Kr. 21S. RbonnementS'ßcdlngungen: LbonnementS- Preis dränumerando: Liertcljährl. 8�0 Mk., vionall. 1.10 Mk.. IvöchcnUich 28 Psg. srci ins Hau». Einzelne Nummer S Pfg. EonnlagS- nummcr mit illustrieiter Sonntags« BeUage.Die Neue Welt" 10 Pf«. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZcitunaS- Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn S Marl, sür das übrige Ausland S Marl pro Monat. PostabonncmentS nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz, 39. Jahrg. vle fnlertions-eebllhf beträgt für die scchsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 80 Psg., sür politische und aewerlschastNche Vereins- Und Versninmlungs-Anzeigen SO Psg. „Kleine Mnicigen", das fettgcdrume Wort 20 Psg.(zulässig üsettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenall- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buch- ltaben zählen für zwei Worte. Inserate jflt die nächste Nu llummer niüsie» bis Uhr nachinittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, CrWclnt iZgljch luBcr Msätilg». Vevlinev Volksblstt. ZcntraXorqzn der foztaldemottratifchcn Partei Dcutfcblands. Telegramm> Adresse: ..SuialiUiDSllm Rcriitt". Rcdahtion: SM. 68, Lutdenstraese 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1388. Mittwoch, de« 11. September 1913. Bxpeditioti: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1384. Die politische Eucharistie. In Wien findet in der kommenden Woche der I n t e r- Nationale Eucharistische Kongretz statt, eine Temonstration zugunsten des A l l e r h e i l i g st e n Altarssakraments, jenes wunderlichsten aller wunderlichen Mysterien der katholischen Kirche, wonach Christus auf Geheiß des konsekrierenden Priesters sich den Abendmahlsstoffen Brot und Wein mit seinem ganzen Wesen einverleibt, so daß im Brot und Wein des Abendmahls der Leib und das Blut Christi mitgenossen wird. Man wird den- jenigen, dessen Glaubenskrast solche Dinge zu fassen vermag, sich ruhig an solchen Unbegreiflichkeiten erbauen lassen und kein Wort über das Mysterium an sich verlieren. Aber das eucharistische Unternehmen, das in Wien nunmehr zum 23. Male vor sich geht, hat in unserer Zeit, wo das Glaubens- mit dem Parteileben sich immer mehr verquickt, auch politische Zwecke. Die Kirche demonstriert bei solchen Gelegenheiten nicht nur für sich, sondern auch für die von ihr beschützte Staats- und Gesellschaftsordnung und für die von ihr be- gönnerten Parteien, und in den Verhandlungen und Reden, die bei dieser Gelegenheit gepflogen werden, treten die Welt- lichen. die politischen Bestrebungen auch aus dem nebelhaften Dunkel des Mysteriums in deutlichen Unirissen zutage. Es soll das hier nicht an dem Wiener Kongreß nachgewiesen wer- den, sondern an einem ebenfalls auf das Allerheiligste Altarssakrament getauften Unternehmens, das der Klerika- lismus in Belgien ersonnen hat. In diesem rein katho- lischen Lande mit einer überaus mächtigen Kirche und einer katholischyi Partei an der Regierung, die beide auf Gedeih und Verderb einander ergeben sind, zeigt sich die Ver- niischung von Religion und Politik auf der Spitze: hier darf man es wagen, in aller Oeffentlichkeit die Sakramente zu politisieren und die Politik zu sakramen- talisieren.„ In Belgien ist auf Anweisung des Mechelner Erz- bischofs in jeder Pfarrgeineinde des Landes eine„Bruder- schaft des Allerheilig st en Altarssakra- m e n t s" gegründet worden, die den Zweck hat, unter den Gemeindeangehörigen„den Kult des hl. Abendmahls zu fördern und dadurch eine Schar von Elitechristen zu bilden. die. von tiefer Frömmigkeit erfüllt, die Fähigkeit haben, den Geistlichen in seinem mühevollen Amte zu unterstützen"— eine Pflicht, die sich selbstverständlich nicht auf das Priester- liche, sondern auf das soziale und politische Amt des Herrkl Pfarrers bezieht. Die Mitglieder der Bruderschaft ver- pflichten sich zum Besuch der monatlichen Gebetszusammen- kunft und zur Teilnahme an der gemeinsamen Kommunion an hohen Festtagen: außerdem hat jede Bruderschaft jährlich eine Anzahl Mitglieder zu den Arbeiterexerzitien nach Fayt, wo die Jesuiten ein Ordenshaus unterhalten, zu senden. An- scheinend also ist die Bruderschaft mit dem frommen Namen eine rein religiöse Veranstaltung. Aber bei näherem Zu- sehen erhält die Sache ein anderes Gesicht. Zunächst die Exerzitien. Daß es dabei nicht nur auf die Erbauung und Glaubensstärkung abgesehen ist. beweist die Mahnung des Jesuitenpaters Vermeersch, zu diesen Veranstal- tungen„nur angesehene Arbeiter, Werkmeister. Vereinsvorstände zu schicken, die nachher Gelegenheit haben, ihre Umgebung zum Guten zu lenken: gefestigte Leute, die einen bleibenden Eindruck mit nach Hause nehmen und dabei jung und. kräftig genug, um ihrem Leben einen neuen Schwung zu geben". Und um keinen Zweifel zu lassen, wozu das Unternehmen dient, bemerkt der Genannte:„Gewiß wird man in den Exerzitien auch vom Sozialismus reden, aber zu gelegener Zeit, am besten am Schluß und in einer zweckmäßigen Weise." Und an einer weiteren Stelle:„Kein Werk ist mehr geeignet, die Ar- heiter in dasElitekorps des Laienaposto- l a t s einzureihen als die Ererzitten. Ihre Jahres- berichte verzeichnen neben schönen Siegen über die Leiden- schaften auch die Bekehrung von Sozialisten, er- habene Beweise von Hingebung und ein lebhaftes Eintreten für. das Gute." n,*, Außer den monatlichen Gebetsubungen. die in der Kirche stattfinden, gibt es noch monatliche Versammlungen in einem Privatlokal, die sich das Apostolat nennen. Hier wird jedesmal durch den leitenden Geistlichen ein besonderer Gegen- stand behandelt und nachher von den Teilnehmern besprochen. Aus der für das Apostolat geltenden Anweisung seien für einige Monate die Vortragsthemata wiedergegeben: April: „Das Apostolat unter den Arbeitskollegen in der Fabrik. Wie benehme ich mich dabei? Was für Dienste erweise ich ihnen, um ihr Vertrauen zu gewinnen? Wie bringe ich sie aus dieser oder jener un- christlichen Gesellschaft heraus?"— August: „Das Schulapostolat. Welche Schule soll ich emp- fehlen? Welche Väter muß ich aufklären über die ver- werflichc Befreiung vom Religions unter- richt? Nicht unterlassen zu sagen, daß auf den Dispens jederzeit verzichtet werden kann und bei schwerer Sunden- gefahr zurückgezogen werden muß."— Oktober: „Apostolat der Presse. Beizeiten an die Wiederbestellung der Presse denken. Dafür agitieren in den Cafös, Barbier st üben usw. Dort fleißig die Zeitungen ' fordern."— Die Themata der übrigen Monate sind weniger verfänglicher Art, aber dem Geschick der priesterlichen Agi- tatoren bereitet es keine sonderlichen Schwierigkeiten, auch das religiöseste Thema mit einer politischen Nutzanwendung enden zu lassen. Die Bruderschaft des Allerheiligsten Altarssakraments hat laut Satzung den Zweck, alle guten Christen der Ge- meinde, die natürlich auch gute Klerikale ini politischen Sinne sind, um den Geistlichen, der zu einem Viertel Seelsorger und zu drei Viertel Parteiagitator ist, zu sammeln. Die Bruderschaft mit dem Namen des höchsten Sakraments der katholischen Kirche ist sozusagen die Grundlage der politischen Organisation des belgischen Klerikalismus. Aus der Mitte einer jeden Bruderschaft bildet sich nun noch durch Auslese der Allerbesten eine besondere Organisation, die„Eucha r i st i s ch e L i g a", die sich besonders aus Arbeitern zusammensetzt und die dem Pfarrer die vertrautesten und eifrigsten Diener in seiner Eigenschaft als klerikaler Partei agitator liefert. Die Liga hält jede Woche ihre Zusammen künfte ab, verpflichtet ihre Mitglieder zu einem besonders fleißigen Apostolat und zu besonders häufigem Genuß des hl. Abendmahls. Bei ihrer Aufnahme müssen sie feierlichst geloben,„getreu den Geboten des hl. Vaters zu wirken, niemalseinerdervonderKircheverurteilten Vereinigungen anzugehören, sondern diese zu bekämpfen mit allen Kräften"— womit die Verpflichtung auf die Sache der klerikalen Partei au& gesprochen ist. Von der Eucharistischen Liga und der Bruderschaft aus hat der Geistliche zahlreiche Mittel und Wege, um auf seine Pfarrkinder, die er als Verwalter des höchsten Gnadenmittels der Kirche an diese Organisationen zu fesseln weiß, auch in politischem Sinne einzuwirken und aus ihnen sich eifrige und verläßliche Helfer zu erzichen.„Wem obliegt die Aus Wahl unserer Laienapostel?"— fragte auf dem belgischen Katholikentage 1909 ein geistlicher Redner. Und er ant- wortete:„In allererster Linie dem Priester, von Gott be- rufen, den Menschen und mehr noch den Aposteln zu predigen. Die Vorsehung hat ihm soviel Mittel dazu in die Hand ge- geben. Von Amts wegen muß er in stetem Zusammenhang mit seinen Pfarrkindern stehen, seine Tätigkeit, seine Er- fahrung, seine Beobachtungsgabe, oft ein einfaches Gespräch wird ihm manche ergebene Seele enthüllen, wobei ihm die B e i ch t e. die ihn die Herzen ergründen läßt, wert- volle Hilfe leistet." Und bei derselben Gelegenheit sagte ein anderer Redner: Die Eucharistische Liga wird eine Pflanz st ätte für die Mitarbeiter unserer Aktion werden. Dank dieser Liga wird der Geistliche, der das moralische und materielle Wohl seiner Gläubigen im Herzen trägt und der auf Einrich tungen zu ihrem Wohle bedacht ist, als Mitarbeiter feste, fähige und überzeugte Männer finden, wahre Apostel, die der christlichen Aktion nicht nur dem Namen und dem Programm nach, sondern durch die Tat zum Siege verhelfen. Es ist überflüssig, hier noch besonders zu betonen, welche lebhafte Förderung in religiöser, sozialer und politischer Beziehung unsere katholische Aktion erfahren kann durch eine Bruderschaft vom Allerheiligsten Altarssakra- ment, die noch dazu angeeifert wird durch eine auf derselben Grundlage errichtete Eucharistische Liga. Zu den Tatsachen, die sich aus dem Wesen des heutigen Klerikalismus, der Art seiner Organisation und seiner Agitation ergeben, kommt hier das Geständnis, daß seine frommen Ein- richtungen und Bestrebungen letzten Endes politischen Zwecken dienen. Das Altarssakrament, das geheimnisvollste und allerheiligste Mysterium der katholischen Kirche, muß als Mittel dienen, die Arbeiter zunächst der Klerisei und durch diese dann der politischen Partei gefügig zu inachen. 5)N Belgien ist dieses System der Verquickung von Politik und Religion am sorgsamsten und deutlichsten ausgebildet: anderswo liegen die Dinge nicht so offen zutage. Ueberall aber, wenn auch unter anderen Formen, sehen wir die Kirche, wo die Demokratie nicht verstanden hat, sie in die ihr ge- bührenden Schranken zu weisen, im Bunde mit der politischen Reaktion. Allerdings muß sie dabei erleben, daß im selben Maße, wie den Massen dieses Verhältnis kund wird, die Treue zur Kirche und die Achtung vor der von ihr gepredigten Religion, die ihr Heiligstes in den Dienst der Volksknechtung stellt, ins Wanken gerät— trotz aller Rücken und Tücken, die der Klerikalisinus beim Seelen- und Wählerfang an- wendet, trotz aller glänzenden Paraden und Demonstrationen, denen, wie jetzt in Wien, der weltliche wie der kirchliche Hof- staat seinen Glanz leiht. verli»! Mampfimg der Fleisch- teuernng. Die schon seit vorvorigem Fahre bestehende gemischte Deputation zur Bekämpfung der Teuerung trat entsprechend den am vorigen Donnerstag von der Stadtverordneten- Versammlung angenommenen sozialdemokratischen und liberalen Anträgen am Dienstagvormittag zusammen. Den Borsitz führte Oberbürgermeister Mermuth. Er w-ies darauf hin, daß die Fleischteurungjetzt eine Höhe erreichthabe wie «och niemals zuvor, daß aber außerdem eine ständige, dauernde Teuerung vorhanden sei, so daß dauernde Maß- nahmen zur Abhilfe von feiten der Stadt getroffen werden müssen. Wurm erbat Auskunst, ob die städtischen Rieselfelder ihre Eigen»- Produktion steigern können, und ob die Stadt von landwirtschast- lichen Genossenschaften Vieh austaufen will, welches Urteil die Schlachthofverwaltung über die Möglichkeit der Einfuhr gefrorenen oder gekühlten Fleisch bei der jetzigen Gesctzeslage hat. und ob nicht der Verkauf von Seefischen erweitert werden könne. In der Diskussion wurde von allen Seiten darauf hingewiesen, daß die deutsche Landwirtschast den Bedarf nicht decke, auch nicht decken werde, daß aber nur dann die Fleischversorgung vom Auslande her möglich sei, wenn dauernde Einrichtungen getroffen werden können. Der Bezug von lebendem Vieh sei zurzeit aus- sichtslos. da das Ausland infolge der deutschen Zölle und Grenzsperren seine Viehzucht nicht auf eine große Ausfuhr nach Deutschland eingerichtet hat, und erst, wenn die durch die Gesetzgebung bewirkten Hemm- niste beseitigt sind, auf eine Zufuhr vom Auslände zu rechnen ist. Dagegen wäre gekühltes und gefrorenes Fleisch in reichster Menge in Argentinien und Australien jetzt schon vorhanden, aber solange die rigorosen, Bestim- mungen des Fleischbeschaugesetzes und die vom Bundesrat dazu er- lassenen, noch verschärfenden Aussührungsbe st im mungen bestehen, sei die Einfuhr unmöglich, obwohl England seit dreißig Jahren dieses angeblich ungesunde Fleisch ohne jede Schädi- gung seiner Bevölkerung bezieht, und Italien seit dem Kriege scintz Armee damit verproviantiert. Stadtrat Berndt betonte, daß das argentinische Rindvieh die erste Stelle in der Welt an Gesundheit und Güte einnimmt, Argentinien, ein sehr gutes und wirksames Viehseuchengesetz und eine scharfe sanitäre Kontrolle der Ausfuhr hat, trotzdem ist die Einfuhr argentinischen Fleisches in Deutschland vollständig verboten, weil es ungesund sein soll. Der österreichische ReichSvat ist aber bor kurzem für umbegrenzte Einfuhr argentini- scheu Fleisches eingetreten. Die australische Einfuhr von H a m m e ln habe ebenfalls nach England nur gute Ware geliefert. Auch Stadtverordneter Dove hob hervor, daß Australien das lül) Millionen Hammel besitze, die es zur Wollproduktion züchte, in der Lage fei. gutes und gesundes Fleisch zu liefern. Vom Stadt- verordneten Kämpf wurde auch noch darauf hingewiesen, daß durch Erleichterung der Einfuhr bei Herabsetzung des Zolls die Reichskasse höhere Einnahmen bekommt, andererseits Deutsch- lands Industrie in Argentinien, und> Australien als Gegen- lcistung vermehrten Absatz finden wird. Der Direktor der Städtischen Fleischbeschau, R e i ß m a n n, erklärte, es fei unmöglich die vom Flcischbeschaugesetz jetzt gefordcr- ten Untersuchungen an gefrorenem Fleisch auszuführen und daher sei auch die Einfuhr jetzt ummöglich. Der Oberinspektor der Zentral-Markthallen, Spiecker, berichtet, daß Berlin jetzt 800 Quadratmeter Kühlräume frei habe, die für Eigenbetrieb durch Beseitigung der Gänge und Wände auf 21IX> Quadratmeter sich vergrößern, so daß 20 Ovo Zentner Fleisch mit einmal untergebracht werden können, die nach drei Tagen verkaussrcif sind-, so daß für jährlich über eine Million Zentner jetzt schon Raum vorhanden, ist, und es nur der Aufstellung noch einer Kühlmaschine bedarf, um be- triebssähig zu werden. Der Direktor des Vieh- und Schlachthofes, Goltz, vertrat dagegen die Ansicht, daß die Hauptlagerstätte sür das gefrorene Fleisch nicht hier, sondern im Seehafen, also iu Hamburg sein müsse, von dort sei in Kühlwagen der Tagesbedarf nach Berlin zu schaffen, nachdem das Fleisch vom Hafen in dort an- gelegte Kühlhallen gebracht und allmählig aufgetaut sei. England könne gefrorenes Fleisch einführen, weil dort nicht so starre Vor- schristen bestehen wie hier, auch nicht jedes Stück untersucht wird, sondern nur Stichproben vorgenommen werden. t Oberbürgermeister Mermuth kommt zu dem Resultat, daß die Bestimmungen des F l eischbe schau gese tz c s abgeändert werden müßten, wenn eine Einfuhr möglich sein soll, und der EingangSzoll herab- gesetzt, da sonst die Preisernicdrigumg nur gering sei. Der Magistrat werde sich weiter über die Möglichkeit der Einfuhr und Verbindung mit Importeuren informieren und der Deputation Bericht er- statten. Zur Frage der Eigenproduktion berichtet der Direktor der städtischen Rieselgüter. Schröder. Rindviehzucht sei nur iu kleinerem Maßstabe vorhanden und auch nicht ausdehnungsfahig. da es an Weide fehle und Stallfütterung nicht rentabel sei. Schweinezucht sei seit fünf Jahren eingeführt und lohnend, da die Speiserückstände der städtischen Anstalten Verwendung finden. Wenn es möglich wäre, alle jetzt in den Müll geworfenen Speiserückstände Berlins zu sammeln und für die Schwcinefütterung zu verwerten, sei rentable und große Ausdehnung der Schweinemast möglich. 'Auch bei Fütterung mit russischer Gerste wäre Schweinemast lohnend, doch fehle es an Ferkeln zur Aufzucht, und diese könne nur im Kleinbetriebe, nicht in großen Anstalten erfolgen. Aus- Dehnung der städtischen Eigenproduktion stoße aber auf große Schwierigkeiten. Auch glaube er. daß auf die jetzige„unerhörte i � st e i g e r u n g" bald ein Rückschlag der Preise folgen werde. Oberbürgermeister Mermuth versprach, die Frage der städtischen Eigenproduktion von Vieh noch weiter zu untersuchen: Ueber den Verkauf von Seefischen, sür die Wurm und Hoffmann eine größere Zahl von Verkaufsstellen und Verkaufstagen förderten, gab der Inspektor der Zentral-Markthalle bekannt, daß in diesem Jahr die Nachfrage wieder gestiegen sei, an den bisherigen drei Verkaufs- tagen 146, 155 und 177 Zentner betragen habe und heute schon um 9 Uhr alles ausverkauft gewesen sei. Er empfehle nicht, die Fische in Privatverkauf zu geben; von städtischen Räumen kämen noch in Betracht zwei Markthallen und die Räume der städtischen Turn, IjalTeft, gefen leMereS BurFeft aber SeFetiTem BegSNi FeK Geruches Fer Seefische geltend gemacht. Hoffmann schlug deshalb vor. Ver- !au>fsstellen im Freien an geeigneten Plätzen zu errichten und dafür Zelte anzuschaffen. Stadtverordneter Bamberg forderte, dah auch geräucherte Seefische von der Stadt verkauft würden. Oberbürgermeister Mermuth schloß die Sitzung mit der Zusage, daß die Eingabe an Bundesrat und Reichstag baldigst in Verbindung mit den anderen Gemeinden Groß->Berlins erfolgen und die Versorgung der Stadt mit billigem Fleisch erstrebt werden wird; er halte dabei die Verwaltung der Stadt für vollauf be- rechtigt, selbst auf die Gefahr hin, daß nicht alle Versuche glücken und Geld dabei zugesetzt wird, die Initiative zu ergreifen. So haben denn die eingehenden Beratungen der Deputation vorläufig dasselbe negative Resultat gezeitigt wie im Vor- jähre und aus demselben Grunde: Solange die Agrarzölle und Schikanen bestehen, sind die Gemeinden gehemmt und der Nahrungs- mittelwucher der Agrarier blüht. Immerhin ist zu erwarten, daß, was vorläufig getan werden kann, von der Stadtverwaltung auch schleunigst geschehen wird. Die Rot des Volkes verschul- deten einzig und allein die Agrarier und ihre Regierung! Sache des Reichstages sei eS, hier endlich Wandel zu schaffen.! ** * Wo steckt der Reichskanzler? Auch einzelne liberale Blätter finden jetzt stärkere Worte der Beschwörung: die Regierung muß endlich etwas gegen die Teuerung tun; der Kanzler muß den Reichstag schleunigst einberufen. So schreibt die„Frankfurter Zeitung": Ein Gutes muß ja der Antrag der sozialdemokratischen Reichs» tagsfraktion jedenfalls haben: Der Reichskanzler muß sich jetzt entscheiden. Und er muß reden. Man kann uns nun nicht länger mehr mit anonymen Aufsätzen der„Norddeutschen All- gemeinen Zeitung" abspeisen, für die niemand die Verantwortung trägt und die, wenn sie nicht die gewünschte beruhigende Wirkung haben, als minder haltbare Tagesleistung eines Sommerredakteurs einfach beiseite geschoben werden. Man kann uns auch nicht länger vertrösten und hinhalten. Der Reichskanzler muß uns. sagen, was er zu tun gedenkt. Er muß es jetzt sagen. Er muß sich jetzt, und nicht erst in zweieinhalb Monaten, entschließen, ob er die Not des Volkes lindern oder ob er sich auch weiterhin jeder Hilfsmaßregel widersetzen will, bloß um die Gunst des Bundes der Landwirte nicht zu verscherzen. Der jetzige Reichskanzler trägt gegenüber dem deutschen Volke eine ungeheure Schuld. Denn wenn aus der Fnttermißernte des vorigen Sommers eine Vieh- und Fleischteuerung von solchen Dimensionen entstanden ist, wie wir sie jetzt erleben, so fällt die Verantwortung dafür auf ihn ganz per- sönlich— auf ihn, Herrn von Bethmann Hollweg, den einzigen verantlvortlichen Minister im Reiche, den leitenden Staatsmann. Ihn klagen wir an. Daß diese Teuerung kommen mußte, war schon vor einem Jahre für jeden klar, der sehen wollte. Da- malS hätte Herr von Bethmann— den» regieren heißt voraus- sehen!— die Initiative ergreifen müsten, damals hätte er für die Bauern billiges Viehfutter durch Beseitigung der Futtermittelzölle, für die städtische Bevölkerung billige Nahrung durch die Zulassung des gefroreneu Fleisches beschaffen müssen. Er mußte das tun, als verantwortlicher Staatsmann. AberertateSnicht.... Will er nun wenigstens nachträglich die notwendigen Maß- nahmen treffen? DaS ist die Frage. Wenn der Reichskanzler jetzt mit eigener Initiative vor den Reichstag tritt, wenn er rm Namen der verbündeten Regierungen bestimmte Anträge stellt, so ist es ausgeschlossen, daß diese Anträge nicht akzeptiert würden. Die entschiedene Linke, VolkSpartei und Sozialdemokratie, wird alles tun, um den Bauern und den Konsumenten zu helfen. Auch die Nationalliberalen sind offenbar, trotz aller theoretischen Vorbehalte, dazu bereit. So ist eine knappe Mehrheit von vornherein gegeben; eö ist wohl auch ausgeschlossen, daß das Zentrum, so verdächtig auch sein bisheriges Schweigen ist, eö wage» würde, positiven Regierungsanträgen gegenüber seine Wähler aus bäuerlichen und Arbeiterschichten glatt zu verraten.... Will die Regierung der stürmischen Forderung der überwälti- genden Volksmehrheit nicht gutwillig nachgeben, so muß der Reichs- tag sie dazu zwingen. Und jedes, auch das schärfste Mittel ist dazu recht. Dann muß eben die Linke zeigen, daß sie nicht nur zu protestieren, sondern auch zu handeln versteht. Kein Gesetz, zu dem die Regierung die Zustimmung der Linken braucht, darf erledigt werden, bevor diese dringend st e Notwendigkeit erledigt ist. Kein Etat darf mehr von der Linken bewilligt werden, bevor die Hilfsmaßnahmen gegen die Teuerung bewilligt sind. Allzu lange haben wir geduldet. Nun wollen wir die Frucht der Januarwahlen heimtragen. Nun soll eS vorwärts gehen in Deutschland. Im Anschluß an unsere Schilderung über den Fleisch- bankverkauf, die auch andere bürgerliche Blätter abdruckten, fragt sie: Wie schrieb doch daS Organ de? Reichskanzlers? Die hohen Fleischpreise kommen von der gestiegenen Kaufkraft deS Volkes, sie sind das sehr erfreuliche Ergebnis unserer Wirtschaftspolitik I Hier hat Herr v. Bethmann ein Bild von der„Kaufkraft". Will er noch immer mit verschränkten Armen zusehen? Will er noch immer nicht wenigstens den Reichstag einberufen, damit die Forderungen deS Volkes an der Stelle zu Worte kommen, an der seine gewählten Vertreter zu reden haben? Inzwischen melden einzelne Organe, daß bei der Regie- rung„Erwägungen schwebten", ob argentinisches Gefrierfleisch einzuführen möglich sei. Die Einfuhr größerer Quantitäten käme aber erst dann in Frage, wenn Bundesrat und Reichs- tag einer Abänderung des§ 12 des Fleischbeschau- gesetzes zugestimmt haben.„Ein derartiger Beschluß ist vor dem Monat Dezember nicht herbeizuführen und daher tonnte mit der Einfuhr erst in den ersten Monaten des folgenden Jahres gerechnet werden." Wir finden es un- begreiflich, daß nicht Bundesrat und Reichstag vor dem Dezember dieses Jahres einen Beschluß fassen könnten. Dürfen etwa die Ferienreisen einiger Minister— der Kanzler hat ja glücklich seinen Jagdausflug beendet— nicht unter- brachen werden, obgleich das Volk Hunger leidet l Es steht nichts im Wege, daß der Reichstag nicht noch in diesem Monat zusammentritt. Wenn nur der Kanzler dem Drängen des Volkes nachgeben und des Volkes erwählte Vertreter zusammen- rufen wollte! Wenn das nicht sofort geschieht, vielmehr die bisherige Verschleppungstaktik fortgesetzt werden sollte, be- stätigt die Regierung selbst von neuem ihr Hörigkeits- ' Verhältnis vom Bund der Landwirte. Man weiß, daß sie zur Not des Volkes schweigt, weil sie sich von den Agra- riern einschüchtern läßt, als deren Wortführer Herr Oertel der Regierung also droht: „Aber wir glauben doch in aller Ruhe, aber auch mit aller Entschiedenheit darauf hinweisen zu sollen, daß das Ber» trauen der ländlichen Bevölkerung schwerer Gr- schüttle rung ausgesetzt werden würde, wenn die Regierung jetzt Maß nah me n ergreifen sollte, die von der Landwirtschaft als Gefährdung auf- gefaßt werden müßten, und wenn die Bevölkerung zu der gewiß irrigen Auffassung kommen könnte, daß dies vielleicht nur oder doch teilweise zu dem Zwecke geschehen sei, um zu beweisen, baß man ihr ein Hörigkeitsverhältnis zum Bunde der Landwirte nicht nachsagen könne. Wir glauben, wie gesagt, nicht daran; aber wir halten es nicht für überflüssig, auf die Gefahr hinzuweisen, die mit solchen Matznahmen verbunden sein würde." Was ist der Regierung wertvoller: das„Vertrauen" einer Handvoll Junker oder die Zustimmung der arbeitenden Massen? Maßnahmen der Kommunen. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten in Lüdenscheid i.W.. die sämtliche Sitze der dritten Wählerabteilung innehaben, richteten einen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung, in dem sie eine Eingabe an die Regierung fordern, die verlangen soll: Oeff- nung der Grenzen für die Einfuhr von Vieh; Aufhebung der Erschwerung der Fleischeinfuhr; Aufhebung der Zölle und Ver- brauchSabgaben für die unentbehrlichsten Lebensmittel. Die Stadtverwaltungen von Hof und Bayreuth richteten an den Bahrischen Städtetag auf sozialdemokratischen Antrag das Er- suchen, beim Bundesrat für Oeffnung der Grenzen und Beseitigung oder Minderung der Zölle einzutreten..In Bayreuth wurde schon vor 14 Tagen eine„TeuerungSlommission" gewählt, die aber bis heute noch nicht zu einer Sitzung einberufen worden ist. Der Brandenburgische Städtetag beschäftigte sich in seiner Sitzung vom Dienstag mit der Fleischnot. Es lag ein Antrag des Magistrats von K o t t b u s vor, der folgenden Wort- laut hatte:„Der Städtetag beschließt, sofort an zuständiger Stelle wegen der hohen Fleischpreise vorstellig zu werden und um geeig- ncte Matzregeln zur Herabminderung derselben, gegebenenfalls um zeitweiliges Oeffnen der Grenzen für die Einführung aus- ländischen Viehes zu bitten. Der Städtetag beauftragt den Vor- stand mit der schleunigen Ausführung dieses Beschlusses." Protestaktionen im Reich. Sonntag, den 8. September sanhen in allen Wahlkreisen in We st Preußen unter starker Beteiligung der Frauen 22 Versammlungen statt, die sich mit der herrschenden Teuerung be- schäftigten. Nach den uns zugegangenen Berichte» waren die Ver- sammlungen durchweg gut besucht. Ueberall hctrschte begeisterte Kampfstimmung.