meinung ist, daß sein Lokal für Versamm- klingen nicht in Frage kommt; dasselbe ist also von der Liste zu st r e i ch e n. In Großbeercn steht uns daS Lokal von Heinze zu allen Ver- anstaltungen zur Verfügung. In Bohnsdorf feiert am Sonntag, den 4. d. M., die Baugenossenschaft„Paradies" ihr Erntefest; die Besucher werden gebeten, sich streng nach der Lokalliste zu richten. Die Lokale von Max Schulz und Wilh. Wirth sind für organisierte Arbeiter streng zu meiden. In Storkow weigern sich die Gastwirte trotz aller Bemühungen uns ihre Lokale zur Verfügung zu stellen: die Ausflügler und Tou- risten werden gebeten, in Storkow alle Saallokale zu meiden. Ver- kehrslokale sind dort der Gasthof„Zur Linde", Juh. Graß, Wilhelm- straße 49, und Hoppe(Weinberg), Reichenwalder Straße. Die Lokalkommission. Lichtenberg. Dienstag, den 6. Angust, abends 8'/z Uhr, findet bei Arnhold,„Schwarzer Adler". Frankfurter Chaussee 6/6, eine außerordentliche Generalversammlung statt. Tages- ordnung: 1. Stellungnahme zum Parteitag in Chemnitz. 2. Dis- kussion. 3. Bezirksangelegenhciten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Wer länger als drei Monate mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, hat keinen Zutritt. Die Bezirksleitung. Niederschönhausen-Nordend. Heute Sonntag, findet für die Par- teigenossen und-Genossinnen ein Ausflug nach Schönholzer Heide statt Für Kinderspiele ist bestens Sorge getragen. Treffpunkt 2>/z Uhr am BismarckplaG Die Bezirksleitung. Tegel. Heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, im Lokal des Herrn Max Gamm, Bahnhofstraße 1, feiert der sozialdemokratische Wahlverein sein 10 jähriges Stiftungsfest. Konzert der Zivilmusiker, des Gesangvereins„Immergrün" und des beliebten Berliner Ulk-Trios. Berliner JVacbncbten. Märkische Bienenzucht. Um diese Jahreszeit stellt sich auch in den Straßen Verl lins ein für unser Großstadtauge seltener Gast ein: die Biene. In früheren Jahrzehnten fand die fleißige Sammlerin ge- nügend Arbeit in dem reichen Kranz von Gärten, der sich hinter der ehemaligen Stadtmauer und zum Teil noch inner halb derselben schier endlos bis in die Vororte hineinzog. Heute sind diese Gärten fast sämtlich vierschrötigen Stein� kolossen gewichen, und die Biene fliegt von Balkon zu Balkon, um aus Gr'oßstadtblüten süßen Nektar zu saugen. Auch die Kirchhöfe und größere Schmuckanlagen bieten ihr noch ein ergiebiges Arbeitsfeld. Innerhalb der Weichbildgrenze wird man natürlich einen Bienenstock vergebens suchen. Die Arbeitsbiene muß also eine weite Reise machen zur Betätigung ihres Zflqjßes, was ihrer wunderbaren Orientierungsgabe ein brillantes Zeugnis ausstellt. Nichts allzu Seltenes sind aber im Hochsommer verflogene Bienenschwärme,- die sich mit merkwürdiger Vorliebe an einem Laternenpfahl niederlassen und hier zum Staunen des Großstadtpublikums wie eine Traube hängen. Respektvoll macht alles um die ungebetene stachelige Gesellschaft einen weiten Bogen, und erst das brave„Mädchen für alles", die Berliner Feuerwehr, beseitigt die Gefahr. Ver- schiedene unserer Feuerwehrleute sind besonders darin geübt, unter Wahrung aller Vorsichtsmaßregeln, mit Gummihand schuhen und Gesichtsmaske bewaffnet, die Ausreißer mit kühnem Jmkergriff in einen Sack oder Kasten zu streifen. Da die nützlichen Tierchen noch nicht wie unsere Hunde eine Steuermarke tragen, gelten sie als herrenloses Gut, für das in solchen Fällen der Abnehmer schon immer vorher da ist. In den allernächsten Vororten wird man bei einiger Auf- merksamkeit auf die ersten kunstgerechten Bienenstöcke stoßen. Dicht an der Treptower Ringbahnbrücke konnte man jähre- lang an einem mit Glasscheiben versehenen Bienenstock beob- achten, wie es drinnen im Bau zugeht. Besonders viele Bienenvölker sind in der Umgebung der Britzer Rosenfelder heimisch. Nach der Statistik gibt es bloß in der Mark Bran- dcnburg mehr als hunderttausend Bienenstöcke, die an Honig und Wachs annähernd eine Million Mark einbringen. Neben dem reinen Honig, der pro Pfund mindestens 1,20 M. kostet, wird namentlich auch in Berlin viel minderwertiger Kunst- Honig in den Handel gebracht. Früher stand die Bienenzucht in der Mark in viel höherer Blüte als heute. Sie war, trotz- dem man die gegenwärtige rationelle Ausnutzung noch nicht kannte, so ausgedehnt, daß die Landesherrn vom Ertrage ihren nicht zu gering bemessenen Tribut heischten. Sogar dicht bei Berlin, auf den Heiden von Charlottenburg, Neu- kölln, Cöpenick, Schmöckwitz, Dalldorf wurde die Bienenzucht in großem Maßstabe betrieben. Die„Zeidler" höhlten Bäuine, gewöhnlich Kiefern, unterhalb der Krone aus und besetzten die Höhlung, nachdem nur ein Flugloch freigelassen war, mit Bienenvolk. Diese waldschädigende Art der Bicnenwirtschaft dauerte bis in das 19. Jahrhundert hinein. Übungsplatz Arys eingezogen war, erhielt in seinen Militärpaß u. a. folgenden Vermerk» Entlassen nach: Neukölln, Kreis: Rixdorf Bezirks-Kdo.: l. Berlin. Der Neuköllner Magistrat mag daraus ersehen, welche Ver« wirrung er selbst bei einer Militärbehörde durch die vermaledeite Namensänderung hervorgerufen hat. Hoffentlich teilt er der be- treffenden baldigst mit, daß der ehemalige Stadtkreis Rixdorf in den Stadtkreis Neukölln umgewandelt worden ist und daß ein Nest ntit dem Namen Neukölln, zum Kreis Rixdorf gehörig, in der Nähe Berlins nicht existiert._ Der Stadthausturm an der Jüdenstraße ist an Wochentagen täglich von 11 bis 3 Uhr und Sonntag« von 11 bis 2 Uhr all- gemein zugänglich. Montags und Donnerstags ist der Zutritt frei, an den andern Tagen wird ein Eintrittsgeld von 20 Pf. erhoben. Bis zum obersten Turmgeschoß führt außer einer inneren bequemen Treppe noch ein Aufzug. Der Turm kann bei jeder Witterung, und Neukölln,„Kreis Rixdorf. Der Name Rixdorf will nicht aussterben. Zwar setzte, kurz nachdem die bürgerliche Stadtverordnetenmehrheit den Beschluß ge- saßt hatte, Rixdorf in Neukölln umzutaufen, der Magistrat alles in Bewegung, um die AuSlöichung des alten, in Verruf gekommenen Namens von den öffentlichen Gebäuden, den Rixdorfer Omnibussen, den Straßenbahnen usw. zu erwirken. Die ganze Geschäftswelt Rix- dorfs mußte, dem„Fortschritte der Zeit" folgend, den Namen Nix- dorf, wo immer er auch anzutreffen war, austilgen und ihn durch den Namen„Neukölln" ersetzen. DaS ehemalige Rixdorf erhielt durch diese Umtaufe Weltruf. Es hätte auch mit dem Teufel zugehen müssen, wenn bei einer so riesenhaften Reklame für den neuen Namen nicht das letzte pommerfche und ostelbische Bauernhirn ergriffen worden wäre. Da plötzlich wirb unS ack oculoa demonstriert, daß eS in der Nähe des stolzen Neuköllns noch eine Behörde gibt, die zwar etwas von dem neuen Namen gehört zu haben scheint, nicht aber davon, daß der alte Name Rixdorf gänzlich ausgetilgt ist. Ein Reserve- mann, der kürzlich zu einer 14tägigen Uebung bei der 4. Kompagnie des 1. Reserve-Jnfanterie-RegimentS 1. Armeekorps auf dem Truppen- vermittelst des Aufzugs auch von kränklichen Personen sehr bequem bestiegen werden. Die Sladthalle mit dem Bären ist zu denselben Zeiten und stets ohne Eintrittsgeld zu besichtigen. Ein entflogener Hut hätte in der Schönhauser Allee beinahe ein Menschenleben gekostet. Hier wollte ein Laufbursche vom Vorderperron einer Elektrischen der Linie 47 E während der Fahrt absteigen, weil ihm der Hut fortgeflogen war. Der junge Mann trug einen großen Karton bei sich und nahm diesen beim Ab- springen natürlich mit, so daß der Wagenführer den Vorgang be- merkt haben muß. Der Laufbursche blieb nun mit dem Karton am Trittbrett hängen und wurde eine ganze Strecke mitgeschleift. Passanten brachten ihn in einen Hausflur, wo er sich langsam erholte. Es entsteht hier die Frage, ob der Wagenführer oder der Schaffner verpflichtet ist, wegen eines entflogenen Hutes während der Fahrt zu halten. Schutzwände an den Perrons, die