Mr. S03. Hbonnementz-Kecklngungen: Wonnements- PreiZ vränumerando: «ierteljährl. 3J0 Wtt., monatL 1,10 Mü, wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg> Sonntags- nummcr mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" lo Psg. Post- Abonnement: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Prelsliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Ocsterrctch. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland z Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an:-Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, —*nien, Schweden und die Schweiz. CrfAtiiit ttgllch auStr Clontaat. Verlinev Volksblcrtk. 39. Jahrg. Die Tnlertlons-GebOftr Beträgt für die sechsgespaltene Kolons?- zeile oder deren Raum so Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen M Pfg. „Uleine �ureigen", das settgedruckte Wort 20 Pfg. tzulässtg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes wertere Worts Pfg. Worte über ISAuch. ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden Die Erpedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „Sozialdenwlirat Berlin". s Zentmlorgnn der rozialcUmokratifchen Partei Deutfdilanda. Redaktion: SM. 68, Linden Strasse 69* Fernsprecher: Amt Morihplatz, Nr. IS8Z. Sonnabend, den 31. Angnst 1912. Expedition: SM. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritiplal,, Nr. 1984. Männer nnd Kranen Kerlina! Zum Kampfe rufen wir Euch! Ihr alle wißt aus bitterer Erfahrung, daß die Not aller Arbeitenden un- erträglich wird. Unser Einkommen ist dasselbe geblieben, aber die Kaufkraft hat sich rapid vermindert. Die Teuerung wird immer ärger, immer entschlossener aber auch unser Wille, Abhilfe zu erzwingen. Es ist gekommen, wie es die Sozialdemokratie vorausgesagt hat, als sie mit allen Mitteln das deutsche Volk vor den Wucherzöllen zu bewahren suchte. Die Sozialdemokratie wurde besiegt, die Agrarier und Kapitalmagnaten setzten ihren Willen durch. Klerikale, Konservative, Nationalliberale brachen unter Mitwirkung der Regierung die Verfassung, änderten die Geschäftsordnung, die Obstruktion wurde unmöglich. Ihr Sieg war die l�ieclerlage des ckutlcken Volkes» eine schlimmere Niederlage, als sie ein auswärtiger Feind ihm zuzufügen vermöchte. Seit jener Zeit zahlen wir den Agrariern alljährlich einen Tribut von mekr als einer jVlilliarcle JMarh, zahlt eine Arbeiter- oder Bcamtenfamilie von vier Köpfen alljährlich fast 70 Mark Brot- steucr, sind die Fleischpreise immer unerschwinglicher geworden. Jetzt iffs genug! Die Regierung ist daS willenlose Werkzeug der Brot- und Fleischwucherer. Auf alle Klagen des Volkes erklärt sie mit verächtlicher Gleichgültigkeit: die Teuerung wird schon vorübergehen. Aber sie geht nicht vorüber, sie verschärft sich von Jahr zu Jahr, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag! Die Regierung hilft selbst mit: sie erhöht die Kohlen- preise. Und sie höhnt die Darbenden noch: Die Preise gehen in die Höhe? Das ist doch der beste Beweis, daß unsere nationale Wirtschaftspolitik sich glänzend bewährt hat! Wie lauge«och wollen wir uns aushungern lassen? Wie lange noch uns höhnen lassen? Die Regierung zahlt den Agrariern jährlich mehr als 100 Millionen Mark Belohnung, damit sie den teuren deutschen Roggen ins Ausland als Viehfutter verschleudern können, um im Jnlande die Wucherpreise aufrecht zu erhalten. Sie sperrt die Grenzen gegen die Fleisch- und Vieheinfuhr zugunsten einer Anzahl Großgrundbesitzer, damit Deutschland die höchsten Fleischpreise habe. Was kümmert es sie. daß es auch bald die höchste Säuglings st erblichkeit haben wird, daß die Volksvermehrung abnimmt, daß der Konsum von Pferde- und Hunde- fleisch reißend zunimmt? Ihr ist das: bewährte nationale Wirtschaftspolitik I Wir aber wollen, daß dieser verruchten Politik der Bereicherung der Reichen und Ver- armung der Armen ein Ende gesetzt wird. Deshalb rufen wir Euch l Schließt Euch unserem Kampfe an! Ihr Alle, Männer und Frauen, Arbeiter, Angestellte, Beamte, die Ihr das Opfer dieses Verbrechens am deutschen Volke seid. Crlckeint alle am Dienstag in unteren Proteftvertammlungen! Sie sollen der erste Auftakt sein. Denn der Kampf wird lang und hartnäckig sein müssen. Deshalb schließt Euch unseren Organisationen an, stärkt unsere Reihen, verbrettet unsere Presse l Ihr kämpft für Euch und Eure Kinder, wenn Ihr für unsere Forderungen eintretet l Einberufung des Reichstags! Oeffrnitig der Grenzen für Vieh und fleifchl Nieder mit der herrschenden RUrtfchaf tspoUtik! lilitärifcher Cerrorisrnus. Mit einem heiteren und einem nassen Auge berichtet die liberale Presse über einen Prozeß, der sich in den letzten Tagen in Ratibor abgespielt hat. Angeklagt war ein Amts- richter K Nittel aus Rybnik wegen Beleidigung mili- tärischer Vorgesetzter, die er in verschiedenen Beschiverdeschriften der U n w a h r h a f t i g k e i t und Bosheit geziehen hatte. Daß der Amtsrichter Knittel trotz seiner scharfen Angriffe gegen einen Hauptniann, einen Oberstleutnant und gar gegen einen Divisionskommandeur von dem Fünfntännergericht in Ratibor freigesprochen wurde, schwellt gar mächtig das Nationalbeivüßtsein unserer Liberalen, und voll freudigem Stolz triumphieren sie: ja, es gibt doch noch Richter in Preußen! Wer aber den Prozeßbericht, mit dessen verzwicktem und armseligem Kleinkram wir unsere Leser gnädigst verschont haben, mit einiger Ausmerksamkeit verfolgt hat. konnte gar nicht daran zweifeln, daß das Gericht auf Grund der Be- weiserhebung zu dem Ergebnis kommen mußte, daß dem Angeklagten zum größten Teil der Wahrheitsbeweis für seine Anschuldigungen geglückt war, und daß ihm für den Rest seiner Behauptungen zum mindesten der gute Glaube konzediert werden mußte. Unter diesen Um- ständen aber war es ganz ausgeschlossen, daß das Gericht zu irgendeiner erheblichen Verurteilung, die nur wegen Formal- beleidigung möglich gewesen wäre, gelangen konnte. Und da der Angeklagte ja kein sozialdemo- kratischef Redakteur, sondern ein Amts- richter und Leutnant der Landwehr war und ihm überdies die vorschriftsmäßige patriotische Ge- sinnung nicht be st ritten werden konnte, ist es auch kein Wunder, daß das Gericht auch von einer Verurtei- hing wegen formaler Beleidigung Abstand nahm. Jnimerbin wollen>vir uns aus dem Urteilstenor die Stelle einprägen, die hervorhebt, daß dem Angeklagten der Sckutz des§ iL3(Wahrnehmung berechtigter Interesse») gemäß der reichsgerichtlichen Entscheidung zugebilligt werden müsse, nach der dem subjektiven Empfindung, unter anderem auch dem Uebereiser bei Verfechtung der eigenen Interessen der weiteste Spiel- räum eingeräumt werden könne! Das Gericht habe erkannt. daß der Augeklagte ein ä u ß e r st energischer Mann sei, der bei Verfechtung seines Rechts bis an die äußerste Grenze gehe. Äir hoffen, daß auch in Fällen,»vo es sich nicht uni einen preußischen Ämtsrichter und Landwehr- osfizier handelt, der s 193 in so weltherziger Weise Auslegung finden wird!,- � Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Der Amtsrichter Knittel. Leutnant der Reserve, war in die Land- wehr versetzt ivorden, weil er erstens bei der Landtagswahl für einen Wahlmann gestimmt hatte, der seinerseits für die ultramontan-polnische Kon(promißkandidatur Dr. Seyda auf- gestellt worden war. und iveil er sich ziveitens in einen Kirchenvorstand hatte wählen lassen, in dem ein erheblicher Prozentsatz polnischer Vertreter saß. Ob dieser Missetaten entstand innerhalb gewisser.nationaler" Kreise der Weltstadt Rybnik ein eifriges Getuschel und Geraune, und der Kriegetverein schloß den Amtsrichter aus seiner Mitglied- schaft aus. Das bedrückte einem früheren Freunde des Anitsrichters Knittel, dem zum Bezirkskommando gehörigen Hauptmann Kammler derart das patriotische Gewissen, daß er bei dem Bezirkskommando eine Denunziation gegen Knittel erstattete, die die Versetzung des Reserveoffiziers zur Folge hatte. Der sich gemaßregelt fühlende Amts- richter Knittel machte nunmehr von dem Jnstanzenzug Ge- brauch. Er brachte die Angelegenheit zum Entscheid vor dem Divisionskommando, er beantragte ein ehrengerichtliches Ver- fahren gegen sich selbst und legte schließlich Rekurs beim Kaiser selbst ein. Auch beantragte er ein Disziplinarverfahren gegen den Hauptmann v. Kammler, natürlich ohne Erfolg. Die inkriminierten Aeußerungen bezogen sich nun darauf, daß Haupt- mann Kammler ihn in boshafter und tückischer Weise denunziert habe, daß das Bezirkskommando in fahrlässiger Weise vor- gegangen sei, daß dep Bezirkskommandeur Baron v. Vietinghoff ebenso wie Hauptmann v. Kanimler wiederholt die bewußte Unwahrheit gesagt habe. In ihrem Urteil stellte die Straf- kammer in Ratibor ausdrücklich fest, daß die gegen den Hauptmann Kammler und dem Oberstleutnant v. Vietinghoff erhobenen Anschuldigungen als wahr erwiesen worden seien. Die Bösartigkeit Kammlers sei ebenso erwiesen, wie die andere Behauptung Knittels, daß dieser Bezirkshauptmann als G e i st e s s ch w a ch e r zu betrachten sei. Die Geistes- schwäche sei auf Grund der Sachverständigengutachten als festgestellt erachtet worden. Auch sei in zwei Fällen der gegen Kammler erhobene Vorwurf der Lüge erwiesen. Ebenso sei erwiesen, daß der Beztrkskommandeur Baron Vietinghoff bewußt die Unwahrheit gesagt habe. Der gleiche Vorwurf gegen den General von der G r 0 e b e n sei zwar nicht erwiesen, Ivohl aber sei dem gutgläubigen Angeklagten der Schutz des § 193 zuzugestehen. Das„Berliner Tageblatt", das ja nach dem Ausscheiden des Ohersten a. D. Gaedke sich einen ganzen Generalstab höherer Offiziere als Mitarbeiter zugelegt hat und so militärfromm geworden ist. wie nur irgend ein nationalliberales Blatt, glaubt feststellen zu müssen, daß solche Vorkommnisse wie im Falle Knittel innerhalb des Offizierkorps sicherlich nur ganz vereinzelt daständen und die moralische Integrität des preußischen Offtzierkorps nach wie vor über jeden Zweifel erhaben sei. Immerhin ge- langt das„Berliner Tageblatt" zu der Auffassung, daß der Prozeß Knittel bewiesen habe, daß ein System politischer Bevormundung existiere und damit„der Anfang zur Politisierung der Armee" gemacht sei. Eine geradezu köstliche liberale Feststellung angesichts der Maßregelung von Reserve- offizieren, die bei den Stichwahlen für Sozialdemokraten einzutreten den Mut hatten! Wenn erst die heiniliche Feme gegen Reserveoffiziere, die für einen v e r m e-i n t l i ch pol- nischen Wahlmann eintreten, den„Anfang" der Politi- sierung des Offtzierkorps darstellen soll, so steht die Sozial- demokratie nach der Meinung dieses fortschrittlichen Blattes offenbar außerhalb der Verfassung! Freilich sind wir es ja längst gewohnt, daß die parlamentarischen Vertreter des Fortschritts kein Wort des Protestes finden, wenn auch nur Beamte und Lehrer wegen ihres Eintretens für die Sozialdemokratie gemaßregelt werden! Wie kann man da erwarten, daß selbst die äußerste bürger- Dr. Seyda hatte, also Auch seine keineswegs -faßt. Ja K liche Linke das Recht eines Reserveoffiziers, für einen Sozial» demokraten einzutreten ernsthaft verficht. In Wirklichkeit bewies der Prozeß in Ratibor nicht das Geringste, was einen wirklichen Fortschrittsmann mit Genug- tuung erfüllen könnte; denn Knittel vermochte ja nachzu- weisen, daß er durchaus zu Unrecht für einen Polenfreund gehalten worden war. Er konnte nachweisen, daß er ein durchaus„patriotisch" gesinnter Mann war, daß er zu Regi- mentsfeiern patriotische Gedichte verbrochen hatte, daß er nur deshalb für die ultramontan-polnische Kompromißkandidatur eingetreten war, weil sich seinerzeit der Kompromißkandidat „auf die Verfassung verpflichtet" nicht als„Großpole" betrachtet wurde. Wahl in den Kirchenvorstand hatte Knittel als eine Verstärkung des Polentums auf- ein Zeuge rühmte sogar dem Amtsrichter Nittel nach, daß er ihm gegenüber erklärt habe,„er lasse das Polentum vor Gericht nicht groß werden," eine Auffassung von der Unparteilichkeit des Richteratntes, die lebhaft zu denken geben könnte! So wenig also von dem Urteilsspruch der Strafkammer als etwas Außerordentlichem übrig bleibt, so wenig von vor- bildlichem Gesinnungsheroismus bei dem Amtsrichter Knittel. Nur die Tatsache bleibt bestehen, daß die ungeheuer- lichste Gesinnungsschnüffelei auch gegenüber den Reserve- und Landwehroffizieren betrieben wird, und daß, wenn es sich um Bekämpfung v'erdächtiger Elemente handelt, mit der größten Skrupellosigkeit ver- fahren wird. Und an diesem System wird auch nichts geändert werden! Denn wenn ein anderes liberales Blatt meint, unsere Reserve- und' Land- ivehroffiziere aus dem Bürgertum würden lieber auf die Würde als Sommerleutnant verzichten, als sich einer solchen Gesinnungsriecherei aussetzen, so vermögen wir einen solchen Optimismus keineswegs zu teilen. Einzelne mögen sich ja einer solchen Beschränkung ihrer staatsbürgerlichen Rechte durch Verzicht auf die Offiziersepauletten entziehen, aber die Mehrheit wird künftig ebensowenig wider den Stachel löcken, wie das bisher geschehen ist. Es wird schon da- bei bleiben, daß in Preußen-Deutschland das Bekenntnis zur ehrlichen Demokratie innerhalb unserer besitzenden Klassen eine verschwindende Ausnahme, eine politische Kuriosität darstellt. In Italien hat man zwar erklärt, daß sogar das sozialistische Bekenntnis die Zu- geHörigkeit zum aktiven Offtzierkorps keineswegs aus- schließt. Aber Italien ist deshalb ja auch ein„wildes Land" und Preußen-Deutschland die Domäne des Junkertums und der kapitalistischen Scharfmacherei! �iir Ccucrung. Preßrtunmen. Die Unverfrorenheit der„Nordd. Allg. Ztg.", angesichts der unerträglichen Teuerung von einer Bewährung der„nationalen" Wirtschaftspolitik zu sprechen, wird auch von einem Teil der bürgerlichen Presse zurückgewiesen. So schreibt die«Franks. Zeitung": „Es war— daS hat die jetzige Entwicklung deutlich genug gezeigt— ein Verbrechen, dak mau im vorigen Jahre nichts getan hat, um der heranziehenden Not rechtzeitig zu begegnen, es wäre ein noch größeres Verbrechen, wollte man jetzt weiter taten- los zusehen.... Jedenfalls, wir brauchen Hilfe. Und wenn sich die Regierung freiwillig nicht dazu entschließen kann, so wird eS die Pflicht des R e i ch s t a g s sein, sie durch Anwendung jedes, auch des schärfsten Mittels, dazu zu zwingen. Das erst wird in Wirklichkeit ein erfreuliches Ergebnis unserer Wirtschafts- Politik feint" Aber auch nationalliberale Blätter werden kritisch. So schreibt die„Nationalzeituug": Kanin jemand wird der N e g i e r u n g nachsagen können, daß sie bei der Bekämpsung der Unzufriedenheit in der Bevölkerung eine glückliche Hand gehabt habe. Diese k a l t e R u h e. die mit viel Ueberhcb'.lng doziert und am Ende die Achseln zuckt, ist nur geeignet, die E r r e g u n g d e r M a s s e n, die Steine für Brot erhalten, noch mehr zu schüren. Nichts ver- bittert den Menschen wohl mehr, als wenn er mit heiße» Händen nach Hilfe fleht, und der Biireaukrat hinter dein grünen Tisch nur Worte des Bedauerns findet.... Eines ist sicher: es muß etwas getan werden. Zunächst um die aus den gegen- wältigen besonderen Verhältniisen entstandene Not zu lindern. Die städtischen Behörden finden hier wie auch in den früheren Teuerungszeiten ein segensreiches Tätigkeitsfeld.... Man wird der Regierung nahelegen müssen, die Grenzen, und sei es auch nur in beschränktem Maße, einer vermehrten Ein- fuhr zu öffnen. Der Hinweis auf den internationalen Charakter der Teuerung, wie er sich auch in den« Regierungs- organ findet, spricht nicht dagegen, denn die Teuerung er- streckt sich zwar in geringem Maße auch aus Frankreich und Oesterreich, aber doch nicht in dem Umfange, daß eine zeitweilige Oeffnnng der Grenzen nicht zur Milderung der Teuerung bei- tragen könnte. Auch an die vermehrte Einfuhr gefrorenen Fleisches kann gedacht werden. Des weiteren aber rückt die gegenwärtige Not die Aufgabe näher, ernsthaft zu prüfen, ob es nicht zweckmäßig ist, durch kleinere oder größere Aenderungen der Zollgesetzgebung die Landwirtschaft mehr auf die Viehhaltung zu drängen und so der an- dauernden Fleischteuerung Halt zu bieten und der ungenügenden Versorgung mit einem für unser Volk so wichtigen Nahrungsmittel abzuhelfen. In der„Kölnischen Zeitung" heißt es: Die Erregung im Volk wegen der hohen Fleischpreise, die sich ja alljährlsch im Herbst einzustellen pflegt und der man durch geeignete Maßregeln längst hätte Einhalt tun müssen, scheint in diesem Jahr eine besondere Höhe zu erreichen. Die Versuche großer Volkskreise, sich des teuren Fleisch- genusses ganz zu enthalten, die einem Boykott der Metzger gleichkommen, legen davon ebensosehr Zeugnis ab, wie die sich gewaltsam Luft machende Unzufriedenheit, über die von einigen Plätzen berichtet wird. Der Grund der Unzufriedenheit, die hohen Fleischpreise, sind nun nicht wegzuleugnen. Die Ansicht, daß eine Besserung in den ersten Monaten nicht zu erwarten ist, kehrt häufig wieder: sie, ebenso wie die Gewiß- heit, daß ähnliche Verhältnisse und gleiche Notzeiten immer wiederkehren müssen, machen eS der N e g i e r u n g und der Volksvertretung zur Pflicht, Maß- regeln für die Dauer zu ergreifen. Daß dabei die Interessen der deutschen vichznchtenden Bauern ebenso gewahrt bleiben müssen, wie die der großen, fleischverbrauchenden Mafien, ist hier häufig genug gesagt worden. Sogar die„Hamburger Nachrichten", die im übrigen eine Hauptquclle des Nebels in der„preisstcigernden Tendenz eines illoyalen Zwischenhandels" erblicken, sind sehr unzufrieden mit der Regierung: Diese Hoffnung der„Nordd. Allg. Ztg."(auf eine»nicht all« zulang hinausgeschobene" Rückkehr zu niedrigen Preise») ist leider nach den Erfahrungen der letzten Jahre sehr wenig be> gründet und ein schwacher T r o st für die weiten Volks- schichten, die unter der Fleischteuerung zu leiden haben. Der offiziöse Artikel über die Fleischleuerung enthält zweifellos viele richtigen Gesichtspunkte, aber wenn er das Rätsel in der Hauptsache mit dem Steigen der allgemeinen Konjunktur und der wachsenden Kaufkraft der Bevölkerung zu erklären sucht, so greift daS amtliche Organ entschieden daneben. Sehr de- placiert finden wir auch die Bemerkung, wonach die Teuerung „ein sehr erfreuliches Ergebnis unserer Wirtschaftspolitik" sein soll. Die große Masse des Volkes freut sich ganz sicher nicht über dies Ergebnis. Man wird ja sehen, was die nationalliberale Fraktion im Reichstage gegen die Teuerung t u n wird. ** « Löhne und Tenernng. Auch in der jetzigen Teuerungsdebatte wird noch immer von unseren Gegnern behauptet, die Preise seien zwar gestiegen, aber mit ihnen seien die Löhne in gleichem oder noch stärkerem Maße in die Höhe gegangen. Wie wenig das zutrifft, beweist ein Ver- gleich der Preise dieses Sommers mit denen vor 20 bis 25 Jahren. Setzt man die Preise der Jahre 1839 bis 1698 gleich IVO, so stellen sich nach der.Vossischen Zeitung" die Preise für Juli 1911 1912 Roggen....... 114 128 Weizen....... 123 133 Kartoffeln...... 215 226 Tabak....... 199 199 Rinder....... 138 140 Schweine...... 107 142 Hammel....... 155 172 Schmalz....... 126 153 Getreide....... 113 128 Sonstige inländische landwirtschaftliche Produkte 139 151 Die Verteuerung durch die rein wirtschaftlichen und politischen Ursachen tritt in diesen Zahlen deutlich zutage. Rur in wenigen Arbeiterschichten zeigen die Löhne eine entsprechende Erhöhung. Das wird besonders deutlich, wenn man die Differenz zwischen den Preisen in den beiden Sommern beachtet. Sind doch im letzten Jahre nirgends Lohnsteigerungen bewilligt worden, die jene notwendig ge- wordenen Mehrausgaben decken konnten. Die statistischen Hilfsmittel des agrarischen Schwindels. Die Fleischnot ist eine Volks- und VaterlondSgefahr l Die Mehrheit der deutschen Staatsbürger verlangt dringend gründliche und umfassende Abänderung. Die Parteien, welche jeder Grenz- sperrmaßnahme und ähnlichem, die den Vieh- und Fleischzöllen zu- gestimmt haben, rühren sich nicht. Die Regierung hält die „durch die Zeitungen übertriebene" Fleischnot für eine vorüber- gehende Erscheinung, die eigentlich—„eigentlich" ist Bethmann- Hollweg-Stil— gar nicht vorhanden ist. Die agrarischen Blätter schreiben dasselbe, mit einer Ausnahme! Die„Deutsche Tages- zeitung" behauptet beinahe täglich von neuem, daß das deutsche Volt im goldenen Ueberfluß lebt. Bitte, die Statistik beweist ja... oder: Untrüglich und unleugbar stellen die amtlichen Zahlen fest... usw. Ja, wie sieht es denn mit den Grundlagen der Fleischverbrauchs- st a t i st i k überhaupt aus? Einmal, und das ist das Allerwichtigste. haben allgemeine Durchschnittsverbrauchsziffern nur ganz geringe und im besonderen auf die Arbeiter überhaupt nicht zutreffende Beweiskraft. Wird be- rechnet, wieviel Kilogramm Fleisch Pro Jahr auf den Kops der Be» bölkemng kommt, so erscheint der Kommerzienrat und der Heim- arbeiter als gleich starker Fleischverbraucher. DaS Quantum deS Konsums ist aber in Wirklichkeit zwischen beiden grundverschieden, im besonderen auch noch was die Fleischsorten und Qualitäten an- betrifft. Aber noch etwas anderes ist bei den uns immer wieder ent« gegengehalzrnen hohen durchschnittlichen Fleischverbrauchsziffern pro Kopf der Bevölkerung sehr faul! Diese Ziffern werden aus der Zahl der Schlachtungen und dem durchschnittlichen Schlacht gewicht der Tiere errechnet. Das elftere läßt sich heute leidlich genau feststellen, wenn auch-die Hausschlachtungen dabei eine etwas eigenartige Rolle spielen. Das� letztere ist absolut nur Schätzung, die mitunter auch durch den Jnteressenstandpunkt der Taxierenden bestimmt wird. Dafür nur einige Beispiele. Schätzungen des durchschnittlichen Schlacht» g e w i ch l s in Kilogramm u.DÄt Kühe Kälber Schafe Schwein. Denkschrift deZ Land- wirtschaftSrats 1906 350 250 150 40 22 90 Denkschrift zur Finanzreform 1909... 