Kr. 242. Nbonnements-KeckingllWN: Abonnements- Preis vränumeranto: Bierteijährl.!!,S0 Mt., monatl. l.lv Mk.. wöchemlich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags- «Ummer mit illusiricricr Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- AbonnemeM: l.tO Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Wail, für das übrige Ausland s Marl pro Monat. Postabonnements Itebmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 29. Jahrg. eidjtint lilgüch auBtr montags. Verlinev VolltSblntk. Die Tnferfions'Gebüfir beträgt für die sechsgespMene Kolonel- geile oder deren Raum 60 Pfg., sür politische und gewerlschaflliche Vereins- und Vcrsammlungs-Anzeigen S0 „Aleine Mnzrigen'....... Wort 2r—'" Worte), jel Stellengesuche und Schlasstellenän- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jede? weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inscralc für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpeditio» ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adrcsf« „Sfzialdtniolirat ßtiiin*'. Zentralorgan der fozialdeniokrattfchen parte» Deutfchlande. Redaktion: 831. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1383. Mitttvoch, den 16. Oktober 19 1Ä. Expedition: 831. 68, Lindcnatraeec 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1381. Sie ivichtigite Ausgabevie man ein Orna- ment im Zimmer, wie nian einen schönen Schmuck liebt; kann man ihn haben, so ist es gewiß besser, kamr man ihn nicht haben, so ist es auch gut! Man geht dafür weder ins.Wasser, noch ins Feuer!" Nur das Proletariat, nur die Wahlrechts- Heloten der dritten Klasse haben, um wiederum mit Ferdinand Lassalle zu reden,„ein Klasseninteresse, ein soziales Interesse hinter die politische Freiheit zu werfen, das Interesse der an Zahl und Kraft so unendlich überwiegenden besitzlosen Klasse überhaupt." Das Proletariat aber muß und wird den Kampf um die Demokratisierung Preußens auch mit jener Leidenschaft führen, die seinem Klasseninteresse entspricht. Es wird und muß abermals das Wort seines größten Agitators beherzigen: „Ohne Leidenschaft wird in der Geschichte kein Stein vom andern gerückt! Ohne Leidenschaft ist keine einzige jener ge- wältigen Befreiungen ausgeführt worden, deren Aufeinander- folge die Weltgeschichte bildet!" JriedenssehlttJi mit Italien! Sine europäische Konferenz? Zwischen Italien und der Türkei sind Dienstag, wenige Stunden vor Ablauf des italienischen Ultimatums, die Friedenspräliminarien unterzeichnet worden, nicht zuletzt dank den energischen Schritten, die der französische Bot- schafter in Konstantinopel unternommen hat. Wir haben schon einmal betont, daß angesichts des Ernstes der Situation Italien ein starkes Interesse am Abschluß des Friedens hatte,- um für ein eventuell späteres Eingreifen die Hände frei zu bekommen. Doch möchten wir nicht unterlassen hinzuzufügen, daß es sich heute nur um den Abschluß der Präliminarien, also nur um die vorbereitenden, sonst allerdings auch entscheidenden Grundzüge, noch nicht um den Fricdensabschluß selbst handelt. Immerhin bekommt die Türkei dadurch jetzt ihre Flotte frei, was besonders für Griechenland unangenehm werden kann. Doch hat Griechenland den letzten Schritt bereits getan, sein Ultimatum überreicht und die Pforte hat es, wie zu erwarten war, abgelehnt An den bulgarischen und serbischen Grenzen wird von Irregulären und türkischen Truppen bereits unaufhörlich ge- kämpft. Sobald erst die Vereinigung der serbischen Truppen mit den Bulgaren vollzogen ist, wird der entscheidende Vor- marsch beginnen. Unterdessen haben die Griechen die Einverleibung.Kretas proklamiert und damit einen alten Wunsch der Erfüllung näher gebracht. Ucberhaupt sind die meisten von Griechen bewohnten Inseln des Archipels für die Türken ein kaum mehr zu behauptender Besitz. Wie ernst im übrigen die von den Offiziösen immer wieder abgeleugneten Gegensätze zwischen den Großmächten und insbesondere zwischen Oesterreich und Rußland sind, dafür liegen heute zweierlei Beweise vor. Einmal Petersburger Meldungen, die berichten, daß die Stellung S s a s 0 n 0 w s, des russischen Ministers des Aeußeren, erschüttert sei, weil mächtige nationalistische Kreise mit seiner, ihnen zu friedlichen Haltung unzufrieden sind. Und die Gerüchte erfahren. eine merkwürdige Illustration durch ein Telegramm des Petersburger Korrespondenten der „Kölnischen Zeitung". Dieser hat an amtlicher Stelle er- fahren, daß die russische Regierung zwar die Ausbreitung des Krieges über den Balkan hinaus verhindern wolle, aber gerade die Pariser Note von der Verbürgung des Statusquo berge die Gefahr des Krieges in sich. Ganz abgesehen von etwaigen Okkupationsgelüsten Oesterreichs werde es die r u s s i s ch e G e s e l l s ch a f t n i ch t r u h i g h i n n e h m e n, wenn man den Bulgaren nach einem siegreichen Vordringen bis vor die Tore von Konstantinopel ihren Siegespreis ent- ziehen wolle. Ma» könne sicher sein, daß schon alles so vorbereitet sch daß alsdann innerhalb 48 Stun- den ganz Rußland in Flamnien stehe. Die Re» gierung werde sich dann nach Kräften gegen die Kriegsbe- geisterung stemmen, doch schon jetzt habe man im Ministerium das Gefühl, daß man dann von der allgemeinen Be- geisterung fortgerissen werde. Diese Gefahr sucht nun die französische Rc- g i e r u n g., die die finanzielle Katastrophe des Orientkrieges nicht durch die noch viel größere, die ein russischer Krieg für Frankreich bedeuten würde, ins Ungeheuerliche wachsen lassen möchte, mit allen diplomatischen Mitteln zu verhindern. Von Frankreich kommt jetzt die Anregung zu einer e u r 0 p ä i- scheu Konferenz. Die Mächte sollen dadurch ständig in Fühlung bleiben und sich über das linkftige Rcformprogramm schon jetzt einigen. Wie uns ein Privattelegramm aus London meldet, soll Frankreich auch noch angeregt haben, daß die Mächte dem Balkankrieg Einhalt gebieten sollten. In London wird die Konferenzidee sympathisch aufgenommen. In einer offiziösen Auslassung bezeichnet dagegen die deutsche Re- gicrung die Einberufung einer Konferenz im gegen- wärtigen Moment für schwer möglich und auch wir meinen, daß die Interessengegensätze bereits so stark geworden sind, daß die Diplomatie allein ihrer kaum mehr Herr werden kann. Die Aufrechterhaltung des Friedens liegt heute vor allem in der Stärke des proletarischen Friedens- Willens. Nur die Angst vor den Massen wird die Nc- gicrungen abhalten, in den Krieg zu gehen. Vom tUrbirch-montenegrimrchen Kriegofcbauplatze. Die Montenegriner haben nach den neuesten Meldungen das türkische Städtchen T u z i nach hartnäckigem Kampfe ein- genommen. Sie sind damit in den Besitz einer Etappe auf dem Wege nach Skutari gelangt. Die aus Cettinje kommenden Meldungen berichten von großer Kriegsbeute und von Tau- senden von Gefangenen, die die Montenegriner in Tuzi ge- macht haben sollen, in Wirklichkeit wird es damit nicht so arg gewesen sein. Es handelt sich bei Tuzi um eine kleine Stadt von einigen Tausend Einwohnern mit ganz mangelhaften Be- festigungswerken, die vielleicht von einigen Hundert türkischer regulären Truppen verteidigt wurde. Daß dabei auf beiden Seiten hartnäckig gekämpft wurde, braucht nicht bezweifelt zu werden, denn Montenegriner wie Türken sind erfüllt von Kampfesmut, der sich auch in„friedlichen" Zeiten in Grenz- scharmüheln äußert. Offenbar hat die Türkei die Absicht, sich Montenegro gegenüber in der Defensive zu verhalten, um ihre Hauptmacht gegen einen konzentrierten Angriff der serbisch-bulgarischen Armee zusammenzuhalten. Die schwachen türkischen Truppen- verbände an der montenegrinischen Grenze werden aber durch vlbaiusche Irreguläre verstärkt, denen die Rauflust im Blute liegt. Einzelne christliche Albanerstämme sind aber auch den Moutenegrincru zu Hilse gekommen. Es handelt sich hier überhaupt um einen Guerillakrieg in schwer zugäng- lichem Berglaud, bei denen große Truppenaufgebote gar nicht entfaltet werden können. Dazu kommt die große Ausdehnung des Kriegsschauplatzes. Von Tuzi bis Bjelopole im Sandschak- gebiet sind es rund hundert Kilometer. Da die 33—40 000 Mann starken Montenegriner auf diesem Räume geschlossene Vorstöße auf Tuzi, Gussinje, Berane und Bjelopole gemacht haben, außerdem aber die dazivischeu liegende Grenze vor den Be- satzungen der türkischen Blockhäuser schützen müssen, läßt sich leicht erkennen, daß es sich überall nur um kleine Gefechte handeln kann, die allerdings mit großer Erbitterung aus- gefochten werden und daher sehr verlustreich sind. Dabei stellt sich auch schon die alte Begleiterscheinung der Balkankriege ein: die eine Partei beklagt sich über Grausamkeiten der anderen. Die Türken behaupten, die Montenegriner begingen die ärgsten Greuel an der'muhammedanischen Bevölkerung, während die Montenegriner über türkische au Christen verübte Barbareien berichten. In Wirklichkeit hat keine der krieg- führenden Parteien sich etivas vorzuiverfen, sind doch stets die Balkankriege mit mittelalterlicher Brutalität geführt worden, wodurch das Verbrechen derer, die einen solchen Krieg veranlaßt oder begünstigt haben, noch größer tvird. Montenegro scheint seine Hauptmacht zunächst nach Süden angesetzt zu haben, um auf dem langersehnten Gelände des Skutarisees festen Fuß zu fassen. Da es aber auch bei Berane und Bjelopole operiert, ist ein gemeinsaines Vorgehen mit Serbien im Sandschak Novibäzar als sicher anzunehmen. Unterzeichnung der türkisch-italienischen Friedens- Präliminarien. Rom, 13. Oktober. Die„Agenzia Stefani" teilt mit, daß heute abend 6 Uhr in Ouchy die F r i e d e n s P r ä l i m i- n a i e n zwischen Italien und der Türkei unterzeichnet wurden. Tie Einnahme von Tuzi. Podgorida, 14. Oktober. Die montenegrinische In- fanterie bereitete sich am Mittag unter Artilleriefeuer zum letzten Sturm ans Tuzi vor, als ein türkischer Offizier mit der weißen Flagge erschien. Ter Kommandant, Kronprinz Danilo, empfing den Offizier und nahm die Be- dingunge» der U e b e r g a b e der Garnison an. Bald darauf erschien eine Abordnung von Bürgern im montenegrinischen Hauptquartier und bat um Gnade. In den Befestigungen fand man mehrere Geschütze, darunter drei englischen und zwei deutschen Ursprungs. Sie waren sämtlich durch das montenegrinische Feuer schwer beschädigt. Tie Beute um- faßte ferner acht Maschinengewehre, 7lHM> Mausergcwchre, diele Pferde, 8lM) Zelte und Lebensmittel für zehn Tage. Die Garnison bestand aus sechs Nizambataillonen. Drei Bataillone wurden des Abends nach Podgoritza gebracht. Am Nachmittag rückten die Montenegriner im Triumph unter Militärmusik in die Stadt ein, wo sie von der christlichen Bevölkerung und den Malissoren mit Jubel empfangen wurden. Der Kamps bei Gusinjc. Podgoritza, 15. Oktober. Wie General Wukotitsch meldet, besetzten seine Truppen gestern nach hartnäckigem Widerstand den B e r g V i s i t o r bei Gusinje, wobei ihnen vier Geschütze, viele Gewehre mit Munition und zwei Fahnen iu die Hände fielen. Tie Armee operiert zurzeit noch gegen Berane. Bei Tarabosch sind die Stellungen der Montenegriner um 15W Meter vorgeschoben worden. Die bisherigen Verl» st c der Mk�tenegriner beziffern sich für die ersten fünf Tage seit dem Beginn der kriegerischen Operationen aus 25 5 Tote und 80 0 Verwundete. Die Schwervcrwundctcn sind nach Cetinje gebracht worden. Von den Toten sind die meisten vor den Befestigungen von Dctschitsch und Tarabosch gefallen. Türkische Berichte. Konstantinopel, 13. Oktober. Gestern abend um 9 Uhr hier eingegangene amtliche Meldungen über die t ü r k i- scheu Kämpfe an der montenegrinischen Grenze besagen: Die Türken erhielten V e r st ä r k ci n g e n in der Gegend von Gusinje, ergriffen die Offensive und schlugen die Montenegriner an der Grenze zurück. Tie Monte» n e g r i n e r hatten große Verluste. Das Gefecht bei Berane dauert noch fort. Ein türkisches Detachement bei Tuzi leistete hartnäckigen Widerstand gegen zwei monte- negrinische Divisionen, die durch Malissoren verstärkt waren. Zwei türkische Majore fielen. Die Schlacht bei K r a n j a endete mit einer Niederlage der Montenegriner. Ein türkischer Major ist gefallen. Wie halbamtlich verlautet, haben die Serben bei Plevlje(Novibazar) die Grenze überschritten. Tie iin Lande befindlichen Serben verstärkten die serbischen Truppen. Die Gefechte endeten mit einen« Er- folg der Türken.(Diese türkischen Berichte müssen, wie schon der italienische Krieg lehrte, mit gr.oßer Skepsis aufgenominen werden.) Der Kampf an der serbischen Grenze. Belgräd, 14. Oktober, 8 Uhr abends.(Meldung der Agence Havas.) Der Grenzkainpf dauerte den ganzen Tag. Die 3000 Mann starken türkischen Truppen eröffneten das Feuer gegen R i st o w a tz und besetzten serbisches Gebiet längs der Grenze in eiirer Ausdehnung von fast vier Kilo- meter bis Gorgortogoch. Die serbische«« Grenzwachen suchte«: den Vorinarsch der türkischen Streitkräfte durch Gewehrfeuer aufzuhalten. Die Verluste der Serben betragen L 4 T o t e und 4 Verwundete. Eine serbische Kundgebung. Wien, IS. Oktober. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Belgrad: Heute wird ein Regicrungscommui, ique folgenden Inhalts vcrlautbart toerdcn: Türkische Truppen haben die Grenze ü b e r s ch r i t t c n und sich auf serbischem Gebiete verschanzt. Tie wurden im Laufe des Nachmittags zurück- geschlagen, wobei wir einen Verlust von zwei Toten und vier Verwundeten hatten. Die Regierung betrachtet diesen Ucbcrfall wohl nicht als casus bell!, aber als eine Provokation und als einen Beweis der feindseligen Gesinnung der Türlei. Die Regierung ist gleichwobl entschlossen, in korrekter Rcservicrthcit die Antwort auf ihre gestrige Note abzuwarten. Dagegen besagt eine Meldung aus türkischer Quelle: Eine Nachricht aus Bojanowac besagt, daß heute von der serbischen Grenze her Ka n o n e n d o n n e r vernommen wurde, woraus man schloß, daß die Serben die Offensive ergriffen haben. Später stellte es sich heraus, daß eine starke serbische Bande in her Ortschaft Kratowo und deren Hingebung Bomben geworfen halle, deren Delonalioi« für Kanonendonner gehalten «vorden war. Die Türkei hat an keinem Punkte der serbischen Grenze Truppen direkt an die Grenze vorgeschoben, sondern die gewöhnlichen Grenzwachen dort belassen. Somit ist eine Absicht der Türken, die Serben zu provozieren, ausgeschlossen. Bewaffnung der Arnauten. Saloniki, IS. Oktober. Tie Regierung hat dem Drängen der A l b a n e s e n nachgegeben, welche um A u s r ü st u n g mit moder- neu Waffen nachgesucht habe», dainit sie sich ai�den Kämpfen gegen die Montenegriner und Serben intensiver cus bisher be- teiligcn können, und die nötigen Weisungen erteilt. Wie aus U e s k ü b gemeldet wird, werden weitere Albanesen- scharen sofort nach Eintreffen von Munition an die am meisten bedrohlten Punkte der montjciiegrinischen Grenze; abgehen. Ablehnung des griechischen Ultimatums. Konstantinopel, 15. Oktober. Ter griechische Gesandte hat der Pforte die Note der griechischen Regierung überreicht, welche die Freigabe der griechischen Schiffe binnen 24 Stunden verlangt und erklärt, falls die Pforte die Schiffe nicht freigäbe, werde Griechenland die Maßnahmen ergreifen, die es füp gut halte, um feine Ehre zu verteidigen. Wie das Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-Bureau dazu aus sicherer Quelle erfährt, hat sich die Pforte entschlossen, nur die- jenigen griechischen Schiffe freizugeben, die Ladung für eine fremde Macht tragen. Die curopäilcke Konferenz. Tie deutsche Auffassung. Die„Kölnische Zeitung" meldet offiziös aus Berlin: Wie wir hören, bestätigt es sich, daß von Frankreich die An- regui«g zur Einberufung einer Konferenz nach Kon» st a n t i u o p e l ausgegangen ist. Wir glauben nicht, daß im gegenwärtigen Zeitpunkte, wo der Krieg auf dem Balkan begonnen hat und die Ereignisse sich überstürzen, die Ausführung der Anregung möglich ist. Immerhin scheint es uns dankenswert, daß Frankreich von neuem einen Schritt unternimmt, der dazu beiträgt, die Mächte nicht nur für den Augenblick, sondern auch fiir künftige Möglichkeiten in st ä n d i g e r Fühlung zu erhalte». Tie Aufnahme in London. London, 15. Oktober. Wie das Reuterschc Bureau erfährt, «Verden die V o r s ch l ä g e Frankreichs für eine Balkan- konferenz der Mächte von der englischen Regierung in e r n st l i ch e Erwägung gezogen werden. Eine Rede des österreichischen Kriegsministers. Wien, 15. Ottober. Die österreichische Delegation nahm das Heeresordi narium an. Im Laufe der Debatte ertlärte der K r i e g s m i n i st e r: Die Bewilligung der Heeres- kredite sei just so notwendig, als der allgemeine Wunsch nach Frieden lebhaft. Sicherlich seien die der Bevölkerung zugemuteten Last«* drückend, aber im Vergleich zu den anderen Staaten noch iinnier am geringsten, und die schwersten Rüstungen— selbst lange fortgesetzt— seien noch immer einem modernen Kriege vorzuziehen. Uebrigens glaube trotz aller Friede nsbe st re- bungen doch niemand an einen elvigcn Frieden. Gerade der eben ausgebrochene Krieg sei ein typischer Beiveis dafür, daß nicht die Herrscher, nicht die Regierungen der fünf krieg- führenden Staaten, sondern die V ö l k e r s e l b st an dem Kriegs- ausbrach schuld sind; sonst wären die erstaunlichen Leistungen be- züglich der Mobilisierung, wie es jetzt zu beobachten sei, nicht möglich. Der Minister dankte für die anerkennenden, der Armee gewidmeten Worte, und schloß: Daraus schöpfe ich nicht nur die Hoffnung, daß alle notlvendigen Forderungen werden bewilligt werden, sondern die noch sckwnere Hoffnung, daß wir in e r n st e r Zeit uns stets zusammen finden werden, ge- schlössen Mann für Mann, niemandem zum Trotz, uns allen aber zum. Wohl und zum Schutz.(Lebhafter Beifall.) Folgen der Mobilisierung. Aus Sofia berichtet der Korrespondent der„Daily Mail": „Die Brotpreise steigen hier mit joder Stunde. Ein Stückchen Brot wird mit 50 Pf, verkaust. Es ist nachgerade unmöglich, in den Restaurationen eine Mahlzeit zu erhalte», denn die Kellner und Köche wurden zum Militär eingezogen. Die an- kommenden und abfahrenden Züge sind derart vollgepfropft, daß die Leute auf den Trittbrettern und den Dächern der Wagen Platz nehmen. Der Bahnhof bietet ein unvergeßliches Bild: Soweit das Auge reicht, stehen Züge, deren Lokomotiven seit langen Stun- den unter Dampfdruck und fahrbereit sind, die sich aber nicht be- wegen können,«vcil die Strecken durch Züge gesperrt sind. Alle öffentlichen Wirtschafien sind geschlossen. Der Straßen- bahndienst ist eingestellt. Die Troschkenpserde sind von der Mili- — tärbchorde für den Kriegsdienst requiriert worden. Ein mit zwei Pferden bespannter Wagen kam aus der Straße angefahren: Ein Soldat, mit einer Order in der Hand, nähert sich dem Gefährt, spannt die beiden Pferde aus und entfernt sich damit, den Wagen allein dort stehen lassend, wo er cm getroffen wurde. Selbst die ausländischen Geschäflsleutc müssen ihre Automobile der Militär- bchörde überlassen." Wem« nun eine bloße Mobilmachung die wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Verhältnisse derart umstürzt und zer- rüttet. was soll dann werden, wenn die Kriegsbestie wirklich über das Land fegt?! Einer cler unfern! Ein Genosse stellt uns den Brief eines serbischen Freundes zur Verfügung, der als Offizier am ersten Tage der Mobilisierung einbernfen ist. Der Brief ist am 4. Oktober an der serbischen Grenze geschrieben und langte erst nach zehn Tagen in Berlin an. Ist der erste Teil des Briefes von hohem sachlichen Interesse, so ist der zweite Teil ein mensch- liches Dokument, das zeigt, wie fürchterlich und entsetzlich uns internationalen Sozialdeinokraten der Massenmord ist. Das Schreiben lautet: Gestern abend ist die allgemeine Mobilisation erklärt worden. Offiziell fängt sie erst vom 2ll./6. Oktober an und am 23 /!). Oktober abends soll dnS Militär schon zum Abmarsch fertig sein. Von heute abend ab«vird in allen Kasernen nnunierbrochen gearbeitet. Alles lvird an die Kompagnien verteilt, und sobald die Soldaten an- gekommen sind, werden sie vollständig beivaffnet worden. Gleich in der Nacht«vurde unter Trompetenstoß in den Straßen aller Städte die Mobilisation bekannt gemacht. Alle Militärpflichtigen müssen sich binnen 48 Stunden fertig machen, um nach der offiziellen Erklärung der Mobilisation gleich einrücken zu können. Nach dem MobilisationSplan soll die Ausführung der Mobilisation nur vier Tage dauern; man hat aber zwei Tage im voraus genommen, die MobilisationSdauer be- trägt also sechs Tage. Run ist ungefähr die Hälfte der Armee schön mobilisiert. Alle Offiziere und die Hälfte der Soldaten der ersten Altersklassen find schon seit sechs Tagen in den Kasernen. Morgen werden alle Grenzbataillone der zweiten Altersllasse mobilisiert werden, da sie schon vor drei Tagen einbernfen worden sind. Die Zeit der Eröffnung der Feindseligkeiten ist unbekannt, man rechnet aber mit dem Schluß des Monats(14. Oktober). ES scheint, daß der türkische Verteidigungsplan dahingeht, sich mit der ganzen Kraft Bulgarien gegenüberzustellen. Aus dem altserbischen Gebiete werden die Truppen schnell zurückgezogen. Auö diesem Grunde hat man in den bulgarischen Vorschlag gewilligt, die ganze Kavallerie und eine lomplette Division unter bulgarisches Kommando zu stellen. Wir werden wahrscheinlich an unserer Front wenig Widerstand haben. Unsere stärlstcu Feinde werden wohl kaum passierbare Wege und GebirgSengen sein. Da werden die Türken einen schwer zu überwindenden Widerstand leistet«. Die zweite Schwierigkeit werden die großen F r ö jt e sein. An der serbischen südwestlichen Grenze sangen die ewig mit Schnee bedeckten Gebirge an. Die Szenen aus der Zeit, wo Suwarow die Alpen zu überschreiten versuchte, werden sich wiederholen. Viele und viele Soldaten werden in der Nacht erfroren stehen bleiben. Es ist nun eine große Frage, wie sich die Arnauten ver- halten werden. Sicher ist, daß ein Teil mit uns halten wird. Sie werden mit unseren Waffen ausgerüstet. Oesterreich-Ungarn hat aber auch hier Anhänger, die gegen uns kämpfen werden, ebenso wie die muselmännischen Arnauten. Mit diesem Kriegs- stamm werden wir wohl mehr Schwierigkeiten als mit dem stehenden Heere haben. Nun Persönliches: ES bleiben nur wenig Leute in unserem Parteisiab. Das sind die militärisch Unfähigen. Diese werden unsere Zeitung schon halten können. Ich selbst kann natürlich nicht mehr schreiben. Ich habe zwei alte Eltern, die nun ganz brotlos sind. Solange ich am Leben bin, glaubte ich fiir sie sorgen zu können. Und jetzt? I Es ist mir unangenehm, in diese M ensch enschlacht zu gehen. Dagegen ist aber nichts zu machen. Ich werde mir Mühe geben, die mir unler st eilten Leute zu schonen und alle Grausamkeiten zu vermeiden. Ich werde aber ehrlich kämpfeit. Da wir leider mit einem unzivilisierten Heere kämpfen und da wir einen Angriffskrieg führen, so werden wir von allen Muselmannen sehr gehaßt werden. Ich werde mich auf keinen Fall gefangen nehmen lassen, da ich sicher bin, dann gefoltert und gemordet zu werden. Dann lieber läinpfend sterben. Sie werden eS aus diesem Bris ersehen und ich kann eS Ihnen bezeugen, daß bei mir große Seelenruhe herrscht. Ich habe keine A n g st und es ist niir gleichgültig, was aus mir werden wird. Nur einen Seelenschmerz habe ich: wenn ich so jung fallen soll, dann wollte ich im Kampf für mein Ideal fallen, fallen in einer Revo« lution, nicht in einem Kriege! Ich bitte Sie, die Genossen iin„Vorwärts" meinerseits warm zu grüßen. Ich ziehe in den Krieg init warmer Erinnerung an die mir am Herzen liegende deutsche Sozialdemokratie. Seie» Sie herzlichst gegrüßt von Ihrem N. N. Die Teuerung. Keine weiteren Regierungsmaßnahmen? Die„Vossische Zeitung" erfährt auf eine Anfrage km Preußischen Ministerium des Innern, zurzeit würden keine weiteren Maßnahmen von der Regierung, als die bereits wiederholt mitgeteilten vorbereitet, so daß zunächst die Auf- Hebung des§ 12 noch nicht zu erwarten sei. Das Volk wird dafür sorgen, daß dieses„zunächst" bald in ein„früher" umgewandelt wird. Die Fleischteuernng be- steht vorläufig im ganzen ungemindert weiter fort. Und selbst wenn sie in ein paar Orten sich ein wenig abschwächen sollte, bedürfen die Konsumenten der Gewißheit, daß solche Notzustände sich nicht wiederholen können. Oder sollen die Hungernden»vieder Monate hindurch warten, bis die Re- gierung eine Fleischteuerung überhaupt� anerkennt und sich von neuem zu unzureichenden Maßnahmen entschließt? Das Volk hat bitter genug unter den früheren Versäumnissen der Regierung leiden müssen. Es will endlich einmal trotz des Widerstandes der Junker ausreichende und dauernde Vorsorge treffen. Die Schlachthof-Tierärzte und die Flcischfragc. Der ReichSverband der deutschen Gemeinde- und Schlachthof« Tierärzte tagte am 12. und 13. Oktober in Leipzig. Zur Fleisch- Versorgungsfrage wurde eine Resolution angenommen, in der gesagt wird: Der Einfuhr von lebendem Schlachtvieh ist unter den für die Einfuhr aus Oesterreich-Ungarn gestatteten Bedingungen gegenüber der Fleischeinfuhr der Vorzug zu geben. Der Reichsverband be« trachtet die Aufrechterhaltung de«§ 12 des ReichsfleischbeschaugesetzcS aus sanitären Gründen für unbedingt erforderlich; er erachtet jedoch die gesuiidheitspolizeilichen Forderungen deS genannten Paragraphen auch dann erfüllt, wenn die Untersuchung von Schlachtvieh im ausländischen Schlachtorte durch amtlich bestellte deutsche Tierärzte nach den Vorschriften des Reichsfleischbeschau- gcsetzeS vorgenommen wird. d. h.