Nr. 255 in beto operat Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage Neue Selt" 10 Bfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Poft Beitungs- Breisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Juferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Big.. für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inierate für die nächste Mummer müfien bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fetagen bis 9 Uhr Wormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 4186. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Sonderorganisation der polnischen Sozialdemokraten. Sonntag, den 29. Oktober 1893. Das ist begreiflich. Druck erzeugt Gegendruck. Will man einem Menschen, der noch eine Spur von Selbstbewußtsein und wahrem Ehrgefühl besißt, ein geistiges Gut Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Zum Fall Gradnaner. Zur Militärhaft des Redakteurs Dr. Gradnauer schreibt Bei dem Zustande, in dem sich gegenwärtig unsere( preußisch rauben, so klammert er sich um so inniger daran fest. Die uns ein Fachmann: Wenige Wochen vor dem Zusammentritt des Partei- Sprachgemeinschaft ist aber ein solches geistiges Gut und tages in Köln haben in Berlin Vertreter der polnischen ein sehr hohes, dem Menschen ebenso werth und wichtig, Sozialdemokraten des Deutschen Reichs eine besondere Partei- wie seine Weltanschauung oder seine Religion. Einem norddeutsche) Militärrechtspflege auf grund der vor beinahe formation beschlossen, die zwar einen Bestandtheil der Volke seine Sprache rauben wollen, das an dieser Sprache 50! Jahren in Preußen erlassenen Militär- Gerichtsfozialdemokratischen Gesammtpartei des Reiches bilden soll bewußt festhält, ist ein ebenso aussichtsloses Unterfangen, ordnung befindet, ist thatsächlich der militärgerichtund diese Zusammengehörigkeit au, durch Entsendung eines wie feine Weltanschauung oder Religion mit staatlichen rich Angeklagte jedem Irrthum oder gar jeder Delegirten zum Kölner Parteitage zum Ausdruck gebracht 3wangsmitteln befehden. Und es ist ein eben solches Unwillkür der aur militärischen Rechtspflege behat, aber doch selbständig, ohne in irgend einer Weise von recht und das Unrecht ist gleich groß, wenn ein Pole oder rufenen militärischen Organe recht und der Zentralleitung abhängig zu sein, die Propaganda der Däne oder Franzose zwangsweise germanisirt, also zum schuhlos preisgegeben. sozialistischen Ideen unter der polnisch sprechenden Bevöl- Aufgeben seiner Muttersprache zu gunsten des Deutschen geEs giebt in dem ganzen, terung des Reichs betreiben und deren Organisirung für den nöthigt werden soll, als wenn man einen Deutschen zwangs- durch die Militär Strafpreßordnung geregelten Verfahren politischen Kampf leiten will. weise russifiziren oder magyarisiren will. gar teine Rechte des Angeklagten, solange, Wozu das? mag sich mancher Genosse verwundert ge- Daß auch gegen dieses Unrecht das polnische Proletariat bis er rechtskräftig verurtheilt ist. Dann erst kann er, fragt haben. Erstreben wir nicht eine Verbrüderung des in Deutschland sich empört, ist ein erfreulicher Beweis seines aber ohne daß hierdurch die Vollstreckung des Ur Broletariats aller Kulturvölfer? Sind wir nicht eine inter Selbstbewußtseins und seiner Mannhaftigkeit, ein um so theils- außer wenn es auf Tod lautet aufgehalten würde, nationale Partei? Schlimm genug, daß gegenwärtig noch erfreulicherer da er zu der nämlichen Zeit erscheint, in der auf grund neu( in der Gefangenzelle?!) aufgefundener Beweisdie sozialdemokratischen Parteien der einzelnen Länder ab- polnischer Adel und Geistlichkeit und Bourgeoisie durch mittel ein nochmaliges Verfahren gegen sich beantragen. gesondert von einander kämpfen müssen. Wozu sollen wir ihre Klasseninteressen sich zu faulen Kompromissen in nationale Spaltungen in das Proletariat eines Staats- wirthschaftlichen, politischen und sogar nationalen Fragen ganzen hineintragen, da doch keine Landesgrenzen und staatlichen Sondereinrichtungen das bedingen? Der Einwand erscheint sehr plausibel. Auf den ersten Blick muß es befremden, daß Leute, die sich zu dem Mahnwort Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" bekennen, sich von Genossen loslösen, mit denen sie alle Programm forderungen gemein haben. Und ferner fann er das rechtskräftige Erkenntniß als nichtig anfechten, falls was natürlich kaum aller Jubeljahre in der Militärjustiz einmal vorkommen wird er( ohne Bertheidiger?!) behaupten kann, daß die Richterbank gegen die Vorschriften des Gesezes besetzt worden sei und aus einigen anderen ähnlichen formellen Gründen, also Rechte, die bis auf höchst selten vorkommende Ausnahmen lediglich auf dem Papier stehen. Es kann also der verhaftete Angeklagte fein Rechtsmittel mit der Regierungspolitik haben tödern lassen. Die Bertheidigung der Muttersprache, zu der das polnische Proletariat sich anschickt, unterscheidet sich auch grundsätzlich von der nationalen Politit der polnischen Schlachzigen. Denen schwebte als Hintergedanke stets die territoriale Loslösung der ehemals polnischen Landestheile von Preußen und die Herstellung eines Schlachzizenstaates vor. Das polnische Und dennoch haben sie recht daran gethan, sich ge- Proletariat nimmt die Abgrenzung des Deutschen Reiches fondert zu organisiren, dennoch ist ein zwingender Grund als eine geschichtlich gegebene Thatsache hin und will nur einwenden gegen seine Verhaftung, tein Rechtsmittel einwenden da für ihr Vorgehen. Ja, sie haben alles mit uns gemein, innerhalb des Staats und Reichs die volle Gleichberechtigung gegen die Zuständigkeit des gegen ihn einschreitenden Militärgerichts, unsere polnischen Genossen: die Liebe zur Freiheit und den mit den Deutschen, das gleiche Recht in der Verwendung fein Rechtsmittel gebrauchen gegen Ablehnung von zu seiner EntHaß gegen die Unterdrückung; sie leiden wie wir unter der polnischen Muttersprache in der Schule und so laftung gestellter Beweisanträge, fein Rechtsmittel gegen ein falsches wirthschaftlicher Ausbeutung und politischer Rechtsverkümme viel als möglich neben dem Deutschen auch in der Urtheil, kein Rechtsmittel gegen etwaige Bedrückungen oder rung, was unser Herz bewegt, bringt auch ihr Blut in Verwaltung und vor Gericht. Es erstrebt die nämlichen Wintürlichkeiten der gegen ihn inquirirenden Auditeure u. s. w. Wallung. Aber eine Rechtsbeeinträchtigung wird ihnen Rechte im Deutschen Reiche, durch deren Gewährung an furz, er hat geduldig und fromm, wie ein zur Schlachtbank gebesonders angethan, ein Unrecht giebt es, unter dem alle Sprachgemeinschaften die Schweiz innerhalb ihrer führtes Schaf, still zu halten und das entgegenzunehmen, was wohl die polnischen, aber nicht die deutschen Sozial- Grenzen den Nationalitätenhader aus der Welt ge- man wider ihn beschließen wird. Sozial- Grenzen demokraten zu leiden haben. Das ist das Bemühen, schafft hat. Denn was will die in§ 114 sie und ihre Kinder zwangsweise ihrer Muttersprache zu Damit es diesen Sprachvertheidigungskampf in freier ersichtliche Vorschrift angesichts dieses Mangels aller Rechte be= entfremden. Seit Jahren arbeitet die preußische Staats- Beweglichkeit und im organischen Zusammenhange mit den sagen:" Dem Angeschuldigten ist in allen Fällen gestattet, sich maschinerie mit Hochdruck daran, die Polen des Staats- wirthschaftspolitischen Bestrebungen der Sozialdemokratie selbst, schriftlich oder zum gerichtlichen Protokoll"( nicht einmal gebietes zu germanisiren. Verwaltung, Gericht und Schule führen kann, muß es sich selbständig organisiren und in mündlich vor dem erkennenden Gericht, weil es überhaupt kein werden ausgenutzt, um ihnen die deutsche Sprache auf der eigenen Sprache agitiren. Wie aber die polnischen mündliches Verfahren im preußischen Militärprozeß giebt!!) zu verzuzwingen, und von dieser nationalen Bedrückung werden Sozialdemokraten stets an unserer Seite zu finden sein theidigen"? Das heißt hiernach nichts anderes als das, was alle Polen betroffen, Adel und Bourgeoisie, am verlegendsten werden, wenn es gilt, wirthschaftspolitische Errungenschaften absolut selbstverständlich ist: daß man wenigstens( schriftlich oder aber Bauern und Proletariat. Bisher allerdings mit dem zu erstreiten, so müssen wir sie unterstützen in der Ver- absolut selbstverständlich ist: daß man wenigstens( schriftlich oder dürftigsten Erfolg. Ja, wenn man den Klagen der Re- theidigung ihrer Muttersprache gegen staatliche Zwangsu Protokoll, nicht mündlich) hören muß, was er auf die Angierungs- Soldschreiber und deutschen Afterpatrioten trauen maßregeln. Erst wenn wir uns anschicken, auch diese Frei- flage zu erwidern hat. darf, ist gerade das Gegentheil von dem erzielt, was damit heitsbestrebung zu unterstützen, befolgen wir ungeschmälert Ist aber das Urtheil auf grund lediglich der Atten bezweckt wurde. Die Preußen polnischer Zunge lernen un innerhalb unseres staatlichen Wirkungskreises den Grund- beschloffen, und das geht natürlich, da keine„ Weitläufigwilliger die deutsche Sprache als früher und vermeiden es, faz: Gleiches Recht für Alles, was Menschenantlig feiten" durch Beschwerden von Angeklagten oder von Verfich ihrer zu bedienen, wo sich das irgendwie vermeiden läßt. trägt." G. L. theidigern versucht werden können, schnell!-, dann wird es ihm 560 Feuilleton. [ 46 Der Aufruhr in den Cevennen. in den Cevennen. Eine Erzählung von Ludwig Tied. Interessen? Ich sehe doch nur das Meinige dazu bei, und wann ich irgend Misikamente verlange, so steht da mein Alter, und Ihr braucht mir keine fremde Lamierung anzubieten. Dergleichen Phrasen und Lohegrifen sind überhaupt gar nicht schicklich. Was muß mein ehrbarer Better Davon denken? Der meint gewiß, wir leben so recht unAlle traten aus dem Garten, und so wie der Lufzug strömte, hörte man deutlich Feuern von kleinem Gewehr. " Uff!" seufzte Dubois, wer jetzt noch die Berge era klettern könnte. Droben muß man es viel deutlicher ver nehmen." " Ich mag nichts," sagte Gottfried, mit Krieg und schanzelant miteinander, als wenn wir gleichsam Ehegars Kriegesgeschrei zu thun haben. Die armen, schönen, ruhigen miteinander hätten. Es bleibt doch ewig wahr, wer einmal Dörfer; bis hierher haben wir zur Zeit noch nichts davon Viertose gewesen ist, der kann niemals wieder ein einfacher gehört, außer einmal im ersten Anfange, nun kriegen wir Mensch werden, die Pomologie oder Gutherzigkeit oder den schlimmen Besuch wieder." Hamannität ist für ihn verloren." Sie waren zu ihrem freundlichen Hause zurückgekehrt, und Martin erwartete sie mit den übrigen. Es ist doch Da drüben," meinte die Frau, haben sie das wunderabscheulich", fing Frau Barbe an, daß die Kamelsarten Ereifert Euch nicht, Gevatterin", sagte der Musikus, thätige Muttergottesbild, das wird sie alle beschüßen, das so ruchlos geworden sind, daß in diesem Jahre keine Pro- es ist mir nicht im Traum eingefallen, Euch zu beleidigen." gegen können die Rebellen nichts ausrichten; Feuer und zession nach dem Dorfe kommen kann, daß nur sechs Bringt nur nicht", zürnte sie weiter,„ Eure Träume Schwert, Kugel und Hieb kann dem himmlischen WunderStunden von hier liegt. Ueber den Berg kann man in drei wert nichts anhaben." Stunden hin und die erbauliche Sache habe ich sonst in und Traumpetergeschichten wieder an, denn die sind mir schon so widerhaarig wie Eure Sarenaten auf meinem Tisch feinem Jahre versäumt." Also fein Kirchenfeft heuer?" fragte Dubois.„ Nun, da. Der hat sich's auch nicht träumen laffen, daß er noch da. Der hat sich's auch nicht träumen lassen, daß er noch kein Wunder; müssen ja selbst die großen Jahrmärkte ein- einntal in seinen alten Tagen einen Teftator abgeben sollte." gestellt werden." Versprengte leichte Jäger jagten durch das Dorf. Sie erkundigten sich nach den Wegen und wollten über den Berg die Ihrigen wieder suchen, von denen sie waren abgeschnitten worden. Der Trompeter machte sich mit wichtiger Miene an den Wenn nur der türkische Großsultan", fuhr Barbe Still!" sagte Gottfried," Du verstehst das alles nicht, Offizier, indem er ihm eine Bergstraße anwies, auf welcher fort,"" und der heidnische Marrelburg nicht noch mit den Barbe, denn die Leute laufen da drüben so zusammen: die Pferde zur Noth fortkommen könnten. Ich habe ſelbſt Rebellen eine Nalgans verfertigen, daß wir völlig in das was ist denn vorgefallen? Laß' den Gevatter Klavier die Ehre gehabt, in der königlichen Garde zu dienen," setzte Miserere gerathen, denn man kann nicht wissen, was der spielen, er hat seine eigenen Finger dazu und nicht Deine, er vornehm hinzu. politische Konjunktiv uns noch in diesem Jahre alles liefern sondern es muß was Neues vorgefallen sein, ich höre wird: alle Judikativen, sagte unser Pfarrer noch gestern, auch gerne zu, daß wir doch wohl die Nachbarn fragen versprächen keine sonderliche Propertät, und wir fämen wohl müßten." gar mit dem neuen Jahr völlig im Quark zu liegen." " So die verschiedenen Reden unbewußt durcheinander Spart doch, Gevatterin", sagte Dubois lächelnd, die werfend, weil er neugierig war und doch auch antworten gelehrten Redensarten, in denen Ihr ja doch immer kon- wollte, fragte er jetzt einen Vorüberlaufenden, warum die frären Wind habt und das Laviren nicht recht versteht." Nachbarschaft so in Aufruhr schiene. Man hört in der " Wenn ich sie ausgebe", fuhr ihn Barbe ungeduldig Nähe start schießen, drüben im Thale soll alles bunt übereck an, verthu' ich denn etwa was von Euren Kapital gehen," rief eine Bäuerin. Als was?" fragte der junge Offfzier. " Es war mir vergönnt," antwortete jener, erster Trompeter des Regiments zu sein. Wie steht es, Herr Kapitän, mit den Rebellen?" Bergönnt mir, Trompeter," antwortete der Anführer, Euch darauf bis auf Wiedersehen die Antwort schuldig zu bleiben. Die Kerle sind vom Teufel besessen, und es geht uns schlecht. Könnet Ihr sie wegblasen, so wollten wir Euch mitnehmen." bekannt gemacht nzenigstens, sollte man meinen? Oh nein, auch das nicht einmal! Selb st dieses selbst- verständliche Recht,(jetzt) zu erfahren, was man wider ihn beschlossen hat, hat er nicht. Vielmehr wird nun das Nrtheil der dazu berufenen Militärbehörde erst.zur Bestäti- gung eingesandt. In den meisten Fällen ist dies der Kommandeur der Division, nämlich wenn auf nicht mehr als 1 Jahr Freiheits- strafe erkannt ist; bei mehr Strafe— bis 10 Jahre— ist es der Kommandeur des Armeekorps, bei noch mehr der König. Wenn auf nicht mehr als I Jahr Freiheitsstrafe erkannt ist, hat also der Divisionskommandeur zu bestätigen. Das ist aber derselbe Beamte, welcher„als Vorstand des Militär- gerichts bei allen Verfügungen desselben die Leitung und Ent- scheidung" hatte, und dem solgegemäß der Auditeur, welcher mit dem Angeklagten direkt verkehrt, unter geordnet ist. Denn der Auditeur hat unbedingt, selbst dann, wenn er„die vom Gerichts- Herr» gegebene Weisung in bezug auf seine richterlichen Pflichten mit den gesetzlichen Borschriften oder mit seinen Instruktionen nicht vereinbar hält", eventuell„auf die alleinige Verantwortung des Gerichtsherrn hin"(wenn verantwortlich, und wann?)„zu befolgen"!(§ 79 Abs. 2). Dieser„Gerichtsherr" allein,— also im Falle des Dr. Gradnauer der Kommandeur der S. Division zu Dresden— hat auch zu bestimmen, ob der Angeschuldigte zu verhaften sei und ob dessen Verhaftung fortdauern solle. Derselbe Mann also, auf dessen Verantwortung hin und unter dessen Leitung Alles geschehen ist,— ausgenommen allein der Spruch des Kriegsgerichts, der lediglich auf grund der von Gerichtsherren und Anditeirr hergestellten Akten ergangen ist—, hat die„Bestätigung" des Urtheils zu besorgen. In welchem Sinn dieses Bestätigungsrecht hiernach ausgeübt zu werden pflegt, dürfte nicht zweifelhaft sein. Ist die Bestätigung erfolgt, dann ist das Urtheil auch gleich rechtskräftig— also noch ehe der Angeklagte überhaupt etwas von dem Urtheil erfahren hat!— und es ist nunmehr nicht nur„die(bloße) Erkenntnißformel und die Bestätigungs- ordre ungesäumt dem Angeklagten vor v o l l st ä n d i g b e- setzte m Untersuchungsgericht"(wozu dies? Nur zu höherem Pomp?)„vom Auditeur durch Verlesung zu publiziren" (§ 176) und„ohne Verzug zu vollstrecken"(161). Nur wenn es der Angeklagte ausdrücklich verlangt(177), sind ihm die EntscheidungSgriinde„bekannt zu machen",(Vor- lesen ist aber hier nicht nöthig) und es„kann" ihm sogar Abschrift des Erkenntnisses mit Gründen— auf seine Kosten— ektheilt werden, aber nur--„wenn kein Mißbrauch davon zu besorgen ist". Ob von dem Angeklagten„Mißbrauch" der Gründe des Urtheils zu besorgen ist, entscheidet wiederum der „Gerichtsherr" allein, also in den meisten Fällen wichtigerer Untersuchungen der Kommandeur der Division. Kann man ein solches gerichtliches Verfahren in gegenwärtiger Zeit überhaupt ein„gerichtliches" nennen? Sicher nicht. ES ist vielmehr ein ähnliches Verfahren, nur mit um- ständlichem Pomp ausgestattet, wie es der Vater gegenüber feinem unartigen Buben einschlägt: er befragt den Buben kurz, fragt unter Umständen den Zeugen, der meist der Ankläger zu- gleich ist, und dann straft und vollstreckt er sofort, wie er es für gut befindet.„Rechtsmittel" giebt's nicht; nochmalige Ueber- legung des Urtheils erst nach der Vollstreckung. Und gar„Ver- theidiger"? Kommt ein Vcrtheidiger, so hat er leicht zu ge- wärtigen, daß er mit fammt dem unartigen Buben abgestraft wird. Und daS kann auch hier, im militärgerichtlichen Verfahren leicht dem„Vertheidiger" passtren, wo überhaupt ein Vertheidiger denkbar ist(nämlich— zu vergleichen unseren vorigen Artikel in Damit sprengten alle davon, indem die Gemeinen ein schallendes Gelächter erhüben.„Der Dienst ist nicht mehr wie ehemals," bemerkte Dubais,„die alte echte Soldaten- Galanterie muß einer neumodigen Windbeutelei Platz machen, und ehrwürdiges Alter und Erfahrung gilt den unreifen Gelbschnäbeln nichts." » m * Indessen war das Unglück, welches Edmund herbei- geführt und zu spät bereut hatte, hereingebrochen. Cavalier, der diesmal alle Züge der Truppen anführte, hatte seinen Plan so klug entworfen, Tapferkeit und Glück waren ihm bei der Ausführung so güustig und von allen Seiten zu Gebot, daß der Feind, welcher ihn eingeschlossen zu haben glaubte, sich selber umzingelt sah. Die Königlichen mußten weichen und würden in die engen Thäler gelockt und ge- trieben, in welchen sie ihre Macht nicht entfalten konnten, die Reiterei wurde abgeschnitten, und wohin sich die Sol- datcn wandten, trafen sie auf ihre Gegner, welche sie von den vortheilhaft gelegenen Höhen bekämpften. Am Morgen war der Verabredung gemäß unter feier- lichem Glockengeläute die Prozession des Dorfes aufge- brechen. Die Kirche war schön mit Laub und Blumen ge- schmückt, der Sakristan begann das Spiel der Orgel, und alt und jung war in Feierkleidern auf dem Platze verlam- melt, um, sich den jungen Mädchen anschließend, dem Zuge in die Kirche hinein zu folgen. Der alte Priester stand schon, die Gemeine erwartend, vor dem Altar, als ein Schreck plötzlich alle ergriff und lähmte, denn man vernahm dcut- lich ein lautes wiederholtes Schießen in der Nähe.„Jesus Maria!" riefen die Mädchen, und die Blumenketten ent- fielen ihren Armen, die jungen Männer sprachen von Waffen und Bertheidigung, und die Alten blicktrn sich betroffen an. Das Schießen kam näher, und Priester und Kiffter hatten schon die Kirche verlasse». Alles war in gespannter und banger Erwartung. Jetzt, hörte man über den steilen Berg herüber Psalmen singen.„Es sind die Kamisards!" schrie alles laut und entsetzt auf, und zu- gleich wälzte sich auch schon ein zurückweichendes Regiment von der linken Seite in das Thal. Jetzt rückten eilig die Kamisards von oben herab und sprangen und glitten die Weinberge herunter, indem schon Steine und Kugeln in die verwirrte, betäubte, entmuthete Masse der Soldaten stürzten. Die Offiziere sprachen vergeblich Mnlh ein, einige stürzten mit den Pferden, andere suchten den Ruckzug nach dem Ausgang des Thales rechts zu lenken. Die Prozession und die Geistlichen sowie die Gemeine waren zwischen die Kämpfenden gedrängt, noch ehe sie sich recht hatten besinnen können. Nur wenigen gelang es, zu ihren Häusern zu flüchten.'