das Eni- fliegen von Hüten verhindern, sind noch nicht angebracht. Viele Schaffner und Fahrer sind auch so entgegenkommend, auf Er- suchen oder schon aus sich selbst heraus zu halten, da es sich ja nur um einen kaum nennenswerten Zeitverlust handelt. Nach der Instruktion soll jedoch während der Fahrt bei freier Strecke nur' in zwingenden Notfällen gehalten werden. Ein Zusammenstoß zwischen einer Autodroschke und einem Straßenbahnwagen ereignete sich in der Nacht zum gestrigen Sonn- abend am Leipziger Platz. Dort versuchte an der Ecke der Leipziger Straße der Führer einer Autodroschke unmittelbar vor einem heran- nahenden Staßenbahnwagen der Linie 6(Richtung Moabit) das Gleis zu kreuzen. Die Autodroschke wurde angefahren und bei dem Zusammenstoß erlitt deren Insasse, ein Herr Georg von Corlowitz, Alt-Moabit 16 wohnhaft," eine klaffende Kopfwunde. Der Verun- glückte erhielt auf der nahen Unfallstation einen Notverband und wurde nach seiner Wohnung gebracht. An dem Straßenbahnwagen wurde eine Seitenscheibe eingedrückt; die Droschke wurde nur uner« heblich beschädigt. Ueber einen Vetcranenselbstmorb, der das Los der ehemaligen Krieger wieder grell beleuchtet, wird aus der Lichterfelder Straße gemeldet. Im Keller des Hauses Nr. 30 bewohnte der 75 Jahre alte Veteran Friedrich Schirmer mit seiner noch zwei Jahre älteren Frau eine kleine Wohnung, für die das alte Ehepaar 20 M. Miete zahlte. Der Greis, der die Feldzüge 1366 und 1870/71 mitgemacht und aus diesen mehrere Auszeichnungen erhalten hatte, bekam einen Ehrensold von monatlich 10 M. Außerdem, Lr- hielt er eine Altersrente von 16,90 M. und seine Frau eine soiche von 26 M. den Monat. Ihre Monatseinnahme betrug demnach zusammen 61,90 M. Da sie hiervon 20 M. für die Miete ent- richten mußten, blieben ihnen zum Lebensunterhalt nur 31,90 M. Da beide Eheleute gebrechlich waren, die Frau kann sich nur mit Krücken mühsam fortbewegen, konnten sie nebenbei nichts ver- dienen. Die Altersrente holte der Mann immer ab. Er sagte seiner Frau, daß sie nuru20 M. bekäme und lieferte auch nur diese ab, um selbst etwas Ärschengeld zu haben. Als das Ehepaar jetzt um Erhöhung der Rente einkam, da sie mit 26,90 M. beim besten Willen und sparsamsten Leben nicht auskommen konnten, erfuhr die Frau, daß sie nicht 20, sondern 26 M. Rente erhielt. Sie machte deshalb ihrem Manne Vorwürfe. Dieser entfernte sich vormittags aus der Wohnung. Als er gestern nicht wieder in die Wohnung zurückkehrte, ließ die alte Frau überall nachsuchen, fand ihren Mann aber nirgendwo. Gestern früh landete man seine Leiche nun vor dem Hause Köpenicker Straße 35 aus der Spree. Seine Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Frau Schirmer, die ebenso wie ihr Mann als ehrbar geschildert wird, gibt an, daß sie seit langer Zeit hauptsächlich nur von Pellkar- toffeln, Salz und Heringen gelebt haben. Das Opfer eines Strahenunfalles ist der 74 Jahre alte Pri- vatier August Wächter aus der Koloniestraße 70 geworden. Der Greis wurde am vergangenen Montag beim Ueberschreiten des Fahrdammes vor dem Hause Prinzenallee 64/66 von einem Kraft- wagen zu Boden geworfen. Er erlitt dabei eine schwere Ver- letzung am Kopfe. Gestern ist der alte Mann an den Folgen dieser Verletzung gestorben. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Eine stark in Verwesung übergegangene männliche Leiche wurde gestern mittag aus dem Landwehrlanal an der Belleallianccbrücke gelandet. AuS der Spree gelandet wurde Freitag nachmittag am Lehrter Güterbahnhof die Leiche eines unbekannten, ungefähr 33 bis 40 Jahre alten Mannes, der seinem Aeußercn nach dem Ar« beiterstande angehört zu haben scheint. Der Tote, dessen Leiche nach dem Sckiaul)ause gebracht wurde, ist 1,66 Meter groß und schlank, hat kurzgcschnittenes Haar und Schnurrbart und trug eine dunkle Hose und Weste, ein kariertes Hemo und gelbe Schnür- stiefel. Großfcuer kam gestern nachmittag auf dem Hofe Müllcrstr. 14 nahe den: Nordringbahnhof Wedding zum Ausbruch. Als der 21. und 23. Löschzug an der Brandstelle ankamen, standen dort Pcersässer. a. der Teerprodukten- und Karbolineumfadrik von Gustav Puhle» mann, Inhaber Karl Kriesche, in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten an den Vorröten reiche Nahrung gesunden und be« drohten die angrenzenden Gebäude. Ein dicker Qualm hüllte die nächste Nachbarschaft mit dem Bahnhof zeitweise vollständig ein. Die Feuerwehr griff mit vier Schlauwlcitungen von Dampfspritzen von der Müller-, Gericht- und Lindower Straße an. Es galt, das Feuer auf den Herd zu beschränken. Gleichzeitig wurde Sand zum Löschen der Flammen benutzt. Der enorme Qualm hatte eine große Menschenmenge herbeigelockt. Dem kräftigen Vorgehen der Feuer« wehr ist es zu danken, daß der Brand auf den Betrieb von Puhle« mann beschränkt werden konnte. Als Ursache des Brandes wurde Unvorsichtigkeit angegeben. Eine eigenartige Szene spielte sich gestern im Sprechzimmer eines in der Köpcnickcr Straße wohnenden Sanitätsrates ab. Während der Arzt bei einem Kranken weilte und im Vorzimmer die Patienten warteten, erschien plötzlich ein Fremder, machte es sich im Sprechzimmer bequem und ließ die 5lranken vor. Drei von ihnen waren von dem Wann bereits untersucht und mit Re- zepten entlassen worden, als eine schon seit Jahren bei dem Sani» tätsrat in Behandlung befindliche Dame zur. Konsultation borge- lassen wurde. War dieselbe schon erstaunt darüber, einem Ilnbe- kannten gegenüberzustehen, so wuchs ihr Befremden noch, als der Mann der an Blutarmut Leidenden Malzbonbons verschrieb und bas Rezept mit den Worten überreichte:„In vier Stunden sind Sie doch tot!" An den weiteren irren Reden, die der Fremde führte, erkannte die Patientin zu ihrem Entsetzen, daß sie einem Geisteskranken gegenüberstand. Sie schlug Lärm, und als die Gattin des Sanitätsratcs herbeikam, stellte es sich heraus, daß der Fremde überhaupt lein Arzt war, sondern sich in die Wohnung widerrechtlich Eingang verschafft hatte. Als bald darauf der Sani- tätsrat heimkehrte, stellte dieser fest, daß man es mit einem Geisteskranken zu tun hatte. Eine große Störung im Strafjeninhnbetriebe, die sämtliche Linien im Südwesten, einen Teil des Südens, weiter Schöneberg, Wilmersdorf und Grunewald beeinflußte, trat gestern morgen um I0V4 Uhr ein und dauerte fast während des ganzen KormitlagS an. Die Veranlassung zu der Störung gab ein an sich geringfügiger Defekt im Elektrizitätswerk Südwest. Dort war am Kondensator ein Rohrbruch eingetreten, infolgedessen gab es keinen elektrischen Strom mehr. Da von, dem Werk die Speisung der Linien der oben- genannten Stadtteile erfolgt, so standen mit einem Male alle Wagen still. Britz, Treptow, Neukölln, Schöneberg, Lankwitz, die Strecke »ach Lichterfelde, die Linien nach Wilmersdorf bis zum Grunewald hinaus waren zunächst über eine Stunde ohne Strahenbahnverkehr. Der elektrische Strom wurde zwar durch Umschaltung aus dem B. E.