Ar» �34. flbennementS'BcdinguilSMl: WoimenientS- Preis pränumerando: Licrteljährl. 3,30 2Rf., monofl. 1,10 Mü, wochenllich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Pummer ö Pfg, SonntagS- nunnner mit illustrierter ZonntagS- Vellage„Die Neue Welt" 10 Pfg, Post» Slbonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post. Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband ,ür nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Itcheg. vi« TnfertlonS'GtbUlir beirägt ffit die sechsgespaltene Kolonek» zeile oder deren Raum M Pfg., für politische und aewerlschastliche Vereins- tind Bersammlungs-Anzeigen SO Pfg. „kleine Ztnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckt« Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Worts Pfg. Worte ober IS Buch- ftaben zählen für zwei Worte. 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Denn England ist jetzt in der Türkei sehr einflußreich und will seine Stellung offenbar nicht leichthin aufs Spiel setzen. Es ist natürlich, daß diese Haltung, falls sie beibehalten wird, auch ein gemeinsaines Vorgehen Oester- reichs und Rußlands wenig aussichtsreich gestalten würde. Denn die Kriegslust ist jetzt auch in der Türkei sehr stark angewachsen, so daß nur ein einmütiger und außerordentlich starker Druck der Mächte die Türkei zum Zurückweichen bringen könnte. Für die Haltung Englands kommt da offen- bar noch in Betracht, oaß die Erfüllung der Autonomie- forderungcn in der jetzigen gespannten Situation in der Türkei sehr leicht neue innere- Unruhen und damit erst recht neue Gefahren erzeugen kann. Die Situation ist eben kaum mehr für eine friedliche Lösung geeignet. Nun ist ja heute sowohl die Stimmung in Wien als auch in Paris etwas zuversichtlicher, ohne.daß wirklich konkrete Tatsachen vorliegen, die diese Zuversicht begründen könnten. Die Thronreden, die heute im serbischen und bulgari- schen Parlament gehalten worden sind, sprechen vielmehr eine sehr kriegerische Sprache und die Mobilisierung in Blilgarien nimmt raschen Fortgang. Beendet sind aber die Kriegs- Vorbereitungen weder in der Türkei noch in den Balkanstaaten, und daraus vor allem erklärt eS sich, daß kriegerische Ereig» nisse noch nicht eingetreten sind, denn auch die gemeldeten bulgarischen Grenzüberschreitungen werden von keiner Seite bestätigt. «ler itt fchuld? Aus Wien wird uns vom 5. Oktober geschrieben: Die Verkündigung der Mobilisierung in den Balkanstaaten hat die gesamte Diplomatie in Bewegung gebracht; aber ob die sagenhafte„Aktion der Mächte" diesmal mehr sein wird als die gewohnte fruchtlose Scheintätigkeit, die sich zu keinem festen Willen verdichten kann und nichts hervorbringt, was einem einmütigen Eittschlilsse Europas gleich zu achten wäre, ist sehr zu beziveifetn. Denn diese Großmächte, die angeblich alle den Frieden wollen, liegen ja in Wahrheit gegen einander auf der Lauer, und jede hat daran, daß sich vor Europa der Krieg drohend erhebt, ein vollgerüttelt Maß von Schuld. Wie ist eS auf dem Balkan zu der heute so düsteren Lage, zu der so nahegerückten Krügsgefahr gekommen? Der Hallptkonftikt erhebt sich um Mazedonien, um die türkische Provinz, in der die nationalen und konfessionellen Gegensätze mit den Klassengegensätzen zusammenfallen. Die Türken sind dort als Grundbesitzer, Beamte und Offiziere die Beherrscher und Ausbeuter des Landes; die Griechen bilden die wohlbabcnde Oberschicht der städtischen Bevölkerung; die Slawen, Bulgaren und Serben sind Kmeten, tributpflichtige Bauern. Daß die türkische Herrschaft die ökonomische Ent- Wickelung des Landes hemmt, leidet keinen Zweifel. Die Wirt- schaftliche Verfassung des Landes ist feudal: der slawische Bauer muß dem türkischen Grundherrn ein volles Drittel seiner Ernte abliefern. Die Bemessung und Einhebung dieser drückenden Natnrabgabe führt immer wieder zu erbitterten Kämpfen zwischen Grundherren iind Bauern, in welchen Kämpfen die tür- kischc Bureaukratie natürlich Partei für die ihr stamniverivandten türkischen Grnndherren ergreist. Die Landwirtschaft verfällt, das Landvolk verelendet, und was von den besitz- und kultur- losen Arbeitern nicht auswandert, sinkt zum Lumpenproletariat herab, aus dem sich die Räuberbanden rekrutieren, die die Sicherheit der Person und des Eigentums ständig be- droben. Daß die türkische Revolution an diesen traurigen Zuständen ivenig oder gar iiichis geändert hat, ist nicht überraschend; auch die Jungtürken vertreten die osnianische Herrenklasse und waren ein ungeeignetes Instrument, um die türkischen Begs zu enteignen und die christlichen Bauern zu befriien.. Gegenüber der türkischen Herrschaft erscheinen also die christlichen Balkanstaaten als die Vertreter des sozialen Fortschrittes, der in der Ersetzung der feudalen Eigentums- ordnung durch die bürgerliche läge. Nur freilich, daß den vorgeschützten edlen und uneigennützigen Motiven der Retter wenig zu glauben ist. daß es ihnen weit weniger um die Befreiung der christlichen Bauern vom Joch des türkischen Feudalismus, vielmehr um Raub und Ve- rcicherung zu tun ist. Haben sie doch die Anarchie in Mazedonien durch die Organisierung der Banden- kämpfe unmittelbar auf dem Gewissen. Und diese Bandenkämpfe wurden ja nicht zum Kampfe gegen die türkische Bedrückung geführt, sie wurden zum nationalen Kampfe mißbraucht. So haben die Bulgaren den Kampf gegen Griechen und Serben, die Rumänen den Kampf gegen die Griechen, die Serben den Äainpf gegen Griechen und Bulgaren, die Griechen den Kampf gegen alle anderen Christen in Mazedonien organisiert. Durch diese Feldzüge eines entarteten Nationalismus haben die christlichen Balkanstaaten in verbrecherischer Weise die Unsicher� heit in Mazedonien gewaltig gesteigert, die blutigen Unterdrückungsmaßregeln der türkischen Behörden heraus gefordert, die Lage der mazedonischen Bauem, die sie angeblich befreien wollen, nur immer verschlechtert. Es ist den habgierigen Dynasten und den Ausbeuterklassen in ihren Staaten also keineswegs um die Lösung der mazedonischen Frage im Sinne des sozialen Fortschritts zu tun; was sie allein im Sinne haben, ist die Eroberung, der zu Liebe sie ihre Rüstungen ununterbrochen steigern, die Volkskraft ihrer Länder dadurch schwer schädigend. Darum auch ihr Wettkriechen vor Rußland, das sie dem Zarismus, diesem bösartigsten Feinde jeglicher Volksfreiheit, mit Haut und Haar überliefert, darum auch die Zwietracht zwischen ihnen, die jetzt scheinbar gebändigt ist, die aber nach einem Siege über die Türkei in dem Kampfe um die Beute wohl doppelt verheerend hervorbrechen würde. In dem Kriege, der sich auf dem Balkan vorbereitet, kann keine Seite und kann niemand auf Sympathie rechnen. Nicht minder tragen an den traurigen Zuständen auf dem Balkan die Großmächte schwere Schuld. Daß die gegenwärtige Kriegsgefahr durch den italienischen Raubzug nach Tripolis unmittelbar ausgelöst worden ist, daß die Angriffs- lust der balkanischcn Kleinstaaten durch den Imperialismus der italienischen Militärmacht aufgepeitscht wurde, braucht nicht erörtert zu werden. Der russische Zarismus folgt nur seinem blutigen Gesetz, wenn er die Balkanstaaten zu Kriegs- Händeln anreizt, die den Frieden Europas gefährden und ihm Gc° legenheit geben, als Schiedsrichter der Welt sich aufzuspielen. Auf dem Schuldkonto Oesterreich-Ungarns steht die Annexion, die den Länderhunger der Balkankönige geweckt hat, steht die Um zulänglichkett seiner Politik, die Serbien wirtschaftlich absperrt und dadurch jene Stimmungen hervorruft, die das zwischen Verziveiflung und Größenwahnsinn hin- und hertummelnde Land zu jedem Abenteuer bereit machen. Und wenn in den Balkan- fragen die Ohnmacht Europas so sinnfällig hervortritt und der ganze Weltteil ratlos zusehen mutz, wie der skrupellose Zwergdespot in Sofia die Fackel an den Weltfrieden legt, so liegt der letzte Grund in der Zerspaltung Europas in zwei feindliche Lager, dieser politischen Ausstrahlung des kapita- listischen Imperialismus, in dem der Götze des Profits über alle Götter und Ideale triumphiert. So teilen alle Mächte der kapitalisttschen Welt die Verantwortung für die Schwere deS Krieges: der türkische Feudalismus und die Eroberungsgier der christlichen Balkanstaaten, der italienische Jniperialismus und der russische Zarismus, die kleinlichen Balkanintrigen Oesterreich- Ungarns und der bedenkenlose Imperialismus Deutschlands, Englands und Frankreichs. Alle jene Mächte der kapitalistischen Welt, denen unser Kampf. derKampf der Sozial- demokratie gilt, sind die Schuldigen. Der Standpuntt der Sozialdemokratie dem Balkankriege gegenüber ist demnach unerschütterlich gegeben: für niemand Partei nehmen und niemand Sympathien schenken. Und des- halb für alle Staaten Europas dieselbe Losung: keine Einmeng ung in die Balkanhändel! Es wird an vielen Stellen in Europa wahrscheinlich schon heute die Neigung obwalten, in den Balkankrieg, wenn er ausbricht. zur„gelegenen Zeit" einzugreifen und bei dem großen Beute- machen dabei zu sein, und diese Neigung könnte sich im Laufe des Krieges noch steigern. Aber das Proletariat wird denen, die bei dem Balkanbrand ihr Süpplein kochen möchten, energisch zurufen: Hände weg! Und diesen seinen Willen durchzusetzen, wird eS auch überall stark genug sein. Die Lage auf dem ßalftan. Türkische Kriegsbegeisterung. Konstantinopel, 6. Oktober. Die Lage ist unverändert. Die Botschafter Rutzlands und Frankreichs sprachen beim Minister Noradunghian vor. der daraus mit Kiamil Pascha eine Unterredung hatte. Die Diplomaten der BalkanlSnder erklären fortgesetzt, daß kein Schritt einen Krieg verhindern könne. Sie würden alle gleich- zeitig Konstantinopel verlassen, wüßten aber noch nicht, wann. In einer Versammlung der»Entente libürale" wurde eine Resolution angenommen, welche die Regierung auf- fordert, den Vorschlag einer Konferenz nicht an- zunehmen, sondern den Krieg zu erklären. Die Re- solution wurde in die Provinzen telegraphiett und auch dem Sultan und der Regierung vorgelegt. Eine Versammlung deS jung- türkischen Komitees, an der über 20 000 Menschen teil- nahmen, nahm eine Resolution an, die der Regierung Unterstützung verspricht, wenn sie ihre Pflicht tue. Die Begeisterung der Muselmanen für den Krieg ist ständig im Wachsen begriffen. Gruppen mit Fahnen durchziehen unter Trommelwirbel die Stratzen. Die Manifestanten ergehen sich in feindseligen Kundgebungen gegen die Balkan st aaten, besonders gegen Bulgarien und Griechenland. In Stambul fanden große Versammlungen statt, die vom Komitee der Enteute liberale veranstaltet wurden. ES sprachen mehrere albanesische und ein gnechischer Redner. Die Demonstranten zogen sodann zu den Regierungsgebäuden und vor den Palast des Sultans. Die Menge war auf 15000 Mann an» gewachsen, denen die Pförtner bereitwilligst die Tore zum Palast« gatten öffneten. Umgeben vom Hofstaate erschien der Sultan auf der Terrasse>md winkte den Rednern freundlichst zu, dicht heranzutreten. Zwei arabische Ansprachen ließ sich der Sultan vom Scheck ul JSlam übersetzen und allen Rednern durch seinen Kämmerer danken. Darauf erklärte der Sultan: Ich bin zufrieden, den Patriotismus der Kinder des Vater- landes zu sehen. Das Otlomanentum wird niemals vernichtet werden.— Die Manifestationen dauerten bis in die Nacht an. Vor der italienischen Botschaft kam es zu italienfeind- lichen Kundgebungen. Gelegentlich des gestrigen Empfanges der Minister aus Anlaß seines Geburtstages äußerte der Sultan: Ich würdige den Ernst der Situation und hoffe, daß Ihr die Rechte und die Würde des Reiches sorgsam hüten und verteidigen werdet. Ich hahp das Ver- trauen, daß unsere Armee ihre Pflicht tun wird. Mit Gottes Hilfe und dank der zu ergreifenden Maßnahmen werden alle Schwierigkeiten überwunden werden. Die Presse führt eine überaus kriegerische Sprache. Tanin sagt, man dürfe nicht den Angriff Bulgariens abwarten, sondern müsse Garantien dafür verlangen, daß Bulgarien ruhig bleibe, widrigenfalls man die Grenze überschreiten müsse. Wie aus Uesküb berichtet wird, haben sich alle Albanesen von 15 bis zu 75 Jahren feierlich zur Verteidigung deS türkischen Reiches verpflichtet. Unter der albanesischen Be- völkerung herrscht außeroqdentliche KriegsbegeisteB rung. Aus Anatolien haben sich 5000 Zirkassier mit Pferden frei» willig zur Teilnahme am Krieg gemeldet. Bulgarische Kriegsvorbereitungen. Sofia, 5. Oktober. Mehr als 85 Prozent der Re« s e r v i st e n sind der Einberufungsorder gefolgt. Die letzten, die sich gestellt haben, sind bereits zu den verschiedenen Truppenteilen abgegangen. Ein Moratorium für die Dauer von drei Monaten ab 38. September ist amtlich ver- kündigt worden. Die patriotischenKundgebungen dauern fort. Die Stadt ist von Soldaten überschwemmt, die überall freudig begrüßt werden und bei ihrer Abfahrt Gegenstand herzlicher Ovationen sind. Unaufhörlich und in großer Zahl strömen F r e i w i l l 1 g e zu den Fahnen. Viele Frauen und junge Mädchen lassen sich beim Komitee des Roten Kreuzes als Krankenpflegerinnen einschreiben. Auf Kreta. Wien, 5. Oktober. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Eanea: Der Präsident der kretischen Nationalversammlung erließ eine Proklamation, in der er die Bevölkerung auf- fordert, unter der griechischen Fahne das Kreuz gegen das türkische Barbarentum zu verteidigen. Er empfiehlt Achtung vor der Person und dem Eigentum der kreti- schen Muselmanen. Oesterreichs Flotte. Wien, 5. Oktober. Wie der„Neuen, Freien Presse" von maß- gebender Seite mitgeteilt wird, sind keine Vorbereitungen für eine Mobilisierung der österreichischen Flotte im Gange. Die Donaumonitore befinden sich in Budapest, und eS sind nach dort keine Mannschaften abgegangen, die für die Jndienst- stellung der Monftore notwendig wären. Die Cbronredcti. In der Sobranje, Sofia, 5. Oktober. Am heutigen Jahrestage der Unab- hängigkeitserklärung Bulgariens trat die S 0 b r a n j e zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Der König eröff- nete die Sitzung mit einer Thronrede, in der er aus- führte: Die allgemeine Mobilisation in unserem Lande hat die Verkündung des Belagerungs- z u st a n d e s im ganzen K önigreich notwendig gemacht. Ge- maß Arttkel 73 der Verfassung sind Sie zusammenberufe« worden, um dem Erlaß über die Erklärung des Bclagerungs- zustandcs ihre Zustimmung zu erteilen und ebenso andere ge- setzliche Maßnahmen zu beschließen, die durch die schwere Zeit bedingt werden, die unser Vaterland durchzumachen hat. In der Ueberzeugung. daß Sie in richtiger Schätzung der h ö ch- sten Interessen des bulgarischen Staates Ihre Pflicht erfüllen werden, erflehe ich Gottes Segen auf�Jhre Arbeiten. Sofia, 5. Oftober. Die Regierung hat in der Sobranje Gesetz- entwürfe betreffend die Eröffnung eines außerordentlichen Kredites von 50 Millionen Lei für Heeresbedürfnisse, eines Kredites„on 22 260 000 Lei, die zur Deckung der außerordentlichen Ausgaben des Jahres l9l2 und eines Ergänzunaskredits von 3 371 lyy Hei zum ordentlichen Budget von 1912 eingebracht. Diese Kredite jverden ohne vorheriges Visum des Rechnungshofes und deS Finanzministeriums verausgabt werden. Das Finanzministe- rium wird die Ordnungsmäßigkeit der Ausgaben nachträglich veri- sizieren. Ein weiterer Gesetzentwurf ermächtigt den Finanzminister, die im B u d ge t für 1912 vorgesehenen Ausgabcncinzuschrän- ken, an oem Gehalt der Staatsbeamten und Angestellten Abzüge zu machen und den Betrag der Militärbefrciungstaxe zu erhöhen. Der Kriegsminister legte einen Gesetzentwurf vor, detreffend Er- gänzung des MilitärstrasgesetzeS, wonach gemäß Artikel 28 der Genfer Konvention vom Jahre 1907 Strafen für Personen vor» Gefefjen werden, die Verwundete mißhandeln oder mit dem Zeichen des roten Kreuzes Mißbrauch treiben. In der Sknpschtina. Belgrad, 6. Oktober. König Peter eröffnete heute vor- mittag die außerordentliche Session der Skupschtina mit eiber Thronrede, in der es heißt: Die unerträgliche Lage unserer Stammesgenossen im ottomanischen Kaiserreiche hat dem Königreiche Serbien stets große Sorge bereitet. Trotz der stets lauter werdenden Hilferufe unserer bedrohten Brüder, denen die gänzliche Ausrottung droht, mußten wir die mächtigsten, ein wütigen Gefühle des ganzen Volles um des Friedens im euro- päischen Osten willen unterdrücken. Bei dieser korrekten Hältung konnte das Königreich Serbien mit Recht und Grund erwarten, daß man im ottomanischen Kaiserreiche zur Einführung von Re formen schreiten und unserem blutsverwandten Volke ein fried liches Leben und die Entwicklung sichern werde. Hierdurch wären auch die Hindernisse der friedlichen Entwicklung und des Fortschritts des Königreichs Serbien beseitigt worden. Es blieb nicht nur dabei auch die hohe Aufmerksamkeit der Großmächte— ich konstatiere dies mit Befriedigung und tiefer Dankbarkeit— wendete sich mit freund schaftlichcm Rate nach Konstantinopel wegen der Bedrängnis, die wie dir übrigen Ebristen, auch unser christlicher Volksstamm in der Türkei erleidet. Bedauerlicherweise hat all dies nichts genützt, und statt mit den erwarteten Reformen wurden wir vor einigen Tagen durch die Mobilisierung der türkischen Armee an un- serer Grenze überrascht, s!) Auf diesen Akt, durch welchen unsere Sicherheit bedroht wird, hatte Serbien nur eine Antwort Mit meinem Ukas vom 30. September wurde unsere Armee mobilisiert. Unsere Lage Ist bestimmt und klar. Wir haben die Pflicht, Maßnahmen für unsere Sicherheit zu ergreifen. Wir haben die Pflicht, im Einvernehmen mit den anderen christ- lichen Balkan st aaten alles zu tun, was an uns liegt, damit die wahren Bedingungen für den wirklichen dauernden Frie- den auf dem Balkan gesichert werden. Die Thronrede wurde mit stürmischem Beifall und mit dem Rufe:„Hoch lebe König Peter, hoch lebe der christliche Balkanknind! aufgenommen. Die cliplornatilcken Anstrengungen. Eine Erklärung der französischen Regierung. Paris, 5. Oktober.(Meldung der Agence Havas.) Ob gleich die Antwort Oe st erreich- Ungarns noch nicht bekannt Jist, darf die Uebereinstimmung der europaischen Großmächte als sicher gelten Es verdient bemerkt zu werden, daß Drahtnachrichten aus Bulgarien von einer Ueberreizung der öffent- lichen Meinung und von einer wachsenden Tätigkeit bei den Vorbereitungen zur Mobilisierung und zur Zusammenziehung der Truppen berichten. Dieses Symptom beschäftigt die Kabinette in ernster Weise. Die französische Regierung hatte mit Hen anderen Mächten die Möglichkeit eines Krieges zwischen den Balkanstaaten und der Türkei ins Auge gefaßt, ist aber jetzt völlig beruhigt über die Folgen, die ein solcher Krieg vom europäischen Standpunkt aus haben könnte. Die Mächte sind darin einig, den Kampf, wenn es überhaupt dazu kommen sollte, zu lokalisieren und den territorialen Statusquo aufrecht zu er- halten. So sind die schweren Verwickelungen beseitigt, die man hätte befürchtenkönnen, wenn sich keine Uebereinstimmung zwischen Wien und Petersburg hätte herbeiführen lassen. Ministerpräsident Poincars hatte sich vom ersten Augenblick an deutlich die Gefahr vor Augen geführt, die eine solche Lage für den allgemeinen Frieden Europas hätte haben können. Er bemühte sich daher, die Verschieden- heiten in den Ansichten zwischen Rußland und Oesterreich- Ungarn zu beseitigen. Er fand auf beiden Seiten viel guten Willen, und seine Bemühungen führten zu einem A b- kommen, das überall mit lebhafter Befriedigung aufge- nommen wurde. Der österreichische Standpunkt. Wien, 5. Oktober.(Privattelegramm.) Hier wird heute die Lage als eine Nuance gebessert angesehen. Der französische Botschafter hatte heute eine lange Unterredung mit deni Grafen B e r ch t o l d, und es heißt, daß sich Oesterreich den Bemühungen Frankreichs und Deutsch- lands anschließen»verde, nachdem ein Einvernehmen mit Ruß- land erzielt sei. Dagegen»vollen die Gerüchte von einer Mobilisation nicht verstummen, und man spricht davon, daß fiinf Armeekorps auf Kriegsfuß gesetzt werden. Eine Erklärung Ssusonows. Paris, 5. Oktober.(P. C.) Der„TempS" veröffentlicht ein Interview mit dem russischen Minister des Aeußeren. Er er- klärte: Ich bin der Ansicht, daß wir uns heute einem greif- baren Resultat gegenüber befinden. Selbst wenn wir an- nehmen, daß die diplomatischen Anstrengungen nicht genügen, den Krieg zu verhindern, so mutz man mit Freuden lon- statieren, daß es möglich ist. daß alle Kanzleien unter demselben Gedanken einer gemeinsamen Pflicht zusammenarbeiten. Ter Friede Europas findet hierin eine starke Garantie. Was die Balkanfrage anbelangt, so kann ich hierüber n i ch t s s a g e n. Diese Materie entzieht sich vollkommen den Voraussagungen und man muß sie mit der äußerst«� Vorsicht behandeln. Die Formel, die der allgemeinen Billigung der Mächte unterbreitet worden ist, ist da? Genaueste und Vollendetste, was eine gemeinsame Zusammen- arbeit erreichen kann. AlleS Wesentliche befindet sich darin. ES handelt sich nicht mehr um einfache Versprechung von Reformen, sondern es handelt sich um die Verpflichtung, diese R e- formen durchzuführen und die praktischen Mittel, sie zu einem günstigen Ende zu bringen. Da die Balkanstaaten erklären, daß sie keinerlei territoriale Vorteile wünschen, sc müssen sie logischertvcise sich für befriedigt erklären. Unter»velcher Form nun die Aktion der Mächte stattfinden wird, weih ich nicht. Wir sind geneigt, die beiden möglichen Methoden zu akzeptieren: Enüveder eine Kollekttvaktion oder eine Aktion Rußlands und Oesterreich-UngarnS zusammen im Namen der Allgemeinheit. Wir haben keinerlei Hintergedaüken und wir sind überzeugt, daß die anderen Mächte ebenso denken. Vorstellungen in Sofia. Sofia, ö. Ottober. Einzelne Gesandte der Großmächte haben in den letzten Tagen der bulgarischen Regierung Rat- schlage erteilt, die Ereignisse nicht zu überstürzen. sonder» den Großmächten zur Intervention zlvecks Vermeidung des Kriege? Zeit zu lassen. Die bulgarische Regierung soll darauf zu r-rrstehrn gegeben haben, Bulgarien tönne die Ereignistr nicht auf- paUeil. Die Aussicht auf eine erfolgreiche Intervention bestehe lediglich im Druck auf die Türkei, die geforderten Reformen zu br- willigen. Trotzdem erscheint es nichtganzausgc schlössen, daß vor Ende der nächsten Woche weder die Ueber- reichung einer gemeinsame« Note der vier Balkanstaaten, die die Forderungen betreffend die Re- formen- in Mazedoniön enthält, noch sonstige entscheidende Schritte erfolgen. SoTialclemokratilcke friecienskunägebungen. Rom, 5. Oktober(Privattelegramm'des„Vorwärts". Der politische Sekretär der italienischen Partei, Genosse Constantino Lazzari, hat dein Sozialistischen internationalen Bureau in Brüssel das folgende Telegramm gesandt: „Der Vorstand der italienischen Partei ersncht das Bureau, seine Aufmerksamkeit der Balkanlage zuzuwenden um mögliche kriegerische Komplikationen in Europa durch Vorbereitung einer allgemeinen entscheidenden Bewegung des internationalen Proletariats zu verhüten." Wie uns aus Brüssel telegraphiert wird, tritt das Internationale Bureau am 21. Oktober zu einer Plenarsitzung zusammen, die allerdings schon vor den letzten Ereignissen anberaumt war. Budapest, 5. Oktober.(Privattelegramm des„Vorw.".) Gegen den Krieg finden morgen(Sonntag) drei Pro te st Versammlungen in Budapest und 20 in den Pro vinzstädten statt. Ob die Versammlungen behördlich geneh migt werden, ist noch unbestimmt. Äuertrelbereien fordert und darauf verwiesen, daß eine Einfuhr aus dem Ausland möglich ist und preisermäßigend wirken würde. Um so mehr erstaunt es uns. jetzt in einem Teil der Fleischerpresse die Argumente zu finden, die noch die Agrarier ständig wiederholen: daß nämlich im Auslande kein Fleisch zu billigen Preisen zu haben sei. Dadurch allein kann doch nicht eine plötzliche Preissteigerung eintreten, daß statt der Privatfleischer nun die Kommunen als Käufer fungieren! Aber selbst an den Orten,»vo die Fleischer den Verkauf übernehmen, haben sich zum Teil Praktiken herausgebildet, die 'chärfsten Widerspruch herausfordern. Konnte man gegenüber den Gutachten von Tierärzten, Schlachthofleitern und sonstigen Sachverständigen nicht den Verkauf des ausländischen Fleisches Zurückweisen, weil es angeblich„altes Kuhfleisch" wäre, so ütcht man doch den Konsumenten durch unlautere Mittel das ausländische Fleisch zu verekeln. So haben in Köln einzelne Fleischer gute Fleischstücke mit der Bezeichnung„einheimisch' und unansehnliche Stücke mit der Tafel„aicsländisch" öffent lich in den Schauläden ausgestellt! Aus ähnlichen Motiven treibt die Fleischerpreffe eine lebhaste Agitation gegen die Einfuhr von Gefrierfleisch. Alle unkontrollierbaren Urteile irgendeines Unbekannten über angeblichen Mindergeschmack des Kühlfleisches verbreitet sie, ohne den Stimmen Raum zu geben, die für die Genuß ähigkeit des überseeischen Fleisches eintreten, und ohne von den nun 30jährigen durchaus entscheidenden Erfahrungen Englands zu berichten. Einzelne Fleischer-Jnnungen, wie die in Chemnitz, Karlsruhe und Halle, sind ver- nünftig genug geivesen, für daS Gefrierfleisch einzutreten. Und es liegt für den klardenkenden Fleischer, wenigstens in den Großstädten, auch»virklich kein Grund vor, sich gegen diese Einfuhr zu sträuben. Sind doch viele Fleischer nichts anderes als Ladenbesitzer, die ihre Ware, bereits geschlachtet, vom Großschlächter bezichen. Heute sind sie ohne die Möglichkeit der Selbsthilfe völlig dem kapitalkräftigen Großschlächtcr ausgeliefert, der die Hauptprofite einsteckt. Sobald Fleisch in. reichlichen Mengen aus dem Auslande»»ach Deutschland gelangt. genießt der Ladenfloischcr die Vorteile der Konkurrenz zwischen den Großhändlern überseeischen und einheimischen Fleisches. Aber selbst wenn man eine Besserung seiner Lage bestreiten lvollte, wird man doch zugeben müssen, daß seine Position nicht verschlechtert»vürdc. Der Zustand jedenfalls dürfte nicht eintreten, daß Hunderte von kleinen Fleischern vorübergehend ihre Läden schließen müßten— aus Mangest an Ware und an Käufern. Ihre Umsätze könnten durch die Gefrierfleisch- einfuhr nur steigen und damit ihr Getvinn. Der Hauptkampf der notleidenden Massen gilt de»» Agrariern, die unsere Grenzen gegen reichliches und billiges Fleisch absperren. Wer einem Kämpfenden aber noch Knüppel zwischen die Beine wirft, macht sich ebe»lso schuldig, auch »venu er dabei ständig Worte des Mitgefiihls im Munde ührt.__ Schrittmacher der Kealition. Ja, wenn die 90 000 Lehrer Deutschlands Gesinnung hätten, aber so! Diestrrweg. Man wird sich noch der dröhnenden Kraftworte erinnern, mit denen der Vorsitzende des Deutschen Le h r e r v er ei n s zu Pfingsten in, Zirkus Schumann den stürmischen Beifall aller polirisch gedankenlosen Lehrer und des preußische» Kultusministers Ivachrief. Den Höhepunkt bildete die feierliche Beschwörung:.Wir smd keine EchriUmacher der Sozialdemokratie." , Wir haben dem Vorstande des Deutschen LehrerverelnS und seinen Organen»nehr als einmal nachdrücklich bestätigt, daß sie wirtlich frei von jedweder Voreingenominenheit für die Sozial- demokratie find. Aengstlick bemühen sich die Herren, alles zu ver- hindern, was auch nur eine einfache Aufklärung über das pädagogische und schulpolitische Wollen der Sozialdemokratie in deutsche Lehrer- Häuser tragen könnte. Bekanntlich hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zu Beginn der neue» Session einen Initiativantrag auf Vorlegung eines Reichs schulgesetzes eingebracht. Man sollte an- nehmen, daß das eine Tatsache wäre, die auch die deutschen Lehrer interessieren könnte. Die„Pädagogische Zeitung", das Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, hat sich ängstlich gehütet, ihren Lesern von der Einbringung dieses schulpolitisch sehr wichtigen Antrages auch nur Kenntnis zu gebeit. Es hat ferner beim Etat des Reichsamt des Innern zum eisten Male seit dem Bestehen des deutschen Reichstags eine Schuldebatte stattgefunden, in der das deutsche Schulet end in seinem ganzen Umfange vor daS Forum dieser wichtigsten parla- mentarischen Körperschaft gebracht»ourde. Es war ein Redner der sozialdemokratischen Fraktion, dem eS gelang, den parlamentarischen Schmierigkeiten zun» Trotz— die Schulangelegenheiten find iin wesentlichen Landessache I— die pädagogisch und schulpolitisch wichtige und interessante Erörterung herbeizuführen. Die.Pädagogische Zeitung", das Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, hat von diesen Debatten, die an zwei Sitzungstagen des Reichstages statt« fanden, auch nicht durch ein Sterbenswörtchen Notiz g e n o m ,n e n. Sie hat»vohl befürchtet, daß ihre Leser durch das lebendige und tätige Interesse der Sozialdemokratie an einer wirk« lichen Schulreform zu einer günstigeren und weniger blöden Auf« sassung über die Sozialdemokratie bekehrt werden könnten. Als Ergebnis dieser Debatte reichte die sozialdemokratische ReichstagSfraktion eine Resolution ein, die die Schaffung einer Reichsschulbehörde verlangte. Eine ähnliche Einrichtung hatte wenige Jahre zuvor eine deutsche Lehrerversarnmlung feierlichst ge- fordert. Dennoch stimmten die Freisinnigen»nitsamt den in ihrer Mitte sitzenden Lehrern und Mitgliedern des Deutschen Lehrervereins die sozial- demokratische Resolusion nieder. Die.Pädagogische Zeitung", das Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, hat weder von der sozial- d-inokralischen Resolution, noch von dem traurigen Verhalten der bürgerlichen Parteien, noch von der geradezu unglaublichen Ab- stiminung der freisinnigen Lehrerabgeordneten auch nur eine Silbe veröffentlicht. Es hätten sich leicht die Leser der Pädagogischen Zeitung" ihre eigenen Gedanken über liberale Schul- Politik in Theorie und Praxis machen können! Warum wir diese Erinnerung auffrischen? Weil gegen diese erbärmliche Totschweigetaktik der»Pädagogischen Zeitung" um so euchtender ihre Redseligkeit absticht, wenn es sich darum handelt, die Sozialdemokratie zu verdächtigen und deutsche Lehrer vor den gewerkschaftlichen KampfeSsitten zu erschrecken. Die Leser des.Vorwärts" kennen den Kamvf der französischen Lehrersyndikate um ihre Existenz. Diese Syndikate entsprechen in ihren Bestrebungen den proletarischen Ge« werkschasten. Daneben gibt es auch in Frankreich bürgerliche Lehrer- vereine, die den deutschen Lehrerorganisationen ähneln, in denen aber doch ein ganz anderer Geist weht als in den deutschen Lehrer« vereinen. Die Leser des.Vorwärts" entsinnen sich noch der in unserer vorigen Sonnabendnummer mitgeteilten mutigen Erklärung, durch die die bürgerlichen Lehrervereine Frankreichs den verfolgten proletarischen Lehrerorganisationen zu Hilfe gekommen sind. Darin bekundete sich der Geist echter Kollegialitä» und Solidarität. Wie erbärmlich nimmt sich demgegenüber die Haltung deutscher Lehrer aus! Daß auch die deutschen Lehrervereine etwa tapfer den verfolgten ftanzöstschen Kollegen zu Hilfe eilten, durste man von vornherein nicht erwarten. Wie dürfte so etwas der Deutsche Lehrer- verein wagen, der zu seinen Kampfkongresien als gefeiertste Gäste die obersten Chefs der.Unternehmer"organisattor einlädt und Purzelbäume der Begeisterung schlägt, wenn irgend ein ministerieller Trott glatte Allgemeinheiten und unverblümte Moralpredigten aus dem Gehege seiner Zähne entläßt. Aber man hätte doch wohl annehmen dürfen, daß die deutschen Lehrervcreine den Kampf ihrer französischen Kollegen wenigstens mit heißer Sympathie verfolgten und nichts sehnlicher wünschten, als daß den französischen Lehrern erhalten bleiben möge, was in Deutsch» land dank unserer politischen Rückständigkeit noch ein fernes, fernes Ziel ist. Um so eher hätte man diese? annehmen dürfen, als sich erst vor wenigen Monaten die deutsche Lehrerversammlung um Erweite- rung der staatsbürgerlichen Rechte der Lehrer bemüht hat. Allerdings ließ schon die damalige Debatte alle Hoffnungen auf die erwachende Selbständigkeit, auf Männnerstolz und Bekenner« mut der deutschen Lehrer iin Keime erfrieren. Sie ergab vor allen Dingen die trübe Tatsache, daß die leitenden Männer im Deutschen Lehrervereine vorsorglich bemüht gewesen waren, den Freiheitsdrang dculscher Volksschullehrer streng innerhalb der behördlich genehmigten Grenzen zu hallen. Aber ein solches Maß von staatsbürgerlicher Selbstverstümmelung und Würdelosigkeit, wie wir sie in der„Pädagogischen Zeitung", dem Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, in der Beurteilung der Lehrerlämpfe in Frankreich finden, hätten wir doch auch im Deutschen Lehrervereine unter seiner jetzigen glorreichen Führung nicht für möglich gehalten. Nach einer in gehässigem, kleinlichem, denunziato« rischem Tone gehaltenen Darstellung der Vorgänge in Frankreich kommt das führende Blatt der deutschen Volksschuhllehrer zu folgeu- dem Schlüsse: „Im Jnteresie der eigentlichen französischen Lehrerverein- möchten wir wünschen, daß dem LrhrersyndikatSwcsc» für immer cii» � Ende gemacht werde. Die französischeii Lehrervereine(�rniccsiesj vertreten so wirksam die StandeSinteressen sämtlicher Lehrer, daß es der Lehrergewerkschaften, die sich von den großen Arbeiter- ge werkschasten ins Schlepptau nehmen lasten, nicht be« darf. Auch der bloße Slnschcin nn patriotischen Gebarens läßt sich mi» den Erzieherpflichten unmöglich vereinen." Kann man die Selbstentwürdigimg. Gesinnungslosigkeit und politische Gehässigkeit weiter treiben? Nur um die eigene Harmonie- duselei ins rechte Lichr zu stellen und anzupreisen, befürwortet eine Berufsvereinigung die Unterdrückung einer unbequemen Berufsorganisation durch Polizeigewalt l Und uin diese Schäbigkeit etwas zu bemänteln, wird zugleich nach altem Klischee die Vaterlandsliebe der politisch Andersdenkenden verdächtigt! Wie vornehm sticht von dieser Gesiimungsart die tapfere Hallung der französischen Lehrer- vereine(�mic-sios) ab I Und solche Erbärmlichkeit leistet sich ein Blatt, das gegen jede Belästigung liberaler Lehrer außerordentlich empfindlich ist und stets gleich sämtliche Register edlen Mamieszornes zieht, wenn nur einmal irgendwo ein Lehrer von einem katholischen Pfarrer schief angesehen worden ist. Allerdings hat dasselbe Blatt auch bisher schon jegliche Kollegialität vermissen lassen, wenn sich radikale Lehrer, wie die Bremer oder Hau, burger, gegen liberale Regierungen in Opposition befanden. Fürwahr! Solche Helden sind ikeine Schrittmacher der Sozial- deinokratie, wohl aber sind sie jämmerliche Schrittmacher der Reaktion. Doch ist zu hoffen, daß gerade durch solche Hand- langerdienste, die die.Pädagogische Zeitung" und ihre Hintermänner der staaMchen UnterdrklSiMgSgewalt leisten, allniZhIich auch weiteren Kreisen der genasführten deutschen Volksschullehrerschaft die Augen aufgehen. Nur schade, daß heute kein Dicsterweg lebt! Er fand stets die nötige Grobheit, um die„Huildedcmut und Bedientenhaftigkeit unserer meisten Lehrer" an den öffentlichen Pranger zu stellen. Er wußte auch, warum er die Tugend der Grobheit jedem Schriftsteller empfahl:„Die Schamlosen rühren sich nicht, wenn man fie mit einer Stecknadel kitzelt. Die Mistgabel tut bessere Dienste."