— Störungen seitens der Behörden sind im all- gemeinen nicht passiert. Nur die Polizeiverwaltung i» F latow verbot unsere Versammlung unter freiem Himmel, weil das ein- quartierte Militär und der etlvaige Frenidenzuzug berechtigten Anstoß an dem öffentlichen sozialdemokratischen Treiben an einem Sonntage nehmen könnten. In Deutsch-Eylau weigerte sich der Lokalinhabcr im letzten Augenblick, die Versammlung tagen zu lassen. In Hannover fanden am Montag neun von vielen Tausenden besuchte Versammlungen zum Protest gegen die Teue- rung statt, in denen die Redner das Thema behandelten:„Was muß die werktätige Bevölkerung bei der augenblicklichen Teuerung von der Regierung verlangen?" In O b e r f r a n k e n hat die Protestbewegung gegen die Teuerung einen großen Umfang angenommen. Im Reichstags- Wahlkreise Bayreuth fanden in den letzten Tagen neun durch- weg gut besuchte, zum � Teil überfüllte Versamnrlungen statt. Weitere zehn folgen in den nächsten zehn Tagen. Im Wahlkreis Hof demonstrierte die Bevölkerung am Sonnabend und Sonntag in 13 ebenfalls sehr gut besuchten Versammlungen. Eine größere Zahl Versammlungen fand auch in den Wahlkreisen K r o n a ch und Fyrchheim- Kulmbach-Pegnitz statt. Sonntag und Montag haben im Bezirk östliches West- f a I e n und Lippe IL Versammlungen gegen die Teuerung und Fleischnot protestiert. Weitere Protestaktionen fanden statt in Hamm-Soest, Ladeburg sOberbarnim), Mörs, Solingen und Ohligs, Wald. Krefeld und im obersch lesischen Jndustrierevier. Skasttstlelchgelüste in Schwarzdurg- Rudolstadt. Die Schwarzburg-Rudolstädter Regierung hat bekanntlich, ent- gegen der Verfassung, Gelder verausgabt, deren Verwendung in dieser Art vom Landtage abgelehnt war. Die Regierung hatte eine Teuerungsvorlage eingebracht, die Zulagen mit prozentualer Gleich- Mäßigkeit verlangte. Die sozialdemokratische Mehrheit des Land- tages verlangte hingegen mit Recht, daß den unteren schlecht be- zahlten Beamten größere Zulagen, den höheren Beamten geringere gewährt werden, während die Zulage für die Pfarrer, die in Thüringen gut bezahlt sind, wegfallen sollte. Das paßte der Re- gierung nicht. Sie löste den Landtag auf und zahlte ohne Zu- stimmung des Landtages die Teuerungszulagen nach ihrem Vorschlag. Nachdem das Land bei den Wahlen der Landtags- Mehrheit recht gegeben hatte, produziert sie nun zur scheinbaren Rechtfertigung ihres Verhaltens ein Gutachten deS Professors La band, das— sein voller Inhalt ist uns leider noch nicht bekannt geworden— nach den veröffentlichten Mitteilungen mit folgenden Sätzen schließt: Was die Frage angeht, ob die Regierung sich an die Verfassung zu halten hat, wenn wiederholt eine nicht aus dem Boden der Verfassung stehende Landtags Mehrheit gewählt wird, so ist sie dazu zwar im allgemeinen verpflichtet. Wenn aber diese Mehr- heit wiederholt Beschlüsse saßt, die der Regierung ein verfaffungs- mäßiges Verfahren zur Unmöglichkeit machen, so kann sie davon abgehen. Es liegt dann eben ein staatsrechtlicher Not- stand vor. dem im Interesse des Staates abgeholfen werden muß. Für den Fall, daß kein Etat zustande kommt, bleibt als letzter Ausweg die Anrufung des Reiches. Diese kann durch die Regierung oder den Landtag erfolgen. Das Reich ist auf Grund des Art. 7t> der Rcichsverfaffung befugt, einzu- schreiten und die Angelegenheit zu ordnen. Artikel 76 der ReichSverfassung, auf den Laband Bezug nimmt, schreibt vor: „Verfassungsstreitigkeiten in solchen Bundes- floaten, in deren Verfasiung nicht eine Behörde zur Entscheidung solcher Streitigkeiten bestimmt ist. hat auf Anrufen eines Teiles der Bundesrat gütlich auszugleichen oder, wenn dan nicht ge- lingt, im Wege der Reichsgesetzgebung zur Erledigung zu bringen." Die von Laband vertretene Ansicht widerspricht dem Wortlaut, Sinn und Charakter der Vcrfaffnng als eines StaatSgrundgesetzeS, unterstellt Voraussetzungen, die nicht gegeben sind und rechtfertigt, selbst wenn die Labandsche Ansicht richtig wäre, das verfaffungs- widrige Verhalten der Schwarzburger Regierung keineswegs. Die Zahlung der Teuerungszulagen bleibt verfassungswidrig. Die Beamten, die die rechtswidrige Auszahlung bewirkt haben, sind zur Rückzahlung dieser Summe an den Schwarzburger Staatssäckel verpflichtet. ES liegt genau dieselbe Rechtswidrigkeit vor, als wenn die einzelnen Beamten nicht bewilligte Teuerungszulagen sich selbst aus dem Staatssäckel geholt hätten. Das Gutachten Labands soll offenbar die Herren vor der zivilrechtlichen Verantwortung schützen und einem hochverräterischen Vorgehen einer Regierung ohne Landtag die Wege ebenen. Es fehlen auch nach dem Labandschen Gutachten alle voraus- setzungen für den von ihm konstruierten staatsrechtlichen Notstand. Die LandtagZmehrheit steht auf dem Boden der Verfasiung, hingegen nicht die Regierung, die sie kraß verletzt hat. Die Beschlüsse deS Landtages haben nicht der Regierung ein verfaffungSmätziges Ver- fahren unmöglich gemacht, sondern die Regierung hat dadurch ver- sassungswidrig gehandelt, daß sie die Beschlüffe der Landtages miß- achtet hat: Köstlich ist die Labandsche Deduktion eines„staatsrechtlichen Not- stände-". Das geht noch weit über Bismarcks Verhalten in der Konfliktszeit hinaus. Bismarck anerkannte durch Nachsuchen der Indemnität, daß er verfassungswidrig gehandelt hatte. Laband konstruiert einen staatsrechtlichen Notstand für den Fall, daß eine LandtagSmehrheit nicht auf dem Boden der Verfassung steht. Eine Landtagsmehrheit, die ordnungsmäßig gewählt ist, kann nicht außerhalb des Bodens der Verfassung stehen. Sie ist ja auf Grund eben der Verfassung gewählt. Eine Regierung, die sich über die Beschlüsse solcher Mehrheit, und gar über die wiederholten Beschlüffe derselben hinwegsetzt, ge- hörte, wenn ein Verantwortlichkeitsgesetz bestände, auf die Anklage- bank als Hochverräterin: dagegen helfen alle Labandschen Kon- struktionen von einem„staatsrechtlichen Notstand" nichts, der auf die Schwarzburg-Rudolstädter Verhältnisse ja selbst nach dem Labandschen Voraussetzungen ganz und gar nicht zutrifft. Ein Hochverrat von oben, ein Staatsstreich wäre die Nichtbeachtung der Beschlüffe des Landtages und die Verausgabung von Staatsgeldern ohne Zu- stimmung des Landtags. Solcher Staatsstreich entbände übrigen- auch nach Labandschem Staatsrecht die Bürger ihrer Verpflichtungen gegen den Staat und die Behörden und führten zu dem«staats- rechtlichen Notstand" einer Konterrevolution gegen die Revolution von oben. Sollte die Schwarzburg-Rudolstädter Regierung die Reichsgesetz- gebung auf Grund des Artikels 76 der Reichsverfaffung anrufen, so könnte das Reich nur erklären: Von einer Verfaffungsstreitigkeit kann bei der Klarheit der Rechtslage keine Rede sein, auch die Schwarzburg-Rudolstädter Regierung ist an die Beobachtung der Ver- fassung gebunden. Sie hat den Etat eben so auszuführen, wie er entgegen dem Wunsch der Regierung, im Interesse der Volkswohl- fahrt vom Schwarzburg« Rudolstädter Landtag beschloffen ist. Ist die Schwarzburg- Rudolstädter Regierung darüber im Zweifel, so mag sie den Reichstag anrufen. politiscke Qcbcrlicbt. Berlin, den 10. September 1912. Ein Bischof als Untergraber der päpstliche» Autorität. Der Streit im katholischen Lager nimmt immer heftigere Formen an. Das vom Pfarrer Nieborowski redigierte im Fahrwasser der Kopp- Oppersdorffschen Richtung segelnde „Katholische Deutschland" schreckt sogar nicht vor einem offenen Angriff auf den Bischof von Rottenburg zurück, den es der bewußten Untergrabung der Autorität deS Papstes beschuldigt. Es schreibt über die Rede des Bischofs Keppler auf dem Aachener Katholikentag: „Wie notwendig war eine Rede über die Autorität des Papstes! Wie herrlich war die Rede deS Herrn Bischofs v. Keppler in der Anlage und Form— und— wir wissen, was wir sagen— wie furchtbar schädlich in ihrer Wirkung! Denn was nützen die herrlichen Worte der Einleitung und deS Schlusses, wenn in der Mitte eine Stelle steht, die so lieblich für ein„Kölner" Ohr kliirgen muß.„Aber wie? Kann denn nicht wirklich der Fall eintreten, daß eine allgemeine Verfügung gerade in Deutschland besonders hart wirkt, ja undurchführbar ist, oder mehr Schaden, als Nutzen stiften würde? Daß da und dort die eigenartigen deutschen Verhältnisse im Sitze der Kirchenregierung nicht in wünschenswertem Maße durchschaut und berücksichtigt wurden? Gewiß, der Fall ist denkbar mrd möglich. Ja, was dann tun? Blindlings sich fügen? Alles über sich ergehen lassen? Nein, das nicht? Aber noch weniger Lärm schlagen und in Zeitungen, vollends in gegnerischen, seinem Lerger Luft machen. DaS tut ein Katholik nicht, der auf Ehre hält. Ver- nunft und kirchlicher Sinn schreiben ihm sei». Verhalten � vor: sich nicht unnötig aufzuregen und noch weniger sich durch boshafte Menschen aufregen lassen; ruhiges Blut und besonnenes Urteil bewahren; vor allem nicht vergessen, daß es Recht und Pflicht der Bischöfe ist, in solchen Fällen aufzuklären. Schwierigkeiten zu beheben, Schaden abzuwehren. Der Episkopat hat hierin seine Pflicht getan, hat fie in letzter Zeit getan, wird sie auch ferner tun..." Mit blutendem Herzen wird das ein „päpstlicher" Katholik lesen. Der„Kölner" hört von all»m nur daS N e i n I Und diese Stelle index Rede des' hochwürdigsten Herrn hat die Autorität des Heiligen Vaters mehr untergraben, als alle seine anderen prachtvollen Worte gut machen können... Daß so etwas vor dem katholischen Volke gesagt wurde, ist entsetzlich." Reichstag und LebenSmittelteuerung. Die fortschrittliche Presse, wie z. B. dje„Weser-Zeiwng", tut sich außerordentlich viel daraus zugute, daß der bayerische Minister des Innern, Freiherr v. Soden, angedeutet hat, die bayerische Re- gierung werde sich mit dem Bundesrat ins Einvernehmen setzen, um die Erleichterung der Einfuhr ausländischen Fleisches zu er- reichen. Es wird dabei nur übersehen, daß in diesem Falle der K 12 des FleischbeschaugesetzeS abgeändert werden müßte, und eine Abänderung eines Gesetzes kann nicht einseitig durch den Bundesrat erfolgen, dazu ist die Zustimmung des Reichstags notwendig. Die fortschrittliche Reichötagsfraklwn müßte demnach, dem Beispiel der sozialdemokratische» Fraktion folgend, beim Reichskanzler die sofortige Einberufung des RcichtagS beantragen. Davon verlautet jedoch im fortschrittlichen Loger bisher noch nichts. Der§ 12 des FleischbeschaugesetzeS enthält die Schikanen, durch die die Einfuhr des Fleisches aus dem Ausland so gut wie un- möglich gemacht werden soll. Er bestimmt nämlich, daß Fleisch nur in ganzen oder halben Tierkörpem und in natürlichem Zu- sammenhang mit Lungen, Herz, Leber, Nieren, Euter, Brust- und Bauchfell eingeführt werden darf. Darin liegt aber die große Schwierigkeit, weil sich diese inneren Teile in der Regel nicht lange halten. Sobald nun diese inneren Teile nicht ganz rein und tadel- los befunden werden, wird das Fleisch von der Einfuhr zurück- gewiesen. Der einfachste Weg wäre nun natürlich der, daß man auf die Vorschrift verzichten würde, daß die inneren Teile noch organisch mit dem Tierkörper verbunden sein müssen, und wenn man sich demnach darauf beschränken würde, einfach das eingeführte Fleisch zu untersuchen. Die Agrarier legen aber den größten Wert darauf, daß gerade diese Bestimmung nicht geändert werde, weil sie am besten geeignet ist. ihnen die Konkurrenz vom Halse zu halten. Der Reichskanzler ist ja, Blättermeldungen zufolge, auf der Heimreise, nachdem er auf einer Jagd in Oesterreich schnell noch einen Bock geschossen hat, und er wird nicht zögern dürfen, der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion auf ihre Eingabe schleunigst «in« Antwort zu erteilen. Wird der Reichstag nicht einberusen, dann besteht gar keine Möglichkeit, Mttel anzuwenden, die eine bessere Versorgung des deutschen Volkes mit lebendem Vieh oder mit Fleisch aus dem Ausland gewährleisten. Gegen die Einberufung des Reichstages. Die„Nationalliberale Korrespondenz-, daS parteiamtliche Organ der nationalliberalen Partei, wendet sich gegen die von der sozial- demokratischen Fraktion beantragte Einberufung des Reichstages, weil die ganze Frage der Teuerung in den letzren zwei Jahren bei Interpellationen erschöpfend beraten wurde. Außerdem werde beim Zusammentritt des Reichstages im November sowieso eine Jnter- pcllation eingebracht werden. Das nationalliberale Organ schließt: „In keinem Falle aber ist ersichtlich, welchen Zweck die Ein- berufung des Reichstages in diesem Augenblick haben soll. Ent schließt sich die Regierung zu irgendeinem Vorgehen, so könnte dies doch schwerlich von einer solchen Art sein, daß die nach' träglicbe Einholung der Indemnität nicht auch geniigen würde Die Sozialdemokratie weiß das ja auch selbst, so daß auch diese Eingabe an den Reichskanzler offenbar keine andere Aufgabe hat, als die politische Ausnutzung der bestehenden Kalamität.- Diese ganze Stellungnahme ist wieder einmal echt national liberal: erstens kann man nicht« tun. zweitens ist im Herbst auch noch Zeit, drittens wird der Reichstag den Maßnahmen der Re- gierung nachträglich zustimmen�_ Eine allerliebste Milchmädchenrechnung. Die„Kreuzzeitung- übernimmt eine Aufmachung, wonach vom Jahre ISIS an der Anleihebedarf sich folgendermaßen gestalten werde: 1914: 60 Millionen, 1915: 42,6 Millionen, 1916: 37,9 Millionen und 1917: 35 Millionen. Diesen Ausgaben, die rein werbender Natur sein würden, stände aber durch die gesetzliche Schuldentilgung eine Deckung von 62,5 Millionen, 64,2 Millionen, 65,5 Millionen und 67,2 Millionen gegenüber. Daraus ergebe sich, daß in den närbsten vier Jahre» über die gesetzliche Schuldentilgung hinaus noch 83 Millionen zur Schuldentilgung durch tatsächliche Berininde- rung des Schuldbestandes zur Verfügung ständen. Aber nicht genug damit, auch aus den Ueberschüffen des JahrcS 1911 würden nach der Deckung der einmaligen Ausgaben der letzten Wehrvorlage noch 90 bis 100 Millionen disponibel sein. Dies alles beweise, daß der seit der Finanzreform von 1909 aufgestellte Grundsatz einer plan mäßigen Minderung der Reichsschuld auch in Zukunft in Geltung bleiben werde. Wie sich aus den Darlegungen des ehemaligen Reichsschatz sekretärs und jetzigen Berliner Oberbürgermeisters Mermuth, die auch wir wiedergegeben und durch Vergleichsziffern ergänzt haben, ergibt, ist diese ganze Rechnung nichts als ungeheuerlich st er Schwindel. Denn die Ueberschüsse des Jahres 1911 stehen ent- weder gar nicht mehr zur Verfügung oder aber die Schulden, zu deren Deckung sie'dienen sollten, bleiben ungetilgt. Ueberdies ist eS ein geradezu lächerliches Beginnen, auf vier Jahre hinaus bis auf Bruchteile von Millionen vermeintliche Ueberschüsse berechnen zu wolle». Jede wesentliche Schwankung der Kon junktur wird zwischen den angenommenen Etats- Soll und den wirklichen Einnahmen solche Differenzen hervorrufen daß von einer Schuldentilgung schon aus diesem Grunde keine Rede mehr sein kann. Ganz abgesehen von den stetig wachsen- den Ausgaben für Heer und Flotte und den aus der Entwickelung der Militärtechnik sich ergebnnden weiteren Mehrausgaben. Nicht Schuldentilgung, sondern Schulden macherei wird das Eide vom Liebe sein l_ Unzureichender Steuernachlast. Das neue Einkommensteuergesetz wird auch neue Be- stimmungen über den Steuernachlaß enthalten. Es ist beab- -sichtigt, den Steuernachlaß für alle Zensiten so zu verrechnen, daß eine Ermäßigung der Einkommensteuer entsprechend dem verbliebenen Jahreseinkommen eintritt, wenn infolge Arbeitslosigkeit oder infolge außergewöhnlicher Unglücks- fälle das veranlagte Jahreseinkommen an Steuer- Pflichtigen um mehr als den fünften Teil ver- mindert worden ist. Auch diese Lössung würde speziell für die Arbeiter noch eine große Härte sein. Denn wenn ein Arbeiter 1500 M. Jahreseinkommen hat, muß sein Ein- kommen danach um 300 M. unter der veranschlagten Summe bleiben. wenn der betreffende Anspruch auf eine Er- mäßiglmg der Einkommensteuer haben soll. Beträgt der Ausfall nur 200, 250 und 299 M.. so tritt keine Steuer- ermäßigung ein, trotzdem die ganze Existenz des betreffenden Arbeiters oder Kleingewerbetreibenden dadurch aufs schwerste erschüttert und er zum Hungerleidcn oder zur bösartigsten Schuldenmacherei gezwungen sein kann. Es wäre schon das mindeste, was verlangt werden müßte, daß jede Verminderung des Stcuereinkommens in Anrechnung gebracht würde, die zur Herabsetzung in eine niedrigere Steuerstufe ausreicht. Vor allen Dingen entspräche es aber den allerelementarsten Rechts- forderungen, daß die Einkommenstufen bis zu 1500 M. von jeder Steuer befreit würden. Ter Kronzeuge in dem Teutzer„Landfriedensbruch"- prozest. Der„Kaufmann" Robert Hauptmann in Köln fiihlte sich durch zwei Artikel in der„Rheinischeil Zeitung" beleidigt. Die Sache be« schäftigte am Montag die Kölner Strafkammer. In dem„Land- fricdensbrnch-prozeß. der aus Vorgängen bei einem Bauarbeiter- streik in dem Kölner Vorort Deutz entstand, wurde Genosse Georg Fröhlich, der Bevollmächtigte des Bauarbeiterverbandes, zu der un- geheuerlich hohen Strafe von zwei Jahren sieben Monaten Gesängnis verurteilt, weil er sich der„Aufreizung- und der Nötigung schuldig gemacht haben sollte. Nach der festen Ueberzcugung aller, die Fröhlich kcnnen, und der Ueberzeugung auch bürgerlicher Juristen, die die Verhandlungen vor dem Schwurgericht beobachtet haben, ist Fröhlich uns-buldig verurteilt worden. Alle Bemühungen, das Wiederaufnahmeverfahren' zu erreichen, blieben jedoch erfolglos. Unser Kölner Parteiblatt hat e« sich nun angelegen sein lassen, in Ecstrebnng dieses Zieles den Hauptbelastungszeugen. den Kronzeugen der Staatsanwaltschaft, in der gebührenden Weise zu kennzeichnen, um seine Unglaubwürdigkeit darzutun. Mus Bemerkungen der Ver- leidiger Fröhliäis hatte der Staatsanwalt erwidert, daß Hauptmann zwar vorbestraft, aber dennoch glaubwürdig sei und„den besten persönlichen Eindruck mache". Darauf hat die„Rheinische Zeitung" die Vorstrafen deS Kronzeugen zusammengestellt. Die Liste siebt folgendermaßen aus: Wegen Unterschlagung 100 M, U n- treue drei Monate und 100 M., Betrug neun Monate, Unterschlagung drei Wochen, Betrug und Unter- schlagung zehn Monate, Betrug und Unterschlagung s e ch s'M o n a t e u n d B e r s e tz u n g i n die z w e i t e K l a s s e des Soldatenstandes. Beleidigusng 1 Monat. Betrug und Unterschlagung vier Monate. Unterschlagung fünf Monate, wiederholter Betrug und Unterschlagung zehn Monate. Die Liste macht auf Vollständigkeit keinen An- ipruch. Genug: fo sieht der Kronzeuge aus, der.den besten per- sönlichen Eindruck machte". Das schönste aber ist, daß die Staatsanwaltschaft, als Herr Hauptmann sicki durch unser Kölner Partciblatt beleidigt füblte, ihn nicht auf den Weg der Privatklage verwies, sondern die öffentliche Anllage gegen den verantwortlichen Redakteur einleitete und durch- setzte. Die Strafkammer verurteilte Genossen Franke unter Zu- ibilligung der Vergünstigung des§ 193(Wahrung berechtigter Jnter- esse») zu 40 M. Geldstrafe. Die Destillateure kapitulieren vor der Spirituszentrale. Der Macht der Spirituszentrale, der Brenner und Sprit fabriken angehören, haben sich jetzt auch die Destillateure beugen müssen. Die im„Verband Deutscher Spiritus- und Spirituosen-Jnteressenten" organisierten Abnehmer der Zentrale werden mit der Zentrale folgende Konvention abschließen: Die Konventionsmitglieder müssen sich verpflichten, ihre Fabri- kate mit einem Mindestalkoholgehalt herzustellen. Die Zentrale gewährt dafür einen Rabatt von 4 M. pro 100 Liter und geht Lieferungsverträge für längere Zeit ein. (Bisher konnte die Zentrale täglich ihre Preise ändern.) Die Konvention soll Anfang Oktober in Kraft treten. Die Konvention ist die direkte Folge der Novelle zum Branntweinsteuergcsetz, die im Z 16 vorschreibt, bei Trink- branntwein mit einem Gehalt von weniger als 25 Prozent Alkohol ist der Alkoholgehalt auf Fässern, Flaschen und Krügen kenntlich zu machen. Das Gesetz selbst verführt also dazu, möglichst„starken" Schnaps zu genießen und die Zentrale macht sich diese Bestimmung nur zunutze, wenn sie nun auch alle Destillateure zur Bereitung eines Schnapses mit Mindestalkoholgehalt verpflichtet. Destillateuren, die sich weigerten, diese Verpflichtung einzugehen, würde von der Zentrale die Lieferung gesperrt werden. Die Regierung sichert so der Zentrale erhöhten Profit und fordert den Genuß des gesundheitschädlichen Fusels. Denn, daß es ihnen nur darauf ankam, die Konsumenten vor giftigen Surrogaten (Methylalkohol u. a.) zu schützen, wie die Begründung der Novelle angab, glaubt kein Mensch der Regierung, die jetzt wiederum ruhig das Volk hungern sieht. Strengste Befolgung des Schnapsboykotts sei die Abwehr- Maßregel jedes aufgeklärte« Arbeiters! Kommerzienrat, Dr. ing. hon. causa und Plagiator. Bei der vor etwa acht Tagen in Rüsselsheim(Hessen) ab- gehaltenen Fünzigjahrfeier der bekannten Opelwerle hielt deren Chef, Kommerzienrat Karl Opel, eine Ansprache an den zu dem Festakt erschienenen hessischen Großherzog, aus der die„Kölnische Zeitung" in einem telegraphischen Be- richt einen ihr wichtig erscheinenden Absatz in ihrer Nummer 973 wiedergab. Dieser Teil der kommerzienrätlichen Rede ist aber nichts weiter als ein nahezu buchstäblicher Abklatsch der Worte, die der Essener Prinzgemahl, Herr Krupp v. Bohlen und H a l b a ch, bei der Jahrhundertfeier der Krupp- scheu Werke drei Wochen vor der Opelfeier an den Kaiser ge- richtet hat. Hier der Beweis: Kommerzienrat Opel: Wer unter uns mit offenen Augen tätigt st, erkennt in der Fabrik den Nähr- b o d e n, auf dem und unter dem eine starke Gemein- Ichaft emporblüht. Wenn auch das Haus Opel im Rahmen deS großen Ganzen nur ein Stein unter v i e l e n ist, so hoffen wir. daß es auch in Zu- kunft einer der Punkte lein wird, auf den das Hessenland sich stützen darf. Dies geloben wir, indem wir rufen: Unser allergnädigster Großherzog lebe hoch! („Köln.Ztg." Nr.978 v. l.SePt,1912.) Krupp v. Bohlen und Halbach: Wer hier mit offenen Augen tätig ist, erkennt inderFabrik den Nähr- b o d e n, das schützende Dach, auf dem und unter dem eine starke Gemeinschaft em- porblüht. Wenn somit daS Kruppsche Unternehmen im Rahmen des großen Deutschen Reiches auch nur ein Stein unter vielen ist, so sei eS doch einer der Punkte, auf den der Reichsbau sich stützen darf. Dies geloben wir, indem wir rufen: Eure Majestät, unser allergnädigster Kaiser und König, Hurra, hurra, hurra I („Kölnische Zeitung" Nr. 889 vom 8. August 1912). Im weiteren Verlauf der Feier des Automobilwerkes überbrachte man Herrn Opel den Titel eine?„Dr. ing. hon. causa", die Ernennung zum Ehrendoktor der Technischen Hochschule Darmstadt. Säuglinge im Gefängnis. Die in der Presse scharf kritisierte Behandlung der von der Streikjustiz betroffenen Bergarbeiterfrancn, die mit ihren Säug- lingen auf dem Arm ins Gefängnis wandern mußten, weil sie einem Streikbrecher Pfui zugerufen hatten, hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Einer Vergmannsfrau aus Buer, die mit einem 6 Wochen alten Kinde der Aufforderung zum Strafantritt im Bochumer Zentral gesängnis nachgekommen war und ihr Kind mitgebracht hatte, wurde von der'Oberaufseherin bedeutet, daß sie nach Hause gehen solle und das Kind von der Brust entwöhnen inllffe. Wenn das geschehen, soll sie sich in 6 Woche» wieder zum Strafantritt melden. OePtemidi-Cliigarn. Die Bedingungen der Opposition. Budapest, 10. September. Der leitende Ausschuß der vereinigten Oppositionsparteien hat einstimmig Be- schluß folgenden Inhalts gefaßt: Solange die rechts- und g e s e tz w i d r i g e n H a n d l u n g e n, die seit dem 4. Juni durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses und die Re- gierungsmehrheit begangen worden seien, nicht wieder gut gemacht würden, sei ein normales Funktionieren des Parlaments unmöglich. Die auf ungesetzliche Weise zustande gekommene Geschäftsordnung erkenne die Opposition nicht an und sie werde sich ihr nicht unterwerfen. So lange Graf T i s z a und Ministerpräsident L u k a c S, die für ihre Handlungen die volle Verantwortung zu tragen ver- pflichtet seien, ihre Stellen nicht verließen,»verde eine Ent- wimmg von der Opposition für ausgeschlossen gehalten. Die unverzügliche Verivirklichung der Wahl- rechtsreform sei die unbedingte Voraus- setzung des Friedens. Die Oppositionsparteien werden am 16. September Parteikonferenzen abhalten, in denen dieser Beschluß ratifiziert werden soll. franhmcb. Die Flottcnpolitik im Mittclmeer. Paris, 10. September. Wie der„Matin" mitteilt, hat die Regierung auf Vorschlag des Ministers Delcasss be» schlössen, sämtliche Schlachtschifse im Mittel- meer zu vereinigen.„Matin" meint, dieser Beschluß der Regierung mache jeder Erörterung über die Stärke des Mittelmeergeschwaders ein Ende. Der Kampf der Lehrer. Paris, 10. September. Die Mitglieder des Syndikats- rates der Lehrer und Lehrerinnen im Scincdepartement haben sich in einer gestern abgehaltenen Versammlung für Widerstand gegen die Auflösungsverfügung ausgesprochen mit der Begründung, daß passiver Gehorsam eine Feigheit sei mit Rücksicht auf das ganze Beamtenproletariat. Marokko. Die Franzosen in Marrakesch. Paris, 10. September. Zu dem Einmarsch der Kolonne Man. gin in Marrakesch wird offiziös gemeldet, daß General- resident Lyautey nunmebr im Einvernehmen mit der Regierung s entsprechende Maßnahmen treffen werde, um die militärische und Zivilverwaltung in Marrakesch und Umgebung zu sichern. In erster Linie werde eine genügende Truppenzahl in der Stadt ge- lassen werden, um die Ruhe und die Sicherheit zu verbürgen; ferner würden starke militärische Posten errichtet werden, um etwaigen neuen Angriffsgelüsten El Hibas und seiner Anhänger zu begegnen. Die rasche Besetzung von Marrakesch hat hier große Befriedi- gung hervorgerufen. Auch die meisten Blätter geben der Genug- tuung über den Einmarsch in Marrakesch und die Befreiung der dort gefangenen Franzosen offen Ausdruck und beurteilen nunmehr die weitere Entwickelung der marokkanischen Ereignisse mit großer Zuversicht. CUrhd. Die Friedensbedingungen. Wien, 9. September. Der Konstantinopeler Korrespondent der„Neuen Freien Presse" will von einer eingeweihten Per- sönlichkeit erfahren haben, daß die t ü r k i s ch-i t a l i e n i s ch e n Friedenspräliminarien von den beiderseitigen Unterhändlern namens ihrer Regierungen am Mittwoch, am Beiramfeste, unterzeichnet, jedoch bis zur Eröffnung der Session der Kammer geheim gehalten werden.(?) Ohne einen formellen Waffenstillstand verpflichtet sich Italien, weitere An- griffe auf die türkischen Küsten und Inseln einzustellen, wo- gegen die Türken die allmähliche Rückkehr der ausgewiesenen Italiener als deutsche Schutzgenossen stillschiveiaend gestattet. Die militärischen Operationen in Libyen bleiben von dem Abkommen einstweilen unberührt, sollen aber möglichst eingeschränkt werden. Em beschlagnahmtes Schiff. Paris, 10. September. Wie aus Sfax gemeldet wird, be« schlagnahmte ein französisches Wachtschiff den Dampfer „ L a i r a", der unter englischer Flagge mit französischen Mann- schaften segelte. Dem„Laira", der 25 Tonnen Patronen, Gewehre und Kavalleriepistolen an Bord hatte, war von italienischen Torpedobooten aufgelauert worden, doch konnten diese das Schiff nicht wegnehmen, weil eS sich in tunesischen Ge« wässern befand._ Armeuiermorde. Konstantinopel, 9. September. Der Superior deS armenischen Klosters Ahtamar telegraphiert, daß sechs weitere Armenier im Dorfe JSparkerd durch Kurden getötet worden sind. Die Kurden plünderten und brandschatzten mehrere Dörfer, deren Ein- wohner in die Berge flüchteten. China. Die Mongolei und Rußland. London, 10. September. Daily Mail meldet aus Peking: Der Kommissar Kuangfu, der an die Grenze des Flusses Iii in der chinesischen Mongolei zur Beruhigung dieses Ge- hiets entsandt war, telegraphierte der Regierung, daß das Altai- gebiet an der russischen Grenze unmittelbar bedroht sei. Er habe versucht, Verstärkungen dorthin zu senden, aber der dortige russische Konsul habe gedroht, den Mon- golen russische Truppen zu Hilfe zu schicken. Es seien daher keine chinesischen Truppen dorthin gesandt worden, und man müffe mit dem Fall von Altai rechnen. In einer geheimen Sitzung des Kabinetts wurde die Frage er» örtert, ob man Rußland um Vermittelung zwischen Chinesen und Mongolen angehen solle. Da man jedoch befürchtete, daß ein�solches Ersuchen als ein teilweises Aufgeben der chinesischen Souveränität über die Mongolei angesehen werden könne, wurde beschlossen, die Angelegenheit dem Nationalrat zu unterbreiten. General Chiangkweite, der Kommandeur der meutern- den Truppen in Tungchow. die während des Empfanges Dr. Sun- yaisens in Peking die Vorstadt Tungchaw' gebrandschatzt hatten, ist am Sonnabend erschossen worden. Klus der Partei« Ausbau der Thüringer Parteiorganisation. Nachdem schon seit einer Reihe von Jahren die soziakdemo- kratische» Abgeordneten der Thüringer Landtage gemeinsame Kon- ferenzen haben und sich die Erörterung und Beschlußfassung über gemeinsame Maßnahmen bei Fragen von allgemeiner Bedeutung sehr gut bewährt hat. soll nun ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Gebiete der Agitation und Organisation unternommen werden. Eine am Sonntag in Weimar abgehaltene Konferenz, die von den Parteiorganisationen aller Thüringer Kleinstaaten besucht war, tiahin einstimmig folgende Resolution an: „Die Konferenz der Borstände der KreiSorganisationcn Thü- ringens erblickt in der Zusammenfassung aller Thüringer Kreise zu einem einheitlichen Bezirksverband mit einem Sekretariat die zweckmäßigste Gestaltung der Bezirksorganisation. Sie ersucht die beiden Sekretäre, im Einverständnis mit dem Parteivorstande für die beiden Bezirke Thüringen I und II und die Wahlkreise Altenburg, Gotha, Meiningen I und II eine gemeinsame Bezirks- tonferenz in die Wege zu leiten, auf der die Gründung des Be- zirks„Großlhüringen" und die Beschlußfassung über das Bezirks- stawt erfolgen soll." Zum Fall Radek. Die„Bremer Bürgerzeitung" veröffentlicht eine Erklärung Rädels, in der er mitteilt, daß er sein Mandat zum Parteitage niederlege. Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Bremen hat die Mitgliedschaft Rädels für die Bremer Partei- organisation anerkannt. Am Donnerstag soll eine Mitglieder- Versammlung der Bremer Parteiorganisation über den Vorstands- antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission im Falle Nadel entscheiden._ Soziales« Landgericht kontra Berggcwerbcgericht. Ob es schon worgekvmmen ist, daß ein zunumsten eines Berg- manns ergangems Urteil eines BerggewerbegerichtS von der höheren Instanz aufgehoben wurde, ist uns nicht bekannt; umgekehrt sind vom Landgericht aufgehobene Urteile der Berggcwerbegerichte, die zu Ungunsten der Arbeiter erlassen waren, nichts sehr seltenes. Das Mißtrauen der Bergleute gegen die Rechtsprechung.der Berg- gewcrbegerichte mit ihren Bergräteu als Vorsitzenden ist ja auch bekannt genug-und durchaus begründet. Nun hat das Landgericht Dortmund wieder einmal ein Urteil de« BerggewerbegerichtS zugunsten eine« Bergmanns aufgehoben. Ter Arbeiter war nach Ansicht des KnappschastsvcrcinS dauernd krank und er sollte von einer Zeche nur nach Befreiung von der Krankenversicherung eingestellt werdm Die in Frage kommende Zeche hatte aber ein Versehen begangen und den Arbeiter ohne Vorbehalt eingestellt. Ms man dahinter kam. wurde dem Arbeiter wiederholt bedeutet/ die Befreiung nachzuholen. Der Arbeiter kam dem nicht gleich nach. Darauf wurde er fristlos entlassen. Er klagte den entgangenen Schaden ein. Vom Berggewerbegericht wurde er aber abgewiesen. DaS Landgericht verurteilte die Zeche. In den Gründen wird ausgeführt, der Kläger sei nicht verpflichtet gewesen, seine Befreiung von der Versicherungspflicht nachzusuchen. Nachdem die Zeche ihn ohne Beachtung der Be- stimmung im Stawt des KiiappschaftLvereins in Arbeit genommen habe, sei sie nicht mehr berechtigt gewesen, die Befreiungsforderung an ihn zu stellen, auch dann nicht, als der Knappschaftsverein scinerscits das Ansinnen an die Zeche gestellt habe. Das Urteil konnte nach dem Gesetz gor nicht anders ausfallen; wm so seltsamer war, daß das Brrggewerbegericht den. Mann ab- wie«. Auch die Praxi« des KnappschaftSvcreinS erfährt durch das LandgerichtSurteil eine besondere Beleuchhmg, (Siehe auch 2. Beilage.) Gewerklckaftlickes. Ein Hbenteuer im Cafe Hbbazia. Ein Herr, der unserer Partei fernsteht, schreibt uns aus Düsseldorf: Als Fremder wollte ich am 3. September abends mit einer Dame das ,.Caf6 Abbazia" in Charlottenburg besuchen. als ich in der Nähe desselben von einem Herrn darauf auf merksam gemacht wurde, daß in diesen: Cafs die Kellner streiken, um menschenwürdige Behandlung zu erlangen. Ich sagte dem Harrn, daß ich ihm mehr behilflich sein werde mit meinem Besuch des Cafäs, als zehn andere, die nicht hinein gehen. Gehe also ins„Cafä Abbazia", bestelle zwei Tassen Kaffee, bleibe ungefähr eine halbe Stunde sitzen, höre mir mit meiner Begleiterin, die— nebenbei gesagt— mit meinem Vorhaben einverstanden war. die Gespräche über rot, gelb, schwarz usw. an und>rufe:„Ober, zahlen!"„2 Kaffee 70 Pfennig, mein Herr!" Ich lege 70 Pfennig auf den Tisch und höre nun folgendes vom Ober: „70 Pfennig, mein Herr?— Hier kostet der Kaffee 35 Pfennig: 2 Tassen 70 Pfennig!" „Bitte," sagte ich,„das sind ja 70 Pfennig." „Ja, Horr, es stimmt schon. Aber sehen Sie, wir be kommen keinen Gehalt, wir müssen uns vom Servis er- nähren und kleiden." Ich sage dem Herrn Ober, daß ich gerade deshalb kein Servis gebe, eben darum, weil die Kellner nicht den Mut haben, sich bessere Bedingungen zu erringen, sage dem Herrn Ober, daß ich prinzipiell einen Arbeiter, Kaufmann usw. nicht unterstütze, der seinen Kollegen in den Rücken fällt. Jetzt hätten Sie hören sollen, wie dieser Ober mobil wurde! „Was? Kollegen? Sozialdemokraten sind das; bedenken Sie (ich hatte nämlich Smoking an und Zylinder auf), wirkliche Sozialdemokraten sind das. keine Kellner! Lauter Schustor und Schneider, die in ihrem Handwerk nichts können. Wenn Sie solche Leute unterstützen wollen, würden Sie mir leid tun" usw. Ich erklärte diesem Herrn, daß ich gar nicht nach der politischen Ueberzeugung eines Kellners frage, daß ich aber einem Streikbrecher kein Servis geben kann, das geht gegen meine Ueberzeugung. Jetzt kam das schwere Geschütz! Er zum Kollegen:„Du, Fritz! Hast Du schon einen Roten im Zylinder gesehen?— Gucke Dir mal das Gestell mit seiner Fose an!" Ich reagierte nicht darauf und ging meiner Wege. Als ich das Caf6 verließ, traf ich den Herrn wieder, der mich vorher angesprochen hatte, und erzählte ihm mein Erlebnis. Als ich an die Stelle„Schuster" und„Schneider" kam, fragte mich der Horr, wie dieser Kellner ausgesehen habe. Ich schilderte den„Ober", und siehe, auch er war kein gelernter Kellner, er war früher Bierfahrer gewesen! _ Hochachtungsvoll I. E. Berlin uncl timgegend. Der Streik in den Buchdruckerei-Maschinenfabriken beendigt. Die Arbeitgeber haben Zugeständnisse gemacht, wonach den Monteuren und den übrigen Arbeitern eine Zulage von 3—5 Pf. pro Stunde bewilligt wurde, soweit nicht bereits im letzten Viertel- jähr eine solche erfolgt ist. Wegen der Arbeitszeit wurde ebenfalls eine Einigung erzielt, desgleichen in der Bezahlung für Arbeiten außerhalb der Werkstatt und bei auswärtigen Montagen. Die Arbeit ist daher am Montag wieder aufgenommen worden. Die Sperre ist nunmehr aufgehoben._ Achtung, Metallarbeiter! Der Streik bei der Firma H e u b a ch in Tempelhof ist be- endigt und die Sperre somit aufgehoben! Ebenso der Streik bei der Firma S t a e r k e. Blumenstr. 96. Deutscher Metallarbeiter-Berbgnd, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Schuhmacher! Bei der Firma K o b r h n. Kastanien- Allee 79, haben die Kollegen die Arbeit niedergelegt. Zentralverband der Schuhmacher, Ortsverwaltung Berlin. Zur Zigarrenarbeiterbewegung in Grost Berlin. Die Differenzen bei der Zigarrenfirma Gustav Becker. Neu- kölln, Jnnstr. 29. find beigelegt und ist das alte Tarifverhältnis wieder hergestellt. Die Sperre ist hiermit aufgehoben. Arbeiter! Raucher! Kauft euren Zigarrenbedarf nur dort ein, wo man das grüne Plakat, unterschrieben Alwin Schulze auf- weisen kann. Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. Neue Heldentaten der Hintzegarde in Adlershof. Den Herren Streikbrechern in der Jürstschen Fabrik schwillt der Kamm. Als am Sonnabend zwischen 7 und 8 Uhr der Metall- arbeiter L e s s o w an dem genannten Betrieb vorüberging, sprang ein Arbeitswilliger über den Zaun des Fabrikgrundstücks und drohte ihn totzuschießen, indem er ihm einen Revolver auf die Brust setzte. Der Bedrohte wollte die Waffe abwehren, dabei entlud sie sich und der Schuß ging durch seine Hand. Nachdem dies geschehen war. verschwand der Täter sofort, so daß er nicht gefaßt werden konnte. L. hat die Sache dem Amt gemeldet, jedoch ist bis jetzt noch nicht bekannt, daß etwas gegen den Revolverhelden unternommen worden wäre. Hingegen hat der gelbe Häuptling Kaczmareck einen Streikenden wegen Beleidigung angezeigt' und der Betreffende ist dieserhalb auf dem Amt auch schon vernommen worden. Keine Tarifbewegung im Holzbildhanergewerbe. Die Holzbildhauer Groß-Berlins hatten zum Dienstag eine Versammlung einberufen, behufs Beschlußfassung über aufzu- �stellende Forderungen. Nach längerer Debatte beschloß diese Ver- sammlung, zurzeit in eine Bewegung nicht einzutreten. Vom Schutzverband der Berliner Kartonfabrikeg erhalten wir folgende Zuschrift: In Nr. 298, Beilage 2 Ihrer Zeitung ist ein Artikel über die Tarifbewegung in der Postkartonbranche enthalten. Da der- selbe verschiedene Unrichtigkeiten aufweist, die geeignet sind, den Standpunkt der Unternehmer in falschem Lichte erscheinen zu lassen, ersuche ich Sie crgebcnst, in Gernäßheit des Preßgesctzes folgend/r Berichtigung Aufnahme geben zu wollen: 1. Es ist nicht richtig, daß die Unternehmer eine Gegen- Vorlage unterbreitet haben. Dieselben haben vielmehr lediglich eine Ausrechnung der neuen Akkordforderungen der Arbeiter- organisation überreicht, die, wie protokolliert werden sollte, nur informatorischen Charakter hatte. 2. Es i st nicht richtig, daß die Arbeitgeber in der Sitzung vom 39. August die Wochenlöhne der Bezugbranche be- willigen wollten. Richtig i st vielmehr, daß die Arbeitgeber vorschlugen. auf die Minimallohnpositionen des bestehenden Tarifes für aus- gebildete männliche Angestellte je 2 Mk. Zulage zu gewahren, für weibliche geübte 1 Mk.: richtig ist ferner, daß die<;abrikantcn die Hilfsarbeiter tarifieren wollen und zwar nach den Bestimmungen des im März dieses Jahres durch Streik erreichten Bezugtarifes. 3. E s, st n i ch t r i ch t i g. daß die Arbeitgeber in oer ersten Sitzung eine Erhöhung bis 19 Proz. geben wollten Richtig ist diel mehr folgendes: Die Arbeitgeber stellten durch Statistiken unter Beweis, daß der in Kraft befind- liche alte Tarif ohne Uebcrstunden in flotter Zeit 69 Mb» und mehr Wochenverdienst erzielen ließe und daß im jährlichen Durch schnitt ein Nieter in den Spezialfobriken 36 bis 49 Mk. pro Woche verdiene, mit wenigen Ausnahmen, Feiertage, Krankheiten, Aus- setzen eingeschlossen. Die Fabrikanten erklärten ferner, daß eine Erneuerung des Tarifes doch nicht immer eine Erhöhung be- deuten müsse, aus Billigkeitsrücksichten jedoch eine kleine Erhöhung in Prozenten in Aussicht gestellt werde. 4. U n r i ch t i g ist ferner die Behauptung, daß die Arbeiter durch die Regelung der Arbeitszeit nach dem Brzugtarif un- günstiger gestellt würden. Nichtig ist vielmehr, daß die Arbeiterschaft selbst durch ihre eigenen Kommissionen diese Regelung verlangt hat und daß die Unternehmer diese Regelung, die für männliche Arbeiter einen Gewinn von% Stunde, für Frauen einen Gewinn von 3 Stunden bedeutet, schließlich akzeptierten. S. Was das Anrufen des Einigunsamtes anbetrifft, so war dieser Weg von beiden Seiten im Eingangsprotokoll niedergelegt und genehmigt. Schutzverband der Berliner Kartonfabrikanten. I. A.: Dr. W. Brückmann, Syndikus, Friedrichstr. 129. Oeutkches Reich. Zum Streik der Kartonnagenarbeiter im Erzgebirge ist zu be- richten, daß in der dritten Streikwoche auf beiden Seiten versucht wurde, zu einer Verständigung zu gelangen. Die Streikenden nahmen Abstand von ihrer Forderung, einen prozentualen Zuschlag auf den verdienten Lohn zu verlangen, nachdem ihnen zugesichert wurde, Akkordpreislisten auszuarbeiten. In der Mehrzahl der Be- triebe wurde denn auch diese gemeinsame Arbeit in einigen Tage» erledigt. Und dort, wo den Kommissionen Schwierigkeiten bereitet wurden, versagten diese nicht, sondern überwanden diese Arbeit an der Hand der vorgelegten Muster. Am Freitag, den 6. September, wurden unter Mitwirkung eines Beamten vom Deutschen Industrie- Schutzverband Vereinbarungen getroffen über Arbeitszeit, Löhne, Ueberstundenbezahlung und allgemeine Bestimmungen, die von beiden Teilen angenommen wurden. Nur im Betriebe des Herrn Schreiter konnte über die Akkordpreislisten noch keine Einigung erreicht werden. Diese Firma verschuldete eS, daß nicht bereits am Montag die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte. Aber wegen einer Firma, wird da mancher verwundert fragen, konnten doch die anderen Betriebe die Arbeit ausnehmen..Nein!" erklärte der Beamte des Jndustiieverbandes.„So lange nicht in allen Be- trieben eine Verständigung erfolgt ist, kann die Arbeit auch in den anderen Betrieben nicht aufgenonnnen werden: das duldet der Jndustrie-Schutzverband nicht". Was würde wohl der Deutsche In« dustrie-Schutzverband für ein Geschrei erheben, wenn die Arbeiter eine solche Stellung eingenommen hätten? Wird er diese seine Stellungnahme seinem Sammelbukett einverleiben, das er gegen die Arbeiterschaft für die Regierungen bindet? Eine Bewegung der Kutscher und Schwerfuhrwerkrr ist in Nürn- berg ausgebrochen. Sie hat insofern bereits zu einem günstigen Er- folge geführt, als 9S Unternehmer und zwar die größeren sich zum Abschluß eines dreijährigen Tarifvertrages bereit erklärt haben, der Mindestwochenlöhne von 27 M. und deren alljährliche Steigerung um 1 M.. bessere Regelung der Arbeitszeit, Gewährung eines Ur- laubes von 3 bis 8 Tagen jährlich unter Fortzahlung des Lohnes usw. Die bewilligten Betriebe beschäftigen über 399 Kutscher: es kommen noch zirka 39 kleinere Geschäfte mtt etwa S9 Beschäftigten in Betracht: da hier keine Neigung zum Abschluß eines Tarifs besteht, scheint es zum Streik zu kommen. Der Streik in der Exportindustrie in Fürth ist nach mehr- wöchiger Dauer beendet. Die Unternehmer haben endlich ihren Standpunkt ausgegeben, mit der Arbeiterorganisation nicht zu unter- handeln. Bei den Unterhandlungen erklärten sie sich zur An- erkennung der Organisation bereit und �ogen den seinerzeit den Arbeitern vorgelegten Revers, burch den diese sich zum Austritt aus ihrem Verbände verpflichten sollten, zurück. Bezüglich der aufge- stellten Forderungen wurden derartige Zugeständnisse gemacht, daß die Arbeiter in emer Versammlung sie annehmen konnten. HuslancL Der Bericht der Arbeitskonföderation. Paris, 9. September.(Eig. Ber.) Der Tätigkeilsbericht, den der Vorstand der Arbeitskonföderation dem Gewerkschaftskongreß, der am 16. d. M. in Hovre zusammentritt, unterbreitet, präsentiert sich von außen ganz stattlich, als eine 139 Seiten starke Broschüre, die mit Zifferntabellen gespickt ist. Man biauchl aber nur ein bißchen hineinzublicken, um zu erkennen, daß die Autoren überreichlich mit„Speck" im Sinne der Buchdruckersprache— d. h. mit den den Raum ausfüllenden Leerteilen— gearbeitet haben. Was in dem Heft steht, ließe sich bequem auf 19 Seiten sagen. Könnte man in dieser Weitschweifigkeit eine publizistische Ungeschicklich- keit zu sehen versucht sein, so wird man durch die unleugbare Geschicklichkeit eines Bessern belehrt, womit die Autoren der Ausgabe, die süi� den Stand der Gewerlschafisorganisation entscheidenden Zahlen bekanntzugeben, aus dem Weg gegangen sind. Der Bericht de« KonsöderalionskomireeS über den seit dem Toulouser Gewerk- schaftSkongreß im Sepleniber 1919 verflossenen Zeilraum enthält außer ein paar ruhmredigen Phrasentvr-S«kiei?uns� N?' t ZosseMrstr, Z? *•*«-ER**.» Ber7iiiaonit.96 Baraborger Laden, Chart., Wtllst.es JKfacBnoie Hfvilerstr. 6 .aasinerE.w»ncii«ist BoterLadenjScbSaeh..B»apt»tr.ll>8 Kaiaer-Frledricha-Bad, Clarl.i.BU. Natlonal-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend ue�ail'&fsso" Ost-Bad, Pallisadenstr. 76. Bad Pankow, Wollankstr. 26. Passage- Bad Damm"' Reform-Bad, Wiener Str. Kö. Kuranstalt eSssÄ1?! langjähr. I. Assistent d. ehemals weltberühmt. Jakobi- Heilanstalt BV Pflauzenheilverfahren'Mg Atteste von Geheilten. RäM-Ead "Bad Mi»»» �llcailca SchlesischeStr.Sl. ¥ 7lktox«ia- Bad Kottbuser Damm 75 FrledrichWilhelmtbad Chauasecslr. 87. ([ Bicteerelen, Konditor.) f Bandagen, Cummlw.) Biottner's Großbäckerei QcictaSfte In Berlin, Charlottenburg, Schöneberg, Wllmoradorf. Adlershofer Bäckerei, K.2igvuit. Mas Backer, Ramlerstr. 36 Emil Beyer, Thornerstr. 6. Bohndorf'» Bäck.,K<'iilmlierriisrit.44,Sviat- Büriifrsir. 43, PankoT�Floraal�O� WÜtl. 4. Verkauf in Milchffcschäften Berlins. Bekanat gegeben, d. Plakats. [IscSier, Görlitzerstr. 55, FalkenMeinstr. 2ft, Köpeuickentr. 172. W. Gorlach, Schösebi. Sedasstr. 6/7. Georg Genz, Memelerstr. 20 Alfred Graf. Beu8selstr.24. HUnarn Dunkerstr. 78 • nCuau Prcczlaaer Alle# 1»2. HoppONachf. Kramarek, Adalbcrtst.66 August Hübner, Schwedterstr.52. August Hauck, CApenifk. IKSSBSi 7S OcscHältte | in allen Stadtteilen Berlins| und in Uixdorf. OeErrllndet IHO«. Kil ic«-OroSbackereX BoBostr. 8. Carl Laudahn, Weberstr. 30. Landbrot-BäA.,Sfb«li.Fr.,Bsrtb«l».| . BreSTot�b�v�nenruTTinlierd.bS A. Butti, Zomdorfer Str. 23. ; Otto Büttner. NeobbllD.Kiagbakiit 33. BCirrhnj Nkll»., HohenzolIernpl.il . riäülcl Buckow» Eiid. Krinkeabau. Hai fOttll»r�ine. 170 Hlekel, Fr., Gr. Hamburgerst. 37 Moldt, Fritz, Kklla., Reuterplatz. (iuzt. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Potermeler, Strelitzerstr. 8. Pcter-Schley, Wllh.,Zou«»«ntr.ll. W. WN.b-an.�.lW.k-«. Beletzcht.-Be ganst.) Bunzel,R.k;iS0r�i [3rll!l!ini!jDl!...?ÜrMraÄi1.5. Büttner, A., Banzigeratr. 96. Sfhranimar, H.. RÄat'.ns. c R. Gruner, Kopenhagenerstr. 9. S. Grossmann, Ludaoergeritr. 34. Henke» Blontnbau, Htatealfelstr 94. O.Hahn, Neukölln, Hermannst 70 Otto Hinz. GraunstraBe 8. Janiszewskl, Felix, Ei»eob«bastr.7. Alb.Keil,Cbarlbg.,Ktiser-PrisdhekitlO Gl anpont Brunnenstr. 63 > LflUIcUl Polenborgsrslr.U Gustav Mai, Schönhaas. Allee 177 M.Strutzkeh'eokölli, Hermaustr.124. F. Müller, Danzigerstr. 27. Gartaersi A.&F.Meitzner.Nkll.Ringbbf. H. Penski, SchwedsiutT. 19, Eck Badzlr. Ww.Rut»chkeSkll».Hermannst.62 Th. Sthirbel, N. Stettinerstr. 8. C.Sommer, Wripgelil.44,Aal IY 12036 " Tonfpflanzen aller Art BrlHiRndowerstr. 92 93T«I.Ne»k.l34 Aug. Trothe, Wrangelstr. 11. Aug. Wandeft, SkUn., Bergstr. 96. ll�ItiIte�B»vaw«�Brl«ät�Bris»lsr»l. � Butter, Eler�KSan Butterhandlung . F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. I3ne4sa4 I KottboatrlafflD 7t «Broaosnitr.Sl WaffBAr P Bergstr. 42. IlQgUcl, Ii, Damenm., Peliw. DamenklelderatoWe j Ädoll Danneipacn Q"tostr- c Drogen u. Farben D Adler-Drogerie, 0.,MüggeI»tr.8. Artelt,Kurt,!tklln.,Reater8tr. 46/44 Api>tb.Liideiberg,StraliU.Svr.74)iiir4-Hk. Relnh. Assmus, Geriehtstr. 10. Belker, C. Litttaauerstr. 6. Gustav Bersug, Weidenweg 80. Rrh Bnrstino SebÖBbssssrAH® 134 a, Ulü. uOlflllüo, Paiik(iv,BerU«erStr<4i Samtl. hygienische Bedarfsartik. Central-brogerle, Dt«itieiasnt3l. A. Dlepow, Tauroggenerstr. 12. J OskarBeck 0.."«» Dresdenerst. 97, Blücherstr. 11 Reichenbergerstr. 18 u. westl. Vororte. Vorzuj* ugsprctse. iuntrock, W. Cd" 3. )rel Kronen D.�h- Fried. Göseke, 7 Filialen. r 8 O 40 Filialen in Berlin und Vororten t August Koltz Geschäfte. Bersten, Gebr., Wörther-Btr. 33 s. Kosmalla,E., 4gÄte Paul Lindaer, Strelitzerstr. 65. ButtcrliandlüngFritzMuth. I r f eigtne Detailgtschäft« n. i" I KS I' Prenzlauer Allee 187. JH..-t Unv Kopernikusstr. 17, uU"ri, IMOA Warschauers tr.21. Edison-Drogerlen. 0.-8thn»eweid«. Franz Fischer BnnU. Cbaasiee 143, Samtl. Ganmianikel:t Diikr. Bedieang. Friedrich, Paul, O, Gä rtneratr. 29. Germania-Drogerie, Möckenut 63 Alfr. Gotting, Günther,„löw«a Drogerie", StromikS? Haeborlein, Trcpt, GrseU-Booebditr. Hansa-Drogerio, N. Raumerst.85. F. Hotop, tfnau-Drof., üfnaastr. 6. Klahn,H.,NkllB.KaiBer-Fn6drickit2l» HMM'llM..He�"nnrf.11J. Krönings Adler-Drogeric. R»mlsr»tr.7. P.Lehrke,KoUbajeti)iBm81-82,P»rfüa Max Liecks, O. 34, Ebertystr. 85. Alfr. Marsch, Culmstr. 37. Nellä, Felix, Memelerstr. Ks. Dehmke, Keinickend., froriaistr. 82. Ramleo, Otto, Landebg. Platz 1. Raihaus-Drogerie.Sllta Dmutr. 24. Arno Reif, Weberstr. SO. liBfltli. Meyer, 6. Kniliek, Färb., Wäscherei Fil.GnjtaTAdolfsi.I, WeiScnbnrgerst.tl SviDenöBdentr. 56, Weddingur. 9 Mäller40«,Neaktilln,HeniianE8tr. 37-88 c Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen Fiaohhandlungen C.DittmannBe�S.ts. |f KklAM Grünauerstr. 8 ■vumer-wiia u. Geflügel. U#AMmA_ Annenstr. 42 Werner Langestr. SS, 1 Berg8t.5u.57. l,Xtll.lüneh.Sl.S5 Q Flelsch��uTw�pstw. 1 JdI. Anianilcwiti G1srw5er" O, Amling, Neukölln, Elaenstr. 74 A. Barthmuß, KtrkgrafridamB 33. WDmkfli Tegel, Brunowstr. 65 . DeUKl. ff. Bleiieb- 1. Warslvsren Rieh. Sedier, Memelerstr. 74-75 Bloch, Otto, Prenzlauer Allee 62 Blämleln, J.,Kktla., Mareiebitr. 14/16. k. BiUer, Rüdersdor ferstr. 32. Auguzt BtrniteliiDunkerstr.7S. Kaiserin Angustt Allee 9. AipstliM Wilhelm Behr Wurstfabrik, Spedt' und Scblnkensalzerei. BerUn-Schönebcr2,Eoleusut.57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f Wiederverkäufer. Itto Schreiber de?ge»tr°i' E. Schauer, Huttenstr. 70. A.Sl«'w#rt,Nd.Schöneweide,Berlinst.l27. E. Scherzberg, Roialckendf.. Hansast. 9. Max Schubert Ma166eaatr' Albert Schucht 8Ädr E. Steeger, Fleisch. Enisgselkircbstr.23 Steiniche, Warachanerstr. 25. Thaloiqor Invalidenstr. 153 1 HdiUlbUr ECita Ackurstr. WannOP Landsbergerstr. 118 ff ayUCl ff.FleiBch-u.Wurstw. 8targsrd.Fieiscb-Zestrale,Stargstdersl.62 P, Thiel ff. Fleisch- u.Wurstw. h imP Lichtenberg, LllJLäilitFrankfurterChausseeS BerlJat-teDtraiefrÄv�; Hut-Engr.-Lager,B(iih.,Gärtnerst.24. ÜUtilSlS Möüopöl MÜ"T66traße A. Lemäitre,W:liDsdrf.,Birli9trst.l3t. Kieck, Em. Sir». Botbner, Küte, Krauts tr. 1. Bragrodc, A-, Manteuffelstr. 69. P. Buckwitz Rignerstr. 106. Spez.-Geech. f. Fleisch-u. Wurstw. Anton Buchheim, AlUtsU iaerair. 12. { A. Beutele, Thaerstr. 21. K. Christ, Elbiugeratraße 58. Darge, O., Finowstr. 5. Frinzenstr. 103*,fpe- Hotfwnn Berufs/1 leidung 1) MTBertram, Noraen, Maxsir. 17. j Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Wecker, A.iHSlllEnilanini 3. { Battfedern u. Betten J Q.'BeTir�d�N'ftkTKÖTiebecksir. 166 BuIbiski.Fcbmlliterslr. l.EScbcnbA! A.Hainpol,Bi.,Ber ilr.44-46 Riioigang! Carl Heuze, Aadreuitr. 55. Bcinigoag. Slow Crhönn LaudshcrgsrAllcolAS Itldl iUIUIIB reell und billig. M. Zy.inarskl, Alt Moabit 82. Siröter.R.viS.. •teilen. Schulz, Arth, NkIlB.fHormaon8t.65 Uhly&Wolfram Vereinigte 48 Poramersche yerkaois- Meiereien»te|lf!11' , TrücTtsTr�T, IjFfk�ftiirfielisrgsrito. BIcrbrauerelen.Blerh. Landbrot» GroBbSckepei O. Senf, Ndif. Krug, Waldstr. 4 \l ermann Lebelt, ilussittengcr.ää Alfred Llcr, Wielefstr. 38. liditenlisroEr Broltalifik Ä Emil Lleske, Grüner Weg 122. Mattke, Gipsstr. 9 E. Mortlus, Relchenbergerst. 168. E. Martin, Gleimstr. 65. Friß Müller, Gräfestr. 4. Coitnv Mühlsteph, Rhinowcrstr. 2. Tli.Neumann,OIdenburger»tr.21. ftoman Nowak, Wienorstr. 8. Frledrldi Oste, Madaistr. 10 Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andrcasstr. 51 Akt.-Braucr.Potsdam.Eig.Me4erl. Berlin SW, Tcmpelhofcr Ufer. 15 _ Braidsaburg s. 11., Wilbelmrdorfcrst- 1 1 6 1 Spcz. Potsd. Stangenbier Malzbier Cacao, Chooolade J Adler's Konditorei, Wraogchlr. 87 AIthana,Krio:ci-Boob.,lmd(iwer«tr,16. rwUov fl Filialen i.iU- \jj II CIA, vi«, Stadtteilen. Fcrd.Habn,BerIia,Ftitersbiirgerat.72t taiel Höisiaiii i fdinsteQualitätsbiere. Die Fabrikate der „Sarottl" Chokoladen- u.Cacao-Induitrle- Aktiengesellschaft »lud überall erhältlieh. Neu: Slmpli-Schokolade Schütz, Warschaueist. 82, ggr.l'JOO Bäckerei„Nordstern" Inh.: Gast. Müller Filialen i. verschied, ßtadtteilcn Albert Pfenzig, Grätzstr. 10. Richard Rciiike i'Ä.sa Paul Rißmann, Turinerstr. 36. Arthur Roemer, Koitb. Dimn 10J, Blax Sander. Dunkerstr. 23. Otto Schmidt, Adalbertatr. 27. g0ttoSziIlatf6Äe� Heinr. Schubert Boxh. Chanss. 6/8 Slkorski.WciSenBee.Hdinendorferiir.U Staehr's Bäckerei, N. Triftstr. 66. Paul Stenzel, Baumschulenweg. Rieh. Schenk mÄs8. A. Schreier, Drbanstr. 61 H. Spillmann, Grüner Weg US. (instar Tasplts, Prinzen-Allee 61. Carl Tennert, Sehlealsehestr. 19, Thoraa's bew. BÄdierel Ackerstr. III. Geriehtstr. 84. jbsef Ullrich. Manteuffelstr. toS/ "C. Vogt, Wollionsee 5 aFiiial.Hnuritgesch.Sedanat.lO'� folksbrotE.Gmb.H Fehmarnstr. 10 Mfrbachstr. 13 HÜF'elerstr. 11 B Häselerat. 161! »nr.ffcid'ätr-S.Köfli�iaEliaibfthgt.Tb Cilr.nnnpmL 17 JraiiereiTleircrberg Seiffert, Erich, �'CoA� Versand- und I'ilsenerBier. Brauerei Tivoli Ä« Fruchtstr. 37 Cjiramel- VV eiTsbier fail alkoholfrei, erfrisebend, bekömmlich, Berliner Welßb.-Brauerei E.WIIlncr. Deulsctie Bierbrauerei i.-G. Beriin-Pißchelsdorf Qrotcrjans Malzbier. Scbook-AUee 1 30. T. m, 5063. C.HabelsHmuerei hell— Habelbriu— dunkel. W. Hilsebein A.-G Lagerbier und Malibier ag_ Hempel, Em Müilerstr. 138 d. Kali Irnberg, A«, LiebonwihUrgt. 45 fVaecnknecht, Gloganenl, 17. t Wiese, Koloniestr. 64. Winkler, Naunynstr. 73. -iff, Grüner 15«g 75. Heinrich Wittler eniitltl-. Sfb*»ribr«t-i- Eibom- FilrU. T. II. 3213. Muztr.'. :3rzilcll. LalLGcgeid. Gtot-Hcrlm Unser OoBdbier ist nicht nur ein Erfriachungtgetrink, tondern auch ein Gesandhcltsbler ersten Ranges. Berliner Dnlops-Branerel, Berlin 8. t Qnnff Andreasstr. 36 !• dbilll Bezugsqu. f. Händler. StoilwercK Gold Silber Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten tind untereinander gleichwertig und unteracheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. C.Volgt,Gräfesl.27,EckeCJrban8t. Fordern Sie Wesertberg Cigarrenhandlungen ki i f Fr.Bebrond,Nf.,Frasl:IsrlerAll«e27. Brager, J., KecBöllo, Bergstr. 57. zenBranenffVeBensee7_ ♦ MfintlienerBraBiiani ÜerllLt A. Landre Weissbier SlraIauer8tr.36/37Tel Zlr.4004a.7585 L EzdeanetärTcn_ � Ariionn-Bid, Aiilüämerrbt�äi- Augustaltad.Köpenick.-Str. 60,61 öad ÄÄl: u,7h Burgerbad Mümstrall« 2. »., Kassenlieferant. [ßulra-Bail»„ ,, � Aniengruberstr. 25. Löwen-Branerei Aktiengesellschaft Abt. I. Hohenschönhausen „ II. N. 20, Hocbstr. 21-24 jpnHoefer, Kottbu»er-Damm 79| IRiturit 77. Ail miralstä. llrt»d«stf«l. 1 6.| Klein, Wilh. Sberh.�f' A.Kan8tmaim,So*i*ez,FrtMl«nLfl7 Llngel, Friß. Eisenbahnstr. 5. A. R. Meyer NAf., SeklsiiirtMtr. 14. Willy Mdn»termann,Gle4ll«eo«ir.48. Q 4S.Pete.-ke, SO.KoUbüserilr 14. Fritz Schneider, Linden»tr. 29. W, Scfamter Nf., Neanderatr. 28. C Damenkonfektion Frauz'Schönbeck, Obersebttssveiilo. Fr Schlussnuss, Licbnuerstr. 22. Hugo Schultz, Müilerstr. 166 a.. Hvg.Gummiw., Photogr.-Artikel. P.SönderhaufACo.Gr mnkt Str.S9. Herrn. Vincent, Skllo.Bergstr.lSl. Werder-Drogerie, Britz.B»4«v«r»i. 5a. Wedding Drogerie, Genteratr. 87. Welsabach 4 Fischer, Bellealliueeil 13 Zobel, Georg, N, Ackerstr 60. �JEIzen�u.Stahl w., Waff.) Aln, 0.,NHU.,Kaiser-Fnedrieh»L6 Otto Ander», Kottbuscrdamm 6. W. Allner, Mulaekstr. 21. Beutel,C.,Boxh.,NeueBahnh.St.28 Hcrm. Braun, Landsbg. Allee 149, Brenneke,C.,wrangeut°:94 G. Branneke. Scbdsb.AHe« 156. G. Brucklacher, SraSe«: F.Beutel,NkUn.Kiüer-Frie4rilr.77 Willy Erpel, Turmstr. 29. Pieck,£., Epsndsa, Scbönevaldentr. 84. Lmiln, Wilmeradorferstr. 102 3 nillcl Haus- u. Küchengeräte Rieh. Ilm, Neukölln. BtulrlO Ad. Kunze, Nklla.,Kau(rFrieAiichatr. 173 H. Rockstroh, oäbmuä'io. Llncke, Beakölla, Fricdetstr. 9. K.LQbcke Nf.E. Sturm, Sisiarlterzt.13 Pool LUkt Ä�Äiger. E. Mentzel Nchf.. KgprohigtBaratr. 4. FranzPfelfer.O.Frankf. Allee 139. Rumraelsburg , Schiliorstr. 35 RühlmBnn.P.,Müllerst.40b,E.Seest. C. SCtlPÖdeP Gr.FrankfVrt4nti.109. Hai Mm Sellach,Th.,Nilln.,Herraannstr. 48 E.TImm, Schleif., Waldemarstr.73 Herrn. Warsdiaile S- 29. Weacb,Charltbg.,Ka«belsl«rIitr.23. Arthur WeigenrÄ1- Alexandrinenetr. fl Keichenbergerst.lOO _(Inh, Otto Janke)» [ Fahrrgd., HUhitwclia J Baum, Emil, Schöaeb.tHerbertst.l Falirraii-lßüiiiaüs LofinaDB Neue Scbönhauser-Str. 11. Fahrrad-Haus.Frisehauf Brunnenstr. 35. Gründung und Eigentum der radfahrenden Arbeiterschaft. FahrradluDiSüd-Ost Rcichcnbcrgers 1. 1 21 Fabrrd.,Scfaanpltt.Wei5eabDrgil.47a Otto Heinzeffr0!80' W, Hoffmann, Schönh. Allee 160. Ernst Machnow Weinmeiateratr. 14 Jahresumsatz 20000 Räder W.Malloichky.Oberbaumst.S, Ret fori Unllez Reinickend.-Str. 106, ld[| ntlilKi Cbausseestr. 81. Köper, Carl, F.terib|..ßt 2 s d.Frkf.AllM Richard Schädel, Insclstr. 13 A.Tertiow.Nklli ,,Sckillerproiii»Mil«28 Emil Walter, Neuklln.,SlsstlutT.6 f FArberalan, waapharT� H. BERGMANN| Birkenstr. 53 über 40 Filialen in Groß- Berlin I Cuhn, Gezchw-, Bergmannstr. 9. [JnlOtlH Flaschen biorversand lOiaUU G.m.b.H. C-Uorio Grüner Weg III. SChäUC, weiß- u. Malzbier. Sdtulz, Herrn., ßchönleinstr. 23. UMMMMM. Lohtannin-ßad geMjaa&aaabff* Bad Frankfurt. Gr.Prw. Lieferant säratl. Krankonkaeien Jungbrunnen-Bad' Blumschulcnweg.Kitaolzair.ivj/jg Kur-AMtalt"LÖ8er" _____ Eoseatzlerstr. 70. Victoria-Brauerei Vlctorla-Ssazarbrlu Wcisshicr, C. Breitiiaiipt, I i-,tis,derl�tr.97.�Teh-AHH�6Z� ( Blumen und Krgnze) OtLar Albert ex, Müilerstr. Ii. Fr AhrendttBoikg.,Ne»eB«h«bofitr,3l Blumen-Becker, 0. FnntfcrUr Alle« Casner. Cbarl., Krummestr. 30. LDcgtr tail,kjie.Fri6ilr-Sl.30,B4rgit.68 Richard Kelick, Prinzen-Allee 30 Paul Orot», Uii«iri.«9(T«nriitikiu) iEaHmann Neukölln, Heraitr Gelegenheitskäufe TST. Dombrowsky��ÄÜ L fraatoiP1U9-en'Köcke •5»/n Kleider Danzigerstr. 24 5"/, 0 Schöneberg , HauptBt.25, T obias Lewin, Schneidermeister Badstr. 44, 1. Spz. Maßanfortigung Lager Ii Xutsii i. Keitniaea»Her Art filleii voiaa-�Äo�'m"1-6 Dampfw Weiß. Stern, K> ,Ber(it. III aampf Wäscherei MERKUR A. Bachmann, Frsiklartar-AllM 47. fjampfw. Sirius, Grunowsldstr. 88 ' 3_üi! Tel. Kurfst. 354. Damen-RonfeKtion Moabit Gohr. Weumann Svg Westmann I. Geschäft: Mohrenstr. 37a. 2. Geschäft: Gr. Frankt-Str. 115. Bei Vorzeigung 6«;. Rabatt. TJänpfwastlt.Jt aas'alt OroA-bampIwäacherer „Spreenlxe" Berlin SO., Forsterstr. 56 TtäellMt Wtieb«! Billig,,« Pr.i»»' J.Ä. Greifswalder- Str. 30 erichtsstraße 28 Tel. III 1309 O. IVaefe Färberei u. ehem. Wäacherel f. Herren- u. Damengarder. Läden in allen Stadtteilen Berlin, Rixdorf, Schöneberg I I■ «O I :! DanzigerFlelscli-CeDtrale Danziger Straße 14 Dannenberg, Neue Hoohstr. 6. Rieh. Deckert, P.Dreyodter, Prinz Eugenstr.21. Job. Durzynski, Kopernikuastr. 1 ftmo nidiei �Tn- Fabrik(sizerWanba. Fleliekv». W. Dörr. Schivelbauerstr. 27. Angnat Fenger, Grünauerstr. 8 FiBisch- u. Nupst-Cenfpale Frankfurter-Allee 182 Int« o. billig«!« Bcingsguelle de« Oitea«. W.Frledmann, Nklln.,Wsrlheiti.7. Cfiprlarh Neukölln, • VICridUl Warthestr. 70. H.Gemdt,E|>re»g«r>i.I7,Bi»g.Ea»°,>lr Fr. Qerlacb, Tauroggenerstr. 1 a. Gustav Glrra, Waldemarstr. 21. Rob.Gleae,Wti8e,iee,GB«t.Adolfitr.t3 PauIGnüdlg, Britz, Rudowerstr. 14 Gottlieh, Reinickdf., Aneodeat. 109 OttoGrubeHoch.ute67. Gusinde, Rieh. �ratn. i', Fleisch-u.Aufachn.- i Centr., Wiebertst. 159. O. Gleich, N«»ölli, HohemoUenipl. 7 R. Grleger, Chart., Cauerstr. 19. F. Gutschmtedt, Koloniestr. 82. Heinrich Höhne, Skalitzeratr. 97. Georg Heinold, Ktrieobargeritr. 5. Ernst Höne, Schwedenstr. 12. W. Hoppe Friaorleb
