N-.«33. Abonnement;- lZeckingiingen: Abonnenients- PreiS iränumercilcho! Liorlcljährl. 3.W Mr.. monatl. 1,10 Mk., wöchcnlUch 2S Psg. frei ms Haus. Einzelne Nuimncr S Pfg. Sonntags- numnicr mit Mustriertcr Sonntags- BeUage„Die Neue Welt" lO Pfg. Post- Slionnemeni; 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements ndhinen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. vie Tnfertions'Gtbfltir beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- gelle oder deren Raum 00 Pfg.. für politische und gewerlschaftliche Vereins- und Verlnininlungs-Anzeige» 30 Plg. „Kleine zsn-eigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg. tzulässtg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Etellenacfuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buch- stoben zählen für zwei Worte. Inserate silr die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpeditwu ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Vlchelni täglich aoScr OloiUai. Verlinev Volksblnkt. Telegramm-Adresse: „Sozisilltwoliräl Rtrüfl". Zcntralorgan der rozialdcmokratifchcn partci Dcutfchlands. Redaktion: SRI. 68, Ltndcnetraaac 69. Fernsprecher: Amt Moritzplast, Nr. 1983. Dienstag, de« 8. Oktober 1913. Expedition: SM. 68, I-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Keformvechrechungen der OiM Tie Türkei ist sowohl dem Ultiinatum der Balkan- staatcil als der geplanten Aktion der Mächte zuvorgekommen und kündigt an, daß sie in ihren europäischen Provinzen endlich jene Reformen durchführen wolle, zu denen sie schon der Berliner Kongreß im Jahre 1878 verpflichtet hatte. Es heißt nämlich in dem Artikel 23 des damals nach dem russisch-türkischen Kriege zwischen der Türkei und den Groß- mächten abgeschlossenen Vertrages: „Die Hohe Pforte verpflichtet sich, auf der Insel Kreta das organische Reglement von 1868 gewissenhaft zur Anwendung zu bringen und dabei die etwa billig erscheinenden Abänderungen zu treffen. Analoge, den örtlichen Bedürsniffcn anzupassende Beslimmungen sollen, ausgenommen bezüglich der Kreta gewähr- ten Abgabenfreiheit, gleicherweise in denjenigen übrigen Tci- lcn derTürkei eingeführt werden, für welche eine besondere Organisation durch den gegenwärtigen Vertrag nicht vorgesehen ist. Die Hohe Pforte wird besondere Kommissionen, inner- halb deren das eingeborene Element zahlreich vertreten sein soll, zu dem Zwecke ernennen, um diese neuen Reglements im einzelnen in jeder Provinz auszuarbeiten. Die aus diesen Arbeiten hervorgehenden„Organisationsent- würfe" sind der Prüfung der Hohen Pforte zu unterbreiten." Auf Grund dieses Artikels arbeitete die Pforte ein Gesetz für die Wilajets der europäischen Türkei aus. das 1880 veröffentlicht, jedoch nie ausgeführt wurde. Danach sollten die Provinzen parlamentarische Vertretungen erhalten. Tie�von ihnen votierten Gesetze bedürfen der Eanktion des Sultans, die jedoch nicht verweigert werden darf, wenn das betreffende Gefetz den Vorrechten des Sultans oder den Interessen des Reiches nicht nahe tritt. Die I u st i z soll von der Verwaltung unabhängig werden, die Richter unabsetzbar, Christen und Mohamuledaner vor Ge- richt völlig gleich sein. Die Provinzialeinkünfte sollen in erster Reihe den betreffenden Provinzen verbleiben. Daß die türkische Regierung 22 Jahre diese Reformen unausgeführt gelassen hat und sich an sie erst in höchster Not erinnert, ist sicher nicht geeignet, Vertrauen zu ihren jetzigen Versprechungen bei den Balkanstaaten zu erzeugen. Die nächste Frage also, die sich erhebt, ist, ob die Türkei die Aus sührung dieser Reformen unter europäische Kon t r 0 l l e st e l l e n will, ja, ob dies ihr angesichts der kriege rischen Stimmung des Landes heute auch nur mehr möglich ist. Ohnedies hat die Veröffentlichung der Reformbereit- Willigkeit bei den Parteien und bei der Armee einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. BedeM man, auf wie schwachen Füßen die türkische Regierung steht, wie die Jungtürken nur darauf lauern, durch Ausnutzung der nationalen Erregung wieder zur Macht zurückzukehren, so ist ohne weiteres klar, daß die Macht der Regierung, dem Kriege auszuweichen, heute eine sehr begrenzte geworden ist. Auf der anderen Seite können die Balkan st aaten, wenn sie noch einmal zurückweichen wollten, dies jeden» falls nur dann tun, wenn die Ausführung der Reformen ihnen von den Großmächten garantiert wird, wobei die Mei- nungen über das Ausmaß natürlich zwischen ihnen und der Türkei weit auseinandergehen. Werden aber die Groß- mächte eine solche Garantie übernehmen? Die Diplomaten rühmen sich ja des Werkes, das sie in den letzten- 24 Stunden geleistet haben. Herrn P 0 i n c a r 6 sei es gelungen, Oester- reich und Rußland zu einem gemeinsamen Vorgehen zu ver- einen und auch das lange zögernde England zum Anschluß zu bewegen, nachdein Deutschland von Anfang an die französische Regierung unterstützt hat. Sieht man sich aber das Resultat genauer an, so scheint es, daß die Gemeinsamkeit der Aktion nur dadurch erreicht worden ist, daß man ihr von vornherein jede größere Bedeutung eigentlich genommen hat. Die Mächte werden sich darauf beschränken, mündlich in Konstantinopel zu erklären— die Uebcrreichung einer Note hat Oesterreich abgelehnt—, daß sie auf keinen Fall Besitzveränderungen zu- geben würden, dagegen von der Türkei die Durchführung von Reformen erwarten...„ Dieselbe Erklärung sollen in den Balkanstaaten die Ge- sandten Oesterreichs und Rußlands als Vertreter der Groß- mächte abgeben. Damit ist aber die eigentlich wichtige Frage, welche G a r a n t i e die Großmächte für die Durchführung der Reformen selbst übernehmen, umgangen, und daraus ist eben ersichtlich, daß der Gegensatz zwischen Rußland und Oester- reich ungeschwächt fortbesteht, da Oesterreich im Gegensatz zu Rußland von irgendeinem schärferen Druck in Konstantinopel nichts wissen will: denn an der Stärkung der slavischen Staaten an seiner Grenze hat es kein Interesse. Ebensowenig will aber England— und daher sein Zögern auf die Türkei eine Pression amsüben, um nicht seinen neugewonnenen Ein- fluß aufs Spiel zu setzen. So bleibt es, trotzdem Nicht ZU ver- kennen ist, daß das Entgegenkommen der Türkei den B e- ginn einer Lösungsmöglichkeit oder wenigstens den Ailfschub des Balkankrieges für das Früh- jähr bedeuten könnte,, doch sehr zweifelhaft, ob die Aktion der Mächte noch einen Einfluß ausüben kann. Die„Nordd. Allgem. Ztg." spricht auch in ihrer Sonntagsnummer nur mehr davon, daß die Verhandlungen der Mächte dahin gehen, den eventuellen Krieg zu lokalisieren, läßt es aber dahingestellt, ob eine Aussicht vorhanden ist, den Krieg ganz zu verhüten. Und ganz ähnlich meint die„Neue Freie Presse", die die Meinungen des österreichischen Auswärtigen Amtes wiederzugeben pflegt: „Der Vorschlag des französischen Ministerpräsidenten wird den. Krieg lokalisieren und die schlimmsten Mrkungen verhüten. Darüber hinaus reicht er nicht. Den Segen einer tiefgreifenden Wendung in dem Verhältnisse zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland hat er nicht gebracht, und nur als Bürgschaft,'daß die Großmächte sich in die Kämpfe auf dem Balkan nicht hineinziehen lassen, wird er Hier in Wien gewiß willkommen sein." Diese Urteile sind pessimistischer, als die aus Paris stammenden. Sie scheinen aber auch zur Stunde noch den Tatsachen mehr zu entsprechen. Und diese Erklärung wird nicht einmal gemeinsam er- folgen, sondern von jedem Vertreter der Mächte getrennt. So will es Englan d. -!°* Die Reformankündigung. Konstantinopcl, 7. Oktober. Ein amtliches E am m u- niqüe besagt: Bezüglich der Refarmen für die europäischen Wilajets ist beschlossen worden, ein provisorisches Gesetz in An- Wendung zu bringen innerhalb der Grenzen des Gesetzes, das im Jahre 188« gemäß Artikel 23 des Berliner Brrtrages in einer Beratung türkischer und auswärtiger Funktionäre ausgearbeitet wurde und das sehr grundlegende Reformen für alle Teile der Bevölkerung auf der Grundlage vollkommener Gleichheit vorsah. ,Es heißt, daß die versammelten Senatoren für die An- Wendung des Gesetzes von 1880 stimmen werden. Kein gemeinsames Ultimatum. Sofia, 7. Oktober. Ueber die A b s e n d u n g eines U l t i m a t u m s an die Türkei, das wahrscheinlich von jedem der Balkanstaaten getrennt gestellt werden dürfte, sind nach Angaben an zuständiger Stelle bisher keine B e- s ch l ü s s e gefaßt worden. Vorher dürften die Forderungen Bulgariens durch eine Note den Großmächten mitgeteilt werden. Eine Ueber st llrzung dep Ereignisse dürfte schwerlich eintreten. Abberufung von Konsuln. Belgrad, 7. Oktober. Die vorgestern in Uesküb stattgefundenen Demonstrationen gegen das dortige serbische Konsulat haben die serbische Regierung veranlaßt, um ernsteren Zwischenfällen vor- zubeugen, die Mitglieder des Konsulats mit Ausnahme des Vizekonsuls Wutschkowitsch nach Belgrad abzuberufen. Die diplomati leben Verhandlungen. Dir Aktion der Mächte. Paris, 7. Oktober der gestern morgen in Paris eingetroffenen Antwort er- teilt das Wiener Kabinett seine Zustimmung zu den Vorschlägen, die von der französischen Regierung aus- gegangen sind. Die unerheblichen Aenderungen, die von Oesterreich angeregt worden sind, zielen hauptsächlich darauf hin, den von dem Ministerpräsidenten P 0 i n c a r 6 in Uebereinstimmung mit Ssasonow abgefaßten Wortlaut der Note in einem Punkte genauer zu umschreiben. Diese Note soll von den Gesandten Oesterreichs und Rußlands als den Beauftragten Europas in Sofia, Belgrad, Athen und Cetinje vorgelegt werden. Sic stellt fest, daß die Mächte entschlossen sind, den territorialen Status quo auf dem Balkan aufrecht zu erhalten. Oesterreich verlangt, daß dieser Paragraph durch einen Zusatz vervollständigt werden soll, der vorsieht, daß die Mächte sich verpflichten, die Integrität des Ottomanischen Reiches unangetastet zu lassen. Dieser Forderung wurde sofort von Poincar6 und Ssasonow t b e i g e st i m m t, wie es ohne Zweifel auch bei den anderen Mächten der Fall sein wird. Die Antwort Englands! und Deutschlands auf. die Mitteilung, die ihnen gestern morgen gemacht wurde, wird voraussichtlich morgen bekannt werden. In diesem Falle würde der Schritt Rußlands und Oesterreichs bei den Balkanstaatcn im Laufe des Dienstags erfolgen können. Die Auffassung in Paris. Paris, 7. Oktober.(Privattelegr. ides Vorwäris.) Ein Korrc- spondcnt des„Temps" befragte den türkischen Minister Reschid Pascha auf der Rückfahrt vom Ouchy jm Bahnzuge über den Stand der Friedensverhandlungen mit Italien. Der Minister erklärt, ohne offizielle Mission in der Schweiz gewesen zu sein. Die privaten Besprechungen haben die Diskussion erleich- tert, aber wichtige Punkte blieben noch ungeregelt. Demgegenüber wird aber von anderer Seite versichert, daß die tür- kisch-italienischen Friedenspräliminarien bis auf einen Punkt be- endet seien. Der endgültige Vertrag dürfte in etwa zehn Tagen unterzeichnet sein. Weiter meldet der„Temps", daß in Sofia große Rißstimmung über das Einvernehmen Poincares und Sa-! (Meldung der Agence Havas.) In sanowö herrsche, sowie über das österreichisch-russische Zusammen- tvirkcn. In maßgebenden Kreisen Sofias wird jede Intervention gegen den Krieg für absolut wirkungslos erklärt, sie bedeute jetzt und in Zukunft nur eine Feindseligkeit gegen die Balkanvölker. Der„Temps" bedauert, daß England eine gemeinsame Aktion in Konstantinopcl vereitelt habe, da bei den isolierten VerHand- , lungen die Türkei leichter die Meinungsverschiedenheiten der ' Mächte feststellen könne. Die Balkanvölker sterben erst demobili- sieren, wenn die Türkei den Mächten bestimmte Erklärungen abgibt. Indes sei heute der Krieg schwieriger als gestern. Das türkische Reformversprechen sei ein günstiges Symptom. Dagegen erklärt das„Journal des Debats" diese Ver- sprechungen für wertlos, nur bestimmt zur Umgehung der Ber- liner Kongreßbeschlüssc. Zustimmung Englands. Paris, 7. Oktober. Die englische Regierung hat die französischen Vorschläge angenommen. England zieht es jedoch vor, daß in Konstantinopel die Aktion der Mächte anstatt kollektiv individuell vor sich geht. P 0 i n c a r 6 und Ssasonow einigten sich über den Vorschlag Greys. Die Uebereinstimmung unter den Mächten ist somit vollständig. Ssasonow telegraphierte sogleich an den russischen Botschafter in Wien, um ihn zu bitten, sich unverzüglich mit dem Grafen B e r ch t 0 l d iu Verbindung zu setzen und die Stunde zu be- stimmen, in welcher die Botschafter Rußlands und O e st e r r e i ch s i n den B a l k a n h a u p t st ä d t e n ihre Aktion im Namen der Mächte ausüben sollen. Man glaubt, daß die Intervention der Mächte in Kon- stantinopel morgen stattfinden wird. Erklärungen im Unterhaus. London, 7. Oktober. Unterhaus. Staatssekretär deL Aeußeren, Sir Edward Grey, führte in Beantwortung einer Frage über die Lage auf dem Balkan folgendes aus: Ich befürchte,> daß meine Auskunft im gegenwärtigen Augenblick nur allgemeiner Natur fein kann. Wie das Hau« weiß, ist die Läge auf dem Balkan sehr kritisch und gibt zu großen Befürch- t u n g e n Anlaß. Die Großmächte tun, was sie können, um einen Bruch des Friedens zu verhindern. Tie beiden Punkte, auf die sich ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich gerichtet hat, sind der Aus- druck ernster Mißbilligung eines Friedensbruches auf dem Balkan und die Notwendigkeit, die Reformen in der europäischen Türkei wirklich durchzuführen. Diese Notwendigkeit ist bereits von der türkischen Regierung zugegeben worden, und die Einführung wirk- samer Reformen sollte der Türkei den friedlichen Besitz ihrer euro- päischen Provinzen sichern. Die Schwierigkeit ist auf der einen Seite für die Türkei, angesichts der Mobilisierungen der Balkanstaaten zu Reformen zu schreiten, und andererseits die Balkanstaaten zu überzeugen, daß die versprochenen Reformen das Wohlergehen der mazedonischen Bevölkerung wirksam sichern werden: Gestern sind endgültige Vorschläge für gemeinsame Schritte gemacht worden, die.durch die Großmächte oder in ihrem Ramen unternommen werden sollen, um diese Schwierigkeiten durch Vorstellungen bei den Balkaustaaten und in Konstantinopcl zu über- winden, und wir haben ihnen z u g e st i m m t. Unter den euro- päischen Großmächten, die am unmittelbarsten am Balkan inter- essiert sind und deren Grenzen durch einen Krieg in jener Gegend am meisten in Mitleidenschaft gezogen würden, herrscht der eifrigste Wunsch, den Frieden« ufrechterhalten zu sehen, und dies ist meiner festen Ueberzeugung»ach eine Bürgschaft dafür, daß, wenn der Friede auf dem Balkan gebrochen wird, keine der europäischen Großmächte in den Krieg h i n e i nj- gezogen werden wird.(Beifall.) Der Radikale Mason fragte, ob die Regierung, wenn die gegenwärtigen Verhandlungen fehlschlügen, ihre guten Dienste da« für verwenden würde, daß die ganze Frage dem H a a g e r Schiedsgericht überwiesen würde. Darauf antwortete Staats- sekretär Grey: Ich möchte lieber nicht daran denken, daß die Schritte, die die Mächte jetzt beraten, fehl- gehen. Sollte es dennoch geschehen, würden wir selbstverständlich unser Möglichstes tun, um die Einigkeit unter den Mächten zu erhalten, und wir würden keine Initiative ergreifen und keinen Vorschlag tun. der geeignet wäre, jene Einigkeit zu beeinträchtigen. Der englische Standpunkt. London, 7. Oktober.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Greys Erklärung im Unterhause hat heute abend hier die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens auf d e m B a l k a n wieder neu belebt, obwohl man all- gemein die Schwierigkeiten eines erfolgreichen Eingreifens der Machte nicht verkennt. Die Hauptschwierigkeit bleibt nach englischer Ansicht die Durchführung der mazedonischen Reformen. England mag nicht energisch gegen diet 11 rkischeRegierungvorgehenaus Furcht vor der Gefahr einer zweiten Revolution, die die englandfeindlichen Jungtürken wieder ans Ruder bringen könnte: auch hat es die Gefühle einiger muhammeda- nischer Untertanen zu berücksichtigen. So werden aus Kal- k u t t a ungeheure Massenmeetings der Muh am- m e d a n e r gemeldet, in denen gegen die Raubpolitik der christlichen Staaten Stellung genommen wird. Die„Times" fragten heute morgen, wie die Mächte die Türkei bewegen oder zwingen wollten, die Reformen durchzuführen, wenn den Balkanstaaten das Programm der Mächte annehmbar sei: ob man etwa die Türkei durch Waffengewalt zwingen werde? Von Reformversprcchungen habe man in der Wer- sMgetchel? f3)oft Nel gebort. NaV den Ausführungen des Sprachrohrs des Auswärtigen Amtes darf man sich von einer Intervention der Mächte nicht viel versprechen. � Zwei Noten der Pforte. Konstantinoprl, 6. Oktober. Die Pforte veröffentlicht den Text zweier durch die türkischen Botschaften den Mächten über� mittelten N o t e n vom 2. und 4. Oktober. Die erste legt in ein- gehender Weise dar, daß die Mobilisierung der Balkan- staaten keine Berechtigung habe. Die zweite führt aus, daß, wie es die Pforte vorausgesehen habe, das mündliche E i n- schreiten der Mächte bei den Balkanstaaten nicht den gewünschten Erfolg erzielt habe. Selbst wenn der eine oder der andere dieser Staaten geneigt wäre, den Ratschlägen der Mächte zu folgen, würde er durch die Furcht, das zwischen den Staaten geschlossene Abkommen zu verletzen, daran gehindert werden. Andererseits könnte die Ueberreiztheit der Völker dieser Länder nuv dadurch, dah energische Matznahmen an- gedroht werden, besänftigt werden. Diese Ueberreiztheit hat natürlich einen Rückschlag hervorgerufen bei der otto- manischen Bevölkerung und der Armee, die bereits durch die ver- brecherischen und blutigen, seit Jahren begünstigten Umtriebe aus der Fassung gebracht seien. Die ottomanische Regierung sei daher bereit, die letzte Herausforderung anzunehmen und jeden Angrist auf die Sicherheit und Würde des Reiches zurückzuweisen. Die Lage sei iiuherst ernst. Wenn die Mächte sich zuviel Zeit lassen sollten, um sich über die zu ergreifenden Massnahmen zu einigen, könnten sich die Ereignisse überstürzen und die Feind- selig leiten beginnen, noch bevor es zu einer Intervention käme. Die Türkei tue ihre Pflicht, indem sie noch einmal auf die Gefahren hinweise und auf die Notwendigkeit, sie unverzüglich zu bannen. Türkische KriegsbegeisterunA Konstattiinopel, 7. Oktober. Heute ist der letzte Tag für die Einrückung der Reservisten. In Konstantinopel strömen die Einberufenen zu ihren Bataillonen und durchziehen mit Musik und Fahnen die Strassen, wobei auch begeisterte Kund- gedungen für die Armee und für den Krieg, ver- anstaltet werden. Der Marineminister beschloh, alle im Hafen zurückgehaltenen griechischen Dampfer mit je vier Offizieren und einigen Matrosen besetzen zu lassen. In der Provinz dauern die Versammlungen zu- gunsten des Krieges fort. Gegen dreitausend griechische Reservisten sind von hier nach Athen abgereist. Auch zahlreiche andere griechische Untertanen verlassen die Stadt. Mißhandelte Türkinnen. Nach Meldungen, die bei der Berliner türkischen Botschaft ein- gelaufen find, haben mohammedanische Passagiere eines g r i e- chischen Dampfers, der aus Kreta über Piräus gestern in S m y r n a eingetroffen ist, berichtet, sie seien im Piräus von an Bord stürmendem griechischen Pöbel mitzhandelt worden. Ihre Frauen seien an Land gebracht worden und sie hätten ohne ihre Frauen Weiterreisen müssen. Die Passagiere haben sich an die Behörde in Smyrna gewandt mit der Bitte, man möchte dafür sorgen, daß ihnen ihre Familienangehörigen nachgeschickt würden. Die Sozialdemokratie gegen den Krieg. Protest in Sofia. Sofia, 7. Oktober.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Die Sobranje verhandelte heute die Kriegsvorlagen. Die Führer sämtlicher bürgerlicher Parteien sprachen für den Krieg und versicherten die Regierung ihrer Unterstützung. Nachdem sie gesprochen, erhob sich Genosse Janko Sakasoff, der einzige Sozialdemokrat in der Kammer. Er pro- „testierte gegen den Krieg. Kulturell und Wirt- schaftlich, nicht aber kriegerisch, wollen wir die Balkanstaaten einen. JmVolke herrscht nicht Enthusiasmus, sondern Sorge und Grauen. Die gehobene Stimmung der Armee, von der gesprochen werde, sei in der Türkei nicht minder groß als hier. Schon früher waren heftige Unterbrechungen der Patrioten erfolgt: jetzt bricht großer Lärm los, Sakasoff wird bedroht, der Präsident muß die Sitzung unterbrechen. Nach Wiederaufnahme werden die Kredite gegen die Stimme Sakasoffs bewilligt. Protest in Belgrad. Belgrad, 7. Oktober. Die Skupschtina verhandelte heute über die Adresse zur Thronrede. Sämtliche Führer der bürgerlichen Parteien billigten die Haltung der Regix- rung und sagten ihr ihre Unterstützung zu. Nurder Führer der sozialdemokratischen Partei, Laptschewitsch, sprach sich namens seiner Freunde gegen den Krieg mit der Türkei und für einen demokratl. schen Balkanbund aus, der als Grundlage einer Balkanzollunion dienen müsse. Ministerpräsident P»sitsch führte aus, daß die von nationalem Patriotismus er- füllte Skupschtina einig sei. Di« Türkei habe die Angelegenheit der Reformen vom Wege friedlicher Verhandlungen auf das kriegerische Feld gelenkt. Die serbische' Regierung gebe sich der Hoffnung hin, daß die Bestrebungen der Balkanvölker nach ernstlicher Durchfüh- rung der Reformen von allen Signatarmächten des Berliner Ver- träges unterstützt würden zum Wohle der christlichen Völker des Balkans und aller zivilisierten Völker Europas. Der Präsident der Skuptschtina, N i k o l i t s ch, stellte di« Einmütigkeit der Skupschtina fest. Der Entwurf zur Adresse wurde mit allen gegen die Stimme des Sozigldemokraten Laptschewitsch angenommen. Jaur�s über die Kriegsgefahr. Paris, 7. Oktober.(Privattelegramm des„Vorwärts".) I a u r d s schreibt in der„Humanitä": Wenn die Mächte den Balkankrieg nicht verhindern können, werden sie ihn auch nicht lokalisieren können. Ihr Mißerfolg selbst würde beweisen, daß sie den Frieden nicht ernst- Haftung einhellig wolle n. Denn wenn die Mächte auf die Türkei wie Bulgarien den Eindruck machen würden, daß sie den Frieden wirklich wollen, wird der Konflikt nicht ausbrechen. Die Türkei und Bulgarien werden nur dann unnachgiebig bleiben, wenn sie sich durch die Hinter- gedanken einiger Mächte, die die Sprache des Friedens führen, ermutigt fühlen. Oe st erreich betrachtet die Mobilisation der Balkanstaaten als russische Mobilisation und jede Eroberung auf Kosten der Türkei als eine Nieder- � läge und Bedrohung der eigenen Machtbegierden sowie als einen Erfolg der russischen. Angesichts dieser Ge- fahr ntüssen die Proletarier und Sozia- listen Europas ihre Wachsamkeit ver- doppeln. Die internationale Solidarität muß sich mit besonderer Kraft kundgeben und weit entfernt davon, den internationalen Kongreß in Wien, wie einige Nationen beantragten, auf 1914 zu vertagen, wäre es an- gezeigt, ihn, wenn möglich, zu Beginn des nächsten Frühjahrs oder noch früher abzuhalten. Denn selbst wenn � der Konflikt jetzt ausgeschaltet wird, bleiben immer noch �prchtbare Kriegskeimk» Die teuerung als politisches Dechetzungs- mittel. Obgleich nichts sicherer ist, als daß die preissteigernde Wncherpolitik der Agrarier uns Scharen von Anhängern zu- treibt, hält es die„Deutsche Tageszeitung" für-angebracht, jenes Agrariertum als„festestes Bollwerk gegen die zerstörende Tendenz der Sozialdemokratie und des Linksliberalismus" zu empfehlen. Daß eine solche bodenlose Dummheit von dein Bündlerblatt ausgesprochen wird, erklärt sich nur dadurch: der Reichskanzler soll eingeschüchtert werden. Zu der Einschüchterung fehlt natürlich nicht der Hohn: die kläglichen Maßnahmen der Regierung gelten der„Tages- zeitung" als ein Bruch mit der Vergangenheit des Kanzlers, als ein Sichbeugen unter das„kaudinische Joch, das Liberalis- mus und Sozialdemokratie errichtet haben". Ausführlich gibt das Blatt eine Rede des Reichskanzlers vom 23. Oktober v. I. wieder, in der„das zähe und entschiedene Festhalten der Ver- bündeten Regierungen an unserer Wirtschaftspolitik" ver- teidigt wird. Das Blatt hätte an dem Wechsel der Anschau- ungen Mermuths lernen können, daß veränderte Situativ- nen veränderte Ueberzeugungen gebären. Und ist nicht die Not des Volkes seit dem vergangenen Oktober von neuem so erheblich gestiegen, daß ein Wechsel der Wirtschaftspolitik unumgänglich erscheint? Und sind nicht die Prophezeiungen der Agrarier und ihres Kanzlers sovölligzuschanden geworden, daß ein Umschwung der Anschauungen über die Ursachen der Teuerung und die Hilfsmittel dringende Not- wendigkeit geworden wäre? Wenn die Junker und die Regierung nicht aus den Tat- fachen lernen, so wird das Volk sie eben belehren müssen. Die demagogische Phrase der„Deutschen Tageszeitung", die Sozialdemokratie wolle keine Hilfe gegen Not, sondern nur Freihandel und parlamentarische Regierung, wird die Massen dabei nicht stören. Wie wäre denn eine Besserung der Ver- Hältnisse anders möglich, als durch Beseitigung von Bureau- kraten- und Junkerherrschaft! Der Vorstand des Deutschen Städtetages tagte am Montag unter dem Vorsitz des Berliner Oberbürger- meisters Dr. Mermuth in Köln. In der Fleischteuerungs- frage wurde zu den Matznahmen der Regierungen folgender Be- schluh gefaht: 1. Der Vorstand kann es nicht als die Aufgabe der deutschen Städte ansehen, dauernd in die Preisgestaltung der Nahrungsmittel einzugreifen und Mängel der Wirtschaftspolitik durch kommunale Matzregeln auszugleichen. 2. Der Vorstand nimmt an, datz die deutschen Städte unter Wahrung des vorstehend ausgedrückten grundsätzlichen Standpunktes und in Würdigung der vielerorts herrschenden Notlage geneigt sein werden, auf dem Boden der inzwischen von der preußischen Staatsregierung be- 'chlossenen und von den anderen Bundesregierungen Voraussicht- lich gleichartig zu treffenden Matznahmen eine Abschwächung der zurzeit herrschenden Fleischteuerung zu versuchen. Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen und Informationen glaubt der Vorstand allerdickhs einen durchschlagenden Erfolg dieser Versuche bezweifeln zu müssen. 3. Unter Hinweis auf diese Befürchtung beschlietzt der Vorstand, in einer erneuten Petition an den Herrn Reichskanzler darauf hinzuweisen, datz nach Ansicht des Vorstandes die notwendige dauernde Entlastung des Fleischmarktes nur von der Ein- ührung von Gefrierfleisch und damit von einer Auf- Hebung des§ 12 des Fleischbeschaugesetzes zu erhoffen steht. 