-W. den stromlos gewordenen Linien zugeleitet, aber es dauerte immer noch eine geraume Zeit, ehe wenigstens ruckweise der Betrieb wieder erfolgen konnte. Die Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft wird in den Groß- betrieben niit einer wahren Virtuosität betrieben. Arbeiten, die früher von kräftigen Männern verrichtet werden mußten, werden Arbeiterinnen zugeschanzt, lediglich der billigeren Herstellung wegen. Diese Methode ist besonders in den Betrieben der A. E. G. lebhaft im Schwange. Seit einiger Zeit sind in einer bestimmten Abteilung in der Ackerstraße Arbeiterinnen mit dem Zusammensetzen von Transformatoren beschäftigt, die über ein Gewicht von 60, 80, 100— 140 Pfund verfügen. Die Arbeiterinnen müssen diese schweren Transformatoren des öfteren hin- und herheben, um ihre Arbeiten daran zu verrichten. Die Folgen für den weiblichen Organismus sind entsetzliche. Arbcitcriunen, die vor Wochen blühend und gesund aussahen, sind heute aschfahl imGestcht und gleichen wandelnden Leichen. Die schlimmsten Folgen sind Erkrankungen der Organe des Unter- lcibeS. Für ihr ganzes Leben werden die Arbeiterinnen direkt ruiniert. Anfänglich hatte uinn den Arbeiterinnen sogar Transformatoren im Gewicht von 180 Pfund in Arbeit gegeben. Diese wurden aber später zurückgezogen. Weigern sich Arbeiterinnen, diese Arbeiten zu machen, so wird ihnen einsach gesagt, daß keine Arbeit vorhanden ist und sie können gehen. Für die Arbeiterinnen liegt aber der Knüppel beim Hunde. Wollen sie nicht arbeitslos werden, müssen sie eben die ihre Gesundheit aufs schwerste ruinierenden Arbeiten weiter ver- richten. Und das alles zum Wohle der Millionenfirmä A. E. G., damit die Profite noch größer werden. Männerarbeit kostet mehr. Und da kalkulieren die Meister, wie sie die Löhne durch Neuein- richtungen oder Verlvendung der weiblichen Arbeitskraft immer Iveiter herabdrücken können, auch wenn cS auf Kosten von Leib und Leben der ohnehin schon ausgebeuteten Arbeiterinnen geschieht. Im Zoologischen Garten ist kürzlich ein Neffchen geboren worden, dessen Vater ein Drill und dessen Mutter ein Mandrill ist. Das kleine Ding wird von der besorgten Alten zärtlich gepflegt, während der in demselben Käfig des alten Affenhauses befindliche Vater sich nicht im geringsten um seinen Sprößling kümmert. Der vor zwei Jahren hier gezüchtete Drill, ein munteres Weibchen, ist im Neben- käfig bei dem alten Mandrillpaare untergebracht. Im Wlsscnschaftlichcn Theater der Urania gelangt heute noch einmal der Vortrag„Die Insel Stügen' zur Darstellung. Am Montan, Mittwoch und Freitag wird der Vortrag„Der Vierwald- ßMfr�See und der Gotthard" wiederholt, während am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend der Bortrag„Von der Zugspitze zum Watzmann gehalten wird. Oeffcntliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- nnhung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von bYi—lO Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 0—1 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit L41 Zeitungen und Zeit- schristen jeder Art und Richtung aus. Vorort- JVachnchten. Neukölln. Auf der Arbeitsstelle vergiftet hat sich vorgestern nachmittag die 27 Jahre alte Kontortstin Helene Heinrich aus der Weichselstr. 83. Das Mädchen wohnte bei seiner Tante und war im Kontor einer Möbelfabrik in der Kaiser-Friedrich-Straße beschäftigt. Es äußerte wiederholt Selbstmordgedanken, ließ sich aber über die Veranlassung dazu niemals au». Vorgestern nachmittag gegen 6 Uhr ging sie vom Kontor in die nebenan liegende Küche und nahm Kleesalz zu sich. Als Kolleginnen sie auffanden, lag sie bereits in den letzten Zügen. Ein Arzt, den man sofort herbeirief, stellte noch Wieder- belobungsversuche an und flößte der Lebensmüden Gegenmittel ein, doch ohne Erfolg. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Bcrabsolgung von unentgeltlichem Diphtherieserum ist, wie in der letzten Magisiratssitzung mitgeteilt wurde, bis Ende Juni d. I. in löl Fällen geschehen. Auch weiterhin soll nach den bisherigen Grundsätzen verfahren, und eS soll anläßlich der nächstjährigen Etats- beratungcn zu der Frage, ob diese Einrichtung eine dauernde werden soll, erneut Stellung genommen werden. Charlottenbnrg. Selbstmord aus Liebesgram verübte vorgestern der 24 jährige Hausdiener Alfred GnaS aus der Wallstraße 85. G. hatte vor einigen Monaten bei einem Vergnügen ein junges Mädchen kennen gelernt, zu dem er eine tiefe Zuneigung faßte. Zwischen den beiden entwickelte sich ein Liebesverhältnis und in kurzem sollte die Ver- lobung stattfinden. In den letzten Tagen glaubte der Hausdiener jedoch die Emdeckung gemacht zu haben, daß feine Geliebte ihn hintergehe. Gestern abend jagte G. sich in seiner Wohnung, vor einem Spiegel stehend, eine Revolverkugel in die rechte Schläfe: er war sofort tot. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft. Friedenau. In der Generalversammlung des Wahlvereins gab der Vor. fitzende Genosse Hagen einen ausführlichen Bericht über die Tätig- keit des Vorstandes im verflossenen Geschäftsjahre. Die Mit- gliederzahl ist im Berichtsjahr von 240(einschl. 38 weibl.) auf 283 (einschl. 48 weibl.) gestiegen. Die Beteiligung der Genossen an den Parteiarbeiten war bei den Reichstagswahlen eine sehr rege. Während der ungünstige Ausfall der Gemeindewahl durch die Gleichgültigkeit auch eines großen Teils der Genossen mit verschuldet wurde. Der Besuch der Zahlabende ließ viel zu wünschen übrig. dagegen erfreuten sich die Frauenleseabende eines guten Besuchs. Mit einem Appell, im zähen, opferschweren Kampfe gegen die Reaktion nicht zu erlahmen, sondern unermüdlich für die Sache tu kämpfen, schloß Rcdn-r seine Ausführungen. Die Wohl des lorstandes hatte folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Richard Hagen, 2. Paul Merseburger; 1. Kassierer Gustav Budraß, 2. Förster; 1. Schriftführer Fritz Ruttke, 2. Götschel. Als Beisitzer wuroe die Genossin Tölle gewählt. Lankwitz. Die FerienauSflüge erfreuen sich dauernd eines guten Zuspruches. Um nächsten Montag findet eine Partie nach dem Grunewald statt. Treffpunkt 12�2 Uhr vor der Schule Sehdlitzstraße. Fahrt mit der Straßenbahn nach dem Grunewald; jedes Kind muß 10 Pfennig mitbringen. Proviant für den gasizen Nachmittag ist ebenfalls mit- zubringen. Adlershof. Gemeinbevertretersitzung. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung„Dahrlehns- angelegenheit". Es handelte sich um die Bereitstellung von 81 000 M. für den Bau der Gemeindeturnhalle, 25 000 M. als Zuschuß zur ReichsversuchSanstält für Luftfahrt, 81 000 M. für die Pflasterung der Bismarckstraße. Die Gemeindeverwaltung hatte sich zwecks Aufnahme einer Anleihe an sechs Geldinstitute gewandt; vier lehnten ab, während sich zwei zur Hergabe des Geldes bereit erklärten. Die Kur- und Neumärkische Nitterschaftskasse loill das Kapital zum Kurse von 07,30 geben, verlangt 4 Proz. Zinsen, 2 Proz. Amortisation, sowie V,,, Proz. Pevwaltungskosten. Die Amortisationskosten werden mit demselben Zinsfuß verzinst. Das Preußische Pfandbriefamt will das Geld zum Kurse von 98 geben. Es verlangt 4�/» Proz. Zinsen und vergütet für 2 Proz. Amortisation ebenfalls 4�8 Proz., verlangt aber keine Verwaltungsgebühren. Im Laufe der Jahre würde die Gesamtsumme von 167 000 M. sich nach der Offerte des Pfandbriefamtes billiger stellen, deshalb schlug Schöffe Mendel- söhn vor, von dem zuletzt genannten Institut das Geld zu ent« nehmen. In der Diskussion über Bereitstellung der 25 000 M. wurde darauf verwiesen, daß die Bedingungen, unter denen das Geld gegeben werden soll, bisher nicht erfüllt sind. Aus diesem Grunde wurde die Bereitstellung dieser Summe bis zur nächsten Sitzung vertagt. Die Bereitstellung bw Mittel zum Bau der Ge- mcindeturnhalle wollten einige Vertreter, wenn auch aus ver- schiedenen Gründen, ebenfalls zurückgestellt wissen. Einen Ver- treter der 1. Abteilung war das Geld zu teuer, er wünschte, daS Geld erst dann aufzunehmen, wenn die„Kriegsfurcht" vorüber sei; einem andern Vertreter paßte der Bauplatz nicht. Er be- zeichnete sich als Vertreter der ganzen„Adlershofer Intelligenz", in deren Namen verlange er, daß ein anderer Platz für die Turn- Halle gewählt würde. Von unseren Genossen wurde darauf ver- wiesen, daß durch das Verlangen jener Herren lediglich eine Ver- schleppung des Turnhallegbaues beabsichtigt werde. Dadurch würde erreicht, daß anstatt einer Gemmtde-, eine Schulturnhalle gebaut werden müßte, den die Regierung dringt auf den Bau der Turnhalle. Nach langem hin und her, wobei unsere Genossen wegen des endlosen Geredes mit dem Verlassen der Sitzung drohten, wurde der Debatte ein Ende bereitet. In namentlicher Abstim- mung stimmten drei Vertreter gegen die Bereitstellung. Die 81 000 M. für den Bau der Bismarckstrahe wurden nach langer Debatte ebenfalls bereitgestellt. Es. werden zunächst 142 000 M. geliehen, die übrigen 25 000 M. sollen später unter denselben Be- dingungen aufgenommen werden. Me GemeindeverlBaltung wurde beauftragt, die Verhandlungen mit dem Pfandbriefamt zu führen. Höhen-Schönhause». Die Gcmeindevcrtrctersitzung beschloß, eine bisher nur provisorisch angestellte Lehrerin fest anzustellen und das Grundgehalt ab 1. April zu'bewillen.