280 220 130 40 22 90 Denkschrift d. Kais. Ge- sundheitsamteS 1910 330 240 183 40 22 85 (Bullen 310) Amtliche Statistik in Sachsen 1907... 284 239 173— 18-26 50 Denkschrift des preuß. Landwirtschafls- Ministeriums 1905.235—— 40 20 80 Amtliche Statistik der Stadt Nürnberg 1911 250 165— 33 15 55 In sechs hochamtlichen Stellen und zum Teil von diesen aus- gearbeiteten besonderen Denkschriften über die Fleischpreise sechs verschiedene statistische Grundlagen! Das läßt sich nicht mehr aus verschiedenem Viehschlag und Aenderung der Kontroll« Methoden erklären, nicht einmal auS dem sonst sehr zu beachtenden Grunde, daß heute daS Vieh durch planmäßige Aufzucht viel schwerer gemacht wird, als noch vor wenigen Jahrzehnten— denn von 1903 bis 1911 können sich die wirNichen Durchschnitlsgewichte des Viehes nicht in dem Maße ändern, wie es in unserer Zusammenstellung zum Ausdruck kommt. Wichtig ist auch, daß eS gerade eine agrarisch stark beeinflußte Instanz, der L a n d w i r t s ch a f t s r a t ist, welcher die höchsten Schätzungen deS durchschnittlichen Schlacht- gewichts als Grundlage feiner Berbrauchsberechnnngen annimmt. Huildt„fleisch". Einen schreienden Kontrast zu den mit großem Pom veran- stalteten Festlichkeiten in Dresden, an denen auch der Kronprinz teilnimmt, bildet ein Inserat des Dresdener Tierschutzvereins in dem „Dresdener Anzeiger". Er sichert 20 Mark dem zu, der zur Ent- decknng der Diebe verhilft, die in letzter Zeit häufig größere Hunde, wahrscheinlich zu Schlachtzwecken, wegfangen. Um nur überhaupt Fleisch genießen zu können, st e h l e n die Aermsten des Volkes Pferdekadawer und Hunde. Auch daS eine erfreuliche Erscheinung unserer Wirtschaftspolitik? Die Aeltestcn der Berliner Kaufmannschaft veröffentlichen eine Resolution zur Frage der Fleischteuerung, in der es beißt: „Die große Schärfe des herrschenden Notstandes erheischt schleunige Maßregeln, die geeignet sind, die Teuerung zu lindern und ihrer Wiederkehr vorzubeugen. Die Acltestcn der Kaufmann» schaft von Berlin haben in einer Reihe von Denlschrificii und Eingaben Vorschläge zur Milderung des Notstandes gemacht: sie stellen in der Hauptsache folgende Forderungen auf: 1, Die Einfuhrzölle auf Vieh und Fleisch auch Büchsenfleisch— müssen mindestens vorübergehend, auf- gehoben oder ermäßigt werden. 2. Das Viehseuchen- und das Fletjchbcschaugesetz müssen unter Wahrung der Interessen der öffentlichen Gesundheitspflege und der deutschen Viehzucht so abgeändert werden, daß in größerem Umfange als bisher Vieh und Fleisch aus dem An»« lande eingeführt werden kann. 3. Es muß sofort in eine Revision der Zölle für Futtermittel, insbesondere sür Mais, eingetreten werden. 4. Die Bahnvcrwoltungen müssen durch eine Ermäßigung der Eisenbahntarife für Bich und Fleisch und durch aus- reichende Gestellung von Kühlwogen die Fleischversorgung der Großstädte und Industriezentren erleichtern. 5. Zweckmäßig wird auch eine Ausgestaltung der Vieh- st a t i st i k sein, die Lücken im Viehbestande schneller erkennen läßt, als dies heute möglich ist." * Der Magistrat der Stadt Nürnberg nahm am Freitag ein« stimmig folgenden Antrag des sozialdemokratischen MagistratSratS Merkel an: „Der Magistrat wolle beschließen: Ss fei im Hinblick auf die im kommenden Winter zu erwartende Arbeitslosigkeit, die in einzelnen Gewerben bereits eingetreten ist, und in Anberacht der noch nie erreichten Teuerung aller notwendigen Lebensmittel an den Bundesrat das Ersuchen zu stellen, die Einberufung deS Reichstages umgehend zu veranlassen, und wenigstens Anträge auf eine zeitweise Aufhebung aller Zölle auf Lebensmiltel und Oeffnnng der Grenzen für die Einsuhr von frischem und zubereitetem Fleisch und Einführung von Gefrierfleisch in Vorlage zu bringen." Entsprechend dem Wunsche deS Antragstellers wird dieser An« trag nicht durch die Vermittelung der bayerischen Regierung, die erst jüngst einen Antrag des Magistrats, sich in der gleichen Richtung zu verwenden, abgelehnt hat,, sondern direkt dem Bundesrat zu- geleitet. * Das Christliche GcwerkschaftSkartcll in Bonn hat an den Ober- bllrgermeister einen Antrag gerichtet. Maßnahmen gegen die Fleisch- teuerung zu treffen. Die christlichen Arbeiter empfehlen, die Ver- sorgung der Bevölkerung mit Schlachtvieh oder Fleisch in städtische Regie zu übernehmen. Außerdem sollen die städtischen Körperschaften bei der Regierung dahin wirken, daß durch eine Erleichterung der Vieh- und Fleischeinfuhr die augenblickliche Notlage beseitigt wird. Di« christlichen Arbeiter machen dabei die Einschränkung, daß zum Bezüge billigen Fleisches nur die Besteuerten bis zu 3000 M. Ein« kommen berechtigt sein sollen. * Sieben große Protefwersammlungen gegen die Fleischverteueninst waren in Stuttgart von der Partei und den Gewerkschaften aus Mittwoch abend einberufen. Alle waren überfüllt. Die Versamm- ltmg im Dinlelackerschen Saal inmitten der Stadt wurde wegen Neberfüllung lange vor Beginn polizeilich gesperrt. Es mußten noch zwei weitere Säle hinzugenommen werden. Der sozialdemokratische Verein Stuttgart gewann eine jjroße Zahl neuer Mitglieder. In allen Bersantmlungen wurde eine gleichlautende Resolution an- genommen, in der die sofortige Einberufung deS Reichstages, die zollfreie Einfuhr von Schlachtvieh und Fleisch unter Beachtung der notwendigeil sanitären Kontrolle und Schaffung geeigneter Ein- richtungen zum Vertrieb billiger NahrungSniittel durch die Genieinde gefordert werden. Die Parteileitung wurde beauftragt, gemeinsam mit den Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Rathausfraktion auf eine Herabsetzung der Fleischpreise bei der Metzger- innung zu dringen. Bis dahin soll der Fleischgenutz auf daS Mindest- motz eingeschränkt werden. politilcbe GeberRcht Berlin, den 30. August 1912, Die„Kreuzzeitung" als Witzblatt. In konservativen Blättern ist in letzter Zeit verschiedent- lich die Herausgabe eines konservativen Witzblattes als Gegengewicht gegen den„Simplicissimus" und„Ulk" ge- fordert worden. Da es aber dem konservativen Journalismus an dem erforderlichen.„Witz" fehlt und Herr Fritz Bley. van der„Deutschen Tageszeitung", der unzweifelhaft die nötige Befähigung besitzt, zurzeit mit der Verbesserung des Plasia- Meters beschäftigt ist, so hat bisher die Gründung eines kon- servativ-agrarischen„vaterländischen" Witzblattes unterblechen müssen. Um wenigstens in etwas dem fühlbaren Mangel abzuhelfen, druckt die„Kreuzzeitung" hin und wieder Zu- schriften aus junkerlichen Kreisen ab. in denen, ein geradezu verblüffender parodistischer Humor zum Ausdruck kommt— allerdings ein unfreiwilliger. Ohne es selbst zu wissen und zu fühlen, bekunden die Einsender'meist nicht nur eine geradezu grotesk wirkende Aufgeblasenheit, sondern auch eine solche innere Hohlheit und bemitleidenswerte Ei», falt, daß man nicht versteht, wie die Redaktion der„Km?z-i zeitung" trotz des Druckes, der wahrscheinlich von diesen üch> selbst für große Geistesheroen haltenden Mitgliedern lzer Gattung Ovis anf sie ausgeübt wird, derartige hochkomische Selbstpersiflagen des adeligen Krautjunkertums aufzunelZnen Vermag. Die neueste Leistung auf diesem Gebiete der un- freiwilligen Selbstverspottung leistet sich ein Herr Dtto von Monteton, Rittmeister a. D. Er singt ein Loblied. auf den Adel, der seit ewigen Zeiten die„höchste" Kultur, die Staatskunst,„geführt'' hat und erzählt uns dann in kost- licher Naivität, der Adel sei erblich mit de/r. Be- g a b u n g für d i e Kunst des Regiereiss be- lastet. Wörtlich heißt es in seiner Epistel: Jedes Volk, jeder Stand, jede Familie ist erblich be- lastet und erblichbegabt. Solange es Staaten gibt, sind sie von der Aristokratie regiert und beherrscht worden; das ist des Adels erbliche Begabung, die ihn heute noch für die schwerste und höchste Kunst— die Staatskunz't— hervor- ragend befähigt. Und wir sollen ins Hintertreffen, geraten sein, wo selbst ein Bebel eingestehen muß:„Sie kennen Preußen nicht. Wenn wir erst Preußen haben, dann haben wir affie!" Von der erblichen Belastung kommt der Herr Ritt- meister a. D. sofort auf Moses, Jakob und das goldene Kalb, indem er unvermittelt fortfährt: Als Moses die Verbrecherfamilie von Jakob und seinen ungeratenen Söhnen, wie sie die Bibal beschreibt— denn nur diese sind nach Aegypten ausgewandert, Esaus und Jsmaels Nachkommen sind nicht dabei— aus Aegypten führte,. um sie zu einem Staate umzuformen, da war ihre erste Tat, daß sie sich von den gestohlenen Schmucksachen ein goldenes Kalb zum Anbeten anfertigten, das sie heute noch anbeten, und besitzen mehr als die Hälfte der Schätze der Welt. DaS q't ihre 4000jährige erb» liche Begabung. Nicht in der Produktion der Werte, sondern im Handel mit denselben sind sie allen übecklegen. Bei jeder Mobil- machung wird ihnen heute noch'der Ankauf von Pferden Und die Beschaffung der Verpflegung übertragen, und sie haben das steis zur Bewunderung geleistet. Doch für weit schlimmer., noch als die Nachkomme» .Jakobs hält unser Bibelgläubiger Esaussohn die Sozial- demokratie, die deshalb ei»fach durch Kanonen zusanuuen- geschossen werden muß, und zwar allerschnellstens, denn„der faulen Grete" fehlt sonst die Bedienung, die nur noch„dein Befehl gegen den äußeren Feind folgt": Fängt der Staat nicht an, den Kampf aufzunehmen, dann ist er verloren, denn sie selber haben ja erklärt, ganz klugerweise. nicht eher anfangen zu wollm als bis sie das Schwert de» Staates durch Verführung unbrauchbar gemacht haben, und der Mensch ist so beschaffen, daß er einer richtigen Reklame für schändliche Zwecke gar nicht widerstehen kann, wenn die Regierung sie duldet. In jedem Menschen schlummert eine Bestie, und wer die wecken will, muß vernichtet werden. Eins Regierung, die das unterläßt aus Sorge um sich selbst, hat eS vor Gott zu verantworten. � Herr Otto von Monteton hat nicht ganz unrecht, in manchem Menschen schlummert eine Bestie, selbst Schafe können manchmal wild werden; aber unzulässig ist es> wenn er in j e d e ni Menschen eine Bestiennatur entdeckt. Man darf nicht so ohne weiteres von sich auf andere schließen. Zum Schluß wird Herr von Monteton gar noch pathetisch, indem er geistvoll deklanüert: O Bismarck, du größtes Vorbild unseres Stand«», der das uns Deutschen schuf, wonach wir uns ein Jahrtausend gesehnt hatten, wie recht hattest du, als du sagtest:„Die Sozialdemo- kratie zu besiegen ist«ine rein militärisch« Sache", und:„Die beste Verteidigung ist nicht die Parahe, sondern der Hieb".,' Du einziger, redlicher Pfeiler des Volkes, du großer Mistel- stand, der du dich durch fleißige Arbeit, dauernde Sparsamkeit in drei Generationen durch gottesfürchtige Erziehung der Kinder vom Arbeiterstand in den Mittelstand hinaufgearbeitet hast, rufe auch du:„Landgraf werde hart! Befreie uns von dem Gift. daS unSwie die Luft von Chloroform um» gibt und uns machtlos macht. Befreie uns, ehe eS zu spät wird, es ist die höchste Zeit!" Vielleicht bestellt die Leitung der konservativen Partei Herrn von Monteton zum Redakteur ihres geplanten Witz- blattes: die erforderliche Dosis von Geist und„Chloroform� besitzt er, wie man sieht, in hinreichendem Maße, besonders wenn Herr Fritz Bley ihm als Famulus beigegeben wiri, Dunkel ist der Rede Sinn. AuS parlamentarischen Kreisen wird der„Post" geschrieben: „Der Fall Borchardt wird am 23. September in Berlin zur gerichtlichen Verhandlung stehen. Es wird vielfach angenommen. daß in dieser Verhandlung die Abgeordneten Borchardt und Leinert bereits verurteilt werden können. Dies trifft jedoch nicht zu. DaS Abgeordnetenhaus hat die Genehnngung zur Einleitung erneS Er- mitlelnngSverfahrens erteilt,- um die die Staatsanwaltschaft nach- suchte, eine Genehmigung zur Slrafverfolgung ist nicht erteilt worden. Wahrscheinlich dürste die bevorstehende Verhandlung auch erst zeigen, ob die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren ein- leiten will." Das ist natürlich vollendeter Unsinn. Man verstehl nicht recht, wie sich der parlamentarische Mitarbeiter der.Post" ein Strafverfahren vorstellen kann, das bis zur Hauptverhandlung ge- diehen ist, ohne daß ein rechtswirksamer Strafantrag vor- liegt. DaS preußische Abgeordnetenhaus hat die Genehmigung zur Einleitung des Strafverfahrens erteilt und der Präfi- dent de» preußischen Landtages, der verstorbene v. Erffcr; bat den S trafantrag gestellt. Eine Gerichtsverhand- lung. in der sich erst zeigen solle, ob die Staats cm mest- schaft ein Strafverfahren einleiten will oder kann, ist undenkbar. Tatsächlich liegt die Sache so, daß öffentliche Klage erhoben wurden datz die Beschlußkammer daS Verfahren eröffnete und daß die Straf- kammer nunmehr über die Sache entscheiden mutz� Wenn der parlamentarische Mitarbeiter der.Post" auf allen Gebieten so be- schlagen ist, als wie aus dem der Strafprozeßordnung, dann ist es schlinim mit ihm bestellt. Polnische Invasion iu Ostprcuften. Die preußische Polenpolitik in der Provinz Posen und West- Preußen treibt die polnischen Grundbesitzer dazu, anderswo Unterschlupf zu suchen. Vielfach wenden sie sich nach Ostpreußen. Die nationalliberale„KönigZberger Allgemeine Zeitung" bringt zahlen- mäßige Nachweise über die Zunahme der dortigen polnischen Be- sitzer. Im. Jahre 1900 gab es in der ganzen Provinz nicht ein einziges Besitztum, das sich in polnischen Händen befand. IMS gab es aber schon 68, 1910 bereits 293 und 1912 gar schon 390 Grundstücke, die von Polen erworben waren. Diese VM Grundstücke halten einen Flächeninhalt von 29 194 Hektar. Zu diesen Flächen kommen noch( zahlreiche.Stadtgrundstücke in der Hand von National- polen, die sich als Gewerbetreibende niedergelassen haben. Das uationälliberale Blatt sieht daher die Provinz Ostpreußen als.national gefährdet" an und ersucht die Negierung. geeignete Maßnahmen gegen diese Gefahr zu treffen. Als brauch- bare Waffe wird vor allem das Befitzbefestigimgsgesctz vom 26. Juni 1912 genannt. Das nationalliberale Blatt ist aber damit noch nicht zufrieden, es fordert auch den Erlaß eines Anfteilungsgcsetzes. So- bald in der ganzen Monarchie die Aufteilung von Grund und Boden von. der staatlichen Genehntigngg abhänge, wäre mit einem Male der.'.Girrfluß der polnischen Parzcllierungsbanken und damit auch das Vordringen der Polen in bisher polenreine Gegenden der- hindert,.schließlich richtet das Blatt noch einen Appell an die Grundbesitzer, die Polen fernzuhalten. ES vergißt dabei, daß auch den Junkern der Grundsatz gilt: Nba olet. Ein recht schöner Erfolg der genialen preußischen Polenpolitik! Württemberg macht nicht mit. Gegenüber, der von der sozialdemokratischen.Schwäbischen Tagwacht" in den Nunnnem vom 21. und 28. August aufgestellten Behauptung, daß die Einbringung eines gegen das Koalilionsrecht der Arbeiter gerichteten AiiSnahniegesetzes beim Bundesrot geplant sei. und daß die württembergische Negierung für dieses Vorhaben bereits gewonnen sei, stellt' der.StaatSanzeiger für Württemberg" fest, daß der lvürttembergischen Regierung von einem derartigen Plaue nichts bekannt sei. Daher entbehre auch die Behauptung von einer bereits erfolgten Erteilung der Zujlimnmng für den Plan jeder Begründung.'_ Ein Rechtsbruch des Zentrums. Im bayerischen Landtage kam es zu heftigen Debatten bei der Prüsting der. Gültigkeit des �andtagsmandatS für RegenSburg. Die Negie.riijig vertrat selbst den.Standpunkt, daß der ZentrmnS- abgeordnete in durchaus ungesetzlicher Weise gewählt worden sei. Allein das Zentrum bat im Landlage die Mehrheit und von dieser Mchrheir machte es.rückstchtslosen Gebrauch. Das Recht wurde mir' Füßen getrampelt— und daS ZentrumSurandat für gültig er- klärt. Gegen diesen skandalösen Rechtsbruch soll am S: September in Negensbiirg eine Protestversammlung stattfinden, die von libe- raler Seite einberufen lpird und an der auch die Sozialdemokraten teilnehmen werden. Die unter so eigenartigen Umständen zustande gekommene Wahl hat auch den Magistrat in RegenSburg beschäftigt und der Magistratsrat Weinschenk führte dazu auS: .lieber die jüngsten Porgänge hinsichtlich der Regensburger Landtagchpaht in der Abgcordneisotarmner herrsche allenivalben groß�Erbittirrung. Es sei gegen alles Recht ein Mann zum Abgeordneten gewählt, der dazu trichl legitimiert sei. ES Herrsche mit Recht e i n e g r o ß e Aufregung darüber, dan durch das Vorgehen der Landlogsmehrheir der Schwächere einfach den.. Kürzerpn. ziehen, mußle. Eine gewisse Gerechiigkeit wäre vom Zentlum nur dann geübt worden, wenn es noch ein- mal an die Wähler appelliert hätte; davor aber habe es Angst gehab t."..... Praktisch, wird durch die.se Protestaktion an der Sache natürlich nichts geändert;' denn der Zentrumsabgeordnete wird sich hüten, auf sein Mandat zu verzichten. Aber der Vorfall ist so recht ge- eignet, drastisch nachzuweisen, daß beim Zentrum der Grundsatz gilt: Macht geht vor Recht i___ Wie erzieht man die Jugend zum Patriotismus? Das ist die große Frage, die den deutschen Patrioten im Wachen und Schlafen quält, seitdem die Roten dem Vaterlande einen 12. Januar, bereiteten. Wie entreißen wir unsere Jugend dem Ein- flösse der Vaterlandslosen? Wie bringen wir Gottesfurcht und fromme Sitte wieder ins Volk? Die auserlesensten Geister der Nation haben an diesem Problem ihren Scharfsinn gewetzt. Berufene und Unberufene und Anserwählte haben probiert und studiert,— der Erfolg ist beängstigend mager. Jetzt Hat'S einer erfaßt. Die Lösung ist höchst einfach. Der Mann, der dem Vaterlande auS den großen Schwulitäten geholfen bat, ist ein Pastor. Er heißt Bosbach und wohnt in K.öln- e u tz. Das System des Herrn Pastors lernen lvir am besten aus -tisteheuder. E i n l a d un g erkennen, die an jene jungen Leute von löln-Deutz verteilt worden ist, die demnächst hiitter Kasernenmauern verschwinden sollen. Sie lautet: Köln-Deutz. 9. August 1912. Ei» l a d irii'g. A uf v i e lseiti g e n W un s ch'findet am Donnerstag, den IS. August 1912; abends Vi9 Uhr. im Saale des VereinShauscS, Deutz. AdoUstraße 26, ein gemütliches Beisammensein der diesjährigen Rekruten mit Freibier statt. Zq dieser Bersammlung werden Sie hierdurch freundlich ein- geladen.■' Mit freundlichem Gruß Bosbach. Pfarrer. Zunächst also nur Pastorales Freibier! Sollte das nicht genügend Anzichmigskraft besitzen, will man, wie es heißt, später das Bier »och durch Knuifwürstchen und Mainzer Käse ergänzen. Starke Bevölkernngsverschiebung in Baden. Nach dem soeben erschienenen„Statistischen Jahrbuch" für das . roßherzogtum Baden verschiebt sich auch in direm noch vor n>»igen Jahren halb agrarischen Bundesstaat da» Schwergewicht der Bevöllerung immer mehr vom Land in die Stadt. Dafür zeugen folgende Zahlen: ES betrug die Bevölkerung Badens ... in den in den '' überhaupt Städten Landgemeinden 1864... 1 428 935 379 878 1957 157 1890... 1657 867 685 828 1 072039 1910... 