Kr. 216. nbonnementS'RediftjflAdfll: «bonnemcnts■ PreiZ ttinumctonbd; «icrteljährl. 3,30 Mk,. tnonaü. 1,10 Mk» wöchcnlll« 28 Pfg, frei in« HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags« numiner mit illustrierter Sonntag?« Deilage„Die Neue Welt" 10 Pfg, Post» «bonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcitungs« Preisliste. Unter Kreuzband ,ür Deutschland und Oesterreich- Unoarn L Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat, PoftabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. " nänien, Schweden und die Schweiz. Crföetot täglich außer montags. Nevlinev VolkSblnkk. 29. Jahrg. Vis Inkerttons-Lebilh? beträgt für die sechsgespaltene Kolonek- zelle oder deren Raum 80 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versnmmlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Anreizen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 settgcdruckte Worte), icde? weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wortö Pfg. Worte über 16 Buch- ! laben zählen für zwei Worte. Inserat- ür die nächste Nummer müssen bis i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abcnos geöffnet. Telegramm-Adresse: „Sozlaldoniolirat Roriia". Zentralorgan der foztaldemokrati fchen Parte» Deutfchlands. Redaktion: 8Rl. 68, Lüidcnstraasc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Sonntag, den 13. September 1912. Expedition: SM. 68» Undenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Der Kriegsgefahr war das Zeichen, in dem der Parteitag in Jena zusammentrat, und im Zeichen der Teuerung versammelt sich das Parlament der deutschen Arbeiterklasse in Chemnitz. Und wie für Jena die machtvollen Demonstrationen gegen den Krieg, so bildet jetzt die erregte Protestbewegung gegen die verruchte Wirtschaftspolitik den Auftakt für die Chemnitzer Tagung. Kampfzeiten sind es, in denen wir leben, immer schärfer und unver- söhnlicher scheidet sich Hüben und Drüben, und unter dem Druck der stetig an Macht, Orga- uisation und Einsicht zunehmenden Arbeitermassen vollzieht sich unter immer neuen Hemmungen, unter immer wiederholten Widerstandsversuchen der Herrschenden, unter Opfer und Gefahr, aber dennoch unaufhaltsam der geschichtliche Aufstieg unserer Klasse. Der Cheninitzer Tag findet die Partei auf stolzer Höhe. Vicreinviertcl Millionen zählen ihre Wähler, eine Million ihre politische Organisation, einundeinehalbe Million beträgt die Auflage ihrer Presse und die Gewerkschaften� umfassen zweiundeinhalb Millionen Kämpfer. Und diese Riesenpartei ist heute einiger und geschlossener als je, kampfbereit und auch schweren Entscheidungen gewachsen. In dem gleichen Maße, wie die Gefahren, zugenommen haben, die der Kapitalismus über die arbeitende Menschheit verhängt, ist auch die AbWehrkraft der Arbeiterklasse gewachsen. Teuerung und Kriegsgefahr sind nur Begleiterscheinungen derselben Entwicklung, die uns das Referat des Genossen H a a s e über Imperialismus skizzieren wird. Die stürmische Entfaltung des Kapitalismus, die 1895 einsetzt, deren dritte, alle früheren an Ausdehnung und Intensität übergipfelnde Hochkonjunkturperiode wir eben durchleben, ist ökonomisch be- gleitet von einer ständig zunehmenden Erschwerung der Lcbenshaltuug. Noch bis zur Jahr- hunderrwende konnte es scheinen, als wäre diese kapitalistische Sturm- und Drangperiode zugleich auch eine Periode rascher Verbesserung der Lebenshaltung für viele Arbeiterschichten. Die Gewerkschaften erlebten nicht nur einen glänzenden organisatorischen Aufschwung, ihre unmittelbaren Erfolge waren sehr bedeutend, und während die Belebung der Industrie die industrielle Reservearmee auf das dem Kapitalismus unentbehrliche Minimum reduzierte, stiegen die Löhne für viele Berufe rascher als die Preise der Lebensmittel. Eine optimistische Auffassung, die eine beständige Milderung der Klassengegensätze voraussehen zu können glaubte, die weder auf ökonomischen! noch auf politischem Gebiete Hemmungen einer stetig vor sich gehenden allmähllchen Reformtätigkeit, erkennen wollte, griff um sich, und die im Grunde alte, längst widerlegte Lehre liberaler Apologeten von der Jnteresscnharmonie in der kapitalistischen Welt feierte eine neue Auferstehung und fand in den mannigfachsten Modifikationen und Abwandlungen Anhänger auch in manchen Kreisen der Partei. Für diese wiesen die Vertreter des Marxismus vergebens auf die dem Kapitalismus innewohnenden Tendenzen hin. die dieser Äuffassnng entgegenständen. Ihre Warnungen wurden verhöhnt, ihre wissenschaftlichen Auffassungen als angeblich veralteter Dogmatismus abgetan. Nun haben die Tatsachen gesprochen und entschieden. Heute gibt es niemand in der Partei, der nicht mit ivachsendcr Sorge und Erbitterung beobachtet, wie die schwer errungenen gewerk- schaftlichen Erfolge bedroht Iverden von der Teuerung. Nie vielleicht hat es eine Periode so glänzender Hochkonjunktur gegeben, von deren Früchten die Arbeiterklasse so vollständig aus- geschlossen war. Wenn sonst die Hochkonjunktur die Zeit war. wo die Lohnsteigerung einen wenn auch freilich stets recht kümmerlichen Ausgleich bot für die Entbehrungen der Depression, diese Hochkonjunktur, daran kann niemand zweifeln, hat solchen Ausgleich nicht nur nicht gebracht, sondern die Steigerung der Lebcnskosten ist tveit stärker gewesen als die der Löhne. Die dem Kapitalismus innewohnende Tendenz der Verelendung, lange Zeit durch den Kampf der Organisationen erfolgreich überwunden, bedroht wieder die mühsam errungene Lebenshaltung und jeden weiteren Fortschritt. Und diese Teuerung trifft die Arbeiterklasse in einer Zeit stürmischster Verniehrung des kapitalistischen Reichtums, in einer Zeit,>vo der Strom der Waren breiter dahinflutet wie je zuvor, wo die Entwicklung der Produktionskräfte alle Erwartungen übertrifft, die Behcrr- schung der Natur und die Aneignung ihrer Schätze der Menschheit die Befriedigung all ihrer vernnnstigen Bedürfnisse gewährleistet. Nie ist dieser kapitalistische Wahnsinn, durch den der größte Reichtum für die Massen zur Quelle des größten Elends wird, krasser, höhnischer, herausfordernder in Erscheinung getreten als heute. Niemals früher wurde aber auch diese Herausforderung von einer solch kampfbereiten, der Notwendigkeit der sozialistischen Um- gestaltnng so bewußten, zur weltumfassenden Partei organisierten Klasse aufgenommen wie heute. Die stürmische Entwicklung, von der wir sprachen, hat die Profite der Industrie an- dauernd gesteigert, und für die wichtigsten ihrer Zweige hat die durch das Schutzzollsystem treibhausmäßig geförderte Kartellierung und Monopolisierung riesige Extraprofite geschaffen. Die Anarchie der kapitalistischen Produktion aber bewirkt, daß für die Verteilung der Pro- duktion nicht die Bedürfnisse der Massen in die Wagschale fallen, sondern die Profit- Möglichkeiten der Kapitalisten. So sehen ivir, daß, während die Industrie sich riesig ent- wickelt, während ihre Uebcrschüsse als Kapital in alle Welt exportiert, und die Produkte, die die europäischen und amerikanischen Arbeiter erzeugen, ihnen von den Kapitalisten vor- enthalten Iverden und zur Schaffung kapitalistischer Produktion in Asien und Afrika dienen, daß während dieser selben Zeit die Landwirtschaft vernachlässigt wird, weil das Kapital die profitablere Industrie bevorzugt und so zugleich mit den kartellierten Jndustrieerzeugnissen und noch schneller als diese alle Lebensmittel fortwährend im Preise steigen. Nicht daß etwa die Möglichkeit landwirtschaftlicher Produktion sich vermindert hätte; noch warten in Argentinien und Kanada, in Australien und Vorderasien und anderswo riesige Landstrecken der Erschließung. Es ist die Planlosigkeit des Kapitalismus, die in letzter Instanz die Teuerung verursacht. Deshalb ist die Teuerung allerdings eine internationale Erscheinung. Deshalb genügt es allerdings nicht, bloß eine bestimmte kapitalistische Wirtschaftspolitik allein für sie verantwortlich zu machen. Deshalb ist die liberale Hcilslehre des Freihandels für uns Sozialdemokraten nicht das letzte Wort. Deshalb können wir nicht nur Freihändler. sondern müssen vor allem Sozialisten sein. Denn nur der Sozialismus, die bewußte Regelung und Beherrschung der Produktion, kann uns endgültig von den Verelendungs- tendenzen des Kapitals befreien, von der Ausbeutung der Massen tm Dienst und zum Nutzen einer kleinen Anzahl. Daß aber die Teuerung international, entschuldigt nicht, sondern klagt nur um so härter an die dcutsche Zollwucherpolitik. welche über das allgemeine Niveau hinaus die deutschen Konsumenten zum Nutzen der Großgrundbesitzer und Kartellmagnaten ausplündert. Und hier wird der Parteitag ein ernstes Wort zu sprechen haben. Er wird der Stimmung der Massen Ausdruck geben, die nicht gesonnen sind, die Untätigkeit der regierenden Agenten des Bundes der Land- Wirte geduldig zu ertragen. Die Entschlossenheit, Abhilfe gegen die Not auch einer wider- strebenden Regierung abzuringen, lebt heute in der überwältigenden Majorität des deutschen Volkes und die Arbeiter warten nur auf den Kampfruf, den der Parteitag ergehen lassen Wird, um, was sie bereits begonnen, fortzuführen. Die Regierung des Elends darf nicht durch das Elend der Regierung verewigt werden. Dem Volke muß Erleichterung werden I in Gheronitz. Indem der Parteitag den Kampf um die gründliche Reformierung der deutschen Wirt- schastspolitik proklamieren wird, wird er zugleich den Kampf gegen den Jmperialis- mus Proklaniieren. Dieselbe EntWickelung, die sich ökonomisch in der Teuerung ausdrückt, drückt sich politisch aus in der bedrohlichen Verschärfung der Gegensätze zwischen den kapita- listischen Staaten, in dem Streben nach immer neuen Absatzgebieten, in der kolonialen Gewalt- Politik, im Wettrüsten und im ständig wachsenden Steuerdruck. Auch diese Tendenzen sind der neuesten EntWickelung des Kapitalismus eigentümlich, sind international und können endgültig nur mit dem Kapitalismus selbst überwunden werden. Aber auch hier muß der Kampf zu- gleich um unmittelbare Erleichterung geführt werden. Die staatlichen Gegensätze sind durch die Zollabsperrung über das im Kapitalismus unvermeidliche Maß gesteigert worden, und das Wettrüsten wird selbst zu einer akuten Kriegsgefahr. Der Parteitag wird die bürgerliche Welt vor die Frage stellen, ob sie wirklich unfähig geworden ist, den Frieden auf die Dauer zu sichern. Er wird fordern, daß das Wettrüsten eingestellt, daß durch inter- nationale Vereinbarung mit der Vergeudung der Steuergelder ein Ende gemacht, der Alp der Gefahren eines Weltkrieges von den Massen genommen werde. Die Befürchtung einzelner Genossen, daß diese Forderung der Arbeiterklasse die Erkennt- nis über das Wesen des Imperialismus trüben könnte, erscheint uns unbegründet. Im Gegenteil, gerade der Widerstand, den die herrschenden Klassen der sozialdemokratischen Friedens- Politik entgegenstellen, belehrt die Massen besser als alle theoretischen Erläuterungen über die Stärke kapitalistischer Interessen, die heute den Frieden bedrohen. Auch hier gilt, was von allen unseren Kämpfen von augenblicklichen Reformen gilt: enden sie siegreich, so stärken sie unmittelbar die Macht der Arbeiterklasse; kann der Wiederstand der Herrschenden aber zunächst nicht überwunden werden, so wächst die Einsicht der Arbeiterklasse in die Notwendigkeit der völligen Beseitigung der kapitalistischen Produktion, es wächst ihre Entschlossenheit und ihr Kampf wird breiter und umfassender. So wird die Behandlung der Probleme der Teuerung und des Imperialismus dem Parteitag Gelegenheit bieten, die Vereinigung unserer sozialistffcheu Grundauffassung mit der unserer ständigen Reformbereitschaft getreu unseren marxistischen Grundsätzen zu demonstrieren. Und wir hoffen, daß diese Verhandlungen über Deutschlands Grenzen hinaus auf die Internationale wirken werden. Im nächsten Jahre findet der internationale Kongreß in Wien statt, über den Genosse Molkenbuhr referieren wird. Dieselben Probleme, die uns beschäftigen, bewegen auch die Internationale. Der Parteitag wird den unerschütterlichen Friedenswillen der stärksten Partei der Welt zum klaren Ausdruck bringen, er wird den Kriegs- und Kolonialfanatikern schärfsten Kampf ansagen und dadurch, daß er jeder chauvinistischen Erregung der Massen vorbeugt, die stärkste Sicherung des Weltfriedens schaffen. Der internationale Kongreß wird den Beweis liefern, daß diese Friedensarbeit, die einen ungleich sichereren Erfolg verspricht als irgendwelche im voraus bestimmte mechanische Kriegsverhindcrungs- mittel, wie von dem deutschen so von dem ganzen Proletariat der Welt unbekümmert um alle nationalistische Hetze geleistet wird. Zu der Behandlung der wichtigen Probleme, die die neueste EntWickelung dem prole- tarischen Kampf gestellt hat, kommen auf dem Parteitag eine Reihe wichtiger innerer Parteiaufgaben. Wir haben schon betont, wie die ökonomische und politische Ent- Wickelung selbst dazu geführt hat, daß viele und tiefgehende Differenzen, die früher die Partei bewegt haben, an Schärfe sehr verloren haben. Nichts komischer als die Urteile der liberalen Presse, die einige Leistungen verärgerter und meist abseits sich haltender Literaten als Symptome einer Parteizerklüftung jubelnd begrüßen, zur selben Zeit, wo die harten Tatsachen uns alle fester als je zusammenschmieden. Wir wissen, daß es anders ist, und wenn jene zu belehren wären, was schließlich nicht unser Bedürfnis ist, so mögen sie die Ergebnisse des Parteitages eines Bessern belehren. Man mag z. B. über die Frage der Sondcrkonferenzen denken, wie man will, das eine muß man zugeben, daß in den zahlreichen aus den ver- schiedensten Parteiorten kommenden Beschlüssen, die diese Sonderkoiifcrcnzcn vcrnrteilen, der Wille zur Einheit und Geschlossenheit der Partei mit der stärksten Energie zum Ausdruck kommt. Und die Sorge um die Geschlossenheit und Schlagfertigkeit der Partei allein wird auch die Beschlüsse über die Neuorganisation diktieren. Sicher ist, daß unser Statut in einigen Punkten verbesserungsbedürftig, daß die stetig wachsenden Aufgaben der Partei auch er- höhte Mittel beanspruchen. Strittig ist dagegen das Problem der obersten Parteileitung. Hier scheint aber die Erkenntnis zu überwiegen, daß durchschlagende Gründe zur Aenderung nicht vorhanden sind, daß jedenfalls die bisher gemachten Vorschläge nur eine größere Schwer- fälligkeit, eine Erschwerung der Entschlußfähigkeit oder eine Minderung des Verantwortlich- keitsgefühls bewirken könnten. Jedenfalls wird der Parteitag das schwierige Problem einer gründlichen Diskussion unterziehen, die darüber Klarheit schaffen wird, ob und welche Maß- nahmen zur' Erhöhung oder Festigung der Schlagfertigkeit allenfalls erforderlich sind, min- bestens die Frage als noch nicht spruchreif ansehen. Der Bericht über die Reichstags wählen wird ein stolzes Bild von dem Fort- schreiten unserer Bewegung entwerfen können; er wird aber auch Anlaß zu einer Diskussion über das Stichwahlabkommen geben. Auch diese Diskussion wird sich um so niehr in durch- aus ruhigen Formen abspielen können, als der eigentliche Streitgegenstand ja der Vergangen- .heit angehört. Die Einwände beziehen sich auch nicht auf das Wahlübereinlommen überhaupt, sondern nur auf die Frage, ob das Zugeständnis der„Dämpfung" nicht für die Erreichung des Zieles, eine konscrvativ-klerikale Majorität zu verhindern, zu groß gewesen ist. Es ist durchaus begreiflich, daß dieser Punkt des Abkomniens von einer großen Anzahl der be- treffenden Wahlkreise störend und unangenehm empfunden worden ist, obwohl es sich gezeigt -hat, daß unsere Wähler auch ohne besondere Agitation im zweiten Wahlgange in gleicher An- zahl zur llrne gegangen sind ivie im ersten. Die Frage ist nur, ob bei der ungewöhnlichen Situation, wo der Entscheid über die Majoritätsbildung im Reichstage von unserer Haltung bei den Stichwahlen in erster Linie abhing, nicht das Allgcmcininteresse der Partei es un- möglich machte, an der„Dämpfung" das Abkommen scheitern zu lassen. Wir glauben, der Parteivorstand konnte damals nach seiner Beurteilung der ganzen Sachlage nicht anders handeln, als er gehandelt hat. Wir begreifen aber nicht nur, sondern begrüßen bis zu einem gewissen Grade den Widerstand gegen das Abkommen als erfreuliches Symptom dafür, wie stark in der Partei das gesunde Gefühl für möglichst große Unabhängigkeit unserer Taktik lebt. Daß in der Zukunft die Dämpfung sich wiederholen werde, halten auch wir für aus- geschlossen, nicht deshalb, weil wir sie etwa als prinzipiellen Verstoß ansehen, sondern weil die taktische Situation nicht wiederkehren wird und die praktische Wirksamkeit nicht besonders groß war. K a m p f z e i t e n sind es. in denen unser Parteitag zusammentritt. Auf große Fort« schritte der Partei können die Delegierten stolz zurückblicken. Daß der Parteitag zu neuen Kämpfen rufe, daß er der Ausgangspunkt neuen, noch stürmischeren Fortschreitens sei, das wünschen die deutschen Arbeiter beim Zusammentritt ihrer Vertrauensmänner. OberbürgermeKter Kirfebner. Der bisherige Oberbürgermeister von Berlin, Martin Kuschner, ist in der Nacht zum Sonnabend auf seinem Land- sitz in Ehrwald in Tirol, wo er sich zur Erholung aufhielt, plötzlich an den Folgen von Herzschwäckie gestorben. Die Nachricht vom Tode Kirschners kommt überraschend und dürfte in weiten Kreisen allgemeine Teilnahme hervorrufen. Konnte man doch erwarten, daß dem kaum in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeister noch ein langer Lebensabend beschieden sein würde. Ter Verstorbene trat schon im Jahre 1875 als Stadtrat in Breslau und 1879 als Syndikus in das kommunale Leben ein. Dann widmete sich Kirschner längere Zeit der Rechtsan- Waltschaft. Als Anwalt hat der charaktervolle Mann auch vom Sozialistengesetz verfolgte Parteigenossen in der uneigen- nützigsten Weise verteidigt. Kürschner lvurde später in Breslau zum Stadtver- ordneten und bald zum stellvertretenden Vorsitzenden der Breslauer Stadtverordnetenversammlung erkürt. Im De- zcmbor.1892 wurde Kirschner zum Bürgermeister von Berlin und im Juni 1898, nach dem Rücktritt des Obcrbürger- nieisters.Zelle, zum Oberbürgermeister von Berlin gewählt. Die Bestätigung Kirschners zum Oberbürgermeister ließ l1� Jahre auf sich warten: sie erfolgte Ende Dezember 1899. Die Verzögerung chatte ihren Grund w dem Konflikt, in den Ma- gistrat und Stcrdtverordnete mit-der Regierung dadurch ge- kommen waren, öaß sie die Instandsetzung der Gräber der Märzgefallenen im Friedrichshain beschlossen, die Stadtver- ordneten auch die Errichtung eines Denkmals gewünscht hatten. » Der verstorbene Oberbürgermeister war ein ausgezeich- neter Verwaltungsbeamter. Wie kaum irgendeiner vertiefte er sich in alle Zweige der großen städtischen Verwaltung und wendete eine schier unerschöpflich scheinende Arbeitskraft auf. Auf allen Gebieten des kommunalen Lebens war Kirschner zu Hause und er stand seinen Mann, mochte es sich um die Wahrung der städtischen Selbstverwaltung, um Eingemeindungsfragen oder um das große Gebiet des Verkehrswesens handeln. Gerade auf dem Gebiete des Verkehrswesens hat Kirschner mit Auswendung aller Kräfte gearbeitet. Für ihn bedeutete der Kampf der Stadt gegen das Monopol der Großen Berliner Straßenbahn eine Lebensaufgabe. Sollte die Stadt in diesem Kampfe mit einer mit mächtigem Einfluß ausgestatteten Verkehrsgesellschaft nicht ganz unterliegen, mußte endlich zu dem Mittel gegriffen werden, eigene Bahnen zu bauen. Kirschner förderte diese eigenen Straßenbahn- Unternehmungen der Stadt aufs eifrigste, nachdem er ihren Wert erkannt hatte, und hatte die Genugtuung, daß die Stadt den Schritt nicht zu bereuen brauchte. Aber gerade in Verkehrsfragen hatte Kirschner auch mit großen Wider- ständen sowohl im Magistrat wie in der Stadtverordneten- Versammlung zu kämpfen, mit Widerständen, die er nicht überwinden konnte. Ein Gefühl der Bitterkeit beschlich ihn, weil er im Stiche gelassen wurde und Pläne nicht durchführen konnte, die früher gebilligt waren und deren Ausführung er dem Kaiser daraufhin versprochen hatte. Auf dem Gebiete der Verwaltung hat Kirschner ein besonderes Gewicht darauf gelegt, daß ein Beamtenstab vorhanden ist. der eine geordnete Erledigung der städtischen Geschäfte ermöglicht. Und deshalb kümmerte sich Kirschner mit großem Eifer um Personalfragen. Ihm ist es zu danken, daß mit der früher bei Anstellungen üblich,?n Vetternwirtschaft gehörig aufgeräumt wurde. Kirschncr wußte, daß diese Wirtschaft der Gemeinde eine große Zahl unfähiger Leute zugeführt hatte, die der Stadt §ur Last lagen. Strenge Pflichterfüllung und Reinlichkeit in der Verwaltung wurde oberstes Gesetz. Das war aber nur möglich, daß Kirschner sich in die Einzelheiten der städti- scheu Dertvaltung vertiefte. Diese Tätigkeit Kirschners, einen einwandfreien Verwaltungsapparat zu schaffen, ist hoch anzu- schlagen. Sie wäre aber unmöglich gewesen, wenn er sich nur „großen Aufgaben" gewidmet hätte, derer« Vernachlässigung ihm hier und dort zum Vorwurf gemacht wurde. Wohl war Kirschner ein ruhiger, bedächtiger Beamter, aber er hat sich auch den großen Aufgaben'der Stadt nicht verschlossen gezeigt. Er hat im Herrenhause immer entschieden die Rechte der Gbemnitner Erinnerungen. Von A. Bebel. Chemnitz ist einer der ältesten Sitze der deutschen Arbeiter- bewcgung. MS dieselbe zu Anfang der sechziger Jahre de» vorigen sjahrhunlberts ms Leben trat, bildete sich in Chemnitz wie in Hunderten anderer deutscher Städte ein Arbeiterverein, der unter der Protektion der Liberalen gegründet wurde. In wenn auch nur indirekte Berührung mit Chemnitz kam ich zum erstenmal aus dem deutschen Arbeitervereinstag in Frankfurt a. M. Juni 1863, auf dcni der Chemnitzer Arbeiterverein durch eines seiner Borstands- Mitglieder vertreten war, das zur äußersten Rechten des nichts Weniger als radikalen VereinStages gehörte. Entsprechend dieser Stellung verhielt sich der Chemnitzer Arbeiterverein auch sehr zurückhaltend, als die sächsischen Arbeiter- vereine unter Führung des Leipziger Vereins begannen, sich mit- einander in Verbindung zu setzen, um ihre Gautage abzuhalten. Stets fehlte der Chemnitzer Verein, der dann auch bald genug unter seiner den Fabrikanten freundlichen Leitung allen Einfluß bei den Arbeitern verlor und langsam verblich. Dagegen fand die Lassallesche Bewegung in Chemnitz Boden. Um ihr denselben zu entreißen, kam ich im Herbst 1864 in Gesellschaft des damals sehr radikalen demokratischen Redakteur» der„Mitteldeutschen Zeitung" in Leipzig, des Dr. Era», nach Chemnitz zu einer großen Rede- schlackt. Die Versammlung fand, wenn ich nicht irre, im Saale der Linde" statt und war überfüllt. Als Gegner trat uns Haupt- sächlich der Agitator des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Ricktcr-Wondsbek, gegenüber, der ein sehr gewandter Redner war. Bevor es aber zur rednerischen Auseinandersetzung kam, ent- brannte— wie damals üblich— der Kampf um den Vorsitz. Wir hatten unzweifelhaft die Mehrheit, die aber tue Lassalleaner da- durck wettzumachen suchten, daß ein großer Teil von ihnen bei der Abstimmung beide Hände in die Hohe hob. Sobald ,ch dieses entdeckte, beantragte ich eine nochmalige Abitimmung, bei der alle Anwesenden beide Hnnde in die Hohe heben soften, denn auch die Beine zu heben, sei doch unmöglich. Ter Vorschlag wurde mit großr Heiterkeit aufgenommen. Wir hatten letzt unbestritten die Mehrheit. In diesem Sinne resolvierte nach beendigtem Rede- kämpf auch die Versammlung. Aber dieser S,og war für uns e,n Pyrrhussieg. Es fehlte uns in Chemnitz vollständig an Person. lichkeiten, die den gegnerischen Agitatoren die Stirn bieten konnten. So beherrschte dort in Kürze der Allgemeine Deutsche Arbeiter- verein das Feld......_tj- Die einzige Institution, die auS jenen Kampfc»zeiten zwischen dem selbfkhilflerischen Arbeiterverein und dem allgemeinen großen Gemeinden gewahrt, wenn dieselben! angetastet wur- den. Wenn Kirschner nicht mehr evreicht hat, so darf nicht verkannt werden, daß im Magistrat und in der Stadtver- ordnetenversaninilung Kräfte am Werke waren,, die es zu nichts Rechtem kommen lassen wollten. Daß das auch heute noch der Fall ist, dürfte der neue Oberbürgermeister bald erfahren. Sehr oft ist die Sozialdemokratie im Rathause in die Lage gekommen, den Oberbürgermeister Kirschner in seinem Streben auf den verschiedensten Gebieten unterstützen zu müssen. Trennten auch unsere Genossen eine Weltanschauung von Herrn Kirschner, so soll anerkannt werden, daß der Ver- storbene versuchte, uns gerecht zu werden. Er erkannte bei deni verschiedensten Gelegenheiten die nützliche Tätigkeit unserer Genossen im Rathaufe offen an, und wir wissen, daß Kirschner tief erschüttert war, als Genosse Singer starb. Er ließ es sich nicht nehmen, an der Beerdigung Singers persön- lich teilzunehmen. Die rege Tätigkeit unserer Genossen im Rathause ist auf den früheren Oberbürgermeister nicht dhue nachhaltige Wirkung geblieben. Kaum aus dem Amte ge- schied:� hatte sich Kirschner vorgenommen, seine Muße zum Studium der Sozialdemokratie zu verwenden. In den ersten Tagen des Juli begab sich Kirschner zunächst nach Bad Wil düngen und bereits am 8. Juli schrieb Kirschner an den Gen. Heimann, den Vorsitzenden! unserer Stadtverordnetenfraktion, folgenden Brief: Bad Wildungen, den 8. Juli 1912. Hochverehrter Herr! Ich habe seit länger als 49 Jahren die EntWickelung der Sozialdemokratie mit dem lebhaftesten Interesse verfolgt. Leider habe ich dazu infolge meiner beruflichen und amtlichen Arbeiten regelmäßig nur wenig Zeit verwenden können. Es fehlt mir deshalb an einer eingehenderen Kenntnis der Materie. Diesen Mangel meiner Bildung möchte ich jetzt, in meinem Rühestand, beseitigen. Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie mir dabei behilflich sein wollten, indem Sie mir die geeignete Lite- ratur nachweisen oder zugänglich machen wollten. Es kommt mir namentlich darauf an, einen Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung der Sozialdemokratie, insbesondere an der Hand der offiziellen Parteibeschlüsse und. anderen Parteikundgebungen zu gewinnen und mich über die gegenwärtig in der Partei vor- handenen verschiedenen Strömungen und einflußreichen Persön- lichkeiten zu informieren. Ich bin hierher gereist, um mich dem hiesigen Arzt, der mich im vergangenen Jahre behandelt hat, wieder vorzustellen. Das Ergebnis seiner Untersuchung war ein so günstiges, daß er eine weitere Kur nicht für erforderlich hält. Ich werde mich daher schon am 14. d. Mts. nach meinem Landhause in Ehrwald in Tirol begeben, wo ich mich etwa 8 Wochen aushalten und meine Studien beginnen will. Dorthin möchte ich mir Ihren Bescheid erbitten. Mit vorzüglicher Hochachtung ganz crgebcnft gez. Dr. Kirschner. Der Brief zeigt, daß Kirschncr trotz seiner 69 Jahr« geistig sehr rege war und das nachholen wollte, tvas er früher infolge seiner umfassen>den Arbeitstätigkeit versäumt hatte. Das ehrt Herrn Kirsncher und beweist, daß� dar Verstorbene bemüht war, auf allen Gebieten sich ein eigenes Urteil zu bilden. War auch Kirschner in politischer Beziehung unser Gegner, so versagen wir ihm nicht unsere Achtung und Anerkennung. Er ist stets in gerader, offener Weise aufgetreten, war auch besseren Gründen nicht unzugänglich und hat dem Gegner auch in den härtesten Kämpfen Gerechtigkeit� widerfahren lassen. Uneigennützig suchte er nach besten Kräften das Ge- meinwohl zu fördern und hätte, ohne durch'das Schwergewicht der bürgerlichen Rückfchrittler behindert zu fein, noch viel mehr zum Wohle Berlins wirken können, als ihm in seiner langjährigen Amtstätigkeit möglich war. Ter Tag der Beisetzung ist noch nicht bekannt. Wie aus Kreisen der Familie verlautet, soll die Dcerdigung, einem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, nicht vom Rathaus, sondern von der Kapelle des städtischen Friedhofes in Friedrichsselde aus erfolgen. Oberbürgermeister Mermuth hat sich jedoch im Verein mit dem Stadtverordnetenvorsteher an die Familie Kirschner mit der Bitte gewendet, eine Feier im Rathause zu ermöglichen. Am Montag früh findet eine«mßerord entliche MagistratZsitzung statt, bis zu welcher man die näheren Dispositionen der Familie zu er- halten hofft._ Deutschen Arbeiterverein in Chemnitz am Leben blieb, war der von unserer Seite gegründete Konsumverein. Als dann nach dem Kriege von 1866 das Gebilde des Norddeutschen Bundes mit dem Norddeutschen Reichstag am politischen Himmel erschien, beschlossen wir in den sächsischen Arbeitervereinen die Gründung einer politischen Partei mit einem radikalen Programm, mit dem wir in den Wahltampf ziehen wollren. Die GeburtSstätte dieser neuen Partei war Chemnitz, woselbst wir Anfang August 1866 zu einer Landeskonferenz zusammentraten, zu der wir auch die Haupt- Vertreter der Lassalleaner in Sachsen geladen hatten, die sich denn auch an dieser Konferenz beteiligten. Wir konstituierten uns unter dem Namen„Sächsische Volkspartei" mit einem von der Deutschen Volkspartei, die sich 186b gebildet hatte, sehr unter- schiedlichen Programm, das später, soweit seine politischen Forde- rungen in Betracht kamen, die Grundlage für das Programm der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei— gegründet 1869 in Eisenach— abgab. Von den Gründern der„Sächsischen Volks- Partei" stehen, soweit ich daS Gebiet übersehe, nur noch neben mir Wilhelm Stolle in Gesau und Julius Vahlteich in Chicago in der Bewegung. Die übrigen sind wohl alle zur großen Armee ab- gerückt. Tie Wahlen zum Konstituierenden Norddeutschen Reichstag— Januar 1867— fielen zunächst für die Lassalleaner ungünstig aus. Gewählt wurde der zur damatigen Fortschrittspartei gehörige Webermeister Rewitzer, ein alter Herr in Mitte der Siebziger, der feine Popularität seiner Tätigkeit in der Volksbewegung von 1848 und 1849 und seinem Anhang unter den damals noch sehr zahlreichen Hauswebern verdankte. Dieser wurde mein Kollege im Norddeutschen Reichstag. Politisch trat er nicht hervor, dazu fehlten' ihm alle Eigenschaften. Bei der Wahl zur ersten Legislaturperiode des Norddeutschen Reichstages � August 1867— wurde daun in Chemnitz der Lassalleaner Försterling gewählt, mit dem ich seit 1863 befreundet war, wenn sich auch bald darauf unsere Wege trennten. Förster- ling war ein herzensguter Kerl und ein ehrlicher Mann, aber kein großes Licht. Bei der Spaltung, die in jener Zeit im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein ausgebrochen war, stand er auf Seite der Gräfin Hatzfcldt, der Freundin des verstorbene« Lassalle, und des von ihr als Vereinspräsidenten protegierten, unbedeutenden Mende. In diesem Jahre war in Chemnitz und Umgegend für uns nichts zu holen. Die Lassalleschen Hatzfelbtianer beherrschten das Feld, dagegen kamen sie regelmäßig in starken Trupps in die von mir im südlichen Teil meines Wahlkreises— Glauchau-Mcerane, Hohenstein-Ernstthal— einberufenen Wählerversammlungen» in denen ich über meine Reichstagstätigkeit Bericht erstattete. Sie wurden zwar jedesmal vog mir xednerifch tüchtig geklopft untz in politilede UeberRebt Berlin, den 14. September 1912. Zur Not den Hohn! So wagt Herr Oertel seinen neuesten Leitartikel zu benennen. Agrarierfrechhcit ist wirklich nicht zu überbieten. Die Preise des dringendsten Lebensbedarfes sind ins Un- erschivingliche gestiegen; Milliarden müssen die Massen auf- bringen, um den Großgrundbesitzern den Tribut zu liefern; ein infames Einfuhrscheinsystem, das in der ganzen Welt sonst unbekannt ist, treibt das deutsche Getreide ins Ausland, um den Preiswucher im Inland noch weiter zu treiben— mid da wagt es die„Deutsche Tageszeitung", über die bittere Not der— Agrarier zu schreiben und über den Hohn, der diesen angetan werde, wenn man Erleichterung der Lebens- mittelnöt forderl. Ja, betrachten denn die Herren Hungers- notpreise als ihr heiliges Vorrecht, an das nicht gerüttelt ivcrden darf? Glauben sie wirklich, daß etwas anderes als ein W u t s ch r e i die Antwort sein kann, wenn sie die Frechheit haben, die jetzigen Preise als die allein„an- gemessenen" zu bezeichnen? Fürwahr, sie treiben's toll. und Zeit ist's, daß es breche, daß das Volk endlich seine Zeche machet_ Polizei gegen Volksproteste! In Stuttgart lvollte die Arbeiterschaft am Sonntag eine Demonstrationsversammluna gegen die Teuerung unter freiem Himmel abhalten. Die Polizeidirektion hat aber die dazu erforderliche Genehmigung nicht erteilt. Als Gründe für die Versagung der Erlaubnis ftihrt der Polizeidirektor ins Feld, daß die Größe und Lage des in Aussicht genommenen Platzes so beschaffen seien, daß durch die Veranstaltung Leben und Gesundheit der Versammlungsteilnehmer und auch lln- beteiligter gefährdet würden. Davon kann natürlich keine Rede sein bei der musterhaften Ordnung unserer Demonstrationen. Das Verbot trifft vielmehr eine Kundgebung, die sich gerade gegen die ärgsten Gefahren von Gesundheit und Leben, gegen den agrarischen Wucher. richten sollte. Sagt doch der Herr Polizeidirektor selbst iu seiner„Begründung" sehr treffend: „Der Gegenstand, mit welchem die Versammlung sich befassen soll, ist von hoher Aktualität und berührt nicht etwa nur die eine oder die andereKlasse der Bevölkerung, sondern die Allgemeinheit! Demgemäß muß mit einem, dem Umfang wie der Haltuiig nach auch nicht annähernd bestimmbaren Teilnehmerkreis gerechnet werden." Der Platz faßt nur 7000 Personen, da aber Stuttgart nebst Vororten etwa 3l5 000 Nnwohner zählt, rechnet die hohe Polizei selbst auf einen weit stärkeren Besuch: „Der in Aussicht geiiommene Platz faßt nur 7699 Menschen und steht mithin in keinem irgendwie annehmbaren Verhältnis zu der nach der Lage der Sache wie nach Ansicht der Veranstalter zu gcwärtigcilden Menschenmenge." Die Stuttgarter Arbeiterschaft wird in 23 öffentlichen Versammlungen am Sonutagmittag die Nichtigkeit der Polizei- Vermutung bestätigen. Das als Verhinderung des Volks- Protestes gedachte Verbot wird als besondere Einladung wirken. Das Volk läßt sich nicht seinen Notschrei polizeilich unter- sagen l_ Wieder eine schwere Torpedobootskatastrophe. Cuxhaven. 14. September. Nach hierher gelangten Meldungen ist heute mittag das T o rp e d o b o o t Ol 171 von S. M. S.„Zähringen" bei einem Durchbruchsversuch g e- rammt worden und in 15 Minuten in 30 Meter Wassertiefe gesunken. Sieben Mann werden vermißt. Die Unfallstelle liegt nördlich von Helgoland. Eine amtliche Bestätigung liegt noch nicht vor. Damit ist die lange Reihe der Torpedobootsunglücke um ein neues vermehrt. Erst Ende Juli dieses Jahres ist das Torpedoboot Ol 110 bei einer gleichen Gelegenheit gerammt worden, so daß es sank. Drei blühende Menschenleben wurden dabei vernichtet. Ueber den Unfall wird weiter aus Wilhelmshaven ge- meldet: Von dem heute mittag nördlich von Helgoland gesunkenen Torpedoboot Ol 171 werden vermißt: Verwaltungs- schreiber M i ch e l s e n, Torpedomaschinistenmaat M o e l l e r. den Versammlungen bildeten sie auch stets nur eine mäßige Minderheit, denn in meinem Wahlkreis besaßen sie nur sehr wenig Anhang, aber sie waren unverwüstlich in Verfolgung ihres Ziels, und das imponierte mir. Es war sehr amüsant, wenn ich a» Scmntagnachmittagen mit meinem Generalstab zu Fuß von einem Ort zum andern zog und in einiger Entfernung hinter uns das Fähnlein der Lassclleaner marschierte, die, eben erst gehauen, sich in der Versammlung im nächsten Orte neue rednerische Prügel holten Es war der blinde Fanatismus, der unter der Herrschaft der Hatzfeldtschcn Agitatoren in Chemnitz und Umgegend förmlich reli- giösen Charakter angenommen hatte, der ihnen diese Zähiakeit ver- lieh. So geschah es. daß. als die Gräfin Hatzscldt und ihr Präsi- dent eines Sonntags in Chemnitz ihren Einzug hielten, sie von einer Anzahl we.ßg�le.deten Madchen empfangen wurden, die ihnen Blumen streuten. Be» dieser Art der Verhetzung nahm die Feind- seligkeit zwischen den beiden Parteier, einen immer hettigcren Charakter an. Als wir Anfang März 1869 nach Hohenistein-Ernst- thal eine Landesversammlung der sächsischen Volkspartei einberufen hatten, sandten Hcchfeldt-Mende mehrere Eisenbahnwage«»oll An- banger nach Hohenstein zur Sprengung der Vorversammlung, die am Sonnabend abend stattfinden sollte. Diese ihre Anhänger waren beschmutzt und berußt aus den, Fabriken in die Eisenbahnwagen ge- stürzt, um rechtzeitig in Hohenstein einzutrefien. Sie erreichten ihre Absicht. Es kam vor und in dem Versammlungslokal zu einem ssroßen Tumult, der erst durch das Eingreifen der Feuerwehr, die 'hre Spritze in Tätigkeit setzte, gedämpft werden konnte. Die Haupt- Wut der Attentäter richtete sich gegen mich— es schien, sie sahen in mir ihren Hauptfeind— und Rufe:„Wo ist der Hund? Dem werden wir einen Denkzettel geben!" ertönten von verschiedenen Seiten. Aber ich war an jenen. Abend fern von Madrid in Mitt- worda, woselbst ich eine Volksversammlumg abhielt. Als ich am nächsten Morgen mit dem ersten Zuge von�Mlttweida nach Hohen- stein zurückkehrte, wälzte sich ein Haufe ubernachtigter Gestalten, Hände und Gesichter vor Schmutz starrend,«ach dem Bahnhof, um nach Chemnitz zurückzukehren. Merkwürdigerwelse wurde ich yon niemand erkannt, obgleich ich nichtsahnenp von dem Vorgefallenen an ihnen vorbei in die Stadt ging. Mit diesem Vorgang hatte aber ine Hatzfeldt-Mendesche Ver- hetzung ihren Höhepunkt erreicht. Als cmnn im August 1869 der sozialdemokratische Arbeiterkongreß«i Uscnach stattgefunden hatte, auf dem auch die besten Köpfe der Hatzfeldt-Mendeschen Sekte und insbesondere ihr Chemnitzer Anhang naturlich gegen den Willen der Hatzfeldt-Mende— vertreten waren und sich der ncugcgrün- deten sozialdemokratischen Arbeiterpartei anschlössen, war es mit der weiteren Verhetzung und der gegenseitigen Bekämpfung zu Ende. Zur Sühne des früher Vorgefallenen luden mich die Chem» nitzer Parteigenossen auf Anfang September g» einer große» Torpcdomaschinistenmaat Koitzsch, Torpedoheizer Büß, Torpcdoinatrose Schulz(Friedrich). Torpedomaschinisten- maat Danzerbring ist nach vergeblichen Wicderbelebungs- versuchen verstorben. Obermatrose Schimmelpfennig hat einen Schenkelbruch erlitten und wurde nach dem Marine- lazarett Wilhelmshaven übergeführt. Manöveropfer. Das diesjährige Manöver in der Bütower Gegend hat zwei Opfer gefordert. Zwei blühende Menschenleben, Soldaten des 141. Infanterie-Regiments in Thorn, fanden, wie es heißt, beim sogenannten Ausschwärmen der Schlitzenlinien ihren Tod im Torf- m o o r des Gutes Petersdorf bei Bütow und sind nach mehreren Tagen als Leichen gefunden worden. Dieser traurige Vorfall zwingt die Frage auf: Ist die Abwesenheit der beiden Soldaten denn nicht bemerkt worden, und was wurde getan, um über deren Verbleib Gewißheit zu erlangen? Es ist doch höchst sonderbar, daß die beiden Unglücklichen im Moor verschwinden konnten und einen langsamen, qualvollen Tod erleiden mußten, ohne daß es jemand bemerkte. Gin konservativer Agitator als Mefferstecher. Der Eigentümer Krause in Soldin fuhr am 25. Januar, dem Wahltage, mit einem Wagen durch die Straßen Soldins, der die Aufschrift trug:„Wählt Amtsgerichtsrat Moltschke!" Darüber waren andere Wähler entrüstet, die dem Krause vorwarfen, er habe seine politische Gesinnung gewechselt. Krause bekam es nun mit der Angst zu tun und ließ sich von der Polizei nach Hause begleiten. Am selben Abend verließ ein im Hause des Krause wohnendes Fräulein ihre Wohnung, um Einkäufe zu besorgen. Als sie zurückkam und Krause im dunklen Hausflur Schritte hörte, glaubte er, daß ein gegnerischer Wähler erschienen sei. um ihn zur Verantwortung zu ziehen, er zog sein Messer und stach blind- lings darauf los. Dem Fräulein wurde durch die Messerstiche die eine Gesichtshälfte fast vollständig aufgeschnitten. Das Schöffen- gericht zu Soldin verurteilte den Krause zu zwei Monaten Ge- fängnis, welche Strafe von der Ferienstrafkammer des Land- gerichts Landsberg a. W. in 209 Ml Geldstrafe umgewandelt wurde. franhreteb. Der Polizeikomnnssar als Waffenlieferant der Insurrektion. Paris, 11. September.(Eig. Ber.) Die Regierung hat gemeint, die von der„Guerre sociale" ans Tageslicht gebrachte Provokationsaffäre des Polizeikommissars Borde durch eine halbe Maßregelung erledigen und begraben zu können. Ein Communiqu6 der Polizeipräsektur gab am Sonnabend be- kannt, daß die voni Ministerium des Innern eingeleitete Untersuchung ergeben habe, �daß Herr Bovde sich nicht der Provokation schuldig gemacht hätte, sondern sich nur unvor- sichtigerweise habe mystifizieren lassen. Auch habe er den Fehler begangen, seine Vorgesetzten von den Unterhandlungen, in die er eingetreten sei, nicht in Kenntnis zu setzen. Aus diesen Ursachen habe ihn Herr Lspine mit einer 14tägigen öchaltsentziehung und mit der Versetzung im dienstlichen Interesse bestraft. Für die bürgerliche Presse war die Angelegenheit mit dieser Verfügung abgetan. Für die gemäßigten Blätter darum, weil sie der Polizei keine Ungelegenheiteni bereiten wollen: fiir die radikalen aber, weil Herr Borde Freimaurer und radikalsozialistischer Parteimann ist. Nun liegt aber auf der Hand, t>aß das Communiqus den Tatsachen ins Gesicht schlägt. Mag man auch zugeben, daß das Zeugnis des unter dem Namen Verneuil auftretenden Provokateurs über die Mitwissenschaft des Chefs des Sächerheitsdepartements nicht ausreicht, so steht doch zweierlei fest, die Waffen liefe- -rungandieCamelotsduRoy und die L i e f e r u n g unter dem Einkaufspreis. Wer hat die Differenz bezahlt? Etwa Herr Borde aus der eigenen Tasche? Und wen will man glauben machen, daß Herr Borde lder provoka- torischen Zwecke der Waffenlieferung sich nicht bewußt war? Soll der Arme gar selbst das Opfer einer Provokation ge- worden sein, die die Revolutionäre diabolisch anzettelten, um die Polizei zu komproniittieren? In Wirklichkeit kann von einer Mystifikation nur in dem Sinne gesprochen werden, daß „Verneuil", wie alle solch«„Informatoren" der Polizei, ein Gauner war und es schließlich profitabler fand, seine Auftrag- geber zu betrügen. Wie nämlich aus weiteren Enthüllungen, die die„Guerre sociale" heute veröffentlicht, hervorgeht, hat Vernenil wohl den Auftrag übernommen, den Royalisten weitere Karabiner zu liefern— die Ueborgabe sollte im Bois Volksversammlung ein. die im Zirkus abgehalten zu einer der schönsten Versammlungen wurde, der ich je beigewohnt. Hier er- lebte ich. daß nach der Versammlung eine Anzahl Arbeiter an mich herantraten und mich wegen des Hohcnsteiner Vorfalles, an dem sie aktiv sich beteiligt hatten, um Verzeihung baten: sie er- klärten, sie begriffen nicht mehr, wie sie sich damals so mißbrauchen lassen konnten. Von jetzt ab kam ich öfter nach Chemnitz, so mit Liebknecht im September 1871, wo wir beide eine kurze Erholungstour nach dem 19. Wahlkreis unternahmen. Zu jener Zeit war Most Re- daktcur der„Chemnitzer Freien Presse", den ich als solchen in Vorschlag gebracht, nachdem sein Vorgänger Bernhard Becker ge- kündigt hatte. Most entfaltete damals eine fulminante Agitation in Chemnitz und Umgegend, auch war er der Urheber des großen Mctallarbeiterstreiks, der wegen gänzlichen Mangels an Mitteln und einer ungenügenden Organisation resultatlos verlief. Ein kleines Intermezzo aus jener Zeit ist mir bis heute in nicht angenehmer Erinnerung geblieben. Liebknecht und ich speisten in einem Gartenlokal zu Mittag und zwar Beefsteak mit Brat- kartoffeln, daS mir aber nicht munden wollte. Liebknecht sah dieses und fo fragte er mich, nachdem wir gespeist, schmunzelnd:„Weißt �u denn was für Fleisch wir gegessen haben?" Ich sah ihn be- troffen an und antwortete fragend:„Es war wohl Pferdefleisch?" Auf seine lachend gegebene Antwort:„Jawohl! begann mein empfindlicher Ddagen zu revoltieren. Der Zweck der Mahlzeit war vereitelt. Dagegen blieb der Alte mobil wie ein Fisch im Wasser. Er hatte einen Magen, der Kieselsteine verdaute. Im-labre 187ö stellten mich die Chemnitzer Genossen als Kan- didat für den Landtag auf; ich nahm die Kandidatur nur unter der Voraussetzung an. nicht gewählt zu werden, denn meme geschatt- lich-n Verhältnisse gestatteten mir nicht, neben einem Reichstags- mandat auch noch ein Landtagsmandat anzunehmen. Und doch wäre es beinahe dazu gekommen. Ich unterlag meinem liberalen Gegner mit 1086 aeaen 1141 Stimmen. Einige Tage vor der Wahl hatte ich in einer aroßen Versammlung eine Disputation mit einem Kaufmann Roth, der die drohende Niederlage seines Parteifreundes verhindern wollte Er wurde von mir jämmerlich zugedeckt. Käme es auf die Redeerfolge im Wahlkampfe an. wir siegten stets. Dieser Wahlkreis wurde übrigens 1383 durch Genossen Wollmar erobert. Eine zweite Disputation mit dem Kaufmann Roth, der an der ersten Niederlage nicht genua hatte, fand anderthalb Jähre spater stn ersten Chemnitzer Wahlkreis statt, woselbst Vahlteich kandidierte, für den ich eintrat, da er im Zwickauer Gefängnis saß. Auch hier holte sich Herr Roth eine gründliche Niederlage. Die soziale Struk- tur dieses Wahlkreises verhinderte indeS bis heute, daß wir ihn er- oberten. de Vincennes stattfinden—, aber diesen Auftrag nicht aus- geführt. Wie er behauptet, infolge von Gewissensbissen, viel wahrscheinlicher aber, weil er die Ware möglichst rasch an den Mann bringen und das Geld behalten« wollte. Fünf Karabiner hat t* so verkauft— die„Guerre sociale" nennt nur einen der Käufer, der guten Glaubens das Geschäft ab- schloß und die Waffe weiterverkaufen wollte. Von den übri- gen sagt die„Guerre sociale", daß sie einem„zweideutigen Milieu" angehören. In welcher Region es zu suchen ist, läßt sich aber wohl aus dem Umstand erschließen, daß„Verneuil" in den« p seud o- a na rchi stis che n Kreisen vorkehrt hat, aus denen sich das Banditentum der Bonnot u. Cie. rekrutierte. Hier fallen wiederum neue Lichter auf den Z u- sammenhang zwischen dem gemeinen 33 er- brechertum und der politischen Polizei, auf den gerade anläßlich'der Banditenaffärs die im April d. I. veröffentlichten Artikel des„Vorwärts" aus Brüssel hin- gewiesen haben. Man braucht nicht alle Kombinationen zu unterschreiben, die Leon Daudet am Sonntag in der „Action Franyaise" vorgebracht hat, wird aber doch nicht den Hinweis Daudets auf die Beziehungen Vernemls zum er- schossenen Sicherheitschef Jouin übersehen können« und den Zweifel, ob die in der Wohnung des Banditen 33alet vor- gefundenen Waffen in der Tat, wie die Polizei behauptet hat, alle aus dem erbrochenen Laden am Boulevard Haußmann stammen, nicht gar so phantastisch finden. Uebrigens hat„Verneuil", wie der Generalsekretär der Camelots du Roy, Herr Plateau, heute in der„Action Franyaise" mitteilt, ihm im Januar d. I. Cordit zum Kauf angeboten, den furchtbaren Sprengstoff, der an Wir- kung das Dynamit wie das Melinit übertrifft. 3Var das auch nur eine harmlose„Mystifikation" zum Schaden eines braven Polizeikommissars? Die Regierung hat ein Mittel, das die Oeffentlichkeit besser überzeugen würde, als Communiiquös: sie braucht nur den S p r e n g st o f f a g e n t e n vor G e- richt zu stellen. Anderenfalls wird es Leute geben, die meinen werden, daß die Polizei seine Aussagen zu scheuen habe. Portugal. Ein spanisch-portugiesisches Abkommen. Lissavo«, 14. September. Spanien und Portugal haben ein Abkommen folgenden Inhaltes getroffen: 1. Alle Führer der Berschivörung zur Wiederher st ellung des König- t u m s sowie die ßauptsächli-b daran Beteiligten sollen aus Spanien ausgewiesen werden. 2. Alle in die Berschivörung Verwickelten und der«panischen Gerichtsbarkeit Unterstehenden sollen vor Gericht ge- stellt werden. 3. Allen, die sich in Spanien bis zum vergangenen Juli gegen das portugiesische Regime verschworen und das An- erbieten nach Brasilien' auszuwandern angenommen haben oder die in andere Länder ausgewandert sind, soll unter'agt sein, während der nächsten drei Jahre nach Spanien zurückzukehren. 4. Das Ab- kommen soll, um Verschwörungen auch in Zukunft zu verhindern, dauernd und gegenseitig sein. Serbien. Aufhebung des GctreideausfuhrverbotS. Belgrad, 14. September. Das am 6. September er- lassene Ausfuhrverbot für Getreide und Futtermittel ist heute aufgehoben worden. Es bleibt nur das Ausfuhrverbot fiir Kleie weiter in Kraft. Amerika. Das peruanische Parlament zu den Putumayo-Greueln. Lima, 13. September. Die peruanische Deputierteukammer nahm eine jüngst eingebrachte Resolution an, in welcher gegen die Haltung Englands und der Vereinigten Staaten hinsichtlich der Putumayo- Greuel protestiert wird. Die Resolution verlangt ferner Unter- suchung der Angelegenheit und Bestrafung eines jeden, der an den abscheulichen Vorgängen, die in jenen Bezirken vorgekommen sein sollen, schuldig ist._ Hus der Partei. Ein Massenmeeting veranstalten die Chemnitzer Parteigenossen anläßlich veS Parteitages am Sonntag, vormittags 11 Uhr, im Saal und Garten des Volkshauscs. Es sollen sprechen: Reichstagsabg. B r a n t i ng- Stockholm, Marcel Cachin-Paris, Banders missen und de Brouckerc-Belgien, Reichsratsäbg. Sei tz- Wien. Harry Queich- London. E. B u ch i n g e r- Budapest, sowie die deutschen Genossen F ra n k- Mannheim, Liedknecht und Rodert Schmidt. Tragischer verlief meine mehrmalige Anwesenheit in den achtziger Jahren in Chemnitz. Ende Juni 1831 war auf Grund des Sozialistengesetzes der sogenannte kleine Belagerungszustand über Leipzig und Umgegend verhängt worden und neben Liebknecht und anderen war ich einer der ersten, der ausgewiesen wurde. Ich packte Kleider- und Muster- koffer und begab mich zunächst auf die Geschäftsreise nach dem Osten Sachsens und Rordböhmens. Von dort führte mich mein Reiseweg wieder nach Sachsen herein und unter anderem auch nach Chemnitz. Hier hauste zu jener Zeit als Polizeidirektor Herr Sieb- droht, einer der ärgsten Sozialistenfresser, die damals Sachsen in reichlichem Maße besaß. Seine rechte Hand war der Polizeiwacht- meister Bockert, der würdige Gehilfe seines würdigen Chefs. Als ich am Vormittag mein Hotel verlassen hatte, um meinen Geschäften nachzugehen, brach die Polizei in mein Zimmer ein und schleppte meinen Kleidortoffer nach dem Polizeiamt, um denselben nach ver- botencn Schriften und wichtigen Papieren zu durchschnüffeln. Na- türlich vergebens. Gleichzeitig stellte mich auf der Straße ein Schutzmann und führte mich na».Fmiirls" 8trlintt JolMifl»--»»»—»« Noch immer eiendsbllder vor der Freibank. Wird es bald besser werden? So jammerten vor zehn Tagen Tausende von Frauen und Männern vor den Berliner Werkausstellen für minderwertiges Fleisch. Wird die Regie- rung dem durch die Volksnot geborenen Antrage der größten Partei im Deutschen Reiche Folge geben und den Reichstag einberufen? So fragten Millionen von Notleidenden. Aber nichts ist geschehen zur Besserung der Lage, absolut nichts. Ter deutsche Michel wurde abgespeist mit inhaltsleeren Redensarten. Lieber soll das Volk weiter darben. Also nochmals auf ins Elendsgebiet! Von der Ringbahnstation «ehen wir über die Brücke, die nach dem städtischen Schlacht- Viehhof hinunterführt. Links und rechts sind die sonst so ge- füllten Boxen fast leer. Was war das früher hier für ein Leben und Treiben, für ein Gewirr von Tierleibern und Tierstimmen! Gelangweilt stehen vor den Häusern und Hürden die Treiber, schon kenntlich an dem unvermeidlichen Knüttel und dem bammelnden Messingschild vor der Brust. Das Volk will Fleisch, billiges Fleisch— und es ist überhaupt nicht genügend da. Der mächtige Betrieb ist halb lahmgelegt, wie bei einer Seuche, einer Schlachthofsperrung. Eine Seuche ist es ja auch, die Seuche agrarischer Volksaus- hungerung. Sonnabend. Das Volk will sorgen für den Sonn- tag. Da stehen sie wieder, wie vor zehn Tagen, die vielen, vielen ausgedörrten, unterernährten Hunderte... und lauern auf die Oeffnung des Paradieses für minderwertiges Fleisch. In der Nacht auf Freitag und am Morgen war der Andrang wohl am stärksten. Man wußte, daß am Freitag mehr Fleisch da ist als sonst. Gereicht hat es selbst- verständlich nicht entfernt. Der Sonnabend bringt er- fahrungsgemäß die geringste Fleischmenge. In der Freibank Grünthalerstraße langten nur 250 Pfund an. Auf diese Weise erklärte sich der etwas schwächere Zustrom, nicht etwa aus einer Abnahme der Not. Viele haben am Sonnabend früh auch gar nicht mehr so viel Geld übrig, um minderwertiges Fleisch einkaufen zu können, wissen auch, daß bei dem An- drang schwer anzukommen ist. Von allen Seiten wurde erklärt, man müsse unbedingt ganz früh auf dem Posten fein und beim Viehhof sogar auf der Straße kampieren, um sicher Fleisch zu erhalten. Sollte es unter diesen Ausnahmezu- ständen nicht möglich sein, in dem weiten Viehhof Unter- iunstsräume zu beschaffen oder wenigstens die Vorhalle zur FreibankfürdieNacht zu öffnen? Wo dieSchweine übernachten, muß doch auf für Menschen ein Platz übrig sein. Oder legt man auch bei uns in Berlin an arme Leute den agrarischen Maßstab, daß erst das Vieh und dann der niedere Mensch kommt? In der Thaerstraße standen gestern die Vordersten seit Freitagabend 5 Uhr. In der Vorhalle waren am Sonn- abcnd früh dicht gedrängt mehrere hundert Personen, die alle schon in der Nacht sich sammelten. Von den draußen stehen- den Hunderten haben die wenigsten Fleisch erhalten. Die Schuld daran wird dem Umstände gegeben, daß jeder einzelne bis zu sechs Pfund kaufen darf. Alle Vorstehenden kaufen 4 bis 6 Pfund. Dann bleibt natürlich für die anderen nichts mehr übrig. Das Gewicht von 6 Pfund bringt auch Restaura- teure und Inhaber von Privatmittagstischen auf die Idee, hier ihren Bedarf zu decken. Gekochtes Fleisch muß gekauft werden. Wer es nicht kauft, bekommt kein rohes. Das ist eine Härte. Aber die Freibank, die ein Privatunter- nehmen der Viehkommifsionäre ist. will das intensiv gekochte, also das finnigste und minderwertigste Fleisch am ehesten los sein. Beim Viehhof bemerkten wir am kleines Feuilleton. Tie Legende vom Moskauer Brand. Der Gedenktag ides Brandes von Moskau, der am 16. September zum hundertstenmal wiederkehrt, hat Anlaß gegeben, dieses für den Ausgang des russischen Fekdzugs Napoleons so entscheidende Ereignis im Licht zeitgenössischen Zeugnisse zu betrachten. Die landläufige Dar- stellung schildert die Begebenheit in der Art, daß sie als das ge- wollte Werk eines düstren, dämonisch entschlußgewaltigen Patrio- tismus erscheint. Danach hätte der Gouverneur der Stadt, Graf Rostopschin. die Stadt vor dem Einzug der Franzosen von ihren Bewohnern räumen und hernach in Brand stecken lassen. In Wirk- lichkeit verhält es sich mit dem Brand von Moskau wie mit anderen folgenreichen geschichtlichen Ereignissen, die das Ergebnis zufälliger Umstände waren, aber nachträglich in patriotisch erbauliche Groß- taten umgefabelt wurden. Im Moskauer Fall ist die Wahrheit um so sicherer festzustellen, als Rostopschin selbst schon 1823 in einer in Paris veröffentlichten Broschüre der Legende entgegengetreten ist. Den Zeitgenossen erschien offenbar die angeblich zum Seil des Vaterlandes vollzogene Brandlegung als keine so rühmliche Tat. daß ihr vermeintlicher