Ur. 245. Bbonnemcnts-Rcdinsutigcn: RBonnementä- Preis bräratmernnSo: Vierteliährl. 3,30 Mk.. monatl. 1,10 Mk,. wöchentlia, 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nunmier 5 Pfg. Sonntags« nummer mit Muslrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- «ibonnemenN 1,10 ü>!arl pro Monat. Eingetragen in die Posl-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland Z Marl pro iMonat. Postabonnemcnts nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. Die TnfertlonS'Gebflbr beträgt für die sechsgespaltene KolonÄ» zeile oder deren Rauin KO Psg., für politische und acwcrlschastliche Vereins- lind BersammlungS-Anzeigen 30 Pfg, „Uleine Anreisen", das fcttgedruilie Wort 20 Psg. tzulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes wciiere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellcnan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort ö Psg. Worte über ISBuch- staben zählen für zwei Worte. Inserate fiir die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gcössnet. vlcheliit täsiiib aafitr Olontaa«. Vevlinev Vollisblerkt. Z«ntralorgati der fozialdemohrati fAen Partei Deutfchlands. Telegramm- Adress« „SHUWtaulirat Strllo"« Redaktion: SÄl. 68» Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Massen, 5k habt das Wort! Gewaltig sind die Aufgaben, die seht an das Prolelariat herantreten. Gewaltig sind die Kämpfe, die die Klassengegensätze im Innern der Staaten entfacht haben, gewaltig die Gegensätze, durch die der Imperialismus die kapitalistischen Staaten in feindliche Heerlager zerrissen hat. Gewaltig mutz die Kraftentfaltung der Arbeiterklasse werden, die diese Gegensähe überwinden will, die an Stelle des Kampfes der Anter- drückuug und Knechtung nur den einen Kampf um Freiheit und Gleichheit setzen will. Dort unten im Balkan ist ein Krieg entfesselt mit all feinen Greueln und Entsetzlichkeiten. And die Gefahr droht, datz das Entsetzliche sich verbreitet, datz die europäischen Staaten in den grätzlichen Wirbel hineingerissen werden. Itur eine Rettung gibt es. die Entschlossenheit der Völker, sich nicht zum Werkzeug kapitalistischer Riachtgelüste und staat- licher Ausdehnungsbeslrebungen machen zu lassen. Rur wenn die herrschenden wissen und sehen, datz die Massen gefeit sind vor jeder chauvinistischen Erregung und vor jeder nationalistischen Täuschung, nur dann werden sie davon absehen, den Streit ihrer Interessen auf den Schlachtfeldern zur Entscheidung zu bringen. Diesen unerschütterlichen Friedenswillen zum Ausdruck zu bringen, das ist jetzt die dringendste Pflicht der arbeitenden Massen. Sie müssen den herrschenden be- weisen, datz sie keine willenlosen Sklaven mehr sind, sondern Menschen, die ihre historische Aufgabe erkannt haben und nur einen Kampf kennen, den Kampf um die Durchsehung ihres Zieles. In internationaler Geschlossenheit steht das Proletariat da, im schärfsten Gegensah zur Zerrissenheit seiner Beherrscher. Wenn wir am kommenden Sonnlag zu Zehnkausenden nach Treptow marfchlereu, dann erfüllt uns das Vewutzlfein, datz mit uns in gleichem Schritt und Tritt, vom gleichen Geiste erfüllt, Millionen und Millionen einherschreiten überall in der Well, wo das Kapital herrscht und die Ausgebeuteten sich gegen seine Herrschaft empören. Ost haben sie uns gehöhnt und unser gespottet. Aber dieser gleiche Wille und dieser gleiche Geist erobert sich immer mehr die Welt und wird von immer größerer historischer Bedeutung. Deshalb empfängt auch diese Versammlung in Treptow von der Schicksalsstunde, die die Entfesselung des Dalkankrieges für die europäische Menschheit bedeutet, ihre besondere Bedeutung. And datz sie diese Bedeutung verstehen und wissen, datz sie zur wichtigsten Kraft zur Erhallung des Friedens geworden sind, das werden die Arbeiter der Welt. das werden am Sonnlag die Arbeiter Verlins und Deutsch- lands durch ihre Teilnahme an unseren Massendemonstrationen beweisen. ®et Äampf für den Frieden bedeutet aber zugleich den Willen zur Erringung der politischen Macht. Denn wir wissen, der Krieg ist tief begründet im Wesen des Kapitaiismus. der uns mit immer neuen Kriegsgefahren schreckt. Erst der S�o zialismus ist der Friede. Deshalb kämpfen wir für die Demokratie, für die Erringuna der ftaatsbürgerllchen Gleichheit. Wir empfinden es als un- erträgliche Schmach, in Preutzen entrechtet zu fein, und wir fordern das gleiche Wahlrecht zum preußischen Landtag! Dringender als je tritt heute den arbeilenden Massen die Rokwendigkeil der Verstärkung ihrer Macht vor Augen. Die Herrschaft über den Staat, d.? die Besitzenden ausüben, be- deutet immer mehr für die Besitzlosen Verschlechterung ihrer Lebenshaltung, zunehmende Verteuerung aller Be- darfsgegen stände. Wir brauchen die Wahlreform für Preußen, um die Agrarierherrschaft zu brechen, um die Verkümmerung unserer Existenz abzuwehren, um den Tribut ab- Zuschüklrln, der unerträglich auf uns lastet. Deshalb gehen wir Sonntag nach Treptow. Eine Heerschau soll es werden über all die Enterbten und Enk- rechteten der kapitalistischen Gesellschaft. Wir wollen den Frieden, um ungehemmt und un- gestört unseren Freiheilskampf führen zu können. Wir fordern sofortige hilfegegendieTeuerung, VM die Arbeiterklasse kampffähig zu erhalten. Wir fordern das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht fiir Preutzen. um die Schmach der Privilegien- Herrschaft von uns abzuschütteln. Expedition: SM. 68, I-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Veskalb auf nack �reptotv! Gegen Hgrarierbcrrfcbaft, für gleiches Recbt. Gegen Kriegsgefahr fü» den VÖlherf rieden I Cheodor Komelblikg. Theodor Bömelburg, der erste Vorsitzende des Deutschen Bauarbeiterverbandes ist tot. Am Donnerstag- abend, etlvas nach 7 Uhr, ist er im Barmbecker Krankenhause dem Leiden erlegen, das ihm ein düsteres Schicksal auferlegt hatte. Mit tiefein Schmerz wird diese Nachricht von all den ungezählten Tausenden aufgenommen werden, die B ö m e I- bürg kannten. Und wer von dem großen Bunde, den die deutsche Arbeiterbewegung in allen ihren Zweigen darstellt, hätte Bömelburg nicht gekannt? Weit hinaus über den Kreis der deutschen Bauarbeiter, denen er ein hochbegabter Führer war, ist sein Name gedrungen. In den Gewerkschaften wie in der sozialdemokratischen Partei stand er hoch in Ehren! In den schnell fliehenden Stunden, in denen»vir diese Zeilen niederschreiben müssen, läßt sich das Lebensbild dieses Mannes nur unvollkommen geben. Denn in Bömelburg haben wir das Urbild des Arbeiterführers der Gegenwart in aller Reinheit und Treue vor uns: Als Sohn eines armen Dorfproletariers geboren, mit der dürftigen Bildung, die eine Dorfschule geben kann, in den Kanipf ums Dasein hinausgestoßen, die Erkenntnis des pochenden Lebens erschwert durch den anerzogenen Glauben an die starre Lehre der Kirche, so mutzte er seinen Weg beginnen, von keiner Hand gestützt und nur auf sich allein angewiesen. Und sein Weg führte ihn bald in die Reihen des Proletariats gerade zu einer Zeit, wo die Gewißheit immer stärker wurde, daß man bald die schlimmste der Fesseln, das Ausnahjnegesetz, gebrochen haben tvürde und lvo an den Brennpunkten unserer Bewegung ein tatensrohes Schafsenherrschte.wo es wie ein srphes Erwachen durch die kulturhungrigen Massen der Arbeiter strömte. In diese hochgehende Bewegung einnial hineingezogen, offenbarten sich bald seine hervorragenden Fähigkeiten, die von den Aufgaben wuchsen und sich immer glänzender entfalteten. Die Notwendigkeit der Tatsachen stellte ihn bald an die Stelle, an die er gehörte und in deren Dienst er seine volle ungeteilte Kraft stellte. Er wuchs an und niit seinen Werken und er verwuchs mit ihnen. Denn es war seine Art, nichts halb oder nichts scheinbar zu tun, sondern stets mit seiner ganzen Persönlichkeit ein ganzes Werk hinzustellen. Und so ist er der Mann geworden, der in seinem besonderen Wirkungskreise einen seltenen Einfluß besaß, einen Einfluß, der sich auf Achtung und Vertrauen gründete. So ist er der Mann geworden, den man ohne einen Schein von Ueber- trcibung zu den hervorragendsten Führern der deutschen Ar- beiterbcivcgung zählen kann. Am 27. September 1862 wurde Bömelburg in dem kleinen Dorfe Westönnen im Kreise Soest geboren. Sein Vater war Maurer und so lernte auch er, nachdem er die Weisheit des Kantors vöfi Westönnen in sich aufgenommen hatte, das Maurerhandwerk. Seine Eltern waren fromme, katholische Leute und es versteht sich, daß auch der junge Maurer sehr bald in das Reich der westfälischen Industrie zog. wo er ein gläubiger Katholik und Kirchengänger war. Bis zu seiner Militärzeit in Köln war er nicht aus dem Bannkreise seiner ersten Umgebung herausgekommen. In Köln meldete sich jedoch bei ihm zuerst ein anderes verlangen: So oft er Zeit und Geld dazu hatte, ging er in die Theater und empfing dort wohl die ersten Ein- drücke von freierem Geistesleben. Dann aber, nach der Eni- lassung aus der Kaserne, strebte er in die Weite und kam im März 1887 nach Hamburg. Hier vollzog er den Anschluß an die Arbeiterbewegung; hier fand er die Stätte, wo sich die in ihm schlummernden Kräfte entfalten konnten. Theodor Bömelburg hat von der Picke auf gedient. Im ersten Hamburger Wahlkreise war er Mitglied der Partei und ein Jahr später betraute nian ihn mit dem Amte eines Bezirksführers im Fachverein der Maurer, dem er sich gleich nach seiner Ankunft angeschlossen hatte. Hier versuchte er sich zuerst als Redner, mit heftig klopfendem Herzen, tvie er später oft erzählte. Einige Jahre später »vurde er der Vorsitzende der Hamburger Maurerorganisation. Für einige Jahre war er auch Vorsitzender des Hamburger Gewerkschaftskartells. Und von da an gehörten seine Kräfte vornchmlick der Gelverkschaftsbewegung, die ihn vor immer größere Aufgaben stellte. Seine Berufsorganisation lvar da- inals von dem Kampf um die Organisationsform erfüllt,' deren eigentlicher Gegenstand freilich weit mehr als die bloße äußere Form des Zusammenschlusses war. Bömelburg war, wie alle Hamburger Maurer, Anhänger der Zentralisation und er hat auf den Berufskongrcsscp ihren Sieg mit herbei- führen Helsen. Im Jahre 1893 starb D a m m an», der erste Vorsitzende öes Zentralverbandes der Maurer. Bömelburg, der bis dahin schon bei der Abwickelung der Geschäfte geholfen hatte, trat an seine Stelle. Um jene Zeit war es um die Organi- sation der Maurer traurig bestellt. Die schwere Krise lag wie ein Alp aus dem ganzen Organisationsleben und ver- breitete Verdrossenheit und Mutlosigkeit. Es tvar eine schwere Aufgabe, die des neuen Vorsitzenden harrte. Aber keiner hätte ihre Lösung besser bewältigen können als gerade Bömelburg. Denn Bömelburg vereinigte in sich alle die Eigenschaften, die dazu erforderlich waren. Er war ein glänzender Agitator, besaß daneben ein erstaunliches Organi- jationstalent, einen sicheren Blick für hje Eigenschasteu anderer und war dazu ein gewiegter Taktiker. Als Redner wußte er seine Zuhörer stets zu fesseln und meistens zu über- zeugen. Das wußten auch seine Berufsgenossen, und wenn irgendwo ein Kampf abgebrochen werden mußte, den die Streikenden noch nicht aufgeben wollten, gab eine Rede B ö in e l b u r g s den Ausschlag.„Tetje hat doch recht," sagten sie dann und stimmten seinem Vorschlage zu. Ader nicht weniger oft, besonders in den Jugendjahren der Organi» sation, hat seine Beredsamkeit die zögernden und zagenden Massen zuni frischen fröhlichen Kampf zusammengeschweißt und Begeisterung und Selbstvertrauen in ihnen geweckt. Für seine Eigenschaften als Organisator legt die nahezu zwei Jahrzehnte von ihm geleitete Maurerorganisation Zeugnis ab. Er verließ sich nie auf andere, sondern wirkte in allem mit, was sein Gebiet berührte. Keine Sache war ihm zn klein. Sein taktisches Geschick hat sich in vielen, vielen Fällen und am glänzendsten wohl in der großen Bewegung des Jahres 1916 bewährt. Aber alle diese Eigenschaften allein hätten ihm kaum ein so großes Maß an Achtung und Verehrung gebracht, wie er es tatsächlich genoß, wenn sich nicht damit verbunden hätte ein reiner goldlautercr Charakter! Man muß Bömelburg im Verkehr mit Kindern gesehen habe», wenn man ihn als Mensch beurteilen will. Wie ging dann das Herz auf! Wie konnte er mit ihnen herzen! Oder man muß gehört haben, mit welch rührender Liebe er von seiner Mutter erzählte. Da sah man, daß dieser Mann, der in den Kämpfen und Geschäften oft hart und unbeugsam schien und erscheinen mußte, ein fast allzu weiches, durch und durch gütiges Wesen hatte. Es ist bekannt, daß Bömelburg zu allen Zeiten großen Wert auf ein möglichst einiges Zusammenwirken von Partei und Gewerkschaften legte. Von ihm stammt das Wort: „Partei und Gewerkschaften sind eins!" Er sprach es aw» Schlüsse des Stuttgarter Gewerkschaftskongresses aus, den er. wie die meisten Kongresse der Gewerkschaften, als Vorsitzender geleitet hatte. Seine Wertschätzung des politischen Kampfes kommt auch darin zum Ausdruck, daß er die Reichstags- kandidatur von Dortmund übernahm und das Mandat, das er 1963 gewann, ausübte, bis ihn die Kräfte verließen. Auch der Hamburger Bürgerschaft gehörte er von 1964 bis 1967 an. Dann allerdings mußte er eine Wiederwahl ablehnen, denn es war ihm unmöglich geworden, das Mandat so auszuüben, wie es sein Pflichtgefühl von ihm forderte. Man überblickt sein Leben nun, wo es ausgeglüht ist, noch einmal und gesteht: Es war ein großes, arbeits- reiches, täte»volles Leben! Aber es war auch ein schönes Leben, denn es war die Frucht seiner Mühen. Es sah Erfolge, es sah ein Vorwärts und ein Aufwärts für im» gezählte Tausende. In diese m Sinne nur war es ein schönes Leben; sonst war es erfüllt in der Jugend von Armut und Entbehrung, im Mannesalter von Unrast und bangen, sorgenvollen Stunden. Und am Schluß stand ein schweres Sterben. Ein schweres Sterben.— Seit dem derbst des JahreS 1916 mehrten sich die Anzeichen eines ernsten Nervenleidens. Aber er wollte nicht ausspannen. Allem Zureden setzte er cnt- gegen, daß es jetzt noch nicht ginge; erst müsse das Zentral- schiedsgericht für das Baugewerbe in Ordnung sein. So hielt er sich aufrecht bis zum Anfange des vorigen Jahres. Dann suchte er Heilung in Wiesbaden, im Schwarzwald, in Thüringen. Umsonst! Wohl fühlte er sich einmal besser und wollte seine Arbeiten wieder aufnchmen. Aber es ging nicht, und er mußte wieder auf die Suche nach Gesundung. Und dann kam der Zusammenbruch vor etwa einem Jahre, der die Gewißheit brachte, daß es für unseren Bömelburg keine Gesundung mehr gebe. Nun ist am Donnerstag, kurz nach Sonnenuntergang, der Tod an sein Lager getreten wie ein Freund und Erlöser und hat seine kühle Hand auf das Herz gelegt, das einst so heiß, so heiß geschlagen für die Armen und Enterbten, für seine Brüder, die ihn nie. nie vergessen werden. Und nun steht dies Herz still. Sie Hirlegserklarungen. Die Kriegserklärungen sind erfolgt, die Truppen haben die Grenzen überschritten. Bis zur letzten Stunde scheinen verschiedene Kräfte sowohl in Konstantinopel als in Athen am Werk gewesen zu sein, um Griechenland voni Balkanbuud abzuziehen und seine Beteiligung am Kriege zu verhindern. Vergebens! Nicht einmal diesen Erfolg kann die europäische Diplomatie aufweisen. Zwei Momente in der bulgarischen Kriegserklärung ver- dienen besondere Hervorhebung. Offen wird der Glaubens- krieg proklamiert. Kreuz gegen Halbmond, lautet die Parole. Dadurch sollen alle religiösen Gefühle ans- gestachelt, der Glaubensfanatismus entfacht werden. Nicht nur um einen Kampf der Armeen handelt es sich, ein Bolks- krieg mit all seinen Grausamkeiten soll entfesselt werden. Das Christentum, die Religion der Liebe, wird aufgerufen im Beginn eines Krieges, der an Furchtbarkeiten viele seiner Vorgänger weit überbieten wird. Für die Hoffnung der Balkanstaaten aber charakteristisch ist der Appell, den König Ferdinand in seiner Kriegsprokla- mation an Rußland richtet. Das Andenken an Alexander II., den Zarbefreier Bulgariens von der türkischen Herrschaft, Wird heraufbeschworen, um die russischen Machthaber daran zu erinnern, daß sie auch jetzt ihre„slawischen Brüder" nicht im Stiche lassen sollen. Es ist eine geschickte Anrufung der mächtigen panslawistischen Kreise Rußlands und wer dürste sagen, daß sie wirkungslos bleiben wird. Erklärt doch jetzt schon die russische Presse mit steigendem Nach druck, daß Rußland die Balkanstaaten nicht im Stiche lassen dürfe. Und der bulgarische Zar würde kaum diese Sprache führen, wenn er nicht sicher wäre, daß sie ein starkes Echo auslösen wird. Ein Volkskrieg im Bunde mit dem Völker mordenden Zarismus I So zeigt schon der Beginn des Krieges, wie recht unsere bulgarischen und serbischen Genossen hatten, als sie den Krieg verwarfen, der kein Mittel der Be* freiung, sondern nur die Vorbereitung neuer Verknechtung sein könne. Für uns aber bedeutet diese Kriegsproklamation eine neue Warnung und einen neuen Hinweis auf die Ge- fahren, die uns bedrohen. Türkische Offensive. Koustantinopel, 18. Oktober. Die türkischen Armeen haben ten Befehl erhalten, gegen Serbien und Bulgarien die stensive zu ergreifen. Der türkische Armeebefehl. Konstantinopel, 17. Oktober. Wie verlautet, erließ das Kriegsministerium infolge Beschlusses des heutigen Minister- rats einen Armeebefehl, in dem alle an dem Kriege be- tcillgten Truppen aufgefordert werden, bei dem Einfall in feindliches Gebiet sich jeder Ausschreitung zu ent- halten. Das Ministerium des Innern beauftragte die Provinzbehörden, der muselmanischen Bewölke- r u n g anzuraten, sich aus Anlaß des Krieges nicht auf- h e tz e n zu lassen undmitdenChristeninEintracht zu leben. Die Kriegserklärungen Bulgariens und Serbiens. Sofia, 18. Oktober. Die Regierung hat ihren Gesandten in Konstantinapel Sarafow beauftragt, der Pforte folgende Mitteilung zu unterbreiten:„Da die Pforte nicht auf die identische Note geantwortet hat, die die Regierungen von Bulgarien. Serbien und Griechenland ihr am 13. Oktober überreicht haben, und da die Loge, die bereits durch die Beschlagnahme von serbischer Munition und griechischen Dampfern, die seitens der Türkei unter dem Bruch des Völkerrechts vorgenommen morden ist. sehr ernst war, durch Angriffe auf bulgarische und serbische Vorposten unter Ver- Ictzung internationaler Grundsätze und außerdem durch den Ab- brach der Beziehungen zwischen Bulgarien und dem ottomanischen Reiche noch drohender geworden ist, so hat die Regierung ihren Ge- sandten Sarafow beauftragt, der Pforte mitzuteilen, daß von dem Augenblick der Ueberreichung der Note an, Bulgarien sich im Kriegszustande mit der Türkei betrachte. Der Gesandte fügte hinzu, daß er, da er seine Aufgabe als beendet ansehe, so rasch als möglich K o n st a n t i n o p e l verlasse. Er crtlärte weiter, daß es den in Bulgarien wohnenden ottomanischen Untertanen, die daS Land verlassen wollten, frei- gestellt sei, dieses- zu tun. Diejenigen aber, die vorziehen würden, dort zu verbleiben, könnten auf den Schutz der Gesetze zählen. Die gleiche Note ließ die serbische Regierung über- reichen. Das bulgarische Kriegsmanisest. Sofia, 18. Oktober. Der K ö n i g hat folgendes M a n i- fest an die Nation erlassen: Bulgaren! Im Lause meiner 25jährigen Negierung habe ich stets in friedlicher Kulturarbeit den Fortschritt, das Glück und den Ruhm Bulgariens erstrebt und nur in dieser Richtung habe ichchie bulgarische Nation sich beständig entwickeln sehen wollen. Aber die Vorsehung hat anders entschieden. Für die bulgarische Nasse ist der Augenblick gekommen, der es erheischt, aus dieWohltaten desFriedens zu verzichten und die Hilfe der Waffen anzurufen für die Verwirk- lichung eines großen Problems. Jenseits des Rila- und Nhodopegebirges waren unsere Blutsbrüder und Re- ligionsgenossen bis heute, dreißig Jahre nach unserer Befreiung, nicht so glücklich, ein erträgliches menschliches Da- sein zu erlangen. Alle Anstrengungen, die sowohl von den Großmächten, wie seitens der bulgarischen Regierung gemacht worden sind, um dieses Ziel zu erreichen, haben nicht die Be- dingungen geschaffen, welche diesen Christen den Genuß der Menschenrechte und der Freiheit gestatten. Der Seufzer von Millionen von Christen hat unsere Herzen er- schüttern müssen, die Herzen ihrer Stammes- und Religions- genossen, die wir unsere Freiheit und unser friedliches Leben einer großen christlichen Befreierin verdanken. Und die bulgarische Nation erinnerte sich der prophetischen Worte des Zar-Befreiers: Das heilige Werk muß zu Endegeführt werden. Unsere Friedensliebe ist erschöpft. Um der christlichen Bevölkerung in der Türkei zu helfen, bleibt uns kein anderes Mittel übrig, als uns zu den Waffen zu wenden. Wir sehen, daß dies das einzige Mittel ist, mit dem wir ihnen den Schutz des Lebens und des Eigentums sichern können. Die Anarchie in den türkischen Provinzen bedrohte selbst unser nationales Leben. Nach den Massakers in Jstip und Kotschana hat die türkische Regierung statt den Geprüften Gerechtigkeit und Genugtuung zu gewähren, wie wir es ge- fordert haben, die Mobilisierung ihrer militärischen Streit- kräfte angeordnet. Unsere Langmut ist so auf eine harte Probe gestellt worden. Tie menschlichen und christlichen Ge- fühle, die heilige Pflicht, den Brüdern zu helfen, wenn sie mit der Vernichtung bedroht sind, die Ehre und Würde Bulgariens legten mir die gebieterische Pflicht auf, die für die Verteidi- gung des Vaterlandes bereiten Söhne unter die Fahnen zu rufen. Unsere Aufgabe ist gerecht, groß und heilig. In dem Glauben an den Schutz und den Beistand des Allmächtigen bringe ich es zur Kenntnis der bulgarischen Nation, daß der Türkei zur Verteidigung der menschlichen und christlichen Rechte der Krieg erklärt worden ist. I ch b e f e h l e der tapferen bulgarischen Armee in das türkische Gebiet zu marschieren. An unserer Seite und mit uns kämpfen mit dem gleichen Ziel aegen den gemeinsamen Feind die Armeen der mit Bulgarien verbündeten Balkan st aaten, Serbien, Griechenland und Montenegro. Und in diesem Kampfe des Kreuzes gegen den Halbmond, der Freiheit aeaen die Tnrannei, werden wir die Sympathien aller derer haben welche die Gerechtigkeit und den Fortschritt lieben. Möge' gestützt auf diese Sympathien, der tapfere bulgarische Soldat der Heldentaten seiner Väter und Abnen eingedenk sein und der Tapferkeit seiner russischenLehrerund Befreier. Möge er von Sieg zu Sieg eilen.?lun bor- wärts, und Gott mit uns!— Das Manifest ist vom Könige unterzeichnet und von den Ministern gegengezeichnet. Die griechische Kriegserklärung. Athen, 17. Oktober. Die„Agcnee d'Athönes meldet: Serbien hat der Türkei zuerst den Krieg erklärt. Bulgarien folgte, Griechenland, das sich von seinen Lcrbündcte» nicht absondern will, hat seinen Gesandte» in Konstantinopel beauftragt, der Pforte die Kriegserklärung zu übermitteln, indem es gleichzeitig den verbündeten Nationen brüderlichen Gruß sendet. Die Grieche» überschreiten die Grenze. B o l o(Thessalien), 18. Oktober. Drei griechische Re- gim enter haben gestern früh in der Nähe von Elassona die türkische Grenze überschritten, ohne Widerstand zu finden. Kretas Hilfe. Paris, 18. Oktober. Nach einer Blättermelbung aus Canea sind gestern 800 kretische Milizsoldaten unter Führung mehrerer Unteroffiziere an Bord des griechischen Dampfers Pinios nach dem Piräus abgegangen. Die kretische Regierung sei außer- stände gewesen, sie zurückzuhalten. Die Anwerbungen dauern fort. In Kandia sollen sich 1000 Mann Miliz- so Ida ten auf dem Dampfer Ärkadia eingeschifft haben. Kämpfe an der serbischen Grenze. Saloniki, 18. Oktober. Das Gefecht bei Podn- j e w o und P r e p o l a tz an der serbischen Grenze hat einen größeren Umfang angenommen. Auf beiden Seiten sind Verstärkungen eingetroffen. Die Türken haben alle Augriffe der Serben zurückgeschlagen. Man kämpft auf beiden Seiten mit größter Erbitterung; die Berluste find noch«n- bekannt. Wie es heißt, treffen die Serben Anstalten, in der Gegend von Novibazar den Uebergang über die Grenze zu erzwingen. Laut Nachrichten aus U e S k ü b haben die Bulgaren die türkischen Blockhäuser bei P a l a u k a sowie die bei Nalbend Tschepeler und Teoerer angegriffen. Kampfpause auf den montenegrinischen Schauplatz. Podgoritza, 17. Oktober. In dem Kampfe zwischen Monde- negrinern und Türken ist eine Pause eingetreten. Die Truppen der mittleren Kolonne versammeln sich bei T u z i, um in der Rich- tung gegenSkutari vorzugehen. Ansehnliche feindliche Streit- kräfte sind ihnen von Skutari entgegengeschickt worden. Man er- wartet eine Schlacht auf einem für die montenegrinische Armee sehr ungünstigen Terrain, nämlich dem sumpfigen ösb lichen Ufer des Skutarisees. Im Falle eine» Mißerfolges sind die Montenegriner im Rücken nicht gedeckt, da der hinter ihnen liegend« kleine See von Hum die Verbindung mit ihrem Zentrum erschwert. Von der Nordarmce sind über 300 Verwundet« hierher transportiert worden. ES macht sich bereits Mangel an A e r z t e n fühlbar. Aus Rußland laufen viele Gaben für das Rote Kreuz ein. Türkischer Gefechtsbericht. Kokistantinopel, 17. Oktober. Amtliche Meldungen des Kriegsministeriums besagen: Die Kämpfe bei Kranja in Ler Gegend von T u z i haben mit einem Erfolge der Türken geendet. Die Montenegriner haben sich zurück- gezogen. Auf türkischer Seite wurden zwei Offiziere und 15 Mann getötet, drei Offiziere und 51 Mann verwundet. Die Verluste der Montenegriner werden auf 500 Mann geschätzt. Die Kämpfe bei G u s i n j e dauern an. Die Türken haben den Posten Politzi besetzt und ein Geschütz sowie Munition genommen. Um die Gunst Englands. London, 13. Oktober.(Privattelegramm des„V o r- wärt S".) Die Türken und Balkanvölker buhlen um die Gunst des englischen Volkes, das aus dem ihm täglich prüfen- tierten Wortsalat noch immer nicht recht klug wird. Nach den Staatsmännern des Balkans kommt jetzt der Sultan. Der Berichterstatter des„Daily Mail" telegraphiert aus Konstanttnopel, daß er eine Audienz bei dem Sultan halt«, in dessen Verlauf sich der Sultan wie folgt äußerte:„Kiamil Pascha sagte mir gestern, daß in England die öffentliche �Sympathie in diesem Kriege, in den wir verwickelt worden sind, auf unserer Seite ist. Ich schätze sehr die guten Wünsche des britischen Volkes und danke ihm von Herzen. Der Krieg, den wir führen, ist uns a u f g e. z w u n g e n worden. Die Türkei würde nie angegriffen haben, wenn man sie in Ruhe gelassen hätte. Wir haben nur daS Schwert ergriffen, um unser Gebiet und unsere gerechte Sache zu ver- teidigen. Der Sultan schloß die Unterredung mit einigen äußerst schmeichelhaften Worten für das englisch« Volk. Kiamil Pascha scheint dem Sulwn einen schönen Bären auf. gebunden zu haben, denn von einer Sympathie für die Türkei ist hier wenig zu merken. Eher könnte man von einer Sympathie für die Balkanvölker in gewissen liberalen Kreisen reden, die aber mit ihrer unbedachten Gefühls- Politik nur dem Chauvinismus in Rußland Vorschub leisten. Die Cürlm und Italien. Der Friede von Ouchy. Ouchy, 18. Oktober. Der Friedensvertrag zwischen Italien und der Türkei ist heute um 3 Uhr 45 Min. unterzeichnet worden. Der Wortlaut des Vertrages. Rock, 18. Oktober. Der heute in Ouchy unterzeichnete Frie- densvertrag zwischen Italien und der Türkei besagt im Eingange, daß der König von Italien und der Kaiser der Ottomanen, von dem gleichen Wunsche für Beendigung des Kriegszustandes zwischen ihren Ländern beseelt, folgende Bevollmächtigte ernannt haben: der König von Italien den Deputierten Pietro Bertolini. den Staats- rat Guido Fusinato und Guiseppe Volpi, der Sultan die außer- ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Mehemmed Naby Bey. Rum Bcy Oglu und Fax Eddiu Bey. Diese Bevollmäch- tigten sind über folgende Punkte übereingekommen: Artikel 1. Die beiden Regierungen verpflichten sich, un- mittelbar nach Unterzeichnung gegenwärtigen Vertrages die not- wendigen Verfügungen zu treffen zu einer sofortigen und gleich- zeitigen Einstellung der Feindseligkeiten. Sonderg'scmdte werden in die betreikendeni Orte geschickt werden, um die Ausführung der eben genannten Verfügungen sicherzustellen. Artikel 2: Die beiden Regierungen verpflichten sich, sogleich nach der Unterzeichnung des vorliegenden Vertrages ihren Offi- zieren und Truppen den Rückb-rufungsbefehl zu geben und ebenso ihren Zivilbeamten: die ottomanische Regierung für die Cyrenaika und die italienische Regierung für die besetzten Inseln im Aegaei- schen Meere. Die tatsächliche Räumung der genannten Inseln von den italienischen Offizieren, Truppen und Zivilbeamien wird so- gleich erfolgen, ivenn die Räumung seitens der Türken in Tripoli- tanien und der' Cyrenaika durchgesührt ist. Artikel 3: Die KriegIgefcmgetlSK Lud Geiseln Eeröcn mog, lichft bald ausgetauscht werden. Artikel 4: Die beiden Regierungen verpflichten sich, voll- kommen« Amnestie zu gewähren, und zwar die königliche Regie- rung den Bewohnern von Tripolitanien und der Cyrenaika und die kaiserliche Regierung-den Bewohnern der Inseln des Aegaeischen Meeres, die Untertanen der ottomantschen Herrschaft sind und an den Feindseligkeiten teilgenommen oder sich in ihrer Stellung bloß- gestellt haben sollten, abgesehen von gemeinen Verbrechern; infolge- dessen soll niemand, welcher Klasse oder welchem Stand er auch angehören wag, in seiner persönlichen Freiheit oder seinem Besitz oder in seinen Rechten verfolgt oder beunruhigt werden wegen seiner politischen oder militärischen Handlungen oder wegen seiner -während'der Feindseligkeiten ausgesprochenen Ansichten, die auS diesem Anlaß verhafteten oder deportierten Personen werden so- gleich in Freiheit gesetzt wenden. Artikel 5: Alle Verträge und Uebercinkünste jeder Gattung, Art und Natur, die zwischen beiden vertragsschließenden Teilen vor der Kriegserklärung geschlossen oder in Geltung waren, werden un» verzüglich wieder in Kraft gesetzt, und beide Regierungen wenden. die eine gegenüber der anderen, ebenso wie die beiderseittgen Unter- tanen, in dieselbe Lage versetzt, in der sie sich vor den Feindselig- leiten befunden haben.