2 142 833 1 001 161 1 141 672 Es wohnten also 1864 26 Proz., 1890 34 und 1910 47 Proz. der Gesamtbevölkerung in den Städten. Aehnlich und zum Teil noch viel deutlicher macht fich da« Steuerverhältnis zwischen Stadt und Land geltend. Die Industrie sowie Handel und Verkehr bringen 61 Proz. der StaatSsteuern, die Landwirtschaft aber nur 39 Proz. auf. Gleichwohl verlangt aber die Zentrumspressc stürmisch, daß daS platte Land nicht von den Städte».majorifiert" werde._ Aus dem Rekrutenleben. Die Mißhandlungen der Rekruten durch sogenannte.alte' Mannschaften nehmen überhand. Hat so ein.alter' Mann ein\ Jahr abgedient, so maßt er sich, mag er auch sonst der größte Esel sein, das Züchtigungsrccht über die neueintretenden Rekruten an und findet nicht selten ein Vergnügen daran, die.Neuen" die Drang- salierungen entgelten zu lassen, die er einst selbst als Rekrut er- dulden mußte. Leider werden diese rohen Uebergriffe meist viel zu gelinde bestraft, weshalb das Uebel immer weiter wuchert. Der Rekrut P f i tz n e r vom JNfanterie-Regiment Nr. 51 in Breslau wurde eines Abends nach 10 Uhr ohne Urlaub auf der Straße von dem Musketier Dorkupiel getroffen. Letzterer, ein sogenannter im zweiten Jahrgang dienender.alter Mann", hieß den Rekruten in die Kaserne zu gehen. Als dieser im Bett lag, kam Dorkupiel zu ihm und verkündete dem Rekruten,'heute Nacht„kommt der heilige Geist zu Dir". Als der Rekrut schlief, wurde er an der Gurgel festgehalten und kräftig mit Klopfpeitschen und Besen stielen durchgeprügelt. Der durch die Strafprozedur Aufgeweckte will unter den auS der Stube laufenden Mannschaften, welche ihm die „kameradschaftliche Erziehung" angedeihen ließen, die Musketiere Bart illa und Dorkupiel erkannt haben. Diese wurden vor dem Kriegsgericht der elften Division in Breslau angeklagt der gemeinschaftlichen gefährlichen Körper- Verletzung. KriegSgerichtSrat Dr. R ö S l e r beantragte gegen jeden drei Wochen Gefängnis. Das Kriegsgericht konnte sich jedoch nicht sicher von der Schuld der Angeklagten überzeugen und sprach die beiden Vaterlandsverteidiger frei. Die Sreigniffe in der Oirkei Die Regierung sucht die Revolte der Gendarmen ab- zuleugnen und auf ein„Btitzverftändnis" zurückzuführen. Jedenfalls ist sie ergebnislos geblieben. Unterdessen fahren die Albanesen fort zu plündern und die Waffendepots auszurauben. Eine große Zahl Albanesen hat den Ort Chaiak, wo eine Truppenabteilung von 130 Soldaten stationiert ist, umzingelt. Sie beabsichtigen, in die Stadt einzudringen und die Waffendepots zu plündern. Die geringe Besatzung wird gegen diese Uebermacht nichts ausrichten können und kampflos die Segel streichen. Man glaubt hier, daß es den Albanesen inzwischen gelungen ist, sich der Stadt zu bemächtigen und die Waffendepots, die mehr als tausend Gewehre enthalten, zu Plündern. Und aus Uesküb wird gemeldet: Nachdem die Albanesen die Waffendepots in Jpek vollständig ausgeraubt hatten, steckten sie dieselben in Brand, ohne daß ihnen von irgendeiner Seite Widersland entgegengesetzt wurde. Man-befürchtet auch, daß sie die türkische Schule anzünden werben. Am folgenden Morgen versuchten die Albanesen, auch die Kaserne in ihre Hände zu bringen, doch wurden sie von den bort konsignierten Soldaten, die ihrem Treiben-bisher tatenlos zusahen, zurückgewiesen. Daraus umzingelten die Aufrührer die Häuser der in der Stadt ansässigen Serben, niißhandelten die Bewohner und verlangten die Herausgabe von Waffen. In dem entstandenen Tumult wurden mehrere Serben getötet und ver- mundet. Die Anarchie ist hier eine vollständige. Auch in Djakovitza gewinnt die Aufstandsbewegung immer mehr an Ausdehnung. Nach einer Meldung der„Tribuna" hat der türkische Minister des Aeußeren deni mit dem Schutze der Italiener in der Türkei betrauten deutschen Botschafter mitgeteilt, haß die Pforte den Austausch der bürgerlichen Ge- f a n g e n e n. wie er von Italien vorgeschlagen wurde, an- nehnie. Eutschödignngsanspriiche der Arnaukr«. Saloniki, 30. August. Die Albanesen aus der Umgebung vonDschakowa. die sich noch in großer Zahl in der Stadt Dschakowa selbst befinden, haben eine Frist von 24 Stunden gesetzt zur Befriedigung ihrer Ansprüche auf Ersatz des Schadens, der ihnen aus Anlaß der militärischen Verfolgung erwachsen ist. Sie drohen, falls nicht ihrer Forderung vor Ablauf der Frist entsprochen wird, sich der R e g i e r u n g S k a s s e n zu be- mächtigen. Der Mali von Uesliib hat die Ermächtigung erbeten, die Ansprüche der Albanesen zu befriedigen. Von Mitrowitza geht ein Regiment nach Jpek ab, wo Truppenverstärkungen dringend nötig sind. foißtand. Militärdiktatur und Press eknebelnng. Die Verhängung des Kriegszustandes über Kronstadt und Sebastopol, die niit Recht ungeheure Sensation hervor- rief, hat der ganzen Welt gezeigt, daß die russische Regierung, die täglich von neuem Länderraube träumt, sich selber bewußt ist, daß sie auf einem Pulverfasse sitzt. An dieser Demou- stratioil scheint aber die Regierung des Zaren noch nicht genug zu haben. Just zur selben Zeit, wo die Gärung in der Armee und in der Marine immer bedrohlichere Umfange annimmt, und wo zu gleicher Zeit die ganze Expansion der russischen Regierung verknüpft wird mit der Verwirklichung gewaltiger Flottenbaupläne und durchgreifender Acnde- rungen in der Armee, treten der Kriegsminister, der Marine- minister und der Minister des Innern mit der Forderung hervor, daß alle Fragen der Landesverteidigung, ja selbst die Unterhandlungen zlvischen Rußland und anderen Staaten über militärisch-politische Fragen der öffentlichen Er- örterung in der Presse entzogen werden sollen! Die Initiative für diesen ungeheuerlichen Schritt gehört dem M a r i n e m i n i st e r, der sich im Mai dieses Jahres an den Minister des Innern mit der Bitte wandte, sämtliche Mitteilungen über die Tätigkeit des Marineressorts in der Presse zu unterdrücken. Zu dieser Zeit stand gerade das Flottenprogramni, für welches die Duma im Juni eine Milliarde Mark bewilligte, zur Diskussion, und bis weit in die rechtsstehende Presse hinein wurde die ungeheure Leicht- fertigkeit der Flottenbaupläue und die Unzuverlässigkeit und Korruption des„Tsiisimaressorts" aufgedeckt. Als einziges Mittel gegen diese Kritik betrachtete der Marineminister die Knebelung der Presse, die trotz ihrer Abhängigkeit von der Administratlon den Korruptionskloakcn in der Militär- und Marinebureaukratie manche schwere Stunde bereitet hat. Der Minister des Innern konnte damals dem Verlangen des Marineministers nicht nachkommen, da selbst die russischen Kautschukparagraphen des Gesetzes keine Handhabe dafür boten. Inzwischen ist aber das von der Duma am 18. Juni dieses Jahres angenommene Spionagegesetz verö�fent- lich worden, und nun versuchen die genannten Minister, auf eine Bestimmung dieses drakonischen Gesetzes gestützt, die Presse an Händen und Füßen zu knebelu. Artikel 1. Abt. 2 des genannten Gesetzes lautet:„Dein Minister des Innern wird das Recht erteilt, unter Jnnehaltung der vom Ministerrate verfügten Ordnung, für bestimmte Fristen die Veröffentlichung von Miteilungen in der Presse zu verbieten, die die äußere Sicherheit Rußlands oder seine bewaffneten Kräfte oder Einrichtungen bekrefsen, die für d'en militärischen Schutz des Landes bestimmt sind." Auf Grund dieser Bestimmung hält der Minister des Innern■, im Einverständnis mit den Militär, und Marineministern, es nun für möglich, dein Ministerrate den Antrag zu unterbreiten, daß die Erörterung sämtlicher Militär- und Marinefragen, aller Vorgänge in der Armee und in der Flotte, der Zustände in der Intendantur usw. im Verwaltungswege der Presse verboten wer- den soll! Die Tendenz dieser Forderungen des korruptesten Teiles der russischen Bureaukratie ist klar. Einmal sollen die Dieb- stähle der Jntendanturbeamten, das Bachanal der Panzer- plattenpatrioteil und Flottenerbauer, die Brutalitäten der Offiziere in der Armee und Marine der öffentlichen Kritik entzogen werden, namentlich derjenigen, die für die Militäci- scheu Pläne der russischen Eroberungspolitiker neue Milli- arden hergeben sollen, über den wahren Stand der be- waffneten Kräfte Rußlands getäuscht werden. Diesem Zweck dient vor allem Art. 10 der voin Minister des Innern aus- gearbeiteten Bestimmungen, wonach alle„Unterhandlungen zwischen Rußland und irgendeinem anderen Staat über Fragen niilitärisch-politischen Charakters oder über Fragen der Militärtechliik" der öffentlichen Erörterung in der Presse entzogen werden sollen. Auch die Charakteristik des oberen Kommandobestandes der Arniee und der Flotte soll der Presse untersagt werden. In Verbindung mit der Ein- führung des Kriegszustandes in den Kriegshäfen würde die Verwirklichung dieser Wünsche der Militärbureaukratie nicht nur der ärgsten Korruption und Barbarei Tür und Tor öffnen, sie würde auch die Kompetenz der Duma in den wichtigsten Fragen illusorisch machen, und das zu einer' Zeit, wo dem Volke Milliarden erpreßt werden, um für die neuen Rüstungspläne vergeudet zu werden. Die Entscheidung über diese Frage liegt nun in den Händen des Ministerrates. Nimmt er den Vorschlag des Ministers des Innern ans so bekennt er öffentlich, daß das ganze System der russischen Militärdespotie, wie alle Pläne seiner inilitärisch-politischcn Entwickelung nur unter völligem Ausschluß der Oeffentlichkeit aufrechterhalten werden können. Preßfreiheit. Petersburg, 30. August. Der Stadthauptmann hat einen Redakteur des„R j e t s ch" wegen eines Artikel� der sich mit Vorgängen ans der Universität in Saratowl befaßt, mit dreimonatlichem Arrest bestraft. Die Polizeikorruption. Kiew, 30. August. Gegen den früheren C h e f d e r Geheim- Polizei Mischtschuk upd gegen zwei Geheimpolizisten ist wegen Fälschungen im Ritualmordprozeß JustschinSki ein gerichtliches Verfahren eingeleitet worden. Marokko. Der„heilige Krieg". Paris, 30. August. Aus Marokko sind nachstehende Mel- düngen eingegangen: Der R o g h i � der östlich von Fes bei Sefrasa stehen soll, predigt den Heiligen Krieg und sucht auch die Uarain in die Aufstandsbelvegung hinein- zuziehen........... Ter Scherif Omrani bemüht sich nach Kräften, um von El H i b a die Freilassung der in Marrakefch gefangen gehaltenen Franzosen zu erwirken. Bon militärischer Seite Werden Maßnahmen getrosten, um das Schaujagebiet zu sichern. Nach amtlicher Meldung rnisJCanger sind die Zeitungs» Nachrichten über G e f an g c n h c�l t u n g des deutschen Vizekonsuls Junker in Marrakefch unzutreffend. Amerika. Der Streit wegen des Panamakanals. Washington, 30. August. Obwohl von feiten des Staat» departements« keine Ermächtigung zu einer solchen Erklärung vor» liegt, darf es doch als sicher gelten, daß die Regierung es ab» lehnen wird, die Rechtsfrage, ob die Vereinigten Staaten die amerikanische Schisfphrt von den> Panamakanalgebühren befrqieu dürfem einem Schiedsgericht zu unterwerfen. Es wird indessen mitgeteilt, daß die Stellungnahme der Regierung viel-. leicht erst nach einiger Zeit in vollem Umfange'dargelegt werden wird,_ Die Kämpfe in Nicaragna. Washington, 29. August. Der Kreuzer„California" ist gestern nachmittag in Corinto(Nicaragua) eingetroffen, hat dort 350 Matrosen und Marinesoldaten gelandet und ist dann nach Panama weitergefahren, um 750 Marinesoldaten an Bord zu nehmen, die der Dampfer„Prairie" zur Weiterbeförderung nach Nicaragua dorthin bringen wird. Sun meldet auS Panama: Hier geht daS Gerücht, daß fünfzig amerikanische Marin esoldaten in Nicamgua � getötet worden seien.— Dasselbe Blatt meldet auS Washwgton, daß 1800 mexikanische Rebellen Amos(Nordamerika) aygygxjffen- hätten. Dabei sollen SOO Rebellen gefallen sein. Etos Induftm und ftandeL Italien und die Zuckerkonvention. Bei den Verhandlungen über die Verlängerung der Brüsseler Zuckerkonvention erklärte Italien, daß es sich die Entscheidung über den Beitritt bis zum 1. September vorbehalte. Italien hatte nämlich den Antrag gestellt, ihm, ähnlich wie Rußland, die Er- teilung von Prämien zu gestatten. Die Mächte lehicteu das aber im Frühjahr ab. Jetzt hat die italienische Regierang der belgi- schcn Regierung mitgeteilt, daß Italien am 1. September aus der Zuckerkonvention ausscheide. Eine praktische Bedeutung kommt diesem Entschluß nicht zu. Devin Italien führt so gut wie gor keinen Zucker aus. Sein Anteil an der Welt- probuktion ist auch ein ganz geringer. An der Rübenzucker- Produktion der Welt von mehr als sechs Millionen Tonnen ist Italien nur mit rund 150000 Tonnen(in dp-n Jahren bester Zuckerrübenernte) beteiligt. AuS dem Austritt Italiens werden die agrarischen Blätter daher mit noch weniger Grfnlg eine Agitation gegen die Zuckerkonvention entfalten konnex als cS ihnen Pojm Austritt Englands gelungen ist. Eine neue Anklage gegen bän Oeltrust. Ein Telegramm aus Texas meldet, dxrh die Anklagejurh vor deüi Bundesgericht gegen eine Anzahl Sfietroleumhändler Anklage erhoben hat. Die Anklage lauitet auf einen gemeinsamen Anschlag, der dahin zielte, zusammen mit der Standard Oll Co. und der Magnolia Petrol Co., die ebcm falls uniter Anklage gestellt sind, die Geschäfte der Texas Oik C». zu vennchien.' Die Texas Oil Co. ist eine der wenigen vom Trust unabhängigen Petroleum- gesellschasten Amerikas. Wie wenig eine der vor den Präsidenten» Wahlen epidemischen Trustanklageu nutzt, zeigt der riesige Auf- schwmig pcx Nochefeller-Trust-AkUen seit der Verurteilung der Trust»''' GewcrkfcbaftUched. Hntwort auf eine gcborrarnftc Sitte. Die im Dienste der preußischen Eisenbahnverwaltung beschäf- tigten Arbeiter sollen— so wenigsten? wird von den Vertretern der Verwaltung bei jeder Gelegenheit versichert— so gut gestellt sein, daß sie in voller Zufriedenheit dahinleben, mit vollem Vertrauen zu einer hohen Verwaltung emporblicken können, die schon dafür sorgen werde, daß Aufbesserungen der Löhne zu geeigneter Zeit eintreten. Mit Wohlwollen— so heißt es— sollen Wünsche und An- träge der Arbeiter geprüft werden.— Mit dem Wohlwollen gegen- über Arbeiterwünschen ist es aber meist ein« eigene Sache. Wenn hohe Vorgesetzte glauben, eine Eingabe wohlwollend beurteilt zu haben, dann finden die Arbeiter meist, daß da von einem Wohl- wollen keine Rede ist und daß sie im staatlichen„Musterbetriebe" nicht anders behandelt werden wie von jedem lediglich auf Er- zielung von Profit bedachten Unternehmer. Zu diesen Betrach- jungen veranlaßt uns ein Artikel im„Weckruf", dem Organ der Eisenbahnersektion des Deutschen Transportardeiterverbandes. Da wird mitgeteilt, daß die Eisenbahnarbeiter eines Betriebsamtes in Braunschweig vor einiger Zeit eine„gehorsamste Bitte" an dos Ministerium gerichtet haben, ihnen den Anfangslohn, der 2ß0 M. pro Tag beträgt und 10 Pf. niedriger ist als der ortsübliche Tage- lohn, auf 3,20 M. zu erhöhen. Begründet wird diese„gehorsamste Bitte" mit dem Hinweis auf die in letzter Zeit bis zur Uner- schwinglichkeit gestiegenen Lebensmittelpreise und Wohnungs- mieten. Also gewiß eine ausreichende Begründung. Da? erste Zeichen des„Wohlwollens", welches man den Wün- schen der Arbeiter in einem Staatsbetriebe entgegenbringt, bestand darin, daß die Eingabe nicht ohne weiteres an das Ministerium weitergegeben, sondern von einem Regiexungsrat, anscheinend aus dem betreffenden BetriebSamt, abschlägig beschieden wurde. Wie „wohlwollend" an dieser Stelle das untertänigste Gesuch der Ar- beiter beurteilt wurde, ergibt sich aus der Antwort, die sie erhielten. Es heißt darin: „Das Gesuch vermag ich nicht zu befürworten, da Ihnen auf einen gleichen Antrag in der Arbeiter-Ausschußsitzung bekannt. gegeben ist, daß eine weitere Erhöhung der Löhn« nicht beabsich- tigt wird, da erst vor kaum Jahresfrist eine wesentliche s!) Aus. besserung derselben um 20 Pf. täglich stattgefunden hat. Auch ist Ihr Gesuch insofern unvollständig, als darin nur der hiesige KnfangSlohn mil 2, S0 M., nicht aber der Endlohn aufgeführt wird, der nach einigen Jahren erreicht wird und bei den Bahn- unterhaltungs- und Bahnhofarbeitern 3,10 M., bei den Rangierarbeitern 3,20 M. und bei den Magazinarbeitern 3,60 M. beträgt, also im Durchschnitt höher ist, als der von Ihnen angeführte hiesig« örtliche Tagelohn. Es ist ferner nicht berücksichtigt, daß ein großer Teil der aufgeführten Arbeitergruppen auch a n d e n Sonntagen beschäftigt wird(I), der Wochenverdienst sich also wesentlich erhöht...." Nun wage noch einer zu bestreiten, daß auch für die Eisen. Bahnarbeiter die Kompottschüssel bis an den Rand gefüllt ist. Man denke, ein Anfangslohn von 2,60 M., der nach Jahren auf 3,10 M. steigt und bei gewissen Arbeiterkategorien sogar die enorme Höhe von 3,20 und 3,60 M. erreicht. Ja, das„Wohlwollen" geht so weit, daß ein großer Teil der Arbeiter auch an t>«n Sonntagen beschäf- tigt wird, wodurch sich der Wochenlohn wesentlich erhöht! Mein Liebchen, was willst du noch mehr! Dieser„wohl. wollende" Bescheid eine? RegierungSrateS war für die gehorsamst bittenden Arbeiter so überzeugend, daß sie nicht mehr auf einer Weitergabe ihres Gesuches bestanden. Dasselbe hätte an höherer Stell« wohl au?h keine andere Beurteilung erfahren.— Ja, ja, die f Eisenbahnarbeiter können mit vollem Vertrauen auf das Wohl- , wollen ihrer Borgesetzten rechnen und haben nicht nötig, sich einer Gewerkschaft anzuschließen, die ihre Interessen wahrnimmt. So wird uns ja regelmäßig vom Regierungstische versichert, wenn sozialdemokratische Abgeordnete im Parlament sich der Interessen der staatlichen Eisenbahnarbeiter annehmen. Berlin und Umgegend. Zum Streik in den Buchdruckmaschinenfabrike» teilte Handle am Freitag in einer Versammlung der Streikenden unter anderem mit: Die Unternehmer haben es abgelehnt, mit der Vertretung der Arbeiterschaft zurzeit in Unterhandlungen zu treten, nachdem einzelne vorher erklärt hatten, nichts nnlernebmen zu können, da die Stammgeschäne, die außerhalb Berlins liegen, zunächst ihre Zustimmung geben müssen. Auch die übrigen Fabrikanten glauben stark genug zu sein, um den Streik illusorisch zu machen.— Handle erntete allseitige Zustimmung, als er darauf hinwies, daß die Streikenden keine Veranlassung hätten, den'Arbeitgebern nachzu- laufen. Nun beginnt der Kampf erst recht. Wie in der DiSlussion zur Sprache kam, geht die Polizei wieder einmal sehr einseitig vor. indem sie den Streikenden das Streik- postensteben erschwert. Es wurde noch berichtet, daß zwei Monteure aus Johannisberg in der Druckerei von Masse Arbeiten für eine bestreikte Firma ausführen. Folgende Firmen haben die Tacifvorlage nicht unterschrieben: König u.Bauer, Bellealliancestr. 02. Clauberg. Gitschiner Str. 01, R o ck st r o h u. S ch n e i d e r, Dresdener Str. 43, D r a s d o u. Co.. Dresdener Str. 34, Klein, Waldemarftr. 44. Müller, Prinzessinnenstr. 19, Rohrbacher, Neue Grünste. 32, Scholz, Friedrichstr. 32, Bauer, Schönhauser Allee 149.— Diese Firmen , find für alle Metallarbeiter als gesperrt zu betrachten. Mo» angeblichen Ausschreitungen Streikender gegen Arbeits- willige wußte die bürgerliche Presse auf Grund polizeilicher In- formalümen gestern zu berichte». Auch ivir gingen in der gestrigen Nummer auf diese Angelegenhett ein, die sich bekanntlich auf den Streik bei Dewitt u. Herz in der Georgenkirchstraßc bezieht.— Wie heule sowohl von den beteiligten Streikenden wie von der Ver- waltung des Metallarbeiter-Verbandes mitgeteilt wird, beruhen die durch die bürgerliche Presse verbreiteten polizeiossiziösen Nachrichten aus Schwindel. Die Streikenden haben nichts weiter getan, als ihre Streikposten ausgestellt, die ruhig und ohne jemand zu belästigen, die bestreikte Fabrik beobachteten. Ein gewisser Koch, der die Streikbrecher lieferte, holt sie nun in der Regel nach Schluß der Arbeit ab und bringt sie auch wieder in den Betrieb. Ohne daß die Streikenden sich an den Streikbrech«ern vergreifen oder sie belästigen, denunziert Koch einzelne der Polizei und läßt sie abführen. So auch am Donnerstag. Fünf Arbeiter wurden verhastet, die bis zur Slundv noch nicht entlassen sind. Einige andere wurden zur Kriminalpolizei geladen, einer davon kehrte auch bisher nicht wieder zurück. Und alle versichern auf das be- stimmteste, nrcht das allergeringste getan zu haben. Ein Streikbrecher läuft mit blauem Auge herum: auf nähere Nachforschung stellte sich heraus, daß sich die Streikbrecher im Betriebe geprügelt h»beil, weil sie einander Diebstahl vorwarfen, und daß das blaue Augp hier seinen Ursprung hat. Um was für Elemente es sich bei den Streikbrechern handelt, geht auch daraus hervor, daß der eine, der von einem Beamten des Metallarbeiter'- Verbandes um Name und Wohnung, eventuell um eine Legitimation gebeten wurde, als Legitimation ein Gerichtsurteil vorwies, laut dessen er wegen Bedrohung bestraft ist. Achtung, Hutarbeiter! Bei der Firma Stahl, Grüner Weg 104, haben am Donnerstag fünf Kollegen wegen Bezahlung schlechter Löhne und anderer Dinge die Arbeit niedergelegt. Da nun Herr Stahl versucht, Arbeiter von der Straße anzuiernen, wird vor Arbeitsannahme in diesem Betriebe gewarnt. �_ Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter. Ueramw. Redakteur: Albert Wach«. Berlin. Inseratenteil verantw.; Glasarbeit«. Die Differenzen bei der Firma Deutsche Devergefiße-Gesells'chaft, Berlin SO., Kottbuser Ufer 80/40 sErdmannShof) find beigelegt. Die Sperre ist aufgehoben. Zentralverband der Glasarbeiter. Deutfebes Reich. Ein Konflikt in de« Leipziger Gemeindebetrieben. Seit Jahren versuchen die Leipziger Gemeindearbeiter, auf loyalem Wege eine Verbesserung ihrer Lohn« und Arbeitsverhältnisse zu erreichen; jedoch immer verstand es der Rat der Stadt Leipzig, die Erledigung der Arbeiterwünsche zu verschleppen. Darauf befaßte sich eine Persammlung der Gemeindearbeiter mit deren Wünschen, wobei der Rat selbstverständlich nicht sehr glimpflich wegkam. Diese Versammlung leitete ein Arbeiterausschußmitglied, das dann kurze Zeit darauf entlassen wurde, mit der Begründung, es hätte als Ber« sammlungSleiter nicht dulden dürfen, daß dem Rat der Stadt Leipzig solche Vorwürfe, wie sie in der Versammlung erhoben wurden, ge- macht werden. Darauf haben nun 104 Arbeiterausschuß- Mitglieder, das sind etwa vier Fünftel der gesamten Ausschuß- Mitglieder sämtlicher Betriebe der Stadt Leipzig, ihre Aemter niedergelegt. Textilarbeiteraussperrung. Aus Göppin gen wird gemeldet: Nachdem im Verlauf eines wegen Lohnstreitigkeiten bei der Buntweberei Butz Söhne aus- gebrochenen Ausstandes die Zugeständnisse der Firma von dem Textilarbeiterverband als nicht genügend erachtet worden sind, haben sich die dem Textilverband angehörigen Buntwebereien mit der Firma Butz solidarisch erklärt und allen Arbeitern durch An- schlag gekündigt. Von der Aussperrung werden sieben Bunt- Webereien betroffen, die zum Teil mehrere hundert Arbeiter- be- schäftigen._ Papiermacherstreik. In Niederschmiedeberg im sächsischen Erzgebirge streiken seit acht Wochen die Arbeiter der Firma Papierfabrik C. T. Pilz, weil die Firma sich weigerte, die sehr niedrigen Löhne um einige Pfennige zu erhöhen und hierüber mit ihren Arbeitern zu verhandeln. In den ersten Wochen des Streiks glaubte die Firma, die Arbeiter würden nach kurzer Zeit zu Kreuze kriechen. Nachdem sie nun einsieht, daß sie sich verrechnet hat, versucht die Firma durch Inserate in bürgerlichen Zeitungen sowie durch die berüchtigten Streikbrecher- Vermittelungsinstitute Arbeitswillige zu bekommen. Die Arbeitswilligen erhalten nach ihrer eigenen Aussage 6 M. pro Tag und Kost und Logis. Den alten eingerichteten Arbeitern will die Firma aber nur 24—30 Pf. pro Stunde geben. Die arme» Papierarbeiter kämpfen einen schweren Kampf. Zuzug ist daher strengstens fernzuhalten._ Die Ehre des Streikbrecheragenten. Im„Hamburger Echo" war vor einigen Wochen im Anschluß an ein Rundschreiben des Streik- brecheragenten Hesberg aus Blankenese, welches an verschiedene größere Firmen in Deutschland gerichtet war, das für die Arbeiter- bewcgung gemeingefährliche Treiben der Streikbrechervermittler in gebührender Weise