Urheber die Verantwortung auf sich sitzen lassen wollte. Aber Rostopschms Erklärungen werden durch eine drei Jahre später erschienene Broschüre des französischen Generals Nempde du Poyet durchaus bestätigt und durch überzeugende Nach Nempdes Beobachtungen war die Katastrophe der Unord. nung und der Nachlässigkeit ,n der Jnvastonsarmee sowie der Plünderlust gewisser in Moskau zurückgebliebener Elemente der Bevölkerung entsprungen. Wenn der Brand nicht sofort gelöscht wurde, so lag das weniger an dem Umstand, daß die Pumpen weg- geführt worden waren, als daran, daß Napoleon keinen Bcfebl.qum Löschen gab weil er meinte, die gefluchteten Einwohner durch die Sorge um die Rettung ihrer Wohnstatten zur Ruckkehr bewegen zu können. Die hauptsächlichste Entstchungsursache der Katastrophe aber war die leichte Bauart der Backösen rn den Häusern, die für den starken Betrieb den die Soldaten dort einrichteten, nicht zu- reichte. Auf diese Weise ist ein Teil der Städte und Dörfer beim Durchzug der Armee verbrannt und ebenso Moskau. Als am ersten Abend der Okkupation des Kreml im Bazar Feuer ausbrach und mehrere Häuser einäschert' gelang es. des Brandes Herr zu werden. Am nächsten Tag begann die Plünderung, an der Russen und Franzosen teilnahmen. Am Abend wurden Nempde zwei Brände in der Nähe gemeldet, darunter einer in einem großen steinernen Haus, wo die Soldaten den ganzen Tag Brot gebacken WM. Lempdcs Bemühungen, zu löschen, scheiterten M der oL- Freitagabend, kurz vor 1V Uhr, unter den auf der Straße Kauernden auch Kinder. Mehrere sollen dort übernachtet haben! Das darf nicht sein. Die Eltern müssen selbst so viel Vernunft haben, die Kinder dem traurigen Großstadt- schauspiel fernzuhalten. Auch am frühen Morgen befanden sich neben den Müttern wieder zahlreiche Kinder. Die Not steigt immer höher. Das ärmste Volk möchte finniges Fleisch essen, wenn es nur recht viel hätte,--- und unser Reichsphilosoph aus der Wilhelmstraße, der treuliche Schützer agrarischer Freibeuter, läßt es sich in„gottgewollte? Abhängigkeit" wohl fein beim felbsterlegten Gamsbraten. Wie lange noch...? « Auf der Freibank in Frankfurt a. M. spielen sich fast täglich er- regte Szenen ab, weil viele Hunderte von Leuten, die stundenlang gewartet haben, unverrichteter Dinge umkehren müssen. Besonders schlimm ist es neuerdings. Als Freitag früh die Freibank eröffnet wurde, waren die Bestände schon auAwrkauft; der größte Teil des minderwertigen Fleisches war bereits von besser situierten Leuten telephonisch vorausbestellt. * Die Regierung schweigt noch immer. Der aufreizende Zustand hält noch immer an: die Re- gierung schweigt über ihre Absichten in der Teuerungsfrage. Tag für Tag, Woche für Woche verrannen. Die Minister pflegten noch der Ruhe in ihrem Ferienaufenthalt, während die Massen nach sofortiger Hilfe rufen. Jetzt ist auch der Kanzler nach Berlin zurückgekehrt: aber noch immer verlautet nichts Sicheres darüber, ob die Regierung überhaupt etwas tun will. Schweigt sie aus Scham, weil sie sich wieder unter das Junkerjoch beugen will? Findet sie nicht den Mut, den Fortbestand ihrer Hörigkeit vom Bund der Landwirte einzu- gestchen? Denn, daß die Regierung nichts tun will, weil Oertels Knute mehrfach gegen den Kanzler drohend erhoben wurde, scheint so gut wie sicher zu sein. So wird gemeldet, daß auf die Vorschläge des Mannheimer Stadtrats zur Be- kämpfung der Fleischteuerung das badische Ministerium des Innern folgende Antwort gegeben hat: Die Landesregierung hält ein neues Gesuch an den Reichskanzler wegen Zulassung argentinischen Schlacht- Viehes für aussichtslos. Die„Tägliche Rundschau" meldet'dagegen, daß das Reichsgesundheitsamt um ein Gut- achten ersucht worden ist, ob sich die Einfuhr von Gefrier- fleisch in größeren Mengen ohne Aufhebung oder Abänderung des s 12 ermöglichen lasse. Erst von diesem Gutachten werde die endgültige Entscheidung abhängen. Aber bis dahin werde noch einige Zeit vergehen. Fachleute auf diesem Gebiete haben schon längst ihrer Erfahrung dahin Ausdruck gegeben, daß eine ausgedehntere Einfuhr zu billigen Preisen— und darauf kommt es an— nicht bei Fortbestand des tz 12 möglich ii.st, daß dieser Paragraph aus gesundheitliche Grün- den entbehrlich ist. Hoffentlich blamiert sich das Reichs- gesundheitsamt nicht durch ein weniger sachverständiges ent- gegenstehendes Urteil: die Schwerfälligkeit in feiner Arbeit könnten wir ihm dann vorzeihen. Konservative Frechheit. Nach der„Biebricher Tagespost" äußerte auf der 91. Generalversammlung des Vereins nassauischer Land- und Forstwirte der Vorsitzende Bartmann-Lödicke: „Wenn heute die Zeitungen sich füllten mit Klagen über Flcischnot, so könne doch von einer eigentlichen Fleischnot nicht die Rede sein. Könne doch jeder sein Fleisch er- halten, sofern er nur die Mittel habe, es zu bezahle n." Wer nicht zahlen kann, braucht nicht zu essen«! Das ist echte Agrarierweisheit Roher kann man die Not der Armen nicht verspotten. Bergarbeiterlöhne und Hanshaltskosten. Die Montanindustrie hält gegenwärtig eine reiche Ernte. Die Preise für Eisen und Kohle sind in ständiger AufwärtSbcwegung be- griffen und der Absatz gestaltet sich so lebhaft, daß ihm angeblich die Produktion gar nicht in gleichem Tempo folgen kann. Die Dividenden werden im Hinblick auf die erzielten Riesengewinne kräftig erhöht und die Unterbringung der Betriebsüberschüsse verursacht den Leitern der großen Werke schon ziemliches Kopfzerbrechen. Abschreibungen können kaum noch in höherem Maße als bisher vorgenommen werden und auch die Reservefonds sind schon überreichlich dotiert- Daß dem„Armeekorps der Kohle" und den Arbeitern der Hütten- und Salzwerke angesichts der herrschenden Teuerung eine höhere Beteiligung am ProduktionSertrage recht wohl zu gönnen sei, will den Schwerindustriellen allerdings noch immer nicht einleuchten. Während die Lebensmittelpreise und die Wohnungsmieten in auf- fallender Weise steigen, erhöht sich das Einkommen der Arbeiter in den Hanptgebieten der Montanindustrie nur in einem recht lang- samen Tempo. Im Steinkohlenbergbau betrug der durch- schnittliche Schichtverdienst im 2. Ouartal 1912 4,58 M. gegen 4,30 M. im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Der durchschnittliche Ouartalsverdienst ist gleichzeitig von 313 auf 343 M. gestiegen. Es sei bemerkt, daß im Juni 1912 die Kosten des wöchentlichen NahrungS- mittelaufwandes einer vierköpfigen Familie im Deutschen Reiche um 1,88 M. höher waren, als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Auf das Ouartal berechnet ergibt sich hieraus eine Steigerung der Haushaltskosten um 24,44 M. Da die Kosten des Nahrungsmittel- aufwands nur 50 Proz. des ArbeitereinkommenS absorbieren sollen, hätte der Ouartalsverdienst um 48,88 M. steigen müsien, wenn daS Lohnniveau im gleichen Grade sich erhöhen sollte, wie die Kosten der Lebenshaltung. Die Bewegung deS Ouartalsverdienstes in den wichtigeren Bezirken des Steinkohlenbergbaus ist in nachstehender Tabelle in Vergleich gesetzt zur EntWickelung der Kosten des Nahrungsmittelaufwands: Kosten des Nahrung»« Im I Äot Mittelaufwands Im 2. Ouartal Jm 2 Quartal 1911 1912 1911 1912 Oberschlesien I. 1 235 254 804 826 Dortmund.,». 850 885 306 824 Saarbrücken... 278 800 822 838 Aachen..... 340 870 842 846 Aus dieser Uebersicht geht deutlich hervor, daß e» dem Berg« arbeiter bei normalem Verdienst einfach unmöglich ist, eine Frau und zwei Kinder angemessen zu ernähren. Gehen doch in Ober- schlesien sowie im Bezirk Saarbrücken die Haushaltskosten, die nur die Hälfte des Einkommens ausmachen sollten, noch weit über den Ouartalsverdienst hinaus. In den Braunkohlenrevieren ist die Lage der Bergarbeiter nicht günstiger. Im Oberbergamt Halle verdiente ein Arbeiter im zweiten Onartal 1912 durchschnitt- lich 278 M., das sind 6 M. mehr als im entsprechenden Zeitabschnitt 1911. Die Kosten des Nahrungsmittelaufwands stellten sich im zweiten Vierteljahr 1912 in Halle auf 854 M. gegen 334 M. im Vorjahre. Im linksrheinischen Braunkohlenrevier ist der Ouartals- verdienst im letzten Jahre von 294 auf 391 M. gestiegen. Die Haushaltskosten erhöhten sich von 337 auf 351 M. In diesen Tagen hat der„Phönix", Aktiengesellschaft" für Bergbau und Hüttenbetrieb in Hörde, seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1911/12 herausgegeben. Der Betriebsgewinn dieser Gesellschaft betrug bei einem unveränderten Aktienkapital von 106 Millionen Mark 37,23 Millionen Marl gegen 33,58 Millionen Mar! im Vorjahre. Dem- entsprechend konnte die Summe der verteilten Dividende von 15,90 auf 19,08 Millionen Mark erhöht werden. Das bedeutet eine prozentuale Steigerung der Dividende von 15 auf 18 Proz. Der durchschnittliche I a h r e s l 0 h n der auf den Phönix-Wcrken und -Zechen beschäftigten Arbeiter ist gleichzeitig von 1 529,43 M. auf 1 600,91 M. oder um 1,87 M. pro Woche gestiegen. Die Kosten deS wöchentlichen Nahrungsmittelaufwands einer vierköpfigen Arbeiter- familie erhöhten sich aber in Hörde, dem Sitz der Gesellschaft von 24,81 auf 25,74 M. oder um 1,93 M. Auch dieses Beispiel zeigt. daß trotz günstiger Konjunktur die L e b e n S h a l t u n g der in der Montanindustrie beschäftigten Arbeiter sich von Jahr zu Jahr v e r« schüchtert. Steigende Fleischnot. Die Fleischteuerung hat auch in Fürth i. B. einen rapiden Rück« gang der Schlachtungen zur Folge, obwohl in den letzten Jahren eine andauernde Abnahme des Fleischverbrauchs auf den Kopf der Bevölkerung zu verzeichnen war. Da Fürth keinen starken Fremden- Verkehr hat, der insbesondere nicht in einzelnen Jahren steigt oder gemeinen Disziplinlosigkeit. Während der Nacht brachen andere Brände zweifellos unter den gleichen Umständen aus, und am Morgen war das Unheil nicht mehr aufzuhalten. Es ist zweifellos, daß die Moskauer Einwohner nicht davon in Kenntnis gesetzt waren, daß die Stadt angezündet werden würde, und sicher haben sie sie nicht selbst angezündet. Nempde, der die Stadt durcheilte, um sie noch vor ihrer Zerstörung zu sehen, berichtet, daß er nirgends eine methodische Brandstiftung wahrgenommen habe. Die Legende wird schon dadurch widerlegt, daß die russische Armee an 20 000 Kranke und Verwundete zurückgelassen hatte. Auch hätte die russische Re- gierung, wenn sie Moskau auf Grund eines vorbedachten Planes geräumt hätte, nicht ungeheure Waffen- und MunitionSmassen zurückgelassen. Vor allem aber ist zu bedenken, daß sie die Zer- stövung Moskaus vor dem Einmarsch der Franzosen viel sicherer durchführen konnte. Richtig ist, daß die Pumpen weggeführt worden waren, aber nur die der städtischen Verwaltung, nicht die sehr zahlreichen in den Privathäusern. Trotzdem hätte man ernst- sich ans Löschen denken können, aber Napoleon gab keinen Befehl dazu. Indem er Moskan ruhig weiterbrennen ließ, glaubte er die Bewohner zur eiligen Rückkehr veranlassen zu können Darin hat er sich getäuscht. Theater. Deutsches Theater:„Don Juan", Tragödie von Karl Sternheim. Die Geschichte endete mit einem argen Theaterskandal. Das Prcmierenpublikum, dem man heutzu- tage eine Bereitwilligkeit, auf alle möglichen Experimente und Seltsamkeiten einzugehen, gewiß nicht ablprelllen kann, folgte dem Zickzack deS Dramas«ine gute Strecke aufmerksam und wohlwollend. Der Verfasser der grotesk burleske»„Hose" und der„Kassette" hatte von vornherein einen Stein im Brett. Wenn ein Schriftsteller von so prononzirt satirischen Tendenzen den Juan d'Austria, den un- ehelichen Sohn Karls V., den Halbbruder Philipps II- und Sieger vieler Schlachten zum Helden einer„Tragödie" macht, so— meinte man— wird er in diesem Stoffe etwas Neues, der eigenen ironischen Grundstimmung Verwandtes zum Ausdruck bringen wollen. Etwa wie Shaw, wenn er im„Schlachtenlenker", in„Antonius und Kleopatra' Exkurse ins Historische unter- nimmt. Sternheim schleift seinen Don Juan, den er im engsten Anschluß an den der Oper als den ewig unersättlichen Verführer zeichnet, in atemloser Hetze durch ein Tohuwabohu der unglaublichsten Situationen. Man denkt dabei zunächst an Sinn und Absichr, daß er durch dieses Springende impressionistisch wirken, im hastigen Borübereilen farbige Eindrücke suggerieren will. Mag er daneben greifen, darum könnte ein Versuch, die strenge übersichtlich klare Folge von Begebenheiten und Handlungen, die man im Drama sonst gewohnt war, in lauter einzelne Momente aufzulösen, dennoch Bedeutung haben. Sodann scheint hier und da bor allem in den Glossen, mit denen Rigio, Juans phlegmatischer Diener, die Streiche und Ekstasen seines Herrn begleitet, eine spezifische Note anzuklingen, die wohl zum Leitmotiv des Ganzen hätte werden können: eine auflösende, über- legene, das Tragische zur Farce verkehrende Ironie. Zmn mindesten die Meisterschaft, mit der Viktor Arnold, der nachdenkliche große Komiker, die Rolle spielte, legte den Gedanken an solche Möglich- ketten nahe. Aber je weiter der Abend vorrückte, um so mehr schwand jede Hoffnung, um* so klarer wurde es, daß der Verfasser selbst nicht wußte, was er wollte. Die Szenen torkelten am Ende wie trunken durcheinander. Juan, der die Mutter seiner angebeteten Marie verführt, ihren Vater ersticht, steckt dann ihr Hang in Brand, um sie im Schlafgemach zu überraschen, findet aber leider nur noch Zeit, sie aus den Flammen zu erretten. Plötzlich erinnert sich der Dichter, daß der historische Juan dÄustria ein ruhmreicher Feldherr war, der für den spanischen Philipp kämpfte, und, wie aus den Wolken gefallen, taucht dann auch Philipp in des Stückes Mitte ans. Er preist Don Juans„edles" Wesen und schickt ihn zu den Truppen in die Niederlande. Maria wird indes des Königs Liebste. Eben noch herzinniglich in Don Juan der- schössen, kann sie sich jetzt vor Philipp in deklamatorischen Rachereden nicht genug tun. Die Abgeschmacktheit erreicht in diesen Szenen Gipfelpunkte, bei denen nnivillkürlich höhnisches Gelächter losbrach; und als der Spanierkvnig einen Brief nnt der unwilligen Bemerkung: „Wer hat denn diesen Unsinn geschrieben" auf den Tisch warf, ward diese ungewollte Selbstkritik mit lautem Jubel im ganzen Hause be- grüßt. Es passiert dann sonst noch allerlei. Schließlich— keiner konnte wissen, ob's zu Ende sei— fiel dann, freudig alklamiert, der eiserne Vorhang. Das Stück vor mehreren Jahren als Buch erschienen(im Insel- Verlag, Leipzig), ist auf der Bühne abgetan. Man begreift nur nicht, wie Reinhardts Dramaturgen es zu einer solchen von vornherein vollständig aussichtslosen Probe treiben konnten. Schade um die malerisch originellen Hintergründe, die Stern entworfen. Schade rnn die vergeblich aufgewandte Kraft der Schauspieler und der Regie. Von Viktor Arnold war schon gesprochen. Eine glanzvolle Leistung bot Moissi in der Hauptrolle. Wegners Philipp wirkte in seilten ersten Szenen markig, kraftvoll. Nur die Besetzung der Maria mit einer jungen Darstellerm, deren Stimme in der Leidenschaft den Klang verlor, paßte in die sonst sorgsam abgetönte, von Holländer inszenierte Darstellung nicht hinein. ät. Humor und Satire. Vom erfreulichen Ergebnis. Der„Vorwärts" stellte fest,«daß vor«den Berliner„Freibänken",«wo das gering- wertige, wenn auch noch nicht gesundheitsschädliche Fleisch aus dem Viehhof abgegeben wich, Tausende die Nacht durch(zum Test»olle fflllt, geben die Schlachtziffern ein annähernd zuverlässiges Bild vom Berbrauch. Die gegenwärtige Fleischteuerung brachte aber ein Ereignis, das bis jetzt einzig dasteht. Am letzten Sonntag hatten olle Pfrrdcmctzgcreicn schon in den Morgenstunden ausverkauft. Als die ständigen Kunden der Pferdemetzger ihren Sonntagsbedarf decken wollten, fanden sie die Läden leer. Aus den Reihen derer, die sich des Fleischgenusses enthalten müssen wegen der hohen Preise, waren viele neuen Freunde des Pferdefleisches erstanden. Sie wollten für den Sonntag auch wieder mal ein selten gewordenes Fleischgericht auf dem Tische hoben und kauften schon Sonnabend ein. Auf diesen starken Ansturm waren die Pferdemetzger nicht vorbereitet. Schweine aus Dänemark und Holland. In Dänemark und Schweden werden� wie die„Deutsche Flcischer-Zeihing" meldet, wöchentlich 40— 45000 Schweine für den Export geschlachtet. Der weitaus größte Teil geht leicht gesalzen und knochenlos gemacht nach England, während ungefähr 1000 Schweine wöchentlich frisch geschlachtet durch Teutschland vom Norden, nach der Schweiz ausgeführt werden. Die Einfuhr lebender Schweine aus Dänemark ist seit 15 Jahren verboten, obgleich Däne- mark, wie auch unsere Reichsregierung, weiß, völlig seuchenfrei ist. Wenn die jetzt gefahrlose Einfuhr lebender Schweine von Dänemark gestattet würde, würden mindestens 25—30 000 lebende Schweine von Dänemark und Schweden wöchent- lich den deutschen Märkten zugeführt werden» und da bei uns die Zkotierung für Schweine jetzt schon auf 90 M. per Zentner gesttcgen ist, wäre es Pflicht unserer Reichsregierung und des Bundesrates die Einfuhr lebender dänischer und schwedischer Schweine sofort zu gestatten. Der Zoll beträgt 9 M. per 100 Kilo Lebendgewicht, während er vor dem 1. März 1900 nur 5 M. per Schwein betrug, ohne Rücksicht auf das Gewicht. Die Gestattung der Einfuhr dieser lebenden Schweine würde eine Erleichterung der Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Schweinefleisch zur Folge haben. Die Oeffnung der holländischen Grenze, die ebenfalls für lebende Schweine noch Deutschland ge- sperrt ist, würde ebenfalls von Bedeutung sein. Seit einem Jahre hat Frankreich die Einfuhr lebender holländischer Schweine ge- stattet und 10—15 000 Schweine werden jetzt wöchentlich von Holland nach Frankreich exportiert. Kommune» und Teuerung. In der Stadtverordnetenversammlung zu Magdeburg kamen Interpellationen zur Lebensmittelteuerung zur Verhandlung. Die Teuerungskommission schlug vor, daß durch die Stadt aus den skandinavischen Ländern Schlachtvieh eingeführt wird, zu welchem eine besondere Kommission unverzüglich nach den Quarantäne- stationen entsandt werden soll, um Vieh einzukaufen. In der gleichen Weise soll durch die Stadt die Einfuhr von frischem Fleisch und ge- frorenem Fleisch aus Argentinien in die Wege geleitet werden. An die Regierung soll eine Petition gesandt werdem in welcher u. a. die Erleichterung der Einfuhr von Vieh und Fleisch aus dem Auslande durch AuiHeburig der darauf ruhenden Zölle und der nicht unbedingt erforderlichen veterinärpolizeilichen Vorschriften sowie die Beibehaltung der Frachtermäßigung für den Bezug von See- fischen gefordert wird. Schließlich schlug die Teuerungskommission noch vor, den im vorigen Winter von der Stadt vermittelten Ver- kauf van Sceftschen in erweitertem Maße wieder einzuführen, und aus die Abendstunden zu verlegen, um besonders der arbeitenden Bevölkerung günstigere Einkaufsmöglichkeiten zu verschaffen.— Der Magistrat erklärte sich mit den Vorschlagen einverstanden. Vom MagistratSredner wurde mitgeteilt, daß die Handelskammer sich der Eingabe an die Regierung anschließt, und daß sich eine größere Anzahl Magdeburger Jndustriefirmen bereit erklärt hätten, gemeinsam mit dem Magistrat Schritte zur Abwehr der Teuerung zu, unternehmen. Die Vorschläge der Teuerungskommssion wurden von der Stadtverordnetenversammlung nahezu einstimmig ange- uoimnem Dem Strahburger Gemeinderat lagen folgende Vorschläge einer eingesetzten Spezialkommission vor: Eingabe an den Bundesrat und Reichstag sowie an die Landesregierung, bezweckend Erleichterung der Schlachtvieheinsuhr aus den Nachbarländern durch eine mit der Erhaltung der heimischen Viehzucht verträgliche zeitweise Herab- setzung der Zölle und Milderung der veterinärpoKzeilichcn Vorschriften,— versuchsweise Einführung von Gefaierfteisch unter gleichzeitigen Eingaben, bezweckend Miloerung reS§ 12 des Fleisch- beschaugesetzeS und Herabsetzung des allzu hohen Zollsatzes zur Er- möglichung dieses Versuches,— Ersuchen an den Bundesrat um Beteiligung des Straßburger Schlachthofes an der kontingentierten Vieheinsuhr aus Ocsterreich-IIngarn;— Gestuh an die Reichseisen- bahn um ermäßigte Tarife für Vieh- und Fleischtransporte,— so- fortige Errichtung einer städtischen Mastanstalt für Schweine, wenn möglich in Verbindung mit einer ländlichen Genossenschaft,— regelmäßige Feststellung der Schlachtvieh- und Fleischpreise und Vcrsolgung ihrer Spannung.— sofortige Inangriffnahme der Vor- arbeiten zur Gründung einer Viehmarktsbank, die den Metzgern Barkredit vermittelt und ihre genossensthaftlichen Bestrebungen auf 14 Stunden) anstanden, um ein paar Pfund minderwertiges Fleisch zu erobern. Von Fleischnot ist bei unS bekanntlich keine Spur, und auch dieses erfreuliche Ergebnis beweist die Trefflichkeit unserer Wirt- schaftlichen Zustände. Erstens die Kaufkraft des Publikums! Denn nur«in ganz besonders kaufkräftiges Publikum wilch die ganze Nacht durch an- stehen, wie an der Theaterkasse, wenn Caruso singt, bloß um kaufen zu können. Zweitens beweist's die staunenswerte deutsche Volksgesundheit! Nur ein ganz gesunder Mensch kann bei Wind und Metter 14 Stun- den im Freien stehen, wegen etlicher Kilo Kuhfleisch. So gesund ist nur ein vorzüglich ernährtes Volk— werden wir nächstens in der„Nordd. Allg. Ztg." lesen.(„Jugend".) Sprachseinheiten. Oberlehrer:„Können Sie mir »inen volkstümlichen Ausspruch nennen, der Schmerz ausdrückt?" „Herrgott, Hab' i Hunger!" „Gut! Jetzt sagen Sie mir eine Interjektion, die Freude «usdrückt." «Herrgott, Hab' i Durst!"(„Der abstinent« Arbeiter".) Wonzcu. —. Die CarusitiS nimmt wieder bedenkliche Formen in Berlin an. Bei der kgl. Oper waren bloß 30 000 Vorbestellungen aus BillettS erfolgt. Diese muffen schritltich(mit bezahlten Ant- wortlarten) an die Generalintendantur eingereicht werden. An der Lotterie, in der— wie in den meisten Lotterien— überwiegend Nieten gezogen werden, hat nur die Post ihre Freude, da sie an SOOO M. daran verdient. � _ Ein Dekadent über die Dekadenz. In der nach- revolutionären russischen Literatur hat sich(abgesehen von der sozialistisch beeinflußten) eine starke Dekadenz bemerkbar gemacht. Artzibaschew der typische Vertreter dieser Literatur, der Autor deS veiiimistisch-schwülen Sanin. bat diese ganze Richtung und sich selbst treffend so charakterisiert:„Die Unkultur der Masse ist eine große Sünde aber eS ist ja Sache der Literaten, dte Maffe zu kultivieren. Können wir aber auch ein Körnchen Kultur nur heute geben? Wir find selbst schwach und unkultiviert, w-r haben femen originellen Gedanken int Kops, wir können kein wahrhaft künstlerisches Erzeugnis schaffen und auch nickt einmal unierhaltend schre.�,, Wodurch sollten wir also belehren, ergötze» oder veredeln? Mit Ausnahme von zwei, drei Männern denken dre gegenwärtigen Literaten an mcht» weiter als an ihren eigenen Erfolg, an die Zeitungsreklame und an �«uTffintnd dieser Erkenntnis will Artzibaschew, nach dem„Berl. Taaebl.". nun— nicht etwa der Literatur sich entschlagen, sondern «tnen neuen Roman(«Der Zerfall der Intelligenz") schreiben. rationelle Verwertung aller Nebenprodukte ihres Gewerbes unterstützt.— Die Vorschläge wurden vom Gemeinde rat akzeptiert. Ein Zusatzantrag, der die Einberufung des Rechstages fordert, wurde ebenfalls angenommen. Eine Abordnung des Vorstandes des sozialdemokratischen Wahl Vereins in Hannover war beim Magistrat vorstellig wegen der Teuerung. Ter Stadtsyndikus Ehl teilte mit, daß der Magistrat schon eine Kommission von vier Mitgliedern eingesetzt habe, um sich eingehend mit der Frage der Teuerung und eventuelle Abhilfe- mittel zu beschäftigen. Zu dieser Kommission hat jetzt auch das Bürgervorsteherkollegium(Stadtverordnete) vier Mitglieder bestellt. Im Herbst vorigen Jahres stand die Stadtverwaltring auf einem anderen Standpunkt, da erkannte man keine Fteischnot atr und sprach von„Wahlmache". Die graue Theorie der Herren vom Magistrat kam in der Unterredung auch darin zum Ausdruck, daß ein Magistratsmitglied darauf, hinwies, daß der im Vorjahr und im Winter eingerichtete städtische Fischmarkt keinen, Erfolg aufzuweisen gehabt habe,„trotz guter und billiger Ware im auZreichenden Maße".— Die Preise waren keineswegs so. um für eine Arbeiter- samilie billig genannt werden zu können» denn eine reine Fisch- Mahlzeit hätte sich auf mindestens 30 Pf. bis 1 M. und darüber gestellt. Das ist für Fisch viel zu teuer. In der Stadtverordnetenfitzulng in Detmold gab Oberbüvger- meister Wittje auf die Eingabe und Anregung des sozialdemokra- tischen Stadwervroneten folgende Erklärung ab:„Der Magistrat hat beschlossen� den lippischen Bundesratsbcvollmächtigten zu er- suchen, für die Aufhebung bezw. Herabsetzung der Zölle auf Lebens- mittel unb dafür einzutreten, daß die Einfuhr von einwandfreiem lebendem und Schlachtvieh nach Möglichkeit erleichtert wird. Der lip- pische Minister werde in entsprechender Weise verständigt werden." Dre Stadtverordnetenversammlung beschloß dann einstimmig auf Antrag der sozialdemokratischen Vertreter, eine Kommission zu bilden, die sofort mit dem Magistrat, gegebenenfalls unter Zu- ziehung des Vorstandes der Schlächterinnung, über Maßnahmen zur Linderung des Notstandes beraten soll. Kundgebungen gegen die Teuerung. Im Reichstagswahlkreise Kottbus-Svremberg wurden in der letzten Woche in den vier größeren Städten und Orten äußerst imposante Protestversainmlungen abgehalten. In KottbuS betrug die Teilnehmerzahl über äOOO und in Spremberg über 1200. Wegen der auch in diesem ländlichen Kreise recht sühlbaren Preissteigerung aller wichtigen Lebensmittel kam es in KottbuS und Spremberg an mehreren Marktlagen zu Markttumulten._ Fünfzehn Proteftversammlungen wurden im Wahlkreise Raum- burg-Weißenfels-Zeiy abgehalten, dreizehn Versammlungen im Wahlkreis BreSlau-Land. Weitere Kundgebungen fanden statt in Kleinwittenberg und F ü r st e n w a l d e. Originelle Bekämpfung der Fleischnot. Die italienische Regierung ist auf die merkwürdige Idee ver- fallen, die Fleischnot durch eine neue Abgabe zu bekämpfen. Vom 10. September dieses Jahres an wird von jedem Kalb, das ohne Schneidezahn geschlachtet wird, eine Extrasteuer von 2 Lire erhoben» Die Erhebung geschieht durch die Gemeinde, abev das Geld fließt zu Dreiviertel der Staatskasse zu. zugunsten eines besonderen Fonds zur Hebung der Viehzucht. Zweck der Abgabe ist. die Schlachtung der kleinen Kälber, die im Interesse der Milch- Produktion, nicht aber in dem der Fleischproduktion liegt, möglichst zu beschränken. In Mailand werden zum Beispiel alljährlich 80 000 Milchkälber geschlachtet. Würde man diese Tiere auch nur noch einige Monate aufziehen» so würde das Angebot an Schlacht- Vieh nicht unwesentlich steigen. Freilich gibt es einfachere Mittel gegen die Fleischnot, so die Herabsetzung oder Abschaffung der Zölle und Oktrois, aber diese fallen der Regierung nicht ein, Die„Soziale Aoche" in Zürich II. Der unter der Leitung von Professor Dr. v. Mahr- München stattgefundene Kongreß für Sozialversiche- r u n g behandelte die Ausdehnung des BersicherungszwangeS auf die höheren Berufe, die Hausgewerbetreibenden und Selbstän- digen; die Ergänzung der obligatorischen Rückversicherung durch eine freiwillige Kapitalversicherung(Volksversicherung)! Belastung durch die Sozialversicherung und internationale Unfallstatistik. Der Referent über die Ausdehnung des VersicherungSzwangcs, Professor Dr. P i l o t h- Würzburg, konstatierte unter an- derem, daß in Sachsen nur«.in Viertel der Selbständigen mehr als 2500 M. verdienen und demnach 75 Proz. derselben versiche- rungsbedürftig sind, wenn man das genannte Einkommen als Versicherungsgrcnze annehmen will. Der Referent empfahl die freiwillige Versicherung, da sich die Selbständigen durch den Ver- sicherungszwang gekränkt fühlen würden. In der Diskussion wurde diese Ansicht korrigiert durch den Hinweis auf die Forderung der Zwangsversicherung seitens der deutschen Handwerkerorganisationen Beschlossen wurde, über die Frage der Versicherungsart. ob staatlich oder privat oder genossenschaftlich, fakultativ oder obligatorisch, eine Enquete vorzunehmen, eine beliebte Form der vorläufigen Er- ledigung schwieriger Probleme auf derartigen Kongressen. Die Belastung durch die Sozialversicherung behandelte Dr. Freund- Berlin an Stelle des abwesenden Dr. Zach-München, aber an Hand der bezüglichen Broschüre des- selben. Der Referent hatte den Einfall, die 3- bis 3'/h Proz. des Arbeitslohnes ausmachenden Beiträge des Arbeiters an die Sozial- Versicherung in Parallele zu stellen mit dessen Beiträgen an Ge- werkschaft und Partei sowie sonstige Vereine und zu konstatieren. daß die Versicherungsbeiträge immer noch gering sind. Dr. Freund will als eine gute Folge der deutschen Sozialversicherung die Milde- rung der sozialen Kämpfe erkennen. Jedenfalls ist solche nur auf Seite der organisierten Arbeiterschaft vorhanden. Denn das fa- natische ZuchthauSgeschrei und die ewigen Scharfmachereien der Unternehmer und ihrer Söldlinge kann man gewiß nicht als„mil- dere Kampfcssornwn" bezeichnen. Bcachtungswert ist die freilich nicht mehr neue Feststellung des Referenten, daß in Deutschland Gewerbe. Industrie, Handel usw. unter der Herrschaft der Sozial- Versicherung gehoben und gefördert worden sind. Auch Staat und Gemeinde haben davon viel gewonnen. Dr. Freund berührte auch die Wichtigkeit der Anlegung von Versicherungsgeldern zu sozialen Wohlfahrtszwccken und in Gemeinde-, Staats- und Reichsanleihen zur Erleichterung der Finanzgebarung. Unser Genosse Lorenz- Zürich teilte in der Diskussion mit, daß das Schweizerische Arbeitersekrctariat durch seine im Gange befindliche Haushaltungsstatistik auch die Belastung des Arbeiter- budgets durch die soziale Versicherung ermitteln werde. Der Aache- ner Bergrat Weydtmann berichtete, daß der deutsche Bergbau an die Knappschaftskassen und die übrige Versicherung rund 250 M. für jeden Bergmann ausgibt.. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, welche die Erhebung von allgemeinen Statistiken, aus denen die Be- lastung des Arbeitcrbudgets durch Versicherungsauslagen analog der vom schweizerischen Arbeitersekretariat ausgeführten hervorgeht, be- grüßt und das Bureau beauftragt, unter Assistenz von zugezogenen Fachleuten das Programm, die Methode und den Umfang oer auf- zunchmeudcii Statistik zu bestimmen und die Resultate hernach einer neuen Konferenz und den Landessektionen vorzulegen. Zur Unfallstatistik befürwortete Kleiu-Berlin die Annahme einer einheitlichen Methode für alle Länder, um leichter zu der angestrebten internationalen Unfallstatistik zu kommen. Die Deleziertenversammlung der internationalen Bereinigung für gesetzliche» Arbeiterschutz tagte unter dem Präsidium unseres Genossen Regierungspräsident Scherrer-St. Gallen. Sie war von nicht weniger als 45 Regierun- gen durch Delegierte beschickt, so daß sie geradezu ein offizieller Kongreß von Ministern bezw. Regierungsvertretern war. Zum erstenmal vertreten waren die Regierungen von Finnland, dessen Delegierte von Scherrer besonders warm begrüßt wurden; von Rußland, Griechenland, Brasilien und Australien. In seinem Eröff- nungswort machte der Präsident die Mitteilung, daß in wenigen Monaten eine internationale Ministerialkonferenz zusammentreten werde, um zwei durch die internationale Vereinigung vorberatene Fragen zum endgültigen Abschluß zu bringen(Verbot der Nacht- arbeit der Jugendlichen und die internationale Festsetzung der zehnstündigen Arbeitszeit für Frauen und Jugendliche), die vom Bundesrat auf das Frühjahr 1913 einberufen worden ist. Wir wollen hoffen, daß diese Arbeit von allen in Frage kommenden Ländern gewürdigt und eingeführt werden wird, zum Wohle der gesamten Arbeiterklasse. In seiner Begrüßungsansprache warf der Züricher Regierungs- rat Nägeli einen Rückblick auf die Geschichte der Arbeiterschutz- gffetzgcbung des Kantons Zürich. Schon 1779 sei das erste Arbeiter- schutzgesetz im Kanton Zürich erlassen worden, das den in der Heimarbeit beschäftigten Kindernppten■ kragen u.Maascbetten, bell und dunkel ]V/Tn__0—«us Eiderdaunenstoff, morgenrOCK Stofifkragon und Man- 1 1 Cn schetteu, mit gesteppten Atlasblendeu... 4* MnrcTAnri-kr-lr aus wollen. Velours, ah- morgenrOCK stechender Stoffkragen, 1 4 Cn Paspel und Knoplgaruierung. mod. Farben*.»«U CKsawinfL-loiel mit Spitzenkragen, far V�neVlOIKieia digem Seidenpaspel. OC en Glasknopfgarnitur, moderne Sohossform.. Rock sattelartig gestickt, mit Seidengürtel 42.00 aus Eiderdaunenstoff, morgenrOCK Geishaform mit breiter, reich bekurbelterYelvetblendo hell u. dunkel 21.50 Jupons Halbwollener Tuchrock mit bunter Satinbordiire............ Wollen. Veloursrock voiant!866" Säumchen und Tressen garniert gebrannter Volant mit iviuii c;i reicher Tressengarnitur, moderne seitlich geschlitzte Form..... 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Langsam nur, sehr langsam bricht sich in d'en Kulturstaaten bie Erkenntnis Bahn, daß man mit der Boltskraft Raubbau treibt, wenn man den Müttern, als Trägerinnen der kommenden Gene- ration, Schutz vor Gcsundheitsschädigungcn und Fürsorge vor materieller Not versagt. Tie Geburtenziffer mußte in den Kul- turländcrn erst erheblich zurückgehen und die Sorge der Herrschen- den erregen, daß das Kapital in absehbarer Zukunft nicht genug „Hände", der Militarismus nicht genug Kanonenfutter haben könnte, um die Einsicht zu wecken, daß es nicht nur menschlich und gerecht ist, die Mütter besonders zu schützen, sondern daß dies vor allem im Interesse der Gesellschaft selbst liegt. Mit der Entwickelung der Frauenerwerbsarbeit zu einer Massenerscheinung ist die ohnehin hohe Gesundheitsgefährdung der Schwangeren und der Wöchnerinnen noch erheblich gestiegen. Zu früh nach der Entbindung aufgenommene Erwerbsarbeit schädigt die Mutter oft dauernd, indem sie Unterleibsleiden der- ursacht oder die Milch vorzeitig versiegen läßt, so daß der Säug- ling künstlich ernährt werden muß. Die einzig naturgemäße Nahrung für den Säugling ist aber bekanntlich die Muttermilch. Von 100 Flaschenkindern sterben im ersten Lebensjahre sechs- bis siebenmal soviel wie von Brustkindern. Das Stillen ist aber in erster Linie— wie durch zahlreiche Versuche wissenschaftlich de- wiesen wurde— eine Frage der Ernährung der Mutter. Bis zum Beginn der Geburt durchgeführte Erwerbsarbeit schwächt die Mutter und schäoigt das Kind in ihrem Schöße. Ein sehr großer Prozentsatz solcher Neugeborenen bleibt 300 bis 360 Gramm unter dem Normalgewicht, und die Schwangevschaftsdauer der bis zuletzt erwerbstätigen Frauen wird durchschnittlich um drei Wochen der- kürzt. Auch Fehl- und Frühgeburten sind bei erwerbstätigen Schwangeren sechs- bis siebenmal so hoch als bei solchen Frauen, die sich schonen können, ganz abgesehen von der verhängnisvollen Wirkung gewisser gewerblicher Gifte auf den Körper der Frau und die Frucht ihres Leibes. Mutterschutz ist also auch Säug- lingsschutz. Inwieweit hat man nun in den einzelnen Staaten auf Grund dieser Erkenntnis Einrichtungen zur Fürsorge für Mütter und Säuglinge geschaffen? Soweit England, Frankreich, Italien, Nor- wegen, Schweden, Ungarn und Holland in Frage kommen, finden wir ausführliche Angaben in den unter dem Titel„Mutter- schütz und Sexualrefor in" in deutscher, französischer und englischer Sprache erschienenen Berichten des 1. Internationalen Kongresses für Mutterschutz und Scxualreform in Dresden. (Breslau 1312, Verlag von Preuß u. Jünger. 138 Seiten.) In England ist das Universalheilmittel für alle sozialen Not- stände das Workhouse, das Armenhaus, das Bedürftigen Obdach, Nahrung und ärztliche Behandlung im Spital gewährt. Alles übrige wird der privaten oder genossenschaftlichen Initiative über- lassen. TaS Workhouse ist so verachtet, daß nur die allcrärmsten oder verkommensten Frauen in ihrer schweren Stunde dort Zu- flucht suchen. Außerdem wird nach britischem Recht eine vcrhei- ratete Frau nur mit ihrem Manne zusammen in das Workhouse aufgenommen: die Folge Hierdon ist, daß fast nur unverheiratete Mütter diese Zufluchtsstätte aussuchen, während die verheirateten in ihren elenden Behausungen sterben und verderben können. In den letzten Jahren soll man hier und da etwas weniger streng gegen die Aufnahme verheirateter Frauen in das Workhouse ge- worden sein, was aber an dem Urteil über die skandalöse Dürf- tigkeit der Mütterfürsorge in dem reichen, mächtigen England nichts ändern kann. Was der Staat sonst noch auf diesem Ge- biete gewährt, ist eine Unterstützung von 3 Pfund Sterling— 60 M. und 4 Pfund oder 80 M. für— Drillings- oder Vierlingsgeburten. In der Tat: eine imponierende Leistungt Für den Schutz der Säuglinge hat England außer in einigen Wohltätig- keitsanstalten bisher nichts getan. Das Workhouse nimmt Kinder nur in Begleitung der Eltern auf. Andere Wohltätigkcitsvereini- gungen nehmen sich besonders der sogenannten„gefallenen" Mädchen an. Für ihre Säuglinge gibt es ein Findlinghospital. Die Alimente, welche die uneheliche Mutter von ihrem Verführer beanspruchen kann, dürfen 8 Schillinge— SM. für die Woche nicht übersteigen, und auch diese dürftige Beihilfe ist sehr häufig gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten beizutreiben. Die Lage der unehelichen Mutter ist demnach in England, wo die Moral- Heuchelei noch widerwärtiger auftritt als anderwärts, eine so traurige, daß man mit Faust ausrufen möchte: Der Menschheit ganzer Jammer faßt mich anl In Frankreich hat. als der Staat trotz des ungewöhnlich starken Geburtenrückgangs versagte, privates Eingreifen die Mutualite Maternelle, die Mutterschafsversicherung auf Gegen- seitigkeit, gegründet. Gegen einen Jahresbeitrag von 3 Fr. ge- währt die Mutualite ihren Mitgliedern das Recht auf eine Unter- stützung von 48 Fr., damit sie sich und ihr Kind nach der Geburt vier Wochen lang pflegen können unter der Bedingung, daß sie sich jeder Erwcrbsarbcit enthalten. Außerdem erhalten die Mütter, welche ihre Kinder selbst nähren, eine Stillprämie von 10 Fr. Die Mutualite Maternellc wurde in Paris für eine bestimmte Schicht von Arbeiterinnen gegründet. Im Jahre 1304 wurde sie auf alle Arbeiterinnen, Angestellten und Hausfrauen des Seine- Departements ausgedehnt, von wo die Einrichtung sich rasch in ganz Frankreich verbreitete. Die Schwangerenfürsorge erstreckt sich auf dreimalige ärztliche Untersuchung vor der Entbindung. Außerdem hat man Beratungsstellen für Mütter geschaffen sowie Milchküchen, aus denen Säuglingen, deren Mütter zum Stillen unfähig sind, einwandfreie Milch geliefert wird. Schon diese bc- scheidcnc Hilfe für Mütter und Säuglinge Hai bewirkt, daß in den von der Mutualite erfaßten Kreisen die Säuglingssterblichkeit rapid sank bis auf 4 und S Proz., während die Durchschnittsziffcr für Frankreich 14 Proz. beträgt. Auch auf dem Lande beginnt die Mutualite Maternelle sich auszubreiten. In einem Dorfe bei Melun sank nach ihrer Einführung die Säuglingssterblichkeit um SO Proz. und die Geburtenziffer stieg um 2S Proz. Die Anfänge einer staatlichen MuttcrschaftSversichcrung hat Italien Jahre 1310 ins Leben gcruken. Sie gilt nur für die Arbeiterinnen der Großindustrie. Staat, Arbeitgeber und Ar- deitcrin sind verpflichtet, nach bestimmten Prozentsätzen Beiträge zu zahlen. Jede Arbeiterin im Alter von 15 bis 20 Jahren steuert jährlich eine Lira— 80 Pf. bei, zwei Lire jede Arbeiterin im Alter von 20 bis 50 Jahren. Die VcrsicherungSkasse zahlt bei Geburten oder Fehlgeburten 30 Lire, die durch den Zuschuß des Staates auf 40 Lire steigen. In staatlichen Fabriken und Werkstätten werden für die Mütter Eale di Materniiä, Stillstuben, eingerichtet, wo sie ihren Kleinen die Brust rcicksen können, durchschnittlich bis zu Kvölf Monaten, mit Zusatznahrung in den letzten Monaten. In diesen Sale di Matecnitä bleibt das Kind bis zgm Alter VSti 18 Monaten. Für je drei Säuglinge wird eine Wärterin angestellt; männliche oder weibliche Aerzte führen die Aufsicht. Bevor die Sale di Maternitä eingeführt wurden, hatte man unter den Zigarrenarbeiterinnen in Mailand 27 Proz. stillende Mütter. Diese Zahl stieg im ersten Jahre auf 45 Proz. und im zweiten Jahre auf 58 Proz. Die Säuglingssterblichkeit verminderte sich bedeutend. Für Heimarbeiterinnen und gering bezahlte Ange- stellte sind unter ähnlichen Bedingungen lokale Mutterschaftskassen hier und da gegründet worden. In Ungarn gewährt das Krankenkassengesetz vom Jahre 1307 den weiblichen Mitgliedern eine Wöchnerinnenhilfe von 50 Proz. des Lohnes für die Dauer von sechs Wochen nach der Entbindung. Die Landeskasse kann diese Unterstützung bis auf% des Lohnes erhöhen. Für nichtVersicherte weibliche Familienmitglieder von Versicherten leistet die Kasse Arzt- und Hebammenhilfe bei der Geburt und Lieferung von Medikamenten. Entbindungsheime gibt es außer einer einzigen privaten Wohltätigkcitsanstalt nock; nicht. Die Kliniken aber, die armen Müttern offen stehen, werden von diesen— wie überall— nur in der allerärgsten Not aufgesucht. In bezug auf Säuglingsschutz steht Ungarn unter allen Kultur- Nationen insofern obenan, als es den Müttern Stillprämien bis zur Dauer von 10 Monaten gewährt. Obdachlose Mütter können vom Staate in Pflege gegeben werden. In Norwegen ist den Arbeiterinnen in Werkstätten und Fa- briken eine Geburtenpause von sechs Wochen vorgeschrieben. Auf Antrag erhalten Wöchnerinnen in dieser Zeit den nötigen Unter- halt. Die Gemeinde hält sich dann zur Rückzahlung an den Vater. Die an die Frau gezahlte Unterstützung gilt nicht als Armen- Unterstützung und bewirkt nicht den Verlust des Stimmrechts für die weibliche Wählerin. Unverheiratete Mütter haben das Recht auf einen Beitrag des Vaters während des Wochenbettes, Ersatz der Hebammenkosten und der Aussteuer für das Kind. Je nach seiner finanziellen Lage muß der Vater einen Erzichungsbeitrag bis zum 15. Jahre, ist er bemittelt, sogar bis zum 18. Jahre zahlen. In Holland versucht der Niederländische Mutterschutzverein „Onderlinge Vrouvenbcscherming" die Notlage unehelicher Mütter in etwas zu lindern. Der Staat hat bisher nichts geleistet außer der vor zwei Jahren erfolgten Aufhebung der grausamen Bestim- mung des Code Napoleon,«das Forschen nach der Vaterschaft ist verboten". Zwangsmaßregeln, um den unehelichen Vater zur Ali- mentenzahlung zu verpflichten, gibt es jedoch bis heute nicht, und Alimentationsklagen werden mit einer geradezu unglaublichen Langsamkeit erledigt, so daß das neue Gesetz auf ein Haar dem berühmten Messer ohne Heft und Klinge gleicht. In Schweden hat man zwar auch die Unzulänglichkeit der von einigen Philanthropen zum Schutze bedürftiger Mütter und Kinder geschaffenen Einrichtungen erkannt, ist aber seit 1308 noch nicht aus den Erwägungen darüber herausgekommen, wie man durch Staatsfürsorge eine Mutterschaftsversicherung ins Leben rufen könne. Schon vor elf Jahren erhob der Kongreß für Geburtshilfe und Frauenheilkunde in Nantes einstimmig die Forderung einer dreimonatigen Arbeitsruhe bor der Niederkunft für Arbeite« rinnen. Nach der Entbindung sind erfahrungsgemäß allerminde- stens sechs Wochen nötig, bis die inneren Organe ihren normalen Zustand wiedererlangt haben. An diesen von der Wissenschaft ge- stellten Forderungen mag man das völlig Ungenügende des gesetz- lichcn Arbeiterinnenschutzes für Schivangere und Wöchnerinnen er- messen, der gewöhnlich nur eine Ruhepause von insgesamt sechs Wochen vorsieht. Wenn der Staat aber der Frau für eine gewisse Zeit die Erwerbsarbeit verbietet, so hat er auch die Pflicht, ihr während lneser Frist nicht nur einen Bruchteil ihres Verdienstes zukommen zu lassen, sondern für den vollen Lohnausfall aufzu- kommen und darüber hinaus Mittel zu gewähren, damit die Prole- tarierin ihre Ernährung so reichlich zu gestalten vermag, daß sie ihren Säugling selbst stillen kann. Dies ist um so mehr Pflicht des Staates, als die Frau überall der wirtschaftlich schwächere Teil ist. Wird sie doch in der ganzen Welt— weil sie Frau ist— schlechter bezahlt als der Mann, nicht nur vom privaten AuS- beutcr, sondern auch von dem Arbeitgeber Staat. Es gibt keine bessere Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, als alle Mütter zum Stillen fähig zu machen. Schon die bescheidenen Anläufe, die man hier und da genommen, indem man die drückende Not armer Mütter linderte und ihren Säuglingen ein klein wenig Fürsorge zukommen ließ, haben fast unmittelbar sichtbare Erfolge gezeitigt. Allein noch fehlt cS überall— auch in den am meisten fortgeschrittenen Staaten— an Gebäranstalten, an Pflegestätten für nicht arbeitsfähige Schwangere und Entbundene, kurz an staat- lichen Mutterschutzhäusern, noch steht die Geburtshilfe für die minderbemittelten Kreise nicht auf der Höhe, die man heute for- dern kann, noch werden große Schichten nicht erwerbstätiger Frauen, die in kinderreicher Häuslichkeit oft nicht minder über- bürdet sind als die Arbeiterinnen, von den geringen Zuwendungen der heutigen Mükterfürsorge ausgeschlossen. Man verkennt die Rechte des unehelichen Kindes, indem man eS der Verwahrlosung überliefert oder seiner Mutter bestenfalls dürftige Almosen zu- kommen läßt. Hunderttausende, ja Millionen von Säuglingen, die heute kleine Kindergräber füllen, könnten in Europa allein alljährlich dem Leben erhalten bleiben, andere Hunderttausende könnten statt zu Schwächlingen und Krüppeln zu lebenstüchtigen Menschen heranwachsen, ungezählte Frauen brauchten die Geburt eines neuen Weltbürgers nicht mit Siechtum und Tod zu be- zahlen, wenn die Staaten, die sich heute Kulturstaaten nennen, Ernst machen würden mit einem Mutter- und Säuglingsschutz, der diesen Namen verdient. Die volle Würdigung der Mutterschaft als soziale Leistung wird jedoch erst einer zukünftigen Gesell- schaftsordnung vorbehalten bleiben, in der es keine Lohnsklaverei mehr gibt. lfroietarliche und reaktionäre Jugendpflege. 1. Tie proletarische Jugendbewegung. Die Jugendbewegung der klassenbewußten Arbeiterschaft schreitet von Iah-' zu Jahr rüstia vorwärts. Der erfreuliche Aufstieg, den die Bewegung im verflossenen Jahre genommen hat, wird in dem 66 Seiten umfassenden Bericht der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands veranschaulicht. Auf allen Gebieten der Be- wegung ist sowohl ein Steigen der Zahl der getroffenen Vcranstal- tungen, als auch ein solches in der Beteiligung der Jugendlichen zu beobachten. Die Zahl der Jugendausschüsse ist von 464 auf 574 ge- stiegen. 341(213�) Ausschüsse haben über ihre Tätigkeit der Zen- tralstelle rechtzeitig berichtet. Als die erste Aufgabe ihrer Bildungsarbcit sehen die Jugendausschüsse die Einrichtung behaglicher und geschmackvoll aus- "l Die eingeklammerjen Ziffern sind die des Vorjahre?. gestatteter Heime für diearbeitende Jugend an. Waren es im vorigen Jahre 147 Orte, die ein Jugendheim besahen, so sind es gegenwärtig 208 Orte, die ein Jugendheim aufweisen können. Allerdings bestehen 170(110) Heime aus nur einem Siaum.«le stellen meistens sogenannte VereinSzimmer der Wirtschaften oder Gewerkschaftslokale dar. 45(24) Heime verfügen über zwei Räume. 16(8) über drei. 3(2) über vier und 3(3) über fünf Räume. Für die jährliche Miete der Heime wurd-n in 167 Orten 40 227,60 M. ausgegeben. In mehreren Orten stellten die Gewerkschaftshäuser den Jugendlichen Heime unentgeltlich zur Verfügung. In 143(72) Heimen sind Jugendbibliotheken vorhanden, die 31 852 Bände um- fassen. An einigen Orten sind die Jugendheime mit den Zentral- bibliotheken der Arbeiterschaft räumlich verbunden. In allen Heimen liegen zur Belehrung und Unterhaltung der Jugendlichen Zeitungen, Zeitschriften und Gesellschaftsspiele, vor- nehmlich Brettspiele, aus. Die Heime stehen jedermann zur freien Benutzung offen. lieber die belehrende Tätigkeit der Jugendausschüsse Art der Veranstaltung Einzelne Vorträge... (im Vorjahre) Künstl. Veranstaltungen. (im Vorjahre) WissenschaftlicheExlursion. im Vorjahre) Wissenschaftliche Vortragsreihen und Kurse wurden 103(81) veranstaltet. Jugendbibliotheken bestehen außer denen der Jugend- Heime noch in 63 Orten. Sie zählen 8851 Bände. In 21 Orten hatten die Arbeiterbibliotheken besondere Jugeirdabteilungen ein- gerichtet. Die Pflege des wirtschaftlichen Jugend schutzes wird überall mit Eifer und in Gemeinschaft mit den Arbeitersekre- tariaten oder den Gewerkschaften betrieben. In 30 Orten sind be- sondere Jugendschutzkommisfionen gebildet worden. Der körperlichen und geistigen Erfrischung und der harmonischen Entwickelung der Glieder des jugendlichen Körpers dienten Wando- rungcn und Spiele im Freien. Wanderungen wurden 4830 (2433) veranstaltet, an denen sich 153616 Jugendliche beteiligten. Die Spiele im Freien wurden im Sommer in einem Maße gepflegt, daß sie sich unmöglich statistisch erfassen lassen. Die Einnahmen der Jugendausschüsse betrugen in 233 Orten 125 661,83 M.(33 833.87 M.), die Ausgaben in 245 Orten 120 732,41 M.(83 410,86 M.). Zur Unterstützung der örtlichen Jugendausschüsse sind B e» zirksleitungen gebildet worden. Solche bestehen für 26 Be- zirke. Sie geben den Jugendausschüssen Anregungen und Aus- künfte, vermitteln Redner und veranstalten von Zeit zu Zeit Vor- tragstournecn. In 12 Bezirken fanden im Laufe des JahreS Konferenzen statt, die der praktischen Arbeit dienten. Die Funktionäre der proletarischen Jugendbewegung wurden von der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands mit Rat und Tat unterstützt. Der schriftliche Verkehr mit den Ausschüssen zeitigte 4032(2150) Postausgänge. Als Anleitungen für die Agitations- und Bildungsarbeit wurde nach Bedarf das Rundschrei ben der Zentral st eile heraus- gegeben. Die von der Zentralstelle geschaffenen Flugblätter für die schulentlassene Jugend und für die Arbeitcr-Eltcrn wurden in 266 000 Exemplaren verlangt; außerdem wurde die Agitations- schrift„Gehörst du zu uns?" in 164 700 Exemplaren verbreitet. Das Jugendliederbuch erlebte eine neue(die 4.) Auflage. Das Büchlein wurde in der Berichtszeit in 28 000 Exemplaren verkauft, trotzdem durch seine Konfiskation der Vertrieb eine Zeitlang unter- brachen werden mußte. Zur Förderung vernünftiger Jugcndwande- rungen wurde die Schrift:„M it Rucksack und Wander- st ab" herausgegeben. Innerhalb drei Wochen war die erste Auf. läge(6000 Exemplare) vergriffen. Von der zweiten Auflage sind weitere 2000 Exemplare abgesetzt worden. Die starke Nachfrage nach der im Jahre 1310 herausgegebenen Schrift:„Der gesetz- liche Arbeiterschutz für Jugendliche" erforderte eine zweite Auflage. Die für die Funktionäre der proletarischen Jugend- bcwegung bestimmten Schriften:„Die bürgerliche Jugendbewegung", „Anleitungen für Veranstaltungen zur körperlichen Ausbildung der arbeitenden Jugend",„Künstlerisch-gesellige Veranstaltungen für die arbeitende Jugend",„Vortragsthcmata ftir Jugendveranstäl- tungen",„Katalog für Jugend-Bihliotheken",„Anleitung zur Bil- dung von Agitationsbezirken für die Jugendausschüsse", die im Laufe der Jahre erschienen sind, wurden an die im letzten Jahre in die Jugendbewegung neueiugetretenen Funktionäre kostenlos ab- gegeben. Die Ausgaben der Zentralstelle belaufen sich auf 8612,20 M. (14 507,28 M.). Die„Arbeiter-Jugend" erforderte einen Zuschuß von 487.30 M.(3388,57 M.). Der Gradmesser für die Entwickelung der proletarischen Jugend- bewegung ist der Abonnentenstand, der„Arbeiter-Jugend". Sie zählte Abonnenten: im 3. Quartal 1311...... 65 534 im 4. Quartal 1311...... 65 531 im 1. Quartal 1312...... 63 488 im 2. Quartal 1812.....