— Bei Beratung eines Antrages, 100 M. für die „Nationalflugspende" zu bewilligen, brachte Genosse Thiele unseren ablehnenden Standpunkt zum Ausdruck. Die Bürgerlichen bewilligten jedoch mit Ausnahme eines Herrn diese„Spende". Die Beratung des Vertrages mit der nordöstlichen Berliner Vorortbahngesellschaft über den zweigleisigen Ausbau der Berliner Straße zeitigte eine leb- hafte Debatte. Nach langen Verhandlungen ist eS endlich gelungen, die Straßenbahngesellschaft zur Freigabe des offenen Kleinbahnkörpers zu bewegen. Der Vertrag läuft noch bis 1038' auch war der Bahnkörper bis dahin der Gesellschaft ihr Eigentum. Sie hat das Eigentumsrecht ausgenutzt, so daß die Gemeinde eine ziemlich hohe Summe zahlen muß. Die Anlieger der Berliner Straße sollen mit 70 Proz. zu den Kosten der Neuregulieruna herangezogen werden. Die Vertreter der Herren Grundbesitzer versuchten deshalb mit aller Macht, den Aus- bau wenigstens solange hinauszuschieben, bis Lichtenberg den Anfang auf seinem Gebiet machen würde. Das scheitert aber wieder an den dortigen Anliegern, die für daS abzutretende Straßenland zu hohe Preise fordern. Unsere Vertreter stimmten für die Vorlage, denn die jetzt bestehenden unhaltbaren Zustände müssen unbedingt beseitigt werden. Schon zur Sicherhett von Leben und Gesundheit muß die Gemeinde das Opfer bringen. Am Schluß der Sitzung kam es noch zu einer Auseinandersetzung über den so sehr gepriesenen»guten Ton." Weißensee. Ein Roheitsakt. Gestern früh fand ein Kutscher der EiSwerke von Schulze in der Nähe der Uferpromenade ein junge? Mädchen in hilflosem Zustand auf dem Erdboden liegend. Der Bermsten waren die Hände über den Kopf gefesselt. Mit dem Gesicht lag sie auf dem Erdboden. Als sie von den Fesseln befreit war, gab ste an, sie sei von vier fremden jungen Leuten angefallen, nach jener Gegend ver- schleppt, mißbraucht und dann gefesselt worden. In diesem hilflosen Zustand hätten sie die Bursche» ihrem Schicksal überlassen. Mehrere Stunden hindurch habe sie dann gefeffelt auf dem Erdboden zubringen müssen. Pankow. Uebcr den Parteitag in Chemnitz referierte Genosse Gütig in der gutbesuchten außerordentlichen Generalversammlung deS Wahlvereins. Redner behandelte die einzelnen Punkte der Tagesordnung und erörterte besonders die Frage der Reorganisation deS Parteivorstandes; er verlvarf die Bildung eines Parteiausschusses. Ob die Einschränkung der Reichstagsftaktion auf dem Parteitag zu einem befriedigenden Resultat führen würde, erschien ihm sehr zweifelhaft. Zu dem bekannten Stichwahlabkommen müsse ganz� entschieden Stellung genommen werden, damit in Zukunft derartige Ab- machungen unterbleiben. Auch die preußische Wahlrechtsfrage müsse auf dem Parteitags einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Redner machte dabei auf die Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit aufmerksam und forderte den schärfsten Kampf gegen das elendeste aller Wahlsysteme. In der Diskussion wurde hauptsächlich ein Antrag diskutiert, der die volle Vertretung der Reichstagsfraktion auf dem Parteitag fordert; d-r Antrag wurde jedoch abgelehnt. Sodann nahm die Versammlung den Bericht der Kreis-Generalversammlung entgegen. Für die Schiedsgerichtskommission Groß-Berlin soll Genoffe Gütig in Bor- schlag gebracht werden, für den KreiS-BildungSauSschuß Genosse Klause. AIS Revisor für den Ort wurde Genosse Wyschka gewählt, als Mitglied der Zeitungskommission Genosse Förster. Die Versamm- lung beschloß ferner, die Mitgliederversammlungen jeden letzten Dienstag im Monat im Kastanienwäldchen abzuhalten. Die Leseabende finden im gleichen Lokale statt. In einer der nächsten Mitgliederversammlungen soll ein Vortrag über die Konsumgenossen- schaft gehalten werden. Herzfelde. Ein vctriebsunfall ereignete fich vorgestern nachmittag auf der Salgetchen Dampfziegelci an der Ziegelstraße Hierselbst. Dort wurde der Arbeitrr Bardeleben von einer Lore überfahren, wodurch ihm erhebliche Verletzungen zugefügt wurden. Ein Arzt mußte schleunigst zu Rate gezogen und der Verunglückte nach seiner in der Strausberger Straße belegenen Wohnung transportiert werden.— Vor einigen Tagen war auf demselben Betriebe erst der Ziegelei- arbeiter Voigt schwer verunglückt. Zossen. Generalversammlung des Wahlvcreins. Nach erfolgter Auf- nähme von drei Mitgliedern erstattete der Vorsitzxnde Saupe den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl ist von 167(23 weibl.) auf 103(32 weibl.) gestiegen; hiervon entfallen auf die umliegenden Ortschaften: Klausdorf 11, Neuendorf 7, Schöneiche 2 Mitglieder. „VorwärtS".Abonnenten sind 90, der„Brandenburger Zeitung" 11, anderer Parteizeitungen 5 vorhanden. Bemängelt wurde von ver- schiedenen Genossen, daß die gelesenen Zeikungen fijenigs oder gar keine Informationen über örtliche Angelegenheiten enthalten; hierin soll eine Aenderunz geschaffen werden.— 6 Volksversammlungen dienten der Agitation, außerdem 2 Flugblattverbreitungem — Leider verloren wir bei den am Ende des Jahres 1911 statt- gefundenen Stadtverordnetenwahlen 2 bereits innegehabte Man- date. Die hiesigen Jndustriemagnaten haben durch unerhörten Terrorismus, das obligate Freibier usw., einen Teil der Arbeiter- schalt zum Verrat zu bewegen gewußt. Diesen getreuen Schäfchen werden wohl auch noch die Augen aufgehen.— Für die Bibliothek wurden 30 M. zu Neuanschaffungen bewilligt. Die Entleihung von Büchern erfolgt jeden Mittwoch von 8 bis 9 Uhr abends.— Zwei Ausschlußanträge wurden abgelehnt.— Reges Interesse fand der neueingerichtete Frauen-Leseabend.— Die Neuwahlen hatten folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Saupe, 2.: Hering; Kassierer: Tr elbin; Schriftführer und Bibliothekar: We- gener; Beisitzerin: Frau Kitzler.— Sodann wurde der Vor- stano beauftragt, eine Petition für die Aufhebung des für hier noch immer bestehenden Büvgergeldes auszuarbeiten. Eine mög- lichst große Anzahl Bürger soll zur Unterzeichnung gewonnen werden. Das Gewcrkschaftskartrll hatte eine'Versammlung sämtlicher hiesiger Krankenkassenmitglieder(auch Arbeitgeber) einberufen. AIS Referent war der Vorsitzende deS Verbandes der Ortskrankenkassen Deutschlands. Landtagsabgeordneter Fräßdorf-Dresden ge- Wonnen. In klarer, sachlicher Weise erläuterte er die wesentlichen Veränderungen, die mit der neuen Reichsversicherungsordnung ein- treten. Die Erörterung der lokalen Krankenkassenverhältnisse führte zu dem Ergebnis, daß der Vorstand der Krankenkasse„AeSkulap" (die bedeutendste am Orte) ersucht wurde, darauf hinzuwirken, daß zwei außerdem bestehende Kassen mit ersterer zusammengeschlossen werden. Bemerkt sei noch, daß von den Arbeitgebern nicht ein einziger erschienen war. Potsdam. Beide Beine abgefahren. In daS Krankenhaus Hermann»- Werder bei Potsdam wurde gestern abend der Landwirt Trebuth aus Treuenbrietzen eingeliefert. T., dem beide Beine abgefahren waren, wurde bewußtlos am Bahndamm aufgefunden. Ob eS sich um einen Unglücksfall oder um einen versuchton Selbstmord handelt, steht noch nicht fest. Der Verletzte befindet sich in bedenklichem Zustand. Cwgegangene Drudtrcfmftcn. Der Kampf, Heft 11. Sozialdemokratische Monatsschrift Oesterreichs. Jährl. 8 Kr. Verlag G. Emmerling, Wien V, Rechte Wienzeile 37. Durch Nacht zum Licht. Eine Rede über Religion, Ethik und Sozialismus von Dr. R. Harnisch. 