Nr. 264. 10. Jahrg. Srlcheint läglich aus» Montag»... A.\. �Av A�v jir nSl JnkertionZ-Ssbühr beträgt für die Preis pränumerando:«Zteriel- UMDUKM�) WM � A,� �Mi Äfft- A..{Hl fünfgeivallene Peltqsile oder deren jährlich o.-° Marl, monalli« MI irM jTli N'fcfff Raum<°«fg.. für BeretnS- und i.io SU. wöchenllich zs Via ir-j DW HS WM l�W/ IN Bl DU«W Wms*,-A L-riammlungS- Anzeigen»o Pjg \js.rsts■■-mW mW mm m■■( WtWur�Sf/«aw.ftmsrs o Vrfl- EonnlagS- Nummer mit H�wH WM Bb IBI I M) BB HM|h H| KH Hl f£. Mal DW p j/ der Expedition abgegeben werden� illuiir. Sonmazi- Beilage.Neue aftSSB LUHB HH HH Rai| BH BWl RH MD m[ BB H) Mi| kW // Tie Sxvsdilion ift an Wochen- äSelt" 10 Vi?. Poft-Sldonnemenr: KjoraM DSD HB 8*81 1 MB MM RB MB Bfl DM'— MD J flHi ragen big 7 Ndr AbendZ, an Sonn- «,»0 Ml. pro Quarral. Unter Kreuz- RÖM MB HB ü Hl Hfl HR 1 DH HB Bfl I X&BtfOST und Festlagen big 9 Uhr Bor- band: Deulschland u. Oeilerreich- DM GH MD Bl iiHLx flB\ flfl| �flee/�öfl millag! geöffner. U M w W JL/■..... in der Poii-Z->lungS-Bre>glijir ▼/ //- xeiegr-mm- Adresse: tut 1893 unxet Sit.»708. tMSsSKjp�' S S<(r Ty„Koiiaidemokrat Kerlin!' Verliner Volksblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ju Aussicht gestellt wird auch eine Novelle zum Ge- setze, betreffend die I n v a l i d i t ä t s- und Alters- Versicherung, vom 22. Juli 1889, Die Vorarbeiten hierzu sind, nach Informationen der„Nossischcn Zeitung", dem Abschlüsse nahe. Es liegt in der Absicht, die Haupt- Mangel dieses Gesetzes, die zu Tage getreten sind, zu bc- seitigen, insbesondere die Interessen der Rentenempfänger in den Fällen der Abänderung und Entziehung der Rente mehr zu wahren, das Schiedsgerichtswcseu zu vereinfachen und einer Verzögerung der Entscheidung über Entschädignugs- anspräche vorzubeugen.— Ter nächste Militäretat ist nach der„Frkf. Ztg." im Ordinarium um 35 Millionen höher als der des lau- senden Jahres, in dem die neue Militärvorlage nur nnt einem halben Jakre wirksam ist. Die cinnialigen Aus- gaben sind nach dieser Quelle um fast 60 Millionen niedriger, als im laufenden Jahre. Die nie ausbleibenden Nachtrags- Etats dürften dies aber, wie wir zu fürchten allen Anlaß haben, wieder ausgleichen.— Ten Inhalt des Stempelsteuer- Gcsetzeuttvlirses geben wir nach der„Freisinnigen Zeitung" hier wieder: Bei dem bisherige» EmissionSstempel ist eine V e r doppeln ng für inländische Effekten und eine Verdreifachung für ausländische Effekten ge plant. Demgemäß wird der Emissionsstempel küuflig betragen für inländische Aktien 1 vorn Hundert, für ausläudilche Aktien 1>/s vomHundert,für inländische Reute» und Schuldverschreibungen 4 vom Tausend, fürausläudische Reuten und Schuldverschreibungen 6 vom Tausend, für inländische Renten und Schuldverschreibungen der Kommunalverbände und Kommunen, sowie Verbünde lSirdlicher oder städtischer Grundbesitzer, der Grundkredit- und typothekcnbanken oder der Transportgesellschaften 2 vom ausend. Der vorjährige Steuer- Gesetzentwurf enthielt bekanntlich keine Erhöhung des Emissionsstempels. Ter bisherige Emissionsstempel ist in dein Reichshausbalts-Etat für I8gS/94 auf 6 34S ovo M. veranschlagt. Das Plus aus der Steuer- erhöhung wird also für den Emissionsstempel auf etwa sieben Millionen Mark jährlich zu berechnen sein. Für die Kauf- und Anschaffuugsgcschäfte soll der bisherige Steuersatz verdoppelt werden, also auf pro Mille für die Effekten und auf«/ro pro Mille für die steuerpflichtigen Maaren- Umsätze festgesetzt werden. Ebenso ivar es bekanntlich in dem vorjährigen Steuer-Gesetzentwurf bestimmt. Die Stenipelsteuer für Lotlericlvose soll von 5 auf 3 vom Hundert erhöht werden. Bisher waren von dieser Abgabe die Loose der von den zuständigen Behörden genehmigten Ausspiehrngen und Lotterien zu mildthätigen Zwecken durchweg ausgenommen, künftighin soll dies nur geschehen, sofer» der Gesammtpreis dieser Loose die Summe von 5000 M. nicht übersteigt. Die Befreiung soll aber auch auf Loose der von den zuständigen Behörden gc nchmiglen Ausspielungen und Loiterien ausgedehnt werde», sofern der Gesammtpreis der Loose einer Ausspielung die Summe von 100 M. nicht übersteigt. Die Stenipelsteuer für Loiterieloose ist im Etat für 1893/94 mit 7 879 000 M. berechnet. Demgemäß ist aus der Steuererhöhung eine Mehreinnahme von 4�/4 Millionen M zu erwarten. Ueber den neuen Quittung! stempel werden folgende Be stimmungen bekannt: Für Quittungen, die im Inland« auS- gestellt oder eingehändigt werden, sollen bei einem Betrage von mehr als 20 M. 10 Pf. von jedem einzelnen Schriftstück oder wenn daffclbe mehrere Quittungen enthält, von jeder einzelnen Quittung entrichtet werden. Befreit bleiben von der Abgabe ähnlich wie im Gesetz entivnrf von 1860: I. Quittungen, aus denen sich ergiebt, daß die Hingabe der Geldsumme behufs Begründung einer Per- bindlichkeit, zur Rückzahlung oder Miederauszahlung erfolgt ist, oder daß dieselbe auf vormundschaftlichen Beziehungen oder aus Freigebigkeit beruht; 2. Quittungen, die im inneren Ver- lehr eines und desselben Kassenwcsens oder Geschäftsbetriebes oder im Berkehr der Kassen des Reichs und der Bundesstaaten untereinander ausgestellt werde»; 3. Quittungen über Zahlung von Zinsen der in das Schuldbuch des 9!eichs oder eines Bundesstaats eingetrnzeuen Forderungen; 4. Quittungen auf mit einem Reichsstempel versehenen Schriftstücken über darauf bezügliche Zahlungen; 5. Quittungen über die auf einer Zwangsverpflich- lung des öffentlichen Rechts beruhenden Zahlungen(Steuern u. s. w.); 6. Quittungen über Gehalts- und sonstige Dienst- bezüge oder Pensionen der Reichs- und Staatsbeamten und Militärpersonen, sowie ihrer Hinterbliebenen; 7. Quittungen über Lohn- und Gehaltsbezüge solcher Personen, die zu einer der nach dem Jnvaliditäts- und AlierSversicherungs- Gesetze versicherungspflichtigen Klassen gehören; 8. Quittungen über Rückzahlungen aus Sparkassen, sowie über Unterstützungen, dern aus dem Grunde, weil überhaupt Arbeitgeber vor- handen sind.' Und nun entwickelte er ihnen kurz und klar alle mög- lichen Dinge, von denen seine Kameraden niemals was ge- hört hatten. So wanderten sie lange zwischen den Feldern umher, bis sie ernindet waren und in den Wald gingen, wo sie sich auf das trockene Gras einer kleinen Waldwiese hinlegten: hier setzte Stepan seinen Vortrag fort, tvelcher nur selten von den Fragen seiner Käme- raden unterbrochen wurde, welche ihm verwundert zuhörten. Es war das gleichsam die Empfindung eines Blinden, dem der Staar gestochen wird, und der nun, anstatt der einfönnigen Fiustenuß, den blauen Himmel und die grünen Wiesen erblickt. Er freut sich und mit dankbarem Blick sieht er den Arzt an, der ihm das Atigenlicht wieder- gegeben hat, und der Arzt seinerseits freut sich über seinen Erfolg. Mit einer ähnlichen freudigen Verivunderung blickten die Arbeiter Stepan an. Es schien ihnen, als od dieser sich verändert hätte: das Gesicht hatte einen klaren und stolzen Ausdruck; er nahm seine Mütze ab, um den heißen Kops abzukühlen, wodurch seine breite Stirn und das dichte, vom Winde bewegte Haar sichtbar wurde. Auch seine gutmüthigen blauen Augen hatten sich ver- ändert: sie drücken den Haß ernes Fanatikers ans— er spricht von den Feinden der Arbeiter und seine Stimme wirkt entflammend, wie die Töne der Marseillaise; seinem Munde entströmt ein heißer, revolutionärer Odem, welcher das Blut in Wallung bringt. Als Stepan schwieg, saßen Dmitri und Pawel da wie verzaubert von deni, was sie gehört hatten; sie konnten nicht begreifen, daß sie nicht selbst sich daS überlegt und auch nirgends gehört hatten. Stepan erklärte ihnen, daß er von adliger Abkunft sei und daß nicht die Roth ihn zu den Arbeitern getrieben habe. Mit erneuerter Verwunderung sahen ihn seine Käme- raden au. Er theilte ihnen mit, wie er seinen früheren Ideen entsagt hatte, um sein ganzes Leben dem einzigen Zwecke zn opfern, dem Volke die Wahrheit zu lehren, die er selbst erkannt hatte. (Fortsetzung folgt.) Krankengelder, Beerdigungskosten, Wittwen- und Waisengelder und ähnliche Zahlungen aus öffentlichen oder privaten, nicht auf Gewinn der Unternehmer berechneten Kassen und Anstalten. Auf eine Verthcuerung der Kosten des Waareutransports läuft die schließlich noch projektirte Stempelsteuer auf Fracht» papiere hinaus. Und zwar sollen für Ladescheine über ganze Schiffsgefäße und Konnossemente, mit Ausnahme des dem Führer des Schiffs behäudigten und als solches bezeichneten Konnossementsexemplars 30 Pf., für Frachtbriefe, Beförderunas- scheine, Gepäckscheine, Packetadressen, Ladescheine über Stuck- aütcr, Einlieferungsscheine der Frachtführer im Flußschifffahrts- Verkehr über Sendungen, bezüglich deren ein Ladeschein nicht ausgestellt ist, sowie andere eines der bezeichneten Papiere ersetzende Schriststücke 10 Pf. von jedem einzelnen Schriftstück erhoben werden. Falls dasselbe jedoch über mehrere Schiffsgefäße oder Eisenbahnwagen lautet, so soll die Abgabe von jeder Schiffs- oder Wagenladung und falls dasselbe über mehrere, an ver- schiedene Empfänger in einer Eisenbahuwagen-Lodung aus- gegebene Stückgulseuduugen(Sammelladung) lautet, so soll die Abgabe von jeder einzelnen je für einen Empfänger bestimmte» Sendung erhoben werden. Befreit von dieser Abgabe sind einmal Frachtpapiere, aus denen sich ergiebt, daß der Betrag der Fracht die Summe von 3M. nichl übersteigt, sodann Gepäckscheine, die über das Gepäck der Reisenden ausgestellt sind. Nachstehende Zlisainmenstellung giebt die kunstigen und die bisherige» Vercchrsabaaben an: E m i s s i o n s st e in p e l. vom Nominalbetrag künftig bisher Inländische Nenten und Schuldverschreibungen 40«) 2�/00 Ausländische Renten und Schuldverschreibungen 0"« 2�'vo Inländische Kommunal-Obligaiione».... 1�/00 20/w pro Stück Inländische Genußschcine........ 2 Mk.— �Ausländische Genußscheine....... 3„— U in s a tz st e in p e l vom Effektivwerth künftig bisher Banknoten. Geld und Effekten...... 2/io%o 1/iofl/oo Maaren.............. 4/i«UnKadL. Theater. Freund Felix. Nestdenz-Theater. System Ribadier. Wallner-Theater. Elite-Vorstellung. Neue» Theater. Jugend. Ventrat-Theater. Die eiserne Jung frau. Adolph Ernß-Theater. Eharley'- Tante. Vorher: Die Bajazzi. Uilltoria-Theater. Die sieben Raben. Aleranderplah- Theater. Maria Stuart. National- Theater. Lehmann auf der Weltausstellung in Chicago. Vorher: Die juten Flinten. Wintergarten. Spezialitäten- Vor stellung. Neichshallen-Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Apollo- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann'« Pariotö. Spezialitäten» Vorstellung National-Theater. Große Frankfurterstraße 132. Sensationelle Novität! Lehmann auf der Weltaus- stellung in Chicago. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in ö Akten von Eugen P r u d e n s. Kouplets v. L i n d e r e r. Musik von Adolph Wiedecke. Regie: Max S a m st. Vorher: Di« juten Flinten oder: Kirsch in der Tanzkunde. Posse mit Gesang und Tanz in 1 Akt. Musik von verschiedenen Komponisten. Regie: M a r S a m st. Kasseneröffnung CVa Uhr. Anfang der Vorstellung 7>/e Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 12. November, Nach mittags 3 Uhr: Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen: vis Krallt von Messina. Trauerspiel von Friedr. von Schille». In Vorbereitung: Vor äor Revolution. Tragikomödie in 8 Bildern von Carl B l e i b t r e u. Wallner- Theater. Gautuplel-Cycluu des Eden-Theaters Direktion: B. Schenk. Größtes phant. Etablissement der Welt. Donnerstag 7'/, Zlhr: Oala-NorsteUnng. vi- Wunder und Märchen des Weltalls. Die moderne Sphinx. Blumengarten d. Paradieses. Tenfels- ceptennat.— Plötzliches Unsichtbarverden eines Menschen.