« 80 086 2. Die staatliche„Jugendpflege". Die. sogenannte staatliche Jugendpfllege ist in Wahrheit ein Kampf gegen die Jugendpflege der Arbeiterschaft: sie ist die von den Regierungen organisierte und geleitete bewußte Gegenaktion des ge- samten Bürgertums gegen die proletarische Jugendbewegung. Diesen eigentlichen Zweck der staatlichen„Jugendpflege" haben wir seiner- zeit, als der Erlaß des preußischen Kultusministers vom 11. Januar 1311 bekannt geworden war, an der Hand des Erlasses nachgewiesen« Dieser Erlaß, der die organisatorische und prinzipielle Grund- läge der neuen Bcwegung bildet, ist inzwischen in fast allen mittleren und größeren und in zahlreichen kleinen Orten von der preußischen Bureaukratie ausgeführt worden. In der gleichen Weife wurde in Sachsen gearbeitet. In den einzelnen Orten sind vom Bürgermeister oder Amts- Vorsteher„S t a d t- vefp. O r t Sa nKfchü f fe für Jugend. Pflege" gebildet worden. Sie vereinigen Vertreter der„natio- nalen" Jugendvereine und die„nationalen" Männer und Damen, die„ein Herz für die Jugend haben". Die Leitung der Orts- ausschüsse liegt in den Händen der B ü r g e r m e i st c r rcsp. A m t s- Vorsteher. Zur Unterstützung dieser Ausschüsse sind„Kreis- rcsp. Bezirksausschüsse für Jugendpflege" eingesetzt worden. Sie haben die erforderlichen Mittel zu beschaffen und„in allen Kreisen und Ständen der Bevölkerung Verständnis und werk- tätige Teilnahme ziu i recken für die Jugendpflege als eine nationale Aufgabe ersten Ranges". Weiter sollen, die Bezirksausschüsse die örtlichen Organisationen durch besonders er- smhrene Personen unterstützen und Kurse für Jugendpflegcr der- anstalten. Als der Zweck der staatlichen Organisation der„Jugend- Pflege" wird die Förderung der bestehenden Vereinigungen aller Art durch Rat und Tat, insbesondere durch Ziiwendung staatlicher Mittel bezeichnet, um ihnen„eine an Umfang und Kraft gesteigerte Wirksamkeit zu ermöglichen". Aber auch n e u e B e w e g u u ge n un d M c t h od« n hat der miniiterielle Erlaß gezeitigt. Sie erfreuen sich eines besonderen Wohlwollens der Regierung und einflußreichen Persönlichkeiten. Die wichtigsten dieser neuen Bestrebungen sind die, wclcke im Anschluß an die Fortbildungsschule von den Lehrern gepflegt werben. Von den Leitungen der Fortbildungsschulen werden Veranstaltungen, scheinbar harmloser Art, ge- troffen, wie Unterhaltungsabende, Theatervorstellungen, Ausslüge, auch größere Wanderungen, Muscenbesichtigungen und-— meistens an patriotischen Gedenktagen(Sedantagen, Kaiscrsgeburtstagen) — große Feste. Die Themata der Vorträge werden so vorsichtig angegeben, daß aus ihnen eine arbeiterfeindliche oder hurrapatrio- tische Tendenz der Vorträge nicht zum Ausdruck kommen kann. Dennoch können es die Führer nicht unterlassen, Vorträge über die Kolonien anzukünden, deren bloße Titel die Stimmungsmache für die kapitalistische Kolonialpolitik verrät. Im Anschluß an die Fortbildungsschulen sind in mehreren Orten Jugendklubs gebildet worden. Schon ihre Namen ver- raten, daß es sich hier nicht um die Pflege eines Zweckes handelt, was die Gründung des Vereins rechtfertigen könnte. So gibt es eine Reihe Vereine, die sich ungeniert Vcrgnügungsvereine nennen, auch— Mundharmonikavcreine sind vorhanden, andere, ohne einen bstimmten Zweck, nennen sich„Fidelc Brüder" oder„Lustige Gc- sollen". So blüht— in Ausführung jenes Erlasses— in den Fort- bildungsschulen die schönste Vereinsmeierei. In allen den Ver- einen stehen Lehrer an der Spitze. Um das Interesse der Jugend- lichcn am Verein zu erhöhen, hat man hier und da den Jugenid- lichen ein Schcinmitvcrwaltungsrecht eingeräumt. Sie bekleiden kleine, unbedeutende Pöstchcn. Die eigentliche Leitung liegt in den Händen der Lehrer. Wenn auch sowohl die Beteiligung an den Veranstaltungen, als auch die Mitgliedschaft in den Vereinen den Schülern formell freigestellt ist, so bedarf es doch keines besonderen Nachweises, daß überall ein moralischer Druck, der nur in seinem Grade in den verschiedenen Orten verschieden ist, auf die Schüler ausgeübt wird. Die Schüler, die sich an den Veranstaltungen nicht beteiligten, wurden von den Lehrern nach den Gründen ihres Fern- bleibens befragt und„ins Gebet genommen". Wiederholt sind ihnen schlechte Zeugnisse in Ausficht gestellt worden. Da kann von einer freiwilligen Entschließung der Schüler nicht die Rede sein. In mehreren Orten haben die Schulvcrwaltungen den Zwang offiziell eingeführt. Allerdings erstreckt er sich zunächst erst auf die Beteiligung am Turnunterricht. Der Charakter und der Zweck dieses Zwangsturnuntcrrichts tritt schon dadurch deutlich hervor, daß oft die Mitglieder„nationaler" Turnvereine von der Teilnahme an dem Turnunterricht in der Schule befreit sind. Daher ist es verständlich, daß die Einführung des Zwangsturnunterrichts in der Fortbildungsschule von der„Deutschen T u r n c r s ch a f t" propagiert wird. Sie zählte am 1. Januar 1912 184 699 sgegen 172 564 im Vorjahre) Zöglinge im Alter von 14 bis 17 Jahren. Wieviel gepreßte Mitglieder sich darunter befinden, geht aus ihrer Statistik allerdings nicht hervor. Einzelne Behörden sind in der zwangsweisen Förde- rung der bürgerlichen Turnvereine noch weiter gegangen. In Borna in Sachsen hat der Schulausschuß im Einverständnis mit der Bezirksschulinspektion verfügt, daß die Schüler der Fortbildungsschule dem patriotischen Turnverein„Vater Jahn" beitreten müssen. Zwei Arbeiter, die sich geweigert hatten, ihre Söhne in den arbeiterfeindlichen Verein zu schicken, erhielten Strafvcrfügungen, gegen die richterliche Entscheidung beantragt wurde. Das Schöffengericht in Borna verurteilte die beiden Arbeiter zu je 19 M. Strafe wegen Uebcrtretung des Volksschulgesetzes(!). Die gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde vom Landgericht in Leipzig verworfen. Die Verurteilten haben das Oberlandesgericht angerufen, das noch nicht gc- sprachen hat. Eigens für die Fortbildungsschülec ist eine Zeitung gc- schaffen worden. Ihr Titel lautet:„Feierabend", Wege zur Freude an Werk, Wissen und Welt, herausgegeben vom deutschen Verein für das Forthildungsschulwesen. Den Inhalt bilden cur- sältige Erzählungen, naturwissenschaftlich« Abhandlungen, patrio- tische Geschichten und Gedichte. Das Blatt enthält auch Jllustra- tionen. Die Agitation für den„Feierabend" wird ungeniert in den Unterrichtsstunden betrieben. Hierbei werden dieselben Pressionsmittel angewandt, wie bei der Propaganda fiir die Fortbildungsschulveranstaltungen und-vereine. Indessen ist sie von sehr geringem Erfolg begleitet gewesen. Ueber die Abonnentenziffer des Blattes wird eisiges Schweigen bewahrt. Ein Zeichen, daß sie nicht hoch sein dürfte. Oft mußten die Lehrer, wenn sie die Schüler fragten, weshalb sie den„Feierabend" nicht abonnieren möchten, die Antwort hören:„Jchlesedie„Arbeiter-Jugen d", d i e i st viel b e s s e r a l s der„Feierabend". Ließen sich aber die Lehrer in eine Diskussion über den Wert der beiden Blätter ein, dann zogen einige Schüler die„Arbeiter-Jugend" aus ihrer Tasche, und nun mußten auch die Lehrer, ob sie wollten oder nicht, den Schülern recht geben. Um solche unliebsamen Szenen, die in den Schulen der Großstädte ziemlich häufig vorkommen, zu ver- meiden, haben einsichtige Lehrer die Agitation für den„Feierabend" eingestellt. Ueberhaupt hat die arbeitende Jugend— soweit sie über den Charakter und den Zweck der staatlichen Jugendbewegung unter- richtet worden ist— über diese heuchlerische Jugendpflege bereits den Stab gebrochen. Sic bedankt sich für die sonderbare Pflege. Darum mehren sich in letzter Zeit die Rufe nach einem Zwangs- jugcndpflegegesctz. Der Schrei nach dem gesetzlichen Zwange für die Jugendpflege ist nur eine Bestätigung des Fiaskos der bürgerlichen Jugendbewegung aus dem Munde ihrer Führer. „Wir brauchen den Zwang, um gerade an die hcranzu- kommen, die freiwillig nicht in die Jugcndvereinc eintreten", offenbart Richard Nordhauscn im Scherlchcn„Tag". Und der ihm nahestehende Deutsche Jugendverband, der dem Junydeutschland- bund angeschlossen ist, hat dem Reichstage und den Einzelstaaten eine Petition zugesandt, die ein Gesetz verlangt, das in seinem ersten Teil ein Ausnahmegesetz gegen die proletarische Jugend- bcwcgung und im zweiten Teil ein Zwangsjugendpflegegesetz dar- stellen soll. Die Arbeiter und ihre Organisationen sowie die arbeitende Jugend selbst werden dafür sorgen, daß die proletarische Jugend- bewegung dermaßen anschwillt, daß den Feinden der Ardeiterschaft die Lust vergeht, an Ausnahmegesetze gegen die arbeitende Jugend zu denken. Versammlungen., Deutscher Mctallarbeiterverband. Am Freitag fand rm Charlottenburger„Volkshaus" eine Versammlung für sämtliche bei der Firma Z w i e t u s ch u. Co., Salzufer Nr. 7, heschäftigten Ar- beiter und Arbeiterinnen statt. Maus referierte übe-:„Die Miß- stände bei der Firma Zwietufch". Der Redner bedauerte eingangs feiner Rede, daß es nicht möglich sei, bei dieser Firma Remedur zu schaffen, ohne an die Oeffentlichkeit zu gehen. So sind in ein- zelnen Abteilungen die Lichtverhältnisse nicht so beschaffen, daß die Augen der beschäftigten Personen geschont werden und die Her- stellung von exakten Arbeiten immer möglich ist. Es wäre um so eher Abhilfe zu verlangen, als sie die von einem Gewerbeinspektor verfaßte Schrift unter ihren Arbeitern verteilen ließ, die das Motto trägt:„Licht und Luft im Haus treibt jede Krankheit aus." Mit Licht und Luft ist es aber in dem Betriebe zum Teil schlecht bestellt. Zugesagt ist den Arbeitern Abhilfe schon des öfteren worden, nur ist die Zusage nicht verwirklicht. Der Redner brachte auf diesem Gebiete noch manches vor, das zeigte, wie dringend notwendig es wäre, daß in kürzeren Zwischenräumen unverhoffte Revisionen durch die maßgebende Behörde stattfänden. Es sind auch in dem Be- triebe(Abteilung Seife) zwei Schwestern namens Höhn, die so eine Art Vorarbeiterinnen darstellen und der Meinung sind, haßjie als solche auch in das Privatleben der ihnen unterstellte� Arbeiterinnen einzugreifen haben, indem sie ihnen bei Strafe der Entlassung die Zugehörigkeit zur Berussorganisation verbieten wollen. In der Herabsetzung der Lohnpreise durch einzelne Meister wird ebenfalls das Möglichste geleistet. Dieses hat zur Folge, daß die Fertigmachcr nicht nur nicht immer exakte Arbeit liefern können, sondern auch in ihrem Verdienst zurückbleiben. Zu allem kommt noch, daß das zu verarbeitende Material teil- weise so schlecht ist, daß die betreffenden Arbeiter bei der Arbeit unmöglich auf ihre Rechnung kommen können. Das Ueberstundenunwesen grassiert in dem Betriebe ebenfalls, obgleich bei den geschilderten Verhältnissen anzunehmen wäre, daß ein zehnstündiger Aufenthalt darin gerade genug ist für die daselbst Arbeitenden."Des weiteren sind in der Fabrik die Sicherheitsmaß- nahmen nicht derartig, daß das Personal einer etwa ausbrechenden Fcuersbrunst ohne Besorgnis für sein Leben entgegensehen könnte. Immerhin, so erklärte Redner, sei das wirksamste Mittel zur Beseitigung dieser Zustände eine festgefügte Organisation, der auch der letzte Arbeiter und die letzte Arbeiterin des Berufes angehören. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten noch bestätigt und ergänzt. SÖjeu&sdie, eng&schjß und cunedkanisdiB Neuheit; A Neuheit Neuheit: C Neuheit: Marengo-jackett« Anzug Cutaway-Anzug Marcngo-jackett- Anzug Neuheit: E Neuheit: F Neuheit: G Neuheit; H Die tonangebenden Moden und die besten Erzeugnisse liefern unsere Kjleider- Werke. laGhetä-Anzitae, I- und 2 reihte Blaue und schwarze Juchett-flnzDge*.!$ Cutaway- Anzüge Größte NeuHeit X Schwarz oder rnarengo Rock und Weste mit gestreifter Hose. (Hose auch, vom selben Stoff.) Nr. 86|87. Marengo-Cheviot gg M Nr. 88/89. Mclton- Cheviot, Cfl ganz dunkel....«9.-. � M Nr 90/91. Schwarz oder Marengo-Cheviot, la. Zu-"JH taten U.Verarbeitung 80.-,• w Sonntags nur von S'IO geöffnet BaenSohn Kleider-Werke. Deutschlands größte Fabrik dieser Art. Berlin.— Gegründet 1891. Chausseestraße 29-30 □ □ 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Straße 20 � n Schöneberg, Hauptstr. 10 Der Haupt-Katalog Nr. 41(Letzte Moden) aul Wunsch kostenfrei. nmo- Jackett-Anzüge Größte NeuHeit X Auch mit gestreifter Hose. Nr 74/75.(Jackett a. 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September, nachm. 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Pcnthesilea, Kammerspielhaus: Erdgeist. Nachm. 3 Uhr: Neues Volls-Theatcr: Literatur.— Liebelei. Schiller-Theater O.: Zops und Schwert. Schiller-Theater Chart.: Der Pfarrer von Kirchscld. Theater in der Königgrätzer Straße: Die Ahnsrau. Neues Theater: Wiener Blut. Kleines Theater: Hockcnjos.— Der Arzt seiner Ehre."— Lottchens Geburtstag. Trianon-Theatcr: Der selige Toupinel. Abends 8 Uhr: Neues Volls-Thcater: Lore.— Die Spielen— Der Kammersänger. Abends h'/z Uhr: Neues Volts-Tbeater: Montag, Mitt- woch, Freitag: Literatur.— Liebe« lei: Dienstag, Donnerstag, sonn- abend: Lore.— Die Spieler.— Der Kammersänger._ Schiiler-Tlieaier Sonntag, nachm. 3 Uhr: Zopf und Mchivcrt. Sonmag. abends 8 Uhr: Dar Misanthrop. Die Schule der Frauen. Montag, abends 8 Uhr: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Schiller-Tliealer Chabu?gon' Sonntag, nachmittags 3 Uhr: VerPforrer von Kirchfeld Sonntag, abends 8 Uhr: Orr TuliMiiian. 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Das Preußische Statistische Landesamt beabsichtigt, sich großen Stiles mit einer Ausgabe z» befassen, deren unvoreinge- nommene und auf wissenschaftlicher Basis beruhende Behandlung gerade in der gegenwärtigen Zeit der allgemeinen Klage über die Teuerung aller Lebensbedürfnisse von besonderem Wert und Jnter- esse ist. Es will der Statistik der Lebenshaltung besondere Auf- merksamkeit widmen und veröffentlicht in der jüngst erschienenen Nummer seiner Zeitschrift als ersten Beitrag hierzu eine Arbeit von Prof. Karl Ballod über Preisbewegung und Verbrauchssteigerung in England in den letzten 40 Jahren, die in jeder Beziehung An- spruch darauf erheben darf, den oben gekennzeichneten Bedingungen zu genügen. Die unbedingten Lobrcdner unserer modernen Ent- Wicklung werden die Arbeit fteilich nicht mit ungemischtem Vcr- gnügen lesen. Die richtige Behandlung des Problems der Preisbewegung ge- hört zu den schwierigsten statistischen Aufgaben. Schwierig einmal deshalb, weil die dazu notwendigen Unterlagen, die Kenntnis der Durchschnittspreise der einzelnen Artikel in ihren verschiedenen Qualitäten und an den verschiedenen Maritorten für das ganze Land nicht leicht zu erlangen ist. Schwierig weiterhin deshalb, weil auch nach einwandfreier Feststellung dieser Durchschnittspreise und sonach der Preisbewegung der einzelnen Waren innerhalb eines gewissen Zeitraumes es sehr komplizierter statistischer Methoden be- darf, um daraus die Preisentwickelung sämtlicher oder doch der für die Volkswirtschaft wichtigsten Konsumgegenstände zu berechnen. England ist dasjenige Land, das der Preisstatistik bis jetzt das größte Interesse entgegengebracht hat. Bor allem sind hier in den regelmäßigen Veröffentlichungen des„Board of Trade" über „Wholessle and retail prices"(Engros- und Detailpreise) Unter- lagen in einer Zuverlässigkeit und Ausführlichkeit gegeben, wie sie bisher nicht nur Teutschland, sondern auch alle übrigen Länder vermissen lassen. Prof. Ballod hat daher seine Untersuchungen zu- nächst der Bewegung der Warenpreise und des Konsums in diesem Lande zugewandt. Er beginnt seine Arbeit mit einer Kritik der seither angewandten Methoden. Die ersten Statistiken, die bis in das 18. Jahrhundert zurück- reichen, griffen einfach eine Anzahl wichtiger Waren heraus, setzten für eine jede von ihnen den Preis zu einem bestimmten Zeitpunkte gleich 100, berechneten sodann die Prozentzifscrn für eine frühere oder spätere Zeit, um durch eine einfache Addition der gewonnenen Ziffern und ihre Division durch die Zahl der Gegenstände General summen oder Preisindexe für den betreffenden Zeitpunkt festzu stellen. Auf diese Weise fand Shuckburgh(1798) das Jahr 1550 gleich 100 gesetzt, für das Jahr 1000 einen Gencralindex von 26, für 1350 von 77, 1675 von 210, 1740 von 287 und für 1795 von 531 In sieben Jahrhunderten würde also ungefähr eine 20fache Ver. tcucrung der Waren rcsp. eine entsprechende Entwertung des Geldes stattgefunden haben. Es liegt auf der Hand, daß diese Methode außerordentlich roh ist, denn sie berücksichtigt nicht die Wichtigkeit der einzelnen Waren, bezw. die zum Verbrauch kommen- üben Quantitäten. So mißt Shuckburgh z. B. dem Preise eines Huhnes und eines Aales die gleiche Bedeutung wie dem eines Ochsen zu. Spätere Statistiken suchten der Bedeutung wenigstens einiger der wichtigsten Waren dadurch Rechnung zu tragen, daß beispiels- weise die Baumwolle mit dem vierfachen„Gewicht", Weizen mit dem dreifachen eingesetzt war usw. Diese Methode wird heute noch von der englischen Wochenschrift„The Economift" angewandt, die sie für 22 Waren durchführt. Einen gewissen Rückschritt gegen diese Methode bedeutet die von der„Royal Statistical Society"(Sauerbeck) angewandte, die auf die Bedeutung der Waren nur insofern Rücksicht nimmt, al« sie einige wichtige Artikel, wie beispielsweise Weizen zuerst als Weizen und dann noch einmal als Weizenmehl, Baumwolle als Rohbaumwolle, Baumwollegarn und-gewebe in Rechnung setzt. Doch sind in diesen fortlaufend geführten Tabellen 45 Waren berücksichtigt, was andererseits wieder eine größere Genauigkeit garantiert. Als Ausgangspunkt nimmt diese Statistik die Jahre 1847 bis 1850, während die des„Economist" die Zeit von 1867 bis 1877 gewählt hat. Die beste bisher existierende englische Preisstatistik ist die des Board of Trade selbst. Sie berücksichtigt 45 Waren und nimmt als Ausgang das Jahr 1871. Sie arbeitet mit Gewichtsziffern, die auf Grund des englischen Nationalkonsums in dem Jahrzehnt 1881 bis 1890 gewonnen sind. So ist z. B. Kohle mit 34, Weizen mit 14, Rindfleisch mit 52 angesetzt. Doch lassen sich auch gegen diese Berechnungen Einwände geltend machen, die sich einmal auf die Art der Ausrechnung der Gewichtsziffern, andererseits auf den Ausgangspunkt(ein Jahr statt einer Periode) beziehen. Ballod hat nun unter Vermeidung all dieser Fehler eine neue Berechnung einmal der Veränderung der Warenpreise, anderer- seits des tatsächlichen Konsums, d. h. der Lebenshaltung des eng- tischen Volkes vorgenommen. Als Ausgangspunkt wurde in lieber- einstimmung mit Saucrbeck die Periode 1867/1877 gewählt, und zwar wurden 45 Waren berücksichtigt, von denen 37 mit Sauerbeck übereinstimmen. Welches sind nun die Ergebnisse der Berechnun gen Ballods? Zunächst was die V e r ä n d er u n g der Waren- preise anbelangt. Greifen wir hier die 37 Waren heraus, die mit Sauerbeck übereinstimmen, so zeigt der Generalindex dieser Zahlen eine große Annäherung an den des Board of Trade, während der Sauerbecks die EntWickelung in einem zu günstigen Lichte erscheinen läßt. Der Tiefstand der Warenpreise fällt in die Mitte der neunziger Jahre: 1895 weist der Index die Ziffer von 70,7 auf. Dabei sind Lebensmittel auf 69,7, industrielle Produkte auf 72,3 gesunken. Von da ab beginnt ein fast ununterbrochenes Auf steigen, bis im Jahre 1910 die Generalindexziffer den Wert von 85,6 erreicht hat, wobei die für Nahrungsmittel mit 78,6 allerdings weit hinter der für industrielle Produkte mit 96,2 zurückbleibt. Es machen sich hier eben die günstigen Wirkungen der zollfreien Ein fuhr von Lebensmitteln in England geltend, während bei den in dustriellen Artikeln die Verteuerung der Preise infolge der all- mählich steigenden Betriebskosten zum Ausdruck kommt. Die von Ballod in Aussicht gestellte Berechnung für 1911 und 1912 dürfte freilich auch für Nahrungsmittel eine starke Preissteigerung fest stellen. Tie zweite Berechnung des Verfassers dient der Feststellung der tatsächlichen Steigerung der Lebenshaltung, was in der Weise geschieht, daß unter Annahme gleichbleibender Preise der Wert des gegenwärtigen Verbrauchs gegenüber dem- jenigen der Anfangsperiode gefunden wird. Auch hier sind wieder Indexziffern berechnet. Es zeigt sich hier, daß bis 1888 der Kon sum unter kleinen Schwankungen ziemlich konstant blieb; die Zu- nahm« beträgt für das Jahrzehnt 1879/88, gemessen am Verbrauch der Periode 1867/77, nur 2,9 Proz. Von da ab setzt eine freilich nicht regelmäßige Steigerung ein. Für 1889/98 beträgt die Zu- nähme 10,3 Proz., für 1899/1908 14,4 Proz.; 1910 steigt sie aller- dings mit einem großen Sprung auf 22,8 Proz., eine Zahl, die aber jedenfalls nur einen Ausnahmewert darstellt. Selb st im Lande der bis vor kurzem noch fortgeschrittensten gewerkschaftlichen Organi- sation und des Freihandels hat also im Laufe von 30 Jahren nur eine Erhöhung de? Konsums des gesamten Volkes(den kolossal gestiegenen erbrauch der Reich st en mit eingerechnet) um 14,4Proz. stattgefunden. Der Geldwert dieses Verbrauchs ist freilich nur um 9,5 Proz. gestiegen. Eine Unterscheidung nach Warengattungen ergibt, daß bei Lebensmitteln daS Verbrauchs- quantum um 11,0 Proz., bei Jndustrieartikeln um 19,4 Proz. gc- stiegen ist. Diese Ziffern lassen die bekannten Redensarten von der gewaltig gestiegenen Begehrlichkeit, den inS Fabelhafte wachsenden Ansprüchen der unteren Volksklassen in einem ganz besonderen Lichte erscheinen. Eine ähnliche Berechnung für Deuffchland würde zweifellos noch viel günstigere Resultate ergeben. Einige iuter- essante Einzelheiten der Ballodschen Tabellen seien hier noch ange- führt. Der Wert des Weizen- und Weizenmehlkonsums pro Kopf der Bevölkerung stieg, nach den Durchschnittspreisen von 1867/77 berech- net, von 32,48 Schilling im Jahre 1871 auf 37,07 Schilling in 1910. Dabei stieg der des importierten Weizens von 15,06 Schilling auf 29,50 Schilling. Stärker erhöhte sich der Fleischkonsum, nämlich von 46,31 auf 55,13 Schilling(immer gleichbleibende Preise vor- ausgesetzt), und zwar der des importierten Fleisches von 6,84 auf 39,47 Schilling. Aus diesen Ziffern geht klar die Bedeuhmg der zollfreien Einfuhr von Lebensmitteln für die Ernährung des eng- lifchen Volkes hervor. Die Preise für eingeführtes Getreide sind von 1867/77 bis 1910 auf nahezu den dritten Teil, die für impor- tiertes Fleisch auf den vierten Teil gesunken, während der Inlandspreis für inländisches Fleisch stabil blieb, ein Beweis, daß durch die Einfuhr nicht einmal die Jnter- essen der inländischen Viehproduzenten verletzt wurden. Mögen unsere Regierungen diese Tatsache ad notam nehmen! WasserstandS-Nachrichten der LandeSanstalt sür Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berlwer Wetterbureau. Wasserstand M e m e I. Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krassen , Franksurt Warthe, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barbh , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau*) , Rathenow*) Spree, Spremberg*) , Beestow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub . Köln Neckar, Heilbronn Main, Hanau Mosel, Trier *) 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Nnterpegel. Flansch- u. Diagonalstoffe offen und geschlossen zu tragen Sloff. englischer Art aparte Fassons mit Riegel.,, C* C. OO naw. Samt und Velours dttNord hochelegant, reich garniert 4,1«3 D BREHNINKMETERGMBH Konigstrasse 33 Dentschlands billigstes Spezialbaas für Damen-, BacKfisch- and Kinder-KonfeKtion Chausseestr. 113 Sonntags geschlossen. Verband der Seh neider, Schneiderinnen und läsehearbeiter Deutschlands. Pillale Berlin III. Buvcau: Neue Königstr. 6. Tel. Kgst. Nr.«734. Alisjtrordrutiiche Mitglitdtrvttsllmmlting. Montag, den lk. September, abends tj'/z Uhr, in den»KSnigs- sölen", Nene Königstr. SV �Eingang Wadzeckstratze). Tagesordnung: 1. Ber'chlcrilattung vom Bcrbandstag in Köln. 2. Diskussion. 3. Verbands- angelcgenheiten 4. Ucbelslände in den Wäschefabriken. Kollegen, Kolleginnen und Heimarbeikerinnen l Es ist Eure Pflicht, diese wichtige Versammlung zu beiuche» zum Ausbau unserer Organisanon. Der Verlag aus die anderen ist ganz falsch. Jeder gehört in die Ver- saminlung! Di« Mitgliedsbücher sind vorzuzeigen. Die Ortsveripaltung. Waschailstaltsarbeittttillleil-Nkrsanimltillg des Mrsteus Serlins. Dienstag, den 17. September, abends v'/, Uhr, gleich nach Arbeitsschlusi, bei Wiemers, Bülowstr. S8. Tagesordnung: wirtschastliche Lage der Dampswajchanstaltsarbeiterinnen und die 1. Die ?orde. ollcge rungen auf bessere Lobn- und Arbeitsbedingungen. Reserent: W. Eue. 2. Freie Aussprache. Maslijllilkltltsarbtitemittil-Versliiillulutlg für Süd-Offen. Mittwoch, den 18. September, gleich nach Arbeltsschluss bei Schulz, Förster Str. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag über:.Die Forde- rungen um bessere Lohn« und Arbeitsbedingungen�. 2. Freie Aussprache. Wir bitten alle Parteigenossen, besonders eie Kutscher und Miljahrer der Waschanstalten, die in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiterinnen auf beide Versammlungen aufmerlsam zu machen. Gfffrntliltik Ntrstititiiiliing der KrWattttittähertibrlmche. Donnerstag, den IS. September, abends S'u Uhr. in Schutzes Festfälen, KonigSgraben S, an der Münzftra�e. Tagesordnun 1. Dt« Sleigeriuig der Lebensmittelpreise und die elenden Nähereilöhne in der Krawaitcnbranche. Reserent: Kollege W. E u e. 2. Diskussion. 8. Branchenangelegenhciten und Verschiedenes. Alle Krawatlennäherinnen, auch die Heimarbeiterinnen werden gebeten, diese Versammlung zu besuchen." Die Sektionslcituiig, Ntrflimmlnng llüer Heimlirdeiteriitnen im Osten. Tounerstag. de» IS. September ISIS, abends 8'/- llhr, bei Gehrhordt. Rndreasstr. S. Tagesordnung: Vortrag und Diskussion. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Die Bezirtsleitnug. Kerfammlung der iläherinnt» nnd Ptättkrinneu der Wäschefnbrikatiou. Freitag, den SS. September ISIS, abends 8'/z Uhr, in den »Lunasülen�. Neue Königstr. 7. Tagesordnung: 1.' Vortrag über: »Berufsarbeit und Frauenleiden.' Reserentin: Genossin Hoppe 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenhciten und Verschiedenes. Kolleginnen I Ericheint zahlreich in dieser Versammlung. Macht jede ülunft ausmerlsam. Die Sektionsleitung. Oeffentliche Vtrsammliing der Mflschitteister Köpenicks. Sonnabend, den S1. September ISIS, abends 8'/, Uhr. im Lokal von Miirker, Köpenick, Rosenftr. IS. Tagesordnung: 1.„Die Mißstände im Arbeitsverhältnis der Waschmcister in den Köveniiier Wäschereien.' Reserent: Kollege W. Eue. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Waschmeister Köpenick» I Erscheint Mann für Mann zur Veriammlung l _ Der Etnberufer. Uersammliing aller Wäsche-, Kramatten- und Korsett-Znschneider. Dienstag, den S4. September ISIS, abends 8'/, Uhr, in den „Lnnasälen". Neue Königstr. 7(unterer Saal). Tagesordnung: 1. a) Die Frage der ArbeilslosenunterstüLung in unserer Branche, b) Zusammenschluß der Filialen I. II und III. 2. Die Lehrlmgssrage und Ver- schiedencs. Wegen der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen zu zahlreichem Besuch eingeladen._ Die Sektionsleitung. Sonnabend, den S8. September 1919: HttbW- Kuliltr Abtiid im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraste 79. Mitwirkende Künstler: Frau Mai-garetv König, Herr Freiherr*. Wolzogen und Herr Dr. H. Caspary. Um 11 Mr: Kall Eintrittskarten kosten so Ps. und um u uqr.(i)!". pmi.(inb au� an 6er ftaffe erhältlich. 3. Wahlkreis. Ditiistltg, 17.Sfptfinlrfr, abends 8'/- Ahr, im großen Säule des Gemerkschastshanfes, Engelnfer IS: defsentUoks Versammlung. des Ingenieurs Herrn Kohl über: „Das Steinkohlengas im Haushalte und in seiner Verwendung als Flnr- und Treppenbeleuchtung". Eine kilnzahl Speisen werden aus offener Bühne während des Bortrages vörgekocht und später alS Kost- proben gratis oerteiit.— Es werden eine Anzahl von Gaslampen. Badeeinrichtungen rrsw. ausgestellt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer: A. P o h I, Naunynstr. 30. Deutscher K anarbeiteruerb and. Sektion der Pntzer. flchtwng! Putzer.£chtimg! Donnerstag, den 19. September, abends 6 Uhr» bei ZVritz Wille, Sebastianstr. 39: Berlin-Britz. Bekanntmachung. Die in der Generalversammlung vom S. Juli 1912 � beschlossenen Abänderungen der ZK 14, Absatz 3 und 41 des Statuts sind vom Bezirks. auSschutz genehmigt und treten mit dem 16. September 4912 in Kraft. Berlin-Britz, v. 14. September 1912. Der Vorstand. Bom 1. Oktober d. I. ab be. findet sich unser Kasseolokal in dem Hause Iahnstraße 8?, Kost Treppe diesem Tage ge- 278/13 a« und bleibt schlössen._ Die ausgeschriebene Bureaubeamtenstelle ist besetzt. Den Be- Werbern besten Dank. 273/lö Berlw-Britz, d. 14. September 1913. Der Vorstand. Wtglieckerverssmmwng. Tagesordnung: 1. Neuregelung unserer Winterbeiträge und Kränkenunterstütz«»«. 3. Wahl von zwei Vertretern unserer Sektion auf der Stukkatcurkonferenz am v.«ud 7. Oktober. 3. BerschiedeueA. 142/4* Um pünktliches und Zahlreiches Erscheinen ersucht Vle ürtiichS Verwaltung*. Große öelle FafirikPäuiii8mitaUem Komfort, Doppelliobt, Fahrstuhl, elektr. Licht u. Kraft, Zentralheizung etc. umständehalber billig zu vermieten Keue Hoetistr. SO.* Auskunft b. Verw. o. b. Eigentümer aismarck- Str. 105. Marens, Cliarlotteiilmrg. Kollegin auf diese Zujammenluiist ausmerlsam. \ msri Zweigverein Berlin. Gruppe der Putzerträger. Sonntag, den IS. September 1919, vormittags 11 Uhr: MtaUecker-Versammlung vei Obiglo, Schwedter Str. 23/24. Gruppe der Staaker. Sonntag, den IS. September 1919, vormittags 10 Uhr: JVHtgticdcr-Vcrfamtnlung im Englischen Garten, Alrxanderstr. 27e. jMtion i>tr llifffiileoct u. hilfsorbfitcr. Montag, den 16. September 1919, abends 8'/, Uhr: stRitgliecler-Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelnfer 15, Saal S. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der am 13. Oktober d. I. stattfindenden Fliesen. legerfonserenz.- 2. Wahl eine» Delegierten hierzu.- 3. Verschiedenes. ttm- Die Mitglieder der in Frage kommenden Gruppen mid Sektionen werden ersucht, für regen Besuch der Versammlung Sorge zu tragen, Verwaltung Berlin. Mittwoch, de» 18. September, abends 8!/a Uhr, ' in den Concordia-Fcstsälen, Andreasstr. 64:"WS ee== Gemeinsame NecklUleilSlnimer- Nkchmmlililg für sämtliche KezirKe und Krauchen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme und Beschlustfassnng über die Beitrags- erhöhnng. 2. Perdandsangekegenheilen. Montag, den 16. September 1919, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Inbiläums-�ersammtung Drechsler aller Gewerbe sDrechsler, Treppengelliudkr-, Fmusmöbel-, Stock-, perl- mutt-, Horn-, Knopf-, Kamm- und Haarfchmuckarbkiter). Tagesordnung: 25 Jahre Organisation im Drechslergewerbe. Referent: Verbandsoorsitzcnder Kollege Dt>. l<«Ip»i't. DM- Die ältere» Kollegen, die bei der Gründung nnd dem Slusbau der Organisation mitgewirkt haben, sind besonders hierzu eingeladen._ Bezirk Charlottenburg. IW Montag, den 16. September, abends 8>/z Uhr,'WS im Volkshause: Mitglieder- V�rsammlnng. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wendel über: Gngland. Land nnd Leute. 2. Bericht von der Generalversammlung. 8. Verbands- angelegcnheitea.