gekennzeichnet worden. Der„Kaufmann" Hesberg fühlte sich aber wegen einiger scharfer Ausdrücke in seiner Ehre ge- kränkt und erhob Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen Sie- dakteur des„Hamburger Echo", Genossen Döring. Das Schöffen- gericht in Blankenese, das am Donnerstag über den Fall ver- handelte, erkannte auf 200 M. Geldstrafe, eventuell 40 Tage Gefängnis. An sich möge der Redakteur eines Arbeiterblattes berechtigt sein, die Streikbrecheragenten scharf zu bekämpfen; aber die Form des Artikels, so meinte das Gericht, lasse zweifellos die Absicht der Beleidigung erkennen. Wir meinen, auch wenn man nicht die Absicht der Beleidigung hat. dürste es schwer fallen, das verwerfliche Treiben von gewerbs- mäßigen Streikbrechervermitflern treffend zu kennzeichnen, ohne daß sich diese Leute beleidigt fühlen könnten. Ausland. Wirtschaftliche Kämpfe der Arbeiter in Ruflland. Eine gewisse Aufbesserung der ökonomischen Lage der russischen Arbeiter ist in der letzten Zeit im südrussischen Jndustriebezirk, dem Zentrum der russischen Montan- und Hüttenindustrie, und in Baku, dem Zentrum der russischen Naphthaindustrie, zu verzeichnen. Im südrun'ischcn Jndustriebezirk standen die Arbeitslöhne im Verlauf von einigen Jahrzehnten auf derselben Höhe, obwohl die Lebens- mittelpreise beständig stiegen. Das Jahr 1005 mit seinen grandiosen Lohnkämpfen machte dieiem Zustand ein Ende. Während der Jahres- lohn eines Hüttenarbeiters 1904 durchschnittlich 267 Rubel betrug, stieg er 1905 auf 283 und in den letzten Jahren auf 357 Rubel, d. h. um mehr als 33 Proz. Die Lebensmittelpreise stiegen während dieses Zeitraums um 8 bis 30 Proz., so daß im all- gemeinen eine geringe Verbesserung der ökonomischen Lage der Arbeiter konstatiert werden kann. Weit günstiger ge- stalten sich die Verhältnisse in Baku, wo die Arbeiter dank den eigenartigen Produktionsverhältnissen einen weit intensiveren wirtschaftlichen Kampf führen konnten als im ganzen Reiche. Laut dem von den Naphthaindustriellen herausgegebenen„Abriß der Streik- bcwegung der Arbeiter während der letzten zehn Jabre" haben sich die Löhne der Arbeiter während dieses Zeitiaumes verdoppelt. Wenn die Lebensmittelpreise in Baku inzwischen auch höher gestiegen sein sollen wie im ganzen Reiche, so kann dennoch eine ansehnliche Verbesserung der ökonomischen Lage der Naphlhaarbeiter konstatiert werden. " Wie schon erwähnt, nehmen hie geschilderten Jndustriebezirke eine Ausnahmestellung ein, die die allgemeine Verschlechterung der Lage der Arbeiter im ganzen Reiche nur um so krasser hervor- treten läßt. Im Uralgebiet, wo große Mengen von Ar« heitern in der Montan« und Hüttenindustrie beschäftigt sind, befanden sich die Durchschnittslöhne der zahlreichsten Gruppe der Arbeiter— der Hilfsarbeiter— von 1872 bis 1897 auf demselben Niveau, obwohl die Lebensmittelpreise inzwischen um ca. 30 Proz. stiegen. Bloß ein geringer Teil der qualifizierten Arbeiter erzielten eine ansehnliche Lohnaufbesserung, die meisten mußten sich jedoch mit einer Lohnzulage von 5—25 Proz. begnügen. Seit 1908 sind die Lebensmittelpreise gewaltig in die Höhe ge- gangen, von Lohnaufbesserungen während dieses Zeilraums ist da- gegen wenig bekannt. Die ökonomische Lage der Arbeiter in Ural hat sich im Gegenteil außerordentlich verschlechtert, weil die Industrie infolge der Raub- und Lotterwirtschaft auf den Fabriken und Werken immer mehr verfällt. Sehr schlecht ist die Lage der Arbeiter im Zentrum der russischen Textilindustrie im Moskauer Jndustriebezirk. Nach den veröffentlichten Berichten der Gcwcrbeaufsichtsbcamlen für das Jahr 1905 sind die Durchschnittslöhne der Arbeiter im Gouvcrne- ment Moskau 1905 um 2—3 Proz. gesunken, die Lebensniittelpreise dagegen um 8—40 Proz. gestiegen Seitdem sind die Löhne um 5—20 Proz. gestiegen, die Lebensmittelpreise dagegen stiegen in weit stärkerem Maße. So stiegen in den letzten Jahren die Brotpreise von 80 auf 125 Kopeken pro Pud, d. h. um mehr als 50 Proz. I Die trockenen Daten sprechen eine erschütternde Sprache. Sie weisen darauf hin,.daß die Arbeiterschaft in weit stärkerem Maße als alle anderen Gesellschastsschichten von dem allgemeinen öko- nomischen Niedergang des Zarenreiches in Mitleidenschaft gezogen wird,, Die ökonomischen Eroberungen, die die russische Arbeiterklasse während der„tollen" Revolutionsjahre machte, sind ihr seitdem geraubt worden, denn die einsetzende Reaktion entriß ihr die mächtigste Waffe zur Verteidigung der eroberten Positionen— die Organisation, die sie aber nach neuen Kämpfen Wied« erobern wird. Einstweilen nutzen die Unternehmer den gegenwärkigen Moment aus, um die „patriarchalischen Zustände" in den Betrieben wieder herzustellen. Die Unternehmer triumphieren und sagen:„Jetzt ist unsere Zeit gekommen". Die Arbeiter aber haben das Bewußtsein, daß man ihren sozialen Aufstieg nicht hemmen kann._ LH. Glocke, Berlin- Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Eue der Frauenbewegung. Gelbe Gemüts athleten. Die aus der„Gleichheit" übernommene Mitteilung, daß sich Helen Keller der Sozialdemokratie angeschlossen habe, ver- anlaßt den„Bund"(die Zeitschrift der g e l b e n Organisationen), den„Vorwärts" und im besonderen die taubstumm-blinde Schrift- stellerin also anzuspeien:„Der„Vorwärts" macht ein großes Auf- heben davon, daß die bekannte taubstumme und blinde Schrift- stellerin Helen Keller in Ainerika sich der sozialdemokratischen Be- wegung angeschlossen hat. Daß eine Person, die nicht mit eigenen Augen sehen, nicht mit eigenen Ohren hören und sich nicht durch die Sprache orientieren kann, sich der Partei des Schlaraffen- zukunftsstaates anschließt, halten wie keineswegs für verwunderlich und des Aufhebens wert. Viel verwunderlicher ist unseres Erachtens, daß sich der Sozialdemokratie sehende und hörende, kurz normale Menschen anschließen." Wer Schmutz anfaßt, besudelt sich; wir haben deswegen keine Lust, uns mit dem gelben„Bund" über seine Gemütsathletik aus- einanderzusetzen, seine Leistung sei lediglich tiefer gehängt. Jrischhäklerinncn. Ueberall bekannt und beliebt sind die Blusen, Schulterüber- würfe, Ridiküls usw. aus gehäkelter I r i s ch s p i tz e. In den Schaufenstern der eleganten Modehäuser und in Kurorten kann man diese Erzeugnisse wirklicher Geschicklichkeit sehen. So ein Putzstück aus Jrischspitze ist die Sehnsucht vieler Frauen und Mädchen. Unter welchen Verhältnissen diese Erzeugnisse hergestellt werden, darüber berichtete kürzlich die„Wiener Arbeiter-Zeitung". 600 Frauen sind in Wien mit dieser Arbeit beschäftigt. Es sind Heimarbeiterinnen, deren Elend durch die Darstellungen der Lage der Jrischhäklerinncn neue Beleuchtung erfährt. An einer Bluse, die in dem Kurort Karlsbad um 800 Kronen Verkaufswert ausgestellt ist, arbeitet eine Arbeiterin 14 Tage, täglich von 5 Uhr früh bis 8 Uhr abends, nur von den Essenspauicn unterbrochen. Der Arbeitslohn beträgt dann— für 14 Tage mörderischer Arbeitszeit 28—32 Kronen! Wird eine Jrischhäklerin krank, so ist sie dem Elend preisgegeben, denn sie sind nicht gegen Krankheit versichert. So wird von einer verheirateten Arbeiterin berichtet, die sich die Häkelnadel in die Hand bohrte und dann 6 Wochen arbeitsunfähig war. Bis vor einem Jahr arbeiteten die Jrischhäklerinnen für die k. k. österreichische Staatsverwaltung. Denn um das Elend der Heimarbeiterinnen zu lindern, hatte die k. k. Regierung eine Anstalt für Frauenhausindustrie gegründet und diese nahm den Heimarbeiterinnen ihre Produkte ab. Wie bei jedem bürger- lichen Unternehmer, wurde auch hier das System der Lohndrückerei praktiziert. Es erfolgten bei einzelnen Artikeln im Verlaufe von vier Jahren Lohnreduzierungen von fünf auf drei Kronen für einzelne Artikel. Dazu kommt noch, daß die Arbeiterinnen selbst das Arbeitsmaterial, das Häkelgarn, kaufen müssen, natürlich von der Unternehmung. Diese k. k. Rettungsaktion kostete aber dem Staat zu viel und vor einem Jabre trat an die Stelle der Staats- verwaliung eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Für die Arbeiterinnen wurde vom Präsidenten der Gesellschaft ein Verein der Jrischhäklerinncn gegründet und dieser Verein gehört Nominativ zu den Gesellschaftern. Einfluß haben die Arbeiterinnen aber gar keinen. Im Gegenteil sie sind in ihren Hoffnungen schwer getäuscht. Sie hatten geglaubt, die Bereinsgründung erfolge zu dein Zweck, ihre Lage zu verbessern und ihnen eine Krankenversicherung zu geben. Heißt es doch im Statut, der Zweck des Vereins sei die Hebung der wirtschaftlichen Lage der Jrischhäklerinnen. Nun aber, nach einem Jahre, erkennen sie, in welcher Täuschung sie sich be- funden haben, und sie lehnen sich auf. Nun wollen sie die Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage selbst in die Hand nehmen, und eS wird die Einberufung einer Versammlung der Irisch- Häklerinnen angekündigt, die hoffentlich zu einer wirklichen Organi- sation dieser Kategorie von Heimarbeilcrinnen führen wird. An diesem Beispiel aber kann man wieder einmal sehen, daß die Ar- beiterinnen verraten sind, wenn sie auf die guten Herzen der anderen, seien es Private oder Regierungsleute, vertrauen. letzte Nachrichten« Gegen die Fleischtcucrung. Magdeburg. 30. August. T. B.) Der Magistrat hat beschlossen, auf dem 7. Preußischen Städtetag in Düsseldorf den Antrag zu stellen, den Bundesrat zu ersuchen, die Grenzen des Reichs für die Einfuhr von Fleisch und lebendem Schlachtvieh aus dem Auslande unter Aufhebung oder Ermäßigung der darauf ruhenden Einfuhrzölle unter Wahrung der vom vetc- rinärpolizeilichen Standpunkt aus gebotenen Vorsichtsmaßregeln zu öffnen. Englisch-türkischer Vertrag über Aegypten. London, 30. August.(P.-E.)„Reynolds News Paper" schreiben heute: Die Errichtung einer englischen Torpedobootstation in Alexandrien dürfte von größerer Bedeutung sein, als man allge- mein annimmt. Obwohl bisher keinerlei offizielle Erklärung vor- liegt,'will man in informierten Kreisen doch wissen, daß bezüglich Aegyptens zwischen England und der Türkei bereits ein Ver- trag zustande gekommen ist. dessen Publikation unbedingt einen günstigen Eindruck bei den interessierten Mächten hervorrufen wird. Die Nordamcrikaner in Nicara-zua. Washington, 30. August.(SB. T. B.) Wie aus San Juan del Sur gemeldet wird, haben 500 amerikanische Seesoldaten und Ma- trosen Corinto verlassen, um die Eisenbahn- und tele- graphische Verbindung mit Managua wieder her- zustellen. Sllle Stationen sollen von Mannschaften besetzt werden, die das Eigentum schützen und Störungen des Eisenbahnverkehrs verhindern sollen. Unternehmer als sZents provoczteur5. Boston, 30. Slugust.(P.-C) Das sittenreine Boston hat seine Sensation. William M Wood, der Präsident der Slmericain Wool Co., der im Aufsichlsrai und der Direktion vieler anderer großer Jndustriegesellschaften sitzt, ist heute von der Polizei verhaftet worden. Die Anklage ist nahezu ungeheuerlich. Wood wird be- schuldigt, während des Streiks, der monatelang die Textilindustrie in Lawrence(Massachusetts) lahmlegte, an mehreren Stellen der Stadt durch seine Agenten Dynamit haben legen zu lassen, um die Schuld an den etwaigen Explosionen den Arbeitergewerkschaften in die Schuhe schieben zu können. Boston, 30. Slugust.(W. T. B.) Im Zusammenhang mit dem Selbstmorde eines der Zeugen im Dynamitprozeß in Lawrence(Massachusetts) ist ein im hiesigen Baumwollgewerbe Angestellter hier unter der Beschuldigung verhaftet worden, an einer Verschwörung zur Verteilung von Dynamit teilgenommen zu haben. Die während des Generalstreiks in Lawrence im vorigen Winter erfolgte Dhnamitexplosion war nämlich zuerst den Streiken- den selbst zugeschrieben worden, aber die seitherigen Bewcisauf- nahmen lassen darauf schließen, daß das Dynamit von der Gegen- scite herstammt, die auf diese Weise den Streik in Mißkredit bringen wollte.(Vgl.„Aus aller Welt".) Paul Singer L Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Untcrhaltungsbl. 9t. 303. N. Zthqjtz 1. AeilW des Jotmärts" KM» Wchlalt. StumlK«», 31. J»89(l 1012. Die Het?e gegen dk Lehrer- gewerhtchafkn. AllS Paris wird uns geschrieben: Der Untcrrichtsminister hat in einem Rundschreiben an die Präfekten verfügt, daß die Lehrergewerkschaften auf- gefordert werden sollen, sich bis längstens zum 10. September aufzulösen. Begründet wird diese Verfügung mit dem Hin- weis auf den jüngst in Chambdry abgehaltenen Lehrer- kongretz, wo sich der„Skandal" ereignet haben soll, dah die Lehrer„Gefühle" an den Tag legten, die„alle um die Sitt- lichkeit der Jugend und die Würde und Sicherheit des Landes besorgten Leute der Schule abwendig machen würden". Die Regierung gibt also vor, die von den gewerkschast- lich organisierten Lehrern„kompromittierte" weltliche Schule zu schützen und sie rechtfertigt das Verbot mit der Behauptung, daß die Lehrergewerkschaften ungesetzliche Verbindungen und immer als solche angesehen worden seien. Wenn man sie, in Erwartung des in Beratung stehenden Beamtenstatuts, geduldet habe, so nur unter der Voraus- setzung, daß sie sich lediglich beruflichen Fragen widmen würden. Sie seien aber„Herde der nationalen Zersetzung" und Mittelpunkte politischer Agitation geworden. Die Verfügung der Regierung ist ein Symptom der Ver- schSrfung der kapitalistischen Angriffspolitik, die sich unter dem Schutz der seit dem„Coup von Agadir" erhöhten nationalisti- scheu Stimmung eingestellt hat und der die durch den end- losen inneren Zwist gelähmte Arbeiterbewegung in einer be- dauerlich ungünstigen Position ausgesetzt ist. Vor allem gegen die gewerkschaftlichen Regungen in der Beämtenschaft richtet sich die„Autorität" des bürgerlichen Staats. Erst vor kurzem ist man gegen organisierte Postbeamte wegen einer „respektlosen" Bcrsammlungsresolution eingeschritten. Bei den Lehrern muß die patriotische Phraseologie herhalten. � Auf dem Kongreß in Ehambsry hat man die„Jnter- ' nationale" gesungen und den Anschluß an die von den Organisationen der C. G. T. errichtete Soldatenunterstützungskasse beschlossen. Diese Kasse hat nun mit dem„Antipatriotisnius" nichts zu tun. Allerdings sind Funktionäre des Bauarbeiterverbandes wegen eines mit den Geldunterstützungen zugleich versandten Flugblattes an die Soldaten vom Zuchtpolizeigericht verurteilt ivorden und erst vor kurzem hat man wieder ein neues Verfahren ivegen„Auf- reizung von Soldaten zum Ungehorsam" eingeleitet, aber es liegt doch klar zutage, daß die Einrichtung selbst mit der speziellen Färbung, die sie bei den Gewerkschaften des Baugewerbes besitzen mag, nicht identifiziert»Verden kann. Und gerade jetzt ist doch das Flugblatt der Griffuclhes und Genossen erschienen, das— mag es unter dem Gesichtspunkt proletarischer Politik noch so an- fechtbar sein— jedenfalls zeigt, daß der Antiinilitarismus der Geiverkschaftcn mit der Hervoschen Ideologie nicht gleich- gesetzt»Verden kann. Aber das tendenziöse Gedächtnis der bürgerlichen Presse vergißt, daß es erst gestern hochvcrgnügt die Entivicfelniig der Gewerkschaften zur Realpolitik gegen die »Utopistereien" des Sozialisinus ausgespielt hat und so wird die Verbots�erfügung der Regierung aus allen'Winkcln des bürgerlichen Lagers mit Hurrarufen begrüßt. Ganz besonders zufrieden sind die Radikalen, von denen manche— wie der ehemalige Kriegsministcr M c s s i m y— ihre Stimme bei der großen Hetze so stark ftvie nur möglich forciert haben. Sie können sich das Fiasko ihrer Politik nicht verhehlen. Die Kulturkämpkcrei ist durchaus nicht glänzend ausgegangen. In einigen realUonären Departements setzen die Klerikalen den Schulbovkott mit unleugbarem Erfolg fort, bei der studierenden bürgerlichen Jugend geivinnen reaktionäre Stiinmungcn romantischer Natur an Einfluß, in den klein- bürgerlichen Massen- nimmt die Gleichgültigkeit gegen die republikanischen Freiheiten und die Geringschätzung des Parlamentarismus und der Partei, die ihn in den letzten Jahren beherrscht hat, zu— und da meinen die radikalen Weisen, die Schuld liege an den„Uebertrcibungen" solvohl der sozialen Reform als der demokratischen Politik und das kleines feuiUeton. Ein Schwabenstreich der„Bölkischen". DaS deutsch- sächsische SlädrchtM Glauchau hat vor kurzem eine Heldentat vollbracht, die sicherlich die Herzen aller»Vahren Patrioten vor freudige», Siolz erbeben lassen»vrrd. An eine deutsche„Spezial-Reparatur-Fabrik" wurde folgendes in der„Elektrizität" vom 11. 8. 12 abgedruckte Schreiben gerichtet: „In Uebereinstimmung mit dem Stadtrate der deutschen Stadt Glauchau bevorzuge ich mir Aufträgen stets deutsche Werke, jedoch nur solche, die sich auch in ihren Drucksachen und Zuschriften als wirkliche Deutsche zeigen. Ihre„Zirkulare" und mit sehr unnötigen Frcmdivorten durchsetzten„Korrespondenzen" konnten mir bisher nicht die erforderliche Beachtung abnötigen. Fü� die in den letzten Monaten erfolgte Uinwickelung von etwa 20 SpannungSwandlern mit etwa 250 Tausend Watt sind Sie infolgedessen nicht in Betracht gekominen. SJielleicht ermöglichen Sie mir— nicht sofort— aber später, Jhrdn Wünschen Rechnung zu tragen. Hochachtungsvoll A. R. Kiigler." Für diese Leistung, die das Andenken der„deutschen Stadt Glauchau" für alle Ewigkeit sichern wird, steigt die„Zeilschrist für Elektrotechnik und Maschinenbau" dem hochwohllöblichen Stadtrate ganz gehörig auss Dach. Nach einer philologischen Belehrung darüber, daß„eS unmöglich ist, in einer gewöhnlichen gut bürger- lichen Wohnung, in der einige Hundert mit verschiedenen Wörtern zu bezeichnende Gegenstände vorhanden sind, auch nur lvenige Dutzend Gegenstände mit Wörtern germanischer Wurzel zu bezeichnen", weist die Zeitschriit die ganze Widersiuuigkeit des Versuchs, der Technik, speziell der Elektrotechnik, ein„völkisches" Gewand zu geben an dem Beispiele des Küglerschen Briefes seihst nach. Die Wörter „Spaiinuiigswandler" statt„Aniperemeter" und„Tausend Watt" anstatt„Kilo-Watt" sind zivar völkisch, aber fachmännisch fehlerhaft und falsch gebraucht. Denn„das Prinzip des kleinsten Zwanges fordert eben für Völker, die im geistigen Verkehr miteinander sichen, daß möglichst viele Wörter gemeinsam sind und aus der Erkennwis dieses Prinzip« heraus ist unsere ganze elektrotechnische inter- nationale Nomenklatur absichtlich aus griechtsch-lateinischen Wurzeln gebildet." Zum Schluß wird den Glauchauer alldeutschen Herren der Rat gegeben, für die Vergebung von Aufträgen die Mitgliedschaft in einem Kricgerverein, im Reichsvcrband gegen die Sozialdemokratie und im Allgemeinen deutschen Sprachverein zur Bedingung zu machen und dann ihren nationalen Eifer an der Verdeutschung der rein verwaltungstechnischen Wörter zu versuchen. sicherste Rettungsmittel sei, der Reaktion die„Extremen" aus- zuliefern. Daß die guten Leute dabei nicht wahrnehmen, daß sie so die Bank durchsägen, auf der sie selbst sitzen, wäre ein Zeichen vollkommenster politischer Torheit— wenn es nicht das gcschichtsgesetzliche Schicksal aller kleinbürgerlichen Demokratien»väre. Die Lchrcrgelverkschaftcn werden wohl der Drohung »veichen müssen. Sie selbst sind zu schwach— sie zählen etwa 6000 Mitglieder in 50 Gruppen— um allein Widerstand leisten zu können und die organisierte Arbeiterschaft ist heute kaum in der Lage, große, das ganze Land auf- rührende Kämpfe siegreich durchzuführen. Juristisch mögen die Lehrer mit ihren» Anspruch auf die gesetzliche GeWerk- schaftsfreiheit in ihren» Recht sein, aber ihr Geioerkschaftsrecht ist tatsächlich eine politische, also eine Machtfrage. Als sich im Herbst 1905 ein Lehrerverein in Paris in eine Getverkschaft nmgetvandelt hatte, weigerte sich der Seine-Präfekt, die Anmeldung zur Kenntnis zu nehmen. Am 7. Noveniber brachte dann eine Interpellation »vegen der gegen die Angehörigen des Syndikats ein- geleiteten Verfolgungen die Angelegenheit vor die Kammer, die entschied, daß die bestehender Gewerkschaften nicht verfolgt »verden sollten und der s Beamtenstatuts aufrcchtzuer Folge neue Gewerkschaften ins Leben gerufen, ohne dä als durch gelegentliche Verfolguit(J_. die bei irgend einer Gelegenheit' grund getreten Warans reagiert hätte. zu hindern, daß die Getverkschaften ihr gesetzli allgemeinen Ge>verkschaftsverband, der C. G. T. beizutreten, ausübten.— Die Rechtslage ist seit 1905 die gleiche geblieben, aber die politische hat sich geändert. Damals waren es die Bürgerlich-Radikalen, die den Lchrergewerkschaften das Leben retteten, heute haben sie der Regierung den Strick gereicht, lvomit sie erivürgt»verden solle»:. is zur Annahme des s wurden in der enkategorien f anders tionäre, Vorder- 'war nicht Recht, dem Bus der Partei. Die Partei in Württemberg. Tcm Bericht des Landeövorswndes der Sozialdemokraten Württembergs für das verflossene Geschäftsjahr entnehmen wir: Die beiden Landtagsnachwahlcn. im Herbst 1911 in Urach und Crailsheim brachten uns zwar keinen Mandatsgcivinn, aber in Urach eine Steigerung unscrer Stimincnzahl von 1530 im Jahre 1900 auf 2208, in Crailsheim von 3l9 auf 003. Die Reichs- tagswahl steigerte unsere Stimmcnzahl von 115 724— 27,9 Prozent aller abgegebenen Stimmen im Jahre 1907 aii/f 153 335 — 32,5 Proz. Dieses günstige Ergebnis ist. nächst der Wirtschaft- lichen EntWickelung des Landes der regen Agitation der Partei- genossen zu verdanken. 