— Eine Reise dnreh das Unmögliche, Sen- sations- Potpourri, km Reiche der Schatten. Exkursionen vermittelst Riitz- zng nm die Erde. SchöuHeitsgalerie Prof. Schalkenbach's weltberühmtes Geister-Concert, einzig existirend. Eine unheimliche Zlacht in der W o l fo sch t» ch t. I l uSE Der Diamanten-Palast, Hydraulische Feerie in märchenhafter Ausstattung. Tableaux vivants. GlganUc fairy fonntains. Wasserfälle, Eisregen, decor. Transform. Parquet 2 Mk.». s. w. Konntag 4 Uhr: Nachmittags- Noellellung. Kleine Preise. Killets schon seht an der Kasse. � Alcazai«s"" Oresdenerstr. 52/33(City-Pass.) Miss Nessi, die schönste Taubenkönigin der Welt tritt Abends gr/z Uhr auf. Abend» V Uhr: Ztt NillrkMUeBetldir. Ue« k Hierauf: Uen k Lille alltägliche Geschichte. Charakterbild m. Gesang i. 1 Akt qrnf.„„. i Wochentags 7l/z Uhr. Ansang. � Sonntags 5>/z Uhr. Entree Wochentags 15 Pf. " R, Winkler. I Central-Theater. Alte Jakobstraße 30. Donnerstag, den 9. November: Zum 3. Male: Die eiserne Jungfrau. Posse mit Gesang in 3 Akten von Charles Clairville. Musik von Louis Varnay. Anfand: 7l/z Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schmauk in 3 Alien v. Branden Thomas. Vorher: Die Kasazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt v. Ed..Jacobson und Benno Jacobson. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Ansang 71/3 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American-Theater. Neu! Zwerchfellerschütternd I Nen! Die Gründung Roms in der Möckernstraße, oder: Die Rache Gänserichs. Hochkam. Burleske von Gsrar Wagner. Parodie I Ulk! llnmor I AHr.siiMtl. Sptzilllitiiteil. Ans. Wchtg. 7-/2 Uhr. Sonnt.«'/-Uhr. „Sanssouci", Kottbuserstr. 4 a. Jeden Donnerstag und Konntag: Stettin er Sängers Anfang 8 Uhr. Zum Schluß: Der grobe Qottlieb n. der sanfte Heinrich. Ensemble von M eysel. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf.(Siehe Plakate.) Freitag, den 10. November: Soiree in der Victoria-Brauerei. Kankmann's Variete Stadtbahn-Station Alexanderplatz. TSglichi Grosse Spezilllitiiten- Melmig von nur Künstlern I. Ranges: Bernhard Leitner, Athlet-Preis- riuger. Sbargnlap, indischer Jongleur. Brother Baretti, Kopf- Equilibrist. Frls. Glaser, Tuet- tistinnen. Herren Uordes und Zierath, Gesangs- Humoristen. Fratelli Bozza, italien. musikal. Steinsetzer. Rassenöiinnng: Sonntags 5 Uhr, Anfang 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr, Ansang S| Uhr. Entree 50 Pf. A. Zimmermann. Passage- Panopticum. Nur noch knrze Zeit; Der blmic lium. Die Ajseillllüilt. 11-1 Uhr. 4-9 Uhr. ratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr.77— 79. Täglich von ö Uhr ab: GrossosProi-Couoork. Soireen der Leipziger Zängrr vom Kr»istail-Naiast. Auf. Wocheitt. 7� Uhr. Entree 15 Pf., reservirt 30 Pf. Ans. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf., reservirt 50 Pf. Anorirsitnt gute Kttohe. Säle für Festlichkeiten n. Versammlungen. 3 Kegelbahnen, 6 Bill., pr. Std. 00 Pf. Programm unentgeltlich. Varl Roch. Castan's Panopticunis Neue Gruppe> Unverhoffter Kesnch in Castan's Atelier. Julka Rosskamm Emil Ambach Verlobte. 73b Berlin, den ö. November 1893. Todes-Nnzeige. Allen denen, die mich kennen, die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Pmiline Fleischmann nach kurzem, schwerem Krankenlager mn 7. d. M. verstorben ist. Die Beerbt gung findet am 10. d. Dl., Nachmittags 2>/z Uhr. von der Leichenhalle des Louis en-KirchhofeS, Hermannstraße, aus statt. Um stilles Beileid bittet 74 b Paul Fleischmauu nebst Kindern. Todes-Anzeige. Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter Emma im Alter von 7 Jahren 5 Monaten nach kurzem, aber schwerem Leiden gestorben ist. SllöL Fritz Weinigel nebst Frau und Geschwistern. Die Beerdigung findet Freitag Nach- mittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Georgen-Kirchhoses, Landsberger-Allee, ans statt. Moritz- EttiMissement Moritz- » Buggenhagen. �la? Täglich: Gr. lustrnmental-Konzert. Gr. Frühstücks-«. Nltttagstikch. Spezial- Ausschank von pahriihofer Fagrrbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Iiestaurations- räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Sälr für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten:o. pS±rs MUSEUM Friedrichstraße 65a, Ecke Mohrenstraße. darunter der Schußkanal der Kugeln des °'V-Ä�fiiilf Körper Geöffnet von früh 9—10 Uhr Abends für erwachsene Fserrrn. Iiellßllgu.FreiiagiDmelltllg. Entree 50 Pfg. Viel Neues, Ueremszimmer zu vergeben; auch kann daselbst eine Zahlstelle errichtet werden. 2932b Htralsundrrstr. 99. am Vineta-Platz. Half! Heute Abend Grosses Gänse-Ausschieben bei Gustav Schultz, Wasserthvrstr. 55. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich Hammelfleisch z» 35—40 Pf. verkaufe. Markthalle Nr. 9, Stand 19 und 42. 71b Heute, Douncrstag: Frische Blut- und Leberwurst in und außer dem Hause, wozu freu ndlichst einladet söllOL Ol Ulrich, Schneiderin empfiehlt sich in und außer dem Hanse. 75b Krüger, Grüner Weg 53. Vollstäudiger Ausverkauf 1 Leipzigerstr. 91, 1 Treppe, nur bis 15. Dezember. Jaquels reich garnirt 7,00 M., Jaqnets in großartigster Ausführung 12,50 Mark. Seidenplüsch- Jaquets bisher 60,00 Mark, jetzt 28,00 Mark, lange Winter- paletots sonst 30,00 M.. jetzt 10,00 M, Capes in herrlicher Ausführung srüber 30,00 M. jetzt 12,50 M. Wintervisites mit Pelz und Federbesatz sonst 25,00 M.. jetzt 7,00 M., Hunderte Straßen- und Abendräder in allen Farben bisheriger Preis 80 M.. jetzt 20-36 M.. 200 Regenmäntel 4,50 nur Leipzigerstr. 91, 1 Treppe. 50900' 6. Am Freitag, den I«. November, Abends S' s Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Belsorterstraße Große öffentliche Kommunalwähler-Bersammlung. Tagesordnung: I.Vortrag des Genossen G. Uagtherr über:.Die bevorstehenden Stadlverordnetenwahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gas Wahlkomitee, Deffentliche Versammlung der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins Konntag, den 18. Uoormber, Korm. 11 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshano, Swiuemünderstraße Uc. Tö. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wilhelm Gaßmann über:„Die Thätigkeit des Gewerbe-Schiedsgerichts". 2. Diskusston. 3. Abrechnung vom 3. Quartal 1893. 4. Wahl eines 2. Schriftführers, eines Revisoren und eines Zahlstellen- i.. Habers für den Norden. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um regen Besuch bittet 129/10 Oer Vorstand. Achtung! Achtung!' Lithographen, Steindrncker n.Kernfsgen. lHilfsarveiter und Arbriterlnnrn.) Mitglieder der Orts-Krankenkaffe. Heute, Donnerstag, Abend» 8 Uhr, im große» Saale des Handwerker- Nerrius. Hophienstraße IS: kvnvi'sl»�ei'SsmnBlungs Es liegt im Interesse aller, recht zahlreich zu erscheinen. Als Legitimation ist das Krankenkassenbuch unbedingt ersorderlich. Näheres siehe unter Soziales. 210/10 _ Die Kommisston. I. A.: R. Friedewald, Steindruckir. Lohgerber, Lederzurichter u. BerMeu. Berliks. Sonnabend, den 11. November, Abend» 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung bei Herr» Feind, Weinstraßr 11. Tagesordnung: l. Vortrag des Genoffen Näther über:„Zweck und Ziele der Gewerkschaftsbewegung." 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten der Gewerkschaflskominission und Neuwahl eines Delegirten. 4. Bericht des Gewerbegerichts-Beisitzers. 5. Der Lohgerberstreik in Wien. 6. Verschiedenes._ 206/7_ Die Agitattona-Kommtl'ston. Deutscher Holzarbeiter-Verbaud (Zahlstelle Berlin). Am Toittttag, den 12. November, Vormittags v'/- Uhr, in Arend's Brauerei, Thnrmstrahe it«: Versammlung für den Bezirk Moabit. Ta ges-Ordnuug: 1. Vortrag des Kollegen G. Wiedeman«. S. Diskussion. 3. Der Werth des Werkstatt-Vertrauensmünner-Systems. 4. Verbandsangelegenheilen. Kollegen! Da die Arbeitsverhältnisse in Moabit keineswegs zu den besten gezählt werden können, deinznsolge eine Verständigung aller Kollegen dringend nothwendig ist, erwarten wir einen regen Besuch dieser Versammlung. 431/6_ Der«eisttzer. Achtung! Färber, Dekateure, Appretenre, Berufsgenossen, Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen von Berlin und Umgegend. Sonntag, den IT. November, Dorm. 19 Uhr, in den Konkordia» Lest! öle»(oberer Saal), Andrrasstraße 64: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Uäthrr über:«Zweck und Nutzen der Organisation". 2. Diskussion. 3. Slatutenberathung. 4. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 5. Verschiedenes.— Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht_ 80b_ Der Ginbrrnfrr. Maler und Anstreicher. Freitag, de« Rv. d. Nt., Abends 8 Uhr, in Cbert's 5tl»bhaus, Ltommandanten- Straße Nr. 72: Kombinirte Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Wahl eines Beisitzers zum Hauplvorstand. 2. Berichterstattung der Statnteuberathungs- Kommission. 3. Wahl der Delegirten zur General- Versaiiiinliuig._ 442/3_ Der Ginberufer. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins n. ümg. Versammlung Sonntag. d(n 19. November, Vormittags 10 Uhr, in den Armlnhallen, Kommandantenslraße 20. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Vereine. 2. Antrag betresss der Expedition des»Tourist". 3. Bundesangelegenheilen und Fragekasten. 172/17 Streng koste l Vsrkanisprciss.{ Damen- Mäntel- Fabrik Streng feste 1 Verkaufspreise. LEOPOLD COHNREICH Berlin G., Königstr. 30, Ecke Neue Friedrichstrasse (schriignbev Kahnhof Alrranderplah). GvöMo Oinszuohl von �Vinier»8llllr»daffn6ll8 nur nenhettei» 6, 10. 12— 40 Mark Bange W lllter-PaletotSj durchweg wattirl, mit und auch ohne Pelzbesatz 15, 20, 30—90 M. Lange Winter-Frauen-Mäntel, Kra8ei1 äl,m uut -El Seiden-Plüseh-Jaquells für jede Figur nässend, durchweg auf Seide gefüttert........... 24, 30, 36, 40—90 M Abend-Mäntel in allen Farben, nur Neaheiten, m. d. schwersten Pelzbesätzen 10, 15, 20—50 M. Winter-CapeS in Stoff, Seidenpfüsch und Matelasse....... 12, 15, 20, 30—90 M. 1. Geschäft: Königstr. 30, Ecke der Neuen Friedrichstraße. ff.. 0,>an!ons»vasse, zwischen Moritz- und Oranienplatz. III.„ Landsbergerstr. 66, Ecke der Kurzestraße. IV. Heu« Svbänbaussnsti-ass», Ecke der Weinmeisterstraße. Konntag« von 7—10 und 12—2 Uhr geöffnet."Wn 5118L* Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW,, Beurhstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vomiirts" Berliner Volksblatt. Nr. A«4. Don«erstag. den 9. November 1893. 