Nr. 254. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 Mr., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 29. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Etellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg.,. jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Südwestdeutsche II. Mittwoch, den 30. Oftober 1912. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. Wirtschaftsfragen.") über Metz nach Straßburg( wobei sie den französischen Mosel- schlag( für die ablehnende Haltung der preußischen Regie" 1 Nun stelle man sich den Zustand vor, wenn die Mosel nur richtige Belehrung der Parlamente vor. Der Eisenbahnbis Diedenhofen kanalisiert wird! Dann können die loth- minister Breitenbach habe sodann vor dem Reichstage ringischen Landeserzeugnisse auf dem Wasserwege nur nach am 28. November 1910 direkt zugegeben, daß Einflüsse Reichsdeutschland gelangen, wenn sie den gewaltigen Umweg der nordwestlichen Eisenindustrie den Aus= und Rhein- Marne- Kanal zu passieren haben) benußen. Die rung zur Mosel- und Saarkanalisierung) gegeben bedeutend kürzere Strede von Diedenhofen nach Koblenz ist hätten. Das können doch nur Einflüsse rein Zwischen dem Vorgehen der Partikularisten im elsaß- unschiffbar, weil die preußische Regierung sich gegen seine persönlicher Art sein." Man kann einer Regierung faum schwerere Vorwürfe machen, als es hier seitens der Tothringischen Landtage und dem Verhalten der preußischen Kanalisierung sträubt! Regierung bei der Beratung des Schiffahrtsabgabengefeßes Durch die Verweigerung der direkten Wasserstraßenver- Saarbrücker Handelskammer in offizieller Form geschieht. Die Antwort an Herrn Sydow spricht dann weiter von besteht ersichtlich ein gewisser Zusammenhang. Das Minette- bindung mit dem Rheinstrom genötigt, wird die reichsländische gebiet bedarf eines billigen Zufuhrweges für seine maffen- Volkswirtschaft wohl oder übel das Schwergewicht ihrer Aus- der Empörung", die im Saargebiet durch die Haltung hafte Brennstoffeinfuhr, als die Eisenbahnen sind; es be- tauschbeziehungen inimer stärker nach dem Westen verlegen der preußischen Regierung hervorgerufen sei. Der beannötigt auch einer billigeren Verbindung mit dem Osten und müssen, wozu die schon vorhandenen billigen Transportwege standete Bericht gebe nur ein stark gemildertes dem großen Weltmarkt für den Absatz seiner gewaltig ohnehin einladen. Da aber aus den materiellen Daseins- Bild von der hochgradigen Erregung, welche steigenden Erzförderung, seiner Eisen- und Stahlproduktion. bedingungen eines Landes die richtunggebenden politischen im Saargebiet über das Vorgehen einer Königlich preußischen Die lothringische Roheisenproduktion ist von 293 615 Tonnen Stimmungen erfließen, so können sich die Welschlinge" nichts Staatsregierung gegen die Kanalisierung der preußischen im Jahre 1881 auf 1728 973 im Jahre 1911 gestiegen und Besseres wünschen, als daß die preußische Regierung auf ihre Mosel und der preußischen Saar herrscht". Das Königlich nimmt weiter zu. Im westlichen Grenzlande hat sich ebenfalls Erschwerung des Austauschverkehrs der elsaß- lothringischen Preußische Staatsministerium habe die wirtschaftliche Enteine steigenden Absatz heischende Bergwerks-, Eisen- und Landeserzeugnisse mit dem Osten und Süden besteht. Das wickelung eines bedeutsamen Gebietes" nicht, wie geschehen, Stahlindustrie entwickelt; desgleichen in Luxemburg und bereits fast erstorbene Protestlertum gewinnt neue und reich- zu bekämpfen, sondern zu fördern: Belgien. Somit wird die rasch wachsende eljak- lothringische liche Nahrung. „ Die Nichterfüllung dieses Gebots hat eine tiefe EntIndustrie auf Gewinnung östlich und südlich gelegener Ab- Daß hiermit nicht zuviel gesagt ist, lehrt ein merkrüstung erzeugt, und man hört vielfach, daß satzgebiete und auf die überseeische Ausfuhr verwiesen. Sier aber würdiger Briefwechsel zwischen dem preußischen Hanman zur hundertjährigen Zugehörigkeit des begegnet sie der durch Wasserstraßen und ihren vorzüglichen dels minister und der Handelskammer SaarSaargebiets zu Preußen(!) in wirtschaftlicher überreichen Brennstoff begünstigten niederrheinisch- brüden. Der Saarbrücker Handelskammerbezirk ist wegen Hinsicht mit sehr gemischten Gefühlen gegen= westfälischen Konkurrenz. Dieser ist durch die feiner engen Wechselbeziehungen mit dem Minettebezirk wie übersteht(!). Eine für diese Gelegenheit bon Rheinschiffahrt ein billiger Weg bis tief in Süddeutschland dieser lebhaft interessiert an der Mosel- und Saarkanaligewisser Seite angeregte Ausstellung ist wesenthinein geöffnet. Wenn die im Schiffahrtsabgabengesetz vor- fierung, muß wie jener danach trachten, für seine Industrielich nur aus diesem Grunde gescheitert!" gesehene Kanalisierung des Neckars bis Heilbronn, die Main- erzeugnisse einen billigen Wasserweg zum Meere zu bekommen. Wenn in so scharfer Weise sogar eine preußische Handelsfanalisierung bis Aschaffenburg fertig ist, dann können die Unverblümt ließ sich der Saarbrücker Handelskammerbericht niederrheinisch- westfälischen Werke ihre Produkte noch billiger für 1910 dahin aus, durch seine feindselige Haltung kammer, zu deren tonangebenden Vertretern Mitglieder des und tiefer in jene süddeutschen Landesteile transportieren, gegen die Mosel- und Saarkanalisierung" Dreiflaffenparlaments und sogar ein preußisches Herrenhauswelche die jüdwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie, d. h. die habe das preußische Staatsministerium die Unzu- mitglied gehören, das in erster Linie auf die Bedürfnisse des lothringische und die im preußischen Saargebiet, als ihr friedenheit des Gewerbe- und Handels- ostelbischen Großagrariertums zugeschnittene Schiffahrtsnatürliches Absatzgebiet zu betrachten veranlaßt ist. standes im Saargebiet außerordentlich stark abgabengesetz beurteilen, dann kann man sich vorstellen, welche Man hat in Südwestdeutschland, nachdem die separate vermehrt". Der deutsche Südwesten," so hieß es weiter Empfindungen diese echt preußische" Tat im Reichslande Kanalisierung der Mosel und der Saar immer wieder auf die sucht hinter diefer unbegreiflichen auslösen mußte! Es ist auch hochlehrreich; aus dem Briefwechsel zwischen lange Bank geschoben worden war, bestimmt erwartet, daß Stellungnahme persönliche Einflüsse und in das Schiffahrtsabgabengesetz auch die längst erhobene und persönliche Misstimmungen, da sie sich durch Saarbrücken und Berlin zu erfahren, wie das„ patriotische triftig begründete vollständige Schiffbarmachung der ge- fachliche Erwägungen überhaupt nicht er Gefühl" auf eine Vernachlässigung der wirtschaftlichen Interessen reagiert. Herr Sydow gab unterm 20. Juli v. J. nannten beiden linksrheinischen Flußläufe vorgesehen würde. flären lassen." Es war ja auch schon in der Reichstagskommission ein Passus Auf diese scharfe Kritik seiner Haltung antwortete Herr auf diese Manifestation der Saarbrückener Industriellen eine im§ 2 des Schiffahrtsabgabengefeges beschlossen, wodurch das Minister Sydow in gereizter Weise, jene Bemerkung über- bedauernde" Antwort, die dann auf seinen Wunsch nebst den an sich verwerfliche, auch verfassungswidrige Gesetz für das schreite nach Form und Inhalt das Recht der Handels- zugehörigen Aktenstücken von dem Handelskammervorstand siidwestdeutsche Wirtschaftsgebiet wenigstens einen gewissen fammer", sich über Maßnahmen und Entschließungen staat-( augenscheinlich mit Vergnügen) den Interessenten zur KenntLastenausgleich geschaffen hätte. Da aber trat das licher Behörden zu äußern. Deshalb sei die Handelskammer nis gebracht wurde. Wer dabei unter die Räder gekommen ist, preußische Handels. und Verkehrsministeersucht worden, sich darüber zu äußern, wie sie so I che Vor- kann keinem Zweifel unterliegen. rium in fchroffer Weise gegen die Einbe- würfe und Verdächtigungen glaubt recht- Unsere Genossen im elsaß- lothringischen Landtage werden ziehung der Mosel und Saar in den rheini- fertigen zu können". Die Handelskammer suchte in ihrer sich auf im Grunde genommen reaktionäre Experimente a la schen Stromverband auf! Antwort zwar der Form" eine harmlosere Deutung zu geben, Verhüttungszwang nicht einlassen. Auch bei der sonst noch in Es ist wohl noch in Erinnerung, wie im Reichstage die führte aber zum Inhalt" aus, daß sie in der Sache auf ihrer Aussicht gestellten Bergwerksgesetzgebung werden die SozialGenossen Böhle- Straßburg und Frank- Mannheim den Kritik beharren müsse. Längst sei die durch das preußische demokraten darauf sehen, daß nicht unter partikularistischem Forderungen der preußischen Regierung entgegentraten. Auch Handelsministerium und das Eisenbahnministerium gelegent- Deckmantel die Geschäfte einer gewissen Clique besorgt werden. Abg. Bassermann legte sich für die Mosel- und Saar- lich der Beratung des Schiffahrtsabgabengesezes erneut auf Die zeitgemäße und dem Gemeinwesen nützlichste Maßregel fanalisierung ins Zeug, hatte aber nicht alle seine Fraktions- gestellte Behauptung widerlegt, die Mosel- und Saarkanali- ist die Zurücknahme des dem Volke durch die induſtriekapigenossen hinter sich. Mit Hilfe der liberalen" Sezessionisten, fierung würde die Eisenbahneinnahmen ungünstig beeinflussen talistische Gesetzesmacherei entrissenen Verfügungsrechtes über der Konservativen und Klerikalen sette die preußische Junker- und bedeute eine einseitige Bevorzugung des südwestdeutschen die mineralischen Bodenschäße und ihre Verwertung regierung ihren Willen durch, das Gesetz wurde ohne Berück- Wirtschaftsgebietes. In dieser Beziehung wirft die Handels- zum Vorteil der Allgemeinheit, nicht zur Büch sichtigung der südwestdeutschen Kanalforderungen berab- fammer dem preußischen Ministerium unverblümt un- tung von millionenreichen Monopolisten. schiedet. Zum Ueberfluß wurden durch dieses Gesetz die oberrheinischen Gebiete, das Elsaß und das badische Oberland mit den stärksten, die Güterzufuhr verteuernden Schiffahrtsabgaben belastet. Das mußten die Elsaß- Lothringer als eine echt preußische" Brüstierung empfinden und das Gefühl erwecken bezw. bestärken, daß abjichtlich die Entwickelung des südwestdeutschen Wirtschaftsgebiets gehemmt werden solle. Kampfpause. Ueber wenige und nur unbedeutende Zusammenstöße wird| Kriegsschaupläzen steht die Kriegslage im Zeichen Heute berichtet. Damit ist nicht gesagt, daß das Meer von eines neuten Aufmarsches. Die türkischen Heeresleitungen Blut, das schon aus Zehntausenden von Menschenleibern ge- müssen darauf bedacht sein, die Rückzugsbewegung flossen ist, jetzt abgedämmt wird. Im Gegenteil. Die Ruhe zum Stehen zu bringen und die auseinandergezogenen Kann man sich wundern, daß aus diesem echt preußi- dieser Tage ist nur der Zwischenakt, der neuen und blutigeren Truppenkörper zu einem verzweifelten Widerstande zu konschen" Vorgang die partikularistischen Kreise im Reichslande Kämpfen vorausgeht. Jezt wird nicht an den Stampfesmut zentrieren. Serben und Bulgaren aber müssen danach trachten, Rapital schlugen? Bei den verschiedensten Gelegenheiten im der Soldaten, sondern an ihre Marschfähigkeit appelliert. Es diesem Widerstand mit einer möglichst großen und geschlossenen Landtag kam die Erbitterung über die Hintansehung der mögen gewaltige Strapazen sein, die jedem der feindlichen Heeresstärke entgegenzutreten. Dabei ist besonders auf dem südwestdeutschen Wirtschaftsinteressen seitens der preußischen Heere jetzt zugemutet werden, Strapazen, die durch östlichen Kriegsschauplage bei den bulgarischen Regierung lebhaft zum Ausdruck. Und die bekannte schlechte Wege, rauhes und regnerisches Wetter und Truppen, die in die Flanke der türkischen Armee am ErgeneScherbenrede" goß noch mehr Del ins Feuer. dürftige Kriegsverpflegung vermehrt werden. Auf allen flusse kommen sollen, der Aufmarsch durch Gewaltmärsche zu Der Erleichterung des Warenaustausches dienen verbilligte Transportbedingungen in hervorragender Weise. Darum ist die Sozialdemokratie stets für die Schiffbarmachung der Flußläufe und Anlegung von schiffbaren Kanälen eingetreten. Die elsaẞ- lothringische Regierung hat nun dem Landtag einen„ Generellen Entwurf für die Kanalisierung der Mosel von Met bis Diedenhofen für Schiffe von 300 Tonnen Tragfähigkeit" zugestellt. Wird dies Projekt verwirklicht, so ist zivar das Lothringische Industriegebiet südlich Diedenhofens unmittelbar an das reichsländische Kanalnez und durch dieses mittels des Rhein- Marne- Kanals und seinen Anschlüssen mit den französischen und belgischen Kanälen verbunden. Aber der wichtigste Wasserweg für die Verbindung Lothringens mit dem Saar- und dem niederrheinisch- westfälischen Industriegebiet und darüber hinaus mit den Ostseehäfen fehlt dann immer noch. Der wäre geschaffen durch die Kanalisierung der Mosel von Diedenhofen bis Koblenz. Die volle Schiffbarmachung der Saar müßte sich anschließen, um dem ganzen süddeutschen Wirtschaftsgebiet den Vorteil einer billigen Wasserstraße zu gewähren. *) Siche Vorwärts" Nr. 248, Tschirmen Arda Marasch Maritza Hafsa Dere Tartar Dere Geb. Mustafa Pascha Hasara Hasana Kirk Kilisse Kaunkoi ADRIANOPEL O Gerdeli strandsh Uskiap Urgas Skenderkop Hasköi Lefedsh Pinaki Midia Bosnakoi Bunar Hissar Wisa Asboa Kirkkoi Sarai Lüle Burgas Jstrandsha Podsh Ergene Carlikoi Tscherkeskoj Gesprengfe Bricke Tscharlu- D Quartie 8343 Demotika Usun Kjöpry Hafsa Hapsa Uröklu Jenikäi Eski Baba Ergene Türken Bulgaren Airo- bal 05 10 20 30 Die militärische Lage im östlichen Macedonien. Maritza Ergene 40 Km. Tschorlu( Turk Haupt beschleunigen. Der birgt aber die Gefahr in sich, daß die hat sich an den beiden letzten Tagen namentlich infolge Bulgaren mit überanstrengten Mannschaften und aus- energischen Eingreifens des Kriegsministers entschieden gegepumpten Pferden ins Gefecht gehen müssen. beffert. Da jetzt erst(?!) Linientruppen bester Qualität aus dem Innern Kleinasiens eintreffen, um in die Front abzugehen, wird hier den letzten Kämpfen feine irgendwie entscheidende Bedeutung beigemessen. Die Bulgaren scheinen sich vor Adrianopel doch auf eine längere Belagerung einrichten zu müssen. Ein Sturm auf die Festung würde der Armee zu viel Kräfte entziehen, die für die entscheidende Feldschlacht dringend gebraucht werden. Die Aushebung der älteren Jahresklassen der Landwehr in Bulgarien läßt darauf schließen, daß es sich um Menschenmaterial handelt, das in den Laufgräben und Batterien der Belagetungsarmee die Strapazen eines Herbst- oder gar Winterfeldzuges auf sich nehmen muß. Wenn auch die letzten Wochen den Nuhm der heldenmütigen Verteidiger von Blewna arg verdunkelt haben, so beweist die tapfere Verteidigung Stutaris, daß die Türken im Festungskriege noch ihren Mann stehen. Eine Ergänzung der Kriegsdrohungen des Königs Carol. Bukarest, 29. Oktober. Das neue Kabinett gab folgende Erklärung ab: Die Konservativen und die Konservativ- Demotraten haben sich zu gemeinsamer Arbeit vereinigt, mit dem Wunsche, in den inneren Fragen ein ebenso vollständiges Einbernehmen herbeizuführen, wie es auf dem Gebiet der auswärtigen Konstantinopel, 29. Oftober. Ein halbamtliches Com- Politik bereits jetzt besteht. Diese äußere Politik, die feit muniqué erklärt, nach Telegrammen, die dem Kriegs- langer Zeit beständig und gegen innere Strömungen gesichert ist, ministerium zugingen, habe die Armee in voller Ordnung wird von der einstimmig anerkannten Autorität des Königs die Vorwärtsbewegung begonnen. Dem Ver- Carol, die stets die wirklichen Interessen des Landes im Auge nehmen nach wird sich der Thronfolger, der den Rang eines Marschalls bekleidet, auf den Kriegsschauplatz begeben. Weltlicher Kriegsfchauplatz. Die Serben in Köprülü. Belgrad, 29. Oktober. Amtlich wird bestätigt, daß röpülü von den serbischen Truppen eingenommen worden ist. Belgrad von Verwundeten überfüllt. Die antlichen, aus Konstantinopel kommenden Nachrichten flingen ziemlich zuversichtlich. Das ist natürlich vom Standpunkt der Türkei aus schon aus politischen Gründen erklärlich. Db aber der Optimismus der türkischen Regierung berechtigt ist, werden die friegerischen Ereignisse der nächsten Belgrad, 28. Oktober. Infolge der großen Zahl der Tage erweisen. Der organisierte Massenmord und alle täglich eintreffenden Verwundeten mußten sämtliche Schlachtengreuel werden bald eine neue furchtbare Auflage Schulen als Spitäler eingerichtet werden. Das erleben; die sogenannten Sulturnationen" Europas aber Kriegsministerium fordert alle mit der Krankenpflege vertragen ihr vollgerüttelt Maß Schuld an diesem Wüten der trauten Frauen und Mädchen auf, sich in den Dienst des Noten Kriegsfurie. Kreuzes zu stellen. Bisher sind 1500 Verwundete eingetroffen. Die Bevölkerung spendet den Verwundeten Speise, Getränke, Geld und Blumen. Vor den Spitälern stehen täglich Hunderte von Bauernfrauen, welche auf Einlaß warten. Von der Zerrissenheit der Lage in der Türkei zeugt die Nachricht von der Demission des Großwefiers Gazi Ahmed Muktar, des Vaters des bei Kirkfilisse besiegten Generals, an dessen Stelle Kiamil Bascha tritt. Dieser Ministerwechsel stimmt sehr wenig zu der energischen Sprache, die aus den heutigen Meldungen aus Ronstantinopel tlingt; sie bedeutet aber auch eine Stärkung des englischen Einflusses am Goldenen Horn. Ministerwechsel in Konstantinopel. Konstantinopel, 29. Oftober. Der Großwefir Ghazi Ahmed Mukthar hat demissioniert. Kiamil Pascha ist zu seinem Nachfolger ernannt worden. Verschärfung des Belagerungszustandes in Konstantinopel. Konstantinopel, 29. Oktober. Der Belagerungszustand ist seit gestern abend verschärft worden. Oeftlicher Kriegsfchauplatz. K. Die Belagerung Adrianopels. Sofia, 29. Oktober.( Meldung des Wiener K. R. Telegr.- Korresp.- Bureaus.) Da die bulgarische Armeeleitung erfahren hat, daß Adrianopel nicht genügend mit Lebensmitteln versehen ist, und da sie die schweren Verluste, die eine Erstürmung hervorrufen würde, vermeiden will, scheint sie vorläufig die Absicht einer Erstürmung fallen gelassen zu haben und eine planmäßige Belage rung bezw. Aushungerung der Festung zu beabsichtigen. Vom montenegrinifchen Kriegsfchauplatze. Ein montenegrinischer Erfolg im Norden des Sandschak. Rieka, 29. Oktober. Die montenegrinischen Truppen haben gestern mittag Plevlje besett. hat, weise geleitet. Die neue Regierung hofft um so mehr den Anforderungen der Lage entsprechen zu können, als die rumänischen Staatsfinanzen sich in außergewöhnlich blühender Verfassung befinder und ein tapferes eer stets für alle Eventuali. täten bereit ist. Alles das sind Garantien dafür, daß Rumänien, deſſen Beziehungen zu allen Staaten die besten sind, wahrt, auf den es ein Recht vermöge der Stellung besitzt, die in etwa möglichen Verwidelungen den Platz sich es fich in Europa durch seine anerkannt kluge Haltung erworben hat. * Die Sitzung des Internationalen Sozialistischen Bureaus. Brüssel, 28. Oktober.( Eig. Ber.) Die Sigung des Bureaus findet im weißen Saale des Voltshauses statt. Anwesend sind folgende Delegierte: Für Deutschland: Haase, Molkenbuhr, Kautsky; Desterreich: Dr. Adler; Polen: Rosa Luxemburg, Diamand; Ungarn Kroatien: Weltner, Garami, Bukseh; Böhmen: Nemec, Soukup, Bruha, Kolar; Belgien: Vandervelde, Anseele, Furnemont, Huysmans ( Sekretär); Dänemart: Stauning, Madsen; Spanien: Fabra Ribus, Emilio Corrales; Frankreich: Jaurès, Vaillant, Angèle Roussel, Longuet( Ersagmann); England: Goldstone, Bruce Glasier, Quelch; Italien: Angelien Balabanoff, Agnini; Holland: Troelstra; Rußland: Blechanow, Rubanowitsch, Merkel( Letten); Schweden: Branting; Schweiz: Studer; Türkei: S. Nahum. Huysmans teilt mit, daß folgende Bureaumitglieder ihre geschickt. Die Zulassung der Presse wird auf die Vertreter der Bentralorgane der angeschlossenen Parteien beschränkt. Die internationale Situation. Zum ersten Punkt: Die internationale Situation ergreift Dr. Adler: Stompliziert wird die internationale Lage noch durch das eigenartige Verhalten Rumäniens. Zwar werden die Der öfterreichische Minifterpräfident Meldungen über Mobilisation von der dortigen Regierung gegen den frieden um jeden Preis. amtlich dementiert. Aber die Bewilligung der Heereskredite und das Zugeständnis, daß die Truppenteile auf„ BereitschaftsWien, 29. Oktober. Abgeordnetenhaus. Bei der Fortsetzung stärke" gebracht werden, lassen darauf schließen, daß auch Ru- der ersten Lesung des Staatsvoranschlages erklärte Ministermänien seinen Anteil an der allgemeinen Beute begehrt. präsident Graf Stürgth in Beantwortung der an ihn geWorin dieser bestehen soll, ist noch nicht recht klar. Eine Mo- richteten Interpellationen über die kriegerischen Er- Abwesenheit entschuldigt haben: Bebel, Guesde, Nissen bilisierung Rumäniens fann sich aber nur gegen Bul- eignisse auf dem Balkan: Die Ergebnisse des bisher ge-( Norwegen), Laptschewitsch( Serbien), Satasow, garien richten. Das würde aber Rußland auf den pflogenen Gedankenaustausches berechtigen zu der Hoffnung, daß Stir tow( Bulgarien).- Dr. Ratowski( Rumänien) wird Plan rufen, und die Gefahr eines europäischen Krieges würde es gelingen wird, der Monarchie die Segnungen des Friedens erst am Abend eintreffen. Ein Begrüßungstelegramm hat die drohender denn je. auch fernerhin zu erhalten. In bezug auf die in der Interpellation Sozialdemokratie Bosniens und der Herzegowina aus Serajewo des Abgeordneten Bernerstorfer und Genossen vorgebrachten weitergehenden Wünsche wegen Erhaltung des Friedens in jebem Falle kann ich betonen, daß unser Auswärtiges Amt gewiß teinerlei aggressive Biele verfolgt. Ich muß jedoch beifügen- und diese Bemerkung ist natürlich ganz allgemein ohne Rücksicht auf eine gegebene Situation, daß das Prinzip der ErHaltung des Friedens in jedem Falle und um jeden Preis nicht die Grundlage der Politit einer wenn auch von noch so friedlichen das Wort Intentionen geleiteten, so doch in legitimer Weise auf den Schutz ihrer berechtigten Interessen bedachten europäischen Großmacht Wir sind uns darüber einig, daß wir uns in der schwierigsten bilden kann. Bisher ist nicht einmal eine Verstärkung des Lage befinden, worin sich das internationale Proletariat, soweit wir Die Gefahr eines europäischen Krieges Friedensstandes unserer Truppen verfügt, geschweige denn eine zurückdenken, gesehen hat. darüber hinausgehende, den Charakter einer Mobilisierung tragende zeigt sich nahe und es fragt sich nun, welches die Straft des Proletariats ist, sich diesem entgegenzustellen. Ich spreche zunächst als Maßnahme getroffen worden. Desterreicher, das heißt als ein leider sehr nahe Beteiligter. Der Das Abgeordnetenhaus sette dann die erste Lesung des Budgets Ballantrieg ist ein Ereignis, das man seit langem erwarten mußte, fort. Der tschechische Sozialdemokrat Smeral be- deffen Ausbruch indes doch überrascht hat. Die Ursachen aufzurollen, zeichnete den Statusquo auf dem Balkan als unhaltbar. Der hat hier feinen Zwved. Es ist zweifellos, daß das Erwachen der Rebner wandte sich entschieden gegen eine etwaige Ein- Balkanvölker kommen und zu einem Kampf gegen die Türkei mischung der Monarchie in die Balfanangelegenheiten und trat führen mußte. So sehr das gegen unsere Interessen gehen mag, dieser Tatsache können wir uns nicht verschließen. Der Status= für eine friedliche Regelung der verschiedenen Streitpunkte ein. quo hatte nicht nur für die Diplomatie, sondern auch für Smodlaka( Dalmatiner) betonte die Notwendigkeit einer freund- uns seine Bequemlichkeit. Wir hatten das Interesse, den schaftlichen Annäherung Oesterreichs an die Balkan Stonflitt möglichst weit hinauszuschieben, bis zum Augenstaaten, die für die Monarchie vorteilhafter sein werde als die blick, wo das Proletariat ein entscheidendes Wort sprechen türkische Freundschaft. Der Tschechisch- Klerikale Schillinger fonnte. Dieses Interesse tam auch in dem Wunsch vieler erklärte, die Sympathien aller Slawen Desterreichs Sozialisten bewußt oder unbewußt haben ihn alle gehabt ständen auf seiten der Balkanstaaten, der Statusquo einen raschen Sieg, der Türken zu sehen, damit Ruhe werde, zum sei unhaltbar. Desterreich- Ungarn solle sich an die Spitze eines Ausdruck. Aber diese Tendenz, worin der gesunde Menschenverstand Balkanbundes stellen, aber nicht immer ein Anhängsel der über den Haufen. Wir sehen, daß die Türkei Und die Tatsachen werfen fie sprach, ist wie dieser etwas enge. ich sage an deutschen Politik bleiben. Es wäre unrecht, den Balkan- icheinend weniger widerstandsfähig ist, als man staaten das zu nehmen, was sie mit blutigen Opfern gewonnen. genommen hat, die Baltanstaaten, aber stärker, als man glaubte. Die Regierung müsse ihren ganzen Einfluß daran sehen, damit Die Tatsachen sprechen dafür, daß der status quo überholt, die Europa der Friede erhalten bleibe. Fäulnis der Türkei zu weit vorgeschritten ist. Zu dieser Erkenntnis Automobil. Laufereien und Unterredungen! Aber das halbe nalisten, deren man heute schon über hundert zählt, niffen davon Duhend Kraftwagen, über das Belgrad verfügt, ist von der Mobil- ein Lied zu fingen. Man vertröstet uns auf die stündlich zu ermachung in Reih und Glied gestellt. Auch das war nichts. Gin wartende Abreise ins Hauptquartier. Wenn aber die Zensurweiser Sollege, weit vom Schuß, meinte, von dem erhabenen Stand- bestimmungen, wie sie uns, in einem Heftchen gedrudt, zur Lektüre punkt des Wiener Hoffriegsrats aus, er wäre auf Schusters Rappen empfohlen werden, auch nur zur Hälfte durchgeführt werden, so mutig davongetrabt. Glorreicher Gedanke! Aber ganz zu schweigen wird es um die freie Berichterstattung recht seltsam bestellt sein." davon, daß die Grenze von Belgrad sehr gering gerechnet, erst in Der des Berliner Tageblattes" aus derselben Stadt:„ Wir wissen vierzehn Tagemärschen zu erreichen ist und man bis dahin in end- hier von den Vorgängen weniger, als außerhalb der Landesgrenzen loser Monotonie nicht mehr erspähen würde als Himmel, Erde und bekannt sein dürfte, und wenn wir etwas wissen, dann dürfen wir Bajonette, ist jeder Brückenübergang, jede Straßenkreuzung, jeder es nicht berichten." und endlich der der Kölnischen Zeitung": Dorfein- und ausgang von Landsturmleuten peinlich bewacht, die jedem Verdächtigen, das heißt: jedem, der sich nicht als Angehöriger der Armee ausweisen kann, mit barschem Zurück das Bajonett auf die Brust setzen. Und schließlich war die Behörde durch Spigel über jeden Schritt der Kriegskorrespondenten auf das Sorgfältigste unterrichtet und feiner wäre auch nur über das Weichbild Belgrads hinausgelangt, ohne flugs aufgegriffen und im Schub über die Grenze gesetzt zu werden. Türkische Zuversichtlichkeiten. Konstantinopel, 28. Oktober.