Kr. 362. n be nnfmcn ts-BedingürtSin: «bsiliiwients- Preis vränumerando: Viertsljährl. Z,M Mk�, vwnatl. l.lv M!. wijchaUUch 2S Pfg. frei WS HauS. Einzelne Ziunmicr S Pfg. Sonntags« nummer init illustrierter Sonntags- Beiiagc„Die Neue Welt" III Psg. Post- Jlioitncmcul; 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeiwngs« VreiSIiste. Unter Kreuzband siir Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, siir das übrige Ausland S Marl pro Monat. Postabonnemcnts nehmen«u Zclgien.'Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, länien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. die Tnfcrti»ns*Gcb)ibr keirägt für die seSSgespallene Kolonel- zcile oder deren Raum KO Pfg„ für polltische und gewerlschaftlichc Verein», wid LersamnUnngS-Anzeigen so P,g. „Ateine rlnzcigtn", baS fettgedruchs Wort 20 Pfg.(zulässig Ssettgedrurlle Worte), jeoes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und SchlaMcllcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Worts Pfg. Worte über 15 Mich- ftab en zählen für zwei Worte. Inserat- siir die nächste Nummer müisc» bis » Uhr nachmittags in oer Erpediliou abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geösfuel. Crfötlnt tiaiiA auQtr SKntiat. Vevlinev VolkesblÄtk. ■ Telegranim- Adresse: „s»i!iiiiaft der Rechten, die sich aus der extremen Rechten und den Nationalisten zusammensetzt. Von den bisher gewählten Abgeordneten ge- boren rund 50 Proz. zu der Rechten, während das oktobristische Zentrum 21 Proz. und die Opposition 29 Proz. aller bisher be- setzten Mandate gewonnen hat. soweit dieses Ergebnis nicht schon von dem Wahlgesetz des Staatsstreiches von vornherein vorausbestinmit ist,— bekanntlich besitzen die Junker in 82 von 49 Gouvernements die absolute Majorität aller Wahl- männer—, hat die Wahlstrategie der Zeutralregierung und der örtlichen Administration, im Bunde mit dem geschlossenen aggressiven Vorgehen der orthodoxen Geistlichkeit, das Ueber- gewicht der Rechten künstlich geschaffen. Tie bisher führende Partei in der Duma, die sogenannte Oktobristenpartei, ist außerordentlich geschwächt, und an ihrer Stelle treten die „zuverlässigeren" Nationalisten neben der extremen Rechten die Herrschaft in der 4. Duma an. Voll Entrüstung appcl- lieren die Oktobristen nun an die Oeffentlichkeit, iildem sie die Zentralregierung, die Gouverneure und die Geistlichkeit der schanilosestcn Wahlbceiiislussung, ja der direkten F a b r i- k a t i 0 n der Dumawahlen anklagen. Das Regierungsblatt „Rossija" antwortet ihnen jedoch mit ausgesuchter Bosheit, die Oktobristen hätten bei den Wahleis siir die dritte Duma, als die Mandate zu ihren Gunsten fabriziert wurden, kein Wort des-Protestes gefunden, und seien deshalb nicht berech- Lgt. sich jetzt über das ihnen ungünstige Wahlergebnis auf- zuregetn Wenn etwas geeignet ist, die Entstehung der neuen russischen„Volksvertretung" zu kennzeichnen, so ist es diese Polemik zwischen der angeblich objektiven Regierung und den Siegern von gestern, die sich von ihren nationalistischen Kon- kurrenten von den Fleischtöpfen der Regierung sortgedrängt sehen. Ein Ergebnis des Staatsstreiches von 1907 und des immer schärfer hervortretenden reaktionären Kurses, ist diese schamlose Wahlfabrikation nur geeignet, dem Volke den wahren Charakter der Duma vor Augen zu führen. Wie es sich bei dem Charakter des russischen Wahlsystems von selbst versteht, aeben nicht die Endwahlen, sondern die vorhergehenden Stadien der Wahlen ein annähernd treues Bild von der wahren Stimmung der Wähler. Bei der Be- trachtung dieser Wahlergebnisse kommt man nun zu einem ganz anderen Resultat. Von den Wahlen in der Bauern- kuric. die von vornherein gefälscht und den Junkern aus- geliefert sind, abgesehen, zeigen die Wahlen in den Städten, wo allein das politische Leben in gewissem Grade pulsiert, eine außerordentliche Verschiebung der Wählcrmassen von rechts nach links. Die Oktobristen. die früher in der ersten städtischen Kurie, der Kurie der zahlungsfähigen Bourgeois, ziemlich stark waren, sind nun von den Progreisisten und Kadetten verdrängt worden und haben nicht einmal ihren Führer Gutschow in Moskau durchzubringen vermocht. In der zweiten städtischen Kurie, in der die mittlere und Klein- bourgcoisie nebst den Angestellten, den Arbeitern der Klein- betriebe usw. wählen, sind die Kadetten zu einem großen Teil von den Sozialdemokraten und den Trudolviks(radikale Bauernpartei) verdrängt worden. Dieses Wahlergebnis bildet das wichtigste Ergebnis der Wahlkanipagne für die vierte Duma. Die Sozialdemokratie ist bei den diesjährigen Wahlen in 45 Städten als selbständige politische Kraft auf- getreten, mit ihrer Parteiplattsorm, ihren eigenen Kandidaten und einer regen sozialdemokratischen Agitation. Trotz- dem jeder, der der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei verdächtig ist, mit Gefängnis, Verbannung, ja mit- unter mit lebenslänglicher Teportation bestraft wird, bat die Sozialdemokratie in den genannten Städten über 00 Wahl- mäimer durchgebracht und außerdeiil erhöhten Anteil ge- nommen an der Wahlkainpagne in den sieben größten Städten mit direkter Wahl. Den Hauptkampf hatte sie hier zu führen mit den Liberalen, den Kadetten und Progresfisten, die sich vor den Wählern als die Vertreter der Gesamtopposition. des Volkswillens usw. aufspielten. Von 27 Städten, wo dieser Kampf sich abspielte, siegten die sozialdemokratischen Kau- didaten in 12 Fällen, einmal erhielten sie die relative Ma- jorität und verloren in 14 Fällen, von denen drei infolge der Repressalien der Administration an die Liberalen verloren gingen. Diese Siege fanden nicht etwa in Kleinstädten, son- dem in solchen bedeutenden Städten wie Nischni-Nowgörod, Saratow, Perm, Jekaterinburg, Jekaterinodar, Tiflis usw. die Kadetten entfielen. Ebenso charakteristisch ist das Wahl- ergebnis in Moskau, wo die beiden sozialdemokratischen Kau- didaten, Nikitin und Kurski, 29 Proz. aller Stimmen auf sich vereinigten— gegen 9 Proz., die die Sozialdemokratie bei den Wahlen für die dritte Duma erhalten hatte. Allerdings vermochten es die sozialdemokratischen Kandidaten nicht, den Kadetten diesmal den Sieg streitig zu machen. Die gewaltige Stimmenzunahme jedoch, die sie zu verzeichnen haben, läßt es als sicher erscheinen, daß die Sozialdemokratie selbst bei diesem Wahlrecht die Hauptstadt erobern kann. Ter klaffende Widerspruch zwischen den Ergebnissen der Wahlmännerwahlen und den Endwahlen wäre unverständlich, wenn nicht noch auf einen Umstand hingewiesen werden würde, der das Votum der Wähler in sein Gegenteil umfälscht. Aller- dings spielt hier das infame Wahlgesetz die Hauptrolle, das den Junkern und der Geistlichkeit in den meisten Gouverne- ments die absolute Majorität eingeräumt hat, nicht minder wichtig jedoch sind die willkürlichen Wahlkassierungen, die zur Korrektur der Wahlmännerwahlen vorgenommen werden. Um nur die eklatantesten Fälle zu nennen, sei hier auf die Kassierung der Wahl des Genossen Gegetschkori hingewiesen, der in Kautais gewählt, von der Regierung unter dem Vorwande kassiert worden ist, daß seine Berechti- gung, gewählt zu werden, anfechtbar sei. Ebenso ging die Regierung in Jrkusk vor, wo die Sozialdemokratie 6 Wahl- männer durchgebracht hatte. Hier kassierte der Gouverneur einfach die Wahlen, weil sie angeblich in Widerspruch zum Wahlreglement verlaufen seien. Bei den bisher bekannt gewordenen Wahlen haben die Sozialdemokraten bereits 9Ab geordnete durch- gebracht. Fünf von ihnen entfallen ans die Arbeiterkurie, die bekanntlich in 0 Gouvernements je einen Arbcitcrabgeord- neten entsendet..Da die bisherigen Abgeordneten dieser Knrie laut den: Wahlgesetz nicht mehr gewählt werden dürfen (um in der Arbeiterkurie gewählt zu werden, muß man min- destens ein halbes Jahr auf derselben Fabrik gearbeitet haben), sind hier durchweg neue Leute getvählt worden. ES wurden getvählt: in Jekaterinoslaw der Genosse PetrotvLki, in Charkow Genosse Muranow, in Kostroma Genosse Schagow, in Wladimir Genosse Samoilow, in Petersburg Genosse Bodajew. Die Wahl in Moskau, wo sämtliche Arbciterwahl- männer Sozialdemokraten sind, steht noch aus. Ferner wurden gewählt in Ufa Genosse Chausow, in Tiflis Genosse Tscheidse, in Batum Genosse Tschenkelia, endlich von der russischen Kurie iin Kaukasils, die bisher von einem Erz- reaktionär vertreten wurde, der Genosse Skobelew.!�er glänzende Verlaus der Wahlen im.Kaukasus, die bisher schon 3 Mandate für die Sozialdemokratie statt der bisherigen 2 ergeben haben, bestätigt wieder die Tatsache, daß der Kau- kasus fester Besitz der Sozialdemokratie ist. Die letzten Zuckungen der Curkei. Unbeeinflußt durch das Treiben der Diplomatie nehmen die kriegerischen Ereignisse ihren unerbittlich grausamen Fortgang. Die bulgarische Armee setzt tu drei Kolonnen ihre Berfolgungsaktion fort und treibt die türkischen Truppen, die kaum noch in geschlossenen größeren taktischen Einheiten kämpfen werden, immer näher an die Tschataldscha-Linie heran. Dabei ist es zu erneuten blutigen Rückzugsgefechten gekommen. Ob der Plan der bulgarischen Heeresleitung, die Trümmer der türkischen Armee von jener Linie abzu- schneiden gelingt, läßt sich heute nicht feststellen. Denn wenn auch die türkischen Truppen durch Verluste, vor allem aber durch'Hunger, Entbehrungen, Munitionsmangel und Desorganisation geschwächt sind, so wird auch das bulgarische Heer durch die unaufhörlichen Kämpfe und Gewaltmärsche nicht mehr zu außerordentlichen Leistungen befähigt sein. Auch die Bulgaren werden gewaltige Verluste gehabt haben; sie berichten über die türkischen Verluste, verschweigen aber wohlweislich die eigenen. Aus Koustantinopel liegen Nachrichten vor, daß die Armee den Kampf fortsetzen wolle. Der Zweck dieser Manöver ist sehr durchsichtig. Die FriedenSbitten der Türkei haben bisher ja keine Erhörung gefunden und so ist sie ge- zwungen, noch weiter Kampfesmut zu posicreu. Daun würde aber eine allzu offenbare Resignation die Leidenschaft der aufgeregten Bevölkerung der Hauptstadt zur Revolte auf- stacheln, würde aber auch die Formulierung der Friedens- bedingnngen für die Türkei ungünstig beeinflussen. Die der- zweifelten Täuschungsversuche, au denen besonders die jung- türkische Presse mitwirkt, sind daher nicht ernst zu nehmen. Wenn es einigen türkischen Generalen noch gelingen sollte, den Vulgaren ein größeres Rückzugsgefecht zu liefern, so wird das selbst im Falle eines taktischen Erfolges nichts mehr au dem Schicksal der Türkei ändern. Ganz trostlose Meldungen kommen von privater Seite aus Saloniki: hier drängen sich jetzt die zersprengten Trümmer der aus Mazedonien vertriebenen türkischen Weit- armce zusammen. Geflüchtete Landbewohner haben ebenfalls in der Stadt Rettung gesucht. Ueber die Widerstandsfähigkeit Salonikis fehlen alle Nachrichten. Dagegen ist es sicher, daß die Griechen von Süden her und ein Teil der serbischen Armee von Nordwesten her in bedrohliche Nähe der Stadt ge- langt sind. Der Festungskrieg, der sich um Adrianopel und Skutari abspielt, zeigt, daß die türkische Besatzung sich heldenmütig wehrt, der Ausgang aber wird auf die Ereignisse des Feldkrieges keinen Einfluß mehr ausüben. OcftUcbci* Kncgefcbauplatz. Die bulgarische Verfolgung. Wien, 6. November. Der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" bei der bulgarischen Hauptarniee meldet aus dem Hauptquartier der zweiten Armee vom 0. November: Der demokratische Kandidat 1721 Stimmen gegen des Liberalen, in Thcodosia 1129 Stimmen gegenjxich in Tiflis 2488 Stimmen gegen 979, in Jrkusk 1700 Stimmen gegen 900 usw. In 21 Städten erhielten die Sozialdemokraten Kräfte nack. um hier den Stoß gegen die Tschataldscha Stellung südliäs des DerkosseeS zu führen. Das Zentrum und der rechte Flügel der Bulgaren drängen der geschlagenen von 38 000 Stimmen 20000, gegen 12 000 Stimmen, die auf t türkischen Nachyut entlang der Eisenbahn und über Tschanta energisch nach und wollen den Angriff auf die türkischen Positionen in der Nähe von Tschataldscha durchführen. In den bisherigen Kämpfen hat die türkische Artillerie ihre Infanterie nicht genügend unterstützt und nur selten bis zum letzten Augenblick ausgeharrt. Die geringe Wirkung und her fiühzeitige Rückzug der türkischen Artillerie hat die zurück- gehende türkische Infanterie schutzlos den Angriffen der nach- drängenden Bulgaren und dem Feuer der bulgarischen Batterien preisgegeben, so daß der Rückzug fast stets in eine regelrechte Flucht ausartete. Die Belagerung von Adrianopel. Sofia. 7. November. Vor Ad r ia n 0 p el versuchen die Türken, den bulgarischen Ring zu sprengen. Die Bulgaren unternehmen trotz der türkischen Scheinwerfer häufig nacht- liche Sturmangriffe und auch bei Karagatsch am rechten Maritzauser wird fast täglich gekämpft. Das Bombardement wird mit großem Erfolg fortgesetzt. Das Mißlingen des letzten von zwei türkischen Divisionen mit starker Artillerie und zahlreichen Maschinengewehren unternommenen Aus- falles, des vierten seit der Zernierung, scheint die Wider- standskraft der Besatzung gebrochen zu haben. Man rechnet hier mit dem unmittelbar bevorstehenden Fall der Festung. Koilstantinopel, 7. November. Die türkischen Blätter veröffentlichen Privatdcpeschen aus Adrianopel, wonach die Garnison am gestrigen Tage erfolgreiche Ausfälle unter- nommen hat. Die Artillerie der türkischen Position Uassitepe beschoß die Stellungen der Bulgaren bei Marasch. Das türkische Feuer zerstörte die bulgarischen Kanonen und ein Lebcnsmitteldepot. Ein türkischer Fesselballon unternahm einen Rekognoszierungsaufstieg. Die Flugmaschincn im Fcstungökricge. Koilstantinopel, 6. November. Am 31. Oktober warf ein buk» garischer Flieger ein Schriftstück in die Stadt, in dem gesagt wurde, daß nach dein Fall von Kirkkilisse der Widerstand der Garnison Adrianopcl unnütz sei, sie solle kapitulieren. Ter Kommandant von Adrianopcl veröffentlichte daraufhin eine Pro- klamation, in der er ausführte, man dürfe dem bulgarischen Schriftstück keinen Glauben schenken. Aörianopel könne sich gegen 10 000 Kanonen und Hunderttausende von Soldaten halten. Tie Regierung fordere nur die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahmi. Ungefähr 300 Dörfer des Wilajcts Adrianopcl sind von den Be- wohnern geräumt worden. Eine bulgarische Darstellung der Schlacht bei Lüle-Bnrgas. Sofia» 7. November. Die bulgarische Telegraphen- agentur veröffentlicht folgenden Bericht über die Kämpfe aus der Linie Liile-Burgas— B u n a r- H i s s a r zwischen dem 29. Oktober und dem 2. November: Tie türkische Armce war über 129 000 Mann Infanterie stark, zählte 05 Eskadronen und verfügte über 300 Geschütze. Während der fünftägigeu erbitterten Kämpfe griff der türkische rechte Flügel unaufhörlich den linken Flügel der Bulgaren an. Ten Bulgaren gelang es jedoch, durch tapferen Angriff und dank ihrer mächtigen Artillerie den Feind zum Rückzüge zu zwingen', er wurde unter mörderischem Feuer vcr- folgt. Am dritten Tage unternahm das bulgarische Zentrum. von der Artillerie unterstützt, energisch die Offensive auf. Die Infanterie ging im Bajonettangriff gegen die unein- nehmbar scheinenden Befestigungen vor. Es gelang ihr, diese zu besetzen, worauf sie sich an die Verfolgung des Feindes machte, der unter dein Feuer der bulgarischen Artillerie Panik- artig sich zerstreute. Am fünften Tage ging der linke Flügel der Bulgaren, durch frische Truppen verstärkt, zum ent- scheidende Angriff ver und zersprwgte de Feind au! der ganzen Linie, so daß dieser seine starken Stellungen �ausgab und die Flucht ergriff. Die Vulgaren erbeuteten 42 Schnell- feuergeschütze. mehrere Fahnen. IM Waggons mit Lebens- Mitteln und Muntion und zwei Lokomotiven; außerdem machten sie 2800 Gefangene. Die bulgarischen Verluste betrugen IS 000 Mann an Toten und Verwundeten, die der Türken mehr als 40 000 Mann. In dieser Schlacht, die sich mit der bei Mudken vergleichen läßt, wurde die türkische Armee fast gänzlich vernichtet. In Deroute zog sich der Feind, der die befestigten Stellungen von Tschorlu und Saraj nicht halten konnte, gegen Tschataldscha zurück. Durch die Niederlage deprimiert und ohne Artillerie wird die türkische Armee schwerlich die Hauptstadt verteidigen können. Die Türken wollen weiterkämpfe». Koostantinopel, 7. Nevember. In Konstantinopel nahmen gester» uiigejuhr 3l> Marschälle und Generäle an einem Kriegsrate teil, der beschloft, alle Maßnahmen zur Bertci- digung des Landes und zur Fortsetzung de-Z Krieges zu treffen. Tie Bcschlässe des Kriegsrats wurden dem Minister- rat vorgelegt, dessen Sitzung bis Mitternacht dauerte. Konstantinopcl, 7. November. Die Presse fordert die Be- völkerung aus, ein nationales Verteidigungs- korps zu bilden, denn das Ergebnis einer Vermittelung durch die Mächte sei ungewiß. Die Rettung der Türkei hänge von der Verteidigung der Tschataldscha-Linie ab. MeMlcKer Knegöfcbauplatz. Der serbische Vormarsch auf Saloniki. Belgrad, 6. November. Wie aus Uesküb amtlich gemeldet wird, hat die serbische Armee K i t s ch e w o und K o t s ch a eingenommen und ohne Aufenthalt den Vormarsch nach Süden fortgesetzt. Einer Privatmeldung zufolge soll D j a k o w a von den Serben besetzt worden sein. Die Griechen gehen über den Wardar. Athen, 7. November. Der Kronprinz als Oberbefehls- Haber telegraphiert aus Kirdzalar vom 5. November: Wir bereiten hier den Uebergang über den Wardar vor. Der Feind zieht sich nach teilweiser Zerstörung der Brücken zwischen Jenidje und dem Wardar mif Saloniki zurück. Wir haben viel Munition und anderes Kriegsmaterial der feind- lichen Truppen aufgefunden. Ein türkischer Erfolg? Konstantinopel, 7. November. Nach einem gestern hier ein- getroffenen Telegramm des Oberstkommandierenden der West- armee Risa Pascha werden die Kriegsoperationen in der Um- gebung von Sorowitsch von türkischer Seite erfolgreich fortgesetzt. Außer Waffen und Gefangenen haben die Türken noch S Munitionswagen und drei Kanonen genommen. Der Feind hat sich in der Richtung auf Kailar zur Flucht gc- wandt und weitere vier Kanonen sowie eine große Menge Waffen, Munition und Sanitätsmaterial zurückgelassen. Die türkischen Truppen haben die Verfolgung aufgenommen. Serbien uncl Oestemick. Paris, 7. November.(P r iv a t te le g r am m des „Vorwärts".) Der serbische Ministerpräsident Pa- sch itsch erklärte dem Belgrader ,.TemPs"-Korrespondenten: 'Wir wollen, daß sich die Türkei direkt an uns wendet. Die Lösung ist leichter, wenn sich keine Vermittler einmischen. Die verbündeten Valkanstaaten würden eine Vermittelung schwer- lich akzeptieren, wenn nicht ihre Hauptforderungen im voraus anerkannt würden. Wenn Oesterreich nicht einen Land- gewinn anstrebt, wird Serbien eine kommerzielle Ex- pansion nicht hindern. Aber eine Zollunion ist aus- geschlossen, da die Balkanstaaten eine unabhängige Entwickelung anstreben. Wenn Oesterreich das s e r- bische Vordringen nach dem Adriatischen Meer begünstigt, so wäre ein engerer Verband für die Zu- kunft möglich. Ein selbständiges Albanien wäre unmöglich. Es würde nur neue Wirren und Rivalitäten der Nachbarstaaten hervorrufeil. Die beste Lösung ist, Alba- nien auf Griechenland und Serbien aufzuteilen und ihm Selbstverwaltung in religiösen und Schulangelegenheiten zu geben. Serbien fordert an der Adriatischen Küste die Häfen San Giovanni di Medua, Alesso und Durazzo. Wir wollen die Auf- teilung der europäischen Türkei, überlassen jedoch das Schicksal Konstantinopels der internationalen Entscheidung der Mächte. Eine offiziöse Erklärung. Belgrad, 7. November.(P. C.) DaS serbische Ne- gierungsblatt tritt heute für eine innigere Gestaltung des Verhältnisses Serbiens zu Oesterreich-Ungarn ein, unter der Voraussetzung eines normalen Handelsvertrages. Gleich- zeitig erklärt das Blatt, daß Serbien mit Rücksicht auf seine wirtschaftlichen Interessen unbedingtdieErlangung eines Zuganges zur Adria anstreben müsse. Noch keine Verständigung. Wie», 7. November.(V. H.) Die Gerüchte, daß eine Ver- ständigung zwischen Oesterreich-Ungarn und S e r- bien bereits getrofen sei, sind sämtlich verfrüht. Von unter- richteter Seite wird versichert, daß Oesterreich zwar bereit sei, Ser- bien gegenüber weitgehendstes Entgegenkommen zu zeigen, jedoch dürfte der von serbischen Regierungsblättern vorgeschlagene Ab- schlutz eines bindenden HanoelsvertrageS keine geeignete Ver- Handlungsbasis für die Herstellung eines dauernden Freundschaftsverhältnisses zwischen beiden Mächten abgeben. Erst dann, wenn Serbien sich dazu entschließen würde, das gleiche Eni- gegenckommen zu zeigen wie die Donaw-Mowarchie, dann könnte eine Berhandlungsbasis gefunden werden, auf Grund deren man zu einer definitwen Verständigung gelangen könnte. Tie Frage der Vermittelung. Paris, 7. November.(Meldung der Agence Havas.) ci man gefaßt gewesen. Tie erreichte Slimmenzahl s«j überraschend günstig, sie beweise, daß die Sozialdemokratie im Schlohkreise, trotz der widrigen Verhält- niss«, trotz der großen Fluktuation, über eine treue Wählerschaft verfüge. Daß die Partei in Berlin im I. Kreise so weit gekommen sei, verdanke man vorwiegend mit der Kreisleitung, die. obwohl nicht im Kreise wohnend, mit nie versagendem Eifer die schwierige Arbeit der Organpation und Agitation geleistet hätte. Da den meisten im Kreise wohnenden Wählern berufliche Gründe die Lei- tmng von Parteiarbeit sehr erschwerten, sei ist Zukunft eine dauernde Mitarbeit bon Genossen aus anderen Kreisen erloünscht. Man sieht, die freisinnig-liberale Presse läßt ihrer Phantasie sehr weiten Spielraum._ Das neue Landtagswahlgesetz für Lippe ist am 6. November veröffentlicht worden und hat damit Rechts- kraft erlangt. Die nächsten Wahlen zum Landtage werden im Januar nach diesem Gesetz vorgenommen werden. Das Gesetz bringt folgende Neuerungen: Die Wahlberechtigung wird auf alle über 25 Jahre alten männlichen Angehörigen eines anderen deutschen Bundes- staates ausgedehnt, wenn sie während der drei letzten Jahre vor der Wahl ihren dauernden Wohnsitz in Lippe gehabt haben. Bisher waren nur die Staatsangehörigen wahlberechtigt, und die Erwer- bung der Staatsangehörigkeit ist bekanntlich mit Schwierigkeiten verbunden. Aufgehoben ist die Bestimmung, und zwar vollständig, wonach diejenigen nicht wählen konnten, die Armenunterstützung bezogen hatten. Der Bezug von Armenunterstützung bringt in dieser Beziehung in Lippe keine Nachteile mehr. Die Sicherung des Wahlgeheimnisses ist jetzt durch die folgenden Be- stimmungen besser gewährleistet, als beim Reichstagswahlrecht: „Das Wahlrecht wird in Person durch Abgabe eines Stimm- zettels ausgeübt, welcher von dem Wähler vor der Abgabe un- beobachtet in einem Sonderraum des Wahllokals in einem amtlich abgestempelten Umschlag zu legen, ist. Der Stimmzettel mutz von weißem Papier und darf, ebenso wie der Umschlag, mit keinem äußeren Kennzeichen versehen und nicht unterschrieben sein. Die Umschläge sind von dem Wahlvorstande ohne Prüfung des In- Halts in eine Urne zu lezen, die so geräumig sein muß, daß die Umschläge durcheinander fallen können." Der Kleinstaat Lippe geht, wie man sieht, dem Reiche wie allen anderen deutschen Staaten insofern voran, als er über die Beschafenheit der Urnen eine Vorschrift erläßt, die bei richtiger Ausführung das Wahlgeheimnis sichert. Das«ationalliberal-fortfchrittliche Landtagswahl- koinpromitz in Preusten. In einer nationolliberalen Versammlung in Steglitz-Berlin teilte Amtsgerichtsr.it Dr. Liepniann mit, daß Berhandlungen mit der Fortschriitlichen Volkepartei schweben, die ein b e f r i e d i g e n d e s Abkommen erwarten ließen. Bis ans wenige Kreise sei bereits Einigkeit erzielt worden, nur einige Kreise ständen abseits, wohl in- folge besonderer örilicher Schwierrgkeiten; doch werde dadurch das Hauptabkommen nicht getroffen. Eine Verschlechterung des Postscheckverkehrs. Dem Reichstage ist der Entwurf des neuen Postscheckgesetzes zugegangen. Außer einigen Erleichterungen für den Gewerbestand enthält er eine Belastung für das einzahlende Publikum, die sicher nicht ohne schädigende Rückwirkung auf die EntWickelung des Post- scheckverkehrs bleiben wird. Bisher hatte eine Gebühr nur der Zahlungsempfänger bezw. der Kontoinhaber zu entrichten. Nach dem Entwurf soll von nun ab vom Einzahler eine Gebühr von 19 Pfennig für jede Einzahlung entrichtet werden. Der Vor- teil gegenüber einer Postanweisungseinzahlung würde oamit zum Teil fortfallen— sicher nicht im Interesse des bargeldlosen Zah- lungSverkehrs, um dessen EntWickelung Staat und Industrie sich sonst bemühen. Die Erhöhung der Gebühren geschieht natürlich wieder nur im fiskalischen Interesse. Während früher für die Bareinzahlung 5 Pf. für.je 599 M.