_ politifcbc Qcberficbt Berlin, den 5. Oktober 1912. Auflösung des»vürttembergischen Landtages. Der württembergische Landtag ist heute geschlossen worden. In der Abgeordnetenkammer hielt der bisherige Präsident v. Payer, der nach achtzehnjähriger Leitung der Verhandlungen von seinem Posten zurücktritt, eine längere Abschiedsrede, in der er eine Uebersicht über die Tätigkeit des Landtages in den beiden letzten Jahrzehnten gab und Württemberg als ein wahrhaft konstitutionelles Land rühmte. Darauf schloß sich an die Sitzung der Abgeordnetenkammer eine ge- »neinschaftliche Sitzung der beiden Häuser des Landtages, um die Wahlen zum„Ständischen Ausschuß" vorzunehmen, der bis zur Wahl eines neuen Landtages an Stelle des Parlaments fungiert. Gewählt wurden in diesen Ausschuß auch zwei Genossen: Tauscher und Hildenbrand und zwar mit 110 und 107 Stimmen. Es hat demnach auch der größte Teil der Ersten Kammer für die genannten beiden Genosien gestimmt. Das Wolffsche Telegraphen-Bureau berichtet offiziös über den Landtagsschluß: Der Landtag ist heute vormittag in gemeinschaftlicher Sitzung beider Häuser durch königliches Dekret aufgelöst worden. Während des von dem Präsidenten der Ersten Kammer ausgebrachten Hochsaus den König blieben die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion im Saal und erhoben sich gleich- falls von den Sitzen. Sollte diese letzte Mitteilung richtig sein, dann müssen wir es sehr bedauern, daß die württembergischen sozialdemokratischen Land- tagsabgeordneten die eben erst vom Chemnitzer Parteitag bekundete Meinung über das höfische Zeremoniell so wenig respektiert und sich bewußt in Gegensatz zu dem politischen Empfinden der großen Mafie der Parteigenossen und der alten sozialdemokratischen Tradition gesetzt haben. Ist das Eintreten des Ritterschaflsadels der Ersten Kammer für die Genossen Tauscher und Hildenbrand etwa um diesen Preis erkauft?. Tr. Golf und die Eingeborenenfrage. Als nach dem Rücktritt Lindequists der gerade auf Urlaub in Berlin weilende Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, als neuer Mann in das Neichskolonialamt zog, da begegnete diese Ernennung ins- besondere in den Kreisen unserer enragiertesten Kolonialschwärmer wenig Zustimmung. Denn Solf stand bei denen, die in den Ein- geborenen unserer Kolonien nur williges Ausbeutungsmaterial im Interesse des weißen„HerrenvolkeS" sehen, in keinem guten Geruch. Das kam daher, daß sich Dr. Solf als Gouverneur von Samoa immer dagegen gesträubt hatte, den Besitz, die althergebrachten Rechte der eingeborenen Samoaner und schließlich diese selbst den weißen Ansiedlern auszuliefern. Im Gegenteil schien Solf geneigt zu sein, die Eigenart und die durchaus nicht tief stehende Kultur der samvanischen Eingeborenenbevölkerung z» achten und nach Möglich- keit zu erhalten. Welche Feindschaft sich Solf dadurch bei den Kolonialpolttikern& la Arendt usw. zugezogen hatte, bewiesen die heftigen Angriffe, die noch im Winter 1911 in der Budgetkommission gegen Dr. Solf als Gouverneur von Samoa gerichtet wurden. Und nun wurde Solf Staatssekretär im Kolonialamt. Wie seine Lorgänger benutzte er diese Gelegenheit, eine Spritzfahrt in die Kolonien zu machen und zwischen Bierabenden, Ausflügen und italienischen Nächten„Studien" in den Kolonien zu treiben: Studien, die ihren Gesamtausdruck auch in einer Rede fanden, mit der sich Söls in Tonga von Afrika verabschiedete. In den bllrger- lichen Blättern wird der neue Kolonialsekretär ob dieser Rede sehr gefeiert und selbst die„Post" attestiert dem Dr. Solf sein„freudiges Bekenntnis" als eine Art reuevoller Umwandlung gegenüber seinen früheren Auffassungen über die Eingeborenenfrage. Denn in Tanga hat Solf deutlich durchblicken lassen, daß er nicht« dagegen habe, wenn die Eingeborenen für den weißen Ansiedler„nutzbar" ge- macht werden. Und noch eindeutiger sprach der Staatssekretär in Morogoro, wo er, nach der„Usambara-Post". in Anwesenheit vieler Pflanzer unter anderem ausführte: „Der Herr Bezirksamtmann hat es hier schon vorhin betont, daß PflanzungSbetrieb und Eingeborenenkultur sich nicht aus- zuschließen brauchen. Gerade hier blauchen Sie, scheint es mir, noch nichts zu fürchten. Wenn auch die Regierung die 7 Millionen Eingeborenen nicht als eine guantith nögligoable behandeln darf, so bat sie doch die unabweisbare Pflicht, die weiße» Ansiedler, in erster Linie die Deutschen, die sie ins Land gerufen hat, zu unlerstützen. J„ welcher Form das zu geschehen hat, o b vielleicht durch einen gewissen Zwang oder einen leisen Druck auf die Eingeborenen, daß sie Ihnen Ihre Hände leihen, das zu entscheiden ist nicht meines Amtes. Das ist Sache des Gouverneurs. Ich bin überzeugt, daß Sie Ihrem Gouverneur mit vollem Vertrauen begegne» können. Getragen von dem Vertrauen der weißen Ansiedler wird es dem Gouverneur öelingen, die schwierige Aufgabe zu lösen, die er hier vorgefunden hat. Ich bitte Sie. mit mir Ihr Glas zn leeren auf das Wohl des Bezirkes Morogoro und seiner europäischen Betriebe." .Man würde vergeblich während des ganzen, drei Monate langen Anfemhalts Dernburgs in Deutsch-Ostafrika nach einer ähnlichen Aeunerung von seiner Seite zu suchen haben" fügt die„Usambara- Post" dieser Notiz bei. � Und sie hat recht; denn wenn Dr. Solf — im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern— wirklich so lange im Amte bleiben sollte, um Zeit zu gewinnen, dieses Ergebnis seiner «Studien"-Neise in die Praxis umzusetzen, dann bedeutete das einen Bruch mit der jetzigen Praxis, die nanienilich unter dem Gouvernement V. Reckenberg in Ostafrika geübt wurde. Und wir dürften dann auch vor neuen Unruhen und| Aufstandsbewegungen in den Kolonien stehen, weil eS völlig ausgeschlossen erscheint, daß die Eingeborenen lich so ohne weiteres dem„gewissen Zwang" oder dem.leisen Druck", ver auf fie ausgeübt werden soll, fügen werden. Das Kriegsministerium und das Koalitionsrecht. DaS Kriegsministerium nimmt in der„Berliner Korrespondenz" das Wort, um sich gegen den Vorwurf zu wehien, das Koalitians- reckt der Militärarbeiter beeinträchtigt zu haben. Am 3. August ist an die Arbeiter, die in den MilimrwerkslStten in Spandau, Sieg- bürg usw. beschäftigt sind, ein gleichlautender Erlaß des Kriegs- Ministeriums ergangen, der sich mit dem Deutschen Milnärarbeiter- Verband besaßt. Die entscheidende Stelle in dem Erlaß lautet: „Unter diesen Umständen sieht sich die Militärverwaltung ge- zwungen, die Militärarbeiler vor einer Betätigung, wie sie der Deutsche Militärarbeiterverband zeigt,«indringlichst zu Warnen und sie darauf aufmerksam zu machen, daß da? fetzige Verhalten dieses Verbandes den Frieden zwischen den zuständigen Militärbehörden und der Arbeiterschaft stört. Künftig wird deshalb streng darauf zn halten sein, daß Arbeitern, die durch Wort, Schrift oder Tat dieses Verhalten des Verbandes unterstützen, also sich sriedestprend betätigen, unter Jnnehaltnng der gesetzlichen Frist das Arbeitsverhältnis gekündigt wird. Mehren sich Kündigungen aus dieser Veranlassung, so wird dem Kriegsministcrium Meldung zu erstatten sein. Sämtlichen Arbeitern ist von diesem Erlaß in geeigneter Weise Kenntnis zu geben." Der fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Dr. Müller-Meiningen hat sich dann an das Kriegsministerium mit der Bitte um Ausknnft gewendet, und vom Kriegsministerium die Antwort erhalten, daß ein Verbot der Zugehörigkeit zum Militärarbeiterverband nicht er- gangen sei. Dann heißt es weiter: „Daß das Kriegsministerium nicht dar«» denkt, den Arbeitern das Koalitionsrecht zu beschränken, geht ans dem Erlaß klar hervor. Andererseits aber mutz einer verhetzenden Agitation, wie sie der„Militärarbeiterverband" in letzter Zeit unter den Arbeitern getrieben hat, entgegengetreten werden, um die Ordnung in den Betrieben und das Ansehen der Behörden unter den Arbeitern aufrecht zu erhalten. Sollten die von mir bereits eingeleiteten Erhebungen ergeben, daß einzelne Behörden meinen Erlaß nicht richtig ausgelegt und den Arbeitern die Zugehörigkeit zu dem Verbände allgemein verboten haben, so werde ich dieserhalb das weitere veranlassen." Von dieser angekündigten Deklaration des kriegsministeriellen Erlasses ist in der Oeffentlichkeit nichts bekannt geworden. Auch fand der Kriegsminister sich nicht bewogen, den Erlaß zurückzuziehen. Die schöne Verfügung besteht heute»och. In der„Berliner Korre- spondenz" erklärt nun das Kriegsministerium: „Die mehrfach aufgestellten Behauptungen, daS Kriegsministerium habe durch diesen Erlaß die Koalitionsfreiheit der Militäracbeiter beschränkt und es sei hierbei durch christliche Organisationen beeinflußt worden, sind beide haltlos. Lediglich das seit Jahren beobachtete Gesamtverhalten des Verbandes— nicht etwa ein einzelner Artikel des Verbandsorgans—. hat die Militärverwaltung veranlaßt, aus ihrer dem Verbände gegenüber bisher beobachteten Zurückhaltung herauszutreten und der Arbeiter- schaft klar zu machen, daß die Beteiligung an einer Agitation de» Verbandes, die geeignet ist, die Ordnung und den Frieden in den Mililärbetrieben zu gefährden und die Ächtung vor den Behörden zu untergraben, nicht länger geduldet werden könne. Daß die Militärverwaltung genötigt ist, Arbeiter, die diese Warnung außer acht lassen, aus den Betrieben zu entkernen, ist ohne weiteres ver- ständlich," Das ist der Ton, den die Scharfmacher anzuschlagen Pflegen. und es ist Wortklauberei, wenn das Kriegsministerium erklärt, die Koalitionsfreiheit werde nicht angetastet. Was das Kriegsministerium als verhetzende Agitation ansieht: die Kritik an den Zuständen in den Werkstätten, fällt eben mit unter den Begriff der Koalitions- freiheit. Die dem wirtschaftlichen Leben meist völlig fremd gegen- über stehenden Offiziere beurteilen natürlich die Koalitionsfreiheit unter dem Gesichtswinkel des unbedingten militärischen Gehorsams. Es muß deshalb den Herren von der Heeresverwaltung im Reichs- tage eine gründliche Lektion über das Wesen der Koalitionsfreiheit erteilt werden._ Massenentlafsungen auf der Reichswerft in Kiel. Obwohl auf der kaiserlichen Werst schon über 1000 Arbeiter entlassen worden find, erfolgen immer weitere Kündigungen. Es sollen noch weitere 1000 Mann entlassen werden. Der Oberwerft- diretlor hatte seinerzeit dem Arbeiterausschuß erklärt, daß nur Arbeiter entlassen werden sollten, die ein bis zwei Jahre im Be- triebe tätig waren. Unter den jetzt Gekündigten sind aber Leute, die 6—10 Jahre beschäftigt sind. Eine ganze Reihe von diese» Gekündigten ist über 40 Jahre alt und es ist diesen kaum möglich, in anderen Betrieben Arbeit zu erlangen. Der Arbeiteransschuß hat zu der Angelegenheit Stellung genommen und bei der Oberwerst« direktion eine außerordentliche Sitzung beantragt; es wurde der dringende Wunsch ausgesprochen, daß der Oberwerftdirektor persön- lich in dieser Sitzung anwesend sein soll. Die Sitznng wird voraus- sichtlich Mitte nächster Woche stattfinden. Anschtießend an diese Sitzung lvird eine große Bersamniluna von Arbeitern der Reichs- werft stattfinden, die Stellung zu den Kündigungen und Entlassungen nehmen wird.__ Steuererleichterungen. Der große Notstand, der jetzt herrscht, ist besonders geeignet, tn den Gemeinden darauf zu dringen, wenigstens die Aermsten der Armen, diesenigan, die unter 900 M. Einkommen haben, von der städtischen Einkommensteuer zu befreien. Unsere Stadt- hausfratnon in Königsberg i. Pr. hat nach dieser Richtung einen Erfolg erzielt. Von den Leuten mit einem Einkommen unter 660 M. wurde schon seit 16 Jahren keine Steuer mehr erhoben. Unsere Genossen beantragten nun, auch den Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von 660 bis 900 M. die Einkommensteuer zu er- lassen. Der Magistrat war dagegen. Doch die Mehrheit trat für den sozialdemokratischen Antrag ein. Früher hat sie ihn wiederholt abgelehnt. Jetzt erkannte man an, die Teuerung sei eine so große. daß man Leuten mit dem geringen Einkommen von 660 bis 900 M. nicht noch Steuern abnehmen kann. ES gibt noch zahlreiche große Städte, die den Allerärmsten Steuergrosch-n abnehme». Folgende Städte besteuern das Einkommen von 420 Mark aufwärts(die Zahlen in Klammern bedeuten die Steuerzuschläge): Hannover(126), Dortmund(210), Danzig<220), Elberfeld i21S), Gelsenkirchen(226), Posen(200), Krefeld(190), Mühlheim a. R.(200), Erfurt(168), Saarbrücken(180), Münster(165), Hagen(275), Spandau(160), Linden(160), Königshütte(260), Remscheid<2SV>, Frankfurt a. O. (200), Beulhen-Obcrschlesien(195), Gleiwitz(2ö6), Liegnitz(140), München-Gladbach(205), Osnabrück(190), Potsdam(110), Buer (240), Elbing(225), Bromberg(195), Herne(210), Brandenburg(236), Hitdesheim<190). Kottbus(195), Halberstadt(170), Thorn(275), Rheidt l200>, Graudenz(215), LandSberg a. W.(193), Tilsit(240), Guben(178), Ratibor<200>, Göttingen(176). Witten(205), Mühthansen i. Th.(170), Stralsund<167). Oppeln(210), Forst i. Lausitz(190), Stolv(205), Weißenfels(205), Zeitz(190), Allenstein (200), Hörde.(205), Nordhausen(185), Herford(220), Jnsterburg(230). Schweidnitz(175), Iserlohn(215), Brieg(130), ÄscherSleben<203). Lüneburg(165), Stargard i. Pomm.(205), Stendal(200) Reiße (175), Eislcben<2l0), Emden(190), Celle(136). Einige dieser Sädte erheben von den kleinen Einkommen weniger Ileuerprozente, so Herford von den Einkommen von 420—900 M. nur 200 Proz., Ratibor von den Einkommen von 420—660 M. 100 Proz,, Halberstadt von den Einkommen von 420—900 M. it)0 Proz., Buer von den Einkommen von 420 bis 000 M. 185 Proz.. Remscheid von den Einkommen von 420—660 M. 125 Proz., von 660—900 M. 150 Proz., Elberfeld von den Ein- kommen von 420—660 M. 125 Proz,, von den Einkommen von 660—900 M. 136 Proz., Gelseilkirchen von den Einkommen von von 420—66;W. 125 Proz. und von den Einkommen von 660 bis 900 M. 180 Proz. Folgende Städte besteuern das Einkommen von 660 M. aufwärts: Breslau(172), Magdebura(180). Königsberg (225). Neukölln(100), Stettin(200), Halle(172), Barmen(230), Kassel(135), Bochum(210), Wilmersdorf(100), Hamborn(200), Oberhauien(226), Görlitz(150), Lichtenberg(100), Bielefeld(195), Harburg(170), Flensburg(230), Recklingbousen(220), Trier(200), Hamm(230), Kotioivitz(240), Wondsbcck(150), Nenmünster(200). Lüdenscheid(200), Ouedlinbnrg(165). Trier erhebt von den Einkommen von 660—900 M. 180 Proz., Bielefeld 125 Proz. und Barmen 200 Proz. Folgende Städte besteuern das Einkommen von 900 i>i. aufwärts: Berlin(100), Köln(155). Düsseldorf(145), Thar- lottenburg(100), Essen(200), Duisburg(200), Kiel(260), Schone- berg(100), Aachen(177), Wiesbaden(100), Bonn(130), Koblenz (125), Mühlheim a. Rh.(200). Solingen(220), Hanau(161). In einer großen Reihe von Städten sind also Erleichterungen für die Minderbemittelten dringend erforderlich. Selbsterkenntnis. In Hechingen in Sigmaringen erscheint daS Zentrnmsblatt: „Der Zoller". Das Blatt meinte in einer Abonnementseinladung. daß der katholische Leser es heutzutage Nicht nötig habe, parte». lose oder liberale Zeitungen zu hatten: � .. Heute, wo der Lügenpresse die katholische Presse ebenbürtig gegenübersteht..." Die„Hohenzollernschen Blätter' bemerken mit gelungener Ironie dazu:„_ „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Befferung. Wenn die Zentrumsblätter jetzt endlich ffelber einsehen, daß sie es mit jeder Lügenpresse aufnehmen können— dann werden es wohl auch bald die Dümmsten einsehen." Wir»»einen, es ist lveniger Selbsterkenntnis, was in dem Blatt zum Ausdruck kommt, sondern nur die angeborene„Bescheidenheit" der Zenlrnmspresse. denn in Wirklichkeit»vor die Zentrumsvresse irgendwelcher Lügenpresse nicht nur stets ebenbürtig, sondern sogar ü b e r l e g e n l_ 8cbwedcii. Kapitalistische Vaterlandsliebe. Aus ben letztjährigen Kämpfen zwischen Konservativen unb Liberalen ist die Episode des„F'-Bootes" eine der interessantesten. Wir haben bei früherer Gelegenheit geschildert, wie das« libemle Ministerium den Bau des von seinem koirservaiiiven Vorgänger zum Teil in Auftrag gegebenen Panzerbootes inhibierte, und den konservativen Entrüstungssturm, der darauf folgte. Dieser gipfelte. schließlich in einer von konservativer Seite eingeleiteten frei- willigen Sammlung zugunsten des größeren Panzerschiff- thpus, die in kurzer Zeit den ansehnlichen Betrag von etwa 13 Mil- lionen Mark«inbrachte. Die Großindustriellen und die Banswelt beteiligten sich eifrig an diesen Sammlungen und namhafte Summen flössen aus den Kreisen der Prozent Patrioten dem Unternehmen zu. Nachdem die Bausumme garantiert war, blieb der Regierung ihrer Meinung nach nichts anderes übrig, als dos Geschenk der Vaterlandsliebe anzunehmen. Der Bau konnte beginnen. Di« schwedischen Werften wurden aufgefordert, Kostenanschläge einz»»« reichen und da» ist inzwischen geschehen. Allein, die Werften, deren Aktionäre und Interessenten zu den eifrigen Einsammlern gehört hatten, fanden es jptzt mit ihrem Vorteil vereinigt, den Raub zu teilen. Sie reichten gemeinsam«inen» Kostenanschlag ein, der von der Marineverwaltung als zu hoch nunmehr zurück- gewiesen worden ist. Die Motivierung der Marineverwaltung ist eine geradezu vernichtend« Bloßlegwng eine» kapitalistschen Beute- zugeS der Werften. Demnach sollte der SchiffSrumpf mit Kessel- nend Maschinen« lagern 6767 600 Kronen kosten. Die Marinevcrrvaltung zieht nun einen Vergleich zwischen dem jetzigen Kostenanschlag und den ent- sprechenden Kosten des im Jahre 1903 gebauten Panzerschiffes „Oskar II." und kommt zu dem Ergebnis, daß damals die Kosten für den Schiffsrumpf 928,6 Kronen pro Tonne betrugen, während der jetzige Kostenanschlag 1633,60 Kronen pro Tonne fordert. Die Preissteigerung beträgt 606 Kronen oder 66 Proz. Dabei sind die Materialienpreise nach den gleichen Berechnungen nur um 3 bis 4 Proz. für Stahl umd etwas mehr für andere Materialien gestiegen. Auf keinen Fall aber beträgt die Grundsteigerung mehr als 16 Proz., wozu die Steigerung der Arbeitslöhne kommt. Diese, sagt die Marineverivaltung, sind nicht um mehr als 30 Proz. ge- sttcgen, was übrigens viel zu hoch veranschlagt ist. Aber selbst wenn man diese Steigerung als richtig hinnehmen wird, käme«in Extra- geschäft von 20 Proz. heraus, was bei einem Auftrag von ettva 10 Millionen Mark schon das nette Sümmchen von zwei Millionen Mark Profit über den im Jahre 1903 erzielten ausmacht. Bei solchen Geschäften lohnt es sich schon, freiwillige Sammlungen selbst für den Bau von ZwergbreadnoughtS zu unterstützen!. Vaterlandsliebe ist zweifellos eine ausgezeichnete Sache, wenn sie einen Extraprofit von 20 Proz. in die Taschen der Aktionäre fließen läßtl Rußland« Die Bevollmächtigtenwahlen in der Arbeiterkurie. In einem großen. Teil der Gouvernements ist da» erste Stadium der Dnmawahlen tn der Arbeiterkurie bereits zu Ende. Ein abschließendes Urteil darüber ist zurzeit noch nicht möglich, da vielerorts die Wahlen infolge Verschuldens der Administration nicht zustande gekommen sind, und andererseits die Parteizugehörigkeit der Wahlmänner aus polizeilichen Gründen nicht angegeben werden kann. Di« hervorstechendsten Merkmale der bisherigen Wahlen sind: 1. die überwiegende Mehrzahl der sozio ldemo- k ratischen Bevoll in ächtigten, 2. ein ziemlich starker Grad der Wahlenthaltung und Wahlgleichgültigkeit in den rückständigeren Gouvernements. Erklärt sich der letzte Zug zum Teil durch das infame Treiben der Atunnistvation und der Fabrikverwaltungen, die gange Betriebe aus den Listen auSge- strichen haben, so trägt dennoch auch das schädliche Treiben der Boykottisten Schuld an diesem Umstände. Amerika. Der oNr ehrliche Rooscvelt. Dem skrupellosen Streber Roosevelt ist der Vorwurf gemacht worden, daß seine frühere Wahlkampagne mit den Mitteln der Trusts und der großen Kapitalmagnaten geführt wurde. Roosevelt hat sich deshalb vor dem Senat zu verantworten gehabt. Aus seiner gewundenen Erklärung klingt aber das volle Eingeständnis heraus, daß er seine Wahl doch dem Golde der Gcldleute verdankte, gegen die er so demagogisch zu donnern Wußte, lieber die Blamage des geriebenen Rauhreiters wird gemeldet: Washington, 4. Oktober. Roosevelt stellte heute in einer mehrstündigen Aussage vor dem Senatskomitee, das mit der Unter- suchung der Frage.der für die Wahlkampagne geleisteten Beiträge betraut ist, in Abrede, daß et Korporationen oder irgend welch« Finanziers ersucht habe, zu seinem Kampagnefonds beizusteuern. Er erklärte, der Senator Penrose sollte wegen feinet Aussagen in der Kai»»pagncfondsaussage aus dem Senat ausgestoßen werden. Roosevelt gab vor dem Senatskomite« als zusammenfassendes Zeugnis folgende Erklärung ab: Ich habe niemanden gebeten, einen Beitrag zum Wohlfonds zu leisten, als ich zum Präsidenten der Vereinigten Städten gewählt wurde.. Ich erkläre wiederholt, daß mir die Zusicherung gegeben worden ist, daß keinerlei Ver- sprechen als Entgelt für einen Wahlbeitrag geleistet worden ist. Während ich Präsident war, hat niemand, der eine maßgebende Stellung einnahm, auf Grund irgend welcher Geldbeiträge, die der Betreffende gemacht oder vorenthalten hat, mich gebeten, in irgend einer Angelegenheit zu handeln oder von irgend einer Handlungs- weise abzusehen. Mine Herren, kann ich mich noch umfassender ausdrücken? Auf weiteres Befragen bekundete Roosevelt, er habe n i e m a l s von dem 150 000-Dollarbeitrage Pterpont Morgans oder dem 100 iM-Dollaicheitrage Goulbsetwasgehört. Gewerhrcbaftlichca. Hn clle werktätige Bevölkerung Berlins! Wie schon am Freitag mitgeteilt wurde, ist der heutigen Nummer die Liste der tariftreuen Bäckereien beigelegt. Die Arbeiter, Hansfrauen sowie die gesamte Bevölkerung werden gebeten, sich bei Bedarf an Brot und Backwaren nur an diese Liste halten zu wollen. Die Bäckermeister scheinen die gegenwärtige Zeit für autzerordentlich günstig zu halten, um den Tarif zu durchbrechen. Eine allgemeine Bäckereikontrolle, die im September vor- genommen wurde, ergab, daß eine ganze Anzahl Bäckermeister sich wenig um die tariflichen Bestimmungen zu kümmern scheint. Besonders der paritätische Arbeitsnachweis wird fort- gesetzt umgangen. Man rechnet eben damit, daß Gesellen, die für die Arbeit beim Kommissionär erst 3, 3 und 8 M. bezahlt haben, viel eher bereit zu finden sind, auf ihre tariflichen Rechte nach dem Minimallohn und den 36stündigen Ruhetag zu verzichten; ja selbst vor der Wiedereinführung des Kost- und Logiswesens schrecken manche Biedermänner nicht zurück. Bei diesem Bestreben, die Gesellen um ihre tariflichen Rechte zu bringen, rechnen die Herren auch damit, daß der Winter im Anzüge ist, wo naturgemäß die Arbeitslosigkeit im Bäckergcwerbe größer ist als im Sommer. In die Werktätige Bevölkerung Berlins setzen wir das Vertrauen, daß sie uns im Kampfe um unsere tariflichen Rechte auch weiter tatkräftig unterstützen wird. Der Vertrauensmann der Bäcker Berlins nmd Umgegend. verlin und Umgegend. Wie die Firma Maffey Ausländer behandelt. Bei der genannten Firma arbeitete seit einiger Zeit ein Dreher, der, weil Franzose, der deutschen Sprache nicht recht mächtig ist. Troydem hat er seine Arbeiten zur Zufriedenheit der Firma ge- macht, und hätte man deshalb annehmen sollen, daß die Firma dem Dreher, der zufällig Ausländer ist, nichts weiter in den Weg legt. So lange der Dreher seine Arbeit machte und sich im übrigen um sonstige Angelegenheiten nicht kümmerte, war ja das auch gut. Als aber der Dreher eines Tages sich den Abzug einer Strafe nicht ge- fallen lassen wollte, die ihm auferlegt wurde, weil er seine Karte eine Minute zu früh abgestempelt hatte, da zeigte es sich, daß die Leitung des Betriebes glaubt, mit Ausländern sich mehr erlauben zu können, als mit solchen Arbeitern, die der deutschen Sprache mächtig sind. Der Dreher geriet über den Abzug mit dem Meister in Differenzen. Schließlich führte die Aus- einandersetzung zur Aufhebung des Arbeitsverhältnisses. Der Dreher bestand nun darauf, daß ihm der unberechtigte Abzug der Strafe nicht gemacht würde. Darauf wurde ihm erklärt, daß das auch nicht geschehen solle, aber er müsse erst unterschreiben. Dies tat der Dreher, vertrauend aus die Aufrichtigkeit des Meisters. Doch er hatte sich getäuscht. Als er unterschrieben hatte, wurde ihm sein Geld abzüglich der Strafe aus- gezahlt. Hierüber gab es wieder eine Auseinandersetzung, die schließlich dazu führte, daß der Dreher den Betriebsleiter aufsuchte, um von diesem sein Recht zu fordern. Doch da kam unser Dreher an die richtige Adresse. Dieser Herr war augenscheinlich bereits informiert und wies den Arbeiter mit barschen Worten in franzö- sischer Sprache ab. Das rief naturgemäß eine scharfe Entgegnung des Drehers hervor, worauf der Betriebsleiter meinte, er könne den französischen Dreher innerhalb 24 Stunden aus Deutschland aus- weisen lassen. Auch drohte er dem Mann mit der Polizei, wenn er weiter darauf bestehen sollte, daß ihm die Strafe ausgehoben würde. Der Dreher ist natürlich nicht erbaut über die Art wie deutsche Fabrikanten die Rechte der Arbeiter respektieren. Die Mühe der Ausweisung bleibt freilich den deutschen Behörden erspart. Der Mann hat genug und verläßt die gastlichen Gefilde, wo eine derartige Behandlung und Mißachtung der Rechte der Arbeiter möglich ist._ Der Streik in der Kartonindnstrie beendet. Zwischen Vertretern der streikenden Kartonarbeiter und-Ar- beiterinnen sowie Vertretern der bestreikten Unternehmer fanden am Donnerstagabend erneut Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts statt. Den Verhandlungen lag der von der Tarifkommission aus- gearbeitete Minimaltarif zugrunde, dem die Unternehmervertreter nach unerheblichen Aenderungen schließlich ihre Zustimmung gaben. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt danach für männliche Arbeiter b2Vz und für weibliche 50 Stunden; die Minimallöhne erfahren eine allgemeine Erhöhung, ebenso die Akkordpreise, die sich für glatte Post um 10 Proz., sür Leistenkasten um 5 Proz, erhöhen. Die Akkordpreise für Arbeiterinnen erfahren eine Aufbesserung von 5 Proz.— Maßregelungen dürfen nicht vorgenommen werden und müssen den Streikenden ihre früher eingenommenen Arbeitsplätze wieder zur Verfügung gestellt werden, sofern �fie sich Montag früh zur Arbeil einfinden. Die während des Streiks eingestellten Arbeits- willigen miissen sofort entlassen werden. Nachdem sich am Freilag die Vertrauensmänner gegen zwei Stimmen für Annahme des neuen Vorschlages ausgesprochen hatten, fand am Sonnabendnachmittag eine gutbesuchie Versammlung der Streikenden statt, um über Abbruch oder Fortsetzung des Kampfes Beschluß zu fassen. Würzberger gab einen kurzen Bericht über den Verlauf der Verhandlungen; er empfahl, dem neuen Vorschlage zuzustimmen und am Montag die Arbeit wieder auf- zunehmen. In einer längeren, teils recht stürmischen Diskussion wurden die Zugeständnisse der Unternehmer als zu gering bezeichnet und die Forisetzung des Kampfes gefordert. Die Mehrzahl der Redner sprach sich jedoch für A n n a h m e des Tarifes auS; wenn auch die materiellen Vorteile manches zu wünschen übrig ließen, so sei der moralische Erfolg des sünflägigen Streiks um so höher an- zuschlagen.— Hierauf wurde der Tarif, auf dessen Einzelheiten wir noch zurückkommen, gegen etwa 20 Stimmen angenommen. Somit hat der Streik sein Ende erreicht und wird Montag früh die Arbeit allgemein wieder aufgenommen. Der Zuckerwarenfabrik von Seifert u. Haake, Lietzmannstr. 20/21, bleibt jetzt die Knndichaft in immer größerem Maße fern. Die Firma sucht nun das Gerücht auszustreuen und weist vor allem ihre Reisenden an, der Kundichafl zu erzählen, ein Streik bestände nicht mehr und die Angaben über die Lohnverhältnisse seien Ueber- lreibungen. Die Firma ist aber wegen ihrer schlechten Löhne so be- rüchligt. daß alle diese Bemühungen nichts nützen. In einer Ver- fammlung der Konfitllrenhändler am 23. September bettelte Herr Haake um Unleriliitzung und malte das Schreckgespenst an die Wand, daß die Konfilnrengeichäsle einmal eme Saison ohne Waren sein würden, wenn sie jetzt der Firma nicht beiständen. Herr Haake aber erfuhr eine glänzeiide Abfuhr. Man gab ihm den Rat, sich mit seinen Arbeitern i'o schnell wie möglich zu einigen. Einige Inhaber von Zuckerwarenfabriken, welche die Schundlöhne dieser Firma ohne weiteres verurteilten, versuchten in einer Sitzung des Fabrikanten- Verbandes am 3. d. Mls. eine Vermittelungsaklion einzuleiten. Aber die Protzigkeit der Zuckerwarenfabrikanten scheint bisher jede Ver- ständigung zu vereiteln._ Ter Kampf der Dachdecker. In einer Versammlung der Dachdecker und Hilfsarbeiter, die am Freitagabend im Gewerkschaftshause stattfand, wurde der be- stehende Kampf im Gewerbe, der jetzt zehn Wochen währt, eifrig besprochen. Der Referent H ö p p n e r wandte sich scharf gegen einen Artikel des Organs der Unternehmer, der„Deutschen Dach- deckerzeitung", vom 29. September. Die Arbeitenden sollten den ausgesperrten Kollegen auch ferner jede Unterstützung leihen. Unter Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Inseratenteil verantw.: anderem wurde auch gewünscht, daß diejenigen, die auf einem neuen Bau anfangen, der Leitung sofort Kenntnis von den Verhältnissen auf dem Bau geben. Di« bisherige Taftik habe sich bewährt und sollte sortgesetzt werden. Wenn die Unternehmer hofften, die Kassen des Verbandes bald zu erschöpfen, so sei diese Hoffnung trügerisch. Die Dachdecker wüßten wohl, daß der Ausgang dieses Kampfes nicht nur für Berlin wichtig sei. sondern für die Verhältnisse in ganz Deutschland seine Bedeutung habe. Die Haltung der Ausstän- digen sei derart, daß sie sich den Dank der arbeitenden Kollegen verdient hätten.— Dem Referat folgte eine sehr rege Diskusston, welche die volle Uebereinsftmmung der Versammelten in bezug auf eine mutige Fortsetzung des Kampfes gegen die Unternehmer zeigte. Eine Reihe von Anträgen forderte eine bessere Unterstützung der Ausständigen. Angenommen wurde schließlich ein Antrag, nach dem die Dachdecker 4,20 M. und die Hilfsarbeiter 3 M. wöchentlich (inklusive Beiträge) zu zahlen haben, und zwar von Montag ab. Ein anderer Antrag verbot das Umschauen nach Arbeit sowie die Annahme von Stellungen, die durch Postkarten usw. angeboten werden. Görnitz machte bekannt, daß gegenwärtig noch 326 Ausständige gezählt werden und daß rund 60 Firmen den Tarif- vertrag unterzeichnet haben, darunter Mitglieder der Innung und des Arbeitgeberverbandes._ Achtung, Glasbläser! Bei der Firma Kosmos. Kurfürsten- straße 146/147, stehen die Glasbläser und Pumper wegen Lohnabzug bereits drei Wochen im Streik. Die Firma weigert sich beharrlich, den Abzug zurückzunehmen. Sie glaubt vielmehr, durch den Arbeits- Nachweis in der Gormannstraße die Plätze mit ungelernten Leuten besetzen zu können. Es wurden der Firma auch einige Leute zu- gewiesen. Als diese aber erfahren hatten, daß dort gestreikt wird, gaben sie sich trotz sechswöchiger Arbeitslosigkeit nicht als Streik- brecher her, sondern verlangten von der Firma das Fahrgeld wieder, was aber abgelehnt wurde. Es haben sich bis jetzt noch keine Arbeitswilligen gefunden. Die Streikenden sind gewillt auszuharren, bis der Sieg erfochten ist. Es wird daher von jedem Arbeiter strengste Solidarität verlangt. Die Ortsverwaltung. Veutfckes Reich. Wofür die Unternehmer zu haben find! Beim großen Lohnkampf in der Görlitzer Waggonfabrik ver- suchte die Direktion bekanntlich, durch Inserate in allen bürger- lichen Zeitungen Schlesiens Arbeitswillige nach dort zu locken. Diese Situation machte sich der sonst von der Arbeit nicht viel haltende Arbeiter Schubert aus Landeshut zunutze, um sich aus leichte Weise Geld zu Schnaps zu verschaffen. Er besuchte hinter- einander drei Textilbarone und bat um Reisegeld nach Görlitz, weil dort gestreikt würde und er Arbeit erhalten könne. Was manchem armen Weber oder einer mit ihren Kindern hungernden Witwe bisher noch selten gelungen ist, das brachte der angeblich Arbeits- willige binnen wenigen Minuten fertig; er bekam von drei Unter- nehmern insgesamt über 9 M. Reisegeld. Hier galt es ja, für die Gebenden Solidarität zu üben. Als die Unternehmer erfuhren, daß sie geprellt worden waren, stellten sie Strasantrag. Der Be- trüger wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Bezeichnend war die Aussage eines der Geprellten auf die Frage des Vor- sitzenden: Hätten Sie auch einen so hohen Betrag gegeben, wenn der Angeklagte um Almosen angesprochen hätte? Die Antwort war ein glattes Nein! Ein anderer Zeuge sagte auf die gleiche Frage:„Da gibt man doch höchstens 10 Pfennige." Also weil einer Staatsstütze unter die Arme gegriffen werden sollte, lohnt« es sich schon, tiefer in den Beutel zu greifen. Ein ehrlicher, in Not geratener Arbeiter wäre unbarmherzig abgewiesen worden. Der Streikverzicht des Süddeutschen Eisenbahner- Verbandes. Die bayerische Zentrumspresse ist, wie zu erwarten war, durch die Erklärung der Leitung des Süddeutschen EisenbahnerverbandeS in ihrer Eingabe an das Verkehrsministerium keineswegs befriedigt. Sie verlangt noch viel mehr. Das Organ des Zentrumsministeriums, der.Bayerische Kurier" sagt kurz und bündig: .Solange sich der Verband nicht statutarisch festlegt, ist mit einer solchen Deklaration nicht viel anzufangen." Und die.Augsb. Postzeitung" schreibt: .Zunächst darf konstatiert werden, daß das Schriftstück einen irgendwie ausdrücklichen Streikverzicht nicht enthält. Es ist in Wendungen abgefaßt, denen man es deutlich anmerkt, daß eS die Absicht der Verfasser war, für gut Wetter bei der Regierung zu bitten, ohne sich auf einen formellen Verzicht festzulegen." Das Blatt findet es weiter auffällig, daß die Sozialdemokratie am 23. September im Landtage den scharfen Vorstoß unternommen, ohne daß mit einer Silbe dieser Eingabe gedacht worden wäre, die schon am 26. September in der Kammer eingegangen war. Dann heißt es weiter: „Wir müssen gestehen: so wenig geklärt, so Widerspruchs- voll uns an der ganzen Geschichte so manches erscheint, ganz un« heimlich kommt uns diese scheinbare Unabhängigkeit zwischen zw-i Faktoren vor. die sich sonst durchaus nicht so fremd sind." Man sieht, die schwarze Regierungspresse hat für die feierliche Verzichlleistung der Verbandsleitung nur ein ungläubig-höhnisches Lächeln. Das Zentrum will keinen gezähmten Süddeutschen Eisenbahnerverband, sondern dessen völlige Vernichtung, um dem schwarzen Verband die Konkurrenz aus dem Wege zu räumen. TiusUnd. Die britischen Bergarbeiter. Swansea, 4. Oktober 1912.