  • g«a,Frbnirhil.54,T.7t8 Bruno Kusche, Fruchtstr. 28. Max Knaut, Alt-Coxhngen 50. Ernst Kolbe, 0.1 12. Weichselatr.lS Ernst Kurth, Muskauerstr. 33. G. Krause, Welteniee, Ltaghaasilr 135 Königsbergerstr. 67. i, If.Eleisch-». Winlvtiea H.Kops, Beialckeid., Rsaidenulr. 154. A. Lange, BeisIckd�Sckacsveberiti.l 13 Rob. Lindncr, SfJ'Är.s. Wilhelm Lenz, Falkensteinstr. 9 It. Laurenz, Keluickeadf. 0. Haaptetr. 54. Wilhelm Liebherr Fr. Lindemann, Eradoneratr. 45. August Llncke, Alte Jacobstr. 26. Emil Llndigkeit, Vichaelkircbstr. 8. Lochmann, Malplaquetstr. 82. IflOMeJoH.FSÄ�.h4?: Aug. Maar, Schnlstraße 103. HarwaId,Milli.JltBebiiir-E.6erlUent. Märk.Flclschkan..,Nkllii ,Warthe9t73 ErnstMückler.üklla., Bich» rd.«u 1-32. M.Hauersberger,NkIla.,K«,serilr,16 MomI/qi* P Mariannen- mcrKOf, I. Str. 26«. P Düllos ff. Fleisch- u. Wurstw. Iii ffllilHir OroBbeerenstr. 78. ILHÜller, Pankow, Wollankst.lOl Georg Neumann.Friedonsstr. 81. Paul Nuss st80lrata Josef Orth, Neukölln, Eai8erstr.26 KarIPetrlchffFÄÄ PtaCH Frsnkfurterstr. 18. Reinfeld, Spandau, Ncomeutent.r. 3 0.ßo«iDanDHa[l!l..furf.r.rt'rnk7, Wur»tfabr.,Landsbg.- _______ Allee 130, Spz. Roll.- sehink..Nuß8chink.,SeblBteaspeeli Hermanns tr. 46. Riedel, B. Rodewald �erKsÄ.29 R Rothe, BoxhagcnerChaussee 11 Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.17. Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. is■ A Rehmet, Moab.,Per!ebergerBt.2 W. Segllng, Christburgerstr. 43. Max Schlack, Langestr. 67. Tb. Scheunemann, Helmholtzst L Otto Schmalz), Jahnstr. 1. L SchrBmm,Pad«r»lr.23,T.Mpl. 11707 OttoSchleusener, Sklln. Maiaient g ettuldiDliertsp�� Scblwek,K.,PalliBaden8t.I, Ecke An8S*c»yglel,IiUli.!Ie6ilüeret.ll» 1 npiiuring. Fleisch- u. Warst-Fabr. * F. SommermaniiyBoili&gftDerstäg E.T rapp, W arsUentral c,W aldenseratr. 1 9 Max Tümmel,Christburgerstr.24. Karl Unte �S™1-7. Uhig, Paul, Koppenstr 28. G.Vettin gr7Qnü w69| Warschauer Fleisch- u. Wurst- Centrale, Warschauerstr. 88 Josef Weber, Raumerstr. 24. Weiß, Georg, Elmslr. 40. T.A.IV 10585 O. Wellnitz, Nannynstr. 66. A. Wenzel, Woldenbergertsr.30 Emil Wilhelm, Graunstr. 38. WiotoaDD&SwinHeBrfÄ». P. Wontora, 0., Frledriclisberg.Sl.21. Nord-Dcutschc Fleitch-Zcntralc F. Zimmemiaii, Seesir. 78, Guistasit. 40 Paul Zwarg, Landsberg. Alice 136. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37. WUh. Zicgler, Seumostr. 20. c Gl»» u. Porzellan G. Krüger, Weißenburgerstr. 79. Oberländer gjfft" A. WUbornt Brunnenstr 16. «MW w�ÄÄb. Tanmtr.Ot 1 Grote Frankfarter Dre«de3Prst.l35| Sir. 120 Wilmersdorfer- Frankfarter Allee 184 Str. 124|Sehöiib;.,Haaptatr.22 Leser dieser Zeitong 5»/0 in bar. Ilrncef RHfn Mark-rafeadamm 1 UiytlSrnlllB, Alt-Boxhagen 24 Mütz.-Moldenhauer,l{iiiiticn>t.l6.I. Schoerr, Herrn., Wilmorsd.-St. 46. Wd* F Kottbuser- »e eamesry r.« 18/19. Wolner, H, Greifswalderstr. 33. Wirtschafter Nchf., Bnanemt. 167. Zum Hutwinkc! 8. Kohls, Cbausseestr. 85. (Mar Htöstiie Au-e�d._ Raaers Mlscbaogen werd-T.gparsan. Haasfrancn beronn�! Nur C5t NeueSchöRhauserstr.2 Kaffee-Surrocsato Otto Goetze.Kotibaserdamm 16/17 Hof. c KaufhSusai* D f 6r»mmoph., Sprechm. j l AleiaDHer 8[o., Mi\i 55. Mm Hem�ri! p™a" B. Honnü 8 Co. CK it Ob. Schöneweide .llUrUdllltputz. und Modcw. liifr.Hifscli3ß[�kur.Ss7t8r: l WeiH 8 Co.. Frieilriäisliegen. W.Becfcer,CkUg.,\filmendi)rfer)U27 Hoyer, A., Be™«!. c Haar-Artlkel Berliner Zopf-Zentrale Inh. Rieh. Müller nurKottbuserStrassel Spei. Champon, Frisier-Salon Unterricht in allen Fächern Auf d. Annonce gewähre 10°/. Babatt. � Ferd. Gräning � Jungstr. 11. Tolepb. VII 7924 J. Wannheim. Filialen im Osten. W.Pieper Hoch- meistersttS Siemon, A. R. Koble�bhf. Weddinf Karl Werner, Neuk. Göthestr.10 E|aaB Spezial-Haar-Haus ■■JUwl Cbausseestr. 121. Rob. Kortmann, Schonwaldcratr. 28. H.Nlxdorf,PrittkfiirterAIl.l»7)5%Rab. £Hau«|Ti�iBchongepätfJ Prinzen-Allee 57 Sellen BÜPSten. Vomnirk Spandau, Schönew.St.92 Adnilllli, Emaille, Glan, l'oriellin.Lainp. FMstroUarlGÄÄ. Sanflflw.RDl.�TÄf120- R.Stflße,Waachg.,Nannyn8tr.91. �|��arperi-*rtiker��� Andrcasstr. 37, Kravatten Schnlze H.Bock, Neukölln, Kaller Friedriclut.IO. m Magazin England Koitb l)ainni78,0ranien>tr. 161 Hat«, Wäsche, Cräwattea. Tcckol, Artilleriestr. 4 Rieh. Jahn, Treptow, Grätrerntr. 6 "* Fnedrichstr. Iis Oranienburger Tor, Emil Jäger ÄÄer15Tor. E. Kiahn, Frankfurter Allee 26. tu. HlahD, Frankfurter Aiiee zo. Krame, Wllh.�'k IIa., Herrn.-St. 1 68 Gg-Kurscb, Britz, Rudowerstr. 95. Ad. Mahnke"ÄC.3 A. Nitschpan, Bergmannstr. 11. Nordring, Brunnenstr. 84. A.Samuel,O.Mirbaclist. 62, Schirme. Scholz, OswÄmÄ.ni: Max Schulze, Hochmeisterstr. 6. Sprengel, A.�ü�-"scrMme ( Herren-iTKnabencardTj Ainerikaa.VcrkaulsliaUcn Badstr. 26, Ecke . r prinzen-AlIee. Besser, Julius, Kkiln., Bergstr. 19 llambnrg-Steglitzss'ilr''3"lOB zum Selbstkoslenpreis+ l07o Charlottenburg-W ilhelrasplatz Neukölln|TerSrff�T Mitgl. d. Wahl Vereins Zlelonachl, Ornnienstr. 21. Laake A Slupecki, Sekönk.-Allee 70 e MäPOIK � llklin., Bergstr. 44-45 lUdrbllS, 0. fertige n. MaJschneiderei. Raltzlg, Ad., Frankf. Allee 107. Rosner.Max�ÄuÖlE: Lager fertig und nach Maß. 77 Kotttiuserdamm 77 '' August Schega•• Julius Solomon, Brunnenstr. 36. Schachmann, Louis, Brnnnecitr.bl. JQphnll FriedenauRheinst.9 . OLIIUI I vorz. d. Bl. 5%. Berth.Sihwerlner, Wrangelstr.96 FTWeiss, Siftitei Neukölln, Kaiser Friedrichs tr. 20 �HBt», Watteew«i. PelzwQ c Kolonialwaren D Abend, R., Rurambg., Scäilägiti.f. Heinrich Arndt, Fenns tr. 49. Theodor Antbofner, Solmsstr. 22. Babel A Hauke, WUsnickeritr 47. G.BBrend, Schoneberg, Cilocnenitr.S. fiDstav M\m Hauptarm Bennewit},Fr.,I)acbholz,Bcrliücr3LÜ Bruno Block, Nonnendamm. Alex Korproann, Jagowstr. 16. Br»nn,U.,Nklln.,PriniHandjory8tr.29. B.Brosziileit�Friedrichsbg.Scharüwebstr.S Budach, Franz, O., Goßlerstr. 23. Georg Burow, Stromstraße 89- Job. Cieclor, Neue Hocbstr. 32/34 R. Ehrig, Liebenwalderstr. 47. Arthur Euke, Amsterdam erat. Iß A. Fiedler, Köpenick, MaggeU.8t41. Ä L. Friedrich, Mariendorf, Berg«t. 15 RelR Neukölln Filialen in allen Stadtteilen. Fritz Gc-.uil, Beusaeistr. 75. H. GoerUr;h,Reinickendf., Fmiazstr.SI, Hermann Gensch, Adalbertatr. 19. Goetsch, Ernst Crojsener- W Str. 18. Koperuilia«»». 19. Kieilerbamlmslr. 16. P.Lödt, Breslauer St.4,Mudaist.lS Max Hanheiser, Göbonstr. 16 Albert Haube, Dunkerstr. 86. HeInicke,WiIh.,Markgrafond. 27. Heinrieli,R.! Uecmuaclr. 59/60, Bergstr. 144, X>i<.-Fried.-St.246 Fritz Hühner, Schliamannstr. 11. Q Paul Imboff, Ramlerstr. 19. Kakao-Würfei „Sarottl*4 5 Pfg. überall zu haben Morteii Brunnenstraßa 52, Badstr. 65 Huthaus Norden Chaosssestr. 55, Ecke Wöhlertstr. Beiße, Rud., Cbausseestr. 66. Casper. Ed., KULb., Bergstr. 139. Kle Grund Bronzenst. 177 Hermann Haase,Inv8lldenst 129. Hancon Kkili f Berliner Str. II, Udllouli, Osten, Koppenstr. 18. I Jacob, Oikar, Schönh.-Allee 104. WillvKnobeÄ00' Kohle, w., Lichleiberg, Bageaitr. 55. Kraatz, Georg, Schönholzerstr. 11. Kramer, Rldi., O.Kror.prinieiitr. 37/36 Kühn, Oswald, Müilerstr. 131. Lange, H., Neukölli, Walto, str. 16. Q. L. Liese, Cöpenick, Sohloßstr. S. Ups, Chamissoplatz 8 Herrn. Loewa, Tegel, Berllientr. 16. Loasler, O., Warschauer Str. 5. Lnckner, Felix, NkUi�Weicheelst.T KarlWlercier,Huttcn8t.3 Slicliaelis. Paul �ÄVrSm Mewos, Adolf, Warachauerstr.M. Max Moy sich,\V ilhelmsha v. St. 4t. Paul Muiack, Mariannenstr. 8. H.MüllerfeÄÄ UpllflT T. Kottbuser Damm 31 Inuilcl, U. Uerm.St.l55,KDaiebeek«tl8 A. Plaacke, Oderborger Str. 55. Priebe, E., Boxhag.-Chaussee 22. R. Puhlmemn.Woldenbergerst.Jl Carl Quast, Prinzen-Allee 15. A. Ramhold, Prinzen-Allee 18. Carl Robra, Langhansstr.öS u.148. Willy Rebe feÄV Runge, Otto, Kkllä, II ermannet 56. A. Sägebaith, FchrbeUitter 811.24. I Schäfer, H., Neue Hocbstr. 5. Sdinelder,F.,Mtlln.K»i««r-Frl»iSl7» Scheffler, Carl, Badstr. 16. ' Fritz Scheel, Sobwedlerstr. AT. Schlentiier, Emil, Huttenstr. 7. Gg. Feist, Nkl., Weserstr. 4. WI|h.S(tiröder,Sch5nholzer8tr.21 Wllh. Schulze,«l. Bergstr. 96. jaii.sciiüizBwZ'r I Rudolf Spromberg.Wörtherstr.t, P. Simund, Kklla., Ziethenstr. 46. WUh. Thomas, Keiaicksnl-Str. 54. Otto TOck, Gubenerstr. 11. Ulbridi.F..NkllB., Wathestr. 18 j.e» fffl»el Ernst Wilde, Bastianstr. 1. Wernidce, Ober-Schöneweide. Portsetzunn siebe nüctiste Seite Fortsetzung Oes Bezugsquellen-Verzeichnisses. �Korbw����derwag�J 9f etzners B<,usl"?it9r.67. � KrankenbedBrf.artlk.1� Fischer, Wila.N', Swimmaid.-St. 1 IS LsngejA��j�BrunnBnatrMST. ( Lederwaren) iiääranefJömmJsnsUÜOTlmeRjSt. Hermann Callleswegloo Carl Fessel Frankr-st.m. 8pei. Tswch., XsppgB, Pirtemoppaiesnaw. K.üenehr.Kammclsbcrg.Schillerstr.Sl. Wllh. Langner, Ä; Koffer'SchnlzBdo™« Ricliard Kurlzke"r Wienerstr, 1« i Eig. Werkst.!. Hause Tastlieii-MüllerlÄÄ � Bo)>. Voigt, Smaiicbiilatr. 87. Elg. Fabr. £ Lahranstalten] uschnelde>Schule de« —■ Deutsch. Zuschneider- Verbandes. e.V., BERLIN, Msuerstr. 86 38, T.l 3401. Wiener Zuschneide-Lebranstalt J. Kumpan Rudolf Maurer Friedrichstr.fita, Ecke Mohrcnstr. Zusohnelde-Akademle A. Vorski, Alte Jakobstr. 45. Stralilendorffs Handels- AKadcmle. Bcuthst. 10 u. 11, 1.,II.,III.Etage Größtes Institut Berlins Ausführl. Lehrpläne umsonst. Manufakturwaren Petorsb.-St.SS Modewarenh. Linoleum u. Wachst. H öii7crTr�«'dcn5ee. Berliner- ■����*»'�le�228�TapcteT!. | Mehlhandlunoen � W.Bach'männ�Earl.,äehri»jil.l5. Bethks, Georg, Äu'" Rixd-.Elbest. 33, Kiii.-Friedr.-SU4 Weserstr. 189, Priedels tr. 23 Treptorr,-Grätz-StraSq 64. Bordasch. G..MIIs.,Ktis.-Frd.-St.29 C. Bosse, Reinickendorferetr. 29. Jul. Conrad, Rbelnsbergerstr. 44. Bernhard Danne.RuUDieiall.SOSl. C. E. Fink, N, Pankstr. 92. HalftiHerm.Nklln.Hprmanngt.227 Frese, Ernst 6 �io"* Gaege,Otto Chabri|�teD- Paul(Zaexe, Spandau. Ine UoiilrAMehl-u.KoIonialw. JUS.ndUKB Bergmannstr. 95. Heermn, R.,Nklla., Hermannst. 172 Heinrich, BSa Karl Hohn, Scbererstr. 9. Korn, Ku�o �"nif7#1 APnhhfJ!t Imlidst.l 28, T.A.Nord 8S6S . nuilllcil Tis-a-TuStettiQ.Haaptb&hnh. | B.Krüger, Schöneb�HauptstrlNS LenzA Jagmann, Winsstr. 53, Posenerstr.lö�tralauer-Allee 18 Lüdtke, H., Fruchtstr. 67. Gus. Meyer, Helmb.-St. I9,WiUit.-8tl. C. Neugebauer Ober-Schöneweide tligluti 8 Raiisalil. �.7tr.i°5 Otto NowackNachfol. Spandau. F. Pflugmacher, Colonnenstr.iS. Irl Donnor �.reifswalderstr. 11, Jul. rCllUCi Visa vis Lippehnerst PRonfnOl» Mansteinstr. 17, . UblllllCl Steinmetzstr. 27 fi*KlAinU)v B Mariannenstr. 14. Alf) PI])!!/ fl K&rktb.lMarbeineke3t. ULUlbiUllL, n.MMkti Dorot|,eeapi. SCtlDßidßf, Elllil be?ge°rst7'3S Walter Seidel, Beusselstr. 26. Thieke, Nachf., Prinzenstr. 10. B. Wendler, Reinickendorfersk. 64 B���c2��k!��kö!IuF»nll!er5tr�. c RlObelmapazIna Rnsfou D fi r n'i �'.'iile'rmstr. l.üü�ea- QUildl DU)C Her 22. im Oruiesplsti. Berliner llnrgnnM Aekeratr.120.1. Möbelhalle„llü[llt!ll.Istelideait llS. Daehne, F., Bi., Neue Jonaaetr.SS. A. Dohmann, Stromstr. 44. IWlih. CabbBft, Brunnen- Str. 162. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. Gericke, Fritz, Müllerstr. 145. Gleiser, B i.fißllßrt. Möbel- Fabrik. D K. Grossmann BarsbtarTa" G.Hacke, Wilhelmshavener8tr.20. Willi. Banann iten«U8er' Onenneli Stallschreiberstr. 67, Pd narK Ber- und Peilssbluug, UUIuUUI Verbeut 1. Febrikgeb. Hopp, Jul., Brunuenstr. 133. König, A,-Nk Iis., Berliner str. 102, ierm. Kogel He™s?;.i2. Küchenmöbe l BerlinerKiichenmöbel-Fabrik Neue Königst. 81-32, T.VII 4746 HOdedte, KSer 83/85 1 Lange, Max�Ä�ile. L. Lazarus, Petersburger Str.62. Kastanienallee 40. Fabrikgeb. g«�.I884. Teilzahlungen gestattet. Ldddecke, R, Kklln. Bergstr 4. F.ljEBfflaBDÄÄ'ioo-. Rebsch, E», Emil Ruflar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 84 NähmasGUnen Llden In allen Stadtteilen. llttaDer,y6rlr.IlIke,!i*llI'8",i,",t84 C. Reiher Nadif.,VeteränenIP3L Schmidt, Otto Cißhobll 13 Gneisenaustr. 18 dlCUcny, M. elg.TiicU,-T»pi-Wk«t A. Scfaait er, Ob.SchÖQeweide,£disoBst.59 Schwanke, Ri3:df..Hermannstr.229 WWW WaJdemarstraße 72 EckeManteuffelstr. Hm.«lüSW Reinidiend.- ___ StraBe 114. { MObel-Transoopt � P.�Sn d era�seisMän��miswnr Robert Frenze!, Cöpaniekerilr. 102. KrOgergKeiehesb. 8t. 16. Tel lipl.8207 I I.a.g Ritterstr. 93, IV., 4196 J, Ldliye Billigste Preisbereehng Paul Schnf, G.« b.H.Dirbeeselr.Bg.lt. c Molkereien z Milchkuranstalt amYiktoriapark Krenzbergstr. 27-28, T. A. VI. 1070 Kinder* und Kurmilch. MOlk.itrE&luerxunaUl'&Siegfr.St. O. Oollscfa, FitbueriLI9.E.Banaleril Rülch Schmidt MeukSlln HerraannUr 53, Hermennstr. 95-00. J. Reich, Blrkenslr. 33. Zvisglielr. 33 „Schweizerhof", Meierei und Müchknranstelt. Emdener Str. 40. Tel. U 2305. [ Munlknllen NiemeyerSncTfliiTKÖpeucnn�e Cehfi|7 Frankfurter-Allee 73b UulIUlh Frankf.'Chaussee 115. c Wuslklngtrumenf) Kirst, EicS��runnenstr�B?� Plato& Co., Köpenickorst. 105/6. Lorenz Rahmel. Oranienstr. 181 Lorbeer, Müllerstr. 14._ __ f\J% u&iK- Haus—■ x•*enzenhauer— Größtes Spezialgeschäft der Branche. Spittelmarkt 14 a. bp: noa leetz, Spandau, Havelstr. 21. Schnötke, Otto, Nklln.Bich>rditT. 115 Wähmeechlnen) Beliraann, E., ÄV/öh26 MöbelLelegenhelt Anklam, Charlottbg., Wallstr. 69. Möbel Karras WeldeDuriinte 1 30764! Hugo Mob, W. 67, Polsdzmerür. 82«. (Jharlottenburg, Spandauers tr.3 alle Systeme ohne Anzahlung. Kranna Hermannstr. 177. " Kottbuser Damm 23. Dfaff bestes deutsches Fabrikat rlall Steinbauer, Spandan. Beraauit. 58 66. F W BÖltOSf Mantouffel- Straße 109. Afrana- Nähmaschinen fi. I. BätUier.Aiiiiremtr. 79, PeHrabarger- it�SLSpandau�ScbonralderstrlS- C—— � Bardorf, Moabit, Turmatr. 74. Dane, Paul, N, Müllerstr. 174. Groß, Paul, Warachauerstr. 66. Hasler, Oollnowstr. 18. Kasseslief. Schubert, Garl.Nkllu. Bergstr. 148 Wlengtrntk,8ptidaB,P,Udatt«r»lr.l9. Q�Paplep- ii. Sehrelbw. J O. Prochnow, Nklla. Beraaustr. 69 Seidler, Louis, Nklln. Bergstr. 42. Pfandleihen Riid. Planilleilie nSÄ. 58 Spottbilliger BetteDTerkaof, Hochmoderne Herrengard. UhreDTerk,Schmnckgach. ete, E. Krön, Köpenickerstr. 55 a, L Langer.Wraagelstr.t}, BUIigerTerkaif. Schmidt, Fennstr. 3 E. Senftieben, Kottb.-Damm 23.1. ( Photnr. Apparate j SO. Eottbuaeratr. 3 sack Gelegenleiia kaufe. Hugo Schulte Müllerstrasse 166 a Eie- Artikel 5% Gelegenheitskäufe Putz- u. Modewaren 1 .Haast Putzgeschäft Mierzwa �S�ezia���fürDaraeiihüte� TIPP-TOPP �/"Rabft't8- Oatermann, Goltz-Str. 41. ÖttoGrStsch, Chausseestr.12u.67. Goldmann, Spandan. Schön val(ler3t.84. R.Hagemann, Kastanien Allee4. S�oB. Helnridi, Johann, Petersb.-Str. 86. H. Jetzlaff, Badstr. 54. p.Kßlia ABre"/l8. Schdnb. Allee 801 Einzel Verkauf r. Engrospreisen. |Lererd.Zeitniig5 �y.Rabat� Herrn. Kärmer, Cöpenick. Paul Lehmann, Friedrichshagen. Ernst Muller, Teltowerstr. 59. Nehring.Charlbg.,£iU.-AagMta-Allee90 C- Neumann. Falkenateinstr. 57. Petersohn, Oak., Mulierstr. 155. V Plaumann, Jagowstr. 20, 50/0. Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Mw2rsnl]3QsäeMDiFu<: SöiDliwarßDfiaosfCÄs� Fritz Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Scbwersenzer, Turmatraße 48. Alb. S.ag.r, Ww., Lortiingetr. 0 Sommer, Wllh., N, Sebcab.-All» 85. ATrettin,Frie3ricbsbag.,Friidhcbiir.23. Wltt.Spand-, Neuendorferstr 99, ( Schirme u. StScke 1 Girod, f., Spandau, Fotsd. Str. 19. Herrmaan,L7ebeaer>t.6.Eig.Fibribite. Jehnlchen,Nklln.,Kua.Frie4r.-Stt,l8 H. Lerche, Sebbceleig, KolIaanegaD.62 A.RIeke,Badstr.lI, Bezüge billiget Herrn. Rosenky, W. Vsisieiiiir. 4. O. Schlensaner, Warachauerat.: c Seifen D Heidke�Panl, Burgadorfstr. 1 3. hnffiT» öpezialLs.'l!. Damenhüte j rtllcli Li. Frankf.-Chauss. 152 a Liefr. d. Konsumgenossenschft.j c Puppen J P. R. Zierow, LaiseFrömel, Greifswalderstr. 139. Carl Joch, NO, Palisadenatr. 37. Fanline Preissing, Reunctendlent lSJ, �S���waren�chuhnü� Ernst Adam, Friedricbshagen. Anhalt, E., Andreasstr. 13. Baumgart, iL, Mantenffelstr. 28. Damaschke. Invalidenstr. 144. J. venzig Nchf., Chausseestr. 26 Ellers, Anbaltstr.4,Lindenstr.ll2. Engel, W., Reinickendorferstr. 93 Osk. Engler, Sviiesosderstr. 63. Osw. Fabian, Ko,eoict, Iletierstr. I. Fleer, Frledr., Sparx-Str. 17. Fonnanowitz,mckilr.S3(II)<'/oRal.) D-Ganz, Nklln., Hermannstr- 1981 f Tepplehe u. Oardlnen] Gardinenh. Berniiard Schwärt) Berlin, Wallatr. 13(dreizehnl. J. A. Ssili c Weg 10 1. Trauar-Mapazin D West mann OacarAIdagjCharl. Krummest.29. J. Behrendt, Wraugelatr. 62. Otto Eickel, Gustav Schoder Fabrik moderner Goldw. u. Uhren Hauptgesch.S.42.0ranien8t.l55/56 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ Schöneberg, Hauptst. 142 Otto Braner, Müllerstr. 164. P. Fischer, SO., Michielkirchstr.8 J. Gebhardt George, Adolph, Badstr. 65. Ernst Grftber, Brunnenstr. 78. H. ßraDpner k.bä.."«i'üI'.ü.1 H. Karamler, Cbarl., Krumme8tr.2. SC.SskrielBrnJjs.natr' KniebuscbtW., Frft. Chaussee 61 Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wllh., Kottb. Damm 23. j Lüders, 8 Nolte, K., Simon-Dachstr. 13. RllÜölt PlODZ, Brnnnenatr. l? Qaitzow, Job., Müllerstr. 1 a. EmilQuaden�tÄ G. Scharnow, Oranienstr. 45. Carl Scblewlnsky, Koppenatr.4. R.Schraelz,ber�crs7',4s Willy Sdimldt, Fritieaan.Bhtiin'r. 13. Schönemaim, G., Nklln., Berl.-St.73 F, Schönwitz, Berl. O., Gosslerstr. 27 W.SchuItzBoxhagen.N'eas Baluiliofätr.32 Schumacher, G., Tegel. Berl.-St.Sa. Schulz, Osw., Frankf. Allee 24. Max Storch, Elbingers tr. 100. M. Tomedina NdifM Bricksistr. 16. PanlTrenk, Charl.,Spand.-Str.32. A.Trenner, WiILeIin§nih,Hinpt3lr.l2. Truza, W., Frankft. Allee 185. Uhren-Klinik, ßmiBeo- E.Bernaaeni Wittig C fl J Neukölln, , Wtl.,B«rllner«tr.44. Verolcherungen .Deutschland" Berlin Ärbelterverslcherang— Schützen- Sterbe kasicn versicherg. etraße 3. „Friedrich Wilhelm" Beplin W 8, Behrenstr 58—61 Lebens-, SterbekaiieQ-v.Arbeiterreniekg. Mit u. ohne ärztl. Untersuchung Jahres-, Monats-, Wocbenbeiträge .Iduna'zu Halle a.S. Berlin, Charlottenstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. MaxElsermann,Cbsrl.,Nehringstr. 16. Brüggemann, Reiniekendorlerstr. 96. Bürger, Jul., Müllerstr. 6. Max Busse ErStr- W.EiaalLCHarl.WilztndoTferstr.lll. Ellinghauseu, Gebr., Gränenreg 41. Fenake, S., Kottbugaerdamm 90 Warenhäuser l Spandau Wiih. Herrn. Lesser Kol»iul.64 Schöneberg Kol««, 1.5 4 Bei jedem Einkauf Rabattm. Weine, Liköre n. PruchtsäFle ESvLgo 60 Filialen in allen Stadteilen. Elle m.Welye, Litorftbr., Gtriehlitr. 1 1 Brunnenstr. 10 und Filialen. ___.Ei»ielTerti.Bagr.-Pr«ii Bettlnger, E, Wild-Eck«, WieUifitt Großd..Zur Sanne', P-Freodenberg Horn, Snkilta, Hermannapia tzi. Conrad Verlangen Sie „Edelweiß" Krone aller Wasehmittel. [ WeiB-, Weil w� Trikot.| ASitcEer�üäLl�üörinerstr�. H, Barts, Scbönbauaer Allee 107. Bredow, Otto.kklli.Hermannst.OS Carl Braun KoD?mrr" 5. H. Gardeis | Gcorgl, Ernst su.%u Hoffmann, Carmen Sjlvastr. C Hoppe, E, Scharnweberstr. 52. Julius Joün�Sf: Jonas, Hermann S" Juncker, H.äa™.tr.i7x Carl Klein, Höchsteatr.16, N G IB. Robert Kutsche, Gubenerstr. 66. A. Kaesler, Capririatr. 6. r.h r.npwv Nklln., Bergrt. 52/5» ta. ijoewy, i(r Ilrellt Meyer, Bsr»»«r». 1 2,(Arbeiterlnoäert Nammasn, Mdllerstr. 131«, Kosi.-LieL Fr. OliwetzkI, All« Jalobilr. 137. Schaefer, Schrom, Lina, Mirbachstr. 81. Otto Seelisch, Kochhanstr. S. Hermann Meyer, SeklrelbetDerSL 2!« .Stein ReiBiekendf.W.SchirBvebsT»t.1 1• Ad. Schäfer Nchf. SO. Admlralstr. 4« Elisabethkirchstr. 13 Wäsche, Bettfedern. rhurow,0., Charlbg.jCaueratr.li L. Vierarm, Zionskirchstr. 34. B.Voigt, Reinickendorf, iuendejiT. 101, Albert Vogt°fb,,,n'tL f Wild u. Befingal| ��PrimTVegotkähn.«» : sowie Bettfedern i Geflugel-Importhaus Neukölin, Knea.beekgtrgBa 105. C.Dittmann Ber'iÄ1� P.HildelirandtÄ'm. Schmidt, E., Spandsn, HaTeIst.lt Zastro w,L««l>btr3er-Alle« 147. Fbchs. ( Zahn-Atelier H ElBSSe�l�öIionbäüserTneoTri. Hollbru dl, Herrn., FtabLS.gtgr. 1871 Heröd.H., Elsiiient 97, s. Eoieitsl.EL Jordan, Ailr.,F«uilr. II, g«gi. 1883. Körber,O.,Mtiitil«rt,Chsu)M9tr.30( H. Llndeke, Warscbauerstr. SIL M. Rasenke, Blrkenslr. 22. WiHo Ifav Muskauerstr. lt TT lue, mal ias issutihutr. J)/e Hausfrauen sind froh, da ss sie bei der sommerlichen Hitze aus J(norr- Suppen- würfet mühelos und sch/iei! die feinsten Suooen herstellen können., KNOBR Bouillon X�beater. Rittwoch, 11. Sept. 1912. Ansang 7 Uljr. Sgl. Opernhaus. Tristan u. Isolde. Ansang 7-/, Uhr. Kgl. Schanspielhaus. Der grobe König. Deutsches. Ein Sommemachts- träum. DeutschesZchauspielhauS.Egmont. Pratrr. Der Walzeriönig. Ansang 8 Ubr. Urania. Taubrnftratze ÄS/L». Blcrwalbslüblcr See und der lÄollhard. «ellk»a. Glaube unb Helmal. Rutsürslcti Cvcr. Dcr Kuhreigen. Kammrrsptelr. Mein Arennb Teddy. Berliner. Gioye Rosinen. Königgrnljcr Strasie. Die süns Fianlsurter. Kleines. Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Lottchens Ge- burlstag. Montio Operetten. Der liebe Augustin. Schill er t>. Die Gcsährtln. Para« cclsus. Der grüne Kakadu. Schii.> i« Chariottenvurg. Nach- rühm. Residenz. Der Herr von Nr. 19. Thalia. Auloliedchen. Luisen. Die Annaliese. Herrufeld. Wie man Männer bessert. Die Original-KlabriaS- Partie. Driauoii. Die Briestasche. Ein peinlicher Zwischensall. Der Dieb. Mctropol. Schwindclmeier u. Co. Castno. Der Großsürst. Reichc-Hallcn. Slettiner Sänger. Die Macht der Töne. Winiergarie». Spezialitäten. Apollo. Svezialitäien. Passage. Spezialitäten. Ansang 8'/, Uhr. Luftspicllians. So'n Windhund. gricdr.- SLilll. SchauiptelhauS. Tie keusche Susanne. Rose. Zapscnstrcich. Walhalla. Nur nicht drängeln. Folie» Caprice. Der keuscheJoseph. Der Rehbock. Ansang 8'/, Uhr. Neues Voltsiheater. Literatur.— Liebelei. Anfang 19 Uhr. Admtralspalast. EisballcU: Dvonne. »» Steruivarte. Invalidenstr. 57—82. Sehiiler-Ideslero.�-L Mittwoch, abends 8 Uhr: llio Gefährtin— Paraoelsus. Oer grQne Kakadu. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Freitag, abends 8 Uhr: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. SchiUer-Thealer Chab,i0r�n- Mitlwoch, abends 8 Uhr: Kactarahni. DonncrSIag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: vor Dslluman. Dramalisches Märchen v. Ludw. Fulda. Frcilag, abends 8 Uhr: ver Talletnan. Berliner Theater. Abends 3 Uhr: Große Rosinen. sbestei'ililiöi'ilijlii'gBliei'�llüe Abends 8 Uhr: Die 5 Frankfurter. Deutsciies Schauspielhaus (Komische Oper). An allen Tagen der Woche VI, Uhr; E g m o n t. Montis Operetten-Theater (früher Xeucs Theater) 8 Uhr: Ter liebe Slugustin. Sonnabend z. erslenmel: Goldner Leichisinit. Ansang 71l, Uhr. Refideiis-Thtliln. 8 Uhr: Der Herr voll Nr. 19. Schwank in 3 Akten von Keroul und Barre. Morgen und folgende Tage: Ter Herr von Nr. IS. Lnisen-Theater. Ab-ndS 8 Uhr: Die Anna-Life. Donnerstag: Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Frettag: Ich lasse Dich nicht. osc-TNeAH (Bcotze Frantstirler Str. 132.{ Zapfenstreich. Ansang 8'/. Uhr. Aus der(Sarlenbühne: Orä gibt nur ein 44er l in. Mr. Revue. 1 Metropol-Theater. m i Phant.-musik. Komödie In S All. aus d. Engl, völlig frei bearb. von I. Freund. Mustt von R. Nelson, u. a. Tänze von W. Bishop. In Szene gcs. v. Dir.Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Ab 8 übr | Lachen Ist die Parole! 4 Schwetttern Rnby Humorist, akrob. Potpourri. M. Vcga Trio der Gipfel der Komik. Wunderpapagei Lora und 8 weitere Novitäten. Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr.»Die Brieftasche». „Ein peinlicher Zwischenfall«. „Der Dieb-. Polles Caprice. Döglich 8'/. Uhr: Die Novitäten: Der keusche Joseph.-Mg -- Der Rehbock.-ME Der Einbrecher. MMU Wie man Männer bessert! Die Original- Klabrias-Partie neide(stttcke mit Anton und Do mit Herrnrold in den Uauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2(Theaterkasse.) Passage-Thealer. Abends 8—11 Uhr Gastspiel der sieben SpaBmacher „Da tut sich was.'1 GroSe Metroparodie-Revue nach dem Englischen ans dem Französischen ins Dämliche übersetzt von Schmolius Feind, Musik von Victu* Limburger, in Szene gesetzt von Direktor Ricardo Shoultscz. Jean Pedro, Fratzi Massievy, Laatsch Messing, Pepi Pepipl, Kohn Erzbishop, Luido Quietschür. Pfeifen überall gestattet! MgjgWIgMjlJjjjl■IUI——MM Germania-Prachisäle N.. Chausseestr. tlO. Jeden Mittwoch- Paul Mantheys lustige ______jSänger. Ansang 8 Uhr. eintritt 30 Pf. — Lorzugstarten gelten.— Nachdem i'rcitana. Jeden Sonnlag: Paul Mantheys lustige Sänger anschließend Familienkränzchen. Voigt-Theater. Gesundbrunnen Bad strotze SS Heute geschlossen. Sonntag, den 15. September 1912: Lodert und Bertram. Montag, den 16. September: Eröffnung der Wintersaifou. Cssms-I'kvstvi' Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr Ein lustiges Stück a. d. Berl. Leben Der Großfürst. Borher ein auZerwählter Spezialitä- tentell, nur Künstler ersten Ranges. Vorverkauf au der Theaterkasse von 11—2 Uhr. Sonnlag Z'/, Uhr: Der stille See. yp Bub Hark Letzte Woche! Entree 50 Pf. Kinder und Zwergstadt bis 6 Uhr frei. Die für 1912 gelösten Billetts haben f. die nächstjährige Saison keine Gültigkeit. Clrcus vorm. Rens. Karlstr. Tel. Amt Nord 2941 Sonnabend, 14. Sept., abends 7'l, Dhx: Gala- Premlere mit nur durchweg Neuheiten. 10CISCNER GARTEN Täglich: Großes Militär- Doppei-Konzert. Eintritt 1 Stark, von abends 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Reiclishallen-Theater Stettiner Sänger. Heut Die lacht der Töne. Luriesle D. Meysel. Ansang 8 Uhr, «rannlags VI, Uhr. Lekgsttwvttlichcr Redakteur: Alfrep Wiesepp, Reuköllü. Zur de» Lnsergteotkilverantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck It. Verlag: Vorwärts BuÄdrucker« a, VerlagsanitÄ�Vaul Singer».Co, Berlin SÄ. if.212. 29. Jahrgang. 