Nr. 186. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 29. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Pfg.( auläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Der Katholikentag. Sonntag, den 11. August 1912. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, unsere Vorgänger und wir selber in dieser Angelegenheit er ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in lassen haben". den Himmel zu kommen". Hier liegen die beiden wunden Punkte, die dem heutigen Man weiß, was hinter diesen gesalbten Worten fich für Klerikalismus zu schaffen machen. Einmal die Sozialdemo Heute beginnt in Aachen mit einem Pontifikalamt zur Absichten verbergen: völlige Unterordnung der fratie, die ihm auf den Fersen fizt und ihm die Massen entAnrufung des heiligen Geistes, dem heilige Messen in allen Schule unter die Kirche, Absperrung der fremdet, dann die Kirche, die an die Gläubigen herantritt Kirchen der Stadt folgen, die 59. Generalversamm- Jugend des Volkes von jeder Berührung mit dem Anspruch, sich ihr in allem, auch in ihren wirtschaft. Iung der Katholiken Deutschlands. Einen mit der Wissenschaft, Berewigung der leiblichen und politischen Bestrebungen, unterzuordnen: eine Zu Katholikentag vorzubereiten ist keine Kleinigkeit. Dieses viel- lichen wie der geistigen Anechtschaft der mutung, der allenfalls ein rückständiges Kleinbürger- und gestaltige System der Ausschußsizungen, der geschlossenen und arbeitenden Massen. In Aachen soll dies Werk zur Kleinbauerntum, nimmermehr aber die nach Macht und Reichder öffentlichen Versammlungen, die zahlreichen Nebenveran- höheren Ehre des Klerikalismus gefestigt und erweitert tum strebende klerikale Bourgeoisie zu genügen vermag. Da staltungen von Organisationen aller Art, das Drum und Dran werden. Und auch für diesen Plan ist die Stadt der heiligen her der Krach im ultramontanen Lager, daher der Kampf der von Gottesdienst, von Wallfahrten, Umzügen, Rommersen, Windeln" der richtige Ort. Bildung hat in Aachen von jeher Starrgläubigen gegen die Kölner Richtung. Festessen, Theater- und Musikaufführungen das alles in als Lurus für das Volk gegolten. Wenn nur die Arbeiter ein Programm von fünf Tagen und dann zur regelrechten fromm genug waren, um die Armut und das Elend für eine Abwicklung zu bringen, erfordert ein Maß von Geschick, das Schickung Gottes und, weil dafür die Freuden im Jenseits nur durch lange Uebung in der Anordnung solcher Massen- um so reichlicher winften, für ein Glück zu halten, so genügte schauspiele erworben wird. Und dieses Geschick ist vorhanden: das vollauf. Im Jahre 1865 brachten auf dem Ratholiken es klappt allemal auf einem Katholikentag, und es wird auch tag in Trier die Aachener Ultramontanen den Antrag ein, Klappen in Aachen. Die Festhalle steht und ist geeignet, auch die. Versammlung möge den Schulzwang für ein der lebhaftesten Stimmungsäußerung der kochenden Volks- unheilvolles Eingreifen in die Rechte der seele standzuhalten. Die Anträge für die Ausschüsse sind ge- Familie erklären und die Katholiken auffordern, überall prüft und siebenfach gefiebt, daß fein Bankapfel in die ge- da, wo der Schulzwang bestehe, auf seine Beseitigung hinzuschlossenen Versammlungen eindringen kann. Die Redner wirken. An dem Schulzwang ist ja nun nichts mehr in und ihre Themata für die öffentlichen Versammlungen sind Deutschland zu ändern; dafür verlegt sich aber der Klerikalisbestimmt, die Reden sind gedruckt und die zu erwartenden mus darauf, das Maß des Wissens für die Jugend des Volkes Beifallskundgebungen in ihren verschiedenen Graden im vor- tunlichst zu beschränken und ihnen damit den Weg zu veraus beigefügt. Die Stimmung der Besucher ist seit Monaten sperren zu geistiger Befreiung. Zum ersten Male tritt in durch die Zentrumspresse wohlvorbereitet worden, und weiß Aachen die Organisation zur Klerikalisierung der Volksschule das katholische Volk, das morgen und die folgenden Tage in die Deffentlichkeit, ihre Verhandlungen werden an Benach Aachen kommt, im einzelnen auch nicht, was dort seiner deutung für die Allgemeinheit an erster Stelle stehen. wartet, so ist es doch gerüstet mit all der Beifallswilligkeit, die fich ziemt gegenüber einem Werk, dem der Papst seinen Segen erteilt hat und dem die weltliche und geistliche Blüte der katholischen Christenheit ihren Glanz verleihen wird. Von diesen inneren Schwierigkeiten wird indes in Aachen nicht geredet werden; und doch sind sie bestimmender für das Geschick des deutschen Klerikalismus, als alle die glänzenden Veranstaltungen und hochtönenden Reden, die von heute bis Donnerstag die fromme Stadt Aachen in Erregung versezen werden. Das glänzende Paradeschauspiel, das sich in diesen Tagen im Westen entfaltet, mag manchen stärken in dem Glauben, daß es mit der Macht und der Herrlichkeit des Klerifalismus seine unveränderte und ewige Dauer habe. Dieser Glaube trügt. Der Klerikalismus ist das, was er heute ist, nur von Gnaden einer durch die reaktionären Parteien gestüßten Regierung. An dem Tage, wo die Demokratie die Macht hat, ist es mit der Macht des auf Volksbedrückung und Volksverdummung gegründeten Klerikalismus vorbei. Und dieser Tag wird kommen, mag es in Deutschland auch länger dauern als anderswo. Zur Grubenkatastrophe auf der Zeche ,, Cothringen". Die armen Bergleute! Ueberall stößt man im Ruhr gebiet auf diesen Ausspruch, sei es in der Bahn, auf der Straße, in der Wirtschaft oder in der Zeitung. Die Zeiten ändern sich. Noch vor wenigen Monaten verlangte man gegen dieselben armen Bergleute nach Polizei und Militär. Maschinengewehre wurden gegen die für mehr Luft, für mehr Licht, für mehr Lebensschutz kämpfenden Bergleute aufgefahren. Nicht schnell genug konnte der Kampf niedergedrückt, erbrosselt werden. Und jetzt dieses Bedauern! Der Ruhrberg mann kennt dieses Gebaren schon und nennt es Heuchelei. In wenigen Tagen sind die Klagen verstummt. Das Ruhrgebiet ist um ein Massengrab reicher und- alles ist in Ordnung! Zum dritten verheißt das Schreiben des Lokalkomitees, daß in Aachen die Werkeder christlichen Nächstenliebe einen nehmen neuen Aufschwung. werden". Auch auf diesem Gebiete darf Aachen als bor Die Macher der Katholikentage arbeiten auf Spannung. bildlich angesehen werden. Man kann mit gutem Gewissen Niemand außerhalb der Leitung kennt die eingelaufenen An- sagen, daß wohl nirgendwo in Deutschland das christliche träge und die in den öffentlichen Versanımlungen zu behan- Unternehmertum unter Duldung und Förderung von ebenso delnden Fragen. Nur ganz kurz und in allgemein gehaltenen christlichen Behörden und einer noch viel christlicheren Geist Wendungen ist in dem Schreiben des Lokalkomitees an den lichkeit sich von jeher so an dem materiellen, geistigen und Bapst angedeutet worden, was der Aachener Katholikentag sittlichen Wohl des arbeitenden Volkes versündigt hat, wie in bringen wird. Wir hören da von der Notwendigkeit, in Aachen. Die greulichste Kinderausbeutung hat im vorigen Anbetracht der„ schwierigen Zeitlage" beizutragen zur Jahrhundert der Bevölkerung am Mark gezehrt; bei den ErFörderung der katholischen Wissenschaft wachsenen wurde fortgesetzt, was an den Kindern begonnen nach den vom hl. Stuhl verkündeten Grund- war; es kam in den dreißiger Jahren zu gewaltsamen Auffäßen". Zur Behandlung dieser Frage ist Aachen durch behnungen der Masse, die dann in der Folge einer dumpfen seine Ueberlieferung der richtige Ort. Hier wurde 1862 auf Verzweiflung anheimfiel. Im Jahre 1853 konnte im preuDie Zeche Lothringen" und ihre Verwaltung war schon dem damaligen Katholifentage zum ersten Male die Frage Bischen Abgeordnetenhause der klerikale Peter Reichensperger oft der Gegenstand heftiger Kritik und zwar mit vollem Recht. der Gründung einer fatholischen Universität er seinem Gesinnungsgenossen Lingens vorhalten, daß sich nir nirgends ist die Bedrückung, die Gesinnungsschnüffelei, die wogen. Der Befürworter des Planes, Domkapitular Hein- gendwo in der ganzen Monarchie die Berkommenheit Denunziantenzüchterei größer wie auf Beche„ Lothringen". rich( Mainz), erläuterte die katholische Universität als eine und das Elend der Arbeiter bevölkerung mehr Die Beche liegt in der Gemeinde Gerthe. Diese Gemeinde „ Lehranstalt, die als ihr oberstes Prinzip die göttliche und bemerkbar mache als in Aachen. In den siebziger Jahren hat ungefähr 10 000 Einwohner. Das ganze Gemeinwesen unfehlbare Autorität der katholischen Kirche in ihrem von haben die katholischen Arbeiter Aachens, geführt von einigen wird aber von der Bechenverwaltung beherrscht. Bei GeGott eingesetzten Lehramt anerkennt, und die sich prinzipiell jungen Geistlichen, einen Anlauf zu selbständigem Vorgehen meindewahlen müssen sich die Beamten unter Anführung in allem dieser höchsten Autorität unterwirft". Die an dieser auf politischem und sozialem Gebiete gemacht die Bewe- des Betriebsführers Linz mit Wucht in den Wahlkampf Universität gelehrte„ katholische Wissenschaft" war bestimmt, gung ist durch das Zentrum mit Gewalt unterdrückt wor- stürzen. Unter Androhung der Brotlosmachung wurden bei der gottlosen" und glaubensfeindlichen" den. Bis auf den heutigen Tag zeigen sich in der der legten Wahl die Bergarbeiter aufgefordert, den KandiWissenschaft der staatlichen Hochschulen ent- materiellen Lage, in der geistigen und sittlichen Haltung daten der Zeche zu wählen. Der Kaplan der katho. gegenzuwirken. Und wo es galt, sich auf diesem Ge- der Aachener Bevölkerung die Folgen jener christlichen Iischen Gemeinde wagte es, gegen den Stachel zu biete auszuzeichnen, da hat Aachen auch in der Folge seinen Nächstenliebe", die das fromme Unternehmertum an der Ar- löcken. Er wählte einen polnischen Kaufmann, der Mann gestellt. Im Jahre 1886 auf dem Ratholikentage in beiterschaft zu erproben Gelegenheit hatte. Und auch für katholischer Religion war. Das sollte für den Herrn Breslau wetterte der Aachener Zentrumsmann Dr. Lingens diese Frage ist es von Bedeutung, daß in dem Lokalkomitee Kaplan zum Verhängnis werden; der katholische sowohl wie gegen die„ von Gott abgefallenen und verkom- des Katholikentages als zweiter Vorsitzender jener Herr Albert der evangelische Geistliche der Gemeinde Gerthe hatte es bis menen Universitäten" und 1895 in München rief er Kern fikt, der jüngst im Verlage J. P. Bachem( Köln) hat dahin nicht verschmäht, von der Zeche Lothringen" ein auf zum„ Kampf gegen den Unglauben, gegen den Geist der eine Schrift erscheinen lassen, worin er an der Hand scharf- jährliches Geschenk von ie 600 M. anzunehmen. Hochschulen und Universitäten". Zur Kennzeichnung dieser macherischen Materials den Nachweis zu erbringen sucht, mit dem Tage, wo der Herr Kaplan nicht den Kandidaten der „ katholischen Wissenschaft" genügt es wohl, darauf hinzu- daß die deutsche Industrie durch die Sozial. Beche gewählt hatte, wurde ihm das jährliche Ge. weisen, daß der Vorfizende im Lokalkomitee des Aachener gefeßgebung übermäßig belastet sei, und worin schenk entzogen! Katholikentages, der Arzt Dr. Winands, ein eifriger Ver- er seine Partei, das Zentrum, beschwört, endlich mal mit der teidiger der„ Wunderheilungen" in Lourdes ist, daß er 1905 Arbeiterpolitik Halt zu machen und mehr auf das Wohl der auf dem Ratholifentage in Straßburg aufforderte, Studenten Industrie, d. h. auf den Profit des Unternehmertums, benach Lourdes zu schicken, damit sie dort ihren Glauben fräf- dacht zu sein. tigen und später im Namen der Wissenschaft" die Anerkennung der von der Mariengrotte in Lourdes ausgehenden Wunder" fordern könnten! SHO Als die Explosion am 8. Auguft sich ereignet hatte, konnte man überall von den Bergarbeitern hören: „ Es ist ein Wunder, daß es hier solange gut gegangen ist." Will man denn nun endlich bald auf die Klagen der Bergarbeiter hören? Werden nun wirklich bald Arbeiterkontrolleure fommen, die frei und unabhängig ihres Amtes walten können, so wie es die gefahrvolle Berufsarbeit der Bergarbeiter erfordert? Der Keim zur Massenkatastrophe ist täglich im Ruhrbergbau vorhanden. Wenn nicht bald Aenderung erfolgt, wird diesem Lothringen" troß der Sicher beitsmänner vielleicht sehr bald noch ein Radbod folgen! " Die Beiten sind ernst und schwierig" heißt es in dem Schreiben des Lokalkomitees an den Papst. ,, Auch bei uns machen sich leider immer mehr die Ideen gelDer Aachener Katholikentag wird sich ferner, wie das tend, die die bestehende Ordnung umstürzen und den von Schreiben des Lokalkomitees andeutet, mit jener Strömung" Gott gewollten Standesunterschied gewalt beschäftigen, die darauf ausgeht, die Schule ihres sam unterdrücken möchten." Gewiß! Das Zentrum christlichen Charakters zu entkleiden und so die hat die Macht dieser Ideen bei den letzten Wahlen zu spüren Jugend schon im zartesten Alter von der bekommen, und es ist begreiflich, daß es die Zeiten als ernst Brust der Kirche zu reißen". Auf dem vorjährigen und schwierig" empfindet. Der Papst hat diesen Satz mit Katholikentag in Mainz ist auf Betreiben des Zentrumsabge- besonderer Freude vernommen. Er ermuntert in seiner Antordneten Marr die Gründung der Organisation der wort die deutschen Katholiken, in dem Kampf gegen den Katholiken Deutschlands zur Verteidigung Umsturz fortzufahren, das wirtschaftliche und religiöse deben richteit wieder auf das Gefeß betreffend die Sicherheitsmänner. der christlichen Schule und Erziehung" beschlossen der arbeitenden Bevölkerung zu fördern, dabei aber müsse es Dieses Gesetz war die Folge des Unglüds auf Beche„ Radbod" und worden. Der Urheber des Planes fand in Mainz, das 3iel als unverbrüchliches Gesetz gelten, den Anordnungen und sollte den Zweck haben, durch die Teilnahme der Arbeiter an der der Erziehung und des Unterrichts am treffend- Ratschlägen" der Bischöfe gewissenhaft zu gehorchen, indem Kontrolle in der Grube bezüglich des Arbeiterschutzes die Sicherheit ſten in den lapidaren Sägen des Katechismus ausgedrückt: jeder seine Tätigkeit nach den Vorschriften einrichte,„ die, in der Grube zu erhöhen. Die Forderung der Arbeiter geht schon Unficherheitsmänner. Das gräßliche Unglück auf Zeche„ Bothringen" lenkt die Oeffent lalv�e dahin, ans WSd Mitte Äft'ch KheiKe Wahl Leute zu wählen, die d Die schöne Rede ist um so bemerkenswerter, als fie sich nicht, wie man annehmen dürfte, gegen die Sozialdemokratie, sondern gegen die christlichen Gewerkschaften richtet, denn diese nur besitzen soweit uns bekannt ist, in jener Gegend, um Goslar und Klausthal herum, Mitgliedschaften. Demnach scheint Herr Ehring schon deren mäßige Forderungen als.schmutzige' Treiberei und Hetze zu betrachten, die„mit allen zu Gebote stehenden Mitteln' bekämpft werden mutz. Begreiflich ist vom Profitstandpunkt aus diese Erregung. Bisher war der Oberharz tatsächlich so eine Art Dorado— wenn nicht für die Bergleute, so doch für die Bcrgwerksbesitzer, den Staat: denn die verdienten Schichtlöhne stellten sich in den Jahren 1888 bis 1911 zwischen 1,99 bis 8, IS M., und zwar betrugen sie in 1909--- 3,29 in 1919— 8,99 und in 1911---- 8,15 M., wozu freilich noch für die gleichen Jahre ein Brotkornzulage von 12, 18 und 29 Pf. kommt. Dagegen erhöhte sich der Ueberschuß der Oberharzer Werke von rund 845 999 M. im Jahre 1919 auf 1 799 909 M. Es ist recht bequem, den Arbeitern zu empfehlen, bei einem Gesamtlohn von 3,49 M. pro Schicht hübsch zufrieden, schaffens, lustig und wirtschaftlich zu sein; aber von einer Einsicht in die heutigen Lebensverhältnisse zeugt solche Rederei sicherlich nicht. Was soll denn bei den heutigen Lebensmittelpreisen ein Arbeiter mit mehreren Kindern— und die meisten der Bergleute sind Familien- Väter—< mit einem Lohn von 3,40 M. anfangen? Gegen das Jesuitengesetz. Die„Kölnische Zeitung' meldet: Wie zuverlässig verlautet, ist für den Katholikentag eine lebhafte Bewegung gegen das Jesuiten- gesetz in Aussicht genommen. ES wird eine Resolution zur An- nähme vorgelegt werden, welche die Aufhebung des Jesuitengesetzes fordert._ Vauhandwerkerschutz und-Jntereffengemeinschaft der Terrainwucherer. Der rote„Tag" bringt ein« recht harmlos klingende kurze Mitteilung: zur Bekämpfung der Mißstände im Bau- g e w e r b e haben sich die Berliner Handwerkskammer, der Schutzverrin der Berliner Bauinteressenten und der Verband zum Schutze des deutschenGrund- besitzes und Realkredits zu Beratungen zusammen- gefunden, die den Zweck haben, eine Jnteressengemein- schaft zu gründen. Das wird von der reaktionären Presse im besonderen lebhaft begrüßt. Es ist ja eine alte Geschichte, um die Kleinunternehmer, Handwerker und Händler von der Sozialdemokratie fernzuhalten, soll der Mittelstand durch Gesetzgeberei„gerettet" werden. Räch den Zwangsinnungen bekam der Mittelstand den sogenannten kleinen BefähigungSnach- weis— 1908—, Meisterprüfung, Meistertitel und Berechtigung zur Lehrlingsausbildung sollte den Mittelstand wieder konsolidieren. Konservative und Zentrum schwärmten von den Erfolgen solch naiver, oder bielmehr für sie sehr kluger, weil k o ste n l o s e r, Mittelstandsfreundlichkeit I Die Sozialdemokratie machte selbst- verständlich diese Heuchelei nicht mit. Für das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb hat die Sozialdemokratie 1999 natürlich gestimmtl Hier kann wirklich von einer Beseitigung von Mißständen gesprochen werden, die Mittelstandsrettung ist das aber auch nicht. In demselben Jahre wurde auch das Gesetz über die Sicherung der Bauforderungen angenommen. Die Sozialdemokratie stimmte jelbswerständlich dafür. Dabei ist aber auch etwas Wirkliches zur Bekämpfung des Bauschwindels geschehen, wenn auch noch lange nicht genug. Wenn jetzt solche Organisationen wie der Verband zum Schutze d«S deutschen Grundbesitzes und Realkredits sich anmaßen, im be- sonderen die Bekämpfung von Mißständen im Baugewerbe in ihr Programm aufzunehmen, so muß gegen solche heuchlerische Politik fchärfstens Front gemacht werden! Wenn die grundlegenden Miß- stände im Baugewerbe ernsthaft bekämpft werden sollen, dann muß bei dem Verbände zum Schutze des deutschen Grundbesitzes und Realkredits angefangen werden I Diese Organisation setzt sich zusammen aus den Terrain- großinteressenten Deutschlands, Banken und Terraingesellschaften. Von ihnen wird seit Jahrzehnten auf dem Grund- und Boden- markt planmäßig gewuchert, die Terrainpreise sind eine Haupt- Ursache, weshalb der Arbeiter keine anständigen, billigen und ge- pmden Wohnungen bekommen kann..Im Verbände„zum Schutze" usK. befinden sich Männer und Banken wie die, welche der.Skadk Berlin das Tempelhofer Feld abjagten, um hier, wo endlich Kultur- bauten durch bitterste Notwendigleit zur Wirklichkeit werden wollten, Mietskasernen zu errichten und so die„Gefahr" zu beseitigen, wegen billigerer kommunaler Wohnungen im Berliner Terraingeschäft keine Millionen mehr zu verdienen. In diesen Großterrain- geschäften liegt die schlimmste Gefahr des Bauschwindels und des Handwerlcrbetruges l Wenn sich jetzt derlei Vereinigungen zu einer Interessen- gemeinschaft zusammenfinden, so bedeutet das für den baugewerb- lichen Mittelstand ebensoviel, als wenn der Teufel von Beelzebub ausgetrieben werden sollte. Die Wurzeln der Mittelstands- Vernichtung auch im Baugewerbe liegen bei den wirtschaftlichen Großmächten, die planmäßig den Mittelstand nach und nach aus- schalten! Wenn dem Mittelstand geholfen werden soll, dann muß er sich gerade im Baugewerbe seine freiwilligen Helfer erst etwas genauer ansehen, als er es bis jetzt getan hat. Memeidsverfahren gegen einen bayerischen Landtags- Abgeordneten. Gegen den Zentrumsabgeordneten des bayerischen Landtags, Arbeitersekretär Oswald, der durch seine Angriffe auf den Verlehrs« minister v. Frauendorffer den Sturz des Ministeriums Pode- wils eingeleitet hat, schwebt nach einer Meldung der„Post" ein Verfahren wegen Verleitung zum Meineid. Der Geschäftsordnungs- ausschuß des Landtags hat jedoch der Vollversammlung vorgeschlagen, die Erlaubnis zur Strafverfolgung zu versagen. Beschlagnahme eineS deutschen Schiffes in Antwerpen. Nach einer Meldung aus Brüssel wurde im Hafen von Ant- werpen das deutsche Frachtschiff„Hermia" aus Hamburg beschlag- nahmt. Auf dem Schiff, das eine Ladung Reis nach der Türkei führen sollte, wurde, so wird berichtet, bei der Untersuchung durch die Hafeabehörde statt der vermeintlichen Reisladung Konterbande entdeckt und das Schiff mit seiner Ladung, Munition und Waffen, beschlagnahmt. Der Besitzer wird wegen falscher Deklaration in eine hohe Strafe genommen werden. Militärische Erziehungsmittel. Vor dem Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt stand am Mittwoch der Unteroffizier Holzheuser von der 8. Kompagnie des 71. Infanterieregiments in Erfurt wegen Mißhandlung eines Soldaten. Der Herr Unteroffizier ärgerte sich während des Gewehr- reinigenS über die Langsamkeit eines Untergebenen und versetzte ihm zwei Ohrfeigen. Das Gericht erblickte in dieser eigenartigen Erziehung erwachsener Menschen einen gelinden Mißhand- lungsfall und verurteilte den Unteroffizier zu 14 Tagen Mittel- arrest. Dann standen der Sergeant Richard Hoffmann, der Gefreiie Mlhelm Schröder und der Jäger zu Pferde Eduard Görbtng, sämt- lich von der 1. Schwadron des Jägerregiment? zu Pferde, in Langensalza vor dem Kriegsgericht. Beim Remontereiten hatte Görbing einen Befehl des Sergeanten nicht beachtet, wodurch dieser so in Ausregung geriet, daß er dem Görbtng mi> dem unteren Teil der Säbelscheide einen derben Scdlag auf den liulen Oberschenkel versetzte. Jedenfalls um den liebenswürdigen Vorgesetzten zu schonen, machte Görbing seinem stellvertretenden Berittführer, dem Gefreiten Schröder, die falsche Meldung, er(Gör- bing) Melle sich wegen eines schlimmen FutzeS krank melden. Der Gefreite gab die falsche Meldung an den Wachtmeister weiter und so kam es, daß alle drei vor das Kriegsgericht kamen. Verurteilt wurde nun der Sergeant zu acht Tagen Mittelarrest. Der Gefreite Schröder und der Jäger Görbing wurden freigesprochen: das Gerieht hielt ste für schuldlos. Cnglanck. Konservative Budgetverweigerer. Während man bei uns der Sozialdemokratie aus der Ablehnung des Staatshaushalts einen besonderen Borwurf macht, und selbst die Fortschrittler, die selber in Opposition gegen die herrschende Richtung des Staatsschiffs stehen, diese Konsequenz ernster politischer Gegnerschaft nicht verstehen können, findet in parlamentarischen Ländern die Opposition die Verweigerung der Mittel für die Re- gierung der Gegenpartei einfach selbstverständlich. So teilt jetzt die liberale Preffe, allerdings mit dem Zufatz von etwas Entrüstung, mit, daß die patriotischen Konservativen sogar das Verwendungs- gesetz, das die Ausgaben für Soldaten, Seeleute und Altersrentner vorsieht, abgelehnt haben, was gegen den politischen Brauch sei. Eine Reihe hervorragender Abgeordneter, darunter Lord BereSford, der Warner vor der„deutschen Gefahr", A. Chamberlain und Lord Robert Cecil, werden genannt, die gegen die Vorlage gestimmt und dadurch, da die Liberalen sich dieses Angriffs nicht versehen hatten, dt« Mehrheit auf 29 herabgedrückt haben. China. Meuternde Söldner. Mulden, 19. August. Der drohenden Revolte der Truppen ist durch das Versprechen der hiesigen Kaufleute vorgebeugt worden, der Garnison für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung 29999 Ltang zu schenken. /ZtneHKa. Anwendung der Monroedoktrin. Washington, 19. August. Es wird behauptet, daß die große Station für drahtloseTelegraphie in Savville(Long- Island) unter der Kontrolle einer Gesellfchaft stehe, die von der deutschen Regierung beeinflußt werde. In aller Stille ist von dem Marinedepartement sowie vom Departement für Handel und Arbeit eine Untersuchung eingeleitet worden, um festzu- stellen, ob hierdurch die Resolution Lüdge und die in Beratung befindliche Bill betreffend das Verbot privater Funken- telegraphie innerhalb von 15 Meilen im Bereich bestimmter Re- gierungsstationen verletzt lverde. Bus Inäultne und Handel. Die deutschen Aktiengesellschaften im Jahre 1911. Die Macht des unpersönlichen Kapitals in Deutschland wirb von neuem durch eine vom Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlichte Untersuchung über die„GeschästSergebniffe der deutschen Aktien- gesellschasten im Jahre 1919/11" beleuchtet. 4889 reine Erwerbs- gesellschaften repräsentierten ein llnternehmungskapital von 17,26 Milliarden. 14,23 Milliarden fallen davon auf Aktienkapital und 3,25 Milliarden auf Reserven. Die starke Kapitalskonzentration in den deutschen Aktienunternehmen drückt sich darin auS, daß die Zahl der Gesellschaften nur wenig zunimmt, während ihre Kapitalien sehr rasch wachsen. Von 1998 bis 1911 stieg die Zahl der Unternehmungen von 4587 auf 4839 oder um 2 Proz., ihr Aktienkapital aber von 12,79 auf 14,23 Milliarden oder um 13 Proz. Im Jahre 1919/11 flössen den deutschen Aktiengesellschaften dreiviertel Milliarden neues Unternehmungskapital zu. Die Banken verschlangen davon allein 299 Mllionen. Die Elektri- zitätSindustrie vermehrte ihr Kapital um 58 Millionen. Als werbendes Kapital müssen aber nicht nur Aktienkapital und Reserven betrachtet werden, sondern auch Obligations-, Hypotheken- und ein Teil der „sonstigen" Schulden. Etwa 23 Milliarden vermehren so das eigene Kapital der Aktienunternehmungen. Die GeschästSergebniffe der Miengesellschasten weisen eine zu- nehmende Rentabilität auS. Von den 4689 Unternehmungen schloffen 3863 mit Gewinn, 743 mit Verlusten und 89 ohne Gewinn oder Verlust ab. Die Verluste wurden nur auf insgesamt 79 Millionen berechnet, die Gewinne dagegen auf 1473 Millionen. Der Jahresmehrgewinn aller Gesellschaften beträgt 1394 Millionen gegen 1288 Millionen im Vorjahre. Die deutschen Aktienunter- nehmungen haben also im Jahre 1911 198 Millionen mehr verdient als im Jahre 1919. Je 199 M. deS gesamten Eigenlapitals haben 8.08 M. gebracht(im Vorjahre nur 7,82 M.). Das Aktien- kapital(ohne Reserven) verzinste sich mit 9.95 Proz.(im Borjahre nur 9,57 Proz.). An dem wirtschaftlichen Aufschwung seit der letzten Krise(1998) haben auch die Aktionäre ihren klingenden Anteil gehabt. Im Durchschnitt aller Unternehmungen fiel der Dividendensatz 1993 aus 1999 von 8,97 auf 7,38 Proz.; er ist seither aber bis auf 8.99 Proz, im Jahre 1911 wieder gestiegen. 3429 Gesellschaften(d. h. 73 Proz. aller) schütteten im letzten Jahre 1133 Millionen Mark aus. In den einzelnen Industrien fällt die Rentabilität der Gesell- schaften und die Dividende der Aktionäre natürlich verschieden hoch auS. Vom Standpunkt des ganzen Unternehmens aus ergaben sich die höchsten Rentabilitätsziffern im VerstcherungSgewerbe(15,8 Pro- zent), in der chemischen Industrie(14,9), bei kolonialen Gesell- schaften(14,3), bei den Zuckerfabriken(14,1), im Bekleidungs- gcwerbe(12,3), im Bergbau, kombiniert mit Hüttenbetrieb und Maschinenbau(19,4), bei Gasanstalten(19,4). Die Rentabilität der chemischen Industrie wird jetzt von der der Versicherungsgesellschaften übertroffen. Einzelne Zweige aber, wie die Farbmaterialien- industrie, weisen sogar eine Rentabilität deS GesamtunternehmenZ von 20,6 Proz. auf. Die Industrie chemischer Farben verteilt auch an die AlnonSre recht hohe Dividenden, und zwar 22,3 Proz. Die Aktionäre von Feuerversicherungsgesellschaften erhalten sogar 23 Proz. Dividende, die von Versicherungsgesellschaften überhaupt .nur" 23,1 Proz. Weiter werden hohe Dividenden gezahlt von der chemischen Industrie(15,5 Proz.), von den Zuckerfabriken(12,4), im Baugewerbe(12,1), in der Metallverarbeitungsindustrie(11,6). im Belleidungsgewerbe(11,5), von der Leder- und Gummiindustrie (10,8), in gemischten Bergbau- und Hüttenbetrieben(19). Schlechtere Ergebnisse als im Vorjahre wiesen nur die Industrie der Steine und Erden(insbesondere Kalk-, Mörtel- und Zementwerke) und die Textilindustrie auf. Alle anderen Gewerbe nahmen an dem Wirt- schaftlichen Aufschwung der jetzigen Konjunlturperiode teil. Der Segen des Kapitalismus. Entdeckte da vor einigen Jahren ein Geologe und Professor. daß die Natur mit Hilfe eines natürlichen Gesteins, des Zeolith, Wasser enthärtet, die Stoffe, welche die Härtung des Wassers ver» Ursachen, automatisch beim Durchfließenlassen verschluckt, das Wasser weich, genieß- und brauchbar macht. Das erste war natürlich ein Patent, das zweite die verwertende Aktiengesell- schaft. Wir schildetten schon kürzlich, daß die P e r m u t i t A.