(vom Zahlungsempfänger), für jede Barrückzahlung 5 Pf. plus iho vom Tausend des auszu- zahlenden Betrages(vom Kontoinhaber) erhoben wurden, sollen nach dem Entwurf vom Einzahler 19 Pf. und vom Kontoinhaber 5 Pf. plus Vio vom Tausend des Betrages eingezogen werden. Die SteigerungSgebühr bei mehr als 699 Buchungen von 7 Pf. für jede Buchung soll dafür allerdings fortfallen. Die Stammeinlage, die zur Einrichtung eines Postkontos berechtigt, wird von 199 M. auf 59 M. herabgesetzt. Die Guthaben sollen nach wie vor un- v e r z i n st bleiben— eine unnötige Rücksicht auf Sparkassen und den Tepositenverkehr der Banken. Zentrumsherrschaft. In der rheinischen Kreisstadt Siegburg, Bezirk Köln, ist das Zentrum bei den Stadwerordnetenwahlen in der dritten Ab- teilung unterlegen, obwohl Siegburg eine durch und durch katholische Stadt ist. Mit etwa 1999 Stimmen siegten die Kan» didaten des„Allgemeinen christlichen Wählervereins" über die offi- ziellen Icntrumskandidaten. Im Mittelpunkte des Wahlkampfcs stand nämlich die von der Zentrumsleitung betriebene Matzrcgc- lung des Pfarrers Lambertz, den das erzbischöfliche General. vikariat in ein weltabgelegenes Eifeldorf strafversetzt hat. Der Vergewaltigte war ein Geistlicher volkstümlicher Art. Die Jen- trumsvolitik der ultramontanen Gewalthaber Siegburgs, die von den Kölner Zentrumsgrößen unterstützt wurde, wollte er nicht mit- machen. Der Führer der örtlichen Zentrumspartei, Justizrat Mielke, hat sich gerühmt, den Pfarrer Lambertz beseitigt zu haben, und als des letzteren Nachfolger, Pfarrer� Rath, sich seine» Amts- Vorgängers und dessen Ehre annahm, erklärte Mielke:„Den einen haben wir weggebracht; tvenn sein Nachfolger sich nicht fügt, soll er sehen, wie es ihm geht!" Infolgedessen gaben die Anhänger der beiden Geistlichen die Parole aus: Alle Mann eintreten für den hochwürdigen Herrn Pfarrer Rath, den Rächer der beleidigten Ehre seines geistlichen Mitbruders. In einem Flugblatt hieß es: „Geistliche bekämpft man in der gemeinsten Art und Weise, Geist- liche, deren Streben nur auf das Wohl der untersten Klasse, der Arbeiterichaft bedacht war, versetzte man unter den gröbsten Lügen und Beschuldigungen!" Eine der von der offiziellen Zentrumsleitung gegen Pfarrer Lambertz erhobene Anklage lautete, er habe sich„der maßlosen Ueberschätzung des Arbeiterstandes" schuldig gemacht. Der Geist- liche hatte nämlich zum Nachteile der Geschäftsleute und der Haus- besitzer einen gemeinsamen Lebensmittelbezug organisiert und eine Baugenossenschaft gegründet. Darum mußte er verschwinden, und das erzbischösliche Generalvikariat bot willig die Hand dazu. Wie der Militarismus für seine Invaliden sorgt. Fast täglich lesen wir in den Zeitungen von Soldatenmißhand- lungen und von unmenschlichen Quälereien, besonders der jungen Mannschaften. Was aber aus den Opfern dieser militärischen Quälereien wird, darüber dringt nur selten etwas in die Oeffenilich» keit. Sind die Leute in ihrem künftigen Erwerbsleben behindert, so erhalten sie auf Grund des Mannschaftsversorgungsgesetzes eine Diente. � Wie sorgt aber der Militarismus für seine Invaliden? Das zeigt folgender Fall, bei dem ein Soldat in der Verzweiflung zum Strick griff. Wie Hunderttausende seinesgleichen wurde auch der Infanterist F. im Herbst 1992 in den Kittel gesteckt. Ihm war die Ehre zu. gedacht, in der bayerischen Armee seine zwei Jahre abzudienen. Mitte Dezember desselben Jahres ereilte ihn sein Verhängnis. Irgend etwas hatte in der Kompagnie nicht gellappt. Der Vorwand zur Rekrutenschinderei war gegeben. Am Tage der Uebung rieselte ein feiner Regen ununterbrochen herab. ES ist sehr kalt. Der Regen bildet nicht nur Glatteis, auch die Kleider sind steif gefroren. Run heißt cS auf dem Excrziervlatz Griffe Hopfen bis zur Er- schöpfung. Dann folgt das sa sehr beliebte Auf- und Niederlegen. Der Regen wird siärker. Das Wasser läuft in die Rockärmel hinein; es gefriert. Es wird weiter„geübt". Vom Walde geht es zurück. Auf dem Kastrnenhof werden wieder.Griffe geklopft, Nach all diesen Anstrengungen! sserkierk F.?en Verstand. Ee weiß nicht mehr, was er tut. Nachdem er im Lazarett wieder zur: Besinnung gekommen ist, erzählen ihm seine Kameraden, daß er sich in selbstmörderischer Absicht aufgehängt habe. Volle 69 Tage liegt der Mann isoliert im Lazarett. Tann wird er vier Wochen lang beobacbtet. Am 6. April 1993 erfolgt die Entlassung zur Disposition/und am 27. Mai wird der arme Teufel für dauernd untauglich zum Dienst im Heere und der Marine erklärt. Eino Rente bekommt er nicht. Erst auf seine Reklamation hin wurden ihm 9 M. im Monat als Rente zuerkannt, die auch bis 1912 bezahlt wurden. Ter Zustand des F. verschlimmerte sich in letzter Zeit mehr und mehr. Ein Spezialarzt für Nervenleiden, den er um Aus- fertigung eines Gutachtens anging, bescheinigte ihm, daß er bei dem Selbstmordversuch wahrscheinlich in einem epileptischen Dämmer- zustand gehandelt habe. Noch immer treten solche Anfälle auf, und seine Arbeitsfähigkeit sei um mindestens 59 Proz. gemindert. Eine wesentlich höhere Invalidenrente als 9 M. den Monat sei durchaus am Platze. Bezirks- und Generalkommando lehnte» den Alttrag auf Er- höhung der Rente ab. Die beim Kriegsministerium in München eingelegte Berufung wurde jedoch nicht nur verworfen, sondern dem armen Teufel, dem die Rente 1911 noch bis 1. Oktober 1913 zuesprochcn war. wurde sie nunmehr völlig entzogen. Anstatt eine erhöhte Diente bekam er nun überhaupt keine Unterstützung mehr. Das Kriegs- Ministerium sagte in seinem Besckieid, die Unterstützung sei nach § 110 des Gesetzes von 1871 bewilligt worden. Danach dürfe sie aber nur bei dringendem Bedürfnis vorübergehend gewährt werden» wenn die Erwerbsfähigkeit als größtenteils aufgehoben anzu- sehen sei. Das Kriegsministerium könne den Kläger jetzt nur noch als teilweise erwerbsunfähig anerkennen. Eineir Rechtsanspruch auf die Unterstützung habe er nie gehabt. Auch wird u. a. bestritten, daß F. eine Dienstbeschädigung erlitten habe. Einer Klage gegen den Bescheid des Kriegsministeriums vor dem Landgericht München konnte deshalb nicht stattgegeben werden, weil F. seinerzeit die Frist verstreichen ließ. Er hätte schon 1993 den Klageweg beschreiten müssen. Auf die nach 8 119 des Gesetzes von 1871 gewährte Unterstützung besteht kein Rechtsanspruch. So steht der Mann heute als Invalide in der Welt. Wie in der Diechtspflege steckt auch auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge der Militarismus in einer brutalen Rückständigkcit, l�orveAen. Storthings-Sttchwahle». Am 5. November haben die meisten Stichwahlen statt- gefunden und wenngleich die bis jetzt vorliegenden Nachrichten über das Wahlresultat hinsichtlich des Mandatzuwachses der Sozialdemokratie hinter den Schätzungen, die vor den Wahlen besonders in bürgerlichen Kreisen gemacht wurden, zurückbleiben, so bleibt dennoch die Tatsache eines erheblichen Gewinnes bestehen. Die Stichwahlen des 5. November haben bisher folgenden Besitzstand der drei Hauptparteien ergeben: 48 Liberale, 20 Konservative und 17 Sozialdemo- kraten. Von den zur Stichwahl stehenden Kristiania- Mandaten konnten unsere Genossen nur ihr bisheriges Mandat im Oslo-Kreis halten, die Konservativen behielten ihre Mandate, obgleich sie in dem einen Kreise von der Sozialdemokratie hart bedrängt wurden. In Oslo erhielt der Epsozialist Pfarrer Eriksen 3729 Stimmen, während unser Genosse Parteisekretär Magnus Nielssen mit 5953 Stimmen gewählt wurde. Die Quertreiberei des Reichssprachenpfarrers hat diesem nichts genützt; er erreichte nur, daß unsere Partei auch in diesem Kreise die Mühe und Kosten einer Stichwahl auf sich nehmen mußte. Einstweilen scheidet Eriksen aus der Storthingspolitik aus, was weder dem Lande noch besonders der Arbeiterschaft Anlaß zu Klagen geben kann. Die Stichwahlen haben sonst vollendet, was die Haupt- wählen so erfolgreich begonnen: die große vernichtende Niederlage der Konservativen. Was in Schweden 19 ll und in Dänemark bereits 10 Jahre früher geschah, ist nunmehr hoffentlich endgültig auch für Norivegen erfolgt. Hier haben die Konservativen ja schon früher das Heft ab- geben müssen, aber die Majoritätsverhältnisse draußen im Lande waren nicht gefestigt genug, um die Wiederkehr der konservativen Herrschaft zu verhindern. Die jetzige Wahl- Niederlage scheint dagegen eine vollständige zu sein. Die Liberalen werden nun zu zeigen haben, was sie an sozialer Reformarbeit im Staate zu leisten vermögen und zu leisten gewillt sind. Die Sozialdemokratie hofft, aus den noch ausstehenden Stichwahlen sechs weitere Mandate zu erhalten, womit unsere Genossen über 23 Stimmen im Storthing verfügen werden. Mit den Liberalen zusammen ist das eine kompakte Mehrheit. Allein, die Liberalen werden wahrscheinlich in manchen wich- tigen Fragen mit den Konservativen lieber zusammengehen als mit der Sozialdemokratie. Das wird dann den Auflösungs- Prozeß der Mittelpartei beschleunigen und der Sozialdemo- kratie bei künstigen Wahlen noch einen größeren Fortschritt sichern. I�ohaoUi. Ein russisch-mongolischer Vertrag. Petersburg, 7. November.(W. T. B.) Ein russisch-mongolischeS Abkommen ist am 3. November abgeschlossen worden. Darin sagt die russische Regierung der Mongolei ihre Unterstützung zu bei der Aufrechterhaltung des autonomen Regimes, das sie errichtet hat, sowie in dem Recht auf ein nationales Heer und in dem Bestreben, chinesische Truppen und chinesische Ansiedler von ihrem Territorium fernzuhalten. Der Souverän der Mongolei und die mongolische Regierung belassen wie bisher den russischen Untertanen und dem russischen Handel ihre Besitzungen, Stechte und Privilegien, die im Protokoll aufgezählt sind. Dabei versteht es sich, daß Untertanen anderer Nationen in der Mongolei nicht mehr Rechte als die russischen Untertanen genießen dürfen. Wenn die mongolische Regierung eS für notwendig befindet, einen Separat- vertrag mit China oder einer anderen fremden Macht zu schließen, darf sich dieser neue Vertrag in keinem Falle gegen die Bestim- mungen des gegenwärtigen Abkommens richten und das dem Ver- trag beigefügte Protokoll nicht ohne Zustimmung der russischen Regierung abgeändert werden. Das gegenwärtige freundschaftliche Uebereinkommen tritt mit dem Tage der Unterzeichnung in Kraft. Hmmha. Der Mann der„ehrenhaften Gelchäftsleutc". Princcton(New Jersey), 6. November. Wilson sagte in einer Erklärung, die an die fortschrittlichen Kräfte der Nation appelliert, sich zu einigen und dem Lande Freiheit der Unternehmungen und eine Regierung zu geben, die von allen korporativen und privaten Einflüssen befreit ist:„Für einen ebrenhaften und ausgeklärten Geschäftsmann ist durch- aus nichts zn fürchten. Niemand, dessen Geschäft ohne Ver- letzung der Rechte des freien Wettbewerbs und ohne derartige private Abkommen oder geheime Vereinigungen geführt wird, daß sie die Grundsätze des amerikanischen Rechtes verletzten. hat von feiten der Regierung eine Einmischung oder Störung zu furchten.� GewerbfchaftHcbes* Sine Dampf kcITdexplonon bei Hfcbrngcr. Arbeitswillige sprengen einen Äesiel! Der Streik der Maschinisten und Heizer bei der Firma Aschinger in Berlin nimmt seinen Fortgang. Die Firma ist krampfhast bemüht, den Betrieb mit Arbeitswilligen aufrecht zu erhalten. In der„Altmärkischen Zeitung" in Stendal wie in weiteren Provinzblättern erscheinen Streikbrecherinserate, selbst die hiesige„Morgenpost" bringt solche. Wie liebevoll die Firma ihre Arbeitswilligen beschützt, geht daraus hervor, daß sie abends im Auto des Herrn Direktors aus dem Betrieb gefahren werden, während einige Herren Arbeitswillige im Betrieb einquartiert sind, denen strengstens verboten ist, denselben zu verlassen. Wie weit die Firma mit ihren Arbeitswilligen kommt, hat eine Kesselexplosion bewiesen. Am Donnerstagmittag I2V4 Uhr ertönte im Kesselhaus ein heftiger Knall, Dampf und Wasser strömten in den Heizraum, die Flurplatten wurden mit furchtbarer Gewalt in die Höhe getrieben. Mit Mühe und Not gelang es den Arbeitswilligen, aus dem Kesselraum zu entkommen. Als Ursache der Dampfkesselexplosion wird Wassermangel angegeben. Die Arbeitswilligen hatten nun nichts Eiligeres zu tun, als den Betrieb zu verlassen, und meldeten sich im Streikbureau. So weit der Tatbestand. Der Maschinenmeister Schirmer hat gegenüber den Arbeitswilligen ohne weiteres zu- gegeben, daß die Explosion infolge Wassermangel(Ausglühen des Kessels) erfolgt ist. Wir machen die maßgebenden Behörden darauf aufmerksam, daß hier mit Menschenleben gespielt wird und erwarten eine eingehende Revision. Oder sollte einer bestreikten Firma alles er- laubt sein? Unwillkürlich drängt sich die Frage auf, ob es denn notwendig war, daß die Firma sich solche Unkosten, die eine eingehende Reparatur notwendig mächt, aufladet. Für die tausende Mark Reparaturkosten hätte man den Maschinisten und Heizern ihre gewünschte Zulage jahrelang zahlen können. Ist der Herr Kommerzienrat L 0 n e r t über diese Zustände unterrichtet? Oder wird ihm die Wahrheit vorenthalten? -Wir müssen letzteres annehmen, da es sonst wohl schon zu Verhandlungen gekommen wäre, daß die Firma Tausende erspart hätte. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden gebeten, vor Zuzug von Maschinisten und Heizern nach der Firma Aschinger zu warnen. � Berlin und Qmzegend. Gegen das Ueberstundrnwrsen im Bctongewerbe nahm eine Versammlung der Betonarbeiter Stellung, die am Mittwochabend bei Jannaschk in der Jnselstraße stattfano. Otto Ha c se schilderte eindringlich die schweren'Schäden, die entstehen, wenn einzelne Arbeiter sich rücksichtslos über das Interesse der Gesamtheit hin- loegsetzen und die Arbeitszeit ungebührlich verlängern. Um so gewissenloser sei ein solches Verhalten aber, wenn abseits die Arbeitslosen stehen, die zusehen müssen, wie ihnen von den eigenen Kollegen die Gelegenheit gestohlen wird, sich und ihre Familien zu ernähren. Die Arbeiter sollten bedenken, daß die Löhne und olle Arbeitsbedingungen immer da am schlechtesten sind, wo am längsten gearbeitet wird und daß diese Gefahr auch für das Bau- gewerbe heraufbeschworen wird, wenn die Arbeiter selber sich zu einer längeren Arbeitszeit hergeben, anstatt sofort Widerstand gegen jede derartige Zumutung zu leisten. Gegenwärtig ist die Arbeitszeit für die Betonarbciter 8 Stunden und daran sollte festgehalten werden. Die Organisation ist entschlossen, gegen die- jcnigen energisch vorzugchen, die in kleinlichem Eigennutz durch Leistung von Ueberstunden die Interessen der Gesamtheit schä- digcn. Die Sektionsleitung erwartet, daß ihr sofort von jeder ungebührlichen Ueberschreitung der Arbeitszeit Mitteilung gemacht Ivird.— Die Versammlung stimmte den Ausführungen des Redners durchaus bei und. verurteilte entschieden die Verlängerung der Arbeitszeit durch Ueberstunden, auch mit Rücksicht darauf, daß vielfach die Arbeitsgelegenheit wieder abzuflauen beginnt. Eine„gewerkschaftliche Organisation der Schauspieler. Ungeachtet der inneren Kämpfe in der Deutschen Bühnen- genoffcnschaft geht die Entwickclung zu einer sozialen Organisation, wie sie gerade in der gegenwärtigen Zeit der wirtschaftlichen Misere für Schauspieler von zwingender Notwendigkeit ist, ihren steten Gang weiter und findet dabei— das verdient bemerkt zu werden — Zustimmung in beiden Lagern. Im vorigen Jahre ist aus der Delegiertenversammlung die Gründung von Bezirksverbänden bs- schlössen worden, um die Organisation straffer zu gestalten. An der Spitze dieser Verbände, von denen heute 22 in Tätigkeit sind, steht naturgemäß der von Groß-Berlin, in dem nicht nur sämtliche Berliner Lokalverbände, sondern auch eine große Anzahl von Bühnen der Provinzen Brandenburg und Pommern zusammen- geschlossen sind, und an dessen Spitze das Königliche Schauspielhaus Berlin steht. Dieser Verband, dem nicht nur die bekanntesten Ge- nnssenschaftsführer, sondern auch die Sprecher der Opposition an- gehören, hat in seiner letzten Sitzung zur Vorbereitung der Delo- giertenversammlung drei sehr bemerkenswerte Anträge beschlossen, welche die sozialen Bestrebungen der Bühnengenossenschaft auf das Wirksamste unterstützen werden, und deren Annahme gesichert er- scheint, da die Anregung dazu aus den beiden Lagern innerhalb der Genossenschaft stammt. Zunächst wurde die Gründung einer Reis e-Unter st ützungs lasse beschlossen. Bisher war es nur möglich, engagementslosc Schauspieler oder Mitglieder, die das Reisegeld nicht besaßen, um ein neues Engagement an einem weit entfernten Platze antreten zu können, auf dem Wege des AI- masens zu unterstützen. Mit der Gründung der geplanten Kassen erhält jeder Genossenschafter das Recht auf Unterstützung. Darüber hinaus beschloß der Bezirksverband Groß-Berlin bei der Delegiertenversammlung auf Errichtung einer Engagements- losenversicherung zu dringen. Die dafür benötigten Gelder sollen aus genossenschaftlichen Vevcmstaltungen gewonnen werden. Und serner wurde mit Einstimmigkeit die Gründung einer En- gagementSvermittlungsstelle gefordert, einer G e. nossenschaftSagentur also, deren Benutzung für Direk- toren und Schauspieler kostenlos sein wird, und die dem Agenten- unwesen ein End« zu machen bestimmt ist, das heule Unsummen aus den Taschen der Direktoren und der Schauspieler zieht. Der Antrag stammt von dem jetzigen Vorsitzenden des Rechtsschutz- bureaus Gustav R i ck c l t. der darauf hinweisen konnte, in wie vielen Fällen heute schon Direktoren mit dem Rechtsschutzbureau Hand in Hand gingen, so daß man glauben dürfe, daß auch in diesem Falle, wo die Interessen nicht weniger gemeinsam wären, eine Zusammenarbeit wohl möglich sein müßte, die obendrein auf Kostenersparnis hinausläuft.__ Ueber den Streik bei der Firma Johannes Gerold ist zu be- richten, daß die Differenzen noch nicht beigelegt sind. Der Streik dauert unverändert fort. Veranlaßt durch die tagtäglich aus dem Kundenkreis der Firma an das Bureau des Transportarbeiterver- bandcs gerichteten Anfragen, ob pch die Firma nicht zu Verband- lunaen zwecks Beilegung der Differenzen bereit erklärt, hat die Verwaltung genannten Vorbandes sich nochmals schriftlich an die Firma gewandt und um Verhandlungen nachgesucht.' Tie Firma Lerantw. RedäkstsAlfred Wielepp, Reukölln. Inseratenteil vercmtw.: hat verschiedene Tage später darauf der Berbandsleiiung einen Bescheid zugehen lassen, in welchem sie sich über die Veröffeni- lichungen im„Vorwärts", die den Streik in ihrem Betrieb betrafen, beschwert, und ihre weiteren Entschlüsse von einer, wie sie sagt,„an- ständigen und ausreichenden Berichtigung der im„Vorwärts" vcr- breiteten Behauptungen abhängig macht". Diesem Verlangen können wir nicht Rechnung tragen. Die Vorgänge in dem Betriebe, welche die Ursachen des Streiks bildeten, sind nach unserer Ueber- zeugung objektiv und den Tatsachen entsprechend geschildert worden. Der Betrieb ist nach wie vor gesperrt. Deutscher Transportarbcitcrvcrband. Bezirk Groß-Berlin. veuttckes Reich. Die geheime Ffcrnc der Eisenindustrielleu. Ein günstiger Zufall ließ uns Einblick nehmen in folgendes Zirkular: „Stahlwerk Krieger Akt.-Ges. Düsseldorf-Oberkassel... Vertraulich! Der bei Ihnen angeblich vom... bis... beschäftigt gewesene... bewirbt sich um Arbeit bei uns. Wir bitten daher, uns umseitig gcfl. mitzuteilen, ob Sie denselben als tüchtigen und zuverlässigen Arbeiter empfehlen können, wie seine Führung bei Ihnen war und vor allem, ob er kein Auf- wiegler, Hetzer oder dergl. ist. Mit der Versicherung üblicher Verschwiegenheit danken wir Ihnen im voraus und erklären uns zu Gegendiensten jederzeit bereit. Hochachtungsvoll Ein angefügter Bogen enthält nachstehende Fragen, die von der befragten Firma beantwortet und retourniert werden sollen: Stahlwerk Krieger, Akt.-Gcs., Düsseldorf-Oberkassel, Der angefragte... hat vom... bis... als... in unseren Diensten gestanden. Seine Führung war.. seine Leistungen waren.. sein Lohn betrug pro Stunde... Ist er organisiert?... Grund des Austritts... Besondere Be- merkungen... Unterschrift." Die Zusicherung der„üblichen Verschwiegenheit' und die Bereit- Willigkeit zu Gegendiensten läßt auf eine weite Verbreitung dieser Methode schließen, die eine systematische Brotlosmachung bestimmter Personen bedeutet. Ihre Anwender aber zetern über den angeb- licken Terrorismus organisierter Arbeiter und verlangen Ausnahme- gesetze für diese._ Wahlen zur Angestelltenversicherung. In Hamburg hatte die Freie Vereinigung einen glänzenden Erfolg, während die im Hauptausschuß vereinigten Harmonie« verbände kläglich abschnitten. Die Verbände der Freien Versini- gung mustern in Hamburg rund 4000 Mitglieder, die Hauptaus- schußvcrbändc, die ihren«tammsitz dort haben, 30 bis 3? OOO. Trotzdem fallen der Freien Vereinigung von den 30 zu vergebenden Sitzen 10 zu, und zwar 3 Vertrauens-, 4 erste und 3 zweite Ersatz- Männer. Die im Hauptausschuß vereinigten Verbände erhielten 8 Vertrauens- und l3 Ersatzmänner. Die freien Arbeitgeber er- rangen mit ihren 88 Stimmen einen Ersatzmann. Die gegne- rischen Verbände brachten trotz ihrer fast zehnfachen llcbermacht in der Mitgliederzahl nur 7260 Wähler an die Urne, die Freie Ver- einigung dagegen 3801. In Kassel, wo ein besonders scharfer Wahlkamps tobte, hat die Freie Vereinigung einen großen Erfolg errungen, da sie aus ihre Liste die meisten Stimmen, 702 vereinigte. Danach folgte eine Gruppe der weiblichen Angestelltenverbände und Lehrerinnenvereine mit 597 Stimmen, an dritter Stelle erst der Deutschnationale Handlungsgehilfeiwerband mit 422. Die Freie Vereinigung erhält 1 Vertrauensmann und 3 Ersatzleute. Eine ganze Streikversammlung verhaftet! Die streikenden Metallarbeiter der Mähmaschinenfirma Mund- los u. Co. in Magdeburg wollten Donnerstag früh im Lokal „Weißer Hirsch" eine Versammlung abhalten, in der der erste Be- vollmächligte des Mctallarbeiterberbandes, Reichstagsabgeordneter Gen. Brandes einen Situationsbericht über den Streik zu geben beabsichtigte. Es sollte dazu nicht kommen. Kurz vor Eröffnung der Versammlung erschien ein Polizeikommissar mit etwa 30 Schutz- leuten, um die sämtlichen Versammlungsbesucher zu sistieren. Zu diesem Zweck stellte sich der Polizeikommissar Schulz auf einen Stuhl und hielt eine kurze Ansprache: In der letzten Zeit seien wiederholt Belästigungen der Arbeitswilligen vorgekommen. Es bestehe der dringende Verdacht, daß sich Streikende daran beteiligt hätten. Um die Schuldigen zu ermitteln, sei er beauftragt, alle in dieser Versammlung anwesenden Personen festzunehmen. Er ersuche jeden einzelnen, den Polizeibeamten ruhig nach dem Polizei- revier zu folgen. Die Unbeteiligten würden sofort wieder frei- gelassen.— Sämtliche Ausgänge des Lokals waren vorher mit Polizeibeamten besetzt worden, so daß niemand ungehindert hinaus konnte. Gen. Brandes forderte die Versammlungsteilnehmer auf, dem polizeilichen Machtgebot zu folgen und ruhig mitzugehen. Nunmehr wurden in Trupps von je ettva 40 Mann die Versam- rneltcn— eS waren ihrer ungefähr 400— nach der Polizeiwache gebracht. Nur von der Sistierung des Gen. Brandes wurde Ab- stand geiwmmen. Wieviel von den Sistierten, die natürlich in ihrer großen Mehrheit bald wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, in Haft behalten worden sind, war bis zur Stunde nicht in Erfahrung zu bringen. Bekannt geworden ist, daß bis Mittag zwei Vcrhaf- tungen aufrechterhalten worden sind. Beendeter Kampf im Baugewerbe z« Nordenham. Unter dem Vorsitz des Stadtmagistrats ist die 44 Wochen dauernde Aussperrung im Baugewerbe in Nordenham wegen Nicht- anerkcnnung des unparitätischen Arbeitsnachweises auf folgender Basis beendet: Die vom Bauarbeiterverband über den Arbeitsnachweis Nordenham verhängte Sperre wird aufgehoben, auch hat der Bau- arbeiterverband dafür Sorge zu tragen, daß die Sperrenotiz im „Grundstein" und in den übrigen Zeitungen nicht mehr erscheint. Das Bestehen des Tarifvertrages wird von beiden Seiten anerkannt und verpflichten sich die Unternehmer und die Arbeiterorganisa- tionen, für die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages zu sorgen. Der Bedarf an Arbeitskräften wird in erster Linie durch die seit Verhängung der Sperre beschäftigungslos gewordenen Maurer und Bauarbeiter gedeckt. Auswärtige dürfen nur dann eingestellt werden, wenn der Bedarf an Arbeitskräften am Orte nicht gedeckt werden kann. Die Ausgesperrten find der Reihenfolge nach anzustellen. Bei Beginn der Sitzung verlangten die Unternehmer Anerken- nung ihres Unparitätischen Nachweises, Anerkennung der Akkord- arbeit, Anerkennung der inzwischen mit den Streikbrechern abge- schlossenen Verträge, kollegiales Zusammenarbeiten mit den Ar- beitswilligen.— Alle diese Lieblingswünsche haben die Schart- macher zu Grabe tragen müssen, obgleich nicht weniger wie 237 Maurer und 105 Hilfsarbeiter als Streikbrecher gekapert waren. Vor kurzer Zeit hatten die Scharfmacher noch 70 Maurer und 37 Hilfsarbeiter als Arbeitswillige von auswärts geholt, die meist aus Berlin und aus Italien kamen. Bei den Verhandlungen erklärte der Direktor der Metallwerke — da es sich hier um einen gemischten unparitätischen Arbeitsnach- weis handelt, spielen die Jndustriegewaltigen hier die Hauptrolle— er halte es für ganz selbstverständlich, daß die 10 bis 15 Mann, die sich bei diesem Kampf hervorgetan hätten, nicht wieder eingestellt werde». Doch auch auf dieses Verlangen muhte der Herr ver- zichten. Schriftlich gaben die Unternehmer die Erklärung ab. daß sämtliche durch die Sperre arbeitslos gewordenen Arbeiter zuerst wieder eingestellt werden._______ tt.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.»4 Verlagsanstalt Wie versessen waren die Unternehmer doch auf die Anerkennung ihres Nachweises! Drehte sich doch die 44wöchige Aussperrung nur um diesen Kampfespreis. Zur Kapitulation waren die Unter- nehmer aber erst zu bewegen, nachdem die größte Baüsirma Pleite gemacht hatte und wohl noch andere fürchteten, in dieselbe'un- angenehme Situation zu kommen. Hier sollte im Eiiizelfalle die Arbeitsnachweisfrage für das Baugewerbe zugunsten der Unter« nehmer entschieden werden.