«venn im Ausland die inneren Eingeweide untersucht werden, stehen der Einfuhr ohne Eingeweide keine sanitären Bedenken mehr entgegen. Unsere Regierung wird natürlich wieder behaupten, die Unter« suchung sei nur dann genügend, wenn sie an der deutschen Grenze vorgenommen wird. Belehren läßt sich die Regierung eben nur von agrarischen„Sachverständigen". Die russischen Städte gegen die Fletschausfuhr. Die russischen Städte haben, wie der„Deutschen Fleischer» Zeitung" telegraphiert wird, an die dortigen Ministerien deS Innern und für Laudwirtschaft eine Eingabe gemacht, für die Fleischaussuhr nach Deutschland keinerlei Erleichterung zu gewähren. Fleischer und kommunale Maßnahmen. In Iserlohn i. W. erklärten sich nachträglich die Metzger bereit, das von der Stadlverwaltung eingeführte ausländische Fleisch gegen angemessene Vergütung zu verkaufen. I" O b e r h a u s e i,(Rheinland) setzten die Metzger den Preis frischen Fleisches bester dortiger Schlachtung auf 75 Ps. das Pfund herab, nachdem die Stadl einen Waggon dänischen Fleisches ein« geführt und den Preis aus 83 Pf. angesetzt hatte. In Aachen verkaufen die Metzger zu gleichen Preisen wie die Stadt, die ebenfalls ausländisches Fleisch eingeführt hat. das trotz der Machinationen der Metzger stark gekauft wird. In Augsburg traf am Sonnabend die erste Sendung dänischen MastrtNdfleischcS ein, daö teils dmch die Metzger, teils in städtischen Berkaufsstellen zum Preise von 86 und 90 Pf. das Pfund(15—20 Pf. niedriger als daS ortsübliche Fleisch) zum Verkauf tain. Die Folge war. daß die Metzger den Preis des einheimischen Fleisches um 5 Pf. pro Pfund herabsetzten, und daß die Viehhändler erklärten, nunmehr auch daS einheimische Vieh billiger liefern zu können. Städtische Maßnahmen. In Tilsit wurden am Sonnabend in städtiscben Hallsn binnen tveuiger Stunden 926 Kilogramm gepökeltes Rind- und t36 Kilo- gramm Schafsleisch aus Rußland zum Preise von 66—70 Pf. das Pfund verkauft. Frisches Schaffleisch kostet hier 86—96 Pf., frisches Rindfleisch 80— l66 Pf. Der Magistrat will auch frisches Fleisch auS Rußland einführen, falls er da�u die Genehmigung erhält. In L i e g n i y wurde ein städtischer Seefischverkauf eingerichtet, der dermaßen in Anspruch genommen wurde, daß polizeiliche Absperr- maßnahmen erforderlich waren. politirche GcberHcbt Berlin, den 15. Oktober 1912. Rcichstagsersatzwahl in Berlin I. Wie die„Vossische Zeitung" erfährt, ist der Termin für die Neuwahl im ersten Berliner Neichstagswahlkreise auf Dienstag, den b. November festgesetzt. Für die Fortschrittler kandidiert wieder Dr. Kaempf, für die Sozialdemokraten Genosse Düwell, die Demo- kratcu stellen wiederum den Oberst a. D. Gädke auf, und in einer Zuschrift an die„Kreuzzeitung" wird empfohlen, auch wieder einen konservativen Kandidaten zu nominieren. .Vom Reichspetroleummonopol. Während über die Wahrung der Konsumenteninteressen bei dein neuen Reichsmouopol noch nichts bekannt ist, werden hingegen über die finanzielle Basis Mitteilungen ge- macht. Das Monopol soll verwaltet werden von einer „R e i ch s- P e t r o l e u nt g e s e l l s ch a f t", deren Kapital aus 5l) Millionen Mark Stamm- und Ist Millionen Mark Vorzugsaktien bestehen wird. Tie Vorzugsaktien sollen ein fünffaches Stimmrecht erhalten. Zur Errichtung der Gesell- schaft hat sich bereits ein Konsortium gebildet, dem die folgenden Berliner Banken und Großfirmen angehören: Deutsche Bank, Berliner Handelsgesellschaft, Mendelssohn u. Co., Bank für Handel und Industrie, Delbrück, Schickler u. Co., Kommerz- und Diskontobank, Nationalbank für Teutschland, Mitteldeutsche Kreditbank, Gebrüder Schickler. Weiter sollen die führenden Firmen und Banken aus samt- lichen Bundesstaaten sowie aus den preußischen, Provinzen zur Beteiligung an der Reichs-Petroleumgesellschast ein- geladen werden. Sie wird errichtet werden, sobald der von den zuständigen Reichsämtern ausgearbeitete Gesetzentwurf vom Bundesrat und Reichstag angenommen ist. Ihre Mit- Wirkung versagt haben die an der Deutschen Erdöl-Aktien- gesellschaft interessierten Berliner Firmen, nachdem diese Ge- sellschaft einen Vertrag init dem Tochterunternehmen des amerikanischen Petroleumtrusts geschlossen hat. Die Deutsche Bank ist aus der Deutschen Erdöl-Äktiengesellschaft aus- getreten. Der Rockefeller-Trust und die Deutsche Erdöl-Aktien- gesellschaft wollen offenbar weiter zusammengehen und einen möglichst hohen Verkaufspreis für sich herausschlagen. Die vornehmlich an der rumänischen und auch russischen Petroleum- industrie interessierten Banken unter Führung der Deutschen Bank, die noch in letzter Stunde ihre Beziehungen zu der in Galizien und Rumänien arbeitenden Erdöl-Aktiengesellschaft gelöst hat, hoffen dagegen mehr zu gewinnen, wenn sie sich sofort der Regierung zur Verfügung stellen. Schon seit mehreren Jahren treten rumänische Petroleuminteressenten kdarunter Generaldirektoren der Gesellschaft Steana Romana) für ein staatliches Handelsmonopol ein. Zur Versorgung des deutschen Marktes sind unbedingt alle Produktionsgebiete nötig. Im Jahre 1911 entfielen von der Gesamteinfuhr von Leuchtpetroleum in Höhe von 47,14 Millionen Mark auf die aus den Vereinigten Staaten 38,4 Millionen, aus Oesterreich-Ungarn 5,7 Millionen, aus Rumänien 2,2 Millionen und aus Rußland st, 7 Millionen Mark. Die gestrige Börse nahm den Plan des Reichs- nionopols mit Kurserhöhungen für Petroleumaktien auf. Tie rumänische Steana Romana stieg um 4i/,, die russische Naphtba-Nobel-Gesellschaft um 7, Deutsche Erdöl-Aktien- gesellschaft um 15 Proz. Dabei ist allerdings zu berück- sichtigeu, daß sich gestern alle Werte(um 3 bis 4 Proz) von den vorhergehenden schwarzen Tagen erholten. Die Enteignung. Die Ungeschicklichkeit der preußischen Regierung geht ins Grenzenlose. Gerade jetzt, wo Europa auf einem Vulkan ruht, soll das Enteignungsgesetz gegen die Polen angewendet werden. Schon die„Gerinania" hatte auf die Mißstimmung hingewiesen, die diese schlimmste Maßregel der preußischen Polenpolitik bei den vcr- Iblir.de ten Oesterrcichern hervorrufen müßte, und die„Kölnische Volksztg." unterstreicht diese Warnung. Die Anwendung des Ent- «ignungsgesetzes sei Wasser auf die Mühle der bittersten Feinde Teutschlands. Und es sei unglaublich, daß der Paragraph, der 4!4 Jahr lang nur auf dem Papier gestanden hätte, gerade jetzt pro- vozierendste Realität werden sollt«. Tic preußische Politik wandelt in>der Tat wunderbare Wege. Sicherlich hatte es tiefere Ursachen, daß die Polen für die Finanz- reform des Schnapsblocks stimmten. Trotz ihrer agrarischen Nei- gunzen dürfte das nicht ohne bestimmte Zusicherungen geschehen sein. Sicher ist jedenfalls, daß die polnische Landtagsfraktion im Jahre 1916 hauptsächlich deshalb für di« Erhöhung der Krondotation mm HVj Millionen M. eintrat, weil ihr von Kreisen, die die An- sichten und Absichten der Regierung genau zu kennen glaubten, die beruhigendsten Versicherungen gegeben worden waren. Als Tank dafür. sollen nun die Polen expropriiert werden, soll sogar der Besitz polnischer Abgeordneter enteignet werden, die für die Erhöhung der Krondotation gestimmt hatten! Tie„Kölnische Boliszcitung" versucht es, den Agrariern vor den Konsequenzen der Enteignung bange zu machen. Mit der Ent- «ignung polnischen Großgrundbesitzes beginne man, und die Auf- teilung des Großgrundbesitzes überhaupt werde das Ende sein. In dcr'Weltgcschichie habe man schon eigentümliche Erfahrungen ge- macht. Man werde vielleicht auch einmal enteignen, ohne dafür Entschädigung zu zahlen. Vielleicht gelingt es dem Zentrum, die preußischen Junker doch noch gegen die Absichten der lliegierung scharf zu machen. Mit vollem Herzen haben sie ja nie die polnische Äaninchenpolitik fliitgemacht. Würde ihnen doch auch eine Anwendung des Entcignungspara- graphen den Profit schmälern, den sie bisher aus der künstlichen Wcrtstcizcrung des Großgrundbesitzes durch die Ostmarkenpolitik hatten. Eine neue Znehthausvorlage. Wie die„Berk. M o r g e n p o st" mitteilt, soll bereits das von den industriellen und agrarischen Scharfmachern ersehnte„Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen" von den zuständigen Rcgierungs- stellen vorbereitet werden. Ein wegen Streikvergehens verurteilter Arbeiter in Dortmund erhielt, wie das Blatt berichtet, auf sein Ersuchen, ihm eine Abschrist von dem gegen ihn ergangeiien Urteil auszufertigen, von der Staatsanwaltschaft den Bescheid: „Auf das Schreiben vom 19. September 1912 wird Ihnen mitgeteilt, daß die Akten£. D. Z. 118—12 versandt sind." Man will wissen, daß die sämtlichen Streikakten, soweit die Verfahren erledigt worden sind, dem Justizministerium in Berlin eingereicht worden sind, und man glaubt daraus schließen zu sollen, daß die Streikurteile als Material für ein neues Arbeitswilligengesetz alias Zuchthausvorlage verwandt werden sollen. Ob die Regierung Bethmanns, falls sie wirklich in dieser Zeit der gespanntesten inter- nationalen Lage neue schwere innere Kämpfe heraufzubeschwören und den Reichstag mit einer neuen Auflage der verscharrten Zucht- Hausbill zu belästigen für guthält, bei der deutschen Volksvertretung Gegenliebe finden ivird, erscheint mehr als zweifelhaft. Hat doch bekanntlich der Reichstag mit geradezu erdrückender Mehrheit, zu der das ganze Zentrum gehörte, einen Antrag der Konservativen auf Vorlegung eines„Arbeitswilligen"gesetzes abgelehnt. Außer Deutsch- nnd Freikonservativen stimmten nur einige nationatliberale Schorf- macher dafür._ Agrarische Wahrheiten. „Agrarische Wahrheiten" unterscheiden sich von einfachen Wahr- heiten ungefähr wie Schwarz von Weiß. Die schwarze Tat des Lebensmittelwuchers weiß zu waschen wird in einer agrarischen Flugschrift unternommen, die in Massenauflagen in daS Volk geschleudert werden soll. Sie trägt den stolzen Titel:„Die Wahr- heit über die Fleischnot". Der Verfasser Hans Kerzendorff versichert darin, durch lautere Wahrheiten wolle die Schrift das Volk aufklären. Nach seinen agrarischen Wahrheiten haben erstens die Arbeiter überhaupt kein Recht, sich über Teuerung zu beklagen, und zweitens verschuldet nicht die agrarische Wirtschaftspolitik, sondern allein der Großhandel das ungebührliche Steigen der Preise. Den Arbeitern bestreiten die Agrarier das Recht zu klagen, weil angeblich ihre Löhne viel mehr gestiegen sind als die Preise der Lebensmittel. In der„Wahrheits'-Flugschrist werden nämlich die Löhne der Bergarbeiter aus dem Jahre 1337 mit denen aus dem Jahre 1967 in Vergleich gestellt. 1887 hatte bekanntlich eine scharfe Krise die Löhne auf den niedrigsten Stand in den letzten 46 Jahren heruntergebracht, 1967 hob sie eine selten gute Konjunktur in Verbindung mit einer empfindlichen Teuerung auf das hvckste Niveau. Nach 1967 sanken dann die Löhne wieder allgemein, wäh- rend die Lebensmittelpreise seit 1969 fast ununterbrochen weiter ge» stiegen sind. Welchen Schwankungen die Löhne in den letzten 46 Jahren unterworfen waren, zeigen folgende Angaben nach den Geschäftsberichten der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft. Es verdiente der Bergmann pro Schicht: Jahr.. 1873 1887 1907 1969 Mark.. 4,41 2.97 5.69 4.76 ES ist also durchaus begreiflich, warum die agrarischen Wahr» heiten mehr mit den Löhnen aus den Jahren 1887 und 1967 ope» rieren, die anderen schamhaft verschweigen. Nachdem dieserart eine enorme Lohnsteigerung konstatiert worden ist, zeigt man andererseits eine minimale Steigerung der Lebens- miltelpreise. Wer sich einbildet, bei der Ermittelung der Preis- Veränderung exemplifiziere man in der Schrift auf dieselben Jahre wie für die Lohnangaben, der kennt die agrarische Wahrheitsliebe nicht. Flugs bringt man für einige Waren die Preise auS dem Jahre 1892 mit denen von 1968 in Vergleich, und siehe da, die Preise sind weniger gestiegen als die Löhne. Die Preise sind höchstens um 28 Proz., die Löhne um 26—106 Proz. gestiegen. Das ist das agrarische Hexeneinmaleins, mit dem man die Teuerung aus der Welt rechnet, den Arbeitern den Hunger wegdisputieren— will. Eine offiziöse Mahnung an rücksichtslose Unternehmer. Die„Nordd. Allgem. Zeitung" gibt folgende Mahnung: „Arbeitgeber, die ausländische Arbeiter besckäftigen, werden von der Deutschen Arbeiterzentrale darauf aufnierlsam ge- macht, daß sie den Arbeitern bei Beendigung des Arbeitsverhält- nisseS unter allen Umständen die Heiinalspapiere, die ihnen zur Aufbewahrung übergeben worden sind, zurückzugeben haben. Eine Einbehaltung dieser Papiere ist in jedem Falle rechtswidrig und zieht leicht finanzielle Verluste nach sich, da die Arbeitgeber für jeden aus der Zurückbehaltung der Papiere erwachsenen Schaden haftbar gemacht werden können." Sieg der ruMfcken Sozialdcmohratic in der Hrbdtcrhuric. Das Bestrebeir der russischeil Regieruna. die Arbeiter bei den Dumawahleu von der übrigen Bevölkerung dadurch fernzuhalten, daß sie sie in eine besondere Arbciterkurie sperrte, die nur in 6 Gouvernements je einen Arbeiterabgc- ordneten in die Duma entsendet, hat die Wahlaufgaben der russischen Sozialdemokratie als der Vertreterin der Arbeiter- klaffe in dieser Kurie außerordentlich vereinfacht. Schon die Wahlen für die vorhergehenden Dumen haben gezeigt, daß keine Partei die Stellung der Sozialdemokratie in der Ar- beiterkurie streitig zu machen vermag. Selbst vor den jetzigen Wahlen, die durch ihren ungezügelten Terrorismus alle bis- herigen Gewaltmittel und Wahlfälschungen der Herrschenden in den Schatten stellen, hat die Regierung sich in einem Ge- Heinizirkular des Ministeriums des Innern zu dem Geständ- nis gezwungen gesehen, daß die bisherigen Wahlen in der Arbeiterkurie stets die Vorherrschet der Sozialdemokratie ergeben haben. Um diesem Uebelstande abzuhelfen und der „wohlgesinnten Mehrheit der Arbeiterschaft" die Möglichkeit zu geben, sich dem„Druck" der sozialdemokratischen Elemente zu entziehen, empfiehlt dieses selbe Rundschreiben den ört- lichen Behörden, ihrerseits einen solchen Druck auf die Ar- beiter auszuüben, daß den verhaßten Sozialdemokraten auch die Mandate in der Arbeiterkurie entrissen werden. Als Mittel hierzu empfiehlt das Ministerium, keinerlei Reden, die nicht unmittelbar zur Prozedur der Wahlen gehören, wie namentlich solche, die sich mit der Kritik der Regierung oder der Amtspersonen beschäftigen, auf den Versammlungen der Urwähler und in den Fabriken zuzulassen, den Vertrieb von Wahlzetteln zu verhindern usw. Andererseits wendet es sich aber auch an den„wohlgesinnten" Teil der russischen Ar- beiterschaft mit der Aufforderung, im Hinblick auf die ihnen großmütig gewährten 6 Mandate„keine Feinde der bestehen- den Ordnung für die Duma zu wählen, sondern den regie- rungsfreundlichen Parteien bei den Wahlen ihre Stimme zu geben." Ter bisherige Verlalif der Dumawahlen in der Ar- bciterklasse hat, wie zu erwarten war. den Beweis erbracht, daß der rührsame Appell der Staatsstreichregierung bei der russischen Arbeiterklasse auch nicht den geringsten Anklang gefunden hat. Zwar haben die Behörden und mit ihnen zahlreiche Unternehmer die schändlichsten Mittel aufgeboten, um den Arbeitern fmicf) Slre'nDung gastzer Betriebe aus 5c li Wählerlisten, durch zu späte Benachrichtigung der Wähler» Massen, durch die Verhinderung der Urwählerversanimlungeii usw. ihr kümmerliches Wahlrecht noch mehr zu beschneiden: zwar haben die Agenten der Regierung im Einklang mit dem oben erwähnten Geheimzirkular vielerorts die Urwählervcr- sammlungcn zu beaufsichtigen gesucht— der Erfolg war bloß der, daß große Massen der Arbeiter von den Wählerversamm- lungen ferngehalten wurden und ihr Wahlrecht nicht ans- übten: ber politisch regsamste Teil der Arbeiter jedoch ist ein- mütig und geschlossen für die Sozialdemokratie eingetreten und hat in seiner überwiegenden Mehrzahl sozialdemokra- tische Bevollmächtigte gewählt. Nur in wenigen Orten(Oren- bürg, Baku usw.) hat die Boykottpropaganda der sozial» revolutionären Gruppen in der politischen Rückständigkcit der Arbeiterschaft einen dankbaren Boden gefunden. In den Zentren der Arbeiterbewegung(Pete.rsburg u. a.) haben der- artige Versuche keinen Anklang, mitunter sogar eine direkte Zurückweisung durch die Arbeiter gefunden. Eine ungemein klägliche Rolle haben bei den Wahlen die vereinzelten Gruppen der echtrussischen Arbeiter gespielt, für die das Rundschreiben des Ministeriums Propaganda ge- macht hatte. In Jwanowo-Wosnesensk. dem russischen Manchester, bekundeten die Echtrussen in ihren Flugblättern offen, daß sie jede Hoffnung aufgegeben hätten, die Arbeiter zu ihren Anschauungen zu bekehren. Ein furchtbares Straf» gericht über sie hielten die Arbeiter der Brsanski-Werke in Jekaterinoslaw ab, wo die Bande der echtrussischen Volksver- bändler mit d�m Schlosser Dolgich an der Spitze jahrclanz die Arbeiterschaft terrorisiert hatten. Der Korrespondent dcS Petersburger sozialdemokratischen Tageblattes„Lutscht (Sonnenstrahl) schildert diese charakteristische Szene wie folgt:„Die Wahl der Arbeiterbevollmächttgten auf unseren Werken verlief glänzend. An der Versammlung nahmen 3481 Personen teil. Eine Reihe von Rednern sprach über die Bedeutung der Duma. Scharf kritisiert wurde das Wahl» gesctz vom 16. Juni, dem das allgemeine Wahlrecht und eins souveräne Duma gegenübergestellt wurde. Viel wurde auch über die Notwendigkeit einer Arbeitcrvertretung in der Duma- gesprochen. Als die Kandidatenfrage auftauchte, stellten die Echtrussen ihre Liste auf. Kaum hatte aber der Schriftführer die Namen dieser Kandidaten verlesen, als der donnernde Ruf von 3996 Kehlen ertönte:„Nieder mit ihnen! Wir brauchen sie nicht!" Gewählt wurden, einstimmig die sozial, demokratischen Kandidaten. Unter den Zeitungsmitteilungen über die Parteizugc- Hörigkeit der gewählten Arbeiterbevollmächtigten findet sich eine ganze Anzahl von„Progressisten",„Parteilosen", ja auch einige Nationalisten. Hierzu muß bemerkt werden, daß wohl nur die wenigsten von diesen Bevollmächtigten der Sozial- demokratie feindlich gegenüberstehen. Es sind schon Fälle bekannt geworden(Lugansk, Perm, Belostok u. a.), wo die Arbeiterbevollmächtigten verhaftet und gemaßrcgelt worden sind. In anderen Orten forscht die Polizei nach der Partei- Zugehörigkeit der gewählten Bevollmächtigten. Daß deshalb aus den offiziellen Zeitungsnachrichten kein völlig klares Bild in dieser Hinsicht gewonnen werden kann, ist ohne weite- res klar. Das zweite Stadium �er Arbeiterwahlen, die Wahl der Wahlmänner für die Gonvernementsversamm- lungen, wird in dieser Beziehung das Bild vervollständigen. Angesichts der Gefahr, daß auch nur ein feindlicher Wahl- mann das Mandat der Arbeiterkurie der reaktionären Mehr- heit der Gouvernenientsvcrsammlung ausliefern kann, lautet die Losung unserer Genossen:„Keine Stimme für die Feinde der Arbeiterklasse! Wählt als Wahlmänner nur die An- Hänger der Sozialdemokratie!" Amerika. Tie Revolverkugel als Reklamemittel. R o o s e v e I t. ist in seinem Jagen nach der Präsidenienwürde großes Heil widerfahren; seine schwachen Aussichten sind dadurch aufgebessert worden, daß er den Märtyrer mimen kann, denn ein Verrückter, der nach den verlogenen Praktiken der Sensationspresse natürlich ein„Sozialist", sein mutz, hat aus den großen Demagogen ein Attentat verübt. Bei der skrupellosen Art, mit der die Kämpfe um den Präsidentenswhl geführt werden, ist freilich auch der Gedanke, daß es sich um bestellte Arbeit gehandelt hat, nicht ganz unwahrscheinlich. Heber das Attentat wird aus Milwaukce gemeldet: Als Rooscvelt Dienstag abend sein Hotel verließ und eben sein Automobil besteigen wollte, um sich in eine Versammlung zu bc- geben-, feuerte ein Sozialist(?!) eine Kugel auf ihn ab. Durch den schweren Militärmantel und das Bündel Manuskripte in Roosc- vclts Tasche wurde die Kraft des Schusses abgcschivächt. Die Kugel blieb in den Mustelgeweben der linken Brust stecken. Roosevelts Sekretär ergriff sofort den Attentäter, schlug ihn zu Boden und entriß ihm die Waffe, Rooscvelt selbst bewegte sich kaum, als ihn die Kugel traf. Ueber den Attentäter wird gemeldet: Der Täter, der den Schuß auf- Roosevelt abfeuerte, gab an, er heiße John Schrank und sei in Bayern geboren. Er ist ans che!» nend irrsinnig. In seinen Taschen wurden sinnlose Notizen gefunden, die Proteste gegen die dritte Präsidentschaftskandidatur Roosevelts enthalten. Ter Geist McKinleys leite ihn. Es fanden sich auch die deutsch geschriebenen Worte: Ein' feste Burg ist unser Gott-. Wie geschickt Roosevelt die Situation auszunutzen verstand, geht aus folgendem hervor: In der Versammlung sprach Roosevelt, stürmisch begrüßt, über eine Stunde. Ter Vorsitzende der Versammlung machte bekannt, daß Roosevelt ein« Kugel im Leib habe. Rooscvelt sagte:«Ich kümmere mich keinen Deut darum, ob ich angeschossen werde. Es ist schon mehr nötig, um einen„Elchbullen" zu töten. Ich habe jetzt eine Kugel in mir und kann keine lange Rede halten." Bei diesen Worten knöpfte er seine Weste aus. und zeigte der Versa mnilung sein blutbeflecktes Hemd.„Ich habe zu viele wichtige Dinge im Kopfe, um mich um den eigenen Tod zu kümmern. Keiner führte ein glücklicheres Leben als ich. Der Täter war ein Feigling/Er schoß aus mich in der Dunkelheit, als ich die Menge begrüßte. Es ist sehr natürlich, daß schwache der- derbte Gemüter zu Gewalttätigkeiten aufgereizt werden durch die schmutzige Verlogenheit und Beschimpfung, wie sie seit drei Monaten gegen mich angewendet wird von seitcn- nicht nur der Blätter, die die Interessen des sozialistischen Kandidaten Debs vertreten, son- dcrn auch von denen, die die Interessen Wilsons und Tafts vcr- treten." Aus alledem geht hervor, daß die„Wunde" nur eine unbe- deutende Schramme sein kann; sie genügt aber dem heldenhaften Rauhreiterobersten, um mit den Mitteln eines Sckimicrenkomö- dianlcn gegen seine Konkurrenten Stimmung zu machen. Gcwerfefcbaftlicbea. Das erwachen der privatangestellten. Unter sehr starker Beteiligung fand am Sonntag in Mainz die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner zur Angestelltenversicherung statt. Von den 1285 abgegebenen Stimmen fielen auf: Freie Vereinigung..... 35o Stimmen Kaufmännischer Verein.... 301„ Weibliche Angestellte.... 217 Deutschnationale...... 193, Werkmeister und Grubenbeamte 113, Deutscher Technikerverband.. 109 Zusammen 1285 Siimmen. Von der Freien Vereinigung ivurde als Vertrauensmann Jos. Engelmann und als Ersatznumn Paul Möller gewählt. Dieses erste Wahlergebnis, das zu unserer Kenntnis kommt, ist ein für die Freie Vereinigung durchaus be- friedigendes._ Berlin und dmgegend. Tie„Grofte Berliner", die Hochbahn und die Teuerung. Die Angestellten, Handwerker und Arbeiter der„Großen Berliner" und der Hochbahn nahmen vor längerer Zeit Stellung zur Teuerung und verglichen damit ihre Lohnverhältnisse. In den Versammlungen wurden Resolutionen angenommen, welche die Erwartung aussprachen, daß die Unternehmer Waldigst eine Rege- lung der Lohnverhältnisse vornehmen möchten. Diesem Wunsche Ivurde allerdings nicht entsprochen. Die Arbeiter sahen sich nun veranlaßt, andere Wege einzuschlagen. So beauftragten die bei der Hoch, und Untergrundbahn Beschäftigten eine Kommission, die Wünsche der Angestellten vorzutragen. Die Kommission wandte sich auch sofort schriftlich an die Betriebsleitung, aber es sind nun 14 Tage vergangen, ohne daß die Kommission Nachricht erhalten hat. Es erweckt bald den Anschein, als ob die Hochbahngesellschaft glaubt, dadurch die Wünsche der Angestellten erledigt zu haben, indem sie bekannt gibt, daß— noch billige Kartoffeln zu haben sind! Jedenfalls ist das Verhalten der Betriebsleitung nicht be- sonders„wohlwollend" zu nennen. Auch die liebe„Große" scheint wenig Lust zu haben, ihren Angestellten in bezug auf Regelung des Lohnes entgegenzukommen. Sie hüllt« sich betreffs der ange- nommenen Resolution in Schweigen. Als nun die Arbeiteraus- schußmitglieder, soweit dieselben organisiert sind, schriftlich um Einberufung der Konferenz einkamcn, erhielten sie die prompte Antwort: Der Antrag sei als erledigt zu betrachten, weil die Herbstkonferenz sowieso vor der Tür stehe. Auch die„Große Berliner" scheint die Ansicht zu vertreten, daß Ruhe die erste Bürgerpflicht ist. Sie hätte sich allerdings nichts vergeben, wenn sie den Tag der Konferenz sofort bekanntgegeben hätte. Selbst das ändert aber nichts an den bestehenden Tatsachen. Die Teuerung läßt sich nicht verwischen. Und andererseits steht fest, daß die Lohnverhältnisse beider Betriebe einer Regelung dringend bedürfen. Mögen sich genannte Gesellschaften drehen und wenden wie. sie wollen, ins Portemonnaie müssen sie dock» greifen, wenn nicht freiwillig, vielleicht dazu genötigt. Die Tarifbewegung in der Goldleistenindustric. In gut be- suchter Branchenversammlung nahmen Montagabend die Vergolder einen Bericht über den Stand des Streiks entgegen. Westphal referierte und teilte mit, daß die Branchenleitung die nötigen Schritte unternommen habe, um die Unternehmer zur Anerkennung des Tarifes zu zwingen, resp. die bestehenden Differenzen zu er- , ledigen. Da alle Verhandlungen bisher ergebnislos verliefen, wurde bekanntlich zunächst in drei Betrieben die Arbeit niedergelegt. Die Unternehmer haben sich nun gewaltig entrüstet und das Märchen verbreitet, die Bergolder unterständen dem allgemeinen für die Holz- industrie geltenden Tarif, sie seien daher kontraktbrüchig geworden. Auch durch die Drohungen des Herrn Rahardt, daß es unzu- lässig sei, in einen Streik ju treten, habe man sich nicht einschüchtern lassen, sondern von dem guten Recht der Arbeitsniederlegung Ge- brauch gemacht. Am Sonnabend habe eine Vorständekoiiserenz stattgefunden, aber auch hier haben sich die Unternehmer der Diktatur des Herrn Rahardt unterworfen und abgelehnt, die 5Ystündige Arbeitszeit vertraglich festzulegen. Am Montag wurde deshalb in weiteren acht Betrieben die Arbeit niedergelegt und stehen bisher etwa 3 5 0 V e r g o l d e r im Streit. In den nächsten Tagen soll den Unternehmern ein Tarifentwurf zur Unter- schrift vorgelegt werden und wird es an ihnen liegen, ob der Streik beendet wird oder eine weitere Ausdehnung erfährt. Wenn die Arbeiter wie bisher einmütig hinter den Beschlüssen der Organi- saiion stehen, werden die Unternehmer sich nicht länger mehr den berechtigten Forderungen widersetzen können. Gestreikt wird gegen- wärftg bei den Firmen Kubitz u. Imberg, Bartels, Adolf Werkmeister, Neu mann u. Hennig, Leonhardt, Wolff, Schmidt, Klinke, Bierin g, Gummersbach und R u t e n b e r g. In allen Zwischenmeisterbctrieben, in denen für die bestreikten Firmen gearbeitet wird, muß die Arbeit strikte verweigert werden.— In der sich dem Situationsbericht an- schließenden Diskussion wurde Klage pesühirt über verschieden« Mißstände in einigen Betrieben. Ten Maßnahmen der Branchen- lcitung wurde allseitig zugestimmt. Tie Christlichen ans dem Mitgliederfang. Tie Werbearbeit der christlichen Gewerkschaften beschränkt sich, obgleich sie sich„interkonfessionell" nennen, ini wesentlichen doch auf die rückständigsten katholischen Gegenden. Einige Berufe, deren Angehörige von der gewerkschaftlichen Idee noch wenig erfaßt sind, machen hiervon eine Ausnahme; hierzu gehören die Gastwirts- gehilfen. In Berlin hat, wie wir kürzlich berichteten, der christliche Kellnerverband nach heißem Mühe» eine Anzahl kleiner Lokalver- einchcn zum Ucbertritt zu bewegen gewußt. Es sind das aber durch- aus unsichere Kantonisten, die lediglich für die Frage des Arbeits- nachiveises Interesse haben. Um sie zu gut christlichen Gewcrk- schaftlern zu machen, waren kürzlich die christlichen Gewerkschafts- sekretäre Becker und Streiter ausgezogen; sie hatten sich den Vorsitzenden des christlichen Äellncrvcrbandcs aus Hannover kommen lassen, den sie nun zunächst aus die Anwesenden— etwa 40 Leute— losließen. Dieser und nach ihm die zwei Sekretäre eröffneten! eine wahre Schimpfkanonade auf die freien Gewerkschaften und auf die Sozialdemokratie. Dabei kam es auf faustdicke Unrichtigkeiten nicht an; hier bei diesen ahnungslosen Versammlungsbesuchern konnten sie sich schon etwas leisten. In den sozialdemokratischen Konsumvereinen müßten die Lagerhalter und Lagerhalterinnen einen schweren Kampf*ur Erreichung höherer Löhne führen; durch den niedrigen Loyn, den die weiblichen Angestellten in den Konsum- vereinen erhielten, würden diese direkt der Prostitution in die Arme getriebeli. Der Verband der Gastwirtsgehilfeu schüre Streiks nur aus agitatorischen Gründen; das habe der Hamburger Cafekellncr- streik im Jafire 1910 bewiesen und da« Beweise auch die Bewegung in Berlin. Positive Arbeit habe der Verband überhaupt noch nicht geleistet, es käme ihm nur darauf an, viel« Mitglioder ,u werben. die er dann ibrem Schicksal überlasse. Nicht alle der Anwesenden nahmen diese Schimpfereien ruhig hin; es kam zu erregten Auftritten, die Verhandlungen mußten zeitweilig unterbrochen werden. �Nach Herrn Schaar, dem Vor- sitzenden des christlichen Kellnerverbandes, kamen die Herren Ar- veitersekretäre zum Wort. Derselbe Faden, nur eine andere Nummer; sie suchten ihren Vorredner im Schimpfe,, fast»och zu übertreffen. Die Herren warnte» vor der Errichtung eines pari- tätischcn Arbeitsnachweises für das Gastwirtsgewerbe. Diese steht bekanntlich in sicherer Aussicht und wer die Verhältnisse im Gastwirtsgewerbe kennt, der weiß, daß der öffentliche Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw�I kostenlose Arbeitsnachweis das geeignetste Mittel bildet, die skandalösen Zustände, wie sie heute durch die gewerbsmäßige Stellenvermittelung namentlich im Gastwirtsgewerbe noch herrschen, zu beseitigen. Und davon wollten die christlichen Arbeitersekretäre die Gastwirtsgehilfen abhalten, lediglich deshalb, um durch Er- richtuug eines Verband sarbeitsnachweises eine Anzahl Leute vom Beitritt zur gewerkschaftlichen Organisation fernzuhalten. So tragen sie die Zersplitterung in die Reihen der Arbeiterschaft hinein. Auf lang« wivd es ihnen aber auch in diesem Berufe nicht gelingen! Zu dem Konflikt im Schultheitzausschank Neue Jakobstr. 24/25 ist mitzuteilen, daß neue Verhandlungen zwischen dem Oekonomen und dem Verband der Gastwirtsgehilfen stattgefunden haben. Tie Verhandlungen endeten mit einem günstigen Vertragsabschluß. Die entlassenen Kellner und Hausdiener sowie auch das weibliche Per- sonal, welches sich aus Solidarität der Bewegung angeschlossen hatte, sind sämtlich unter neuen Bedingungen wieder eingestellt. Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin l. Oeutkcbes Reich. Der Streik der Treibriemensattier der Zweigfiliale der Bar- liner Treibriemenfabrik Schwartz u. Co. in Fürsten Walde dauert unverändert fort. In bürgerlichen Zeitungen wird die Schauermär verbreitet, daß organisierte Sattler einen jetzt noch dort beschäftigten Sattler, früheren Meister in Schlesien, überfallen und mißhandelt hätten. Eine Klage wegen Körperverletzung soll gegen die Ilcbeltäter schon eingeleitet sein. Tatsache ist, daß keiner der Streikenden an einem solchen Ueberfall beteiligt gewesen ist, noch ist bis jetzt gegen einen der streikenden Arbeiter ein Straf- verfahren eingeleitet. Die Firma sucht den Glauben zu erwecken, als wären die aus- ständigen Arbeiter von ihr entlassen worden. Wahr ist, daß die Sattler in der Abwehr gegen die fortwährenden Entlassungen ihrer Vertrauenspersonen die Arbeit einmütig eingestellt haben; nur 2 von 32 Beschäftigten sind im Betrieb stehen geblieben. Die Firma hat seit langem versucht, ihre billigen Arbeitskräfte aus Schlesien zu bezichen. Durch die Maßnahmen der Organi�ltion sind diese Quellen anscheinend versiegt. Jetzt werden die Zeitungen anderer Landesteile mit Inseraten überschwemmt. Da diese Arbeitsgesuche vom Berliner Hauptgeschäft und auch direkt von dem Fürsten- Ivalder Betrieb ausgehen, ist die allergrößte Vorsicht bei Arbeits- angeboten zu beobachten. Beide Betriebe sind für Treibriemen- sattler und Hilfsarbeiter gesperrt. Schwarze Listen. Daß die schwarzen Listen als terroristische Waffe des Unter- nehmertumS lustig im Schwange sind, beweist das nachstehende von der Firma Schütz in Würzen an' Leipziger Firmen versandte Schreiben: „Bertraulich! Würzen i. S., den 7. Oktober 1912. Firma..., Leipzig-Roudnitz... Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß bei mir heute der Streik ausgebrochen ist. Ich bitte Sie. mich dadurch zu schützen, daß Sie bis auf Widerruf keine von Würzen kommenden Arbeiter in Ihrem Be- trieb einstellen. Verzeichnis der in Ausstand getretenen Arbeiter lasse ich morgen folgen. Hochachtungsvoll G. A. Schütz." Dieser Ankündigung hat die Firma auch die Tat folgen lassen und eine Lifte mit 224 Namen verschickt. Ein Teil der Namen ist mit einem Stern versehen. Darüber besagt die Liste: „Die mit einem Stern bezeichneten Arbeiter find vorläufig nicht in den Streik getreten, es ist jedoch anzunehmen, daß ein Teil derselben den Streik noch mit aufnehmen wird. Es wird daher gebeten, alle von Würzen zuziehenden bezw. bei der Firma G. A. Schütz-Wurzen zuletzt gewesenen Arbeiter nicht einzustellen." Obendrein sind die Entlassungsscheine mit einem dlg. gezeichnet, lvaS bedeutet:„Mitgestreikt". Daß das Gesetzesübertretung ist, kümmert natürlich die Firma nicht. Es ist auch schon ein Trupp von 75 Hintzegardisten eingetroffen, die mit Bier, Zigarren usw. be- wirtet werden, während man die geringen Forderungen der Arbeiter ablehnte. Wenn es nun auch in Würzen zu Schießereien und Stechereien kommt, schreit die Scharfmacherpresse natürlich wieder über sozialdemokratischen Terror, den in Wirklichkeit, wie hier ge- zeigt, die Unternehmer treiben.