( W. T. B.) Das hier verbreitete Gerücht, Mahmud Mutthar Pascha sei abgefebt und verhaftet worden, ist falsch. Mukthar hat durch Schuld seiner Diener fein gesamtes Gepäck verloren, sein persönlicher Adjutant bringt ihm heute abend neue Kleider und Wäsche ins Lager. Auch das Gerücht über die Verhaftung des Generals Asis Pascha ist noch unbestätigt. Die Panik in Konstantinopel hat nicht den Umfang angenommen, der anfangs befürchtet wurde. Die gesamte Rage Kriegsbriefe vom Balkan. IV. Anfang und Abbruch ans Danach sind auch die Weisungen für die Berichterstatter gehalten, sie sind eng gezogen, und manchem kommt die Befürchtung, daß er nicht viel zu berichten haben werde." Und daß es bei den Türken genau so ist, zeigt die Klage des Korrespondenten des Berliner Tageblattes" aus Konstantinopel: Unsere Stellung als Kriegsberichterstatter ist hier eine äußerst schwierige. Man kommit uns nicht allzu freundlich entgegen. Begreiflich ist das ja. Was haben die Türken davon, daß so gegen dreißig unnüße Freffer noch mit ins Land ziehen? Das Reglement, das wir unterschreiben mußten, macht uns zu türkischen Gefangenen, die im Hauptquartier untergebracht werden. Wann wir zur Front kommen werden, ist noch sehr fraglich." Als der erste dieser Briefe sagte:„ Bielleicht werden niemals richtige Kriegsbriefe daraus", faßte er lediglich die Möglichkeit des Friedens ins Auge, aber nicht die Unmöglichkeit einer wertvollen Berichterstattung zu Kriegszeiten. Und doch müssen diese Kriegsbriefe abgebrochen werden, nicht weil es feinen, sondern gerade weil es Krieg gegeben hat und weil es unmöglich ist, eine Beile unbefangen zu schreiben und unbesehen über die Grenze zu befördern. Zwar hat Napoleon einmal behauptet, das Wort unmöglich stehe nur im Wörterbuch eines Narren, aber, so weit bekannt, hat er sich nie zu Kriegszeiten als Korrespondent in einem Baltanstaat aufgehalten. Von dem allgemeinen Mißtrauen und Uebelwollen der Behörden gegen die Journalisten, das sich in dem Wort äußert: ,, Wir führen feinen Krieg für den Kinematographen und die Zei- Dann kam als Erleichterung die Fahrt nach Nisch, deren Ertrag tungsschreiber", soll hier gar nicht besonderes Wesen gemacht wer in einem anderen Briefe niedergelegt ist, einem Brief, der von den wo der Säbel die erste Rolle spielt, wird immer die Feder Gemlin abgeschickt werden konnte. Denn solange dieses ungarische an Schäßung verlieren und einen Haufen Unzuträglichkeiten wird Städtchen durch fünfundzwanzig Minuten Dampferfahrt auf der man bei derlei Ausnahmezuständen immer in Kauf nehmen müssen. Save von Belgrad zu erreichen war, stand die Sache noch nicht ganz Nun mögen bürgerliche Berichterstatter immer noch dabei auf Aber während die bürgerlichen Korrespondenten ihren Belgrader so schlimm. Von hier aus existierte die regelmäßige und unzensu- ihre Kosten kommen, wenn sie die Siegesbulletins, die ihnen jeden Aufenthalt so gut es ging zu nußen wußten, indem sie jeden Tag rierte Post- und Telegraphenverbindung mit Westeuropa, aber selbst Tag ein Generalstabsoffizier dittiert, pflichtschuldigst nach Hause die offiziösen Mitteilungen des Preßbureaus und allerhand Auf- von hier aus wagten die Korrespondenten, aus Furcht, sofort von telegraphieren; für einen sozialdemokratischen Journalisten, der die geschnapptes ihren Blättern telegraphierten- manche hatten ein serbischem Boden ausgewiesen zu werden, wie es ungefähr Herrn Wahrheit und nur die Wahrheit über die Menschenschlächterei des tägliches Telegrammkostenbudget von 200 bis 300 Mart-, ver- Roda Roda erging, beileibe nicht alles zu berichten. So hat man Serieges berichten möchte, ist der Aufenthalt als„ Gefangener des strichen, abgesehen von wertvollen, aber nicht sofort verwertbaren nirgends in der europäischen Presse ein Wörtchen davon gelesen, Hauptquartiers" weit hinter der Front außerhalb der Möglichkeit Informationen bei Ministern und Parteiführern, wie bei Bauern, daß vergangene Woche der Hauptmann Petrowitsch wegen Spionage zu schauen oder zu schreiben, eine Sinnlosigkeit. Handwerkern und Arbeitern, für den sozialistischen Journalisten zugunsten der Türkei in der Belgrader Zitadelle kriegsgerichtlich Es blieb die eine Möglichkeit, als Schlachtenbummler mit dem die Belgrader Lage des Wartens ziemlich nublos. Man mag noch erschossen worden ist. Und so ging es mit vielen anderen Nach- journalistischen Hauptquartier zu ziehen, und sich vorderhand als so sehr Stimmungsmensch sein, mehr als zwei oder drei Stimmungs- richten.... Analphabet zu gebärden, um nachher die Eindrücke auf Auge und Trommelfell zu verarbeiten. Doch auch hier wäre die Ausbeute nicht besonders merivoll gewesen und hätte das ist ein Hauptpunkt!- vor allem in feinem Verhältnis zu den gewaltigen Kosten gestanden, die ein solches Unternehmen verschlingt. Für Berichte über mörderische Knallereien Tausende und Tausende auszuwerfen, wie es die großen bürgerlichen Blätter tun, steht der sozialistischen bilder über eine Stadt, die nichts weiter tut, als wartet, preßt man Der eherne Druck der Zensur wurde aber erst fühlbar, sobald nicht aus sich heraus. An Anstrengungen, sich dem lähmenden Bann man auch nur ein paar Kilometer im Innern des Landes weilte, dieses Wartens zu entziehen, hat es wahrhaftig nicht gefehlt. Zuerst und vollends aus dem journalistischen Hauptquartier, das man am lebte im Zusammenhang mit Beziehungen zu einflußreichen Per- Montag in einem Extrazug nach Süden abgeschoben hat, kann auch fönlichkeiten die Hoffnung auf eine Fahrt mit einem Militärzug nicht eine Silbe in die Lande gehen- man hat es ganz offen er an die Grenze. Wieviel Laufereien deshalb hierhin und dorthin, flärt, die von der Zensur nicht abgestempelt ist. Mit den Bewieviel Unterredungen mit diesem und jenem! Sogar im Minister- richterstattern in den anderen Kriegslagern steht es nicht anders. Presse mit Recht nicht an. rat wurde die Sache besprochen, und schließlich kam, nach viel Un- Aus Montenegro sind zwei Engländer ausgewiesen worden, weil sie So mußten denn unter dem harten Zwang der Notwendigkeit geduld, Erwartung und Hoffnung, die kalt ablehnende Antwort: den Heroismus der Helden von Czernagora nicht im strahlendsten die Zelte algebrochen und das Experiment beendet werden, das Die Militärbehörden machen keine Ausnahme!" Dann tauchte Lichte gezeigt hatten. Der Korrespondent der Frankfurter Zeitung" nur soweit geglüdt ist, als es glücken konnte, nämlich auf dem Geder Gedanke auf an eine Fahrt ins Innere auf gut Glück mit einem aus Sofia meldet:„ Das Sieb der Zensur ist noch neu. Die Jour- biet informatorischer Bereicherung. bw. Maßnahmen der Kommunen. er ein philanthropischer Vorwand zum friedlichen zu beschränken. Insbesondere wird verlangt, daß die Regierung Raub wird, den die Regierungen im Auge haben mögen. Das die Tarife für den Transport nach der Grenze erhöht. Proletariat ist heute start genug, aber in Frankreich sehen wir auch das Hauptorgan der Radikalen dagegen protestieren, daß das Land durch die geheimen Klaufeln der Allianz in einen Krieg verwickelt werde. Um den Regierungen die Lust zu friegerischen Abenteuern zu nehmen, haben wir die Beschleunigung des Internationalen Ron greffes gefordert. Rosa Luxemburg find nicht nur wir gekommen, sondern feit breimal 24 Stunden fogar der rückständigste, beschränkteste Faktor, den wir haben die österreichische Diplomatie.. Wir haben eine unum schränkte Bewunderung für unsere Genoffen auf dem Balkan, die uns in ihrem heldenmütigen Verhalten ein außerordentliches Beispiel Die Stettiner Stadtverordnetenversammlung hatte 30 000 geben. Aber auch die nationale Entwickelung auf dem Balkan ist Mark bewilligt zur Einfuhr ausländischen Fleisches. Der Minister im Interesse von uns allen. Wir wünschen den Ballanvölkern die hat jetzt gestattet, daß sowohl geschlachtetes russisches Fleisch als volle Unabhängigkeit und Autonomie, aber wir wollen sie nicht auch lebendes schwedisches Fleisch eingeführt werden kann. Das mit unserem Blute bezahlen. Was wir tun können und müssen, ist, lettere muß erst durch die Saßnizer Quarantäne gehen. Die Gedaß wir alle jeder in feinem Lande unsere Kraft daran- stimmt Baillant zu: Wir müssen vor allem über die Taktik des nehmigung zur Einfuhr russischen Fleisches erstreckt sich auf die sezen, daß keine Intervention stattfindet. Dies tun Proletariats in der Striegsfrage sprechen. Ich glaube, daß wir feit Beit bis zum 1. April nächsten Jahres und gestattet die Einfuhr wir in Desterreich, indem wir unseren Einfluß im Parlament, in 1905 wiffen, wo die wahre Schuhwehr gegen den Barismus zu von wöchentlich 150 ausgeschlachteten Schweinen und 25 ausge= der öffentlichen Meinung und im Proletariat geltend machen suchen ist. Die revolutionäre Bewegung des russischlachteten Rindern. Die Menge des schwedischen Viehes ist unund erklären: Desterreich hat auf dem Balkan nichts zu suchen. fchen Proletariats ist die Schuhwehr gegen die begrenzt. Im Laufe der nächsten Woche wird die erste Sendung Es ist unfähig, seinen eigenen Südstaaten eine erträgliche Kriegsgefahr. Das müssen wir aussprechen. Das ist keine von 60 Schweinen aus Warschau erwartet. Das Fleisch darf nicht Eristenz zu sichern, auf dem Ballan hat es stets eine reaktionäre Abstraktion, denn die Wahlen, die Waffenstreits beweisen es. Wir im Laden verkauft werden, sondern ist auf dem Markt abzugeben Politik gemacht. Die Bekämpfung der Intervention ist baben in Bolen die Probemobilisierung gehabt. Dort müßten im an den Tagen, wo sonst der Fleischverkauf ausfällt. Die Preise wohl eine negative Politit, aber ist alles, was wir in dieser Kriegsfall Polen gegen Polen fämpfen. Wir Sozialdemokraten werden von einer Kommission in Gemeinschaft mit, beiden Situation machen können. haben schon ein Manifest herausgegeben, worin wir offen erklären, Schlächter- Innungen bestimmt. Ich komme jetzt zu den Interessengegenfäßen, die hinter dem daß dem Krieg bloß die Aftion des Proletariats entgegengesett Die Verwaltungen der beiden Nachbarstädte Wilhelms= jezigen Konflikt wirken, vor allem der zwischen Rußland und Dester- werden fann. In den anderen Ländern stehen die Dinge haven und Rüst ringen vereinbarten, daß Wilhelmshaven sich reich. Es besteht kein Zweifel darüber, daß russische In analog. Wir müssen uns von der Stuttgarter Resolution den Ankauf von Rindfleisch angelegen sein lassen, während trigen im Spiele sind. Wir haben alles Interesse daran, sie inspirieren lassen. bloßen Protesten und Manifesten ist Rüstringen versuchen soll, Schweinefleisch zu bekommen. Zur aufzuzeigen. Und wenn man uns sagt, daß die Auflösung der indes wenig getan. Wir müssen aussprechen, 1. daß der jetzige Durchführung dieser Vereinbarung bewilligten die Bürgervorsteher Türkei eine Verstärkung des russischen Einflusses in Südosteuropa Krieg der Einzelfall einer allgemeinen Tendenz der kapitalistischen Wilhelmshavens dem Magistrat einen Kredit von 40 000 m., wobedeuten könnte, so find wir entschlossen, alles zu tun, um dies zu Entwickelung ist, 2. daß die Massenattion notwendig ist, für Rinder in Holland aufgekauft werden sollen. Der Stadtrat verhindern. Aber vielleicht stehe ich unter der Suggestion der 3. daß das Proletariat feine Aftion verschärfen muß, 4) daß von Küstringen bewilligte für den Ankauf von Schweinen 4000 M. allerjüngsten Ereignisse, wenn ich zu einem anderen Urteil über das internationale Proletariat in allen Ländern die Pflicht hat, auf die Bedeutung der Entscheidungen, die sich da unten voll einen Krieg mit energischen Aktionen zu antworten. Wir müssen ziehen, komme. Ich meine: eine schwache Türkei ist kein empfinden, daß wir in einer neuen geschichtlichen Epoche stehen und Schutz vor Rußland, aber eine starke Balkanföderation wird dies durch die Kühnheit unserer Beschlüsse zum Ausdrüd bringen. fich nicht zum Werkzeug Rußlands hergeben. Vielleicht verliert Rußland sein Spiel nicht durch den türkischen, sondern gerade durch den bulgarischen Sieg. Vielleicht ich sage vielleicht ist die legt den Entwurf eines Manifestes vor. Er wird Befiegung des Zarats bei den freien Serben und Bulgaren in einer Kommission überwiesen. Hierauf wird die Vormittagssigung besseren Händen, als bei einer den Intrigen der Diplomatie preis- geschlossen. gegebenen Türkei. Wir müssen dieses hoffen. zwei Strömungen. Die für die auswärtige Politik berantwortliche Kautsky Nachmittagssitung. Der internationale Kongreß. Es gelangt der von den Holländern gestellte, vom Chemnitzer Politifche Ueberficht. Berlin, den 29. Oftober 1912. Sparkassengesetz. Die Sigung des Abgeordnetenhauses vom Dienstag wurde ausgefüllt durch die zweite Lesung des Gesehentwurfs betreffend die Anlegung von Sparkassenbeständen in InhaberWas wir jetzt zu tun haben, ist nicht, gegenüber dem jetzigen papieren. Zweck des Entwurfs ist bekanntlich die gewaltsame Kriege Stellung zu nehmen. Es ist selbstverständlich, daß wir alle Hebung des Kurses der Staatspapiere, die Kosten dafür sollen gegen den Krieg überhaupt find. Aber unsere Sache ist, nicht gegen Dinge zu protestieren, die sind, sondern gegen Parteitag befürwortete Antrag auf Bertagung des internationalen die Sparkassen tragen, die gezwungen werden, einen Teil ihres Dinge, die kommen können- also vor allem gegen eine österreichisch- Kongresses zur Verhandlung. Baillant wirft die Kompetenzfrage Bestandes in Staatspapieren anzulegen. auf und meint, das internationale Bureau tönne wohl ein vom russische und was jetzt leicht kommen kann Nach langwierigen Beratungen, die auch in der Sommerenglische Intervention. Ich möchte da nur hinzufügen, daß die Zwangs- internationalen Stongreß festgesetztes Datum, wenn zwingende Um- pause fortgesetzt wurden ,, ist die Kommission endlich zu einem vorstellung, die in Desterreich geherrscht hat, als ob der Sandschat stände vorlegen, vor aber nicht zurüdrüden Troelstra glaubt, die Frage des Datums habe mehr einen ad- greifbaren Resultat gekommen; die Regierung jedoch, die von für Desterreich absolut notwendig sei, zu weichen beginnt. Bir ministrativen Charakter. Es beftebe übrigens ein Präzedenzfall- vornherein gegen die Kommissionsbeschlüsse gekämpft hatte, haben in Desterreich, wie wohl überall, in den offiziellen Kreiſen der Bariser Kongres sei ein Jahr später, als er in London beschloffen erklärte sie zu Beginn der Sigung für unannehmbar, anPersönlichkeit spricht und ist wohl auch für den Frieden. Zweifellos worden fei, abgehalten worden. Seitdem die Holländer ihren Vor- geblich, weil darunter namentlich in Zeiten friegerischer Veraber gibt es auch oben eine Strömung für den Krieg, und in ihr schlag gemacht hätten, sei ein neuer Umstand hinzugekommen die wickelungen die Liquidität der Sparkassen leidet, in Wirklichkeit aber gibt es auch oben eine Strömung für den Krieg, und in ihr Veränderung der internationalen Lage, die gerade Desterreich in wohl deshalb, weil sie ihre Absicht, den Kurs der Staatstreiben natürlich auch Leute, die aus dem Krieg ihr Metier machen. Mitleidenschaft ziehe. Aber in den letzten vierzehn Tagen haben wir ein Stück Geschichte erlebt, das wohl nicht nur unser Denken verändert hat. Ich für, teils gegen die Vertagung vorgebracht. Dafür: Hinweise auf In der weiteren Debatte werden verschiedene Argumente teils anleihen zu heben, dadurch vereitelt sieht. In den bürgerlichen Parteien gehen die Ansichten über glaube fagen zu können, daß, wofern Rußland keinen Vorstoß technische und politische Schwierigkeiten, bagegen: besonders die das Gesetz auseinander, die großen Fraktionen sind gespalten, macht, Desterreich seine Neutralität bewahren wird. Aber wir haben trotzdem unsere Bemühungen zu steigern, um Meinung, daß eine internationale Demonstration des Proletariats ein Teil von ihnen verhält sich ablehnend, ein anderer Teil den Krieg unpopulär zu machen und zu bergerade in der jezigen Situation von befonderer Wichtigkeit sei. Der steht auf dem Boden des Kompromisses. Die Sozialdemo hindern, daß er populär gemacht werden Meinungsaustausch bringt schließlich die einmütige Ueberzeugung traten, für die Leinert sprach, beobachteten die gleiche der Delegierten zutage, daß, so wenig für einen Kongreß mit Haltung wie bei der ersten Lesung, sie wenden sich nicht nur denn einen Krieg, ber nicht populär ge macht worden ist, führt teine Regierung mehr. theoretischer Diskussion jetzt ber Augenblick fei, so sehr doch eine gegen diesen neuen Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht Ich glaube, daß die Einigkeit des Proletariats auf die Regierungen machtvolle Manifestation der Internationale der Gemeinden, sondern auch dagegen, daß die kleinen Sparer, nicht ohne Gindrud bleiben kann. Unser Standpunkt muß sein: gegen den Krieg, wie sie die franzöſiſchen Delegierten in die ihre Ersparnisse auf die Sparkassen tragen, im Interesse Der Balkan den Balkanvölkern und für Desterreich und Rußland ihrer, vom Nationalrat der geeinigten Partei beschlossenen Forderung der Inhaber von Staatspapieren mit einem geringeren Binsder Beschleunigung der Kongreßtagung im Auge haben, am Platze - Hände weg! Die Diskussion beginnt mit einer kurzen Nede des Genossen sei. Diese Anschauung verdichtet sich zu einem, vom Erefutiv- fuß fürlieb nehmen sollen. Mit feiner Fronie nagelte Leinert fomitee des Bureaus im Verein mit den belgischen Vertretern ge- das Gebaren der Befürworter der Vorlage fest, die sonst immer stellten, von Vandervelde bertretenen Antrag, der dahin geht, davon reden, daß die Arbeiter Geld bei den Sparkassen annoch im Laufe dieses Jahres die Internationale zu einer fürzeren, legen, sich als Freunde der Arbeiter aufspielen, hier aber der Attion gegen den Krieg gewidmeten außerordentlichen Tagung wieder einmal die Interessen des Volkes mit Füßen treten, einzuberufen und dafür den ordentlichen Kongreß auf 1914 zu ber- anstatt die Großkapitalisten zu zwingen, für einen Teil ihrer tagen. Die weitere Diskussion bewegt sich um die organisatorischen Gewinne Staatspapiere zu kaufen. Details dieser Kundgebung, besonders um ihren Ort und um die Frage, ob sie nur die europäischen oder auch die außereuropäischen Parteien umfassen und ob sie den Charakter einer Konferenz oder eines Kongresses haben solle. tann Baillant: Adler hat uns sehr richtig gezeigt, daß im jezigen Krieg neben den Intrigen der Mächte ein Element der Entwicklung wirksam ist. Welche Folgen der Ausgang des Kriegs für den Barismus und das mit für die europäische Revolution haben wird, läßt sich indes schwer entscheiden. Was für uns am wichtigsten ist, ist, daß kein europäischer Krieg daraus entsteht. Mit dem Blut der europäischen Proletarier dürfen wir die Befreiung der Balkanvöller nicht bezahlen. Die Parole Adlers: gegen die Intervention! ist durchaus am Blaz. Unsere österreichischen Genossen führen jetzt eine Attion gegen die Intervention, in allen Ländern manifestiert das stration handeln, sondern es müsse ein Rongreß mit allen Befug Proletariat für den Frieden. Das Internationale Bureau muß das Proletariat auffordern, diese Attion zu verstärken. Mit dem jezigen Krieg auf dem Baltan müffen wir uns als mit einer Tatsache abfinden, aber gegen die Ausdehnung des Kriegs müssen wir alle Kräfte aufbieten. Haase: Bandervelde meint, es könne sich nicht um eine bloße Demonnissen eines solchen sein. Andererseits könne man dort nicht theoretische Diskussionen führen. Um das einheitliche Denken und Wollen des Proletariats imposant zum Ausdruck zu bringen, schlage das Exekutivfomitee vor, einen vorbereitenden Ausschuß mit der Prüfung der einlaufenden Anträge zu betrauen. Jaurès empfiehlt den Antrag des Erefutivkomitees und erklärt gleichfalls, daß der Kongreß nicht theoretische Auseinandersetzungen pflegen, sondern zeigen solle, daß das Proletariat in seinem Enischluß, den Völkerfrieden zu schützen, einig sei. Haase erklärt, nach Jaurès Ausführungen dem Antrage des Egefutivfomitees zuzustimmen. Dieser hat folgenden Wortlaut: " Nachdem ein Antrag auf Zurückverweisung der Vorlage an die Kommission abgelehnt war, wurde die weitere Beratung auf Mittwoch vertagt. Außerdem steht die polnische Interpellation über die Anwendung des Enteignungsgesetzes auf der Tagesordnung. Die Wahl des neuen Erzbischofs von Köln. Aus Köln wird telegraphisch gemeldet: " Das Metropolitanfapitel erwählte zum Nachfolger des verstorbenen Kardinals Dr. Fischer auf den Stuhl des heiligen Maternus den Bischof Dr. Felig v. Hartmann in Münster. Dr. b. Hartmann, der gegenwärtig im 61. Lebensjahre steht, ist in Münster geboren, wurde 1894 Geistlicher Rat und im Jahre 1900 als Domkapitular installiert. Am 6. Juni 1911 turde er zum Nachfolger des verstorbenen Bischofs von Münster erwählt. Der Kaiser und der Papst wurden telegraphisch von dem Refultat der Wahl in Kenntnis gefeßt. Der ganze Wahlakt dauerte nur 40 Minuten. Das internationale sozialistische Bureau beschließt, daß in möglichst naher Zeit ein außerordentlicher Stongreß der angegliederten Parteien stattfindet, der ausschließlich den einen Der neue Erzbischof von Köln, der einer westfälischen AbelsPunkt auf der Tagesordnung haben wird: Die interfamilie entstammt, ist streng tonservativ gesinnt und gehört nationale Lage und eine Verständigung über der sogenannten orthodoxen Richtung an. Er wird sich blindlings unfer Verhalten gegen den Krieg". Wir Deutsche haben beim ersten Wetterleuchten die Gefahr des Weltbrands erkannt. Seit zwanzig Jahren sind auf dem Balkan starte Interessen des deutschen Kapitalismus vorhanden. Wir fennen die Treibereien unseres Imperialismus und haben zu befürchten, daß Deutschland auch durch den österreichischen Imperialismus in einen friegerischen Konflikt hineingeriffen werden tann. Wir haben die bürgerliche Bresse das famose Thema von der„ Nibelungentreue" variieren gesehen. Dazu kommt der deutsch- englische Gegensatz. Kiderlen Waechter hat freilich in seinem unverwüstlichen Optimismus das Einvernehmen der Mächte in der Lokalisierung des Kriegs beteuert. Wir teilen diesen Optimismus nicht. Das Proletariat ist es, das diese Lokalisierung bewirken muß. Der Statusquo ist durch die Tatsachen überholt er ist in der Tat Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. nur ein Status quo ante( der Zustand von früher). Der ordentliche internationale Songreß wird Unsere Stellung wird durch die Beschlüsse von Stuttgart und hierauf auf 1914 bertagt. Nur die Engländer stimmen Kopenhagen bestimmt. Wir in Deutschland haben alles getan, um dagegen. den Krieg unpopulär zu machen. Wir können sagen, daß es un Der außerordentliche Kongreß soll in der Schweiz stattfinden. möglich wäre, in der sozialistisch organisierten Arbeiterschaft Eine vorbereitende Kommission wird sich einige Tage vorher verDeutschlands irgend einen Chauvinismus zu erzeugen. Aber das sammeln. Die Dauer wird auf höchstens drei Tage festgesezt. genügt nicht. Wir müssen an die ganze öffentliche Meinung appellieren. Wir haben außer unserem Manifest auch Volksver sammlungen veranstaltet, die ihre Wirkung schon geübt haben. Wir müssen uns jetzt in einem wuchtigen Manifest an ganz Europa wenden und darin unserer bewundernden Solidarität mit den Genossen des Balkans und unserem Willen, die Ausdehnung des Brüssel, 29. Oftober.( Privattelegramm des Krieges zu verhindern, Ausdruck geben. Ich glaube, daß unsere Vorwärts".) Montagabend fand im Brüsseler Volks. Straft, wenn wir sie voll ausnußen, den Staatsmännern ein haus ein massenhaft besuchtes Meeting gegen den mächtiges hindernis hinsetzt und daß sie nicht leichtfertig Strieg statt. Es sprachen Rubanowitsch( Rußland), einen Strieg beginnen werden, wenn sie erkennen, daß das Pro- Bruce Glasier( England), der an die Haltung der engIetariat alles daran segt, ihn zu verhindern. lischen Sozialdemokratie zur Zeit des Burenkrieges erinnerte, Troelstra( Holland), Agnini( Italien), der den Das Problem ist nicht einfach. Wir haben mit einer Tatsache Proteststreik gegen den Tripoliskrieg in Erinnerung ruft, zu rechnen, die unsere Aufgabe fompliziert. Herr Poincaré hat Viktor Adler, Haase und Jaurès. Die Reden fanden gestern von der Bereitschaft der Mächte zur Schlichtung des stürmischen Beifall. Nach der Versammlung durchzogen Kriegstonflifts gesprochen und hinzugefügt: Der Tag der demonstrierende Arbeiter die Stadt. Schlichtung ist vielleicht näher als man glaubt. Nun beachten Sie folgenden Umstand! Poincaré hatte sein Manu Jaurès: Schluß der Sigung 6 Uhr. * Das Protestmeeting in Brüssel. Eine Demonstration für den Weltfrieden Die Teuerung. allen Wünschen und Befehlen fügen, die in Rom gefaßt werden, und die päpstlichen Befehle in jedem Fall auszuführen trachten. Kennzeichnend für seine Gesinnung ist folgende Stelle aus seinem Hirtenbriefe, den er am 29. Oktober vorigen Jahres von den Kanzeln der Diözese Münster berlesen ließ: So nabe ich mich heute, am Tage meiner Bischofsweihe, den Stufen des Thrones des Stellvertreters Jefu Chrifti, und in tiefster Ehrfurcht vor seiner erhabenen Würde und in findlicher Bietät gegen die verehrungswürdige Person unferes Hl. Baters Pius X. lege ich in seine Hände das feierliche Gelöbnis ab: Mein ganzes Herz und meine ganze Liebe soll der Kirche Gottes gehören: Ge= horiam gegen sie und Dich, Heiliger Vater, folgsamkeit gegen alle Deine Anordnungen, das soll die Richtschnur meines ganzen Lebens sein. Alle Mühen und alle Arbeiten meines bischöflichen Amtes follen dahin gehen, die mir anvertrauten Gläubigen mit imnigster Liebe zur Kirche und ihrem Oberhaupte zu erfüllen, sie zu treuestem Gehorsam gegen denselben zu führen." Es ist deshalb auch die Wahl des bisherigen Bischofs von Münster zum Kölner Erzbischof als ein Sieg der intran igenten Berlin Breslauer Richtung über die opportunistische Kölner Richtung zu betrachten und zugleich als ein Bugeständnis an die Wünsche des Batikans. Der Kölner bachemitischen Richtung wäre jedenfalls die Wahl des bisherigen Weihbischofs von Köln, des Dr. Müller, weit lieber gewesen als die Wahl Dr. Hartmanns, der, wenn er auch viel zu flug ist, direkt gegen die christlichen Gewerkschaften Stellung zu nehmen, sich doch voraussichtlich den Einflüsterungen der Bachemiten als viel unzugänglicher erweisen wird, wie der verstorbene Kardinal Fischer. Der Papst und die Gewerkschaftsfrage. Die schon seit längerem erwartete Rundgebung des Papstes zu dem Streit im Lager der katholischen Arbeiterstript in Paris für die Zeitungen zurückgelassen und in diejem fand in Mülhausen i. E. am Sonntagvormittag unter freiem Manuskript stand der Satz noch nicht. Er wurde erst um 11 Uhr Simmel statt. Reichstagsabgeordneter Emmel begründete vor nach einem Telegrammwechsel zwischen Paris und 2500 Personen den sozialdemokratischen Standpunkt. Eine ProtestPetersburg binzugefest. Es gibt aljo jest diplomatische resolution gegen den Krieg fand einstimmige Annahme. Verhandlungen. Und unsere Haltung ist einem Schlichtungsverfuch gegenüber viel schwieriger, als gegenüber einer Intervention, weil sich hinter der Bermittelung eine Intervention verstecken kann. Ein Schlichtungsverfuch ist für uns nur annehmbar, wenn ihn beide Streitparteien verlangen und wenn die Schlichtenden uneigennüßig handeln. Und gerade das Gegenteil befürchte ich, wenn auch nicht von Frankreich. Ich glaube, daß sich Durch die