-G. ein Tochterunternehmen der Riedel u. Co. Aktienaesellschaft, sich aus- schließlich mit diesem Enthärtungsverfahren beschäftigt. Selbst» verständlich ist mit dem Belauschen der Natur wieder einmal ein kultureller Fortschritt für die Menschheit gewonnen. Großstädte, die nur hartes Wasser haben, z. B. Paris, denken daran, Filteranlagen der Art. wie ste die Natur selbständig vorgemacht hat, herzustellen. Das Wasser wird bei solchen Filtrationsvorgängen zugleich bakterien- frei. Kcsselwasser filtriert, verhindert Kesselsteinbildung, filtriertes Wasser in der Textilindustrie ist ein Sicherheitselenient für die Färb- Wirkung und Haltbarkeit der Stoffe. Also wieder einmal eine große Errungenschaft. Die Folge? In Belgien wurde ein internationvles Permutitsyndikat gegründet, das 25 Millionen Francs Kapital hat. Die Perinutitgesellichaft, die kleine Todjtergesellschast von Riedel u. Co., gab ihre Patente hinein und erhielt— rund s e ch S Millionen Mark dafür! Dazu aber auch noch Aktien Md dauernde Abgabenberechtigung l Das Syndikat gründete sofort in Deutschland und anderen Ländern, jetzt auch in Kanada, eigene Tochtergesellschaften. Ehe die Ausbeutung der wirtschaftlichen Errungenschaft in Angriff genommen wurde, mußte natürlich erst eine Konkurrenz totgemacht werden. ES besteht eine Allagitgesellschaft, die jetzt an die Auer A.-G. angegliedert worden ist. Dies Unternehmen beschäftigt sich mit demselben'Filtrationsverfahren. Nur ein kleiner Unterschied besteht zwischen ihnen, Allagit nimmt natürlichen Gesteinsfilter, Permutit künstlichen. Auer steckt nun mit feinen Hunderttausenden hinter dem Allagitverfahren, der erste Patentprozetz schwebt' noch» Auers neue Tochtergesellschaft kauft rasch noch ein verwandtes Patent dazu, um besser gegen Permutit prozessieren zu können. Permutit verkündet alle Tage der Welt, daß das andere Patent nichts tauge und nichts bedeute. Die Deutsche Gasglühlicht A.-G. Auer gründet in Amerika rasch ein Tochterunternehmen ihres Allagitgeschäfts; Permutit rennt nach Kanada; so geht die Hätz um die Welt, überall wird vorläufig gc- gründet, prozessiert, wieder gegründet und wieder prozessiert. Ist das vielleicht keine Kultur, wenn man aus einem Patent Dutzende von Aktiengesellschaften machen kann, auS dem Lizenzenverkauf Millionen schlägt und den Gegner zu Tode prozessiert, bannt man allein die Völker bewuchern lann? Die englische« Eisenbahnen im Jahre 1911. Trotz Eisenvahnerstreik und sonstiger Erschütterungen deS Wirt- schaftslebenS weist da? letzte Betriebsjahr die höchsten bisherigen Ergebnisse auf, was auf das gute Wetter und die Krönungsfeier zurückgeführt wird. Die Länge der Strecken war 37 885, die der Gleise 37 839 Kilometer, eine Ausdehnung der Strecken gegen das Vorjahr um knapp 59, der Gleise um 426 Kilometer. Die Ein- nahmen betrugen 2698,7 Millionen Mark(->86,9 Mill.), wovon fast genau die Hälfte auf den Güter-, 42 Proz. auf Personen-, 8 Proz. auf gemischten Verkehr entfielen. Der Reinertrag war 992,53 Mill.(->25,95)—3,87(3,59) Proz. des eingezahlten Kapitals von 27 949,3 Mill. Mark. Tie Dividende war 3,62(3,48) Proz. Doch ist wohl anzunehmen, daß in dem großen Ausgabeiiposten von 1698,2 Mill. ein ansehnlicher Posten„Abschreibungen" enthalten ist, der einen Teil des Gewinns versteckt(-> 41,84). Die Zahl der Passagiere Ivar 1 328 317 099(-ff 19 588 999). Davon kamen auf die dritte Klasse mit 1 279 599 999(-ff 21 797 990) fast 96 Proz., während die erste nur 39133 999(-> 875 999) zählte, die zweite aber mit nur 26 964 999 gar eine Verminderung um 2 584 999 aufwies. Hinzu kommen noch die Abonnenten mit rund 191 Millionen Fahrgeld, wovon 59,3 Millionen auf die dritte Klasse entfielen. Die Londoner Untergrundbahnen beför- derten 175(-ff 2) Millionen Personen. Die Elektrizität als Trieb« krast spielt noch immer eine geringe Nolle. Knapp 359 Kilometer Strecke wurden ganz, 435 teilweise elektrisch betrieben: eine Zunahme um nur 3 bezw. 59 Kilometer.— Die Löhne stiegen bei den 15 wichtigsten Gesellschasten um 3,2 Proz. in der Maschinen- (Herstellungs- und Reparatur-), 3,9 Proz. in der Betriebsabteilung, im ganzen Durchschnitt um 3,7 Proz. Es wird bemerkt, daß dieser geringe Prozentsatz die höchste Steigerungsrate seit 1999 mit Aus- nähme des Jahres 1997 darstellt, jedoch nicht erwähnt, daß die'Er- höhn, ig der Löhne seit 19 Jahren nicht einmal mit der Steigerung der Lebensunterhaltskosten Schritt gehalten hat. Noch heute ver- dienen viele Zehntausende weniger als 29 M. die Woche, während auf der anderen Seite die Gesellschasten mit einer Unzahl hoch» bezahlter Direktoren gesegnet sind, deren Bezüge samt der.rück- ständigen Betriebsweise zUr Niedrighalttmg der Uebcrschüsse bei- tragen, die dann den Arbeitern, wenn sie menschenwürdige Bezahlung fordem, entgegengehalten wird. Miehe auch 2. Beilage./ Gewerkschaftliches. Die Schottischen Bergarbeiter und das Minimallohngefetz. Säuglingsschutz in der Volksschule. um die fich das Verbandsvermögen von 943 547 M. am Anfang auf, den städtischen und industriellen Bezirken im Often und auf dem 724 449 m. am Schluß des Berichtsjahres verringerte. Der Ver- Lande zunimmt. An Sauberkeit und Hygiene fehlt es band berausgabte u. a. für: Gemaßregeltenunterstüßung 7417 M., natürlich bei den schlecht entlohnten und behandelten Gutssflaben Rechtsschutz 1689 M., Umzugskosten 19 198 M., Reiseunterstüßung vollständig. 60 bis 70 Prozent aller Wohnungen 24 076 M., Arbeitslosenunterstüßung 127 526 M., Krankengeld fand der Arzt noch mit Lehmfußböden. Daß der 229 333 M., Invalidenunterstützung 113 051 M., Witwenunter- fand der Arzt noch mit Lehmfußböden. Auf der Jahreskonferenz des Schottischen Bergarbeiterverbandes, stügung 64 930 M., Sterbegeld 14 064 m., insgesamt 601 289 M. Schmutz dabei auch das ärmliche Mobiliar und die geringe Bettdie am 7. d. M. eröffnet wurde, machte Genosse Robert Smillie, Die Ausgaben für Streits und Aussperrungen beliefen sich infolge wäsche bedeckt, nimmt kein Wunder. Der Arzt fügt ausdrücklich Präsident des Verbandes, die folgenden Ausführungen über die des erwähnten großen Kampfes im Jahre 1911 auf 955 939 m. hinzu, daß es sich um Gebiete mit deutsch sprechender Bevölkerung Wirkungen des Minimallohngesetzes: Jm Berichtsjahre fanden in 103 Orten insgesamt 85 Lohn- handle. Und dieses Landarbeiterleben wagen unsere Junker noch Mit dem Minimallohngesek, jagte Smillie, haben die Berg- bewegungen statt, die fich über 372 Betriebe und 5934 beteiligte Ge- immer als vorbildlich und verlockend auszumalen! arbeiter bis zu einem gewissen Grade, wenn auch nicht vollständig, hilfen erstreckten. 76 Bewegungen mit 1297 Beteiligten verliefen das erreicht, wofür sie im Nationalstreit tämpften, aber gegen ohne Rampf; 8 Bewegungen mit 91 Peteiligten waren Angriffwärtig ist es noch ganz unmöglich, ein gerechtes Urteil über den griffitreiks begann, zur Aussperrung in einer Reihe anderer Orte Säuglingssterblichkeit hat fürzlich eine auch von uns empfohlene streiks, während die letzte Bewegung, die in einigen Orten als AnDas Kaiserin Auguste- Viktoria Haus zur Bekämpfung der wirklichen Wert des Gesetzes abzugeben. Es hat sich bereits heraus- führte, so daß sie allein im Laufe ihrer Entwidelung 4546 ftrei Säuglingsfibel herausgegeben, die den Bwed verfolgt, bereits gestellt, daß die Grubenherren in einigen Distrikten alles daran tende oder ausgesperrte Gehilfen umfaßte. Da dieser letzte große Schulkinder mit den Grundforderungen der Säuglingshygiene bekannt setzen, die Durchführung des Gesetzes im beabsichtigten Geiste zu Kampf am Jahresschluß noch nicht beendet war, kann über die Erzu machen. Zu weiteren Studien über die Frage, wie man durch verhindern. Manche Unternehmer haben den Arbeitern die ihnen folge der Arbeit des Verbandes für die Verbesserung der Lohn- und die Schule für eine beffere Säuglingspflege wirken fann, wird sich der laut dem Gesetz zukommenden Lohnrückstände vorenthalten, so daß Arbeitsverhältnisse nur ein auf die kampflofen Lohnbewegungen Charlottenburger Schularzt im Auftrage des genannten Hauses nach die Organisation einschreiten mußte. und die 8 fleinen Angriffstreits bezügliches Teilresultat veröffentberichten. Die ernsteste Beschwerde ist aber die, daß die organisierten licht werden. Durch diese Bewegungen erzielte der Verband für New York begeben, und dann über dort schon bestehende Einrichtungen Grubenbesitzer von Schottland auf Arbeiter einen Drud ausüben, 1044 M. Lohnerhöhung und für 532 Personen sonstige Verbesserun- wichtig, weil sie in Arbeiterkreisen die Wartung der jüngeren Ge 455 Personen 1133 Stunden Arbeitszeitverkürzung, für 745 Personen Die Belehrung von Schulkindern in der Säuglingspflege ist so damit sie kontraktlich auf die Vorteile des Minimallohngefehes ver- gen der Arbeitsbedingungen, so daß also auf jede an der Arbeitszeit- schwister übernehmen müssen. In New York besteht z. B. nach dem zichten. In manchen Distrikten werden die Arbeiter unter der berkürzung beteiligte Person annähernd 2% Stunden und auf jede Berl. Tagebl." ein, Bund der kleinen Mütter", dem etwa Drohung der Entlassung, die in vielen Fällen auch noch die Ver- an den Lohnerhöhungen beteiligte Person 1,40 M. wöchentlich im 23 000 Schultinder von 8 bis 12 Jahren angehören. Ein Schularzt treibung aus der Wohnung zur Folge hat, zu einer solchen Um Durchschnitt entfallen. Einen erschöpfenden Ueberblick über die gibt wöchentlich einmal in der Aula oder auf dem Dachgarten der gehung des Gesetzes gezwungen. Die Führer der Bergarbeiter Ergebnisse der rein gewertschaftlichen Arbeit des Verbandes für die gibt wöchentlich einmal in der Aula oder auf dem Dachgarten der haben sich mit dieser und anderen Beschwerden an den Minister- Sebung der Lage der Gehilfen des graphischen Gewerbes im Jahre lung gesunder und franker Kinder. Eine Fürsorgefchwester erteilt Schule im Plauderton Ratschläge für die Ernährung und Behand präsidenten gewandt. Seine Antwort, die im wesentlichen vom 1911 wird man erft erhalten können, wenn auch die Ergebnisse des Handelsminister wiederholt wurde, war erstaunlich. Sie lief darauf lebten großen Kampfes im Lithographie- und Steindruckgewerbe Windeln, Behandlung der Milch, Reinigung der Flaschen usw. Die Forderung solchen Unterrichts an Kinder ist doppelt geboten, solange hinaus, daß es die Pflicht der Organisationen sei, ihre Mitglieder statistisch erfaßt und verarbeitet sein werden. Arbeiterfrauen durch allzulange Arbeitszeiten an der vollen Erfüllung gegen ein solches Vorgehen der Unternehmer zu schützen. Aber das ihrer Mutterpflichten gehindert werden. Minimallohngesetz ist doch gerade zu dem Zwede gegeben worden, um derlei Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Unternehmern beiIn England droht der Ausbruch eines neuen Schiffahrtsstreifs, Die erfte Gefängnisleiterin in Preußen. Mit der Vollendung zulegen, und er, Smillie, glaube nicht, daß es Aufgabe der Ge- aber diesmal nicht von den gemeinen Seeleuten oder Hafenarbeitern, des Erweiterungsbaues für das Frauengefängnis in der Barnim werkschaften sei, über die Durchführung einer Parlamentsatte zu fondern von den höchstgestellten Schiffsoffizieren. Vor einigen und Weinstraße wird eine Aenderung in der Leitung eintreten. Das wachen. Das ist Pflicht der Regierung. Wenn die Regierung diese Monaten wurde unter dem Namen„ Nationale Union der Schiffs- bisher nur als besondere Abteilung des Stadtvogteigefängnisses bes Pflicht versäumt, dann wird den Gewerkschaften freilich nichts tapitäne und Schiffstameraden" eine Organisation der Schiffsoffiziere stehende Frauengefängnis wird eine selbständige Leitung erhalten anderes übrig bleiben, als die Sache in ihre eigenen Hände zu gegründet, die im Gegensatz zur bestehenden Vereinigung der Schiffs- und zwar eine Frau. Sie wird den Titel Vorsteherin führen. nehmen und die Regierung fönnte sich eines Tages offiziere eine auf modernen Grundsägen aufgebaute Gewerkschaft Als Anfangsgehalt für einen so wichtigen Posten, der einer besonders in derselben Situation finden, wie die, die sie sein sollte.( Die Bezeichnung national" hat in England feinen erfahrenen, taktvollen und sozial empfindenden Frau bedürfte, find zur Einbringung Minimallohngefebes patriotischen Beigeschmad, sondern bezeichnet nur einen Gegensatz zu ganze 2000 m. ausgesetzt worden. provinziell und will ausdrücken, daß sich die Organisation auf zwang. Hoffentlich werden die Unternehmer es nicht dazu bas ganze Land erstrect.) Diese neue Organisation hat jetzt ihre treiben. Viele Grubenherren haben denn auch ihre Pflicht getan Forderungen an die Reeder geftellt und sie gewarnt, daß, falls fie und das Gesetz in billiger Weise durchgeführt. nicht bewilligt würden, nächste Woche auf einent nicht näher beVerband der Gastwirtsgehilfen. Am 8. August fand im RosenSmillie drückte die Ueberzeugung aus, daß das Minimal- zeichneten Schiff der Streit ausbrechen werde. Später soll auf thaler Hof die ordentliche Generalversammlung des Verbandes der lohngesek trok aller dagegen gerichteten Kritik den Berg- anderen einzelnen Schiffen gestreift, dagegen die Stillegung Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung I, statt. Aus dem Vorstandsarbeitern dauernde und sehr wichtige Vorteile des Verkehrs ganzer Häfen vermieden werden. Die Lohnforderungen bericht ist folgendes zu entnehmen: Die Einnahmen betrugen inbringen werde. Wahrscheinlich wird sich bei den Unternehmern find: für Schiffe von 3000-5000 Tonnengehalt monatlich 25 Bfb. flusive 4999,40 M. Kassenbestand vom vorigen Quartal, 20 168,25 die Tendenz geltend machen, weniger ungelernte Ar- Sterl. für Kapitäne, 14 Pfd. für erste, 12 Pfd. für zweite und Mart; dem gegenüber war eine Ausgabe von 19 696,28. zu ver beiter zu beschäftigen, weil das Minimallohngeseh diese 30 Bfd. für Kapitäne und 15, 13 und 11 Pfd. für Offiziere. Ferner bon 5471,37 M. vorhanden. Der Mitgliederbestand stieg von 2497 10 Bfd. für dritte Offiziere; auf Schiffen von über 5000 Tonnen zeichnen. Am Schluß des zweiten Quartals war ein Kassenbestand Arbeit verteuert. Aber es wird jedenfalls noch einige Zeit dauern, 2 Schilling die Stunde für Ueberstunden. Die geforderte Lohn auf 2825. An den 25 stattgefundenen Lohnbewegungen waren 226 bevor die Arbeiter die vollen Vorteile des Gesezes genießen werden. erhöhung beträgt etwa 30 Broz. festangestellte Kellner beteiligt, welche den Unternehmern eine LohnInzwischen müsse dahin gewirkt werden, die bekannt gewordenen Der Führer der Gewerkschaft, Macfarlane, erklärt, daß die erhöhung von insgesamt 69 249 M. pro Jahr abtrotten. Hierbei Mängel des Gesetzes durch Amendements zu beseitigen. Die Kämpfe Schiffsoffiziere in ihrem Kampfe der tätigen Sympathie der find die Aushilfskellner nicht mit einbezogen, jedoch kommen auch haben die Arbeiter einen Schritt näher zur Verstaat- Organisation der Seeleute und Heizer vergewissert hier erhebliche Verbesserungen an Löhnen, Kostentschädigungen usw. lichung der Bergwerke gebracht. Die Bergarbeiter werden worden sind. Die Schiffsoffiziere werden nicht nur um Lohn- in Betracht. In zwei Betrieben wurden die Lohnbewegungen abeine Reihe von Demonstrationen über diesen Gegenstand im ganzen erhöhung, sondern vor allem auch um bessere Rettungsgebrochen, jedoch wird zu geeigneter Zeit wieder vorgegangen. Auch Lande veranstalten, darauf eine Vorlage zur Berstaatlichung der vorkehrungen und vermehrte Bemannung fämpfen. unter den gastwirtschaftlichen Angestellten macht es sich immer Gruben im Parlament einbringen und auf die Regierung einwirken, da.nit sie sich diese Vorlage zu eigen macht. des Berlin und Umgegend. Ein Erfolg des Fleischerverbandes. sisi Die Differenzen mit der Firma Aschinger A.-G. find beigelegt. Die Firma, die zurzeit 60 Schlächtergesellen beschäftigt, hat mit dem Verband der Fleischer einen Tarifvertrag abgeichloffen, nach welchem die Arbeitszeit 10 Stunden, der tarifliche Anfangslohn 16 M. inklusive Soft und Logis beträgt. Ferner ist der Arbeitsnachweis des Verbandes, und verschiedene andere Forderungen, wie Bezahlung des Sonntagabendbrotes, Abschaffung des Kontrolbuches, Gewährung des Logis für verheiratete Gesellen außer dem Hause, anerkannt worden. Sonntagsruhe der Bierfahrer. Die in den Brauereien und Niederlagen Groß- Berlins bes schäftigten Kollegen vom Fahrpersonal werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß am 10. August d. J. die langersehnte Polizeiverordnung in Kraft tritt, welche das Bierausfahren an Sonntagen nur bis 10 Uhr gestattet. Es braucht also fein Sollege mehr au Sonntagen nach 12 Uhr noch Bestellungen zu erledigen und sind Zumutungen dieser Art ruhig aber bestimmt zurückzuweisen. Verband der Brauerei und Mühlenarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Kraftdroschfenführer. Der Betrieb von Karnapp, Friedenau, Büsingstraße 3, ist wegen Lohndifferenzen gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Sektion IV des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes. Deutsches Reich. Fabrikarbeiterstreik. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Jlligfchen Papier fabrit in Nieder- Ramstadt, Post Eberstadt bei Darmstadt, stehen seit 29. Juli im Streit. Die Ursache dieses Streits ist die äußerst mangelhafte Bezahlung. So erhalten Arbeiter, die schon ihr ganzes Leben in diesem Betrieb der Firma geopfert haben, einen Stundenlohn von 29 Bf., Arbeiterinnen 15 Pf. Husland. Eine Lohnbewegung von Schiffsoffizieren. Aus der Frauenbewegung. Historische Fälschung der Kreuzzeitung". Im Augustheft des Türmer" geißelt Reichstagsabgeordneter Genosse Wilhelm Blos die Zeitung mit dem Kreuz au Stopf. Sie brachte Artikel über die badische Revolution, die sie zum Teil aus dem Buch Ficklers schöpfte, der diese Periode antirevolutio Stelle seines Buches In Rastatt 1849" über die erste deutsche Vernär behandelte. Bei dem rückständigen Fidler heißt es an einer fechterin des Frauenstimmrechts, Mathilde Franziska Anneke, folgendermaßen: " Damit den traurigen Vorfällen des Tages die Schlaglichter des Lächerlichen nicht fehlten, mußte mir noch am späten Abend Frau Anneke begegnen. Im schwarzen Reitkleide, eine Starbrille vor den Augen, Pistolen im Gürtel, so ritt sie durch die Straße, gefolgt von einem badischen Dragoner, welcher Ordonnanzdienste zu verrichten hatte." Daraus log sich der Kreuzzeitungs"-Redakteur das Folgende zusammen: „ Vor einer Legion ritt eine üppige Weibsperson, eine rote Feder auf dem Heckerhut, eine Brille auf der Nase, mit einem Reitkleid aus schwarzem Samt angetan, zwei Pistolen im Gürtel, und einen langen Schleppsäbel an der Seite. Hinter ihr folgte ein badischer Dragoner als Ordonnanz. Ihren Offizieren hatten die Soldaten nicht mehr folgen wollen; jest waren sie Trabanten fremder Abenteurer und verächtlicher Dirnen geworden!" Verfammlungen. mehr bemerkbar, daß sie als klassenbewußte Arbeiter nur in ihrer Organisation eine tatkräftige Stüße finden. Wenn auch die Unter nehmer in ihrer Scharfmacherorganisation, dem Interessenverband, versuchen, Unternehmer zu zwingen, organisierte Kellner nicht zu beschäftigen, um auf diese Weise die Organisation zu zersplittern, so fonnte fonstatiert werden, daß mit derartigem Vorgehen nicht viel erreicht wurde. Letzte Nachrichten. Die türkischen Wirren. Saloniki, 10. August.( W. T. B.) Der Wali von Saloniki, Riazim Bey, der durch seine ausgesprochene komiteefreundliche Haltung Anstoß erregt haben soll, wurde nach Konstantinopel be rufen, wohin er heute abreifte. Gegen den Major Hassan Dosjun Bey, der sich in hervorragender Weise an der Kund gebung der Offiziere der hiesigen Garnison gegen das neue Kabinett beteiligt hatte, wurde ein Haftbefehl erlaffen. Hassan ist inzwischen flüchtig geworden, er soll sich nach Monaftir gewendet haben. Ismael Kemal wendete sich aus Walonta an den Kriegsminister und zeigte ihm an, daß die Arnauten Süd- Albaniens infolge seiner Intervention davon abge kommen seien, besondere Forderungen zu stellen. Ismael Kemal erklärte, die Südalbanesen würden mit der Bewilligung jener For derungen zufrieden sein, welche den Nordalbanesen zugestanden würden. Die Führer der Arnauten von Pristina, welche mit brahim Bascha weiter fonferierten, dringen auf einen Beschluß seitens der Regierung über ihre in zwölf Artikeln zusammen. gefaßten Forderungen. Die Legion, der Heckerhut, der Schleppsäbel, die üppige Weibs- Der Kriegsminister hat bis auf weiteres angeordnet, die Res person, die verächtlichen Dirnen, alles ist Kreuzzeitungs"-krutierung im Vilajet Kossowo einzustellen. phantasie. M. F. Anneke war die Tochter eines deutschen Domänenrates, Montenegros bei Velica. Das Gefecht dauerte den ganzen Tag; die Gattin eines preußischen Offiziers, fie war befreundet Montenegro appelliert an die Großmächte. mit Freiligrath, Herwegh und anderen bedeutenden Männern Sekretär der hiesigen türkischen Gesandtschaft zum Geschäftsträger. Cetinje, 10. August.( W. T. B.) Die Pforte ernannte den ihrer Zeit und fie war aus einer frommgläubigen Frau Reguläre Truppen wiederholten gestern die Angriffe auf die Grenze eine enragierte Freidenkerin geworden. Das mag die " Kreuzzeitung" schmerzen. Aber gibt es ihr ein Recht, derartige die Angreifer wurden zurückgeschlagen. Heute richtete die geschichtliche Fälschungen zu begehen und die erste große deutsche Die Firma ist nun bestrebt, Papiermaschinenführer und Gehilfen Verfechterin des Frauenstimmrechts eine verächtliche Dirne von auswärts anzuwerben. Die Maschinenführer sind verpflichtet, in der Fabrik Wohnung zu nehmen. Es sind dieses u nennen? Die tapfere Achtundvierzigerin hat Jahr für Jahr Wohnungen, die schon im vorigen Jahre von der Wohnungsinspektion Frauen zur Seite gestanden, nachdem sie 1848 mit ihrem Gatten in Darmstadt als ganz unzulässig und ungesund bezeichnet worden find. Weiter sei hier bemerkt, daß die Kinder von der Fabrikwohnung aus eine halbe Stunde Begs durch das Feld zur Schule haben. Die Papiermaschinenführer und Gehilfen werden deshalb vor diesem Betrieb gewarnt. aus Deutschland flüchten mußte. Da berührt es eigenartig, daß die bürgerliche Frauenwelt nicht die Ehre einer ihrer bedeutendsten Frauen in Schutz nimmt, sondern dies den Sozialdemokraten überläßt. Jahre Mutterschutz in Ostelbien. Regierung an die hiesigen Vertreter der Großmächte eine Zirkularnote, in der erklärt wird, der föniglichen Regierung sei jede Mög lichkeit entzogen, mit Aussicht auf Erfolg mit der Türkei sich direkt zu verständigen. Die Regierung appelliert an die Großmächte, ein lange zum Nachteil der friedlichen Entwidelung Montenegros Radikalmittel zur Hebung eines Zustandes zu finden, welches dauerte. Zu der Ermordung des Deutschen Opiz. Köln, 10. August. Die Kölnische Zeitung" meldet aus Langer: Der Deutsche Opib ist einer Verbrecherbande, die teils zu Fuß, teils beritten die Umgegend von Marrakesch durchstreifte, begegnet und von ihr ermordet worden. Der Eigentümer des Gartens, in welchem die Leiche gefunden wurde, erklärt, eine Kopfwunde gesehen zu haben. Er verbarg die Leiche in einem Waffergraben, verbrannte sie aber später in einem Ziegelofen aus Furcht, in die Angelegenheit verwickelt zu werden. Drei Leute von der Bande find verhaftet, zwei der eigentlichen Mörder sind nach Rehamna geflohen. Alles wird versucht, um sie zu fassen. Die noch vorhandenen Ueberreste der Leiche sind nach Marrakesch gebracht worden. Der Verband der Zithographen und Steindrucker In der„ Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet ein im Jahre 1911. Arzt Dr. Nieszytter aus Tapiau( Ostpr.) über die Ursachen der Während das Jahr 1910 infolge der Abwanderung vieler Ge- weiten Verbreitung des Wochenbettfiebers auf dem Lande. Bei hilfen in andere Berufe oder ins Ausland mit einem Mitglieder- dem Landvolke besteht eine große Aerzte- und Operationsangst, so berlust abschloß, ist der Mitgliederbestand im Jahre 1911 wieder daß selbst in dringenden Fällen der Arzt zu spät herangezogen wird. gestiegen, und zwar von 16 723 auf 17 092, also um 369 Mitglieder. Der Vorwurf mangelnder Einsicht, die ja durch die elenden SchulDa die Zahl der nur den Unterstüßungstassen angehörenden und und Lebensverhältnisse in Ostelbien zur Genüge erklärt werden, für den Verband als Gewerkschaft nicht in Betracht kommenden muß auch zum Teil den Hebammen gemacht werden. Einzelne Halbmitglieder von 1002 auf 922, also um 80 fant, ist die Steige mögen durch Hinzuziehung des Arztes für ihr Renommee bei den rung der Zahl der gewerkschaftlichen Vollmitglieder entsprechend ungebildeten Landarbeitern fürchten. Soweit es sich aber um Gegrößer als die Steigerung der absoluten Mitgliederzahl. Sie betrug burten der Gutsarbeiterfrauen handelt, fürchtet die Hebamme die Die mährische Textilarbeiteraussperrung erledigt. Ende 191: 16 170 gegen 15 721 am Anfang des Jahres und stieg Brünn, 10. August.( W. T. B.) Die Textilindustriellen haben somit um 449. Die neben dem Verbande bestehende Lehrlingsabtei- Vorwürfe des Gutsherrn. So fand Dr. N. einmal Hebamme und lung ging 1911 von 3025 auf 2729, also um 296 Mitglieder zurück, den Ehemann weinend am Krankenbett, weil ihnen der„ bor- von der angedrohten Aussperrung Abstand genommen, da eine was hauptsächlich auf die Verringerung der Lehrlingszahl an sich nehme" und reiche Besizer die gröbsten Vorwürfe gemacht hatte, Grundlage zu deren Vermeidung gefunden woorden ist. Am Montag zurückzuführen ist, die sich als Folge der in der ständigen großen daß fie die Hilfeleistung des Arztes bei der Entbindung verlangt dürfte die Arbeit in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. Arbeitslosigkeit erkennbaren Aussichtslosigkeit des Lithographen- hatten. Der edle Junter äußerte sich später ziemlich wörtlich zum und Steindruckerberufes für seine Angehörigen bemerkbar macht. Das Erdbeben in der Türkei. Arzt:„ Ich begreife gar nicht, wo jest alle diese dummen Hebammen Wegen des großen Streit- und Aussperrungstampfes, der Ende Konstantinopel, 10. August.( P. C.) Die griechische GesandtSeptember 1911 einjekte, bis weit in das Jahr 1912 währte und herkommen. Sie werden ausgebildet und ausgebildet und können nicht mal so was. Mein Hirt macht das bei den schaft erhielt von der türkischen Flotte ein Radiotelegramm, wonach mehr als ein Viertel aller Mitglieder in Mitleidenschaft zog, murBei solcher brutalen Be- bei dem jüngsten Erdbeben das griechische Konsulat eingestürzt sei. den außerordentlich hohe Anforderungen an die Kassen des Ver- Kälbern ganz anstandslos." bandes gestellt. Die Jahreseinnahme betrug 1 553 379 m., die urteilung der schwer Leidenden und der ärztlichen Hilfeleistung Einem Gerüchte zufolge find in Myriofilo mehrere Personen ums Jahresausgabe 1722 477., eine Mehrausgabe von 219 097,81 m., ist es kein Wunder, daß die Säuglingssterblichkeit im Gegensatz zu Leben gekommen und zahlreiche verletzt worden. Verantw. Redakteur: Albert Wacha. Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen. Nr. 186. 29. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteigenoffen! Auf Grund des Organisationsstatuts beruft der Parteivorstand den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 15. September, abends 7 Uhr, nach Chemnitz ein. Die Eröffnung soll am 15. September in der Sporthalle stattfinden: Ronstituierung des Parteitages, Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung und Wahl der Mandatsprüfungstommission. Die Verhandlungen der folgenden Tage finden im Winter garten, Schönau Chemnit, statt. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Geschäftsberichte des Parteivorstandes: a) Allgemeines. Referent: Genosse Ebert; b) Raffenbericht. Referent: Geuosse Braun. 2. Bericht der Kontrolltommission. Genosse Kaden. Referent: 3. Bericht der Reorganisationstommission. Referent: Genosse H. Müller. 4. Die Reichstagswahlen. Referent: Genoffe S che i de mann. 5. Bericht der Reichstagsfraktion. Referent: Genosse Stadthagen. 6. Der Jmperialismus. Referent: Genosse a ase. 7. Die Maifeier. Referent: Genosse Pfannkuch. 8. Der Internationale Kongreß in Wien. ferent: Genosse Moltenbuhr. 9. Anträge. Re. Sonntag, 11. August 1912. Jahren schwerer industrieller Krisen tamen die Gewerkschaften nur[ nommen, auf den Kopf des Mitgliedes aber berechnet blieben sie I mäßig vorwärts oder sie gingen gar in den Mitgliederzahlen etwas hinter denen des Vorjahres zurück. Die Ausgaben gingen verzurüd. Auf Rechnung der guten Geschäftskonjunktur des Jahres hältnismäßig mehr zurück, waren doch umfangreiche Stämpfe, wie 1911 ist daher zum großen Teil die erhebliche Steigerung der Mit 1910 die Bauarbeiteraussperrung, nicht zu verzeichnen. Dadurch hat gliederzahl der Gewerkschaften zu sehen. Unsere Gewerkschaften sich der durchschnittliche Kassenbestand etwas erhöht. Die Gesamthaben mit Ausnahme des Jahres 1906 noch nie solchen Zuwachs zu einnahmen beziffern sich auf 72 086 957 Mt.