(Fortsetzung folgt.) Nr. 2ö1 dieses Blattes— nur wenn Angeklagter mehr als zehn Jahre Freiheitsstrafe auf grund der Anklage möglicher Weise erhalten kann). Denn der Vertheidiger muß eine Militärperson sein, steht also unter der peinlichsten, in der Hauptsache bis- kretionären Disziplinar-Slrafgewalt derselben Person, deren Ver- fahren er bemängeln will. Ob er den Spruch des Kriegsgerichts, — vor dem er nicht einmal mitwirken darf— er- fahren und bemängeln darf oder nicht, ist in dieser Prozeß- ordnung nicht gesagt. Die Auslegung ist aber, auch im Zivil-Strafprozesse, immer so, daß der Angeklagte und der Vertheidiger alles das nicht dürfen, was ihnen nicht ausdrücklich als Recht verliehen ist. Thäte es solcher Vertheidiger. so würde er sich in den meisten Fällen, nämlich wenn ans nicht mehr als 1 Jahr Strafe erkannt ist, immer wieder nur an den Kommandeur der Division zu wenden haben, als den Inhaber der Bestätigungsgewalt. Wie es endlich mit dem allgemeinen„Beschwerderecht" aus- sieht, auf das so oft von den Verfechtern unseres Militärsystems hingewiesen wird als Schutzmittel gegen Bedrückungen, davon in einem nächsten Artikel. Volitische LteverNckt. Berlin, den 23. Oktober. Am Dienstag finden in Prensten die Landtagswahlen statt. Was die Sozialdemokratie davon denkt, wie sie sich dazu stellt, das hat sie nachdrücklich und unzwei- deutig erst gestern auf dem Parteitag erklärt. So wichtig die Angelegenheiten sind, die der Kompetenz des preußischen Abgeordnetenhauses unterliegen, so nützlich es für das arbeitende Volk wäre, einen Einfluß darauf zu gewinnen, es könnte nicht ohne Kompromiß mit feindlichen Parteien auch nur einen Vertreter in das Haus bringen, das durch ein elendes und widersinniges Wahlsystem zu einer Domäne der Geldherrschaft gemacht worden ist. Da giebt es für uns nur die eine Losung: Zurückhaltung und Protest. Zurückhaltung der Wähler dritter Klasse von der Betheiligung an diesen Scheinwahlen, Protest gegen die schlechtmaskirte Kastenherrschaft. Kein Sozialdemokrat darf am Dienstag seine Stimme zur Wahl eines sogenannten Wahlmannes abgeben!— Zur Breslauer Landtagswahl. Unser Breslauer Partec-Organ fertigt die Freisinnigen, welche den Mißbrauch der sozialdemokratischen Parteibezeichnung durch einige Personen noch immer auszubeuten suchen, mit folgenden Worten ab: Nicht Parteigenossen sind es, die eine Wahlenthaltung mißbilligen, sondern Mameluken der Waschlappen-Partei, die unler der Firma:„sozialdemokratische Partei" ihr unsauberes Geschäft treiben.— Budgetdebatte im bayerischen Landtage. Ueber die heutige Sitzung im bayerischen Landtage geht uns die folgende Privatdepesche zu: Im Landtag begann heute die große Budgetdebatte. Pfälzische und unterjränkische Älbgeordnele sprachen energisch gegen das Reichs-Weinsteuerprojekl. V o I l m a r bemängelte die schlaffe und bureaukratiscke Handhabung der sozialen Gesetzgebung und forderte die Vereinigung aller Versicherungs- gesetze zwecks Verbilligung der Verwaltung. Er wünscht die Ausdehnung der Fabrikinspektion sowie die Verleihung der Exekutivgewalt an die Inspektoren. Auf die Finanzpolitik übergehend, glaubt er, daß bei der in gewissen Kreisen herrschenden Leidenschaft für die Marine die Militärausgaben mehr wie zweihundert Millionen betragen werden. Sämmt- liche Steuerprojekte und was im Hintergrund droht ist zu ver- werfen. Zur Deckung der Mililärausgaben ist die Liebesgabe der Schnapsbrenner heranzuziehen. Die gefürchtete Erhöhung der Matrikularbeiträge sei willkommener als die drohende Volksdelastung. Die Regierung freilich ist dagegen, weil aus den hohen MatrikularbeNrägen die Steuerzahler zu leicht über die wirklichen Kosten klar werden. Trotz der gegentheiligen Ver- sicherung sei die Regierung aus dem direkten Wege zum Tabak- Monopol. Bezüglich des bayerischen Verkehrswesens ist die Herab- setzungder Personentarise zu fordern. T erRedner hofft, daß Bayern selbständig vorgehen werde, ohne Rücksicht aus die preußische Stagnation. Der Bruch mit dem Assessorismus sei erforderlich. Beim Departement des Innern rügte er den herrschenden Bureaukratismus und die überhand nehmende Strafwuth, die Belästigung durch die Polizei, welche nach absolutistischen Manieren vorgehe. Auf den Militarismus eingehend, meint Redner, daß Deutschland am Ende seiner Kraft angelangt sei. Der Militarismus erdrücke im Frieden das Land bereits der- artig, daß im Kriegsfalle alles auf eine Karte gesetzt ist. Vollmar verlangt vom ganzen Landtag einen energischen Protest gegen den preußischen Ansturm auf daS bayerische Militärgerichtsverfahren, dem die Regierung, wie der Fall Hosnieister und anderes zeigen, schwankend gegenüberstehe. Betreffend das Verhalten Bayerns zum Reich habe ersteres mit Ausnahme von Aeußerlichkeiten seine Souveränität vollständig aufgegeben. Bayern habe im Bundesrath allen Volksbelastungen zugestimmt, bei der Militärvermehrung durch seine Zustimmung direkt gegen den Volkswillen gehandelt. Der Zäsarismus nehme immer mehr überhand. Statt des föderalistischen wir ertöne immer öfter das Wort„ich". Bei den russischen Handels- vertrags-Verhandlungen sei amtlich von der Regierung deS Kaisers gesprochen worden, es gebe aber nur eine Regierung der verbündeten Fürsten. Dagegen habe die bayerische Re- gierung nicht Front gemacht. Es genüge wohl, wenn an der Spitze Bayerns«in preußischer Ooerpräsident stehe. Daraus wird die Debatte aus Montag vertagt.— Der Bundesrath wird jetzt unverweilt an die Etats- arbeit herantreten. Es liegen ihm vor die Etats für den Neichskanzler und die Reichskanzlei; für das Reichs-Eiseubahn- amt und den Rechnungshof; für den allgemeinen Pensious- sonds; für die Rcichs-Justizverwaltuug; für die Einnahmen an Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen; für die Einnahmen an Stempelabgaben und die Uebersicht der Ausgaben und Einnahmen der Landesverwaltung von Elsaß-Lothringen für das Etatsjahr 1892/93. Alle diese Etatsgruppen werden im Bundesrathe voraussichtlich einfach ohne jede Einwendung ihre Erledigung finden. Landwirthschaftskammern will Herr v. Heyden, der preußische Domäncnminister, Handwcrkerkammern Herr v. Berlepsch und— Arbeiterkammern verweigern alle Minister.— Preußische Wohnnngsreform. Herr Miqnel soll wieder, wie schon als Bürgermeister von Frankfurt a. M., sich für ein Wohnungsgesetz iuteressiren. Kosten soll diese neue Reform jedenfalls nichts, es wird auch nicht viel . dabei herauskommen. Tie Wohnungsfrage ist in der kapitalistischen Gesellschaft nicht zn löse- � Wir geben uns deshalb keinerlei Erwartungen über di" seitens des Herrn Miqnel geplanten Reform hin.— Die badischen Landtags-Wahlen sind, nachdem die meisten Abgeordnetenwahlen' am Donnerstag stattgefunden haben, soweit abgeschloffen, daß ein Gesammtüberblick über das Resultat ermöglicht ist. Zu erneuern war die Hälfte der Mandate, 81, von denen 17 auf die Nationalliberalen fielen. Bei den am Donnerstag stattgehabten Abgeordneten- wählen erhielten: das Zentrum 12, die Nationalliberalen 12, die Freisinnigen 2 und Konservative und Sozialdemo- kraten je 1 Mandat. Drei Wahlen, deren Resultat noch nicht bekannt ist, waren auf gestern resp. heute anberaumt. Die betreffenden Sitze dürften den Nationalliberalen, denen sie seither gehörten, sicher sein. Das Zentrum hat, wie schon gemeldet, die beiden Wahlkreise Freiburg-Stadt und Wald- kirch-Emmendingen den Nationalliberalen abgenommen, wo- durch die Zahl der Zentrumssitze von 21 auf 23 angewachsen ist, die größte Zahl, welche das Zentrum bis jetzt gehabt hat. Wenn der Verlust der Nationalliberalen nicht so groß geworden ist, als anfangs angenommen wurde, so ist das die Schuld der vereinigten Freisinnigen und Demo- kraten, die nicht hielten, was sie versprachen, und nicht einmal ihre sämmtlichen früheren Mandate zu behaupten vermochten. Das Lörracher verloren sie be- kanntlich an die Sozialdemokraten. Die voraussichtliche Zusammensetzung der neuen Kammer dürfte folgende sein: 30 Nationalliberale, 23 Zentrum, 5 Freisinn, 3 Sozialdemokraten und 2 Konservative. Den 30 Nationalliberalen stehen nun 33 Anhänger an- derer Parteien gegenüber, die nationalliberale Alleinherr- schaft ist gebrochen. Für nnS ist dies aber freilich gleich- giltig, da die Konservativen und Anhänger anderer Parteien den Nationalliberalen Gefolgschaft leisten werden, wenn es sich um das Niederstimmen volkssreundlicher Anträge handelt.— Zum FfaN Gradnauer schreibt die„Sächsische Arbetter-Zeitnng": Zur Verhaftung Gradnauer's konnten wir bis jetzt nur so viel Bestimmtes erfahren, daß die Akten noch in Zittau feien. Leider bestätigt sich die Nach- richt bürgerlicher Blätter, daß in Zittau ein Soldat von den: Regiment, bei welchem Gradnauer diente, verhaftet wurde, doch kann die Verhaftung mit der Gradnauer's höchstens nur so viel zu thun haben, als bekannt wurde, daß Gradnauer diesen Mann bereits früher gekannt hat. denn zu der Zeit, als Gradnauer seine Uebung abmachte, war dieser Soldat gar nicht beim Regiment, sondern hatte eine Strafe abzubüßen. Während seiner Uebungszeit kann Gradnauer diesen Soldaten gar nicht zu Gesicht bekomme» haben. Die Verhaftung Gradnauer's konnte durch die Militärbehörde aber nur dann erfolgen, wenn er sich während seiner Uebungszeit etwas zu Schulden kommen ließ. Alle die seitherigen Ver- Haftungen können unmöglich darauf Bezug haben; wir erwähnen nochmals, daß Gradnauer während seiner Uebungszeit mit Niemandem in Verbindung stand. Auch soll in Nickern ein Sattlermeister verhaftet worden sein, worüber die„Deutsche Wacht" berichtet: „Ein nicht geringes Aussehen erregte in Nickern die Verhaftung des Sattlermeisters x. durch einen Militärposten und einen Gendarmen. Der Betreffende war diesen Herbst als Reservist zur Manöoerübung eingezogen und soll sich während dieser Zeit durch sozialdemokratische Umtriebe und durch agitatorrsches Wirken unter seinen Kameraden bemerkbar ge- macht haben. Da auch in Dresden verschiedene Verhaftungen von Sozialdemokraten erfolgt sind, darf man annehmen, daß dieselben zu einander und zu der Verhaftung des Redakteurs Dr. Gradnauer in Beziehung stehen." Wir erklären auch hier, daß sich dies ebensowenig aus die Verhaftung Gradnauer's beziehen kann. Es bleibt nur eine Erklärung übrig: Bei der Haussuchung in Gradnauer's Arbeitszimmer wurde ein Brief gefunden, in welchem einige Zivilpersonen, welche ebenfalls eine Uebung abgemacht batten, Gradnauer mittheilten, daß zu Reserve- und Landwehrübungcn bei weitem mehr Leute«iiiberufen worden sind, als nachher wirklich eingestellt wurden. So ist von den ca. 300 Mann, welche kürzlich zu einer 13tSgigen Uebung beim Feld- Artillerie-Regiment Nr. 12 Ordre hatten, wohl fast der vierte Theil zu viel einberufen und dann am Stellungsplatz wieder entlassen worden. Weiter machte man auf die Etil- richtung aufmerksam, daß diese Leute während ihrer kurzen Uebungszeit Svimrags in die Kirche kommandirt wurden. Dieser Brief ist gefunden worden, derselbe wurde jedoch von diesen Leuten geschrieben, als dieselben die Uniform längst ausgezogen hatten und wieder in ihrer Heimath waren. Alle Briefe, die sonst könnten gefunden worden sein, können nur private Mittheilnugen enthalten, bei Soldaten j'önnen aber unter keinen Umständen Briefe gefunden worden sein, Gradnauer hat mit keinem Soldaten kor- respondirt. Soeben erfahren wir auch, daß beim ganzen Regiment in Zittau eine Haussuchung stattgefunden haben soll, das ergebnißlose Resultat dürste wohl bald zur Ent- laffung der Verhasteten führen. Von den hiesigen Zeitungen hat sich bis jetzt erst eine einzige veranlaßt gc- chen, die Verhaftung Gradnauer's zu besprechen. Es ist die„Deutsche Wacht", welche in ihrer neuesten Nummer schreibt: „Die Verhaftung des Dr. Gradnauer erregt ein um so nachhaltigeres Aufsehen, als bisher ein Grund für diesen Schritt nicht erkannt gegeben wurde. Auch wenn, wie wir annehmen, das Verfahren der Militärbehörde, die den Ver- hasteten sofort einkleiden und einstecken ließ, vollständig korrek� sein sollte, so muß doch die Heimlichkeit, die man über d»!- Motiv der Verhaftung beobachcet, schwere Bedenken erregen.- Die Zeit deS heimlichen Gerichtsverfahrens gegen Zivilistei! — und dazu gehört Dr. Gradnauer— ist vorüber. Wenn ein militärisches Verfahren sich auch gesetzlich begründen läßt, so hat doch die Oeffentlichkeit ein dringendes Recht, die Veranlassung zu erfahren. Sonst wird die Rechlsunsicherheit ihre Schalten noch weiter, als bisher, werien müssen, und statt daß man der Sozialdemokratie Ab- bruch thut, züchtet man diese Richtung noch mit künstlichen Mitteln! Wir möchten daher an die zuständige Stelle das dringende Ersuchen um Ausklärung richten. Wir fühlen uns hierzu um so mehr veranlaßr. als erst kürzlich einem Dresdener Bürger, der nie aktiver Soldat gewesen ist, eine Vorladung seitens der Militärbehörde zuging, sich in einem Preßprozeß zu verantworten. Der betreffende Bürger, der zufällig die Gesetze recht gut kennt, begab sich nach zweimaliger Ladung aus Neugierde in das betreffende Bureau, wo er von einem Feldwebel nach seinen Personalien u. a. gefragt wurde. Er lehnte natürlich jede Auskunst ab und entfernte sich trotz des -• versucht«» l.iikitärische» Protestes. Ein« Beschiverde an das Kriegsmittisterium war die Folge. Die von dieser Seile er- theilke Auskunft war jedoch durchaus ungenügend, während auf eine weitere, auf vollem Rechtsboden befindliche Erklärung — datirt 17. Juli— eine Antwort überhaupt nicht erfolgte. Wird dieselbe noch kommen? Es ist mehr als ein Vierteljahr darüber vergangen! Wie der Fall Dr. Gradnauer liegt, läßt sich zur Zeil noch nicht im Einzelnen beurtheilen."— Weiter wird der„Vossischen Zeitung" zu dem Fall Gradnauer aus Zittau, 27. Oktober, geschrieben: „lieber die in den letzten Tagen bei einem Führer der hiefigen Sozialdemokraten stattgesundene Haussuchung, sowie über die Verhaftung mehrerer hiesiger Soldaten, die zweifellos mit dem Fall Gradnauer in Verbindung stehen, wird jetzt von angeblich zuverlässiger und gutunterrichteter Seile folgendes gemeldet: Schon zur Zeit der Reichstagswahlen wurde ein Soldat hiesiger Garnison, namens Berger, in Haft genommen, weil man ein sozialdemokratisches Flugblatt in einem seiner Röcke vorgefunden hatte. Verger ist damals vom Dresdener Militärgericht zu mehrwöchentlicher Freiheitsstrafe verurthcilt worden. Vor seiner Jnhaflirnng soll nun dieser Berger entweder selbst oder durch Vermittelung ihm bekannter Sozialdemokraten bei Dr. Gradnauer in Dresden brieflich angesragr haben, welche Strafe ihn wohl erwarte. Auch soll bei diesem Briefwechsel, der in die Zeit vor Einberufung Gradnauer's zu einer Reserveübung fällt, von Berger angefragt worden sein, welche Staaten einen desertirten Soldaten aus- liefern. Hierauf hat nun Dr. Gradnauer brieflich an einen Führer der hiesigen Sozialdemokraten geantwortet und auf diese Fragen Auskunft erlheilt, so gut er es vermochte, jedoch bat er gleichzeitig den Soldaten Berger dringend ermahnen lasten, während seiner Dienstzeit die größte Vorsicht zu beobachten und nichts zu thun, was er später zu bereuen habe» würde. Dieser Brief des Dr. Gradnauer ist es nun, der bei der hier stattgebabtcn Haussuchung beschlagnahmt wurde. Zur Manöverzeit ist Berger übrigens wieder frei ge- wesen, auch soll er damals persönlich mit Dr. Gradnauer verkehrt haben. Ueber die weiteren Verhaftungen in hiesiger Kaserne ist bis jetzt näheres nicht bekannt geworden.— Ter„Rcichsbote" denunzirt heute wacker darauf los. Das Organ des Stöckerthums schließt seinen Artikel über den Fall Gradnauer voll Haß mit den Worten: Man darf nach allem annehmen, daß die sächsische Militärverwaltung den Fall etwas objektiver und unbeug- sanier anfassen wird, wie die bayerische den Fall Hofmeister, dessen Erledigung uns den peinlichsten Eindruck hinter» lassen hat. Woher weiß denn der„Reichsbote", daß gegen Hof- meister auch nur das Mindeste vorlag, wie kann das Pastorcnblatt die im geheimen Gerichtsverfahren urtheilen- den uniformirten Richter mangelnder Objektivität und Un- bcngsamkeit zeihen. So lange gegen Gradnauer nicht mehr als bis jetzt bekannt vorliegt, kann der verbissenste Sozialistentödter das Verfahren der Militärbehörden nicht begreifen, die Ver- urthcilung Gradnauer's nicht wünschen. Selbst die schärfsten politischen Gegner Gradnauer's in Dresden, dem Wirkungs- kreise unseres Kollegen, haben loyal zu dem Falle Stellung genommen, ja selbst die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat es bis jetzt an Objektivität nicht fehlen lassen. Desto schniählicher erscheint uns das Vorgehen des„Reichs- boten".—» Zum Fall Hofmeister. Wie die„N. Bayr. Landes- Ztg." mittheilt, erhält Lieutenant Hofmeister den Abschied mit Pension bewilligt.„Die Armeeverwaltung hätte ihn auf grund der Ergebnisse der Verhandlung einfach mit schlichtem Abschied ohne Pension entlassen können, wenn sie aus den strengen Buchstaben des Gesetzes sich gestützt hätte. Ein Offizier, der noch nicht zehn Jahre gedient hat, hat im Falle der Unbrauchbarkeit keinen Anspruch auf Pension. Wenn Herr Hofmeister trotzdem die Pension erhält, so ver- dankt er das der Auffassung, daß seine nervöse, erregbare und empfindsame Anlage durch den Dienst beim Regiment in ungünstiger Art beeinflußt wurde."— Zur Gcwerkschaftsfrage. Die Debatte des Partei- tages über die Stellung der Gewerkschaftsbewegung zur Sozialdemokratie ist leider so sehr auf das persönliche Ge- biet hinübergezogen worden, daß sie nicht in vollem Maße zu der erwünschten Klärung hat führen können. Eins ist aber erreicht worden: die Zerstörung der Illusion, als ob die Mehrheit der Parteigenossen, und nanientlich die Mit- glieder der Parteileitung der Gewerkschaftsbewegung kühl oder gar feindlich gegenüberstünden. Die Resolution, die gerade von den angeblichen oder vermeintlichen Gegnern der Gewerkschaftsbewegung eingebracht, und die von dem Parteitag in erster Abstimmung mit überwältigender Mehr- heit, in zweiter Abstimmung einstimmig angenommen war- den ist, schließt sich genau der von dem Hatte'schen Parteitag gefaßten Resolution an und drückt, so weit dies durch Worte geschehen kann, die lebhafteste Sympathie für die Gewerkschaftsbewegung aus, und verpflichtet die Partei aufs energischste zu deren Unterstützung und Förderung. Nur ein Mißverständniß ist noch zu beseitigen. Im Laufe der Debatte fiel eine Aenßerung, die verschiedentlich dahin ausgefaßt wurde, als sollte sie besagen, daß die Gewerkschaften mit der immer mehr sich steigernden Konzentration des Kapitals machtlos und damit überflüssig werden würden. Diese Auffassung ist eine durchaus unrichtige. Daß der konzentrirte Großkapitalismus stärker, und folglich schwerer zu bekämpfen ist als der Klein- kapitalismus— das unterliegt keinem Zweifel; allein mit der wachsenden Konzentration des Kapitalismus wächst auch das Proletariat und wird auch entsprechend stärker. Hierzu kommt, daß auch unter der Herrschaft des Großkapitalismus der Konkurrenzkampf der Kapitalisten unter sich nicht auf- hört— nur, daß an Stelle der„Kleinen", die bereits in einem früheren Stadium aufgezehrt, die„Großen" treten, die von den Größeren ausgezehrt werden. Wir sehen das jetzt in England, das uns in der ökonomischen Entwickelung nm mindestens ein Menschenalter voraus ist. Tie unvermeidlich scheinende Niederlage der Gruben- a r b e i t e r in ihrem Ricsenstreik ist dort abge- wendet und in«inen Sieg der Arbeiter verwandelt , vorden. Und wodurch? Durch die Fahnenflucht eines beträchtlichen Thciles der Mitglieder des Unteruehmerver- bandes. Kleinkapitalisten sind nicht unter ihnen; der wenigst reiche ist noch steinreich. Allein die Kleineren unter den Großen werden bedroht von der Konkurrenz der Größeren und Größten, die den Streik länger aushalten können als sie, und nur in der Absicht, sie zu Grunde zu richten und„aufzuzehren", den Streik zu verlängern wünschen. Thatsächlich ist der Unternehmerverband durch die gewerkschaftlich organisirten Arbeiter gesprengt worden— ein großartiger Triumph der Gewcrkschafts- Organisation, der den schlagendsten Beweis dafür liefert, daß auch bei der höchsten Entwickelung des Kapitalismus, wie sie in der englischen Grubenindustrie zu finden, die ge- werkschaftliche Organisation eine wirksame, sieg- bringende Waffe des Proletariats ist.