2900 Vers ainmluin gen, 2 700 000 Flugblätter, 45 000 Kalender, viele taufende Broschüren... das sind so etliche Zahlen aus dem Bericht. Die Organisation gewann 8072 nell« Mitglieder, darunter 1142 weibliche. Die Gesamtzahl der Parteimitglieder in Württemberg ist nunmehr 30 727 gegen 28 055 im Vorjahr. Tie Zahl der weiblichen Mitglieder erhöhte sich von 1742 auf 2884. Die Zahl der Ortsvcreine erhöhte sich von 305 aus 357. Auf den würtlembergischen Rathäusern ist unsere Partei nun- mehr mit 337 Gcmeindcraten und 443 Bürgcrausschußinitgliedern vertreten, und zwar in 105 Orten in beiden Kollegien, in 47 nur im Gcmeindcrat. in 00 Orten nur im Bürgerausschuß. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies 75 Gemeindcräle mehr und 29 Bürger- auSschußmitglieder weniger. Der Rückgang der Zahl unserer Bürgcrausschußmitglicder rührt hauptsächlich daher, daß ein Teil der Mitglieder in den Gemeindcrat gewählt wurde. Die im Dezember dieses Jahres stattfindenden. Neuwahlen werden die Lücke »nieder schließen.— Der Zehn-PfennigsWochenbeitrag fsFrauen 5 Pfennig) gewinnt immer mehr an Boden. Mehr als die Hälfte der Mitglieder der Landesorganisation(19282 männliche und 1930 »veibliche) zahlen ihn bereits. Sogar im bitterarmen Oberland ist der Zehn-Pscnnig-Wochenbeitrag fast, allgeincin durchgeführt. Ans den Organisationen- Die Wahlkreisorganisation Offenbach-Dieburg hielt am Sonn- tag eine Konferenz ab. auf. der der Geschäftsbericht gegeben tourde. Der Kreis zählt jetzt 7847 Mitglieder, darunter sind 743 weibliche. Obwohl der Hintere Teil des Wahlkreises sehr schtver für unsere Organisation zu bearbeiten ist, kommen im gesamten Wahlkreise Daß solche Abfertigung der alldeutschen Possen durch eine wissen- schaftliche technische Zeitschrift nötig geworden ist, ist der beste Beweis für den hohen Grad der intellektuellen Unanständigkeit, die in diesen Wutousbrüchcn sich breit macht. Eine Stadt der Esperantisten. Am 2. Juni d. I. haben Millionen von Esperantisten das Löjäbrige Jubiläum der Welthilfssprache ge» feiert. Der Abschluß dieses Ringens gewinnt noch eine ganz besondere Bedeutung, weil mit ihm der SehnsuchtSlrauin der Esperantisten, sich eine feste Metropole zu schaffe», Wirklichkeit geworden ist. Diese neue Stadt soll in G r ä s e l f i n g bei M ü n ch e n erbaut werden und umfaßt ein Areal von zirka 300 Tagwerk, das bereits erworben »vurde. Ein besonderer Magnet dürste— so hofft der„Propaganda- bund Parkstadt Esparanto"— das geplante Festspielhaus werden, in welchem alljährlich Festspiele, Originalstücke und Uebersctzungen klassischer Schauspiele stattzufinden hätten. In dieser Parkstadt sollen sich aber nicht etwa die Esperantisten als eine besondere Kaste unter sich abschließen, sie sollen vielmehr jene zu einer ErziehungS-, Kultur- und Kunst statte gestalten. Jeder ehrliche Freund und An- Hänger des Esperanto kann sich dort ansiedeln. Nicht in letzter Linie »vill diese auch als„Weltbad" berufene Siedelei im Dienste der Wohltätigkeit stehen. Mit ihr wird eine Ferienkolonie verbunden sein, in der Kinder unbemittelter Leute einen angenehmen Sommer- aufenthalt finden sollen. So der„Propagandabund".— Na nu man tau. Reue Fortschritt« der Kinematographie. Die Zerlegung der rasche» Beivegungserscheinungen in ihre Elemente, die den Kernpunkt der Kinematographie bildet, geschieht bei den geivöhnlichen Kmemato» graphen in der Weise, daß auf je eine Sekunde etwa 15 Aufnahmen kommen. Diese Zahl eriveist sich jedoch als völlig ungenügend, um solche Erscheinungen, wie Jnseklenflug. Fall eines Wassertropfens, Beivegung eines Flintengeschosses u. a. m. zweckmäßig darzustellen. Dazu benötigt man Hunderten sogar Tausenden von Ausnahmen pro Sekunde. Diese Aufgabe ist nunmehr dutch Konstruktion eines „ballistischen Kinematographen" gelöst. Der zweckmäßigste dieser Apparate ist von zwei deutschen Physikern, Granz und Glatzel, gebaut. Er ermöglicht eine Steigerung der Zahl der Aufnahmen bis zu 100 000 pro Sekunde. Eine Trommel von 89 Zentimeter im Umkreis rotiert mit einer Maximalgeschwindigkeit von 9000 Umdrehungen in einer Minute; sie ist von einem Film, worauf die Aufnahmen gemacht werden, um- wickelt. Durch einen Wechselstrom von sehr hoher Tourenzahl, wie er in der drahtlosen Telegraphie gebraucht wird, erreicht man eine entsprechende Häufigkeit in der Beleuchtung mittels elektrischen Funkens. Mit 0400 bis 92 000 Aufnahmen in der Sekunde wurden die Vorgänge bei der Funktionierung einer automatischen Pistole auf den Film gebracht; das Eindringen des Geschosses in ein mit auf 100 sozialdemokratische Reichstagswählerstimmen 32 Mitglieder der Organisation. Im Wahlkreise hat die Parteipresse 10 500 Abonnenten. Die gesamten Einnahmen der Kreiskasse betrugen 23 040 M. Nach einem Referat des Parteisekretärs Rink über die Aufgaben des bevorstehenden Parteitags wurde beschlossen, der Beitragserhöhung auf 10 Pfennig rcsp. 5 Pfennig zuzustimmen. Der Parteiausschuß wurde abgelehnt. Dafür soll der Partei- vorstand um mindestens fünf unbesoldete Beisitzer verstärkt werden. Die politischen Rechte der Kontrollkommission sollen erweitert wer- den. Alle Mitglieder unscrer Reichstagssraktion sollen das Recht haben, auf dem Parteitag anwesend zu sein, aber ohne Stimmrecht. Der Frauentag soll alljährlich im März stattfinden. Zur Kreisversammlung im 1. württembcrgischcn Wahlkreise. In unserer Mittwochnummcr brachten wir einen Bericht über die am Sonntag- in- Stuttgart abgehaltene Fortsetzung der Kreis- generalversamnilung für den 1. wiirttcmbergischcn RcichStagswahl- kreis. Zu diesem Bericht erhalten»vir zwei Einsendungen der Gc- nassen B r ü S n-e r- Vaihingen und H i l d en b r a n d- Stuttgart. Genosse Brückner betitelt seine etwa 200 Druckzeilen um- fassende Zuschrift:„Wie schafft man im 1. württembergischcn Reichstagswahlkreise ein Kreissekretariat?" Wir müssen, es ablehnen, die nur örtliches Interesse beanspruchenden Differenzen über die Schaffung des Stuttgarter Krcissekretariates in voller Aus- sührlichkeit zu erörtern. An sachlicher Richtigstellung entnehmen wir der Zuschrift des Genossen Brückner, daß nicht, wie es in unserem Bericht heißt, die Sonderkon ferenz„unter Führung der Beaintcn des Hauptvorstandes des Metallarbeiterverbandes Brück- ner und Hüglin" ihre Beschlüsse gefaßt habe, sondern daß die Kon- ferenz in Nachahmung einer früheren Sonderkonferenz der anderen Richtung von einigen ländlichen Vereinen, in denen kein Ange- stcllter des Metallarbciterverbandes wirkt, veranlaßt sei. Tie Konferenz, die den Genossen. Hüglin als Leiter wählte, habe auch nicht den. Beschluß gefaßt, die Beitragszahlung an den Kreis einzustellen, sondern beschlossen� daß eine GeneraldiSkufsion über das Sekretariat und den Entwurf auf der Kreisversammlung ver- langt werde. Genosse Karl Hildenbrand schreibt: „lieber die Kreisgeneralt�rsammlung des I. württembcrgi» sche.i Wahlkreises am Sonntag, den- 25. August, veröffentlicht der „Vortvärts" in seiner Nr. 200 vom Mittwoch einen Bericht, der in allen leinen Teilen eine beabsichtigte Irreführung der Leser des„Vorwärts" ist. Ich beschränke mich darauf, nur das zu be- richtigen, was mich angeht. Ich»var aufgefordert worden, über die bevorstebenden Landtagswahlen zu referieren und besprach in einem% stündigen Vortrag die seitherige Arbeit der Sozial- demokratie in unsercme Lande, die Arbeiten der Fraktion umd , deren Wirkung aus die Bevölkerung. Wie es meine Pflicht ist, besprach ich zum Schluß auch die politische Konstellation, wie sie sich jetzt gestaltet hat und wie die Sozialdemokratie sich zu halten habe, um möglichst gut zu bestehen. Dabei stellt» ich die Tat- fache fest, daß von den ca. 90C0 Parteigenossen der Stadt hoch- sten» 3500 zur Wahl zum Landtoo, berechtigt seien> daß aber die zu wählenden Abgeordneten eine Siiinmenzahl von 13— 14 000 erreichen müßten. Es müßte deshalb mit diesen Wählern ge- rechnet und Fehler vermieden werden. Ein Fehler sei schon dadurch gemacht worden, daß man während der ganzen sechs Jahre dauernden Landtagsperiode von den drei Abgeordneten keinen auch nur ein einziges Mal habe zu den Wählern sprechen lassen, daß man keinem Gelegenheit gab, über ihre Tätigkeit im Landtag Bericht zu erstatten. Es würde ein zweiler Fehler sein. wenn bei der Ausstellung der Kandidaten,' wie bei der letzten Ge- meindcratewahl. keine Rücksicht aus die Wählerschaft genommen und ohne Grund J)ie seitherigen Abgeordneten einfach abgesägt bei den Vorbc- eine große Vsr- Vorwärts" wird und dem Be- er Leser rd. ist »verden, sollten. Die Parteileitung trage rcitungen zur Wahl der Gesamtpartei gcgc» antwortung. Damit vergleiche man das, was den: über meinen Vortrag von dem Berichteisstatte man wird mir recht geben, tvenn ich behau___ richtcrstatter nur darauf ankam, mich in den! herabzusetzen. Daß dazu der„Vorwärts" mif bedauerlich." Um unseren Lesern den vom Genossen Hildenbra ten Vergleich zu erleichtern, lassen- wir die auf Referat bezüglichen Sätze ststgew. Es heißt dgrüber' Bericht: „Ueber die Landtagswahlen referierte Reichstags-, tagSabgeordneter Genosse Hildenbrand. Er führte u. a.u Statt den Abgeordneten Vertrauen entgegenzubringen, Politik der Aneiserung zu treiben, habe man eine Politik der geiferung der Abgeordneten getrieben. Wutu gehe mit dem Plane um, die bisherigen Stuttgarter AhgÄtteeten durch neM j Männer zu ersetzen. Man solle aber WMW» baß man zur" Trtaift;!'! (PO ■mm, Wasser gefüllte« Bleigefäß konnte schon bei von 8400mal in der Sekunde photographiert Humor und Satire. Schnupfenfieber. Höstscher Feste Staatsaktionen, Wird er sie mit Orden lohnen? Fährt er zu den Glanzparaden Schweizerischer Demokraten? „Der Kaiser hat den Schnupfen I" Langer Spalten Rührelstase Von der Hochwohledlen Nase! Wird fie unfern Diplomaten Bei den Ränkespielen schaden? „Der Kaiser hat den Schnupsen l" Mag der Plebs vor Hunger winseln, Blaue Bohnen diesen Pinseln, Wichtiger ist ohn zü fragen Das Befinde» hoher Magen. „Der Kaistr hat den Schnupfen I' Bruno S ch o e n! a n k. Notizen. — Jm„ZirkuS Hülsen", genannt: königliches OpernhailS, herrschen sonderbare, wenn nicht vorsintflutliche Rcchtsanschauungen. Auf den neuen Programmen hat die Generalintendantur einen Ver- merk anbringen lassen, daß im Fall einer Aenderung in der ange- kündigten Rollenbesetzung weder Preisermäßigung, noch Rücknahme, noch Umtausch der gelösten Einiriilskarien erfolgen könne. In einem Fall nämlich vom vorigen Winter, wo es sich um ein abgesagte« Gastspiel des Sängers Jadlowker handelte, hat sich die Intendantur trotz Klageandrohung gelveigert, weder die Karten umzu- tauschen, noch das Geld dafür zurückzuzahlen— ivas zwar echt junkerhaft sein mag. aber gegen die guten Sitten verstoßt. Es ist ein Vertragsverhältnis, das die Theaterleitung mil dem Billett» käuser eingeht, indem sie das Auftreten eines bestimmten Künstlers verheißt. Kann sie den Vertrag nicht halten, so steht ihr kein Verfügungsrccht mehr zu über das gezahlte Eintrittsgeld, und dies muß auf Anfordern wieder zurückgezahlt werden. Die General- intendantur scheint dergleichen fiir unnötig zu erachten. Dem Pu- blikum aber, das den höfischen Kunsttempel bevorzugt, geschieht ganz recht, wenn eS sich bevormunden und neppen läßt. »»Die Cäcilienmusikgesellschaft in RapperS- wyl(am Zürichsee) feierte das Jubiläum ihres 175jährigen Be« standes; sie wurde am 21. August 1737 gegründet. Wahl nicht«Hr©Htttüten ker Parsei'a�Aolsew ste?rBarsitze ride, Magistratsrat Dr. Gordan, an ! Frage, warmn er seine Zeugen, nicht gleich in dnd der| gegang, Wege U hnnmt im Staate Massachusetts. von je den Ruf hat, in kultureller Hinsicht ich zu sein, das auch in der Schaffung eines Ucbcrwachung dienenden Arbeitsamtes voran- t nun wenigstens einen ersten Schritt auf dem Regelung des Lohnsatzes getan. Nachdem durch ngen die' Unzulänglichkeit der in vielen Industrien ge- räucnlöhne festgestellt worden war, wurde eine Kam- eingesetzt, die eine» Entwurf betr. Schaffung eines von Lohnämtern mit dem Rechte zwingender Festsetzung indestlöhnen für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter egte. Jetzt ist von d iwurfs, aber mit dem schlusscs zwingender Vesngn„..... den, die nur durch moralische Einwirkung und Beeinflussung der öffentlichen Meinung in dieser Richtung wirken soll. DaS neue Gesetz, das am 1. Juli 1913 in Wirksamkeit treten wird, bestimmt die Einsetzung einer Minvestlohnkommssion, die Lohnämter für solche Industrien einsetzen kann, in denen nach vorgenommener Untersuchung die Löhne sich als unzureichend für Ernährung und Gesundheit herauS-Kstellt haben. Die Lohnämter sollen aus mindestens je 8 Vertr-t�n der Arbeiterinnen der In- dustrie und der Arbeitgeber bestetl-'i, denen höchstens ein Viertel der Gesamtzahl als unparteiische �rtreter der Ocffentlichkeit zur Seite gestellt werden. Die BesteR.liig des Vorsitzenden lvie die Regelung des gesamten Wahl- im» Verhandlungswesens ist©ache der Kommission. Auf Antrag hat jedes Lobr-omt für seine Industrie einen Mindestlohn. Zeit- oder Stückloh-» unter Zugrundelegung durch- schnittlicher Arbeitsleistung für cr»�»ckisene Arbeiterinnen, Jugend- liche unter 18 Jahren und Lerne�e zu berechnen und mit Be- nciinung der Unternehmer, die w-.»iiger zahlen, der Kommission mitzuteilen. Sie hat die benannh-'i Arbeitgeber vorzuladen und nach öffentlicher Verhandlung die»-dgültigen Sätze zu bestimmen. Danach wird dieser Lohnsatz zusom— en mit den Rainen derjenigen Unternehmer, die sich ihm nicht fü»°n wollen, und den von ihnen bezahlten Mindestlühnen in minde�ns vier Zeitungen jeder Gras- schaft bekanntgemacht. Ausnah»»- kann stattfinden für solche Unternehmer, die eidlich erklären,>"ß durch Zahlung der Mindest- löbne ihr Geschäft in Gefahr iom�* Die Abänderung festgesetzter Löhne erfolgt aus Antrag Beteiligter in derselben Weise. Die Kommission hat das Recht. Zeug«, zu laden. Eide abzunehmen und die Lohnbücher usw. der Unwrnehmer einzu,cheu.«le kann fcic Zeitungen durch Strafe zur Ausnahme ihrer Bekanntmachungen zwingen. In Industrien, di« überwiegend Arbeiter unter 18 Jahren beschäftigen, kann für>-iese die gleiche Festsetzung er- folgen. Es wird sich zeigen müi-»n, ob das Gesetz, wie bei der Skrupellosigkeit zahlreicher Unteik�hmer leicht anzunehmen ist. „weiße Salbe" bleiben wird, oder et> die Beeinflussung der offtnt- lichen Meinung, die sich dort durch die Konsumentenligen und ihre weißen Listen schon öfter im Sinne besserer Arbeitsbedingungen geltend gemacht hat, ausreichen wird, um durch moralische Mittel und nötigenfalls durch Boykott- das Gesetz wirksam zu machen. Jedenfalls bedeutet die Einsetzung der neuen Behörden und ihre Feststellung der vorhandenen wie der zu fordernden Lohnsätze eine Stärtung der Arbcitersache, zumal die Einfügung der zwingenden Kraft der Beschlüsse und die Beseitigung anderer Mängel unschwer im Rahmen des Gesetzes möglich ist. Vorausgesetzt, daß die organi- siertc Ardeiterschaft soviel Interesse für die Lage ihrer am tiefsten stehenden ArbeitSgenosscn aufbringt, um auf eine ernsthafte Wirk- samkeit der neuen Einrichtungen hinzuwirken. Huö aller Alelt. (lnternekmer als agents provocateur. Eine großes Aufsehen erregende Meldung, die ein grelles Licht auf amerikanische Unternebmerptaktiken wirft, wird dem Londoner „Daily Chronicle' aus Boston telegraphiert. Dort hat der Millionär P i t m a n. Eigentümer mehrerer großer Webereien, durch Selbstmord seinein Leben ein Ende gesetzt. Kurze Zeit vor seinem Tode soll er ausgesagt haben, daß ein mächtiger Verband von Webereien im Staate Massachusetts vorhanden sei, der sich gebildet habe. um den Syndikalismus und die Ausstands beweg»ngen ernstlich zu bekämpfen. Zu diesem Ztvecke soll der Verband Banditen angenommen und bezahlt haben, um FeuerSbrün st e anzulegen, Dynamit- attentate zu verüben und Schlägereien zu organi- sierrn. Diese verbrecherischen Maßnahmen haben beispielsweise bei dem Ausstand in LoWrriice zu großem Unheil geführt. Die Methode, duich v�ähMBerbrecher die Arbeiterbewegung zu diZkrcdltlereu,' VOoztalistengesetzeS verschtedent- lich mit uieljt. tfWt ilCT®r1jtTolg geübt worden. Wir erinnern nur an die. LvckAWk�iiA p�i und Schröder, an den Polizei- tommissai'Hp�ikWmu lfh aus Mülhausen, dessen wüste Lock- spitzelet i» tfrtjSfjjroelz schließlich zu seiner Verhaftung führte, an den Zuchthä-�M Schmi dt auS Dresden, der im Austrage der Polizei in Mrtch„wirkte", a. a.„Wühlen Sie tüchtig darauf loSl' war der Schlachtruf preußischer Polizeibeamter. unter denen stch das klägliche Spitzelgesindel zu provokatorischen Heldentaten sammelte, wie auch preußisch« Polizeigelder reichlich flössen, um anarchistische Blätter zu subventionieren und Dynamitattentat« vorzubereiten. Die von den aiiierikanischen Unternehmern geübte' Propaganda ist also weder neu noch zu unwahrscheinlich, wenn fie auch im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten größer» Dimensionen ai, nimmt. Die verbrecherische Taktik zeigt aber, welche Mittel die Kapitalisten be« nützen, um eine noch größere Ausbeutung ihrer Lohnsklaven zu er- zielen. Die Antwort eines jeden denkenden Arbeiters kann nur sein: Hinein in die Organisationen der klassenbewußten Arbeiter- schaft I_ Wieder ein schweres Grubenunglück. Auf der Zeche Alma in Gelsenkirchen, zur Gelsen- kirchener BergiverkS-Akttengesellschaft gehörend, ereignete sich ein Grubenunglück, bei tvelchem fünf Bergleute ge- tötet und einer schtver verletzt tvurde. Man ist auf dieser Zeche mit dem Abteufen des Schachtes 5 beschäftigt. Der Schacht ist bereits btS zur achten Sohle niedergebracht und sollte als Füllort anSgeschossen iverdcn. Als Füllort be- zeichnet inan diejenigen Stellen am Schacht, Ivo die Kohlen- »vagen auf den Förderkorb geschoben und auch die Bergleute bei' der Ausfahrt aus der Grube den Förderkorb besteigen. Vvn der Stelle an,>vo das Füllort auLgeschoffen werden sollte, war der Schacht noch 16 Meter tief. Im Schacht war eine Bühne angebracht, auf der die Bergleute standen nnd ihre Arbeit verrichteten. ES waren mm Sprengschüsse abgetan worden, so daß die Bühne schwer mit Steinen belastet ivar. Als die Bergleute tvteder die Bühne beträte», um aufzuräumen. brach sie»inter der Last ein; sechs Berg- arbettcr stürzten tn die Tiefe, fünf wurden getötet und einer schtver verletzt, während zwei, die daS Schwanken der Bühne bemerkt hatten, sich durch Festhalten an einem Seile retteten. » Auch zwei»vettere Grubenunfälle, die sich im Laufe des gestrigen Tages ereignete», zeigen die dringende Notwendigkeit, den Forderungen der Bergarbeiter nach wirklichem Arbeiter- schütz sofort Rechnung zu tragen. Auf der Zeche„Teutoburgia" in Solingen stürzten zwei Bergleute tn einen Pfeilerba.u. Beide waren sofort tot. Auf der im Bau begriffenen Zeche„Sachsen" bei Essen stürzte ein Steinkorb in die Tiefe. E l f Arbeiter wurden verletzt, darunter mehrere s ch w e r._ Wie man Zeugen beseitigt. Die Polizeiverbrccher tn N e w D o r t versncben nach wie vor, die Untersuchung über die Ermordung deS Spielhöllenbesitzers Rosenthal zu durchkreuzen. Unbequeme Zeugen werde» bedroht und waS dergleichen polizeiliche Kunstariffe mehr find. Jetz't hat nach einer Meldung and New gork einer der Hauptzeugen im Mordpcozeß Noleulhal New Dort verlassen und sich nach Europa etngeschisft. Die Polizei hat diesen Zeuge», einen gewissen Carte, mit dem Tode bedroht, fall« er gegen sie aussagen würde, und der Bedrohte hat es daher vorgezogen, lieber nach Europa zu entfliehen, als das Schicksal Rosenlhals zu teilen. Radikaler Wanzentod. Auf eigenartige Weif« ist der in Marseille lebend« Italiener Amicarellt Jonat umS Leben gekommen. Jonai halte von feinen Arbeitskollegen gehört, daß der Rauch von offen verbranntem Dynamit ein ausgezeichnete« Mittel gegen Wanzen sei. Er besorgte sich daher von dem Steinbruch, wo er beschäftigt war, zwei D y n a m t t p a t r o n e n. die er vor dem Schlafengehen unter sein Bett legte und mit einer Zündschnur in Brand setzte. Unglücklicher- ivcis« hatte er aber vergessen, de» Verschluß der Patronen z u l ö s e n. Im nächsten Augenblick erfolgte eine furchtbare Explosion, und das ganz« H a n S samt Bett und seinem Insassen flog indieLust._ Kleine Notizen. Eine Grube versoffen! Da» fiskalische Bergwerk Potsdam in Gladbeck auf dem 600 Mann Belegschaft beschäftigt sind, ist durch plötzlichen unvorhergesehenen Wassereinbruch am Freilag der- soffen. Die Arbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Da« Weisser steht bis 50 Meter unter den Sohlen» stiegen. Die Pumpe» sind machtlos. Imme»»ieder Pilzveigistlingeu. In Kunersdorf i. Schi. ist die ganze Familie ReiSmack an Pilz vergiftuna erkrankt. Zwei Mädchen im Alter von sechs und acht Jahren sind bereits «storben, zwei weitere Kinder und die M u t t e r liegen werkrankdanieder. Krieg im Friede». Aus dem Manövergelände bei H ll n f e l d verunglückten beim Exerzieren drei Soldaten des 11. Feld« artillerieregiments Kassel. Einer wurde getötet, die beiden anderen schwer verletzt. Die Rache der Betrogenen. Aus Nizza wird gemeldet: Die Sängerin Madeleine Grondona hat de» ans russischer Familie stammenden Nikolaus v. I k'a wetz, der sechs Jahre lang ihr Ge« siebter war, durch fünf Revolverschüsse getötet, weil Jkawetz ihr seine vor mehreren Monaten erfolgte Berheira.tavg v e r b c i m l i ch t hatte. Die Pest. Wie ein Telegramm aus Astrachan meldet, find in einem Dorfe des Kreises Tschernojarsk fünf Pest fälle mit tödlichem Ausgang vorgekoinmen. Wir suchen für unsere Fabrik ckiriirgiscker Hohlnadeln 2 Rohrzieher, Spitzcnanzieher, Glänzer, Schmirgler und 1 ftr« auS- gebildeten Kanülenmachcr sowie la bewährte Kraft als Meister. 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Was nun? — VII. Der Imperialismus und die Lage der Arbeiterklasse: 1. DaS Weltrüsten und seine wirtschaftlichen Folgen. 