4. Der Vorstand wird in Kürze nochmals zusammentreten, um über den Erfolg der bisherigen Matzregeln und etwaige weitere Matznahmen zu beraten. Die Schäden der heutigen Wirtschaftspolitik sollten die Groß- fcidte veranlassen, über die von der Regierung angeregten Matz- nahmen hinauszugehen. So notwendig auch die Kritik an den. bestehenden Grenzensperrcn und den ungenügenden Matznahmen der Regierung gegen die Teuerung auch ist, so entbindet sie doch nicht die Großstädte von der Pflicht, alle zur Verfügung stehen- den Linderungsmittel anzuwenden. Die Bevölkerung erwartet daher von den städtischen Behörden Matzregeln, die sich nicht nur auf den von der Regierung vorgezcichneten Boden beschränken. Eine Wirkung der Regierungsmaßnahme. Nach der preußischen Regierungsverordnung darf belgisches Fleisch in Deutschland eingeführt werden. Um der durch diese Matz- nähme in Belgien bestimmt erwarteten Steigerung der Viehprcise vorzubeugen, will man jetzt argentinisches Schlachtvieh in Belgien einführen und schlachten. So ergibt sich der W i d e r s i n n, daß argentinisches Vieh und Fleisch auf direktem Wege nicht nach Deutschland gelangen kann, wohl aber die Einfuhr argentinischen Fleisches über Belgien mög- lich ist. Die Fleischteuerungskonferenz im Ministerium. Ueber die Konferenz, die am Sonnabend im preußischen Ministerium des Innern stattfand, und an der auch Vertreter aller im Vorstand des preuhischen StädtetageS vertretenen Städte teil- nahmen, wird der„Voss. Ztg." gemeldet: „Die fünfstündigen Verhandlungen beschränkten sich im wesent- lichen darauf, daß die Vertreter der einzelnen Städte über die Matznahmen berichteten, die sie zur Linderung der Fleischnot ge- troffen haben. Von den Städten wurde ferner energisch geltend gemacht, datz die bisherigen Regierungsmatznahmen nicht aus- reichen und die mehrfach schon mitgeteilten Wünsche der Kom- munen erfüllt werden müßten. Die Debatte erstreckte sich dann darauf, was im Rahmen der von dem Staatsministerium bereits gefaßten Beschlüsse noch geschehen könnte und wie die Ausführung dieser Beschlüsse zu gestalten sei. Positives hat die Konferenz, die nur einer Aussprache dienen sollte, vorläufig nicht ergeben. Im übrigen werden die Städte auf dem Düsseldorfer preuhischen Städtetage sich weiter mit dieser Angelegenheit befassen." Die Bundesstaaten zur Teuerung. Die altenburgische Staatsregierung hat einen Erlaß an die Gemeinden herausgegeben, nach welchem den Gemein» den des Landes bei der Einführung frischen Fleisches, soweit solches bis jetzt von der Reichsregierung zugelassen ist, bis auf weiteres die Kosten für Zoll und Transport aus der Staatskasse erstattet werden. Zur Bedingung wird dabei gemacht, datz die Gemeinden durch ihre behördlichen Organe den Preis des zu verkaufenden Fleisches möglichst niedrig festsetzen und datz sie die Gewähr leisten, datz das eingeführte Fleisch zu einem unter behördlicher Mitwirkung festgesetzten Preise an die Verbraucher verkauft)vird. Die braunschweigische Staatsregierung hat ihren Bevollmächtigten beauftragt, im Bundesrate für alle Matz- nahmen einzutreten, die eine Linderung der Fleischteuerung herbei- zuführen imstande sind. Weiter wird sich die braunschweigische Regierung beim Bundesrate bemühen, datz auch für die Stadt Braunschweig die Zollennäßigung für eingeführtes ausländisches Fleisch gewährt wird- politifcbe Qeberficht. Berlin, den 7. Ottober 1312. Nationalliberale Arbeitervereine. Die Parteileitung der westfälischen Nationalliberalen will von der Gründung nationalliberaler Arbeitervereine nichts wissen. Das ist durchaus begreiflich. Sie steh? völlig unter dem Einfluß der rechtsnalionalliberalen Grotzindustriellen. und diese sehen zwar recht gerne, daß.ihre" Arbeiler den nationalliberalen Vereinen bei» treten. Beiträge bezahlen, die Versammlungen besuchen und die von den Großindustriellen ausgesuchten Kandidaten wählen; aber daß.ihre" Arbeiter sich zu besonderen Arbeiter- vereinen zusammenschließen, sei es auch unter national- liberaler Flagge, um ihren besonderen Arbeiterinteressen Geltung zu verschaffen, das paK den Herren Grotzindustriellen durchaus nicht in ihre Absichten. Die Arbeiter sind ihnen als Parteigenossen will- kommen; aber mir als Stimmvieh, das zahlt, wählt und schweigt. Das gestehen die Herren natürlich nicht offen ein; nach ihrer Be- haupwng sind sie vielmehr nur deshalb gegen die Gründung von nationalliberalen Arbeitervereinen, weil sie die Arbeiter politisch für.gleichberechtigt" halten. So heißt eS in einem von der.Rhein-Westf. Ztg." abgedruckten Schreiben der westfälischen liberalen Parteileitung: .Die Gründung nationalliberaler Arbeitervereine halten wir für ein parteipolitisches Experiment, das den erhofften Nutzen— von einzelnen Fällen abgesehen— kaum bringen wird. Es ist zudem nicht nebensächlich, datz an einem Orte vielleicht drei Spitzen der nationalliberalen Gliederung bestehen. Mannes« zucht und Vielköpfigkeit vertragen sich nicht immer. Die Gründung nationalliberaler Arbeitervereine empfiehlt man mit der Motwierung. die unzufriedenen und reichs- verdrossenen Mitläufer der Sozialdemokratie in das nationale Fahrwaffer zurückzuführen. Da dürfen wir wohl die Frage auf- werfen: Gehört alles das, was bei Gründung und Führung nationalliberaler Arbeitervereine betätigt und bezweckt werden soll, nicht an sich zu den dringendsten und ernstesten Pflichten unserer Partei? Auf diesem Gebiete haben wir Werbekraft zu zeigen, auf diesem Felde werden die parreipolitischen Schlachten der Zukunft geschlagen I Und das sollen wir aufgeben, da sollen wir Zuschauer fem? Nimmermehr I Wer die Bildung nationalliberaler Arbeitervereine empfiehlt, versteht unseres Er- achtens die dringlichste Forderung der Zeit, ihre einfache Not- wendigkeit nicht. Schon heute besteht die nationalliberale Partei, besonders hei uns in Westfalen, zum überwiegenden Teile aus Arbeitern und sogenannten kleinen �Leuten. Ihnen aber haben wir, wenn wir sie uns erhalten und an Zahl stärken wollen, vor allen Dingen zu zeigen, daß sie uns gleichberechtigt sind und wir ihr Vertrauen verdienen. Wie sollen wir daS fertig bringen, wenn wir parteipolitisch eine äußer» liche Spaltung ohne alle Notwendigkeit und ohne jeden Nutzen herbeiführen? Wir haben viel- mehr alle unsere Kraft dafür einzusetzen, daß die Arbeiter noch weit reger als bisher unsere Versammlungen besuchen, und dann wird fich ganz von selbst ergeben, daß die Arbeiter einen Ver« gleich zwischen den nationalliberalen und sozialdemokratischen Führern ziehen und dieser Vergleich wird nicht zu unserem Nach« teil ausschlagen." Die Großindustriellen Westfalens als Kämpfer für die Gleich« berechtigung der Arbeiterl Ein prächtiges Bild. Eine bedrohte Domäne des Jnukertums. Die Stellen in der höheren Diplomatie werden so ziemlich auS» nahmSloS mit Mitgliedern des konservativen Hochadels besetzt. Die angehenden Diplomaten werden meist als junge Garde-Offiziere einer deutschen Gesandtschaft oder Botschaft überwiese», machen nach einigen Jahren ein Examen, besten Bestehen ihnen recht leicht ge» macht wird, und der künstige Vertreter des Deutschen Reiches im Auslande ist fertig. Dann beginnt der Zug um die Erde: der neu- gebacken? Attachö zieht von Berlin nach Mexiko; denn vielleicht nach Stockholm, um«in Jahr später in Madrid oder Paris, bald darauf etwa in Petersburg den Versuch machen zu können, in eine ge- regelte Beschäftigung hineinzukommen. Die Bezahlung dieser jungen Herren ist nicht schlecht, bei den Ansprüchen frei- lich, die sie ans Leben zu stellen gewöhnt sind, reicht es meist nicht zu. Daraus schließt die Leitung der deutschen Diplomatie, daß nur Söhne reicher Eltern zur diplomatischen Karriere zugelassen werden dürfen. Bei diesem System der Auswahl kommen die Handels- interessen Deutschlands natürlich zu kurz. Der zünftige Diplomat will hohe Politik machen: sich darum zu lümmern, ob und wie der Absatz deutscher Produkte gefördert werden könnte, erscheint ihm direkt unstandeSgemäß, ganz abgesehen davon, daß er von den Bedürfnissen des Handels meist absolut nichts versteht. Daraus erklärt es sich, daß Handel und Industrie sich seit langer Zeit schon bemühen, die Möglichkeit zu schaffen, daß auch praktische Kaufleute Verwendung im diplomatischen Dienst finden können. Die Staatssekretäre des Auswärtigen. die wir in den letzten zehn Jahren kommen und gehen sahen, haben stets Reformen versprochen, aber getan haben sie nichts. Die Erledigung des Londoner Botschafterpostens hat die Frage neuer» dings aktuell werden lasten, bekanntlich wurde versucht, das Augenmerk auch auf Dernburg zu lenken, und nun kommt der Hansa- bund mit positiven Vorschlägen, die zunächst auf eine erheblich bessere Bezahlung der Attaches usw. hinauslaufen. Die hochkonser- vative.Schlesiiche Zeitung", die offenbar befürchtet, daß die Reich?-- regierung den Borschlägen des HansabundeS Beachtung schenken könnte, bemerkt nun recht hochnäsig: „Der Schrei nach dem Kaufmann ertönt ja nicht zum eisten Male aus jenem Lager.. Er hat mit Patriotismus nicbt das mindeste zu tun. sondern verdankt seine Entstehung lediglich der Selbstsucht. Man möchte gern Berhältnisse bei unS einführen wie in Frankreich, wo jeder alles werden kann. Borausgesetzt nämlich, daß er sich auf eine geschickte Mache versteht und fi-b Anhang in der Oeffentlichkeit sichert Zu dieiem Zwecke wird unsere Diplomatie grundsätzlich bekämpft und aus Kosten unseres politischen Vorteils in der Meinung des Auslandes herabgesetzt, obwohl unsere Diplomaten mindestenö nicht schlechter sind als die anderer, auch republikanischer Staaten. Schuster bleib bei deinem Leisten I Das ist ein alte? gutes Wort, gültig für jeden Beruf und Stand. Wenn der Jurist eine» Vertreter braucht, wählt er einen Juristen der Mediziner-inen Mediziner und der Kaufmann einen Kaufmann. Und ist der Diplomatie sollt« es anders sein?" DaS konservative Blatt will verhüten, daß bürgerliche Kreise in eine Domäne junkerlicher Abkömmlinge einbrechen. Mit der darin liegenden Herabwürdigung der Handels« und Geschäftswelt mögen fich die betreffenden Kreise selber abfinden. Nur soviel sei bemerkt. daß unsere deutsche Diplomatie mit Erfolgen bisher nicht gerade besonders belastet war._ Tie Nachwahlen z« den Bezirkstagen in Elsafj, Lothringen am Sonntag, den«- Oktober, haben der Soziayiemokratie im Ober- elsaß zwei neue Mandate gebracht. Zunächst fast mühelos das Mandat von M ü l h a u s e n- N o r d, wo die Partei am Haupt- Wahltag<2S. September) 2268 Stimmen erzielte(44,7 Prozent der abgegebcven Stimmen) gegen 1220 fortschrittliche und 1568 Zentrums- stimmen. Die beiden gegnerischen Parteien hatten hier für den Rachwahljoniitag Wahlenthaltung proklamiert.— wie daS Zentrums» Blatt sagte, nachdem daS Bestreben, für die Rachwahl»eine Einigung der bürgerlichen Parteien auf einen gemeinsamen Bürger- lichen Kandidaten" herbeizuführen, an der„unentschlossenen und planlosen Haltung der sogenannten Fortschrittspartei" gescheitert war. Die Tatsache, daß die Liberaldemokraten mit den fjentrümlern behufs Herbeiführung einer Bürger- lichen Sammelkandidatur verhandelten, ist damit festgestellt; sie ist um so interessanter, als die Zentrumspresse vor dem ersten Wahlgang den Fortschrittskandidaten Metzgermeister Ruf als absoluten Einfaltspinsel hingestellt und die Fortschrittspartei selber als die Partei der.Rückschrittler", als die„notorische Jammerpartei' und dergleichen beschimpft hatte. Das Scheitern der Einigungsverhandlungen ist darauf zurückzuführen, dah das Zentrum einen ausgesprochenen Klerikalen als„Sammelkandidaten" vorschlug. ein Vorschlag, den die Fortschrittler nach der vorausgegangenen niedrigen Bekämpfung unmöglich annehmen konnten, wollten sie nicht die allgemeine Fahnenflucht ihrer Wähler riskieren. Diese Tatsache, daß Fortschrittler mit dem Zentrum behufs Herbeiführung einer bürgerlichen Sammelkandidatur gegen die Sozial- demokratie verhandelten, mutz um so befremdlicher wirken, als die Sozialdemokratie bei diesen Bezirks- und Kreistagswahlen in Elsafc- Lothringen an der bei den verfloffenen Landtag?- und Reichstags- ivahlen geübten Solidarität der Linken gegenüber dem Zentrum in einem Maße festhielt, das in der Partei selber nicht überall verstanden wird. In drei Kantonen, bei den Bezirks- tagswahlen in Schlettstadt und Winzenheim und bei den Kreistagswahlen in GeiSpolSheim. hatte die Sozialdemokratie die Fortschrittler gleich im ersten Wahlgange unterstützt, ein Vorgehen, daS keineswegs zu empfehlen ist, denn abgesehen davon, dah e« ein ganz fragwürdiger Dienst ist, den man der Linken damit leistet, da ein solches Zusammengehen beim ersten Wahlgang in der Regel weniger Wähler zur Urne bringt, als das getrennte Marschieren, so ist die Partei dabei auch gar nicht in der Lage, ihre Stimmen zu zählen, fie verzichtet auf die Betonung der grundsätzlichen Verschiedenheit von den Liberalen und gibt somit ihre Selbständigkeit preis. Zum zweiten Wahlgang deS 6. Oktober wurde dann ohne Rücksicht auf die Vorgänge im Oberelsatz für den Kanton Brumath, wo der Fortschrittler bei der Nachwahl auf die sozialdemokratische Unterstützung angewiesen war, diese Unter- ftützung öffentlich zugesagt mit der Begründung, daß es sich darum handele, eine Zentrumsmehrheit im unterelsässischen Bezirkstag zu verhindern. Das mag seine Berechtigung haben; aber wenn auf diese Fortschrittler, durch deren Wahl man die Zentrumsmehrheit verhindert, irgendein Verlaß sein soll, so müssAr sie auch mindestens in einem solchen Gegensatz zum Zentrum stehen, daß ihnen die Wahl von Sozialdemokraten lieber ist als die von Zenirümlern. Und hier versagten die Fortschrittler bei diesen Bezirks« und Kreistags- tvahlen völlig. Sie unterstützten in ihrer Presse die— allerdings dennoch unterlegenen— Kreistagskaudidaten de? Zentrum? in Mül- Haufen-Süd und traten im oberelfäffischen Kanton Thann mit der eigenen Kandidatur auch nochmal in die Nachwahl ein, obwohl das Stimmenverhältnis des ersten Wahlganges(Sozialdemokrat 1085, Fortschr. 687, Zentr. 1151 Stimmen) ihnen die direkte Unterstützung de» Sozialdemokraten bei diesem entscheidenden Wahlgqng, bei dem daS relative Mehr gilt, nahelegen mußte. Anerkannt muß werden, daß die fortschrittliche Presie" von aus- wärtS(„Frankfurter Zeitung" und selbst. Straßburger Post") ihren Parteifreunden in Mülhausen-Nord und Thann die direkte Unter- ftützung der ihnen gegenüber im Vorsprunge befindlichen sozial- demokratischen Kandidaten nahelegte. In ihrem Krämergeiste ver- langte die fottschrittliche Parteileitung in Mülhausen i. E. von der Sozialdemokratie aber den Verzicht auf die Kandidatur in Thann ' zugunsten des Fortschrittlers, worauf sich die Partei natürlich nicht einlassen konnte. Bei dieser Sachlage wurde angenommen, daß daS Mandat in Thann, wo am 28. September 1772 antiklerikale Stimmen den 1151 klerikalen gegenüberstanden, dem Zentrum erhalten bleiben würde. Noch am Wahltage weissagte die linksliberale„Straßburger Neue Zeitung" dieses Resultat,— aber es kam anders. Der fort- schrittliche Kandidat büßte rund 200 Stimmen ein, unsere Partei- genossen holten Reserven heran, und der sozialdemokratische Kandidat Joh. G s e l l wurde mit 1287 Stimmen gegen 1172 klerikale und 436 fortschrittliche Stimmen gewählt. In dem ReichstagSwahl- kreise Altkirch-Thann, der alten schwarzen Hochburg, die seit der Annexion erst der Pfarrer Winterer und jetzt der Präsident der Zweiten elsaß-lothringischen Kammer Dr. Ricklin im Reichstag ver- treten, ist die« der erste sozialdemokratische MandatSerfolg, der großen Eindruck macht. Im Kanton Mülhausen-Nord wurde Genosse Emil Müller-Moeglin mit 1888 von 2046 überhaupt abgegebene Stimmen gewählt. Die Wahlenthaltungsparole der Zentrümler und Fortschrittler hat dazu geführt, daß auf den Parteikandidaten etwa 400 Stimmen weniger abgegeben wurden, als am Sonntag zuvor. — Im oberelsässischen Bezirkstag sitzen nun 5 Sozialdemokraten gegen bisher 8.__ Der christliche Gewerkschaftskongrest in Dresden. Im Saal» des Zoologischen Garten» in Dresden wurde am Sonntag der christliche Gewerkschaftskongreß eröffnet. ES waren außerordentlich viele Vertreter aller möglichen Behörden anwesend, auch Beihmann Hollweg hatte telegraphtjch seinen Segen gegeben. Bon den Rcichstagssraktionen waren u. a. der Nationalliberale Echisscr, der KotiiervaNve Graf Carmer und noch einige andere an- wesend. ebenso der katholische Bischof Dr. Schäfer und außerdem Vertreter von Mttelstandsvereiuen und Militärvereinen. Zu Vorsitzenden wurden die ReichtagsabgeorDMen Schiffer und Behrcps gewählt. In der Begrüßungsansprache sagte Abg. Schiffer. daß die christliche Gewertichafisbewegung kein Kartenhaus fei, das man durch Hineinwersen konfessioneller Fragen umwerfen könne. Den Bericht des AusschuNeS gab Stegerwald- Köln. Er pries die christliche Gewerkschaftsbewegung als das Mittel, alle reli- giökeii Gegensätze zu überwinden und in nationalen Fragen zuver- lässig mitzuwirken. Ferner zog er gegen die Sozialdemokratie vom Leder und kritisierte insbesondere deren„übertriebene Forderungen" bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung. Kein Staat sei in der Lage, so große Summen sür Sozialreform aufzubringen, wenn er serner noch auf dem Weltmarkt mitkoukurriercn wolle. Nach seinen Mitteilungen ist die, Mitgltederzahl der christlichen Gewerkschaften um OOlXX) gestiegen.— ES sind zirka 800 Delegierte anwesend. Ein korrigiertes Kriegsgerichtsurteil. Im letzten Sommer machte der Infanterist Spahn der 12. Komp. des 10. Jnfantcrieregiments in Jngolitadt etnen Selbst- Mordversuch, indem er sich mit seinem geladenen Dtensigxwehr in den Mund schoß. Dem lebensmüden Soldaten wurden einige Zähne weggesprengt sowie die eine Gesichtsseite zerrissen. Dieser Verletzung«regen wurde der Soldat als dienstuntauglich entlasten. Der Selbstmordversuch des Soldaten hatte eine etwas eigenartige Ursache. Einige Zeit vorher abends gegen 0 Uhr wurde der Soldat von scincin Korporalschaftsführcr gerügt und zwar, wie behauptet wird, in einer sehr schroffen und schnoddrigen Z-orm. Ter Soldat wurde dadurch derart erregt, daß er davon lies und die Kaserne verließ. Außerhalb der Stadt wurde Spahn von einem zujällig mit einem Rade herankonimenden Sergeanten ange- sprachen und aufgefordert, zurück in die Kaserne zu gehen. Der «oldat war erregt, gab eine abweisende Antwort und soll, als ihn der Sergeant festnehmen wölkte,„Widersetzung" verübt haben. Er wurde deswegen zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Diese Ver- urteilung war es, die den Soldaten, der sie als ein Unrecht empfand, zu dem Selbstmordversuch trieb. Auf eingelegte Berufung kam die Sache vor das Nürnberger Oberkriegsgericht. Dieses stellte fest, daß der Soldat keine Widersetzung beging und verurteilte ihm lediglich wegen Achtungsverletzung und Ungehorsam zu 23 Tagen strengen Arrest. Bemerkenswert ist außerdem, daß der Kam- pagniechef den Soldaten als einen seiner besten Rekruten charal- teiisiert hatte._ Militärischer Gehorsam. Daß sich sogar ein Vorgesetzter gegen die militärische Disziplin auflehnt, dürfte zu den Seltenheiten gehören, ist aber für unseren Militarismus durchaus charakteristisch. Der SanitätSunter- offizier B ö l ke vom Arlillerie-Regiment Nr. 48 mußte eine? Tages an einer llebung des Regiments teilnehmen, obgleich er der Sanitätsabteilung zugeteilt ist. Führer der in Frage stehenden Partei war ein zur Uebung eingezogener Referendar und Vizewacht- meister, der den Befehl erhielt, einen Munitionswagen richtig in die Reihe zu schieben. Die Bedienungsmannschaften kamen der Auf- sorderung nach, dagegen blieb der Sanitätsunteroffizier untätig stehen, weil er sich zu diesem Dienst nicht für verpflichtet hielt und sein Zugreifen auch überflüssig war. Der Wachtmeister hielt das für eine Disziplinlosigkeit und bat den Unteroffizier, doch die Liebenswürdigkeit zu haben und zuzufasten. Der Sanitätsunteroffizier erklärte aber darauf:„Verzeihen Herr Wachtmeister, ich bin kein Kanonier!" Wegen dieser Worte erhielt er eine Anklage wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft und das Standgericht verurteilte ihn zu 14 Tagen mittlerem Arrest. Gegen seine Verurteilung legte Bölke Be- r u s u n g ein und machte geltend, daß er im guten Glauben ge- handelt habe, denn der Befehl stand. mit dem Sanitätsdienst nicht in Verbindung. Das Dresdener Kriegsgericht faßte aber das Verhalten des Angeklagten noch schärfer auf. Es nahm ein Erkennengeben des Ungehorsams an und erkannte auf dieselbe Strafe wie die Vorinftanz. Dem als guten Sanitäter ge- schilderten Angeklagten wurde entgegengehalten, daß er sich hinterher beschweren konnte, wenn er sich ungerecht behandelt fühlte, aber dem Befehle hätte er unter allen Umständen nachkommen müssen! Oeftemieb. Ein Antimilitaristeuprozeß. Die Nationalsozialen, eine kleinbürgerlich- proletarisch extrem nationalistische Krawallpartei, macht'seit Jahren auch in Lnti- Militarismus. Gäbe es statt der österreich-ungarischen eine tschechische Armee, wären sie die begeistertsten Militärschwärmer. Die Sucht der Nationalsozialen, Märtyrer zu schaffen, wird von den Gerichten gefördert. Das Kreisgericht Jungbunzlau hatte im Juni einen ge- wissen Repka aus Reichenberg zu drei Monaten schweren Kerkers, (Zuchthaus) verurteilt, weil er durch eine Rede Soldaten zu ungesetz» lichen Handlungen zu verleiten gesucht habe. DaS Oberlandesgericht Prag hat jetzt aus Berufung der Staatsanwaltschaft die Strafe auf ein Jahr schweren Kerkers erhöht I Rußland. Die Urwahlcn zur vierte« Duma. Petersburg, 6. Oktober. Am 8. Ostober schließen die UrWahlen für die Reichsduma aus den Kleingrundbesttzern ab. Bisher find gewählt: 6481 orthodoxe und 247 katholische Geistliche, 11 Pastoren, S Mullahs. 863 Edelleute, 18 Kaufleute, 3B57 Ackerbauer, 14 Beamte, 3 Militärs, 17 Vertreter freier Berufsarten, Arzte, Professoren, Lehrer, Advokaten, 80 deutsche Kolonisten, 5V Tataren und 8 Juden. perNen. Das Regieruugsprogramm. Teheran, 7. Oktober. Nach dem heute veröffentlichten, neuen Regierungsprogramin beabsichtigt die Regierung das Parka- mentwiederzu eröffnen, einen Punkt am Kaspischen oder in der Provinz Llsserbcidschan mit dem Persischen Golf durch ein« mit internationalem Kapital zu bauenden Eisenbahnlinie zu verbinden, ein Heer von 28 000 Mann zu organisieren und an Rußland und England um einen Vorschuß van 200 000 Pfund Sterling heranzutreten. Eue der parte!» . Preußischer Parteitag. Die preußische Landcsckommission setzte in ihrer letzten Sitzung den preußischen Parteitag auf die Zeit vmn 6. bis 8. Januar 1013 fest. Die Tagesordnung wird lauten: 1. Bericht des geschästssührenden Ausschusses. Referent: Ge- nasse Eugen(Srnstu 2. Bericht der Landtagsfraktion. Referent: Genosse Hein- rich Ströhe l. 3. Die bevorstehenden Landtagsiwahlen und der Wahlrechtskampf in Preußen. Referent: Genosse Paul Hirsch. 4. Die Landarbeiterftage in Preußen.(Referent wird noch be- kanntgegebm) 5. Die Sozialpolitik im preußischen Landtage. Referent: Ge» nasse Stöbert Leiner t. 6. Beratung der eingegangenen Anträge., Aus den Organisationen. Aus Saalfeld wird uns geschrieben: In Nr. 281 des„Vorwärts" wird über eine Kreiskonferenz für den 1. meiningischen Wahlkreis berichtet. ES wird dort u. a. gesagt: Bei dem Pimkr„Presse" wurde zum Ausdruck gebracht, daß dem Kreis weder das zuständige Saalfelder. Volksblatt" noch der„Volks- freund" genüge uiw. Dieses Resultat hat aber die Pressedebalte nicht gezeitigt. Vielmehr wurde von einem Delegierten zugegeben, daß man mit der Ausgestaltung und dem Inhalt de«„ValkSblattes" sehr zufrieden sei. Ein anderer Delegierter, der nur einen weiteren Ausbau deS gewerkschaftlichen und volkswirtschaftlichen Teiles wünschte, betonte, daß das.Volksblatt" gar nicht besser redigiert werden könne, als dieS geschehe. Jrgendivelche Klogen wegen„nicht genügender Berücksichtigung der Interessen deS Kreises", wurden weder gegen das„Volksblatt", noch gegen den„Volksfreund" laut. Letzterer erscheint mit für den in Meiningen I gelegenen Bezirk Eis- feld. Bedauert wurde nur. dah infolge der geographischen Lage daS „Volksblatt" etwas spät in verschiedenen Orten des Kreises in die fände der Leser kommt. Der Pressefond» war auf einer früheren onferenz beschlossen worden._ Zum Fall Hildcbrand'. Die Erklärung der Genossen Arons und Heine und Ge- uossen gegen den Ausschluß Hildcbrand» hat in einem sehr großen Teile der Pavteipressc ein recht unwilliges Echo gefunden. Eine An- zahl Blätter weisen mit Recht darauf hin. daß die Parteiorganisa- tionen der gegebene Ort sur eine salche Aktion gegen einen Partei- tagSbeschluß seien. Einige Blätter erblicken in ver Jnszemerung der Proiesibeivegung die LcbenSänßerung einer SondeHionserenz oder gar einer Sondevorgamsation und betonem daß hinter d«m Proteste gerade solche Genossen flehen, die am meisten gegen Sonder- organisaiioncn zu Felde gezogen sind.„..._ . Auch Parteiblätter, die bisher den Urhebern der Erklavung nahegestanden und mit ihnen sympathisiert haben, sind mit der Art ihres Äovgchcns.im Falle Hildcbrand nickst einverstanden. So schreibt die «Magdeburger V o l k s st i m»i e": «Wir sind dem Wunsche der Unterzeichner gefolgt und haben dieses Pronunziamenjo gegen den Ausschluß HildebvandS zum Ab» druck gebrach!, lediglich aus dem'Gruiibe. iveil es zfveifekloS auch anderweitig abgedruckt und alsbald in der bürgerlichen Presse be- sprachen werden wirb. Die Wiedergabe bedeutet jedoch nicht, daß wir mit dem Vorgehen der Unterzeichner einverstanden wären. So sehr wir sachlich auf dem Standpunkt dev Erklärung stehen und diese Stellungnahme bereits in unfern Spalten zum Ausdruck gebrach. haben, sq verfehlt halten wir die Veröffentlichung gemeinsamer Er- klärungenr die unsers Wissens in der Partei bisher nicht üblich war und hoffentlich auch nicht üblich wird. Jeder einzelne Unterzeichncr ist Sßannes genug, innerhalb unserer Organisation seine Meinung zu sagen und h a t sie zweifellos bereits gesagt. Um so überflüssiger erscheint das gemeinsame Vorgehen mit Erklärungen, die den Ein- druck„schriftlicher Sonderkonferenzen" machen� und den Protest weiter Parteikreise geradezu hervorrufen müssen." Und das„Bochumer Volksblatt". das allerdings von jeher energisch sür den Ausschluß Hildebrands eingetreten ist. �ch&eiöt': „Wir drucken die Erklärung samt Unterschristen ab, obwohl wir uns nicht mit ihr einverstanden erstären. Welchen Zweck die Er- klärung der 125 Parteigenossen verfolgt. daS ist uns allerdings nicht recht verstandlich. Das, was sie hier gesagt haben, haben die Unter- zeichneten doch wohl Gelegenheit gehabt, entweder auf dem Partei- läge zum Ausdriuck zu bringen� oder sie können eS in ihren örtlichen Parteiversammlungen. Als Gewissenssallvierung ist die Erklärung also nicht notwendig. Zur Herbeiführung einer anderen Entscheidung des Parteitages ist sie nicht zweckdien/lich; aus Erwägungen, die sich jeder kluge Parteigenosse wohl selbst sagen könnte. Wenn die Gegner des Ausschlusses, wie es zum Ausdruck gebracht worden ist. darin eine Tat des Hasses sehen, dann müßten sie sich doch sagen, daß durch ihr Vorgehen die Gegenseite nur erst recht zum Wideu- stände gereizt werden möchte. Wenn übrigens in der Erklärung die Hoffnung ausgesprochen wird. Hildebrand werde weiter so für die Sozialdemokratie arbeiten wie bisher, so finden wir diesen Satz angesichts der Tätigkeit Hilde- brands recht eigentümlich. Er beweist nur, daß die Unterzeichner ohne jede Kenntnis der Dinge handeln. Worin besteht die Arbeit Hildebrands für die Sozialdemokratie? Seit seinem freiwilligen Austritt aus der Redaktion des Solinger Parterblattes wissen wir von keiner solchen. Weiß vielleicht einer der Unterzeichner der Er- llärung etwas davon?. Er möge sie uns nennen!" Ein ettglischer Protest gegen die Vertagung des Internationale» Kongresses. Man schreibt unS cgis London:»Justice" und„Clarion" ver» öffentlichen einen Protest der Genossen E. Belfort Vax» H. M. Hyndman und H. Queich gegen den von der deutschen sozialdemokratischen Partei unterstützten Vorschlag der nieder- ländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, den für 1913 ein- berufenen Internationalen Kongreß auf 1914 zu vertagen. Dieser Versuch, heißt es in dem Protest, den noch eingehendster Diskussion gebrachten Beschluß des Kopenhagener Kongresses umzustoßen, ist der Vergangenheit und den Traditionen der großen deutschen Partei unwürdig und widerspricht den Grundsätzen der Demokratie. Der Internationale Kongreß sei die einzige regierende Körperschaft des internationalen Sozialismus und deshalb haben weder einzelne nationale Parteien, noch auch das Internationale Bureau das Recht, den Kongreß zu vertagen. Die Zustände in Wien seien nicht schlimmer als zur Zeit, wo die Oesterreicher den Kongreß nach Wien einluden. Sollte dies aber der Fall sein, dann könne ja unverzüglich ein anderer Kongreßort gewählt werden. Noch nie in der ganzen Geschichte der mteruationalen sozialistischen Bewegung se» eine baldige Zusammenkunft des Kongresses von so gebreterischer Not- wendigkett gewesen wie beute. Seme Vertagung wäre nicht nur undcmokratisch und unschicklich, sondern auch entschieden schädlich für die Sache de» Sozialismus. Jugendbewegung. Die aufgelösten Jugendlichen. Die Neuköllner Arbeiterjugend fand sich am Sonntag, den 6. Oktober, zu einer gut besuchten und anregend verlaufenen Agitationsversammlnng zusammen. Nachdem das Referat und mehrere DiSkusstonsredeu ausgenaminen, wurde die„beaufsichtigende" Polizei plötzlich erregt, als ein Jugendgenosse eingangs seiner Ans* führung sagte:„Die nationalen Jugendklubs und Pfadfinderbünde erstreben eine Erziehung, die das bekannte Käiserwort an die Potsdamer Rekruten, wenn ich es Euch befehle, müßt ihr auf Vater und Mutter schießen, wahr machen können. Der überwachend« Polizcibcamte sprang auf, sagte daS. sei politisch und verlangte Ausweisung aller jugendlichen Per- sonen unter 18 Jahren. Genosse Graf, der den Vorsitz nach einer Vertagung auf unbestimmte Zeit übernahm, forderte alle Anwesenden auf, sich ruhig zu verhalten, da man diese Versammlung schließen und eine neue einberufen wolle. Daraus folgendes Zwie- gespräch. Polizist:„Sie können keine Versammlung einberufen, da dieselbe 24 Stunden vorher angemeldet werden muß!" Gräf:„Nur politische Versammlungen müssen laut ß 5 des Reichsvereinsgesetzes vorher angemeldet werden, keineswegs aber unpolitilche". Nun schloß Gräf die Versammlung. Bevor man ajwr weitere Schritte unternehmen konnte, sagt der Beamte:»Ich l öl e die Versammlung auf!" Ja. was denn für eine, fragte sich unwillkürlich jedermann. Es tagte zu dieser Zeit weder eine Versammlung, noch war eine neue einberufen. Nur in dem Gehirn des PolizeiwachtmeisterS schien eine zu tagen. Inzwischen hatte der Kollege>beS Herrn Wacht- meister Verslärtung zum Kampf gegen 14 bis 16jährige Knaben und Mädchen geholt, so daß man auseinander ging. Unter großer Begeisterung und Ordnung verließen die Jugendlichen den Saal nun, um von der geheiligten Hermandad in die Arme ge- schlössen zu werden. Ungefähr 10 Jugendliche wurden sistiert. Natürlich hat dieser polizeiliche Anschauungsunterricht gerade da? Gegenteil von dem erreicht, was seine Urheber bezweckten. Den jungen Leuten sind die Schönheiten des preußischen PalizeistaateS sehr deutlich vor Augen geführt worden; fie werden sich um so eifriger der proletarischen Jugendbewegung anschließen. Die große Zahl der Abonnente» der»Arbeiterjugend", die in dieser Ver» sammlung gewonnen wurden, ist schon ein Beweis dafür. Etos Industrie und Rande!. Balkanwirren und Industrie. Die Wochenberichte der Berliner Großbanken äußern sich in zu- versichtlicher Weise über die Rückwirkungen der Balkanereignisse auf die Industrie. Wenn sie auch selbst an einer gleichen Auffassung des Publikums durch ihre Kapitalinvestituren im Balkan intereisterl sind, verdient ihre Beurteilung der Lage doch Beachtung. So schreibt die Berliner Handelsgesellschaft: »Die Frage, ob kriegerische Ereignisse oder auch nur eine längere Dauer der gespannten Situation auf dem Balkan erhebliche Nach» teile für die deutsche Industrie zur Folge haben, darf füglich ver» n e t n t werden. Es ist zu berücksichtigen, daß unsere Ausfuhr nach allen Balkanländern zusammen im letzten Jahre kaum 2 Proz. unseres ge- samten Exports ausgemacht hat. Allerdings würde die Ausfuhr in einigen Artikeln, wie Texlilwaren, landwirtschaftlichen Maschinen und der- gleichen, ins Stocken geraten, auf der anderen Seite würde jedoch ein vermehrter Bedarf sür die Ersordernisse des Heeres und der KriegSsührung eintreten und hierdurch eine starke Kompensation geschaffen werden. Eine zweit- Frage ist die, von welcher Wirkung ein etwaiger Krieg auf den Außenhandel der Balkanländer selbst sein müßte. Die Einfuhr würde, da keiner der Balkanstaaten Kriegs- maierial selbst erzeugt, sehr erheblich wachsen, während die Ausfuhr- artikel, nämlich Produkte der Landwirtschaft, infolge der Mobilisie- rung deS Bauernstandes nur In geringerem Maße erzeugt werden könnten. Eine Sorge, daß der ZinSdienst von einem der Staaten vorüber- gehend eingestellt werden konnte, besteht nicht und ftfot auch durchaus ungerechtfertigt." Sewerklckaftlickes. Die Behandlung der Hrbeitcrausrd�ürfe bei den preußifchcn Staatseifenbahnen. AlS der Abgeordnete S t r ö b e l im Landtage eine Reihe Beschwerden wegen Nichtbeachtung der von den Arbeiter ausschüssen an die Direktionen gestellten Anträge auch wegen Maßregelung der Ausschußmitglieder zum Vortrag brachte, warnte der Minister v. B r e i t e u b a ch die Abgeordneten vor kritikloser Wiedergabe derartiger Mitteilungen, die nach seiner Meinung entweder übertrieben oder gänzlich unwahr seien. Ilnd noch am 41. Mai diese? Jahres erklärte der Minister mit Bezugnahme auf den Antrag des Abgeordneten Flesch und Genossen, daß alles, was der Antrag grundsätzlich fordere, bereits durchgeführt sei. Tie Beamten, so meinte der Minister, die seine Bestimnmngen über die Arbeiterausschüsse