19. Iul,rg. Schweizerischer Arbritrrtag. Zürich, ö. November. Aus Anlaß der arbeiterseindlichen Beschlüsse, welche die vom Buudesrath bestellte Kommission zur Vorberathung der Gesetz- entwürfe, betreffend die Unfall- und Krankenversiche- r u n g. in ihren Mai- und Oltober-Sitzungen gesaßt, hat der in Winterthur domizilirte Ausschuß des schweizerischen Arbeiter- bundcs auf heute einen außerordentlichen Arbeilertag einberufen. Terselbe fand im Hause des katholischen Gesellenvereins, in einem prächtigen Saale statt. Erschienen waren 525 Delegirte, welche 191 185 Mitglieder(Grütliverein, Gewerkschaftsbund, Kranken- kassen, kalholische Organisationen) vertraten, eine Vertretung, wie sie noch kein schweizerischer Arbeitertag erlebt hat und die ein sprechender Beweis dafür ist, wie sehr sich die Arbeiterschaft mit der Gestaltung der Unfall- und Krankenversicherung beschäftigt. Eröffnet wurde die Sitzung kurz vor 11 Uhr vom Präsi- denien Werner aus Winterthur, der die praktische Bedeutung der Zusammenkunft in einer kurzen Ansprache hervorhob. Zuvor schon waren die Delegirten von einem Vertreter des katholischen Gesellenvereins in dessen Räumen herzlich begrüßt worden. Als Reserent zum ersten Punkte, die Arbeiterpostulate be- treffend die Kranken- und Unfallversicherung, sprach ein junger Geistlicher, Dr. Beck, Professor an der kaiholischcn Universität in Freiburg, und zwar in vorzüglicher, formell vollendeter und gehaltvoller hinreißender Rede. Die Forrer'schen Gesetzes-Ent- würfe unterwarf er einer eingehenden und vernichtenden Kritik. Er warf ihnen vor, zu sehr die deutsche Versicherungs-Gesetz- gebung, die für eine Monarchie passen möge, aber nimmermehr sür ein demokratisches Gemeinwesen zum Vorbilde ge- uomuien zu haben. Seine Kritik faßte er in die drei Haupt- punkte zlisainnlen: diese Gesetzes-Vorlagen sind zu sehr kapita- tistisch, zu sehr bureaukratisch und zu sehr freiheitsfeindlich. Einläßlich begründete er Punkt für Punkt seiner kritischen Sätze. Da er Mitglied der vorberathenden Kommission, bei deren Verhandlungen er mit den Sozialdemokraten Hand in Hand ging, so streifte er auch dieselben, dabei deren arbeiter- feindliche Tendenzen hervorhebend. Leider könne er eine Ver- besserung der Entwürfe vom Nationalrath, namentlich in Rück- ficht auf seine am 29. Oktober erfolgte Zusammensetzung, nicht erwarten. Die Arbeiterschaft soll daher mit aller Energie für die Geltendmachung des Standpunktes, den sie bereits 1399 in Ölten und 1893 in Biel eingenommen, eintreten. Betreffend die von der vorberathenden Kommission ver- worfene Unentgeltlichkeit der Krankenpflege empfahl der Referent die Ergreifung der V o l k s i n i a ti v e. Vier bis füns Millionen wolle die Kommission zur Unterstützung der Unfall- und Kranken- Versicherung in der Landwirthschaft aufwenden, d. h. den Herren Bauern schenken, die Arbeiter aber solle» leer ausgehen. Er bc- handelt sodann die Erfordernisse und den Umfang der unent- geltlichen Krankenpflege, deren Kosten durch die Ein- sührung des Tabaknionopols ausgebracht werden sollen. Verlangen wir dasselbe nicht jetzt zu einem sozialen Zweck, so wird es über kurz oder lang doch kommen, dann aber zu fiskalischen Zwecken. Den besitz- losen Massen, führt der Referent aus, muß die Gesammtheit Helsen, da sie sich selbst nicht mehr dauernd helfen können. Er sührt hierfür auch K a u t s k y an, der sagt:„Wohin der Proletarier sich heute wenden mag, überall stößt er aus proletarische Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das Proletarierthuin durch- dringt immer mehr und mehr die ganze Gesellschaft; die Masse der Bevölkerung ist heute schon in allen Kulturländern auf die Stufe des Proletariats herabgesunken. Jede Aussicht ist für den einzelnen Proletarier verschwunden, sich aus eigene Faust, durch eigene Kraft aus dem Sumpf herauszuarbeiten, in den ihn die heutige Produktionsweise stößt. Er kann seine Hebung nur erreichen durch Hebung der ganzen Klasse, der er angehört". (Erfurter Programm, Seite 56.) Die sogenannte freie Wohlthätigkeit, führt der Referent wörtlich aus, kann hier nicht Helsen, kenne die hier gestellten Aufgaben nicht. Und abgesehen von dieser Unzuläng- lichkeit handelt es sich hier überhaupt nicht um Almosen, nicht um Wohlthätigkeit, sondern um Rechte, die unent- geltliche Krankenpflege ist eine patriotische That in Rücksicht aus die körperliche Verkümmerung und die Militarunlaugllchkeit der Volksmassen, sie ist auch euie christliche Idee, denn das Christcnthum war es. welches die ersten Hospitäler errichtete und die Kranken unentgeltlich pflegte. Die besten Gedanken für Sozialresorin sind bis jetzt immer aus den Kreisen der Arbeiterschaft hervorgegangen, so nun auch der Gedanke, betreffend die Unentgelilichkeii der Krankenpflege in Verbindung mit der Krankenversicherung. Dr. Beck schloß seinen Vortrag mit der Versicherung, daß er für seine Person überall für diese Forderung eintreten werde, daß dies auch alle katholischen Organisationen thun werden, und thun dann auch die anderen Vereinigungen ihre Schuldigkeit, so wird es einen frischen, fröhlichen Kampf geben, dessen Sicgespreis ein schöner ist. An das mit anhaltendem, stürmischem Beifall ausgenommene Referat schloß sich eine kurze Diskussion, rn der namentlich Punkt 6 der folgenden, vom Referenten zur Annahme empfohlenen Resolution angefochten wurde. Die Resolution lautet: „Ter außerordentlich« schweizerische Arbeitertag am 5. November 1893 in Zürich, an dem 191 185 schweizer, sehe Arbeiter durch 525 Abgeordnete aus allen Theilen des Landes vertreten sind, in Erwägung: 1. daß die schweizerischen Arbeiter, die bis jetzt ihre Kranken- kassen selbst orgamsirt haben und selbst deren Verwaltung be- sorgten, fest einschlössen sind, dieses ihr selbsterrungencs Recht auch fernerhin zu wahren; 2. daß ein Herbeiziehen der Unternehmer und Geschäfts- inhaber zu Beitragsleistungen an die Krankenversicherung nur zur Bevormundung der einzelnen Arbeiter wie der Kranlenkassen führt; 3. daß die Lasten einer Versicherung, die zugleich ans Krankenpflege und ausreichendes Krankengeld geht, zu groß sind, als baß sie von den Arbeitern allein getragen werden könnten; 4. daß das im Gesetzentwurf vorgesehene Obligatorium immer noch eine große Zahl bedürsliger Personen auf der Seite läßt, die i», Erkrankungssalle hilflos dastehen; ö. daß es als Pflicht des Gemeinwesens betrachtet werden muß, dafür zu sorgen, daß in, Erkankungsfalle keines seiner Glieder der nöthigen Krankenpflege entbehre, und zwar ohne daß damit eine Erniedrigung verbunden ist; 6. daß die Erfüllung dieser Pflicht, und zwar durch Anstellung einer genügenden Zahl von Aerzlen, der bäuerlichen Bevölkerung die ärztliche Hilfe näher bringt, alle Hilfsbedürftigen umfaßt und nicht nur die Arbeiter mit ständiger Arbeit, und daß sie allein im stände ist. die Zlerzte von ihrer heuligen Stellung als Heil- diener zu der höheren der amtlichen Fürsorger sür eine bessere Gesundheitspflege zu erheben; erklärt: Die staatliche Regelung der Kranken- und Unfallversicherung kann nur dann als ein unlerstützenswerthes Werk sozialer Reform betrachtet werden, wenn sie die unentgeltliche ärztliche Hilfe und die unentgeltliche Abgabt von Heilmitteln an alle deren Be- dürftigen und die unentgeltliche Spilalpflege sür alle Un bemittelten zur Voraussetzung hat. Für diese, allen Gliedern im Bedürfnißfalle unentbehrliche Hilfeleistung soll die staatliche Ge- meinschaft aus öffentlichen Mitteln sorgen, so daß sich die Krankenversicherung nur noch mit der Deckung des Lohnausfalles während der Zeit der Erwerbsunfähigkeit zu befaffen hat. Die schweizerische Arbeiterschaft wird daher jeden Entwurf der Kranken- und Unfallversicherung ablehnen, der nicht aus die staatliche unentgeltliche Krankenpflege gegründet ist, dadurch den Arbeitern ermöglicht, ihre Krankenversicherung selbst zu bestreiten und ihre Krankenkassen ohne jede Vormundschaft der Unter- nehmer selbst zu organisiren und zu verwallen. Die selb- ständige Organisation steht der Arbeiterschaft höher als Beiträge der Unternehmer von Ibis 2 pCt. des Lohnes, sobald irgend welche Be- vormundung damit verbunden ist. Die Unternehmer und Geschäftsinhaber ersüllen ihren Theil an dieser sozialen Aufgabe uud zwar einen Theil, den sie gut tragen können, wenn sie die Kosten einer umfassenden Unfall- Versicherung übernehmen. Die Arbeiterschaft erklärt sich bereit, in ihren Krankenkassen einen solchen Theil der Mitverwaltung zu übernehme», daß mit der Unfallversicherung kein Mißbrauch getrieben werden kann." Das Ergebniß der Debatte über diese Resolution war die Streichung des Schlusses in Punkt 6„und daß sie allein im stände ist jc." im Uebrigen die einstimmige Annahme der Resolution. Damit wurde um 1 Uhr die Sitzung geschlossen. In der um 2�2 Uhr begonnenen Nachmittagssitzung referirte Arbeiter- Sekretär Greulich in einem fast anderthalbstündige» Vortrag über alle Details der unentgeltlichen Krankenpflege uud des Tabakmonopols. Der Referent widerlegte namentlich die theilweise zu hohen Berechnungen der Sachverständigen, welche diese im Auftrage des Industrie- Departements über die Kosten der unentgeltlichen Krankenpflege gemacht und begründete in überzeugender Weise die Liothwendigkeit des Tabakmonopols, dabei alle Einwände der Gegner gegen das- selbe bekämpfend. Wir treten auf diesen Vortrag, der wie die übrigen Verhandlungen in kürzester Zeit im Druck eischeinen wird, heute nicht weiter ein, werden aber darauf noch zurück- kommen. Nur so viel sei noch angeführt, daß Greulich gegen die Auffassung von Arbeitern selbst, daß das Monopol eine neue indirekte Steuer bedeute, crwiderle, daß das eine Verkennung der Situation sei. Der Unterschied zwischen dem von uns ver- langten Tabakmonopol und der privaten Tabaksabrikalion bestehe nur darin, daß den Gewinn aus derselben heule die Unternehmer in die Tasche stecken, während er beim Monopol in die Staats- lasse fließe. Eine Vertheuerung des Produkts bedinge das Monopol nicht, dagegen könne im Gegentheil bei gleichen Preisen der Schwindel beseitigt und die Qualität verbessert werden. Greulich empfahl an» Schlüsse seines mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrags die Annahme folgender Resolution: „Der Außerordentliche Schweizerische Arbeitertag am 5. No- veiuber 1693 in Zürich nach Anhörung der Begründung und nach Berathung des vorgelegten Entivurfes einer Initiative, b e- schließt: Der leitende Ausschuß ist eingeladen, mit mög- lichster Beförderung die Volksinitiative für unentgeltliche Kranken- pflege und Beschaffung der Mittel hierfür durch das Tabak- monopol zur Unierschristen- Sammlung zu bringen und die Sammlung niit allem Eifer zu betreiben. Der Arbeilertag fordert alle schiveizerischen Arbeiter ailf. die Unterschristenbogen in Masse zu»inlerschreiben. Die Arbeiterinnen, die zwar nicht unterschreiben können, die aber als jetzige und künftige Familienmütter an dieser Humanitäts- beweguug interessirt sind, fordert er auf, durch Mithilfe bei der Verbreitung der Unterschriftenbvgen eifrigst dafür zu»virken, daß sie, ihre Männer uud ihre Kinder in Krankheitsfällen der ärzt- lichen Hilse, der Heilmittel und, soweit nöthig, der Spital- Verpflegung versichen sind, ohne sich durch Bettelei bei der Ge- meinde erniedrigen zu müssen. Ter Arbeilertag richtet aber auch einen ernsten Mahnruf an alle übrigen Kreise des Schweizervolkes, hauptsächlich an die bäuerliche Bevölkerung, die jetzt am weitesten nach dem Arzte zu laufen hat, ebenso an die kleinen Gewerbsleute, die hart um das Dasein zu kämpfen haben, und endlich an alle human denkenden Männer, mitzuhelfen an dem schönen Werke einer schon längst geivünschten uud schon längst nothwendigen sozialen Reform, die ebenso vom menschlichen wie vorn patriotischen Standpuirkte ihrer Unterstützung würdig ist." In der anschließenden Diskussion schien es eine Zeit lang, als würden kleine Bedenken die Verwerfung der Resolution zur Folge haben. Das ebenso überzeugende wie begeisternde Wieder- eingreife» Greulich'? und Dr. Beck's zerstreute aber alle Be- denken und bei der Abstimmung wurde die Resolution einstimmig angenoininen. Greulich hofft, daß in 3'/z Monaten 100 009 Unterschriften für dasJnitiativbegehren beisaminen sein»verde». Die Formulirung der Initiative»v»»rde dem 30gliedrigcn Bundesvorstand übertragen. Damit war die Tagesordnung erschöpft und der außerordentliche Arbeitertag»vurde uin 5 Uhr geschlossen. Lokales. Die Stadtverordneten- Wahlen stehen vor der Thür. Damit es in dieser nrbeitvollc», ernsten Zeit auch an Stoff zur Erheiterung nicht fehle, bereite» uns diejei»igen Blätter des „Freisinns",»velche„»»ehr links" zu stehen meinen, wieder das ergötzliche, aber nun schon gewohnte Schauspiel, den„Auch"- Liberalismus i,n„rothcn Hause" zu bekämpfen. Sie wollen ver- hindern, daß die„Jasager" und„Kopfnicker"»nieder auf ihre alten Plätze zurückkehren,— damit ihre eigenen Leute auch'mal hcranlänien. Und sie geben sich redliche Mühe, zu beiveisen, daß damit auch für denjenigen Theil der Berliner Bevölkerung, welcher weniger in die Suppe