�___ In der Löffelfabrik Erbe, Aktiengesellschaft, Schmalkalden i. T h., die 400 Arbeiter beschäftigt, sind Differenzen ausgebrochen. Die Firma beantwortete die Wünsche der Polierer nach Ab»- schließung eines Tarifvertrages mit Oktroyierung von dreistufigen Akkordsätzen für jugendliche, junge und ältere Arbeiter. Sie glaubte wohl, damit eine Uneinigkeit der Arbeiter herbeiführen zu können, erlebte jedoch das Gegenteil. Die Arbeiter der Polierabteilnng lehnten die Annahme so unmöglicher Arbeitsbedingungen ab und reichten die Kündigung ein. Am Sonnabend war die 14tägige Frist abgelaufen, worauf 60 Polierer und ebensoviele ander« Ar- beiter des Betriebes aufhörten. Die Firma sucht jetzt Arbeits- willige. Polierer auf Alpakka-, Aluminium- und Silberbestecke wollen Stellenangebote aus Schmalkalden ablehnen. Streik der Münchener Elektromontcure. Die bei den Münchener Jnstallationsfinnen beschäftigten Mon- teure und Hilfsmonteur« sind in eine Tarifbewegung eingetreten. In der Verhandlung vor dem Eimgungsamt weigerten sich die Unternehmer zunächst, in voller Oeffentlichkeit zu verhandeln, ohne dieses eigentümlich« Vorgehen näher zu begründen. Um die Per- Handlungen nicht im vorneherein scheitern zu lassen, willigten die Vertreter der Organisationen in diese Maßregel ein. Die vier- stündige Sitzung drehte sich zunächst um Anerkennung der Organi- sation. Die Unternehmer weigerten sich, vermutlich auf Weisung des Metallindustriellenverbandes, mit den Organisationsvertretern in Verhandlungen einzutreten und verlangten, daß eine Lohnkom- Mission aus der Allgemeinheit der Elektro in onteure gewählt werde. Man einigte sich schließlich dahin, eine Versammlung einzuberufen, wo die Lohnkommission gewählt wird, mit der sie dann in Unter- Handlungen eintreten wollen, wobei die Organisationsvertreter als Berater teilnehmen können. Die Unternehmer verpflichteten sich, ihre Leute in diese Versammlungen zu schicken und ihnen Legiti- mation auszustellen. München, 15. Oktober.(Privaitelegramm des„Vortväris".) Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern der elektrotechnischen Jnstallationsfirinen in München haben zu keiner Einigung geführt. Sämtliche Elektromonteure Münchens haben daher die Arbeit nieder- gelegt._ Jugendbewegung. Tie militaristische Verseuchung der Jugend, Am Sonntag, den 13. Oktober, veranstaltete der Ausschuß für Jugendpflege' im Kreise Niederbarnim des Jung- Deutschland-Bundes ein K r i e g s s p i e l bei Schönwalde i. d. M. mit der Idee:„Die Schlacht bei Fehrbellin". Das Ganze stand unter Leitung höherer Ossiziere; selbstverständlich hatten sämtliche in Frage kommenden Behörden liebevoll die ganze Veranstaltung protegiert. So konnte es denn auch nicht ausbleiben, daß der Ort Schönwalde Ehrenpforten gebaut hatte, daß selbst M i l i t ä r in u s i k aufgeboten war, vm der Sache die rechte Weih« zu geben. Mittags war dann das große Abkochen, zu der die Maggi- gesellschait von ihren Fabrikaten gespendet hatte, jodenfalls, um sich in empfehlende Erinnerung zu bringen. Auch konnten an diesem Tage die Geschäftsleute bis 6 Uhr abends ihre Waren feil halten. Damit vergleiche«nan die Verfolgungen und Nadelstiche, mit denen die Arbeit«rjugend bedacht wird. Versammlungen. Deutscher Bauarbciterverband. Die Gips- und Zement- b r a n ch e hielt am Montag ihre Generalversammlung ab. H a« s e erstattete den Geschäftsbericht vom 3. Quartal, aus dem hervorgeht, daß die Konjunktur in der Gipsbranche zum Teil gut, zum anderen Teil jedoch ungünstig war. Im Bctougewerbe konnten alle ein- schlägigen Arbeiter untergebracht werden, und abgesehen von ein- zelneii Tagen, an denen ausgesetzt werden mußte, war eine längere Arbeitslosigkeit nicht zu verzeichnen. Eine bemerkenswerte Erschei- nung ist der außerordentlich starke Zuzug von Arbeitskräften aus den östlichen Gegenden, der von Jahr zu Jahr im Zunehmen be- griffen ist. In verschiedenen Stadtgegcndeu hat sich nach und nach die Sitte herausgebildet, sogenannte„Morgensprachen" an den Sonntagvormittagen abzuhalten, die, wie H a e s e betonte, weiter nichts seien, als eine regelrechte Vermittelung von Arbeitskräften. Der Branchenvorstand habe sich damit beschäftigt und empfehle drin. gend, diese Art der Umgehung des Arbeitsnachweises zu vermeiden. Des weiteren teilte der Referent mit, daß sich eine„Polnische Be- rufsvereinigung" gebildet hat, die aus den Separatismus hinarbeite. Den polnischn Berussgenossen müsse klar gemacht werden, daß sie als Arbeiter in die einzig zuständige Organisation, in diesem Falle der Deutsche Bauarbeiterverband, gehörten, zumal ibnen beim Uebertritt die gezahlten Beiträge angerechnet werden. Die Leiter dieser polnischen Sonderorganisation hätten ihm, Haese, erklärt, daß sie bei der nächsten Tarifbewegung als Vertragskontrahenten ange- sehen sein wollten. Redner betonte ausdrücklich, daß dieses An- sinnen rundweg abgeschlagen werden würde. Wie Redner ferner noch mitteilte, hat der Vorstand die Ausarbeitung eines Akkordtarifs für die Gipsbranche in Angriff genommen. An die Berichterftattiuig knüpfte sich eine rege Aussprache, in der besonders die?lrbeitsver- hältnisse auf den einzelnen»Bauten besprochen wurden.� In seinem Schlußwort ermähnte der Referent die Anwesenden, beim Bekannt- werden von Mißständen sofort die Organifaftonsleitung davon zu benachrichtigen. Am 8. Dezember findet eine Gaukonferenz statt, die Stellung zu der in»Aussicht genommenen Erwerbslosenunterstützung nehmen wivd, die eine vollständige Umwälzung in den Tendenzen des Bau« arbeiterverbandes herbeiführen, jedoch an dessen Charakter, als Kampfesorganisation nichts ändern wird. Ferner ist in Vorschlag gebracht, Jugendsektionen einzuführen, worüber die Gaukonferenz ebenfalls befinden soll. Als Delegierte zur Gaukonferenz werden vorgeschlagen: O. Haese, R. Go hlke, R. Grundmann und Adolf Krömer._ Die Cage auf dem ßalhan. Ein Optimist. Berlin, 15. Oktober. Bei dem Bankett, daS heute die Aeltesten der Kaufmannschaft in den Börsensälen zu Ehren der zurzeit hier tagenden Internationalen diplomatischen Ausstellen gSkonferenz der» anstalteten, brachte der Staatssekretär des»Auswärtigen AmteS, von Kidek-len-Waechter, einen Trinkspruch aus, in den er noch. stehende, von starkem Optimismus zeugenden Worte einflocht: „Meine Herren! Ihre ernste Arbeit, bestimmt, auf einem wichtigen Gebiet verschiedenartige Interessen zu versöhnen, begrüße ich um so mehr als ein glückliches Omen, als sie in einen Zeitpunkt sollt, in dem in einem Teile Europas widerstreitend« Interessen den Frieden zu stören drohen, zum Teil schon gestört haben. ES ist aber gcrcide ein Zeichen für die immer mehr die Welt umspannende Gemeinsamkeit der wirtschaftlichen Interessen, daß auch noch so«nt- fernte Störungen der Ordnung überall einen gewissen Rückschlag hervorrufen. Die Folgen solcher Rückschläge lassen sich mit Ruhe und Besonnenheit nicht nur vermindern, sondern auch beseitigen. So wird auch da» von Ihnen begonnene Versöhnungswerk von den Vorgängen im Südosten nicht gestört werden, denn wir haben»Ne die feste und begründete Ueberzeugung, dah keiner der Staaten, dir heute hier vertreten sind, in direkte Mitleidenschaft gezogen werden wird. So sehr wir die jetzt drohenden oder eingetretenen Friedens- störungen bedauern, und so sehr die Mächte bemüht waren, sie hint» anzuhalten, so mußte doch seit geraumer Zeit mit ihrer Möglichkeit gerechnet werden. Es hatten daher die Mächte alle Zeit, sich über »Beschränkung der Störungen auf ihren Hevd zu verständigen. Da? ist bisher geschehen und gelungen, und bei dem allseitigen guten Willen wird es auch weiter gelingen, ein Ueberspringen des Brandes auf die»Nachbargebäude zu verhüten und die etwa notwendig werden- den AufräumungS- und Wiederherstellungsarbeiten auf der Brand- stätte in friedlichem Einverständnis zu vollziehen�" Französische Auffassungen. Paris, 15. Oktober.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Der„Temps" veröffentlicht Aeußerungen des griechischen Gesandten Romanos über die gestrige Rede Venizelos. Der von diesen! Proklamierte Uebergangszustand unterscheide sich vom Statusquo, den die Mächte wünschen, nur durch die Zulassung kretischer Deputierter zur griechi- scheu Kammer. Das sei eine innere Angelegenheit Griechen- lands. Seit 1897 hätte die Türkei keine Rechte in Kreta. Tie Mächte hätten die Ausschließung kretischer Deputierter von der Verwaltung immer nur aus Vorsichtsgründen ge- fordert, die nicht mehr bestehen. Aus Belgrad wird gemeldet, daß der serbische Kriegs- plan keine Angaben über Operationen im Sandschak enthalte. Eine PetersburgerMeldung besagt, daß gestern der österreichische Botschafter mit Ssasonow konferierte, den die ö st erreicht scheHaltungbefriedige. Der„Tenips" erklärt, nach von ihm eingeholter Information habe Poincar« kein Konferenzprojekt formuliert; das wäre noch verfrüht. Die Regierung begnüge sich damit, den Kontakt zwischen den Staatskanzleien aufrecht zu erhalten. Aus Ouchy wird mitgeteilt, daß die Türkei nicht mehr darauf ve- stehe, das Protokoll der Kammer zu unterbreiten. Damit gm der A b s ch l u ß d e r P r ä l i m i n a r i e n a l s g e s> m e r t. „Journal des Debats" ist der Meinung, daß das nilernationale Statut eine absolute Vertretnna Kretas in der grreclnlwen Kaminer ausschließe. Tatsächlich proklanuerte ad�c der grie- chische Ministerpräsident gestern die Zulassung der �»ertretnng, wobei er seinen Respekt vor den Großmächten beteuerte, deren Beschlüsse offen verletzt seien. Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Konstantinopel, 15. Oktober.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.-.Korr.-Bureaus.) Die Pforte hat beschlos en-chre Ge- sandten in Sofia. Belgrad und Athen mit ihrem Personal ab- zuberufcn und nur einen Sekretär zur Bewachung der Archive zurückzulassen. Die M a ß n a h m c w t r d t u r i o f t a u» d Belgrad damit.gerechtfertigt; daß Bulgarien und iserb t e n d r e b e k a n n t e. tot e u b e r- m 1 1 1 e Ii e n für Athen damit, daß Griechenland in der Kammer die k r e t i s ch e n A b g e o r d n e t eN zulieh. Der türkische Minister des Aeußern verließ auf einen Augen- blick den Ministerrat, um den drei Gesandten zu telegraphre- reu daß sie die drei Hauptstädte verlassen sollten. Der griechische Minister des Aeußern telegraphierte an den türkischen Minister des Aeußern Noradunghian und ersuchte ihn, dem türkischen Gesandten in Athen Anweisung zu geben, die zurückgewiesene Rote anzunehmen. Noradunghian antwottele, Griechenland könne die Rote durch seinen Gesandten m Kon- «antinovel überreichen lasse». rh.Gl«cke,Berlin.Drucku.Verlag:VorwärtSBuchdr.n Verlagsanstalt PaulSingers-Eo..BerlinLV/. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsbl. 8. 242. au#«, i. Mllige des Joniiiirtr Serlim lolksHötl. Der Aufmarsch am Sonntag. Diese 3 Kreise schwenken von der Treptower Chaussee aus nach ihrem Standort ein. Diese 5 Kreise schwenken von der Köpenicker Landstraße aus nach ihrem Standort ein. Die Demonstration am Sonntag, den 20. Oktober 1V12, findet wieder auf dem großen Platz im Treptower Park statt. Die Aufstellung geschieht in folgender Weise: Tribüne!: Nieder-Barnim. „ II: 4. Kreis(Ost). „ III: 4.„(Südost). „ IV: 6.„(Schönhauser, Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbrunnen). „ V: 6.„(Wedding, Oranienburger Vorstadt und Moabit). „ VI: 1. und 5. Kreis. „ Vll: 2. Kreis. „ VIII: 3.„ „ IX: Ä!eukölln. „ X: Teltow-Beeskow, mit Ausnahme von Neukölln. Auskunft wird bei Tribüne IV erteilt. Dort befindet sich die Zentralstelle. Der Beginn der Versammlung ist pünktlich 1 Uhr. Die Abstimmung über die Resolution erfolgt pünktlich 2 Uhr. Die Genossen und Genossinnen versammeln sich in den von den Bezirksführern angegebenen Lokalen und marschieren von dort unter der Leitung des Bezirkssührers so rechtzeitig ab, daß sie spätestens°/«1 Uhr auf ihrem Standort in Treptow eintreffen. Die Züge benutzen auf dem Anmarsch soweit wie möglich die Chaussee, damit das Durcheinander auf dem Platz vermieden wird. Der Rückmarsch erfolgt in derselben Weise wie der Hinmarsch. Fahnen, Plakate oder dergleichen Abzeichen dürfen nicht niitgeführt werden. Die Ordner, an einer roten Armbinde kenntlich, haben die Verantwortung für die Aufrechterhallung der Ordnung während der ganzen Veranstaltung. Wir rechnen darauf, daß unsere Ordner in der taktvollsten und höflichsten Art die zum glatten Verlauf nötigen Weisungen erteilen. Unsere Gcnoffen bitten wir. die Anpflanzungen auf den: Platze sorgfältig zu schonen. Weiter bitten wir dringend, nach Schlufi der Demonstration von jeder weitere» Aktion Abstand zu nehmen, es liegt im Partciintereffe, daß wir wieder Zeugnis ablegen für unsere schon oft anerkannte Disziplin. Jedes nachherige Henimzichen kleinerer Trupps durch die Straßen Berlins hat unbedingt zu unterbleiben. Parteigenossen und-genosfinnen! Männer und Frauen des arbeitenden Volkes! Keiner fehle bei der Demonstration am Sonntag! In vielen Hunderten Versammlungen forderte das arbeitende Volk Preußens seine staatsbürgerliche Gleichberechtigung und ein freies Wahlrecht. Die Regierung schwieg bisher und schweigt weiter trotz des gegebenen Königswortes.— Die große Masse des Volkes hungert und die Regierung schafft keine Abhilfe des Notstandes. Da bleibt dem arbeitenden Volke nur übrig, seine Stimme in der Oeffentlichkeit zu erheben. Darum, Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins, erscheint alle und erhebt Protest gegen die infame Wucherpolitik, gegen Eure politische Rechtlosigkeit. Erhebt auch Protest gegen die geradezu frivole Art, wie ein Krieg heraufbeschworen, der leicht einen Weltbrand entfesseln kann. ;•' Verband lozialdemobratlfcher Slablvercine Berlins und Umgegend. _.I. A.: Eugen E r n st, Liesenstr. 16. Die Volhsichulreform in Sachsen. Seit fünf Jahren steht die Bollsschulreform auf der TageS- orduuug des öffentlichen Lebens in Sachsen. I» erster Linie hat die sozialdemokratische Partei durch eine lebhafte Propa- ganda die Angelegenheit in Fluß erhalten und nach vorwärts gedrängt. Aber auch die im Schulwesen fortschrittlich gesinnten sächsischen Lehrer, deren maßgebende Vertretung der Sächsische Lehrerverein ist. fordern seit Jahren dringend ein neues Schulgesetz Mit radikalen Reformen. Soweit die sozialdemokratischen Forderungen nicht weiter gehen, decken sie sich vrelsach mit 2n der Lehrer. Das charakterisiert die Sozialdemokratie als .>»lturparte!. die Lehrer aber als moderne Schulmänner. Dnj�teaktionüre jedoch benutzten diesen Umstand dazu, die Lehrer als Vermindere der Roten zu denunzieren. Das Lehrerblatt nahm � oegcuüöcc den einzig richtigen und kühl abweisenden Standpunkt .die Lehrer nehmen das Gute, ohne zu fragen, von wem es Die Schulbehörden und die Regierung aber maßregelten »sz'pllmerten eine Anzahl Lehrer in Dresden, Leipzig, Plauen und Zwickau, weil sie in sozialdemokratischen Versammlungen das Wort zur Vertretung ihrer JMeresien genommen, oder sich bei der Abstimmung über eine die sozialdemokratischen Forderungen ent- haltende Resolution passiv verhalten, d. h. nicht dagegen gestimmt hatten! Ja, es kam in Dresden vor, daß Lehrer gerüffelt wurden, weil sie sich dagegen aussprachen, daß der Direktor der Schule eines ausgesprochenen Arbeiterviertels Elternabend- zum Kampf gegen die Sozialdemokratie mißbrauchen wollte. Einem Lehrer wurde deshalb sogar das Gehalt gesperrt! Diese unglaubliche Maßregel ist aller« ding« später wieder zurückgenommen worden und die Regierung war von vornherein reaktionär, zu grundlegenden prinzipiellen Re-- formen nicht geneigt; die Konservativen sind in dem Falle ganz Regierungspartei und beiden wird vonden Direktoren sekundiert, die in der Sache in scharfem Gegensatz zu den meisten Forderungen derLehrer stehen. Am meisten und heftigsten umstritten ist derReligionS« Unterricht. Die Lehrer fordern nach den sogenannten Zwickauer Thesen Beseitigung des dogmatischen Unterricht«, sie lehnen auch eine Bindung an Bekenntnisformeln der Konfessionen ab. Die Lehrer fordern ferner mehr Mitbestimmungsrecht und mehr Demokratie in der Schuwerlvaltung: sie sind gegen jede kirchliche Aufsicht. Die vereinigte Reaktion lehnt das alles und vieles andere rundweg ab! Unsere Partei hat ihre Forderungen mit größter Energie und Konsequenz erhoben und vertreten. Oeffentliche Versammlungen wurden im ganzen Lande wiederholt abgehalten, Flugblätter der» breitet, in Gemeinderäten vorgegangen, Landesversammlungen bc- schästigteu sich mehrmals mit der Schulfrage, und Genosse Schulz schrieb im Auftrage der Landesparteileitung ein instruktives Buch, in dem unsere Forderungen eingehend begründet sind. In der ge- samten Presse wird die Sache seit Jahren erörtert, die Sozial- demokratie hat durch ihre unablässigen Bemühungen das Interesse weitester Kreise auf die Sache gelenkt. Zurzeit spielt sich der Kampf um die Schulreform hauptsächlich im Landtage ab. Die Regierung war vom Landtage 1907/08 ersucht worden, ein neues Schulgesetz auszuarbeiten und vorzulegen. Das damals sozialistenreiue sächsische Parlament stellte in seinen Wünschen zur Schulreform nicht gerade hohe Anforderungen. Aber auch dem entsprach der Regierungsentwurf, der Anfang 1312 heraus» kam, nicht einmal in ollen Punkten. Die Regierung stellt in der Begründung des Entwurfs an die Spitze den Satz: das jetzige (40 Jahre alte!) Bolksschulgesetz hat sich„im großen und ganzen wohl bewährt und muß dasselbe in seinem Aufbau erhalten werden." Von einer„sprunghaften Umgestaltung" des Schulwesens müsse ab» gesehen werden. Davon ist die Regierungsvorlage denn auch weit entfernt! Die Lehrer fällten über sie das vernichtende Urteil: Nicht viel ,nehr als nichts! Der wichtigste Fortschritt, den der Entwurf bringt, ist die Ein- führung des obligatorischen Fortbildungsschul« Unterrichts für Mädchen. Aber auch da ist den Schul« gemeinden weiter Spielraum gelassen. Der Unterricht soll ein bis zwei Jahre dauern. Weiter toird der Zwang zur Einrich. tung von Hilfsschulen und Nachhilfeunterricht ein» geführt und die Möglichkeit gegeben, kein Schulgeld zu erheben. Bisher war das Zwang. Die Höchstzahl der Klassenfrequenz wird auf 50 Schulkinder herabgesetzt(jetzt 60, die Lehrer fordern So!). Jedoch ist eine lange Uebergangszeit von zehn Jahren(!) vorgesehen. Ferner werden die Pflichtstunden der Lehrer etwas herabgesetzt. Im übrigen sind die Neuerungen kaum der Rede Ivert, vielfach rein formaler Art. Der kreißende Berg hat ein MäuSlein geboren. Denn Umstände genug hat sich die Regierung mit der Aus» arbeitung der Vorlage gemacht. Sie hat Konserenzen abgehalten, Sachverständige gehört, schriftliche Gutachten eingefordert. Die Arbeiterklasse und die Organisation derLehrer wurden dabei übergangen! Als„Vertreter des Eltern« hanseS" suchte man sich zwei Industrielle, je einen Juristen, Apotheker, Obermeister, Arzt und Postsekretär aus. Die Regierung hat nun das Material auf diese Weise erhalten, das sie voii vornherein haben wollte. Reaktionäre Stützen des Staates stehen als Stützen des Staates hinter der sogenannten Schulreform der Regierung. Die Lehrer haben jedoch eine große Menge schriftliches Gegenmaterial beigebracht, das viel überzeugender wirkt, als die Mache der vereinigten Reaktion mit dem öligen und von Gottesfurcht triefenden sogenannten Kultusminister Dr. Beck an der Spitze. Der Kampf um die Volksschule in Sachsen ist jedenfalls in seinen eiuzelnen Phasen und in der ganz besonderen Art hochinter- essant. Besonders deshalb, weil die sehr starke und eülflußreiche' Organisation der sächsischen Lehrer in scharfe Opposition gegen Re- gierung, Konservative und gegen ihre eigenen nächsten Vorgesetzten, die Direktoren, gedrängt ist. Und weil die Lehrer nicht zu Kreuze kriechen, sondern recht energisch durch ihre Fachpresse ihre Forderungen vertreten. ES ist ein ernster Kulturkampf im besten Sinne, in dem Lehrer und Sozialdemokratie, beide für sich, um gleichartige Ziele gegen die Schulreaktion kämpfen. Anfang Februar wurde der Entwurf im Plenum der Zweiten Kammer vorberaten. Es kam zu großen prinzipiellen Auseinander- setzungen, die zwei grundsätzlich verschiedene Weltanschauungen klar erkennen ließen. Die Konservativen und die Regierung wollen nach wie vor dieSchule als Mittel zum Zweck, als eineStaatSeinrichtung, die diesen Staat und seine Einrichtung unter Assistenz der Kirche um jeden Preis fördern soll. Die Sozialdemokratie aber will die»nabhängigeVolkSschule, die Schule um ihrer selbst und um der Erziehung der Kinder willen, modernen pädagogischen Grundsätzen und den Ergebnissen der Wissenschaft entsprechend. Dazwischen steht der Liberalismus, der durch allerhand Kompromisse beide Ziele und Zwecke verfolgt und damit von vornherein ein so wichtiges Reformwerk zur Halb» heit, Unklarheit und Zweideutigkeit herabzieht. Das ganze Bcr- halten der Nationalliberalen in den bisherigen Verhandlungen— die Freisinnigen zeigen etwas mehr Konsequenz— war derart. Und wiederholt wurden sie unwillig von dem Minister vor die klare Alternative gestellt: entweder— oder!— Die sozialdemokratischen Redner benützten die Gelegenheit, den Standpunkt unserer Partei klar und in allen Einzelheiten darzulegen, unsere Forderungen genau zu formulieren und zu begründen. ES waren wirklich„große Tage", die das Laiidesparlameiit da hatte. Der Gesetzentwurf wurde einer besonderen Kommission, aus 18 Abgeordneten bestehend, überwiesen, in der ihrer Fraktionsstärkc entsprechend unsere Genossen mit fünf Mann vertreten sind. Zum Referenten wurde der nationalliberale Seininardireltor Dr. Sehfert, ein Mann von Rus als Pädagoge, ernannt, und als Mitreferent ein konservativer Bürgermeister sowie uiiser Genosse Länge-Leipzig. Die Veratungen und Beschlüsse der Kommission sind jetzt soweit ab- geschlossen, daß sie an die Erste Kammer und ap' das Plenum ge- geben werden könneii. Der Landtag ist im Frühjahr nicht geschlossen, sondern zu einer Nachsession, die Mitte November beginnen soll, ver- tagt worden.— Zur ersten Lesung in der Kommission waren 35 Sitzusigen erforderlich und die zweite beanspruchte 15 Sitzungen. Der Minister wohnte fast allen mit einem Stabe von Räten bei. Schwierig, langwierig und gründlich ivaren die Verhandlungen. Der Entwurf ist verändert und verbessert aus der Kommission gekommen, wenn auch wichtige sozialdemokratische Forde- rungen und solche der Lehrer mierfüllt blieben. Alle Ivesentlichen Verbesserungen sind in der Regel von den sozialdemokratischen und liberalen Vertretern gegen die konservativen und gegen den Willen der Regierung beschlossen. Die Kommission hat unter diesen Umständen beschlossen: Die allgemeine Volksschule mit eventueller Angliede- rung einer höheren Abteilung für befähigtere Kinder vom dritten Schuljahre an. Jeder Standesunterschied fällt weg. Schul- geld darf nicht erhoben werden. Kindern nnbeinittelter Eltern sind die Lernmittel unentgeltlich von der Schule zu liefern. Die Aufgabe n der Schule sind pädagogischer for- muliert. Nach Bedürfnis sollen auch fremde Sprachen und Kurzschrift in den Lehrplan ausgenoinmen werden. � Die Kinder von Dissidenten sind vom Zwange irgend- welchen Religionsunterrichts befreit. Fortbildung«- und Hilfsschulen dürfen nicht konfessionell getrennt sein. ES ist«in Schularzt anzustellcu,„Ivo d!e Veihalinisse eZ gestatten'. An größeren Schulen sind besondere Klassen für Schwachbefähinte zu bilden. Das Bori'chlagZrecht für Slnstellung der Lehrer steht in allen Schulen mit imudestens 10 Lehrern dein Stadt- beziv. Gemeindcrat zu.■(?(it Mindcrheitsschnle» besteht dieses Recht jetzt nicht.) Der Unterricht kann an einigen der letzten Tage jeden Halbjahres öffentlich stattfinden. Den G e i st- l i ch e n ist das unbedingte Recht, ohne Wahl Mit- glied des Schulvorstandes zu sein. genommen. Mehrere Frauen können nach Bestimmung in der Ortsschulordnung Sitz und Stimmen im Schulvorstande erhalten. Dessen Sitzungen sind mit Ausnahme besonderer Fälle öffentlich. Den Lehrern ist größeres Mitbestimmungsrecht in den Lehrer- Versammlung�? und bei Aufstellung der Lehrpläne eingeräumt, das Aufsicht»' und BevormnndungSrecht der Direktoren wird ein- geschränkt. Der obersten Schulbehörde wird ein L a n d e s s ch n l« betrat zur Seite gestellt, der aus 12 Fachleuten und 6 anderen Mtgliedern besteht. Die k o n f e s s i o n e l l e T r e n n u n g ist leider erhalten ge- blieben, weil die Nationalliberalen in der zweiten Lesung umfielen; den Umfall motivierten sie mit einer lendenlahmen Erklärung unter Hinweis auf die strikt ablehnende Haltung der Regierung, lieber- Haupt ließen sie in der zweiten Lesimg einige ihrer eigenen Anträge im Stich! In einigen Fällen sind die Verbesserungen auf die Initiative der Sozialdemokraten in das Gesetz gekommen, in allen aber gaben unsere Genossen den entscheidenden Ausschlag, so daß ihre positive Mitarbeit scharf in die Erscheinung tritt. So freilich, wie wir ein Volksschulgesetz fordern, ist es bei weitem nicht geworden. Unsere Genossen in der Kommission haben noch folgende Anträge in beiden Lesungen gestellt und energisch vertreten: Beseitigung deS Religionsunterrichts, keine Trsnnmig der Schule nach Konfessionen, Beseitigung jeder kirchlichen Aufsicht (nur die geistliche O r t S schulaufsicht soll fallen), weitgehende Be- stimmungen über Schulhygiene, Speisung bedürftiger Schulkinder und Schulkinderfürsorge, Verbot der körperlichen Züchtigung der Kinder in der Schule, Wahl des SchnlvorstandeS durch die voll- jährigen Schulgemeindeniitglieder in ollgenieiner, gleicher, direkter und geheimer Wahl, Uebernehmen der Schullasten auf den Staat (eventuell dreiviertel der Lasten).— Diese Anträge wurden sehr eingehend erörtert, aber schließlich abgelehnt, für einige stimmten auch die zwei Freisinnigen. Alle diese Anträge werden als M i n d e r h e i t S a n t r ä g e an daS Plenum wiederholt� so daß dort in aller Oeffentlichkeit noch einmal Gelegenheit zu ihrer Vertretung gegeben ist. Die Frage der Schullasten soll übrigens noch gesondert von der Kommission be- handelt werden. Hervorgehoben sind hier nur die wichtigsten Fragen. Im allgemeinen haben sich unsere Vertreter die größte Mühe ge- geben— zum Teil mit Erfolg— kleinere Verbesserungen in daS Gesetz zu bringen und Schlechtes auszumerzen. Sie waren besonders auch bestrebt, durch da? Gesetz die Lehrer in der Ausübung ihrer bürger- lichen Rechte zu schützen. Dabei hatten sie die oben erwähnten Maßregelungen im Auge. Käme daS Gesetz so zustande, wie eS jetzt nach den Beschlüssen der Koinmission der Zweiten Kammer vorliegt, dann könnte von einem nennenswerten Forlschritt im Volksschulwesen Sachsens die Rede sein. Leider ist wenig Hoffnung, daß es so kommt. Die Re- gierung selbst hat den wichtigsten Aendcrungen gegenüber erklärt. daß dieselben für sie unannehmbar wären. Sie hat die Konser- HWtiven und sicher auch die Pair», die Erste Kammer, aus der Seite. Nach der Verfassung ist es möglich, daß ein Gesetz gegen den Willen der Mehrheit der Zweiten Kammer gemacht werden kann' Wenn zwischen Regierung und Erster Kammer Ein- Verständnis da ist, bedarf eS nur noch der Zustimmung eines Drittels der Zweiten Kammer. Auf diese Situation spekulieren die Konservativen und ihr Führer sprach das in der Presse bereits ganz offen aus. Zu dem Drittel brauchen sie nur drei Nationallibcrale, und sie erwarten, daß mindestens diese drei, wenn nicht mehr, das Gesetz iin Sinne der Regierung fertig machen helfen. Ans gleiche Weise ist auch das jetzige VolkSschulgesetz im Jahre 1873 gemacht worden. Was unsere Genossen tun können, um ein schlechtes Gesetz zu verhindern, wird nach wie vor geschehen. Auf alle Fälle sind im Plenum noch heftige Redeschlachten zu erwarten._ Hus der parteü Ein rheinischer Parteitag. In Bonn tagte Sonnabend und Sonntag der Parteitag für die obere Rheinprovinz, umfassend die Regierung»- bezirke Köln, Aachen, Trier, Koblenz und das Fürstentum Birten- feld. Dem Parteitag wohnte als Vertreter des Parteivorstandes Genosse M o l k e n b u h r bei. Es war genau vor ztvanzig Jahren, als Genosse Molkcnbuhr in Bonn in einer Volksversammlung reden sollte, als die Ber'ammlung von einer Horde Zentrumsleute unter Führung eines Kaplans unter landfriedensbruchartigen Formen gesprengt wurde. Große Heiterkeit rief es hervor, als aus diesem Anlaß Genosse M e e r f e l d- Köln, der im Namen des Bezirks- ausschusses den Parteitag eröffnete, an diesen Vorgang erinnerte und dabei mitteilte, daß er damals als Mitglied des katholischen Gesellcnvercins in jugendlicher Unwissenheit unter dem„priesterlichen" Kommando des Kaplans Dr. Hillmann sich unter denen be- fünden habe, die— Molkenbuhr niederbrüllten. Ein Jahr nachher habe er sich schon der Sozialdemokratie angeschlossen. Die von dem Parteitag gegen die Kriegsgefahr be- schlosscne Kundgebung haben«vir bereits mitgeteilt. Dem Berichte der B e z i r k s k o m m i s s i o n über das Geschäftsjahr entnehmen wir: In dem Bezirk, der die sichersten Kreise des Zentrums umfaßt, stiegen die sozialdemokratischen Stimmen von 00 8Lä auf 87 378 oder NM 26 653, während die Zentrumsstimmen um 3000 zurückgingen. Das wichtigste Ereignis ivar die Eroberung Kölns, des deutschen Roms. Die Organisations- arbeit hatte auch.sonst große Erfolge. Die Zahl der politisch Or- ganisierten stieg im Bezirk von 11366 aus 11869, darunter 1566 weibliche. Es fanden 322 Volks- und 308 ReichZtagswahlerver- sammlungen statt. 