__ Branche der Vergolder. Dienstag, den 17. September 1919, abends 8 Uhr, = im Gewerkschaftshause, Engelufer IS, Saal 5:= Mittwoch, den 18. September, abends 8«/, Uhr. finden in untenstehenden Bezirken Bezirks-Versammlungen stalt. aus deren Besuch die Kollegen hingewiesen werden: bei Heizmann. Flora; und Düntherstratzen-Scke. Nord osten in den Luna-Säle». Neue Königstr. 7. N«uIt»IIi> in Hoppes Yestsäl-n. H-nnannstr 48 «roS-ILIvdtvi'rvIdo bei Wahrendorf. Bäkestr. 7. vlv««visvrrvlaak�ltnnx. Tagesordnung: Aufstellung eines Versilberer-Normaltarifes. Korbmaeber. Montag, de» 16. September, abends 8l/z Uhr,*99 Versammlung im Gewerkschaftshans, Engelufer 15. Saal 4 ftlrbeitsnachwelssaal). Tagesordnung gg/ig 1. Stellungnahme zur Beitragserhöhung. 2. Bericht von der Generalversammlung. 3. Branchcnangelegenheiten. vlv OrtsverwaUnng. Oerband der ßrauerel« u. lüiilslenarbeiter und verwandter Berufsgenoffen.-bä Geschäftsstelle: C. 54, Mulackstr. 10.— Fernspr.: Amt Norden 4518. Mittwoch, de» 18. September 1912, abends 7>/z Uhr:- Gruppen-Berfammlung der Flaschenkeller- u. Wcitzbierarbeiter im Gewerkschaftshaiise, Engelufer 15, großer Saal. Tagesordnung: Bortrag deS BerbandSborsisteiiden Kollege» Eitel. Beruss- fragen. Vcrbandsaiigclegcnhcite». 43/12 Das Ericheinen aller Kollegen ist dringend ersorderlich. .nie«rtnvvrernltnn». KL. Die übrige» Gruppenvcrsamm ringen finden im Lause der nächsten Woche statt D. O. Abendkurse Berlin NW» Rathenower Str. 3 1 Technikum, Bauschule. Kgt Regieruiigs-Baumstr. a. D.\ Werner, Inhaber. ��H�Prösvekte�ret� Abendkurse Berlin, Neanderstr. 3 Technikum, Bauschule. Königl. liegierungs-Bau- meister a. I).• Werner, Inhaber. Prospekte kostenfrei j Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse Montag, den 16. September, abends S1/, Uhr, in Kellers»Neue Philharmonie", Köpenicker Str. S6/S7r „Sturm und Drang". (Eine deutsche Literaturepoche des achtzehnten Jahrhunderts. IL) Referent: Dl*. IßvStl'ISpkv. Gäste willkommen. 58/12 Der Vorstand. Dienstag, den 17. September 1919, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung aller in der Silberwarenindnstrie beschäftigten Kollegen nnd Kolleginnen im Gewerkschaftöhaus, Engelufer 15. Tagesord n uug: 1. Bericht über die Dar«fverha»dlu»gen mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. . Da in dieser Versammlung� die Kollcan.und Kolleginnen zum neuen Tcftis Twllntrg'nehmen solle», Ist e» Pflicht eints seden, zu erscheinen. Dienstag, den 17. September 1919, abends � Uhr: ch- Versammlung � aller in den Betrieben der Oberlichtfensterverschlnsse beschäftigten Kollegen im Lokal von Wollschläger, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 124/10 1. Besprechung unserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse� 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung find die Kollegen der Firmen Regner u. Fürstenbcrg. Sperling«. Co., Lindstädt(Paul). Lindstödt iErnsi). David Scherbel, A. Walter, Burkhardt und Proske«. Krämer besonders eingeladen. Die Ortsverwaltung. Verbanä äer Ldmeider —— Filiale neriin I.■■» Sebasttanstraste 37—38. Hof rechts II. Telephon Amt Moritzplatz 9737. Herren-Konfektion!*£!!!!!i!i! Rm Montag, den 16. September, abends 8'/, Uhr, im„Elysium", Landsberger Allee 40— 41: MT Oeffentliche-*9 KliOktllinssihllkidkrNtlsllMmlilllg Tagesordnung: 1. Stehen die Lohn- und Arbeitsverhältnisse noch im Einklang mit den heutigen wirlschaftlichen Verhältnissen? Reserent: Kollege Kunze. 2. Dis- lusfion. 3. Verschiedenes. 164/15 Vollzählige» Erscheinen erwartet Die Kommission. Butter billiger! Hausfrauen!! Reiiwchmeckende, uralische Molkereibuttej „Garantiert reine Naturbutter" liefert in halben Pfundstücken mit M. 1,30 pro Pfund in la Qualität „ M. 1,20„»»Ha, Otto Müller, ülllchgeschatt, 144/6* Berlin NW. 87, UfnaustraBe 14. Groß-Berlin. Groß=BerIin. fiftt iinjtchk« KMmIrii, die dt« Lchtnis der AMmrdM m« GrchKnlii bewilligt, sowie derjenigen Fabrikanten, die sich mit ihren Arbeitern im Einverständnis mit der Organisation geeinigt haben. Parteigenohen, Arbeiter» Interessenten» Raucher! Wer die Tabakarbeiter in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen gewillt ist, beziehe seine Waren von nachstehenden Zigarrenfabrikanten, ttebt Solidarität! Osten. •Ctto Schiruicr. Franksurter Allee 7. 'Schulze, Friedrichssclder Straße 23. M. Hnuiicuiaun, Breslau« Str. S. R. iZricke, LaNizcitr. 2g. IV. *P«lil Wvlschko. Andreasstr. 16. 'Heriili'un David, Weidenweg 3. Helene Nolbeeg, Mcmeler Str. 34. -Paul Petcrso», Weidenwcg 83. tcriiiniiii Kaselotv. Friedcnstr. 74. r«uiz Krüger. Posener Str. 2S. 'Joh. Heiden, Weidenweg 26. 'Srnst Baft, Voigtstr. 6. �Sustav Brösel, Fruchtstr. 83. A)Zax Lerche, Tilsiter Str. 44. 'Rngnft Körlt«, Rigaer Str. 46. T'. Dornow, Weidenweg 8. 'Johann Liebich, Memelcr Str. 7. Otto Kogli», Schreinerstr. S5. Anto» Fröhlich. Langesir. S6. Fr. Schildert, Romintener Str. 30. B. Jpentoch, Tilfiler Str. Ä). Robert Zisowöki, Tilsiter Str. 76 II. Sldvlf Löschte. Kl. Andreasstr. 6. 'Will,.(.6 ose. Marlusstr. 27. 'Friedrich Kürschner, Fruchtstr. 61. 'lileliings, Zorndorserstr. 3. Otto Stcrnke, Krautslr. la. 'Schenerniann. Proslauerstr. SS. Südosten. Adolf Toniann, Laufiber Str. 7. 'Angnst Lefsvre. Adalbcrtftr. 18. 'Ph. Bachr, Naunynstr. 24. Emil(gäbler, Cuvryftr. 4g. 'Louis Fischer, Wiener Str. S7d. 'Gustav Zillich, Forster Str. 8. 'Stöbert Kefiler. Mariannenstr. 87. 'Iran Brunn. Wrangelstr. 15. lenbahnstr. 'Kiimmter, Reichenberger Str. 157. 'Paul Reichelt, Wrangelstr. 62. 'Adolf Kunde. Grünauer Str. 4. 'Robert Franke, Britzcr Str. 20. Beruh. Müller, Rcichcnbergerstr.141 'August Vogel. Admiralstr. 23. Koelpin, Admiralstr. S. Wolfs, Görlitzer Str. 57. Süden. 'Wilh. Boeruer, Ritterstr. 15. 'August Zech. Gitschiner Str. 53. 'Gustav Schmidt. Gräsestr. 68. 'Gustav Lochmann, Wassertorstr.sS. Südwesten. Wwe. Lücke, Möckernstraße 116. Nordwesten. Michard Kiepert, Zwinglistr. 2S. Otto Bornkessel. Waldstr. 39. IN. 'Wilhelm Bundschuh. Birkcnstr. 48. 'Robert Kern, Stromslr. 25. Richard Schovpau, Wiclesftr. 46,1. 'H. Hagedorn. Emdener Str. 47. 'Bösenberg, Roslocker Str. 21. 'Paul Müller, Beufielftr. 28. JulinS Södel, Beufselslr. 62. Paul Gatow, Beussclstr. 41. Norde«. Alb. Bolduan, Stargarder Str. 64. 'Wilh. Blanck. Ackerstr. HS. *J. Stabreh, Gleimstr. 10. Rudolf Runge, Jnoalidenstr. 20. 'Emil Herforth, Rügen-, Str. 7, Eingang Putbuser Straß«. 'Frau Luise Nüst. Soldiner Str. 6g. 'WachSmuth, Freienwald er Str. 12. Schubert. Norweger Str. 4. August Bausdorf, Soldiner Str. 14. 'Degtow, Hochstr. 2a.. 'Paul Mazanke. Pankstr. 24. 'Hermann Kornebki. WollinerSt.23 Kempers. Fehrbelliner Str. 57. 'A. Liudemann, Rheinsberg. Str. 37. 'Frip Sperber. Ruppwer Str. 44. 'B. Moritz, Bernauer Str. 18. Liebrecht, Weißenburger Str. 83. 'Julius Ricke, Saarvrücker Str. 7. 'Paul Opitz, Lhnarstr. 2. 'B. Robrahn, GreisenhagenerStr.lS. 'Engelhardt. Schönhauser Allee 50a. Hellmann, Schönhauser Allee 40a II. 'Frau Krause, Biefenthaler Str. 3. 'Oskar Klose, ReinickcndorserStr.gö. H. Bongardt, Gleimstr. 40. F. Zimuiermanu, TreSckowstr. 13. 'Kriedemon», Stargarder Str. 74. Paul Roa, Malplaquetstr. 24, I. 'Wilhelm Nüst, Antonstr. 2. »W. Göppner. Marstr. 13». August Schirmer, Jnoalidenstr. 2. 'Louis Hossmann. Gaudystr. 5. 'Robert Eckert, Kolberger Str. 15. 'Robert Grcwe, Wieienstr. IS. 'P. Goriwoda, Stolpische Str. 44. 'Zld. Kramer, Schwedter Str. 18/1». »Friedrich Schulz, Wiesenitr. 60a. Albert Haspel, im Humboldthain. 'AugnftBcutel, Bielenthaler Str. 24. 'Eduard Möhl.SchönholzerStr.ll. »H. Herberg, Gleimstr. 65. »Karl Habersaath. Graunstr. 40. 'Gustav Hcnnig. Kolonieftr. 12S. 'W. Pollwitz. Schliemannftr. 47. 'A. Kaerger. Prenzlauer Allee 16g. 'Paul«neifel. Ackerstr. 131. Jakob Götting.Liebenwalder Str. 5. 'G. Stahlberg, Dunckerstr. 12. Paul Noack, Schönhauser Allee 56. »Ernst Schulz, Bernauer Str. 2. 'Willy Serr«. Swinemünder Str. 55. 'Gustav Henze, Stetiiner Str. 61. Otto Brau«, Ruppiner Str. 14. 'Rod. Genzkow, Lortzingstr. 24. 'W. Balzer, Ramlerstr. 12. Prager» Ruppiner Str. 25 I. Frtedr. Berlin, Ackerstr. 130. 'Pflug, Reinickendorfer Str. 71. E. Hildebrandt, Rügcner Str. 26. 'H.Junghans.ReinickendorserSt.106 'H. Ziehm, Bernauer Str. 48. »Semmler, Brunncnstr. 103/104. 'Schuhmann, Boyenstr. 13. 'Zöllner, Stettiner Str. 20. 'Weidner, Lindower Str. 8. 'Hübner, Rügcner Str. 13. 'Fröhlich, Reinickendorfer Str. 87. Marie Tulla, Kopenhagenerftr. 22. »Scherring. Brrmnenftr. 30. Math. Rndke, Zionslirchstr. 42, III. Albrecht Steinicke, Graunstr. 13. 'Albert Boldua», StargarderSir. 64 Stordosten. 'Aschenbrenner, Woldenberger Str.5 Marie Klost, Palisadenstr. 101 vi. W. Eckenbrecht, Söchstestr, 7 III. Otto Better, Höchstestr, 32. 'Jos. Krobisch, Büschingstr. 20, 'Max Polest, Friedrich Sb erger Str. 1V 'Jakob Rc»l, Barnimstr, 42. 'Karl Müller, Rykeftr. 38. 'Sl. Dierbach, Winsstr. 25. 'Th. Bernhöft, Greisswalder St. 207. 'Gustav Pinner, Tresckowstr. 36. 'Heinrich Olle, Metzer Str. 22. 'Arnold Hamacher, Köpnicker Str. 155/156, H. Kretz»«. Mariamienplatz 15, St. Rendschmidt, Kastanien-Allee 103 I, Kunkel. Mansteinstr. 14 l, H�iurnicker. Neue Königstr. 17. Max Otto. Templiner Str. 12 part.�"'""--------------- »Wolter. Marienburger Str. 32. 'Richter, Landsberger Allee 145. »Gustav Wittenberg. Barnimstr. 15. 'M. MoewuS, Weinstr. 29. 'Hugo Wache, Koppenstr. 46. »Galka, Elbinger Str. 41. Zentrum. A. Chaim, jetzt Mulackstr. 8. Hos, I. Stsl. III. 'Otto Probst. Linienstr. 25. Bororte. Paul Schnbart. Charlottendurg, Usnaustr. S. Panl Noack. Köpenick, Kaiser- Wilbelmstr. 103. Rob. Hcllmer, AdlcrShos. Karl Jancke. AdlerShos, Friedenstr.16. »Rnd. Otto, AdlcrShos. Sedanstr. 2g. Bcnkert, AdlerShos, Bismarckstr. B8a. Emil Rasenack, Nieder-Schöneweide, Brückenstr. 3. Albert Schumacher» Lichtenberg, Wartenbergftr. 63. »Fritz Ehlert, Britz, Rudower Str. 5, 'H. Trompa, Lichtenberg, Scharn» Ivcberstr. 44. »Harting. Lichtenberg, RummelS- burger Str. 18. »Kaiser, Lichtenberg, Möllendorff' jiraße 15,17. »Joh. Bobrowski, Rummelsburg, Crossener Str. 17. »Masertopff, Boxhagen, Doffestr. 12. 'Schütze, Neukölln, Wißmannst. 22/23. »Schulze, Neulölln, Steinmetzstr. llO. Gustav Becker. Neukölln, Jnnstr, 2S. »Paul Richter, Neukölln, Emserstr, 27 'Alb. Schuster, Neukölln, Fuldastr. 15. I. GanS. Neukölln, Fried elstr. 3 III 'F. Ehlert, Neukölln, Hermannst. 226. »Gustav Carl. Neukölln, Prinz- Handjery>Str. 5S. 'Bortnrann, Neukölln, Emser Str. SV. »Paul Witt, Steglitz, Düppclstr. 5. »Rob.Stübner.Stcglitz.Schloßstr. 115 Lehmann, Reinickendors-Ost, Thuner- straße 5. »Pieper, Spandau. Metzer Str. 12. »Frau Ella Moos.Spandau, Fallen- Hagener Str. 18. »Otto Wilke, Spandau, Birkenstr. 4. »Wilh. Klemmer, Spandau, Schön- walder Str. 82. Max Nölte,Spandau,SchuIzenstr.l4. »Durft.Spandau, Pichelsdorser Str.23 Otto Kloose, Spandau, Feldstr. 5. »Wilh. Klein, Tegel. Berliner Str. 84 'Krüger. Tegel, Berliner Str. 3g pt. MiliuS. Pankow, Berliner Str. 30. »Alb. Jantke. Pankow, Mühlenstr. 38. 'Hudosch. Pankow. Kaiser-Friedrich- Straße 74. 'Jacobi, Weißensee, Berlsti erAllee 173 Werner, Weißenlee, Sedanstr. IS I. 'Hugo Jürgas, Weißensee, Heiners- dorser Str. 55. »Zirkel. Rixdors, Jdealpaffage S. Moritz, Fricdnchshageu. Wilhelmstraße 5S. 'H. Herzog, Lichtenberg, Blumen- thalstraße 3. 'Rischewoff, Lichtenberg, Gürtelstr. 12 »Neuhoff, Rsinickendorf-V., Eich« bornstr. 54. 'Bestündig. ReimckendorsAV., Eich- bornstr. 94. 'Adelt, Retnickendors« 0., Kopen- Hagener Str. 1. W B_ BL__'Heiur. Beyer. Elbinger Str. 13.»Schachmann. WinSstr. 12, -•......-............... �..v, � Laser. Landsberger Str. gl, Puttlitz, Schliemaunstr. 28 l. Panl Juhl. Berlin-Pankow.»tlioman Roske. Chorincr Str. 5, Götzer. Melanchtonstr. 13, I Blauzwir», Lothringer S>r. 66/67 II.»Eypra, Earmen.Sylva.Str. 2.'Bchrend. Weißense«. Gustav-Adols-Str. 17. Rethwisch. Wolliner Str. 42 II, Goretzka, Christinenstr. 34. Max Jacoby, Strelitzer Str. 52 Part. 'Ahrens. Köpenicker Str. I«5.«irchow, Krautstr. 26».»Schulz. Libauer Str. l3.'Albrecht, Hagenauer Str. 2.'Fieblg, Rilleritr. 55. Förster. Ober-schöneweide. SiemenSstr. 20 I. G. Beyer. Palisadenstr. 95. Gürtner. Borhagen.Rummelsburg. Sonntagstr. 3. Wigand. Lychener Str. 13. Blaurock, HeinerSdorjer Str. 15.»GenserowSki. Steinitr. 16. Albert Sonnabend, Alexanderstr. 30. Ansterdem sämtliche Berkaufsstellcn der Grosteinkaufsgesellschaft Hamburg sowie der Konsumgenossenschaft Berlin». Umg.— WM- Alle mst einem' versehenen Firmen haben Ladengeschäfte.»WM liiTnvttvi'! Kauft nur in solchen Geschäften, wo sich unser grünes Plakat, unterzeichnet: vsi» Mevivauensmann. Alwin Schulze, Große Hamburqer Straße 18/19, befindet. Obigen Tarisfirmen zur Kenntnis, daß Plakate für die Händler, die Zigarren zu Tariflöhnen und n a ch w e i s l i ch nur von Tariffirmen beziehen, den ln Frage kommenden Fabrikanten täglich vormittags von 11— 12 Uhr von Unterzeichnetem ausgehändigt werden. ?cuf verschiedene Anfragen diene zur Antwort, dafe wir eine Liste derjenigen Fabrikanten haben anfertigen lassen, welche neben den im„Vorwärts" veröffentlichten Namen, Tarife mtl unserem Verband abgeschlossen haben. Diese Liste können sich legitimierende Händler im Bureau erhalten, damit sie. sofern sie von Tarisfirmen beziehen, diese grünen °.n hw entn-hmm Nertem-u-mau«.«.««»„.,«w. Die nächste Lifte erscheint in 14 Tagen wieder. Absolute Liclierlieit äsk Lie äen eckten klorclksuser Ksutsdsk von Grimm&. 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Lehrplan für den Jahreskursus. Einf. und dopp. Buchführung Amerlkaniscb« Buchführung Kaufmännisch«! Rechnen Kaufmännischer Briefwechsel Kaufmännische Rechtskunde Handels-, Wechsel- und Scheckkunde Muster kontor Kaufmännische Handschrift Stonographl«(Verkehrsschrlft) Stenographie, Debattenschritt mit Diktatübungen MaachineoschreibeD(Tasts7Et«m) Deutsch Englisch Französisch Wöchentlich M Stunden. Monatshonorar M, M,—,«InschllessUch tu Deutsch. Englisch und Französisch M. 25,—. Für Erlernung des 1 Maschueoeclireibens nach dem Tastsystem keine H no ararer höh ung-_ Jährliche Kurse für Damen, die eine höhere Töchterschule besucht haben, zur gründlichen Ausbildung als Geschäft gstenck- R| graphin und Korrespondentin für fremde Sprachen. Wöchentlich■■ 30 Stunden. Monatshonorar M. 26,— einschliesslich Fremdsprachen, englischer und französischer Stenographie und Maschinenschreiben W (Tast system). Korrespondentkmen und Ocschäftssteoographlnnen, die 200 Silben in der Minute stenographieren, befähigt sind, in jedem grösseren WD Kontor die deutsche, englische und französische Korrespondenz und alle anderen kaufmännischen Arbeiten zu erledigen, werden stets JJ gesucht und erhalten bevorzugte Stellungen und höheres Gebalt. WD Die bisher auagebildeten Damen haben alle, oft schon vor Be- endigung des Kursus gut bezahlte Siellungen gefunden. II. Handelshurse rar Herren z I. Jahreskurae für Juogo laute, die aus der Volksschule oder j einer unteren Klasse einer höheren Schule kommen und das In S der Schule Erlernt« wiederholen und befestigen oder Torhaodene AU Lücken ausfüllen und sich für den kaufmännischen oder einen ähnlichen Beruf Torbereiten wollen. Wöchentlich 10 Stunden. Monatshonorar M. 15,— einsebliosslicb Deutsch, Englisch und Französisch. Für Erlernung des Maschinen»chrelhens nach dem Tastsystem keine Honorarerböbung. II. HalbJahreekurM für Herren, die sieb tum Buchhalter, Kaseierer, Kontoristen oder Oe- schäftsstonograpben ausbilden wollen. III. Höherer Halbjahree- kursue für Herren, dl. Im Besitz des Einjäbrlgeo-Zengolsaes sind oder eine gute allgemeine Vorbildung und praktische Erfahrung haben. IV. Drehnonatskura« für Herren, die bereite praktisch gearbeitet haben und sieh in den kaufmännischen Wiaseoachaften vervollkommnen wollen, nm mit besserem Erfolg« in einem Geschäft als Kontorist, Buchhalter, Kassierer oder Korrespondent tätig in sein. a Einf. und dopp. Buchführung Amerikanische Buchführung Handels-, Wechsel- und Scheck- künde Kaufmännisches Eochnen Kaufmännischer Briefwechsel Kaufmännische Handschrift Stenographie Volkswirtschaft 8lehre(Vortrtge) Becbtskuode, Bürgerkunde (Vorträge) Handelsgeographie und Warenkunde Höh. kaufa. Rechnen(Beok- reebnen) Hasterkontor Bank- und Böraenkocde Maschinen schreiben(Tasteystem) Englisch, Französisch, Grammatik oder Korreepondenx and Konversation. Ausführliche LehrplSn« mit Angabe der Dnterrichtsbonoraro, der Lehrfächer und Daner der verschiedenen Kurse kostenlos, Querstraße au der\> VDvr Müllerstraße 113' '1- bis S-Zimmer-�»"°ut°hnr eat,i rtettr. RachtbeÄchtung. oom «Ält« Meyer®*"*Ctmitttn- 3« erfragen Nr. 37 beim ••••••••••••••••eeeeeeeeeeeeeeeeeeee Gegründet 1870 BCommaRdanl@nslr.51, Ecke Alexandrinenstr Bei 60 75 Mark �nfVrhnlun9 1 modernen Kleidersehrank 1 modernes Spicgetvcrliko 1 Sofa, 1 Umbau,(i Stahle 1 Zweizugtiscii, i Trumeau 2 engl. Bettstellen mit Pater, tboden 2 Auflegematratzen mit Keilkissen 1 kompl. moderne Küche Gegründet 1870 Bei 150-200 M.Ä" 1 Speisezimmer"" L,d"- Bei 75 100 Mark 1 kompl. Speisezimmer HSÄr 1 kompl. Schlafzimmer 1 kompl. mod. Küche m. Anrichte Bequeme Teilzahlung. Fachmännische Bedienung. Grosse Auswahl _----------- Stühlen 1 Schlafzimmer �u"' 1 Herrenzimmer, kompl. 1 komplette KQcbe In Jeder Holz- u. Stilart 90 Edel- Margariae erobert jedes Trauentierx! Berttutootttid�er Ottbatteur: Aisreh Wiclepp, Nculölln. Für den. Jnfcratcntcil verantw.: LH?v»lockc. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwürt» Buchdrudcrei n. S3erlaa»an{talt Paul Singer n- Ho, Berlin SW. Hr. AK. 29. Zahtgavg. 4. Inlaut to„Batmätls" Sttlintt Bolteliliilt. Partei- Hngelegcnbeiten. Wilmersdorf- Halensec. Die Generalversammlung deS sozial- demokratischen WahlvereinS findet bereits am Mittwoch, den 16. Sepiember, pünktlich abends S'/s Uhr statt, und zwar aus- nahmsweise nicht im Viktoriagarten, sondern im Stadtpark. Kaiserallee 61/52. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht der S t a d t- verordneten(Referent: Stadtv. Riedel), Stellungnahme zu den Stadtverordnete»wähle n sowie Berichte und Mit- tciliingen. DaS Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Stcglitz-Fricdcnau. Am Sonntag, den 29. September, nach- mittags 4 Uhr, findet bei Schellhase, Steglitz, Ahornstratze 15, eine Schulentlassungsfeier statt, bestehend aus einer Ansprache des Genoffen Heinrich Schulz sowie Rezitationen und Gesangssoli. Eltern, die sich niit ihren aus der Schule entlassenen Söhnen oder Töchtern an der Feier beteiligen wollen, werden ersucht, ihre Adresse den Genossen Andreas, Steglitz, Mommsenstr. 4, und Kann- gicjzer, Südcnde, HalSkcstr. 41, schriftlich oder mündlich bis zum 23. September aufzugeben. Es soll darauf mit den Eltern noch eine gemeinsame Aussprache statlfinden. Um recht zahlreiche Be- teiligung ersucht Der BildungSausschuß. Friedenau. Die Mitgliederversammlung deS Wahlvereins findet ani Dienstag, den 17. September, abends 8'/» Uhr, im«Kaiser- Wilhduigarten*. Rheinstr. 56 statt. Aus der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag und Berichte von der Kreisgeneralversammlung und von Groß' Berlin. Der Vorstand. Zehlcndorf(Wannseebahn). Heute nachmittag 2 Uhr bei Benno Micklci, Potsdamer Str. 25: Gemütliches Beisammensein, verbunden mit Spielen verschiedener Art sowie Kiiidcrbelustigungen und Fackel- zug. Fackeln erhalten Kinder gratis. Temprlhof. Dienstag, den 17. September, abends 8'/, Uhr, im Wilhclmsgarten(groszer Saal). Berliner Str. 9: Mitgliedeiversamm- lung. Tagesordnung: 1. Unsere Organisation. Referent: OSlar Ewald. 2. Bestätigung eines Bezirksführers. 3. Wahl des zweiten Bibliothekars. 4. Verschiedenes. Mariendorf. Montagabend 7 Uhr von den bekannten Bezirks- lokalen anS: Flugblaitverbreitung. Mittwochabend 8 Uhr bei Grahl, Chaussecstrafie: Ocffentliche Versammlung. Tagesordnung: Vortrag deS Genoffen Emil U n g e r über:«Christliche Kirche und moderne Weltanschauung'. Diskussion. Hierzu sind die hiesigen Pfarrer schriftlich eingeladen. Obrr-Schöncwcide. Dienstag, den 17. September, abends 8 Uhr, Mitgliederverianunlniig bei Prochowski(Neue Post). Tagesordnung: Vorirag, Diskussion und Bezirksangelegenheiten. Die Bezirksleitung. Niedcr-Schöncwride. Am DienSiog, den 17. September, abends 8'/z Uhr, im.SchweizcrhauS", Berliner Strohe: Suherordentliche Gcneralversammlmig. ES ist eine wichtige Tagesordnung zu er- ledigen. Der Vorstand. Reinickendorf-West. Dienstag, den 17. d. M., abends pünktlich 8'/z Uhr, im Lokal von Wohlfahrt, Eichbornstrahe 18: Mitglieder- Versammlung des WahlvereinS. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag deS Genossen Dr. JuliuS Moses. 3. Bericht von der Kreis- und VerbaiidSgencralveriammlung. 4. Vereins- angelegenheitcn und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Bezirksleitung. Tegel. Tie Sammelliste Nr. 13822 ist verloren gegangen. Falls dieselbe vorgelegt werden sollte, wolle man dieselbe anhalten und an die Bezirksleitung abliefern. Diensiag, den 17. September, abends 8'/, Uhr, im Restaurant Klippenstein: Miigliedcrvcrsammluna. Bortrag deS Genosten Georg Schmidt über: Bürgerliche und proletarische Jugendbewegung. Die Bezirksleitung. NowaweS. Zur Besichtigung deS Potsdamer Elektrizitätswerkes heute Sonntagvormittag versammeln sich die Teilnehmer um 8Vz Uhr im Restaurant.KarlSgarten'. von wo der gemeinsame Abmarsch er- folgt. Treffpunkt für Nachzügler pünktlich 10 Uhr am Eingang deS Elektrizitätswerkes in der Neuen Luiscnstrahe. Oranienburg. Heute, Sonntag, den 15. September, nachmittags 4 Uhr, im Lokale«WoldhauS Sandhausen': Mitgliederversanimlung. Tagesordnung: f. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Berichte. 3. Kom- mmialeS. 4. Parteiangelegenheiten. Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. Im Pilzwald. Es war zu erwarten und so ist es auch gekommen, daß daS feuchte Wetter ein Pilzjahr bringen mustte. Selbst in den trockensten Wäldern schimmern die farbigen Tupfen aus dem grünen Grase und aus dem Grunde morscher �aum- strünke. Will man Pilze aber in Massen sehen, so inulz man Mischwälder mit viel Unterholz und feuchtem Boden auf- suchen, wie in der Iungfernheide oder hinter Spandau, bei �inkenkrug. Dieselbe Nässe, die unseren Kulturen in diesem Sommer unersetzlichen Schaden zugefügt hat. kain den Pilzen recht gelegen. Streift mait durch das Unterholz, so sieht man sie stellenweise zu Hunderten auf kleinem Räume vereint. Wälder im Walde bildend. Ihre Standorte sind nicht wähl- los. An gewissen Stellen herrschen die Fliegenpilze vor. an anderen esibare Steinpilze oder verdächtige Täublinge und Boviste. Morsche Baumstriinke sind fast regelmäsiig von dichtenHerden des giftigen, gelben Schwefelkopfes umgeben. Wir treffen bald Stellen, an denen ein Blutbad unter den Pilzen angerichtet zu sein scheint: ausgerissen liegen zahlreiche Pilze aus dem Boden. Nicht weit davon pflegen wir auch die Ursackie zu erkennen. Plizsanimler mit Säcken oder Körben. die wieder zu Boden werfen, was ihnen nicht gefiel. Wir haben gerade am Morgen wieder eine jener traurigen Zeitungsnachrichten über Vergiftungen durch Pilze gelesen und wir beobachten die Sammler mit gemischten Gefühlen. Trägt nicht dieser oder jener den Tod mit sich heim? Mancher verrät in seinem ganzen, ruhigen Gehaben den geübten Sammler andere wieder sind Neulinge und man möchte sie warnen vor den oft wundervoll lockenden Pilzgestalten. Die Häufigkeit der Pilzvergiftungen in diesem Jahre ist kein Zufall Die Pilze find infolge der Nässe in ungeheurer Ueppigkeit aufgetreten Das ist eine Ursache. Die Teuerung ist die andere, denn selbstgesammelte Pilze kosten nichts. Auch der alte, durch„euere Untersuchungen widerlegte Glaube an die Nahrhaftigkeit der Pilze spielt eine Rolle. Und noch eins kommt hinzu. Die populäre Literatur auch über die Pilze ist enorm gewachsen. Für ein Spottgeld und selbst gratis gibt es buntfarbige Bilderbogen mit den Abbildungen eßbarer «»der auch giftiger Pilze. Was kann nun einfacher fein, als mit Hilfe solcher Bilder jin Walde etzbare Pilze zu erjagen. denken viele, aber sie denken falsch. Tie Urheber jener Bilder! wissen genau, tvelchc Pilze sie nieinc». aber der Laie ficht nicht mit ihren scharfen Augen und er kann nach der Ab-' bildung zwei einander recht ähnliche Pilze, von denen der eine giftig, der andere eßbar ist. nicht sicher unterscheiden. Er glaubt nun aber, es tun zu können, und darin liegt die Gefahr. Alle bekannten Volksmitbel, mit deren Hilfe giftige Pilze von eßbaren sollen unterschieden werden können, sind nicht verläßlich. Nimmt man sich zum Beispiel auch vor allen Pilzen mit angefaulten Stellen, mit klebrigen Köpfen und verdächtigen Gerüchen in acht, so kann man doch dem Knollen- blättersckftvamm ins Garn gelien, der oft in mädchenhafter weißer Unschuld erscheint, glatt und sauber ist und dessen Verwechselungen mit dem Champignon jedenfalls die meisten Todesfälle verschuldet. Denn bei diesem Pilze versagt auch das Abkochen und Fortgießen des Abkochwassers, das sonst viele Pilze in der Tat entgiftet. Nicht vor Pilzen soll ge- warnt werden, nur vor dem fahrlässigen Selbsteinsammeln. Wer dabei keinen erfahrenen Pilzsammler an der Seite haben kann, dem kann das beste Buch mit den besten Bildern nichts helfen— er lasse unbedingt die Hände davon! An unsere Abonnenten! Unsere Zeitungsausgabestelle, bis- her Auguststr. 50, befindet sich von Montag, den 16. Sep- tember, an Ackerstr. 