(Eig. Ber.) Mit großem Interesse und nicht wenig Besorgnis verfolgt man in Großbritannien die 23. Jahreskonferenz der britischen Bergarbeiterföderation, die hier diese Woche tagt. Es stehen zwar keine großen wirtschaftlichen Kämpfe im Bergbau bevor, aber man ist doch begierig zu erfahren, welchen Eindruck der Ausgang des großen Streiks zu Anfang des Jahres auf die Bergknappen gemacht hat und was der nächste Schritt der Bergarbeiter sein wird. Auch die bürgerlichen Beob- achter können sich nicht mehr der Erkenntnis verschließen, daß die Führung der Föderation in die Hände der Sozialisten ubergegangen ist. Das tritt jetzt ganz klar zutage in der Wahl des Genossen S m i l l i e zum Vorsitzenden der Föderation, die zweifellos statt- finden wird, da kein anderer Kandidat als der bisherige Vize- Präsident ini Felde ist und kein anderer in dem Maße das Ver- trauen der Bergarbeiter besitzt. Daß sich mit diesem Personen- Wechsel ein großer Unischwung in dem ganzen Lehen der Berg- arbeiterföderation vollziehen wird, kann kaum bestritten iverden. Schon während der kurzen Zeit seit dem Tode Enoch Edwards, in der der Vizepräsident die Stelle des Vorsitzenden einnahm, hat man ein schnelleres Tempo in den Bewegungen des sonst so schwer- falligen Riesenverbandes wahrnehmen können. Die Frage der Verstaatlichung der Bergwerke ist aus dem Stadium des Studiums in das der Propaganda getreten. Die Föderation hat einen Gesetz- entwurf zur Verstaatlichung des britischen Bergbaus ausgearbeitet, und nach der Konferenz soll im ganzen Lande eine großzügige Propaganda zugunsten dieses Entwurfs entfaltet werden. Auch die Rede, mit der der Vorsitzende die Konferenz dieses Jahres eröffnete, deutet daraus hin, daß die erwähnte EntWickelung im Gange ist. Zum erstenmal in ihrer Geschichte konnte die Berg- arbeiterkonferenz eine Präsidentenrede hören, die nicht aus abge- droschenen Gemeinplätzen bestand, in der vielmehr versucht wurde, dem Denken und Handeln der organisierten Bergknappen Richtung und Ziel zu geben. Beachtenswert waren besonders der Hinweis auf die Notwendigkeit, den Bergbau im Interesse der Arbeiterschaft und des ganzen Gemeinwesens zu verstaatlichen, wie auch die An- kündigung der Propaganda, die der Verband beschlossen hat.„Wir haben seit vielen Jahren," bemerkte der Präsident,„in unseren Jahresversammlungen Resolutionen angenommen, in denen er- klärt wurde, daß die Zeit reif sei, daß der Bergbau in die Hände der Regierung übergehe und von der Regierung im Interesse der ganzen Nation betrieben werde. Ich glaube, der Streik muß oder Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, Verlagsanstalt sollte wenigstens die Nation der Verstaakkichung ber Bergwerke ein wenig näher gebracht haben." Auch über den Syndikalismus ließ sich Genosse S m i l I i e aus. Ein Teil der Press« hat seine Ausführungen so gänzlich falsch interpretiert, daß aus dem Befürworter der Verstaatlichung ein Freund oder Apologet des Syndikalismus geworden ist. Was der Porsitzendc der Bergarbeiter wirklich sagte und was er uns im Privatgespräch auch bestätigte, war, daß man den Syndikalismus nicht leichthin verurteilen sollte, weil das Wort in Großbritannien einen schlechten Klang habe. Was man in Großbritannien unter Syndikalismus verstehe, sei etwas sehr Unklares. Wenn man darunter eine Bewegung verstehe, die sich zum Ziele gesetzt, durch Sabotage die Produktionsmittel einer Industrie in die Hände der Arbeiter dieser Industrie zu bringen, so sei er ein Gegner des Syndikalismus; das sei ein verrückt gewordener Individualismus. Verstehe man aber unter Syndikalismus die Vereinigung der Ge- werkschaften zu Jndustrieverbänden und den nationalen und inter- nationalen Zusammenschluß dieser Verbände, dann, glaube er, gebe es wohl wenig Delegierte, die Gegner dieser Forderung seien. Es möge dies hiermit besonders festgenagelt werden, um einer Legendenbildung vorzubeugen, die von gewissen kapitalistische« Organen nur allzu gern begünstigt wird. Die Läge auf dem ßalhan. Uneinigkeit über die Fassung des Ultimatums. Wien, 5. Oktober.(P.-C.) Aus London wird der„Wiener All» gemeinen Zeiwng" von bestinformierder und besonderer Seite mit» geteilt, daß nach Informationen, die an dortiger zuständiger Stelle eingetroffen sind, es noch keineswegs sicher ist, daß die Balkanmächte der Türkei ein gemeinsames Memorandum über- reichen werden. Es ist nämlich den Regierungen der Balkan» staaten bisher nicht gelungen, sich über den Inhalt de» Memo- randums zu einigen. Während einerseits die Forderung aufge- stellt wird, daß, wenn auch nicht ausdrücklich das Wort„Autonomie" verwandt wird, eine solche doch durch das Verlangen eine? christ» lichen Generalgouverncurs für Mazedonien dem Wesen nach ge» kemyeichnet wird, begnügt man sich auf der anderen Seite damit, als Postulat die Ernennung christlicher Gouverneure in jenen Wilajets der Türkei zu verlangen, in denen sich die christliche Be- völkerung in der Mehrzahl befindet. Di« Ausdrücke„Autonomie Mazedoniens" und.Generalgouverneur" sollen vermieden werden. Hierüber scheint keine Einigung erzielt worden zu sein, und es ist daher möglich, daß die Ueberreichung eine? Kollektiv-Memo- randums an die Pforte unterbleibt. Kabinettwechsel in der Türkei. Konstantinopel, 5. Oktober.(W. T. B.) Der Senat wurde heute nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, zu der aber nur etwa ein Dutzend Sena- toren erschienen, da die Mehrzahl nicht in Konstantinopel an- wesend ist. In Gegenwart des Scheich ul Islam wurde von den versammelten Senatoren in die Beratung einer wichti- gen Frage eingetreten. Es geht das Gerücht, daß Kia- m i l Pascha mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt werden solle._ Oesterreichs-Ungarns Rüstungen. Budapest, 3. Oktober.(W. T. B.) Bezüglich der Meldung, daß der Kriegsminister demnächst für die Ausrüstung der Armee eine Nachtragsforderung von 200— 250 Millionen stellen werde, teilt der„Pester Lloyd" mit, daß die gemeinsame Ministerkonferenz, die vorgestern stattgefunden hat, hierüber keinen Beschluß gefaßt hat, daß jedoch die ungarische und öster- reichische Regierung, da die auswärtige Situation die größte Vorsicht gebietet, sich den unerläßlichen Anforderungen der Heeresverwaltung nicht werde verschließen können. Englands Flotte im Orient. Malta, 3. Oktober.(W. T. B.) Die erwartete englische Flotte soll hier am 7. d. Mts. eintreffen und, wie es heißt, nach Auffüllung von Kohlen und Proviant sogleich nach den Gewässern des nahen Orients weitergehen. Mangelnde Kriegsbcgeisterung in Serbien. Belgrad, 6. Oktober.(P.-C.) Die Erwartung, daß in den ersten Tagen der Mobilisierungsorder sich Freiwillig-« auS Ungarn, Bosnien, Dalmatien und der Herzogewina melden werden, um ins Feld zu ziehen, hat sich nicht erfüllt. Bis heute hat sich nicht ein einziger gemeldet. Such die russischen Freiwilligen sind bisher ausgeblieben. Die reichen Serben im Lande zeigen ebenfalls wenig Geneigtheit, zu den Kriegskosten bei- zusteuern und werden deshalb von den Blättern heftig angegriffen. Tie Verschwörer-Offiziere, die seinerzeit auf Verlangen Englands pensioniert wurden, verlangen ihre Reaktivierung und werden sich deshalb an den Kriegsminister, eventuell an den König Peter wenden. Die Preise für Kleidungsstücke und Ge- brauchsgegen stände sind enorm gestiegen. Einschränkung des Eisenbahnverkehrs in Serbien. Belgrad, 6. Oktober.(W. T. B.) Von heute ab ist der gesamte Personenverkehr auf den Eisenbahnen sistiert worden. Irregulärer Krieg. Sofia, 6. Oktober.(P.-C.) Eine Bande bulgarischer Frei- schärler hat bei M u st a p h a P a s ch a die über die Maritza führende Brücke der Orientbahn in die Luft gesprengt. Da die Orientbahn die einzige aus der europäischen Türkei nach West- europa führende Bahnlinie ist, so ist damit die Eisenbahnver- bindung zwischen Konstantinopel und Europa vollständig unterbrochen. Letzte Nachrichten* Kämpfe in Nicaragua. Washington, S. Oktober.(ÜB. T. B.) Ueber einen Kampf bei Nicaragua, in dem 29 amerikanische Marinesoldaten gefallen sind und der außerordentlich blutig gewesen sein soll, wird berichtet: Der Angriff-des Udmirals S o u th e r- l a nd auf die Rebellen erfolgte lediglich in Ausübung der Pflicht der amerikanischen Marine, die Ausländer und deren Eigentum wirksam zu schützen. Einer Einmischung in den Kampf der Parteien in Nicaragua haben sich die Amerikaner streng enthalten. Amtlich« Kreise berichten denn auch, daß Amerika sich technisch nicht im Kriegszustand befindet, die Beziehun- gen zwischen Nicaragua und Amerika seien vielmehr freund» schastlich. Frost im Moseltal. Trier, 5. Oktober.(P. C.) Die Weinberge im Moselgebiet er- litten in der vergangenen Nacht bedeutenden Fro st schaden. Es wurden bis zu 8 Grad Kälte festgestellt. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 6 Beilage».- cm aw», 1. KtilM ifü Lmiills" Kttlml WsM Zm fall fjlldebrand. Von den Genossen Wolfgang Heine und Dr. Leo A r o n s geht uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung folgende Erklärung zu:' Die Unterzeichneten bedauern den Ausschluß des Genossen Hildebrand durch den Chemnitzer Parteitag. Gleichgültig, ob oder wieweit sie Hildebrands Anschauungen billigen oder verwerfen, fürchten sie, daß der Beschluß eine Hemmung der wissenschaftlichen Forschung in der Partei zur Folge haben wird, und sehen darin einen Widerspruch zu dem alten sozialdemokratischen Grund- gedanken, daß die praktische Politik der Partei auf der Wissenschaft- tichen Erkenntnis der Tatsachen zu beruhen habe. Die Unterzeichneten erwarten, daß Hildebrand, wie er es auf dem Parteitage erklärt hat, sich nach wie vor als Sozialdemokrat fühlen und für die Sozialdemokratie arbeiten wird, und daß ein späterer Parteitag Gelegenheit finden wird, den Chemnitzer Spruch wieder aufzuheben. B. Adelung, M. d. L.(Mainz); L. Arons(Berlin); E. Auer, M. d. L.(München); I. Bochus(Mainz); I. Bauer(Mainz); H. Bäuerle(Rüstringen): G. Behrendt(Hamburg); I. Bloch (Berlin); B. Borchardt(Berlin); H. Brosig(Breslau); Louis Cohn (München); Fr. Conrady(Mainz); E. David, M. d. R.(Berlin); H. Telp(Darmstadt); E. Dietzgen(Wiesbaden); C. Dittrich(Bres- lau); N. Eichenmüller(Nürnberg); A. Eifinger(Mainz); I. Eisen- schnik(München); K. Eisner(München); I. Engelmann(Mainz); W. Engler, M. d. L.(Freiburg); Kath. Erber(Nürnberg); A. Erd- mann, M. d. R.(Köln); E. Fischer, M. d. R.(Dresden); G. Gaert- ner(Nürnberg); G. Geisler(München); Q. Greb(Mainz); M. Gruber(München); R. Grumbach(Freiburg); Helene Grün- berg(Nürnberg); W..Hausenstein(München); I. Heiden(Frank- furt); W. Heine. M. d. R.(Berlin); A. Hepner(München); E. Herber (Fürth); R. Herrmann(Breslau); W. Herzberg(Nürnberg); C. Hoffmann(Bielefeld); Otto Hue(Essen); P. Hug, M. d. L. (Oldenburg); I. Hütjch(Darmstadt); P. Kampffmeyer(München); A. Kaufmann(München); G. Klomann(Mainz); W. Knoblauch (Darmstadt); A. Kobelt(Mainz); Karl Kollwitz(Berlin); Käthe Kollwitz(Berlin); F. Krämer(Nürnberg); M. Kratzsch(München); E. Kräuter, M. d. L.(Freiburg); G. Landsberg(Breslau); F. Lauf- kotier(Hamburg); Hugo Lindemann, M. d. L.(Stuttgart); A. Linke (Dessau); P. Löbe(Breslau); P. Maar(Nürnberg); PH. Martgloff lNtainzj; Hulda Maurenbrecher(Mannheim); Max Maurenbrecher (Mannheim); I. Meyer, M. d. L.(Oldenburg); Ad. Müller, M. d. L.(München); Paul Müller(Berlin); PH. Müller(Breslau); I. Mun'k(Mainz); E. Neukirch(Breslau); Ch. Odenthal(Ham- bürg); L- Oertel(Nürnberg); R. Paulick(Dessau); A. Peikert (Breslau); H. Peus, M. d. R.(Dessau); F. Philipp(Breslau): W. Pichler(Mainz); L. Ouessel, M. d. R.(Darmstadt); L. Radios (Ludwigshafen); S. Rosenfeld(Berlin); G. Rössing(icurnberg); A. Saenger(München); O. Schembor(Zittau); B. Schildbach (Mainz); M. Schippet(Berlin); Else Schlomer(Lübeck); I. Schl-omer, M. d. B.(Lübeck); F. Schmid, M. d. L.(München); Conrad Schmidt (Berlin); H. Schneider(Nürnberg); M. Schneider(Nürnberg); I. Schnöcklein(Nürnberg); G. Scholich(Breslau); K. Schreck (Bielefeld); Wilh. Schröder(Berlin); A. Schulz(München); K. Schulz(Nürnberg); K. Schütze(Dessau); W. Seel(Mainz); Karl Severing(Bielefeld); G. Srowig(Breslau); A. Steiniger(Ham- bürg); Enny Stock(Berlin); A. Stork(Darmstadt); E. Strauß (München); A. Strößner(Nürnberg); A. Südekum, M. d. R. (Berlin); R. Sußmann(Berlin); R. Thielberg(Hamburg); W. Thomas(Mainz); C. Tietze(Mainz); I. Timm. M. d. L. (München); A. Töpfer(Hamburg); M. Treu �Nürnberg): P. Um- chreit(Berlin); G. von Vollmar, M. d. R.(Soiensaß); G. Weill, M. d. R.(Straßburg); F. Weinläder(Nürnberg); A. Weißmann (Freiburg): Ph. Wiemer(Nürnberg); M. Wiener(Breslau); A. Winnig(Hamburg); R. Wissell(Berlin); G. Wolff(Breslau); I. Zadeck(Berlin); H. Zeeh(Mainz); Wally Zepter(Berlin); H. Zwista(Nürnberg). Ich betrachte mit den Unterzeichnern dieser Erklärung und in boller Uebereinstimmung mit ihren Ausführungen über das Ver- hältnis von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Politik in der Sozialdemokratie den Ausschluß Gerhard Hildebrands aus der Partei als einen bedauerlichen Mißgriff und gebe mich mit ihnen der Erwartung hin, daß die Partei bei der ersten geeigneten Ge- lcgenheit diesen Mißgriff wieder gut machen wird. Zugleich glaube ich aber auch der Erwartung Ausdruck geben zu sollen, daß dieser Aüsschließungsbeschluß keinen wissenschaftlich arbeitenden Genossen veranlassen wird, im Forschen nach dem, was ist, zu erlahmen und im Bekennen des für richtig Erkannten zu ermatten. E d. B e r n st e i n, M. d. R.(Berlin). kleines feuilleton. Kriege auf der Balkanhalbinsel. Die Balkanhalbinfel ist an Krieg so gewöhnt, daß es geradezu ein Wunder ist, wenn sie einige Jahre in friedlicher Entwicklung verlebt. Insurrektionen, raube- rische Einfälle, Grenzkämpfe mit Ohren- und Nasenvbschneiden und sonstige blutige Abenteuer sind schon seit Jahr und Tag etwas Selbstverständliches. Schwerwiegender als der chronische Kleinkrieg war der Ausstand der Griechen vom Jahre 1821, da er im folgenden Jahre aus dem Kongreß zu Epidaurus die Unabhängigkeitserklärung herbeiführte. Sechs Jahre später folgte für die Türken der Krieg mit dem Erbfeinde Rußland. Schon von 1807 bis 1812 hatten sie mit ihm gekämpft, aber endlich zu Bukarest Frieden geschlossen. Rußlerni erhielt damals als Grenze den Pruth. Nun war der Krieg aufs neue entbrannt. Der russische General Diebitsch über- schritt den Balkan und drang mit fünfzehntausend Mann im August 1829 bis Wrianopel vor. Jedermann in der kleinen Armee sreute sich auf den Weitermarsch bis Konstantinopel, aber die Her- rcn Diplomaten legten sich ins Mittel und brachten den Frieden zustande. Die Russen gewannen das Protektorat über Serbien, Moldau, Wallachei und die Inseln der Donaumündung. Noch besser schnitten die Griechen ab, denn ihre Unabhängigkeit wurde von der Pforte anerkannt. Später sind die Türken mit den Russen noch zweimal zu- sammengestoßen. Ihre Gegner haben dabei das Pech gehabt, wohl soldatischen Lorbeer, aber wenig materiellen Nutzen zu ernten. Die sogenannte orientalische Frage führte zum Krimkriege. Sein Prä- ludiium bildeten die Konferenzen zwischen Rußland, Frankreich und der Türkei betreffs des Heiligen Grabes und das Begehren Rußlands nach dem Protektorat über die griechisch« Kirche in der Türkei. Den Türken, die Rußlands Verlangen schroff ablehnten, erstanden als Bundesgenossen- Franzosen, Satdinier und Engländer,""e vom heißen Drange beseelt, der Großmacht des Ostens, hinter deren frommen Wünschen- man noch sehr viele weltliche wrt- terte, gründlich den Pelz zu waschen. Das Kriegstheater bildete in diesem Falle weniger ine Türkei, als die russisch« Krim-. Am 20. September 18S4 schlugen die Verbündeten, die Russen an der Alma, wonach sie am v. Oktober desselben Jahres mit der Belage- rung Sebastopols begannen. Drei russische Entsatzversuche blieben erfolglos, ebenso ein Sturm der Belagerer. Erst der Sturm vom 8. September 1855, den 83 009 Mann vollführten, und zwar 33 899 Mann unier Mac Mahon gegen den Malakow-Turm, brachte noch blutigem Ringen, Sebastopol zu Fall. Elf Monate hatte die Bc- lagerung gedauert— die Festung war ein Trümmerhaufen ge- wanden. Im Pariser Frieden 1856 mußte Rußland auf das Protektorat über die Donaufürstentümer Verzicht leisten. Dann rollt« 187? Wirde«m die Kriegswoge über den Ballan. WevualS Es ist wohl kaum nötig, zu betonen, daß unsere Meinung über die Berechtigung des Ausschlusses Hildebrands sich nicht im mindesten geändert hat. Wir haben dieser Meinung vor Monaten und auch während und nach dem Parteitage unzweideutig Ausdruck gegeben. Da uns aber die Genossen Heine und Arons durch ihre Erklärung von neuem ein Eingehen auf den Fall Hildebrand auf- zwingen, sei im Folgenden wiedergegeben, was Genosse Karl Kautsky in der letzten Nummer der„Neuen Zeit" über den modernen„Giordano Bruno" schreibe: Daß der Ausschluß Gerhard Hildebrands die lebhafteste sitt- liche Entrüstung aller liberalen Biedermänner herausfordern würde, war selbstverständlich und nicht weiter zu verwundern. Im„Ber- liner Tageblatt" stöhnt Herr Theodor Wolff in den herzbrechendsten Tönen über diesen Ausschluß und kommt zu dem Schlüsse:„Es wirkt unerträglich, wenn in einem Lande und in einer Zeit der Geistesverfolgung und der geknechteten Ueberzeugung auch eine Volkspartei dem Bekennermut Respekt und Schonung versagt." Derlei Ausbrüche brauchen uns nicht weiter zu beschäftigen. Es genügt, sich zu erinnern, welchen Respekt und welche Schonung kürzlich erst dasselbe„Berliner Tageblatt" für den Bekennermut des Obersten G ä d k e-aufbrachte, den es, nicht als Politiker, sondern als militärischen Sachverständigen, in dem Moment aufs Pflaster warf, wo Gädkes demokratischer Bekennermut Herrn Masse unbequem wurde. Die Liberalen haben ein Recht, über den Ausschluß Hildebrands ärgerlich zu sein, denn damit wird ihnen das Hintertürchen ver- schlössen, durch das sie bürgerliches, imperialistisches Denken in die Sozialdemokratie zu schmuggeln hofften. Der Aerger der Liberalen ist also berechtigt und braucht uns nicht zu kümmern. Ernster dagegen ist es, daß es eine Reihe Ge- nassen gibt, die sich durch das Geschrei der Liberalen und der Freunde Hildebrands in unseren Reihen verblüffen lassen und wirk- lich glauben, wegen seiner Ueberzeugungen dürfe niemand aus der Sozialdemokratie ausgeschloffen werden, die eine Partei freier Forschung und vollster Meinungsfteiheit sei. Durch den Ausschluß würden wir zu einer Kirche, der Parteitag zu einem Ketzergericht. Es fehlt nur noch, daß Gerhard Hildebrand zum Giordano Bruno des zwanzigsten Jahrhunderts proklamiert wird. Ich habe schon ftühcr einmal darauf hingewiesen, daß die For- derung vollster Meinungsfteiheit eine Forderung an den Staat ist. Auf eine Partei angewendet, wird sie zur Sinnlosigkeit, denn eine Partei bildet eben die Vereinigung aller jener, die in der Politik im wesentlichen die gleichen Ziele mit gleichen Mitteln an- streben,-also in dieser Beziehung der gleichen Meinung sind. Die Partei ist eine Organisation des Kampfes mit bestimmten Mitteln für bestimmte Ziele, also eine Organisation des Kampfts gegen alle, die sich ihrem Streben widersetzen, die andere Ueber- zeugungen verfechten. Die Bekämpfung bestimmter Meinungen ist ihre Aufgabe, ihre raison ä etre. Trotzdem wird immer und immer wieder das Wort von der Kirche und dem Ketzergericht vorgebracht. Die äußere Aehnllchkeit, daß hier wie dort über einen Menschen wegen seiner Ueberzeugungen geurteilt wird, ist gar zu bestechend. Und doch braucht man nur ein bißchen tiefer zu sehen, um zu erkennen, daß die äußere Aehn- lichkeit in der Praxis der Kirche und der der Partei in Wirklichkeit den vollendetsten Gegensatz verbirgt. Schließt denn die Kirche diejenigen ihrer Mitglieder aus, die von den in ihr maßgebenden Anschauungen abweichen? Wenn sie das täte, würden wir sie nicht wegen ihrer Intoleranz angreifen, sondern wegen ihrer Ehrlichkeit preisen. Aber iveder der katholischen Kirche noch irgendeiner der protestantischen Staatskirchen fällt es ein, ungläubige Mitglieder auszuschließen. Wollten sie das tun, wollten sie jeden aus ihrer Gemeinschaft ausweisen, der kein streng- gläubiger Christ in ihrem Sinne ist, wie viele Mitglieder dieser Kirchen würde man heute noch finden? Mit dem Ausschließen waren die christlichen Gemeinden nur so lange, und oft sehr rasch, bei der Hand, als sie die lebhafteste Oppo- sition gegen die herrschenden Klassen und deren Staatsgewalt bil- deten. Damals, in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, hielten sie streng darauf, alle Elemente von sich fernzuhalten, die im Widerspruch zum Gesamtcharakter der Bewegung standen. Das ändert sich, als die Kirche Einfluß auf die Staatsmacht gewann und sie schließlich beherrschte. Jetzt suchte sie ihre Macht zu erweitern nicht mehr im Kampfe gegen die herrschenden Klassen, andern durch deren Ausnutzung. Die Gewinnung der Köpfe für bestimmte Ueberzeugungen durch geistigen Kampf trat jetzt zurück genüber der Gewinnung der Köpfe durch staatlichen Zwang. Jetzt gann die spezifisch kirchliche Unduldsamkeit. Sie äußerte sich nicht im Ausschließen, sondern im gewaltsamen Festhalten der Andersdenkenden, denen gleichzeitig jede Bekundung ihres ab- weichenden Denkens bei schwerer Strafe verboten wurde. Ein ftei- williger Austritt aus der Kirche ist unmöglich dort, wo die Kirche rückten die Russen heran. Auf beiden Seiten wurde heldenmütig gekämpft. Am 39. Januar 1878 waren die russischen Heersäu-len bis in die Nähe von Konstantinopel gelangt— und-wieder gelbot die Diplomatie Halt. Die Türkei kam beim Berliner Kongreß mit einem blauen Auge davon, mußte Kriegsentschädigung leisten, die aber jetzt noch nicht völlig getilgt ist, die Dobrudscha abtreten, Zugeständnisse zugunsten Rumäniens und Bulgariens machen, auch Serbien und Montenegro mit einigen Brocken entschädigen, wäh- rend Rußland herzlich wenig einheimste. Kaum zwanzig Jahre später zogen- türkische Truppen wieder gegen Griechenland. Das Land der Hellenen mußte den leichtsinnig begonnenen Krieg empfindlich büßen, denn der am 18. September 1897 unterzeichnete Präliminarfriede sicherte der Türkei eine Grenz- berichtigung und eine Kriegsentschädigung von 75 Millionen Mark. Griechenland wurde auch eine internationale Kontrolle für Per- waltung-der zur Verzinsung der älteren Anleihen und der Kriegs- entschädigungsanleihe erforderlichen Einkünfte auferlegt. Theater. LustspielhauS: Mein alter Herr, Von Franz und ViktorArnokd. Wirklichen Dichtern gelingen keine.Lug- stücke", weil sie ihrem tieferen Jdeenkreis zu fern bleiben. Wirk- liche Lustspiele im modernen Geiste gibt es kaum. Etwas Alt- ftänkisches, anderswoher Erborgtes, viel Angelesenes klebt auch dieser neuesten Gabe des Schauspieler-Brüderpaares Arnold an. Wir kennen sie ja: die Leutnant-Klischees, die seit Mosers Tagen mit einem Stich in bornierte Schwerenöterhaftigkeit über die Bühne stolpern, dazu die Schwiegerväter mit dem großen Portemonnaie— unb das sonstige Menschengemüse. Aber hübsch durcheinander ge- schüttelt und ein wenig scharf paprizierte Sauce drangerührt, gibt es immerhin noch einen Aschingerbraten von allerdings zweifel- haften Sättigungsqualitäten. Die Verfasser brachten eine der be- währtesten sauren Zeitungsgurken: wie der Sohn seines Erzeugers Vater, die Tochter die Mutter ihrer Mutter werden kann, auf die Formel einer dreiaktigen Handlung. Aber man darf ihnen das Zeugnis ausstellen, daß ihre Findigkeit hinsichtlich der Schürzung der„Handlung" überraschend, ihr Humor persönlich liebenswürdig, ihre Situationskomik oft von Zwerchfell erschütternder Lachwirkung ist. Lobesam soll die szenisch und dekorativ blitzsaubere Vorführung genannt werden, in der Franz Schönfeld eme ganz vorzügliche Figur machte, Klara K o l l e n d t, Franz Arnold, Ernst Bach nnd Josefine W a ch i n g e r recht annehmbare Leistungen boten. Der Erfolg gestaltete sich, wie immer bei Premierenabenden, lär- mend und wird wohl vorläufig anhalten.-e. Ic. Musik. Kefienberg-Konzerte. Noch allsgedehnted als bisher will der uns wohlbekannte Klaviervirtuose Leo Kestenberg in Konzertfolgen gute Ruf?, besonders von neuerer Herkunft, vor. den Staat beherrscht. Er ist heute noch in manchem.freieren" Staat mit Erschwerungen und Belästigungen verknüpft.... Gerade das Gegenteil ist in der Partei der Fall. Sie hindert niemand am freiwilligen Austritt. Wir fordern auch von memand, daß er sozialdemokratisch denken soll. Hildebrand mag denken und sagen und schreiben, was er will. Wir verkümmern niemand das Recht, seine Meinungen frei zu äußern. Wir können nur unmoglicu jedem einzelnen das Recht geben, nach Belieben zi» entscheide�» welche Meinungen sozialdemokratische sind oder nicht. Das Recht, darüber zu entscheiden, kann nur die Partei allem als Ganzes ooer ihre höchste Vertretung, der Parteitag, haben, nie ein einzelner. Wenn die Kirche ein Ketzergericht einsetzte, hatte dreses zu unt�- suchen, inwieweit die Anschauungen des Ketzers von denen der Kirche abweichen, um zu entscheiden, ob er gezwungen- werden solle, seine Aeußerungen darüber zu widerrufen oder nicht, Weigerte er sich, dann sollte ihm jegliche Möglichkeit weiteren Forschens und Lehrens genommen werden. Wo die Kirche die nötige Macht hatte, sc« es die katholische oder eine protestantische, scheute sie zu diesem Zwecke selbst vor der Todesstrafe nicht- zurück........ Wenn unsere Partei über einen Genossen zu Gericht sitzt, um zu untersuchen, inwieweit die Anschauungen des Betreffenden mit denen der Partei zu vereinbaren sind oder nicht, fällt es keinem unter uns im Traume ein, einen Widerruf oder Verhinderung des Forschens und Lehrens zu verlangen. Es handelt sich bei einem derartigen Gericht nicht darum, einen armen Sünder zu verurteilen, sondern herauszufinden, ob die Differenzen seiner Anschauungen von den unseligen ein weiteres gedeihliches Zusammenarbeiten möglich machen oder ob es nicht für die Partei wie für den Dissen- tierenden am ersprießlichsten ist, wenn jeder Teil seine eigenen Wege geht. In Chemnitz dachte niemand daran, Hildebrand zu„strafen oder in der Perkündung seiner Lehren hindern zu wollen. Nur unter sozialdemokratischer Flagge soll er das nicht mehr tun. Das nennt Herr Wölfs eine„erzwungene Befolgung des Tempel- ritus". Er scheint vom Zwang ebenso sonderbare Vorstellungen zu hegen wie vom Tempelritus. Gegenüber diesem aufgeregten und— bei den Liberalen— sehr interessierten Gerede sei an die Ausfiihrungen erinnert, die vor kurzem- ein ruhiger und völlig uninteressierter Forscher gelegent- lich einer Besprchung von Lily Brauns Memoiren äußerte. In seinem Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiter- bewegung(2. Jahrgang. S. 458)- führte der Wiener Professor C. Grünberg aus: eS genüge nicht, um in einer Partei zu wirken, das Ziel mit ihr gemeinsam zu haben. Man muß auch auf dem- selben Wege zum Ziele gehen wie die anderen alle. Es sei denn, daß man imstande ist, sie auf neuen Bahnen mit sich zu reihen. Wem das nicht gelingt, der darf sich nicht beklagen, wenn man ihn aus der Partei beseitigt: „Genau aber, wie in solchen Fällen jeder Verbands« rigchömg« volle Bewegungsfreiheit außerhalb-der Organisation sich zu sichern berechtigt ist, darf hinwiederum dieser nicht das Recht abgesprochen werden, ihr nur äußerlich Zugehörige, die ihr unbe-quem werden und ihr Normalleben stören, zu exkommunizieren, aus- zuschließen. Macht sie von diesem R-öchte Gebrauch, so übt sie nur, was ihr der Selbsterhaltungstrieb gebietet. Namentlich dann, wenn ihr aus dem Verhalten der Mitglieder reflex Bercmtwort- lichkeiten erwachsen oder von Gegnern aufgebürdet werden könnten, die sie um ihrer selbst willen nicht tragen darf. Jen«, die davon betroffen werden, sehen sich mm fteilich ick der Regel als Opfer unleidlicher Intoleranz an. Daß ste über solche klagen, beweist nur ihr eigenes Unverständnis, und daß sie mit ungleichem Maße zu eigenen Gunsten messen." Man sieht, Professor Grünberg hegt nicht die mindesten Besorg- nisse, die Freiheit der Wissenschaft könne dadurch gefährdet werden. daß eine Partei ein Mitglied ausschließt, dessen Auflassungen mit den ihren unvereinbar sind. Und man wird nicht behaupten wollen, daß diesem Forscher die Freiheit der Wissenschaft nicht genug am Herzen liege. Vielleicht beruhigt das jene unter den F«und«n Hildebrands, denen das Wort eines Professors mehr gilt als das eines simplen Parteigenossen. Eines will ich zugeben: der Ausschluß eines ehrlichen, sympaihi- schen Menschen wegen seiner Ueberzeugung ist ein peinlicher Schritt wie jede Hinausweisung eines anständigen Menschen aus einer Gesellschaft. Würdiger wäre es gewesen, Hildebrand- hätte selbst erkannt, daß er nicht zu ums paßt, und wäre freiwillig gegangen. Da er aber eine Entscheidung des Parteitages durchaus erzwingen wollte, mußte sie ihm gegeben werden. Hildebrand selbst hat sie heraufbeschworen. Er war nicht der erste, der es tat. Es ist falfch, Kas in Chemnitz behauptet wurde, vor Hildebrand sei nie jemand wegen seiner An- schauungen aus unserer Partei ausgeschlossen worden. Ich erinnere? an Friedeberg. Dessen Ausschluß berührte uns weit peinlicher als der Hildebrands. Friedeberg war nicht nur ein äußerst sym- führen. Seine Orchesterlonzerte sollen Mitte Oktober beginnen; seine 3 Kammermusikabende begannen am Freitag in dem einer intimen Stimmung günstigen Choralions a,al. Ihr gesamtes Programm ist Neueren und insbesondere Neuerern ge- widmet. Das dritte Ivird von dem Haupte der„Jungfranzosen". von Eesar Franck, gleich zwei Stücke bringen. Das erste machte uns namentlich mit einem Klaviertrio eines anscheinend Jüngsten, H. G. Noren, bekannt(op. 28, D-moII). Es geht energisch weiter auf der seit Beethovens späteren Kammermusiken kaum hier und da betretenen Bahn, die zur Prog-rammmusik, also zur poetischen Grundlage auch des Zusammenspiels weniger In- strumente führen soll. Innerlicher Kampf einer ringenden Seele Vereinsamung— melancholische Erinnerung— Resignation— neue Tatkraft. Die Themata sind mehr rhythmisch als melodisch ge- halten und kommen ohne spitzfindige Verwickelungen in klaren charakteristischen Gegenüberstellungen zusammen. Anders das Trio von Max Reger(op. 192 E-mo»), mit dem der Abend begann. Hier hat sich ein außerordentlich reiches Können in den Dienst einer licberkunst der tönenden Formen gestellt, die aber doch nicht recht „klingen", und hinter denen man nur selten und bei sehr hingeben- dem Hören Spuren dessen findet, das als eine Sprache des Inneren die Formen rechtfertigen könnte.— Zwischen den beiden„Mo- deinen" kam ein I. B r a h m s(op. 191, Omoll). In solcher Nachbarschaft hört er sich ebenso„epigonenhaft" an, wie er bor Jahr- zehnten„fortschrittlich" erschienen war.— Die drei Künstler(Geig» L. van Laar, Violoncello M. Loebensohn) haben ihre Stimmen gut gegeneinander abgetönt und können wohl bereits aus eine eigene„Gemeinde" rechnen. st. Im Theater am Rollendorfplatz find ei« paar Neubesetzungen im„OrpheuS" zu vermerken. Frl. W a g s ch a l führte sich als Eurydice ein und bewies gutes stimmliche» und auch darstellerisches Können. Als neuer Dirigent bewies Herr Viktor W. Schwarz sich al« umstcktiger Beherrscher de« MusittörperS nnd brachte auch eine bessere Fühlung mit der Bühne zustande. Als Hauptanziehung wirkte wieder Pallenberg« Jupiter, den der Künstler eigenartig durch beinahe tragische Unterrön« einer Art Götterdämmerung zu vertieft. Humor und Satire. Hilfe in der Fleischnok. Die preußische Regierung geht der Fleischteuerung energisch zu Leibe. Während-die Welt sie untätig glaubte, hat sie unter Zu- ziehung von Sachverständigen aus den: Kreise der-satten und der hungrigen Untertanen festgestellt: s) welches der etymologische Ur- sprung- des Begriffes Fleisch ist, b) welche gesundheitilichen Folgen der Fleischgenuß für den Konsum-enden hat, c) welche gesundheitlichen Folgen die Schlachtung für das Schlachtvieh hat, cl) wie sich daZ VrchWmS der Fkij&ai&tuafl qu&£ vegetaWscheg"" pathischer Mensch, er hatie unsere Sache schon unter dem Sozialisten gcsetz und seitdem fast bis zu seinem Ausschluß die größten Dienste ge- leistet. Trotzdem mußten wir ihn ausschließen, als er syndikalistische antiparlamentarische Anschauungen entwickelte, die zu oenen unserer Partei in schroffem Widerspruch standen. Friedeberg hat unsere Erwägungen sehr wohl zu würdigen verstanden und nie wehleidig über unsere Intoleranz gejammert. Wo waren aber damals all« die unentwegten Versechter der unbedingten Meinungsfreiheit, die in Hildcbrands Ausschluß eine unerhörte Schmach für unsere Partei sehen?