2. Die Imperialtstssche Ausdehnung und die Lage der Arbeilerklasse. g. Imperialismus und Sozialresorin. 4. Imperialismus und die Demokratie.— VIII. Der Kampf gegen den Imperialismus. Warum korclert uaä�raucdt msa Tag- Zigaretten? Weil dieselben von orgfunislertefi Arbeltern der hergestellt werden. Tarifmäßige Löhne. Garantie für beste Qualität. Vertreter fhr Groß-Berlin: P. Borsch, Engelufer 15. Zigaretten und Tabake en gros. Rmtonien-flim 57 Elohe-BflCett|Q£_ ESoh« Kredenz QQ_ mit Schnitzet oi mit Schnitzerei öw# 50 Speisezimmer am Lager. Viel Gelegenheitskäufe. Berliner Credit-Haus Jag* Kommandantenstr. 67. �WA l-V ja n z Abraham Btaib. Mcssina-u.Römertrank-Kell. N 4, Barlalgtr. 8», Fernsp. Kgat.13708 IErs Erscheint 2 mal öchentlich. BezugsquelEen-Verzeichnlss fillfffh Seiter- u.Limonad.-Fabrik UttlHll, Thaerstr. 44. T.A.7. 8176. Sdhütze, E., Weberstr. 15». 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Pollmann, Lolbriugerstr. 60. Wende, A., TuoÄMl Po.Vhc. A Seydelstraße 18. l\ClLliet rt. Lief. allerKassen Fritz Selbe, Sclöselerg, Ilsoplatr. 18 Fr.Schulte, Adlershof, BistnerckeCS Zaremba f Beerdig.-Anat., Sargm.) Bredlowt�crawafiwM��nrtkeHrfs A. Butti, Zorndorfer Str. 23. Otto Büttner, Xeokiiila.KingbahnsL 3 t. BCirfhn, Nklla.,BohenzoUernpl.ll . rilUlül Buckow a. Bild. Kraakennans. Maxfoclirffi�Äi... no Hiekel, Fr., Gr. Hamburgcrst. 87 Moldt, Fritz, Kklln., ReutcrplaU. Gast. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Petermeler, Strelitierstr. 8. Peter-Schley, Wilh., Zceeiweritr.l 1. W. Urban, I1ans?u°?.�?ei?"ea.k, 2«» rBsloucht.-LsgSnat. � öllNIKl, 6. kais.Fricd'r'-St.« [ail ilainöW..«trB.Äu. Büttner, A., Danzigerstr. 96. Scliranuaar, lt., pt"t.na ( Berutakleldung*) M. Bertram, Norden, Maxsir. 17. Keiner, Otto, Gerichtstrafie 86. WecksrA. JfllileDllaDlin Z. 1 Landbrot- Sroilbackepel O. Senf, Ndif. Krug, Waldstr.4 Hermann Lebelt, Hussittenstr.SS Alfred LI er, Wielefatr. 36. 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HSselerst. 16B Bcerzclfid»tr..i.Knnioi«tli«alnlit.7k os" Wagc-nkaecht, Ulogausrsl. 17 Albert Wiese, Kolonlostr. 31. E. Woltf, Gruner Weg 76. Heinrich Wittler Ptmf eralckek Srlwarzlrsl-». Bim«,,- brot-Falrlk. I. II, 3213. MaxMr. 7. Terkourislfll. l.all.Ofgtnd. Grol-Bsrlini Bsdeanstalten ) Arhoua-BaSTTnklamer-ötr. 34. Augusta-Bad, Köpeaick.-Str. 60/61 Landabcrgentr. 107 Gollnowstr. 41. Börgerbad � 4� r*|-s« 4 Bad, Münzatraöe 2. «. 1 1» TA. Kusscnlicfcrant. Anze�rÄr. 25, Hausa-Iiad, Chlltlg.M ilmer.woä.Fric4r.- K.Primtarat. { Butter, Eier, KSae J BtiUerliandiung J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. OeBohlLfte Dresdencrst. 97, Blücherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzugspreise, iuntrock, W7 Wagnci - p Nkiln., Bergstr. 42. Damenm., Pelzw. 1 Untenstehende Geschälte J�empfehlen�ic�� Paul Zutermann KouftkUoiibsu— Cbtun.Mtr. BS f Damonkleldorstotlo) MI! Dannefflann 0r'ieonBtr- { Drogen u. Farben) Adler-Drogerie, 0.,M&ggel»tr.8. Artelt, Kurt, NkllB.,Reuter8tr. 43/44 A poth. 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Um den werten Besuchern etwas Besonderes zu fL'eten, haben sich die Herausgeber dieses Bildes, * ereinigte Theater, Hagen& Sander, Bremen, entschlossen, ein Preis«Ausschreiben zu veranstalten und setzen dafür fünf Preise im Gesamtbetrage von 500 Mark für die beste, d. h. die interessanteste und kürzeste Beschreibung des Films Christoph Columbus aus. Die Preise sind folgendermaßen festgesetzt: 1. Preis 850 M., 2. Preis ISO M., 3. Preis OO M., 4. Preis 85 81., 5. Preis 15 81.— Das Preisrichter- Kollegium wird aus fünf unparteiischen Herren zusammengesetzt sein, welches aus Lehrern Kanfleuten besteht Hervorragendes Theater-Orchester sowie sinngemäße Begleitung der Bilder unter Leitung das Herrn Musikdirektors E. Eauklcn. Anfang: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Reederei Kahnt& Hertzer. Telephon: Königstadt 2062. Atlrtung! T-npih Mittwoch, den 4. September 1 Mittwoch, den 11. September) Abfahrt Waisenbriicke 7I/i Uhr vorm. Sonntag, den 1. September 1 Abfahrt Waisenbrücke Sonntag, den 8. September) Tl, Uhr vorm. HInu. zurück L M. Fahrscheine sind auch vorh. In unserem Kontor zu haben R.OCISCHER• GARTEN W Großes Militär- Doppel-Konzert. Heute: _ Große FesHieieueiitung. Kl n tritt 1 Mark. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte Reederei Kahnt& Hertzer Morgen Sonntag: Extra billige Oampferfahrlen nach Voigts Krampenburg �"hwK Abfahrt früh 9 Ubr und nachmittags 2 Uhr ab Waisen-Drlleke. Fahrpreis hin und zurück 80 Ps., Kinder die Hälste. 39312 Sonnabend, den 31. Anpail er, Schüicr-cuMllilärvorrtcllaznjcn, Fcitvorslcllunfcn ts RchmcD do Qcuuni■ Procremmca> SThcodor Komcr patriotüchcj KoIomaI- Gcxn&ldc 1500 Darsteller darunler das L Garde-Dragoner� Regiment in bist Uniformicrun� 7, Die teMmte Oerlina- Presse und dtc FBnueasur- j '"'de«peadet diesem Meisterwerk der Inszcnicrun�skuml begeistertes Lob. Passage-Thealer. Gustpiel der Sieben SpaUnaachcr Heute Premiere! !„Da tut sich was." Große Metroparodio-Kevue 1 nach dem Englischen aus dem Französischen ins Dämliche ubersetzt von Schmolius Feind, | Musik von Victus Limburgep, in 1 Szene gesetzt von Direktor Ricarda Shouliscz. Jean Pedro, Fratzi Hassievy, Laatsch Messing, Pepi Pepipi, I Kohu Erzhishop, Luide Quietschet. 1 Pfeifen überall gestattet,! Passage-Panoptikum Prinz ATOM Das kleinste menschliche Lebewesen. | Das Wunder aller Wunder. 1 I Lebend! Ohne EMntree! »in so Q Theater Vie man Männer bessert! Die Original- BCIabrias-Partie Beide Stücke mit Anton and Donat Uerrnfeld In den Haaptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2(Theaterkasse.) Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr.»Die Brieftasche". »Ein peinlicher Zwischenfall«. „Der Dieb". Reiciistiallen-Theater Stettiner Sänger. Men S Die Macht der Töne. Burleske v. Meysel. Ansang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr. Täglich 8 Uhr d. Berl. Leben Casino-'nAsatei» Lothringer Str. 37. Ein lustiges Stück a. Der Großfürst. 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Kirchhofes aus nach dem städtischen f Friedhose in der Müllerstratze, Ecke s Sccstratze, statt. 232/1 Um rege Beteiligung ersucht De»» VorNtand. Deutsciier Bauarbeiter-Verband. I Zwoigverein Berlin. Jim 24 Llugust verstarb infolge j eines Unglücksfalles der Kollege vnbeioi Mittank int Alter von 42 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet ani| Sonnabend, den 81. August, nach mittags 4 Uhr, von der Halle I des Thomaskirchhofs in Rcukölln,[ Hcrmnnnstratze, aus statt. >41/19 Ilde? Vasustand. Am 29. August, früh 5'/, Uhr.I verstarb nach langem schweren I Leiden mein lieber Mann, unser i guter Vater, Schwtcger- und| Grotzvalcr, der Stockarbeiter Oskar �Urath im Aller von 64 Jahren. 6321 i Dieses zeigen tiejbelrübt an Witwe Allrath nebst Kindern. Die Beerdigung findet aui1.Ecp- lemdcr, nachm. 2'/, Uhr, von der! Leichenhalle deS Acuiöllner Fiteh.! Hofes, Mariendoi fec Weg, ouS statt f ?lLen Vcrwatwten, Freunden� ] und Bekannten die traurige Mit- ieUmig, daß mein innigst geltehler j \ Mann, rmscr lieber Onkel Ulbert Borehardt int r'lltcr von SS Jahren 0«, stürben ist. 56A , Die« zeigt tiesdelrübt an älinna ö-ircbartlt. Tic V crdigiing findet Sonntag. den 1. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Firireii.gösen FrirdhosS, Pappel» 2lllce 15/17, aus statt. 8L!ia!l!ev!ekratiseherWMei'e!»j Mer-ßarnim. Ikesilplt f.Ichfenberc. Dcn Gcuofien zur Nachricht, � itttz unser Mitglied Albert ßorchardt vcrv ordert ist■ Öftre fefttcw Andenken! Di« Beerdigung findet Sonntag I uachintttag» 4 Uhr von der Leichen- 1 balle des Freireligiösen Friedhofs, I Pgppcl'Allce 15/17, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 11/17 Tie Bezirksleitung. Zentraiverband Bezirk Ylrosi-Berlin. 2lm.Toiiticrstag. den 29. d.M., verstarb unser Kollege Albert ßorchardt Lichtenberg, Herzbergstratze 126. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den t. September, nachmittags' i Uhr, auf dem Friedhof der Freiretigiöscit Gemeinde, Pappel- 'Allee, statt. Um rege Beteiligung ersucht 205/13 Die Orlsverwattung. Sozialdeinokrat.Waliiyereinl.den Herl. Reiehsiags-Vablltreis. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, datz unser Genosse, der Maschinist k<3rl Hesse wohnhast Nitterstr.7S, gestorben ist. Ehre feinem Nndeuken: Die Beerdigung findet Sonntag. den 1. September, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi-KirchhofeS, Neukölln, Her- mannftratze, aus statt. ver Vorstand. Mlllmll»«!! döi' �Hsekihistei! nnil Beizer sowie Berutsgenossen Dcutscbl. Verwaltungsstelle GroS-Berlin. Todes- Anzcfffe- Am Mittwoch, den 28. August. verstarb plötzlich unser langjähriges Mitglied, Kollege Karl Hesse. Ehre seinem Anbeuten! Die Beerdigung findet Sonn- tag, den 1. September, nach. mittags 5 Uhr, von der Leichen- balle des neuen Jakobi-Kirch. hoseS, Ncutülln, Hermann'ratze, Ecke Wartheilratze aus statt. Rege Beteiligung erwartet 146/7 Die OrtSverwaltnng t VeM der Gemeinde- li. Staatsarbeiter. Filiale Orofi-Berlln. Durch be» Tod ist uns eines | unserer Mitglieder, der Kollege iAu�ust Koppen, welcher im Betriebe der Ge- meinde Reinickendorf bcschästigt war, entrissen worden. Wir werden ihm ein ehrendes 'Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Sonniag, den 1. September, nachm. 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Gcntcinde-FriedhojeS m Zietnickendors, Hümboldtstratze, aus statt. 35/9 Die Ortsvorwaltuug. Allgemoioe Kranken- u Sterbe- kas-e der aeutschen vrechsler und deren Berntsgenossen --(E. H. 66, Hamburg). BettonttniigSstelle Berlin A. Den Mitgliedern hierdurch zur Ziachricht, datz unser Mitglied franz Larlmaim am 27. Zlugust verstorben rst. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonn- abend, den 3t August, nachm. 5''/, Uhr, von der Leichenhalle des Auserstehungs-Kirchhoses, Weitzen- fce, Lichtenberger Weg, aus statt. _ Die Ortsverwaltnng. Danksagung, Für den zahlreichen Besuch bei der Beerdigung meiner lieben Frau Bort» Itaokstela sage meinen herzlichsten Dank, inS- besondere dem Verbände der Buch- drucker und den Kollegen der Firma Kämmerer. 5iatknn Wand IIS» Skaliper Str. IL». HochbahnstatioitKotthnserTor. Sitte Im eigenen Interesse auf Hausnummer zu achten. s Diese Woche eines Riesenpostens echter, reich gestickte! Hs-GaMe! Die betten Sommer- Paletots und 4—500 getragene Anzüge sür Herren, Smottng-Anzüge, Frack- anzüge, sowie von Kavalieren ge- tragene, snstitcueSachensa.Seldc), für jede Figur passend, tu grSSter Auswahl z. nnübertrofien 126/3' biHiKe» Preisen. ItTr.,dcshaldpillig«r wie im Laden. MehilieMN.'lÄ'.'-nsi "Rauch-h � % rrt sin Cuaagj TMANN ,4 Hohrenstrasse 37a(nahe JerusalemerStr.) Gr. FranKf urler Stt 115(nahe Andreassir.) 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Zweiter Vortrag über Verfassungswesen.— Macht and Recht. Bin offenes Sendschreiben. Neue Auflage. M. 1,—(Vereinsausgabe M. 0,50) Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine Verteidigungsrede vor dem Berliner Kriminalgericht gegen die Anklage: die besitzlosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. M. 1,—(Vereinsausgabe M. 0,40) Meine Assisen Rede, gehalten vor den Geschworenen zu Düsseldorf am 3. Mai 1849 gegen die Anklage, die Bürger zur Bewaffnung gegen die königl. Gewalt aufgereizt zu haben. M. 0,40 Arbeiterprogramni. Heber den Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. M. 0,75(Vereinsausgabe M. 0,30) Die indirekte Steuer und die hage der arbeitenden Klassen. Eine Verteidigungsrede vor dem Königlichen Kammergericht zu Berlin gegen die Anklage: die besitzlosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. M. 1,50(Vereinsausgabe M. 0,60) Offenes Antwortschrelben an das Zentralkomitee zur Berufung eines Allgemeinen deutschen Arbeiter Kongresses zu Leipzig. Neue Auflage. M. 1,—(Vereinsausgabe M. 0,40) Herr Bastlat Schulze v. Delitzsch, der ökonomische Julian, oder Kapital und Arbeit. Mit einem kritischen Vorwort von Ed. Bernstein. M. 1,— Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiterklasse. Zu seinem vierzigsten Todestag. Von Eduard Bernstein. Mit einem Lichtdruckbild Lassalles. M. 1,—(Vereinsausgabe M. 0,50) Intime Briefe an Litern nnd Schwester. Herausgegeben von Eduard Bernstein. Nebst einem Anhang: Zwei Briefe Lassalles über Liebe und eheliche Treue. Zwei Briefe Sophie v. Hatzfeldts an Angehörige Lassalles. M. 3,— Borjnbrige elegant(§encnanjögt Und PalelolZ ans feinsten Matzitoncn SO— 40 Mari, Hosen 6—14 Marl. Sflerfatibbauä ffiermama, Unter den Linden 21._ 1288S1* Teppiche. Prachtstücke(Farben- feblcr). für halben Preis. 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Serltu Li«. 3t Ktilage in Lmiirls" Kerlilltt Nolksblatf.-«.k.» N Am Z-M-s w 8 M Auglilattlitrbreitllng in Groß-Serli«. Partei-)Zngelegenkeiten. Dritter Wahlkreis. Die Mitglieder der Bezirke 216— 220a werden ersuchl, sich morgen früh 8 Uhr in ihren Zahlabendlokalen zur ftlugblattverbreitung einzusiude». NB. Morgen Sonntag, den 1. September, findet ein AuSflug mit Familie nach Hirstgarlen statt. Treffpunkt daselbst von nach- mittags 2 Uhr an im Lokal zum Aussichtsturm. Der Vorstand. Vierter Kreis. Am Sonntag, den 1. September, findet die Urwahl der Delegierten zum Parteitag und eines Mit- gliedes des Schiedsgerichts für Grotz-Berlin statt. Die Wahl beginnt um 8 Uhr vormittags und endet um 12 Uhr mittags. Siehe Inserat vom Freitag und am Sonntag. Abteilung 35. Der Urwahl wegen findet die Be- sichttgung der Häuser der Arbeiter-Baugenossenschaft„Paradies" in Bohnsdorf erst am Sonntag, den 8. September, statt. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Heute Sonnabend veranstalten die 8., 9., 17., 18. und 19. Abteilung im Voigt-Theater, Bad- ftraße 58. ein S o m m e r f e st. Anfang 4 Uhr. Eintritt im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Chlirlottenburg. Morgen Sonntag früh 8 Uhr: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Stellen aus. Kein Genosse darf fehlen. Der Borstand. Friedenau. Die Flugblattverbreitung findet Sonntag, den 1. September, vormittags von 8 Uhr an von den Bezirkslokalen aus statt. Der Vorstand. Steglitz. Die Protestversammlung findet nicht am Dienstag, den 3.. sondern am M i t t w o cki, den 4. September, abends 8>/2 Uhr, im„Birkenwüldchen" statt. Oie Verlegung erfolgt mit Rück- ficht auf den am Dienstag, den 3. September, stattfindenden Licht- bildervortrag des Bildungsausschusses. Der Vorstand. Lankwitz. Heute findet bei Schulz. Mühlenstrahe. der Lassalle- Abend statt, wozu alle Parteigenossen eingeladen sind. Beginn pünktlich 8Vs Uhr. Den Vortrag hält Genosse Eichhorn. Schmargendorf. Am Sonntag, den 1. September, morgens '/-V Uhr: Wichtige Flugblattverbreitung vom Wirtshaus Schmargen- dörf aus. Der Vorstand. Friedrichshagen. Am Sonntag, den 1. September, findet ei» FamilienauSflug nach Hirschgarten(Restaurant Waldburg) statt. Treffpunkt um 3 Uhr nachmittag» am Eingang zum Kurpart. Desgleichen Sonntag früh: wichtige Flugblaitverbreitung. Kaulsdorf. Sonntag, den 1. September, vormittags 8 Uhr, vom Lokale des Herrn Bobey, Hönower Strahe, aus: Flugblaitverbreitung. Da der Orr Hönow mit zu bcarbelten ist, wollen die Genossen recht- zeitig und vollzählig erscheinen. Die Bezirksleitung. Erkner. Heute, Sonnabend, den 31. August, abends 8'/, Uhr: Oeffentliche Versammlung im„Alten Krug", früher Degebrodts. Ge- nosie Adolf Ritter referiert über„Die neue ReichsversicherungS- ordnung". Pankow. Morgen. Sonntag, den I. September, früh 8 Uhr, von den bekannten Stellen aus wichtige Flugblatt- Verteilung. Verloren gegangen ist die ParteitagS-Sammelliste Rr. 13 041: gezeichnet waren 2 M. Der Finder wird gebeten, die Liste an den Kassierer Paul Lasen, Pankow, Brehmestr. 47/48, ab« zugeben. Der Borstand. Tegel. Sonntag, früh 8 Uhr, von den bekannten Bezirkslokalen aus: Flugblattverbreitung. Nicder-Schonhausen, Nordend. Am Sonntag, den 1. September, morgens 8 Uhr: Wichtige Flugblaitverbreitung. Reinickendorf-West. Sonntag früh 8 Uhr: Flugblattverbreitung von den Zahlabendlokalen aus. Der Vorstand. Borsigwalde-Wittcnau. Am Sonntag, den 1. September, vor- mittags 8 Uhr: Flugblattverbreituug von den bekannten Lokalen aus. Die Bezirlsleitung. Bernau. Die Mitgliederversammlung fällt besonderer Umstände halber heute aus. Morgen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, findet in den Lokalitäten von Salzmann, Basdorfer Strage, eine Familien- Unterhaltung verbunden mit Konzert, Gesang, Damen» und Herren- preiskcgeln, Kindcrbelustignngen usw. statt. Eintrittspreis 10 Pf.; dafür erhält jedes Kind zwei Bons für Geschenke. Bon 6 Uhr ab Tanzkränzchen. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. Die Bezirksleitung. Rosenthal(Wilhelmsruh). Sonntag, den 1. September, vor- mittags 8 Uhr, Flugbialtverbreitung von den Bezirkslolalcn aus. Oranienburg. Am Sonntag, den 1. September er., morgens 7'/z Uhr, von den Zahlabendlokalen aus-Flugblatt« Verbreitung._ Die Bezirlsleitung. Berliner IVacbncbtcn* Au der Peripherie der Großstadt. Der Sommer packt diesmal seine Siebensachen zeitiger zusammen, als in früheren Jahren. Man merkt es besonders an der Peripherie der Groszstadt, wo die Straßen nicht bloß Von eintönigen Steinkästen flankiert sind, sondern auch noch ein paar Büsche und Bäunie vegetieren. Gelb und welk hängt ihr Laub. Blätter rascheln am Boden. Und die von den Stürmen und Regengüssen der letzten Tage arg zerzausten Balkonblumcn— die„Gärten" des Großstadtproletariers— schauen trostlos drein. Run hofft man auf den Nachsommer-, er soll, wenigstens zu einem kleinen Teil, gut machen, Ivos die zweite Hundstagshälfte gesündigt hat. Man braucht nur an einer freien Stunde ein wenig durch die Straßen am Wcichbilde der Stadt zu schlendern und die Blicke umherschlveifen zu lassen. Mit liebevoller Sorglichkcit sind jetzt viele Finger an der Arbeit. Umgewehte Blunien- stäbe ivcrden gerade genchtet, zerzaustes Rankenwerk wird entwirrt, gilbende Blätter werden entfernt. Jeder sucht seine Kästen und seine Töpfe in„Ordnung" zu bringen und ihnen ein einigermaßen sommerliches Aussehen zu geben. Denn an der Peripherie der Stadt, wo die Bauten reicher an Schein. denn an Stein sind, gelten die Balkons mit ihrem schlichten Blumenschmuck als schönste Haiiszicr. Die freie Natur, die der Großstadtarbeitcr so bitter entbehren muß, sucht er sich in einer Miniaturans- gäbe in sei» Heim hineinzuzaubcrn. Hier rettet er, was für ihn an Natursehnsucht noch zu retten ist. Durch die Baumreihen der Straßenzüge aber ist unerbitt- lich schon der Frühherbst gegangen. Mit roten Fingern hat er an Blattgrün abgestreift, was er erfassen konnte. Kahl und schivarz starren bereits m erschreckender Fülle Aeste und Zweige. Was jedoch noch an Sommerpracht an ihnen hängt, das hat sich in stumpfe gelbe oder braune Farbentöne gehüllt. Ueber den Asphalt den Straßen raschelt nun das abgewelkte Laub. Die Besen der Straßenreiniguug haben zu tun be- kommen, und die riesigen, ungefügen Kehrmaschinen sind flott bei der Arbeit. Die Kinder der Straße aber finden sich auch mit diesem frühzeitigen Welken ab. Sie sammeln die schönst- gefärbten und bcsterhaltenen Blätter, binden sie zu großen, farbesprühenden Büschen zusammen oder vereinigen sie zu kleinen Kränzen, die sie malerisch sich um die blonden Schläfen winden. Ihnen sind die Gaben einer jeden Jahreszeit will- kommen,— auch die des Frühherbstes, der jetzt seinen Einzug an der Peripherie der Großstadt gehalten hat.— Gegen die Fleischteuerung richtet sich auch ein dringlicher Antrag, den die bürgerlichen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung gestellt haben und der lautet: „Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst die gemischte Deputation zur Beratung von Maßnahmen zur Milderung der bestehenden Flcischteuerung einzuberufen zwecks Vorbcrattmg der angesichts der dauernd steigenden Verteuerung des Fleisches und der sonstigen Lebensmittel durch dringende Vorstellung bei den zuständigen Instanzen zu treffenden Maßnahmen." Der Magistrat wird ferner ersucht, die Sitzung der gesamten ge- mischten Deputation zu beschließen und baldigst der Ver- sammlung eine entsprechende Vorlage zur Beschlußfassung zu übermitteln. Der Wettflug„Rund um Berlin". Der am heutigen Sonn- abend und morgigen Sonntag vom> Flugplatz Johannisthal aus ver- anstaltet« Wettflua„Rund um Berlin" führt eine Strecke, deren vier Eckpunkte Johannisthal, Lindenberg, Schulzendorf und Pols- dam sind. Die Seiten deS von den vier genannten Orten gebildeten unregelmäßigen Vierecks betragen zusammen 101 Kilometer. Die Flieger müssen sie am ersten Flugtage einmal und am zweiten Flugtage zweimal abfliegen. Die Wettflüge beginnen an beiden Tagen pünktlich nachmittags um 3 Uhr. Es ist daher leicht möglich, daß Teilnehmer, die über besonders schnelle Maschinen verfügen, bereits kurz»ach 4 Uhr wieder auf dem Flugplatz eintreffen. Polizeiliche Absperrungen am Paradetag. Aus Anlaß der Parade finden am 2. September von 51h Uhr morgens an die üblichen polizeilichen Straßensperrungen statt. Für Wagenführer sind folgende Bestimmungen von Interesse: Wagen mit Tribünenbcsuchern, deren Anfahrt n Stunde vor Paradebeginn beendet sein muß, fahren ausschließlich durch die Dreibund-, Katz- bach. und Ehlauer Straße sowie über die Tempelhofer Chaussee in südlicher Richtung an. Es ist die rechte Seite des Fahrdammcs«in- zuhalten und die linke für den Truppcnmarsch freizulassen. Aus- steigeplatz in Höhe der Tribüne; vorher Fahrgeldentrichtnug. Leere Wagen fahren in Richtung Tempelhof, militärfiskalische Privat- straße, Sachsendamm ab, nötigenfalls unter vorübergehender Be- Nutzung eines provisorischen Halteplatzes auf dem Westfelde nördlich der Ringbahn. Die wartenden Wagen werden nach der zum leichteren Wiederfinden dienenden Auegabe von. Doppelnummer- karten an Fahrgäste und Wagenführer auf dem polizeilich auf dem Wcstselde eingerichteten Wartcplatz aufgestellt. Sie werden dort vor der Rückfahrt von den Fahrgästen bestiegen; eine Vorfahrt an den Tribünen findet nicht statt. Die auf den Tribünenkartcn auf- gedruckten polizeilichen Bestim-mungen sind veraltet und haben daher keine Gültigkeit. Aus Anlaß des Zapfenstreiches im Lustgarten am 2. Sep- tember, abends S'A Uhr, werden etwa von 6!