— Das Ministerium Taaffe soll seine Demission ein- gereicht haben. Während man früher annahm, daß der Rücktritt des Ministers Steinbach, des Anregers und Ver- sassers der Wahlreformvorlage, genügen wird, um die Opposition zu versöhnen und den Weiterbestand des Mi- nisteriums zu ermöglichen, scheint nun diese Aussicht ge- schwunden zu sein. In Wien geht das Gerücht, daß die Demission des Kabinets angenommen sei. Alle großen Parteien, die Polen, die Konservativen und die Liberalen, Parteien, die sich seit fünfzehn Jahren schroff be- kämpften, haben sich aufs engste verbunden, um die Wahtreformvorlage des Grafen Taaffe zu Fall zu bringen. So haben wir wieder den Beweis für den Satz von der einen reaktionären Masse. Wir und unsere österreichischen Genossen werden dem Grafen Taaffe keine Thräne nach- weinen. Die Wahlreformsrage kann auch nicht mehr ins Stocken konimen. Dafür sorgt schon genügend die erstarkte Bruderpartei hinter den schwarz-gelben Grenzpfählen.— Spieler und Wucherer gedeihen überall in der Bourgeoisgesellschaft, im Militärstaat wie in der Republik. Gleichzeitig mit dem Hannoverschen Prozeß, der uns die vornehmsten Namen in intimer Verbindung mit einer Gaunerbande aufweist, meldet man aus Paris die Ver- Haftung des Direktors eines der größten Pariser Spierklubs, des sogenannten Betting-Klubs, Bertrand. Die Verhaftung erfolgte infolge einer Anzeige des Grafen Marcilly, welcher in dem Klub große Spielverluste erlitten. Bertrand hatte ihm 80 000 Franks vorgestreckt und sich dafür einen Wechsel über 230 000 Franks ausstellen lassen. Gleichzeitig mit Bertrand wurde ein Notar festgenommen, welcher beurkundet hatte, daß Marcilly die Summe von 230 000 Fr. wirklich empfangen hätte.— Arbeiter als Fabrikinspektoren. Der Versuch des englischen Ministers Asquith, IS Arbeiter zu Fabrik- inspektoren zu ernennen, hat sich selbst nach Ansicht der „Vossischen Zeitung" bewährt. Sie haben dazu beigetragen, während ihrer sechsmonatigen Amtszeit wesentliche Ucbelstände im Fabritwesen abzustellen, die sonst unentdeckt geblieben wären. Der Minister des Innern hat im Hinblick aus diese Erfolge in seiner letzten Rede die Ernennung von weiteren Fabrikinspektoren in Aussicht gestellt, die ihre Er- fahrungen als regelrechte Fabrikarbeiter gesammelt haben. Auch die weiblichen Fabrikinspettoren, die frilher Arbeiterinnen gewesen sind, sollen vermehrt werden.— Tokitsch, der serbische Ministerpräsident, der todtkrank sein soll, hat seine Stelle niedergelegt. Nach seinem Rück- tritte dürften die persönlichen Kämpfe innerhalb der radikalen Partei, welche das Ministerium stützte, wieder beginnen.— Zum Charitee-Boykott. Man schreibt uns: Die„Vossische Zeitung" von heute bring: aus der Feder eines Arztes einen Artikel, welcher die Ursachen deS gegen die Charitee gerichteten Boykottes hauptsächlich in der Behandlung der G e- schlechlsk ranken findet und zum Schluß bemerkt: W a h- res und Falsches sei in„unentwirrbarer Ver- k n ü p f u n g" vorgebracht. Beide Boraussetzungen sind irr- t h ü in l i ch.— Die Ursachen, welche den Boykott veranlaßt haben, liegen auf allen Gebieten der Krankenbehandlung, und es ist als eine Langmuth der Arbeiterschaft— aus welcher sich trotz aller gegentheiligen Behauptungen das Krankenmaterial der Charitee zusammensetzt— zu betrachten, daß sie bisher zu der unangemessenen Behandlung geschwiegen hat. Jetzt ist diese Langmuth erschöpft und der Stein ist ins Rolle» gekommen. Einsender dieses ist ein genauer Kenner der in der Charitee obwaltenden Verhältnisse und kann dem Herrn Korrespondenten der„Vossischen Zeitung" nur empfehlen: Er- fahrnng, verehrter Herr Doktor, Erfahrung am eigenen Leibe, und Ihr Urtheil würde sicherlich anders ausfallen. Uebrigens sei hier die Frage aufgeworfen: Wie lange wird die Chariiee-Direktion sich noch in Schweigen hüllen? Sind die gegen sie erhobenen Anklagen unberechtigt, dann möge sie ant- worten— andernfalls soll sie sich nicht wundern, wenn ihr Schweigen nach dem Sprichwort gedeutet wird: gui tacot, consentive videtur. Der Moloch sendet de» Steuerzahlern Griiße. Das „Berliner Tageblatt" berichtet: Vor einigen Tagen schlug auf der dem bekannten Dendrologen Dr. Bolle gehörigen Insel Scharfenberg im Tegeler See um die Mittagszeit in Gegenwart der Familie des Oekonom Bergemann und nahe vor dem Wohn- Hanse des Besitzers ein Artilleriegeschoß vom benachbarten Schieß- platze mit furchtbarem Getöse und Sausen ein. Aus Reklamation des Dr. Bolle ist eine militärisdie Deputation auf der Insel er- schienen, welche den Thatbestand aufgenommen hat. Wäre das Geschoß in das von Menschen bewohnte Haus eingedrungen, so halle es schreckliches Unglück anrichten können. Bnld darauf wurde an der Südspitze von Scharfenberg, Valentins- werder gegenüber, ein zweites Geschoß, eine ältere Feldgeschütz- Granale aufgefunden, welche scharf geladen war und ebenfalls großes Unheil hätte anrichten können, sobald sie, beispiels- weise beim Grasmähen, an der Zündung von einem Sensen- schlag getrosscn worden wäre. Ein Artilleriekommando hat dies zweite Geschoß, ebenfalls ans Reklamation des Dr. Bolle, an Ort und Stelle vorsichtig gesprengt. Es wird immer heilerer. Ei» General knallt seinen Pusser absichtlich auf einen wehrlosen Menschen ab und vom Tegeler Schießplatz her giebt Moloch»nabfichUich dem harmlosen Bürgersmann Proben seiner Fähigkeit. Lieb' Vaterland, magst ruhig sei». Vergrößerung des Victoriaparks. Der Magistrat be- schloß i» ferner vorgestrigen Sitzung, das Mnncksche Erben- grundstück an der Lichterselderstraße zur Vergrößerung und besseren Abrundung des Vicloriaparkes zum Gesammtpreis von 370 00» M. anzukaufen und eine bezügliche Vorlage sofort an die Stadtverordneten-Versammlung zu richten. Der Preis stellt sich auf etwas über 100 M. pro Quadratmeter. Es liegt in der Absicht, den häßlichen Giebel nach dem Nachbargebände an der Lichterselderstraße, welches sich fünf Stock hoch erhebt, baulich zu verdecken, im übrigen aber das sehr bewegte Terrain an den vor- handenen Park nahe der Wolssschlucht anzuschließen. Nuigestaltung der Neuen Friedrichstraße. Das Magistrats- Kollegium hat gestern beschlossen, der Stadtverordneten-Bersamm- lung ein Projekt zur Umgestaltung der Neuen Friedrichstraße, der Rosenstraße und des Eingangs der Klosterstrape mit Wegfall der Schmalen Gasse vorzulegen. Nach Fertigstellung dieser Um- gestaltnng würde jene Gegend«ine der Hauptstadt angemessene und würdigere Gestaltung erhalten. Das Spielen der Kinder mit Streichhölzern hat wieder einmal ein Unglück im Gefolge gehabt. Die drei Kinder einer in der Dachetage des Hauses Jakobykirchstraße 4 wohnenden Frau setzten heute Mittag gegen 12 Uhr in Abwesenheit ihrer Mutter. die sie in der Wohnung allein eingeschlossen, durch das � Spiel mit Streichhölzern die Wohnung in Brand. Bei der Rückkehr der Frau stand bereits alles in hellen Flammen; die Kinder waren jedoch durch die von der Nachbarschaft alarmirte Feuer- wehr aus der gefährdeten Wohnung entfernt worden. Das Feuer hat einen nicht unbeträchtlichen Schaden verursacht, der durch Versicherung nicht gedeckt ist. Um ihre ganze Habe gekommen ist ein armes Mädchen aus der Reise von Treptow a. R. nach Berlin. Am 22. d. M. lernte die unverehelichte Minna B. auf der Fahrt eine etwa 30 jährige Frau mit dunklem Haar und dicker rother Nase kennen, die mit einem schwarzen Cachemirekleid bekleidet war und auch nach Berlin fuhr. In Alt-Damm mußten sich beide neue Fahr- karten lösen. Als die Unbekannte bereits in den neuen Zug eingestiegen und das Gepäck beider untergebracht ,var, setzte sich der Zug in Bewegung und Minna B. blieb zurück. Ihr Reise- korb ist hier nicht abgegeben, und es scheint, daß die Fremde, die aus Greiffenberg sein wollte, in Berlin einen Onkel(Schutz- mann) besuchen und dann nach Westend fahren wollte, das Ge- päck an sich genommen hat. Darin befanden sich die ganzen Habseligkeiten; die Wäsche ist M. B. bezeichnet. Berichtigung. Zu dem Schlußsatz der von uns gebrachten Mittheilung über die Angelegenheit des Rechtsanwalts Dr. Fritz Friedmann theilt uns Herr Adolf Lindner, Jägerstr. 10, be- richtigend mit. daß der bekannte Börsenspekulant Arendt nicht sein intimer Freund, sondern sein intimer Feind sei. Wir fügen dieser Mittheilung hinzu, daß die unrichtige Qualifizirung des genannten Herrn durch einen Druckfehler unsererseits ver- schuldet ist. Polizeibericht. Am 27. d. MtS. Nachmittags sprang eine in Wochen liegende Frau aus einem Fenster ihrer.im dritten Stock des Hauses Pankstr. 32b belegenen Wohnung aus den Hof hinab und' erlitt schwere innere Verletzungen.—"Im Laufe des Tages fanden drei Brände statt. Geritltks--Zsttutrg: Der Bergarbeiter- Krawall auf der Grube„Centrum" zwischen Schcnkendorf und Königs- Wusterhausen welcher am 1. Juli v. I. entstand, beschäftigte am Sonnaben.d das Schwur- gericht beim Landgericht II. Auf der Anklagebrmk standen sechs Bergarbeiter, sechs weitere Angeklagte waren nicht erschienen. Dieselben haben aus ihrer Heimath im Waldenburger Kreise an den Gerichtshof telegraphirl, daß sie nur dann zur Haupt»' Verhandlung kommen könnten, wenn sie Reisegeld erhielten oder auf Staatskosten hierher befördert würden. Der letztere Theil des Wunsches wurde sofort nach Beginn der heutigen Hauptverhandlung gebilligt, auf Antrag des Staats- anwalts wurde beschlossen, die Sache der anwesenden Angeklagten von der der nicht anwesenden zu trennen und dieselben ach» Tage vor der nächsten Verhandlung zu verhaften. Im Monat Juni v. I. tauchten zwei Vertreter der Grube„Zentrum" in der Gegend von Waldenburg i. Schi, auf, welche Bergarbeiter, Häuer, Schlepper und Gruben-Hand werker für hier zu werben suchten. Es kam schließlich eine Versammlung zustande, in welcher der Betriebsinspektor Kimeß und der Steiger Gürtler die hie- sigen Ärbeits-Berhältnisse in günstigstem Lichte darzustellen suchten. Den Schleppern, Häuern und Handwerkern wurden 3 Mark, 3,30 Mark und 4 Mark Tageslohn versprochen. Das Reisegeld sollte vorgeschossen und nur dann in Abzug gebracht werden, wen» die Arbeit des Betreffenden bald abgebrochen würde. Den Angeworbenen wurde zwar gesagt, daß die Grube etwas naß sei und sie sich mit wasserdichten Kleidern und Stiefeln versehen sollten, doch wurde gleichzeitig zugesagt, daß die. Bergleute, welche nicht im Besitze wasserdichter Ausrüstung wären, solche von der Grube auf Abzahlung bekommen könnten. Infolge dieser Zusage kamen 72 Bergleute von Waldenburg nach Schenkendorf, die aber zum großen Theil nicht länger als zwei Tage arbeiteten, weil die thatsächlichen Verhältnisse den ihnen vorgezeigten Bildern nicht entsprachen. Die Grnbe war nässer, als wie erwartet, das Versprechen der Lieferung wasserdichten Zeuges, welches die Ab- gesandten ob mit oder ohne Zustimmung der Zentralverwaltung geben, wurde von dieser nicht anerkannt, erst kam es zum Streit niit einzelnen Arbeitern, darauf hörten mindestens 30 Mann auf der Stelle auf, sie schickten eine Deputation an den im Zechen- Hanse befindlichen Grubendirektor Blume, dieser soll die Depu- tation mit Schimpfworten wie„schlesische Vagabo n den!" „Lumpenpack!"„s ch l e s i s ch e s Gesindel!" u. s. w. empfangen haben und als der Sprecher der Deputation, Gruben» maurer Eichholz, sich darauf berief, seinem Kaiser gedient zu haben, soll er am Halse gefaßt und geschlagen worden sein, worauf er hinausgeworfen wurde. Die Grubenbeamten bestritten zwar die Richtigkeit dieser Darstellung, indessen gab doch das Hinauswerfen des Eichholz das Signal zu einem Sturme auf das Zechenhaus. Ein Theil der erregten Arbeiter stürmte in das Bureau, ein anderer Theil schlug die Fensterscheiben ein und eröffnete ein Bombardement mit Kohlenstücken und Steinen. Die Grubenbeamten vertheidigten sich mit Hilfe ansässtger Arbeiter so gut es ging. Nach den umliegenden Ortschaften wurden Tele- gramme nm der Bitte um polizeiliche Hilfe gesandt. In Zossen waren die Gendarmen des Kreises gerade zur„Kommnnikatton" versammelt. Vier Berittene jagten im Karriere nach der Grube und dämpften den Aufstand. 23 Mann wurden verhaftet, 12 jedoch nur unter Anklage gestellt. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Grube wirklich„etwas naß" war. Stellenweise standen die Arbeiter bis an die Knie im Wasser, und wurden dieselben auch von oben her so angefeuchtet, daß sie nach kurzer Zeit voll- ständig durchnäßt waren.(Der Ge werberath, der die Verhältnisse in der Grube kennen müßte. war zur Hauptverhandlung nicht gelade n.)' Nach dem Veroikt der Geschworenen wurden die Angeklagten theils des schweren, thcils des einfachen Lanfriedensbruchs schuldig befunden, dreien wurden mildernde Umstände bewilligt. Das Urtheil lautete auf 4 Monate bis 1 Jahr 3 Monate Ge- fängniß. Wer saß auf der Anklagebank der öffentlichen Meinung? Die armen Bergarbeiter, die frivol unter falschen Vorspiegelungen nach der Grube Zentrum gelockt worden waren und, als sie sich in fast allen Versprechungen getäuscht und obendrein höhnisch und roh behandelt sahen, in erklärlicher Zornesaufwallung die bedauerlichen Exzesse begingen? Oder die Herren, die leichten Herzens die Veranlassung gaben, daß die Bergleute in dem festen Glauben, ihre Lage zu verbessern, aus der Heimath fortzogcn und nun an ihrer neuen Arbeitsstätte sich in allem ent- täuscht fanden? Die Antwort braucht nicht gegeben zu werden. Die Geschworenen walteten ihres Amtes nach dem Buchstaben des Gesetzes, und die heutige Gesellschaftsordnung, verkörpert in dem Grubendirektor, feiert wieder einmal einer ihrer schönsten Triumphe. Sechs unglückliche Bergarbeiter sinnen aber im Gefängniß darüber nach, wie Weib und Kind mährend ihrer langen Ver- lassenheit zu Brot konimen und sechs weitere Bergarbeiter gehen dem gleichen Schicksal entgegen. Die heutige Gesellschafts- ordnung aber wie gesagt, legt sich beruhigt zu Bett«. VvUflt äffen vee Dedakkton. H. Z. Wenn Ihnen das Geld bedingungslos geliehen wor- den ist, so kann es jederzeit eingeklagt werden. Vereine der von Ihnen bezeichneten Art brauchen nicht angemeldet zu werden. Für den Inhalt der Inserate überaimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 29. Oktober. Opernhaus. Mara. Die Puppenfee. Bajazzi. Montag: Der Ring des Nibelungen. Schauspielhaus. Das Käthchen von von Heilbronn. Montag: Natalie. Deutsches Theater. Man sagt. s Montag: Göß von Berlichingen. Berliner Theater. Chic." Montag: Dieselbe Vorstellung. Lehng- Theater. Mauerblümchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt.Theater. Freund Felix. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater. Jägerblut. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. System Ribadier. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Jugend. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Berliner Vollblut. Montag: Diefelbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Castan's Unserm Sangesbruder August Hanisch au feinem heutigen Wiegenfefte die 28826 herzlichste Gratulation. Panopticum. Die Mitglieder des Gefangvereins der Weltberühmte Ausstellung von Wachsfiguren und Gruppen. Juustonen. Irrgarten. Schreckenskammer. PassagePanopticum. Soeben aus Chicago eingetroffen: Der blaue Mann. Die Affendame. 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. Präuscher's MUSEUM anatomisches Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße. darunter der Kugeln des Viel Neues, Schußkanal der deutschen Militärs, fünf Körper gehend durch Geöffnet von früh 9-10 Uhr Abends für erwachsene Herren. Dienstag u. Freitag: Damentag. Entree 50 Pfg. Alexanderplatz- Theater. Budel- American- Theater. Hans. Montag: Diefelbe Vorstellung. Neu! Zwerchfellerschütternd! Neu! National- Theater. Lehmann auf Die Gründung Noms der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. in der Möckernstraße, oder: Die Rache des Spezialitäten. Gänserichs. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einf. Preisen. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Atten von Eugen Prudens. Kouplets v. Linderer. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Vorher: Die juten Flinten oder: Hirsch in der Tanzstunde. Boffe in 1 Att von R. J. Anders. Musik von verschiedenen Komponisten. Regie: May Sam ft. Raffeneröffnung 5 Uhr. Anfang der Abendvorstellung 71/2 Uhr. Mittags 12 Uhr: Voltsvorstellungs Matinee zu be deutend ermäßigten Preisen: Der Trompeter von Säkkingen. Romantisches Zaubermärchen mit sieben Bildern. Regie: Hummel. Morgen: Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Adolph Ernst Theater. Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft D. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. Vorlekte Sonntags- Aufführung. Zum 61. Male: Berliner Vollblut. Posse mit Gesang und Tanz in 4 Aften. Jm 3. Afte: Bajazzi- Parodie, vorgetragen von Josephine Dora und Herrn Carl Meissner. Anfang: 71/2 Uhr. Morgen: Berliner Vollblut. 1 Kaufmann's Variété Stadtbahn- Station Alexanderplatz. Täglich: Gross. Concert. Specialitäten- Vorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Dinus Truppe, Elite Akrobaten ( 6 Personen). Familie Kraeusel, russisches Orchester( 6 Personen). Fräulein Hedwig Marga, RoftümSoubrette. Paul Krugeler, GesangHumorist. Fratelli Bozza, italien. musikalische Steinfeger und Röche. Signorita Luisade Siro, italienische Kostüm- Soubrette. Kassenöffnung: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pi. A. Zimmermann. Hochkom. Burleste von Oscar Wagner. Parodie! Ulk! Humori Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anf. Wchtg. 71/2 Uhr. Sonnt. 61/2 Uhr. Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Metallarbeiter Osten". Todes- Anzeige. Freitag Nachmittag verschied nach schwerem Leiden der Schriftsetzer Ewald Krug im 40. Lebensjahre. 28915 Große öffentliche Volksversa.amlung für Männer und Frauen Donnerstag, 2. November, bei Buggenhagen, Moritzplatz. Zages Ordnung: 1. Bericht des geschäftsführenden Ausschusses der Gewerkschafts- Kommission über die Verhandlungen mit Die Beerdigung findet Montag Nach- Herrn A. Lubasch. mittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Die Hinterbliebenen. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Beugschmidt Wilhelm Drömert, 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Dr. Bruno Schoenlank über: ,, Wie Beuert die Berliner Arbeiterschaft der Sklaverei der Angestellten in den Großmagazinen? 3. Diskussion. 218/13 Der geschäftsführende Ausschuss der Gewerkschafts- Kommission. J. A.: Hermann Faber, Rosenstraße 28. Kommunalwähler- Bersammlung am Freitag, Iden 27. Ottober, nach für den 1., 3. und 4. Kommunal- Wahlbezirk furzen Leiden verschieden ist. Um 2915b ftilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. Oktober, Nachm, 4 Uhr, vom am Montag, den 30. Oktober, Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Nene Friedrich- Straße Nr. 44. Zages Ordnung: 1. Die Bourgeoisiemehrheit des rothen Hauses und weshalb betheiligen Trauerhause Straßburgerstr. 18 aus wir uns an den Kommunalwahlen? Referent: Genosse August Taeterow. nach dem katholischen Kirchhof, Weißen- 2. Diskussion. see, statt. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Louise Köppen am 27. b. Mts. nach kurzem aber schweren Leiden sanft entschlafen ist. 394/15 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Oeffentliche Wähler- Versammlung Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des am Andreas- Kirchhofes( Wilhelmsberg) aus statt. für den 22. und 23. Kommunal- Wahlbezirk Dienstag, den 31. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Haase, Große Frankfurterstraße 117. Zages Ordnung: Die bevorstehenden Kommunalwahlen. Referenten die beiden Kandidaten Der trauernde Gatte Gustav Köppen, der oben genannten Bezirke, der Bildhauer Genosse Paul Dupont und der Maurer Fritz Wilke. ACTIEN- BRAUERE Klavierarbeiter. RAIN AktienBrauerei Friedrichshain 394/14 am Königsthor. Heute Sonntag: Großes Konzert Es ist Pflicht eines jeden Wählers in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Wählerlisten liegen in der Versammlung zur Einsicht aus. Das Komitee, Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. Sonntag, den 29. Oktober, Abends 62 Uhr, im Lokale Bum Freischük, Fruchtstraße 36a( oberer Saal): Große öffentliche Bersammlung für Frauen u. Männer. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über: Heirath und Ehe". 2. DisNach der Versammlung: der Kapelle des Rönigin Augusta- fussion. Garde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). 5040L Jeden Sonntag und Donnerstag: Anfang 4%, Uhr. Eintritt 30 Bf. Stettiner Rinder frei. Programm unentgeltlich. Geselliges Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. 2795b Der Einberufer. Oeffentliche Versammlung Sänger. Bock- Brauerei aller im Tapezirer- Gewerbe beschäftigten Personen Anfang Sonntags Tempelhofer Berg.[ 484M Sonntag, den 29. Oftober: 7hr. Militär- Concert, Zum Schluß: ausgeführt v. d. Kapelle des Königin Adele, Elisabeth- Regiments unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Otto Brinkmann. die kalte Mamsell. Ensemble von Meyfel. Entree 50 Pf. Morgen, Montag, den 30. Oktober: Soiree in der Viktoria- Brauerei. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Bass.) Schönste und billigste Sehens würdigkeit der Residenz! Spezialitäten I. Ranges! Nen! Novität! Neu! Kneipp II, oder: Das Blumengretel von NiederSchönhausen. Wochentags 71/2 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. R. Winkler. ratweil' sche G Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Täglich von 5 Uhr ab: Grosses Frei- Concert. Soiréen der Leipziger Sänger vom Krystall- Palaft. Anf. Wochent. 72 Uhr. Entree 15 Pf., refervirt 30 Pf. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anerkannt gute Küche. Säle für Festlichkeiten u. Versammlungen. 3 Regelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 60 Pf. Programm unentgeltlich. Carl Koch. Etablissement Buggenhagen. Moritz Play. Moritz Play. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel, An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurations räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf.; statt. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Vereinssp. verkauft Boeschel, Mehner 28746 ftraße 15/16, 3 Zr. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pfg. ( Gehilfen, Näherinnen u.. w.) am Montag, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, bei Bolt', Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: 1. Das Berhalten der Berliner Tapezirer- Gehilfenschaft bei eventuellen Arbeitseinstellungen. 2. Abrechnung der Agitationstommission. 3. Bericht der Arbeitsvermittlungs- Kommission. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 2785b Die Agitationskommission der Tapezirer Berlins u. Umgegend. Dieſe Concerte finden jed. Sonntag statt. Achtung! Vergolder. Achtung! Große öffentliche Versammlung Concordia- Festsäleler im Bergoldergewerbe beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen C. Saeger, 64. Andreastraße 64. Hente, Sonntag: 64/11 Großes Instrumental- Konzert. Nach dem Konzert: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Neue Welt. Hafenhaide Nr. 108-114. Jeden Sonntag: Auftreten von EliteSpezialitäten. Grosser Ball Näheres an den Plakaten. Vereinen und Gesellschaften stehen die Winterfäle mit Theaterbühne des Etablissements Neue Welt unter den am Montag, den 30. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße Nr. 38. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Erfahwahl der Lohnkommission. 4. Bericht des Delegirten der Gewerkschafts- Kommission. 5. Verschiedenes. Die Agitations- Kommission. Der wichtigen Tagesordnung halber ist das Erscheinen Aller 358/14 dringend nöthig. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer u. Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Dienstag, Abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Joel, zu Andreasstr. 21: Dersammlung Tages- Ordnung: 1. Die jetzige Lage unseres Fensterstreits und weitere Stellungnahme demselben. 2. Gewerkschaftliches. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 325/15 Der Vorstand. Maurer! Grosse öffentliche vortheilhafteſten Bedingungen zur Ber Generalversammlung der Maurer u. Putzer Berlins fügung. 2612b* Alexander Bau. Gründer's Festsäle ( früher Mundt) Köpenickerstrasse 100. An größere Vereine gebe auch Sonnabends meinen größten Saal für Bälle ab. NB. Meine 5 Vereins- Säle von 50 bis 200 Personen halte ich Vereinen, Gesellschaften zc. bestens empfohlen. 4131L Albrecht's Ball- Saal am Sonntag, den 5. November, Vorm. 10% hr, im Lokale des Herrn Gründer( früher Mundt), Köpnickerstr. 100. 1. Die Gewerkschaftsbewegung und die Beschlüffe des Kölner Parteitages. Referent: Reichstags- Abgeordneter Max Schippel. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Delegirten von der Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl derselben. 4. Gewerkschaftliches. Zu dieser Versammlung sind alle Gewerkschaften hiermit freundlichst eingeladen. Die Vertrauensmänner der deutschen Maurer. 243/20 H. Schigolski. F. Gräschke. Achtung! Moabit. Achtung! Sonnabend, den 4. November, im großen Saale der Brauerei, Alt- Moabit: Stiftungs- Fest Kronen2884b Memelerstrasse 67. Empfiehlt seinen Saal, 400 Perj. der Filiale Moabit( Deutscher Wagenbauer) fassend, zu Versammlungen und allen Festlichkeiten. Einige Sonnabende und verbunden mit humoristischen Vorträgen und grossem Festball. Anf. 8 Uhr. Todtensonntag noch frei. 46052* Zu regem Besuch ladet ein Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Das Komitee. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 255. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Sechster Verhandlungstag. Vormittagsfinng. Köln, 28. Oktober. Sonntag. den 29. Oktober 1893. letter Zeit in der deutschen Sozialdemokratie üblich ist, wird von uns als unrichtig angesehen, indem man allen rechtsstehenden Elementen den weitesten Spielraum läßt, dagegen alle radikaleren Genossen rücksichtslos terrorifirt, wie die Vorgänge in Zürich beweisen. Wir sprechen unser Mißfallen über den von deutscher Seite in Zürich in Szene gefeßten Ausschluß der anarchistischen und unabhängigen Delegirten aus. werden. 10. Jahrg. Stolten, Mitglied der Kommission, fügte hinzu, daß die Wahlen der Delegirten, weil sie gleichfalls inforrekt vollzogen wurden, für ungiltig erklärt worden sind. Eine Diskussion wird nicht beliebt. dabei vernachlässigt worden. In einem Flugblatt sei dem Genossen Schumacher Käuflichkeit vorgeworfen worden, in der bergischen Arbeiterstimme" sei er der Unterschlagung bezichtigt worden. Die Kommission habe festgestellt, daß diese Behauptungen total unbegründet sind. Andererseits habe der Genosse Schumacher aber soviel auf seinem Kerbholz, daß er streng verwarnt werden müsse. Die fehlende Organisation habe allerdings zur Verschär Bebel beantragt Uebergang zur Tagesordnung als Aus- fung der Gegensätze beigetragen. Die Kommission habe für eine passende Organisation Sorge getragen. Es solle ein Kreisver Der Vorsitzende Singer eröffnet die Sigung um 94 Uhr. Druck der Nichtachtung. Der Parteitag beschließt demgemäß. Antrag 102. Parteigenossen des Wahlkreises Teltow- Beeskow- trauensmann ernannt werden und binnen furzem eine KreisEs wird die Berathung der Anträge zur Organisation Charlottenburg: Die Parteigenoffen allerorts werden aufgefordert, tonferens stattfinden, an der auch ein Mitglied des Parteifortgesetzt. fich in Versammlungen, Vereinen und Privatkreisen, unter mög- vorstandes theilnehmen solle. Schließlich habe die Kommission Parteigenoffen in Ostrowo beantragen: Hinter§ 13 lichster Einschränkung der zu geselligen Zwecken dienenden Vereine, den Betheiligten gesagt, daß, falls dieser letzte Versuch zur Einigung des Organisationsstatuts folgenden§ 13a einzuschalten: Nach die eingehende Erörterung aller das Gemeinwahl berührenden fehlschlagen sollte, allerdings der Gedanke des Ausschlusses der Ablauf der Aemter der Vorsitzenden, Schriftführer, und des Fragen angelegen sein zu lassen, da sie ein wirksames Mittel ist Störenfriede aus der Partei erwogen werden müſſe. Kassirers dürfen höchstens drei von den mit diesen Aemtern be- zur gefunden Fortentwickelung des Parteilebens, sowie zur Herantraut gewesenen Parteigenossen in die neue Parteileitung gewählt bildung frischer Kräfte für die Propaganda unserer Ideen. werden. Kein Parteigenesse darf dem Parteivorstand ohne Unter- findet nicht die nöthige Unterstützung, um zur Debatte gestellt zu brechung länger als zwei aufeinander folgende Jahre hindurch angehören. Von den fünf für ein Geschäftsjahr mit den Aemtern Auch zu weiteren Resolutionen reicht die Unterstützung Der Parteitag macht den Beschluß der Kommission zu seinem der Vorsitzenden, Schriftführer oder des Kassirers betrauten Partei- nicht aus. eigenen. genossen dürfen nicht mehr als drei in einem anderen Geschäftsjahr in Rabenstein und Genossen beantragen: Ged Offenburg berichtet sodann über die Prüfung der ein die Parteileitung gewählt werden. Von den 7 Kontrolleuren dürfen .1. Es ist ein unentziehbares Recht eines jeden zigen gegen den Parteivorstand eingegangenen Beschwerde des nach Ablauf eines Geschäftsjahres nicht mehr als 4 wieder Menschen, in dem freien Gebrauch seiner Muttersprache und Arbeiters Wilhelm Kade aus Neiße. Kade war als Arbeiter gewählt werden. Kein Parteigenosse darf das Amt eines Kon- der Ausbildung in derselben nicht gehindert, sondern von der einer Staatswerkstatt gemaßregelt worden, weil er zwei sozialtrolleurs ohne Unterbrechung länger als 2 aufeinander folgende Staatsverwaltung gefördert zu werden. Die gegenwärtigen demokratische Versammlungen einberufen hatte. Schon nach der Jahre hindurch innehaben.". Schulze- Bernburg begründet diesen Antrag im Auftrag Hechtsverhältnisse der nichtdeutschen Nationalitäten des deutschen ersten Versammlung war ihm von seiner vorgefeßten Behörde Reiches widersprechen diesem Grundsaße durchaus. Sie mit der Maßregelung gedroht worden und die Parteileitung der Antragsteller. Er weist auf die Gefahren des Bureaukratis- sind im Interesse der ausgebeuteten Boltsmasse, sowie aus hatte ihn ausdrücklich gewarnt, weiterhin als Einberufer von mus hin. Es sei undemokratisch, die Parteileitung in denselben Gründen politischer Natur dringend abhilfebedürftig. Der Partei- Parteiversammlungen zu fungiren. Er hatte diesen Rathschlag Händen zu lassen. tag verlangt daher: Daß das Recht auf den Gebrauch der des Parteivorstandes nicht befolgt, aber Unterstützung von Reßler Berlin tritt dem Antrag entgegen. Die Mitglieder Muttersprache allen Reichsangehörigen ungeschmälert zugestanden Parteiwegen verlangt, als dann die Maßregelung erfolgte. der Parteileitung hätten sich ihre Stellung durch langjährige und verfassungsmäßig, unter Anerkennung des Deutschen als Der Parteivorstand sowohl wie die Beschwerdekommission lehnten Thätigkeit verdient. Wenn wir hier in die Luft flögen oder der Amtssprache, die Sprache, deren sich die nichtdeutsche Bevölkerung dieses Gesuch ab. Kade wandte sich nun an den Parteitag, der Parteivorstand ertrinken würde, so würde die sozialdemokratische eines Bezirfes bedient, als gleichberechtigte Unterrichts- und Ge- die Kommission zur Prüfung der Angelegenheit einsetzte. Die Partei natürlich auch ruhig fortbestehen. Aber demokratisch richtssprache anerkannt werde. Die Reichstags- Fraktion wird Kommission beschloß, an der Entscheidung des Vorstandes nichts dürfe nicht gleichbedeutend mit unpraktisch sein. Wenn auch beauftragt, die entsprechenden Anträge zur Reichsverfassung und zu ändern, da fie prinzipiell völlig forrett sei. Die Kommiſſion Bebel, Auer, Liebknecht, Singer u. s. w. die Leitung der Partei zum Gerichtsverfassungsgesetze zu stellen und eine dahin zielende bittet aber, den Genossen Kade, der Vater von fünf lebenden nicht formell übertragen würde, sie würden sie doch thatsächlich Agitation zu entfalten. Kindern sei und eine Stellung verloren habe, die er 14 Jahre leiten. Mechanisch ließen sich die Dinge nicht regeln. Eine ge lang inne gehabt, über die größte Noth hinwegzuhelfen. wisse Autorität sei nothwendig. Schoenlant- Berlin: Der Vorschlag sei undurchführbar, fein Grundgedanke aber sehr gesund. Vielleicht ließe sich eine Kommission wählen, die den Auftrag erhielte, bestimmte Vorschläge für den nächsten Parteitag auszuarbeiten. An den jungen Nachwuchs müsse gedacht werden und daran, bei Zeiten für geschäftskundige Leute zu sorgen. Opificius spricht sich gleichfalls gegen den Antrag aus. Singer tritt der Auffassung entgegen, als läge in dem Antrag irgend ein Mißtrauen gegen die jeßige Parteileitung. Es handele sich um eine prinzipielle Frage. Liebknecht: Die Fraktion habe früher auch den Versuch gemacht, die Präsidialführung der Reihe nach herumgehen zu laffen. Dabei sei sie aber so hereingefallen, daß sie bald davon abgekommen sei. Das Korrektiv gegen bureaukratischen Forma lismus, der etwa einreißen könnte, fei die jährliche Wahl. Gute Dienste für die Partei seien tein Grund zum Personenfultus, aber auch kein Grund, die tüchtigsten Leute von der Leitung der Geschäfte fernzuhalten.( Beifall) Slomte Bielefeld spricht sich gegen den Antrag aus. Durch die alljährliche Wahl haben wir es ja in der Hand, diejenigen, die uns nicht passen, durchfallen zu lassen. Zu Kontrolleuren sollten auch jüngere Leute gewählt werden, um die Technik der Verwaltung fennen zu lernen. Die Diskussion wird geschlossen und über den Antrag zur Tagesordnung geschritten. Es folgt Antrag 22: Parteigenossen in Hornberg i. B.: Den Vertrauensmännern der Partei refp. den Wahlvereins- Borständen ein Exemplar des Zentralorgans Vorwärts" gratis auf allgemeine Parteifosten zuzustellen. Der Antrag wird von Sustopf- Hornberg begründet und von Fell- Leipzig bekämpft, der es für einfacher hält, wenn die Genossen am Orte die Kosten des Abonnements aufbringen. Denselben Standpunkt vertritt Meyner Berlin. Auch A u er bittet von der Annahme abzusehen, da die Schwierigkeit übersehen werde, daß die Vertrauensmänner beständig wechseln. Joest Mainz wendet sich gleichfalls dagegen. " Der Antrag wird durch Uebergang zur Tagesordnung erlebigt. Es folgt die Gruppe der Allgemeinen Anträge". Bei einer Reihe von Anträgen reicht die Unterstützung nicht aus; sie kommen also nicht zur Verhandlung. 25. Agitationsfommission für Schlesien und Bosen: 1. In allen Provinzen und Landestheilen mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung sind Agitationskomitees zu wählen, deren Aufgabe es ist, die Bewegung im allgemeinen, sowie ganz besonders in denjenigen Kreisen in zweckentsprechender Weise zu fördern, wo bisher die Partei nur vereinzelte Anhänger hat. Die Wahl der Kommissionen hat auf den Provinzial- und LandesParteitagen zu erfolgen. 2. Die Stommissionen haben alljährlich dem Parteivorstand Bericht zu erstatten. Im Bericht sind anzuführen: a) die Durchschnittslöhne der Dienstboten, Tagelöhner und Frauen, die gezahlt werden in einzelnen Kreisen; b) die Natural- und sonstigen Leistungen an das Gesinde und c) die Schlafstellen und Wohnungszustände der Dienstboten, Tagelöhner und Häusler. 3. Der Parteivorstand ist verpflichtet, auf Antrag der Rommiffionen dieselben materiell zu unterstützen. Unterstützungs anträge müssen von den Vertrauenspersonen derjenigen Orte, wo die Kommissionen ihren Siz haben, begutachtet und befürwortet sein. = 2. Der Parteivorstand wird aufgefordert, die Frage einer die Erwerbslosigkeit jeder Art betreffenden Reichsversicherung zu prüfen und dem nächsten Parteitage darüber zu berichten und Vorschläge zu machen." Zunächst wird über Theil 1 verhandelt. Mitulsti Berlin überbringt den Dank der polnischen Partei an die deutsche Sozialdemokratie. Politische und tattische Gründe machten die Gründung einer besondern polnischen sozialdemokratischen Partei Deutschlands nothwendig. Er bittet den Antrag Kazenstein, der auch den Polen ein Agitationsmittel biete, anzunehmen. Bebel: Gegen den Inhalt des Antrages ist nichts zu sagen. Aber wir müssen aussprechen, daß genau auf demselben Standpunkt auch die Vertreter der bürgerlichen Parteien aus den betreffenden Bezirken stehen. Er bringt nichts spezifisch Sozialdemokratisches. Rabenstein: Die deutsche Sozialdemokratie hat von jeher die Gleichberechtigung der Nationalitäten anerkannt. Das soll nun auch in einer Resolution ausgesprochen werden. Der Antrag( Theil eins) wird der Fratiion zur Erwägung überwiesen. Theil 2 wird von Rabenstein begründet: Wir haben nicht blos revolutionäre Propaganda zu treiben, sondern auch diejenigen Maßregeln zu verlangen und zu unterstützen, die unter den heutigen Verhältnissen bereits eine Besserung der Lage des Arbeiters bedeuten. Die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist kein Unding. Die bürgerliche Gesellschaft hat doch die Armenpflege. Ihre reichsgesetzliche Regelung wird sich nicht lange mehr aufschieben lassen. Bei dieser einheitlichen Regelung müßten die Arbeiter sich die Mitwirkung sichern. Redner tommt auf Bebel's Ausdid vom sozialdemokratischen Wadelstrümpflerthum" und vom Pilgerzug nach Frankfurt" zurück und bestreitet, daß sie zutreffend sind. " Nachdem Auer namens des Parteivorstandes erklärt hat, daß das schon geschehen und die Angelegenheit mit gutem, nicht mit verstocktem Herzen behandelt worden sei, schließt sich der Parteitag ohne weitere Diskussion dem Vorschlage der Kom mission an. Danach tritt eine Mittagspause ein. Nachmittags- Sigung. Nach der Pause wird die Vorschlagsliste für die Wahl der Parteileitung ausgegeben. Sitz der Parteileitung bleibt Berlin. Molkenbuhr und Genossen beantragen die Erhöhung der Gehälter der Parteisekretäre auf 300 m. monatlich. Bollbeschäftigte Parteibeamte, so begründet Molkenbuhr den Antrag, müßten so befoldet werden, daß sie anständig leben tönnen. Die Partei werde immer größer, so daß feine Zeit zur Nebenbeschäftigung bleibe. Eine Debatte findet nicht statt. Die Abstimmung bleibt zweimal zweifelhaft, auch beim britten Male wird keine Entscheidung erzielt. Ein Antrag auf namentliche Abstimmung wird zurückgezogen, die Stimmen dagegen nunmehr gezählt. Bevor das Resultat festgestellt ist, erklärt der Antrag fteller, daß er seinen Antrag zurückziehe. Es folgt Punkt 9 der Tagesordnung: Die Stellung der Sozialdemokratie zu den Landtagswahlen. ent Berichterstatter Bebel: Der glatte Verlauf unserer Verhandlungen hat zu meiner Freude auch die Besprechung dieses Bunttes ermöglicht, der durch die vorangegangene Debatte in unserer Parteipreffe angeregt worden ist. Dabei ist zu meiner Verwunderung auch die Frage aufgeworfen worden, ob wir uns überhaupt an den Landtagswahlen betheiligen sollen. Diese Frage ist bereits durch die Betheiligung der außerpreußischen Genoffen an den Landtagswahlen in ihren Ländern entschieden. Wichtige Materien unterliegen der Gesetzgebung der Ginzel Bebel erklärt sich gegen den Antrag. Von seinen Aus- landtage, und wir haben es oft ausgesprochen, daß wir uns drücken könne er nicht ein Wort zurücknehmen. Von denjenigen, überall da an den Wahlen betheiligen, wo die Möglichkeit eines Die nach Frankfurt gegangen feien, treffe Legien und andere Erfolges aus eigener Kraft vorliegt. Auch der preußische nicht der Vorwurf, gegen die Prinzipien der Partei verstoßen zu Landiag hat in einer Reihe von Fragen das haben, wenn aber kloß- Stuttgart dort an die allgemeine scheidende Wort zu sprechen, bei denen wir außerordentlich Menschenfreundlichkeit appellirt habe, so habe er damit interes sirt sind. Der preußische Kultusetat, das Schulwesen, die unser Prinzip des Klassenkampfes und des Klaffengegen Kirche, die Staatsverwaltung, die Polizei, das Gerichtswesen, sayes ganz außer Acht gelassen. Wolle man sich mit allerhand all dies fällt in den Kreis des preußischen Landtages. Wie oft Kleinlichkeiten beschäftigen, die ein weniges helfen und fort haben wir es nicht bitter empfunden, daß wir gewiffe Richter während nach solchen Kleinigkeiten suchen, so würde die sprüche nicht im Reichstage zur Sprache bringen fonnten, weil prinzipielle Thätigkeit ganz in den Hintergrund geschoben werden. Sie nur im Landtage beleuchtet werden durften! Ebenso steht es Das dürfe nicht geschehen. Sollte die Rüge, die hier auf dem mit den Uebergriffen der Polizeibehörden, ihren willkürlichen Parteitag erhoben worden sei, nicht ausreichen, um fünftig solche Auslegungen des Vereinsgefeges. Im Reichstag ließen sie fich Stanosfagänge zu verhüten, dann werde man sich überlegen nicht behandeln. Das bekannte Sparsystem des Eisenbahnministers müssen, ob nicht auf dem nächsten Parteitag ein ausdrücklicher Thielen läßt sich nur im Landtage geißeln. Das mußte ich einer Beschluß dagegen gefaßt werden soll.