— Nach Friedebergs Ausschluß krähte kein Hahn. Aber freilich, Fricdeberg hatte antimilitaristische und antiparlamentarische Propaganda gemacht im Gegensatz zu Hildebrand, der uns aufforderte in Rüstungssrwgen hinter der Regierung zu stehen und diese au� der Bahn kolonialer Abenteuer vorwärts zu drängen. Friedeberg stand allein, niemand von Ansehen in Deutschland gesellte sich zu ihm, keine Macht stützte ihn. Jene Ansichten da- gegen, die Hilde brand im Gegensatz zu unserer Partei verficht, find Ansichten der Machthaber, der herrschenden Klassen, der ganzen bürgerlichen Prusse. Sollen wir deswegen verpflichtet sein, Hifi>c= brand eine„Meinungsfreiheit" einzuräumen, die wir Friedeberg ohne den geringsten Widerspruch nahmen? Wollten wir wirklich den verkehrten Grundsatz akzeptieren, daß wir Leute als Parteigenossen anerkennen, die in den wichtigsten grundlegenden Fragen in vollem Gegensatz zur Partei stehen, dann sollten wir diesen Grundsatz doch eher auf geächtete Meinungen anwenden und nicht auf die Meinungen der herrschenden Klassen, die uns mit allen Mitteln unterdrücken. Wir haben aber nicht die geringste Ursache, u»s eine derartige Auffassung zu eigen zu machen. Es kann sich in einem Falle wie dem vorliegenden bloß um die Frage handeln, ob die Ausschließung zweckmäßig ist. Das Streben nach Einheit und Geschlossenheit unserer Partei ist nicht das einzige Moment, das dabei in Betracht kommt. Nicht minder wichtig ist das Streben, die Partei gleichbedeutend zu machen mit der Masse der um Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ringen- den arbeitenden Klassen. Nun wurde behauptet, so lange unsere Partei klein war, eine bloße Sekte darstellte, konnte völlige Ueber- einstimmung der Meinungen in ihr herrschen. Je mehr sie wachse, desto mannigfaltigere Elemente enthalte sie, desto verschiedenartiger auch die Meinungen� die sie umfasse, desto toleranter müsse sie werden. Das sieht auf den ersten Blick sehr bestechend aus, widerspricht aber den Tatsachen. Das chaotische Stadium bildet den Ausgangs- Punkt, nicht das Ziel der Parteientwickelmrg. Solange unsere Partei noch keine feste wissenschaftliche Grundlage hatte und über keine praktischen Erfahrungen gebot, tastend ihren Weg suchen mußte, da wimmelte es in ihr von den mannigfaltigsten Anschau- ungen. Es gab bei uns in der Zeit vor dem Sozialistengesetz nicht bloß Laffalleaner, sondern auch Weitlingianer, Proudhonisten, Rodbertusianer, Dühringianer, Schäffleverehrer, sogar Bodenrefor- mer und bloße Demokraten mit gutem Herzen. Am dünnsten waren die Marxisten gesät. Unmittelbar vor dem Kommen des Sozialistengesetzes bekamen wir gleich zwei wissenschaftliche Zeit- schriften, aber von Marxismus war in keiner die Rede. Die Entwickelung ist seitdem nicht in der Richtung größerer Mannigfaltigkeit, sondern größerer Einheitlichkeit vor sich gegangen. Und darin liegt nichts Wunderbares. Die Erfahrung und ihre methodische, wissenschaftliche Systematifierung bildet für ausein- airdergehende Meinungen weit weniger Raum als Phantasie und Gefühl. Die Phantasie schaltet frei, die Wissenschast ist die Er kcnntnis des Notwendigen: die Phantasie strebt nach Mannigfaltig keit, die Wissenschaft nach Einheitlichkeit. So zeigt auch unsere Partei um so mehr die Tendenz nach wachsender Einheitlichkeit, je größer der Kreis ihrer Erfahrungen und je mehr ihre Ziele und Mittel durch wissenschaftliche Erkennt- nis, nicht durch bloßes Bedürfen und Sehnen bestimmt werden. Dieser Tendenz wirkt freilich entgegen das Wachsen der Partei. das immer wieder neue Schichten mit eigenartigen Verhältnissen und eigenartigem Denken erfaßt, sowie der geschichtliche Fortschritt, der immer wieder neue Probleme aufwirst, für die unsere atten Erfahrungen und Erkenntnisse nicht ausreichen, und der immer wieder neue Tatsachen und Methoden der Erkenntnis zutage fördert, durch die manche alte Erkenntnis umgewandelt oder gänzlich aust gehoben wird. Alles das kann zeitweise wieder ein chaotisches Stadium bei uns hervorrufen. Zurzeit ist jedoch nichts davon zu merken, eher wachsende Geschlossenheit und Einheitlichkeit nicht nur im Handeln, sondern auch im Denken. Die Menge der Meinungsverschiedenheiten unter uns erheischt also in keiner Weise eine größere Toleranz, als unsere Partei in früheren Zeiten geübt. Oder besser gesagt, unsere Partei hat von ihren Anfängen an eine so weitgehende Toleranz geübt, daß die erheblichsten Meinungsverschiedenheiten dabei bestehen konnten. Wir brauchen in keiner Weise weitherziger zu werden, als wir ehedem gewesen. Die größte Toleranz gegenüber inneren Meinungsverschiedew heiten hat aber nie dahin geführt, daß unsere Partei die Grenzen aa) in der Zeit bis zu Christi Geburt, bb) in der Zeit von da bis zur Völkerwanderung, cc) in der Zeit von da bis zur Entdeckung 'des Schießpulvers, dd) in der Zeit von da ab stellt. Es ist selbst- verständlich, daß diese wichtigen Untersuchungen mit peinlicher Gründlichkeit vorgenommen werden, und daß sie deshalb zeit- raubend sind; aber da die Regierung mit fieberhafter Eile ge- arbeitet hat, so sind die Forschungen bis auf einen Punkt ab- geschlossen: der Bericht über die Verhältnisse d«S Fleischkonsums bei den Menschenfressern der Südseeinseln ist wegen der großen Entfernung noch nicht eingegangen. Unmittelbar nach seinem Ein- gang wird das Resultat der gesamten Forschung veröffentlicht werden. Bis zu dieser Veröffentlichung wird die Regierung jeder Stadt über 100 000 Einwohner für je 50 000 Einwohner die Einfuhr von einem halben Kilo Fleisch aus dem Auslande gestatten. Sie er- wartet, daß die Untertanen für diese unverdiente uferlose Güte sich dankbar erweisen und in Zukunft konservativ wählen» wevdm (Frido m der«Jugend".) Motfacn. — M u s i k ch r o n i k. Die S onntagSkonzerte des Ehar« lottenburger Stbiller-ThealerS bringen als erste» ZlstluZ fünf Konzerte, die am Ioniitag, den 13. Oktober, mittags 12 Uhr. ihren Anfang nehmen. Für die fünf Konzerle werden AbonnemenlS- hefte ausgegeben zum Preiie von 2.50 und 3,50 M leinschließlicki Garderobe und Prognimml: die Einzellarten kosten 75 Pf und l M. — DaS erste Oskar Fried-Konzert in der Philharmonie mit dem Philharmoniscben Orchester findet Freitag, den 13. Oktober, statt und bringt neben der 7. Sinfonie' von Bruckner die Erst- aufführung von Möhlers„Lied von der Erde". — Karl S cd ö n h e r r hat für sein Drama„Glaube und Heimat'den österreiaischenVolkstheater-VereinspretS von 3000 Kronen zugesprocken erhallen. — Ein deutscher Buddhist. In Frankfurt a. M. ist Dr. Artnr Ptnngst gestorben. Im Gegensatz zu den meisten deu'ichen Kapitaliste» vertvandle er ererbten und erworbenen Reichtum zu kulrurellen Unlernehmougen. Als Anhänger der buddhiüiicden Be- tvegung, die er in Deiniidlond mit ins Leben rief, hat er als Dichter, Ueberseyer und Begründer der geitichrifl„Das sreie Wort' für seine Ailscbaunngen gewirkt. — Der berufen-« Mann. Die Frankfurter.Voltsstimme" nieldet: Unier Kollege Hermann Wendel ist nach Belgrad abgereist. um die Mobilnrnchung anzusehen und über die poliliiche Lage aus dein Balkan zn berichten. Als genauer Keiiner von„Land— und Läusen"(er hat schon zweimal die Türkei bereift), ist er zu dieser Berichterstattung der berufene Mann. In der Tat hat Genosse Wendel vor einigen Jahren fich auch im„Vorwärts" durch feine Berichte vom KriegSiheater der kampfes- mutigen Infekten al« besonderer Sachkenner erwiesen. verschieben oder verwischen ließ, die uns von den benachbarten bürgerlichen Parteien trennten. Diese Grenzen aufs schärfste zu ziehen, ist eine LebenSnvtwendigkeit für jede und namentlich jede sozialistische Partei. Daran würde sich auch dann nichts ändern, wenn eine Massen- Partei wirklich gezwungen sein sollte, durch ihre Ausdehnung weit mehr Meinungsverschiedenheiten Raum zu gewähren und sich mit ihnen abzufinden als eine kleine Sekte mit wenigen Mitgliedern. So wie ein Großstaat ebenso eifersüchtig über seine Grenzen wacht wie irgendein Zwergstaat, so mutz auch die kolossalste Massen- Partei auf das sorgsamste'darüber wachen, daß ihre Grenzen gegenüber den anderen-Parteien nicht verschoben oder verwischt werden. Wie weit wir auch die Toleranz gegenüber inneren Meinungs- Verschiedenheiten treiben mögen, so weit darf sie nicht gehen, daß niemand mehr bestimmt sagen kann, wo die Sozialdemokratie auf- hört und der Liberalismus und Imperialismus anfängt. Diese Grenzen wären zur Unkenntlichkeit verwischt worden, hätte man Hildebrands Anrufung des Parteitages damit beant wartet, daß dieser ihn auch noch weiterhin als Parteigenosse aner- kannte. Sein Ausschluß hat die Grenzen unserer Partei gegenüber Liberalismus und Imperialismus wieder einmal scharf gezogen; darin beruht die Bedeutung jenes Aktes, die über die Bedeutung von Hildebrands Persönlichkeit hinausgeht. llerkZuMefi'ZiHtont Klopfcl) vor Gericht. Die Effektendiebstähle bei dem Schaaffhausenschen Bankverein, deren Entdeckung im August d. I. großes Aufsehen erregt hatte, beschäftigten gestern die 12. Strafkammer des Landgerichts I. Wegen Diebstahls in mehreren Fällen hatte sich der aus der Untersuchungs- Haft Vorgeführte 26 jährige Bankbeamte Friedrich Klopsch, zuletzt in Charlottenburg wohnhaft, vor dem Strafrichtcr zu verantworten. Der Angeklagte Klopsch, der einen noch sehr jugendlichen Ein- druck macht, ist schon einmal wegen Unterschlagung vorbestraft. Er trat im April 1004 als Banklehrlina in das Bankgeschäft von Ge- brüder Alexander in Breslau ein. Im August 1006 unterschlug er der Firma die Summe von 2000 Mark. Er wurde dann später wegen dieser Tat zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Straf- verbüßung wurde jedoch ausgesetzt, die Strafe selbst wurde ihm im Jahre 1910 im Gnadenweg« erlassen. Nachdem Klopsch dann in Meiningen und Hannover tätig gewesen war, kam er»ach Berlin, wo er eine Anstellung bei der Commerz- und Discontobank fand. Am 1. April v. I. wurde er von dem A. Schaaffhausenschen Bank- verein engagiert. Hier erhielt er den Posten eines Assistenten des Prokuristen und Tresorverwaltcrs Neidhardt. Er und ein anderer Angestellter hatten gemäß den Weisungen des Neidhardt die Effekten aus dem Tresor herauszunehmen bezw. hineinzulegen, Coupons ab- zutrennen und bei bestimmten Effekten die Verlosungslisten zu überwachen. Hierbei entwendete er in drei Einzelfällen Effekten in Höhe von 143 000 Mark. Den ersten Diebstahl beging er schon etwa vier Monate nach seiner Anstellung bei der Bank und zwar eignet« er sich für 30 000 Mark preußische Konsols und Reichsanleihen an. Da der Diebstahl unentdeckt blieb, eignete er sich bald darauf nochmals für 40 000 Mark Effekten an. Um das Verschwinden der Papiere zu ver- decken, kaufte er, wenn die Ccuipons fällig waren, gleiöhartige Cou- Pons bei einer anderen Bank, die er dann als scheinbar ordnungs- mäßig abgetrennt ablieferte. Die Effekten selbst verkaufte er in einer kleinen Wechselstube in der Friedrichstrahe, teils auch legte er sich bei dem Sckaaffhausenschen Bankverein selbst ein Konto an. Trotzdem dieses sein Gehalt bei weitem überstieg, erregte sein Ver- halten keinerlei Verdacht. Bei einer am 18. März d. I. vorge- nömmenen Revision wurde sogar alles in bester Ordnung befunden. Zur Entdeckung kamen die Diebstähle erst, als Klopsch am 21. August d. I. einen„großen Schlag" wagte. Er eignete sich an diesem Tage für 73 000 Mark Effekten an, die er zu Gelde machte und dann von dem Erlös bei dem Bankvereine auf sein Konto die Summe von 71 000 M. einzahlte. Diese hohe Einzahlung erregte jedoch Verdacht, trotzdem er schon lange Zeit vorher, um die Einzahlung zu erklären, in der Bank erzählt hatte, er mache demnädsst eine große Erbschaft. Es fand eine außergewöhnliche Revision statt, bei welcher das Fehlen der Effekten entdeckt wurde. Als die sofort benachrichtigte Kriminalpolizei einen Beamten in die in der Nie- buhrstraße gelegene Wohnung des Angeklagten schickte, die er mit seiner Wirtschafterin und Geliebten zusammen bewohnte, kam der Beamte gerade dazu, als Klopsch Selbstmord begehen wollte. Ei kam zu einer auftegenden Szene, da Klopsch versuchte, seine Ge liebte mit in das Nebenzimmer zu zerren, anscheinend um mit ihr gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Nach seiner Verhaftung legte Klopsch ein umfangreiches Geständnis ab, das er im gestrigen Termin wiederholte. Er ist der Sohn eines in Breslau verstorbenen Hauptmanns der Landwehr a. D. Er hatte bei dem A. Schaaff- .hausenschen Bankverein ein Fixum von 2100 M., wozu eine Tan- tieme von etwa 350 M. kam. Wöhrend er bis dahin möbliert wohnte, mietete er am 1. April eine Dreizimmerwohnung und kaufte sich eigene Möbel. Er bezeichnet sich als Opfer seiner Weit- lust. Aus reinem Interesse am Sport habe er die Rennbahnen in Ruhleben und Weißensee besucht und sei dort durch Leute, die ihm immer wieder erzählten, gute Verbindungen mit Jockeis zu haben, nach und nach zum Abschluß von Wetten verleitet worden. Er habe auch Glück gehabt und in verhältnismäßig kurzer Zeit 3000 M. verdient. Dann habe ihn das Unglück verfolgt, so daß er schließlich den Leuten erklärte, nicht mehr wetten zu wollen. Die Leute machten ihm aber große Versprechungen, zeigten ihm Briefe eines Jockeis, der große, sichere Wettverdienste«n Aussicht stellte und so ließ er sich verleiten, doch wieder zu wetten. Er habe, so erzählt er, den Gedanken nicht los werden können, daß er doch noch große Gewinne machen könnte und, da er selbst kein Geld mehr zur Ver- ügung hatte, habe er den ersten Eingriff in den Tresor ausgeführt. Die Entdeckung habe er dadurch verhindert, daß an den FälligkeitS- terminen der Zinsen die CouponS der von ihm entnommenen Effekten, die er selbst abzulösen hatte, vorhanden waren. Zu diesem Zwecke mußte er weitere Effekten sich aneignen. Um sich aus allen Schwierigkeiten herauszureißen, sei er mit einem Trainer in Ver- bindnng getreten, von dem er die Zusicherung einer prozentualen Beteiligung an Tips erhielt. Er schloß infolgedessen Wetten in Höbe von 2— 3000 M. ab. Der Trainer habe ihm wiederholt die Versicherung gegeben mit se-gem Pferd bestimmt zu gewinnen, er verlor aber bei dem Rennen in München. Er versuchte dann noch einmal sein Glück in Münck-cn, denn der Trainer habe ihm ver- 'icbert, nun bestimmt zu gewinnen. Da habe er wieder 4000 M. riskiert, die Sache sei aber wieder fehlgeschlagen, ebenso habe ihn das Pecb in Altona verfolgt, wo das Pferd im Anfang des Rennens disqualifiziert wurde. Als seine Verfeblungen entdeckt wurden, habe er das Gesck-äftSlokal verlassen und sich in feine Wohnung be- geben. Unterwegs habe er sich einen Revolver gekauft, da er Selbst- mord begehen wollte, habe einige Abschiedsworte an seine Eltern leschrieben und habe sich dann erschießen wollen. Er sei aber nicht »zu gekommen, denn gerade im kritischen Moment habe der Re- volver nicht funktioniert, die Polizei sei erschienen und habe ihn estgenommen. Der Angeklagte behauptet, daß ihm persönlich von >«r ganzen Summe nur elwa 1000 M. verblieben seien. Er be- ireitet die B hauptung, daß er ein luxiirioses Leben geführt, Auto. ährten gemacht oder in teuren Weinlokalen verkehrt habe. Zeuge Prokurist Neidhardt beziffert den wirklichen Schaden. den das Institut erlitten, anf 70000 M., da der Rest des unter- chlagcnen Geldes gezahlt ist. Der Angeklagte habe im großen und ganzen sich als fleißiger Arbeiter erwiesen, dem man solche verbrecherische Handlungen nicht zutraute. Einige interessante Bekundungen macht Kriminalkommissar Manteuffel als Sachverständiger. Er erklärt die Angaben des Angeklagten über die Art, wie er zu den Rennwetten verleitet worden, für glaubwürdig. Er weiß aus seiner Erfahrung, daß in einzelnen besseren Lokalen Schlepper verkehren, die leichtsinnige Personen mit Buchmachern in Verbindung bringen. Diese Schlepper bekommen don den Buchmachern 5 bis 6 Vroz. Provision der von ihnen vermittelten Abschlüsse mit den Buchmachern. Düse Leute versichern immer,„totsichere" Tips zu haben. Damit lodern sie die leichtsinnigen Personen. Kommt dann jemand'» Verlust, so sagt er siä, leicht: der Verlust kann nur dadurch eingebracht werden, daß man immer höher wettet. Ihm sind Fälle bekannt, wo auf diese Weise ganze Vermögen geopfert sind, weinende Frauen sind zu ihm gekommen, die ihn um Hilfe gegen diese Wettsucht ihrer Männer angefleht haben. Solche Hilfe könne aber nicht gewährt werden, denn man könne niemand hindern, sein schönes Geld auf die Straße zu werfen. Er habe oft Wettzettel mit den unsinnigsten Wetten in die Hände bekommen. Die Kriminalpolizei führe Liste» über 1500 Personen, die Buchmacher sind. Die Jockeis werden immer vollständig belagert von Leuten, die„gute Tips" habe« wollen. Die Namen von Leuten, die zu wetten geneigt sind, zu erfahren, ist nicht schwer, denn es gibt vollständige Adressenbureaus von Wettern, solche Adressen werden hier gehandelt. Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragt Staatsanwalt Dr. Falk gegen den Angellagten. der einen überaus großen Ver- trauensbruch begangen und in ganz leichtsinniger und ehrloser Weise fremde Gelder vergeudet habe. 7 Jahre 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Das Gericht nahm nicht Unterschlagung, sondern Diebstahl in drei Einzelhandlungen an. Der Angeklagte habe seiner Spiel- leidenscbaft gefrönt und einen groben Vertrauensbruch begangen, der Milderungsgründe nicht aufkommen lasse. Das Urteil lautete daher auf 4 Jahre Gefängnis und 4 Jahre Ehrverlust. Der Angeklagte beruhigt« sich bei diesem Urteil. Wocken-tspleipian cter KeHüiev Cbeatcr. KöniflI. Opernhaus. Sonntag! Margarete. Montag: Tannen. Dienstag: Nigolelto. Mittwoch: Die Zaubcrflöte. Donnerstag: Bohsme. Freitag: Lohcngrin.(Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Ein Maskenball. Sonntag: Der Barbier von Sevilla. Montag: Der Rosenkavalier.(An- Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der große König. Abends: Ein Waffengang. Montag: Der große König.(An- lang 3 Uhr.) Dienstag: Flachsmann als Erzieher. Mittwoch und Donnerstag: Ein Waffengang. Freitag: Der große König. Sonnabend: Wötz von Berlichwgen.(Aniang 7 Uhr.) Sonntag: Ein Waffcngang. Man- tag: Hainiet.(Ansang 7'/, Uhr.) Neues Opern-Dheater(Kroll). Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Schliersecr. Der Stammbalter. Abends: Der Glückslchmtcd. Montag: Lägerblut. Dienstag: Der Zerriffcne. Mittwoch: Der Glücksichmied. Donnerstag: Almenrausch und Edelweiß. Freitag: Der Zerrissene. Sonn- abend: Jägerblut. Sonntag: Der Preisochs. Montag: Der Glücksjchmied. (Ansang 8 Uhr.) � Leiiing-Dbeater. Sonntag: Narrentanz. Montag: Die Weber. Dienstag: Narrentanz. Mittwoch: Einsame Menschen. Donnerstag: Narrentanz. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend: Narrentanz. Sonn- tag und Montag: Hedda Gabler.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Don Carlos. Montag: Totentanz. Dienstag: Hamlet. Mittwoch: Totentanz. Donnerstag: Sommernachts- träum.(Ansang 8 Uhr). Freitag: Totentanz. Sonnabend: König fernrich I V. 1. Teil.(Ansang 7 Uhr), Sonnlag und Montag- König einrich IV. 1. Teil.(Ansang 7>s, Uhr.) Kauimersptele. Allabendlich: Mein Freund Teddy.(Ansang 3 Uhr.) Berliner Tveatrr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Alticnbudiker. Allabendlich: Große Rosinen.(Ansang 8 Uhr.) Nächsten Sonnlag- nachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Kleines Tbcater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Drei Einalter. Sonntagabend bis Freitag: Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. Lottchcns Geburtstag. Sonnabend: Magdalena.(Ansang 7st, Uhr.) Somitaa und Montag: Magdalena.(Ansang 8 Uhr.) Triauon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der selige Toupinel. Allabendlich: Liebesbarometer.(Ansang 8 Uhr.) ScktUer-Theater v. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zops und Schwert. Abends: Des PsarrerS Tochter von Streladorf. Montag: Wilhelm Tell. Dienstag: Des Pfarrers Tochter von Streladors. Mittwoch: Die Jiidin von Toledo. Donnerstag: Der Talisman. Freitag: Des Psarrcrs Tochter von Streladors. Sonnabend: Der Talisman. Sonntag: Flachsmann als Erzieher. Montag: Der Talisman.(Zlnsang 8 Uhr). Schiller- Theater(/, Uhr. Theater in der Koniggräner Straße. Sonntag, Montag, DienS- tag: Die fünf Franlsnrter. Mittwoch: Herode» und Marianine.»Ansang 7'/, Uhr.) Donnerstag: Die siws Franlsurter. Freitag: HerodeS und Mariamne.(Ansang 7'/, Uhr.) Sonnabend: Die süns Frankfurter. Sonntag: Herodes und Mariamne.(Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Die süns granksurler.(Ansang 8 Uhr) Thalta-Thearer. Allabendlich: Autollebchen.(Ansang 8 Uhr.) Luitspielvaus. SmintagnachmittagS 3 Uhr: So'n Ä>"dhund. Allabendlich: Mein alter Herr.(Ansang 8'/, Uhr.) Komödteuhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der rote Leutnant. Allabendlich: Die Zarin.(Aiilang 8 Uhr.) Teiitichcs Schauspielhaus. Sonntag« Gläubiger. 3PK dem Feuer spielen. Montag: Ostern. Dienstag bis Sonntag: Egmont. Montag: Ostern.(Ansang 8 Uhr.) girsivcnz-Thcater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Sonntag bis Freitag: Der Herr von Nr. IS. Sonnabend bis Montag: Gemütsmenschen.(Ansang 8 Uhr.) Theater am NoUrudorfplaß. Allabendlich: Orpheus tu der Unter- weit.(Ansang 8 Uhr.) Casino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: PapaS Seitenspruna. Allabendlich! Der Kroßfürst.(Ansang 8 Uhr) Ättontis Operetteu-Th.ater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Wiener Blut. Allabendlich: Goldner Leichtsinn.(Ansang 8 Uhr.) Kurfitrsteu-Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Alessandro Stradella Abends bis Donnerstag: Der Kuhreigen. Freitag: Der Kongreß von Sevilla. Sonnabend: Der Kuhreigen. Sonniag: Der Konareä von Sevilla. Montag: Der Kuhreigen.(Ansang 8 Uhr) Nase- Tveater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Wilhelm T-ll. Abends und Montag: Em Sommernachtslraum. Dienstag: Papaaeno Mittwoch: Ein Sommcmachtstraum. Donnerstag: Papageno. Freitag und Sonn- abend: Ein Sommernachistraum. Sonnlag und Montag: Bon Stufe zu Stufe.(Ansang 8 Uhr.� Luise»-Th.ater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der«alzerkönig. Avends: Di« gelbe Gefahr. Montag und DienStaa: Die M-incidgräfin. Mittwoch: Di- gelbe Gefahr Donnerstag: Di- Mcincidgräfin. Freitag: Ich lasse Dich nicht. Sonnabend: Die Meineidg'äfiii. Sonnlag: Die gelb- Gefahr. Montag: Die Meineidgrästn.(Ansang 8 Uhr.) Herrnfrld- Tbrater. Allabendlich- Die Alpenbrüder. Ein tolles Atelier.(Ansang 8 Uhr) �' Vieiropol- Thcaier. Allabendlich: Ehauffcur— in» Metropoll (Ansang 8 Uhr.) �.F�irs Caprtce. Allabendlich: Der keusche Joseph. Der Rehbock. Adiutralspalast. Eisballett: Avonne.(Anfang 10 Uhr.) NeictiodaUrn. Theacer. Allabendlich: Die Macht der Töne, filn« sang 8 Ubr. Sonntags 7>i. Übr.) Urania, Theater, täglich- Aufs Matterhorn.,(Ansang 3 Uhr.) Pa age, Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8Uhr: Spezialitäten. Blini.rgarte». Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Uhr: Spezioliiäteir Apollo, Theater. Abends täglich: Svezialttäten(Aniang 8 Uhr.) Königs, adi-Kasino. Täglich: epczialilälen.(Ansang 8 Uhr.) Zirkus Busch. Sonnlagnachmittag 31/, und allabendlich 7 ff, Uhr: Galavorstellmig. Zirkus Schümann. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und allabendlich , Uhr:— 7'/, Galavorstellung. Marttbertchl von Berlin am 4. Okiober ISIS, nach Eriniitelnna des föntgl Poltzeipräsidiilms M a r kt h a l l-» p r et s(Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—50,00. Svencbobnen. weihe. 36.00-ö0.00.� �ini en 35�00—60.00..Kartoffeln(Klemhdi.) 5.00— 3.00. Staunen 1,40—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,60—8,60 Hechte 1,60—2,80. Barsch- 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,80. 60 Stück Krebse 1,00—30.00. Ein Triumpf � deuischen Schuhindusirie Diese StiefeJ werden In rahmcngenähter. 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Bericht vom Parteitag in Chemnitz. 2. Diskussion. S. VereinSangelegenhetten. 2. WahTkreis in der Bock-Brauerei, am Tempelhofer Berg. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 3. Wahlkreis im Gewertschaftshaus» Engelufer Nr. lo. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Diskusston. 3. Kreisangelegenheiten. 4. Wahlkreis 1. Sörlitzer Aierttl bei Gratlmanu, Naunynstr. 27, 2. Koprnicktl Viertel in Südost, Waldemarstr. 75, 3. Fraukftrttr Viertel bei Soeker, Weberstr. 17, 4. Stralauer Viertel in den Eomemussale«, 5, Veterstmrger Viertel in der Föwellbrallerei, frankfurter Allee SS. 6. Falldsberger Viertel im Elystam, Ä." Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 3. Wahlkreis in den Mustker-Sälen, Kaiser-WilHelm-Str. 18m. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. VereinSangelegenhetten. k. Wahlkreis in den Germama-Prachtsälen, CHausseestr. 110. Tagesordnung: 1. Beratung des Antrages der 13. Abteilung. 2. Benchterstatlung vom Parteitag in Chemnitz. 3. Diskussion. Die Besetzung der Generalversammlung erfolgt durch Delegierte._ Neukölln bei Bartsch, Hermannstraße Nr. 48/49. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. 3. Verschiedenes._ aoe/i« Die Versammlungen werden pttnkt- lich eröffnet. Mitgliedsbuch respektive Delegiertenkarte legitimieren. Die Vorstände. sollten aud» einen unserer offen und geschlossen zu tragenden modernen\Jlst619 besitzen! Das wohlig« Behagen, das man schon beim Hinein. •chlfipfen In einen solchen Hantel empfindet, wird noch wesentlich gesteigert durch die angenehme Wirme, die er rerschafft, wie durch seine Wider» standsfihigHeit gegen Jedes Unwetter. Dabei sind unsere Ulster nicht einfach Hinte! mit hochKnöpfbarem Revers, sondern mit allen Finessen reich und elegant ausgestattete (OeldnngssticRe, auf deren Sitz ganz besonder« Sorgfalt verwendet wurde. 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Kleines Theater: HockensoS.— Der Arzt seiner Ehre.— LottchenS Ge- burtStag. Trianon-Thcater: Der selige Toupinel. Metropol-Theater: Tata Toto.' Blüthner- Saal: Sinsonie> Konzert. (3'/, Uhr.) Abend? 8 Uhr: NeueS Bolks-Theater: Lore.— Die Spieler.— Der Kammersänger. Abends 8>,, Uhr- NeueS Volls-Tdeater: Montag, Mitt« wach, Sonnabend: Doppclgänger» Komödie. Dienstag, ftreilag: Lite- ratur.— Liebelei Donnerstag: Lore.— Die Spieler.— Der Kammersänger._ Sehillep-ThealerO.ÄU: Heute nachmittag 8 Uhr: Zopf und Schwert. Abends 8 Udr: Oes Pfarrers Tochter von Streladorf. Montag, abends 8 Uhr: Wilhelm Teil. Dienstag, abends 8 Uhr: Oes Pfarrers Tochter von Streladorf. Sehiller-Theaier Heute nachmittag 3 Uhr: Dic JUdln von Toledo. Abends 8 Uhr: Der TnllMnian. Montag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: ITIaehsmuiin ula Erasleher. Dienstag, abends 8 Uhr: Der TallHinau. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Grotze Rosinen. MeiMn der Köoidgrälzer Straße Abends VI, Uhr: Die§ Frankfurter. Theater am Nollendorfplatz (Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Uhr: Gaslpiel des Miinchener Künstler< Theaters: Orpheus in der Unterwelt. Deutsches Schauspielhaus iKomische Oper). 6 Uhr: Mit dem Feuer spielen. _ Hieraus: Gläubiger._ Operetten-Theater •••••••••••••••••••••>••••«>»»»• OCB uH Querstraße au der !-♦ Müllerstraße 113 Wohnungen mit und ohne Bad. �äisiUlkA- mit Warmwasser-Beriorgung. elektr. Nachtbeleuchtung, vorn und Gartenhau», in neuen trockenen Häusern sofort billig zu vermieten. Zu erfragen Nr. 37 beim Verwalter TIcz'cr.• 1 bis Ä- Vreis 10 OOÜ monatlicher Miettaufwand M. 35.— Neuerscniossenes Waidgeiände □ Rufe von 15 Mark an ab Lehrter Sah hol In 30 Hin Direkt am Bahnhof Seegefeld. ab Cbarlottenburg(Bahnhof Jungfernhelde, in 20 Minuten �erUfieSommerh&iikcben ▼oo M. 300, oOO. 7(Mi aufwärts. Eigenheime bereits M. 6500 an. Auskunft auf dem Terrain; HajisiiNtrasse. Billigste und schönste Kolonie westlich Berlins. Hocliu ald«, ,,_ Drei» H v»OV Villen- u. 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Orts- Krankenkasse der Schneider. Schneidemnen n. veno. Gewerbe zu Kerlin. Kasieniokal: Sebaftianstr. 37,88. Die für da» Jahr 1912 gewählten Vertreter der Ortskrantenkasse der Schneider, Schneiderinnen und ver- wandier Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, den 15. Oktober ISIS, abend» 8'/, Uhr in kvilkeS Festsüle», Sebasttanftr. 89, stattfindenden �ußeFordentlicben General-Versammlung hiermtt eingeladen. TageSordnuugi 1. Vortrag über Duberkutose. geHallen von Herrn Dr. Elkan, Epezialarzt für Lungenleiden. 2. Beichlubsassung über das Weiter- bestehen unserer Kasse al» besonder« OrtS kränken kasse gemäß§ 239 der ReichSversicherung«ordnung. 3. Berichterstattung vom Köwer Orts- ttankenkassentag. 4. Verschiedenes. 279/7 Berlin, den 5. Oktober 1912. Gustav Nahtow. Vorsitzender. Paul Doritz, Schriistührer. *....... Zahlreiche angelegte Obstgärten, Wald- u. Garten-Grundstücke für Eigenhelme und Ferienhäuser— Aeusserst billige und günstige Kaufgelegenbeit: SF Heu-Sadowa Stat. 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Trotz aller Ausführungen auf der rechten Seite, daß wir in das Lager der Sozialdemokratie abgeschwenkt wären, bleibt eS nach wie vor richtig, daß wir eine bürgerliche Partei sind und bürgerliche Interessen vertreten. Aber wir lehnen es ab. Schlepp- träger einer freiheitsfeindlichen Politik der Sonderinteressen zu sein.(Stürmischer Beifall.) In den Fragen der aktuellen Tagespolitik können wir ein gutes Stück mit der Sozialdemokratie zusammengehen, trotz der großen Me nungsvcrschicdenhciten, die zwischen uns und dieser Partei bestehen. lLebhafte Zustimmung.) Ich warne davor, in Fragen der Taktik heute Beschlüsse zu fassen. In der Taktik darf man sich nicht festlegen. Di« Parieileitung wind stets auf dem Posten sein getreu der Parole:„Vorwärts und durch.'(Stürmi- scher Beifall.l Im Anschluß an diese« Referat brachte Professor B o u s s e t- Göttingen folgende Res-luti.., 6*„Der Parteitag spricht dem geschäftsführenden Ausschuß für seine erfolgreiche Wirksamkeit bei den Reichstagswahlen Dank und Anerkennung aus. Der Parteitag billigt die getroffenen taktischen Maßnahmen, die unter voller Wahrung der Selb- ständigkeit der Partei zur Beseitigung der reaktionären Mehrheit des Reichstages geführt haben.'„ a, Zur Begründung führt Vrofessor Bousset aus daß über das Stichwahlabkommen in den Kreisen der Fortschrlttlicheu VolkSpartei keinerlei Meinungsverschiedenheit besteht Wir wollen auch künftig vor einem Zusammengehen mit der Soz.aldemoiratre mck>t zurück- schrecken. Daß wollen wir hier betonen, damit k�r geickiaftssührende Ausschuß weiß, daß er bei solchen Maßnahmen die Parteimitglieder hinter sich hat.(Lebhafter Beifall.) Rechtsanwalt Thomas- Aachen: Wir sind uns alle darüber klar, daß wir. wenn wir den schwarzvlauen Block ohne das Stich. wahlabkommen hätten nied rringen können. eS getan Yanem(Hei. terkei, und Zustimmung., Aber es war eben nicht möglich, wenn wir uns nicht selbst hätten umbringen wollen, und da? konnte nie- mand von uns verlangen. Die Stichwahltaktik des g«lchaitsfuhr«n- den Ausschusses war richtig das beweist schon das Sanmpsen der Gegner. Justizrat H e i I be r g- Breslau: Ueber die Richtigkeit des Stichwahlabkommens besteht bei uns?c>i rlei Meinungsverschiedenheit. Ich hätte nur den Wunsch gehabt, daß diese Stichwahltaktik zwar nicht in die Oefsentlichkeit hinausgeschrien worden wäre, daß aber mindestens die Vertrauensmänner der Partei und die zuver- Ks LmSck" lässige Presse unterrichtet worden wären. Sonst kommt eS wieder vor, daß wir etwas ableugnen, was wahr ist.(Heiterkeit und Zu- stimmung.) Damit schloß die Debatte. Die Resolution des Professors Bousset-Göttingen wurde ein- stimmig angenommen. Die zur Taktik vorliegenden Anträge— nämlich ein Antrag des Provinzialvorstandes Sachsen, daß bei Stichwahlen nur die Or- ganisation des Wahlkreises die Entscheidung zu treffen habe, und zwei Resolutionen der Fortschrittlichen Poltsvartei Osnabrück, die ebenfalls eine vermehrte Einflußnahme der Wahlkreise auf Wahl- übereinkommen, namentlich solche, die die Bekämpfung liberaler Richtung untereinander ausschalten und für die Zukunft jedes Wahl- kompromiß mit Zentrum und Konservativen mit Ausnahme der- jenigen Wahlkreise, wo ein deutscher Kandidat einem Polen gegen» übersteht, ausgeschlossen haben wollen— sind damit erledigt. Der Parteitag wendet sich dann dem nächsten Punkt der Tagesordnung zu: Wirtschaftliche Fragen, Z-llfragen und Teuerung. Der Referent, ReichStagSabgeordneter G o t h e i n, legt hierzu folgende Resolution vor: Der Delegiertentag der Fortschrittlichen Volkspartei erblickt in der wachsenden gegenseitigen Zollabsperrung, wie sie durch den Zolltarif von 1902 gezeitigt worden ist. eine schwere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens, insbesondere eine Schädigung der Verfeinerungsindustrie. Diese in ihrer Ausfuhrfähigkeit zu stärken, ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Handels- Politik. Die gegenseitige Herabminderung der Zollschranken durch langfristige Handelsverträge ist im Interesse des deutschen Er- werbSlebens dringend geboten. Zur Frage der Fleischteuerung führte Abgeordneter Gothein aus: Die ungenügende Versorgung mit Fleisch und die unausgesetzte Preissteigerung aller Lebensmittel haben in weiten Schichten des deutschen Volkes eine gefährliche Unterernährung ge- zeitigt. Es handelt sich bei den Abhilfevorschlägen einmal um dauernde Maßnahmen und in zweiter Linie um Maßregeln zur Linderung des gegenwärtigen Ausnahmezustandes. Um oie Ver- sorgung mit vegetabilischen Nahrungsmitteln dauernd sicher zu stellen, ist unumgänglich notwendig die Durchführung einer großzügigen inneren Kolonisation, die die landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe, die eigentlichen Träger der Viehzucht, erheblich ver- mehrt. Voraussetzung dafür ist der Bruch mit den Systemen der Begünstigung des gct«idebauenden Großgrundbesitzes, wodurch den Klein- und Mittelbetrieben die Produktion verteuert wird. Hieraus ergeben sich folgende Forderungen: Ermäßigung der Getreidczölle und Beschränkung der Einfuhrscheine auf dieselbe Fruchtart; Auf- Hebung der Zölle auf Futtermittel, Erleichterung und Begünstigung der Einfuhr von Zucht- und Milchvieh; Verbot der Bildung neuer und Erweiterung bestehender, Erleichterung der Auflösung vor- handener Fideikommisse und Austeilung der Domänen zu Klein- grundbesitz- oder Rentengütern. Zur Linderung der gegenwärtigen Fleischnot ist zu verlangen die Beseitigung des§ 12 des Fleisch- beschaugesetzes, um die Einstlhr von gefrorenem und gekühltem über- seeischen Fleisch zu ermöglichen, eventl. unter Ucberwachung dieser Einfuhr in den Versandhäfen durch deutsche Tierärzte; Erweiterung der einzelnen StadWerwaltungen für den Bezug von ausländischem Vieh und Fleisch gewährten Erleichterungen und ihre Ausdehnnug auf gewerbliche Verbände: Zulassung ausländischen Schlachwiehs unter Wahrung des Seuchengesetzes. Da dies« Maßnahmen zum Teil nur durch Reichsgesetze getroffen werden können, mutz der De- legiertentag die ungesäumte Einberufung des Reichstags verlangen. (Lebhafter Beifall.) In der Debatte bezeichnete ReichStagSabgeordneter Dr. B l u n ck es als erfreulich, daß auch Abg. Gothein als Ziel die Ver- sorgung deS deutschen Volkes mit deutschem Fleisch hingestellt hat. ReichStagSabgeordneter Leube führt aus: An der Teuerung trifft die Landwirtschaft keine Schuld; sie haben alles getan, was möglich war, um die Viehzucht zu heben. Die Schuld an der Teue- rung trägt vielmehr die Gesetzgebung, die so lange unter agrarisch- klerikalem Einfluß stand. Wir sind mit einer dreifachen Mauer umgeben: Fleischbcschaugesetz, Einfuhrverbot, die höchsten Vieh- und Fleischzölle, die es in der Welt gibt. So lange an diesen Verhält- nissen nicht? geändert ist, sind auch die sogenannten Maßnahmen der Regierung nichts weiter als Sand in die Augen.(Lebhafte Zusthnmung.) Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde in diese Debatte daS Referat deS Reichstagsabgeordneten Mendorfs über: „Fortschrittliche Bolkspartei und Landwirtschaft" eingeschoben. Dr. Mendorfs bracht« hierzu folgende Resolution ein:„Der Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei, überzeugt von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung einer lebenskräftigen, aufblühenden Landwirtschaft für die Volksernährung und Volks- gesundhcit fordert: 1. Steigerung der wirtschaftlichen Produktion, vor allem durch Schaffung von zahlreichem Mitttel- und Kleinbesitz und von Arbeiteransiedelungen, besonders durch umfangreiche und schnelle Aufteilung des staatlichen Domänenbesitzes sowie durch Verbot der Begründung und Vermehrung neuer Fideikommisse. 2. Hand in Hand damit Hebung der Viehzucht durch zollfreie Ein- fuhr von Zuchtvieh und aller Futtermittel, genügenden Seuchen- schütz und Regelung des Ersatzes von Seuchcnschäden. 3. Beseiti- gung der Ursachen der Landflucht durch Gleichstellung der ländlichen mit den gewörklichen Arbeitern in rrcktlicher und sozialer Beziehung. 4. Hebung der Landeskultur durch Eni- und Bewässerung von Kul- turen und Besiedelung von Mooren und Oedland, Ausbau von Wegen und Bahnnetzen, niedrigere Tarife für Massengüter, erleichterten Bezug und Verbilligung von Kali und anderen natürlichen Hilfs- stoikcn, sowie schnelle und zuverlässige Preis- und Produttions- statistik. 5. Verbilligung der landwirtschaftlichen Produktion und Hebung der Kaufkraft der Konsumenten durch Ermäßigung der Schuhzölle aus industrielle Erzeugnisse und Getreide und damit Verbinderung einer weiteren ungesunde st Preissteigerung für Grund und Boden und der dadurch verursacbten wachsenden Verschuldung." Zur Begründung dieser Resolution wies Dr. Wendorff den der Fortfckrittlickien Volksvartei so häufig gemachten Vorwurf, daß sie eine landwirtschastsfeindliche Partei sei, mit Nackdruck zurück. Der Ausfall der letzten ReichstagSwablen hat bewiesen, daß wir auf dem richttgen Wege sind. Die größte Zahl unserer gewählten Ab- »"ordneten stammt crus ländlichen Wahlkreisen.(Beifall.) Bei den Maßnahmen gegen die bestehende Fleischteucrung wollen wir das Ziel niemals aus den Augen verlieren, daß die deutsche Landwirt- sebait besähigt werden muß, den gesamten Fleisckbedarf des deut- tchen Volkes selbst zu decken. Heute sind wir leider von diesem Ziel noch weit entfernt. Äber wir brauchen nur dafür zu sorgen, daß der klein« und mittlere Besitz in Deutslbland gewaltig vermehrt wird, und die Viehzucht wird gehoben werden. Wir wissen au? der Statistik, daß gerade beim kleinen und nrttleren Besitz der Schwerpunkt der Vi herzeugung im deutschen Baterland liegt.