plötzliche vermehrte Nachfrage nach russischem vereine ist den deutschen Bischöfen zugegangen und wird soEuropa vorbereitet, den Ballanstaaten dasselbe Unrecht anzutun wie Fleisch von Deutschland sind die Vieh- und Fleischpreise in Ruß- fort nach der Fuldaer Bischofskonferenz, die bekanntlich am früher der Türkei. Wie es sich, nachdem es den Greueln gegen die land erheblich gestiegen. Die russische Bichproduktion kann auf 4. November d. I. stattfindet, veröffentlicht werden. Wie die Armenier usw. zugesehen hatte, nach der Revolution auf die Türkei eine Ausfuhr nach Deutschland gar nicht vorbereitet sein, da ja„ tölnische Volkszeitung" nach der" Hildesheimer Zeitung" stürzte, um Beute zu machen, so fürchte ich jetzt denselben Egoismus die deutsche Grenze für gewöhnlich gesperrt ist. Die russische mitteilt, wird die deutsche Uebersetzung der Bischofskonferenz gegenüber den Balkanstaaten. Wir können den Versuch, dem Blutvergießen durch eine Bermittelung ein Ende zu machen, nicht bekämpfen, Breffe, einzelne Stadtgemeinden und russische Fleischer fordern vorliegen und von ihr auf die Richtigkeit geprüft werden. aber wir müssen erklären, daß die Sozialisten nicht dulden wollen, daß deshalb die Regierung auf, die Fleischausfuhr nach Deutschland Von besonderer Bedeutung dürfte jener Bassus sein, der beGegen die Fleischausfuhr nach Deutschland. tont, daß die Gegner der christlichen Gewerkschaften tein Recht| haben, die Rechtgläubigkeit der ihnen angehörenden Katholiken Zerstörung eines klerikalen Wahlschwindels. einen Protest gegen eine anderweitige Verwendung der Einkünfte Vor dem Amtsgericht Saarbrücken wurde am Montag ein aus der Salzsteuer, falls die fällige Rate der Entschädigung aus in Zweifel zu ziehen und herabzusetzen. Die in dieser Frage Wahlschwindel des Zentrums zerstört. Ein Anhänger des Zentrums, dem Boreraufstand nicht regelmäßig gezahlt wird. Die Protestnote wohl unterrichtete Kölnische Zeitung" schreibt dazu:" Wir der Lokomotivführer Hart, hatte das auch in der ultramontanen soll heute überreicht werden. möchten dem hinzufügen, daß nach unserer Senntnis der Presse aufgetauchte Gerücht verbreitet, die Nationalliberalen hätten Dinge die päpstliche Enzyklika schon Anfang Ottober den den Führer der Sozialdemokratie im Saargebiet, Johann Leimdeutschen Bischöfen zugestellt worden ist, sie hat aber in ihrer ursprünglichen Fassung so wenig den Anschauungen der Bischöfe entsprochen, daß diese Bedenken trugen, sie zu veröffentlichen." Wieder repariert. Die Kreuz- 3tg." leistete sich vor einigen Tagen das Vergnügen, die Meldung der Tägl. Rundschau", daß das ehemals Hammersteinsche Blatt in den Besitz des„ Deutschen Verlags" übergegangen sei, für völlig unrichtig zu erklären. So ganz unrichtig scheint jedoch diese Meldung nicht gewesen zu sein, denn in ihrer Sonntagsnummer fühlt sich die Kreuz- 3tg." zu folgender Richtigstellung beranlaßt: Aus der Partei. Sozialdemokratische Gemeindevertreterkonferenz. Eine Konferenz der sozialdemokratischen Stadtverordneten und Gemeindevertreter im 3., 7. und 9. schleswig- Holsteinischen ReichsAn der Kon= tagswahlkreise fand am Sonntag in Kiel statt. ferenz beteiligten sich 18 sozialdemokratische Stadtverordnete und 36 Gemeindevertreter. Genosse Paul Hirsch- Charlottenburg hielt einen sehr instruktiven Vortrag über das Thema:" Unsere grundsäßliche Stellung zur Gemeindepolitit". In der Diskussion über den Vortrag und im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde eine Reihe von wichtigen kommunalen Fragen erörtert, so daß die Konferenz ihren 3wed voll erfüllt hat. peters, mit 40 000 Mark bestochen, damit dieser darauf hinwirke, daß die Sozialdemokraten ihre Stimmen dem nationalliberalen Kandidaten Bassermann geben sollten. Weiter hatte er behauptet, auch Bassermann und die Burbacher Hütte hätten Leimpeters mit mehreren tausend Mark bestochen. Das Zentrum ließ bei der Verhandlung seinen Parteigänger kurzweg im Stiche. Es suchte ihn von sich abzuschütteln. Auch der Angeklagte bemühte sich, seine Aeußerungen selbst abzuschwächen, was ihm aber angesichts der bestimmten Zeugenaussagen nicht gelang. Rechtsanwalt Dr. Bülsen ließ durch eine eidliche Vernehmung des Genossen Leimpeters feststellen, daß überhaupt keine Verhandlungen und Versprechungen stattgefunden haben. Der Zeuge erklärte unter Eid: " Ich habe weder direkt noch indirekt irgendwelche Unterstützung Sigung des Internationalen Sozialistischen Bureaus. Die Kreuz- Zeitung" wurde bis zum Jahre 1908 in einer erhalten noch erbeten. Es ist kein Pfennig weder in die Parteikasse, Am Dienstag wurden in interner Sizung Gesuche un AnLohndruckerei hergestellt. Obwohl wir uns bei diesem Verhält- noch in die Gewerkschaftskasse geflossen. Es ist nichts angeboten, schluß an die Internationale aus verschiedenen Ländern verhandelt. nis recht wohl befanden, mußten wir uns infolge von Verände- noch ist von uns etwas gefordert worden. Irgendwelche Verhand- ueber das Gesuch der holländischen S. D. P., eine besondere Ver= rungen, die in jener Druckerei vorgegangen waren, unter Mit- lungen zwischen unserer Partei und den Nationalliberalen haben wirkung unserer Gesellschaft und einiger uns nahestehenden nicht stattgefunden. Nachdem in Köln die Nationalliberalen Stimm- tretung im Bureau zu bekommen, wurde zur Tagesordnung überFreunde zur Gründung einer eigenen Druckerei entschließen. enthaltung proklamiert hatten, beschlossen wir, für Bassermann zu Leider gelangten wir aber nach und nach zu der Einsicht, daß cine Druckerei, die im wesentlichen die Aufgabe hat, eine ein- stimmen. Es sind uns auch indirekt hierfür keine Vorteile in Auszige Zeitung technisch herzustellen, mit übermäßig hohen Un- ficht gestellt noch gewährt worden." fosten arbeiten muß. Diese Aussage erstreckte der Zeuge auch auf die Reichstagswahl 1907, bei der ähnliche Vorwürfe vom Zentrum erhoben worden waren. Der Angeklagte sah sich gezwungen, seine Behauptung, die nationalliberale Partei habe Leimpeters für die Stichwahlhilfe mit 40 000 m. bestochen, als unwahr mit dem Ausdrucke des Bedauerns zurückzunehmen. In den Irrfinn getrieben! Die" Boruffia- Druderei G. m. b. H." war nicht in der Lage, irgendwelche Erträgnisse zur Verteilung zu bringen; sie wurde vielmehr zu einem Sorgenkinde für uns und für unsere Freunde. Außer dem Gesellschaftsfapital waren noch die Erben eines hochherzigen Freundes mit einem erheblichen Darlehn beteiligt, die wir nicht im Stiche lassen durften. Es gelang uns, für den Erwerb der Borussia- Anteile und für die Rückzahlung dieses Darlehns den„ Deutschen Verlag G. m. b. H. zu Berlin" zu gewinnen, der selbst einen Von einent beklagenswerten Geschick ist der Grenadier Block umfangreichen, mit den modernsten Einrichtungen versehenen von der 6. Stompagnie des Regiments Königin Druderci sicherte, zugleich auch für die pünktliche dem Oberkriegsgericht des Gardekorps wegen der schwersten miliDruckbetrieb hat und der das Fortbestehen der Borussia- Elisabeth" ereilt worden. Block hatte sich am Dienstag vor und gewissenhafte technische Herstellung der tärischen Verbrechen und Vergehen zu verantworten. Es wurde Kreuz Beitung" weitestgehende Garantien ihm Aufwiegelung, tätlicher Angriff gegen einen Vorgesetzten, Ieistete." Demnach hatte also das Dementi der Kreuz- 3tg." nicht vie! Achtungsverletzung und Beleidigung zur Last gelegt. Ein aufgrößeren Wert als die bekannten offiziellen und offiziösen regender Erzeß, der sich am 25. Auguſt auf dem Truppenübungsplatz in Döberitz abgespielt hat, bildet die Grundlage zu der schweren Anklage. Am Tage vorher hatte ein Grenadier bei einer ebung auf dem Schießplatz seine Schippe verloren, und als dies der Kompagniechef erfuhr, befahl er am Sonntagmorgen dem Unteroffizier Sugge, mit den Leuten seiner Korporalschaft auf die Suche nach der Schippe zu gehen. S. hätte mit den Leuten das ganze in Frage kommende Terrain in zwei Stunden absuchen fönnen. Er brauchte jedoch über vier Stunden dazu. Es dauerte dies aus dem Grunde so lange, weil er die Leute fortwährend unnütz ausschwärmen ließ und sie unvorschriftsmäßig behandelte. Der Unteroffizier Dementis der„ Nordd. Allgem. 3tg.". " Nachdem dann die Kreuz- 3tg." nach dem üblichen Schema versichert hat, daß sie bleiben wird, was sie von jeher gewesen sei: feudal- konservativ, borussisch und unverschämt, teilt sie tief bewegt mit, daß es ihr dank der hocherfreulichen Betätigung der Kreuzzeitungs- Gemeinde" gelungen sei, neue Gelder aufzutreiben und eine neue geschäftliche Grundlage zu gewinnen. Am 9. Ottober 1912 sei laut notariellem Protokoll des Justizrats Hans Raezell zu Berlin das Stammkapital der Kreuzzeitungs- Gesellschaft um 384 000 M. erhöht worden. An der Erhöhung dieses Stammkapitals und der Gewährleistung einer für alle Zukunft gesicherten Grundlage der KreuzZeitung" haben sich die folgenden Herren beteiligt: " Helft Kameraden! Jest haben wir ihn! Er hat uns lange genug getriezt!" gegangen, nachdem das Grekutivkomitee den Auftrag erhalten hatte, neue Einigungsversuche in Holland zu unternehmen. Das Gesuch um direkten Anschluß der englischen B. S. P. außerhalb des Verbandes der britischen Sektion wurde vertagt, da auch in England demnächst eine Girrigung versucht werden soll. Die sozialistische Partei Kanadas wurde der Internationale angeschlossen. Das Gesuch der zentralistischen tschechischen Partei um Aufnahme führte - Ein Beschluß liegt noch nicht vor. zu lebhafter Debatte. Bom Fortschritt der Parteipresse. Am letzten Sonntag veranstalteten die Elberfeld- Barmer Parteigenossen eine Hausagitation für die Freie Presse" mit dem Erfolge, daß sic 1000 Abonnenten gewannen. Gemeindewahlerfolg. Bei den Gemeinderatswahlen in Ober= 15 zu vergebenden Sizen 5. stein( Fürstentum Birkenfeld) errangen unsere Genossen von Der Balkankrieg. Die Türkei wendet sich an Desterreich. Konstantinopel, 29. Oktober.( W. T. B.) Wie der Jkdam" cr= fährt, soll der türkische Gesandte in Cetinje mit Hussein Hilmi in besonderer Mission nach Wien gehen. Die Intervention der Tripelentente. Moskau, 29. Oktober. Der Petersburger Korrespondent der " Rußkoje Slowo" erfährt von ausgezeichnet informierter Quelle, daß einstweilen zwischen Rußland, Frankreich und England keinerlei Meinungsaustausch über die Schritte stattfinden, die im Falle einer endgültigen Niederlage der Türkei von den Großmächten zu unternehmen wären. Diese drei Mächte pflegen zurzeit nur dar= über Unterhandlungen, welches der passendste Moment für eine zukünftige Intervention sein dürfte. Sie stimmen darin überein, daß der letzte bulgarische Sieg noch keinerlei derartig schwerwiegende Entscheidungen gebracht hat, um Anlaß zu einer Intervention zu bieten. Ein Vermittelungsvorschlag Poincarés. Wien, 29. Oktober.( P. C.) Die offiziöse Wiener Allgemeine Zeitung" meldet aus Paris: Der Vermittelungsvorschlag des Ministerpräsidenten Poincaré geht dahin, daß, sobald auf dem Kriegsschauplatz auf der Linie nach Konstantinopel zwischen Türken und Bulgaren eine größere Schlacht stattgefunden hat, gleichgültig zu wessen Gunsten, die Mächte ohne Aufschub der Türkei und den Balkanverbündeten ihre Vermittelung anbieten sollen. Diese Vermittelung hat zum Zwed, zunächst einen Waffenstillstand herbeizuführen. Einen weitergehenden Vorschlag, was dann zu geschehen habe, hat Frankreich nicht gemacht. Die Mächte haben im Prinzip dem französischen Vorschlag zugestimmt. quälte andauernd die ganze Korporalschaft. Die Leute mußten hin- und herrennen, auf und niedergehen, und Graf b. Alvensleben- Schönborn, v. Arnim- Neuensund, dabei meinte Sugge, er werde die Brüder schon warm" kriegen. v. Arnim- Züsedom, v. Batodi, v. Brüning, v. Brünneck, Graf Er werde ihnen schon helfen, den Spaten zu suchen. Schließlich Carmer- Osten, v. Colmar, Dr. v. Dallwik, Exzellenz Graf Dön- wurden die Leute schlapp, und ein Grenadier meinte, er sei mit hoff- Friedrichstein, Graf Douglas, F. G. v. Eichel- Streiber, seinen Kräften zu Ende. Die Leute, die ohnedies schon über die Erzellenz Graf Find v. Findenstein- Schönborn, Grzellenz Sonntagsarbeit nicht angenehm berührt waren, mußten sich dann v. Garnier, v. Glisczinski, v. Goßler, Graf v. der Groeben, an einem Sammelplatz einfinden, und nun mußten sie in ihrer v. Grumme- Douglas, Dr. v. Heydebrand, v. Heydebrec, Grzellenz Müdigkeit noch fortwährend Schwenkungen machen und auf- und v. Heyden- Cadow, v. Heyden- Linden- Tüßpak, v. Heyden- Linden- niederspringen. Da rief einer der Leute, es war dies Block, plößStretense, Exzellenz Graf Hohenthal- Dölkau, Exzellenz v. Kald- lich: Kudud!" Dies sollte ein Schimpfwort für den Unteroffizier stein- Romitten, Frhr. v. Kleist, Amtsrat Kühne, v. Kleist- Rezow, sein. S. war von einem Linienregiment zur Garde gekommen Exzellenz v. Kleist, v. Klizing- Charlottenhof, v. Klibing- Posen, und aus diesem Grunde war das Wort auf ihn gemünzt. Als S. Erzellenz v. Kröcher, v. Oppen, Graf v. der Recke- Volmerstein, den B. fragte, ob er gerufen habe, gab er dies zu und kurz darauf Frhr. v. Richthofen- Damsdorf, v. Rohr, Fürst Salm- Horstmar, stürzte er sich mit dem Rufe: Graf v. der Schulenburg- Grünthal, Exzellenz Gräfin v. der Schulenburg, Graf v. der Schulenburg- Wolfsburg, Dr. von Schwerin, Graf Seidliz- Sandreczki, v. Spiegel, Graf TieleWindler, v. Treskow, v. Veltheim, v. Wietersheim- Neuhof, von auf den Vorgesetzten, umflammerte mit beiden Händen seinen Hals und suchte ihn zu würgen. Die anderen Grenadiere sprangen Wictersheim- Neuland, v. Wildens und Frhr. v. Wilmowski. Pessimistische Stimmung in London. " Diese Herren," so erklärt das Junkerblatt, und mit jedoch hinzu und rissen Block von dem Unteroffizier fort. Sugge London, 29. Oktober. die Herren Graf v. der Osten- spie jetzt vor dem Grenadier Block aus und rief ihm zu:„ Warte ( Privattelegramm des Vorihnen das bisherige Komitee Jannewis, Dr. v. Burgsdorff, v. Jagow, Graf Find v. Finden- nur, Du Roter!" Block wurde dann abgeführt und ins wärts".) Die Börse hatte heute wieder einen schwarzen stein, zu denen vor einiger Zeit noch die Herren Stackmann und Untersuchungsgefängnis geſtedt. Wie die Kameraden Tag. Es liefen Gerüchte über viele Konkursfälle v. Wietersheim getreten waren, sowie der am 9. Oktober befundeten, hatten sie während des Ueberfalles bei Block ein ein. Die wohlbekannte Firma Gebrüder Simpson hat Kon1912 gewählte und aus den Herren Stadmann, v. Jagow, Dr. Augenrollen beobachtet. B. war vollständig bleich ge- furs angemeldet. Die gedrückte Stimmung an der Pariser v. Burgsdorff, v. Arnim- Züsedom, v. Batoci, v. Heydebreck, worden. Das Kriegsgericht der 2. Garde division er- und Berliner Börse wirkte mächtig auf die Londoner Börse. Frhrn. v. Kleist und v. Wietersheim bestehende Aufsichtsrat un- fannte seinerzeit auf fünf Jahre und einen Tag Gefängnis und man befürchtet weitere Fallissements. Diese serer Gesellschaft bieten in Gemeinschaft mit dem mit der ge- Sugge wurde wegen Mißhandlung Untergebener zu, vier Mo- Nervosität spiegelt nur die allgemeine Stimmung wieder, die schäftlichen Führung betrauten langjährigen Generalsekretär des Hauptvereins der Deutschkonservativen, Schroeter, und mit naten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Er legte in der Presse durch mehr oder minder ausgesprochene Furcht den treubewährten Kräften der Redaktion unter Leitung des beim Oberkriegsgericht Berufung ein, die aber verworfen wurde. vor dem Weltkrieg ihren Ausdruck findet. jeit 22 Jahren der Redaktion der Kreuz- Zeitung" angehörenden Dagegen gelangte das Oberfriegsgericht bei Block zu einem Chefredakteurs Dr. Müller- Fürer die unbedingte Gewähr, daß freisprechenden Urteil. Der als Sachverständiger verdie bisherige politische Haltung und vor allem die unangetastete nommene Stabsarzt Dr. Koschel führte unter anderem aus, und auch in alle Zukunft unantastbare Selbständigkeit der daß hier unbedingt der Schutz des§ 51 des Reichs- Strafgesetzbuches Kreuz- Zeitung" gewahrt wird." Anwendung finden müsse. Er habe bei Block hoch gradigen Schwachsinn und schwere Dämmerungszustände konstatiert. Es handele sich hier um angeborenen Schwach sinn; Block habe schon in der Jugend an starkem Jähzorn gelitten und sei schon auf die Lehrer losgegangen. Der sogenannte Jugendirrfinn, von dem der Angeklagte befallen sei, habe beim Militär noch zugenommen, und Welche Interessen die Kreuz- 8tg." berfritt, geht aus den Namen seiner Geldgeber und Aufsichtsratsmitglieder so deutlich hervor, daß jedes weitere Wort der Erläuterung überflüssig ist. Mugdan M. d. A. die Schleifereien hätten den Zustand der Verblödung noch beschleunigt. Herr Mugdan ist nunmehr nach dem Ergebnis der Wahlmännerwahl am Dienstag zum preußischen Landtagsabgeordneten gewählt worden. Von den 414 abgegebenen Stimmen entfielen auf Boekich( Soz.) 74, auf Mug dan( p.) 384 Stimmen. Berſplittert Blod jei heute ein hochgradiger Psychopat. Er befindet waren 3 Stimmen. Der Stimme enthalten haben sich 50 Wahl- fich augenblicklich in einem derart verblödeten Zustand, daß er männer. 36 Wahlmänner- Mandate, darunter 6 sozialdemokraiche, nicht einmal seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Kauffwaren vom Magiftrat wegen nicht voller Besetzung der Wahl- mann, mit dem er häufig zusammen gekommen ist, erkennt, vorstände für ungültig erklärt worden. Konservative Reichstagskandidatur. Für die Ersatztahl, die durch den Tod des Abg. v. Normann im Wahlkreis Greifenberg- Kammin nötig geworden ist, haben die Konservativen den Rittergutsbesitzer v. Fleming- Besenthin als Kandidaten aufgestellt. und auf die einfachsten Fragen keine Antwort zu geben vermag. Das Gericht schloß sich ohne weiteres dem Gutachten an und erkannte unter Aufhebung des ersten Urteils auf Freisprechung. Der Wahlvorsteher als Beamter". " Letzte Nachrichten. Lord Roberts desavouiert. London, 29. Oktober.( W. T. B.) Unterhaus. Whitehouse richtete an Sir Edward Grey die Anfrage, ob von feiten Deutsch. lands bezüglich der Rede Lord Roberts in Manchester am 22. Oftober Vorstellungen erhoben worden seien. Grey entgegnete: G3 sind bei uns von seiten Deutschlands keine Vor= itellungen gemacht worden. Ich muß den Gedanken durchaus ablehnen, es könnte eine Regierung bei einer anderen offizielle Vorstellungen erheben wegen un kluger und provo zierender Reden( Beifall bei den Ministeriellen), die in nicht in der Lage sind, die Politit ihrer Regierungen zu beeinDeutschland oder England von Personen gehalten worden sind, die flussen. Auch der Staatssekretär im Kriegsamt, Oberst Seely, wurde wegen desselben Gegenstandes von Whitehouse interpelliert, der anfragte, ob Maßnahmen ergriffen werden würden, einen Vertreter der britischen Armee daran zu hindern, eine Sprache zu gebrauchen, die eine befreundete Macht abfällig beurteile. Seely antwortete, er glaube nicht, daß er der Erklärung Greys noch etwas Wesentliches hinzufügen fönne. Eine Niederlage der Gelben. Das Reichsgericht entschied in der Straffache gegen die Arbeiter Wurzen, 29. Oktober.( Privattelegramm des Vorwärts".) Mädel und Hoffmann in Halle, die vom Landgericht Halle wegen Einen großen Feldzug gegen die freien Gewerkschaften unternahmen " Nötigung eines Beamten" zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt die früheren Sozialdemokraten und jebigen gelben Häuptlinge Konservativ- klerikales Wahlbündnis in Baden. worden waren, weil sie bei der letzten Reichstagswahl trop Wider- Streubel und Schneider bei der heutigen Gewerbegerichtswahl. 1908 Der schwarzblaue Block für die badischen Landtagswahlen des spruchs des Wahlvorstehers die Stimmzettel vor der Verlesung wählten 615, 1900: 785 Arbeiter, heute erhielt das Gewerkschaftsnächsten Jahres ist fertig. Der Landesausschuß der konservativen mischen wollten, daß der Wahlvorsteher Beamter im Sinne des fartell 1520 Stimmen, die Gelben ganze 166 Stimmen. Die FabriPartei Badens beschloß, auch fernerhin die engen Beziehungen zum§ 114 des Strafgesetzbuches iſt. Die Revision der Angeklagten kanten 30gen böse Gesichter über den großen Reinfall. Zentrum aufrecht zu erhalten. Die Zentrumspartei hat schon früher wurde daher verworfen. den Konservativen bedingungslose Unterstützung bei den nächstjährigen Landtagswahlen zugefagt. Dem Zentrum fommt es bei seiner großen Uneigennüßigkeit gegen die Konservativen nur darauf an, dem schwarzblauen Block die Mehrheit zu sichern. Wäre erst einmal die liberal- sozialdemokratische Gefahr" beseitigt, dann wäre mit den Konservativen schnell aufgeräumt. Die Konservativen in Baden sind allein völlig einflußlos und ohnmächtig. " Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Zaferatenteil verantw.: China. Diplomatische Jutrigen. Peking, 29. Oktober. Gestern fand eine sonferenz der Gesandten der elf Mächte statt, die das Friedensprotokoll nach Idem Boreraufstand unterzeichnet haben. Die Konferenz beschloß Zb. Glode, Berlin. Drucku. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Durch Dammrutsch unterbrochener Eisenbahnverkehr. Corbach( Waldeck), 29. Oktober.( Amtliche Meldung.) Infolge cines Böschungseinsturzes zwischen den Bahnhöfen Corbach und Meineringhausen der Strede Corbach- Wabern ist der Zugverkehr unterbrochen; der Personenverkehr wird an der Einsturzstelle durch Umsteigen aufrechterhalten. Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 254. 29. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Wahlkampf in Berlin. Die fortfchrittlichen Zöllner. Unser Artikel Von Mannheim bis Berlin", abgedruckt in der letzten Sonntagsnummer des Vorwärts", hat im Lager der Fortschrittlichen Volkspartei große Aufregung herborgerufen. Das ist begreiflich und wir hatten auch gar nichts anderes erwartet angesichts der bevorstehenden Wahl in Berlin I. Die Freisinnige Zeitung" sucht unsere Darlegungen in einem Artikel von erheblichem Umfange zu entkräften und der Abg. Dr. Wiemer kämpft verzweifelt, aber auch ohne Erfolg, in der„ Voss. 8tg." gegen unsere- wörtlichen Zitate aus der Freis. Zeitung". Was für Einwände erheben die fortschrittlichen Herrschaften gegen unsere Schilderung ihrer Schwenkungen auch auf dem Gebiete der Zollpolitik? Wir sollen die Resolution Gothein gefälscht haben, denn aus dieser Resolution sei der Sah, der die Herabsetzung der Getreidezölle verlangt, nicht gestrichen worden: " Man könnte zugunsten des Vorwärts" vielleicht annehmen, daß er, geſtüßt auf einen mangelhaften Bericht, den Beschluß des Mannheimer Parteitages in gutem Glauben unvollständig wiedergebe. Aber davon kann keine Rede sein. Denn er bezieht sich fortwährend auf die Freis. 8tg.", die nicht nur in ihrem Referat über den Mannheimer Parteitag den wahren Verlauf richtig darstellte, sondern die auch noch zum Ueberfluß in der Nummer vom 20. Dftober die Resolution Gothein in ihrer endgültig angenommenen Fassung wörtlich mitgeteilt hat." Wenn wir die Ünverfrorenheit der Freis. 3tg." in ihrer ganzen, für uns freilich nicht mehr erstaunlichen Erhabenheit beleuchten wollten, so müßten wir große Teile unseres Artikels noch einmal abdrucken. Dazu haben wir nun freilich keine Lust, aber es genügt wohl vollkommen, wenn wir folgendes feststellen: " Die Freis. 8tg." bemerkt so nebenbei, daß sie die Resolution Gothein in ihrer endgültig" angenommenen Fassung amt 20.(!) Ottober wörtlich mitgeteilt habe. Der fortschrittliche Parteitag hat aber schon am 4.(!) Oktober begonnen und nur wenige Tage gedauert. Wir haben uns in unserem Artikel ganz ausdrücklich auf die Berichte der Freisinnigen Zeitung" vom 6. Dktober berufen. Diese Tatsache muß die Freisinnige Zeitung" ihren Lesern allerdings verschweigen, weil sie sonst ihre Vorwürfe gegen uns überhaupt nicht hätte erheben können. Einmal angenommen, aber durchaus nicht zugegeben, daß alle ihre Einwände gegen unseren Artikel richtig wären, wie stände dann die Freisinnige Zeitung" da? Als das führende Organ einer Partei, über deren Parteitag fie in einer so standalösen Weise berichtet hätte, daß zur Kennzeichnung einer solchen Berichterstattung ein einigermaßen zutreffendes Wort in der deutschen Sprache nicht existiert. Der Abg. Wiemer weist denn auch in der Bossischen Zeitung" auf die vielfach ,, ungenauen" Berichte über den fortschrittlichen Parteitag hin, wesentliche Momente, die für die Entscheidung des Parteitags von Bedeutung waren", seien bei der Berichterstattung nicht beachtet worden. " " entnommen. Und in der Freis. 8tg." ward am 6. Dktober wörtlich berichtet: Der Parteitag wendet sich dann dem nächsten Punkt der Tagesordnung zu: Wirtschaftliche Fragen, 8ollfragen und Teuerung. Reichstagsabg. Gothein als Referent legt hierzu folgende Resolution bor: Mittwoch, 30. Oktober 1912. Sämtliche Redner haben( in Mannheim) die Schutzölle verurteilt, nur über das Tempo des Abbaues der Schutzölle herrschte Meinungsverschiedenheit." Demgegenüber haben wir schon festgestellt und wiederholen es hiermit zu Nutz und Frommen der Wähler in Berlin I, die nicht Großgrundbesizer sind, was nach der " Freis. 3tg." entgegen ihren unwahren Behauptungen in Mannheim u. a. ausgeführt worden ist von dem fortschrittlichen Reichstagsabg. BIund: " Der Delegiertentag der Fortschrittlichen Volkspartei erblickt in der wachsenden gegenseitigen Zollabsperrung, wie sie durch den Zolltarif von 1902 gezeitigt worden ist, eine schtvere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens, insbesondere eine Schädigung der Verfeinerungsindustrie. Diese in ihrer Ausfuhrfähigkeit zu stärken, ist eine der wichtigsten Aufgaben der deutschen Handelspolitik. Die gegenseitige Herabminderung der Bollschranken durch lang- Mannheimer Parteitag, führte aus: fristige Handelsverträge ist im Interesse des deutschen Erwerbslebens dringend ge- nicht empfehlen." boten." ,, Von einer besonderen Steigerung der Getreidepreise kann bei uns nicht gesprochen werden. Die Getreidepreise haben sich Ohne einen bei uns in durchaus verständigen Grenzen beweg entsprechenden Zollschutz ist unsere Landwirtschaft nicht existenzfähig." Und Dr. Vershofen, ein anderer Delegierter auf dem " Wir sollten die allgemeine Herabsetzung der Getreidezölle Damit fönnen wir die Freis. 3tg." wohl laufen lassen. Zur Frage der Fleischteuerung führte Abg. Gothein aus: Um Herrn Dr. Wiemer zu zeigen, daß nicht nur wir bösen Die ungenügende Versorgung mit Fleisch und die unausgesetzte Sozi die zöllnerischen Tendenzen auf dem Mannheimer Preissteigerung aller Lebensmittel..." Parteitag bemerkt haben, wollen wir ihn daran erinnern, Gothein begründete also seine Resolution und schloß( nach was der Spezialberichterstatter des„ Berl. Tagebl.", das sodem Bericht der Freis. 3tg.") seine Ausführungen, in denen zusagen doch auch ein liberales Organ ist, schon am Abend er u. a. gefordert hatte:" Ermäßigung der Getreidezölle und des 5. Oktober seinem Blatte telegraphiert hat: Beschränkung der Einfuhrscheine auf dieselbe Fruchtart", mit diesem Sage: 11 Da diese Maßnahmen zum Teil nur durch Reichsgesetze getroffen werden können, muß der Delegiertentag die ungesäumte Einberufung des Reichstags verlangen.' " Dieser Satz ist offenbar später der Resolution einverleibt worden. Aber aus den Musterberichten der Freis. 