nicht beachten, machten sich strafbar und würden unnachsichtlich zur Verantwortung gezogen. Wie wenig Bedeutung diese Worte des Ministers haben und wie wenig die Herren Beamten sich um diese bekümmern, erhellt wieder einnial aus Vorgängen, die sich in letzter Zeit im Eisenbahndirektionsbezirk Berlin ab- spielten. In einer Hauptwerkstätte befinden sich für etwa 110 Arbeiter zwei Waschbecken. Ter Arbeiterausschuß beantragte im Auftrage seiner Kollegen bei dem zuständigen Betriebs- iugcnieur die Aufstellung eines weiteren Waschbeckens. Ter Herr Ingenieur zeigte wenig Verständnis für solches Ver- langen: er meinte, daß während seiner Beschäftigung bei der Kieler Werft Ist bis 12 Mann in einem Eimer sich gewaschen hätten und das Wasser sei nur alle zwei bis drei Tage er- neuert worden. Derselbe Herr Ingenieur erlaubte sich weiter, alle Anträge des Arbeiterausschusses als Blödsinn zu be> zeichnen. Das war dem Arbeiterausschuß denn doch zu stark und sämtliche Mitglieder legten ihr Amt nieder. Die da- durch notwendig gewordene Neuwahl war zunächst für den Oktober festgesetzt worden. Unter den aufgestellten Kan- didaten für die Wahl zum Arbeiterausschuß war nun ein Arbeiter, der im Oktober das für die Wählbarkeit erforderliche Alter(3st Jahre) erreichte. Schnell wurde als Wahltag der 13. September festgesetzt. Die Arbeiter, deren sich eine un- geheure Erregung bemächtigte, wählten den Kollegen nun aber doch in den Ausschuß, obgleich er in dem Augenblick noch nicht ganz 3st Jahre alt war, und die Eisenbahnverwal- tung wird ihn anerkennen müssen. Ein anderes Mitglied des Arbeiterausschusses, das den besten Willen hatte, ein wirklicher Vertreter der Interessen seiner Kollegen zu sein, wurde von seinen Vorgesetzten so lange schikaniert, bis er sein Amt niederlegte. Der Mann ist 14 Jahre bei der Eisenbahn beschäftigt und seit sieben Jahren im Arbeiterausschuß gewesen. Jetzt hat er eingesehen, daß alle seine Bemühungen umsonst waren, daß es ihm�unmöglich war, die Wünsche seiner Kollegen zu vertreten, daß dagegen er selbst dauernden Schaden zu erleiden hatte. Nachdem er sein Amt niedergelegt, drangen seine Kollegen in ihn, sich aufs neue wählen zu lassen. Das ihm von den Arbeitern entgegen. gebrachte große Vertrauen ermutigte ihn noch einmal, die Vertretung zu übernehmen. Doch was geschah? Eines Tages wurde er nach einer anderen Dienststelle versetzt. Seine Wiederwahl war dadurch unmöglich gemacht. Erst kürzlich schrieb das Verbandsorgan des staats treuen Trier-Berliner Eisenbahnarbeiterverbandes, dessen Vorsitzender der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Jckler ist: „Mit Strohmännern, die sich nur wählen lassen, um im Amtsblatt stolz als Arbeiterausschuhmitglieder zu prangen, ist der Arbeiterschaft nicht gedient! Solche Männer tun sich, uns und ihren Kollegen nur einen großen Liebesdienst, wenn sie ihr Bündel schnüren und ihr Ehren- und Vertrauensamt würdigeren Mitarbeitern überlassen." Das Blatt glaubt, daß es viele Ausschußmitglieder gibt, die ihr Amt nicht in der richtigen Weise auffassen, und, daß die Arbeiterausschüsse viel zu wenig„herausholen". Man sieht, wie schwer es den Ausschüssen gemacht wird, auch nur ganz geringe Vorteile„herauszuholen". Trotz der Bestimmung, daß Mitglieder der Arbeiter- ausschüsse wegen ihrer Tätigkeit nicht entlassen werden dürfen, daß deren Entlassung auch nur durch die Direktion «und nicht durch die Dienststellenvorsteher erfolgen darf, haben wiederholt Entlassungen von Arbeiterausschußmitgliedern stattgefunden, allerdings wegen— zu geringer Leistungsfähigkeit oder wegen Hetzerei und dergleichen. Dabei handelte es sich stets um Männer, die alle länger als zehn Jahre, sogar über zwanzig Jahre im Eisenbahndienst beschäftigt waren, und die bei ihren Kollegen in hoher Achtung standen. Das ist die Sicherheit der Existenz, das ist die„wohlwollende Behand- lung" der Arbeitervertreter bei der Staatseisenbahn. Berlin und Omgegcnd. Sozialpolitische Forderungen der Friseurgehilfen. Der Ende Mai d. I. abgehalrene Allgemeine Friseurgehilfen- kongreh hat eine Reihe von Forderungen formuliert, welche die Friseurgedilfen an die Gesetzgebung stellen. Es handelt sich Haupt- sächlich um die Regelung der Arbeitszeit. Verbot des Kost- und Logiszwanges, Eiiiscvräiikung der Lebrlingszüchtung. Eine Petition, welche um die Durchführung dieser Forderungen ersucht, soll an den Reichstag und Bundesrat gerichtet werden. Zur Unterstützung dieser Bewegung werden gegenwärtig in den verschiedensten Orten Deutsch- lands öffentliche Friseurgebilfenversammlungen abgehalten. Die Berliner Versammlung in den Jndustrie-Festsälen war gut besucht. Der Referent, Reichstagsabgeordneler Robert Schmidt, be- leuchtete die aufgestellten Forderungen. Er bezeichnete fie als durchaus berechtigt und bemerkte, daß das, was die Friseur- gehilfen von der Gesetzgebung fordern, in anderen Berufen durch die gewerkschaftliche Tätigkeit längst erreicht worden sei. Wenn die Arbeitsverhältnisse der Friseurgehilfen noch so rückständig sind, so liege das zum großen Teil daran, daß sie nur über eine schwache Organisation verrügen. Wenn eine starke Organisation hinter den Forderungen stehe, dann hätten sie Aussicht auf Erfüllung. Juan- spruchnahme der Gesetzgebung und Selbsthilfe durch eine starke Ge- werlschaft, das seien die beiden Wege, auf denen die Verhältnisse der Friseurgehilfen verbessert werden können. Nach einer kurzen, dem Referenten zustimmenden Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „In Anbetracht des Umstandes, daß ein erweiterter gesetz- licher Schutz der Arbeiter im Friseurgewerbe sich als dringend notwendig erweist, erachtet es die Versammlung für unbedingt erforderlich, daß folgende gesetzliche Maßnahmen getroffen werden: aj Festsetzung des Beginns der Arbeitszeit nicht vor 7 Uhr morgens und deren Beendigung nicht nach 8 Uhr abends. Sonnabends nicht nach S Uhr abends, sowie einer mindestens einstündigen Mittagspause täglich; b) Verbot der Beschäftigung an Sonn- und Fe st tagen im allgemeinen nach 12 Uhr mittags, sowie gänzliches Verbot der Beschäsliguna an allen aus Wochentage ' entfallenden gesetzlichen Feiertagen, mit Ausnahme des ersten Weihnachtsfesttages, unter Beibehaltung des freien Wochen nach mittags? 0) Verbot des Kost-- und Logis gebens durch den Arbeitgeber: ck) Verbot aller besonderen Arbeitsbücher der Arbeitgeberkorporationen: e) Oeffentlich-rechtliche Vertretung der Gehilfeninteressen durch Schaffung von Arbeiterkammern? 5) Einschränkung der Lehrlingszüchterei in der Weise, daß ein Lehrling nur gehalten werden darf, wo ein Gehilfe ständig beschäftigt wird, ein zweiter Lehrling nur, wenn mindestens drei Gehilfen beschäftigt werden, und mehr als zwei Lehrlinge überhaupt nicht. g) Ausdehnung der Gewerbeordnung auf die Bahnhofsfriseure." Oeuttcbes Beick. Zum Streik der Papierarbeiter und-Arbeiterinnen in Aschersleben. Tie niedrigen Löhne der Papierwarcnarbciter in Aschersleben und das Herrentum der Konimerzienräte Bestehorn haben zum Streik geführt, an dem über 300 Arbeiter und Arbeiterinnen �sowie noch 300 bis 400 Heiinarbeiteriniien beteiligt sind. Dieser Streik ist geradezu ein Musterbeispiel dafür, wie manche Herren Kam- merzicnräte es lieben, sich als sozial denkende Unternehmer feiern zu lassen, so lange sie das weiter nichts kostet als billige Redens- arten, wie aber sofort das„soziale Empfinden" in ein rücksichts- loses Hcrrenmenschentum umschlägt, das jede freie Regung der Arbeiter niederzuhalten und das Koalitionsrecht mit Füßen zu treten sucht, sofern nur die leise Gefahr besteht, daß der Profit ge- schmälert werden könnte. Ta schenkten vor einigen- Jahren die Kommerzienrätc Beste- Horn der Stadt Aschersleben ein schönes Haus mit Theater, Bibliothek, Lesesaal, Sitzungszimmern und Restaurant, genannt das„Bcstehorn-Hans". Die Herren ließen auch eine Festschrift her- stellen, deren Text ein bekannter Gelehrter nach den Angaben der Herren Bestehorn schrieb. Danach hat der Gründer der Firma Bestehorn, der Vater der Herren Kommerzienrätc. mit einem Ka- pital von 900 Talern angefangen, während die Söhne jetzt eine rie- sige Fabrikanlage mit mehreren Hundert der besten Maschinen ihr eigen nennen und etwa 1800 Leute beschäftigen. Die Herren Beste- Horn sind vielfache Millionäre geworden, die sich über ein Dutzend Reit- und Kutschpferde halten; sie verdanken diesen ihren Reichtum nicht zuletzt dem unermüdlichen Fleiß der Papierwarenarbeiter und -arbeiterinnen. Kaum stellen diese aber durch ihre Organisation, den Buchbinderverband, sehr bescheidene Forderungen auf_ Aufbesserung ihrer außerordentlich niedrigen Löhne, die bis auf 3,00 M. pro Woche heruntergingen, da verflog sofort das„soziale Empfinden" der Herren Kommerzienrätc, da vergaß der Herr Stadtverordneten- Vorsteher und Kommerzienrat Bestehorn seine Mahnung bei der Einweihung des Bestehorn-Hauses: „Allen Arbeitgebern möchte ich zurufen und ans Herz legen: Seht in Euren Arbeitern nicht Arbeitsmaschinen, sondern gleich- berechtigte Menschen, die auch Herz und Gemüt haben und das- selbe Recht auf Menschenwürde haben. Behandelt Eure Arbeiter nicht als Bürger zweiter Klasse, sondern als gleichberechtigte Mit- glieder der menschlichen Gesellschaft. Behandelt sie so, wie Ihr an ihrer Stelle behandelt werden möchtet!" Mit Wohlbehagen ließen sich die Herren B e st e h 0 r n in der erwähnten Festschrift folgenden Lobcshymnus gefallen: „Neben dem Namen Ernst Abbe werden in Zukunft die Namen des Vater und der zwei Söhne Bestehorn als Bahnbrecher auf dem Gebiete der werktätigen sozialen Rcformarbeit in Ehren genannt werden." Als nun die Forderungen der Papierwarenarbeiter nebst einem höflichen Begleitschreiben an die Herren Bestehorn eingereicht wurden, da wollten die„?lbbes von Aschersleben" von einer Gleich- berechtigung ihrer Arbeiter und einem Mitbestimmungsrecht dieser über die Arbeitsbedingungen nichts wissen. Ihre Antwort bestand darin, daß sie sofort mit Matzregelungen begannen, die Vertreter der Arbeiter als Lügner und Schwindler bezeichneten, jede Ver- Handlung ablehnten und mit den skrupellosesten Mitteln die Ar bester zum Rücktritt von ihrer Kündigung und zum Austritt aus dem Buchbinderverbande zu bestimmen suchten. Als der Verfasser der Bestehorn-Festschrift auf dieses Gebaren der sonderbaren„Abbes" aufmerksam gemacht wurde, lehnte er zwar aus leicht begreiflichen Gründen ab, Partei zu ergreifen, er- klärte aber wörtlich: „Ich finde die Löhne, die Sie angeben, beschämend niedrig, weiß aber nicht, ob die Konkurrenz wirklich eine Preissteigerung zuläßt." Damit sind die Bestehorns gerichtet, denn die Konkurrenz zahlt weit höhere Löhne als sie! Fürwahr eine bittere Pille für die modernen„Abbes" kommerzienrätlichcn Genres, daß ihnen von wohlwollender Seite, von dem Verfasser ihrer Festschrift, attestiert wird, die von ihnen gezahlten Löhne seien beschämend niedrig! Wir wiederholen hiermit die Bitte, die kämpfenden Papier- Warenarbeiter Ascherslebens durch Fernhaltung von Zuzug, durch Einwirkung auf die Heimarbeiterinnen und durch Einflußnahme auf Konsumvereine und sonstige große Abnehmer der Papierwaren aus Aschersleben unterstützen zu wollen. Der Ausstand der Droschkenkutscher und Chauffeure in Köln ist nach wiederholten Verhandlungen mit den Vertretern des Kölner Polizeipräsidenten beendet worden. Der Streik wurde mit großer Entschiedenheit durchgeführt. Kein einziges Mietsfuhrwert war in den Straßen Kölns zu sehen. Die Verhandlungen wurden dadurch erschwert, daß der Polizeipräsident in Urlaub ist. Bei den wieder- holten Verhandlungen, die sich bis in die Nacht hinein ausdehnten, wurde die Beseitigung einiger Schroffheiten der neuen Verkehrs- ordnung sofort zugesagt, für andere wurde eine mildere Handhabung oder baldige niildere Fassung in Aussicht gestellt. Nach der Rückkehr des Polizeipräsidenten wird sich zeigen, wie weit die Zusagen der den Präsidenten vertretenden Polizeiinspektoren Wirklichkeit gewinnen. Vorläufig bleibt als beachtenswert die Tatsache bestehen, daß eine königlich preußische Polizeibehörde mit einer Streikkommisfion ver- handelt und Abmachungen getroffen hat. In der Zigarrenfabrik von H. Kersken in Orsoy befinden sich die Zigarren- und Wickelmacher seit dem 21. September ivegen einer 10- bis löprozentigen Lohnforderung im Streik. Die fünf„Christ- licken" hatten dieielben Forderungen gestellt, arbeiten jetzt aber ruhig weiter. Der Tabakarbeiterverband kommt mit 40 Mitgliedern in Betracht. Bemerkenswert ist. daß die christliche Zetralleitung es abgelehnt hat, die gemeinsamen Forderungen auch gemeinsam ein- zureichen. Die übrigen Firmen haben jetzt beschlossen, die Arbeiter auszusperren: eS würden 120 Arbeiter davon betroffen werden.— Es«st nicht ausgeschlossen, daß die Bewegung noch weitere Kreise zieht. Wegen Lohnreduktion traten am 7. Oktober s ä in t l i ch e M e- tallarbeiter der Turngerätefabrik von Dietrich u. Hannack zu Che m�n i tz i» den Streik. Es wird gebeten, den Zuzug von Schlossern, Schmieden, Drehern, Bohrern und Hilss- arbesterr« von diesem Betriebe fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Chemnitz. Tie. Wurstfabrik Sauermann in Kulmbach beschäftigt zurzeit 110 Gsellen, 40 ungelernte Arbeiter und einige weibliche Hilfs- kräfte. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse, sowie die Logiseinrich- tungen lassen vieles zu wünschen übrig. Die Arbeitszeit beginnt früh S Uhr und endet abends durchschnittlich um 7 Uhr; auch Sonn- tags wird von 5 bis 9 Uhr gearbeitet, selbst geschlachtet wird an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, ohne daß sich die Behörden um dieses gesetzwidrige Treiben kümmern. Ihre Konkurrenzfähigkeit und die fetten Dividenden sichert die Firma durch Löhne von 7, 8 und 9 M. wöchentlich. Ueberstundenbezahlung ist ausgeschlossen. Die Logis sind Massenquariicre, nuröÖMami schlafen in dem einen Raum. Ständig sind die Klagen über schlechte und unzurelchende Kost. Antreiberei fehlt trotz der ohnehin langen und schivcren Ar- beit nicht.— Diese Firma hat alle Ursache, ein bitterer Feind der gewerkschaftlichen Organisation zu sein. Wer sich organisier!, der fliegt. Bereits 1907 war es dem Zentralvcrband der Fleischer gc- lungen, das Personal zu organisieren und durch Streik sogar einen Tarifvertrag zu erlangen. Bald waren aber die Organisierten ge- zwungen, erneut zu streiken. Tiesmal holte sich die Firma Streik- brecher, die dann mit Knüppeln auf die Streikenden losgelassen wurden. So siegte die Firma dainals. Es wurde seitdem treue Wacht gehalten, damit der vermaledeite sozialdemokratische Zentral- verband der Fleischer nicht wieder die Leute verhetzt und unzu- frieden macht... Tie Zustände wurden immer Unerträglicher und schließlich trieb die Beschäftigten das eigene Verlangen zu der Orga- nisation, in dem Bewußtsein, daß nur durch diese bessere Verhält- nisse geschaffen werden können. Zirka SO Mann organisierten sich, aber flugs wendet die Firma alle Mittel an, das Koalitionsreckt zu verbannen. Zunächst wurde der Vorsitzende gematzregclt. Dem Verbandsvertreter erklärte Herr.sauermann, daß er Herr im Hause sei; er dulde keine Oganisienen, er brauche Leute zum Arbeiten, zu nichts weiter. Jetzt hat die Finna 12 Mann gemäß- regelt, weil sie„noch im Verband sind".— Die Finna hat nament- lich in süddeutschen Städten und da besonders in Arbeitervierteln ihr Absatzgebiet. Aber auch eine Reihe Konsumvereine zählen zu den Kunden Sauermanns. Solange sich diese Firma weigert, orga- nisiertes Personal unter geordneten, menschenwürdigen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu beschäftigen, inuß ihr gezeigt werden, daß die Arbeiterschaft es versteht, durch Solidarität ihre Sympathie der käinpfcnden Organisation zum Ausdruck zu bringen. HusUnd. Das Ende des spanische« Eisenbahnerstreiks. Madrid, 7. Oktober. Nach Meldungen aus Barcelona haben die Verhandlungen, die dort nach der Zusage mehrerer Millionen zur Erhöhlmg der Löhne und der Pensionen durch die Gesellschaften zwischen dem Gouverneur und dem Streikkomitee stattsinden, zu einem guten Resultat geführt. Die Vertreter des EisenbahnershndikatS haben den Streikenden daraufhin gestern abend empfohlen, nachts um 12 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen. Damit ist der Ausstand endgültig beendet. Der Zugverkehr wird heute morgen wieder in normaler Weise auf- genommen. Auch die Schnellzüge Paris— Barcelona werden von heute morgen ab wieder in gewohnter Weise verkehren. TJiis der frauenbewegung. Arbeitsgebiete für Frauen in Frankreich. Die französische Regierung beschäftigt in steigendem Maße Frauen in ihren Ministerien und öffentlichen Bureaus. 102 Frauen arbeiten im Ministerium des Auswärtigen, 100 im Kolonialministerium, 140 im Handelsministerium, während in den Ministerien der Finanzen und des Krieges nicht lvcniger als IS 072 beziv. 3920 tätig sind. Jin Ministerium der schönen Künste finden 147 und im Ministerium des Innern 243 Frauen Beschäftigung. Die Admiralität besoldet 457, das Justizministerium 940 Frauen. Es gibt 70 093 Lehrerinnen und 19 400 Angestellte der Post- und Telegraphenverwaltung. Die Staatsbahnen beschäftigen 0350 Frauen. Vor 20 Jahren betrug die Zahl der Frauen in diesen Berufen einige Hundert; jetzt find es insgesamt 155 028, und sicher wird ihre Zahl in ein oder zwei Jahren, wenn das jetzige Tempo innegehalten wird, 200 000 be- tragen.________ Die Lage auf dem Baihan. Notifizierung des Resormbeschlusses. Konstantinopel, 7. Oktober.(W. T. B.) Die Pforte hat ihren diplomatischen Vertretern ihren Beschluh betreffend Durchführung von Reformen in Mazedonien notifiziert. Serbische Friedcnsbezeugungen. Belgrad, 7. Oktober.(W. T. B.) In der heutigen Sitzung der Skuptschina erklärte der Ministerpräsident, daß am meisten die christlichen Balkan st aaten an einer Besserung der Lage in der Türkei interessiert seien. Sie wären deshalb für die Durchführung der bereits im Berliner Vertrage vorgesehenen Reformen in der Ertvartung eingetreten, daß die Signatarmächte des Berliner Vertrages diese Bestrebungen unterstützen würden. In diesem Stadium habe jedoch die Türkei die friedliche Behandlung dieser Frage aus das Gebiet einer kriegerischen Auseinandersetzung verlegt, indem sie die Mobilisierung der türkischen Armee anordnete. Die serbische Regierung werde indessen weiter für die serbischen Bestrebungen eintreten und hoffe, daß diese Bestrebungen zum Wohle der Balkanvölker und aller zivilisierten Völker von Erfolg gekrönt sein werden.(Leb- hafter Beifall.) Griechische Protestnote. Konftantinopel, 7. Oktober.(W. T. B.) Nach wiederholte!« mündlichen Vorstellungen überreichte der griechische Gesandt« G r Y- Paris der Pforte«ine Note, in der gegen die Beschlag- nähme der griechischen Dampfer Einspruch erhoben wird. In der Note wird weiter Verwahrung dagegen eingelegt, oaß zehn griechische Dampfer bereits von türkischen O.f f i z i e r e n und Mannschaften besetzt worden seien. �.-- Im Kampf. Wien, 7. Oktober. lW. T. B.) Wie die„Neue Freie Presse" aus C e t i n j e meldet, befinden sich die Aufftändifchen in Beran«, m Kampfe mit türkischen Truppen. I+ctzU ffachncbtcm Das Urteil im Essener Justizbeleidignngsprozest. Essen(Ruhr), 7. Oktober.(P.C.) In bem vor der Essener Strafkammer verhandelten, als Nachspiel zum letzten Berg- arbeiterstreik Aufsehen erregenden Beleld,gungsprozes,e gegen den Rechtsanwalt Dr. LevY und die Redakteure Neu- mann und Schoreck, sämtlich ans Esjen. wurde heute abend, kurz nach 9 Uhr. das Urteil verkündet: Dr Levy wurde zu 300 Mark G e l d st r a f e, die Redakteure Neumann und Schoreck zu je 100 Mark G-Id- strafe verurteilt. Dem Landgerichtspräsidenten wurde die Befugnis zugesprochen, den Tenor des Urteils in der„Ar beiterzeitung", Essen, dem„Allgemeinen Beobachter" sämtlichen übrigen Essener Blättern zu veröffentlichen. Ausstand in der Fürther Spiegelglasmanufaktur. Nürnberg, 7. Oktober.(P. C.) 500 Glasarbeiter der Spiegel- glasfabrik Wiederer in Fürth legten heute die Arbeit nieder. Dieser Ausstand wird wahrscheinlich die Aussperrung der Arbeiter und in den übrigen Betrieben der Firma zur Folge haben. Psrantw. Redaksi: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: Th. Glvckr. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchvr. u Berlagsanstalt PaulSinger d- Co.. Berlin LW. H erzu 3 Beilagen«. NnterhaltungSbl. Nr. 235. 29. IahMS. 1. DkilU i(ü Jonörts" ßfrlintt WKsdlck. JifMtnj, 8. AKIidtt 1912. Slirttcbaftlicijer Wochenbericht. LZalkanwirre» und Wirtschaftsleben. Mitten in oie Haussestimmung einer industriellen Hochkonjunktur hinein traf die Nachricht von den kriegerischen Verwickelungen auf dem Balkan. In der ersten Bestürzung glaubte man an aktive Be- teiligung auch der europäischen Großstaaten, zum mindesten Ruß- lands und Oesterretch-UngamS. Schon am Montag, den 30. Sep- tember, hatte die Nachricht von großen Probemobilisierungen in Russisch-Polen Beunruhigung bei der Berliner Börse verursacht und die ansteigende Tendenz der Jndustriepapiere in eine schwache Stimmung umgewandelt. Am Dienstag, den 1. Oktober, trat an allen europäischen Börsen auf die Meldung bin, daß Bulgarien, Serbien, Montenegro. Griechenland und die Türkei mobilisieren, ein starker Kurssturz ein. Zu einer völligen D eroute kam es in Berlin, Frankfurt, Wien und Petersburg. In Berlin ver- loren die einheimischen Ba»ken lns 4 Proz.. die auswärtigen bis 10 Proz. Von den Schiffahrtswerten fielen die Aktien des Lloyd um 9, die der Hansa um 12 und die der Hamburg-Amerika-Linie sogar um 13 Proz. Zum Teil noch schlimmer erging es den Papieren von Jndustriegesellschaften. So sanken die Aklien der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft um 16 Proz., bei dem Rückgang ist allerdings hier die Mitteilung des Direktors der Gesellschaft mit zu berück- sichtigen, daß an die voraussichtliche Dividende keine über- triebenen Hoffnungen zu knüpfen seien. Am Mittwoch, den 2., hielt die weichende Tendenz der Kurse noch an. Insbesondere gaben die Anleihepapiere der Balkanstaaten stark nach. Recht schlimm gestaltete sich die Lage am Kaffaindustriemarkt. Die Voigtländische Maschinensabrik erlitt einen Kurssturz von 77 Proz. Vom 3. d. MtS. an herrschte dann bei sämtlichen europäischen Börsen eine ruhigere Auffassung. Der Frieden Italiens mit der Türkei, die Ueberzeugung, daß der Balkankrieg lokalisiert bleiben würde, vielleicht überhaupt durch die Intervention der Großmächte zu vermeiden sei, trugen dazu bei. Erst am Sonnabend machte sich wieder eine pessimistischere Beurteilung der politischen Lage auch an den Börsenplätzen geltend. Zur Erklärung dieser Kursstürze in der vergangenen Woche muß man gewisse börsentechnische Momente heranziehen. Daß durch den Ausbruch eines Krieges auf dem Balkan etwa erheblich die Gewinne der Großen Berliner Straßenbahn, die ebenfalls um 3 Proz. sanken, oder unserer großen Elektrizitäts- und Stahlwerke, die um zehn und mehr Prozeut fielen, berührt wurden, ist gänzlich unwahrscheinlich.� Dennoch wurde das Börsenpublikum allein durch die Möglichkeit eines Weltkrieges so erschreckt, daß es seinen Besitz an Werlpapieren schleunigst abstieß. An den Börsen ist seit einiger Zeit der Hauptträger der Spekulation daS Privatpublikum. Die glänzende Beschäftigung der Schwerindustrie hat zu einer vermehrten Teilnahme nicht berufsmäßiger Spekulanten an dem Börsenspiel ge- führt. Die Nachrichten über die Mobilisation des Balkans und die nahe Aussicht eines Krieges, dessen Ausdehnung nicht bekannt war und daher um so mehr zu vagen Vermutungen Gelegenheit bot, führten zu Verkäufen auS Angst vor größeren Verlusten. Das machte sich besonders auf dem Kassaindustriemarkte bemerkbar, wo die Käufe und Verkäufe am gleichen Tage in bar getätigt werden. Der Be- sitzer eines Wertpapieres übergibt dazu seinem Bankier den Auftrag, sofort die Stücke zu Geld zu machen. Aber auch im Terminhandel (Lieferung und Bezahlung des gekauften Papieres am Ultimo) spielten solche Angstverkäufe eine gewiffe Rolle, wobei das berufs- mäßige Spelulantentum a la baisso natürlich die Situation noch zu einem besonderen Druck aus die Kurse ausnutzte. Der Rückgang der Kurse veranlaßte aber auch die Banken, die auf der Basis ge- ringer Anzahlung die Spekulationsgeschäste des privaten Publikums übernehmen, Nachschüsse zu fordern und bei Nichtbefriedigung Ver- käufe vorzunehmen. So zeigt sich in den Börsenvorgängen nur der plötzliche Rückschlag auf eine Spekulation, die bereits die Gewinne einer Hochkonjunkturbeschäftigung in ausgiebigem Maße vorweggenommen hatte. Besonders verständlich ist die Ernüchterung in Petersburg und Wien, den Börsenplätzen der Länder, für die ein Krieg eine gewisse Wahrscheinlichkeit bedeutet und die durch einen Krieg industriell außerordentlich geschädigt würden. An beiden Orten haben denn auch Jndustriewerte einen ganz be- deutenden Kursverlust erfahren. Einen verhältnismäßig geringen Kursverlust erfuhren die An- leihe-Renten der Balkanstaaten. Abgesehen davon, daß die Kurse der Anleihen bereits seit einiger Zeit auf Grund der Nachrichten über die Balkanunruhen gesunken waren, erklärt sich das daraus, daß die Einnahmen für Schuldenzinsen von vornherein ver- pfändet sind. Die Finanzwirtschaft fämtlicher Balkanstaaten steht unter westeuropäischer Kontrolle. Ein Verlust für die Inhaber solcher kleines feuilleton. „Vorwärts" als Zeitungstitel. Ein deutsch-amerikanischer Ge- noffe schreibt uns: Unter den Titeln der Parteipresse, die im„Unter- Haltungsblatt' besprochen wurden, verdient der„Vorwärts" etwas mehr hervorgehoben zu werden. Unser Zentralorgan, das im 29. Jahrgang steht, hatte bereits Vorgänger in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der„Vorwärts", den die'„New Dorker Volkszeitung" als selbständiges Wochenblatt für die Leser im Lande herausgibt, verzeichnet den 35. Jahrgang. Und der„Vorwärts" von Milwaukee, Organ der Partei von Wisconsin, steht im 31. Jahr- gang. Zu diesen beiden gesellte sich vor zwei Jahren der„Vorwärts der Pacific Küste', den die Partei in San Francisco herausgibt. Außerdem gibt es in Amerika noch einige kleinere Parteiblätter mit dem Titel„Vorwärts" in anderen Sprachen, darunter auch einen jüdischen„Vorwärts" in New Vorl. Theater. KöniglichesSchauspielhaus:..EinWaffengang", Lustspiel von Oskar Blumenthal. Das Stück ist ein Feuilleton mit Fortsetzungen in drei Akten. Em komischer Romanschriftsteller adligen Geblüts, den alle Backpiche beruckend finden müssen, bemüht sich mit Baronen und Komtessen um die Wette, das Nichts, das man zu sagen hat. mit einem Schein gezierten Geistes vorzutragen. In Namen, Toiletten und im Tone soll marklert werden, was ehrerbietige Gemüter als„mondäne Eleganz" bestaunen. Und die» Rezept, nach dem in guten alten Zeiten das„KonveriationSstuck fabriziert wurde, erwies sich im Königlichen Schauspielhause immer noch als zugkräftig. Das Publikum applaudierte mit großer Energie und rief den viel- geliebten Autor, der ehedem manch wtrlltch lustigen Lustspieleinfall hatte, vor die Rampe..»' Der Auftakt ist so übel nicht. Wie Blumenthal früher zuweilen gewandt an irgend welche Akrualitäten anknüpfte so in dem „Orienteppreßzug", so in„Hans Huckebein", der den eben erst ent- deckten Kinemalograpben zuausgelasienen Postenkatastrophen nutzt— taucht hier der findige Gedanke auf, gewisse lächerliche Exzenlrrznälen, zu denen ein radikaler, mit gleichen Rechten auch das gleiche Recht auf Dummheit fordernder Feminismus führen lönnte, perstflterenl, zu verulken. Wenn sich die Herren der Schöpfung duellieren, muh es, meint eine emanzipationsbegeisterte Komteß, auch dem welblichen Ge- schlecht freistehen, mit dem Degen in der Hand für seine Taten elnzutretcn. Eine von dem Fräulein unter männlichem Pseudonym publizierte beleidigende Kritik seines neuesten Romans hat Blumenthals Komvdien- Romancier damit beantwortet, daß er den unbekannten Rezeilsenten vor die Klinge fordern ließ; und das rappiergeübte Fräulein brennt ff??. Begier, in diesem Zweikampf ihren Mannesmut zu zeigen. Sie schickt ihm ihre Zeugen und rückt, als er sich weigert, in eigener Schuldpapiere gehört daher zu den UnWahrscheinlichkeiten, selbst im Falle eines Krieges. Einen Einfluß übten die Nachrichten von den Balkanwirren auch auf die Produktenbörsen aus. Die ersten Meldungen riefen an den Getreidebörsen Preiserhöhungen hervor, denen aber wieder Rückgänge folgten. Gegenüber den gewaltigen Ernten Rußlands. Kanadas und Argentiniens, von denen besonders die amerikanischen in diesem Jahre besonders groß sein sollen, kommen die Balkanländer weniger in Betracht. Aber selbst dieser Anteil ist— wenigstens in diesem Jahr— nicht so sehr ge- fährdet, da die Ernten bereits eingebracht sind. Allerdings wird der Transport mancherlei Stockungen erfahren. Die Donau wird als internationale Straße unter allen Umständen frei- gehalten werden. Auch die Dardanellen werden wohl sicher durch die Einwirkung der Großmächte von jeder längeren Sperrung freigehalten bleiben. Die kleineren Wasserstraßen, die für die Getreideverschiffungen vor allem in Frage kommen, würden allerdings im Kriegsfalle unbenutzbar werden. Sind doch jetzt schon die Bahnlinien zum Teil unterbrochen, zum Teil nur unter großen Schwierigkeiten und Kosten benutzbar. Zu weiteren Hemmniffen aller Art für den Verkehr würde es also noch kommen; und die Transportversicherungsgesellschaften haben schon jetzt die Prämien beträchtlich erhöht. Die Klagen über Mangel an Kahnraum werden sich noch vermehren, die Frachten, die infolge der günstigen Kon- junktur des Schiffsverkehrs schon recht hohe sind, noch mehr steigen. Eine Gefahr für die Nahrungsmittelversorgung Westeuropas liegt aber nicht vor. Die Frage, wie weit die augenblicklich herrschende i n t e r- nationale Hochkonjunktur durch einen auf die Balkanstaaten be- schränkten Krieg beeinflußt werden würde, ist schtver zu beantworten. Zu beachten ist dabei, daß die geradezu glänzende Beschäftigung bisher die Schwerindustrie betrifft, während die weiter ver- arbeitenden Gelverbe erst in Zukunft den Höhepunkt ihrer Leistungs- fähigkeit erreichen werden, daß ferner die Hochkonjunktur in den meisten Staaten sich erst im Anfangsstadium