(Sehr richtig!) Dann aber verlangen wir eine energische und kraftvolle innere Kolonisation als dauerndes Mittel zur Beseitigung der Fleischteuerung. Wir verlangen als dauerndes Mittel gegen die Fleischteuerurig die Aushebung der Fnttcrmittel'ölle und die Ein- fübrung von Zuchtvieh, selbstverständlich unter Wahrung eines ge- nügenden SeuchenschntzgesetzeS. Dann aber darf nicht vergeben werden, daß wir auch soziale Gesitbtsvunkte berücksichtigen müssen. Ein großer Teil der preußischen Landarbeiter steht noch unter ewem Ausnahmegesetz. Tie Landarbeiter in Preußen sind Staatsbürger zweiter Klasse.(Lebhafte Zustimmung. Zuruf: In Baverm auchl) In Deutichland gibt es allein 44 verschttdene Gesindeordnungen, d e zum Teil schon der Staub dcr Jghrbunlderte deckt.(Schr richtig!) Diese Gesindeordnungen müssen einer Revision unterzogen werden und muß durch die Reichsgesetzgebung eine Einheitlichkeit auf moderner Grundlage herbeigeführt werden.(Lebhafte Zustimmung.) An die Ausführungen dcr ReichStagSabgeordneten Gothein und Wendorff schloß sich eine lebhaft Debatte. Sonntag. 6. Oktober tS12. Iiigericlbewegimg. Der Chef der Jugendwehr. Der Jugendwehr in Langensckiwalbach ist große? Heil widerfahren.' Sie hat einen„neuen Chef" erhalten, der sich durch eine besondere Energie und Schneidigkeit auszeichnet. Um ihren neuen Cbef zu empfangen und ihm ihre Kriegstüchtigkeit zu be» weisen, versammelten sich die„jugendlichen Helden". 80 an der Zahl, zu einem Kriegsspiele. Pünktlich um 3 Uhr kam der sehnlichst er- wartete neue Chef,— der sünsjährige Prinz Christian von Schaum- burg-Lipve, hoch zu— Pony stolz dahergeritten. Mit„militäri- schem Ernst grüßend", ritt er die Front der Jugendwehr ab. „Dann"— so berichtet die„Wiesbadener Tageszeitung"—„führte der neue Chef seiner Mutter und Schwester, die vom Fenster des Metropole-Hotels dem militärischen Schauspiel zu« schauen, sein Elitekorps vor. Schneidig geht der Parademarsch und gar vortrefflich das Exerzieren. DaS folgende Krieg« spiel wirkt überraschend wahr und— wo es am toll st en hergeht, ist der kleine Chef mitten darin. Nach Friedensschluß sainmelt sich alleS zur Kritik, die natürlich der militärische Leiter ausübt, und dann geht es zum„Manöverdiner"— Schokolade und Kuchen— ins Metropole-Hotel, wo die friedlichere Fortsetzung des Tages mit „Ordensverleihung", Absingen patriotischer Lieder, Spiel usw. folgt. Daß die„kleinen" hohen Herrschaften bis zuletzt der zweistündigen Feier beiwohnten, trug nicht wenig zur Erhöhung der Festfreude b e i." Lieb' Vaterland magst ruhig sein l Bus Indiirtnc und Kandel. Der Staat als Preistreiber. Die„Rheinisch-Westsälische Zeitung" meldet, daß die preußische Regierung als Mitglied des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats sich sehr für eine weitere Erhöhung der Kohlenpreise interessiere. Auch die reinen Zechen verlangten ein Hmauffetzeii der Preise für Kohlen und Koks. Die Regierung muß die Unterstellung, sie fordere Preisaufschläge, ganz entschieden und bedingungslos dementieren. Kann sie das nicht, dann ist ihr Verhalten gar nicht scharf genug zu verurteilen, dann trifft sie die Schuld für die tolle Plünderung der Konsumenten. Schon bei den jetzigen Preisen erzielen die Gruben riesenhaft ge- steigerte Ueberschüsse. Die erhöhten Kohlenpreise treiben auch die Eisenpreise in die Höbe. Mit Berufung auf die verteuerten Brennstoffe hat das Roh- eiseniyndikat erst dieser Tage noch die Preise um 3 biSSMark pro Tonne erhöht, mit dem Vorbehalt, daß bei einer weiteren Ver- teuerung der Kohlen die Preise für Roheisen erneut hinaufgesetzt würden, und zwar um 1,25 M. für jede Mark, um welche die Kohlen- und Kokspreise anziehen.— Die„Rhein.-Wests. Zeitung" nennt übrigens die letzten Aufschläge auf die Eisenpreise mäßig. Nun sind aber die Preise seit Ende 1910 bereits stark erhöht worden: für Spiegelcisen um 1 7 M.— 27 Proz., für Haimatit um 12,5 M. = 18 Proz., für die übrigen Sorten um zirka 10 M.= zirka 15 Prozent. Seit der Mitte des Jahres 1909 waren die Preise aber auch. schon erheblich gesteigert worden, so z. B. für Haimatiteiscn. um 14 M., für Gießereieisen um 10 M. usw. Bricht die nächste Krise herein, dann haben wir wieder den Zustand, wie er besonders scharf bei der Krise im Jahre 1901 hervortrat. Tas Syndikat hatte die Abnehmer gezwungen, zu den letzten höchsten Preisen große Mengen abzuschließen. Dann flaute die Nachfrage am Eisenmarkt ab, die verarbeitenden Werke saßen fest mit ihren hohen Eindeckungen. Es kam zu zahlreichen Prozessen, ZwangSverläufen und Zu» sammenbrüchen. Aehnliche Verbältnisie bereiten sich nun vor. Den Verbrauchern werden hohe Kohlen- und Eisenpreise aufge» zwungen. Kommt eS zum Krach, dann wird man, und zwar be- rechngterweise, der Regierung den Vorwurf machen, daß sie daS Unheil gefördert hat, sie also in erster Linie dafür verantwortlich sei. Der Staat als Handlanger der Rohinaterialienverbäude schädigt in der gröbsten Weise das Allgemeinintereffe. Mannesmann zur Syndikatsfrage. In ihrem letzten Geschäftsbericht äußern sich die Manncsmann» Röhrenwcrke sehr kritisch über die Preistreiberei der Syn- dikate. Der Ausdehnung deS Verbrauchs an Röhre» seien die billigen Preise sehr zu statten gekommen. Die beim Bestehen eines Syndikats leichter eiilsteheiiden Preisübertreibungeil würde» dem Zu- stände guter Aufnahmefähigkeit des Marlies ein Ende bereiten. Diese Sätze klingen auch vom Kolisumeittenstandpunkt sehr annehm- bar; nur entsprechen sie nicht dem talsächlichen Verhalten der Mannesmanu-Werke. Einmal haben die Werke in der syndikals» losen Zeit die Erzeugung und den Absatz um mehr 60 Proz. steigern können. Solche Zeiten sind von kapiralkräftigen Unternehmen immer sihr beliebt, um die Werke rapid auszudehnen und dann die kleineren Werke zum Aiisichluß zu zwingen oder bei der Verieiung der Quoten zuiückzudräugen In, übrigen haben die Maunesmann- Werke durch die losere Form von Verkaufs» gemeini'chaften den Zweck eines Syndikats im wesent« lichen bereit« erzielt. Der Geschäftsbericht erwähnt selbst die Gründung einer Verkaufsgemeiiiichatt mit den Werken Balcke, Tellering u. Co., Wittener Stahlröhreuwerke, Siegener Stahlröhren» werke, Waffergasschweißwerl Kuutze, Gewerkschaft Grillo, Franke u. Co. Aus 80 Jahre haben diese Werke den Verkauf ihrer Röhrenerzeugung auf Mannes», ann übertragen auf der Grundlage einer„gerechten" Beteiligung, eines ausgedehnten Erzeugungsschutzes lind gleicher Erlöse für gleiche Fabrikate. Das Uebereinkommen sichert allen be« reiligten Werken eine Ermäßigung ihrer BettiebSspesen, und nach Durchführung der vorgesehenen vereinfachten Erzengungspläne, die auf weitgehender Arbeitsteilung beruhen werden, erhebliche Selbst» kostetivermtuderungen. Im Anschluß an die Bildung dieser Verkaufs» gemeinschaft fand eine kurzfristige Verständigung unter den hauvlsächl'chsten Röhreiierzeuger» stall, die zu einer Preis» aufbesserung für das Gebiet der Handelsröheen führte. Die vereinbarten Erhöhungen setzien sich bei der guten Beschäftigung sämtlicher Werte und dcr anhaltend stallen Nachfrage ohne Schwierig- keit durch. Also: Absatzverteilung, gemeinsamer Verkauf. Preiserböbunaen alles ohne SyndikatSbildung. Da kann man schon auf die Form des Syndikats verzichte» und auch die wenigen Außenseiter un« beachtet lassen, werni der eigene Konzern bereits den Markt beherrscht, Wie ein Gerichtsrat die Wohnungsfrage lUske. Es klingt wie ein lustiges Histörchen und könnte zum Lachen reizen, wenn die Sache nicht einen recht ernsten Hintergrund hätte. Die Amtswohnung des Kastellans am Amisgcricht Reckling- hausen war in schlechter Verfassung. Sie lag im Kellervaum und f oax trotz Reinigung, Lüftung und Heizung muffig. Kein Wunder, daß die Kastellane wechselten. Auch der jetzige Inhaber konnte der SSohnuna keinen Geschmack abgewinnen und meldete dies dem Herrn Gerichtsrat Focke. Dieser nahm sodann, begleitet von einem Sekretarius, eine eingehende llntersuchung der Wohnung vor und fand, daß der Uebelstand nur dadurch zu heben sei, daß die Betten auf die Tische gestellt werden müßten, derweilen es nach dem be kannten Naturgesetz feststehe, daß die Wärme nach oben ziehe. Ob der Kastellan sich damit zufrieden gegeben hat und das Experiment' zur Durchführung zu bringen gedenkt, ist nicht bekannt. Noch ein facher als der salomonische Rat des Richters wäre eine Anweisung an den Kastellan gewesen, in einer Hängematte zu schlafen, die doch dicht unter der Decke hätte angebracht werden können. Der Vorfall beweist uns wieder, aus welch schwierigen und der wickelten Lagen preußische Beamte sich herauszuziehen vermögen. Heil dem Land, das so tüchtige Beamte hatl Zum kommunalen Wohnungsbau. In Königsberg i. Pr. sind am t. Oktober, dem diesjährigen Herbstumzuge, wieder eine Anzahl Familien o-bdachlo» aus der Straße geblieben, weil sie keine Wohnung b* kommen konnten. Das Wohnungselend. das im vergangenen Jahre besonders kraß in die Erscheinung trat, ist dasselbe geblieben. Man hat die obdachlosen Fumilien in die alten Festungslürme sowie in eiligst erbaute Baracken bringen müssen, damit sie wenigstens von der Straße fortkamen. Die Wohnungsnot hat den Zuzug von Arbeitern derart gehemmt, daß die Behörden nicht einmal die Bauarbeiten fertig stellen konnten, die nötig waren. Und eine Linderung der Wohnungsnot durch ein Eingreifen des Pripalkapitals ist nicht zu erwarten. Dieses baut nicht kleine Wohnungen. ES heißt, es bekomme nur' schwer Baugeld dazu. Die Bauunternehmer bekämen kaum die ersten Hypotheken, die zweiten gar nicht. Man hatte ge- hofft, die Baugeiioiieilsckiasle» würden hier helfend eingreifen, sie find im weitgehendsten Maße von der Gemeinde unlerstiitzt worden und haben auch eine Anzähl Kleinwohnungen hergestellt, doch auch sie stellen diese Tätigkeit mehr und mehr ein. Eine Genoffenschaft hat beicktlossen. ein größeres Projekt über de» Bau von Klein wohmmgen fallen zu lassen. Da befinden sich- die Behörden nun in arger Bedrängnis: die schwer« Not des arbeitenden Volkes kümmert sie weniger. aber die Sorg« um die nötigen Arbeits» k r ä s t e lastet stark auk ihnen. Deshalb hat die Stadtverwallung Maßnahmen getroffen, die noch vor wenigen Jahren in liberalen Kreisen arg verpönt waren. Wenn die sozialdemokratischen Vertreter früher den kommunalen Bau von Wohnungen forderten, wurden sie ausgelacht, verhöhnt: mau erklärte, daß das nicht Sache der Genieinde, sondern der privaten Boutäligseit sei, der man nicht Konkurrenz machen dürfe. An diesen manchesterlicken Theorien wurde unerschütterlich festgehalten, ob» wohl die Zustände vorauszusehen waren, die im vorigen und in diesem Jahre eingetreten find. Doch die wirtschaftlichen Ver» hält nisse sind stärker als alle.Grundsätze" liberaler Bolksbeglücker. Der Königsberger Magistrat hat notgedrungen zum Bau von Kleinwohnungen eine wesentlich veränderte Stellung einnehmen niüssen. Zwar ist der Eigenbau von Wohnungen nicht offiziell proklamiert, doch soll er jetzt betrieben werden unter der Firma einer.Stiftung für gemeimiiitzigen Woh» nungsdaii", deren Vorstand auS drei Stadträten besteht. Diese Stiftung hat sich zur Aufgabe gestellt. Klein» Wohnungen zu bauen. Es sollen zuerst 160 Kleinwohnungen errichtet werden, und zwar hat sich der M a g i st r a t ver» pflichtet, das erforderliche Baugeld zu einem Zinsfuß von<'/« Proz. jährlich zur Verfügung zu stellen und die B e> leih li ng der bebauten Grundstücke, ivelche eventuell durch die städtische Sparkasse erfolgen toll, durch Uebernahme der Bürgschaft bis zur Höhe von OOProz. des Grundstücks werte« zu ermöglichen. Man sieh» also. eS soll mit städtischen Mitteln gebaut werden. Soweit haben die Verhältnisse die Königsberger Manchesterleut« bereits getriebe». Es stellt sich heraus, daß die Politik der Sozial- iemokratie doch die einzige richtige ist. Hätte man früher diesen Weg beschritten, so wäre vielen Familien die Obdachlosigkeit erspart geblieben. Natürlich sollen die Wohnungen, die mit städtischen Mckteln errichtet werden, auch billiger lein, worüber die Haus- ngrorier nicht erfreut sind. Doch die Stadt braucht Kleinwohnungen, will sie sich selbst nicht in der schwersten Werse schädigen, denn sie erleidet erhebliche Verluste, wenn sie die nötigen Bauten infolge des Fehlens der Arbeitslräste nicht fertigstellen kann. Und daher kann auf dos Ponemonnaie der liebe» Hollsbesitzer nicht die zarte Rücksicht genommen werden, der sie sich bisher erfreliten. Krematorium in Frankfurt a. M. Die Genehmigung zum Betrieb des Krematorium? in Frank- furt a. M. ist jetzt von der Regierung erteilt!. Der Betrieb wird sofort aufgenommen werden. heit Liberale, für Ablehnung der Petition. Dagegen stimmten nm der konservativ-zünftleriiche Korreferent und die Sozialdemokraten. Die Stadt Halle behält also ihren Schlamm und ihr« Bordelle. Und das nennt fich Liberalismus und fortschrittliches Stadtregiment I' Hus der frauenbewegung. Die Bordelle von Halle a. S. Soeben erst hat die bürgerliche FrauenstinimrechlSbewegung eine klatschende Ohrfeige von ihrem geliebten Freisinn erhalten, und gleichdaraui muß eine andere Gruppe innerhalb der Frauenrechtelei «nie nicht minder schmerzlich« Erfahrung mit demselben Liberalismus machen. Seit langen Jahre» kämpft ein großer Teil der bürger- lichen Frauenbewegung für d>« Aufhebung der Reglementierung der Prostitntion, d. h. gegen ihre Stellung unter Polizeianssicht sowie gegen jede Kasernierung und Bordellierung der unglück- lichen Geschöpfe, die aus dein Verlauf ihres Körpers ein Gewerbe machen. Es wird mit Recht geltend gemacht, daß alle diese einseitig gegen das prostituierte Weib gerichteten Maßnahmen gesetzlich unhaltbar, vom hygienischen Standpunkt auS wirkungslos oder gar schädlich und überdies tief unsittlich, sind, weil sie die Prostituierte außerhalb von Gesetz und Sitte stellen und einem Heer der ekelhaslesten Schmarotzer in Gestalt von Zuhältern, Mädchen« Händler» und Pordellwirten zur Ausbeulung preisgeben. Das Stadiverordnelenlollegium zu Halle a. S. hatte sich dieser Tage mil einer Petition zu befaffe». in der Aus» heb li ii g der Holleschen Bordelle gefordert wurde. I» zwei Gaffen der Stadt Halle, die de» bezeichnenden Namen Großer und Kleiner Schlamm führen, sind 30— SV Prostituiert« in Bordellen niilergebrachl, Ivo sie in einem eigen« dazu hergerichtet«» Zimmer zweimal iu der Woche aus Geschlechtskrankheiten untersucht werden. Ausschreitungen aller Art sind in diesen Bordellstraßen sehr häufig und die studentische Jugend von Halle pflegt hervor» ragend daran beteiligt zu sein. Die Petition, die Abschaffung der soviel AergerniS erregenden Einrichtung verlangte, wurde>n ge» schlossener Sitzung verhandelt. Der Referent Dr. med. MekuS trat für �Ablehnung der Petition ein, da die Bordellierung immer noch die beste Art der Prostiruiertenbehandlung fei. Der Korreferent Kühme trat dem in schwächlicher Weise entgegen. indem er die Kasernierung für besser erllärte. Genosse Osterburg war der einzige Redner, der tiefer auf die Materie einging, die wirtschaftlichen Ursachen der Prostitution bloßlegte, die Ausbeutung der Dirnen durch die Bordell- Wirte schilderte und da« völlig Unzuläiialich, der ärztlichen Unter« suchiing dewieS. An dem Beispiel von Kopenhagen zeigte er, wi« man auch unter den Heuligen Verhältnissen mit Erfolg an die Be- lämpsung der Geschlechtskrankheiten gehen könne. In der dänischen Hauptstadt sind die Bordelle aufgehoben worden und jeder Geschlechtskranke ist verpflichtet, sich ans staatliche Kosten kurieren zu lassen. Darauf sang ein bürgerlicher Redner ein Loblied auf die Bordelle und zum Schluß trat der fort- schrittliche Oberbürgermeister von Halle in höchsteigener Person auf den Plan, um für Beibehaltung der gegenwärtigen skandalösen Zu« stände aus dem Schlamm einzutreten. Als eS zur Abstimmung kam. stim»tten sämtliche bürgerlichen Stadtverordnete, in ihrer großen Rehr» Gerichts-Leitung. Ein Lehrer und Kantor wegen SittlichkeitsverbrechenS verurteilt. Fast unglaubliche Sittenbilder aus einer Gemeindeschule wurden in einer Verhandlung aufgerollt, welche gestern die 3. Strafkammer des Landgerichts III beschäftigten. Angeklagt wegen Sittlichkeit? Verbrechens war der Lehrer Otto Schmarse aus Nauen. Der An geklagte war seit dem Jahre tLlv i» Nauen als Lehrer und Kantor angestellt gewesen. Da er nebenbei Leiter von drei Gesangvereiwen war, mußt« er sich viel in den Gastwirtschaften aufhalten, wober er gewöhnlich etwas stark über den Durst trank. Wie die Beweidauf nähme ergab, kam es häufig vor, daß Schmarse des Morgens direkt aus der Schenke in die Schule kam. Wiederholt kam er ohne Hut und Kragen in die Schule, wo er oft ruhig einschlief, währemd die Kinder allerlei Allotria trieben. In dem angetrunkenen Zustande machte er sich auch wiederholt eines schweren Verbrechens an den ihm unterstellten Schulmädchen schuldig. In gleicher Weise verging er sich an Mädchen, denen er in seiner Wohnung Klavierunterricht erteilte. Erst durch einen Zufall kamen diese unerhörten Zustände zur Kenntnis der Behörde. Er wurde verhaftet, dann aber gegen Stellung einer Kaution von 2000 M. wieder auf freien Fuß gefetzt Da der Verdacht bestand, daß Sch. jene Verbrechen in einer ldurch den Alkoholgenuß herbeigeführten Bewußtseinsstörung verübt habe, stellte sein Verteidiger den Antrag, den Angeklagten dar der Ver- Handlung auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung� ergab, daß der Angeklagte ein nervöser Mensch ist, bei welchem die bei normalen Menschen vorhandenen Hemmung? erscheinungen durch übermäßigen Alkoholgenuß stark beeinträchtigt worden seien.— Der Staatsanwalt beantragte Uh Jahre Zncht- haus. Das Gericht erkannte auf J Jahr 6 Monate Gefängnis. Das Gericht auf der Straße. Der seltsame Fall, daß ein Gericht die Sitzung unterbricht, um sich persönlich an den Tatort zu begeben, trug sich gestern in einer Verhandlung vor der lO. Strastammer des Landgerichts I zu. Es handelte sich um einen schweren Straßenunfall, welcher eine An klage wegen fahrlässiger Tötung nach sich gezogen hatte, die sich gegen den Chauffeur Wilhelm Pump richtete. Der Angeklagte war am 8. März d. I.. nachdem er sich gerade drei Ta« in dem Besitze des Fahrscheines befand, in übermäßig schnellem Tempo die Burg- straße entlang gefahren. Als er an die Friedrichsbrücke kam. ver. lor er die Herrschaft über lein Fahrzeug. Der Kraftwagen sauste auf den Bürgersteig hinauf und quetschte hier den zufällig des Wege« kommenden Bauarbeiter Hermann Schmidt derartig gegen das Brückengeländer, daß der Unglückliche wenige Stunden später im Bethanienkrankenhause verstarb. In der gestrigen Verhandlung ergab sich die Notwendigkeit, sich über die örtlichon Verhältnisse an der Unfallstelle selbst zu informieren. Der Vorsitzende. Landgerichts. direktor Günther, die Mitglieder des Gerichts, der Staatsanwalt, Rechtsanwalt Dr. Jul. Meyer, als Verteidiger des Angeklagten, und dieser selbst begaben sich in Automobildroschkcn nach der FciedrickhS- brücke. Hier war inzwischen ein telephonisch bestelltes Schutzmanns- kommando eingetroffen, welches Teile der Brücke qbsperrde, da bei dem gerade dort herrschenden, überaus starken Verkehr die Tätigkeit der Gerichtspersonen doch eine zu gefährliche gewesen wäre.— Dieser ungewöhnlich« Vorgang hatte«ine große Ansammlung Neu- gieriger zur Folge, die sich erst langsam wieder zerstreuten. Nach. dem vi« gewünschten Feststellungen getroffen waren, begab sich das Gericht und sämtliche Beteiligte wieder in den Gerichtssaal zurück. In der Sache selbst wurde der Angeklagte zu t Monat Gefängnis verurteilt. Der StaosSanwalt hatte S Monate Gefängnis beantragt. Dnellfezorei! Bor der Bochumet Strafkammer standen der Zahnarzt Dr. Mayer wegen Aufforderung zum Zweikampf und der Recht«- anmalt Hilgemann wegen Kartelltragcn». Der erste Angeklagte hatte den Stadtrat Fißmer in Bochum, der dienstlich gegen ihn in einer Untersuchungssache, wobei Unregelmäßigkeiten in der Be- diennng der Ortskrankenkasicnmitglieder entdeckt wurden, einzu« 'chreiten. Hierbei soll sich der Stadtrat verletzende Aeußerungen haben zuschulden kommen lassen, weshalb der Angeklagte zur Duell- forderung schritt. Da» Gericht verurteilte den Rechtsanwalt Hilge- mann zu einem Tage Festungshaft, die Sache gegen den Zahnarzt wurde vertagt.____ Dos VoatSunglück an der Pfaueninsel. Am 22. Juni abend» wurde da? Motorboot..Hans", da? von der Wilmersdorfer Esperantogruppe zu einem Ausflug nach Potsdam aemietei war,.zirka 100 Meter stromaufwärts von der Oftfpitze der Pfaueninsel im Fahrwasser der Dampfer vom Sterndampfer „Wannsee" gerammt, so daß e» sank. Beim Untergang des..Hans, der glatt entzivet geschnitten wurde, ertranken der Lehrer Wilhelm Lepenius, der Sekretär der Ssperantogruppe aus Halensee, und die Frau Apotheker und Pensionaisinhaberin Witwe Marie Kümmel au» Wilmersdorf. Die Schuld an dem Unglück maß die Staatsanwaltschaft dem Führer des Motorboot»„Hans", Wegner bei. Er stand gestern vor der Potsdamer Strafkammer als Angeklagter unter der Anklage fahrlässiger Tötung. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Brfefltarteti der Redahtfow. SU(Bttttttdic«»»astuode linket einkenftrafteSS, Min vier Tee»»,» — yntz rft nyl—, Modieniifllidi o»« 4<4 MI 7'� UM abend»,«»nnadend». a»n IMi MI a Ute abend» Natt. Jeder IM den«etllkaften deNtmnuen tlnirag, ttt ein(tuibltaM un» eine ü»tzt all Merluicken MliafUien.«eteltichr Nut»«« ntted nicht«rietU. Antra, en, denen leine Abonnenle»t»antttnng deigeing, ist. »erden nicht MantMielet.(tlllge graten trat««an in Mt EMechsinnde dar. P.) , Leeskow Weser, Münden , Minden »Hein, MarirmUanSau , Kaub . Köln Neckar, Hellbrom» Mala, Hanau Mosel, Trier ') ff- bedeutet Wuchs.— Fall.—•) vnterpegel. ree€ee«»«»»ssSssA Unserem BezirkSsührer � Faul Bossin$ nebst Braut die herzlichsten Glückwünsche zur Vermählung. Di« Genossen des Bezirks 114,<•> g» IV. Kreil. ß %99&99999e€€€Gee*r #6€6€«w Unserem alten Genossen W Lrast Mees KSf «j die herzlichsten Glückwünsche zur Stlberhochzett I vis üeaovson u. Genossinnen o des 141. Bezirks, S.Kreis Unserem Genossen Ensll Schadow nebst Gattin die herzlichsten Glück« wünsche zur Silberliochzeit. DU Genossend. 443. Bez.. S.Kreis. s m-WVr Unserem alten Parteigenossen dem Bezirkssührer Gustav Tiedt nebst Frau zur Silberhochzeit die beste« Glückwünsche. 70» Dia Genossen des Bez. 125a Hesenheide. ..ZSSSSH«.... Ich kaufe „▼•rw&rtii", ältere Jahrgänge, sowie ganz alte Bücher.* Buchhandlung Streiaand, Berlin, Bugsburger Str. 38. 2000 Mille Zigarren 18, 20, 80 6U 200 SB., schneeweißer Brand, nur reelle Sachen. — Probezrhotel.— Neue Friedriehstr. 7, Alte Kaserne. 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Nach dem Kochen läßt man die Wäsche einige Zeit(am besten über Nacht) in der Lauge stehen; sie ist dann rein und blendend weiß. Zum Schluß wird die Wäsche in klarem, möglichst in warmem Wasser sorgfällig ausgespült Der Erfolg ist überraschend! Alle Schmutz-, Staub-, Schweiß-, Fett-, Kakao-, Tee-, Blut-, Tinten-, Ja sogar alle Obstflecken sind spurlos verschwunden.— Rasenbleiche ist nicht nötig, da PcrsiT der Wäsche nicht nur die blendende Weiße, sondern auch den frischen duftigen Geruch der Rasenbleiche verleiht. Dies ist besonders vorteilhaft für die Reinigung der meist scharf riechenden Kinderwäsche. Aber noch einen weiteren Vorzug besitzt Pcrsilt Wie durch wissenschaftliche bakteriologische Versuche festgestellt ist, wirkt Persil stark desinfizierend und zwar schon bei der niedrigen Temperatur von 30—40 Grad. d. h. beim Waschen in handwarmer Lauge.— Dies ist besonders wesentlich für das Waschen von Bunt- und Wollwäsche, die bekanntlich nicht gekocht werden darf und deshalb in Erkrankungsfällen gern zur Trägerin von Krankheitskeimen wird. Während sonst olt recht umständliche Desinfektionsvorbereitungen getroffen werden mußten, genügt jetzt einfaches Auswaschen in handwarmer Persil- Lauge, um etwaige Krankheitserreger zu beseitigen; die Desinfektion ist vollständig.— Fürwahr ein einfaches und müheloses Waschverfahren, dessen ungefährliche und garantier! unschädliche Anwendung Persil den Vorzug sichert gegenüber der bisherigen umständlichen, kostspieligen und zeitraubenden veralteten Waschmethode. Erhältlich nur in Originalpakelen. niemals lose. HENKEL 4 CO., DÜSSELDORF. Alleinige Fabrikanten auch der allbeliebteu Henkels Bleith-Soda Verkaufsstellen durch Plakate erkenntlich« Fabrik-Nlederlase für Berlin and Vororte: Jota. Scbmalor, Berlin Ä. 4, TleckatraSe 11. fc/iöRenr; Wlizl Nirlrpp, SDtufofin, Jjför bes Jnletaienteii oeranuv. i Th. Gtockr, Äertm. Drud u. vertag � IterwärtD Buchbrudeiti u. iß, ctagsanftatl Paul Singer u. io., i�etids SW, 8r. 234. 29. ZahrglMß. ißnlm des Jormörto" Kerlim Uoldsbllltt. Nlitwoch. den 9. Oktober: Zablabend in Groß-Beriin. Partei- Hncfelegenbeiten* Dritter Wahlkreis. Heute Sonntag, den S. Oktober, veranstaltet der Wahlverein in der„Neuen Welt', Hasenheide, einen heiteren künstlerischen Abend. Um jedem Genossen es möglich zu machen, mit seinen Angehörige» an dieser Veranstaltung teilzunehmen, ist der Preis der Billetts auf 80 Pf. festgesetzt. BillettS find an der Kasie zu haben. Schönrberg. Die Wahlvereinsversammlung findet am Dienstag, den 8. Okiober, 8Vs Uhr, in den Neuen RathauSsälen, Meininger Straße 8 statt. Tagesordnung: Bericht vom ChemnitzerParteitag. Referent Genoste M o h S. Diskussion. Anträge. Verschiedenes. Die Genossen und Genossinnen des ersten Bezirks treffen sich zur wichtigen Handzettelverteilung im Zahlabendlokal. Der Vorstand. Treptow. Baumschulenweg. Heute Sonntag früh 8 Uhr von allen Bezirkslokalm aus: Flugblattverbreitung. Am Mittwoch finden gemeinsame Zahlabende statt. Für OrtSteil Baumschulenweg bei Gerpentin, Baumschulen- straße 78, für OrtSteil Treptow in der Rennbahn, Elsen- strotze. Der Vorstand. Zehlendorf(Wannseebahn). DienStag, den 3. d. MtS., abends pünktlich 8'/, Uhr, bei Mieck, Karlstr. 12: Oeffeutlichc Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags- abgeordneten Dr. Südekum über„Politik und Teuerung'. 2. Diskussion.— Parteigenossen, sorgt für Maffenbesuch der Ber- sammlung.- Rowawes. Mittwoch, den S. Oktober, pünktlich abends S'/a Uhr, im Schmidlschen Lokal, Wilhelmstraße 41/43: Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kommunales. Referent Genosse Singer. 3. Abrechnung vom ersten Quartal. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt, auch werden neue Mitglieder aufgenommen. Der Vorstand. Berlin- Oberschöneweide. Dienstag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im„Wilhelminenhof'. Tages- ordnung: Staat, Kirche und Arbeiterjugend. Refermt: Genoffe Dr. Breitscheid. Zahlreichen Besuch erwartet _______ Die Bezirksleitung. ßerttncr Nachrichten. Der Jahresabschluß der Städtischen Hauptkasse für 1311. Der Ueberschuß der Stadthauptkaste für 1911 beträgt 7 705 072,98 M. gegen 6050 487,13 M. im Jahre 1910, also IVo Millionen meht. Bei Kapitel I beträgt das Mehr 260 700 Mark; Abteilung 1— Grundstücke in der Stadt— erforderte einen Mehrzuschuß von rund 38 000 M., Abteilung 2— Grundstücke außerhalb der Stadt— einen solchen von 79 100 M., Ab- teilung 8— Dotationen, Renten und Abgaben— hat dagegen einen Mchrüberschuß von 377 800 M. ergeben, wovon ollein auf die Abgabe der Berliner Elektrizitätswerke rund 320 000 M. entfallen. Die städtischen Werke Kapitel II— schließen um : 961 250 M. günstiger ab. Mehrüberschüsse bczw. Minder- zuschüste haben ergeben die Wasserwerke rund 713 000 M. in- folge des durch den trockenen Sommer veranlaßten höheren Wasserverbrauchs: der Viehmarkt, Schlachthof, Beschau von außerhalb und Fleischvernichtungsanstalt zusammen 715 100 Mark, veranlaßt durch den stärkeren Auftrieb und die infolge der Maul- und Klauenseuche eingetretenen vermehrten Schlachtungen bei den Schweinen: die Markthallen 149000 Mark, Hofenanlagen 65 100 M., Straßenbahnen 273 900 M. Die Gaswerke brachten weniger 712 300 M. Die er- wartete Steigerung des Gaskonsums ist nicht eingetreten. Zu bemerken ist aber, daß bei der Etataufstellung bereits 1 Million Mark a konto des zu erwartenden Ueberschusses don vornherein fortgenommen wurde. Bei der Steuerverwaltung— Kapitel III— ist ein Zugang im Ueberschuß von 425 300 M. zu verzeichnen gewesen. Die Einkommensteuer schließt um 588 400 M. ungünstiger ab, weil durch Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom 4. Februar 1912 an die Reichsbank für 1910 und 1911 rund 580 000 M. zurückgezahlt werden mußten.(Bisher wurden die Beträge, die die Reichsbank an das Reich abführen mußte, für die Erlaubnis, Geschäfte abzuwickeln, besteuert, jetzt find sie freizulassen.) Das bedeutend günstigere Ergebnis der Grundsteuer von 2 234 300 M. ist durch die Veranlagung nach dem gemeinen Wert veranlaßt. Tie Gewerbesteuer hatte ein um 674 100 M. ungünstigeres Ergebnis, was aus die zu hohe Veranlagung zurückzuführen ist. Abteilung 4— Betriebs-, Braumalz- und Wanderlager- steuer— ergab einen Mehrüberschuß von 115 000 M., der durch den höheren Ertrag der Braumalzsteuer entstanden ist. Bei der Hundesteuer ist ein Rückgang von 46 650 M. ein- getreten, der infolge der Erhöhung der Hundesteuer von 20 auf 30 M. auf Abmeldungen von Hunden basiert. Die Umsatzsteuer war um 51 600 M. niedriger, veranlaßt durch den geringeren Umsatz im Grundstückshandel. Das Mehr bei der Wertzuwachssteuer von 440 400 M. ist auf die noch im Jahre 1911 bewirkte nachträgliche Veranlagung zur Ge- rneindezuwachssteuer zurückzuführen. Das gesamte Schulkapitel ergibt ein günstigeres, auf Minderausgaben beruhendes Ergebnis von 707 200 M. Das Kapitel Armenwesen erforderte einen Mehrzuschuß bon 176400 M. Die offene Armenpflege schloß um 373 000 Mark günstiger als vorgesehen ab. Dm übrigen Anstalten dieses Kapitels erforderten 549 400 M. Mehrzuschuß der ebenfalls auf Mehrausgaben beruht. Die Kranken- und Gesundheitspflege hat um 570 400 M. günstiger abgeschlossen. Die eigentlichen Krankenhäuser haben 445 850 M. Mehreinnahme und 46 570 M. Minderausgaben gebrach� so daß ein Minderzuschuß von 492 420 M. sich ergab. Die Jm»anstalten stellten sich hauptsächlich infolge von Minderbelegung um 225 700 M. günstiger, die Badeanstalten um 25 000 M. Ungünstiger war das Ergebnis bei der Zentrale Buch, und zwar» um 188 100 M. infolge der nach- träglichen aus dem Dispositionsquantum bewilligten 190000 Mark zur Ausführung des Anschlußgleises und Bau einer Gleiswage. Das Kapitel VII— Polizei, Gerichte usw.— stellte sich um 76 600 M. günstiger. Die Beleuchtung. Straßenreinigung. Park- und Fried- vofsperwglwng erforderten 90 700 M. weniger an Zuschüssen, die darauf zurückzuführen sind, daß bei der Straßenreinigung höhere Einnahmen aus Reinigungsbeiträgen und bei der Friedhofsverwaltung aus reservierten Grabstellen erzielt worden sind. Die Bauverwaltung— Kapitel IX— ergab einen um 805 200 M. günstigeren Abschluß, der hauptsächlich auf Minder- ausgaben bei der Tiefbauverwaltung beruht. Ein Minder- Zuschuß von 61 300 M. ergab sich beim Kapitel Verwaltungs- kosten. Die Kapital- und Schuldenverwaltung brachte einen Minderzuschuß von 2 129 150 M., der verursacht ist durch Mehreinnahme von Zinsen belegter Kapitalien und durch Abgang bei den Zinsen der noch nicht begebenen neuen An- leihe. Kapitel XIII stellt sich um 1795 300 M. günstiger als der Etat. Dieses Ergebnis ist darauf zurückzuführen, daß aus den Ueberschüssen des Jahres 1910 zur Deckung des Fehl- betrages aus der abgelehnten Lustbarkeitssteuer und zur Ver- stärkung des Dispositionsquantums 1 400 000 M. entnommen und hier bei der Einnahme in Zugang gestellt sind.— Der weitere Unterschied erklärt sich daraus, daß beim Extra- ordinarium 1 ein größerer Betrag in Abgang gestellt ist in- folge Uebertragung der aus dem Dispositionsquantum bewilligten Posten auf die Etats der Einzelverwaltungen, wo gleich hohe Beträge in Zugang gestellt sind. Wenn der Abschluß im einzelnen vorliegt, dürfte eine bessere Uebersicht möglich sein, als in dem im vorliegenden Fall vom Magistrat Mitgeteilten. Die K-stendeckung für die Mödchen-PflichtfortbilduugSschulen. Der Magistrat teilt mit: Einige Tageszeitungen beschäftigen fich mit der Frage der Kostendeckung für die Pflichtsortbildungsschulen für Mädchen, deren Einrichtung in Berlin bekanntlich bevorsteht. Die Ausführungen erwecken den Anschein, als trage man sich im Magistrat jetzt mit dem Gedanken, die Kosten durch Erhebung von Beiträgen bei den Arbeitgebern auf Grund des Gesetzes vom 1. August 190g aufzubringen. Diese Nachricht ist völlig unzutreffend. Der Magistrat hat in dem von ihm schon genehmigten Ortsstatut betreffend die Einrichtung einer gewerblichen und kaufmännischen Pflichtfortbildungs- schule für Mädchen die Bestimmung getroffen, datz der Unterricht an dieser Schule— ebenso wie bei den Jünglingen— unentgeltlich erteilt wird. Eine Aenderung in diesen Entschließungen ist an leiner Stelle und in keiner Weise erwogen worden. Lorsicht bei Gratisseife! Zu den Reklamemitteln, mit denen Geschäftsleute sich Käufer zu erwerben suchen, gehört die Verteilung von Warenproben. Es ist begreiflich, daß diese unentgeltliche abgegebenen Proben, die durch Agenten und Reisende sogar ins Haus gebracht werden, oft willige Aufnahme finden. Datz aber dabei doch auch«ine gewisse Vorsicht geboten ist, lehrt ein Fall, der uns aus Neukölln mitgc- teilt wird. Eine Frau nahm voneinemhausierendenAgenten einenKartonSeifean, weil er ihr sagte, datz eine Gratis- probe darin sei. Zunächst hatte sie nicht so recht gewollt, doch weil sie keine Kosten davon zu haben meinte, so lehnte sie nicht ab. Für eine Gratisprobe war nun allerdings der Inhalt des Kartons ein bitzchen reichlich: er bestand aus sechs Stücken Seife von üblicher Größe und zwei dabeiliegenden kleinen Seifenschnitzeln. Die Frau hatte aber kein Bedenken, die gesamte Seife zu ver- brauchen. Sie tat das, nachdem der Agent bei einem erneuten Besuch sie ermuntert hatte, doch wenigstens mal zu probieren. Hierbei machte sie sich dann wenig Sorge darum, was in einer ge- druckten Anweisung stand, die dem Karton beigegeben war. Hinter- her„kam das dicke Ende nach": sie hatte für die sechs Stücke Seife 1 Mark zu zahlen. Als die Frau den Geld heischenden Agenten abwies, erhielt sie einen Mahnbrief nebst Klageandrohung. Als Absender dieses Briefes war ein Herr Fritz Hübner bezeichnet, von dem nur sein Wohnsitz Neukölln, aber nicht seine Wohnung angegeben war. Er berief sich auf einen Kassierer W. Z u i t e r einer Firma Naeter u. Gebauer in Berlin SO., Wrangelstr. 18, und er kündigte an. datz er, der Herr Fritz Hübner. bei Zahlungs- Verweigerung die Klage erheben solle. Der Brief war merkwürdigerweise nicht mit der Hand geschrieben oder mit der Schreibmaschine hergestellt, sondern war eine vorgedruckte Mittei- lung, in die man handschriftlich das Datum, die Adresse der Empfängerin, die Namen des Absenders und des Kassierers ein- gefügt hatte. Hiernach darf angenommen werden, datz solche Zahlungsverweigerungen öfter vorkommen, so daß es lohnt, ge- druckte Zahlungsaufforderungen und Klagean- drohungen bereit zu halten. Wegen der zu vermutenden Häufigkeit dieser Fälle halten wir es auch für unsere Pflicht, die Angelegenheit öffentlich zu besprechen. Wir hoffen, datz dadurch andere, die etwa gleichfalls don solchen Seifenagenten aufgesucht worden sind oder noch aufgesucht werden sollen, vor Unannehmlich- leiten bewahrt bleiben werden. Folgcndcrmatzen lautet der ge- druckte Mahnbrief: „Nach Angabe des Kassierers W. Zuiter der Firma Naeter U. Gebauer, SO., Wrangelstr. 