20 Pf. Landgraf u. Co., Chemnitz. Aon Köln bis München. Bericht de« Vorstandes der Sattler und Portefeuiller über die Jahre 1303, 13l0 und 1311, nebst Protokoll des zweiten ordentlichen Verbandstages 1312. 215 S. Selbstverlag Berlin, Brückenftr. Ivb. Die Stellung der Frau im Recht der Kulturftaateu. 2,40 M. bedeckt 4jtvoUig Wetterprognose für Sonntag, den 4. Augu Zunächst vlclsach heiter, am Tage wärmer bei mäßi. Winden; später wieder zunehmende Bewölkung ohne erhebliö Berliner Wette »II Etö «2. «tattonen Haparanda 782 S Petersburg 763.SO 2g ic 2 II Scillh AVerdeen Paris Setter 2 bedeckt 2 Dunst llwolkig wolkig wölken! t* £3 16 21 12 8 12 1912. en südöstlichen t Niederschläge. r b« r» a n. »rd-tttt�amariterv««»,«reiS«rande«b»rs. Lehrabend haben in dieser Woche: Schöneberg. Am Donnerstag, Vorbergstrabe S, bei Haendel, ch t'e n�b e r g. Am Donnerstag bei Pickenhagen, Scharnweber- ��W N H�e I m�Z r u h. � Am Donnerstag bei Barth, Viktoriastrabe 7, s/anda�Ü.«m Mittwoch bei PeczileS, PichelSdorser Ttrahe S, abends 8'/, Uhr._ RoteatoeS. Am Montag bei Schmidt, MeWch-, Ecke Wilhelm. strahe, abends 8 Uhr.__ Mariendors. Am Montag bei Löwenhagev, Thausteestr. 27,abendS 8-/, Uhr. Schöneweide. Am Montag bei Schulz, StemenSstrabe 18, abends 8 Uhr. FriedrichShage». Am Donnerstag, Frtedrichstr. SO, 8. Hof. abmdS 8 Uhr. Marktbericht von Berlin am t. fhtgttst 19M,»ach Ermittelung des lönigl. PolizeiprästdiumS. Markthalle npreis«.(Klewhandelj 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Epeisebohnen, weige. 30,00—60,00. Linsen 40,00—80,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 8,00—14,00. i Kilogramm Rindfleffch, von der Keule 1,80—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50—1,90. Schweinefleisch 1,50-2,20. Kalbfleisch 1,50—2,40. Hammelfleisch 1,70—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 3,40—5,20. X Kilogramm Karpsen 1,40-2,20. Aale 1,40-3,20. Zander 1,60-3,60. Hechte 1,40—2,80. Barsche 0,80-2,40. Schleie 1,40—3,20. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 2,00—40,00. •HaJm G Hl IM—■ Alexander-Platz Landsberger Str. 60, 61, 62, 63 Schwarze und farbige Kleiderstoffe zur Einsegnung PAnolIno reinwoU. tiefschwarze Qualität, rlrka 460475 015 Q40 QOO RArriflrPnctftffA«chwarz, elegante breite Bordstren auf Popeline und 020 �00>180 ElO xOpollDC iio cm breit........... Meterl.1 Ä O PUl Ulli CliolüllO yollestoffen, ca. 116 cm breit............ Meter w w Serge TuÄÄ'Ä l70 1'° 2" 2" 3°° Einfarb. Popeline 1" 2" 2n 2" ........„eler 1" 1-2" Eiofarb. Diagonal, Fresco, Serge»"'"Ä r Ä 1" 1" 2K 2" 2" MArlorna PArrifirAn hochaparte neue Muster auf Popellnegnmdstoffen,«ZOO Q20 Vereteiia. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Den Mstaliedern«irr Nachricht, dah unser Kolleg«, der Drechsler Auxust BrSuer SolmSstr. 4, im Alter von 54 Jahren gestor- ben ist. Ehre feine«»«denken l Die Beerdigung findet am Mottlag, den 5. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Hl. Kreuz« KirchhoseS in Mariendors, Eisenacher Strahe, au« statt. 87/7 l»e Ortsverwaltung. Zentral-Verband der Steinarbeiter. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Ksrt Riegelmeyer im Alter von 47 Jahren ge- starben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 5. d. MtS., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle oes St. MtchaelS-Kirchhoss, Nentölln, Hermannstrahe, aus slalt. 171/20 Der Vorstand. Kranken- nnd Begräbniskasse der Seilensieder (Eingeschriebene HiisSkaffe Nr. 17.) Nach kurzem Krankenlager ver« starb unser Mitglied kivgolmaivi' am 1. August. Die Beerdigung findet am Man- tag, den 5, August, nachmittags 4 Uhr, aus dem St. Michaelkirch- hos. Mariendorser Weg, Neukölln, statt. 294/10 Um rege BeteUigung bittet Der Verstand. SozIaldemokratisehefWalilTereln für den 4. Berliner Reiclistags-ffalilkrels. Frankfurter Viertel. Bez. 383 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Genosse, der Schriftsetzer Alderi Neumann Weinftr. 22, gestorben ist. Ehr« feinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. d. MtS., nachm. l/Jä Uhr, von der Leichenhalle des ZentralsrtedhoseS w FriedrichSfelde au» statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Verstend. SozialdemoMciierWaiilTerein des 4. Bert. Reiehstags-Wsiiftreises. Stralauer Viertel. Bezirk 296. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Genosse, der Maurer Viibeim Spreewitz Eaprivistr. 4, verstorben ist. Ehr« seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet Mon- tag, den 5. August, nachmittag« 4>/,Nhr, von der Halle des Zentral. sriedhose», FriedrichSselde.aus statt Um rege Beteiligung ersucht 218/15 Der Borstand. DsukGiw Metallarbeiter-Verband Verwaltungseielle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dah unser Mtglied, der Stwerschletser irtur Büttner gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. August er., nach- mittag» 41/, Uhr, von der Leichen. Halle de« Dorf- Kirchhofe» in Friedrichsseide aus statt. Ferner starb unser der Metallarbeiter Deutscher Bauarbeiter-Verband. I Zweigverein Berlin. Montag morgen starb Insolge erlittenen Unsalles Kollege Wilhelm Spreewitz (Bezirk Stralau) im 53. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. August, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Halle des ZenttaifriedhosS in Friedrich«. selbe auS statt. Rege Beteiligung erwartet 141/10 Der Vorstoml. Allen Freunden und Bekannte» hierdurch die traurige Nachricht, datz am 29. Juli mein lieber Mann, unser guter Vater und Onkel Wilhelm Spreewitz im Alter von 52 Jahren sanst entschlasen ist.— Die» zeigen, um stilles Belleid bittend, an Frau Johanna Spreewitz geb. Krlen u. Kinder. Die Beerdigung findet am Montag, den 5. August, nach- mittags'/,5 Ubr, von der Leichen- Halle des Zentral-Friedhofes in Friedrichsseide aus statt. 2727b Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz. spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes 2a Rudolf Müller sage ich hiermit allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank. Witwe Anna Müller, Oroh« Frankfurter Strahe 116. Mitglied, Paul Holzenleiter am 28. Juli durch Ertrinken. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. August er., nach. mittag» 6 Uhr, von der Leichen. Halle de» Jakobi- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstrahe, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Former Andreaa Reinhardt Wittstocker Str. 25 am 2. d. M. an Blasenleiden. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. d. M., nachmittags i'U Uhr, von der Leichenhalle des Südwest- Friedhose» in Stahnsdors aus statt. Rege BeteUigung wird erwartet. Ehre ihrem Andenke«! 121/20 Die Orteverwaltung. Donnerstag, den 1. August, verstarb nach langen schweren Leiden meine lieb« Tochter, Schwester und Schwägerin Hartha Koelke geb. Günterberg. Die» zeigt tiesbetrübt an Cäcilie Günterberg 2A nebst Kindern. Di« Beerdigung findet am Montag, de» 5. d. Mt»., nach. mittag» 5 Uhr, von der Leichen- Halle de« Zentral-FriedhoseS in Friedrichsseide auS statt. Zltt.iiiivz'-Ctvssnjevcz-eln „Freundschaft", Neukölln. Allen Sangesbrüdern zur Nach- richt, dah der Sohn unseres Vor- fitzenden 59/10 Otto Haniscfi Glasowstr. 61, an den Folgen eines Unfalls plötzlich verstorben Ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittag? 2>/, Uhr, aus dem allen Neuköllner Friedhos, Mariendorser Weg statt. Die Sangesbruder treffen fich um 12 Uhr im Vereins lokal. Um rege BeteUigung bittet Der Verstand. Danksagung. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme während der langen Krank. hett und kostbaren Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes und fürsorglichen Vaters, Bruder» und Schwager», Onkels und Neffen, des Schrtstsetzers Gustav Tillner sagen wir allen Leidtragenden, be- sonders dem Kontor- und technischen Personal der Firma Rudols Masse, dem Gesangverein„Typoaraphia" für den erhebenden Gesang, dem Verein .Belg. Riesenkaninchenzüchter Berlin', dem Lotterieverein„Niete" Neukölln, den beteiligten Mietern des Hauses Niemetzstr. 