— Da voraussichtlich in den ersten Wochen noch Arbeitslose am Orte sind, wird ersucht, nach wie vor den Zuzug fernzuhalten. � Versammlungen. Zentralverband der Zimmerer. Die Zahlstelle Berlin und Umgegend hielt Mittwochabend eine Versammlung ab, in der die Abrechnung über das 3. Ouartal entgegengenommen wurde. Die Zentralkasse schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 38 825.90 M. ab. Unter den Einnahmen befinden sich 31 568,70 M. als Eintrittsgebühren, Wochenbeiträge und Streikmarken; die Ausgaben setzen sich unter anderen zusammen aus 4448,75 M. für Arbeits- losenunterstützung und 135,75 M. für Rechtsschutz. Tie Lokal- lasse balanziert in Einnahmen uird Ausgaben mit 60 129 M- Neben 48 894,78 M. als Bestand vom 2. Ouartal sind an Bei- trägen, sowie für Kolportage-, Extra- und Maimarken 8595,95 M. eingegangen. Von den Ausgaben seien ermähnt 1212 M. als Zu- schuß zur Arbeitslosenunterstützung. 7237 M. für den Streikfonds an die Zentralkasse und 2223,75 M. für Arbcitslosenbeiträge. Der Bestand betrug am Schlüsse des 3. Ouartals 42 814,89 M. Die Zahl der Mitglieder betrug 2474.— Eine längere Debatte entspann sich über die Frage der Beitragskassierung. Die eingesetzte Äommission hat die Angelegenheit einer eingeben- den Erörterung unterzogen und schlug vor, von der besoldeten An- stellung eines HauskassiererS Abstand zu nehmen. Um jedocb eine pünktliche Beitragszahlung durchzuführen, soll in jedem Bezirk eine regelmäßige Hauskassierung vorgenommen werdd». Die für jede Beitragsmarie zu zahlende Entschädigung soll von 4% auf 6 Pfennig erhöht werden, wovon der Hauskassierer 4 und der Be- zirkskassiercr 2 Pfennig erhalten soll. Ilm die Mehrausgaben zu bestreiten, soll die allmonatlich zu klebende Kolportagemarke von 10 auf 15 Pfennig erhöht werden. Beschlossen wurde, daß die Delegierten in den einzelnen Bezirken an der Hand der Köm- missionsvorsckläge überall für die Einsübriing der Hauskasiierurig z» wirken haben. Die nächste Zahlstellenversammlung soll dann endgültig Beschluß fassen. Ohne Debatte wurde beschlossen, in diesem Winter zur Stär- kung der Lokaltasse— vom 1. Dezember bis 22. Februar— einen Wochenbeitrag von 50 Pf. zu erheben. Ueber den Ablauf des Tarifvertrages, der be- kanntlich am 31. März nächsten Jahres erfolgt, hielt Mi t t einen längeren Vortrag, der jedoch nur informatorischer Natur war, denn— so betonte Redner— die Verbandsleitung maebe keine Borschläge zum neuen Tarif: jede Bewegung müsse vielmehr ge- tragen werden von dein Willen der großen Mass«. In Bezirks- Versammlungen hätten die Mitglieder zunächst Stellung zum Ta- ris zu nehmen und dann erst könne eine Zahstelleiwersammliing Beschlüsse fassen. Redner behandelte ausführlich oie gesamte Wirtschaftslage und hob im besonderen bcrvor, wie das Unter- nebmertum zum Kampfe gegen die Arbeiterorganisationen rüste. Solle die Bewegung zugunsten der Zimmerer enden, so seien Auf« klärung und Klarbeit über die einzuschlagende Taktik eine un- bedingte Notwendigkeit. Die bevorstehende Bewegung würde dies- mal das ganze Reich umfassen; es komme zu einer Auseinandersetzung aus der ganzen Linie. 84 Proz. der Zimmerer arbeiteten heute unter tariflichen Bedingungen und würden in die Bewegung hineingezogen werden. Witt schilderte Iveiter die Verschiedenartig- keit der beiden Tarifkontrahcnten. Wäbrenh die Arbeiter ihr Augenmerk aus höhere Löhne, auf eine bessere Existenz richten, wolle das Unternehmertum die wirtschaftliche Lage des Arbeiters verschlechtern und die Arbeiterorganisationen zertrümmern. Sei nun eine Arbeiterorganisation stark, so würden sich die Unternehmer zu einer Verhandlung bereit erklären.' fei aber die Organisation schwach und lückenbast, so gebe man zum Angriff, zur Aussper- rung über. Die einfachste Frage— hie Lage der Arbeiter zil heben— mache das Unternehmertum zur Machtfrage. Ganz besonders das Unternehmertum im Baugewerbe gehe vlanmäßig, systematisch vor. Maßregeln schlimmster Art würden vorbereitet, die alle im Frühjahr 1913 zur Anwendung gelangen sollten. In geheimen Zustnnmenkünsten werde schon jetzt beraten und getatct, mit welchen Mitteln man die Bestrebungen der Scharfmacher durch- setzen könne.— Aber auch der Zentralvcrband der Zimmerer habe seine Maßnahmen und Vorbereitungen getroffen. Ueberall mache sich eine erfreuliche Steigerung der Mitgliedcrzahlen bemerkliar und auch in finanzieller Hinsicht stehe die Organisation gerüstet da. Wenn die Berliner Mitgjieder an dem Aufstieg der Organisation keinen Anteil hätten, so liege dies im wesentlichen mit a« dem schmählichen Verhallen der L o k a l i st e n. Es sc: ein Hohn, wenn diese Leute behaupten, sie vertreten die Interessen der' Ar- Vetter. Notwendig sei es, sijchlich uns kanieradschaftlich Aufklärung über die Organisation zu geben. Eine strenge Scheidung müsse aber vorgenommen werden und nur derjenige müsse als Arbeits- bruder angesehen werden, der dem Verbände angehöre. Nach Er- örterung des Streiks in Königsberg und der Tsfforenzen bei der Firma M ö b u s appellierte Redner eindringlich an die Anwesenden, in der Agitation und Organisation nicht zu erlahmen. Wenn auch das Agitationsfeld hart und steinig sei. so würde ein eni- schlossener Wille alle Schwierigkeiten überwinden.— Sine Diskussion über den beifällig aufgenommenen Vortrag fand nicht statt. Hetzte ffoebriebten. Ein Fernbeden registriert. Heidelberg, 7. November.,(P�E.I Wie die Erdbebenwarte a«f Königsstuhl mitteilt, ist heute vom Seismographen ein Fernbeben aufgezeichnet worden. Die ersten Anschläge begannen um 8,52 Uhr, die Hauptschläge kurz nach 9 Uhr. Di« Entfernung de? Erdbeben- Herdes dürfte etwa 8000 Kilometer betragen. Ein Spionageprozest. Leipzig, 7. November.(W. T. B.) Das Reichsgericht ver- urteilte die Stadttagelöhner Martin Westermann und Karl Friedrich Grether, beide in Karlsruhe wohnhaft, wegen Spionage zu je drei Jahren und den Eisenhobler Josef Leon Stiesfater aus Belfort zu zwei Jahren Zuchthaus. Es wurde als erwiesen erachtet. daß die Angeklagten einen deutschen Unteroffizier zu verleiten der- sucht hatten, ihnen geheime Schriftstücke zu übergeben, die sie dem französischen Nachrichtendienst ausliefern wollten. Siebzehn russische Matrosen zum Tode verurteilt. Sebastopol, 7. November.(W. T. B.) Unter der Beschuldigung der Vorbereitung von Flottenunruhen sind 17 Matrosen vom Marinegericht zum Tode und 106 Matrosen zu vier- bis achtjähriger Zwangsarbeit verurteilt worden. 29 Angeklagte wurden freigesprochen. Neue Kämpfe in Mexiko. Mexiko, 7. November.(H. B.) Die Revolutionäre, welche sich nach Morelos zurückgezogen haben, werden von der Regierung eifrigst verfolgt. Ter Kommandant der Rrgierungstruppen. Angeles, im Verein mit dem General Blaiiget stellte geitetn iwrK lich von Curnavaca die Aufständischen. Es entspann ,('<*> eine blutige Schlacht, bei dqr die Regieruugstruppcn 200 T 0 t e verloren. Tie Revolutionäre flohen nach allen Richtungen- zäulSinger i EÖ!]Serlin SW. Hierzu 3 Beil-gen».Unterholtungsbl. Nr. 262. 29. IahrMg. 1. DtilM Ks.Hwiick" Knlim WllislilÄ Frettag, 8. Nsvembnt9t2. Sie Teuerung. Erleichterung für die Einfuhr von Gefrierfleisch. Wie bürgerliche Blätter melden, hat der Bundesrat auf An- regung Hamburgs einige Erleichterungen für die Einfuhr von Ge- frierfleisch angeordnet. Die Bestimmung vom Jahre 1908 schreibt allgemein vor, daß Tierkörper, die in gefrorenem Zustande eingehen, vor der Untersuchung aufgetaut werden müssen. Nur für Renntiere kann die Auftauung auf die Eingeweide beschränkt werden, wenn nicht das Ergebnis der Besichtigung des Muskelfleisches eine weiter- gehende Untersuchung erforderlich macht. Diese Bestimmung bedeutete nun für die Einfuhr gefrorener Hammel eine wesentliche Er- schwerung, weil das Gefrierfleisch bekanntlich nach dem Auftauen so- fort verwertet werden must. Aus diese Weise wäre es Mit großen Schwierigkeiten verbunden, überseeische in den Hafenstädten zum Zwecke der Untersuchung aufgetaute Hammel in das Inland weiter zu befördern. Es ist deswegen zugelaflen, daß auch bei gefrorenen Hammeln die Auftauung nur soweit gefordert wird, als sie zur Untersuchung der Tiere unbedingt erforderlich ist. Der enthaltsame Regierungspräsident. Jnsterburg erhält ebenso wie Memel und Allensteln kein russisches Fleisch. Der Regierungspräsident in Gumbinnen hat dem Oberbürgermeister von Jnsterburg erklärt, daß er das Gesuch der Stadt beim Landwirtschastsminister nicht befürworten könne. Der Borstand des Bayerischen Städtetages beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Fleischteuerung. In einer Eingabe an das Ministerium des Innern und an den Bundes- rat konstatiert er eine erhebliche Fleischteuerung, erhebt gewichtige Bedenken gegen die Wirksamkeit der erlassenen behördlichen An- ordnungen und verlangt als Ergänzung die Zulassung der Einfuhr von überseeischem Gefrierfleisch, durch eine entsprechende Abänderung des Z 12 des Fleischbeschaugesetzes. dann die Aufhebung der Be- schränkungen für die Einfuhr von Vieh aus Dänemark und Schweden, Erleichterung des Schweineimports aus Oesterreich in die Grenz- schlachlhöfe, Zulassung der Einfuhr von lebendem Schlachtvieh aus Argentinien, Australien und besonders aus unseren afrikanischen Schutzgebieten sowie von Vieh und Fleisch aus Amerika unter den für österreichisches Vieh geltenden Beschränkungen, soweit die Rücksicht auf den Seuchenschutz das zuläßt, und von Schlachtvieh aus Frank- reich und Fleisch aus der Schweiz. Zur Unterstützung der Land- Wirtschaft wird die Aufhebung der Zölle auf Futtermittel gefordert. Maßnahme» gegen die Teuerung. Die Bremer Bürgerschaft stimmte am Mittwoch den Vorschlägen der Teuerungskommission zu, nach welchen 100 000 M. zum Beziige ausländischen Schlachtviehes und Fleisches zur Verfüguitg gestellt werden. Das Fleisch wird durch Schlächtermeister zum Verkauf ge- bracht. Weitergehende Anträge unserer Genossen wurden, weil aus- sichtlos, nicht gestellt._ Zum ceben zu wenig, zum Sterben zu viel! lautete das Thema einer vom Zeutralverband der Hand- lungsgehilfen einberufenen stark besuchten öffentlichen Ver- fainmlung, in der ReichstagSabgcordueter Hoch- Hanau referierte. In fünsviertelstündigen Ausführungen ging Redner mit erschöpfen- der Sachkenntnis auf die schwierige Materie ein und rechnete, oft- »»als von stürmischen Beifallsäußcrungen unterbrochen, mit den Mätzchen und Verleumdungen der Gegner-ab. Jawohl, er erkläre auch hier, daß er im Reichstage im Stamen der Fraktion für die Angestelltenversicherung eingetreten sei und zugegeben habe, daß das Gesetz bei allen Mängeln und Nachteilen auch Vorteile habe. Kleines feuilleton. Der deutsche Professor als Hüter der Freiheit. Das offiziöse Organ des russischen Polizeiministeriums, die berüchtigte«Roisija", die an Gesinnungslumperei des PrcßgesindelS alle Offiziösen beider Welten tief in den Schatten stellt, hat vor kurzen» einen Artikel über die russische Studentenschaft im Auslande gebracht, Hierin hieß es unter anderem:„Ihr(der Studenten) Verhalten zu den Professoren, zur Wisienscbaft, zur einheimischen Studentenschast, ihr Verhalten umereinander und ihr Verhallen zu den elementarsten Forderungen des Anstaiides empören und beleidigen die ein- heimischen Studenten uud auch die ganze Bürgerschaft... Diese Horden sind durchweg revolutionär". Auf diese ebenso dummen wie perfiden Angriffe sah sich die Tante Voß bemüßigt, eine Rundfrage unter den Berliner Professoren zu veranstalten, deren Ergebnisse sie nunmehr(Nr. 562, 3. XI 12) ihren Lesern mitteilt. Die Aniworte», die in ihrer Gesamtheit von dem wüsten Geschimpfe der„Nossija" deutlich abrücken, geben in niaucher Hinsicht ein so reizvolles Stimmungsbild aus dem Kreise heuliger„Lehrer der Jugend", daß sie es durchaus verdienen, niedriger gehängt zu werden, Am nächsten den„Rossija"-Leutcn südlt sich der hohe„Kreuz- zeitungs"-Poliliker Prof, Dr. Theodor Schiemann. Ihm haben es besonders die aus Russisch-Polen konimenden jüdischen Studenten angetan, die sich für ihn als„lästige, in den Kreis unserer deutschen Studentenschaft nicht hineinpassende Elemente" erweisen. Dagegen nimmt er sich der„jungen Russen aus guter Familie" besonders warm an. Wir wissen nun nicht, wodurch und inwieweit sich dieser Teil der russischen Sludenlenschast das Lob aus dem Munde eines Schiemann tatsächlich verdient hat. Wir vermuten aber, daß die in den Kreis der edlen Korps nicht hineinpassenden Elemente ihr Schick- sal nut Geduld ertragen werden. Nicht jedem ist es vergönnt, sein Jugendideal, bei den Bonner Bornssen zu finden, Sachlicher antwortet der große Polen- und Eisenfresser Ludwig Bernhard. Als Nationalökonom erkennt er die Berdieuste der Russen in seinem Fache an, er will sich auch die Gelegenheit nicht entgehen lassen,„aus den slawischen Geist einzuwirken und von ihm zu lernen." Aber,„daß das Studium der Ausländer an unserer Universität unbedingt zu unterstützen sei", will er keineswegs an- e.rkemien. Zwei Mediziner, Oskar Hertlvig und Waldeyer, stellen ihren russischen Hörern gute Zeugnisse aus. Sie weisen die Pöbeleien der„Rossija" scharf zurück und bemühen sich,— namentlich der erstere— die Tradition der deutschen Universitäten als„freier Bildungsstätten" in empfehlende Erinnerung zu bringen. Die guten Vorsätze des Herrn Professors in_ allen Ehren! Aber daß er in demselben Atemzuge die„behördlichen Gegen- maßregeln" gegen politisierende Russen als etwas ganz Selbstverständliches erwähnt, läßt seinen eigenen Freiheitsbegriff in etwas eigeniümlichcm Lichte erscheinen. Ohne Polizei- fuchtel geht es offenbar für einen preußlsch-deulscheii Professor nicht ab. Erinnert man sich des traurigen Verhaltens der Professorenschaft ini Falle Arons, des nicht minder traurigen im Falle Dubrowsty, Vergegenwärtigt man sich den servilen Byzantinismus, in dem bei jeder'passenden und unpassenden Gelegenheit die deutsche Professoren- fchafl das Menschenmögliche leistet, so kommt man zu dem Schluß: die russischen Pcesselakaien hätten in ihren Angriffen gegen die alademischsn Bürger der europäische» Univerfnälen nie so weit Während in früheren Jahrzehnten noch die meisten Angestellten glaubten, sich lvirlschaftlich selbständig machen zu können, sei iru Laufe der Zeit dieser Hoffnung fast gänzlich der Boden entzogen worden. Die Gehälter uud Lebensbedingungen seien aber der- artig, daß vorn Zurücklegen für Krankheitsfälle und für die alten Tage bezw. für die Hinterbliebenen keine Rede sein könne. Daher mußte von Staatswegcn für das große Heer der Angestellten und Arbeiter etwas getan werden. Bei der heutigen Finanzlage des Reiches könne der Staat jedoch keine Zuschüsse zu dieser Versiehe- rung liefern. Unsere Forderung sei deshalb dahin gegangen, die Lasten der Versicherung auf das Großkapital abzuwälzen. Man hätte dies um so eher tun können, als gerade das Großkapital in guten wie in schlechten Zeiten am besten bestehe. Dagegen jedoch waren die bürgerlichen Parteien, hinter die sich der Hauptausschuß versteckt hatte. Hätten wir nun das Gesetz verhindern wollen, so wäre dies Wohl möglich gewesen, die Partei habe sich aber gesagt, wir begnügen uns vorläufig mit dem kleinen Finger, um nach uud nach die ganze Hand zu verlangen. Das machen uns nun die Gegner zum Vorwurf. Was würden sie aber gegen uns schleudern, wenn wir anders gehandelt hätten? Indem der Ausschuß gegen eine Verbindung mit der Arbeiterversicherung gewesen sei, habe er die Geschäfte des Grotzunternehmerturns besorgt. Wir seien immer der Ansicht gewesen, daß es Unsinn ist, diese beiden Versicherungen zu trennen, schon aus finanziellen und verwaltungstechnischen Grün- den. Gegner und Juristen wie Trimborn hätten diese Ansicht bestätigt. Jede Aktion sei aber lahmgelegt worden durch das Ver- halten des Hauptausschusscs. Er, Redner, habe das Vertrauen zu den Angestellten, daß sie stark genug sind, die Mängel des Gesetzes auszumerzen, und zlvar müßten sie jetzt gleich damit beginnen; seien doch schon Fälle bekannt, wo Unternehmer den auf sie ent- salleudeu Beitrag einfach ihren Angestellten vom Gehalt abzögen. Sollten demgegenüber die Angestellten die Hände in den Schoß legen? Nein! �Stürmische Zustimmung.) Um aber bessere Ver- Hältnisse zu schaffen, müßten Angestellte und Arbeiter geschlossen zusammenstehen. Nur so würden sie zu ihrem guten Rechte kom- men. Die Saat, die gestreut sei, gehe auf. Die Wahlen zur Ver- sicherung hätten gezeigt, daß die Stimmung für uns günstig sei. Hoffen wir, daß die Wahlen in Berlin uns recht geben werden. Dafür sorgen Sie alle!(Tosender Beifall.) Als erster Diskussionsredner trat Herr Fischer von den Deutschnationalen auf. Die Ausführungen des Referenten bczeich- nete er als eine Parteirede. Die Sozialdemokratie habe dem Gesetz zugestimmt, obgleich sie selbst zugäbe, daß es schlecht sei, alles, um Geschäfte zu»rächen. Sie wolle damit die Angestellten erst ins Elend hinabstoßen, um sie dann für sich zu gewinnen.(Großes Ge- lächter.) Die Sozialdemokratie hätte das Gesetz ablehnen müssen. Wenn das Gesetz schnell zustande gekommen sei, so zeige dies eben, daß die Regierung auch schnell arbeiten könne.(Gelächter.) Die Sozialdemokratie wollte die Angestellten aus politischen Gründen unter die Arbeiterversicherung stellen. Wären die Versicherungen verschmolzen worden, so wären die Angestellten noch dem Terror der Genossen unterworfen gewesen. Wenn sich Arbeitgeber unter- stehen sollten, ihren Anteil dem Angestellten vom Gehalt abzu- ziehen, so werde der Deutschnationale Verband Mittel und Wege finden, dies zu verhindern.(Stürmische Zurufe: Was für Mittel: Nennen Sie doch die Mittel!) Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. (Nennen Sie doch den Weg!) Sie wollen ja bloß hören, daß wir den Streik verwerfen. Was wollen denn Sie helfen, Ihre Zwerg- organisation hat ja keinen Einfluß.(Stürmische Unter- brechungen, Beifall bei den Deutschnationalen.) Hierauf nahm Genosse Hoch noch einmal das Wort: Sie(zu den Deutschnationalen) haben mich ja provoziert, von Hanau hier- herzukommen, damit ich meine und meiner Fraktion Stellungnahme im Reichstag hier nochmals vertreten solle. Herr Fischer hat seine Genugtuung darüber ausgesprochen, daß hier ein sozialdemo- kratischer Reichstagsabgeordneter mal öffentlich ausgesprochen habe, lvarunr die Sozialdemokratie für das Gesetz gestimmt hat. Das beweist, daß Herr Fischer die Reichstagsberichte überhaupt nicht gelesen hat. Das amtliche Stenogramm tveist es nach, daß ich dort dasselbe gesagt habe, wie hier in der Versammlung.(Große Hei- terkeit.) Der Hauptausschuß ist uns aber während der Verhand- lungen immerfort in den Rücken gefallen, er ist zürn Schaden der Angestellten zum Streikbrecher geworden.(Tosender Bei- gehen können, wären sie nicht sicher, daß sie bei den Lakaien unter den Professoren auf keinen prinzipiellen Widerstand, auf keine würdige Verteidigung der akademischen Freiheiten stoßen würden.' Ein neues Jlisektenmuseum. Draußen in Dahlem, dem aus Bauernhäusern und Palästen der Wissenschaft zusammengesetzten cigenartigen�Gemcinwcsen an der Grenze gegen Groß-Lichterfeldc, ist vor einigen Tagen eine neue wissenschaftliche Anstalt eröffnet worden, ein Jlisektenmuseum. Der verstorbene Professor Kraatz hatte seine außerordentlich reichhaltige Käfersaiiinrluirg der Stadt Berlin vermacht. Sie bildet den Grundstock des von ihm gegründeten und im Verein mit befreundeten Forschern iveiter geförderten „Deutschen Entomologischen Museums". Einer der Gönner kam für den Grund und Boden auf, auf oei» die Sammlung ihr eigenes Heim erhalten sollte, und da es auch sonst an Barmitteln nicht fehlte, so konnte der beauftragte Architekt, Heinrich Straumer, ein Wallot-Schüler, es bald errichten. Es ist ein freundlicher roter Ziegelbau dieses Jnseklenheinr. dem nichts von der massiven Schwer- fälligkcit anhaftet, wie sie Museen sonst eigen zu sein pflegt. Licht und lustig steht es wie ein Landhaus im Garten. Diesen hat es auch wirklich zu eigen, und zu gegebener Zeit kann das Museum auf das Doppelte erweitert werden. In seinem Innern herrscht nirgends ängstliche PlatzauSsparung. Die Sammlungen stehen in geräumigen Entfernungen und im hellen Licht, in Schränken, die ihren wertvollen Inhalt durch die niodernsten Einrichtungen vor Verstaubung und anderen Schädigungen behüten. Bei der verhältnismäßigen Kleinheit der Insekten, unter denen hauptsächlich tropische Vertreter am meisten ausfallen, gelingt es, eine sehr erhebliche Anzahl aus geringem Raum unterzubringen. Trotzdem die neue Anstalt in, letzten Jahre 190 090 Insekten durch Kauf hinzu erwarb, ist immer noch Raum genug vorhanden. Der Laie wird schon aus dieser Zahl den erstaunlichen Formenreichtunr dieses bochorgaiirsierten Kleiuvolles ermessen löniie», von dem etwa an 400 000 Arten beschrieben und vielleicht ebensoviele noch un- beschrieben sind. Einer der lichten Räume enthält die Bibliothek, an 15 000 Publikationen über Insekten, von den schwersten Folianten bis zu den kleinsten Taschenformaten. Ein Stab wissenschaftlicher Arbeiter findet in dieser Anstalt seine Aufgaben. Sie siebt nur sehr wenigen anderen Museen dieser Art an Zahl der Objekte nach, übertrifft aber viele durch seine moderne Einrichtung. DaS neue Museum ist städtisches Eigentum. Es besitzt eine eigene Verwaltung und sein eigenes Kuratorium. Das Museum ist jetzt eröffnet, doch muß bemerkt tverden, daß es damit nicht dem „Verkehr übergeben" worden ist. Das Entomologische Museum ist leine Schauanstalt für das große Publikum, sondern für diefen Zweck ist im Märkischen Provilizialmuseum zu Berlin eine übrigens be- guemer zu errcickiende Schausammlung eingerichtet. DaS Tahlerner Museum wird jedoch ab und zu besondere TeilauSausstellimgen ver- anstalten und durch die Tagespresse darauf hinweisen. Als einer Anstalt für friedliche Kultirrbestrebungen sei in dieser Zeit kriegerischer Schrecken dem neuen Museum der Wunsch gedeihlichen Wirkens auf den Weg gegeben. L. L. Die Flucht der Huiigerarniee. Wahre Schreckensbilder von dem Rückzug und der Flucht des geschlagenen türkischen Heeres nach den Kämpfen um Lüle-BurgaS entwirft der KriegSkorrespondent der „Slampa", der während des Kampfes in der Feuerlinie weilte und sich nach der Schlacht aus der stürmischen Flutwelle der Flucht rettete, um dann von Rumänien ariS seinen Bericht zensurfrei zu fall.) Zum Verräter an der Gemeinschaft.(Fortdauernder Bei- fall.) Weil Ihr nicht das Großkapital treffen wolltet, habt Ihr die Witwen mit Pfennigen abgespeist!(Stürmische Zustimmung.) Die Finanzen des Reiches sind so, daß wir nicht wirtschaften können, ohne an das Großkapital heranzugehen. Das wäre gegangen, wenn der Hauptausschuß nicht Verrat geübt hätte. Ihr seid im Reichs- tage die Hintzegarde gewesen!(Dröhnender Beifall.) Unsere kleine Fraktion hatte den Einfluß, weil draußen ritt Lande die Unzufriedenheit vorhanden war. Ihr habt ja kein Mittel mehr, die Schäden des Gesetzes gutzumachen, liabt Euch die Quelle abgeschnitten, weil Ihr nicht an das Großkapital herangehen wolltet. Uud noch tveiter: weil kein Mensch im. politischen Lebcn mehr Achtung vor Euch hat!(Wiederholter stürmischer Beifall.). Wir haben hier über die Wahlen zu entscheiden, und es handelt sich darum. Männer zu wählen, die den Mut haben, gegen die Regie- rung und gegen das Großkapital anzukämpfen. Den Streik wollt Ihr nicht! Ja, was wollt Ihr denn?(Zuruf: Bitten!) Ja: ver- raten! Wer sich auf diese Gesellschaft verläßt, der ist verlassen. Wenn die Rechte der Angestellten unterdrückt werden, dann dürfen sie auch von allen gesetzlichen Mitteln Gebrauch machen. (Großer Beifall.) Trotz Ihrer großen Zahl können sie nichts ausrichten, Ihnen selbst fehlt der Mut, die Ueberzeugnng. Das finden wir nur auf feiten der Freien Vereinigung, deshalb lautet die Losung: Wählt die Liste der Freien Vereinigung!(Donnernder Beifall.) Gauleiter Bublitz vom Zcntralverband der Handlungsgehil- fen übernahm es nunmehr, die Behauptungen des Herrn Fischer einer gründlichen Korrektur zu unterziehen und kennzeichnete, ge- stützt auf reichliches, unanfechtbares Tatsachenmaterial, das hinter- hältige Gebaren der Deutschnatioualen. Unter andauernder Zu- stimmamg forderte er Herrn Fischer auf, doch die Mittel und Wege zu nennen, die dem Deutschnationalen Verbände zu Gebote stehen, wenn es gelte, die Rechte der Angestellten zu erkämpfen oder zu verteidigen. Sie haben abgewirtschaftet, trotz Ihres Terra- rismus, indem Sie durch verklausulierte Bestimmungen in Ihren Statuten Mitglieder, die austreten wollen, durch Zwang festhalten. Wir danken für derartige Mitglieder, wir wollen nur solche, die aus Ueberzeugung bei uns sind.(Stürmische Zustimmung.) Sorgen Sie dafür, daß bei der Wahl die Freie Vereinigung siegt!