« Artikel 6: Italien verpflichtet sich, zu derselben Zeit, wo die Türkei ihre Handelsverträge mit den anderen Wächten erneuern wird, mit der Türkei auf der Grundlage des europäischen Völker- rechts einen Handelsvertrag abzuschließen, d. h. Jtaiien ist bereit, der Türkei ihre volle wirtschaftliche Unabhängigkeit zu lassen und daS Recht, in Handels- und Zollangelegenheiten wie alle anderen europäischen Mächte zu handeln und ohne durch Kapitulationen und andere bis zum heutigen Tage geschlossenen Akte gebunden zu sein. Dabei versteht es sich, daß der genannte Handelsvertrag nur in soweit in Kraft treten wird, wie von der Pforte mit anderen Mächten auf gleicher Grundlage abgeschlossene Handelsverträge. Außerdem willigt Jtaiien in eine 11- bis ISprozentige Erhöhung der Zölle sä vslorem in der Türkei, ebenso stimmt es der Ein- führung neuer Monopole zu, sowie der Erhebung von Verbrauchs- steuern auf folgende fünf Arttkel: Petroleum, Zigarettenpapier, Streichhölzer, Alkohol und Spielkarten. Alles diese? unter der Be- dingung, daß dieselbe Behandlung gleichzeitig und ohne Unterschied auf die Einsuhr auch der anderen Länder angewandt wird. In soweit es sich um Artikel handelt, die einem Monopol unterliegen, ist die Verwaltung dieser Monopole gehalten, Artikel italienischer Herkunst nach einem Verhältnis zu beziehen, das der jährlichen Einfuhr der gleichen Artikel entspricht, vorausgesetzt, daß der Preis, zu dem die Monopolarttkel angeboten werden, der Marktlage im Augenblick des Kaufs entspricht. Dabei soll die Qualität der zir liefernden Ware, sowie der Durchschnittspreis der'der Kriegs- erklärung vorangegangenen 3 Jahre in Betracht gezogen werden. Außerdem versteht es sich dabei, daß, wenn die Türkei, anstatt neu« Monopole aus die oben genannten S Arttkel zu legen, sich entschlösse, sie mit Verbrauchssteuern zu belegen, diese Verbrauchssteuer in der- selben Weise aus die gleichen Produkte der Türkei und jeder anderen Nation gelegt werden müßten. Artikel 7: Die italienische Regierung verpflichtet sich, ihre im ottomanischcn Reich bestehenden Postanstalten zu derselben Zeit aufzulösen, wo die anderen Mächte, die in der Türkei eigene Post- anstalten besitzen, diese auflösen werden. Artikel 3: Da die Pforte beabsichtigt, auf einer europäischen Konferenz oder anderweitig mit den beteiligten Großmächten Ver- Handlungen anzuknüpfen, um das System der Ldapitulationen in der Türkei aufzuheben und sie durch das Regime des Völkerrechts zu ersetzen, erklärt Italien, indem es diese Absicht der Pforte als wohlbegründet anerkennt, der Türkei vom jetzigen Augenblick an in dieser Hinsicht seine volle und aufrichtige Unterstützung leihen zu wollen. Artikekv: In der Absicht, ihre Zufriedenheit mit den guten und loyalen Diensten zu bezeugen, die ihr von den in ihrer Verwal» tung angestellten italienischen Untertanen geleistet worden sind, zu deren Entlassung sie sich aus Anlaß der Feindseligkeiten gezwungen gesehen hat erklärt sich die Pforte bereit, sie in den Stellungen, die sie verlassen hatten, wieder anzustellen. Für die Monate, die sie beschäftigungslos waren, wird ihnen ein Wartegeld gezahlt; aus dieser Dienstunterbrechung wird den Angestellten, die ein Anrecht auf Pension hatten, kein Nachteil erwachsen. Im übrigen ver- pflichtet sich die türkische Negierung, ihren Einfluß bei den In- stitutionen, mit denen sie in Beziehung steht(öffentliche Schuld. Eisenbahngesellschaften, Banken usw.) geltend zu machen, daß gegen- über den italienischen Untertanen, die in deren Diensten standen und sich in ähnlicher Lage befinden, ebenso Verfahren wird. Artikel 10: Die italieniscke Regierung verpflichtet sich. jährlich an die Kasse der„Dette Publique" für Rechnung der kaiser- lichen Regierung ein« Summe zu zahlen, die durchschnittlich den Summen entspricht, die in jedem der drei Jahre, die der Kriegs- erklärung vorhergingen, für den Dienst der öffentlichen Schuld auS den Einnahmen der beiden Provinzen bestimmt waren-. Der Betrag der besagten Jahressumme wird übereinstimmend von zwei Kommissaren festgesetzt, von denen einer von der königlichen, der andere von der kaiserlichen Regierung ernannt wird. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten wird die Entscheidung einem Schieds. gericht übertragen das aus den oben genannten Kommissaren und einem Oberschiedsrichter besteht, der von den beiden Parteien ge- meinsam ernannt wird. Wird darüber keine Einigung erzielt, so bezeichnet zede Partei eine andere Macht und die Wahl des Ober- fchicdsrichterS kvird gemeinschaftlich durch die so bezeichneten Machte vollzogen. Die königliche Regierung wie die Vcrwaltnng rCi"�5! � Publique" sollen durch die Vermittelung der kaiser- nch�n Regierung das Recht haben zu verlangen, daß die oben er- wahnte?ahretrente durch die Zahlung einer Summe ersetzt wird, � dem kapitalisierten Betrage zum Zinsft.ße von 4 Proz. ent- 'pri.cht. Was den vorhergehenden Absatz betrifft, so erklärt die königliche Regierung, schon jetzt anzuerkennen, daß die JahreSrentc nicht gering« sein darf als zwei Millionen Lire und sie ist bereit/ der Verwaltung der„Dette Publique" die entsprechende kapital,- fterte Summe zu zahlen, sobald eL verlangt wird. „. A\ vorliegende Vertrag wird«am Tage semer Unterzeichnung in Kraft treten. Urkundlich dessen haben die Bevollmächtigten den vorliegenden Ertrag �"t"zeichnet und ihre Siegel beigefügt- Lausanne. �Oktober 1012. gez, Bertolini. Guido Fusinato Gm- seppe Volpi. Mehemmed Naby. Rum Bey. Oglu �ahreddin. Der türkische Verzicht. Rom, 17. Oktober. Die Proklamation des Sultans an die Bevölkerung T r i p o l i tanienS und der Cy. r e n a i k o hat folgende» Wortlaut: Da meine Regierung sich einer» seits in der Unmöglichkeit befindet. Euch die wirksame S i l s e zu geben, die erforderlich ist. um Euer Land zu verteidigen. da sie andererseits um Euer gegenwärtiges und zukünftiges Wohl- ergehen besorgt ist und die Fortsetzung des für Eure Familien ver- hängnisvolleu und für unser Reich geiährlicheii Krieges vermeiden will. und da sie die Absicht hat. in Eurem Laude Frieden und Wohlfahrt wieder aufleben zu lassen, verleihe ich Euch, kraft meiner Herrscher- rechte. dievolleundganzeAutonoinie. Euer Land wird nach einem neuen Gesetz und nach besonderen Ver» o r d n u n g e n regiert werden, an deren Ausarbeitung Ihr durch Euren Rat mitwirken werdet, damit sie Euren Bedürfnissen und Gewohnheiten entsprechen. Ich ernenne zu meinem Vertreter bei Euch meinen treuen Diener Cbemseddin Bey. den ich mit dem Schutz der oömanischen Interessen in Eurem Lande beauftrage. Dos Mandat, das ich ihm übertrage, hat eine Tauer von fünf Jahren. Nach dieser Frist behalte ich mir vor. sein Mandat zu er- neuern oder einen Nachfolger zu bestellen. Da eS unsere Absicht ist, daß die Bestimmiingen des ScheriatgesetzeS dauernd in Kraft bleiben, behalten«vir uns zu diesem Zweck die Ernennung eines Kadis bor. der gemäß den Vorschriften des ScheriatZ die RaibS aus den Reihen der örtlichen Ulemas ernennen wird. Reformen für die türkischen Insel«. Rom, 18. Oktober. Wie die„Agenzia Stefan!" aus Konstantinopel meldet, hat der Sultan gestern ein Jrade zugunsten der Bewohner der Inseln des Aegäischen Meeres unterzeichnet. In dem Jrade wird versichert, daß Reformen der Rechtspflege und der Verwaltung eingeführt werden sollen, um den Bewohnern Gerechtigkeit und Wohlergehen ohne Unterschied deS Kultus und der Religion zu gewährleisten. Zu Be- anrten und Richtern sollen nur Personen ernannt werden, die die Landessprache beherrschen und volle Befähigung besitzen. Volle und unbegrenzte Amnestie wird denjenigen Bewohnern gewährt, die an den Feindseligkeiten teilgenommen und sich bei dieser Gelegenheit bloßgestellt haben mit Ausnahme derer, die sich gemeiner Verbrechen schuldig gemacht haben. Die festgeuommeuen oder verbannten Per- sonen sollen unverzüglich in Freiheit gesetzt werden. Oesterreich erkennt den Frieden an. Wien, 17. Oktober. Oesterreich-Ungarn hat die Souveränität Italiens über Libyen anerkannt. Frankreich und Rußland. Paris, 18. Oktober.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Der„Temps" erklärt heute, größter Gleichmut sei die Bedingung einer gemeinsamen Aktion Europas. Er tadelt darum den Ausspruch des englischen Bot- schafters in Wien Cartwrigth� daß England Kreta zu annektieren wünsche. Sei auch nicht daran zu zweifeln, daß der Ausspruch gefallen sei, so kompromittiere doch dieser Scherz die englische Politik, deren Korrektheit sich im vorigen Monat erwiesen habe, als die britische Regierung an die solidarische Aktion der Schutzmächte Kretas bei einer eventuellen Wiederbesetzung appelliert habe. Besonders heftig geht der„Temps" gegen die Petersburger„Nowoje Wremja" los wegen deren Drohung, daß Rußland sich andere Verbündete suchen könnte. Der„Temps" fragt, wo Rußland diese finden könnte, da in Berlin keine Neigung be- stehe gegen die Türkei vorzugehen. Italien werde aller- dings seit einem Jahre von Rußland bear- b e i t e t und diese Arbeit habe auch der Vorbereitung des Balkanbunds gedient. Man wisse auch, daß die bulgarische Anleihe in dem diplomatischen Korps Sofias zwei Pathen hatte, einen italienischen und einen russischen. Der italienische Friedensschluß zeige aber auch, daß die italienische Slawenfreundschaft ihre Grenzen habe. Daß die Interessen derTripleentente im Orient n i ch t i d e n t i s ch sind, sei nichts Neues. Die Frage sei bloß, ob die um der allgemeinen Politik willen ihre Sonderinter- essen versöhnen könnten. Ter„Temps" tröstet sich schließlich über den Seitensprung des russischen Blattes damit, daß Ssasonow. gestützt durch den Zaren, eine durchaus andere Politik vertrete. Die russische Regierung hat demselben Blatt zufolge offizielle griechische Zusagen erhalten, daß Griechen- land keine Operation gegen die Dardanellen unternehmen werde und hat darauf an die Pforte sofort «nergische Vorstellungen für deren Offenhaltung gerichtet. „Journal des Täbats" erklärt das russische Communiqu6 über ein Einvernehmen mit Oesterreich bezüglich des Status- quo für sehr schön, tragt aber, wie die Ausführung gesichert sein wird. Wer soll die Balkanstaaten im Falle ihres Sieges zwingen, die eroberten Territorien freizugeben? Man glaubte bisher, dies sei Rumäniens Aufgabe. Die Haltung der rumänischen Regierungspresse zeige aber, daß g eh e i m e Ab m,a ch u n g e n existieren müssen und man wisse nicht, wann und wie die rumänische Karte ins blutige Balkanspiel geworfen werden wird. Die französische Sozialdemokratie gegen den Krieg. Paris, 18. Oktoiber.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Die„Humanitö" veröffentlicht heute ein Manifest des sozialdemokratischen Partei- Vorstandes und der sozialdemokratischenFrak- t i o n. Unter keinem Vorwand wollen die Proletarier Frankreichs sich in das Kriegsunheil hineinreißen lassen. Tie Nation und ihre Vertreter können nicht Allianzen und Ver- träge anerkennen, über die sie nicht befragt wurden. Für das republikanische Frankreich gibt es keine Verpflichtungen, die es für einen Krieg an den Henkerzaren binden könnten. Ge- treu den Stuttgarter und Kopenhagener Beschlüssen müssen alleMittelzurErhaltungdesFriedensange- wendet werden. Ter Parteivorstand fordert die Föderativ- n-n auf. ebenfalls Kundgebungen zu veranstalten: er selbst bereitet für den 16. und 17. November Meetings in e c''fteren Städten vor. Das Manifest der Gewerkschafts-Konföde- ktleichfalls erschienen. Es erinnert an den Mar- feiller Gewerkschaftsbeschluß, daß die Antwort auf eine Kriegserklärung der Generalstreik'sein würde. Politifcbc deberftcbt. Berlin, den 18. Oktober 1912. freisinnige Kampfmethode. Wie sehr der Freisinn mit seinem politischen Latein zu Ende ist, wie sehr er scheut, den Wahllampf im ersten Kreise auf dem Boden sachlicher Auseinandersetzungen auszufechten, beweist das von ihm herausgegebene Flugblatt. Es wird darin behauptet, die Sozialdcmotratcn raubten den Armen„das kostbare Gut" des Wahl- rechts. Unter einem Aufwand künstlicher Entrüstung behauptet man der Wahrheit zuwider, die Sozialdemokraten wollten Arbeitslosen das Wahlrecht rauben. Diese sinnlose Unterstellung gründet sich darauf, daß in dem Protest gegen- d'.e� Wahl des Herrn Kaempf unter anderen auch einige Fälle aufgeführt� sind, wonach frei- sinnig« Schlepper Armenunterstützungsempfänger,� Ausländer, Geistesschmache und Entmündigte an die Wahlurne geschleppt haben. T*>ß diese Leute in der Wählerliste standen und gegen die Sozial- demokratie aufmarschieren mußten, ist um so auffälliger, als der Freisinn veranlaßt«, daß mehrere hundert Wahlberechtigte aus der Wählerliste gestrichen wurden. Und diese zu Unrecht aus der Wählerliste Entfernten erhielten die Benachrichtigung dar- über auch noch so spät, daß sie gegen die Streichung nicht einmal mehr Widerspruch einlegen konnten. Weiter veranlaßte derselbe Freisinn, daß«in« große Zahl von Bankiers, Direktoren, Kon» fektionären und ähnlichen Leuten, die doch sicher keine Armen- Unterstützung beziehen, in die Wählerliste des ersten Kreises auf- genommen wurden und hier auch ihr Wahlrecht aus- ü b t c n, obwohl sie in den Vororten wohnen. Angeblich verfügen diese„armen Leute", gegen welch« sich der Wahlproteft der Sozial- demokraten richtet, in Berlin I über eine Schlafstelle! Mit Bezug auf diesen Protest hat die Wahlprüfungskommission des RcichZtages folgendes beschlossen: „Die Nachprüfung der Wählerlisten durch den Referenten i ergab, daß laut Verfügung vom IL. Dezember, 21. Dezember,! 27. Dezember 1N11 uird 2. Januar 1912 zirka 415 Streichungen ohne nähere Angaben von Gründen vorgenommen sind. Dagegen erfolgten über 149 Nachtragungen. Diese Tatsache läßt die Be- haupwng des Protestes— daß der Freisinn eine große Schiebung inszeniert habe— nicht uninöglich erscheinen. Nach sehr ein- gehender Beratung wurde darüber abgestimmt: 1. Ist nach Abschluß der Wählerlisten irgendeine Veränderung zulässig? 2. Sind Streichungen oder Nachträge nach der achttägigen Auslegung und bis zum Abschluß der Wählerlisten von Amts wegen noch zulässig? Einstimmig wurde dies verneint! Beweiserhebung, wann und aus welchen! Gründen Streichungen oder Nachträge im ganzen Wahlkreise erfolgt sind, durch amtliche Auskunft des Magistrats unter Einforderung des Hauptexemplars nebst den Belegstücken." ' Es lag somit für den Freisinn die Gefahr vor, daß neben der Ungültigkeitserklärung der Wahl KaempfS eine solche der ganzen Wählerlisten erfolgt wäre. AuS Vorsicht veranlaßte man daher Herrn Kaempf. sein Mandat niederzulegen. Daraus kann man ermessen, in welch grenzenloser Verlegenheit sich der Freisinn befindet und warum er kein Mittel verschmäht, um die Sozialdemokratie zu verdächtigen. Es sei noch festgestellt, daß ein freisinniger Wahlvorsteher bei der Wahl versuchte, eine Anzahl Wähler, die in der Wählerliste standen, nicht zur Wahl zuzulassen, angeblich, weil die Leute Armenunter st ützung empfangen hätten. Erst auf Jnter- vention bei dem Magistrat bequemte sich der Herr dazu, den Wählern die Abstimmung zu erlauben. Ob die Wähler rechtmäßig in der Wählerliste standen oder nicht, das zu entscheiden ist nicht die Sache freisinniger Wahlvorsteher, sondern die der Wahlprüfungskom- Mission. Derselbe Freisinn aber, der versuchte, Wähler, die man wohl für Sozialdemokraten hielt, von der Wahl fernzuhalten, an- geblich, weil sie Armenunterstützung bezögen, heuchelt nun Eni- rüstung, weil die Sozialdemokratie in ihrem Protest auch darauf verweist, daß derselbe Freisinn Armcnunterstützungsempfänger, die er als freisinnige Hilfstruppen betrachtete, zur Wahl geschleppt habe! Der Freisinn, der sich auf seinem Parteitage gegen die all- gemeine staatsbürgerliche Gleichberechtigung er- klärt hat, der die Rechtlosigkeit der Armenunterftützungsempfänger nicht grundsätzlich bekämpft, der das Hausbesitzer- Privileg verteidigt, der für das kMM-unalpolitische Drei- klassenwahlrecht eintritt, hat rein Recht, sich darüber zu beschweren, daß die Sozialdemokratie ihm keine Gesetzlosigkeit er- laubt. Der Ausschluß der Armen vom Wahlrecht ist eine Bestim- mung, die sich gegen die Sozialdemokratie richtet. Diese ist daher vollauf berechtigt, sich dagegen zu wehren, daß der Freisinn nicht zu seinen Gunsten und gegen die Sozialdemokratie die gesetzlichen Bestimmungen mißachtet. Die freisinnigen Salbadereien über die Sozialdemokratie als Gegner des Wahlrechts sind der Ausfluß einer den Tiefstand des Freisinns charakterisierenden kläglichen politischen Heuchelei. Die mecklenburgische Berfassungskomödie. Die Regierungen beider Mecklenburg haben sich wieder einmal bemüßigt gefühlt, einen neuen Verfassungsentwurf auszuarbeiten. Er ist noch weit kurioser und rückständiger als der letztbegrabene, da bekanntlich die großherzoglichen Regierungen die weise Taktik befolgen, sich desto weiter rückwärts zu konzentrieren, je energischer die mecklenburgische Ritterschaft sdaS heißt der rittecschaftliche Groß« grundbesitz) auf ihre alten angestammten oder, wie es im obotritischen Ständejargon heißt:.erbvergleichtichen" Rechte pocht und ohne Rücksicht alle Vorschläge ablehnt, die ihre jetzige Machtstellung irgendwie antasten. Die durch die neuen Entwürfe vorgeschlagene BerfassungSreform ist denn auch mit keiner der Verfasiungen der übrigen deutschen Vaterländer zu vergleichen. Sie ist einfach ein Unikum an politischer Albernheit. Nach den neuen Entwürfen soll z. B. künftig der Landlag von Mecklenburg-Schwerin aus 8t Abgeordneten bestehen. nämlich aus 29 Vertretern der Ritterschaft, 29 Vertretern der Land- schaft, 20 auS ständischen Berufswahlen hervorgegangenen Ver« trelern, je 10 Vertretern der landwirtschaftlichen und städtischen Bevölkerung auS sogen, allgemeinen Wahlen und vier vom Groß- herzog ernannten Vertretern. Der Landtag von Mecklenburg-Strelitz besteht auS 23 Abgeordneten, davon vier Vertreter der Ritterschaft, vier der Landschaft, sechs aus ständischen Wahlen hervorgegangenen, je drei der landwirtschaftlichen und städtischen Bevölkerung aus all- gemeinen Wahlen, einem vom Großherzog ernannten, einem Ver« treter der Hauswirte des Fürstentums Ratzeburg und einem Ver- treter deS Magistrats von Neustrelitz. Durch ständische Wahlen werden gewählt Vertreter der Landwirtschaflskammer, Vertreter der Pächter. Vertreter der Handwerks- und Handelskammer, Vertreter der Universitäten und Geistlichkeit und Vertreter der Bevölkerung mit Hochschulbildung. Für die Arbeiter und den kleineren Mittelstand ist eS total gleichgültig, ob diese VcrfassungSenlwürfe Gesetz werden oder der Erbvergleich von 1755. dieses Raritätenstück einstiger feudaler Herr- schaftskämpfe, bestehen bleibt. Wird doch selbst für die sogen, allge« meinen Wahlen, dürch die in Mecklenburg-Schwerin 20 und in Meckien- burg-Strelitz 6„Volksvertreter" erkoren werden sollen, ein Wahl- verfahren vorgeschlagen, das fast genau dem preußischen Dreiklasicn- Wahlsystem nachgebildet ist. Auch die öffentliche Abstimmung und die indirekte Wahl ist in die Entwürfe aufgenommen. Eine Tragikomödie des Tuellzwanges. Am 23. Juni d. I. war es auf dem Homer Rennplatz in Ham« bürg zu einem öffentlichen Skandal gekommen. Der Sportsmann Graf Königs in arck war, weil er sich auf einen Smbl stellte, von einem Aufsichtsbeamlen ersucht worden, dies mit Rücksicht auf die anderen Tribünenbesiicher zu Unterlasten. Der feudale Herr kam der Aufforderung auch dann nicht nach, als Vorstandsmitglieder des Nennklubs sich persönlich bemühten, ihm bessere Manieren beizu- bringen. Die Folge war, daß nun ein Schutzmann den Auftrag er- hielr, den Graten von der Tribüne zu entfernen. Für diese „Schmach" rächte sich der Graf dadurch, daß er samt- liche Vorstandsmitglieder des Rennklubs vor die Pistole forderte. Der Ehrenrat, dem die Sache unterbreitet wurde, entschied, daß die Beteiligten sich nicht schlagen, sondem durch gegenseitige Erklärungen vertragen tollten. Tie Hamburger Elstkiaisigen waren heilfroh, daß die schwüle Geichichte so glatt erledigt werden sollte, der preußische Junker da- gegen durchkreuzte den Spruch des Ehrenrats durch eine neue Provokation, die er brieflich zwei Vorstandsmitgliedern des Ham- burger RennklubZ zukommen ließ. Nun suhlten diese, der Rechls- anwali Dr. S ta m m a n n und der Senator d. B e renb er g- Goßler, in ihrer Eigenschaft als Reserveoffiziere sich moralisch verpflichlel. die Forderung anzunehmen. In einem Walde zwischen Ludwigslust und Willenberge habe« sie sich der Pistole des Grasen gestellt. Der RechlSanwalt wurde verwundet und liegt jetzt noch im Krankenhause. Das Duell mit dem Senator, das bereils am 17. Sepleniber stattfand, verlief unblutig, hatte aber das Nachspiel, daß ein Militärgericht den hamburgischen Senator zu drei Monaten Festung verurteilte. Slun sitz! der Hamburger Senat in einer bösen Patsche. Von seinem eigenen BegnadigungS- recht, das ihm als oberste Behörde eines souveränen Staates zusteht. kann er natürlich in diesem Fall keinen Gebrauch machen. Er muß schon warten, bis der König von Preußen Gnade vor Recht er- gehen läßt. Dann aber bleibt immer noch bestehen, daß ei» Senator, der berufen ist, die Autorität der Gesetze zu beschützen, sich selbst einer Verletzung dieser Autorität schuldig gemacht hat. ES ist daher nicht ausgeschlossen, daß die Affäre den Senator V. Beren- berg-Goßler in seinem Amt unmöglich macht. Das ist um so wahr- scheinlicher, als dieser Senator, der zu den jüngeren Mitgliedern des Hamburger Senats gehört, sich als Chef d e s B o l k s s ch u l« Wesens bei den Hamburger Reaktionären unbeliebt gemacht hat dadurch, daß er den bekannten fortschrittlichen Ideen und Erziehungs- arundsätzen der Hamburger Volksschullehrerschaft geneigter ist als seine Vorgänger. Erinnerlich wird noÄ lein, daß er der Denunziation, die gegen den Lehrer L a m S z u s wegen des BuckeS „Das MensÄenschlachthaus" verübt wurde, nur insoweit Folge gab, als er Lamszus einige Tage beurlaubte, diese übereilte Maßnahme sogleich aber wieder aufhob, als er sich davon überzeugt halte.� daß er über den Inhalt und die Tendenz des BucheS getäuscht worden war._ Schöne Wahlverwandtschaft. Zwischen dem„Reichsdeutschen Mittelstandsverband" und deck Agrarkonservativen besteht eine seltsame Uebereinstimmung, die sich nicht nur auf die politische Anschauung und Taktik erstreckt, sondern auch darin zutage tritt, daß bei den Leitern des Mittelstandsver» bandes und den Leitern des Hauptvereins der Deutsch-Konservativen, Berlin, Bernburger Straße 24/25, sich sonderbarerweise öfters genau dieselben Gedanken und Jdeenassoziationen einstellen. Nun ist zwar der„Reichsdeutsche Mittelstandsverband", wie die böse Fama wissen will, nichts anderes als ein Ableger des ehrsamen Bundes der Landwirte, lediglich zu dem Zweck gegründet, die sich durch das Großkapital bedrückt fühlenden Kleingewerbetreibenden durch aller- lei Mätzchen für die agrarkonservative Politik einzusaugen; aber die Gleichartigkeit der politischen Gedankengänge in der Leitung des Mittelstandsverbandes und im konservativen Hauptquartier ist so vollständig, daß sie aus dem gleichen politischen„Zielstrebeu" nicht erklärt zu werden vermag, sondern nur die Annahme übrig bleibt, daß die führenden Größen des Reichsdeutschen Mittelstands- Verbandes entweder ihre Gedanken aus der Bernburger Straße 24/25 beziehen, vielleicht auch manchmal umgekehrt, oder daß die Kapazi- täten beider Vereine sich gegenseitig befruchten und ihre Eier ge- meinsam ausbrüten. Dafür nur ein Beispiel. In einem angeblich von Herrn Ludwig Fahrenbach, dem Generalsekretär des Mittelstandsverbandes, für die„Reichsdeutsche Mittelstands-Korrespondenz" verfaßten Artikel heißt es: „Die sozialdemokratischen Organisationen träufeln shstema- tisch das Gift des Hasses in die Brust der Arbeiter, so daß diese in ganz naturwidriger Weise im Arbeitgeber den Ausbeuter und unversöhnlichen Feind sehen. Wird dieser Zustand in Groß- betrieben schon unangenehm empfunden, fo führt er in den mittel- ständischen Kleinbetrieben, wo der Arbeitgeber und vielfach auch dessen Familienmitglieder tagaus, tagein mit den Arbeitern in engster Gemeinschaft tätig sein müssen, zu ganz unerträglichen Verhältnissen. Durch mutwillige Stillegung der Betriebe, durch Boykott usw. werden alljährlich unzählige mittelständische Existen- zen aufgerieben. Des Mittelstandes Not ist hier grenzenlos und läßt das Schlimmste befürchten. Hier mutz Einhalt geboten werden, so lange das staatserhaltende Bürgertum noch die Kraft dazu hat." Genau dieselben Sätze findet man in einem gestrigen Original- artikel der„Konserv. Korresp.", der den Titel�rägt:„Gegen den sozialdemokratischen Terrorismus". Weiter heißt eS in der„Mittelstands-Korrespondenz": „Untersucht man aber die Verhältniste etwas genauer, so wird man finden, daß der. Mißerfolg des Abwehrkampfes auf das Uebergrcifcn der gehässigen Formen des Klassenkampfes auf den bürgerlichen Radikalismus zurückzuführen ist. Um Wähler zu fangen, schürte man künstlich den Konkurrenz- und Geschäfts- neid, verhetzte Berufsstand gegen Berufsstand, die ehrliche Arbeit in der Stadt gegen die ehrliche Arbeit auf dem Lande. Die„Konserv. Korresp." saßt dagegen diesen schönen Gedanken in folgenden Satz: „Wie kann diesem Uebel nun abgeholfen werden? Auf den. bürgerlichen Radikalismus kann man bei diesen Abwehr- bestrcbungen nicht rechnen, denn er hat sich zum Teil die ge- hässigen Formen des Klassenkampfes der Sozialdemokraten selbst angeeignet." So geht eS weiter! Bald gleichen die Sätze beider Organe einander völlig, bald variiert die„Konserv. Korresp." die Gedanken der„Mittelstands-Korrespondenz" oder faßt sie in kürzere Sätze zusammen. Da nun doch sicherlich ein so patriotisches,„vornehmes" Blatt, wie die„Konserv. Korresp." nicht ein anderes Blatt plündert und dessen Gedankcii als Originalleistungen eigener Kopfarbeit aus- gibt, so bleibt nur übrig, daß Herr Fahrenbach zugleich für die „Konserv. Korresp." arbeitet, oder aber, daß er seine Artikel ganz oder teilweise aus der Bernburgcr Straße bezieht. Für die engen Beziehungen zwischen Agrarkonservativen und dem„Reichsdeutschen Mittelstandsverband" wohl der beste Beweis. Klerikale Lehrertcrroriflernng. Die„Schulfälle" mehren sich in Elsaß-Lothringen. Vergangene Woche hat das Schöffengericht in Colmar i. E. einige katholische Väter von WettolSheim, die angeklagt waren, ihre Kinder gesetzwidrig vom Schulbesuch ferngehalten zu haben, freigesprochen mit der Begründung, die Eltern seien zur Schulversäumnis durch die Kinder berechtigt gewesen, da der Lehrer Hildwein— derselbe, der als Mjtglied der Fort» ichrittSpartei mit dem Pfarrer in Zerwürfnis lebt und den der Oberschulrat neuerdings versetzt bat— die Kinder in der Schule mißhandelt und ihre religiösen Gefühle verletzt habe. Der offenbar den Klerikalen nahestehende Kreisschulinspektor hatte als Zeuge ausgesagt, der Lehrer habe den Religionsunterricht nicht im Sinne der katholischen Kirche erteilt: so habe er den Wunder- glauben nicht respektiert, indem er z. B. Moses nicht als den von Gott eingesetzten Führer hinstellte, sondern als einen genialen Schwindler,— wenngleich dieser Ausdruck von dem Lehrer nicht angewendet worden sei. Der AintL« anmalt beantragte Berurteilung der angeklagten Wettolsheimer Bürger, da nur Krankheit oder Naturereignisse vom Schulbesuch befreien könnten. — außerdem sei die behauptete Kindermißhandlung, über welche die Aussagen der vernommenen Kinder auseinandergingen, gar nicht erwiesen. DaS Gericht schloß sich jedoch den Ausführungen des Ber- leidiger«, eines bekaniiteu klerikalen Rechtsanwalts an, der eine heftige Rede gegen die die kirchliche Autorität nicht hinlänglich schützenden ,taallichen BeHorden gehalten hatte, und sprach die Au- geklagten frei. Neu ist an diesem Urteil, das von der Staats- anwallichaft wohl angefochten werden wird, jedenfalls die Feststellung. daß die Eltern zur Fernhaltung ihrer Kinder vom Schulbesuch be» rechtigt sind, wenn die Kinder in der Schule mißhandelt werden, und m diesem sinne ist das Urteil nur zu begrüßen. , Schwergewicht dieses aufsehenerregenden Schöffengerichts- Urteils liegt jedoch auf der religiösen Seite, und in dieser Be- ziehung wirkt es in allen Gemeinden, in denen Pfarrer und Lehrer aus p o l i t i s ch e n Gründen nicht miteinander auskommen, wie eine Aufforderung zur Zuspitzung des Konfliktes. Prompt ist unmittelbar aus die Verlündigung des Urteils ein neuer Schulfall gefolgt und zwar in N iedermichelbach im Kreise MiUhauieu i. E.. einer kletnen klerikalen Dorfgemeinde, wo letzten Montag ein Teil der n t n den Kindern befahl, die Schule nicht zu besuchen. lieber den Anlaß schweigt sich die Zentrumspresse vorläufig noch aus, aber sie teilt triumphierend mit, daß der sofort benachrichtigte K r e i s d i r e k t o r noch am gleichen Tage des Ausbruchs dieses Schulstreiks in dem Orte zur Untersuchung erschien. Die Sache läuft natürlich auch hier auff die Strafversetzung LeS Lehrers hinaus. Dabei ist es interessant, zu wissen, daß in Niedermichelbach seit längerer Zeit ein Konflikt zwischen Pfarrer und Lehrer besteht, weil der Lehrer als Organist(Orgelspieler in der Kirche) eS aklehnte, einen ihm vom Pfarrer vorgelegten B e r t r a g zu unterschreiben, der in seinem Z 3 bestimmte: „Der Organist verpflichtet sich, dem Deutschen Lehrerverein nicht beizutreten sowie keinem anderen irgendwelchen Vereine(ausgenommen event. dem Katholischen Lehrervereine), auch keinem anderen Gesangvereine, der in der Pfarrei könnte errichtet werden, oder dessen Leitung zu übernehmen, sondern nur mit dem Kirchen- chor sich zu beschäftigen." Der Gipfel der klerikalen Frechheit zeigt sich darin, datz der Lehrer f ü r d e n O r g a n i st e n d i e n st, zu dessen Uebernahme er diesen Leibeigenvertrag mit dem Verzicht aufsein Koalitionsrecht unterschreiben sollte, jährlich sage und schreibe 200 Mark erhalten sollte. Dafür hat der Organist jeden Sonn- und Feiertag vor- wie nachmittags Orgeldienst, ebenso an Wochentagen, sobald beim Gottesdienst die Otgel benutzt wird, wozu die mühsame und zeitraubende Schulung und Leitung des Kirchenchors kommt I... ES lebe- die Lehrerfreiheit im zentrümlichen Jdealstaatl_ Wieder eine Terrorismusliige gerichtlich festgestellt. Kurz nach den diesjährigen Rcichstagswahlen ging durch eine Anzahl„staatserhaltender" Blätter unter der Spitzmarke„Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein" eine Notiz aus dem konservativen„Wehlauer Tageblatt", in der dem sozialdemokratischen Maurer Horn aus Wehlau vorgeworfen wurde, er hätte den Zimmcrgesellen Kloth, weil dieser im Wahlkreise Labiau- Wehlau konservative Flugblätter und Stimmzettel verteilt«, be- schimpft und durch Sticheleien zum Aufgeben der Arbeit und zum Beitritt in den sozialdemokratischen Verein zwingen wollen. Auch hätte Horn andere Arbeitskollegen auf Kloth gehetzt, ihn„konser- vativen Hund" genannt und gedroht, er möge sich beizeiten einen Notsarg herstellen. Die Notiz schloß mit dem Satz:„Ein nettes Bild von der persönlichen Freiheit bei der Sozialdemokratie. Selbst- verständlich ist gegen Horn das Strafverfahren beantragt worden. Bauherren und Baumeister seien auf diesen friedliebenden Genossen besonders aufmerksam gemacht." Der Redakteur des„Wehlauer Tagebl." erhielt«ine Berichti- gung von unserm Genossen, die er schließlich ausnahm, aber hinzu- fügte, daß er die Behauptungen auftecht erhalte. Gegen Horn wurde vom Staatsanwalt das Ermittelungsversahren eingeleitet, aber wieder eingestellt, weil er nichts Strafbares begangen hatte. Unser Genosse strengte darauf gegen den konservativen Redakteur des „Wehlauer Tageblatt" die Privatklage wegen Beleidigung an. Der Herr setzte einen großen Apparat in Bewegung, um den Beweis der Wahrheit anzutreten, der aber vor Gericht völlig mißlang. Schließlich beantragte der Angeklagte nur noch Zubilligung des§ 193 des Strafgesetzbuches, worauf das Schöffengericht in Wehlau jedoch nicht einging. Es verurteilte ihn zu 30 M. Geldstrafe, Tragung sämtlicher Kosten und Publikation des Urteils. In der Urteils- begründung hieß«S, der Zeuge Kloth(der Hauptzeug« des Angeklagten) sei nicht für glaubwürdig erachtet worden. Di« Beweis- aufnahm« habe nicht das geringst« von dem er- geben, was in der Notiz des Angeklagte« be- hauptet worden sei. Aufsaugung der Kleinbetriebe im Mühlengewerbe. Kürzlich klagte» die Müller Sachsens auf einer Versamm- lung lebhaft über die Konkurrenz der Großbetriebe, die ihnen den Untergang bereite. Gleichzeitig wurden allerhand Abhilfsmittel gegen diese Entwickelung beraten. Schließlich fand man. daß nur eine Umsatzsteuer für Großmühlen Aenderung schaffen könnte. So verkehrt diese Ansicht ist, so zutreffend sind doch die Angaben über die vernichtende Konkurrenz der Großmühlen, die durch die statistischen Erhebungen durchaus bestätigt wird. Nach den alljährlich am 1. Mai durchgeführten Zählungen der Gewerbebetriebe und der darin beschäftigten Arbeiter gab es 1902 in Sachsen noch 1897 Getreidemühlen mit 4309 Arbeitern. Vier Jahre später aber, 1906, war die Zahl der Getreidemühlen bereits auf 1052 zurückgegangen, hatte sich also um 824 vermindert, während gleichzeitig die Arbeiterzahl auf 4595 gestiegen war— ein sicheres Zeichen dafür, daß in der Zeit, wo die Mühlenbetriebe so stark ab- genommen hatten, ein wesentliches Anwachsen der Produktion ein- getreten war, der gekennzeichnete Entwickelungsgang hielt aber an. Denn 1908 wurden nur noch 1004 Getreidemühlen mit 4433 Arbeitern gezählt und 1911 waren noch 921 Getreidemühlen mit 4092 Arbeitern übrig geblieben. Seit 1902 haben sich somit in Sachsen die Getreide- mühlen um mehr als die Hälfte vermindert. Daß es sich um eine Aufsaugung der Klcinmüller durch großkapitalistische Dampfbetriebe bandelt, ergibt sich schon daraus, daß 1902 im Durchschnitt auf eine sächsische Getreidemühle 23 Arbeiter entfielen, 1911 aber 44. Ein Stück wirtschaftlicher EntWickelung. Rußland. Die revolutionäre Bewegung bei der Flotte. Der„Wiener Arbeiterzeitung" wird aus der rumänischen Hafenstadt Constanza gemeldet: Ein aus S e b a st o p o l in den hiesigen Hafen geflüchte- ter Matrose erzählt furchtbare Details von der gewaltsam unterdrückten neuerlichen Meuterei in der russischen Schwarzen-Meer-FIotte. Smicholow— dies der Name des entkommenen russischen Matrosen— sagt, daß an der letzten Meuterei sich mehr als vierhundert Matrosen beteiligten. Mehr als ein Viertel der Meuterer, etwa hundertzwanzig Matrosen, wurden erschossen. Die restlichen Matrosen gaben so- dann jeglichen Widerstand auf. Sie wurden in Ketten gelegt und auf das Schiff„Pruth" gebracht, welches sofort Sebastopol verließ. Smicholow be- hauptet, daß die Meutereien in der ruftEchen Schwarzen- Meer-Flotte nicht so bald würden erstickt werden können, da die überwiegende Mehrheit der russischen Matrosen von revo- lutionärem Geiste beseelt sei. perNen. Der russische Raubzug. London, 18. Oktober.