8tg." vom 6. und 8. Oktober, in denen über die Behandlung der Zollfragen berichtet wird, ist das nicht zu ersehen. Den Abschluß der Debatte stellt eine Rede des A5g. Wiemer dar, in der es nach der Freis. 3tg." vom 8. Oktober wörtlich heißt: „ Es bestehen gewiß Meinungsverschiedenheiten, aber wir sollten sie nicht schärfer herausdestillieren, als sie in Wirklichkeit sind. Wir sind alle einig darin, daß an den Grundlagen der Eristenzfähigkeit unserer Landwirtschaft nicht gerüttelt werden darf, es fragt sich nur im einzelnen, welche Maßnahmen wir hierfür erforderlich halten. Den Antrag auf Einſegung einer Kommission unterstüße ich. Die Kommission muß sich aber auf Erhebungen beschränken und darf nicht eine agrarische Nebenregierung innerhalb der Partei sein.( Lebhafte Zustimmung.) Die Anträge auf Ergänzung unseres Programms müssen an diese Kommission überwiesen werden. Auch der Antrag Storell gehört in die Kommission. Dagegen können wir den Antrag Gothein und die von Gothein aufgestellten Forderungen annehmen mit Ausnahme der strittigen Frage der Ermäßigung der Getreidezölle. Dann kommen wir zu einem einmütigen Votum. Wenige Zeilen später ist in derselben Nummer der Freis. 3tg." zu lesen: In der Abstimmung wurde der Antrag Beder auf Einfegung einer Agrarkommission mit großer Mehrheit angenommen, der Antrag Dr. Wiemer auf Leberweisung der zur Agrarfrage vor liegenden Anträge an die Agrarkommission wurde ebenfalls angenommen. Im übrigen wurde der Antrag und die Forderungen Gotheins mit Ausnahme der Forderung der Ermäßigung der Getreidezölle einstimmig angenommen." " Die Debatte über die Agrarfrage auf dem Fortschrittlichen Barteitage umfaßte den ganzen Nachmittag. Die Geister schieden sich in der Frage, ob die Forderung auf Ermäßigung der Getreidezölle in der Teuerungsresolution fallen sollte. Namentlich war es der hessische Landtagsabgeordnete Pfarrer Korell, der gegen die Zollermäßigung auf Getreide antämpfte, und es war fein großes Bugeständnis, daß er andererseits sich gegen eine Erhöhung der Getreidezölle aussprach. Mit Recht wurde ihm entgegengehalten, daß das auch die alten KardorffParteien nicht verlangten... Nach dem Schlußwort des Referenten wurde die Errichtung der Agrarkommission einstimmig beschlossen. Sämtliche Anträge für Programmberänderungen wurden ihr überwiesen, auch der Passus der Gotheinschen Nesolution, die eine Ermäßigung der Getreidezölle verlangt. Die Teuerungsresolution ohne diesen Punkt fand dann einstimmig unter lebhaftem Beifall Annahme." Wie wird Euch, Ihr Herren von der Freifinnigen Zeitung"? fortfchrittler und Lebensmittelzölle. Aus Husum wird uns geschrieben: In dem Leitartikel seiner Sonntagsnummer widerlegt der Vorwärts" die Behauptung der Freisinnigen Zeitung", sämtliche Redner auf dem Fortschrittlichen Parteitag in Mannheim hätten die Schußzölle verurteilt, nur über das Tempo des Abbaues der Schutzölle herrsche Meinungsverschiedenheit. Als Zeuge gegen die Behauptung der Freifinnigen Zeitung" wird auch der Abgeordnete Dr. Blund aufgeführt. Gerade Dr. Blund ist ein typisches Beispiel dafür, wie richtig die in dem Vorwärts" entwickelte Ansicht ist, daß der Umstand, daß die Fortschrittler von den Sozialdemokraten aus den großen Städten und den Industriezentren verdrängt, immer mehr in die ländlichen Wahlkreise gehen müssen, um dort mit Hilfe der Sozialdemokraten Mandate zu erZwar wissen wir, wie die Freif. 8tg." leichtfertig andere Man lese den Wortlaut der oben nach der Freis. 8tg." obern, sie der agrarischen Schutzollpolitik geneig Parteien behandelt, wir haben bisher aber nicht mit der wiedergegebenen Resolution Gotheins nach, beachte besonders ter macht. Herr Dr. Blund hat sein schutzöllnerisches Herz nicht Möglichkeit gerechnet, daß sie auch über ihre eigene Partei den in Sperrdruck wiedergegebenen Schlußsaz, vergleiche erst in Mannheim oder kurz vor Mannheim entdeckt. Er ist in so ungenauer" Weise berichten könnte, wie der Abg. damit die Worte Wiemers und die Feststellung des Ab- schutzöllnerisch geworden während der Agitation in Wiemer( ohne sie ausdrücklich zu nennen) fonstatiert. Als stimmungsergebnisses. Mit Ausnahme der strittigen seinem Wahlkreise. wir die Zollschwenkung der Fortschrittlichen Volkspartei, wie Frage der Getreidezölle!" und angesichts aller Ungefähr ein Jahr vor den Reichstagswahlen 1912 erfürten sie der Mannheimer Parteitag offenbart hat, näher beleuchten dieser aus der Freis. Ztg." geschöpften Tatsachen hat das ihn die Fortschrittler des schleswig- Holsteinischen Reichstagswahlwollten, griffen wir selbstverständlich zu den Nummern des Blatt die Dreiftigkeit, uns Fälschung vorzuwerfen. Fälschungs- freises Husum- Tondern zu ihrem Kandidaten, nachdem der Verfortschrittlichen Parteiblattes, die während der Mann- und Täuschungsversuche sind gemacht worden und zwar von treter des Kreises, Dr. Leonhart- Riel, erklärt hatte, nicht heimer Tagung mit den Parteitagsberichten er- der Freisinnigen Zeitung", der wenige Tage vor der Wahl wieder kandidieren zu wollen. So kam Herr Dr. Blund, der in der schienen sind, nicht etwa zu Nummern, die erst zwei Wochen in Berlin I bange geworden ist ob der zöllnerischen Tendenzen, Hamburger Bürgerschaft Mitglied der liberalen Linken ist, als später die Druckmaschine durchlaufen haben. die auf dem Fortschrittlichen Parteitag in Mannheim klar Kandidat und fortschrittlicher Agitator in den rein agrarischen zutage getreten sind. Sie hatte die Stirn, am 25. d. M., zu vierten schleswig- Holsteinischen Wahlkreis, wo die Haupterwerbsbehaupten: quelle in den Marschgegenden Viehzucht und Viehgräserei, in den Es bleibt bei dem, was wir am Sonntag ausdrücklich fonstatiert haben: Alle unsere Zitate sind der Freis. 8tg." " Kleines feuilleton. man Notizen. Dichters, die Zeit der reichen und, reinen Entfaltung seines Charakters und Schauspielerinnen mit Kostümen und Requisiten nach Aegypten und der schöpferischen Reife breitet sich hier vor uns aus, ein wahr- und Palästina zum Zwecke der finematographischen Aufnahmen an haft vorbildliches Erleben und Beseelen aller idyllischen und ernsten Ort und Stelle entsandt hat, und daß die Gesellschaft vier volle Die abgekühlte Straußsensation. Die fünstlich geschürte Be- Schönheiten des deutschen Hauses und der deutschen Familie. Und Monate lang unterwegs war. Sie besuchte zunächst Bethlehem, wo geisterung für die Straußsche Ariadne" ist schnell zurüdgeebbt. Die diesem stillen und zarten Glüd fehlt auch die Tragik nicht, die unser in unmittelbarer Nähe der Geburtsstätte Christi eine Krippe aufgebaut Bresse ist keineswegs so fanfarenwütig wie sonst bei Straußschen Dasein mit den tiefen Wundern des Ewigen verknüpft. Der Tod wurde. Dann ging es nach dem Kalvarienberg, der zum Schuße Premieren gewesen und ergeht sich in allerlei fazenjämmerlichen feiner ersten über alles geliebten Frau, der Summer um seinen ältesten gegen neugierige Zuschauer durch einen Verschlag abgeschlossen Betrachtungen nach dem Fest". Wie sehr die ganze Affäre eine Sohn Hans, der dem Alkohol verfällt, harter Kampf um des Lebens wurde und dort erfolgten dann auf dem landschaftlichen Hintergrunde Sensation ganz fleiner Schichten war, die für das größere Publikum Notdurft schaffen den melancholischen Unterton dieses glücklichen der Ueberlieferung die Aufnahmen der Leidensstationen Christi mit gar nichts bedeuten, zeigt ein Bericht der Hamburger Nachrichten" Lebens und werfen melancholische Schatten in die von innerer der den Abschluß des Golgathadramas bildenden Kreuzigung. Die Herzenswärme durchstrahlten Szenen. In Potsdam und Heiligen englische Geistlichkeit nimmt der Schaustellung gegenüber eine überaus Stuttgart, worin u. a. steht: " Für den nächsten Tag( Sonnabend) war abermals eine Auf- stadt entfaltet sich das bescheidene und doch so harmonische Familien- wiegend wohlwollende Stellung ein und empfiehlt den Besuch der führung des Wertes angezeigt. Aber man wußte, daß nicht Strauß, leben. Bei Gerichtsverhandlungen und Zeugenverhören schwingt um Vorstellung. Natürlich fehlt es aber auch nicht an Stimmen, die sondern irgend ein anderer sie dirigieren werde. Und da zeigte den Assessor und Kreisrichter ein schimmernder Hauch freundlicher gegen die Vorführung des Passionsspieles im Kinematographenbei der teuren Heizung muß Theater Protest einlegen. Warum soll aber die Kirche, die ja nie sich denn sofort wieder die Sensationsnatur des Ereignisses: Hauspoesie und im engen Zimmer man gab die Eintrittskarten massenhaft zurück, dichtet er skrupellos war, ein so wirksames Reklamemittel wie den Kino versteckte man sich im Winter mit wenigen Räumen begnügen In der Mittel- und in Constanzes schmähen, wo ihn doch alle Welt benutzt? Die patriotische und fie den Hotelportiers zum Verkauf zu. Fünfzig Mart hatte man seine wundervollen Novellen. für eine Starte bezahlt und bot sie jetzt für die Hälfte, ja für dran grenzender Schlafstube haben wir die Fußböden streichen monarchistische Stimmungsmache ist im Stino ja heute etwas Allweniger als ein Drittel zaghaften Liebhabern an. Jeder wollte lassen; die heizen wir denn nun und das ist unsere Welt. Darin tägliches. eben bei der Uraufführung gewesen sein. In der ihr nachfolgenden fizen Hans und ich, zu arbeiten, Constanze zu flicken, Ernst, und zu schnißeln, darin schläft Darstellung des Kunstwerkes tamen übrigens auch statt der Karl und Lite zu malen glänzenden Künstler, die sich Strauß ausgelesen, die guten ein- das Piepchen, tänzelt mit ihr, wenn sie wach ist, das Kindermädchen Dahinein kommen jeden Nachmittag noch wenigstens drei Schniglers neues Drama Professor Bernhard" heimischen an die Reihe, die der Stuttgarter jeden Tag sehen kann. Ottilie. wahrscheinlich aus kirchenDahin war der Reiz des Außerordentlichen, des Seltenen, verflogen Nachbarskinder, zwei Mädchen und ein Junge von unserem Nachbar, wurde von der Wiener Zensur verboten jegliche„ Sensation", dieses gemeine Nervenstimulans." Bäcker Herold, gute, wohlerzogene Kinder; mitunter auch zwei politischen Gründen, da es den Konflikt eines Arztes mit einem Darin in dieser betäubenden, Geistlichen und den Meineid einer Krankenschwester behandelt. leberhardt erweist sich die künstliche Stimmungsmache für den fleine, hungrige Mädchen.... Karl Haider, der Maler der bayerischen Voralpenlandneuen Stil, ver nach jeder Straußpremiere als Evangelium aus- fleinen Welt habe ich in den letzten beiden Monaten eine Novelle gegeben wird, als eitel Schaum. Schon wird die sog. Kammer- geschrieben, die wohl um 1½ länger als" Immensee" ist, was ich in schaft, ist in Schliersee gestorben. Ein gänzlich Unmoderner Der Brief war er, einer, der seine Heimat liebte und feiner Schule anmufiloper wieder preisgegeben und Strauß tehrt zum großen meiner fünftigen Biographie nicht zu vergessen bitte." Orchester zurüd. Wenigstens meldet die„ Köln. Volksztg.":" Als schließt mit folgender" Parenthese"( Wo ist mein Schlüffelbund?" gehörend, felber den Ausdruck fand für seine Poeterei: die anMangel hat sich die Verkoppelung der Straußoper mit der fragt Constanze." Der Herr hat es gehabt", sagt das Mädchen. dächtige Tüpfelei und Kleinmeisterei einer tief empfundenen und Molièrekomödie erwiesen. Die eine drückt auf die andere. Aus Ich hab' dem Herrn Butter holen müssen."" So," sagt Constanze wahrhaft volkstümlichen Kunst. Dieselbe deutsche Liebe zur Natur, diesem Grunde haben sich Richard Strauß und Hofmanns- sehr gedehnt, also Butter hast Du heute morgen gegeffen und auch die in den altdeutschen Malern lebendig war, beseelte ihn und ließ thal entschlossen, ihr Beides ist nämlich seit einem Vierteljahre nur ihn hell und farbenfreudig die Schönheit der blumen- und baumWert für die nächsten Aufführungen wohl Zucker?" Ich aber nahm das Häppchen aus reichen Voralpen fünden. außerhalb Stuttgarts einer großen Revision zu unterziehen. zum Nachmittagstee gestattet. - Edgar Tinel, ein bekannter belgischer Komponist und In Dresden wird in wenigen Wochen, wie zuverlässig mitgeteilt dem Schrank und sagte triumphierend: st was davon gegessen?" Er war wird, die„ Ariadne" in ganz anderer Fassung zur Aufführung ge- Nein!" Dann aber mußte ich gestehen, daß ich heute morgen eine Direktor des Brüsseler Konservatoriums, ist gestorben. langen. In einer Faffung, die jedenfalls das ganz beseitigt, was so große Lust zu füßem Tee und Butterbrot gehabt, daß ich indes, das Haupt der jungflandrischen Musik und als Komponist be bisher als das Charakteristikum des Werkes angepriesen wurde. Als nachdem die Butter schon requiriert war, dies Gelüfte glücklich be- fonders auf geistlichem Gebiet tätig. Sein Oratorium Frandiefes wuze ja gerade seine Intimität", seine Eigenart als„ Kammer- 3ungen hatte.) Diese Parenthese, welche sich soeben begab, gehört sistus" ist auch in Deutschland des öfteren aufgeführt worden. Unsere Wohllöbliche, die die unglaublichsten Anlässe, sich zu musitoper" für ein fleines Orchester von nur 36 Musikern gerühmt. auch zur Schilderung unseres häuslichen Lebens." blamieren, findet, hat unserm Volfschor bekanntlich untersagt, In Dresden wird das Werk als große Oper aufgeführt mit dieses Werk am nächsten Karfreitag herauszubringen. Weil das weltliche Leben des frommen Mannes eben auch darin behandelt wird. Eine preußisch zensurierte Neuausgabe sämtlicher Heiligen leben, die wir damals vorschlugen, ist freilich immer noch nicht Musikchronit. Der Verein Berliner Presse bringt am Neues von Storms Leben. Das Lebensbild Theodor Storms, auf dem Gewissen hat, hat freilich weder Mühe noch Kosten Sonntag, den 10. November, mittags 12 Uhr, den Barbier von das seine Tochter Gertrud in schlichter Liebe und Treue geschaffen, gescheut, um der Vorführung den Sensationsreiz naturalisti- Sevilla" im tgl. Schauspielhause mit Jadlowker als Almaviva wird durch den zweiten Band vollendet, der in diesen Tagen im scher Treue zu sichern. Die Sache soll an 500 000 m. gekostet und Hermine Bosetti als Rosine. Der Billettverkauf beginnt am Berlag von Karl Curtius in Berlin erscheint. Das Mannesalter des haben. Das begreift sich, wenn man bedenkt, daß sie 42 Schauspieler 3. November, vormittags 10 Uhr, im Schauspielhause. " Das Passionsspiel im Kino. Ein kinematographischer Film, der vollem Ormester, und die vorangehende Molièrekomödie wird die Leidensgeschichte Christi unter dem Titel„ Von der Krippe zum aufs äußerste gefürzt. Daß Strauß und Hofmannsthal dazu ihre Kreuz" in der Londoner„ Queens Hall" dem Publikum in szenischen Zustimmung gegeben haben, beweist, wie sehr sie sich über seinen Bildern vorführt, darf als Beweis dafür gelten, daß das LichtbildCharakter im unklaren sind. Für sie war Stuttgart ein Experiment, theater nachgerade alles macht. Die" Kalem Company", die diese erschienen. und da es nicht glückte, versuchen sie nun ein zweites." finematographische Nachahmung der Oberammergauer Passionsspiele Geestdistrikten Viehzucht und Getreidebau ist. Bei seiner ersten yantrage zu. Der Kurs der Staatspapiere fann durch fünstliches Agitationsreife bekämpfte Herr Blund noch scharf die Getreide- Mittel überhaupt nicht geboben werden. Aber das Gesetz liegt im zölle und forderte den allmählichen Abbau des agrarischen Intereffe der Sparkassen selbst. Die Sicherung ihrer Liquidität ist Schutzzollsystems. Sein nationalliberaler Gegenkandidat war der äußerst wichtig.( Sehr richtig!) Abg. Korschawsti( Pole) spricht gegen die Vorlage. Führer der schleswig- Holsteinischen Nationalliberalen, der Landtagsabgeordnete Dr. Schifferer, ein in der Wolle gefärbter Abg. Leinert( Soz.): nationalliberaler Schußzöllner, der seine schutzöllnerischen Ansichten aber sehr geschickt vor den kleinen und großen Bauern zu vertreten wußte. Unser Standpunkt ist der gleiche wie bei der ersten Lesung. Die Kommission hat zwar einige Verbesserungen beschlossen, aber fie sind doch recht problematisch. Von den nach dem Unannehm bar der Regierung eingelaufenen Anträgen bringt teiner eine die beseitigte Staatsaufsicht einführen will. Daß darunter auch ein Verbesserung. Am allerwenigsten der Kompromißantrag, der wieder Freifinniger steht, ist besonders bedenklich.( Sehr richtig!). Die Mehrheit hat offenbar Angst vor ihrer eigenen Courage daß die Ueberschüsse nicht ausschließlich zur Rückvergütung an die Mitglieder, sondern auch zur Bildung von Fonds verwendet werden, die es den Konsumbereinen ermöglichen, selbst oder durch ihre Verbände und Großeinkaufsgesellschaften zur genossenschaftTichen Produktion überzugehen und für die Erziehung und Bildung, sowie für die Unterstützung ihrer Mitglieder zu sorgen; daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse ihrer Angestellten im Einbernehmen mit den Gewerkschaften geregelt werden, daß ihre eigenen Betriebe in jeder Hinsicht vorbildlich organisiert werden und daß beim Bezug von Waren gebührende Rücksicht auf die Bedingungen genommen wird, unter denen sie hergestellt werden. Ob und inwieweit die Genossenschaften die politische und gewerkschaftliche Bewegung direkt aus ihren Mitteln unterstüßen Landes zu überlassen. In der Zeit zwischen seiner ersten Agitationstour und dem Beginn der Reichstagswahlagitation ist Herrn Dr. Blund dann mit einem Male die Erleuchtung gekommen, daß es mit dem Abbau der Schutzölle nicht gehe. Seine Wahlreden hatten, wenn er auf die Schutzzollfrage kam, eine verdächtige Aehnlichkeit mit den Ausführungen des nationalliberalen Kandidaten Dr. bekommen, aber wirkliche Gründe für ihren Umfall find uns nicht sollen, ist der Entscheidung der einzelnen Genossenschaften jedes Schifferer bekommen. Jetzt erklärte er mit einem Male, die Schifferer bekommen. Jetzt erklärte er mit einem Male, die mitgeteilt worden. In der Tat handelt es sich bei der Vorlage nur 3ölle tönnten bei den kommenden Handelsverum einen Versuch, den Kurs der Staatspapiere zu In der Erwägung, daß die Dienste, die die Genossenschaftsträgen nicht ermäßigt werden, das ganze Wirtschafts- beben, denn 3 von den Inhaberpapieren müffen Staatspapiere bewegung der Arbeiterklasse leisten kann, um so größere ſein leben sei darauf eingerichtet. Nur für eine Ermäßigung der fein. Dabei sind die ersten Hypotheken der Sparkassen mindestens werden, je stärker und geschlossener sie selbst ist, erklärt der KonFuttermittelzölle trat er ein; Getreide- und Vieh ebenso sicher wie die Staatspapiere. Der Standpunkt der Mehrheit greß, daß die Genossenschaften jedes Landes, die auf dem Boden 3ölle müßten in alter Höhe bestehen bleiben! Auf die dieses Hauses, immer die Regierung zu unterstügen, wenn es gilt, dieser Resolution stehen, einen einheitlichen Verband bilden müssen. Frage, die ihm der sozialdemokratische Kandidat in verschiedenen Ver- andere zu belasten, aber ihr aufs schärffte entgegenzutreten, wenn es Der Kongreß erklärt endlich, daß es im Interesse der Arbeitersammlungen vorlegte, wann er denn denke, daß die freisinnige sich um die eigenen Interessen handelt, kommt hier wieder einmal traffe in ihrem Kampf gegen den Kapitalismus erforderlich ist, daß drastisch zum Ausdrück. Man hat von der Zinstreiberei lasse Forderung des Abbaues der Schutzölle beginnen solle, erklärte er, ber parlaffen gesprochen. In Wirklichkeit zahlen die öffent die Beziehungen zwischen den politischen, gewerkschaftlichen und das könne er nicht sagen, das müsse der Zukunft überlassen lichen Sparkassen die niedrigsten Zinsen; daher gehen viele genossenschaftlichen Organisationen, ohne daß dadurch ihre Selbbleiben. Höhnend meinte denn auch unser Kandidat, der Abbau Leute eben zu Privatbanten und Sparkassen. Den Haupt- ständigkeit angetastet würde, immer innigere werden." der Schutzölle sei wohl für Blund eine freisinnige Zukunftsstaats- nutzen von dem ganzem Gesetz werden die Großbanken haben. Der Parteitag der sozialdemokratischen Partei, der vom 18. bis forderung geworden, lächelnd sagte Herr Dr. Schifferer in seinen Mißstände in der Kreditgewährung sind bei den öffentlichen Spar- 24. September 1910 in Magdeburg tagte, kam zu folgendem Versammlungen zu den anwesenden Fortschrittsmannen, sie fassen nicht hervorgetreten. Mit der Verwaltung der Bank- und Beschluß: tönnten ebensogut ihn wählen, wie den Fort- sonstigen Kreditinstitute können sich die Verwaltungen öffentlicher Bei der Beratung der Wirtschaftsgenossenschaften kommen schrittskandidaten, hätten sie sich bisher schon in einer so Sparkassen sehr gut messen. Man verweist nun auf den Striegsfall. wichtigen Frage wie der Militär- und Marinepolitik nicht unter- aber so viel Geld wie durch die Lombardierung der 25 Proz. In- für die sozialdemokratische Partei vornehmlich die Konsumvereine schieden, so auch jetzt nicht mehr in der ebenso wichtigen der agra- bekommen, wenn das Geld überhaupt da ist. Das ist also eine haberpapiere schließlich herauskommt, werden die Sparkassen nur in Betracht. Die Konsumbereine find Organisationen zur Ergielung wirt. rischen Schutzölle. untergeordnete Frage. Die Hauptsache ist, wie gefagt, für schaftlicher Vorteile, indem sie durch direkte Uebermittelung der die Regierung die Hebung des Kurses der Staatspapiere, die nur wichtigsten Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs an die denen zu Gute kommt, die ihre Papiere rechtzeitig verkaufen können. Stonsumenten deren Kauffraft erhöhen. Diese Bereicherung soll geschehen auf So werden freihändlerische Fortschrittler zu Schutzöllnern. Abgeordnetenbaus. 88. Sigung. Dienstag, ben 29. Dttober 1912, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Dallwig, Dr. Bene. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. Bartscher( 8.), daß seine gestrige Behauptung, die die Abgg. Hirsch und Ströbel für unwahr erklärt hätten, daß in der ersten Lesung der Kommissionsberatung des Beamtenbesoldungsgesetzes von den Sozialdemokraten teine Anträge gestellt worden seien, durch das amtliche Protokoll bestätigt werde. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Gefeges betreffend die Anlegung von Sparkassenbeständen in Inhaberpapieren. Nach der Regierungsvorlage wurden durch§ 1 die öffentlichen Sparkassen verpflichtet, von ihrem verzinslich angelegten Bermögen. Mindestbeträge zwischen 20-80 Proz. in mündelsicheren Inhaberpapieren anzulegen. Ist burch die Sagung nichts festgelegt, fo gelten 25 Proz. als Mindestbetrag. berwendet werden. § 7 ließ zu, daß von den Ueberschüssen der Sparkassen mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde zu außerordentlichen( vom Herrenhause verändert in öffentlichen) gemeinnützigen Zweden des Garantie berbandes je nach der Höhe ihres Sicherheitsfonds bestimmte Teile Die Kommissionsvorlage sieht nun im§ 1 vor, daß die Sparlaffen je nach der Höhe ihres Einlagebestandes 2, 10, 20 Millionen resp. darüber- in mündelsicheren Inhaberpapieren anzulegen haben 10, 15, 20 refp. 25 Proz. Jm§ 7 bat die Kommission die Genehmigung der Aufsichtsbehörde gestrichen, hinter dem Worte öffentlichen" eingefügt: dem gemeinen Nugen dienenden" und die Höhe der Teile ber ändert. Zu der zweiten Lesung im Hause liegen eine große Reihe Abänderungsanträge vor. Die allgemeine Verteuerung der Lebensmittel und ber nota Kosten der kleinen Sparer. wendigsten Gebrauchsgegenstände, die vor allem eine Folge der Bestimmen Sie doch lieber im Ergänzungssteuergesetz, daß feder agrarischen Zoll- und Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches ist, verpflichtet ist, einen Teil seines Vermögens in Staatspapieren anzu- hat die breiten Volksmassen in steigendem Maße auf die Nüßlichkeit Tegen. Damit treffen Sie die Leute, die einen eventuellen bes Zusammenschlusses in Konsumentengenossenschaften hina Ausfall wirlich tragen können und nicht wie hier die kleinen Sparer. Im übrigen bestreiten auch wir, daß eine gewiesen. Je mehr die Massen den Konsumbereinen beitreten und dort Hebung des Kurses der Staatspapiere durch diese Vorlage erreicht werden wird. Wohl aber werden die Sparkassenzinsen zurückgehen. ihre Bedürfnisse decken, desto mehr steigert sich die LeistungsfähigDiefe Schädigung der fleinen Leute machen wir nicht mit. 8um feit dieser Organisationen auf wirtschaftlichem Gebiete. Je mehr mindesten müßte die Regierung die Verpflichtung übernehmen, die Mitglieder der Konsumbereine mit den Mitgliedern der sozialdie Sparkassen für Kursrüdgänge zu entschädigen, demokratischen Partei und der freien Gewerkschaften identisch wie das ein Antrag Waldstein will. Wir haben auch einen Antrag werden und von deren Geist erfüllt find, desto besser können fie zur Sicherung der Sparer eingebracht, den wir bei§ 7 näher be- wertvolle soziale Arbeit leisten durch Schaffung vorbildlicher, mit gründen werden. Aus den angeführten Gründen werden wir bei Vorlage ftimmen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ablehnung der Kommissionsbefchlüffe gegen die den Gewerkschaften vereinbarter Lohn- und Arbeitsverhältnisse für ihre Angestellten. Durch Einrichtung von Hilfs- und Notfonds für ihre Mitglieder, durch Einwirkung auf die Arbeitsverhältnisse der Arbeiter jener Betriebe, deren Abnehmer die Genossenschaften sind, durch Uebergang zur Eigenproduktion und durch Erziehung der Arbeiter zur selbständigen Leitung ihrer Angelegenheiten können im Klaffenkampfe fein. die Konsumgenossenschaften ein wirksames Mittel zur Unterstüßung Abg. Dr. Arendt( frt.) spricht für einen Teil seiner Freunde gegen bie Borlage. Minister v. Dallwik betont, daß der Verschiedenartigkeit der Berhältnisse bei den Sparkassen durch den Kompromißantrag RechAbg. Faßbender( 8.) befürwortet einen Antrag, wonach alle Spartassen 20 Prozent ihres Bermögens in Inhaberpapieren an aulegen haben und beantragt Rückverweisung des Gesezes an die Kommission. nung getragen werde. Die Konsumbereine erledigen ihre Aufgaben selbständig und unabhängig. Mit ihrer zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung Abg. v. Karborff( frt.) tritt für den Kompromißantrag ein. und der Verschärfung der Klassengegensäte wächst ihre GegnerHerr Leimert hat die Grundtendenz überhaupt nicht verstanden. schaft in bürgerlichen Kreisen; durch ausnahmegesebliche Be( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie geht gerade dahin, zu er- ftimmungen und schifanöse Verwaltungsmaßnahmen suchen die Bereichen, daß die Sparkassen ihre Ueberschüsse im wesentlichen zu hörden und bürgerlichen Parteien ihre Entwickelung zu hemmen. fozialen Zwecken verwenden.( Widerspruch bei den Sozialdemo- Die gleichen Kreise haben ehedem die Gründung von Konsumfraten.) Der Antrag auf 8urüdverweisung der Vorlage an die bereinen als eines der vornehmsten Mittel für die Lösung der Stommiffion wird gegen die Stimmen des Zentrums, der Freisinnigen fozialen Frage empfohlen. und Sozialdemokraten abgelehnt. Die sozialdemokratische Partei vertritt die Interessen der Die weiteren Verhandlungen werden vertagt auf Mittwoch Konsumgenossenschaften in der Presse und in den parlamentariMinister v. Dallwit: Die§§ 1 und 7 sind in der Kommissions- 11 Uhr.