( Lebhafter Beijall.) Türt Berlin empfiehlt den Gewerkschaften die Einführung der Arbeitslosen- Versicherung. Die Debatte wird geschlossen und über Theil 2 des Kazenstein'schen Antrages zur Tagesordnung übergegangen. Auf Antrag Meister's wird beschlossen, in den in nächster Zeit stattfindenden Volksversammlungen die Tabaksteuer zu erörtern. Es folgt der Bericht der Siebenerkommission über die Solinger Angelegenheit. großen Anzahl niedriger Beamten, die sich bei mir darüber schriftlich oder durch Deputation beschwerten, erklären. Ueber das preußische Eisenbahnwesen fönnen wir nicht im deutschen Reichstag sprechen. Ebenso steht es mit den Domänen, den staatlichen Bergwerken und ihrer Verwaltung. Die Frage ist also gar nicht, ob wir uns überhaupt an den Landtagswahlen betheiligen sollen, sondern Job wir uns an den preußischen Landtagswahlen betheiligen fönnen. Wenn die Parteigenossen in Preußen sich bisher geflissentlich der Wahl enthalten haben, so geschah es nur aus dem einen Grunde, weil wir nicht allein, blos auf die Ueber den weiteren Verlauf der heutigen Verhandlungen eigene Kraft gestüßt, unsere Kandidaten in den Landtag gingen uns die folgenden Privatdepeschen zu: bringen können. Anders läge die Sache, wenn wir bei Gerisch unterbreitet dem Parteitag die folgende Resolution: den preußischen Landtagswahlen das Wahlsystem der Der Antrag wird von Tiege- Breslau begründet und zwar Der Parteitag wolle beschließen: Die Mandate der sämmt- Kommunalwahlen hätten, wo die einzelnen Wählerklassen mit dem Vortheil für die Agitation, den er bringe. lichen Delegirten aus Solingen, der Genossen Kunkel, Leven, für sich gesondert wählen. Dann hätten wir schon längst Gerlach Halberstadt unterstützt den Antrag gleichfalls. Schaaf, Heßner, Schallbruch und Meis für ungiltig zu erklären. ein Dugend Vertreter im Landtag. Aber gegen die Wahlmänner Schoenlant- Berlin hält es aus technischen und persön- Die am 1. Oktober in einer Versammlung erfolgte Ausschließung der Bourgeoisie aus der ersten und zweiten Klasse können wir lichen Schwierigkeiten für unmöglich, mehr zu thun, als den In der Genossen Leven, Korbmacher, Kunkel, Herder, Laisiepen, nichts ausrichten, auch wenn wir alle Wahlmänner der dritten halt des Antrages den Wahlkreisen zur Berücksichtigung zu Strunt, Schaaf, Heimann und Wilde ist auszuheben. Die Streitig Klaffe hinter uns hätten. In der Debatte unserer Parteiorgane empfehlen. Diesen Standpunkt vertritt auch Bebel. feiten im Solinger Kreise, wie sie nach dem Berliner Parteitag über die Frage der Betheiligung ist nun die Ansicht ausNach weiterer Debatte wird der Antrag dem Parteivorstande neuerdings stattgefunden und bei der Reichstagswahl schließlich gesprochen worden, daß wir zwar nicht aus eigener Kraft ſiegen, zur Berücksichtigung überwiesen. zur Aufstellung von zwei sozialdemokratischen Kandidaten geführt wohl aber begünstigt durch die Zersplitterung der bürgerlichen Antrag 28. Parteigenossen des 11. fächsischen Wahlkreises: haben, sind als der Partei unwürdig auf das aller- Parteien und der Theilnahmlosigkeit ihrer Wähler, die uns Von den einzelnen Agitationsbezirken sollen in Zukunft schriftliche entschiedenste verurtheilen. Soweit diese Vorgänge politisch am nächsten stehende Partei, den bürgerlichen Freifinn Uebersichten über Stand, Thätigkeit, Fortschritte und sonstige durch den Mangel einer geeigneten Organisation gezeitigt zwingen fönnten, uns einige Vertreter einzuräumen. Dieser Vorwichtige Verhältnisse der Partei in den betr. Bezirken an das wurden, werden die Genossen des Solinger Kreises aufgefordert, schlag hat wenig Gegenliebe bei der ungeheuren Mehrheit der Bureau des Parteitages eingesendet und das Wichtigste aus diesen den Rathschlägen der Kommission gemäß mit der Schaffung Parteigenossen gefunden.( Lebhafte Zustimmung.) Sie haben Uebersichten soll in den Protokollen der Parteitage entsprechend einer solchen zu beginnen. Der Berichterstatter der Kommission feine Neigung, auf ein so außerordentlich gewagtes Experiment zusammengestellt werden. führt zur Begründung des Kommissionsbeschlusses noch aus: In sich einzulassen. Und das mit vollem Recht. Die Stimmabgabe Der Antrag wird von Diehl- Dresden begründet. Berlin jei den streitenden Parteie eine goldene Brücke gebaut bei den Landtagswahlen ist bekanntlich eine öffentlich, der UrHeymann- Berlin: Eine Uebersicht über die Entwicklung worden und es hätte nur eines geringen Maßes von gutem wähler muß zur bestimmten Stunde im Wahllokal anwesend der Partei sei ein Bedürfniß. Die Berichte tönnten aber nicht Willen bedurft, um eine einigung zu erzielen. Die Solinger sein und bis zum Ende der Wahlhandlung ausharren. Das ist unter an das Bureau des Parteitages, das nur während der Tagung hätten dieses geringe Maß von gutem Willen nicht besessen und Umständen das Opfer eines vollen Arbeitstags. Zugleich aber vorhanden sei, sondern müßten an die Redaktion des Zentral es sei nöthig, einmal ein Exempel zu statuiren. Beide Theile liegt die ungeheure Gefahr der Maßregelung vor. Betheiligen Wochenblattes gesandt werden. Redner stellt ein bez. Amendement. trügen gleiche Schuld, der Ausschluß sei aus rein formellen wir uns an den Landtagswahlen, dann entbrennt sofort der Antrag 28 wird mit dem Amendement Heymann dem Partei- Gründen aufgehoben, man habe nämlich die Ausschließung nicht heftigste Kampf, die bisherige Stagnation hört auf und die Rachvorstand zur Erwägung überreicht. Hauf die Tagesordnung der Versammlung gefeßt, in der der Aus- sucht unserer Gegner zeigt sich in Maßregelungen. Bei der Natur fchluß erfolgt ist. Der Streit sei in der allergehäffigsten Weise unserer liberalen Bürger ist andererseits nicht zu erwarten, daß Es folgt nun die Gruppe der Refolutionen: 100. Parteigenoffen in Brüffel: Die Taftit, welche in geführt worden, die elementarsten Anstandspflichten feien sie einem Sozialdemokraten öffentlich ihre Stimme geben. Ber " es ist Pflicht der Parteigenossen in Preußen, sich jeder Betheiligung an den Landtagswahlen unter dem jetzt bestehenden Wahlsystem zu enthalten. Der Parteitag beschließt ferner: in Erwägung, daß die Wahlsysteme in den Einzelstaaten " Spredtlaal: Inhalt desselben identifizirt zu werden. Erklärung! Von mehreren Seiten wird mir aus Berlin mitgetheilt, daselbst zirkulire das Gerücht, ich sei von den Klavierarbeitern Berlins bei meiner unfreiwilligen Abreise mit hundert Mark unterstützt worden, welche mir Sparfeld übermittelt habe. Ich erkläre hiermit dieses Gerücht für unwahr. Mir ist weder von Sparfeld noch von anderer Seite eine solche Unterstübung angeboten. Sollte es auf Wahrheit beruhen, daß jene Summe Sparfeld anvertraut wurde, so sollte man von Sparfeld Rechenschaft fordern, nicht aber mit meinem Namen derartigen Mißbrauch treiben. Sao Paulo in Brasilien, den 6. Oftober 1898. Alex Birolia, Caixa de Correio 123. Vermischtes. Tangte das felbft Eugen Richter, da würden seine Anhänger ihn| lutionär so sehr bedürfe und die ich übergehe. Der Brief schließt:| Dertel- Nürnberg, Kaden- Dresden, Meist- Köln, und Roenen- Hamin hellen Haufen verlassen.( Lebhafte Zustimmung.) Selbst die Gruß und Handschlag Ihr Miquel".( Erneute Seiterkeit.) burg Kontrolleure. wenigen Liberalen, die aus Einsicht in die politische Nothwendig. Ich habe hier nun die andern drei Briefe, will sie aber nicht verlesen. Schuhmacher feiert in einer Ansprache einen alten Kölner teit für uns stimmen möchten, würden aus Angst vor Schädigung( Rufe: Verlesen! Verlesen!) Parteigenoffen! Es giebt andere Sozialdemokraten, Dr. med. Gottschall. durch die Behörden und das Großkapital es unterlassen. Haben wir Beiten und Gelegenheiten, wo sie verlesen werden können.( 34- Der Vorsitzende Singer hält das Schlußwort. Er dankt den Kölner aber ein Rompromiß geschlossen, und der andere Theil übt, wie vor ftimmung.) Gerade in Anbetracht der hohen und einflußreichen Genossen für die freundliche Aufnahme der Delegirten, dantt ihnen auszusehen Verrath, welche Erbitterung, welcher Tadel, welche Kritik, Stellung, die Miquel gegenwärtig einnimmt, habe ich mich für besonders für das prächtige Arrangement des Kommerses, der welcher Streit und Bant in unseren eigenen Reihen würde daraus verpflichtet gehalten, den Brief als Beweis seiner Entwicklungs- der gelungenste Kommers gewesen sei, der auf Parteitagen bisher emporwachsen!( Bravo.) Die Betheiligung an den Landtags- fähigkeit zu verlesen. Auch in den Jahren 1862-66 dachte gefeiert worden sei. Im revolutionären Denken und Fühlen wahlen würde die Partei demoralisiren und in Spaltungen und Miquel anders. Es war die Konfliktszeit, wo Bismarck das feien die fölnischen Genossen den übrigen deutschen Genossen Berwürfnisse hineintreiben.( Lebhafter Beifall.) Redner erörtert Schicksal Straffords) zu theilen befürchtete. 1863 auf der gleich, im revolutionären Singen aber feien die Kölner Genossen nun die weitere Frage, ob die Partei überhaupt die Absicht habe, Generalversammlung des National- Vereins ging eine private den andern über. Der Kongreß werde für die Geschichte der bei der plutokratischen Gestaltung des Wahlsystems selbst in der Aeußerung Miquel's von Mund zu Mund: Die Herren Partei nicht bedeutungslos fein, er werde in weiten Schichten britten Klasse immer die Majorität zu haben, geschweige denn in Berlin sollen sich ja in Acht nehmen, sonst der Bevölkerung Aufklärung verbreiten. Die vergangene Woche alle Wahlmänner durchzubringen. Redner giebt eine genaue Dar- entfesseln wir die Arbeiter gegen fie und sie werde der Partei unzählige neue Refruten gebracht haben. Unser stellung der Verschlechterungen, die die neue Steuergesetzgebung tönnen leicht das Schicksal ber Bourbonen Weg zum Ziel müffe immer revolutionärer werden, es müsse ihm des Herrn Miquel für das Landtags- Wahlrecht mit fich gebracht heilen!"( Bewegung.) Redner hebt hervor, daß in der mit allen Mitteln zugestrebt werden. Wir werden, so endigt hat und weist auf die Ungeheuerlichkeiten hin, die bei der Aufstellung Beit der allgemeinen Wehrpflicht den Arbeitern das allgemeine, der Redner, nicht aufhören zu kämpfen, bis es erreicht ist, der Wählerlisten und der Eintheilung der Wähler bei der letzten gleiche Wahlrecht auch für die Landtage und Gemeinde- bis bas rothe Banner des Sozialismus von den Binnen Wahl sich herausgestellt haben. Die Unhaltbarkeit des ganzen vertretungen nicht auf die Dauer vorenthalten werden der Schlösser und Paläste, der Kirchen und der RathDie deutsche, die internationale revolutionäre Systems tritt immer deutlicher hervor. An der Verstärkung des fönne; gerade jetzt sei der beste Zeitpunft, mit einer häuser webt. Einflusses der Reichen und Agrarier im preußischen Landtage energifchen Agitation einzufezen. Redner schildert das Verhalten Sozialdemokratie, fie lebe hoch! Die Anwesenden stimmen drei Mal in den Ruf ein, erheben hat der liberale" Minister Miquel am meisten mitgeholfen. des Freisinns der Forderung der Einführung des allgemeinen Redner fährt nun fort: Herr Miquel hat schon mannigfache Wahlrechts bei den Landtagswahlen gegenüber und nennt es sich und singen stehend die erste Strophe der Marseillaise. Wandlungen durchgemacht. Er war glühender Anhänger des tläglich. Einen Antrag auf allgemeines Stimmrecht hätten sie Damit hat der Parteitag um 1/24 Uhr Nachmittags sein Kommunistenbundes und ist jetzt der Minister, der die pluto- erst eingebracht, als sie in so winziger Minorität im Landtage Ende erreicht. kratische Uebermacht der Agrarier und Großindustriellen in faßen, daß er ihnen nicht schaden konnte und ihn jämmerlich verPreußen am meisten gesteigert hat. Vor einigen Jahrzehnten theidigt. Ebenso hätte das Verhalten des bayrischen Zentrums zum forrespondirte derselbe Mann mit Karl Marx. Ich habe hier Wahlrechtsantrag der Sozialdemokraten dort bewiesen, daß von dieser die beglaubigte Abschrift von vier Briefen Miquel's aus jener heuchlerischen Partei nichts zu erwarten ist. Redner schildert sodann die Beit vor mir. Den ersten, den er in Sommer 1850 au Mary Erfolge der belgischen und österreichischen Sozialdemokratie in der richtete, will ich hier verlesen. Er beweist die außerordentliche Wahlrechtsfrage, wodurch auch auf die innerpolitische Situation Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechfaats, soweit der Raum dafür Entwickelungsfähigkeit, die bei einzelnen Individuen vorhanden Deutschlands eingewirkt sei; die zähe, zielbewußte, unermüdliche, abzugeben ist, dem Bublitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgenteinen ist nach rechts.( Stürmische Heiterkeit.) Aber 1850 schon hat durch Monate hindurch fortgesetzte Agitation der Desterreicher, Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dent Miquel vorahnend gewußt, wie entwickelungsfähig er sei; damals die sie ohne Reichstagsabgeordnete betrieben haben, muß unser freilich glaubte er nach links.( Erneute Heiterkeit.) Der Brief Vorbild sein. Redner bittet um Annahme der folgenden Rebeginnt mit der Versicherung des lebhaften Bedürfnisses, mit solution: Mary in Verkehr zu treten und und lautet dann wörtlich: Refolutionen zu Puntt 9 der Tagesordnung. Es wäre nun freilich eine Dummheit, wollte ich ver1. In Erwägung, daß das Dreitlassen- Wahlsystem in Langen, daß sie mir gleich alles Vertrauen schenken. Preußen, das nach dem eigenen Ausbruck Bismarck's das Damit fie aber doch etwas von meiner Vergangenheit elendeste aller Wahlsysteme ist, es der Sozialdemokratie unwissen, bemerke ich, daß ich mit Blind in H. studirte, dort möglich macht, sich mit Aussicht auf Erfolg an den Wahlen zum vor der Revolution zu der radikalen Partei" gehörte, als preußischen Landtag selbständig zu betheiligen; solcher in der Revolution, wie alle anderen Ideen" verfocht, in fernerer Erwägung, daß es den bisher beobachteten Grundnach Hannover geschickt wurde, um Banern- Aufstände zu fäßen der Partei bei Wahlen widerspricht, sich in Kompromisse organisiren, Don da an in Göttingen anfangs in flein- mit feindlichen Parteien einzulassen, weil diese nothwendigerweise bürgerlichem Sinne die gelehrte bureaukratische und Philister- zur Demoralisation und zu Streit und Zwietracht in den eigenen partei aus dem Felde schlagen half und endlich eine Arbeiterpartei Reihen führen müssen zu organisiren suchte.( Stürmische Heiterkeit.) Gerade war ich erflärt der Parteitag: bamit beschäftigt, als ( Bebel: ich nenne den Namen des Mannes nicht, der noch in Deutschland lebt) nach England ging. Ich gab ihm einen Brief an Blind mit, um durch diesen bei Ihnen zu sondiren, und so bin ich da. Spät zwar tomme ich, aber ich tomme doch. Sie sehen, meine Vergangenheit bietet wenig Garantieen. ( Stürmische Heiterfeit.) Es ist wahr, ich für mein Theil fann eine wahre Musterkarte reaktionärer Wahlgefeze bilden, daß Die Cholera. Rom, 27. Oktober. In Palermo find in nichts weiter thun, als Sie versichern, daß Ihre Zwecke die meinigen insbesondere der plutokratische Charakter des Dreiklaffenwahl den letzten 24 Stunden 18 Personen an Cholera erkrankt und find.( Hört, hört!) Kommunist- und Atheist, will systems in Preußen es der Arbeiterklasse unmöglich macht, eigene 6 Personen gestorben. In Livorno und Messina ist die Epidemie ich, wie Sie, die Diktatur der Arbeiterklasse!( Hört, hört! Vertreter in den Landtag zu senden Bewegung.) Meine Mittel wähle ich einzig und fordert der Parteitag die Parteigenossen auf, in allen Ginzel- ganz erloschen; Berichte werden deshalb nicht mehr veröffentlicht. Petersburg, 27. Oftober. An Cholera allein nach der zweckmäßigkeit.( Erneute Be- staaten eine umfassende und energische Agitation für die Ein- ertranften bezw. starben vom 24. bis 26. d. M. in Petersburg wegung.) Dadurch aber trenne ich mich von Ihnen, daß ich fest führung des Allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahl- 40 bezw. 26, vom 17. bis 28. d. M. in Moskau 4 bezw. 1, vom überzeugt bin: die nächste Revolution bringt das Kleinbürger- rechts für die Landtage im Sinne unserer Programmforderung in 15. bis 21. d. M. in Kronstadt 17 bezw. 10, in den Gouvernements: thum ans Ruder, die Arbeiterpartei wird den Sieg Angriff zu nehmen. Grodno 84 bezw. 28, Kowno 61 bezw. 23, Livland 27 bezw. 17, erfechten der hohen Bourgeoisie und den 2. Der Parteitag spricht den Parteigenossen in Belgien und Somsha 259 bezm. 186, Minst 38 beziv. 16, Petersburg 69 feudalen Resten gegenüber, dann aber von den Desterreich feine vollste Anerkennung aus für die Tapferkeit, bezw. 18, Simbiret 181 bezw. 68, Sjebletz 17 bezw. 6, Cherson Demokraten beiseite geschoben werden. Wir können die Opferwilligkeit und Ausdauer, mit der sie unter schwierigsten Ber- 180 bezw. 82, vom 8. bis 14. b. M. Kasan 159 bezw. 83, vom Revolution auf einige Beit vielleicht in eine antibürgerliche hältnissen, wie diese insbesondere die Genossen Desterreichs zu 8. bis 21. b. M. Mostau 167 bezw. 78, vom 1. bis 21. d. m. Richtung bringen, wir tönnen vielleicht schon Grund überwinden hatten, den Kampf für das allgemeine gleiche, direkte Drel 228 bezw. 73 und vom 1. bis 14. d. M. Podolien 604 bedingungen der bürgerlichen Produktion ver- und geheime Wahlrecht aufgenommen haben, und beglückwünscht bezw. 211. nichten( hört! hört! Bewegung.), das Kleinbürgerthum sie zu den großartigen Erfolgen, die sie gegenüber den gemeinniedertreten, ist unmöglich. So viel als möglich erringen, das famen Gegnern der Arbeitert laffe errungen haben. ist mein Wahlspruch, und dadurch bin ich auf immer d'er Ihrige.( Stürmische Seiterfeit.) Wir müssen eine Redner endet unter stürmischem Beifall. Organisation der Kleinbürger so lange als möglich In der Diskussion kommen zwei Anträge mit zur Verhandnach dem ersten Sieg verhindern, namentlich mit ge- lung, welche bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien schloffener Phalang gegen jede fonflituirende Bersammlung ftritte Wahlenthaltung von den Genossen verlangen. opponiren. Der partikulare Terrorismus, die lokale Anarchie ( hört! hört!) müssen uns ersehen, was uns im Großen abgeht. Klaffenbewußtsein fehlt den meisten deutschen Arbeitern gänzlich, wir müssen den individuellen Haß, die Rachlust des Bauern gegen den Wucherer, die Erbitterung des Tagelöhners gegen den Herrn" ausbeuten.