3, den Kolonisten der ehe, inaligen Kolonie St.Helena sowie den Kolonisten des Forstackers zum„Roten Kreuz", Neuköllnische Allee, unser» herzlichsten Dank. 2741b Di« trauernde Witwe Hedvrif Tillner geb. Stohf »ab Kinder. Allen Freunden, verwandten und Bekannte« die traurige Nach- richt, dah mein« liebe Frau, unsere gute Mutter und Tochter, Frau i�arie Bruder geb. Meyer verstorben ist 27416 Frltn Bruder und Kinder. Die Beerdigung findet DtenStag nachmittag» aus dem städtischen Frtedhos in der Seeftrahe statt. Nähere» wird noch bekanntgegeben. Danksaaunn. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meine« lieben Mannes, guten Vaters, Sohne», BruderS und Schwagers JImjl Wünschmann sage» wir allen Beteiligten aus diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Witwe Vena Wttnschmann HA geb. Jenrsch. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer Tochter Ueschen Mittag sagen wir allen Verwandten und ve> kannte« unseren herzlichsten Dank. Die tieftranernden Elter« med Großmutter. Hierdurch allen verwandten und Bekannten die traurige Räch- richt, dah mew« liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwteger- mutier, Schwester und Tante .Auxuste Koch am 1. August er. nach kurzem, schwerem.Krankenlager saust ent» schlasen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die»eerdloung findet am Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle der ZtonSgemetnde aus statt. 21a Zentral-Kranken- und Sterbe- Berli« Bezirk 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Mitglied Christoph Pakulat verstorben ist. Ehre seinem Andeuke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. August, nach- mitlag« 4'/, Uhr, von der Halle de» EmmauS-Kirchhos«, Neukölln, aus statt. Rege BeteUigung erwartet 257/20 Die Drieverwellung. Danksagung. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vater», sagen wir allen Verwandten, Be- kannten sowie allen Arbeitskollegen, den Kollegen der Firma Franzkowiak. Knauer u. Schäser, insbesondere dem verehrten Cbes der Finna Franzkowiak unsere» innigsten Dank. 2716b Wttt»e Junker und KI»Sit. Extra- Abtellang 1 1. Gesch.: Berlin W., Mohren- I Strafie 37a(2. Haut von der I Jerusalemer StraSe). (II. Gesch.: Berlin NO., BroSel Frankfurt. Str. 115(2. Haus[ von der AndreasstraBe). I 1 Sehrrr. Answ. feit. Kleider, 1 1 Hüte, Handschuhe, Schleier| leto. v. einfachsten bis zum I ] hochelegant Genre z.&tLÜerBt| niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: HaBanfertlcnnff in 10 bis 12 Standen. p Humocii kurze Zeit ' Angelente Obilg&rten. Wald- a. OsHcn-OrundatUeke für Eigenheimo and Ferlenblater.— Aenssen« billige nnd günstige Kanlgelegenbeit. M Heu-Sadowa Stet. Sftdowa,». d. Strasse n. Biesdorf, 5 Min. rom Bahnhof. Qu.-Rate ron IS M.*n. Kaulsdorf Neu erschlossenes Oellnde. 8 Minuten t. Bahnhof. Qnedr- Rute von 12 M« an. SSr Petershagen Stetion Fredersdorf n. d. Ostbahn. Qu.-Rate von A M. an. S Biesdorf Stetten en der Ostdehn, direkt em Bahnhof beginnend Qu.-Euto ron 2(1 M. en. Verkaufsstellen an den Bahnhöfen und auf dem Gelände.— Prospekte kostenlos. Nieschalke& Nitschel Berlin NO 41, Neue Königstr. 16.| Fernspr.• Amt Königst. 8876.. Spezlalarzi f. Hunt- und Harnleiden, nerv. Schwäche,„Ehrilob 606" usw. taDr.Homeyer'li;? Untersuchung., Fäden i Harn usw. Friedrichstr. 81, Spr. 10-2, 5—8. Sonnt. 11—2. Honorar möffig, auch Xeilzahl. Den Vorwärts-Lesem gewähre Rabatt. Ein Posten reichgestickter- Ifisch« gttr nur soweit Torrat! l»ro n 85 frewnlSri Fenster B*.( löl?) Yiktoria-Tacliportiare«»» mit allerliebst. Stöekcni** Eine Partie reichgestickter Plüsehdeeken ft«, 8, 10 M.(blshtrS-lim Biesen- AnowaU Tüllbettdecken 5 1,85,».<4,5© Ms 75 H. Bontpentscb« doppeUellig« Divandecken M. 7,M- 8,7*(|�15*M.) DtranrOekwfade 8,85—18 M. Teppich-Spezialhaus Lmr Em» effevre Berlins. Seitl882nttr Oranienstr. 158 Unterbaite nirgends Filiaian. Spezial-Katalog Abbüdu�nPtisn. franko. Heute xrar ron »—10 Uhr geöffnet Verkäufe. Gardine»! Steppdecken 1 Portieren I Tischdecken I aubcrgewöhnlich billig I Vorwärtsleser S Prozent Rabatt ctfiai GardinenhanS Brünn, Hacke- Icher Markt 4(Bahnhoj Börse). Sonntags geöffnet.__ Vorjährige ciegniileHerrenanzüge und Paletots aus scinstcn Maszitoisen 20—40 Mart, Hosen 6—14 Mark. Versandbaus Germania, Unter den Linden 2t. 1288K« itorioärtoleisr erballe» sunt Prozent Ertrarabatt, selbst bei Ge- Icgcnbeitsläusen. Teppich- Thomas, Rosenthalerstrade 54 und Oranien- flvnfee 126. 1764K* Heriiiniiutilav ö. Psandleibhaus. Extrabillige Iackettanzüge. Gebrock. anzüge. SommerpaletotS. Herren- boje». Damenmäntel. Allerbilligster Bettenverkauf. VerntietungSbett. Aussteuerbetten. Aussleuerwäsche. Reichhaltige Gardinenauswahl. Tep« pichauswnhl. Plüichtischdccken. Stepp- decken. Goldsacheu. Taschenuhren. Waudubren. Wandbilder. Waren- verlaus ebensalls Sonntags._* Tovpiche!(jehlerbasle) in allen Größen, sast für die Halste des Wertes Teppichlngcr Brünn. Hackescher Markt 4, Bahubos Börse.(Leier deS .Vorwärts' erbalten S Prozent Rabatt.) Sonntags gcöstnelt_' iUtonatsniizuge, Paletots, großes Lager, jede Figur, kaust man am billigste» beim Fachmann; jede Aenberung nach Wunsch in eigener Werkstatt. S Prozent billiger siir Vorwärtslescr. Fürstenzelt, Schnei« dermeifter, Roienlbalerstraße 16. Es lohnt nur bei Max Weiß, 87, Große Franksurtcrstraße 87, alt- bekannte Firma, zu kausen. Man wird am reellsten und billigsten be- dient. Wenig getragene, teilweise aus Seide, von Kavalieien nur kurze Feit getragene Jackettanziige, Rock- anzüge, Gehrockanzüge, Frackanziige, Smolinganzüge, Paletots, Ulster, Hosen, einzelne Fracks und Smokings werden zu billigsten Preise» verkaust. Die elegantesten Sachen sind auch leihweise sehr billig zu haben. 87, Große Franksurterstraße 87. Bitte im eigenen Interesse aus die Firnia zu achten._ 118(9* Sargmagazin Stephanstraße 55. Große Särge 25,00.___ 1 Betten. Stand 9,—. Brunnen- straße 70, im Keller._ 12005t* Schönhauser Allee 114(Ring- bahnhos). PsandleihhauS. Groß- Berlins spottbilligste Einkaufsquelle I Extrabilliger Bettenverkauj, Frei- schwinget-, Taschenuhren, Goldwaren, Monatsgarderobe, Kardinenverkaus, Plüschportieren, Steppdeckenlagcr. Spottpreise!_ 1018St* Möiiatsaiizrige und SommerpaletotS von 5 Mark sowie Hosen »<«.4,50- Gcbrockanzüge von 12.00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren. Neue Garderohe zu stauneud billigen Preisen, aus Pjandleihen oer- tallene. Sachen laust man am billigsten bei Naß, Mulnckstraße 14._* Äbcssinicrpiimpe 6,75, Sauge» 2,50, Rohre, Flügelpumpen, Gartenspritzen, gebrauchte Gummischläuche, Meter 0,50. Pumpensabrik Schroeder, Hochstraße 48._ Steppdecke»! Prachtvolle Simili- setde: 3.85, 4,85, 6,00 bis 15,00, Tüubeltdeckcn 2,50. Wolss Teppich- hauS, Dresdenerstr. 8(Kottbusertor). Abonnenten 10 Prozent Rabatt.' Sohlleder. Schäste, Leisten. Röhl, Schoneberg, Bahnstraße 43. tl2 Waschmaschine», gebraucht und tranSp ortablc Bad ecinrich tungen, Qualität II haben wir meistens aus Lager und können dieselben dem- entsprechend billiger abgeben. Fach« gemäße Bedienung. Kulante Zah- lungsbedingungen. Allgemeine Haus- haltungsmaschinen-Gesellschast m. b. H., Brüssel-Berlin, Roßstraße 21/25. Spezialität: Waschmaschinen sür Hand- und Krastbetrieb. Wäscherei« Cinrichtungen, transportable Bade- anlagen.