( im Vorjahre 64 372 190 berzeichnen gehabt wie im Vorjahr. Die Mitgliederzahl der Zen- Mart), die Gesamtausgaben auf 60 025 080 Mt.( im Vorjahre tralverbände betrug nach der soeben im" Correspondenz 57 926 566 Mt.) und die Vermögensbestände auf 52 105 821 Mr. blatt der Generalfommission" veröffentlichten Statistik( im Vorjahre 52 575 505 Mk.). Auf dem Kopf der Mitglieder entim Durchschnitt des Jahres 1910: 2017 298, 1911 dagegen 2 320 986. fielen an Einnahmen 31,06 m., an Ausgaben 25,86 Mit. und an Die Zunahme beträgt 15,05 Proz. gegenüber 10,07 Proz. im Jahre Vermögen 26,76 Mt. Die Steigerung der durch regelmäßige Bei1910. Etwas höher als die Jahresdurchschnittsziffer ist die am träge erzielten Einnahmen hat auch im Berichtsjahre Fortschritte Jahresschlusse 1911 von den Gewerkschaften erreichte Mitgliederzahl. gemacht. Während z. B. im Jahre 1907 erfb 25 Prog. der Verbände Daraus ergibt sich, daß einen Wochenbeitrag von über 50 Pf. erhoben, haben ihn heute mahezu die Hälfte aller Gewerkschaften und rund 46 Proz. aller Mitglieder zahlen mehr als 50 Pf. Wochenbeitrag. Aus Beiträgen wurden über 57 Millionen Mark vereinnahmt, gegen 48 Millionen Mark im Vorjahr. Nebem diesen Verbandsbeiträgen erheben die meisten Verbände noch keineswegs unerhebliche Beiträge für Iotale 3wede. 65,3 Proz. der Mitglieder waren, mit 7 609 702 Mr. an folchen Lokalbeiträgen beteiligt. unsere Zentralverbände die Zahl von 2,4 Millionen Mitgliedern überschritten haben. Sie zählten am Ende des Jahres 2 400 018 Mitglieder gegen 2128 021 am Ende des Vorjahres. Das Mehr beträgt hier 271 997. Die Mitgliederzahl der Verbände, die der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlanda angehören, ist um 21 447 höher, betrug also Ende 1911 2 421 465. Das Mehr entfällt auf die beiden Berbände der Bandarbeiter und der Hausangestellten, die zum ersten Male in der Statistik geführt werden, wenn auch nicht als' Gemertschaften im engeren Sinne des Wortes. Die Zunahme der Mitgliederzahl dieser beiden Verbände im Berichtsjahre betrug 7005. Die Mitgliederzahl der gewerkschaftlichen Zentralverbände hat fich seit dem Jahre 1893, dem Jahr des tiefsten Standes, mehr als verzehnfacht. Eine Gegenüberstellung der Entwickelung der HirschDunderschen und der christlichen Gewerkschaften ergibt, daß seit 1900 die Mitgliederzahl der deutschen Gewerkvereine sich um 17,5 Prozent, die den christlichen Gewerkschafter um 113,4 Proz. vermehrte, dagegen stieg die der Zentralverbände um 241,1 Proz., mit Sinaurechnung der Verbände der Hausangestellten und Bandarbeiter fogar um 243,9 Proz. Durch den Zusammenschluß des Maurerverbandes und des Bauhilfsarbeiterverbandes zu einem Bauarbeiterverband, und durch 10. Wahl des Parteivorstandes, des Parteiaus den Anschluß der Isolierer an dieser großen Verband, wurde die schusses, der Kontrolltommission und des Zahl der der Generalfommission angeschlossenen Verbände um zwei Drtes, an dem der Parteitag 1913 stattfinden soll. berringert. Nur vier Verbände wiesen unbedeutende Rückgänge Barteigenossen! Bewirkt die Vorarbeiten für den Parteitag ihrer Mitgliederzahlen auf. So zählten die Kürschner 180, die die Wahl von Delegierten und die Stellung von Anträgen Lithographem 186, die Schiffszimmerer 404 und die Xylographen rechtzeitig. Wo mehrere Delegierte zu wählen sind, soll nach§ 7 17 Mitglieder weniger als im Vorjahre, zusammen eine Abnahme des Organisationsstatuts unter den Delegierten möglichst eine Ge- bon 787, der eine Zunahme von 304 475 in den übrigen Verbänden nossin sein. Die Anträge müssen spätestens am 14. August im Besitze des Parteivorstandes, Adresse: 23. Pfannkuch, Berlin SW. 68, 2indenstr. 8 sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 10, bfaz 2 des Organisationsstatuts im Vorwärts" veröffentlicht werden und in der gedruckten Vorlage Aufnahme finden sollen. T " 1 Anträge einzelner Parteigenossen bedürfen der Gegenzeichnung der örtlichen beztv. Streisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Den Anträgen etwa beigegebene Begründungen werden weder im" Borwärts" noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage abgedruckt. Die Vorstände der Wahlkreisorganisationen werden dringend ersucht, dem Parteivorstande die Namen der gewählten Delegierten unter genauer Adressenangabe alsbald mitzuteilen, damit ihnen die Vorlagen und sonstigen Mitteilungen zugehen können. Außerdem müssen sich die Delegierten beim Lokalfomitee melden. Die Adresse des Lokalkomitees lautet: Parteisekretär B. Kuhnt, Chemniz, Dresdener Str. 38. 2. Pfannkuch, Berlin SW. 68, 2indenstr. 8 versandt. Mit sozialdemokratischen Grüßen Der Parteivorstand. gegenübersteht. Unter den über 60 Millionen Mark betragenden Ausgaben steht an erster Stelle die Streifunterstüßung mit 16 700 000 Mt. Für Arbeitsunfähige( Kranken-) Unterstützung wurden über 10 Millionen Mark, für Arbeitslosemunterstützung über 6 Millionen Mark, für Reiseunterstübung 1028 000 mt. gezahlt. Für Unterstübungen an Reisende, Arbeitslose, Krante, Gemaßregelte, bei Sterbefällen, in Notfällen und bei Umzügen wurden insgesamt 20 414 000 mt. aus gegeben, während für Streits im Berufe und in anderen Berufen insgesamt 17 303 000 Mt. Ausgaben, entstanden. Die Ausgaben für Unterstüßungszwecke sind in den einzelnen Verbänden sehr unterschiedlich. So bewegen fich z. B. die Ausgaben für Unterſtüßungsawede( ohne Streifunterstübung) zwischen 0,98 M.( Handlungs gehilfen) und 39,97 Mt.( Buchdruder) pro Mitglied. Die Ausgaben für Reiseunterſtüßung variieren zwischen 2 Pf.( Schiffszimmerer) und 2,87 Mt.( Buchdrucker), für Arbeitslosenunterstützung zwischen 19 Pf.( Notenstecher) und 14,81 M.( Xylographen), für Kvantenunterstüßung zwischen 35 Pf.( Stuffateure) und 15,30 Mt.( Buch bruder), für Invalidenunterstützung zwischen 1 Bf.( Schiffs simmerer) und 22,75 Mt.( Borzellanarbeiter). Für Streits im eigenen Beruf schwanken die Ausgaben von 1 Pf.( Buchdrucker) und 51,16 Mr.( Bigarrenfortierer). Die Reise- und Arbeitslosenunterstüßung kommt in den Verbänden immer mehr zur Einführung. Arbeitslosenunterstübung wird in 42 Verbänden Reiseunterstützung in 39 Verbänden gezahlt. Innerhalb 20 Jahren haben die Verbände 59 Millionen Mark für diese Unterstübungszwecke aufgebracht. 1 gegnerischen Gewerkschaften Von den Nach der Höhe der Mitgliederzahlen geordnet, Hatten im Durchschnitt des Jahres 1911 Mitglieder: Metallarbeiter 494 177, Bauarbeiter 290 136, Fabrikarbeiter 182 902, Transportarbeiter 181 570, Holzarbeiter 176 888, Textilarbeiter 126 547, Bergarbeiter 120 975, Buchdrucker 63 903, Bimmerer 58 745, Maler wird berichtet, daß die Hirsch- Dundenschen Gemert47 315, Schneider 46 534, Schuhmacher 45 341, Brauerei und vereine durch den Rücktritt des Vereins Deutscher Kaufleute Mühlenarbeiter 45 289, Gemeindearbeiter 43 808, Tabalarbeiter einen erheblichen Mitgliederverlust erlitten haben. Die Gesamt34 393, Buchbinder 29 599, Steinarbeiter 26 871, Bäder und Kondi- mitgliederzahl der Gewerkvereine ging von 122 571 im Jahre 1910 toren 25 218, Maschinisten 23 095, Lithographen 17 029, Buchdruck- auf 107 743 im Jahre 1911 z uvü d. Für diesem Mitgliederschwund hilfsarbeiter 16 305, Glasarbeiter 16 226, Schmiede 16 082, Por- wird im Rechenschaftsbericht des Verbandes ein wenig überzeugen ellanarbeiter 15 691, Lederarbeiter 15 289, Handlungsgehilfen der Grund angegeben. Von rechts und links würden die braven 14 377, Sattler und Portefeuiller 13 540, Gaſtirtsgehilfen 12 689, Hirsch- Dunderschen bedrängt, sozialdemokratische und christliche Töpfer 12 024, Steinfeger 10 706, Steinarbeiter 10 402, Sutmacher Gegner seien wenig wählerisch in ihren Mitteln und mancher. Ar9822, Tapezierer 9671, Böttcher 8280, Dachdecker 8209, Bureau beiter müßte entgegen seiner inneren Ueberzeugung einer den angestellten 6572, Gärtner 6113, Kupferschmiede 4807, Fleischer Hirsch- Dunderschen feindlich gesinnten Organisation beitreten, nur 4765, Glafer 4613, Kürschner 4189, Bildhauer 3723, Schiffszimmerer um seine Arbeitsstelle zu behalten. Was hier als der vielgerühmte 3666, Bigarrenfortierer 8172, Lagerhalter 2628, Friseure 2170, Terrorismus gepriesen wird, ist sicher Selbsterkennen der Arbeiter, Sivilmusiker 1886, Asphalteure 1113, Blumenarbeiter 1076, Xylo- die im Betriebe selbst davon überzeugt werden, daß nicht die hins graphen 453 und Notenstecher 442. Dazu kommen die Landarbeiter und herpendelnden Gewerkbereinler, sondern unsere wirtschaftlich, mit 13 228 und die Hausangestellten mit 5571 Mitgliedern. starten Zentralverbände geregelte Arbeitsbedingungen geschaffen haben. Die christlichen Gewerkschaften berzeichnen für, das Berichtsjahr eine Zunahme von 45 828 Mitgliedern, darunter be finden sich allein über 27 000 Mitglieder weiblichen Geschlechts; ihre Gesamtmitgliederzahl stieg von 295 129 auf 340 957. Ihre größte. Mitgliederzahl mit 83 588 entfällt auf die Bergleute, nach ihnen kommen die Textilarbeiter mit 42 397, die Metllarbeiter mit 41 253, die Bauarbeiter mit 39 955 Mitgliedern usw. Erfreulich ist die seit Jahren stetige 8 unahme der Zahr der organisierten Arbeiterinnen. Sie war im Berichtsjahr prozentual( 18,4 Prog.) sogar noch ein wenig höher als Die Mandatsformulare werden vom 15. August ab durch das die allgemeine Mitgliederzunahme; 191 332 weibliche Mitglieder Parteibureau: wurden 1912 gezählt gegenüber 161 612 im Jahre 1911. Von unseren 51 Verbänden zählen 18 teine weiblichen Mitglieder. Es hatten weibliche Mitglieder: Tertilarbeiten 45 651, Metallarbeiter 25 103, Fabritarbeiter 21 853, Tabatarbeiter 16 870, Buchbinder 14 127, Schneider 9363, Buch- und Steindruckhilfearbeiter 9323, Der Jahresbericht der christlichen Gewerkschaften für 1911, Handlungsgehilfen 8679, Schuhmacher 7939, Transportarbeiter unter dem Gindruck des Konflikts mit der römischen Kirche geschrie6479, Holzarbeiter 5819, Sutmacher 4414, Bäcker und Konditoren ben, sucht die Existenz der christlichen Gewerkschaften als eine wirt3736, Porzellanarbeiter 2260, Kürschner 1451, Gemeindearbeiter schaftliche und soziale, sowie staatliche Notwendigkeit zu erweisen, 1169, Sattler und Portefeuiller 1161, Brauerei- und Mühlenarbeiter und zwar ganz besonders im Hinblick auf das Wachstum der freien 1154, Reberarbeiter 1096, Bigarrenfortierer 953, Gastwirtsgehilfen Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Stimmen bei der 744, Glasarbeiter 705, Blumenarbeiter 567, Pureauangestelltem 206, lebten Reichstagswahl. Das„ Torrespondenz blatt" meint Lagerhalter 154, Tapezierer 129, Fleischer 106, Steinarbeiter 62, treffend dazu: Maler 31, Gärtner 17, Lithographen 9, Friseure 1 und Glaser 1. Die Einnahmen und Ausgaben haben, absolut zugefast alle gereist irgendwohin, ins Gebirge, ans Meer, sich dort bom Nichtstun zu erholen. Auf den Feldern wogte das Korn. In den dichtbelaubten Bäuallenthalben Gaben in men hingen reifende grünrote Aepfel: Fülle; und die Sonne brannte Die deutschen Gewerkschaften im Tabre 1911. Eine günstige Wirtschaftsentwidefung ist nicht ohne Einfluß auf die Entwidelung der gewerkschaftlichen Organisationen. In Kleines feuilleton. mehr, immer noch mehr eine teuere Sache. tu. Das verhärmte Weib hielt, geblendet, die Hand vor die Augen. Was zu viel in halbfinstern Stuben und Waschhäusern weilt, dem tut das grelle Licht weh Eine Dame rauschte eilig vorüber. Threm Täfchen entglitt ein Gegenstand und fiel zu Boden. Sie merkte es nicht. Die Frau bückte sich danach und hob ihn auf. Ihre zitternden Hände hielten ein flaches, duftendes kleines Portemonnaie. Ein Goldstück glänzte ihr entgegen. Hastig riß sie den Druckknopf auf. Das Blut stieg ihr zu Kopf: Geld Besser kann die Nuhlosigkeit der christlichen Gewerkschaften faum begründet werden, als durch diese Tatsachen. Seit 1899, dem Denfen Sie, wenn ich das Portemonnaie nicht wiederbekommen hätte, und mun diese Lappalie hätte müssen umschreiben lassen! Das wäre doch zu unangenehm gewesen. Hübsch sind die Handschuhe- reizend. Finden Sie nicht auch? Wie gesagt, Creme- Wildleder. Pitfeine Ware. Und siben wie ane gegossen..." .M. Humor und Satire. Mäcenas. Was Huaber, hat's Di?! Du gehst in d Stunstausstellung??"" Ja woaßt, a so a windiger Kunstmaler, der faaft allweil bei mir um a Fuchagerl Leberkaas! Da muaß ma si doch erkenntli 80ag'n!" Naturwunder. Sie, Männeken, wat sind da for Naturwunder zu seh'n?" A Kaibi mit 6 Har'n und a taubstummer Berliner." ( Jugend.") Notizen. Paul Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes, ist gestern in Langenschwalbach, wo er zur Kur weilte, im Alter von 71 Jahren gestorben. - Französische Expressionisten. Die von der Beitschrift Der Sturm" in ihren Räumen( Königin- Auguftastr. 51) veranstaltete fünfte Ausstellung wird heute mit Gemälden von Braque, Derain, Friesz, Herbin( 18 Bilder), Laurecin und De Blamind eröffnet. Doping. Da sind so Schieber unter den Trainern und Jockeys, die geben den Gäulem vor dem Rennen Arsenik ein oder Kali oder Morphium. Das peitscht die Tiere( für Viertelstunden wenigstens) auf und ruiniert sie für ihr Leben Dieses Manöver nennt man Doping", und die Blätter sind zeitweilig voll davon: Skandal, AusMan will eine gewaltsame schlußurteile, Betrug! und so... Aufpulverung der Kräfte verhindern. Bei den Pferden tut es und sie verbieten ea Morphium oder Elektrizität Wer verbietet das„ Doping" der Arbeiter?! Kein Mensch. Der Arbeiter wird durch dem Hunger gedopt" oder durch die Furcht daran, durch den einfachen, klaren Denkprozeß: entweder oder du liegst auf der Straße. Zwanzig Mark! O das viele Geld, das biele Geld! Was Was ist das anders als Doping, wenn man die Bergleute in fonnte man nicht alles damit anfangen! In ihrem Hirn jagten unsichere Schächte hineinjagt, ihnen keine Zeit läßt, ihr Leben wirre Gedanken. Der Mann frank und arbeitslos; die Kinder zu sichern: arbeiten! arbeiten! Sie gehen drauf, wie die Fliegen elend und abgemagert, und ihr selbst wühlt der Hunger im Körper. gehen sie drauf, aber was macht das Doping! In der Großen Berliner Kunstausstellung Aus diesen Leuten wird das Lehte herausgeholt, mit 35 Jahre Wenn sie jetzt ein Stück Fleisch kaufte, eine kräftige Suppe fochte o, sie empfand schon den Duft und einen Braten bereitete: wie am Lehrter Bahnhof ist heute ein sogenannter billiger Sonntag. find sie alt, über 40 wird keiner- Doping. Hehen, treiben, mehr, würde das dem Leidenden gut tun! Wie würden die Kinder jubeln! Eintrittspreis von nachmittags 2 Uhr an 25 Pf. Doping. Und dann einen großer Kuchen backen. Wieviel Mehl konnte Nur auf dem Rennplatz ist das verboten. Ein Rennpferd ist man taufen, und Butter, und Eier, und Zucker? O, das viele Wilhelm Hufeland. Am 12. August sind 150 Jahre seit der Eine Hand Tegte sich hart auf ihre Schulter. Sie haben ba Geburt Christoph Wilhelm Hufelands verflossen. Ausgezeichnet als ein Portemonnaie aufgehoben, was der Frau Kommerzienrat praktischer Arzt, als Lehrer und Schriftsteller, hochverdient um das Guldenstück entfallen ist. Dort geht sie ja noch. Geben Sie es Medizinalwesen, ein leuchtendes Beispiel als Mensch, betrachtete her, ich trag es ihr hin." Hufeland seinen Beruf speziell vom menschenfreundlichen StandDie Frau ward totenblaß. Welche schlechte Gedanken konnten punkte aus zur Förderung des allgemeinen Wohles und ließ bis in einem doch ankommen wenn man in so bitterer Not ist! O, fie sein hohes Alter auch den Armen seine Hilfe angedeihen. Auf seine hatte es nicht behaltem wollen, das viele, viele Geld. wertvollen Beobachtungen über das Kindbettfieber gingen Der Biedermann hatte die Dame bald eingeholt. Mit demütiger die damaligen Zeitgenossen noch nicht ein, es vergingen noch Jahr- Miene reichte er ihr das Verlorene. zehnte, ehe dieses merkwürdige Problem zu einer besonderen An diesem Abend konnte er zufrieden sein Tagewerk überdenken. Wissenschaft ausgebaut wurde. Weitere Forschungen bestimmten Er hatte ein armes Weib vor Gewissensbiffen gerettet, einer Dame Hufeland, die Notwendigkeit der Schuhpodenimpfung zu ihr Eigentum zurückgegeben und als Belohnung 50 Pf. erhalten. betonen. Als Schutz gegen das Lebendbegrabenwerden gab er die Mit schlürfendem Schritt und gesenktem Kopf schlich die Wasch erste Anregung zur Einführung von Reichenbeschauern und frau an den Häuserreihen entlang. Die Kummerfalten in dem zu Leichenhäusern, die zunächst in Weimar, dann in vielen früh gealterter Geficht vertieften sich. Sie dachte an den kranten anderen deutschen Städten errichtet wurden. Mann auch in Berlin an die hungrigen Kinder Seine Vorlesungen über:" Makrobiotit" oder die Kunst, das Unterdessen hatte die Kommerzienrätin nach einem Badenbesuch menschliche Leben zu verlängern, machten ungeheures Aufsehen. Er leichtfüßig ihren Spaziergang bis zur Villa einer Freundin zurückfah sich daher veranlaßt, seine Gedanken in Buchform allen zu- gelegt und berichtete dort bei Tee und köstlichen Erfrischungen von gänglich zu machen. Dieses Werk begründete seinen Weltruhm. Die dem Heinen, Intermezzo auf der Straße vorhin: bom ihm gegründete Stiftung zur Unterstübung notleidender Aerzte Dentem Sie Teuere, ich bin gerade auf dem Weg zu meinem und armer Angehöriger von Aerzten predigt noch heute seinen Handschuhlieferanten gewesen. Ich habe mir nämlich zu meiner Namen. Hufelands Vaterstadt ist Langensalza in Thüringen. neuen Gesellschaftstoilette entzückende Handschuhe aus elfenbeinDer Fund. Das war eine bitterschlechte Zeit. Die reichen farbigem Wildleder bestellt. Entzückend, sag ich Ihnen, Und so Leute, denen die Frau sonst ihre Arbeitskraft verkauft hatte, waren billig. 3wanzig Mark fosten die Dinger bloß. " " - Der Deutsche Schillerbund wird 1913 folgende Dramen zur Aufführung bringen: Goethes Goeb von Berlichingen". Schillers Jungfrau von Orleans",„ Kleists Hermannschlacht" und Paul Heyses Kolberg" oder Wildenbruchs Väter und Söhne". Eleonore Duse und Alexander Moissi beabs fichtigen im kommenden Winter eine große Tournee zu unternehmen. " Der erste deutsche Aino- Kongreß soll, laut einstimmigem Beschluß des Schußverbandes, in Berlin abgehalten werden, und zwar vom 17. bis 19. Dezember. Er wird mit einer Ausstellung verbunden sein, um den Kinematographen in seiner Eigenschaft als„ Kulturfaktor ersten Ranges" und seiner eminentem volkswirtschaftlichen Bedeutung würdigen zu lernen. Von berufenster Seite follen Referate gehalten und diese durch Mustervorführungen praktisch ergänzt werden. Bereitwilligst haben die Fabrikanten deutsche und auslänihre Mitwirkung zugesagt. Man hofft dadurch eine Musterfilmvorführung zu ermöglichen, ganz einzig in ihrer Art", zumal seitens einiger allererster Firmen hervorragende Novitäten aur Verfügung gestellt werden sollen. difche Gründungsjahr des christlichen Gesamtberbandes, sind 350 000 drift. gane in Preußen und Sachsen, vom Landrat und Amishauptmann eintreten und dafür sorgen, daß die Bartel berett fel, jeden Augenliche Arbeiter in den christlichen Gewerkschaften zusammengekommen. Hinauf bis zum Minister, haben es sich, wie es scheint, zur Aufgabe blick in den Kampf einzutreten. Seit dieser Zeit hat sich die Zahl der freien Gewerkschaftsmitglieder gemacht, auf Grund des soviel gerühmten Reichsvereinsgegesetzes um 1841 000 vermehrt, also um das 54fache des gesamten christ den Bund resp. dessen Vereine mit Stumpf und Stiel auszurotten. Der Zentralwahlverein für den 19. Hannoverschen Wahlkreis lichen Mitgliederbestandes. Und die Zahl der sozialdemokratischen Mit allen Mitteln wurde versucht, den Bund als einen politischen und Bremerhaven( Lehe- Geestemünde- Neuhaus- Otterndorf), die Reichstagswahlstimmen stieg von 1898 bie 1912 von 2 107 100 auf Verein zu stempeln. Der Amtsvorsteher von Frauendorf folgerte über 4½ Millionen Stimmen, also ruf das Doppelte; während die aus dem Umstand, daß die Mitglieder rote Abzeichen tragen, die frühere Domäne Diederich Hahns, blickt auf ein ebenso arbeits- wie Wähler der Zentrumspartei nur von 1 752 000 auf 2035 200 muchsen, politische erfolgreiches Jahr zurück. Die Zahl der Ortsvereine konnte um natürlich sozialdemokratische Tendenz des Veralso noch nicht einmal um soviel, als die Zahl der christlich organi- eins. Und ein Straffammervorsitzender in Sorau schloß aus dem 6246, davon sind 5018 Männer und 1228 Frauen. Die Abrechnung 5 auf 16 vermehrt werden. Die Mitgliederzahl stieg um 2557 auf sierten Arbeiter beträgt. Das ist in der Tat das vollständige Fiasko" S" in dem Vereinsabzeichen, daß dies Sozialdemokrat heißen soll. schließt in Einnahme und Ausgabe mit 947,81 M. Von der der christlichen Gewerkschaftsbewegung, und man fann es den fleri- So hatte der Bund unter zahlreichen behördlichen Schikanen zu kalen und politischen Gründern derselben von ihrem Standpunkte leiden. Trotz alledem ist aber der Bund fortgeschritten. Die Mit Hamburger Partei wurde die schriftliche und mündliche Agitationsaus nicht verargen, wenn sie mit der Entwickelung der interkon- gliederzahl hat sich in den beiden Berichtsjahren von 111 487 auf 2804,25 M. und Stellung vieler Referenten unterstützt. Das Ganze und Organisationsarbeit im Wahlkreise durch Zuwendung von fessionellen Gewerkschaften so wenig zufrieden sind und zur Or 133 928 erhöht; die Zunahme beträgt also rund 22 500. Die Zahl gibt ein erfreuliches Bild reger Parteiarbeit in dem schwierig zu ganisation der konfessionellen Arbeitervereine zurückkehren möchten. Der Vereine ist von 2859 auf 3230 gestiegen. Nach 15jährigem Be- bearbeitenden ausgedehnten Landgebiet von Marsch und Geeſt, Die christliche Gewerkschaftsorganisation hat seither weder den freien stehen zirka 135 000 Mitglieder, das ist für eine radsportliche Dr- Moor und Heideland, zwischen der Weser- und der Elbemündung. Gewerkschaften noch der Sozialdemokratie wesentlich Abbruch tun ganisation ein Erfolg, wie er wohl einzig dastehen dürfte. Der Jezt ist dieser ausgedehnte Wahlkreis, der früher die Hochburg können, obzwar sie die Arbeiterinteressen vielfach ganz erheblich größte Aufschwung ist in denjenigen Landesteilen zu verzeichnen, Bennigsena und dann die Domäne eines Diederich Hahn war, fo geschädigt hat, vor allem durch ihr wenig zuverlässiges Verhalten in die am meisten von den behördlichen Schikanen betroffen wurden. beackert, daß er bei gleich intensiver Arbeit bei der nächsten Wahl Lohnkämpfen. Durch ihre Streifbruchtaktik hat sie in erster Linie So im Königreich Sochsen und in den preußischen Provinzen für die Sozialdemokratie erntereis erscheint. sich selbst geschädigt, indem sie dadurch die ehrlich für die Verbesse- Schlesien, Brandenburg und Sachsen. rung ihrer Lage wirkenden Arbeiterkreise von sich abstößt. Das erklärt auch ihr verhältnismäßig langjames Wachstum, das sehr müssen immer höhere Aufwendungen gemacht werden. Die Unfall- Vom Vorstand der Parteiorganisation des Gothaer Wahlkreifes menig ihrem günstigen Rekrutierungsgebiet und ihrem und ihrer unterstützung, die noch im Jahre 1909 62 820 M. betrug, erhöhte ist soeben der Jahresbericht herausgegeben worden. Die Abrech befreundeten Kreise Kräfteaufwand entspricht." sich im folgenden Jahre auf 76 658 M. und auf 86 229 m. im nung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 4232,66 M., worunter Die Mitgliederzahl der Umabhängigen Vereine hat sich Jahre 1911. In den letzten 10 Jahren sind für 15 764 Unfälle nicht 128,51 M. Bestand für das neue Jahr. Während die Organisation von 253 020 im Jahre 1910 auf 272 517 im Jahre 1911 gehoben. weniger als 369 361 M. ausbezahlt worden. Sterbeunterstützung im Vorjahre 2310 männliche und 195 weibliche Mitglieder zählte, Eine größere Bedeutung kommt neben der Polnischen Berufsver- wurde 1910 für 353 Fälle 17 450 M. gezahlt, gegen 299 Sterbe- find jett 2650 männliche und 145 weibliche Mitglieder vorhanden. einigung mit 57 988 Mitgliedern nur dem Berliner( früher Trierer) fälle im vorhergehenden Jahre mit 12 322 M. Im Jahre 1911 Die Zahl der Ortsvereine stieg im Berichtsjahre auf 52. Deffenta Eisenbahnhandwerkerverband mit 92 000 Mitgliedern, dem Laye- betrug die Sterbeunterstüßung gar 22 538 M. für 433 Fälle. Der liche Versammlungen fanden im Berichtsjahre 302 statt. Mit rischen Post- und Telegraphenarbeiterverband mit 13'095 Mitglie- Fonds für die Notstandsunterstützung wurde auf dem letzten Bun- gliederversammlungen haben 698 stattgefunden. An Flugblättern dern und dem Allgemeinen Deutschen Musikerverband mit etwa destag in Frankfurt a. M. von 2000 m. auf 4000 M. erhöht. Aber gelangten 410 000 Stück zur Verteilung, außerdem wurden noch 13 000 Mitgliedern, sowie dem Ladischen Eisenbahnerverband mit auch dieser Betrag hat nicht ausgereicht, um die vielen Gesuche verteilt: 110 000 Broschüren, und zwar:" Die indirekten Steuern", 11 652 Mitgliedern zu. Der modernem Arbeiterbewegung etwas auch nur einigermaßen berücksichtigen zu können. 1910 wurden Zölle und Abgaben"," Die Sozialdemokratie und das Heer"," Benäher steher der Süddeutsche Eisenbahnerverband mit 11 815 für 131 Notfälle 3258 M. und 1911 für 219 Fälle 4695 M. aus- amtenschaft und Sozialdemokrtie",„ Nieder mit den Sozialdemo and der Solinger Industriearbeiterverband mit 6040 gegeben. Rechtsschutz wurde im Jahre 1910 in 297 und 1911 in traten", sowie 20 000 Voltskalender und 12 000 Handbücher für die Mitgliedern sowie der Verband der Theater- und Kino- 402 Fällen gewährt. Die Kosten hierfür betrugen 1910 8223 M. Landtagswähler. Unter den 410 000 Flugblättern befanden sich angestellten mit 400 Mitgliedern. Die gesamte Gewerk- und 1911 9147 M. Eine Reihe Rechtsschutzgesuche mußte der Vor- 44 000 Stüd illustrierte Flugblätter. Das Volksblatt" hat einige ichaftsbewegung zählte im Jahre 1911 alfo 3042 203 stand ablehnen. Hundert Abonnenten gewonnen. Für Preßprozesse waren 592,56 Mitglieder und hatte eine Zunahme von 354 185 Mitgliedern. Mark erforderlich. Ihre Gesamteinnahmen betrugen, ausschließlich der Unabhängigen Vereine. 