(Privattelegramm des„V o r- wärt s".) Die Reutermeldung aus Teheran, die gestern hier ein- lief und nach der Rußland 3000 Soldaten nach Azerbaijan einrücken läßt, hat hier nicht wenig Besorgnis erregt. Mit grimmigem Humor wird in dem Telegramm als Grund der Maßnahme an- gegeben, daß die persischen Grenzen gegen eine Besitzergreifung seitens der Türkei geschützt werden müßten. Zu gleicher Zeit rückt der berüchtigte Bruder des früheren Schahs, der ein besonderer Schützling Rußlands ist, über Kum auf Teheran vor. Offenbar Will Rußland die günstige Gelegenheit ausnutzen. Amerika. Born mexikanischen Bürgerkriege. London, 13. Oktober. Die mexikanische Eisenbahngesellschaft hat von ihrem Generaldirektor folgendes Telegramm erhalten: Vera- c r u z ist heule früh. 16. Oktober, von General Diaz ohne Widerstand eingenommen worden. Die RegierungStruppen, die Flotte und die Polizei sind zu ihm übergegangen. Washington, 18. Oktober. Der amerikanische Kreuzer „DeSmoines" bat Befehl erhalten, mit voller Gei-bwindigkeit von Progreso nach Leracruz zu gehen, um die amerikanischen Interessen zu schützen. Der Kapitän ist ermächtigt worden, nach eigenem Ermessen zu handeln und darf, wfcm er es für nötig hält, Matrosen landen.___________ Berantw. Redalt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw.: GexvevKfckaftUckes. Clcber die Arbeitslosen Versilberung wurde am Donnerstag in der Stadtverordneten- Versammlung in Kassel eine bemerkenswerte Debatte geführt. Vor drei Jahren, gelegentlich einer Auseinandersetzung über das Steigen des Armenetats wurde von sozial- demokratischer Seite auf die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der kommunalen Arbeitslosenversicherung hingewiesen und daraufhin eine Kommission eingesetzt, die die Möglichkeit der Versicherung für Kassel prüfen sollte. Als die Kommission jetzt Bericht erstattete und ihre Auflösung beantragte, weil die Versicherung undurchführbar(I) und mit Rück- ficht auf den Beschluß des Städtetages zu Posen auch nicht geboten(!) sei, ist dagegen auch von bürgerlicher Seite lebhaft Widerspruch erhoben worden. Man sagte, die außer- ordentliche Wichtigkeit der Arbeitslosenfürsorge müsse Ver- anlassung sein, den Gedanken der Arbeitslosenversicherung weiter zu verfolgen, besonders, da das Eingreifen von Staat oder Reich noch weit im Felde liege. Der Antrag der Kommission wurde schließlich abgelehnt und ihr Weiter- arbeit aufgetragen in der Richtung, zuverlässiges Material zur Beurteilung der Frage zu beschaffen, ob in Kassel die Ein- richtung der Arbeitslosenversicherung möglich ist, auf welchem Wege und unter welchen Aufwendungen. Lei-Un und Umgegend. Der Kampf im Tachdeckergewerbe. Seit 13 Wochen stehen die Dackidecker in einem partiellen Streik, der bekanntlich auf eine Provokation der Unternehmer beschlossen wurde. Die Situation hat sich in den letzten Wochen fast gar nicht geändert, auch ist die Zahl der Ausständigen ungefähr die gleiche geblieben; sie beträgt etwa 350. Donnerstagabend fand eine Ver- iammlung statt, die— wie H ö p p n e r berichtete— zu dem Zwecke einberufen war, um über Mittel und Wege zu beraten, in welcher Weise der schwere Kampf weiter geführt und siegreich beendet werden könne. Von einer Beendigung des Kampfes könne keine Rede sein; er müffe vielmehr in der bisherigen Weise weitergeführt werden. Aus taltischen Gründen müsse gegenwärtig auch von einer allgemeinen Arbeitsniederlegung Abstand genommen werden. In einer längl»en sehr lebhaften Diskussion erklärle man sich im allgemeinen mit der bisher befolgten Taktik einverstanden, doch wurden auch Stimmen laut, die den Kampf verallgemeinert wissen wollten. Wäre die Abeitsniederlegung allgemein durchgeführt worden, so hätten die Unternehmer schon lange nachgeben müssen, zumal man mit den Arbeitswilligen recht trübe Erfahrungen ge- macht habe. Lebhafte Klagen wurden geführt über früher nicht da- gewesene Mißstände auf den Bauten. Selbst die Berufsgenossen- schaft stelle sich zurzeit in den Dienst des Unternehmer- tumS. ES wurden Beweise erbracht, daß auf erfolgte Anzeigen nicht'das geringste zur Beseitigung bestehender Mißstände und An- bringung der notwendigen Schutzvorrichtungen geschehen sei. Die Berufsgenossenschaft rühre sich nicht, Abhilfe zu fordern, so fehlten unter anderem auf einem Neubau in der Königsallee in Grunewald die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen.— Nach weilerer Debatte wurde schließlich ein Antrag angenommen, der besagt, daß die Kommission der Arbeiter mit den Unternehmern Verhandlungen anbahnen möge, um über Beilegung des Streiks und der Aus- sperrung zu beraten.— Außerdem wurde folgendem Antrag zu- gestimmt:„Die Versammlung erwartet, daß diejenigen Kollege», die nach dem Beschluß der letzten Versammlung ohne Berechligungskarte arbeiten,, die Arbeit wieder niederlegen." Achtung! Friseurgehilfenl Wegen Tarifbruch für Verbands- Mitglieder gesperrt: Schulz, Wendenstr. 6: Oberländer, Neue Höchste. 42; Boek, Landsberger Allee 131; Pohle, Neukölln, Weserstr. 162. Bewilligt haben in Neukölln: M a x, Hermann Platz 9; K i r t s ch m a n n, Jnnftr. 10. Die neue Kontrollkarte ist grün. Verband der Friseurgehilfen. Deutfcbes Reich. Streik der Schuhmacher in Hildburghansen. Seit zwei Wochen stehen die Schuhmacher der Finna Amberg u. Wallmg wegen Lohnreduzierung und Nichtanerkennung der Orga- nisation im Streik. Die Firma arbeitet mit Hochdruck, um neue Arbeitskräfte heranzuziehen, was ihr aber bis jetzt nur in geringen, Maße gelungen ist. Die alten Arbeiter, die viele Jahre für diese Firma unter den schlechtesten Lohnverhältnissen gearbeitet haben und die die neue Lohnverschlechterung zurückwiesen, will diese Firma auf keinen Fall wieder einstellen. Am Streik beteiligt sind 26 Arbeiter und Arbeiterinnen. Die organisierten Arbeiter werden ersucht, bei ihren Einkäufen von Schuhwaren auf die Marke Helios ganz besonders zu achten; die Firma setzt ihre Ware besonders in Arbeiterkreisen ab. Die Bergarbeiterbewegqng in Oberschlefien. Nicht einmal die Aufforderung der polnischen Berufsvereinigung an die Arbeiterausschüsse, die Forderungen dieser Organisation der Bcrgverwaltung zu unterbreiten und bis zum 24. d. M. Aulwort zu verlangen, scheint ausgeführt zu werden. Und zwar kommt dieser Beschluß der polnischen Organisation nicht zur Ausführung, weil— mit einigen Ausnahmen— die ArbeiterauSschüffe der ober- chlesischen Bergwerke nicht den Mut haben, den Bergdirekloren die Forderungen zu unterbreiten, müssen sie doch fürchte», gemaßregelt zu werden. Wie verlautet, haben sich einige Arbeiterausschußmitglieder an den Landtagsabgeordneten Göbcl(Zentrum) gewandt, damit er sich der Forderungen der Bergarbeiter im Landtage annehme. Herr G ö b e l soll nun versprochen haben, bei günstiger Gelegenheit im preußischen Landtage die Forderungen der oberschlesiichen Berg- arbeiter zu vertreten und auch über daS auf der fiskaliichen Zeche Königin-Luise-Grube den Bergarbeitern entzogene Bergfest und die Gewährung von Ferien für Bergarbeiter zu sprechen. Damit dürfte die Lohnbewegung der polnischen Bergarbeiter- organisation in Oberschlesien wahrscheinlich schon ihr Ende erreicht haben. Tausend Unionarbeitcr in Königsberg ausgesperrt. Die Hilfsarbeiter der Uniongießerei und Lokomolivbauanstalt in Königsberg hatten im Sommer von der Direktion mit Rücksicht auf die Teuerung eine Erhöhung des Stundenlohns von 35 auf 40 Pf. gefordert. Die Verhandlungen hatten aber keinen Erfolg. Die Direktion erklärte, nichts zu bewilligen. Auch der Arbeiteraus- ichuß wurde mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß eS nichts gebe. Deshalb traten die Hilfsarbeiter, etwa 170 Mann, in dieser Woche in den Streik, um ihre Forderungen durch den Kampf zu erzielen. Von den übrigen Arbeitern wurde nun die Verrichtung von Streik- arbeit verlangt, die aber abgelehnt wurde, worauf am Mittwoch- abend die Aussperrung sämtlicher Arbeiter und Handwerker des Be- iriebeS erfolgte. Dieser liegt jetzt vollständig still. Schon im vorigen Jahre unternahm die Direllion infolge von Differenzen eine Aus- Sperrung sämtlicher Beschäftigten. Aussperrung in der niederrheinischen Zigarrenindustrie. Bei der Firma H. Kersken-Orsoh streilen seit Mitte September die fteiorganisierten Tabakarbeiter wegen einer 10— 15prozentigen Lohnerhöhung. Am 2. Oktober kündigten die Orsoyer Firmen allen Mitgliedern des Deutschen TabakarbeiterverbaudeS. Die Aus- iperrung ist seit dem 12. Oktober perfekt. Da die Fabrikanten LH. G locke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buch!>r.u, Verlagsanstalt mit der örtlichen Aussperrung aber ihren Zweck nicht erreichten, haben die Unternehmer auf der am Sonntag, den 13. d. Mts. stattgefundenen Generalversammlung beschlosien, sämtlichen Mitgliedern deS freien Tabakarbeiterverbandes vom Niederrhein am 19. Oktober zu kündigen. In Betracht kommen über 400 Zigarrenmacher und Hilfsarbeiter. In ihrem Eifer vergessen die Fabrikanten, daß ihre Abnehmer im rheinisch-westfälischen Industriegebiet dieser Aussperrung nicht mit verschränkten Armen zuieben werden. Die Herkunft der Rauchtabak- fabrikate, die ja hauptsächlich von Arbeitern konsumiert werden, kann im Gegensatz zu den Zigarrenfabrikaten sehr leicht festgestellt werden. Wie erinnerlich, hatten im Jahre 1903 beim Bergarbeiterstreik einige Tabakfirmen vom Niederrhein sich herbeigelassen, an die Streikenden gratis Tabak zu liefern, um sich Kundschaft zu erobern. Diese Kundschaft wird aber heute in der Warenabnahme versagen. wenn ihre Arbeitsbrüder in der Tabakindustrie wegen einer 10 bis 15prozentigen Lohnforderung rücksichtslos ausgesperrt würden. Bis jetzt haben in Orsoy ausgesperrt: Kirking(Inhaber Gebrüder Kleine), Ketels u. Hagemann, Gebrüder Bierhaus u. Tendering. Zur Sturmpcriode im Deutschen Bankbeamtenverein. Herr Fürstenberg, der Vorsitzend« des Dankbeamten- Vereins, erlebte in Mannheim, wohin er am 15. Oktober von Frank. ftirt aus reiste, um die Opposition gegen sich niederzuschlagen, eine schwere Wfuhr. Mit Zischen ward er empfangen und jeder An- griff auf die gewerkschaftliche Kampfestaktik und auf andere Privat- beamtenverbände wurde mit lebhaftem Widerspruch beantwortet. Als Fürstenberg seine Haltung gegenüber der österreichischen Bank- beamlenbewegung zu verteidigen suchte, fand er derartigen heftigen Widerspruch, datz er nicht weiter reden konnte. Bei dem Verftub, den Saal von der Opposition zu räumen, stellte sich heraus, daß Fürstenberg mit seinen Getreuen in der Minorität war. Darauf- hin erklärte er, es müffe unter den deutschen Bankbeamten zur rein- lichen Scheidung kommen. Wer eine radikalere Vertretung der Bankbeamteninteressen wolle, der müsse sich von dem Bankbeamten- verein trennen. In der Diskussion wurde Herrn Fürstenberg gesagt, datz er immer nur Phrasen gemacht, der Verein für sein« Mitglieder aber noch nichts erreicht habe. Alle Erfolge hätten ohne Unter- stützung des Vereins erfochten wevden müssen. Als ein Redner aufforderte, es solle sich derjenige melden, dem schon eine Stelle mit über 100 M. Monatsgehalt vermittelt worden sei, da brach die Versammlung in stürmischen Beifall aus. Bei dem Versuch, dem zweiten Diskussionsredner, der mit Fürstenberg schwer inS Gericht ging, das Wort zu entziehen, kam es zu einem derartigen Tumult, daß die Versammlung vorzeitig geschlossen werden muhte. Die Opposition verließ aber erst noch Mitternacht den Saal, weil sie befürchtet«, eS solle Herrn Fürstenberg ein Vertrauensvotum au?» gestellt werden. Erst als er ohne ein solches abgezogen war, ging die von 350 Bankbeamten besuchte Versammlung auseinander. Die Glasarbeiteraussperrung in Fürth beendet. Die mit der Firma Wiederer in Fürth in Bayern stattgefun- denen Verhandlungen haben zu weiteren Zugeständnissen der Firma geführt. Wenn auch die Zugeständnisse nicht einen vollen Erfolg für die Streikenden bedeuten, so haben sie doch in Anbetracht der allgemeinen Situation in einer Versammlung mit 253 gegen 52 Stimmen beschlossen, den Streik aufzuheben. Daraufhin ist die Aussperrung von den Unternehmern zurückgezogen worden, und wind in allen Betrieben am Montag, den 21. Oktober, die Arbeit wieder aufgenommen. So hat der Kampf wiederum gezeigt, daß organisierte Arbeiter nicht willenlos zu Kreuze kriechen brauchen, sondern die Unternehmer mußten einsehen, daß nur durch weitexe Bewilligungen der Friede herbeigeführt werden kann. Die zahl- reichen Neuaufnahmen zeigen ferner, daß auch diese Aussperrung der Arbeiterorganisation einen Erfolg gebracht hat. Versammlungen. | Verband der Steinarbeiter. Die Zahlstelltz Berlin hielt am Donnerstag eine kombinierte Mitgliederversammlung ab. Die Ab- rechnung vom 3. Quartal erstattete Kassierer Winkler. Der Be- stand am Anfang des Quartals betrug 12 765,62 M. Der Gesamt» einnähme von 24 771,77 M. steht eine Gesamtausgabe von 7538,10 M. gegenüber, so daß ein Bestand von 17 233,67 M. verbleibt. Für Unlerstützungszwecke wurden 529.50 M. ausgezahlt. Ebenso wie der Kasienbestaud hat sich auch der Mitgliederbestand gehoben. Er um- faßte am Schlüsse des vorigen Quartals 1073, am Schlüsse diese» Quartals 1097. Eine rege Agitation wurde besonders in der Granitbranche sowie unter den Hilfsarbeitern betrieben. In der Granitbranche sind nunmehr alle organi» sationsfähigen Berufsgenossen dem Verbände zugeführt, was jedow für die Hilfsarbeiter noch nicht zutrifft. De» weiteren befaßte sich die Versammlung mit dem letzten Verbandstag, worüber an dieser Stelle ausführlich berichtet worden ist. Nach ganz kurzer Debatte war auch dieser Punkt erledigt. AIS BeiratSmitglicd für die Grab- und Sandsteinbranche Teuffchland» wählte die Versammlung Karl Franke. Sie Lage auf dem Balkan. Rücktritt Esasonows? Petersburg, 18. Oktober.(„P.-C.") In eingeweihten politi- schen Kreisen mehren sich di� Stimmen, die den baldigen Rücktritt Ssasonows voraus sagen. Die Frage des Nachfolgers jedoch macht immer noch Kopfzerbrechen. ES scheint, daß Witt«, der durch 'ein zweideutiges Verhalten sich die Sympathien aller Parteien ver- scherzt hat. doch nicht der richtig« Mann im gegebenen Augenblick sein dürfte. Es scheint vielmehr, datz der Justizminisier Schtscheglowitow die meisten Aussichten hat, Ssasonows Nach- olger zu werden. Schffchcglowitows Berufung würde gleicstzeiüg ein Einlenken in die p a n s la w i st i s che P»li t i k bedeu. ten. Sowohl die Beziehungen Rußlands zu Deutsch. land wie zu Oesterreich dürften durch die Berufung Schtscheglo. witows keinerlei Förderung erfahren. Tie serbischen Heeressäulen auf dem Marsche. Belgrad, 18. Oktober.(„P.-T.") Gleichzeitig mit der Kriegs. erklärung haben die serbischen Truppen mit der ganzen Front ihren Einmarsch in das Vilajet Kossovo begonnen. Eine 'erbische Kolonne überschritt von Brezowo kommend das Jabov- Plateau, um über Kukawitza die türkische Befestigung bei Sienitza zu erreichen. Eine zweite serbische Truppenabteilung dringt über Raschka aus Novibazar vor. Weiter südlich hat eine starke serbische Heeresabteilung das Goliakgebirge umgangen, um Prischtina den Türken zu entreißen. Die türkische Hauptmacht ist von Wranja aus bei Ristovatz vorgedrungen, uin� die Bahnlinie, die über Kumanova nach llesküb führt, zu besetzen. Gemeinsam mit dieser serbischen operiert die bei Küstendiel stehende bulgarische Armee, die über Egri Palanka gleichfalls gegen llesküb marschiert._ Einfluß des Krieges auf den Handel. London, 18. Oktober.(„P.-C.") Wie aus Liverpool gemeldet wird, haben verschiedene Reedereien die Fahrten ihrer Dampfer nach dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer einstellen lassen. Die Cunard-Linie behält sich die Einstellung oder Aenderung ihrer Fahrten noch vor. Paul Singer a Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. UnterhaltungSbi. 9, 245. 39. ww i. Keilllge des„Nllmarts" Kerlilltt NllllisdIM. SM«wd.ts Awtt.«l2. Der Aufmarsch am Sonntag. Diese 3 Kreise schwenken von der Treptower Chaussee aus nach ihrem Standort ein. Diese 5 Kreise schwenken von der Köpenicker Landstraße aus nach ihrem Standort ein. Die Demonstration am Sonntag, den 20. Oktober 1912, findet wieder auf dem großen Platz im Treptower Park statt. Die Ausstellung geschieht in folgender Weise: Tribüne l: Nieder-Barnim. „ II: 4. Kreis(Ost). '„ III: 4.„(Südost). u IV; 6.„(Schönhauser, Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbrunnen). „ V: 6.„(Wedding, Oranienburger Vorstadt und Moabit). „ VI: 1. und o. Kreis. „ VII: 2. Kreis. „ VIII: 3.„ „ IX: Neukölln. „ X: Teltow-Beeskow, mit Ausnahme von Neukölln. Auskunft wird bei Tribüne IV erteilt. Dort befindet sich die Zentralstelle. Der Beginn der Versammlung ist pünktlich 1 Uhr. Die Abstimmung über die Resolution erfolgt pünktlich 2 Uhr. Die Genossen und Genossinnen versammeln sich in den von den Bezirksführern angegebenen Lokalen und marschieren von dort unter der Leitung des Bezirksführers so rechtzeitig ab, daß sie spätestens°/«1 Uhr auf ihrem Standort in Treptow eintreffen. Die Züge benutzen auf dem Anmarsch soweit' wie möglich die Chaussee, damit das Durcheinander auf dem Platz vermieden wird. Der Rückmarsch erfolgt in derselben Weise wie der Hinmarsch. Fahnen, Plakate oder dergleichen Abzeichen dürfen nicht mitgeführt werden. Die Ordner, an einer roten Armbinde kenntlich, haben die Veranttvortung für die Austechterhaltung der Ordnung während der ganzen Veranstaltung. Wir rechnen darauf, daß unsere Ordner in der taktvollsten und höflichsten Art die zum glatten Verlauf nötigen Weisungen erteilen. Unsere Genossen bitten wir, die Anpflanzungen auf dem Platze sorgfältig zu schonen. Weiter bitten wir dringend, nach Schluß der Demonstration von jeder weiteren Aktion Abstand zu nehmen, es liegt im Parteiinteresse, daß wir wieder Zeugnis ablegen für unsere schon oft anerkannte Disziplin. Jedes nachherige Herumziehen kleinerer Trupps durch die Straßen Berlins hat unbedingt zu unterbleiben. Parteigenossen und-genosfinnen! Männer und Frauen des arbeitenden Volkes! Keiner fehle bei der Demonstration am Sonntag! In vielen Hunderten Versammlungen forderte das arbeitende Volk Preußens seine staatsbürgerliche Gleichberechtigung und ein freies Wahlrecht. Die Regierung schwieg bisher und schweigt weiter trotz des gegebenen Königswortes.— Die große Masse des Volkes hungert und die Regierung schafft keine Abhilfe des Notstandes. Da bleibt dem arbeitenden Volke nur übrig, seine Stimme in der Oeffentlichkeit zu erheben. Darum, Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins, erscheint alle und erhebt Protest gegen die infame Wncherpolitik, gegen Eure politische Rechtlosigkeit. Erhebt auch Protest gegen die geradezu frivole Art, wie ein Krieg heraufbeschworen, der leicht einen Weltbrand entfesseln kann. verbsnä koÄsIäemolirstiicher Aahlvmme Berlins und Umgegend. I. A.: Eugen Ernst, Liesenstr. 16. Sie Neuerung. Äriegswirkungen. Die türkische Zollverwaltung macht bekannt, daß vom 17. d. Mts. ab die Ausfuhr v o>: Weetzen, Roggen, Hafer, Mais, Mehl, Bohnen, Reis, �troh, Futtermitteln, Kartoffeln, Rindern und Hammeln aus Rumelien, dem Marmarameer, dem Archipel, dem Schwarzen Meer und dem Mittelländischen Meer v e r b o t e n iA. Ein weiterer Teil der Regierungsmaßnahmen wird damit völlig zunichte gemacht. Noch immer aber hält der Kanzler seine„Vorsorge" für genügend! lieber die Gesricrfleischcinfuhr der Schweiz und Italiens baben die Äeltcsten der Kaufmannschaft von Berlin an Ort und Stelle Untersuchungen anstellen lassen. Aus den Ergebnissen teilt die..«off. Ztg." u. a. mit: Die Sendungen von .Gefrierfleisch nach Italien werden nicht in den Greuzorten untersucht, soweit jig nicht für den betreffenden Grcnzort selbst bc» stimmt sind, sondern von dem betreffenden Grenzzollamte ohne Revision nach der Bestimmungsstation abgefertigt, wo die endgültige Zollbchandlung, sowie die Untersuchung durch die von den Kan- tonen hierfür bestimmten Tierärzte stattfindet. Gefrorenes Fleisch darf nur von Rindern oder Schafen eingeführt werden. Die Bei- gäbe innerer Organe wird nicht verlangt. Der Transport bis zur Grenze muß in zivcckmäßig eingerichteten Kühlwagen erfolgen. Für den Vertrieb des Gefrierfleisches ist bestimmt, daß es i- einer für das Publikum leicht sichtbaren Weise deutlich gekennzeichnet wird. Gefrierfleisch unterlag anfangs dem Zollsatz für Konservenfleisch (25 Frank sür 100 Kilogramm), wird jedoch jetzt mit 10 Frank für 100 Kilogramm verzollt. Dank der zweckmäßigen Einfuhrbestimmungcn und der er- mäßigten Zollsätze hat sich die G c f r i e r f l c i s ch e i» f u h r der Schweiz rasch entwickelt. Im Jahre 1011 wurden 11133 Doppelzentner, im ersten Semester 1012 bereits 12 331 Doppel- zentncr gefrorenes Fleisch, überwiegend Rindfleisch aus Südamerika, importiert. Die Erfahrungen, die mit Gefrier- fleisch gemacht worden sind, lauten g ü n st i g. Es wird als gut und zart, wenn auch als nicht so schmackhaft wie bestes frisches Fleisch, bezeichnet. Es ist stärker als das einheimische Fleisch mit Fcttfasern durchsetzt und eignet sich deshalb weniger gut zu Suppen- fleisch, dagegen vorzüglich zu Schmor- und Sauerbraten. In gesundheitlicher Beziehung sind keinerlei ungünstige Er- fahrungen gemacht worden. Die Preise für Gefrierfleisch stellen sich in der Schweiz er- heblich billiger als die für frisches Fleisch. Im September zum Beispiel kostete ein Pfund gefrorenes Rindfleisch vom Vorderviertel 55 Rappen(44 Pfennig), vom Hinterteil 65 Rappen, ohne Knochen 80 Rappen(64 Pfennig). Die analogen Preise für frisches Fleisch betrugen gleichzeitig 00— 100 bzw. 100—110 bzw. 120— 130 Rappen. Das hochwertige einheimische Fleisch hat einen von dem.Gefrier- fleisch unabhängigen Markt mit hohen Preisen behauptet. Auch in Italien wird unter Einhaltung der notwendigen Vorsichtsmaßregeln die Einfuhr überseeischen Gefrierfleisches niög- lichst erleichtert. DaS Gefrierfleisch muß im UrspruügSlande einer Untersuchung durch einen dortigen Tierarzt unterzogen wer- den und von einem Zeugnis über seine Beschaffenheit begleitet sein. In Italien wird das Fleisch durch staatliche Grcnztierärzte und städtische Tierärzte nur auf den Zustand der Konservierung hin untersucht. Vorschriften darüber, daß das Fleisch in ganzen Tierkörpern oder bestimmten Teilen oder unter Beigabe von Ein- geweiden eingeführt werden muß, bestehen nicht. Dagegen ist für den Verkauf von Gefrierfleisch von den wichtigsten Kommunen vor- geschrieben, daß es als solches gekennzeichnet und in besonderen Verkaufs st ätten feilgehalten werden muß. Gefrierfleisch so- wie gekühltes Fleisch unterliegen einem Zollsatz von 12 Lire für den Doppelzentner; für die Untersuchung an der Grenze ist eine Gebühr von 2 Lire festgesetzt. Die italienischen Eisenbahnen gewähren für den Fleischtransport die Vergünstigung der schnellsten Be- förderung(Vortrittsrecht) und freier Rückfahrt bei leeren Wagen. Bei der Frachtberechnung wird das Gewicht des Eises nicht berück- sichtigt. Auf Grund dieser Bestimmungen hat sich eine sehr bedeu- tende Einfuhr von gefrorenem Fleisch entwickelt, die für da? laufende Jahr auf etwa 20 000 Tonnen geschätzt wird. Allein in Mailand ist im Jahre 1011 Gefrierfleisch in einem Gesamtgewicht vom 27 380,13 Doppelzentnern importiert. Es wird in erster Linie gefrorenes Rindfleisch, und zwar aus Argentinien und Uruguay, daneben aus Australien, eingeführt. Am meisten Käufer findet da? gefrorene und gekühlte Feisch im Mittelstand und in den Arbeiterklassen. In ausgedehntem Maße wird eS ferner in Gastwirtschaften, privaten ErziehungSinftituten usw. verwendet. Für die Jahre 1012/16 wird das italienische Heer in den Monaten Oktober bis März mit gefrorenem Fleisch versorgt werden. DaS Gefrierfleisch stieß zunächst auf Vorurteile, die jedoch überwunden worden sind. Die Preise des Gefrierfleisches betragen im Kleinhandel ffir 1 Kilogramm mittelgute Qualität mit Knochen 0,80 Lire(64 Pf.), für bessere Stücke, insbesondere für solche ohne Knochen, mehr, ftir Filet sogar 3,30 Lire. Die mit dem Gefrierfleisch gemachten Ersah- rungen werden in Italien als g ü n st i g betrachtet. Es ist erwiesen, daß die Einfuhr von gefrorenem und gekühltem Fleisch selbst in der warmen Jahreszeit in hygienisch einwandfreier Weise möglich ist. Einschleppungen von Viehkrankheiten sind nicht erfolgt. Die Preise sür einheimisches Fleisch sind durch die Ge- frierfleischeinfuhr zwar nicht ermäßigt, doch wurde ihr Steigen der- hindert. Protestversammlunge«. In Pankow referierte Genossin Mathilde Wurm in einer gut besuchten öffentlichen Frauenversammlung über das Thema:»Die Hausfrauen und Mütter im Kampfe gegen die Teuerung". Mit einem eindringlichen Aufruf, sich den Organisationen anzuschließen, schloß die Referentin unter lebhaftem Beifall. 25 neue Mitglieder wurden dem Wahlverein gewonnen, davon 23 Frauen. Hus der Partei. Ein Unwürdiger. In einer Versammlung des sozialdemokratischen Vereins für die Reichstagswahlkreise K ö l n- S t a d t und K ö l n- L a n d machte Parteisekretär Genosse Kunze Mitteilung davon, daß der vom Transportarbeiterverband seines Amtes entsetzte Sekretär Georg Kiel(Köln) sich Vergehen habe zuschulden kommen lassen, die das Ausschlußverfahren nötig machten; außerdem habe das Parteisekretariat Beweise dafür in Händen, daß sich Kiel dem Reichsverbande gegenüber erboten habe, Ma« terial gegen die Sozialdemokratie zu liefern. Kiel sei dem Ausschluß zuvorgekommen, indem er jetzt seinen AuS- tritt au§ der Partei erklärt habe. Parteiliteratur. Der Arbeiter-Notiz-Kalender für das Jahr 1913 ist soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Paul Singer, G. m. b. H., Berlin LWi 68, erschienen, und zwar in etwas größerem Format als bisher. Neben dem üblichen Kalender«, Adressen- usw. Material bringt der Kalender wichtige politische und gewerkschaftliche Informationen. So ist das Ergebnis der ReichstagSwablen nach verschiedenen Gesichtspunkten bc- handelt. Außerdem hat die Gewerkschaftsbewegung in einer Anzahl statistischer Betrachtungen Berücksichtigung gefunden. Auch die wichtige Bildungsfrage kommt in einem Artikel „Arbeiterbildung und Bildungsarbeit" aus der berufenen Feder dcS Genossen Heinrich Schulz zu ihrem Rechte. Der Kalender wird wieder ein treuer Ratgeber jedes in der Partei oder Gewerkschaft tätigen Genossen sein. Sein Preis beträgt 50 Pf. polireilklus, ßcrichtlkhcs ufw, 25 beleidigte Geistliche. Zu 500 M. Geldstrafe wurde am Donnerstag von der ersten Breslcruer Strafkammer der frühere Verantwortliche der „B r e s l a u e r Volk s w a ch t", Genosse Rabold, verurteilt. Er soll 25 katholische Geistliche beleidigt haben, die aus Anlaß eine? Priesterjubiläums� in Neiße zu einem Festessen vereinigt waren. Der Sachverhalt ist folgender: In der dem Festesse» folgenden Nacht wurde eine Flcischermeistersfrau aus Neiße ungestüm aus dem Schlafe geweckt. Am' Fenster ihrer Wohnung stand ein Herr im schwarzem Rock, mit bartlosem Gesicht, der nach ihrer Meinung ganz das Aussehen eines katholischen Geistlichen hatte. Dieser Mann begehrte Einlaß zu einem Stysperstündchen bei einer Flasche Wein. Von der biederen Fleischermeistersfrau wurde dem Störer der nächtlichen Ruhe zunächst eine kalte Dusche in Aussicht gestellt und dann das Fenster geschlossen. Ueber dieses nächtliche Abenteuer brachte die ,. Volksmacht" am 5. Oktober vorigen Jahres eine Notiz, in der zwar von einem bestimmten Pfarrer nicht die Rede war, aber der Vermutung Ausdruck gegeben wurde, daß wohl einer der Teilnehmer am Festessen der nächtliche Abenteurer gewesen sein könnte. Schließlich war noch daran die Bemerkung geknüpft, daß es auch unter den katholischen Geistlichen genug irrende und sündige Menschenkinder gibt, die vor anderen Menschenkindern nichts vor- aus haben. Allen Teilnehmern am Festessen tvnrde der Artikel mit der Bitte um Unterzeichnung des Strafantrages gegen die„Volks- wacht" zugeschickt, Prompt kamen die Vertreter der christlichen Gegründet 1867 Um Irrtümer und Verwechselungen zu vermeiden, achte man genau aut Straßennamen und Hausnummern der **** alten Stiller-Firma!**** Stiefel für den täglichen Gebrauch Stiefel mit Doppelsohlen o o Stiefel mit Korkböden Einsatz- Stiefel in ganz neuen Formen, mit modernen Stoff- und Wildleder-Einsätzen, in den feinst. Ausführungen Neuheiten in Damen-Tanz-Schuhen Hausschuhe und Morgenschuiie Große Spezial-Abteilungen für Kinder-Stiefel Haupt- Gesch&it: Jerusalemer Str. 32-35 EcKe Leipziger Straße, am Dönhoffplatz Potsdamer Str.2 Uranien Straße 161 T auentzienstr. 19 a Gr. Franklurter Str. 123 Tauentzienstr, 7b Chaussee-Straße 114 F riedrich-Str. 75 Neukölln: Bergstr.25 Königstr. 25 u. 26':: Schöneberg::: Rosenthaler Str. 5 Hauptstraße 146 Charlottenburg: Wilmersdorier Straße 45 Höchste Leistungen! Haupt- Preislagen Nächstenliebe Sem Ersuchen nach, ebenso prompt erhob die BreSlauer Staatsanwaltschaft im öffentlichen Interesse Anklage. Obwohl die Fleischermeistersfrau unter ihrem Eibe aussagte, daß der Ein- laß Begehrende ohne Zweifel das Aussehen eines katholischen Pfarrers gehabt habe, erkannte das Ge- richt dem Antrage des Staatsanwalts entsprechend auf 500 M. Geldstrafe und Publikation in einem halben Dutzend klerikaler Zeitungen. Das Gericht hat, wie der Vorsitzende in der Urteils- begründung noch ganz besonders hervorhob, lange geschwankt, ob es nicht auf eine Gefängnisstrafe erkennen soll. Preßprozeffr. Während des SiraßenbahnerstreikS in Königsberg i. Pr. brachte die„Königsberger Volkszeitung" eine nur wenig« Zeilen umfassende Notiz, in der behauptet wurde, der eine Arbeits- willig«, ein Bureaubeamter, hätte ein Jahr Gefängnis wegen Unter- schlagung verbüßt. Der Arbeitswillig« klagte wegen Beleidigung, und das Schöffengericht zu Königsberg verurteilte auch den Verant- wortlichen, Genossen Mittwoch, zu 200 M. Geldstrafe, obwohl fest- gestellt wurde, daß der Beamte wirklich mit einem Jahr Gefängnis wegen Unterschlagung vorbestraft war. Das Gericht erklärte, die Veröffentlichung sei geschehen, um den Betreffenden in der öffentlichen Meinung herabzusetzen und ihm sein Fortkommen zu er- schwerem Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt, doch auch die Strafkammer erklärte die Notiz für beleidigend und erkannte auf Verwerfung der Berufung, Das Gericht sagte, die Notiz enthalte eine Verhöhnung des Arbeitswilligen, auch liege es klar zutage, daß mit der Veröffentlichung der Notiz der Zuzug der Arbeits- willigen zu der Straßenbahn erschwert werden sollt«! Was natürlich in den Augen preußischer Richter ein schwere? Verbrechen ist. Unser Lüdenscheid»-? Parteiblatt brachte kürzlich einen Artikel, in dem einem Iserlohner Gerichtsvollzieher vorgeworfen wurde, er sei bei einer Pfändung zu schroff vorgegangen. ES wurde öffentlich Anklage wegen Beleidigung erhoben und der verantwort- liche Redakteur der Lüdenscheider„Volksstimme", Genosse Böttcher, zu 25 M. Strafe verurteilt. Em Industrie und FtandcL Lage des deutschen Arbeitsmarktes. Zum ersten Male seit dem Monat März 1912 ist der Andrang am deutschen Arbeitsmarkte unter das Niveau des Vorjahres herab- gegangen. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Steigerung des gewerblichen Beschäftigungsgrades stark genug war, um das im letzten Jahre bedeutend gewachsene Angebot von Arbeitskräften zu absorbieren. Im September 1912 kamen nämlich bei den an den „Arbeitsmarkt" berichtenden Arbeitsnachweisen auf je 100 offene Stellen durchschnittlich 100,4 Bewerber. Demnach ist der Andrang seit August dieses Jahres um 6,3 zurückgegangen. Gegen den vorjährigen Parallelmonat ergibt stch eine Senkung um 1,3. ES ist zu bemerken, daß die AndrangSziffer im August 1912 um 6.2, im Juli um 5,3 und im Juni sogar um 9,2 über dem Niveau des Vorjahres stand. Die fortschreitende Besserung am Arbeitsmarkte ist um so erfreulicher, als trotz aller Hochkonjunktur daS Verhältnis von Angebot und Nachfrage bisher noch nicht durch- weg befriedigend war. Bei einem Vergleich mit den entsprechenden Jahren früherer Hochkonjunkturperioden zeigt sich sogar recht deullich, daß die Belastung des Arbeitsmarktes gegenwärtig noch eine relativ hohe ist. So kamen im September 1905 auf je 100 offene Stellen nur 93,1 Arbeitsuchende und im Vergleichsmonat des folgenden Jahres ging die Andrangsziffer sogar auf 87.9 zurück. Das bedeutet gegen das laufende Jahr eine Erleichterung um 18,5. Die von August auf September 1912 eingetretene Besserung kommt lediglich dem Arbeitsmarkte für Männlich e zugute. Hier ging der Andrang von 128,0 auf 110,0 zurück. Am Arbeitsmarlt für Weibliche kamen im BerichiSmonat auf je 100 offene Stellen durchschnittlich 89,1 Arbeit« suchende gegen 84,8 im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahre ergibt sich eine Steigerung um 0,73. Naturgemäß ist die Lage des Arbeitsmarktes gegenwärtig in den Landesteilen am günstigsten, in denen die Hochkonjunktur am deutlichsten zum Ausdruck kommt. So blieb das Angebot in Westfalen und Hessen-Nassau hinter der Nach- frage zurück. Die Andrangsziffer stellte sich hier auf 97,94 gegen 107,00 im Vorjahre. Um dem Arbeitermanael im West« fälis chen Jndustrierevier abzuhelfen, sind Agenten in Schlesien tätig, die Bergarbeiter in Massen anwerben und dieselben unter Gewährung freier Bahnfahrt nach Westdeutschland bringen. Da auch in Schlesien mit einer Andrangsziffer von 109,40 kein besonderer Ueberfluß an Arbeitskräften herrscht, so werden wieder aus Böhmen usw. zahlreiche Arbeiter herbeigeholt, um die durch die Ab- Wanderung nach Westdeutschland entstandenen Lücken zu füllen. Am Berliner Arbeitsmarkt ist der Andrang mit 102,08 um 16,74 höher als im vorjährigen Vergleichsmonat. Im Königreich Sachsen kamen im September 1912 auf je 100 offene Stellen durchschnittlich 94,53 Bewerber gegen 90,18 im Vorjahre. In der Provinz Sachsen, in Thüringen und Anhalt ist der Andrang von 233,53 auf 113,83 zurückgegangen. Auffallend günstig hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt der östlichen Provinzen entwickelt. Die AndrangSziffer für Ost« und Westpreußen und Posen berechnete sich auf 93,38 gegen 101,12 im September 1911. JnHannover, Schleswig-Holstein und den Hansastädten kamen im Berichtsmonat auf je 100 offene Stellen 103,02 Bewerbergegen 111,82im Vorjahre. JnHeffen und Elsaß-Lothringcn stieg der Andrang von 127,78 auf 143,54. In Baden und Württemberg ist eine Senkung von 118,98 auf 114.01 eingetreten. Für Bayern berechnete sich die Andrangsziffer auf 104,53 gegen 111,05 im September 1911. Der Ausbruch des Balkankrieges ist nicht ohne Einwirkung auf den deutschen Arbeitsmarkt geblieben. Die Beschäftigung der deutschen Groß- industrie hat bisher noch keine Abschwächung erfahren. Andererseits ist aber dem deutschen Arbeitsmarkte durch die Mobilmachung der Balkanstaaten der Zuzug neuer ausländischer Arbeitskräfte etwas unterbunden. Oesterreich-Ungarn kann jedenfalls nicht mehr so viele Arbeiter wie bisher an Deutschland abgeben, da durch die Rück- Wanderung vieler Serben und Bulgaren am Arbeitsmarkte der Donaumonarchie»ine erhebliche Abnahme des Angebotes ein- getreten ist._ Eine Illustration agrarischer„Notschreie". Ungeheuren Ernteschaden soll die deutsche Landwirtschaft nach den Versicherungen der Agrarier in diesem Jahre durch das schlechte Wetter erlitten haben. Allein im Regierungsbezirk HildeSheim soll der Verlust 20 Millionen Mark betragen- so behaupten wenigstens die hannoverschen bündlerischen Blätter übereinstimmend mit dem führenden Blatte des Bundes der Landwirte. Demgegenüber ist nun eine Meldung deS„Hannoverschen An- zeigers" aus Gleidingen bei Hildesheim von Bedeutung, in der über die Ernte aus diesem Bezirk folgende Mitteilungen gemacht werden: „Von der Ernte. Bis auf einen Teil der Kartoffeln, Zucker- rüben und Futterrunkeln ist die Ernte fast beendet. Infolge deS guten Wetters der letzten Tage ist die Ernte doch erheblich bester ausgefallen, als man anfänglich glaubte. Der Roggen und der meiste Weizen sind doch gut eingekommen. Der Hafer ist ja leider nicht so gut eingebracht, hat aber desto mehr Körnerertrag und Stroh gebracht. Roggen hat pro Morgen 12 bis 10 Zentner, Weizen 13 bis 18 Zentner und Hafer 16 Vis 20 Zentner erbracht. Seit Jahren hat man nicht so guteErträge an Korn und vor allem anStroh erzielt, wie gerade in diesem I a h r e. Die Kartoffelernte ist eine außerordentlich ergiebige. Wenngleich das Roden der Kartoffeln durch die Feuchtigkeit erschwert wird, so ist der Erwäg doch doppelt so groß wie un Vorjahre. Der Morgen bringt 150 bis 100 Zentner. Solch ein reicher Ertrag ist seit vielen Jahren oder überhaupt noch nie zu der« zeichnen gewesen. Die Preise der Kartoffeln find dem- entsprechend auch niedrige. Alles in allem find die Landwirte mit der diesjährigen Ernte sehr zufriedeu. Die Zuckerrüben geben durch- weg einen recht guten Ertrag. Der Zuckergehalt ist nicht zu hoch bemessen, da den Rüben die Sonne fehlte. Der zweite Gras- schnitt, welcher überall recht gut ausgefallen ist, konnte gut eingeholt werden." Es fällt uns selbstverständlich nicht ein, nun unsererseits diese Angaben zu verallgemeiuem, da wir wissen, daß das ungünstige Wetter tatsächlich an manchen Stellen erheblichen Schaden angerichtet hat. Die Nottz des Hannoverschen Blattes illustriert aber recht deut- lich, wie die agrarischen„Notschreie" zu bewerten sind. Huö der frauenbewecjung. Versammlungen— Veranstaltung«. Nieder-Schönhauseu-Nordend. Montag, den 21. d. MtS., abends 8'/, Uhr. im Lokal„Schwarzer Adler", Blankenburger Str. 4: Oeffentliche Frauenversammlung. Tagesordnung:„Die Haus- srauen und Mütter im Kampfe gegen die Teuerung." Referentin: Genossin Elisabeth Röhl. Brfcfkaffen der Redabtiow. Tie juristische Sprechstunde fiudet Linden st raste SS, dorn vier Treppe» — Fahrstuhl—, irachcntä glich von IV» bis 7% Uhr abends, Sounadcnds, von iV» 618 6 Uhr«bcndS statt. Jeder für den Brieslastru»efttmmtru Aufrage ist ein Buchslade und ein, Zahl als Merkzeichen brizufügea. Britstiche Antwort wir» nicht erteilt. Anfragen, denen keine Shonneinentsauittnng beigefügt ist, »erben nicht beantwortet. Siltge Fragen«ragt«an t« de» Sprechstunde bor. P. S. 24. 1. bis 3. Nein.— 70S5 M. Z. Ja.— O. B. 15«. Die Bank ist zur Zahlung verpflichtet.— F. P. 15. Die Beschlagnahme des Lohnes oder Gehalts ist nur zulässig, soweit es 125 M. monatlich oder S8,8S M. pro Woche übersteigt. Ist der Schuldner Staats- oder Kommunal- beamter, so kann die Psändung nur bezuglich eine« Drittel« de» 125 M. abersteigenden Gebalts stattfinden. Die Beschlagnahm« ersolgt durch einen Psändungs- und Uederweisungsbeschluß. der bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Schuldner sewen Wohnsitz hat, zu beanttagen ist.— Bt. R. 124. Sie bleiben bis zum Ablaui des Kontraktes haftbar, sofern der Eigentümer nicht anderweitig vermietet.— P. S. 8. ga.— A. G. 23. Sie waren zahlungspflichtig� die Lohnbeschlagnahme war zu- lässig, soweit Ihre Lohnforderung 28,85 M. wöchentlich überstiegen hat.— W. Sch. 142. Gewehr Nr. Ilif,«.-x.«. ioo und H. X. 44. 38. Auch im Konfliktsjalle besteht keine Kesahr.— iä. M. 1000. Nein. O. F. 100. Der Richter kaim Vorlegung deS Tausscheins oder des Komirmationsscheins fordern.— pflichtet, Ratenzahlungen anzunehmen.— A. W. Z. S. Sie haben recht. — G. 13. Sie persönlich hasten nur dann, wenn Sie mit Ihrer Ehestau in Gütergemeinschaft leben. Ob dies der Fall ist oder nicht, lätzt Ihr Schreiben nicht erkennen. Ihre Frau ist jedoch zahlungspflichtig.— K. SO. Infolge des Sperrvermerks wird die Kasse nicht auszahlen. Be- antragen Sie beim Amtsgericht die Bestellung eine» Vormundes für Ihre geisteskranke Frau. Der bestellte Vormund ist zur Abhebung de« Buches besugt.—<£. 7. 1. und 2. Die Hinterlegung eine« eigenhändig er- richteten Testaments ist nicht notwendig. Dasselbe kann in der Wohnung ausbewahrt werden, muß jedoch noch dem Nbleven des Testator» unverzüg- lich dem Nachlatzgericht— Amtsgericht, in dessen Bezstk der Testator ver- storben ist— eingereicht werden.— P. G. 50. 1. Der Richter«kann den Nachweis durch Vorlegung einer Urkunde verlangen; e« ist also zweckmäßig, Taufschein oder KonstrmationSschein zu beschaffen. 2. Dt« zumnsttgeo.— I. S. 1000. Di« Beschlagnahme trifft auch noch daS jetzt lausend« Kalenderquartal. Sie können auch von dem Drittschuldner Zablung eventl. Hinterlegung, fordern. Für den Fall der Hinterlegung ist der Zivangs- Verwalter zur Abgabe einer Einwilligungserklärung verpflichtet.-3 M. 1000. Ja, sofern das Einkommen es gestattet. Der etgene und der standesgemäße Unterhalt geht vor.— 8. X. 66. Ja.— M. S. Rein. Arbeits nach wei»: Amt No�en/Nr. 1289. EharitSstrasie B. Hauptbureau: Hol III. Amt Norden, Nr. 1987. Montag, den A.. Oktober 19 Vi, abends S'/z Uhr, iin gr. Saal d. Brauerei Friedrichhain, Am Friedrichshain 16/23: Kranchen-Uersammiung der Schlosser Serlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Cohen:„Die Bedrohung des Koalitionsrcchts«. 2. Bericht der Kommlsfion. 3. Trennung der Branche. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung Ist es Pflicht eines jeden Kollegen, In dieser Tersammlong zu erscheinen. Montag, den 31. Oktober 1913, abends 8 Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: büii Versammlung sm der Mechaniker, Uhrmacher, Optiker, sowie siimtlilher in den mechanischen Ketrieben beschästigten Arbeiter vnd Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen, ttrbeitersekretärS Rudolf Wissel: »Entwtckluugstendenzen der modernen Technik-. 2. Diskussion. S. Verbands- und Branchenangelegenheiten. |jlW~ mtglledsbnch legitimiert."W I« Hinblick auf den äußerst lehrreiche» und intereffanteu Bortrag ersuchen wir, für einen guten Besuch diese Versammlung zu agitieren. Montag, den 31. Oktober, abends S Uhr, in den„Ritter-Sälen", Ritterstrahe 75: ssü Versammlung a= aller in den Ketrieben der Weißmetall-Krauche beschäftigten Kollegen nnd Kolleginnen.. Tagesordnung: 1. Die VerhSltuiffe in der Wetstmetall-Branche. 2. Diskussion. S. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen k Wege« der Wichtigkeit der Tagesordnung darf in der Versammlung niemand fehlen. 128/9 vle Ortsverwaltung. DeuWr TmsMwbciter- Uerliliiid. Bezirk Groß-Berlin. Sektion II. Leitergerüstbauer, Platzarbeiter, Kutscher! Tonntag, den 20. Oktober er., abends 5 Uhr, in Wilkes Fest- Stilen sfrüher Franke), Sebastianstr. 39: 87/15 PF* Versammlung"WZ mit Frauen. Tagesordnung: „Meine Erlebnisse hinter Kerkermanern wegen Streikvergehen". Reserent: Kollege Hallo».— Diskussion.— Branchcnangelegenheiten. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Kollege«! Erscheint Mann sürMann zu dieser Versammlung u. bringt Eure Frauen mit. Die Branchenleitung.& St.: H. Walter. €% ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch Pichelsmerder, an der neuen Heerstraste beim Alten Freund. MgarMes. Docken 3 pf. CUo 5 Pf. 38/2' tnarmorarbeiterl Dienstag, den 33. Oktober er., abends Sllt Uhr, bei Wilke, Sebastianstr. 39; Mitglieder Uersammlmtg. Tagesordnung: 1. Die WinterarbeitSzeit auf den Baute». 2. Wahl eines BetratSinitgliedcs für die Marmorbranche. 3. Verschiedenes. 172/7' " Kein Zlnrniornrheiter dnrk kehlen. Zentralverband der Stetnarveiter(Ortsverw. Berlin). IMIdMWl.kMiideltlLiillitil I.: tieue Frledrlchstr. 83 an der Zentral-Marlthalle ll.: Tnrmstr. Ü7, L Etage, liefert an jedermann elegante Herren-Meroben MT* nacl» Kafi IHQ unter Marantie für tadellosen Sitz gegen wöchentliche Teilzahlung o°n 1 Mark Zuschneiderei u. Werkstatt im Hause. Aus Wunsch Besuch des Reisenden mit neuesten Stofsmustern. besondere Ahtellnng tOr fertige Garderobe. _ Sonntags geöffnet, w. Honals-Gamerobe! Die besten Ulster- Paletols I und 4— bvl» getragene Anzüge sür Herren, Smoking-Anzüge, Frack- anzöge, sowie von Kavalieren ge- tragen«, sast neue Sachen(a.Seide), sür jede Figur passend, in gridtor »usWadlz. unübertroffen 188/7' j billixen Freisen. lTr.,deshalbbill>ger wieim Laden.! ........ i Wassertor- UtraSelf/IS 1 1 Nathan Manck _ 139 Skaliher Str. 189._ Die schönsten | Monats-, Winternaletots nndi Dister, sowie Mett-Joek-i erstllasstge, in ersten Werlstätten hergestellte, aus Seide gearbeitete I Warderobe, von _ Kavalieren getragen, i Isaft neu, sür jede Figur paffend,! speziell Bauchanzüge sind inj zroherAuSwahlstelSzu staunend! billigen Preisen zu haben, s Abt. II: Biene Garderobe.| Nathan Wand 1139 Tkaliher Str. 139. Hochbahnstation KottbuserTvr. Sitte im eigenen Intereoae aul j tiauanummsr eu seilten. Wer-Ztokk-dsil! Fertige Ulster, Paletot oder Anzug von 39 M. an, gute Zutaten, auf Rosthaar. 2 Anpr. Garantiert tadelloser Sitz. 168/3 ! IVon meinem Stoff!! Anz. ob. Paletot, neueste gute Stoffe von 49 M. an» iMMffiÄ&lSS Gegründet 1893. Sonnabend. 19. Oktober 1912. Ansang 3 Ubr. Rose. Wilhelm Tell. Ansang 3'/, vhr. Deutsches Schauspielh. Egmont. Königgrni.cr Strafte. Kabali und Ansang 4 Uhr. Luise». Zwerg Nase. Ansang 7'/, Uhr. Kgl. OPernbanS. Margarete. Kgl. Schauspielhaus. Ew Waffen- gang. Deutsches. König Heinrich IV. 1. Teil. Berliner. Filmzauver. Köntggrätzcr Strafte. Die süns Frankfurter. Zirkus Albert Schumann. Gala- Lorstellung. Ztrku»«lisch. Gala-Vorstellung. Ansang 8 Ubr. Urania. Taubenstrafte 48/19. Auss Matterhorn. Hörsaal 8 Uhr: Proseffor Dr. v. Donath: Da» Ohmsche Gesetz. Kammrripiele. Mein Freund Teddy. Letiiiig. Hcdda Gabler. Schiller G. Wallenstciiis Tod. Sann» i.gbarlottenburz. FlachZ- mann als Erzieher. Kleines. Magdalena. Residenz. GeinütSmeiischen. Deutsches Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Kroll. Prinz Natzi. Thalia. Aulolicvchen. Theater am Nollendorfplatz. Or- phcuS in der Unterwelt. Aursürsten-Over. Der Kuhreigen. MontiS Operetten. GoldnerLelcht- sinn. KomödirnhauS. Die ZaAn. Luisen. DaS.Kathchen vönHellbronn. Rose. Von Stuse zu Stuse. Herriiseld. Die Alpenbruder. Endlich Metro pol. Chauffeur— ins Metropol. �... Trianon. StcBfSBötoittCtcr. fasino. Der»roftsmst. Reichshallen. Die Macht der Töne. Äouigstndt. Kasino. Sve/lllliialen. Winiergarieii. Spezialitäten. Apollo, Svezialttäi-n. Passage. Spezialitäten. Ansang 3'/. Ubr. Sriedr.. Wilb. Schauspielhaus. Die keusche Susanne. Liisispteltion». Mein alter Herr. Aolies Eaprtce. Der keusche Joseph. Der Rehbock. Ansang 8i/, Ubr. Renes Bokksiheater. Walter Volk. AnsangioMr. Ildmiralspalast. EiSballett: Dvonne. Sternwar»». gnvalibenstr. 57—82. □ □□ □□ö □ □□ Theater und Vergnügungen Sedillei'-sdeslei'lj.Td.m«' Sonnabend, abends 8 Ubr: WaUenstelns Tod. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Zopf nnd Schwert. Abends 8 Uhr: Der Talisman. Montag, abends 8 Uhr: 0aa Pfarrara Tochter von Strelailort. Sehiller-Theater �hm,""" Sonnabend, abends 8 Uhr: Flachsmann als Eraieher. Sonnrag, nachmittags 3 Uhr: Die Jtldln von Toledo. Abends 8 Uhr: Flachsmann als Eraieher. Montag, abends 8 Uhr: l KUnlg Ecar. Berliner Tbeater. Sonnabend 7'/, Uhr: Zum 1. Male i lilmiiiubtt. 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Deutsches Schauspielhaus (Komische Oper). Nachmittags 3'/, Uhr: Egmont. Abends 8 Uhr: Der gutsitzende Frack. Theater am Nolleiivortplatz (Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Uhr: Gastpicl des Münchener Künstler- Theaters: Orpheus in der Unterwelt. Aiotitis Operetten-Theater (früher BTenes Theater) 8 Ubr: Goldener Leichtsinn. Residenz-Tbeater. 8 Uhr: 8 Uhr: (Semiitstnensehen. Schwank in 3 Akten eon Fritz Friedmann-Frederich. Morgen uns folgende Tage: _ GemUtemcnschcn. Melropol-Thealer. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. ibmllm~ ins Jitetropol! Große IahreSrevue mit Gelang und Tanz in 19 Bildern von(x Freund, Musik v. Rud. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz. koües Csijii'jee. Zum 49» Male Die drei Schlager: mp- Der keusche Joseph.-Wfl Der Rehbock.-WH ggp Der Einbrecher.-MW &«Clon" MauArstraRa 82.— ZI :: Berliner Konzerthaus Mauerstrale 82.— ZimmeratraBe 90/91. Heate! Großes DoppelsKonzert. iro'ite; Berliner Konzerthaus-Orchesfer v.Ä; K�p., Musikc. II. Garde-Regts. z. F. oS'oVaf. Anfang 8 Chr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Chr. An allen IVochentagen nachm. Gr. Promonaden-Konaert bei freiem Eintritt. Luisen-Theater. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung: Zwerg Rase. Abend» 8 Uhr: Das Käthche» von Heil- bronn. Sonntag nachm. 3 Ubr: Der Alpenkönig und der Menschen- fetnd. Abend» 8 Uhr: Premiere: Des andern Ehre. Montag: Tie gelbe Gefahr. OSE=THEATE s Groge Frankturter Str. t32. Nachmittags 3 Uhr: (Zu kleinen Preisen) Wilhelm Teil. AbendS 8 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Sonntag 3 Uhr: Die goldene Eva. 8 Uhr: Bon Stufe zu Stufe. vle mit belsplelloaem Lacherfolge ■afgenommeoe Novität Die Alpenbrüder. 10 Chr: Endlich allein! Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkank 11— 2(Theaterkasse). Voigt-Theater. (BeUmbbrunnen Badstrafte 58. Morgen Sonnlag, den 29. Oktober, nachm. 3 Uhr: vor Fehltritt einer Frau. Wrl Graf und Hirtin. Romant.Volksst.in 3 Akt. v. Willhardt. Kassenerösfn. 19 Uhr. Ans. 3 u. 7 Uhr. Ab Montag: Eine tolle Sache. BlumevZlrske 10 neben Kesidena- Theater. Heute neues Programm! Hauptechloger: Eine Minute zu spät.| torama aus dem Leben in 2 Akten. Und die vom Pnbllknm sehr beliebte Asta Nielson,| Urban Oad. Ab Serie IL Dienstag: Mama. Roman aus dem Leben einer| Schauspielerin in 2 Akten. Zirkus Albert SehutnannJ Heute Sonnabend, 19. Oktober, j abends �l|t Uhr: Qrand Soirde High Life. DM- Cm O'l, Chr: Vier Bilder aus Indien. Zum Schluß: Die Feuer-Fontäne. Wirklich brennendes Wasser. Sonntag, 29. Oktober: 2 große Vorstellungen. Nachm. hat jed. Erwachs, ein Kind unter 10 Jahren frei auf allen Sitzplätzen auß. Galerie. Auftreten sämtl. Spezialitäten. Ab 8 Uhr Nie dagewesener Erfolg! Lucy König, Wiener Soubrette. M. Juanitta, Tanz-Idylle. Sensationeller Laoherfolg I Bernhard Mörbitz als Ehepaar Pletnch und 8 weitere Attraktionen. Volks-Theater Neukölln, Hermannstr. 30. Sonntag, den 20. Oktober: Die Else vom Erlenhof. Volksstiick in 5 Akt. v. S. Tour. Staad. Montag, den 21. Oktober: Wach- u. Schliesigesellschast. Schwant in 3 Akten v. Richard Manz. Trianon-Theater. Abend» 8 Uhr: Liebesbarometer. Aeresdsret Im lAchtpranfesaale der Paasagc. Jeden Abend'/,9 Uhr: Kfermann Funke Hansy Petra Putzi Cassani Mizzi Dresel Werner Goldmann • Otto Bellmann 20 Künsfcloriiinen tx« Künstler. Einheitspreis 1 M. Urania Tanbcnstraßo 48/40. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Aufs Matterhorn! Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. B. Donath: Das Ohmscho Gesetz. Zirkus Busch. Heute Sonnabend, 19. Oktober, abends 71/, Uhr: Gr. Gala-Torstellnng. Hondinl der König der Ausbrecher. Das Kriegslii!tse{iifiii.Z!il[iIl (Ingenieur H. Bohle). Lenkung ohne Bemannung durch drahtlose Stromzuführung. Projektilsohleuderung auf KriegaschiSe. schiS: Unter Gorillas. Große Pantomimen-Burleske. ................ Theater Königstadt-Casino. Holzmarktstr. 72, Ecke Mexanderstr. 1 Min. v. Bahnh. Jannowitzbrücke. Tägl. abendS 8, Sonnt. 5 Uhr: Das große Novitäten-Pro- gramm und Pap» Ist hraak. Große Posse in 1 Akt. Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr: DaS sensationelle Okiober-Programm Bohcrt IVcoscmann, Berlins LIeblingShumoriit mit neuen Schlagern. Riesen»Lachersolg de? lustigen Stückes Der Großfürst. keleilsiMllen-ltaler Stettiner Sänger. Eröffnung der Winter- taison. Ve. Orohestap; Dirtg.: R. Schräder. Die Maebt der Töne. BurleSke v. Meysel. Ans. 8 Uhr. der Inserate bernimmi ßie Nedaktton dein 'vubttkum gegenüber ketuerlcl Berantwortuaq'_ rtitziit Ben Inhal« __„Vorwarts�oLeser erhalten 10 0/o Rabatt.__ Kaufen Sie von Kavalieren getrag. Jacketfanzüge, Rockanzüge, Paletots, Ulster, größtenteils auf Seide gearbeitet, von 9— 18 M. Große Auswahl in eleganter neuer Garderobe. Gelegenheitskäufe in Dagien-Pluschjacketts, Kostümen, Kleidern, hochelegant. Große Posten Pelzstolas in Skunks. Marder, Nerz, früher bis 200 M., jetzt 15—75 M,— jWoHtzplatz 58a AJandorf&C S Wurstwaren I i | Kaffes Iso JisS s Fischhonserven Zwiebel- od. Botwurst.... Pfand 60 pt Rouladenwurst............. n»»- HA?-. Landleberwurst............. Pfand ZZ?-. RotWUrSt I.................... Pfund©gpf. ff. Leberwurst............. Pfand 1,05 uervelat- od. Salamiwurst..... P a 1.40 Schinkenspeck.............. anl.ZO Nusschinken................. 5-1,40 Belle-Alliancestr. Grosse Frankfurterstr. liJ.Wlll'.'.IIIHI Di« mit i't bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen. Soweit Vorrat ü�ctpSSl-Qir.............................Pfund 85] »i 'Pt O-änse........................ Pfund 68, 78 pt 'Kaninchen gestreift... Stück so. 1.10 Brunnenstr. Kottbuser Damm Butter und Käse Tafelbutter..........'/jPfnnd-Paket 66 pf- Alierfeinste Molkereibutter A 70?� Emmenthaler Käse....... pw 1,20 Schweizer Käse.......— Pfand 95 � Tilsiter Käse................. Pfand 85 pl Limburger Käse............. pf°-d 58pt Romatour Käse..............s«-! 29?-- \ | i 'ISocl&'birnen.................... � 6 Pf. lochäpfe! äjplbl Pfund«taSPf. "Essäpfel �.«8 Pf I I CT» I Bücklinge.................. 6 stück 18 Flundern............... Pfand ZO, 40 p- Lachsherlnge........... 2 stuck 1 5 1». Aale geräuchert---- Pfand 1,20, 1n50 Matjes-Heringe....... stuck 107 ISpj. Gswürz-Gurken...... 2 uter-Doae AZpf. Kräuter-Heriiige ca. 2 Litcr-Doee 95?'- Sauer- od. Pfetfergurken 3stück 1@Pt Sardinen in Oel iw 23,45,65--. Zwiebeln Kohlrüben Frisches Fleisch— 5 Pfund 15» Pfund4; Pt Kolonialwaren s HammeldUnnung........... p-and 60? Okke Rippe........ pf°°- 70 p� Hammeike&sie..Pfand 80 p-. IKaJbskeule;m..G.a.n.!epfand 75™ Kalbskamm oder Bug... p>and 73pf Kaibsbrust......... pf°°s 70 Schmorfleisch mit Knochen, Pfand 85pf. Kamm oder Fehlrippe.... Pfand �5?-. Schweine-Schinken!°.G.�d 80 p Gehacktes........... p�o 60? KOteiettS............. Pfand 90? Kamm oder Schuft � �pfand 35� Rücke�kett OÄS7 diesen pw-d 35, 95 pt. Victoria-Erbsen............ Pfand 19pt Erbsen ohne Hulmn............ Pfand 22 Pf. Erbsen holde.................... Pfand 20k Linsen........ fand 16, 20, 26k Bohnen.................. Pfand 18, 22 k Reis............. Pfand 20, 24, 23� Gries................... Pfand 22, 25k Kunst-Honig ml 5 pfand-Eim»... 1.25 Gemischte Marmelade 5 Ä 1.25 Tomaten Original käfig Brutto für Netto, Pfund �'SSSS o Bseni BT» I ST Armblätter.... paar 20, 27, 35 Armblätter zum Anziehpcanar 60, 95 pc Druckknöpfe rostfrS„taend 8, 12 pc Kragenstäbe D.t.end 8, 20 Kragenstützen........... paar 12 pi. OardmenbaUd m. Bingen Meter 10 Pf. Spittelmarkt Eelle-Alliancestpasse Gr. Frankfurterstrasse Kursmm Brunnenstraase Kottbuser Damm Taillenverschlüsse ,, nn waschbar...................... Gütermauns-Näliseide schwarz, zum Teil mit kleinen Fehlem Ift... 4 Gramm Roll« pf. Ronleauxschnur Met« 35, 50 pl Bettlitze... ca. 10 Meter 25, 40 pf. Prima Wäscheknöpfe int Grössen sortiert, Karte 12 Satzend K Halbleinenhand weiss3 stuck 10 pj. Baumwollband 50h'rRouen 10 k ZwlrU schwarz oder weiss.... Stern 5 Pf. Nähnadeln.... Brut 25 stuck 1 pr, 0B9�S�IIIue,ne Stuben n. Küchen JH, m We WW«" Owe' ft 0#—• We Abzahlung Einzelne Möbelstücke von JJ* Anzahlung an 1 Alt© Kunden erhalten event. ohne Anzahlnng—- Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, bunte Küchen Vorzelser dieses erhalt beim Kant von M. SO.— an M. 5.— Rabatt! Liefere auch nach auswärts! Sonntag» geOlfnet von 12— 2.* j Berliner Schneiderei-GeDosseDsdalt(EIülU.) gegründet von organisierten SchneidergehilieE- Berlin F. Bfimiiislr. 185 Ii Boseialcr Tor). Großes Lager fertiger Anzüge Herbst- u. Winterpaletots Sport-Anzüge, Loden-Pelerinen und Arbeiter-Berufskleidung, Slegante IftaJI-JUifertigung. Lieferant der Konsumgenossenschaft 102/1* und des Arbeiterradfahrerbundes. i- Morgen Sonntag bleibt nnser Geschäft geschlossen."ÄJ J Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln, Für den Lnjeratentett oeranuv.: Th. Glocke, Lerltn. Druck u.>öerlag:>vorwari<»vuchvruckerei u. LeriagSanjtatz Paul«tnger u. löerUn ÜVV. Hr. 245. 29. JalMUg. 2. Kilagt Ks Jjriüirts" Kerlim Islkstlill Zollmbend, 19. Oktober 1912. veutichlancks Mroieuwintereiienten. Der zwischen der Deutschen Banl und der Banlengruppe Diskontogescllschaft-Bleichröder um die zu gründende Ncichspetroleum- gescllschaft ausgebrochene Kampf lenkt den Blick auf die verschiedenen ProduliionS- und Finanzgruppcn, die auf dem deutschen Petroleum- markt miteinander konkurrieren. Allerdings sind eS keine fest ab- gegrenztcn Gruppen; vielmehr hat das gemeinsame Interesse aller Einzel- und Untergruppen, auf Kosten des Konsums den eigenen Profit zu erhöhen, zu mannigfachen Verschiebungen geführt. Mit welcher Leichtigkeit das geschehen kann, zeigte noch in diesen Tagen das Beispiel der Deutschen Bank; ganz plötzlich löste sie ihre Beziehungen zu der Deutschen Erdöl-A.-G., als diese an ihrem Abkommen mit dem amerikanischen Trust festhielt. Eine Neugruppierung ist außerdem um so leichter und dadurch auch um so unübersichtlicher, als die Erdölproduktion innerhalb Deutschlands so gut wie gar keine Rolle spielt. Nationale Beschränkungen kommen daher gar nicht in Frage; das internationale Großkapital herrscht in der Petroleumindustrie und-Versorgung wie kaum in einem anderen ErworbSzweige. Der Verbrauch von Petroleum in Deutschland stellt recht respektable Mengen dar. Von 1870 bis 1908 ist der JahreS- konsum pro Kopf von 2 auf 18 Kilogramm gestiegen. Infolge der starken Verbreitung von Gas und Elektrizität nahm der Verbranch im Jahre 1909 etwas ab sbiS auf 17'/, Kilo). Die zunehmende Verwendung zu industriellen Zwecken als Heiz- und Treibgas (darunter für Kriegs- und Handelsschiffe) ließ den Jahresverbrauch wieder steigen; er beträgt pro Kopf heute etwo IS Kilo*). Wenn sich auch Gas und Elektrizität zu Beleuchtungszwecken immer mehr ein- bürgern, so spielt doch daS Petroleum im Haushalt gerade der ärmsten Klaffen eine große Rolle. Eine Verbilligung auch nur um einen Pfennig pro Kilo würde bei einem jetzigen Jahresverbrauch von etwa 1 Million Tonnen das deutsche Volk um 10 Millionen Mark entlasten. In diesen Jahresverbrauchszahlen ist die inländische Produktion überhaupt nicht enthalten. Sie beziffert sich nur auf 140 000 Tonnen gegenüber einer Wcltproduktion von 44% Millionen Tonnen jähr�h. Außerdem findet sie als Leuchtöl, das ja allein dem staatliWen Handelsmonopol unterworfen werden soll, keine Verwendung. Der Gesamtverbrauch zu Leuchtzweckcn muß vielmehr aus dem Auslände bezogen werden. So lieferten im Jahre 1911 an Leuchtpetroleum Tonnen in Prozent Vereinigte Staaten von Nordamerika 745 302 78 Oesterreich-Ungarn....... 142876 15 Rumänien.......... 43 631 5 Rußland.......... 