18, ist Ihnen ein Karton mit Seife und zwei Probestücken(letztere zum kostenlosen Gebrauch) zur Ansicht übergeben. Di« Bedingungen wegen eventl. Kaufes bezw. Rückgabe des Kartons an den Kassierer waren auf dem Umschlage, in welchem der Karton eingeschnürt war, genau be- kanntgegeben. Da Sie den Karton bisher weder zurückgegeben noch den Preis von 1 Mark dafür bezechlt haben, trotzdem die obengenannte Firma Sie wiederholt schriftlich und mündlich durch ihren Kassierer darum gebeten hat, soll ich gegen Sie Klage er- heben, wenn Sie Ihrer Verpflichtung nicht binnen drei Tagen nachkommen. Ich fordere Sie deshalb zunächst auf. der genannten Firma entweder den Karwn mit dem Ihnen übcrgebenen Inhalt (mit Ausnahme der zwei kleinen Probestücke) zurückzugeben oder den Betrag von 1 Mark und IS Pf. fiir dieses Mahnschreiben binnen drei Tagen portofrei einzuschicken. Hochachtend! I. A.: p. F. Hübner." Handschriftlich find, wie gesagt, die Namen des Kassierers und des Absenders eingefügt. Außerdem sind aber dem Brief noch die folgenden Zusätze handschristlich angehängt: „Sie haben nach Ihrer eigenen Angabe mit der Seife die Stube aufgewischt: Zeuge: Zuiter. Nach Ablauf obiger Frist werde ich auftragsgemäß gerichtlichen Zahlungsbefehl gegen Sie beantragen und Ihnen im Falle eines Widerspruchs den Eid über hen Empfang und VerbrguK dxr Seife zufchieben, AuK aus Ihre Angabe hin, datz der Bote gerade Ihnen gegenüber geäußert habe, datz der ganze Karwn gratis fei, wird Ihnen ebenfalls der Eid zugeschoben." Wir haben wohl nicht nötig, diesem Brief eine besondere Er« läuterung beizufügen. Nur das wollen wir hervorheben, datz die „zu kostenlosem Gebrauch" bestimmten Seifenproben nicht etwa neben dem„zur Ansicht" übergebenen Karwn mit Seife einge- händigt worden wären. Wer zu den Seifenproben gelangen wollte, mutzte zuvor den verschlossenen Karwn öffnen, in dem die Proben samt den Seifen verwahrt waren. Das Verfahren, die kosten« lose Probe zusammen mit der zu kaufenden Ware zu überreichen und hinterher die Ware zurückzunehmen oder den Betrag dafür einzukassieren, ist ungewöhnlich. Sonst schicken wohl die meisten Geschäftsleute zunächst nur ihre Proben und kündigen dabei an, datz sie später anfragen werden, ob Ware gewünscht wird. Jene Empfängerin der kostenlosen Probe des Naeter u. Ge- bauerschen Fabrikats hat es vorgezogen, es nicht auf eine Klage ankommen zu lassen, sondern die nur„zur Ansicht" übergebenc, von ihr mit verbrauchte Seife zu bezahlen. Durch die Gratis- seife ist sie um eine Erfahrung reicher geworden. " Berliner Asylverein für Obdachlose. Im Monat September nächtigten im Männerasyl 14 784 Personen, wovon 6362 badeten, im Frauenashl 2088 Personen, wovon 476 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesenstr. 55/59, für Frauen: Kolberger Slratze 38. Der greuliche Spiritistenunfug, den seit Jahren der sogenannte Magnewpath Weihenberg in der Gleimstr. 42 inszeniert, soll nun bald ein Ende finden, wird vielleicht zu einem neuen Skandalprozetz auf diesem Gebiete führen. Wie verlautet, hat sich endlich der Staatsanwalt bewogen gefühlt, das skandalöse Treiben unter die Lupe zu nehmen. Das betrübcndste Zeichen der Zeit ist es, daß diesem Manne jahrelang so viele Leichtgläubige ins Garn laufen konnten. Was hier verzapft wurde, das ist tatsächlich der Gipfel der Dreistigkeit und Dummheit. In der nördlichen Schönhauser Vor- stadt hat das Treiben vor und in dem Hause Gleimstr. 42 schon längst Aergernis erregt. Weitzenberg mimt der Welt der Dummen vor, datz er ein von Gott auf die Erde gesandter Messias sei und mit seinem religiös-mhstischen Blödsinn jede Krankheit heilen könne.' So kamen Hunderte, die bei Aerzten vergebens Hilfe gesucht hatten, mit der allerletzten Hoffnung zu ihm. In schlauer Berechnung forderte der„Prophet Johannes" in der Regel kein Geld, aber kaum einer ging fort, ohne mindestens ein Markstück auf den Tisch des Hauses gelegt zu haben. Empörend war es stets, wenn vollständig gelähmte Personen auS Droschken und anderen Fuhrwerken nach oben geschleppt wurden. Wußten doch alle Vernunftbegabten, daß man hier unnötige Hoffnungen weckte und nur die Qualen Un- glücklicher steigere. Die Hauptkundschaft kam vom Lande. Das Geschäft blühte besonders in den letzten Monaten derartig, datz Weitzenberg ein paar Häuser weiter eine„Filiale" einrichtete. Er unterhält nicht weniger als elf„Medien", die alle aus der großen Schwindelkrippe essen. In Geschäften zeigt er sein eingebildetes „Gotteskreuz" in den Handlinien und renommiert mit einem amt- lichen Schriftstück, in dem bestätigt sei, datz ihm Kaiser Wilhelm l. und Bismarck den Titel„Prophet" verliehen lxiben. Sollte man so etwas im zwanzigsten Jahrhundert für möglich halten? Da mutz man weniger nach dem Staatsanwalt als nach dem Irrenarzt rufen._ Eine Frucht des Jagowschen Schießerlasses ist die durch den Schutzmann Hartmann erfolgte Erschießung des Kutschers Thiele in der Zwinglistratze in Moabit. Der Kutscher Thiele, der in der Gastwirtschaft von Behrendt eine Zeche von 2,58 Mark gemacht hatte, konnte die Zeche nicht bezahlen. Als der Schutzmann ihn feststellen wollte und ihn aufforderte, mit nach der Wache zu kommen, befand sich der Kutscher bereits in angc- heitertem Zustande; er widersetzte sich dem Beamten. Der Schutz- mann versuchte, ihm einen Knebel anzulegen, aber Thiele, ein Hüne von Gestalt, zerriß den Knebel sehr bald. Auf der Straße setzte der Kutscher seinen Widerstand fort. Nach dem amtlichen Bericht hat der Schutzmann auf Thiele ge- schössen, weil dieser mit einem blanken Gegenstande in der hoch- erhobenen rechten Hand gegen ihn losging. Was dieser blanke Gegenstand gewesen ist, das weitz man nicht mehr. Bei Thiele ist weder ein Messer, noch ein Revolver gefunden war- den, ebenso wenig auf dem Kampfplatze, wo man ihn unbedingt hätte finden müssen. Wenn es ein Messer gewesen wäre, dann hätte keine dringende Gefahr für den Schutzmann vorgelegen, denn Thiele war ja gar nicht in der Lage, mit der linken Hand das Taschenmesser zu öffnen, da ihm der linke Arm festgehalten wurde. Es wird berichtet, datz der Schutzmann als ein Mann gilt, der seine Nerven nicht in der Gewalt hat. Das mag ihn veranlaßt haben, so schnell zum Revolver zu greifen. Das konnte er um so ungefährdeter, als ihm der Jagowsche Erlaß einen gewissen Anreiz zum Gebrauch des Revolvers gab. Der Schutzmann wollte den angeheiterten Kutscher kampfunfähig machen; er wartete gar nicht, bis der zu seiner Unterstützung herbeieilende Schutzmann an Ort und Stelle war, sondern feuerte auf den Kuffcher die todbringende Kugel ab. Selbst nach dem Jagowschen Erlaß sollten die Beamten nur in dringend«» Fällen, wenn sie von Verbrechern sich bedroht glauben, zu diesem letzten Mittel greifen. Aber in der Praxis zeigt sich immer wieder, in welch unglaublich schneller Weise der Schutzmannsrevolver angewendet wird. Eine Aenderung dieses die Sicherheit und das Leben der Berliner Bürger bedrohenden Zu» standes ist nur möglich, wenn der Jagowsche Schietzerlatz endlich zurückgezogen wird. Wieviel Menschen müssen denn erst noch wegen Lappalien totgeschossen werden, ehe eine Aenderung eintritt? Der Jagowsche Schietzerlatz bedroht die öffentliche Sicherheit aufs schwerste!_ Za de« Verbreche» an der See- und LStticher Straß« werden un» von einem Zeugen, der das Treiben der drei rohen Burschen längere Zeit beobachtet hat, Mitteilungen gemacht, die wir ihre» wichligen öffentlichen Interesses wegen hier wiedergeben möchten. Der Zeuge hat gesehen, wie die Begleiter der Frau diese geschleppt und ab und zu auf die Erde aufgestoßen haben. Er sei an die Burschen herangetreten und habe dieselben ersucht, die Frau doch loszulassen. Dieses Ersuchen sei jedoch von den Burschen in drohender Weise beantwortet worden. AlS die rohen Patrone die Mißhandelte bis vis-ä-vis der Versuchsbrauerei geschleppt hatten, sei der Gendarm Wagner gekommen, der den Dreien geboten habe, die bereits völlig mit Blut besudelte Frau liegen zu lassen. Erst auf energisches Ein- dringen des Beamten hätten sich die Burschen etwa zehn Schritte entfernt. Er, der Zeuge deö Vorganges, habe nun den Gendarm ersucht, für die Wegschaffung der Daliegenden zu sorgen, da dieselbe sonst des Nachts erfriere. Hierauf habe der Beamte angedeutet, daß es ihm unangenehm fei. daß die Frau auf Gebiet liege, für das» zustSnbig sei. Räch den Ttlefeln zu urteilen, sei die Frauensperson, auch nicht viel wert. Am liebsten würde er«esehen haben, wenn st«| die Mikhaiidelte aus Berliner Gebiet geschleppt hätten. Der Zeuge meint, daß die in unmittelbarer Nähe stehenden Verbrecher die Worte des Beamten gehört haben müssen, denn sie seien kurz daraus wieder herangekommen, hätten die Frau wieder hochgehoben und den Versuch gemachl, dieselbe nach der Heide zu schleppen. Jetzt habe der Gendarm gerufen: Dorthin nicht I Nunmehr hätten sie die Frau erst an das auf Berliner Gebiet liegende Hinterland des Neubaues an der Brüsseler Stratze geschleppt, wo sie am anderen Morgen tot aufgefunden wurde. Der Zeuge habe sich, da er den drei rohen Burschen gegenüber machtlos gewesen wäre, entfernt und sei nach Hause gefahren. Ein unangenehmes Reiseabenteuer erlebte ein junger Ostpreuste, der seine Familie heimlich verlieh um jenseits des grohen Teiches sein Glück zu versuchen. Nachdem er seinen Beutel tüchtig gespickt hatte, dampfte der Ostpreuhe, der Sohn eines Viehhändlers, nach Berlin ab, um sich hier eine Karte für die Seefahrt zu lösen. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz stieß er früh morgens auf zwei Männer, die ihm wie Seeleute auszusehen schienen. Vertrauens- voll wandte er sich an sie mit der Frage nach der nächsten Dampfer- agentur der Hamburg-Amerika-Linie. Die beiden gaben bereit. willigst Auskunft und machten den Auswanderungslustigen darauf aufmerksam, daß er ohne Auslandspaß keine Fahrkarte bekomme. Sie wußten aber gleich Rat weil sie„zufällig" auch nach Amerika wollten. Sie fuhren nicht mit einem Hapagschiff, sondern mit einem Kohlendampfer, und liehen durchblicken, daß sie für Geld und gute Worte den. Ostpreußen wohl mitnehmen könnten. Der ging auf dieses freundliche Anerbieten gern ein und erklärte sich, weil sein Beutel noch gut gefüllt war, auch bereit, den beiden liebenswürdigen Männern für ihren Dienst je SOO M. zu zahlen. Nachmittags traf man sich nach Verabredung in der Nähe der Agentur wieder und vereinbarte alles Nähere. Dann führten ßie beiden„ollen ehrlichen Seemänner" den jungen ViehhändlerSfcchn kreuz und quer durch die Straßen Berlins, bis man in einer Quer- straße der Pappelallee zu einem ErfrischungSfchoppen einkehrte. Hier zahlte der Amerikareisende seinen Führern einstweilen je 600 M. Nachdem man sich gestärkt hatte, brach man wieder auf, um, wie die beiden Führer sagten, den augenblicklich in Berlin weilenden Steuermann des Kohlendampfers zu besuchen. Auf diesem Gange beklagte sich einer der„Seemänner", daß er die ausbedungenen bOO M. nicht gleich ganz bekommen habe und verlangte auch noch den Rest. Jetzt wurde der Ostpreuhe doch stutzig und forderte sein Geld zurück. Damit hatte er wenig Er- folg. Statt des Geloes bot ihm der Seemann eine Tracht Prügel an. Als er dann auch noch seinen Freund, der etwas voraus. gegangen war, zurückrief, bekam es der Ostpreuße mit der Angst, verzichtete auf sein schönes Geld und ließ die beiden„Seemänner" laufen. Erst später klagte er der Kriminalpolizei sein Leid. Diese sucht nun die Gauner, die den Schwindel dieser Art wahrscheinlich gewerbsmäßig betreiben und„geeigneten" Reisenden an den Bahn- Höfen auflauern. Der eine, ein Mann von 30 bis 3S Jahren. nannte sich Rolf. Er ist sehr groß und kräftig gebaut, hat dunkel- braunes Haar, ein eckiges, gebräuntes, glattrastertes Gesicht, eine breite Nase und ein breites Kinn, trug einen blauen, doppel- reihigen Seemannsanzug mit Seemannsmütze und sprach eine dem Ostpreußen fremdklingende Mundart. Der zweite Gauner, den sein Spießgeselle Hoki nannte, ist etwa 30 Jahre alt. mittelgroß und ebenfalls kräftig, hat schwarzes Haar, einen schwarzen«Pitzbart, trug ebenfalls einen ScemannSanzug wie der erste, und machte feiner Sprache nach auch den Eindruck eines Ausländers. Vorort- Nacbriebtem Neukölln. Wahle» zur Augestelltenverfichernug. Am Dienstag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr. findet in Neukölln. Deutsches Wirtshaus. Bergstr. 137. eine große öffentliche Versammlung statt, einberufen von der Freien Bereinigung für sozial« Versicherung der Privat- angestellten. Der Reichstagsabgeordnete Giebel spricht über das Thema: Die Sünden des Haupt» auSschusseS. ES gilt, mit der konservattv-antifemitischen Reaktion, verkörpert durch den dcutschnationalen HandlungSgehilfenverband und seinen Anhang, abzurewnen. Männer und Frauen I Erscheint in Massen in dieser Versammlung, damit allen Sprengversuchen der Radauantisemiten von vornherein ein Paroli geboten wird. Mit dem Messer den Ehemann erstochen hat am Freitagabend die 86 Jahre alte Ehefrau des Friseurs Hübner, Lothringer Str. 92. Hübner, der schwer verletzt nach dem Krankenhaus« Am Friedrichs- Hain gebracht wurde, ist dort gestorben. Die Ursache wird in Streitig- leiten gesucht, die durch das häufige nächtliche Fortbleiben oes Mannes entstanden und welche die sonst gutmütige, aber stark nervenleidende Frau zur Verzweiflung brachten. Frau Hübner wurde verhaftet. Feuer in einer Möbelfabrik. Ein gefährlicher Fabrikbrand wütete gestern früh in Weißensee und beschäftigte die dortige freiwillige Feuerwehr mehrere Stunden lang. Das Feuer war in der Sächsischen Möbelfabrik von Adolf I l l g e n in der LanghanS» ftraße 21 ausgebrochen und hatte sich, als man es bemerkte, schon sehr ausgedehnt. Das ganze Parterregeschoß des dreistöckigen Fabrikgebäudes stand bei der Ankunft der Feuerwehr in Flammen. Die Hitzeentwickelung war so stark, daß die eisernen Türen schon glühend geworden waren. Die Feuerwehr mußte nun ihr Haupt- augenmerk darauf richten, das Feuer von den oberen Stockwerken, in denen sich große Holzvorräte befinden fernzuhalten. Auch ein an das Fabrikgebäude anstoßender Holzschuppen war anfangs stark gefährdet. Durch unausgesetztes Wassergeben aus mehreren Schlauchleitungen gelang es aber den Löschmannschaften, den Brand aus das Parterregeschoß zu beschränken, das allerdings vollständig zerstört wurde. Der Schaden ist erheblich, aber durch Versicherung gedeckt. Eine Betriebsstörung tritt bei der Firma nicht ein, da die Tischlereien in den oberen Stockwerken intakt geblieben sind und auch�fonst genügend Reserveräume vorhanden sind. Die Ursache des die feuers ist nicht ermittelt. Mit den Äufräumungsarbeiten hatte Feuerwehr fast drei Stunden zu tun. Ermordung einer Berlinerin in Oppeln? In der Nähe von Oppeln wurde gestern nachmittag an einem Eisenbahndamm die Leiche einer jungen Dame aufgefunden, die allem Anschein nach ermordet worden ist. Aus der dortigen Gegend ist die noch un- bekannte Tote, soweit bisher festgestellt werden konnte, nicht, eS scheint sich vielmehr nm eine Fremde zu handeln, und zwar um eine Berlinerin. Man fand bei der Leiche eine Post karte, die mit der Adresse„Herrn Thiele, Berlin, Potsdamer Straße 3 3" versehen ist. Die dortige Staats- anwaltschaft. die sich mit der Aufklärung des rätselhaften Leichen- fundes beschäftigt, wandte sich deshalb an die hiesige Kriminal- Polizei, um durch diese vielleicht die Persönlichkeit der Toten festzu- stellen. Diese stellte daraufhin auch sofort Ermittelungen an. die bisher jedoch ohne Erfolg waren. Ein Herr Thiele wohnt in dem Hause Potsdamer Straße nicht und war auch nie dort gemeldet. Möglich ist es. daß ein Herr dieses Namens vielleicht in einem d«r zahlreichen Bureaus, die in dem bezeichneten Hause sind, angestellt ist. Da diese aber beim Eintreffen der Nachricht aus Oppeln schon geschlossen waren, ließ sich dies nicht mehr genau feststellen. Wegen einer Gasvergiftung wurde der 20. Automobilzug nach der Elbinger Straße 24 alarmiert. Eine Frau hatte sich dort mit Gas vergiftet. Die Wehr kam leider zu spät. Alle WiederbelebungS. versuche waren erfolglos. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglicki von 6H— 10 Uhr abends, an Sonn, und Feiertagen von 9—1 Uhr und 3— 6 Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 561 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Ein öffentliches Turnen sämtlicher Frauenabteilungen de« Turn- verein«.Fiwte" findet heute nachmittag von 3— S Uhr im Andrea«- Realgymnasium. Koppenilraße 76, statt Die etwa 500 Frauen und jungen Mädchen des Vereins werde» abwechselnd Freiübungen, Ge- räteturnen an sänitlichen Geräten. Tauziehen. Keulenschwingen und vor allem auch Spiele zur Vorführung bringen. Den Schluß bilden Massenpyramiden aller Abteilungen. Der Eintritt ist frei, um möglichst vielen Berliner Arbeiterinnen die Besichti- gung diese« ersten größeren Turnen« zu ermöglichen. Zahlreiches und pünktliches Erschemen der Gäste wird daher erwartet. Charlottenburg. Bon einem„Kommunalkonflikt in Charlottenburg" wissen bürgerliche Blätter zu berichten. Zweifellos ist diese Bezeichnung ein« übertriebene, während anderseits der Anlaß, der in der letzten Staidtverovdnetenversammlung zu einem Gegensatz in den Auf- fassungen zwischen Magisttat und Stadtverordnetenversammlung führte, des allgemeinen Interesses nicht entbehrt. Die Sache ist folgende: Im Sommer deS vorigen Jahre» wurde der städtische Feuer- wehrmann H. plötzlich, unter Auszahlung von zwei Wochen Lohn, entlassen. Den Grund zu dieser Maßnahme sollen Familien- Verhältnisse de» Entlassenen gegeben haben, über die sich die Frau des H. bei den leitenden Stellen in der Feuerwehr beschwert hatte. Ohne in eine Untersuchung über die von der Frau H. gemachten Angaben einzugehen, entließ die Stadt den Mann unter der Be gründung, daß unter einem unverträglichen Familienleben auch die Dieissttätigkeit des H. leiden müsse. Ginige Zeit darauf— drei Tage nach der Entlassung ihre» Mannes— widerrief die Frau ihre Beschuldigungen und bat um Wiedereinstellung ihre» Gatten bei der Feuerwehr. Da» aber lehnt« man in der Leitung der Feuerwehr ab und begründet« diese Ablehnung noch damit, daß H. im allgmeinen ein unverträglicher Mensch sei, dessen Benehmen die Disziplin, die bei der Feuerwehr herrschen müsse, nur gefährde. Mit anderen Worten: Man hatte anscheinend den ersten Beschwerde brief der Frau nur allzu gern benutzt, um H. wegen Borkomm- nissen im Dienste zu maßregeln. Und- welche Vorkommnisse waren das? Bei der hiesigen Feuerwehr soll alle« streng preußi-sch-militä- risch geregelt sein. Allem Anschein nach auch der Unigangtzton mancher Vorgesetzten gegenüber den Mannschaften. So soll auch eines Tages ein Braitdinspektor in der JnstruktionSstunde in einer Redewendung von«einer Hovd« von Sttolchen" gesprochen haben. Di« Feuerwehrmann«! bezogen da» auf sich und beschwerten sich Und unter ihren Wortführern befand sich auch H. Di« Beschwerde hatte keinen anderen Erfolg, als daß die dem Brandmspektor Vor gesetzten den Feuerwehrmännern zu wiederholten Malen auSein ander zu setzen versuchten, daß der Brandinspektor jene Red«' Wendung nicht gebraucht habe. H. aber wollt« sich nicht»u»reden lassen, waS er mit seinen Ohren gehört zu haben glaubte, und er bestand auf seiner Beschwerde. Das hat ihn nun wahrscheinlich bei seinen Vorgesetzten in den Ruf gebracht, ein Mensch zu sein, der in eine echt preußische KasernenhosidiSztplin nicht hineinpasse. Man stempelte H. al» einen unverträglichen, unkameradschaftlichen Gesellen und nahm die erste best« Gelegenheit wahr, ihn loS zu werden,„bevor er penstonsberechtigt" wurdet Daß dies« Einschätzung H.'S ein« durchaus unbegründete war, beweist wohl am besten, daß immer von neuem seine Kollegen in gemeinsam unterzeichneten Petitionen die Wiedeveimstellnny H.'S erbatem Wer der Magistrat wollte nicht, weil der Dezernent deS Feuerwehrwesens nicht wollte. Dieser aber wollt« nicht, weil die ihm untergebenen Stellen bei der Feuerwehr, über dt« H. ja Klage geführt hatte, nicht wollten! Und diese» Verfahrett nennt man dann „Wahrung der Autorität"! Es ist aber nichts weiter, als daß man sich im Feuerwehr- dezernat oder im Magistrat in dieser Sache heillo» verrannt hat und nun au» irgendeinem Grund sich scheut, einen begangenen Fehler wieder gut zu machen. Denn sonst hätte man H.. wenn man ihn schon nichi bei der Feuerwehr beschäftigen wollte, ander weit für die Stadt tätig sein lassen können. Darum ersuchte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat schon vor längerer Zeit. Aber der Magisttat erklärte immer wieder, von H., der seine „Rechtslage vollkommen verkenne", nichts mehr wissen zu wollen.— Umso erfreulicher war es daher, daß in der letzten Gtadtverord- netenversammlung neben den sozialdemokratischen Rednern, die mit allem Nachdruck das Recht de» Entlassenen vertraten, auch die Sprecher der anderen Parteien sich gegen den Magistrat aussprachen und die Wiedereinstellung H.'S befürworteten. Aber ein Konflikt wird daraus nicht erwachsen, um so weniger, als man annehmen darf, daß die in der Stadiverordnetenversamm- lung gepflogene Aussprache den Herren im Magistrat wohl gezetgt haben wird, daß bei der Mehrheit der Stadtverordneten die Aus- fassung vorherrscht, daß, wenn man tm Magistrat einen begangenen Irrtum wieder gut macht, darunter weder die„Autorität" de» MagisttatS noch die„Disziplin" bei der Feuerwehr in die Brüche zu gehen brauchen. Sie mühten denn von sehr leicht zerbrechlicher Art sein! WilmerSdorf-Halensee. Die Wilmersdorfer Speisehalle unter städttscher Aufsicht wird am heutigen Sonntagvormittag 11 Uhr eröffnet. Der Beschluß auf Errichtung einer solchen Halle blieb als winziger Rest der Not- standsmaßnahmen übrig, mit denen die Stadiverordnetenversamm» lung sich im vorigen Jahre befaßt hatte. Weil kein Hausbesitzer in Wilmersdorf seine Räume für eine solch« Anstalt hergeben wollte, verzögerte sich die Verwirklichung deS vor Jahresfrist gefaßten Be- schluffe« der städtischen Körperschaften bi» zum heutigen Tage. Di« Speisehall« liegt im Hause Pfalzburger Str. 39. Eck« der Lauenburger Straße. Sie steht unter Leitung der Berliner Kaffee- und Speisehallengesellschaft; wird aber, wie erwähnt, vom Magi- strat beaufsichtigt. In dem Lokal besteht kein Trinkzwang: Trink. geldnehmen ist den Angestellten verboten. Der Verkauf von Speisen nach außen erfolgt auch in mitgebrachten oder von der Speisehalle vorgehaltenen Gefäßen sThermophorenj. Die Halle ist geöffnet täglich von OVi Uhr früh biß 9 Uhr abends. Mittagessen wird von IIVH bis 2% Uhr verabreicht, und zwar gibt eS vier bis sechs Gerichte zum Preis« von 20 bi» 40 Pf. Da» Abendessen, da» von 6 bi» 9 Uhr verabreicht wird, kostet 10 bi» LS Pf. Außerdem enthält daS Lankwitz. Der BildungSauSschuß veranstaltet am Sonnabend, den 19. d. M.. bei Prockiozla einen Heiteren Abend mit anschließendem Ball. ES werden MeiangSvortiage, Rezitationen und Tanzduette geVoten unter Milwii kung von Herrn R. Koppel und Frau M. Koppel-Pechy sowie Herrn JameS Rolhstein. Da« Programm ist ein auSerwäbltes. wie e» am Orte noch nicht geboten worden ist. Der BildimaSausschuß bittet daher um rege Beteiligung. EiniriltSkarten a 40 Pf find bei den Bezirksführern und gunklionären zu haben. Abendkasse findet nicht statt. AdlerShof. Kein Juteresse für die Ro» der Bevölkerung. Bon den sozsalde» mokratischen Gemeindevertretern war am 9. September ein Antrag auf Mahnahmen gegen die herrschende Teuerung beim Gemeinde- vorstand eingebracht worden. Am iL. September wurde dieser An- trag verhandelt. Gegen eine Stimme wurde damals beschlossen. unverzüglich den Berkauf von Seefischen in eigener Regie in die Wege zu leiten; ferner mit den Schlächtermeistern am Orte und den in Frage kommenden Nachbargemeinden zu verhandeln, tm den Verkauf von Gefrierfleisch zu ermöglichen; auch sollten eventl. Kartoffeln gekauft und zum billigsten Preis an die Gemeindeein- wvhner abgegeben werden. Die Ausführung dieses Beschlusses wurde dem TeuerungSauSschuß übertragen. WaS ist nun, nachdem mehr als drei Wochen ins Land gezogen find, geschehen?— So gut wie nichts I Es hat lediglich etne Umfrage bei den Schlächtern statt- gefunden, ob sie gew'llt seien, den Fleischverkauf im Auftrage der Gemeinde übernehmen zu wollen, was von diesen bejaht wurde; ferner sind Offerten über den Kauf von Seefischen vom Gemeinde- vorstand eingeholt worden— das ist alles. Andere Gemeinden haben sich weit später mit den zu treffenden Maßnahmen gegen die Teuerung beschäftigt und dort sind längst die gefaßten Beschlüsse durchgeführt worden; sollte die? nicht auch in«Mershof möglich sein? Wie wenig Interesse für die Not der Minderbemittelten bei einigen Gemeindevertretern unseres Ortes vorhanden ist, beweist folgendes: Auf Drängen unserer Genossen sollte enMich am vergangenen Freitag eine dringende Sitzung der Kommission stattfinden. Die Einladungen hierzu waren den Mitgliedern nocy rechtzeitig mehr als 24 Stunden vorher zugestellt worden; trotzdem waren in der Sitzung nur die beiden Schöffen und die zwei Per- treter der dritten Abteilung erschienen. Die Vertreter der ersten und zweiten Abteilung glänzten durch Abwesenheit— ein Herr der zweiten Abteilung konnte nicht kommen, da er Besuch hatte! Es mußte deshalb die Sitzung vertagt werden. Wann werden die satten Herren der ersten und zweiten Abteilung ein paar Stunden Zeit haben, um sich auch mit der Not und dem Elend der Aermsten im Orte beschäftigen zu können? Bei den Wahlen läuft alles im Wohlwollen für die arbeitende Klasse über, sobald aber die Wahlen vorüber sind, bekümmert man sich den Teufel um dieselbe. Der werktätigen Bevölkerung AdlerShoss ist auch bei dieser Gelegenheit wieder bis zur Evidenz bewiesen, daß ihre Interessen nur von der Sozialdemokratie vertreten werden. AriedrichShage». Die für heute mittag festgesetzte Gedächtnisfeier für den ver- storibenen SanitätSrat Dr. Max Jacoby findet besonderer Umstände wegen erst in der nächsten Woche statt. Motze««Kreis Teltow). Behörden und Bürgertum führen auch vor den Toren Berlins mit den kleinlichsten und schikanösesten Mitteln einen wilden Kampf gegen die vorwärtsdringende Arbeiterbewegung. Die Führung hatte lange Zeit im Kreise Teltow neben dem Landrat der Amtsvorsteher de» Amtsbezirks Zossen, der Bürgermeister Dr. W i r t h. der selbst in seinen amtlichen Schreiben vor groben Unterstellungen der ihm unterstellten preußischen Untertanen nicht zurückscheute. Der Haß gegen die Sozialdemokratie machte den amtlichen Eiferer blind. Das ReichsvereinSgcsetz legte er nach eigenem Gutdünken aus. Die Anwendung geschah nach freiem Ermessen auS eigenem Recht. In dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie erntete der beamtete Kämpfer alles andere als Lorbeeren. Die Arbeiterbewegung gedieh natürlich durch dieses Vorgehen und die politische Organisation faßte tti der Gegend festen Fuß. Durch ihren Zusammenhalt vermochten eS die Arbeiter aus Motzen, das größte Saallokal am Orte für Ver- sammlungen und sonstige Veranstaltungen frei zu bekommen. Die xxreude währte nicht allzu lange. Vor kurzer Zeit erklärte der Wirt, Herr Wilhelm Kolberg, unseren Parteigenossen, sein« Räume für Versammlungen und Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung stellen zu können. Auf Befragen gab er als Grund für fein Ver- halten an. daß er dem Amtsvorsteher auf Handschlag zugesagt habe, den Sozialdemokraten sein Lokal nicht mehr zu geben. Auch der bürgerliche Turn- und Gesangverein« haben ihm eröffnet, daß sie sein Lokal nicht mehr besuchen würden, wenn er den Roten seine Räume noch weiter in Benutzung gebe. Der Wirt fügte sich dieser Boykottandrohung und entzog sein en war. vicses i« Angaben des Lokal der Arbeiterschaft, welche nunmehr in aller Form zu sperren.— Wir wissen nicht, ob...... Herrn Wilhelm Kolberg in allen Einzelheiten den Tatsachen entsprechen: für unwahrscheinlich halten wir sie nach den früheren Vorgängen jedoch nicht. Herzfeld«. In Z«hlungSsch»ierigkeite» gernttn ist die Ziegeletfirma Kurt Hermann im benachbarten Hennickendorf, deren Tonlager schon seit einiger Zeit erschöpft war und die sich deshalb den zur Produktion der Ziegelsteine notwendigen Ton von einem Lichtenower Gelände befördern ließ. Gestern ist dort der größte Teil der Ziegeleietnrich- tung vom Gerichtsvollzieher versteigen worden. Spanda«. von eine« Rind erheblich»erletzt wurde gestern ein Viehwärter de» Herrn Ullmann in Staaken, der auf einem Grundstück am Magistratswege etne Mästerei betreibt. Der Wärter, der mit der Fütterung des Rindes beschäftigt war. wurde von einer Färse an- gegriffen: das Tier stieß ihm sein Horn ins Gesicht. Der Mann wurde alSdann von der Färse emporgehoben und eine Strecke weit fortgeschleudert; mit blutüberströmtem, gänzlich entstelltem Geficht fiel er bewußtlos zu Boden. Bei näherer Untersuchung des Ver- unglückirn stellte sich heraus, daß ihm die linle Kopfseite vollkommen auSeinandergerlssen und zerfetzt worden war; Ober- und Unterkiefer waren zertrümmert. Der Verunglückte ist nach dem städtischen Krankenhause übergeführt worden. Die Leiche eines etwa 30jShrigen Manne« ist gestern aus dem Gpandauer EchiffohrtSkanal aelaiide« worden; Ausweispapiere und Geldmittel wurden bei dem Toten nicht vorgefunden. Der Leich- nam ist nach der FrtedhofShall« an der Gatower Straße geschafft worden. Pankow. Die WirtschastSergebnisse de» RieselguteS Mühlenbe» im Jahre 1911 find, wie aus dem Bericht des Gutskuratoriums hervorgeht, von der Dürre des vorjährigen Sommers äußerst ungünstig beein- trächtigt worden. Ganz besonders fühlbar war dies naturgemäß in der Feldwirtschaft, die bedeutend« Erntcaussölle zu verzeichnen hatte. Mehr oder weniger haben aber auch die vorhandenen Rcbenbetriebe gelitten, denen die Felderzeugniffe zum großeu Teil als Rohstoffe sienen. In der Feldwirtschaft hatten namentlich Rieselgras und Futterrüben erhebliche Ausfälle aufzuweisen. Wahrend im Jahre i 910 Rieselgras schon eine schlechte Ernte, immerhin aber noch 335,58 Zentner pro Morgen(normale Ernte 460 Zentner) brachte. war der Ertrag im Jahre 19ll nur 259 Zentner. Kartoffeln brach- ten«in« völlige Mißernte. Gegen das Vorjahr, das mit 103.66 Zentnern pro Morgen(normale Ernte 8b Zentner) eine vorzügliche Ernte ergeben hatte, wurden im Berichtsjahre nur 35,23 Zentner geerntet. Nicht ganz so. immerhin aber auch recht empfindlich war >er Ernteausfall bei den Futterrüben. Der glänzenden Ernte mit 508,18 Zentnern pro Morgen(normale Ernte 350 Zentner) des Vorjahres stand im Berichtsjahre eine solche von nur 294,27 Zent- neru gegenüber. DaS Gesamtergebnis in der Feldwirtschaft war denn auch nur ein Reingewinn von 28 907 M. gegen 37 772 M. im Vorjahre. Die Viehwirtschaft schloß im Berichtsjahr« gegen das Borjahr günstiger ab. Sie ergab einen Meinüberschuß von 4190 M. 9«gen 764 M. im Jahre 1910 Dw Milchproduktion ergab von durchschnittlich 46 milchenden Kühen 203 205 Liter Milch, d. i durchschnittlich pro Kuh 12.1 Liter täglich gegen 12,8 Liter im ��Auch' der g i s ch e r e i b e t r i« bs der im Vorjahre keine Mehr- einnahm« aufzuweisen hatte, bracht« im BerichtSiahre trotz einiger allerdings nur geringfügiger Fischsterben einen Ucberschuß von 2157 M....." �. Der Brenneretbetrteb. der tm Vorzahre noch einen Gewinn von 5895 M. erzielte, hat im Berichtsjahre mit einem totalen Mißersola abgeschlossen. Infolge der außergewöhnlich schlech- ten eigenen Kartoffelernte und der Unmöglichkeit, verhältnismäßig billige Kartoffeln anzukaufen, sowie ferner durch die im Laufe des Winters erfolgte weitere erhebliche Steigerung der Preise der Roh» Materialien sah sich das Kuratorium genötigt, den Betrieb vorzeitig gänzlich einzustellen. Während der BetriebÄauer vom 1. November 1911 bis 18. März 1912 wurden 2S78S M. verausgabt uned 23 211 Mark eingenommen, so daß sich ein Defizit von 2574 M. ergab. Der Ertrag der Gesamtwirtschaft des Gutes betrug im Berichtsjahre 32 689 M. gegen 44 431 M. im Vorjahre. Trotz dieses ungünstigen Abschlusses wurde aber doch noch die Verzinsung des zum Ankaufe des Gutes aufgewendeten Kapitals gedeckt. Wenn auch nicht— wie im Jahre 1919— gleichzeitig auch der zur Tilgung des investierten Kapitals erforderliche Betrag herausgewirtschastet werden konnte, so ist das schließliche Ergebnis unter den obwaltenden Umständen immer noch als erträglich zu bezeichnen Im Rieselbetrieb wurden im Berichtsjahre(April 1911 bis März 1912) aus Pankow 1 979 275, aus Reinickendorf 944 423, insgesamt 2 923 698 Kubikmeter Abwässer gefördert gegen 2 234 338 Kubikmeter im Vorjahre. Das entspricht einer täglichen Förderung von durchschnittlich 8919 Kubikmetern. Potsdam« Die Teuerungsbebatte im Rathause. Seit Donnerstag besteht in Potsdam ein vom Magistrat eingerichteter Seefischverkauf, der vorläufig alle Donnerstage stattfinden soll und dem eventl. auch billige Fleischverkaufstage folgen sollen. Der Verkauf wird von Händlern besorgt, die Ayi Pf. pro Pfund verdienen, so daß sich der Fischpreis auf 17 bis 29 Pf. pro Pfund stellt. Es ist vereinbart, daß pro Pfund mehr wie 39 Pf. nicht kosten soll. Der Magistrat unterbreitete den Stadtverordneten gestern eine Dringlichkeits- Vorlage, in der er die Verkaufseinrichtung den Stadtverordneten mitteilte und um Bewilligung von 1599 M. ersuchte, welche Summe zur Vorarbeit für die Einrichtung von billigem Fleischverkauf usw. verwendet werden soll. Die Debatte, die diese Vorlage hervorrief, tvarf ein recht bezeichnendes Bild auf einzelne Stadtverordnete. Anfangs wollte sogar ein Stadtverordneter die Dringlichkeit gar nicht anerkennen und nur durch gutes Zureden zog er seinen Wider- spruch zurück, denn eS hätte sonst über diese Vorlage nicht ver- handelt werden können. Zunächst wies der liberale Stadtverordnete Kennes auf die gegenwärtige Teuerung hin und befürwortete den Magistratsantrag. Als«in ganz besonderer Gegner bekannte sich der Schlossermeifter Klauert, der bedauerte, daß der Magistrat ein- fach über das Interesse einer Erwerbsgruppe hinweg Maßnahmen treffen wolle, welche vielleicht manchen Geschäftsmann(Fischhändler und Fleischer) an den Rand des Ruins bringe. Auf der einen Seite müsse der Schlächter hohe Gewerbesteuern und Schlachthof- gebühren zahlen, auf der anderen Seite wolle man ihm die Kund- schaft entziehen. Lieber sehe er es mit Freuden an, wenn die Fleischpreise recht hoch steigen, als daß Geschäfte, die schon eine Reibe von Jahren bestehen, zugrunde gingen. Im ähnlichen Fahr- Wasser segelte der Stadtverordnete Wille I, der lieber eine Summe für Arme ausgesetzt wissen wollte. Als Modemensch bekannte sich der schlichte Mann aus der Werkstatt, der Stadtverordnete Pauli, der die ganze Fleischnot als eine Uebertreibung betrachtete, denn der Fleischkonsum sei gegen früher gestiegen. Allerdings werde er für den Magistratsantrag stimmen, doch Zweck habe er keinen, er selbst wolle lediglich die Mode mitmachen. Selbstverständlich be° kannte sich der schlichte Mann auch als Gegner der Oeffnung der Grenzen und der Aufhebung der Futterzölle. Man solle in den Großstädten lieber die Küchenabfälle als Schweinefutter sammeln, dann gebe es genug billiges Futter. Auch der Stadtverordnete Hermann kann es nicht einsehen, daß der Magistrat den allgemeinen Rummel mitmacht, die Arbeiterbevölkerung kaufe das billige Fischfleisch doch nicht, sondern der Mittelstand sei der Abnehmer, er werde gegen die Vorlage stimmen. Doch nicht alle Stadtverord- neten vertraten diese rückständige Auffassung. Der Stadtverord- nete Horstmann wies nach, daß Potsdam trotz seiner reichen Ein« «Wohnerschaft eine jener Städte sei, die am wenigsten Fleisch ver« konsumieren, nämlich 49— 59 Kilogramm pro Kopf der Bevölke- rung. Dies sei ein trauriges Zeichen, und mit allen Mitteln müsse man dahin wirken, daß hier eine Aenderung eintrete. Auch der Stadtrat Jaenike, Dezernent der Armenverwaltung und jedenfalls Kenner der Not, trat warm für die MagistratSMaßnahmen ein, die schließlich Annahme fanden. Die Debatte hatte wieder einmal ge- zeigt, mit welchen Leuten die Arbeiterschaft teilweise im Rathause zu rechnen hat._ und in der ersten Versammlung wurden 1». in der zweiten 15 Auf. nahmen erzielt. Weite« Versammlungen werden folgen, da eS sich hier um beinahe 199 Frauen handelt, die zu gewinnen sind.