befindet. Wollte man untersuchen, wie die Industrie selbst auf die Ankündigung der Balkan- wirren reagiert hat, so fände man da keine Anhaltspunkte für eine Abschwächung. In Belgien wurden die Eisenpreise wiederum erhöht? das Essener Roheisensyndikat erhöhte die Roheisenpreise ebenfalls? am nordamerikanifchen Eisenmartt wurde der Preis für Roheisen heraufgesetzt. Dazu kommen positive Aenßerungen von Stahl- und Eisenindustriellen: ein eventueller Ausfall des Absatzes im Balkan- gebiete wird durch die vermehrte Nachfrage auS anderen Ländern reichlich ausgeglichen. Ein Vergleich mit dem Tripoliskriege träfe allerdings nicht zu. Einmal hat der Handel des nord- afrikanischen Gebietes längst nicht die Bedeutung der Aus- und Ein- fuhr der Balkanstaaten. Zudem wurde jener Krieg im wesentlichen auf einem Gebiet gefühtt, das für den europäischen Verkehr nicht als wichtiges Durchfuhrland in Betracht kommt. Vor allem aber: auf dem Balkan und in der asiatischen Türkei sind Hunderte von Millionen europäischen Kapitals angelegt fiir industrielle Unternehmungen, Verkehrsinstitute und als Staatsanleihen. Die Banken, die jenes Geld hergaben und deren„Arbeit" jetzt durch Zerstörung der Fabriken, Bahnen, Brücken, Häfen und durch Bankerotterklärung der punrpenden Staaten gefährdet ist, würden im Kriegsfall dauernde Verluste erleiden. Die Industrie dagegen würde ihren Absatz nur vorübergehend einstellen und einen vorübergehenden Ausfall erleiden, der gegenüber der angespannten Beschäftigung nicht allzusehr in Frage kommt. Gelänge es, den Krieg überhaupt zu vermeiden oder ihn räumlich und zeitlich stark einzuschränken, so wird vielmehr ein rascherer Fortschritt der modern- kapitalistischen Wirtschast im Balkangebiet die Folge fein. Die jetzigen Wirren bedeuten ja nichts anderes, als daß zwei Groß- staalen innere Zwistigkeiten aus dem Balkan ausnutzen, um die wirtsckaftlich zurückgebliebenen Länder in irgend einer Form an die fortgeschritteneren größeren Staaten anzuschließen. Die Wirkung wird in jedem Falle— auch wenn nur die Diplomatie die Kräfte- Verhältnisse zum Ausdruck bringt— eine Verstärkung der groß- kapitalistischen Tendenzen auf dem Balkan brtstgen. Europäisches Kapital wird in vermehrtem Maße zufließen, und in größerem Um- fange den Absatz europäischer Waren hervorrufen. Wird also der Krieg verhindert oder schnell beendet, so erhält die Hochkonjunkur einen neuen Anstoß. Im anderen Falle wird die Abschwächung etwas frühzeitiger eintreten, als sie bei rein wirtschaftlichen Ursachen zu erwarten Ware._ Der Parteitag der fortschrittlichen Dolkspartei. An die in der letzten Sonntagsnummer mitgeteilten Referate der Abgeordneten G o t h e i n und Wendorff über Person an, um dem Elenden, der kneift, die galanten Ausflüchte ab- zuschneiden. Aber das parodistische Motiv, das eine beweglich tem- veramentvolle Schwankphantasie so ergötzlich hätte variieren können, bleibt dann für alles Weitere unfruchtbar. Die Komteß vergißt im Handumdrehen, daß sie satirisch- karikaturistische Pflickiten zil erfüllen hat, und dem Romanschriftsteller fällt nichts Beffcres ein, als seiner Feindin auf der Jacht des Onkels den Hof zu machen. Das wird im dritten Akt in dem Pariser Heim des OheimS mit glücklichem Verlobungsausgang fortgesetzt. Ein Fräulein Vernier, die abenteuerlustige frühere Geliebte des Romanschrift- stellerS, die so tut, als wolle sie den alten Herrn heiraten, um ihm dann verstäudigerweise noch vor der Ehe zu einer Scheidung zu verhelfen, schiebt sich, die klaffenden Lücken der Handlung auszu- füllen, vor. Ganz gewiß auch keine Lebensfähige Figur, doch immer- hin in ihren Plaudereien amüsanter als das aufs reine Garten- laubenschema reduzierte Duellantenfräulein. Fräulein A r n st ä d t war eine schöne und pikante Vernier, C l e w i n g als Romancier ein romanhaft eleganter, schicker Kavalier. Auch der berühmte Charakterspieler Vollmer wirkte mit, leider in einer Episodenrolle, die ihm keinen Ellbogenraum für die Entfaltung seiner ironisch feinen Komik bot. ät. Mnsik. Der Berliner Volkschor setzte seinen vorjährige» Volksliederabend am Sonnabend durch einen zweiten fort. Das Programm ging durch vier Jahrhunderte, bis herauf zu einem Kunstlied von Rob. Radecke(1830—1911), das bereits Volkslied wird. Was wir schon mehrfach bei solchen Gelegenheiten betont haben, trat diesmal besonders deutlich hervor: der Gegensatz der älteren zwei Jahrhunderte gegen die neueren. Seit rund 1700 haben wir die auch die meisten„klassischen" Werke beherrschende Art, die die Harmonien in möglichst enger Verwandtschaft miteinander verbindet und den Rhythmus mehr oder weniger tanz- oder marschmäßig hält. Die„Liedertafelmusik" ist dann nur eine kraffe Steigerung dieser Art. Wird ihr die„Zukunftsmusik" gegenübergestellt, und wird gegen einen wirklich oder angeblich romanischen Einfluß die„neudeutsche" Richtung ausgespielt, so erinnert uns eine solche Zusammenstellung von Volksliedern, daß die. Zukunftsmusik" an eine frühere Bergangenheitsniusik und das Neudeuische an ein Alt- deutsches anknüpft. Das Alte und daS Neue umschlingen mit ihrer gemeinsamen Art das Mittlere. Ließe sich ein Konzert dreiteilig einrichten: erstens bis zum Vater Bach, zweitens von dessen Söhnen bis zu den heutigen Nachklängen der Romantik, drittens von Liszt und Wagner und den ihnen Nahestehenden an bis zum heutigsten Heute, so würde das Gesagte wohl überraschend klar werden. Liedertafelei singt sich nicht nur leicht, sondern macht auch weniger klangschöne Stimmen wohlgefälliger. Bringt man dagegen so schwierige und so wenig leiermäßige Lieder, wie sie diesmal kamen, und arbeitet man ihren Vortrag so nuancenreich aus. wie die Zollfragen, die Teuerung und die Stellung der Fortschrittlichen Bolkspartei zur Landwirtschaft schloß sich eine längere Debatte, die insofern recht interessant ist, als sich zeigte, daß die Forltschrittspartei in ihren Reihen hoch- angesehene Mitglieder hat, die im wesentlichen mit der heutigen Agrazollpolitik der Regierung einverstanden sind und nun inso- fern von den zollpolitischen Ansichten des Bundes der Landwirte abweichen, als sie weitere Zollerhöhungen nicht für! nötig halten. Vor allem vertrat der Landtagsabgeordnete Pfarrer Kor eil- Ingelheim diese Auffassung. Er sagte: Ich kann üeim besten Willen die Frage nicht so einfach ansehen, wie sie Herr Gothein ansieht. Die Verhältnisse im Norden. Süden und Westen liegen eben verschieden. Bei uns spielt die hohe Bodenrente nicht eine so große Rolle wie im Norden; wir haben auch bäuerliche Betriebe, die Hervorragendes in der Viehzucht leisten und die daneben Ge» treidebau ruhig betreiben, ja betreiben müssen.(Sehr richtig!) Für uns ist also-der gemischte Betrieb das Normal«. Dahev liegt für uns die Frage der Getreidezölle nicht so einfach. Wr müssen sagen: unter keinen Umstünden Zollerhöhung, aber unter allen Umständen Beseitigung der Futtermittelzölle.(Beifall.) Da- mit bin ich nicht im entferntesten ein liberaler Agrarier.(Heiter- keit.) Ich wünsche, daß weiten Kreis«» unserer Partei die Augen uoch mehr geöffnet würden für das, was ist. Es ist kein Zufall, daß in allen Parteien der Revisionismus in der Zollfrage einsetzt. Wir sehen das beim Bund der Land- wiüte und wir sehen es bei der Sozialdemokratie. In der Sozial« dcmolratie beschränkt sich das nicht nur auf Artur Schulz, sonderilr erst(n diesen Tagen hat ein anerkannter hadischer Sozialdemokrat geschrieben, daß die Grundlagen der sozialdemokratischen Zollpolitik nicht mehr wissenschaftlich seien.(Hört! hört!) Redner bringt zum Schluß folgende Resolution ein: „Der Parteitag der Fortschrittlichen Voltspartei erklärt an- gesichts der bestehenden verhängnisvollen Fleischteuerung, die wesentlich durch Zölle und Seuchen mit verursacht worden ist, daß der Not durch geeignete Maßnahmen gesteuert werden muß, ohne daß jedoch das nach wie vor richtige Ziel der Bauernpolitik, die Versorgung des Marktes mit deutschem Vieh durchkreuzt werden darf."_ Die Abgeordneten Fegtet und Kotitz en widersprachen dieser Ansicht, während der Reichstagsabgeordnete Dr. B l u n ck» Hamburg im ganzen den Ausführungen Korells zustimmt. Er erklärt: Von einer besonderen Steigerung der Getreidepreise kann bei uns nicht gesprochen werden. Die Getreidepreise haben sich bei uns in durchaus verständigen Grenzen bewegt.(Lebhafter Wider- spruch und Ohorufe.) Dann kennen Sie die Statistik nicht. Wir follten auch daran denken, ob es wirklich unser Ziel ist. die indu- ftrielle Entwickelung Deutschlands zu fördern und ganz Deutsch. land zu industrialisieren.(Sehr richtig!) Ohne«inen entsprechen. den Zollschutz aber ist unsere Landwirtschast nicht existenzfähig. (Lebhafter Beifall und Zischen.) Nach einigen weiteren Reden wurde ein Antrag des Ritter- gutsbesitzers Becker- Bartmannshagen angenommen, der die Ein- setzung einer Kommission fordert, welche die Wirkungen der Zoll- gesetzgebung auf die kleinen, mittleren und Großbetriebe studiert. Tarauf hält der zum Geheimrat ernannte Abg. p, Pa h er sein Rcstrvt über die Tätigkeit der fortschrittlichen Reichstagsfraktion. Er besprach eingehend die Vorgänge bei der Wahl des Reichstags- Präsidiums und schilderte in humorvoller Weise die Irrungen, die sich im Reichstag bei diefer Wahl abgespielt haben._ Er dankte den Abgeordneten Kaempf und Dove dafür, daß sie in dieser schwierigen Zeit in das Präsidium eingetreten seien. Sodann präzisierte er die Stellung der fortschrittlichen Reichstagsfraktion zur.Heer- und Flottenvorlage und zu den Besitzsteuerii. Er schloß: Mit den 119 Sozialdemokraten können wir nicht einmal rechnen, noch viel weniger die Regierung. In der Rechnung der Regierung werden die 110 Sozialdemokraten mitt Nnll eingesetzt, dank der Taktik der Sozialdemokratie. Zieht man von den Rcichstagsstimmen diese 110 ab, dann gehört von den verbleiben» den Abgeordneten ein Drittel dem Zentrum. Man braucht dieser Ziffer nichts hinzuzufügen, um zu verstehen, ivas die Regierung veranlaßt, sich immer ans Zentrum zu halten. So lange dieses Machiverhältnis bleibt, wird an der Politik nichts geändert werden. Auf Antrag des Chefredakteurs Ne b e l u n g- Nordhausen wurde der Reichstagsfraktion für ihre erfolgreiche Tätigkeit der Dank des Parteitages ausgesprochen. Mannheim, 6. Oktober.'(Telegraphischer Betichi.) Der Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei setzte am heuii- gen Sonntag seine Verhandlungen fort. Zur Beratung stand der Punkt: es hier geschah, so merkt man einen Mangel an schöner Klangfülle deutlicher als sonst. Der Volkschor kann eine solche schon wegen seiner Kleinheit nicht entfalten; um so verdienstvoller sein sachliches Bemühen und um so empfehlenswerter neue Anschlüsse an ihn I Daß im übrigen alles gut klappte, und daß die Solistin Paula Weinbaum mit ihrer. Anpassung an die verschiedensten Lied- stimmungen ihren Erfolg rechtfertigte, braucht nicht erst betont zu werden. Der Klavierbegleiter Wilhelm Scholz spielte seinen Part so sehr diskret, daß er manchmal wenigstens für die akustisch un- günstigen vorderen Partien des Saales gar zu leise war. Und ivenn wir schon einmal Lieder zu hören bekommen, deren Melodie im Tenor liegt, dann würde sichs empfehlen, die Tenorstimmen dabei ganz nach vorne zu rücken. ez. Notizen. — Musikchronik. Das erste Weingartner-Konzert in Fürstenwalde am 15. Ollober bringt die Erste, Zweite und Dritte Sinfonie von Beethoven. — Die Ergebnisse afrikanisch'? r Expeditionen stellt der Afrikaforscher Leo FrobeniuS vom 6,-18. Oktober im Abgeordnetcnhause aus, — Ein soziologischer Kongreß in Rom. Der achte Kongreß deS internationalen Instituts für Soziologie wird demnächst in Rom seine Tagung beginnen. Das Arbeitsprogramm stellt in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussionen den Be- griff des Fortschritts, der von allen Seiten beleuchtet werden soll: anthropologischer Fortschritt, ökonomischer Fortschritt, politiscker, geistiger und moralischer Fortschritt bilden Gegenstand der Vorträge. Man will den Versuch machen, eine allgemeine Formel zu finden, unter der sich der Begriff des allgemeinen Fortschritts defiineren läßt. — Seen als Wärmespeich er. Man weiß seit langem, daß die Seen Wärmespeicher sind. Während des Sommers erwärmt sich das Wasser bis zu einer bestimmlen Tiefe; im Winter kühlt es sich wieder ab, indem es die Wärme ganz allmählich an die Luft wieder abgibt. Der italienische Gelehite Veroelli hat nun die Wärmemenge ausgerechnet, die auf diese Weise vom Comersee auf» gespeichert worden ist. Er legte die allgemein anerkannte Tatsache zu Grunde, daß eine Temperaturerhöhung des Seewaffers um ein Grad mit der Absorption einer Kalorie durch ein Kilogramm Wasser übereinstimmt. Es ergab sich, daß der See im Sommer täglich 260 Milliarden Kalorien aufspelchert, was der Verbrennung von 34 000 Tonnen Kohlen entspricht. Vom Ende Februar bis Ende August beträgt die Gesamtzahl der oufgespeicherteu Kalorien 43 000 Milliarden, Der größte Teil dieser Wärme bleibt in den oberen Wasserschichten, das milde Klima an den Ufern des Sees und der Reichtum der Vegetation erklärt sich aus der Wärmeabgabe in der kälteren Jahreszeit. Fortschrittliche BolkSPartei und Mittelstanv. Hierzu lag von beiden, Referenden, MeichSwgSabgeovd'neien Pachnicke und Bartschat folgende Resolution vor: „Der Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei fordert, durchdrungen von der Bedeutung des Mittelstandes für Volkswirt- schaft und Staat: Pflege aller Zweige des gewerblichen Unter richtswesens, Ausdehnung'des Fortbildungsschulzwanges aus Stadt und Land, Mitwirkung erfahrener Handwerker im Schul- vorstand; Vergebung öffentlicher' Arbeiten zu angemessenen Preisen, Zuziehung von Fachmännern zur Prüfung der Vor- anschlage; Zerlegung in kleinere Lose; Zuteilung auch'an Hand- werkcrvereinigungen(Submissionsgesellschaften). Ferner fordert der Parteitag die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk durch Instanzen, die sachkundig beraten, von Fall zu Fall entscheide»; Beiträge der Fabrikbetriebe zu den Kosten der Lehrlingsaus-- bildung; Einschränkung der Konkurrenz der Gefängnisabbeit; Einigungsämter zur Schlichtung von Streitigkeiten aus dem Gesetz über unlauteren Wettbewerb; Bekämpfung der Borgwirt- schaft und schließlich Altersrente aus der Invalide nversichenung mit dein. 65. Lebensjahre." Stach der Begründung der Resolution durch beide Referenten Und kurzer Debatte wird die Resolution mit einem nebensächlichen Zusatz angenommen. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die Arbeiterfrage. Hierzu lag vom Referenten Naumann folgender Antvag vor: „Der Parteitag begrüßt den Reichsverein liberaler Arbeiter und Angestellten und erwMetet,-daß Parteileitung und parlamen- tarische Vertretungen der Partei sich bei Agitation und Gesetzgebungsarbeit in beständiger Fühlung mit diesem Verbände halten. Der Parteitag verlangt eine baldige allgemeine Durch- arbeitung der Gewerbeordnung und dabei-die Herstellung eines allgemeinen deutschen sozialen Arbeits, und Angestelltenrcchl« mit Sicherung der Gleichberechtigung beider vertragsschließenden wirtschaftlichen Parteien." Ferner legte der zweite Referent Arbeitersekretär E v ke l« nz-Berlin hierzu folgende Resolution vor: „In der Erwägung, daß-der Arbeitsvertrag für fast drei Viertel der-deutschen Bevölkerung die Gnundlage ihrer Wirtschaft- lichen, politischen und geistigen Lebensäußerungen ist, in-der Er- wägung. daß der Arbeitsvertrag und die aus ihm- fließenden Ab- hängigkeitsverhältniss« fast noch völlig der rechtlichen Regelung und Vereinheitlichung entbehren, in der Erwägung, daß es vor allen Dingen Aufgabe des Liberalismus ist, die Persönlichkeits- rechte und Freiheiten der Minderbesitzenden im Zeitalter der Ma- schinen und des Großbetriebs zu schützen, beschließt-der Parteitag: Die Partei wird mit allen ihr zu Gebote stehenben! Mitteln ein- treten für den Ausbau und-die Vereinheitll-ichung des Arbeitsrechts für Arbeiter. Angestellie, Beamte und alle übrigen minder- bemittelten- BevölkerungSschichten vor allem durch Umwandlung -deS Arbeitsverhältnisses in ein geordnetes Rechtsverhältnis im Sinne des Antrages Ablaß und Genossen." Weiter lag hierzu vor der soeben erwähnte Antrag Dr. Ablaß, Dr. F-lesch und Genossen, betreffend die Arbeiterfrage. Verbunden hiermit wirb ein Antrag des Abg. Dr. M ü l l e r- Meiningen aus Schaffung von Sonderprogrammen für Landwirtschaft, Handwerk und Arbeiter. Friedrich Naumann, mit Beifall! begrüßt, sprach als erster Redner: Die großindustrielle EntWickelung Deutschlands ist -nicht das Werk der preußischen Junker oder der bayerischen Kleri- kalen. Die Entwickelung basiert vielmehr auf dem alten deutschen Liberalismus. Die Industrie wächst und die Arbeiterklasse wächst, und dieses Wachstum ergibt eine neue politische Situation. Soll der große Sturm gegen Rechts gelingen, dann mutz der Arbeiter dabei seim(Lebhafter Beifall.) Aber ebenso richtig ist, daß der Arbeiter allein- es auch nicht machen, kann. Hier gehört alles zu- saimnen, der freie Landwirt, der freie Handwerker, Techniker, der Unternehmer und die Angestellten, die Berufsintelligenz und das große-Riesenheer der Arbeiter. Wenn-das alles zusammenhält als eine große Masse, dann können die Heydebran-de und Hertljnge be- seitigt werden.(Stürmischer Beifall.) Das ist der Hintergrund, von dem aus wir an die Arbeiterfrage herangehen. Es muß die politische Linke in eine andere Form gebracht werden, und zwar sowohl bei der Sozialdemokratie, die ihre Haltung zum Staat und zu nationalen Fragen ändern muß, als auch beim Liberalismus, der ein Gutteil seiner Stimmung und Haltung zur Arbeiterklasse ändern muß.(Lebhafte Zustimmung.) Die Menschenrechte müssen auch im modernen Jndustrievolk als liberaler Gedanke Platz greifen.(Beifall.) Wir wollen uns nicht verlieren in Zu- kunftSutopien, wie es einmal werden könnte, wenn es anders -wäre.(Heiterkeit.) Wie sieht denn die Arbeiterschaft heute anS? Die Hälfte aller Arbeiter find Großbetrieb-sorbeiter. Mit-der Großindustrie entsteht eine neue Herrschaftsform. Es ist eine Phantasie, zu glauben, wir könnten z. B. in der Montanindustrie jemals zum Kleinbetrieb zurück. Die Znsammenballung der großen Betriebe geht weiter, der einzelne Arbeiter ist nur noch eine leicht ersetzbare Nummer. Gibt es für den Arbeiter heute den Begriff Freiheit? Ist die Persönlichkeit des Arbeiters im Großbetrieb noch vorhanden oder nicht vorhanden?— Das sind die Probleme des Liberalismus. Gegenüber der heutigen Entwickelung und der Beseitigung der effektiven körperlichen Notstände steht die Frage: Wo bleibt der Mensch in dieser Entwickelung, der uns im Leben als Staatsbürger gleichberechtigt zur Seite steht, der aber in den Betrieb eingespannt ist und in diesem Betriebe das Gefühl, Bürger zu sein, nur von einer sagenhasten Ferne aus kennt? An Stelle des Einzelvertrags ist der Kollektivvrrtrirg getreten.(Sehr richtig!) Der gesündeste Anfang der Selbstverwaltung ist der Tarifvertrag. Eine gesetzliche Regelung des Tarifvertrags käme heute nach meiner Meinung noch viel zu früh.(Sehr richtig!) Wir sollten uns vo» dem Glauben hüten, daß nun durch die gesetzliche Regelung des Arbeiterrechts alles geregelt werden könnte. Das Schicksal des Arbeiters hängt nicht von geschriebenen Paragraphen, sondern von realen Rechtsverhältnissen, vom Gedeihen und Zurückgehen des Ge- schäfts und von hundert anderen Faktoren ab. Eine gute Handels- Politik bleibt die beste Sozialpolitik.(Beifall.) LandtagSabg. Dr. F l e sch- Frankfurt a. M.: Die Gesetz- gebung hat bisher die Augen davor verschlossen, daß der Stärkere mehr Recht hat als der Schwächere. Wir müssen auf dem Gebiet des Arbeitsvertrages zu Rechtsnormen kommen. Wir wollen ein Arbeitsrecht von unten auft(Lebhafter Beifall.) ReichstagSabg. Dr. Müller-Meiningen: Es ist nichts leichter, als in einer gewissen Hurrasiimmung Alfträge annehmen zu lassei�.(Unruhe.) Mit einem guten Herzen und mit noch so glänzenden Reden löst man derartige schwierige legislatorische Fragen nicht.(Zustimmung und Unruhe.) Ich warne davor. Man darf nicht in den Arbeitern durch eine unreife Phraseologie falsche Hoffnungen wecken.(Lärm und lebhaste Zurufe.) Mit dem Wort: .Schaff uag eines Arbeitsrecht" ist nichts getan. Reichs- und LandtagSabg. Justizrat Waldst ei»-Altona: Wir sind einig darim daß wir eine en-ffchlossene Politik sozialer Reformen treiben wollen. Wir stehen mit beiden- Füßen, auf dem Boden einev liberalen Sozialpolitik und lehnen die utopistischen und marxistischen. Umwälzungen in der Sozialdemokratie als Allheil- mittel gegen wirffchaftliche Schäden ab. ReiefistapSabg. Dr. Ablaß: Dr. Müller-Meiningen hat es für angebracht gehalten, zu sagen, daß wir unferw Antrag mit unreifer Phraseologie begründet hatten. Dieser Vorwurf ist unbegründet. deidn die Begründung war durchaus nicht unreif, sondern ihr liegt zugrunde der Gedankengang de» letzten deutschen Juristentages. lLebhastcS Hört! hört!) Wir denken auch an die Kehr- feite und wollen, daß auch die Arbeitgeber gegen jede Willkür geschützt werden.(Lebhaste Zustimmung) Wir wollen, daß die Arbeitnehmerverbände eventuell für frivole Streiks verantwortlich gemacht werden können. Fräulein Dr. Marie Baum, Düsseldorf: Im Interesse der erwerbstätigen Frauen empfehle ich die Annahme des Antrags Erkelenz. ReichStagsabg. Dr. SB i ein et: Es ist San einer großen Stunde gesprochen worden. Sovgen wiv dafür, daß diese große Stunde kein kleines Geschlecht findet.(Beifall.) Wir sind in: Grunde auch in dieser Frage alle einig. Wir wollen, daß es aus diesem Gebiete vor- wärts geht, und wir schlagen freudig in die uns von den Arbeitern gebotene Hand ein. Der geschäftsführende Ausschuß ist bereit, den Reichsverband liberaler Arbeiter finanziell zu untevstützen. Auch ich empfehle in der Hauptsache die Annahme der Anträge Erkelenz- Naumann. Landtagsabg. Dr. Flesch zog hierauf zugunsten des Antrags Erkelenz seinen Llntrag zurück. Zur Abstimmung gestellt wurde der Teil des Antrags Naumann, der die Gründung des Reichsverbandes liberaler Arbeiter freudig begrüßt. Dieser Teil des Antrags wurde einstimmig angenommen. Gleichfalls angenommen wurde der Antrag Erkelenz, in dem jedoch im letzten Satz die Einzeliorderungen gestrichen und durch allgemeine Forderung eines Ausbaues und einer Vereinheitlichung des Ar- beiterrecht« durch Umtvandlung des Ilrbeitsverhältnisses in ein ge- ordnetes Rechtsverhältnis ersetzt wird-. Einstimmig wurde ferner eine Resolution des Rechtsanwalts Dr. B e r n d t-Stettin ange- nommen:„Der Parteitag erklärt, aufs entschiedenste eintreten zu wollen für die Befreiung der Landarbeiterklasse von dem Druck des Junkertums, für die Gleichstellung den Landarbeiter mit den ge- werblichen- Ilrbeitern und für die Hebung der Arbeiten in- Wirtschaft- licher und sozialer Beziehung. Der Parteitag fordert die Partei- genossen- aus, zum Zweck der Aufklärung und Organisierung der Landarbeiter überall eine zielbewußte, eifrige Agitation zu entfalten." Schließlich wuvde angenommen der Antrag Tailfingen- über den Bergarbeiterschu� und der Antrag Müllen-Meiningen auf Schaffung von SpezialpioKram-men für Handwerk, Landwirtschaft und Arbeiter. >»-i> -i- Mannheim, 7. Oktober.(Telegraph. Bericht.) Auf der Tagesordnung des dritten Tages steht die Frauenwahlrechtsfrage. Für den- Geschäftssiihrenden Ausschuß spricht M o m m s e n- Berlin. Der Parteiausschuß wünscht, es soll in dev Stellung der Partei zur sdaatsbürgevlich-en Gleichberechtigung der Frauen eine programmatische Aenderung nicht eintreten� Mit Rücksicht auf die starke Meinungsverschiedenheit in der Partei muß die Endscheidung noch hinausgeschoben werden. Jeder Fovtschrittler aber soll das Recht haben, über das Programm hinaus für die staatsbürgerlichen Rechte der Frau zu wirken. Schon der Wahlkampf in Preußen zwingt uns in Rücksicht auf die ländlichen Wähler nicht die radikal- sten Forderungen zu vertreten, Fräulein Bäu m e r- Berlin als Korreferentin- verlangt die grundsätzliche Anerkennung der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung de Frau. Die wirtschaftliche Entwicklung dränge zur Durch. setzung dieser Forderung, und wenn die Volkspartei der Frauen- bewegung nicht entgegenkommt, dann haben die anderen politischen Parteien den Vorteil davon. Die Verhandlung über dieses Referat verläuft teilweise sehr erregt. Der Umstand, daß insbesondere viele Führer der Volks Partei Gegner einer Programmändevung find, führt dazu, daß schon zu Beginn der Verhandlungen viele darauf bezügliche Anträge zurückgezogen werden. H a u ß m a n n- Stifttgart will deshalb feststellen, daß der Stvcit über die Rechte der Frauen in ein aka- demisches Stadium eingetreten sei. Es handele sich nur noch um eine Sympathiekundgebung. Es wird ihm aber vielseitig ein krätiges Nein entgegengerufen.„Für das Frauenstimmrecht liegt kein zwingender Grund vor," sagt er,.die Wesensart der FÄ» zwingt zu anderer Bcschäfftgung als der mit Politik." Müller-Meiningen erklart: es befinden sich viele sogar führende Genossen in einem Gewissenskonflikt, und dem solle ma» Rechnung tragen. Erst mutz die Bildung der Frauen in neue Wege geleitet werden, sonst haben von der Gleichberechtigung nur die Sozialdemokraten und der Klerikalismus einen Vorteil. Frau Helene Lange gibt den Frauenrechtsgegn-evn bittere SBaHrHeiten zu hören und wirst den Liberalen ihre Inkonsequenz vor. ReichStagsabgcordneter Haas- Karlsruhe spricht zuerst sehr überzeugend für die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Frau, zum Schluß aber ersucht er doch, eine Programmänderung zu ver- meiden und die dahingehenden Anträge zurückzuziehen. Daraufhin werden die Anträge auf Programmänderung zurück- gezogen und folgende Resolution angenommen: „Die wirtschaftliche und soziale Entwickelung hat die Zahl der berufstätigen Frauen außerordentlich vermehrt; diese End- Wickelung, die sich zweifellos fortsetzt, und die wachsende Teil- nähme von Frauen aller Schichten am öffentlichen Leben führt mit innerer Notwendigkeit zur politischen Gleichberechtigung der Frau. Der Parteitag sondert deshalb die Parteigenossen auf. die Frauen in ihrem Kampfe um politische Rechte bis zur völligen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung zu unterstützen." Nach dem blamablen Ausgang der Frauenrechtsdcbatte wiöd über Organisationsfragen verhandelt. Es liegen eine Reihe Anträge vor zur Wahl des geschäftsftihrenden Ausschusses. Ueber Jahresbeiträge. Einberufung des Parteitages, Vorlegung eines gedruckten Jahresberichts usw. Die Stellung des Parteiausschuffes zu diesen Anträgen präzi- siert Abg. Kopsch, der dafür eintritt, daß alle Anträge dem Jen» tralauSschuß überwiesen werden. Der Parteitag beschließt dem- gemäß.— SBciter wird beschlossen, eine preußische Landesorgani- sation zu gründen. Abg. Kopsch teilt- dann noch mit. daß der Antrag auf Schaffung eines kommunalen Wahlprogramms gleich- falls dem Parteiausschuh überwiesen ist. Als letztes Referat folgt das des Abg. Wiemer über die staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Er legt Verwahrung ein gegen einen Ausspruch, der im letzten Jahre gefallen ist, und nach welchem Staatsämter nur mit konser- vativen Beamten besetzt werden können. Ein Antrag auf Neugestastu-ng des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat, und ein weiterer Antrag, die Frage der Trennung der Kirche vom Staat auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen, wird angenommen. Damit sind die Arbeiten des Partei- tages zu Ende. Sie Strcilijulflz auf der Hntdagebantz. Essen, den 5. Oktober 1912. In dem Prozeß gegen den Rechtsanwalt Dr. Levy und die Redakteure Neumann von der„Essener Arbeiter-Zeitung" und Schoreck vom„Allgemeinen Beobachter" wiederholte Rechtsanwalt Heine zunächst sämtliche im Vorverfahren abgelehnten Beweis- antrage. Das Gericht beschloß die von den Angeklagten direkt geladenen drei Rechtsanwälte Dr. Herzfcld-Essen. Dr. Markwitz- Duisburg und Dr. Nawitzki-Bochum zu vernehmen. Die anderen Anträge wurden abgelehnt. Das Gericht unterstellte hierbei, daß sowohl vom ObrrlandrSgerichtspräsidentra als auch vom Land- gerichtspräsidenten auf Wunsch des Justizministers dahin gewirkt worden ist, daß die Rechtsprechung in Streitsachen beschleunigt wurde. Weiter unterstellte das Gericht, daß der Landgerichts- direktor Wanjura-Dortmund sich mehrfach über die mangelnde Vorbereitung der Streiksachen durch die Staatsanwaltschaft be- schwert hat und daß er die Urteile der 1. Dortmunder Streik, kammer, die grundsätzlich anfangs nur auf» Gefängnisstrafe«- kannte, vielfach als zu hart empfunden hat. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld-Essen, der in vielen Streikprozesien Verteidiger war. bekundete als Zeuge, daß er das Empfinden gehabt habe, daß die Urteile gegen Streikende durchweg härter waren, als die Essener Strafkammern sonst urteilten. Die Untersuchungshaft sei in sehr vielen Fällen verhängt worden, in denen sie nach der Strafprozeßordnung nicht zu rechtfertigen war. Später sei in völlig gleichliegenden Fällen, in denen zuerst nur Gefängnisstrafen verhängt wurden, nur auf Geldstrafe erkannt worden. Gz fei vorgekommen. daß Ladungen mit einer Frist von 2 Tagen ergingen. obwohl die Angeklagten auf die Ladungsfrist nicht verzichtet hatten! Die mangelnde Vorbereitung der Sachen ergebe sich auch wohl aus der ungewöhnlich großen Zahl der Freisprechungen. Die Richter seien im allgemeinen den Darstellungen der Belastun-gszeugen ge- folgt, auch wenn ein solcher allein mehreren Entlastungszeugen gegenüberstand. Wenn er lDr. Herzfeld) Richter gewesen>väre. so würde er ia den meiste» Fälle« wohl anders judiziert haben. Iii derselben Weise sagte auch der Duisburger RechtSauwalt Dr.»