18 482_ 2 955 291 ,100 Zu etwa vier Fünfteln ist die deutsche Eiufuhr von Nord- umcrika abhängig, das allein 64 Proz. der Wellproduktion liefert. Als Träger der amerikanischen Einfuhr kommt einzig die S t a n d a r d Oil Co., der bekonnte Rockefeller-Trust, in Frage. In Amerika hat sich der Trust zum Beherrscher des Pctroleummarktes aufgeschwungen. Der Weg Rockefellers zu diesem Ziele ging buchstäblich über Leichen. Kein Mittel war der Familie zu schmutzig und verbrecherisch, um ihn nicht zu beschreiten. Bestechungen von Parlamenten und Magistraten waren an der Tagesordnung. Das Bestreben RockefellcrS ging lvenigcr darauf, Oelfelder zu erwerben, als die Transportmittel und die Raffinerien in feine Hand zu bringen. Heute besitzt er nur 25 Proz. der Rohölproduklion, und doch sind mehr als 90 Proz. der amerikanischen Detailkäufer auf ihn angewiesen. Zu etwa 90 Proz. wird noch der Export Nordamerikas von der Standard Oil Co. beherrscht. In allen Staaten besitzt der Trust besondere Gesell- schaften, die dort Petroleum für ihn verkaufen. So wird der Trust in Deutschland von der Deutsch-Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft in Hamburg vertreten, von der wieder eine Reihe Gesellschaften abhängig sind(die ') Die Ziffer ist geringer, weil in früheren Jahren die Zoll- statistik das Gewicht der Uinhüllnng mit enthielt. kleines femUeton. Der gefesselte Kapellmeister. Es gibt noch unabhängige Richter— meinte Felix Weingartner, als er gegen das Verbot, inner- bntb der ihn» gezogenen Banngrenze von dreißig Kilometern rundum Berlin als Dirigent aufzutreten, beim Gericht Klage erhob. Die Rewtiprechuugsaulomaten an der Spree gaben dem gewesenen Hof- kapeklmcister Unrecht. Tut nichts, ermutigte er sich � es gibt noch einen Reichsgerichtshof in Leipzig. Die weisen Perrlickcn schüttelten sich, und abermals ward das Ilüglich paragraphierie Recht— Unsinn. Wer zwestelte je an der Wahrheit dieser Goetheschen Faust-Sentenz? Nun denn, auch Felix Weingartner hat an ihr letzten Endes nicht gczweuelt._ Beweis ist seine Broschüre.Erlebnisse eines .K o n r g l» ch e n K a p e l l m e i st e r s' in Berlin'(Verlag bei Paul Calsirer), die er vierundzwanzig Stunden nach Verwerfung seiner Revision der Gencralintendanz um die Ohren'schlug. Bravo! Ja, aber ist Weingartner denn der einzige, dem dort eine Bsr- gcwalligung tmdelfudr? Wir möchten doch an den„Fall" dcS ehemaligen.königlichen Opernsängers" Willy Frank erinnern I Immerhin: Weingartner hatte sich keiner Gnädigkcit zu erfreuen, so wenig wie Dr. Karl Muck, der ja vor Jahresfrist auS seiner Hoskapellinelsterposition hinausgeekelt wurde. Und daü ist im Grunde selbstverständlich. Sagte sich jeder wirkliche Künstler, was er eigenl- lich vorher hätte wissen sollen: er werde im selben Moment, da er den Engagementsvcrlrog mit einer hofischen Bühne unterschrieben habe, zum Kammerdiener degradiert, dann verzichtete er im voraus auf diese zweifelhafte Ehre. Allern, anch Felix Weingartner hat das zu spät bedacht. Man kannS in semer schneidigen Pcotestschrift lesen. Und daneben Dinge, die haarstranbcnd sind. Unter zwei Knnstleutnanls hat Weingartner gedient. Bolko von Hochberg war nach Weingartners llrteil geiviß etwas mehr als ein Kniistdileltant. Aber er war doch zu sehr gräflicher Garde» leutnant, um der inilstberatenden„Kompagniemutter in Gestalt eines Schmarotzers zu entbehren. Ein gewisser Henry Pierson, das einer königlich preußischen Kammersängerin angeheiratete Faktotum war auch BolkoS rechte Hand. Dieser Streber wurde auch hernach Intendanzickcetär. Und ihn bekam der reformlustige Kapellmeister bald gründlich zu spüren. Als Weingartner einmal auf wez>ellen Wunsch Cosima Wagners sich für eine junge bedeutende Saiiger,» an Stelle der stimmlich abgebrauchten Frau Pierson ber Hochberg einsetzte, schrie deren Mann Weingartner auf offner«traße an, wie er das wagen durfte:.Dann war i ch die geeignete Stelle, aber nicht Höchberg"; worauf Weingariiier erwiderte:„Meines Wissens ist doch Graf Hochberg der Gcneralinteiidant der Königlichen«chauipiele und nicht Sie". Gleichwohl.sang Frau Pierson die Elsa. Es ge,chehen die tollsten Dinge. Daß Hochberg WagnerS Mlljikwetke H*1* duldete, weil er sie dulden mußte, das heißt: weil sie die Kasse füllten, ist schließlich für einen Hoskunftleutnant Nicht vcr- Wunderlich. Ernsthaft mutet jedoch das Intrigenspiel an, mit dem bedeutendsten: Mannheim- Bremer Petroleum- Aktiengesellschaft, Petroleum-Raffinerie vorm. Aug. Korff u. Co., Königsberger Handels" Kompagnie. Die deutsche Tochtergesellschaft gebrauchte und gebraucht die gleichen Mittel wie der Trust. Mit einem Aktienkapital von 30 Millionen Mark, offenen Reserven von 5 Millionen und Kreditoren von über 65 Millionen Mar! und der ganzen Macht des ameri- kanischen Trusts dahinter, hat sie heute die führende Stellung auf dem deutschen Petroleummarkt. Mit dem Aufkauf zweier alter an- gesehener Großhandelspetroleumfirmen im Jahre 1890 begann sie. Systematisch wurden die übrigen Großhändler aufgekauft. Oft geschah es, daß sie gegen bares Geld ihre Geschäfte an die Gesellschaft verkauften. Die Widerstrebenden wurden durch niedrige Kampfpreise zum Anschluß gezwungen. Die Sperrung der Transportmittel(Tankschiffe für den Seeweg, Fässer für die Landbesijrderung) schuf den.Freien" weitere Hemmungen. Schließlich ging der Trust mit einem Schlage dazu über, die alten Transportmittel überhaupt abzuschaffen; zu Tausenden kaufte er Fässer auf, ließ sie unbenutzt lagern und führte dafür die Tankwagen und daS Kaunengeschäft ein, die nun dem Konsumenten das Petroleum bis ins HauS liefern. Selbst der Kleinhandel wurde dadurch zum großen Teil überflüssig gemacht. Der Trust beherrscht Produktion, Export und Absatz selbst beim kleinsten Konsumenten. Die bleibenden Zwischenhändler wurden durch rigorose Verträge, die insbesondere eine Versorgung von anderen Gesellschaften verboten, gebunden. Gerade durch diese ErwürgungS- Politik hat sich der amerikanische Trust im Mittelstand so verhaßt gemacht. Die Preisgestaltung fand erst in zweiter Linie Widerstand. Die seit etwa 4 bis 5 Jahren herrschenden hohen Preise sind gerade erst eine Folge der Verabredungen zwischen dem Trust und seinen Konkurrenten. Ständig geschürt worden ist natürlich dieser Wider- stand gegen den Trust von Produzenten, die mit dem Trust im Kampfe lagen. Auch die in Deutschland zahlreiche Literatur über ein Reichspetroleuniinonopol stammt zum großen Teil aus dem Kreise dieser Interessenten. Wie stark ist nun der Anteil der mit dem Trust auf dem deutschen Markte Konkurrierenden? Ist schon gegenüber der achtzigprozentigen Einfuhr aus Amerika der Import auS Rußland, Galizien und Rumänien zahlenmäßig gering, so schwindet die Be- deutung dieses Anteils noch dadurch, daß der Trust auch in Rumänien 'und Oesterreich- Ungarn Raffinerien besitzt und somit im eigenen Produktionsgebiet jener Konkurrenten einen Druck ausüben kann. Die Lage der Trustkonkurrenz ist weiter dadurch eine schwierige, daß sie nicht einheitlich auftritt und gerade jetzt angesichts des Petroleum- monoPols sich der Kampf zwischen den einzelnen Gliedern verschärft hat. Eine vollständig freie Stellung gegenüber dem Trust haben seine Konkurrenten übrigens kaum gehabt. Durch Verabredungen haben sie sich vielmehr stets nur einen gewissen ihnen vom Trust überlassenen Aiiteil an der deutschen Versorgung sichern können. E i n Konkurrent, die Deutsche Erdöl-A.-G., ist ja jetzt ganz offen zu dem Trust über« gegangen, obgleich man von ihm gerade noch im Sommer die Offen- sive gegen den Trust erwartete. Die D e u t s ch e E r d ö I- A.- G. ist entstanden aus der früheren Deutschen Tiefbohrgesellschaft, die sich ursprünglich mit Bohrungen für andere Unternehmungen befaßte. Allmählich zog sie Petroleum- geschäfte aller Art an sich. Zunächst vereinigte sie in ihrer Hand die zerstreuten kleinen deutschen Petroleumbetriebe im Elsaß und in Hannover. Heute hat sie fast die gesamte deutsche Erdölindustrie als Eigentum oder durch Beherrschung der Aktienmajorität in Besitz. Festen Fuß hat die Erdöl-A.-G. sodann in Rumänien undGalizien gefaßt. Hier ist sie an der Mmeralöl-Jndustrie-A.-G. Trzebinia und an der Austria Petroleum-Jndlistrie-Gesellschast beteiligt. Seit einiger Zeit hat sie 80 Proz. der Aktiengesellschaft für österreichische und ungarische Mineralölprodukte(„Olcx") erworben. Die Olex dient als wichtigste Exportorganisation für galizisches Oel und besitzt sechs Verkaufsgesellschaften in Deutschland. In diesem Jahre ist die Erdöl-A.-G. durch ihre Tochtergesellschaft, die Erste rumänische Bohr- gesellschaft in Bukarest, zu der Bankgruppe Diskontogesell- schaft-S. Bleichröder in enge Beziehungen getreten. Die Petroleuminteressen dieser Banken sind zusammengefaßt in der Allgemeinen Petroleum« Industrie« A.- G.(„Apiag") zu Berlin. Die zum Apiag- Konzern gehörige Rohöl- produktionSgesellschaft Konkordia leitet ihr Oel durch die man versuchte, Weingartner zum Knecht herunterzudrücken. Zunächst nimmt man ihm nach und»ach alle großen Opern weg. Dafür muß er in einer einzigen Saison Mascagnis„Cavalleria" ungefähr neunzig Mal dirigieren. Weingartner wünscht den„Tristan" zu dirigieren. Weil aber Hofkapellmeister Joseph Sucher auf Wagner das Monopol besessen halte, steht Weingartner davon ab. Wie er slnunte er jedoch, als er schon am nächsten Tage nach der Unter redung mit Hochberg erfuhr, daß der Tristan Karl Muck, den man kürzlich engagiert hatte, übertragen worden sei. Ein sauberes Kapitel bildet auch die Geschichte von der Aufführung der Weingartnerschen Oper„Genesius". In der Folge wird daS Verhältnis zwischen der Intendanz und Weingartner immer gespannter und unerquicklicher. In die Oper zu kommen, um„Hansel und Gretel" zu dirigieren, und dort eurer Sängerin als Gretel zu begegnen, die der Kapellmeister über- Haupt nicht kannte, ist doch gewiß eine starke Zumutung. Und die Tatsache, daß der Kaiser während der ganzen sechzehn Jahre, da Weingartner die Sinfoniekonzerte der königlichen Kapelle leitete, diese nicht ein einziges Mal besuchte, ist auch nicht „ohne". Allein �„die Kapelle ist für ihre vorgesetzte Behörde eine Zusammensetzung bezahlter M u s r k b e a m t e r, die ihre Pflicht zu lun haben, und denen nichts Unangenehmes erwächst, wenn-- sie sich so tief als möglich vor ihrem Chef verneigen."... Hochberg und sein Galgenstrick Pierson nahmen den Kapellmeister schließlich wegen Renitenz usw. sogar wegen„schlechten DirigierenS' hoch in Strafe, Piersofi verleumdete ihn, ohne beswaft zu werden; seine Engagements nach Frankfurt a. M., München, an die Wiener Hofoper hintertrieb man durch Ränkespiel und dergleichen. ES änderte sich auch in nicht«, seit Pierson(1902) mit Tod ab- gegangen, Hochberg durch H ül s e n ersetzt war. Im Gegenteil: der „neue" Herr war noch furchtbarer als sein borniert�: Vorgänger. „Der Willkür war Tür und Tor geöffnet." DaS zeigte sich in der Handhabnng des Schiedsgerichts, durch das Weingartner komplett vergewaltigt wurde. Als er dann von Wien aus gegen Hülsen und gegen die Mitglieder der königlichen Kapelle, die die Behauptung aufgestellt hatten, Weingartner sei kontraktbrüchig geworden, Klage erhob, wurde der Prozeß sowohl in Verlin als in Wien unter Au- Wendung diplomatiicher Knifflichkeiten einfach vereitelt.� DaS Ende wissen wir. Weingartner wird weiter kämpfen» Aber i'o � lange seine Sache nicht einmütig von der gesamten Bühnenkünstlerschaft verfochten wird, bleibt er em obn« mächtiger Kämpfer. Das Scbandsystem feudalistischer Gewalthaber kann nur durch Koalition der Unterdrückten gebrochen werden. Die Bevölkerung Bulgariens ist im Zeiträume von 1901 bis 1909 von 3,74 Millionen auf 4,25 Millionen gestiegen. Sie konzentriert sich in den bergigen Gebieten NordbulgarienS. während die srucht- baren Ebenen Südbulgariens verhältnismäßig schwächer bevölkert sind. Der Grund für diese auffällige Erscheinung soll in der starken Answandernng der früher in Südbulgarien ansässigen mohammedani- scheu Bevölkerung liegen. DieGesamtbevölkenmg verftriltfichso: 80Proz. Röhren der Credit Petrolifer, ebenfalls ein Konzernunternehmen, in die Bega, das Rasfinerieunternehmen der Gruppe. Schließlich dient für den Umschlag der Produkte auf der Nordsee das vierte Tochter« unternehmen der Apiag, die Kohlbrand-Jndustriegesellschaft. Außer den Interessen der Gruppe Diskonto-Gesellschaft- S. Bleichröder ist die Erdöl- A.- G. in diesem Jahre noch eine Verschmelzung mit englisch- galizischen Gesellschaften eingegangen. Eine englische Pro- duktionsgesellschaft Premier Oil and Pipe Line umschließt fünf englische Rohölunternehmungen Galiziens, zwei Raffinerien der Erdöl- A.- G. und ein Rohölleitungsunternehmen, das be- reits drei Viertel der galizischen Produktion beherrscht. Die Aktien Mehrheit der Premier Oil übernimmt aber die„Erdöl" und die Pro- dukre des englischen Konzerns werden von der Olex abgesetzt, bei der die„Erdöl" gleichfalls die Mehrheit besitzt.) So ist die„Erdöl" zu den wichtigsten Petroleuminteressenten Galiziens geworden. Offenbar ist sie durch eigene Interessen und durch das englische Kapital an die Standard Oil Co. gebunden; jedenfalls gehen ihre stark interessierten Kapitalgeber Diskonto und S. Bleichröder mit dem Trust gegen das geplante Reichspetroleummonopol. Neben der genannten Finanzgruppe arbeitet in Rumänien noch eine zweite deutsche Bankengruppe, und sie wendet sich auS„fach- lichen Bedenken' bezeichnenderweise gleichfalls gegen die Monopol- gesellschaft. Zu ihr gehören die Dresdner Bank und der Schaaffhausensche Bankverein. Seit wenigen Jahren hat diese Gruppe ihre Gesellschaften Regutal Roman und Campiner- Moreni mit der von der König!. Niederländischen Petroleum- Gesellschaft beherrschten Nstra Nomana verschmolzen. Da die Nieder- ländische Gesellschaft seit 1907 mit der englischen Shell Transport vereinigt ist, stehen auch Schaaffhausen und Dresdner Bank in Be- Ziehungen zu englischem Kapital. Bekannt ist ferner, daß der niederländisch-engliiche Petroleumtrust und der Rocke- feller-Trust einen Waffenstillstand geschlossen haben— die Erhöhung ber Petroleumpreise seit 1908 legt davon Zeugnis ab. Die Weigerung der deutschen Banken, sich an einem Monopol zu beteiligen, da? gegen den amerilanischen Trust gerichtet ist, wird da- durch verstäiidlich. Bon den Banken, die wesentlich an dem Monopol interessiert sind, bleibt nur noch die Deutsche Bank. Ihre Jntereffen sind in der Deutschen Petrolcum-A.-G. bereinigt. Bon dem Kapital dieser Finanzgescllschaft zeichnete die Deutsche Bank 11,1 Millionen. die Bank für Handel und Industrie 1,25 Mill., die Nationalbank für Deutschland 1 Mill., die Mitteldeutsche Kreditbank 0,9 Mill. Diese Banken halten denn anch allein an dem Monopolplan fest. Die Deutsche Petroleum-A.-G. ist beteiligt an der Steana Romana (Rumänien), der Schodnica(in Galizien) und der Kusbck Shndilate (Rußland), der Deutschen Mineralöl-A.-G. und der Petroleum» Produkten-®, m. b. H. Die einzelnen Gesellschaften stehen wiederum zu anderen Konzernen in Beziehungen. So verlauft die Steana Romana z. B. ihren Benzin gemeinsam mit der englisch-holländischen Gruppe. Wichtig aber ist, daß die Petroleuminterejsen der Deutschen Bank der 1906 gegründeten Europäischen Petroleum- Union angeschlossen sind. Zu dieser Union gehören neben der Deutschen Bank der Nobel-Konzern(Naphta-Nobel) und der Rothschild-Konzern. Vereinigt sind in der Union damit russische und rumänische Petroleuminteressen. Wenn auch augenblicklich die deutsche Einfuhr aus Rußland gering ist(1.9 Proz. der Gesamt- einfuhr), liefert doch Rußland'einen nicht unbeträchtlichen Teil der Weltproduktion(20,4 Proz.). Für die Versorgung Europas spielt die Union jedenfalls eine erhebliche Rolle. Trotzdem leidet sie unter ungünstigen Produktionsverhältnissen und.schon Anfang 1907 — einige Monate nach ihrer Gründung— mußte sie ein Ab- kommen mit dem amerikanischen Trust abschließen. Ihren Verkaufs- gesellschaften wurden bestimmt abgegrenzte Absatzgebiete und -quantitäten zugewiesen. Die Deutsche Petroleum-Verkaufs- gesellschaft, ein Tochterinstitut der Union, hat sich mit Hilfe des Gerichts von der deutschen Trustgesellschaft befreit, offenbar mit Rücksicht auf daS Reichsmonopol. Die„Nordd. Allg. Ztg." teilte selbst mit, daß die vom Trust unabhängigen Interessenten vorher befragt worden seien, ob sie eventuell�den deutschen Markt allein, mit Ausschluß der Standard Oil Co.. versorgen könnten. Die Union ist offenbar dieser Ueberzeugung, denn die Deutsche Bank forciert jetzt den Plan, der ihr besondere Vorteile bringen mußte. Nur die Bulgaren, 12 Proz. Türken, oder richtiger gesagt, mohammedanische Bulgaren, I Proz. Juden und 1l/zProz. Griechen. Der Ziest setzt sich aus verschiedenen nichr ansässigen Elementen zusammen. Die Stamm- bcvölkerung bilden also Bulgaren, die ivie alle Völkerschaften in dieser Europaecke, eine recht bunt gemischte Rasse sind. Sie stellen nämlich eine Mischung aus den alten Thrakern, Slawen, bulgarischen Nomaden und Türken dar. Neue Resultate der künstlichen Befruchtung. Der bekannte amerkanischo Physiologe und Pathologe Jaques Loch verösfent» lichte in-dem von ihm gegründeten New Boston expcri-- mental Magazin(3. Jahrgang 1912, Heft 10) seine neuesten. Aussehen erregenden Untersuchungen über die künstliche Befruchtung. Es gelang ihm, im Brutschrank die aus den Eierstöcken heraus» geschnittenen ge schlecht s reisen Eier deS chinesischen! IwergkaninchenS (L. cuniculus sinaicus Krolik) mit den männlichen Samentierchen deS kanadischen Waldhasens(L. silvanus Canadensis Bunney) zu befruchten, der sich durch seine besondere Größe auszeichnete. Be- kanntlich waren bisher die Versuche einer künstlichen Befruchtung bei Seeigeleiern nur in geringem Maße gelungen. Loeb suchte die abweichenden Existenzbedingungen, die in diesem Falle das Miß» längen>des Experimentes herbeigeführt hätte, dadurch zu ersetzen, daß er die Eier in die zum Teil mit herausgeschnittene Schleimhaut der Kaninchengebärmutter einbettete und sie dann in eine Mischung von physiologischer Kochsalzlösung, Nährbouillion, wie sie zum Zwecke der Bakterienzüchtung verwendet wird, und einem Zusatz von Weinsteinsäure setzte, die an die Stelle der bei der künstlichen Befruchtung der Sceigeleier benutzten salzsauren Lösung tritt. Diese von ihm zum erstenmal neue angegebene Mischung hat den Namen Uterucal-Loeb erhalten. Auf diese Weise gelang ihm die Entwicklung der Eier bis zur 5. Schwangerschaftswoche. Die Em- bryonen zeigten entsprechend der vorgenommenen Kreuzung eine Größe, die ungefähr der eines gleichaltrigen Waldhasen« mibryos entsprach, also bedeutend erheblicher war als wenn man die Be- sruchtung mit den Samentierchen eines Jwergkautnchens bemerk- stelligt hätte. Wenn auch damit der Goethesche Homunkulus nicht erreicht ist, so hat es Loeb tvenigstens zum„Netortcnkaninchcn" gebracht. Notizen. ?��kag nähme der Bochumer Madonna. Die Polizei in Buer hat das vom„Wahren Jakob" gebrachte Bild: �ic Bochunier Madonna, das eine mit ihrem Säugling ins Gefängnis gesperrte Bergmannsfrau darstellt, konfisziert. Das Bild wird im Soiiderabdruck in vielen Tausenden Exemplaren verkauft und von der Polizei nirgends beanstandet. Da in Buer die Streiljustiz außer- ordentlich gewütet hat. so will die Polizei dort offenbar die Er- innerung daran künstlich unterdrücke». Gerade dadurch hält sie sie natürlich besonders wach. Gruppensshr»lsc>t---Di!?onto�DleichroI>er scheinen skeptischer zu denken; zum mindesten halten sie ein Zusammengehen mit dem Rackeseller Trust für raisamer.' Die Deutsche Bank verfolgt die Absicht, den von ihr vertretenen Petroleunigesellschaften einen größeren und steteren Absatz zu schaffen. Ob ihre Gruppe in der Lage ist, Deutschlands Markt gegen den Willen des Oeltrnsts zu versorgen, bleibt fraglich. Für die Konsu- menien besteht nur das eine Interesse, daß sie ihren Bedarf an Petroleum nicht teurer, sondern billiger erhalten als durch den Trust. Durch die bloße Flagge, daß das Monopol gegen einen un- populären Trust gerichtet sei, tasten sich die Konsumenten keineswegs leiten, solange nicht die Gewähr besteht, daß die Erben des Trusts billiger liefer" werden. Diesen Nachweis habe» die Banken jetzt zu bringen. Statt besten verraten sie in endlosen Erklärungen, wie stark sie auch an einem Monopol mit ihren privaten Interessen be- teiligt find. Um so vorsichtiger wird der Plan von dem Reichstage geprüft� werden müssen.________ eingegangene Druck Fcbriftcn. Von der„Neuen Zeit« ist soeben daS 3. Hest des 31. Jahrgangs erschienen. Sluä dem Inhalt des HesteS beben wir hervor: Der Balkan- kncg und die Großmächte. Von Rndols Hilferding.— Der gegenwärtige Stand der amerikanischen Landwirtschast. Von Albert Rudolf 8 7 7 5 5 4 6 taftonen Haparanda 770 Petersburg 769 Scillh Aberdee» Paris i772 Wetterprognose für Sonnabend, den 19. Oktober 1912. Nachts sehr kühl, am Tage etwas wärmer, zeitweise heiter, aber vcr- änderlich mit leichten Regensällen und ziemlich starken westlichen Winden. Berliner Wett-rbureau. «»SSSsAS E? Unserem Genossen Paul Schollain nebst Braut die herzlichsten Glückwünsche zur Vermählung! Die Genossen u. Genossinnen dos 317. öez. des 4. Wahlkr. "i «SSSSSSSA «tf « V «/ Vi Vi w �sssssssEveEvev« NnsermBezirkSsührer, Genossen Willi Tiemann nebst sein, lieben Braut, der Genossin Heien« Brandenburg, die herzlichsten Glückwünsche z. Vermahlung. 0. Genoss. d. 767. Bez., 6. Kr. E Todes-Anzeigen D SHBBBHHBHBBDBBnBHBSZEEflBESEw Deutscher Bauarbeiter-Verband. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß der Vorsitzende des Deutschen Bauarbeiter- Verbandes Theodor Bömelburg am Donnerstag, den 17. Oktober, abends gegen 7 Uhr, von seinem langen und schweren Leiden durch den Tod erlöst worden ist. Die Beerdigung findet am Montag, 2 I.Oktober, mittags 12 Uhr, vom Gewerkschaftshaus in Hamburg aus statt. 142/15 Der Verbandsvorstand. SozialdemokratiscIierWaiilverein LiUßeri. Heitlislagswalilkreis. Am 12. Oktober verstarb unser Genosse, der Arbeiter (iustav Scholz Ackcrstr. 166, Bez. 603. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachnultagS 4 Uhr, von der Halle des Eiflabeih-Kirch- Hofes, Ackerstraffe, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 233/8 Oci» Vorstand. |Deulsc!iPP RoIzarliBiter-Verlianil. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, j daff unser Kollege, der Bodenlcger ljZMld Domm Schöncbe, g, Hohenstausenstr. 64. im A Iter von 47Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heute, Sominbcud. den 19. Ottober, nachmittags 3 Uhr. von der Halle des Schöuebcrger GemeindesriedhoseS, Blanke Hölle, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daff unser Kollege, der Stockarbeitcr Gustav Hellrnann im Aller von 53 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Man- tag, den 21. Ollober, nachmittags 2'/., Uhr, von der Halle des Neu- löllner Geinciude-Friedbofes am Mariendorser Weg aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 90/3 Die Orlsverwaitung. OeutscIiEf Transportarbeilep-Verliaiiil. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daff unser Kollege, der Droschken- sührer Julius Fischer am 15. d. Mts. im Alter von 58 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken l 67/16 Die Bezirksverwaltung Für die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bc- kannten, insbesondere dem Gesang- verein„Neu erwacht" sür den er- hebenden Gesang, dem Verein der Zimmerer meinen herzlichen Dank. Halensce, den 18. Oktober. Frau Horta Wenbel nebst Kindern. Deutseber Teitilarbeiter-Yerbanii Filiale Berlin. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daff die Beerdigung des Kollegen, Posamenttcr Georg Schmidt, 1 am Sonntag, den 20. d. Mts., nachmittags 3 Uhr aus dem Frie- drichShagener Friedhos, Friedrichs- | Hagen, Wilhelnistraffe, stattfindet. Die Mitglieder werden um rege | Beteiligung ersucht. Der Borstand. kreie Volksbübiie. Am 17. Oktober verstarb plötzlich am Herzschlag unser laug- jähriger Ordner Marl Franke 6. Abteilung. Die Beerdigung findet am l Montag, den 2t. Oktober, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- I halle des Zentral-Fiicdhoses in | FricdrichSjelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht >243/17 Der Borstand. Ziilkuiaichfässcr. Zober, Sitz- wannen. Badewannen, sbezialsabrik Retchenbergerstraffe 47. Leier» 5 Pcoz. Allen Freunden und Kollegen hiermit die traurige Nachricht, daff mein lieber Manir, unser guter Vater und Schwager, der Dreher Karl franko Swinemünder Straffe 43 am 17. d. M. früh 5 Uhr im SUter von 53 Jahre» plötzlich verstorben ist. 17A Die trauernden Hinterbliedenev. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. d. M.,'/,4 Uhr von der Leichenhalle des Zentral» Friedhofs, Friedrichsseldc, aus statt. Orts-Krankenkaffe Wahlversammlullg. Am 1. November 1912 findet im Lokal Bellevue. Hauptstr. 2, die Wahl der Vertreter zur General- Versammlung statt. a) Die Arbeitnehmer wählen von 6 bis 8 Uhr abends. Zu wäylen sind nach tz 49 II. Nachtrag des Kassenstatuts 240 Vertreter. Wahl- berechtigt und wählbar ist jedes voll jährige Mitglied, welches sich im Be- sitze der bürgerlichen Ehrenrechte be- findet. b) Die Arbeitgeber wählen von 8 bis 9 Ubr abends. Zu wählen find t20 Vertreter. Jeder Arbeitgeber, welcher Beiträge aus eigenen Mitteln leistet, führt bei der Wahl«we Stimme. Am 22. November 1912. abends 8 Uhr. im CafS Bellevue Ordentllelie General- Versammlang. Tagesordnung: 1. Wahl deS Vorstandes(zwei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer). 2. Wahl von drei Revisoren zur Prüfung der Jahrestechnung. 3. Statutenänderung der 6§ 12, 13, 18, 13 und 29 des KaflenstatutS. 4. Beschluffsaflung über den An- trag aus Zulassung alS besondere Ortskrantcnkasse bezw. aus Aus- gestaltung zur allgemeinen OrtS- trantcn tafle nach den Vorschrisien der Reichsoersicherungsordmmg. S. Verschiedenes. Zu dieser Generalversammlung werden alle gewählten Vertreter der Arbeilgeber und Arbeitnehmer ge- mäff§ 66 des Kassenstatuls eingeladen. 279/18 Der Borstand G. Budde, Vorfitzender. Men-Anittge. Blstep— P.vjaUs, einfache u. ele» gante Sachen, jcvt billig direkt in der Fabrik Holier Sielnwejx 15, III gegenüber Ralhaus.— Daselbst auch einzelne Hei-ren-Anzlige weit unt. Preis. Sozialdemokratiseber Wablvereiu| Schöneberjf(Bezirk 2). Den Mitgliedern tzur Nachricht. I daff unser langjähriger Genosse| und Bezirks sührer Oswald Damm nach längerem Leiden im Wer von 47 Jahren verstorben ist. Ehre seioem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, 19. Oktober, nachm. 3 Uhr, vom Schöneberger Krankenhause, Rubensstraffe, nach dem 2. Schöneberger Friedhose, Blanke Hölle, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Ter Vorstand. Dr. Sümmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenslr. 41, 10— 2. 6—"7. Sonntags 10—12. 2-4 Sile zu Weile! Pelz- Herrorragend billige Preiset Riesenhafte Auswahl k Skiks-Stolas von 35 M. an. Herznuiiiel- Stola�Hosn Köpfen n. 16 Schweifen Ma-Fnebs Imitation.. Eigene Kürschnerei. Dresdener Str. 119 Hochbahn Kottboser Tor. Bitte genau auf Hautnummer 110 und Firma Eile zu Weile zu achten. Sonntaes 12— S areAffhot Eine wichtige Frage Ist es heute, wie kleidet man sich elegant, ohne grosse Ausgaben zu machen.— Die DGIltSChG BekleidtinCJSGgGSQllsC hafft Rl. t>. H. hat dWsa Frage dadurch gelöst. Indem sie eine Verkaufsart einführte, durch welche die Käufer nicht nur erhebliehe Ersparnisse machen, sondern auch vor Uebervortellung geschützt alnck, Die Deutsche Bekleidung sgeselischafl rn. b. H. verkauft sämtliche Waren mit einem Gewinn von 10 Prozent, das sind An jeder Mark nur 10 Pfennig Nutzen. Gemäss Ihrer beim Gericht niedergelegten Statuten Ist die Deutsche Bekleidu ngsgeSQllSChafl M, b. H. an obltze VertrlobltEt gebunden und macht eich etrafbar, wenn ale mehr ala 10 Prozent auf den Selbstkostenpreis aufschlägt. Wir liefern z. B: Herren-Ulster- Paletots- Anzüge Selbstkmtenpreisi IS— 25.— 30.—_ 3f-.- Verkaufspreis; 19.80 27.5« 33.- 42�0 Deutsche Bekleidungsgesellschaft mm. Chausseestr, 27(«»*» Grosse Frankfurter Str. 4(Ecke Fmnutr.) Turmstr. 80(->-»» nersarud) Hutsehen erregen unsere Sthlageil 5 0lo Rabatt Für Damen! Aas meinem Eogroslager: iJElnnelr�Hian�iinrjron�lÄ-�JI�pj Wegen vorgerDckter Engroe-Saison enorm billige Preise! Bael(fiseb-PaIetotsii.-Dlster 75o.y-°«noo ofien u. geschloss. zu trag.*«U und�b haue KStllOipf il'iiOStii IDE«COO OCOO 9000 auch auf Seide.... 1««« Schwarze Fraueopaletots. 1500 20°° Sö°° Kein Laden. �Soiintag�ge5Hnet7|J���geid�ere��� Zt. Keymann* ÄLlS?-8 Fahrgeleg.: Elektr. Bahnen Nr. I, S, 6, 16,22.31,46,76,78,79. 2. Geschäft: Qr. Frankfurter Str. 110, (am Stransbcrger Platz). 3. Geschäft: Charlottenburg, Xchrlngatr. 34, Ecke Ha&azinstraBe, am Frledrtoh-Carlplatz. eureusen in allen Farben, direkt aus der Fabrik. Nr. 500, 45 cm lang....... M. 7.60 Nr. 503, ca. 55 cm lang..... ,12.50 Spez.-Nr. 504, ca. 60 cm lg., 2X gekn., 20.— Spez.-Nr. 605, ca. 65 cm lg.. 2X gekn., 26.— Nr. 1000, 1.10 m lg. Pleur.,'/,m br., jetzt 65.— I M. 8.— Nr. 408, 45 cm lang Nr. 404, 50 cm lang., 4.— Nr. 405, 55 cm lang., 6.— Boas, Stolas, Reiher in allen Freislagen. Umarbeitung alter Federn zu schönen Pleureusen von 3 M. an, sowie Beinigen, Krausen u. Färben. Scldlltz, StrauBfedernfabrik, Berlin C, Kleine Frankfurter Str. 25, I, Ecke KaiserstraBo. Amt Kgst. 2056. Vorzeleer dieses 5 Prozent Rabatt. R a x I. tl Hlonatsgarderobe Von Kavalieren getragene Ulster, Jackett-, Rock-, Frack-, Smoking- Anzüge, teils auf Seide gearbeitet sowie großes Lager in neuer eleganter Herren-Garderobe zu bekannt billigsteu Preisen* Türkischer, am Iii«) Moritzplatz Mas«. Schneiderei Rosenthalcr Strasse 36, I, am Kackeschen Markt Frankfurter Allee 104, pari, Ecke Friedenstrasse Reinickendorfer Strasse 4, am weddingpiatz Technikum- Bauschule Reg.-Baumelster Werner, Xeanderstrafle 3. •••••••—••••oeeoi wird Sie veranlassen, Ihren Bedarf an eleganten Monatsund Abonnements• Garderoben nur bei der Monatsgarderoben- Verkaufs- Geselischatt, Dresdener Strasse 11 sn kaufen VV lr verkaufen zu auffallend niedrigen Preisen und empfehlen nut kurze Zeit verlieben gewesene und gut erhaltene getragene Anzüge und Dolfifnfc teils bis M. 125 ruiClUlO gekostet Laben, für m 9.-12.-15.-18.- ferner ein grosser Posten Hosen Wert.b4Ä 2-8 Jüngiings-AnzUge Wert Lis 30 M jetzt m 6, 3, 18, 1 21 3 Uoiiiikziirilenilieii- VerklliilFSlleüKiilikl vrllliellei' Ztr. tt »» geradezu Iii die dtesMe Solson-Ausstelluns in Berlin« grftsstem Konfektions- Kredit- Haus direkt am Nettelbeckplalz, Wedding Auf Kredit Dellien-, Herren- und Kinder- Garderoben ULSTER In den neuesten u. apartesten Fassons PALETOTS In solider und gediegener AusfOhruag OSI Jede Abteilung in be- �CftnAi VVMKlinl�y sonderen Räumen AUSWahl er» t'e n Be r* I n'a'r LpSlialgKSLhäftSN Preise so billig wie nur möglich Niedrigste Anzahlung �7"� 1 Mdtk- Möbel- und Polsterwaren J Eigenes Fabrikat Mitglied der Tapezier-Innung M Weitgehendste Kulanzl Waren- und nfibel- Kredit-Haus ALLE TAGE AB Grfisstes Hau« am Nettelbeckplatz Pank-, Gericht- u. Reinickendorfer Strassen Ecke �Parterre, I, IL, III., IV Etg, Bahnhof Wedding Einziges Waren-Kreditgeschäft das zur Verabtolgung der braunen Sparmarken der Rabatt-Gewährungs- Genossenschaft in Grcss-� Berlin berechtigt ist oder 5 Prozent baap vergütet. jn 4, Dar.eisir.< BRi: i�ra.az Abraham Eimb. MeBäina-u.RSmertrank-Kel!. N 4, B/iri«ls(r. 81, Fernsp. Kgat. 13708 Bestes alkoholfreies Oetr&nk. 1 Berlin O.Rudolfstr.«. f flebejtep-Beinalduno j f Bäokereler1, Konditor. J BloUner's Großbäckerei Geschäfte I» Berlin, Charlottenbura, ScHOnebepg, Wilmersdorf. Bohndorfs Bäclc.,KöDigsber9eritr 10 PauIJCIell� MarknsatraBe 18. Epscheint 2 mal wöchentlich. | BezMgsqMeiien�yepzeBchnBs. j Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen |brot-fabrik„Vorwarts' Hermann Ullrich, Köpenick. E. Freyert Blumenstr. 72,£. Markasitr MIIi.EikU.Ä'Ä... Vorkauf in Milchgeschäften Berlins. Bekannt gegeoea. d. Plsksts. Georg Genz, Memelerstr. 20 MsfEäiM ErottiädiSiei 7S OescHüIto In allen Stadtteilen Berlin« und in Rizdorf. GecrUntlet IBOB. ■ßppe!sVntlif.kriimarek,Adilb«rt«1.8 KIlies-GroBbäckerel, Bofleatr. 8. Emil Ueske, Grüner Weg 122. Mattke, Gipaatr. 9. E. Meiilna, Rolchenbergeret. 168 E. Martin, Glelmatr. 85. Friö Mülle, Gräfeatr. 4. Alfred Müller, Brunnenstr. 87. Roman Nowak, Wienerstr. 8. Frledrldi Oste, Madaiatr. 10. Herrn. Proell, Nonnendamm. Eilcdrich Prubbt, Andrcaeatr. 51 Bäckerei„Nordstern Inh.: Gast. MUller Filialen i. verschied. Stadtteilen Uicliard Reinke l'-W. Arthur Rocmer, Koltb. Ilamo 101 Walter Rohr, Anklameratr. 28. Maz St» ler, Dunkerstr. 23. Otto Sclimidt, Adalbertatr. 27, Heinr. Schubert Bozh. Chauas. 6/6 Slkorski.WeiOeasee.Heinendorfentr.U Rieh. Schenk A. Sdtreler, ürbanatr. 81. H. Spillmann, Grüner Weg 115. (ingtar Tanplli, Prlnien-Allee 81. Carl Tennert, Sohloaieebeatr. 19. TiirlianFlUalenuuonn stadt' Josef Ullrlch�Manteuffelatr. 103 Volksbrot E. K m b. H Fehmarnatr. 10 blirbacbatr. 13 Häseleratr. 11 E Häselerat. ICK Hcaratbeidljlr�jioiiipoE� ImmfBfllSS! WiimimasS». Otto Winkler, Nannynatr. 73. &Wolff!_Grtiner_Wegii75i— { Badeanstalten] Arkona-'BaSr'�klämer�St�wr W9 err*. a-B Landibergentr. 107 mJbcS.SB Gollnowstr. 41. Börgeröad Canitz-Bad, Münzatraüe 2. Neuköln [üülfäl'Sflll Anzengruboratr. 35. I Müncheneratr. 51. Bad Frankfurt, Gr. Frkft. Sjr. 186. Lieferant aämtl. Krankenkaaaenj Bad Friedricbshain,Undib.AllMU; Badeanstalt, Hasenheide 18. Bad Hufeland, Hufe'.andstr. 45. Kaiser-Fricdrlcna-BadiCbarl.a Bb . früher Münacl, Wallatr, 70,71. /ätiunal-Bad, Brunnenstr. 9, Bad Ostend MÄn7 Ott-Bad, Pallisadenstr. 76. Passage- Bad Damm"" Reform-Bad, Wiener Str. 65. RflSM-Bad-so�uga�'-' 4?, f i C g- 3 n d m m m m ü) E Sil ZS I CT Sohlcsisohe Str. 31. flKtOrtla-Bad v; Kottbuser Damm 75 FrletlpIchWilholmsbad f Bnnd.-opn, Gummlw, 1 R. BauK�trjrüeTsTr�Tä�� Berkholz, Köpenickeratr. 70, Lange, A. E. Brunnenstr. 167. Liepe, Schfineberg, Sninawaldstt.JO. Moyer,P.,Nklln.,BerIinerstr.i9— 60 J. Cb. Pollmann, lotbringeralr. 60. ßpirhp A SeydelstraBe 15. IVCIL.IIC| rt» Lief. allerKasaen Fr. Schulte, Adlersbnf,Ilism>tckst.3 Wende, A., T�r3i' Zareniba�hvI'Ar�L f Besrdlg-Anat., Sargm.� Bredlowlbcrswaiilersi.loüijrtheTsUS Otto Büttner, Kcoböila.BiDgbabut 33. HPicrhnr A'kllo..Uohenzoilernpl.u . mülcl buckow«. Biid. Krankeaiaai. HaxfDtlisÄÄiii.em Fanisch, lVeiBer.seePrentl«oerFroiii.l!il Hietel.Fr., Gr. Hamburgorst. 37 Gust. Nobcrt, Potsdameratr.llSa R. Petermeier, Strolitzerstr. 8. Peter-Schley, WUh.,ZMauenti.ll. W. Ijfiian, Nana�r" M Te'1" nt. 281 f Beleuchi.-Qegenat.) [iHliBDlfi jliü., a��rMarVouti� Büttner, A., Danzigeratr. 98. W. Schröder fexrre?.e [ Berufskleidung � Keiner, Ötco�' Gerichtstralio ie. R o terLa dentSchcme h. JlsnptgfrJOS Carl Heuze, Andre asatr. 55, Reinignng. HillSfll8ML\nedrMeoU9 BLZjrsnarskL�AlOIo� it Bettfedern u. Borten G.'b ehrend», Neak. Itesabarkstr. 10« BulInshl.Ecbrbelliierstr. l,E.l>clioaLA Bierbrauerelen, Bierh. Akt.