— Gegenwärtig ist von einem Mangel an Dienstboten nicht zu reden. Im Gegenteil ist das Angebot von Mädchen und Frauen auf dem Arbeitsnachweis sehr groß, besonders von Frauen, die als Auf- Wärterinnen und Aushilfen Arbeit suchen. Die herrschende Teue- rung zwingt viele Hausfrauen, sich einzuschränken und auf eine Hilfe im Haushalt zu verzichten, während auf der andern Seite mehr Frauen als sonst gezwungen sind, der Teuerung zu begegnen, indem sie sich Arbeit als Aufwärterinnen usw. suchen. Der Zuzug von außerhalb ist auch wieder ziemlich stark und vergrößert die Zahl derjenigen, die Stellung suchen. Frl. Lücke berichtete dann über die Tätigkeit im Berliner Bureau und über den Stand der Kasse. Rat und Auskunft in den verschiedensten Angelegenheiten, die Dienswerhältnisse betreffend, waren wie gewöhnlich sehr gesucht. Der Verband wahrte die Rechte seiner Mitglieder nach besten Kräften? 16 Gerichtstermine waren anberaumt, 6 Fälle nahmen einen günstigen Verlauf, 2 Fälle einen ungünstigen und die übrigen schweben noch als unentschieden. Nicht selten erhalten die Mädchen erst ihren verdienten Lohn durch das Einschreiten des Verbandes, wobei es freilich auch schon vorgekommen ist. daß sogar durch den Gerichtsvollzieher bei der„Herr- schaft", die sich Dienstboten halt, nichts zu holen war.— Im Bureau gingen ein 397 Brief«, 32 Karten und 8 Postonweisungen, dagegen wurden auSgesandt 672 Briefe, 26 Karten und 137 Drucksachen. Der Vorstand hielt vier Sitzungen ab. Die Abrechnung für das dritte Quartal zeigt für die Hauptkasse in Einnahmen und Aus- gaben eine Bilanz von 548,39 M. Für Rechtsschutz wurden 51,29 Mark, als Krankenunterstützung 121,39 M. ausgegeben und an die Hauptkasse 375,89 M. gesandt. Die Lokalkaffe bilanziert mit 3291,78 M. Der Bestand der Lokalkasse betrug am Schlüsse des dritten Quartals 919,66 M. Die Mitgliederbewegung zeigt einen kleinen Rückgang, trotzdem im Laufe des Quartals 122 Neuauf- nahmen und 5 Uebertritte aus anderen Verbänden zu verzeichnen waren. 63 Mitglieder traten aus, sie verreisten, verheirateten sich usw.. 31 mußten wegen rückständiger Beiträge ausgeschlossen wer- den, 1b traten zu anderen Verbänden über und 99 gingen ver- loren, weil sie verzogen waren, ohne ihre neue Adresse zu melden, ein alter, oft gerügter Uebelstand. Die Zahl der Mitglieder ging von 1963 auf 992 zurück. In der Diskussion, die den Berichten folgte, wurden Mittel und Wege beraten, um die Agitation unter den Hausangestellten, die bekanntlich schwer zu erreichen sind, zu fördern. Agitationsver- sammlungen, die in Steglitz und Friedenau veranstaltet twirden. waren trotz zahlreich ergangener Einladungen schlecht besucht, aber der Verband läßt sich durch Mißerfolge nicht abschrecken. Der neu einzurichtenden Pflichtfortbildungsschule für Mädchen bringt der Verband auch lebhaftes Interesse entgegen und erwartet, daß dabei auch die Dienstboten berücksichtigt werden, um so mehr, als man dem Haushaltungsunterricht in der Pflichtfortbildungsschule allge- mein großen Wert beimißt. Jugendveranstaltunge«. An die arbeitende Jugend Neuköllns! Heute Sonntag, den S. Oktober, naibinltwg« 21/, Uhr: Groß« Jugenvversammlung in den Bürgersälen, Bergstr. 147. Tagesordnung-, W« S gebraucht die arbeitend« Jugend im Kamps ums Dasein?' Reserent Herr N e r l i ch. Nach dem Vortrag« sreie Aussprach«. Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, erscheint In Massen in dieser Versammlung I Es gilt zu zeigen, datz die proletarische Jugend- bewegung trotz aller Bekämvsungen lebt, daß sie gewaltig wächst trotz aller Mittel nationalen Jugendrummels. Christliche und nationale Jugendfreunde bemühen sich jetzt gerade wieder, Euch die arbeitende Jugend, einzulangen. Folgt ihren verlockenden Worten nicht I Veigetzt nicht, daß Ihr proletariiche Jugendliche seid I Die Arbeiter- eltern werden besonders ersucht, ihr« erwachsenen Söhne und Töchter aus die Versammlung ausmerksam zu machen. Versammlungen. Zentralverband der Hausangestellten, Ortsgruppe Berlin. In oer Vierteljahresversammlung, die am Donnerstag in den Industrie- Festsälen, Beuthstraße, stattfand, wurde der Tätigleits- und Kassen« bericht für das dritte Quartal vorgelegt. Die Vorsitzende, Frl. Arndt, berichtete von 17 Veranstaltunaen während dieser Zeit, davon 8 an Sonntagen, zu denen die Mitglieder gewöhnlich zahl« reich erscheinen. In drei Versammlungen wurden Vorträge ge» halten, andere Zusammenkünfte dienten der Agitation. So wurden die Reinmachefrauen der Konsumgenossenschaft zweimal eingeladen, Hus aller Melt. Dao Drama im pfarrhaufe« In der Umgebung des oberpfälzische« Städtchen? Dietfurt fingen im Mai die abenteuerlichsten Gerüchte um über Vorgänge im katholischen Pfarrhof des benachbarten Dorfes Staadorf. Es hieß, wie wir seinerzeit berichteten, die Pfarrersköchin habe heim- l i ch entbunden, das Kind mit Hilfe des Pfarrers E f f, der der Vater sei, umgebracht und die Leiche beseitigt. Die Gerüchte nahmen eine derartig bestimmte Form an. daß schließlich behörd« liche Untersuchungen angestellt wurden. Bei einer Durch- suchung im Pfarrhofe fanden sich auch allerlei verdächtige Spuren und schließlich in der Abortgrube die Leiche eines neugeborenen Kinde«, da« schon monatelang dort gelegen hatte und als dessen Mutter die HauS« hälterin des Pfarrer». Engelberta S t e p p e r, eine WirtStochter aus Pilsach bei Neumarkt, ermert wurde. Die Stepper wurde verhaftet, während der Pfarrer zwar auf freiem Fuß blieb, aber von den geistlichen Verrichtungen suspendiert wurde; er begab sich dann in ein Kloster al».Büßer". Gegen die Stepper wurde jetzt vom oberpfälzischen Schwurgericht wegen Kindestötuna verhandelt, wobei folgendes festgestellt wurde. Der Geistliche E ff kam im Früh- jähr 1995 nach Pilsach als ExposttuS und erregte schon nach kurzer Zeit allgemeines Aufsehen durch seinen außergewöhnlich regen Verkehr mit der WirtStochter Stepper. Man sah sie beide spät nachts den Pfarrhof betreten und beobachtete auch noch allerlei andere verdächtige Vorgänge. Eff wurde von den geistlichen Vorgesetzten verwarnt, schließlich verbot ihm der Bischof den Verkehr im Stepper- scken Gasthause und versetzte ihn nach einem eine Stunde entfernten Pfarrdorke; Eff aber kehrte sich nicht an das verbot. Zur selben Zeit fiel allgemein der Leibesumfang der Strvper auf; sie verschwand auf einige Monate, und als sie zurückkehrte, sah sie sehr leidend aus. Ob sie schon damals geboren hat, ist nicht ermittelt worden. Wegen des über ihren Verkehr entstandenen Gerede» stellten die beiden inzwei Fällen Klage und erzielten auch Ehrenerklä- r u n g e n. Vor dem Schwurgericht gaben sie nun beide zu. feit 1995 intim miteinander verkehrt zu haben. Als Eff dann Pfarrer von Staadorf wurde, folgte ihm die Stepper dabin als„Verwandte", die ihm das Hauswesen führte. Im Frühjahr oder Sommer 1911 fühlte sie, daß sie Mutter werden sollte; sie wendete Abtreibungsmittel an' und suchte auch sonst durch entsprechende Behandlung eine Fehlgeburt herbeizuführen. Ende 1911 gebar sie«inen Knaben. Sie will aus dem Abort von der Geburt überrascht worden sein. Dem widerspricht aber der Umstand, daß die im Abort gefundene Kindesleiche mit einem alten Iküchenhand- tuch umwickelt war. Der Pfarrer, der als der Beihilfe und der Anstiftung verdächtig, nicht vereidigt wurde, behauptete. von de« Schwangerschaft nicht« gewitzt zu haben, obwohl er zugeben mußte, daß beide de« intimen Verkehr vi« 14 Tage vor der Entbindung fort« setzten und ihm die Leute nächtlicherweile einen Kinder« schnuller an die Pfarrhoftür gehängt hatten. Di« Geschworenen verneinten die Frage aus KindeStötung. sondern bejahten nur die auf AbtreibungSversuch, worauf die Stepper zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Schuld an diesem unseligen Drama ist da? Eheverbot der Geistlichen. Immer wieder zeigt sich, daß ganz selbstverständlich der Naturtrieb die„Geweihten des Herrn' zu„sündhaftem' Lebens- Wandel treibt. Ob aber der Ausgang deS Prozesses da» Rechtsbewußtsein de? Volkes befriedigt, erscheint uns sehr zweifelhaft. Weite Kreise werden wohl der Auffassung sein, daß nicht nur das arme Mädchen, das durch ihre Mutterschaft nach den sonderbaren Ehrbegriffen der Frommen eine Gefallene ist. auf die Anklagebank gehörte; während der Verführer, nachdem er erfolgreich„gebüßt" hat, wahrscheinlich als Geistlicher wieder gegen Unkeuschheit und Sünde eifern darf._ Zwei Dampfer auf der Unterelbe gesunken. Der Dampfer„Vandalia' von der Hamburg-Amerika«Linie ist in der Nacht zum Sonnabend bei der Fahrt elbabwärtS in der Nähe des KrautsandS mit einem von holländischen Schleppern elb- abwärts geschleppten Dock zusammengestoßen, das in Flensburg erbaut und für die Reiherstiegwerst in Hamburg bestimmt ist. Die „Vandalia" wurde schwer beschädigt und sank etwa in der Mitte des Fahrwassers auf 14 Meter Wassertiefe bei Niedrigwasser, so daß nur die Masten und Schorn�»ine au» dem Wasser ragen. Alsbald nach dem Unfall passiert« der Dampfer „Graecia" der Hamburg- Amerika- Linie, ebenfalls elb« abwärtsgehend, die Unfallstelle und beschädigte sich den Boden derart schwer, daß das Schiff, dessen Piek und Raum I voll Wasser lief, auf Strand gesetzt werden mußte. Ein Taucher, mehrere Pumpdampier und Leichter der Hamburg« Amerika-Linie befinden sich an der Unfallstelle, um die„Graecia' zu leichtern und abzudichten. Der Dampfer.Graecia' hatte zwanzig Passagiere an Bord, die mit dem Dampfer.Stade' der gleichen Linie nach Hamburg zurückgekehrt sind. Bon der Mann- schaft des Dampfers.Vandalia" werden der Koch Friedrich Wagner und der Böttcher Schramm vermißt; da diese sich zur Zeit des Unfalles in der Koje befanden, besteht die Befürchtung, daß sie ertrunken sind._ Eisenbahnkatastrophe in Südspanien. In der am Mittelmeer gelegenen Hafenstadt Alieante hat sich am Sonnabend auf dem Bahnhof ein schweres Un» glück zugettagen. Die Maschine eines Güterzuges fuhr bei der Einfahrt tn den Bahnhof die Schutzpuffer um, stieß gegen die dahinter befindliche Mauer, die einstürzte, und drang tn die Halle des Bahnhofes. Dabei wurden neun Personen getötet, zwetund« zwanzig schwer und etwa hundert leicht ver-> letzt. Die Lokomottve mußte mit Ketten hochgehoben werden, um die unter ihr liegenden Leichen bergen zu können. Man glaubt, daß das Unglück darauf zurückzuführen ist. daß die Strecke vor dem Bahnhof sehr abschüssig ist und die Bremsen die erlangte Geschwindigkeit nicht zu mindem vermochten. Des ZinSwuchererS Ehrgefühl. Vor dem Wiener PreßbeztrkSgettcht stand dieser Tage ein k. u. k. Major a. D. Er hatte die.Arbeiterzeitung" verklagt, weil sie ihn einen Wohnungswucherer geheißen hatte. Vor Gericht berief er sich auf das gewohnte starke Ehrgefühl, zur Sicher» heit aber auch darauf, daß nicht er. sondern sein Hauseradministrator für den Wohnungswucher verantwortlich zeichne. Doch siehe da— das Gericht ließ sich darauf nicht ein, würdigte um so mehr die Be» weiSergebnifle und sprach den angeklagten Redakteur frei, weil er bewiesen habe, daß der Herr Major ein WohnungS- w u ch e r e r t st. Ob der nun mit dem Pfund feines Ehrgefühls redlich weiterwuchern wird??_ Kleine Notizen. Serüsteinsturz auf der Zeche Union. Beim Umbau einer Montagebühne eines Neubaues auf der Zeche Union bei Dortmund stürzte Sonnabend morgen plötzlich das Gerüst zusammen, wobei vier Arbeiter unter den Trümmern begraben wurden. Sie konnten nur als Leichen hervorgezogen werden. Absturz eine« amerikanischen Fliegers. In Trent»« ist der Flieger Walsh mit seinem Flugzeug angesichts einer großen Meiischenmenge aus einer Höhe von 799 Meter ab» gestürzt. Er war sofort tot. Die Ersatzpflicht der Whitr-Star-Linie. Da« Bundesgericht hat den von der Whue-Star-Lime aus Anlaß der Tttanic-Kata« strophe zu leistenden Schadenersatz auf 96999 Dollar fest« gesetzt. Die der Gesellschaft gegenüber geltend gemachten Forde« rungen beliefen sich auf über eine Million Dollar. Arveiter-Samariterbnnd(Kreis Brandenburg.) Lchrabend baben in dieler Woche- Berlin: II. Abt. am Montag bei Dase, Brunnenstr. 164, adend« 8'/, Uhr. Schönebe ra: Donnerstag beiHaendel, Vorbergstr. 9. adenb« S'/, Uhr. N o w a w e»: Montag bei Schmidt, Frtedrichftraße. Ecke Wilhelmstraß«. abends 8'J, Uhr. Schönewetde: Montag bei Schulz, Slemensstr. 12. abends 8'/, Uhr Fabrik RlldOlf BftTtSCh Oranienstr. 73. Brautleute, achtet auf meine Firma! Möbeikaol ist VertraneJissacha.. Taueendo meiner Kunden beetStäpen gem, daß sie nicht nur billig, sondern euch reelle Möbel bekommen haben. Versäumen Sie also nicht, mein l-ager zu besichtigen* Faebmäiinisobe Bedienung. Kaufzwang ausgeschlossen, für Vera ntwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. 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Mensteiner Str. 6, Schütz. . 9, Ramthun. . 11. P. Hanfe. 15. C. Ulbrich. 26, SaunuS. Alt'Moabit 42, Dinger. , 82a, Bioliner. AlvenSIebenstr. 9, Merzhau«. Amsterdamer Str. 9, Schmoll. . 26, Kuhrt. Andreoistr. 5, Bioliner. » 16, O. Hanke. , 32, Broksabrif WIlhelma. 35, A. Kirschfe. . 66, Goldacker. Kleine Andrea«str. 21, G. Schüft. AndreaSplatz 3, A. Finger. Anklamer Str. 23, P. Hanke. . 36, H. Clahen. » 48, Haase. 57. Heyer. Annenstr. 4., F. Niemeyer. Amonstr. 3, Treutler. 8. Krause. Antwerpener Str. 4, Küttner. Arndlslr. 5, Konsumgenossenschaft. Artillerieftr. 4, Goldacker. Augustslr. 53, O. Hanke. Badstr. 13, C. Kappler. . 26. Rietz. , 83a, Goldacker. » 87b, Schimezek. . 89, Klickermann. Bandelstr. 38, P. Hanke. varnimstr. 17, Bentdin. 47. Schult. vastianftr. 18, Herberg. BarsuSstr. 6, Hossmann. 16, krause. Bebmstr. 37, H. Bröge. Bellermannstr. 8/10. Skrodae». 84. P. Hanke. Belle-Alliance-Str. 24, O. Hanke. Bergstr. 38, Rentwich. 68. O. Fickert. Bergmaunstr. 10, Knosiu«. , 14a. Polenz. » 19. O. Hanke. „ 99. Bäckereigenossenschast 104, Bloltner. Berlichingenslr..2, Ruft. Bernauer Str. 77, P. Pohl. 97. Marx. »eusselstr. 7. 5S. Eckert. 20, Bloltner. . 24, A. Gras 36, Thiele. 42, I. Langguth. 44. A. Grethletn. . 50, W Welche. . M, � venthin. » 69, spreer. . 87, Ritlner. Biesenthaler Str. 2, Menfing. » 5, Hanke. 14. jiilschke. virkenftr. 32. O. Franf. Blanlenseldeftr.. 6, Schüft. Bwmenslr. 14, O. Hanfe. 61. L. Äeith. . 72. Freyer. 79. I. Sedlatschek. 86. Nordslern. Blücherstr. lt. O. Hanke. 16. B.otlner. vödikerstr. 5. Hanke u. To. 7, KonsumgenoffenschiP. 81. Bäckereigenossenschast. Boppstr. 9, Kelch. Bölig rstr. 5, G. Jordan. Böyowstr. 34, Konsumgenossenschaft. Bortumstr. 6, R. Ludwig. vornholmer Str. 14, T. Bugge. 18. F. Gronau. 75, Muche. 90. R. Sonntag 94, Schmidt. Bornemannstr. 8. Matschte. vosseslr. 8.«ilie». Boyenstr. 11. Beltig. » 24, Ziieuroy. 37, A. Possin. Boeckhstr. 37. �:<�egelmilch. .. 46, H. Aull. «»rhagener Str. 33, Hauke. »raunobrrger Str. 13. F. Klaufing «redowslr. lg/,, F. Lemger. 43, kchön. Bremer Str. 5'. Peiterling. �.. 60 F. Beyer. vriher Str. 7. h. Briese. - 21, Selde. u. To. . 41, L. Osterhagen. vnmnenstr. 3, Mollwetde. » 41, Hanke. . 82. J. Kraft. » 110, Honte u. To. . 129/130, Goldacker. • 154,«. Bullinger. Brüsseler Str. 5. Gaefel. . 18, Dumröse. 22, Huschte. 37, Patzschke. „ 43, 6. Buller. » 53, Hanke u. To. Buchstr. 2, Haderer. Buggenhaaenstr. 3, Binte. Burgsdorsslr. 4, Krankel. 15, K. Linder. vuttmannstr. 20. Kränket. Bülowstr. 18, Bloltner. Büschingstr. 12. Konsumgenossenschaft. Tadiner Str. 4, Ponzet. , 18, Papenbrock. m 19, SB. Hardttt. Camphausenstr. 6, Zindler. Caprwistr. 9, I. Dehme.. , 25, Hanke u. Co. Thamissoplatz l, P. Tichocke. Carmen Sylvastr. 155, S. Lattinke. 157, A. Scholz. Thaufleestr. 89, Goldacker. » 93. F. Hanke. „ 105, Hostmann. 112, O. Hanke. Thodowleckistr. 1, Gebr. Fächer. , 33, A. Hanke. Thormer Str. 34, Gand. » 55, F. Hanke. . 85, H. Wendl. Thristburger Str. 25, Schüler. 30, Tank. , 35, 0. Hellmann. Christianiastr. 8. Eppinger. Colberger Str. 14. H. Hermenau. CöSlwer Str. 1, Albrcch! . 3, GwiazdowSki. Courbidrestr. 19, P. Hanke. Cremmenerstr. 15, Mennigk. Tuvrystr. 5, O. Stieler. . 28, Plautz. , 37, G. Kraatz. 42, v. Lienen. . 44. F. Debe«. Dänenstr. 5, F. Kynast. Danziger Str. 4, Goldacker. » 8, Conrad. 15. Bobel. 31, P. Otto. , 46, Schneider. . 70, Vondran. 94. Robiling. Demminer Str. 23, Malhelka. 25. A. Galling. 35. Micheli. Dennewitzstr. 6, Bloltner. . 19, Blottner. Dieffenbachftr. 52, W. Lau«. 58a, Gebr. Pool. Dirlchauer Str. 13. F. Bachstein. Dolzi er Str 31,«.�»chostsch. 39. H. Kähne. . 36, Reimann. . 51, Dahme«. Dragonerstr. 15. Hoftmann. Dresdener Str. 6, Goldacker. . 17, O. Hanke. Driesener Str. 11, G. Gygel 15, Neugebauer. Drontbeimer Str..3, Barth. Dunckerstr. 2, SuptnSti. , 7, M. Ramsch. „ 23, Tander. . 70, SicjinifL , 80b, F. Deinert . 90, Reichert. Cbelingstr. 5, Blender. 10. C. Boese. TberSwolder Str. 21, M. Teschner. Cberlyjtr. 23. Meyer. , 33, O. Hanke. , 37, Sommer. , 45, Schramm. . 50, A. Brückner. 54, F. Hanke. Tckertstr. 18, E. Hartwig. . 17, Pilz. Cisenbahnslr. 8, Haupt. , 8, O. Hanke. , 13. K. Harnpel 81, Rothe TIdinger Str. 3. O. Hanke. . 32, Wemch. 34a, Utecht . 53, Jana«. » 64, er inNer. . 99, F. Reimann. Tldenaer Str. 2, Merket ttiu«.?,. 25. Sasram. ?»7. O. Hanke. Tllnsfet Str. ,9. O. Hanke. _.» 83, 0. Hanfe. Emdener Str. 17, Pohl. • 50. Konsumgenossensch. i ,5°�umge»olsen,chast @imai qftr. iKchütt. » 20, R. Marlittjvbn. (�ulciitr. 11, Zähr. m Sxerzierstr. 3a, P. Hanke. 19a. Breitlops. . 22. Girnau. Tylauer Str. 13, Blottner. Falckensteinstr. 8. P. Hanke. ö. 17, O. Hanke. 20, g. Fischer. 31, G. Grützmacher. * 37, Muth. 45. Hanke u. To. Fehmarnitr. 10. BolkSbrol. .19, Hanke u. To. 23, Busse. Fehrbelliner Str. 27. R. His-lbarlh 35. Sommersell». gehrbelliner Str. 54, �o�mn�en. Swrt . Hanke. temtcke. anke. inseldt. FldielnNr. 11. Preutz. Fischerstr. 12. H. Liebe. Flensburger str. 29. O. Hanke. Forster Str. 3, Konsumgenossenschast. , 6, O. Weidner, „ 20, Bäckereigenossenschast. „ 42, W. Hildebrandt. , 48, Marlies. Franksurter Allee 29/30, Hanke u. Co. „ 32, Turban. „ 123, Goldacker. 145, O. Schalck. Gr. Franksurter Str. 38, P. Hanke. ,, 139, Goldacker. Kt Franksurter Str. 14, Mittelstädt. .. 18, Goldacker. Franseckystr. 7. A, Wöhlert , 25, Günther. 87, G. Sy. , 41, R. Bengisch. , 45. Thiet 51, F. Türk. Fretenwalder Str. 21, G. Gerlach. 28. P. Hanke. Friedenstr. 38, P. Barth. , 44, Hartmann. , 46, F. Hanke. 47, G. Janfisch. , 101, E. Barth. Friedeberger Strotze 1, John. 14. Hoheisel, griedrichstr. 27, O. Hanke. . 247, Goldacker. Friedrich»berger Str. 17, Schüft. , 20, Sperhake. FriedrichSselder Str. 26, Janke. „ 39, Ouandt. Am Friedrichshain 34, A. Rennoch. Friedrich-Wilhelm-Str. 23, Zapp. Friesenslr. 27, Biotiner. Fruchtstr. 4, Hanke u. Co. „ 36. E. Dobrick. „ 37. Schcrnikau. „ 46, Wilhelma. 83a, Bartsch. Fürstenberger Str. 8. O. Hanke. » 9, G. Kanz. „ 15, Otzwald. Gartensft. 3, Konsumgenossenschast. „ 5, Wach. 61, R. Ichers. Gaudystr. 9, E. ClSner. Genthiner Str. 87, Blotwer. Genter Str. 4. Rossau. 42, Lüddicke. Georgenkirchslr. 67, Schulz. Gcrichtstr. 3, Konsumgenossenschast , 9, Hoffmaiiii. , 14, PsennigSdors. , 23, Bert GenossenschastS- , 53, Jhle. sbäckerei. 78, Haute u. Co. GipSstr. 9, Maitkc. Gilichiner Str 58, Helnroth. GlaSgower Str. 29, Wagenknecht. Gieimstr. 7, K. Metsch. „ 12, A. Merten«. . 14, Jaapil. „ 21, G. Pardemann. „ 29, A. Braun. 42, E. Hemmann. , 50, E. Grolhe. „ 55, Marlin. . 67, Busse. Glogauer Str. 2. A. Schulz. 26. K. Lacke. , 28, Bäckereigenossenich. Goebenstr. 17, Konsumgenossenschaft. Goldaper Str. 5, Saunu«. Gollnowstr. 9, O. Hanke. Gotzkowskqstr. 12, yankc. Görlitzer User 2. R. Heide. . 28, Hanke u. Co. 32 Kneppet Görlitzer Str. 24, Thiet , 36, Ratzoll. , 55, I. Fischer. , 63, Lippcrt , 68, Slernheim. Gormannstr. 24, Thiet 25/26. O. Minuth. Gräsestr. 4. Mulde. 10.«euf. , 12, P. Hanfe. , 35, Bäckereigenossenschast. 39. Kligge. , 65a. Konsumgenossenschaft. 80. Mitlelstädt Graudenzer Str. 12, A. Männchen. Graunstr. 5, Schent , 22, Kynast , 28, Salrenz. 32. F. Hanle. 37. Müller. Grcisenhagcner Str. 8/9, Krien. . 15. A. Riklasch. ,.58, Strehlow. ,.84, Konsumgen. Greis«walder Str. 12, O. Hanke. , 32, O. Hanke. , 46, Langer. 16l. E..nittlau«. 167. Haff. 202, Förster. Grenadierstr. 3, S. Schipper. Greuzstr. 13. W. Ziegeloki. Gricpenowstr. 8/9, K. Meck. Grstnmur. I, Pusch. 29. O. Hanke. Grotzbeerenslr. 65, Blattner. Gr.'Görichcnslr. 43, O. Hanke. Grünauer Str. 21. Puss. , 26, Barock. 12. Butz. Grüner Weg 19, Nordslern. . 54, Ladenlhin. . 75. E. Wolss. . 88. Mack«. . 115, Spillmann. Grünthaler Str. 8. Schmschle. 17. Tietsch. Grünthaler Str. 84, W. Jäckel. Gubener Str. 3l, Land. . 5l, Schulz. 58, A. Deu«. Guweastr. 1, Mindt. . 41, Kubelke. Hagenauer Str. 1, F. Hanke. . 13, K. Ephan. Hagelberger Str. 26, Merzhau«. Hasenheide 49, Krüger. Gr. Hamburger Str. 29, Bobel. Hausburgstr. 5, Bredlau. , 12, Gcrland. „ 18, L. Engel. . 27, Knobloch. Seckmann-User 5, A. Speisekorn. eidenseldstr. 17, Chr. Witsche!. . 21, Spörlein. Heimstr. 7, A. Krüger, HcnnigSdorser Str. 1, Herrmann. „ 13, Ackermann. . 37, Müller. HermZdorser Str. 6, Bobet . 3, P. Hoppe. Hohenlohestr. 3, Görke. 18, Bäckereigenossensch. Hochstr. 2a. A. Rudolf. „ 25, W. Duckert, „ 31, I. Maue. 40, Hentschet Hochstr., Neue 8, Hanke. 24, Schulz. . 31, Hoffmann. Höchst-str. 11, Koppe. 26, Mittelstädt. 38, Stolzenberg. Hochmeisterstr. 1, O. Hanke. , 16d, Konsumgenossensch. , 20, F. Ochmann. Hochftädterstr. 3, Seeger. Holzmarktstr. 13, Blottner. Huselandslr. 20, Abramsohn. „ 28, Herrmann«. » 37, Obeireicher. 48, 81. Czok. Hussilenstr. 13, Potscher. 20, E. Ruhwedel. „ 28, Nelgensindt. 30, F. Hanke. 38, H. Lebelt „ 53, Konsumgenossenschaft. 71, Hanke u. Co. Huttenstr. 4, F. Rochenberg, Hübnerstr. 9, Bauer. 14, A. NeZke. JablonZftstr. 14, Denkewitz. 21. Höhn. Jagowstr. 10, Böhme. 20, K. Brüggemann. Jabnstr. 21, Köhler. , 24, Sperling. Alte Jakobslr. 18/19, Lück. 47. G. Müller. � „ 57/59, Konsumgenoss. 138, Lück. Neue Jakobstr. 17, Blottner. JaSmunderstr. 15, h. Below. , 18, Böltcher. Jerusalemer Etratze, Richter. Jmmanuelkirchstr. 10, Jendroyko, , 20, L>Mla. 32, I. Kaletta. Jnsterburger Str. 5, Schachner. , 13, Peter. Jnvalidcnstr. 14, Hossmann. „ 156, Hanke. 157, Goldacker. Josephstr. 12, Hauke. Jslandslr� 18, A. Daum«. Jülicher str. 5, Dahlenburg, Karlstr. 26, O. Hanke. Kastanien« 8lllee 13/14. O. Hanke. , 35, Goidacker. „ 46, Schurwanz. , 57, Künscher. 68, Werner. Katzlerstr. 18, Merzhau«. Kameruner Str. 16, 81. Dachwitz. 51. G. Klitzwg. 57. TUel. Keibelstr. 5. Htrlch. Kesselilr. 36, Hoffmann. Kirchstr. 1, Goldacker. 8, Bloltner. Kiaulschoustr. 5. Schewe. 17. E. Beseke. Kochhannstr. 14, Konsumgenossensch. , 26, F. Hanke. , 28, H. Krinne«. . 34, Kästner. Kochstr. 49, Bloltner. 62, Konsumgenossenschast. Koloniestr. 9, Enget „ 10, Schröder. „ 30, A. Dering. . 33, Kränket . 34, 8t Wiese. » 71. I. Weichmann. 138, Dimdc u. Breiwng. Kolberger Str. 14, H. Hermenau. . 27, Schivämmlein. Königstr., Neue 82, P. Hanke. Königsberger Str. 1, Goldacker. , 20, Blottner. 30. D. Bohmdors. Köpenicker Str. 9d, Blottner. , 23, P. Hanke. , 48/49. Hanfe. 137, Nordstern. 172, Fischer. , 193, vellwig. KopernituSstr. 3, Konsumgenossensch. 3, Teupel u. Blehhöser. 9. W. Mellnitz. KopernikuSstr. 25, KabnS. . 33. Sch/ /dt. Koppenstr. 8, R. Wie/ouer. 14. O. Haute. . 23, Hanke u. Co. . 25, stradtmeier. 0 45, Hanke u. Co. Koppenstr. 46, Wahl. 49, A. Richter. „ 58, Woblick. , 76, Goldacker. Kopenhagener Str. 2, Müller. , 11, O. Hanke. 28. S. Bcchtel. » 49, Kurth. . 74, Schön. Korsörer Str. 17, Hübner. , 20. g. Hanke. Kottbuser Damm 14, Nichter. , 35, Jültng. Kottbuser User 62», Schönberner. Krautslr. 4/5, O. Hanke. 22. G. Arndt. . 45/46, A. Röhl. Kremmener Str. 15, R. Schön. Kreutzigerstr. 16, A. Kiehne. . 20, C. Jahn. Kuglerstr. 4. H. Ernst. , 8, R. Schulze. Kunkelstr. 5, Bummler. Landsberger Allee l, O. Hanke. , 37, Steinmüller. „ 43, E. Helmeke. „ 51, Weber. , 123, P. Hanfe. Landsberger Str. 1/2, P. Hanke. , 75, Nordstern. Landwehrstr. 7, Matschke. 16a, Wiedemam». Langestr. 8, Nordstern. . 23. Reich. „ 25, O. HUdebrandt. „ 36, Gumniar. „ 40, B. Höhne. , 46, Grax. , 78, Wanjek. . 93/94, Schütt. 106, Beyer. Lausitzer Str. 47, H. Neukuckatz, Lausitzer Platz 13, Rudolpht Lebuser Str. 12, O. Hanke. Lehrter Str. 32. Lorenz. Lesstngstr. 28, Blottner, 38. R, Richter. Libauer Str. 1, Jeske. ,. 4, Albrecht. , 9, I, Weitz. . 17, K. Weber. Lichtenberger Str. 6, I. KierzkowSli. Liebenwalder Str. 1, Luca». „ 8, O. Kränket , 31. M. Jäket . 34a, I. Beltz. „ 44, P. Hanfe. , 60, Klein. Liebigstr. 7, Konsumgenossenschaft. , 31, Martin. . 38. I. Hanke. Liegnitzer Str. 5, Wilde. 7, M. Eckold. 28, Gustav Mteth. , 31, Martin, Lindower Str. 9, Nilson. Lmienstr. 1, O. Hanke. , 168, Kemnitz. . 244, Schütt, Lippehner Str, 35, O. Hanke. Litlhauerstr. 16, C. Swoboda, Löwestr. l, F. Kahlsutz. „ 18, Walter. Lortzingstr. 6, Eichler. 17. Stessen. Lothringer Str. 24, O. Hanke. „ 34, Mollweide. , 64, W. Gamt Lübbener Str. 29, E. Gierz. Lübecker Str. 7, F. Becker. , 47, Schmidt. Lüderitzstr. 5, E. Schönwiese. , 9, Hossmann. . 55. R. Engel. , 60,(8. Kiitzing. Lützowstr. 105, Blottner. Luiscnstr. 7, O. Hanke. Lhchener Str.>7, te Bart „ 26, Koch. „ 31, Bobel. „ 110, P. BorowSkt . 124, A. Brumm. 128, O. Hanfe. Lynarstr. 27, P. Gutsche. Malvlaquelstr. II, Schaut 14/16, F. Laddach. Malmöer Str. 6. A. Zwessin. Mantcusselstr. 11, O. Ermtsch. 19. A. Rohr. „ 45, Blottner. „ 61, Kirschke. , 67, F. T/eme. „ 87, B. Jurke. , 90, O. Hanke. 91, Konsumgenossensch. 99. W.«chrond, 103, I. Ullrich. 129, Rusicke. Markgrasendamm 32, Lehmann. . 35, Hanle it Co. Markgrasenstr. 73, R. Richter. , 99, O. Hanfe. Mariannen str. 5, Toerlitz. . 7, Hanke u. Co. 12, O. Hanke. » 27. ffienzet . 31/32, Gebr. Pook. Marienburger Str. 7, F, Hanke. . 18, Scholz. . 32. Hetz. , 38, Fneürlch. m» 48, Eckstein. Markusstr. 27, Wolroou. » 37, Konsumgenossenschaft. m» 38, Schent MarkuSstr. KI., 12/13, Gebr. Peffchel. Marttn-Opitzstr. 2, Böget . 24, Sulschke. Matternstr. 2, Hempet - ih S.H°nka, , 18, Dorn«. Mauerstr. 66/67, R. Richter. Maxstr. 7, Brotfabrik, Hetnr. Witkler 13 a, Konsumgenossenschast. 17, Garbechl. Melchtorstr. 25, Genschow. Mehnerstr. 21, Giebelmann. 22, M. Modrow. Memeler Str. 7, Knoke. „ 12, R. Merten«. , 14a, Wllh. Zepkln. „ 16, Hanke u. Co. „ 32, O. Lucko. 47, Rüchet , 48a, Hanke lt T» , 52, K. Borbe. „ 59, L. Halbe. 65, M. Rotzplesch. „ 77, Göhr. Mendelssohnsir. 10, Ziegler. Metzer Str. 2. E. Zeitler. 17, W. Block. „ 29, F. Bartet , 42, Oskar Hanke, Sing. Weitzenburger Etratze, Meherheimstr. 4, Johanne«. Mirbachstr. 14,„Volfsbroi*. , 20, Braun. , 25, Lubahn. . 26, Konsumgenossenschaft. , 29, P. Berger. 37, Silin der. , 44, Wolsramm. Mitten walder«tr. 30, F. Dohnat , 44, siogwald. Mickernsir. 124, Blottner. Mühlenstr. 4/5, Heinz. , 3l, Gaeket , 38, Böhla. , 46 a. P. Bohl«. H 51, I. Schön. Müllerstr. 28, Wagnitz, , 33/34, Brolsabr.Gedr.Wttfter „ 63, Hoffmann. 113, G. KlitzittG. 120, Huschle. oppe. /owack. anke u. T«. uschke. oldacker. 156 b, G. Mittendors. , 163, Krause. . 166 a, P. Hanfe. Müncheberger Str. 6, Hanke n. Co. „ 22, Gratz. Muikauer Str. 6, A. Barduh«. 13. Stocklatz. » 28, Moses. . 54, C. Biedennan». Nangarder Str. 4, Strang. . 5, Skietzlina. 37. Skibbe. Naunynstr. 7, E. Fillitz. , 13, R. Lindner. , 64, O. Heilmantt. m 73, O. Winkler. Razarethkirchstr. 37, O. Kränket , 45, R. Schwämmlei». Neanderstr. 27, O. Hanke. Neue Hochstr. 35, Schaeser. Nollendorsstr. 40, P. Hanke Nostizstr. 9, R. Berger. Norweger Str. 3, I. Paulsse. Oderberger Str. 8, R. Müller. „ 27, Bobet „ 38, O. Busch. „ 46, Janitztt. „ 49, Böhmer. , 61, Heide. Oldenburger Str.>4, Geisler. Oppelner Str. 4, W. Schent „ 20, Thomas. , 28, Hanke u. To. , 85, G. Nieget Oranienstr. 19, O. Winkler. „ 31, K. Stausse. , 101, Köhler. , 181, Nordstern. , 186, O. Hanke. 196, A. stuller. Ostender Str. 49, O. Weber, Otaoistr. 35, Rossau. Oudenarderstr. 4, F. Hanke. » 36, W. Sauter. 44,«. Liedener. Palisadenstr. 2, P. Hanke. , 20, O..'ganfe. , 44. Köhler. , 58. Jäket , 106, Nordstern. Pankstr. 38, M. Mendt „ 42, Lüchner, , 68/69, Hanke u. Co, „ 74, Harlmann. . 87, P. Hanke. 91, W. Schwab«. Pappcl-Allee 7, Lüloft. 18. F. Gök». „ 21, Schüller. 24, C. Caselcr. . 50. Kotz. . 54, R. Müller. » 62, F. Hank«, . 85, Adam. Pasteurstr. 15, Hahman». , 38, Schult . 42, Mager. Peltenkoserstr. 5, Hanke«. To Planuser 92, R. Blume Ptanlagenstr. 7, G. Tennigkett. 38. O. Kraulet Potsdamer Str. 138 a, R. Richter. Prinz. Eugen«str. 8(Eingang Anton- stratze/, Skrauje. 20, F. Tautz. Pintschstr. 13, A. Horag. Petersburger Platz 6, F. Hanke. Petersburger Str. 2. Kchnabet » m 82, F. Becker. 47, Loch. 68, Kratzler. Pflugstr. 2, V. Ltbedon. „ 9, II. Hofsmaml. Posen« S trotze 2. H. Heinrich. , 16, Nietsch. Prenzlauer Allee 53, O. Bratbuhn. „ 86, W. Ncmber. 177, A. Veith. „ 182, E. Burger. „ 203, Herrmann. Prenzlauer Str. 13. P. Hanke. Pflcklerstr. 8. E. Letters. 42. A. Ernst. Prinzen-Nllee 10, P. Hanke. , 13, Rusch. , 61, ffi. Toupitz. . 85, Konsumgen ossensch. Prinzenstr. 12, O. Hanke. 85, Nordstern. Proskauerstr. 20, Bauer. . 21, Sorge. , 38, Gabelmann. Putbuser Str. 21, P. Hanke. . 24, L. Winkl«. „ 37, Bobel. „ 46, W. Stange. , 49, F. Hanke. 52/53, Minde. Putlitzstr. 1, Maul. Quitzowstr. 108, Biotin«. Ramlerstr 24, E. Herb«g. 31, Benz. 34, P. Dehmelt. , 36, M. Baeker. „ 37, O. Hanke. Rastenburgerstr. 16, Wittmitz. Rathenow« Straße 27, E. Mar. Ratiborstr. 17. Rück«. Raumerstr. 17, Könnemann. „ 36, 58. Mawschke. , 55, Haubold. Reichenberg« Str. 40, Miericke. 51. Blotwer. , 58. Köhler. „ 64, Meyer. 71, R. Plaza»«. , 72a, Jliling. , 78, Blottncr. , 82, B. Meyer. Reichenberger Str. 91, Berthold. 95a. A. GeschmSki. . 101, C. Wagner. III, E. Trotz. „ 114, Hanke u. To. , 121, Nordstern. „ 135, A. Rost. 145, H. Klautsch. , 150, O. Hanke. „ 153, Zenker. „ 161, C. Schulz. , 168, E. Schmiedel. Reinickendorser Str. 1, Hentschel. , 25. P. Hanke. „ 48, Schon. , 50. P. Hanke. . 87, H. Bloch. „ 95, H. Grosse. „ 102, R. Wenzel. » 112, Goldack«. . 118, Kappler. Revaler Str. 13, Reich. 14, Dense. Rheinsberger Str. 13, Kirschnick. 21. A. Scholz. 26. M. Lorenz. Rhinowerstr. 2. Mühlsteph. 7, E. Wallte. 11, Sobcl. Richthofenstr. 19, O. Müller. . 34, Künzl. Rigaer Str. 21, Reuter. „ b7b, K. Dammkihler. „ 79, Hanke u. Co. „ 100, Bartsch. , 104, Hanke u. Co. Ritterstr. 114, Lange. Rodenbergstr. 2, R. Engel. „ 33, Sander. Rominten« Straße 5, O. Somm«. „ 8, O. Hanke. 20, Alsch-r. „ 25, R. Bienert. » 40, A. Bräumer. „ 43. F. tzorstmeier. „ 54, GorgaS. Rostocker Str. 2, O. Hanke. „ 18, P. Hanke. 31. A. Kelb. „ 35, Konsumgenossensch. „ 40, H. T'chöcke. „ 46, Krüger. Ruppin« Str. 8, E. Geitzler. , 12. O. Hanke. 26, Bobel. Rüdersdorser Str. 2, R. Msyk. . 20, Stier. 29, Hanke u. Co. „ 62, Büttner. Rügen« Straße 3, K. Bey«. , 16, Kürschner. Rykeftr. 7, Deubach. „ 10, Bobel./ 23, Hesse. Samarit«str. 2, F. Grohmann. ,, 11, H Könnemann. 21, Vierheller. 28. Jdlenseld. Samoastr. 22, Schewe. Sch«erstr. 2, Fr. Burek. „ 12. P. Hanke. Schillingstr. 19. O. Hanke. Schiveld einer Str. 4, I. Hildebrandt. „ 9, Koniumgenossensch. 28. Müll«. „ 44, R. Engel. Schlesischeftr. 19, Tennert. Schliemannstr. 24, Reiiewitz. „ 30, F. Hanke. ■„ 32, Japp. � 46, K. Krause. Schonensche Str. 1, H. Ed«. „ 5, Runge. , 8, Walther. 15, Pirschel. 33, Pölkei. Schönfließer Str. 16, Brandt. Schönhauser Allee 63, O. Hanke. „ 70s, Goldack«. , 86. Kiesewetter. ,' 98, Kiesewetler. , 101, O. Hante. „ 158a, Kluge. , 160, Beyer. , 177c, Goldack«. Schönhauser Str., Alte, 33, Goldacker. „ 39/40, P. Hanke. Schönholz« Str. 5, Fr. Milteloach. Schönlemftr. 4, Müller. , 19, Diauschle. Schönwalder Str. 14. P. Hanke. 16. Hagen. 27, Äüthler. Schreinerslr. 4, FredcrSdors. 39, Stessen. 49, A. Dorow. 52, S. Schall«. Schulz endorser Str. 14, Agricola.- Schulstr. 6, A. Höhne. „ 19, LukaS. , 67, Thaler. „ 102, Kleiner. , 110, Praschma. Schwartzkopffstr. 4, O. Krankel. Schwedter Str. 48, Böttcher. „ 52, A. Hübner. „ 254, D. Hanke. Schweden str. 2, Krause. „ 3, Krauje. IIa, F. Hanke. . 19, Kappler. Seestr. 43, Rusch. . 104, Herberg. Seelower Str. 17, Fröhlich. Sickingenstr. 76, Winter. Siemensstr. 7, C. Laads. Simconstr. 14, Lück. Simon-Dach-Str. 5, Steinbachu. 7. A. Zwß«. „ 18, Menckheim. 28, B. Wallner. Simplonftr. 41, Stresow. Skalitzer Str. 18, Winkler. , 63/64, C. Dehme!. 95. StekolaS. , 96. A. Dietrich. 109, A. Köhler. . 120, Gerlach. 124, E. Merlins. Soldiner Str. 12, Kniepert. , 30, Kappl«. , 32, Schultz. , 69, H. Frankenstein. , 72/74, O. Krankel. . 76. F. Hanke. „ 99, Krankel. , 103, Konsumgenossensch. Sonnenburger Str. 13, Gräslwg. Sophienftr. 16, Aschinger. Sorauer Str. 1, Meyer. , 8. F. Kretzschmar. 13. I. Hentschel. Spandau« Brücke Id, O. Hanke. Sparrstr. 4, Kosedeck. . 10. S. Bley. . 20, Hanke u. Co. Sprengelstr. 4/5, Web«. „ 33, P. Jarrasch. Stargard« Str. 2, F. Hanke. , 6, Burk u. Walter. , 12a, Lepki. , 32, Leischner. , 33, Burk u. Walter. . 63. Kell. . 69/70, A. Funk. Stallschreiderstr. 32a. P. Hanke. , 60, Lorenz. Steglitzer Str. 73, P. Hanke. Steinmetzstr. 22, Blotwer. „ 29, MerzhauS. , 42, Blotwer. , 66, Bäckereigenossensch. Stendal« Str 5, Konsumgenossensch. „ 5, Cor» u. Co. , 15, P. Hanke. Stephanstr. 7, H. Damaschke. , 47, Krug. Stettwer Str. 7, F. Hanke. , 21, Krause. „ 26, Klemert. 56, E. Krista. Stolpische Str. 3, W. Meißner. , 22, D. Donath. „ 26, F. Hanke. m 35, Schunert. . 41, F. Hanke. 47. Wurst. Stralau« Allee 20, Gliese. 23. Buge. „ 32a, Gustin. ,. 47, Gaekel. Stralsund« Str. 28, F. Kögl«. , 56, Hermann Loth. Straßdurg« Str. 13, TremuS. „ 28. San witz. „ 35, Hellmann. , 39, Ziebell. Straßmannftr. 2, Hanke. , 8, Feller. 