80 953 814 Mt., ihre Gesamtausgaben 67 629 149 W. und ihre Vermögensbestände 70 878 305 22. Für die Unterstübungseinrichtungen des Bundes Nach dem Kassenbericht für 1911 beliefen sich die Einnahmen und Ausgaben auf 894 527 M. An Beiträgen wurden 316 518 m. vereinnahmt. Das Bundesorgan erforderte einen Zuschuß von 85 606 M., gegenüber 72550 M. im Jahre 1910. Das Eine Zunahme an Mitgliedern verzeichneten die Zen- Vermögen des Bundes betrug am 22. Januar 1912 209 862 M. tralverbände mit 303 688 oder 15,05 Proz., die christlichen Gewerk- Das Fahrradhaus Frischauf", das über das erste schatfen mit 45 828 oder 15,53 Proz., während die Hirsch- Duncker- Geschäftsjahr in eigener Regie des Bundes berichten kann, hat einen schen Gewerkvereine um 14 828 oder 12,10 Broz. zurüdgingen. ganz gewaltigen Aufschwung genommen. Der Umsatz stieg im Die Organisationen der Privatangestellten Jahre 1911 auf 842 605 M., und überflügelte somit das Jahr 1910, hatten nach dem Reichsarbeitsblatt" in 62 Verbänden 822 604 Mit- das eine Umsatz von 474 974 M. zu verzeichnen hatte, um 367 631 glieder. Und die wirtschaftsfriedlichen Vereine( Gelbe Mark oder 77,4 Proz. Der Fortschritt übertraf alle Erwarund Vaterländische) hatten 162 262 Mitglieder( 1910: 121 126). tungen. An Fahrrädern wurden 1911 3144 umgesetzt, ferner Noch in keinem Jahr ist der Ansturm unserer Feinde gegen 34 219 Deden, 21 724 Schläuche, 2633 Freilaufnaben, 18 228 Müzen die freien Gewerkschaften so heftig gewesen wie im vergangenen. und für 20 000 M. Sweater. Und dabei könnte der Umsatz, wenn Die Scharfmacher schreien nach gesetzlichen Bedrückungsmaßnahmen alle Mitglieder ihre genossenschaftliche Pflichten erfüllten, noch ein gegen unsere Gewerkschaften. Silfreiche. Hand dazu bieten ihnen weit größerer sein. Die Bilanz des Fahrradhauses Frischauf" mehr oder minder offensichtlich die gegnerischen Gewerkschaften. weist bei einem Reingewinn von 49 446 M. in Aktiva und Passiva Und der Erfolg? Eine fast nie dagewesene starte Fort- 611 869 M. auf. entwidelung derzentralisierten Gewerkschaften! Am festgefügten Bau dieser einheitlichen Organisationen zerschellen alle Scharfmachereien und Zersplitterungsversuche. Par Verbandstag der Fabrikarbeiter. Dresden, den 9. August 1912. Bierter Verhandlungstag. Aus der Partei. Aus den Organisationen. " * In der 3. Generalversammlung der Parteiorganisation für den 16. sächsischen Reichstagswahlkreis( Chemnitz) wurde die Des batte über den Parteitag fortgesetzt. In der zum Teil recht stür mischen Auseinandersetzung wurde beantragt, das Stichwahlab kommen zu mißbilligen. Dieser Antrag wurde mit großer Mehr heit abgelehnt. Abgelehnt wurde ferner ein Antrag, der von Parteitag verlangt, die Genossen aufzufordern, aus der Kirche aus zutreten und mit der Religion zu brechen. In der Diskussion darüber kam zum Abdruck, daß wir an dem Satz im Programm, Religion ist Privatsache, festhalten. Organisationsänderung in Deutsch- Defterreich. Der Parteivorstand der Deutschen Sozialdemokratie in Defter reich hat soeben eine dem diesjährigen, im November stattfindenden Parteitag zu unterbreitende Vorlage veröffentlicht, die einige nicht uninteressante Aenderungen des Organisationsstatuts bringt. Es wird neu bestimmt, daß auch grober Verstoß gegen die Partei interessen, nicht nur gegen ihre Grundsätze, zum Ausschluß führt; daß über die Aufnahme in die Partei die Bezirks organi sation entscheidet; daß die Frawen organisation ein Teil der Zur Landesversammlung der württembergischen Sozialdemo- Gesamtpartei ist und sich in derselben Weise gliedert. Es soll der fratie, die am 31. August in Heilbronn zusammentritt, veröffent- jeweils übergeordneten Instang ein Einspruchsrecht gegen die Sta licht der Landesvorstand die eingelaufenen Anträge. Die Göp- tuten der Lotal-, Bezirks, Kreis- und Landesorganisationen, sofern pinger Genossen beantragen, die Zahl der Delegierten fünftiger diese dem Gesamtparteistatut widersprechen, gegeben werden. Die Die Beratung der allgemeinen Anträge wurde heute bei Landesversammlungen auf 250 zu begrenzen und diese 250 Dele- Vorausbezahlung der Parteimarten mit dem auf jede Organisation den Anträgen bezüglich der Gaue fortgesetzt. Die Anträge ver- gierten nach Maßgabe der Mitgliederzahl auf die Wahlkreise zu entfallenden Beitragsanteil durch diese Organisationen, worauf sie berteilen. Innerhalb der Wahlkreise sollen die Ortsvereine, auf die Marke zur Weitergabe erhalten, welche Verrechnungsmethode langen eine andere Gaueinteilung und die Anstellung von weite die ein oder mehrere Delegierte entfallen, selbständig, die kleineren sich in Böhmen außerordentlich bewährt hat, soll auf das ganze Reich ren Gauleitern für diesen oder jenen Bezirk. Bei der Abstimmung Ortsvereine gemeinsam ihre Delegierten durch Urabstimmung wäh- und die Beziehungen aller Instanzen zueinander ausgedehnt werden. fand kein Antrag eine Mehrheit. Gin Antrag, die Gaukonfe= renzen fünftig anstatt nach, vor dem Verbandstag abzuhalten, len. Wahlkreise, die nach ihrer Mitgliederzahl keinen Delegierten Der Wahlfonds wird durch das Statut obligatorisch mit bes wurde mit 83 gegen 69 Stimmen abgelehnt. Dem Vorstand über- beanspruchen können, sollen trotzdem einen bekommen. Die Reichs- sonderen Beiträgen eingeführt. Ebenso wird die Pflicht der Bezirke, wiesen wurden Anträge, für das Königreich Sachsen einen zwei- und Landtagsabgeordneten, die Mitglieder des Landesvorstandes, Kreise, Reichs-, Landtags- und Gemeindefraktionen, alljährlich an ten Gauleiter und für die Westpfalz und das Saarrevier einen be- des Bundesausschusses, der Preßkommission, der Geschäftsleitung den Parteivorstand zu berichten, statutarisch festgelegt. Der der„ Schwäbischen Tagivacht", die Landessekretäre und Redakteure Parteitag ist alljährlich bis 1911 mur alle zwei Jahre foldeten Agitationsleiter anzustellen. Ueber die Versicherung der Verbandsfunktionäre berichtete hier- sollen nur beratende Stimme haben. Ein Antrag Heilbronn einzuberufen. Außer den Delegierten der Bezirke, Kreise, Länder auf für die Statutenberatungskommission Thiemig- Hannover. will, daß bei den Abstimmungen auf der Landesversammlung die und Zentralverbände sind die Parteiredaktionen und ชิน bollberechtigter Der Vorstand hat sich von mehreren Versicherungsgesellschaften Zahl der von den Delegierten vertretenen Mitglieder zugrunde Reichsratsabgeordneten Anträge auf Aende Offerten über die Versicherung sämtlicher Verbands funktio- gelegt werde. Zur Ueberwachung der Parteipresse sind mehrere Teilnahme am Parteitag berechtigt. näre geben lassen. Nach eingehender Prüfung der Materie fam Anträge gestellt. Ein Antrag UI'm will die Kontrolle der prinzi- rung der Organisation können mit von der Parteiverpiellen und taktischen Haltung der Parteiblätter Württembergs tretung( so wird der Parteivorstand von alter her genannt) oder die Statutenberatungskommission zu dem Schluſſe, die Errichtung dem Landesvorstand übertragen, über Beschwerden den Landes- von den Genossen schon se chs Wochen vor dem Parteitag gestellt einer eigenen Unterstützungskasse dem Verbandstag zu empfehlen. Die Verwaltung soll in den Händen des Vorstandes ausschuß, in letzter Instanz die Landesversammlung entscheiden werden. Die erweiterte Reichsparteivertretung besteht aus 20 Ber liegen. Unterstübung erhält jeder Funktionär des Verbandes, der lassen. Ein Geventualantrag UI m will eine Preßkommission, die sonen, wovon 10 die Parteibertretung und 10 die Kontrolle bilden. bei einer im Auftrag und im Dienste des Verbandes verrichteten bon allen an der Gestaltung des politischen Teils der Tagwacht" Die Reichsparteibertretung soll allein oder durch die von ihr be Arbeitsleistung berunglückt. Ein klagbares Recht soll keinem Mit-( den vier Provinzblätter beziehen) interessierten Parteigenossen ge- stellten Organe die Angestellten der Partei ernennen, ihre Bezüge gliede zustehen. Die zu gewährende Unterstützung besteht in: wählt werden soll, und zwar sollen auf den 1. Wahlkreis 3, auf und Rechtsverhältnisse regeln. In dringenden Fällen darf die 1. Kranten-, 2. Invaliden-, 3. Witwenunterstützung und 4. Sterbe- den 2. zwei, auf den 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10. und 14. Wahlkreis je Parteivertretung eine Reichatonferenz einberufen, an der geld. Die Unterstützungssumme beträgt: bei 1. 15 M. wöchentlich ein Mitglied entfallen. In derselben Richtung bewegt sich ein An- die Landesparteivertretungen( in denen die Kreise vertreten sind)! für verheiratete und 12 M. für ledige Kollegen, bis zur Höchstdauer trag Göppingen, der jedoch den Landesvorstand 2, den Landesaus- teilzunehmen berechtigt sind. Wichtig ist noch die Bestimmung über die Aufstellung der bon 12 Monaten; bei 2. 300 M. für verheiratete und 200 M. für schuß 1 Mitglied in die Preßkommission wählen lassen, den 7., 8. und 9. Wahlkreis dagegen unvertreten lassen will. Während aber Reichsratskandidaturen. Die Kandidaten werden bei ledige Mitglieder. Die Witwenunterstützung beträgt. jährlich 300 der Ulmer Antrag eventuell alle württembergischen Parteiblätter allgemeinen Neuwahlen von der Reichskonferenz Mark und die Invalidenunterſtüßung je nach dem Grade der In- dieser Breßkommission unterstellen will, soll sie nach dem Göppinger auf Grund eines Einvernehmens zwischen der Parteivertretung und validität 150-600 m. jährlich. Die Kosten für die Kasse werden durch Umlageverfahren von den Zahlstellen erhoben. Für jedes Antrag nur für die Schwäbische Tagwacht" zuständig sein, hier dem Wahlbezirk aufgestellt. Ist eine Einigung nicht zustande ge Mitglied find 5 Pf. pro Jahr zu entrichten. Die Hauptfasse zahlt aber auch zugleich über die Anstellung des Personals entscheiden kommen, so entscheidet die Reichskonferens auf Grund der begrün und zwar ohne Mitwirkung des Landesvorstandes. Ein weiterer deten Vorschläge beider Parteien. Bei Ersatzwahren entscheidet jährlich einen 50prozentigen Zuschlag zu dieser Einnahme. Der Verbandstag stimmte den Vorschlägen einstimmig zu. Antrag Göppingen verlangt, daß die Landtagskondidaten zur Lan- endgültig im Fall einer Nichteinigung eine aus je brei Vertretern Es wurde nun in die Statutenberatung eingetreten. Den Be- desproporzwahl von den Delegierten der Parteigenoffen der zwei der Parteivertretung und der Wahlbezirkskonferens bestehende Kom richt der Kommission gab Hegemann Hamburg. Diese emp- Wahlfreife getrennt aufgestellt werden. Eine Reihe von Anträgen mission, deren Vorsitzenden der Klub der deutschen sozialdemokra fiehlt, sämtliche Anträge, die auf eine Beitragserhöhung oder eine bezieht sich auf die Frauenagitation und-organisation. Es wird tischen Reichsratsabgeordneten ernennt. die Schaffung einer Frauenagitationstommission und die AnAenderung der Unterſtüßungseinrichtungen hinziehe, abzustellung einer Sekretärin gefordert. Auch ein Bildungsausschuß In der Debatte begründeten die Delegierten die Anträge für ganz Württemberg soll gegründet werden. Ferner werden ihrer Zahlstellen. Das Ergebnis der Beratung ist durch nachfol- Detailwünsche mit Bezug auf die Landtagstätigkeit geäußert. Endlich macht eine Resolution des Jugendausschusses für ganz Würtgende Beschlüsse gegeben: Zu den Uebertritts bestimmun= gen wurde ein Antrag angenommen, nach dem Mitglieder, die zu temberg allen Parteigenossen zur Pflicht, ihre Kinder der Jugendeiner anderen Organisation übertreten, ihre alten Rechte wieder organisation zuzuführen. erlangen, wenn sie innerhalb dreier Monate infolge Berufswechsels den Uebertritt zum Verband wieder vollziehen. Die Beiträge Auf der Generalversammlung des Kreisvereins für den In bezug auf die innere Organisation der Partei wurden in ihrer jebigen Höhe belassen. Die Bestimmungen 9. Hannoverschen Wahlkreis Hameln- Springe, der bei der Reichs- beschloß der Vorstand, in jeder Provinz einen oder mehrer Verhierüber wurden dahin erweitert, daß, wenn ein Mitglied von der tagswahl von uns erobert wurde, konnte über einen erfreulichen trauensleute zu ernennen, die die Beziehungen zum Vorſtande er45 Pf.- Klasse in die 55 Pf.- Klasse übertritt, die geleisteten niederen Aufschwung der Parteiorganisation im Kreise berichtet werden. Die leichtern sollen. Die Wahl dieser Vertrauensmänner wird dem Beiträge als 55 Pf. Beiträge gezählt werden. Tritt ein Mitglied Anzahl der Ortsvereine ist um 3, auf 37, gestiegen. Der Verein Sekretariat des Parteivorstandes überlassen. Bf- stlaſſe in eine pöhere lase über, written nieperen zählt jebt 2846 männliche und 391 weibliche Witglieder gegen 2403 An Stelle der Abgeordneten Bissolati und Cabrini Beiträge in solche der höheren Klasse umgerechnet. In jedem refp. 373 im Jahre 1911. Der„ Volkswille" zählt im Kreise 3908 delegierte der Parteivorstand die Genossen, Agnini und Ange6. Jahre ist ein 53. Wochenbeitrag zu entrichten. Die Anträge auf Abonnenten; auch die Leser der Arbeiter- Jugend" haben sich be- lica Balabanoff zu Vertretern der italienischen Partei im Abänderung der Unterstützungseinrichtungen wurden sämtlich ab- trächtlich vermehrt. In 17 Gemeindeausschüssen sind 46 Genossen internationalen Bureau. gelehnt. Der Ausschuß besteht fünftig auf 7 Personen( bisher 5). Gemeindevertreter, außerdem in einer Stadt 2 Bürgervorsteher Was die Frage der Stellung zum Freimaurerorden Die Bestimmungen über die Wahl der Delegierten zum( Stadtverordnete). Der Kassenbericht weist eine Einnahme von betrifft, so nimmt der Parteivorstand zur Kenntnis, daß Genoffe Berbandstag wurde abgeändert. Auf 1000 Mitglieder kommt ein 22 266,87 M. und eine Ausgabe von 21 438,64 M. nach. In einem Perda seine Austrittserklärung aus der Partei nicht aufrecht Delegierter, auf weitere 1500( bisher 1000) ein Delegierter mehr. Referat über die preußischen Landtagswahlen wandte erhält, nachdem der Parteitag einstimmig beschlossen hatte, fie als Das abgeänderte Statut wurde en bloc einstimmig angenommen. sich Genosse Leinert gegen den bekannten Vorschlag des Ge- nicht erfolgt anzusehen. In dem an den Parteivorstand gerichteten nossen Eisner, mit den Liberalen vor den Urwahlen Ab- Schreiben Lerdas heißt es, daß dieses Botum des Parteitages als machungen über die Wahl der Wahlmänner zu treffen. Den eine stillschweigende Desavouierung der in der Resolution Mazzoni Eisnerschen Vorschlag bezeichnete Leinert als un annehmbar, enthaltenen Beschimpfungen der Freimaurer anzusehen sei. Der da für die Sozialdemokratie ein politisches Interesse gebiete, fest- Parteivorstand beschloß dann, sofort eine Urabstimmung über die Am Sonnabend nachmittag begann im Gewerkschaftshause zu zustellen, wie das öffentliche Bekenntnis zur Partei Fortschritte beiden folgenden Fragen vorzunehmen: 1. Ist die gleichzeitige MitDresden der neunte Bundestag des Arbeiterradfahrerbundes mache. Das Parteiverhältnis bei den Reichstagswahlen sei nicht gliedschaft der sozialistischen Partei und des Freimaurerordens un" Solidarität". In seinem Geschäftsbericht konstatiert der auf Preußen zu übertragen, da die Nationalliberalen gar bereinbar? 2. Im Falle einer bejahenden Antwort sind die BerVorstand mit Befriedigung, daß der Bund gefestigter wie je zuvor nicht an einen Kampf gegen die Konservativen sonen aus der Partei auszuschließen, die gegen den Beschluß der dastehe. Die Bewegung habe große Fortschritte gemacht und allent- dächten, sondern sich teilweise an diese hielten, um dem Fort- Partei im Freimaurerorden bleiben oder ihm beitreten? Diesen halben zeige sich ein Emporstreben und ein Aufschwung. Viele neue schritt entgegenzutreten. Nach den Uriahlen lasse sich über gegen- Fragen wird eine erläuternde Einführung des Parteivorstandes Anhänger feien der Organisation zugeführt worden. Die größte jeitige Unterstüßung reden, wenn der Liberalismus in der Auf- beigefügt werden, und sie werden im Laufe des August allen SekBekämpfung fand der Bund durch die Behörden. Die früher an- ftellung der Wahlmänner die Gewähr biete, daß ihm. der Kampf tionen zugestellt werden. Die Antwort muß im Laufe des Oktober gewandte Nadelstichpolitik hat einem offenen und brutalen Vor- gegen die Reaktion Ernst sei. Unsere Genoffen müßten in allen dem Parteivorstande zugehen. Es ist sehr zu begrüßen, daß die gehen Platz gemacht. Die Regierungsvertreter und behördliche Or- Ortsvereinen für Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit Frage noch vor den Parlamentswahlen entschieden wird, da mehrere lehnen. Neunter Bundestag der Arbeiterradfahrer. A # Die weiteren Bestimmungen des Entwurfes, dessen straffe Ben tralisationsgedanken eine sehr rege Diskussion hervorrufen dürfte, beziehen sich auf das Schiedsgerichts- und Ausschlußverfahren und können deshalb wohl beiseite gelassen werden Aus der italienischen Partei. Der neue italienische Parteivorstand hat am 3. und 4. August in Mailand seine erste Tagung abgehalten. Meine Notizen. sozialistische Abgeordnete und zahlreiche Parteikandidaten notorische I am Hinterkopf schwer verwundet, während eine zweite in die Schläfe[ Freimaurer find. eingedrungen war. Der dritte Schuß streifte nur die Schulter und Unfall auf einem deutschen Kriegsschiff. Das Linienschiff Der Parteivorstand hat sich dann mit einem Entschädigungs- verlegte sie unerheblich. Als sich die Beamten in das anstoßende Thüringen" lief gestern, die Flagge Halbftod, von der Ostsee antrag beschäftigt, den der politische Sekretär Ciotti des früheren Zimmer begaben, um nach dem Gatten der ermordeten Frau zn kommend in den Kieler Hafen ein und landete zwei Heizer, Betry Parteivorstandes gestellt hat. Wie das nicht anders zu erwarten war, wurde Ciotti kein Recht auf Entschädigung zugesprochen. ſuchen, fanden sie ihn friedlich in seinem Bette aus Diedenhofen und Lange aus Neubrandenburg. Beide wurden Erstens ist bisher niemals eine Entschädigung gezahlt worden, und schlafend. Als er geweckt und über den Mord befragt wurde, bei einem Unfall an Bord des Schiffes schwer verbrüht. zweitens würde durch Anwendung des journalistischen Gewohnheits- fagte er: Jch hielt sie, als ich nach Hause zurückkehrte, für einen Betry starb alsbald, während Lange schwere Verlegungen davonrechtes auf jede Art von Parteistellung jeder Wechsel der politischen Verbrecher. Zur Büchse greifend, rief ich der vor mir stehenden getragen hat. Leitung zu einem schweren finanziellen Schaden der Partei. Es Person zu: Bist du es, Liddy, so sage es, wenn du nicht gleich antstellt ohnehin schon schwere Ansprüche an die Parteifinanzen, daß wortest, schieße ich. Da ich keine Antwort erhielt, feuerte ich mehrere kein Redakteur und kein Korrespondent des„ Avanti", trop des Schüsse ab, da ich einen Einbrecher vor mir habe. Erst nach der Tat Wechsels der politischen Richtung, den das Blatt erfährt, entlassen werden kann, ohne 6 Monate Gehalt zu bekommen, und ebenso viele sah ich meinen schrecklichen Frrtum ein. weitere Monate, als er Jahre in seiner Stellung tätig war. Will zweiflung nicht, was ich tun sollte, und begab mich in man diese Rechte auf jede Parteistellung ausdehnen, ohne daß dafür mein Bett. die innere Begründung besteht, die sich aus der journalistischen Tätigkeit ergibt, so würde das sicher zu weit führen. Außerdem ist ja Ciotti durch seine Entlassung durchaus nicht arbeitslos geworden, da er im reformistischen Parteivorstand dieselbe Stellung einnimmt, die er bis jetzt in unserer Partei eingenommen hatte. Die Tagung des Parteivorstandes dauert fort. Das Landprogramm der amerikanischen Sozialisten. Im Anschluß an das allgemeine Programm wurde vom Parteitag zu Indianopolis folgendes Spezialprogramm beschlossen: 6. Staatliche Ich wußte vor VerEulenburgereien eines patriotischen Jugendführers. Der Führer einer Abteilung der Breslauer Jugendwehr hat bei Gelegenheit einer sogenannten Felddienstübung an einem schulpflichtigen Knaben unsittliche Handlungen verübt, die eine Bestrafung nach§ 175 des Strafgesetbuches nach sich ziehen. In Breslauer patriotischen Kreisen versucht man die blamable Angelegenheit totzuschweigen. Da aber immer nähere Details in die Deffentlichkeit dringen, wird ein gerichtliches Nachspiel nicht ausbleiben können, was natürlich für die patriotischen Jugendretter sehr unangenehm ist. Typhnsepidemie in Südfrankreich. 1. Zurückbehaltung und ständige Erweiterung des öffent lichen Besizes; Rückbehaltung von Schul- und anderen Ländereien. Ankauf dürren oder fumpfigen Landes. Ankauf alles wegen Steuerrückständen verkauften Landes. Desgleichen abge= In der Stadt Avignon ist eine schwere Typhusepidemie zum trennten und nicht zugeteilten Indianerlandes. Zurückbehaltung berpachteten Landes nach Beendigung der Pacht; Bezahlung der Ver- Ausbruch gekommen, die bereits 500 Opfer gefordert hat, davon besserungen. 2. Abtrennung des Landwirtschaftsamtes 60 unter den dortigen Truppen. Da vermutet wird, daß die Ursache von der politischen Regierung; Wahl der Mitglieder und Beamten der Epidemie auf schlechtes Trinkwasser zurückzuführen ist, haben die durch direkte Wahl der Landwirte. 3. Errichtung staatlicher Behörden die Sterilisierung des Trinkwassers angeordnet. Ferner Lagerhäuser. 4. Freie landwirtschaftliche Erziehung ist die Stadtverwaltung damit beschäftigt, eine großzügige, den und Anlage von Musterfarmen.- 5. Förderung der landwirtschaft- modernen hygienischen und sanitären Vorschriften entsprechende Trinklichen Genossenschaften für Ankauf von Samen, Dung, schaffung und Benutzung von Maschinen, Verarbeitung und Verkauf Anschwellens der Ziffer der Erkrankten hat sich in der Bevölkerung schaffung und Benutzung von Maschinen, Verarbeitung und Verkauf wafferanlage zu beschaffen. Infolge des außerordentlich rapiden von Produkten, gemeinsame Landbearbeitung. Shpotheken- und Warenbeleihung zum Kostenpreise. eine große Unruhe bemerkbar gemacht. Zahlreiche Einwohner haben 7. Staatsversicherung gegen Viehschaden, Mißernte, die Stadt bereits verlassen. Insekten, Feuer, Sturm, Wasser, Hagel. 8. Unterstützung der Randarbeiter in der Bildung von Genossenschaften mit dem Recht, Schuldscheine, einlösbar in 40 Jahren, zwecks Am Sonnabendmittag hat auf der Baltanhalbinsel ein Erwerb von Land auszugeben. Einzelerwerb des Landes zum neues heftiges Erdbeben stattgefunden, das in verschiedenen Kostenpreis in bar oder 40 jährigen Renten. 9. Steuer- und Provinzen erheblichen Schaden verursachte. Das ErdPfandfreiheit von Wohnung, Werkzeug, Vieh, Anlagen bis beben war besonders start in Radiköj und auf den zum Werte von 1000 Dollars. 10. Progressivsteuer auf Prinzeninseln. Es scheint sich auch auf das Wilajet Bacht- und Spekulationsland. 11. Recht zum Erwerb des Landes Adrianopel erstreckt zu haben. Nähere Nachrichten fehlen, da außerhalb wohnender Herren zum Tarpreis+10 Proz. 12. Abgabe öffentlichen Landes an landlose Farmer zum üblichen die Telegraphenlinien zerstört sind. In Pera Bachtiaß unter Aufsicht des Landwirtschaftsamts. Pachtfreiheit, wurde die Wasserleitung beschädigt. In Tschorlu, an der sobald die Pacht den Wert gededt hat. Erhaltung des Gemein- Eisenbahnlinie nach Adrianopel, wurden etwa 400 Häuser besizes an allem diesem Lande. sowie die Telegraphenstation durch Feuer zerstört. In Gallipoli find das Telegraphenamt und einige Häuser eingestürzt. Die Telegraphenlinien mit Bulgarien sind unterbrochen. Aus aller Welt. Ein eigenartiges Verschen. Eine Blutat, die durch die Begleitumstände einem vorbedachten Morde verzweifelt ähnlich sieht, erregt in New York großes Aufsehen. Als der Baumwollmakler Matthew O'Callaghan am Freiag gegen Morgen in seine Wohnung zurückkehrte, gab er auf seine Frau mit seinem Revolver mehrere Schüsse ab, die diese tödlich verlegten. Als die Polizei in die Wohnung eindrang, fand man die Frau blutüberströmt im Vorzimmer. Sie gab noch einige rochelnde Laute von sich und verschied. Eine Kugel hatte sie " Neues Erdbeben in der Türkei. Die beherte Kuh. In einer Freiberger Zeitung war dieser Tage folgendes Inserat zu lesen: Ehrenerklärung. Wegen der von mir ausgesprochenen Beschuldigung, daß Frau E. Hpt. in Br. schuld daran sei, daß meine Kuh keine Milch mehr gebe und von ihr behert worden sei, bitte ich Frau E. Hpt. hiermit öffentlich um Entschuldigung und Verzeihung. Ernst. J." Br., 22. Juli 1912. Opfer des Bergsports. Bei der Besteigung des Wazmann ist der Lehrer Bod aus Hartenstein im Erzgebirge abgestürzt. - Der feit acht Tagen Der Verletzte erlitt tödliche Verlegungen. verschwundene Tourist Karl von Kirchbach aus Dresden wand des Puflatsch zerschmettert aufgefunden. Dem Augenschein ist in den Tiroler Alpen abgestürzt und wurde am Fuße der Ost nach ist er etwa 150 Meter tief abgestürzt. Schweres Automobilunglück. Am Sonnabend morgen fuhr das Automobil des Fabrikanten Dua as aus Meerane auf einer Chaussee, in der Nähe von Altenburg, mit großer Wucht gegen einen Baum. Von den drei Insassen wurde eine Dame sofort Das Automobil bergetötet und zwei Herren leicht verletzt. Brannte vollständig. Großfeuer in einer russischen Stadt. Durch eine Feuersbrunst sind vier Straßen der Stadt jasma eingeäschert worden. Ueber achtzig Häuser sind den Flammen zum Opfer gefallen. Korruption in einer amerikanischen Stadtverwaltung. Wie ein Telegramm aus Detroit meldet, find am Sonnabend fünfzehn Aldermen unter der Beschuldigung berhaftet worden, große Summen Best echungsgelder angenommen und die Veräußerung städtischen Eigentums an eine Eisenbahngesellschaft begünstigt zu haben. APOTH.FECHER'S Ges.gesch Zähne, führung, biütefte Preiſe. ufsstreu Zähne Pulver Bestes Kosmetikum d.Welt.z.Pflege d.Füße, Kein Wundlaufen. kein Geruch mehr. Von ärztl, Autorität.sehr empfohl. Zu haben in all. Drog.u.Apoth.PreisM1, Wonicht erhältl. erf.geg. Einsdg.v.M 1.15 FrankoVersand direkt v.Fabrik Hans Fecher.31 Frankfurt a. M. 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Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Mr. 186. 29. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Wirtschaftlicher Wochenbericht. Kampf in der Petroleumindustrie? = V Sonntag, 11. Auguft 1912. Gesellschaft haben wir bereits früher gewürdigt. Vereinigt sich diese vorwärts gemacht. Die bekannt gewordenen Ziffern erweisen aufs Gruppe mit der Europäischen Petroleum- Union, so stünde dem Trüft deutlichste, daß die häufigen Klagen über eine drohende Eiseneine gewichtige Vereinigung von Produktions-, Reinigungs- und noi durchaus unhaltbar und nur erhoben sind, um einer erneuten Transportgesellschaften gegenüber. Preissteigerung den Boden zu bereiten. Auch die russische Petroleumproduktion hat sich in diesem Jahre Jm Gesamtverlauf der ersten sieben Monate 1907 bis 1912 gefester zusammengeschlossen. Die Unternehmungen Société de staltete sich die deutsche Hochofenproduktion in Millionen Tonnen Naphte Russe, Société de Naphte de Russe, Société de wie folgt: Naphte Ronno, Société de Naphte Schichowo, S. M. Liernosoff 1907 1908 1909 1910 1911 1912 " 1907 1908 1909 1910 1911 1918 120,70 112,67 115,52 130,83 137,66 149,82 Der seltene Fall, daß vor kurzem zin deutsches Gericht einen Vertrag für nichtig erklärt hat, der das Monopol einer Gesellschaft begründet, scheint den Anlaß für einen neuen Kampf in der inter nationalen Petroleumindustrie abzugeben. Der Vertrag zwischen et fils und Melikoff haben sich in dem neuen Trust Russian Januar- Juli 7,47 7,06 7,34 8,43 8,97 9,89 der Deutsch- Amerikanischen Petroleum A. G. und Dil Corporation zusammengeschlossen, der ein Kapital von der Deutschen Petroleum Verkaufs G. m. b. H., 2,5 Millionen Pfund Sterling repräsentiert. Die Gesellschaft wird Tempo der Steigerung noch feine Verlangsamung aufweist. Ein Verfolgt man diese Ziffern eingehender, fo ergibt sich, daß das dessen Lösung von seiten der G. m. b. H. das Landgericht zu Hamburg 75 Millionen Pud jährlich produzieren. Außerdem übt sie die noch flareres Bild vom Fortschritt der Roheisenerzeugung läßt fich für gerechtfertigt erklärte, bestand seit 1907. Es hatte dem Kampf Kontrolle über zwei weitere Gesellschaften mit einer Produktion von gewinnen, wenn man die absoluten Produktionsziffern zur jeweiligen zivischen dem amerikanischen Deltrust und der Deutschen 40 Millionen Pfund. Hinter dieser russischen Gruppe stehen mehrere Bevölkerung ins Verhältnis fett. G. m. b. H. ein Ende gemacht. Die G. m. 6. S. übernahm der fapitalfräftigsten russischen Banken. Die Beherrschung des ge- Deutschlands wuchs die heimische Eisengewinnung für den Jahres Pro Kopf der Bevölkerung den Verkauf der Europäischen Petroleum- Union, an der die famten russischen Betroleummarktes ist ihr Ziel. Sie wird sich dabei abschnitt Januar bis Juli 1907 bis 1912 in Silogramm folgendes Deutsche Bank, Nobel und Nothschild interessiert sind. In dem mit der Naphthaproduktionsgesellschaft Gebr. Nobel, d. h. mit der maßen: Vertrage von 1907 erhielt die G. m. b. H. zwar ein größeres Europäischen Union einigen müssen. Abjazquantum zugebilligt, mußte aber dafür eine weitgehende Kontrolle Mit seinem wichtigsten Konkurrenten, der Königlich Nieder- Januar- Juli der Geschäftsorganisation einräumen. Alle Instruktionen über die Iändischen Gesellschaft, scheint sich der Trust bereits Pro Kopf Organisation, selbst über Personalveränderungen, sollten der Deutsch- wieber im Stampfe zu befinden, trozdem fürzlich von einem Friedens- Bu- bezw. Abnahme-8,03+2,85+15,31+6,83+12,16 Amerikanischen Gesellschaft zustehen. Dieser Vertrag ist nach Mit schlusse zwischen ihnen berichtet wurde. Beide Trusts haben in das Sezt man die Gesamtproduktion des Jahres 1911 gleich 100, teilungen der G. m. 6. H. in einer für sie äußerst drückenden Weise Hauptproduktionsgebiet des Gegners Konkurrenzunternehmen gefeßt. so wurden in den ersten sieben Monaten des Vorjahres bon dieser gehandhabt worden. Die Deutsch- Amerikanische A.-G. hat, wie das Die Königlich Niederländische Gesellschaft hat in Amerika die„ Indische Menge 57,3 Broz. gewonnen; in der Vergleichszeit des laufenden bei ihr als Tochterunternehmen des amerikanischen Trusts selbst- Raffinerie- Gesellschaft Kalifornien" gegründet, der amerikanische Trust Jahres stellte sich die Erzeugung, an der nämlichen Menge gemessen, verständlich ist, den Vertrag benutzt, um mit Hilfe der G. m. b. H. in Niederländisch- Indien die Nederlandsche Koloniale Petroleum auf 63,2 Proz. Absolut am stärksten nahm die Eisengewinnung im nur die eigenen Interessen innerhalb Deutschlands nachdrücklich zu Maatschappij". Obgleich diese Neugründungen ursprünglich keine feind rheinisch- westfälischen Industriebezir zu, wo sie im vertreten. Der Kampf gegen galizische Produzenten in Schlesien, lichen Maßregeln darstellen sollten, hat doch das amerikanische Tochter- Vergleich mit dem Vorjahre von 3,93 auf 4,36 Mill. Tonnen anwuchs. der Auskauf von Handelsfirmen wurden betrieben, um die Organi- unternehmen gegen den Widerspruch der niederländischen Gesellschaft Die Versorgung des deutschen Martte s mit Roheisen, sation des Trusts zu ungunsten der G. m. b. H. und sogar in Nord- Borneo und auf der Kelias- Halbinsel weitere Schürf- und die sich vorläufig nur für das erste Halbjahr feststellen läßt, ergibt auf deren Kosten auszubauen. Die Deutsch- Amerikanische A.