2. Stiliiif iß„DlimSrls" Knlim Bollioilntt. Ptttmifi. U. Ztplmdn 1912. Die bevorstehenden Anhlen zur stngestelsteoverlicherung lautete das Thema einer Versammlung aller Angestellten der Ge- werlsckiaften, Konsumvereine und Krankenkassen, die am Montag im Gewerkschaftshause stattfand. Das Referat hatte Reichstags- abgeordneter Genosse Robert Schmidt übernommen, der in etwa l'/jitiindigen Ausführungen mit erschöpfender Sachkenntnis die änderst schwierige und komplizierte Materie behandelte. Eingangs seiner Rede erläuterte der Referent den Unter- schied zwischen der Angestellten- und der Arbeiterversicherung und gab eine instruktive Uebersicht von den zahlreichen Positionen deS Gesetzes unter besonderer Berücksichtigung der Angestellten in der Arbeiterbewegung. Die beste Art einer Ver- sicherung wäre, wie die Sozialdemokraten im Reichstage verlangt hätten, die gewesen, dah man beide Versicherungen miteinander ver- bunden hätte. Die Arbeiterversicherung hätte weiter ausgebaut und die neuen Lohnklassen aus den alten aufgebaut werden müssen. Auf dieser Grundlage wäre man sehr gut zu einem einheitlichen VerstcherungSsystem gelangt. Politische Gründe hätten aber dagegen gesprochen; man wollte eben von gegnerischer Seile dem sogenannten „neuen Mittelstände" eine Extraversicherung geben. Redner geht zunächst auf den Kreis der Versicherungspflichtigen ein und zählt die einzelnen Berufslategorien auf. Für uns sei die wichtigste Frage dabei, inwieweit die Arbeiterangestellten von dem Gesetz ersaht werden. Es scheiden nach Anweisung des Handels- Ministers von der Versicherungspflicht aus: Personen, die in Bureaus mit Reinigen der Zimmer beschäftigt werden, die Botendienste leisten oder als Kontrolleure usw. tätig sind. Für solche, die mit schrift- lichen Arbeiten beschäftigt werden, sei es, dah sie mit der Hand oder mir der Maschine schreiben, werde es schwer halten, eine Grenze zu ziehen. Es wird erst noch gerichtlicher Entscheidungen bedürfen, um die Frage zu klären. Es tauche hierbei die Frage auf: Fällt eine Maschinenschreiberin, die auch nach Diktat Stenogramme aufnimmt, unter das Gesetz, das besagt, daß Stenographen versicherungspflichtig sind? Er, Redner, glaubt, dah jedenfalls nur Parlamentsstenographen und dergleichen der Vetsicherung unterliegen. Im übrigen fallen unter die Versicherungspflicht, abgesehen von den genannten Aus- nahmen, alle Partei- und Gewerkschaftsangestellte. Versicherungsfrei sind Angestellte mit einem Einkommen über 5000 M. jährlich. Redner zeichnet einen kurzen Abriß von der Organisation des Verstcherungslörpers. woraus hervorgeht, wie ungeheuer schwierig und kompliziert der ganze Apparat ist. Das gleiche trifft auch für die Wahlen zu. aus die Redner des näheren erläuternd eingeht. Ucberall herrscht der Proporz. Wir mühten unser ganzes Interesse auf diese Wahlen richten. Es sei hierbei für uns nicht so einfach wie bei den Wahlen in der Arbeiterversicherung, weil wir hier mit großen Organisationen zu rechnen hätten, die unseren Ansichten über das Versicherungswesen anders gegenüberstehen und hierbei auch eine größere Macht ausüben können wie wir. Redner geht auch aus die Bestimmungen ein, die jene betreffen, die schon in einer Lebensversicherung sind oder die auf Grund von Krankheit, Alter usw. von der Versicherungspflicht befreit sein wollen. Er könne keinem empfehlen, die Lebensversicherung fallen zu lassen. sondern wenn es möglich sei und die Mittel es ihm gestalteten, solle jeder die Versicherung fortsetzen. Von den Genossenschaften sei schon die Frage erörtert worden, ob ihre Vorstandsniitglieder als Unternehmer oder Angestellte zu gelten haben. Höchstwahrscheinlich werde man sie nicht als Untere nehmer, sondern als Angestellte betrachten. Die Anweisung des preußischen Handelsininisters besagt dies bereits klar. Für die Gewerkschaften spielt diese Frage ebenfalls eine wichtige Rolle. Er, Redner, ist der Meinung, daß die Vorstandsmitglieder der Partei und der Gewerkschaften als Unternehmer im Sinne des Gesetzes zu gelten haben und demnach als solche ihr Wahlrecht ausüben können. Es werde nun gefragt, wie es mit den Vorstandsmitgliedern in den Filialen stehe? Nach Ansicht des Referenten kommt als Unter- nehmer der Hauptvorstand in Betracht, wenn von ihm die An- gestellten besoldet und angestellt werden. Bei den kommenden Wahlen müssen wir mit denen zusammengehen, die uns am nächsten stehen. nämlich mit der.Freien Vereinigung für soziale Versicherung", mit der wir eine gemeinsame Liste haben. Wir müssen bei den Pro- portionalwahlen alle Kraft einsetzen: hoffentlich werde unsere städtische Verwaltung den Wahlakt auf den Sonntag verlegen, besonders der Handlungsgehilsen wegen. Redner behandelt weiter die Technik der Listenwahl und gibt eingehende Erläuterungen hierzu. Frauen haben das Wahlrecht zu den Wahlen der Vertrauensmänner und zu allen Wahlen der Verwaltungen, können jedoch in die Rentenausschüsse und Schieds- gerickte nicht gewählt werden. Es wird sich enipfehlen, daß unsere Gewerkschaften auch als Unternehmer an den Wahlen teilnehmen. Wir müsien uns Mann für Mann bei den Wahlen betätigen und mit aller Kraft unsere Rechte auch in diesem Versicheiungszweig wahrnehmen. Großer Beifall folgte den interessanten Arisfübrungen des Genossen Schmidt. Der Vorsitzende K ö r st e n ersucht die Anwesenden, die Auf- nehmekarten und-Scheine, die am Eingänge des Saales ausgeteilt werden, zu Hause sofort auszufüllen und an die Gewerkschafts- kaminission abzuschicken, damit dieselbe zur bevorstehenden Wahl alle Adressen in Händen bat. Die Freie Vereinigung für soziale Versicherung habe aus ihren verschiedenen Organisationen eine Kandidaienliste aufgestellt, an siebenter Stelle ist den Gewerkschaften ein Platz reserviert. Es folgte sodann eine kurze Diskussion die gegensätzliche Meinungen zu dem Referat jedoch nicht zutage förderte. Eine Reihe von Fragen wurden an den Referenten gestellt, die dieser zur Zu- friedenheit beantwortete. Eine Resolution wurde noch e i n st i m m i g angenommen, die besagt.� daß die Vorstände die vollen Beiträge für die staatliche Bersich'erung übernehmen sollen. Zw Frage der Ilrbeitslofenverl!cl)erung. Der Verband deutscher Arbeitsnachweise hält am 19. bis 21. September in Hamburg den 7. Deutschen Arbeitsnachweis- kongreß ab. Das veranlaßt uns zu einigen Bemerkungen über die Arbeitslosenversicherung. In den Zeiten wirtschaftlicher Hochkonjunktur tritt die Frage der Arbeitslosenversicherung naturgemäß mehr in den Hintergrund, die der Gestaltung der direkten Arbeitsverhältnisse nimmt die Gewerkschaften fast ausschließlich in Anspruch. Aber es wäre falsch, anzunehmen, das' Problem der Arbeitslosenversicherung hätte jemals, zu irgend welcher Zeit, keine akute Bedeutung. Mögen die Wellen der wirtschaftlichen Konjunktur noch so hoch gehen, Ar- beitSlese gibt es immer; unsere Gesellschaftsordnung schließt stets einen Teil des Proletariats von der Erwerbsmöglichkeit aus. Kein ernsthafter Sozialpolitiker hört noch auf die in der flnter- nehmerpreffe und in den Organen der Agrarier ein unzerstör- bares Leben führende Phrase, nach der jeder, der arbeiten wolle, auch Beschäftigung finden könne. Die Lächerlichkeit und Heuchelei dergleichen Redensarten tritt besonders jetzt kraß in die Erschei- nung, denn in den meisten Gewerben herrscht eine selten intensive Hochkonjunktur und doch gibt es eine verhältnismäßig große Zahl Arbeitsloser. Die meisten Werke haben umfangreiche Erweite- rungen borgenommen; die Betriebsanlagen werden in auSgedehn- testem Maße in Anspruch genommen, die Auftraggeber müssen lange Lieferfristen zugestehen, die Preise schnellen in die Höhe: das ganze ein Bild der ausgeprägtesten Hochkonjunktur! Aber die Arbeits- Illfigkeit konnte sie nicht bannen. Das zeigt überzeugend die Zu- sammenstellung über die Arbeitslosigkeit in den deutschen Fach- verbänden im„Reichsarbeitsblatt". Vorweg ein paar Bemerkun- gen über vielleicht mögliche Einwände kapitalistischer Klopffechter. Für Arbeitsscheue ist in den Gewerkschaften im allgemeinen kein Platz; dergleichen Elemente, wenn sie sich einschleichen, werden bald wieder ausgemerzt. Zudem, was besonders wichtig ist: die gewerk- schaftlich Organisierten gehören meistens zu den leistungsfähigeren Arbeitern; nicht unzureichende Leistung macht sie beschäftigungslos. Arbeitsscheue und Minderleistungsfähige können die gewerkschaft- liche Arbeitslosenziffer in nur ganz geringem Umfange beeinflussen. Es bliebe noch die Frage, ob es sich bei den als arbeitslos Nach- gewiesenen nicht um vorwiegend freiwillig Arbeitslose handle, um Leute, die mal pausieren wollen, den Wanderstab in Bewegung setzen. Da die gewerkschaftliche Statistik nach Arbeitslosen„auf der Reise" und nach solchen„am Ort" unterscheidet, hat man nach dieser Richtung den besten Ausweis. Nicht alle auf der Reise be- findlichen Organisierten sind freiwillig arbeitslos, aber man kann unterstellen, daß die am Ort verbleibenden Arbeitslosen fast aus- schließlich unfreiwillig feiern. Unter Berücksichtigung aller dieser Tatsachen würdige man die folgende Aufstellung. Die Bericht erstattenden Gewerkschaften zählten: Juli Juli 1912 1911 Mitglieder....... 2 120 088 1 951 678 Arbeitslose auf der Reise. 4 642 4 656 am Ort... 39>57 24 993 Insgesamt waren arbeitslos, in Prozent der Mitglieder: Juli 1912— 1,8, im Juni 1912— 1,7. Gegen den Vormonat hat dem- nach die Arbeitslosigkeit noch wieder zugenommen und sie erreichte einen relativ hohen Stand. Ganz erheblich ist die Zahl der am Ort befindlichen Arbeitslosen gewachsen. Bereits fast jeder 50. Or- ganisierte war ohne Beschäftigung. Wie mag es da erst bei den Unorganisierten ausschauen! Jedenfalls steht die Tatsache fest, daß selbst während einer ausgewachsenen Hochkonjunktur Arbeits� kräfte brachliegen, keine Beschäftigung erhalten können. Die viel- gerühmte kapitalistische Gesellschaftsordnung ist nicht imstande, jedem Arbeit zu geben. Daraus ergibt sich die zwingende Not. wendigkeit, durch Versicherungseinrichtungen für die Opfer der anarchistischen Wirtschaftsweise wenigstens insoweit zu sorgen, daß sie vor der schlimmsten Not, vor dem direkten Hunger geschützt sind. Die Gewerkschaften haben nach dieser Richtung bereits in vor. bildlicher Weise vorgebaut; Aufgabe des Staates und der Kom. munen m"ß es nun sein, die geschaffenen Einrichtungen der Ar- beiter finanziell zu unterstützen. Das ist um so mehr ein dringen- des Gebot, als allem Anschein nach die herrschende und anhaltende Teuerung die nächste Krise zu einer besonders intensiven und anhaltenden machen wird, die Landstraßen mit großen Scharen Arbeitsloser zu bevölkern droht. Gerade jetzt, jetzt noch ist eS Zeit, sich mit der Frage zu beschäftigen, Maßnahmen zur Steuerung der schlimmsten Not in die Wege zu leiten. Die konstatierte Arbeitslosigkeit ist aber auch noch nach einer anderen Richtung bemerkenswert. Sie ist ein Beweis dafür, daß der freiwillige Verzicht auf Beschäftigung— Streik— keine Schädi gung der sogenannten nationalen Industrie herbeiführen kann. Dies Argument herauszustellen, ist schon aus dem Grunde notwendig und wichtig, weil das Scharfmacherium und der ganze Troß der Koalitionsrechtsattentäter, jeden Streik als eine solche Schädigung, als einen Schädiger des Volksvermögens zu denunzieren suchen Ganz ungeniert wird behauptet, jeder Streik bedeute einen Pro. duktiönsausfall, der unwiederbringlich verloren sei, der nicht wieder eingeholt werden könne. Das ist vollständig falsch. In Wirklich. keit wird die Menge- der erzeugten Güter nicht von der zur Ver- fügung stehenden Summe von Arbeitskräften bestimmt. Der Um. fang der Warenproduktion ist lediglich von kapitalistischen Bedürf. nissen bedingt, er ist ganz unabhängig von der Zahl der vorhan. denen Arbeiter. DaS ist das objektive Urteil deS Volkswirtschaft. lerS, der die Gesamtheit der Warenproduktion berücksichtigt. Ohne Streiks, die in Mrklichkeit ettvaS produktionsregelnd wirken, wür. den die Krisen durchgreifender, umfassender, anhaltender sein, aber kein Quentchen mehr Ware produziert werden. Aber man darf nicht annehmen, daß die Streiks anders keine wohltätige Wirkung hätten. Gerade sie befruchten die Gütererzeu. gung, weil sie mit ihrem Zweck und Ziel die Konsumkraft der Ar. beiterschaft stärken. Die Steigerung der Kaufkraft belebt die Nach. frage am Markte der Massenartikel, hebt somit auch die Waren. erzcugung und zwar mehr, als die Arbeiterschaft in ihrer Ge- samtheit durch Streiktage eingebüßt hat. Das nach Knebeln gegen das Streikrecht schreiende Scharf- machertuin merkt nicht, oder will nicht merken, daß die Streiks anders keine Folge haben, als wie die, die Produktion zu beleben, die Krisen abzuschwächen, die kapitalistische Anarchie etwas zu korrigieren. Kurzsichtige, engherzige und kraß egoistische Jnter- essenpolitik ist die Ursache des Hasses gegen die Arbeiter und ihre Organisationen. Könnten die Scharfmacher ihr Ziel, die Gewerk- schaften zu vernichten, erreichen, dann wäre das der Anfang vom Niedergange der deutschen Industrie. Wo die rohen Kräfte des gewinngierigen Kapitals ungezügelt sinnlos walten, da gibt es keinen Aufstieg mehr, da geht es bergab— unwiderruflich! Außerordrntliche GtNtralvtrsammiung des Verdandrs der LllgelhMrr und-haltklluukn Deutschlands. Köln. 9. September. Es nehmen 78 Delegierte, der Vorstand, Vertreter des Aus- schusses und der Revisoren, der Generaliommission, des Deutschen Handlungsgehilfenverbandes, des Deutschen� und des Oester- reichischen Transportarbeiterverbandes, der Großeinkaufsgenossen- schart, des Kölner Konsumvereins und des Gewerkschaftskartells an den Verhandlungen teil. Der Verbandsvorsitzende Reinsdorf ist leider durch Krankheit am Erscheinen verhindert. Die Verhandlungen begannen mit der Erstattung deS BorstandSberichteS durch H a r t m a n n- Leipzig. DaS Berichtsjahr umfaßt die Zeit vom 1. Januar dieses Jahres bis 15. August, und in dieser Zeit stieg di; Muglicderzahl von 2741 auf 2913. Inzwischen hat sie sich noch eiwas triiler vermehrt, so daß man bestim-ut annehliien ! taiin. daß sie am Sctllusse dieses Jahres mindestens 3000 derragea lvird. Es sind 1l6 Abgänge erfolgt; eine verhältnismäßig hohe Zahl für den tlc-.i'en Verband. Ein zi.-m'lcher Teil der Austritte iit auf Ursachen zurückzuführen, die zeigen, daß die Ecinciiz der > Lagerhalter häufig gar keine so gesrcherte ist. als meiste>S oiige- � njuinier wird. Es ist auf ein gutes, genoffenschrftliches Eii.vee. i nehmen zw scheu Genossenschaftsleitungen und Lagerhaltern h'.n» zum. leiten, aber da müssen die Genossenschaftsleitungen sich auch einen bestimmten, selbständigen Geist angewöhnen. Doch da zeige es sich gar oft, daß sie von einer bestimmten Seite derart beeüi- flußt sind, daß sie nicht mehr das nötige Verständnis für die Forde- rungen der Lagerhalter haben.— In Verbindung mit diesen Ver- Hältnissen steht für den Verband die Frage der Ar b e i t s l o s i g- keit. Es gingen 32 Gesuche um Arbeitslosenunterstützung ein, von denen zwei abgelehnt werden mußten. Eine Anzahl Dar- lehnsgesuche mußten und müssen auch in Zukunft kurzweg sämtlich abgelehnt werden. Von 30 eingereichten Gesuchen um Umzugsunter st ützung wurden ebenfalls mehrere abgelehnt; von 30 Rechtsschutzgesuchen wurden 6 abgelehnt. Beim Rechtsschutz wird, wo es sich um genossenschaftliche Rauhbeine han- delt, fest zugegriffen; aber wo eben angängig, wurden die Streit- fälle durch das genossenschaftliche Schiedsgericht geschlichtet, und es sei im allgemeinen anzuerkennen, daß das genossenschaftliche Ver- stehen immer weitere Fortschritte macht. Gerichtsurteile sind nur in zwei Fällen erstritten worden. Der wichtigste Punkt, der den Vorstand in seinen Sitzungen beschäftigte, war das T a r i f w e s e n. 61mal hat dkr Vorstand sich mit Tariffragen beschäftigen müssen. Der Verband ist durch die eigenartige Stellung des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine gezwungen, zu sogenannten Kollektivver- trägen zu schreiten und sich zu dem Zweck des öfteren an Ein- kaufsvereinigungen zu wenden. Da passiert es dann gelegentlich, daß die Einkaufsvereinigungen sich hinter den Zentralvorstand Verstecken und auf den Reichstarif verweisen. Bisweilen übt man auch eine jahrelange Verschleppungstaktik, so daß die Forde- rungen der Lagerhalter jahrelang hingeschleppt werden und die Lagerhalter zuguterletzt sich doch wieder gezwungen sehen, sich an die einzelnen Genossenschaften zu wenden. Eine Frage, die den Verband noch auf allen seinen General- Versammlungen und auch den Vorstand in der letzten Zeit beschäf- tigte, ist die K a u t i o n s f r a g e. Hier müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, daß eine Genossenschaft, die es notwendig hat, sich an den paar hundert Mark Kaution zu halten, sich einer leistungsfähigen, kapitalkräftigen Genossenschaft anschließen soll. Die Forderung aber, die die Lagerhalter immer wieder er- heben müssen, ist die m ü n d e l s i ch e r e Anlage der Kautionen.— Den Forderungen nach Referenten ist der Vorstand soweit wie mög- lich entgegengekommen. Alles in allem trat eine überreiche Arbeit an ihn heran. Wer objektiv prüfe, müsse anerkennen, daß der Vorstand alles getan habe, waS in seinen Kräften stand.(Beifall.) Der vom Kassierer H e n n i g erstattete Kassenbericht weist für 1911 eine Einnahme von 56 519,86 M. auf; für daS Halb- jähr 1912 eine solche von 30 592,35 M. An Arbeitslosenunter- stützung wurden im vorigen Jahr 5227,50 M. verausgabt; im letzten Halbjahr 2535 M.; an Gerichtskosten im vorigen Jahre 1492,72 M., im letzten Halbjahr 457,03 M.; an Umzugsunterstützung im vorigen Jahre. 2304, 20 M., im letzten Halbjahr 891.75 M. Das Ver, bandsvermögen beträgt gegenwärtig 81 493,70 M. Der Kassenbericht wurde vom Sekretär Döhnel besonders in bezug auf die Presse noch in verlchiedenen Punkten ergänzt. Der Revisorenvertreter beantragte, da Kasse und Bücher sich stets in bester Ordnung befanden, Dechargeerteilung; der Vertreter des Ausschusses berichtete über einige internere Angelegenheitn. die den Ausschuß beschäftigten. In der Diskussion über die Berichte erklärte man sich im großen und ganzen sowohl mit der Vorstands- tätigkeit wie mit Haltung des Verbandsorganes einverstanden. Von mehreren Seiten erörtert wurde das Schiedsverfahren, das man zwar als eine ideale Form der Verständigung anerkennen könne, mit dem man aber in der Praxis doch häufig schlechte Erfahrungen machte. Es gäbe Fälle, w.o sich die Verwaltungen den genossen- schaftlichen Schiedssprüchen, wenn sie ihnen nicht passen, einfach nicht unterwerfen. Mancherlei Klagen über rein kapitalistische Behandlung von Forderungen durch Genossenschaftsleitungen wur- den laut. Oftsmals versuche man durch Nichtbeachtung den Ver- band so zu behandeln, als ob er gar nicht da sei. Da müßten die Genossen in den anderen Gewerkschaften und wenn notwendig, die Generalkommission dahin wirken, daß der Verband als dieselbe Kampfesorganisation und Interessenvertretung wie die anderen Verbände beachtet wird. Mit Bedauern und unter lebhafter Ver- urteilung wurde hervorgehoben, daß in manchen Differenzen— besonders in einer solchen in Magdeburg— gerade die GeWerk- schaftsvertreter, die in den Verwaltungen sitzen, sich nicht als die besten Genossen erwiesen, für die Forderungen der Lagerhalter einzutreten. Das sei vor allem in Magdeburg derart kraß zutage getreten, daß man sich genötigt sehe, damit an die Oeffentlichkeit zu gehen, um derart groben Mißständen abzuhelfen. Unter aller Anerkennung, daß vielfach die Forderungen der Lagerhalter durch- gesetzt wurden gerade mit Hilfe der Gewerkschafter, müsse doch gegen Auswüchse, die gerade von dieser Seite kommen, energisch protestiert werden.— So wenig wie den Kampf, wolle man den Frieden mit den Verwaltungen um jeden Preis, und nach Lage der Verhältnisse müsse der Verband und müssen die Lagerhalter ihren alten Charakter auch in Zukunft wahren, bis zu einem gewissen Grade Kampfpartei zu sein.— Ein Vertreter aus Bielefeld, der warm die Mitgliederausschüsse in den Genossenschaften empfahl, fand damit nur wenig Anklang. Nach den Schlußworten der Referenten wurde dem Staffieret und dem Sekretär Döhnek einstimmig Dccharge erteilt. ES wurde dann in di« Beratung beS Hauptpunktes— Verschmelzung— eingetreten, über die der morgige Bericht im Zusammenhang be- richtet,_ Dtrbinldstag der Gärtner. Am Dienstag wurde eine geschlossene Sitzung abgehalten, daS heißt, ihr durften keine Zuhörer beiwohnen.— Die Sitzung begann mit einem Referat des Redakteurs A l b r e ch t über die Rechtszuständigkeit der Gärtner. ES handelt sich hierbei in der Hauptlache um folgendes: Die Gärtnereien galten bisher zum großen Teil als landwirtschaftliche Betriebe und die Gärtnergehilsen als landwirtschastliche Arbeiter. Nur die Handelsgärtnereien, aber nicht die Kunst- und Landschafts- gärtnereien, wurden als gewerbliche Betriebe angesehen und die Be- ftimmungen der Gewerbeordnung auf sie angewandt. Die Arbeiter im Gärtnergewerbe sind seit jeher dafür eingetreten, daß alle zum Zwecke des Erwerbes betriebenen Gärtnereien der Gewerbe- ordnung zu unierstellen seien. Diesem Standpunkt ist die Gesetzgebung neuerdings entgegengekommen durch die am 1. Januar 1910 in Kraft getretene Gewerbeordnungsnovelle. Dieselbe sagt in § 154:„Von den Bestimmungen im Titel VII finden keine An- Wendung die Bestimmungen der 88 185 bis 139a auf Gältne- reien..." Die Novelle gibt zwar keine Begriffsbestimmung der Gärtnerei, aber da der 8 124 gewiffe Bestimmungen(betreffend den Schutz der Kinder, Jugendlichen und Frauen) für die Gärtnereien ausschließt, muß logischerweise angenommen werden, daß alle anderen Bestimmungen der Gewerbeordnung auf alle gewerbs- mäßig betriebenen Gärtnereien Anwendung finden sollen. Diesen Standpunkt hat der Referent in der Zeitschrist„Gewerbe- und Kans- mannsgericht" begründet. DaS Oberlandesgericht Dresden ist dieser Ansicht beigetreten und hat zwei Urteile gefällt(29. November 1911 und 20. März 1912), worin ausgesprochen wird, aus der Entstehungs» geschichte des 8 124 der Gewerbeordnung sei mit aller Deutlichkeit zu entnehmen, daß der Gesetzgeber unter„Gärtnerei" die gesamte gewerbliche, sowohl die Handels- als auch die produktionsgewerblich? Gärtneret verstanden wissen wollte.— Auch einige Gewerbeg-a� haken sich auf diesen Standpunkt gestellt und dementsprechend geumilt.— Im Unternehmerlagcr wehrt man sich gegen diese Nechtsanffassung und sucht durch Veröffentlichungen die Rechtsprechung zugunsten der allen Auffassung zu beeinflussen, wonach die ineisten Gärtnereien trotz Z 164 der Gewerbeordnung als landwirtschaftliche Betriebe be- trachtet werden sollen. Auch die bis jetzt erschienenen Kommentare zum§ 154 widersprechen sich untereinander so stark, dah sich sowohl die eine wie die andere Seite auf diesen oder jenen Kommentator berufen kann. Die Leitung deS Allgemeinen deutschen Gärtnervereins wird deshalb fortfahren, die Gründe, welche für die neue Rechtslage sprechen, öffentlich darzulegen und den in Frage konimenden Organen der Rechtspflege zugänglich zu machen. Nachdem dieser Punkt der Tagesordnung erledigt war, folgte die Behandlung derjenigen Punkte, derentwegen die Sitzung als eine geschlossene abgehalten wurde. Redakteur Albrecht begründete eine Reihe von Vorschlägen über technisch« und geschäftliche Aenderumgen am Vereinkvrgan. Tie Diskussion darüber wurde vertagt, weil die Vorschläge den Dele- gierten erst schriftlich vorgelegt werden sollen. Ncber Lohnkämpfe und Tarifbewegung referierte der VereinSvorsitzenjde B u-s ch. Er besprach eine lange Reihe von Lohnbewegungen, die in den letzten, Jahren geführt wurden. Er unterzog den Verlauf sowie die Ergebnisse dieser Be- wegungen einer kritischen Würdigung und gab Hinweise bezüglich der Taktik, die im allgemeinen bei Lohnbewegungen und Tarif- abschlüssen, zu befolgen ist. Dem dreistündigen Referab folgte eine ausgedehnte Diskussion, die sich hauptsächlich auf die vom Referenten vorgetragenen Einzel- fälle erstreckte. Dabei wurde auch die Frage erörtert, ob der Schwer- Punkt auf Verkürzung der Arbeitszeit oder auf Lohnerhöhung ge- legt werden soll. Einige Redner führten Beispiele dafür an, daß in Schlotz- sowie Stadtgärtnereien oft recht mißliche Lohn- und Arbeitsverhältnisse bestehen, die der Aufbesserung dringend be- dürfen. Ferner wurde betont, daß nach wie vor Nachdruck gelegt werden müsse auf die Beseitigung des Kost- und Logiszwanges. Dies Bestroben könne dadurch unterstützt werden, daß das von der Organisation gesammelte Matertal über Mißstände im Logsstvesen der großen Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werde, um auch durch den Druck der öffentlichen Meinung für die Beseitigung der Miß- stände zu wirken. Nach einem Schlußwort des Referenten wurden folgende An träge zum Streikreglement angenoinmen: Der Eintritt in eine Lohnbewegung kann durch den Vorstand einer Ortsverwaltung beschlossen werden. Die zu den neuen Bedingungen arbeitenden Mitglieder haben pro Wochentag einen Wochenbeitrag als Extrabcitrag wäh- rend der Dauer des Streiks zu zahlen. Der Streik wird als beendet erklärt, wenn sich nicht Zwei- drittel der Abstimmenden füb die Fortsetzung des Streiks er- klären. 8 22, Abs. 1 des Streikreglements Wird gestrichen. Ein weiterer Beschluß verpflichtet die Streikenden, sich täglich zweimal zur Kontrolle zu melden und sich der Streikleitung zn den notwendigen Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Wird gegen den Beschluß des Vorstandes die Arbeit niedergelegt, so verzichten da- durch die Mitglieder auf jegliche Unterstützung. Außer einem Antrage, der gewisse Normen für die Einleitung ron Lohnbewegungen gibt, wurde der noch folgende Antrag an- -genommen: Die Generalversammlung beauftragt den. Hauptvorstand, mit der Sozialpolitischen Abteilung der Gcneralkommission in Ver- bindung zu treten, um die Organisationen, die am Kampf gegen den Kost- und Logiszwang beteiligt sind, zu veranlassen: 1. Material zu sammeln zn gemeinsamen Eingaben an die gesetzgebenden Körperschaften 2. Di« Frage zu prüfen, ob eS möglich ist, eine Ausstellung, ähnlich der Heimarbeiterausstellung zu veranstalten, um auf diese Weise weitere Kreise der Bevölkerung auf diese Mißstände aus- merksam zu machen� * Im gestrigen Bericht hat der Druckfehlerteufel den Vereins- Vorsitzenden Busch einmal fälschlich Leusch genannt und den A u s s ch u tz Vorsitzenden Kunze hat er ebenfalls fälschlich zum Berbandsvorsitzenden gemacht. Soziales« Wie ostpreußische Landarbeiter, die nach ihrer Heimat zurück- kehren, behandelt werden. Aus Ostpreußen wird uns geschrieben: Im Sommer 1310 wurden in einer bürgerlichen Zeitung Westfalens für ein ostpreuhisches Rittergut christliche Landarbeiter- sumilien unter sehr günstigen Bedingungen gesucht. Durch Ge- Währung von Reise- und Frachtkosten sollte abgewanderten oft- preußischen Landarbeitern Gelegenheit geboten werden, nach ihrer Heimat zurückzukehren. Sechs Arbeiter, die auf der Grube O st e r° seid bei Oberhausen arbeiteten und sich mit ihren Familien nach ihrer ostpreußischen Heimat sehnten, traten mit dem Ritter- gutsbesitzer v. Alt-Stutterheim in Koppershagen, ftreis Wehlau, brieflich in Verbindung, um dort hinzuziehen. In seinen Briefen, die sehr höflich mit„mein lieber" anfingen und„mit besten Grüßen" endeten, betonte der adlige Gutsherr, daß die Fahrkarten und die Frachtkosten von ihm bezahlt werden würden und wünschte, da er offenbar Leutenot hatte, den Dienstantritt schon zum 1. Juli, was aber erst am 1. September geschehen konnte. Vorher mußten sie aber Kontrakte unterschreiben, die neben Festsetzung deS üb- lichen Lohnes und Deputats folgenden Zusatz enthielten: „Vorschüsse(Fahrkarten 4. Klasse und Frachtauslagen, bare Auslagen für WirtschoftSbedürfnisse: Kuh, Schwein ufw.) ver- pflichtet sich der Arbeiter nach und nach zurückzuzahlen. Sollten Vorschüsse bis 1. November 1911 nicht zurückerstattet sein, so währt der Kontrakt entsprechend länger. Nach dreijähriger guter Führung hier werden die Reisekosten vergütet." Dieser schwerwiegende, mit wenig leserlicher Handschrift her- gestellte Passus ist wohl von keinem dieser Landarbeiter damals in feiner Tragweite erkannt worden. Jetzt nach zwei Jahren be- reuen alle sechs nach Ostpreußen zurückgekehrte Arbeiterfamilien, diese Kontrakte unterschrieben zu haben. Danach sind nämlich die Arbeiter verpflichtet, ihr Dienstjahr, das am 1. September beginnt, erst am 1. November zu beendigen. Da aber überall auf dem Lande der 1. Oktober Ziehzeit ist, würde es den Leuten sehr schwer fallen, eine andere Stelle zu bekommen. Ferner er- baltcn sie die Reisekosten nur dann ersetzt, wenn sie sich drei I�abre im Dienst, gut geführt haben. Ob der Arbeiter sich gut geführt, darüber entscheidet natürlich der Gutsherr. Ist dieser oder sein Inspektor mit der Führung des Arbeiters nach zwei Jahren und 11 Monaten nicht zufrieden, dann muß der Arbeiter die Reisekosten im Betrage von 130 bis 150 Mk. selbst bezahlen. Es findet sich schon immer ein Grund, schlechte Führung zu be- weisen. Schon im Februar dieses Jahres, also nach 1f- jähriger Dienst- zeit, begann Herr v. St. den Arbeiterfamilien von dem nur 8,50 Mk. betragenden monatlichen Barlohn 3 bis 5 Mk. für ver- auslagte Uebersiedelungskosten abzuziehen. Das konnten und wollten sich die Leute nicht gefallen lassen; denn um die 130 bis 150 Mk. Umzugskosten zu bezahlen,-hätten sie vier Jahre mit 5 Mk. Barlohn geradezu Not leiden müssen. Es kam daher zu Streitigkeiten, zumal der Lohn auch meistens wicht einmal pünkt. lich gezahlt wurde. Dazu kam noch, daß fast samtliche Arbeiter -des Gutes Koppershagen zum großen Aergcr des Gutsherren bei der letzten Wahl sozialdemokratisch gewählt hatten. Unerträglich wurde das Arbeitsverhältnis aber als am 1. Juli d. I. ein neuer energischer Jnspeltor nach dem Gute kam und sich den Leuten