(Stür- Mischer Beifall.) Nachdem noch H. Krüger mit den Deutschnationalen scharf ins Gericht gegangen war und ein treffliches Konterfei von ihnen entworfen hatte, war die imposante Versammlung beendet. Angestellte, Handlungsgehilfen! Wählt Liste„L* Hus der Partei. Eine Richtigstellung. In der soeben erschienenen Nummer der„Neuen Zeit' schreibt Genosse August Bebel: In den Auseinandersetzungen, die sich in den letzten Nummern der„Neuen Zeit" zwischen den Genossen Hilferding und Kloth ab- spielten, ist auch wiederholt die Frage gestreift worden: wer in der Partei die erste Anregung zur Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen gegeben habe. Beide sind der Ansicht, daß dies Genosse Bernstein gewesen sei, und in der Partei war bisher all- gemein diese Auffassung vertreten. Sie ist aber ein historischer .Irrtum. Mein alter Kriegskamerad Ed. Bernstein wird es mir nicht verübeln, wenn ich ihm ein Blatt aus seinem Nuhmeskranz nehme, aber im Interesse der historischen Wahrheit bin ich dazu gezwungen. Die erste Anregung zur Beteiligung an den preußischen Land- tagswahlen erfolgte in einer Berliner Korrespondenz unter dem 4. Juni 1885 im Züricher„Sozialdemokrat". Und zwar�jxar der Verfasser jener Korrespondenz der verstorbene Genosse Hasenclcver. Anknüpfend an eine Polemik gegen den Genossen Mehring fuhr derselbe fort: „Mich interessiert heute eine andere Frage, nämlich die der preußischen Landtagstvahlen. Ich entscheide mich unumwunden für die Beteiligung an denselben seitens unserer Partei, und telegraphieren. Dieser Augenzeuge berichtet schreckliche Einzel- heiten. Nach dem letzten Schlachtentage ging in der Kälte ein starker Regen nieder und dieser Regen gab den erschöpften und ariS- gehiingerten Truppen den Rest. Seit Tagen hatten die Soldaten nichts, aber auch buchstäblich nichts gegessen, waren marschiert, hatten gekämpft, bis die llörperkräfte versagten. Denn die Optimisten und Schönredner von Konstantinopel hatten keine, aber auch gar keine Vorbereitungen getroffen, ihre Truppen zu ernähren und ihnen Munition zu liefern, Nahrungsmittel und Munition hielt man für liberflüssig. Nun brachen die kalten Nächte über diese erschöpften unterernährten Menschen herein. Nächte ohne Ruhe und Nächte ohne Nahrung,»ach Kämpsei, mit unzureichender Munition. Und doch begann der Rückzug in den ersten Stunden mit leid« sicher Ordnung. Bis dann die rasche Verfolgung der Bulgaren ein- setzte: nun verlor daS Heer den Charakter einer organisierten Masse, die Soldaten warfen ihre Gewehre weg, und schließlich wurde der regellose Rückzug zu einer wilden Flucht. Mein Automobil war von flüchtenden Mcirschcn umringt. Ueberall gewahrte man Leute, die vor Erschöpfung in völliger Apathie hinfielen und am Wegrand liegen bliebe». Alle, die in nieiner Nähe vorbeikamen, bestürmien mich mit flehenden, jammernden Bitten der Verzweiflung. Sie flehten um Brot, nur um ein Stück Brot. Und ich konnte ihnen nichts geben. Dann geriet ich in die Menge der Verwundeten. Der Anblick war furchtbar. Auf Karren sah ich zer- fetzte Jüiiglingskörper liegen, werte, klaffende Wunden, von Krämpfen und Schnrerzen zuckende Körper, die oft fast nichts Menschliches mehr hatten. Und nirgends fanden die Unglück« lichen Hilfe. Die meisten starben in der Nacht, in der Kälte. Abs Verwundeten blieben sich selbst überlassen. Die rneisten von ihnen sind amKopfe und am Oberkörper verwundet und 75 Proz. der Verletzten sind von Schrapnells getroffen. DaS beweist die vernichtende Wirkung der Artillerie. Gegen mittag geriet niein Automobil, daS unter dem Zwange des furchtbaren JammerS Ambillaiizftation geworden war, ins feindliche Feuer. Hilfesuchende, die sich an meinen Wagen drängten, wurden getroffen. Die Bulgaren kamen näher. Es war keine' Zeit mehr zu berlieren. Mein Verbandszeug war erschöpft. Mit unsäglicher Mühe gelang es, das Auto auS dem Schlamm zu ziehen, und nun fort, fort, so gut es ging. Notizen. — Theaterchronik. Das Schiller-Theater wird zur Feier von HauptirrannS 50. Geburtstag„Elga" in seinen Spielplan aufnShme». Die erste Auffühlung erfolgt Donnerstag, den 14. d. M., in Charlotlenburg. — Das Theater Groß- Berlin arn Zo0 wird in einigen Tagen unter Ludivig RosenfeldS Leitung eröffnet. Es will„ein Unterhaltungstheater großen Stiles" werden. Nach kurzem Varictö- teil wird das Programm als Hauptnummer ein längeres heiteres Stück bringen und zwar als erstes„So bummeln wir" von Gustav Kadelburg mit Gesaiigstcxlen von Leo Leipziger und Musik von Jean Gilbert. Unter den Mitwirkenden tverden genannt: Fritzi M a s s a r y, Max Pallenberg und Karl B a ch n, a n n. — Eine Orchideen-Ausstellung veranstaltet die Deutsche Gartenbaugejcllschaft vom Freitag bis einschließlich Sonntag im Herrenhause. Zwar nicht aus„ParkaMentsspielttei". sondern lediglich aus agi tatarischen Gründen. Daß der Parlamentarismus an sich die „soziale Frage" zur Zufriedenheit des Proletariats nicht lösen kann, davon sind wohl unsere Parteigenossen durchweg überzeugt; daß aber die Parlamentswahlen das geeignetste Feld abgeben, um unsere Ideen unter die Massen zu bringen— wer möchte dies bezweifeln? Es kommt also gar nicht darauf an, ob die preußischen Landtagswahlen Aussicht auf Erfolg bieten, daran zweifle ich auch. Aber trotzdem sind sie ein gutes Agitations- mittel nicht nur für die aufzurüttelnden Massen, sondern auch für unsere Genossen selbst. Sie bringen uns Leben in die Bude, sie spornen zu erhöhter Tätigkeit an, und sie lassen tjp Kampfe gegen den gemeinsamen Feind kleine Differenzen unter den Ge- nossen selbst leicht vergessen. So möchte ich in der Tat unseren Genossen in Preußen empfehlen, nächsten Herbst überall, wo es eben mit nicht allzu großen Schwierigkeiten verbunden ist, in den Landtagswahlkampf zn ziehen." Dazu bemerkte die Redaktion des„Sozialdemokrat": „Von der Ansicht durchdrungen, daß jede an unsere Partei herantretende Frage nur durch unumwundene Diskussion die notwendige Klärung erhält, haben wir hier einem Vorschlag das Wort gelassen, der eine wesentliche Aenderung der Taktik unserer Partei bedeutet. Ilm der wünschenswerten Diskussion von feiten der Genossen nicht vorzugreifen, halten wir mit unserer Meinung über den Vorschlag des Einsenders einstweilen noch zurück." Eine Polemik rief die Anregung Hasenclevers im„Sozialdemo- Trat" aber nicht hervor, sie erweckte kein Interesse. Dagegen hielt bald darauf Frohme in Frankfurt a. M. eine Rede, in der er sich gegen eine Annonce in einem Frankfurter Blatt richtete, in der eine Anzahl Genossen erklärt hatten:„Das Dreiklassensystem sowie die nicht geheime und indirekte Wahl m u tz von jedem Sozialdemo- kraten ignoriert werden." Frohme befürwortete in seiner Rede, sich an der Wahl energisch zu beteiligen, um dem demokratischen Kandidaten gegen den Kandidaten der vereinigten Fortschrittler, Nationalliberalen und Konservativen zum Siege zu verhelfen. Eine eigene Parteikandidatur kam dabei also nicht in Frage. Gegen diese Taktik erklärte sich der„Sozialdemokrat"(das heißt Eduard Bern- stein) in der schärfsten Weise. „Ueberall, wo die Partei sich bei Klassenwahlen beteillgt habe (Berliner Stadtverordnetenwahlen, badischen Landtagswahlen), sei sie für ihre eigenen Kandidaten eingetreten, Frohme aber wolle die Partei zum Schleppträger einer gegnerischen Partei- tandidatur machen, einer Partei, von der nach ihrem ganzen bis- herigen Auftreten die Arbeiter absolut nichts zu erwarten hätten Darüber könne auch bei Frohme kein Zweifel sein usw." Der Standpunkt Frohmes fand auch bei den Frankfurter Ge- nossen nur sehr wenig Gegenliebe, in den eigentlichen Arbeiter- vierteln blieben die Arbeiter bei der Wahl zu Hause. Zu einer Diskussion der Frage der Beteiligung an den preußi- scheu Abgeordnetenkoahlen kam es unter der Herrschaft des Sozia- listengesetzes nicht wieder, sie wurde erst wieder im Jahre 1893 und jetzt durch Bernstein angeregt. Ein Tapferer. In Wien starb Genosse Jgnaz Raab tm Alter von noch nicht 39 Jahren. Der Verstorbene ging auf einen Ruf der Lad- zer Genossen um organisatorische Hilfe 1996 nach Russisch-Polen und war in all den großen Kämpfen und Aktionen der Lodzer Tex- tilarbeiter mit an der Spitze. Er hat natürlich auch mit den Ge- fängnissen des Zarismus Bekanntschaft gemacht und konnte seinen Aufenthalt und seine Arbeit nur unter falschem Namen usw. fort- setzen. Erst Ende 1997, als die letzten Bastionen der Revolution in Polen fielen, kehrte er nach Wien zurück, blieb aber bis zuletzt ein treuer Helfer der P. P. S. Er war in der Wiener Partei- druckerei angestellt._ Marian Bielecki. Die Arbeiterbetvegung in Polen hat einen schweren und uner» setzlichen Verlust erlitten. Marjan Bielecki. eine der her- voragendsten Gestalten des polnischen Sozialismus, ein Mann von ungewöhnlicher Geisteskraft, von großer und mannigfaltiger Be- gabung und ausgedehnten Kenntnissen, beschloß auf tragische Art sein kurzes LLjähriges Leben. Die sozialistische Bewegung in Polen besitzt wenig Namen, die in ihrer Geschichte einen solchen Klang, eine so heiße Erinnerung hinterlassen haben. Schon als Student tritt Bielecki zur sozialistischen Propaganda in Beziehung, wird von der russischen Regierung verhaftet und verbannt. Nach der Rückkehr aus der Verbannung tritt er in die Reihen der Polnischen Sozialistischen Partei(P. P. S.) ein und wird bald einer der bedeutendsten Verfechter der„linken" Richtung, welche die nationalistisch-blanquistischen Tendenzen, die bisher in der Leitung der Partei geherrscht haben, bekämpfte. Seine'lebhafteste Tätigkeit fällt naturgemäß in die Jahre der Revolution 1996/96. Bis zum Jahre 1997 gehört er mit Unter- Brechungen dem Zentralkomitee der Partei an und entwickelt eine rege' schriftstellerische Tätigkeit. Die Zahl der Aufrufe, Broschüren -und Artikel, welche in dieser stürmischen Periode von seiner Feder stammen, ist unzählbar. Zugleich tritt Bielecki in großen öffent- lichen Versaimiilungen auf und wird gleich als glänzender Redner sehr populär. Ende 1995. in den„Freiheitstagen", kommt er als einer der Redakteure des ersten legalen Tagblattes der Partei mit der ganzen Redaktion ins Gefängnis und wird nach halbjähriger Haft verbannt: er kehrt aber nach einigen M-onaten zur unterbrochenen Arbeit zurück. Er spielt eine bedeutende Rolle bei der Neugestaltung der Partei nach der Spaltung, welche auf dem 9. Par- teitag Ende 1996 stattfand, wobei terroristische und nationalistische Elemente aus der Partei austraten und die sogenannte„Revolutio- näre Fraktion" bildeten. Mitte 1397 wird Bielecki zum drittenmal verhaftet, bleibt sechs Monate im Gefängnis unter besonders ungünstigen Bedingungen und wird nachher wieder verbannt, diesmal nach Sibirlen. Er entfloh zwor recht bald, aber schon mit zerstörter Gesundheit. Trotz- dem betreibt Bielecki noch jahrelang seine ökonomischen und poli- tischen Studien und sammelt eine Fülle von Kenntnissen, welche er dann in zahlreichen Artikeln der legalen Arbeiterpresse anwendet. Zugleich bemächtigt sich aber seiner eine unüberwindliche Melan- cholie. Er kämpft dagegen, reist nach Amerika, nimmt dort einen regen Anteil an der Präsidentenwahlkampagne, spricht in Per- saimmlungen. verfaßt Broschüren und Artikel. Sein nervöser Zu- stand bessert sich aber nicht. Auf dem Rückwege nach Europa fand er einen freiwilligen Tod in den Mceressluten. Die Arbeiterbewegung verliert in ihm einen ihrer trenesten Kämpfer, eine große Seele und ein warmes Herz.- Gemeindewahlsiege. Bei der Gemeindeersatzwahl in Haan, Rheinland, entfielen bei den Neuwahlen von 431 abgegebenen Stimmen 312 auf die sozialdemokratischen und 119 auf die bürgerlichen Kandidaten. Bei den Ergänzungswahlen fielen unseren Genossen 334, den Bürger- lichen nur 95 Stmumen zu. Sämtliche 6 Mandate der dritten Wählerklasse sind somit von uns erobert worden. In Eilpe bei Hagen i. W. erhielt bei der Stadtverordneten- «rsatzwahl der sozialdemokratische Kandidat 54?. während der Gegner nur 199 Stimmen erhielt. OotizciUches, Gerichtliches utw. Prehprozeß. Vom Schöffengericht in Breslau wurde-er verantwortliche Redakteur des--Sächsischen Volksblatt m Zwickau, der Genosse Breslauer, zu 89 M. Geldstrafe verurteilt, weil er den Schacht- meiiter eines Bergwerkes durch eine Notiz beleidigt haben soll, dem nachgesagt wurde, daß er gegenüber den?��ern öfter nach Be- lieben und Gunst verfahre. Das Gericht sah den Wahrheitsbeweis Rm Induftm und Handel. Die Schnapskäufer rebellieren gegen die Fnselbrenner. Unter der S p i r i t u s z e n t r a l e werden zwei Verbände ver- standen, nämlich der Verwertungsverband deutscher Spiritusfabrikanten.die Organisation der Brenner, und die Zentrale für Spiritusverwertung, die Organisation der spritfabriken. Die Spirituszentrale, also die Brenner und die Sprit- fnbriken wollten nun(am 5. Novbr.) die Schnapskäufer, die im Ver- bände deutscher Spiritus- und Spirituoseninter- e s s e n t e n vereinigt sind, endlich in die Tasche stecken. Das Mittel dazu sollte eine Spirituskonvention sein, die die Schnapskäufer in die Hände der Spirituszentrale gibt. Eigentümlicherweise ist die Leitung des Destillateurverbandes für diesen Schritt, sie mußte die Delegiertenversmnmlung auf den 13. d. Mts. vertagen, weil die Mitglieder noch nicht recht wollen. In der letzten Woche haben gegen den Plan einer Konvention in der Spirituszenirale die folgenden Destillateurorganisationen Stelliing genommen: Verband der Likörfabrikamen und Weinhändler Niedersachsens, Wein- und Spirituosenhändlerverband von Nordwest- deutschland, Rheinisch-Westfälischer Verein der Destillateure und Braiintweininteressenten,»Verein Bayerischer Branntwein- und Likör- fabrikanlen. Die Spirituszentrale hat seinerzeit als Vorbedingung für ein Zusammengehen mit den Abnehmer» oder richiiger für die Unterjochung der Abnehmerkreise die Beteiligung von 79 Proz. der in Be- tracht kommenden Interessenten an der Spirituskonvention verlangt. Diese 79 Proz. sind, wie die obige Zusammenstellung ausweist, nicht vorhanden I Es bleibt nur die Frage offen, ob die Protestler sich nicht doch noch von der Spirituszentrale über den Löffel barbieren lassen._ Hub der Frauenbewegung. Die Spaltung im Frauenstimmrechtsverband. Die Beiratskonferenz des Deutschen Verbandes für Frauenstimmrecht in Weimar hat bekanntlich zu einer Ab- sprengung der bürgerlich-radikalen Elemente des Verbandes geführt, weil die Mehrheit der Konferenz die Forderung des allgemeinen, gleichen, geheimen, direkten Wahlrechts aus dem Z 3 der Verbandssatzungen strich. In der bürgerlichen Frauen- presse erschienen bisher nur ganz inhaltslose Mitteilungen über diese Konferenz und auch das offizielle Organ des Ver- bandes„Frauenstimmrecht"(herausgegeben von Anita Augspurg) bringt in seiner neuesten Nummer nur folgende schemenhafte Notiz: „Den Hauptinhalt der Verhandlungen bildete eine Aus- spräche über§ 3 der Verbandssatzung, der während des letzten Jahres mannigfache Kämpfe innerhalb des Verbandes hervor- gerufen hat. Nach langen, lebhaften Debatten, die außer oer Nachmittagssitzung am 39. September auch fast die ganze Vor- mittagssitzung am 1. Oktober in Anspruch nahmen, wurde auf Grund eines vom Bayerischen Landes-verein ausgehenden Vor- schlags ein Modus gefunden, der begründete Aussicht auf eine Verständigung zwischen den verschiedenen Parteien eröffnet. Eine endgültige Lösung dieser wichtigen Lebensfrage des Ver- bandes kann selbstverständlich erst auf der nächsten General- Versammlung erfolgen." Mit der begründeten Aussicht auf Verständigung muß es sehr schwach bestellt sein, da einige der tüchtigsten Vor- kämpferinnen der bürgerlichen Frauenbewegung bereits aus dem Stimmrechtsverbande ausgeschieden sind. Auch der Leitartikel derselben Stummer des Verbands- organs, die den offiziellen Bericht mitteilt, muß zugeben, daß diese Hoffnung auf Verständigung nicht den Tatsachen ent- spricht, denn„es geht durch die berichterstattenden Mitglieder- Versammlungen der Ortsgruppen des Verbandes ein auf- geregtes Rauschen, das weit mehr nach verschärfter als nach abflauender Polemik klingt". Um von dem eigentlichen Kern der Sache abzulenken, sucht Anita Auspurg im gleichen Artikel die Frauen, die sich von dem reaktionären Verbände abwenden, des Verrats an der Frauenemanzipation zu verdächtigen. Höhnisch spricht sie davon, daß jene sich„durch Voranstellen der Männer- Parteiinteressen vom Ziele ablenken oder lahmlegen lassen", als ob nicht gerade die Forderung des allgmeinen, gleichen, geheimen Wahlrechts viel mehr die Interessen der Frauen wahrt als die Forderung des Dreiklasse�iwahlrechts. Geradezu komisch wirkt es, daß Anita Augspurg nur den Frauen den Vorwurf parteipolitischer Befangenheit(der „Parteihypnose") macht, die für Beibehaltung des 8 3 ein- traten. Oder glaubt sie, daß nicht die nationalliberalen Frauen auch dem Verband den Rücken kehren werden, wenn nicht deren Forderung nach Beseitigung des§ 3 bewilligt wird? Ein Teil der Stimmrechtssrauen(aus der d e u t s ch e n Vereinigung für Frauenstimmrecht) hat ja bereits diesen Schritt getan. Gerade der Anschluß an eine große Partei, die wie die sozialdemokratische für die völlige politische Gleichstellung eintritt, bietet ganz andere Garantien für die Erringung dieses Zieles als die Zugehörigkeit zu einem kleinen Frauenverband, dessen eigenen Mitgliedern es mir diesem Ziele nicht ernst ist.(Uebrigens ist unseres Wissens keine der ausgeschiedenen Frauen der sozialdemokratischen Partei beigetreten.) Nicht weil ihnen die Partei mehr gilt als das Frauenstimmrecht'— wie Anita Augspurg sophistisch verdreht—, sondern weil ihnen umgekehrt das Frauenstimm- recht wertvoller erscheint als ein Verband, der sein Ziel ver- raten will, scheiden jene Frauen aus dem Frauenstimmrechts- verband aus. Schließlich beschwert sich Anita Auspurg über den„Vor- wärts", der„mit gewohnter Unverfrorenheit wesentlich un- richtige Angaben" bringe. Wir sind gern bereit, uns besser belehren zu lassen, aber solange das nicht geschieht, müssen w i r es schon als Unverfrorenheit bezeichnen, daß man unsere Angabitn ohne Widerlegung für unrichtig erklärt. Mit- teilunge« über die Weimarer Beschlüsse sind um so not- wendiger, als Anita Augspurg sogar den ausgeschiedenen Frauen eine öffentliche Erklärung über die Motive ihres Aus- tritts solange unmöglich machen will, bis es dem Stimmrechts- verband passen sollte, sie aus diesem erzwungenen Schweigen zu befreien. Also weshalb berichtigt man nicht angeblich entstellte Berichte?_ diese Tätigkeit mit Sem eigenen Belriebe in keiner Verbindung stehe. In seiner Berufung an das Oberversicherungsamt betonte der Verletzte, es sei in Frankfurt a. M. üblich, baß die Gärtner, sobald sie lburch die Zeitungen erfahren, wo jemand gestorben ist, zu den Hinterbliebenen gehen, um den Auftrag für Instandsetzung und -Haltung des Grabes zu bekommen. Das Aufsuchen von Kundschaft sei in diesem Falle zweifellos eine Tätigkeit im und für den Be» trieb. Werde diese, wie in größeren Geschäften üblich, durch Ango stellte besorgt und- diese erlitten dadurch einen Unfall, so fei ihnen doch auch ohne jeden Zweifel Rente zu gewähren. Als selbstver- sicherter Kleiuuuternehmcr stehe ihm daher dasselbe Recht zu. Das Oberversicherungsamt trat dem Kläger bei, indem es sagte? „Das Auffuchen von Aufträgen zur Ausschmückung und dauernden Unterhaltung von Gräbern durch einen Gärtner ist eine auf Per- Wertung der eigenen gärtnerischen Erzeugnisse gerichtete Tätigkeit; der Kundenbesuch dient den Zwecken des Gärtnereibetriebes und muß deshalb diesem Betriebe zugerechnet werden. Der bei einem solchen Besuche dem Kläger, einem bei der landwirtschaftlichen Be- rufsgenossenschaft zwangsversicherten Unternehmer, zugestoßene Unfall, über dessen Vorgang und Begleitumstände kein Streit zwischen den Parteien herrscht, ist deshalb unbedenklich als ein landwirtschaftlicher Betriebsunfall anzusehen, zumal sonst keinerlei Tatsachen vorliegen, die unter den gegebenen Umständen die Be- Ziehungen des Klägers zu feinem Gärtnereibe triebe als gelöst er- scheinen lassen." Der Anspruch auf Rente wurde dem Grunde nach anerkannt. Die Berufsgenossenschaft verzichtete auf den Rekurs und erteilte Rentenbescheid. Die Krise in der Glasfabrik von Aldi. Paris, 4. Nov.(Eig. Ber.) Gestern hat die Generalbersamm- lung der Aktionäre der genossenschaftlichen Glasfabrik von Aldi stattgefunden, bei der die bekannte Krise in dieser Versammlung zur Verhandlung kam. Die Presse— die Arbeiterpresse einbegriffen— war ausgeschlossen. Die„Humanite" und die„Bataille Syndica- liste" veröffentlichen ein ganz kurzes, ziemlich farbloses Com- uiunique, aus dem nur hervorgeht, daß das Reorganisattonsprojekt fast cinstimiiilg angenomiiien wurde und der Direktor Spinetta seine Demission auf Ansuchen wieder zurücknahm. Weit ausführ- licher weiß die bürgerliche Presse zu berichten, wobei ihr Jndiskre- tionen von Teilnehmern an der Versammlung offenbar zu Hilfe gekommen sind. Aus ihren Berichten geht hervor, daß der Bericht der Zensoren, ebenso wie Genosse Hnmelin, Sekretär der Reorga- nisationskommission, das Vorgehen der Arbeiter der Fabrik, be- sonders der Glasbläser, entschieden tadelte. Auch der Sekretär der Glasarbeiter Delzaut schloß sich diesem Urteil an, meinte aber ent- schuldigend, daß die Mehrzahl der Arbeiter das Opfer ihrer Vor- urteile geworden seien. Auch hätten die vielen Leiter des Unter- nehmens die Arbeiterschaft demoralisiert. Nach der Abstimmung verpflichteten sich die 12 Delegierten der Arbeiterschaft, ihren Einfluß für die Annahme des Projekts aufzubieten. Ob dieser ausreichen wird, ist allerdings noch zweifelhaft. SoziaUa* Ein Betriebsunfall beim Aufsuchen von Arbeit. Der Handelsgärtner R. Sch. in Frankfurt a. M. suchte am 24. März 1912 für sich Arbeit, indem er bei einer Frau, deren Mann verstorben war, versuchte, die Ausschmückung und Unterhaltung des Grabes übertragen zu bekommen. Dabei stürzte er die Treppe her- unter und brach ein Bein. Den erhobenen Anspruch auf Unfall- renke lehnte die Berufsgenossenschaft ab, weil die bei Gelegenheit eines Kunde nbesuches zur Erlangung von Arbeft erlittene Ver. letzung nicht al» Unfall beim Betriebe angesehen werden könne, da Gewerbegericht. 1. Lohneinbrhaltung. Daß Lohneinbehaltungen nach§ 394 B.G.B, unzulässig sind, will manchem Unternehmer noch immer nicht in den Sinn. Um seinen vereinbarten Lohn zu erhalten, mußte der Arbeiter L. erst das Gewerbegericht in Bewegung setzen. Er war bei dem Fenster- reinigungsinstitut Fietz als Fensterputzer mit einem Tagelohn von 4,59 M. beschäftigt. Am ersten Tage der Beschäftigung wurde der Arbeiter mit 16 Aufträgen versehen, konnte jedoch nur 12 er- ledigen und brachte am Abend vier Auftragsscheine als unerledigt zurück. Dafür zog ihm die Firma 2 M. ab. Die Kammer 8 des Gewerbcgerichts verurteilte die Firma zur Zahlung des Lohnes und ferner zur Zahlung von 2 M. an den Kläger als Entschädigung für drei wahrgenommene Termine. 2.„Aufhetzung" von Lehrlingen. Der Xylograph Sch. war bei der Firma Gaillard' beschäftigt und wurde ohne Einhaltung der Kündigungsfrist entlassen. Durch Klage vor dem Gewerbegericht forderte Sch. den Lohn für 14 Tage sowie einen Restlohn von 7,59 M. im Gesamtbetrage von 97.59 M. Die beklagte Firma behauptete, einen Grund zur sofortigen Ent- lassung des Klägers gehabt zu haben, denn er habe die Lehrlinge aufgehetzt, ein brauchbares Klischee mutwillig ruiniert, sowie an einem Tage mehrere Stunden ohne Grund gefehlt. Der Kläger bestritt diese Angaben und auch durch Zeugen wurde in der Ver- Handlung bekundet, daß der Kläger genau so wie andere Angestellte der Firma geäußert habe, die Lehrlinge»vürdcn in dem Betriebe der Beklagten nichts lerne». Das erwähnte Klischee sei unbrauch- und für die Zeugkiste bestimmt gewesen, außerdem liege die Sache schon mehrere Woche» zurück.— Nach dieser für den Kläger sehr günstig verlaufenen Beweisaufnahme verpflichtete sich die Beklagte im Vergleichswege an den Kläger 65 M. zu zahlen. Serickts- Leitung. Lehrer und Haftung des Staats oder der Gemeinde. Wie wir gestern mitteilten, hat das Reichsgericht am Dienstag entschieden. Lehrer sind keine Kommunalbeamte,-deshalb hafte die Gemeinde für durch ihr Verschulden Schulkindern zuaefügte Schäden nicht. Entschieden ist dadurch aber die Frage nicht ob der Staat für Verschulden der Lehrer hafte, lieber die Beantwortung auch dieser Frage herrscht in der Rechtsprechung Streit, der weder den Interessen der Lehrer noch denen der Kinder zuträglich ist. Er lollte endlich durch d,e Gesetzgebung entschieden werden. wie verstärkte Justizkommission des preußischen Abgeordneten- Hauses hat einstimmig beschlossen, das preußische Gesetz über die Haftung des Staates für Amtspflichtverletzungen der Beamten auch auf die Lehrer aller öffentlichen NnterrichtSanstalten auszudehnen. Nach der„Eorrefpondenz des deutschst Lehrervereins hat der Kultusminister und der Justizminister verfassungsrechtliche Bedenken gegen die beabsichtigte Bestimmung geltend gemacht, ohne daß angegeben ist, worin diese vevfassungSreckstlichen Bedenken be- stehen. Es mag dahingestellt bleiben, ob nach preußischem Staats- recht(Artikel 23 der Verfassung) Lehrer Beamte sind oder ihnen nur„gleichgestellt" sind. Steht der Artikel 23 der geplanten gesetz. lichen Regelung entgegen, so kann seine Fassung geändert werden. Vorzuziehen wäre indes eine reichsgesetzliche Regelung dieser Frage im Sinne des von der verstärkten Justtzkommffsion gefaßten Be- schlusses. Das Reich hat bislang die Regelung der Frage, falls Lehrer als Beamte zu erachten sind, leider den Elnzelstaaten über- wiesen. Infolgedessen besteht eine bunte Musterkarte über die Regelung der Frage in Deutschland. Da'der Rechtsgrund für die Uebernahme der Haftung des Staats ein ftir ganz Deutschland ein- heitlicher ist. wäre auch die einheitliche Regelung für ganz Deutsch» land das natürlichste, zweckentsprechendste und gegenüber den frei. lich unverständlichen verfassungsrechtlichen Bedenken-der Minister gegenüber einer partikularrechtlichen Gesetzgebung das einfachst«. Ein Grammophonkonzert im Gerichtssaal. Wegen V-rbreitung unzüchtiger Grammophonplatten hatte gestern die 12. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz de» LandgerichtSdirektorS Dr. Lilia gegen den Kaufmann Jakob und den Schankwirt Georg RÄemacher zu verhandeln. Redner JOSETTI WyBEKT irrTTaiiT .sdvüfzea vor HUSTEN HEISERKEIT KATARRH Preis IMk erhälflidx iivApofheKeiv& Drogerien Der Angeklagie R. Hatte in feinem in der Lübecker Nratze ge- lcgenen Schanklokal mehrere Grammophonplatten spielen lassen, die nach Ansicht der Staatsantvaltschaft grob unzüchtig waren. Diese vier in Frage kommenden Platten, die auf einem im Ge- richtssaal aufgestellten Apparat zu Gehör gebracht wurden, hatte R. von dem Angeklagten Katz bezogen, der sie seinerseits wieder von der„Deutschen Grammophongesellschaft" erworben hatte. Vor Gericht trat der Angeklagte Katz den Nachweis dafür an, daß dieser von dem Inhalt der Platten keine Kenntnis gehabt habe. Für Rademacher machte Rechtsanwalt Theodor Liebknecht geltend, daß es sich lediglich um derbhumoristische Couplets handele, die nur bei demjenigen, der absichtlich etwas suche, unsittlich wirken könnten. Das Gericht erkannte gegen Katz auf Freisprechung und gegen Rademacher auf die niedrigste zulässige Strafe von 3 M. Geldstrafe. Aufhängen von Wäsche in Borgärten. Das Kammergericht hat dieser Tage die Frage, ob das Auf- hängen von Wäsche in Vorgärten polizeilich verboten werden kann, bejaht. Das Hanauer Landgericht hatte auf Freisprechung eines Angeklagten wegen Uebertretung solcher Polizeiverordnung er- kannt, weil die Polizeiverordnung ungültig sei, da sie sich nicht auf Z 10 Teil 2 Titel 17 des Allgemeinen Landrechts stützen könne. Das Kammergericht hob das Urteil der Strafkammer auf und verwies die Sache zu nochmaliger Berhandlung in die Vorinstanz zurück. Das Kammergericht ging von folgenden Erwägungen auZ: Das Polizeiverwaltungsgesetz könne allerdings nicht als Grundlage der fraglichen Vorschrift in Frage kommen. Sie sei aber gleichwohl gültig. Als Rechtsstütze solcher Polizeiverordnung komme das Baufluchtlinien-Gesetz von 187S in Betracht. Dieses bilde die Grundlage für die Schaffung von Vorgärten, indem es im ß 1 Absatz 4 bestimme:„Die Stratzenfluchtlinie bildet reget- mäßig zugleich die Baufluchtlinie, d. h. die Grenze, über welche hinaus die Bebauung ausgeschlossen ist. Aus besonderen Gründen kann aber eine von der Straßenfluchtlinie verschiedene, jedoch in der Regel höchstens drei Meter von dieser zurückweichende Bau- fluchtlinie geschaffen wenden." Zu den hier erwähnten besonderen Gründen gehöre auch der der Anlegung von Vorgärten. Ueber die Einrichtung und Benutzung der Vorgärten im Rechtssinne könne die Baupolizeibehördc befinden und dabei ihre Benutzung zu be- stimnüen Zwecken verbieten. Es könne die Benutzung zu Zwecken, die dem Zwecke eines Vorgartens widersprächen, verboten werden. Diesem Zwecke widerspreche die Benutzung eines Vorgartens zum Aufstellen und Aufhängen von Gegenstälchen, insbesondere auch die zum Aufhängen von Wäsche. Deshalb sei die Polizeiverordnung gültig. Vorgärten im Rechtssinne seien nun solche, die in Anwen- dung des§ 1 Absatz 4 des Baufluchtlinien-Gesetzes angelegt worden seien. Voraussetzung sei also, daß es sich um ein Terrain handele, das entstanden sei durch eine von der Straßenfluchtlinie verschieden festgesetzte Baufluchtlinie und das demgemäß der Errichtung eines Vorgartens gewidmet sei. Ob es sich hier um einen solchen Vor- garten im Rechtssinne handele, müsse das Landgericht noch nach- vrüfen. Sei es der Fall, dann müsse der Angeklagte auf Grund der au sich rechtsgültigen Polizewerordnung verurteilt werden. Hus aller(ftelt. In glücklicher Position. Ueber das Vermögen Wilhelms II. macht Rudolf Martin in seinem.Jahrbuche des Vermögens und Einkommen« der Millionäre in Berlin" interessante Angaben. Er beziffert das kaiserliche Ver- mögen auf mindestens 140 Millionen, seine Einkommen auf 22 Millionen. Der Kaiser wäre sonach zwar nicht die reichste Person in Preußen, da Frau Berta Krupp von Bohlen und Halbach, Fürst Henckel von DonnerSmarck und Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen höhere Vermögen versteuern, wohl aber be« fitzt er das höchste Einkommen, das er dabei nicht einmal versteuern braucht. Der Hauptbesitz de» Kaisers besteht in 72 420 Hektar Forsten mit einem jährlichen Reingewinn von 1,7 Millionen Mark und 47 400 Hektar Feldgütern mit einem jährlichen Rein« gewinn von 1,7 Mllionen Mark. Als persönliches Eigentum besitzt der Kaiser in Berlin drei, in Potsdam und Umgebung 13 und im ganzen mehr als 40 Schlösser und schloß« ähnliche Gebäude. Außerdem ist der Kaiser Besitzer zahl« reicher Gebäude in Berlin, in der Wilhelmstraße, Oranien« burger Straße, Prinz LouiS-Ferdinand-Str. 0, Prinz Friedrich-Karl« Straße 3, Georgenstratze usw., des Häuserblocks Schloßplatz 7 und Breitestr. 30 bis 30, und Niederlag«, Werdersche«, Rosen- und Ober« wallstraße, die zum größten Teil das stattliche Heer der 400 Hof- bediensteten beherbergen, die einschließlich ihrer Familien 2000 Per« sonen umfassen. Bei einem derart guten Einkommen läßt sich schon über die all» gemeine Teuerung ohne allzu große persönliche Einschränkung hin- wegkommen. Es ist daher zu verstehen, daß Wilhelm II. jüngst auf einem Festessen sagte:„Wir können zufrieden sein 1" Schiffskatastrophe an der kanadischen Küste. Nach einem Telegramm aus Ouebek lief der Dampfer „Royal George" eine Meile östlich von Point St. Laurent mit voller Geschwindigkeit auf einen Felsen auf. An Bord befanden sich 901 Passagiere. Schlepp- dampfer sind zur Hilfeleistung abgegangen. Die Lage des Dampfers ist ernst. Den heldenhaften Anstrengungen der Besatzung ist es bisher gelungen, 420 Passagiere an Land zu bringen. An Bord befinden sich noch 481 Reisende. Samt- liche Rettungsboote sind in voller Tätigkeit und man hofft, daß es gelingen wird, alle Passagiere zu retten. Das Schiff gilt als gänzlich verloren, da der Boden des Dampfers voll- ständig aufgerissen ist._ Doppelraubmord. AuS Gerresheim bei Düsseldorf kommt die Nachricht von einem schweren Kapitalverbrechen. Als der Gasarberter Otto Klaus gestern morgen gegen 4 Uhr von der Arbeit heimkehrte. fand er seine Frau, durch Beilhiebe erschlagen, im Bette tot vor. Auch da« zweijährige Töchterchen war durch Beil- hiebe tödlich verletzt worden, gab aber noch schwache Lebens« zeichen von sich. Die sofort von der Kriminalpolizei aufgenommenen Ermittelungen haben ergeben, daß es sich um einen Einbruch ge« handelt haben muß, bei dem die Einbrecher wahrscheinlich überrascht wurden und um sich der Festnahme zu entziehen, den Mord be« gingen. Von den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. Ein Opfer des Balkankrieges. Eine Mordgeschichte, die sich in den besten Kreisen der Pariser Gesellschaft abgespielt hat, beschäftigt augenblicklich die Pariser Kriminalpolizei. Vor einigen Tagen wurde ein angesehener und wohlhabender Juwelier namens Andre Reinhardt mit zwei Schußwunden im Kopfe in ein dortiges Krankenhaus eingeliefert. Der schwer Verletzte gab damals bei seiner Vernehmung an, daß er einen Selbstmordversuch unternommen habe. Inzwischen ist er seinen Verletzungen erlegen. Die Ehefrau des Toten ist nun vor dem Oberstaatsanwalt erschienen und gab an, daß sie ihrem Mann die tödlichen Verletzungen bei« gebracht habe. Der Grund sei folgender: Vor einigen Tagen war der Vater der Frau zu Besuch gekommen. Nach Tisch kam es zwischen dem Schwiegervater und Reinhardt über den Balkan« krieg zu Meinungsverschiedenheiten, in deren Verlauf sich Reinhardt auf seinen Schwiegervater stürzte, um ihn zu erdolchen. Darauf gab die Frau auf ihren Mann die verhängnisvollen Schüsse ab. So weit die Erklärung der Ehefrau, die vorläufig auf freiem Fuß belassen wurde. Panik bei einem Brande. Zu gräßlichen Schreckensszenen kam es am Mittwochabend bei einem Brande in der Plinganser Straße in München. Der Brand, der durch Explosion in einem Kellerraum entstand, hüllte in kurzer Zeit das ganze Haus in dichte Rauchschwaden ein, so daß die Bewohner dem Erstickungstode nahe waren. Eine fiirchter- liche Panik bemächtigte sich der Hausinsassen, die sich vor dein er- stickenden Rauch aus den Fenstern stürzen wollten. Bis auf eine 62jährige Frau konnten die Bewohner gerettet werden. Die Frau stürzte bei dem Rettungsversuch durch ein Fenster mit ihrem Retter in die Tiefe und wurde auf der Stelle getötet, während der Retter unverletzt blieb. Alle geretteten Personen waren über und über rauchgeschwärzt. Schön gesagt. Die„Münsterberger Zeitung" brachte dieser Tage aus N i m p t s ch die nachstehende erschütternde Meldung: „Ein Unglück kommt selten allein. DaS hat unser �Ort nun wiederum erfahren müssen. Kaum daß die Gemüter über den Zusammenbruch der hiesigen Bankfirma F. W. Weiß, der so viel Kummer und Not hervorgerufen, beginnen sich einiger« maßen zu beruhigen, versetzt eine zweite Tatsache die Be- wohner des Städtchens in nicht geringe Aufregung: das gestrige Auftauchen eines anscheinend tollen Hundesa in Marktplatz Hierselbst und die sich daraus ergebenden Folgen. Der genannte Hund usw." Vielleicht ist der Hund infolge der Aufregung über die Bank« pleite von der Tollwut ergriffen worden? Kleine Notizen. Selbstmord auf der Hochzeitsreise. In einem Gasthause in Boppard a. Rhein tötete sich auf der Hochzeitsreise ein etwa 26 Jahre alter Mann aus Düsseldorf durch Gift. Seine Frau, die ursprünglich die Absicht hatte, ebenfalls Selbstmord zu be« gehen, besann sick im letzten Augenblick noch eines andern. Ein verzweifelter Bater. In vergangener Nacht tötete in Ohr- d r u f der 32 Jahre alte Fabrikant Kurt Beck seinen etwa drei Jahre alten Sohn durch einen Schuß und brachte sich dann selbst zwei Schüsse bei, durch die er schwer, aber anscheinend nicht lebensgefährlich verletzt wurde. Tödlicher Jagdunfall. Der am Dienstag bei einer Entenjagd in Schönborn-Mallebern durch den Fehlschuß eines Jagdteilnehmers schwer verletzte holländische Legationssekretär Moritz van Meede, Sohn des holländischen Gesandten in Wien, ist am Donnerstag früh seinen Verletzungen erlegen. Vernichtung von Nahrungsmitteln. Wie ein Telegramm aus New U o r k meldet, hat der Bundesrichler die Einziehung und Vernichtung von 200 Sack deutscher Kartoffeln an- geordnet, weil sie unter Verletzung des Ouarantänegesetzes ein- geführt worden seien. Der schwarze Tod. Nach Meldungen aus Urals! ist in de? Ort- schaft Lbitschtschensk die asiatische Pest ausgebrochen. 11 Personen sind bereits der Seuche zum Opfer gefallen. Man befürchtet eine weitere Ausdehnung der Epidemie. Eingegangene Druckschriften. Maximilian von Mexiko. Tragödie von K. Weiser. Verlag O. Hendel in Halle a. S. 60 Pf, Leinenband 85 Pf Karten des Kriegsschauplatzes auf der Balkauhalbinsel. Bc> arbeitet von P. Krauh. In Umschlag gefalzt 80 Pf. Bibliographisches In- slitut, Leipzig. GOLD SILBER KURFER Drei Grössen Alle drei Markcn,glcich rein und nahrkräFNg unrerschelden sich. wie die deufechen Edelweine. nur durch ihr Aroma. Drei Preislagen Geschlechts- Hautlciden, Nervenschwäche Frauen- und Beinkranke 1 sohmerilose„Ehrlich 606"-In- I jektic I Chün JDorol jektionen olmo Bemfstörung. | Chirurg. Operationen jed. Art Ambalatorlam |Oorotlie0nstr.63.88pernmn-§: Konsultation 2 M. J. Baer ßldStrJßprinz�Alleo Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Eleg. Paletots. Ulster. :: Großes Stofflager:: zur Anfertigung n Maß. Elnsegnungsanrllge In jeder Preislage. Allorbllllgste, streng feste Preioe. 11 AWerihdna Leipziger Str."-.Z? König-Str. Aie�S�uu Rosenthaler Strasse Oranien-Strassc Sotüeit Vorhanden* Inseriertes Obst, Gemüse, Wild und Fische sind Von der Zusendung ausgeschlossen. Kolonialwaren Tee Victoria-Erbsen..... Pfund 19 Pf. Kleine Erbsen...... pfund 15 p/. Glasierte Erbsen geib. Pfund 23 Pf. Glasierte Erbsen 29 Pf. Grüne Erbsen...... pfund 19 Pf. Linsen..... Pfund 16, 21, 26 pf Kleine weisse Bohnen Pfd. 18 pr. Java-Reis.. pfund 25, 30, 36 et. Rangoon-Reis.. pfund 18, 20 pr. Gem. Backobst.. Pfund 42, 52 pf. Kalikorn. Pflaumen Pfd. 40, 48 pf. Kalif orn. Aprikosen wd. 65, 80 pf. Ka'iforn. Pfirsiche Pfund 48, 53 pf. Kaliforn. Birnen. Pfund 48, 58 pf. Ital. Prünellen...... Pfund 82 pf. Saure Kirschen..... Pfund 70 pf. Süsse Kirschen..... Pfund 50 pf. Hagebutten........ Pfund 48 Pf. Dose 10 20 50 500 Stück (Paket c«.'/, 1 Pfd. Souchong-Melange 65 Pf 1.30 Souchong-Melange in IV Hühner-Bouillon-Wörfel....... 42 pr. 80 pf. 1.90 18.00 Dose 10_ 20_ 50_ 100 500 Stück Olyropia-Bouillon-Würfel 28 pr. 55 pr. 1.35 2.60 12.40 Pfd. 1.90, 2.30, 2.80, 3.40, 4.20 Kongo-Melange Pfund 2.60, 4.20 Ceylon-Melange.... Pfund 3.40 Pecco-Melange..... Pfund 4.80 Kakao u, Schokolade Deutscher Kakao Pfund 60, 85 pf. Hol'änd. Kakao Pfund 1.50, 2.00 Vanille-Schokoladepfd.1.20, 1.30 Fleischwaren Wein inklusive Flasche Moselwein Zervelat u. Salamiwurst Pfd. 1.30 Schinkenwurst....... pfund 1.50 Zervelatwurst im Fettdarm Pfund 1.50 Bauernmettwurst.... pfund 1.10 Teewurst 1.20 Jagdwurst 1.00 Pasteten-Leberwurst. Pfund 1.20 Feine Leberwurst.... Pfund 1.10 Landleberwurst...... pfund 1.00 Rotwurst...... pfund 55, 75 pf. Geflügel Gänse...... Pfund 58, 65, 73 pf. Fett- Ganse pfund 75 pt Gänserümpfe....... pfund 95 pf. Rollschinken 5— 8Pfd.scIiwer,Pfund 1.45 Mausschinken Schinkenspeck........ Geräucherte Gänsebrust ca. l'Vfund schwer...... Pfund Gekochte Zungen in ca. 2—3 Pfund schwer.. Pfund in Stücken von l1/«— 4 Pid., Pfund Dosen von Pfund 1.30 1.25 1.50 2.60 2—3 Pfund eingewogen... Königsberger Fleck 0»- t Pfund- Dose 55, ca. 2Prund-Dos« 95 Pf. Gulasch Dom' 75pf.. 1.10 Junge Hühner..'.. 1.00 bu 2.25 Suppenhühner---- 1.50 bis 3.25 Fasanen 1.30, 2.00, 2.50, 3.00 Schneehühner...... stück 1.05 1911 Obermoseler...«/, Fi. 72 Pf. 1911 Wormeldinger..>/, Fi. 82 pf. 1908 Pommerner....»/, Fi. 1.00 1907 Kinheimer.....«/. Fi. 1.15 1 908 Zeitinger.......•/, fl 1.50 1906 Trabach. Schloßberg 1.90 'Bordeauxwein 1 909 Les Bessannes..>/, Fi. 87 Pf. 1 907 Chat Lague Fronsac 95 Pf. 1 905 Premiers Bourgeois de Blaye 1.05 1904 Grand Poujeaux v. Fi. 1.35 1907 Chat Leoville Poyferre.>/, fi. 1.50 Frisches Fleisch Ochsen-Schmorfleisch 95 pr. Roastbeef 1.00, ohne Knochen 1.40 Filet im Ganzen 1.00, ausgeschält 1,60 Brust u. Fehlrippe.. Pfd. 85 1 f. Kamm u. Querrippe. pfd. 75 pr. PöKelzunge........ pkd. 1-20 Frischer SchinKen.•• P'd- 90 k Schweine-Kotelettes.. ptd. 1-05 Kamm u. Schuft.... Pfd. 95 pf. KalbsKeule u. Rüchen'• m 1.05 Kamm u. Bug im Ganz., Pfd. 80 pr. Brust____ pfd. 80, Spitze 95 Pf. Hammeiheüierä�Tfd 85 � DicKe Rippe 80 pf-, Dünung pfd. 70 p. Wild Hirschwild und Wildschwein Keule Rücken Blatt Ragout Pfd 1.00 0.90 0.90 0.30 Rehheulen...... 5.00° s 8.00 Rehhlätter...... 1.50 bis 2.50 Starhe Hasen gestreift. stück 3.60 Wilde Kaninchen Qni>.«in gestreift...... Stück VU Pf. 1.1" 'Cbeater. 1912. giittag, s. November Anlang 7'/, Ubr. Kal. Opernbaus. Stnfonie-Konzert. Siönigl. Schauspielhaus. Tin Waffengang. deutsches. König Heinrich IV. 1. Teil. Kleines. Michael Kramer. Zirkus Albert Schumann. Gala« Borstellung. Zirkus Busch. Gala-Vorsiellung. vntang 8 Ubr. Urania. Saubenftrahe 48/49. Mil dem Zeppelin-Lusitchiff von Sylt nach Hamburg. Die wich- tigsicn Kulturpflanzen der Welt- wirtschasl. Hörsaal t Pros. Dr. P. Schwahn. Die Bewegungen der Wcllförper. (Von Keplers Zeit bis zur Ge- genwart.) Königgräher Straft«. Die sünf Franksurter. Lessing. Gabriel Schilling» Flucht. Kammersptele. Mein Freund Teddy. Schiller<». Die Kinder oer Exzellenz Sa,,».,.«»arlonenvurg. Im weißen Röhl. Berliner. FUmzauber. Residenz. GemütSmenichen. Somödienhaus. Die GeneralSeike. Deutsches Schauspielhaus. Der autsttzende Frack. Stalin, Auioliebchen. Theater am Stollrndorfplaft. Or- pveus in der Unterwelt. Deutsches Opernhaus. Fidelis. Slurfürsten-Over. König Harlekin. Krall. Prinz Natzi. Monti» Operette«»« Der grauen- fteffer. Luisen. DeS andern Ehr«. «sie. Die größte Sünde. Mrtrspol. Chauffeur— WS Metropol. Trianon. Liebesbarometer. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Endlich Anfang 8'/, Uhr. Schauspielhans. Rein aller Herr. U,U*a Tapriee. Der keusche Joseph. Uriedr.> Wtlh Grtgri. SuftiPielbauS. »lt-» A Der Rehdock. Anfang 8'/, Uhr. ReueS BoltS-heater. Lore. Die Epieler. Di« Kammersänger. Ansang 10 Uhr. AdmiralSpalast. EiSballett: Dvonne. Sternwarte. Jnvalidcnstr. 67—42. Berlmer Idesler. 8 Uhr: Filmzauber. toter y er»iillrttoSlrilk ns.: Vit stuf fmnlifgrttt. ßentsches Schauuplelha 8 Uhr: Der autsifteude Frack 8eliillep-7!ieslep0.�°°.«' Frejtag, abends 8 Ubr: VI« llvi» Ox�vllva«. Sonnabend, abends 8 Übt: VI« Kinder der Exzellenz. Sonniao, nachmittags 3 Uhr: Zopf and Schwert. Sonntag, abends 8 Uhr: Ii»«velliea Röill. Sehillep-Iheaier Freitag, abends 8 Uhr: Im weiBen Bößl. Sonnabend, abends 8 Ubr: Oes Pfarrers Tochter von Streladorf. Sonnlag, nachmittags 3 Uhr: Vi« Jüdin von Toledo. Sonnlag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Schillers Geburtstag: Wilhelm Teil. m fiollendorlplatz. Gastspiel des Münchener Künstlertheaters. Ansang 8 Ubr. Orpheus in der Unterwelt. Sonnabend, 3'/, Uhr nachmittags: _ Schneewittchen. Montis Operetten-Theater grüher Neaea Theater) Abends 8 Uhr: Der Fraueufresser. ResMeni-Idealei'. 8 Uhr: 8 Uhr: demiitstnenschen. Schwank in 3 Alien von Fritz Friedmann-Frederich. Morgen und folgende Tage: (Semützmensehen. Luisen-Theater. Ansang 8 Uhr. Des andern Ehre. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung: König Drosselbart. Abends 8 Uhr: DeSandern Ehre. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das Käibcheu von Heilbrouu. Abends 8 Uhr zum ersten Male: Rasfies. MMN 8 Uhr: Die mit beispiellosem Lacherfolge aulgenommene Novität Die Alpenbriider. lO Ehr: Endlich allein! Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11—2(Theaterkasse). Sonntag, den 10. November 1912 Kreis-Schwimmfest w der städt. Volksbadeanstalt Charlottenhurg, Krumme Str. 10. Damenrelgen, Riegenschwimmen, Wasserball- spiel, Damendreikampf, Gruppenspringen usw. Nachfeier im Volkshaus, Roslnenstr. 3. Anfang S1/, Uhr. Eintritt SO Pf. I Zweiter Kreis, Süden. Morgen Sonnabend, 9. Novbr., in Kliems Festsälen, Hasenheide: Heiterer Abend Vortrüs« Q Theater Q Ball. Eintrittskarte einschl. Tanz 30 Pf. Anfang pünktlich 9 Uhr. Jc-Clon" \u, m* m Maiiarfttrafi««S— Z :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraSe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Heuie: Doppel- Konzert! Berliner Konzerthannorchester, Dir, Fr. v. Blon, Komponist, Musikc. 1. Barde-Dragoner-Begts., Dirigent Oberm. Baarz. Anfang 8 Chr. Eintritt SO PF. Anfang 8 Ohr. w..h.X«,= Cr. Naclunillags-Ronzerl""eS"' I0SE=THEATE 1 I Große fsrauflurtei Sit, 132.| Ans. 8 Uhr. Zum I.Male Die größte Sünde. Drama in 5 Akten von Otto Ernst. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Eis- köntg und Goldprinzeßchen. 8 Uhr: Deutsch-Amerilaner. Melropol-IIiealei'. Zlbends 8 Uhr: Rauchen gestattet. Chauffeur-ins Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund. Musif d. Rud. Aelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz. Tolies Caprice. Zum h9. Male Die drei 8chlage_r Der keusche Joseph Der Rehbock. Der Einbrecher. Casiiio-Theater Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr: Das sensalion. Nooembcr-Programm Robert Keesemann, Berlins Lieblingshumoriit mit neuen Schlagern. Riesen- Lacherfolg des SSS D-r Großfürst. Sonntag 4 Uhr: V. diese Männer! �msg��znopllllW Das größte Naturwunderl Die HEILIGE WEISSE NEGERIN und ihre schwarze Prieater- Schwester. Beide lebend ohne Extra- Entree zu wehen. Zirkus Wert Sehumann. Heuto Freitag, 8. November, abends 7'/, Uhr: Gr. Elite-Vorstellung mit einem extra auserwählten Programm. NW?" Em S'f. Ehr: Vier Bilder aus Indien. M Der Clou der Saison! Außerdem: ItiB 8nra Voodoo, die beste indische Schlangentänzerin der Saison. Zirkus Barum, fsSffi Tagesgespräch in der ganzen Well ist zetzl der türkische Krieg, in Neu- kölln und Umgegend dagegen spricht man von den Leistungen des Zirkus Barum, welcher täglich bei anSvcrk. Hause aus dem Sportplätze in der Pflügerstraße seine Vorstellungen gibt. Täglich abends 8'/, Uhr: Gräfte Borstelliing mit einem ZensaiionSprogramm. Sonntag, den 10. November: Zwei letzte Vorstellungen. nachmittags 4 und abends 8 Uhr. Da der Andrang stets sehr groß. wolle man sich beizeiten die Billetts besorgen. Vorverkauf an der Zirkus» lasse täglich mittags von 12— 2 Uhr. Der Zirkus ist gehetzt. Theater Königstadt-Casino. Holzmarktstraße 72, t. v. Bahnh. Jannotvitzbrücke. 1 Min......... Tägl. abends 8 onnt 5'/, Ubr: 6 erstklassige Spezialitäten und Kalt gextellt oder: Eehlgeschossen. Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße, CtoT" Eiwpalast. 4Wi Einzig in der Welt mit seinen prunkvollen Eisballetts. Allabendlich das sensationelle Eiwballett „Yvonne" 100 Mitwirkende. Fabelhafte Ausstattung! Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 10'/� Uhr abends halbe Kassenpreise. Revtanrant I Ranges! Wein- und Bier-Abteilung. Urania Tanbensti-aßc-48/49. j s Wissenschaftliches Tlieater. Abends 8 Uhr: Mit dem Zeppelinluttschiff von Sylt nach Hamburg. Ole wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirtschaft. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. P. Schwahn: Die Bewegungen dor Weltkdrper.(Von Keplers Zeit bis zur Gegenwart.) Zirkus Busch. Heute Freitag, 8. November, abends T1/» Ubr: Große Gala-Vorstellung. Yen! Albas Fahrt im Kopf- 1 stand auf freiem Drahtseils durch den Zirkusraum. Ken! Kap«. 8paulding. Schein oder Wirklichkeit? Tourblllon Troupe, akrob. Lady- 1 Cyclists, sowie das große j Galaprogramm. Schluß; Unter Gorillas. AvI«! Sonntag 3'/, Uhr: Enter«»»>11> an ungekürzt.| » Ab 8 Uhr. st Nie dagewesener Erfolg | des neuen Programms! « 12 große Attraktionen! J Ganz Berlin spricht von| j M. Bendix und E. Schnabel ► « als Droschkenkutscher u. Fiaker.> Voigt-Theater. Gelundbrunne» Badstraße 53. Freitag, den 8. November 19t2: Voltsstück in 3 Akten v. Vittor Leo». Kassenerösinung 7 Ubr. Ans. 8'/. Uhr. Trianon-Theater. W-nds 8 Uhr: Liebesbarometer. Reielishallen-Ttieater Stettiner Sänger. Die Macht der Töne. Sonntag- nachm. 3 U. Der Kompagnieball Für den Znlial« der 3»>era»e ■ beruimmt die gievattion dem Publikum gegenüber teliiertei Verautworruna- b UQr:-ver kl-'"------- V-I.iipa.uoxa.aooo;. iBW �st�v—____—---- lerantwvrtlicher'MäkleuT: Alfred Wielepp. Neuköllik Für den gnseratenteil veranw.: Tb. GUtlt. itterlm. Druck u. Verlag. Vouvättt vuchdruckere, u. VeriagSanftalt Paul Singer U.TIK. BstrimSW. S-- 2«2 29 2. KtillP des Joriuorts" Kerlilltt NsllisdlR kmkg. 8� m% Partei- Hngelegcnbeiten. Zweiter Kreis, Süden. Morgen Sonnabend veranstalten die 7. und 8. Abteilung in SUiemS Festsälen, Hasenheide, einen„Heileren Abend", bestehend in Vorträgen, Theater und Ball. Eintritt 30 Pfennig. Dritter Kreis. Heute Freitag, den 8. November: Gemein- schaftlicber Leseabend im GewerkscbaflShause, Saal S. Vortrag des Genossen Reichstagsabgeordneten Fritz Zubeil: Ueber Verfassungs- fragen. Wilmersdorf. Heute Freitag, abends 8 Uhr, findet im Viktoria- Garten, Wilhelmsaue 1l4 tgroster Saal), der zweite Lichtbilder- vortrug, veranstaltet vom BildungsauSsctmtz, statt. Vortrags- thema:„Luftschiffahrt". Der Eintrittspreis beträgt 28 Pf. für Erwachsene. Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Zutritt. Um regen Besuch bittet Der Bildungsausschuß. Der zweite Bortrag des Genossen Däumig:„Eine Wanderung durch siebzehn Jahrhunderte deutscher Literaturgeschichte" findet am 14. November im gleichen Lokal statt. Tempelhof. Heule Freitag: Fortsetzung des Diskutierabends. Beginn pünktlich 8 Uhr. Schmargendorf. Am Sonnabend, den S. d. M.. feiert der hiesige Wahlverein sein 21. Stiftungsfest, verbunden mit künstlerischen Vor- trägen. Verlosung von Büchern und Bildern und Ball, im Schützen- hause, Hundelehlenstr. 28. Gönner und Freunde sind hierzu freund- lichst eingeladen. Bohnsdorf und Umgegend. Am Montag, den 11. November. pünktlich abends 8Vz Uhr, findet in der Villa Kahl der zweite Vor- trag des Genossen Eichhorn über:„Die historischen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus" statt. Teilnehmerkarten a S8 Pf., die zu den weiteren vier Vorträgen berechtigen, sind noch zu haben beim Genossen Klemm, Paradiesstr. 7. Eine rege Beteiligung er- tvarlet Der Bildungsansschuß. Rosenthal �Wilhelmsruh). Am Sonnabend, den S. November, abends 3>/z Uhr, feiert der Wahlverein im Lokale von Deutichmann, Hauptstr. 1, sein 11. Stiftungsfest als„Heiteren Abend", bestehend ans Rezitationen, Liedern zur Laute. Konzert und Ball. Eintritt 48 Pfennig. Zahlreichen Besuch erwartet Die Bezirksleitung. Fricdrichshagcn. Am Sonnabend, den 8. November, abends 8Vz Uhr. veranstaltet der Bilduugsausschuß in Lerches Festsälen, Friedrichstr. 112, eine Thealervorstellung. Zur Aufführung gelangt „Einsame Menschen" von Gerhart Hauptmann. BilletlS a SO Pf. sind in der Konsumgenossenschaft, Drachholzstr. 