__ 180551* Leihhaus»Brunnen* und Ver- tausgcschäst. Betten, Stand 9,—, Brunnenstraße 118, Ecke Uscdomftraße Hemdentuch, 10 Meter 3,50— 8,50, Bezüge, Inlette, Bettsedcrn, Sticke- reien, Tischwäsche. Damenwäsche Fabrikpreise! Wüschesabrik Langen u. Eo., Zimmerstraße 49(Hos), nahe Lcrujalemerstraße._* "Herren> Garderobe nach Maß, saubere Arbelt, großes Slostlagcr, Paletot, Anzug 40 Mark an. Kaust beiin Handwerker, lasset den Hand- wer ker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörge, Drcsdenerstraßc 109._* Leihhaus„Schoneberg', gegenüber Bahnhos, Sedanstraße 1, Telephon Ami 6, 15687, bietet stets Gelegen« heilSläuse in verpsändet gewesenen und neuen Anzügen, Sommer- und Winterpaletots, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen- Remontoire- Uhren, Ketten 3,50 an, jerner goldene Ringe. Broschen, Ohrringe, PianinoS, Fahrräder. Frei- schwiirger 10 Mark an. Richard Eichelinann._ 200K "Zinkwaschfässer, Zober, Sitz- wannen, Badewannen. Spezialsabrik Reichenbergerstratze 47. Lesern 5 Proz. ?1Ionats-Garderobon-Haus ver- kaust spottbillig wenig getragene Sackettanzüge, G-hrockanzügc, Smo- tinganzüge, Frackanzüge. Beinkleider. Prinzenstraße 28. eine Treppe. Bitte «ms Hausnummer zu achten. 1580K* �Seifert hiihnc, Vorsänger, ab- o eMau ert. Naunynslraßc 65a., Seiten- jl.M Haarfärbemittel, unübertrostcn, waichccht, melallsrei. Probeslasche 0.50. Giicßlcr, Charlotten straße 5. 2734b Zehn Prozent Rabatt Vorwärts- lesern. Teppiche, Farbcnsehler. jetzt sabelhaft billig. Große Franksurtcr- straße 125, im Hause der Möbel- sabrik. Gardinen,\ 1.65, 2.35, 2.85, fabrikreste, Fenster i.50, 4.50, 6.25 usw. Totalauövcrkauf von ange- schmutzten Gardinen, Stores, Bett- decken, staunend billig. Große Frank. furterstraße 125. ftiiiistlergardincn, Garnitur 3.85, 4.75, 5.95, 6.65 usw. Leinen. Tuchportieren, Garnitur 2.85, 3.65. 4.95, 5.50, 6.75, 7.85 usw. Pliischportiere», 5.65, 6.75, 7.85, 9.85 bis 30 Mark. Fabriklager Große Franksurterstraße 125, im Hause der Möbeljabrik.__ Steppdecken. Purpur 2.85, 3,75, 4.25, Simili, Seide 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.35, 9.75, 11.50. Schlafdecken 0.95, 1.25, 1.65,2.25, 2.85 bis 35 Mark. Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.35, 9.75 usw._ Tuch- und Plüschdccken mit kleinen Fehlern, in allen Färben/ unglaublich unter Preis,_ Dilvandecke» 3.75,4.50,5,45, 6.85, 8.50 bis 30 Mark. Möbelstoff, Läufer, Linoleunireste. fabelhast billig. E. Weißenbergs Gar- dincii- und Teppichhaus, Große Franlfurtcrstraße 125, im Hanse der Möbelsabrik. 1901K* Grundbegriffe der Politik, von riedrich Stampser. Gebunden 3M. Nichhandlung Vorwärts, Linden- straße 69(Laden)._ Klapp, poriwagen, herrschasllich, nagelneu, billig. Exerzierstraße 21d, II links, Ingenieur.+50 Littauer Nähmaschinen ohne An- Zahlung, gebrauchte, spottbillig, Skalitzerstraße 99, Warschauerstr. 65.* Monntsanziige, Sommerpalelols, Ulster, Gummimäntel, Gehrockanzüge, Smolinganzüge, Frackanzüge, Hosen spottbillig Rosenthalerstraße 48, eine Treppe,_ 120/ 13 Dcztiitajwagen, aufgearbeitete, neu geeichte Dezimalwagen»erkaust. Wage» jeder Art werden aufgearbeitet, geeicht abgeliesert. Gehrke, Wiesen- straße 44,+50 Gelegeiiheitskauf. Gebrauchtes Schlosscrwertzeug, gut erhalten, billig zu vertausen, Rcinkc, Wienerstraße 13, 2. Hos, Montag 6 bis 8 abends, Klappsportwagen- Kinderbett- stelle, neu, Neukölln, Jnnstraße 24/25, vorn 3 Treppen,_+30 Kanarienhähne, Urbanstraße 185, Restaurant,_ 2723b Klappsportwagcn, Kinderbettstelle, Joachim, Frankfurter Allee 123 HI, LescdSktsverkStike. Zigarreugeschäft wegen Krank- beit der Frau billig verkäustich Kreuzbergstraße 36. 2687b* Zigarreugeschäft, altes, existenz- sähig, krankdeiiswegen verkäustich, Anskunst Belsorterstraße 18,+16 Lokal, gutgehendes, große Fabrik- liejerung, sofort zu verkaufen. Er- sorderlich 500 Mark, Erfragen Kaiser WIlbclmstraße 181c, Janke.+149 Altes Zigarrengeschüjt ist mit Ware sür 750 Mark zu verlausen, auch ohne Ware. Miete 57,15 Mark, 2 Stuben und Küche, Strelitzerstraße 15.+22 Restauration, 25 Halbe hell, 4 bis 5 Weißbi-r,'große Räumlichkeiten, Miete billig, 75,00, schöne Einrichtung, umständehalber für 180,00 verkäuflich. u erfragen Franksurtcr Allee 1, okal.+60 s Schankwirtschaft. langjährige Existenz, an der Hermannstraße, schöne Einrichtung, Vereinszimmer mit Pianino, große anschließende Wohnung, Miele 125 Mark monatlich, andauernderKrankhclt wegen sofort sür jeden annehmbaren Preis verkäuflich. Walter, Neukölln, Hcrmannstr, 110, II, Gutgehendes Seisengeschäst mit kleiner Wohnung preiswert zu ver- lausen, Neukölln, Steinmctzstraße 68, Plättansialt, gutgehend, spoUbillig, 2 Stuben, Küche, alleinige Waschküche, Miete 40,00, Ansängerin wiro angelernt, Bachmann, Neukölln, Sieg- sriedstraße 15._+3 Zoologische Handlung, tadellos im Gange, verlaust billig Mariannen- straße 37,_ 27316 — Obst«, Konserven-, Malerialwarcii- geschäst verkäuflich. Wilhelmslraße 129, (Nöbel. Möbel obne Geld! Bei kleiner Anzablung geben Wir-tschasien und einzelne Stücke aus Kredit unler äußerftcr Preisnotierung, auch Waren aller Art, Der ganze Osten taust bei uns, Krctschmann u, Co.. Koppen- straße 4,(Schienscher Babnbos.)* Rehfeld. Badstraste 49, Woh- nungScinrichtungen 165,— an, auch außerhalb, Rehfeld. Badstraste 49. Umbau, PlüschsosaS 45,—. Rehfeld, Badftraste 49, englifche Bettstellen, Matratze 39,—, gebraucht- 12,—, 15,—. 18,— usw. Rehfeld. Badftraste 49, Kleider- schrSnle 25,—, gebrauchte, große Auswohl. 282 IK* Tiichleriiicifter gibt Möbel aus Teilzahlung. Kassenprcis. geringe Anzahlung. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Osterten unter „Tis chlcrmcister', Postamt 90 249/16* Möbel! Für Brautleute günitigste Gelegenbeit, sich Möbel anzuschafsen. Mit kleinster Anzabliing gebe schon Siube und Küche. An jedem Stück dcuiliser Preis. Uebervorteilung daber alisgeschlosle». Bei Krankbeits- sällen unv Arbeitslosigkeit ancrianiil größte Rücksichi. Mobelgejchäst M. Goldstanb. Zossenerstraße 38. Ecke Gneiieiialiktrab«, 2g01K* Möbel-Gelegenheitö-Käufe spottbillig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichimige», Schlafzimmer(eiche) 288,—, komvlette Wohnzimmer 132,— bis 240,—, Chaise- longue 24,—, Sosa 38.—, Trumeau 33,—, Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Riescnauswahl, Möbelspeicher Neue Kölligstraße 5/6, 4 Etagen, Teilzahlung gestattet. Auch sonn- tags, 249/1* Schlafzimmer 135,—, Eiche 288,—, Satin, Birken, Mahagoni, große Ge- Icgenhcit. Möbelspeicher Neue König- straße 5—6._ 249/2* Mödelhaiidliing Marianucn- ftraße 25, billige Preise, Teilzahlung gestattet.„BorwärtS'lcser 3 Prozent Rabatt. 39K* Arbeiter-Miistcrivohiiuiigcn.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchle Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzablung gern gestattet, Kasscnpreis Zinsoergülung, Heine Anzahllliig, bequeme Abzahlung nach Wunsch der Käufer. Gabbert Tischlermeister, Acker- straße 54, Kein Abzahluiigsgcschüst. Metallbetten, zwei, modern, Plüschlcppich spoltbillig verkäuflich Zossenerstr, 10, Hutgeschäst. 113/17* Zentrale sür Arbcitermöbel liefert Resormeinrichtungeii in gediegener Arheit an Reelldenkende auch aus Teilzahlung und bittet Partcimitglie- der um Besuch der großen Läger, Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gclegenhcitskäilsc in gebrauchten Mö- beln, Verkaussstelle Schatz, Brunnen- straße 160, Eingang Anllamerstraße, Austergewöhnlich preiswert, meh- rere 100 Speise-, Herren-, Schlaf- zimmer, Küchen. Kein Brautpar ver- säume meine Ausstellung zu be- sichttgen. Auch Sonntags 8—10 ge- öffnet. Möbelhaus Südosten, Skalitzer- straße 25, an der Hochbahn. ISOIK Grofter Möbelberkanf! Möbel- sabrik Gneisenaustraße 15, nahe dem Hallcschcn Tore, 32 Jahre bestehend, verkauft zu außerordentlich billigen Preisen: Wohnungseinrichtungen 120 Marl an, Herrenzimmer, Speise- zimmer, Schlasziinmer 180 Mark an. Teilzahlung gestattet. Kleiderspind, Veriilo 20,—, Bettstelle 12,—, Wachs- tuchtische 7,—, Umbauten, Sofas, Küchen, BüsettS 60,—, Schreibtische 22—, Garnituren 65,—. Zurückgesetzte, verliehen gewesene Möbel besonders preiswert. Lieferung. Aus- bewabrung srei. Kein Laden. Hausnummer 15 genau beachten. 1685K* Kausen Sie direlt beim Tischler- meister. tkomplette Woönungs-Ein- Achtungen in allen Preislagen, Be- sichtigen Sie meine Ausstellung. Harnack, Stallschreiberstr, 57(Moritz- platz). Verkqus nur im Fabrikgebäude. Zahlungserleichterung.