( Außerdem Jifterpellation der Polen über das Entschen Körperschaften wider die Angriffe ihrer Gegner. Dieses Einfaffung gegen den lebhaften Widerspruch der Regierung zustande ge- eignungsgefeg.) treten für die Konsumbereine entspricht den Klasseninteressen des tommen. Ich gestatte mir die Erklärung, daß diese Beschlüsse für Abg. Hirsch( So3.) spricht den Wunsch aus, daß die gestern be- roletariats, denn die genossenschaftliche Tätigkeit ist eine wirkdie Regierung unannehmbar sind, hier zu wiederholen. Die Mindest- ratenen Petitionen der Justizunterbeamten spätestens am Donners- fame Ergänzung des politischen und gewerkschaftlichen Kampfes fäße des§ 1 gehen unter die Säße herunter, die die Sparkassen bis her schon an Inhaberpapieren gehabt haben. Die Garantieverbände tag wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden mögen, bamit seine für die gebung der Lage der Arbeiterklasse. Frattion sobald wie möglich Gelegenheit habe, auf die fönnen nach§ 7 die Ueberschüsse zu kommunalen Zwecken verwenden heutige Erklärung des Abg. Bartscher zurüdund werden deshalb versuchen, aus den Sparkassen sobiel wie mögzukommen. lich herauszuwirtschaften. Die Liquidität der Sparfaffen speziell in Schluß 4 Uhr. Beiten nationaler Strifen fann durch die Kommissionsbeschlüffe mur verschlechtert werden. Den Mindestsaz von 25 Proz. hatten 1906 die Sparkassen selbst für akzeptabel erklärt. Abg. v. Hassell( f.): Ein größerer Bestand an sicheren inländi schen Schuldverschreibungen liegt im Interesse der kleinen Sparer selbst. Vor dem Staatsinteresse müssen die Interessen der hinter den Sparkassen stehenden Kommunalverbände zurücktreten.( Bravo! rechts.) Soziales. Zum Genoffenschaftswesen. Der Parteitag fordert die Genoffinnen und Genossen dringend auf, in diesem Sinne zu wirken und die im Geiste der modernen Arbeiterbewegung geleiteten Konsumvereine zu unterstügen." Jm Sinne dieser Beschlüsse gilt es zu handeln. Berstaatlichung des ärztlichen Dienstes in England. teber die Verstaatlichung des ärztlichen Dienstes hat Lloyd Der letzte Genossenschaftstag des Zentralverbandes deutscher George nun dem Ministerrat Bericht erstattet. Er teilte mit, daß Konsumbereine zeitigte eine Anzahl Zuſchriften an uns und eine bie Berhandlungen mit den Aerzten gescheitert sind. Er hatte Debatte, als deren Endergebnis sich feststellen läßt: Es ist dringend ihnen erst 6 Schilling für den Versicherten( einschließlich Medierforderlich, daß die Genossenschaftsbewegung mehr als bisher mit famente) geboten, dann sein Gebot auf 7% Schilling erhöht. Da sozialem Geist erfüllt werde. Damit dies im Interesse der Ge- fie aber 11% forderten, was eine Verteuerung der Versicherung werkschaftsbewegung und der Arbeiterklasse schneller erreicht werde, um 4 Millionen Pfund Sterling bedeutet, tar feine Ginigung ist aber auch tätige Anteilnahme der Genossen an den General möglich. Sein Plan geht auf Einsetzung von 5500 staatlichen versammlungen der Genossenschaften lebhaft erwünscht. Die Aerzten und soll 3 Millionen Pfund Sterling erfordern. Die Generalversammlungen finden jetzt statt. Dem Wunsch vieler Leser Aufnahme fei im allgemeinen, ausgenommen einen Teil der Aerzte, sehr günstig. fommen wir durch Abdruck der auf dem Internationalen Kongreß zu Kopenhagen und der auf dem deutschen Parteitag zu Magdeburg über die Genossenschaftsfrage gefaßten Resolutionen nach. Der Internationale Sozialistenkongreß, der zu Kopenhagen vom 28. August bis 3. September 1910 abgehalten wurde, beschloß folgende Resolution: " In Erwägung, daß die Konsumbereine nicht nur ihren Mitgliedern unmittelbare materielle Vorteile bieten können, sondern daß sie berufen find, die Arbeiterklasse durch Ausschaltung des Zwischenhandels und durch Eigenproduktion für den organisierten Konsum wirtschaftlich zu stärken und ihre Lebenshaltung zu verbessern, die Arbeiter zur selbständigen Leitung ihrer Angelegenheiten zu erziehen und dadurch die Demokratisierung und Sozialisierung der Produktion und des Austausches vorzubereiten helfen, erklärt der Kongreß, Aus Industrie und Bandel. Krieg und Börse. Die pessimistische Beurteilung der politischen Situation durch die Börse hielt gestern an. Die Kurse, auch der Aktien unserer großen Industrieunternehmungen, fanten wiederum um einige Prozent. Die Rückgänge an der Wiener und Londoner Börse, neue Nachrichten über Zahlungseinstellungen kleinerer Firmen trugen zur schwachen Tendenz wesentlich bei. Diese Kursrückgänge sind um so charakteristischer, als die Großbanken und Großindustriellen durch günstige Mitteilungen über die geschäftliche Lage Hausfestimmung zu erzeugen suchen. Am Rentenmarkt erhöhten sich die Kurse der Balkananleihen um meniges. Türkische Anleihen gingen dagegen zurück. Auch die 3prozentige Deutsche Reichsanleihe verlor wiederum( 0,35 Prozent). Abg. Reinhard( 8.): Unsere Bedenken gegen die Vorlage be stehen nach wie vor. Wir glauben, das Gesez wird die allerschädlichste Wirkung haben. Die Vorlage bedeutet eine unberechtigte Beschränkung der Selbstverwaltung; die Verschiedenheit der Spar lassenverhältnisse ist nicht genügend berücksichtigt. Sollten die Spar faffen verpflichtet werden, einen bestimmten Teil ihres Bermögens in Inhaberpapieren anzulegen, so sollte man zum mindesten einfügen soweit das möglich ist". Finanzminister Dr. Lente: Die Befürchtungen des Vorrebners find nicht zutreffend. In diesen unruhigen friegerischen Beitläuften muß für die größte Liquidität aller Sparkassen gesorgt werden, da mit sie jedem Austurm standhalten können. Wenn die Sparkassen feine Konsols faufen wollen, um Kursverluste zu vermeiden, können sie Schazanweisungen erwerben, die stets zu Pari ausgelost werden. Das Gesetz ist nicht geeignet, den Kurs der Staatspapiere zu heben, wohl aber, ihn zu stügen. Es ist vor allem bestimmt dazu, einen größeren Kreis von Abnehmern für unsere Staatspapiere zu fchaffen.( ört! hört!) Das ist eine absolute Staatsnotwendigs teit. Der Minister ertlärt sich des weiteren für einen Antrag Windler( f.), der auch von je einem Mitglied der Freifonservativen, Nationalliberalen und der Fortfchr. Volkspartei unterschrieben ist. Dieser Kompromißantrag segt den Mindestbetrag der mündelficheren Schuldverschreibungen fest auf 15 Prozent bei fünf Millionen Einlagebestand, auf 20 Prozent bis zehn Millionen Einlagebestand und auf 25 Prozent in allen anderen Fällen und stellt im§7 die Genehmigung der Aufsichtsbehörde zur Berwendung daß die Genossenschaftsbewegung, wenn sie auch allein niemals ber Ueberschüsse nur für den Fall her, daß die Ueberschüsse zur die Befreiung der Arbeiter herbeiführen kann, doch eine wirksame Dedung von auf gesetzlicher Verpflichtung beruhenden Ausgaben des Waffe in dem Klaffenkampf sein kann, den die Arbeiterschaft um Garantieverbandes verwendet werden sollen. Der Minister bittet die Erringung ihres unverrüdbaren Bieles der Eroberung der Die britische Gummigesellschaft und die Putumayo- Greuel. bringend, wenigstens diefem Antrag zuzustimmen. Sollte er ab- politischen und ökonomischen Macht zum Zwecke der Bergesell- peruanischen Regierung mit ber Untersuchung der von Der Bericht des Sennor Romulo Paredes, der von der gelehnt werden, so wäre es besser, das ganze Gesez fallen au schaftung aller Mittel der Produktion und des Austausches laffen. ben Vertretern der Britisch- Peruanischen Amazonas- Gesellschaft " Abg. Jderhoff( ft.): Die große Mehrheit meiner Freunde billigt führt, und daß die Arbeiterklasse das stärkste Interesse daran hat, an den wehrlosen Indianern verübten Verbrechen beauftragt die Absichten der Vorlage und wird für ihr Zustandekommen ein- diese Waffe zu gebrauchen. wurde, enthält schwere Anklagen gegen die Gesellschaft. Er teilt Der Kongres fordert deshalb alle Parteigenoffen und alle ge- mit, daß der Hauptschuldige, der Engländer Donalo Francis, Abg. Dr. Schroeder- Staffel( natt.) betont, daß der größte Teil werkschaftlich organisierten Arbeiter mit der größten Entschieden schwer bestraft worden sei. Bwei andere, Südamerikaner, seien feiner Freunde für die Kommissionsbefchlüffe sei. Nur ein fleiner heit auf, tätige Mitglieder der Konsumvereinsbewegung zu werden entkommen. Baredes beschuldigt die Gesellschaft, sie habe 35 AufTeil fei gegen das ganze Gefez. Bei Annahme des Kompromiß- und zu bleiben und in den Konsumvereinen in sozialistischem Geiste sehern, sämtlich von der britischen Insel Barbados, ermöglicht, antrages werde immerhin ein erheblicher Teil seiner Freunde für die zu wirken, um zu verhindern, daß die Konsumvereine aus einem nach Columbia und Brasilien, mit denen Peru keine AuslieferungsBorlage stimmen. Er selbst halte im Interesse der Liquidität der wertvollen Mittel der Organisation und Erziehung der Arbeiter- verträge geschlossen habe, zu entfliehen, da sie an den GrauSparkassen das Gesetz für notwendig. Ein großer Mißstand ist die Binstreiberei bei den Sparkassen. Gerade darauf sollte die Nelasse ein Mittel werden könnten, um den Geist der sozialistischen famteilen stark beteiligt gewesen seien. Zinstreiberei bei den Sparkassen. Gerade darauf sollte die Re- Solidarität und Disziplin zu schwächen. Der Kongreß macht es au entschuldigen. Im vorigen Jahre jei eine neue Regelung der Das Verhalten der peruanischen Regierung sucht der Bericht gierung ein wachfames Auge haben. Abg. Mommsen( Vp.): Ein Teil meiner Freunde lehnt die Bor- deshalb den Genossen zur Pflicht, in ihren Konsumvereinen darauf Gummigewinnung erfolgt. Alle Verträge zwischen Indianern seien Loge ab, ein anderer Teil, zu dem ich gehöre, stimmt dem Kompromiß- hinzuwirken, für ungültig erklärt worden. Künftig würden die in der Gummitreten. Industrie beschäftigten Männer und Frauen in der Gewinnung des Gummis nach wissenschaftlichen Regeln unterwiesen und unter Aufsicht der Regierung beschäftigt werden. Die Regierung werde dafür sorgen, daß die Arbeiter in barem Gelde bezahlt werden, und Militärposten, die durch drahtlose Telegraphte verbunden sind, zur Der Bericht behauptet, ohne diese Verdächtigung zu beweisen, die ganze Agitation in England sei von Interessenten eingeleitet worden. Die brasilianische Regierung habe die Einführung eines Ueberwachung unterhalten. Verfammlungen. 3ahl Ser Toten und Verwundeten oder deren Namen darf er nur mit besonderer Erlaubnis angeben. G3 Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Der General- ist ihm verboten, die Handlungen der Befehlshaber zu kritisieren versammlung der Zahlstelle Berlin, die am Sonntag nachmittag im oder allgemein eine Ansicht auszusprechen, die beren Ansehen verGewerkschaftshause stattfand, lag der Geschäfts- und Kaffenbericht ringern könnie". Nichts barf er schreiben über die Schrecken des für das dritte Quartal 1912 vor. Hodapp und Schuldt be- Kriegs; er darf nicht den Frieden verlangen; er barf feine richteten über die Tätigkeit der Verwaltung und gingen auf eine Photographie oder Zeichnung benüßen, die einen Befehlshaber Reihe von Differenzen mit den Unternehmern näher ein. Sie oder eine Abteilung des Heeres lächerlich macht". Es ist ferner Systems der„ Valuation"( Aufkaufs zum Zwecke der Preissteige- bem ein gemeinsames Arbeiten oft sehr schwierig oder unmöglich verboten, wirgend etwas über eine Niederlage ober einen Rückzu rung) des Gummis nach Art der Kaffee- Valuation beschlossen, wozu die Kammer rund 5 Millionen Mart bewilligt habe. Diese Politit, gewesen sei. Hodapp tadelte sehr scharf die Haltung des„ Courier", gang des Heeres, den Verlust einer Stellung, einer Festung, einer die zur Erhebung von Abgaben durch die Regierung führen dürfte, der in einigen Artikeln den Verband der Brauereiarbeiter aufs Fabue, einer Batterie zu veröffentlichen", es sei denn, daß die würde zahlreiche Interessenten veranlassen, nach Beru au kommen, heftigste angegriffen hatte. 61 Verhandlungen mit den Unter- Behörden die Information erteilen. Veröffentlicht darf auch wo feine Abgabe erhoben wird, und so das angemaste Monopol nehmern waren im Laufe der Berichtszeit notwendig geworden, um nichts werden über irgendwelche unglückliche Greig. der Gesellschaften zu beschränken. Um mun womöglich eine Ein- ausgebrochene Differenzen zu schlichten. Zu einer Arbeitsnieder- nisse, die sich im Rücken des Heeres zugetragen oder mischung der Vereinigten Staaten herbeizuführen, hätten die jetzt legung kam es in der Bergbrauerei in Weißensee. Die Bewegung im Innern des Landes". ausbeutenden Gesellschaften die Agitation veranlaßt. Ganz flar in den Bierniederlagen hat in verschiedenen Betrieben Lohnzulagen Für die Korrespondenten, die das Glück haben, im Hauptist diese Kombination nicht. Denn sie besagt, daß jene Gefell lich die Polizeiverordnung über die Einschränkung des Bieraus. quartier weilen zu dürfen, gelten natürlich noch viel schärfere fchaften ihre eigenen Brattifen und die Verbrechen ihrer Werkzeuge fahrens an Sonntagen in Kraft getreten. Die Bestrebungen der Bestimmungen als die, von denen hier einige wenige angeführt entlarbt die peruanische Regierung nicht so engelrein in diesem furchtbaren Gruppenleitung der Mühlenarbeiter und der Ortsverwaltung, in worden sind. Wie man bemerken wird," so schließt der Korrespondent Kapitel ursprünglicher Kapitalsanhäufung dasteht, wie der Bericht der Salomon- Mühle Einfluß zu gewinnen, waren leider vergeblich. sie nun hinftellen möchte. Und ob die nun verheißenen Maßregeln unter den verschiedenen Verhandlungen mit den Unternehmern, die feinen Bericht, gibt es kein Verbot, das Wetter oder die Ernte eine so wesentliche Milderung der Ausbeutung der Eingeborenen Schuldt anführte, erregte eine Besprechung mit dem Direktor zu erwähnen( es sei denn, daß diese Themata als Aufschluß ( deren Abschaffung ist natürlich gar nicht in Frage) und eine Siche- und Entrüstung in der Versammlung, weil der Direktor bei dieser Reserveproviant angesehen werden könnten), oder den BimetallisHalter von der Groterjan- Brauerei besondere Aufmerksamkeit gebend über die wahrscheinliche Bewegung der Truppen und den rung gegen Wiederkehr der Grausamkeiten gegen die Wehrlosen bringen werden, muß auch abgewartet werden. Gelegenheit einen Vertrauensmann beschimpfte, der Streifarbeit Jugendbewegung. Eine Konferenz der Jugendausschüsse Oberfrankens. wurde am Sonntag im neuerrichteten Jugendheim zu Bayreuth meine und eine Vertrauensmännerversammlung, 9 Sibungen der affen hat, erzählt werden." 248 auf 998 gestiegen ist. abgehalten, zu der 29 Vertreter erschienen waren. Aus dem Bericht ist ersichtlich, daß im letzten Jahre die Zahl der Ausschüsse von 5 auf 21 und die der Abonnenten der Arbeiter- Jugend" von Ueber Organisation und Agitation referierte Genosse Rei Alexanderhütte, der viele Winte und Anregungen zur Tätigkeit der Ausschüsse gab. Der bisherige Bezirksleiter, Redakteur Buchta- Bayreuth, mit dessen Tätigkeit man sich einverstanden erflärte, wurde einstimmig wiedergewählt. Gerichts- Zeitung. Der Verband der Hausarztvereine, eine größtenteils aus Arbeitern bestehende in Berlin etwa 20 000 Mitglieder zählende Organisation hat den Zweck, den Familienmitgliedern frankenversicherungspflichtiger Personen freie ärztliche Behandlung und Arznei in Krankheitsfällen zu gewähren. Außer dem kauft der Verein die für den Handverkauf freigegebenen Apothekerwaren, die jedermann ohne ärztliche Verordnung bei Apothekern und Drogisten erhalten kann, im großen ein und gibt fie an seine Mitglieder zum Selbstkostenpreise ab. Dieser Vertrieb vollzog sich solange ungehindert, bis der Berliner Apothekerverein bon der Sache Kenntnis erhielt. Dieser Verein, der mit Eifer bemüht ist, jede Beeinträchtigung des Apothekermonopols zu betämpfen, erstattete Anzeige gegen den Arbeiter Otto Hagen, der als Vorsitzender des Bezirks Moabit des Verbandes der Hausarztvereine die von diesem eingekauften Apothekerwaren an die Mitglieder abgibt. Die Anzeige führte zu einer Anklage gegen Hagen, die am Montag vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. Die Anklage lautete auf Uebertretung des§ 367 Abs. 3 des Strafgesetzbuches, welcher denjenigen mit Strafe bedroht, der ohne polizeiliche Erlaubnis Arzneien verkauft oder an andere überläßt. Außerdem wurde dem Angeklagten eine Uebertretung der auf den Verkehr mit Arzneimitteln bezüglichen Bestimmungen der Gewerbeordnung zur Last gelegt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Pfeffermann, kam nach Tängeren rechtlichen Ausführungen zu einem Antrage auf Freisprechung, den er damit begründete, daß der Angeklagte keinen Handel mit den betreffenden Waren treibt, sondern der Verein dieselben durch seinen Vorsitzenden an die Mitglieder ohne Gewinn abgeben läßt. Ein derartiger Vertrieb sei straflos, selbst wenn es sich um Heilmittel handeln würde. Die Waren seien aber nicht als Heilmittel abgegeben und sie seien überhaupt nicht als Heilmittel anzusehen. Das Gericht sprach den Angeklagten frei mit der Begründung: Da die Waren von der Gesamtheit der Vereinsmitglieder eingekauft und an die einzelnen Mitglieder weitergegeben werden, also in denselben Händen bleiben, liegt ein gewerbsmäßiger Betrieb nicht vor. Die betreffenden gesetzlichen Bestimmungen fönnen hier keine Anwendung finden. Beleidigungsklage gegen einen Richter, Die Privatklage, die der Kaufmann Kurt Bodo von Bodenhaufen gegen den aufsichtsführenden Richter des Amtsgerichts Berlin- Schöneberg, Amtsgerichtsrat Bennewis, angestrengt hat, gelangte gestern in zweiter Instanz vor der 5. Straffammer des Landgerichts II zur Verhandlung. berweigert hatte( während eines Böttcherstreites). Die Haltung mus, die Tarifreform oder die Mythologie( vielleicht ist die des Direktors wurde auch in der Diskussion scharf verurteilt und griechische verboten); aber sonst hat man sehr wenig ausgelassen. betont, daß es stets Ehrenpflicht eines jeden Arbeiters sei, Streif. Es liegt auf der Hand, daß die Aufgabe eines Korrespondenten in arbeit zurüdzuweisen. Die weitere lebhafte Tätigkeit des Ver- Bulgarien oder bei den Truppen feine leichte sein wird; und die bandes zeigt sich in der folgenden Aufstellung. In der Berichtszeit Geschichte dieses Krieges wird erst lange, nachdem der fanden statt 60 Betriebs- und 54 Agitationsversammlungen, Frieden geschlossen ist und der Zensor sein Bureau ver3 Gruppen- und 7 Bezirks- Agitationsversammlungen, eine allge- laffen hat, erzählt werden." Ortsverwaltung, eine Sigung des Einigungsamtes und 9 sonstige Zum Mordprozeß Rosenthal. Sigungen. Das Bureau wurde start frequentiert und 8120mal in Verbandsangelegenheiten besucht. Einige Ausschlußangelegene der hat einen langen Bericht an die New Yorker StaatsAus New York wird gemeldet: Polizeileutnant Berichte vorgelegt. heiten gegen Mitglieder wurden der Versammlung am der Becker anwaltschaft gesandt, in dem er erklärt, daß der Zeuge Rose Stastner erstattehe den Kassenbericht für das dritte der wirkliche Mörder Rosenthals gewesen sei. Die StaatsQuartal 1912. In der Hauptkasse bilanzierten Einnahmen und anwaltschaft ist auch davon benachrichtigt worden, daß noch Ausgaben mit der Summe von 30 047,20 M. Unter den Ausgaben mehrere Morde auf Anstiftung der New stehen verzeichnet für Yorker Polizei begangen worden sind, und zwar im Auftrage noch höherer Polizeioffiziere, als Becker. Der frühere Polizeikommissar Bingham erklärte ferner gestern dem Staatsanwalt, daß auch er bezeugen könne, daß mehrere Personen auf Anstiftung der Polizei Morde begangen haben. Krantenunterstützung. Arbeitslosenunterstügung Reiseunterstützung. Außerordentliche Unterstützung Sterbegeld Agitation und Lohnbewegung 8 035,40. 4 609,45 " 52,00 110,00 555,00 # 475,90 Zu diesen Summen für Unterstüßungszwede kommen noch aus der Lokaltasse für außerordentliche Unterstübungen 100 Mart, ferner für Rechtsschutz Streit- Unterstüßung Arbeitslosen- Unterstützung Sterbegeld • Die Lokalkasse hatte zu verzeichnen als Einnahme Ausgabe Ueberschuß im 3. Quartal 1912. 21,20 W. 15, 2210,75 792, " " " 9 7 319,93 M. " 5 550,07 1769,86. Kleine Notizen. Ermittelung einer Verbrecherbande. Von den Berbrechern, die am 31. August nach einem Einbruch in Haspe durch das Ennepetal berfolgt wurden und vier Polizeibeamte und drei givilisten durch Revolverschüsse zum Teil schwer verwundeten, während einer der Verbrecher erschossen wurde, find munmehr einer in Essen, atvei in Düsseldorf und einer in Brüssel ermittelt worden. Explosion in einer Waffenhandlung. In einer Waffen- und Munitionshandlung in Soest entstand durch Entzündung einer Patrone eine schwere Explosion. Der ganze Ladeninhalt wurde zerstört und auf die Straße geschleudert. Der Ladeninhaber und seine Frau erlitten Lebensgefährliche Das Feuer tonnte auf seinen Herd beschränkt Verlegungen. werden. Die Zahl der Mitglieder betrug 4775, darunter 27 weibliche Mitglieder, es waren 163 Neuaufnahmen und 29 Uebertritte zu ber zeichnen. Sast ner mies in seiner Erläuterung zum Kassenbericht Schwerer Straßenbahunnfall in Lyon. Ein schwerer Straßenauf die hohe Unterstützung für Arbeitslose hin, die gegenüber dem Borjahre start gestiegen ist, was Tröger in der den Berichten bahnunfall hat sich am Montag in der Rue la Barre ereignet. Infolgenden Diskussion damit erklärte, daß in den Flaschenbiertelle folge falscher Weichenstellung fubren zwei Straßenbahnwagen in reien immer mehr Arbeiter durch neue Maschinen entbehrlich voller Fahrt aufeinander. A cht Personen wurden bei dem werden. Diese Arbeiter feien in den übrigen Betrieben der Braue- 3 usammenstoß schwer verlegt. Die vorderen Plattformen veien schwer unterzubringen und werden dann leicht arbeitslos. beider Wagen wurden vollständig eingedrückt. Tröger betonte, daß im allgemeinen die Arbeitsgelegenheit für Brauereiarbeiter günstig war. Bootskatastrophe in Ungarn. Nach einer Budapester Meldung ertranten auf dem Hamosfluß bei 8sibo 11 Landleute. Nur einer der Gefährdeten turde gerettet. d Zu der Angelegenheit des Arbeitsnachweises teilte Tröger Eisenbahnunglück bei Kanada. Auf dem Bahnhof Streetmit, daß an den Verband der Brauereien Vorschläge zur Abänderung der geltenden Bestimmungen gerichtet worden seien. Ein ville( Ontario) fand zwischen einem Militärzug und neues Statut für einen paritätischen Nachweis stehe zur Beratung, einem Personenzug auf der Canadian Pacific- Bahn die Resultate der geführten Unterhandlungen würden einer späteren ein Zusammenstoß statt. Zwei Soldaten wurden getötet und 28 verVersammlung vorgelegt werden. wundet, darunter mehrere schwer. Im Personenzuge wurde niemand In der Diskussion wurde an den Berichten keinerlei ungünstige verletzt. Kritik geübt. Ein Vorschlag, für 277 Arbeitslose mit etwa 22 Personen unter Bergiftungserscheinungen erkrankt. Nach 250 Kindern Sammellisten zur Weihnachts- Unterstützung heraus- dem Genuß von Rindfleisch erkrankten in Weidenhausen bei Eschwege zugeben, wurde angenommen. Der Vorsitzende wies zum Schluß 22 Personen lebensgefährlich unter Vergiftungserscheinungen. Die noch auf die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen am 17. No- Leute waren bei einem Gutsbesiger beschäftigt und bember und auf die Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse am erhielten das Fleisch zum Frühstück. Bei einem Teil der Erkrankten ist der Zustand außerordentlich ernst. 11. November hin und ermahnte zu einer bollen Beteiligung Aus aller Welt. Eingegangene Druckfchriften. Pharus- Plan Groß- Berlin mit Umgebung. 3 M., auf Leinwand 6 M. Pharus- Berlag, Berlin SW. 68. Ist ein deutsch- englischer Krieg eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit? von W. 2. Hausmann. 80 Pf. Buttkammer u. Mühlbrecht, Berlin W. 56. Knaben- Anzüge, Die Leiden eines Kriegskorrespondenten. London, 26. Oktober.( Eig. Ber.) Welche Sorgen müssen die Seelen der Berichterstatter zernagen, die von ihren Blättern für schweres Geld nach dem Kriegsschauplatz gesendet worden sind und nun nichts Wichtigeres zu tun haben, als die Meldungen, mit denen sich die Kriegsminister der kämpfenden Staaten bombardieren, nach Hause zu schicken? Giner von ihnen, der Korre- Ulster Am 13. April stand in einer gegen den Frhrn. v. Bodenhausen spondent der Londoner Westminster Gazette", der noch Fabrit Hoher Steinweg 15, Olga Jacobson, str. 145. II. vor der Schöffenabteilung Berlin- Schöneberg unter Borfis des mit 60 oder 70 Leibensgefährten in Sofia fist, hat seinem gegenüber Rathaus. Dafbit and Olga Jacobson, str. 14. Amtsgerichtsrats Bennewig an. Summer in einem Lob auf die Zensur mit feiner Fronie, deren einzelne Herren- Anzüge weit unt. Breis. Vor derselben Abteilung hatte einige Zeit vorher gleichfalls eine Vekhandlung stattgefunden, Bedeutung dem militärischen Zensor entgangen zu sein scheint. Pyjaks, einfache u. ele: gante Sachen, jest billig direkt in der Daselbst auch Zähne, Plomben, beste Ausführung, billigste Preise. Segr. 1889. Invalidenwelche mit der Verurteilung des Herrn v. Bodenhausen wegen Ausdrud verliehen. In seinem letzten Kriegsbericht beschreibt Annahmeftellen für ,, Kleine Anzeigen" Körperverlegung zu 9 Monaten Gefängnis schloß. In zweiter dieser Korrespondent die Zinnen in Sofia und was der Kriegs- Berlin C. A. Hahnisch. Ackerstr. 174. Instanz wurde diese Strafe leider auf 600 M. Geldstrafe ermäßigt. berichterstatter alles dulden und unterlassen muß. Wie er ver- W. 0. NO. G. Schmidt, Stirchbachstr. 14. R. Hackelbusch, Petersburger Platz 4. Gustav Vogel, Koppen. straße 82. 9. Wengels, Gr. Frankfurter Str. 120. 2. Zucht, Immanuelkirchstr. 12. J. Neul, Barnimite. 42. W. Baumann, Rheinsberger Str. 67.. Fischer, Bastianstr. 6. Karl Mars, Greifenhagener Str. 27. J. Höutsch, Nazarethkirchstr. 49. $. Vogel, Lorgingstr. 37. 2. Tiek, Invalidenstr. 124. 2. Dechand, Rubeplatstr. 24. NW. Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. Als nun v. B. sich vor derselben Abteilung wieder zu verant- sichert, will die bulgarische wie die serbische Zensur den Korreworten hatte, beauftragte er seinen Verteidiger, Rechtsanwalt fpondenten scheinbar das Geschäft so leicht wie möglich Schulz, den Amtsgerichtsrat Bennewitz als befangen abzulehnen. machen. Den Korrespondenten werden auf der Eisenbahn N. Rechtsanwalt Schulz überreichte denn auch dem Amtsgerichtsrat Bennewitz den Ablehnungsantrag, dem einige eidesstattliche Ver- Schlafwagen zur Verfügung gestellt, in denen sie nach ber ficherungen beigefügt waren. Der Privatkläger fühlt sich nun durch Front fahren und deren Nachbarschaft sie nicht ver einige Aeußerungen beleidigt, die der Vorsitzende beim Durch- lassen dürfen. So schonen sie nicht allein ihre Schlafsäcke blättern der eidesstattlichen Versicherungen angeblich mit zynischem und Zelte, sondern sind auch aller Strapazen enthoben, die sie Lächeln und wegwerfendem Tone gemacht haben soll. Der Vor- sonst in Kriegen zu erdulden hatten. Nachdem der Korrespondent fißende B. soll zunächst gesagt haben:" Ich mache Sie darauf auf dem Benfor ein Empfehlungsschreiben von dem britischen Bevoll merksam, daß, wenn auch nur das geringste der Wahrheit nicht entspricht, ich Strafantrag gegen Sie stelle." Unter den eidesstatt- mächtigten in Sofia und zwei Eremplare seiner Photographie lichen Versicherungen befand sich auch die eines Fräulein Wohlert, überreicht und der Zensur klar gemacht hatte, daß er wirklich die seinerzeit Mitangeklagte des Herrn v. B. gewesen war. Als eine politisch verdächtige Person sei, erhielt er das Als keine politisch verdächtige Person sei, erhielt er das Amtsgerichtsrat Bennewitz auf diesen Namen stieß, äußerte er: Reglement für Artegskorrespondenten. Daraus entnahm er Ach, das ist das Fräulein Wohlert, die zusammen mit Ihnen an- folgendes. Nur die Nachrichten über militärische Operationen getlagt war. Na, das hier haben Sie ihr natürlich vorgeschrieben!" dürfen verschickt werden, die vom Kriegsministerium Diese Aeußerungen bilden die Grundlage der Privatllage. Das oder dem Hauptquartier ausgehen. Artikel oder Schöffengericht hatte seinerzeit den Amtsgerichtsrat Bennewiß auf Broschüren, die auf den Geist der Truppen oder die öffentliche Kosten des Privatklägers freigesprochen, weil es nach eingehender Meinung in Bulgarien einen ungünstigen Eindruck machen Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung tam, daß Amtsgerichtsrat Bennewitz lediglich das getan habe, was seine richterliche Pflicht könnten, dürfen nicht veröffentlicht werden. Auch darf der Korreüber die Mobili gewesen, ohne daß eine beleidigende Absicht nachweisbar fei. Gegen spondent keine Information Dieses Urteil hat v. B. Berufung eingelegt. Das Gericht verwarf sation, die Bewegungen des Heeres oder den Vernach eingehender Beweisaufnahme die Berufung des Privatklägers: sand von Truppen, auf der Eisenbahn verwerten. es tönne nach der Beweisaufnahme gar keine Rede davon sein, daß Er darf nichts verlauten lassen über die Organisation des im vorliegenden Falle der Richter durch seine Aeußerung den eeres, seine Bewaffnung, Ausrüstung, feinen Privatkläger an seiner Ehre habe kränken wollen. Der Angeklagte Proviant, Gesundheitszustand. Mit teinem habe ein gutes Recht gehabt, unter dem Schuße des§ 193 des Worte darf er die Zahl der Truppen, die Ernennung der machen, daß etwaige falsche Behauptungen in den eidesstattlichen Befehlshaber, die Ankunft von Kriegsmaterial aus neutralen Bersicherungen schwere Folgen nach sich ziehen würden, Ländern und Bestellungen und Käufe im Ausland erwähnen. Die SW. S. Werner, Gneisenaustr 72. Daehu, Hagelberger Str. 27. S. St. Frit, Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Rottbuser Damm 8. So. 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Der ausführende Beamte machte Kornder Gewerkschaften in den Schmutz zu ziehen versucht, so daß er ein- acker darauf aufmerksam, daßer wegen Vergehen gegen § 153 der Gewerbeordnung und mal aufgefordert werden mußte, die Besprechung zu verlassen. wegen Er= " Die vereinigten Zahlstellen Lauscha und Umgegend des Zentralverbandes der Glasarbeiter und-arbeiterinnen. J. A.: Arno Köhler. Auch ihre organisationsfeindliche Gesinnung kann die Firma preffung angeklagt werden würde. Damit geht das nicht in Abrede stellen, sowie ihre Protektion des Betriebsvereins. in Erfüllung, was das Bestehorn- Organ, der Ascherslebener„ GeDer Verrat der Christlichen beim Bergarbeiterstreik im Richt nur führten die ersten Vorgesezten im Betriebe mit den neral- Anzeiger", schon vor etwa 8 Tagen kategorisch verlangte, daß Führern des Betriebsvereins längere Unterredungen während der die auswärtigen Hezer" exemplarisch zur Rechenschaft gezogen Ruhrrevier hat den vollen Beifall der Unternehmer gefunden, Arbeitszeit, sondern auch die Geschäftsleitung selbst hielt mit diefen werden sollten und Polizei und Justiz ihre Pflicht diesbezüglich ganz zufrieden sind diese jedoch mit ihren Rausreißern noch Leuten im Kontor Konferenzen ab. Dagegen hat sich die Geschäfts- tun sollten, dann würde es bald mit dem Streik und dem Streitnicht. Um das ganze Vertrauen ihrer Herren sich zu erringen, leitung geweigert, die Mitglieder des Arbeiterausschusses, organi- geschrei ein Ende haben. Man nennt die Beste horn nicht ummußten sie zunächst den„ Ultima- ratio- Charakter christ- fierte Arbeiter, zu hören, und zwar lehnten sie auch dann noch ab, sonst die Könige von Aschersleben"! licher" Ausstände" abschwören, sodann hätten sie ihre Gegner- als die Vertreter des Transportarbeiterverbandes bei der dem Streit schaft gegen die Gelben aufzugeben. Nach der letzten Nummer voraufgegangenen Verhandlung wünschten, daß der Arbeiterausschuß Gewerkschafts- und Parteigenossen! Seit Juli 1911 haben sich der Deutschen Arbeitgeberzeitung" sollen die Christen auf hinzugezogen werden möchte. die Heimarbeiter in der Christbaumschmuckindustrie im Meininger ihrer Dresdner Tagung mit erneuter, gesteigerter Wut" auf dann auch in bezug auf die Arbeiterinnen, wenn dieselben innerhalb traurigen und elenden Eristenzverhältnisse in der Glasheimindustrie Bei dieser Verhandlung erklärte der Geschäftsführer Herr Nebe Oberland organisiert. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die die Arbeitgeber losgegangen sein. Die Ursache sei, wie Herr zwei Wochen sich beim Verlesen des Staffees nicht so eingearbeitet zu beffern. Nun sind hier im Sonneberger Bezirk noch eine Anzahl Stegerwald verraten habe, die systematische Züchtung haben, daß sie im Afford dieselbe Lohnhöhe( 14 m.) wie im Bad- Christbaumschmuckfabrikanten, die es nicht für nötig halten, dieses der Gelben durch die Großindustriellen". raum erreichen, müssen wir sie entlassen". Das ist denn doch nichts Vorgehen zu unterstützen. Diese Herren bezahlen ihren Arbeitern Diese Gelben", d. h. die Anhänger der vaterländi anderes als eine indirekte Maßregelung, die zwei organisierte Ar- nicht die tariflichen Löhne. Obgleich diese aufleute" nicht den schen Werkvereine, so heißt es in der Arbeitgeber- beiterinnen betraf. Tariflohn bezahlen, wenden sie sich durch Inserate und Prospette in zeitung" weiter, haben es den„ Christlichen" von jeher angetan. Es ist doch auch zu sonderbar, daß bei den Entlassungen wegen den Parteizeitungen an die Genossen. Deshalb erkundigt Euch über Wieso und warum? Erstens fürchten die„ Christlichen" eine Mangel an Arbeit, welcher bei der Firma bestehen soll, immer nur die Verhältnisse bei dem Vertrauensmann der Heimarbeiter. Uebt ihnen selbst erwachsende Konkurrenz, obgleich ein solche aus- die organisierten Arbeiter betroffen wurden und fein ein Solidarität! Anfragen sind zu richten an Arno Köhler, Glasgesprochennermaßen gar nicht in der Absicht der Gelben liegt; aiges Mitglied des gelben Betriebsvereins. Mitmacher, Haselbach, Kreis Sonneberg S.-M. leidsvoll versucht die Firma ihren Kunden zu erzählen:" Wie Wir bitten alle Parteiblätter um Abdruck. zweitens aber und das ist der Hauptkern der Sache bitter schwer den Leuten die Kündigung ihrer Stellung ge streben die Werkvereinler in praxi auf wirtschaftsfriedlichem worden ist, sah man ihnen an, und sie werden denen wenig Wege die Einigung mit dem Unternehmertum an. Dieses Dant wissen, die sie aus gut bezahlten Stellungen, die sie seit vielen gelbe Beispiel fürchten die Machthaber der christlichen Gewerk- Jahren inne hatten, nun zu Arbeitslosen gemacht haben." Damit schaften, da es geeignet erscheint, ihnen das Wasser für hat die Firma Gerold sich felbst getroffen. Niemand anders hat fünftige wirtschaftliche Gewaltkämpfe abzugraben. So die Absicht gehabt, die Arbeiter zur Winterszeit arbeits- und brotlos Beweis: ihr Anschlag in dem werden denn die Gelben von ihrem ersten Auftreten an von zu machen als die Firma selbst. Betrieb und ihre Erklärung im Flugblatt, daß ihr ein Lohn Ende der Woche haben sich weitere 23 Mann in die Streiflisten den„ Christlichen“ mit geradezu fanatischem Eifer verfolgt." bon 30 und 34 Dark für erwachsene Bader zu hoch eintragen lassen. Mit denen, die mitstreifen, sich aber nicht eingeSo, nun wissen die„ Christlichen", was sie zu tun haben, ist. n beren Stelle müsse sie jugendliche Arbeitskräfte beschäftigen, zeichnet haben, dürfte die Zahl der Ausständigen jekt 450 beum das ungeteilte Lob der Scharfmacher zu verdienen: Den die diefelbe Arbeit leisten sollen, aber weniger Lohn erhalten. tragen. Fast sämtliche Maschinen stehen still, da sich auch die MaStreik grundsäßlich abschwören, und immer mehr nach Die Firma Gerold, welche nach Berichten von bürgerlichen Blättern schinenarbeiter dem Streit angeschloffen haben. Beteiligt sind nunder gelben Seite hinüberrutschen. Der Anfang ist gemacht; im Jahre 1911 einen Warenumsatz von 24 Millionen Mart gehabt mehr: Holzarbeiterverband, Fabritarbeiterverband, Verband der nur weiter nicht genieren! haben soll, will ihrer Kundschaft weißmachen, daß ihr Geschäft in Bildhauer, Gewerkverein H.-D., ein Teil der Christlichen und Einen Rüffel bekommt von dem Unternehmerorgan aber Frage gestellt sei, wenn sie ihre alt bewährten Arbeiter weiter be- außerdem eine ganze Anzahl unorganisierter Arbeiter. auch der Vertreter der Reichsregierung, Regierungsrat fchäftige. Aus diesem Grunde werden die Arbeiter der Firma Gerold Situation ist für die Ausständigen günstig, Streitbrecher sind nicht Siefart, der in Dresden in das unbedingte Lob auf die sicherlich keinen Dant wissen. Es war eiserne Notwendigkeit und vorhanden. Auf den Bezug von Hingebrüdern dürfte fich die Selbstwille der Streifenden, sich gemeinsam dagegen zu erklären, Firma nach den Erfahrungen, die die Waggonfabrik in Görlitz Christlichen mit eingestimmt habe, trotz der Anwürfe gegen daß allmählich einer nach dem anderen von ihnen auf das Straßen- mit diesen Arbeitswilligen gemacht hat, wohl verzichten. Einen ErDas Unternehmertum" und troß der gehässigen Herabjegung pflaster gesetzt werde. folg hat der Streit schon zu verzeichnen. Auf die nunmehr eingeder wohlgesinnten vaterländischen Werkvereine". Schließreichten Forderungen der Arbeiter ging der Versammlung der Arlich werden auch die Konservativen, die auch auf dem beiter ein Schreiben zu, worin die Firma ankündigt, daß es für sic. feinen 3wed hätte, mit den Arbeitern zu verhandeln; den bechristlichen Gewerkschaftskongreß vertreten waren, und sogar stehenden Tarifvertrag würde sie kündigen, wenn er von den ArHerr Bassermann wegen seines Begrüßungstelegramms beitern nicht gekündigt werden sollte. Das weitere würde durch die gerüffelt. Zentrale des Arbeitgeberschutzverbandes geregelt werden. Sollte die Firma in auswärtigen Zeitungen Holzarbeiter aller Berufe und Maschinenarbeiter suchen, möge jeder die Streikenden durch Fernhaltung des Zuzuges unterstüben. Die armen Christlichen! Haben sie so I che Behandlung wirklich verdient? Berlin und Umgegend. Der Streit der Messingpuzer bei der Firma Karl Regel, Bronzewarenfabrik, Rückerstraße 4, dauert unverändert fort. Im Jahre 1911 wurde mit den Unternehmern der Reinigungsbranche Groß- Berlins seitens des Transportarbeiterverbandes ein Generaltarif abgefchloffen, welcher die Lohn- und Arbettsverhältnisse für die in dieser Branche tätigen Fenster- und Messingputer regelte. Die Firma Legel, die eine ausgedehnte Kundschaft in Messingreini gung( Einrahmungen der Schaufenster, Schaufästen usw.) hat, bezahlte die bei ihr beschäftigten Messingpußer weit unter Tariflohn, obgleich gerade von letteren eine intensive Arbeitsleistung verlangt wurde. Der Tariflohn beträgt für Messingputer im Anfang 26,50 M. Herr Regel glaubte jedoch billiger wegkommen zu können und zahlte seinen Messingpußern 13 M. bis höchstens 25 M.( den letzteren Lohn bezieht nur ein einziger Messingpußer, der schon eine Reihe Jahre in Betriebe tätig ist). Das Verlangen der Messingputer, den gleichen Lohn zu erhalten wie ihre Kollegen bei anderen Firmen Berlins, kann unter diesen Umständen nur als durchaus berechtigt anerkannt werden. Der Deutsche Transportarbeiterverband, dessen Mitglieder die Messingpußer der Firma Regel sind, wurde beauftragt, letzterer die Wünsche der Arbeiter zu unterbreiten. Das ist in der höflichsten Form geschehen. Die Firma hielt es jedoch nicht für nötig, überhaupt eine Antwort zu erteilen, geschweige eine Aussprache zu gewähren. Am ersten Streiftage ruhte die Arbeit fast gänzlich, nur um die Mittagszeit sah man den sogenannten Schieber, Müller mit Namen, nebst einem kleinen Sterlchen einige Messingstangen in der Straße Unter den Linden reinigen. Heute jedoch beabsichtigt die Firma, einen Trupp Lehrlinge Streitarbeit verrichten zu lassen. Daß dies zur besseren Ausbildung der Lehrlinge dient, wagen wir zu bezweifeln, und ob es richtig ist, Lehrlinge auf Grund der Bestimmungen der Lehrverträge Regels zu zwingen, Arbeiten dieser Art zu verrichten, bezweifeln wir ebenfalls. Die Streikenden werden sich jedoch durch die Verrichtung der Streifarbeit seitens der Lehrlinge nicht von ihrer Forderung abbringen lassen. Sie sind guten Muts und gedenken den Kampf bis zum äußersten zu führen, sie hoffen hierbei auf die Sympathie und Solidarität der Arbeiterschaft. Zuzug ist nach wie vor streng fernzuhalten. " Deutscher Transportarbeiter- Verband. Deutfches Reich. Wahlen zur Angestelltenversicherung. In München wurden für die Vertreter der Versicherten 7108 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf die Freie Vereinigung 3259, auf die fünf Listen des Hauptausschusses 3849 Stimmen. Gewählt sind von der Freien Vereinigung drei Vertreter und sieben Ersaßleute. Bei den Unternehmeriahlen entfielen auf die Liste des Münchener Handelsvereins und der ihr angeschlossenen Verbände 820, auf die Liste der Freien Vereinigung selbständiger Kaufleute und Gewerbetreibender 125 Stimmen. Die Freie Vereinigung erhielt einen Vertrauensmann und einen Erfatmann. In Bayreuth erhielt die Liste der Werkmeister 49, die der fünf taufmännischen Vereine 182, die der Freien Vereinigung 44 Stimmen. Von der Freien Vereinigung wurde Genoffe Reichel, Lagerhalter, als Ersaßmann gewählt. Nicht einmal die Hälfte der Angestellten hatte ihr Wahlrecht ausgeübt. In Straßburg i. E. erhielt die Liste des Hauptausschusses 814 Stimmen, die der Freien Vereinigung 595 Stimmen. Beide Gruppen erhalten je zwei Vertrauensmänner und der Stimmenzahl entsprechend drei resp. fünf Ersatzmänner. In Schiltigheim bei Straßburg erhielt die Liste der Brauereibeamten 95 Stimmen, zwei Vertrauensmänner und zwei Ersaßmänner, die Liste der Freien Vereinigung 88 Stimmen, einen Vertrauensmann und drei Ersaßmänner, während der Hauptausschuß auf seine Liste nur 23 Stimmen vereinigte; er erhält nur einen Ersaßmann. Zum Streit in der Schlesischen Holzindustrie in Langenöls. Die Der Streit der Nähmaschinenschlosser bei der Firma Adolf noch in Saalfeld in Thüringen dürfte nach vierwöchentlicher Dauer im Laufe dieser Woche beendet werden. Die Einmütigkeit der Arbeiter zwang die Fabrikleitung zu Zugeständnissen. Es wurde als Anfangslohn bewilligt für Arbeiterinnen 22, für ungelernte Arbeiter 35, für gelernte Arbeiter 40 Pf. Stundenlohn; außerdem soll auf die seitherigen schlecht entlohnten Affordlohnfäße ein Aufschlag von 25 Broz. gezahlt werden. Die Forderung der Arbeiter, die Fabrit möge das Werkzeug stellen, das bisher von den Arbeitern gezahlt werden mußte, konnte nicht durchgedrückt werden. Eine Versammlung der Streifenden erklärte sich am Sonnabend mit den Zugeständnissen einverstanden, doch müssen noch, ehe die Arbeit wieder aufgenommen wird, einige nebensächliche Punkte geregelt werden. Die Fabrik erlitt durch das Engagement von Streifbrechern beträchtlichen Schaden. Sie hatte, um die Streifenden einzus schüchtern, von dem Streifbrechervermittelungsbureau Knoth= Koburg( der vorige Woche in Hamburg wegen Betruges 8 Monate Gefängnis erhielt) zirka 50 Arbeitswillige fommen lassen, die außer einem Stundenlohn von 45 Pf. noch freie Kost und Logis erhielten. In Düsseldorf erhielten Stimmen: die Liste der Freien Die Leistungen dieser Beute waren unter aller Kritik und beschleuVereinigung 1193, Deutschnationale 744, Verein für Handlungs- nigten die Einigungsverhandlungen. Die Arbeitswilligen hatten Tommis von 1858 502, Statholische Handlungsgehilfenorganisation sich mehrere Male bei der Polizei beschwert, daß in dem Fabrik371, Werkmeisterverband 962, Verband der weiblichen Angestellten gebäude, in dem sie untergebracht sind, die Fenster eingeworfen 760, Bühnen- und Orchestervereinigung 246 Stimmen. Bertreter wurden und auch geschossen worden sei. Natürlich sollten damit die Ein Polizeibeamter entfallen auf: die Freie Vereinigung 1 Vertrauensmann und 3 Er- organisierten Arbeiter diskreditiert werden. fazleute, die Deutschnationalen 1 Vertrauensmann und 1 Ersatz- in Zivil patrouillierte nun die Gegend unauffällig ab, um die Vermann, ebenfalls die 1858er. Der Werkmeisterverein erhält einen brecher zu entdecken. Am Freitag abend gelang es dem Beamten, Vertrauensmann und zwei Ersatzleute, die Katholische kaufmännische drei Fenstereinwerfer auf frischer Tat zu ertappen. Als die PerVereinigung einen Ersahmann, die Organisation der weiblichen fonen festgestellt wurden, zeigte es sich, daß es drei- Arbeitswillige Angestellten erhält einen Vertrauensmann und zwei Ersazleute. Die waren. Das„ Saalfelder Kreisblatt" ist ganz konsterniert über dieses Bühnen- und Orchestermitglieder gehen leer aus. Bei den Ar= beitgeberwahlen erhielt die Liste der. freien Arbeitgeber- Resultat der polizeilichen Feststellungen und seufzt nun ganz berWerden unsere Scharfvereinigung 20 Stimmen und einen Ersaßmann, die andere Liste stört:" Da hört doch wirklich alles auf!" macher auch diesen Fall von Terrorismus" in ihre Material292 Stimmen und 5 Vertrauensmänner und 9 Ersaßmänner. Im Landkreise Krefeld war die Beteiligung schwach. fammlung für ein Zuchthausgeseh aufnehmen? Von 700 Wahlberechtigten gingen 167 zur Wahl. Die Liste der Freien Vereinigung erhielt 34, die des Hauptausschusses 132 Stimmen. Die Wahl in Krefeld( Stadtkreis) fand am Sonntag und Montag statt, und zwar nach heftigem Wahlkampf und bei lebhafter Beteiligung. Das Resultat steht noch aus. Die Wahlbeteiligung dürfte hier mehr als 60 Proz. erreichen. In Harburg a. E. haben von 1400 Wahlberechtigten 775 gewählt. Der Hauptausschuß erhielt 562, die Freie Vereinigung " Rusland. Achtung, Militärsattler! Bei der Firma Wolfner in Budapest haben 140 Militärsattler die Arbeit eingestellt. Da die Firma Arbeitskräfte in Deutschland sucht, wird vor Arbeitsannahme gewarnt. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirk Groß- Berlin. Die Firma Gerold versendet an ihre Kundschaft, die zum großen Teile aus Arbeitern in Buchdruckereien, Fabrikbetrieben, Beamten in Kontoren und Krankenkassen besteht, ein Flugblatt, in welchem sie versucht, sich gegenüber dem Bericht im Vorwärts" Nr. 249 über den Streif in ihrem Betriebe zu rechtfertigen. In diesem Flugblatt Angedrohte Riesenaussperrung in Dänemark. erklärt die Firma, daß die Angaben im" Vorwärts" irreführende 213 Stimmen. Der dänische Arbeitgeberverein, dem die Unternehmerorgani und unwahre Behauptungen seien. Sie versucht, dann weiter zu In Taucha bei Leipzig erhielt von 70 abgegebenen Stimmen fationen Dänemarks angehören, hat soeben den vereinigten Gewerkerklären, daß der Vorwurf, sie sei organisationsfeindlich gesinnt, die Freie Vereinigung 27 und einen Vertreter und zwei Ersatz- schaften die Androhung einer Aussperrung von 40 000 Arbeitern nicht zutreffe und daß sie deswegen auch keine Arbeiter in ihrem männer, der Hauptausschuß erhielt 43 Stimmen. zugehen lassen, falls nicht innerhalb einer noch festzusehenden Frist Betrieb zurückgesetzt habe. Wohl aber hätten die Organisierten mit In Weißenfels erhielt die Freie Vereinigung von 388 awei fleinere Streits und zwei ebenfalls unbedeutende Tarifverallen Mitteln versucht, ihren Mitgliederkreis zu vergrößern Stimmen nur 42. handlungen im Sinne der Arbeitgeber beigelegt werden. Wie geund diejenigen Arbeiter, welche dem Verbande nicht Aus Schlesien sind recht erfreuliche Resultate zu melden. meingefährlich die Unternehmerorganisation mit der Aussperrungsbeitreten wollten, fortgesezt drangialiert. Notgedrungen hätten Dem Geschrei des reaktionären Hauptausschusses ist es nicht ge- androhung umspringt, ist daraus zu ersehen, daß der eine der zwei sich dann die andersdenkenden Arbeiter zu einem Betriebs- lungen, den„ neuen Mittelstand" ins Bockshorn zu jagen. Ueberall Streits die Arbeiter einer Schwefelsäurefabrik betrifft, die sich berein zusammengetan. Diesen Verein will die Firma nicht erringt die Freie Vereinigung schöne Achtungserfolge. In Lieg- bereit erklärt hatten, den Vermittelungsvorschlag des staatlichen begünstigt haben. Die Versegung einiger organisierten Backerinnen niß steht ihre Liste mit 201 Stimmen an der Spiße, die Deutsch- Vergleichsbeamten zu akzeptieren, während der Unternehmer selbst, foll teine Maßregelung darstellen, auch hätten diefelben feine Gin- nationalen folgen mit 160, die Techniker und Werkmeister mit 120, eine 40 Broz. Dividende zahlen Aktiengesellschaft, den Vermitte buze im Lohne gehabt, weil sie im Akkord schließlich denselben Lohn die Prähistorischen Handlungsgehilfenverbände mit 106. Von drei Tungsvorschlag ablehnte, weil eine geringfügige Lohnerhöhung und und vielleicht noch mehr verdient hätten, als ihr Wochenlohn be- Vertretern und sechs Ersaßmännern erhielt die Freie Vereinigung befferer Arbeiterschuh darin enthalten war. Der zweite Streit tragen habe. Diesbezüglich seien der Verbandsleitung unrichtige einen Vertrauensmann und zwei Ersaßmänner. Selbst in betrifft die Arbeiter einer elektrischen Industriebranche in KopenAngaben gemacht worden. Die Entlassung der organisierten Bader Sattomis in Oberschlesien rangiert die Freie Vereinigung an hagen. An beiden Streits sind zusammen etwa 130 Arbeiter beversucht die Firma durch Arbeitsmangel zu erklären; auch wollte sie zweiter Stelle. G3 erhielt der Hauptausschuß 429 Stimmen mit teiligt. Um diese zwei Streits und eine Tarifbewegung der Arnur die mit leichter Badarbeit Beschäftigten durch Jugendliche er- 2 Vertretern und 3 Ersaßmännern, die Freie Vereinigung 306 beiter einer Chromlederfabrik sowie eine lokale Bewegung in fegen. Diesen Angaben gegenüber haben wir zu erklären, daß wir Stimmen mit 1 Vertreter und 3 Erjaßmännern. Die Bolen mit Esbjerg und schließlich eine ausgebrochene Differenz bei den Aballes über die Ursache des Streits in Nummer 249 des Vorwärts" 35 Stimmen fielen aus. bruchgeschäften in Kopenhagen beizulegen, droht der ArbeitgeberGesagte in vollem Umfange aufrecht erhalten. Frankfurt a. M. Bei den am Sonntag stattgefundenen verein jezt mit der Aussperrung sämtlicher Arbeiter der EisenDer Vorwurf, daß die freiorganisierten Arbeiter Andersdenkende Wahlen erhielt die Freie Vereinigung 1463 Stimmen, einen Ver- und Metallindustrie fowie sämtlicher in der dänischen Inim Betriebe drangfaliert hätten, muß unbedingt zurückgewiesen trauensmann und drei Ersatzleute; der Hauptausschuß 4766 Stim- dustrie beschäftigten Mitglieder des Verbandes werden. Solange der Betriebsverein nicht bestand, haben Organi- men, fünf Vertrauensmänner und neun Ersaßleute. der ungelernten Arbeiter. Die Zahl der betreffenden fierte und Unorganisierte friedlich zusammengearbeitet. Wohl baben Arbeiter beträgt 40 000, im Gefolge der Aussperrung würden jedie organisierten Arbeiter in ihren Betriebsversammlungen pflichtgemäß ihre Mitarbeiter zum Anschluß an den Transportarbeiter- 3um Streit der Papierwarenarbeiter in Aschersleben. Doch mindestens weitere 10 000 sofort arbeitslos werden, weil die Fortseßung ihrer Arbeit während der Aussperrung der anderen verband zu bewegen gesucht. Erst nachdem durch den Ober- Am Sonnabend, den 26. Oktober, wurde bei dem in Aschers- Branchen unmöglich wird. gelben Prodöhl ein Betriebsverein gegründet worden war, leben anwesenden Bezirksleiter des Buchbinderverbandes Kornacker- Die Gewerkschaften erklären, sich durch das Ultimatum nicht trat ein unharmonisches Verhältnis im Betriebe ein. Diefes Hannover Haussuchung gehalten. Es wurden ihm die Briefe be- einschüchtern zu lassen. Falls die Unternehmer auf dieser gehatte seine Ursache in Drangfalierungen, welche die Gelben schlagnahmt, welche die Kunden der Firma H. C. Bestehorn an wissenlosen Grundlage den Kampf wollen, mögen sie tun, was sic fich gegenüber den freiorganisierten Arbeitern erlauben durften, Kornader gerichtet haben auf seine Mitteilung von dem Streit und nicht lassen können, " SEEEEEE 999 Unserem Parteigenoffen Adolf Grimm nebst Frau zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen des 6. u. 9. Bez. des 1. Berl. R.- Wahlkreises. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis Am 27. d. M. verstarb unser Genoffe, der Dreher Willi Gruhlke am Grenzsir. 18( Bezirk 651). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. d. M., nach mittags 2 Uhr, von der Halle des Dankes- Kirchhofs in Reiniden dorf West, Blankestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 233/15 Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Willi Gruhlke Grenzstraße 18 am 27. Oftober an Zungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. d. M., nach mittags 2%, Uhr, von der Leichenhalle des Dankes- Kirchhofes in Reinidendorf- West aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Werkzeugmacher Karl Zietzoldt Buchstraße 4 am 28. Dktober an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. Oftober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth Stirchhofes, Brinzenallee Bollantstraße, aus statt. 3 Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 132/3 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Friedenau. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, den 27. Dft., vormittags 7, Uhr, unser langjähriges Mitglied, der Einseger Richard Meyer im Alter von 41 Jahren an Lungenleiden verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. Dtt., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des Friedenauer GemeindeFriedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 203/4 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Max Gutge am 28. d. Mts. im Alter von 44 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Frei tag, den 1. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhojes in Friedrichsfelde aus statt. 68/2 Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Einseger Richard Meyer Friedenau, Laubacherstraße 9, im Alter von 41 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. Oktober, nachmittags 34, Uhr, von der Halle des Friedes nauer Gemeindfriedhofs aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 90/13 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, welche unserem so früh dahingeschiedenen Sohn Artur Karbe die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere den Hausgenossen des Berliner Spars und Bauvereins sowie den Kollegen der Firma Hauff unsern innigsten Dant. Berlin, 29. 