2, zu haben. Kerliner I�admcbtm Bon den Polizeikostenbeitriigen. Nach Festsetzung des Polizeikostenbeitrages, den die Stadt Charlottcnburg zu den Kosten der königlichen Polizeivermaltung tragen sollte, erhob die Stadt Klage und verlangte, daß die Kosten für die so- genannte politische Polizei bei der Bemessung des auf die Stadt nach dem Polizcikostengesetz entfallenden Beitrags ganz außer Betracht zu bleiben hätten. Das Oberverwaltungs- gericht mies aber diesen Ermäßigungsanspruch ab und führte aus: Die Stadt niache geltend, daß es sich bei den fraglichen Nosten um Kosten für landespolizeiliche Funktionen und nicht um Kosten für ortspolizeiliche Funktionen handle, so daß die Stadt Nicht verpflichtet sei, dazu beizutragen. Der Anspruch sei verfehlt. Für die Frage, was landespolizeiliche und was ortspolizeiliche Funktionen seien, komme es in erster Linie darauf an. ob ein Gegenstand durch Gesetz oder durch eine berufene Behörde der Ortspolizei oder der Landespolizei überwiesen worden sei. Erst in Fällen, wo dies nicht der Fall sei, entscheide der Gesichtspunkt. ob mehr das staatliche oder mehr das örtliche Interesse berührt werde. Hier komme nun zunächst in Betracht das Vereins- und Ver- sammlungsrecht und die polizeilichen Funktionen dabei. Diese aber seien durch Gesetz der Orts Polizei überwiesen worden. Das entscheide. Dann käme die Uebenvachung der Anarchisten und der Presse in Betracht. Die Tätigkeit der Ueberwachung der Anarchisten erstrecke sich darauf, strafbaren Handlungen vorzubeugen, ebenso die der Ueberwachung der Presse. Das seien ortspolizeiliche Angelegenheiten. Was nun die Ueberwachung der Ausländer angehe, so käme als Handlung, die nicht ortspolizeilicher Natur sei, nur die Ausweisung in Betracht. Aber das könne dahingestellt bleiben, denn es sei nicht anzunehmen, daß die Ausweisungen besondere Kosten machten. Somit sei die Stadt mit dem Ermäßigungsanspruch abzuiveisen._ Gegen die Schundliteratur. Die Schuldeputation hat den Rektoren der Gemeiudelchulen und Hauptlehrern der Hilfsschulen folgenden Erlaß des Ministers der geistlichen und Untcrrichtsangelegenheiten zur Kenntnis und Nach- achtuug zugehen lassen: Die Gefahren, die durch die überhandnehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, sind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings bat sich wieder mehrfach gezeigt, daß durch die Abenteurer-, Gauner- und Schmutzgeschichten, toie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sitt- liche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, daß sich die jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren Handlungen haben hinreißen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mi: allen ihr zu Gebote siebenden Mitteln dieses Uebel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen dos rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sittliche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Er- kennlnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Beivußisein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, einschließlich der Tageöpresie sorgsam überwachen, daS versteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand z» Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schund- literatur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, daß dem Uebel ge- steuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Sckule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und geistige Ent- Wickelung eignen. Zu diesem Zweck werden eS sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Be- tracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. DaS in dem Weidmantischen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. Johannesson„Was sollen unsere Jungen lesen?" wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können. Dieser Erlaß ist iu den Jahresberichten der höheren Lehr» anstalten zum Abdruck zu bringen. Auch bei anderen sich bietenden Gslegenhciten empfiehlt es sich, die Oeffcntlichkeit auf den Schaden minderwertiger und den Nutzen bildender und fördernder Erzeugnisse der Literatur und Kunst immer wieder aufmerksam zu machen und dadurch für die Mitarbeit an der geistigen und sittlichen Förderung unserer Jugend zu gewinnen._ Die Berliner Fleischwerke in KonkiirS. Die Berliner Fleischwerke in Schöneberg haben gestern, wie die„Allg. Fleischerztg." milteilt, den Konkurs angemeldet. Obgleich am 1. d. Mrs laut Status mehr Aktiven als Passiven vorhanden waren, mußte sich die Firma doch entschließ-n, Konkurs anzumelden, um nicht auch fernerhin mit großem Verlust zu arbeiten. Die Fabrik arbeitete bei 3 Millionen Mark Umsatz und 388 888 Mark Unkosten deshalb so ungünstig, weil die EinkausSpreise außerordentlich hoch waren. Trotzdem für sämt- liche Gläubiger der Berliner Fleischwerke Deckung vorhanden ist, kommen durch die Konkurskosten und die noch vertraglich fort- laufenden Unkosten größere Beträge zu den Passiven, so daß auf eine Quote von zirka 75 Proz. zu rechnen ist. Dagegen sind die sämt- lichen hohen Anteile der Gesell'chaft gänzlich werllos gewordest. Ein Parteiveteran hat am Montag die Augen für immer ge- schlössen: Ernst Pfeiffer. Pfeiffer gehörte zu den Partei- genossen, die schon Ende der sechziger Jahre sich der proletarischen Arbeiterbewegung anschlössen. Er war Mitglied des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und wirkte Zeit seines LebenS in der un- eigennützigsten Weise in politischer und gewerkschaftlicher Richtung. Als gelernter Bäcker erkannle Pfeiffer frühzeitig den Wert der ge- werkschaftlichen Organisation, und deshalb warf er sich mit großem Eifer in die Agitation für die Schaffung einer Bäckerorganisation. Wer da weiß, welch außerordentliche Mühe es kostet, die in Kost und Logis arbeitenden Bäckergesellen zu organisieren. wird die Werbetätigkeit Pfeiffers im Dienste seiner engeren Be- rnfskollegen zu schätzen wissen. Selbst als kleiner Bäckermeister ging Pfeiffer in die Meisterversammlungen und vertrat dort die ge- rewte» Forderungen der Bäckergesellen, nicht achtend der Wut und der Erbitterung der wildgewordenen Bäckermeister. Und wenn auch später Pfeiffer mit seinen engeren Berufs- genossen etwas auseinander kam, so soll doch seiner Tätigkeit im Dienste der Bäckerbewegnng anerkennend gedacht werden. Auch in der Partei betätigte sich Pfeiffer, so lange er das konnte. In den letzten Jahren machten Krankheit und andere Schicksalsschläge den alten Pfeiffer kampfunfähig. Man sah den Alten noch hin und wieder bei Parteifestlichkeiten, wo er einen kleinen Handel betrieb. Nun ist er für immer dahingegangen. Die Genossen, die Pfeiffer näher kannten, werden ihm seine Arbeit für Partei und Gewerkschaft nicht vergessen. Die Beerdigimg findet heute nachmittag 4 Uhr auf dem Frei- religiösen Friedhos in der Pappelallee statt. Folgenschwerer Absturz eines Eisenträgers. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern vormittag in Rosenthal zugetragen. In den dortigen Wasserwerken wird gegenwärtig ein neuer Brunnen ausgebaut. Gestern vonnittag waren mehrere Arbeiter damit be- schäftigt, eine» schweren eisernen Träger mittels einer Winde hoch- zuziehen und dann in den Schacht einzulassen. Plötzlich riß an der Winde das Drahtseil, an dem der Träger angekettet war und der Träger stürzte nun in die Tiefe. Während cS den meisten Arbeitern gelang, sich, schnell, in Sicherheit zu bringril, war dies dem 57 Jahre alten Gotllieb Zerbe, Kastanienallee 11 wohnhast, leider nicht mehr möglich. Z. wurde von dem Träger getroffen und darunter be- graben. Er wurde von seinen Arbeitskollegen befreit und nach dem Reinickendorfer Krankeiihans gebracht, wo ein schwerer Bruch des Rückgrats und Zerschmetterungen am Kopf festgestellt wurden. Der Zustaild des Verunglückten ist völlig hoffnungslos. Eine„GaSgesellschaft" schickt Vertreter umher, die den Gas- Verbrauchern in die Wohnungen gehen und ihnen Apparate zur Gassparung anbieten. Es handelt sich nicht um städtische Gas? werke, auch nicht um die englische Gasgesellschaft, sondern um eine „GaSgesellschaft für Preßregulatoren für stehendes und hängendes Gasglühlicht". Das ist aus einem gedruckten Schein zu ersehen, de» diese Vertreter hinterlassen. Warum die Firma sich„Gasgesell- schaft" nennt, wird auö ihm nicht klar; er gibt nur eine Einzel- person als Inhaber an. Die„Preßregulatoren" für Leuchtflammen sowie die von der Firma gleichfalls angebotenen„Kochgas-Druck- regulatoren" werden— so lesen wir in dem Schein— kostenlos angebracht, doch wird für die Probebenutzung eine Gebühr erhoben, zn deren Vorausbezahlung auf drei Monate man sich verpflichtet. Die dreimonatige Bemitzungs- gebühr ist bei Anbringung der Apparate zahlbar. Wenn einer nachher die Apparate weilerbenutzen will, so hat er de» Kaufpreis zu zahlen, wobei die Benutzungsgebühr angerechnet wird. Derjenige, der init diesen Apparaten nicht zufrieden ist, so daß er auf weiteren Gebrauch verzichtet und Beseitigung fordert, erhält von der für die Probebenntzung vorausbezahlten dreimonatigen Gebühr nichts zurück. In dem Schein ist wenigstens nicht gesagt, daß irgend etwas zurückgezahlt würde. Ein in einem Vorort wohnender Leser unseres Blattes, dessen Frau in seiner Abwesenheit unter- schrieben hat. erklärt uns, daß er die Apparate gar nicht erst anbringen lassen möchte. Wer Lust hat, die„Regulatoren" zu probieren, der lese genau durch, was ihm zur Unterschrift vor- gelegt wird. Wenn ein Vertreter der Firma sich mit den Worten: „Ich komme von der Gasgcsellschaft für usw." vorgestellt hat und in die Wohnung hineingelassen worden ist, dann geht er begreiflicher- weiie nicht gern wieder hinaus, ohne eine Bestellung heimzutragen. Hat man durch Unterschrift eine Verpflichtung übernommen, dann muß sie selbstverständlich, sofern sie rechtsbeständig ist, erfüllt werden. Das erste Opfer des Frostes. In kläglichem Zustande wurde gestern im Grunewald ein wohnungsloser Arbeiter aufgefunden. Auf Halenfecr Gebiet entdeckte ein Spaziergänger einen Mann. der leblos auf dem Erdboden lag. Wie sich bald herausstellte, war der Aermsic, der Arbeiter Guitav Feldt, ein Opfer des Frostes geworden. Er wurde schleunigst nach dem Groß-Lichtcrfelder Kreislrankenhans gebracht, wo Wiederbelebungsversuche auch Er- folg haben sollten. Beide Beine sind dem F. vollständig erfroren. Eine Wahnsinnstat ist am Mittwochabend in Schöneberg ver- übt worden. Ein polnische Arbeiter Franz Wacinski feuerte auf den Schuhmachermeister Jaroni in der Gntztowstraßc einen Revolverschuß ab und schoß später auch seine Wirtin, Frau Dorothea Berthold ans der Maxstraße 8 an. Frau Berthold ist gestern morgen im Augustc-Vittoria-KrankenhauS in Schömberg gestorben. Der Schnhmachermeister Jaroni liegt im Sterben. Ucbcr den Vorfall werden folgende Einzelheiten berichtet: Franz Wacinski, der seit Monaten bei der Inhaberin einer Plättanstalt Frau Berthold als Schlafbursche wohnt, geriet gestern mit seiner Wirtin, die ihm bereits gekündigt hatte, in Streit, weil er deren Nichte belästigt hatte. Im Verlauf des Wortwechsels erwähnte die B., daß der Schuhmachermeistcr Jaroni ihr geraten habe, ihn der Polizei anzuzeigen. Wacinski begab sich bald darauf zu dem Schuster, in dessen Laden er mit dem Inhaber Schnaps trank. Bald darauf wurde er sehr rabiat und gab plötzlich auf den Ahnungslosen einen Schuß ab. Hierauf flüchtete er etlends in sseine Wohnung und hier trat ihm die Berthold entgegen. Er zog wortlos ten Revolver und schoß die dicht vor ihm stehende Frau nieder. Die Kugel, ein Browninggeschoß, drang ihr in den Unterleib, zerriß die Eingeweide und trat am Rücken wieder aus. Nun flüchtete der Mörder auf die Treppe hinaus und wurde von inzwischen hinzugeciltcn Hausbewohnern festgenommen. Er wurde dann nach dem Schöneberger Polizeipräsidium gebracht und sofort vernommen. Er gab unter den Zeichen tiefster Rene an, daß er den Schuhmacher habe niederschießen wollen, weil dieser der Ber- thold den Rat gegeben, ihn wegen des Sittlichkcitsattentats der Polizei zu übergeben. Der Schnaps sei ihm zu Kopfe gestiegen, und er habx nicht mehr gewußt, was er tat. Eine zweite Mitteilung lautet allerdings anders. Es wird darin berichtet: Wacinski ist gestern auf dem Schönebergcr Polizei- Präsidium durch den Kriminalkommissar v. Wernesdorf nochmals vernommen worden. Das Ergebnis dieser Vernehmung, die noch nicht ganz abgeschlossen ist, dürste sein, daß Wacinski in eine Irrenanstalt gebracht werden wird, denn allem Anscheine nach hat man es mit der Tat eines Geisteskranken zu tun. Wlacinski inachle auch schon bei der Vernehmung den Eindruck eines an Ver- folgnngswahn leidenden Menschen. Es ist aus ihm über den Her- gang der Tat sehr wenig herauszubringen, nicht nur deshalb, weil er der deutschen Sprache kaum mächtig ist, sondern auch weil et nicht imstande ist, eine zusammenhängende Darstellung zu geben. Auf die meisten Fragen, die man ihm stellt, antwortet er nur, er hätte sich sowohl vor seiner Wirtin, als auch vor dem Schuh- machermeister Jaroni gefürchtet, daß sie ihn vergiften würden. Festgestellt ist, daß dem Revolverattentat kein Streit vorher« gegangen ist. Wacinski war mit dein Schuhmacher Jaroni be- freundet und die beiden befanden sich gestern abend in einem ganz friedlichen, polnisch geführten Gespräch bei einer Flasche Schnaps, als Wacinski plötzlich aufstand und seinen Freund über den Haufen schoß. Wacinski ist von der Gutzkowstraße 2, wo Jaroni sein Obdach hatte, nach der Maxstraße 8 geflüchtet, wo er selbst wohnte, und hat dort seine Wirtin niedergeschossen, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Eine aufregende Jagd auf einen vermutlichen Verbrecher spielte sich gestern nachmittag in der Wilhelmstraße ab. Gegen 4'/z Uhr wurde das 36. Polizeirevier dnrcki den Pfandleiher L. Wolf. Friedrich» straße 2l5, benacbrichtigt, daß dort ein junger Mann erschienen fei, der für mehrere Tausend Mark Juwelen verkaufen wolle. Sofort begab sich der Knmmalwachtmenier Viol dorthin und forderte ihn auf, sich zu legitimieren. Da dem Beamten die Angaben aber nicht genügten, so wollte er ihn nach seiner angeblichen Wohnung in einem Pnvatlogis in der Albrechtstraße begleiten. Als beide durch die Wilhelmstraße gingen, ergriff der junge Mann plötzlich die Flucht. Viol verfolgte ihn, und als er ihn fast erreicht hatte, drehte sich der Flüchtling um und ri-btete eine mit zehn scharfen Patronen geladene Pistole auf den Beamten. Viol kam ihm aber zuvor und feuerte einen Schuß aus seiner Diensipistole ab, der jedoch sein Ziel ver- fehlte. Nun ging die Jagd weiter. An der Ecke der Hedemann- straße drehte sich der Flüchtling zum zweiten Male um und erhob wiederum seine Sckinßioaffe. Auch jetzt kam ihm der Beamte zuvor und gab abermals einen Schuß ab. Die Kugel traf aber nicht den jungen Mann, fondern den in diesem Augenblick vorbei- gehenden Hansdiener Wilhelm Kenmlein, der bei einer Firma in dem Hause Wilhelmstr. 128 beschäftigt ist. Er wurde an der linken Wade verletzt. Während man ihn zu einem Arzt führte, konnte der Fliickitige von Pasfanten und dem Wachlmeistcr ergriffen werden. Der Beamte brachte ihn zur Wache des 36. Polizeireviers wo man ihn als den am 24. März 1883 geborenen Artisten Alfred Löwy feststellte. Die Untersuchung wird allerdings erst ergeben müssen, ob die Angaben über seine Person auf Wahrheit beruhen. Anscheinend hat man es mit einem internationalen Juwelendieb zu tun. Mißstände aus der Hochbahn. Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: „AuS dem Bahnhof Warschauer Straße ergießt sich nach Ein» lauf der Züge aus beiden Richtungen der Stadtbahn ein Meer von Fahrgästen, das durch Fahrgäste der Straßenbahn vermehrt wird, auf den Hochbahnhof. Wochenkarten gibt es nicht, jeder Fahr- gast muß sich täglich die karte lösen. Bereit stehen zwei Automaten. welche leider sehr oft versagen. DaS Zehnpfennigstück verschwindet, jedoch Fahrkarte— gibt es oft nicht. Jeder hat es eilig: ein Be- amter ist nicht gleich zu sehen; man versucht sich zu Helsen und be- arbeilet den Automaten links und rechts mit— den Fäusten, und, wunderbar, sofort ist auch ein Beamter da. Blick und Anrede nicht gerade die höflichste. Rechter Hand vier Billettschaltcr, jedoch nur zwei geöffnet. Hier findet mm ein beängstigendes Gedränge und Geschubse statt. Anstatt nun den ersten und dritten respektive zweiten und vierten Schalter zu öffnen, findet der Verkauf der Fahrkarten am zweiten und dritte» dicht znsaminenliegenden Schalter statt. ES ist dies eine ganz unnötige Erschwerung des Verlaufes. Ist man nun glücklich im Besitz einer Fahrkarte, gibt's eine neue Ueberraschnng. Zwei auch drei Züge stehen im Bahnhof, aber sie fahren noch nicht I Ein vierter Zug läuft ein, alles drängt zu den Eingängen, jedoch so schnell geht's nicht. Der Zug kommt gefüllt an." Von neuem hebt das Gedränge an, da sich inzwischen Hunderte angesammelt haben. Das Aussteigen wickelt sich nur langsam ab. ist fast unmöglich. Vielfach im UnleroffizierSton gehaltene Zurufe sollen beim Aus- und Emsteigen nachhelfen und schon ertönt im nächsten Augenblick: Fertig— Abfahren I Ich frage: warum muß dieser mit scblechier Luft gefüllte Zug sofort wieder benutzt werden und das Publikum zur Hast beim Aus- und Einsteigen an» getrieben werden?" Die Howbahngesellschaft sollte bier baldigst Abhilfe schaffen, eventuell sollte auch die Aussichtsbehörde sich um diese Dsttge kümmern. Im Südringzuge der Stadtbahn hat ein Reisender ein Paket mit künstlichen Zähnen, welche einen Wert von 688 M. haben, liegen lassen. Da der Reisende ersatzpflichtig ist, ersucht er denjenigen, der das Paket gefunden hat, um Ablieferung an das Dentaldepot, Eich- hornstraße 4. Der„Berliner Männerchor", M. d. D. A.-S.°B.(Ehormeister: Franz Bothe), veranstaltet am Sonntag, den 18. November 1812, im Elablissement Brauerei Friedrichshain(am Königstor) einKonzert. Mitwirkende: Berliner Äonzerlbaus- Orchester, unter persönlicher Leitung des Herrn Fraiiz v. Blon; Frau Anna Reichner-Feitcn, Konzertsängerin; am Klavier: Fr. Bothe. Eröffnung 6 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billetts im Vorverkauf 58 Pf., an der Kasse 68 Pf. Das Polizeipräsidinm teilt mit: Am 2. November wurde aus dem Teltoivkanal in Tempelhof die Leiche eines dem Arbeiterstande angehörenden Mannes gelandet, dessen Persönlichkeit bisher nicht sestgenellt werden konnte. Der Unbekannte ist 14—18 Jahre alt und hat anscheinend längere Zeit im Wasser gelegen. Er ist mittel- groß, dunkelblond und bartlos, und ist bekleidet mit dunklem Jackett- anzng, weißem Vorhemd, schwarzem Schlips, weißem Hemd mit blauen Streifen, weißer Barchentunterhose, grauen Slrüniplen und schwarzen Schnürstiefeln. Nachrichten über die Persönlichkeit des Toten nimmt jedes Polizeirevier sowie die Kriminalpolizei Zimmer 346a. entgegen zn 4175 1V/54. 12. Spurlos verschwunden ist am Mittwoch mittag gegen 1 Uhr der 11jährige Knabe Wilh. Schadwinkel aus der Schönhauser Allee 72o, welcher im Begriff war, von der Schule den Heimweg anzutreten. Man vermutet, daß derselbe von einem 17- bis 13j2hrigcn jungen Mann über den Exerzierplatz geführt und verschleppt worden ist. Bekleidet war der Lunge mit weißgesUicklem Halstuch, Manchester» Anzug, dunkelblauer Schirmmütze und schwarzen Schiiurstiefeln. Die besorgten Ellern bitten, falls jemand nähere Auskunft über den Verbleib des Knaben geben könnte, ihre Adresse an Schadwinkel, Schönhauser Allee 72o. ewzuseuden. Zeuge» gesucht. Personen, die am Dienstag, den 1. Oktober, abends, vor dem Hause Königsberger Straße 3 gesehen haben, wie ein älterer Mann von der Straßenbahn Linie 92 überfahren worden ist. werden um Angabe ihrer Adressen an Josefowsli, Jnsterburger Straße 4, gebeten. Vorort- JSadmdbtem Neukölln. Die Stichwahlen sind' bereits von den einzelnen Wahlvorständen auf Freitag. d e n 22. N o v e m b e r,- in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends angesetzt. Der Ausfall der Hauptwahlen hat die Bürgerlichen von einem Alpdruck befreit und sie jubeln, daß es diesmal der Sozialdemokratie nicht gelingen wird, die Rathaus Majorität zu erobern. Damit dokumentieren sie, daß sie nicht mal ihre eigenen Chancen beurteilen konnten. So sind im ersten Wahl- bezirk diesmal rund 89 Wähler weniger eingetragen, natürlich 72 M. Wähler, und trotzdem hat die Sozialdemokratie dieselbe Stimmen- zahl wie im April d. I. erhalten. Aehnlich liegen die Dinge im 6. Bezirk. Auch dort sind diesmal bl) Wähler weniger eingetragen und trotzdem ist es der Sozialdemokratie gelungen, noch zwanzig Stimmen mehr aufzubringen. Diese Zahlen haben aber nicht ausgereicht gegenüber den bürgerlichen Reserven. Ein großer Teil bürgerlicher Wähler konnte sich unmöglich dem von den bürgerlichen Parteien geübten Terrorismus entziehen. Jedem Beamten und Lehrer, der Schwierigkeiten machte, wurde gesagt, daß Nichtwählen eine indirekte Unterstützung der Sozialdemokratie sei, und so sind nur wenige der Wahl fern geblieben. Und diese wenigen wird man bei den bevorstehenden Stichwahlen noch ganz anders bearbeiten. Auch wir müssen die kurze Zeit bis zu den Stichwahlen gehörig ausnutzen, um die Wähler auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen. Gegenüber dem terroristischen Verhalten der Bürgerlichen begehen unsere Genossen nur einen Akt der Notwehr, wenn sie diejenigen, die von der winschaftlichen Kaufkraft der Arbeiterschaft abhängen, gleichfalls an ihre Pflicht erinnern. HS Das„Neuköllner Tageblatt' bläst in seiner gestrigen Nummer bereits zum Sainmeln für die in der Hauplwahl getrennt marschierenden bürgerlichen Parteien. Es schreibt: Die Sache der bürgerlichen Parteien steht in den bevor- stehende» Stickuvahlen durchaus nicht schlecht, denn es ist wohl an- znuehincn, daß seitens der Sozialdemokroten alle Wähler schon vorgestern aufgeboten worden sind, während die der Wahl fern- aebliebeneir-Wablberechtigten sich fast ausschließlich aus den bürger» lichen Reihen rekrutieren. Lediglich der Uneinigkeit im bürgerlichen Lager ist es zuzuschreiben, drß im 3. und 6. Bezirk überhaupt Stichwahlen erforderlich sind Bei geschlossenem Vorgehen der Bürgerlichen wäre ihnen schon im ersten Wahlgange der Sieg zu- gefallen. Hoffenilich lassen die verschiedenen bürgerliche» Gruppen bei den Siichivahlen alle Sonderinteressen beiseite und sorgen dafür, daß der 22. November e�n S ie g es l a g für die bürgerlichen Parteien w rd. Das hier zum Aus>>>ck kommende Siegesbewußtsein muß für unsere Genossen nur doppelte Veranlassung sein, bis zum und a m Tage der Wahl mit allen Kräften ihre Pflrcht zu erfüllen. Ueder die Errichtung eines Schillcrtheaters in Neukölln teilt der hiesige Magistrat mit, daß die für das Projekt eingesetzte Deputation sich einhellig entschlossen habe, das Theater auf dem der Stadt- gemeinde gehörigen vormals Straubschen Grundstücke, Berliner Straße 38/39, gegenüber dem Amtsgericht und dem Rathause zu er- richten. Dieses Grundstück biete mit insgesamt 610 Onadratruten genügend Raum, um ein Theater mit 1209 Sitzplätzen, das für das gleiche Grundstück projektierte Sparkassengebäude und eventuell einen Erweiterungsbau für das Amtsgericht aufzunehnien. Das Theater ist auf dem nördlichen Teil des Geländes, anstoßend an das Nachbargrundstück an der Berliner Straße, geplant. ES ist in dieser Lage gegenüber dem Rathause und im Zentrum der Stadt nicht nur für die Neuköllner Besucher, sondern auch für den gesamten Süden Berlin? und die benachbarte» Vororte leicht erreichbar. Das Gebäude soll außer Bühnen- und Zuschauerraum nebst allen bühnentechuiichen Nebeuräumen, 5tassen- und Garderobenräumen ein Theaterrestaurant und Foyer und event. auch einen Saal für Vorträge enthalten. Die Kosten sind auf 1299 999 M. veranschlagt. Die Verhandlungen mit der Schiller- Theatergesellschaft sind dadurch auf eine günstigere Basis gebracht worden, daß das entstehende Risiko bei einer die Selbstkosten nicht deckenden Mindereinnahme gleichmäßig auf beide Teile verleilt ist. Von einem sich ergebenden Ueberschuß soll die Stadtgemeinde die Miete für das Theater vorabbekommen. In der von den städtischen Körperschaften eingesetzten Deputation begegnete das neue Projekt in seinen Grundzügen einhelliger Zu» stimmung, so daß für seine Berwirklichung nunmehr begründet« Aussicht besteht. Das diesjährige Herbstfcst findet am Sonnabend, den S. No- vember, in der Neuen Welt, Haseuheide, statt. Miiwirkende: Berliner Süsionie-Orckester, Dirigent Maximilian Fischer. Mämierchor«Neukölln' und Käle Hyan, Lieder zur Laute. Ans dem Programm heben wir hervör:„Weihe des GssangeS' von Mozart mit Orchesterbegleitung. Da die Kosten dieses Festes ganz erbebtiche sind, andererseits der Eintrittspreis von 39 Pf. für jeden erschminglicb ist, erwarten wir einen guten Besuch des HerbflfesteS. BilletiS sind außer bei den Funktionären noch zuhaben: Parteispeditionen Neckarstr. 2, Siegfried» slraße 28, in den Reftauranis Pfeiffer. Herrmannstr. 49, Gemmecker, Kaiser-Friedrichstr. 232/33, Meier Nflg. Richter. Prinz-Handjerystr. 3, Karl Richter, Weisestr. 