* Möbel-Gelegenheitskäufe aus Versteigerungen, Auslösungen, nur neue gediegene Möbel, Enorm große Auswahl m bürgerlichen Ein- bis Drei-Zimmcreinrlchkmgcn, ganz be- deutend linier regulärem Preise. Für Brautleute bedeutende Ersparnis. Gleichsalls größte Auswahl in Er- gäiizungsmöbcln, Büielien, Stand- uhren 70,—, Schreibtttche 45,—, SösaS 40,—, Garnituien 85,—, Truineau 33,—, Bettstellen 25,—, Teppiche, Bildxr. Klubsessel, Leder- sosaS, Kronen. Piano usw. Hans Lennert, Lothringerstraße 55, Roschi- tbaler Platz. 1694K* Teilzahlung Woche 0,50 an. Möbel, Portieren, Tischdecken, Stepp- decken, Teppiche, Uhren» Bilder, liefert Messing, Dresdenerstraße 124, am Kottbusertor. Möbclkundc» 5 Marl Vergütung. Besuch oder Postkarte. Sonntags 8— 10 geöffnet._ 1763K* Nustbanmwirtschaft.modern.Braut- Icuten paffend, Kleiderschrank, Vertiko, Plüschsosa, Englischbelten, Auszieh- tisch, Küchencinrichtung verkauft sputl- billig Bauer, Waßmannstraße 13 I, Paneelsofa, bildschön, 48,00, Schäfer, Chausseestraße 74 I. 120,18 Englische Wohnungseinrichtung, Stube, bildschöne Kücheneinrichlung, alles noch neu, sür Spottpreis, Rosen- thalersiraße 57, vorn III rechts, Kleiderspind, wenig gebrancht, Betten verlaust Hintze, Waldemar- straße 63a,_+72 Bettstelle, Matratze. Fr. Müller, Müllerslraße 133.A. Ouergeb, 1,+87 Ii, unseren Speicherräumen Massen lagernder Schlafzimmer, Speise- zimmer, Herrenzimmer, Wohnzimmer, Kücheneinrichtung, Einzel- Möbel, gelangen zum spotlbilligeu Ver- kauf. Keiner daist solche günstige Kausgclegenheit versäumen. Kamer- ling, Kastanien-Allee 56, Ecke Wein- bergsweg und Brückenslraße 6 (Jannowitzbrücke), Laden, 2729b* Model- Lechner, Brunnenttr, 7 am Rojentbaler Tor, Spezial-Möbel- HauS aus Kredits und gegen bar. Anzahlungen aus Stuben und Küchen 20.—, 35,—. 50.—, 75,—, 100,— Mark usw. Einzelne Möbelstücke von 5 Mark Anzahlung an. Bequeme Abzahlung. Kunden, die ihr Konto beglichen haben, eventuell ohne Anzahlung, Ferner Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, bunte Küchen in großer Auswahl, Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kauf von 50 Mark an 5 Mark gutgeschiieben. Aus Wunsch Vertreter, Sonntags von 8—10 ge- öffnet. Jetzt gelansie und erst im Oktober lieferbare Möbel lönneii bis zur genannten Zeit vollständig losten- los bei mir lagern. Beim Kaufe braucht nur ein kleiner Teil an- gezahlt, der Rest der Anzahlung kann bis zur Lieferung ebensalls in Teil- Zahlungen beglichen werden, 1862K* Nustbaiiinniöbcl, modern, passend für Brautpaar, mit Küche, auch ein- zeln, billig verkäustich, Hirschel, Elsasserstraße 70 I,_ 251/4 Schleunigster Verlauf einer noch neuen Nutzbaumwirtschast mit bild- schönen Kücheiimöbeln, einig« Wand- bllder, sämtliche Wirtschastsgegen- stände, 195,00, Neue Königstr. 66 l. Verlaus Montag._ Ü"»« uiu um i. �>uiiuut. tu»it« ct.|ujcmciiui;-cuHüCSjeuuijy sür das Großherzogtum Sachsen-Weimar werden 294/8* Änvi Redakteure gesucht, 1. Ein leitender Redakteur(Sitz in I e n a), erste Kraft, der in ähnlicher Stellung tätig war, 2, Je ei« Lokalredakteur mit dem Sitze in Weimar und E i s e n a ch. Außerdem wird sür die Leitung der Druckerei sowie deS gesamten Geschäfts em Geschäftsführer Lieferwage» und alle Sorten ftäder Palisadcnstraße 101. 2732b__________________ '— Axräntwortlicher Siedalteur: Ulbcrt Wachs, Berlin. Lür de» LnseratenteU verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Borwärtz Buckdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u.Co� Berlin LW. gesucht, der Fachmann ist, kaufmännische Ausbildung genossen und größere Druckerei schon geleitet hat.— Offerten mit der Ausschrist Bewerbung sind bis zum 31. August lgl2 an den Hpztaldeniokratischcn Kreis- wahlvercln Weimar 8 in Jena, Teichgraben 4 II, einzureichen, Schön« Wohnungen im Vorder« und Hinterhause mit Gas zum 1. Oktober zu vermieten, Buttmann« straße 15 beim Wirt._ 1817K* Ei» und zwei Stuben und Küche und Korridor per 1. Oktober oder früher, Reichenberger Straße 47 I. Karlshorft. Güntherstratze 3, zwei große Stuben und Küche, Garten, 300,—. 27216 Arkonapla» 2, 1 Stube, Küche, billig. Wollinerstraße 15. 118/11» Hoswohnungen, eine und zwei Stuben, Küche, Gas. Ruheplatz- straße 16,'+146 Zwei Dreizimmerwohnungen, idyllisch in> Walde gelegen, Bad, reichlich Zubehör, 250 Quadratmeter Garten, 43,50 respekttve 53 Mark monatlich. 1, 10, 12, eventuell früher. Baugenossenschast»Freie Scholle', Tegel(Post Waidmannslust). 27396 Zimmer, Einfach möbliertes Balkonzimmer, Herrn, vermietet Schulze, Osten, ßillauerstraße 4 II._ 2722b Besseres Zimmer oder Schlafstelle für Herrn bei Wollny, Naunyn- straße 36._ 2726b Balkonzimmer, möbliert, allein, 12,00, Witwe Doepel, Pappel-Allee 47. Lclilakstellen.\ Möblierte Schlafstelle oder Zimmer vermietet Frau Lubrich, Michaelbrücke 1. 2725b �rbeitsmarkt. Steüensiixeboke. Lauben-Versicherungen, Vermittler gesucht, Nichtsachleute werden ge. wissenhast eingearbeitet. Hallcschc« straße 5. 8—10._ 27176 Metall- Werkmeister, welcher gangbare Neuheiten oder Stapel- gegenstände fabriziert, möchte sich Geldmann beteiligen, Offerten unter K 2 an die Hauptexpedition des .Vorwärts','_ 27186 Schleifer für dauernde Arbeit stellen sosört ein Dreßler u. Kurz. mann, 2719b Silberwaren- Fabrik Körner u. Proll, Prinzcsfinnenstraße 16, suchen tüchtige Besteckarbeiter, Schleifer für Korpussachen und Kitter sür Besteck« fachen. Hausreinigung an saubere Leute zum 1. Oktober zu vergeben. Zwölf Jahre in einer Hand gewesen. Adlers- hos, Sedanstraße 5, Köhler, 1855K Lehrling, Kostgeld 7,50, sucht Metallschleiscret und Galvanische An- statt Chausseestraße 49,_+87 Selbstiindige Schlosser verlangt Heinrichs, Tempelhos, Ringbahn- bahnstraße 42,_ 27376 Marmorfchlrifer Dcnnewitzstraße 19. sucht Fink. 97386 Frau oder Man«, durchaus zu« verlässig, zum Austragen einer Zet« tung in Schöneberg sür möglichst so- sort verlangt. Näheres Mohren- straße 26. Hos links. 2720b Untertailleu-Näherin im, außerm Hause. Boy», Baumschulenweg, Kies- Holzstraße 248,__ 1856K Legerinnen für Damenwäsche sucht Textilsabrikatton G. m, b, H., Lehrterstraße 18/19. Aibeitszeit 8 bis 6 Uhr, 1854K Bliisenftepperinneu. geübte, m, außerm Hause, Riewaldt, Neukölln. Mahlowerstraße 10,_+40 Blusenstepperin, hoher Lohn, bessere Sachen, tüchtige Handarbei- terin, Höst, Skalitzerstraße 50,+72 Kartonnagenarbeiterinuen. ge- übt aus kleine Kartonnagen, finden dauernde Beschäftigung in und außer dem Hause, Kartonnagensabrik Mar- siliusslraße 2t,_ 1820K* Junge Mädchen, 14 b!S 16 Jahre, sür leichte Arbeit verlangt, Strauß- sedernfabrik, Stallschreiberstr. 24-25.* Einschmelzer und Einschmelze- rinnen für Metallsaden» Taschen- lampen sofort gesucht, 3722L* Offerten mit Lohnansprüchen erbet. Radium< Elektr.> Ges. m. b. H., Glühlnuxpenfabrik. Wipperfürth(Rheinland), kmmm Orts-KrankeDto für Aülersliof und llnigepil Wir suchen sür unsere Kasse einen jungen Plann aus guter Familie als Lehrling gegen monatliche Vergütung. Bewerber müssen eine gute Handschrist und gute Schulbildung haben. Selbst- geschriebene Offerten sind unter der Ausschrist„Lehrling' an die Adresse des unterzeichnctc» Vorsitzenden der Kasse zu richten. 277/17* Utax Knappe, Berlin NO.] Allcuftetner Str. 26, Achtung! Holzarbeiter. Wegen Streik oder Lohn- disserriizen find gesperrt: liernksvereln der Berliner 1'arkcttgcHchilf tc, Char- lottenbnrg, Uhlniidstraste. Erzgebirgische Holzindustrie in Brand, Filiale T essauer Str. 36 Das Berliner Arbeitswilligen- vermittclungSburean d. gelbe« „Haildloerkerschntzverbaudeö*. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- iniiung und der Wageufavrt- kanten, Kaiser-Frauz-Grenadier» Platz, Zuzug ist streng fernzuhalten. vle Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbande»,