10. 1912. 320 Familie Karbe. Deutscher Bauarbeiterverhand. Zweigverein Berlin. Am 27. Ditober starb unser Mitglied, der Maurer Ferdinand Nagel ( Bahlstelle Weißensee). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. Oftober, nach Deutscher Metallarheiter- Verband. Arbeitsnachweis: Hof I. Amit Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin Charitéftraße 3. Hauptbureau: Sof III. Amt Norden, Nr. 1987. Donnerstag, den 31. Oktober 1912, abends 6 Uhr: Versammlung mittags 4%, Uhr, von der Halle aller im 5., 6. u. 7. Bezirk beschäftigten Eisen-, Metalldes Weißenfeer Gemeinde- Fried hofes in der Röldestraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 142/20 Der Vorstand. Nach schwerem Leiden vershied am 28. d. Mts. unser inniggeliebter Sohn und Bruder, der Handlungsgehilfe Erich Voß 1041b im 18. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Die tieftrauernden Eltern und Geschwister, Berlin N, Stargarder Str. 59. Die Beerdigung findet Donners tag, den 31. d. Mis., nachmittags 31 Uhr, von der Kapelle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Am Montag, den 28. Dktober, verstarb meine herzensgute Frau, unfere liebe Mutter geb. Marie Thäder Pickart Dies zeigen tietbetrübt an Der gelähmte Gatte Franz Thäder. Der Sohn Max Thäder. Berta Thäder geb. Stiewe. Die Enkelin Marie Thäder. Die Beerdigung findet am und Revolverdreher sowie Rundschleifer in den Hohenstaufen Festsälen, Rottbuser Damm 76. Tagesordnung: 1. Die Lohn- unn Arbeitsbedingungen der Dreher in den Berliner Betrieben und welche Maßnahmen und müffen zu einer Befferung ergriffen werden. Referent: prechapparate allerneueste Modelle, mit echten PathéPlatten( ohne jeden Nadelwechsel mit einem die Platten nicht zerstörenden Saphirstift zu spielen), erhalten Sie nur von uns gegen Monatsraten von 3 Mk. an S ohne Anzahlung 5 Tage zur Probe Bei Bezug unserer Spezial- Modelle kaufen wir Ihren alten Apparat mit 20 M. zurück Verlangen Sie sofort die ili. Preisliste S. Bial& Freund, Postfach 120/299 Breslau Rosenthaler Hof Kollege Müller. 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirksobmannes. 4. Ber- Rosenthaler Str. 11/12. Inh. Otto Schilling. Telephon: Amt N. 2438. schiedenes. In Anbetracht des wichtigen Vortrages werden die Kollegen ersucht, zahlreich in der Versammlung zu erscheinen. 132/2 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Donnerstag, den 31. Oftober 1912, abends 8 Uhr, in den ,, Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21: Versammlung. Tagesordnung: Unser Kampf in Berlin. Das Erscheinen aller ist unbedingt notwendig, weil in dieser Bersammlung sebr wichtige Beschlüsse, gefaßt werden. Verbandsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt! Der Vorstand. 52/10 Ortskrankenkasse Donnerstag, den 31. Oftober, der Maler u. verw. Gewerbe nachmittags 34 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Danksagung. Berlin O. 27, Schicklerstr. 5. Montag, den 4. November 1912, abends 8%, Uhr: Ordentliche Arbeiter Notiz- Nalender 1913 Bere ble senden ente brighter General- Versammlung Notiz halender Für vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines in den Tagesordnung: lieben Mannes sage allen Betei- Arminhallen, Rommandantenstr. 58/59 ligten, insbesondere den Kollegen der Firma Schlichting sowie denen der Firma Höhr und dem Transportarbeiter- Berband meinen herzlichsten 752 Dant. Witwe Mathilde Heinrich und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Sohnes, Bruders und Onkels, des Malers Julius Kühn 1. Antrag des Vorstandes gemäß Artikel 17 des Einführungsgesetzes zur R.-B.-D. und§ 239 der N.-B.D. auf Zulassung der Drtsfrankenkasse der Maler und verw. Gewerbe als be sondere Drtstrantentasse gemäß Arfel 18 des Einführungsgeietes. 2. Wahl des Ausschusses zur Prü fung der Jahresrechnung pro 1912. 3. Kaffenangelegenheiten. 4. Wahl von a) 2 Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitgeber. b) 4 Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitnehmer. Der Vorstand. fagen wir allen Beteiligten, ins- 10375 St. Dertel, Borsigender. besondere dem Genossen Fritz Caspar für die trostreichen Worte am Grabe, dem Gesangverein Männer- Chor Friedenau- Steglitz", den Kollegen des Malerverbandes und den Angestellten des Hotels Kaiserhof" unseren herz69a lichsten Dant. Die Hinterbliebenen Bitive Ida Kühn und Bater, Friedenau, Rheinstr. 7. 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Deutsches Schauspielh. Egmont. Theater in der Königgrätzer Straße Anjang 7 Uhr. Königl. Schauspielhaus. Stuart. Anfang 7, Uhr. 8 uhr: Die fünf Frankfurter. Maria Deutsches Schauspielhaus ( Stomische Oper). Kgl.. Opernhaus. Violetta. Deutsches. König Heinrich IV. 2. Teil.. Zirkus Albert Schumann. Gala Vorstellung. Zirkus Busch. Gala Borstellung. Anfang 8 Ubr. Urania. Taubenstraße 48/49. Auf's Matterhorn. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. Berndt: Heute nachmittag 3, Uhr: Egmont. An allen Tagen der Woche 8 Uhr: Der gut sitzende Frack. Montis Operetten- Theater ( früher Neues Theater) Abends 8 Uhr: Der Frauenfresser. Residenz- Theater. 8 Uhr: 8 Uhr: Siere als Eräger und Heberträger Gemütsmenschen. von Giftstoffen. Leffing. Hedda Gabler. stammerspiele. Mein Freund Teddy. Schiller 0. zieher. Flachsmann als Er Schwant in 3 Atten bon Friz Friedmann- Frederich. Morgen und folgende Tage: Gemütsmenschen. Schier Charlottenburg. König Luisen- Theater. Lear. Berliner. Filmzauber. Kleines. Magdalena. 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November vorbestellten Billetts müssen bis 11 Uhr vormittags des der Vorstellung vorhergehenden Tages an der Theaterkasse gegen Kassenpreis abgenommen werden, da sonst anderweitig über dieselben verfügt werden müßte. Montag, den 11. November 1912, 8 Uhr abends: Erste Abonnements-Vorstellung: Fidelio. Beginn des Billettverkaufs für sämtliche Vorstellungen am Montag, den 4. November 1912. Die Theaterkasse ist geöffnet vormittags von 10-2 und nachmittags von 5-7. Preise der Plätze: 175/ 2* Orchestersitz • . 5,- M. 2. Rang 3,30 M. . 4,50 M. 3. Rang. . 1,70 M. •. 4,- M. Galerie . . 0,80 M. 6,- M. 1. Parkett 2. Parkett 1. Rang Eintrittskarten sind außerdem zu haben bei Hermann Tietz, Leipziger Straße, und beim Invalidendank, Unter den Linden 24. 66:: Berliner:: Clou❝ Mauerstraße 82. Zirkus Albert Schumann. Heute Mittwoch, 30. Oktober, abends 72 Uhr: Große Gala- Vorstellung. Um 9 Uhr: Der unsichtbare Mensch. Vier Bilder aus Indien. Das größte und schönste Ausstattungsstück der Gegenwart. Herrnfeld Theater 8 Uhr: Konzerthaus Die mit beispiellosem Lacherfolge Zimmerstraße 90/91. Heute! Großes Doppel- Konzert. Heute! Theater am Noltendorfplay. Dr DOSE THEATED Berliner Konzerthaus- Orchester Dirig.: Frz. pheus in der Unterwelt. Kurfürsten- Over. Der Kuhreigen. Kroll. Der Prinz Nazi. Königgräger Straße. Frantjurter. freffer. Die fünf Montis Operetten. Der FrauenLuisen. Des anderen Ehre. Nose. Bon Stufe zu Stufe. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Endlich allein. Metropol. Metropol. Chauffeur ins Trianon. Alebesbarometer. Casino. Der Großfürst. Reichshallen. Die Macht der Zone. Königstadt- Rajino. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Anfang 8%, Uhr. Friedr. Wilh. Schauspielhaus. Die feufche Susanne. Lustspielhaus. Mein alter Herr. Folies Caprice. Der teusche Joseph. Der Rehbod. Anjang 8, Ubr. Neues Volks heater. Die Doppelgängerkomödie. Anjang 10 Uhr. Admiralspalajt. Eisballett: Yvonne. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Schiller- Theater 0.aner .Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Talisman. Freitag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: König Lear. Donnerstag, nachmittags 3/2 Uhr: Zopf und Schwert. Donnerstag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Freitag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Theater am Rollendorfplat ( Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Uhr: Gaftpiel des A Münchener Künstler Theaters: Orphens in der Unterwelt. Broße Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Lebensbild mit Gesang in fünf Atten von Hugo Müller. Donnerstag: Deutsch- Amerikaner. a pollo Theater Ab 8 Uhr. Vorlefzter Tag mit Bernhard Mörbitz. Freitag, den 1. November: Fest- Vorstellung. Martin Bendix M. Bendix in Unsere Marine, sowie Emil Schnabel als Droschkenkutscher u. Fiaker. Metropol- Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Chauffeur- ins Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von S. Freund, Musit v. Rud. Weljon. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesezt vom Direktor R. Schulz. Folies Caprice. Sum 60. Male Die drei Schlager: Der teniche Joseph. Der Rehbock. Der Ginbrecher, Musike. II. Garde- Regts. z. F. Oberm. Graf. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. v. Blon, Komp. Dirigent: Anfang 8 Uhr. Eintritt. An allen Wochen: Großes Konzert bei frelem tagen nachmittags: Keller's Festsäle Spezialausschank der Löwenbrauerei Akt.- Ges. Koppenstraße 29. BERLIN O. Koppenstraße 29. Den verehrlichen Vereinen, Korporationen, Gewerkschaften etc. gestatte ich mir hiermit mitzuteilen, daß obige Säle zur Abhaltung von Versammlungen, Konzerten, Festlichkeiten etc. auch an Sonnabenden und Sonntagen wieder zur Verfügung stehen. Hochachtungsvoll Urania NUSCH, Tel.: Amt Kgst. 4314. Taubenstraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Aufs Matterhorn! Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. 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I hergestellt wird, daß ferner nach Beendigung des Pachtvertrages Freunde des Verstorbenen erschienen, um ihm das Geleite zum Grabe I oder nach Einstellung des Betriebes der Automobilstraße durch die zu geben. Vor dem Trauerhause sammelte sich das Gefolge und Gesellschaft die Straße ohne Entschädigung dem öffentlichen Verkehr viele von denen, die ihn im Leben gekannt, betraten das Sterbegewidmet wird, falls der Zweckverband oder eine andere öffentliche zimmer, in welchem Karl Anders aufgebahrt lag und fandten dem Körperschaft die Unterhaltung der Straße übernimmt, und daß endlich der wie im friedlichsten Schlummer liegenden Toten einen legten stummen Erlaß einer Polizeiverordnung sicher gestellt ist, wonach für den und schmerzbewegten Gruß zu. Dann wurde es ſtill und auch Fall der Anlegung der Automobilstraße der südliche Teil des Königsweges( bom Kaiserdamm ab) für den Automobildurchgangsverkehr draußen auf der Straße verstummte das Gespräch der Anwesenden gesperrt wird." der Männerchor von Moabit hatte das Lied intoniert: Wenn sich zwei Herzen scheiden- und in tiefer Ergriffenheit lauschte die Menge dem Gefange. Hierauf setzte sich der Trauerzug in Bewegung nach dem städtischen Friedhofe in der Seestraße zu. Ein letter Nachruf von Freundesmund blieb dem Toten infolge des Berbotes versagt. Es sollte auch nicht gesungen werden; allerdings, wie nachher verlautete, war nur das Lied:„ Ein Sohn des Volkes" Charlottenburg scheint für Automobilstraßen sich recht eifrig ins Beug zu legen und recht viel Geld zu haben; für die Autostraße nach Döberitz hat es erhebliche Summen geopfert. In der Säuglingsfürsorgestelle I findet im November wieder In der Säuglingsfürsorgestelle I findet im November wieder Die Barteigenoffen und Genossen unentgeltlicher Unterricht in Säuglingspflege statt, wöchentlich ein werden ersucht, sich heute abend 7 Uhr an den bekannten Stellen mal mit praktischen lebungen. Meldungen, schriftlich oder mündlich, zahlreich zur Flugblattverbreitung einzufinden. Nach von 2-4 Uhr im Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 97. der Flugblattverbreitung, und zwar um 29 Uhr, versammeln sich dem Der Vorstand. berpönt. Als der Sarg in die Gruft sant, sezte der Männerchor wieder alle Parteigenoffen zu einer äußerst wichtigen Besprechung in den wiederholt sind in Tagesblättern die Breise des städtischen Fisch ein und durch den grauen Herbsttag flang es zart und weihevoll: Bezirkslokalen. Friedrichshagen. Morgen Donnerstag, abends 834 Uhr, findet im Lindengarten, Friedrichstr. 74, der dritte Vortragsabend statt. Genosse M. Kahle spricht über:„ Die Sturm- und Drangperiode." Des weiteren beginnt am Freitag, den 1. November, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Friedrichstr. 60, 2. Hof part. lints, ein Stenographiekursus nach Stolze- Schrey. Der Bildungsausschuß. Berliner Nachrichten. " Zum Reich der Gräber..." " auf öffentlicher Auktion in Geestemünde ersteigerten Preisen für ganz verkaufs bemängelt worden. Diese entsprechen aber durchaus den Nunmehr trat Eugen Ernst an das Grab und legte mit frische Fangfische. Frische Fische, wie sie auf dem städtischen Fisch einigen herzlichen Abschiedsworten im Namen Groß- Berlins marft verkauft werden, fosten mehr als solche, die riechen. Pferde- einen prächtigen Kranz nieder. Und weiter folgte Kranz auf Kranz. fleisch ist bisher in den städtischen Markthallen nicht verkauft werden. Stadtv. Zucht brachte dem Verstorbenen das letzte Zeichen der VerDie Zentralftelle für wissenschaftliche und Schul- Kinematographie ehrung als Vertreter der Spediteure, der engeren Berufskollegen Anders, ( System Otfried v. Hanstein) wird mit Zustimmung der Schul- während Stadtv. Mann im Namen der Haupterpedition des„ Vorwärts" deputation für Schüler und Schülerinnen besondere finematographische einen Kranz niederlegte. Dann folgten die Botenfrauen aus Vorführungen veranstalten, die geeignet sind, eine einwandfreie Be- Moabit und eine Reihe von Bezirken des sechsten Wahlkreises, die lehrung und Unterhaltung zu bieten. Die Borführungen finden alle den Toten durch Niederlegung von Kränzen noch einmal ehrten. täglich in den Nachmittagsstunden von 3 bis 6 Uhr in abwechsel- Auch ein Kranz, auf dessen Schleife die Aufschrift: Die Alten" Die Verkehrsdeputation, die gestern unter dem Vorsitz des barer Reihenfolge in folgenden Sälen für die diesen Sälen benach- stand, wurde von einem Partei veteran niedergelegt. Er war von Oberbürgermeisters tagte, verhandelte über den Anschluß barten Schulen statt. der Nord- Süd- Bahn nach NeuköII n. Die De- Nordwesten: Hohenzollern- Festfäle, Bandelstraße; Artushof, den alten Kampfesfreunden, die mit Anders noch unterm putation ist bei ihrem Beschlusse, nach welchem die verlängerte Berleberger Straße; Norden: Bharus- Säle, Müllerstraße; Nord- Sozialistengesez gekämpft hatten, gestiftet. Zum dritten Mal setzten nun die Sänger ein und hell und klar Nord- Süd- Bahn nach Neukölln durch die Gneisenaustraße ge- often: Festsaal der Brauerei Friedrichshain; Festsaal der Brauerei führt wird, bis zu welcher Straße die Stadt Berlin nach dem Königstadt, Schönhauser Allee: Often: Kontordiasaal, Andreas lang es über die offene Gruft hin„ Ein Sohn des Volkes will ich straße; Zentrum: Musikfestsäle, Neue Friedrichstraße; Südosten: sein.. Einen Augenblick schien es, als wollte der Friedhofsihr für die Anlage dieser Untergrundbahn erteilten Konsens Hohenstaufensäle, Kottbuser Damm; Süden: Kliems Etablissement, gewaltige die Sänger unterbrechen, wie er es vorher schon mit die Bahnlinie führen muß, bestehen geblieben. Die Deputation Hasenheide; Südwesten: Festsaal der Bockbrauerei, Fidicinstraße; einzelnen Rednern, insbesondere bei dem dem Stadtverordneten ist jedoch den Wünschen von Neukölln in der Weise entgegen- Besten: Festsaal der Viktoriabrauerei, Lüßowstraße. Mann getan hatte, doch trat das Erwartete nicht ein. gekommen, daß einmal der Bahnhof Gneisenaustraße in der Der Eintrittspreis soll für jedes Kind 15 Pf. betragen. Für Den Genossen Mann hatte er, obwohl dieser nur einige Weise umgestaltet ist, daß er für Neukölln lediglich als unbemittelte Kinder stehen in jeder Vorstellung Karten zur Den Genossen Mann hatte er, Durchgangsstation dient und nach dem Gleisplan des Bahn- Verfügung. Zur Aufführung gelangt in den ersten 14 Tagen:„ Der Worte gesprochen hatte, so am Arme gepackt, daß derselbe auf der hofs ein Pendelverkehr zwischen Neukölln und dem Bahnhof Rhein von der Quelle bis zur Mündung". In der zweiten November- lockeren, aufgeworfenen Graberde beinahe ausgerutscht wäre, was Es ist ja nicht Gneisenaustraße ausgeschlossen ist. Zum anderen soll eine Sächsische Schweiz usw.). In der ersten Dezemberhälfte: Die das erstemal, daß dieser Friedhofsinspektor in unangemessener hälfte:„ Die deutschen Mittelgebirge"( Riesengebirge, Harz, Thüringen, unter den Anwesenden große Entrüstung auslöfte. Zwischenstation auf dieser Strecke, und zwar die an der deutschen Küstenländer". In der zweiten Dezemberhälfte:" Die störender Weise auf dem Friedhof sich bemerkbar gemacht hat. Schleiermacherstraße als Tarifstation nicht gezählt werden, so deutschen Alpen und das Alpen- Vorland". Die Kinder derjenigen Bemerkenswert sind die prächtigen Verse, die Groß- Berlin auf seine daß die Fahrgäste für 10 Pf. Strecken von sechs Stations- Klaffen, für die Vorführung geeignet erscheint, werden von den längen fahren können, sofern die Station Schleiermacherstraße Leitern der Gemeindeschulen auf diese aufmerksam gemacht werden. Aranzschleife als Widmung gesetzt: sich in dieser Strecke befindet. Unter Berücksichtigung dieses Hoffentlich findet das dankenswerte Unternehmen reichen Zuspruch. Beschlusses, der den Wünschen von Neukölln entgegenkommt, 4 # Die Frage der Verstadtlichung der Berliner Elektrizitätswerke H " Nicht rechten wollt er mit dem Glücke, daß nimmer ihm sein Strahl gelacht, gern zog er, an des Elends Krücke, mit andern Edlen in die Schlacht. Nur mit dem Schicksal mocht er rechten, daß es den Donner ihm versagt, die große Fehde auszufechten, foll mit dem dortigen Magistrat in weitere Verhandlungen beschäftigt gegenwärtig in hobem Grade die städtischen Behörden getreten werden. von Berlin. Die Frage der Uebernahme der B. E. W. in städtische Ferner beschäftigte sich die Deputation mit der Straßen- Regie wird ernsthaft geprüft. Bekanntlich kann die Stadt Berlin bahnunterführung unter dem Kaiser Franz- am 1. Oftober 1918 von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen Josef Plat. Früher war die Unterführung unter und die Werte am 1. Oktober 1915 übernehmen. Oberbürgermeister bis einst der Freiheit Sonne tagt." dem Platz zwischen Opernhaus und der alten königlichen Wermuth und einige Magistratsvertreter hatten, wie die„ Bossische Bibliothek geplant. Eine Untertunnelung der Straße Hinter Beitung" zu berichten weiß, gestern eine Besprechung mit dem der Katholischen Kirche war deshalb nicht angängig, weil nicht Generaldirektor der B. E. W., Geh. Baurat Dr. Rathenau, um sich des Komitees Konfessionslos" am Montagabend in der Neuen Welt 800 Kirchenaustritte sind in der Demonstrationsversammlung feststand, ob nicht eine Erweiterung des Opernhauses nach über den Stand der Angelegenheit zu orientieren. Ein Blatt fnüpft erzielt worden. dieser Seite vorgenommen werden würde. Da die Verlegung daran die ersichtlich einseitig inspirierte Erklärung, daß keine Ver- Wie uns von parteigenössischer Seite mitgeteilt wird, seien viele des Opernhauses jetzt als endgültig feststehend angesehen stadtlichung der B. E. M. in Aussicht genommen sei. Die„ Voffische sehr enttäuscht worden, weil zahlreiche Teilnehmer keinen Einlag werden kann, ist die Unterführung der Straße Hinter der Beitung" teilt mit, zu der Erklärung ermächtigt zu sein, daß diese finden konnten. Die mit so großem Aufwand angekündigte VerKatholischen Kirche möglich. Im Zuge diefer Straße soll eine Behauptung absolut unrichtig und das Gegenteil der Fall sei. fammlung habe im kleinen Saal getagt. Verbindung unter dem Kaiser- Franz- Josef- Platz nach dem Ebenso sei die Behauptung unrichtig, daß die Mehrheit der Stadt- Unvorsichtiges Umgehen mit einer Schußwaffe hat heute vorKastanienwäldchen den Aufsichtsbehörden zur Genehmigung verordneten gegen eine Berstadtlichung sei. Im Gegenteil: die mittag wieder einmal unheil angerichtet. In der Bülowstraße 95 vorgelegt werden. sozialdemokratische Fraktion, die mit 44 Mitgliedern nahezu ein ging dem 24 Jahre alten Rezitator Alfred Schneeweiß, als er mit Zur Verbindung zwischen Alt- Mo a bit und dem Drittel der gesamten Vertretung ausmacht, ist geschlossen für die feiner Waffe hantierte, ein Schuß los und die Kugel drang feiner Virchow- Krankenhause ist von den städtischen Be- Verstadtlichung, in den bürgerlichen Fraktionen ist die Meinung noch Auge. Die Verunglückte wurde schwer verletzt nach der Charité 21 Jahre alten Frau Agnes, die in seiner Nähe stand, in das rechte hörden die Anlage einer städtischen Straßenbahnlinie von geteilt. Auch der Standpunkt des Oberbürgermeisters steht noch nicht uge. Die Verunglückte wurde schwer verletzt nach der Charité Alt- Moabit Ecke Ottostraße nach der Christianiastraße Ecke fest. Jedenfalls ist es noch durchaus zweifelhaft, wie die Entscheidung Grünthaler Straße geplant. Diese Linie soll nach einem in dieser Frage ausfallen dürfte, gestrigen Beschluß der Verkehrsdeputation nach der Jagow- Unserer Meinung nach machte sich die städtische Verwaltung eines neuen schweren Fehlers schuldig, wenn sie nicht endlich die VerNach der Gewerbeordnung unterliegt das öffentliche sorgung der Stadt mit Licht und Kraft in die eigene Verwaltung Fuhrwesen der Aufsicht des Polizeipräsidiums. Dieses sezt nehmen würde. Es hat sich schon bitter gerächt, daß die Stadt im Einvernehmen mit dem Gemeindevorstand auch die Taren seinerzeit den Vertrag mit der Großen Berliner verlängerte, anstatt fest. Die Verkehrsdepution genehmigte gestern den ihr vom bie Bahn selber zu übernehmen. Zahlreiche andere Gemeinden, selbst Polizeipräsidium vorgelegten bisherigen Tarif für Pferde- folche in unmittelbarer Umgebung Berlins, haben ihr eigenes Elet omnibus der Allgemeinen Omnibus- Aktiengesellschaft auf trizitätswerk. Es wird höchste Zeit, daß auch die Stadt Berlin auf weitere 3 Jahre. diesem Gebiete vorwärts geht. straße durch die Levezzowstraße verlängert werden. Die Automobilstraße im Grunewald. ein haben daher beschlossen, auf gebracht. In einem Anfalle von Geistesgestörtheit ist gestern morgen der 32 Jahre alte Arbeiter Alfred Brieger aus dem zweiten Stock des Quergebäudes des Hauses Admiralstr. 36 auf den Hof hinabgesprungen. Der Mann, der früher Kaufmann war, litt schon lange an den Nerven. Das Uebel steigerte sich vor 2 Jahren so, daß er seinen Beruf aufgeben mußte. Seitdem erwarb er seinen Lebensunterhalt als Hausdiener und Arbeiter. Krankenhause. Die letzten Monate war er arbeitsunfähig. Nachdem er schon einige Tage wirre Reden geführt hatte, sprang der Unglückliche gestern morgen um 7 Uhr aus seiner Wohnung bei einer Zimmerbermieterin im 2. Stock des Quergebäudes auf den gepflasterten Hot hinab. Schwer verletzt wurde er mit einem Rünzelichen Automobil nach Aerztliche Ferienvertretung. Aus ärztlichen Kreisen wird uns ge- dem Krankenhaus am Urban gebracht, wo er hoffnungslos daniederAus städtischen Kreisen Charlottenburgs wird geschrieben: Bur frieben: In den letzten Wochen hat ein großer Teil der Aerztejin den liegt. Geschäftlicher Mißerfolg und getäuschte Hoffnungen haben Förderung des von Jahr zu Jahr wachsenden Automobilverkehrs östlichen Stadtteilen( O., NO., SO. und Lichtenberg) eine neue Art den 59 Jahre alten Maurer Ernst Hanisch aus der Böchstraße 49 um Groß- Berlin beabsichtigt bekanntlich die Automobil, Verkehrs- follegialer Ferienvertretung geschaffen, die sich bereits in Leipzig und in den Tod getrieben. In einem Anfalle von Schwermut erhängte und lebungsstraßen- Gesellschaft m. 6. H. die Anlegung einer andern Städten bewährt hat und die sowohl für die Kranken wie er sich gestern, als er allein zu Hause war. Automobilspezialstraße, welche eine Sehenswürdigkeit und für die Aerzteschaft eine Reihe von Vorzügen bietet. Den Anlaß Die Mitglieder der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend Anziehungspunkt ersten Ranges zu werden verspricht. Sie soll dazu bot einmal der in den letzten Jahren zutage getretene werden noch besonders auf die heute abend 8 Uhr im Friedrichsals Ausfallstraße unmittelbar aufs Land hinausführen und zwar, Mangel an geeigneten Vertretern für die Reisezeit und die bain stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht, zu der da erfahrungsgemäß zwischen Charlottenburg und Wannsee der oft exorbitanten Honoraransprüche derselben, auf der anderen Legitimationen mitzubringen sind. stärkste Automobilverkehr in der Umgebung von Groß- Berlin herrscht, Seite die Abneigung vieler Patienten, sich von einem jungen durch den Grunewald. In zwei breite, gesonderte Bahnen geteilt und ihnen unbekannten Vertreter behandeln zu lassen. Die Menschenleben in Gefahr! Gestern früh um 6 Uhr kam ein sehr soll die Straße unweit des Kaiserdamms beginnen, und ohne daß beteiligten Aerzte Grund gefährlicher Brand aus noch nicht festgestellter Ursache, vermutlich landschaftliche Reize zerstört werden, neben der Wetzlarer Eisenbahn eines schriftlichen Abkommens unter sich Gruppen von durchschnittlich durch Fahrlässigkeit in einer kleinen Wohnung in der Rostocker her an den Bahnhöfen Eichlamp und Grunewald vorbei vorläufig acht bis zehn Aerzten zu bilden. Jede dieser Gruppen bildet einen Straße 39 zum Ausbruch. Dort wohnt im zweiten Stock auf dem bis vor Beelithof geführt werden. In der Nähe des Bahnhofs geschlossenen Vertreterkreis für sich, dergestalt; daß für jeden Arzt, der zweiten Hofe eine Arbeiterfamilie, bestehend aus Vater und Mutter Eichkamp ist die Errichtung von Sportplägen und einer Radrennbahn verreisen will, alle übrigen Teilnehmer der Gruppe als Vertreter mit drei Kindern, die sämtlich in einem Zimmer schliefen. Als sie vorgesehen, während beim Großen Stern" im Grunewald ein fungieren nicht bloß für die größeren Ferienreisen, sondern auch für gestern früh eewachten, brannte die Küche, Rauch und Flammen vornehmes Restaurant mit Terrassen erbaut werden soll. An der fürzere Abwesenheit und Krankheitsfälle. Verreist einer der Teilnehmer, schlugen ihnen entgegen. Der einzige Ausweg über den Korridor Ablenkung des Automobilschnellverkehrs im Grunewald, der Lunge" so macht er seine klientel durch vorgedruckte Anschläge im Wartezimmer war durch die Flammen schon versperrt. Der zweite Ausweg war des westlichen Groß- Berlin, auf eine geeignete Spezialstraße oder an der Wohnungstür darauf aufmerksam, welche Stollegen ihn durch Abtrennung von Räumen und Vermanern den fünf Personen hat nicht nur die fleine Zahl der Automobilisten ein bertreten. Das Hauspersonal gibt dem Patienten Bettel gleichen gleichfalls versperrt worden. Da auch das Treppenhaus schon total Interesse, sondern in viel höherem Grade noch die Gesamt- Inhalts; die Patienten können nach Belieben einen der bezeichneten verqualmt war, gestaltete sich die Rettung sehr schwierig, denn es heit der Bevölkerung. Die Regierung hat nämlich den Erlaß einer Vertreter wählen und haben ihrerseits nur die Verpflichtung, dem brannten bereits alle Türen und Fenster. Die Feuerwehr drang Polizeiverordnung zugesichert, wodurch nach Fertigstellung der Straße Vertreter unaufgefordert anzugeben, daß sie von dem abwesenden schließlich vom Hofe aus in den ersten Stock über der Durchfahrt die Geschwindigkeit der Kraftfahrzeuge auf den anderen Grune Arzte kommen. Nach der Rückkehr des Arztes bringen die Verteter und von dort mittels eines Hafenleiterganges von außen in die waldstraßen auf 25 Kilometer begrenzt wird, so daß der Auto- in ihrem Wartezimmer ein Plakat an, in dem mitgeteilt wird, daß brennende Wohnung ein. Ein drei Monate altes Kind wurde über mobil schnell verkehr dann von diesen Straßen verschwinden Dr. X. von der Reise zurückgekehrt ist und ersucht wird, den Haus- diese Leiter von der Wehr in Sicherheit gebracht. Inzwischen hatte die Wehr Erst dann kann der Grunewald ohne Staub- und arzt wieder aufzusuchen. Ein Obmann der Gruppe stellt einen sämtliche Fenster im Treppenhause geöffnet, damit der Qualm abGeruchbelästigung als eine vollwertige Stätte der Erholung Ferienkalender auf, um Kollisionen der Reisen zu verhüten. ziehen fonnte. Die zwei älteren Kinder und die Eltern konnten nun und Erquickung der Bevölkerung zurückgegeben werden. Für Die Honorierung der Vertreter ordnen die Aerzte jeder Gruppe in Sicherheit gebracht werden. Gleichzeitig hatte die Wehr mehrere Charlottenburg, die an Automobilbesißern reichste Groß- Berliner unter sich. Dem Publikum erwächst so die große Annehmlichkeit, Schlauchleitungen vorgenommen und es gelang, eine weitere AusGemeinde, ist von der beabsichtigten Straße eine wesentliche Ent- daß es nicht an einen ihm fremden Vertreter gebunden ist, sondern dehnung des Brandes zu verhüten. Die Küche mit dem Korridor Lastung des Kurfürstendammes zu erwarten, ferner durch Ein- freie Wahl unter mehreren erfahrenen und in der Gegend ansässigen ist ausgebrannt. Die Familie ist jetzt anderwärts untergebracht. führung von Passagierwagenfahrten auf der neuen Straße eine sehr erzten hat, und die Aerzte haben den Vorteil, bei Reisen oder in Eine Panit unter den Hausbewohnern wurde durch das energische erwünschte Verkehrsverbesserung mit den Havelseen und nicht zulegt Krankheitsfällen ohne weiteres ihre festgefügte und wohlinformierte Eingreifen der Wehr verhindert. Das Feuer muß durch den Herd ausgekommen sein, denn es war nach unten durch die Decke vor eine Förderung des gesamten Handels und Wandels der Stadt. Vertretung zu haben. geschritten. ⚫ wird. Mit Rücksicht auf die aus der Anlegung der Straße für Charlotten- Die Vorteile dieser Art der Ferienvertretung sind in der Tat so burg erwachsenden besonderen Vorteile, aber auch im Hin- groß, daß schon jetzt auch in anderen Stadtteilen eine Bewegung im blic auf das allgemeine öffentliche Interesse hat der Gange ist, sie einzuführen. Magistrat von Charlottenburg bei der Stadtverordneten bersammlung beantragt, der Automobil- Verkehrs- und lebungsKarl Anders auf seinem letzten Wege. straßen- Gesellschaft eine Garantie von 15 000 m. jährlich auf die Unter starter Beteiligung vollzog sich am gestrigen Tage das Dauer von 30 Jahren in Aussicht zu stellen, unter der Bedingung, Begräbnis unseres alten Parteibeteranen Anders. In großer daß die Straße als Waldstraße mit gärtnerischen Ausschmückungen Anzahl waren die Genossen und Genoffinnen, waren Bekannte und Zeugen gesucht. Beim Abmarsch der Demonstranten am 20. Dltober ist der Tischler Gust. Ramm, Straßmannstr. 