2 233 300 Flugblätter zur RcichStagswahl und 670 800 andere, ferner 21 000 Broschüren und 120 000 Agitations- kalender wurden verteilt. Tie Einnahmen des Bezirksausschusses bcliefen sich aus 19 936. die Ausgaben auf 18 896 M.; bei der Reichs- togstvahl wurdin weitere 16 617 M. ausgegeben. Im Bezirk gibt es in zwei Siadten sechs sozialdemokratische Stadtverordnete und in acht Landgemeinden 11 Gemeindevcrtreter. Als in O b e r st c i n (Birkenfeld) Genosse Fabcr zum Beisitzer in der Stadtverwaltung gewählt wurde, versagte ihm die oldenburgische Regierung(Birken- feld ist eine im Rheinland liegende oldcnburgische Enklave) die Bestätigung.— Der Fortschritt in der Frauenbewegung entsprach nicht dem. was hätte erreicht werden können. Dem Bildungs- Wesen wurde große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Jugendbewegung machte ersiln�vhe FortschriAe. lieber die R e i ch s ia g s lv a h l c n und ihre Lehren hielt Genosse H o s r i ch t e r ein großzügiges Referat. lieber die Rheinische L a n d g e m e i n d e o r d n u n g spracd Genosse M e c r f e l d. In einer einstimmig beschlossenen Resolution sprach der Parteitag für die obere Rhcinprovinz seine Entrüstung darüber aus,„daß die preußische Regie- rung und die reaktionären Parteien des Land- lages jede er»st haste Reform der Rheinischen Landgemeindeordnling zu vercireln suchen. E» spricht der EntWickelung der Verhältnisse Hohn, wenn die Regie- rung in ihren bisherigen Vorlagen alle Hauptbestimmungcn des Gesetzes von 1845, das für patriarchalische ländliche Verhältnisse zugeschnitten war, nach der inzwischen erfolgten industriellen Um- wälzung und nach Entstehung ganz neuer Volts- und Kultur- bedürfnisse auch in den Landgemeinden wiederum beibehalten und nur durch einige unzureichende Flicken verzieren will. Nicht minder verwerflich ist die Taktik der reaktionären Mehrheit des Drei- klassenhauses, den volksfeindlichen Charakter der Landgemeinde- ordnung unter allen Umständen zu erhalten. Der Parteitag wieder- holt darum die folgenden Forderungen, die schon im Jahre 1909 der Dürener Parteitag aufgestellt hat: 1. Die volle Einführung des Grundsatzes der Einwohner- gemeinde statt der Bürgergemeinde,- 2. die Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Verhältniswahlrechts für alle Gcmeindewahlen unter Be- seitigung aller Besitzvorrichte; 3. die uneingeschränkte Oeffentlichkeit der Gcmcinderatsver- Handlungen; 4. die Beschränkung des staatlichen Aufsichtsrechtes ans das Recht der Kenntnisnahme und der Beanstandung ungesetzlicher Ge- meindebcschlüssc; 5. Gewährung des Rechtes zur Einführung der Städtcordnung an alle Gemeinden über 5000 Einwohner; 6. Wahl der Bürgermeister und Beigeordneten durch die Ein- Wohnerschaft statt der Ernennung durch den Oberpräsidcnten." ES folgte das Referat des Landtagsabgcordnetcn Genossen Paul Hirsch über:„Die preußischen Landtags- Wahlen 1913". Genosse Hirsch polemisierte u. a. gegen den be- kannten Vorschlag Eisners und kam zu dem Schluß, daß wir im Gegensatz zu dem Eisnerschen Vorschlag die Führung im Wahl kämpf behalten müssen, sonst tritt bei den Fortschritt- lern dieselbe Schlappheit ein, die wir früher an ihnen so oft ver- dämmt haben. Den Wahircchtskamps müssen w i r führen. Der Minister Herfurth hat einmal gesagt, es werde die Zeit kommen, wo dem Dreiklassensystem der Todesstoß versetzt werde. Dieser Stoß wird erfolgen, aber nicht von oben her, sondern von unten, vom Volke! poliseilickes, ßcrichtllcbeo ufw. Von der objektivsten Behörde der Welt. AuS Halle a. S. berichtet man uns: Bei der Verfolgung des Reichstagswahlplakates mit der Aufschrift„Wählt Fritz Kunert", haben die Anklagebehörden großen Eifer an den Tag gelegt. Be- kanntlich wurde unser Parteisekretär, Genosse Iieimand, wegen Anstiftung zur Uebertretung des nlten preußischen Preßgesetzes vom Jahre 1851 zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er am Morgen des Hauptwahltages jene Plakate verschiedenen Genossen überreicht hatte, um sie in einigen Lokalen aushängen zu lassen. In dem Transport der Plakate über die Straße erblickte die Amtsanwalt- schast die Uebertretung, weil keine Erlaubnis zum Herumtragen der Plakate eingefordert worden sei. Tie HikHste Instanz bestätigte das gegen Reimand verhängte Urteil und man glaubte, die Plakat- geschichtc— es waren noch weitere Genossen wegen Herumtragens und AuAhängens der Plakate verurteilt— sei damit erledigt. Die Amtsanwaltschaft trat aber mit einer neuen Aufmachung der Pro- zesse aus den Plan. Sie ergründete nämlich, daß Reimand durch Abgabe jedes einzelnen Plakates eine einzelne Handlung begangen habe und deshalb noch vielmehr oder öfter bestraft werden müsse. Nach langem Erwägen stellte das Ge- richt am Montag durch erneute Beweisaufnahme fest, daß es sich bei Abgabe der Plakat«- um eine einheitliche Handlung drehte und Reimand freigesprochen werden mußt«. Preßprozeß. Bor der Koburger Strafkammer hatte sich am Montag Genosse K l i n g l e r vom dortigen Vollsblatt wegen eines Artikels zu verantworten, der die ungeheuerlichen Wahlschiebereien im 9. LandtagSwablbezirk kritisierte und die eigentümliche Auslosung der beiden Kandidaten feststellte. In diesem Artikel erblickte die Staatsanwaltschaft eine Beleidigung des damaligen Wahlleiters, Landratsaintsasiessor Dr. Feilsch und erhob Anklage. Genosse Klingler betonle, daß sich der Artikel ans die ganzen Wahlvorkommnisse bezog und eine persönliche Beleidigung des Wahlleiters nicht angenommen werden könne. Die ungeheuerlichen Wahlbeeinflussungen durch den„gewählten" naiionalliberalen Landtagsabgeordneten Gäkel stellte er unter Be- weis, ebenso die vorgekommenen TerroriSinusakie eines Fabrikanten gegen Angehörige von sozialdemokratischen Wahlmännern. Das Gericht lehnte diesen Beweis ab, da er sür diese kriminelle Tat nicht von Belang sei. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate Gesängnis und PublikalionSbefugnis. Das Gericht erkannte auf 300 M. Geldstrafe und die üblichen Folgen. Wahrung berechtigter Interessen wurde natürlich nicht zuerkannt. Hus Industrie und ftandel. Großbanken und Kriegshaussc. An der gestrigen Berliner Börse(wie auch an denen in Frankfurt a. M., Wien, Paris und London) erfuhren die urse eine Erhöhung, die bereits am Montag in Er- scheinung getreten war. Für die Grossbanken ergab sich dadurch die Möglichkeit, ihre Jnterventionskäufe einzustellen und die in den letzten Tagen erworbenen Wertpapiere wieder zu verkaufen. Wie daS„Berl. Tagcbl." berichtet, ist ihnen daS mit einem Gewinn von durchschnittlich fünf Prozent gelungen. Nimmt man an, dass die Grossbanken nur für 50 Millionen Mark Wertpapiere aufgenommen hatten. fo� stellte sich der Gewinn für sie in wenigen Tagen auf 2,5 Millionen Mark, ohne dass sie auch nur einen Pfennig Bargeld dabei eingesetzt hätten. Das wird nicht hindern, dass man jetzt schon die Jnterventionskäufe als gemein- niitzigc Tat im Dienste der deutschen Volkswirtschaft lobt und sie bei späterer Besprechung der Balkankrisis noch mehr feiern wird. Am Spckulationsmarkt erhöhten sich Montanpapiere um 2 bis 4 Prozent, Bankaktien um 1 bis 2'/z Prozent, Schiffahrts- aktien uni 2 bis Z Prozent(Hansa stieg sogar um ll'/z Prozent), die Aktien der grossen Elcktrizitätsgesellschaften um 2 bis 5'/z Prozent. Noch grösser waren die Kurs- steigeruugcn am Kassenmarkt. Selbst die Aiilcihcpapicrc der Balkanstaaten, Oesterreich-Ungarns und Russlands waren all- gemein im Kurse gebessert. Stur die deutsche Reichsanleihe und die preußischen Konsols fielen wiederum. Die zu- nehmende Versteifung am Geldmarkt zeigte sich in weiterer Verteuerung des Wechselzins um'/s Prozent auf i3U Prozent. Erhöhung der Kohlenpreise. In der BeiratSsitzung des Rheinisch-Westfälischen Kehlen- syndikatS wurde am Mon'.ag die bereits angekündigte Preiserhöhung für sämtliche Brennstoffe beschlossen. In einer offiziösen Darsicllung lvird betont, daß die Preissteigerung nicht vom preußischen Berg- fiSkuS, sondern von einem großen Teil der SyndikatSmitglieder an« geregt worden sei. Der Bergfiskus habe vielmehr die Auffassung vertreten, daß von einer Preiserhöhung überhaupt, mindestens aber entschieden für Hausbrandkohlen abzusehen sei. Da aber eine strenge Unterscheidung zwischen Hausbrandkohlen und Jndustriekohlen nicht durchführbar sei, hätte man sich auf einer mittleren Linie geeinigt, die auf Preiserhöhungen sür Kohle von 0,50 bis 1 Mark, für Koks von 0,50 bis 1 Mark und für Briketts von 0,50 bis 0,73 Mark geeinigt. An diesem offiziösen Bericht mutet sehr merkwürdig an, daß sich der FiskuS über die Möglichkeit der Durchführbarkeit seines Vor- schlags belehren lassen muß. Jedenfalls hat der Fiskus aber den Preissteigerungen für beide Arten von Kohle zugestimmt. Daß es ihnl»::it seiner Weigerung nicht sehr ernst gewesen sein kann, geht allein daraus hervor, daß das Gerücht entstand, der FiskuS selbst habe die Preiserhöhungen beantragt. Diese Vermutung wird weiter durch eine aus SyndikatSkreiscn stammende, bereits am Sonntagfrüh veröffentlilbte Zuschrift der„Kölnischen Zeitung" bestätigt, die eine Einigung in der Höhe der tatsächlich am Montag festgesetzten Preise„voraussagt" und hinzu- fügt,„diese Erhöhungen wird schließlich wohl auch der Berg- fiskus gutheißen, zumal seine Zechen an der Saar eine Aufbesserung der Preise dringend nötig haben." Die Sanktionierung der Preiserhöhung durch den FiskuS, dessen Interessen ebenfalls für diesen Schritt sprechen, steht aber in schroffem Gegensatz zu dem Versprechen, daß der Staat seine Mitgliedschaft im Syndikat im Interesse der Allgemeinheit benutzen wolle. In der Zechenbcsitzerversammlung wurde die Beteiligungsquote in Koks von82>/zProz. auf 85 Proz. heraufgesetzt. Die Anteile für Kohlen (100 Proz.) und für Briketts<35 Proz.) blieben wie bisher. Das Syndikat arbeitet also im kommenden Monat mit erhöhter Leistungs- fähigkcit.- Die Konjunkturaussichten werden vom Syndikat weiter sehr günstig eingeschätzt. Im September ist die arbeitstägliche För- derung und der Absatz an Kohlen und Koks weiter gestiegen. Die Förderung ist im zweiten und dritten Vierteljahr 1912 gegen 1911 um 11 Proz. gesteigert worden. Porzellankartell und Warenhaus. Die einfachsten Gebrauchsgegenstände deS Alltags sind Volks- wirtschaftlich die wichtigsten Produkte. DaS Element der Masse ist ja die Voranssetzilng des Alltagsgebrau-ds. Kommt nun noch hinzu. daß das Massenprodukt zur Maschinenarbeit, zur Arbeit deS Groß- betriebes geworden ist. so können wir die Wirkungen der Verein- barungen. der ProduklioilSzeiitralisatioii. des Syndikatsterrorismus und des Kartellpreiswuchers bis in die letzte Arbeiterwohnung recht deutlich zu spüren bekommen. Die Vorgänge in der deutschen Porzellanindustrie find mehrfaches Beispiel für diese Wirkungen. Die Vereinigung deutscher Porzella nfabriken zur Hebung der Porzellanindustrie machte schon im Vorjahre von sich reden. Sie führte nämlich ganz offen Spitzelgelder ein. Wer von den Mitgliedern der Vereinigung unter Beibringung genügender Nachweise eine Fabrik feststellte, die unter Umgehung der Verbands- bestimniunge» Ware verkaufte, erhielt 25 Proz. der verfallenden Konventionalstrafe, mindestens aber 500 M, als Belohnung l Die Vereinigung spannte von Monat zu Monat den Bogen straffer. Recht eigenartig war dabei, daß ihr von der O r g a n i« sation der deutschen SpezialHändler in GlaS und Porzellan eifrigst geholfen wurde. In der Porzellan- iudnstrie entfällt ein größerer Prozentsatz der Produktion auf geringe Ware, sogenannten Ausschuß. Diese Ware, die mit kleinen Fehlern behaftet ist, wurde bisher in großen Mengen an die Warenhäuser vcrtanft, die sie zu niedrigen Preisen in großen Mengen absetzten, so daß es gelang, auch in den ärmsten Haushalt das Porzellan einzu« führen, ivas natürlich für die Hebung des Konsums von außer« ordentlicher Bedeutung ist. DaS Publikum, a» die billigen Porzellan- preise der Warenhäuser gewöhnt, kaufte nun aber bei den SpezialHändlern diesen nicht mehr genug zu den hohen Preisen der ersten Sorten. Ilm den Warenhäusern den Verkauf zu unterbinden, drängten die Spezial- Händler die Organiiation der Porzellanfabriken so lange, bis diese erne Verbandsbestiminung schuf, nach welcher der Bruch und AuS- schuß im Jnlande überhaupt nicht mehr verkauft werden darf! Das Ausland bekommt den äußerst zahlreichen sogenannten Ausschuß so zu Preisen, wie sie die Warenhäuser hier nie erhielten. DaS gute Porzellan kauft das Ausland heute aber bei anderen t?ändern. Deutschland liefert nach dort zu niedrigsten Preisen nur die Masien- wäre, damit in Deutschland den Spezialhändlern das Geschäft nichl durch die Warenhäuser verdorben werden kann... Die Kartelldiktatur führte zum Auffliegen der Dereimgung oeur- scher Porzellanfabriken. Die Warenhäuser waren wohl daver oie eifrigsie» Mithelfer; beschlossen sie doch erst vor wenigen-lagen. die Reverse des wieder gegründeten, aber schwächeren neuen 41 er- bandes deutscher Porzellanfabriken n i ch t zu unter- schreiben, sondern die Kartellaußenseiter kräftigst durch.luitrage zu unterstützen. Dazu kommt noch als für die Warenhäuler günstigstes Moment hinzu, daß das österreichisch-böhmische Porzcllankartell sert längerer Zeit nicht mehr existiert. Nach dem 8 � vlterreichltchen Koalitionsgesetzes sind auch Kartellvcrträge unzulässig. Man schloß deswegen einen Kollektivvertrag zwischen deutschen und der oiter- reichiichen Organisation und außerdem noch einen zweiten, der zwischen der deutschen Organisation und den einzelnen österreichischen Unternehmern lief..Die österreichische Organisation flog auf. Die deutsche Orgonisatio» hätte an de» Eiuzelverträgen mit den großen böhmischen Porzellanfabrike» gern noch festgehalten, es ging aber nicht, weil eben daS Gesetz dazu keine Handhabe bot. Jetzt sind natürlich die denlschcn Warenhäuser, die ja ebenfalls koaliert sind, sofort auch an die böhmischen Porzellansabriken herangetreten, um mit ihnen Lief-rungs- Verträge abzuschließen...- Einstweilen liegen sich daS Kartell und die SpczialchNN» rlj der einen und die Warenhäuser mit den Außenwite«»?»»; böhmischen Fabriken im Rückhalt auf der anderen-seit«>* B Fehde gegenüber. Die Reguläre Porzellanprodullion Auslandsmarkt verdorben und die viclqerühmte oeiuHHHB« wird wieder einmal nach Möglichkeit geschädigt. Die Vertrustung des Kleinhandels. Vis jetzt hat sich im Handel, wenn w>r v-el. Die Beerdigung findet Donners- tag, den 17. d. MtS.. nachmittags 3 llhr, vom Trauerhause, Frank- surter Allee 80 auS. nach dem AuserstehungS-Kirchhos in"Beigen« see statt. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen -(E. H. 86, Hamburq).-- Verwaltungsstelle Berlin B. Am 12. Oktober verstarb unser Mitglied 237/10 Otto.lost. Ehre seinem Anbeuten! ' Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. d. MtS., nachm. 3 Uhr, vom UrbankrankenhauS nach dem St. SimeonSkirchhos in Britz statt. Schsllplsttsn Verleih-Institut. 1 L Auch nach auswärts. Prospekt gratis. Karl Borbs, Berlin 31 Neue Köni�trasse 38. Buchhandlung Vorwärts lilndenstr.<19. Das Bilder vom kommenden Krieg von 247/7* Wilh. Lamszus Preis I Mark. VtttNISjllMtt, 60 Quadrat- meter, für Gesang- und andere Ver- eine groffartig gelegen, noch an einigen Tagen(auch Sonntags) zu vergeben, Schönhauser Allee 3— 9a, 3. Hos.» tedlllllg! Bewilligte Bäckerei. AMuvg! Teste dem geehrten Publikum und Nachbarschast mit, daß ich unten- genannte Bäckerei käuslich übernommen und die Forderungen des Bäcker- und Konditoren-Verbandes anerkannt habe. ES wird mein Bestreben sein, dem Publikum in jeder Weise entgegenzukommen und gute Bare Acht-------- WM zu lieserm htungSvoll Karl Heß, Kleine Andreasstrafte Nr. 7. Sonntag, den 13. d. MtS., verschied nach langem, schweremLeiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger-, Großvater, Schwager und Onkel, der Zimmerer ßarl Wenkel im 58. Lebensjahre. 832b Um stilles Beileid bitten V1it«s Berta Wenkel nebst Kindern. Halensee, 13. Oktober 1912. Die Beerdigung findet Donners- tag. den 17. d. M.. nachm. 4 Uhr. °°n der Halle des allen Pauls- Kirchhofs, Seestrage, aus statt. aik?». Dktober, nachmittags '"'schlief nach langem, schwerem ckciden meine innig- geliebte yrau. unsere gute Mutter und Grogmutter üiiiia Peiisch Die» zeigen liesbctrübt, um stille Teilnahme bittend, ai, im Namen der Angehörigen io-'i Richard Peitsch. Pankow, Wollankftraße 72. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3>/. Uhr. von der Leichenhalle des neuen Pankowcr Friedhofes(Schön- Hölzer Heide) aus statt. Vorwärts-BiblioM Eine Sammlung voikstOmlicher Romane und Erzählungen Iii. Das Land der Zukunft Eine Reisebeschreibung von Leo Kolisch Mit einer Einleitung von Paul Göhre Preis gut gebunden I M. Göhre schreibt in seiner Einleitung unter anderem: „-- Da ist keine Seite, die langweilig zu lesen wäre. Von Anfang an packt er uns, von Seite zu Seite wird er interessanter. Immer lebendiger steigern sich die Erlebnisse, immer hingerissener hören wir ihm zu. Kein überflüssiges Wort; kurz, schneidig, klar, packend steht alles und jeder seiner Lebensgefährten vor uns/ Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 69 247/8* -Klndep. nanrung 'Krankenkost. Hsrvorragcnd bewährte Nahrung. Die Kindergedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. Fertig am Lager; BeW-ÄiiziigeCTßM Sraoi(iiHDTOK'49M fradt• Anzöge«-.Is: 40 m ieinkleider"iio5; 8«. Fertige schwarze Kleidung: l für Knaben und Jünglinge| in größter Auswahl Feine Maß- Anfertigung] in ca. 10 Stunden:: Baer Sohn Kleider- Werke. Chausseestraße 29— 30. 11. Brückcnstraßa 11. Gr. Frankfurter Ufr 20, Schöneberg, Hauptstr. 10. 'Xliichi Grolles 7" Format, frei Gelass jeder Etage, M. 8,25 pro 1000, ersten Senftenberger Marken voll gleichwertig. Michel- Vertrieb Xenkölln, Bergstraße 110. Achtung! Java!! zweite Eitrige Tollblatt hell, sehr gut brennend, per Pfand M. L—. Hamburger Rohtabak-Haus Filiale: Berlin KT., BrannenstraßeSS. Ich habe mich in Neukölln, Ber. liner Str. 58 als Spez.-Arzt für Magen-. Darm- u. innere Krank- Heiken niedergelassen. Röntgen- und clekwo-therapcutisches Institut. Spr. 10—11. 4—6, Sonntags 9—11. Poli- klinik 8-10. 163/14' Dr. Janghans, bisher 1. Assistent bei Geh. Rat Pros. Ewald(Augusta-Hospital NW.). Extra- Abteilung 1 1. Gesch.: Berlin W., Mohren- Stra8e37a(2. Haus von der| Jorusalemer Straße). [11. Gesch.; Berlin NO.. Große 1 Frankfurt. Str. 115(2. Haus) von der Andreasstraße). 1 Sehrgr.Ausw.fert. Kleider, I I Hille, Handschuhe, Schleier Istc. v. einfachsten bis zum I \ hochelegant. Genre z. äußerst: j niedrigen Preisen. Sonder- Abteilung: Baßanfcrtigang in 10 bis 12 Stunden. Reharaturen. Spez.: Unerläßlich saubere Mensur für Schüler. Tonverbesse- rung, aus Wunsch auch solche, die dem alt-italienischenTone täuschend ähnlich ist. Wejent- liche Borteile und eventuelle Ratenzahlung für Vorwärts- 'Abonnenten. Ungewöhnlich zehrende Anerkennungen. LmU 7ous8sint. Werkstätte für Kunsfgeigenbau in Berlin N. 24, Kl. Hamburgerftr. 17. Möbel Lohn 58 Gr. Frankfurter Str. 58 unweit der Kaiscrstraße. AM" Bitte genau auf Hausnummer 58 zu achten.'9(2 Möbel auf Kredit ZW" Riesen=AuswahI"WU Anzahlungen auf Stube und Küche: Mark 15 30 50 75 bis 35 bis-15 bis 70 bis 160 Moderne Schlaf-, Speise-, Herren- und Wohnzimmer jeder gewünschten Art von 40 B. Anzahlung an. Einzelne Mobeistücke von 5.71. Anzahlung an. Grüßte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit.-�(2 Liefere auch auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, resp. nach Uebareinkunft. Vorzeiger dies. Inserats erhält beim Kauf S M. gutgeschrieben. r o verkaufe ich n CO ? sowie Ohne jede Anzahlung PIANOS riü�'el... XIai'xiioniiizx&.si erstklassiges ftjx primiierl Slaatsmedaille, in ..-Po■hr-llra f.. a"eu Holz- und Stilarten, von wunder- .. iaD-iitat.. barer Tonlölle(Flügellon) gegen kleine monatliclie Teilzahlung.— Für jedes Instrument gewahre ich langjährige achriftliche Garantie. n gegen Kieme monauiciie xenzaniung.— rur /cuco j.iau.uuicui. gcnanie icn langjaonge«cl Im Ktmise NM. Berlin, finslmtlier Str. 1, Auch Sonntags geöffnet. BgEMWMgwwKTTifTTT■ Ecke ICurfUrston Strasse, im einen. Ceschäftehause. Tel. Ch. 10A10.* J »-s-„Vorwär4s"=Leser erhalten 10% Rabatt. 7� Kaufen Sie von Kavalieren getrag. Jackettanzüge, Rockanzüge, Paletots, Ulster, größtenteils auf Seide gearbeitet, von 9—18 M. Große Auswahl in eleganter neuer Garderobe. Gelegenheitskäufe in Damen-Plüschjacketts, Kostümen, Kleidern, hochelegant. Große Posten Pelzstolas in Skunks, Marder, Nerz, früher bis 200 M., jetzt 15—75 M.— Gelegenheitskäufe in Ehren, Ketten, fBingeu, ckfct'T EÄ9 Wäsche, Betten, DG- enorm billig.-Wg JTlOriiÄpiÄfZ H««' fAIfcoIToM�gle�ct�nk� S�rauz Abraham Btmli. 5teBBint-u.Römertrank-Koll, M 4. Bar tlvr. 8>, Fernsp. Kgat. 1 3708 � � Bestes alkoholfreie« Getränk. Berlin 0,Rudolfstr.i. Erscheint 2 mal wöchentlich. j BezugsqMeBlen»¥epzeichgi5ss| Untenstehende Geschälte empfehlen sich bei Einkäufen Damaschke. InvalidefiMr. 144. W_ ( UrheMer-Baklalduna} lHanihiiryerLaden.Cii«rl..U'al!3i.C9 � piokerp len,� �Hondltof.� Biotftnep's Großbäckerei Geschäfte in Berlin, Charlottenburg, Scnäneberg, Wilmersdorf, j Bohndorfs Buck.,K(iiii3il)er!)er«tr30 Paul Dellv, Markue.traBe 15. |örot-habrik„Vorwärt8" �I�rm»nntMrl�h�IiSpoi>io� PraazT��weTierl��äZeTifelltrS?. E. Freyer, Blameistr. 72, E. Martaailr Wüö.EDgeUeiÄÄ.. Verkauf in MilchgeachSftan Berlins Bekuat gwiacea. iL FUktte. Oeorg Gen». Wemelerstr. 20 IBIEEIHT 7S Ueachfitte in allen Stadtteilen Berlins und in Eixdorf. tlrKrlin Ort rt»ppel>5ac'SrKr«X'.rek.AJ»lberut.86 Kliict-GroObäckercl, Boßestr. 8. Emil Lieske, Grfiner Weg 122. Mattke, Gipsstr. 9 E. Mertfns, Keichenbergerst. 168. E. Martin, GleimBtr. 58. Frits Mülle, Gräfestr. 4. Altred Müller, ßrunnenstr. 87. Roman Nowak, Wicnerstr. 8. Friedrich Gate, Madaiatr. 10 Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andreanstr. 51 Bäckerei„Nordstern"' lob.! Onst. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen ittiard Klinke l'Ö. 5«. Arthur Roemer, Koltb. Dama 101 Walter Rohr, Anklnmerstr. 26. Mar Sr liier, Dunkerstr. 23. Otto Scüuildt, Adalbertstr. 27. Helnr. ScbubertBoxh. Chauss. S/B S I konki, We iüeau..HeiMnd.r(>nit. 1 1 Rieh. Schenk"Ä W. A. Sdirelcr, Urbanstr. 81. H. SpIUmann, Grüner Weg 115. Gn.lar Tanpln, Prinzen-Allee 61. Carl Tennert, Schleaisebestr. 19. Tiinken Filialen in allen Stadt- lUrfidll teilen. Josef Ullrich. Mantcnffelstr. 103. Voiksiirott.fi.mLk Fehmarnstr. 10 Mirbachstr. 13 Häaeieratr. 11 E Häselerat. 16 E flfarfiChpiJ' Hir. 3. Kön i;i in EIm älfth«t.7b Carl Henze, Aadreasitr. 55, Reinigug. BaMiflne�Ä«"9 M. Zysr.arski, Alt Moabit 82 mmiitU i.»»- BierbPaiiereien.Blorh. Akt-Brauer-PotsdamEigNiederl. Berlin SW, Tempelhofer Ufer- 15 Bnndtoburg s. H.,WilhelBidorftr.t.llO Spez. Potsd. Stanzenbier EöHEEiTEifl � CjBsrpenhandlunBBBj u�Tlloefer, Kotibuser-Damm 79 1 uliUfrst. 77, Admiralst.S. Dresdenent.lJJ Klein, Wilh.Ä��' J. Nothmann, NW 87 Turrastr. 59. G AS.Peterke, SO.Kottbttscrstr.M. W. Schuster Nf., Neanderstr. 28. Alb. Werner, Ecke£h»kri. Aekerstr SIMM i:!=ä! feinste Qualitätsbiere. Bnuerci Tivoli Weif' u Mal1 Bier-Brauerei, Fruchtstr. 37 Caramei- Weifsbier fast alkoholfrei, erfrischend, bekömmlich, Berliner Wcißb.-Brnuerei C.Willner Deulsclie Bierbrauerei Ä.G. Berlin-Pischelsdort_; Grotcrjans Halzbicr.Schstk.-iiife iio.T.m,$013 C.Habels Brauerei hell— Habetbriu— dunkel. Unser GoSdbiep ist nicht nur ein Erfrischungsgetränk, sondern such ein Gesundheitsbier ersten Ranges. Berliner Onions-Braiiefei, Berlins. .uisenlirauer;! TC'e l'ßensco. Ufnnilt �bormerstr.S�1 _ Wcuuj[ HI. Ackerstr.1 f/KhilälSICr Otto Winkler, Nannynstr. 73. E. Wolff. Grüner Weg 75. Arkooa-Bad, Anklämer�Btr�IT HL» cm d Landsbergerstr. 107 JESiaX* Oollnowstr. 41. Bürgsrhad Canitz-Bad, MünzstraBe 2. WeufcSln Anzengruberstr. 25, ) Neukölln, I Münchenerstr.St. Bad Frankfurt, Gr.Frkft.3tr. 136 Lieferant s&mtl. Krankenkassen Bad Friedrichshain, UagdibAlUelS Badeanstalt, IISReuheide 18. Bad Hnfelaud, Hufelandstr. 45. Kntser-FHedrlcbs-Bed.Chsrl.t Bk ßrigifliil LotiiauisQ Bad früher Münscl, Wallatr. 707t. hatiouctl-Bad, Brunuenstr. S. Bad Ostend Ost-Bad, Pillisadcnstr. 76. Passage- Bad Äu'�- Reform-Bad, Wiener Str. 65. fiö�f-Sad-foTtw™?*- Sil esia sÄ" c""sT riKtor>Ia-Baei v: Kottbuser Damm 75 FrledrichWilhelmsbad ('hausseestr. 87._ R. feuuCeT�tSauer Berkholz, Köpenickerstr. 70. Lzmgfe, A. E., BruDnenstr. 167. Liepe, Sohöneberg, Grnncwaldsir.SO. Meyer(P..Nkllii.,B©rlineratr.49— 50 J. Ch. Polhnann, Lolhringerstr. 60. A ßoydeistraße 15. I\dvllCf H, Lief. allerKaaseu Fr.Schulte, Adlershof, Bismarckst.S Wende, A., TÄ34" Zmmhz J Beei-bR�Txnst,, Sargm.") JlrediovvUoriwalXnrTtnrTiberTtä Otto Büttner, Neukölln, lUoiibaiiDjlS!. BFtrrhnr Nklli.>BobenzollernpI.ll . riiukl Buckow a. Hiid. Knateiiiem. M3I PDCilS Fnu�urter-AIIee 170 Hnniadi.tl'eilwieerrenzUgerFrom.lui Hfekel.Fr., Gr. Hamburporst. 37 Gast. Nobert, Potsdamerstr. 115a H. Peterraeler, Strelitzerstr. 8. Peter-Schley, wllh., Zoisoneiilr.il. W. 0r!lE!|.Nau.!!,r.f&k.28. ( Beleucht.-Begenst. 1 "(irtmer1S'5?Tä ■■ an 4er Harkneetnie Büttner. X., Danzigerntr. 9«. W. Schröder FÄ.f.. Keiner! Otto,'aeriöinsurar.' 88. Rotc�oder�Schönct�JlsTP� � Bctttadern u. Betten j Q. Behrends, Nenk. Knenebeckslr. 106 Eullnskl.rebrbellinerstr. I, E.Scbönb.A Lötven-Branerei vorzügliche Faß- und Fiaschen-Biere. Sdiulz, Herrn., Öclioaleinstr. 23. WMMWMM?. VIctorla-Brauerel Wlctorla-Saagerbrau Weissbier, C. Kreithaupt, Palisndenstr. 97. Tel.-A.VII, 2634. f BlumerTTziid" Kränze � Oskm�töe�bis��ötTerstrür"� Bank, K,, Ankloneretr. 26 K. Arkcnipl. F. Deqzr, Hnl.Kzis. Friede Sl. So, Berget. 6b O. Hahn, Neukölln, Hermannst.70 Gl ailPOnt Brunnenatr. 63 . liflUI Gill p.ienbnrjerilr. 11 Gustav Mal, äefifttÖzsnkl Allee 177. F. Müller, Danzigerntr. 27. Girtnef. A.&F.Meitzner.Äldl.KIngMiril. .Ww.RntschkaNklliJlermnnnst.62 Topf pflanzen illor /• rt Brlk,Ruaower«tr. 92 93Tel.8eak. 1 34 ( Butter, Eier, Käsa J IBuUerüandlung J. F. Assmann __ 20 Filialen in Berlin 01_ DrefKronen d.ä� Fried. Giiseke, 7 Filialen. c Damenkonfektion Neukölln, Bergen. 133. Gelegenheitskäufe- Dor.browskyCk�J,ut8,n ' Anfenig. Back Uäi | Xotibascrdijnm 76 ■««»»«■»�■••BnuuieBair.31 Oskar H'oiurgJruDStr. 56. c Drogen n. Farben D Reinh. Assmus, Geriohtstr. 10. Gustav Bersng, Woidenweg 80. A. Diepow, Tsuroegonemtr. 12. Hneberleln. Trept, Grseu-Banehiitr. Kl ahn, H„Nklli.iLnlsar-Frie4ricluk33f K0eSetl8Ck-Dr0ö.,Herm.Onnlt,119. KröningsAdler-Droccrie.Ksalentr.?. P,Lebrke,KotibceerDanim31-32,F»rIua Alfr. Marsch. Culmatr. 37. Rsthsus-Drogerie.N'klli Cenzsilr. 24. Prinzenstr. 103 Alf,'e- _ Holtmann Fr Schlussnuss, Licbauerntr. 22. Hugo Schultz, MüIIerstr. 168s.. Hyg.Gummiw., Photogr.-Artlkel. Werder-Drogerie, BritnUdevnrsL 5s. Weissbach ft Fischer, Belletlbuceikll Zobel, Georg, N, Ackerstr 50. ( Elsen- ii. Stahlw., WafÜ� Aln, 0.,Mklln.,KoiRer-Friedrich»t.6 Otto Anders, Kotibueerdamm S W. Allner, Mulackstr. 24. Beatel,C.,Boxh-,NcuGBabnh.8t.26 Herrn. Braus, Landsbg. Allee 149. 'Hl j*" Grüner Weg 49 Wrangelstr. 59. Emil Braun, Aidreuat 75 KekeBmL G. Brucklacher, F. Beutel, Nklin.Kaiser-Frie drstr. 7 7 Flank, K., Bpnndui, 8ckcievsl4uiti.34. Carl Jung, Stromntr. 31. Franz Pfeifet, O.Frankf. Allee 139. lungbiuth, Bennaoodi. 172. H. Hockstroh, RühIiiiann.P.,Müller6t. tob, E.Soest Sellach,Th.,Nklli.,HannanDstr.48 E.Tlmro, Schleif..Waldemaratr.tS In. Wiisdiiil! S' R ArtharWelgelgm1- Iii NU UlniRigp Alexandfinenntr. 14 HlU nclllldl Beichenbergeret.lOO (Inh. Otto Janke). Q Fahrrisl.� Währoaach.) Gnsinde, Rieh. Sn. fietsfliinaDD'JcÄiÄÄ O. Gleich, NoBtölln, Hohenzollernpl. 7 R. Orieger, Charl., Cauerstr. 19. F. Gutsdimiedt, Koloniestr. 32. Heluridi Höhne, Skalitzerstr. 97. Janik, C. K3Pterni?gker" Fr.JentÄCk,K«tiba.DMiB3l,Flei«cb,Wiir«t. Blmmiff Fleisch- N. Wurstw. . liiillliy Manteuffelstr. 10?. Helnr. Jodnnaun, Ziethenstr. 41. Max Kailer. Ziethenstr. 27. Wilhelm Kitz, Kniprodestr. 118. Priiz Klein, Kottbuserdamm 12. Fritz Klesse, Markusstr. 31. Bruno Keller Hu�n�.u. Otto Koch, Alte Jacobstr. 17. Fritz Koebke, Kl. Andreasstr. 11. W.Eorte.Ncuk.Wildcnbruchsi.54,T.748 Bruno Kusche. Fruchtstr. 28. Emst Kolbe,0. 112. Weichselstr.lS A,Krainin1Äga�&»« M.Kops, Eeinitktnd,, Residenutr. 154. A. Lange, BrinickdMcbsrnwrberstt.l 13 ßob. lindner, �emouSr.a Wilhelm Liebherr weg"1". Fr. Llnderaann, Emdenerstr. 45. August Llncke, Alte Jscobstr. 26. Emil Lindlgkeit, Micbjclkitchilr.8. Lochmann, Malplaquetstr. 