zu brocken hat, etwas ge- »vonne»»väre. Wie gesagt, ein ergötzliches Schauspiel! Die „feindlichen" Brüder(oder auch Schivestern, wenn man will)— in der hohen Politik nennen sie sich„Freisinnige Bereinigung" »lud„Freisinnige Volkspartei"— haben allen Grund, einander die Hand zu reichen und sich wieder zu vertragen. Sie gehören doch nun einmal von Natur zusaminen. Was den„echten" Liberalismus von den»„Auch".Liberalisn>us trennt, das ist, iin Grunde genoinmen,»veiter nichts als die Frage: Soll man sich „nach oben hin" nur in einem stumpfen oder lieber gleich in einem rechten Winkel verbeugen? Die„Kopsnicker" und „Jasager" haben bei ge,vissen Gelegenheiten nur ein bischen zu tief mit dem Kopfe genickt und etwas zu laut Ja gesagt; das hat dann auch unter denen, welche an der in w i r t h s ch a f t l i ch e n Fragen von jeher derrchaus volksfeindlichen Haltung des„Liberalismus" bis dahin nichts auszusetzen gefunden hatten, so manchen vor den Kopf gestoßen und zurückgeschreckt. D a her, und nur d aher der Zorn des„echten" Liberalismus, der sich„Freisinnige Volks- partei" zu neuen»vagt! Für die Arbeiterklasse kommt es ganz ,und gar a»f dasselbe hinaus, ob der„echte" oder der„falsche" Liberalism us im„rothen Hause" herrscht. In wirthschaft- 36. Bezirk bei Mein- 87. Bezirk bei G nadt, bei Gleinert, Fenn- lichen Fragen würden sie doch nach wie vor Hand in Hand gehen. Sie sind beide echt„liberal",»venn es sich däruin handelt, die Interessen der besitzenden Klaffe zu wahre»». Kein Bruch mit dem freisinnigen Prinzip! lautet dann der Schlachtruf hüben und drüben, das heißt: keine Zugeständnisse an die besitzlose Klasse! Und der Magistrat segnet den Bund und zitirt mit behag- lichen» Schmunzeln das Bibelwort:„Wie lieblich ist es, »venn Brüder einträchtiglich bei einander wohnen." Die„echten" Liberalen»»einen, un,„mehr links" zu stehen, genüge eS schon, daß sie sich weniger als die„Auch"-Liberalen nach den» Schloß- platz hingezogen fühlen. So meint auch der„wahrhaft fort- schrittliche" Berliner Spießbürger, er sei radikal, wenn er nl»r recht auf die Polizei schimpft,— die ihn» durch zu»veit gehende Absperrungen die Befriedigung seiner Schaulust vereilt hat. Vom Standpunkte der besitzlosen Klasse aus gesehen, stehen die einen so»veit rechts, wie die andern. Ja wohl,„neue Kräfte" und„frisches Blut" gehört in die Stadtverordneten-Versammlung hinein, aber nicht aus den Reihen der Bourgeoisie, ob sie sich „freisinnig" oder konservativ nenne, sondern aus den Reihen des sozialdemokratisch gesinnten Proletariates. Z» den Komurunalwahle»,. Parteigenossen? Am Sonntag, den 12. November 1893 findet wiederum eine Flugblattvertheilung für den 36., 37.»ind 41. Kommunal-Wahkbezirk statt. Wir hoffen, daß die Betheiligung diesmal eine regere sein wird, als am ver- flossenen Sonntag. Es ist wirklich beschämend für den sechste» Berliner Reichstags-Wahlkreis, daß eine solche Aufforderung er- lassen werden muß, denn jeder Genosse müßte doch wissen/ daß mit der Stiminabgabe nicht alles gethan ist; sondern die eifrigste Agitation erfolgen muß, um mit einer großen Majorität zu siegen. Dieses geschieht doch durch die Flugblattvertheilung und »nündliche Agitaiion. Also nochmals auf zur Flugblattvertheilung! Dieselbe erfolgt am Sonntag, den 12. November, früh JVz Uhr, von folgenden Lokalen aus: Für den 36. Bezirk: bei A. M e i n h a r d t, Pappel-Allee 3/4: bei E. Schmidt, Wörtherstr. 19(Ecke Rykestraße). Für den 37. Bezirk: bei I. Ena dt, Sivincinünderstraße 120. Für den 41. Bezirk: bei F. Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen-Ecke; bei R. Bahr, Gerichtstr. 19. Die Wählerlisten liegen aus im Hardt. Pappel- Allee Nr. 3/4; iin Swinemünderstr. 120; im 41. Bezirk und Müllerstraßen-Ecke. Die Vertrauenspersonen. 9. Kommunal-Wahlbezirk. Die Wählerlisten liegen von heute ab bei: F. Kitzing, Belle-Alliancestr. 74, zur Einsicht aus. A»n Sonntag, den. 12 d. M., Morgens 8 Uhr, findet dre Ver- theilung von Flugblättern statt. Die Genossen»verden ersucht, sich hierzu zahlreich bei H. Werner, Büloivstr. 59, S. Kitzing, Belle-Alliancestr. 74 und H. Voß, Hornstr. 11, einzufinden. Sammellisten sind noch vorrälhig, eine regere Bethätigunz ist erlvünscht. Die Vertrauensperson. 13. Kommunal-Wahlbezirk. Parteigenossen! Trotz mehr« fachcr Aufforderung ist die Betheiligung au der letzten Flugblatt- Verbreitung im 13. Bezirk recht schivach gewesen. Um nun am 13. November auch diesen Bezirk wiederum zu dem unsriaen zählen zu können, ist eine stärkere Betheiligung bei der nächsten Flugblatt-Verbreitung unbedingt nothwendig.— Wir„lachen es daher einem Jeden zur Pflicht, sich am Freitag, den 10. November, Abends VzO Uhr, zu diese»» Ziveck bei Schayer, Reichenberger- straße 54(Destillation) einzufinden und erwarten eine recht starke Betheiligung. Das Komitee. 29 Dienstmädchen, die länger als fünf Jahre bei einer Herrschaft dienen, sollen in der am 13. d. M. im Bürgersaale des Ralhhauses stattfindenden Generalversamrnlung des Berliner Hausfrauen-Vereins zur Belohnung für ihre Treue feierlich präiniirt werden. Diese 29 Dienstniädchen sind allerdings»verth, ausgezeichnet zu werden, denn fünf Jahre bei einer„Herrschaft" auszuhalten, durch die liebliche Gesinde-Ordnung zur Haussklavin gemacht,»nit einem Worte, das reizvolle Leben eines Dienst- Mädchens still und ergeben über sich ergehen zu lassen, das bringt so leicht nicht jemand fertig. Und thatsächlich spricht der Um- stand, daß der Verein Berliner Hausfrauen unter der unendlichen Zahl Berliner Dienstboten nicht mehr wie 29 herauszufinden vermochte und iinmer wieder auf alte Paradestücke zurückgreifen inuß, uin die Prämiirungsseier von statten gehen zu lassen, ge- nügend sür sich. An dein häufigen Wechsel der Dienstboten, d. h. daran, daß die Dienstinädchen selten länger als ein Jahr bei den„Herrschaften" aushalten, sind nach der Meinung des Berliner Hausfrauen-Vereins natürlich nicht die Herrschasten, sondern die Dienstniädchen schuld. Aus diesem Grunde »verde» auch die 29 Dienstmädchen den übrigen gleichsam als Musterbilder vorgeführt und für ihre treue Dienstleistung prümiirt! Nach Lage der Sache hätten eigentlich die betreffenden Herrschaften höheren Anspruch auf Primiirung als die Dienstmädchen, denn die Herrschaften, bei denen Dienstmädchen länger als fünf Jahre ausznhalten vermögen, gehören zu den Aus- nahmen. Daher würde dem Berliner Hausfrauen-Verein zu empfehlen sei», statt Dienstboten-Prämiirungsfeste solche für „Herrschaften" zu veranstalten, es sich überhaupt angelegen s in zu lassen, die Dienstboten-Vcrhältnisse durch Besserung de? „Herrschaften" freundlicher zu gestalten. Hierdurch würde beiden Theilen geholfen und Pränuirungsseste irgend welcher Art über- flüssig»»'erden. Dann könnte auch der Bürgersaal des Rath- Hauses nützlicheren Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Die sozialdemokratischen Vegetarier Berlins, welche man zu bereden gesucht hatte, daß„die heutige Sozialde»nokratie ihrer Aufgabe allein nicht gerecht»verde»» könne", und daß deshalb eine„neue, naturgemüß-foziale Partei" begründet»verden müsse, haben diesen Plan, nachdein derselbe keinen Anklang in »veiteren Kreisen gefunden hat, nunmehr»allen gelassen,— und hoffentlich e n d g i l t i g aufgegeben. Sie habe» sich damit bc- gnügt, die„Berliner Vegetarische Vereinigung", i»»velcher sie die Oberhand hatten, in einen„Sozialdemokratischen Vegetarierverein" umzuwandeln und den Statuten den Satz einzufügen:„die Vereinsmitglieder stellen sich voll und ganz auf den Boden des Erfurter Programms der sozialdeinokratischen Partei." Mit diesem bescheidenen Schritt kann sich a>n Ende auch jeder nicht-vegetarische Sozialdemokrat einverstanden erklären. Der„Vegetarische Vorivärts", das seit ewigen Monaten erscheinende offizielle Organ dieser Grilppe von Vegetariern, erstattet in seiner neuesten Nunimer über die erfolgte Wandlung Bericht und läßt sich dabei zugleich über das Ver- hältniß der Sozialdeinokratie zum Vegetarisinus und zur Natur- Heilkunde aus. Die Betrachtungen über Sozialdemokratie und Naturheilkunde scheinen nicht so konfuse gedacht und gemeint zu sein, wie sie ausgedrückt sind,— die Agitatoren werden darin»nit Bazillen, die Volksauflänfe mit Schmerze», die Revolutionen mit Gcschivürcn verglichen— aber mehr als diese interessiren uns hier die Ausführungen über das Verhältniß der Sozialdemokratie zum Vegetarismus. Das Blatt nimmt jetzt in dieser Frage einen gegen früher bedeutend verständigeren Stand- Punkt ein. Es halte sich früher darüber beklagt, daß der sozial- demokratische„Vorwärts" dem Vegetarismus gegenüber,„m vollständiger Verkennung seiner Mission", eine nicht gerade freund- liche Haltung beobachte. Unser vegetarischer Namensvetter er- kennt jedoch jetzt ausdrücklich an. daß sozialdemokratische Partei-Organe zunächst Wichtigeres zu thun haben, als die Frage zu erörtern, ob man sich lieber von Fleisch- kost oder von Pflanzenkost nähren solle. Er ver- langt also hoffentlich nicht mehr, daß wir gewisser- maßen osfizicll dazu Stellung nehmen. Dagegen haben wir uns des öftereu— und, wie unsere Leser wissen, in durchaus sachlich- ernster Erörterung— über die Ursachen ausgelassen, aus denen unserer Ansicht nach die Ausbreitung der Pflanzenkost m de» letzten Jahren so ausfällig zugenommen hat. Der. Heiß- spornen unter den Vegetariern mag es allerdings nicht geiallen haben, daß wir darin nicht sofort eine wachsende Verbreitung der vegetarischen Idee, fondern mehr ein Fortschreiten der Verarmling breiter Volksschichten erblickten, die. ob sie wollen oder nicht, zur billigeren Pflanzenkost gedrängt werden. Uebrigens ist die Redaktion des„Vegetarischen Vorwärts" zugestandenermaßen selber der Ansicht, daß viele anfangs nur aus Sparsamkeit aus das Fleisch verzichten und erst"später Vegetarier aus Ueberzeugung werden. Wenn sie jetzt erklärt, man solle nicht gleich die Beschaffenheit der Nahrung zur Haupt- frage machen, sondern zuerst dahin arbeiten, daß überhaupt jeder etwas zu essen hat. so ist sie ja in dem was w> r immer als die Hauptsache bezeichnet haben, mit uns einig. Daß wir dem Vegetarismus an sich vollkommen parteilos gegenüber stehen, wie das der„Vegetarische Vorwärts" gerade von sozialistischen Blättern erwartet, ist selbstverständlich Wer unsere gelegen!- lichen Mittheilungen über den zunehmenden Besuch der vegetarischen Speisehüuser Berlins gelesen hat. wird wissen, daß wir die Lauterkeit der Absichten der Vegetarier wiederholt aus- drüdlich hervorgehoben haben. 