-G. Bohrrechte erworben. Damit könnte der Kampf auch zwischen diesen sich durch Einrechnung der Einfuhr in die heimische Produktion sowie foll sogar ihrer Alliierten schlechteres Del geliefert haben. beiden Gruppen eröffnet sein. durch Abzug des Gesamtegports. Die deutsche Hochofengewinnung Die G. m. b. H. suchte deshalb auf alle Weise von der Amerikanischen Der Trust rüstet offensichtlich. Sein Zweigunternehmen in belief sich in den ersten sechs Monaten 1912 auf 8,42 Mill. Tonnen. A.-G. loszukommen. Sie ließ durch die deutsche Treuhand- A.- G. Kansas hat eine Stapitalserhöhung von einer auf zehn Millionen Rechnet man die Einfuhr hinzu, so ergibt sich eine Summe von die Bücher prüfen und sich auf Grund dieser Prüfung bestätigen, Dollar vorgenommen. Die New Yorker Gesellschaft des Trusts wird 8,86 Millionen Tonnen für das verflossene Halbjahr. Der Eisendaß die A.-G. in der Vertragsanwendung einseitig nur ihre eigenen voraussichtlich ihr Kapital um 45 Millionen, bon 15 auf 60 Millionen export ist recht bedeutend gestiegen, von 3,44 auf 4,03 Millionen Interessen verfolge. Als die Amerikanische A.-G. weitere Prüfungen Dollar vergrößern. Der finanzielle Stand des Rockefeller- Trusts ist Tonnen; es bleiben mithin für die Versorgung des deutschen Konfuns untersagte und infolge des fich daran anschließenden Briefwechsels glänzend. Seine Aftien sind seit einem Jahre um 400 Proz. in die 4,82 Millionen Tonnen in der Berichtsperiode. Pro Kopf der Bedie Entlassung der beiden Geschäftsführer der G. m. 6. H. forderte, Höhe gegangen und bewegen fich augenblicklich um 1000 herum. Auch bölkerung errechnet sich mithin eine Zunahme der Versorgung von Löste diese den Vertrag. Vor Gericht berief sich die G. m. b.. die übrigen Gruppen konnten infolge des günstigen Preisstandes 71,26 auf 73,10 Kilogramm. Vergleichsweise sei angegeben, daß im gegen die Klage der A.-G. auf formal- juristische Bedenken Kapitalien aufnehmen. An den Börsen sette eine Hausfebewegung ersten Halbjahr 1907 für die Versorgung des deutschen Marktes gegen den Vertrag und auf Die ungerechte Hand- in Petroleumpapieren ein. Die russischen Petroleumaktien haben 4,47 Millionen Tonnen oder 72,28 Stilo pro Kopf der Bevölkerung habung des Vertrags durch die A.-G. Das Gericht einen äußerst hohen Kursstand erreicht. Ein neuer Kampf würde zur Verfügung standen. sah von einer Nachprüfung dieser Einwände aber überhaupt ab. mit großen Verlusten für alle beteiligten Parteien verbunden sein. Es beurteilte den Vertrag als einen Verstoß gegen die Gewerbes So ist es im Augenblick nicht sicher, ob nicht doch noch eine neue Eine Rekordernte ordnung, da er ein die freie Stonkurrenz beschränkendes Monopol Einigung erzielt werden wird. In Europa ist noch feine Preis ist nach den Erntevorschäzungen der Statistischen Korrespondenz fchaffe. Der Vertrag sei daher nicht zu Recht bestehend und die ermäßigung für Petroleum, das erste Zeichen eines ernsten Kampfes, zu erwarten. Vergleicht man die endgültigen Ergebnisse des verKlage der A.-G. auf Erfüllung des Vertrages abzuweisen. eingetreten. Die in Amerila vom Diltrust vorgenommenen Er- gangenen Jahres mit Schäßungen für dieses Jahr, so ergibt fich mäßigungen können vorläufig dadurch erklärt werden, daß der Trust folgendes Bild( in 1000 Tonnen): einen Druck auf seine Rohöllieferanten ausüben will. Winter Sommer Winter Sommer SommerErgebnis Weizen Roggen Agerſte 1911 2326 280 8366 61 Schäßung 2195 267 8735 65 1912 869 +4 Dieses Urteil der Kammer für Handelsfachen in Hamburg, das damit indirekt auch alle übrigen Monopolverhältnisse begründenden Berträge für nichtig erklärt, erfuhr merkwürdigerweise tort harte Kritit, wo man wenigstens den Worten nach selbst gegen Monopole anfämpft, in Amerika. Die amerikanische Presse sieht in dem Urteil den Einfluß der Deutschen Bank und eine besondere Unfreundlichkeit gegen den amerikanischen Trust. In ihren Spalten machen sich Anflagen gegen die Parteilichkeit des Gerichts und seine Beeinflussung durch ein Privatunternehmen besonders gut! Aus Induftrie und Handel. Die Konjunktur im Eisengewerbe. 131 1912 mehr(+) oder weniger als 1911. 13 Safer 1716 5210 1766 5625 + 50+ 414 Die Erzeugung der Hochofenwerke in Deutschland und Luremburg hat im lezten Jahrzehnt eine ganz beträchtliche Steigerung erDer Zeitpunkt des Kampfes der russischen und rumänischen fahren. Noch im Gesamtverlauf des Jahres 1900 hatte die Noh- Wenn diese Schäßungen auch auf subjektiven Angaben von Betroleumproduzenten gegen den Trust ist nicht schlecht gewählt. eisenproduktion der genannten Betriebe insgesamt 8520 541 Tonnen( etwa 3780) interessierten Landwirten beruhen, so genügen sie doch, Augenblicklich herrschen auf dem Petroleummarkt hohe Breise, die betragen. Infolge der unablässigen Erweiterung der einheimischen um die von agrarischen Blättern absichtlich verbreiteten pessimistischen zum Teil die Wirkung des seit mehreren Jahren hergestellten Friedens Hochöfen und durch das Entstehen neuer Werte erfuhr die Erzeugung Urteile zu widerlegen. Wenn die Getreidepreise trop mehrerer zwischen den verschiedenen Petroleummächten darstellen. In legter bis zum Jahre 1911 nahezu eine Verdoppelung. Sie betrug näm- hintereinander folgender guter Erntejahre nicht fielen, sondern noch Beit haben sich die Konkurrenten des Trusts aber tonsolidiert. Die lich im genannten Jahre 15 652 004 Tonnen. Im laufenden Jahre wie im vergangenen Jahre in die Höhe gingen, so ist damit von neuem Bedeutung des neuen Konzerns der Deutschen Erdöl Aktien hat diese Entwickelung einen weiteren ganz bedeutenden Schritt nach die Schändlichkeit unseres preisverteuernden Bollsystems bewiesen. Beginn; 10. August MädchenMode- Halbschuhe Schnürschuhe, braun, glatt Ziegenleder, Derbyschnitt, Form„ Elsa" Gr.25-26 27-28 29-30 31-33 34-35 3.60 4.00 4.50 5.00 5.50 Schwarze MädchenSchnür- u.Knopfstiefel aus gutem Rossleder Gr. 22-24 25-26 27-30 31-35 1.95 2.45 2.95 3.45 Schnürstiefel, Boxleder, mod. 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August 1912: Großes Sommerfest in der Brauerei Friedrichshain Am Friedrichshain 16 Garten- Konzert Erstklassige Spezialitäten Auftreten der beliebten Apollo- Sänger Großer Sommernachtsball Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pfennig nach :: Kinder- Fackelpolonaise:: Kinder sind frei und erhalten zwei Bons für Stocklaterne und Schaukel gratis Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Eintrittskarten à 25 Pf. sind im Vorverkauf bei den Vertrauensleuten zu haben Gleichzeitig auch am Tage des Festes an der Kasse Die Inhaber von Passepartouts sind verpflichtet, pro Person ein Programm zu 10 Pf. zu entnehmen Alle Kollegen und Kolleginnen nebst Familien, Freunden und Bekannten sind freundlichst eingeladen. 252/ 8* Die Ortsverwaltung Berlin 3. Die Kaffeeküche wird um 3 Uhr geöffnet ,, Sängerchor Wedding" Mitgl. d. D. A.-S.-B., Gau Berlin. Chormstr. Herr Emil Thilo. Sonntag, den 18. August 1912 im ,, Seebad Reinickendorf", Residenzstr. 49 Großes Vokal- u. Instrumental- Garten- Konzert unter Mitwirkung erstklassiger Spezialitäten. Eröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Eintrittskarten im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Jedes Kind erhält beim Eintritt einen Bon, für welchen eine Stocklaterne gratis verabfolgt wird. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen v. 2-6 Uhr zur Verfügung. 59/11 Excelsior- Lichtspielhaus Neukölln Bergstr. 151-152 Richardstr. 12-13 Passage Vom 10. bis 16. August inkl.: Der Mann ohne Gewissen Großes Sensations- Drama in 3 Akten. Sängerchor ,, Süd- Ost" Chormeister: Herr O. Kowalski. M. d. D. A.-S.-B. Sonnabend, den 17. August 1912 im Spree- Garten Treptow Gr. Sommer- Konzert des unter Mitwirkung Berliner Sinfonie- Orchesters. Bei ungünstiger Witterung Gr. Ball. N im Riesenfestsaal: 37892 Billige Spreewaldfahrten arrangiert vom Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am 18. August und 8. September: Besuch der schönsten und interessantesten Punkte des Ober- Spreewaldes. Wanderung durch die Burger Kolonie. Besichtigung des wendischen Kirchganges in Burg. Streifzug durch die BurgerKaupen. Kahnfahrt von der Straupitzer Buschmühle durch den herrlichen Erlenwald nach Wotschofka, Lehde und Lübbenau. Teilnehmerkarte 5,30 M., einschl. Mittagessen 6,30 M. Am 22. September und 13. Oktober: Besuch des Unter- Spreewaldes. Wanderung von Oderin nach Cöthen, am prächtigen Cöthener See hin nach Gr.- Wasserburg. Herrliche Kahnfahrt durch das urwald* ähnliche Sumpfgebiet. Besuch und Besichtigung von Lübben. Teilnehmerkarte 3,50 M., einschl. Mittagessen 4,50 M. 1/7 Teilnehmerkarten sind zu haben bei H. Heyse, Boyenstr. 19, P. Horsch, Engelufer 15; G. Zepmeisel, Neukölln, Hermannstr. 176. Spätester Meldetermin 2 Tage vor dem Stattfinden der betr. Fahrt. Achtung! Ausschneiden, aufheben! Erscheint nur einmal. Auf vielseitigen Wunsch! Sonntag, den 11. 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Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich das GartenNestaurant vom lieben Onkel Ernst in Treptow, Neue Krug- Allee 61, mit Kegelbahn, Saal und Vereinszimmer erworben habe, und bitte um gütigen Zuspruch. 37792 Tel.: Mpl. 10819 Karl Schüler, el.: Mpl. 10819 früher Fürbringerstr. 9. Markgrafen- Säle 34, Markgrafen- Damm 34. An der Stralauer Allee. MoabiterSchützenhaus, Plößensee. Gr. Front.- Feuerwerk. Elite- Konzert und Bunte Bühne. Im Restaurant täglich musikalische Festsäle, Säle für Hochzeiten Täglich: Große Kino- Vorstellung. Burgtheater- Kino und Unterhaltung. Vorzügliche Küche, Schönhauser Allee 129. ff. Biere u. Weine, Billard u. Kegelbahn u. Vereinsvergnügen. 4 hocheleg. Kegelbahnen. Tägl. Frei- Konzert und Frei- Kino im Garten. Rudolf Merz. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Großer Ball Sonntag: Großes Orchester. Anfang Sonntags 5 Uhr., A. Zameitat. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Freie Volksbühne. Das neue( 22.) Spieljahr beginnt am Sonntag, den 1. September 1912 Die neuen Mitgliedskarten der alten Mitglieder müssen abgeholt werden aus der alten Zahlstelle. Nicht abgeholte Karten werden vom 15. August ab an neue Mitglieder ausgegeben. Folgende Stücke sind vorläufig auf den Spielplan gesetzt: Neues Schauspielhaus| Lessing- Theater GN Pailleron: isol Die Welt, in der man sich langweilt Lustspiel in 5 Aufzügen Schönherr: Glaube und Heimat ( Die Tragödie eines Volkes) Residenz- Theater Herrnfeld- Theater A. Dumas: Françillon Schauspiel in 3 Aufzügen Abend- Abteilungen Extravorstellungen ( in eigener Regie) Strindberg: Der Vater Trauerspiel in 3 Aufzügen im Neuen Schauspielhaus Montag abends 8 Uhr: Thalia- Theater ( in eigener Regie) Max Dreyer: Des Pfarrers Tochter von Streladorf Komödie in 3 Aufzügen Deutsche Oper in Charlottenburg ( Voraussichtlich) Beethoven: menu Fidelio 1. Serie: 14( I.) Abendabt., Montag, 2. Septbr. 15( 11.) 16( III.) 99 17( IV.) 99 " 9. 99 16. 99 99 23. 99 99 mit besonderem Repertoire werden veranstaltet: im Lessing- Theater|| in der Deutschen Oper in Charlottenburg 6. Oktober, 25. Dezember, 23. März 2. Februar, 16. März, 13. April nachmittags 3 Uhr Erwerbung der Mitgliedschaft: Die Mitgliedschaft des Vereins Freie Volksbühne wird erworben durch Anmeldung in einer der unten verzeichneten Zahlstellen. Wer sich als Mitglied aufnehmen lassen will, schreibe Namen, Stand und Adresse in ein in jeder Zahlstelle erhältliches Formular und ist der erste Monatsbeitrag( 1,10 M. für die Nachmittags- Abteilungen oder 1,30 M. für die Abend- Abteilungen) zu hinterlegen. Das einmalige Eintrittsgeld nur für neue Mitglieder beträgt 90 Pf.; der Monatsbeitrag wird im Jahre nur zehnmal erhoben. 1990 Für den Beitrag erhält das Mitglied freien Zutritt zu seiner Theatervorstellung sowie die Schrift Freie Volksbühne", die eine ausführliche Besprechung der Stücke, den Theaterzettel, die Vereinsnachrichten und zahlreiche belehrende und unterhaltende Artikel enthält. Ferner wird dafür die Garderobe im Theater unentgeltlich aufbewahrt. Die Plätze im Zuschauerraum werden durch das Los bestimmt, und zwar gibt es sowohl einzelne Plätze als auch Doppelplätze für Ehepaare und Verwandte. Die zehn ordentlichen Vereinsvorstellungen finden, und zwar monatlich je eine für jedes Mitglied der Nachmittags- Abteilungen, in oben angeführten Theatern statt. Anmeldungen nehmen folgende Zahlstellen an: N.: Ernst Beyer, Zigarrenhandlung, Veteranenstr. 11. H. Roloff, Zigarrenhandlung, Wörther Str. 31. A. Charlet, Zigarrenhandlung, Ackerstr. 154. Paul Mazanke, Zigarrenhandlung, Pankstr. 24. H. Vogel I, Zigarrenhandlung, Lortzingstr. 37. C. Opitz, Zigarrenhandlung, Lynarstr. 2. J. v. d. Beeck, Zigarrenhandlung, Müllerstr. 60. A. Tietz, Zigarrenhandl., Invalidenstr. 124( Stett. Bahnh.)" Kriedemann, Zigarrenhandlung, Stargarder Straße 74. H. Brückner, Zigarrenhandlung, Gartenstr. 71. NO.: Franz Niemeyer, Zigarrenhandlung, Weberstr. 19. J. Reul, Zigarrenhandlung, Barnimstr. 42. M. Herforth, Zigarrenhandlung, Lippehner Straße 15. 0.: P. Horsch I, Zigarrenhandl., Engelufer 15( Gewerksch.) C. Vogel II, Zigarrenhandlung, Koppenstr. 82. F. Kießling, Zigarrenhandlung, Cadiner Str. 15. Karl Dähn I, Zigarrenhandlung, Petersburger Str. 34. F. Boldt, Zigarrenhandlung, Warschauer Str. 62. SO.: B. Böttger I, Zigarrenhandlung, Skalitzer Straße 107. K. Friedrich, Zigarrenhandlung, Mariannenstr. 5. H. Neithardt, Restaurant, Görlitzer Straße 58. Karl Scholz, Glaserei, Wrangelstr. 110. Paul Ihm, Zigarrenhandlung, Wrangelstr. 58. S.: H. Lehmann, Zigarrenhandlung, Kottbuser Damm 8. Gottfried Schulz, Zigarrenhandlung, Admiralstr. 40a. W. Börner, Zigarrenhandlung, Ritterstr. 15. F. Meyer I, Café, Dresdener Str. 128/129. SW.: Rudolf Daehn II, Zigarrenhandlg., Hagelberger Str. 27. Klara Augustin, Restaurant, Oranienstr. 103 Otto Schröter, Restaurant, Markgrafenstr. 102. A. Böttger II, Zigarrenhandlung, Zossener Straße 30. F. Schäfer, Restaurant, Nollendorfplatz 6. W.: A. Wiemers, Restaurant, Bülowstr. 59. E. Sperlich, Zigarrenhandlung, Barbarossastr. 64. NW. Ernst Voigt, Zigarrenhandlung, Charitéstr. 3 ( Verbandshaus der Metallarbeiter). Lamprecht, Restaurant, Putlitzstr. 10. Karl Märker, Zigarrenhandlung, Turmstr. 52. C.: A. Löwenberg, Zigarrenhdl., Neue Schönhauser Str. 18. M. Clasen, Zigarrenhandlung, Gipsstr. 27. G. Weihnacht, Restaurant, Grünstr. 21. R. Thiele, Zigarrenladen, An der Stralauer Brücke 4. Kaufhaus Hahn, Alexanderplatz( Theaterkasse). Rixdorf- Britz: H. Kramer, Restaurant, Zietenstr. 69. Max Zirkel, Zigarrenladen, Fuldastr. 55( Idealpassage). W. Conrad, Zigarrenhandlung, Hermannstr. 50. A. Mittag, Zigarrenhandlung, Chausseestr. 82. Charlottenburg: A. Wilk, Zigarrenhandlung, Kirchstr. 30. F. Schmidt, Zigarrenhandlung, Wilmersdorfer Str. 130. Wilmersdorf: E. Meyer II, Konfitürenhandlung, Uhlandstr. 97. Friedenau: E. Kropp, Zigarren handlung, Kirchstr. 12 Tempelhof: 7. Theodor Richter, Zigarrenhandlung, Borussiastr. 8. Ober- Schöneweide: H. Knappe, Restaurant, Westendstr. 22. Tegel: I badd Johann Lauer, Zigarrenhandlung, Berliner Str. 92. Weißensee: Paul Schillert, Zigarrenladen, Berliner Allee 253. Rummelsburg- Boxhagen: Max Braun, Zigarrenladen, Lenbachstr. 22. Stralau: R. Gerhardt, Zigarrenhandlung, Stralauer Allee 23, Pankow: A. Janike, Zigarrenhandlung, Mühlenstr. 38. Baumschulenweg: C. Bommel, Zigarrenhandlung, Kiefholzstr. 186. Reinickendorf: Otto Brückner II, Restaurant, Provinzstr. 82. Friedrichshagen: Franke( Konsumgenossenschaft), Friedrichstr. 98, Lankwitz- Lichterfelde: P. Dehnst, Zigarrenhandlung, Seydlitzstr. 12. Grünau- Adlershof: A. Beck( Konsumgenossenschaft), Bismarckstr. 11. Friedrichsfelde- Lichtenberg: Münnich( Konsumgenossenschaft), Caprivi- Allee 44, Die Geschäftsstelle und Kassenverwaltung: G. Winkler, Berlin SO. 16, Michaelkirch- Platz 2, vorn 2 Treppen. Sehr günstige Offerte. Die reellsten und billigsten Möbel und Polsterwaren erhält man zu Kassapreisen in der seit 33 Jahren bestehenden Möbelfabrik von A. Schulz, Reichenberger Größte Auswahl in allen Holz- und Stilarten mit zehnjähriger Garantie.( 5 Proz. Kassaskonto.) Ev. auf Ratenzahlung Hiermit will ich allen Rauchern beweisen, daß sie bei mir wirklich billig und gut faufen. Ich offeriere ein Kistchen von 50 Stück feiner Bigarren Flor de Isla" mit Ring, Größe wie Abbildung, B für nur 1.90 M., ferner 200 Stüd andere gute Marken in 10 Sorten zusammen 250 Stück für nur 8 M. mit Porto per Nachnahme. 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Nabrit aegründet 1885. Erfolgbestätigungen. ( Sämtlich streng wahrheitsgemäß.) Ich sehe von der Kur mit dem Berliner Stahlbrunnen gute Resultate bei beginnender Arterienverkalkun des Herzens und daraus resultierender Herzmuskelentzündung. Berlin. Dr. med. S praft. Arzt. Teile Ihnen hierdurch mit, daß mir Ihr Berliner Stahlbrunnen sehr gute Dienste geleistet hat, da ich doch jahrelang an Herz- Nervenschmerzen, berbunden mit furchtbaren Kopf- und Magenschmerzen, gelttten habe. Jest will ich versuchen, mit Ihrem Stahlbrunnen gegen Beitstang bet meiner Enfelin, da ich hoffe, derselbe wird auch gegen dieses Leiden helfen. Berlin, 5. Juni 1912, Stolpische Str. 43, Duergebäude L Fran Wilhelmine Füting. Jch teile Ihnen mit, daß mir Ihr Berliner Stahlbrunnen bis jetzt sehr gute Dienste getan hat, und fühle mich verpflichtet. Ihnen meinen besten Dank auszusprechen. Ich kann ben Brunnen, der ein reines Naturmittel ist, einem jeben bestens empfehlen. Was nügt alles andere, wenn die Natur mittel uns nicht helfen. Damme, 7. Junt 1912. Otto Paproth. Ihr Stahlbrunen hat mir für Blasenkatarrh sehr gute Dienfte getan, wofür ich bestens banke. Berlin 0, Schreinerfir. 13. Carl Thiele. Fernsprech- Anschlüsse: Amt Norden 5631 und 4882, Ibr Stahlbrunnen hat mir bei meinem Gallensteinleiden vorzüg Ich litt seit 7 Jahren an einem für unheilbar erfarten Lungenleiden, schwerem veralteten Bronchialkatarrh und nervösen liche Dienste geleistet. Ich fühle mich ausserordentlich wohl, seit ich Schmerzen in der Herzgegend. Ich fonnte nur mit großer Anstrengung ihn gebranche, habe ausgezeichneten Appetit und leide nicht mehr wie früher an Verstopfung. noch furze Streden gehen, wurde dabet aber jebesmal von unerträglicher Atemnot bundener Husten. Bu jeber Arbeit war ich außerstande, jede Arbeitsluft war befallen. Dauernd quälte mich ein sehr schmerzhafter, mit Auswurf verauch verschwunden, da ich meinen Bustand als hoffnungslos ansah, infolge ber Appetitlosigkeit auch immer schwächer wurde. Nachdem ich 45 Flaschen ,, 1 , Berliner Stahlbrunnen" getrunken habe, haben meine Kräfte wesentlich zugenommen; ich habe wieder guten Appetit, gute Verdauung, kann wieder tüchtig gehen, auch im Haushalte arbeiten, während ich vorher vor Schwäche fast bauernd liegen mußte. Mein Husten ist bedeutend leichter geworden und nicht mehr schmerzhaft. Ueberhaupt habe ich neuen Lebensmut und große Arbeitsfreude gewonnen, auch sehr an Gewicht zugenommen. Charlottenburg, 29. Juli 1911, Fran Julie Grauer. Ihr Stahlbrunnen hat sich bei meinem langjährigen Gelenk rheumatismus fowie Blutarmut sehr gut bewährt. Um einer Wiebers tehr meines Leidens vorzubeugen, bin ich entschloffen, jebes Jahr, im Frühling und Herbst, eine Erinffur zu wiederholen. Berlin, 6. Mai 1912, Georgenkirchstr. 1a. H. Glösenkamp. Ihr Stahlbrunnen hat mir sehr gute Dienste getan, Luftröhrenkatarrh und Asthma find gänzlich verschwunden, wofür Ihnen meinen besten Dant jage. Ich fann es jebem Leibenden empfehlen. Pankow, 9. Mai 1912, Grunowstraße 4. Frau Natisch. Ihr„ Berliner Stahlbrunnen", bon dem ich bisher 90 Flaschen gebrauchte, ist mir sehr gut bekommen. Ich litt seit meinem 14. Lebensjahre an epileptischen Krampfanfällen, bie fich ben Tag 8-4 mal wiederSeit 10 Jabren trinke ich den Berliner Stahlbrunnen für die Weehsel- hollen, bin nachts aus dem Bette gefallen, blieb befinnungslos Itegen und hatte jahre, er bekommt mir sehr gut und möchte ihn nie missen, trinko alle zwei Jahre 60 Flaschen und würbe jebemt raten, ber ein Leiden hat, des gleichen zu tun, denn er wird es nie bereuen. Neukölln, 9. Mat 1912, Richardstr. 35, II. Frau Wiegmann. Ich hatte monatelang Erbrechen, keinen Appetit, furchtbare Schmerzen in der Magengegend, sowie ich das Geringfte gegessen hatte. Da wurde mir von einem Kollegen Ihr Stahlbrunnen empfohlen und ich bestellte 30 Flaschen. Bei den ersten 10 Flaschon bekam ich Appetit, das Erbrechen liess nach, bei der 80. Flasche regelmässigen Stublgang, die Schmerzen liessen nach. Dann bestellte ich die zweiten 80 Flaschen. Nachdem die verbraucht, waren meine Magenschmerzen vollständig fort und habe bis heute noch nichts wieder verspürt. Meine Frau trant auch 60 Flaschen gegen Blutarmut, auch ihr Befinden ist sehr zufriedenstellend. Berlin, 8. Mat 1912, Reinidendorfer Str. 63. Bernhard Dieter. Bor 2 Jahren hatte ich bebeutende Blutverluste. Weil ich auch den Wechseljahren vorbeugen wollte, machte ich den Versuch mit Ihrem Stahlbrunnen, welcher mir vorzüglich geholfen hat. Ich habe davon bald 60 Flaschen getrunken. Nicht bloss Verdauung und Stuhlgang sind geregelt, es kommen auch keine Störungen der Menstruation mehr vor. Mein ganzer Körper ist widerstandsfähiger geworden, als er früher war; ich habe frische Farbe, gutes Aussehen, während früher jeder mein schlechtes Aussehen bedauerte. Köln, 21. November 1910, Sternengaffe 1. Frau Lützenrath. Daß mir die bisherigen Lieferungen Ihres Berliner. Stahlbrunnens gans vorzüglich bekommen find, ist Ihnen längst bekannt. Berschiedene Leute haben Anfragen an mich gerichtet; diesen habe ich meine Erfolge geschilbert und hoffe baß alle so vernünftig waren, daß gute Mittel zu bestellen. Schicken Sie doch meiner Nachbarin, einer älteren Frau, bie magenleidend is, 3hren Brunnen Köln, 15. Dezember 1911, Sternengaffe 1. Frau Lützenrath. Ihre legte Eendung Berliner Stahlbrunnen hatte denselben vorzüglichen Erfolg bei der älteren Frau mit Magenlelden, wie bie früheren Kuren, welche ich selbst zu meiner größten Bufriedenheit anwendete. Es hat sich nichts mehr gezeigt seitdem. Wir sind gottlob alle wohl, die Kräfte haben fich eben durch den Gebrauch des Waffers gehoben und das ist viel wert. Auch behalten wir dies in festem treuen Andenken und werden nicht verfäumen, bei etwa eintretenden Strantheitfällen bes hellenden Waffers uns jederzeit zu bedienen. Köln, 16. März 1912, Sternengaffe 1, II Frau Lützenrath. Ersuche um Abholung der leeren Flaschen. Der Brunnen hat meiner Frau gegen Nervenschmerzen und mir zur allgemeinen Hebung der Körperkräfte geholfen. Charlottenburg, 13. Mai 1912, Wilmersdorfer Str. 107. Paul Haring. mir immer die Bunge Blutig gebiffen. Seit dem Jahre 1908, da ich die ersten 80 Flaschen von Ihrem Brunnen getrunken habe, ist die epileptische Krankheit ganz ausgeblieben. Neukölln, Hermannstr. 214-219. Emil Gutteck. Zeile Ihnen mit, baß mein Mann nach 6 Wochen seinem Beruf wieder nach geht, es sind freilich die Füße noch etwas bid geschwollen. aber er hat sonst kein ben Brunnen empfehlen; auch ich bin beffer geworden Reissen mehr und hoffen auch, daß es nie wiederkehre, und wir werden ftets ...... also bitte ineftens den Brunnen abschicken. Grünewalde, 4. Dezember 1911. b. Echönebed a/ Elbe. Frau Thiele. Da ich schon längere Jahre Iungen- und sehr herzkrank bin, fodaß ich im Bett liegen mußte, so ließ ich mir 2 Kisten Ihres werten Stahlbrunnens schicken, ber mir sehr gute Dienste getan hat und kann ich wieber alle Arbeiten berrichten und spreche Ihnen hiermit meinen besten Dank aus. Ich werde bemüht fein, allen Leidenden den Brunnen bestens zu empfehlen. Ihnen ertelle ich hiermit die Erlaubnis, meine Erfolgbestätigung in Ihren Anzeigen veröffentlichen zu wollen. Grünewalde, 15. Mai 1912. b. Schönebeck a./Elbe. Frau Selma Thiele. Da ich so schwer an Rheumatismus gelitten habe, früher schon mal 11 Bochen und 29 Wochen daran schwer krank gelegen habe, so bekam ich im vorigen Herbst wieder ben schweren Gelenkrheumatismus. wo ich wieder 7 Wochen von dem Leiden Heimgesucht wurde. Ja bat den Arzt, daß er mir doch Ihren Berliner Etahlbrunnen berschreiben möchte, da ich an der Medisin leine Silfe fände. Und der Arzt verschrieb mir 2 Risten Ihres guten Stahlbrunnens. Bei der elften Flasche fand ich Erleichterung, bet Gebrauch von 60 Flaschen Ihres Stahlbrunnens fühle ich mich, Gott sei Dant, vollständig geheilt, wofür ich meinen herzlichsten Dank ausspreche und werde bemüht sein, ihn allen Leibenben warm zu empfehlen, da der Brunnen für viele Krankheiten sehr gute Dienste tut. Ich ertelle Ihnen hierdurch die Erlaubnis, meine Erfolgsbestätigung in Ihren Anzeigen zu veröffentlichen.. Grünewalde, 15, Mai 1912, b. Schönebed a./Elbe Schiffbauer Gustav Thlele. Ich lann Ihnen mitteilen, daß sich mein Asthma und Bronchitis bedeutend gebessert haben, wofür ich Ihnen herzlich dante, auch bitte ich zu gleicher Beit um Abholung der leeren Flaschen. Charlottenburg, 5. Mat 1912, Hergstraße 7. Frau Erlekampf. Weißenfee, Königs- Chauffee 15, IL Carl Erdmann. ... Ich litt sehr an Nervenleiden, Kopfschmerzen, Magenund Unterleibsbeschwerden. Das alles hat sich, nachdem ich 60 Flaschen ,, Berliner Stahlbrunnen" getrunken habe, gehoben. Loffa bei Wurzen. Frau E. Basler. Was meine Kur anbetrifft, so danke ich Ihnen herzlich, sie hat mir für Blase wie Magen ausgezeichnete Dienste getan, fo baß ich Sie zu jeder Beit empfehlen tann und werbe. Ich selbst werbe alle Jahre die Kur wiederholen. Weißenfee, Sebantz, 79. Fran Proschke. Ihr Stahlbrunnen hat sich bei meinem nervösen Magenleiden und hartnäckiger Stuhlverstopfung aufs beste bewährt. Meine Schwindelanfälle sind gänzlich vorüber und fühle ich mich wieder gesund, habe freilich auch 120 Flaschen getrunken. Herzlichsten Dank! Tegel, Brunowftraße 23 a. Frau Markbert. Ich habe von Ihrem Berliner Stahlbrunnen felt 12 Jahren alljährlich 60 Flaschen getrunken und bin jest 54 Jahre alt. leh litt früher au Stahlträgheit, Magenleiden und Hämorrhoidalbeschwerden, was sich in dieser Zeit durch ihren Brannen alles gebessert hat, an Rörpergewicht habe ich in dieser Seit 80 Bfund zugenommen. Auch in den Wechseljahren hat der Brunnen mir grosse Dienste geleistet. Berlin S, 27. Juli 1910, Gräfeftraße 8. Frau Weinberg. ... Gleichzeitig telle ich Ihnen mit, baß auch dieses Mal Ihr Berliner Stahlbrunnen" mich vollständig wiederhergestellt hat. Ich litt an Ischias und war die Krankheit dieses Mal sehr hartnäckig, acht Wochen lang war ich genötigt, an Stüßen zu laufen. Charlottenburg, 27. Juli 1910, Ratserin Augusta- Allee 15-16. Frau Marta Loetsch, ... Ich litt seit etwa 10 Jahren an heftigem Rheumatismus, Herzleiden und Blutarmut, batte öfter heftige Schmerzen in der Brust und Stiche in der linken Seite. Ausserdem litt ich Jahrelang an heftigen Kopfschmerzen. Nach Gebrauch von 60 Flaschen von Ihrem Stahlbrunnen bin ich gänzlich von meinen Schmerzen befreit. Berlin 0 17, 6. Mai 1910, Fruchtstr. 