32. Innhkn Inh Rostockerstraßo 43. LUlDEE, JOD. Fleisch. u Wurstfabr. Aug. Maar, Sshulstraße 103. AUrk.Fleischkons.,. Nklin ,WsrthMt73 ErnstHäckler, Nklin., KicbirdsL31-t>. BLMunerabcrger.Nklln.Kannerilr,!« R. Müller, Pankow, Wollankst.101 Paul Nuss s,llrpiB3t8 PtaCh Frankfurterstr. 13. , butdaus K> Norden Lrunnenstraße 52. vadstraöe 65 Ghausseestraße 55. Dresdnerstraße 120 Beiße, Rud. Chausseestr. 66. M. Grund 177 8Efl.8D{-[eiitralBwr,,,l","': FeinbergswfgJt Hut-En gr.-Lager,Boih.,fl»rberst.24. A. Lcmaitre.Wilandrf.Bf rlint rsl.l 31. Rieck, Em. Ww,.«. Wurstfabr., Landabg.- ____ Allee 180, 8pz. Rull.- 6chink..Nußschink.,ScbiD)[(>nspeck Riedel, B.1 Ilermannstr. I Rodewald, FnuLAlNtB T.Kst.3209. Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.l? Herrn. Raucfabeld, Ziethenstr. 13° A Rehmet, Uoab.,Perloberger8t. 2 W. Segllng, Christburgeratr. 43. Max Schlack, Langestr. 67. Th.Sdieunemann, Helmholtzst-L Otto Schmalzl, Jahnstr. 1. L.Scfaramm�ndnriir.ia.T.HpI. 11707. OttoSchleusencr, Nklin. Htiuent. 8 itolilioftErtsS koppenstr. 93. 'urst- Gesch. Aag.Szczygiel,NkllB.)TeQpit7.erriL110 Otto Schreiber faüFßilTeilitiaQi Lolnoann Neue Schönbaueer-Btr. 11. I 9 40 Filialen * in Berlin und Vororten August Holtz �ebätte' Kosmalla, E., 4g�tt. I � 48 eigene Detailgeschäfte Lcwllz�rth ,�A!la�7?erm»un�6v Fahrrad-lIaQs.Frischauf Brunnenatr. 35. Gründung und Eigentum der radfnhrenden Arbeiterschaft. E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Sehersberg, Beinickenlf. Hnsasst. 9. Max Schubert Stergsrd.FIelscli-ZeBtnlt.Sttrgirderst.Ot -pbiiriag. Fleisch- e. Warst-Febr. ä F. Sommermeiin, BoihsgnneracH E.Trapp,Wersuentislc,Waldenun tr.lt Techerbner, Strallmannatr. 8. HaxTümmel,CtariBtburgeretr.24. Karl ünte Utzlg, Paul, Koppenstr 28. G. Vettin gr7ün0i w5ef Tonnitr.Sl brcsdpnerst.lSS Wilmeradorfet- Str. 121 Grate Frsekfirler Sir. 120 FrnnkliirierAlleelSl Sckoabg., Haiipuir.22 Leser dieser Zeiteng 6«, in bnr. Scboerr, Herrn., Wilmsrnd.-St. 46. IfoeioBe F Kottbuser- «f 5-1 vamm 1819. Zum Hutwinkel S. Kohle, ChaaeeeeBtr. 85. � KaHee-SpezInlgesch.) Unerreicht!! lupf, pro Pfd. Edel Mais-Kaffee Marke Mal-Ko kienersldepot Norden. Cbeuseestr. 1 16. iFernspreeher Amt Norden 594> 9;i64| Filialen SW. Gneisennnatr. 194 ind BldchersttaCe 14. Bei Abnekine von 5 Ffnnd frei Esia. f Kalfee-Surrogate � Otto Goetze.Eelibnserdaiui 16111 Hof. c Kaufhiueer D L Aleianiier 3 Co.. Baöslr. 55. aonnapg Berniianl"uu»""• Kaufhaus FFiedeoayfitißiest. 48 Liefert d. EonaumgenoesenBchft. B. Mm 3 Co. f Kohlen, Koke, Brikett«) W.Fieper Hoch- ireisterat. 131 Siemen, A. R» Kublinbhf, Wedding Karl Werner, Nenk. Götheetr.lO f Kolonlelwaren I Babel A Hauke, Wilnnekeretr. 47. G. Behrens, SchönebergAkazienstr.g Budach, Franz, O, GoBlerstr. 33. Oeorg Burow, Stromatnße 39. Og. Feiet, Nkl., Weseratr. 4. A. Fiedler, Köpenick, KiggelkStei. FahrTd.,SdtaIlpltt.Weilenbnrgst.47i W.Mallozdiky.Oberbaumat.s, Bsp A.Techow,NkIlB.,Sckillerproiienede28 Fürberelen, HUNachesr. � Üroß-Dampfwäscherel „Spreenixe" Berlin SO., B'orateratr. 5-8 Ttdelloe« Weeehe! Billigsie Preise' Ch. Engelhardt Neukölln Filialen In allen Stadtteilen GroB-Berlina. Warschau er Fleiscfa- n. W urst- Centrale, Warschauerstr. 83 A- Wenzel, Woldenbergerur.30 Neukölln Filialen in allen Stadtteilen. Nord-Deutsche Fleisch-Zentrale t. ZinuncrnuB, Secstr. 78, Gninsulr. 40 Paul Zwnrg, Landaberg. Allee 136. Emst Ziffer, Oderbergeratr. 37. c Gla« u. Porzellan J Fritz Gernll, Beuseeletr. 75, Cressener- Slr. 18. Kppemikuatr. 19. Niedarbaraiaslr. 16. r'g�Conkordiariyfl DJ. L Hansa Schröter, R. 43 UcrhaufsttelUn llhly&Wolfram Ii »» O. IMäeSe** Färberei o. ehem. Wäscherei 1 f. Herren- u. Damengarder. Läden In allen Stadtteilen| BerUn.RIxdorf, Schöneberg 6 —Barnim..... am«, G. Krüger, AVeiSenburgeratr. 79. �O�m�mp�i�prechmT) W.BedserlCklb|.,Wilotrsdcrlsni.ll7 c Haar-ArtiKei ) Berliner Zopf-Zentrale Inh. Rieb. Müller nur KottbuserStrasse I Spei. Champon, Frlsier-Salon Unterricht in allen Fächern Ast d. Aaacncs gewibta 10°/, Rabatt Rob. Kortmaun, Bckeavtldtrstr. 38. H-Nlzdorf.Frtaklarteikll. 1 97, 5°,„Hab. C (J. Kullid. Kärh., Näscherei FlICuuUrAdoirstl. WeKenbnrgerst.tl Svioeainnderslr. 56, Widdlngstr. 9 M»U«rl#a.Seakolla,Hera)iaBMr.37-38 Altb�sJ�snF����doaarsirlö. �TOiLWERCF� Gold Silber Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch _ ihr Aroma. ���Flavhhandlsingaa�� C.Dittmann BarunÄ.42. Wigklef&88r{hold.a�75 f Flalachep. u. Wuratw.} Jul. ÄiiiaDöowilz G1s.cr?w5er- Q. Amllng, Neukölln, Eleenstr. 74 August BlrnsteiaDunkerstr.78. flososl Sienefl Aug�ADe.». Haus- u. KQohenge»öte Spandan, Scbönew.St. 92 , Emaille. Glas, PoncIlu.Laaif. a0ll(SiniU2rlGOaÄ..Wa�blu. R.StQtzefWascfag., Nannynstr 91. c HerreR-Artlkel J Wilhelm Behr Wuratfabrik, Spedt- und Scbinkensalzerel. |Berlln-Schöneberg,K»!onaeut57-58 ■ Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. HJBodi.Neakölln, Kaiser Priedrlclut. 19. E, FlörBckßÄÄicb Krause, WiIb.,Mlln.,TIcnn,-St.l68 Ad. Mahnke Nordring, Brunnenatr. 84. A.Samuol,O.Mirbachst.62,8cbinBe. Scholz, Osw-�hÄ-Wl Max Schulze, Hocbmeisterstr. 6. (�Haprewu.KffbengTd.) Bad6tr- 26, Ecke • Prinzcn-Allee. Besser, Julius, Nkllc., Bergstr. 19 L,G.,V}Ua-enUU- Cy! lax, VJ., dUdtteUea. Ferd.HaliD.Eerlln Ferientiifger»t7>a Seiffpri iä rilial. In berlm OCIU' H, Fi., ,lnci Vororten Fordar- Sie W esenber� Anton Buchbetm, AllenzMiaerelr. 13. A. Bentele, Thaorstr. 21. K. Christ, ElbingeratraBe 58. Darf«, O., Finowatr. 5 DaüzigerFieiscli-CeDtrale - Danziger Straße 14- kkIM-MD-süM znni SeHislkosteDpreis+ Charlottenburg-Wilbelmsplatz Neukölln, licrg»ir. 2t Mitgl.d.Wahlvercina W. Dörr. Schivelbeineratr. 27. August Fenger, Grilnauerstr. 8 Vl.vrledmann, Nkllx ,-Tarihozlr.7. Fr. Oerlach, Tauroggeoerstr. 1 a. j Onatav Glrra, Waldeinarstr. IL Rob.QIeue.Waiteasee.Gut.AdoIfatr.U OttoCwrubeHocbsi.V i Laake* Slupeckl, Scbouk-Allee 76 e Marrne? Nkll«., Bergstr. 44-45 IBallUa, J, fertige n, Malhcbneidere!. Rnsi>4>r Mü T Schneidermeister, llOöUll, niuAKUla., Berget 3021. Lager fertig jtndnacb Meß. Julias Ealomon, Brunner-r. 30. JCr>!mll FriedenauRboinstJ) . Ol/llüll Vorz. d. El. 6°» � HBte. Wlfllaen ea, Pelxw.l Hermann Haaae,luvalidenät.l29. Gaege,Otto Ch�Ir0guen Paul Gaege, Spandau. Inc U o 1■ L'o Af chl-n. Kolonialw. JUa.ndUKC Bergmannatr. 95. Heerma.H.,Nklla., Hermanns t.172 Karl Huhu, Schererstr. 9. Korn, Hugo Lüdtke, H., Fruchtstr. 67. G.Laupidiler, Turmstr. SO. Gus.Meyer, Uelmh.-St. 19,Wittst.-St.l. C. Neugeoaucr Ober-Schoneweide F. Pflugmacher, Colonnenstr. 48. JiLPgDierv�vTuÄe1� Mmi fl*�fcnSrrheLr«UH: VIlIHblililLy n# Mirkih Dorolheenpl. Thieke, Nachf., Prinzenstr. 10. R. Wendler, Reinickendorf erst. 6. B. Zyczyoskl, NenkolIiiPia«ierilr.59 � Wöbelmagaalne J Daehne, F., Ki., Neue Jonas3tr.36. J.Deutmann,Gelegenbtgk.Bea4eI§ir.21 Wim. Babbert, Brunnen- Str. 162. Geppert, Faul, Zossenorstr. 32. vi eiser, A.,»Ä G Hacjce, Wilheiwshs veners tr.20. König, A., Skllo., Berlinerst r. 102. Ilera. Kogel HemlÄ.«. Küchenmöbel BtrlinrrKiiehrnmöbel-FaMk NtufKönigst. 31-32, T. VII 474': Lange, Maxs�Ä�uve6 Damaschke. Inralidenstr. 144. D.Gaoz,Nklln., Hermannstr- 1981 Gold mann, SpMdin.Schrsxalderit.Si. R.Hagemann, Ksstasi�n Aileei. ä'/JL ÖFHL Schonh. Allee 89 lEInsel Verktnf z. tngre, greises Lese�ieiiBDgä�JUball I Bergstr. 52. Hormannat. 18 t Herrn. Kärrner,.Cöpenick. Ernst Müller, Tohoverstr. 59. Petersohn. Osk., UQlIerstr. 151. Schmidt, Gebr., Fennatr. 59. FrißSdiiott Moabit, Waldstr. 34. Sommer, W»h, N, Sebenb.-Allee 85 £ Schirme u- Stöcke j Jehnlchen,Nklln..Kaii.Frie4r.-Str.l6 G, Schleuaaner, Warschauerst. 8« c Seifen ___ D Heidke, Paul, Burgsdorfstr. 13. Gast. Banse, Eleasaerstr. 9 a. f Tepplcha n�jardlnenj Gardlnenh. Bernhard Sthwarfl Berlin, Wallatr. 13(dreizehn). Itlöbcl-Gelegenbcit Anklam, Charlottbg., Wallatr. 59. MöbelKurrns Waldeinatsirate 131.64. Hugo Mob, W. 57, roledaserair. S2c. fJooinaiaÄriÄioo-, tmi? Hutlar' Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 34_ Schmidt, Otto SiBbBhy.W.etTtS�. A. Schalt er, Ob.Scliöneveide,£4uout.5i Schwanke, Rixdf..Hermhnn8tr.229 j;», sciwiz f Dhron m. Goldwaren J OttoBickeUÄrn�1- A.E.DeikeÄÄ"9 Gustav Schoder Fabrik modaruer Goldw. u. Uhren Haaptgeacfa. S.42.0ranienst.I55 56 I. Filiale W. 80. Lfltzowstr. 80. II.„ Sch6neberg, Hanptat. 142 Mä*EUcrnuähn,CksH7.!(ehriagifr7l 6. Max Busse BrS,tr' EUingbauxen, Gebr., Griaerveg 46 Faaue, S„ Kottbuaeerdamm 98. P. Cädtke, Elbl.-Str. 40 E. Alt lesMl. J. Gebhardt EÄ» Ernst Gräber, Brunnenstr. 78 Kniebuscb.W.« Frft. Chsussee�t Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, WUh., Kottb.Danim2?. Nolte. K, Simon-Pachstr. 13. Waldemarslraße 72 , EckeManteuffelstr. Ch.Texuiigkeit,EUaßerbtr. 21. ( Kdi>el-T ransDort � p!K3er!!!äe!»enraii.7i.l.Kr:-i 41 36. Krüger, Reiebenb. 8t 16. Tel MpI.8S07 Helnr. Kaufmann, Lioienst, 143. J. Lange, Ritterat. 96. Mptz. 4193. Paul Schur, G.a.b.EJDitkMnzU.Bg.32. C Molkeretnn Helnlcke, WUh., Markgraf end. 27. Fritz Hühner, Schliemannstr. 11. Kohle, W., Lichtenberg, Usgemti. 59. Kramer, Rieb., O.KmprlucutrST/IS Kühn, Oswald, MüUeratr. 131. Ups, Chamissoplatz 8 Loaaier, G., Warschaner Str. 5. Luckner.Fellz, Nllla.,Weichiel«t.7 Karl Mercier» HuttensiS HMiillaf. Gebe aufWar.5»»R. .mUllcr Tegoleret. I II 7002. l|i'| I n, r Kottbuaer Damm 31 i mbllCl, U. Eena.SLI551Kaeiebeekatl8 Priebe, E., Boxhag.-Chaussee 22. A. Rambold, Prinzen-Allee 16 CarIRobra,Langbanaetr.58a.l48. Willy IM Runge, Otto, Nhile.Uermannat 35. A. Sägebartb, Eehrbelliaer Str.24. Schaelder.F�Nklla.KalBer-Erieä.StlS Scbeffler, Carl, Badetr. 16. Fritz Scheel, Schwedteratr. 47, Scblentber, Em», Huttenstr. 7. Rudolf Spremberg,Wörther8tr.l. 1 WUh. Thomas, Beiaickend. Slr. 54 Otto Türk, Gubenerstr. 11. Willi Wegener, Poseneratr. 5. FnlzllfflÄr O. Golladi, rstbaserit29.LRaiiailent ßSSilch Schmidt Neukölln Hermannstr. 53, Hermannstr. 93-06. Brunnenstr. Ii 2. fl _»Brunnenstr. 81| juhzow, Job., Müllerstr. l a. EmllQuadeH�Ä O. Srbaruow, Oranienatr. 43. R.Schmelz, bJÄIri« Scbönemann, Q,SUln.,Berl.-St,73 Scbumacber,G.,Tegol,Berl St 5a. Max Storch, Elhiageratr. 100. A.Treuner, ü'i'b!'.!rirak.Bu,bEtr)tr.lt, � PHotogr. flteTier»""� W. Scharf, KoaenlalerTtr. Elzuierstl � Papier- u, Schrefbw. J O. Procbuow, Sklln- HerasiMir. 69 SeldIer,LoaU,Xklln. Bergstr. 42. c Pfand.elhon Lsnger,Vkaage>atr.92, B>>lig«t7«rbaaf. Schmidt, Fennstr. 3 ( Photgr. Apparate) Hugo Schult* Eig Artikel ah.atlegenhntakaufe Znremba.Welnbtrgiwfg t. IJiiia.8532 D C Brunnenatr. 18 und Filialen. __ Ein:eiverk.i.En.]r.-Preia OroSd., Zur Sonne', P.freadeaberg {jnfelB-, We»«., TrlkotT) Puppen PD 7iorh-Af Sehönhaascrl . n. Ziero«, Alleo 179 ���estörhöndlunge�J LuiscFrömel, Gr eifswaldcrstr. 199. _ Jj! JibKS Cbausaeestr. 67. Carl Braun KCmmer' 5. N. Gardcis 5 Georgi, Ernst s�SlI Hoppe, E., Scharnweborstr. 62« Julies John Juncker, H. Carl Klein, Höchatertr.l 6, N-O'8. Robert Kutsche, Gubenerstr. 56. Fr. OliweUkl, AJfs Jalatotr.>31. liltOD Scilüßr Alto Scbützenst.» Hehrm"»,McyWMvbli'lb.i«,rSb2L L, Schneider, Weberstr 61. Albert Vogt f Wild u. Oeftagel Prima Legehühner t sowie Bettfedern: Geflögelimporthaus Nsukölln, Ki— aebeckstrafle 103. C.Dittmann P.Hildebrandi�Be0;� Bofien Prodit dät Schmidt, E., �psQ(tsu,FIavel8t 19 ZastroWvUDdsbgrguillssiiT.pi� ( Zahn-Ateller l �g"od,,»kl.!',,°''\«tkU;rnnan"..s6 O.Hmer W.»iBmaUlu.i.io 1)7X4 7473 H#nbruA,Hetj,.1fuUi«6Wr.i-c7l «• RowiWEI K0rber,O.,)Up|ei4erf.Cka«asuait.3C6 H. Liudekc, Waneiiaueratr. KL izi-i Sen!i£'®brkenslr. 22. Witte. Max Äa« W.Wettatädt, Stralsunder atr. 12 Verantwortlicher Redakteur: Alfred Mielrpp, Neukölln. Für'den Lnieratenieil verantw.: TH.G»»!ke.>vertin. Z>ru«tt5.>Lertag: iLorwart« Buchvruderri u. ve rtagSanjtatt Paut Singer u. �«eriin SW. Hr. 242. 29. Injjrpig. 2. KtilM des Jon» W Cftlititt lollielilotl 16. WM 1912. eine Reitljsverbandswaffe. Ein Don Dr. Franz Ludwig, dem Hauptgeschäftsführcr dcZ RcickMerbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, verfaßtes Buch„Kommunalpolitik und Sozialdemokratie", das der Verfasser »m Vorwort den btergerlichen Parteien als„solide Waffe" gegen die Sozialdemokratie anpreist, wurde im„Vorwärts" als ein „Schwindclwerl" bezeichnet. Das geschah in einem Artikel, der über einen früheren Führer der demokratischen Partei in Mul- Hausen lElsah), einen Rechtsanwalt Dictz. berichtete, daß dieser bei einem Hausvertauf die Interessen des Besitzers zu vertreten ge- habt, aber vom Käufer nach Herabdrückung des Kaufpreises eine Provision angenommen habe. Im Anschluß daran wurde gesagt, der„so schwer komproinittierte Ehrenmann Tietz" habe in Mül- hausen im Jahre 1908..die Abschwenkung seiner Parte�mit den liberalen an die Seite des Zentrums und den LügenfeldzUg gegen die Sozialdemokratie mitgemacht", aus dem„ein gewisser Dr. Franz Ludwig das„Material" zu den in dem reichsverbändlerischcn Schwindelwrrk„Kommunalpolitik und Sozialdemokratie" nieder- gelegten Verleumdungen geschöpft" habe. Schließlich wurde noch bemerkt, daß,„wie dieser Dick bei Lichte fast alle die Gewährs- Icute und Kronzeugen jenes Belämpfers der Sozialdemokratie in der Kommunalpolitik aussehen". Ter Rcichsverbändler Dr. Franz Ludwig ging gegen den„Bor- tvärtS"-Rcdakteur Gen. Mich. Barth mit einer Beleidigungsklage vor rind erzielte vor dem Amtsgericht Bcrlin-Mitte, daß Barth, weil dem Kläger Unwahrheiten oder gar bewußte Unwahrheiten in seinem Buch nicht nachgewiesen seien, zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Daß auf Freiheitsstrafe erkannt würde, hatte der Kläger, der selber ein Mann der Feder ist und selber in seinem Buch schwere Angriffe gegen andere gerichtet hatte, durch seinen Rechts- beistand ausdrücklich gefordert und mit den Vorstrafen begründet, die Barth wegen Prcßvcrgchen schon erlitten habe. Auf die von Barth eingelegte Berufung mußte gestern das Landgericht Berlin I durch Strafkammer 9 unter Vorsitz des Landgerichtsdircktors Neuen- feldt das Urteil des Slmtsgcrichts nachprüfen. Der Angeklagte hatte wieder WahrtiritsbeweiS dasiir ange- boten, daß Ludwigs Buch nicht nur aus Mülhausen, sondern auch aus Offenbach unwahre Angaben über die Tätigkeit der Sozial- demokratie in der Genieindeverwaltung bringe. Vor dem Land- gericht wiederholte er die Erklärung, daß die unwahren Angaben sogar wider besseres Wissen gemacht worden seien. Die Abschnitte des Buches, in denen der Verfasser dartun will, daß in Mülhausen und in Ofscnbach die sozialdrinokratischen Gemeinderatsmehr- liciten von parteipolitischen Erwägungen aus und nicht zum Wohle der Gemeinden sich betätigt hätten, ivurden verlesen, ebenso ein gegen die Sozialdemokratie gerichtetes Flugblatt, das im Jahre li.08 dem„Mülhauscr Tageblatt" beigelegen und nachher dem Dr. Ludwig niit als Material für sein Buch gedient hatte. Einige der von dem Zlngeklagten vorgeschlagenen Zeugen waren nicht ver- nommen worden, weil sie Gemeindcbeainte sind und die vorgesetzte Behörde die Erlaubnis zur Aussage nicht erteilt hatte.' Die Aus- sagen der übrigen Zeugen, die kommissarisch in ihren Wohnorten bereits vernommen worden waren, wurden verlesen. Durch die Vernehmung hatte bezüglich Mülhausens festgestellt werden solle», ob die Angabe des Luowigschen Buches wahr sei, daß unter der Herrschaft der sozialdemokratischen GemcindcratZ- nichrheit die Schulden der Stadt von 6Vj Millionen aus 28 Millionen gestiegen seien, und daß man durch die Errichtung des MonuincntalbrunnenS, der einen Arbeiter darstellt, die Herrschaft des Mannes mit der schwieligen Faust habe symbolisieren wollen. Von den Zeugen hat Obcrregierungsrat Ka»ser-Metz aus seiner Amtstätigkeit in Mülhausen, wo er in den Jahreg 1902—1908 Bürgermeister war, bekundet, daß für die Aufnahme einer Anleihe nicht nur die Sozialdemokraten, sondern auch andere Gemeinde- ralsmitglieder eingetreten sind. Die Aufstellung des Brunnens tvar keineswegs von den Sozialdemokraten, sondern von anderer Seite angeregt und dann von ihm selber(Kayser) unterstützt worden. Reichstagsabgeordneter Genosse Emmel-Mülhausen stellt fest, daß die Sozialdemokratie im Gcmeinderat schon 1906 die Mehr- beit wieder verloren hatte. Di« Schulden, die man selbstverständ- lich nur für gcmcinnützijze Unternehmungen und für werbende An- lagen Ivic das Elektrizitätswerk gemacht habe, feien bis 1907 nicht auf 28 Millionen, sondern auf 20 Millionen gestiegen. Für den Brunnen seien nicht mal alle Sozialdemokraten eingetreten, z. B. mich er(Zeuge) nicht. lieber die Zustände in Offcnbach tvar unter anderem Genosse Ulrich-Offenbach vernommen lvorden. Seine Aussage ging dahin, daß Ludwigs Behauptung, der Bürgermeister Bring sei von den kleines fcirillcton. Der Kapitalismus und die Kokotte. Nachdem Werner S o m« Bart, der Geist- und Erfindungsreiche, das Judentum zum Vater de« modernen Kapitalismus gemacht hat. gibt er nunmehr dem ne«- geborenen Kinde zur Pflegemutter— die Kokotte. Das.Weibchen" bildet— wie er in seiivm Esiay über den Luxus im Ancien Rögime („Die neue Rundschau", 12, X) behauptet— die Triebfeder des Uixuriösen Lebens, das im Zeitalter des Frühkapitalismus einsetzte mit dem ersreuliwen Ergebnis, daß das Geld massenweise.unter die Lcuie kam". Dieser neueste Versuch Sombarts. das Pferd bei dem Schwänze aufzuzäumen und die abgeleiteten Formen des ge- fellschastlichen Seins zu dessen leitenden Kräften zu machen, anstatt sie— was die einzig wissenschaftliche Methode ist— aus ihren materiellen Voraussetzungen zu einwickeln, enthält übrigens eine ganze Reihe von amiHamte» Kulturbildern, um derentwillen eS sich überbaupt lohnt, von ihm Notiz zu nehmen. Paris und London— zwei Zentren der Kultur von damals— waren auch die Hauptmärkte, auf denen die„kleinen Fräuleins mit der inittelmätzigen Jugend"«inen der verlockendsten und begehrteste» Artikel bildeten. Die heutigen bürgerlichen Zeitungen mit ihren „Heiratsannoncen nebmen ück sehr züchtig und tugendhast ans gegenüber den damaligen Adregbüchern der Kokotten, die— es handelte sich um das XVIII. Jahrhundert— in London und Paris regelmäßig erschienen und, wie es sich gehört, reihenden Absatz fanden. Londoner Kalender zeigte nur dre besseren Kokotten an und beschrieben sie genau nach Gesichlsbildung, Manieren, Talenten usw. Der P iriser Almanach war etwas demokrmischer und einhielt die Adiesse» der Mädchen„aller Art und aller Klassen". London zählte 60 000 Freudenmädchen oder sogenannte Matressen. Pari« etwa 30 000 Mädchen und 10000 Mätressen...... Der Geldaufwand, der für diesen Luxm-artikel alljährlich ge- macht wird, war geradezu enorm. An der �lntzs marschierte der französische Hof. Die Liebe zur La Balliere hat �udwig XIV. zur Erbauung von Beriailles getrieben; aus seines Vaters kteinem Jagd- sck-loß von Versailles hakte er die ersten Rendezvous mtt ,hr gehab,: .Dort auf dem Waldhügel sollte die Geliebte ihre« Herrn Zauber- schloß aufsteige» sehen." Der Bau. AuSichinückung, Moblierimg. Wasserkünste und Gürten von Versailles haben dann etwas über 100 Millionen Frank verichlungen. Madame de Poinpadour, die andere Liebe des Sonnenkönigs, hat i» 19 Jahren nachweislich über 36 Millionen LivreS verausgabt. Die Nachfolgerin dieser üppigen Dame, Komiesse du Barry, wartete mit einer Gesamirechnimg von etwa l2'/z Millionen aus....... Dieser Liste der galanten Ausgaben deS HofeS schließen sich ähnliche Rechnuiigen kleinerer Sünder an. Die Verschwendung des Naiionalvermögens dauert ungeschwächt fort, bis der Orkan der Revolution der schmarotzenden Gesellschaft ihr Lebenslicht(oft»m wonlichen Sinne I) ausbläst. So wenig war übrigens der vor- sozialdemokratischen Vertretern in der Gemeinde aus Partei- politischen Rücksichten beseitigt worden, nicht zutreffe. Aus fach- lichen Gründen sei seine Wiederwahl verhindert worden; hinterher habe sich ja dann auch gezeigt, daß unter ihm eine starke Korruption sich entwickelt hatte. Ulrich verwies bezüglich anderer Behaup- tungen des Ludwigschen Buches auf eine Broschüre, die er(Ulrich) über die Tätigkeit der Sozialdemokratie in Ofsenbachs Gemeinde- Verwaltung veröffentlicht habe. Teile dieser Broschüre wurden vor Gericht verlesen. Er fegt darin dar, daß die Budget- und Finanz- Wirtschaft der Sozialdemokratie durchaus zum Wohl der Stadt ge- Wesen ist. Der Verteidiger,.Rechtsanwalt Hugo Heincmann, nahm in seinen die Berufung begründenden Ausführungen für den Ange- klagten den Schuh des 8 193 in Anspruch, der ihm in dem Urteil der ersten Instanz versagt worden war. Der Sozialdemokratie sei der schwere Vorwurf gemacht worden, daß sie in der Kommun,alver- waltung das Parteiwohl über das Gemeinwohl stelle. Da habe Barth als Redakteur eines sozialdemokratischen Blattes die Pflicht und das Recht gehabt, diesen Angriff abzuwehren. Zweifellos he- stehe hier zwischen dem Redakteur und den von ihm zu verteidigen- den Personen das sogenannte Auftragsverhältnis, das nach der Rechtsprechung die Voraussetzung der Zubilligung des Schutzes von 8 193 sei. Im übrigen sei aber auch der Wahrheitsbeweis ge- führt, daß Ludwigs Buch Unwahrheiten enthalte und leichtfertig zusammengetragene Angaben bringe, so daß man von„Schwindel" reden könne. Jenen Mülhausener Monumentalbrunnen habe Bürgermeister Kayser selber als Kunstwerk zur Aufstellung emp- sohlen. Mülbausens Schuldenlast habe der Stadt werbende An- lagen verschafft. In Offenbach habe bei der Bürgermeisterwahl die Sozialdemokratie aus sachlichen Gründen im Interesse der Stadt sich gegen Bring erklärt. Dr. Ludwig, der in seinem Buch bei der Besprechung dieser Dinge leichtfertig mit der Ehre anderer gespielt habe, dürfe sich nicht wundern, daß eine scharfe Abwehr er- folgt sei. Der Angeklagte sei freizusprechen. Als Rechtsbeistand des Klägers führte Justizrat Stolte aus, daß der Wahrheitsbeweis für die Behauptung, Ludwigs Buch sei ein„Schivindelwerk", nicht habe geführt werden können. Ter An- geklagte sei zu bestrafen, und zwar mit Gesängnisstrasr, weil eine Geldstrafe nicht ihn selber treffen würde. Der Kläger Tr. Ludwig suchte den Vorwurf zurückzuweisen, daß er sein Material leichtfertig zusammengetragen habe. Er habe z. B. auch amtliches Material benutzt. Der Angeklagte Genosse Barth hob hervor, daß der Kläger z. B. bezüglich des Monumentalbrunnens sich aus den ihm zu- gänglich gemachten Protokollen der Gemeinderatssitzung besser unterrichten konnte. Das Urteil wurde mit einer sehr ausführlichen Begründung verkündet. Zweifellos sei in dem Artikel dem Dr. Ludwig der Vorwurf gemacht worden, daß er in seinem Buch wissentliche Un- Wahrheiten bringe. Dem Angeklagten müsse der Schutz des 8 193 versagt bleiben, weil dieser bei der Wahrung nicht von Allgemein- interessen, sondern nur von individuellen Interessen gewährt werden könne. Es bestehe hier kein Auftragsverhältnis, kein besonderes Band zwischen dem Redakteur und denen, deren Interessen er wahr- nehmen zu sollen geglaubt habe. Die Parteizugehörigkeit allein genüge nicht, ein Sluftragsverbältnis zu begründen. Auch der Wahrheitsbeweis sei nicht geführt. Denn es genüge nicht, Un- richtigkeiten in dem Buch nachzuweisen, auch die Wisscntlichkcit müsse nachgewiesen werden. Nun habe zwar die Beweisaufnahme ergeben, daß verschiedenes in dem Buch objektiv nicht ganz richtig ist. Das gelte besonders von Urteilen, die der Verfasser bringt, z. B. bezüglich des Brunnens. Zluch die Angabe über Mülhausens Schuldenlast sei objektiv nicht richtig, denn diese sei nicht auf 28 Millionen gestiegen. Aber daß diese Angaben bewußt unrichtig, daß sie„Schwindel" waren, sei nicht nachgewiesen. Zu verkennen sei nicht, daß eine gewisse Tendenz angenommen werden konnte, wenn nur die Höhe der Schulden angegeben wurde, ohne daß dabei zu erkennen war, wie weit sie»»»erbenden Zwecken dienten. Aber auch hier sei die Wissentlichkeit wieder nicht nachgewiesen. Aehn- lich seien die Unrichtigkeiten über Offenbach zu beurteilen; nirgends sei der Wahrheitsbeweis bewußter Unrichtigkeit geführt. Der An- gellagte sei zu bcstrasen. Seine Absicht, zu beleidigen, gehe schon daraus hervor, daß in dem Artikel die beleidigenden Ausdrücke „Lügcnseldzug" usw. durch Fettdruck hervorgehoben seien. Für das Strafmaß sei mildernd zu berücksichtigen, daß das Buch Angriffe enthält, vou deren Unrichtigkeit der Angeklagte von seinem Stand- punkt aus überzeugt sein konnte. Strafschärfend falle ins Gewicht, daß der Angeklagte als Redakteur schon Vorstvafcn wegen Bc- leidigung erlitten habe. Es liege aber kein Grund vor, auf Frei- heitsstrase zu erkennen. Eine Geldstrafe sei ausreichend, doch müsse revolutionäre Luxus eine Lebensnotwendigleit der kapitalistischen Entwickelung, daß umgekehrt der Kapitalism»lS erst dann kräftig ein» setzte, als durch Niederreißung der feudalen Schranken eine produktive Verwertung von angesammelten Geldkapitalien in größerem Maßstabe möglich geivorden war. Und wenn mit der Niederwerfung der Kokottenherrichast auch einige Manufakturzweige hart mit- genommen wurden,— es sei nur an das Schicksal der Lyoner Seidenindustrie erinnert— so hatte das für die Gesamtentwickelung ebenso wenig größere Bedeutung, al» der Kokottenluxus für den Kapitalismus früher förderlich geivesen war. Der Kapitalismus ist doch schließlich ein viel zu ernster Geselle, als daß er seinen Sieges- lauf durch den Salon der Kokotte zu nehmen gezwungen war. Ei» neues Mittel gegen Unfruchtbarkeit. Ruf dem Pariser Kongreß für Chirurgie inachte Dr. W o r o n o f f«ine aussehen« erregende Mitteilung. ES ist ihin gelungen. Eierstöcke eines Schafs auf ein anderes, zuvor des gleichen Organs künstlich beraubtes zu verpflanzen, das dann ein Junges warf. Dr. Woronoff zeigte den Kongressistcn die aufgepropften Organe, und einige Kollegen, die seine Versuche zu verfolgen Gelegenheit gehabt hatten, bestätigten seine Angaben. Daran knüpfte sich eine Diskussion über die An- ivendbarkeit verselbcn Operation beim Menschen, wobei einigermaßen phantastische Meinungen entwickelt wurden. Die Herren stritten sogar. ob die Uebertragung nur zivischen Frauen gleicher Rasse oder gleicher Hanlfarbe möglich sei. Man sollte aber wohl ebensowenig wie über uugelegte Eier über unausgeschnittene Eierstöcke streiten. Jedenfalls ervnliet die Mitteilung Dr. WoronoffS die Aussicht auf eine Kom- plikation der Familienverhältnisie und scheint zu der, wie das römische RechtSiprichwort bezeugt, ewig unsicheren Vaterschaft noch eine Streitfrage der Mutterschaft hinzuzufügen. Indes werden die Leute, die keine Coupletdichter und Posseusabrikanten sind, ruhig abwarten, ob die Entdeckung so fruchtbar ist. wie sie inachen will. Muftk. BolkSfreundliche Konzerte. Man tut gut. nicht gleich jegliches Konzert„volkstiunlich" ju nennen, das sich so gibt. Doch von dein, was«in Konzert zu einem wirklich volkSlünilichen macht, siudet sich einiges bei nicht wenigen Bcranftaltungen unseres gegen- lväriigeu Musiklebens: mäßigere Preise, Verzicht auf gesellschast- lirtieii Esseki und dergleichen. Da mag die eingangs verwendete ve- Zeichnung passen. So vor allem für die mehrfachen Veranstaltungen des B l ü t h n e r- O r ch e st e r S. Es hat seine„Großen Sinfonie- Konzerte", und zwar jetzt mit„Oessenilichen Hauptproben", also einer da« gesellschaftlich Schlichte begünstigenden Einrichtung(die nächste Probe ist Sonntag, den 20. d. M.. mittag«). Es hat seine Wagner- Abende upd insbesondere seine sonntägigen Konzerte mit buntester Programmschüssel. Am letzten Sonntag gab'S u. a. eine Erinnerung an den vor kurzem verstorbenen französischen Altmeister I. M a s s e n e t; ein paar französische Lieder von ihm wirkten trotz sie wegen der Schwere des Vorwurfs, der einem Schriftsteller mit dem Wort„Schwindelwrrk" gemacht worden sei, auf 290 M. bc- messen werden. Die Verhandlung war für den Kläger nicht gerade ruhmreich. Erwiesen ist auch auf Annahme des Gerichts die Unrichtigkeit mehrerer von Ludwig öftentlich verbreiteter Behauptungen. Bc- -strafuna ist dennoch einaetreten, weil dem Kläger geglaubt ist, daß er bei der Verbreitung der unwahren Behauptungen die Wahrheit nicht erkannt habe. Sonst wird verurteilt, wer unwahre Tatsachen verbreitet, hier ist der Kritiker des Verbreiters der Unwahrheiten verurteilt. Wenig schmeichelhaft für den Kläger, daß danach ge, richtlich gegen ihn festgestellt ist, daß er unwahre Behauptungen verbreitet hat und ihm bei der Verbreitung der Unwahrheiten die Fähigkeit gefehlt hat, die Wahrheit zu erkenne». Soziales. Das Amtsgeheimnis im Ministerium des Jnnektl. Das Organ der deutschen Betrie'bslrankenkassen, die„BeiriehZu krankenkasse" bringt in seiner Nr. 18 folgende kleine Notiz: Leipziger Bcrband und Ministerium des Innern. Ein Arzt hatte an das preußische Ministerium des Innern eine gegen den Leipziger Verband gerichtete Eingabe eingereicht. Das Organ des Leipziger Verbandes(Nr. 36) ist in der Lage, bis inS kleinste gehende Mitteilungen über die Form und den Inhalt dieser Ein- gäbe zu machen. Dem Herrn Minister wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als festzustellen, wie die» möglich ist. Oder stehen etwa Registratur und Archiv des Ministerums deS Jwnern dem Leipziger Verband von AmtSwegen osscn? Ein Arzt, welcher nicht zu den Honorigen des Leipziger Ver- bau des zählt, schreibt im Vertrauen auf das im Ministerium geltende Amtsgeheimnis eine Eingabe. Kaum war diese Eingabe von der Post dem Ministerium überbracht, so war schon das Organ der Aerzteschaft in der Lage, den genauen Inhalt dieser Eingabe mitzuteilen. Wo bleibt da das Amtsgeheimnis? Doch der Minister: wird nichts„feststellen", wie die„Betriebskrankenkasse" meint, son- dern ruhig weiter wursteln. Die Aerzteschaft, wie auch die Herren 'Apotheker haben ja ihre Kollegen in den einzelnen Ministerien gut untergebracht und sind dank dieser guten Verbindung immer ig deje Lage, sich auf„dem Laufenden zu halten". Verstoß gegen die guten Sitten. Die Firma Rudolf Misse in München engagierte für die Ge- Ivcrbeschan eine'Anzahl Verkäuferinnen zum Vertriebe der Kala» löge und amtlichen Führer durch die Ausstellung in München. Eni» gegen den Bestimmungen des Handesgesetzbuchcs— sechs wöchentliche Kündigungsfrist und Gewährung einer. scchswöchentlichen Krankenunterstützung— schloß sie mit zeder einzelnen Verkäuferin jeweils Verträge vom 1. bis 16. bzw. 16. bis 1. laufend, die immer wieder erneuert wurden, so daß, wenn eine der Äerkäuse- rinnen erkrankte, die Firma zur Leistung des Krankengeldes nicht verpflichtet war. Das Kauf mannsgericht München er- klärte diese Verträge als gegen die guten Sitten verstoßend. Darauf erklärte sich der Vertreter der Firma bereit, die eingeklagte Summe von 96. M. vergleichsweise zu zahlen. Lohnverhältnisse der Unfallverletzten. Bei unserer heutigen Rechtsprechung wird oft auch der Av» beitsverdienst eines Verletzten mit Unrecht als Beweis für die ein« getretene Besserung der Unfallfolgen oder der Angewöhnung an den Zustand angeführt. Deshalb ist es wichtig, daß auch einmal ein Schiedsgericht anderer Meinung war. Der Bauarbeiter P. zu Sossenheim hatte durch. einen Betriebsunfall eine völlige Versteifunz des Zeigefingers der rechten Hand zu beklagen und erhielt seit Jahren eine Teilrente von 10 Proz. Die Berufsgenossenschaft hob aber nun die Rente wieder auf, weil nach Gutachten ihres Ver» trauensarztes eine wesentliche Besserung durch langjährige Ange- wöhnung an den Zustand usw. eingetreten sei. Vor allen Dingen sei auch die„normale Entlohnung" des Verletzten ein genügender Beweis dafür. Der Verletzte konnte nachweisen, daß sich der Finger gar nicht gebessert hatte, völlig versteift, nicht mehr zur Faust eingeschlagen werden kann, im Winter auch vor Kälte durch einen Verband ße- schützt werden muß. Das Schiedsgericht zu Wiesbaden verurteilte die Genosscnsckmft zur Zahlung der Rente, weil der verletzte Finger ein„direktes Arbeitshindernis bildet". Im Urteil wird sehr richtig ausgeführt:„Die Lohnverhältnisse sind nicht aus- schlaggebend, denn die Unfallfolgen würden sich bei einem Wechsel älterer Weise wie etwa« Neues.