-Brauer.Potsdam Eig.Kiederl. Berlin SW, Ttinpelhofer Ufer- 15 Braadeaburg« H.,Wilhe;msdorr«rit.l 10 Spei. Potsd. Stangenbier T.t.Uger- a. Maltbier Swrei WM feinste Qualitätsbiere. Brauerei Tivoli Scu.uMe�; Fruchtstr. 87 Caramel- W eifsbier fad tlkobalfrel,«rlrlicbtad, btkönmlieh, Berliner Welßb.-Brauerel E.Willner. Deutsche Bierbrauerei A.-C. Berlin-Pischelsdorf Q roter jans Hallbier, SobSab.-illee 110. T. in,«003 C.Habels Brauerei hell— Habalbpäu— dunkel. jemgelj�j��üllerstrMSSd� Unser Goidbiep iat nicht nur ein Erfrlschnnpgrtrink, sondern auch ein Geiundheltablcr ersten Hanges. Berliner Onlons-Branerel, Berlin 8. TijTs�nbT�e rel" ena" e' Löwen-Branerei vorzügliche FaB- und Flaschen-Blere. ISuIz�nSrnr�chonlelnätr�s! ErElDi-BfaDErelleDlflnla.flWfi? Victoria-Brauerei Vlctorla-Saazerbrau iVeissbier, 0. Palia«denstr.97. Tel.-A.VII,26: f Blumen und Kränze J olkarTinSrtäl�nilTerstrTIT�� Bunk, K., Aaklamerstr. ZOE. ArkaaspL £.I)egtr,Bi3d.,Ksi!i.Priedr.81.30, BergaLbS O. Hahn, Neukölln, HermannstTO Gl anronf Brunnenstr. 63 . LdUi Olli Paieribtrgetitr.il Gustav Mal, Scbönbaus. Allee 177. F. Müller, Danzigerstr. 37. Gtriair. A.&r.Mcitzner.NUl.BiagbUit. WwJRntachkeKHIa.Hermannat.62 opfpflanzen aller Art udowerstr. 92/93TeI.Seak.lSI �"�ttepTElepr�a��� Ilulterhandlung J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O._ Drei Kronen Fried. �Oseke. 7 Filialen. 40 Filialen In Berlin und Vororten AUflUSt HOltZ Geschl'fte. Kosmalla, E., 4�""».« I ir 2 48 eigene Betailgoichäfto Schul», Arth., Kklla ,Hermannst.S5 Schröter, R. 4} üerkauf$5tellcti Jhly& Wolfram Vereinigte 48 PommerSChe Terkanls- Meiereien* Caoao, Chooolade Adler' s Konditorei, WraigeUlr.87. AlthanSjKraak�onMJ� 5ToltWERCHv Gold (Silber Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unterscheiden sich, wie die deutschen Edelweine, nur durch ihr Aroma. iP.Hoefer, Kotiüuser Damm 79 1 Killerü. 77, Adnirslat S. lire sdcaenL ISJ Klein, Wilh.&rmlL' J. Nothmann, NW 87Turm8tr. 59. O AS.Peterke, SO. Kottbasenlr 14. W. Schuster Nf., Neanderstr. 28. Alb.Werner,Ecke ElssCen. Aakenti c Damenkonfektion Neukölln, Kergstr. 185. Gelegenheitskäufe. DombrowsKyÄÄlul | KsttbaienliaaTO Oskar VoiiburgJmoiieDstr.SI. ( Drogen u. Farfaaw) Reinh. Assmus, Gerichtstr, 10. Gustav Bersug, Weidenweg 80. A. Diepow, Tanroggenerstr. 12. Haeberiein, TrepL, Grula-Baickeitr. Kiahn, H.,Ntlli.Kiiaet-fri«drickJtl34 KDSSEllECk'DTOQ., Herraannst.lrt. KrAnlngsAdler-Drogcrlc. RiBlenti.7. P. Leh Ae.KoübaaerUaamSl-SS�uCia Alfr. Marsch. Culmstr. 87. RalhaMS-Drogerle,Kkili.l)»m»tr. 34. PrlnzEnstp. 103 Hoffmann Fr Schlnaanna«. Liebauerslr722. Hugo Schultz, Müllerstr. 166 a.. Hyg.Guminiw., Photogr.-ArtikeL Werder-Drogerie, BriliBadawenl, 5a. Welubach& Fisch er, BelletlliuceiL33 Zobel, Georg, N, Ackeratr 60. c Eiaan- u. Stahl«, ..»äff.) Ain, 0MNUU.,Eaiaer-Friedrich§t.€ Otto Anders, Kottbuserdamm 6. W. Alliier, Mulackatr. 24. Beutel, C�Boxh.,NeuoBahnh.8t.26 Herrn. Braun, Landsbg. Allee 149. OltoBeligwX&f£ Emil Braun, AadresssL 75 Ecke Brest G. Brucklacher, F.Beutel, Nklln.EiUei-Friedriti.77 Flnek, K., Spaadaa, Sekiiltvtldantr. 34 Carl Jung, Stromatr. 31. Franz Pfeifer, O. Frankf. Allee 139. lungbluth, BehIi. 172. H. Rockstroh, Rühlmann.P.,MülIer8t.40b,E.Seest Sellach,Th.,Kklla., Hermanns tr. 48 E.Timm, Schleif.,WaIdem«rBtr.78 »END. Wandiade S" 29. ArtharW eigel AjÄrt: — Alezandrin.natr. 14 Reichenbergerat.100 (Inh. Otto Janke). Fahrrld., Nöhmaaoh, Fabrrad-LElliliaDt LobniaDB Neue Bebönhauser-Str. 11. D Fahrrad-Oaos.Frisclianf Brunnenstr. 35 Gründung und Eigentum der radfahrenden Arbeltenchaft. Fahrrd.,S(haIlpItt.Weileabtnit.47> W.MaIloichky,Oberbaumst.9, Bef A.Techow,Nkflt.,Sckillerfrom»B»(le!3 ���wwjMTwSeeherTj GroB-Dampfwäscherel „Spreenlxe" Berlin SO., Forsterstr. 5-8 Taiall»». Wtieksl Bllllgats Prsii«! Ch. Engelhardt Neukülln Filialen In allen Stadtteilen Groß-Berlins. »"�'"•CoiikordiaT�ri DJ.#. Hansa GÄ9Ä23 l O. Naefe Färberei u. ebem- Wäscherei 1 f. Herren- u. Damengarder. Läden in allen Stadtteilen{ G. kuüiek, i'ärh., Wäscherei FitGular Adolfit. I, Wtiteobugmt. 4 1 SwinemasJersir. 56, Weddiigitr. t BzilerdOs.Keakölla.nsraitssitr. 17.38 c FUchhandlungen J C.DittmannBeru'Ädk. ��ejeöhep��Wu�twTj Jnl. Amandowitz Gla8"t'frorr- G.Amling, Neukölln, Elsenatr. 74 August Blm«telnDunkorstr.78. Ansäst BiEOErtAu�uAÜe.». Wilhelm Behr Wuntfabrlk, Spedc- und Schinkensalzerei. Berlin-Sch6nebcrg,K«Ioueut57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiederverkäufer. r.vliflY G Filialen i. all. yy liaA, VI,, stadtteüen. Ferd. Hahn, Berti«. r«rter»tar«sr.t?«. ' Soifff'rt E''"j J BerU,> Otlll I 1, 13., UDd Vomrtjn Fordepn Sie Wesen toerg Anton Bucbheim, All«aslei«entt. 13 A. Beutele, Thaerstr. 31. K. Christ, Elbingerstraße 5«. Berge. O., Finowstr. 5. 1 DanzlgerFleiscn-Ceiitraie |- Danzlgcr Straße 14- W. Dörr, Schivelbcinerstr. 27. Angnat Fenger, Grünauerstr. 8 W. Ftledmann, Nklln.,W«rtheitr.7. Fr. G erlach, Tanroggenerstr. I a. Gustav Olrra, Waldemarstr. ZI. Rob.GIene,WeiCeuce,Sait.4doIfBir.l3 OttoCrrubeaoÄ?. Oranien- Strafle 17. fiusiDde, Rieh. ÜEtSÖiminn S cim".h Wieh«GU69, O. Gleich, Neakbllii, Hobtiitllenil. 7 R. Grieger, Cbarl., Cauerstr. 19, F. Outschmledt, Koloniestr. 52. Heinrich Höhne, Skalitzerstr. 97, Janik, C, Kö?ter5ker' Fr.Jeitieli,K4ttb<.I)uiB 3«,Fleiich,W»nt. B Immin ff- Fleisch- u. Wurstw. 0. lUlluiy Manteuffelstr. 102. Helnr. Jochmann, Ziethenstr. 41. Max Kaller, Ziethenstr. 27. Wilhelm Kitz, Kniprodestr. 1)8. Fritz Klein, Kottbuserdamm 12. Fritz Klesse, Uarkaastr. 81. Bruno Keller huÄ.u. Otto Kocb, Alte Jzeobstr. 17. Fritz Koebke, KI. Andreasstr. 11. W.Korte.Keak.Wildeabracbg 1.54,7.748 Bruno Kusche, Fruchtstr. 28. Ernst Kolbe, 0.112.WeichseIstr.l6 Königsbergerstr. 17. , ff-EIsIiek- a. Wontwiren H.Kopa, Beiaiekenl, Bezidenwtr. 154. *. Lange, BeliickdI.,8eb>rg*eleritr.UI Rob. Lindner, tJfeuÄr. s. Wilhelm Liebherr" Fr. Lindemann, Emdenerstr. 45. Angnat Lincke, Alte Jacobatr. 26. Emil Llndlgkelt, Kiobielkirckatr. S. Lochmann, Ualplaquetstr. 82. Innhltß Infi Rostockerstraße 43. Lio'e, JOfl. Fleisch. u Wurstfabr. Aug. Maar, Schulstraße 103. Märk.FleUclikoni.,Iiklln.,Wsrtlie3t73 Era8tMackler,Nmo.,Bich»rdat.31-52. M.Mauers berger, Nklln.,K«oier«lr116 R. Müller, Pankow, WoUankst.101 Paul Nuss Große ■ k«l Wii Frankf urterstr. 13. Wurstfabr., Landabg.- Allee ISO, Spz. Holl.- 9cbink..Nuß8chipk.,tSchinkea3peck Riedel, B.Hem'6nnatr Rodewald, Prenzl.llleeZS T-KstSZOO. Ottomar Rudolph, Gärtnerstr.l? Herrn. Rauchheld, Ziethenstr. 13' A.Rehmet,Moab.,Perleb6rger0t.2 W. Segling, Christburgeratr. 43. Max Schlack; Langestr. 57. Th.Scfaeunemaiin,HelmholtzBt.l. Otto Schmalzl, Jahnstr. 1. L. Schramm, Pudor8tr.23. T.Hpl.11707. OttoSchleuaener, Nklln. Maiazerat. 8 Koppenstr. 93. Spez.Wurst-Qesch-l Aag.Szczygiel,NkllJL,Teapitzer8t.no OttoScnreiber bergerstr. E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Schorzberg, Beiiickiadl., Hsasut. 9. Max Schubert ßtsrgtrd.Fleisek-Zsatitle.Sisrisrderit.dZ -phörlag. Fleltch- a. Warst-Fabr. a F. Sommermann, BoilisgcatnL3l E.Trapp.ffintuntrale.Waldeceritr.H Tscherbner, Stralimannstr. 8. Max Tümm el, Christ burgerstr. 24. Karl llnfp Nannynstraße 17 ivan unic g.Fl«i,ck.».vaisiv. Utzlg, Paul, Koppenstr. 28. V. Vettin l?**! w6ef Warschauer Fleisdi- n. Wurst- Centrale, KVarscbauerstr. 83 A Wenzel, Woldenbergertsr.SO Nerd-Deutsche Flelsch-Zcntralc F. ZimmcrmazH, fieeitr. 78, Qniotutj. 40 PauIZwnrg, Landsberg. Allee 138. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 37, f Ol»« u. Porzallan � Q. Krüger, Weißenburgeratr. 79. W. Becker, CkIlil.,Riloeradortetst 1 17 ( H»»i-«rtlltel Berliner Zopf-Zentrale Inh. Rieh. Müller nur Kottbuser Strasse I Spei. Champon, Frisier-Salon Unterricht In allen Fächern Alf 1 Aiaosce gewahre 10»/, Babstt. Rob. Kortmann, öchonwaldentr. Z8. H.Nizdorf,FrukfiirterAll.m,5%Btb. ��u«7u�OchonBerit� VomnlHr Spandau, Sch5new.St.92 AulU[IIIS, Emaille, Glas, l'ersellao.Lamp. RlldlStlOll, 1(2 fl Gaakoch.jWaachm, R.Stütze, Waachg.,Nannynstr 91. C Herren-Aptlkol 1 H.Bodt.NealolU, Bei aar Friedriebet. 19. E.FIflrecke�re.TÄL Krause, WUh.,Nklli., H erm.-St. 1 68 Ad. Mahnke Nordring, Brunnenstr. 84. A. Samuel, O.Mirbachst. 62, Schirme. Scholz. Osw�HÄ.�; Haz Sdbnlze, Hochmeiateratr. 6. c H«rrew-u.lln«bBng»rd. j JAEfazaa. Badetr. 26, Ecke .MAaer Prinzen-Allee. Baiser, Julius, Nküa., Bergstr- 19 Bfimn-ModED-Verlrifili zum Selbstkosteuprels 4- 10% Cbarlottenburg-Wilhelmspiatz Neukölln. Bergair. ZlT Milpl.d.W ah] Vereins Leske ASlupecki, Scbünlt-Allea 70 c Mappnc? likll«., Bergstr. 44-46 aarcus, O. fertli« a. EUeebaelderei. RwnerJax�ÄÄ Lager fertig und nach Maß. Julius Salomen, Brunnenstr. 36. JCr>hnll FriedensuRheinst.O . OUlüll Vorz. d. Bl. 5»» 0 Hut», Motzen ei Hermann Haaae,invalidenst.l29. huthaus MM Horden M Brunnenstraße 53. Badstraße 65 Chausseestraße 55. Dresdnerstraße 120_ Beiße, Rnd., Cbausaeestr. 66. Mb Grund Bnin"enlf. 177 BErl.Bol-[eDtraiBwE;",,ul"lar' F«ieb«rg>weg37 Hut-En gr.-Lager,ßoib.,G«rtnerst.H. A.Lemaltre,WiImtdrf.,Btiliierit.I33, Rlgsolg F m Badstr. 64, nieCH, teelz Oericbtetr.es. Tora str. 61 DresdenerstlSS ffilmendorfer- 8tr. 134 Grille En« klarier Str. 12# Frsnkfnrler Allee 18t Scböabg.,Btiptilr.23 Leser dieser Eeitaag 5»/, it bsr. Schoerr, Herrn., Wilm«rsd.-8t. 46. UanetAn F Kottbuser- W esK«r| Em Hamm 18/19. Zum Hutwinkel S. Kohl«, Chauaaeeatr. 85. Unerreicht!! 40 Ff. pro Pfd. Edcl-Mais-Kaffce Marke Mal-Ko GeaersMepot Korden, Chsas.eestr. 116. Fernspreeher Amt Korden 594». 9904 Filisien SW. Gneistntuir. 104 od Blncberstrste 14. Bei Abeebme tob 6 Pfnod Del Haas. { Kaffee-Surrogate�j Otto Goetze.Kiltbaeerdsu 11/17 Hol, c KaufhHeisar 2. AleuDdEii Co„ Badstr. ZZ. Hermann- Platz 3. KaotaFriedenaonheiDSt48 Liefert, d. Konsumgenoflsenschft. B. BbddIb h[fl. �>?6. Krüger, Beickeeb.SL 16. Tel»pI.83S7 Helnr. Kaufmann, Linienat. 145. J. Lange, Ritterst. 96. Uptz. 4195, Panl Schur, 9.ab.H.,I)irkieiift.Bg II. Molkarelen J »iöik.strEiii5rr�t?;,9i,�r.8t O. Gellack. FttkuareL39.g.BaaaIeral Milch Schmidt Neukölln Hcnnaiaetr. 53, Hcrmanostr. 05-96. J.Reich, Birkceetr. 33. Zvlngliitr. 13 „SchweUerhof", Meierei und Milchknranetalt. Emdener Str. 46. u Tel Q 2565. C Musikalien ) Scholz Frankfurter- Allee 73 b Frankf.-Chausaee 115. ��MfWnrt�mente�J KI rat, R. Brunnenstr. 46. Noten. Lorenz Rahmet, Oranienstr. 181 C Hähmnachlnen J Belluanu, E. ü», Wasshmasch. Charlottenburg, Spandauerstr.3 all» Systeme ohne Anzahlung. Nähmaschinen Läden In allen Stadtteilen. tlllaüer.yGrtr.fllke,��11'1"""1" ; Heniseut 59/49. Afpana-Nähmasolilnen G. A. Benaer.Aedresrttr. 79, Feteraberger- ztr. 87, Spandau, 6eböevtldantrl9. C Optiker J Oase, Paul, N. Müllerstr. 174. Groß, Paul, Warschanerstr. 66. Schubert, Carl, Nklln. Bergstr. 148 Wienstruck, SpiidM.fgtjdanajitr.ll. L__J�rt°T�Jätel!er«�p W. Schart, Roseeialerlor. EleuteraLl k�nplar�ITscirrelber. J O. Prochnow, Kklla. Herasaaztr. 69 Seidler, LouUiNklln.Bergatr. 43 c Pfandleihen J Langer.Wraogtlsii.SZ, Billigerferkaif. Schmidt, Fennatr. 3 [ Photgr. Appaff J Huau Schultz Nüllerstras$« ie6a Eie Artikel ö°/° Gelegenheiiekäufe Z«remba,Weiäb»tJ"M 1• X Adl.8532 Puppen P. R. Zrerow, 8 Äm8' F�Reaterhandlungen � � Luiecfrömel, Oreifswalderstr. 199. [ Schuhwaren�chuhm� Damaschke. Invalidenstr. 144. D.Ganz.Nkiln, Hermannstr. 1981 Goldniann,Sp&nd»a.SelioDwaldcr8L84, R. Hagemann, Kastanien Ällee4. 50/0� bEIFHT. Srbiinh. Alice 801 Eieiel Verkanf t. Ecgrospreisen. Leierd.Zeitteg5'';.E3b a!t Bergstr. iü. Hermannst. 169 Herrn. Kärrner, Cöpenick. Ernst Müller, Teltowerstr. 69. Peterzohn, Osk., Müllerstr. 151, Schmidt, Gebr., Fennstr. 59. Fritz Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Sommer, Wllh, N, Seköek.-Allee 85. �jäoblrnee�u�töoke � j Jehnlchen, Nklln., Keii.Fiiedr.-Str, 15 O. Schleusaaer, Warschauerst. 86 c Seifen D Heldke, Faul, Eurgadorfstr. 11. Qstempel��erriBaabzelchJl Gnat. Banse, Eleaaaerstr. 9a� QjTepplohejKOnP�JSsJ Gardinenh. Bernhard Sckwartz Berlin, Wallatr. 13(dreizehn). J,»7 Schulz f Uhren u. Ooldwaren j Otto Biekel, A.E.DeikeÄÄ" Gustav Sohoder Fabrik moderner Goldw. u. Ubre« Hanptgesch. S.42.0ranienst.l55;56 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ Schöneberg, Haaptst.141 XX« 99 ez v* �-—- MaxElsermann, Cbarl..Kehringstr. 18. Max Busse Er?7n�,tr- EUlnghansen, Gebr., Grtiervef 41 Fenske, S., Kottbuaserdamm 96. F. Gädtke, Elbf.-SU. 4« E, Alt Maabit. J. Gebhardt EeränerartS Brest Gröber, Brunnenstr. 78. Kniobuich, W«, Prft. Chsussee«! Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wllh., Kottb.Damm28. Nolte, K., Simon-Dftchstr. 18. it y Brunnenstr. US.| llly Brunnenstr. 81 j �uitzow, Joh., MÜH erat r. 1 a. Emil Quade G. Scharnow, Oranienstr. 45. ——-- Reichen- IbergerStr 143 K.Schmelz, berlifstr Schöaemann, Q.INkUa.,Berl>St.7S ocnuaauiuuu,—v...—-■■- Schumacher, G/r egel,Berl.-St.6a. Maz Storch, Elbingeretr. 100. A.Trenner, AVilbelninh, Ueaptztr. 1 1. Uhren-Klinik, Brataee- E.Eeiuaent Wegner, R. Nkll. Bergstr. 55. c Versicherungen D „Deutschland" Berlin Arbeiterverelctierunt— Schützen- StcrbeUaMenvcrslchefg. Straße 3. „Friedrich Wilhelm� Berlin WS, Behrenstr 68—81 lebeas-.SIerbekuiei-i.ArbeileiTeniekl. Mit n. ohne ärztl. Untersuchung Jahre«-, Monat»-, Wocbenbeiträga .Iduna'zu Halle a.S. Berlin, Charlottenatr. 89 Volks- und Lebensveraichernng. WarenhSuaer Wilh. Herrn. Lesser Eoloiit54 Schöneberg Koleul54 Bei jedem Einkauf Rabattm Weine, Liköre u. Fruchtsäfte J © Soliag| 60 Filialen in allen Stadteilen.| >nnroH OroBdestlllatlon 3Uui flu Oranienstr. 207 BeMnMc.ygr&Go.,M-Ge8l Brunnenstr. 18 und Filialen. ElDielTgit.i.Eagr.-Preia iL___________________ OroBd..ZiirSonne', P. Freudcnbcrg (W�W�T�X) Mäl DfiOldlbltE Chausseestr. 67. Carl Braun 5. M. Gardeis �—%Br8st7!o B Georgi, Ernst Hoppe, B., Scharnweberstr. 69. Julius John t Juncker, H. Hema�str.in. Carl Klein, Höchstestr.te, N O. 18. Robert Kutsche, Gubcnerstr. 56. Fr. Ollwetzkl, Ahe Jakobstr. 137. Anton Schnur Aueschüuenst. Z Schrom. Ltna. Mirbachatr. 31. Hern- arm Meyer, Sebirdbeiner St IL L. Schneider, Weberetr. 61. Albert Vogt Zrb3T� f Wild u. Beilage! Prima LegeHQhner i sowie Bettfedern t Geflügel-lmporthaus Neukölln, Knesebeck Straße toj. C-DittmannEe�sK-- P.HHdebrandtlS"«. RohEit Praöil dä:- Schmidt, E� Spandau, Havolst I» Za»trow,Lmd»berger-Alleel47.yi,th«. C Zahn-ftteller J!'Sm0dü-kl' B!iü'Va! U.Br°°eee,l.8« O.HIIIer ffehiBeUle,,,�., i T.VA7I7I Hollbruch, Herrn..l'jtiljiigtgr.Kll Heröd.H., Eljtiierii 97. e. Boawlel.Fl Kdrber.O.Marieedetri h>nsifeä!r.3ül H. Lindeke, Warschanerstr. 84L M. Rasenke, Birkenstv 22. nittp Mov Muskauerstr. 16 "111C, mflX gtfj äazteaffeliti, W. Wettitädl, Stralsund erat r. 11 Äeranlwortlicher Redalteor: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Lnjeratenteik verantw.: Th. Glocke, iverlin. Druck u. Berlag: Lorwärtß Vuchdruckerei u. Ve cwgSanjuill Paul Singer u.Co, iverUn SVL 9t.24i. s». Z-HW«, 3, Ktilllße des.MMg" Kerlilltt Dlllksdlllt!. SN'"'"'S m Partei- Hngelegenbeitem Zur Reichstags-Ersatzwahl. Erster Wahlkreis. Sonntag früh 8 Uhr: Flugblattverbreituug, daran anschließend um 10 Uhr Zusammenkunft in den Zahl abendlokalen, wozu alle Genossen verpflichtet sind, pünktlich zu erscheinen. Da nach den alten Wählerlisten gewählt wird, ersuchen wir alle wahlberechtigten verzogenen Wähler, ihre jetzige sowie ihre frühere Adresse umgehend an eine der unten stehenden Stellen abzugeben oder einzusenden: Gustav Schwabedal, Charitsstr. 3. M. Bolzmann, Lindenstr. 89, 1. Hos links Part. G. Weihnacht, Grünstr. 21. Schwedlcr, Fischerbrücke 16. G. Könircke. Stralauer Brücke 3. A. Rothe, Flensburger Str. 24. O. Schmidt, Am Zirkus 10. Dorn. Mittelstr. 39. Verband der Gastwirtsgehilfen, Große Hamburger Str. 18/19 2. Berliner NcichstagSwahlkreiS<6. Abteilung). Am Sonntag, den Sv. Oktober, abends 6 Uhr, findet bei Habel, Bergmann- strotze S/7, unser Familicnabcnd statt, bestehend aus Vortrag. Tanz usw. Eintrittskarten zu 10 Pf. sind bei den Bezirksführern zu haben. Treffpunkte der Genoffen in den Vororten zur Demonstrationsvcrsammlung am Sonntag in Treptow. Steglitz:«/« 11 Uhr in den Bezirkslokalen. 12 Uhr Abfahrt vom Steglitzer Bahnhof. Friedenau: 10� Uhr in den Bezirkslokalen. 11'/« Uhr Abmarsch von der Kaiser-Eiche aus. Lankwitz: 11 Uhr bei Prochazka, Viktoriastr. 43. Cöpenick:>/z11 Uhr und zwar Dammvorstadt: Bahnhosstr. 1(Hew platz); Köllnische Vorstadt: Schönerlinde 5 bei Stippekohl; Kietz- vorstadt: Mllggelheimer Str. LS bei Zeidler; Altstadt: Alter Markt S bei Müller. Groß-Lichterfelde: 10 Uhr im Kaiserhof, Kranoldplatz 1. Zehlcndorf: Abfahrt 11.20 von Zehlendorf-Mitte. Karlshorst: 11»/« Uhr, Abmarsch vom Restaurant.Fürstenbad", Prinz-Adalbert-Stratze. Zeuthcn-Miersdorf: Abfahrt 11.11 Uhr nach Treptow. Mahlsdorf fOstbahn: 11 Uhr bei Anders, Bahnstratze. Fricdrichshagcn: 11'/« Uhr am Eingang zum Kurpark. Abfahrt 11.34 über Stralau-Rummelsburg nach Treptow. Grünau: 11'/« Uhr bei Herzog. Friedrichstr. 3. Abfährt 11.S9. Ncucnhagcn: 12 Uhr pünktlich am Bahnhof, Briy-Buckow: In den Bezirkslokalen. Abmarsch'/zIL Uhr von der Rudowcr Slratze, Ecke Grenzallce. Pankow:'/zlv Uhr in den Zablabendlokalen. 10 Uhr Ab- �Marsch nach dem Sammelpunkt Berliner.Straße, Ecke Kaiser- Friedrich-Stratze,'/.U Uhr nach Treptow. Maricndorf: 10 Uhr in den Zahlabendlokalen. Adlershof: 10'/« Uhr Abmarsch von den Lokalen Wöllstein, BiSmarckstr. 24; Kaul, BiSmarckstr. 16; Thiel, früher Bayer, BiSmarckstr. 10. Tcmpclhof: 10»/« Uhr im Wilhelmsgarten, Berliner Straße 9. Bon dort pünktlich 11 Uhr Abmarsch. Frirdrichsfclde: Treffpunkt Rummelsburger Straße, Ecke Caprivi Allee. Abmarsch»ach Treptow 11'/, Uhr. Rcinickendorf-Wrst: 10 Uhr für die erste Abteilung bei Wickert. Scharnweber-, Eck Antonienftratze; die zweite Abteilung bei Schulz. Scharnweberstr. 2?. Reinickendorf-Ost: Vormittag? 9 Uhr in den Zahlabendlokalen Frnnz.-Buchholz: bei Gabbcrt, Pasewalker, Ecke Blankenburger Stratze. Abmarsch ll Uhr. Rosrnthal(Wilhelmsruh): 9'/, Uhr bei Feind(Zur Wartburg) am Bahnhof. Wittenau: 10 Uhr bei Wittchow. Biesdorf: 11 Uhr am Bahnhof. Gemeinsame Abfahrt 11.12. Bernau:»/«10 Uhr am Bahnhof. Tegel: 10 Uhr an der Endhaltestelle der Straßenbahn, Haupt- straße. Röntgcntnl, Zepernick, Buch:»/«t0 Uhr am Bahnhof Rvntgental. Groß-Bcstc». Am Sonntag, den 20. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Mitgliederversammlung des WahlveretnS in Klein-Besten. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parleiiag. Referent: Genosse Thurow. 2. Bericht der Gemeindevectreler. 3. VereinSangelegeuheiten. 4. Verschiedenes. Bezirk Erkner-Woltcrsdorf. Heute Sonnabend, den 19. Oktober, abends 8'/., Uhr. in Wollersdorf bei Radischat. Alter Krug: General- Versammlung. Tagesordnung: Bericht vom Parteitag. Mahlsdorf iOstbahu). Am Sonntag früh 8 Uhr: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Lokalen aus. Schöncich� und Umgegend Morgen Sonntag, nackmittagS 4'/, Uhr. in Schöneiche lWaldichlötzchen. Jnh. Mann): Oeffentliche Frauenversammlung. Referentin Genossin Klara Bohm-Schuch. Reinickendorf- West. Sonntag, den 20. Oktober, feiert der Wahlvcrein in den Eickbornsälcn, Eickbornstr. 60, fem 7. Stistungs- fest. Das Programm besteht ans Konzert, Auftreten der Gesellschaft Hackenberg aus Kettwig bei Düsseldorf, und Tanz. Anfang des Konzerts 5 Uhr nachmittags. Tegel. Montag, abends 8'/, Uhr, in TravPS Festsälen Frauen- versaunnlnng. Tagesordnung: Vortrag der Genossin Mathilde W il r in über:.Der Kampf der Mütter und Hausfrauen gegen die Teuerung". Rosciithal lWilhelmSruh). Montag, den 21. Oktober, abends 7 Uhr: Flugblattverbreiiung von den Zablabendlokalen aus. Spandau. Sonntag, den 20. d. Mts.. nachmittags 2 Uhr. im Garten der Brauerei Pichelsdorf: Große Proieftversanimlung gegen �rieg, Teuerung und Junkerhcrr'chasr. Referent Genosse Eich- Horn- Berlin. Wir ersuchen die Parteigenossen und Gcwerkschafts- Mitglieder, durch rege Agitation für Massenbesuch dieser Bersamm- lung zu sorgen._ Der Einberufer. Berliner Nacbricbtern Werft das Stullenpapier nicht fort! Am morgigen Sonntag werden tausende, zehnkausende Proletarier Groß-Berlins sich nach Treptow begeben, um hier gegen die Wahlentrechtung. gegen die Aushungeruugspolitik und gegen die Kriegsgefahr, lauten vernehmlichen Protest ein- jNuegen. Infolge der großen Entfernungen des Ortes der »»»lonstration von der Wohnung»Verden tausende Partei- genoßen frühzeitig ihre Behausung verlassen müssen, um rechtzeitig zu Beginn der Massenkundgebung an Ort und Stelle zu sein. Aus diesem Grunde werden viele Teilnehmer sich etwas zu essen mitnehmen, um auch den Magen zu seinem Rechte kommen zu lassen. Wir möchten an unsere Parteigenossen die dringende Bitte richten: Werft das Stullenpapier nicht fort! Verunziert nicht die schöne Spielwiese I Bedenkt, daß nach uns auch andere Personen den Platz zum Spiel benutzen wollen! Es macht einen häßlichen Eindruck, wenn nach unserem Verlassen des Platzes das fortgeworfene Stullenpapier die Wiese verschandelt. Wir legen Wert darauf, daß Wiesen und Wälder erhalten werden und daß das arbeitende Volk sich dort erholen kann. Das sollten unsere Genossen am Sonntag auch zuni Ausdruck bringen, indem sie streng darauf achten, daß Stullenpapier nicht lveggeworfen wird. Es ist eine Kleinigkeit, das Einlvickelpapier in die Tasche zu stecken und wieder mit nach Hause zu nehmen. Genossen! Uebt auch in diesem Punkte Disziplin und achtet aufeinander! Eine Verschandelung des uns zur Verfügung gestellten Platzes wird uns allen aufs Konto geschrieben. Das darf nicht sein! Sorgt dafür, daß unsere Mahnung allseitig beherzigt wird! Nieder-Barnim. Sämtliche Arbeitersänger deS Kreises der- sammeln sich am Sonntagmittag 12'/, Uhr um Tribüne I im Treptower Park._ Die stadtische Schuldeputation hat, wie wir vor einiger Zeit mitteilten, in mehreren städtischen Schulküchen unentgeltliche Seefischkochkurse für Mütter der Berliner G e m e i n d e s ch ul- k i n d e r eingerichtet. Die Kurse, welche an drei Wochen- tagen von 6—9 Uhr abends stattfinden, haben am Montag begonnen und erfreuen sich eines außerordentlich starken Zu- spruchs. Der Unterricht ist in der Weise gestaltet, daß am ersten Tage das Kochen der Fische, am zweiten Tage das Braten und Schmoren und am dritten Tage die Zubereitung in verschiedener Form gelehrt wird. Die Seefische tvcrden hierzu vom Deutschen Seefischereiverein kostenlos zur Verfügung gestellt. Die zubereiteten Speisen können die Teilnehmerinnen am Kursus mit nach Hause nehmen. Wegen des beschränkten Raumes in den Küchen können aber nur immer 16 Frauen unterrichtet werden. Bei dem starken Zuspruch, den diese Kurse bisher gefunden haben, ist in Aus- sickt genommen, weitere Kurse einzurickten; die Stadt hofft, auf diese Weise zur Verbreitung des Fischkonsums, dem in Arbeiterkreisen bisher noch immer eine gewisse Abneigung entgegengebracht wird, beizutragen und dieses wichtige Nahrungsmittel auch in diesen Kreisen mehr in Aufnahme zu bringen. Mit Anfang des Winterhalbjahres hat die Schuldeputation an den folgenden Gemeindeschulen besondere Unterrichts- stunden für stotternde Kinder unter Leitung von Lehrern eingerichtet: An der 6., 15., 23., 25., 45., 51., 52., 58.. 61.. 81.. 82.. 113., 151., 159., 166., 186., 192., 195., 208., 221., 226., 252. und an der VI. Hilfsschule. Der Kursus soll in der Regel 12 Teilnehmer, Knaben und Mädchen, umfassen. Konfirmanden, katholische Kinder, welche wegen Teilnahme am Religionsunterrichte die Kurse nicht regelmäßig besuchen können, sowie Kinder, welche Nebenklassen angehören, sind von der Teilnahme an den Kursen für stotternde Kinder ausgeschlossen. Die Kurse, welche bis zum Schlüsse des Winterhalbjahres dauern, lverden in täglich je einer Stunde, möglichst der letzten Vormittagsstunde abgehalten; nur in Ausnahmefällen darf der Nachniittag gewählt werden. Kinder, bei denen der Zweck des Sonderunterrichts schon früher erreicht ist, können nach dem Schluß des Oktober— Dezember-Vierteljahres ausscheiden. Das Uebungsbuch für Stotterer von Gutzmann wird, sofern nicht die nötige Anzahl von Exemplaren vorhanden ist, auf begründeten Antrag von der Schuldeputation geliefert werden; desgleichen eine von demselben Verfasser her- rührende Anweisung betreffend die Behandlung stotternder Kinder. Die Uebungsbücher sind nach Beendigung des Kursus von dem Leiter an die Schule, an welcher der Hcilkursus statt- findet, zurückzugeben. Die Ordinarien derjenigen Klassen, aus denen Schüler der Stottererkurse teilnehmen, sind von der Schuldeputation erneut ersucht worden, wenigstens einmal während des Winterhalbjahres den Stottererkursus zu besuchen, um sich von den Fortschritten ihrer Schüler zu überzeugen und gleichzeitig daraus achten zu lernen, tote dem Stottern zu be° gegnen ist._ Aus der Strafstatistik dcr Pflichtfortbildungsschule. Die Pflichtfortbildungsischulen der Stadt Berlin haben im Schuljahre 1911/12, wie wir dem kürzlich veröffentlichten Jahres- bericht der Fortbildungsschuldeputation entnehmen, gegen Schüler sowie gegen Arbeitgeber und Eltern eine sehr beträchtliche Anzahl Strafanzeigen wegen Verstoß gegen dasi Orts- statut über die Pflichtfortbildungsschule erstattet. Schüler wurden wegen Uebertretung der zur Sicherung der Regelmäßigkeit des Schulbesuches und zur Aufrechterhaltung der Ordnung der Schule gegebenen Vorschriften, die in§ 6 des Orts- statuts enthalten sind, in 2996 Fällen angezeigt, 2034 mal aus § 6 Absatz 1 und 62 mal aus§ 6 Absatz 4—7. Der Absatz 1 bestimmt, daß die Schüler sich zu den Unterrichtsstunden rechtzeitig einzufinden und bis zum Schluß daran tcilzunehlneit haben. Vorgeschrieben ist weiter durch Absatz 4, daß Beschädigungen der Schulräume oder der Lehrmittel zu unterlassen sind und gegebenen- falls der Schuldige ersatzpflichtig ist; durch Absatz 5, daß während des Unterrichts und in den Pausen sowie auf dem Wege noch und von der Schule die Schüler sich jedes Unfugs und Lärmens zu enthalten haben und das Rauchen innerhalb des Schulgrundsiückes verboten ist; durch Absatz 6, daß ohne besondere Erlaubnis des Schulleiters das Schulgrundstück nicht während des Unterrichts oder in den Pausen verlassen werden darf; durch Absatz 7, daß die Schüler dem Leiter und den Lehrern der Schule stets mit der nötigen Achtung und Ehrerbietung cittgegenkommen und ihnen Gehorsam leisten müssen. Wie stark die vier Absätze 4 bis 7 im einzelnen an den zusammen 62 Anzeigen beteiligt sind, ist aus dem Bericht nicht zu ersehen. Die Bestimmungen sind so, daß es fast ein Kunststück 'ein muß, niemals gegen sie zu verstoßen. Daß da nicht mehr als 62 Anzeigen zusanwitcngekommen sind, ist zn verwundern. Da- gegen muß die Zahl von 2034 Anzeigen aus Absatz 1 als sehr hoch erscheinen. 2034 Anzeigen bei rund 34000 Schülern, dos ergibt durchschnittlich auf je 17 Schüler eine Anzeige. Wissen möchten wir, ob cs sich dabei nur um Schulvcrsäumnisse oder etwa auH um bloße Verspätungen handelt. Gegen Arbeitgeber wurden 397 Anzeigen erstattet 161 aus§ 6 Absatz 3 und 236 aus<58 7 und 8. Durch§ 6 Absatz 3 wird bestimmt, daß die Schüler die Lehrmittel in ordentlichem Zu- stand in den Unterricht mitzubringen haben und daß für die An- schafstung der Arbeitgeber verantwortlich ist. Nach ß 7 haben die Arbeitgeber ihre sortbildungsschulpfltchtigen Arbeiter spätestens am sechsten Tage nach der Annahme anzumelden und spätestens am dritten Tage nach der Entlassung abzumelden. Auch nrüffen die Arbeitgeber die Schüler so zeitig von der Arbeitsstätte gehen lassen, daß die Schüler gewaschen und umgekleidet rechtzeitig zum Unter- richt kommen können.§ 8 schreibt vor, daß nach Schulbersännmis wegen Krankheit der Arbeitgeber eine Bescheinigung mitzugeben oder bei längerer Krankheitsdauer spätestens nach Ablauf der ersten Woche die Bescheinigung dem Schulleiter einzusenden und nach Wiederaufnahme der Arbeit dem Schulleiter hiervon Meldung zu machen hat. Zur Befreiung von einzelnen Unterrichtsstarnden aus besonderen Gründen muß der Arbeitgeber die Genehmigung des Schulleiters cinholem Anzeige gegen Eltern wurden nur 1 6 m a l erstattet, unv zwar aus Z 9, der ihnen sowie den Vormündern verbietet, ihre Söhne oder Mündel vom Fortbildungsschulbesuch zurückzuhalten. Von diesen zufamtmen 2509 Anzeigen wurden 2227 erledigt, nämlich 2030 durch polizeiliche Strafbefehle, 39 auf Antrag durch richterliche Entscheidung, 40 durch Zurücknahme des Strafantroges, 33 durch Verjährung, 75 durch Einstellung des Verfahrens. Durch die 2030 Strafbefehle wurden 16 25 Geldstrafen und 405 Haft strafen festgesetzt. Der Bericht unterscheidet hier leider nicht zwischen Schülern, Arbeitgebern, Eltern, so daß man nicht wissen kann, wie stark an der auffallend hohen Zahl dcr Haftst rasen die Schüler beteiligt waren. So ganz nebensächlich ist das doch wohl nicht. Die richterliche Eni- scheidung endete 9 mal mit der Freisprechung, 4 mal mit Verweis, 36 mal mit Bestrafung. Wieder fehlt hier die Unterscheidung zwi- scheu Schülern, Arbeitgebern» Eltern, und auch die Art der Strafe (Geld- oder Freiheitsstrafe) ist hier nicht angegeben. ES fehlt weiter bezüglich der oben erwähnten Strafbefehle jede Angabe über die Höhe der Geld- oder Freiheitsstrafen. Den Schulleitern steht das Recht zu, bei geringeren Verfch- lungen sich mit A rr e stst ra fe n zu begnügen. In 1911/12 wurden 6716 Arresistrafen verhängt, das ergibt durchschnittlich aus je fünf Schüler eine Arrest st rafc. Dabei handelte es sich in 6384 Fällen um Schulversäumnis, in 1332 Fällen um Verstoß gegen die Schulordnung. Welcher Art die Verstöße waren, erfährt man nicht. Der Bericht schließt seine dürftigen Mitteilungen aus der Strafftadistik mit dem Hinweis, daß„die Schulzucht bei diesen in einem zu Exzessen neigenden Alter stehenden Schülern oft nur unter Anwendung Kußer st er Strenge aufrecht erhalten werden kann". Erwähnt wird der besondere Fall, daß ein Ibjährigcr Schüler wegen schwerer Widersetzlichkeit und tätlichen Angriffs gegen seinen Lehrer„zur gerichtlichen Verfolgung gebracht" wurde. Wie der Fall endete, sagt der Bericht nicht. Zum Feuerwehrk-nflikt veröffentlicht der Syndikus deS Verein? Berliner Feuerwehrmänner Rechtsanwalt Dr. Feder nachstehende Er» klärung: „Die amtliche Auskunft, die der Polipräsident dem Berliner Magistrat über die Entstehung des Feuerwehrkonflikts gegeben hat, entbält trotz ihrer Kürze zahlreiche Unrichtigkeiten und irreführende Ungenauigkeiten. Falsch ist die Angabe, daß der Vcreinsvorsitzende ein Gastwirt sei, falsch die Angabe, daß 745 aktive Mitglieder aus dem Verein ausgeschieden seien. Irreführend ist die Bemerkung, der Polizeipräsident habe den Bei« tritt zum Verband der BerusSfeuerwehrinänner nicht unterstützen können, da dock niemand eine solche Unterstützung erbat, während urkundenmäßig feststeht, daß er den Beitritt verboten und verhindert hat. Lediglich zwei Gründe führt der Polizei» Präsident für das schroffe Vorgehen des FeuerwehrkommandoS an: 1. Der Verein habe in einer Eingabe vom 13. August den gesorder» ten Ausschluß der Aktiven aus dein Vorstande unter der Bedingung versprochen, daß die Abteilung eine schriftliche Garantie für die gesunde Weiterentwickelung des Vereins gebe. Niemand wird die Form dieser Eingabe der im schriftlichen Verkehr mit Behörden ungeübten Feuerwehrmänner billigen. Der Polizeipräfident vergißt oder verschweigt aber, daß die in der Form verfehlte Ein- gäbe durch eine rein sachliche Eingabe vom 23. August redresfiert wurde, noch ehe ein Bescheid der Abteilung ein- gegangen war. 2. Der Vereinsvorsitzende habe in einer telephonischen Unterredung den Adjutanten des Branddirektors ge- beten, dem Verein im Gefolge der Deputation der Abteilung die Teilnahme an der Bestattung Kirschners zu gestatten, und als ihm dies verweigert wurde, geäußert, das werde schlimme Folgen haben. Der Vereinsvorsitzende bestreitet diese Aeußerung. Wenn sie gefallen ist, wird kein Feuerwehrmann sie billigen. Wichtig ist aber doch die Frage, ob wirklich eine ungeschickte und sofort redressierte Eingabe und ein unkontrollierbares Telephongespräch ausreichende Gründe sind, um einem friedlichen Verein patriotischer Männer, der in weitem Maße soziale und gesellige Aufgaben erfüllt, die Existenz zu unterbinden." JnS Herrenhaus ist der Oberbürgermeister Mermuth vom Magistrat als Vertreter der Stadl Verlin gewählt worden. Nachklänge von Miclczyn. Die Brutalitäten, die dcr Pastor Breitbaupt im Jahre 1909 an Berliner Fürsorgezöglingen im Fülsorgestift Mielczyn verübte und die im Juli 1909 vom„Vorwärts" aufgedeckt wurden, haben die Stadtverordnetenversammlung Ende des Jahre« 1909 auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zu dem Beschlüsse veranlaßt, die Fürsorgezöglinge au« Miclczyn zurückzuziehen. Die Stadt Berlin hatte mit dein genannten Fürsorgestist einen Vertrag auf zehn Jahre geschlossen, nach dem Berlin sich verpflichtete, dem Stifte mindestens hundert Zöglinge ständig zu überweisen Der Beschluß der Stadtverordneten, die Zöglinge zurückzuziehen, hatte einen Zivilprozeß zur Folge. Berlin wurde auf Erfüllung des Vertrages verklagt. Das Landgericht Berlin I erklärte in einem Urteil vom 14. Dezember 1911, daß der Stadt Berlin nach Lage der Sache die Erfüllung des geschlossenen Vertrages nicht mehr zu- gemutet werden könne; es wie« den Kläger ab. Der Wert des Streitgegenstandes war auf 150 000 Mk. festgesetzt. Auch die Berufung des Fürsorgestifts Miclczyn gegen dieses Urteil wurde vom Kammergericht am 15. Juli 1912 zurückgewiesen. Dieses Urteil ist jetzt, nachdem die Klägerin das von ihr eingelegte Rechtsmittel der Revision zurückgenommen hat, rechtskräftig geworden. Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden des 26 Jahre alten Redalicurs Hermann Panzert aus der Nollendorfstr. 17 zu Schöneberg gefunden. Pangerl bewohnte seit dem 1. Jnli d. I. dort ein möbliertes Zimmer und war bei einer hiesigen Zeitung angestellt. Vor vierzehn Tagen verichwand er aus seiner Wohnung und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Gestern vormittag landete man ihn au der Oslspitze der Schleuseninsel im Tiergarten aus dem Landwehrkanal. Nach dem Befund liegt Selbstmord Vor, WaS ihn in den Tod getrieben hat. ließ sich nicht feststellen. Urier eine MenschenZagd wird berichtet: Die Jagd nach einem enislohenen weiblichen Fürsorgezögliug rief gestern nachmittag in Weistensee Aufsehen hervor. Eine Insassin des Bethabara-Stiftes sollte vom Auguste-Viktoria-KrankenhauS nach der Anstalt zurück- gebracht werden. Unterwegs rist sich das junge Mädchen plötzlich vom Transporteur los und floh. Die Ausreiherin schlug ein derartig schnelles Tempo an, daß ihr der Transporteur sowie Passanten, die sich gleichfalls an der Verfolgung beteiligten, nicht näher zu kommen vermochten. Durch laute Zurufe wurden immer weitere Passanten auf die Flüchtige aufmerksam gemacht, so dah sie schließlich wie ein gehetztes Wild in einem Hause in der Charlottenstraße Zuflucht suchte. Bald hatte sich eine ungeheure Menschenmenge vor dem Hause angesammelt. Es wurde schließlich ein Pvlizcibeamter hinzugerufen, der bei einer Durchsuchung des Grundstückes die Flüchtige in einem Waschfaß in der Waschküche verstecki vorfand und sie festnahm. ES iit ein recht häßlicher Vorgang, der im nachstehenden ge- schildert wird, und eS sit kaum zu begreifen, daß eine größere Menschenmenge sich an der Jagd nach dem gehetzten Mädchen be- teiligen konnte. Ein schwerer Automodilunfall ereignete sich gestern vormittag gegen ll'/a Uhr an der Fischerbrücke. Dort wollte eine 60-65 Jahre alte Dame den Fahrdamm überschreiten, ohne die Signale eines in schneller Fahrt herannahenden Kraftwagens zu beachten. Der Chauffeur versuchte im letzten Augenblick zu bremsen, konnte seinen Wagen jedoch auf dem nassen Pflaster nicht mehr zum Stehen bringen. Die Frau wurde umgestoßen und stürzte so unglücklich zu Boden, daß sie eine Gehirnerschütterung und schwere Verletzungen am Hinterkopf davontrug. Die Verunglückte erhielt auf der Unfallstation am Spittelmarlt die erste Hilfe und wurde dann nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. Bei der Bewußt- losen fand man ein Sparkassenbuch, das auf den Namen Auguste Teters, Kottbufer Str. 4 lautete. Dircktionswechsel im Luna-Park. Der bisherige General- direktor des Luna-Parks, Herr Heinrich Zeller. hat infolge Ueber nähme anderweitiger Unternehmen die Leitung des Riesew etablisscments am Halensee niedergelegt. An die Spitze des Shndikats ist Herr E. Holzmüller getreten, während sich in die Leitung der Luna»Park G. m. b. H. die Herren Fordes und Kuhn teilen. Der Brand eines SpielwarenlagerS alarmierte am Donnerstag mehrere Züge der Feuerwehr nach der Neuen Friedrichstraße 65 an der Klosterstraße. Das Feuer mutzte schon längere Zeit geschwelt haben, denn als es bemerkt wurde, brannte schon ein großer Posten Spielwaren, wie Puppen, kleine Wagen, hölzerne Pferde usw. Wegen einer starken Verqualmung war nur schwer an den eigentlichen Brandherd heranzukommen. Die Lösch« und Aufräumungsarbeiten zogen sich daher volle zwei Stunden hin. Ein großer Teil de« Lagerraumes ist ausgebrannt, so daß der Schaden erheblich ist. Ueber die Ursache des Feuers waren bestimmte Feststellungen nicht mehr zu machen, doch soll Unvorsichtigkeit vorliegen. Dachstuhlbrand im Norden Berlins. In der letzten Nacht brach in der Finnländischen Straße 15 im Norden Berlins ein großer Dachstuhlbrand aus. Die Gefahr wurde gegen Mitternacht bemerkt, als aus dem Dachgeschoß des Vorderhauses plötzlich Flammen und dicke Rauchwolken Hervorschossen. Bei Ankunft der Feuerwehr hatte sich der Brand auch schon auf einen Teil des Dach- stuhleS vom linken Seitenflügel ausgedehnt Es wurden daher sofort drei Schlauchleitungen vorgenommen. Die Löschmannschaften drangen zum Teil über eine aus der Straße errichtete mechanische Leiter, zum Teil über die Treppen gegen den Brandherd vor. Von dem Dach« stuhl des Vorderhauses konnte aber nur wenig gerettet werden, während der Dachstuhl des linken Seitenflügels nur teilweise zer- stört wurde. Nach zweistündiger Tätigkeit konnte die Wehr wieder abrücken. Ueber die Ursache des Feuers ist nicht? ermittelt. Fußballspiele der Arbeiterturn- und Sportvereine. Am kommenden Sonntag fallen sämtliche Spiele der Männermannschaften aus. Aus- getragen werden nur die Spiele der Jugendmannschaften. Der Arbeiter-Abstiuentenbuud veranstaltet am Sonntag, den 20. Oktober, abends 6 Uhr, in MoernerS Festsälen, Koppenstr. 29, einen Lichtbildervortrag über„Die Entstehung der Steinkohle und ihre Gewinnung im Bergwerk. Der Eintrittspreis seinschließlich Programm) beträgt 30 Pf.— Einlaßkarten nur bei den Mit- gliedern Abendkasse findet nicht statt. Der Arbeiter-Radfahrerverein„Groß-Berlin" hielt am 16. d. Mts. seine vierte diesjährige Generalversammlung im„Märkischen Hof', Admiralstr. 18o, ab. AuS dem Vorstandsbericht ist folgendes zu entnehmen: An Unterstützungen wurden gezahlt: Für Rechtsschutz 74 M.. für Unfall 122,25 M.. für Arbeitslose 6,50 M. Der Kassen. bestand betrug am Schluß des dritten Quartals 1201,10 M. Der Mitgliederbestand blieb auf 335 stehen. In allen Vereinsangelegen- heiten erteilt nach wie vor bereitwilligst Auskunft Paul Pippow, Berlin 80., Liegnitzer Str. 10. Verloren gegangen ist am Dienstagabend, den 15. d. M., in der Elektrischen Straßenbahn, Linie 71, ein Portemonnaie mit zirka 50 M. Inhalt und ein Kettenarmband. Der ehrliche Finder wird gebeten, die Fundstücke gegen Belohnung an Frau Witwe Nawroth, Frankfurter Chaussee 152 IV. abzugeben. Zeugengesuch. Diejenigen Personen, welche gesehen haben wie am 7. d. M. in der Reinickendorfer Straße, Ecke Schulzendorfer Straße, ein Mann in den vierziger Jahren von einer Automobil- droschke überfahren wurde, werden gebeten ihre Adresse an Treptau bei Faack, Berlin N., Kameruner Str. 15 II, abzugeben. Vorort- JVacbrlcbtem Wilmersdorf-Halensee. Schulnot, Fleischnot und nationallibcrales Prinzip. Die Stadt- verordnetenvcrsammlung beschäftigte sich in ihrer am Mittwoch ab- gehaltenen Sitzung zunächst mit einer Petition des Bezirksvereins Halensee, die die Schaffung ausreichender Schulräume an der Gemeindeschule in dem genannten Ortsteil zum Ziel hatte. Der Petitionsausschuß hatte der Versammlung vorgeschlagen, über die Petition zur Tagesordnung hinwegzugehen. Es geschah dies mit der Begründung, daß nach den Mitteilungen des Magistrats die Einteilung dreier Klassen, die vorübergehend der Gemeindeschule l im alten Ortsteil überwiesen wurden, bereits erfolgt ist, und an dieser Tatsache nichts mehr geändert werden kann. Der Ausschuß sprach die Erwartung aus, daß die in der Petition genannten Mißstände spätestens am 1. April 1913 behoben seien. AuS den Mitteilungen des Berichterstatters. Stadtverordneten O e r t e l, ging hervor, daß von der Schule in Halensee nicht weniger als neun fliegende Klassen vorhanden sind, und daß das Uebel zum Teil durch Unterbringung einer höheren Mädchenschule in den Klassenräumen der Gemeindeschule verursacht worden ist. Genosse Riedel führte zu dieser Angelegenheit aus. daß der Vorschlag des Petitionsausschusses ungenügend sei. Es bestehe ein befrcmd- licher Kontrast zwischen dem Verhalten des Magistrats zu dem Mißstand an der Gemeindeschule und der Vorsorge in einer anderen Angelegenheit, bei der die Interessen höhererSchülerinnen in Betracht kommen. Ergebe doch die Magistratsvorlage, die die Schaffung einer neuen Lyzeumklasse fordert, daß die Vorlage ein- aebracht k«'- obgleich anfänalich nur 4 und später 15 Schül-rmnen sich für die neue Klasse gemeldet haben. Stadtverordneter Leh. mann äußerte sich ähnlich tadelnd in der Angelegenheit. Nach länaerer Erörterung, an der sich außer dem Oberbürgermeister Sabermann die Stadtverordneten Dr. Heinitz, Schröder und Riedel beteiligten, wurde dem Antrage des P e t i t i o n s. a u s s ch u s s e s gemäß beschlossen. Weiter aab die Versammlung einem Vorschlage der Petitions- kommission statt, wonach die Petition des Spezialklubs Belgischer Ri es enkaninchenz üchte r um Ueberlassung pachtfrewn Landes und Bewilligung eines Beitrages zur Errichtung praktischer Kaninchenstallanlagen dem Magistrat als Material überwiesen werden soll. Tie vorhin erwähnte Vorlage betreffend Bewilligung bon Mitteln für die Eröffnung einer Klasse am 5. Lyzeum wurde bewilligt. Die Versammlung ging dann zu dem hervorragendsten Gegenstand der Tagesordnung, der Teuerungsvorla g"e, über. Der Magistrat hatte sich mit dem am 2. Oktober von der Stadt- verordnctenvcrsammlung gefaßten Beschlüsse, wonach eine aus 6 Magistratsmitgliedern und 13 Stadtverordneten bestehende D e p u- t a t i o n eingesetzt werden soll, in einem Schreiben an die Stadt- verordnetenversammlung einverstanden erklärt. Es war jedoch in diesem Schreiben bemerkt worden, daß die Deputation nur dann alsbalo, wie es dringend notwendig sei, Ersprießliches leisten könne, wenn ihr sofort die nötigen Geldmittel zur Verfügung ständen. Der Magistrat beantragte daher, ihm hierzu einen Kredit von 30 000 M. aus Vorschüssen mit der Maßgabe zu eröffnen, daß bis zu 29 Proz. dieses Kredits zur Deckung etwaiger Betriebs- Verluste ä londs perdu bewilligt werden. Als Vertreter des Magistrats erklärte Stadtverordneter Stein- vorn hierzu, daß es nicht die Aufgabe einer Gemeinde sein könne, auf die Dauer die sich aus unserer heutigen Wirtschaft s- Politik ergebenden Mängel zu beseitigen, daß jedoch irgend etwas der Fleischteuerung gegenüber geschehen müsse. W Bei diesen Ausführungen setzte der intime Gegner des Stadt- rats Steinborn, Stadtverordneter Dr. Leidig, ein. Er meinte, daß es dem Magistrat nicht gezieme, an einer W i r t s ch a f t s- Politik Kritik zu üben, die von allen bürgerlichen Parteien, von den Konservativen und einhellig auch von den Nationalliberalen gestützt werde, an einer Wirtschaftspolitik, für die sich sogar die Fortschrittler neuerdings ausgesprochen hätten und die nur von Demokraten und Sozialdemokraten systematisch bekämpft werde. Durch die kritischen Bemerkungen des Herrn Steinborn habe der Magistrat sich gewissermaßen mit derHaltungderSozial- d e m o k r a t i e identifiziert. Nachdem der Fortschrittler Büchtemänn vor dem Betreten politischen Bodens gewarnt hatte, trat Genosse Schröder dem nationalliberalen Führer mit der Erinnerung entgegen, daß dieser selber doch dem Grundsatz des Nichteinmischens in politische An- gelegenheiten zuwider gehandelt habe. Seien- doch in der letzten Sitzung aus dem Munde des Herrn Dr. Leidig so scharfe Aeuhe- rungen über das Verhalten der Regierung zur Frage der Fleisch- teuerung gefallen, daß einem ob solcher nationalliberalen Energie ordentlich die Angst hätte anwandeln können. Da Herr Leidig von Prinzipien in der Kommunalpolitik rede, läge es nahe, zu untersuchen, ob er in dieser oder in der vorigen Sitzung das nationalliberale Prinzip verletzt babe, wenn die Ergründung von Prinzipienfragen gerade bei einem Nationalliberalen nicht auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoße. Die Angst vor Erörterung politischer Angelegenheiten in der Stadtverordnetenversammlung, so erklärte Schröder weiter, teile er selbstvekständlich nicht, die Haupt- fache sei aber, daß aus den Verhandlungen über die Fleischnotfrage etwas Ersprießliches herauskäme. Nach längeren Erörterungen nahm die Versammlung die Magistratsvorlage e i n st i m m i g a n. Der Teuerungsdeputation gehört u. a. auch Genosse Riedel an. Bei dem letzten Gegenstand der Tagesordnung, betreffend die Bewilligung von Mitteln für die Umgestaltung des östlichen Teiles des Hohenzollerndammes regte Äadtverordneter Dr. Heinitz an, am Hohenzollernplatz nicht nur Schmuckanlagen, sondern auch Spielplätze für die Jugend zu schaffen. Diesem Vorschlage schloß sich u. a. auch Genosse S ch r ö d er an. Die Vorlage wurde bewilligt. Schöneberg. Gegen zwei im„Schönebrrger Tageblatt" kürzlich-rsSienene, von einem anonymen Scbreiber verfaßte Artikel, die sich in ge- hässiger Weise gegen die Organisation der städtischen Arbeiter von Schöneberg richteten, nahmen die städtische» Arbeiter in einer nach dem GescllschaftShauS des Westens einbernfenen Versammlung Stellung. Der in den Artikeln gleichfalls angegriffene Referent Kollege P o l e n s k e ging von der Annahme aus, daß diese Artikel aus der Feder eines MagistratSoffiziösus stammten. Es läge in- dessen keine Veranlassung vor, die Arbeiter gegen die Organisation aufzuhetzen, wenn man in Betracht ziehe, daß bei der letzten Lohn- regulierung der größte Teil der Arbeiter mit einigen Pfennigen ab- gespeist worden sei. In der Diskussion ergriff auch einer der an- wesenden Redakteure des.Schöueberger Tageblattes' das Wort, der sich alle Mühe gab, den Eindruck beider Artikel zu verwischen und an die Versammlung die Bitte richtete, von Beschlußfassungen gegen sein Blatt Abstand zu nehmen, da er gern bereit sei. der ange- griffenen Organisation die Spalten zu öffnen. Der Herr gestand auch, daß die eingesandten Artikel noch mehr Angriffe enthalten haben, die er aber gestrichen habe. Die Leitung der Organisation hat indessen die Erfahrung gemacht, daß System darin liegt, wenn das Blättchen seine Spalten den den modernen GewerlschaslSorgani- sationen feindlich gesinnten Personen und Vereinen öffnete lediglich zu dem Zweck, dieselben zu verunglimpfen. Ein schwerer Fahrstuhlunfall hat sich vorgestern abend in der Hohenstaufenstraße 63 zugetragen. Dort war der 37jShrige Monteur Karl Mofols aus der Hauptstraße 140 mit der Reparatur eines FabrikfahrstuhlS beschäftigt. AIS er in der Höhe der zweiten Etage arbeitete, verlor er das Gleichgewicht und stürzte in den Fahrstuhl- ichacht hinab. Glücklicherweise war der Unfall von dem Portier des Hauses bemerkt worden, der sofort mit einigen Angestellten eine, Wäschefabrik den Verunglückten aus seiner entsetzlichen Lage befreite. Mofols hatte eine zwanzig Zentimeter lange bis auf den Knowe» gehende Kopfwunde und schwere Quetschungen am ganzen Körper erlitten. Er erhielt auf der Unfallstation in der Vorbergstraße Not- verbände und wurde von dort in besinnungslosem Zustande nach dem Schöneberger Krankenhause übergeführt. Bon einem Automobil überfahren und schwer verletzt wurde in der letzten Nacht der Straßenbahnführer Wilhelm Magd aus der Potsdamer Straße 81. M. hatte gegen l/33 Uhr einen Straßenbahnwagen zur Fahrt nach Haufe benutzt und ihn an der Halte- stelle vor der Göbenstraße verlassen. Als er nach dem Bürgersteig hinübergehen wollte, kam das Automobil I. A. 9761 herangefahren und versuchte zwischen dem Straßenbahnwagen und der Bordschwelle hindurchzukommen. Dabei wurde der Straßenbahiifnhrer M. zu Boden gerissen und überfahren. Er erlitt mehrere Rippenbrüche, Quetschungen an den Beinen und erhebliche Hautabschürfungen im Gesicht und an den Händen. Der Verunglückte erhielt auf der Unfallstation in der Vorbergstraße Notverbände und mußte von dort nach dem Schöneberger Krankenhause geschafft werden. Neukölln. Zu der am Sonntag, den 20. Oktober stattfindenden Theater- Vorstellung:«Das Blumenboot', Schauspiel von Sudermann, sind noch Billetts a 60 Pf. inklusive Garderobe in den Parteispeditionen Neckarstr. 2, Siegfriedstr. 28, sowie in den Lokalen der Genossen: Pfeiffer, Hermannstr. 49, Gemmecker, Kaiser-Friedrich-Str. 232/33. Meier, Nachfl. Richter, Prinz Handjerystr. 3 und Karl Richter, Weise- straße(Ecke Mahlower Straße) zu haben. Der Demonstration in Treptow wegen ist der Beginn der Borstellung auf 3>/z Uhr festgesetzt. Da diese Zeit jedoch der darauffolgenden Abendvorstellung wegen genau innegehalten werden muß. bitten wir die Theater- besuchet rechtzeitig zu erscheinen. Sonntag. 27. Oktober: Urania-Borstellung. Nachmittags 5 Uhr: .Aufs Matterhorn'. Billetts a 65 Pf. inklusive Gardee-K« öbenbenannten Lokalen und bei den Funktionären zu Häven. Der Bilduiigsausschuß. Lichtenberg. Aufscheu erregt die bekannt geworden- Tatsache, daß die Vcr- waltung der städtischen Sparkaffe an den Unionklub(Rennverein Hoppegarteni ei» Darlehn in Höhe von 345 090 M. zu einem Zins« satze von 48/s Proz. gegeben hat; der übliche Zinsfuß beträgt 4'/ä Proz. Dem Unionklub werden demnach pro Jahr 2760 Mark Zinsen geschenkt. Das tollste ist aber folgendes: Auf Betreiben des Kurators Herrn Kielblock, eine? passionierten Sportsmannes, der fast bei keinem Rennen fehlt, war zunächst beschloffen worden, dem Unionklub auch die übliche Abschlußprovision von>/g Proz. zu schenke». Der Beschluß war gegen den Protest des sozialdemo« kralischen Verwaltungsmitgliedes gefaßt worden. Jrriümlich halte man jedoch anstatt 345 090 nur 399 999 M. eingesetzt; bei der dann notwendigen nochmaligen Beschlußfassung gelang eS dem sozialdemo« kralischen Milgliede, das Abschlnßprovinoasgeschenk zu inhibieren, sonst hälte der Unionllub nochmals 17 250 M. erspart. Eine solche Verivaliung von Sparkassengclder muß bcrechngleclveise Befremden erregen. In der Sitzung der Stadtvcrordnetcn vom Donnerstag be» antragien die bürgerlichen Herren, die Beratung der Vorlagen üb�« die Regelung der Arbeitsbedingungen der städtischen Arbeiter sowie die GehaltSregulierungen von der Tagesordnung abzusetzen. Dem widersprach Genosse Grauer. Herr Dniineberg uiitcri. sitzte den Herrn Schachtel, der mit Hinweis ans die entstehenden Mehrausgaben euie nochmalige eingehende Nachprüfung der Vorlagen für erforderlich erklärte. Grauer betonte, die Materie sei gründlich dnrchberaten worden, auch seien die Beschlüsse unter Mitwirkung der bürgerlichen Herren zustande gekommen. Ihr jetziges Verhalten lasse verminen, daß man wieder Verschlechterungen vornehmen wolle. Trotzdem: die Majorität beschloß in namentlicher Abilimmung, die Borlage nicht zu beraten! In geheimer Sitzung erfolgte noch nach einer langen Debatte und leiltveise hestigenr Widerspruch die Zustimmung zu dem Abschluß eines Abkommens mit dem Kreise Nicderbarnim ivegen GaS-, Wasser- und Strombersorgung verschiedener Vororte. Z?riedrichsfclde. Die Gegner einer GcmcindcgaSanstalt�machen, obwohl die Ge- meindeverlretung mit allen gegen zwei Stimmen die Errichtung einer solchen beschlossen hat, immer noch verzweifelte Anstrengungen, das Projekt zu hintertreiben. Und die Continentale Gas- Association bezw. deren Tochtergesellschaft, die Gasanstalb Ober- spree, unternimmt noch immer krampfhafte Versuche, die Gemeinde als melkende Kuh zu behalten. Um dem seinerzeit eingebrachten originellen Protest mehr Nachdruck zu verleihen, hatte ein von den Herren Pfarrer Kramm, Sam-Rat Dr. Settcgast und Prof. Dr. Trampe gebildetes Komite eine �grosse Burgerrersammlung einberufen, in der Herr Stadirat Wikander aus Schöneberg über „Ein Elektrizitätswerk oder Gaswerk für Friedrichsfeld«" sprechen sollte. Obwohl dieser Vortrag doch nur den Zweck haben konnte, aufklärend zu wirken, war es mehr wie sonderbar, daß keine An- Hänger der Gemeindegasanstalt eingeladen waren. Herr Pros. Tr. Trampe betonte bei Eröffnung'der Versammlung, daß die Einbe- ruser nur Gegner der Gememdegasanstvlt haben wollten. Mehreren Geineindevert'retern war eS indessen gelungen, Blankoeinlaßrartcri zu der„Bürgerversammlung" zu erlangen. Ten Unterzeichnern der Versammlungseinladung wurde schon sonderbar zu Mute, als bereits vor dem VersammlungÄokal Zeitungsartikel verleilt wurden, worin als Arrangeur dieser Proiestversaminlung ein Angestellter der Gasanstalt Oberspree, HanS Löschert, der Sohn des früheren Gemeindevorstehers, vermerkt war. Der Referent, Stadtrat Wikan- -der, bezeichnete sich als Freund der Elektrizität und lobte diese in allen Tonarten. Um so befremdlicher war es, als der Herr in seinem Schlußwort die Gemeinde bat, der Finanzen wegen, den' Vertrag mit der Gasanstalt Oberspree zu verlängern und von der Erbauung einer Gemeindegasanstalt abzusehen. In der sehr lebhaften Diskussion wurde diesem Herrn, der keine Ahnung von den örtlichen Verhältnissen hatte, gründlich heim» geleuchtet.. Herrn Löschert wurde gar öffentlich ins Gesicht geschlen- dert, daß er schon vor Jahren um die Stimmen der Bertragsgczncr gebettelt habe, weil er durch die Verlängerung des Gasvertrages bei der Gasanstalt eine gute Position erhielt«. AIS hierauf die Protestresolution zur Abstimmung kam, wurde dieselbe mit einer so großen Majorität nicdergestimmt, daß man gar nicht erst die Gegenprobe wagte. Bemerkt sei hierbei, daß besagter Herr Löschert im Bunde mit den Gemeindebeamten bereits seit einigen Jahren bestrebt war, bei den Gemeindewahlen Anhänger'der Gemeindegas» ansialt hinaus wählen zu lassen. Sonderbarer Weise hat man daS uneigennützige Streben dieses Herrn bisher verkannt. Ober-Schöneweide. Sein 14. Stiftungsfest, bestehend in Vokal- und Instrumental- konzert, begeht am heutigen Sonnabend der Gesangverein„Ober- schöneweider Liedertafel'(M. d. A.-S.-B.) im Restaurant Blumen- garten(Juh. Gärtig), Ostendstratze. Da genannter Verein sich bei jeder Veranstaltung der Partei bereitwilligst zmr Bersügung stellt, rechnet man auf einen guten Besuch der ArbeiteHhaft. Reinickendorf. Die letzte Gcmcindevertreterfitzung beschäftigte sich mit einem Antrage des Kuratoriums der beiden in Reinickendorf bestehenden „Volksbüchereien", letzteren Namen in„Gemeindebüchereicn" um- zutaufen. Der Antrag wurde, nachdem unsere Genossen dagegen gesprochen hatten, abgelehnt. Angenommen wurde aber ein Antrag. den Gemeindevertretern diesen vom Bürgermeister verlesenen Bcridft den Gemeinde Vertretern schriftlich zugänglich zu machen. Und das ist gut so; erst jetzt erkennt man die Armseligkeit der Gründe, wie des ganzen Bericht überhaupt. Ueber die Beweggründe zur Namens- änderung heißt eö im Bericht des Kuratoriums:„Alte, gut ein- geführte Geschäfte wechseln zwar nicht die Firma; aber unsere Büchereien segeln cntsdsieden unter falscher Flagge; ich meine, sie sollten statt des irreführenden Namens„Volksbücherei" den zu» treffenderen„Gemeindebücherei" führen. Denn sie sind Eigentum der Gemeinde und stehen im Dienst der ganzen Gemeinde, sind nicht nur für das sogenannte„Volk". Es wäre darum ein passendes Geburtstagsgeschenk für die Büchereien, wen-n die verehrlichen Ge- meindekörperschaften unser Pflegekind legitimieren und umtaufen wollten in„Gemeindcbücherei." Also keine„Volk S"-bildncr wollen in Zukunft mehr fein die Herren vom Kuratorium.„In aller Stille" verrichteten sie „zehn Jahre lang" ihre„Arbeit, die gar nicht nach außen in die Erscheinung trat" und mit Genugtuung blicken sie selbst auf'hre nicht vergebliche Arbeit zurück; denn durch„ihre Mitarbeit sind Tausende und aber Tausende von guten Büchern in Häuser ge- kommen, in die sonst vielleicht minder gute Lektüre gekommen wäre. Leider scheinen aber diese Herren nichts davon profitiert zu haben. Nichts wäre geeigneter die Leser aus den Bücherhallen zu der- treiben als das Hervorkehren des Besitzrechtes an den Buchern. Will sich die Gemeinde als Vater und' Mutter des„Pflegekindes„legi- timieren", so mag sie es erst mal tüchtig»alimentieren Vieles fthlt noch. Schafft heran: Lesehallen, gute Bucher gute Einbände. Die Gemeinde bat die verdamm.- Pflicht, gute Buc�re.en zu errichten, und alle, die nach Schönheit und Wahrheit suchen, die Kunst und Wissenschaft lieben, die nicht trag und denksaul dahin- duseln, die Regsamen und Strebsamen,_ile geistig Ringenden, und nicht das„sogenannte" Volk, ihr hochnäsigen Herren, sind gebeten diese Büchereien recht fleißig zu b-nuhen Sie werden es um so lieber tun. wenn sie die Gewißheit haben, daß für den Ausbau der Bibliotheken nicht nur maßgebend ist die Sorge um die h�rra- patriotische Erziehung der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren, und wenn das Kuratorium sich nicht mehr anmaßt zu glauben, daß„die Büchereien berufen seien, an ihrem Teile nutzn arbeiten, an bex Jugendpflege", dieses schamhaft so genannten neuesten Ver- fuchs einer staatlich geförderten unh korrumpierteti Sozialisten» bekämpfung. Mahlsdorf an der Ostbahn. AuS der Gemcindevertretersitzung. Bor Eintritt in die TageS- ordilling wendet Genosse Oertel sich in einer Erklärung gegen den Berichterstatter der„Mahlsdorfer Zeitung", der ihm' Aussprüche unterschiebt, die er nicht getan bat; ivenn der Herr nicht wahrbcitS- gemäß berichten könne� dann solle er lieber die Finger davon lassen. Beim Punkt 1 der Tagesordnung: die Errichtung eines eigenen Amtsbezirks Mahlsdorf, nieinte Herr Haase. daß die Vorlage in Ab- Wesenheit des Vorstehers beraten werden müßte, da derselbe doch persönlich interessiert sei. Herr Plewe stellte einen DertagungS- antrag, der schließlich mit 7 gegen 6 Stimmen angenommen wurde. Hier neigte es sich wieder, wie die„Erstklassigen" die Ausübung ihres Mandats auffassen. Die Herren versuchen mit allen Mitteln die Errichtung eines eigenen Amtsbezirks zu hintertreiben, nur weil ihnen der Gemeindevorsteher, der ihnen scharf auf die Finger zu sehen scheint, ein Dorn im Auge ist. Alsdann bemängelte Herr Klein den von der Kommission vorgeschlagenen Begräbnisplatz- eulwurf, der zu schmale Wege aufweise, während Herr Plewe die Durchführbarkeit desselben überhaupt bezweifelte. Der Vorsteber und unsere Genossen vertraten die Auffassung der Durchführbarkeit: man einigte sich schließlich auf einen Aulrag, den Entwarf von einem Fachmann in Gemeinschaft mit der Baukommisfion technisch durch- arbeiten zu lassen und die zu diesem Zweck bewilligten 3— 400 M. von der Baustimme in Abzug zu bringen. Im letzten Punkt gab der Genunndevorsteher den Bericht von der Ralhausberecknung. SSlXU,?? M. waren bewilligt. 104 073,40 M. aber ausgegeben: man beschloß, den Mehrbedmf von 8017,63 M. aus den Ueberschüssen des Rechnungsjahres 1911 zu decken. Bernau. Den Bericht vom Parteitag erstattete in der Mitgliederberlamm- lung des Wahlvereins Genosse Lorenz. Hierauf berichtete Genosse Salzmann über die Tätigkeit der Teuerungskommission. Daraus ist zu entnehmen, daß die Stadt vorläufig 1000 M. zum Einkauf von .Kartoffeln, Gemüse und sonstigen Lebensniitteln zur Verfügung ge- stellt hat. Ferner ist bereits mit Berlin Rücksprache genommen worden wegen billiger Fleischlieferung. Der Vorsitzende machte noch auf die am 5. November beginnenden Vorträge des Genossen Zimmer- mann über Genossenschaftswesen aufmerksam und forderte zur zahl- reichen Beteiligung auf. Zu bemerken ist noch, daß jetzt im Kaiser- Hof Kammerlichtspiele stattfinden: der Saal steht der Arbeiterschaft jedoch nicht zur Verfügung. Dagegen ist der Kaisergarten endlich freigegeben. Der Vorsitzende ermahnte die Genossen zum Schluß. künftig für besseren Besuch der Versammlungen zu sorgen. Nieder-Ichönhausen, Nordend. Der hiesige Arbeitcrgesangvercin„Zukunft"(M. d. A.-S.-B.) feiert heute abend im Lokale von Liedemit0 Singerntotchine 3.00, gmnähend, lumenstraße 83._ 234 /g» Traurtitge, Gold 3,—. Wenter, hrmacher, Pappelallee 3._ 212511» Betten, Stand 11,00, 16,00, hoch- ittc 2100, Steppdecken. Teppiche. arditien, Uhren. Anzüge, Hosen ollbillig Leibhaus Osten. Ko-tigS. rgerslraße 19.-34951 Grundbegriffe der Politik, von iedrich Stninpser. Gebtiiideit 3 Ji. tchhandlung Vorwärts,-inden- aße 63(Laden). Zehn Prozetkt Rabatt Vorwärts- lesern. Sonntags geöffnet. Teppiche mit Farbenjehlern 3.25, 3.85. 4.50, 5.75, 6.85, 7.50, 3,25, 12.50. Salonplülch-Teppiche 13.50, 16.50, 13.50, 22.50, 27.50, 35—38 usw. Riesensabrillager, Große Franksurter- straffe 125, im Hause der Möbel« sabdk. Gardinen, 1.65, 2.35, 2.85, �abrikreste, Fenster i.50, 4.50, 6.75 usw. Totalausverkauf von ange- schmutzten Gardinen, StoreS, Bett- decken, staunend billig. Groffe Frank- furierstraffe 125. Tuch- und Plüschportieren, Gar- nilur 3.25, 3.85, 4.50, 5.25, 5.65, 7.50, 8.50 usw. Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 5133, 12.85 usw. Plttschdecken mit kleinen Fehlern, 4.25, 5.50, 6,75, 7.85, 9,35 11,50 usw. E. Weiffenbergs Gardinen- und Teppichhaus, Groffe Franksurter- straffe 125, im Hause der Möbel« sabrik. �Schlafdecken 1.35, 1.85, 2.!5, 3.25, 4 35, 6,50 usw. Möbelstoff, Läuser, Linoleumreste jetzt zu Spottpreisen. Große Frank- surierstraffe 125 im Hause der Möbel- sabrik. 229lK» Damenhemden mit gestickter Passe 1,15, Herrenhemden 1,15, Nor- malwäsche, Arbeiterhemden sowie elegante Reisemusler bis zur Hälfte des WerieS. Wäschesabrik Salomonsky, Dircksenslraffe 21, Alexanderplatz. A.OV Prachtbett, 8,50 dauniges Bett, groffe Laken 0,85, Damast- bezüge 3.60, Steppdecken nur Andreasleihhaus Andreasstraffe 38.» Landbett, zwei Deckbetten, zwei Kissen, zweischlSsrig 14,25, mit schonen Inletten. 221 1K» Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Kissen, 26.00, nur Andreasleihhaus, Andreasstraffe 38. Fahrgeld vergüte. Es lohnt nur bet Max Weiff 87, Groffe Frankfurterstraffe 88, alt- bekannte Firma, zu lausen. Man wird am reellsten und billigsten be- dient. Wenig getragene, teilweise aus Seide, von Kavalieien nur kurze Zeit getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Gebrockanzüge, Frackanzüge, Smokinganzüge, Paletots. Ulster, Hosen, einzelne Fracks mid Smokings werden zu billigsten Preisen verkausl. Die elegantesten Sachen find auch leihweise sehr billig zu haben. 87, Groffe Frantsurterftratze 87. Bitte im eigenen Jntereffe auf die Firma zu achten._ 167/16* Monatsanzuge und Winterpaletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00, Fracks von 2,50. sowie sür korvulenle Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen, aus Psandleiben ver« sallene Sachen kaust man am billigsten bei Raff, Mulackstraffe 14.» Teilzahlungen 0,50 wöchentlich: Gardinen. Portieren, Teppiche, Decken, Uhren, Bilder, Möbel, Polsterwaren, Betten, Wäsche, Kinderwagen, Kinder- betlstellen, Hertengarderobe. Sende Vertreter. Meiseis Nachsolger, War- schauerstrUffe 80. 