gegenüber wie ein Sklavenaufseher gebürdete. Anfangs mit einem mächtigen Knüttel bewaffnet, hantierte er später fluchend und schimpfend mit einem geladenen Rebolder umher. Und alt Männer und Frauen über dieses Verhalten des Inspektors in große Aufregung gerieten und sich bei dem Gutsherrn beschwerten, erschien auch dieser mit geladener Jagdflinte unter seinen Leuten und rief ihnen zu:„Jawohl, ich habe angeordnet, daß der In- spektor denjenigen, der rebellisch wird, niederschießen soll." Der später hinzukommende Gendarm bestätigte diese Machtbefugnis der Gutsverwaltung. Die Folge dieser an russische Zustände grenzenden BeHand. lung der Arbeiter ist, daß am 1. Oktober dieses Jahres 10 Ar- beiterfamilien von diesem christlichen Gut fortziehen. Wo sie'oas Geld zur Zurückzahlung der Uebersiedlungskosten herbekommen werden, wissen sie noch nicht. Zwei von diesen Familien haben einen ähnlichen Reinfall erlitten, wie die aus Westfalen herge- zogenen. Sie haben leichtfertigerweise einen Vertrag unter- schrieben, wonach sie jeder bei ihrem Fortzug 60 Mk. Fuhrkosten für das viermeilenweite Heranholen ihrer Wirtschaftssachen zu bezahlen haben. Wie unterträglich das Arbeitsverhältnis nun auf Koppers- Hägen geworden ist, nachdem der Gutsherr weiß, daß keiner der Leute bleibt, geht auch daraus hervor, daß ein Arbeiter, der in- folge der großen Hitze und mangelhafter Nahrung bei der Feld- arbeit erschlaffte und am 3. August erklärte, nicht früher weiter- arbeiten zu können, bis er seinen schon längst fälligen Lohn und Deputat erhalte, vom Amtsvorsteher einen Strafbefehl über 3 Mk. und vom Gutsherrn einen Extra-Lohnabzug von 1,50 Mk. erhielt, wobei letzterer erklärte, er werde Lohn geben wenn es ihm passe und seine Arbeiter erst durch Hunger zwiebeln. So sieht das Arbeitsverhältnis auf einem adligen Gute aus, das nur christliche ordentliche Leute sucht. Es ist dieses natürlich nicht das einzige Gut, auf dem solche Zustände herrschen. Trotz der angeblichen Leutenot müssen sich auf zahlreichen Gütern die Landarbeiter eine ähnliche schlechte Behandlung gefallen lassen. Hoffentlich trägt diese Schilderung dazu bei, ehemalige Land- arbeiter. die. weil sie sich auch in den Jndustriebezirken unter der kapitalistischen Ausbeutung nicht wohl fühlen und nach ihrer Heimat zurückzukehren beabsichtigen, zur größten Vorsicht zu mahne». Es ist notwendig, den vorgelegten Vertrag vor der Unterschrift genau zu prüfen und möglichst erst Erkundigungen über das Arbeitsverhältnis der angebotenen Stelle einzuziehen. Das Partcisekretariat in Königsberg ist gern bereit, derartige Auskünfte zu vermitteln. Gerichts-Leitung. Das Martyrium eines ZwangSzSglingS. Einen Beitrag zur Frage des ländlichen Arbeitermangels gab eine Verhandlung der Strafkammer in Bayreuth, vor der sich der Oekonom Ott von Neufang wegen Körperverletzung zu verantworten hatte. Ott hatte einen 13jährigen Zwangs- zögling von der Erziehungsanstalt übernommen, um ihn als Dienstknecht zu beschäftigen. Zur Bedingung wurde gemacht, daß er dem Jungen eine„richtige" Erziehung angedeihen lassen solle. Ott faßte seine Erzichungsaufgabe dahin auf, daß der Junge recht viele Prügel und möglichst wenig zu essen bekommen solle. Dieser wurde bei jeder Gelegenheit barbarisch behandelt, weil er die Arbeit eines erwachsenen Knechts nicht leisten konnte. Weil er zum Ausmisten zu lange brauchte, ivurde er mit einem Riemen über Hals und Schultern ge- schlagen, am gleichen Tage mit einem Rechenstiel bearbeitet. ein andermal wurde er wiederholt in die Kniekehle geschlagen; wenn er früh nicht sofort aufstand, an den Haaren gepackt und aus dem Bette gezerrt; ferner wurde er einmal in den „Bock" gespannt, d. h. man band ihur mit einem Peitschenriemen die Beine zusammen, steckte einen Prügel dazwischen und ließ ihn so längere Zeit liegen. Ein weiteres Erziehungs- mittel bestand darin, dem Jungen einen Strick um den Hals zu legen und ihn im Hofe herumzuziehen. Als die Sache aufkam und der Knabe untersucht wurde, war er am ganzen Körper voll blauer Flecken, auch hatte er Wunden an den Beinen. Der Staatsanwalt beantragte für all diese Roheiten zwei Monate und acht Tage Gefängnis. Das Gericht aber erkannte lediglich auf IVO Mark Geldstrafe wegen Körperverletzung und 10 Mark wegen Bedrohung, weil Ott dem Jungen einmal auf dem Felde ge- droht hatte, er schlage ihm mit der Sense den Kopf ab und grabe ihn dann verstohlen ein. Diese milde Strafe für die brutale, egoistische Mßhand- lung eines Kindes ist um so empörender, als die Strafgesetz- buchnovelle für solche Roheiten als Mindeststrafe zwei Monate Gefängnis vorsieht, falls nicht mildernde Umstände vorliegen. Worin solche im vorliegenden Fall gefunden werden können, ist unerfindlich._ Schriftstellerklagen. Der Schriftsteller A. O. Weber, der so ungewöhnlich oft die Gerichte beschäftigt, trat gestern vor der 5. Strafkammer des Land« gerichts II als Privatkläger auf. Die Privatklage richtete sich gegen den Schriftsteller Karl Schnitzler. Dieser hatte in einem Artikel der„Deutschen Montagszeitu-ng" unter Hinweis auf mehrere Aus- sehen erregend« Fälle, wie die des Marguis de la Rame, des Mar- golin usw., Betrachtungen darüber angestellt, daß an die ArbeitÄrast der Gerichte oftmals Anforderungen gestellt werden, die mit der Bedeutung der Sachen in gar keinem Verhältnis stehen. Der An- geklagte brachte mit dem Fall Name auch Herrn A. O. Weber in eine gewisse Parallele. Weber fühlte sich durch diesen Artikel be- leidigt, da er darin ein„literarischer Spekulant" genannt wurde und er den Vergleich mit einem Hochstapler ä la Rame an sich für beleidigend erachtete, zumal nach seiner Meinung aus dem Artikel herausgelesen werden müsse, daß auch er möglicherweise bald in Untersuchungshaft sitzen könnte. Das Schöffengericht hatte Herrn Schnitzler seinerzeit zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Auf die von beiden Seiten eingelegte Berufung hatte die Strafkammer des Landgerichts III das erste Urteil ausgehoben und die Strafe auf 100 M. erhöht. Die Sbraskanimer hielt sowohl den Ausdruck„lite- rarischer Spekulant" als auch den Vergleich mit einem Hochstapler für beleidigend. Das angerufene Kammcrgcricht hob das Land- gcrichtsurteil aus und verwies die Sache an das Landgericht II. Das Kammevgericht hielt di4 Auffassung, daß jede Parallele mit einem Hochstapler an sich eine Beleidigung darstelle, für irrig; es komme immer auf das tertium cornparationis an. Außerdem hielt das Kammergericht bezüglich deS Ausdrucks„literarischer Spekulant", wenn dieser auch nur unter Z 185 St.G.B. falle, eine Würdigung de? von dem Angeklagten angebotenen Wahrheits- beweises für- geboten,. In der gestrigen Verhandlung ging der Angeklagte in aussühr- licher Weise auf die Geschichte der Ehe des Privaiklägers, auf dessen Reklameankündigungen seiner Schriften gerade während des Allen- stciner Prozesses in einem Umfange, der mit den dem Weber-Hause zu Gebote stehenden Mitteln nicht im Einklang gestariden-, sowie auf die einzelnen Transaktionen» die er im Betriebe deS Weber- Hanfes unternommen, ein, um zu dem Schluß zu kommen, daß die Bezeichnung„literarischer Spekulant" gerechtfertigt sei.— Herr Weber protestierte gegen die Richtigkeit der vom Angeklagten vor- gebrachten Tatsachen. Wenn er zur Zeit des Allensteiner Mord- Prozesses große Summen für Ankündigung seiner Werke aus- gegeben- habe, so seien dreierlei Beweggründe vorhanden gewesen: er habe durch die Inserate die Presse günstiger für seine Frau stimmen wollen; er habe serner mit Rücksicht aus die Bemerkung des Abg. Strosser» daß er- ein„Kabarcttier" sei, dem Publikum zeigen wollen, paß er ein von ernsten Zeitun-gen günstig kritisierter Schriftsteller sei, und endlich habe er auch dem Weberhaus, an dem seine Frau finanziell iftMeflteä Bat, z«, SöcheroSsaL Snyelfen wollen.— Nach längeren Ausführungen deS R.-Ä. Goldbaum für den Privatkläger und des Dr. Philipp für den Angesagten kam die Straflammer zu einem freispreche«»«» Urteil. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt des Kammergerichts, daß eine Zu« sammenstellung mit einem Hochstapler an und für sich noch nicht als Ehreukrönkung gelten könne, es vielmehr auf den Vergleichs- punkt ankomme. Aus dem Artikel sei aber ein ehrenkränkender Vergleichspunkt nicht herauszulesen. Die Bezeichnung als„literarischer Spekulant" sei an und für sich beleidigend, bei einer der- artigen Beleidigung dürfe aber der Wahrheitsbeweis nicht aus- geschlossen werden. Nach Ansicht des Gerichts sei es nun in der Tat nicht richtig gewesen, daß der Privatkläger im zeitlichen Zu- sa mm e nie essen mit dem Allensteiner- Prozeß der sich gegen seine Ehefrau richtete, seine literarischen Erzeugnisse in den Blättern an- pries, die über den Mordprozeß zu- berichten hatten. Damit sei er in einer für einem Schriftsteller gar nicht angemessenen Weise vor- gegangen-, so daß man da wohl von einem»literarischen Speku- lauten" sprechen könne._ Ein gefährlicher Kinderfreund, der durch die Aufmerksamkeit eines Schlächtergesellen unschädlich gemacht worden war, wurde gestern in der Person des Musikers Emil Roskowski der 10. Ferienstraskammer des Landgerichts I vor- geführt. Der Angeklagte, welcher sich wegen Verbrechens gegen den | 176, 3, St.GÄ. zu verantworten hatte, ist wegen des gleichen Verbrechens schon sechsmal vorbestraft. Nach seiner eigenen Angabc hat er in allen Fällen unter dem Einfluß de» Alkohols gehandelt. Eine schon mehrmals vorgenommene Untersuchung des Angeklagten auf seinen Geisteszustand hat keinen Anhalt dafür ergeben, daß bei ihm eine geistige Erkrankung vorliegt. Eines Tages wurde R. von- dem Schlächtergesellen PoSler be- obachtet, wie er sich in dem Kleinen Tiergarten an spielende Kinder herandrängte und sich dann im Sinne des genannten Paragraphen schuldig machte.— Vor Gericht brachte der Angeklagte als Eni- schuldigung wieder nur vor, daß er in angetrunkener Stimmung zu derartigen Straftaten neige. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die hohe Gemeingefährlichkeit des Angeklagten aus tzrej Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Hus aller Älelt. Der nttlicbe ISormalmctircb entdeckt. Seit Jahren streiten sich Juristen und Laien, wie der Mensch beschaffen sein muß, dessen normales Empfinden den Maßstab für den sittlichen oder unsittlichen Gehalt von Erzeugnissen der Kunst und Literatur darstellt. Der Langgesuchte ist nun gefunden! Die vielgcsegnete Stadt Aschaffenburg, die sich des Ruhmes erfreut, den Zentrumsmann Liborius Gerstenberger in den Reichstag entsandt zu haben, zählt den neuentdeckten Normalmenschen zu ihren Mit- bürgern. Seines Zeichens ist er natürlich katholischer Pfarrer, heißt H u f g a r d und bewahrt als Schulinspektor die heran- wachsende christkatholische Jugend vor der Bekanntschaft mit dem Teufel Sünde. Dieser Pfarrer Hufgard war, ehe Aschaffenburg LaS Glück hatte, ihn zu besitzen, jahrelang als Lehrer an der Lateinschule Amorbach Verwalter der dortigen S chü l e r b i b l i o- t h e k. Während dieser Zeit hat er die Bücherei ausS gründlichste „sittlich gereinigt". Fast jedes Buch zeigte Spuren seiner„Ver- besserung", manches nahezu auf jeder Seite. So z. B. Schwabs Sagen des klassische» Altertums. Jede„sittlich" anstößige Stelle wurde ausradiert, dafür wurden andere Worte in nachgeahmter Druckschrift eingesetzt. Auf Sinn und Zusammensetzung wurde dabei wenig Rücksicht genommen, sehr häufig entstand barer Unsinn. Was wurde von Hufgard als anstößig empfunden? Zunächst ge- wisse Wörter: Brust, Herz, Schoß, HalS, besonders wenn sie sich auf weibliche Personen bezogen. Hier ein paar Beispiele: Aus BechsteinS Märchen„DaS Nußzweiglein":„Der Bär brummte, seine« rauhen Kopf auf deS Mägdlein» H a n d(statt: Schoß) legend." Aus G. Schwab„Argonaukensage":„Da ward? der Jungfrau, als fiele ihr das Herz zu Bode»(statt: aus der Brust i)." Aus„Meleager":„Sie zerschlug sich wehklagend das Haupt(statt: die Brust!)... den Strick um sich selbst (statt: um den Hals!!) gewunden, fand man die Leiche." Aus„Niobe":„Da fuhr plötzlich eine der Schwestern mit der Hand ans Auge(statt: Herz!); sie zog einen Pfeil heraus." Ferner wurde es als verfängliche Situation empfunden und deshalb geändert, wenn ein männliches und ein weibliches Wesen (gleichgültig, welchen Alters) allein beisammen waren, oder wenn eine männliche Person und eine weibliche in irgendeiner Weise sich berühren. Dabei wurde nicht Halt gemacht vor dem Verhältnis zwischen Bruder und Schwester, zwischen Mutter und Sohn I Ja, selbst auf Tote wird die Versittlichung ausgedehnt. Im„Zuge der Sieben gegen Theben" hieß eS ur- sprünglich:„Antigone hatte sich in der Höhle erhängt. Vor ihr lag, ihren Leib umschlingend, dein Sohn Hämon... noch sinkend schlang er seinen Arm um die Leiche der Braut und liegt jetzt tot. wie er die Tote gefaßt hatte." Hufgard änderte das folgendermaßen um:„Vor dem Felsen außen(l) aber lag dein Sohn Hämon... noch sinkend riß er die blu- tige Waffe aus der Wunde und liegt jetzt tot. wie er die Waffe gefaßt hatte." In Liliencrons„KriegSnovellen"(Auswahl für die Ju- gend!!) sind unter anderem die folgenden gesperrten Worte ausradiert oder unleserlich gemacht:„Ulanka und Hosen sind durchaus in Fetzen.... So'n Hundsfott von Kürassier... Alle gönnten sich das Labsal einer Waschung!" Im selben Buche liest man jetzt:„Dem jungen Offizier hat der Granatsplitter das Fleisch vom rechten Oberarm(statt: Ober- schenkel!!!) völlig weggerissen." Waren längere Stellen sittlich verdächtig, dann wurden sie entweder durch große Kleckse und Radierungen unleserlich gemacht, oder es wurden einfach die betreffenden Seiten ausgerissen und durch Umnumerieren der Seitenzahlen dies verschleiert. M ö r i'ck e s einzig schönes Gedicht„Mein Fluß"(O Fluß, mein Fluß, im Morgenstrahll) ist in der ersten Hälfte unßserlich ge» macht, weil darin die Erauickuna eines BadeZ geschildert ist!! «or soviel sittlichem Empfinden muß selbst Herr Roeren vor Neid die Gelbsucht bekommen! furchtbare aeberfchwemmung in China» 40—50000 Mensche» umgekommen. Wie erst jetzt bekannt wird, hat ein von Wolken- brächen begleiteter Tatfun im östlichen China am 29. Augnst furchtbare Verheerungen angerichtet. Wie ein Telegramm aus Schanghai meldet, veröffentlicht die „Schanghai Daily News" einen Bericht aus Wöntschou. wonach durch das Unwetter die Stadt Tsinatien und zahlreiche andere kleine Städte zerstört sein sollen. Die Zahl der Umgekommenen beläust sich nach chinesischen Schätzungen auf vierzig» bis f ü n f z i g t a u s e n d. DampferkoMfion im Stockholmer Hafe«. Am Montagabend stieß am Eingang des Stockholmer Hafens der deutsche Dampfer„Alexandra" aus Stettin mit dem schwedischen Dampfer„ N y a" aus Upsala zusammen, wobei letzterer schwer beschädigt wurde, so daß er auf Grund gesetzt werden muhte. Sieben Mann der Besatzung wurden schwer verletzt. Die Beschädigungen der„Alexandra" find nur leicht._ Absturz zweier englischer Militärflieger. In der Nähe von Oxford ist am Dienstagmorgen ein Mlitär- doppeldecker infolge Explosion des Motors abgestürzt. Die Insassen des Flugzeuges, die Leutnants Hotchkih und Bettington, wurden bei dem Absturz getötet. Die Ver- unglückten hatten mit ihrem Flugzeuge an den englischen Armee- Manövern teilgenommen. Ein weiterer schwerer Unglücksfall ereignete fich noch inHolland, in der Nähe von Weert. Dort stürzte gestern der Flieger Buzzon, der an einem Wasserflugzeugwettbewerb teilnahm, mit seinem Passagier ab. Beide wurden schwer verletzt. Kleine Notizen. Seilbruch. AufUier Z e ch e K a i s er st u h l bei Dortmund riß am Dienstag in einem Bremsberg ein Förderseil. Hier- durch ist ein Mann getötet, zwei Mann schwer und ein dritter leicht verletzt worden. Automodilunfall. In der NähevonHalberstadt verunglückte auf der Magdeburger Chaussee ein Automobil, wobei die drei Insassen herausgeschleudert wurden. Einer wurde schwer der- letzt, die beiden anderen leicht. Sie wurden in das Halberstädtcx Krankenhaus gebracht. Blutiger Ausgang eines Streite?. Als der Gastwirt Kiefer ans Forbach in Lothringen vorgestern abend in seinem Lokal einen Streit zwischen italienischen Arbeitern schlichten wollte, wandten sich die Italiener gegen ihn. In der Not griff der Wirt zum Revolver und gab fünf Schüsse ab, durch die z w e i Italiener getötet, zwei lebensgefährlich und einer leichh verletzt ivurde. Kiefer wurde verhaftet. ZentraMand der Daehdeeker = Verwaltungsstelle Berlin.-? Tonnerstag, den 12. September 1912, abends 8 Uhr, Bei Wilkc, isebastianstr. 39: Versammlung der Dachdecker und Hilfsarbeiter. Tagesordnung: Bericht über den Stand der Tarifbewegung. Verbandsbuch legitimiert.. Ohne dasselbe lein Eintritt. 52/2 Her Vorstand. Verwaltung Berlin. Achtung! Kill setz er. Achtung! Tonnerstag, den 12. September, abends 8 Uhr, find-n die Bezirksversammlungen � fcttnttten Die Kollegen von IloaKlt gehen zu M elzer, Wiesenftr. 29. 88/16 ir E. H. Nr. 2 Hamburg. Oertlicbe Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 12. September 1912, abends SVs Uhr, im Gewerkschattshans, Engelufer 15, Saal III:" Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: i. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Wahl eines Kassierers für den zweiten Bezirk. 3. Besprechung der Anträge zur Generalversammlung. 253/6* Der Vorstand. _ g. A.: Richard Schröder, Berlin O., Tilfitcr Str. 7, B. IV. Neu-Renovierung! Neu-Eröffmmg: HÜP"* Ende September, Bestellungen für Festlichkeiten. Vcrsammlnngen werden Sonntag von 10—1 Uhr vormiitags und Mittwoch adend von 8—11 Uhr im Restaurant Richter, SSiclejftvage 21, entgegengenommen. 4069S* Anton Oiesbolt. 'Putz Deine Jchvh' mb WELT- LEDER-GLANZ K ARNOBIN Koch& Becker Gom.-Qes."Äl» Servus mif Dosei»Öffner Ueberau zn haben in großen Dosen iL ÄO Pf. Fabrikanten: Enbszyoslci Eo.« G- b. H., Berlin-Lichtenberg. Rosenthaler Hol RosenthalerStr.il/i2. 3n$. otto Schilling. Telephon; Amt M, 2438. Sämtliche Räume renoviert. S Bereinszimmer, Kegelbahn, 3 Säle mit Bühne bis 400 Personen, noch einige Sonnabende und Sonntage frei. 3776L Kauft Kleider bei der H. K. G. dann bleibt gefüllt das Portemonnaie Die H. K. G. betreibt den Einzelverkauf von Herren-, Jünglings-, Knaben-, Sport- und Berufsbekleidung jeder Art, fertig und nach Mass, zum Selbstkostenpreis und berechnet als einzigsten Gewinn nur eine Umsatzprovision von 10%. Im Selbstkostenpreis sind die baren Auslagen für die üblichen Geschäfts- Unkosten schon einbegriffen. Ein Herren-Anzug, der uns 30,- Ein Jünglings-Anzug, der uns 15.- Ein Knaben-Anzug, der uns 7.- Beispiele: Mark selbst kostet, wird mit 33.— Mark verkauft. Mark selbst kostet, wird mit 16.50 Mark verkauft. Mark selbst kostet, wird mit 7,70 Mark verkauft. Jedes Etikett zeigt den Selbstkostenpreis deutlich an! Herren-KIelder-MIMes. in. b. IL : Nur:===== Wir haben keine Filialen| fißllß ScIlÖnllSUSßPStP.I 1 Sonntag 8-10 Uhr geöffnet 1 EclieWemmeister-u.Miinzetr. Raucht* ssinCuar# Bon der Reise zurück. 206/20* Frauenarzt Dr. Fraieiisteiii Neue Königftr. 88.(12—1, 5-6). Politl.: Schönhauser Allee Sä. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÄpiL 10— 2. 5— 7. SojmtaKa 10— 12. 2— i Auf Teilzahlung! 0hi>« Anzahlung I Kein Kassierer. Teppiche. Gardinen, Stores, Portieren, Stepp-, Pittsich- und Dlvandecken.* Matzner, Hufeland, trafte 41, Bildergeschäft. Karlen od. Besuch erbet. ßilligö Landparzellen, westlicher Vorort, direkt am Bahuhos, verkauft zu besonders günstigen Bedingungen, an„Vorwärts'leser schon mit 100 M. Anzahlung, bei Wost- nungSmietung cv. ohne Anzahlung. Geringe Teilzahl. Max Buchholz, Ueriin NO. 56, Friedeberger Str. 4. [Haben Sie Stoft? Ichfutigt davon A nzug od. Paletot nach Mass, schick, danerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Labandy Neue Promenade 8, tl.(Stadtb. BSn.) s challplatten Verleih-Institut." Auch nach auswärts. Prospekt gratis, Karl Borbs, Berlin 3t Neue Königstresse 38. Suchbinder! Knchdrucker! Habe Berlin, Friedrichstr. 44. ew-n Bierausschank eröffnet.— Bitte um regen Besuch. ._ Otto Haak. Möbel= Magazin C. Zergiebel, Berlin, Skaliher Str. 130.* Spez.: Einrichtungen llcin. u. mitll. Wohnungen. Teilzahlung gestaltet. Buchhandlung Vorwärts SW. 08, lilndcnstr. 60 (Laden). Zu empfehlen ist: 246/8 Der Kleingarten, seine Anlage, Einteilnug und Bewirtschaftung vou Max Hesdiörkker. —— Preis drosch. 60 Pf.—— Praktisches Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaftung des häuslichen Zier-, Gemüse- und Obstgartens. Bon Max»esdörffer. Mit 187 Textabbildungen. Preis geb. 3,50 M. !\i selbsdatige ZMM! Höchste Wasch- and Bleichkrafl bei körzestcr Waschzeitt! Nur einmaliges ca.%-'/jstündiges Kochen sorgfältiges Äusspülen, möglichst in warmem Wasser, die Wasche ist sofort- fertig, vollkommen rein und wie auf dem Rasen gcbfeicht. Grosse Ersparnis an Zeit, Arbeit und Geld! Erhältlich nur in Original-Paketen, niemals lose. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. Alleinig# Fabrikanten aoeh der Verkaufsstellen durch Plakate erkenntlich. Fabrik- Niederlage für Berlin nnd Tororte: Job. Sehmalor, Berlin Jt. 4, TieckatraOe 11. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Ptg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.j das erste Wort(fettgedruckt) 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Littauer-Nähmaichinen, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, Tunn stratze 39, Beusjelstrake 45._ icvvidjf, Prochlstücke(Farben iebler),(ür halben Preis, Vorwärts. leser 10 Prozent I Mauerbost,(Kroge Franliurlermatze S, parterre. Kein Laden I � ISSSK- � Klsins Anzeigen( ANZEIGEN ffir die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Gardinen ISteppdeckenI Portieren I Tischdecken I außergewöhnlich billig I Vorwärtsleser 3 Prozent Rabatt extra I Gardincnhaus Brünn, Hatte scher Markt 4(Bahnhof Börse). Sonntags geöffnet._ Vorjährige eleganteHerrcnanzüge Ottö PalelolS aus jeinften Magitonen 20—40 Marl, Hosen 6—14 Mar!, BersandbauS Germania, Unter den Linden 21. 1288K» Vorwärtslefer Exirarabatt. selbst Tephich-ThomaS süns Prozci» bei Gelegenheit. 2l07K Teppiche, farbfehlerhast, spotlbillig Plnschdecken mit Sticksehlem halben Wert_ für Steppdecken, im Schaufenster ge- litten, jeden Preises_ Portiere», Plüsch, bestände spottbillig Leinen-Rest- Gardinen. Stores, Künstlersenster, angeschmutzte, fabelhast billig___ Teppich Thomas, Prachtbau Ora- nienslraße 126, Roienthalerstratze 34, Monatsanziige und Sommer» Paletots von 6 Marl sowie Hosen von 1,30, Kebrockanzüge von>2,00, Fracks von 2,50, sowie für korpulente Figuren, Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, auS Pfandleihen oer- fallen« Sachen laust man am billigsten bei Natz. Mulackstraße 14._* Teppiche, sehler, für unbedeutende Farben» die Hälfte des Wertes. ise, Portieren. Gar- dineii, Steppdecken, Tischdecken, Schlafdecken zu Schleuderpreisen, Teppichhaus Adler, Königstrage 50, gegenüber Rathaus,_ 1957ft* Drehrolle», Moltcreiartilel, Butter» maichmen, Wiegeschalen, Krigar u, Jhssen, Waßmannstraße 29. 2093K Herinaniipta« 6, Psandleibhaus. Extrabillige Jackettanzüge. Gebrock- anzöge. SommervaletotS. Herren- boien, Damenmäntel. Allerbilligster Bettenvertaus. Berrnietungsbett. Aussteuerbetten. Aussteuerwäsche, Neichhaltige GardinenauSwahl, Tev- pttbauswahl. Plntchtischdecken. Ztepp- decken. Goldsacheu, Taschenubren. Wanduhren. Wandbilder, Waren- verkaui ebenfalls Zonnlags,_* Teppiche mit Ilelnen Fehlern, spottbillig. Gar dinen, große Aus- loahl, Plllich decken 5,50 Marl. Gclegenheitskäuse Paul Schultz Nächst,, Neulölln, Berlinerstraße 41, l Treppe. Teppiche!(jeblerbasle) m allen Größen, jast im die Hälste des WeNeS Tepvichtager Brünn, Hackelcher Markt 4, Bahnboi Börse,(Leier des »Vorwärts- erhalten 5 Prozent Rabatt,) Sonntags geöllnetl' Gaskronen, Zuglampen. Teil- Zahlungen 1,00 wöchentlich— billige Preise l Montage lostenlos l Kronen- Inger Große Franksurterstraße 92, I. Etage, Ravenäslraße 6(Wedding), Schönhauser Allee 121(Gleimstraße), Neukölln,«erlinerslraße 102. 201lK Wundervolle Tüllgardtnen. tenster 1,75, 2,50, 3,75 bis 10,50, lamin-KünsUergardinen mit Lambre- quin 3,50 bis 12,00. Stores, Rouleaux spottbillig nur in Wolss Teppichhaus, Dresdcocrslraße 8(Kottbusertor). Abonnenten 10 Prozent Rabatt.* Monatsanziige, Paletots, großes Lager, jede Figur, kauft man am billigsten beim Fachmann; jede Acnderung nach Wunsch in eigener Werlstatt. 3 Prozent billiger jür Vorwärlsleser, Fürnenzell, Schnei- dermeilter, Roienlbaleritrage 10 Gaskronen ohne Anzahlung, Woche 1,00(bis 70,00 Kausiumme). Riesen- lager l Louise Böttcher(selbst). Krön- ieuchter— SpezialHäuser. Mein Doppetbetrieb bewältigt den größien Saisonaudrang. B-Iriebsleitung: Box- hagencrftraße 32, 1. Etage(kein Laden). (Fahrverbindung bis Warschauer« straße.) Filiale: Franlsurter Allee 124. 1. Etage(kein Laden)._ 1ll34K Leihhaus'„Brunnen� und Ver. lausgeichäst. Betten, Stand 9,—, Brunnenstraße 118, Ecke Usedomstraße Aullionsannahme, Versteige- rungslokal Blumenstraße 7. Zahle auch Vorschuß. Laska, Auktionator. Geld! Geld.' Sparen Sie, wenn Sie im Leibbaus„Rosentbaler Tor». Linienstraße 203/4. Ecke Rosenthaler- stratze kausen. Anzüge von 9,00 Mark an; Paletots von 3,00 an; Damengardcrobe, Betten. Wajche, Gardinen, Portieren, Freischwinger, Bilder. Uhren, Gold-, Silberwarcn, Fahrräder. Alles spottbillig. Anzüge werden verlieben. Sonntags geöffnet. Ladeneinrichtung, große Auswahl. Stelzner, Pankstraße 51. fSl* Kinderwagen, Teilzahlung, Woche 1,—, Klappwagen, Kinderbettstellen, Wesenauswahl, spottbillig. Meiseis Nächst., Wmschaucrstraße 80. 2088K Ginsegnungskleider, schwarz und weiß, von 1l, 50 Marl an: Prüfungs- Ileider, Unterröcke, große Auswahl. Gelegenheitstüuje Paul Schultz Nächst., Neuköln, Berlmerstraße 41, I Treppe. Ohn-e Anzablung Bilder, Spiegel, wöchenLlch 50 Pfennig, Steppdecken, Tischdecken, Portieren, Bezüge. Uhren, Gaskronen, Teppiche und Herren- Garderode. Ferner komplette Wob- nungseinrichtungen und einzelne Möbelstücke mit den lleiniten An« und Abzahlungen. Besuch eventuell Post- karte. Weber, Neue Königstraße 34. Bekanntmachung! Kausen Sie Logisbetten, Aussteuerbetten, Pracht- teppiche, Prachttgardinen. Portieren- wähl, Steppdecken, Plüschdecken, Herrengarderobe, Damengarderoben, Uhrenauswahl nur im Beleihungs� Haus Chaufseestraße sechzig I Welt renommiert. 1918K Hobelbant, Werlzeug, Bildhauer- dank, Handwagen. Birlenstraße 11, Ueckert.--j79 Ausverkauf. Zuglampen Wallner- theaterstraße 32._ 2356* Brantbetten, zwei Prachtstand 15,00, ümstandshalber, Katzlcr. straße 16. II. i-131 Nundmaichine 2 Meter,, billig verläusiich. Offerten PosUagerlarte 23. Postamt 101._ 226b Betten 4,00 Marl, grau oder rot- rosa gestreiit, Aussteuerbetten ganzei Stand 24,00 Marl. Bettwäsche, Inletts, sämtliche AuSsteuerwäsche enorm billig. Gelegenheitsläufe Paul Schultz Rächst., Neukölln, Berliner- straße 41, I Treppe, 2144K Geschäftsverkäufe. Grünkramgeschäft mit Kolonialwaren wegen Krankheit der Frau verlaust JablonSlistraße 8. 7117 ftel Zigarrengcschäft, 11 chend, Blumenstraße 33. Jahre be- 233b* Kolonialwaren mit elektrischer Rolle umständehalber billig zu ver> kausen. Offerlen Nk. 433 an Rudolf Mosse, Neulölln, Berlinerstraße 41. tvtilchgeschäft verkäuflich lottenburg, Fritschestrqße 73. Cbar- 777* Möbel. Möbel-Gelcgenheits-Käufe spottbillig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlaf- zimmer(eiche) 288,—, komplette Wohnzimmer 132,— bis 240,—, Chaise- longue 24,—, Soja 38.—, Trumeau 33,—, Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Rieienauswahl. Möbelipeicher Neue Königstraße 5/6, 4 Etagen. Teilzahlung gestattet. Auch Sonn- tags._ 249/1* Möbel ohne GeldI Bei kleiner Anzablung geben Virtichaslen und einzelne Stucke am Kredit unter äußeriter Preisliotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Ollen tauil bei uns. Kretichmann u. Co., Koppen- straße 4.(SchleMcher Babnbot.) Arbeiter-Musterwobiiungen.Für jedermann leicht crwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kaffenpreis Zinsvergütung, kleine Anzahlung, bequeme Abzah. luna nach Wunsch der Käuser. Gabbert Tischtermeister, Acker. '' Abzahlungsgeschäft Möbelverkauf und Möbeltausch. Vorwärtsleser erhalten Möbel aus Teilzahlung. Aeltere Möbel werden in Zahlung genommen. Postlager. karte 12, Postamt 22. iS45K* Zentrale für Arbeitermöbel Uesert Resormeinricktungen in gediegener Arbeit an Reelldenlende auch au Teilzahlung und bittet Parteimitglied der um Besuch der großen Läger. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegcnheitskäuje in gebrauchten M3 beln. Verkaussstelle Schatz, Brunnew straße 160, Eingang Antlamerstraße. Metallbetten, zwei, madern, Plüschleppich spottbillig verläuflich Zoffcnerstr. 10, Hutgeichäft. 137/3 Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung. Kaffenpreis, geringe Anzahlung. Nachweis von Kunden wüd gut honoriert. Offerten unter »Tischlermeister", Postamt 90 249/16* Seltene Gelegenheit! Moderne Nußbaumwirtschast, Prachtküchen. möbel. Küchengeschirr, Wandbilder 197,00, Umbausosa, Büfett. Caiper, Lottumstraße 2._ 138/10* Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbel in großer Auswahl reell und billig liefert aus Teilzahlung bei mäßiger Anzahlung die seit 50 Jahren bestehende Möbelfabrik Her- mann Rotte, Tischlermeister, Zions- kirchstraße 38/39. Verliehen gewesene Möbel billigst._ 223b* Möbel-Gelegenheitslänfe, gut gearbeitet, viele Gclegcnhcitsmöb-l, welche bedeutend unterm Preis sind. Bücherspind 68,—, Schreibtisch 48,—, Bettstelle 33.—, Trumeau mit stufe 34,—, Sofa 45,—, Kleiderspind 46,—, Kücheneinrichtung 63,—. Ehrlich, Alte Schönhauserstraße 32. 1944K* Möbelbaus Andreasplatz. Braut- leute, Möbeliuchcnde taufen reelle Möbel sowie Wohnungseinrichtungen bekannt billigst. AndreaSftratze 25, neben Metzner._ 2106Jt* Gelegenheitskäufe. Ganze Woh- nungs-Einrichtungen, sowie einzelne Wohn-, Schlaf-, Herren- und Speise- zimmer stelle bis zum 15. dieses Monats zu außergewöhnlich billigen P> eisen zum Verkauf. Lagerung kostenlos. Bei größeren Einrichtungen gewähreZahIungserleichterung. Große Franlsiirlerstratze 1, am Frankfurter Tor. 2099ft* Möbel kaust man reell und billig auch aus Teilzahlung tu der seit 25 Jahien bestehenden Möbelfabrik von F. L. Engelkc, Kastanienallce 83.* Wohnzimmer 200,00, 260,00, bunle moderne Küchen 75,00, 80.00, Hutbodenspinden, moderne Vertikos. Plüschsosas. Cbaiielongues, englische Bettstellen. Teilzahlung gestattet! Dresdenerflraße l3/l4, Höscr.* Einrichtungen, Einzelstücke liefert billig und gut, Teilzahlung gestattet. Lange, Schw-dterslraße 26. 1916K* Moderne Arbeitermöbel in zeit- gemäßer Aussührung, in Eiche(alle Farben) und Nußbaum, unerreichte Auswahl, zu den allerbtlligsien Fabrik- preisen, in solider Arbeit. ohne Zwischenhandel, dtrelt vom Tischler- meister Julius Apelt, Adalbertsir. s, am Kottbusertor. 1964K* 60 Schlafzimmer, hell und dunkelbirke, birnbaum, Mahagoni, aborn, eiche, satin, Nußbaum, weiß- poliert, zu Fabrikpreisen an Private. Stalitzerslraße 25, an der Hochbahn. � Gelegenheit. Schon für zwölf Mark Anzahlung erhalten Sie eine Stube und Küche aus Teilzablung. Spezialität: Bürgerliche Möbclein- richtungen von 200 bis 3000 Mark. Der Käuser bestimmt die Zahlung. KelegenhcilSkäuse von vermietet ge- wesenen Möbeln gebe sehr billig ab. Wilhelm Frese, anerkannt solidestes Kredithaus der Möbelbrnnche, nur Weinbecqsweg 9, Ecke Zebdenicker- straße, eine Minute vom Rosentbaler» tor. NB. Bitte aus meine Finna genau zu achten. Inserat mitbringen. Zwei Stühle gratts. Sonntags 8 bis 10, offen._ 209551* Sehenswert ist meine Möbel- auSstellung. Sie sparen viel Geld, wenn beim Einkauf von Möbeln mich in Ihrem eigenen Jntcr- esse besuchen wollten. In meinen reichsortierten Lägern finden sie ausgestellt: 1 Zimmerwohnung und Küche 255,—, 2 Zimmerwohnung und Küche 520,—, 3 Zimmerwobming und Köche 750,—. Einzelne Möbelstücke spotlbillig in nur bester Tischler- arbeit. Aus Wunsch Zahlungs- crlcichterung mit ganz geringem Ausschlag. Besichtigung obne Kauf- zwang erbeten. Möbelfabrik H. Kiehle, Schwedterstraße 4/5, nahe Schönhauser Allee. Gegründet 1866. Lager im Fabrikgebäude. Eingang durch den Laden. 2132K* Kletderspiud, Vertiko, Plüschsosa, Chaiselongue, Bettstellen, Matratze 10,—, Kommode, Ausziehtisch, Kücheneinrichtung. Obstgeschäst, Christ- burgerstrnße 20._ 7117 Plüschsofa, hochelegant, 35,—, 2 Bcltstellen. Säulenirumean, Aus- glisch. GäSkrone, Lützowstraße 74, vorn I. 230/12 Kommode 8,00, Kleiderspind 20,00, Plüschsosa 18,00, Tisch 5,00, ganz« Wirlschast spottbillig Waldemar- stra ße 76, Vorderhaus I, Severin. Wirtschaft, apartmodern. Pracht. lüche oertäuflich.— Plüschsosa, Trumeau, Umbau, Gas krone.mehrereS. KönigSbcrgerstraße 11, vorn I links. Fischer. 14l/11 Musikinstrumente. Piaiiino, schwarz, wie neu. noch mit Garaniie, sofort allerbilligst. Menzel, Warschauerstraße 58 I. Vorderhaus._ 2147K* iinnshmeilellen für„Kleine Anzeigen Berlin C. A. Habniich. Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. IV. G. Schmidt, lkirchbachstr. 14. O. R. Hackelbusch, Petersburger Platz 4. Gustav Bogel. Koppen- straße 82. 9t. Wengels, Gr. Frankfurter Str. 120. MO. L. Zucht. Jmmänuelkirchitr. l2. I. Renl, Baniimitr. 42. kg. W. Banman». Rbeinsberger Str. 67. H. Fischer. BaManstr. 6. Karl M ars, Greiscnhagcner Stv. 27. I. Hönisch, Nazaretblirchstr. 49 H. Bogel. Lortzingstr. 37. A. Tietz. Jnvalidenstr. 124 8. Techand, Rubevlatzstr. 24. kVHV. Karl AiiberS. Salzwedeleritr. 8. S1V. H. Werner, Gneiienaustr 72. Taehn, Hagelberger Str. 27. S. St. Frü». Prinz enstr. 31. H. Lehmann. Kollbuier Damm 8. SO. Paul Böhm. Lausiper Platz 14/15. P. Horich. Eugeluler 15. �«lker»l>«k. Karl Schwarzlose, Hoffmannslr. 9 BanmBcliulenxveg. H. Hornig, Marientbalerslr. 13, I. Berzilgvealcke. Paul Kienast, Räuschstc. 10. Char lottenburg. Gusiah Schnnibctg, Seienbeimer Str. 1. Frietlrichshngen. Ernst Wrrkmanu. Köpenicker Str. 13. (■riinan. Franz Klein. Friedrichstr. 10. •Joliannlstbal. Pielicke. Kaiser-Wilbelm-Platz 6. Karlshorst. Richard Küter, Rödelstr. 9, II. liiipenlek. Emil Wisiler, Kietzerstr. 6, Laden. l-iebtenberg. Otto Seikel, Warlenbergstt. 1. NUeder-Schönewelde. Wich. Unruh, Brückenstr. 10. Siowawes. Wilhelm Joppe, Friedrichstr. 7. Ober-SebtineHvelde. Alfred Bader. WUhelminenhosstr. 17 II. Bank««'. Otto Riffmann, Müdlenstr. 30. Beinlekendort. P. Gursch, Provinzstr. 56, Lade». Kixdorf. tvt. Heinrich, Neckarstr. 2. Conrad. Hermamistr. 50 C. Rohr. Siegsnedstr. 28/29. Rninnieisburg. A. Rosrulranz, Mt-Roxhagen 56. Sctaöneberg. Wilhelm Bäniuler, Marttn-Luther-Str. 69 im Laden. Spandan. Koppe», Breiteftr. 64. Steglitz!. H. Bernsee, Alsenstr. 5. Tenipelbof. Joh. Krohn, Borussiastr. 62. Treptnv. Robert Gramcnz. Kiejbolzstr. 412. Laben. tVeidennee. Fuhrmann. Sedanstr.105. Schillert. König-CHausfee 39» W ilmersdorf. Paul Schubert. WUb-Imsaue 27. straße 54. Kein_________ �rantwortllch�Rebäftel��'llfreß" Wielepp, Neukölln. Für deo Lnjeratenteil verantw.: TH. Glocke,«ierlin. Druck u. Verlag. Vorwärts Ptaninos und Flügel, gut er- Haltene, gebrauchte, m Zahlung ge« Nammen, darunter Schiedmayer. Bechjtein, Blüthner, Knale, � Hell- mnndt von 175 Marl an. schied« maycr, Pianosortesabrik, Potsdamer. straße 27B. 163251 Pianino, Hoflieseranten-Firma, sehr gut erhalten, 270,—, verkäuflich. F. Manthey u. Co., Potsdamer- straße 31. l4l/6* Pianino, kreuziaitig, 110.—. Zander, Turmstraße 9 II. 141/7 Ratenpianino, zurückgenommen, 140,00 abgezahlt, wer übernimmt Vertrag? Neuköllner Pianosabrik, Juliusstraße 59. 140/20* Pianino 150,—, gulerhaltcn, ver- kaust Hänel, Alexanderstraße 14o. Pianino, kreuzsailig, beste Ar« beit, reinster Ton, Händler verbeten, verkauft Staukiewicz, Kirchstraße 14, parterre Moabtt. 141/8 Bandonion 20,—, Bandonion. Fabrik König, Beuffelstraße 41. 779 Bilder. Sie kaufen Bilder nirgend? billiger als dirett Fabrik bei Bilder-Bogdan, Weinmeisterstraße 2. 100SK* Fahrräder. Herrenfahrrad, Damenlabrrad, wie neu, 35,—. Holz, Blumen. straße 44__ 1093a* Erfiklaffige Fahrräder, Monats- raie 10 Mark. Louis Barth, Brücken- straße 10a. Kein Laden. 2060ft* Herrenfahrrad, bildichöne«, 30,00, fast unbenutztes Freilausi ad, nebst Garantieschein, allen Zubehörsachen. Frantfurier Allee 104, Grosser.* Brcnnaborrad. Herrensahrrad 25,00, Dameuiabrrad sofort. Schräder, Weberstraße 42, Ouergebäudc. 141/10* Freilaufrad. 45,00, leicht, niedrig. siolzselgen, verlaust Schröder, Pankow. taiser-Friedrichstraße 16 III, flOö Kaufxesucke. Platina- alte Goldsachen, Silber, Gebisse, alte Uhren, Kebrgold, Gold. wallen, Tressen, QuecksÜber, sowie sämtliche gold-, ftlber-, platinbaltigen Rückstände taust Edelmetallschmelze Broh. Kövenickerftraße 29. Televbon Moritzplatz 6358._ 20405t Höchstzahlend, Metalle, Zahn gebiffe. Plalmabsall, Gold, Silber, Ouecksilber. Metallschmelze Nieper, Kövenickerftraße 20a(gegenüber Manreuffelstraße)._ Gramm 5. Plattnabsälle, Silber. Zabngebiffe, ftlber kaust Blümel, >.65. Gold, Stanniol. Queck- Auguststraße 19. lMernckt. Biolinunterrlcht nach doppelt fördernder Methode erteilt erfahrener Künstler. Etne Stunde Einzcluntcr- richl 1.25,>/, Stunde 75 Psennig. für 2 Schüler pro Stunde 2 Mark. Unier. Weisungen zum Zweck des Solospiels vor großem Publikum pro Stunde 3 Mark. Offerten unter Z. 2, Haupt. expedition des.Vorwärts*. 184151* Pfandleihe Heinersdorserilraße 14. nahe der Greijswalderjtraße. 7136* Vermietungen. Kleiner Laden mit Nebengelaß billig, passend für Friseur oder Schuh- macher, 2 Zimmer und Küche, Korridor 23,00. 1 Zimmer und Küche 18,00. Neukölln, Münchenerstraße 45. f33 VV'otmiiiizen, Wohnungen 2 Treppen 3 Zimmer, Kammer, Küche usw. 50 Marl mo- natlich, 3 Treppen 2 Zimmer nach vorn. Küche 35 Mark monatlich zum l. Oltober Koppenstraße 24 zu ver- mieten. 1ä7b* Schöne Wohnungen im Vorder- und Hinterhause mit Gas zum 1. Oktober zu vermieten, Buttmann- straße 15 beim Wirt._ 18175t* Neukölln, Nogatstraße 24, vorn III, schöne Zweizimmerwohnung um- ständchalber für 30,00,»sonst 34,00 zu vermieten. fllg Limmer. Möbliertes Erkerzimmer(großes) Baumschulcnwcg, Trojanstraße 6. II links. Aussicht: Sportplätze. 2928b �.rbeitsmarkt. VersekiecteneZ. Patentanwalt Weffet. Gitschiner- ftrage 94a. Kuiinstopferri von FrauKokoslh Schlachteniee. Kurstraße 8 III. Pateiitanwali Müller. Gstschiner- straße 81._ 243951* Gehrockanzüge verleiht, auch MonatSgarderobe LandSbergerstr. 91». eine Treppe._ 986* Wilhelm Schrocder, Uhrmacher und Juwelier, Berlin NO. 55, Jmmanuclkirchstraße 35, Reparatur- Werkstatt. 2100SV* Zeugen des Unfalls 26. August, morgens 7, Schleiermacher-, Ecke Gncisenaustraße, wo ein Herr um- -stoßen, überfahren wurde(Linie 3, 9), werden gebeten, sich zu melden Polizeirevier 67, Zossenerstraße 37. Stellenanzehote. Alter Genosse, Invalide, der die Herren-Tollelten versehen kann, ver- langt. Emil Ebrccht, Neue Rathaus- säle, Meiningerstraße 9._ tl3 Schlosser oder Klempner kann billig Werkstatt mieten, eventuell autogene Schweißeinrichtung mit übernehmen. Offerten Postlager- karte 23, Postamt 101. 227b Stuhlflechten. Wer flechtet wöchent- lich 40 Wienerstühle. Preisofferte Born, Neue Königitraße 1. 234b Schleiferlehrlingr bei auter Aus- bildung und hohem Kostgeld oerlangt Broncebaubeschlagsabrit, Dresdener- straße 80._ 230/14 Graveurlehrling, tüchtige Äus� bildung. hohes Kostgeld. Branden- durgstraße 39. 14l/12 Schlossergeselle», selbständige, aus Schausensler. Giller, eiserne Türen, verlangt R. Blume, Charlottenburg. Schillerstraße 94. 777* Schöner Platz sür Schneider bei Hascnslein, Neucnburgerstraße 1a III. Geübte Strickerw sucht Bröum Pankstraße 3l, Laden. 751 Tiraufffedern-Näherinnen in und außer dem Hause finden daimrude Beschästigung. Heinrich Volck, Stall- schreibersNaße 24._ 1366* Lehrmädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren, aus achtbarer Familie, gegen monatliche Vergütung 1°!°� gesucht Meldungen nur in Bc- alcitung der Eltern oder deS Bor- Mundes 10—2 Uhr vormittags oder 6—8 Uhr nachmittags. A. Jandors u. Kv-, Belle- AMance- straße 1—2. Tapezil .ctoratcur, selb terer und Dekorateur, lelbftändiger, stich. tiaer Arbciler, möglichst verheiratet, findet dauernde Stellung 183/18 ,'»n Gcrninr. Kolberg. " Fabrik für gelochte Bleche sucht tüchligen Locher bei dauernder Be- schästigung. S2SH Th. Schmidt n. Herkenrath (G. m. b. H.) Forstcrstrasze 6— Z. Wegen Nichtbezahlung deS tarif- lich-n Fahrgeldes nach Eharlotten- bürg. Bau Deutsche Oper, ist dieser Bau sür die Firma Gebr. Friesccke. Kunftfteinwerke, g e- sperrt. Zentralderband d. Steinarbeiter Deutschlands. 172/4 Ortsvcrwaltung Berlin. Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW, It.212, 29. lalitjmj. Z Dtilllgt htS LllMllltg" Kttlilltt WlKSlllM. N»w.ch. ll. S.»wd.r MZ. Heute Mitwoch, öen 11. September: Tahlabenä In LroL-Kerlin. Partei-?Zngelegenkeiten. OrganisationSfrngen. Zu der in der Sonntagsnummer enthaltenen Notiz über Orga- nisations fragen erhalten wir in bezug auf unsere Bemerkungen über Vorgänge in der letzten Generalversammlung des sechsten Kreises eine Zuschrift des Genossen G u st a v H e r r m a n n.'Genosse Herrmonn erklärt, er babe als Delegierter den geschäftsordnungs- mäßigen Antrag gestellt, wonach die Mitglieder des sogenannten erweiterten Vorstandes, soweit sie keine Delegierte find, ersucht werden, unter den Gästen oder auf der Bühne Platz zu nehmen. Dann heißt es in der Zuschrift: „In der Kreisgeneralversammlung vom 6. August 1912 wurde nach dem Antrag des Bezirks 766», Abteilung 21 und dem Er- Weiterungsantrag der Abteilung 9 beschlossen:„Außer den Dele- gierten haben S i tz und Stimme in der Generalversammlung der engere Vorstand s9 Mitglieder), die Revisoren(6 Mitglieder), die Landtagsabgeordneten und der Reichstagsabgeordnete des Kreises.� Nach dem klaren Wortlaut dieses Beschlusses hat also der so- genannte erweiterte Vorstand in der Generalversammlung nicht nur kein Stimmrecht, sondern auch keinen Sitz, also ist auch eine be- ratende Teilnahme nicht möglich! Ich habe seinerzeit als Delegierter selbst den Ausschluß der be- treffenden Funktionäre von der Generalversammlung aus ver- schiedenen Gründen als verfehlt bezeichnet, bin aber der Meinung, daß die von diesem Beschluß betroffenen Genossen auch dann die Beschlüsse der Versammlung zu achten und auszuführen haben, wenn sie damit nicht einverstanden sind! Ich kann mich daher, und mit mir die Mehrheit der Delegierten. nicht damff einverstanden erklären, daß jetzt einfach der Beschluß da- durch umgangen wird, daß der Vorstand die nicht sitz- und stimm- berechtigten Vorstandsmitglieder zur beratenden Teilnahme an der Generalverscmmlung einladet, ohne die Versammlung zu fragen, ob sie damit auch einverstanden ist. Die nicht sitz- und stimmberechtigten Vorstandsmitglieder konnten sich delegieren lassen, was ihnen gewiß kein Genosse verdacht hätte; es ist aber auf das schärfste zu mißbilligen, daß gerade die Funktionäre, die in erster Linie die Beschlüsse der Generalversammlung zur Ausführung zu bringen haben, so wenig Achtung für die Be- schlüsse der Generalversammlung zeige». Im ü irgen ist die Ueberempfindlichkeit der betreffenden Genossen unverständlich. Bei ruhiger Ueberlegung müssen sie sich doch selbst sagen, daß darin kein Mißtrauen oder eine Zurücksetzung liegt, wenn sie ersucht werden, aus der Bühne beim engeren Vorstand oder unter den Gästen Platz zu nehmen l" In gleichem Sinne wie Genosse Herrmann äußert sich auch Genosse Gustav Menz, dessen Zuschrift wir wegen ihres wenig fach- lichen Inhalts nicht zum Abdruck bringen können. Beide Genossen gehen von falschen Voraussetzungen auS und kommen zu falschen Schlüssen. Nach den von uns getroffenen Fest- stellungen ist die Sachlage folgende: I» der Generalversammlung vom 9. Juli wurde beschlossen: „Alle Delegierten haben Sitz und Stimme in der General- Versammlung. Oer Vorstand sowie alle zur Teilnahme an den Vorstands- fitzungen Verpflichteten, die Stadtverordneten, Landtagsabgeordneten und der Reichstagsabgeordnete des Kreises dagegen können wohl mitberaten aber nicht mitbestimmen.� „Außer den Delegierten können an der Generalversammlung teilnehmen: Der Vorstand sowie alle zur Teilnahme an den Vor- standssitzungen Verpflichteten, die Stadtverordneten, Landtags- abgeordneten und der Reichstagsabgeordnete des Kreises." In der Generalversammlung am 6. August lag ein Antrag vor, der allen in dem obigen Antrage bezeichneten Personen das Stimm- recht gewähren wollte. Es gelangte aber ein Abänderungs- a n t r a g zur Annahme, der nur dem engeren Vorstande, den Land- tagsabgeordneten und dem Reichstagsabgeordneten des Kreises das Stimmrecht gewährt. Von Revisoren, wie Genosse Herrmann an- gibt, ist in dem Beschluß nichi die Rede. Dieser Beschluß bedeutete nur eine Erweiterung des in der Versammlung vom S. Juli gefaßten Beschlusses. Alle Redner legten aus die Anwesenheit des erweiterten Vorstandes Gewicht, es wurde sogar betont, daß für die zuletzt genannten Genossen eine Ver- pflichtung zur Anweienheit bestehe. Eine Aufhebung des in der Versammlung vom 9. Juli dem erweiterten Vorstande zugebilligten Beratungsrechts ist nicht erfolgt. Hätte sie erfolgen sollen, hätte das besonders beantragt und beschlossen werden müssen. Auf Grund dieser Beschlüsse waren die Genossen des sogenannten erweiterten Vorstandes in der Versamnilung am 27. August anwesend. Um aber etwaige vorhandene Zweifel zu beheben, die bei dem oder jenem Genossen vorhanden sein konnten, trug der Vorsitzende des Wahl- Vereins zu Beginn der Versammlung diese Auffassung des Vorstandes von den gefaßten Beschlüssen den anwesenden Delegierten vor. Es wurde auch kein anderslautender Antrag gestellt, konnte auch nach Lage der Sache und den Bestimmungen des Statuts nicht gestellt werden. Wenn hiernach der Antrag Herrmann zur Annahme gelangte, ver die Genossen des erweiterten Vorstandes auf die Bühne oder die Galerie verwies, so widersprach das den gefaßten Beschlüssen, war ein recht verfehltes Beginnen und geeignet, Genossen, die jahrelang ihr Bestes der Partei gegeben, in der schwersten Weise zu verletzen. Hiergegen haben wir uns gewendet und die Zuschriften des Genossen Herrmann und des Genossen Menz sind nicht geeignet, das geübte Verfahren irgendwie zu entschuldigen. Die Genossen im Kreise mögen in Organisationsfragen Betchlüsse fassen, wie sie solche für richtig halten. Das ist ihre eigene Sache; vergessen sollte man aber dabei nicht. Parteigenossen auch parteigenöisisch zu behandeln mtd ihnen die Freude an der Arbeit zu nehmen. Unsere Partei bedarf dringend der Mitarbeit aller Genossen, die bereit sind, für unsere Sache zu wirken, und wir hoffen, daß alle Genossen bei ihren Beschlüssen und Handlungen sich von diesen Gesichtspunkten leiten lassen möchten. Zweiter Wahlkreis, Friedrichstadt. 3. Abteilung: M i t t w o ch. den 11. September, gemeinschaftlicher Zahlabend der gesamten 3 Abteilung. 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Groger:'. W i lh elm II»n der S ch w eiz 2. Abrechnung rnit den Restanten. r/„12 Uhr- K a h l n a ch t. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Büchner:„Schwere Zeiten" Donnerstag, den 12. September, früh V-,5 Uhr: Zahl- m o r g e n. i. Vortrag des Genossen Emil Drttmer:„Knust, Bildung und Arbeiter". 2. Abrechnung mit den Restanten. Alle drei Veranstaltungen finden bei Witwe Angustin, Oranien- straße 103 statt. Der Vorstand. Erkner-WolterSdorf. Heute Mittwoch, den 11. September, bei Degebrodt: Außerordentliche Generalversammlung. Da eine wichtige Tagesordnung zu erledigen ist. wird um vollzähliges Erscheinen er- sucht. Außerdem sind wegen Inventur die ausgeliehenen Bibliothek- bücher mitzubringen. Die Bezirksleitung. Zeuthen-MierSdorf. Heute Mittwoch, den 11. September, bei Oldenburg in Zeuthen: Mitgliederversanimlung des Wahlvercins. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Kreis- und Verbands- Generalversammlung und der Frauenlonferenz. Ab- rechnung vom Sommerfest. 2. Lereinsangelegenheiten. 8. Ver« schiedeneS. Hohcn-Schünhausen. Der heutige Zahlabend findet für alle drei Bezirke gemeinsam bei Reyher, Berliner Str. 93, statt. Tegel. Der Zahlabend des 1. Bezirks findet bei Dewitz. Schloß- straße 23, statt. Die Bezirksleitung. LerUner I�ackricbten. Nachtbild. Eine bedingungslose Ruhe kennt die Großstadt nicht. Selbst nicht in den Nachtstunden. Irgendwo spinnt der Tag seinen Lärm doch noch fort: rattert ein Gefährt, schrillt die Hupe eines Automobils oder flicken geschäftige Hände unter dem eilfertigen Klicken der Hämmer ein Stück Straßen Pflaster aus. Flackernde Windlichter oder qualmende Gasfackeln sorgen für die Beleuchtung dieser Nachtarbeit. Ein Dutzend Männer hanttert über dem aufgewühlten Erdreich. In allen Stellungen sind sie da: aufrecht, gebückt, auf dem Boden knieend. Mit HäWnern und Picken, mit Schaufeln und Rammen werken sie emsig drauf los. In der eigenartigen Beleuchtung sieht das Auge des Zuschauers keine Einzelheiten. Schwarze Silhouetten heben sich nur leicht von einem dunkel getönten Untergrunde. Kein Wort erklingt. Nur das Geräusch der Arbeitsgeräte durchsingt die nächtliche Stille. Und die Bewegungen, die die Ausführung der Arbeit erfordert, bringt Leben in diese Schatten. Hier und da flackert ein Licht im Nachtwind auf. Dann gleißt ein Blitz über die geschäftige Gruppe: ein rotes Auf- leuchten ist es, das diesem oder jenem über das verwetterte Angesicht zuckt. Wie geblendet schließen sich dann für einen Augenblick die Augen. Der Rücken strafft sich ein wenig. Und nur über die Hände der direkt am Boden Arbeitenden glimmert ein fahler Schein. Rüstig rückt die Arbeit vorwärts. Ist ein Stück geschafft, dann tanzen die Lichter nach einer neuen Stelle. Irgend eine Hand ergreift eine der vielen Gasfackeln. Die zuckt und qualmt und quirll ihrem Träger dicken, blakigen Rauch ins Gesicht, daß er das Haupt abwendet, und nur Seite und Schulter von der Flackerflamme grell umleuchtet werden. Dann singen die Arbeitsgeräte ihr knirschendes Nachtlied von neuem, nur an anderer Stelle. Und der Herbstwind mimt um irgend einen Giebel. Wolkenfetzcn jagen über den dunkeln Himmel und schicken dann und wann einen prasselnden Regen schauer herunter, daß die Gasfackeln zu verlöschen drohen und die Nachtarbeiter sich in den Schutz irgend eines Torwegs drücken. Aber nur für einen kurzen Augenblick. Denn die Pflasterreparatur soll bei grauendem Morgen beendet sein. Da müssen Hämmer und Rammen tanzen: hurtig und un ermüdlich beim Flackerlicht dieser nächtlichen Arbeit.... Pastoren an ArmengrSber». Vor kurzem berichteten wir, daß die evangelischen Kirchen- gemeinden des Shnodalbezirks Berlin im Jahre 1911 bei noch nicht zwei Dritteln ihrer Verstorbenen die Mitwirkung eines Pastors bei der Beerdigung hatten buchen können. In den Kirchengemeinden des wohlhabenden Westens der Stadt war die Pastorenbeteiligung sehr viel höher als dieser Durchschnitt, dafür blieb sie aber in den Kirchengemeinden der hauptsächlich von Arbeitern bewohnten Stadt teile um so weiter unter dem Durchschnitt. Während in manchen der„nobleren" Gemeinden bei sämtlichen Beerdigungen der Pastor mitwirkte, durfte er das in den Gemeinden der Arbeiterviertel bei noch nicht der Hälfte aller Beerdigungen. Jene Zahlen werden jetzt ergänzt durch eine Angabe, die der neueste Berwaltungsbericht des Bestattungskuratoriums der Stadt Berlin macht. Aus ihr ist ersichtlich, daß in Berlin die Mit« Wirkung von Pa stören bei Armenbegräbnissen ganz besonders selten ist. Im Etatsjahr 1911 war auf dem bei Friedrichsfelde gelegenen Berliner Gemeindefriedhof bei 3957 auf Stadtkosten vollzogenen Beerdigungen 1432 mal ein Gefolge zugegen, aber nur 179 mal wirkte ein Geistlicher mit. Wenn dre Beerdigungen ohne Gefolge hier ausge- schaltet werden, so ergibt sich, daß von den Beerdigungen mit Gefolge nur jede achte unter Mitwirkung eines Pastors vollzogen wurde. Das wirft allerdings ein sehr interessantes Licht auf das Verhältnis, daS zwischen den Pastoren und den Armen besteht. Begreiflich ist eS ja, daß gerade die Aermsten in den allermeisten Fällen lein Verlangen nach eines Pastors„Trost am Grabe" haben werden. Was kann denn ein Pastor am Armengrab sagen und welchen„Trost" kann er den Hinterbliebenen spenden? Soll er ihnen erzählen, daß der Verstorbene für das Elend des Diesseits durch die Freuden des Jenseits entschädigt werde? Frauen für die Armrndirektion. Die Armendirektion hatte sich erneuert mit einem Antrage unserer Genossen zu beschäftigen. Frauen als Bürgerdeputiertinnen in die Direktion zu wählen. Die eingesetzte Kommission hatte sich mit Mehrheit für den Antrag ausgesprochen, und so empfahl Herr Stadt- rat Kalisch auch die Annahme des Antrages. Es sind ja auch eine Reihe von größeren Städten, wie Char- lottenburg, Schöneberg, Aachen, Bonn, Hannover, Bremen usw., mit gutem Beispiel vorangegangen, und überall haben sich die Frauen in vorzüglicher Weise betätigt. Dies ist auch von der Tätigkeit der Frauen in den Berliner Armenkommissiolien zu sagen. Von einem anderen Magistratsvertreter wurde die Zulassung von Frauen als gesetzlich nicht zulässig erachtet; es liege auch kein Grund vor, von der bisherigen Praxis abzuweichen. Ein Bedürfnis fei nicht nachgewiesen; die Männer der Armendircktion hätten noch immer praktische Arbeit geleistet, sodaß man ihnen kein Miß- trauen entgegen bringen brauche. Daß sich solchen reaktionären Ausführungen einige liberale Stadtväter anschlössen, ist selbst. redend. Von unseren Genossen wurde betont, daß eS nur logisch sei. nun auch eine Vertretung der Frauen in dtfr Direktion zu schaffen. nachdem dieselben in anerkennenswerter Weife in den Kommissionen gearbeitet haben. Die Zeit dränge dahin, daß Frauen, die sich sozial betätigen wollen, auch zu solchen Aemtern zugelassen werden müßten. Namentlich die Armenpflege erfordere vielfach die Mithilfe der Frauen. Einige liberale Mitglieder der Direktion schloffen sich diesen Ausführungen an; auch von ihnen wurde gesagt, daß der Berliner Äommunalliberalismus allen Grund habe, auch den Frauen die Rechte einzuräumen, die daS vorgeschrittene Zeitalter fordere. Schließlich wurde denn auch der Antrag mit großer Mehrheit an- genommen. Um nun diesen Antrag recht bald in die Praxis umzusetzen, wurde von unseren Genossen beantragt, daß die Armendirektion drei weitere Stellen für Bürgerdeputiertinnen beim Magistrat beantragen solle. Dieser Antrag fand jedoch wenig Gegenliebe, denn außer unseren Genossen stimmten nur noch zwei liberale Hände für den- selben. Nun werden die Frauen solange auf den Eintritt in die Direktion warten müssen, bis es einem der Herren Bürgerdcputiertcn gefällt, auf eine Wiederwahl zu verzichten oder WS Jenseits abzureisen. Recht kleinlich zeigte sich noch die Direktion bei einer be- antraglen Erhöhung des Almosens. Eine schwerkranke Person bezieht eine Invalidenrente von 19 M. sowie eine Unterstützung von 25 M. Die betreffende Armenkommission beantragte eine Er- höhung um 3 M., welche vom Armenkreis abgelehnt war, und zwar mit der Begründung, daß 35 M. auch für eine kranke Person zum Lebensunterhalt und zur Bezahlung der Miete ausreichen müssen. Leider schloß sich die Mehrheit der Direktion dieser Auffassung trotz des lebhaften Protestes unserer Genossen an. Vielleicht probiert es mal einer der Herren Stadträte oder Stadtväter, wie man von 85 M. leben und Miete zahlen kann. Aber die Herren können sich ja darauf berufen, daß eine so hohe Unterstützung nur selten gewährt wird; die Mehrzahl unserer bedürftigen Bevölkerung wird ja mit der Hälfte des Betrages und noch weniger abgespeist. Es ist daS auch ein Ruhmesblatt in der Geschichte Berlins. Das Heim der Rcichsversicherungsanstalt für Angestellte. Noch in dieser Woche wird die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ihr neues in Wilmersdorf, Ecke Hohenzollerndamm und Pfalzburger Straße belegenes Dienstgebäude beziehen. Im Erdgeschoß und in vier Etagen stehen etwa zweihundert Räume für den Geschäftsbetrieb der Anstalt zur Verfügung. Das Dienstgebäude ist aus fünf Jahre gemietet mit dem Recht der Verlängerung des Mietsvertrages um ein Jahr, falls bis dahin das eigene Dienstgebäude der Anstalt noch nicht fertiggestellt sein wird. Bei der Entscheidung über die Zahl der schon beim Inkrafttreten der Angestelltenversicherung notwendigen Be- amten war zu berücksichtigen, daß bereits von vornheretzr mit einem Bestände von V/z— 2 Millionen Versicherten zu rechnen ist. Der Be- amtenkörper der Anstalt wird bestehen aus dem Direktorium, dem jetzt der Präsident und zwei Mitglieder angehören; zwei wettere Stellen sind bereits durch den Etat bewilligt und dürften demnächst besetzt werden. Für den weiteren Bedarf an höheren Beamten sind im Etat sechs Stellen für Regierungsräte vorgesehen, von denen zurzeit vier besetzt sind. Bis zum 1. Januar dürfte sich die Zahl der höheren Beamten einschließlich der Hilfsarbeiter, abgesehen vom Direktorium, auf etwa 12 belaufen. An mittleren Beamten werden demnächst 59 damit beschäftigt werden, die Kontensührung für die Versicherten vor- zubereiten. Daneben ist noch eine Reihe von mittleren Beamten im Bureaudienst tätig. Bis zum 1. Januar nächsten Jahres, dem voraussichtlichen Termin des Inkrafttretens der Angestellten- Versicherung, dürfte die Zahl der mittleren VeamUn aus 150 ansteigen._ Dem Hungertod« preisgegeben. Eine schreckliche Entdeckung wurde gestern im Grunewald ge- macht. Waldarbeiter fanden in der Nähe der Heerstraße im Jagen 197 einen total erschöpften Menschen, der kurz darauf starb. Wie sich herausstellte, war der Unglückliche verhungert. Der Körper des Elenden befand sich in einem bejammernswerten Zu» stände. Der Unbekannte, der etwa 35 Jahre alt gewesen sein mochte, war total abgemagert und daS Gesicht eingefallen. Noch deutlich waren in den Gesichtszügen die ausgestandenen Hunger- quälen zu lesen. Die Leiche wurde nach der Halle des Selbstmörder- friedhofes bei Schildhorn gebracht. Der Tote war anscheinend ein Handwerksbursche. Er trug einen Spitzbart, der gänzlich verwildert war, und langes, fast bis zum Rücken herunterhängendes Haar. In den Taschen wurde nicht ein Pfennig vorgefunden. Seiner Fra« steiwillig in de» Tob gefolgt ist der 58 Jahre alte Wächter Gustav Weidner aus der Parochialstraße 32/33. Weidner wohnte bis vor 14 Tagen mit seiner Familie in der Waßmannstraße. Als vor drei Monaten seine Frau starb, löste sich der Haushalt auf. Während einige Kinder zu Verwandten zogen, nahm er mit einem Sohne eine kleine Wohnung, bestehend aus einer Stube und Küche, in der Parochialstraße. Seit dem Tode seiner Frau war der Mann gemütskrank. Er konnte sich in die neuen Verhältnisse nicht hineinleben. Am Montag vergangener Woche verließ er die Wohnung und kehrte nicht mehr in diese zurück. Auf einem Zettel, den er hinterließ, teilte er mit, daß er freiwillig aus den: Leben scheiden werde. Gestern nachmittag landete man seine Leiche vor her Straße Neukölln am Wasser aus der Spree. Nach dem Aeußeren der Leiche scheint der Mann gleich von seiner Wohnung aus ins Wasser gegangen zu sein. Einen schaurigen Fund machte vorgestern abend ein„Natur- forscher" auf dem Grundstück Engelufer 19. Als er dort einen Müll- kosten durchstöberte, zog er daraus ein verschnürtes Paket aus weißem Packpapier heraus, das die Leiche eines neugeborenen Mädchens enthielt. Er übergab den Fund der Revierpolizei, die ihn nach dem Schauhaus bringen ließ. Das Kind hat nach den vorläufigen Feststellungen etwa 14 Tage gelebt. Ob eS eines gewaltsamen Todes gestorben ist, kann erst die Obduktion zeigen. Ein tödlicher Ätrassciibahnuiifall ereignete sich am gestrigen Montagabend gegen 8 Uhr an der Ecke der Münz- und Dragoner- straße. Dort versuchte ein etwa 49jähriger, gut gekleideter Mann, dessen Personalien bisher noch nicht, festgestellt werden konnten, un- mittelbar vor einem Straßenbahnwagen der Linie 26 das Gleis zu überschreiten. Er wurde umgestoßen und blieb blutüberströmt und besinnungslos aus dem Fahrdamm liegen. Der Verunglückte, der einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, erhielt auf der nächsten Unfallstation einen Notverband und wurde von dort nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Dort ist er in der Nacht ver- starben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Barulhcrzjgc Samariter sind wieder einmal aufgetreten. Vor- gestern nachmittag wurde der 72 Jahre alte Hausdiener Eduard Lehmann von der Juwelierfinna C. Schwartz aus der Mohrenstr. 