-4 Uhr abends ab ge- sperrt: 1) für jeden Verkehr: die Kaiscr-Wilhclm-Brücke, der Lust- garten, die Schloßbrücke, die Friedrichsbrücke, die Museumstraße, die Fahrdämme der Schloßfrciheit, des Platzes am Zcughause und des Kaiser-Franz-Joseph-Platzes; 2) nach Bcdars: die Straße „Unter den Linden" östlich der Charlottenstraße, der Schinkelplatz, die Straße Am Zcughause und die einerseits von der Behrenstraße, Französischen Straße, dem Werderschen Marli, �andererseits die von der Dorotheenstraße her nach den gesperrten Straßen und Plätzen führenden Zugänge.__ Gegen die Bebauung des alten Botanischen Garten? hinter der Berliner Universität, die eine weilcre Einbauung des kleinen KastaiiienwäldchenS und eine Beeinträchtigung der Luftzufuhr für die Universität bedeutet, hat sich ei» Komitee„alter Herren" der Berliner Universität gebildet, das einmütigen Widerspruch gegen die Unschicklichkeit des geplanten Bauprojekts erbebt. Der Berliner Wald- schntzverein hat sich diesem Protest angeschlossen. Auf dem Bahnsteig plötzlich verstorben ist der Rechtsanwalt BorinSli aus Charloltenburg. Als dieser gestern morgen um ö'/z Ubr den Feriibabnstcig des Lehrter Bahnhofs aufsuchte, fiel er, wahrscheinlich vom Herzschlage getroffen, so unglücklich um, daß er »nt dem Kopf gegen eine Tür schlug und sich eine stark blutende Verletzung zuzog. Ein zufällig ans dem Bahnsteig anwesender Ober- stabsarzt leistete dem Rechtsanwalt die erste Hilfe. Dieser starb aber schon nach wenigen Minuten unter seinen Händen. Von den benach- richtigten Angehörigen wurde die Leiche nach seiner Wohnung über- geführt. AlS„Gefundbetcriu" tritt eine Schwindlerin auf. die es Haupt- sächlich auf Dieusimädchen abgesehen hat. Die Gaunerin erscheint als Handelsfra» und bietet den Dienstboten Spitzen und Bänder zum Kauf an. Sicht sie»im, daß ein Mädchen mit einem„Schönheitsfehler" behaftet ist. oder erfährt sie im Laufe des Gesprächs, das sie immer mit ihnen ankuiipst, daß sie leidend sind, so gibt sie an, daß sie Gesundbeterin sei und durch ihre Fürbstte alle Krankheiten geheilt werden können. Unicr der Vorspiegelung, daß sie mehrere Tage zur Heilung des Leidens beten müsse, crschwindett sie sich klei»»re und größere Geldbeträge. Die„Gesundbeterin, die trotz ihres plumpen Schwindels noch viele Opfer findet, ist zuletzt in, Weste» der Stadt ausgelreteu. Die Adressen, die sie den Mädchen gibt, sind natürlich stets falsch. Die Gauneri» ist klein und schivächlich, hat schwarzes, glattgekämmtes Haar, ei» frisches, bräunliches Gesicht lind eine llcinc' Rase. Sie trug eine schwarze Bluse, einen dunklen Rock und ein kleines Kopftuch. Dachstuhlbrand in der Glcimstraße. In früher Morgenstunde brach gestern in der G l e i»r st r a ß e 42 ei» Dachstuhlbrand aus, bei dessen Ablöschung ein Feuerwehririaiiii vcrmigtückle. Das Feuer herrschte in, Dachgeschoß dcS OucrgcbäudeS und würde mit einer Schlauchleitung bekämpft. Während der Löscharbeiten erlitt der Feuerwehrmann Landes vom 19. Zuge schmerzhafte Brandwunden an der rechten Hand, die ihm von Samaritern verbunden wurden. Ueber die EntstehungSursacht des Brande? konnte nicht? Bestimmtes ermittelt werden. Noch ein Dachstuhlbrand. Durch mehrfachen Alarm wurde die Feuerwehr gestern abend gegen 7 Ubr nach der Neuen Hock- straße 45 im Norden Berlins gerufen, wo wieder ein Dachstuhl- brand ausgebrochen war. Das Feuer hatte seinen Herd im Dach- geschoß des Seitengebäudes und war bei Ankunft der Löschziig« schon so weil vorgeichrilten, daß die Nachbargebäude gefährdet schienen. Die Löschmannschaflen drangen teils über mechanssche Leitern, teils über Treppen gegen den Brandherd vor und brachten das Feuer innerhalb einer halben Stunde zum Steherr. Die AufräumuugZ- arbeiten zogen sich dann noch stundenlang hin. Vorort- �acdricdten. Wilmersdorf. Dir Auslegung der Wählerliste der zu den bevorstehenden Stadt« verordnetenwahlen berechtigten Personen erfolgt in der Zeit vom 1. bis e i n s ch l i e ß l ich 15. S e p t e m b e r im Wahlbureau Gasteiner Str. 11, und zwar werktäglich von vormittags 8 Uhr bit nachmittags 2 Uhr, an den Sonntagen von 9 bis 12 Uhr. Nur der- jenige kann das Wahlrecht ausüben, der in der Wählerliste steht. Versäume also niemand die rechtzeitige Einsichtnahme. Etwaige Reklamationen zwecks Aufnahme in die Wählerliste sind in der vor» genannten Zeit beim Magistrat einzureichen. Für solche Wähler, die verhindert sind, selber Einsicht zu nehmen, haben sich nach- stehende Personen zur Einsichtnahme bereit erklärt: Piche. Halen- see, Paulsborner Str. 25; Adam, Pfalzburgcr Str. 27; Seile, Brandeirburgischeflr. 69; F i s ch e r, Durlacher Str. 8; Bauer, Aachener Str. 27; F. P i e p e r, Berliner Str. 46; K r e s ch k e, Kaiserallee 209; Schilling. Lauenburger Str. 20; Potschieß, Parctzer Str. 2. Schöneberg. In der letzten Sitzung der Gewerkschaftskommission machte der Obmann zunächst Mitteilung von der Einsetzung eines gemeinsamen Bildungsausschußes, in denselben wurden die Genossen Marquardt, Neumaun, Brüuiier, Kaberinann und Schäfer delegiert. Sodann gelangte durch den Geirosien Henkel ein Schreiben der Deputation für Volks Unterhaltungen zur Verlesung. Dein Schreiben ist zu entnehmen, daß die seit einer Reihe von Jahren von der Stadt veranstalteten Bollsunterhaltungsabende sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatten; die Einlaßkarten hierzu waren schon mehrere Tage vor der Veranstaltung ausverkauft. Aus Arbeitcrkreisen ist jedoch darüber Beschwerde geführt worden, daß die Käufer dieser Karten vorivregend den besser situierter, Kreisen angehören. Danrit nun auch die arbeitende Bevölkerung, für die ja in erster Linie diese billigen UnterhaltungSabende ge- schaffen worden sind, bei dein Vorverkauf der Karten mehr Berück- sichtigung findet, ist die Deputation bereit, den Arbeitern in größereir Betrieben und Vereinen eine bestimmte Anzahl von Karten zur Ver- sügung zu stellen. Auf Antrag können Arbeiter in Betrieben und Vereine, die sich zur sofortigen Bezahlung verpflichten, regelmäßig jede Wochen vor Siattfinden der Uiiterhaltunasabendo die vereinbarte Zahl, mindestens 10 Karten a 30 Pf., zugestellt erhalten. Für die Zeit von Oktober 1912 bis März 1913 sind acht Unterhaltungsabende in Aussicht genommen. Anträge auf Bestellungen werden bis spätestens 20. September entgegengenommen. Außerdem ist zur weiteren Auslunst an die Betriebsvertrauensleute der Genosse Henkel, Wartburgstr. 40, jederzeit bereit. Von den Delegierten wurde diese Neuerung begrüßt; eS steht nunmehr zu erwarten, daß reger Gebrauch davon gemacht wird. Selbstmord au? Licbesgram. Als gestern morgen die Frau des in der Neuen Winterfeldtstr. 41 wohnenden Kaufmanns Pinner die Küche betrat, fand sie ihr Dienstmädchen Emma Gager bewußtlos auf dem Boden liegen. Die Gashähne waren geöffnet und der ganze Raum mit GaS angefüllt. Die sofort herbeigerufenen Samariter der Schöneberger Feuerwehr sowie ein hinzugerusener Arzt bersuckiten mittels SauerstoffappararatS die Bewußtlose ins Leben zurückzurufen, was ihnen trotz"einstündigen Bemühen? nicht gelang. Die Leiche wurde nach der Halle in der Maxstraße geschafft. Das Motiv zur Tat soll Liebeskummer sein. Grosi-Lichterfelde. Den Bericht von der KreiSgenerakbersammlung sowie dm von der Generalversammlung Groß-BerlinS erstatteten in der außer- ordentlichen Generalversammlung deS Wahlvereins die Genossen Osburg und Zimmermann. In der Diskussion vertrat Genosse Wenzel die Meinung, daß zu den Generalversammlungen Groß- Berlins die Zahl der Delegierten ganz erheblich eingeschränkt werden müsse. Ein Dclcgiertenapparat von 300 sei viel eher imstande, ein« gehende Beratung zu Pflegen und Beschlüsse zu fassen wie ein solcher von 900 oder gar von 1200 Delegierten. Des weiteren befürwortet der Redner die Aushebung der Zahlabende und wünschte, daß Lichtcrfelde in drei Bezirke eingeteilt werde, in denen vierwöchentlich eine Bezirksversammlung abgehalten werde. Gleichzeitig sei die Hauskassierung einzuführen. Die Aus- führuugen wurden von der Versammlung rege unterstützt. Hierauf gab Genosse Wiemann den Bericht vom Volksfest. Einer Einnahme von 793,25 M. steht eine Ausgabe von 615,69 M. gegenüber. Die Einnahmen des Kinderfestes belruge», wie Genosse Weisel mitteilte, 275.80 M., die Ausgaben 235,55 M. Die Abrechnung von den Kinder-Ferienspielen ergab, wie Genosse Osburg berichtete, eine Einnahme von 35,72 M., eine Ausgabe von 23,60 M. AlS zweiter Vorsitzender wurde Genosse Krap'patsch, als Bibliothekar Genosse Hcinig gewählt. Trcptotu-Baumschulenweg. Das geplante Krematorium in der Kiefholzstraße ist vom Re- gierungspräsidenten nunmehr genehmigt worden. Jetzt werden sich aucki die paar Leutchen vom„Verein katholischer Bürger" beruhigen müssen, die ihren verletzten Gefühlen durch einen Einspruch gegen die Anlage glaubten Ausdruck geben zu sollen. Da die neue FriedhosSanIage und das mit der Friedhofshalle verbundene KremaloriumSgebäude in der Hauptsache fertig sind, brauchen jetzt nur noch die Verbrennungsanlagen eingebaut werden. Trotzdem dürfte die Inbetriebsetzung noch längere Zeit aus sich warten lassen, da die Gemeindevertretung erst chle Gevrauws- und Gebührenordnungen seststellen und diese wiederum erst zur Genehmigung der Aufsicht?« behörde unterbreiten muß. Tempel!) of. Der Erlaß einer OrtSpolizciverordnung betreffend da? Verbot de? Besuche? öffentlicher Tanzlustbarkeiten durch Personen unter 16 Jahren beschäftigte die letzte Gemeindevertretung. Von unseren Genossen wurde darauf hingewiesen, daß der organisierten Arbeiter« schäft, die das Bestreben habe, die Jugend von den Tanzböden und der Straße fernzuhalten, leider allerhand Schwierigkeilen bereitet werden. So sei der ArDeitertmnverei» als politischer Verein erklärt und dein Verein„Jugendheim", welcher Aufenthaltsräume in der Friedrich- Wilhelm- Straße für die Jugend gemietet habe, würden behördliche Schwierigkeiten bereitet. Im übrigen spräche» sie sich gegen den Erlgsi einer solchen Polizeiverordnung aus, da durch dieselbe das Gastwirtsgewerbe hart getroffen werde, aiimal mich die Zugänge zu den Tanzböden zu den verbotenen Näume» gehören solle». Neue Unzulcäglichleiten mit der Behörde würden die Folge sein. Diese Verordnung wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Bei der Bewilligung von Ausstattungsgegenständen für das Gewerbe- und KausmannSgcricht brachte Genosse Frantz verschiedene Wünsche der Beisitzer zur Sprache, Dieselben sollen in der nächsten Vcrtretersitzung teilweise berücksichtigt werden.— Die Bewilligung von Kosten zur Renovierung von Wohnungen auf dem Gemeinde- grundsiück Dorfstraße 42 gaben Genossen Schmidt wiederum Ge- legenheit, auf das Armenhaus zurückzukommen. Dieselbe Ge- meinde, die 2000 M. zum Lufiflottenrummel zum Fenster Hinauswerse, habe bis heute noch nicht das Gemeindehaus an die Kanalisation und Wasserleitung angeschlossen. Das sei ei» Zustand, der laut Polizeiverordnung nicht geduldet werden dürfe. Welche Unannehm- lichkeilen für die in diesem Hause wohnenden alten Ortsarmen sich ergeben, könne sich doch jeder selbst ausmalen. Schö.ffe Jung bestritt die Existenz dieses Elends. Herr Rentter Metzner bekundete, daß die Armen eS nirgends besser hätten. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war der Ankauf des den Blasimannschen Erben gehörigen, etwa 582 Ouadratruten groffen, am Ostende der Dorfaue gelegenen Grundstücks zum Zwecke der Er- richtung eines Gebäudes für die höhere Mädchenschule. Der Kauf- preis beträgt rund'/j Million. Die Vertretung hofft, daff durch dieses öffentliche Gebäude in jener Gegend eine Bebauung einsetzen und sich ein besseres Wohnviertel entwickeln wird. Kaulsdorf. Ein» äußerst interessante und gut besuchte Volksversammlung tajjte am Mittwochabend in Hamanns Gesellschaftshaus. Ver- schieden» Vorgänge in der hiesigen Kirchengemeinde, so die bevor- stehende Erhebung einer Steuer in Höhe von 8 Proz. gaben die Veranlassung zur öffentlichen Besprechung. Genosse Emil Unger bebandelte die religiösen Probleme der Arbeiter- bewegung und wies an zahlreichen Beispielen nach, wie die Vertreter des Christentums das Volk in geistiger Knechtschaft zu er- halten suchen, wie sie die Kirche als Deckmantel sür ihre Aus- beutungsgelüste benutzen. Unter dem lebhaften Beifall der An- weienden forderte Redner auf, auch äußerlich mit der Kirche zu brechen, mit der man innerlich bereits allen Zusammenhang verloren habe. Wenn der Kirche die Mittel entzogen werden, dann würde sich die Trennung von Staat und Kirche von selbst vollziehen.— In der anregend ver- laufenen Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten durch recht drastische Beispiele, besonders über den guten Magen der Kirche wirksam ergänzt. Ei» Mitglied des Grundbesitzervereins protestierte lebhaft gegen die Erhebung der Kirchensteuer.— Sobald es an den Geldbeutel geht, werden auch diese Herren radikal, aber ernstlich an den geheiligten Institutionen zu rütteln, fällt ihnen je- doch nicht ein.— Am Schluß der Versammlung erklärten zehn Personen ihren Austritt aus der Landeskirche. g Karlshorst. Die Mitgliederversammlung des WahlvercinS nahm ein lehr- reiches Referat des Genossen R. W o l d t über»Großindustrie und Arbeiterbewegung" entgegen. Redner erörterte noch des näheren die Kämpf« zwischen Arbeit und Kapital, wofür ihm die Versammlung durch reichen Beifall dankte. Anschließend wurden die Berichte von der Kreis- sowie Verbandtgeneralversammlimg erstattet.— Ein Au- trag, die Delegiertenzahl zu der VerbandSgencralvcrsammlung auf 800 festzusetzen, wurde angenommen. Maricndors. Die letzte Gemcindevertretersitzung beschäftigte sich vorwiegend mit Schulangelcgenheiten. Zunächst stand die Eröffnung der Ober- setunda de« Resolmrealgymnasiums zu Ostern 1013 zur Beratung. Bisher mußten Schüler, um die vorschristsmäßigen Bedingungen zu ersülleu, erst noch die Obersekunda in einenr anderen Ort be- suchen. DaS hatte zur Folge, daß viele Eltern, um einem Schul- Wechsel vorzubeugen, ihre Söhne überhaupt gleich in anderen Orten zur Schule gehen ließen. Die Errichtung der Obersekunda soll diesem Uebelstand nach und nach ab- helfen. An einmaligen Ausgaben für die Errichtung der Obersekunda sind 7000 M. veranschlagt, hinzu kommen die jahrlichen Ausgaben, die allein für Lehrkräfte 6500 M. beanspruchen. Selbst wenn sich die Schülcrzahl auf 20 Köpfe erhöht, bedeutet die AuS- gäbe immer noch pro Kopf eine viel zu hohe Summe. Von unseren Genosse» wurde unter Betonung unserer prinzipiellen Auffassung der Errichtung zugestimmt mit dem Bemerke», daß, da nun einmal das Gymnasiuni vorhanden sei, es auch zur Lebensfähigkeit ausgebaut werden müsse. Die Mittel wurden hierauf bewilligt.— Eine lange Debatte nahm die Ilebernahme deS PrivatlyzeumS des Direktors Zander durch die Gemeinde in Anspruch. Zu Ostern 1813 soll das Lyzeum für höhere Töchter in Betrieb genommen werden. Bisher hat die Gemeinde Mariendorf der Anstalt ganz erhebliche Zuschüsse geleistet. Die lieber- »ahme des Lyzeum» durch die Gemeinde wurde seinerzeit vom Provinzialschulkollegium bei der Genehmigung zur Errichtung des Gymnasiums zur Bedingung gemacht. Bleibt nun das Privatlyzeum bestehen, so bedeutet dasselbe nicht nur eine Konkurrenz des Gemeinde- lyzeums, sondern die Gemeinde hat noch obendrein die vertraglichen Zuschüsse bis 1816 zu zahlen. Die Bürgerlichen wollten von der lieber- nähme nichts wissen, einmal, weil es nach deren Auffassung noch größere Kosten verursacht, und außerdem, weit der Eemeinde jeglicher Einfluß entzogen würde, in allen Dingen würde dann die Regierung bestimmen. Dieses Geständnis wurde vom Genossen Reichardl benutzt, um die Herren darauf hinzuweisen, daß ste an dieser Einflußlosigkeit selbst schuld sind; noch nie hätten sie sich dazu aufschwingen können, der Regierung einmal wirklichen Widerstand entgegenzusetzen. Ihre Auf- gäbe sollte eS sein, mitzuarbeiten an der Beseitigung des preußischen Wahlrechts, das die Gemeinden ihres SelbstbeslimmlmgSrechts beraubt. Selbst der Gemeindevorsteher mußte in seinem Schluß- wort deu Herren sage»— wen» auch nicht ganz im Sinne des Genossen Reichardts— daß sie daS Mitbestimmungsrecht nur durch ernste Mitarbeit erreiche» können. Die Ilebernahme wurde beschlossen. Dem Direktor Zander wird eine Abfindungssumme von 6000 M. gezahlt. Die anderen Wünsche de« Direktors Zander auf Uebernahme seiner Tochter als Lehrerin unter Anrechnung von Dienftjahren und seine persönliche Anstellung auf Stundenhonomr o» der Gemeindeschule wurden dem Schul- kuratorium zur Berücksichtigung überwiesen. Der iin Laufe der Tagesordnung eingebrachte und von fast allen Gemcindeverordneten unterzeichnete Antrag: die Gemeindevertretung von 12 auf 18 Ber- ordnete zu erhöhen, wurde einer Kommission überwiesen. AdlerShof. Die Erhöhuog des ortsüblichen DagelohneS wurde in der letzten Sitzung der Gewerlschafts-Unterkommiffion angeregt. ES wurde be- schloffen, die npligen Schritte hierfür zu unternehmen. Ferner wurde ans die am 22. Oktober stattfindenden Wahlen für das Kaufmanns- gericht aufmerksam gemacht. In« November sind die Neuwahlen der Delegierten zur Ortskranlenkasse Adlershof und Umgegend vorzu- nehmen. Am 5., 12., 18. und 26. September finden die Lichtbilder- Vorträge über das Thema:»Technische Wanderungen durch die deutsche Großindustrie" statt. Referent: Genosse Woldt. Es ist er- wünscht, daß die Teilnahme eine recht rege ist. Nichtanwesend waren die Delegierten der Handlungsgehilfen und Tabakarbeiter. Reinickendorf. Ein recht trostloses Bild zeigt der eine der beiden Schulärzte in seinem Bericht über seine Tätigkeit im verflossenen Schuljahr 1811/12. Dieser Bericht, sowie der seines Kollegen, dem die beiden Schulen in- westlichen Ortsteil zur ständigen Kontrolle zugewiesen worden sind, reden eine erschreckende Sprache von der Not und dem Elend, i» der eine große Zahl der untersuchten Schüler und Schüle- rinnen ihr junges Leben begonnen haben und noch ständig weiter leben. Eine Summe Zahlen reden vom Fluch und den Sünden des Kapitalismus, der Vater und Mutetr in das Joch seiner Tret- mühle zwingt und ihnen dafür nicht einmal so viel gewährt, um ihrem Nachwuchs das Notwendigste reichen zu können. Eine stets zureichende und gesunde Kost in Verbindung mit vernünftigen Lebensbedingungen der Eltern würde die jungen Schulrekruten ganz anders für die neuen und großen Aufgaben vorbereiten, denen sie gegenübergestellt werden. Welche Erfolge kann aber der Unterricht zeitigen bei Kindern, deren GesundsheitSzustand bei ihrer Ein- schulung vom Schularzt zu 10 bis 13 Proz. als schlecht, zu 52 bis 60 Proz. als mittel und nur zu 24 bis 38 Proz. als gut bezeichnet wird. 18 bis 2S Proz. der Kinder waren blutarm und nervös, waren also schonungsbedürftig und noch nicht schulreif. Auf eine wenig geeignete Nahrung weist auch die ausfallend große Zahl der zahnerkrankten Kinder hin. Bei 70 bis 77 Proz. dieser Kleinsten finden sich schlechte Zähne; aber nicht nur der Gesundheitszustand der Kleinen zeigt dies außerordentlich bedauerliche Bild. Schwankt doch die Verhältuiszahl derjenigen, deren Gesundheitszustand als schlecht zu bezeichnen ist, auch in den höheren Klassen noch zwischen 11 und 12 Proz., so daß bis über 17 Proz. sämtlicher Kinder unter ärztlicher Kontrolle standen. Außer dieser allgemein ungünstigen Körpcrkoustitution finden wir auch andere spezielle Erkrankungen zum Teil sehr häufig; so Erkrankungen der Mandeln und Drüsen 1292 mal, der Wirbelsäule und der Extremitäten 136 mal, der Lunge 132 mal, des Herzens 43 mal, der Augen 307 mal, der Ohren 115 mal, Hals und Nase 21 mal, 28 Kinver hatten Brüche. 26 waren mit Hauterkronkungen, 8 mit einem Kropf behaftet, Sprach- störungen erlitten 55 Kinder, 14 litten an Blasenschwäche, 7 an Krämpfe und ö an Epilepsie. Dazu kamen eine große Zahl sonsti- ger Erkrankungen. Tie fünf Schulen wurden von den beiden Aerztcu an 138 verschiedenen Tagen besucht. Außerdem wurden die fiir die Entsendung in die Fericnlolonien vorgesehenen Kinder von den Aerzten untersucht. Die Erfolge sind bei diesen recht gute, was der eine der Aerzte durch Wiegen und Messen der Körperlänge objeltiv feststellen konnte.„Leider," schreibt er,„können nicht alle, die es brauchten, an dieser Wohltat teilnehmen." Wir glauben nur nicht, daß dieser Stoßseufzer die Gemeindebehörden veranlassen wird, mehr als bisher in dieser Richtung zu tun; trotzdem derselbe Bericht behauptet, daß seitens oller beteiligten Behörden für die Kinder gesorgt wird,„so daß mau in dieser Hinsicht wohl zufrieden sei» kann'. Wie sehr diese Ansicht mit d»r Wirtlichkeit kontrastiert, beweist der andere Arzt, denn er konstatiert, daß alle im Vorjahre gerügten Mängel am Schulgebäude usw., und das waren eine ganze Menge, und zwar ziemlich lästige, noch fortbestehen; noch immer ist der Schulhof der 2. Schule nicht frisch bckiest worden, so daß infolge der hervorstehenden Koksstücke die Staubgefahr und Unfallgefahr infolge Fallens sehr groß ist. Die Schülerzahl ist er- heblich gestiegen, so daß eine Reihe von Klaffen überfüllt ist.