2(n der asiatische«« Cholera verstorben ist am Dienstag Nachmittag SVs Uhr der Zigeleiarbeiter Christian Ballerstedt in Nordend bei Rathenow Der Verstorbene bewohnte nebst zwei anderen Familien ein Arbeiterhaus der Schuivardt'schcn Ziegelei daselbst und es ist daher der Verdacht nicht ausgeschlossen, daß auch andere Insassen des Arbeiterhauses von den Kranken lnfizirt worden sind. B. hat geständlich vor 14 Tagen mehrfach Havel- wasser getrunken. Eine erneute Warniing vor dem Genüsse des Fliißivassers hat der Regierungspräsident zu Potsdam erlassen, da ans den Wasserstraßen im Stromgebiet der Oder und Elbe mehrfache Er- krankiliigen an Lliolsra asiatica vorgekommen und die Gewässer daher als verseucht anzusehen sind. Die zur gesundheitlichen Ueberwachung der auf der Havel verkehrenden Schiffe in Rathenow eingerichtete Kontrollstätion umfaßt die Havelstrom-Strccke von der Mündung bis Werder. Ter Vorstand der Stalion ist Herr Stabsarzt Dr. Diekmann, der vor einigen Tagen in Ratheiiviv eingetroffen ist und die Tienstgeschäfte übernommen hat. Ter Kaufmann Karl Paasch ist am Dienstag aus der Irrenanstalt Herzberge entlassen worden. Bekanntlich war Paasch sowohl von den Irrenärzten der Charitee, wie von anderen Sach- verständigen für„gemeingefährlich geisteskrank" erklärt und aui Anordnung dcs Polizeipräsidiums in der Irren a» st alt Herzberge untergebracht worden. Hieraus folgte aber die Noihwendigkeil der Entmündigung des Herrn Paasch durch das hiesige Amts- gcricht. Ter dahingehende Anirag deS Polizeipräsidiums ist jrdoch, wie die„Staatsbürger-Zeitnug" schreibt, vom Amtsgericht wegen Unzuständlichkeil desselben abgelehnt worden, da Paasch, wie durch die Leipziger Behörden auch bestäligl worden ist, in Leipzig und nicht in Berlin seinen festen Wohnsitz hat. Paasch mußte daher aus dem Geivahrsam eines preußischen Irrenhauses lnilassen werden, und ist rn Begleitung des Tr. Wesendonk, der als Bevollmächtigter der Familie Paasch den Antrag auf seine Ent- lassung gestellt hat, nach Leipzig abgereist. Das Entmündigungs-Versahren wird nun in Leipzig an- hängig gemacht werden. Arbeiterrisiko. Einem IFensterputzer passirte am Mittwoch Morgen bei seiner Arbeit in der Andreasstraße 48 das Unglück, von der Leiter herunterzufallen. Der Bedauerns- werlhe, der an der Brust erhebliche Verletzungen erlitten hat, wurde nach seiner Wohnung befördert. Allgemein war das Publikum, das heim Unglücksfall zugegen war, anfgebracht darüber, daß eine so halsbrechende Arbeit, wie die des Fenster- putzens, verrichtet wird, ohne daß für die erforderliche Sicherheit des Arbeiters durch einen Assistenten gesorgt wird. Das elendeste aller Wahlsysteme hat auch noch den Nachtheil, heidenmäßig viel Geld zu kosten. Die Kosten betragen sür die Stadt Berlin rund 20 000 M. Die Packelfahrt-Gesellsch'aft erhielt 3000 M. sür 300 000 Urwähler-Benachrichtiguiigen. Für die Wahl-Restaurants sind etwa 6000 M. bestimmt: ein jedes derselben bekam 6 M. Nicht weniger als 300 Mann sind vier Wochen lang mit den schristlichen Wahlvorbereitungen beschäftigt gewesen. Und das alles um einen Akt. welchem die Mass« der Be- völkerung absolut theilnahmslos gegenübersteht. Schon wieder hat Herr Schwanzer in Vertretung des Herrn Polizeipräsidenten einem Berliner Bürger eme Aus- weisungsverfügung zukommen lassen. Sie lautet wörtlich: „Da Sie der Verfügung vom 3. Oktober 1833. betreffend die Ausforderung, Berlin zu verlassen, nicht nachgekommen sind, so wird die angedrohte Strafe von 100 M. und im Unvermögens- falle die Haft von 10 Tagen hierdurch festgesetzt. Sie werden demgemäß aufgesordert. die Geldstrafe von 100 M. binueil 8 Tagen bei Vermeidung der Zwangsvollstreckung zur Rezeptur der Polizei- Hauptkasse im Polizei- Dienstgebüude Alexanderstraße, Eingang 11, Zimmer 66/70, zu zahlen. Sollte die Zivangsvollstreckung fruchtlos ausfallen, so wird die festgesetzte Haststrafe vollstreckt werde». f»gleich werden Sie hiermit nochnials aufgefordert. Berlin rist von vier Tagen zu verlassen und hier nicht wieder zuzuziehen, widrigenfalls eine neue Geldstrafe von 200 M. oder im Unvermögenssalle eine Haststrase von 20 Tagen festgesetzt und vollstreckt werden wird. Der Polizeipräsident. I. A.: Schwanzer. Der von dieser Verfügung Betroffene ist ein kranker schwacher Greis von 63 Jahren und wohnt bei seinem Schwiegersohn. Durch die Vermitteluug des Hauswirths, Herrn Ferdinand Steupin, Oppelnersir. 17, der Mitglied der Armenkommission ist und bei dem der Schwiegersohn dcs Ausgewiesenen bis zum 1. Oktober 1893 eine Wohnung inne hatte, erhielt der Greis eine Armenunlerstützung. Nun verzog der Schwiegersohn des Ausgewiesenen aus dem Hanse des Herrn Slenpin und seil dieser Zeit sieht die von ihm bisher innegehabte Wohnung leer. Der Ausgewiesene ist, wie uns mitgelheilt wird, bisher noch vollständig uubesirast und wohnt bereits zwei Jahre und acht Monate in Berlin, ist also Berliner Bürger. Unerfindlich ist uns auch, aus grund welcher gesetzlichen Be- stimiiiung die Ausweisung vorgen onimen ist. Vielleicht giebt uns daS königliche Polizeipräsidium die Gründe an— oder sollte uns vitlleicht die Arnicndircltivn dcs.Magistrats Auskunft geben können? U. A. w. g. Ter„amtliche Nuzeiger deS Mtisgltchen Pokizei- PrAsiVitlmS" macht feinem Aerger darüber, baß wir ihm wieder einmal eins auf seinen unsauberen Mund gegebe», Lust— das ist sein Recht. Er schwindelt weiter: Niemand kann gegen feine Natur. Aber er geht gar so weit, die unwahre Behauptung aufzutischen: er sei garnicht„amtlicher Anzeiger des königlichen Polizei- Präsidiums". Hayn's Erben, die Eigenthümer des „amtlichen Anzeigers des'königlichen Polizei-Präsidiums" besitzen die Verfügung des Polizei-Präsidiums, durch dies ihr Winkelblätllein zum„amtlichen Anzeiger des königlichen Polizeipräsidiums" er- nannl ist. Vielleicht nimmt sich einer ihrer Tinlenkulis die Zeit. diese in dem Wtnkelblalt abgedruckte polizeiliche Verfügung nach- zuschlagen. Oder fehlt es selbst dazu in dem Vlättchen an Kräften? Dann sind vielleicht Hayn's Erben so freundlich, ihre Einnahmebücher ihren Äiedakteuren vorzulegen.— Damit Schwamm über den„amtlichen Anzetger des königlichen Polizei- Präsidiums." Schon tvieder«lue FeuerSbrunst i» Oranienburg? Ein unglückseliger Stern scheint über unserem Nachbarorte Oranieuburg zu walten Keine Woche vergehl, ohne daß nicht mehrere Grundstücke total niederbrennen und noch nie ist es ge- lungen. die Ursache des Feuers zu ermitteln. Nachdem erst vor zirka 8 Tagen ein der Frau Grube gehöriges Gebäude bis aus den Grund niedergebrannt ist— das zweite Grundstück, welches der genannten Frau innerhalb weniger Monale durch das wüthende Element zerstört morden ist— brach in der heutigen Nacht wiederum auf räthselhaste Weise ein ungeheueres Feuer aus und zwar auf derselben Stelle, wo vor acht Tagen der Frau Grube das zweite Grundstück niedergebrannt ist. Diesmal sind dem Feuer nicht weniger als 4 Scheunen zum Opfer gefallen. Der Schaden ist sehr groß, denn die Scheunen beherbergten große Quantitäten landwirthschaftlicher Produkte, Maschinen sc., die sämmtlich zerstört sind. Auch diesmal wird Brandstifluug vermuthet. Die Zustände sind in Oranienburg letzt soweit ge- diehcn und die Feuerfurchl eine so große, daß es heißt, die Ver- sicherungsgesellschasten wollen den Oranienburger Versicherern die Policen kündigen Von anderer Seite wlrö uns berichtet: Die Brandstiftungen in Oranienburg nehmen immer größere Timcnsioiien an Forlgesetzl werden von unbekannter Hand Versuche gemocht, an den verschiedensten Stellen Feuer anzulkgen Zwei Männer sind bereits verhaftet worden, die im V erdncht stehen, die Brände angelegt zu haben und zwar infolge einer Belohnung, die seitens des Diagistrats der Stadl Oranien- bürg ans Ergreifung der Thätrr ausgcsetzl worden ist. In den letzten Tagen hat sich nun ein Komitee gebildet, welches als frei- willige Ncchlwe.che gegen Jeuersgefahr fungirt und durch un- ausgesetztes Patron.illircn die Brandstifter zu entdecken hofft. Polizeiüericht. Am 6. d. M. Nachmittags wurde eine Frau in ihrer Wohnung, in der Naniiynstraße, erhängt vor- gefunden.— Ain 7. d. M. Morgens erwürgte ein in der Swine- mllnderstraße dienendes Mädchen in der Wohnung seiner Herr- schast sein kurz vorher geborenes Kind.— Mittags wurde ein sünsjährigcr Knabe vor dem Hause Wasserlhorstr. 22 durch einen Rollwagen überfahren und so schwer verletzt, daß er bereits aus dem Wege nach dem Krankenhanse starb.— In der Wohnung einer Modistin in der Friedrichstraßc versuchte eine Frau sich zu vergiften. Nach Anwendung von Gegenmiiteln wurde sie nach der Charitee gebracht. Abends fand in der Oderbergerstr 6 ein kleiner Brand statt. Gctvcrbcgericht. K a m in e r 1. Borsitzender: Assessor v.Schulz. Hau: gewerbetreibende haben ein Anrecht ans die für gewerbliche Arbeiter gesetzlich festgelegte vierzehntägige Kündlgnngsfrist, wenn sie nur sür ein Geschäft und ohne Ge- Hilfen arbeiten. In dicsem Sinne entschied obige Kammer in der Klagesache des Schneiders B a er gegen den Schneidermeister Koppel am I. November. Der Kläger, vertreten durch den Schneider Johannes Timm, erhob Anspruch auf 30 Mark Lohncntschädigung wegen Nichlbeschästigung im Arbeitsncrhältniß und auf 60 Mark wegen unrecht- mäßiger Aushebung desselben durch den Beklagten bczw. desscu Stellvertreter. Bär war vom Beklagten engagirr worden und arbeitete in seiner eigenen Wohmmg. Als er das zweite fertige Stück ablieferte, wurde ihm gesagt, er brauche nicht jeden Tag ins Geschäft zu koinmcn, man werde ihm Arbeit nach Hanse schicken. Das geschah nicht; am sechsten Tage dcs vergeblichen Wartens ging er desKalb tvieder„ins Geschäft", sich Arbeit zu fordern. Jetzt wurde ihm aber auf scui Perlangen der Bescheid, er bekomme überhaupt nichts mehr mit. Das kam ihm spanisch vor und er drückte seine Verwunderung darüber mit einem Hliiiveis darauf aus, daß er doch Arbeit geschickt bekommen sollte. Koppel antwortete, jene Aeußerung bedeute bei ihm die Eiiilasiung. Der Beklagte bestritt im Termin.'Baer engagirt zu habe», er hätte demselben zunächst nur zivei Probestücke mil gegeben. Ruf Befragen erklärt er. jene„probeweise" Beschäftigung des Klägers habe in der schlechten Zeil stattgefunden; esset üblich, daß der Zuschneider,»m sich die viele» und solcher Zeit das Geschäft nach Arbeit überlausenden Schneider etwas lern zu halten, zu ihnen sage, sie sollten noch'mal ivieder- kommen, ohne dabei die Abstcht zu haben, sie zu beschäftigen. Des Klägers Vertreter, Timm, beinelkte, daß es sich im vor- liegenden Falle wieder um die Frage handele, ob Hausgewerbe- treibende das Recht der vierzehntägigen Kündigungssrist besäßen oder nicht. Diese Kategorie von'Arbeitern stehe sich ebenso schlecht, manchmal noch schlechter, wie jeder andere Arbeiter. Kläger habe nur sür Koppel gearbeitet, das Hinhalten desselben und seine plötzliche Entlassung bedeute für ihn eine» großen Verlust. Die Heimarbeiter seien seiner Meinung nach nichts als Gewcrbegehilsen im Sinne der Gewerbc-Ordnuiig. In den magistrntlichcn Belehrungeii über die zum Gewerbegericht wählbaren Personen, welche gelegentlich der Wahlen ver- öffentlicht wurden, heißt es, d i e Hausgewerbetreibenden, welche ihren Betrieb nicht angemeldet haben, gelten als Arbeitnehmer. Würden Hausgeiverbetreibende als selbständige Eeirerbctreibende betrachtet, dann stelle sich die interessante Thatsache heraus, daß alle dem Schncidergewelbe angehörenden A r b e i t n e h m e r beisitzer des Gewerbegerichts selbständige Gewerbetreibende sind. Eine Klar- stellung der rechtlichen Lage der Hausindustriellcn sei dringend erivunscht.— Dem Kläger wurde der Eid über seine Behanpinng, nicht„aus Probe" angenommen zu sein, auserlegt und zur Eides- leistung em neuer Termin anberaumt. Leistet er den Eid, dann, so urtheilte der Gcrichtshos, sei Beklagter verpflichtet, ihm 60Zvt. als Lohnentschädigung wegen uurechlinäßiger Entlassung ohne Kündigung zu zahleu.j Ein Nachspiel vom Eisenbahubohkott. Am 15. September veröffentlichte der.Vorwärts" folgenden Aufruf an die Arbeiter Berlins: Wie Ihr wißt, beabsichtigt die Verwaltung der Stadl- und Ringbahn Euch die Dienstverrichtungen, welche den bisherigen ÄingestrUle» oblagen, auszuhalse». Man mulhet Euch zu, die Koupeethüren beim Ein- und Aussteige» aus den Bahnzügen zu schließen. Niemand hat ein Recht, von Euch derartige Dienste zu verlangen. Ihr macht Euch zu Mitschuldigen einer arbeiterfeindliche» Knauserei zü gunsten des heuligcu Klossenstaates, wenn Ihr Eure Hand dazu, bietet, den Proletariern dcs Bahndiensies die Arbeit zu nehmen. Laßt Euch aber nicht durch ein provokatorisches Benehmen höherer Bahnbeamler zu Ausschreitungen verleiten. Weigert Euch einfach, das zu thun, wozu Ihr nicht verpflichtet seid; namentlich ist äußerste Vorsicht geboten, wenn es zu Fest- stelluiigen von Persönlichkeiten kommt. Eure Losung im Freundeskreise, in Vereinen und Versammlungen sei jetzt: Niemand schließe aus der Stadt- und Ringbahn die Wagenthür l In diesem Aufruf erblickte die Staatsanwaltschaft den That- bestand des groben Unfugs und erhob gegen den verantwortlichen Redakteur des„Vorwärts", Wilhelm Schröder, Anklage, weil der Schriftsatz geeignet sei, sowohl das Publikum im hohen Grade zu beunruhigen, als auch unter Umständen die Bahnzüge zu gefährden. In der Verhandlung, die am Mittwoch vor der 134. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts stattfand, wies der Angeklagte darauf hin. daß er durchaus in Wahrung berechtigte: Interessen gehandelt habe, als er der Arbeiterschaft den Rath ertheille, der Sparmethode der Eisenbahnverwaltung durch das verlangte Schließen der Wageuthüreu keinen Vorschub zu leisten. Wie die Anklagebehörde in diesem Aufrufe den That« bestand des groben Unfugs erblicken könne, sei ihm unerfindlich. Der Amtsanwalt hielt es für erwiesen, daß vom Angeklagten grober Unfug verübt sei. Man wisse, daß infolge des im„Vor- wärts" ergangenen Aufrufs mehrfach Ausschreitungen vor« gekommen seien, indem Arbeiter andere Fahrgäste am Schließen der Wagenthüren verhindert und auch ge- schiossene Wagenthüren wieder geöffnet hätten. Hinzu komme noch, daß die Eisenbahn-Behörde garnicht daran gedacht habe. Arbeiter aus dem vom„Vorwärts" angegebenen Grunde zu entlassen. Der ganz besonderen Frivolität halber, mil der der Angeklagte gehandelt, müsse auf eine entsprechend hohe Strafe erkannt werden. Eine Geldstrafe sei aus dem Grunde s chon ausgeschlossen, weil diese nicht vom Angeklagten selber, sondern von der Redaktton getragen werde. Er beantrage die höchstezuläfsige Strafe, sechs Wochen Hast. In einem glänzenden Plaidoyer zerpflückte der Vertheidiger Rechtsanwalt Freudenthal die vom Amtsanwalt vorgebrachten Argumente. Der vom Angeklagten veröffentlichte Aufruf enthalte nichts, was auf den Thalbestand des groben Unfugs hindeute. Die Aufforderung, die Wagen- thüren nicht zu schließen, ser von der Warnung begleitet gewesen. sich nicht provoziren za lassen, und überdies könne eine Ans- forderung zur Passivität doch unmöglich etwas enthalten, was als grober Unfug, der doch irgend eine Thätigkeit kn sich schließen müsse, auszulegen sei. Es möge daher auf Kostenlose Freisprechung erkannt werden. Im übrigen sei es Sache des Verurtheillen und nicht des Gerichtshofs, sich um die Beschaffung einer etwa zu zahlenden Geldstrafe zu kümmern. Nach sehr kurzer Berathung entschied der Gerichtshof im Sinne des Vertheidigeis. Wenn ein Arbeiterblatt, so führte der Richter in der Begründung aus. eine Aufforderung, wie die vom „Vorwärts" ergangene an seine Leser richte, so liege kein Gnmd vor. zu folgern. daß das nichtsozialdemokratische Publilum sich beängstigt fühlen müsse. Im übrigen seien die Arbeiter in dem inkrimlnirten Aufruf noch nusdrücklich ausgefordert worden, sich vor Ausschreitungen zu hüten. Es habe daher aus kostenlose Freisprechung erlannt werden müssen. Unbefligte Ausfüllung von QuittungSknrten. Der bei der Firma Äegmann u. Ko.«n K a s s e l angestellte Kommis J»l. Ferd. Spring mann war mit der Führung der Quittuiigskarlen betraut und hatte auf der durch das Reichs- Versicherungegesetz vom 22. Juni 1883 vorgeschriebenen Quiltungs- karte eines Arbeiters die Rubrik„Dauer der Krankhei!"— übrigens wahrheitsgemäß— ausgefüllt. Als Vertreter seines Arbeitgebers will er sich dazu für berechtigt gehalten und nicht gewußt haben, daß dies Sache der Behörden sei. Das Landgericht zu Kassel verurtheilte ihn trotzdem am 16. Juni er. wegen Vergehens gegen 151 und 108 des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1839 zu 3 M. Geldstrafe event. einem Tage Haft, weil darin, daß er sich nicht mit den gesetzlichen Bestimmungen bekannt gemacht habe, eine strafbare Fahrlässigkeit liege. Der Angeklagte legte Revision ein, in welcher er jede Fahrlässigkeit bestritt und behauptete, es bandle sich bei ihn, nicht um Unkenntniß, sondern um unrichtige Auslegung des Gesetzes: und der erste Richter hätte erst prüfen müsse», ob der Angeklagte seinen Jrrthum überhaupt hätte er- kennen können. Das Reichsgericht verwarf gestern die Re- vision, da auf selten des Angeklagten nicht ein thatsächluber (error facti), sondern ein Rechtsirrlhum(error juris), ein Irr- lhum über das Strafgesetz vorliege, ein solcher aber nicht ge- eignet sei, die Slraflosigleit herbeizuführen. Wege» eilicS unsittliche» SlugriffS gegen eine seiner Ar- beiterinneii war der Bnchdruckereibcsitzer Gustav Freund der- zeit von der ersten Straskainmer des Landgerichts I zu s e ch s Wochen Gesängniß vernrtheilt worden. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Halle, legte gegen das Urtheil Revisio» ei» und erzielte auch, daß das Reichsgericht das Erkenntniß aushob und die Sache zur uochmaligen Verhaudlimg in die erste Instanz zurückverwies. Gestern wurde die Sache zum zweiten Male ver- Handell, das Urtheil lautete aber wiederum aus sechs Wochen Gesängniß. VevlVmuttUutgcu. Eine öffentliche Versammlung der Wähler deS 20. Kommnnal-WahlbezirkS tagte am 7. November in Gründer's Saal, Köpenickerstr. 100. Jrrthümlicher Weise hatte der Wirlh den Saal zur Abhaltung einer Versammlung auch dem Verband der Hausdiener, Packer und Berussgcnossen ver- mielhet. Vor Elutritt in die Tagesordnung tbeilte Genosse Grauer mit, daß in anbetrachl der Wichtigkeit der Wahlbewegung der Verband der Hausdiener und Packer seine Versammlung acht Tage später abhalten werde, ersuchte aber gleichzeitig einen dritten Punkt der Tagesordnung »nd zivar: Verschiedenes, festzusetzen, damit den anwesenden Hausdienern die nöthigc Anweisung über die Ausfüllung der von der Reichskommission sür Arbeiter-Stalistik herausgegebenen Fragebogen gegeben werden könne. Die Versammlung stimmte diewni Wunsche zu und da der Referent sür die Kommunal- wähler-VersainmIung noch nicht anwesend war, wurde der drille Puuklder Tagesordnung als erster verhandelt. Genosse Adler referirte kurz über das Thema:„Was antworten die Hausdiener, Packer sc. dem Herrn Minister?" Infolge der rührigen Agilation, die die Organisation der Hausdiener ent- fältele, als bekannt wurde, daß die llieichsregierung mit dem Plane umgehe, Enquelen in einzelnen Berufen vornehmen zu lasse», habe sich der Minisicr veranlaßt gesehen, auch die Haus- diener über ihre Verhältnisse zu befragen. Was wird dabei heraliskonunen? Die Wünsche werden leider nicht in der Weise besolgt, als es zu hoffen war. Zwecks genauer Jnformalioll über die elenden Arbeilsbedinguuge», denen die armen Ladenknlis ausgesetzt sind, hätte unbedingt sich die Fragestellung über eiueii größere» Kreis der Berufsgenvssen ausdehnen müssen. Vermittelst der kürzlich ausgegebene» Fragebogen ist keineswegs ein wirkliches Resultat zu erzielen. Eine Erfüllung aller ihrer Wünsche haben die Ha»sd>ener vorläufig nicht zu erhoffen, nur in einigeii Punkte» wird man ihnen vielleicht nachgeben. Ein wirklich durchgreifendes Mittel zur Besserung der miserablen Lohn- und Arbeitsverhältnisse bietet eine möglichst weilgchcnde Verkürzung der Arbeitszeit. Wenn nun der Minister fragt:„Wie lange dauert die übliche tägliche Arbeitszeit für Hausdiener jc. in Handelsgeschäften? Entstehen aus der Dauer dieser Arbeitszeit iiachiheUige Folgen für die Gesundheit oder das Familienleben? Wie machen sich diese Folgen im allge- meiueil und insbesondere bei Personen unter 16 Jahren bemerk- bar?" so benutze man die gebotene Gelegenheit, beantworte die Fragen recht eingehend und wahrheitsgetreu, sie werden dann in ihrer Gesammtheit em Bild entsetzlichen Elends darbieten. Alle Berufsleiden müssen klar geschildert werden: die überlange Arbeitszeit oft in dumpfen Räumen. der ungenügende Lohn, die wochenlange Ar- beitslosigkeil, das nolhwendige Arbeiten der Frauen außer dein Hanse und die dadurch bedingte körperliche und geistige Vernachlässigung der Kinder und Zerstörung deS Familien- �bc»Z. Weiter müssen genannt werden die Berufskrankheiten. Schwindsucht und Rheumatismus, infolge ungenügender Er- nährung, Unregelmäßigkeit im Essen und das Einathmen schlechter �.uit und Staub in Packräumen und beim Transport von Gütern auf der Straße. Ferner darf nicht vergessen werden die Aus- vcutung durch gewissenlose Stellenvermiltlungs- Kommissionäre, oie Unregelmäßigkeit der Kündigungsfristen, die Umgehung der Sonntagsruhe, die Nichtbezahlung von Ueberstunden, die schlechte, menschenunwürdige Behandlung durch Chefs und Kommis u. f. w. Ter Redner richtete zum Schluß an alle Hausdiener, Packer und Bcrufsgenossen den Appell, diese Fragen unter sich eingehend zu di-kutiren und bis zur nächsten Versammlung(am 14. November bei Gründer, Köpeuickerstraße IVO) zu beantworten, da am 15.?!ove>nber die Antwort an den Minister abgehen muß. Ebenso forderte er alle Anwesenden auf, ihnen bekannte Haus- diener auf diese Angelegenheit zu verweisen. Die«Freie Vereinigung der Kallsleute* hat über diese Enquete eine Broschüre herausgegeben, die. in der Buchhandlung des �«Vorwärts* vorräthig, einem jeden Hausdiener zur An- schaffung zu empfehlen ist. An der Hand derselben dürfte ein schnelles, gewissenhaftes und zweckdienliches Beantworten der ge- stellten Fragen ein Leichtes sein. Hierauf erhielt Stadtverordneter Dr. Zadel das Wort zu seinem Referat über:«Die bevorstehenden Korninunalwahlen". Redner kritiflrt eingehend das Wahlrecht zur Gemeindevertretung und schildert sodann eine Reihe von Mißständen in der Kom- mune, die seit Jahren den sozialdeinokratischen Vertretern ein Objekt des Angriffs gewesen sind, ohne daß von der Majorität der freisinnigen Stadtverordneten den Wünschen und Forderungen auf diesem Gebiete nach- gekommen wäre. Den Wäblern des 20. Kommunal. Mahlbezirks empfehle er die Wahl des Genossen Tolksdorf. (Lebhafter Beifall.) Die Diskussion, an der sich der Kandidat des �Bezirks und einige weitere Redner belheiliglen, bewegte sich im Sinne des Vortrages. Gegner meldeten sich trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Wort. In einer Resolution erklärte die Wcrsainmlung einstininiig ihr vollstes Eiiiverftändniß mit den An-führungen des Referenten, versprach bei allen Wahlen nur für die sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten, sowie für die weiteste Verbreitung der sozialistischen Ideen Sorge zu trage». Einige Hausdiener ermahntcn ihre Kollegen nochinals dringend zur ungesäumten Beantwortung der Frageaogen der Reichs- kommission. Genosse Adler verwies aus den Charitee-Boykolt und ersuchte um Zusendung weiteren Bcschwerdematerials an seine Adresse, Markutstr. 