(llarlwiv aus. Tic meisten Angeklagten, die auf Varstrllung der Getzäuguiobeamten auf die Fristen verzichteten, hätte-» gar nicht gewußt, was sie unterschrieben. An einem Tag hätten 7 von 3 An- geklagten erklart, sie hätten keinen Verzicht unterschrieben, trotzdem wurde gegaii die Leute verhandelt. Bei früheren Streiks seien die Strafe» erhcbilvch geringer gewesen. Er habe es in seiner Praxis noch nicht erlebt, daß, wie bei der Strrikjustiz, unbescholtene fünfzig- jährige Angeklaglr ivegqu Aerbal-Beleidigung mit Gefängnisstrafe bestraft wurden. Eine Duisburger, Kammer habe er in einer Streiksache abgelehnt, weil er das Gefühl hatte,«datz die Richter den Streiksachen nicht unbefangen genug gegenüberstanden. Diese An- ficht fei in den Kreisen der Rechtsanwälte weit verbreitet gewesen. Rechtsanwalt Dr. Rawitzki-Bochum sprach sich in der gleichen Weise aus. Die ersten Strafen seien allgemein als sehr hart emp- funden worden. Auffallend sei auch gewesen, daß die Haftbefehle in sehr vielen Fällen erlassen wurden, in denen die gesetzlichen Vorbedingungen für diese Maßnahmen nicht gegeben waren. Der Staatsanwalt beautragte gegen den Rechtsanwalt Dr. Levy 199 M., gegen den Genossen Nrnwann 299 M. und gegen den Re- dakteur Schoreck 199 M. Geldstrafe. Äehr sonderbar berührte es. daß ein preußischer Staatsanwalt in dem Saal, in dem im Essener Meineidsprozeß das eklatanteste Tendenzurteil über unschuldige Bergleute gefällt wurde, die Existenz der Klassenjustiz abzuleugnen wagt. Die Verhaxidlung wurde nach dem Plaidoher des Rechtss anwalts Heine um 19 Uhr abends auf Montag vertagt. Soziales* Heydebrandö Zuchtrute im Kreise Militsch. Den Konservativen ist von jeher überall dort, wo sie noch un- verfälscht nach eigenen.Herrenprinzipien die Politik und den ab- gestempelten Staatsglauben kommandieren können, der schamloseste Terrorismus selbstverständliches Zuchtmittel� gegen Aufsässige ge- Wesen. Daß in so regierten Gegenden die Sozialdemokraten keine Säle zu Versammlungen bekanimen, ist nicht weiter verwunderlich, daß die Asphaltliberalen kaum in diese Gebiete hinein dürfen, auch üblich. Daß aber die Stockkonservattven ihre„reformkonservativen" Bauernbundesbrüder mit gleichem Maße wie die Sozialdemokraten messen, ist in Heydebrands Reichstagswahlkreis— selbstverständlich I Der ganze Deutsche Bauernbund ist für die„Oertelisten"«in Verbrechen am heiligen Geist— ins Agrarische übersetzt: am Schreien, Schreien, Schreien! Dcuan hat sich auch dadurch nichts ge- ändert, daß die Reformbauern jetzt ebenso energisch und wütend für den Fleischwucher eintreten wie ihre landwirtsbündlerischen Erstgeborenen auf der fetten Weide des deutschen Staatssäckels und Volkswohles. Ist da in dem Dorfe Groß-Tschunkawe(Kreis Militsch) ein Gastwirt Weihrauch— nebenei bemerkt", in Klcin-Tschunkawe ist der Herrensitz Heydebrands!—, ein nüchterner, ruhiger, fleißiger und ordentlicher Mensch, wie der„Deutsche Bauernbund", die Ver» bandszeitung des Deutschen Bauernbundcs, in ihrer eben er» schienenen Nr. 39 feststellt. Des Wirtes Bruder, einer der ersten Bauern im Dorfe, ist eifriger Vertrauensmann des Deutschen Vaucnbundes. Daher fand auch kürzlich ein Kränzchen des Deut, scheu Bauernbundes bei dem Gastwirt Weihrauch statt. Der ilmtsvorstehcr der in Frage kommenden Heydcbrandschen .Krondomäne" ist ein sicherer Rittergutsbesitzer und Landesältester Schrape in- Ober-Wiesenthal. Natürlich ist er auch ein Hasser des Deutschen Bauernbundes, der seinem Herrn Heydebrand und seinem ihm wohl noch näherstehenden Bund der Landwirt« ja nur ins edle Handwerk pfuscht. Wir lassen einen Bericht aus dem„Deuffchen Bauernbund- folgen. Er zeigt, wie die Agrarier ihr eigen Fleisch und Blut nicht schonen, wenn es um die Heiligkeit der konservativen Kroninsignien — Schnapsjlasche, Zoll» und Fleischwucher, Landratshm schaff und System Heydebrand— geht. Im»Deutschen Bauernbund" heißt es: „Ein Tag vor Himmelfahrt war bei dem Gastwirt Söeihrauch Gemeinde gebot. Nach dem Gebot sahen die Bauern noch vergnügt beisammen, bis zur Polizeistunde der Gastwirt Weihrauch sie zum Verlassen des Lokals aufforderte. Sie gingen bei dem schönen Abend, patriotische Lieder singend, dann noch ins Nachbardorf Klein-Tschunkawe, wo sie mehrmals einkehrten.(Trotz der nun eingetretenen Polizeistunde! Red. d.„V.".) Der Amtsvorsteher hörte hiervon etwas und lieh alle Teilnehmer, gegen 12. ein- laden, um festzustellen, ob sie nicht etwa noch»ach der Polizei- stunde bei Gastwirt Weihrauch waren. Da inzwischen einige Zeit vergangen war. so konnten die Vorgeladenen nur aussagen, daß sie an dem Abend vergnügt gewesen sind und nicht nach der Uhr gesehen haben, als'sie herausgingen. Nur in dem Protokoll des einen Zeugen(Steubel) steht,: er gibt an, es könne gegen 12 Uhr gewesen sein. Dieser Zeuge bestreitet aber aus das energischste, eine solche Aussage gemacht zu haben. Kurz u-nd gut, der Gastwirt Weihrauch wird daraufhin zu der höchsten Strafe, die es gibt, nämlich 39 Mark, vom AmtSvorsteher ver- urteilt. Der Gastwirt in Klein-Tschunkawe, bei dem die lustige Gesellschaft später als bei Weihrauch war. wird nicht bestraft. Der Gastwirt Weihrauch erhebt Widerspruch. Die Sache geht ans Schöffengericht und dieses läßt sich die Akten vom Amts- Vorsteher kommen. Der Amtsvorsteher macht in den Akten einige Notizen, von denen das wesentlichste hier folgt. Man höre und staune:„Ich habe deshalb das Strafmaß so hoch gewählt, weil nach meinen Informationen Weihrauch stark zum Trinken ani» mieren soll und«eil seit seiner Niederlassung in Groß-Tschu». kawe sonderbarer Unfrieden im Dorfe besteht. Bei der Polizei- lichen Vernehmung vor mir haben sowohl Weihrauch, wie samt- liche Zeugen auf das dreisteste gelogen; nur Steubel hat in der Funkeschen Sache wahres über die vorliegende Sache bekundet. würde aber bei einer neuen polizeilichen Vernehmung ganz sicher mit der Wahrheit zurückhalten. Das ist offenbar alles Gastwirt Weihrauchs Werk."— Und weiter:„Ich bitte daher, die Zeugen alle eidlich gerichtsseitig zu vernehmen. Mir liegt an einer B«. strafung des SBeihrauch sehr viel weil mir durch seinen Verderb-, lichen Einfluß das moralische'Niveau des Dorfes zu sinken scheint." So schreibt der Amtsvorsteher über einen ruhigen und ordent. lichen Mann, dem keiner was nachsaaen kann. Der Mann wird hingestellt als ein Ausbund moralischer Verkommenheit. Aber auch allen 12 Zeugen wird obne weiteres unterstellt, daß sie auf das dreisteste gelogen haben Ginge dem Amtsvorsteher da» durch, so hätte der Gastwirt Weihrauch setzt die Bestrafung, bei nächster Gelegenheit würde er aber die Konzession verlieren und für sein Leben unglücklich gemacht ftin. Interessant ist dabei, daß der Schreiber des Amtsvorstebers bereits erklärt hat. er wird dafür sorgen, daß der Gastwirt Weihauck seine Konzession verliert." Zum Schluß dieser Schilderung des konservativen TerroriSmuS heißt eS dann- Sorgen wir dafür, daß da« Wahlrecht in Preußen anders wird'dann werden wir endlich auch dahin kommen, die Institution der Amtsvorsteher, die in den Händen der Großagrarier ein Mittel ist den Bauernstand zu knebeln, zu drücken und zu schikanieren, zu ändern: dann wird der Bauer im Osten Preußens endlich freier atme« können- � � Will der„Deuffchc Bauernbund ernsthaft e,ne Aenderung deS preußischen Wahlrechts, so darf er nicht im Fahrwasser der National- liberalen segeln, sondern muß dem RurS der Sozialdemokratie folgen. � Gcnchts-Zeitung. Unverfroren. Da» katholische St. JosrphS-Hospiz zu Verlin hat die Under- pwrenheit gehabt, im Rechtswege in drei Instanzen für sich Kapital aus der Behauptung herauszuschlagen� daß eS Gesellen vor der sozialdemokratischen Verseuchung bewahre. ES ist allerdings mit diesem Bestreben in allen drei Instanzen unterlegen. Der Sachverhalt ist folgender: Tos St. Joseph-Hospiz hat eine Schuldurkunde und Hhpo- hhekcnbestellung ausgestellt. Für diese ist von der Steuerbehörde der tarifmäßige Stempel von 83 M. berechnet und eingezogen. Im Prozeßwege verlangt nun das Hospiz Rückzahlung der 83 M. von dem preußischen Steucrfiskus, indem es die Besreiungsvorschrift einer milden Stiftung für sich in Anspruch nahm. Der Fiskus meinte dagegen, es handle sich nicht um eine milde Stiftung, sondern das Hospiz bezwecke nur die Befriedigung sittlich-rcligivser Bedürfnisse. Nach dem Statut des seit 1859 bestehenden, Hospizes bezweckt dieses, durchreisenden oder in Berlin in Arbeit tretenden, katholischen Hand- werksgcsellen vorübergehende oder dauernde Unterkunft zu gewähren, und sie so vor den(pesahrcn der Großstadt, insbesondere auch vor dem Anschluß an sozialdemokratische Bereine zu bewahren; armen Gesellen wird der Unterhalt unentgeltlich gewährt, von den übrigen Bewohnern des Hospizes wird eine Vergütung erhoben. Das Landgericht und Äammergericht zu Berlin haben die Klage pbgcwicscn. Im gleichen Sinne entschied seht das Reichsgericht. Zur Begründung führte das Reichsgericht aus: Der Kläger stützt sich in erster Linie daraus, daß durch die am 19. März 1919 erfglgte Verleihung der Rechte einer juristischen Person implicite der Charakter der milden Stiftung anerkannt worden sei. Allein in der Verleihung der Rechtsfähigkeit liegt nicht ohne weiteres die Aner- kcnnung, daß die Stiftung als eine milde zu betrachten sei; es müßte das besonders zum Ausdruck gekommen fein, und das ist im vor- liegenden Falle nicht gefchchen. Es kommt deshalb daraus an, materiell zu prüfen, ob der Charakter der milden Stiftung vorliegt. In der Rechtsprechung des Reichsgerichts ist bereits wiederholt aus- gesprochen worden, daß eine milde Stiftung nur dann vorliegt, wenn der Zweck in der Nntcrstiivung hilfsbedürftiger Personen oder der Beseitigung und Linderung wirtschaftlicher und leiblicher Not besteht. Es mag sein, daß das klagende Hospiz arme Handwerksgesellen, auch unentgeltlich aufnimmt. Allein va» Kammergericht führt mit Recht aus. daß das nicht der Hauptzweck der Stiftung ish, sondern mir ein Nebenzweck; dann muß aber der Nebenzweck außer Betracht gelassen werden. Es handelt sich nach dem Statut des Klägers darum, die Handwerksgesellen vor der Berührung mit gewissen politischen Kreisen zu bewahren, und außerdem �um religiöse Zwecke. Dies kann aber den Charakter der milden, Stiftung noch nicht erfüllen, Die Stempelahgabe ist deshalb mit Recht erhoben worden.(Akten- zeichen,: VII. 190/12.— Urt. v. 4. Lktvber 1612.) Verbotener öffentlicher Aufzug. Ueber die Frage der Routenbestimmung bei öffentlichen Auf- zügen hatte sich das Oberverwaltungsgericht in einer Entscheidung auszusprechen, die einen von der Genthiner freiorganisierten Ar- beiterschaft geplanten Gewerkschaftsaufzug betraf. Das GeWerk- schaftSkartell in Genthin veranstaltete im Juli vorigen Jahres ein Gewerkschaftsfest. Dazu war ein Festzug durch verschiedene Straßen Genthins geplant. Die Genehmigung war vom Bürgermeister als Polizeiverwalter auch erst erteilt worden. Er zog sie dann aber zurück. Er erklärte, daß er nach näherer Kenntnisnahme der in Betracht kommenden Tatsachen die Genehmigung nicht aufrecht- erhalten könne. Es wäre eine Gefährdung der öffentlichen Sicher- hat zu befürchten. Erstens weil der Zug mehrmals die Geleise der Staatsbahn und einmal die nicht mit Schranken versehenen Geleise der Kleinbahn überschreiten solle. Dann seien verschiedene der in Aussicht genommenen Straßen zu eng. Und im übrigen sei der Aufzug insofern unausführbar, weil die Mützeistratze neuer- dings wegen Pflasterarbeiten gesperrt sei.(Die Mützelstraße ge- hörte zu den Straßen, durch welche der Aufzug gehen sollte.) Dpr Handschuhmacher Wegener als Beantrager der Genehmi- gung beschwerte sich vergeblich beim Landrot und beim Regierungs- Präsidenten zu Magdeburg. Der Regierungspräsident betonte, daß nicht nur Teilnehmer, sondern auch Dritte(Neugierige und sonstige Paffanken) gefährdet»erden würden. Er gab zu, baß zur fraglichen Zeit keine Züge auf den zu passierenden Eisenbahngeleiseu der- kehrten, sondern höchstens eine Rangierlokomotive. Die Polizei hätte aber doch mit der Möglichkeit des Verkehrs von Eisenbahn- zügen oder Rangierlokomotiven rechnen müssen. Die Mützelstraße sei überhaupt unpassierbar gewesen. Wegener klagto gegen den Regierungspräsidenten beim Ober- verwaltungsgcricht, vor dem Rechtsanwalt Wolfgang Heine den Kläger vertrat. Das Obcrverwaltungsgericht wies am Freitag die Klage ab. Begründend wurde ausgeführt: Von den Gründen, die die Polizei angeführt habe, sehe der Senat in der Notwendigkeit, die Eisen- bahngeleise zu überschreiten, und in der verhältnismäßigen Schmal- heit verschiedener Straßen keine Gefahr für die öffentliche Sicher- heit. Diese beiden Gründe schieden also aus. Eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit finde der Senat aber darin, daß die Mützel- stratze, welche der Zug passieren sollte, auf eine lange Strecke wegen Vornahine von Pflasterarbeiten gesperrt gewesen sei und daß das Pflastermaterial dort umher gelegen habe. Der Verteidiger meine nun, die Polizei hätte, wenn die Stratze ausgerissen war, einfach eine andere Route feststellen müssen. Darauf sei zu bemerken: In einer Sache, Ivo Anfangspunkt und Endpunkt eines Aufzugs angegeben waren, habe allerdings der Senat ausgesprochen, daß die Polizei befugt gewesen wäre, das Gesuch zu vervollständigen, indem che die Route hätte bestimmen können. Diese Befugnis habe die Polizei, weil das Gesetz sie nicht ausschließe. Eine Verpflichtung, die zu benutzenden Straßen bestimmen, oder andere Straßen zu bestimmen, als der Antragsteller genannt habe, habe aber die Polizei nach dem Gesetz nicht. ES komme also auf ihr Ermessen an, ob die Polizei von jener Befugnis Gebrauch machen wolle. Hier habe sie es um so weniger brauchen, als sie noch zwei andere Gründe für vorliegend hielt, die, wie ausgeführt, sich allerdings nicht als stichhaltig erwiesen. Anz ntttr* M|*dorraann Möbel auf Kredit b«i Ztktns-lur lloa-liral« laoi Vsitlobaninc«ad 1'■ v«anacao»#ep Akublang-in komplette WokmuMe-CliiriehkungeB ■ovta•lattiÄ« iWslficte Mram frttse Rßcften WZ5 L>nlmsn.��MN�7. GanSörobe für Herfen, Dünen h. Kinder aiaail« ruwo,■ .DORN ZwSUz «»»»:»» tob 18— 8 c'OlTnet. . H»JSVWV Cigatettcn Beste Qualitäten Achtnn: Keisemnster *0 Ulster, Paletots Anzüge»nd Hosen gebe an Private zu Fal-rlUprclaen ab. Herrenkleider-Fabrik J. Coper, Alexanderstr. 55 Fahwtuw Geöffnet di- 7 abends,-v lange Vorrat reicht; auch Sonntags von I«« Uhr.- Cinaretlen der iMMer-ÜMMM Spezialiläl III Sie unterstützen uns, wenn Sie bei Ihrem Oigarrenhlndler unsere Cigaretten fordern. Vertreter t P. Horsch, Enssdufer 15, Clgarettto- o. Tabak-GroQbandlung. KIOS Cigarcften� �.v Kurprinz 3 Pfg BP; fürsken...« WtltMach» 5»• Aufo-Klub. 6 Aöro-Klub.lO» iKios- Ci garette Stück 4 Pfennig. hat am gtstrigen Aband wieder e.amsl seinen prosten Erfolg Im Opernhaus gehabt, tlgiicher Ertoige ledoch er i reut sich im Verkaui von Möbeln undUarderobe Auf KREDIT das so sehr beliebte u. bevorzugte WarenkredKhana kW Udo Cohn Nr. t3 KoMbuser Damm Nra 13 Herren-Ulitei1 und-Paletots Anztlge In Jachett-, Rock-, fiehrock■ Fasson � Billige Preise � � Groree Auswahl � Damen-Ulster m PidnMI Kostüme- Kie der— Röcke— Blusen Schuhwaren für Herren. Damen und Kinder Kleinste awzaHLUwöT� Einxel- Rtöbe* zur Ergänzung I Unpi.(dohnunfs-Elnrlchtunen, Schlaizlmmer, Herrenzitnnier, WohnzimiMr, Speisezimmer, Salons, farbige KBchen usw. DieselbenVerfeile wie In anderen Kr< dlt-GeicMlittn wwdar Ihnen iugh hei mir(awtxt« Land u.Wald am gr. Storkower See mit eigenen Boowstellen DR von 7 M« an. Ttrrtloaoelltch.»m Storkow- und SchtrmBtxalaoo m. b. M., BarUo 6, 3, Burg•St»*»« 30. gofastoffe Riesenauswahl aller Qualltlten. Wolle- Doetot flocquotta. Plflgoh.nCdlC. Satteltaschen. Master bei näherer Angabe franko. Emil LeI6?re,oBr#arnÄISB. Baehhandlung Vorwärts Lfodenstr. 69(Laden) Ferdinand Lassalle Die Indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen. Neudurchgesehene und über- sichtlich gestaltete Ausgabe. Mit Vorwort und Nachtrag, sowie Namen- u. Sachregister von Eduard Bernstein. Preis 1.50 M. (Vereinsausgabe 60 Pfennig.) Special Hell Flasche 10 Pt ICrstKlassigea Spezial• Bräu nach Pilaner Art Uberall Käuflich H.& P. Uder, IÄV?. Tabak-Oroßhandlnne und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q.£. Kanewaoker, Qrimm* Triepol i ii Stets krisch tu den äußersten Engrospreisen.---------- ==== Amt IV, 8014.--------- W■■■■»« Möbel kauft man reell u. am besten beim GrölSte Aottwabl la allen Holz- and Stilartea. Inlsler. Gustav Rentel, Äv; LandslierggrStr.S.CgerTor' Ziftarreii-Händlern «stru Einkauf ju billigsten Preisen bietet das größ bequeinste � reichhaltigst Ausgestattete labsk größte und Zlgsrreii- o. Zigarellen-Engroslager Carl ROcker, Kalla, S"".& Uf' Cffi-rtetf seiiiitliche bekannte» Berliner und Dresdener Zigaretten zu Original Fabrikpreisen. fflenttolbei trieb gLSeh. KSpIlSN ttSlltSdSkS. Rauch- und schnupflabate: Hauptniedcrlage der Kautabak- Fabriten G. A. Haneivader und Ertmm u. rrievel 1» Nordhaulen; Briidr. Brau» In Kopenhagen sowie I. GpldfarbS Kchnupf. tabake, Pr.-Slargard, Rauchtabake von Oldenkott, d. Eicken in Hamburg ulw. B.i RvUviNPIvKtUNgvN SIC Zigarren-Engroalager zu besichtigen.— Ich lühre nur gnt gelagerte, feinste V Qnalitttton in allen Preislagen.> IM»»« IMMlW« Wlimlie Berlins und Umgegend. Heute Dienstag, de» 8. Oktober ISIS, abends 8'/- Uhr: lisners! Versammlungen I. VesKIUnvis I 4. Wahlkreis in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstraße 72. Tagesordnung: I. Bericht vom Parteitag in Chemnitz. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 2. Wahlkreis in der Bock- Brauerei, am Tempelhofer Berg. Tagesordnung: I. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. S. Wahlkreis im Gewerkschaftshaus, Engelufer Tagesordnung: I. Bericht vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Kreisangelegenheiten. Nr. 15. 1. Görlitzer Ztiertel bei Graumann, Naunynstr. 27, 2. Köpenickkr Viertel in Südost, Waldemarstr. 75, 3. Frankfurter Viertel bei Koeker, Weberstr. 17, 4. Stralaner Viertel in den Comeniussüleu, 5. Vetersburger Viertel in der Löwenbrauerei, Frankfurter Allee 33, 6. Landsberger Viertel im Ellistuui, Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu den Versammlungen des 4. Kreises hat jedes Mit- glied Zutritt._ 5. Wahlkreis in den Musiker-Säle«, Kaiser-Wilhelm-Str. 18m. Tagesordnung: I. Bericht vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 6. Wahlkreis in den Germania-Prachtsälen, Chausseestr. 110. Tagesordnung: 1. Beratung des Antrages der 13. Abteilung. 2. Berichterstattung vom Parteitag in Chemnitz.. 3. Diskussion. Die Besetzung der Generalversammlung erfolgt durch Delegierte._ Neukölln bei Bartsch, Hermannstraße Nr. 48/49. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahr. 3. Verschiedenes._ 206/1* Die Versammlungen werden piinkt- lich eröffnet. Mitgliedsbuch respektive Delegiertenkarte legitimieren. Die Vorstände. Dienstag, S. 01t oder 1912. Anfang T'/a Uhr. tkgl. Opernhaus. Rigoletto. Kgl. Schauspielhaus. Flachsmann als Erzieher. Deutsches. Hamlet. Zirkus Albert Schumann. Gala- Vorstellung. Zirkus Busch. Gala-Vorstellmig. Ansang 8 Mr. Urania. Taubenftrafte 18/49. Auss Matterhorn. «roll. Der Zerrissene. «öniggriiher Strafte. Die süns Franksurter. Lessiug. Der Narrentanz. »tai» inerspiele. Mein Freund Teddh. Deutsches Schauspielhans. Eg- mont. Schiller O. Des PsarrerS Tochter von Streladors. Stb>u>-- Vbarlottenburg. Der Talismann. Berliner. Giotze Rosinen. «leineS. Der Unverschämte. Der Arzt seiner Ehre. LoUchens Ge- burtstag. Residenz. Der Herr von Nr. 19. Ddalia. Autoliebchen. Dheater am Nollendorfplatz. Or- pdeuS in der Unterwelt. tturfürsten-Oper. Der Kuhreigen. Montis Operetten. GoldnerLeicht- sinn. «omödirnhaus. Die Zarin. Luisen. Die Meineidgräfin. Rose. Papageno. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Ein tolles Atelier. Metropol. Chauffeur— ins Metropol. Drianon. Liebesbarometer. Easino. Der Grofisürst. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Svezialitäten. Pafiage. Spezialitäten. Reichshalleu. Die Macht der Töne. Ansang 8'/, Uhr. Fried r.< Wild. Schauspielhaus. Die keusche Susanne. LnftfPielhauS. Mein alter Herr. Folies Eaprice. Der keusche Joseph. Der Rehbock. Ansang 8'/, Uhr. Renes BoltSiheater. Liebelei.— Literatur. �iiiang lQ Udr. Udmiralspalast. Eisballett: Avonne. '.' Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—82. Dheater am Nollenborfplatz «Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Uhr: Sastpiel des Müncheuer Künstler- Theaters- OrphenS in der Unterwelt. 8ev!IIer-7desler0. Them"! Dienstag, abends 8 Uhr: Des Pfarrers Tochter von Streladort. Mittwoch, abends 3 Uhr: VI««ftidlB von Toledo. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Taliaman. Sehiller-Thealer Dienstag, abends 8 Uhr: Ver Talisman. Mittwoch, abends 8 Uhr: Tlaclmmann als Ersieher. Donnerstag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Groste Rosinen. Mkimü Mnigplzer Straße AbendS VI, Uhr: Die 5 Frankfurter. Deutsches Schauspielhaus Abends 8 Uhr: (Komische Oper). Montis Operetten-Theater (früher Neues Theater) AbendS 8 Uhr: Goldener Leichtsinn. Rtfideiii-Thealn. 8" Uhr: Der Herr von Nr. 19. Schwank in 3 Akten von Keroul und Barrs. Sonnabend, den 12. Oktober, zum ersten Male: Gemütsmenschen. Luisen-Theater. Dienstag: Die Metneidgräfin. Mittwoch: Die gelbe Gefahr. Donnerstag:DIe Meineidgräfin. &»Clou« MauAPfttraBA 82.— Zi Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— Zimmerstraße 90/91. Großes DoppelsKonzert. Berliner Konzerthaus-Orchester v.b�'k�p. Musikc. Kaiser- Franz- Regts. obfÄocker. Anfang 8 Ehr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Ehr. An allen Wochentagen nachm. C!r. Promenaden-Konzert bei freiem Eintritt. Urania TanbenstraBe 48/40. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Aufs llatterhorn. Das Programm der naturwissenschaftlichen Hörsaalvor- träge im 4. Quartal 1912 ist erschienen u. kostenlos erhältlich. Allabendlich die Novitäten Die Alpenbrüder. Komödie in 2 Akten von Anton und Donat Herrnfeld mit den Autoren in den Hauptrollen, Hierzu: Ein tolles Atelier. Schwank in 1 Akt v. H. Pohlmann. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 (Theaterkasse). OSE-THEATE (Broßt ifranffunei ätt, Abend» 8 Uhr: Papageno. Lustspiel in 4 Akten von R. Kneiscl. Mittwoch: Ein Sommernacht»- träum. .IEIV n! Trianon-Theater. Abends 8 Uhr: Liebesbarometer. Passage-Thealer. Abends 8— 11 Uhr Gastspiel der sieben Spaßmacher Schaffner Passage halten!!! „Da tut sich was." Große Metroparodie-Revue lean Pedro, Fratzi Massievy, Laatsch Messing, Pepi Pepipi, Kohn Erzbishop, Luide Quietscher. Pfeifen überall gestattet! Residenz- Zirkus A. fSclmmaim Heute Dienstag, d. 8. Oktober, abends VI, Uhr; Große Sport-Vorstellung. AuserwäbJtes Programm! Neue Nummern! Em 91/- Ehr:"MsZ Der unsichtbare Mensch. Vier Bilder aus Indien. 1. Der Ausgestoßene. 2. Oer Yogin im heiligen Dschungel. 3. Das Opfer der Kali. 4. Das Fest des Maharad- schah sowie der Brand d. Palastes. filumenstraße 10. Heute neues Programm! Hauptschlager: Im goldenen Käfig. Drama in 3 Akten. In der Hauptrolle Miß Saharet. Ab Sonnabend: Die Bettlerin. Drama d. Leben in 2 Akten Dienstag und Sonnabend: Programm Wechsel. Hann Wolf Arnold Scholz neue BBI» HasenHetde 108/114 Dienstag, den 8. Oktober: Der Fehltritt einer Frau. Komödie in 4 Akte» von Schwarz. Rcifiingen. Preise der Plätze: l. Parkett 75 Ps.. II. Parkett 60 Ps.. Ballon 50 Pf., Entree 40 Ps. Ansang 3'/, Uhr. Kassenöffnung 7 Uhr. Metropol-Theater, Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet >M! Große JahreSrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund Musik v. Rnd. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt virekt— vom Direktor R. Schultz.' Ab 8 Uhr Nie dagewesener Erfolg! Lucy König, Wiener Soubrette. M. Juanitta, Tanz-Idylle. Sensationeller Lacherfolg! Bernhard Merbitz als Ehepaar Pletsch und 8 weitere Attraktionen. Fqlies Caprice. Zum Bs, Male Die drei Hchlager: Der keusche Joseph. �7 Der Rehbock. Der Einbrecher."MS Casino-Theater Lotdringer Str. 37. Täglich 8 Uhr Das sensationelle Oktober-Programm Hebert Neeaeman», Berlins LieblingShumoriit mit neuen Schlagern. Riesen- Lachcrsolg deS lustigen Stückes Der Großfürst. Lerantwortlichcr Redakteur: As/red Wiesepp, Neukölln. Zur den Lnseratenteilverantw.: Th-Glocke, Berlin. Druckst. Verlag: Vorwäri» IMf Königstadt-Casino. Solzmarktitr. 72. Ecke Zllexanderstr. I Min. o. Bahnh. Jannowitzbrücke. lägt, abends 8. Sonnt 5 Uhr: Das g roste Novitäten-Pro- gramin und Papa iist krank. Groge Posse in 1 Akt. lirhus Busch. Heute Dienstag, den 8. Oktober abends l'l, Uhr: Gr. brill. Gala- Vorstellung HOUDINIl das Tagesgespräch von Berlin! Das Kriegsluftsehif! d. Zukunft. (Ingenieur H. Bohle). sihiüß: Unter Gorillas. Pantom.-Burleske in 4 Bildern. Besonders hervorzuheben: Der Waldbrand. Das große Schlangenballett. mim | der größte Entfesselungs- 1 Künstler der Zeit. Oer Mann mit dem I eisernen Schlund!| die anatom. Unmäglichkeit. Lehenil! Oline Extra- Entree! Voigt-Tlicater. Dienstag, den 8. Oktober 1912: Gastspiel in der„Neuen Welt", Hasenheide 10S-114. Der Fehltritt einer Fran. Komödie in 4 Akten von Reislingen. Kassencröstnung 7 Uhr. Ans. 8'/, Uhr. Relchshallen-Thealer Stettiner Singer. Eröffnung der Sinter. saison. 0r. Orchester• Ding.: R. Schräder. Die Macht der Töne. Burleske v. Mcysel. _ Ans. 8 Uhr. -dtt— rr—nrii«imiumii Sur den Inhalt»er Jn>erate averniinm, die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung- Luchdritckere» u. VerlagSanftalt Paul Singer u. Ts, iverli» � Kr. 235. 29. Jahrgang. 2. Miltzt i>cs Jotiüirts" fittlintt pIMIatt Dienstag, 8. Oktober 1912 Partei- Hngclegcnbciten. Dritter Kreis. Abteilung I. Für die Bezirke 139. 149, 140s, 141, 151, 152, findet am Mittwoch, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 13o, ein gemeinschaftlicher Zahlabend statt. Vortrag des Stadtv. Adolf Ritter. Fünfter Wahlkreis, 2. Abteilung, Wahlbezirke 441—448. Mitt- woch, den 9. Oktober, abends 8>/z Uhr, in den„Königssälen", Neue Königstr. 26: Gemeinschaftlicher Zahlabend. Wabt des Abteilungs- führers und Geschäftliches. Der Abteilungsführer. Charlottcnburg. Der gemeinschaftliche Zahlabend der 6. Gruppe findet morgen abend um 8 Uhr im Bolksh.iuse. Rosinenstr. 3. statt. Neukölln. Heute Dienstag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, in Bartschs Festsälen. Hermannstr. 49: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Aufstellung der Kandidaten zu den Stadtverordnetenwahlen. Verschiedenes. Der Vorstand. Maricnfclde. Am Mittwoch, den 9. Oktober, abends 8V2 Uhr, Bei Schuster, Kirchstr. 68: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Referent: Genosse Feller, Neukölln. Der Vorstand. Karlshorst. Die Zahlabende fallen morgen, Mittwoch, aus. An deren Stelle findet abends 8>/z Uhr eine Mitgliederversammlung im Lokal vom August Sabrowsk, Treskow-Allee 66. statt. 1. Bericht vom Parteitag. Referent: Genosse Richard Küter. 2. Diskussion. 3. Kreisangelcgenheiten. Die Bezirksleitung. Bohnsdorf. Mittwoch, den 9. Oktober, abends 8>/z Uhr: Mit- gliederversammlung in Villa Kahl. Tagesordnung: 1. Stellung- nähme zur Reorganisation. 2. Kassenbericht. 3. Vereinsangelegen- heilen und Verschiedenes. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Am Mittwoch, den 9. Oktober: Mitglieder« Versammlung des Wahlvereius bei Henschel, Grünauer Straße. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Bericht der Gemeinde- Vertreter. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. ik- I Berliner Nacbricbten. Ter Polizeipräsident und der Feuerwehrverein. In Verlin besteht ein Verein Berliner Feuerwehrmänner, der aber beim Branddirektor Reichel nicht gut angeschrieben steht, und es ist schon der Versuch gemacht worden, die aktiven Mannschaften zum Austritt aus dem Verein zu veranlassen. Jetzt hat nun auch der Polizeipräsident sich der Unterdrückung des Vereins angeschlossen und den Befehl zum Austritt aus deni Verein erteilt. Dazu erklärt der Syndikus des Vereins, Rechtsanwalt Dr., Feder:„Den Verein der Berliner Feuer- wehrmänncr.�dcr auf Grund der von dem Polizeipräsidium genehmigten Satzung seit 1909 besteht, bildeten ursprünglich Char- gierte, aktive Feuerwehrmäner und Pensionierte. Das Berliner Polizeipräsidium zwang im Friihjahr dieses Jahres sämtliche Char- gierte, aus dem Verein auszutreten. Hierauf beschloß der Verein eine Aenderung der Satzung dahin, daß die Satzungs- bestinimung, nach der ein Drittel des Vorstandes aus Chargierten zu bestehen habe, gestrichen werde. Die Ab- tcilung des Polizeipräsidiums verweigerte die Genehmigung dieser Satzungsänderung.'Gleichzeitig befahl die Abteilung dem Verein, die von dem königlichen Polizeipräsidium ge- nehmigten Satzungen dahin zu ändern, daß der Vorstand nur aus aktiven Feuerwehrmännern besteben dürfe. Der Verein hatte aber keine Veranlassung, die Pensionierten, die mit den Aktiven stets treue Kameradschaft gehalten, zu Mit- gliedern zweiter Klasse zu degradieren. Den jetzigen Vorstand bilden dementsprechend zwei aktive Feuer- Wehrmänner und ein Pensionierter. Der Befehl des Polizeipräsidenten entbehrt jeder rechtlichen Grund- läge. Nach ß 1 des Vereinsgesetzes haben alle Reichs- angehörigen das Recht, zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zuividerlaufen, Vereine zu bilden. Zweck des Vereins der Berliner Feuenvehrmänner ist satzungsgemäß„Anhäng- lichkeit und Treue für König und Vaterland zu ivahren sowie die Anhänglichkeit an den Beruf zu pflegen und ein Sammel- Punkt zu sein, um in kameradschaftlicher Weise miteinander Verkehren zu können". Gegen die beabsichtigte Maßregel wird selbstverständlich sofort Beschwerde erhoben." Der Austritt soll übrigens bis längstens 9. Oktober erfolgen. Es ist charakteristisch, daß selbst ein Verein von solch' loyaler Gesinnung wie der Verein der Berliner Feuerwehr- männer von der vorgesetzten Behörde nicht geduldet wird. Daß unter solchen Umständen die Feuerwehrmänner mit der Nase darauf gestoßen werden, wie rechtlos sie unter der Herrschaft der königlichen Polizei gemacht werden, ist vielleicht ganz nützlich. Sie iverden mit der Zeit erkennen, daß es mit dem so viel gepredigten Wohlwollen-ihrer vorgesetzten Behörde nicht weit her ist. Daß das Vorgehen des Polizeipräsidenten und des Branddirektors mit den Gesetzen unvereinbar ist, be- darf keines besonderen Nachweises. Die GewerbegerichtSwiihlen finden im nächsten Monat statt und zwar für die Arbritgeber ani Freilag, den 15. November, von 8— 7 Uhr, für die Arbeitnehmer am Sonntag, den 17. November, von 10 Uhr vorinilragS bis 6 Uhr nachmittags. Für die Arbeitgebenvadle» werden Wählerlisten aufgestellt, die von Freitag, den 11. d. MtS., bis Donnerstag, den 17. d. Mts., im Wahlbiireait. Poststraße 16. Zimmer 57 öffentlich auSliegen. Für Arbeitnehmer werden Wählerlisten nicht aufgestellt. Tie Sonntags- Geschäftsruhe wurde zum ersten Male nach dem am 1. April d. I. in Kraft getretene» Ortsstatut über die erweiterte Sonntagsruhe durch- geführt. Während in den Sommermonaten April bis Sep- tember alle Läden uckl, Verkaufsstellen an den Sonn- und Festlagen in der Zeit von 8—19 Uhr vornnttags geöffnet sein dürfen, ist die zweistündige Verkaufszeit während der Winter- monate Oktober bis März nur in den Mittagsstunden von 12—2 Uhr gestattet. Ausgenommen von dieser Bestimmung ist der Handel mit Lebensmitteln, Zigarren und Blumen. Die Angestellten sind mit der Neuerung sehr unzufrieden, da der Zwang, von»12— 2 Uhr im Geschäft tätig zu sein, ipnen den Sonntag mitten durchreißt. Viele Geschäftsinhaber hatten am Sonntag im Hinblick auf dieses Argument ihre Verkaufs- lüden überhaupt nicht geöffnet.