7, Ecke Mahloiver Straße. Der Bildungsausschuß. Lichtenberg. In einem zwei Spalten langen Erguß beschäftigt sich im „Lichtenberger Tageblatt" eine bekannte Feder mit dem von unse- ren Genossen zur Stadtverordnetenwahl herausgegebenem Flug- blatt. Allerdings, um etwas sagen zu können, stellt sich der große Polemiker naiver als er in Wirklichkeit ist. Zunächst erweckt er den Anschein, als polemisiere er regen ein Referat unseres Genossen Düwell'in einer Lichtenberger Versammlung. Dabei muß man be- kennen, daß der Berichterstatter verhindert war, in der Versamm- -lung zu sein. Ergo nimmt man ein Flugblatt vor und polemisiert gegen Behauptungen, die erst konstruiert oder unterstellt werden. In dem Flugblatt wird dargetan, daß durch die Bodenspekulation, die in Lichtenberg einige Rentnerfamilien geschaffen habe, die Boden- und' WohnuNgSpreise enorm in die Höhe getrieben worden seien. Der Verlegenheitsmitarbeiter des„Tageblatt" konstatiert empört,„daß es dem Mittelstande fast zur Unmöglichkeit geworden ist, Grund und Boden zu erwerben". Der Naive bestätigt damit das, was im Flugblatt behauptet wird, nämlich, die durch das Spe- knlanteutnm wahnsinnig gesteigerten' Grund- und Bodenpreise. Zur Illustration, wie die Bodeiipreise und damit die Belastung für die jetzigen Käufer von Häusern und für die Mieter gestiegen sind. sei nur ei» Beispiel herausgestellt. Das Rittergut Lichtenberg hat der jetzige Besitzer vor ungefähr 39 Jahren zum Preise von zirka einer Million Mark erworben. Wir unterstellen, daß er im Laufe der Jahre noch sechs bis sieben Millionen Mark für Straßenbauten, 5tanalisation usw. aufgewendet habe, und daß sonstige Ausgaben, Steuern, Verwaltung usw., 4 Millionen Mark erforderten. Somit wäre ein Kapital von 12 Millionen Mark investiert worden. Der Besitzer hat aber bereits für zirka 15 Millionen Mark Grundstücke verkauft und rechnet nach den jetzt üblichen Preisen mit einer weiteren Einnahme von zirka 25 Millionen Mark; er hätte somit im Jahre mindestens 1 Million Marl„verdient". Andere Besitzer„verdienten" noch verhältnismäßig mehr. Daß durch solche Preissteigerungen für Grund- und Boden Handwerker, Kaufleute, Wohnungsmieter und nicht zuletzt die Gemeinde in ganz erheblicher Weise belastet werden, liegt auf der Hand. Man muß schon sehr naiv sein oder sehr dumm, um das nicht ein- zusehen. Nach welcher Logik der„Zerpflncker" des sozialdemokra- tischen Flugblattes die Position der Grundstücksspekulanten und Wahlrechtsräuber verteidigt, dafür der folgende Nachweis. Munter uttd froh behauptet er, durch den Wahlrechtsraub sei hauptsächlich nur die— erste Abteilung geschädigt. Er produziert sich als Mathematikus und läßt sich also vernehmen:„Das ist rechnerisch leicht festzustellen. Wir wählen zur Grundlage unserer Betrach- tung runde Zahlen, um leichter zum Ziele zu gelangen. Auge- nommen, es befinden sich in der ersten Klasse 199, in der zweiten Klasse 6999 und in der dritten Klasse zirka 29 999 Wähler. Diese Ziffern werden ungefähr der Wirklichkeit entsprechen. Demnach wiegt eine Stimme der ersten Wählerklasse an Wert so viel wie 69 der zweiten und eine Stimme von dieser Abteilung so viel wie 3,6 der dritten. Wenn es nun zutreffend ist, was das sozialdemo- Iratische Flugblatt behauptet, daß die angebliche Ungesetzlichkeit der Listenaufstellung 69 Wähler aus der ersten in die zweite und 599 Wähler ans der zweiten in die dritte Abteilung gedrängt hat, so ist es unumstößlich, daß die erste Abteilung 69 mal 69, also 3699, die zweite Abteilung aber nur 599 mnl 3,6 gleich 1899 Stim- men eingebüßt hat. Der Wahlrechtsraub, welcher an der ersten Abteilung verübt ist, beträgt also dem Stimmenverhältnis nach das Doppelte der Schädigung, welche die zweite Abteilung erfährt." Dieses schöne Bekenntnis eines liberalen Kommunalpolitikers schließt mit der Bemerkung, daß man sich wegen der Partei- politischen Wirkungen einer solchen Wahlrechtsverschönerung den Kopf nicht zu zerbrechen brauche. Da merkt man doch, daß die fanatischen konservativen Feinde des gleichen Wahlrechts von den freisinnigen Volksfreunden noch ein nettes Stückchen lernen können. Kalkberge-Rüdersdorf. Eine Störung im Straßriibahnbetriebe entstand schon am Tage der Eröffnung des Bahiibelriebes(DienZlag) und auch am Miluvoch. Die Lokomotive hatte einen Defekt erlitte» die Reparatur konnte eist Miltwochurittag beendigt werden. Schöiieiche überließ für diese Zeil eine Lokomotive ihrer Benzolbahn der Gemeinde Kalkberge zur Aushilfe. Einige Züge mußten indessen doch ausfallen, was von der Einwohnerschaft mit Mißbehagen aufgenommen wurde. Die Gemeindevertretung von Tasdorf-Schulzcnhöhe beschloß in ihrer letzten Sitzung u, a. dem Aulrage belreffeud Ergreifung von Maßregeln gegen die Lebensmittelteueruiig stattzugeben. Es wurde eine Teiieruugskoinmission gewählt, die die Beichaffiiug von billigein Fleisch zum Verlauf an die miuderbeinntelle Bevölkerung be- sorgen soll. Pankow. Die Gcmeilidevertretcrsihnng am Dienstag hatte sich zunächst mit dem Berkauf von ausländischem Fleisch zu beschäftigen. Bürgermeister Kühr führte hierzu ans, daß die Gemeinde Berlin unter bestimmten Voraussetzungen von dem von ihr aus Rußland euigeführten Fleisch ein Drittel au Bororigemeiuden abgebe. Die Fmanzkonimiision empfehle der Vertretung, den Veilanf sofort in die Wege zu leiten, bei Berlin ein Wochenquamum von ö9Ze»tiiern zu bestellen und zu diesem Zivecke einen eutiprecheiiden Kredit zu bewilligen. Ans Zweckmäßigkeitsgründen ist von dem Verlauf russischen Fleisches neben einheimischem durch hiesige Schlächtermeister abgesehen worden. Vielmehr soll der Vertneb in der Weise geichehcn, daß zunächst ein Schlächtermeister, der sich zum ausschließlichen Verkaufe russi'chen Fleisches in einem Laden Ecke Gaillard- und Relligstraße erboten habe, von der Gemeinde hiermit betraut wird. Eine auS der Mitte der Finanzkomuiission gebildete dreigliedrige Kommiision(der auch Genosse K u b i g augehört) habe bereits vorberateude Schritte getan und werde nach Bedürfnis und Möglichkeit eventuell noch eine oder mehrere weitere Verkailisstrllcn auch in anderen Ortsteilen einrichten. In der sich anschließriiden Debatte herrschte über die Notwendigkeit der Einfübrung des Fleischverlaufs allseilig Einstimmigkeit. Ein Vorschlag, mit hiesigen Schlächter- merstern wegen Velkaufs einheiiiuschcn Fleisches zu billigen Preisen in Verhandlungen zu treten, fand wenig Anklang, da mit Recht befürchtet wurde— und worauf namentlich unser Redner hinwies—, daß hierdurch der eigentliche Zweck der Maßnahme illusorisch gemacht werden könnte. Es wurde dann auch einstimmig den Vorschlägen der Finanzkommiision bei- getreten, ein Kredit von 3999 M. bewilligt und alle weiteren Maß- nahmen der dreigliedrigen Kommission überlassen. Mit dem Verkauf de« russischen Fleisches wird bereits morgen früh begonnen.— Hierauf setzte dre Vertretung die Entschädigung für die Beisitzer des diesigen Ver- sicheningSamteS aus 3 M. für Sitzungen bis zu zwei Stunden und 6 M. sllr solche über zwei Stunden Dauer fest.— Dann wurde in- folge Ausscheidens von zwei Mitgliedenr das KrankenhauS- kuratorium durch die Herren N e u d e ck und Kaufmann ergänzt.— Das Projekt der Einfriedigung der Pump- station, das schon zwei vorausgegangene Sitzungen beschäftigt hat, stand abermals zur Beratung. Welche Veranlassung dieser an sich belaiiglosen Vorlage zugrunde liegt, ist an dieser Stelle früher bereits milgeteiit. Mit welcher Gründlichkeit diesmal ver- fabren wurde, ergiebt die Tatsache, daß nicht iveniger als 37»ial in der Sache das Wort genommen wurde. Die Garleiibaukommission einpfaht diesmal, den Platz sauber herzurichten und als Kinderspiel- platz anzulegen, was wenig Beifall fand, namentlich auch nicht seitens des Herrn Maatz, des eigentlichen Interessierten an der Sache. Am Schlüsse der endlosen Debaite. in der die verschiedenartigsten Vorschläge wild durcheinander wirbelten, war man sich über das, was nun eigentlich geschehen sollte, dermaßen im unklaren, daß es bei- nahe nochmals zur Rückverweisiing gekommen wäre, wenn nicht ein Antrag Amiahme gefunden hätte, der für entsprechende Herstellung jenes Platzes 599 M. Ausgaben vorsieht und im übrigen der Garlenbau- Verwaltung die Anösührung überläßt, liniere Genossen stimmten für den Vorschlag der Gartenbaukominission.— Eine Etat- Überschreitung in der Gartenbauver.oaltung gab dann unserem Genossen Kn b i g Veranlassung, auf die miß- lichen finanziellen Verhältnisse dieses Verwaltungszweiges näher einzugchen. Es sind hier seit einigen Jahren außer den etatmäßigen auch Nebeneinkünfle mit verwirtschaftet wo, den. Nachdem letztere nun ausblieben, zeigte sich, daß mit den etatmäßig ansgeiootfenen Mitteln nicht auszukommen war. Um aber eine weitere Uebelschreitung zu verhüten, sollte nun durch Entlassungen von stäudigeii Arbeitern und Pausieren der in Arbeit verbleibenden Kräfte ein Anstflcich geschaffen werden, obwohl für die vor- handelten Arbeitskräfte volle Beschäftigung vorhanden ist. Unser Genosse beantragte deshalb, die erforderlichen Mittel zur DurchHaltung und vollen Beschäftigung der Arbeiter über den Winter hinweg zu bewilligen. In der Debaite hierüber erhob sich kein Widerspruch, eS wurden für den Zweck 2599 M. gegen wenige bürgerliche Stimmen bewilligt. Ein weiterer Punkt von Bertrauensmäimerwahlen zur Angestelltenberstcherung 345 St. 2 Vertrauensmänner u. 2 Ersatzmänner l größerem Interesse war die angeliindigie Besprechung über dt« Bildung eines kollegialischen Gemeindevorstandes. Diese Angelegenbeit bewegt zurzeit lebhaft die Geister Pankows. Namentlich ist es der Grundbesiserverein. der die Sache in Anbetracht der bevorstehenden Ergänznn�swahl für den verstorbenen Schöffen Tradel gefördert sehen will. Z» einer Aussprache über die Sache selbst kam e« jedoch diesmal noch nicht. Vor einigen Jahren ist in der Angelegenbeit bereits eine Komniission eingesetzt worden, die aber bis jetzt noch nie geragt hat. Es wurde deshalb erneut eine solche Kommission ge- wählt, die die Aufgabe hat. die Angelegenheit vorzuprüten und ipäteslens im kommenden Monat dem Plenum eine bestimmte Stellungnahme zum. Kollegialischen" vorzuschlagen. In diese Kam« Mission wurde von unseren Genossen K u b i g gewählt.— Hreraus geheime Sitzung. Reinilkenvor-k. Russisches Fleisch gelangt seit Mittwoch auch hier zum Verkauf. Die Gemeinde hat sich verpflichtet, wöchentlich vierzig Zentner und zwar je zur Hälfte Rind- und Schweinefleisch abzuuebmen. Der Veilanf erfolgt nach längeren Verbondlungen mit der hiesigen Schlächlerinnung durch die Schlächtermeister Lawrenz. Hauptstr. 54; Kops. Resivenzstr. 154: Voigliänder, Residenzllr. 69; Fehlau, Justus- siraße 13: Carls. Provinzstr. 52: Kahle, Provinzstr. 72 und im westliche» Ortsteil: Saalmann, Scharnwebeistr. 139; Pernet, Auguste- Biltona-Allce 2; Behi endt. Eichbonistr. 11 und Krause, Waidstr. 53. Die Preise werden in de» Verkaufsläden durch Aushang bekannt gegeben. Sie beivege» sich beim Rindfleisch zwischen 1 M. für beste Ware und 55 Pf. für Suppenfleisch und zivischen 1 M. und 45 Pf. beim Schweine- fleisch. Der Verkauf von Hammelfleisch, der nach wie bor an jedem Dieustagvormiitag auf dem Depolgrnndstück in der Kopeuhagener Straße staltsiudel, ist stark zurückgegaugeii. so daß beispielsweise am letzten Dienstag von den 19 geschlachieten Hammeln 5 unver- kaust blieben, während in der ersten Zeit das ganze Quantum in wenigen Stunden abgesetzt war. Der auffallende Rückgang ist leicht erklärlich, wem, man die Unbequemlichkeiten erwägt, die entstehen, wenn das Fleisch nur an einem Wochentage und für den ganzen Ort nur an einer abseits gelegenen Stelle auf der Freibank zum Verkauf gelangt. Wittenau-Borsigwalde. Heute Freitag von 1—5 Uhr findet wieder seitens der Gemeinde der Verkanj frischen Hammelfleisches im Feuerwehrdepot spitt. Preis 69—85 Psi: abgegeben werden Mengen von 1—6 Pfnitd öpanvau. Bei den erhielten: Freie Vereinigung Verein der deulschen Kaufleute.. Deutschnationale. Weibl. Angestellte. Leipziger.... Vereinigte technische Verbände...225. 1 Vertrauensmann„ 2 Ersatzmänner Auch mit diesem Resultat kann die Freie Vereinigung vollauf zu- frieden sein._ Jugendveranstaltunge«. Neukölln. Sonntag, den lv November, Kartossel- und Heringspartte nach der Heiligcnker Schweiz. Treffpunkt und Abfahrt: Gruppe l. Bahnh. Her.„nuslraffe,>/,? Uhr: Gruppe 2: Herinannslraße Ecke Steiumetzltraffe, V Uhr; Gruppe 8: Boddinplatz,>/.7 Uhr: Gruppe 4- Hermaunplatz, 7 Uhr; Gruppe 5: Richardplatz,'/28 Uhr. «Nllarn, rine Kranken, und Sterbekafle der Metallarbeiter (E. H. 29), Hamburg.(Filiale Baumlchulenweg.) Den Mitgliedern. welche in Treptow wohnen, zu> KeuulutS. dag am Sonnabend, den S. November. abends von ö'/,— 10 Uhr, im Lokal von Jul. Schmidt, kielholz- straffe 22, tafflert wird, Arbciiertouiisteuverein„Die Naturfreunde«, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 10 November, Wanderung von Königswusterhauscn nach Niederlehme. Uckleisce, Hodeubiude, Erkner. Abfahrt nach Königswustcr- hausen vom Görlitzcr Bahnhof früh 6.40. Gäste willkommen. Zlrbeilrr- B. aiidervcrein„Berliu«. Wanderfahrt am Sonntag, den 10. November, Heibsllour nach Tegel, Stolpe. Birkenwerder. Treff- Punkt 3 Uhr früh HaUestelle der«iraffenbahn in Tegel. Für Nachzügler Treffpunkt mtliags in Stolpe bei Bergemann und nachmittags im Paradies- garten in Birleuwcrder._ eingegangene Dmekrehnften. Von der„Neuen Kett« ist soeben das 6. Heft deS 31. Jahrgang» erschiene». Aus dem Inhalt des Heftes beben wir hervor: Der Krieg und die Jnternalionale. Von K. Kaulsky.— Di- Balkankrlse und die liniere Zersetzung der Türkei. Von Assen Zankoff(Sofia).- Innere Kolonisation. Von Karl Maichtonim.— Die Oiialifika'ion der Fabrkarbeit. Von F. M. Wibaul(Amslci dani).— Literarische Rundschau: Dr. Fritz Rothe Die Fleischverlorgung der Groffslädte. Von Ernst Meyer. Emil Müfftg. Preis- cntwickeliing in der Moiitaniiiduslrie seit 1370.— Notizen: Eine Richtig- stell ring. Von A. Bebel.— Zeltschrlstenschau Von I. Köllgen. Dre„Neue Zeit' erscheint wöchentlich einmal und ist dmch alle Buch» bandlungen, Poslnustallen und Kolporteure zum Preise von 3,2» M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Marktbericht von Berlin am K- November 1912, nach Ermiltelung des königl Polizeipräsidiums. Marltballenpreise. lKleinbandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—50,00. Speis ebodnen, weise. 36.110— 50.00. Linien 35,00-60,00. Kartoffeln(Klenihdl.) 5,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule l,70— 2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50— 1,80. Schweinefleisch 1,60—2,20. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch I 40—2.40. Butter 2,40-3,00. 60 Stück Eier 4.20— 6,50. 1 Kilogramm Karpte» 1,40—2.40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40- 3,60. Hechle 1.40—2,80. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,40. 60 Stück Krebse 2,00—30,00._ Witternngsüderstcht vom 7. November 4912. 118 199 83 45 1 Ersatzmann 1 Wrtterprognose für Freitag, den 8. November 1912. Zunächst ziemlich heiler, kalt bei mäfflgen sü'Iichen Winden; nachher langsam zunehmende Erwärmung, Bewölkung mit geringen Niederschlägen. WasserstandS-Nachrtchten der Landesanstalt für Gewäfferkunde. milgeteill vom Berllner WeUerbureau Wasserstand M- m e l. Tilsst P r e z e I, Jnsterburg Weichsel, Tborn Oder, Ratibor , Krassen , Frankiurt Warthe. Schrimm „ LandSbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg ') 4- bedeutet Wuchs.— Fall.—*) Unterpegel.») Wasserstand am 5. muß heißen: 499 cm. Todes-Anzeigen SuziaitiemokratiscliErWalilvErein Keukölln. Den Parteigenossen zur Nach- richt, dah unser Mitglied,-«der Litbograph Otto Reppner (Ladnslr. 9, 12. Bezirk) verstorben ist, und am Sonn- abend, den 2. d. M,, zur letzten Ruhe bestaltet wurde, Ehre seinem Andenken I Der Vorstand. WMand der Sehuhmaelier Deutseiilands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dutz unser Kollege tt.fönksimsnn tBallschuhmacher) verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Freitag, den 8. d. MlS„ nach- mittags 4'/, Uhr, von der Kapelle des Äuterstchungs-Kirchhojes in Weitzenjee aus statt. Die Beerdigung des Kollegen vsksi' Uanf lMastarbeiter) findet ebensalls beute nachmittag L>/, Uhr von der Halle des Luisen-Kirchhoses in Neukölln, tzermannftrabe, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 169/14_ Der Vorstand. Verbaad d. Brauerei- u. Miihlen- arbelter o. verw-Eeruisgenossen. Ortsverwaltung Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, dast unser Mitglied, der Böttcher Wßsx Lukatis am 31. Oktober 1912 infolge eines BetriebsuiisallcS plötzlich ver- storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sand am Mitt- woch, den 6. November, aus dem tvemcindcsriedhos in Reinickendors, Humboldtstratze, statt. Her T' orntand. Deutseber Buchbinder-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Wir setzen unsere Mitglieder hierdurch in Kenntnis, daß unsere Kollegin Marg. Bleschke plötzlich gestorben ist. Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung findet Sonn- abend, den 9. November, nach- mittags'Iß Uhr, aus dem neuen Neuköllner Friedhose, Mariendorscr Weg, statt. 2(3/2 Zahlreiche Beteiligung erwartet Dir Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollege» zur Nachricht, daß unser MUglted. der Metallarbeiter August Voelz Fidicinstr. 22 am 4. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 1 32/ 1 6 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten, insbciondere dem Gesangverein der Putzer hiermit die traurige Nachiicht, das, meine liebe, un- vergebliche Frau, Schwägerin, Schwester und Tochter 1163b Ema Gmnzke � Benthieii am 2. d. MtS.(6.35 nachts) nach km zcm Ichwei en Krankenlager sanft entschlase» ist. Um stille Teilnahme bittet Der trauernde Gatte nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet heute Freitag, den 8. d. MtS., nachm. 3'/« Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in der See- strafte(EckeMullerstratze) aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz meine inniggeliebte Frau, unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter und Grogmutter 3791 Wüheliuins Volckmann geb. Bennewitz am Dienstag, den 5. November, mittags 2 Uhr, nach langem, schwerem Leiden im 73. Lebens- labre sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Oie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonn- abend, den 8. d. Mts., nach- mittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Zorndorser Str. 51 I, nach dem ZentralsriedboiFriednchSscldc statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres guten Baters 37A �uxust Klingenberg sage ich allen Verwandten und Be> kannten und dem Rauchklub»Frisch aus' meinen herzlichen Dank. Vtltwe Klingenberg nebst Kindern. Kaufmann, junger, beabsichtigt Gründung eines Fabrikations- oder Handelsgeschäftes und sucht Fachmann auch obne Kapit-il. Ausiührliche Ofierten erbeten unter „faehmann" nach Postamt 30. Allen Verwandten und Bekannten, der Firma H. Rieht nebst Personal, dem Zentralocrein der Bildbauer, dem Schachklub Rixbors III und dem Wahlverein, die meinem Mann das letzte Geleit gegeben haben, sagen wir unseren besten Dank. >V�ve. Trautvetter 12A und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden un- serer teueren Entschlasenen, F au Charlotte Tlnufr geb. Göldner tagen wir hiermit unieren besten Dank. iterdlnand Mauff 1167b und Tochter. Handbohrmaschinen wie Abbild, mit 2 Geschwindigkeiten, bis 12 mm bohr� IS M.. einfachere AuSslldr. billiger. tSommer A Gafflney, Lottumslr. 26, Nähe Schönhauser Tor. 117361 Danksagung. Für die unzähligen Beweise inniger Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines unvei geglichen MaimeS, unseres lieben Bruders und Schwagers, des RestaurateurS FVan« IMUlllep sagen wir allen Freunden und Bekannten, besonders dem Wahlverein für den vierten Wahltreis sowie dem Verband der Freien Gast- und Schaut- Wirte Deutschlands, dem Cbes und Personal der Firma Alex Birnbaum und für die trosli eichen Worte Herrn Dr. Schütte uiiscren tiesgesühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen lohanna Müller. Otto Müller. Familie Ibmer. Familie Herrendorf, bei Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung der Beerdigung unseres Sohnes �okannes Wutf sagen den Cbess der Firma Alphonse Ludwig u. Co., den Arbeits- und Ge- werktchasislollegen, den Genoffen vom 6. Wahlkreis, sowie dem Genossen Wieloch für seine trostreichen Worte am Sarge des Verstorbenen unseren besten Dank. 37A Familie Wulf, Ebelingftr. 4. Offeriere in nm frischer, schöner Ware: IHl Bfnr ein Preis! WiW Fette, junge pro Pfd. 75. 8-16 Psund schwer. 176/16* ffkur allererste Qnalitftt! Kiinskriimpfe, Va Gaule, sette Suppenhühner, junge Brathühner. Wegner. Verkauf nur Im Pabrlkgebaude! I Wenn Sie MSie sparen Geld! Obel ä Möbelfabrik i iH.WallerM:WilliMaafi,ttÄ35j ■ kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebttmle— eigene S Tischlerei und Polstere).— AufWunsoh Teilzahlung. 35■■ Permanente Musterzimmer-Aussteilung, m 35 So so, also Sie Waren es, die mir Dr. Gentner's Vcilchcnseifenpulvcr fioldperle" empfohlen hat. Herzlichen Dank! Kaufe nur noch diese Marke, denn die den Paketen beiliegenden Geschenke sind nur praktische, reizende und brauchbare Gegenstände Alleiniger Fabrikant auch der so beliebten SchuhcrOmt „Mlgrln": tarl Juitiur in Gopplnpn(Württbj.) Vertretung und l-ager 200/12* bei Hermann Kunder, Neukölln, Herrfurthsir. 25. Billige Angebote haltbarer» bewahrter and gatsltsonder Berufs-Kleidung Manchester- Anzüge Jopp® qn. o /ja /:7c Marke Gambrinus. AeuBeret dauerhaft warm gef. XJ. Wcete Hob© � Herkules-Leder-Hosen a cn Beate irbeit. Bund aus einem Stück. Schwere Taaohen........ M. i.Jk/ Weiße Kellner-Jackette»'ÄS.m 3.65. 2.50 Pf| aar, Tl.. ESper od. Drei), luft u. waarh- fx.— S blaue Monteur-Jackette 2.45 Setzer-Kittel...... 3.10 2.50| Maler-Kittel•...... 2.90 2.00 Boer�Sohn Berlin— Gegründet 1691 Chausseestraße 29-30 I 11 BrGckenstraße 11 Gr Frankfurter Str 20| Schöneberg, Hauptstr 10 Schutz- Kleidung für Sanitäts dienst und ge werbe-poKzeil. Vorschriften Hallo! Spare In der Zelt beim Bintaut Wir empfehlen Beleaeiihcllskäute l» neuen lowie gebrauchten Herren. Mstern.«aetlgcii, Valetots ,e! Lehiere sind Maslachen, loa Milliiaisaarderade, weiche ieii« in teinslea Werkstailen tauch aui Seidel acarbeaei sind Jeder Herr findei vassende Gurocrove. strtlherer«nlchaiiungSprei« bis ttlüWt., ichi zu soigenven ettra billigen Preisen' I Herren-Paietots 8— IL.-««.- 20.- M. ic I N<»lk»An,«ige 12->«.-«0.- 24— M. ic| Herren. Ulster!0— 14- 18.- 22.- M. w. Gehrocr-An.,iige18.- 22- LS- 32— M. ,c. Jackett'Anzüge S— l2.- 14—19.«i.>c. s Herrenhosen 3.— 8— 6__ an. jc. ~■-------"» Brait- ii. Wetcllfdiof J.Wand «erleihnng von eleganten Jrait-u.»«etetlschaftsanziig-n. kr. Frankfurter Str. 116, 8 5. dti. An lro CliaUSSBCSlr 83, Sonntags nur von 12—2 Uhr geöffnet. BMHHHIBHHBa Hanpt- OeBch< Heiohbaltieer(nbalt—u.M. Alle für den Arbeiter wichtigen Adrenren Porträts der 110 sozial- demokratieohen Kelohs- . tagsabgeortt-ieten Reichhaltiges statistisches Material über dleReiohs- tags wählen 1912 Die deutsche Reichaverfassung Arbeiterbildung und Bildungsarbeit Einderechutzgesets Etwas ▼. Schnapsboykott Sie Gewerkschaften im Jahre 1911 Kalendarium sowie Ge- schichtskalender, Portotaxe, Notizbuch Preis gebunden :: 50 Pfennig:: Zu beziehen durch all e ,IVonvärts"-Speäifionen oder direkt von der Buchhandlung Vorwärts Lindenetraße 69.• IMark wöchentl. Telizahlungei» liefere elegante fertige Herren* Catäeiom ; EruU ille Mm» Anfertigung n. Mue TailellM.AuifOkme SehnnldnrneMer fir.fraaH.«rJr Eingang SlrausUerger Pinta ■ ur I. U«»,». i: kein Laden, ij Tis-k-Tie Llesnnntr. 72 Um. Plomben, best« Aus- 1311116)»"i"ß*"1''- Olga Jacobson,.V.TI'lfa. Deutscher Wetnllarbeiter- Uerbmtd. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Verlin Verwaltttttg: Telephon: Norden 1239 und 9711. 17. 64, Linienstr. 33-85. Telephon Haiiptiasse: Norden 185._ Telephon: Norden 1987. 126/13* Achtung! Von Montag, den 11. November 191A ab befinden sich unsere gesamten Bureaus Hvhtnng S PP~ Linienstraße 83-85."WO Wegen des Umzuges nach den neuen Bureauräumen sind am Sonnabend, den 9. November nur folgende Bureaus geöffnete Arbeitsnachweis und Arbeitslosenunterstützung vormittags bis 1 Uhr. Expedition, Reisegeld und Beitragsleistung den ganzen Tag. Alle anderen Bureaus sind am 9. November den ganzen Tag geschlossen. Die Ortsverwalwng. Arbeitsnachweis: Hoj I. Slnit Norden, Nr. 1239. Verwaltungsstelle Berlin CharitSstrnfte Z. Hauptbureau; Hos in. Sinti Norden. Nr. 1987 Sonntag, den 10. November» vormittags 10 Uhr: ~ Versammlung« der Emiüikm Kerliiis nnd Uuizegtkd Im lSewerkschaftshanfe, Engelufer IS, Saal z. Tagesordnung: t.(Wird In der Versammlung bekannt gegeben.)-- 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Montag, den 11. November 1912: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle ßerlin in folgenden Lokalen: Norden: Phamssäle, Müllerstr. 143, abends 8l,z Uhr. NOrdöN' s�if108 Schwedter Strasie 33, abends Norden: laanüoKinteSei-s k'�iitsUIe.Badstr. l6,abendSS>/zUhr. fonai''Vrvlillai't» t'viitsUto, Reiulckendorf, Eichbornslr. IS, l LjjVI. abends K Uhr. MOilblt* ,?on'>'tcI!., Cescllschaltshaa», . Wiclefstr. 34, abends 8l/j Uhr. Westen und Seliöiieberg: wc8eteS?aftB64"cÄ Hauptslr. 30/31, abends 8'/, Uhr. OStett: Comenlassaie, Memeler Str. 67, abends 81/, Uhr. Lichtenberg:"■ Stralau und Rumnielsburg; W Weißensee:„praintcn-s iss. s.,, Siideubeiirlie:*"mm n „ SUd-Ost, Waldcmarstr. 75, abends 8'/, Uhr. N6Uk611n* 8VaubaSe'*CBtsiile' B�kgstr. 151/153, abends Cbarlotteilburg: Volkshan«, Rostnenstr. 