48, oder an eine der in Nr. 263 des „Vorwärts" unter„Lokales" bekannt gegebenen?ldressen der Kommission. Zum Schluß wurde bekannt gemacht, daß am nächsten Sonniag, Vormittags 10 Uhr, im Etablissement Buggeu- Hagen am Moritzplatz wiederum eine öffentliche Kommunal- wahler-Versammlung, und zwar gemeinsam für die im 5. Kreis belegenen(den 16., IS. und 20.) Bezirke stattfindet. lieber die bevorstehenden Ttadtberordueten- Wahle» sprach am 7. d. M. Rcichstags-Abgeordneter Singer in einer öffentlichen Kommunalwähler-Versammlung für den 29. Kommunal- Wahlbezirk im Lokale Schweizer» Garten. Derselbe erinnerte eingangs seines Vortrages daran, daß die diesjährigen Er- gänzungswahlen zur Stadtverordneten- Versammlung gewisser- lnnörn ein Jubiläum darstellen, indem vor zehn Jahren zum ersten Male, und zwar charakteristischer Weise unter der Herr- fchasl des Sozialistengesetzes, die Arbeilerschast Berlins gelegent- lich der erfolgten Austösung der Stadtverordneten» Versamm- lung in ernsthafter Weise selbständig in den kommunalen Wahlkampf eingetreten sei. Damals sei ein Programm aufgestellt worden, welches in seinen wesentlichsten Punkten auch heute noch Geltung habe. Der Vortragende batte sich die Aufgabe gestellt, in allgemeinen Zügen die prinzipielle Bedeutung der Betheiligung der Sozialdemokraten an den Stadt- verordneten-Wahlcn und deren Nothwendigkeit vor Augen zu führen und löste dies« seine Aufgabe in erfolgreichster Weise, wie der häufige Beifall und die vielfachen Zustimmungs-Ilnter- brechungen hinreichend bewiesen. Naturgemäß beschäftigte sich der Vortragende vorwiegend mit dem Hauptgegner der Sozial- demokratie im rothen Hause, mit der freisinnigen Partei, und zeigte an den Thaten derselben, daß einmal die sogenannte Für- sorge derselben für die arbeitende Bevölkerung vielmehr dein eigenen Interesse entspringe und entspreche, als dem vorgenannten angeblichen Grunde, andererseits aber von der' freisinnigen Partei die ödeste Klassenwirthschaft be- triebe» werde, die nur gebrochen werden könne durch eine Be- seitigung des jetzt herrschenden Wahlsystems und Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts auch für die kommunale Verwaltung. Wenn die freisinnige Partei mit der Förderung des Schulwesen? prahle, so ist dem entgegenzuhalten. daß dieses noch weit hinter anderen Kullurstaaten, z. B. Frank« reich, zurückstehe. Außerdem verwende die Stadt Berlin für das höhere Schulwesen ganz bedeutend höhere Summen, als für das «Volks'sschulwesen! Wenn die freisinnige Majorität ferner das Paradepferd der Krankenhäuser und der Armenpflege reite, so sei dem entgegenzuhalten, daß die arme Bevölkerung diese«Wohl- thaten" unter Umständen mit der größten Demüthigung. mit dem Verluste des höchste» bürgerlichen Rechtes, des Wahlrechtes, bezahlen müßte. Redner erörterte ferner die prinzipiellen Forderungen der Sozialdemokratie auf dem Gebiete der Ausnutzung der öffentlichen Straßen und Plätze, welche heute durch Privatgesellschaften,— Pserdebahn-, Gasgesellschast, Elektrizitätswerke:c.— geschehe, bei Forderungen auf dem Gebiete des Baufaches�— eigene Regie, geregelte Lohn- und Arbeitsbedingungen, Snbmissionswesen ic.— und führte vor Augen, wie die Rechte der sozialdemokratischen Fraktion im rothen Hause in brutalster Weise geschmälert werden durch Ausschluß aus den wichtigen Deputationen und Kuratorien dir städtischen Verwaltung, um sich nicht hinter die Ztoulissen schauen zu lassen. Deshalb müsse die„liberale" Majorität immer mehr verringert, und die sozialdemokratische Fraktion immer mehr verstärkt werden. Damit, wenn sie auch in der Stadtverordneten» Versammlung die Minderheit bilde, sie doch die Majorität der Bürgerschaft hinter sich habe. Tie Fraktion könne mit Befriedigung aus ihre zehnjährige Thätigkeit zurückblicken sowohl in bezug ans ihre positiven Er- folge, mehr noch in bezug aus dasjenige, was sie verhindert habe, ohne sich irgend welcher Ucberschätzung schuldig zu machen. Diese Erfolge mögen und müssen ein Ansporn für die Wähler 1er dritten Klasse, welche ihrer wirthschaftlichen Lage nach zur Sozialdemokratie gehören, gleichviel, welche Lebensstellung sie einnehmen, sein, dafür Sorge zu tragen, daß sie immer mehr, so lange das Älassen-Wahlgesetz bestehe, durch ihre natürlichen Ver- treler, durch Sozialdemokraten, vertreten werden. Den Herr- schenden Klassen müsse. mit allein Nachdruck gezeigt werden, daß das werkthätige, proletarische Berlin der Sozialdemokratie gehöre, welche berufen sei, auch auf kommunalem Gebiete die Erbschaft deS Liberalismus anzutreten. Der Vortragende schloß mit der Aufforderung an die Wähler des 29. Wahlbezirks, am kommenden Montage den Sieg des Genossen G u m p e l durch einhellige Stimmabgabe für denselben zu besiegeln.(Andauernder Beifall.) An der Diskussion betbeiligten sich Frau Greifen- ber g und R. Schultz, worauf einsiimmig eine Resolution im Sinne des Referats angenommen wurde. Einige eingelaufene Fragen fanden ihre Beantwortung. Wie bekannt gegeben wurde. findet am Sonntag Vormittag Flugblattvertheilung statt und wurde eine regere Theilnahme an derselben als bisher für durch- ans nothwendig bezeichnet, indem einige wenige Genofien nicht in der Lage selen» die Arbeit zu bewältigen. Die in Buchbiudereieu, Lederlvaareu Fabriken und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter und-Arbeiterinnen hielten am 6 November eure oisenl. liehe Versammlung ab, in der Genosse R. Schmidt über:»Die Behandlung der Eewerkschastsfrage auf dem Kölner Parteitage" sprach. Eingehend schildert Redner die Schwächen der Gewerk- schaftsbewegung und die daraus entspringende Unzufriedenheit der in dem Vordergrund der Gewerkschaflsorganisation stehenden Genossen. Der Vorwurf der Vernachlässigung dieser Bewegung kann mit Recht nicht erhoben werden. Nachdem Redner die auf dem Parteitag in der Debatte gegebenen Ansichten über die Gewerkschaftsbewegung kurz wiedergegeben und kritisirt hatte, wendet er sich in längeren Ausführungen zu_ den von Bebel geäußerten Ansichten, die allerdings unter Umständen zu Mißverständnissen Anlaß geben könnten. Daß die Konzentration des Kapitals es einigen Berufen fast zur Unmöglichkeit gemacht hat, sich zu organisiren, ist nicht hinwegzulcugnen. Bebel habe Redner nicht gemeint, man solle nun die Gewerk- schaftsbewegung ruhen lassen, er habe nur vor allzu großem Opti- mismus betreffs ihrer Erfolge warnen wollen. Auch B e b e l' s Standpunkt sei es, daß sich die Arbeiter auf schwierigem Terrain ebenfalls organisiren sollten; sie sollen nur nicht allzu hoch- gespannte Erfolge erwarten und sich über Hindernisse hinweg- täuschen. Zum Schluß äußerte der Vortragende seine persönliche Meinung über den Nutzen der Gewerkschaftsbewegung. Er be- zeichnete dieselbe als so wichtig für den Befreiungskampf des Proletariats, daß ihre Vernachlässigung gleichbedeutend wäre mit einer Vernachlässigung der Arbeiterbewegung über- Haupt. Darum empfehle er auch den Versammelten, sich der Berussvereinigung anzuschließen'(Lebhafter Beifall.) An der Diskussion betheiligten sich Georg Schmidt(Lederarbeiter) und S a i l e r(Buchbinder). Schmidt wandte sich gegen die Bebel'sche Auffassung, daß in der Zukunft die Geiverkschafts- bewegung werde weniger ausrichten können wie jetzt, weil der persönliche Vertreter des konzentrirten Kapitals über eine größere Macht gebiete. Er verweist auf die Erfolge der englischen Be- wegung, wo doch die Kapitalkonzentration schon beinahe vor einem Jahrhundert vor sich gegangen sei. Er, Redner, gehöre nicht zu den sonderbaren Schwärmern, welche den Sozialismus schon für die nächste Zeit erhoffen, bis dahin würden sich voraussichtlich noch oft genug die Arbeiter des Lohnes und der Arbeitszeit wegen mit den ausbeutungs 18. Ziehung der 4. Klasse 189. Königl. Preuß. Lotterie. LI-hwl« Dom 8. Nov-mber 1893, Bormittag». Hat sie««n-i-n- Hin 810 Mori flnD den bctccifcnDtn Rasuten in Parenthese beigesstgt. (Ohne Bewähr.» ,99[3001 266 342 86 453 616 71 643 57 726[15001 71 834 1098 698 2046 699 834 63 115001 Nl 71 249 869 400 10 573 4176 213 83 324 628 754 5030 142 202 93 345 508 32 83 702 50 829[5001«131 61 94 319 88[30001 650 7014 69[50ÜJ 332 68 592 672«00» 97 115 98 310 40 416 535 756 870 Noll(15001 449 504 7 83 854 96 „ 10038 141 9.1 235 499 581 729 45 65 11104 380 92 409 606 26 68 68 885 903 47 12500 785 816 53 IN 172 263 487 516 74 15001 14264 385 676 755 867 917 15352 59 492 608 711 31 868 10123 245 71 425«24 35 714 79 929 17154 62 278 423 516 83 720 55 99 9üO 18072 88 111 59[3000] 70 307 9 35 58 474[1500J 863 910 10137 95 364 99 464 703 910 17 80234 77 83 88 462 512 612 95 802 83 81333 51 420 45 80 930 8202« 92 266 81 310 403 16 90 748 850 67 91(1500) 95 83023 99 139 254[30001 38t 422 66 586 95 625 70 1500) 717 32 899 902 8 84041 MO) 64 139 46 247[5001 359 63 487 606 18 48 68 72 810 8 5040 219 326 532 78 773 804 60 80153 879 87042 147 235 567«45 720 805 51 932 8*002 224 85 316 29 59 616 33 714 65 824 984 80323 46 13900) 407 65 624 743 976 »010/ 200[3001 65 376 446 628 91 612 711 43 840[3001 41 31004 93 128 204 4 4 55 347 459 711 77 864 38136 280 310 47[300) 761 11500) 882 918!t»057 307 61 569 827 31 61 913»4133 66 96 315 444 587 6<2 777 870 907 94»5333 642 79 741 883[30001»0060 142 215 72 367 413 56 870 984»7002 35 69 177 496 760 803 915(15001 38079 320 435 521 45 89 679 805 14 8910Ö[3000] 95 224 77 309 52 67 795 335 40324 452 5)6 19 81 615 898 69 937 41078 82 219 456 83«34 998 48188 278 709 4»00> 60 168 93 368(3000) 457 524 624[3001 98 iSoOOi 44151 98 514 720 918 75 4 5922 186 99 250 814 28 500 29 3; 6 5 753 877 40000 24 87 238 337 574 679 943 47185 352 1 13001 75 7 IS 78 801 051 4S 186 124 21681 341 94 633 81 895 923 61 40105 325 65 5 45 SO 15001 680 803 980 50028 203 i4 206 87 533 74 76 98 748 819 51428 67 98 630 36 7ui5 67 80« Oll 52054 1500] 319(30001 86 411 1300) 501 756 8-58 64 101 330 4 164 238 13000) 355 480 847 96 54058 387 410 15«4 501 690 i50 973 74 65005 115001 226 69 87 574 722»5 904 65 85 60074 US 6-2 34o 455 521 31[30001 63[300) 613 29 48 746 835 43 912 33 75 57476 318 474 94[15 000) 579 640[15001 713 31[300) 93[300) 807 72 58319 550 602 24 781 824 25 33 50084 93[5001 176 204 327 63 717 883 OO025[30001 34 308 28 505 23 61129 8» 463[5001 63$ 02025 147 92 424[3000) 89 833 OS014 116 434 551 67 717 957 61014 169 234 36 343 529 47 52 751 05009 97 118 247 11500] 444 537 625 82 932 77 00267 325 46 04 408 99 656 07387 817 20 08367 73 85«3t 793 908 25«0016 37 108 55 23' 320 550 641 47 865 70 961 70055 235 99 450 1300) 511 14 617 764 71 71080 609[3001 79 90 «10 60 803 931 7' 15Ü0J 72115 5 0 605 43 934?»032 177 326 432 59 524 616.16 839 939 45 74005 396 15001 401 40 550 89 645 713 968 750�0 51 274 75 330 49' 510 744 946 47 70424 257 378 464 546 7 9 613 4 4 11500t 75 4 77193 526 36«09[30001 88 706 23 821 972 1300) 85 78024 329 474[3001 637 86 614 703 8 38 825 56 936(300) 48 70301 5 572 627 901 17 3J 51 80144 5.1 624 823 6 4 81435 618 947 57 82128 95[3901 826 63 425 594 883 92o 8:4113 43 216 73 78 303 26 67 698 931 33 84220 447 oo 98 558[15001 72 696 94 t 85211 502[3001 7 608 820 23 34 64 86010 57 194 415 96 530 75[3000] 601 980[3001 87172 86 205 16 67 80 315 06 623 870 91 976 88027 95 118 271[läOJJ 310 95 622 619 862 13000) 95» 80208 876 423 40 906 31 58 »«»041 220 322 558 61 707 837 01173 603 659 773[6001 995 02 066 U2 366 463 540 648 49 815 88[30001 963 03040 164 230 67 439 522 91 699 70, 27 832 04007 74 126 231 566»504» 75 336 408 (600) 84 513 40 63 1500) 024 836 38 06007 81 395 1500) 410 62 18001 645 54 795 810 04404 737 913»8069 3Ul 8 64 411[30001 27 669 679 1150.-1 718 09002 28 85 82 196 98 205 15 417 527 29 46 986 1014)27 54(300) 247 707 44 907 114 4053 59 174 77 407 47 87 [5001 669 705[30001 969 1 00026 76 116 20 270 390 591 692 767 73 10:4016 71 1150 1 188 607 873 101261 553 638 81 786 96 801 23 [»> 001 24 71 105 1 59 88 231(1500) 340 791 877 915 1(40)89 460 648 708 64 83 873 1147039 142 690 939(ÖOO) IOS017 212 36 46 413 60 69 551 612 96:4 56 10:4178 271 309 699 744 11(4397 500 35 40 6(3 872 936 II 1010 87 322 69 626 911 118106 242 62 303 400 15601 65 15001 651 115031 741 964 11»050 94 171 1300)1 276 333 52 626 1500] 58[1500] 821 130V] 61 62 94» 114090 125 203 13. 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16001 673[1600] 37 730[5011 46 48 108001 69 77 81 188 298 817 25 420 621 788 821 109072«46 72« 36 829 54 918 1 10125 27 75[3001 264 72 310 689 78[6901 604 767 869 913 66 111230 42 61 3 ,4 421(15001 561 634 777 836 50 81 112393 434 11500' 51 715 71»31 6« 113181 236 472 568 870 966 114155 289 315 1800 434 781 847 7» 947 64 116014 51 63 8« 386 110241 69 80 657 9r 55 61 1 17113 220[3)01 32 495 822 914 86 96 11*106 419 636 81 940 119309 43 406 536 97 790 374 130)1 120007 52 92 2:45 671 ÖIO 931 121011(6001 117 223 309 627 67 730 32 122064 98[15001 10) 26 67 99 204 61 811 493 722 64 830»51 123)31 13« 402 78 15009( 690 807 41 42 928 124208(30001 342 544 125047 218 335 4(4(300)1 662 717 19 23 62 126038 226 477 52««70 738 60 SU 9» 127:, 99 718 52 12*002 132[3001 45 62 67 98 388 426 630 96 618 49 8« 721 971 74 129044 642 13900.1 U 81 1300) 259 319 401 555 684 920 55 131141 79 863 [600UI 544 1 32. 