51, II. Otto Berger. Ich habe Ihren ,, Berliner Stahlbrunnen" mit sehr gutem Erfolge gegen Blutarmut, chronischen Rachenkatarrh und Katarrh der Luftwege getrunken, so dass ich ihn ähnlich Leidenden mit gutem Gewissen empfehlen kann. Berlin SO, Mustauer Str. 47, Gustav Tasche, Kaufmann, Meine Frau Teibet in ben Wechseljahren an allen möglichen Bes schwerden, namentlich an starker. nervöser Ueberreizung, Kopfschmerz, Rücken- und Unterleibsschmerzen. nervösem Herz- und starkem Herzklopfen. Nachdem fie 60 Flaschen Ihres Stahlbrunnens getrunken, ist das Augemeinbefinden bedeutend beffer; fie hat neuen Lebensmut erhalten, alle Beschwerden find verschwunden. Neukölln, Weserstr, 58, 11. Fritz Schröder. Ihr ,, Berliner Stahlbrunnen" hat bei meinem Jahre alten Herz-, Nieren- und Magenleiden, ferner noch bei Verschleimung vorzüglich gewirkt. Ja tann daher einem jeden mit diesen Leiden Behafteten Ihren vorzüglichen Berliner Stahlbrunnen empfehlen. Schönfeld, 17. Dezember 1911. ( Reg. Bez. Magdeburg). Arthur Witthuhn, Landwirt. Ich hatte gar keinen Appetit zum Essen, dann, war mir immer so voll im Magen, im Darm hatte ich krampfartige Schmerzen, sehr schlechten Stuhlgang und sehr schlechten Schlaf, wegen Nervenschmerzen fonnte ich bes Nachts nicht einmal Teile Ihnen mit, dass ich mit Ihrem Stahlbrunnen sehr zufrieden till liegen. Nachdem ich 8 Flaschen von Ihrem ,, Berliner Stahlbrunnen" bin und empfehle ihn meinem größten einde, denn er hat mir gute Dienste getrunken, fühlte ich nicht mehr die Schwere in den Gliedern, mir geleistet. Seit mehreren Jahren litt ich an einem Magenleiden und wurde von Woche zu Woche leichter, ich bekam Appetit zum Essen und hartnäckiger Verstopfung, war dauernd ohne Appetit und fonnte ruhigen Schlaf, auch der Stuhlgang wurde regelmässig. Ich hatte viele Speisen nicht vertragen. Nach einer Kur von 60 Flaschen bin ich von wieder mehr Mut zum Leben, während ich sonst immer traurig und allen Beschwerden frei, fann wieber alles effen was mir schmeckt, habe guten missgestimmt war... Appetit und regelmäßige Berbauung. Weißensee, 11. Dezember 1911, Berliner Allee 174. Ludwig Hoffmann. Berlin, 19. Dezember 1911, Frau W. Maller. Brüsseler Straße 23. Drucksachen mit welteren Hellerfolgen kostenlos. Analyse: Natriumchlorid 1.202, Natriumsulfat 20.920, Kaliumsulfat 0.172, Magnesiumsulfat 1.160, Mangansulfat 0.14, Eisenkarbonat 2.197 in 10 000 Teilen. Gesetzlich geschützt Aerztlich empfohlen Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für der Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Deud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW Nr. 186. 29. Jahrgang. " Soziales. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 11. August 1912. note statt mit Bargeld bezahlt ist, so läßt sich doch nicht wieder sehen lassen. Die Klägerin gab das zu und begrünnicht leugnen, leugnen, daß die Verwertbarkeit von Bant dete ihr Wegbleiben damit, daß der Beklagte von dem Lohn von Silfe, die Kreuz- Zeitung" wird vernünftig! noten oder Reichstassenscheinen sich schwieriger als die 2,50., den die Klägerin von den Kunden des Beklagten für das bon Bargeld gestalten tann. Dem in güngster Waschen der Wäsche pro Tag erhielt, 75 Bf. in seine Tasche gesteckt Tatsächlich, es ist wahr, wenn es auch unglaublich er- Beit aufgetretenen Verlangen von Handelskammern, bei Lohn- babe, so daß ihr mur ein Tagesverdienst von 1,75 m. verblieb. Die Kammer 8 unter Vorsitz des Magistratsrats Schulk mußte scheint, die Kreuz- Zeitung" schreibt in ihrer jüngsten Nummer zahlungen Papiergeld zuzulassen, fann nicht beigetreten werden. zur Abweisung der Klage gelangen. Die Klägerin hätte auch ohne etwas vernünftiges. Denn dort kann man nachlesen, Eine Banknote oder ein Reichskassenschein ist kein tursfähiges den Besitz des Buches ihre weitere Mitgliedschaft bei der Kaffe er daß Deutschland trotz aller Verbesserungen, die in sanitärer deutsches Geld, sondern nur eine Anweisung auf solches. flären können. Für die von ihr bewiesene Rechtsunkenntnis fönne und sozialer Beziehung in den letzten Dezennien durchgeführt Noten von einer der vier einzelstaatlichen Banten( Sachsen, sie den Beklagten nicht verantwortlich machen. Dem Beklagten worden sind. immer noch unter den Staaten ist, welche die Bayern, Baden und Württemberg) werden nur in dem Einzel- wurde aber geraten, in Zukunft die Papiere eventuell zuzusenden, höchste Kindersterblichkeit haben. Ja, noch mehr, staat, in dem die Bant liegt, von öffentlichen Kassen an- um sich vor Schadenersatzansprüchen zu sichern, die in diesem Falle die treuz- Zeitung" meint, wenn Deutschland ungefähr solche genommen, von Reichskassen und den Kassen anderer Einzel- nur durch das unkorrekte Berhalten der Klägerin verwirkt waren. Verhältnisse hätte wie Norwegen, dann stürben hier jedes Jahr staaten aber nicht. Reichstassenscheine( 5 und 10 M.- 2. In einem anderen Falle klagte der Postkartenhändler S. 200 000 Säuglinge weniger. Und wurum sterben bei uns so Scheine) werden vom Reich ausgegeben, bei allen Kassen des gegen den Postkartenvertrieb von J. Wieland u. Co., Kaiser- Friedviele? Die außerordentlich hohe Kindersterblichkeit Reiches und sämtlicher Bundesstaaten nach ihrem Nennwert in loser Entlassung. Der Kläger war von der Beklagten, die etwa rich- Platz 3, auf Zahlung von 14 Tage Lohn wegen kündigungswird von allen Sachverständigen auf Mangel an Ernährung Zahlung genommen und von der Reichshauptkasse jederzeit auf 30 Verkäufer angestellt hat, angestellt, um in Lokalen Ansichtspostund Pflege zurückgeführt." So vernünftig und wahrheits- Erfordern gegen bares Geld eingelöst. Jm Privatverkehr findet farten zu verkaufen. Als Entschädigung erhielt er für die Wochen gemäß hat die Kreuzzeitung" seit langen Jahren nicht ge- jedoch nach§5 des Reichskassenscheingesetzes ein Zwang zu ihrer tage einen Tagelohn von 1,50 M. und 12% Proz. vom Umsatz, schrieben. Leider bergißt sie nur mitzuteilen, warum im be- Annahme nicht statt. Reichsbanknoten endlich( 20, Sonntags 20 Proz. ohne festen Lohn. Dabei erzielte er einen sonderen auf dem Lande die Ernährung und Pflege der Säug- 50-, 100-, 1000- Martscheine) galten bis zur Bankgesegnovelle wöchentlichen Verdienst von 21 M., hatte aber keinen freien Tag. linge so fürchterlich ist, warum gerade auf dem Lande der vom Juni 1909 ebenfalls nicht als gesetzliche Zahlungsmittel. Der Kläger war zuerst im Etablissement der Unionsbrauerei" be Säuglingsmord seine gesichertsten Domänen hat. Wir wollen Durch Artikel 3 der erwähnten Novelle sind sie gesegliches schäftigt gewesen, erzielte aber dort nach Ansicht der Beklagten nicht das Versäumte nachholen und feststellen, daß das an der Zahlungsmittel geworden. Aber sie sind kein bar Geld. fäufer gestellt und er selbst nach einem Café in Schöneberg be genug Umsatz. Es wurde daher an seine Stelle ein anderer Ver schändlichen Lebenshaltung liegt, die der länd- Der gewerbliche Arbeiter ist berechtigt, bar Geld zu verlangen ordert. Da er hier einen noch geringeren Umfaß hatte, wollte er lichen Arbeiterbevölkerung von den Juntern aufgezwungen und kann auch Reichskassenscheine statt Zahlung des Lohnes auf seinen alten Bosten zurüd. Das wurde ihm aber verweigert. wird. In den Großstädten, den„ Sümpfen der Revolution", in bar zurückweisen. Eine Auszahlung des Lohnes in Bant- Der Kläger glaubte nun berechtigten Grund zu haben, unter Be sterben ganz bedeutend weniger Säuglinge-wenn auch noten oder in Reichstassenscheinen hat für den Arbeit geber zahlung der Sündigungsfrist die Auflösung des Arbeitsverhältnisses hier noch viel zu viel sterben als auf dem Lande. den Nachteil der Möglichkeit, auf Grund der§§ 115 und 146 berlangen zu können. Hier ist durch die Arbeiterbewegung das soziale Ge- G.-D. angeflagt zu werden. Ueberdies könnte der Arbeiter verpflichtet gewesen, dort zu arbeiten, wo er hingeschickt werde. Es Das Gericht wies aber auch diese Klage ab. Der Kläger sei wiffen geschärft, hier sind die Unternehmer wenigstens nochmals Zahlung des Lohnes verlangen(§ 116 G.-D.). berpflichtet gewesen, dort zu arbeiten, wo er hingeschickt werde. Es stand ihm nur frei, sich den Lohn garantieren zu lassen, den er etwas mehr gezwungen, der Arbeiterin Schutz angedeihen zu Die Aufforderung einiger Handelskammern, Bohnzahlungen stand ihm nur frei, sich den Lohn garantieren zu lassen, den er vorher gehabt habe. lassen, und schon dies wenige Mehr zeitigt solche Resultate. statt in bar in Noten oder Scheinen vorzunehmen, könnte also 3. Vor dem Berliner Kaufmannsgericht klagte die Aber die Junter, sie weigern sich, auch nur die geringsten für die Arbeitgeber recht böse Folgen nach sich ziehen. Für sechszehnjährige Verkäuferin Lina G. gegen einen siebenLeistungen zu gewähren, trok der schon dadurch erzielbaren die Arbeiter liegt kein Grund vor, einer Aenderung der Vor- jährigen Knaben, den Sohn des Bartiemarenhändlers Erfolge. Und die Konservativen waren und sind es, die gegen schrift des§ 115 G.-D. zuzustimmen, da Zeiten kommen Leonhard Sklaret, der auch in der Verhandlung als geset jede Sozialversicherung ankämpfen und einen besseren können, in denen der Verkehr mit Noten oder Scheinen licher Vertreter des jugendlichen Beklagten erschienen war. Auf Wöchnerinnenschutz auf dem Lande niederstimmten. schwieriger als der mit Bargeld ist. Schon heute sind Noten von Privatbanken außerhalb des Staates, in deffen Gebiet die Banken liegen, für den Arbeiter selten ohne Verlust zu verwerten.. " Hoffentlich hält der krankhafte Anfall von Ehrlichkeit bei der Kreuz- Zeitung" noch eine Weile vor, sie hat dann GeIegenheit, noch verschiedene Wahrheiten zu entdecken, die ihre politischen Vertreter immer abstreiten und weghezzen. Wir wollen zu unserem Teile der Kreuz- Zeitung" gern bei der Wahrheitsfindung behilflich sein.. Papier statt Lohn? Achtuhrbarbierladenschluß. Die Barbier- und Friseurinnung in Göttingen hat beschlossen, ebenfalls den Achtuhrladenschluß einzuführen. Nur Sonnabends sollen die Geschäfte bis neun Uhr geöffnet sein. Der Regierungspräsident ist gebeten worden, eine dahingehende Verfügung zu treffen. Wann wird Berlin zum 8- hr- Ladenschluß und vor allem zur Beseitigung der wenigstens nach 10 Uhr vormittags liegenden Sonntagsarbeit für Barbiere und Friseure gelangen? Schikanen. den Namen des letteren gehen mehrere Partiewarengeschäfte, eines derselben, das im Hause Elsasser Straße 19 geführt wird, unterschlagung schuldig gemacht haben. Zum Beweise dafür legte leitete die Klägerin. Bei dieser Tätigkeit soll sich letztere nun einer S. ein von der Klägerin unterschriebenes Schriftstück vor, in dem es unter anderem heißt:" Ich bestätige hiermit, daß ich für 5 M. Ware unterschlagen habe. Der Wert der Ware beträgt 1,90 m. Ich verpflichte mich, keine Ansprüche zu stellen, in welchem Falle fich mein Chef verpflichtet, teine Strafanzeige zu erstatten. Sollten mir noch andere Unterschlagungen einfallen, so muß ich sie meinem Chef noch nachträglich angeben." Auf Grund dieses Eingeständnisses wurde die Klägerin sofort entlassen, auch wurde ihr das § 115 Abs. 1 der Gewerbeordnung schreibt vor:" Die verdiente Gehalt bis zum Tage der Entlassung in Höhe von 55 M. Gewerbetreibenden sind verpflichtet, die Löhne ihrer Arbeiter vorenthalten. Der Bruder des jungen Mädchens focht das oben in Reichswährung zu berechnen und bar auszuzahlen." Buangeführte Schriftstück als ungültig an, denn seiner Schwester sei widerhandlungen hiergegen sind durch§ 146 mit Geldstrafe das Schriftstück vordiktiert worden, und unter dem Einfluß des bis zu 2000 m. oder mit Gefängnisstrafe bis zu sechs Chefs habe das verängstigte junge Mädchen ihre Unterschrift geMonaten bedroht. Diese Vorschrift richtet sich ebenso wie geben. Daß er der Klägerin das Geständnis diktiert habe, gab einige weitere Bestimmungen in den folgenden Paragraphen Vor dem Breslauer Kaufmannsgericht fam eine Klage einer S. senior zu. Im übrigen ergab die Verhandlung über den Gegegen das Trucksystem. Es soll dadurch verhindert werden, Kontoristin zur Verhandlung, die so recht zeigt, in welcher Weise schäftsbetrieb folgendes: Der nominelle Inhaber Heinrich S. daß statt Lohnes andere Werte, Waren, Wechsel, Anweisungen, Handelsangestellten mitunter mitgespielt wird. Die Kontoristin fonnte sich mit seinen sieben Jahren um den Geschäftsgang noch ausländisches Geld u. dgl. gezahlt werden. Die Vorschrift, hatte ihre Stellung gekündigt. Wahrscheinlich um sie schneller los nicht gut fümmern, S. senior hingegen gab selbst zu, daß er fast daß die Berechnung in Reichswährung vorgenommen werden zuwerden, wurden ihr Arbeiten zugemutet, die sich mit ihrem Be- das ganze Jahr auf Reisen ist. So blieb der Sechzehnjährigen ruf nicht bereinbaren lassen und lediglich schifanös sind. So ver- die Führung des Geschäfts tagelang allein überlassen. Die Ge müsse, war erforderlich, weil elfaz- lothringische Unternehmer langte der Chef, daß sie die Worte„ Ich und Du" 500mal ab- schäftskasse wurde auch nur etwa alle acht Tage verrechnet. Diese den Lohn in Frants berechnet und bei der Umrechnung die schreiben sollte. Nachdem sie es 40mal abgeschrieben hatte, ver- Vertrauensstellung wurde mit einem Monatsgehalt von 45 M. ent Arbeiter bemogelt hatten. Das Verlangen der Bar- weigerte sie das weitere Abschreiben. Darauf nahm der Chef den' ohnt. Wie S. senior erklärte, sei es ihm, wie mit der Klägerin, zahlung war wegen des Mißbrauchs, der mit der Aus- beschriebenen Bogen und hängte ihn an die Wand, damit ihn das schon mit 5 anderen jungen Mädchen ergangen; alle hätten" gezahlung durch fleinstaatliches Papiergeld getrieben wurde, übrige Personal lesen konnte. Auf Grund dieser Zumutung und maust". Eine, die auch gemaust" hätte, jei jetzt wieder bei ihm dringend erforderlich. Das Papiergeld galt im Nachbarstaat Behandlung verließ die Kontoristin die Stellung sofort und flagte in Stellung. Er verweigere der Klägerin jegliche Zahlung, da unter seinem Nennwert, wurde aber dem Arbeiter in dem Leider ging fie auf einen Vergleich ein, so daß der Chef nur 46 M. vor dem Kaufmannsgericht den Lohn für ihre Kündigungszeit ein. er die Höhe der von ihr begangenen Unterschlagungen auf 350 M. Nachbarstaat voll angerechnet. Der Lohn des gewerblichen Arbeiters muß also in bar gezahlt werden. In jüngster 34 zahlen hat. Beit geht das Drängen einiger Handels. tammern dahin, Lohnzahlungen in Papiergeld stattfinden zu lassen. Das ist zurzeit unzulässig und strafbar. Wer zurzeit mit Papiergeld statt mit hartem Gelde Lohnzahlungen an gewerbliche Arbeiter leistet, ist nach dem klaren Wortlaut des§ 115 der Gewerbeordnung 1. Die erste Klage richtete sich gegen das Reinigungsinstitut strafbar. Diese Ansicht wird auch z. B. von Landmann und Frankfurt", Inhaber Peter Ulrich, Fruchtstr. 57/58. Die ArNeukamp verfochten, während andere Kommentatoren der beiterin Rt. hatte trop mehrfacher Versuche nicht ihr KrankenkassenGewerbeordnung, wie Schicker, Nelken, Schenkel annehmen, buch von dem Beklagten erhalten und machte diesen nun dafür vereine Strafbarkeit liege in solchem Falle nicht vor. Indes antwortlich, daß sie verhindert war, freiwilliges Mitglied der spricht der Wortlaut des§ 115 Absatz 1 tlar für die Straf- Strankenkasse zu bleiben. Dadurch ist die Klägerin um die ihr barkeit. Und wenn auch praktisch heute ein direkter Nachteil sonst zustehende Wöchnerinnenunterstüßung gekommen. Von der des Arbeiters durch Zahlung mit einer Zwangzigmarkschein- nur einmal schriftlich um die Papiere ersucht und das andere Mal Ehefrau des Beklagten wurde geltend gemacht, die Klägerin habe note statt mit einer Doppelkrone nicht besteht und auch einen Beauftragten geschickt; der Beklagte habe aber berlangen feinerlei Anlaß zu einer etwaigen Anzeige für den Arbeiter fönnen, daß die Klägerin selbst erscheine. Diese sei eines Tages vorliegt, der mit seiner Einwilligung mit einer Bank- nicht wieder zur Arbeit gekommen und habe sich seitdem überhaupt Möbelmagazin Otto Piehl Brunnenstrasse 120 das bedeutendste Magazin in Berlin N Niedrige Löhne. Einige recht kraffe Fälle von Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft gelangten gelegentlich zweier Klagen vor dem Geerbegericht und einer vor dem Kaufmannsgericht an das Licht der Oeffentlichkeit. Möbel Komplette Einrichtungen einzelne Zimmer, einzelne Möbel beziffere. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung der rückständigen 55 M. abzüglich des von der Klägerin als unterschlagen zugegebenen Betrages von 6,90 M. Nachdem Klägerin die Verfehlung eingestanden habe, müsse auch ihre Entlassung berechtigt erscheinen, die Einbehaltung des bereits verdienten Geldes fei bis auf den Abzug der 6,90 M. unberechtigt. Der Vorsitzende erklärte noch, diese Art, einem 16jährigen Mädchen ein Eingestände nis zu diktieren, sei nicht ganz unbedenklich. Als dann S. dies " Dokument" am Schlusse der Verhandlung zurüdhaben wollte, bedeutete ihm der Vorsitzende, wenn er etwa die„ edle Absicht" haben follte, Strafantrag gegen das junge Mädchen zu erstatten, so könne er sich auf die Aften des Kaufmannsgerichts berufen. Auch die Einbehaltung der vermeintlich unterschlagenen 6,90 Mark war unzulässig, weil mit dem in§ 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgesprochenem Aufrechnungsverbot unvereinbar. Der rechtliche, sondern auch über strafrechtliche Dinge. Die durch das Herr Sklaret hat eigenartige Anschauungen nicht nur über zivilDittat bestätigte Drohung, falls die Klägerin Ansprüche stelle, mit einem Strafantrag vorzugehen, ist eine glatte strafrechtliche Erpressung. Nach erfolgter Renovierung Cösliner Hof Cösliner Straße 8. Wiedereröffnung am 15. August 1912. Saalbestellungen für die Wintersaison werden täglich durch den Verwalter des Hauses entgegengenommen. METZNER 37902 Trotzdem mein Magazin kein Kredithaus ist, gewähre ich jedem hochkulante Teilzahlung unter Beibehaltung billiger Preise Zirka 600 Qu.- Meter Ausstellungs- und Lagerraume Zirka 60 Musterzimmer ausgestellt Moderne Wohn- od. Schlafzimmer 235-800 M. Speise- oder Herrenzimmer... 315 900 M. Moderne Küchen. Moderne Garnituren. Ankleideschränke. USW. 48-180 M. 110-350 M. 95-165 M. 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Merkowski, Andreasstr. 26. Boeker, Weberstr. 17. Kluge, Langestr. 53. Deter, Palisadenstr. 52. Huth( früher Zietz), Warschauer Str. 61. Fellenberg, Capriviſtr. 20. Kempin, Tilsiter Straße 85. Nothtroff, Rigaer Straße 95. Schulz, Schreinerstr. 18. Rott, Straßmannstr. 29. Panten, Heidenfeldstr. 11. Elysium, Landsberger Allee 40/41. 3warg, Friedeberger Straße 1. Wahlberechtigt ist nur das Mitglied, welches bis zum April d. J. seine Beiträge Die Wahlzeit beginnt um 8 Uhr vormittags und endet um 12 Uhr mittags. bureau befindet sich bei Paul Hoffmann, Königsberger Straße 28. entrichtet hat. Das Zentral- Wahl Der Vorstand. Filiale Berlin. USW. Arbeitsnachweis: Räderstraße 9. Fernsprecher: Amt Norden 6708. Dienstag, den 13. Auguft cr., abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Fortsetzung der Tagesordnung der Versammlung vom 25. Juli d. J.: 1. Der Ablauf unseres Tarifvertrages und welche Forderungen unterbreiten wir den Arbeit. gebern? 2. Beschlußfaffung über die einzureichenden Forderungen. Nur Mitgliedsbuch legitimiert. Kollegen! Angesichts der wichtigen Frage der ferneren Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen die hier zur Erörterung und Beschlußfassung steht erwarten wir, daß kein Kollege in dieser Berfammlung fehlt. Die Ortsverwaltung. Erfolgreicher Kaufmann m.größerem auch ift Stapital Erfindung, derfelbe fauft geneigt, fich mit erfinderischem Arbeiter zusammenzutun. Ausführl. Offerten [ 130/2] Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. sub R. 2 Haupterped. 6." Borwärts". Montag, 12. August, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zentralverein der Bidhaner Deutschlands. Außerordentliche Generalversammlung. Verwaltung Berlin. | Verwaltung Berlin. Freitag, den 30. Auguſt, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Achtung! Holzbildhauer. Achtung! ufer 14/15( Saal IV): General Versammlung. Anträge hierzu müssen bis zum 16. August an das Bureau eingereicht sein. Montag, den 12. Auguft: Mitglieder- Versammlungen Tagesordnung: Dienstag, den 13. August, abends 8 Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21: Außerordentliche Mitgliederversammlung der Holzbranche. Tagesordnung: 2. Fragen aus der gewerkschaftlichen Entwidelung. 1. Geschäftliches. 1. Bericht vom Verbandstag. 2. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Referent: Stollege Welker. 3. Was erhoffen die Kollegen von der jetzigen Geschäftslage? Bezirk Osten II ( gleich nach Feierabend) bei Grünwald, Memeler Straße 67. Ladeneinrichtungs- und Kontormöbelbranche. Abends 6 Uhr im ,, Englischen Garten", Meganderstraße 27c. Maschinenarbeiter. Albends 8 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17. Lurusmöbelbranche. Abends 52 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14/15( Saal 5). Tagesordnung: 1. Die Verhältnisse in der Aurusmöbelbranche und unsere Stellung nahme hierzu. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Achtung! Die Bibliothek ist von Montag, den 12. August 1912 ab wieder geöffnet. 87/13 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: of III. Amt Norden, Nr. 1239. Charilestraße 3. Amt Norden, Nr. 1987 Dienstag, den 13. August: Bezirks- Verfammlungen für die gelamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Norden: Pharnssäle, Müllerstr. 142, abends 8%, Uhr. Norden: 8 Uhr. Tegel: Obiglos Festsäle, Schwedter Straße 23, abends 8 Uhr. Norden: Frankes Festsäle, Babstr. 19, abends 8, Uhr. Moabit: Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49, abends Wohlfahrts Festsäle, Reinickendorf, Eichbornstr. 18, abends 6 Uhr. Gesellschaftshaus des Westen und Schöneberg: westens, Schöneberg, Hauptstr. 30/31, abends 8, Uhr. Osten: Comeniussüle, Memeler Straße 67, abends 8, Uhr. Lichtenberg: Restaurant J. Ertelt, Pfarrstrake 74, abends 8%, Uhr. Café Bellevue, Haupts Stralau und Rummelsburg: ftrae 2, abends 8%, Uhr. Südenbezirke: Hohenstaufen- Säle, Kottbuser Damm 76, abends 8, Uhr. Weißensee: Prälaten, Rehderstr. 122, nachm. 5%, Uhr. Bericht der Bezirksleitung und Neuwahl derselben. Neukölln: Hoppes Festsäle, Germannstr. 49, abends 8%, Uhr. Charlottenburg: Volkshaus, Rofinenstr. 3, abends 8%, Uhr. Schellhases Festsäle, Ahornstraße 15, Steglitz: 8 8 16r. abonds Uhr. ,, Zum Gold. Hirsch" hagener Str. 1, abends 8 Uhr. Köpenick u. Friedrichshagen: openid, riedrichs. Ober- Schöneweide: Prochowski, Vereinshaus", SchillerSpandau: Schuberts Restaurant, Kurstraße 21, abends " promenade 13, abends 8 Uhr. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Stellungnahme zur Generalversammlung. 122/6 Sa Mitgliedsbuch legitimiert. Die Verfammlungen werden pünktlich eröffnet. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Von der Reise zurück[ 123/10 Dr. J. Feilchenfeld Neanderstr. 9, Ecke Schmidstr. Die Ortsverwaltung. Von der Reise zurück 2770b Dr. Zadek S., Dresdener Str.109. Tel. Mpl. 3630 20/9 4. Verschiedenes. Pflicht aller Kollegen ist es zu erscheinen. Die Branchenkommission. 1. Geschäftliches. Tagesordnung: 157/19 2. Antrag der Verwaltung auf Erweiterung der Leistungen unserer Lokaltasse. 3. Neuwahl der Gauleitung für den Gau Berlin. 4. Verschiedenes. Dhne Mitgliedsbuch hat lein Rollege in dieser Bersammlung Zutritt! Das bollzählige Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Anarchisten! Sozialiſten! Dienstag, den 13. Auguft, abends 8, Uhr, bei Konikke, Neukölln, Kaiser Friedrich- Straße 120: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1." Sozialdemokratie und Anarchismus." Referent: Berthold Cahn. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet 294/15 13 ff ERA Joselli CIGARETTE Falkenhagen Preis M. 10 000 monatlicher Mietsaufwand M. 35.Neuerschlossenes Waldgelände □-Rute von 15 Mark an ab Lehrter Bahnhof in 30 Min. Direkt am Bahnhof Seegefeld, ab Charlottenburg( Bahnhof Jungfernheide) in 20 Minuten FertigeSommerhäuschen von M. 300, 500, 700 aufwärts. Elgenheime bereits M. 6500 an. Auskunft auf dem Terrain: Hansastrasse. 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Den Kollegen und Mitarbeitern die traurige Nachricht, daß der Maschinenmeister- Invalide Emil Fischer in Sommerfeld verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann. Die Beerdigung findet heute, Sonntagnachm. 4 Uhr, in Sommer feld statt. 27905 Am Freitagvormittag 9 Uhr ist nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau und unsere gute Mutter Auguste Röhl geb. Grant 2780b sanft entschlafen. Karl Röhl nebst Kindern, Heidestr. 23. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 1 Uhr vom Hedwigs frankenhaus aus nach dem Zentral friedhof in Friedrichsfelde statt. Nachruf. Am Donnerstag, den 8. d. M., verstarb ganz unerwartet unser lieber Freund und Kollege, der Rundschleifer Fritz Gartzke. Sein treues, aufrichtiges Wesen wird ihm bei uns allen ein gutes Andenken sichern. 37842 Die Kollegen der N.-A.-G. Abt. Mitr. Immel. Danksagung. Für die reichen Kranzspenden und rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen Verwandten, Bekannten, Arbeitskollegen und Ge nossen unseren herzlichsten Dank. Witwe Elis nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich hierdurch allen meinen Verwandten und Bekannten meinen herzlichen Dank. Der trauernde Gatte[ 123/9 Max Zintel, Mariannenstr. 17. Danksagung. Für die reichen Kranzspenden und rege Beteiligung bei der Beerdigung unseres lieben Bruders Emil Schust sagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, sowie dem Chef, den Meistern und Kollegen der Firma A. Schwarzkopff, Archimedes und dem Deutschen Metallarbeiterverband unseren herzlichsten Dank. 25a Geschwister Schust nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus zahlreiche Beteiligung und Kranzspenden bei der Beeerdigung unseres lieben Baters August Schulz fagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie den Kollegen der A. E. G., Abt. Meister Breyer, den Genossen des 6. Wahlkreises( Bez. 622), dem Deutschen Metallarbeiter Berband und dem Gesangverein„ Weddinger Sängerchor" unseren Herzlichsten Dank. 6a B Die Söhne nebst Schwiegertöchter. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer guten Mutter sagen wir allen, insbesondere dem Gesangverein Liberté und dem Kollegen Retschlach für die trostbringenden Worte unseren herzlichsten Dank. 61a Otto Winkel nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben 27936 Bruders und Schwagers Johann Pise sagen wir allen Beteiligten, insbeson dere dem Verband der Schneider und Schneiderinnen unseren herzlichen Gabriel Pise und Frau. Dant. + Westmanns Trauermagazin Extra- Abteilung 1. Gesch.: Berlin W., MohrenStraße 37a( 2. Haus von der Jerusalemer Straße). II. Gesch.: Berlin NO., Große Frankfurt. Str. 115( 2. 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Wahlvereinsbücher gelten nicht als Ausweis für die Zugehörigkeit zur gewerkschaftlichen Organisation. 31/13 Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß von gegnerischen Vereinen ähnliche Starten herausgegeben werden und bitten daher, sich dadurch nicht täuschen zu lassen. Der Vorstand. Ausschneiden! Bitte aufbewahren! Diese Liste erscheint nur noch nach Bedarf. Weitere Be willigungen werden unter„ Gewerkschaftliches" veröffentlicht. Fleischerboykott in Neukölln. Folgende Fleischermeister haben die Forderungen der Gesellen anerkannt und den Tarifvertrag unterzeichnet: Allerstr. 12, K. Träder Allerstr. 43, Wähner Bendaftr. 20, P. Gubse Berliner Str. 28, P. Lukaschet Bergstr. 39, A. Baum Bergstr. 60,. Pasewald Bergstr. 74, C. Pfundt Bergstr. 84, H. Schulz Bodeftr. 26, W. Dörr Boddinstr. 49, J. Paul Böhmische Str. 10, F. Müller Bürtnerstr. 5, P. Jünger Canner Str. 51, M. Mauersberger Delbrückstr. 32, J. Daniel Donaustr. 15, G. Rubin Emser Str. 12, W. Bauer Emser Str. 21, H. Schmidt Emser Str. 26, J. Drth Emser Str. 40, Gleich Emser Str. 76, R. Stroll Emfer Str. 90, A. Stelter Emfer Str. 111, R. Stod Elsenstr. 74, G. Amling Friedelstr. 46, D. Weiland Friedelftr. 51, D. Berfikow Faltstr. 2, P. Schmidt Faltstr. 20, M. Niese Harzerstr. 118, H. Burd Herrfurthstr. 23, G. Schilde Herzbergstr. 21, W. Sträger Sobrechtstr. 19, W. Rademacher Sobrechtstr. 38, D. Seifert Hobrechtstr. 42, R. Kleischmann Hermannstr. 46, B. Riedel Hermannstr. 114, Erste Neuköllner Engros- Schlächterei Hermannstr. 169, D. Perfile Hermannstr. 210, Neuköllner Fleisch zentrale Heidelberger Str. 80, A. Bolland Jägerstr. 7, G. Seidel Jägerstr. 59, P. Kuznik Juliusstr. 48, W. Müde Johann- Huß- Str. 3, H. Rudolf Jonasstraße( Neue) 29, G. Färber Karlsgartenstr. 2, W. Riedel Starlsgartenstr. 16, G. Regber Rottbuser Damm 12, F. Klein Knesebecstr. 41, P. Bartsch Knesebecstr. 68/69, K. Tschepe Anejebedstr. 117, B. Hennig Knesebeckstr. 150, D. Loose Kaiser- Friedrich- Str. 7, J. 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( Ohne Gewähr.) 19 223 200] 325 651 812 72 81 1158[ 200] 316 65 86 88 471 548 92 2058 189[ 200] 530 641 876 [ 300] 3063 77 86 360 554 935 4291 385 614 41 5162 281[ 200] 389 782 811 6276 323[ 300] 407 544 765 89 7157 86 386 950 188 327 45 54 72 458 96 575 854 75 951 98 9082 195 233 434 879 10141 253 491 700 879 11077 402 53[ 200] 74 817 61 727 837 12002 135 230 46[ 400] 87 791 971 13121 300 643[ 300] 14217 350 97 984 15139 587 710 957 16073 27 429 85 778 816 54 917 43 17043 175[ 200] 282 90[ 200] 468[ 2001 690 716 838 10108 21 554 670.