174, am Koppenplatz, Laden. _ Die Hauptexpedition. Im Kampfe gegen daS Jugcndelend. Für„Vestrebllngen jeder Art und Richtung auf dem Gebiet der Jugendfürsorge" will die«Deutsche Zentrale für Jugend- f ü r s o r g e', die im Jahre 1907 durch Zusammenfassung von zwei in den Jahren 1900 und ISA gegründeten ähnlichen Unternehmungen entstand, einen«fördernden und ehiigeiiden Mittelpunkt" bilden. Sie hat sich zwei Aufgaben gestellt, eine gesamtdeutsche und eine speziell berlinische. Jene besteht in der theoretischen Erörterung von Fragen der Jugendfürsorge im Dteutsch-n Reich(z. B. auf Jugend- gerichtStagen und auf Jugendfürsorgekonferenzen, auch in Fach- schriften und in der Tagcsprcsse). diese in der praktischen Mitarbeit bei Fürsorgefällcn auS Groß-Berlin(z. B. durch JugendgerichtShilfe, durch Raterteilung). Einen Einblick in den recht umfangreichen Verwaltungsapparat. den die Zentrale sich geschaffen hat, gewährt wieder ihr jetzt er- slbienener Tätigkeitsbericht für 1911. Aber auch das ersieht man aufs neue aus diesem Bericht, daß ihr sehr bescheidener Erfolg im Kampf gegen das Jugendelend eigentlich doch in einem argen Mißverhältnis zu ihrem gewaltigen Rüstzeug steht. Im Jahre 1911 wurde für die Verwaltung die beträchtliche Summe von rund 40 000 M. ausgegeben, wovon rund 24 000 M. auf Gehälter entfallen. Die Mittel wurden zum größten Teil aus Beiträgen verschiedener Behörden und Stiftuirxcn, zum geringeren Teil aus den Spende» privater Geber aufgebracht. Die Herrschaften, die sich da zur Förderung der Jugendfürsorge zuscunmengetan haben gehören den«guten", den„besten", ja, den„allerbesten" GesellschaftS- kreisen an. Ten Vorsitz im Präsidium hat sogar eine„Königliche Hoheit", die Fürstin zu Wied, geb. Prinzessin zu Württemberg, die allerdings nur zur Dekoraiion dient. Die«Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge" erstrebt in dem theoretischen Teil ihrer Arbeit eine.Klärimg der An ichauungen", eine«Anregung und Propaganda auf dem Gebiet der Jugendfürsorge durch Prüfung und Erörterung der einschlägigen Fragen auf dem Boden der Gesetzgebung und Verwaltang". Der Bericht zählt in langer Reihe auf, was»ach dieser Richtimg hin die Zentrale im letzten Jahre wieder getan hat. In öffentlichen Kon> ferenzen und Erörtcrungsabenden, zu denen die für Jugendfürsorge in Frage kommenden Behörden und Vereinigungen sowie Einzel- Personen eingeladen waren, wurde mit Eifer alles Mögliche be- sprachen und geprüft. Doch von einem greifbaren Gewinn, der durch Beeinflussung der Gesetzgebung und der Verwaltung erzielt worden wäre, weiß der Bericht aus dem letzten Jahre nichts zu melden. Von der praktischen Arbeit der Zentralen kann mau sich auS dem BeKcht ein in Zahlen auszudrückendes Bild machen. Im letzten Jahre wurde ihre Abteilung für Einzelfälle, die ihr von BormundschaftSgerichtcn, Gemeindebehörden, Vereinen und so weiter überwiesen werden, 1764 mal in Anspruch genommen, daS sind um 694 Fälle mehr als im Vorjahr. Die Arbeit in der JugendgerichtShilfe hat sich vermindert, von 1964 Fällen deS vorletzten Jahres auf 1738 Fälle des letzten Jahres. Der Bericht hebt hervor, daß für 1911 auch die Statistik deZ Jugendgerichts Berlin-Mitte eine Minderung der abgeurteilten Jugendlichen zeigt, und bemerkt dazu:«Also eine Verminderung der Kriminalität der Jugendlichen in Berlin, der vielgeschmähten Reichshauptstadt, während die ReichSkriminalstatistik eine Zunahme ausweist! Gestiegen ist aber die Zahl der S ch u tz a u f s i ch t e n. Im Vorjahre waren 935 Schutzanfsichtelt angeordnet worden, in 1911 wurden 1004 ängeordnet, und die Gesamtzahl der von der Zentrale geführten Schutzaufsichtcn erhöhte sich danach von 2419 auf 3423- Gestiegen ist auch die Tätigkeit der Fürsorge st eilen beim Polizeipräsidium. Behandelt wurden hier im Vorjahre 1133 Fälle, im Berichtsjahre aber 2574 Fälle. Man sieht, daß die«Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge' Ge- legenheit hat. alljährlich Tausende von Jugendfüriorgesällen kennen zu lernen und sich daran zu versuchen. Ihre Fürsorge für diese Tausende von Schutzbedürstigen ist Arbeit von Mensch zu Mensch. persönliche Eiuivirkuiig auf die Jugendlichen und auch auf ihre Familien, eine Aufgabe, die nur mir Hilse eines Heeres von frei- willigen Helfern und Helferiniteit bewältigt werden kann, lieber den Erfolg dieser Mühen werde» in dem Bericht sowie in den ihm beigegebenen, die verschiedenen Arbeitsgebiete der Zentrale be- handelnden Sonderreferaten keine bestimmten Angaben gemacht. All' die schönen Worte, die wir da zu lesen bekommen, können nicht da- rüber hinwegtänschcn, daß diese ganze Arbeit an der gefährdeten Jugend die kläglichste Quacksalberei bleiben muß. Dem Uebel die Axt an die Wurzel zu legen, dazu hat die«Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge" nicht die Kraft. Auf die wirtschaftlichen Ursachen deS Jugendelends wird in dem Bericht mehrfach hin- gewiesen, aber von Versuchen, auch nur in einzelnen Fällen diese Ursachen nachdrücklich zu bekämpfen, ist nicht viel zu merken. Einmal lesen wir die Klage:«Alles, was geschehen konnte, erscheint nur wie ein Tropfen auf einen heißen Stein." DaS ist eine leider sehr treffende Kritik dieses ganzen Tuns. Dem Uebel die Axt an die Wurzel zu legen. dazu hat die„Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge" auch gar nicht Lust. Di« Jugendfreunde, die sich in ihr zilsammengefunden haben fühle» sich zwar inkommodiert durch manche der Begleiterscheinungen unserer„gottgewollten Gesellschaftsordnung"', zum j Beispiel durch die Jugendverwahrlofung. Aber im übrigen sind sie und halten ihre schützende Hand über den Sumpfboden, dem sie ent- sprießt._ Aus dem Ausschuß des ZweckvcrbandeS. Der von der Versammlung deS ZweckoerbandeS eingesetzte Sonderausschuß zur Vorbereitung der Wahlen des juristischen und des technischen höheren Beamten im Zweckverband gelangte gestern zu einer Entscheidung über die Wahl eines juristischen Beaniten. Mit einer an Einstimmigleit grenzenden Mehrheit schlägt er ans rund 120 Bewerbungen der Verbandsversammlung den Kammer- gerichtsrat Dr. Simöon zum höheren juristischen Beamten vor. Der 45 Jahre alte Kandidat ist durch seine literarischen Ar- beiten, insbesondere durch seinen populär gehaltenen Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, der unter dem Titel„Recht und Rechts- gang" erschien, weiteren Kreisen in vorteilhafter Weise bekannt ge- worden._ Raubmord in Schöneberg. Ein Raubmord ist in der vergangenen Nacht in der Neuen Winterfeldtstraße 36 zu Schöneberg verübt worden. Sein Opfer wurde der 65 Jahre alte Rentier Joseph Fuß. Der Mörder, der aus frischer Tat ergriffen und festgenommen wurde, ist der 20 Jahre alte aus Kelke im Kreise Schmiegel gebürtige Hand- lungsgehilfe Roman Pietruszewski, der jetzt in der Eisenacher Straße 113 wohnte. Ueber das schwere Verbrechen werden folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Rentier Joseph Fuß, der am 4. Februar 1847 in Schrimm geboren wurde, betrieb in seiner Heimatstadt ein Deli- katetzwarcngeschäft, bis er sich vor 5 Jahren zur Ruhe setzte und nach Berlin-Schöneberg übersiedelte. Hier bezog er im ersten Stock des Hauses Neue Winterfeldtstraße 36 eine Fünfzimmer- Wohnung. Die beiden Hinterzimmer vermietete er. Eine Wirt- schaftcrin führte dem alten Herrn, der Witwer war, den Haus- halt. Als Joseph Fuß in Schrimm noch sein Delikateßwarengeschäft betrieb, hatte er unter anderem auch den Roman Pietruszewski zum Lehrling. Dieser erschien unerwartet bei ihm Mitte August in seiner Wohnung und bat ihn unter dem Vorgeben, daß ihm die Mittel ausgegangen seien, um 10 M., damit er nach seiner Heimat Weiterreisen könne. Er erhielt auch das Geld. Seit der Zeit hörte F. nichts mehr von dem jungen Manne. Am vergangenen Dienstag mietete Pietruszewski in der Eisenacher Straße 113 im Gartenhaus eine Schlafstelle für 18 M. im Monat, bezahlte den Mietspreis gleich und bezog auch sofort die Stube. Er erzählte der Wirtin, daß er aus seiner Heimat in Posen mit seinem Vater hierhergekommen sei. Sein Vater sei wieder abgereist, er selbst wolle hierbleiben, um in Berlin als Kaufmann Stellung zu suchen. Rentier Fuß besuchte Freitagnachmittag auS Anlaß der jüdischen Feiertage seinen Sohn und dessen Familie w dcx Howaldtstraße. Weil er erst abends später wiederkommen wollte, so gab er auch seiner Wirtschafterin länger Urlaub zu ihren Verwandten. Er sagte ihr noch, wenn er abends früher kommen sollte, so werde er sich sein Abendbrot schon allein zurccht machen. Daß er abends allein zu Hause war, sollte ihm zum Verhängnis werden. Kurz nach 10 Uhr klopfte es an seiner Wvhnungstür. Als der alte Herr öffnete, sah er vor sich seinen ehemaligen Lehr- ling Pietruszewski. Er empfing ihn trotz der späten Stunde und scheint ihn noch mit einer Flasche bewirtet zu haben. Gegen II Uhr erschollen plötzlich Hilferufe aus der Wohnung des alten Herrn. Die Nachbarinnen hörten Lärm und Gepolter. Sie vernahmen unter anderem die Worte:„Lassen Sie mich alten Mann in Ruhe, ich habe nichts als mein Leben." Dann ver- nahmen sie schweres Röcheln. Die Leute eilten zum Pförtner und dieser sandte den Schuhmachermeister auS dem Hause zur Polizei. Von der Wache begaben sich sofort mehrere Schutzleute nach der Wohnung, während zu gleicher Zeit die Revierpolizei auch die Kriminalpolizei benachrichtigte. Als die Beamten Einlaß begehr- ten, fragte von drinnen jemand, wer dort sei. Ms sie darauf im Namen deS Gesetzes Einlaß verlangten, eilte der Fragesteller von der Tür weg nach dem Berliner Zimmer. Sie hörten»roch, wie er die Tür dieses Zimmer? hinter sich abschloß. Jetzt kam der Schlosser, der gleich geholt worden war. Er öffnete die Vordcrtür und als man nun in den dunklen Vorderräumen nichts fand, machte sich der Schlosser daran, auch die Tür deS Berliner Zimmers aufzuschließen. Das gelang nicht gleich. Deshalb stemmten sie die Beamten auf, nachdem sie vorher dreimal eine Waffe hatten knacken hören. Auch im Berliner Zimmer war es dunkel. Die Beamten nahmein wahr, daß sich jemand ihnen entgegen gegen die Tür gestemmt hatte. Deshalb griffen sie in der Dunkelheit sofort zu und hatten einen jungen Mann gefaßt, in dem Pietruszewski später erkannt wurde. Dieser hielt noch einen Revolver in der Hand, den sie ihm bald entwanden. ES war ein alter Lcfauchcux- revolver, der dreimal versagt hatte. Als die Beamten Licht mach- ten, sahen sie den alten Herrn in seinem Blute schwimmend zwischen Tisch und Sofa mit dem Kopf nach dem Fenster zu und dem Gesicht auf der Erde, tot auf dem Fußboden liegen. Ein Arzt, der unter- dessen schon gerufen war. konnte nur noch den Tod feststellen. Mittlerweile war auch die Kriminalpolizei erschienen. Nach Auf. nähme des Befundes, bei dem festgestellt wurde, daß der alte Herr einen Schnitt und mehrere Stiche in den Hals erhalten hatte, wurde Pietruszewski zunächst nach der Revierwache und dann nach dem Polizeipräsidium gebracht. Er nannte sich erst Peterhof und verweigerte jede weitere Angabe. Nur äußerte er, eS wäre besser gewesen, wenn man ihn gleich totgeschossen hätte. Erst auf dem Polizeipräsidium stellte man seine Persönlichkeit fest. Wie er sagt, hielt er sich zuletzt in Bremen auf. bis er seine Stellung verlor. Etwas geraubt zu haben, bestritt der Verhaftete. Bei ihm fand man 125 M. Pietruszewski, der sich morgens von seiner Wirtin wegen Mittellosigkeit noch 6 M. geborgt hatte, behauptete, diese 125 M. seien Ersparnisse, die er mitgebracht habe. Das war von vornherein um so unglaubwürdiger, als man in dem Zimmer des Ermordeten dessen Portemonnaie und Leinwandbeutcl leer auf dem Tische liegen fand. Die Leiche wurde einstweilen noch in der Wohnung belassen. Sonnabendvormittag um 11>4 Uhr begann eine OrtSbeüchtigung, zu der auch der GerichiSarzt Dr. Strauch zu einer näheren Unter, suchung der Leiche zugezogen wurde. Abgestürzt. Im Neubau Tietz stürzte gestern der Stukkateur Paul Schönfeld rücklings von der etwa zwei Meter hohen Rüstung aus den Fußboden. In einer Droschke wurde der Verunglückte der Unfallstation und von dort dem Krankenhause zugeführt, wo er im Laufe des Tages verstarb. Der„Freie Rudervund Berlin" veranstaltet heute vorml4kag sein diesjähriges Dauere-, der,, auf der Odersprcc. Im Bunde percilliacn stch die Ärbcitcrrudervcreine„ßatlegia", ,ffrei6cit' und„Barioärts- gana zufrieden mit dieser G-sellschaftSordnuiig. und sie geben sich /Die Mitglieder dieser Verein- starten in' den auSgeschricbeüe,, Wem«,' alle Mühe, sie zu stützen. Sie entsetzen sich über die Sumpfblüte—»Mit einer Liennstreck« von 82 Kilometern stellt ein Dauerrudern(im Gegensatz zur Regatta über eine kurze Strecke von gewöhnlich l'/z Kilometern) an jeden einzelnen Ruderer außerordentlich hohe Anforderungen an Kraft. Energie und Ausdauer. Diese aber haben sich die Arbeiterruderer durch fleißiges und exaktes Ausüben ihres Sports in reichem Maße erworben. Keine wertvollen Preise locken den Arbeiterruderer zum Wettbewerb; einzig und allein der Nach- iveis sportlichen Könnens ist sein Streben. Um'/a8 Uhr früh verläßt das erste Boot den Start und in 10 Minuten Abstand folgen die weiteren. Wer von den Lesern einen Morgenspaziergang auf der Spreepromenade unternimmt, darf sicher sein, von Zeit zu Zeit ein Boot, dessen erster Ruderer und Steuermann eine Startnummer tragen, zu sichten. Ehe das letzte Boot startet, kehren die ersten schon von Köpenick, wo der Wendepunkt der Nennstrecke liegt, zum Start und gleichzeitigen Ziel zurück. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von 5%— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 Uhr und 3— 6 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit ööl Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Vorort-l�ackricktm. Schönebergs Maßnahmen zur Linderung der Fleischteuerung. Die von den städtischen Körperschaften! eingesetzte gemischte . Deputation, bestehend aus Ist Stadtverordneten und 5 Magistratsmitgliedern, hat in ihrer vorgestrigen Abendsitzung be- schloffen, von der Stadt einen Kredit von zunächst 20 ststst M. nachzusuchen zwecks Ankaufes frischen ausländischen oder ge- frovenen ausländischen oder inländischen Fleisches, mit der Ermächtigung, entweder selbständig oder mit Gemeinden Groß-Berlins genieinsam den An- und Berkauf zn betreiben, auch iden Verkauf durch Schöneberger Schlächter oder in eigener Regie vorzunehmen. Auf dem Gutshofe des in Teutsch-Wustorhausen belegenen Rieselfeldes soll der alte Stall als Schweinemästerei und eine Schweinezucht ein- gerichtet werden. Hierzu soll ein Kredit von Ist ststst M. bei den städtischen! Körperschaften beantragt werden. Ferner werden dem Verein Schöneborger Kaninchenzüchter 12 Morgen des städtischen Grundstücks an der Stadtgärtnerei zwecks Er- richtung einer Kaninchenzucht unentgeltlich überwiesen; ferner werden 3000 M. zur Errichtung von Ställen usw. ausge- warfen, unter der Bedingung, daß der Verein jährlich zirka 20 000 Stück Kaninchen an die Stadtgemeinde Schöneberg zu einem zu vereinbarenden billigen Preise abliefert. Auch ist bor Verein zu ersuchen, durch Vorträge, insbesondere auch an städtische Arbeiter, die Kaninchenzucht zu fördern. Es werden 3000 M. zur Einrichtung einer Kaninchenzucht auf dem Grundstücke des städtischen Pflegeheims in Ragow bei Dcutsch-Wusterhausen durch die Insassen des Pflegelheims ausgeworfen. Ein weitergehender Antrag, auch auf dem Niesclfelde selbst eine umfangreiche Kaninchenzucht in eigener Regie anzulegen und dortselbst zwei neue Viehställe zu er- bauen, wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Bei den Verhandlungen über die Einrichtung der Kaninchenzucht wurde mitgeteilt, daß z. B. in Paris täglich 200 000 Pfund Kaninchenfleisch verzehrt werden. In London werden wöchi.Ttlich 500 000 Stück Kaninchen verzehrt. Auch in Essen werden wöchentlich einige tausend Kaninchen auf den Markt gebracht. Um den Seefischvorkauf noch intensiver betreiben zu können, wie es bisher geschehen ist, hält die Deputation eine Verlegung der Fischhalle in eine verkehrsreichere Gegend für erivünscht und beantragt deAhalb, alsbald die erforderlichen Schritte nach dieser Richtung hin zu unternehmen� Lichtenberg. Rchmt Einsicht in die Wählerlistek Im November wird die Stadtverordnetenversammlung neu gewählt. Die Liste der stimm- fähigen Bürger liegt zur Einsichtnahme für alle Wähler vom Sonntag, den 15. September, bis einschließlich den 30. Septem- ber aus, und zwar nicht wie früher im Rathause, sondern im Stadthause(früheres Rathaus Rummelsburg), Türrschmidtstraße, wochentags in der Zeit von 8 bis 3 Uhr täglich und Sonntags von V bis 12 Uhr. In dieser Zeit ist jeder Bürger verpflichtet, Einsicht in die Liste zu nehmen; etwaige Einsprüche gebe man sofort zu Protokoll. Wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen. Tue daher jeder seine Pflicht! Die Wählerliste weist 27081 Wahl- berechtigte auf, die insgesamt einen Steuerbctrag von 2 737 027 M. aufbringen sollen. Die Liste spricht eine aufreizende Sprache, wenn man sich die infolge des elenden Dreiklassenwahlrechts vor- genommene skandalöse Verteilung der Wähler und der damit be- dingten Entrechtung der großen Masse der Bürger vergegenwärtigt. Tnnach wählen 06 Bürger erster Klasse in einem Wahlbezirk, der das ganze Stadtgebiet umsaßt, 22 Stadtverordnete. Die zweite Wählcrklasse, aus 4735 Wählern bestehend, wählt in 3 Bezirken teils je 2 oder 3 Stadtväter, zusammen 22. Die übrigen 22 710 Wähler haben dann das„Recht", in 22 Bezirken je einem Stadtvater ihr Vertrauen auszudrücken und ihm zu einem Man- date zu verhelfen! Versäume niemand, dem die Beseitigung dieses elenden Geldsackprivilegs am Herzen liegt, in der Agitation für die kommenden Wahlen seine Pflicht zu erfüllen. Wilmersdorf-Halensee. Die Wahl der Delegierten zur hiesigen Ortskrankenkasse finden diesmal im K a s f e n l o k a l, Kaiser-Allee 173a, und zwar am Mittwoch, den 18. d. MtS., abends von 0—8 Uhr statt. Ver- säume lein Mitglied an der Wahl teilzunehmen. Die Freie Turnerschaft veranstaltet heute Sonntag nachmittag 2 Uhr auf dem Spielplatz Berliner. Ecke Mannheimer Straße, ihr Ab turnen und ladet hierzu die Arbeiterschaft freundlichst ein. Grünau. Uebcr die AnSgestaltung der gahlavcnde referierte in der letzten Mitgliederversammlung Genosse Blnhme. Nach einer recht regen Diskussion wurde beschlossen, die H a u s k a s s i e r u n g, die sich bereits in früheren Jahren in unserem Ort gut bewährt hat. wieder einzuführen. Bei den Zusommenkünflen soll mehr Wert auf die sozialwissenschaftliche Ausbildung der Genossen gelegt werden. Das soll erreicht werden durch Haltung zweckentsprcchenderReferate und durch Errichtung freier Diskusstonsabende, bei denen die Genossen selbst zu politischen Tagesfragcn Stellung nehmen. Um bei der Ausdehnung des Ortes auch den entfernter wohnenden Parteianhängern enlgegm- zukommen, sollen von Zeit zu Zeit auch im anderen OrtSteil Zu- sammenkünfte stattfinden. Alt-Glienicke. Daß die gegenwärtige Teuerung der Lebensmittel einen nn- haltbaren Zustand darstellt, wurde in der letzten Gemeinde- Vertretersitzung einhellig anerkamrt. Unsere Genossen hatten zur Steuerung deS Notstandes folgenden Antrag gestellt: I.„Der Gemeindevorsteher wird ermächtigt, an den Bundesrat und Reichs- tag eine Eingabe zu richten, in der unter Darlegung der herrschenden Notlage gefordert wird, die sofortige Aufbebung der Zolle auf Vieh, Fleisch. Getreide und Futtermittel, die Grenzsperre für die Einfuhr von Schlachtvieh, des§ 12 deS FleischbeschaugesetzeS, der Einfuhrscheine. II. Gemeindliche Einrichtungen(event. in Ber- bindung mit Nachbargemeinden) zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu schaffen.- Der Antrag fand ein st immige Annahme. Bemerkenswert ist. daß ein Teil der bürgerlichen Vertreter selbst Landwirte sind, zu deren„Schutz" ja, nach der agrarischen Presse, angeblich die im Absatz I des Antrages angeführten Ein- richtungen geschaffen sind. Trotzdem hielten es die betreffenden Herren für ihre Pflicht, in Anbetracht der Lage für den Antrag zu stimmen. Der auf Alt-Glienicker Gebiet liegende Teil des Schulzendorfer Weges befindet sich in einem schlechten Zustande. Da sich der Pflasterung desselben bisher verschiedene Schwierigkeiten in den Weg gestellt haben, wurde beschlossen, eine örtliche Be- sichtigung vorzunehmen und mit den vorgesetzten Behörden so- wie den interessierten Gemeinden Verhandlungen anzubahnen. An Stelle des verzogenen Genossen Neue wurde Genosse Adolf G e r l a ch in die Armenkommission gewählt. Von dem Bau der verlängerten Rudower bczw. Grünauer Straße stehen noch an Pflasterkostenzinsen zur Verfügung 2524 M. Es wurde beschlossen, den Betrag für Instandsetzung der Straßen zu verwenden, abzüglich 300 M., welche dem Gemeindevorsteher als Anerkennung für seine über das gewöhnliche Maß gehende Tätigkeit beim Bau der Straßen zugebilligt wurden. Ferner wurde beschlossen, die Straßenbahn- nachtzüge täglich bis 1 Uhr nachts ab Adlershof verkehren zu lassen. Außer einigen anderen Angelegenheiten wurde über einen Antrag des Ortspfarrers in einer Kanalisationsbeitrags-Streitsache auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand verhandelt. Die Kirchen- gemeinde war zur Leistung der Beiträge für das Kirchengrundstück herangezogen. Der Kirchenrat hat dagegen wohl Einspruch erhoben, aber die zur Einlegung von Rechtsmitteln bestehende Ausschlußfrist ist um einen Tag überschritten. Nachdem die Kanalisations- kommisfion die Veranlagung auf Grund angestellter Ermittelungen als zu Recht bestehend festgestellt hatte, kam die Gemeindevertretung zur Ablehnung des Antrages. Lübars-Waidmannslust. Die letzte Gemeindevcrtretersitzung am 11. d. M. hatte sich hauptsächlich mit folgendem Dringlichkeitsantrag unserer Genossen zu be- ichästigen: „Die Gemeindevertretung möge beschließen: 1. an den Bundesrat und Reichstag eine Eingabe zu richten, in der unter Darlegung der herrschenden Notlage gefordert wird: die ofortige Aufhebung der Zölle auf Bieh, Fleisch. Getreide und Futter- mittel und der Grenzsperre für die Einfuhr von Schlachtvieh, des § 12 des Fleischbeschaugesetzes, der Einfuhrscheine; 2. gemeindliche Einrichtungen— eventuell in Verbindung mit anderen Gemeinden— zur Versorgung der Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln zn schaffen." Nach eingehender Begründung des Antrages durch Genossen L u s ch e r wurde derselbe in seinem ersten Teil angenommen mit dem Zusatz, daß sich die Gemeinde in der Eingabe den Gemeinden Groß-BerlinS anschließen soll. Der zweite Teil zeitigte eine längere Debatte hauptsächlich über den Seefischeinkauf, die damit endigte, daß die im vorigen Jahre gewählte Kommission für den Kartoffeleinkauf wiedergewählt wurde; dieselbe soll nun die nötigen Schritte in Verbindung mit anderen Gemeinden unternehmen. Die hieraus folgende nichtöffentliche Sitzung, in der über den anzustellenden Bauleiter beraten wurde, nahm längere Zeit in An- ipruch. Unter 63 Bewerbern wurden fünf herausgesucht, welche zu der stattfindenden Sitzung am Montag eingeladen werden sollen. Herzfelde. Aus der Gemeindevertretung. Ein Antrag betr. Einrichtung einer gewerblichen Fortbildungsschule, der schon wiederholt die Ge- meindevertretung beschäftigte, verfiel auch diesmal aus„Sparsam- keitsrücksichten" der Ablehnung.— Dem kürzlich ins Leben gerufenen Verein für Jugendpflege soll das Bibliothekzimmer der hiesigen Ge- meindeschulc für seine Zwecke zur Verfügung gestellt werden.— Das Feuerlöschwesen soll, da sich die alte Wehr msolge des Konfliktes mit der Gemeindeverwaltung aufgelöst und die neugebildete Wehr viel zu wünschen übrig läßt, einer Regelung unterzogen werden. Nowawes. Zu einer interessanten Debatte kam es in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung bei der Beratung über den von unserer Fraktion gestellten Antrag, wonach zur Abwehr der sich stetig steigernden Lebensmittelteuerung an den Bundesrat und Reichstag eine Eingabe zu richten sei, in der die soforttge Aufhebung der Zölle auf Vieh, Getreide und Futtermittel sowie die Beseitigung der Grenzsperre für Einfuhr von Schlachtvieh und die Aufhebung des Z 12 des Fleischbeschaugesetzes gefordert wird. Bei Begründung des Antrages, der auch eine Verbesserung resp. Erweiterung der von der Gemeinde geschaffenen Einrichtungen zur Beschaffung billiger Lebensmittel wünscht, unterzog Genosse Neumann auch die örtliche Teuerung einer eingehenden Kritik. Er wies besonders auf die hohen Fleisch- preise hin, die zum Teil auf das Konto der' Fleischer zu setzen seien, und mawte den Vorschlag, die Gemeinde solle eventuell eine eigene Fleischverkaufshalle, für die ein Eis- keller zur Verfügung stehe, einrichten. Die günstigen Erfahrungen, die die Gemeinde im vorigen Jahre mit dem Kartoffelverkauf ge- macht habe, ließen lein besonderes Risiko erwarten. Eine solche Maßnahme liege im Interesse der Gemeinde, denn dadurch würden sich vielleicht auch dre Armenlasten ermäßigen. Man müsse auch damit rechnen, daß bei weiterem Steigen der Fleischpreise die Gemeindebeamten und«arbeiter sich zu neuen Forderungen auf Teuerungszulagen gezwungen sehen, so daß schon aus diesem Grunde eine Verbilligung der Fleischpreise zu wünscheir wäre. Dem von einigen Gewerbetreibenden eingegangenen Antrag ans Wiederauf- Hebung des erst vor kurzem eingerichteten Sonnabendmarktes dürfe nicht stattgegeben werden. Die Interessen der 24 000 Einwohner müßten gegenüber denen einigerHändler unbedingt berücksichtigt werden. In der Diskussion sprachen sich sämtliche Redner im Sinne der in dem Antrag aufgestellten Forderungen aus. Gemeindevertreter Lechh bezloeifelte jedoch, daß die Landgemeiudeordnung eine derartige Beschlußfassung zulasse. Der Bürgermeister bestätigte die Berechti- guug des ausgesprochenen Zweifels und erklärte, eine Beschlußfassung im Sinne des Antrages nicht zulassen zu können. Gemeindevertreter Bosse, Obermeister der Schlächlerinnung. gab zwar das Vorhandensein einer besonderen Notlage zu, sprach sich jedoch gegen den Fleisch- verkauf durch die Gemeinde aus. Für Aufhebung des Sonnabend- Marktes sei er nicht, wünsche jedoch im Interesse der Gewerbetreibenden, daß nur Artikel feilgehalten werden, die nach der Marktordnung zulässig sind. Auf Vorschlag der 3. Abteilung wurde die Zulassung aller Lebensmittel festgesetzt. Aus nochmaligen Hinweis des Bürgermeisters auf die Landgemeindeordnung nahm die Ver- tretung von einer Beschlußfassung über den Antrag unserer Fraktion Abstand. Doch wollen die Gemeindevertreter gemeinsam eine ent- sprechende Petition an den Bundesrat und Reichstag richten; auch wird die Gemeinde ihren Vertreter im Zweckverband von Groß- Berlin beauftragen, ihre Zustimmung zu den etwa zu treffenden Maßnahmen gegen die Teuerung zum Ausdruck zu bringen. Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll der Sonnabendmarkt den Sep- tember hindurch aufrecht erhalten werden. In der ersten Oktober- sttzung soll die zuständige Kommission Bericht erstatten, ob die von den Petenten beantragte Aufhebung des Marktes wünschenswert ist oder nicht. In der letzten WahlvereinSvrrsamiiilung gab der Vorsitzende be- kannt, daß in Ausführung deS in der letzten Volksversammlung ge- faßten Beschlusses vor einigen Tagen eine Konferenz deS Kartell- auSschusscs und deS Venummlungsbureaus mit der Leitung des Konsumvereins stattgefunden habe, in der die beantragten Maß- nahmen gegen die örtliche Fleiichtcuerung eingehend erörtert wurden; ein befriedigendes Resultat konnte jedoch nicht erzielt werden. Diese Mitteilung löste eine längere Debatte aus, an der sich auch der Geschäftsführer des Konsumvereins beteiligte. Sämtliche Redner sprachen sich für ein energisches Ein- greifeir des Konsumvereins aus. Schließlich wurde ein vom Genossen Dahlke gestellter Antrag angenommen, der die Leitung deS Konsumvereins auffordert, sich unverzüglich mit auswärtigen Fleischern, di« gewillt wären. Fleisch zu billigeren Preisen als den ortsüblichen zu liefern, in Verbindung zu setzen.— Zur Aufnahme gelangten elf Mitglieder, darunter sechs Frauen.— Den Bericht von der Kreisgeneralversammlung erstattete Genosse Seidenberg. Von einer Diskussion mußte der vorgerückten Zeit wegen Absland ge- nommen werden. Die Berichte über die Berbandsgeneralversammlung und den Parteitag sollen gleichzeitig in der am Mittwoch, den 25. September, stattfindenden außerordentlichen Versammlung gegeben werden. Aus der Gemeindevertretnng. Die Teilung der Untertertia und der ersten Vorschulklasse des Realgymnasiums gab zu einer längeren Debatte Anlaß. Während sich die bürgerlichen Redner für eine be- reits zum 1. Oktober in Aussicht genommene Teilung der beiden Klassen aussprachen, wünschten unsere Genossen Singer und Neumann eine Hinausschiebung des Zeitpunktes bis zum 1. April nächsten Jahres. Genosse Neumann erklärte, man dürfe sich bei der Ent- scheidung dieser Frage nicht auf den Standpunkt stellen, daß die Autorität des Direktors, der die Teilung als notwendig erkannt hat, unbedingt gewahrt werden muß. Bei der geringen Zahl der über« zähligen Kinder kann man mit der Teilung recht gut bis zum Oster« termin warten. Nachdem sich der Bürgermeister sowie die Gemeinde« Vertreter Volksschullehrer Reiff und Direktor Nohl im Interesse der Schüler für den Oktobertermin ausgesprochen, wurde die Vorlage, die die Mehrkosten auf 1270 M. veranschlagt, einstimmig an- genommen.