__, Es dürfte an der Zeit sein, endlich die volle Sonntags- ruhe einzuführen, damit den Angestellten ihr freier sonntag wird. Publikum und Ladeubcsitzcr würden sich sehr bald an den neuen Zustand gewöhnen. Todesslurz in Johnnnisthal. Mit einem schrillen Mißllang hat die Johannisthaler Herbst- flugwoche geendet. Unmittelbar vor dem Schluß der Konkurrenzen, üiif Minuten vor dem Schlußschuß, ist Sonntag.nachmittag der Flieger Ernst Alig mit seinem Monteur Libau aus 200 Meter Höhe abgestürzt. Bride Flieger waren sofort tot. Ueber die erschütternde Katastrophe, die sich in weniger als einer Minute abspielte, erfahren wir folgendes: Nachdem Sonntag nachmittag der anfangs böige Wind etwas nachgelassen hatte, und um 5 Uhr der Start für den Dauer- und Höhenpreis freigegeben worden war, stieg Alig mit seinem Torpedo- eindecker von Kühlstein ebenfalls auf, um sich um den Dauer- preis zu bewerben. Als Passagier wollte er seinen Flugschüler von Hahn mitnehmen, entschloß sich jedoch im letzten Augenblick an Stelle des Schülers seinen Monteur Libau mitzu- nehmen. 25 Minuten kreiste der Eindecker in wechselnden Höhen, wobei man an dem Flugzeug, daS sehr ruhig lag und eine ziemliche Schnelligkeit entwickelte, nichts bemerkte. Etwa 5 Minuten vor Uvr. als Alig gerade die Tribünen in 200 Meter Höhe umkreist hatte, stieg plötzlich vorn am Motor eine leichte Rauchwolke auf und eine helle Stichflamme schoß empor. Im ersten Augenblick glaubte man, daß es sich um eine Unregelmäßigkeit am Motor handle, doch sah man im nächsten Augenblick den Eindecker eine jähe Linkskurve machen. Der Torpedoeindecker rutschte etwa 10 bis 15 Meter tief seitlich ab, als plötzlich die Flügel des Flugzeuges nach den Rädern zu zusammenklappten. Im nächsten Augenblick stellte sich die Maschine senkrecht noch tmten und sauste, sich mehrmals überschlagend, in die Tiefe. Etwa 100 Meter über dem Boden löste sich ein Körper aus dem Flugzeug und prallte zusammen wit de» Ueberresten der Maschine in der Nähe der Hügeltribünen auf dem Boden auf. Wenige Sekunden später eilten Monteure von den Albatroswerken und vom Startplatz her im Automobil an die Unfall- stelle. Das Publikum durchbrach, obwohl es sich damit selbst in Lebensgefahr brachte, die Barriere und eilte zu den beiden Ver- unglückten. Wie voraus zu sehen war, konnte den beiden Fliegern keine Hilfe mehr gebracht werden. Vermutlich trat der Tod schon ein. noch ehe die Körper den Boden erreichten. Die sehr entstellten Leichen wurden in die Unfallstation des Platzes gebracht und die Flaggen des Flugfeldes senkten sich zu Ehren der beiden Opfer der Luftfahrt auf Halbmast. Die Ursachen des Unfalls. Unmittelbar nach dem Sturze begaben sich Major v. Tschudi, Hauptmann Hildebrandt und Ingenieur Gohlke an die Unfallstätte, um, iveim möglich, die Ursachen derKatastrophe zu ermitteln. Aus dem wirren Trümmerhaufen, der dort auf dem Felde lag. war allerdings nicht mehr viel zu ersehen. Die Leinewanh, der beiden Tragflächen war durch den gewaltigen Luftdruck geplatzt und hing in Fetzen au den Spieren. Die Vorderkante des linken Flügels war leicht verkohlt und aus diesem Umstand sowie aus dem übereinstimmenden Bericht derjenigen Sportleiter, die den Unfall beobachteten, dürfte sich die Katastrophe etwa folgendermaßen abgespielt haben. In 200 Meter Höhe ent- stand ans irgend einer Ursache ein Vergaserbrand. Alig erkannte die Gefahr und versuchte eine scharfe Linkskurve zu machen, um auf dem Platze zu landen Die Kurve fiel jedoch zu schräg ans und der Eindecker rutschte seitlich ob. Um den Apparat wieder ins Gleich- gewicht zu bringen, riß der Flieger die Verwindung an und bog daS Ende der Tragflächen stark nach unten. Dadurch bekam dieser Teil des Flügels Oberdruck, die oberen Spanndrähte rissen und der Flügel brach ab. Sosort brach der zweite Flügel und das Fahrgestell, das durch die Schwere des tOOpferdige» Argus-Motors nach unten gezogen wurde, stürzte mit den beiden unglücklichen Fliegern in die Tiefe. Bei den Trümmern wurde eine Wache auf- gestellt, damtt für die stattfindende Untersuchung von Unberufenen nichts verändert werden kann. Ernst Alig, der im 24. Lebensjahre stand, stammte aus Stol- berg a. H. Er kam Anfang des Jahres nach Johannisthal und lernte bei Dorner fliegen, auf deffen Eindecker er ausgebildet wurde und am 14. Mai daS Pilotenzeugnis Nr. 201 erwarb. Er flog den Eindecker in meisterhafter Weise und errang mit ihm bei der letzten Johannisthaler Flugwoche im Mai d. I. den ersten JnländerpreiS. Im Sommer wandle er sich dann dem Kühlstein-Eindecker zu. auf dem er ebenfalls in kurzer Zeit volle Sicherheit gewann. Der verunglückte Monteur stand im 26. Lebensjahre und war schon seit längerer Zeit bei den Kühlsteinwerken beschäftigt. Er war ebenso wie Alig unverheiratet. Ein Augenzeuge gibt uns folgende Schilderung des Unfalls: Bei der nicht besonders günstigen Witterung war der Flug- betrieb bis gegen 5 Uhr nur ein mäßiger gewesen; nunmehr aber bei fast völliger Windstille, erhob sich fast gleichzeitig wohl ein Dutzend Apparate in die Lüste. Ich stand vor dem Hauptrestaurant und faßte gerade einen Kühlstein-Torpedoeindecker ins Auge, der in einer Höhe von mehreren hundert Metern«ber die Ballonhallen noch dem Innern des Flugfeldes dahinzog. Sicher und elegant durch- schnitt das schnelle Flugzeug den lichten Abendhimmel. Da plötzlich machte es eine unbegreiflich jähe Kurve, bei der es sich bedrohlich nach links hinüberneigte. Schon lag es so schräg, daß die Katastrophe un- vermeidlich war, die— das war mir sofort klar— aus dieser Höhe furchtbar sein mußte. Erst langsam, dann immer rascher rul'chte der Apparat ab; nur ein Wunder tonnte die senkrecht herabstürzende Maschine wieder ins Gleichgewicht bringen. Doch da riß zu ollem Unglück auch noch die Veripannung der Tragdecken und die einknickenden Flügel schlugen an dem Rumpf zusammen, der nun wie ein Stein hernieder stürzte. Und abermals eine Sekunde später löste sich in der Höhe von 150 M:ter von der Maschine ein menschlicher Körper los, der— deutlich zeichnete er sich gegen den klaren Himmel ab— in ge- krümmter Stellung, so wie Momentaufnahmen den Kopssprung eines Schwimmers zeigen, und dann sich überschlagend in die Tiefe sauste. Und erst jetzt, als daS grausige Schauspiel vorüber, kam das er- schüttelnde Bewußtsein, daß zwei lebenstrotzende Menschen, die noch vor einer halben Minute voll Siegerstolz auf das Menschengewimmcl rief zu ihren Füßen herabsahen, nur noch eine leblose, bis zur Form- losigkeit zerschmetterte Muffe bildeten.... » Der nachmittag« um 8 Uhr recht böige Wind verhinderte zu- nächst die Flüge. Schauenburg bewarb sich um den Wurfgeschoß- preis, konnte jedoch keine Resultate erzielen, da er die Zeppelin- Atrappe von der falschen Seite überflog. Um den Geschwindigkeiis- preis starteten Lindpaintner auf dem Ago-Doppeldecker und Schmidt auf dem Kühlstein-Torpedo-Eindecker, bei denen der erstere die für einen Zweidecker sehr gute Zeit von 8 Minuten 40 Sekunden, der zweite eine Zeit von 7 Minuten erzielte. Um den Daucrprers flogen Häusler, Möns. Hild, Grade, Bontard und andere. Huuuschke führte auch gestern wieder einen seiner tollkühnen Flüge aus. bei dem er unglaublich steil in die Höhe ging und ebenso steil landete Folker flog mit seinem Schüler v. Arnim»ach Hamburg, doch fehlten bis zum Schluß der Veranstaltung Nachrichlen über seine Landung. Die Gefamtresultate sind folgende: Im Wettbewerb um den kürzesten Anlauf- Zweidecker: Rupp 44.73, 53,60, 53.79, 71.80 Meter, Lind- paintner 62.55. 71.40, 72,40 Meter, Büchner 50.70. 65.09. 70,60 Meter. Eindecker: Hiöffler 83,40 Meter, Krüger 89,03 Meier. AusstiegwetvOewerb:(1000 Meter Höhe) Krüger 14 Min. 47 Sek., Oberleutnant Bier 26 Min. 11 Sek. Gleitslugwettbewerb: Faller 441,30 Meter, Krüger 257 Meter. Die endgültigen Resultate dieses Wettbewerbes stehen noch nicht fest. Dauerwettbewerb: Sedlmayr 7 Std. 42 Min., Mohns 6 Std. 38 Min., Friedrich 5 Std. 29 Min., Hild 4 Std. 49 Min.. Grade 4 Std. 39 Min., Häusler 2 Stv. 56 Min., Weesler 2 Std. 23 Min., Boutard 2 Std. 14 Min., Müller 2 Std. 15 Min., Rosen- stein 2 Std. 03 Min., Faller 2 Std. 4 Min., Keidel 1 Std. 35 Min., Schmidt 1 Std. 21 Min., Thelen 1 Std. 22 Min., Fokler 1 Std. 14 Min., Alig 1 Std. 52 Min., Toepffer 1 Std. 09 Min., Schulze 1 Std. 03 Min., Dunetz 1 Std. 06 Min., Lindpaintner 53 Min., Stoeffler 49 Min., Rnpp 36 Min., Bier 33 Min., Krüger 27 Min., Schauenburg 25 Min., Hartmann 22 Min., Büchner 9 Min., Janisch 6 Mi»., Krieger 4 Min. Größte Geschwindigkeit: Schmidt 7 Min., Krüger 7 Min. 12 Sek.. Stoeffler 8 Min. 14 Sek., Alig 9 Min. 18 Sek.. Lindpaintner 9 Min. 23 Sek., Boutard 10 Min. 23 Sek., Keidel 11 Mm. 19 Sek. Wurfwettbewerb: Stoeffler 4 Treffer. Thelen 2 Treffer, Schauenburg 2 Treffer, Fokker 1 Treffer. Hohenwettbewerb: Fokker 3095, Dunetz 2400, Stoeffler 1075, Rosenstein 835 Meter._ Mit einem Morde rechnet die Staatsanwaltschaft zu Oppeln'. die sich wegen Aufllärung des rätselhaften Leichenfundes auf der Bahnstrecke zwischen Broskau und Groschowitz mit der hiesigen Kri- minalpolizei in Verbindung gesetzt hat. Nach den bisherigen Fest« stellungen ist die Tote die am 1. März 1895 zu Halbe geborene Buchhalterin Frida Thiele aus der Pannierstr. 2/3 zu Neukölln, die seit Sonnabend, den 28. v. Mts., spurlos verschwunden ist. DaS Mädchen wohnte mit seinen beiden älteren Schwestern im vierten Stock des Vorderhauses. Die Eltern der Mädchen wohnen in Halbe, während sie alle Stellung hier in kaufmännischen Kontors haben und deshalb hier gemeinsam einen zweiten Haushalt führen. Frida Thiele war in der Pflügerstraße in einer Knopffabrik seit längerer Zeit als Buchhalterin beschäftigt. Nach Geschäftsschluß suchte daS als sehr anständig geschilderte Mädchen stets die gemeinsame Wohnung auf und blieb bei seinen Schwestern. Sonnabends pflegte sie regel- mäßig nach Halbe zu fahren, um ihre Eltern zu besuchen. Auch am Sonnabend vor acht Tagen packte sie ihren Koffer und ging damit allein zum Görlitzer Bahnhof, um wie immer, mit dem Zuge 7.15 Uhr abzufahren. Während sie sonst Montags früh stets heim- kehrte, blieb sie diesmal aus. Als die Schwestern sich mit ihren Eltern in Verbindung setzten, erfuhren sie, daß sie dort gar nicht an« gekommen ist. Sie machten deshalb bei der Polizei sofort Anzeige und forschten auch selbst nach dem Verbleib der Verschwundenen. Am Görlitzer Bahnhof erfuhren sie, daß ihre Schwester an dem fraglichen Tage ihren Koffer aufgegeben habe mit dem Bemerken, daß sie ihn am Montag wieder abholen werde. Bei der Aufgabe des Koffers gm Gepäckichalter war in ihrer Begleitung em großer Mann mit scbwarzcm Kopfhaar und ebenso schwarzem Schnurr- und Spitzbart. Die Beamten an der Gepäckabnahme erinnern sich deshalb so dcut- lich an diesen, weil eS ihnen aufgefallen war, daß der Mann so ein- dringlich auf das junge Mädchen einredete. Hierbei sprach er es immer mit Sie an. Die Aufgabe des Koffers zeigt schon, daß das Mädchen nicht die Absicht gehabt hatte, ihre Eltern zu besuchen, sondern dies nur feinen Schwestern vorgeredet hat. Diese zweifelten keinen Augenblick daran, daß es feine Absicht sei, weil es bisher auch ständig nach Halbe gefahren ist. Seitdem ist keine Spur mehr von der Verschwundenen zu ermitteln gewesen. Die Beichreibung der Toten, die von der Staatsanwaltschaft hierher mitgeteilt worden ist, stimmt mit der Persönlichkeit der Frida Tiele ganz genau überein. Auch diese war beim Verlassen ihrer Wohnung bis auf die neuen Lackschuhs und die neue Handtasche genau so be- kleidet wie die Tote. Da die Buchhalterin ungefähr 100 M. bei sich hatte, ist eS aber sehr leicht möglich, daß sie sich diese Sachen unter- wegs angeschafft hat. Die Leiche der Dame, die, wie mau annimmt, aus dem fahrenden Zug geworfen worden ist, wurde photographiert und wird ein Bild hierhergesandt werden, um die Persönlichkeit der Toten einwandfrei festzustellen. Es scheint jedoch keinem Zweifel zu unterliegen, daß diese mit der vermißten Frida Thiele identisch ist. Es wird von den Schwestern der Verschwundenen als ausgeschloffen erklärt, daß diese vielleicht Selbstmord verübt hat. Sie hat ihrer Ansicht nach hierzu gar keinen Grund und auch niemals Selbstmordgedanken ge- äußert. Die Kriminalpolizei ist eifrig bemüht, den Mann, mit dem sie auf dem Görlitzcr Bahnhof gesehen worden ist, zu ermitteln. Bei einem Kraftwageuzusammeustoß tödlich verunglückt ist Sonntag nachmittag der 28 Jahre alte Chauffeur Otto Schneider au» der Wilhelmshavener Str. 69. Schneider, der einen Privat- wagen lenkte, in dem sich die Gattin des Fabrikanten Bry aus der Romintener Straße befand; stieß gegen 6 Uhr in der Hardenberg- straße. in der Nähe der Kaiser-Wilhelni-GedäckitniSkirche, mit einer Kraftdroschke zusammen. Er wurde dabei vom Sitz geschleudert und fiel so unglücklich auf des Siraßcnpflaster, daß er einen Schädel- bruch und schwere innere Verletzungen erlitt. Von der nächsten Un- fallstation wurde er nach dem Krankenhausc in Moabit gebracht. Aus dem Wege dorthin starb er jedoch schon an den Folgen des Schädelbruchs und an einer inneren Verblutung. Die im Wagen sitzende Dame erlitt einen Nervenchock und eine bedeutende Verletzung durch einen Glasscherben. Das Automobil wurde schwer beschädigt, während der Lenker der Kraftdroschke ebenso wie sein Wagen ver- hältuismätzig gut davonkam. Wer ist der Tote? Aus dem Teltowkanal gelandet wurde Sonntag in der Nähe von Britz die Leiche eines unbekannten, un- gefähr 30 Jahre alten Mannes, der keinerlei Papiere bei sich trug. Der Tote ist ungefähr 1,70 Meter groß und sehr korpulent, hat einen Anflug von Schnurrbart und trug eine bräunliche Hose und Weste, ein schwarzes Jackelt und schwarze Schnürschuhe. Die Leiche wurde nach der Halle in Britz gebracht. Eine Liebestragödie wird au« der Gontardstraße am Bahnhof Alexanderplay gemeldet. Dort kehrte gestern abend spät bei dem Gastwirt Rosemhal, der ein Pensionat unterhält, ein Liebespärchen ein, daS vielleicht erst gerode auf dem Babuhof angekommen war. Es nahm ein Zimmer und bezog eS sofort. Gestern mittag fand man die beiden Gäste besinnungslos im Zimmer liegen. Stach den bisherigen Feststellungen haben sie Gift genommen. Samariter der Feuerwehr, die auf Veranlassung Wiederbelebungsversuche machten, brachten den jungen Mann wieder zum Bewußtsein und führten ihn dem Krankenhause aw Friedrichshain zu. Bei dem Meldchen waren jedoch alle ihre Bemühungen vergeblich. Nachdem bei ihm der Tod festgestellt worden war, beschlagnahmte die Revierpolizei die Leiche, um sie nach Feststellung des Befundes und der Vorgänge nach dem Schauhause bringen zu lassen. Die Persönlichkeiten sind noch nicht festgestellt, weil der junge Mann noch veruehmungSunsähig.a- niederiiegt. Eine Hundertjährige feierte gestern ihren Geburtstag. Es handelt sich um eine Frau Heinrichs, ZioiiSlirchstraße 45, die bei ihrem 72 jährigen Sohne wohnt, dessen Ehefrau 81 Jahre alt ist. Verschwunden ist seit Sonnabend vor acht Tagen da? 14'/z Jahre plte Dienstmädchen B. Peters, welche in der Ebnswalder Str. 82 in Stellung war. Besondere Kennzeichen: Dunkelblondes Haar, frische rote Gesichtsfarbe, schwarzen Rock, weiße Bluse, grauer Ulster mit roter Garnierung und weißer Strohhut. Um Auskunft bittet Friedrich Lampe, Stargarder Str. 81, Seitenflügel 4 Treppen. Im Gebrüder Herrnfeld-Theater gab es am Sonnabend wieder eine neue Komödie:„Jn den b a y r i sck� n Alpen" betitelt. Der Inhalt ist der den Herrnfeldschen Stücken eigene. Ver- Wechslungen. Berwickelungen bei kleinen Abenteuern mit weiblicher Bekannischaft rufe» die eigenartigsten, komischsten Situationen her vor. Einer schiebt seine Schandtaten auf den anderen, um sich vor seinen, Ehegesponst als unschuldiges Lamm hinzustellen. Und ein Schwindel zieht andere nach sich, bis das ganze Lügengewebe sich entwirrt. Lediglich die Art, in der die einzelnen Phasen dargestellt werden, insbesondere die gute Mimik und Schlagfertigkeit der beiden Hauptdarsteller Gebrüder Herrnfeld und ihrer Kllnstlertruppe ist schuld, daß das Publikum aus dem zwerchfellerschütternden Lachen nicht mehr herauskam. Ein Einakter:.Ein tolles Atelier" war so inhaltlos, daß es sich nicht verlohnt, ein Wort darüber zu sagen. Radrennen im Olympiapark. S o n n t a g, S. O k t o b e r. Ein Drenstunden-Rennen ohne Führung, bestritten von 20 internationalen Bahn- und Stratzenfahrern, beschloß die diesjährige Rennsaison. Bei kühlem Wetter vor nicht allzu vollem Hause ging ein Rennen vor sich, das reich an spannenden Kämpfen war, aber auch'manche Enttäuschung in bezug auf unsere besten deutschen Bahn- fahrer brachte. Um 2� Uhr trat das Feld an und nach einer Be grützungsrunde begann das Rennen. Teilnehmer waren: E. Aberger sBerlin), M. Berthet sParisf, O. Egg sSchweizj, G. Garrigon(graul reich), L. Georget(Frankreich), I. Hübner(Dresden). P. Kotsck (Kyntz), O. Lapize(Frankreich), W. Lorenz(Berlin), W. Marx (Berlin), Petit Breto»- �Frankreich), I. Rosellen(Köln), E. Rottnick (Berlin), W. Rütt(Berlin), I. Stol(Holland), F. und P. Euter (Zürich), R. Weise(Berlin) und K. Wittig(Berlin). Siewert war nicht am Start erschienen. Marx siel als erstes Opfer des scharfen Tempos. Mehrere Vorstöße von Egg, Berthet und Stol sind ohne Erfolg. Nach der ersten halben Stunde erringen Georget, Stol, Lorenz und Wittig einen Vorsprung und das Feld zieht sich in die Länge, so daß Hübner, Rottnick und Rosellen eine Runde einbüßen. Die erste Stundenprämie<100, 60, 2b M.) ge- winnt O. Suter vor Wittig und Garrigon. Nach mehreren ergebnislosen Vorstößen laufen Berthet und Garrigon dem Felde hpvon, welches in Uneinigkeit die Flüchtlinge ziehen läßt, bis auch Stol und Lapize auSreihten, zu den Führenden aufschließen und das Feld überrunden. Egg und Petit Breton gelingt es durch geschickte Ablösung ebenfalls eine Runde aufzuholen, so daß bei der zweiten Stunde sechs Mann die Spitze bilde». Di« Prämien(160, 100, 60, 25) gewinnen Egg, Stol, Berthet und Petit Breton. Stol unter- nimmt einen neuen Vorstoß, gefolgt von Lapize, Petit Breton und Egg. erringen sie nach langem Kamps eine Runde vor allen. Kölsch und Georget laufen bis zu einer halben Runde fort, doch werden sie geholt� bis es endlich Berthet allein gelingt, eine Runde zu holen. Rütt und Lorenz haben aufgegeben, ebenso die Gebrüder Suter. Rosellen und Hübner. Fünf Minuten vor Schluß treten Berthet, Egg. Lapize, Petit Breton und Stol zum Endkampf an, den nach prächtigem Spurt Egg vor Lapize und Stol gewinnt. Um die letzten Plätze kämpfen Georget. Wittig, Aberger, Kotsch und Weise, die in dieser Folge ankommen.— Ergebnis: 1. Egg 116,630 Kilometer, 2. Lapize, 3. Stol, 4. Petit Breton, 6 Berthet, 6. Garrigon, 1 Runde. 7. Georget, 8. Wiltig, 9. Aberger. 10. Kotsch, 2 Runden zurück. 40 Prämien a 10 M. und 20 Prämien a 20 M. belebten das Nennen. Die Preise waren: 1000, 600, 450, 400, 350, 300, 250, 200, ISO und 100 M.._ ftorbenen Schössen Bugge wurde trat Kommission gewählt, der auch Genosse Hamburg angehört. Vorort- �admcbtev. Steglitz. Die Reputation unseres Dorfes soll, wie die Lokalpresse in der letzten Zeit wiederholt geschrieben hat, dadurch schwer gelitten haben, daß in Berliner Zeitungen der Bauschwindel, der sich in dem neuen Schöncberger Ortsteil besonders bcmepkbar gemacht hat, unter die Lupe genommen wurde. Das gleiche Sprüchlein betete in der gestrigen Gemeindevertretersitzung auch unser Bürgermeister Buhrow nach, worauf ihm Gemeindevertreter Gaedtke erwiderte, daß das Ansehen von Steglitz nicht durch Zeitungsartikel geschädigt worden sei, sondern durch die Maßnahmen der Gemeinde- Verwaltung, die nichts von Wertsicht und Umsicht erkennen ließen. W i r möchten hinzufügen, daß auch die gestrigen Reden und Be fchlüsse der bürgerlichen Mehrheit in Sachen der Fleisch- teuer ung durchaus nicht geeignet waren, das gesunkene Re nommee unseres Ortes wieder zu heben. Unser Gemeindevorstand scheint den sonderbaren Ehrgeiz gehabt zu haben, daß Steglitz die letzte Groß- Berliner Gemeinde sein sollte, die sich mit der so dringlichen Frage der Fleischteuerung befaßt. Eine«mdere Er- klärung ist schlechterdings nicht dafür zu finden, daß der schon am 20. August durch unsere Vertreter eingereichte Fleischnotantrag erst am 4. Oktober zur Verhandlung stand; nunmehr allerdings noch neben zwei anderen Anträgen in der gleichen Sache. Zunächst bc- richtete Beigeordneter Fabarius über die allgemein bekannten Ver- Handlungen, die auf Anregung Berlins von den Groß- Berliner Gemeinden gepflogen worden find, und über die vorgeschlagenen Mittel zur, Bekämpfung der Fleischnot, von denen die vermehrte Viehhaltung auf den Nieselgütern am meisten geeignet sei, die Kalamität dauernd zu mildern. Der Referent empfahl deshalb im Namen des Gemeindevorstandcs die Ueberweisung der An- gelegenheit an die Rittergutskommission. Dem widersprach Genosse A tz in a n n. Zwecks schneller Abhilfe der von niemand mehr be- strittenen außerordentlichen Teuerung beaniragte er, dem Gemeinde- vorstand einen Kredit von 5000 M. zu bewilligen zum Einkauf von Fleisch, und zwar in Gemeinschaft mit Schoneberg oder Berlin. Ferner forderte er schleunige Verhandlungen mit den hiesigen Schlächtern wegen des Verkaufes und eventuelle Vorbereitungen zum Verkauf durch die Gemeinde, falls die Schlächter ihre Mit- Wirkung versagen sollten. GemeittdeveroLdneter Radtke ist sowohl mit dem Antrag des Gomeindevorstandcs wie mit dem Aßmanns einverstanden, außerdem wünscht er Seefischverkauf durch die Ge- meinde selbst. Die Redner der Majorität traten dem Antrag Aß- mann entgegen. Barsikow meinte, es fei nicht ratsam, in daS Fleischergewerbe einzugreifen. Man möge mit Berlin wie bisher weiter zusammen arbeiten; die 5000 M. könne er nicht bewilligen. Sein Fraktionsgenosse Kirchner trat ebenfalls für den Vorschlag des Gemeindevorstandes ein und bezeichnet« den Antrag auf Bewilligung von 5000 M. als verfrüht? Auch v. Hagen sprach gegen den Verkauf durch die Gemeinde, der die Geschäftsleute schädige. KorthauS und Winkler betonten, daß die Kommission ohne Geld nicht arbeiten könne, sie stimmten deshalb für den Antrag Aßmann. Gemeinde- verordneter Schlächtermeister Preuß ist der Meinung, daß die Teuerungssrage nicht von den Gemeinden gelöst werden könne. Der Fleischverkauf durch die Gemeinde wdrde die Preise nicht herab. drücken. Die Steglitzer Fleischer seien aber gerne bereit, die Schritte der Gemeinde zu unterstützen. Gemeindeverordneter Gaedtke ver- langte vom Gemeindevorstand schnelles Handeln, da schon genug geredet worden sei. und trat für Bewilligung der 5000 M. ein. Aßmann sieht in den Anträgen des Gemeindevorstandes und den Reden der Herren von der Mehrheit nur das Bestreben die Sache zu verschleppen. Der Versuch der vermehrten Viehhaltung könne ja gemacht werden, damit sei aber doch vorerst gar mdsts gebessert Das Geld müsse bewilligt werden, damit bald etwas geschehe. Sei doch in der Finanzkommission sogar vou einem bürgerlichen Gemeindeverordneten gesagt wrden, daß die arbeitende Bevölkerung von Steglitz kaum noch etwas zu knabbern habe. Darum sei schnelle Hilfe unbedingt nötig. Bei unserer Majorität und„ihrem" Gc- ineinbevorstand haben natürlich Gründe keinen Kurs— sie stimmten den Antrag Aßmann einfach nieder. Vor dieser Sitzung fand hinter verschlossenen Türen Schöffen- wähl statt, bei der der ausscheidende Schöffe Siegismund «Mergewählt wurde. Zur Vorbmitimg der Neuwahl für den per- Die Wahle« zur Angestellten-Berficheruug finden am Sonntag den 27. Oktober, von 12—6 Uhr statt. Gewählt wird in folgenden vier Lokalen: Anfangsbuchstaben A— F im großen Sitzungssaal des Rathauses. „ G— K Turnhalle des Gymnasiums, Heesestraße. , L— R, der Realschule, Florastraße. , S— Z,, Oberrealschule, Elisenstraße. Dem Wahlausschuß der Freien Vereinigung gehören die Herren I. Langmak, Feldstr. 12, P. Wenzel, Brüdersir. 21, H. Leu«, Holsteinische Straße, an. Dieselben geben bereitwilligst Auskunft. Das Wahlbureau am Tage der Wahl befindet sich in den „Kaiser-Hallen", Marli 8. Die Wahlhelfer werden gebeten, sich dort einzufinden. Schöneverg. Die Wahl der Vertrauensmänner zur Augestelltenverflcherung findet am Sonntag, den 27. Oktober, nachmittags von Ibis 5Uhr statt. Gewäht wird in acht Stimmbezirken. Jeder Wahlberechtigte wählt in dem Bezirk, in welchem er wohnhaft ist. Wahlberechtigt ist jeder weibliche und jeder männliche Angestellte, der am Tage der Wahl das 21. Lebenszahr überschritten und im Befitz der Verficherungslarte ist. Eine öffentliche Versamm- lung, einberufen von der Freien Vereinigung für die soziale Ver- sicherung, findet am Donnerstag, den 10. Oktober, abends 8'/, Uhr, im Schwarzen Adler, Hauptstraße 144, statt. Referenten find die Herren Buchhändler Mehner und Ingenieur Sandrock. Pflicht eines jeden Interessenten ist es, in der Versammlung zu erscheinen und unter den Privatangestellten die regste Propaganda zu entfalten. Auskunft in allen Versicherungsangelegenheiten und die Wahl be- treffend erteilt Herr Karl Günther, Kyffhäuserstr. 