15 I wohnhaft, von einem Wagen der elektrischen Straßenbahn überfahren und bewußtlos zunächst der Arbeiter- Samariterkolonne übergeben und dann nach der Sanitätswache am Görlizer. Bahnhof transportiert worden. Ramm bittet die Zeugen des Vorfalls ihm recht bald gefl. ihre Adressen übermitteln zu wollen. Neukölln. Vorort- Nachrichten. Jedoch eins ist auch für diese fortschrittliche Arbeitsgemeinschaft charakteristisch, sie hielt sich an das Wahlabkommen mit den Altbürgerlichen gebunden. Die Aufwendung von Energie gegen die Kandidatur Winter hat jedoch bei der fortschrittlichen Arbeitsgemeinschaft nicht lange angehalten. Die heillose Furcht vor der Sozialdemokratie hat die tüchtigen Kämpen bald zur Umkehr und zur Aussöhnung mit ihren früheren Bundesbrüdern veranlaßt. Es wäre auch schade gewesen, wenn Herr Winter nicht wieder aufgestellt worden wäre, denn die fommunalfortschrittliche Arbeitsgemeinschaft hat dadurch dokumentiert, daß sie Naum für die allerreaktionärsten Elemente besitzt. Vergessen sind die heftigen Kontroversen, die gegen den Königlich preußischen Beamten von den früheren Bezirksvereinen geführt wurden. Im übrigen ist es uns ganz unverständlich, warum man sich gegen Winter sträubte, wenn man in demselben Atemzug beteuert, man hält sich an das Abkommen mit den Altbürgerlichen gebunden, besser wie Winter sind doch die Altbürgerlichen sicherlich nicht. Diese Einigung zwischen Kommunalfortschritt und Altbürgerlichen kann uns nur von Vorteil für die Entwicklung der parteipolitischen Verhältnisse in Neukölln sein. zu Material zu überweisen, da die Möglichkeit bestehe, dieselbe zu ver-, ausschuß die nachgesuchte Dispens versagt hat. Zu einer Beschwerde, wirklichen. Dem wurde zugestimmt. die sofort von dem Gemeindevorsteher an den Herrn Minister abUm die vorhandene städtische Druckerei zu ertveitern und die gegangen ist, gab die Gemeindevertretung ihr Einverständnis. Die erforderlichen Räume im neuen Rathaus einzurichten, verlangte der beiden Feuerwehrdienstwohnungen werden von den pensionierten Die bürgerlichen Sammelkandidaten sind jetzt endgültig nominiert. Magistrat 21 000 m. Genosse Küter als Referent betonte, daß Oberfeuerwehrleuten Eichler und Jordan aus der Berliner Wehr Ganz leicht ist die Sache nicht gewesen. In den sogenannten es gelte, einen alten Beschluß der Versammlung zur Ausführung zu bezogen, dieselben erhalten neben der freien Wohnung 600 M. Mit ,, fommunalfortschrittlichen" Kreisen hat es einen ziemlich heftigen bringen. Jetzt zahle die Stadt 33 bis 60 Proz. Verdienst an den dieser Einrichtung erhält unsere Feuerivehr eine ständige Wache. Kampf gegeben. Besonders die Kandidatur des„ königlich preußischen Druckerei seien äußerst günstige und es sei der Ausbau notwendig. Unternehmer. Die bisher gemachten Erfahrungen mit der eigenen Treptow- Baumschulenweg. Beamten", des Rettors Winter, wurde scharf bekämpft. Ursprünglich mit der Druckerei soll gleichzeitig eine Buchbinderei verbunden Der Fleischverkauf der Gemeinde findet zuerst am heutigen auch mit dem Erfolg, daß diese Kandidatur abgelehnt wurde. werden. Jagow( Fr. Fraktion) betonte, wenn übermäßige Mittwoch zu festgesetzten billigen Preisen statt. Der Vertrieb erUnsichtbare Mächte haben jedoch den aufgestellten Kandidaten. Gewinne an die Unternehmer gezahlt würden, dann seien folgt durch die Schlächter Köslin, Krüllsstraße 17 und Tadday, Landessekretär Fischer, veranlaßt, von der Kandidatur zurückzutreten die Verträge Schuld, es liege fein Grund vor, das Buch- Baumschulenstraße 32. Es steht zu hoffen, daß die Einwohner von Die Arbeiten sollten in fleinen dem Angebot allseitig Gebrauch machen. und so wurde denn auch Herr Winter mit Stimmengleichheit nomi- druckgewerbe zu schädigen. niert. Von den für Winter Stimmenden wird behauptet, daß drei Rosen ausgegeben werden, damit jeder etwas erhalte. Mindestens Friedrichshagen. Boftbeamte teinen Auftrag hatten, für Winter zu stimmen. Ohne sei Ausschußzberatung erforderlich unter Hinzuziehung von bürgerlichen Sachverständigen, um die Frage näher zu prüfen. Stadtrat Aus der Gemeindevertretung. Bei der Vergebung von Arbeite diese drei Stimmen wäre die Kandidatur Winter gefallen. Ja, Schüler hält die Erweiterung für notwendig und vorteilhaft. In für elektrische Versorgung der Gemeindegebäude erhielt die Friedrichsfür kurze Zeit trat fogar eine Spaltung in der kommunalfortschritt leinen Losen fönnten die Aufträge nicht vergeben werden, da sonst bagener Elektrizitätsgesellschaft Fröbert mit 2724,30 M. den Zuschlag. lichen Arbeitsgemeinschaft ein, indem der Verein der fortschrittlichen die Stadt sehr hohe Preise zahlen müßte. Die Vorlage wurde Eine längere Debatte entstand bei der Beschlußfassung wegen bauBoitspartei, die fortschrittlichen Bezirksvereine Dst, West und Süd einem Ausschuß überwiesen, dem die Genossen tüter, Magnan licher Erschließung des Ostens. Hierzu teilte der Bürgermeister mit, daß die Legung der Kanalisations, Regenwasser, Wasser- und sich sofort wieder zu der alten liberalen Arbeitsgemeinschaft zusammen- und Mohs angehören. Gasleitungen jest ziemlich beendet sei und die Kosten etwa schloffen. Die dem Magistrat zur Verfügung stehenden Fleischmengen, so 400 000 2. hierfür betragen. Für die Pflasterung dieser Straßen schreibt der Magistrat, sind zurzeit noch zu gering, um sämtliche sei mindestens das doppelte notwendig. Da man aber nicht vorausSchlächter mit russischem Fleisch zu versehen, denn es handelte fich fagen fönne, wie die Entwickelung im Osten vor sich gehen würde, bisher nur um Probefendungen. Es ist au hoffen, daß mit Beginn fei an eine vollständige Pflasterung der Straßen vorläufig nicht zu der regelmäßigen Fleischsendungen Anfang November auch den denken. Um nun aber den Anliegern Gelegenheit zum Bauen zu neues Ortsstatut notwendig, da nach dem Schöneberger Schlächtern eine gewisse Stetigkeit im Fleischbezugegeben, sei ein zugesichert werden kann. Das Publikum tut den Schlächtern, jezigen nur an regulierten Straßen Gebäude errichtet werden welche nicht immer russisches Fleisch vorrätig haben, Unrecht dürfen. Die Vertretung stimmte folgenden Vorschlägen der Baumit der Annahme, daß diese das russische Fleisch nicht ver- deputation zu: 1. Die Anlegung von Gebäuden im Osten wird ge= taufen wollen. Es wird deshalb hier nochmals betont, daß stattet, wenn der Anlieger die Pflasterkosten hinterlegt. 2. Die Gesämtliche Schöneberger Schlächter sich zum Bezug des russischen meinde verpflichtet sich, zu den Grundstücken einen Zugangsweg in Fleisches von der Stadt bereiterklärt haben und daß bisher feiner zwei Meter Breite anzulegen und einen Meter davon mit Mosaik zu der Schöneberger Schlächter diese Bereitwilligkeitserklärung zurück- bepflastern. 3. Diese Wege sind ausreichend zu beleuchten. 4. Bei gezogen hat. der Auswahl eines Zufahrtsweges ist stets die fürzeste Verbindung wenn wählen, es fich einer regulierten Straße nach Charlottenburg. technisch ermöglichen läßt. 5. Die Gemeinde ist zur Anlegung eines Gestern konnte zum ersten Male russisches Schweinefleisch durch Fahrweges verpflichtet, wenn zwei Drittel der Anlieger den Magistrat an die hiesigen Fleischermeister abgegeben werden, die 6. Der Pflasterkosten hinterlegt haben. Eigentümer nachdem bereits drei Sendungen Rindfleisch vorausgegangen. Inner- erklärt, daß er die bom obigen Drtsstatut abweichenden halb der letzten Woche sind durch städtische Vermittelung rund 150 Bentner Bedingungen für fich und die bindend Gemeinde als ruffisches Fleisch nach Charlottenburg gekommen. Diese Menge entsprach anerkennt. 7. Der Eigentümer hat sämtliche in seinem Hause aber bei weitem nicht dem Bedürfnis. Eine Reihe von Fleischern, die wohnenden Mieter von diesen Bestimmungen in Kenntnis zu setzen. die von der Stadt gestellten Bedingungen anerkannt haben, fonnte Die Gemeinde hat im Mai d. J. mit Basedow einen Vertrag bisher mit russischem Fleisch überhaupt nicht bedacht werden. Es ist betr. Hafenanlage an der Seeterrasse abgeschlossen. Der Pächter stellt zu hoffen, daß vom 1. November d. J. ab größere Sendungen nunmehr den Antrag, diesen Vertrag erst mit dem 1. April 1913 in russischen Fleisches hierher kommen werden. Der Verkauf findet in Straft treten zu lassen, weil er die Anlage nicht ausmusen fonnte, burch Blafate fenntlich gemachten Schlächterläden statt. Heute, da die Gemeinde angeblich mit ihren Arbeiten zu sehr im NückMittwoch, werden wiederum 150 Bentner russischen Rind- und stande war. Diefer Antrag wird abgelehnt. Ein Antrag, für die 100 Mark zu Schweinefleisches zum Verkauf kommen. Bachtsumme das Jahr 1912 mäßigen, wird Dem angenommen. Kaninchenzüchterverein Wilmersdorf- Halcufee. werden 50 Mart zur Stiftung von Ausstellungspreisen bewilligt. Tenerungsmaßnahmen und Stadtverordnetenwahlen. Während Zum Bericht des Schularztes wurde mitgeteilt, daß sich die SchulBerlin und Charlottenburg, den Verkauf russischen Fleisches geregelt deputation mit den Anregungen und Wünschen des Arztes beschäftigt baben, ist in Wilmersdorf von dieser Maßnahme gegen die habe; dieselben sollen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Ins Teuerung noch nichts zu spüren. Auch hier treiben die besondere sei bei den Knaben eine stärkere Benutzung der BrauseFleischer das bekannte Spiel. Sie befürchten, daß das Ein- bäder erwünscht, hierfür ist die dritte Turnstunde in Aussicht ges greifen der Gemeinde die Fleischpreise herabdrücken werde und sehen nommen. Die Kosten für die in diesem Sommer zur Erholung nach schon aus diesem Grunde den behördlichen Maßnahmen mit sehr Stolberg geschickten zehn Kinder betragen 623,20. gemischten Gefühlen entgegen. Ihre Junung hat denn auch in der Frage sind aus dem Wohltätigkeitsfonds entnommen worden. Zum der Fleischversorgung an den Magistrat Anforderungen gestellt, die Schluß stellte Genosse Tarnow Anfrage, den Stempel der Obstruktion an der Stirn tragen. Es wird vom die Vorbereitungen zur Linderung der Fleischteuerung ges hatte, Wilmersdorfer Magistrat verlangt, daß er von Berlin aus den diehen find. Nachdem Bürgermeister Transport des Fleisches übernehme, daß er bei Beurteilung der Güte daß die Petitionen abgeschickt seien, wurde auf unseren Vordie Fleischer das gewichtigste Wort sprechen lasse und dergleichen schlag eine viergliedrige Kommission gewählt, welche sich unverzüg Aus der Stadtverordnetenversammlung. Der Antrag der Freien mehr. Der Magistrat ist durch bas Verhalten der lich mit Groß- Berlin in Verbindung setzen soll, um den FleischFraktion, den Baublock an der Innsbrucker Straße zu bebauen, Inmung eine unbehagliche Lage Gibt gebracht. er verlauf am Orte in die Wege zu leiten. Der Kommission, welcher wurde glatt abgelehnt. Einem Antrage der Liberalen Fraktion, den ihr nach, dann ist die ganze Teuerungsmaßnahme auch Genoffe Tarnow angehört, werden 2000 m. zur Verfügung ge Magistrat zu ersuchen, eine gemischte Deputation, bestehend aus fünf ziemlich gegenstandslos, fezt er den Meistern den Stuhl stellt. Nachdem fand eine längere geheime Sigung statt, in welcher Magistratsmitgliedern und zehn Stadtverordneten zu wählen zur vor die Tür, dann ladet er sich die Feindschaft einflußim besonderen über die Gemeindebadeanstalt verhandelt wurde. Brüfung der Frage, ob und event. welche Aenderungen sich bei der reicher Stadtverordneter auf den Hals. Allerdings mag Erhebung der Kinematographensteuer empfehlen, wurde zugestimmt. eingewendet werden, daß der Verkauf des russischen Fleisches in Birkenwerder. Bamberg( Lib. Fraft.) bedauert, daß auch in der Liberalen städtischer Regie etwa unter Mitwirkung von Mitgliedern des Gegen den Lebensmittelwucher protestierte am SonntagnachFraktion Freunde und Gegner der Kinosteuer vorhanden wären. Zentralverbandes der Fleischer keine allzuschwierige Sache wäre. mittag eine gut besuchte Volksversammlung. Die Referentin, Ge Von den geschätzten 50 000 M. find innerhalb sechs Monaten bereits Jedoch würde ein solcher entscheidender Schrift im konservativen noisin Marie Juchacz- Neukölln, rechnete mit den herrschenden 27 000 M. eingegangen, und das während der Sommermonate; der Wilmersdorf die Revolution bedeuten. Der Magistrat muß Selassen und der Regierung gehörig ab. Lang anhaltender Beifall Winter erhöht die Beträge wesentlich. Es muß zugegeben werden, sich, er wollen mag Endes dem nicht, lezten wurde der Referentin für ihre trefflichen Ausführungen zuteil. der daß die Steuer auch ihre Härten aufweist; an eine Beseitigung sei Willen Stadtverordnetenmehrheit fügen; und diefer und immer neue Elendsbilder waren es, welche die darauffolgende jedoch nicht zu denken, auch würden wesentliche Verbesserungen Mehrheit ist jede nach Kommunalsozialismus furze Diskussion entrollte. Mit dem Appell: Hinein in die nicht stattfinden. Knorr( Fr. Frakt.) hält die Steuer für un riechende Handlung ohne weiteres ein Greuel. Organisationen" und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch gerecht und rügt, daß gegen einige Kinobesizer der Konkursantrag Eine Kenderung kann in dieser Hinsicht erst eintreten, wenn das auf die Sozialdemokratie, wurde die imposante Bersammlung ge= gestellt wurde und dieselben zum Offenbarungseide gezwungen Stadtparlament eine andere zusammenfeßung zeigt; und schlossen. worden seien. Das Ansehen einer Stadt werde dadurch nicht ge in der Hand der schwer unter dem Notstand leidenden Bevölkerung hoben. Genosse iter sprach für den Antrag und betonte, daß liegt es, an dieser Stelle einzulegen. Eine Verstärkung der die sozialdemokratische Fraktion grundsätzliche Gegnerin derartiger sozialdemokratischen Fraktion in der StadtverordnetenSteuern set. Wohl selten habe eine Steuer soviel Aufregung und versammlung bedeutet auch eine größere Energie bei kommunalen Erbitterung hervorgerufen, wie die Kinosteuer. Die ganze Steuer Teuerungsmaßnahmen, und daher ist es ein Gebot für jeden, der sei eine Härte, die unbedingt beseitigt werden müsse. Auch die Art bessere Zustände in Wilmersdorf will, bei den am Sonntag, der Erhebung, sowie die ganze Handhabung der Steuer durch den den 3. November, von 12-6 Uhr nachmittags stattfindenden Wahlen Magistrat set scharf zu verurteilen. den Kandida then der Sozialdemokratie feine Stimme zu geben. Sie wird allen wirklich fortschrittlich gesinnten Wählern zeigen, daß nur die Sozialdemokratie ernstlich bestrebt ist, eine Politik der fortschreitenden Entwickelung zu treiben. Auch die Vermeidung von Stichwahlen kann uns nur angenehm fein. Für unsere Parteigenossen entspringt daraus jedoch die Verpflichtung, schon am Tage der Hauptwahl den legten unserer Wähler an den Wahltisch zu bringen. Arbeitslosigkeit hat die 18 Jahre alte Kranzbinderin B. aus der Bergstraße zum Selbstmord veranlaßt. Das junge Mädchen war schon seit längerer Zeit ohne Beschäftigung und fonnte auch trotz aller Bemühungen teine mehr finden. Diese Lage trieb es zur Verzweiflung, obwohl es bei den Eltern wohnte und feine Not litt. Nachdem die Unglückliche vorgestern abend einen Abschiedsbrief an die Eltern geschrieben hatte, erschoß sie sich, als sie allein in der Wohnung war. Schöneberg. Kämmerer Machowicz erklärte, daß der Magistrat mit der Einsetzung der Deputation einverstanden sei, im übrigen müsse in besonderen Fällen mit Konkursverfahren und der Ablegung des Offenbarungseides vorgegangen werden. Steglik. in oder Der Verkauf von russischem Rind- und Schweinefleisch beginnt heute auch in Steglig. Das Verkaufslokal befindet sich Miquelstraße 24, der Verkauf beginnt nachmittags 3 Uhr. Die weiteren Verkaufstage werden durch öffentlichen Anschlag bekannt ge macht. Das Fleisch wird in Quantitäten von 1 bis 5 Pfund abgegeben. Nieder- Schönesveide. die Antwort an einem der der um die erklärt er wieweit Sigungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Spandau. Am Donnerstag, den 31. Dktober, nachmittags 4 Uhr, Stadtverordneten- Sizungsfaal des Rathauses. Mariendorf. Donnerstag, den 31. Dltober, nachmittags 5 Uhr, im Rathausigungssaale. im Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist berechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Marktbericht von Berlin am 28. Oktober 1912, nach Ermittelung des tönigl. Polizeipräsidiums. Marttballenpreise.( Kleinhandel) Speisebohnen, 100 Kilogramm Erösen, gelbe, zum Stochen 30,00-50,00. meiße, 36,00-50,00. Linfen 35,00-60,00. Startoffeln( leinhdl.) 5,00-7,00. 1 Ailogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50-1,80. Schweinefleisch 1,60-2,40. albfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,40-2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stüd Gier 4,20-6,50. I Kilogramm starpfen 1.40-2,40. Aale 1,60-3,20. Bander 1,40-3,60. echte 1,40-2,80. Barsche 1,00-2,40. Schlete 1,60-8.20. Bicie 090-140.60 Stüd Krebje 2,00-30,00. Witterungsübersicht vom 29. Oftober 1912. Stationen Barometer stand num Winddumpp Windflärke Better Temp. n. 6. 66.= 1097. Stationen stand mm Sarometer Bind. cicotang Wetter 2 bebedt Temp. n. G. 48° C= 4087. 10 3 Regen Berlin 2 wolfig Frankf.a. M. 758 SW München 7635 12 Befersburg 750SD 11 Scilly 8 Aberdeen 6 Paris Haparanda 752D 746 WSW 6 wollig bedect 739 Still 755SB 6 bedeckt 4Schnee-7 11 8 16 1 Rebel 4 Geiter 766 DGD 2 bedeckt Wetterprognose für Mittwoch, den 30. Oktober 1912. Mild und zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit Regenfällen und ziemlich starken südwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. In die Deputation wurden u. a. die Genossen Bäumler und Küter delegiert. Im Süden des Südgeländes zwischen Krankenhaus und Priesterweg besigt die Stadt eine größere Strecke Land, das bisher an einen Landwirt verpachtet war. Da unter der Bevölkerung das Bedürfnis nach Laubenland ein ziemlich reges ist, so sollen auch hier Arbeitergärten errichtet werden. Die Bebauung des Geländes dürfte innerhalb von drei Jahren nicht erfolgen. Für die Vermietung der In der letzten Gemeindevertretersigung teilte der Gemeindeeinzelnen Barzellen auf dem städtischen Grundstück ist ein Bachtzins vorsteher mit, daß für die neue Grund, Brau- und Biersteuerzwischen 70 und 80 Bf. pro Quadratrute in Aussicht genommen. Für Ordnung die Genehmigung eingelaufen fet. Das Anfinnen der diesen Preis werden eingefriedete Barzellen geliefert, auch ist die Gemeinde Adlershof, in dem Wald zivischen Adlershof und NiederBenutzung der aufzustellenden Pumpen unentgeltlich gestattet. Für Swöneweide auf Nieder- Schöneweider Gebiet einen Müllabladeplatz zu die Vermietung und Verwaltung des Gartenfeldes ist im vorigen errichten, wurde zurückgewiesen. Zwecks Schaffung von VerkehrsJahre ein Komitee gewählt worden, das wiederum bereit ist, diese bahnen, wie sie jetzt die meisten östlichen Vorortgemeinden planen, Arbeit durch Vertrauensperionen unentgeltlich zu übernehmen und wird der Gemeindevorsteher sich mit dem Zweckverband von Groß- Swinemde. 755 SSW 3 bedeckt die Stadt abzuführen. die eingebrachten Beträge an Auch Berlin in Verbindung setzen, um dahin zu wirken, daß auch etwas Hamburg 755 757 foll eine Ergänzung des Komitees Stadtverordnete vollständiges geschaffen wird. Auf den im Jahre 1901 vom Gemeindedurch fönnen, ist vorsteher an den Forsisiskus gestefften Antrag, einen Fußweg bon stattfinden. Um die Arbeiten durchführen 811 ein Betrag von 8000 m. erforderlich. Die Versammlung ge- Nieder- Schöneweide nach Adlershof längs der Chauffee( Ablergestell) Bien nehmigte den Betrag. Die Petition der Handwerker und Gewerbe- anzulegen, ist auf erneute Anfrage vom 8. März d. J. jezt daß eingegangen, treibenden um Abstandnahme von dem Verkauf von Räucherwaren endlich Forstfiskus in der städtischen Seefischhalle war noch einmal an den Ausschuß fein Intereffe solchen Fußweg habe und es zurück verwiesen. Genoffe Peterson empfahl im Namen des den Gemeinden überlassen bleiben müsse, sich einen solchen Ausschusses, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen, da zu schaffen. nun beschlossen, sich mit Adlershof festgestellt sei, daß die gesamte Einnahme aus Näucherwaren pro in Verbindung zu feßen, um gemeinschaftlich einen Fußweg herzuMonat mur 800 W. beträgt. Seit dem Bestehen der städtischen See- stellen, damit die Fußgänger nicht mehr auf die so wie so schon für der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Als stellfischhalle seien vier Räucherwarengeschäfte in nächster Nähe eröffnet den großen Verkehr zu schmale Chaussee angewiefen sind. worden, so daß von einer Schädigung feine Rede sein fönne. Die vertretender Borsigender des Kaufmanns- und Gewerbegerichts wurde der besoldete Schöffe Affeffor Dr. Kühn gewählt. Der Seefisch Bersammlung beschloß Uebergang zur Tagesordnung. Die höheren technischen Baupolizeibeamten Deutschlands petitios verkauf gestaltete sich gegen das Vorjahr sehr zufriedenstellend, er nierte um Maßnahmen zur Rückübertragung der Bauvolizei an die findet jest an zwei Tagen in der Woche( Montag und Mittwoch) Gemeinden und Berücksichtigung der Techniker bei deren Verwaltung. statt. Ueber den einzurichtenden Fleischverlauf erfpanu fich eine Der Referent Genosse Rottländer betonte, daß das erstere nur recht lebhafte Debatte, in der der Antrag unserer Genoffen, den von Staat verlangt werden könnte, während die Einstellung der Verkauf zentral einzurichten, angenommen wurde. Nach Bewilligung Zechniker vom Magistrat zu erwägen sei. Auch hier wurde zu bon 1000 M. zu den vorläufigen Ausgaben wurde eine Kommission, gestimmt. Eine Anzahl Gewerbetreibender wünscht Aufhebung der bestehend aus dem Gemeindevorsteher und den Gemeindeverordneten Konkurrenz, die ihnen seitens der Kommunen und kommunalen Ver- Friefe und Genossen Bengsch, gewählt, die in Gemeinschaft mit bände durch die Gas, Wasser und Elektrizitätswerke bereitet werde. den Fleischbeschauer Herrn Georg Beyer und dem Fleischermeister Genoffe Peterson ersuchte um Ablehnung, da das, was die Rathenau die vorbereitenden Schritte unternehmen sollen. Der FleischBetenten wünschten, bereits vorhanden sei. Es wurde demgemäß verlauf soll sobald wie möglich in dem Hause Berliner Str. 115 beschlossen. Herr Rudolf Grundmann petitionierte um Schaffung stattfinden. Die Haushaltungsschule, welche in dem neu angebauten eines Durchganges von der Gotenstr. 45 nach der Sedanstr. 15. Schulhausflügel untergebracht und auch schon vollständig eingerichtet Der Referent Vest er empfahl, diese Petition dem Magistrat als ist, fann noch nicht in Betrieb genommen werden, weil der BezirksVerantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Deud u. Berlag: Borwärts Buchdruderer u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW Es wurde Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Wasserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau³) Rathenow³) Spree, Spremberg³) Becskow am feit 28 10 27.10. Wasserstands- Nachrichten am feit 28. 10. 27.10. em eichiel, gorn Oder, Ratibor cm³) 169 -40-10 128 306 -34 145 cm cm³) 86+2 41 4-5 38 0 92 -1 155+1 Landsberg 20 0 -5 +2 85+2 275 -3 317+40 +23 264+21 20 Köln 270+-29 -102 -5 Nedar, Heilbronn 128 -2 146 <-4 Main, Hanau 184 +4 124 +4 Mosel, Trier 131+5 Strossen Frantiurt Barthe, Schrimm ne s'e, Bordamm 1be, Leitmerig 0 Dresden Barby Magdeburg Befer, Münden Minden Rhein, Marimiliansau 496 Staub )+ bedeutet Wuchs. Fall.) Unterpegel.