2285K fftr�ffe maiS- Monat? Garderoben-Haus ver- kaust spottbillig erstklassige, wenig getragene Jackettanzüge, Gebrockanzüge, Smokinganzüge, Frackanzüge, WinterpaletotS, Ulster, Winlerjoppen, Beinkleider. Prinzenstraffe 28, erste Etage.(Eckhaus Ritterstraffe).» Geld! Geld! Sparen Sie, wenn Sie im Leihhaus.Rosenlbaler Tor'. Liniensiraffe 203/4. Ecke Rosenibaler- straffe lausen. Anzüge von 3,00 Mark an; Ulster, Paletots von 5,00 an; Damengarderobe, Pelzstolas, Betten. Wäsche, Gardinen, Portieren. Frei- schwinger, Bilder, Uhren, Gold-, Silberwaren. Fahrräder. Alles spoti- billig. Anzüge werden verlieben. Sonntags geöffnet. 2268K» Wundervolle Plüschportieren, Fenstergarnitur mit Lambrequin 6,85, 7,50, in Gloriaiuch 3,50, Plüschtisch- decken 4,85, 6,75 bis 15,00. Wolss Teppichbaus. Dresdenerstraffe 8(Kott- buserior). Abonnenten 10 Prozent Rabatt. 2u77K» Gnskronen. Zuglamven. Teil- zahümgen 1,00 wöchentlich— billige Preise I Montage kostenlos! Kronen- lager Groffe Franlsurlerstraffe 32, I. Etage, Ravensstraffe 6(Wedbing), Schönhauser Allee 121(Gleimstraffe), Neulölln, Berlinerstraffe 102. 201IK Teppidie in allen Größen, enorm billig. Portieren. Diwandecken. EnaroS- haus Herniann Henow, Gertraudten- straffe 18/19, I. Kein Laden. Voe- t zeiger dieses 5 Prozent Rabatt.* Teppiche, Gardinen. Portieren, Tüllstores, Steppdecken, Divandecken, Plüschlischdecken, Läuserftoffe. Spott- billige Extrapreise. Potsdamer- straffe 103. Conrad Fischer. Vor- wärtsleser Rabatt. 1715K» Obstbänme billig, großer Borrat, lange Lotkidche(Schatlenmorelle). Gärtnerei Sehdel, Neulölln, Köllnische Allee. j-1Z2» Kinderwagen, Kinderbetten, Me- tallbetten, spottbillige Riesenauswahl. Kottbuserdamm 30.-s-132* MonatSanzüge, WinterpaletotS, UÜster, Joppen, Gebrockanzüge, smokinganzüge, Frackanzüge, Fan- iafiewesten, Hosen spottbillig. Rosen- tbalerstraffe 48, eine Treppe._* MonatSanzüge, Winterulster. Winterpaletot, Beinkleider, Gesell- schastsanzüge, auch leihweise. spott- billig. SchneidermeisterWeitz, Wilmers- doderstraffe 125, I ImkS. Fahrgeld vergütet._ 168/10 Schönhauser Allee 114(Ringbahnhof). PsandleibbauS. Groff- BeriinS spottbilligste EinkausSguelle I Riesenherbstverkaus wieder eröffnet! Exlrabilliger Bettenverkaus, Pracht- teppiche, Taschenuhren, Fveijchwinger, Goidwarenlager, Gardinenverkuus, Portierenlager, AuSsteuerwäsche. Pelz- stolas, Steppdeckenlager, Winter- Paletots, Plüschtischdecken I Fahr!- Vergütung. 2233K» Geschäftsverkäufe. AlteS gangbares Obst- und Ge< müse-Geschast, groffer Kohlenum'atz, spottbillig zu verkausen. Neukölln, Boddinstraffe 32.-j 113 älödel. Möbel obne GeldI Bei.kleiner Anzahlung geben Wirttchasien und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten taust bei uns. Krellchmann u. Co.. Kovpen» straffe 4.(Schlefischer Babnbos.)» Möbelverkauf und Möbeltausch. VorwättSleser erhalten Möbel aus Teilzahlung. Aeltere Möbel werden in Zahlung genommen. Postlager« karte 12, Postamt 22.. t345K» Tischlermeister gibt Möbel aus Teilzahlung. Kassenpreis, gednge Anzahlung. Nachweis� von Kunden wi>d gut Honodert. Offerten-Post- lagerkarte 44", Postamt 30 249/16» Cnsper verkausl sosort Nußbaum- wirlschast. Jugendstil, Prachlküchen- möbel, Küchengeschitt, Wandbilder, Federbetten, 135,00. Lottumstraße 2, vorn 1. 168/11 Englische Nuffbaumwirischast mit bUdschönen Küchenmöbeln, alles neu. Passend Brautleute, sür jeden annehm- baren Preis. Säulen trumeau 33.—, Umbausosa 40,—. Händler zwecklos. Neue Königstraffe 66 I, Avram' Möbel(diskret). Reelle, alte, gut renommierte Firma liefert Möbel unter Diskretion aus Teilzahlung. Ansragen: Posttagerkarle 12, Post- amt 22. 2341K» Zentrale sür Arbeilermöbel liefert Resormeindcktungen in gediegener Arbeit an Reelldenkende auch aus Teilzahlung und bittet Padeimitglie- der um Besuch der großen Läger. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegenheitskäuse in gebrauchten Mö- beln. VerkausSstelle Schatz, Brunnen- straffe 160, Eingang Anklamerstraffe. Nustbaum- Wirlschast, modern, bildschöne Stuben- und Küchenein- dchtnng, noch neu, prachtvolle Wand- bilder, Sosaumbau, Paneelbrett, ver- kaust spottbillig Bauer. Groffe Frank- surierstraffe 85, eine Treppe. 168/17 Wirtschaft, apartmodern, Pracht- küche verkäustich(Händler unerwünscht). Plüschsoia, Umbau, Trumr-m, Chaise. iongue, Prachlwandbilder, Gaskrone, KönigSbergerstraffe 11, vorn I links. Fischer. ttBH Spottbillig! Fast neu, 2 Bettstellen, Kleiderschrank, Verliko, Tru- meau, Sosa, Tisch. Stühle, kom« pleite Küche. Bötzowstr.»0. I rech». �Spottbillig kaust man Schränke, Vertikos, Bettstellen, Sola», Spiegel usw., neu. auch gebrauch'«, da Ge- legenhdtskäuse. Elltiffermce.ße 8 und Oraniensiraffc 37. Rehirld öoimiagS geöffnet. Badsttaiieend um 8 Uhr im Kaiscrin-Friedrich-HauSt Luisenplatz 2— 4, stattfindet, öffentlich ist und die Vorträge der beiden Vortragenden, Professor Blaschko und Professor Reißer:„Ueber die Fortschritte in der Bekämpfung und Behandlung der Syphilis" wichtige und aktuelle Fragen der Volkshygiene berühren, so können wir den Besuch der Versammlung nur anraten. Die Berufskrankheit der Sandsteinarbciter. Der Berus der Arbeiter in der Sandsteinindustrie ist ein höchst gesundheitsschädlicher. In keinem anderen Berufe wütet die Lungenschwindsucht unter den Arbeitern so verheerend wie unter den Sandsteinarbeitern. Es ist ein Elend, zu sehen, wie die Stein- metzen und-brccher in blühendstem Alter nach oft recht langwieriger Krankheit dahinsiechen. Besonders gesundheitsschädlich sind die Sandsteinmaterialien in Niederschlesien, der Heuscheuer, dem Pir- naischen Gebiet, des Mainthales, der Vogesen, des Ruhrgcbietes und des Deisters. Der Zentralverband Deutscher Steinarbeiter(Sitz Leipzig) er- möglichte ja schon im Jahre 1902 die Einführung der Bundesrats- Verordnung, die für die Steinmetzen die neunstündige und für Brecher die lOstündige Maximalarbcitszeit vorsieht. Der Verband konnte es sogar durchsetzen, daß in einigen Gebieten für die Stein- metzen der Achtstundentag errungen werden konnte. Aber trotzdem konnte die Berufskrankheit nicht eingedämmt werden. Einige Zahlen mögen dies beweisen. Im Bunzlaucr Gebiet sind im Jahresdurchschnitt 400 Arbeiter beschäftigt. Davon sind in VA Jahren insgesamt 125 verstorben, an der Lungenschwindsucht allein 112. Unter der einheimischen Bevölkerung ist die Gefährlichkeit des Steinmetzberufes so bekannt, daß es an der genügenden Zahl von Lehrlingen fehlt. Im Stein- bruchdistrikt Pirna-Posta(Elbe) sind etwa 1500 Arbeiter beschäftigt. Die Zahlstelle Pirna des Stcinmctzenverbandes weist nach, daß in den Jahren 1901 bis 1911 von der gesamten Belegschaft 464 ver- starben sind. Die Berufskrankheit forderte davon an Opfern 404, d. h. an ltfr Schwindsucht starben 88 Proz. Aber die wirkliche Sterblichkeit kommt in diesen Zifscr» noch nicht einmal völlig zum Ausdruck, iveil von den erkrankten ledigen Arbeitern viele in ihre süddeutsche Heimat abgereist sind. Daß in Pirna und Umgebung die Arbeitszustände unerträglich sind, geht auch daraus hervor, daß jetzt die Amtshauptmaunslbaft gesonnen ist, einzugreifen. Sie hat veranlaßt, daß in den vorhandenen 40 Steinbrüchen ein Teil der Arbeiter mit Rcspiratoren ausgerüstet wurde Aber diese Einrich tung wird sich nach den bisherigen Ersahrungen nicht bewähren, weil die Arbeiter, die eine recht anstrengende Beschäftigung haben, durch die Rcspiratoren zu stark am Atmen gehindert werden, Tic Sandsteinarbciter in ganz Teutschland verlangen nun, daß 1. die Bundcsratsvcrordnung besser durchgeführt wird, und daß 2. die invalidtn Stcinarbeiter, die der Berufskrankheit zum Opfer ge- fallen sind, nach den Sätzen der Unfallversicherung entschädigt wer- den.— Im Vorjahre haben bei der Beratung der ReichSversichc- rungsorduung die bürgerlichen Parteien den Antrag, die Gewerbe- krankheften unter das Unfallvcrsicherungsgcsctz zu stellen, abgelehnt. Dringend erforderlich ist eine Aendcrung auch dieses Teiles der Vcrsichcrungsgcsctzgcbuug. Solange dies nicht geschehen, ist es erforderlich, daß der Bundesrat von der ihm erteilten Ermächtigung schleunigst Gebrauch macht, die Unfallversicherung auf bestimmte gewerbliche Berusskrankheiten auszudehnen. Gerickts-Leitung. Orffentlichc Versammlungen. Das OberverwaUuiHjsgericht hat am 15. Oktober eine Entscheidung getroffen, die das Polizeirecht Versammlungen gegenüber abermals erweitert. Seitens des T e n t s ch e n Metalla rbeitcr verband e s, des Holzarbeiterverbandes und des Gcwerkvercins der Maschinenbauer(Hirsch- D u n ck e r) war zum 15. Februar 1912 eine Betriebsvcrsamm- lung der Arbeiter der F i r m a F l ö t h e r i n Gassen ein- berufen worden. Tie Arbeiter wurden durch Handzettel ein- geladen. Es erschienen etwa 359 Personen. Exner vom Metallarbciterverband als Leiter forderte sofort alle Personen, die nicht Arbeiter der genannten Fabrik und nicht Vertreter der beteiligten Organisationsverwaltungen seien, zum Ver- lassen des Lokals auf. Ter Polizcisergeant Schlawe, den die Polizeiverwaltung zur U e b e r w a ch u n g entsandt hatte, ging nicht. Tarauf schloß Exner die Versammlung, weil man nicht unter polizeilicher Ueberwachung tagen wolle. Exner beschwerte sich vergeblich über die Anordnung der Ueberwachung beim Landrat zu Sarau und beim Re- gieriingspräsidcnten in Frankfurt a. O. Diese erachteten die Versammlung für eine öffentliche, deren Ueberwachung zu- lässig gewesen wäre. Exner klagte dann gegen den Regierungspräsidenten beim Oberverwaltungsgcricht. Er bestritt die Behauptung der Polizei und des Regierungspräsidenten, daß außer einigen Vertretern der Organisationen, die bei den beabsichtigten Ver- Handlungen der Versammlung direkt beteiligt waren, noch andere Personen anwesend gewesen wären, die nicht zu den Arbeitern der Fabrik gehörten. Die Nerfgmmlung sei somit als eine nichtöffentliche anzusehen. Eine Ueberwachung wäre nach dem Reichs-Vercinsgesetz unzulässig gewesen. Das Oberverwaltungsgericht wies die Klage ab, indem es von folgenden Erwägungen ausging: Im Z 13 des Vereinsgesetzes, der von der Ueberwachung ö f f e n t- I i ch c r V e r s a m m l u n g e n handele, seien in Klammern die§8 ö, 6, 7, 8, 9 und 12 zitiert. Taraus und aus der Ent- stchungsgeschichte des Gesetzes gehe hervor, daß, wenn sie öffentlich seien, folgende Arten von Versammlungen dem Ueberwachungsreckjt aus dem Vcrcinsgesetz unterlägen: Alle Versammlungen unter freiem Himmel und von den in geschlossenen Räumen stattfindenden Versamnl- lungen diejenigen, in denen politische Angelegenheiten erörtert werden, sowie Versaminlungen, wo die Verhand- lungen in nichtdeutscher Sprache stattfinden und ferner solche, welche sich Versammlungen der Wahlbe- rechtigten oder gewerblichen Koalitionen nach Maßgabe der Bestimmungen im§ 6 Absatz 2 und 3 des Vereinsgesctzes darstelle». Letztere seien nach Absatz 3 des§ 6 „Versammlungen der Gewerbetreibenden, gewerblichen Ge- Hilfen, Gesellen, Fabrikarbeiter, Besitzer und Arbeiter von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unter- irdisch betriebenen Brüchen und Gruben zur Erörterung von Verabredungen und Vereinigungen zum BeHufe der Er- langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbe- sondere mittels Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter." Um eine Versammlung dieser Art habe es sich hier gebandelt. Hier sei nun die Versammlung von Verbänden ausgegangen, die außerhalb der Fabrik standen, wenn auch die Arbeiter ihnen angehören mochten. Jedenfalls sei sie nicht von diesen Arbeitern ausgegangen. Aus der ganzen Art der Einladung habe die Polizei mit Recht schließen können, daß es sich um eine öffentliche Versammlung handeln sollte. In der Einladung sei kein Wort davon erwähnt worden, daß nur solche Personen zugelassen werden sollten, die sich als Arbeiter der Fabrik legitimierten. Von Kontrollmaßregeln in der Hinsicht sei auch nicht die Rede gewesen. Zwar habe die Ueberschrift sich an die Arbeiter der Fabrik gerichtet. Das genüge aber nicht, die Versammlung auf solche Arbeiter zu beschränken. Sie sei aber auch als tatsächlich-öffetitliche Ver- sammlung anzusehen. Es seien(die Polizei sagt es) auch einige andere Leute dagewesen, die nicht zu den Arbeitern der Fabrik und nicht zu den Vertretern der Organisationen ge- hörten. Die bloße Aufforderung, sich zu entfernen, genügte keineswegs. Es hätten die einzelnen kontrolliert werden müssen, ob sie zu den Arbeitern der Fabrik gehörten. Nun habe zwar Kläger behauptet, es seien nur Arbeiter der Fabrik dagewesen. Ein Beweis dafür sei aber nicht erbracht worden. Somit sei die Klage verfehlt. Wucher und Betrug. Recht komplizierte Transaktionen mit Hypotheken und Grund- stücken bilden den Gegenstand eines umfangreichen Strafprozesses, der gestern unter Vorsitz des Landgerichtsrat Wilke vor der 7. Strafkammer des Landgerichts l begann. Angeklagt wegen ver- schleicrten und gewerbsmiis/igen Wuchers und Betruges sind der Chemiker und Hausverwalter Franz Nardenkötter und der Kauf- mann Richard Kaltfeick. Ter Angeklagte Nardenkötter war am 17. Febvuar 1903 wegen zahlreicher grober Kurpfuschereien zu 3 Jahren Gefängnis, 6 Jahren Ehrverlust und 3000 M. Geldstrafe verurteilt worden. Als er diese Strafe verbüßt hatte und sich nun eine neu« Existenz schaffen wollte, war ihm sein Name„Nardenkötter", den alle Welt kannte, hinderlich. Er versuchte durch einen mit seinem Schwager abge- schlossenen Adoptionsvertrag das Recht zu erlangen, den Namen „Lange" zu führen, hatte jedoch damit kein Glück, da das Kammer- gericht jenen Bertrag als Scheinvertrag ansah. Nardenkötter er- öffnete nun in Gemeinschaft mit dem ihm schon vom Gymnasium her befreundeten Mitangeklagten Kaltfeick in der Elsasser Straße ein �Finanzierungsgeschäft". Wie die Anklage behauptet, sollen'sich beide Angeklagten die Bestimmung des Bürgerlichen Gesetzbuchs, nach welcher von Dritten bezahlte Hhpotbckenzinsen bei der Zwangs- Versteigerung unmittelbar hinter deni Kapital der ersten Hypothek rangieren und vor Kosten, Zinsen und Kapital der zweiten Hypo- thck zu zahlen sind, zunutze gemacht haben. Auf diese Weise war die Möglichkeit gegeben, durch langandauernde durch Zession er- möglichte Zahlung der Zinsen der 1. Hypothek bei der Subhastation die zweite Hypothek völlig auszuschalten und so Eigentümer des Grundstücks selbst zu werden, da die Gläubiger der ersten Hypothek in den meisten Fällen mit dem für sie selbst dann kostenlosen Be- sitzwechscl einverstanden waren. Die Angeklagten erließen, wie die Anklage behauptet, um dieses System in Anwendung bringen zu können, Inserate folgenden Inhalts:„Zwangsverwaltung wende ab, wenn mit kleinem Kapital Regulierung möglich."— Zwischen den sich meldenden Hausbesitzern und den Angeklagten kam dann -ein Vertrag zustande, nach welchem sich letztere verpflichteten, die Hypothekenzinsen zu bezahlen, wofür sie sich, zumeist für Verwandte, den sog. Nießbrauch an dem Grundstück eintragen ließen. Aus diese Weise wurde der eigentliche Hauseigentümer mit der Zeit langsam ausgeschaltet und der Effekt war, nach Behauptung der Anklage der, daß die Angeklagten unter Aufwendung eines ver. hältnismäßig kleinen Kapitals Eigentümer des„sanierten" Grund- stücks wurden. Die Staatsanwaltschaft erblickt in diesem Vorgehen die Tat- bestandsmerkmale des Betruges unid des verschleierten Wuchers. Die Angeklagten bestreiten jede Schuld. Von den Verteidigern ist ein umfangreicher Entlastungsbeweis angetreten worden, sodaß für die Verhandlung vorläufig zwei Siyungstnge in Aussicht ge- nommen sind. Wir werden über das Ergebnis berichten. Telephonnervosität. In der SonntagSnummer berichteten wir über die Verhand- lung gegen einen Kaufmann Bruno Schulz, der wegen Beleidigung von Postbeamten bestraft wurde. Der Malermeister und Tapeten- Händler Bruno Schulz, Rcichenberger Straße 99, legt Wert daraus, festzustellen, daß er mit' dem Verurteilten nicht identisch ist. Wir kommen seinem Wunsch hiermit nach. Ein Musterpolizist. Vor etwa zwei Jahren interpellierte in der Elberfelder Stadt- vcrordnetenversammlung der sozialdemokratische Stadtverordnete Hoffmann den Polizeidezernenten über den Schutzmann Fischer I, der als Strafprotokollmachcr wahre Rekorde anfftellte und den Schrecken der Geschäftsleute und Wirte bildete. Nicht weniger als 150 Protokolle hatte Fischer in einem Monat gemacht. Der Polizei- dezernent erwiderte unserem Genossen, daß Fischer der m u st e r- gültigste und pflichttreueste Beamte von Elberfeld sei. Die Münchencr„Jugend" und andere Witzblätter belustigten sich damals weidlich über den Rekordprotokollmachcr und Musterschutz- mann. Am Donnerstag fand nun vor dem Elberfelder Schwurgericht ein Meineidsprozetz statt, in welchem besagter Fischer die Hauptrolle spielte und wo festgestellt wurde, wie die Strafprotokolle des Mustcrschutzmannes zustande gekommen sind. Angeklagt war der. Schutzmann Fischer wegen Meineids und Verleitung zum Mein- cid, und der Fabrikarbeiter Reiser wegen Meineids, Eine der Spezialitäten Fischers bestand darin, Wirte und Geschäftsleute, die außerhalb der festgesetzten Zeit Schnaps verkauften oder die Sonntagsruhe übertraten, zur Anzeige zu bringen. Mit unglaub- licher Gewissenlosigkeit ging Fischer hier vor. Er' suchte sich ver- lumpte Existenzen als Spitzel, mit deren Hilfe er dann, wenn kein Vergehen vorlag, ein solches provozierte. Der Mitangeklagte Reiser fungierte so als sein Spion, der, als Handwerksbursche verkleidet, das Mitleid des Wirtes erregen und außerhalb der Zeit, also mor- gens vor 8 Uhr, um einen Schnaps bitten mußte. Einer der Her- eingelegten, Gastwirt Pauli), beantragte gegen das Strafmandat von 9 M. gerichtliche Entscheidung. Bei der Gelegenheit beschwor der Spitzel Reiser dann, daß er aus eigenem Antrieb den Schnaps ge- fordert habe, und Fischer beschwor, daß er Reiser überhaupt nicht kenne. Aus Grund dieser beiden Meineide wurde der Wirt Pauli) dann verurteilt. Schließlich gelang es aber festzustellen, daß Fischer mit seinem Komplizkn am Abend vorher in einer Wirtschaft zu- sammen gesehen war. Der Spitzel Reiser hatte auch öffentlich damit renommiert, welche traurige Rolle er gespielt habe. Als dann das Meineidsverfahren gegen Fischer eingeleitet wurde, gab Reiser zu, daß er den Gastwirt auf Geheiß Fischers aufs Glatteis gelockt habe. Darauf versuchte Fischer den Reiser zu über» reden, er sollte Gedächtnisschtvächc geltend machen und sagen, er könne sein früheres Geständnis nicht aufrecht erhalten. Das balf aber Fischer nun nichts mehr, die Geschtvorenen sprachen beide des Meineids für schuldig. Fischer erhielt 2% Jahr Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, Reiser 1 Jahr Zuchthaus und die üblichen Nebenstrasen, Folgen der Tchundliteraiur L?or den Dortmunder Geschworenen hatten sich in den lehten Tagen zwei jugendliche Mörder wegen einer grauenvollen Tat zu verantworten. Die beiden jugendlichen Mörder, der ältere ist l9 Jahre, der jüngere kaum 17 Jahre alt, haben einen gleichaltrigen Freund in einem Walde in der Nähe von Dortmund erwürgt, um dem älteren Angeklagten die guten Schuhe des Getöteten zu vcr- schaffen. Dem ermordeten Freund zogen die Burschen dann die Kleidungsstücke aus. die sie für insgesamt 4 M. veräußerten. Daß Geld wurde am gleichen Tage im Zirkus, Kino und Automat auL- tcgeben. Die Tat blieb etwa zwei Wochen in geheimnisvolles >unkel gehüllt, weil die Leiche nicht rekognosziert wurde. DaS ist in großen Zügen der der Anklage zugrunde liegende Vorgang. Tie Angeklagten waren von vornherein geständig. Von'hnen wurden Schundromane nicht nur gelesen, sondern verschlungen. Da? LeseK dieser Lektüre war seit Jahren die Lieblingsbeschäftigung der Angeklagten, in der Wohnung des älteren wurde nach seiner Verhaftung ein ganze» Lager solcher Schundromane gefunden. Diese Lektüre brachte die beiden Burschen auf den Duhnen Gedanken, ein Räuberleben zu beginnen. Sie wollten in Zukunft nur »och von Morden und Rauben leben. Das einzige Motiv zur Tat ist nach dem Geständnis des älteren die Erlangung der Stiefel des Getöteten gewesen, die Tat selber ist in einem der Nic-Carter- Romane bis in alle Einzelheiten nachzulesen. Der Jüngere hat nur widerwillig, nach anfänglichem Sträuben, mitgemacht. Der Gefängnisarzt begutachtete: Da» Verbrechen fei für den Psychiater von dem größten Interesse. Die Angeklagten befänden sich im Pubertätsalter. Nach dem Zeugnis der Lehrer, Geistlichen und Arbeitgeber hätten sie sich zunächst gut geführt, dann hätten beide mit besonderer Vorliebe Verkehr mit kriminellen Jugend- lichen gesucht und dazu Stöße von Schundromanen gelesen. Die Pubertät bedeute aber nicht nur eine körperliche Umivälzung im Organismus de» jungen Manne», mit ihr seien dielmehr auch psychische Depressionen verbunden. Dem Ansturm der physischen und psychiscken Umwälzungen hätten die Angeklagten nicht stand- gehalten. Ethisch gefestigte junge Leute widerständen dem An- stürm der Pubertät, viele aber unterlägen gleich den Angeklagten. Die moderne, medizinische Wissenschast würde die Angeklagten als geistig minderwertig infolge Pubertät bezeichnen. Das Straf- gesetzbuch kenne diesen Begriff aber nicht, da die verminderte Zu- rechnungsfähigkeit als strafausschließender Grund im Sinne des Z 51 des Strafgesetzbuches nicht gelte. Mit Mühe setzte der Verteidiger durch, daß ein zweiter Gut- achter gehört werde, der bekunden soll, daß in derartigen Fällen nach Ansicht der meisten Aerzte Zurechnungsunfähigkeit im Sinne des§ 51 des Strafgesetzbuches vorliegt. Die Verhandlung wurde deshalb vertagt._ M Große Ausstellung von 50 verschiedenen Farben und Formen In meinen Schaufenstern. Beachten Sie diese vor Ihrem Einkaufe Eigene Fabrikation, direkter Einkauf fast der gesamten Rohstoffe in ersten Fabriken ermöglichen Beste Qualitäten Sehr billige Preise 65, 54, 48, 42, 34, 32, 28, 23, 18«. �oit&eOlikiß Schöneberg, Hauptstraße 161, Ecke Sfubenrsuchs/raße Die Ma6*nfertif ong eifolyl ohne Preil>uf*chla?, falls die passende Größe nikstt mehr TOrhanden Ist. HÖBEUIfREDIT g, XsgMM i GARDEROBE Anzahlungen auf Stube und RQehe 20 30 40 60 zum M. Moderne Schlaf-iSpeise-, Wohnzimmer BUNTE KÜCHEN Rollkrug H9™ann Neukölln TT Herren und Damen modern u. schick zn streng soliden Preisen 5 Mark Anzahlung an. Ton str. 257 W TEPPICHEN PORTIEREN... GARDINEN Sonntags von 12 bis 2 Uhr geöffnet. Mhaus Seusselstr. 15 1 und Verkaufacesclittn __ Riesen.Auswahl Ecke in neuen.und getragenen Herren« und Damen« Turmstr. Ulstern, Paletots, Anzügen.— Elegante neue Schuhwaren, Pelzkragen und Betten. £eihhaiis Apollo neben Apollo-Theater frieilridKtf. 215 (Kaufen Sie von Kavalieren getragene Jackett- , anzuge, Rockanzüge, Paletots, Ulster(auch auf Seide gearbeitet), Goldsachen, Uhren, Ketten, Ringe, enorm billig. Segen Vorzeigung diefer Hnnonet 10% Rabatt. = Sonntags geöffnet. Friedpichstraße 2I5j an der Kochstraße. | Iii' Hochelegante Räume für Hochxeitea, We f6r VD. Sammlungen, Bme, PHvrt- und V eroins-Festliahkeiten :: otto- � ag�srestswrant mk vorzögl. Köehe MÖLTER Sechs VerbaDcts-Ke�elbahoen mft gemütlichen Kegelstnbea Neukölln berliner öir. 47*48 Vollständig gratis erhilt unsere werte Kundschaft ein nach Jeder Photographie herzuatellendea Astoria-Kunstporträt wenn die Einkäufe Innerhalb eines Monats den Betrag von M. 25 erreichen. Sammeln Sie die gestempelten Kassenzettel Astoria Kunstporträts sind erstKUssige Erzeugnisse der PorträtHnnst gleichen in ihrer Ausführung den von altersher geschätzten künstlerisch wertvollen Malerelen auf Porzellan u. Elfenbein V Ganze Wohnungseinrichtungen. Zimmer- und Küchen-Einrichtungen, sowie jedes StUck einzeln zu den billigsten Preisen in guter, gedieg. Arbeit empfiehlt Wilh. Sambrecht, Berlin SW., Slmeonstr. 19. Verlangen Sie, bitte, illustrierte Preisliste. Ulster in 26 Größen fertig am Lager; IICSO�?0 29so i250 Ld 36.- 88.- 42.- 46.- 48.- 80.- 84.- 88- 80- 78- m. Ulster M„rel?eT QOSO 28" 27- tc 29- 84- 86'" 88- 42- 48,- 48- 82.- 56.-»• Paletots Q458 28.- 29.- 82 86.- 40.- 42.- 48. 52.- 58.- 75.-». Sämtliche Ulster und?atetots sind in meinen Sohsufenstern ausgestellt. SonntagsnVcrkauf imp von 12—2 Uhr. M. Schulmeister Berlin SO. 26, Dresdener Str. 4 Hochbahnstatlon Kottbosoi? Tor. Buchhandlung Vorwärts Berlin, lindenstr. 69(Laden). Sozialdemokratisehe Jlnssehriften Heft 1: Sozialdemokratie und Arbellerversicherung. Heft 9: Volksbildung. Wissenschaft, Kunst und Soziatdnmokratln. Heft 8; Sozialdemokratie in den Gemelnderertre- tungen. Heft 4; Dia Sozialdemokratie und die technischen Angestellten in Industrie u. Gewerbe, Bergbau. Schiffahrt u. Landwirtschaft. Heft 5: Die Sozialdemokratie und das Heer. Heft 6: Lebensmittelwuoheru. Warenteuerung. Heft 7: Beamtenschaft und Sozialdemokratie. Heft 8: Die indirekten Steuern und Zölle. Wer sie zahlt und wem sie nützen. Heft 9: Warum muüt Du So- zlaldemokrat sein? Heft 10: Die Sozialdemokratie als Arbeitgeberin und Unternehmerin. Heft 11: Bis Landbevölkerung und die Sozialdemokratie. Preis lör M Heft 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69(Laden) Wie wird die Staatsangehörigkeit erworben? Ein Führer durch das Recht der Staats- und ReiohtangehSrigkeit. Von H. Belms. Preis 25 Pf. 24TI19 Paul Ihlenfeld VornehmeMaßschneiderei- Herrenbekleidung Atelier Im Hauee unter Leitung vom erstklassigen Zusehneider Emil Preuss,T urmslrasss 58 Herbst- und Wlnter- Heiihelten 1912/13 Empfehle nach Mass 4500500060006500 7000 75°° bis 120°° nach Mass Herren-Dlster Gehrock-flnzDse, Smokings s: nach Maas 45°050°0550060#0 65°° di. 120°° 45°° 50°° 55°° 60°° 85°° 70°° 75°° 00°° nx auf 55°° 65°° eide bis 150°° Herren In gesickerter Position rflnme gflnstlge Zchlnngs- Bedingungen elnl| Englische und deutsche Stoffe stets in gpossar Auswahl sorrltlgl Keine Musterl'W Lieferant der Keneum-QenoMeneehaft Berlin und Umgegend Zossener Str. 38 1 38 Wolmungs-Einriclituiigen in einfacher und moderner Ausführung. Günstigste Kaufgelegenheit für Brautleute. Spezialität: 1 u. 2 Stuben-Ginrichtungen mit Küche. ttehr geringe Anzahlung. Kleine wöchentliche oder monatliche Raten. LaBgllfarige Garantie. Riesige Aaswahl. Anerkannt größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit, Möbel-Kaufhaus VI. dwoldstaul», Zossener Str. 38, part. u. I. E<5ke Knelsenan.tr. Zossener Str. 38 Zossener Str. 38 Moderne preiswerte Ulster und Paletots' le beTTonsgend guter Finfotm eratklaaslger Verarbeitung und nur eigener Fabrikation. m 119.- 26.- 34.-38.- 42.-48.-55.-60.-»ii98.- SM vormals Adolph Wormann Kottbuser Damm 77 Herren» u. Knaben» Kleidung Turmslr. 44 Anzüge, Paletots, Ulster. ----------- Vornehme Maß-Anfertigung. 1 Zuschneiderei u. Werkstatt im Hause. j Möbel F. Janitzkow, Berlin XW. Äl, Tnrmstr. 45. Großes Lager einfacher wie eleganter Wohnnng;s-Binriehtnugen 1 In Jeder Frelalage.- Beeichtigung erbete«. Fernruf: Amt Meablt No. 7947. mmmmmmmt: Der Ulster ist die grosse Mode Unsere Hauptpre'islagen für Herren-Ulster M. 24.- 27.- 29.- 32.- 34.- 37.- 29.- 44.- 43.- 52- 57.- Unsere Hauptpreislagen für Herren-Paletots M. 19.- 22.- 24.- 27.- 29.- 32.- 27.- 42.- 47.- 49.- 54.- Unsere Hauptpreislagen für Herren• Anzüge M. 17.- 19.- 22.- 24.- 29.- 34.- 37- 39.- 44- 49- 52- Herren- Hosen m 1.95, 2.95, 3.50 bisM 18.00 Phantasie- Westen m. 1.85, 2.75, 3.75 bisM 13.50 Herren- Loden-Joppen m.5.50, 6.50, 8.00 bis m. 24.00 Loden- Pelerinen m 7.00,8.50,9.75 bisM 22.00 Burschen-, Knaben- und Kinder-Garderobe bringt in allen Artikeln eine grosse geschmackvolle Auswahl. Unsere Massabteilung bietet eine grosse Auswahl modemer, aparter Stoffe, bester deutscher Fabrikate. Die Anfertigung geschieht unter Garantie für tadellosen Sitz und Ausführung. Unsere Hauptpreislagen für Anzüge sind 54, 59, 64, 67, 72, 74 M. Besichtigung ohne I Kaufzwang erbeten! 1 Tuchgesellschaft, Kotlbuser Damm 16-17 Spezialhaus für Herren- und Knaben-Kleidung. Btaehten Sie mein Angebot! Ich verkaufe Paletots, Ulster, Joppen, Anzüge, neu und getragen, zu noch nie dagewesenen nilligen Preisen. Gardcrobcnhaait Kotlbuser Damm 99, laden Zöpfe Turbane, Lockentuffe. Billigste Bezugsquelle. Aus ausgekümmten Haaren fertige samtliehe Haararbeilen . Otto f. Kalla, " Erkslr. I Roter Laden. Sehöneberg, Hauptstr. 108. Spezialhaus für WU-I.SMWW. Oute Qualitäten, sachgemäße Bedienung. Billige Preise sind auf jedem Gegenstand deutlich vermerkt und streng fest* ©:©:©:©:©:©:©:©:©:®:© M(D 3 8 i Wir bieten soliden Leuten Gelegenheit zur leichten Anschaffung von einzelnen Stucken und ganzen Einrichtungen, speziell für Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Mäßige Anzahlung, kleine monatliche Raten. Unsere Preise sind an jedem Stück deutlich vermerkt und bei weitem niedriger als sonst bei Teilzahlungskäufen üblich. Diskrete Lieferung, keine Einkassierer. Durch Lieferung nur dauerhafter Möbel, kulantes Entgegenkommen bei Zahlungsstockungen und durch Weiterempfehlung seitens unserer Kundschaft ist unser Geschäft in fünfzehnjährigem Bestehen von Jahr zu Jahr gewachsen. Jeder Versuch führt zu dauernder Kundschaft. MSbelgeschaft Gottschalk£ Co. Alvenslebenstraße 6 Ä,!. Mitglied des Vereins Berliner Möbel-Industrieller Sonntags geöffnet GGGGGGGGGGGG Fahrräder:: Granunophone Nähmaschinen == Sämtliche Zubehörteile.=• Elgent Reparatur-Werkstätten Verkauf gegen bar sowie Teilzahlung. Fritz Magdeburg, 1. Geschäft: Baumschuienweg, Baumschulenstr 93 B. 2., Ober-Schöneweide, Edisonstr. 54.* müiwn SKh. schrbeelkn Dbreo uDd Goldvaren präzise reparieren lassen wollen in der billigen BhreD- d. Goldwaren-Zentrale Dresdener Strafte 80 (neben Thalia-Theater). Vorwärts-Leser 10 0/0 Rabatt. Moderne tM«e Herbst"Blusen I Kostam-Rfiche 39S Cheviot.............. tzM Nolr6-lupon 39S statt........... 4.65 Warenhaus Lachmann& Scholl Turmstrasse 76° Ottostrasse 1 Schürzen SVk.sVun- Tee-Schürzen 95 pf Hausschürzen Biu.ea(onn 1.75 Stickerei-Schürzen... 1.45 Kinder- Hänger«Tw«??4 98 pf. Wirtsch.-Schürz.«tr.wVu 98 Cniuln i?a�;ch.le.d: f Cnmln PM... 5" Gomin Uelours 6" Wäsche Damen-Hemden eieg.Dt.. 1.95 Damen-Beinkleider— 1.95 Wollene Röcke... 1.45 1.25 Unterröcke£der flanell 2.95 Weisswaren Südwester.. 1.45 95?' Südwester Pi,......... 1.85 Südwester samt.. 2.85 1.95 Strauss- Kolliers...... 2.85 Robespierre-Krag. 1.65 98 pi Trikotagen Reform-Beinkleider.«..1.18 Damen-Westen— U48 Normal-Beinkleider..... 1'zg Taillen-Tücher......... l!25 Untertaillen Trikot______ 95 p,. Zucker W Billige Lebensmittel"Wi 6 Pfund 105 Viktoria- Erbsen-- p"-»» 19?'- Zehnen......... p'»»« IL � Linsen.......... 1'fund 16?' Reis.- p'uud 28, 24, 1 8?'. Weizenmehl- 19, 16� Rotwurst........ p'und 55 p'. Landleberwurst•• p'und 93?'- Zwiebelwurst____ p'und 65?'■ Fleischwurst— p'nnd 98?' Berl. Mettwurst•• p'una 73?' Brüh- Polnische.. Pfund 70 pf- Kakao Pfund 68 pf. Kassler........ pruna 85 p'- Pökelkamm____ Pfund 90?' Frische Spitzbeine pfd. 30?'■ SpeCk fe«"••• P'und 98 Pf- Schinkenspeck.pfuoa 1.25 Mausschinken.. Pfund 1.30 Schweizer Käse.. Pfund 98?'• Tilsiter Käse____ pm-d 85?'- Naturbutter Pfund 68«• Holst.Pflanzenbutterpid. 78?'■ Marmelade 2 Pfund-Eimer 55?' Strumpfwaren Damen-Strümpfe f«.P"r 43« Woll. Dam.-Strümpfe p»« 58 w. Herren-Socken'«mw). p«, 33 pt, Herr.-Sock. woiietpiatt.p»«t43pf Füssiinge"ine wotie. p*« 45 pt. Herren-Artikel Kragenschoner—... 48 w. Hosenträger... 78, 53, 48 w. Schirmmützen....... 63 2 Post. Krawatten oK zum Aussuchou...... 40**.| Q Pf AngestaubteOberhemden 1.95 Ein sr. Posten Regensciiirme 2.95 1.95 Dcranlwortlicher Redakteur: Alsreh Wielepp, Neukölln, Zürnen Lnleratenleilverantw.: Ti�- Glocke. Berlin. Druck u.«erlag; Borwärt« Buchdruck«« u. Be rlagSanstatt Paul Singer u. Co., Berlin 3W.