„ES ist mehrmals vorgekommen, daß die Schülerzahl größer war, als die Zahl der vorhandenen Sitzplätze. Das ist nicht nur für einen gedeihlichen Unterricht unzweckmäßig, sondern auch in gesundheitlicher Beziehung zu beanstanden. Abhilfe tut hier dringend no t." Leider trifft diese Mahnung nicht nur auf die beiden angezogenen Schulen zu, sondern auch auf alle anderen, sind doch 60 Schüler in eine Klasse keine Seltenheit in Reinickendorf und sind doch nicht weniger als 67 Klassen(— 56,3 Proz.) uberfüllt, wenn man 45 Schüler als die Höchstzahl der von deinem Lehrer zu Unterrichtenden annimmt. Ebenso wie die neueintretenden werden auch die die Schule verlassenden Kinder vom Arzt untersucht und wird ihnen dabei noch manch wertvoller Fingerzeig bezüglich der Berufs- wähl mit auf den Weg gegeben.— Alles in allem eine erfreuliche und ausopfernde Leistung der Aerzte. Die Berichte datieren vom Ende April. Sie werden erst jetzt veröffentlicht. Wollte der Ge- incindevorstand erst Zeit gewinnen, um der nur zu berechtigten Kritik bezüglich der Ucberfüllung der 2. und 5. Schule dadurch zu begegnen, daß er ein Erweiterungsprojckt der 5. Schule ausarbeiten und genehmigen ließ? Mußte erst der Arzt diese in seinem Bericht treffend charakterisierte Uebersüllung der Klassen verurteilen? Wir hörten doch schon mal das Wort:..Kulturaufgaben leiden in Reinickendorf keine Not," freilich: Nationalslugspenden" machen oben beliebter. Nieder« Schöuhausen. lieber Kindrrschutz und KinderauSieutuug referierte in einer speziell von Frauen gut besuchten Mitgliederversammlung deS Wahl- Pereins die Genossin Minna Lohse. In ihrem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage schilderte die Referenttn die Schädigung der gewerblichen AuSbeutnna der Kinder und zeigte an mehreren treffenden Beispielen, wie furchtbar der Frondienst der Kinder auf die moralische und körperliche EntWickelung derselben einwirkt. Sodann gab Genosse Hiege den Bericht von der KreiSgeneralversamm- lung und Genosse Effing von der Verbandsgeneralversammlung Groß-Berliys. Ueber die verschiedenen Punkte entspann sich eine lebhafte Debatte. In die Agitationskommission wurde Genosse Hennig gewählt. Waidmannslust-Lübars.. Die letzte Gemeindevertretersitzung hatte sich hauptsächlich mit der Ausführung des fertiggestellten Kanalisationsprojekte zu be- fassen. Die Vorarbeiten sollen am 1. Oktober d. I. beginnen, so daß der Ausbau im Frühjahr 1813 in Angriff genommen werden kann; am 31. März 1814 soll derselbe beendigt sein. Den Vorschlag des Gemeindevorstehers,„ein Baubureau mit einem Bauleiter, zwei Technikern und zwei Hilfsarbeitern einzurichten, und hierfür eine Wohnung von 3 Zimmern und Küche zu mieten, wodurch etwa 22 000 M. Kosten entstehen würden", bekämpfte Genosse Kestin. Redner betonte, daß, bevor zur Ausführung dieses etwa 700 000 M. Kosten verursachenden Projekts die Mittel bewilligt würden, die Gemeindevertretung erst noch mit den Details des Projekts bekannt gemacht werden müßte. Da die Ausführung der Arbeiten an Unter- nehmer vergeben werten sollen, so genügte nach seiner, des Redners, Meinung, ein Bauleiier, ein Techniker und eine Hilfskraft, deren Bureau im Kellergeschoß des Schulhauses untergebracht werden könne und wozu nur 2 Räume nötig sind. Der Geineindevertreter Nölte betonte, daß, wenn dem Inge» nieur Gottheiner, der 3 Proz. der Bausumme verlangt, die Bau- leitung übertragen würde, die Gemeindevertretung mit nichts zu tun und daher auch keine Verantwortung zu übernehmen habe. Dieser Auffassung trat Genosse Luscher entgegen. Nicht der Bau- lciter bekommt die Vorwürfe, wenn etwas nicht klappt, sondern in erster Linie die Gemeindevertretung, die mit Recht von der Bürger» schaft verantwortlich gemacht werde. Deshalb sei es auch not- wendig, daß die Gemeinde ein eigenes Baubureau errichte und sich auch die Entscheidung über den anzustellenden Bauleiter sichere. Dieser Auffassung trat die Mehrheit bei. Der Gemeindevorsteher glaubte aber betone» zu müssen, daß ihm das Wahlrecht der an- zustellenden Kommunalbegmten allein zustände, er sei indessen gern bereit, dasselbe in diesem Falle an die Gemeindevertretung abzu- treten, um sich den Rücken zu decken. Auf Antrag unserer Genossen soll die Stelle des Bauleiters öffentlich ausgeschrieben und demselben ein Monatsgehalt bis zu 400 M. gezahlt werden. Ein weiterer Antrag des Gemeindevorstehers, nun auch die in Aussicht genommene Dreizimmerwohnung für Bureauräume zu mieten, wurde gegen die Stimmen unserer Genossen angenommen. Ferner wurde ein Beitrag für die nationale Flugspende ge- fordert. Der Gemeindevorsteher teilte hierzu mit, daß die Gamm- lung im Orte nichts Erhebliches ergeben habe. Statt dessen bean- trage er einen Beitrag von 50 M. zu bewilligen. Nachdem Ge- meindevertreter Michaelis und Genosse Kestin dagegen gesprochen, wurde der Antrag abgelehnt. Pankow. I» der Mitgliederversammlung de» Wahlvereins sprach Genosse Barth- Berlin über das Thema:»Der Konsum ein Glied der Arbeiterbewegung". Redner gab einen kurzen Rückblick über die Entwickelung der Konsumgenossenschaften und deren hohen Wert für die Arbeiterschaft. Lnschlreßend hieran forderte der Referent die der GenossenswaftSbewegung noch Fernstehenden auf, sich umgehend der- selbe» als Mitglied anzuschließen. In nächster Zeit soll eine zweite Verkaufsstelle der Koniumgenossenschast in Pankow errichtet werden. Hierauf gab Schindler einen kurzen Bericht von der KreiS- sowie Verbands-Generalversammlung. Oranienburg. Mit dem Vertrag zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Lehr- anstatt beschäftigte sich die letzte Stadtverordnetenversammlung. Nach dem Vertrage stellt die Stadt der Landwirschaftskammer 20 000 M. unentgeltlich zum Erwerb eines Grundstücks für die Er- bauung einer neuen Lehranstalt zur Verfügung. Sollte die Kammer später die neu errichtete Schule wieder eingehen lasset! oder nicht mehr zu Lehranstaltszwecken benutzen, so ist sie verpflichtet, der Stadtgemeinde die hergegebenen 20 000 M. zurückzuerstatten. Außerdem muß die Stadt der Kammer daS Lankapital bis zun, Höchstbetrage von 250 000 M. gegen Zahluna von 4 Proz, Zinsen und 1'/, Proz. Amortisation leiben. Sie ist ferner verpflichtet zur Unterhaltung der neuen Lehranstalt der Kammer«inen laufenden festen Zuschuß von jährlich 3000 M., außerdem im Falle eines beim Schulbetrieb am Jahresschlüsse sich ergebenden Fehlbetrage«, einen weiteren Zuschuß von 1000 M. zu leisten. Neben diesen hohen Forderungen Üellt die Kammer noch eine Reihe kleinere Bedingungen an die Stadt. Trotzdem wurde der Verttag mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Mit 12 gegen 8 Stimmen wurde ferner ein Beitrag von 50 M. für die Ihrtionalflugspende bewilligt. Ferner wurde die Einstellung eine? Architekten für daS Stadtbauamt mit einem Monatsgehalt bis 400 M. beschlossen.— DaS Weiterbestehen der höheren Privatfnabenschule über den 1. April 1913 hinan» ist mit so großen materiellen Opfern verbunden, daß der Magistrat in Anbetracht der geringen Gchülerzahl die Schließung sür den 1. April beantragt. Mit 18 gegen 6 Stimmen wurde dem- gemäß beschlossen. Spandau. Auf der Straße vom Schlaganfall betroffen wurde der Fuhrherr Brietz an der Droschkenhaltestelle in der Potsdamer Straße. Brietz stürzte plötzlich zu Boden und zog sich dabei einen Schenkelbruch und eine Gehirnblutung zu. Er wurde zunächst nach seiner Wohnung und von dort in das Krankenhans gebracht, wo er schwer daniederliegt. Jugendveranstaltuuge». Neukölln. Sonntag, de» t. September: Spielpartie»ach Ravensteiner Mühle(Schnitzeljagd), Treffpunkt srüh 6'/, Uhr Wildenbruchplatz. Fahrgeld SO Pf._ Allgemeine Kranken, und Sterbekasse der Metallarbeiter zu Hamburg.(E. H. 29.) Filiale Baumschulenweg. Sonnabend. den 31. August, abends 8'/, Uhr, im Lokal von Käding, Baumschutenstr. 67: Mtgliederverfammlung. Fretrcligüise Gemeinde. Sonntag, den t. September, vormittag» 8 Uhr, Pappel-Allec 15/17, und Rirdors,„Jdeal-Passage": Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 1t Uhr, Kleine Frankfurter Str. 9: Vortrag von Herrn Dr. A. Bernstein:»Fragen der Zeit".— Damen und Herten al« Gäste sehr willkommen.____ Marktbericht von Berlin am 29. ttugnst 19X2, nach Ermittelung des tönigl. Polizeipräsidiums. Marlth aiienpreife.(Kleinhandel) 106 Kilogramm Erbten, gelbe, zum Kochen 30,00—50,00. Speifebohnen, weiße, 30,00-60,00. Linsen 40,00-80,00. Kartoffeln(Kl-inhdt.) 6.00—11,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,80—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50—1,90. Schweinefleisch 1,60—2,40. Kalbfleisch 1.50— 2,40. Hammelfleisch 1,70— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 3,60— 6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,60—2,40. Aale 1,60-3,20. Zander 1,40-3,60. Hechte 1,60—5,00. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 4,00-40,00._ Witierungöübersicht vom 30. August 1912. mP Iriu 2 wollenl 3 1 halb bd. g 3 wollig, 13 2,bott bd.. 12 �bedeckt! 15 Wetterprognose für Sonnabend, den»1. August 1912. Etwas kühler, oielsach wollig mit leichten Regenjällen und ziemlich Irischen südwestlichen Winden,. /iw AbWMhXKv I 4U4V t— sverantwortlicher Redakteur� Albert Wach». Berlin. Für den Jnseratentei! oerantiv.; kh. QHmK, Berlin. Druck«. Berlag; Lorwärt» Buchdruckerei»fVerlagsanftnlt Pau! Singer».Co.. Berlin SW. Nr. 303. 39. Jahrg. Irilagr des Jjtmätfs"• Ameizes ftr Ziide»»«!> WrSeii� 8l. Aogvst l9l2. Serickts- Leitung. Das wandernde Straßendahnavonnement. Wegen fortgesetzten Betruges und Anstiftung zum Betrüge sowie schwerer Urkundenfälschung hatte gestern die erste Ferienstrafkammer deS Landgerichts I gegen den Kaufmann Schluermann zu der« handeln. Mitangeklagt wegen Betruges waren sieben Hausdiener, die zum Teil noch bei ihm in Stellung sind.— Der Angeklagte Schluermann betreibt seit mehreren fahren in Berlin ein Geschäft, in dem er, da er täglich mehrere Bestellungen in der Stadt zu er- ledigen hat, mehrere Hausdiener beschäftigen muh. Um Fahrgeld zu sparen, hatte er für einen der Hausdiener ein Strajzenbähn- abonnenient angeschafft. Als dieser schon nach einigen Tagen entlassen werden mutzte, veranlatzte Sch. den neiieingetreteneiien Hausdiener, sich eine Photographie zu be- schaffen, die er dann in die AbonnenientSkarte einheftete, nachdem er die Photographie des früheren Hausdieners entfernt hatte. Gleich- zeitig gab er dem Neueingetretenen die Anweisung, sich bei irgend- welchen Zwischenfällen immer des NamenS deS entlassenen Haus- dienerS zu bedienen. Da diese Manipulation nicht entdeckt wurde, kam es schlietzlich so weit, dah derjenige Angestellte des Angeklagten, der gerade die Stratzenbahnkarte brauchte, einfach seine schon zu diesem Zwecke präparierte Photographie in die Karte einheftete.— Die Betrügereien kamen schlietzlich zur Entdeckung und hatten die jetzige Anklage zur Folge.— Bor Gericht machte Justizrat W r o n k e r für den Angeklagten Schluer- mann geltend, datz dieser sich gar nicht der Nechtswidrigkeit seiner Handlungsweise bewutzt gewesen. Der Angeklagte habe die Karte allerdings für einen bestimmten Angestellten gelöst, der dann entlassen worden sei. Er habe sich dann für berechtigt gehalten, um sich selbst Vor Schaden zu bewahren, die Karte für einen anderen Angestellten zu verwenden, in der festen Ueberzeugung, datz der Stratzenbahn- gcscllschaft daraus kein Schaden entstehen könne, da die Karte doch jedesmal nur von einer Person benutzt werden konnte.— Das Gericht nahm jedoch an, datz Sch. die Nichtübertragbarkeit einer Stratzenbahnkarte sehr gnt gekannt hatte und kam zu einer Ber- urleitung im Sinne der Anklage. Gegen Schluermann lautete das Urteil auf einen Monat Gefängnis, drei der mit- angeklagten Hausdiener wurden zu j e einerWocheGefängniS, die übrigen vier zu je drei Mark Geldstrafe verurteilt. Unzüchtige Bilder. Der Händler Franz H o b e r tz hatte sich wegen Vertreibung unzüchtiger Schriften vor der Ferienstrafkammer zu verantworten. Er hatte in einem hiesigen Cafü die Garderobe gepachtet und benutzte die sich hier bietende Gelegenheit, um un- züchtige Bilder gegen Entgelt an den Mann zu bringen. Eines Abends kam er jedoch an den Unrechten, denn der Herr, dem er die obskönen.Kunstprodnkte' anbot, sorgte dafür, datz der An- geklagte der Polizei überliefert wurde. Eine bei ihm vorgenommene Haussuchung lietz dann keinen Zweifel darüber, datz er diesen Bilder- Handel ganz systematisch betrieb. Der Staatsanwalt brachte e i n Jahr Gefängnis in Antrag. Der GcrichiShof verurteilte den Angeklagten zu 2 Monaten Gefängnis und lehnte dessen Bitte, einen Teil der Untersuchungshaft anzurechnen, ab. Ein dreister Einbruchsdicbstahl. Die in der Ritterstratze wohnende Frau Anna I. erwachte in der zweiten Morgenstunde deS 4. Juli durch ein ungewohntes Gc- rausch. Zu ihrem Entsetzen bemerkte sie, daß ein fremder Kerl in ihr Schlafziminet gedrungen war, der von ihrem Nachttisch das 'Portemonnaie genommen hatte und sich eiligst entfernen wollte. Auf Hilferufe der Frau wurde die Verfolgung des Diebes aufgenommen und seine Festnahme in der Ritterstratze erwirkt. Er wurde als der frühere Kaufmann Ernst Kae b er festgestellt. Dieser hatte, während die Insassen der Wohnung ruhig schliefen, die Einganastür erbrochen, aus einem unbewohnten Zimmer eine goldene Uhr, verschiedene Schmucksachen mit Brillanten und ein Kollier, im Gesamtwerte von Svoo M. gestohlen und dann die Dreistigkeit so weit getrieben, datz er sich auch noch in das Schlafzimmer der Frau schlich, um dort die DiebeSbeute noch zu vervollständigen. Weitere Ermittelungen und eine in der Wohnung des Berhafteten vorgenommene Haussuchung ergaben, dah er wenige Tage vorher einem in der Ritterstratze be- Icgenen Pensionat einen ganz gleichartigen nächtlichen Besuch abge- stattet und aus vier Zimmern, in denen die Pensionäre schliefen, Börsen und Uhren von den Nachttischen weggestohlen hatte. Kaeber stand gestern unter der Anklage des schweren Diebstahls vor der lt. Ferienstrafkammer des Landgerichts I, die ihn z» dret Jahren Zuchthaus verurteilte._ Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz. Vor der Dortiunnder Strafkammer hatte sich der Schietzmeister Hermann Scharf ans Mengede wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesctz zu veranlwortcn. Nach den bergpolizeilichen Be- ftimnmngen müssen die Schietzineisler die Sprengstoffe stets in einem verschlossenen, numerierten Behälter mit sich führen. Als der Be- Hölter des SchictzmeisterS Scharf eines Tages unbrauchbar war, nahm dieser Ll) Dynamitpatronen an sich, verbarg sie unter seinem Hemd auf der Brust und fuhr damit in das Revier, um seine Tätig- leit zu beginne». Der Schietzmeister gehörte zu den Arbeitswilligen und wurde von seinen Arbeitsgenoffen angezeigt. Das Gericht ver- urleilte Scharf zu drei Mo uaten Gefängnis, jedoch hielt man es für angebracht, ihn— der Gnade des Königs zu empfehlen I_ Zur Bekämpfung der Schundliteratur und zur Förderung des Vertriebes guter Unterhaltungslektüre hat daö.Gewerkschaftshaus' folgende Einrichtungen getroffen: 1. Anerkannt gute Jugendschriften zum Preise von 10—30 Pf. sind in grötzerer Anzahl angeschafft worden und werden leihweise gegen Deponierung deS Preise« zur Verfügung gestellt. 2. Jedermann. erhält in den nachstehend angeführten Ausgabe- stellen ohne Legilimation so viele Bücher wie er will. Er hat ent» weder ten Wert der Bücher zu deponieren oder bereits früher entnommene Buchet:' zurückzugeben. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben. 3. Wer die Bücher behalten will, hat dazu das Recht, er hat dann bei Entnahme neuer Bücher wiederum den entsprechenden Be trag zu deponieren. Zunächst sind folgende Ausgabestellen eingerichtet: Antonstr. 34. Zigarrengeschäst von Kriegsmann. Bon 8—6 Uhr. mit Ausnahme des Sonnabends..- �... Blankenfrldestr. 10. Verband der Schuhmacher. Von 10—1 und bis 7 Uhr mit Ausnahme de» Freitag» und Sonnabends. Briinnenstr. 113. Arbeiter-Jugendheim. Von 6—10 Uhr. Czarnikaucr Str. LI. Zigarrengeschäst von löosctnial. Von 3—6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends........ Elisabeths!». II. Verband der N-ifcher. Von 10—1 Ubr und 5—7 Uhr. Emdcner Str. LO bei Warb». Montags von 8— g'/, Uhr. Eitgclufcr 15. Zigarrengeschäst von Harsch, von 8—6 Uhr, mit Aus nähme deS Sonnabends. Fehmarnstr. 8. Tabakarbeitergenossevschast. Bon 8—6 Uhr, mst AUS« nähme deS Sonnabends. Gartenftr. 101. Verband der Kupferschmiede, von IChrll Uhr«md 6-7 Uhr. Gr. Frankfurter Str. ILO. Arberter-Jugendhelm. Von 6—10 Uhr. Koperiliknsstr. II. Tabakarbeitergenoffenlchast. Von 8—6 Uhr, mit AuS> nähme de« Sonnabends. Ltnienstr. 73. Verband der Schmiede. Von 3'/,— 12 Uhr und 6'/, RS 8 Uhr, mit Ausnahme deS sonnabends. Lippehucr Str. 13. Zigarrengeschäst von Hersorth. Von 8—6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Manteusselftr. 73. Zigarrengeschäst von Otto Busie. Von 8—6 Uhr mit Ausnahme des Sonnabends. Melchtorstr. L8. Verband der Maler. Von 3—1 Uhr. Möckernstr. 01. Zigarrengeschäst von Eldor Schmidt. Bon 8—8, Sonn- abends von 8—6 Uhr. Pappelallee 13/17. Bureau ber Freireligiösen Gemewde. Sonntags 10—12 llhr, wochentags au her Donnerstag von 12—5 Uhr. Petersburger Str. 3. Tabakarbeitergenossenschast. Von 8—6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Rostocker Str. 40. Zigarrengeschäst von Lerner. Von 8—6 Uhr, mit Ausnahme deS Sonnabends. Rotherstr. 1. Zigarrengeschäst von Holm. Von 8—6 Uhr, mst Ausnahme des Sonnabends. Jcharnweberstr. 1. Zigarrengeschäst von Rich. Wunscheck. Von 8— 6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Sebastianftr. 37/38. Verband der Schneider. Von 3— 1 llhr. Böeinstr. 8, Part. Verband der Kürschner. Von 3—1 Uhr und 3— 7 Uhr. Verein der Franc« und Mädchen der arbeitenden«lassen. Vor und nach jeder Vereinsversammlung. Bororte: Boxhagen-Rummetsburg, Alt-Boxhagen 56. Jugendhelm, Bo» VI, bis 3 Uhr, mit Ausnahme de» Dienstags. Britz. Wahlverein, Ausgabestelle Restaurant Zilz, Werderstr. 23. Sonn- abends von 8—10 Uhr. Charlottcnburg. Arbeiter-Jugendheim, Rofinenstr. 3. Dienstag, Donners- tag. Sonnabend und Sonntag von 7—3'/, Uhr. HermSdorf. Waidmannslust, Borsigwalde, Tegel. Ausgabestelle: Freie Scholle Nr. 4, Sonntags vormittags. Lichtenberg, Büraerheimstr. 94, Arbeiter-Jugendheim. Von 10—7 Uhr. Reukölln, Wcichselstr. 8, Arbeiter-Jugendheim. Mittwochs und Sonnabends von 6'/,— 10 Uhr. Pankow» Mühlenstrahe 30,„Vorwärts--Spedition. Bon 10— 7 Uhr. , Brehmestr. 60. Zigarrengeschäst von Rötzner. Von 8—6 Uhr, mst Ausnahme des Sonnabend». , Kaiser-Friedrichstr. 66, Ausg. I, Erdgesthoh links, Buchbinderei Otto Waller. Von 8—6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Reinickendorf-West, Eichbornstr. 37, Zigarrengeschäst von Kiesel. Bon 8— 6 Uhr, mit Ausnahme deS Sonnabends. Schöneberg, EberSstr. 32, Zigarrengeschäst von Dräger. Von 8—6 Uhr, mit Ausnahme deS Sonnabends. Stralau. Krachtftr. 16 II, bei Rausch. Montag und Donnerstag» von 3'/, bis 5 Uhr, Sonnabends von 5—3 Uhr. Tegel, Schliepcrstr. 30. Jugendheim. Montag» und Donnerstag» von 8-10 Uhr. Treptow, Graetzstr. 16, Hutgeschäst von Fritze. Von 8—8 Uhr, mit Au»- nähme des Sonnabends. Weitere Ausgabestellen werden auf Wunsch errichtet. -! Eingegangene Drucklchriften. Erstes BreSlauer Gewerkschaftsfest ISIS. JllustrattonS-Aldum vom Festzuge. BildungsauSschuß, Breslau 3. Das Nachbarhaus(Detelt.« Gryee- Serie, Bd. 7). 2,50 SR., geb. 3,50 M. R. Lutz, Stuttgart. Leo Kolisch:.Das Land der Zukunft'. Eine Retsebeschreibung die reisere Arbeiterjugend. Mit einem Geleitwort von Paul Göhre. der Vorwärts-Bibliothek, Band III der Sammlung volkstümlicher Romane und Erzählungen. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Preis geb. 1 M. Festansprachen, Gedichte, Widmungen und Festgesänge für Konfirmationsfeierlichketten. Von O. Preitzer, Lichtenberg, Heinrich- stratze 23. Selbstverlag. Reclams Universal> Bibliothek. 5441/42. Biolet. Roman von S. v. Adlersseld-Ballestrem.— 5443. Genoveva. Tragödie von F. Hebbel. — 5444. Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. Novellen von B. Groller.— 5445. Adalbert Stifter. Von A. R. Hein(Dichter- Biograph. 16. Bd.)— 5446/47. Genfer Novellen. Von R. Töpfser.— 6448. Vankeegeschichten. Von E. Rosen.— 5443. So'« Windhund. Schwant von C. Kraatz und A. Hoffmann.— 5450. Wunder der Urwelt» Plaudereien von C. W. Neumann.— Einzelnummer geh. 20 Ps. Ph. Reclam, Leipzig. Die Brüder Moor. Jugendgeschichte von P. Jlg. 4 M.» geb. 6 M. G. K. Sarasin. Leipzig. Die deutschen Banken im Jahre 1041. Bon R. Franz. Sonder- abdruck aus dem.Deutschen Oekonomtst-, Berlin, Friedrichstr. 10. Verlag von W. Christians. Broich. 2 M. Jahresbericht des sozialdemokratische» BereinS für Neukölln 1011/18. 31 S. A. Scholz. Neukölln. Weisestr. 23. WasserstandS-Nachrichten der LandeSanstall für Gewässerkunde, mstgeteilt vom Berliner Wetterbureau ')+ bedeutet WuöhS.— Fall.—') Unterpegel. Zossener Str. 38 Wohniings-Einriclitiingeii in einfacher und moderner Ausführung. Günstigste Kaufgelegenheit für Brautleute. Spezialität: 1 u. 2 Stuben-Einrichtungen mit Küche. Sehr geringe Anzahlung. Kleine wScbentllche oder monatliche Raten. Langjährige Garantie. Riesige Auswahl. 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