15, Sä. Kell. 35, Sligt. Strausberger Str. 1, T. Reglien. „ 5, Schubert. , 33, Schiele. Strelitzer Str. 4, Näse. „ 15, v. Grabowski. 21, Schulze. 31, Hey. „ 64, E. GramS. Stroniftr. 33, P. Zastrow. Stubbenkammerstr. 2, Sieling. Swinemünder Str. 33, Konsumgenoss. . 43, R. Engel. . 58, Müller. . 66, R. Becker. , 74, F. Hanke. . 80, Prug. . 82, Wmller. . 93. E. Martins. . 106, Kunze. . 114, P. Hanke. 119, Weiß. Tegeler Str. 11, O. Lenzner. 23. M. Dahlke. » 32, H. Krause. Thaerstr. 10, Kellerhoff. 23, F. Hanke. , 64, Blotwer. Thorn« Str. 6, Beyer. , 62. F. Hanke. Thurneyßerftr. 5, Rinke. Tieckstr. 9, Bobel. „ 16, Hossmann. TUfiter Str. 12, P. Schür«. „ 19, C. Hanke. , 24, Piaetz. » 26, Gcßner. . 34, König , 68, Quandt./ , 77, Stadnsdors. . 81, Owfiani. . 91, P. Hanke. Togostr. 4, Konsumgenossenschast. . 8, H. Bletlermann. . 81, Zand«. Torellftr. 4. I Doliwan. Torsstr. 9. Huwe. , 13, König. . 16, Zismer. . 23. Hanke u. Co. 28a. Konsumgenossenschast. Transvaalstr. 14, Ebnes. 20. Bäckerei Zukunst. 46. Hoppe. TreSckowstr. 57, Wecke. TriftsN. 4, Renzel. „ 9, Kühl. „ 43, Krause. „ 47, Zismer. , 55, Rieger. , 64x O. Kränke!. Turwer Str. 36, P. Rißmann. Turmstr. 43, Goldacker. , 67, Hanke.> Türkenstr. 15. Czekalla. Ueckermünder Sir. 11, Sasse , 17, Kremser. Urbanstr. 1, Neubarth. . 25, Th. Herzog. 29. MittZstädt. , 38. Fehse. , 49, W. Hew. , 61, C.® Illing. , 61, Schreier. , 80, Blotwer. , 94, Rawe. , 104, Kruschke. Urbanstr. 112, H. Lutosch. Usedomstr. 4, I. Skulnik. , 20, Schmalenberg. Utrecht« Str. 15, F. Hanke. , 20, Schröder. Beteranenftr. 8, W. Bantsch. 11, O. Hanke. Boigtstr. 32, Henning. . 38, Gulsche. Boltaftr. 32, Bertelmam». „ 42, Zimmermann. 49, Steinkopf. Waldftr. 4, Krug. „ 17, P. Hanke. „ 22, Schreiber. . 25, E. Jglisch. , 42, H Bauer. . 46, H. Pohl. . 50, schön. Waldemarstr. 37, Nordstern. , 66, Hamel. . 76, Claus. Waldenserstr. 9, GierszewSki. „ 15, R. König. 23, Kuppert Aachs. Wallner-Theater-Str. 10, Fränkel Warschauer Str. 16, JarzembowSki. . 60, H. Schulze. 64. Lück. 69. W. Fiebig. Wassert orstr. 22, Blotwer. . 49, Halisch. Waßmannstr. 20, Beter. Wattstr. 1, Pirrwitz. „ 10, Gast. , 21, F. Hanke. Weberstr. 39, Goldack«. , 40b, Nordstern. 42, Schütt. 47. Jaekel. » 53, Schubert. Weidenweg 25, Brost». , 34, O. Hanke. m 48, Hanke u. Co. , 57. Lehmann. 74. Klose. 87, Kirchmei«. WeinbergSweg 7, P. Hanke. Wewstr. 7, O. Stade. . 12a, Bobel. Weißenburger Str. 42, G. MoSler. 55. Nobilwg. 69, Mohsler. Werftstr. 12, Blotw«. Wichertstr. 5, KterzkowSki. 153, Krause. Wiclesstr. 21. A. Staub. „ 27, Schwarzbeck. , 36, Li«. , 47, Ulbrich. . 49, Krug. Wien« Str. 8, E. Schmidt. , 32, Klammek. » 49, Handle. , 56a, Langwitz. , 58, Zajonc. , 61, Beckwert. , 66, Gause. Wiesenftr. 7, F. Hanke. , 19, Dreier. . 23. I. Seg«. , 31, Görtz. Wilhelmshaven« Str. 8, Kappe. , 13, Badeke. „ 17, Danielzik. , 23. George. 37, TeSke. 51, Glück. Wilhelm-Stolze-Str. 4, F. Hanke. , 15, Schmidt. , 21, Schulze. , 35, Bachmann. , 38, LöhnS. 43, Giese. Willdenowstr. 17, TänyeS. , 80, Konsumgenossensch. 37(VertausSst.). Kränket WllSnack« Str. 15, Gotdack«. , 33, Kranast. , 45, P. Hank«. WinSstr. 6, Müller. , 13, Schutt. , 30. Götze. , 63. Konsumgenossenschaft. WiSby« Str. 8, Schulze. Wittstocker Str. 7, Kühn. „ 24, Schreib«. 25, Borck. Wiblertstr. 21, W. Kaiser. W oidenb crgstr. 7, Reim an». 17, Gurlke. Wolgast« Str. 4, Dunkel. Wolliner Str. 23, Dahlen. , 31, C. Schiweck. , 38. G. Hew. , 44, Kunze. , 50, Lawerenz. 68, Leopold. Wrangelstr. 21, F. Franke. , 25, O. Schnase. 45, Tzschetsch. . 65, Konsumgenossenschast. , 66a, Nordstern. , 69, Obst. , 75, Hanke u. Co. 77. owke. , 91, O. Hanke. , 117, Nordstern. , 122, Stresow. „ 126, Spickermann. Wriezen« Str. 8, Heise. 31. Zahl. Iorckstr. 40, Blotwer. 65, Bäckereigenossenschast. Zellestr. 2, Halster. Zimmerftr. 10. Schute. 84. R. Richter. Iinzendorsstr. 8, Rapsch. Zwnskirchstr. 10, Koch. 13, Bobel. 17, P. Andersch. 24, Thiele. ZionSkirchplatz I, Mollweide. Zorndorser Str. 2. P. Hanke. , 8, Ii- Goebel. 20, Waith«. ' 27, M. Mitschmg. , 34, Maaß. 55, Th. Kiew. 61, Konsumgenoss. Zossener Str. 41. Blottner. Zwingliftr. 23, Danielzik. , 24. Genossenschaftsbäckerei , 84, Danielzik. «dlershof. Arndtstr. 7a. H. Kaushold. BiSmarckstr. 11, Konsumgenossenschaft. , 12, Thoma. , 14b, Zugwurit. „ 17o, A. Martenberg. , 18, Schade. „ 48, Laserich. Fried enstr. 15, Krüger. Hackenbergstr. 2, P. Krug. Hoffmannstr. 15, R. Behr. Radickestr. 37. A. Noack. Sedanstr. 4, M. Moritz. . 25/26, Krug u. Co. Selchower Str. 33, Krug u. Co. Alt-Glienicke. Grünau« Str. 2, R. Solle. 29, Großmann. Köpenick« Str. 32, Koniumgenossensch. ,„ 41, Belling. 4G.A. Bothe. Rudow« Str. 73? E. PeriS. Baumschulenweg. Baumschulenstr. 29, Schulz. 65b. H. Senstleben. 70, Stenzel. „' 87, Schmidt. , 94, E. Menzel. Ernststr. 9, P. Hoffmüller. Kiefholzstr. 179, Schatz. 251, Neigcnfind. Scheiblerstr. 29, A. Schulze. Bohnsdorf. Straße 21, Konsumgenossenschaft. Bahnhosftraße, Oelschlägel. , Gebhardt. Borsigwalde. Ernststr. 2, Wend. , 6, G. Etzrodt. , 25, Stege. Räuschstr. 67, Schubert. Schubertstr. 21, Konsumverein. Boxhagen-Rummelsburg. Mt-Boxhagen 4/5, Behnke. , 31. L. Michael». , 35, Manthey. , 44, Löchel. 49, I. Rülke. Bahnbolstr. 9. Fritsche. Boxhagener Chaussee 5/6, H. Schub«t. Gabriel-Max-str. 2, Große. Gärwerstr. 5, Megow. . 31. A. Schern«. Goetheftr. 16, Grötsch. 17, Hanke. Grünb«ger Str. 12, F. Sandmann. 18, E. Löwa. GryphiuSstr. 18. Biedermann. Hauptstr. 82, Kiesimg. Kantstr. 1, R. DluzewSki. , 3, Grünwald. „ 13, A. Schwemmler. . 18, NikoloviuS. Kronprinzensw. 13. Fritsche. Krassen« Str. 15, Marquardt. 19. Reich. 24. Bartich. Lenbachstr. 1, I. Pardeman». 7a, Engelien. Lückstr. 3. Böhme. 15, Werner. 30, Maschl«. 58/59, P. Franke. Mozartstr. 2, Konsumgenossenschaft. 4, Werkmeister. Neue Bahnhofstr. 9, Fritsche. 19, R. Schubert. 23, Grünwald. 27. O. Behlwg. 34, K. Bondmann. Schillerstr. 27, P. Meklenburg. Seumestr. 6, Kroll. 15, Wonneberg«. 21, Koop. Sonntagstr. 31, Mantbeh. 36, Joachim. Türrschmidtstr. 21. F. Westphal. 31, G. Schön. 38, Grünwald. Wilhelmstr. 42. M. Luatwitz. Wismarplatz 3, Konsumgenossenschaft. Wühlischstr. 3, Schleich. 27, Marquardt. 32, O. Jand«. «ritz. Bürgerstr. 12. Dieckhoss. 24, Thog. 50. Formeist«. Buckow« Chaussee 4, A. Wiangte. Chausseestr. 36, Hagemcist« u. Dalli. 37, Däuml«. 75. Wendi. 77. R. Schulz. 114. R. Dietrich. Dorsstr. 19. Völskow. , 47, Stahn. Franz-Körner-Str. 4. Michaelis. Hannemannstr. 1, Lucker. Jahnstr. 41, I. Plack. 45, Becker. Rungiusstr. 3, Adamek. Rudower Str. 8, Liersch. 13, B llmann. 34a. Müller. Werderstr. 21, A. Pamiwitz. 31, Ecke Rungiusftraße, Konsumgenossenschaft. 56. A. Trunk. 70. G. Richnow. 89, Formeister. Buckow. Bahnhosstr. 7, Hurlig. 18, Ackern, ann. Chausseestr. 1, Bläsing. 38, Ramdohr. 51, Kaiser. 53, Dallert. Dorsstr. 20, Simort. Eharlottonburg. Ansbacher Str. 8, Blotw«. 28. P. Hanke. Augsburg« Str. 18, Blotwer. 26, Blotwer. Berliner Str. 115, Goldacker. 116, Porath. 135, Ulbrich. Beusselstr. 78. Ulbrich. Canerslr. 27, Bäckercigenoflenschasl. 19. Ulbrich. Charlottenburger User 10, Kotzau. Christstr. 18, Bäckereigenossenschast. , 83, Donner. Danckelmannstr. 1, Porath. 44, Lehmann. 55, Ulbrich. Eosanderstr. 11, Ulbrich. Erasmusstr. 12, R. Bednaririck. 16, Dietrich. asanenstr. 61, P. Hanke. ranliinftr. 20. Bäckereigenossenschast. Goethesir. 17, P. Hanke. Grolmanstr. 15, Ulbrich. Grünstr. 27, Thiel. Huttens«. 62, Schäfer. , 70, A. siernSdorss. Kalckreulhstr. 1, Blottner. Kantstr. 32, Porath. „ 67, Ulbrich. , 80, Poraih. . 134b, Goldacker. Knobelsdorffstr. 7, Thiel. „ 40, Danielzik. 43, Ulbrich. Kömgsweg 5, Oito Düring. Krummestr. 14, Ulbrich. Leibnizstr. 65,.Ulbrich. Magazinsir. 6, Thiel. Meerscheidtstr. 3, Volksbrot. Motzstr. 19, Ulbrich. Mindener Str. 26, Bäckereigenossensch. Nehringslr. 14, Thiel. Neltelbeckstr. 14. Blotw«. Nürnberger Str. 22, P. Hanke. 39. Ulbrich. 42. Goldacker. Osnabrück« Str. 31, Schiefe. 26. PribhI. Pestalozzistr. 74, Thiel. „ 101, Bäckereigenossensch. 104, Porath. PotSdam«Str.I2, Konsumgenossensch. 30. Thiel. , 42, Uibrich. Scharren str. 30, Ulbrich. S ophie-Charlotlcn-Str 87, Ulbrich. Spandauer Str. 30, Ulbrich. Spreestr. 43/44, Ulbrich. Tauroggener Str. 2, Thiel 10. Konsumgen. 45. Ulbrich. Nsnauftr. 10, Hawellek. Wallstr. 23, Konsumgenossenschast. 50, Ulbrich. 100, Porath. Weimarer Str. 29, Konsumgenossensch. Witmersdors« Str. 41, Ulbrich. 44, Goldack«. Wilmersdorf« Str. 62—63, Ulbrich. , 66, Goldack«. , 105, Porath. , 156, Lasse. , 163. Ulbrich. Falkenhage». Berlwer Str. 50, Schulz. Hauptstraße, Bock. Franz.. Buchholz. Berliner Str. 50, Schulz. Pankow« Str. 28, H. Ullrich, Friedenau. Cranachstr. 58, Porath. Friedrich-Wilhelmplatz 2. Moselstr. 7, Konsumgenossenschaft. Rheins«. 38, Porath. , 65, Porath. Friedrichsfelde. B«lw« S«. 66, Hampel ,, 102, Gillard. Caprwi.Allee 44, Konsumgenossensch. Prinzen-Allee 3, Rau. Waldersees«. 49, Miloleit. Grüna». Königs«. 2, Konsumgenossenschaft. Köpenick« S«. 12, Meyer. , Stadelhoff. Grotz-Lichterfelde. tirdinands«. 24, Klopsch. chützens«. 3, Bieling. Halensee. Heildronner s«. 11. Troyke. Kursürstendamm 114, Porath. Westsälisches«. 49, Ulbrich. Haselhorst. Zlm Kanal Engel. HxinrrSdorf. Kail«-Wilhelm»straße, Müll«. . S«. 72, Buchwald. Rothenbachs«. 51, Ed«. Uckermarks«. 47, Engel , 49, Briesemeister. Hennigsdorf a. H. SWert Bärihek. zv, oua«eig Friedbergstr. 39, Ulbrich. Friedrich-Kari-Platz l3,; Nitsche. lbert Lücke. Wilyelw Lücke. August Mahnkops. Karl Möwiu». Wilhelm Seiler. Friedrich Wolter. »ermann Wott«. Karl Wolter. Wilhelm Wolter. Grassenberger. Ww. Somm«. HermSdorf. B«liner S«. I6a. Konsumverew. Hauptstr. 34, Herrmann. Ncpiunslr. 36, Laus«. Seebad 1, Ladewig. Hohen- Schönhause«. Berliner S«. 99, Richter. Quitzowstr. 2, Richter. Maihoser. Werneuchen« S«. 4, HähnigeS. Johannisthal. Bismarcks«. 6. Konsumgenossenschaft Friedrichs«. 6, Ludwig. , IIa, Ludlcy. ,, 18, Schmidt. tövels«. 1, Rodel. aiser-Wilheimstraße, SensLcben. Karlshorft. Dönhoffs«. 9, Kneiding. 35. Hansen. Doroibcastr. 27, Eichborn. k. nsef«. 56, C. Schönherr. Tres� wallee 100, Konsumgenossensch. Kaulsdors. Dorsstr. 1, Springborn. Köpenick. Berliner S«. 33, Tauchert. Bergmanns«, g, Bergnann. Gutendergftr. 1. Breitlrcuz. Glienicker Sir. 99.Tackenberg. Grüns«. 8, Hauck. Grünauer S«. 18, Nordstern. 27. Krämer. Kaiserin-Augufte-Vittoria-s«.-3, Ulbrich._. Kaiserin-Auguste-Viltoria-S«. 16, Schilling..' K°iI«.Wilhew..Str. 53. � 100, Micland. 104, Krug u. Co Louisens«. 9, O. Retzlafß MahlSdorser S«. 1. Richter. Mariensir. 14, Alserl. Mcntzcls«. 8. Grabia. Wüggciheimer Str. 13—14, Jaros. Paristuss«. 17, Klüm«. Pestalozzistr. 18, Schiel. Rosens«. 2, Kämps. Rudow« S«. 25, Hew. Schönlwd« Str. 12, F. Schaöl Lichtenberg. Augustas«. 29, Försterlwg. Bürgerheimstr. 102, Konsumgenoss. Bwmenthals«. 7. Schültzke. Dostes«. 6, Hofimeist«. Eitelsir. 30, Kerkau. Finows«. 30. Roth«. Franks. Chaussee 41, K. Senget. 61, Holter. , 88, O. Strunk. , 91, K. Försterlwg. , 104, E. Scholtze. , 154, Pfennig. Frankfurt« Mee 197, Küster. Friedrich-Karl-S«. 14, B. Scheunat. Friedrichs«. 7, M. Matwer. Gürtels«. 10, H. Schwarze. 11, E. Bischoff. „ 23, K. Wedde. 27, Rauduth. Jrenenstr. 17, O. Neuendors. Jungs«. 3, Loewle. . 14, O. Sparman». Kreutzigers«, 1, Schmauer. Königs«aße, P. Pürschke. Kronprinzens«. 1, Konsumgenossensch. 8, Nebel. 26, Susat. Leopolds«. 1, Säger. Lesstiigstr. 10, Fr. Schwall». Margaretens«. 8a, Schacher. Mainzer Str. 24, L. Schmidt. Möllendorff«. 32, Schulz. 82, B. Mägdesra». Müggelstr. 25, Schwenke. 28. W. Dorrhau«. Niederbarnwis«. 5, Rudolf. , 12, Groß. 25, HilgeudoiG. Oderstr. 1, Lebner. . 27a, R. Maschl«. Psarrstr. 73. Deqa. Ratbauss«. 3, I. Werkmelskr. Ritt«guls«. 22. Konsumgenossenschaft. Röders«. 54, Feuer. RummriSburger S«. 15, Grunewald. 72. Römer.. Sophieustr. 8, Zborowski. 23. Erlich. Scharnwebers«. 23, K. Hanke. , 34, O. K«g«. , 46, H. Schwarz». 74. Böhn. Traveftr. 3. vethke. Weichsel!«. 22, BzadkowSkt. , 29, SwillmS. Wagners«. 1, K. Försterlwg. Wartenbergstr. 70. A. Frtedt. Weserstt. 9, Kotschatt. . 22, F. Hahn. , 24, Owsianny. Wilhelms«. 18, Löbme. , 57, I. Buchma»». , 69, Bärwols. , 75, A. Linde. Lindenberg, Dorff«. 28. E. Höst. Mahlsdors. Bahnhosstr. 2. A. Lehnhardt, „, 12, Scharny. m 31, R. Grunow. Marieudorf. Bergstr. 23. Odenlperger. Chaussees«. 21, M. Nowack. , 27/ Kotzan. 34. P Pürschke. .' 62. A. Flatow. Dorfs«. 262, Hentze. Großbeerens«. 128, Tietz. Kaisers«. HO, Konsumgenossenschaft. Kursürstens«. 63. Bree. Lonkwitzer str. 30, Kniff. Ralhausi«. 99, Grelnpl«. Rwgs«. 83, Grernpier. 83, Schütz. Schöneberg« S«. 98, S«elitzs«. 13, Petereit. Neuköklu. Allerstr. 37. F. Raudereit . 42, Hübner. . 46, Troff«. Am Wasserturm. Egger«. Anzengruberstr. 5, P. Lang«. Bendas«. 21, Spanbel. Bergstr. 27, A. Gabbert. 73, Kahlert. . 84. H. Schäp«. . 96, Bobel. „ 122,«. Eb«. , 143, Liebeno«. Berlin« Str. 16, R. Schidgiet , 20, P. Ramm«. 58/57, E. Haase. 76/77. P. Hanke. , 80/81, Raum u Ladet , 85, K. Rübe. . 88, P. Werneke. BerthelSborser Str. 13, O. Marint Boddins«. 13, Bäckereigenossenschaft. , 21, HänSgen. _» 6 t, Langer. Bodes«. II, A. Schäfer. . 16, F. Schessl«. » 25, H. Haboeck. » 28, C- Oeck. Böhmische Str. 47, Koniumgenossensch. Brusendorser 6«. 2, N-w-sadlo. Bürkners«. 9, P Canner Chaussee 179. Döbler. Delbrückl«.»5, F. Modrow. m. S'fS: ' 112, G. Gernböf«. jjeue Donaus«. 54, Wct.ebor». Elbcs«. 6, W. Schnelder. 13, K. Haupt. , 16, M. Lunlwitz. Ellens«. 52, F. Pielsch. 82, R. Woelki. Ems« S«. 5, Schulz. , 12, H. Conrad. , 26. Bobel. , 33, Konsumgenossenschaft. , 44,«urdack. . 78, E. Friedrich. , 91, E. Friedrich. . 103, W. Swnudt. „ 115, Psefserlorn. 120, AUman». Erkftr. 15, O. Jahnte. Eliangerftr. 8, E. Bahrholz. Falls«. 1, Kummer. , 12, Weigl. 21. Moczko. 25/26, G. Perseke Rachs. Fried elf«. 3, A. Zimmermann. ,, 15, Konsumgenossenschaft. . 37/38. P. Haute. » 44, Schir, meist«, . 47. A. Busch. » Grygat. gattadra�e 45, D. Spring«. » 55/56, Mehner. 60, I. Hübner. Soethestr. lg. A. Dobrick. Heidelberger Str. 76. O. Hanke. Hermannstr. 16, C. Rasch. 28. E. Senkbeil. „ 34. F. Wagnitz. „ 33, SP anbei. 42,43. F. Arft. „ 47,®. Jänicken. „ 54, R. Hildenbrand. 61/62, Badtke. „ 74, R. Kunz. 108, Spandel. „ 149, R. Kluge. , 159a, Hagen. 170, Janeck. 174. Babel. Hermannstr. 175, g. Arnold. 231, H. Karl. Herrsurtbplatz 10, A. Wendt. H-rrsurthftr. 23. Fr. WachSmuth. 26, M. Firnstei». . 34, O. Hanke. f erthastr. 3, A. Franz. ertzbergstr. 21, R. Goertz. » 22, Fiedler. 28, Rummler. tzobrcchtstr. 21, M. Wölls „ 29, F. BoeliuS. „ 43, R. Sommer. H ohenzollernplatz 11, Bälkereigenoff. ■, 13, W. Schmidt. „ 18, O. Markus. Jagerstr. 63, F. Jonscher. „ 70, P. Halm. 77. H. Ckrusch. Jansastr. 2, H. Westenloff. Jlseslr. 30,<£ Schulz. Jnnstr. 9, all. Gorzyzka. Johann.Huh-Str. 1, H, Sponar. Jsarstr. 7, G. Putzke. JuliuSstr 65, I. Schulz. Kaiser- Fnedrichstr. 7, Hcimann. 12. H. Zinke. , 28, G. Wagn«. 34, Haupt, 39.«ordasch. „ 62, A. Sahlmanu. „ 72, O. Stepban. „ 80, A. Schmidt. „ 162, M. Kasten. „ 175, F. Wügmann. 247. D. Hanke. KarlSaartenstr. 19, H. Vonnoh. Knesebeckstr. 33, R Gallert. „ 35, Spandel. 41. T. Lelzig. 68, M. Schars. .„ 96, de la Motte. 146, PH. Kühnel. Kottbuser Damm 69, P. Hanke. . 101, Roemer. Kranoldplatz 7/8, Jacobi. L iubestr. 13, Koch. Leinestr. 57/58, H. Friedrich. Lenauitr. 14—15, Gustav Israel. Lessingstr. 22, Hammel. Lichlenrad« Str. 42, Schwichtenberg. Mamzer Str. 1/2, Pardemann. 56, A. Schalt. Manitiuistr. 9, A. Guedel. Mareichstr. 10/11, H. ReihS. Mariendorser Weg 1, H. Freudenreich. Maybachuser 16, SB. Lange. München« Str. 18, Kühnel. 25, F. Lorenz. „ 39, Koniumgenossensch. „ 40/41, O. Hanke. 44, Heidenreich. Reikarstr. 5, Feuitel.> Neue Jonasstr. 33. Plageman». Niemetzstr. 3, A. Holubar. 10. M. Persel«. Nogatftr. 8, Paukstadt. Nogatfk. 16, I. Jaineck. „ 32, Tbieme. . 51, Dähre. Oierstr. 3,». Metiky. „ 11, C. Anders. Oflaftr. 34/35, Sorge. Pannierstr. 4, R. Riem«. „ 13, P. Frischgemuth. . 20, K. Jung«. „ 27, Bülotv. 34, G. Juling. Pfiügerstr. 3, Mannigel. „ 13, E. Grenz. . 57. B. Vogel. 72. Bobel. „ 77, Nachtigall Nachs. Prmz-Handierh-Str. 7, Bobel. 22. C. Däniike. 24. O. Krause. , 35, Bäcker ei- genossenschaft. 38, S. Raschick. 70, 93. Mitulla. „ 75, R. Frese. 83. g. Fiedler. Reuterftr. 32, g. Richter. „ 33, g. Beyer. „ 46. g. Sch mischte. 76, Bobel. Reuterftr. 81, A. Vogtländ«. „ 89, Weigelt. Richardplatz 16, Blasius. Richarditr. 23, I. gbrentrant. „ 28, A. Babing. 61, Bobel. „ 63, g. Wllke. 104, K. H-ntte. Ringbabnstr. 25, P. Scholz. Roieggerstr. 40, O. Arendt. Sanderftr. 5/6, H. Kadotv. 18. M. Matschte. „ 21, H. BrandeS. „ 23, I. Protz«. 81, R. Timm. Schillerpromenade 2, Schwichtenberg. 13, Polly. , 29, G. Schierarndt. SchSneweider Str. 9, F. Lewau. Schub omastr. 5, A. Stritzke. Seichower Str. 23. 91. Messer. 27, Lehmann. Sieqhüedftr. 44, A. Bei«. Slemmetzstr. 23, g. Kumm«. „ 24, Schreiber. „ 39, R. Senstleben. „ 53. R. Fing«. 70. tz. Wille. „ 74, C. Hennig. 101, A. Löwigt. „ 109, Bäckereigenossensch. III, R. Schall«. Swttgart« Str. 53. F. Godawa. Tellstr. 10. H. Zille. Teuditz« Schöueweide. B«lin« Str. 30, Gaedicke. , 65, Lobecke. 110, Gaedicke. vrückenstr. 7, Gadicke. Sedanftr. 1, Sing«. Ober-Tchönewetde. Deulstr. 9, H. Lutz. gdisonstr. 9, Krug u. Co. , 48, Konsumgenossenschaft. 49, Wcrnicke. Frischenstr. 21, D. Sorge. Lausenerftr. 4, Kleist Luisen ftr. 5. M. Firnstein. , 8, Nachtolg«. 12, Konsumgenoffenschast. Luisenstr. 28, Gutzke. Mathildenstr. la, F. Gr-eben. Marienstr. 18, F. Fronober. Nalepastr. 51, C.«chmalseld. Rathenaustr. 7, F. Fronober. . 31, Krug u. Co. SiemenSstr. 16. W. Timm. Stabystr. 23. P. Franke. Tabbertstr. 35. P. Seidelmann. Waltftr. 10, C. Schmalscld. . 12. Schmalseld. . 23, Grotzmann. Bilheiminenhosstr. 1, O. Bieber. 17. R. Gebler. . 17, Otwumn. . 87. Faltenberg. Ostends«. 20, Spazier. Pankow. Berlin« Str. 23. Pape. 84. B elicke. Brehmeftr. 52, P. Hanke. Floraslr. 80, gnget Goellertstr. 29, Finlenbep. Körschstr. 11, Bochnig. Kaiser-Friedrich-Str. 67, Wieneckc. Maximliianilr. 2, Wieb«. Mühlenstr. 37. Müll«. Schulzcstr. 14, Hennig. Schönbolz« Str. 9,«eyffert. Schonenichestr. 33, Volk«. Uckermarkstr. 181, Battell. Wollankstr. 20, Tanlltz. » 68, F. Hanke. » 102, Konsumgenossenschast. Plötzensee. Charlottenburg« Weg 12, Seissert Reinickendorf. Amendeltr. 18, Schmidt. 104, Popp. Antonienstr. 56, Hoffmann. B«Iiner Str. 69, Mittendorf. , III, GuthmuthS. 134, Gottschalk. Birtenstr. 59, G. LowinSkh. Bürgerstr. 20, g. Popp. Nchbornftr. 16, Konsumverein. „ 25, H. Kube. „ 35, Kube. 72. Wurst GesellschastSstr. 31. Koblch. Gotffchedftr. 41, Hoffmann. Grün« Weg 50, Modrow. Sansastr. 3. Zimmer. ausotlerstr. 3. Hoffmann. 102, R. Pwmeh«. H«bftstr. 24, Fr. Kottenbahn. Holländerstr. 20. g. Niffchke. , 125, Weihrauch. Hoppektr. 16, Konsumgenossenschaft. JuftuSstr. 14. tzossmann. Kamekestr. 12, Lütz. Markstr 12/13, 9t Albat. Provinzstr. 51, Lang«. 53, g. Rapp. , 80, H. Schröder. „ 83, H. Baumgärtel. III, Münch. Refidenzstr. 61, Bitte. , 102, g. Grotzberndt. 125, Brost. „ 130, Reinhardt. 150, Liebig. Rütliftr. 15, M. Förster. Scharnweberstr. 25, Voigt. „ 55, Düw«. 65, Wälle. 117, Brülling. 135, Bustedt. Sommerftr. 52, Neumann. Spandau« Weg 4. Mathn«. Waldstr. 61, L. Giese. Wilkeftr. 1, Schmidt. 62, Neue Berliner Genossen» schastsbäckerei. Rosenthal. Hauptftr. 179, Ziekow. Rudow. Köpenicker Str. 84. Sokoll. Schmargendorf. Breitestr. 22. Georg Klingbeil. Schöneberg. 9llbertttr. 12. P. Start Apostel.PauluSstr. 40, Konsumgenofl Babnftr. 2. Porach. Barbaroilastr. 67, Wetzet Beizig« Str. 61, Boche. Colonnenstr. 4, Hanke u. Co. gberSsir. 25/26. Ecke Tempechoserstratze. Koniumgenosseiischast Eiienacher Str. 63, Biotin«. Erdmaunilr. 5, Ct Friedrich. Goltzstr. 16. Blottner. H 31, Goldacker. Gotenstr. 1, Konsumgenoffenschast. „ 11, Blottner. Grunewaldsir. 35, Walt«. Gustao-Frehtag-Str. 9, Hanke a Co. Gustao-Müll«-Sir. 48, Möllinghoff. Herbertstr. 10. Bricks. Hohensriedbergstr. 19, Blottn«. . 21, Schwarz«. Kaiser-Friedrich-Str. 4, LrickS. Merseburg««r. 2. Blottner. Rotzstr. 30. Porath. Sedanftr. 34. Brick«. Siegfriedsir. 1. BrickS. Spey«« Str. 1, Porath. Tempelhos« Str. 21, Porakh. Selchow. g. Schulze. Spandau. Achenbachstr. 6. Bühl /Hauptgeschäft). Ack«stratze, Ecke Falkenhagen« Straße. Adamstr. 2, Bühl. , 40, Kröning. Charlottenstraße, Ecke Potsdam« Str., Bühl. alkenhagen« 28, Nützel. /cldstr. 15, Schulze. ölderichstr. 5, Konsumverein Merkur. amburg« Str. 49, Kram«. sagowstr. 26, Freg«. ynarstr. 5, Bühl. Mauerstr. 8, Schulze. Mtttelftr. 13, Konsumverein Merkur. Neuendors« Str. 16. Bühl. Neumeisterstr. 11, Scholz. PicheiSdorser Straße 13 Bühl. Schönwalder Straße 26, Bühl. 64. Bühl. Streits«. 23. H. Häbnel. Stresowplatz 16, Bühl. Barchel, Faltenhagen. Steglitz. Awrechtftr. 18, Porach. B«gstr. 93, Marott. Birkbuschstr. 16, Linda«. Lenbachstr. 2, Sulzer. Mommsenftr. 59, Schrödtt. Rbeinitr. 41, Schröder. Schlotzstr. 104, Porath. Stralau. 9W-Strala» 49, Schwabe. , 56, G. Reilke. Südende. Brandenburgische Str. 3, vutzek. HalSkeftr. 88, Butzek. Tegel. Brunowftr. 41, Ziegl«. ggellstr. 22, Mayer. Hauptstr. 28, Petersohn. Schlieperstr. 69, Schwanz. , 67, Reimann. , 70, Konsumverein. , 78, Hümmer. Schloßstr. 27, Petersohn. Schöneberg« Str. 64, Konsumv«ein. Tempelhof. Berlin« Str.42/43.KonIumgenoffensch. Friedrich-Bichelm-Str. 32, Kotzan. „ 117. BooSzyn. Germaniastr. 154, Teuchert. Gottlieb- Dunkel-Str. 59, Herrmann. Ob«landftr. 1, Schaas. Treptow. Beermannstr. 6, K Kolditz. Tlsenstr. 38, B. GeSke. Elsenstr. 108, Tetziaff. Grätzftr. 6, D. Hacker. , 10, A. Psenzia. . 19/20. Karl Müll«. , 23, Gaedicke. , 25, C. Krause. 28. Scholz. » 58, Konsumgenoffenschast. . 65, Gonsior. Harzcrstr. 119, Wodansch. Karpsentcichstr. 19. Liebte. ftiesholzftr. 17, R. Albrecht. BSatdmaunSlnft. rete Scholle. Konsumv«ein. reie Scholle 16, Rohloff. öaidmannftr. 1, I. Forgatsch. Weiftenfee. B«lln« Allee 75, Schüler. , 144, HarenburH. „ 183, Niederlei». 219, W. tzüttig. Charlottenburg« Str. 23, Furchert. , 78, W. Przwda. , 79, H. Dahm. , 80, Wiek. , 93,«. Sollt». „ 98, Heyden. glsatzftr. 16, P. Danielak. Gürtelstr. 12. B. Stolpe. HewerSdorser Str. 11, P. SikorSki. 24. A.»endt. , 37. Beßrich. , 48, Barz. , 56, Boy. LanghanSstr. 51, KottmuS. „ 55, C. Su«ow. , 75, W. Waub«. „ 98, gmU Engel. 104. gckerk. . 144/145, Konsumgenoff. Lehder Str. 26. Wirttcke. , 64, 23 miete. , 112, Stegner. , 119, G. Beckmau». 120, R. Klinke. Lochringenstr. 12, Schenk. „ 31, A. Kemper Parkstr. 4, W. gngel. 7, Fr. Wiedeman«. PistoriuSstr. 8, L. Söhne. „ 16. S. Hähng«. „ 34, Teichman«. „ 9 t, Buttg«S. 95, Lempsuhl. Rölckestr, l0, MachtanS. . 12, 9l. Lange. , 17a, Hilschner. „ 127,«. Hoffmau». Sedanftr. 16, I. Dahm. 78. Thiele. , 94, g. Dohm. . 106, C. Vogt. Streustr. 2, A. Bauer. Uckermarkstr. 3/4, M. Kohkr. 178, I. Stohr. Wörthftr. 12, Heiden. . 24, schul, n. Ca. Wittenau. Bahnhofs». 6, F. Karftad. HermSdorser Str. 42, Gutschotv. Rosenchalerstr. 17, Karstadt. , 18, Frost. , 25, Plältn«. „ 42, Pracht«. Oranienburger Str. 98, Heuntg. Wilhelmsberg. KoSkeftr. 17, F. Müller. Wilhelmsruh. gdelweißftr. 11. I. LaschinStt. Fontanestr. 24, Srüchow. Hauptftr. 9, Rau. Linden-Allee 7, Konsumverein. Wilmersdorf. Berlin« Str. 135, Blottner. Bruchsal« Str. l, Porath. Düffeldorser Str. 8, Blottn«. Meinckestr. 16/17, Blottn«. Uhlandstr. 38, Ulbrich. , 49, Goldack«. „ 105, Porath. 133, Ulbrich. , 150, Porath. WilhelmSaue 27KoniumgeuofftnIch-st Achtung! Die Groh-Bäckerei von Albrecht, Boxhagener Strafte 1Z, mit ihren sämtlichen Filialen gilt nicht als geregelt. Parteigenossen! Haussrauen und Arbeiter! Der Kampf, de« die Bäckereiarbeiter führen» ist ein Kampf um einen Ruhetag, zur Schaffung von me�ch�nw ü�r d k g e n Berhältnisse«, und um Anerkennung deS paritätischen Arbeitsnachweises. Wir sind überzeugt, daß die Arbeiterschaft von Groft-Berlin, wie immer, die Bäckergesellen in ihrem Kampfe wird. Hoch die Solidarität! Achtung! Diese Liste und eventuelle Nachträge bitten wir aufzubewahren! Achtung! Sie erscheinen i» Zukunft nur nach Bedarf. Listen sind zu jeder Zeit auf dem Verbandsbureau. Engelnfer 14, lll, Zimmer 65(Telephon Amt Moritzplatz Nr. 2396) zu haben. 40/7 � Ter Bertrauensman« der Bäcker und Konditoren Berlins und Umgegend. tksnleo's ürotbäckereien Zum Quartals- wechsei! All. Schwala.n nun for»,,«,.- •e'l0n 01. IMIttr, In Btt'w wt allst. umcetoKsn" In dl»»»» Wohnung, dt,„„ r,Ut, jid. Hiofle.u Ut min tuen b.flliten, D.M.'.ed* wwn mttghoh. dann und wenn Und wl I«"e-« nl.Mn. 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Arteb rnttr.� 46,«t» gang W.«ettelbedftr. 85 O. llrtr»rtd>Sber«»r Etr. «orhnqeuer Etr. 88 (Sörinerstr. 28 Tiislter- tr. 00 voweitr.« Petersburg« Plgtz 0 Wilbelw.etot,e»Etr. 4 Tda«ltr. 88 R Odilia tut ftr. 80 Soltiacr Etr. 45 Straftmanaftr. 8 «oocniact Etr. 88 lädlckrnftetnftr. H Tre.'dener Sit. 48 (Öraefeftt. 18 Stalllchrrtb«ftr. 88» Alerandrtnenftr« 110 dioNrudarfftr. 4« . Eieanver«tr. 78 , Vkürnberaer Etr. 88 , Wueibeier. 17 » Ilnsbadier Etr. 88 VW. INtldnait« Etr. 45 .«andelftr. 88 , Stendal« Etr. 15 l Wal» ftr. 17 n Roftoif« Etr. rft» .«onkowSktiftr. 18 Bn» k» m Wo Hanf ftr« 08» n et» k 0 1 1 ta: ttattbui« Tamm Ol» B«ltner Etr. 70.77 „rtedelftr. 84-85 Vermannftr. 880 IIn.TimmsI Lpeiial-�i-zt tür tiout» und ilornleiden. kttmenslr. 41. ÄSÄ W— 8. 5—7. Sonntags 10—12. 3—4 fciemen�tönigstädtisc� | OroBe Frankfurter Sir. 76. Femfprether: fflönigilabl 12 801. I empfehlt den geehrten Vereinen mein. Saal m. groß. Bühne. 300 Pers. | fassend. 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Als Frucht einer Reihe Resolutionen und Anträge, die der Reichstag im Laufe der Jahre beschlossen hatte, veranstaltete die Regierung im Februar 1911 eine Erhebung über Arbeitsverhältnisse in den Bureans der Rechtsanwälte. Das Resultat liegt nun in einer Bearbeitung des Reichsstatistischen Amts vor. Obwohl das minutiös ausgearbeitete Material als„Enquete über die Arbeits- Verhältnisse" bezeichnet wird, kann es einen vollgültigen Anspruch auf solche Bezeichnung nicht machen. Dafür ist sein Manko doch zu groß. Die sehr wichtige Frage der Entlohnung der Angestellten ist nämlich vollständig unberücksichtigt geblieben. Und die Be- soldung der Angestellten in den Bureaus der Rechtsanwälte ist gerade der wundeste Punkt. Doch sehen wir zu, welche Kenntnisse uns die Enquete vermittelt. Es sind insgesamt 2863 Fragebogen zur Verteilung gelangt, und zwar 1416 an Rechtsanwälte und 1423 an Angestellte. Zurück- gekommen sind 2763 Fragebogen, von Rechtsanwälten 1382, von Angestellten 1383. Nur in einigen Fällen ist eine Beantwortung der Fragen verweigert worden. Die Erhebung ersaht 2745 Betriebe mit 9648 männlichen und 1946 weiblichen, zusammen 16 988 An- gestellten. Von diesen waren 2635 unter 16 Jahre, 2458 von 16 bis 18 Jahre alt. Die Erhebung ermittelte 2361 männliche und 92 weibliche Bureauvorsteher; ein Bureauvorsteher war noch nicht 16 Jahre alt. Lehrlinge wurden gezählt: männliche 1546— gegenüber 2311 Gehilfen, weibliche 92— gegenüber 1688 Gehilfinnen. Demnach scheint die Lehrlingszttchterei in den Anwaltsbureaus stark kultiviert zu werden. Dabei ist allerdings zu bemerken, daß die Intensität dieser Kultur geographisch sehr stark differiert. Von 166 Angestellten waren Lehrlinge: im Reichsdurchschnitt 13,4, im nördlichen Deutschland 14,9, in Süddeutschland nur 12,3, dagegen im nordwestlichen Deutschland 21,9 und in Mitteldeutschland gar 27,4. Das wird eine nette„Aus— bildung" sein. Relativ gering ist die Zahl der weiblichen Lehrlinge. Das erklärt sich wohl daraus, dah genug Damen mit besserer. Schulbil- dung und geringeren Lohnansprüchen zur Verfügung stehen. ES sind nämlich unter den weiblichen Angestellten verhältnismähig viel mehr mit besserer Schulbildung, als wie unter den männlichen. Ton den männlichen Angestellten hatten nur 12,1 Proz. eine höhere Schule besucht, von den weiblichen jedoch 36,4 Proz. Daraus erklärt sich auch, dah die Zahl der unter 16 Jahre alten weiblichen An- gestellten im Vergleich mit den männlichen Angestellten der gleichen Altersgrenze gering ist. 42 weibliche An- gestellten von unter 16 Jahren stehen 1458 männliche dieser Alters- gruppe gegenüber. Auch mit der Altersgruppe von 16 bis 18 Iah- ren ist daS weibliche Geschlecht schwächer vertoeten, nämlich mit 394 gegenüber 2664 männlichen Angestellten derselben Altersstufe. Das Hauptkontingent der weiblichen Angestellten dürften perfekte Ma- fchinenfchreiberinnen und Stenotypistinnen stellen, die wohl schon vorher eine andere Lehrzeit durchgemacht haben. Eine Zusammen- stellung aller Angestellten nach Beruf und Altersstufen gibt diese Uebersicht: Die Lehrlingsverhältnisse, die das Reichsamt absichtlich in den Vordergrund schiebt, beleuchten noch die Tatsache, dah unter den 1296 Betrieben, in denen Lehrlinge beschäftigt werden, 414 gezählt wurden, deren Gesamtpersonal zu 46—56 Proz. aus Lehrlingen bestand, und in 223 Betrieben die Zahl der Lehrlinge gar mehr als 56 Proz. de? Personals ergab. Zudem waren die meisten Lehrlinge ohne ordentliche Lehrverträge eingestellt worden. Nur für 16,4 Prozent der männlichen und für 13,7 Proz. der weiblichen Lehrlinge lagen schriftliche Lehrverträge vor. Abmachungen über die Daner oer Lehrzeit waren nur in 1449 Fällen(71,6 Proz.) getroffen wor- ven. Unter 166 männlichen Lehrlingen hatten 3,3 eine Lehrzeit bis zu einem Jahre, 17,1 von 1 bis 2 Jahre, 64,3 von über 2 Jahre, 15,2 unbestimmter Dauer. Für die weiblichen Lehrlinge ergaben sich in derselben Reihenfolge diese Ziffern: 7,1— 17,9— 28,6— 46,4. Dah unter solchen Verhältnissen die sogenannten Lehrlinge ein Spielball der Willkür des Unternehmers sind, liegt auf der Hand. Sie beweisen auch, wie notwendig es ist, dah der Forderung der Sozialdemokratie, die Materie im Sinne der einschlägigen Be- stimmungen des Handelsgesetzbuchs gesetzlich zu regeln, entsprochen werde. Die Erhebung erstreckt sich sodann auf die Arbeitszeit. Sie konstatiert, daß die Arbeitszeit■ einschließlich der Unterbrechungen für die meisten Angestellten im Reiche(62;5 Proz.) mehr als 16 bis 11 Stunden regelmähig dauerte. In Süddeutschland ist die Arbeits- zeit einschließlich der Unterbrechungen bei der Mehrzahl(56,7 Proz.) der Angestellten niedriger, sie beträgt mehr als 9 bis 16 Stunden. In Hamburg beträgt für beinahe ein Drittel der Angestellten (32,2 Proz.) die Arbeitszeit einschließlich der Unterbrechungen, neun Stunden urch weniger. Eine besonders hohe Arbeitszeit einschlich- lich der Pausen von mehr als 11 Stunden hatten im Reiche 5,3 Proz. der Angestellten. Im nordöstlichen Deutschland waren cS 6,7 Proz� im nordwestlichen Deutschland 8 Proz., in Mitteldeutschland 4,9 Prozent, in Süddeutschland 2,7 Proz. aller Angestellten. Betrachtet man die rein« Arbeitszeit, so hatte beinah« die Hälfte aller Angestellten(48,6 Proz.) eine Arbeitszeit von mehr als 7 bis 8 Stunden. Nicht viel geringer ist die Zahl derjenigen (44,9 Proz.), welche eine reine Arbeitszeit von mehr als 8 bis 9 Stunden hatten. Auch bei der reinen Arbeitszeit besitzt Süd- deutschland ein« verhältnismähig kürzere: 56,3 Proz. arbeiten mehr als 7 bis 8 Stunden und nur 37,4 Proz.(gegenüber 44,9 Proz. im Reichsdurchschnitt) arbeiten mehr als 8 bis 9 Stunden. Iaht man die reine Arbeitszeit bis 3 Stunden einschliehljch zusammen, so hatten im Reiche 52 Proz. der Angestellten eine reine Arbeitszeit bis einschließlich acht Stunden. Im nordöstlich«» Deutschland waren es 48,1 Proz., im nordwestlichen Deutschland 63,8 Proz., in Mitteldeutschland 82,3 Proz., in Süddeutschland 59,7 Proz. aller Angestellten. Bei 1597 Betrieben(58,2 Proz. aller Betriebe) und für 6131 Angestellte(55,8 Proz, aller Angestellten) haben Verkürzungen der Bureauzeil an bestimmten Wochentagen stattgefunden. Meist(in 1514 Betrieben und für 5846 Personen) fand diese Verkürzung der regelmäßigen Bureauzeit am Sonnabend statt. Die Verkürzung schwankt zwischen 1 bis 6 Stunden. In 8 Betrieben für 25 Per- sonen wurde die Arbeitszeit periodisch bis zu 3 Stunden verlängert. In 1173 Betrieben(42,7 Proz. aller Betriebe) wurden aber auch die Pausen regelmähig verkürzt, und zwar meist'(in 1162 Betrieben und für 4463 Angestellte) am Sonnabend entsprechend dem früheren Bureauschlusse. Außerdem wird auch noch vielfach Ueberzeitarbeit geleistet. Der Versuch, die Ueberarbcit im Bureau für die Zeit vom 15. Januar bis 14. Februar 1911 zu ermitteln, ergab folgende» Resultat: Im ganzen haben während dieser Monatsfrist in 736 Betrieben 2727 Personen(24,3 Proz. aller Angestellten) Ucberarbett im Bureau geleistet, die pro Dag zwischen 14 bis 2 Stunden dauerte und an 1— 22 Tagen geleistet»verden mußte. Schließlich hatten auch noch 1654 Angestellte in 654 Botrieben Sonntagsarbeit zu leisten. Zu bemerken ist weiter, dah die Arbeits- zeit während der Gerichtsferien vielfach durch Urlaubsgewährung oerkürzt wird. In den meisten Fällen wurde von den 1676 über» Haupt hierfür in Betracht kommenden Botrieben die Bureauzeit um 1— 3 Stunden(in 1678 Betrieben) verkürzt. Urlaub, unter Weiter- zahlung der Gehälter, erhielten von allen Angestellten 84,9 Proz.: 1.8 Proz. bis 3 Tage, 16,6 Proz. 4— 7 Tage, 65,1 Proz. 8—14 Tage, 13,5 Proz. 15— 21 Tage und 3,9 Proz. über 8 Tage. Ein trauriges Kapitel ist das der Kündigungsfrist. Solche war für 7248 Angestellte überhaupt nicht vereinbart. Da 96,6 Proz. dieser Angestellten monatlich entlohnt werden, gilt für sie die gesetz- liche 14tägige Kündigungsfrist. Für 3697 Personen waren Kündi- gungsfristen festgesetzt, davon für 1181 Personen solche von 14 Tage» und weniger. Jedenfalls beweist die Erhebung, daß die Gesetzgebung an der Regelung der Arbeitsverhältnisse in den Anwaltsbureaus nicht länger vorbeigehen kann. WitterungSüberficht vom 5. Oktober 1912. Stationen Iwinemde. Hamburg Berlin granff.a.iDI. München Wien £ 5 S 2 c H if 776 ZW 777!®» 777'ZW 77SMO 777)NO 778 N vettci llbedeckt ?wolkig Ihcftcr 2tvolkenl 4iroolfenI Lheitcr -->« i? 10 4 1 — 1 —2 0 Stationen " i ü! h Haparanda Petersburg ®cillh Aberdeen Paris 757 N if Ii � S 762 774 770 776 TW ®®r I tu vB't» k76NNO Wetter 2wolkenl 3 bedeckt 3 wolkig 2 halb od. Awolkenl ** C""* ij Sä — 8 2 11 « Q Wetterprognose für Tonutag, den 6. Oktober 1912. Wärmer bei lebhasten südlichen Winden und langsam zAiehmender B» wölkung; nachher etwas Regen. Berliner Wetterbureau-ch jert&iiScHe und arnerikanisdhie ULSTERMODLN 1912�19 15 \J}zG2t27'2äj2�js£hS72c/e/2 fjocfeiz sjcspspsp* Nr. I. Oliv, grau oder briuullchcr muaterter Cheviot fcrti�jemodemsfe Ulster J* Nr. 2. Hell und dunkclgraue Diagonal- Cheviota mit bunten Streifen.... Nr. 8. Braun und grünlich melierter Che viot engl lach verarbeitet........ Nr 4. Dunkelbrauner Flauschitofl, streng modern......... Hochmoderne �Xbllvelour�HütB in Teller- oder Koiff-Form detSfe. resede, jfiau und grün 4.90 3.75 2.90 27 m. Nr S. Orau, braun oliv, nach englischer OH Art gemusterter Cheviot.......... vü M- Nr. 6, Fein gemustCTter Chevloi oder OO Flausen, neueste Farben.........•*** yi- Nr 7. Cheviot« und Flauschstoffe mit an- Oß gewebter Rückseite,„Spesial- Marke4'. wW M- Nr. 8. Klein karierter Cheviot mit bunten 40« Effekten.................... Nr. 10. 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