13, und Genosse Gustav Becker, Koburger Str. 15. Adlershof. Den Bericht vim Parteitag erstattete in einer außerordentlichen Generalversammlung des WahlveremS Genossen Pieck. In der DiS- kusfion verurteilten sämtliche Redner die von den übrigen Delegierten auf dem Parteitag abgegebenen Erklärung und forderten eine Klärung des Falles durch die Kreisgeneralversammlung. Der Aus- schluß Hildebrands, der die ganze Diskussion des Abends aussüllte, wurde von den Genossen Neumann und Ligner gutgeheißen, während Zabel und Stamer den Ausschluß zum mindesten als verfrüht b* zeichneten. Am 9. Oktober werden sich, wie Genosie Klodt bekannt gibt, die Zahlabende mit der Reorganisation befassen. Dann findet ani 29. Oktober eine öffentliche Versammlung im Lokal von Bruno Thiele(vormals Beier) statt, die fich mit dem Lustritt aus der Landeskirche beschäftigen wird. Referent ist Genosse Dr. Alfred Bernstein. Eichwalde. Die Betrügereien des Zahlmeister» Bürger, der nach Unter schlagung amtlicher Gelder seit vergangenem Montag aus Eichwalde verschwunden ist, sind, wie gemewet wird, noch größer als man ursprünglich annahm. Soweit sich bis jetzt feststellen ließ, soll es sich um Veruntremmgen in Höhe von ungestchr 50 000 M. handeln. Die Unterschlagungen liegen schon längere Zeit zurück. Sie kamen durch eine unvermutet vorgenommene Kassenirevision an den Tag, die am vorigen Montag in der« Diensträumen der 3. Gendarmerie- brigade in der Turmsttaße vorgenommen wurde. Als Bürger er- fuhr, daß seine Verfehlungen, bekannt geworden waren, verschwand er. Seine Frau erhielt am anderen Tage einen Brief, in dem er ihr mitteilte, daß er sich das Leben nehmen werde. Die Behörden rechnen aber damit, daß der Verschwundene die Flucht ergriffen hat und nur zu ihrer Irreführung das Boot auf den Zeuthener See treiben ließ. Schönow(Kreis Niederbarntm). Endlich nach aiiderthaldjährlgen Verhandlungen soll nun, wie in der letzten Gemeindevertretung mitgeteilt wurde, der Ort mit G a S versorgt werden. Mit den Arbeiten soll demnächst begonnen werden. Einem vorliegenden Antrage auf Umpflasterung der Berliner Straße wurde zugestimmt, nachdem auf den schlechten Zustand der Straße hingewiesen worden war. Borsigwalde. Unter stattliche« Gefolge wurde am 6. d. M. unser Genosse Hermann Kropp zu Grabe getragen, der am 2. Oktober im 49. Jahre den Folgen eines Schlaganfalls erlegen war. Eine Anzahl Bereine war durch Deputterte vertreten. Am offenen Grabe hielt Genofle Max Schütte aus Berlin die Trauerrede, in der er das Wirken des Toten erwähnte. Mühlenbeck. In der letzten Gemeinbevertretersitzung wurde zunächst das Angebot der Berliner Stadtsynvde, für schon benutztes Wegeland pro Morgen; 2000 M. an die Gemeinde zu zalsten, angenommen. Dagegen wurde das Ansinnen der Synode abgelehnt, wonach derselbe Kaufpreis auch dem in Zukunft noch �u erwerbenden Strahenlande zugrunde gelegt werden soll; es soll vielmehr von Fall zu Fall ent- schieden werden. Einem Antrag der Berliner Wach- und Schließ- gesellschaft, wonach der Wöchteroienst für den hiesigen Ort diesem Institut übertragen werden möchte, konnte nicht entsprochen werden. Ferner lag ein Schreiben des GemeindekirchenratS vor, nach welchem dieser ersucht, das alte Klassenzimmer als Konfirrnandenraum be- nutzen zu dürfen; diesem Wunsche konnte insofern nicht entsprochen werden, als die Beschaffenheit der alten Schulräum« für das Leben und die Gesundheit der Kinder gefährlich ist. Aus dem Karpfen- teich sollen vor Eintritt des Winter» die großen Fische entfernt werden, der Termin hierzu wird noch bekannt gegeben. Zum Schluß wurde noch die Umpflasterung der Hauptstraße als notwendig an- erkannt; der Gemeindevorstand soll beim Kreisausschuß zum Zweck der Wegebaubeihilfe vorstellig werden. Spanvan. Ei« Seefischvrrkanf unter städtischer Mittwoch in der Zeit von 8 Ubr früh Moritzstraße neben der Adlerapotheke statt. möglichst billigen Preisen._ Sitzungstage von Stadt« und Gemeindevertretungen. Alt-Glientcke: Heute Dienstag, den S. Oktober, abends 6'l, Uhr. im Bohnlchen Lokal Zur Verhandlung steht u. a: V-ttrag mit Köpenick be- treffend Bau elekirifcher Straßenbahnen und Anstedelung der gemeinnützigen Bauaenossenfchast„Gartenstadt Groß-Berlin". Adiershof- Donnerstag abend«'/. Uhr. im Sitzungssaal des Ge- meindcamtS,«i-Znmrckftr 1. Zur Beratung steht u. a: DringllchteitSantrag unserer Genossen bcw Speisung der hilssbcdüvstigen Kinder. Friedenau: Sitzungen finden am Donnnerstag nach dem 1. und 15. jeden Monat», abends 7 Ubr. lm R-alresormgymnasium statt. Lankwitz: Sitzungen finden jeden ersten Donnerstag im Monat, abends 6 Uhr. im Rathaus« statt Lichteuberg: Donnerstag, den 10. Oktober, abend» 6 Uhr, in der Aula der Mädchenschule an der RathauSstratze. Diese Sitzungen find öffenllich. Jeder männliche Vemeindeang ehörige ist berechtigt ihnen als Zuhörer beizuwohnen. gedungen hat, von erschossen. Der seinem Befitze fand gefunden haben will. Konttolle findet morgen bis 1 Uhr mittags Ecke Der Verkauf geschieht zu /Zus aller Melt. Cin neuer poltzetmord. Die mit den New Aorker Verbrechern brüderlich verbundenen und Hand in Hand arbeitenden Gauner in Polizeiuniform lassen fich trotz allen Geschreies nicht abhalten, immer neu« Gewalttaten zu verüben/ um die gerichtliche Nachprüfung der Ermordung des SpiclhöllenbesitzerS Rosenthal unmöglich zu machor. Am Sonnabendabend wurde auf der Straßenbahn einer der Haupt- zeugen, Jack Zelig, der angeblich auf Geheiß des Polizei« leutnantS Becker die Mörder Rosenthals einem gewissen Philipp Davidsohn Mörder konnte verhaftet werden; in man einen Polizeirevolver, den er Davidsohn behaupiete, die Tat begangen zu haben, weil er von Zelig beraubt worden sei. Daß die Beseitigung eines der Haupt- zeugen von langer Hand vorbereitet worden ist, geht daraus her« vor. daß Zelig fast täglich Dtohbriefe erhielt, die ihn vor einiger Zeit zu dem Entschluß kommen ließen, seine Person durch Abreise in Sicherheit zu bringen. Noch am Sonnabendnachmitta� prophezeite der Spieler Rose, ebenfalls ein gewichtiger Zeuge. dem Staatsanwalt, daß alles daran gesetzt werde, um durch Be« seitigung Zeligs seine Aussage zu verhüten. Im Besitze des Ermordeten wurden mehrere Briefe der angeblichen Mörder Rosenthals gehmden. Automobilkatastrophe in Nordamerika. Ein sehr schweres Automobilunglück, dem acht Personen z u m O p s e r f i e l e n, hat sich am Sonnabend in Fairmount Park zugetragen. Zwei Automobile kamen mit großer Geschwin- digkeit zwei Kreuzwege herangesaust und rannten an dem Schnitt- punkte aneinander. Beide Kraftwagen wurden vollkommen zertrümmert und ihre Insassen herausgeworfen. E» waren kaum fünf Minuten vergangen, als schon ein dritte» Auto- mobil mit großer Geschwindigkeit herankam und in die Trümmer hinein sau st e. Die Insassen auch diese» Wagens wurden auf der Stelle getötet. Ein Augenzeuge erklärte, daß er während des ersten Zusammenstoßes einen Mann beobachtet hatte, der versuchte, aus den Trümmern herauszukommen. In dem- selben Augenblick kam schon das dritte Automobil heran und über« fuhr den Unglücklichen, der auf der Stelle getötet wurde. Unter den acht Getöteten befinden sich sechs der bekanntesten Großkaufleute aus Philadelphia. Eine neunte Person wurde bewußtlos nach dem Hospital gebracht, wo sie inzwischen ihren schweren Verletzungen erlegen sein dürste._ Fokkers Fernflug nach Hamburg. Der junge nordische Flieger F o k k e r hat mit dem von ihm konstruierten Fokker-Eindecker einen wohlgelungenen Fernflug nach Hamburg vollführt. Nachdem er am Sonntagnachmittag 4 Uhr auf dem Flugplatze Johannisthal mit einem Paffagier an Bord aufgestiegen war, landete er abends um 6 Uhr 16 Minuten in der Nähe von Lauenburg, weil die Dunkelheit ihn am Weiterfluge hinderte. Montag morgen stieg er wieder auf und landete nach 40 Minuten Flugzeit glatt auf dem FuhlSbütteler Flug» platze bei Hamburg._ Kleine Notizen. Folgenschwere Explosion in Lothringen. In Ha hin gen explodierten am Sonntagabend auf dem Werke der Firm« de Wendel in einem Schuppen zwei Gasmotor e. Bei der Explosion, die den Schuppen in die Luft sprengte, wurden acht Arbeiter fchwer und mehrere leicht verletzt. Katastrophe im Kalischacht. Durch die Entzündung von Gasen wurden am Montag auf dem Kalischacht in Nebra a. d. Unstrut zehn Arbeiter an Händen und Füße» verbrannt. Wie die Verwaltung de» Krankenhauses Berg- mannsttost in Halle mitteilt, besteht für keinen der dort eingelieferten Verletzten Lebensgefahr. Raubmord in Breslau. In der Nacht zum Sonntag drangen in Breslau Einbrecher in den Kontorraum der Delikateßhandlung Paul Klose ein. Der in dem Raum schlafende 14jährige Lehr- l i n g W i l h e l m S ch o l z, der erst vor drei Tagen in die Lehre getreten war. wurde von den Einbrechem ermordet. Dann erbrachen sie den Geldschrank und entkamen unerkannt unter Mit- nähme von 600 M. Großfeucr bei EberSwalde. Ein Raub der Flammen ist in der Rächt vom Sonnabend zum Sonntag da» etwa zehn Kilometer von EberSwalde entfernt gelegene Gut Ferdinandsfelde bei Golzow geworden. Auf meilenweite Entfernungen konnte man die Flammen in den dunklen Nachthimmel lodern sehen. Die Scheunen und S tälle des Gutes sind bis auf die Umfassungsmauern nieder- gebrannt und auch das Wohnhaus hat beträchtlichen Schaden ge- litten. Es wird Brandstiftung angenommen. Verlufte an Lieh oder Menschenleben sind nicht zu beklagen. Weil sie sich ärgert... Aus Aerger darüber, daß ihr Mann spät nach Hause kam. hat sich in Solingen«ine junge Frau mit Petroleum begossen und angezündet. Sre erlitt schwere Brandwunden und wurde in hoffnungslosem Zustande in» Krankenhaus gebracht. Ueberfall auf eine russische Post. Aus die von T i f l i» nach Manglis gehende Post wurden am Montagmorgen in der Nähe der Stadt TifliS zwei Bomben geschleudert, wodurch der Fuhr- mann und drei Polizeibeamte getötet, ein Polizei- beamter und der Postillion verwundet wurden. Die Post blieb un- versehrt, die Räuber enlkamen. Unwetter an der spanischen Küste. Wie ein Telegramm aus Madrid meldet, verheeren Stürme und Ueberschwemmungen die Ost- küste von Spanien. In A l i c a n t e drangen die Fluten bis in die Häuser; ein Kind, das in seiner Wiege von den Flute n�f ortgetrieben wurde, ist ertrunken. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. Frostschaden im M-sclgebict. Der Fwstschaden im Mosel. Weinbaugebiet beträgt nach vorsichtiger Schätzung über acht MillionenMark. Lnefkatten der Redaktion. Di« turlstische e»»qst»«l>e findet Ltudenftretze KS, ver» vir» — Fahrstuhl—, tuodientönUd) von tih bis 7% Uhr ateud», e»i«-»ends, »an«Mi bis 6 Uhr abendS statt Jeder f8r den vrirfkasten desttmmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merljetchea»r«»nf»gen. Briefliche Antwort wird nicht rrtcilt. Anfragen, denen leine«»onncmrntsguiitnug deigesstgt ist, »erden nicht beantwortet. Eilige Fragea«rage man t» drr Spreqstnnde v,r. — 80. P. 250. 1. und 2. Rein— tt. B. l. D. 1911. I. Nein. II. Ja. sosern nur Virein-mitali-der anwesend find- m. Nicht notiil_~ W. 4. Kommt aus die Vermogensoerholwlsie der Bant an. — M. K. 823. ventrale für private Fürsorge, giottwellstraße 4 I. — H- I. Sv. An die Bank, bei der Sie unterkommen wollen.—«. 5. Sie müssen sich an einen Fachmann wenden.— Junker. Transport. arhciteroerband, Sektion Krastwageusührer. Engeiuser 15.— F.«. 100. Was für Kamele ctnfi gewesen die Väter unserer größte« Stadt. WitteriingSüberstcht vom 7. Oktober 1918. Ctoflotun Swincmde. tamburg eriin Franls.a.M. München Wien 7690 771 Still 7713 769® wolkig Lwolkcnl tbalbbd. sNel'el 2wolkig ichalb bd. «tationen | Haparanda Petersburg Scilly 'Aberdeen Paris 'n 756 767 WSW 769 SSW 76033© 769,32 vetler 2 wolkcul Lbedeckt 2 halb bd. 2 halb bd. Irvollciil «Zetterprognose für Dienstag, den 8. ve»«be« 1918. C« 5 8 11 11 —8 Kühl, teils heiter, tefi» nebelig, bei meist schwachen W-sUichen«indm: keine erbeblichen Niederschlage,'' ■msrnte*' Unserem lieben Genosse» 1 Georg Parthclchttmr 7?: ♦»• frff?l: V rt 1t « # «- nebst Frau die b eidlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. Die Genossen und Genosfinnen de» S. Kreises, Bezirk SöSa� Todes-Anzeigen| LliBerLRelehstagswablkreis Petersburger Vierte). Bez. 365 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, dost unser Genosse, der Hutarbeiter Paul Freiep Dolziger Str. 10, gestorben ist. Ehre seine« Andeuten: Die Dienstag, von der Halle des Zentral-Fried. hoseS in Friedrichsseide aus statt Um rege Beteiligung ersucht 220/8 Ter Uorstand. Beerdigung findet heute g, nachmittags 3 Uhr. WMMNdMVMeiÄo Siedertiamim. Denlrh Lichtenberg. Den Genofie» zur Nachricht, datz unser Mlglied der Zimmerer friedrich Hentschel Möllendorssstr. 123 am Eonnabend verstorben ist. «hre seine» Andenken: Die Beerdigung findet am Mi«. woch, den 9. Ottober, nachmittags 5»/, Uhr, von der Leichenhalle Bomitzftrafee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Tie Beztrkdteitnng. De» Mttl dafi unser veiitAder siMpoilsi'deltss-fediM Bezlrktverwsltueg Grol-Berlin. tgliedern zur Nachricht, Kollege, der Invalide Alberl Heller am 4. d. Mts. im Alter von 49 Jahre» verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 8. v. MtS., nach« mittags 3 Uhr, von der Leichen. Halle deS allen Et PaulS-Krrch» Hose» aus statt 67/8 Die Betlrkeverwillaiig. Am Donnerstag verstarb nach kurzem schweren Leiden unser g«. schähter Kollege und Mitarbeiter. der Buchdrucker 723b l�icdsrd l)fe>er im Aller von 37 Jahren. Ehre seinem Andenke«: Die stelleaea unv Mitarbeiter See Oeuteob. Orvok- u. Verlagsheueee. Die Beerdigung findet Dienstag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenballe in NowaweS(Goethestr.) aus statt. Danksagung. Für die ausrichtige Teilnahme bei der Beerdigung unsere» lieben Vaters sagen wir allen Freunden und ve« kannten, den Genossen des Wahl- Vereins Neukölln, sowie den Arbeit»» kollgen der Firma Reichte und den Kollegen de» Deutschen Holzarbeller» Verbandes unseren innigsten Dank Walter Kvnze nebst Frau. Danksagung. Für die reichen Kranzspenden und rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Manne», meines guten Bater» sagen wir allen Freunde» und Bekannten, Herrn«aldeck«anasse sür die trostreichen Worte. den Kollegen der Firma Gast, dem Spar« verein.Concordia", den Freunden vom Felde, den Bewohnern des tauscs Glogauer Str. z sowie dem ischlcrvercin unsere» herzlichsten Dank. 730b Aima Erbrich und Sohn. iir t:e Teilnahme bei der Bei erdlaung meine» liebe» Wanne» so wie sür die Kranzspend' ardeilerverbande» sage wie sür die pende de». ich hierml meinen innigsten Dank. Witwe P»n. Tanksagung. Für die mir von allen Seilen be- wiesen« herzliche Teilnahme, sowie sür die reichen Kranzspenden bei. der Beerdigung meiner lieben grau, unserer guten Mutter, sagen wir Kiermit allen Freunden und ve» kannten, insbesondere dem Genossen Schütte, dem Gesangverein.Freiheit»« klänge" und den Genossinnen und Genossen des Wahlvereins(Bezirk Borsigwalde) unser» herzlichsten Dank. Emil Lauger«ud ftinder. Für O die herzliche rzliche Teilnal lhme bei der Beerdigung meine» lieben Mannes. unsere» guten Vaters, Schwieger- und Großvater» 37« Hermann Lnbrlch sagen wir allen Verwandten. Freunden und Bekannten, dem Töpserverband, den Kollegen de» Bezirk« Osten so» lote sür die trostreichen Worte de« Herrn Manasse unseren herzlichsten Dank. Witwe Lnbrlch und Kinder. vanktnaItiBe. sage» wir allen Freunden und Bekannten sowie der Firma W. Roack, Berlin-Rummelsburg. sür die Teilnahme bei der Beerdigung Misere» Bruders, Onkel» und Schwagers Otto Kaiser unseren herzlichsten Dank. Tie Anverwandten. Danksagung. Für die ausrichtige Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS und guten VaterS, sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Genossen de» 16. Bezirkes deS WahloereinS Neukölln unseren herz- lichen Dank 50A Frau Anna Wensch nebst Kindern. Dnniisajgnni;. Für die austichttge Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Vaters sagen wir allen Freunden und Be- kannten sowie auch dem dänischen Verein.Frcha" unseren herzlichen Dank. 62A _ Familie Kappel. Für die innige Teilnahme bei der Beerdigung meine» plötzlich dahin- gerafiten Bruder», de» Kutscher» Otto KaysePi sage ich alle» Beteiligten, besonder» den ArbettStolleaen und dem Ches der Firma Wilhelm Roack, RmnmelSburg, Hauptstr, 4. meine» innigsten Dank Paul Kayser, Weißenburger Str. 10. Danksagung. Allen lieben Verwandte», Freunden und Bekannten, sowie den Sängern der.Typographia" sür den erhebenden Gesang am Grabe meiner lieben Frau und unserer guten Mutter sagen den herzlichsten Dank, 720b Cinntav Fabig und Kinder. Freie Kraien- u. Beplrniste d. Sebubtnaeher o. Berufsp» Berlins(& H, Nr. 27). Montag, den 21. Oktober, abends 8 Uhr. bei Feuerstein, Alle Jakobstr. 75: General-Yersammlung. Tagesordnung! 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Innere Kafienangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet 72lb Der Vorstand. Spezialarzi f. Haut-, Harn-, Frauenleiden, ucro. Schwäche, Beiukranke jeder Art, Ehrlich Hata- Kuren u. Co. konz. Laborat. s. Blut- Untersuchung., Fäden i, Harn usw. fniiMch, 81,«gi Spr. 10— 2, 5—8, Sonnt, 11—2. Honorar mäßig, auch Teilzaht, Separates Damenzimmer. in Dr.Homeyer; Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, Äp'L 10— 2. 5— 7. Sonntags 10—12. 2—4 rH pollmanns Bandagen ©efdtäft, nebft Hrtihcl zur Gesundheits- u. Krankenpflege, /erbandstoile, Qummiwaren etc. Berlin Si., Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen Eigene Werkstatt. R! Elegante| fertig u. nach Maas von 1 Mark «vCcheattlche TellrablaB| SJolfuch Frankfurter Allee 75 Eingang TllaKarDtraaa« Schöiieberg. Sozialdcmokratltdjer Aahlverein. Dienstag, den 8. Oktober 1912, abends 8'/, Uhr, in den Neuen Rathaussälen, Meininger Straße Nr. 8i Mitglieder-Versanimlung Tagesordnung: 1. Bericht vom Chemnitzer Parteitag. Reserent: Genosse Albin MohS. 2. Diskussion. 3. Anträge. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedene». Tie Mitglieder wolle» pünktlich und zahlreich erscheinen. 16/5 Iber Forstnnck. ArbeiUnachweis: L°I I. Amt Norden, Nr. 1239. lemltllngÄelle Berlin CharitSftratze B. Hauptbureau: Hos III. Amt Norden, Nr, 1987. Donnerstag, den 19. Oktober 1912, abends 8 Uhr: Nnslimnilnng der Kennilsihlnser im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1« Tagesordnung: 1. Branchen- und Verbandsangelegenhetten. 2. DiSkusfion. 3. Verschiedene». Wir machen die Kollegen daraus aufmerksam, daß am lS. Oktober die Fenster aus den Bauten verglast sein müssen, und ersuchen schon jetzt dasür « zu tragen, daß diese» bi» dahin geschehen ist. Sor>. 125/16 Die Ortsverwaltnng. erl in Die am Donnerstag, den 10. Oktober, stattfindende Vereinsversammlung wird noch um folgenden Tagesordnungspunkt ergänzt: „UnfftdlntiB uo« dm Kodidak« ju de« Wühlen des Geundtgttiihts." Außerdem ersuchen wir die Vertrauensleute, Kollegen, die gewillt sind, sich als Vertreter zur Generalversammlung für die Ortskrankenkasse fiir das Buchdruckgewerbe aufstellen zw lassen, uns dieselben bis spätestens Montag, den 14. Oktober» auf der Vereinsverwalwng bekannt zu geben. 28,ii__ Der O au vorst and. Klöbel-Cohtt � 58 Or. Frankfurter Str. 58 L* ____ unweit der Kaiserstraüo. gy Bitte genau auf Hausnummer 58 zu achten. Möbel..-Kredit Riesen'Auswahl Anzahlungen auf Stube und Küche: Mark 15 30 50 75 bis SS bin 45 bin 70 bin 10V Moderne Schlaf-, Speise-, flerren- � Wohnzimmer jeder gewünschten Art von 40 M. Anzahlung an. Einzelne Möbelslücke g? SÄR!lnSsfrleuse- «on 5 M. Anzahlung an. OMT losigkelt."TSEQ Liefere auch auswärts, Abzahlung wöchentlich, monatlich, resp. nach Uefaereinkunft. I' Vorzeiger die*. Inserats erhält beim Kauf S M. gutgeschrieben. Sonntags 1»-» geöffnot."**' Den Lesern wird hierdurch ergebenst tnit> geteitt, daß eine reich illustrierte Wochen« schrist unter dein Titel»Welt und Wissen' erscheint. Dieselbe bringt gemeinverständliche Abhandlungen aus allen Wissenschasten. Die Ausstattung ist eine erstklassige. Die Mit- arbeitcr sind allererste Fachleute. JedcS Hest enthält ca. 20 Artikel, z. B.: Der Mensch in der Psahlbauzeit.— Wenn die Erde erzittert. — Gesundheit und Schönheit.— Der Wille und dessen Gymnastik.— DaS Leben unter Wasser.— Fernphotogrophie.— Liebe und Ehe bei den Naturvölkern.— Der Mensch Wichtige Mitteilung. Eine HausliililiotlseK gratis für alle Kefer! und die Geisterwelt.— Flüssige Luft.— Ein fluh der Lebensweise aus das Menschenalter. — Verschwundene Städte in der Sahara.— Die Zukunft der Elektrizität.— Unser Sonnen- syslem usw. usw. Außerdem erhält' jeder Abonnent auf „Welt und Wissen' eine große illustrierte KM-». KliiiSbibliothkK vollständig gratis und zwar zu jedem Jahrgang drei komplette Werke. Im ersten Jahre: Die Illustrierte Himmelskunde.— Illustriertes Buch der Technik.— Entdeckungsreisen nach dem Nord- und Südpol. Damit alle Leser daraus abonnieren kömren, ist der Preis nur aus lS Pf. für ein 2t Seiten starkes illustriertes Heft iestgefetzt. Den Bestellschein bitten wir sofort aus zu- füllen und einzusenden an den Verlag «Well und Wissen". Sestellschkill Vw. An die Expedition von „Welt uud Wissen" Berlin W. 9, Linkftr. 25. Ich abonniere hiermit«Well und Wissen', wöchentlich ein Hest ä 15 Pf. franko durch Boten ins Haus. Name Ort, Straße. loJing. Hing. Genossentch. in. besehr. Hallpd. Bilanz am 30. Juni 1918. Wechsella ssenkonto.... 100,— Einrichtungskonto.... 405,— Guthabentonto b. d. G. e. G. 71.60 Kassalonto...... 689,75 Jnventarkonto..... 5 921,66 Warenkonto...... 10 702,06 17 890,07 M. 20,66 . 3 017,19 . 4 658,10 . 10194,12 17 890,07 Mitgliederbewegung. Mitgliederbestand am I.Juli 1911 251 Neu eingetreten...... 184 Rückvergütungskonto. Sparkassenkonto. Geschästsanteilkonto Liejerantenkonto. 465 Freiwillig ausgetreten.. 8 Durch Tod...... 3 Ausgeschlossen..... 13 4 Weg. Verleg, d. Wohnsitzes 29 53 Mitgliederbestand am 1. Juli 1912 382 Geschästsgutbaben. DaS Geschästsguthaben be- trug am 1. Juli 1911 3172,— M. und am 1. Juli 1912.. 4658.10 Zunahme 1486,10 M. Haftsumme. Die Hastsumme betrug am 1. Juli 1911.... 5020,— M. und am 1. Juli 1912.. 7640,-. Zunahme 2620.— M. KönigS-Wufterhausen, 1. Sept. 1912. 106/13 Der vorstand. Wilh. Pleikie*. Otto Friedland. WIIH. BucHwalder. Für den Auffichtsrat: Karl Klose. Buchhandlung Vorwärts Llndenstr. 69 Ein Lehr- und Spiei- buch für Jugend, Eltern und Lehrer von Heinrich Pralle. Mit 15 Abbildungen im Text und 17 Tafeln. Preis 1,50 Mark. Klnintn- llud tzrambilldtm m Roberl Meyer, Jnh.: P. Gollctz nur Wlmamitll-Ärllkt 2. Telephon: Morinplat, 346. Wenn nicht A Jap. Nachn.£ retour! schöne ger. RiesenrollmBpse, Laehsheringe. Dose 32 Heringe Mllehsauee, Geleeaal, Dose 7A nom Car«l Brather., ca. CeWaruM Geleeher., Kiste 40 Sp.-Bückig. oder Kiste große Bücklg. 9 Sorten zusammen 2,95 M. E. Kapp, Altona. Ottens. 105. Teuere Zeiten! CI)Äe ist in stfuLwe*/ Uot. Si'txn/fit nicht msSot, Zum, JiAAXt&Jbort! Dcl feöDvnvÜ ib/r e/ynj lind, h&rt- djiA. TCioyrvnJ irtm«. G&ccA' rrJxcSjt, er, ZAyrJij Sxxajjvl TTU&rtz. et mÄZ 'R�ßnrvorruL seint Sitz ü. hxYv tLaofvt jcutt- StcUt auif- ds/ru� cA,— Hun. Jit Set &rarc UruL ohrJL Sfnxyunj, nWdri, tithsTä,1 ß/t, fuxt. KcchCi- Q&mGrfa&H.. ÜMJt ivo puhoh Ny, Manofi Ci�areilei Jpecinlmarken Abbas Dandy Gibson GM "»tlNt!»!«"'"'"«i"""''——«IUI»".....>.................. II ,|,|1(11 ,.„»»» I N,,.,,.«»"«»,, 1,�,1«"»>'l.,,,.,!",'" Uli„„HM'j' Seit unserer Bekanntmachung vom 1. Mai 1912 sind folgende Beiträge bei uns eingegangen: A. Legate und Stiftungen i Oskar und Betty Tietz-stistung an- läßlich ihrer Silberhochzeit 5000.—. Adolf Schwabachers Erben 2000,—. Direktor Artur Booths Erben, Mecheln in Mecklenb. 1000,—. Louis SengerS Rachlaß d. Rechtsanw. Dr. Krönet? 300,—. Frau Ras. Pinks 100,—. H. Beiträge der Städte t Berlin 40000,—. Schöneberg 1500,—. Wilmersdors 1500,—. C. Einmalige Beiträge? Fabrik» befitzer Herrn. Herz, Ungenannt durch Kommandite des Schlefischen Bankvereins, Liegnitz 500,—. Frau Rosalie Lipmann 300,—. Leo Königsberger 100,—. Frau Friederike Guttmann zum Kedenttage 6. Juli an Gustav Guttmann, ,A. F. K. 132' 50,—. BerkmeistervereinTempelhos d. MHey» inaiui 17,50. Max Sellge 10,30. Zrau Ida Jaiowicz z. 25. Juli, Jesundheitszcntraie Otto Weiß 10,—. Wahlbezirk 784 u. 784a 7,30. Durch M. Hehmann 6,60. O. Samter 6,—. S. K. z. Erinnerung a. d. Todestag v. G. Thöld«, Dr. Lbg. Herm. Ury, s. Kori 5,—. Wir sagen de» geehrten Spendern .erzlichen Dank und bitten, wettere Beiträge und Zeichnungen an unseren Schatzmeister Herrn A. Hirschseid, Berlin W., Fasanenstr. 33— Postscheckkonto 2929— oder an dessen Siellvertreter, Herrn Kommerzienrat Dr. AronS, Mauerftr. 34— Post- scheckkosito 1153 de» Bankhauses Gedr. AronS— einzusenden. Getragene Kleidungsstücke lassen wir durch unsere Boten oder durch die Patetsahrt gern abholen. Berlin, den 7. Oktober 1912. Der Berwaltungsrat. + Oskar Wollburg Trauer> Magazin Berlin N., BrunnenstraBe 66. Große Auswahl in schwarzer Konfektion; auch elnz. Röcke, Blusen, Hüte etc. Anfertigung nach MaB In 12 Stunden. Aenderungen sofort.» E. Klähn Berlin C. 25, Gontardstr. 4 | am Bahnhof Alexanderplatz. pro Psd. I Pa. Rotwurst... 9.69 i, Zwiebcllcberwurst 9.99 I Tbürmger Rotwurst 9.75 Hallesche Leberwurst 9.75 » Mettwurst, seinsteOual. 9.99 I Landleberwrst.Ia.Qual. 9.95 ' Fleischwurst.» 195 , Schlackwurst,. 1.95 I Jagdwurst.. 1.19 I Braunschweig.,, 1.15 1 Weftsäl. Landschinken 1.89 „ Delitateßschinken 1.35 Speck zum billigsten Tagespreise. S69b'! MSbel-becliner Am«osenthater platr LTUNNLNStTe J Arn Rosenfhaler Pia» Spezial-Möbelhaus auf Kredit und gegen bar UW" Riegen* Auswahl"Wx K. 20.- 85- 60.- 76- 100.- rz. Einzelne Möbelstücke von V g»" Anzahlung an -—-- Alte Kunden erhalten event. ohne An-ahlnng?- Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, bunte Küchen Voraelger dieses erhält beim Kant von M. 59— an M. 5.— Rabatt! Liefere auch nach auswärts I hfoniitags geOITnet von 123� ## WÜMct. Edel- Hargarine Während der Reblametage vom 5-12. Obtober MILKA erhält man zu l Pfund Milha Edel-Margarine............... Va Pfund Sellablockschobolade in unseren Verbaufsstelleno Vnanwvrtlicher AFäktem:«Ift«* Witlepp. Neukölln. Für den ZnferatenteilveranrwG�H. Glocke, �rhn. Druck«.Vertag. Vorwärt, Bachbruckertf«. Herlagsanstalt Paul Hmger».Co.. Berlin SW, ZK. 2S5. 29. Zahrglmg. 8. CtilMt des„WWW- Kerlim Wlksdlsll. Zlriskz� 8. Qüiin 1912. Die Beamten und die teuerung-, Der Bund der Festbesoldeten veranstaltete am Sonntag in de«.Neue» Welt- eine öffentliche Versammlung für Beamte, um Maßnahmen gegen die Teuerung zu fordern.— Dah das große Heer der unteren und mittleren Beamten die gegenwärtige Teue- •nmg ebenso drückend empfindet, wie die Arbeiter, ist selbstverständ- lich. DaS kam auch in der Versammlung mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Die beiden ersten Referenten, ein Ober-Postassistent und ein Postschaffner legten zahlenmäßig dar, daß die Gchalts- aufbefferungen seit dreißig Jahren weit zurückgeblieben sind hinter der Steigerung der Lebensmittelpreise und daß auch die Gehalts- reform von 1909 den Verhältnissen der Unterbeamten in keiner Weise Rechnung getragen und deshalb nur Unzufriedenheit:n den Reihen dieser Beamten hervorgerufen hat.— Obgleich keiner der Beteiligten leugnen kann, daß die große Maffe der kleinen Beamten unter den heutigen Verhältnissen ein Hungerleben führen, wagen doch ihre Wortführer nicht, diese Tatsache allzulaut zu ver- künden.—„Wir wollen hier keine Brandreden halten, keine Demonstration veranstalten, wir wollen die Ursachen der Teuerung nicht vom Standpunkt einer politischen Partei erörtern, sondern wir haben die Frage nur als Konsumenten zu betrachten.- So sagte der Vorsitzende in seiner Eröffnungsrede, so klang es auck aus den Reden der beiden ersten Referenten. Tie„Rücksicht-, welche die Beamten ihrer Stellung schuldig sind, soll ihnen eine solche 'Reserve auferlegen. Richtiger: die wohlbegründete Furcht vor der Maßregelung zwingt die hungernden Beamten, nicht offen aus- zusprechen, wovon auch sie überzeugt sein müssen: daß es die agrarische Regierungspolitik ist, welche die minderbemittelten VolkSmaflen zu Hunger und Elend verdammt. Der Referent, Ober- Postassistent Borne mann, konnte auch nicht umhin, anzu- erkennen, daß die einseitige agrarische Wirtschaftspolitik, das Schutzzollsystem, an der gegenwärtigen Teuerung„nicht unschul- big- ist Aber hinterher machte er wieder einige Einschränkungen, wohl um nicht in den Verdacht zu kommen, daß er als Beamter die Wirtschaftspolitik der Regierung leise zu kritisieren wage. Auch die Maßnahmen, womit jetzt die Regierung die Teuerung zu milbern glaubt, bezeichnete Herr Borncmann als unge- nügend und verspätet. Er wünscht die Oeffnung der Grenzen für frisches Fleisch und Schlachtvieh— natürlich unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßregeln— ferner Einführung von Gc- frierfleisch. Aufhebung der Futtermittelzöllc. Beseitigung der Ein- fuhrscheine und Ausbau der inneren Kolonisation.— Der dritte Referent konnte, da er Privatangestellter ist, kräftigere Töne an- ! schlagen. Selbstbewußte Männlichkeit, nicht Devotion forderte er von de» Beamten, was ihm aber eine leise Zurückweisung durch den Vorsitzenden brachte. Eine Diskussion sollte nach der ausgesprochenen Absicht des Vorsitzenden nicht stattfinden. ES wurde aber gewünscht, daß die anwesenden Landtagsabgeordneten— der Nationalliberale Dr. G l a tz e l und der Freikonservative R e b o I d— sich zur Sache äußern möchten. Das taten sie zwar nicht, obgleich sie diesem Wunsch zufolge das Wort nahmen. Herr G l a tz e l sagte nichts weiter, als daß seine Fraktion das lebhafteste Interesse für diese Frage habe und beim Zusammentritt des Landtags Stellung dazu nehmen werde. Dasselbe sagte Herr Rebold auch, nur mit ein wenig anderen Worten.— Was die Beamten und was das hungernde Volk von den Nationalliberalen und Freikonservativen zu erwarten habe, darüber sagte keiner der beiden Abgeordneten auch nur einen Ton.— Daß den Notleidenden mit der bloßen Ver- sicherung lebhaften Interesses nicht gedient ist, das brachte ein Redner aus der Versammlung klar und deutlich zum Ausdruck. Er sprach frisch von der Leber weg, ohne die„Rücksichten-, die man in diesen Kreisen fordert. Die beiden Abgeordneten— sagte er— wollen die Frage erwägen, auch die Regierung hat lange erwogen. Aber die Notstandsfrage kann nicht gelöst werden durch Erwägungen. sondern dazu bedarf es einer durchgreifenden Aenderung des. Wirtschaftssystems, das ja nur für die Interessen der Junker zu- geschnitten ist. Die Herren von der freikonscrvativen und der na- tionallibcralen Partei haben schöne Worte. Aber ihre Taten sind es, die mit schuld haben an der Wirtschaftspolitik, welche die Teue- rung verschuldet hat.— Diese Bemerkungen des Redners lösten stürmischen Beifall aus. Am Vorstandstifche dagegen geriet man in Verlegenheit. Als der Redner dann weiter ausführte, die Be- amten sollten bei den Reichstagswahlen mit dem Stimmzettel dafür sorgen, daß das verderbliche Wirtschaftssystem beseitigt werde, da rüffelte ihn der Vorsitzeeide mit der Bemerkung, der Redner hätte im Interesse der Sache, die uns hier zusammengeführt hat, etwas sachlicher sprechen solleik.— Als ob die Zoll- und Wirtschaftspolitik und deren Bekämpfung nicht zur Sache gehört, wenn über Teuerung und Notstand gesprochen wird. Aber als Beamter hat man„Rück- sichten" zu nehmen. Das erklärt alles. Die Stellung der Versammlung zur Teuerung kam zum AuS- druck durch die einstimmige Annahme dieser Resolution: „Die seit einer Reihe von Jahren in aufsteigender Linie sich bewegenden Preise für alle zum Lebensunterhalt notwendigen Bedürfnisse, insbesondere aber die abnorme Steigerung der Preise aller Lebensmittel haben zu schweren wirtschaftlichen Schädigungen der Festbesoldeten geführt, die diese Kreise um so härter treffen, als ihnen ein entsprechender Ausgleich durch ihr festgelegtes Einkommen nicht geschaffen ist. Die heute in der„Neuen Welt" versammelte» Feftbesobdeten aller Kategorien beauftragen daher den Bund der Festbesoldeten, unverzüglich mit allem Nachdruck bei den Regierungen. Volks- Vertretungen, Stadt- und Gemeindeverwaltungen und den pri- vaten Arbeitgebern dafür einzutreten, daß unsere gesamte Wirt- schaftspolitik derart ausgestaltet wird, daß es auch de« festbcsoldr- ten Schichten des Volkes möglich ist, mit dem ihnen zu Gebote stehenden Einkommen eine angemessene Lebenshaltung führen zu können, und daß die Einkommensverhöltnisse der Pensionäre, Reichs-, Staats-, Kommunalbcamtcn und-Bcamtiuucn, der Lehrer und Lehrerinnen sowie der Privatangestellten den ver- änderten Preisverhältnisscn angepaßt werden und, um der dringendsten Not zu begegnen, schleunigst NotstandSzulagea bc- willigt werden."_< Marktbericht von Berlin am S. Oktober ISIS, nach Ermittelung des köntgl. PolizeipräfidiumS. Markthallenpreise. sKIeinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. Speis el> ahnen, weiße, 36,00—60,00. Linsen 35,00—60,00. Kartoffeln(Kleinbdi.) 5,00—8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,80—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,60—1,90. Schweinefleisch 1,60-2,40. Kalbfleisch 1,50—2,40. Hammelfleisch 1,60—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,00—6,00. 1 Kilogramm Karpsen 1,40—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,60—3,60. Hechte 1,60—2,80. Barsche 1,00-2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 1,00—30,00._ Wasserstands.viachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Detterburean. >)-s- bedeutet Wuchs.— Fall.—>) Unterpegel. Blutarme«. Kranke trinken, während der Rekonvaleszenz feurig süßen Santa Lucia ltällkun9S""o50 iüWW le zrtHst Rot W Gill Ui 2»—» Käufl. in Apotheken, Drogerien n. Dellkat-Gescli. HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE oi<» Woche ALEXANDERPLATZ soweit vorr.t FRANKFURTER ALLEE Vor Schulbeginn grosser Verkaut für Minder- Bedarfs-Artikel Kiniler-Hutien Mädchen-Südwester aus gutem. 65 Velvet mit farbigem Unterrand.....| Kinder-Südwester ß__.— in englischem Qeschmack O O,*7 O Pf, Knaben- Mützen___„46 in englisch. Qeschmack f Oj Pf- 1 Matrosen-Mützen blau,-_„25 mit Schriftband..........» O Pf 1 Prinz-Heinrich-Mützen 95 Pf- 1 25 HMdicn-Hilte WeicheFilz-Südwester OS5, mit Kordel garniert, einfarbig 2'Irb'O Filz-Loden-Pierrette-Form mit_|0 Wollkordel garniert............ 2 Zweifarb.Filz-Pierr.