( Hört! hört! Sehr gut! Wir müssen an allen einzelnen Stationen so rasch und eindringlich terrorisiren, ( hört), daß wir den demokratischen Ausbeutern bei der Voll: endung ihrer Organisation als vollkommen siegreiche Macht entdiefe Organisation muß so gegen treten tönnen, und diese lange als möglich hinausgeschoben werden, damit in der Revolution fich das Klaffenbewußtsein erst bilden kann. Wir dürfen die Kleinbürger nicht zu Athem tommen laffen, wir müssen durch der Kleinbürger eigene Mittel die revolutionäre Wuth auf die Spize treiben, dann gelingt es uns vielleicht, für kurze Zeit die Dittatur unserer Partei durchzusehen. Aber wie das machen ohne gemeinsamen Bebel erklärt in feinem Schlußwort, daß er über die Plan, ohne oberste Leitung, ohne einen gemeinsamen Willen der Führer. Das sagte ich mir schon seit einem Jahr. Vergebens suchte ich Frage demnächst eine Broschüre schreiben werde. In Breslau sei wie mit einer Blendlaterne, ich fand von dem so abgelegenen ein nicht anonymes Flugblatt erschienen, daß die Betheiligung Göttingen aus, von wo ich nicht fortfonnte, nichts. Schon sah ich der Genossen bei der Landtagswahl in Aussicht gestellt habe. mich auf ewig auf mich allein angewiesen und begann mit meinen Jetzt hätten sich die Parteigenossen in 2 Versammlungen gegen nächsten Freunden einen Bund zu gründen, dessen letzter Zweck der den Inhalt des Flugblattes ausgesprochen. Was den auf DesterKommunismus, dessen erster Grundsatz: Der 3wed heiligt reich bezüglichen Passus in der Resolution anlange, fo fei aller die Mittel( hört! hört! und erneute Bewegung) und dessen erstes dings in Desterreich der Kampf schwieriger gewesen als in Belgien. Gesetz unbedingter Gehorsam war, zu stiften, als ich von London Er ziehe den Passus zurück. Die Resolution Bebel 1 wird mit dem Antrage Stolten aus( sie werden meine Ausdrucksweise unter den jezigen Umständen verstehen) die ersten Genoffen fand. Ich bitte Sie jezt ebenso wie Resolution 2 fast einstimmig angenommen. Reumann Wien erinnert an die Versammlungen in nur durch P. Statuten und Gesetze refp. Befehle zu schicken, er fennt die richtige Adresse. Die Polizei bat Brünn und Prag, wo Blut gefloffen fei. Der Kampf um das in diesem Augenblid ein sehr wachsames allgemeine 28ahlrecht sei ein sehr schwerer gewesen. Jegt freilich Auge auf mich( stürmische Heiterkeit), ich nehme jedoch sei bei allen Parteien die Meinung vorherrschend, daß es ohne Wahl die Charge als Vorstand nur an, wenn wieder reform nicht weiter gehe. Ein Verdienst der Sozialdemokratie fet es, nach G zurückkehren fann. Sollte das mir nicht mög. daß die Frage so in Fluß gekommen sei. In Desterreich werde Lich fein( was sehr unwahrscheinlich ist), so werde ich für der heutige Beschluß den günstigsten Eindruck machen. Der auf Wahlenthaltung bei Stichwahlen abzielende Antrag meine Person natürlich derfelbe bleiben, und über die Beauftragung eines andern an Sie berichten. Wenn Sie vielleicht nicht wird abgelehnt, dagegen der Antrag, welcher Kompromisse bei glauben, mich tiefer in die Lage der Sache einweihen zu fönnen, Reichstags, Landtags- und Gemeinderaths- Wahlen mit bürgerso stellen Sie mich ganz abgesondert unter Ihre Leitung ohne Zu- lichen Parteien verbietet, angenommen. Das Resultat der Vorstandswahl ist folgendes: Bebel und fammenhang mit dem Ganzen. Ueber den Plan, welchen ich entworfen für meine Thätigkeit in G. als( Bebel: Hier steht Singer Borsigende, Auer und Fischer Schriftführer, Gerisch ein Geheimzeichen im Briefe, das soviel als Bevollmächtigter he- Kassirer, Meister- Hannover, Klees- Magdeburg, Herbert- Stettin, deutet.)( Heiterkeit.) dann erst, wenn ich von London aus ge= nauere Befehle und Aufträge bekommen werde." Soweit der*) Minister Karls I. von Großbritannien, der am 13. Mai Brief. Es folgt noch eine mehr persönliche Schilderung P.. 3, 1641 bas Todesurtheil desselben, seines treuesten Anhängers, bebem die zähe, cholerische Energie fehlt, deren ein heutiger Revo- stätigte und deren Ausführung nicht verhinderte. ich A. Bebel Reinhardt- Niederbarnim tritt für die Anträge ein, während Ged- Offenburg die Anträge abzulehnen wünscht. Man solle es bei der bisherigen Praxis belaffen und teine Rompromisse mit bürgerlichen Barteien abschließen. Liebinedt spricht sich gegen Kompromisse aus, aber wenn die Genossen für einen Freifinnigen gegen einen Konfervativen, für einen Stößel gegen Krupp stimmen, so hätten sie einen vollkommen richtigen Instinkt, sie schließen tein Rom promiß, sondern wählen das kleinere Uebel. Er stellt den Unters antrag, aus der Resolution Bebel 2 das besondere Lob für die Genossen Desterreichs zu streichen. Stolten befürwortet den folgenden Antrag: Die Reichs tagsfraktion möge im Reichstage beantragen, daß von reichs: wegen den Einzelstaaten die Verpflichtung zur Einführung des allgemeinen Wahlrechts aufzuerlegen fei. Schachteinsturz. Bochum, 27. Ottober. Durch theil. weisen Einsturz eines im Abteufen begriffenen dritten Schachtes der Beche Monopol" wurden acht Bergleute verschüttet. Drei Schwerverlette fonnten gerettet werden, fünf sind unter den Trümmern begraben. Arbeiter- Risiko. Bingen, 27. Oftober. Das zu den Sprengungen im Bingerloch verwendete Hebewerk schlug heute drei Arbeiter nieder. Einer aus Aßmannshausen ist auf bem Transport in das Hospital verstorben, die anderen sind weniger schwer verletzt. Erdbeben. Verona, 28. Oft. Gestern Abend war hier ein ziemlich heftiger Erdstoß zu verspüren. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 28. Oktober. Jn parlamentarischen Kreifen ist das Gerücht verbreitet, daß Ministerium Taaffe habe seine Demission überreicht. Daffelbe wird auch von einigen Abendblättern verzeichnet, während andere bestimmt versichern, die Demission sei bisher nicht gegeben. Die lettere Version gilt als glaubwürdiger, obfchon bisher absolut nichts Authentisches bekannt ist. Uebereinstimmend wird versichert, die um 5 Uhr erfolgte Ankunft des Kaisers stehe mit der verworrenen parlamentarischen Lage im Busammenhange und bezwecke die Herbeiführung einer Lösung. Wien, 28. Oktober. Der Ministerpräsident Graf Taaffe wurde um 6% Uhr vom Kaiser in längerer Audienz empfangen behufs Berichterstattung über die Lage. Der Ausschuß zur Berathung der Prager Ausnahme- Verfügungen fezt am Montag feine Berathungen fort. Wien, 28. Oft.( Abgeordnetenhaus.) Bei der fortgesetzten Debatte über die Wahlreform gab der Abg. Geßmann im Namen der Antisemiten die Erklärung ab, daß dieselben die Wenderung der Wahlordnung freudig begrüßten und für ein allgemeines direktes Wahlrecht einträten. Abg. Menger wendete sich gegen den Antrag der Jungczechen und erklärte, die Liberalen hätten stets gewollt, daß die Arbeiter im Parlament vertreten seien. Biantini betrachtet die Regierungsvorlage nur als eine Abschlagszahlung, das wahre Ziel müsse das allgemeine Wahlrecht im Sinne des Antrages der Jungczechen sein. Abg. Klucki sprach gegen die Vorlage. Nächste Sigung Freitag, den 8. November. Wien, 28. Oftober. Eine in der Preffe" veröffentlichte Mittheilung stellt fest, daß das Kabinet seine Demission noch nicht überreicht hat, doch dürften die nächsten Stunden eine wichtige Entscheidung bringen. Morgen findet ein Ministerrath unter Vorsitz des Kaisers statt. Rom, 28. Oftober. Der Rasjationshof hat den Rekurs des Generalprokurators beim Appellhofe im Prozesse der Banca Romana verworfen. ( zwischen Kanonier- und Central- Leihhans- Ausverkauf 72, Jägerstr. 72( arſtraße, parterre. Institut für Gelegenheitsk äufe, einzig in seiner Art in Berlin. und getragen 4864L* 10 000 moderne Winter- Paletots und Winter- Anzüge wegen in besten Stoffen und nenesten Mustern pracht Exemplare). SurfiyenMk. 9, 12, 15, 20, 30 BurschenAnzüge, Schuwaloffs, Monats- Anzüge, daß sind nach Maaß bestellte Sachen, die ca. 1 Monat getragen find( auch für korpulente Personen passend). Gelegenheitskauf in Gehu. Reisepelye. Goldene u. filb. Herren- u. Damen- Uhren, Ringe, Retten. Alles für die Hälfte des Werthes. Ein großer Voßten Damen- Winter- Mäntel spottbillig. Sonntags geöffnet von 7-10, Nachmittags von 12-2 Uhr. Schlafst. ist bei Ww. Meyer zu verm. 28626 Naunynstr. 84, v. 3 Tr. r. 519 Frol. 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Herren, 7 M., zu Otto Paetsch, Adalbertstr. 82. verm. bei Schmidt, Stallschreiberstr. 38 Möbl. Schlafft., sep. Ging., fof. 2850b Reichenbergerstr. 37, 2 Tr. r. 28635 Bambuscher's Restaurant, Holl. bis 39, v. 3 Tr. mannstr. 33. Neu eingeführt. Mittags= E. frol. Schlafft. für 2 Herren bei Schlafft., allein, 7 M., Schönhauser tisch mit Bier 60 Pf., im Abonnement W. König, Reichenbergerstr. 22, Seiten- Allee 177c, am Thor, bei Engel, 2. H. II. 7 Marken 4 M. Bimmer für Vereine flügel 1 Tr. und Festlichkeiten. 2908b Schlafft. f. Hrn. bei Ww. Zander, 2814b Fruchtstr. 27, Seitenfl. part. Möbl. Schlafft. bei einer j. Wittwe Naunynstr. 84, Seitenfl. 3 Tr. r., bei M. Frol. Schlafft. f. H. zu verm. Dranien523M ftraße 38, 4 r., Thomas. Möbl. Zimmer an 1 o. 2 H., sep. E., Ritterstr. 116, v. 2 Tr. I. 520M Möbl. Schlafft. für 2 Gen. z. verm. Naunynftr. 11a, 2. 6. 1 Tr. r. D. V. 2852b 2858b Kegelbahn und Vereinsz., 20-100 bei Ruthard, Wolgasterstr. 3-4, zweiter Frol. Schlafft. f. Herren, sep. 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Kroll, Prinzenftraße 21, Seitenflügel 2 Tr., L.[ 2855b Sep. Schlafft. Oranienftr. 187, Seitenflügel 3 r., L. 2856b* Schlafstelle, sauber möbl., f. 1 oder 521 2 Herren, 2 Min. v. Schles. Bahnhof Möbl. Schlafft. f. S., sep., nach vorn, entfernt, bill. 3. verm. b. Schumann, Plan- Ufer 91( Admiralbrücke), 3 Tr., Often, Langeftr. 71, v. 3 Tr. 28596 Topp. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Achtung! Berlins und Umgegend. Montag, den 6. November, Abends 8 Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstraße Nr. 38: Ordentliche General- Versammlung. 230/19 Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Erfahwahlen zum Vorstand. Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden, des 2. Kassirer, 2. Schriftführer, sowie Bestätigung der vorgeschlagenen Beisitzer zum Vorstand. Wahl eines Revisors. 3. Antrag auf Entschädigung des 1. Vorsitzenden. 4. Der Streit bei Willing u. Violet. 5. Antrag Berger- Neumann auf Auflösung der Fachkommission (§ 7 Absatz b). 6. An den Vorstand gelangte Anträge. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. Achtung! Mitglieder Der Vorstand. Achtung! der Orts- Krankenkasse der Schneider. Montag, den 30. Oktober, Abends 8% Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- Straße Nr. 77-79: Achtung Bekanntn- achung. Sozialdemokratischer Agitationsverein der Kreise Wittenberg- Torgau. Die ordentliche Große öffentliche Versammlung mit Frauen Generalversammlung der Ortskrankenkasse für den heute, Sonntag, Abends 7 Uhr, im Saale Beuthstrasse 20. Tagesordnung: 1. Vortrag vom Schriftsteller Herrn Albert, über: Gewerbebetrieb d. Kaufleute, HandelsFeuerbestattung. 2. Diskussion. Nachdem: Gemüthliches Beisammensein mit Tany." 440/2 Achtung! Filzschuharbeiter. Achtung! Montag, den 30. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße Nr. 33: General- Versammlung leute und Apotheker findet am Mittwoch, den 8. Nov. 1893, um 8 Uhr bezw. 9 Uhr Abends im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl von 6 Vorstands- Mitgliedern, und zwar: um 8 Uhr Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern der Arbeitgeber, des Vereins der Filzschuh- Arbeiter Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2.. Jahresbericht des Raffirers. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern der 3. Jahresbericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 5. Verschiedenes.- Mitgliedsbuch legitimirt. 166/20 Der Vornand. Verein sämmtlicher Arbeiter u. Arbeiterinnen Oeffentliche Versammlung. der Wäsche- und Kravattenbranche Berlins. Tagesordnung: 1. Mißstände in der Orts- Krankenkasse und wie sind dieselben abzus helfen? Referent Rollege Arthur Mähr. 2. Diskussion. Versammlung Mitglieder! Erscheint zahlreich, es gilt die Wahrung Eurer Rechte! am Dienstag, 31. Oft., Ab. 8% Uhr, im Restaurant Hahn, Namentlich werden die weiblichen Mitglieder zur Theilnahme an dieser Verfammlung aufgefordert. 398/2 Im Auftrage mehrerer Mitglieder der Drts- Krankenkasse: Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins.. F Der Vorstand der Orts- Krankenkasse, sowie die Herren Rassenärzte sind schriftlich eingeladen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Neue Königstr. 73. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vierteljahresbericht. 4. Gewerkschaftliches. Der wichtigen Tagesordnung wegen bitten wir die Mitglieder, zahlreich und pünktlich am Plage zu sein. Kollegen und Kolleginnen, die mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, bitten wir dieselben baldigst zu entrichten an den Raffirer R. Djust, jetzige Wohnung Rykestr. 10. 384/14 Der Vorstand. Dienstag, den 31. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Berliner Arbeitervertreter- Verein. Röllig, Nene Friedrichstraße 44: Branchen- Versammlung der Parquettbodenleger. Tagesordnung: 1. Wie können wir unserem beschlossenen Tarif Geltung verschaffen? 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Versammlung am Mittwoch, 1. Nov ember, Abends 81/2 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstr. 33. Zages Ordnung: Jeder Bodenleger ist zu dieser Versammlung eingeladen; besonders erwarten wir das Erscheinen der Kollegen aus den großen Firmen, indem der 427/6 erste Punkt der Tagesordnung von außerordentlicher Wichtigkeit ift. 431/3 Im Auftrage: Der Beisther. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend( Filiale Moabit). am Montag, den 30. Oktober, Abends 8% Uhr, im Lokal Wedding- Park, Müllerstraße 178: Dersammlung Tages- Ordnung: = 1. Vortrag. Referent Herr Schalthoff. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Erklärung! Die unterzeichneten Vereine sowie eine öffentliche Versammlung fämmt licher Zeitungsspediteure und Verkäufer haben im September d. J. den Beschluß gefaßt, vom 1. Oktober d. J. an den gänzlichen Vertrieb des Kleinen Journals" einzustellen, so lange nicht für die doppelte zu leistende Arbeit der entsprechende Speditionspreis gezahlt und mit den beauftragten Vertretern vereinbart wird. 427/5 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Borstandes. Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um recht zahlreiches Er- oder monatlich 30malige Bustellung dieser Zeitung uns bisher gezahlt scheinen Der Vorstand. 412/8 Arbeiter- Bildungsschule( Nord). Sonntag, den 29. Oktober, Abends 6 Uhr, bei Brühning, Rosenthalerstr. 11. Versammlung fussion. 27706 Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen W. Wach über:" Die Prostitution". 2. Dis Nach der Versammlung geselliges Beisammensein und Tanz. Gäfte, Herren und Damen, willkommen. Achtung! Die Schulkommission. Achtung! Textil- Arbeiter und-Arbeiterinnen. Versammlung am Sonnabend, 4. Nov., Ab. 81/2 Uhr, in Buss' Salon, Gr. Frankfurterstr. 83. Zages Ordnung: = 329/12 1. Vortrag des Genossen E. Adler, über: Der Zweck der Gewerkschaften. 2. Diskussion. 3. Rassenbericht. 4. Verschiedenes. Nachdem findet ein Kränzchen statt. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 30 Bf. und Damen 10 Pf, diejenigen, welche nach der Versammlung tommen, zahlen 50 Pf. Gäste willkommen. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 29. Oktober 1893, Abends 7 Uhr: Zwei Versammlungen. 1. In den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Moderne Naturanschauung". um 9 Uhr Kaffenmitglieder. 2. Wahl der Rechnungsrevisoren für das Jahr 1893. 3. Definitive Festsetzung des Gehaltes des Rendanten und der Beamten. 4. Verlesung des die Kasse abweisenen Urtheils 2. Inſtanz in Sachen wider Serrn Wilhelm Arndi. 5. Anderweite Festsetzung der Mahngebühren. Berlin, den 26. Oftober 1893. Der Vorstand. 189/9 Allgemeiner deutscher Tapezirer- Verein ( Filiale Berlin). Am Montag, den 30. d. M., fällt die Versammlung zu gunsten der öffentlichen Versammlung aus. Nächste Vereins- Versammlung am 13. November. 2894b Die Ortsverwaltung. Achtung aller Krankenkassenvorstände. Am 31. Oftober findet bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, eine Versammlung aller Krankenkassen- Vorstände behufs Stellungnahme zum Boykott der Charitee statt, sowie Wahl einer 29186 Kommission dazu. Albert Herrmann, Lindenstr. 95, 11. Rixdorf! Sozialdemokratischer Berein „ Vorwärts". Dienstag, den 31. Oktober, Abends Versammlung. Tagesordnung: 433/7 1. Vortrag: Ueber das Wesen der Naturwissenschaft". Ref. Dr. G. Heymann. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Besondere Einladung findet nicht statt. Gäfte willkommen. Der Vorstand. Dieser Beschluß war ein nothwendiger und gerechter, denn die von 8 Uhr, bei Hoffmann, Bergstr. 133, Seiten des Verlegers genannter Zeitung uns gestellte Bumuthung ging dahin, daß für den äußerst geringen Preis von 25 Pf., welcher für täglich einmalige wurde, daß also für diesen selben geringen Preis diese Zeitung vom 1. Oftober an täglich zweimal oder monatlich 55mal befördert werden follte. Die Unmöglichkeit für solchen Lohn doppelte Arbeit zu verrichten mußte jedem denkenden Menschen einleuchten. Wir waren also gezwungen in unserem eigenen, und besonders im Interesse unserer Mitarbeiter( Boten), aber auch im Interesse unferer fämmtlichen Rundschaft eine solche wenig bezahlte Arbeit niederzulegen. Obwohl nun diese Gesichtspunkte von feinem Spediteur geleugnet werden können, die Beschlüsse auch jedem bekannt sind, so haben doch eine Anzahl Spediteure und Verkäufer bewiesen, daß sie nicht das geringste solida rische Gefühl besitzen, indem dieselben in ihrem verblendeten Egoismus, nach wie vor zu den genannten Bedingungen das ,, Kleine Journal" speditiren oder verkaufen! Wir geben deren Adressen hiermit bekannt: Mücke I, Rosenthalerstraße. Mücke II, Elsasserstraße. Grosse, Brunnenstr. 132. Kulinski, Brunnenstraße. Dietz, Auguftstraße. Haupt. Heinecke, Bergstraße, auch Jnvalidenund Brunnenstraßen- Ecke. Frau Langner, Schönhauser Allee. Kaspar, Stettiner Bahnhof. Frau Kurzynski, Alexandrinenstr. 37a. Hindersin, Neue Thor. Haschke, Müllerstr. 4. Bleis, Rosenthaler- Thor. Kukluch, Tresckowerstraße. Schlopke, Weinmeisterstraße. Liefeld, Landwehrstraße. Albrecht, Hallesche Thor- Brücke. Rothe, Hallesche Thor- Brücke. Belz, Mariendorferstraße. Seelig, Leipziger- u. Friedrichstr.- Ecke. Kunert, Potsdamer Plaz. Klafs, Potsdamerstraße. Frau Genz, Bergmann- u. Bellealliancestraßen- Ece. Rohde, Magdeburgerstr. 31. Ebel, Sitter- u. Lindenstr.- Ecke. Petzold, Mühlendamm. Wallert. Mathesius, Brandenburgstr. 18, Arzt, Brandenburgstraße. Breest, Oranienstraße. Anders, Naunynstr. 59. Quast, Börse. Stollberg, Kl. Frankfurterstr. 24( hat Freiburg in sämmtlichen Trinkhallen. mehrere Filialen). Marschall, Spittelmarkt. Schulze, Leipziger Rolonnaden. Walter, Wittwe, Kronenstraße. Schulz, Hallesche Thor- Brücke. Berger, Königs- Kolonnaden. Fritsche, Raupachstraße, Ede Holzmarktstraße. Branse, Charlottenburg. Weitere Adressen werden noch bekannt gegeben, so bald noch Genaueres Ehren- Erklärung. Ich erkläre hiermit, daß ich die Ver leumbungen und Beleidigungen, welche ich seit längerer Zeit gegen die Frau des Zimmerers Gustav Dietrich erlaubt habe, aufrichtig bedauere und erfläre sie für eine ehrenhafte Frau. 50592 Frau Schwarz, Willibald- Alerisstraße Nr. 40. Erkläre Kleemann als Ehrenmann. 28976 Sommer. Ich habe mich SO., Laufigerstr. 87, 1 Tr., als Arzt niedergelassen. Sprechstunden 8-9/ 2, 4-5, für Kinder 1 2901b bis 2 Uhr täglich. T.-A.( b. Herrn Schayer) Amt 4, Nr. 1269. Dr. Benno Naumann, pratt. Arzt 2c. Zahn- Klinit. Breife event. Theilzahlung. Olga Jacobson, 145, Invalidenstr. Ohne Anzahlung # bei monatl. Abzahlung von 2 Mart wird 28906 Hansschah des Wissens“ 2. Jm Lokale des Herrn Philipp, Rofenthaler- Straße Nr. 38. Darüber festgestellt ist. Indem wir mit vorstehendem erklärt und gezeigt haben,( 17 Brachtbb. mit 8000 Jlluftr., Preis Vortrag des Fräulein Altmann über:" Der religiöse Ursprung des Staats". Nach beiden Vorträgen: 149/5 E Der Vorstand. Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Sonnabend, den 4. November, Abends 9 Uhr: 2. Stiftungs- Fest in den Gesammträumen der ,, Konkordia- Festsäle", Andreas- Strasse No. 64, verbunden mit Konzert, Prolog und Ball. Festrede, gehalten vom Reichstags Abgeordneten Frit Bubeil. Lebende Bilder, gestellt vom Verein für volksthümliche Kunst". Die Gefänge werden von der Typographia, Gesangverein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer( Mitgl. des A.-S.