26. wo er seit mehr als 49 Jahren beschäftigt ist und sich als treu und durchaus zuverlässig erwiesen hat, beaustragt, von einer Groß- Handlung in einer schwarzen Ledertasche die dort bestellten Schmuck- fachen im Werte von mehreren Tausend Mark abzuholen. Auf dem Heimwege wurde der alte Mann, als er an der Ecke der Mohren- straße den Fahrdamm der Markgrafenstraße überschreiten wollte, von einer Kraftdroschke überfahren und schwer verletzt. Es fanden sich gleich Leute, die sich des Verunglückten annahmen und ihn in einer Droschke nach der Hilfswache in der Kronenstraße brachten, wo ihm die erste Hilfe zu teil wurde. Als kurze Zeit daraus sein Chef, den man von dem Mißgeschick seines alten Haus- dieners benachrichtigt hatte, auf der Hilsswache erschien und die Handtasche mit den Schmucksachen in Empfang nabm, dachte er die Entdeckung, daß daraus zwei Pakete fehlten. Ohne Zweifel hat einer der Samariter die Gelegenheit benutzt, auf dem Transport die Tasche des hilflosen Mannes zu offnen und daraus die Schmuck- fachen zu stehlen. Der Dieb erbeutete sechs mattgoldene Armbänder, von denen eins einen großen Brillanten, ein anderes drei Smaragden und zwei Brillanten, ein drittes einen Nubin und zwei Brillanten, das vierte einen großen und acht kleine Brillanten und die übrigen zwei je einen Smaragd und zwei Brillanten tragen, sechs goldene Herren-Chateleinskettcn und eine goldene Damenremontoiruhr mit römischen Ziffern und ohne Glas, Der Gesamtwert dieser Gegew stände belauft sich auf ungefähr 3000 M. Ein entsetzlicher Anblick bot sich am Montag im Hause Lottumstr. Lö, Die dort wohnhafte S7jährige Näherin Frau Witwe Käckert kam am Vormittag vom Liefern nach Hause. Wahrscheinlich wollte die Frau sich etwas auf dem Gaskocher warm machen. Da- bei muß sie plötzlich einen Ohnmachtsanfall bekommen haben. Durch die ausströmenden Gase zog sich die Bedauernswerte eine Ga Vergiftung zu, ohne daß Hilfe kam. Nachmittags, als die 18jährige Tochter vom Geschäft nach Hause kam, um ihre Mahlzeit ein- zunehmen, fand sie die Wohnung verschlossen, es wurde sofort ein Scblosser geholt, der die Tür öffnete. Inzwischen war auch ein Arzt erschienen. Bon anderer Seite war die Feuerwehr alarmiert worden, die sofort mit einem Sauerstoffapparat Wiederbelebungs- versuche anstellte. Frau K. wurde dann mit einem Krankenwagen nach einem Krankenhaus gebracht. Großscuer in der Glcimstraße. Ein gewaltiger Dachstuhlbrand brach gestern vormittag gegen 10 Uhr in dem Eckhause Gleim- straße IS-Cantianstr. 21 im Norden Berlins aus. Als man die Gefahr bemerkte, schlugen die Flammen schon an beiden Straßenfronten aus dem Dachgeschoß hervor. Die Feuerwehr wurde von mehreren Seiten alarmiert und war bald mit fünf Löschzügen zur Stelle. Inzwischen hatte daS Feuer schon den Dachstuhl ringsum erfaßt, so daß auch für die Nachbargebäude Gefahr bestand. Die Löschmannschaften drangen teils über die Treppen, teils über mechanische Leitern gegen das verheerende Element vor. Ob« gleich ungeheuere Wafsermengen in die Glut geschleudert wurden, dauerte eö doch fast eine Stunde, ehe der Brand erstickt war. Der Dachstuhl des Eckhauses ist vollständig ein Raub der Flammen geworden. Nach Ansicht der Hausbewohner liegt zweifel- los böswillige Brandstiftung vor. Genaue Feststellungen ließen sich von der Feuerwehr aber nicht mehr machen, da das Feuer schon zu weit vorgeschritten war.— Fast gleichzeitig erfolgte Feueralarm nach den Berliner Elektrizitätswerken(Zentrale Moabit) am Südufer 10/13. Dort war ein größerer Posten Stein« kohlen aus einem Lagerplatz in Brand geraten. Der 21. Löschzug beseitigte die Gefahr durch längeres Wassergeben mit einem Dampf- spritzenrohr. Zweiter Wahlkreis. Beim Volksfest am 8. September in der Bockbrauerei ist ein Damenschirm verloren worden. Abzugeben bei Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14. Vorort- l�ackrickten. Charlottenburg. Dir Armen- und Waisenpflege ist im Jahre 1S11, da? jetzt abgeschlossen hinter uns liegt, außerordentlich stark in Anspruch ge nommen worden. Die Ausgaben belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Mark, etwa>/< Million mehr als im Jahre vorher. Auf den Kopf der Bevölkerung sind die Ausgaben von 6, 88 auf 7,40 M. gestiegen. Etwa 19,8 Proz. der Ausgaben sind durch Rück- «rstattungen gedeckt. Durchaus zutreffend hebt der Bericht der Ber- waltung hervor, daß von einer Herabminderung der Aufwendungen fo lange nicht die Rede sein kann, wie die gegenwärtig bestehenden außerordentlich hohen Preise nahezu aller Lebensbedürfnisse und insbesondere die hohen Mietspreise nicht herabgehen, waS leider für absehbare Zeit nicht erwartet werden kann. Die Armenverwaltung ist unmittelbar und mittel- bar durch die Teuerungsverhältnisse zu höheren Aufwendungen genötigt, ohne daß doch die Armen irgend etwas mehr gegci» früher erhalten. Auch die Berichte der Stadtärzte betonen ausdrücklich, daß die Preissteigerung für Gemüse und Kartoffeln bei schon Verarmten die bestehende Blut- armut und Unterernährung so steigerte, daß häufiger ärztliche Hilfe beansprucht wurde und daß solche Familien, die sonst auf die Hilfe der Armenvcrwaltung verzichtet hätten, sich genötigt sehen, die Hilfe der Stadtärzte aufzusuchen. Auch die Arbeitsverhältnisse im ab- gelaufenen Jahre bezeichnet der Bericht.mindestens nicht als günstig". Bei den Ursachen der Unterstützung überwiegen wieder Krankheit und Tod des Ernährers allein oder in Verbindung mit andere» Ursachen. Dazu kommt die noch immer bestehende Wohnungs- not. Der Prozentsatz der leerstehenden Wohnungen hat sich im letzten Jahre außerordentlich vermindert und bleibt zurzeit hinter den als normal geltenden 3 Proz. erheblich zurück, nahezu alle kleinen Wohnungen aber werden zu Preisen an- geboten und vermietet, die einen übermäßig hohen Prozentsatz des Einkommens der arbeitenden Klaffen beanspruchen. Insbesondere weisen die Wohnungen von Stube und Küche der Armenbevölkcrung fast durchweg eine abermalige durchschnittliche Preiserhöhung auf. So hohe Mietkpreise zwingen die Bewohner natürlich, sich mit dem denkbar geringsten Raum zu begnügen und rufen dadurch Ueber- füllungen hervor, die vom Standpunkt der Gesundheitspflege wie der Sittlichkeit aufs lebhafteste bedauert werden müssen. So waren von 1230 Armenwohnungen von Stube und Küche 132 von 3 Personen beivohnt, 83 von 3, 4 von 7, Lö von 8, während 11 Wohnungen 8 Bewohner. 2 Wohnungen 10, «ine 11 und 2 Wohnungen nicht weniger als 12 Personen in einer Stube und Küche aufzuweisen hatten. Durch die Ver- Hältnisse auf dem Wohnungsmarkt war die Armenverwaltung ge- zwungcn, in 172 Fällen 3177 M. zur Beschaffung eines neuen Unterkommens und in 777 Fällen 18 049 M. zur Abwendung der Exmission aufzuwenden. Es hieße den Bericht abschwächen, wollten wir ihm viel Worte hinzufügen. Wenn solche Zustände schon in einer so wohlhabenden Stadt mit einer sozial immerhin nicht ganz unverständige» Ber- waltung bestehen, wie mag es dann erst in den eigentlichen Arbeiter- städten aussehen? Die Kommunen aber sollten daraus die Lehre ziehen, daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, soiveit ihnen die Möglichkeit dazu geboten ist. Maßnahmen gegen die Wohnungsnot nicht minder wie gegen die Lebensmittelteuerung zu ergreifen. SVilmcrSdorf-Haleusee. Musterung an bürgerlichen Stadtverordneten. Allerhand Vor- spiele zu de» Stadtverordnetenwahlen werden jetzt in der Wilmersdorfer Lokalpresse aufgeführt. Es verlautete schon seit langem, daß man in den maßgcbeudcu Bezirkevereinen mit diesem und jenem Stadtverordneten durchaus nicht zufrieden ist. Da nicht nur das gesetzinäßige Drittel auszuscheiden hat, sondern infolge de. Erhöhung der Zahl der Kommunalverrreter auf fechzig auch zwölf völlig neue Männer zu wählen si"d.>? wird die Stadtverordnetenveriammlung von Wilmersdorf ein etwas verändertes Gesicht bekommen. Weiter kommt hmzu. daß emige der jetzt maßgebenden Herren, wie der Direktor des Mvue-Sl»steS. Dr. Heinitz und der Gebeime Oberfinanzrat a D. Härtung, endgültig auf eine Wiederwahl verzichtet haben w'llen. Aber, wie gesagt, es soll auch an diesem und jenem, der wohl gern bleiben möchte, fürchterliche Musterung gehalten werden, entweder well er nachlässig war oder weil er die B e z i r k S i n t e r e> I e n, auf die er sich als Kandidat einschwören mußte, nicht forsch genug vertreten Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den hat. Nun geht man aber fehl, wenn man glaubt, daß unt den neuen Männern auch ein neuer Geist in die Stadtverordneten- Versammlung einziehen werde. In allen Bezirken, ganz be- sonders aber im südlichen Ortsteil mit seinem großen Beamten« wohnbauie, spielen die Staatsbeamten eine ausschlag- gebende Rolle. Beamte ohne öffentlich zur Schau getragene k o n- s e r v a t i v e Gesinnung sind aber in Wilmersdorf eine Seltenheit; und so murren denn die wenigen Wähler, die sich für liberal hallen. erstens darüber, daß überhaupt immer wieder Beamte in die Stadt- verordnetenversammlung geschickt werden, und zweitens darüber, daß der Konservatismus von neuem gestärkt wird.„Gibt es denn", so wird in einer Einsendung in der„Wilmersdorfer Zeitung" ge- fragt,„in unserem Bezirk keinen Handwerker, keinen Kauf- mann, der befähigter wäre, uns im Stadtparlament zu vertreten? Gewiß wohl. Aber bis jetzt stellte eben der alte Bürgerverein. dessen Vorstand fast nur Beamte sind, seine Kandidaten aus. Kaufleute und Handwerker sind ja sehr selten in den Sitzungen. Uni die große Masse der Wähler kümmert man sich nicht." Was es mit diesem Vorwurf auf sich hat. soll hier nicht weiter erörtert werden; wohl aber ist ein Beispiel des strengen Regiments, das man im Bezirksverein über die Stadtverordneten führt, einer Erwähnung wert. In einem Be- richt, den die„Wilmersdorfer Zeitung" über eine in der vorigen Woche vom Bezirksverein Kaiierplatz abgehaltene Sitzung brachte, heißt es:„Eine sehr herbe Kritik widerfuhr dem Stadt- verordneten Maske durch Herrn Lemcke. Letzterer deutete an, daß Stadtv. Maske überhaupt nicht recht zu wissen scheine, welchem Verein er angehöre und welche Vereinsinteressen er im Roten Hause vertrete. Auf mehrere Fragen über leine Stellungnahme habe er gar nicht geantwortet. Wünsche er die Unterstützung des Vereins, dann müsse er sich zunächst noch ganz andere Umgangsformen angewöhnen." Am nächsten Tage entstand dem Stadtverordneten Maske, der natürlich gleichfalls Beamter ist. ein Retter.„Wissen Sie nicht," so fragte der neue Ein- sender in der„WilmerSdorser Zeitung", �„daß nach Ansicht mancher Kreise der Stadtverordnete zunächst seinen eigenen Vorteil recht ausgiebig wahrnehmen b a r f, dann aber, soweit ihm dies noch möglich ist, auf das Wohl und Wehe seiner Vereinsmitglieder, insbesondere der Herren vom Vorstand, bedacht sein muß?" Diese häuslichen Auseinandersetzungen sind für unS Sozialdemokraten sckion um deswillen beachtenswert, weil sie zeigen, wie das Allgemeinwohl von solchen bürgerlichen Politikern wahrgenommen wird, die es uns ständig als schweren Vorwurf anrechnen, daß wir Parteipolitik im Stadtparlament treiben und dort auf Wahrung der Arbeilerinteressen bedacht sind. Uns würde nun durch das Waschen schmutziger Wäsche im bürgerlichen Lager gewiß manche Stimme zugeführt werden, wenn die Einwohnerschaft frei wählen könnte, wenn nicht, woran jetzt in einer der Einsendungen erinnert worden ist, von bestimmter Seite bei den letzten Wahlen die Parole aus- gegeben wäre, jeden Kaufmann, jeden Handwerker zu b o y- kottieren, der nicht konservativ wählte. Unter den 3810 Stimmen, die unser Genosse Zubeil am 12. Januar d. I. bei den R e i ch s t a q s w a h l e n erhalten hat, befanden sich ohne Zweifel auch viele Stimmen von Beamten und anderen ab- bängigen Personen. Aber das korrumpierende öffentliche Wahlrecht zwingt die Wähler, sich dem Willen etlicher empor- strebender Drahtzieher zu fügen: und unter diesen Umständen bedarf es denn der angestrengten Arbeit unserer Partei- genoffen, wenn auf dem ungünstigen Wilmersdorfer Boden wie vor zwei Jahren, so auch diesmal Erfolge erzielt werden sollen. Südende. Ein Nachspiel wird die letzte Einquartierung noch haben. Wie wir in der Nummer 204 des„Vorwärts" mitteilen konnten. wollten mehrere Villenbesitzer hier von einer Einquartierung der Soldaten nichts wissen, hatten aber auch für eine anderweitige Unterkunft nicht gesorgt; diese konnte erst nach längerem Suchen ge- funden werden. Während dieser Zeit mußten es sich die ermüdeten Soldaten auf der Straße bequem machen. Die Truppenkommandos wollen nun wegen der Ouarlierverweigerung Bestrafung beantragen. Köpenick. In der ersten Sitzung nach den Ferien hatten sich die Stadt- verordneten zunächst mit Re�nungSsachen zu besoffen. An Etats« Überschreitungen für das Rechnungsjahr 1811 mußten für den Haupt- etat 33 378,19 M. bewilligt werden, denen an Ersparnissen 37 304.03 Mark gegenüberstehen. Die Gemeindeschulverivalwng erfordert 3101,13 M. bei 14124.14 M. Ersparnis; die Dorotheenschule 4!ö,S3 Mark bei 1823.85 M. Ersparnis; die gewerbliche Fortbildungsschule 48,80 M. bei 808,11 M. Ersparnis; die Körnerschule 3S75,70 M. Hier wurde die Mehrausgabe größtenteils durch Heizung verursacht. Die Hauptkassenrechnuiig schließt ab in Einnahme mit 2 113 ö31.13 Mark, in Ausgabe mit 2 077 841,35 M., so daß ein Ueberschuß von 35 388.51 M. verbleibt. Der Abschluß der Straßenbahn für 1811 stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 418 230,14 Mark. Der Reingewinn beträgt 18 810,38 M. Davon sollen 15 000 M. der Stadtkasse überwiesen ünd der Rest von 3810,39 M. dem Reservefonds zugeschrieben werden. Aus dem Bericht der Slraßenbahn ist noch zu entnehmen, daß das Ergebnis des Betriebs- jahres ein zufriedenstellendes ist. Befördert wurden 5 243 370 Per- Ionen gegen 4 385 400 im Jahre 1910, daS ist also eine Mehr- beförderung von 558 270 Personen. Die Fahrgeldeinnahme betrug im Berichtsjahr 415 827.05 M, sie ist gegen das Vorjahr um 48 128,05 M. gestiegen. Die Betriebsausgaben betrugen 399 449,75 M., für Verzinsung des Anlagekapitals wurden 78 813,00 M., für Amorti- sation 43 120 M. und an die Gemeinde Friedrichshagen wurden 2000 M. als Vertragsabgabe gezahlt. Anschließend bewilligte die Versammlung auf Antrag der Straßenbahnkommission die Aufnahme einer Anleihe von 150 000 M. zur Erweiterung und Verbesserung der Betriebsanlagen. Davon sind vorgesehen 23 500 M. für die Verlegung eines zweiten Kabels durch die Dahme und Verlängerung von Spciseleitungen von der Grünauer Straße bis Grünau, 13 000 M. zur Vergrößerung der maschinellen Einrichtungen der Umformer- station, 82 250 M. zur Errichtung einer neuen Wagenhalle und 22 000 M. zur Beschaffung eines pneumatischen SchienenreinigungS« ivagens.— Dem Turnverein„Eiche" wurde auf Antrag die neben dem städtischen Elektrizitätswerk an der Spree belegene Wieie zur Abhaltung von Turnspielen gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 1 M. zur Verfügung gestellt. Nunmehr kam die Versammlung zur Beratung des Driuglichkeitsantrages unserer Genossen, tvelwer de» Magistrat ersucht 1. an den Bundesrat und Reichstag eine Eingabe zu richten, in der unter Darlegung der herrschenden Notlage die sofortige Aufhebung der Zölle auf Vieh, FleisS. Getreide und Futtermittel, der Grenzsperre für die Einfuhr von Schlachtvieh und des Paragraphen 12 des Fleisckbeschaugesetzes sowie der Einfuhr- scheine gefordert wird; 2. sollen gemeindliche Einrichtungen— eventuell in Verbindung mir anderen Gemeinden zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln geschaffen werden. Hierzu lag noch eine Eingabe deS Handel- und Gewerbevereiiis vor, in welcher unter Bezugnahme auf die herrschende Teuerung der Magistrat und die Stadtverordneten ersucht werden, dahin zu wirken, daß endlich von Reichswegen Abhilfe geschaffen wird. Eingehend wiesen unsere Genossen bei der Begründung ihres Aiitra<>-S daraus hin, daß der Magistrat verpflichtet sei. für die meist noch sehr niedrig entlohnte und m» so schlimmer unter der Teuerung leidende Be- völkerung Köpenicks umgehend die nötigen Schritte zu unternehmen und Abhilfe zu schaffen. Gleichzeitig müsse auch beim Bundesrat und dem ReickLtag energisch Protest eingelegt werden gegen die fortdauernde Ausplünderung des Volkes durch die Agrarier. Die bürger- lichen Vertreter wurden um die einstimmige Amiahme deS sozialdemokratischen Antrages ersucht. Anerkannt werden soll, daß die bürgerlichen Vertreter, so weil dieselben zu Worte kamen, sich rück» haltlos der Kritik unserer Genoflen anschlössen und auch manch treffendes Wort zur Verurteilung der Wirtschaslsgesetzgebung fanden, während der Magistrat sich ausschwieg. Hieraus wurde der Antrag unserer Genossen einstimmig angenommen. Adlershof. Mit einer ivichtigen Tagesordnung wird sich die am Donnerstag, den 12. d. M., stattfindende Sitzung der Gemeindevertretung zu be- schäftigen haben. Unsere Genossen verlangen„Maßnahmen zur Beseitigung der Lebensmittelteuerung', außerdem steht eine Interpellation betreffend„die durch die»Hintze-Garde" gefährdete Sicherheit des Ortes" zur Beratung. Weihensee. Auf die in unserer gestrige« Nummer veröffentlichte Zuschrift des Herrn Sonnenfeld wird von unseren Genossen folgendes be- merkt: Herr Sonnenfeld hat am 30. Juli unsere Fraktion auf- gesucht und zwar in der öffentlichen Versammlung in der Berg- brauerei. Nach seiner eigenen Angabe hatte er die Absicht in der Versammlung das Wort zu nehmen. Nach Schluß der Versamm- lung hatte er sich eine Aussprache erzwungen, indem er mit seinem Vertreter Herrn Fouss nicht vom Platze wich. Genosse Fuhrmann verhandelte, die Genossen Frentz, Schlemminger, Taubmann, Seifert saßen an den Nebentischen. Ein weiterer Beweis ist folgender vom 14. August datierter Brief deS Herrn S.:„An die sozialdemokratische Fraktion der Gemeindevertrelung Weißensee. Im Anschluß an die Rücksprache, die ich kürzlich mit Ihnen zu führen Gelegenheit gehabt hatte, erlaube ich mir, Ihnen zu Ihrer Kenntnisnahme folgende Briese in Kopie zu übermitteln." Bezeichnend für sein Benehmen ist weiter, daß er trotz Absage in dem gleichen Briefe uns sa�en läßt:„Ge- legentlich u»serer persönlichen Rücksprache hahe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß Sie die Angelegenheit mit voller Objektivität und in dem Wunsche prüfen werden, ausgleichende Gerechtigkeit auch mir gegenüber gerade im Jnteresie der Gemeinde Weißensee walten zu lasten und dahin zu wirken, daß meine Anträge auch die Zustimmung der Gemeindevertretung erfahren". WaS es mit der Bemerkung betreffs den„Ouatschköppen" auf sich hat, so betonen unsere Ge- »offen, daß sie ihrem Gewährsmann mindestens ebensoviel Wahr- heitsliebe zutrauen müssen wie Herrn Sonnenfeld. � Daß Herr Sonnenfeld seine Angelegenheit mit AllerS selbst als Privatsache be- handelt wissen wollte, beweist noch folgender Satz in demselben Briefe:„Ich richte diese Bitte an Sie nicht in der Absicht Sie zu veranlassen, meine privaten Sonderinteressen zu vertreten, sonder» lediglich in der Hoffnung, daß Sie Ihre Mitwirkung dabei nicht versagen, ein Unrecht wieder gut zu machen, das ausschließlich durch die Schuld des Herrn AllerS geschehen ist." Zu welchem Zwecke Herr Sonnenfeld eine Grenzstreitigkeit deS Genosten Fuhrmann mit der Industriebahn und eine hierbei aller- dingS der Form nach nötige Streitverkündigung an AllerS mit in seine Kreise zieht, ist nicht recht ersichtlich. Seine Behauptung. Fuhrmann habe sich in sch ä r f st e r Form gegen die Manipulationen des A. ausgesprochen, ist ebenfalls nicht den Tatsachen entsprechend. Zum Beweise dient ja, daß Herr Sonnenfeld bei demselben mit seinem Ansinnen keine Gegen« liebe fand. Spandau. Großer WohnungSmangel, hervorgerufen durch verfehlte Speku- lationen sowie die der Gemeindevertretung anhastende Rückständig- leit, herrscht im benachbarten Staaken. Durch Spekulationen auf den Bau der Heerstraße ist der Preis für den Grund und Boden um das vier- bis fünffache in die Höhe getrieben worden. Spekulanten haben fast das gesamte Gelände an sich gebracht und können es jetzt nicht loswerde». Durch die Aulomaten- und Kunststeinsabrik, in welcher jetzt schon über 300 Arbeiter beschäftigt sind, ist die Wohnungsnot noch fühlbarer geworden; die Hausbesitzer steigerten die Mieten gleich um 2—3 M. Statt daß nun die Gemeinde das Bauen von Wohnhäusern begünstigen sollte, erschwert sie dasselbe durch Erheben einer hohe» Ansiedelungsgebühr. Um die Berbesie- rung der Straßen usw. vornehmen zu können, sind die Steuer» zuschlüge außerordentlich hoch. ES werden 195 Proz. Gemeinde- und Kreissteuern erhoben. Die Schulverhältnisse sind den Umständen nach günstige zu nennen. Die Volksschule hat sieben Klassen, während die Anzahl der Kinder in den einzelnen Klassen zwischen 30—55 schwankt. Dadurch, daß von den drei Gemeindevertretern der dritten Klaffe zwei Hausbesitzer sein müssen, ist die Sozialdemo- kratie von der Vertretung bisher ferngehalten worden. Um die noch fernstehenden Arbeiter für die Gewerkschaften und die Partei sowie als Abonnenten für die Parteipresse zu gewinnen, wird in nächster Zeit eine rege Agitation entfaltet werden. Von der Schulenburgbrücke stürzte sich gestern morgen gegen 8 Uhr ein junges Mädchen, das eine Zeitlang vorher in der Gegend in sehr erregtem Zustand einhergegangen war, in die Havel. Die Lebensmüde wurde von Schiffern herausgeholt und nach dem Hause Weißenburger Str. 48 geschafft, wo sie Aufnahme fand. Es wurde auch schnell ein Aerzt gerufen, der an der Bewußtlosen erfolgreiche Wiederbelebungsversuche anstellte. Später ist das Mädchen nach dem städtischen Kranlenhause übergeführt worden. Die Lebensmüde war einfach gekleidet und scheint geistesgestört zu sein. Sie vermochte über ihre Person keinerlei verständliche Angaben zu machen; ihr Lebensalter wird auf 18 Jahre geschätzt. Die allgemeine OrtSkraiikenknsse hält am Donnerstag, den 12. Sep- tember, bei Krause, Schönwaldcc Str. 2. ihre Generalversammlung ab. Tagesordnung: Beschlußfaffung auf Zulassung und Ausgestaltung zur allgemeinen Ortskrankenkasse. Pflicht eines jede» Delegierten ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Staaken. Eine Protestvcrsamiulung gegen den Lebensmittelwucher fand am Sonntagnachmittag 4>/z Uhr in Gnädigs Gasthof in Staaken statt, welche trotz des unbeständigen Wetters sehr gut besucht war. Ge- nossin Kiesel hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vor- trag über„den Kampf gegen die Teuerung". Sehr Wirkung?- voll ergänzt wurden die Ausführungen der Referentin durch den Landwirt Genossen T r o m p l e r. Potsdam. Annähernd von 2000 Personen besucht war die am Sonntag- nachmittag auf dem Veriammlungsplatz der sozialdemokratischen Partei abgehaltene Protestversammlung, in der Reichstags- abgeordneter Genosse Büchner- Berlin über„Der Kampf deS Volkes gegen die Teuerung" referierte. Der Referent ging mit den herrschenden Klassen, die durch ihre egoistische Wirt- schaftspolitik die Arbeiterfamilien hungern lassen und die gegen- wärtige Teuerung herbeigeführt haben, scharf inZ Gericht und erntete reichen Beifall. Die bekannte Resolution fand einstimmig Annahme. Dtarktbertcht von Berlin am S. September ISIS, nach Ermittelung deS konigl. Polizeipräsidiums. M a r k t h a I i e n p r e i i e.(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbien. qclbe, zum Kochen 30 00—50.00. Speiikbobnen. weiße, 30,00— 50.00. Linien 35,00- 70,00. Kartoiseln(Kleinhdi.) 3.00— 10.00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 180—2.40. Rindsleisch, Bauchsleiich 1,50—1.80. Schweinefleisch 1,30—2.40. Kalbfleisch 1.50—2.40. Hammelfleisch 1.70—2.40. Butler 2,20-3.00. 30 Stück Eier 3.30—3.00. 1 Kilogramm Karpsen 1,40—2,40, Aale 1,30—3 90«ander 1,40-3,60. Hechte 1.40—3,00. Bariche 1.00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,80. 60 Stück Krebje 2,00-40,00.'_ LSasscrftand».Nachrtchteu der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel. Thon» Oder, Ratibor Krassen . Frankiltrt Warth», Schrimm LandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmentz Dresden Barby Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandau') , Ratbenow') Spree, Spremberg») „ BeeSkow Weser. Münden Minden ein, Maximilians au » Kaub . Köln Neckar, Heilbron» Main, Hanau Mosel. Trier am 3.8. em NO 30 2 78 78 291 350 562 339 372 332 182 114 seit 8.9. cm') +2 +2 —24 —2 0 +53 +22 +9 +8 +24 +«4 +19 +11 __________')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel._ Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u- Co., Berlin SW,