— Dirigent Bruno Weyersberg machte Freude; er hältS mit dem Temperament. Weiten Kreisen etivas wie eine häusliche Musikstimmung zu be« reiten, verstehen die SonntagSkonzerte des Schiller- Theaters. Regelmäßig zwei Kammermusiken und dazwischen Lieder. Die Auswahl meist vom„Bewährtesten" I Ein Tenorist niit auffallend weichem Ansatz der Stimme, Paul Reimers, wirkte noch animierender als die Jnstrumentalisten, deren meisterliche Soldität keine Wagnisse liebt. Etwas exklusiver sind die Kammermnsikabende der Trio-Bereinigung. an deren Spitze der Violinist Felix Meyer steht. Sie hat. wohl weil unsere bisherigen Konzertsäle noch immer nicht genügen, den etwas unpraktische», aber durch mittlere Größe günstigen Festsaal der Großen Landesloge(Eiscnacher Straße) genommen. Auf dem letzten Programm stand ein Quartett für Klavier. zwei Streicher und Klarinette— also eine seltene, doch besonders interessante Zusammenstellung. Das Werk ist von dem Bundes» dirigenten der Arbeitersänger F. Bothe. Referent hatte sich den Besuch deS Konzerts daraufhin eingerichtet, kam aber infolge einer Verschiebung des Programms nicht mehr zurecht und konnte sich nur noch von kundiger Seite berichten lassen. Danach enthielt das Quartett nach einem ersten Satz, der einen etwa?„auseinander- gehenden" Eindruck machte, noch drei Sätze, die durchgehends voll« klingend und erfolgreich gewesen sein sollen: einen lyrisch-schönen Liedsatz, einen scherzoartigen Walzer in fünfstufiger Tonleiter und eine mehr wohlklingende als fonustrenge Fuge. vz. Notizen. — M u s i k ch r o n i k. Das erste der zwei GewerkschaftS» Hauskonzerte findet Freitag, abenos Vjjg Uhr. im großen Saal des GewerkschaftshauseS statt. Das Programm enthält Kammer» Musikwerke und Lieder von Beethoven. —® o r l ej u n g e n der Freien H o ch s ch u l e. Die Empor- znchtung deS McnschengeschleckitS heißt ein VortragSkursuS, den Dr. Eduard David Mittwoch, nbeudS 8� Uhr. Niederwallstr. 12 b-üwnt.— Zu gleicher Zeit beginnt der Vortragszyklus M. H. Baeges über das Thema:„Wie erkennen wir vie Welt?" im Dorotheenstadtischen Realgymnasium. — Eine Gedenkfeier zum' hundertjährigen Geburtstage Hermann v. GilmS veranstaltet am Sonntag Leopold Thurner »in Archttekteiihalise. Zum Schluß des Abends heitere Dichtungen von Schonhecr. Krancwitter. Thoma. ... J- Parsifal in der Spielhölle. Die Deutschen streiten sich darüber, ob der hl. Gral bei uns auch in Zukuifit nur an semer bisher einzigen Kultstätte, in Bayrenth. zelebriert werden darf. In Monte Carlo denkt man praktischer: dort soll daS Werk noch diesen Winter aufgeführt werden. Das nervenschlaffe Anxus- und Roulette- pubftkum und das senile Dekadenzlverk des großen Zauberers scheinen Berührungspunkte zu haben. deS Arbeitgebers sofort wirtschaftlich nachteilig bemerkbar machen, ohne daß der Rentenempfänger in solchem Kalle hierauf einen An- spruch auf Wiedergclvährung der Rente gründen tonnte." Diese Entscheidung ist sehr zutreffend und auch sicher der Absicht des Ge- sctzgcbers entsprungen. Leider hat das Reichsversicherungsamt ent- gegen dieser Absicht seine Rechtsprechung von Jahr zu Jahr vcr- schlechtes,____ Gerichts- Zeitung. Methylnlkohol-Prozest. Tas Reichsgericht verwarf gestern die in dem Methyl' alkoholprozeß von den drei Angeklagten eingelegte Revision Eine Kindcsaussehung lag einer Anklage zugrunde, loelche die ledige Puharbcitcrin Martha Sirgwanz vor den Ztrasrichtec führte. Die aus der tlntcrsnchnngshaft vorgeführte Angeklagte wurde am Ll. Mai d. I. Mutter eines Kindes, und zwar in der Wohnung einer Hebamme, die sie gegen„Leistung der Hausarbeit" angc- nomine»- hatte. Nach zehn Tagen mußte sie dann mit ihrem Kinde das Haus verlassen, trotzdem sie vor Mattigkeit fast zu Boden sank. Da sie arbcits- und obdachlds war und sich auch mit dem Kinde auf dem Arme keine Arbeit suchen konnte, irrte sie Tag und Nacht mit dem Kinde durch die Straßen Berlins. Mit dem in schmutzige Lappen eingewickelten Kinde, welches vor Hunger schrie und schließ- lich nur noch leise wimmerte, kam die Angeklagte schließlich nach Britz, wo sie, einem plötzlichen Entschlüsse folgend, das unglückliche kleine Wesen in einem Kornselde niederlegte. Ihre Hoffnung, daß vorübergehende Leute durch das Winseln des Kindes aufmerksam würden, erfüllte sich auch, denn das Kind ivurde bald darauf von Passanten gefunden und dem Waisenhause übergeben, wo es sich noch heute befindet. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte, mit der man nur in gewisser Beziehung Mitleid haben könne, es nur einem glückliche» Zufalle zu verdanken habe, daß ihr Kind nicht einem qualvollen Hungertode ver- fallen sei. 8 Monate Gefäugnis. Tas Gericht erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Die Annahme, daß die verzweifelte Mutter im zurechmmgs- unfähigen Zustande gehandelt habe, liegt so nahe,' daß die Per- urtcilung überraschen muß. Butterfälschungcn. Zu dein Bericht in Nr. 240 über die durch den- Butterhändlcr Schwancbcck begangene Buttcrfälschuug werden- wir darauf auf- werksam gemacht, daß sich die Fabrik zur Herstellung der sogenannten „Betrugsmargarine" nicht mehr in der Dircksenstraßc, sondern in der Schlesischen Straße befindet. Die Margarinewerke Berlin und deren in der Dircksenstraßc befindliche Berkaussnicderlage stehen zu dem Prozeß in keiner Beziehung. Prozeß Wcingärtner vor dem Reichsgericht. In dem Prozeß Felix Wcingartners gegen den König von Preußen, vertreten durch die Feneralinlcndantur der Königkichen Schauspiele, erkannte gestern das Reichsgericht auf Zurückweisung der Revision des Klägers gegen das Urteil des mit dem Kammer- gericht verbundenen geheimen Justizrats vom 26. März d. I. Der Klageanspruch ging dahin, daß der von Weingartner mit der Gc- neralintendantur abgeschlossene Vergleich, wonach er während fünf Jahren in Berlin und innerhalb eines gewissen Umkreises nicht öffentlich auftreten darf, als ungültig anzusehen sei, weil er gegen die guten Sitten verstoße._ Gcschäftsschlusi für Barbiere. Zwcidrittcl der Inhaber von Barbier- und Friseurgeschäfte-n- in Salzwcd-el hatten beim Regierungspräsidenten in Magdeburg gemäß § 4lb der Gewerbeordnung beantragt, zu bestimmen, daß in Salz- wedel an den zweiten Feiertagen der großer Feste l Weihnachten, Ostern, Pfingsten) die Barbier- und Friseurgeschäftc vollständig für den geschäftlichen Berkehr geschlossen sein müßten und daß auch außerhalb der Geschäfte ein Betrieb nicht stattsinden solle, also auch keine Bedienung von Kunden iu ihrer Wohnung. Diesem- Ankrage kam der Regierungspräsident durch eine Bekanntmachung vom lö. Marz 1916 nach. Die Strafkammer in Stendal erklärte die An- ordnung für ungültig und sprach die Barbiere Locw �«nd Hoppe frei, welche am zweiten Weihuachtstage Kunden in deren Wohnung bedient hatten. Tas Kammcrgericht hob am 16. d. M. das Urteil auf und ver- wies die Sache in die Vorinstanz zurück. Begründend wuvdc aus- geführt: durch seine Bekanntmachung habe der Regierungspräsident ausgedrückt, daß an den erwähnten Feiertagen weder in den Ge- schäften, noch bei den Hnastunden ein Barbier- und Friscurbetricb stattfinden dürfe. Tas Habe der Regierungspräsident in Ueberein- stimmung mit dem Anträge von Zweidritteln der beteiligten selb- ständigen Barbiere und Friseure von Salzwedel festsetzen dürfen. Tic Anordnniig halte sich im Nahmen von 8 41b der Gcwerbcord- nung und sei rechtsgültig. Wann werden die Barbiere und Friseure iu Berlin sich zur Durchsetzung einer hinlänglichen Ruhezeit aufraffen? eerfräg ein, so fragt es sich, ob hiekAu Jne«chriftfoikm'erforkerliH ist, wenn der Vertrag»och länger als ein Jahr läuft. Das Reichs« gericht hat diese Frage mit der Bestätigung eines Urteils des Ober» landesgerichis Posen am Freitag verneint, weil der Eintritt des neuen Mieters aus Grund einer Abtretung der Rechte erfolgt, diese aber der Schriftform nicht bedarf. Es ist hiernach d:e vorzeitige Äündt- gung eines langfristigen Mietvertrages nicht statthaft, auch wenn beim Eintritt des neuen Mieters tein neuer schriftlicher Bcrtrag geschlossen wurde, sondern der Vermieter nur mündlich sich mit dem Eintritt einverstanden erklärt hat.(Aktenzeichen III, 305/12.) Leseabende. Zehlendorf. Heute Mittwoch, den 16. Oktober: Vortrag des Ge- noyen Dr. Wilhelm Grumniach:„Gesundheitspflege in Haus und Familie".__ WittcrungSnberficht vom IS. Oktober ISIS. Ktationm � S 5 2= Swinemde, Hamburg Berlin Frankf.a.M/77V München>771 Wien 7K4iNW 768NW 766 N® S« 768 W Settel 3 heiter 3 wölken! 4 bellet t Regen 4 halb Bd. 3 bedeckt «:«■ Ig Stationen .= 2 c BS HaparanW 765,13 Petersburg 7 66, still Zcillh 772, still Aberdeen Paris 765!S 771still Wetterprognose für Mittwoch, den 16. Oktober ISIS. Nachts kühler, am Tage wieder ziemlich mild und oielsach heiter, aber veränderlich mit leichten Negensällcn und lebhasten südwestlichen Winden. Berliner Wetterburea». WasserstandS-Nachrichte« der Landesanflalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Ist zum Eintritt in einen bestehenden Mietvertrag Schriftform erforderlich? Von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, weil oft vorkam- inend, ist die Frage des Eintritts eines neuen Mieters in einen bestehenden Vertrag. Nach§ 566 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bedarf ei» Mietvertrag über Wohn- und andere Räume der Sck, ristform, wenn er für längere Zeit als ein Jahr geschlossen wird. Wird die Form nicht beobachtet, so gilt der Vertrag als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen; er ist dann jederzeit kündbar, aber nicht für eine frühere Zeit als für den Schluß des ersten Jahres. Tritt nun ein anderer Mieter mit Zustimmung des Vermieters in einen Miel- l9 N ')+ bedeutet WuckS.— Fall.—*) Unterpegel. 4. Wahlkreis.(Landsberger Viertel.) Morgen, Donnerstag, 17. Oktbr., abends S'/a Uhr, im„Elyfium": öefsenil. Votamraitag. Tagesordnung: 1. Imperialismus und der Krieg auf dem Balkan. Referent: Genosse v»-. Rrvitisollvlck. 2. Diskussion.' 226/ ll Die Abteilungsführer. Zahlreichen Besuch erwarlet Der Einbcrukcr Saul Kaiser, Etratzmannstr 4. /lrdoitsnactn»eio: Hoj I. «Ml Norden. Nr. 1239. Verwältunpteiie Berlin Eharnostraßc 3. Hauptlmreau; Oos III. Amt Norden. Nr. 1987. Uhr, DonuerStag, den 17. Oktober 1912. abends 8>/z i» den„Ariiiinhnllcn", Kominaudanreiiftr. 58/59: Versammlung Ortskrankenkasse der Uadler uud Siebmacher zu Berlin. Sonnabend, den 2. November 1912, abends 8 Uhr. im Lokal von bVoIIseKItlsor, Adalbertfiratze 21: Ordentl. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Wabl des Vorstandes(2 Arbeit- geber. 2 Arbeitnehmer). 2. Verlesung der Protokolle. 3. Wahl des Aus- lchusseS zur Prüsmig der Rechnungen pro>912. 4. Bericht über den Stand der Verschmelzung der Krantenkasscn und Beschlußfassung über den An- trag des Vorstandes aus Zulassung der Kasse nach der neuen Reichs- vcrsicheruiigsordnung.S.VerschicdcneS. Die Herren Arbeitgeber wählen um 8 Uhr, die Arbeitnehmer um 8'/. Uhr.— Nach Schluß der Wahlen findet zur Erledigung der übrigen Punkte der TagcSordiiunz enic gemeinsame Versammlung statt. Berlin, im Oktober Ivl 2. Der Vorstand. I. A.: Rod. Schmidt. Voi sitzender. jCßMytdßinw Hier. 576V8>. Aicvtdfy /JjnjwwlßiUi' &... rt-P-ci___ trsi Vytrt* �# der Gmaillierer Kerlms«nd Zlmgegend. Tagesordnung: 1. Wie werden die Vereinbarungen in der Cmaillcbranche gehalten? liiSfiih'ion � NerkMeiienKS 126/5 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiche» Besuch erwartet IMq Ortsverwaltnng. Zentralverkand derMdeeker Torwal(angssttolle Uorlin. Tonnerstag. de» 17. Oktober, abends 8 Uhr. im„Swinemunder GefellschaftShans", Swinemünder Str. 12: NtrsliUiiiliilig»kr Dlilhbklbtr»Hilssarbtiter Tagesordnung: Unser Kampf in Berlin. Lerbaiidsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zuiritt. 62/7 Boo Toratand. Steinarbeiter. Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8'/z Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engelufcr 15: kSNSNKiHssVNSÄrNMluNg Tagesordnung: I. Bericht vom dritten Quartal. 2. Aussprache über den Münchencr Verbaudslag. 3. Wahl der BciraiSmitglieder. Die Mitglieder beider Seklioncii sind zur Teilnahme an der Versammlung verpflichtet. 172/6 Damit die Versammlung püiikllich eröffnet werden kann ist srühzelliges «rschcinen notlvendig.__ I»le Ortovcrwaltnns. Orts Kraukeukasse sür den Amtsbemk SllUlktnftidt in Kerliu-Kostuthal. ?li» Dienstag, den LS. Oktober IS12, abends S'/, Ubr, findet im Lokale des Herrn Vi. Schneider in Berlin- Roscnthal, Prinzeustr. 1, die Ordentliol»« li?nerai- Versammlung statt, wozu die Herren Vertreter hier- Hill crgebcnst cnigcladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl von Vorstandsmitgliedern (3KasseilMÜgIieder u. 1A> bciigeber). 2. Wall der Zlcchnllng-prüsungZ- tominission. 3. Genehmigung von Aerzteverträgen. 4. Beschlustsassung über den Antrag aus Ausgestaltung zur Allgemeinen Orls-Krankenlaffe oder aus Zulassung alS„besondere" Orts- Krankeickasse im Sinne der Reichs- versicherungSordnung. 5. Erledigung etwaiger schriftlich ein- gegangener Anträge. 6. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kassen- bücher notwendig ist. müssen mündlich oder schristlich behuss Beanlwortung derselben in der Generalversammlung bis zum 25. Oktober er. der Kassen- Verwaltung mitgeteilt werden. Als Legitimation ist die schriftliche Einladmig mitzubringen. 279/14 Der Tomtand. I. V.: Schneider, Vorsitzender. fieutseher Sauarbeiter-Verband. Sektion der Patzer. Uchtmig! Putzer« Aelttung! Donnerstag, beu 17. Oktober» abends 6 Uhr, in den Zlrminhaklen, Kommandantcnstr. 58/59: Mitglied er-Versammlung. � Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Stukkateur- Konfcrenz. 2. Geschäftshandhabnng der Puster« gcnoisenschaft m. b. H.(Torrsaaln») und Ansschlußantrag. 3. Bcrbandsaiigelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 1142/l4') itr»IloI>o Torwaltnnx. Vardauä äer Maler. Laewerer, Anstreieker Bnrcan: Btelchiorstraße 28, pari. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 1787. Male ZerU«. USW. Arbeitsnachweis: Nückcrstraße S. Fernsprecher: Amt Norde» 6<98. Donuerstag, den 17. Oktober, abends SV» Uhr: Mitglieder-Versammlung in der Neuen Philharmonie, Köpe,»icker Str. 96/S7. Tagesordnung: 1.„Streikrccht". Referent Dr. Kurt Roscnfcld. 2. Diskussion. 3. Wahl von sechs Delegierten zur Bczirkskonfercnz. 4. Vcrbandsaugclegcnheiten. I3o/lo» Wegen der wichtigen Tagesordnung erwarten wir das Erscheinen allcr Kollegen. lditgliedsbiich loxitliulert. vlo Ortwvcr« altung. imms Sdi 2. Geschäft: Qr> Frankfurter Str. 110, (am Stransberger Platz). 3. Geschäft: Charlottenburg, Xchringstr. 34, Ecke Magazinstraße, am Friedrich-Carlplaiz. Ueberau zu haben In großen Dosen ä 30 Ff. Fabrikanten> Enbszynski& Co., G. m. b. H., Berlin-Lichtenberg. Rosenthaler Hof Rosenthaler Str. 11/1?. Otto Schilling. Telephon: Amt N. 2438. Säintliche Räume renoviert. i> Vcreinszimmer, Kegelbahn, 3 Säle mit Biihnc bi! 4M Pevloiien, noch einige Sonnabende und Sonntage frei. L77VL Ukeater. Mittwoch. 16. Oktober ISIS. Anfang 3'/. Ubr. TcutschcS Tchauspielh. Egmont. Berliner. Kabale und Liebe. Ansang 4 Ubr. Urania. Am Golf von Neapel. Ansang 7'/, Ubr. Äfll. Opernhaus. Sin Maskenball. Kgl. Schauspielhaus. Der grohe Köni�. Königgraher Strahe. HcrodcS und Mariamne. Zirkus Albert Ick)umanu. Gala- Vorstellung. Zirkus Busch. Gala-Vorstellung. Ansang 8 Ubr. Urania. Taubenftrafie 48/40. Auss Matterhorn. Deutsches. Totentanz. »tamnierspiele. Mein Freund Teddy. Lessing. TantriS der Narr. Schiller O. Der Talisman. Schilli-i-tTbarlottenburg. Flachs- mann als Erzieher. Kleines. Magdalena. Deutsches Schauspielhaus. Der guliiljendc Frack. Kroll. Der Mcincidbaucr. Berliner. Möge Rosinen. Residenz. Der Herr von Nr. 19. Dbalia. Autoliedchen. Theater am Nollendorsplah. Lr- pbcus in der Unterwelt. Kurfursten-Oper. Der Kuhreigen. Montis Operetten. GoldncrLcicht- sinn. Komödienhaus. Die Zarin. Luisen. Die Mcincidgrafin. Rose. Papageno. Herrnfeld. DieAlpcnbrüder. Endlich allein. Atetropol. Chauffeur— ins Metropol. Drianon. Liebesbaromcler. basino. Der Grostsürst. TSintergarteil. Spezialitäten. Apollo,«-bezialiläicn. Passage. Spezialiläten. Anfang ubr. Friedr.. Biil». Schauspielhaus. Tie keusche«nsanne. Luslspielhaus. Mein alter Herr:. Folies(kaprice. Der keusche Ioicub Der Rchbock. Ansang S'l, Ubr. Neues Bolksiheater. Liebelei.— Literatur. Ansang 10 Ubr. AdmiralSpalast.EiZballcttiIvonne. Sternwarte. Jnvalidenstr. 67— 62. Scilller-TbeaterÖSsi Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Talismun. Donnerstag, abend- 8 Uhr: Des Pfarrers Tochter von Streladorf. Freitag, abends 8 Uhr: Pfarrers Tochter von Streladorf. Schiller-Thealer Chrr Mittwoch, abends 8 Uhr: f lachsniann als Erzieher. Donnerstag, abends 8 Uhr: K&nlg Lear. Freitag, abends 8 Uhr: _ Kbnlg I.ear. Deutsches Schauspielhaus �(Stomifche Opcrs. Nachmittags 3>/, Uhr:(»ginont. «bend« 8 Uhr: Der gntsihende Frack. berliner'Fbeater. Abends 8 Uhr: Große Rosinen. Abends Tl2 Uhr Herohes und Mariamne. Theater am NvUeiidorfpIaii sNcues Schauspielhaus), Täglich abends 8 Uhr: Gastpicl des Miinchcncr Künstler- TheaterS: Orpheus in der Unterwelt. Colitis Operetten-Theater (früher- Xeucs Theater) 8 Uhr: Goldener Leichtsinn. Soniiab.,z.l.Mal: Ger Frauentresser. kesldeni'Thealer. Anfang 8 Uhr. Zer gerr von!lr. 19. Schwank in ll Alten von Kerout nnd Barre. Mittwoch und Donnerstag: Der Herr von Nr. 10. Freilag, den 18. Ott., z. 1. M.: Gemütsmenschen. Luisen-Theater. Mittwoch: Die Aieincidgrän». Donnerstag: Die gelbe Gefahr. Freitag: Die Meineidgräfi». Sonnabend nachm. 4 Ubr: Kinder- Vorstellung: Zwerg Nase. Sonntag, den 20. Okt.: Premiere: Des andern Ghre. OSE=THEATE Große Frankfurter Str. 132. Anfang 8 Uhr. Papjigeno. Lustspiet tu 4 Alten von St. Knciscl. Donnerstag: Von Stuse zu Stuse. Melropol'Thealer. Abends 8 Uhr: Zlaucben gestattet. ekaujjeur- ins JKetropol! Grohc JahrcZrcvuc mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund, Musik ii. Sind. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishap. In Szene gesetzt vom Direktor St. Schultz. iUnOerlirtiU - Abteilung 1— 7 �— Donnerstag, den 17. Oktober 1912, in der Brauerei Königstadt, am Schönhauser Tor: Großes Extra-KQnstler-Konzert von S. Translateur mit seinem vollständigen Orchester. — Anfang Punkt S'l, Uhr.—— Billett 20 Pfennig.— Nach dem Konzert: �<|tlZ"Kl*ätlZChCII ohne Nachzah lung. 233/3 Das lOoinltce. Billetts sind zu haben bei Paul Dobrohlaw. Schliemaanstr. 39; Herrn. Kriedemann, Star- garder Str. 74; Reinh, Bugge, Kastanienallee 95/96; Otto Bachgänger, Schivelbeiner Str. 23. ■■■■■■ :: OTTO r MÖLTER SCHONEBERG Hauptstrasse 30-31 Hochelegante Räume für Hochzeiten, Säle für Versammlungen, Bälle, Privat- und Vereins-Festlichkeiten Tagesrestaurant mit vorzügl. Küche Sechs Verbands-Kegelbahnen mit gemütlichen Kejelstuben Glon" :: Berliner Konzerthaus MauerstraSe 82. ZimmerslraSe 90;9t. Großes DoppeUKonzert. sä Berliner Konzerthaus-Orchester vS; �. Musikc. II. Garde-Regts. z. F. o&L. Anfang 8 Ehr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Ehr. An allen Wochentagen nachm. Gr. Promenaden-Konzert bei freiem Eintritt. f Ab 8 Uhr «, 1®.. dagewesener Erfolg! j Lucy König Wiener Soubrette. j r M Juamtta, Tanz-Idylle. 4 Sensationeller Lacherfolg! 4 Bernhard Mörbitz J als Ehepaar Pletseh g und 8 weitere Attraktionen. Reiclishalleii-TlieateF Stettincr Sängsr. Eröffnung der Sinter« saison. Gr. Orchester: Dirig.: R. Schräder. Die Klaeht der Töne. Burleste v. Meysel. Ans. 8 Uhr. WW 8 Dkr: Die mit beispiellosem hacherlolgc aufgenommene Novität Die Alpenbrüder. lO Ehr: Enölicii allein! Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11— 2(Theaterkasse). Trionon Theater. Abends 8 Uhr: Liebesbarometer. Urania Tanbenetraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. Nachm. 4 Uhr: Am Golf von Acapcl. Abends 8 Uhr: AnfM Tlatterhorn! Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. Berndt: Staat und Gesetz bei höheren Tieren. Folies Caprice. Zum 46» Male Die drei 8cblag c r: mr Der keusche Joseph.-WS Der Rehbock.<*3 Der Ginbrccher. Voigt-Theater. Tesuiidbrnnneu Badslrahe 58. Mittwoch, den 16. Ottobcr 1S12: Crsf ulltl üirlill. Romant. Volks st. in 3 Alt. v. Willhardt. Jtntfencröffn. 7 Uhr. Ans. S'l, Uhr. Siereabaret im Elchtprnnksaalc der Passage. Jeden Abend'/s9 Uhr: Hermann Funke Hansy Petra Putzi Cassani Mizzi Dressl Werner Goldmann Otto Bellmann 20 Künstterinnen u. Künstler. Einheitspreis 1 M. StirkiiH A. 8cliiiiiiaiiii Heute Mittwoch. 16. Oktober, abends 71/, Uhr: Große equestrische Vorstellung mit besonders ausgewähltem Programm. Debüt! Zum I Male in Berlin: Clown Jancsi mit seiner Novität: Singen im Zirkus, u. die übrig. Attraktionen. mr Em O'l, Ehr:-»E imsicnare Vier Bilder aus Indien. 1. Der AusgestoBene. 2. Der Yogin I im heiligen Dschungel. 3. Das Opfer j der Kali. 4. Das Fest des Maharad- schab sowie der Brand d. Palastes.[ Zirkus Busch. Heute Mittwoch, 16. Oktober, abends l'l, Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Ifoiidiiil der König der Ausbrecher. das Krieplüftscli tl.Miüt (Ingenieur H. Bohle). Lenkung ohne Bemannung durch drahtlose Stromzuführung. Projektilschleuderung auf Kriegsschiffe. sefhiuß. Unter Gorillas. Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr: Das sensationelle Oktober-Progranim Robert A ec Neman n, Berlins Lieblingshumorist mit neuen Schlagern. Riesen- Lachcrsolg des lnsligi'n Stüdes Der Großfürst. TligZlkf KönlgLlgill-Csslno. Holzmarflstr. 72, Ecke Alexandcrstr. ' l Min. v. Bahnh. Jannowitzbrücke. Tagt, abends 8, Sonnt. 5 Uhr: Das große Novitätc»-Pro- gramm und Papa Ist krank. Groge Posse in 1 Akt. �mirslspnlsst ärn Bahnhof PriedrichstraBe, M?- Eispalast. IM Einzig in der Well mit seinen prunkvollen Eisballetts. Heute 2 Vorstellungen 2 nachmittags und aoends das sensationelle Elsballett „Vvonne'- 100 Mitwirkende. Fabelhafte Ausstattung! Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 10s/4 Uhr abends halbe Kassenpreise. Restaurant I. Ranges! Wein- und Bier-Abteilung. das selbst tätige WäSChmiftel 5•'• i i■■■-•"••""»J■'-• "A' - Cä'-V'." ZS-S. gibt schöne fette Lauge, ist frei von xnindei�ertigen Beimischungen, insbesondere von Chlor und sonstigen scharfen Stoffen, deshalb ■ garantiert unschädlich.■ Billig im Gebrauch! Erhältlich nur in Original-Paketen, niemals lose. HENKEL& Co., DÜSSELDORF. nilemist FabrUcanteo aüch der allbeUcblen twmmim tiUUk X X 4 X X 1 1 Verkaufsstellen durch Plakate erkenntlich. Fabrik-Niederlage für Berlin und Vororte: Job. Schmalor, Berlin N. 4, TleckstraBc 11. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahmestellen fQr Berlin bis I Uhr. Wir die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedition, LIndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Aoriunrtslelcr(ünf Piozei» E�trnrabatt. lelbi'I bei Gelegellbeils- kiiisen. Teppich-THoniaZ L107K Teppiche, farbsehlerhast, spottbillig Plüsch decke Ii mit Sti-ljehlcru jüe Kalben Wert Steppdecken, im Schaufenster ge- litten, jeden Preijes_ Portieren. PI lisch, Leinen, Rest« bestände spottbillig Gardinen. Stares, Kiinstlersenster, angeschmutzte, spbelhast billig Teppich-Tlivmas, PrachlbauOra- Niensttatze tLS, Zloientbalerstras- S4. Littaner-Zlähinaschincii, ohne 9ln- Zahlung, wöchentlich 1,00, Turm- strahe 119, Beussclstrase 45.* Teppiche, unbedculeude Farben- fehler, für die Halste doS Wertes. Portieren, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken zu Schleuderpreisen. TeppichhauS Zldler, Ziönigstrajje 50, gegenüber NathauS.' ISölK* Herilin»»»ilau 6 Piandlcibbaus. Jedermanns Kausgelegenheit. Extra- billige gackctlanzuge. lÄeoruckanzüg«. WinterpaleiotS. Herrenulstcr. Herren- bv>cii. Riesenauswahl Pelzstolas. Allerbilligster Bettenoertaus. Ber- mielungsbelt. Aussteuerbeltcn. Aus- Mierwasche. Reichhaltiges Portieren- lager. Gardineuauswahl. Teppich- MiSwahl. Plüiibtt>chdecken. Stepp- dcckculager. Goldsachcn. Taschenudren. Waiidudren. Wandbilder. Waren- verlaui ebenjalls SonniagS._* Gardinen! Steppdecken I Portieren I Tischdecken I außergewöhnlich billig I Porwärlsleser S Prozent Rabatt extra I GardineuhauS Brünn, Hacke- scher Marli 4(Bahnhof Börse). Sonntags geössnet. Zehn Prozent Rabatt Vorwärts- Usern. Sonntags geössnet. Teppiche mit Farbenseblern 3.25, 3.85. 4.50. 5.75� 6.85, 7.50, 9,25, 12,50. Satonpliisch-Teppichc 13.50, 16,50, 19.50, 22.50, 27.50, 35—38 usw. Riesensabri Ilager, Große Franlsurter- straße 125, im Hause der Möbel- sabril. Gardinen, 1.65, 2.35, 2.86, Fabrilreste, Fenster 3.50, 4.50, 6.75 usw. Totatansverkanf von ange- schmutzlen Gardinen, Stores, Bettdecken. staunend billig. Große Franl- jurterstraße 125. Tuch- und Ptüschportieren, Gar- nitur 3.25, 3.85, 4 50, 5.25, 5.65, 7.50, 8.50 usw.'_ Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8.38, 12.85 usw. Plüschdecken mit Ileinen Fehlern, 4.25, 5.50, 6.75, 7.85. 9.35 11,50 usw. E. Weißenbergs Gardinen, und TeppichhauS, Große Fraiilfurtcr- straße 125, im Hanse der Möbel- sabril. Schlafdecken 1.35, 1.85, 2.45. 3.25, 4.35, 6.60 usw. Möbelstoff, Läuser, Linoleumreste jetzt zu Spottpreisen. Kroße Franl- surterstraße 125 im Hause der Möbel- sabril." 2291K' Wundervolle �Tiillgardinen, Fenster 1,75. 2,50, 3.75 bis 10,50. Etamin-Künstlergardinen mit Lambre- quin 5,50 bis 12,00. Stores, Rouleaux spottbillig nur in Wölfs TeppichhauS, Dresdenerstraße 8 tKottbusertor). Abonnenten 10 Prozent Rabatt.* 1,00. Riesentager I Louis Böttcher (selbst), Kronleuchter- Spczlalhäuscr. Betriebsleitung: Boxbagenerstraße 32 (lein Laden).(Fahrvcrbindung bis Wnrschauerstraße.) Filiale: Franlsurtcr Allee 124, 1. Etage. 193451» Augiisia-Pfandleisshauö Wimers- dors, Augustaslraße 66. Kausgelegen- heil für.PorwärtS�leser. Extta- billige Jackettanzüge, G-Hrockanzüge, WiittcrpaletotS, Herrenulster. Aller- billigster Betlcnverlaus, Bermielungs- betten,?lussteuerbetten. Portieren- lager, Blüjchtlschdecken, Steppdecken- answahl, Gardtnenlagcr, Pelzstolas, Wanduhren, Taschenuhren. Gold- lachen. SonntagSverlauj geöffnet.* Teppiche, Prachtstücke(Farbsn- scbler). sür halbe» Preis. Vorwärts- leser 10 Prozent! Mauerbost, Große Franliurierslrahe 9. paricrre. Kein Laden! 1S96K' Trehrollen, Buttermaschinen, Wiegeschalen Krlgar u. Jhssen, Waß- mannstraße 29. 232051" Betten, Stand 9,—. Brunnenstraße 70, im Keller._ 1200S* Teppiche! tledterbaslc) in allen Größen, jast sür die tzälsle de» Wertes Teppichlager Brünn, Hacketcher Marli 4, Babnbot Börte.