-B.), Dirigent Herr W. Bölfe, ausgeführt. -" 1 100 Stüd j. gelehrige um was es sich handelt, halten wir uns versichert, daß alle rechtlich denkenden S. Scherff, NW., Invalidenftr. 84/85. 120 Mart) franko übersandt. Zeitungsleser entscheiden werden, wer ihrer Sympathie ferner noch würdig. Scherff, NW., Jnvalidenftr. 84/85. ist. Es wäre zu wünschen, daß diefen bekannt gegebenen Berufskollegen endlich die Erkenntniß dessen täme, was sie sind, und welches ihre Pflicht ist. Freie Vereinigung der Berliner Zeitungs- Spediteure und-Verkäufer. J. A. W. Schäfer, Vors. Reichenbergerstr. 72. Verein der Berliner Zeitungs- Spediteure. J. A.: Rößler, Bors. Invalidenstr. 2. Bohn. Die Kontroll- Kommission. Ahlers. C. Schäfer 11. Richter. Grimm. W. Schmidt. Goldmann. Thiel. Schönstein. Genossenschafts- Bäckerei Vorwärts. Am Ostbahnhof No. 3. Papageien Jatos 16 M., Amazonen, fingerzahm 20 M., Kakadus 12 M., Gelbnacken, Affen, Papageibauer, Kanarienroller. Zoologische Großhandl. Rudolf Konopka, Spandauerstr. 38, 11. Stimmbegabte Herren werden aufgenommen im Gesangverein Forsters straße 22 b. Zilgener. Vereinsabende 2916b Dienstags und Freitags. Junger Damenchor wünscht für Erweiterung zum gemischten Chor Einschlägige Offerten erbeten unter K. B. in der Exp. des Vorwärts". 50669 Wir theilen hierdurch mit, daß wir in der Markthalle Andreas- gebildete Herren für Tenor und Baß. Brot- Verkauf Die Konzert, sowie Ballmusik stellt die Freie Vereinigung der Zivil- Straße Stand Nr. 131, einen Berufsmusifer". Billets à 50 Pf.( inkl. Tanz) find im Bureau, Neue Grünftraße 10( Telephon Amt I Nr. 810), in sämmtlichen Zahlstellen, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Festzeitung gratis am Gingang. Textbücher à 10 Pi. ebendaselbst. Um regen Besuch bittet 171/14 Der Vorstand. Bon C. M. Scävola's Dichtungen sind erschienen: Heft 7: Der Schneiderstreik oder: Durchlaucht als Auguft. Komödie eröffnet haben. Unser Brot ist mit dem Stempel G. B. Vorwärts und mit der Kontrollmarke versehen. Unser Brot ist nur von bestem Roggenmehl hergestellt und ist außerdem in allen mit unseren Plakaten versehenen Niederlagen zu haben. 97/8 Der Vorstand. H. Tenpel. G. Spiekermann. " Arbeitsmarkt. Tischler mit Werkzeug verl. Weise, Charlottenburg, Krummestr. 84.( 28816 Geübte Franzendreherin verl. Grüner Weg 103, Quergeb. 1 Tr. I. Granit- Schrifthauer verlangt 2906b] S. MaItwig, Blücherstr. 45b. in 1 Utt( 3 Damen, 4 Herren).- Heft 6: Die erste Reichstagstang Vereinsabzeichen, Fahnen und Banner, and her fr im ,, Bukunftsstaat". Komödie in 1 Aft( 2 Damen, 6 Herren). Zur Aufführung für Arbeitervereine in Partien à 100 Hefte zu Schleifen, Tanzbänder und Tanzblumen, Schilder, Stempel, 10 Mark mit Aufführungsrecht per Nachnahme zu beziehen durch Schablonen und Gravirungen etc. empfiehlt den Genossen [ 2912b 4820L Gustav Kleist, Waldemar- Straße 48. Joh. Timm, Berlin, Schüßenstr. 18-19. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 29176 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 255. Sonntag, den 29. Oktober 1893. Der Spieler- und Wuchererprozeß wolle, der gerne spiele. In Hamburg ſei er denselben Abend mit in Hannover. ( Fortsetzung.) Am Freitag wurden die Verhandlungen fortgesetzt mit der Beweisaufnahme über das gewerbsmäßige und falsche Spiel. Der Kaufmann Engelte- Schöneberg bei Berlin bekundet, daß er wegen Falschspiels mit 9 Monaten Gefängniß bestraft fei. Vor 4 bis 5 Jahren habe er mit einigen Angeklagten auf einem auswärtigen Rennplatz gespielt. Nähere Auskunft ver: weigert Zeuge, da er sich selbst belasten würde. Vor etwa drei Jahren habe er im Hinterzimmer des Angeklagten Heß gen. Ludwigslust kommen. Geemann etwa 30 bis 40 Mal„ Meine Tante, Deine Tante" gespielt. An diesem Spiel betheiligten sich Mar Rosenberg, Heß, Abter und Lichtner. Rosenberg habe allerdings an Abend 2100 M. gewonnen, meistens aber verloren; einmal habe Rosenberg sogar so viel verloren, daß er geweint habe, was Zeugen veranlaßt habe, ihm 400 M. zu geben. Daß Lichtner falsch gespielt habe, glaube er nicht; er, Beuge, hätte es sonst wohl gemerkt. einem Als Abter noch denselben Abend in der an 10. Jahrg. Versammlungen. an= Hamburg zu kommen, wo er ihm einen reichen Mann vorstellen Lichtner und Abter im„ Hamburger Hotel" zusammengekommen. Eine öffentliche Kommunalwähler- Versammlung für Sie hätten die Nacht durchgespielt und habe er 19 000 m. ver- den 9. Wahlbezirk tagte am 27. Oftober in Habels Brauerei. loren, die er schuldig geblieben sei. Tags darauf sei ihm von Stadtverordneter Genosse Dr. 3 adet sprach über die Gemeindedem Kaufmann Pleßmann in Ludwigsluft mitgetheilt, daß verwaltung der letzten Jahre und führte aus, die liberale ihm von Abter ein Check, den er, v. Pleſſsen, unter- verwaltung Majorität der Stadtverordnetenversammlung werde von Jahr schreiben solle, überschickt sei. Außerdem habe er dringende zu Jahr reaktionärer. Gegenüber allen noch so wichtigen sozialMahnbriefe von Abter und Seemann erhalten. Er habe dieses seinem Kameraden Hans v. Schierstädt mitgetheilt, der ihm politischen Anträgen unserer Genossen habe die Majorität dort rieth, nicht zu bezahlen, da er unzweifelhaft Falschspielern in die stets nur ein Lachen und zeige ſich dadurch noch weit verständnißloser als der Reichstag und diejenigen Landtage, in welchen Hände gefallen sei. Beuge telegraphirte auf Schierstedt's An- loser als der Reichstag und diejenigen Landtage, in welchen rathen an Abter, er möchte sofort zur Schuldenregulirung nach Sozialdemokraten ſizen. Wie vieles verbesserungsbedürftig ist, zeigte Redner u. a. durch eine Kritit unseres Schulwesens, Wohnung des Zeugen erschien, waren daselbst v. Schierstädt und unserer Trinkwasserversorgung, der Kanalisation, der Müllabfuhr, der Bedürfnißanstalten und der Redakteur Fölzer versteckt. Zeuge sagte Abter auf den Kopf der Krankenhäuser, vor allem zu welchen letzteren wenig Aerzte gestellt sind. Redner schloß mit der Mahnung, dafür 34, daß falsch gespielt sei, worauf Abter zugab, daß Lichtner ein ganz gefährlicher Falschspieler sei und er( Abter) auf die Forderung von 19 000 m., sowie auf alle Forderungen an Offiziere au sorgen, daß immer mehr Sozialdemokraten in das rothe Haus der deutschen Armee verzichte. Schierstädt und Fölzer bekunden, anderen Mißständen endlich Abhilfe schaffen zu können. gewählt werden, um gegenüber den erwähnten und vielen daß bei dieser Gelegenheit Abter scharf ins Gebet genommen sei, Diskussion schloß sich an diese mit Beifall aufgenommenen Ausaber eine gewaltsame Nöthigung habe nicht stattgefunden. Beuge Spiller, Oberfellner im Hotel de Russie, Portier führungen nicht. Einstimmig stellte die Versammlung den GePreller und Restaurateur Schmide 3( früher Oberfellner nossen Franz Kizing als Kandidaten für die bevorstehende in genanntem Hotel) bekunden, daß Seemann und Meyerinck nossen zu eifriger Thätigkeit auf, indem er an das Ergebniß Stadtverordneten- Wahl auf und der Erwählte forderte die Ge ihnen als die Arrangeurs der Spielgesellschaft erschienen. der letzten Reichstagswahl erinnerte, nach welchem wir unsern Generalmajor v. Linsingen Hannover hat sich an den Spielgesellschaften betheiligt. Fährle habe ihm bisweilen Geld Kandidaten auch jetzt bei der Stadtverordneten- Wahl durchohne Binsen geliehen. Mit diesem, Meyerinck und Lichtner habe bringen müßten. Nachdem noch ein Wahlkomitee von drei Geer öfters in Hartmann's Hotel und in Fährle's Wohnung Macao, noffen gewählt worden, erfolgte der Schluß der Versammlung. auch mit Seemann und Meyerinck im Hotel de Russie Roulette 10-12 000 M. gewonnen. gespielt. Er habe viel Geld verloren, fei jedoch der Meinung, Bor etwa zwei Jahren sei er in Hannover gewesen. Hier habe daß alles ehrlich zugegangen sei. er im„ Union- Hotel" mit Fährle, v. Meyerinck, Lichtner und einem Herrn von Bennigsen- Dresden Decarté und Makao ge= spielt. Dabei habe er und v. Meyerind mehrere tausend Mark gewonnen, Fährle und v. Bennigsen haben dagegen verloren. Falsch sei nicht gespielt worden. = Der Agent Hing st Berlin ist selbst schon wegen Betrugs und gewerbsmäßigen Glückspiels mehrfach mit Gefängniß und auch mit Ehrverlust bestraft. Er fenne den Seemann ganz genau und sei mit ihm bei den verschiedenen Wettrennen in Berlin zufammengekommen und sei öfters mit ihm gemeinschaftlich Roulette- Bankhalter gewesen. Vor etwa 6 Jahren habe er in Pyrmont mit Fährle, Seemann, Lichtner und dem Oberst lieutenant v. Krell aus Hannover Meine Tante, deine Tante" gespielt. Beuge babe mit Fährle die Bank gehalten und beide zusammen Hierauf wird Hingst, nachdem er vereidigt worden, als Sachverständiger vernommen, und giebt sodann eine eingehende Erflärung über Matao und Roulette und die Möglichkeiten des Falschspielens ab. Die Verhandlung wird auf Sonnabend vertagt. Soziale Leberlicht. An die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins! Am Donnerstag, den 2. November cr., Abends 8 Uhr, findet „ Buggenhagen'smen Saale"( Morigplay) eine große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt, die sich mit der Angelegenheit„ Lubasch" beschäftigen, und in welcher der geschäitsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission über feine leider erfolglos gewesenen Einigungsversuche Bericht erstatten wird. Premierlieutenant Graf v. Lierstorpff vom 2. Garde im Dragoner- Regiment in Berlin befundet, daß er 1887-1889 in der Reitschule in Hannover gewesen. Auf Aufforderung des v. Meyerinck habe er mit Seemann und Lichtner im Hotel de Russie und Hotel Hartmann gespielt und dabei stets verloren. Seemann, der die Bank gehalten, habe stets gewonnen. Am Spiel hätten fich u. a. auch Generalmajor v. Linsingen, Oberstlieutenant v. Grell und Graf v. Lüttichau betheiligt. Allabendlich wurde Roulette gespielt, am letzten Abend Malao, wobei auch Fährle und Lichtner, die von Meyerind eingeführt seien. Fährle sei als Groß industrieller, Lichtner als Kommerzienrath oder vielleicht auch als reicher Desterreicher vorgestellt. Er habe im ganzen etwa 10000 M. verloren. Meyerinck habe in ihm die Vermuthung geweckt, daß er als Schlepper diene. Arbeiter und Arbeiterinnen, erscheint deshalb alle in dieser Versammlung, um durch Eure Beschlüsse zu befunden, wie ihr gesonnen seid bei dem Verhalten des Herrn Lubasch gegenüber einen ehemaligen Angestellten. Eine Der Fachverein der Tapezirer hielt am 23. Oktober seine Generalversammlung ab. Die Tagesordnung lautet: 1. Jahres bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 3. Anträge der Mitglieder. Nach dem Bericht des Vorsitzenden fanden im verflossenen Vereinsjahre 22 Versammlungen statt, in 12 Versammlungen wurden Vorträge und in zweien Vorlesungen gehalten, 8 Versammlungen fielen zu gunsten öffentlicher Versammlungen aus. Aus dem Bericht des Kassirers betrug der Kassenbestand 106,71 M. Die Bibliothek besteht zur Zeit aus 98 Werken mit 113 einzelnen Büchern. Vom Vorstand wurde beantragt, die regelmäßigen Versammlungen auf Dienstag zu verlegen, was auch von der Versammlung angenommen wurde. Ferner war vom Kollegen Kerfat ein Antrag eingebracht worden, wonach die Bibliothek einem jeden Berliner Kollegen gegen eine kleine Raution zur Verfügung stehen solle auch wenn er nicht organisirt sei. Nach längerer Debatte wurde der Antrag jedoch nicht angenommen und die Benutzung steht nur den Vereinsmitgliedern zu. Gewählt wurden: Kollege Menze, 1. Vorsitzender; Schröder, 2. Borsigender; Arlt 1. Kassirer; Larsen, 2. Kassirer: Köhler, 1. Schriftführer; Strauß, 2. Schriftführer; Hopfmüller, Bibliothekar; Hartig und Feder, Revisoren. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Der Fachverein der Holz- und Bretterträger hielt am 15. Oktober eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Genosse Krankenkassenwesen. Die Bescheinigung, daß sie dem Schwarz unter lebhaftem Beifall über die Stellung der herrschenden Rechtsanwalt Dr. Stockfisch Hannover befundet, Max$ 75 des Kranken- Versicherungsgesetzes vorbehaltlich der Höhe Barteien referirte. Nach Beendigung des Vortrags verlas der Rosenberg habe ihn einmal beauftragt, eine Klage gegen Lichtner, des Krankengeldes genügen, ist folgenden Krankenkassen ertheilt Kassirer Schönwald den Kassenbericht über das letzte Vierteljahr. Engelke und Samuel Seemann wegen 8000 M., die er im Spiel worden: 1. der Kranken- und Sterbekasse für Weber und Wirker Danach betrug die Ginnahme mit dem alten Bestand 657,15 M., an diese verloren, anzustrengen. Rosenberg habe zu ihm gefagt: der Bauerschaften: Dönberg, Nordrath, Windrath, Ober- und die Ausgabe 158,96 M., mithin bleibt am Schlusse des Quartals er habe nachträglich den Eindruck empfangen, daß Lichtner und Unterfiebeneich( E.§.), 2. der Allgemeinen Arbeiter- Kranken- ein Bestand von 498,19 M. Darauf bewilligte die Bersammlung Genossen Falschspieler seien. taffe( E. H.) zu Schleswig, 3. der Kranken- Unterstüßungskaffe den streifenden Lithographen in Brandenburg a. H. 15 M.; Es wird alsdann die Zeugenvernehmung bezüglich der Spieler- für Maurergesellen der Gemeinde Kl. Ottersleben( E. H.), 4. der ferner wurde noch bekannt gemacht, daß am 2. November eine Affäre unterbrochen und der Bureauvorsteher des Rechtsanwalts Kranken- und Sterbekasse zu Auringen( E. H.), 5. der Kranken- öffentliche Versammlung für Männer und Frauen stattfindet. Dr. Timmendorfer aus Berlin, Otto Kretschmann, als Unterstützungs- und Sterbekasse St. Joseph( E. H.) in Köln- MerZeuge vernommen. Dieser bekundet, daß Abter ihm zugestanden, heim, 6. der Krankenkasse der in der Holzbranche beschäftigten Die Kranken- und Sterbekasse der Berliner HausDie 1250 M., mit denen er den v. Schierstädt'schen Wechsel be- Gesellen( E. H.) in Osterode, 7. der Allgemeinen Frauen- Kranken- diener, G. H. 61, hielt am 18. d. M. ihre erste ordentliche Gezahlen sollte, verbraucht zu haben. Er( Zeuge) habe den Eindruck Kasse zur Schwesterliebe( G. H.) in Frankfurt a. M., 8. der neralversammlung ab. Nach Genehmigung des Protokolls der gehabt, daß Abter den Wechsel nicht bezahlen konnte. Rechts- Kranken- Unterstützungstasse Bornheim"( E. H.) in Frankfurt letzten Versammlung theilte der stellvertretende Borsigende mit, anwalt Tr. Oppenheimer Berlin befundet: Er habe als am Main, 9. der Neuen Krankenkasse der vereinigten Brüder- daß der Vorsitzende durch Krankheit verhindert sei, die VersammMandatar des Herrn v. Schierstädt den Abter mehrfach schriftlich schaft für Osterode und Umgegend( E. H.), 10. der Hülfe" lung zu besuchen. Nach dem Vierteljahrsbericht des Kassirers aufgefordert, die Wechsel zu bezahlen und ihm auch mitgetheilt,( freien eingeschriebenen Hilfskaffe) in Heide, 11. der Krankenkasse betrug das Vermögen der Kasse 14 726. 70 Pf. Die Zahl der wer die Wechsel in Händen habe. des Kirchspiels Enstedt( E. H.), 12. der Allgemeinen Krankenkasse Mitglieder beträgt ca. 800, außerdem meldeten sich immer weitere In der Spieleraffäre wird hierauf Lieutenant v. PI essen Heimath" für den Polizeibezirk Kiel( E. H.), 13. der Krankenkasse Mitglieder. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Ein Antrag vom 17. Dragoner- Regiment in Ludwigslust vernommen. Im der Kahnbauer zu Heubude( E. H.), 14. der Krankenkasse der des Vorstandes, denselben zu ermächtigen, bei etwa eintretender Winter 1891/92 fei Abter in seine Wohnung nach Ludwigsluft Maurerinnung zu Kiel( G. H.), 15. der Kasse, Germania"( E. H.) Nothwendigkeit die Kassenstunden zu verändern, um die Vergekommen und habe ihn aufgefordert, denselben Abend nach in Peine. waltungskosten dementsprechend zu verringern, wurde mit großer alle Jeue ihre Knie beugen, die Wirklichkeitspolitik treiben. am Körper der Sozialdemokratie aufzuspüren, aber man ist Das sind die Merkmale für den größten Theil der heutigen in der Form nicht mehr so maßlos übertreibend, wie in den studentischen Jugend; und wenn man den Erbärmlichen die Tagen von Halle und Erfurt. Bon den Frostigen geht feine Wärme mehr aus. Heilsbotschaft selber verkündete, was könnte es sie fördern? Die Herren haben auch wahrlich keinen Grund dazu, wenn sie die eiternden Beulen in ihrem eigenen Leib beSchwermüthige Betrachtungen, wie die des Rektors Vein- trachten. Sonntagsplauderet. Blinde Seher! Sie schelten die Welt, deren innerste Bewegung sie nicht kennen. Sie wehflagen, weil sie au zerfallenden Tempeln stehen und nicht wahrnehmen, was neu aufgebaut wird. Herr Weinhold, der Forscher in deutscher Sprach- und hold, Allerseelen- Gedanken pflegen aufzutauchen, wo es Welche Frivolität hat der Wucher- und Spielerprozeß Sagenwelt, ist Rektor an der Berliner Universität ge- herbstelt. Thatenfreudige Hoffnung rankt dort fröhlich zu Hannover bloßgelegt. Wo bleiben da die vielgepriesenen worden. Mit einer Mahnung an die Studentenschaft, empor, wo neue Ideale sich regen und blühen. Ideale der Kämpfer für Vaterland und Ehre? Fast doch nicht in unserer Zeit, die alle Ideale von sich warf, Sie haben Wurzel gefaßt in der proletarischen Welt. Es tomisch will es mir erscheinen, wie das brave Gemüth der Ideale gänzlich zu vergessen, trat er sein Amt an. ist nicht wahr, wie es unmöglich ist, daß eine Zeit bestände, manches guten Bürgers sich darüber entrüstet, daß der Dies Jammern über eine verlorene ideale Welt ist nicht in der die Jocale verscharrt und erstickt wären. Rektor junge Offizier so leichtfertig das schöne Geld seiner lieben neu. Die Prediger reden es an allen Orten und gläubig Weinhold und die Seinen sehen nicht, was doch offen vor Eltern an schmutziges Gesindel verthut. Das ist die richtige betet ihnen der kurzfichtige Pfahlbürger nach und er stöhnt aller Augen daliegt; oder sie wollen es nicht sehen. Welch Geldsack- Moral. Als ob es auf die verspielten Thaler_anwohl in schweren Seufzern: Ach, wie ist doch uns're Welt flares Machtbewußtsein, welche starke Zuversicht auf eine fäme, das Um und Auf aller flugen Betrachtung. Nein, entartet! Aber er schließt von sich, von seiner Umgebung, stolzere Zukunft spricht aus den proletarischen Parlamenten, das macht es nicht. Der Mangel an innerem Leben, die von seiner Gesellschaft auf die Allgemeinheit. Da sieht er wie gerade in dieser Woche eines im heiligen Köln" ge- grenzenlose Leere, das stumpfe In- den- Tag- hineinleben, wie denn freilich keine ideale Begierde, da ist der Blick er- tagt hat. Wie hat man sich in den Kreisen der Gegner des es bei so vielen Opfern niederträchtiger Aasgeier zu Tage storben, der nach der Zukunft sich wendet. Da ist die Proletariats nicht bemüht, Vorzeichen greisenhafter Er- trat, das ist das Charakteristische. Welch' inhaltloses Sehnsucht erloschen, die nach gemeinsamen Bielen trachtet, mattung innerhalb der Sozialdemokratie zu erspähen. Wie Dasein, das in den Aufregungen des tölpischen da ist der Wille begraben, der aus der Erkenntniß der wurde gedeutelt und getiftelt. Wie zerbrach man sich den Hazards fich ausgiebt! Wie wenig weiß der Mängel und des Drucks der Gegenwart zur Erhebung an- Kopf, um aus jeder Loslösung kleiner Elemente einen un- uniforme Geistesdrill den Sinn für erhöhte Lebensthätigspornt und es thätig vorbereitet. heilbaren Bruch vorauszusagen. Jede Auseinanderseßung, feit zu wecken, wenn Männer von empfindlichstem, ausDoch, wie es in einem schönen Gedicht von Anastasius Sie doch so natürlich und nothwendig bei einer riesigen schließendstem Klassenbewußtsein all ihre raffinirten AnGrün heißt: Mit dem letzten Adam erst stirbt der letzte Vereinigung, wurde von den Klugschwäßern zum Ün- standsgefühle im Nu über Bord werfen, sobald ihnen ihr Dichter, so ist es mit dem idealen Streben auch. Mag es geheuerlichen aufgebauscht. An das Kleinlich Persönlichste besonderer Lebensgenuß im Hazardspiele winkt. Mit dem verkezert sein in den Reihen derer, die sich die klugen flammerte man sich, um daraus gewichtig den beginnenden verlumptesten Back sehen sie sich an einen Tisch und Weltlinder nennen, mögen sie ausrufen: Wo faff' ich dies Berfall zu verkünden. Das wäre gerade, als wenn ein Strupel, die ihnen auftauchen müssen, sofern sie nicht die ideale Begehren, kann ich es riechen, kann ich's betasten, armseliger Tropf von Bergeshöhe lose Steine niederkollern armseligsten Gimpel sind, ersäufen sie in Sekt und in der es lebt dennoch, von ihnen ungeschaut. Was erreicht Rektor ließe und schriee: Wehe, wehe, nun stürzt der Bergriese Gier nach Gewinn. Existenzen, wie die eines Meyeringt, Weinhold mit seinem Aufruf an die studirende Jugend, so zusammen. Es ist bezeichnend, daß sich diesmal das dächte ich, sind am leichtesten zu durchschauen; und solcher gut er gemeint ist? Die Stumpfen macht er nicht feurig findische Lärmschlagen nicht mehr so breit machte, wie vor- wüste Schlepper braucht dem jungen Kavalier nur ein paar und die Ertödteten nicht lebendig. Go leer ge- dem. Was hätte man sonst aus der Debatte zwischen Worte ins Ohr zu flüstern: dort dem jüdischen Großschöpft hat man in gewissen Kreisen die Gemüther Legien und Auer über die Gewerkschaften für Kapital ge- industriellen sind mit Leichtigkeit 30 000 M. im Spiel abjener Jugend, aus der die fünftigen Herren der schlagen! Wie hätte man nicht frohlockt über die neue ge- zunehmen, und der Kavalier vergißt in zittriger Aufregung Erde geschnitzt werden, daß ihnen das nothoürftig betriebene fahrorohende Bersegung innerhalb der Sozialistenpartei". Besonnenheit und die Fülle von gesellschaftlichen Vorurtheilen Studium nichts weiter ist als eine ekle Luft, als das enge In den wenigen Jahren, da frei und offen vor aller Welt und kämpft im Baccarat mit dem schmierigsten IndustrieThor, vor dem sie sich drängen, um in wilder Haft, einer die Vorgänge innerhalb der Sozialdemokratie erörtert ritter und Galgenvogel um Geld und Gut. Welch unüber den anderen jagend, Einlaß zu erlangen nach den werden, hat die Erfahrung so manchem Gegner der Partei selige innere Armuth bei ungemessenem äußerlichen Plägen, wo Einfluß und Gewalt fruchtbringende Aemter größere Bescheidenheit beigebracht. Man hat einsehen ge- Hochmuth. Welche thatsächliche Würdelosigkeit bei und Stellen vergeben. Fortschritte der Erkenntniß, lächer- lernt, wie so manche Prophezeiung, an der man sich schaden- dem stolzesten Schein von Würde! Die öffentliche licher Trödel, Begeisterungsfähigkeit, ein Labsal unpraktischer froh erbaute, unnüß und thöricht blieb. Man ist zwar dem Brandmarkung in dem Hannoverschen Prozeß ist zugleich Narren, die zügellose Selbstsucht ist der König, dem allein Grundsatz nicht untreu geworden, die„ wunden Punkte" auch eine öffentliche Genugthuung. Majorität angenommen und soll der Vorstand der nächsten| straße 120. Bergnügungsverein Freundbestreue, jeden Montag bet Versammlung Bericht erstatten. Zum Schluß wurde der Vor: Möring. Admiralstr. 