-Fomi. �35 �so mit Kordel-Garnituren....... O O Eisfelikäppchen in verschie- �60_ 25 denen Ausführungen........ � O Velvet-Käppchen,«»>• 336 Velvet-Käppchen mit Imitierten 8 ............................... � Velvet-Südwest schwarz 1 95 2 3 Plüsch-Südwester schwarz-weiss 2 90 BüCKRSCll-liBie Filz Breton mit breiter Bandschleife 5 Schwarzer Velvet-Breton mit_90 Bandschleife................ O Schwarze Velvet- Glocke mit„75 Bandschlcife»»»»»»»»»»»»»«»»,"F Knnöen-BeinKleiiler Knnlien-Beinkleiiler Knnben-Beinlileider Sciinl-flnzüse Sciiul-Anzüse Sciiu!-AnzO$e Knaiien-Pylocks PylocKs, Paletots Knaben-Ulster Kleine(boilkletdchen einzelne FaltenröcKe ichulRleidchen aus kräftig., sehr haltbar. Cheviot, in grau od marine für 3 bis 8 Jahre für 9 bis 14 Jahre 125 a. reinwollenem marine Kammg., ganz gefüttert. aus vorzüglich. Manchester- .Velvet, in Oliv für 3 bis 8 Jahre für 3 bis 8 Jahre Blusenform, hochgeschloss. aus marine Cheviot...... Blusen- n. Jackenform m abnehmb. Matrosenkragen aus marine Kammgarn.... für 2 bis 8 Jahre für 3 bis 10 Jahre 250 für 9 bis 075 14 Jahre 290(Or 9 bis ��90 14 Jahre 300 kÄ" A 50 tUr 8 dl, 10 Jahre 8« a. Book, 70 ktniioS für 8 bis 10 Jahre 100 Joppenform mit Gürtel für 9 bis ganz gefüttert......... 11 Jahre aus marine Cheviot mit Armstickerei, warm ge- für 3 bis füttert 10 Jahre 975 4 für 12bis 14 Jahre 75 aus farbigen Winter- für 3 bis Stoffen......... 9 Jahre 75 aus modernen Mantelstoffen für 9 bis in guter Ausführung.... 11 Jahre ia verschiedener Ausführung... mit Leibchen aus marine Cheviot... 45 bis 60 cm Länge 60 cm aus einfarbigen oder blau- grün-gestreift. Wollstoffen 60 bis 80 cm -j-po 375 35° 1075 für 5 bis 10 Jahre für 3 bis 9 Jahre {flr 12 dl, 14 Jahre 45 bis 60 cm Länge 105 cm 85 bis 105 cm 1150 650 875 13°° 575 8°° 1275 Mädchen• Schul und-Nänfiel Paletots fiso 075 aus blauen Stoffen... und farbigen Winter- ... für 6 bis 12 Jahre 6" 9 Un-lcluilie Kamelhaarstoff- Schuhe t�de'r'.öhie 21—24 25-2« 30-35 38-42 95 I25 I45 1 66 Melton-Hausschuhe 25-2» 80-35 86—42 1 10 1 30 r Turnschuhe Chromledersohlt 25-28 27-80 81-85 86-42 -j 60 �60 2 20 2 40 Mädchen- und Knaben-Stiefel Zj'A 7" 876 Leder- Hausschuhe 22-24 25-29 80-85 210 »40 »60 Kamelhaarstoff• Schnallen• Stiefel 21-24 25-29 80-85 1 20 ISO r Kinder-Schnürstiefel??»� 21-26 Cfenmu, RladbnMer 22-80 81-85 290 090 �90 Kiniler-StrOmpte Kinderstrümpfe 1x1 1-8 35pf.4-6 50p( T-oÖÖPf. Kinderstrümpfe 1X1 sestriä,;�Iie ?« SOpl lel Opi w 96 pl Verkäufe. ©nrblneii! Steppdecken I Portleren! Titchdecken I außergewöhnlich billig I Vorlvärtsleser 5 Prozent Rnbalt extra l Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Marli 4(Bahnhos Börse) Sonntags geöffnet, Zehn Prozent Rabatt vorwirtSl lefern. Sonntags geöffnet, Gardine». Fnbrilreste, Fenster 1.62, 1.05, 2.35, 2.85, 3.50, 4.65, 5.75, 6.50 usw. Poinmersche Betten. 2 Deck betten, 2 Kissen, zweischläsig 15,00, große Laken 90 Pfennig, Damast bezüge 3,80, AuSsteuerwäsche, Stepp. decken. Portieren, Tcppiche, Gardinen. Pfandleihe, Prtnzenftrnße 34. 4.SS Prachtbett, daunigcS Bett, rotrosa gestreift, Prinzenpfandleihe, Prwzenslratze 3t. Aus steuerbetten, ganzer Stand, 26,50, nur in der billigen Pfandleihe Prinzeustraße 34. Fahrgeld wird vcr- gütet. 2ü31ft* Teppiche. Prachistücke lFarben. sedier), sür halben Preis. Vorwärts leser 10 Prozent! Mauerboff, Große Fraiilturierstratze 9, parterre. Kein Laden l 1896K» Gardinen. Fabrikreste, Große Franlfurlerslraße 9 parterre. Tteppdecte». billig, Fabrik Große Franksurtcrstraße 9 parierre. 1897K' Bette», Stand 9,—. Brunnen. straße 70, im Keller. 1200K' LcthhanS tvtorilipiati 88»! kamen Sie spottbillig oon Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock anzüge, Paletots, größtenteils aus Seide, 9— 18 Mark. Gclegenbeits kaufe in Damen» Plüsch- Mänteln, Kostümen. Kleidern(hochelegant). Große Posten PelzstolaS, Pclzgarn!- turcn, srüher bis 150, jetzt 15—40 Mark. Gelegenhettskäusc in llhren, Ketten. Ringen. Wäsche, Berten, enorm billig, nur Moripplatz 58a I 2L89K Zehn Prozent'Rabatt Vorwärts. lescrn. Sonntags geöffnet. Teppiche mit Farbenjeblern 3.25, 3.85, 4.50, 5.75, 6.85, 7.50, 9,25, 12.60. Salonplusch-Teppiche 18,50, 16.50, 19.50, 22.50, 27.50, 35—38 ufw Nicsensabrillager, Große Franlsurter. straße 125, im Hause der Möbel- sabi46_ Gardinen. Fabrikreste, Fenster 1.65. 2.35, 2.85. 3.50, 4.50, 6.75 ufw. Totalansvcrkauf von ange- schmutzten Gardinen, StorcS, Bett. decken, staunend billig. Große Frank- surterstraße 125. Tnch- und Plüschportieren, Gar- Nitur 3.25, 3.85, 4.50, 6.25, 5.65, 7(50, 8.50 usw. Steppdecken 3.75, 4.25, 6.65, 7.50, 8.33, 12.85 usw.__ Blnschdecke» mit kleinen' Fehlern, 4.25, 5.50, 6.75, 7.85, 9.35 11.50 usw. G. Weigcnbergs Gardinen- und TcppichhauS, Groß« Frankfurter- straße 125, im Hause der Möbel. sabrit.__ 229 IK* Schlafdecken 1.85, 1.85, 2.45, 3,25, 4.35, 6,50 usw. Möbelstoff, Läufer, Linoleumreste jetzt zu Spottpreisen. Kroße Frank- surterstraße 125 im Hause der Möbel- sabrik._ Gastro» cn ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riesenlager I Louis Böttcher (selbst), Kronleuchter- Spez'alhäuser. Betriebsleitung: Boxbagcncrstraße 32 (kein Laden).(Fahrverbindung bis Warschauerstraße.) Filiale: Franksurter Allee 124, 1. Etage. 1934K* Teppilve l oebierdasle) in allen Größen, fast iür die Hälsle des Wertes Tcpvichlager Brünn. Hackeicher Markt 4. Babnboi Börie.(Leiir de« »Vorwärts' erhallen 5 Prozenl Rabaii.s Sonntags geöftnel!_• Porinhrige eiegalileHerrenunzüge vnd Valetois aus ternsle» Maßüoiicn 20— 10 Mark, Holen 6—14 Marl. VcriandbaiiS Germonia. Unter den Linden 21. Sonntags nur von 12—2 geöffuet.___ 12b tfl" —•Hotiuartslcfer sünt Prozeii Erirarabatl. lelbit bei GelegenheilS- känfen. Teppich-ThomaS 2107K �Teppiche, sarbsehlerhafl. spottbillig �Plüschdecken mit Slickjchlcrn sür halben Weil_ Steppdecken, im Schaufenster gc- litten, jeden Preise? � Portieren. Plüsch, Leinen, Rest- bestände spottbillig____ Gardinen- Stores, Kiinstlersenfter, angeschmutzte, sabcihast billig_____ Teppich-ThomaS, Prachtbau Ora- nieniliaße 126, Rotcnthalerstrage 54. zpermniinvian 6 Piandlcidbnus. Jedermanns Kausgclcgcnhcit. Extra- billige JackeUauzugc.>>il:rockaur»gr. Winiervalcials. Hcrrenulsler. Herren- bo>cn. lliiesenauSwahi Pcizstolas. Allerbilligsler BeNenvcrtaus. Per- nuelungsbetl. AuSsteuerbellc». Aus- stcuerwäiche. ReichbailigcS Portieren- lagcr. Garduienautwabl. Tevvich- auswahl. istüia n wvecke». Stepp- deckenlagcr Goldiache». laillleiinot-». Wanduuren. Wanobilder. Waren. vertan' ebenialls Sonntags.* Littauer-Nähmaschineu. ohne An. zabiung, wöchcnUich 1,00, Tipm- straße 39. Bcusselttrage 45._' 'ÄugustaPfandleibbnns Wilmersdorf, Augustastraße 66. Kansgelegeii- heil sür„BorlvürtS'ieser. Staunend billige Jackeitaiiznge. Gebrockanzügc, Winierpat- tots, Herreuulstcr. Aller- billigste' Beitenveikuus, VermietnngS- dctl-n Anöfteuirbetien Portieren- iagA, Plüswlischdeäen, Sieppdecken- answah'. Gnrdinrnauswabt. Wand uhrep. Tatcheiuihrcu. Goldsachen. Sonnlagsoertaui geöffnet. 2179(1' TotalanSvcrknnf von ange- lchnintztcn Gardinen. Stores, Beil decken, staunend billig. Große Frank surterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. Tüllstorrs. Beitdeckeu 1.75, 2.25, 2185, 3.75, 4.50, 6.35 usw._ Kuustlergardiiien, weiß, creme und biinigewebt, Garnitur 3.85, 4.75, 5.95, 6.65, 8.50, 9.75 usw. E. Weißen bcrgS Gardinen- und Teppichhaus, Große Franksurter straße 125, tmHause der Möbelfabrik. Taik»r»P»ck iür««artentreunoe Sin.lialg-ber'ür die Pstege und sachgemäße Beivirtichuilung des hä»s. liwen Zier-. Gemüse- und r-bit- garieus oon Max Hcse.ör er. Zweite pernicdne Anstagc Mi! 137 Text- abbilduirgen. Preis 3.50 Mari. Exr e- pit:on Vorwärts. Liiidentll 69 Leinrnportieren, entzückend ge stickt, Garnitur 2.85, 3.65, 4.35, 5.50, 6.75. 7.28. 8.50. Titchportiere» 3.45, 3.85, 4.50, 5.25, 6.75 usw. P.iischporticre», 5.65, 6.76, 7.85, 9.50, 11.50 bis 40 Mark. Fabriklagcr Große Franksurterstraße 125, im Hause der Mövelsabrik. Steppdecke« 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.35. 9.75, 12.85 usw. Tuchdeckeu 1.25, 1.7S. L.50, 8.35, 4.50, 5.85 usw. Plüschdccken mit kleinen Fehlern 4.25. 5.50, 6.75, 7.85, 9.35, 11.50, 13.75 bis 50 Mark. E. Weißcnbergs Gardinen- und TeppichhauS, Große Franksurterstraße 125. Dtwandccken 3.75.4.50,6.45.6.85, 7.25, 8.60 bis 40 Mark._ Abfall- und schlerhaste Teppiche in den allerneuestcn Mustern mit lO Prozent Extra-Rabatt. E. Weißen- bcrgs TcppichhauS und Gardinen- hauS, Große Franksurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. 2Z01K° Teppiche, imbedeuteiidc Farbenfehler, für die Halste dcS Wertes. Portieren, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken zu Schleuderpreisen Teppichhaus Adler, Königstraße 50s gegenüber Rathaus. 1957K' Radfahrcrkarten. Wirempjeblen Rad- und Auto-Fahrcrn StraubcS Karte 1200 Quadrat- Meilen um Berlin. 2 Teile a 1,50 Mark. Nörd- liche Hülste der Provinz Branden- bürg reicht bis Iteltm-Ueckermünde, südliche Hälste bis Halle-Leipzig- Dresden- Görlitz. Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69(Laden).* Littauer Nähmaschinen ohne An- zahlmig, gebrauchte, spottbillig, Skalitzerstraße 99, Warschauerstr. 65.* Gtilciigeschäfts-Eiurichtungeii! Milchvcrkaussgcsäße, Milchkanne», Milchiuaße, Milchstebe, Bulter. inaschinell, Eisschränke billigst. Spezialsabrik Hermann Jordan, Michaellirchstrage 21._ 138)14* Trau ringe, Gold 3,—. Wernes Uhrmacher, Pappelallee 3. 2125K* Bronzrgaskronen, Gaszug- lampen, Hängegaspendel, GaSwand- arme. Moderne HängegaSkronen, Gaskocher. Allerbilligtte Bezugsquelle. Zurückgesetzte Muster spottbillig. Schroeder, Hochstraße 43. 22t8K* Drehrollen, Buttermaschinen, Wiegeschalen Krtgar u. Jhssen, Waß- mannslraße 29. 2320K' Gaskronen, dreiflammig, komplett 7,50. GaSzuglampcn 6,00, Gaslyren 2,40, Gaswandanne 1,50. staunend billig.— Bier Geschäste— Große Franksurterstraße 92— Ravcnsstr. 6 (Weddingi— Schönhauser Allee 12t (Gleimstraße)— Neukölln, Berliner- straße 102. 2008K* Teppiche! Riesenauswahl! dar- unter wenig sehlerhaste Prachtstücke 5.50. 6,75. 10,50 bis 72,00. Borleger, Läuferreste spottbillig nur in Wolss Teppichhaus, Dresdcnerftraße 8(Kott- busertor). ülbonnenlen zehn Pro- zent Rabatt. Prachtlatalog gratis.* Zintwaschfnsscr, Zober. Sttz- wannen. Badewannen. Spezialsabrik Retchenbergerstraße 47. Lesern 5 Proz. Teppickie in allen Größen, enonn billig. Portieren, Diwandecken. Engros« HauS Hermann tzenow. Gertraudlen- straße 18/19, I. Kein Laden. Bor- zeiger dieses 5 Prozenl'Rabatt.* Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im LeibdanS.Noicntbalcr Tor', Rnienstraße 203)4. Ecke Roienlbaler- straße kaute». Anzüge von 9,00 Mark an; Ulster, Paletors von 5.00 an; Dnmengarderobe, PelzstolaS, Betten. Wäsche. Gardinen, Portieren. Frei- tchwinger. Bilder, Uhren. Gold-, Silberwaren. Fahrräder. Alles spott- billig. Anzüge werden oeriicben. onnlags gcvrsnc!. 2268K Teppiche. Teilzahlnng Woche eine Marl. Riesenauswahl, spottbillig. Auch Steppdecken, Tischdecken, Gar- dine». Mcisels Nachfolger, War- schauerstraße 80._ 2286K* Nkouals Garderoben-Haus ver- kaust spottbillig erstklasstge, wenig getrogene Jnckcltanzttge, Gedrock- anzüge, Smokinzanziige. Frackanzüge, Winterpalctots, Ulster, Winter joppen, Beinllcrder. Priiijenstraße 23, erste Etage. �Eckhaus Ritlerslraße)._* Humdotdtleihhaus ext stiert nur Brunnenstraße 58. Eckdau» Slral- funderstraßc. Itauneiidbilliger Betten« vcrkaus. Aussteuerwäslhe. Gardinen- ausivabl. Portiercntager. Elegante Winter Paletots. Wintcruliler.'Rieten- auswabl spottbillig. Gehrockanzüge. Jackettnnzüge. Prachtvolle PelzirolaS. Pelzmusscir. Nagelneu. staunen. erregend! Mosscnauswahl goldener Taschenuhren Ul-rtetten. Wandbilder. Vcrkaus täglich, auch Sonirlags!* Potödamerstrasir«bd. Ps�ch. lcihhans. Staunend billig. Bellen- arrswaiil. Olusilenerwäjche.«Aardineri- arrswahl, Prachtckvpiche, Portieren- loger, Masscriauswahl echier Pelz-! stoi.rs. Pelzmussen, Prachtexemplare! spo.tdillig. Herrcngarderoüe, Tafchen- ihren, Goldwaren. Spottpreise. Buckaus täglich, auch Sonntags.* Singermafchiire. 9,00. Blumen. straße 83. 233/7 Rundschisfche«, Bau deck, tadellos, . viMg. Nculölln, Fuldastraßc 58 I. (ZesedüktsverliSufe. Seifeugefchäft wegen Krankheit zum JnoeiitarpreiS verkäuflich. Trende, Eulerstraße 2. ch53 Neftauration, gnies Keschäst, wegen Familienstreit sür jeden Preis. Ausfüllst Schmidt, Rillcrstraße 96. Möbe!. Arbeiter-Mristcrtvoliiiringen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswabl, Teilzahlung gern gestattet. Kassenpreis Zinsvergütung, kleine Anzaitlung. bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Käufer. Gabbcrt Tischlermeister, Acker- straße 54. Kein AbzablungSgeschäst Mübrl-Gelegeirheitskänfe, gut gearbeitet, viele Gelegenbeitsmöb-I, welche bedeutend unterm Preis sind. Bücherspind 68,—, Schreiblisch 48,—, Bettstelle 33,—, Trumeau mit Stufe 34,—, Sofa 45,—, Kleiderspind 46,—, Kücheneinrichlung 68,—. Ehrlich, Alte Schöiihaiiserstraße 32. 1944K WirtschaftSmöbel. Zu ganz spottbilligen Preisen als tNelegenheits- kauf sind wieder prachtvolle, sehr wert- volle Herrenzimmer, Salons. Speise- zimnicr, moderne Küchen, Wohnzimmer, Schlafzimmer in allen Holz- arten, einzelne Büsette, Schreibtische, Bücherschränke 40, Spiegelschränke. Kleiderschränke, Vertikos, Waich- loiletten, Klubsessel, Lederstühle, SosaS, Chaiselongue mit schöner Decke 22,50, Plüschgarnituren, Aiiszichtische, Tru- meaus 30,00 an, Bettstellen, Rohe- stühle, Sosatifche, Nähtische, Flurgar- deroben, über 500 Prachtteppiche extra billig, Tischdecken. Steppdecken, Plüsch- Portieren 7,50 an, Gaskronen. Gardinen, Erbstüllstores 3,50 an, Tüll- bcttdecken. Chalsclonguedecken, Stand- Uhren, Freifchwinger 12,00, eine Partie Bilder mit Prnchirabmen sowie an- dere Kelegcnheitskäuse in meinem betannlen großen Möbelipeicher, An- valier Babnspeicher, Eingang nur Möckernstraße 25, Hochbahnstation Möckcrnbrücke. Gekauste Möbel kön- ncn unentgeltlich lagern. Otto Lidele, Warenspeicher sür GelegenheitSläuse. Für Brautleute, Penstonate, Hotels extra billige Preise. 2058K* Kleine Wohnungseinrichtung, alles noch neu. verkaust für Spottpreis GlaS, Rosenthalerstraße 57, vorn III. Möbelverkauf und Möbeltausch. Vorwärtsleser erhalten Möbel aus Teilzahlung. Acltere Möbel werden in Zahlung genommen. Postlager. karte 12. Postamt 22. t945K* Ntöbet-Gelcgenhetts-Käuse spott- billig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlas- zimmer(eiche) 283,—, komplette Wohnzimmer 132,— blS240,—, Chaiselongue 24,—, Sofa 38.—, Trumeau 33,—, Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Riesenauswahl. Möbelipeicher Neue Königslraße 5/6, 4 Etagen. Teilzahlung gestattet. Auch Sonn- tags. 243/1* Zentrale für Arbeitermöbel liefert Rciormeinricktungen in gediegener Arbeit an Zteelldenkende auch aus Teilzahlung und biltet Parteimitglie- der um Besuch der großen Lägcr. Niedrige Anzahlung. ZinsvergüwNA. Gelegenheitsläusc in Aebrnuchtc» Mo- bc!n. Verkaussstelle Schatz. Brunnen- straße 160, Eingang Aullamerstraße. Möbel ohne Geld! Bei kleiner Anzahlung geben Wirlichaiten und enizelne Stücke am Kredit unrer äußerster Pretsnotierung. auch Waren aller Art. Der ganz« Osten taust bei uns. Krettchniauii u. Ca.. Koppen- straße 4.(Schtenicber Babnboi.)* Möbel(diskret). Reelle, alte, gut renommierte Firma iicsert Möbel unter Diskretion aus Teilzahlung. Anfragen: Postlagerlarte 12, Post- amt 22._ 2341K* Teilzablung, Möbeleinrichtung, Stube und Küche 15 Mark. Ver- liehen gewesene Möbel spottbillig. Bervlina, Kastanienallee 49. 7076b* tvköbel-Teitzahluiig Iicsert Messing� Dresdenerilraße 124. amKottbutertor Aus Kredit und bar. Stube und Küche, Anzahlung von 15 Mark an. Be- amtcn ohne Anzahlung. Liefere auch auswärts. Voizciger dlesei erhält Mark gutgeschrieben. Sonntags von 12—2 geöffnet. 2042K' Spottbillig taust man Schränke, Vertikos, Beilstellen, Sotas, Spiegel usw., neu, auch gebrauchte, da Gc- legenheilstäuse. Ellasserltraße 8 und Ornnienstraßc 37. Sonntag» geöffnet. Möbelausverkauf. Wegen voll- ständiger Auflösung des üieichästs Möbel und Polftcrwaren sehr billig. Leser»och 5 Prozent Rabatt. Frucht- straße 28 l._ 213951* Möbel verlause zu außergewöbn- lich niedrigen Fabrikpreisen direkt im Fabrikgebäude und Laden. Besich- tigniig ohne Kauszwaiig. Wohnungs. cinrichtuug, Sluoc, Küche 200, 270- 400. zwei Stuben, Küche 400-700, Speisezimmer, Herl euzimmer, Schlaizimmer,Küche950-t4S0.Aeußerst üniltge Gelegenheit bietet sich meiner lundschast in GclegeiiheltSläuscn, darunter: Muscheltleiderspind, Ber. likos, Ruhebetten. Mnscheibettstelle mit Matratze. SäuictilrurucauS, Schreib- uiche, Büsette, Plütchgariiituren, Bücherspinde, Paiiceüola'awie ganze Einriailuiigen Eveitiucll Zahtungs- erleichterung.'�ekansle Möbel werden kostensrei ausdewahrt und geiiejert. Richard Dehme!, jetzt Oraiiien- straße 181._ 210:51* Mobelfuchende ftnden reiche Ans- ivaht in tomptetleii Einrichtuiiaeu, als auch ErgänzungS möbcl zu wirk- Ii che» Fabrikpreisen bei Ztudols Möbius, T itchler-Jniinngsmeister, Ackerftr. 130. '1.'tödcll»,ndlu»g Mariannen- straße 25. billige Preise. Teilzahlung gestaltet..Borwärts'steser 3 Prozenl Rabatt. 39K* � Möbelfabrik Gneifenaustraße 15, nahe dem Halleschen Tore, 33 Jahre bestehend, chrislltches Geschäft, verlaust jetzt 80 Prozent billiger. Vorteil- hajteste Eiiilaussquelle sür Brautleute, Penstonate usw. Wohnungseiirrich- tungcn>20 Mark an. Herrenzimmer. Speisezimmer, Schlafzimmer t80 Mark an. Teilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung, Kleiderspind. Ber- tiko 24 Mark, Bettstelle mit Matratze 18—, Gardcrobenschränke 23,—, Wachsluchtische 7,—, Bücherschränke 54.—, Schreibtische mit Aussatz 38,—, Büsette, Umbauten 60,—, Trumeaus 28, Waschtviletlcn 25,—, Schtassosa 42,—. Moderne Küchen von 50,— an. Zurückgesetzte und verliehen gewesene Möbel besonders preiswert. Haus- nummer 15 beachten. 210IK* Möbel, Kleiderschrank, Vertiko, 28,—, Trumeau 45,—, Schreiber, Brunnenstraße 123._ 215051 Möbel! Für Brautleute günstigste Gelegenheit, sich Möbel anznichatsen. Mit kleinster Arrzabiung gebe schon Stube und Küche. An tedein Stück deutlicher Breis. Uebcroorterlung dader ausgctchlosteu. Bei Krantderts- fällen und ArbeilSloftaketl anerkannt größte Rücktichi. Möbeigelchäsl M. Goldstaub. Zossenerstraße 38. Ecke Gnertenaustraße. 2901 K* Mordet- Bördel- Oranien- straie tMorrtzplatz) 58, Fabrikgebäude, liefert aiS Spezialität: Ein- und Zweizimmer-Einrichlungen. Größte Auswahl. 3 Etagen in 2 Fabrik- gebäuden. Billigste Preise. Ein Zimmer und Küche 234,—, 336,—, 409,—. 436.—, 566—, 655,- bis 1000,—. 2 Zimmer und Küche 448, 501,—, 571,—, 660,—, 773,—, 867,—, 931'— bis 2000,—. Schlas- zimmer 194,—, 270,—, echt Eiche 299,—, 350,—. 401,—, Wohnzimmer, modern, 266,—, 318,—, 313,—, 403,—, Speisezimmer, echt Eiche, 343,—, 373,— 462,—, 571,—, Herrenzimmer, englische Bettstelle mit Matratze 42.—, Trumeau, geschlissen 36.-. Plülchsosa 58.—. Um- bau 50,—. Besichtigung ohne Kaus- zwang erbeteri. 5 Jahre Garanlie. Eveninell ZahlilirgSerleichterungen. Geöffnet»8— 8. Kern Laden. Ber- kaui im Fabrikgebäude. 2057K* Möbcl-Coh», Große Franksurterstraße 68, nahe karserslraße. Woh- nungS-Einrichlungeri aus bequeme Teilzahlung. Stube und Küche An- zahlung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mark an. Moderne Schlaszimmcr, Speise- zimmer, Herrenzimmer. In bunten kiüchen riesengroße Auswahl. Liefere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Größte Rücksicht bei Krank- heil und Arbeitslosigkeit. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim. Kaus 5 Mark gutgeschrieben. Sonntags von 12—2 geöffnet._ 208651* Leunerts Möbel-GelcgenhetlS- käuse. Enorm große Auswahl in bürgerlichen Ein- bis Drei-Zimmer- einricbtungen, ganz bedeutend unier regulärem Preise. Nur neue gediegene Möbel. Für Brautieute bedeutende Ersparnis. SrgäiizungSmöbel jeder Art, Büsette, Standuhren 70.—. Umbaue 65,—, Schreibtische 46.—, SosaS 45,—, Garnituren, Bettstellen, Trumeaus 33,—, Teppiche, Bilder. Klubseffei, Lederffolas, Kronen, Pianos usw. Die Möbel sind in 4 Etagen ausgestellt. Lotbrmqer- straße 56. Roienlbaler Platz. 2267K* Plüsichsofa 40,00, Chaiselongue, Ausziehtisch, Trumeau, Metallbett- stellen, englische Bettstellen 20,00. Walter, Stargarderitr. 18. flO?* Englische Nußbaumwirtschast mit bildschönen Küchcnmöbeln, alles neu. Passend Brautleute, sür jeden annehm- baren Preis. Säuientrumeau 33,—, Umbaulosa 40,—. Händler zwecklos. Neue Königslraße 66 l. Frau Avram. "Englische Wirtschast, noch neu, Prachtküchc mit Zubehör, paffend für Brautleute, spottbillig verkäuflich, Wetnmeisterstraße 2, I. Händler ver- beten._ 161/8* "WohnungS- Einrichtungen sowie einzelne Möbel in großer Auswahl reell und billig liesert aus Teilzablung bei mäßiger Anzahlung dle seit 60 Jahren bestehende Möbelsabrik Her- mann Rotte. Tischlermeister. Zions- tirch straße 33/39. Verliehen gewesene Möbel billigst._ 728b* Bcrkauie prachtvolles Plüschsofa, Umbau, moderne Nußbaumwirtschast, auch einzeln, Zorndorjerstras-.c 4, vorn I. Liefe. 161/17 W jrtschaft, apartmoderu, Pracht- küche verkäuflich.(Händler uner- wünscht. Plüschsofa, Umbau, Herren- schreibtisch. T umeau, Chaiselongue, Prachtwandbilder, Kaskrone, MehrercS Königsdergcrstratze 11, vorn I lstils. Fischer._ 161/16* Muslkinstranieiite. Pinuinos, Harmoniums, Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120.00 an. Teilzablung. Scherer, Chaussee- straße 105. 534K'. Sehallplalten. Großer Posten verliehen gewesener, erstklassig, fast neu, von 0,50 an. Sprechmaschinen- und Schallpiaiten-SPezialhaus, Neue Königstraße 33. 2073K* Bilder. Warnung! In letzter Zeit find vielfach bei mir Beschtverdeu elngc- gangen, daß bei Bildern, die angeb- lich von mir durch Reisende gelicscrt sein sollen, schon nach kurzer Zeit der Rahmen entzwei gegangen sei. Ich mache deshalb bekannt, daß ich leine Reisende für Prtvatkundschast habe und bitte bei Bedarf sich direkt an meine Fabrik wenden zu wollen. BUder-Bogdan, Weinmeistei straße 2. patirrader. Erstklassige Fahrrüder, Monats- rate 10 Mark. Louis Barth, Brücken- straße 10-r. Kein Laden. 2060K* Herrenfahrrad, Dameiiiadrrud, wie neu. 35,—. Holz, Blumen- straße 44 1033K* Geschöftsdreirad, äußerst stabil. 50.00 an. Holz, Blumenstraße 44.' Fahrräder, Teilzahlungen, grüßte Auswahl, billigste Preise. Lothringer- straße 40. Filialen: Steglitz, Schloß, straße 116. Wilmersdorf, Uhland- straße 100. Charlottenburg, Kant- straße 57. 1203K* Kaufgesuche. Höchstzahlend, Metalle, Zabn- zebisse. Plalinabsall, Gold, Silber, reckiilber. Metallschmelze Ntever, 20»(gegenüber Köpenickerstraße Manlcuffelstraße). Platinabfälle. Kramm5,70. Gold, Silber, Zahngebisse, Stanniol, Queck- ftlber 3,50 kaust Blümel, August- straße 19.__ Platin 6,70, Zahngebisse, Gold, Silber, Quecksilber, Slauniol kaust höchstzahlend Müller, Teltowcr. straße 10 L 6285* Herrcn- SalonS, 100 Speisezimmer. zimmer, Schlafzimmer, Küchen zu nie gekannt billigen Preisen an Private! Nur Slaiitzcrstraße 25, an der Hochbahn._ 2343K Brautleuten empseble mein riesiges Lagcr in kompletten Woh- nungs- Einrichtunarn, 60 Küchen in alle» Farben, Polstermödel nur eigenes Fabrik, reellste Ausführung. Einzelmöbel in BüsettS, Kchreibttichen. Umbaus, 100 geschliffenen Trumeau» von 31,—, Cdauffecslraße 49, Möbel- sabrik. 2347K ä Bettstellen. Tisch. 2 Stühle. Einicrschrant und Kapicrpreffe billig abzugeben. Gäth, Sleiumetztlraße 67 Metallbettr«. Plüschsofa. engli- scher Ankleidcschrank, itüchenlitch. grau, ve> kauft Karlstraße. 16 I ltiikS. 7l6b Vlarina, alte Goldsachen, Bruch- gold, Silber, Gebisse, Kcbrgold. Gold- walten, Quecksilber sowie sämtliche qold-, silber-, platindalttgcn Rück- stände taust Edclmctallschmelzerel- Scheldealislalt Berlin, Kövenicker- nraße 29. Televbon Moritzplatz 6958. Zahngebisse, ZabtibiSl.25, Platin- absälle 5,75, Goldsachen, Sllbersachen, Quecksilber 3,50, Goldwatten, Kehr» gold, Stanniolpapier. Zinn 3,50, Kupser bis 1,25, Blei 27, alle „Metalle' höchstzahlend. Edelmetall- EinlausSbureail Weberstr. 31. 2280K* Käufe Frauenhaar«, auSge- kämmte. Zable höchste Preise. Kaska, Zöpsesabrik, Rixdors, Erlstraße 3. Zahngebiffe in Kautschuk, Gold, Silber und Plalina kaust pro Zahl, bis 50 Pfennig und für Platin zahlt (den höchsten PrelS Blumenreich Blunnenstraße 3, amRosenthaler Tor (Telep hon.)_ 763K* Zahngebisse, Platinabsälle, Silber- absälle, Quecksilber, höchstzahlend Edel- schmelze. DreSdenerstratze 132. 161/14 Zahngebiffe, Zahn bis 1,25 Mark, Bruchgold, Stanniol, höchstzahlend. Kobn. Neue Königstraße 76 233/9* Zahngebisse, Platina, Silbcrab absälle. höchstzahlend Schmelzerei Friedrichstraßc 139._ 161/13 Stannioleinkauf Oueckfilber. höchsi zahlend Schmelzerei, Friedrich jtr. 189. Briefmarken-Sammlung, Münzen, kaust Großmann, Spandauerbrücke 2. "Damenrad kaust Kraus, Andreas- straße 54. 161/10* Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden' Uebersetzungen an. gesertigt.<8. Swientq- Liebknecht Edarlottenburg, Stuttgarterplatz 9 Gartenbau» III._ 44K* »Regina*. Schreibmaschinemchule, erteitt Unterricht in Stenographie und Schreibmaschine. Preis sür drei. monatlichen Kursus 15 Mark sür beide Fächer. Eintritt iüglich. Charlotten- Maße 6._ 2322,(1* �Tanzschule Trk'ebel, Boekers Feftsäle. Weberffraße 17. Sonntag um 3, Dienstag 8 Uhr Ausnahme neuer Schüler. Leichteste, läßlichste Mekhode.____ 669b* 'Technikum Hoppe. Maihieu- straße 13. Tageskurse. Abendkurse. Prospekt frei. 205,20* Technikum, Berlin. Neanderiiiurße 3 schinkel-Akademie. Königlicher Re- gierungS. Baumeister a. D. Werner. Inhaber. Maschinenbau, Elellrolechnik. Hochbau. Tiesdau, Ga«. Walser, Heizung, Werkmeister-, Techniierkurse. Jngenieui kurie. Pokierkurse. JniinngS- meiftersitrse, Abendkurse, TogeSkur'e* Esperanto-Unierr icht crkeilk kostenlos Arbeiter. Esperauiiiienbund, Gruppe Moabtl. Freitag abend 9, Restaurant Gopkaivskystraße 34.__ jS0' Tanz- Sebuie Siegerl, T-werk- IchaslshailS, Engeluier 15. Unter- licht jeden-Sonntag von 3— 11, _____ Dienstag von 9-11. Teilzahlung. Der �nOlueretit 9!enföhn sucht»um möglichst baldigen Antritt einen Parteisekretär. Derselbe bat die Sekretariats- und Kassengeichäsie zu hrledigen. An- faügSgehalk 2400 M. Bedingungen des Ve>c:iis der Arbeiterpresse. Bewerbungen sind bis zum 15. Lltober an den Genossen Alfred Scholz, Neulölln. Wetjeftr 23, einzureichen._ 238/13* Patentanwalt Müller, Gitichmer» straße 81._ 2439K» Paieiilnuwat» Wessel, Gltich'.ner« straffe 94».__ Knuilsiopferet von grau Kolosky Schlachlenice. Kurüraße 8 III. Pfaudleiiie Heiner-dorferstraße 14, nahe der Greisswalderstraße. 158/2* StähmascDiucnrcparaturen such- gemäß schnell und billig, auch außer dem Hause. Bellmann, Gollnow- straße 26. 2056K* Festdichtiiugcu. surterstraße 67. Große Frank- 1973K* »Friedrich-Wilhelm*, General- ageniur-Zahlstclle O. 112, Mainzer- straße 24. Lebens-, Arbeiter-, Kinder-, Aussteuerversiwerung� Wöchentliche. monatliche Zahlung. Ausnahme bis 65. Lebensjahr. 196151" jliiilttsiopferei Große Frankiurter- straße 67.__ 23993* Waschanstalt. Eckert, Köpenick, Annen-Allee 1, wäscht chlorsrei, Laken, Leibwäsche, 3 Handtücher 10. Ab- holung Mittwochs. Donnerstags._ "Resiauratenre erhallen oon rc- nommicrtesten Großbrauereien Ein- richtung. KaushilsSgeldcr. Bierebel,. Norlstraße 50, Lützow 9589. 161/7* Handwäschcrei Frau«ubaich. Köpenick. Fiemmingsiraße 9. wäscht schoncndst, sauber Laken, Bettwäsche. 4 Handtücher 0,10. Kein Vertauschen. Abholung Donnerstags._ Haiidwäscherci Wäsche wird schonendst gewaschen, im Freien ge- irocknet. Laken, Leibwäsche, vier Hand- iücher, sünf Taschentücher 0.10. Ab- holung Donnerstags. Lehmann, Köpenick. Kaiserin- Auguste> Viktoria- iraße 18. Vermietungen. Laden User 5. und Wohnung Görlitzcr tllü* Gefchffftskellcr straße 19, Gratz. Weißenburger- 725b >VobnunFen. Soldincrstraste 16, Vorderhaus, Zweizimmer- Wohnung, Kammer, Balkon, sofort.* Leklakstellen. Schlafstelle, allein, für J! Herren, Woche 3,00. straße 18. Hoffmann, Dragoner- 727b jNistszesuebe. Möbliertes Zimmer in der Nähe der Großbeerenstraße zu mieten ge- sucht. Offerten mit Preisangebote unter<8. 1 an die Hauplexpeoilion des.Vorwärts*. 729b �rheitsmarkt. Stellenangebote. Elcktromontcnre für Reparaturen gesucht. Richard Heile, Hohen- schSnhlmsen. 2345K Skadtreisende, die bei Gastwirten gut cingesührt sind, bei hohem Vcr- dienst gesucht. Offerten Postlager- karte 181, Berlin W. 30. 161/19 Möbrlpolierlchrling vcrlnugi H. Damsch, Adalbcrlstraße 20. 7266 Mamsells verklvtel Paletots, nur ein Fasson. Psaffenbcrg, Kopen» Hagenerstraße 7K_'s>06* Mamsells im Hause, auch An- lernen aus Plüsch- und Seidenpalctots, verlangt Weber. Brinincnsiraße 42. Mamsells aus Klotmäntel. Siebet, Schliemannstraße 21._ ff>08 Etn Mädchen von 14 bis 15 Jahren von anständigen Ellern luchi für ein Kind von 2 Jahren sofort Frau Krippaene, Ueckermünderstraße l5, II. Lehrmädchen sür unsere Filialen verlangt, vereinigte Schirmsabriken, Lindenstraffc 105. 7196 Phantasichemdc»- Näherin im Hause. Jüngling, Badstraße 40. Korsettnäherinne», Garniere- rinnen finden dauernde Slcllung bei hohem Verdienst. Obersky, Pots- daincrfftraße 75.__ 7186 Zeitungsfrauen sofort verlangt. (Tour Simeoiistraße.) Meldungen Zimmerstraße 60 im Laden.Berliner Tageblatt'.___>vi/l5 SiePprrtnncn.Zwffchensetzerimien für Tamerihemden. auch Lehrmädchen sür dauernd gesucht. Frick, Rummels- bu'g. Mozartsiraße 7._ ff62* "äutiiic Mädchen finden sofort dauernde Beschäftigung bei gutem Lohn. Zigarciieiitabril Garbäiy. Pankow, Hadiichslraße. 22I6K* tclilliisg! ffvfkgsböilös. Wegen Streik oder Lohn» diNrrenzcu sind gesperrt: vui» �ckolk i». ve-.. Lichten- berg. Ptölieiidorffftr. 4?«. von Viedl-Ud«r Wilhelm- straffe lli«. Das Berliner Arbeitswilligen. verinitteiiiiigsvurean d. ge,pe,, „Handmerkerschuffvervandes--. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- Utnung und der Wagenfabri. kaiiteu, Kaiser-Franz-Greuadier. Matz. v'iii- IiZ sämtliche Beiriebe t» Hamburg. Zuzug ist streng fernzuhalten. vie vrwvervaltonx llerlln ckez Veutscden ltolxardeilervervanites. BelliRtwSltlichcr jstedst'teur: Alfreh Wielepp, Nculölln. Für heg Fnseratenttzil verantp.i Th �lvile, Perlin. Druck u. Verlag: PorWartß Buchdruckeiei u. Bt clagSaiijtalt Paul Singer u.Eo., töeciinSWi