[ 200] 89 705 18 29 86 19135 286 784 829 999 20135 493 629 758 801 930 21590 768 22107 203 13 454[ 200] 549 775 881 903 23076 105 242 489 719 24096 118 95 353 609 25091 433 26118[ 200] 940 27123 57 214 335 590[ 400] 610 28052 125 279 487 [ 200] 527 883 29115 50 373 403 15 554 30091 127 31 31268 625 31 700 27 89 875 940 32014 310 493 818 954 33188 399 724 887 34027 58 729 80 819 75[ 200] 914[ 200] 35039 227 314 19 33 80 528 60 97 788 36101[ 200] 629 743 37075 305 72 720 85 869( 3001 38068 475 545 662[ 200] 39040 168 481 764 900 37 75 40030 176 487 88 662 845 974 41008 241 388 663 704 42199 450 609 12 760 88[ 200], 897 43060 188 239 587 93 685 749 63 876 44163 69 258 67 794 45104 549 621 776 821 40 46101 434 67 509 83 707[ 200] 89 882 84 903 47023 220 347 438 754 926 80 48290 375 429 567 616 813 26 36 921 55 49071 75 784 807 920 50006 104 96[ 200] 393 489 652 756 51012 382 750 60 844[ 2001 52150 52 266( 200) 385 519 844 53056[ 400] 125 77 84 226 29 494 518 91 791 966 14925 79 86 977 55079 680 56034 43 188 207 78 448 597 785 808 993[ 300] 57117 80 258 345 89 406 55 889 95 948 58114 372 415 959 59205 536 857 880 60282 901 61208 330 486 96 550 87 980 62064 130 388 549 13001 742 923 63037 160 98 222[ 400] 926 660 70 888 64083 158 383 442 651 862 65242 404 864 66041 206 303 418 85 975 67224 396 451 512 51 619[ 200] 42 850 919 69 68021 26 62 321 639 61 793 883 69121 76[ 200] 278 375 566[ 3000] 713 70149 613 A5 794 844 71069 261 436 530 630 32 806 72142 356 464 580 620[ 200] 73042 122 [ 2001 261 68 719 40 60.64 938 74126 291 336 410 22 88 746 852 996 75192 236 57 308 662 769 76191 99 475 539 822 932 43 74 77363 85[ 2001 686 828 78106 78 21 438 43 95 809 995 79162 993 712 823[ 300] 942 74 86 84010 92 145 346 57 477 897 85141 275 474 503 773 393 544 87820 41 88249 83 667 737 99 814 89188[ 200] 96 519 649 91 791 810 36 91 90377 791 47 91074 188 484 707 984 95 92020 21 76 279 345 785 813 95 96[ 200] 942 93013 346 897 94084 145 287[ 200] 752 95185 209 806 96192 402 672 87115 651 779 98097 144[ 200] 943 99113 790 100344 74 544 933 50 66 101212 484 703 887 102122 543 61 865 932 103043 136 208 553 69 638 781 941 104096 593 832 43 105052 216 91 397 405 12 589 760[ 300] 68 817 106462 564 711 824 107000 203 313 80 562 802 108227 323 85 413 538 47 628 700 883 109028 49 98 474 500 914 71 110212 66[ 200] 81[ 200] 596 839 900 111348 77 424 60 738 810 37 112187 209[ 500] 413 113389 471 718 881 114280 411 70 796 115118 215 61 609 793 116018 126 31 292 446 512 24 808 935 117011 125 49[ 200] 60 205 27 45 86 427 778 838 118600 119345 498 689 120244 623 121080 182 389 525[ 200] 721 44 93 868 122091 279 481 644 820 23 68 97 123090. 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Ziehung 2. Kl. 1. Preuss.- Süddeutsche ( 227. Königlich Preuss.) Klassen- Lotterie Ziebung vom 10. August 1912 nachmittags. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, and zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I and II Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 14 242 308[ 300] 18 35 40 578 763 1098 170 292 335[ 200] 584 768 800[ 200] 43 2091 129 91 462 523 712 3047 375 695 867 905 4246 348 583 845 5234 89 511 893 992 6085 128 522 772 7243 45 387 98 409 98 674 8082 164 561 669 822 34 85 9016 378 503 601[ 400] 941 230 547 10048 11015 230 547 65 769[ 200] 12259 776 877 964 13197 271 73 92 319 32 443 713 859 14051 303 833 91 901 8 15225 31 436 525 16071 133 222 358 972 17035 669 782 815 18364 75 573 905 19066 296 856 987 20006 173 302 31 504 600 74 726 866 21090 560 733 22257 378 734 884 976 23063 278 368 873 776 907 24015 228 597 672 725 863 931 25143 538 606 26089 220 21 398 576 990 27374 544 695 861 28229 80 529 696 29332 71 523 619 863 967 30115 30 564 607 45 926 88 31134 254 401 855 87 32167 380 585 777 33082[ 200] 207 92 822 836 955 34471 6588 751 823 73 35019 234 40 462 720 881 92 36130 204 29 52 457 646 785 997 37041 114 18 80 270 330 429 562 605 75[ 200] 782 896 38069 579 39080 634 51 999 40207 354 858[ 200] 41118 962[ 200] 76 557 822 42103 42 68 218 890 43162 92 214 397 643 44091 279 358 424 45212 324 483 535 59[ 300] 779 46040 81 232 339 571 771 841 907 47126 813 51 942 48246[ 200] 72 90 742 49067 133 40 205 662 68 745 905 50108 51079 486 551 736 58 995 52217 41 351 892 53143 288 326 498 528 622 774[ 300] 980 54274 712 55344 405 15 74 718 49 54 815 84 58142 231 [ 200] 398 708 822 913 57015 224 73 320 55 430 557 879[ 400] 58059 209[ 300] 867 908 59210 14 587 838 928 60017 298 598 868 995 61156 229 380 669 752 62465 530 672 983 63002 38 304 621 918[ 300] 64003 362 653 762 876 65290 620 937 44 66034 61 153 730 865 80[ 200] 967 67182 299 473 534 783 876 928 41 68043 99 179 219 91 335 725 69212 15 81 511 63 70171 290 633 943 95 71019 20 53 231 85 890 994 72007 182 217 23 47 437 728 929 81 73133 58 480 534 692 893 74017 517 62 703 59 75393 578 794 76091 145 375 488 77077 179 362 82 417 508 796 898 931 78050 271 502 79038[ 200] 113 221 92 405 18[ 2001 80057 213 27 72 857 981 81411 43 606 702 808 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120052 78[ 200] 211 63 443 560 937 121787 122114 258[ 200] 474 669 728 58 123011 84 101 399 616 778 928 96 124092 365 478 85 855 125137 66 68 320 561 95 666 71 939 126116 340 71 471 75 93 670 905 72 127054 64 348 456 505 68 128059 95 207 51 328 51 442 507 85 608 129128[ 200] 432 844 905 57 130134 85 377 99 539 131235 394 400 60 627 56 908 132266 73 420 926 133129[ 200] 223 361 638 134254 67 634 902 135014 400 41 62 98 727 44 136112 47 86 228 47 607 816 85 187022 94[ 1000] 193 466 674 764 891 138060 62 388 439 846 742 90 139654 59 735 140240 487 579 796 141051 128 387 852 142155 332 461 546 696 915 90 143154 81 454 518 41 634 829 144194 204 62 318 492 594 668 722 145288 359 554 630 146331 147050 286[ 200] 320 60 495[ 300] 503 9 59 72 635 801 35 68 912 81 148012 25 353 65 487 550 913 149326 530 87 89 655 57 773 827 150020 134 268 391 417 99 874 76[ 300] 151154 929 152480 518 728 886 983 153236 320 483[ 500] 724 154090 134 396 516 838 969 98 155106_38_300 43 95 501[ 200] 751 156239 416 502 51 849 157118 246 917 54 89 158551[ 10000] 619 748 852 910 159019 340 682 766 160048 55 828 404 19 647 722 62 841[ 200] 59 909 15 161123 200 841[ 200] 638 871 984 162218 76 307 496 546 619 710 79 836 163015 70 150 71 738 839 956 164011 58 189 408 65 600 6 94 766 165026 95 117 35 86 353 481[ 800] 92 800 95 166395 497 560 819 167224 951 168011 194 335 169127 65 258 69 415 517 22 630 943 170159 359 477 171057 169 625 49 700 172547 607 30 59 787 881 995 173358 404 57 62 598 609-704 33 948 174284 634 83 768 175283 86 328 493 526 657 812 59 176252 327 58 929 72 177240 381 436 732 178107 338 406 669 914 179293 572 99[ 200] 983 180121 224 436 636 99 773 82 94 913 48 181003 200 8 99 393[ 400] 548 651 870 942 57 64 74 182273 368[ 300] 442 561 643 787 183010 327 427 57 707 17 184015 208 96 340 503 829 185111 654 820 34 186068 197 236 365 98 429 757 187009 126 322 595 660 868 188070 144 288 715 906 189000 72 607 764 190049 102 662 756 809 919 191419 542 621 94 192275[ 200] 367 535 83 607 782 852[ 5000] 87 92 980 193009 179 205 376[ 400] 194003 69 270 436 Die Ziehung der 3. Klasse findet am 6. und 7. September 1912 statt. 80076 371 655 91 781 81063 517 76 659 828 96 82075 221 638 767 880 83064 119, 26 210 31 498 Berantwortlicher Redakteur: Albert Wachs, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. Nr. 186. 29. Jahrgang. 4. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 11. August 1912. Mittwoch, den 14. Auguft: Zahlabend in Groß- Berlin. Partei- Angelegenheiten. Bur Lokalliste! Hohen- Neuendorf, Station Stolpe( N.-B.). Vom Inhaber des " Feldschlößchen", Herrn Rudolf Rakuschan wird uns mitgeteilt, daß er sein Lokal von jetzt an für sozialdemokratische Versammlungen gesperrt habe. Also Herr Ratuschan will mit der organisierten Arbeiterschaft nichts mehr zu tun haben. Wir bitten daher, das Lokal des Herrn Ratuschan streng zu meiden. In Neukölln steht uns das Lokal" Zur schönen Aussicht", Inh. Schmidt, Köllnische Allee 159, zur Verfügung. Die Differenzen sind beigelegt. Weiter teilen wir mit, daß es in Schenkendorf bei Großbeeren trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, ein Lokal frei zu be fommen. Herr Stribet erklärte, daß er das ewige Drängen der Lokalkommission jetzt satt habe. Wir bitten, die Lokalliste genau zu beachten. Die Lokalkommission. Sechster Wahlkreis. Die 12. bis 15. Abteilung veranstalten geute, am 11. August, im Infelrestaurant, Plögensee, ein Sommerfest. Mitwirkende: Moabiter Männerchor( M. d. D. A.-S.-B.), Berliner Humor- Quartett, Freie Turner, Spezialitäten, Zivilmusiker. Anfang 3 Uhr. Billett 25 Pf. Von 4 Uhr ab Tanz, Herren zahlen 50 Pf. nach. Kinder erhalten zwei Bons; einer berechtigt zur einmaligen Benutzung des Karuffels oder der Schaukel, der andere zum Empfang einer Stocklaterne. H Das Komitee. Eichwalde Schmöckwith. Der Zahlabend am Mittwoch, den 14. August, findet im Lofal des Genossen E. Bitte in Eichwalde statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. Ersawahlen. Die Mitgliedsbücher der Partei und Gewerkschaft sind mitzubringen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die Ruppiner Schweiz. von einer französischen Zeitung inszenierte Veranstaltung, die gens um 7 Uhr erwachte, war seine Begleiterin spurios verschwun teinerlei politischen Charakter trägt. Die Direktion der Großen den. Bald machte er die unliebsame Entdeckung, daß dieselbe vorBerliner Straßenbahn hat nun diesen 1200 Herrschaften gestattet, her mit dem Schlüssel, den er doch so sicher aufbewahrt zu haben während ihres fünftägigen Aufenthaltes in Berlin sämtliche glaubte, den Schrank geöffnet und aus seiner Brieftasche, in der Straßenbahnlinen der Gesellschaft umsonst zu befahren, wozu be- fich 2250 Mark befanden, 680 Mark gestohlen hatte. Sonderbarerfondere Freifarten ausgestellt worden sind. Da die Gäste sich das weise begnügte sich die Diebin mit 6 Einhundertmarkscheinen und nicht zweimal sagen lassen und vergnügt hin und her durch Berlin einer finnländischen Banknote im Werte von ungefähr 80 Mark gondeln, macht diese Vergünstigung, in Fahrnickeln ungesetzt, bei und ließ das übrige Papiergeld unberührt. Der Pförtner des 1200 Personen eine recht erhebliche Summe aus. Die„ Große Ber- Hauses konnte dem Bestohlenen nur noch mitteilen, daß die von liner" kann diesen Ausfall mit größter Leichtigkeit verschmerzen. ihm näher beschriebene" Dame" kurz vorher mit einer Droschte Uns regt aber die Sache zu einer anderen Betrachtung an. Mit davongefahren sei. Auf die Anzeige des Ausländers wird die demselben Gelde, das hier durchweg begüterte Leute durch die Ge- Diebin jetzt von der hiesigen Kriminalpolizei gesucht. nerosität der Straßenbahngesellschaft ersparen, hätten Tausende von Gemeindeschulkindern mehr nach den Ferienspielplätzen befördert werden können. Allen Bemühungen gegenüber, im Intereffe der großstädtischen Kinderwohlfahrt eine Verbilligung der Ferienfahr fen zu erzielen, ist die Direktion der millionenschweren Verkehrsmonopolistin kühl bis ans Herz hinan geblieben. Für die französischen Gäste aber, deren Vergnügungszwecke uns herzlich wenig angehen, breitet sie sofort liebevoll die Arme aus. Das stimmt wie die Fauft aufs Auge zu den Anschauungen des kürzlich verstorbenen Ein tödlicher Straßenunfall ereignete sich gestern nachmittag Generaldirektors der Großen Berliner, des ehemaligen Ministerial- an der Ede der Schönhauser Allee und Buchholzer Straße. Das rates Micke, der sich gelegentlich über die erholungsbedürftigen 5 Jahre alte Töchterchen Charlotte des Elektrizitätsarbeiters HoffProletarierkinder in abfälligster Weise äußerte. Von den Stadtverordneten in Malmö ist dem hiesigen Magistrat eine funstvoll angefertigte Adresse zugegangen, worin sie ihren Dant für die freundliche Aufnahme in Berlin in den Tagen vom 2. bis 8. Juni d. J. aussprechen. Vom Tode überrascht. Eine Zeitungskorrespondenz verbreitete vorgestern die Mitteilung, daß bei einem Kinderfeste in der„ Neuen Welt" die 12jährige Ewert aus der Wrangelstraße plöblich tot zusammengebrochen sei. Wie uns der Vater des Kindes mitteilt, wurde seine Tochter im Gedränge von Schreikrämpfen befallen, erholte sich aber bald wieder. Dagegen ist sein 6 Jahre alter Sohn Georg auf dem Fest von einem schweren Unwohlfein befallen und am Donnerstag gestorben. mann aus der Gleimstraße 22 lief im Gifer des Spiels über den Fahrdamm, ohne auf die Fuhrwerke und den Verkehr zu achten. So geriet es unter die Räder eines mit Sand beladenen zweispännigen Arbeitswagens, ohne daß der Kutscher es merkte. Dieser brachte das schwere Fuhrwerk erst zum Stehen, als Vorübergehende, die den schrecklichen Vorgang mit ansehen mußten, ihn durch Schreien aufmerksam machten. Das rechte Hinterrad war aber bereits über den Körper des Kindes hinweggegangen und hatte dieses vollständig zerquetscht. Man brachte das schwerverletzte Kind, weil es noch Lebenszeichen von sich gab, nach der Hilfs= wache in der Gaudhstraße. Hier konnte der Arzt aber nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde darauf dem Schauhaufe zugeführt. Dem Kutscher trifft nach Zeugenaussagen feine Schuld. Dachstuhlbrand in der Kastanienallee. Gestern abend gegen 7 Uhr wurde die Feuerwehr durch mehrfachen Alarm nach der Kastanienallee 35 gerufen, wo schon wieder ein Dachstuhl Borderhauses und war schon weiter vorgeschritten, so daß die Wehr brand herrschte. Das Feuer hatte seinen Herd im Dachgeschoß des sofort träftig Wasser geben mußte. Von dem Dachstuhl des Vorderbauses ist ein erheblicher Teil vernichtet. Allem Anschein nach ist auch dieser Brand böswillig angelegt worden. Mit den Aufräumungsarbeiten hatte die Wehr lange Zeit zu tun. Der Männerchor Fichte- Georgina 1879 gibt heute Sonntag in der Heilstätte Buch unter Leitung des Chormeisters Joseph zum Besten der Kranken und Invaliden ein Nachmittagskonzert. Abfahrt Uhr 15 Minuten Stettiner Vorortbahn. Billige Spreewaldfahrten veranstaltet der Arbeiter- Wanderbund Die Naturfreunde" am 18. August, 8. und 22. September und am 13. Oftober. Näheres heutige Annonce. Ein fremdes Kind statt des eigenen ertränkt. Durch eine sonderbare Verwechselung hat, wie berichtet wird, ein vierjähriges Kind, das von privater Seite einem in der Deulstraße in Oberschöneweide wohnenden Ehepaar in Pflege gegeben war, den Tod gefunden. Am 2. Juli stürzte sich, wie seinerzeit berichtet, die 24jährige Anna Berlet aus der Löwestraße, nahe der Villenkolonie Hirschgarten in die Spree, nachdem sie zuvor ein in ihrer Begleitung befindliches Kind ins Wasser geworfen hatte. Während das Kind ertrant, wurde die Mutter gerettet. Inzwischen stellte sich nun heraus, daß das ertränkte Kind gar nicht die Tochter der B., Wie entstand wohl die noch immer viel verbreitete An- ben, es sei ihr eigenes, mit in den Tod nehmen wollte. Die B., sondern ein fremdes Kind war, das die Unglückliche in dem Glaunahme, daß die Mark Brandenburg ein großer Sandhaufen die mittellos war, hatte nämlich ihr Kind vor drei Jahren dem fei mit endloser dürrer Heide? Zweifellos durch die späte städtischen Waisenhause in Rummelsburg übergeben. Von diesem Entdeckung ihres Wertes. Der Märker, auch der märkische erhielt es ein Ghepaar Schmidt in Oberschöneweide in Pflege. Städter, von Anno dazumal, kehrte am liebsten vor der Siervon hatte die Mutter Kenntnis erhalten, und da fie infolge eigenen Tür, war ungemein feßhaft und an Reisen im heuti- fortgesetten Mißgeschicks aus dem Leben scheiden wollte, beschloß gen Sinne nicht gewöhnt. So wurde das Gerede von der fie, ihr Kind mit in den Tod zu nehmen. Ohne zu wiffen, daß Sandwüste gern geglaubt, und jeder, der es glaubte, war stolz das Ghepaar Schmidt die kleine Martha an das Waisenhaus zudarauf, wenigstens in seiner engeren, schmucken Heimat ein rückgegeben und von privater Seite ein anderes Kind zu sich genommen hatte, fuhr die Mutter nach Oberschöneweide, nahm das märkisches Eden zu besigen. Ungläubig blieb die Welt auch auf der Straße spielende Kind, das sie für das ihre hielt, mit sich, noch, als vor gerade einem halben Jahrhundert Fontane be- und fuhr nach Köpenick. Hier vollführte sie die verzweifelte Tat, geistert ausrief:„ Märker, wacht auf! Ihr fizt mitten im die dem Kinde das Leben kostete. Nach einer anderen Meldung Paradies und wißt es nicht!" Und noch lange genug hat es soll infolge einer Verwechselung im Rummelsburger Waisenhause gedauert, ehe des märkischen Wanderdichters Wedruf zündete. dem Ehepaar ein anderes Kind übergeben worden sein. Letteres In ehrlichem Gedenken stehen wir vor dem Denkmal Fontanes flingt allerdings etwas unwahrscheinlich. in der Hauptstraße von Neu- Ruppin, danken dem Meister für sein fruchtbringendes, beglückendes Geschenk. Muß nicht das Füllhorn ausgeschüttet sein, wo Fontane lebte und webte und aus dem vollen Born der Natur schöpfte? Jammerschade, daß die Ruppiner Schweiz nicht ein paar Meilen näher an Berlin heranliegt. Ein Dreimarkstück für die Sonntags Hinund Rückfahrt, wochentags sogar die Hälfte mehr, ist den Massen noch unerschwinglich. Wer das Geld dafür übrig hat und opfert, bereut es wahrlich nicht. Die Neustadt liegt am langgestreckten, bis nach Wustrau und Friesack hinunterreichenden Ruppiner See mit schöner Strandpromenade. Eine Rundfahrt über ihn mit dem Dampfer, an herrlichen Gärten Ein gewerbsmäßiger Kautionsschwindler, der bereits 4 Jahre vorbei, ist empfehlenswert. Wer nur einen Tag Zeit hat, im Buchthaus gesessen hat, ist wieder einmal hinter Schloß und schenkt sich die Rundfahrt und benutzt eine zweite Dampfer- Riegel gebracht worden. Es ist ein Mechaniker Mar Siechert, der linie nach dem nördlich gelegenen Alt- Ruppin, wo die eigent- fogar mit einer eigenen Druderei" arbeitet, allerdings einer Der Zentralverein für Arbeitsnachweis bringt seine kostenlose liche Ruppiner Schweiz beginnt. Sie berechtigt zu ihrem sehr bescheidenen, die nur aus den notwendigsten Typen bestand, verheißungsvollen Namen durch eine überraschend glückliche mit denen er seine Drucksachen mehr oder weniger mühsam zu- Stellenbermittelung von Aushilfspersonal( Waschfrauen, Reinmachsammensette. Der Schindler lebte eine Zeitlang in Dresden und frauen, Aushilfsmädchen, Ausbesserinnen, Plätterinnen) in Erinnerung. Verbindung von Hochwald und Seen, blumigen Matten und verstand es dort, ein Mädchen so zu betören, daß es sich gegen den Bestellungen erfolgen durch Postkarte( C. 54, Rückerstr. 9) oder telefilberklar funkelnden Bächen, lauschigen Waldweihern und willen der Eltern von ihm nach Berlin verführen ließ. Hier haufte phoniſch Amt Norden 3791-3797 und Moabit 369. Das Bureau idyllischen Wassermühlen. Nun gehts von einem See in den er zunächst mit seiner Geliebten unter dem Namen Mar Seifert ist täglich von 7-1 Uhr geöffnet, Moabit von 8-11 und 3-7 Uhr. anderen, nirgends wird der Wald unterbrochen. Am Ende in einem Hotel in der Wilhelmstraße. Als die Rechnung bereits Deffentliche Bibliothek und Lefeballe zu unentgeltlicher Bedes Molchosees passiert der Dampfer die Rhinbrücke und die angewachsen war, suchte er sich zunächst dadurch zu helfen, daß er nuhung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet wert. Schleuse, läuft in den schmalen Teßensee und dann in den seine und seiner Geliebten Wert- und Schmudsachen versette. täglich von 5%-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von weitausgebuchteten prächtigen Bermüßelsee mit dem gleich- Aber das reichte nicht aus. Da kam er denn auf den Gedanken, 9-1 Uhr und 3-6 Uhr. In dem Lesesaal liegen auraeit 541 Beitungen namigen Dörfchen und gegenüber dem Forsthaus Stendeniz. mit einem Kautionsschwindel einen lohnenden Beutezug zu machen. und Beitschriften jeder Art und Richtung aus Noch ist die Kette reizender Seen nicht geschlossen. Wir ver- Da er sich in der letzten Zeit einmal mit dem Vertrieb eines Schönheitsmittels Teint- Gallertee versucht hatte, so beschloß er kurzerlafsen eine halbe Stunde vor Forsthaus Rottstiel den Dampfer, hand, ein„ Pharmazeutisches Institut" und eine Chemische Fabrit" wandern nach dem vom Zermüßelsee nur durch eine schmale zu gründen, beide natürlich nur auf den Prospekten, die aus seiner Landzunge getrennten waldumrauschten Tornowsee, besuchen Thpendruckerei hervorgingen. Um der Sache einen noch besseren Neukölln. noch die zwischen Buchen romantisch gelegenen Waldweiher Anstrich zu geben, legte er sich gleich einen Kompagnon bei, wieder bei Stendeniz und laufen, was rüstige Touristen vorziehen, dicht an der Seekette entlang auf wundervollen Pfaden über Molchow und Alt- Ruppin zurück oder suchen wieder die Dampferstation am Bermüßelsee beim Forsthaus Tornow auf. Und noch lange zehrt, wer Naturfeinschmecker ist, von dem berückenden Zauber der Ruppiner Schweiz. Im Zoologischen Garten wimmelt es jeßt auf dem Grasplat und in den Büschen vor der Fasanerie von jungen Braut. und Mandarinenten, sowie Spieß-, Pfeif, Kolben- und anderen in Furcht vor Irrfinn hat den 28 Jahre alten ledigen Mecha- und ausländischen Wildentenarten. Neben zwei fast erwachsenen niter Willi Flögel, der in der Katzbachstr. 5 seit zwei Jahren ein Magellansganserten in ihrem teils aus Daunen, teils aus grau möbliertes Bimmer bewohnte, in den Tod getrieben. Die Mutter und weiß gebänderten Federn bestehenden Kleide sieht man eine Flögels ist vor mehreren Jahren in der Anstalt Buch, wo sie wegen Bute mit ihren eigenen Kindern und einer ganzen Herde junger ihrer Geistesgestörtheit untergebracht worden war, gestorben. Er Schwarzflügelpfauen nebst einem Mischling von Aehrenträger- und selbst war start nervenleidend und befürchtete, die strankheit von Hauspfau. Da sind ferner schon recht stattliche Bastardtüten aus feiner Mutter geerbt zu haben und gleichfalls später irrsinnig zu einer Vereinigung von Gabelschwanz- Sonnerats- und Hauswerden. Gestern vormittag fand ihn die Wirtin tot in seinem Bette huhn, Fasanen mit ihrer Nachzucht in den Gehegen, ein Schopfliegen. Er hatte sich, wie mehrere Fläschchen, die auf dem Nacht- wachtelpaar mit seinen winzigen Sprößlingen und endlich eine tisch standen, erkennen ließen, mit Morphium vergiftet. Seine Bwerghenne, die drei Pfaufasane erbrütet hat, die jetzt bereits fast Leiche wurde, nachdem ein Arzt seinen Tod festgestellt hatte, be- erwachsen find. schlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. " " Zeugen gesucht. Diejenigen Personen, die am 11. Juli in einem Coupé auf der Fahrt von Halensee nach Neukölln Zeuge der Unterhaltung zweier Personen über den Streit bei der Firma Borchmann u. Co. waren, werden gebeten, ihre Adresse an G. Melzer, Briz, alfenriederstr. 1 III, gelangen zu lassen. Vorort- Nachrichten. Wegen eines Sittlichkeitsverbrechens wurde von der Krkininalpolizei der 42 Jahre alte Instrumentenarbeiter Hahn aus der Schönwalder Str. 16 festgenommen und dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Dem Verhafteten wird zur Last gelegt, sich an einem wegen eines gleichen Verbrechens schon einmal vorbestraft. 18jährigen Mädchen schwer vergangen zu haben. Der Wüstling ist Schöneberg. nur auf dem Papier, und nannte deshalb sein Unternehmen" Chemische Fabrit Seifert u. Herzog, Berlin Dahlem". Für diese Fabrik fuchte er nun Kassenboten. Seine Opfer suchte er sich unter warben. Ein junger Mann aber, der ihm 500 M. Bürgschaft stellen den Leuten, die sich durch Zeitungsanzeigen um Stellungen besollte, war durch Schaden anderer flug geworden und wollte sich erst noch einmal die Fabrik ansehen. Als er nun nach Dahlem tam, fand er nichts; er ließ daher den Schwindler festnehmen. Die Ein großer Dachstuhlbrand. Hart an der Grenze zwischen Die Landtags- Ersaswahl für den I. Berliner Wahlbezirk, Geliebte des Verhafteten wußte von dessen Treiben nichts. Jedes- Schöneberg und Friedenau, in der Bennigsenstr. 9 tam in der Es brannte den der verstorbene Geheime Justizrat, Rechtsanwalt und mal, wenn er jemanden zu sich bestellt hatte, um als Betriebs- Nacht zum Sonnabend ein Großfeuer zum Ausbruch. direktor" mit ihm zu unterhandeln, schickte er sie kurz vorher nach der Dachstuhl des erst neuerbauten Hauses in ganzer Ausdehnung. Notar Traeger vertrat, ist wie folgt festgesetzt worden: der Lesehalle, wo sie sich die Zeitungen ansehen sollte. Sie er- Da der Feuerschein weithin sichtbar war, eilten neben der gesamten I. die Wahlmännerwahlen finden Montag, den schrat bei seiner Entlarvung so heftig, daß sie ernstlich erkrankte. Schöneberger Feuerwehr auch noch die Feuerwehren von Wilmers30. September d. I., Ein Motorbootbrand auf dem Müggelsee rief gestern nacht an dorf und Friedenau zu Hilfe. In Tätigkeit trat aber nur die die erste engere Wahl Montag, den 14. Oktober d. I. dem Ufer des Müggelsees bei Friedrichshagen größere Aufregung Schöneberger Wehr, die mit vier Rohren Waffer gab. Die Lösch die zweite engere Wahl Montag, den 21. Oktober hervor. Der See war starf bewegt, und nur wenige Fahrzeuge mannschaften drangen über zwei mechanische Leitern und über Treppen d. J. statt. belebten die Wasserfläche. Plötzlich sah man aus einem in Höhe hinweg gegen den Brandherd vor, fonnten die Flammen aber erst I. die Wahl des Abgeordneten ist auf Dienstag, den des Freibades kreuzenden Motorboote Flammen aufschlagen, und in nach einstündigem Wassergeben ersticken und auf den Dachstuhl dieses Die Auf29. Oktober d. J., eine etwaige Stichwahl auf wenigen Augenblicken brannte das Boot lichterloh. Der frische Hauses beschränken, der allerdings völlig zerstört ist. Dienstag, den 5. November d. J. festgesetzt. Wind schürte das Feuer so stark an, daß alle Bemühungen der In- räumungsarbeiten zogen fich dann noch über zwei Stunden hin. Zum Wahlkommissar ist der Stadtrat Kalisch und zu fassen, es zu erstiden, unmöglich waren, fie mußten daher ihre wodurch der Brand entstanden ist, konnte nicht mehr festgestellt dessen Stellvertreter der Stadtrat und Stadtsyndikus Dr. Hirse- Rettung durch einen Sprung in das Wasser suchen, um an das werden, da er bei Ankunft der Feuerwehr schon zu weit vorziemlich nahe Ufer zu schwimmen. Sturz darauf hatten die Flam- gejajritten war. men das ganze Boot eingehüllt, das sie dann auch fast vollständig Charlottenburg. vernichteten. Von den drei Insassen des Bootes wurden nach dem Unglück nur zwei am Ufer gesehen, während man über das Schickfal des dritten noch im ungewissen ist. torn ernannt. Der I. Berliner Landtagswahlbezirk umfaßt die Stadtbezirfe 31-49, 56A, 56B, 61A, 61B und 283-284C bezi. die Urwahlbezirke 69-138, 157-163, 175-180 und 1162 bis 1175. werden. Es ist erforderlich, daß sämtliche Wahlmänner neugewählt Für die Wahlen sind gemäß§ 21 des Wahlreglements neue Urwähler- und Abteilungslisten aufzustellen, deren Auslegungstermine besonders bekanntgegeben werden. Wie spendabel die Große Berliner" fein kann, wenn sie will, zeigt sich an dem französischen Besuch, der vorgestern in Stärke von 1200 Personen in Berlin eingetroffen ist. Es ist eine rein private, aufgeführt, auf dem auch der Arbeiter Josef Krüger aus der Schwerer Bauunfall. In der Bismarckstraße wird ein Neubau Ein nächtliches Abenteuer kam einem sich zurzeit hier in Berlin Etage arbeitete, trat fehl und stürzte topfüber in die Tiefe. Dabei Schillerstr. 