18c. stand noch ersucht, die Versammlungsberichte den Zeitungen möglichst schnell einzureichen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 29. Oftober cr., Bormittags 10% Uhr, Rosenthalerstr. 38, Vortrag des Herrn Waldeck Manasse über: Das Christenthum und der Friede". Geselliger Klub Namenlos, jeden Montag im Restaurant zum Bufunftsstaat, Kaftanien- Allee 35. Bergnügungsverein Auf Helgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Linte, Bergstr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Ginigfeit 1890. Jeden Montag Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr Alle 14 Tage Tanz. Bergnügungsverein" Gulalta" bet Herrn Reggentin, Barnimftr. 4-5, Gigung 6 Uhr. Privat- Theater- Gefellschaft Hoffnung, Gigung b. Sauermann, Adalbert Pfeifentlub Felfen feft, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt Fachverein der Gasanstaltoarbeiter und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Sonntag, den 29. Oftober cr., Nachstraße 8. mitttags 5 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: Vierteljahresbericht und Abrechnung vom Feit vom 23. September. Bortrag des Genossen W. Schwarze und Neuwahl des Vorstandes. Theaterverein Unikum". Sonntag, den 29. Oktober, Nachmittags 4 Uhr, bet Walter, Saiferstr. 11, General Berfammlung. Vorstandswahl. Nur Mitglieder haben Zutritt. Sonntag, den 5. November, Fidelitas. Sonn abend, den 2. Dezember, Stiftungsfest, Bannerweihe bei Bolzmann, Lichten: bergerstr. 16. Vergnügungsklub„ Eichenlaub". Sonntag, den 29. Oftober, nach: mittags 6 Uhr, im Restaurant Albert, Landsbergerstr. 82, rechtes Vereins: zimmer: Sigung mit Damen. Rauchklub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bei Henoch. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelder: firaße 27. Kartentlub, uftige Brüder" Krautstr. 49, Abends 8½ Uhr bet Ernst Radite.- Rauchtlub Veronita", Sigung Montag Abends 9 Uhr bei Rennet, Liegnigerstr. 26. Stattlub Grand", Abends X9 Uhr bei K. Subrich, Lübbenerstr. 22. Statflub Roth: Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bet Herrn Herrath. Privat- Theatergesellschaft Wohlgemuth". Jeden Sonntag 6 Uhrliches Beifammensein im Restaurant" Bur neuen Post", Beuthstr. 21. Freie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag gemüth Gigung bei F. Sydow, Kleine Andreasftr. 11, Fidelitas. Borträge. Privat- Theatergesellschaft Romelia". Sonntag 5 Uhr: Gigung mit Damen im Louisenstädtischen Klubhaus", Annenftr. 16. Privat- Theatergesellschaft Priciofa". Sonntag, den 29. Oftober, Nachmittags 5 1hr, im Restaurant Klubhaus", Dhmgaffe Nr. 2: Sigung und Tanz. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekalle.( G.§. 71). Bureau: Often, Holzmarkfir. 67. Montag, den 30. Oftober, Abends 8 Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Rommandantenstr. 10-11: Borstandssigung. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher, 8weigverein Berlin, Filiale Norden. Bersammlung am Montag, den 30. d. W ,, bents 10 Uhr, bei Krüger, Fennstr. 5. Kollegen als Gäste willkommen. Fachverein der Konfektion- und Wahlschneider. Versammlung am Montag, den 30. Oftober cr., Abends 8% ühr, im Gasthof zum schwarzen Abler, Hirtenstr. 21. Tagesordnung: Bortrag über: Der goldene Boden des Handwerfs". Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag Vormittag 9-11 Uhr Nord: Schule, Müllerstr. 179a: Unterricht in Deutsch( oberes); Dft- Schule, Markusstraße 31: Unterricht in Buchführung. Für alle drei Schulen Unterricht in: Nationalökonomie im Restaurat Schöning, Stallschreiberftraße 29, von 9-11 Uhr Vormittags. Montag, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Gefeßestunde. Bet allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt, im Laufe des Semesters, eintreten. Sozialdemokratische Lese- und Diskutir klube. Mar Kayfer, jeden Gonntag Bormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Heimstr. 16. Reimer", jeden Montag. Abends 9 Uhr, bet Rudolph Bahr, Gerichtstr. 19. Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend. Sonntag. Alle Menderungen im Bereinstalender sind zu richten an Fr. Kortum, ManteuffelAbends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitfiraße 49, vorn II. alieber. Montag. Norddeutsche Schleife, Melchiorstraße 15 bet Etehmann. 2tebertafel ber Maler und verwandter Berufsgeno sien Annenstraße 16 bei Ghrenberg. Harmonie 2 Weinftraße 11 bei Feindt. Zonblüthe, Görligerstraße 58 bei Tolfs borf. Blüthe Weinstr. 23 bei Küchenmeister. Suchsdorf'scher Froh' Hoffnung Sängerchor, Nene Königsstraße 73 bei Jahns. Berlin West, Sulmftr. 36 bet Raumann. Sängerhain, Reichen bergerstraße 16 bet Baghold. 2iebesfreiheit II, Straußberg, im Nefaurant Krüger.- Myrthenblätter, Belforterftr. 16, bei Schneider. Gefangverein Sieberzweig, Hermsdorf, Waidmannsluft bet Fenner Bur Fichte" Gesangverein Berliner Bildhauer, Ornament, Wrangelftr. 141 bet Schmidt.Collegia 2 ber Berufsmufiter, Neue Friedrichstr. 44, bei Röllig - Frisch auf in Schönwalde t. d. Mart bet Schulz.- Frisch zur Frei hett, Simeonstr. 23 bet Flick.- Metallarbeiter Diten", Stoppenftr. 29 bet Keller. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend ( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu richten an P. Gentel, Bergmannstr. Nr. 14, Hof 2 Treppen.) Sonntag: Freundschaftlicher Bartve rein b. Hrn. Kyschty, 9tostizftr. 12, Vorm. 8-10 uhr. -Nordtlub Geselligkeit b. Schneider, Belforterstr. 15, jeden Sonntag nach dem 1. b. M. Theaterverein halia bei Schröder, in Stralau, Nachm. 3-4 Uhr. Vergnügungsflub Ostend, Krautstr. 6 bei Rudolf v. 5-6 Uhr. Privat- Theatergesellschaft Walhalla, Nachm. 3% Uhr Dresdenerstr. 45 bet Bachmann, Sigung. Geselliger Verein der Feilenhauer, Gartenstr. 16: bet Meißner, jeden Sonntag v. d. 1. d. M. Geselliger Verein, Brüder= Montag 2 bund", Stralauerstr. 57, bei Miegel, alle 14 Tage Sigung. SumoPfeifentiub elfenfest bei Schubordt, Königsbergerstr. 24. Theaterverein riftischer Verein Bipifar bei krösche, Fichtestraße 29. Nora, Märtischer Hof, Admiralfir. 18c, Abends 9 Uhr. Bergnügungsverein Felsenfe ft", Rigdort Hermannstraße 167 bei Fülleborn, 8½ Uhr Kartentlub ustige Brüder", Krautstr. 48 bei Rattle, Abends 8 Uhr. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater- und Bergnügungsverein Harletin, heute Nachmittag 5 Uhr Jeughofftr 8. Theaterverein Concordia Beughofstraße 8 bet Stoch. Othello jeden Sonntag 4 Uhr bei Foge, Röpenickerstr. 191. Nachher: Fidelttas. Theaterverein Bergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 5 bei Krüger. Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Bersammlung Linienfiraße 150. Bergnügungsverein Deutsche Ginigteit, Nachm. 4-6 Uhr, Blumenstraße 20 bei Bernice. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Titania, Nachm 5-6 Uhr, bei Tempel, Langestr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Theater Verein Lustige Seelen, Sonntag 4 Uhr bei Stehmann Melchiorstr. 15. Bergnügungsverein 2uftig, Sonntag, Staltgerstr. 54( H.Hente), 5% Uhr: Sigung, Tanz, Fidelitas. Theaterverein Concordia", Gigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bet rebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fidelitas. Tambour- und Bergnügungsverein Gut seil, alle 14 Tage bei Senffert, Dranienftr. 121. Bon 4 Uhr an. Bergnügungsverein Nord", Sigung Sonntag Abend 5% Uhr. Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Geielliger Berein 8 wiebelfifche, Nigdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Lotal, BerlinerFreilich wird man leicht und in frivoler Sorg losigkeit über die Erscheinungen, die in dem Spielerprozeß offenbart wurden, hinweg hüpfen. Leichtsinnige junge Leute haben sich eben rupfen lassen, was ist da weiter? Jugend hat keine Tugend. Wer will es flotten" Menschen verdenken, wenn sie einmal über die Schnur hauen und sich dabei Schaden thun? Wenn aber Jemand verdächtigt wird, Lebensanschauungen und Ueberzeugungen, von denen er erfüllt ist, unter seinen Kameraden im Militärverband verbreitet zu haben, da fletscht der Militarismus grimmig die Zähne, auch wenn der lose Verdacht durch nichts erwiesen ist, wie im Fall Gradnauer. Da ist der Mann gleich ein bösartiger Verbrecher. Wenn wir noch etwas besäßen, wie ein stolzes Bürgerbewußtsein, wenn man im Bürgerthum nicht so schreckhaft lau geworden wäre in Fragen des Rechtes, einmüthig, mit einem Schlag hell auflodern müßte die Empörung über die Unsicherheit von Rechtsverhältnissen, die dem Staatsbürger bedroht, so lange er nicht gänzlich aus dem Militärverbande geschieden ist. Jeder Denunziation, jeder Temagogenriecherei ist er ausgesetzt; von geheimen Nachspürungen umgeben, steht ihm kein Mittel zu Diensten, sich vor der Deffentlichkeit zu wehren. Gegen alle modernen Rechtsempfindungen steht ihm tein Sachanwalt zur Seite; und wie leicht fann heimtückische Rache aus aufgefangenen, schlechtgedeuteten Worten, aus müßigem Gerede ein Net weben, das dem Verdächtigten um Kopf und Hals ge schlungen wird. Der Kriecherei und Speichelleckerei nach oben, der feigen Denunziationswuth öffnet man so Thür und Thor. Und dabei hat man es mit Richtern zu thun, die in der Unzufriedenheit mit der Gesellschaftsordnung an sich, mag fie den edelsten Beweggründen entstammen, das sträflichste Verbrechen erblicken. 1 Aber mag man noch so rücksichtslos, inhuman und straff die Machtmittel anwenden, die man hat,- dadurch hat man niemals Jdeen erstickt, daß man Märtyrer schuf. Als er noch in der Vollkraft stand, hat Richard Wagner einen stolzen Spruch niedergeschrieben, den sich seine heutigen, verzückten, teutsch thümelnEr lautet: den Bewunderer auch merken könnten. Durch das rothe Meer muß auch uns die Noth treiben, follen wir, von unserer Schmach gereinigt, nach dem gelobten Lande gelangen. Wir werden in ihm nicht ertrinken. Es ist nur den Pharaonen dieser Welt verderblich, die schon einst mit Mann und Maus darin verschlungen wurden. Die übermüthigen, stolzen Pharaonen, die da vergessen hatten, daß einst ein armer Hirtensohn durch seinen klugen Nath fie und ihr Land vor dem Hungertode bewahrte. Alpha. Literarische Religion und Sittlichkeit. Von Curt Stage. Berlin. Verlag des Bibliographischen Bureaus, Alexanderstr. 2. Preis 30 Pf. Die schöngeistige Literatur und ihr praktischer Werth. Von Heinrich Kuhmerker. Dresden. Verlag Ferd. Thomas. Preis 40 Pf. Die Jesus Christus und Benedictus Spinoza im Zwiegespräch. Von Dr. Peter Relam. Berlin. Verlag des Bibliographischen Bureaus. Preis 1 M. Frauenbewegung als Ergebniß des Kulturfortschritts nebst einer physiologisch- medizinischen Kritik der weiblichen Inferiorität. Berlin. Von S. Neunreiter. Verlag des Bibliographischen Bureaus, Alexanderstr. 2. Preis 50 Pf. 10. Sichung der 4. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. ¡ 478 649 745 959 112010 185 269 323[ 600] 87 404 664 710 21 807 Biehung vom 28. Oftober 1893, Vormittags. Nur bie Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 108 51 357 582 705 855 919 67 86 1071 153 362 595 693 942 2267 629 43 690 829 976 89 3127 53 233 365 434 53 531 56 6) 835 4147 99 433 956 5075[ 300] 114[ 300] 25 228 457 624 727 87 834 44 958 6181 238 527 97 859 7004 25 198( 5001 394 586 630 85 720 883 936 66 8036 130 321 567( 300) 669 93 701[ 1500] 984 9138 63 299 356 454 707 20 13000] 26 841 58 978 10023 57[ 15001 118 53 245 86 373 433 511 615 718 85 94 11007 10[ 001 29 49[ 1500] 112 243 88[ 3000] 377 432 5001 39 72 526 730 848 999 12029 197 204 322 446 557 13012 17 101 243 76 319 37 780 919 26 14052 152 65 86[ 30001 258 376 537 62 700 130001 963 15034 120 316 65 67 575 725 8 99 80 71 16040 232 603 10[ 1500] 13 82 750 803 60 17102 50 250 971 77 18333 434 631 61 93 744 931 65 68 19315 532 46 70 614 842 20035 314 645 818 914[ 300] 71 21007 254 397 425 93 530 870 22158 214 98 348( 500) 690 853 73 99 980 91 23163 317( 500) 45[ 300] 645 976( 300) 2402 154 295 609 791[ 300] 25106 56 212( 15001 305 406 36 662[ 1500] 758 880 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41 46 59 381 411 27 31 578 835 961 65 201000 173 74 494 820 202017( 500] 112 222 817 504 631 36 744 57 852 904 203010 30 67( 3000) 262 54 327 51 573 831 38 91 953 204140 88 320 622 59 746 878 911 39[ 3000] 205011 87 196 202 29 32 78 372 431 675 769[ 1500] 91 206194 268 70 341 49 486 521 650 69 84 882 208033 84 222 93 304 69 552[ 3000) 207104 268 92 698 730 931 63 629 780 857 920 22 71 98 200571 722 86 824 45 47 210032 347 69 85 473 511 91 703 26 804 211288[ 5000] 341 84 469 653 84 810 212003 131 212 70 417 44 626 932 213212 393 494 666 787 955 214158 238 52 397 411 72 528 644 47 65 769 849 81 84[ 1500] 215054 274 325 568 755 988 92 210028 153 20 8 628 708 76 823 13000] 217083 461 84 99 751 218218 19 693 722 210088 367 644 60 691 710 821 220014 98 125 57 66 306 28 54[ 300] 405 82 98 595 221173 98 621 222006 42 152 259 60 327 38 525 34( 1500) 44 770 829 926 223008 110 51 63 282( 3000) 369 6526 610 23 85 741 828 41[ 300] 224042 64 191 206 48 65 85 426 516 61 85 861 225024 151[ 1500] 98 516[ 600] 89 10. Ziehung der 4. Klaffe 189. Königl. Preuß. Lotterie. 1032 413 646 13001 69 115056 71 112 83 225[ 300] 394 401 623 45 232 81 84 379 440 884 118208 559 632 47 734 69 813 933 43 75 114052 Siehung vom 28. Oftober 1893, Nachmittags. Nur die Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 18[ 1500] 42 89 160 69 71 98 322 699 717 42 1038[ 30 01 236( 500) 725 800 21 78 2039 405 42 73 79 638 58 708 3009( 1500) 435[ 3000 51.889 971 4012 92 108 22 223 68 400 36 645 130 1 891 440 46 572 77[ 00] 88 89 6.8 725 870 909 33 6245 49 68 72 544 689 796 7062 181 532 727 803 43 8267 88 488 538 729 9054 168 258[ 1500] 70s 903 61 m 10071 87[ 300] 93 150 307 28 99 695 763 68 806 90 952( 3_01 11160 408 504 80 7 678 852 94 1440 70[ 300] 642 44 13467 707 ( 1500) 14( 30 01 70 85001 877 14010 2x3 453 617 740[ 5000) 943 65 15237 13000] 68 632 48 791 829 16218 78 331[ 30] 78 4 6 549 825 17019 46 366 463 503 31 653 770 856 907 35 41 18014 1500] 55 114 62 200 G 416 79 704 8( 500] 31 949 19159 340 69 69 42 32 35 582 94771 846 57 116191 366 474 610 704 117051 145 46 259 420 83[ 500) 511 65 665 987 118216 57 61 321 681 749 810 119073 99 162 330 47 581 630 1500] 711 6 92 815 55 92 926 120311 38 54 6 610 627 83 815 16 23 947 121034 35 279 80 96 303 77 462 64 85 95 648 708 926 122 80 407 518[ 30001 637 720 79 85 802 977 123051 248[ 3000) 89 10 414 76 616 752 887 967 81 124057 81 90 95 192 207 62 304 88 448( 3000) 53 764 70 821 956 125041 1 4 258 325 559 94 97 659 61 826 951 126231 54[ 3.00] 406 99 588 628 3) 91 777 858 947 127016 307 22 128018 72 258 391 660 791 821 921 84 129098 232 40 79 130159 74 499[ 5000] 504 654 740 849 904 26 131086 155 308 68 627 95 874 132178 231 89 4 392 402 28 515 88 889 183039 49 166 263 71 78 655 77 704 827 134821 664 77 845 983[ 300] 135359 445 761 918 130001 57 75 136065[ 50] 250 89 96 97 317 531 680 94 938 137027[ 300] 68[ 800] 112 837 513 27 618 188186 241 380 452 557 66 71 139207 17 48 81 393 478 611 718[ 300] 63 131 140025( 1500 49 214 335 54 411 574 662 79 746 902 75 99 141005 142059 155 331 20057 290 303 69 436[ 1500) 40 91 517 839 950 21040 146 267 337 515 54 630 68 1500000] 747 820 27 81[ 1500] 922 24 39 84 9179 181 89 229 57 358 501 25 649 85 94 954 56 59 21467 549 706 42 71 803 943 143130 450 13001 756 71 801 99 905 27 98 22111 290 576 610 789 874 91 24111 92 99 337 91 39 93 540 621 46( 3000] 725 40 93 994 25050 68[ 300] 246[ 15001 60 5-0 99 144048 63 349 71 660 77 809 35 14 34 145046 55( 500) 105 92 305 146016 163 616 737 78 91 990 26167 80 219 84 397 411 621 818 36 27534 49 77 50 61 467 516 61 673 704 816 4 933[ 3000] 44 47 67 147195 266[ 1500] 81( 3000) 455 728 856 71 911 43 69 28365 95 547 96 70 45 825 931 29015( 1500) 16 77 463 603 49 879 900 10 148002 274 332 50 551 632 719 50 55 816 149165 258 528 29 658 79 794 [ 3000 60 68 85 170 79 228 478 661 705 25 81-903 150 17 414 523( 500) 602[ 1500] 13 91 720 867 151081 273 91 542 95 500] 605 747 814 152079 173 428 45 600 47 69 625 901 81 153063 109 32 36 345 497 564 606 842 70 154208 32 50 350 430 32 898 941 155130 456 506 637 712 92 872[ 1500] 931 58( 1500] 156005 79 101 210 92 477[ 1500] 627 42 767 811 96 157010 52 137 93 445 68 517 29 62 66 158108 13 216 301 66 93 515 645 703 32 853 75 94 159034 224 689 775 964 75 30034( 1500] 143 211 67 360 x7 537 41 610 859 991 31049 139 64 372 517 708 921 40 56 32114 26 270 351 455 1500] 664 952 3308 20 219 408 531 611 59 729 819[ 1500] 26( 500] 37 916 80 86 99 34078 131 1500] 311[ 1501 35220 26 380 45[ 300] 550 64 694 755 97 843 65 909 66 36053 74 108 432[ 1500] 74 504 13000] 14 2 678 765 833 922 32[ 300] 37021 176 228 300 660 756 877 1300, 978 38056 188 418 22 55 13000] 66 582 675[ 500] 75% 90 873 917 39096 222 320 26 409 62 902 22 40115 243 53 84( 3000) 363 93[ 5000) 429 74 520 23 897 41081 285 712 46 960 42223 301 6 41 49 99 403 5 510 14 18 39 672 705 10 883 43225 76 81 84 54 72 925 44112 81 313 36 97 13001 402 507 917 83 45119 229 84 94 755 901 46 70 92[ 15001 428 60 639 834 945 47019 61 80 204 396 422 40 522 34 904 60 48039 48 157[ 1500] 98 213 471 517 6 799 873 995 49373 489 709 801 27 959 50003 99 290 378 434 517 22 58 600 3 28 51 57 742 864[ 300] 953 1300: 51013 100 S 29 220 79[ 500] 5:21 16 1500] 322 462 53260 66 610 34 788 921 54006 110 33 232 395 468 597 704 46 55026 93 132 4: 212 427 601 78 90 779 56393 781 57163 130] 412 53; 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