(Leier des »Vorwärts' erbatten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöstnet!» Leihhaus Moritzplat» 58a I lanien Sie spottbillig oon Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge. Rock- anzüge, PalelolS. größlenieils auj Seide, 9—18 Mark Gelegenkeiis- läuse in Damen- Plüsch- Mänteln, Kostümen. Kleidern(hochelegant). Große Posten Pelzstolas, Pelzgarnt- turen, früher bis 150, jetzt 15— 40 Marl. Gelcgenbeilsläuje in Ubren. kellen, Ringen. Wätche, Bellen, enorm billig, nur Morirpla« 58a I. 228gK Grundbegriffe der Politil, von Friedsich Stampscr, Gebunden 3M, Buchhandlung Vorwärts, Linden. straße 69(Lade»),__ Mona tsanznge. PalelolS, zroßtS Lager, jede Figur, lauft man am billigsten beim Fackimann; jede Aendcrung nach Wunsch in eigener Werlstatt. 5 Prozem billiger für Vorwärlstefer. Fürsten, eil, Schnei. dermenier. Roieulbaierstraße>0 iOSO neue Nähmaschinen, Prima Langschiss sür Familie 55 Marl. Ab- zadlutig 75 Marl ohne Anzahlung. Bellmann. Gollnowstraße SS, nahe Landsbergerstraße. 2057K Blorjäprige etegameHerrenanzüge und Paletots ans semslen Magstofien 20—40 Mart, Hosen 6—14 Mari. Veriandbaus Germania, Unter den Linden 21. SonniagS nur von 12—2 geöstuet._ 128811* �Gaslronen, Zuglampen. Teilzahlungen 1,00 wöchentlich— billige Preise I Montage lostenlos! Kronen- lager Große Franlsurlerslraße 92, I. Etage, Ziaveneslraße 6(Wcoding), Schönhauser Allee 121(Gletmstraße), Neukölln, Berlinerstraße 102. 201 IK Lellthaus»Brunnen» und Ver» laujgeschäst. Betten, Stand 9,—, Brunnenstraße 118, Ecke Usedomslraße Pfandleihhaus! Ehausseestr. 60. Wcttbelaiinte Elnlaufsquelle. Echte Slunlsstolas. Marderslolas. Alasla- süchse. Nerzstolas. Pelzgarntiuren. Opossumstolas. Vhantasiemusten. Betienverlaus. Gardinenauswahl. Winlerpaletots. Winterulster. Taschen- uhren. Schmucksachen. Alles spott- billig.' 2366K* Tischtücher, gebrauchte, einige Tausend, a Stück 0,60. Silesia, Kott- buser User 33.-f4 I Anzahlung. Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung. �Kasienpreis, geringe Kui' Leihhaus I Schöneberg, Grüne- waldsiraße 72, Eckhaus Eisenacher- straße. Exlradillige, hochelegante Pelz- garnituren, Slunlsstolas, Opossum- stolas, Ataslasüchse. Nerzstolas, Fan» tasiemuffcn. Riesengroßer Betienverlaus, Ausstcuerwäsche, Gardinen- auswahl, Plüschporticren, Herren- garderobe, Taschenuhren, Goldsachen, Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Offerten unter „Tischlermeister', Postamt 90 249/16* descMktsverkaufe. Eckrestauration, lehr gut gehend, muß wegen besondercr Umstände schnell verlaust werden. Erforderlich 2500. Offerten B. G.„Porwärls"- spcdition, Wartenbergslraße._ jU Zigarrengeschäft, geeignet für Genossen, der arbeitet und die Frau das Geschäft versieht, billig zu ver- lausen. Offerten Lagerlarte 366 Post- amt 34, 166/15 Möbel. entrale für Arbeitermöbel liefert Resormemrschlungen in gediegener Arbeit an Reelldenlende auch auj Teilzahlung und bittet Parteimitgtie- der um Besuch der großen Läger. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegenheitstänse in gebrauchte» Möbeln. Nerkaussstelle Schatz, Brunnen- straße 160, Eingang Antlamerftraße. Arbeiter-Mlisterwohiiungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzablung gern gestattet, Kassenpreis Zinsvergütung, tlefne Anzablung, bequeme Abzahlung nach Wunsch bei Käufer. Gabbert Tischlermeister, Acker- straße 54. Kein Abzahlungsgeschäft Möbel-Gelegenheitstänse, gut gearbeitet, viele Gclegenheitsmöb-I, welche bedeutend unterm Preis find, Bücherspitid 68,—, Schreibtisch 48,—, Bettstelle 33,—, Truincau mit Stufe 34,—, Sofa 45,—, Kleiderspind 46,—, Kücheneinrichlung 68,—. Ehrlich, Alte Schinhanserstraße 32. �)44.ft; Einrichtungen- Einzelstticke liefert billig und gut, Teilzahlung gestattet. Lange, Schwedterstraße 26. 19t6K* Älöbel laust man reell und billig auch aus Teilzahlung in der seit 25 Iahten bestehenden Möbelsabril von F. L. Engelle. Kastanicnnllee 83. Ohne Sttizablung Bilder, Sviegel, wöchentlich 50 Pfennig, Steppdecken, Tischdecke», Portieren, Bezüge. Uhrep, MaSlronen, Teppiche und Herren- Garderobe, Ferner lomplette Woh- nungscinrlchlungen und einzelne Möbelstücke mit den Neinlien An- und Abzahlungen. Besuch eventuell Post- larte. Weber, Neue Königstraßc 34. Ladeneinrichtung, Auswahl. Stelzncr, Panlstraße 51._* TeppichhauS Lange Nachfolger, Chausseestraße 73/74. Prachtteppiche, tarbcnschler, 12,50, Tischdecken 2,25, teppdccken 4,50, Billige Umzugs- preise,.Vorwärt s"leser noch fünf Prözent Extrarabatt,___ 23I7H* Ehaüffeestraste 73/74. Billige Gardinen, Fenster 2,50, Bettdecken 1,75, Stores 1,90. Georg Lange Nachfolger._______* Möbel-Gelegenhetts-Käufe spottbillig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichliuigen, Schlaf- -immer(eiche) 288,—, loinpletl« Vohnzimn>erl32,— bis 240,—, Chaise- longne 24,—, Sofa 38.—, Trumeau 33.—. Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Rieienauswahl. Möbelspeicher Neue Königslraße 5/6, 4 Etagen, Teilzahlung gestattet. Auch Sonn- tags,_ 249/ 1* Mobet obne Geld! Bei Heiner Anzablung geben Wirtich asten und einzelne Stucke aus Kredit unter äußerster Preisnotterung, auch Waren aller Art. Der ganze Oiten kauft bei uns. Kretschmann u. Co., Koppenstraße 4.(Schlesischer Balmbos.)* Möbelverlauf und Möbeltausch. Vorwärtslcser erhalten Möbel auf Teilzahlung. Acltere Möbel werden in Zahlung genommen. Postlager- karte 12, Postamt 22. 1945K* Möbel- Leckiner. Brunnenitr. 7. am Rvientbaler Platz, Spezial-Möbel- hauS, aus Kredit und gegen bar, Riesen- auswahl. Anzahlungen auj Stuben und Küchen 20.—. 35,—, 50,—, 75,—, 100.—. Bequeme Abzahlung. Einzelne Möbelstücke von 5,— Anzahlung an. Alte Kunden, erhalten eventuell ohne Anzahlung. Herrenzimmer, Spelle- zimmer, Schlafzimmer, bunte Küche». Vorzeiger dieses erhält beim Kaus von 50 Marl an 5 Marl Rabatt! Liejcre auch nach auswärts I Sonn- tags geöffnet von 12—2._ 21641t Plüschsofas, nagelneu, 40,00,50,00, Chaiselongue, 18,00, Trumeau, Aus- ziebtisch, englische Bettstellen 20,00, Tapezierer Walter, Stargardcrslr. 18. Möbel( diskret). Reelle, alte, gut renommierte Firma tiesert Möbel unter Dislretion aus Teilzahlung. Llnjragen: Postlagerkarte 12, Post- amt 22. 234151' Plüschgarnitur, elegante 25,00, Kleiderlpind, Vertiko. Plüschsosa, Bettstellen, Matratze 10,00, Spiegel- spind, Spiegel, Kücheneinrichtung, Minlwitz, Christbnrgerstratze 20. Ausstellung modernster Küchen zll Fabrikpreisen an Private! Nur Slalitzerstraße 25, an der Hochbahn. Spottbillig I Fast neu, 2 Bett- stellen, Kleiderschrank, Vertiko, Tut- meau, Sofa, Tisch, Stühle, kam- pleite Küche/ Bötzowstr. 30, I rechts. Metallbetten, zwei, inodern, Plüschteppich spottbillig verläuflich Zossenerttr. 10, Hutgeschäft. 166/18* Arbeiter- Wohnungseinrichtungen In großer Auswahl. Fünf Etagen. Einlach, gediegen und tonkurrcnzlos billig. Bequeme Teilzahlung nach Belieben des KäuserS gern gestattet. Stube und Küche 195,00 an. Geringe Anzahlung. Trotzdem streng reelle Käffabreise und Zinsvergütung. Kein Abzablltngsgejchhst. Tischlermeister Rejcwsl«, Badstraße 66. Zwei Minuten vom Bahnhof Gesundbrunnen. Wirtschaft, apartmodern, Prachtlüche verläuflich(Händler unerwünscht). Plüschsosa, Umbau, Chaiselongue, Prachtwandbilder, Gaskrone, Mehre- res. Königsbergerstraßc 11, vorn I, links, Fischer._ 166/19 Kleine Nußbaumwirtschast, alles noch neu, verkauft staunend billig Glas, Nosenthalerstraße 57, vorn III.* Musikinstrumente. Pianino, Hoslieseranien-Firma, sehr gut erhalten, 270,—, oertauslich. F. Manthey u. Co., Potsdamer- straße 31. 163/15* Pianinos und Flügel, gut er- haltene, gebrauchte, in Zahlung ge- nommen, darunter Schiedmayer, Bechstein, Knale, Hellmundt von 175 Marl an. schiedmayer. Piano sortesabril, Potsdamerstraße 27B. Wilhelm Schroebrr, Uhrmacher und Juwelier, Berlin NO. 55, Jmmanucltirchstraße 35, Reparatur- Werlstatt. 210051* Pfandleihe Hcinersdorserstraße 14. nahe der GrcisSwalderstraße,-sl36* Mittagstisch, privat, sucht Hand'- werlcr Nähe Lausitzerplatz. Offerten „Solido"„Vorwärts*• Spedition, Lausitzerplatz.+4 Vermietungen. Pianino, Schnitzerei 130,—. Zander, Turmftraße 9. 166/17 Bechfteinpiano. wie neu. sofort allerbtlligst verkäuflich. Warschauer- straße 58, I. Menzel, 2376K Bilder. Bilder. Sie lausen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Weinmeistei straße 2. 224851 Fahrräder. Herrenfahrrad, Damrnlabrrad. wie neu, 35.—. Holz, Blumen. straße 44 109351* Erstklassige Jtahrräber, Monatsrate 10 Mark. Louis Barth, Brücken- straße 10a. Kein Laden. 206051* Herrenfahrrad 25,—, zweimal benutztes Freilaussahrrad, sowie hoch- elegantes Damenfahrrad. Brandt, Große Franlsurterstraße 121, Seiten- slügel. 166/4 Beste. jränlels Nefterhanblung. Kott- buserstraße 2, staunenswert billig: Herren-, Damenstoffe, Plüsche, Seide. Besatzartilel, Pelzwaren. 2105K* Kaufgesuche. Korridorschrank, Nußbamn-Ver lifo. Spiegelspind, Kommode verlaust Germer, Neukölln, Emser- straße>07 I._ fllO flnnal/mcftellcn für„Kleine Anzeigen Berlin C. A. Habuisch, Ackerstr. 174. W. O. G. Schmidt, Kirchb R. Hackelbusch. Pk 4. Gustav Bogel, Koppen- straße 82. R. Weugrls, Gr. Franksnrler Str. 120. Monatsauzüge und Winter- PalelolS von 5 Marl sowie Hajen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00. Fracks von 2,50, sowie sür loroulenle Figuren. Neue Karderobe zu staunend billigen Prellen, auS Psandleiben ver- jallene Sachen laust man am billigsten hei Naß, Muiackstraß» l4._* Achtung, Töpfer! Die besten Handslücke und Rutscher hat Breit- lreutz, Neukölln, Hermannslraße 73 und 122. s. Papagete», sprechende und zum Anlernen, Harzer Kanarienbähne ein- gettoffen, Restaurant, Komman- danlenslraße 52, 236öK* Seidene, wollene Blusenreste, Nock" reflc usm.. Pelzstolas spottbillig. Tüll- reste 10 Pfennig, Goclhestraße 76 1 Charlottenburg. �-77 Eiserne Kochmaschme verläüsiich Königsbc'. gerstraße 35, Seisenaeschäft str. 14. crsburger Platz ....„els, Gr. Franks! XO. 8. Z»ch». Jmmannellirchslr. 12. I. Renl. Barnimstr. 42. stl. W. Baumann, Nbeinsberger Str. 67. H. flischer. Bastianstr. 6. Karl Mars. Greisen Hagener Str. 27. I. Hönisch, Nazareihlirchslr. 49. H. Bogel, Lortzingftr. 37. A. Ttey. Jnvalidellstr. 124 L. Dechand. Zlnbeplntzstr. 24. XWF Karl Anders, Salzwedeleritr. 8. StziV. H. Werner, Giiciienausu 72. Dach», Hagelberger Str. 27. S. St. Irin, Prinzenslr. 31. H. Lehmann. Kollbuler Damm 8. S«. P»»I Böhm. Lanfitzer Platz 14115. P. Horich. Engeluser 15. �dlornk»». Karl Schwarzlose. BiSmarckslr. 50. Banniaolinlenvex. H. Hornig, Marienibalerstr. 13, l. liomlipvalde. Paul Kienast, Räuschstr. 10. Clmrtottendnra. Gustav Scharnberg, Sesenbeimer Str. 1. 4'riedrloli-kasen. Ernst Werlmann, Köpenicker Str. 18. Hlriinan. Franz Klein, Friedrichstr. 10. dokanniwtkal. Pielicke, Kaiser-WUpelm-Platz 6. linrl«l>«r«t. Richard jlüter. Rödclslr. 9. II. Kuiienjek. Emil Wil/ler. Kieyeriir. 6. Laden. I.Ielitenderjr. Otto Seikel. Wartenbergiir. 1. IVleder-Soliiinervelde. Wilh. tlimih, Brückenstr. 10. Konaneis. Wilhelm Joppe, Friedrichsir. 7. Bker-Sokiineneide. Alfred Bader, Wilhclminenhosstr. 17 II. Bank««'. Otto Risimoiin. Müblenitt. 30. Be!nlekei»d«rg. P. Gnrsch, Provinzstr. 56, Laden. Nenkdlln. M. Heinrich, Necknrjtt. 2. Conrad, Hermannstr. 50. C. Rohr, Siegsriedstr. 28/29. Bunin, el«>v»rjx. ül. giosenkranz, AN-Roxhagen 56. Schflncborgr-'Wilhelm Bäiiliiler, Marlin-Lulher-SIr. 69 im Laden. «pandan. Koppen. Breite, lr. 64. Steslitr.. H. Bernsee. Alsenslr. 5. Tompclhof. Joh. Krohu, Borussia str. 62. Trepron-. Robert Gramenz. Kiesoolzstr. 412. Laden. Weiliennee. Fuhrmann. Sedanstr. 105. Schillert. Berliner Allee 253. WUmeradorf. Paul Schubert, Wilb-Imsaue 27. Höchstzahlend, Metalle, Zahn- gebisse. Platinabsall, Gold, Silber, Quecksilber, Metallschmelze Nieper. Köpenickerstraße 20a(gegenüber Manleuffelstraßc). Münzen. Briefmarken laust Groß- mann, Spandauerbrücke 2. 166/8* Zahngediffe, AÜgold, Platins Silber, Metalle laust Krüger, EI- sasserstraße 66._ 236051 Plalinabfätte, Gramms, 70, Gold, Silber, Zabngebisse, Stanniol, Queck- silber 3,65 tauft Blümel, August- straße 19. Laden und Wohnung Görlitzer User 5. tU5* Wohnungen. Wohnungen, 2 und 1 Stube, Küche, hell, freundlich, Dresdener- straße 86. 2374K Limmer. Möblierte Zimmer 26 und M Marl. Kesselstraße 24, von, I links. 835b Lchlskstellen. Möblierte Schlafstelle, Elisabeth« user 21, Werner._ s-134 Möblierte Schlafstelle, 9,00, so. fort. Kloß, Weißenburgerstraße 59. Möblierte Schiasüclle sür einen Herrn bei Priebe, Gottschedstraße 9. Seitenflügel II.-fgi �rheitsmarKt. Stellengesuche. Bauschloffer sucht Reparatur-, Heizer- oder ähnliche Stellung. Os» serien Postlagerkarte 183, Poll- amt 63. 823b* Stellenangehote. Werlführer verlangt seinmechanische Werlstait. Aussübrtiche Offerten unter ,V. W. 6123" befördert Rudolf Masse, Königslraße 56. 166/3 Skcbenverdienft sür jedermann. Auslunji kostenlos. Hermann Wolf, Zwickau, Nordstraße 30. 2215K* Fertig macher bei hohen Alkord- löhnen und dauernder Beschäftigung suchen sofort OSlar Köhler A.-G., GrelsSwalderstraße 155/156. 2373K* Lnternckt. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fori- geschAttene einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unlemcht erteili Auch werden Uebersetzungen an-' llderligt, G. Swiemy-Lieblnechi Cbarlottenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenbaus III. Biolinunterrtcht nach doppell Ordernder Methode erteilt erfahrener MnM-r Em- Stunde Elnzelunt.r- /- Stunde 75 Pfennig, für 2 Schuler pro Stunde 2 Mail. Unler- Weisungen zum Zweck de? Sololpiels bor großem Publikum pro Stunee 3 Marl. Offerten unter Z. 2, Haupi- «xpedilion des„Vorwärts". 184lK* Versckieäenes. Knnststopserei von Frau KotoSIv Schlachtcniee. Kurstraße 8 III. Pairiitniiwalt Müller. Gitschiner- straße 81. 243gK* Paleinailiualt Wessel, Gltschiiler- strage 94e.__ Gehrockanzüge verleiht, auch Monatsgarderobe Landsbelgerftr. 91a. eine Treppe. KSFb* Korbmacher ans grüne, eckige Kiepen verlangt W. Grohmami jun.. Franz.-Buchholz, Hauptstraße 70».» Schlosser vcrlangi Heinrichs. Tempeihof, Ringbahnstraße 42.' 8345 Tüchtige, selbständige Bauschloffer auj Schaufenster. Tnrinerstraßc 3. Zeilungösrau mit Hilse sosorl ver» langt Georg Lebenhagen, Halensee, Wllhelmsiraße 20, vorn parterre. Strauftsedern. Geübte Nähe« rinnen finden dauernde Beschäftigung. Volck, Stallschreiberstraße 24. 764b* ZeitnugSfrauen sofort. G. Wauer ...... 0 8205* sofort Witwe, Kronenstraßc 2._ ~ Junge Mädchen finden dauernde Beschästtgimg Lohn. Pankow, Hai »JU-i-p— d bei gutem llgareilcnsabrik Garbaty, adlichstraße. 2216K' Tüchtiger, routinierter. besonders im Oxydieren von versilberten n. Messt, ig- waren erfahrener wird von großer österreichi- icher Metallwarenfabrik j gegen sehr gute Bezahlnng gesucht. Gest. Offerten sind unter„W. F. 5291" an Rudolf Hosfiie, Wien|. j Seilerstiitte 2, erbeten. wr xtnicreitmra»'V*'*** �t»*s'4mnuuc SI. CinC üttcppe. voiu verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den gnseratenteii verantw.: Td. Blocke. Berlin. Drucku. Vertag: Borwärt» Luchdruckeret u. Verlagsanstatt Baut Singer LecltnSUb g,�. 3. Deilllge des„NllMlirts" Kerliller Nlllksdllltt. Mlwch. � W°btt.g.z. Sie iicheitgebemshlen zum gmerbe- gericht finden am Freitag, den 15. November, statt. Für diese Wahlen der Arbeitgeber sind Wählerlisten aufgestellt worden, die nur noch bis einschließlich Donnerstag, den 17. Ok- tober d. I., während der Tienststundeu von morgens 8 bis nach- mittags 3 Uhr in dem Wahlburea«, Poststraße 16 II— Zimmer 57— zur Einsicht öffentlich ausliegen. Wie uns von vielen Seiten mitgeteilt wird, sind die Wählerlisten äußerst lückenhaft. Wer keine Nachricht über die erfolgte Eintragung erhalten hat, bemühe sich sofort nach deirt Wahlbnreau und beantrage seine Aufnahme. Nach Donnerstag werden Einsprüche nicht mehr berücksichtigt. Da bei der Ge- werbegerichtswahl die Verhältniswahl besteht, kommt jede Stimme in Betracht. Als Arbeitgeber im Sinne der 8 und 9 des Ortsstatuts gelten diejenigen selbständigen Gewerbetreibenden, welche mindestens einen Arbeiter(Gesellen, Fabrikarbeiter, Lehrling) regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen und den selbständigen Gewerbe- betrieb angemeldet haben. Den Arbeitgebern stehen hinsichtlich der Wahlberechtigung und Wählbarkeit die mit der Leitung eines Gewerbebetriebes oder eines bestimmten Ziveiges desselben betrauten Stell- Vertreter der selbständigen Gewerbetreibenden gleich, sofern ihr Jahrcsverdienst an Lohn oder Gehalt 2000 M. übersteigt. Hausgewerbetreibende wählen und sind wählbar als Arbeitgeber, wenn sie gemäß§ 14 der Gewerbeordnung den selbständigen Gewerbebetrieb angemeldet haben, andernfalls als Arbeitnehnier._ Partei- Hngclegenbeitcn. Neukölln. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, findet in den Passage» Festiälen für die Mitglieder des Wahlvereins, besonders für die sirauen, ein Vorlrag des Herrn Vertreters der städtischen Werke über:»Die Beriverlung deS Gases" starr. Die Ausführungen des Referenten werden an Apparaten erläutert, auch werden Kostproben der zubereiteten Speisen an die Teilnehmer abgegeben. Der Vorstand. Steglitz- Friedenau. Am Freitag, den 18. Oktober, abends 8�/z Uhr. beginnt im Lokale von Schellhase. Steglitz, Ahornstr. loa. der auf vier Vorträge berechnete Vortragskursus des Genossen Max G r u n iv a l d über: Die Entwicklung der Wirt schafts- forme n. Der Eintrittspreis für alle vier Vorträge beträgt 40 Pf. Karlen sind im Verkehrslokal zu haben. Der Bildungsausichutz. Lankwitz. Der heutigen Nummer des.Vorwärts" liegt der Arbeitsplan des BildungSausschusses bei. Die Genossen werden ge- beten, denselben zu beachten. Gleichzeitig werden die Genossen er« sucht, den Heiteren Abend am Sonnabend bei Prochazka zu besuchen. Für ein interessantes künstlerisches Programm ist Sorge getragen. Friedrichshagen. Der Bildungsausschuß veranstaltet einen Vortragskursus über.Die wirtschaftliche und geistige Kultur des 18. Jahrhunderts". Vortragender ist Genosse Martin Kahle. Der tluriuS umfaßt fünf Abende und beginnt morgen Donnerstag, den 17. Oktober, abends 3� Uhr. im Lindengarten, Friedrichstr. 74. Eintrittspreis für alle fünf Vorträge 75 Pf., für den Einzelvortrag werden Karten a 25 Pf. ausgegeben. Schmargendorf. Am Donnerstag, den 17. Oktober, abends 7 Uhr, voin Wirtshaus Schmargendorf aus, wichtige Flugblatt- Verbreitung. Der Vorstand. Reinickeudorf-Ost. Heute abend 8 Uhr findet in Ramlows .Kastanienwäldchen", Schönholz l4, eine öffentliche politische Versammlung statt, in der der Genosse Ad. H o f f m a n n über: .Mißbrauch der Religion zu wirtschaftlichen und politischen Zwecken" sprechen wird. Tegel. Heute abend 7 Uhr: Flugblattverbreitung von den bc- kannte» Lokalen aus. Die Bezirksleitung. Bernau. Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8'/» Uhr, im großen Saale des Herrn Salzmann, Basdorfer Straße: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: Die HanSscauen und Mütter inr Kampfe gegen die Teuerung. Referentin: Frau Böhm-Schuch, Britz. Freitag, den 18. Oktober: Wichtige Flugblativerbreitung. Die Flugblätter werden DouuerStag vor der Versammlung ausgegeben. _ Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. Zum Feuerwehrkonflikt erfährt die.Vossische Zeitung" von gestern abend:.Ans den Feuerwachen wurde heute beim Appell ein neuer Erlaß deS Polizeipräsidenten zur Verlesung gebracht, in dem den Feuerwehrntönncrn, dir noch nicht.ordiiungs- gemäß" ihren Austritt auS dem Verein Berliner Feuerwehrmänner vollzögen hätten, aufgetragen wird, dies unverzüglich zu tun. falls fie Wert darauf legte», bei der Wehr zu bleiben. Die Feuerwehr- mänuer wurden, so teilt man uns mit, zugleich dringend gewarnt, an künftigen Versammlungen deS Vereins teilzunehmen—. e s werde streng aufgepaßt, wer sich dort noch blicken- lasse oder sonstwie den Verein durch Geldbeiträge etwa zu unterstützen. Der Polizeipräsident wünsche durchaus, daß die Feuerwehrleute einen neuen Berein ins Leben riefen, elioo auf der Grundlage des alten, nur mit Ausschaltung der Pciffionierten. Der Polizeipräsident würde «inen solchen Berein gern unterstiitzcn. Unter den Feuerwehrleuten herrscht, wie unS hierzu mitgeteilt wird, keine große Neigung, einen neuen Verein zu gründen, da ein solcher..Vetband oo» Polizeignaden" natürlich nur.nach Reichels Pfeife" tanzen müßte. Gegen den Branddirektor herrscht über« Haupt starke Erbitterung. Man wirst ibm vor. daß gerade er seiner» zeit sein Placet zur BereinSgründung davon abhängig gemacht habe, daß auch die Pensionierten— um deren VereinSkasse es damals iibcl bestellt war— Unterkommen in dem Verein fänden. Heute wird gerade der Umstand, daß dem Verein auch Pensionierte an- gevören, als Grund für die Jagowschen Maßnahmen angegeben. Wo bleibt da die Logik? Der Gründung eines neuen Vereins steht auch das Bedenken entgegen, daß d>e Frage der Pensionierten nach wie vor Schwierigkeiten macht. Die Feuerwehrmänner, die jetzt einem neuen Verein beitreten, mnßien sich fragen, was mit ihnen denn ge- schehe, wenn sie pensioniert würden. Sollten sie damit aus dem neuen Berein einfach ausscheiden und damit ihres Anteils am Bereinsvermögen verlustig gehen, so wie man ihnen jetzt als aktiven Wehrmännern durch die Jagow-Reichelscheu Zwangsmaßnahmen finanziellen Schaden zufügt? Läßt man die Leute nach ihrer Pen- fioniermig aber im neuen Verein, dann wäre da? ja schließlich der alte, vom Polizcipräsideitten perhorreszierre Zustand. Zun» zweiten Male ein Vermögen von 30000 M. aus den sauer verdieicken Ge- häliein ansammeln, und nachher durch einen Federstrich des Polizei- Präsidenten darüber gewissermaßen verfügen zu lassen, fallt den Feuerwehrleuten nicht im Traum ein. Sie knüpfen an eine in Vor- bereitung befindliche Intervention beim Kaiser noch eine schwache Hoffnung, daß sich ihre Lage besser» könnte." Das teure märkische Obst. Auf dem märkischen Obstmarkt, der gestern in der Westhalle des Landesausstellungsparkes eröffnet worden ist, werden wiederum zum Teil ganz enorm hohe Preise gefordert. Bei der gegenwärtigen teuren Zeit ist der Minderbemittelte daher kaum imstande, von dem märkischen Obst zu kaufen. Die Preise schwanken zwischen 3 und 8 M. für das Zehnpfund-Paket, geringwertige Sorten werden auch zu 2 M. angeboten. Die märkischen Obstmärkte bilden sich immer mehr zu Märkten für Obstfeinschmecker aus. Wenn man in Betracht zieht, daß die Obstzüchter die diesjährige Obsternte als„sehr gut" bezeichnen, dann kann man die Fest- setzung solch teurer Preise nicht verstehen. Briefe nach den Bereinigten Staaten müssen jetzt mit 20 Pf. fran- kiert werden, wenn sie eilig sind. Sie gehen dann am 18. Oktober über Soulhampton oder Cherbourg und sind am 20. Oktober in New Dork. 10 Pf.-Briefe gehen zwar schon am 17. Oktober ab, treffen aber erst am 27. Oktober in New Dork ein. Die letzten Bahnposten nach Souihamplon gehen am 18. von Berlin 11.23 vorm., von Hannover 3.42 nachm., von Köln 0.13. Nach Cherbourg gehen die letzten Züge aus Berlin 1.00 nachm., auS Köln 10.52 nachm. In beiden Häsen wird die deutsche Post dem Dampfer.St. Louis" der American- Linie übergebe». 10 Pf.-Briefe gehen nach Cuxhaven in der Nacht vom 10. zum 17. Oktober von Berlin 12.00, Magdeburg 12.17, Hannover 3.50, Hamburg 3.00. Nach Abgang der Bahnposten nach Southampton und Cherbourg können auch eilige Briefe mit 10 Pf. frankiert werden. Sie gehen auf alle Fälle am 19. Oktober von Bremerbaven mit dem Dampfer.George Washington". Die letzten Bahnposten dahin gehen in der Nacht vorher von Berlin 10.45, Hannover 3.53, Bremen 3.00. Dieser deutsche Dampfer erhält noch Nachversande mit 20 Pf.-Briefen in Southampton und Cherbourg. Diese gehen zuletzt am 19. Oktober nach Southampton von Berlin 1l.23 vorm., von Hannover 3.42 nachm., von Köln 0.13 nachm.. nach Cherbourg von Berlin 1.09, Köln 10.52 nachm. Magistrat und Fleischteucrung. Behufs Beschaffung frischen Fleisches aus Rußland hat der Berliner Magistrat der Stadtverordnetenversammlung folgende Vor- läge zugehen lassen: .Nach ihrer am 28. September d. I. bekanntgegebenen Ent- schließung hat die Königliche Staatsregierung zur Bekämpfung der herrschenden Fleischnot die Einfuhr von frischem Rind- und Schweine- fleisch aus Rußland, Serbien, Rumäiiien und Bulgarien und die Ein- fuhr von lebendem Vieb aus Holland unter gewissen Bedingungen vorübergehend zugelassen. Diese bestehen in der Hauptsache darin, daß die Einfnbrerleichterungen nur den größeren Städten zuteil werden, daß die Einfuhr nur für diese ge- schehen darf, daß die Berkaufspreise möglichst niedrig zu halten sind, und daß die Feststellung der Verkaufspreise unter bchörd« licher Mitwirkung zu geschehen hat. Weiter ist die Einholung besonderer Genehmigung der Staatsregierung für die Einfuhr über- Haupt im Einzelfall notwendig. Obwohl von der Unzulänglichkeit der getroffenen Maßnahmen überzeugt, haben wir doch geglaubt, unter allen Umständen versuchen zu müssen, inwieweit sich die ge- währten Vergünstigungen für die Stadt nutzbar machen lassen. Dem- gemäß haben wir sofort nach Bekanntwerden des Erlasses der königlichen Staalsregierung bei dieser den Antrag gestellt, uns die Genehmigung zur Einfuhr in vollem zugelassenen Umfang zu erteilen. Die Genehmigung ist sodann auch ergangen, jedoch nur zur Ein- fuhr aus Rußland. Aus den genannten drei Balkanstaaten ist nur die Einfuhr von Schweinefleisch zugelassen. Da die Einfuhr aus den Valkanstaaten nun wegen der zurzeit herrschenden Balkanwirren überhaupt nicht in Betracht kommt, bleibt lediglich die Einfuhr aus Rußland übrig. Diese soll energisch versucht werden. Alle dazu nötigen Vorkehrungen sind bereits getroffen. Da eS unS wichtig erscheint, für eine möglichste Regelmäßigkeit der Lieferungen zu sorgen und beabsichtigt ist, zunächst 3000 Zentner wöchentlich für Groß-Berlin einzuführen, in diesem Sinne von uns auch bereits ein Vertrag abgescblossen ist und die im Interesse eines rechtzeitigen Vor- gehens unentbehrlichen einleitenden Schritte getan sind, so erscheint die Bereilstellung der erforderlichen Mittel geboten. Wir halten den Betrag vom 600000 M. für nötig. Demgemäß erbitten wir Beschluß- fassung dahin: Die Versammlung stellt dem Magistrat zur Durch- führuug der von diesem zur Bekämpfung der Herrichenden Teuerung getroffenen Maßnahmen, insbesondere zur Ermöglichung der Ein- fuhr von frische», Rind- und Schweinefleisch auS Rußland die Summe von 600 000 M. zur Verfügung." Angesichts des Fleischbedarfs in Groß-Berlin können die vom Magistral ergriffenen Mittel mit Recht als unzulängliche bezeichnet werden. » Eine Konferenz der Groß-Berliner Gemeinden, zu der 32 Ein- ladungen ergangen waien und an der 43 Vertreter teilnahmen, tagte im Berliner Rathause, um über gemeinsame Maßnahmen gegen die Fleischteueiung zu beraten. Der Magistral Berlin teilte mit, daß Berlin beabsichtige, umfangreiche Fleiichbestellungen in Rußland auf- zugeben, und ersuchte die Vorortgemeinden um Erklärung, wieweit sie sich an den Unkosten beteiligen wollen. Die Unkosten entstehen durch die Entsendung eines Tierarztes und zweier Kassenbeamten nach Rußland und durch die Errichtung eines kleinen Schlachtbauses an der Grenze, da das Vieh nicht lebend eingeführt werden darf. Ferner sollen sich die Vororlgemeiiiden schlüssig machen, wieviel Quantitäten sie gebrauchen und bekanntgeben, in welcher Weise die Kontrolle über den Verkauf gehandhabt werden wird. Die Negierung hat bekanntlich ihre Vergünstigungen nur gewährt unter der Voraussetzung, daß das Fleisch ohne Gewinn an die minderbegüterte Bevölkerung abgegeben wird. Die Stadt Berlin will, wie schon mitgeteilt, das Fleiich in zehn Markthallen zum Verkauf stellen, andere Gemeinden wollen die Fleischerläden dazu benutzen, in Schöneberg z. B. haben sich die Fleischermeifter zum Verlans bereit erklärt. Die prächtige Brunnenanlage auf dem Pappelplatz, eine Schöpfung der Stadt Berlin nach den Entwürfen des Bildhauers Wenck, wurde gestern früh im Beisein des Bürgermeisters Dr. Reicke, mehrerer Stadträte und Mitglieder der städtischen Kunstdeputation enthüllt und vom Magistrat übernommen. Gegen 12 Uhr wurde dann die vom Bildhauer Tuaillon ge- schaffen?, lebenswahre Büste des verstorbenen Geh. Rat Professor v. Renvers im kleinen Tiergarten vor dem städtischen Krankenhause Moabit, seinem langjährigen segensreichen Wirkungskreise, in Gegen- wart deS Bürgermeisters Dr. Reicke, Geh. Rats Dr. L. Hoffmann u. a. Mitglieder deS Magistrats und der Stadlverordnetenversamm- lung enthüllt. Schweres Nutomobilmiglück bei Lindenberg. Ein Verhängnis- voller Automobilunfall, bei dem eine Person getötet und drei Per- sonen verletzt wurden, hat sich am Montag in den frühen Morgen- stunden in der Nähe der Ortschaft Lindenberg bei Malchow ereignet. Der Direktor Rehfeldt der Preßluftgesellschaft in Ober-Schöneweide hatte mit seiner Mutter, einer Cousine und einem Bekannten in seinem Auto eine Bergnügungsfahrt nach Stettin unternommen. Am Sonntagabend wurde die Rückfahrt nach Berlin angetreten. Gegen 3 Uhr früh passierte das Automobil, das Direktor Rehfeldt selbst steuerte, im schnellste» Tempo Schwanebeck in der Richtung nach Lindenberg. Kurz vor dieser Ortschaft mußte der Kraftwagen eine über ein Fließ führende Brücke passieren. Dabei stieß das Auto mit voller Kraft gegen das Brückengeländer und einen Prell- stein, wurde umgeworfen und stürzte in den Graben. Die Mutter des Direktors R. wurde in weitem Bogen auf das Straßenpflaster geschleudert und trug bei dem Sturz einen Bruch der Wirbelsäule und schwere innere Verletzungen davon, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ihre Nichte trug eine schtvere Kopfwunde, eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen davon. Der Fabrik- direktor und fein Freund kamen wunderbarerweise mit erheblichen, aber ungefährlichen Hautabschürfungen und Quetschungen davon. Zum Glück passierte bald darauf ein anderes, ebenfalls von Stettin kommendes Privatautomobil die Unfallstelle, deren Insassen den Verunglückten sofort Hilfe zuteil werden ließen. Die schwerverletzte junge Dame sowie die Leiche der tödlich Verunglückten wurden mit dem zweiten Kraftwogen nach der Charilö in Berlin geschafft, während die beiden Herren sich in privatärztliche Behandlung begaben. Das Befinden der Cousine des Direktors R. ist nicht unbedenklick. doch erscheint direkte Lebensgefahr ausgeschlossen. Der Kraftwagen ist sehr stark beschädigt und verbleibt bis zur Aufnahme des Tatbestandes durch eine Gerichtskommission an Ort und Stelle. Eine Familientragödie wird aus der Schönhauser Allee gemeldet. In dem Hause Nr. 72o hat sich die Stellmacherfrau Krüger mit ihren beiden kleinen Söhnen durch GaS vergiftet. Ein herbeigeholter Arzt konnte nicht mehr helfen. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Krüger meint, daß die Wirt- schaftliche Lage der Familie die Frau, die den Gashahn der Lampe geöffnet hatte, zu dem verhängnisvollen Schritt veranlaßt habe, andere glauben jedoch, daß Eifersucht das Motiv der Tat sei. Zwei Dienstmädchen durch GaS vergiftet. In dem Hause Brunnenstr. 170 wurden gestern morgen das 17 Jahre alte Dienst» mädchen Anna SpeeoviuS und die 44 Jahre alte Köchin Berta Schwichtenberg in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer durch Gas- Vergiftung tot aufgefunden. Berta Schwichtenberg diente bei dem Gastwirt M. Papst seit dem 1. Juli d. IS., Anna Speeovius seit dem 1. September. Beide verrichteten ihren Dienst zur vollen Zu- friedenheit des Arbeitgebers und gingen wie gewöhnlich um 12 Uhr zu Bett. In der Schlafstube, einer früheren Küche im zweiten Stock des Vorderhauses, liegt noch ein Gasrohr, das nicht mehr gebraucht wurde und deshalb verschlossen war. Gestern morgen um O'/z Uhr nah», Frau Papst einen starken Gasgeruch wahr. Als man nachsah, fand man die Schlafstube mit Gas angefüllt und die beiden Mädchen regungslos in ihren Betten liegen. Der Verschluß des Gasrohres war gelöst, ob durch Zufall oder mit Absicht, läßt sich nicht sage». Die Mädchen waren beide tot. Wiederbelebungsversuche, die Sa- mariter der Feuerwehr anstellren, blieben erfolglos. Die Gründung einer Chorführerschule wurde in der letzten Ausschußsitzung des Arbeiter-SängerbnndeS, Gau Berlin, beschlossen. Vereine, die sich noch nicht gemeldet haben, werden ersucht, die An- zahl der Teilnehmer bis spätestens den 20. Oktober dem Vorsitzenden Paul Kupfer, Landsberger Allee 58, anzugeben. Um das im De- zember stattfindende Stistungsfest zu einem künstlerischen zu gestalten. sollen außer fünf größeren Chören zwei Pianistinnen und ein Celliit mitwirken._ Vorort-Nach richten« Neukölln. Stadtverorbnctenversammlung. Aus der reichlichen ZM der übrigen VerHüledlungSgegeustchlttc' der Montagsfitzuntz rst'noch einiges nachzutragen. Das inr Besitz des VermessungSburecrus Härtel u. Je schal bc» findliche Plan Material sollte angekauft werden. Die Firma verlangte dafür 23 000 M. Namens der Kommission, welche für die Prüfung der Angelegenheit eingesetzt war, empfahl Stadtv. Heller (Soz.) die Rückderweisung an dieselbe, da der Preis im umgekehrten Verhältnis znm Werü des Materials stehe. Es wurde'so beschlasscu. Die Durchlegung der Drorystratze von der Kanncr nach der Böhmischen Straße wurde von den Sladtv. Stiel er (Soz.) und Conrad(Soz.) bekämpft» da ein Bedürfnis dafür nickt vorliege, der in Betracht kommende Platz zwischen den Gas» behältern für die Matcrialienlagerung der städtischen Werke aber nötig gebraucht! werde. Stadtv. S e r n o und Stadtrat A r I a r t befürworteten die Vorlage;'die Versammlung stimmte derselben auch zu. Der Mttgistrat befürwortete, der Deputation zur Bekamp» fung der LebcnSmittelteucrung den bisher zur.Ver» fügung gestellten Kredit von 10 000 M. auf 20 000 M. zu. erhöhe». Stadtv. Grogcr(Soz.) beantragte die Erhöhung auf 50 000 M., mir der Deputation eine wirksame Tätigkeit zu ennüglichen. Während der Stadtv. Heinrich dem zustimmte, plädierte Stadtv. S e r n o für die Magistratsvorlage und bezeichnete 20 000 als vorläufig ausreichend. Auch Bürgermeister Dr. W e i nr ich lehnte eine weitere Erhöhung des Kredits ab und deutete an, daß am gleichen Tage eine Konserenz der Groß-Berliner Gemeinden statj» gefunden habe, in welcher bemerkenswerte Beschlüsse gefaßt worden seien. Stadtv. Kloth(Soz.) bezeichnete eS als merkwürdig, daß gerade vom Magistrat, welcher alles zur Abwendung! der durch die Teuerung heraufbeschworenen Notlage der unbemittelten Bürger tun sollte, gegen den sozialdemokratischen Antrag Front gemacht werde. Nachdem noch Stadtv. Serno den Widerspruch seiner Fraktion zurückgezogen hatte, beschloß die Versammlung, den Kredit auf 50 000 M. zu erhöhen. Mit der am 1. April 1911 errichteten ersten Zweigstelle der städtischen Sparkasse Kottbuser Damm 93 wubden gute Erfahrungen gemacht. Statt der im ersten Jahre erivarteten 500 000 M. wurden dort 900 000 M. Spareinlacen eingezahlt; 4493 neue Sparbücher sind ausgegeben worden. In Anbetracht dieser Ergebnisse bcan- tragte der Magistrat die Einrichtung einer neuen Spar» kassen-ZweigstelleinderHermannsdraße. Die Versammlung stimmte einstimmig zu. Unter Bezugnahme ans die kürzlich erfolgte Erhöhung der Löhne in den städtischen Betrieben haben auch die Schaffner, Kutscher und Stallente des städtischen Omnibusbetriebcs Aufbesserungen gefordert. Die Deputation beantragte die,. Gleich- stcllung der Stalleute mit den städtischen: Arbeitern(Anfangslohn 4,50 M. pro Tag, steigend in 0 Jahren bis zu 5,40 M.) und Er- höhung deS Monatsgehalts der Schaffner(bisher 100 bis 120 M.) und der Kutscher(120 bis 140 M.) um 5 M. Stadtv. P o l e n S k e (Soz.) befürwortete für die beiden letzteren Kategorien eine manat- liche Erhöhung um 10 M., da das Gehalt derselben ein außer- ordentlich niedriges sei, besonder? wenn man die lange, 13stündiae Dienstzeit damit in Parallele ziehe. Nachdem Stadio. Abraham, der zuerst nur den Deputationsantrag unterstützte, sich auch mit dem sozialdemokratischen Antrag einverstanden erklärt � hatte, wurde dieser angenommen. Zur Bildung der W a h l v o r st ä n d e für die diesjährigen Stadtverordnetenwahlen wählte die Versammlung die vom Wahl- ausschutz empfohlenen Beisitzer. Für den Erweiderungsban des Krankenhauses. welcher am 1. April 1913 in Benutzung genommen werden soll, wurden OOOO M. zur Neubeschaffung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen bewilligt. Der Erhöhung der Gebühren für die F r est ba-nk wurde zu- gestimmt. Die Stadtv. Wilke tToz.) und Eon ra MSoz.) pole- misrerten dagegen, weil sie eine Verteuerung des Fleisches für die Aermsten der Armen dadurch befürchteten. Stadtrat W i lschke und Stadw. Seltmann versicherten dagegen« daß das ousge- schloffen sei. In gcljcimcr«itzung wurde darauf u. a. die Begebung von L Millionen Mark aus der llZ�Millionenanleihe und die Anlage eine- g rohen Hafens an deni neuen Teil des Schiffahrts- kanals zwischen Kanner Chaussee und Grenzallee beschlossen. Die Gcländeaiikäufe dazu fanden die Zustimmung der Versainmlung. Schvnebcrg. Aus der Stadtverordneteilversanimluiig. Der Vorsteher- stellvertreter Genosse Molke nbuhr teilte zunächst den Eingang mehrerer Peritionen mit, die sämtlich dem Petitionsausschug über- Wiesen wurden.— Die Freie Fraktion beantragte, noch ein- mal in Erwägung darüber einzutreten, ob es ratsam sei, den Bau- block zwischen der Jnn-brnrker, Freiherr-vom-Stein- und Badenschen Straxe nur zum kleiusteu Teil für die Bebauung mit Wohnhäusern zu verkaufen und den übrigen Test für eine chätere Verwendung zur Erweiterung des Nalhmues zu reservieren. Der liegenbleibende Teil wäre vorläufig als Spiel- oder Schmuckplatz anzulegen. Stadtv. L i n i k u s meinte, das neue Rathaus würde über kurz oder lang doch schon Ivieder zu klein sein und darum sollte nur ein kleiner Teil für Wohnhäuser verkauft werden. Das Ganze wäre doch nur als Hinterland anzusehen, auch hätte die Stadt große Zinsverluste. Oberbürgermeister Dominikus ersuchte, den Antrag abzu- lehnen, da das neue Rathaus mit der vorgesehenen Erweiterungs- Möglichkeit vollständig allen Anforderungen auch für spätere Jahre genüge.— Stadlrat Schüler betonte, daß ungefähr sSO Beamte unterzubringen seien, während für 680 Beamte Platz vorhanden wäre. Im alten Rathaus verbleibe das erste Standesamt, die Wohlfahrtspflege und die Sparkasse.— Stadtrat Kay betonte, daß von Hinierland keine Rede sein könne, da eine 32 Meter breite Strage projekriert sei und nur vornehme Bauten errichtet würden. Der Antrag wurde einem Ausschuß überwiesen. Ferner beantragte die Freie Fraklion bei der Beratung der zur Hebung des städtischen Realkredits in Aussicht genommenen Maß- nahmen zu erwägen, ob nicht ein gemeinsames Vorgehen mit den Gemeinden Groß-Berlins möglich und angebracht sei. Siadtv. I a tz o w wünschte, daß die Gemeinden mehr als bis- her für den Hau-besitz tun sollten, da derselbe mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Auch der Staat müßte auf- gefordert werden, Besserungen zu schaffen. Die Ueberproduklion so- wie die Konkurrenz der Städte untereinander hätten viel zu der schwierigen Lage der Hau-besitzer beigerragen. Zum nicht ge- ringen Teil schuld hieran seien auch die Bodenreformer. Es sei bedauerlich, daß selbst der Oberbürgernreister Dominikus sich an deren Vorträgen beteilige und Anwürfen auf' die Hausbesitzer nicht ge- bllhrend entgegentrete. Die Gemeinden Groß-Berlins sollten sich zusammentun und den soliden Hausbesitz unterstützen und nicht be- kämpfen.— Oberbürgermeister Dominikus weist den Vorwurf des Vorredners zurück und meinte, daß er einem wissenschaftlichen Vortrag beigewohnt habe, Vorlvürfe gegen den Hausbesitz seien aber dort nicht erhoben worden. In absehbarer Zeit werde der Per- sammlung eine Vorlage unterbreitet werden, die viel mehr bringt, als der Vorredner wünscht.— V e st e r(Lib. Frakt.) meinte, der Antrag kommt zu spät. Die Gemeinden Groß-Berlins könnren nicht gemeinsam arbeilen, es müßte daher jede Gemeinde für sich vor- gehen.— Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Der Abänderung der Altersgrenze für die Einstellung der Beamlenanwärrer vom 35. auf das 37. Lebensjahr wurde zu- gestinunt. Der Oberpräsident hatte die untere Festsetzung beanstandet und gemeint, daß dies mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht ver- einbar sei. Da- Elektrizitätswerk„Südwest" hatte beschlossen, das Aktien- kapital um 5 Millionen Mark zu erhöben und den alten Aktionären auf je drei alte zwei neue Aktien zu pari zuzüglich 6 Proz. für Stempel und Unkosten zu geben. Die Stadt ist an dem Werk stark intcreisiert und ersucht den Ankauf junger Aktien für 334 000 M. zum Preise von 105 zu beschließen. Dem wurde zugestimmt. Die letzte Dividende betrug 13 Proz.— Eine größere zur Rückzahlung geforderte Summe wurde dem EtatSauSschuß zur näheren Auf- kläruug überwiesen.— In die Deputation für VottSunterhaltungen wurde Genosse H o f f m a n n wiedergewählt. Hierauf folgte eine geheime Sitzung. Lichtenberg. Die Regelung der Ardcitsbcdingungen der städtischen Arbeiter sowie die Gehalrsregulierung der Beamten und Lehrer sollen in der am Donnerslag stcittfiiidenden Stadtverordnetenversammlung zum Abschluß gebracht werden. Viele Wünsche bleiben unberücksichtigt, viele mehr wären unberücksichtigt geblieben, hätten nicht die fort- gesetzten Vorstöße unserer Genossen in den Wall des Widerstandes Bresche gelegt. So weit die Arbeitsverhältniffe in Betracht kommen, bewegen sich die Vorschläge auf folgender Grundlage: Einführung der neunstündigen Arbeitszeit— ausgenommen Wächter und Wärter—, Mindestlohn 4.25 M., nach einem Jahre Dienstzeit 4,50 M. Für Ueberstunden 25 Proz. Zuschlag, 50 Proz. Zuschlag für"Sonn- und Feiertags-, sowie für Nachtarbeit. Nachtarbeit rechnel ab 8 llhr abends, jedoch soll von dieser Zeit an für Kutscher erst die Ueberzeit rechnen. Sommerurlaub ab 1913 soll gewährt werden: 4 Tage nach einjähriger Arbeitszeit für Jnnenarbciter, 4 Tage nach dreijähriger Arbeilszeit für Außenarbeiter und 10 Tage nach fünfjähriger Arbeitszeit für alle Arbeiter. Die Differenz zwischen Lohn und Krankengeld soll regelmäßig gezahlt werden, nur dann nicht, wenn besondere Umstände eine Abweichung von der Regel rechtfertigen. Ferner soll für alle städtischen Arbeiter ein gemeinsamer Arbeiterausschuß errichtet werden und dazu eine all- gemeine Arbeitsordnung Geltung erlangen.— Das sind die Haupt- sächlichsten Bestimmungen. Die Regelung der Beamten- und Lehrer» gehältcr bringt teilweise erhebliche Verschiebungen. Die vor- gesehenen Erhöhungen bewegen sich zwischen 100 bis 200 M. pro Jahr. So groß, wie diese Unterschiede, werden wohl auch die Stimmungsdifferenzen sein, die die Gehaltsregulierungen in der Beamten- und Lehrerschaft auslösen. Ober-Schöneiveide. In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich das Gewerkschaftskartell für Obcr-Schöneweide und Umgegend mit den Ersatzwahlen zur Ortskraukenlasse für Obcr-Schönewcide. Die Delegierten der an- geschlossenen Gewerkschaften wurden beauftragt, umgehend die Vor- schlüge für die mu zu wählenden Delegierten einzureichen. Des weitere» wurde Stellung genommen zur Privatangestelltenversiche- rung und den bevorstehenden Wahlen hierzu. Von der Vertretung der Bureauaugestcllieii wurde lebhaft Klage geführt, daß von der leitenden Stelle(Freie Vereinigung) noch �keine vorbereitenden Schritte unternommen seien, obwohl in Ober-Schöneweide doch auch ein großes Teil Privatangestellte vorhanden sind. Der Vorsitzende soll hierüber nähere Erkundigungen einziehen. Um den Bildungs- bestrebungen der Arbeiterschaft am Orte entgegenzukommen, beschloß das Kartell. Vorlragskurse abzuhalten. Zur Vorbereitung dieser Angelegenheit wurde eine Kommission, bestehend aus den Genossen Grirnow. Schwarzburger und Bchreubeck, gewählt. Die Genossen lverden darauf aufmerksam gemacht, daß in den nächsten Tage» die Einlaßkarten zu den einzelnen Kursen bei den örtlichen Vorstäudeu zu haben sind; auch wurden hauptsächlich die Vertrauensleute er- sucht, sich daran zu beteiligen. Weiheusee. An einer BlriiSdarmeiltzüudung ist der der fortschrittlichen Fraktion angehörende Schöffe Severin im Etazaruskrankenhause verstorben. Der Gemeindevorstand Ist durch diesen Todesfall in ganz kurzer Zeit auf die Hälfte reduziert Schöffe Rathmann hatte belaumlich iein Amt niedergelegt arb der besoldete Schöffe Dr. Pape ist seines Amtes enthoben, so dsß in Kürze die Wahl von zwei unbesoldeten (Schössen i—d-wem besoldeten Schöffen staltfindeu muß. Die fort- tizmit Ich- Kraktio» hat hierbei die besten Aussichten, da sie im Gc- meindeparlameut allein so stark ist, wie dw uuabhaug.ge und sozial- demokratische Fraklion zuiammen. Der sichrer der unabhängigen Fraklion, Her? Könitz, äußerte ,emerz-,t. lieber e.uen Soz.aldemo- m____ i,___ Alfred Wielevv, Neukölln, Für de» kraten als einen Fortschrittlichen zum Schöffen zu wählen. Bei Herrn Könitz konnte man nur wiederholt die Beobachtung machen, daß er manchmal an einer starken Vergeßlichkeit leidet. Groh-Schönebeck. Eine gut besuchte Voltoversamvilung tagte am Sonntag auf dem Wegemaimscheit Grundstück, um ein Referat de- Genossen Julius Hildebrandt über„Die Not des Volkes und der schweigsame Reichs- kanzler" zu hören. Der Referent verstand es in borzüglicher Weise, den Ver- sammelten die Ursachen der Leben-mittelverteuerulig klarzulegen. Diskussion fand nicht statt. Mit einer Ausforderuiig an die Versammlung, sich den Organi- sationen anzuschließen und die Parteipresse zu lesen, wurde die Ver- sammlung unter begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie geschlossen. Kalkberge-Rüdersdorf. I» der austcrordcntlicheu Sitzung der Gemeindevertretung wurde u. a. beschlossen, Straßen- bezw. Bürgersteig-Parzellen bei der Mittel Berg- und Dampserstraße unentgeltlich zu erwerben.— Sodann wurde dem mit der Gemeinde Schöneiche abgeschlossenen Vertrag wegen gemeinschaftlichen Betriebes der Straßenbahn Kaliberge— Schön- eiche— Friedrichshagen zugestimnit. Weiter wurde mitgeteilt, daß die Straßenbahnwagen und eine Lokomotive jedenfalls noch in der laufenden Woche eintreffen, so daß der Betrieb der Bahn dann sofort aufgenonimen werden kann. Bernau. Einen schaurigen Fund machte am Montagmorgen gegen 4 Uhr der Streckenwärter Schulz von hier beim Absuchen der Gleise zwischen den Stationen Bernau und Zepernick. Unweit Bernau fand er einen jungen Menschen auf den Schienen noch lebend, welchem beide Füße abgefahren waren. Der herbeigerufene Bahnarzt Dr. Schröder ordnete die sofortige Ueberführung nach dem Krankenhause in Bernau an, in welchem der Schwerverletzte, welcher als der lbjährige Schrift setzerlebrling Artur Pöppel von hier festgestellt wurde, nach kurzer Zeit verstarb. Der Betreffende ist jedenfalls von dem Personenzuge, welcher 12 Uhr 56 Minuten nachls Bernau vajsiert, überfahren worden. Wie er auf dem Bahndamm gelangt ist, muß erst die eingeleitete Unter- suchung ergeben. Spandau. Uebcl empfunden wird eS in der Bevölkerung, daß der Magistrat in der Zeit der Notstandsaktion die Kokspreise erhöbt. So ist auf de» Zentner Stückenkoks ein Preisaufschlag von 6 Pf. und auf den Zentner Koksgrie-. der hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung gekauft wird, ein solcher von 10 Pf. erfolgt. Da sich beim ersten Seefischverkauf ein großer Andrang bemerk- bar machte, sind diese Woche zwei Verkaufstage vorgesehen worden. Der erste hat bereits am gestrigen Dienstag auf deni Lutherplatz stattgefunden, während der zweite beute Mittwoch während der Marklzeit in der Moritzstraße abgehallen wird. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Hohen-Zchönhausen. Heute Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes. Alt«Glie»icke. Heule Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, im Bohnschen Lokale. U. a.: Beratung der Straßenbahnsrage. Lichtenberg. Donnerstag, den 17. Oktober, nachmittags 6 Uhr, in der Aula des Cecilien-Lyzeums an der Rathausstraße. Auf der Tages- ordnung steht u. a.: Beschlußfassung über die Einsprüche gegen die Bürger- liste pro 1212. Tpauda». Donnerstag, den t7. Oktober, nachmittags i'/, Uhr, im Stadlverordneten-Sitzungsiaal des Rathauses. Auj der Tagesordnung steht u. a.: Bewilligung eines Kredits an die TeuerungSkommiisian: Be- willigung von 432 000 M. zur Erweiterung der Brunncnanlagen des städtischen Wasserwerls; Erhöhung des Fahrgeldes für die Slraßenbahu auf 20 Pf. für alle nach 12 Uhr vom Bahnhos.abfahrenden Wagen. Diese Sitzungen sind ösjentlich. Jeder Gcmeindeangehörigc ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Huq aller Welt. Mas das Volk essen muß. Aus Anlaß der in Köln vorgekommenen Massenfleischvergiftungen veröffentlicht ein Kundiger in unserem Kölner Bruderblatt Dinge. die nahezu an den Roman Upton Sinclairs über die Chicagoer Schlachihauszustände erinnern. Der Gewährsmann hat jahrelang Gelegenheit gehabt, die sogenannten Polkaschlächtercien im Land- kreise Düren, besonders in den Orten Gürzenich, Hoven, Maria- weiter und Merken, zu beobachten, und hat seine Erfahrungen den Regierungsbehörden mitgeteilk: In den Polkaschl ächtereien wird gewohnheitsmäßig das Fleisch von kranken Tieren verarbeitet, der Knochen entledigt, in Körbe verpackt und nach allen möglichen Gegenden versandt. Der Kreis Düren sei sozusagen die Abdeckerei für einen großen Teil der Rheinprovinz. Das Fleisch von Tieren, die nicht gerade an Milz- brand, Rinderpest und dergleichen krank waren, werde tier- ärztlich vielfach als zum Genuß noch geeignet freigegeben, obwohl gesundes Fleisch niemals vom kranken Tier kommen könne. Die Polkaschlächtereien kauften speziell zweifelhafte Tiere, auch solche, die schon dem Verenden nahe seien, und zwar in allen Gegenden der Rheinprovinz auf Entfernungen von 50 und mehr Kilometern. Häufig könne von einer regelrechten Schlachtung nicht mehr, höchstens von Notschlachtung gesprochen werden. Meist aber würden nächtlicherweile Tiere, die dem Verenden nahe sind, ohne jede Untersuchung geschlachtet und heimlich an die Metzger der verschiedensten Städte zur Verarbeitung übersandt. Der Gewährsmann hat dem Land rat des Kreises und dem Regierungspräsidenten in Aachen vor längerer Zeit An- zeige gemacht und von dem letzteren die Antwort erhalten, daß alles veranlaßt worden sei,„was nach Lage der Sache zur Aufklärung der erhobenen Beschuldigungen sowie zur Beseiligung und Ver- hütung etwaiger(!) Mißstände geboten und möglich war." Im übrigen werde„die Angelegenheit weiter im Auge behalten werden." Der Gewährsmann behauptet, daß trotzdem der gemeingefährliche Betrieb fortdauere, und wiederholt Fleischvergiftungen zur Folge gehabt habe. Es ist festgestellt, daß bei den zahlreichen Fleischvergiftungen in Köln tatiächiich Fleisch aus dem Kreise Düren mit in Frage kommt. Bei der Kölner Staatsanwaltschaft ist unter Benennung von neun Schlächtergesellen als Zeugen und von zwei jener lichtscheue» Händler als Beschuldigte eine Anzeige eingegangen, in der behaupte: wird, daß zum Zwecke der Verwurstung jahrelang krankes und tierärztlich nicht untersuchtes Fleisch zum Preise von 25 und 30 Ps. pro Pfund von jenen Händlern unter de in Schutze der Nacht nach Köln geliefert worden ist. Die Hochschutzzollpolitik und die dadurch bedingte Fleischteuernng wirkt für skrupellose Leute geradezu als Anreiz, die durch Ver- arbeimng von krankem Vieh erzielten enormen Gewinne in die Taiche zu stecken. Selbst auf die Gefahr hin, die Arbeiterschaft mit dem Kadavcrfleisch zu Tode zu füttern. Die Grnbenkatastrophe in Zlustralien. Trotz der Versicherung des Direktors der Grube North Lyell.' daß die über neunzig in der Grube ein- geschlosseneu Bergarbeiter sich wahrscheinlich in Sicherheit ge- bracht � hätten, Icheint wenig Aussicht auf Rettung der Unglücklichen vorhanden zu sein. Der Rettungsmannschaft ist es bisher noch nicht gelungen, bis zu dem Orte der Kata- strophe vorzudringen. Außer einigen bald nach Bekanntwerden des Unglücks geborgenen Leichen sind im Laufe des gestrigen Tages fünf weitere Leichname aus dem Unglücks- schacht ans Tageslicht gefördert worden. Die Bergungsarbeiten lverden unermüdlich fortgesetzt. Balkonstudien. Der Ruhm, den sich ein Herr Bley in der„Deutschen Tages» zeitung" mit seinen Plastometerstudien über die Form der politischen Köpfe des Reichstages erwarb, hat einen anderen Grundgelehrten, den Schriftsteller Otto H a u s e r, nicht ruhen lassen. Er ver- öffentlicht in der„Politisch-Anthropologischen Revue" einen Artikel über„die Vertreter des deutschen Volkes im dreizehnten Reichs- tage nach ihrem physischen Typus". Eine bedeutendere Rolle in seinen Untersuchungen spielt der Gesicht-erker, der die unter- schicdlichen Abgeordneten ziert. Lange oder kurze Nasen sind ihm mit ein Unterscheidungsmerkmal der gernianischen oder nicht» germanischen Rasse. Aber noch mehr. Herr Hauser klassifiziert die Abgeordneten auch nach dem Aristokratentypus, was vor ihm verschiedene„Simplizissimus"ze!chner meisterlich gemacht haben. Unsere Vertreter kommen schlecht weg. Nur drei von unseren 110 Vertretern haben einen sehr guten Typus, darunter ein oder ztoei— Juden, sieben stecken ihre Nasen noch erträglich in die Welt, bei den andern aber ists fürchterlich I lauter ungerma» nische Typen, davon 36 mit extrem kurzen Nasen. Ja, ja. Ausländer, Fremde sinds zumeist, die unter uns gesät den Geist der Rebellion I Absturz bei einem Paffagierflug. Ein schwerer Fliegerunfall wird auS der französischen Stadt Chaux-de»FondS gemeldet. In der Nähe der Stadt stieg am Dienstagvormittag der Flieger C o b i o n i mit dem Redakteur B i p p e r t als Passagier zu einem Fluge über die Stadt aus. Beim Landen senkte sich der Apparat nach vorwärts und stürzte senk- recht auf den Boden. Der Apparat wurde zertrümmert. C o b i o n i ist an den Verletzungen kurz darauf gestorben. Der Zustand BippertS ist hoffnungslos. Reue Autobanditen.. Ein Verbrechen, das an die Schreckenstat der Pariser Apachen Bonnot und Garnier erinnert, wird aus der französischen Ortschaft Nantcrre gemeldet. Dort wurde der Kassierer einer großen Gesell- schaft, namens Bouillon B r e b i o n. der sich zur Leistimg einer größeren Zahlung nach Paris begeben wollte, auf dem Wege von maskierten Räubern überfallen. Diese schleppten ihn in ein bereit st ehendes Automobil und raubten ihn während der Fahrt aus. Dann fuhren die Verbrecher an die Seine, wo sie Brebion in den Fluß warfen. Brebion konnte sich jedoch durch Schwimmen retten. Massenvergiftungsversuche in Mailand. Ein MasienvergiftungSversuch, der an den Fall des öfter» reichischen Leutnants Hofrichter erinnert, erregt in Mailand peinliches Aussehen. Zahlreiche Hausbesitzer in verschiedenen Vierteln der Stadt erhielten in der letzten Zeit Proben von Tabletten zugesandt. die angeblich eine heilkräftige Wirkung ausüben sollten. Einige Hausbesitzer, die die Tabletten nahmen, erkrankten unter heftigen Vergiftungserscheinungen. Eine Untersuchung der Tabletten ergab, daß sie Quecksilber» Eyanit enthielten. Vom Absender fehlt jede Spur. Auf den Proben war eine Gesellschaft„Sanitaria" als Absender angegeben, doch existiert eine solche Gesellschaft nicht. Die Empfänger haben, abgesehen davon, daß sie fast alle Hausbesitzer sind, keine Be» ziehungen zu einander._ Ein Bureaukratenstücklein. Ein Metzgerlehrling in Oberalting, der sich keines ver» steuerbaren Einkommens bewußt ist. da er von seinem Meister keinen Gcldlohn, sondern nur Verpflegung erhält, wurde auf seine Steuerreklamation durch das folgende Schreiben des Rentamts Starirberg erfreut: «Sie werden hiermit aufgefordert, eine Zusammenstellimg über den Verdienst, den Sie und I h r e F r a u in der Zeit vom 1. X. 10 bis 1. X. 11 halten, innerhalb fünf Tagen vor» zulegen. Zur Nachweisführung sind ferner Bescheinigungen der Arbeitgeber darüber, lvährend welcher Zeit Sie bei dieicn be schäftigt waren, zu erbringen. Hierbei wird darauf aufmerksam gemacht, daß es Sache der Berufungsführer i st, die Nachweise zu erholen und vorzulegen." Es ist ja bekannt, daß die Steuerbehörden es trefflich dm stehen, jeden Pfennig versteuerbaren Einkommens aurzuffnden. neuartig ist es aber, daß jetzt schon gar nicht vorhandene Ehefrauen zum Steuerobjekt werden._ Tie Schlacht im Gefängnis. Im Strafgefängnis zu R a tv l i n g(Vereinigte Staaten von Nordamerika) ist eS am Montag zu einer � förmlichen Schlacht zwischen revoltierenden Sträflingen und ihren Wärtern gekommen, in deren Verlaus zwei der Sträflinge getötet, zahlreiche andere mehr oder weniger schwer durch Revolverschüsie verletzt wurden. Bereits in der Nacht zum Sonntag war es 20 Verbrechern unter Anführung des berüchtigten Raubmörders B ü t ch gelungen, ihre Wärter zu überrumpeln und die Freiheit zu gewinnen. Am Montag wiederholte sich die Revolte und es gelang abermals mehreren Verbrechern, nachdem sie ihre Wärter nieder- geschlagen hatten, zu entkommen. Um weiteren Meutereien wirksam entgegentreten zu können, wurden die Gefängnisbeamtcn mit Revolvern bewaffnet. Als wenige Stunden darauf mehrere Gefängnisinsaffen, durch den Erfolg der vorhergehenden Revolten kühn gemacht, einen dritten Ausbruchsversuch untcriiahmen, kam es zu dem eingangs erwähnten Kampf, den die Wärter erst durch den Gebrauch des Revolvers zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Kleine Notizen. Selbstmord eines Zwölfjährigen. Am Montagabend verübte in ortmund ein zwölsjähriger Quartaner, der �rohn eincS Ge- ängenen-Anfsehers, Selbstmord d u r ch E r ich r eß e u. Der Knabe, der das Real-Byinnasiu», besuchte, hatte von einem Lehrer eine Mitteilung an seinen Vater mitbekommen, die dreier unter- schreiben sollte. Um dem Vater drew Mitteilung nicht vor Augen koinmen zu lassen, fälschte d e r F u n g e die U n t e r i ch r i f t seines Vaters. Als uun die Fälschung ans Tageslicht gekommen war, verübte er die unselige Tat.. Aus der Tics-. Der Kellner M a r k m Ha r b u r g tötete am Dienstaginorgen die Pro st ttu t erste Elle G- h r ko durch einen tich in den HalS. weil sie ihn wegen Zuhalterei an- gezeigt hatte. Der Mörder wurde»ach erfolgloie.n Selbstmord- versuch v e r h a s t e t.- J» der Nahe von K l o tz, ch e(Kgr. Sachsen) lötete der Arbeiter Lehmann, der oft betrunken nach Hause kam. seine Frau. Mutter von vier unversorgten Kindern. Zwei Nach- barn, welche der Frau zu Hilfe eilen wollten, verletzte er cbcnfnlt� fcbiucr. Bcnzinexplosion in Wie». In der Färberei von Joses S m e- t a n a in Wien erfolgte am Montag eine Beitzinexplosion. durch die elf Personen mehr oder weniger schwer verletzr ivurden Durch die Explosion wurde auch beträchtlicher Sachs chadeu angerichtet D ktion Herr itontv,....... �_______ Perantwortlicher'Redaktellr.' Alfred Wielepp, Neukölln. Für den J.ijerate-iteil oerantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts vuchdiulkerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u-Co, Berlin LW.