88 beschäftigt war. R., der in der Höhe der zweiten besuchsweise aufhaltenden Ausländer teuer zu stehen. Der Fremde schlug er mit dem Kopf gegen eine Steinwand und blieb blutüberlernte in der Nacht zu gestern auf einem Spaziergang Unter den strömt und besinnungslos liegen. Der Verunglückte wurde zunächst Linden eine" Dame" kennen, die nach einigen lustigen Fahrten nach seiner Wohnung gebracht, wo ein inzwischen herbeigerufener mit ihm in sein Hotel kam. Der Ausländer scheint solchen Besuche Arzt Notverbände anlegte. Das Befinden des Arbeiters verschlimtrinnen, vielleicht, weil er früher schon einmal schlechte Erfahrungen merte sich jedoch im Laufe des Tages so sehr, daß er nach dem mit ihnen gemacht hat, fein allzu großes Vertrauen entgegen zu bringen. Denn er hängte seine Kleider in den Schrant, schloß Strankenhause in Westend geschafft werden mußte. diesen ab und versteckte den Schlüssel sorgfältig unter seinem Kopftiffen. Diese Borsicht hat ihm jedoch wenig genügt. Als er mor Aus der Gewerkschaftskommission. In der Sihung der Dele gierten zur Gewerkschaftskommission referierte Genosse Ahrens " über:„ Die wichtigster Bestimmungen See bierten Buches der Reichs versicherungsordnung: die Invaliden- und Hinterbliebenenversiche rung". Besonders erörterte Redner diejenigen Paragraphen, die die wenigen Rechte der Versicherten und die Erreichung in bezug auf die enter usw. behandeln. In der lebhaften Diskussion, an der sich die Genossen Schwarz, Lindenblatt, Bollentin, Storch und Hennig beteiligten, wurde dem Wunsche Ausdruck verliehen, daß in den einzelnen Gewerkschaften derartige sozialpolitische Thematas zu halten sind, denn gerade auf diesem Gebiete herrsche noch eine große Unfenntnis in der Arbeiterschaft. Sonntag, den 18. August, findet im Volkshause ein Sommerfest zur Feier des 10jährigen Bestehens des Volkshauses statt. Man verpflichtete sich, in jeder Gewerkschaft die fleißigste Propaganda dafür zu machen. Eine längere Debatte entspann sich über die vom Genossen Storch vorgetragene Beschwerde wegen der ungünstigen Gelegenheit, Bücher aus der Zentralbibliothek zu entnehmen. Dieselbe befindet sich in der Parteispedition und da diese um 7 Uhr abends geschlossen wird, ist es manchem nicht möglich, ein Buch zu holen. Er wünschte, daß die Bibliothek wieder in das Volkshaus zurückverlegt wird. Der Vorschlag, die Bibliothek in den Räumen des Jugendheims unterzubringen, soll einer näheren Prüfung unterzogen werden. Zum Schluß berichtete Genosse Flemming über die letzte Sihung der der Berliner Gewerkschaftskommission angeschlossenen Untertommissionen. Es fehlten, die Vertreter der Asphalteure, Bäcker, Gastwirtsgehilfen. Gemeindebetriebsarbeiter, Sattler und Tapezierer. Lankwitz. Am Rittergut Rüdersdorf und der Konsumberein Strausberg Tegtere Der Angeklagte ist wegen verschiedener im jugendlichen Leichtbeide G. m. b. S. zeichnet stünden. Gegen diesen Beschluß wurde das Verwaltungs- tuell jetzt der Rückfallsparagraph in Anwendung käme. zu Recht in der Wählerliste pro 1912 ber- finn begangener Straftaten bestraft worden, so daß bei ihm evene streitverfahren eingeleitet. Der Kreisausschuß entschied nun, daß 11. März d. J. entwendete der Angeklagte auf dem Bahnhof Thyssen jun., da er sich in Konkurs befand, kein Wahlrecht hatte; Weißensee von einem Kohlentvagen etwa einen halben Zentner daß ferner sowohl das Rittergut Rüdersdorf wie der Konsumverein Strausberg als Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht überhaupt Prestohlen im Werte von 55 Pf. Als er die Kohlen dann einem tein Wahlrecht befizen. Demgemäß sind auch die im März d. J. Gemüsehändler Korbel zum Kaufe anbot, wurde er festgenommen. erfolgten Wahlen von sechs Gemeindevertretern ungültig. Es ist Die Folge war eine Anklage wegen Diebstahls im strafschärfenden nunmehr nach Richtigstellung der Wählerliste eine Neuwahl der Hälfte Rückfalle, bei welchem als Mindestmaß drei Monate Gefängnis der Gemeindevertreter vorzunehmen. festgesetzt sind. Herzfelde. belegenen Grundstückes rief gestern nachmittag große Aufregung Wohnhauseinsturz. Der Einstura deß in der Strausberger Str. 3 hervor. Das Nebengebäude wird gegenwärtig zweds eines Neubaues niedergerissen. Dadurch war auch das dicht danebenstehende Gebäude derart in Mitleidenschaft gezogen worden, daß ein Zusammenbruch erfolgte. Glücklicherweise war im Hause zur Zeit des Einsturzes kein Bewohner anwesend. Oranienburg. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, daß er die Kohlen habe erkannte auf Einstellung des Verfahrens. Es müsse hier die neue berkaufen wollen, da er seit mehreren Tagen nichts gegessen habe. Der Staatsanwalt beantragte 4 Monate Gefängnis. Das Gericht Novelle zum Strafgeset in Anwendung gebracht werden, nach welcher ein in der Not begangener Diebstahl an geringwertigen Gegenständen nur auf einen besonderen Strafantrag hin verfolgt werden könne. Da dieser in dem vorliegenden Falle fehle, müsse das Verfahren eingestellt werden. 8 Uhr.) Sonnabend: In der Stadtverordnetensisung erfolgte zunächst die Einführung des neugewählten Stadtbaurats. Die Nachbewilligung zu ver schiedenen Etatstiteln im Gesamtbetrage von 3260 m. wurde der Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Etatskommission zur Nachprüfung überwiesen. Der Gewinnanteil I. Teil. Sonntag: Benthefilea. Montag: Romeo und Julia.( Anfang Deutsches Theater. Bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Fauft. am Elektrizitäts- und Wasserwerk für 1911 beträgt im günstigsten I. Teil. Sonntag: Penthefilea. Montag: Romeo und Julia.( Anfang Falle 7634 M. Die durch eine Vereinbarung garantierte Kammerspiele. Bis Freitag: Geschloffen. Sonnabend und Sonntag: Mindestabgabe jedoch 8000 M. Nach dem Geschäftsbericht Mein Freund Teddy. Montag: Der Arzt am Scheidewege.( Anfang Die Schlußfeier der Kinderferienspiele konnte der ungünstigen ist das Elektrizitäts- und Waffertyert im Aufblühen begriffen. 8%, Uhr.) Witterung wegen am Donnerstag nicht stattfinden; sie wird nun Die Zahl der elektrischen Anschlüsse ist gestiegen, ebenso die Ein- Leffing Theater. Bis Donnerstag allabendlich: Die Bergnügungs mehr am Montag, den 12. August, abgehalten. Treffpunkt nach- nahmen von der Stromabgabe und Zählermiete. Die Wasserabgabe reise.( Anfang 8 Uhr.) Freitag: Einsame Menschen. mittags 2 Uhr an der neuen Schule in der Seidligstraße. erbrachte ebenfalls eine erhebliche Mehreinnahme. Der Reingewinn Gudrun. Sonntag: Die Frau vom Meere. Montag: Die versunkene Glode. ( Anfang 8 Uhr.) des Werkes beläuft sich auf 99 669 M. Die Neueinteilung des Berliner Theater. Allabendlich: Große Rosinen.( Anfang 8 Uhr.) Friedhofgeländes macht den Erlaß einer neuen Friedhofsordnung Neues Schauspielhaus. Täglich: Der erkaufte Gatte. Ein wenig und eines Gebührentarifs notwendig. Der Gebührentarif war Mufit. Gastspiel Schäffer.( Anfang 8 Uhr.) bereits vom Stadtverordnetenkollegium genehmigt. Es handelt sich nur noch um Feststellung der Friedhofsordnung, die einer gemischten Kommission überwiesen wurde, bestehend aus fieben Mitgliedern der Friedhofsdeputation und sechs Stadtverordneten, worunter fich auch Genosse Garlipp befindet. Die Einrichtung der Feuermeldung war bisher recht mangelhaft, so daß eine Verbesserung dringend notwendig erschien. sicherheitsdeputation schlägt die Einrichtung von etwa zwölf Melde- ab Die Feuerstellen mit Nachttelephonverbindung und Alarmeinrichtung vor. Die entstehenden einmaligen Kosten betragen bis zu 500 M., die laufenden Dem Antrag wurde zu bis zu 10 M. pro Jahr und Anschluß. gestimmt. Der Bildungsausschuß veranstallet Sonntag, den 18. August, einen Familienausflug nach Seehof; daselbst finden Spiele für Jung und Alt statt. Treffpunkt nachmittags 1, Uhr bei Dohns, Kaiser- Wilhelm- Str. 34. Ober- Schöneweide. In der geheimen Sigung wurde mit 13 gegen 8 Stimmen beschlossen, die Herrn Dalchow zur Aufrechterhaltung des Omnibusberkehrs gewährte Subvention bis Ende September bestehen zu laffen. Weiter wurde dem Gesuch des Bureauassistenten Topp auf feste Anstellung stattgegeben und Herr Tierarzt Fride als Mitglied der Gesundheitskommission gewählt. 3offen. Die Freibäder im Bereiche der Orte Ober- und Nieder- Schöneweide erfreuen sich ganz besonderer Fürsorge durch die Polizeibehörden, indem diese mit einem Aufwand von Energie dagegen vorgehen, der bei anderen Angelegenheiten wirklich besser am Blaze wäre. Nachdem seit Jahren die Bevölkerung und hauptsächlich Kinder unter Aufsicht der Eltern dort Badegelegenheit gefunden haben, hat die Polizei nun ihr Herz für die Menschheit entdeckt und gibt als Grund für ihr Vorgehen die vielen Unglücksfälle beim Baden an. Hauptsächlich hat man es auf das Spreeufer bei Neptunshain abgesehen; nun mutet es recht sonderbar an, daß an derselben Stelle dem Schwimmverein Eletton", der sich aus Beamten der A. E.- G.- Werke zusammensetzt, die Anlage eines Freibades gestattet wurde. Es mag bezweifelt werden, ob Arbeitervereinen ein solches Entgegenkommen gezeigt würde( siehe Vorgehen gegen die Turnbereine!). Jedenfalls ist die Bevölkerung über solch offenbares Unrecht äußerst entrüstet. Die Behörden sollten wirklich alles tun, um dem so zweckdienlichen Baden allen Vorschub zu leisten; der Volksgesundheit wäre damit Die Entführung eines Schulfnaben erregte am Freitag hier ein sehr großer Dienst erwiesen. Wenn sie dabei dem nicht immer ausbleibenden Unfuge zuleibe großes Aufsehen. Nahe dem dortigen Pädagogium hielt ein Kraftgeht, so hat sie ohne Zweifel das Publikum auf ihrer Seite; übrigens wagen, dem drei Herren und eine Dame in Trauer entstiegen. Ein steht fest, daß in den Freibädern recht wenig hierüber zu flagen ist, Herr begab sich in das Haus und bat, den Septimaner 3 a chow weil dort die Selbsthilfe eine große Rolle spielt. Die Behörde von auf eine halbe Stunde zu beurlauben. Er sei der Onkel des Kindes Oberschöne weide hat jedenfalls recht wenig Anlaß zum Ein- und wolle den Jungen vor seiner Abreise nach Amerita noch einmal fchreiten gegen das Baden. Die kleine von der Gemeinde errichtete fehen. Unter Liebfosungen wurde der Knabe zu dem Kraftwagen Flußbadeanstalt genügt jedenfalls in feiner Weise dem in einem gebracht, der versteckt in der Seitenstraße hielt. Als der Junge des Industrieorte vorhandenen Badebedürfnis. Autos ansichtig wurde, fing er furchtbar zu schreien an. Nun griffen die Begleiter des" Onkels" ein und überwältigten das Kind. Es Köpenick. wurde nach dem Auto geschleppt, das in schnellstem Tempo davonfubr. Ein Herr war Zeuge dieses Vorganges; er notierte fich die Nummer des Kraftwagens und übermittelte sie später der Polizei. Die eingeleiteten Ermittelungen ergaben, daß es sich um den Sohn eines türkischen Kaufmannes handelt, der mit seiner Gattin in Scheidung liegt. Diese wiederum wohnt in der nahen Umgebung von Zoffen und hatte den Knaben in dem Pädagogium untergebracht. Der Vater hat das Kind entführt. Spandan. Mis Leiche wurde in seiner Wohnung in der Parrifiusstr. 18 der 49jährige Arbeiter August Str., der in einer hiesigen Fabrik befchäftigt war, aufgefunden. Er hatte sich an einer Zuckerschnur erhängt, die aber geriffen war. Der Lebensmüde hat die verzweifelte Eat in frankhaftem Zustande begangen. Er hinterläßt eine große Familie. Friedrichsfelde. In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins referierte Ge nosse Schacht über den kommenden Parteitag und die vorgeschlagenen 11. August, an der Bürgerablage an der Oberhavel sein diesjähriges Der Arbeiter Gesangverein Hoffnung" feiert Sonntag, den Aenderungen des Organisationsstatuts. Ausführlich behandelte er die Aenderung des Organisationsstatuts und brachte selbst einige Waldfest verbunden mit Kinderspielen. Alle Freunde und Gönner Abänderungsanträge ein, die jedoch von der Versammlung abgelehnt des Vereins werden darauf aufmerksam gemacht. wurden. Zur Beitragsfrage ivurde folgender Antrag angenommen, der der Kreisgeneralversammlung überwiesen werden soll: Dem § 6 ist hinzuzufügen: In Kreisen, in denen niedrige Löhne gezahlt werden, sind zunächst Ausnahmen zulässig. Doch dürfen die Beiträge nicht geringer sein, als sie jezt im Organisationsstatut festgesezt find". Grünau. Auf schreckliche Weise verbrannt ist ein Arbeiter der chemischen Fabrik von Landshoff u. Meyer. Mehrere Arbeiter waren dabei beschäftigt, ein Zuleitungsrohr, in dem kristallisiertes Naphthalin abgesetzt war, zu reinigen. Zu diesem Zweck wurde um das Rohr Feuer gemacht, durch das das Naphthalin zum Schmelzen gebracht, werden sollte. Plötzlich spritzte das flüssig gewordene Naphthalin Jugendveranstaltungen. Freie Elternvereinigung Schöneberg. Bon jezt an finden die regelmäßigen Spielabende in den„ Neuen Rathausfälen" bei Ebrecht statt, und zwar für Knaben jeden Montag und Freitag, für Mädchen jeden Mittwoch von 1,7 bis 8 Uhr. Eltern mit ihren Kindern stets willkommen. Alle Fußballspieler aus Arbeiterkreisen in Schöneberg, die nicht länger den dem Jungdeutschlandbunde angeschlossenen bürgerlichen Vereinen als Mitglieder angehören wollen, werden hiermit zu einer Besprechung im Restaurant D5 ft, Martin- Luther- Straße, eingeladen. Die Genossen werden ersucht, bekannte Fußballsportfreunde auf diese Besprechung hinzuweisen. Gerichts- Zeitung. ,, Du sollst den Feiertag heiligen!" an einem Ende des Rohres heraus und traf den Arbeiter B., der steht zwar in den christlichen Geboten, aber wenn namentlich Landim Nu einer Feuersäule glich. Der Bedauernswerte versuchte in das arbeiter dieses christliche Gebot in die Tat umsetzen wollen, jeben nahe Wasser zu springen. Ein Arbeiter, der seinem Kollegen zu sie sich der Gefahr aus, bestraft zu werden. Das mußte eine AnHilfe kommen wollte, wurde selbst schwer verletzt und mußte in ein zahl gut katholischer Christen erfahren, die auf dem Dominikum Krankenhaus übergeführt werden. Nach einem kurzen wilden Herum- Johannisberg bei Breslau mit anderen katholischen Ausländern in jagen brach der Unglückliche vollständig verbrannt zu Beschäftigung waren. Am 25. März d. J., einem katholischen Feierfammen; die Kleidung war vollständig verbrannt und die Haut löste tage, arbeiteten die katholischen Ausländer nicht, während die einfich am ganzen Körper. Der Berunglückte gab noch schwache heimischen Katholiken arbeiten sollten. Das taten sie auch während Lebenszeichen von sich; auf dem Transport erlag er aber seinen des Vormittags, nachmittags ließen sie die Arbeit ruhen, nachdem schweren Verletzungen. Die Arbeiter sind der Meinung, daß, wenn genügend Hilfs- sie den nächsten Vorgesezten davon in Kenntnis gesezt hatten. Obwohl dieser gegen die Arbeitsruhe nichts einzuwenden hatte, er= mittel vorhanden gewesen wären, dem Verunglüdten rechtzeitig hätte hielten alle deutschen Katholiken wenige Tage später ein StrafHilfe gebracht werden können. Die Gesellschaft, die im letzten Jahre mandat, weil sie die Arbeit verweigert hätten. Mit Hilfe des 10 Proz. Dividende nebst großen Abschreibungen erübrigen konnte, Landarbeiterverbandes legten sie Berufung ein und beantragten müßte wohl in erster Linie darauf bedacht sein, die Zahl der Opfer richterliche Entscheidung, die vor dem Breslauer Schöffengericht ihres Betriebes durch möglichsten Ausbau der sanitären Einrichtungen zur Berhandlung fam. Entgegen der Ansicht des Amtsanwalts, der zu verringern. eine Bestrafung auf Grund der famosen Gesindeordnung durchsetzen wollte, kam das Gericht zu einer Freisprechung, weil es eine ArRahnsdorf. Ueber die geplante Wasserversorgung machte der Gemeinde- beitseinstellung in dem Vorgehen der Angeklagten nicht erblicken torsteher in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung interessante fonnte, zumal diese von ihrer Absicht vorher ihren nächsten VorgeAusführungen. Wie er mitteilte, ist der vom Landrat in Vorschlag fetten in Kenntnis gesezt hätten. Hätten die Angeklagten, so gebrachte Entwurf eines großen Verbandswasserwerks, das sich auf führte der Vorsitzende in der Begründung des freisprechenden Ur25 im östlichen Teil des Kreises Niederbarnim gelegenen Gemeinden teils aus, dem Vorgesetzten nichts von ihrem Vorhaben gesagt, hätte erstrecken soll, someit gediehen, daß voraussichtlich im nächsten Früh Bestrafung eintreten müssen, denn wenn katholische Arbeiter die jahr mit deren Bau begonnen werden kann. Das Wasserwerk soll katholischen Feiertage halten wollen, müssen sie dies kontraktlich in der Nähe von Hessenwinkel und Erkner, zwischen der Lahn und dem Dämeritsee erbaut werden. Um einen gleichmäßigen Druck Ein frommer Arbeiter wird also unter Umständen in das Gein allen dem Werk angeschlossenem Gebieten zu erzielen, soll ein Tiefreservoir auf den Kranichsbergen und Hochreservoire bei Alt- fängnis gesteckt werden und seine Familie kann während dieser Landsberg, Rehfelde und Kaltberge errichtet werden. Der Kosten Zeit hungern, wenn er sich, erdreistet, die Feiertage zu halten, die aufwand für die Gesamtanlage inklusive der Zuführungsleitungen ihm seine Religion vorschreibt. So will es der christliche Staat. für die einzelnen Gemeinden wird auf mindestens 2 Millionen Mark Mit der Theorie und Praxis des Christentums hat es sofort einen bemessen. Erwartet wird, daß diese Anlagen vom Kreise ausgeführt Haten, wenn der Unternehmer Schaden dabei erleiden soll. werden, so daß die Gemeinden nur für die örtlichen Zuführungen Sorge zu tragen haben. Hennickendorf. ausmachen. Die Strafgesetzbuchnovelle. Wegen Entwendung von Preßkohlen im Werte von 55 Pf. Wählerliste und Kommunalwahlen für ungültig erklärt. Auf Ein- stand der Arbeiter Rudolf Döring unter der Anklage des Diebspruch gegen die Gemeindewählerliste beschloß die Gemeinde- stahls im strafschärfenden Rückfalle vor der 2. Ferienstraftammer bertretung in ihrer Februarsizung, daß August Thyssen jun., das des Landgerichts I. Kurfürsten- Oper. Bis Donnerstag allabendlich: Der Tanzanwalt. ( Anfang 8 Uhr.) Bom Freitag ab: Geschloffen. Ehre. Der Herr mit der grünen Krawatte.( Anfang 8%, Uhr.) Die Neues Theater. Allabendlich: Der liebe Augustin.( Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Allabendlich: Der Unverschämte. Der Arzt seiner Trianon- Theater. Bis Freitag: Geschlossen. Bom Sonnabend ab: allabendlich: Das Konzert.( Anfang 8 Uhr.) Schiller Theater O. Bis Mittwoch: Geschlossen. Vom Donnerstag Schiller- Theater Charlottenburg. Bis Mittwoch allabendlich: Das Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Der Dieb. Unfang 8 Uhr.) Konzert. Bom Donnerstag ab: Hohe Bolitit.( Anfang 8 Uhr.) teusche Susanne.( Anfang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Alabendlich: Die Theater in der Königgräher Straße. Bis auf weiteres täglich abends 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Thalia Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Polnische Wirtschaft allabendlich Autoliebchen.( Anfang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Allabendlich: Ein Königreich m. b. H.( Anfang r.) Theater des Westens. Bis Freitag: Geschlossen. Vom Sonnabend abend ab: Die schöne Helena.( Anfang 8 Uhr.) 8 Luisen- Theater. Sonntag, 11. August, nachmittags 3 Uhr: Ich lasse Dich nicht. Abends und Montag, Dienstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Der verflossene Reßdorf. Mittwoch, Donnerstag und Montag: Der verfallene Turm.( Anfang 8 Uhr 20 Min.) Rose Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch: Die Kameliendame. Donnerstag und Freitag: Die Jüdin von Toledo. Sonnabend, Sonntag und Montag: Die goldene Eva. ( Anjang 8 Uhr.) Herrnfeld Theater. Wie man Männer bessert. Die Driginal Klabrias- Partie.( Anfang 8 Uhr.) Metropol Theater. Allabendlich: Schwindelmeier u. Co.( Anfang Berliner Prater- Theater. D diese Berliner.( Anfang 72 Uhr.) Voigt Theater. Allabendlich: Die Tochter der Here. Sonnabend: Robert und Bertram.( Anfang 4 Uhr.) 8 Uhr.) Uhr.) Passage Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Admiralspalast. Eisballett: Yvonne.( Anfang 10 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Parisiana- Ensemble.( Anf. 8 Apollo Theater. Abends täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Täglich: Spezialitäten.( Anjang 8 Uhr.) Königstadt- Kafino. Täglich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Reichshallen Theater. Alabendlich: Honigmann- Orchester.( Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr.) Urania Theater. Sonntag: Der Vierwaldstädter See und der Gotthard. Montag und Dienstag: In den Dolomiten. Mittwoch und Freitag: Seen Ober- Italiens. ueber den Brenner nach Venedig. Donnerstag und Sonnabend: An den Sonntag: Von der Zugspitze zum Wahmann. ( Anfang 8 Uhr.) Silfskaffe der Graveure, Ziseleure und verw. Berufsgenossen in Berlin tagt jeden zweiten Montag im Monat im Nestaurant Luisen ujer 1, abends 8-10 Uhr. Allgemeine Familiensterbekaffe. Heute Zahl- und Aufnahmetag von 3-6 Uhr im Restaurant Aderſtr. 123 Arbeiter Samariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. Am Montag in den Rittersälen", Ritterstr. 75, abends Schöneweide. Am Montag Siemensstr. 12, abends 8, Uhr. Friedrichshagen. Am Donnerstag, Friedrichstr. 12, 2. Hof, abends 8, Uhr. 8, Uhr. Nowawes. Am Montag bei Schmidt, Friedrich-, Ede Wilhelmstraße, abends 812 Uhr. Marktbericht von Berlin am 9. Auguft 1912, nach Ermittelung des tönigl. Polizeipräsidiums. Marttballenpreise.( Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. Speifebohnen, weiße, 30,00-50,00. Rinsen 40,00-70,00. Sartoffeln( Steinhdl.) 7.00-13.00. 1 stilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,80-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50-1,90. Schweinefleisch 1,60-2,20. Stalbfleisch 1,50-2,40. Hammelfleisch starpfen 1,60-2,40. Male 1,60-3,20. Bander 1,40-3,60. Hechte 1,60-2,80. Barsche 1,00-2,40. Schlete 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,80. 60 Stüd Krebse 1,00-36,00. 1,70-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd Eier 3,60-5,50. 1 Kilogramm Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau Wasserstand Meme I, Tilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Atroffen Frankfurt Warthe, Schrimm Landsberg nege, Bordamm Ibe, Leitmeriz " Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, Stationen am feit 9. 8. 8. 8. cm cm³) Wasserstand 64-1 Saale, Grochliz -41+4 10 0 198+1 am feit 9.8. 8.8. cm cm¹) 65+1 Havel, Spandau) 18-12 Rathenow) 10 +2 Spree, Spremberg³) 88+10 Beeskow 77-1 Befer, Münden 102+4 Kaub 176<-16 182-6 0 -4 -39 -1 Minden Rhein, Maximiliansau 568 170 26+6 77+40 Köln -70 +12 +2 311+24 271 +18 Nedar, Heilbronn 115 0 136 +32 99+13 Main, Hanau Mosel, Trier 120 +3 Fall. ³) Unterpegel. Witterungsübersicht vom 10. August 1912. Barometer stand mm cichtung Bind Bindstärke Swinemde. 757 Hamburg 759 WSW Berlin 759 29 Frankf.a.M. 761 S München 761 Wien Better Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer Stanb mm Bind richtung Bindstärke Better +1 Temp. n. G. 1807= Dog 35alb bd. 16 Haparanda 761 DSD 2molten! 24 2halb bd. 12 Petersburg 759D 1 halb bd. 14 Scilly 755233 1 Rebel 14 Aberdeen 755 NW 2wollig 10 Paris 761 S 15 2Dunst 21 5 moltig 13 2Regen 10 1 heiter 13 762 WNW 2wollig Wetterprognose für Sonntag, den 11. August 1912. Nach fühler Nacht am Tage wieder etwas wärmer, zeitweise heiter, aber veränderlich ohne erhebliche Niederschläge; mäßige füdliche Binde. Berliner Wetterbureau. Mein. Briefkaften der Redaktion. Rettungs- Institut. " 0 3. Friedrich Wilhelms- Anstalt für Arbeitsame.[ brochener Dauer vorgelegen hat; alsdann wird das mutmaßliche 4. Biedersee- Stiftung, Sprechzeit 3-5. Die letteren drei im Berliner Rat- Einkommen des Steuerjahres 1. April bis Ende März gefäßt. hause.- B. 86. Staat Preußen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Pader- C. S. N. 20. Außer dem Staatszugehörigkeitsausweis, den Sie bei Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, born bier Treppen born. H. R. Das Gesetz wurde von der Reichsregierung eingebracht. der Amtshauptmannschaft beantragen müssen, brauchen Sie u. E. feine Fahrstuhl wochentäglich von 4½ bis 7½ 1hr abends, Sonnabends, bon 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage Die sozialdemokratische Fraktion verhielt sich in der Endabstimmung ver- weiteren Papiere beizubringen. Beschweren Sie sich eventuell beim Polizeineinend. B. Schl. In Friz Reuters Stromtid" ist es Jochen Nüßler, präsidium, in weiterer Instanz beim Oberpräsidenten. O. O. 7. Ja, ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort 2. 9. 1. Jeder wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, der sich passiv in scheinbar Unabänderliches fügt:' t is all so, as dat falls die Ehe wegen Ehebruchs rechtsträftig geschieden ist. Ledder is. P. St. 1. Nein. 2. Ja. J. Au. Vor zehn Jahren. Teil behält das Eigentums- und Verfügungsrecht über sein gesamtes Berwerden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Littauen 52.% des Nachlasses des Mannes, falls tein Testament mögen, falls durch Chevertrag das Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht des R. D. 77. 1. Ja. 2. Für die ganze Zeit. 2. 2. 69. 1. Nur vorliegt, das anderweite Verteilung bestimmt. 5. G. 100. Nur dann, Mannes ausgeschlossen wird. 2. Nein. 3. Nein. Der Ehevertrag, der zu dann, wenn ein Arrestbefehl vorliegt. Ein solcher ist zu erreichen, wenn wenn der Unfall infolge Mangelhaftigkeit der Geräte entstanden ist. Der notariellem oder gerichtlichem Protokoll erklärt werden muß, ist notwendig. C. B. 10. Nein. Th. H. 28. zu besorgen ist, daß ohne dessen Verhängung die Vollstreckung des Urteils aufsichtfübrende Lehrer haftet, wenn ihm eine Verlegung der Aufsichts1. Gewerbegericht Reinidendorf, rereitelt oder wesentlich erschwert werden würde". Ihr Brief läßt nicht er- pflicht nachgewiesen werden kann. Für beides ergibt Ihr Schreiben nichts. Rathaus. 2. Ja, zu notariellem oder gerichtlichem Protokoll. Sachen fennen, ob ein Arrestgrund gegeben ist. 2. Bei dem Amtsgericht, in dessen Vielleicht hat eine Eingabe an den Magistrat, für den Fall der Ablehnung verzeichnis und Legitimationspapiere sind mitzunehmen. Kosten richten sich Bezirk Schuldner wohnt oder Vermögen besitzt. 3. Ja. 2. R. N. 37. eine Petition an die Stadtverordnetenversammlung Erfolg. Wedding. nach dem Objekt. K. M. 5. Nach Ihrer Darstellung sind Sie nicht F. K. 100. An das Standesamt, wo die Eheschließung erfolgen 1. Einschlägige Schriften finden Sie im Sassenwachschen Katalog Seite 117 zahlungspflichtig. Warten Sie ab, ob ein Festsetzungsbeschluß vom Gericht soll. D.D. 34. 1. Dazu ist der Eigentümer verpflichtet, der sich für bis 123, Preis 60 Pf., erhältlich in der Buchhandlung Vorwärts. 2. Ja. zugestellt wird. R. H. 54. Einziehung ist nicht zu erwarten, falls Sie den Fall der Unterlassung strafbar macht. Ihnen kann die Hälfte der Bei Streitfrage 159 J. Die statuarischen Bestimmungen sind maßgebend. die Mutter weiterhin unterstüßen. Betrag der Unterstüßung, richtet sich nach träge gekürzt werden. 2. Nein. B. V. 4. Zur Be- der Höhe Ihres Verdienstes. A. G. 58. 1. Der Mietsanspruch M. P. 44. Es fönnte Anzeige erstattet werden. 6. S. 54. Der Betrieb ist bei der verjährt in vier Jahren, die Frist beginnend mit dem Ende des zahlung der Prämie für das laufende Versicherungsjahr sind Sie verpflichtet. Berufsgenossenschaft anzumelven. Kalenderjahres. 2. Ja, soweit die Lobnforderung 28,85 Mart P. F. Spielhagenstr. 13. 1. 1,50 m. pro Tag. 2. Ja. Zwei Ch. E. 23. Bir halten Ihren Unfallanspruch für begründet. Seßen wöchentlich oder 125 Mart monatlich übersteigt. 2. M. Nein. Wettende 30. Wetten entscheiden wir nicht. M. A. 1882. An- Sie fich mit dem Arbeitersekretariat, Engelufer 15, in Berbindung. R. C. 1. Feierliches Versprechen der Che unter vier Augen oder vor gemeiner Berliner Verlobungs- Anzeiger", Ausgabe A für Berlin, Ausgabe B.. 118. 1. und 2. Nein. Die Frau ist aber zahlungspflichtig. Zeugen. Ringwechsel äußere Bekräftigung des Verlöbnisses.- W. Solingen. für die Provinz Brandenburg, außerdem Allgemeiner deutscher Verlobungs. E. V. 105. 1. Nein. 2. Sie find an den Vertrag gebunden. 3. Rund Jährlich durchschnittlich etwa 100, in fünf Jahren also rund 500 solche Anzeiger", beide Zeitschriften erscheinend im Berlag von Wilh. Oppermanns 585 000. Soldat 100. Eine Krankheit, die zeitig untauglich macht, Sigungen. 2. 49. Durch die Buchhandlung Vorwärts. 2. S. 408. 1. u. 2.: aber beseitigt oder doch so vermindert werden kann, daß vollkommene oder P. 2. 83. Beitschriftenverlag, Charlottenburg, Kantstr. 99. Spezialfirma für alle Arten von Bergament: Baroweid, Berlin S. 26. Nein. Die etwaigen Kosten der Ausbildung können aber noch verlangt bedingte Tauglichkeit eintritt. 7. 2. 100. Die Zeit der HeilstättenWaldemarstr. 28. Fragen Sie nach und viel Glück! 2. B. 1890. werden. 3. Anfrage an das Vormundschaftsgericht. M. A. 52. An behandlung ist nicht anrechnungsfähig. H. R. 1001. So allgemein Es sind Mäßigkeitsapostel, vor allem Antialkoholiker. Im übrigen fragen die Staatsanwaltschaft, Alt- Moabit. G. B. 32. Das Testament ist lassen sich Ihre Fragen nicht beantworten. Kommen Sie mit der Testamentsm. m. 199. Ja. abschrift in die Sprechstunde. N. T. 1850. Sie bei Ihrer politischen Organisation an. G. W. 30. Dürfen wir notwendig, andernfalls erben die Verwandten mit. F. B. Nein. Inters leider grundsäglich nicht beantworten, um dem Arzt nicht ins Handwerk zu P. M. 62. 5 bis 7 M. pro Woche. 2. 1000. 1. 1. E. der Are effent. Es ist möglich. Zwei Streiter. Außer sehr hohen Geldstrafen pfuschen. Ersuchen Sie den Arzt selbst um Aufklärung. Au. Sch. beitgeber. 2. 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