59 137 56 218(500) 411 642 73[30001 616 55 99 761 133022 104 32 95 416 67 633 728 54 907 1 31024[3901 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Sailer wünscht, daß der Stand der Gewerkschaftsbewegung auf jedem Parteitage besprochen werde. Thatsächlich sei, behauptet er, die Partei Schuld am schlechten Stande der Bewegung. Es werde nämlich immer von den Führern, wie z. B. von Bebel in Erfurt, gesagt, die Befreiung des Proletariats sei nicht fern, der Kapitalismus wirthschafte sich riesig schnell ab. Daraus erkläre sich die Gleiche giltigkeit großer Massen von Genossen gegenüber der Gewerb schaftsbewegung. Diese glaubten, wenn sie solche Worte hören, sie brauchten nichts mehr gewerkschaftlich zu thun. Die Art und Weise, immer nur von der politischen Befreiung auf den Parteitagen zu reden, fördere diesen Glauben. Die Sozial- demokralie versumpfe, wenn die Gewerkschaftsbewegung ver- nachlässigt werde.(Beifall.) In seinem Schlußwort trat der Referent den Ausführungen Sailcr's in einigen Punkten entgegen. Dieser wie auch sein Vorredner könnten gar nicht be- streiten, daß die politische Bewegung bald umwälzende Erfolge erzielen könne. Unerklärlich sei es aber, wie ein Genosse den Vorwurf erheben könne, in der politischen Agitation werde nicht der Klassenkampf des Proletariats betont. Folgende Resolution wurde hieraus einstimmig angenommen:„Die Versammlung erkennt, unter Zustimmung zu den vom Reichstags-Abgeordneten R. Schmidt vorgetragenen Anschauungen, die Stärkung der gcwerk- schaftlichen Organisation als zwingende Nolhwendigkeitan. Dem Be- schlusse des Parteitages, die Gewerkschafteir betreffend, entnehmen die Versammelten für sich die Verpflichtung, unermüdlich für die Stärkung ihrer Berufsorganisation, des„Verbandes der in Buchbindereien. der Papier- und Leder-Galanteriewaaren-Jndustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen", zu wirken, und, soweit sie dem Verband noch nicht angehören, sich ihm anzuschließen."— Nach- dem Genosse Pech aus Wien über dem Verlauf des kürzlich siegreich beendeten Streiks der Wiener Leder-Galanteriearbeiter eingehend berichtet hatte, wurde folgende Resolution an- genommen:„Die Versammlung nimmt Kenntniß von der braven Haltung der Wiener Lederarbeiter und spricht, indem sie deren Handeln der Berliner Kollegenschaft und insbesondere den Leder- arbeitern zur Nachahmung empfiehlt, ihnen für den siegreich beendeten Kampf ihre Anerkennung aus".— Unter„Berufs Angelegenheiten" wurden die Lohnverhältnisse bei der Firma Probst, Dessauerstr. 6. als der Aufbesserung bedürftig kritiflrt, 15 und 16 27t. seien dort gang und gäbe, 20 M. der höchste Lohn. Kondition«l«f» Kuchdrniker. ssreitaq, den w. November, Vormittags lOsj Uhr, Versammlung in Graiweil's Bierhallen(oberer Saal), Komman- dantenstrabe 77/79. Tagesordnung: Die Mißstände unseres Arbeitsnach- iveifes. Zentral-Kranken- und Kterdekalt» der Tischler u. a. gewerbliche Arbeiter. Die Ortsverwaltungen versammeln sich Freilag Abends» Uhr bei Quandt, Stralauerslr.«3. Zese- und Diskutirklub„süd-vft". Donnerstag, den 9. November, Abends Uhr, bei Toltsdorf,(Sörliherstr. 99. Vortrag. Zehrkurs»» der berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Ungliickssällen. Donnerstag, den 9. November, AbendS Uhr, bei Th. Bol,, Alte Jakobstr. 79. Vortrag. Lehr- und UebungSslunde unter Leitung des pratr. Arzt Herrn Dr. Christeller. barbier-, Krisrur- und perrüchenmachergehilsen. Oefsentliche Versammlung am Donnerstag, den s. d. Mts., Abends 10 Uhr, Komman- dantenstraße 77—79(Wrarweil's Bierhallen). Tagesordnung: Zweck und Nutzen der Gewerlschastsorganisation. Arbeiter-Kadfahrrr-Perein Kerlin". Donnerstag, den 9. November, Abends, s)t Uhr, im Restaurant„zur illleichheit", Andreasstr.iö. Versammlung. Ausnahme neuer Mitglieder. Vevtttislkzkest Die Cholera. Petersburg, 7. November. An Cholera erkrankten bezw. starben vom 4. bis 6. d. M. in Peters- bürg 23 bezw. 22 Personen, vom 31. v. M. bis 4. d. M. in Moskau 3 bezw. 0; vom 29. v. 371. bis 4. d. M. in den Gouvernements: Wilna 9 bezw. S, vom 22. v. M. bis 23. v. M. Kalisch 19 bezw. 16, Plozk 29 bezw. 13, Ljublin 1 bezw. 0; Mohilew 22 bezw. 10, Radom 2 bezw. 2, Ssamara 202 bezw. 112; vom 7. bis 22. v. M. Wolhynien 380 beziv. 169, vom 13. bis 29. v. 27t. Podolien 297 bezw. 145. Deprcsclsen. (Depeschen veS Bureau Herold.) Madrid, S. November. Die Explosion im Teatro Lieeo zu Barcelona ruft eine ungeheure Sensation hervor. Die Finanz- noth, der Krieg mit Marokko, das Unglück in Santander und die sonstigen Attentate der Zlnarchisten haben keine so furchtbare Panik hervorgerufen, wie das Ereigniß im Theater zu Barcelona. Frauen füllen die Kirchen und beten für das Wohl des Landes. In politischen Kreisen glaubt man, daß das Attentat mit dem- jenigcn zusammenhänge, welches Pallas am 25. September gegen den Marschall Martinez Campos verübt hat, weil Pallas auf dem Schaffst sagte, daß er sgerächt werden würde. Man be- hauptet auch, daß das Barcelonaer Attentat nach den Jnsor- mationen ausgeführt worden sei, welche von dem Londoner Anarchistenklub votirt wurden. 27!ons, 3. November. Das hiesige Jesuitenkloster ist durch eine große Feuersbrunst zerstört worden. Der Schaden ist sehr bedeutend. Barcelona, 8. November. Bei dem Bombenaitentat im Liceotheater wurden im Ganzen 19 Personen getödtet und 45 verwundet. Unter den letzteren befindet sich auch ein Deutscher. Außer den gestern Abend verhafteten Anarchisten sind heute noch weitere vier festgenommen worden. Unter der Bevölkerung herrscht große Aufregung. Dviefksyen Vev VedaKttatt. Brüß. Ihre Bertheidigung geht den„Vorwärts" nichts an. Rosenhahn. Ihr Material ist für einen Artikel un- geeignet. Geben Sie uns bitte Ihre Adresse an, damit wir Ihnen das Eingesandt zurücksenden können. Wiisteiihagen. Schicken Sie Ihren Aufruf nochmals ein. Aufnehmen können wir denselben nur mit Unterschrift der hiesigen Lokalkommission. Verlllg!>es„Vomiirts" Berliuer Volksblatt. Berlin SW., Beuihstr. 2. Soeben ist erschienen und ist durch uns zu beziehen: KUdn-imch für große und kleine Kinder für das Jahr 18S3. Vvtia 75 Pfennige. Jnh Oer hofinnngsTolIe Enkel. Gemalt von G. Jauß. Farbiger Holzschnitt. Oen Alten und den Jungen. Gedicht. Am Scheidewege. Einleitung. Der Löwe. Däamling und Krieger. Gedicht. Hüben und Drüben. Erzählung. Ums tägliche Brot. Gedicht. Ein a l t: Das Dromedar. Die Puppe. Gedicht. Die verfolgte Wahrheit. Märchen. Wiedergefunden. Eine Erzählung aus Hamburg. Die dose He*e. Ein Märchen. Das Geheimniss der Acht. Gedicht. Der reiche Peter und der arme Klans. Ein Märchen. An Illustrationen bringt das Bilderbuch stehen Kilder in schwarz und einundzwanzig Kilver in farbiger Ans- fiihrnng. Das Bilderbuch ist aus Gaze geheftet, stark kartonnirt und mit farbigem Umschlag versehen. 443/1 Wiedernerkäufer erhalten Rabatt. TT Kelmmttnmchnng! In Bezug auf die von uns angekündigten 8 Abonnements- Konzerte für die Minterfaifon 1893/94, bestehend in GeseUfchafto-, Malzer-, Kinfonte- und Solisten-Abende theilen wir das Nähere mit: Dienstag, den 14. November d. I., Abends Punkt 8'/, Uhr: Abonnements-Konzert (Gesellschafts-Abend) in den Coiicortüs-restsaleu. Andreasstraße Nr. 64. Orchesier: 60 Mann.— Dirigent: 6. Grass.— Programm ä 5 Pfennig. Zur Aufführung kommt in diesem Konzert die bisher mit so großem Beifall aufgenonimene Gnverture zum Trauerspiel:„Uobeopierre" von Litol». Freie Vereinigung der Zivil-Berufsmnsiker. Abonnementshart«» für 4 Konzert» giltig und beliebig(auch als Familienbillets bis zu 4 Personen) zu verwenden, sind a 50 Pfg. außer un Generalvertricb Restaurant Wernau, Rosenstr. 30(2 Minuten vom Stadt- bahnhos Börse"), in allen mit Plakaten belegten Handlungen und Lokalen sowie bei folgende» Stellen zu haben: Musikalienhandlung Scheithaner, Rosenthalerstr. 64: Buchhandlung Simonsohn, Jnvalidenstr. 5; Mayhofer, Weinbergsweg 13; Koftka, Zigarrenhandlung. Borsigstr. 28; Zigarrenüand- lung Ackerstr. 61 und 41; Kleinert, Fenn- und Müllerstraßm-Ecke; Gieshoit, Bonenstr. 40; Wittchow, Hamburgerstr. 29; Witzel, Elisabeihkirchstraße 15; Wendt, Köslinerstr. 17; Keller, Koppenstr. 17; Böhl, Frankfurter Allee 74; Bohn, Frankfurter Allee 135; Zubeil, Naunynstr. 86; Loppe, Reichenberger- straße 158; Voigt, Neue Jakobstr. 27. vorn 2 Tr.; Schröder, Wiesenstraße; Werner Stralsunderstr. 36; Benter, Swiuemüuderstr. 45; Barbierladen Andreasstraße 44; Nemitz, Leduserstr. 5; Werner, Bülowstr. 52; Berendt, BlnmentHalstr. 5; u. s. w._ 393/12 Metzner's Korbwaaren-Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis-a-vis d. Andreasplatz größtes Lager Berlins. Master n IHnPr WlllinPfl bücher gratis. Theilzahlnng AmilCi DfllJCil, gestattet. 500«srü zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen-Lager Kerlins habe. F. Metzner. 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KuklukselbsteineAufsorde- rung zum Widerruf bezüg- lich seiner Person auf die von uns in Nr. 255 des„Vor- ivärts" gebrachten Er- klärung erhalten hat. Zur Sache selbst bemerke ich, daß die Kontrollkommission nach wie vor ihre Angaben auch der Person des Herrn Kukluk gegenüber aufrecht erhält! Zu einem Widerruf liegt also weder ein Gegenbeweis, noch sonst ein 2ln- laß vor. Bezüglich der Annonce der Zeitungs- spediteure der Halleschen Thor-Brücke in Nr. 261 des„Vorwärts" bemerke ich, daß der Beschluß der Vereine, so- wie der der öffentlichen Versammlung, einstimmig so gefaßt war, den gänz- l i ch e n Vertrieb des„Kl. Journals", also auch den Verkauf einzustellen, und zwar aus doch ganz naheliegen- den Gründen. Wenn in der betreffen- den Annonce eine andere Meinung vertreten wird, so weiß man nicht, ob man den Egoismus oder den gänz- lichcn Mangel an Gemeinsinn, oder überhaupt die große Begriffslosigkeit mehr bewundern soll. Zu bemerken ist dabei ferner, daß Fr. Albrecht auch spedirt. 427/10 Der Vorstand der Freien Bereinigung der Zeituogsspediteure und Verkäufer. W. Schäfer. Vorsitzender. Großes Gänse-Anöschieben auf 2 Billards. Gänse nicht unter 10 Pfd. C. Langkutt, Beuthstr. 11. 6lb Restaurant zum guten Happen. E. VereinSzimmer z. v. Fruchtstr. 13. Gen. frdl. möbl. Schläfst. Graudenzer- straße 16, Hausmann._ 79b Frdl. möbl. Zimmer für 1 o. 2 Partei- genossen zum 15. zu verm. Stralsunder- straße 6, Borderh. part. 73b Griinauerstr. 25 sind recht freundl. kleine Wohnungen preiswerlh zu verm. ~Richard Brunner wird ersucht, seinem Schwager in Leip- zig 2lufenthalt anzugeben._ 62/4 Arbeitsmtt. Cigaretteu-Arheiterin, in der Handstopfcrei durchaus er- fahren, wird als Vorarbeiterin für Bremen verlangt. Guter Verdienst und Reisegeld wird gewährt. Arbeiterinnen, welche sich über ihre Fertigkeit ge- nügend ausweisen können, wollen sich melden von 1—3 bei Heip, Neue Maaßenstr. 36. 539M PnMmßer,!Ä EN Krumpelt, Alexanderstr. 9._ 67/6 Junger rechtschaffener Mann sucht irgend welche Beschäftigung. Offerten unter K. ß. an die Exped. d. Bl. 76b Graveurgehilfen aus Buntdruck verl. E. Arendt, Plan-Ufer 36, p. 533 M 2 Belcgerinnen und 3 Farbigmacher zum sofortigen Antritt gesucht. 537H Goldleisten-Fabrik H. JoerS n. Sohn, Skalitzerstr. Vergolder, tüchtige Farbigmacher verlangt Wolfs, Mathieustr. 14. 72b roIitiir-Arheiter, Versilberer9 Vergolder sucht die Goldleisten-Fabrik von Plagemann& Maack, Gotha. Verantwortliche? Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. SW, Beuthstraße 2.