— Der nächste Punkt„Abzweigung von je sieben Klassen der Gemeindeschulen I und IV zu einem besonderen gemischten System" wurde vertagt, weil Genosse Neumann den Beweis erbrachte, daß die von der Schulaufsichtsbehörde wiederholt gestellte Forderung, wonach nur bis zu 18 Klaffen einem Rektor unterstellt werden dürfen, in anderen Gemeinden auch nicht erfüllt sei. Er könne Orte angeben, in denen bis zu 23 Klassen einem Rektor unterstellt sind. Dem Bürgermeister wurde anheimgegeben, darüber noch nähere Informationen einzuziehen und dann bei der zuständigen Behörde unter Hinweis auf die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde um Aufschub der kostspieligen Neuregelung nach- zusuchen.— Abgelehnt wurde die vom Potsdamer Jnnungsausschuß nachgesuchte Beihilfe zu der für Ende Oktober in Potsdam geplanten Ausstellung von Lehrlingsarbeiten. G.-V. Schneider sprach hierbei den Wunsch aus, die Fortbildungsschule möge einmal eine solche Ausstellung veranstalten, um den Lehrlingen Gelegenheit zu geben, die erworbenen Kenntnisse und Ferttgkeiten auch öffentlich zu zeigen. — DaS Kuratorium der höheren Lehranstalten soll durch den G.-V. Schlächtermeister Bosse ergänzt werden.— Als Vorsitzender des GewerbegerichtS wurde Herr Bürgermeister Winkelmann und als dessen Stellvertreter Herr Schöffe Obst wiedergewählt.— Zum Schluß fand die vorgeschlagene Aenderung der Straßenordnung, die eine Erleichterung der Vorschriften über die Einzäunung von Grund- stücken bezweckt, Annahme. Spanva«. Aus unserer Volksschule. Auf Veranlassung unserer Genossen im Stadtparlament sind bekanntlich ein Posten von 3000 M. für Schulärzte in den Etat eingestellt und bei Neubauten resp. Umbauten von Gemeindeschulen Brausebäder eingeführt worden. Brausebäder sind allerdings erst in der Gemeindeschule in der Földerichstraße und in der Geineindeschule auf dem Nonnendamm zur Einführung gelangt. Aus Anlaß einer Anfrage unserer Stadtverordneten, wie viel Schul- linder morgens ohne Frühstück zur Schule kommen, hat die Schul- deputation durch die Rettoren in den Gemeindeschulen eine Erhebung veranstaltet und folgendes festgestellt: Im ganzen erhielten 75 Kinder kein Frühstück. Davon kommen auf die 2. Gemeindeschule(Moltke- straße) 2, die ö. Gemeindeschule(Földerichstraße) 1, die 0. Gemeindeschule(Mauerstraße) 83. die 7. Gemeindeschule (Mittelstraße) 8, die 9. Gemeindeschule(Kurstraße) 8, die 10. Gemeindeschule(Seeburgerstraße) 10, die 11. Gemeindeschule (Nonnendamm) 1, die 12. Gemeindeschule(Földerichstraße) 11 und die Hilfsschule für schwachbesähigte Kinder 1.— Eine große Anzahl von diesen Kindern sollen, wie behauptet wird, aus„Be- quemlichkeit(I) der Eltern" kein Frühstück erhalten haben, während nur bei einer kleinen Zahl von Kindern häusliche Notlage vorlieget Es kann wohl angenommen werden, daß viele Kinder ans falscher Scham eine Notlage ihrer Eltern in Abrede gestellt haben. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt im Interesse dieser notleidenden Kinder etwas unternehmen wird. Der Zusammenschluß zu einer Krankenkasse ist jetzt von der All« gemeinen Ortstrankenkasse, der Ortskranlenkasse der Handwerker und der Ortskrankenkasse der Tischler beschlossen worden. Die Zu- sammenschmelzung der Kassen erfolgt aber erst am 1. Januar 1914. Die erste Kasse erhebt einen Beittag von 90 Pf. wöchentlich und zablt ein Krankengeld von 12 M., die zweite Kaste erhebt 78 Pf. und zahlt gleichfalls 12 M.. während die dritte Klasse nur 75 Pf. erhebt und 14 M. Krankengeld zahlt. Die Allgemeine Ortskrankenkasse hat bei der Aufsichtsbehörde beantragt, vom 1. Oktober ebenfalls 14 M. Krankengeld zahlen zu dürfen. Große Arbeitslosigkeit herrscht unter den hiesigen Bauarbeitern. Es wird dies daraus zurückgeführt, daß die Bauten auf dem Nonnen- dämm und der große Bau der Charlottenburger Baugenossenstbaft am Hohenzollernring von auswärtigen Unternehmern ausgeführt werden, bei denen hiesige Maurer und gimmerleute nur in geringer Anzahl Beschäftigung gefunden haben. Selbst bei dem Rathausbau wurden b-lanntlich trotz Borstelligwerden beim Magistrat nur wenige hiesige Maurer eingestellt. Zu einer machtvollen Demonstratio« gestaltete sich eine Protest- Versammlung gegen den LebenSmittelwucher, die am Freitagabend nach der Brauerei Pichelsdorf einberufen war. Der große Saal war überfüllt, Kopf an Kopf standen über 2500 Personen. Reichstagsabgeordneter H. Käppler hielt ein zweistündiges Referat über„Der Kampf des Volkes gegen die Teuerung". Am Schlüsse seines mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrages richtete der Referent einen leidenschaftlichen Appell an die Anwesenden, es nicht bei dem Bestich dieser Versammlung bewenden zu lassen. sondern die Reihen des kämpfenden Proletariats zu stärken und bei- tragen zu helfen, daß die Junkerherrschast niedergerungen wird. Eine Diskussion fand nicht statt. Hua der Frauenbewegung. Leseabende. Fr.-Buchholz. Dienstag, den 17.. abends 8% Uhr, bei Kähne, Ber- liner Straße 39. Gr.-Lichtrrfelde. Dienstag, den 17.. pünktlich 8V6 Uhr. bei Fritz Wahrendorf. Bäkestraße 7. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Niederschönhausen-Nordend. Dienstag, den 17.. abends 8%, Uhr. bei Rcttig, Blankenburger Straße 4. Vortrag des Genossen Zimmcrmann-Karlshorst. Steglitz. Montag, den 10.. abends SX Uhr, bei Heizmann. Flora- ftraße 2. Vortrag der Genossin Selinger:„Die Dienstboten- frage".__ Bersammlmigen— Veranstaltungea. Grünau. Mittwoch, den 18. d. M.. abends 9 Uhr, in detz „Grünen Ecke". Köpenicker Straße 88. Frauenversammlung. Bvrtrag des Herrn Architekten! Wolter:„Goethe, feine Zeit und die Frauen." Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mit- gl> oder ist unbedingt nötig. Gäste sehr will kommen. . Der Vorstand. Zcntralverband der Hausangestellten. Sonntag, den 22. September. in Kellers„Neue Philharmonie"(großer Saal): 13. Stiftungs- fest. Zur Aufführung gelangt:„Jugend." Ein Liebesdrama in drei Aufzügen von Max Halbe, gespielt von Schauspielern dw Berliner Bühnengenoffenischaft. Ball. Kassenöffnung !�S Uhr. Beginn 7 Uhr. Eintrittskarte 80 Pf. Ju-Mdbevanstaltttttge«. Pankow- Niederschönftouken. Am Dienstag, de» 17. Schlember. abends 8>/z Uhr, findet im„Paukgrasen", Schlobstr. 1, eine öffentliche Vcr- sammiung statt. Stadto. Watzty-Ncukölln sbricht über: Zweck und Nutzen der Arbeitcrjugcndhenne. Man beachte auch das Keutige Flugblatt. Grofi-Lichterfclde. Heute Sonntag, den 15. September: Halbtags- Partie nach Stolpcr eaee, Kleifi-Grab. Treffpunkt am Botanischen O arten um Uhr. Kosten 20 Ps. Arbeiter-Iamariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche: Berlin. I. Zuteilung am Montag in den Rittcrsälen, Ritterstr. 75, abends 8'/, Uhr.' Lichtenberg. Am Donnerstag bei Pickcnhagen, Scharnweber- st ratze 60, abends 8'/, Uhr. Neukölln. Am Freitag, Weichselftratze 8, abends 81/, Uhr. Spandau. Am Mittwoch bei PcczileS, Pichelsdorser Straffe 5, abends 8'/� Uhr. Nowawcs.«lu, Montag bei Schmidt, Friedrich-, Ecke Wilhelm- stratzc, abends S'/s Uhr. S" uh 0 1 4 e n 11 orl- stm Montag bei Löwcnhagen, Chauffeestr. 27, abends Friedrichshagen. Am Donnerstag, Friedrichftr. 80, 2. Hof, abends S-/, Uhr. v Wilhelmsruh. Am Donnerstag bei Barth, Viktoriastratze 7, abends 8>/- Uhr. B e r I i n am Sonntag, den 22. September findet in den Rittcrsälen, Ritterstr. 75, nachmittags 6 Uhr, ein Lichtbildervortrag über: Das Blut im gesunden und kranken Körper statt, wozu die Kolonne» und Gäste will- kommen sind._ Bmfkarten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraste est, vorn vier Treppe» — Fahrstuhl—, wochentöglich von tld bis Ilb Uhr abends, Sonnabend?, «ou 4Vä bis 6 Uhr abendS statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mcr�cichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertestt. Anfragen, denen keine AbonnementSguittnnz beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man tu der Sprechstunde vor. E. R. 72. Stempel nicht crsorderlich.—(f. F. 101. 1. Der Vermieter kann noch klagen. 2. Ein Teil der Einrichtung ist pfändbar; nur die zur persönlichen Ausübung dcS Gewerbes nötigen Gegenstände müssen belassen werden.— C. I. 1012. 1. Nein. 2. Ihre Frau ist klageberechligt.— K. P. 410. 1. Das lätzt sich nicht verhindern. Ein Anspruch aus Gewährung der Lehrmittel besteht nicht. 2. u. 3. Nein.— Itcttiiierftrafte»8. 1. GebnrtSurkilnde vom Standesamt und Militär- pah. 2. Ja. 3. Nein.— I. Sch. 100. Falls der Mieter die Räumung am 1. Oktober verweigert, können Sie klagen.— A. B. 20. 1. Nein. etwa 10 Mark. 2. Ja. 3. Beschwerde bei der Anwaltskammer.— O. N. Ja, — Zl. Z. 20. 1. Nur bei Zustellung eines GcstcllungSbesehIS oder bei öffentlicher Bekanntmachung. 2; Freiheiisstrase von 6 Monaten bis zu 5 Jahren. 3. Ja.— Zl. G. 4. 28. 1. 3 Jahre. 2. Ohne Einflutz.— A. B. III. 1. Ja. 2. Ohne Einsichtnahme i» die Karten sticht zu beant- Morien. 3. Mindestens 20.— O. I. 0. 1. Nein. 2. Ja. 3. Falls tatsächlich Gütergemeinschaft besteht— Ihr Schreiben enthält nichts, waS zur Beurteilung dieser Frage dient— ja.— Karl F... r. 1. Nein. 2. Ja. - F. P. 15, Die Beschlagnahme ist zMSsfig. die von Shste» angebeulete Mitteilung nicht.— H. 100. Nein. Sie können zunächst nur auf Wieder- Herstellung der ehelichen Gemeinschaft klagen. D'e Kosten rächten sich nach dem Objekt da? nach den Vermögens- und Einkommens Verhältnissen dcr Parteien sestgesetzt wird.- P. Z. 2S. Melden Sic Ihre Forderung beim Gericht an— M. R. 2. 1. und 2. Die Angaben reichen nicht au-. 3 Sln den Landesdirektor.— P. 0. Etwaige Schritte haben, soweit ersichtlich, keine Aussicht aus Erfolg.— G.<*. 1537. 1- Nein. Ihm kann der Anieil von dem Ersteher nachträglich abgetreten werden. 2. �eincm später staltfindenden Kausgelderbelegnngstermm.— K. 100. Es empsiehlt sich Reklamation. Am 10. September verstarb in folge eines Unglückssalles mein lieber Mann Otto Bruclrnitz im Alter von 30 Jahren. Dies zeigt tiesbetrübt an Nwi>lv Brnchwltz, Lichtenberg, Traveplatz A- Die Beerdigung findet am Montag, den 16. d. MtZ., nach- mittags 2'/., Uhr, von der Leichen- Halle des'Thomas-Kirchhoses in Neukölln, Hcrmannstr., aus statt. Reparaturen. 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Bon dem guten Einvernehmen des Arbeiter-Athleten- bundes ncht anderen Sportorganisationen zeugte die Anwesenheit Von Bertrewrn der Arbeiter-Schwimmer,-Radfahrer und-Turner. iis die Grüße ihrer Organisationen überbrachten. S t r n U! p f- Magdeburg gibt den Geschäftsbericht und be- dauert, daß der Bund nicht in der Lage war, einen schriftlichen Be- richt vorzulegen. Die vom 3. Bundestag dem Vorstand über- wiesenen Aufträge wurden zur Ausfuhrung gebracht. Di« Kreis- eiiueilung ist durchgeführt und scheint sich zu bewähren. Die meisten Kreis« baben eine eigene Unfallkasse. Wenn die Unfall- Unterstützung obligatorisch durch den Butrd eingeführt werden soll, wie von einigen Kreisen beantragt wird, so müssen die Beiträge erhöbt werden. Um das Bundesverlagsgeschäft und den Vertrieb der Sportkleidung für den Bund nutzbringend zu gestalten, wäre es nötig, daß die Kreise und Vereine, welche Vermögen haben, dieses beim Bund anlegen, also eine Art Bundessparkasse errichten, wie sie bei den Arbeiter-Turnern und-Radfahrern schon besteht. Den eingegangenen Klagen über das Verhalten einiger Arbeiter-Turn- vereine unseren Vereinen gegenüber kann die Bundesleitung nicht Rechnung tragen, sondern muß es den örtlichen Instanzen über- lassen, vorhandene Differenzen zu schlichten. Meist beruhen diese Klagen auf Gegenseitigkeit. Wenn das angeregte Sportkartcll zu- stände kommt, werden diese Klagen von selbst aufhören. Hierzu liegt folgende Resolution des Vorstandes vor: .Der in Nürnberg tagende Bundestag des Arbeiter-Athleten- bundes stimmt im Prinzip der Schaffung eines Zentralverbandes für alle die körperliche Leibesübung betreibenden Arbeiterorgani- sationen zu. Angesichts der beispiellosen Zersplitterung im Athletiksport, angesichts des„Reichsverbandes für Athletik" und aller sogenannten nationalen Gebilde erachtet der Bundestag die Existenz eines Spezialverbandes zurzeit noch für notwendig." Tie Stellungnahme des Bundes zum Wcttstreitwesen wurde durch folgende Resolution dokumentiert: „Der Bundestag erkennt an, daß das ganze Wettstreitwesen mit den Bestrebungen unseres SJunics nicht in Einklang zu bringen ist. Aus taktischen Gründen sieht der Bundestag von einem Verbot ab, beauftragt aber die Delegierten, in ihrem Wirtungskreis in diesem Sinne zu wirken." Um auch bezüglich der Sportkleidung etwas Einheitliches zu schaffen, wurde vom Bundesvorstand folgende Resolution vorgelegt: „Der Bundestag beschließt, möglichst einheitliche Sport- kleidung einzuführen, und zwar schwarze Oberhemden und weiße Kniehosen. Die Wahl der Farben der Schärpen bleibt den Kreisen überlassen. Bei Anschaffung von Sportkleidung ist mög- lichst das Bundcsgeschäft zu berücksichtigen." Zu dem Bericht des Redakteurs, erstattet von Strumpf-Magde- bürg, wurde besserer Ausbau der Zeitung und statt monatliches 14tägliches Erscheinen gewünscht. Um dies zu ermöglichen, wurde auch beantragt, den Genossen Strumpf als besoldeten Beamten an- zustellen. Da dies ohne Beitragserhöhung, welche aber mit Rück- ficht auf die ländlichen Kreise als nicht durchführbar bezeichnet wurde, nicht möglich ist, mußte von einer Anstellung abgesehen werden. Jedoch versprach der Vorstand, den vorgebrachten Wünschen möglichst Rechnung tragen zu wollen. Zugleich mit der Beitragserhöhung fiel natürlich auch der Antrag auf Einführuiig einer obligatorischen Unfallkasse; es bleibt dieselbe vorläufig iroch den Kreisen überlassen. Bezüglich der Zen- tralisation lag folgend« Resolution vor: „Der Bundestag erachtet es für notwendig, überall, wo es ohne Schädigung der Bundcsinteressen möglich ist, die Zentralisation der Bundesvereine, die an einem Orte tagen, mit allen Mitteln durchzuführen." Nachdem noch die Entschädigung des Bundesvorstandes und Kassierers festgelegt worden war, erfolgte Schluß der Tagung. Mocken-Spielplan cier Lerliner Oieater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Der Rosenkavalier. � Dienstag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Mittwoch: Bioletta. Donnerstag: Der fliegende Holländer. Freitag: Figaros Hoch- zeit. Sonnabend: Königskinder. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Mignon.(Anfang 71/, Uhr.) Montag: Siegfried.(Anfang 7 Uhr.) Königl. Schauspielhanö. Sonntag: Die Bluthochzeit. Montag: Freund Fritz. Dienstag: Der große König. Mittwoch: Die Bluthochzeit. Donnerstag: 1812. Freitag: Der große König. Sonnabend: Wilhelm Teil. Sonntag: Der große König. Montag: Die Journalisten.(Anfang 7'/, Uhr.) Lefsing-Theater. Sonntag: Tantris der Narr. Montag: Hedda Gabler. Dienstag: Die Weber. Mittwoch: Tantris der Narr. Donnerstag: Rosmersholm. Freitag: Glaube und Heimat. Sonnabend: Tantris der Narr. Sonntag: Tantris der Narr. Montag: Rosenmontag. (Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Don Juan. Montag: George Dandin. Dienstag: Viel Lärm um Nichts. Mittwoch: Hamlet. Donners- tag: Fault I. Teil. Freitag: Ein SommernachtsKaum. Sonnabend: Faust II. Teil.(Ansang 6'/, Uhr.) Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Don Carlos.(Ansang?stz Uhr.) Kammerspiele. Von Sonntag bis Montag: Mein Freund Teddy. Dienstag: Eine glückliche�Ehe. Mittwoch bis Sonntag: Mein Freund Teddy. Montag: Der Arzt am Scheideweg.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Aktienbudiker. Allabendlich: Große Rosinen.(Ansang ß Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Drei Einakter. Täglich abends: Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Lottchens Geburtstag. (Ansang 8 Uhr.) Trianon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der selige Toupinel. Allabendlich: Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Der Dieb. (Anfang 8 Uhr.) Schiller-Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zopf und Schwert. Sonntag und Montag: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Dienstag: Die Lokalbahn. Die Medaille. Mittwoch: Die Gefährtin. Paracelfus. Der grüne Kakadu. Donnerstag: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Freitag: Die Lokalbahn. Die Medaille. Sonnabend: Der Kompagnon. Sonntag und Montag: Die Haubenlerche, filnsang 8 Uhr). Schiller- Theater Charlottenbnrg. Somltagnachmmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchseid. Abends und Montag: Der Talisman. DicnS- tag: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Mittwoch: Nachruhm. Donnerstag: Der Talisman. Freitag: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Sonnabend: Der Talisman. Sonntag: WallensteinS Lager. Die Piccolomini. Montag: Der Talisman(Anang 8 Uhr.) Neues Volks- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Liebelei. Literatur. Abends: Lore. Die Spieler. Ter Kammersänger. Montag Liebelei. Literatur. Dienstag: Lore. Die Spieler. Der Kammersänger. Mittwoch: Liebelei. Literatur. Donnerstag: Lore. Die Soieler. Der Kammeriänger. Freitag: Liebelei. Literatur. Sonnabend und Sonntag: Lore. Die Spieler. Der Kammersänger. Montag: Liebelei. Literatur. � �FÄrdrich�BKlhelmstädtisches Schauspielhaus. Allabendlich: Die keusche Susanne. Ansang S1/, Uhr. Theater in der KöniggräNer Strasse. Bis auf weiteres täglich abends 8 Uhr: Die säns Frankfurter. Thalia-Theater. Allabendlich: Autoliebchen.(Anfang 8 Uhr.) LustivielhauS. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Ein Königreich m. b. H. Allabendlich: So'n Windhund.(Ansang 8'/, Uhr.) Komödieuhaus. Ab Donnerstag: Feuerversicherung. Der lächelnde Knabe.(Ansang 7 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Allabendlich: Egmont.(Ansang 8 Uhr.) Residenz-Thcater. Allabendlich: Der Vcrr von Nr. IS.(Ansang 8 Uhr.) Casino-Thcater. Sonntagnachmittag 3ss, Uhr: Der stille See. All- abendlich: Der Großsürst.(Ansang 8 Uhr.) Walhalla- Theater. Allabendlich: Nur nicht drängeln.(Ansang S'lt Uhr.) Montis Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3V- %Z B§ 751 SW 760WSW 77297 Weit« 2w olkig IRegen 2 bedeckt bedeckt bedeckt »II -ut 2k 9 9 10 11 10 76991© 770j9J Wetterprognose für Sonntag, den 15. September 1912. Zunächst ein wenig wärmer, vorherrschend wolkig mit leichten Regen- sällen und sttschen westtichen Winden: nachher langsam aufklarend, jedoch wieder etwas kühler. Berliner Wetterbureau. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter zu Hamburg.(E. H. 29.) Filiale Berlin 8. Sonntag, den 15. September, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung bei Voigt, Badstr. 53(kleiner Saal). Arbeiter- Abstinentenbund. Ortsgruppe Groß-Berlin-West Mon. tag, den 16. September, abends 8'i, Uhr: Versammlung im VolkShau« Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Vortrag des Genossen Aug. Neumann: Alkohol und GememdebestimmungSrecht. Gäste willkommen. Marktbericht von Berlin am 13. Septbr. 1912, nach Ermittelung des konigl. Polizeipräsidiums. MarkthaUenpreise.(Kleinhandel) 100 Kilogr amm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—50,00. Speisebohnen. weiße, 30,00— 50,00. Linsen 32,00— 60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 5.00— 10,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,80—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50—1,80. Schweinefleisch 1,50—2,40. Kalbfleisch 1 ,50—2,40. Hammelfleisch 1,70—2,40. Butter 2,20-3,00. 60 Stück Eier 4,00—6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,40—2,40, Aale 1,60-3,20. Zander 1,60—8,60. Hechte 1,60-2,80. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—8,20. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 1,60—30,00.' Alexanderplatz Landsberger Str. 60, 61, 62, 63 --------------------- Gründung 1825„..„j Gxlra- Preise® GKlinen, Decken und Teppiche vom 16. bis SO. September: Vel vet-F enster-Deko- wie Abbildune, mit rationen aparter farbiger Applikation cri reicher Durckbrucbarbeit, Farben: Bordeau. 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REichstass-Walilkreis. Kopcnicker Viertel. Bez. 187 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Druckerei- arbeiter NIsx Kuka (Cuvrystr. 28) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September, nach- mittags 21/j Uhr. von der Halle des Zcntral-Friedhoses in Friedrichs- selbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 220/2 lße»» Vorstand. Verband der Bufb- und Steindruekerei-iilfsarlieiter u. Arbeiterinnen Deutsetilands. Ortsverwaltung Berlin. Am 12. September starb nach schwerem Leiden unser Mitglied Max Kuka im Alter von 28 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. September, nach- mittags 2'/- Uhr. auf dem Zen- Iraljriedhos in Fricdrichsfelde statt. 28/!>_ Die Ortsverwaltung. Gestern mittag 1 Uhr entschlies I plötzlich mein lieber Mann, unser| guter Vater, der Gastwirt SiegspieS Eieiimann im vollendeten 40. Lebensjahre. DieS zeigen tiesbetrübt an Wildelmine Eichrnano und Kinder. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, aus dem Himmel- sahrt-jpirchhos. Nordend, statt. SoziaWemokraUsclier WaWvereln lö. Oerl. ßeicbstagswahlkreis. Am 13. d. Mts. verstarb unser Genosse, der Gastwirt ZieZkrieä kickmsnn Voltastrasje 37. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. d. MtS., nach- mittags 5 Uhr, von der Halle des Kirchhofes der Himmelsayrts- gemeinde in Nordend aus statt Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zflzialöemoki'alßclier Wahlverein f. d. 6. Serl. Reietistagswaiilkrels. Am 12. d. Mts. verstarb unser Genosse, der Schlosser Max Griin Grünthaler Str. 6(Bezirk 811). Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Montag, den 16. d. Mts., nach- mittags 4 Uhr, auf dem Sophien- Kirchhos, Freicnwalder Str., statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/3 Der Vorstand. I�ackruk! Am Montag, den 3. September, verstarb plötzlich unser langjähriger Freund und Sangesbruder Fr, Zöllner im Alter von 72 Jahren. Seine Pflichttreue sowie sein guter Charakter sollen uns stets als Vorbild dienen. üesanxverein krolistmi, Adlershof. 53/17 Statt Karten. Für die zahlreichen Beweise der Liebe und Teilnabme beim Hin- scheiden meiner teuren Gattin und Mutter, der Hebamme tVilhelmlne Schemann sagen wir allen unseren innigsten Dank.'-33b Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, dag mein inniggeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwager, Schwiegersohn, Bruder und Onkel Karl Vagi nach langen, schweren Leiden sansl entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernde Witwe Marie Vogt nebst Kindern und Verwandten. Die Beerdigung findet am Montag, den 16. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Zentral-Friedhoses in Fricdrichsfelde aus statt. > SoziaidkiMkraMer Watilverein {!. d. 6 Jerl. Reiebstagswabikreis Am 12. d. Mts. verstarb unser Genosse, der Fräser Karl Vagi Korsörerstr. 5.(Bezirk 581a.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 16. d. Mts., nach- mittags 3� Uhr, von der Halle des städtischen Zentral-Friedhoss in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 232/10 Der Vorstand. DeatseberMetailarbeMrband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloster Max Grün Grünthaler Str. 6 gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 16. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien-Kirch- hoses, Frcienwalder Straße, aus statt._ Ferner verstarb unser Mitglied, der Fräser Karl Vagi Korsörer Str. 5, am 12. d. Mts. an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Septemberr, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-Fried- hoses in Friedrichsselde aus statt. Ehre threm Andenken! Rege Beteiligung erwartet 124/11 Die Ortsverwaltung. Gesanprein Ken Erwacbt. Durch den Tod ist uns einer unserer alten Mitglieder, der Sangesbruder Karl Vogß entrissen worden. Wir werden ihm ein ehrende» Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 16. September, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Zentral-Fried '' �"'elde aus st böses in Friedrichsfelde statt. Mcber Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht.! daß unser Kollege, der Schiffers Hermann Hensei am 12. September im Aller von| 32 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 66/17 Oie Bezirksverwaltung. Am 14. September nachts entschlief sanft nach schwerem Leiden unser inniggeliebter Sohn und Bruder Johann Heidrich (Inhaber der Sophien-Säle) im 38. Lebensjahr. Dies zeigen tiesbetrübt an Wilhelm Heidrich 3336 und Geschwister. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. Seviember, nachmiltags 4'/, Uhr, von der Kapelle des HewioS-KirchhoseS in Rcinickcndors aus�statt. I Am Freitag, den 13. September, abends 3'/. Uhr, entschltcs saust nach langem, schweren Leiden .mein lieber Mann, unser guter Vater/ Sohn, Bruder, Schwager I und Onkel, der Gastwirt KaI Hartmann im 48. Lebensjahre. Dies zeigen ttefbetrübt an ISarie Hartmann geb. Altinunn und Kinder. Berlin!70. 55, Elbinger Str. 50. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. d. Mts., nach- mittags 4'/« Uhr, von der Leichen- Halle des St. Bartholomäus-Kirch- hoses, Wcißensce, Falkenberger Chaussee, aus statt. 144/22 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzipenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unseres Vaters und Schwiegervaters, des Zimmermanns 321b Ferdinand Büchner sagen wir allen Verwandten, Freun- den und Bekannten, insbesondere dem Beerdigungsverem der Zimmerleute Groß-Bcrlins und der Freien Ver- einigung der Zcitungsspediteure und -Verkäuser unseren innigsten Dank. Die trauernden llinierbliebenen. Für die ausrichtige Tellnahme bei der Beerdigung meines Mannes Gustav Uchnkc sage ich allen Beteiligten meinen besten Dank. 332b itzrau Anna Behnkc. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden Prinzeustr. 41, 10—2. 5—7. Sonntags 10—12. 2—4 Mode-jlnsstellnng Ausstellungshalle am Zoologischen Garten. Beacliten Sie gefl. unsere interessante Ausstellung von Singer Nähmasciiinen und die damit angefertigten für Haus und Industrie bestimmten hervorragenden Kunststickereien und Näharbeiten im Erdgeschoß der Halle II, Stand No. 82, Singer Co,, Nähmascliineii Act. Ges. Berlin, Leipziger Str. 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Kaffee -tcrciiv"�— � Der Einkauf von Gardinen, Stores, Bettdecken ist Vertrauenssache. Diese unsere Artikel haben ihren Ruf, was Gediegenheit u. Wohlfeilheit anbelangt, nur durch die Empfehlung ihrer Käufer. Besichtigung erbeten. Vertrieb von Erzeugnissen säehs. Gardinen-Fabriken Johann Pellot& Co., Kommandit=QeseIlschaft Unsere Originalpreise sind verbürgt nnr; C., Roscnthaler Straße 8 S., Oranlenstraßc 37 nahe Oranienplatz S-, Kottbnsor Damm 65 (Neukölln), nahe Hermannplatz Spezialhaus allergrößten Stils mit Einzelverkauf. Sachgemäße Bedienung. 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Regierungs- Baumeisler a. D. Werner, Berlin NW., Ratheuowerstraffe 3, Polier. kurse. Meisterkurse. Tcchnikerkurse, Architekten, Hochbau, Tiejbau, Ver- messungs-Techiiiker. Steinmetzsach, Abendlurse. Tageskurse. Technikum, Berlin, Neander straffe 3(Schinkel-Akademie), König- licher Regicrungs-Baumcister Werner a. D., Direllor und Inhaber, Ma- schinenbau, Elektrotechnik, Gas. Waffer, Werkmeister. Techniker, Ingenieur- kurse, Abendkurse, Tageskurse. Zither-, Bioliiluuterricht erteilt Schneider, Urbansiraffc 66. 113/8 Violinunterricht, Mandoline-, Gitarreunterricht, Abendkurse, An klamcrstratze 15._ 113/10 Klavierkiirsus. Erwachsenen Schnellmethode. Monatspreis 3.00. Klavicrüben srei. 20 Klaviere. Musik- akademie Oranienstraffe 117. Moritz platz. Unionthcater._ 111/13 Klavier-- Violine-, Gesang-(Stiinm- bildung), Violoncello-, Blasinstru- mente-, Manoolinen-, Gitarre-, Zitherunterricht. Monatshonorar 1,00 an. Höchste Ausbildung, schnellsördcrnd, Tageskurse, Abendkurse. 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