3, abends S'lt Uhr. �fßnlitT* Sdiellhasea Feststtle, Ahornstrake 15, idlcyUlAi. abends 8'/a Uhr. Köpenick u. Frledriehshagen: Straße 1, abends 8'/, Uhr. nhor.�rhrinonroilla* Proohowwkls OberschOnewelder UUC1 aUUUUCfflClUC. Vereinshans, mathnueftt, 13, abends 6'/, Uhr. Pesells Restanrant, Pichelsdorfer Straße 5, abends 8'/, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: t- Vviksg üböf die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen. Referenten sind: Behrend, Bruckner, Hartman», Hensckel, 'ten, Langiiitschke, Kiebeuow, Link. Ritter, Schneider, Tiering, Wegner. 130/14 Spandau: Dehlcrt. Pawlowitsch, Wuschick, Zeruicke. 8. Stellungnahme zur Generalversammlung. NW- Ohne iKltglledsbach kein Zutritt."90 Zahlreichen Besuch crwariei_ Die Ortsverwaltung. iw ner- ===== Verwaltung Kerlin.----- Dienstag, den 1Ä. November, abends 8 Uhr, ---- im Gewerkschaftshause, Engelufer IS, Saal 4:= Ordentliche Generalverfaromlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Kassenbericht. S. Verbandsangelegen- heilen._ Sonntag, den 17. November 1913, abends 6'/, Uhr. findet in der «Neuen Welt", Hascnheide 108—114, eine TBieater-Vor Stellung statt. Zur Aufführung gelangt..Polnlsehe Wirtschalt"'. Da wir jetzt den großen Saal zur Verfügung haben, find noch Einiritlskarten a 50 Pf. im Bureau sowie aus sämtlichen Zahlstellen und im Zigarrengeschäst des Kollegen Schwemke, Schönleinstr. 34, zu haben. Kinder haben keinen Zutritt. Sonntag, den 24. November, Taubenstr. 48/49: Urania-Vorstellung. Zur Vorführung Matfrrilnrn Vor, rag mit Lichtbildern.- gelangt: 1,1111111 lljUill. Ter Phvsiksaal wird um 4 Uhr geöffnet. Die Vorstellung beginnt pünktlich 3 Uhr. Billetts inkl. Garderobe a 85 Ps. sind aus allen Zahlstellen sowie im Bureau zu haben. Modell- und Fabriktischler. Wkontag. den 11. November, abends pünktlich 8 Uhr, im Rosen- thaler Hof, Rosenthaler Str. 11/13: MltJliedsr- VersÄMtnlmiK. Tagesordnung: 1. Unsere ArbeitZvermittelung. 3. Verbands- und Branchenangelegen. heitcu._ BsSSF" Da unter Punkt 2 wichtige Angelegenheiten zu erledigen sind, so wird um zahlreichen Besuch der Kollegen gebeten."WH Einsetzer. Sonntag, den 10. November finden die Zezirlis- Versammlungen in den bekannten ii~it 90/18 in den bekannten Lokalen statt. Sämtliche Delegierten müssen anwesend sei«. Die Ortsverwaltung. GlgGAli Moderne Jackett- Anzüge in alten Farben Eieg.PeWrnDfldMQtfei!, Neueste Flausch- Mäntel Anzahlung L/t'•; iL' ■k ü vis neuesten Herren- und Damen- Paletots saubere Konfektion Schicke Kleider Pelz-Kolliers u. Muffen Anzahlung Kompl. Wohnnngseinrichtimgen von M. 200 bis M. 10 000. Einzel-Möbel™ u 8 Anzahlung u Billige Restparzellen, direkt am Bahnhof, westlicher Vor- ort, zu ausnahmsweise günstigen Be- dingungen. An Vorwärtsleser schon mit 100 M. Anzahlung, gerin e jährl. Teilzahlung, verk. ZI. Bnchholz, NO. 55, Fricdeberger Straße 4.* Or.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, 10— 2. 5—7. Sonntags 10—12. 2— 4 Sophien-Säle Inhaber Joseph Heid rieh, Sophienstr. 17-18 12 Säle in allen GröBen mit Bühne zu allen Gelegenheiten passend. ........ An Sonnabenden und Sonntagen noch frei I== Kleine Vereinszimmer und 5 Kegelbahnen noch zu vergeben!* Ortskrankenkasse der | Messerschmiede, Sehtoert- Ifeger mVerfertiger chirurgischer Instrumente in Berlin. Sonnabend, den 10. November, 1 abends 81/. Uhr: I Ordentl. General-Versammlung im Lokal von Hoffmann, Dragoner- straße 15. Tagesordnung: 1. Wahl von 3 Ausschußmitgliedern zur Abnahme der Jabresrechuung 1912. 2. Wahl des Kassierers(Au- stellung eines Beamten). 3. Wahl von vier Vorstandsmitgliedern(ein Zlibeit. geber und drei Arbeitnehmer). 4. Noch- malige Beschlußfassung über das Fort- bestehen unserer Kasse uach dem In- krajttreten der Reichsversichcrungs- ordnung. 5. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Die Herren Arbeitgeber sind hier- mit eingeladen. 28t/i3 Der Torstand. Orts- Krankettkaffe der Dachdecker Berlins. DienStag, 13. November 1918, abends 8 Uhr, im Lokale von G o h l e r(früher D a l g), Skalitzer Straße 52/53: ' Drdentllehe" General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines Vorstandsmitgliedes für Arbeitgeber aus zwei Jabre. 2. Wabt zweierVoistandsmiigliedersür Arbeitnehmer aus zwei Jahre. 3 Wahl des Rechuungsprüsungs- ausschusses für das Jahr 1912. 4. Wahl eines Krantenbesuchers. 5. Nochmalige Beschlußsaffung über Zulassung und Weilerbestehen unserer Kasse als besondere Orts- Krankenkasse nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung. 6. Verschiedenes. 281/15 Delegiertenkarte legitimiert. i. Hornemann, 1. Vorsitzender. Orts- Krailkenkasse für das Aierhrsuergewerhe zu Berlin. Die am Diontag, den 11. b. M.» vorzunehmenden Wahlen der Dele» gier'e» beginnen schon um 5 Uhr nachmittags und enden um O'/? Uhr abends Wahllokal für die Arbeitnehmer! Hiisiker-Siile, Kaiser-Wilhelm- Straße 18m. 281/14 Der Vorstand: Otto Ullrich, Vorsitzender. # Arbeiter- Raillahrer Sund Solidarität. Ortsgruppe Berlin. Sämtliche Tonreu am Sonntag, den 10. November er., fallen wegen der Wahlaibeit aus. Die Keuotsinnen und Genossen, welche an der Wahl- arbeit zu den Vertrauensmänner- wählen der Privatangestellten Helsen wollen, werden ersucht, Sonntag- vormittag ll'/a Uhr Stratauer Brücke 8 zu erscheinen. 13/7 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Agitationskommission. Charlotten bürg. 1 Uhr nachmittags: Tcgelort. tStoffe für elegante MaBanzöge, Ulster, Paleto'S, Mtr 4.—, 6.—, 8.— M. etc. Velour du Nord, Persianer, imit Seal- PlUsch, Seiden-Seal Mtr. 5.50, 6.50, 9.50, 15— M PIDschfuller, Fell imit. für eleg. Damen-Paletots Mtr. 4.50 M. Oamenkostilm- and Ulsterstoffe, Mtr. 3.—, 4—, 5.— M. etc. Tuchlager Koch& Seeland G. in. b. H. Gertraiidtenstr. 20/21 ÄÄ Empfehle meine Fleisch- und Wurstwarenfabrik mit elektrischem Betrieb. 46878* Paul Bolgk, Schreinerstr. 8. Zum Sch euern isfin unsrer Zeit das Beste weit und breit. Pdkcie zu lO» 20 Pftf. Cibrik: Urbax» c Lcmm.Qidrlolfenbiirg feinste 2 pfennjg Cigarette Reichers Hustentropfen„Medice" die allein echte Originalmarke. �__jn_Jligsd}en ä 50 Pf. und 1 M.— überall erhaljlichj� Vor uinwirksamen Nachahmungen wird gewarnt! � 'Kfrm'lvorMcher sietafteirt: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Lnseratenteil verentw.: TH.Glsilr, Berlin. Druck u-Berlaz: Borwörtt iöuchdrnckerei u. BerlazSanftait Paul Singer g. Co., Berlin 5W. Dr.W. 29. Iahrgally. 3. Iriljgf des Jsiröts" Kcrlim UslksdlÄ Frettas. 8. Noomber 19t3. Sie Aahlen in Kerlin ?ur klngestelitenversicherung. Die Arbeitgeber den 8. November, in der Zeit 7 Uhr abends und zwar in Wählen am heutigen Freitag, von 3 Uhr nachmittags bis folgenden Stimmbezirken: Stimmbczirk 1, umfassend die Stadtbezirke 31—43, 56A, 56B, 61A und B, 283— 284C: Turnhalle der 107. Gemeindeschule, Genthiner Strafte 4. Stimmbezirk 2, umfassend die Stadtbezirke 6-30, 50—55. 57—50 und 52—65: Turnhalle der 130. Gemeindeschule. Niederwallstrafte K/7. Stimmbezirk 3, umfassend die Stadtbezirke 82—85, 37— 101 und 120 bis 144: Turnhalle der 47. Gemeindeschule. Stallschreiberstrafte 34 Stimmbezirk 4, umsassend die Stadtbezirke 66A— 78C und 114—119: Turnballe der 28./217. Gemeindeschule, Wilmsstrafte 10. Stimmbezirk 5, umfassend die Stadtbezirke 73—81, 85—96 und 102 bis 113B; Turnballe der 115 /237. Gemeindeschule, SkalifterStrafte 33/30. Stimmbezirk 6, umsassend die Stadtbezirke 147—156, 153 u. 161— 179A: Turnhalle der 87./98. Gemeindeschule, Bromberger Strafte 13/14 Stimmbezirk 7. umsassend die Stadtbezirke 157, 158, 160, 1733—1811, 189A— 192. 193B u. 193C-H: Turnhalle der 104./159. Gemeindeschule, Olivaer Str. 10. Stimmbezirk 8, umsassend die Stadtbezirke 1—5, 145, 145, 182—188, 193A, 194A— 208, 218-226, 228—231 und 237— 243B: Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a. Stimmbezirk 9, umfassend die Stadtbezirke 244—2501!:, 254A, 254C— E und 320A— 324: Turnhalle der 42./275. Gemeindeschule, Driesener Str. 22. Stimmbezirk 10, umsassend die Stadtbezirke 203—217, 227, 232—235, 251—253, 254B, 255—282 und 305: Turnhalle der 260. Gemeindeschule, Alkerstr. 67. Stimmbezirk 11, umsassend die Stadtbezirke 306— 308E, 310A— 319 und 3254—32671: Turnballe der 19./166, Gemeindeschule, Ruheplaftftr. 6—7 Stimmbezirk 13, umsassend die Stadtbezirke 285—304 und 309: Tunr Halle der 172./185. Gemeindeschule, Bremer Str. 13—17. Es sind zu wählen 19 Vertrauensmänner und 38 Ersatzmänner aus den Reihen der Arbeitgeber von den Arbeitgebern der ve& sicherten Angestellten. Die Wahlzeit dauert sechs Jahre. Die Gewählten bleiben nach Ablauf dieser Zeit im Amte, bis ihre Nachfolger eintreten. Wahlberechtigt und wählbar find volljährige D euts ch e, männ li ch en und weiblichen Geschlechts, sofern sie zu de» Arbeitgebern der versicherten Angestellten gehören «nd im Bezirke der Stadt Berlin wohnen. Wahlberechtigt als Arbeitgeber sind ferner— wenn sie nicht als Angestellte wahlberechtigt sind— 1. die gesetzlichen Vertreter geschäftsunfähiger und beschränkt ge» schäflsfähiger natürlicher Personen; 2. bei juristischen Personen die Mitglieder des Vorstandes, bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung die Geschäftsführer, bei anderen Handelsgesellschaften die persönlich haftenden Gesell« schaster, soweit sie nicht von der Vertretung ausgeschlossen sind Sind hiernach für eine juristische Person oder Gesellschaft mehrere wahlberechtigte Personen vorhanden, so darf nur eine das Wahlrecht ausüben. Als Arbeitgeber im Sinne dieses Gesetzes gelten auch die Vorstände von Vereinen, Gewerkschaften und AufsichtS« lommissionen der Arbeitersekrctariatc. Der Vorsitzende der Gcwerk- schaft oder der Aufsichtskommission wählt als Arbeitgeber, sofern er nicht selbst versichert ist. Ist der Vorsitzende selbst versichert, so kann er nur als Versicherter wählen, nicht aber als Arbeitgeber. Da wohl in den meisten Fällen der Vorsitzende versicherungspflichtig ist, so empfiehlt es sich, daß der Vorstand oder die Aufsichts- kommission ein anderes Mitglied, das der Versicherung nicht unter- stellt ist. durch besonderen Beschlust mit der Stimmabgabe beauf- tragt. Das gleiche gilt von den Krankenkassen. Die Wähler hoben sich über ihre Wahlberechtigung durch eine von dem Magistrat von Berlin ausgestellte Bescheinigung aus- zuweisen. Die Arbeitgeber werden aufgefordert, sich die Bescheinigung in der Ausgabestelle der Angestellten- Versicherung 80. 16, Am Köllnischen Park 8 an einem Wochentage in der Zeit von 8 Uhr vomnttags bis 8 Uhr nachnrittags ausstellen zu lassen, soweit sie dies nicht bereits getan habe». Das Wahlrecht wird in Person und durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt. Auher der persönlichen Stimmabgabe ist die brief- li ch e Wahl zugelassen. Demgeniätz ist es den Arbeitgebem gestattet, an Stelle der persönlichen Slimmabgab« ihren Stimmzettel unter Beifügung des nicht wieder zur Rückgabe gelangenden Ausweises über ihre Wahl- bereÄtigung brieflich einzusenden(unter der Austenadresse: Wahl- bureou des Magistrats, Berlin C. 2, Poststraste 16, 2 Treppen, Zimmer 61). Die erforderlichen Umschläge erhalten die Arbeitgeber auf Ver- langen von dem Vorsteher des vorbezeichnete» Bureaus ausgehändigt. Der Brief must spätestens am 9. November 1912, abends 7 Uhr, unter erwähnter Austenadresse eingegangen sein. Nachträglich eingehende Stimmzettel sind ungültig. Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Arbeitgeber, die mehr als fünfzig, aber nicht mehr als hundert versicherte Angestellte beschäftigen, haben zwei Stimmen. Für je weitere angefangene hundert versicherte An- gestellte erhöht sich die Zahl um eine Stimme. Kein Arbeitgeber hat mehr als zwanzig Stimmen. Hat ein Arbeitgeber mehrere Stimmen, so hat er jeden Stimmzettel in eine», besonderen Umschlag zu verschliehen. Enthält ein Umschlag mehrere Stimmzettel, so gellen sie als ein Stimmzettel, wenn sie gleichlautend sind, andernfalls sind sie ungültig. Der Wahlberechtigte darf sein Wahlrecht nur in dem Stimm- bezirk, in oem er wohnt, ausüben. Die Liste der freien Arbeitgeber ist die Liste A. Stimmzettel find noch im BerbandSbureau, Lindenstraste 69, haben. SU Die Arbeitnehmer wählen am Sonntag, den 10. November, in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr abends und zwar in folgenden Stimmlokalen: Stimmbezirk 1, umfassend die Stadtbezirke 1—8: Turnhalle der 24. Ge- mcindeschule. Hinter der Garnisonkirche S. Stimmbezirk St, umsassend die Stadtbezirke 3—15: Turnhalle der 130. Ge- meindeschule, Niederwallstr. 6/7. Stimmbezirk 3, umfassend die Stadtbezirke 16—24 u. 26: Turnhalle der 27. /44. G-meindeschule, Wilhelmstr. 117. Stimmbezirk 4, umsassend die Stadtbezirke 25, 27— 30: Turnhalle der 4./5. Gemeindeschule, Alte Jakobstr. 127. Stimmbezirk 5, umsassend die Stadtbezirke 31—37: Turnhalle der 157./164. Gemeindeschule, Derfslingerstr. 18a. Stimmbezirk 6, umfassend die Stadtbezirke 38—40: Turnhalle der 107. Gemeindeschule, Genthiner Str. 4. Stimmbezirk 7, umfassend die Stadtbezirke 41—43: Turnhalle der 33. Ge» meindeschule, Stetnmenstr. 70. Stimmbezirk 8. umsassend die Stadtbezirke 44—46: Turnhalle der 32. Ge- mcindeschule, Winterfeldtstr. 16. Stimmbezirk 0, umsassend die Stadtbezirke 47A— 48A: Turnhalle der 22./17Z, Gemeindeschule, Pallasstr. 15. Stimmbezirk 10, umsassend die Stadtbezirke 48B— 43: Turnhalle der 126./143. Gcmeideschule, Culmstr. 15. Stimmbezirk 11, umsassend die Stadlbezirke 50— 53; Turnhalle der 150/165. Gemeindeschule, Tempelhofer User 20. Stimmbezirk 12. umsasseud die Stadtbezirke 54— 56 A: Turnhalle der 13t. /l63. Gemeindeschule. Tempethofer Ufer 2. Stimmbezirk 13, umsassend die Stadtbezirke 56 B, 61 A und B: Turnhalle der 108./116. Gemeindeschule, Hagelberger Str. 34. Stiinmbezirk 14, umfassend die Stadtbezirke 57— 60: Aula der 1. Pflichtfortbildungsschule, Wartcnburgstr. 12. Stimmbezirk 15, umfassend die Stadtbezirke 62— 54A: Turnhalle der 6. Realschule, Bellealliancestr. 80. Stimmbezirk 16, umsassend die Stadtbezirke 64B— 55, S6B: Turnhalle der t 33./ 143. Gemeindeschule, Bergmannftr. 28/20. Stimmbezirk 17, umsassend die Stadtbezirke 65A, 67— 69: Turnhalle der 40. Gemeindeschule, Gneisenaustr. 7. Stimmbezirk 18, umsassend die Stadtbezirke 70—73: Tunihalle der 28./217. Gemeindeschul-, Wilmöstr. 10. Stimmbezirk 19, umsassend die Stadtbezirke 74— 75B: Turnhalle der 50/236. Gemeindeschule, Bergmannftr. 60/65. Stimmbezirk 20. umsassend die Stadibezirke 76A— C: Turnhalle der 153 /192. Gemeindeschule, Dieffeubachstr. 51. Stimmbezirk 21, umsassend die Stadtbezirke 78A— C: Turnhalle der 176. Gemeindeschule, Gräfestr. 85/88. Stimmbezirk 22. umfassend die Stadtbezirke 77, 87: Turnhalle der 33./33, Gemeindeschule. Dteffenbaftiftr. 60/61. Stimmbezirk 23, umfassend die Stadtbezirke 73— 81, 86, 88: Turnhalle der 106./15'l. Gemeindeschule, Brifter Str. 17/18. Stimmbezirk 24. umsassend die Stadtbezirke 82—85: Turnhalle der 7, Realschule, Mariannenftr. 47. Stimmbezirk 25, umsassend die Sladtbezirke 83—33: Turnhalle der 50,/58. Gemeindeschule Reichenberger Str. 44/45. Stimmbezirk 26. umsassend die Stadteezirke 34—33: Turnhalle der 20. Gemeindeschule, Waldemarstr. 77. Stimmbezirk 27, umfassend die Stadtbezirke 93—102: Turnhalle der 1931195. Gemeindeschule Manteusfelstr. 7. Stimmbezirk 28, umsassend die Sladlbezirke 103— 105, 103: Turnhalle der 1I4./122. Gemeindeschule, Köpenicker Str. 2. Stimmbezirk 20, umsassend die Stadibezirke 105, 107B: Turnhalle der 170./251. Gemeindeschule, Görlifter Ufer 15. Stimmbezirk 30, umfassend die Stadtbezirke l07A, 108A, B: Turnhalle der 177./191. Gemeindeschule, Görliftrr Str. 51. Stimmbezirk 31, umfassend die Stadtbezirke HO— 112A: Turnhalle der 145./I51. Gemeindeschule, Rcicheubergcr Str. 131/132. Stimm bezirk 32, umsassend die Stadtbezirke 112B— 113B: Turnhalle der 2I3./232. Gemeindeschule, Glogauer Str. 12/16. Stimmbezirk 33, umsassend die Stadtbezirke 114— 117: Turnhalle der 2. Hilfsschule, Brandenburgstr. 78/79. Stimmbezirk 34, umsassend die Stadtbezirke 113— 122: Turnhalle der 112 /129. Gemeindeschule, Wnfiertorftr. 31. Stimmbezirk 35, umfassend die Stadtbezirk« 123—125, 132: Turnhalle der Viktoriaschule— Städtisches Lyzeum—, Prinzenftr. 51. Stimmbezirk 36, umsassend die Stadtbezirke 127— 131, 144: Turnhalle der 47. Gemeindeschule. Stnllschreiberstr. 54. Stimmbezirk 37, umsassend die Stadtbezirke 133—135, 137: Turnhalle der 52. Gemeindeschule, Schmidstr. 38. Stimmbezirk 38. umsassend die Stadtbezirke 135, 141—143: Turnhalle des Köllnischen Gymnasium. Wallstr. 42/40. Stimmbezirk 30, umfassend die Stadtbezirke 138— 140: Turnhalle der 29. Gemeiiidcichule, Köpenicker Str. 125. Stimmbezirk 46, umsassend die Stadtbezirke 145—148: Turnhalle der 5. Hilssichulc, Blumenftr. 77. Stimmbezirk 41, umsassend die Stadtbezirke 143, 154 u. 155: Turnhalle der I3./l25. Gemeindeschule, KoPPenstr. 84. Stimmbezirk 42, umsassend die Stadtbezirke 150, 151, 152, 153: Turn- halle der 38. Gemeindeschule, Krautftr. 43. Stimmbezirk 43, umfassend die Stadtbezirke 152, 154, 155: Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Stransberger Str. 0. Stimmbezirk 44, umsassend die Stadtbezirke 153, 155— 159: Ttlrnhalle der 135./137. Gemeindeschule, Friedenstr 37. Stimmbezirk 45, umsassend die Stadibezirke 100, 151, 173A, 0: Turnhalle der 81/ 103, Gemeindeschule, Titsiter Str. 4/5. Stimmbezirk 46, umlassend die Stadtbezirke 165, 168, 170: Turnhalle der 138/158. Gemeindeschule, Mühlenstr. 50. Stil» mbezirk 47, umsassend die Stadtbezirke 167A n. B: Turnhalle der 239./255. Gemeindeschule, Naglerstr. 3. Stimmbezirk 48, umsaffend die Stadtbezirke 167C— E: Turnhalle der 227./281. Gemeindeschule, Goftterstr. 61. Stiiiimbezirk 49, umfassend die Stadtbezirke 163, 171—173: Turnhalle der 30. Gemeindeschule, Riidersdorfer Str. 5. Stimmbezirk 50, umfassend die Stadibezirke 174— 175B: Turnhalle der 256./287. Gemeindeschule, Meincler Str. 24/25. Stiinmbezirk 51, umsassend die Stadtbezirke 175, 177A, 1770: Turnhalle der 119./136. Gemeindeschule, Gubener Str. 53. Stiiiimbezirk 52, umsassend die Stadtbezirke 177 B, D— P: Turnhalle der 87 /98. Gemeindeschule, Bromberger Str. 13/14. Stimmdezirk 53, umsassend die Stadlbezirke 178 A—O: Turnhalle der 233.i235. Gemeindeschule. Litthauer Str. 18. Stimmbezirk 54, umsassend die Stadtbezirke 179B, 1801): Turnhalle der 258./271. Gemeindeschule, Eckeristr. 16. Ttiuniibezirk 55, umfassend die Stadtbezirke 180 A—O: Turnhalle der 3/203 Gemeindeschule, Petersburger Srr. 4. Ttimmbezirk 56, umsassend die Stadtbezirke 18l A, B, D«. H: Turnhalle der 247 /252. Gemeindeschule, Rigaer Sir. 81/82. Stimmbezirk 57, umsassend die Stadtbezirke 181 E. P n. J: Turnhalle der 264./266. Gemeindesch lle, Samarit rstr. 10/20. Stimiiibczirk 58, umsassend die Stadtbezirke 181 C u. Gl: Turnhalle der 280./293. Geniemdeschnle, Petieukoferstr. 21/24. Stiiiiinbezirk 59, umsassend die S'adtbezirlc 182, 136—138: Turnhalle der 63. Gemeindeschule, Kl. Frantsurter Str. 6. Stimmbezirk 60, umsassend die Stadtbezirke 183—186: Turnhalle der 33,/66. Gemeindeschule, friedenstr. 23 und auch Eingang Höchstcstr. 36/37, Stimmbezirk 61, umfassend die Stadtbezirke 187— 183A: Turnhalle der 139 /161. Gemeindeschule, Georgeukirchstr. 2. Stimmbezirk 62, umsassend die Stadtbezirke 1830, 130 0: Turnhalle der 234-/253. Gemeindeschule, Ttraftmannftr. 6. Stiiiliiibezirk 63. umsassend die Stadtbezirke 183 B, E, und 130 E: Turnhalle der 243./267. Gemeindeschule, Hausburgstr. 20. Stiiiimbezirk 61, umsassend die stadlbezirte 18SD, 1330 und H: Turnhalle der 257 /294. Gemeindeschule. Bötzowstr. 40. Stimmbezirk 65. umfassend die Stadtbezirke 189 P, 1301), 131, 1330: Turnhalle der 228./279. Gemeiudeschute, Gsinarchstr. 18. Stimmbezirk 66, umsassend die Stadtbezirke 130 A, B, F: Turnhalle der 230/248. Gemeindeschule,(Klbiuger Str. 4. Stimmbezirk 67, umsassend dte Sladtbezirke 132, 193D und B: Turnhalle der 204 /213. Gemeindeschule Chriftburger Str. 14. Stimmbezirk 68, umsassend die Stadtbezirke 133 A, B tmdP: Turnhalle der 239./296. Gemeindeschule Christburger Sir. 7. Stimmbezirk 60, umsassend die Stadtbezirke 134 A— 195: Turnhalle der 53.195. Gemeindeschule, Hetuersdorfer Str. 18. Stiiiimbezirk 70, umfassend die Stadtbezirke 133—205: Turnhalle der 84. tziemeiudeschule, Keibelftr. 31/32. Stimmbezirk 71, umsassend die stadibezirke 206—209: Turnhalle der 6-/63. Gemeindeschule, Gtpsftr. 23». Turnhalle der Turnhalle der : Turnhalle der Stimmbezirk 72. umfassend die Stadtbezirke 210-213: Turnhalle der 1. Gemeindeschule, Koppenvlaft 12._ Stimmbezirk 73, umsassend die Sladtbezirke 214—217: Turnhalle der 45. Gemeindeschule, Zluguststr. 67/68. Stiminbezirk 74. umfassend die Stadtbezirke 2/8—221: Turnhalle der 2. Realschule, BSeifteuburger Str. 4».. Stimmbezirk 75, umsassend die Stadtbezirke 222— 226: Turnhalle der 153/154. Gemeindeschule, Zehdenicker Str. 17/18. Stimmbezirk 76, umsassend die Stadtbezirke 227— 231: Turnhalle der 25. Gemeindeschule, Rnppiner Str.-«8..... Stiiiimbezirk 77, umsassend die Siaowezirke 232— 234: Turnhalle der 89.196. Gemeindeschule, Schwedter«tr. 232/234. Stimmbezirk 78, umsassend die Stadtbezirke 235, 236, 251, 252: Turn» Halle der 8. Realschule, Rheinsberger Strafte 4/5. �. Stimmbezirk 70, umsassend die Stadtbezirke 237-241: Turnhalle der 162./197, Gemeindeschule, Danziger Strafte 23. Stiiiimbezirk 80, umfassend die Stadtbezirke 242A und B: Turnhalle der 288./289. Gemeindeschule, Senefelder Str. 6/7. Stiiiimbezirk 81, umiassend die Stadtbezirke 2420, 243B, 2461): Turnhalle der 200./214, Gemeindeschule, Oderberger St. 57, Stimmbezirk 82, umsassend die Stadtbezirke 243A> 244, 24o: Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166». Stimmbezirk 83, umsassend die Stadtbezirke 246A und B, 247A: Turnhalle der 209 /215. Gemeindeschule, Tunckerstr. 65/66. Stimmbezirk 84, umsassend die Stadtbezirke 2460, 250A, 0: Turnhalle der 243-/263. Gemeindeschule, Greifellhagener Str. 78/82 Stimmbezirk 85, umsassend die Stadtbezirke 147B— E: Turnhalle der 74-/73. Gemeindeschule, Pappelallee 30/31.„ Stimmbezirk 86, umfassend die Stadtbezirke 248A— v, 243O: Turnhalle der 277-/237. Gemeindeschule, Greifenhagener Str. 86. Stimmbezirk 87, umsassend die Stadtbezirke 243A, B, P i 42./275. Gemeindeschule, Driesener Str. 22. Stimmbezirk 88, umsassend die Stadtbezirke 243O U. E: 49 /303. Gemeindeschule, Jbscnstr. 17. Stimmbezirk 80, nmiassend die Stadtbezirke 250B, D, B: 269 /274. Gemeindeschule, Sonnenburger Str. 20.„-._ Stimmbezirk 00, umsassend die Stadtbezirke 253, 254B U. E: Turnhalle der 132.(142. Gemeindeschule, Demminer Str. 27. � t„ Stimmbezirk 91, umsassend die Stadtbezirke 254A U. 0: Turnhalle der 167./175. Gemeindeschule, Putbuser Str. 23. �_ Stimmbezirk 92, umsassend die Stadlbezirke 2541), 161A, O: Turnhalle der 241 /250. Gemeindeschule, Wattstr. 16.___... Stimmbezirk 93. umsassend die Stadtbezirke 255— 258: Turnhalle der 13 /67. Gemeindeschule, Glisabethkirchstr. 10/20.___ Stemmbezirk 04, umsassend die Stadtbezirke 259, 260, 261B: Turnhalle der 207/210. Gemeindeschule, Streltfter Str. 41»/42. Stiinmbezirk 95, umsassend die Stadtbezirke 262— 266: Turnhalle der 260. Gemeindeschule, Acte rstr. 67.>. Stimmbezirk 06. umsassend die Stadtbezirke 267-270: Turnhalle der 36, Gemeindeschule, Gartenstr. 167.. Stimmbezirk 97, umfassend die Stadtbezirke 271— 273: Turnhalle der 10./48. Gemeindeschule, Scharnhorststr. 12.____,_ Stimmbezirk 98, umfassend die Stadtbezirke 274A, B, 275: Turnhall« der 111./186. Gemeindeschule, Pflugstr. 12._____, Stiiiimbezirk 90, umsassend die Stadtbezirke 276—278: Turnhalle der 70,/202, Gemeindeschule, Ravensstr. 12. Stiminbezirk 100, umsassend die Stadtbezirke 273—282: Turnhalle der 26./173. Gemeindeschule. Albrechtstr. 20....... � Stimm bezirk 101, umfassend die Stadtbezirke 233— 2L4B: Turnhalle der 187. Gemeindeschule, Gerhardstr. 4/5. �„____ Stimmbezirk 102, umsassend die Stadtbezirke 2340, 287B, C u. 288 Bt Turnhalle der 13. Realschule, Schleswigcr Ufer 14.„,_ Stimmbezirk 103, umsassend die Stadtbezirke 235— 287 A: Turnhalle der 31. Gemeindeschule, Alt-Moabit 23.____ Stimmbezirk 104, umfassend die Stadtbezirke 288 A, 289, 290B: Turnhalle der 231,(263. Gemeindeschule, Bochumer Str. 8v. Stimmbezirk 105, umsassend die Stadtbezirke 230 A, C, 234 A: Turnhalle der 246. Gemeindeschule, Zwinglistr. 37.. �. Ttimuibezirk 106. umsassend die Stadtbezirke 231 A— 0: Turnhalle der 216 /222. Gemeindeschule, Woftocker Str. 32.,_. Stiiiimbezirk 107, umiassend die Stadtbezirke 232A, C: Turnhalle der 24n./254. Gemeindeschule, Waldenserftr 80/21. Stimmbezirk 108, umsass-.nd die Stadtbezirke 232B, 2330: Turnhalle der 206./212. Gemeindeschule, StemenSftr. 20.___, Stimmbezirk 100, umfassend die Stadibezirke 293 A, B, D; Turnhalle der 41.1242. Gemeindeschule, Wiclefstr. 53/54. Stimmbezirk 110, umiassend die Stadtbezirke 234 B. 295: Turnhalle der 172./185. Gemeindeschule. Bremer Str. 13il7. Stimmbezirk III, umfassend die Stadtbezirke 236— 238B: Turnhalle der 168./182. Gemeindeschule, Ouiftowstr. 115. Stiminbezirk 112, umsassend die Stadtbezirke 233, 303 A, B: Turnhalle der 160/188. Gemeindeschule, Stephanstr. 3. Stiiiimbezirk 113. umsassend die Stadtbezirke 300—302: Turnhalle der Il3./I28, Gemeindeschule. Turmstr. 86. Stiminbezirk 144, umsasseud die Stadtbezirke 304, 305: Turnhalle der 5. Realschule, Stephanftr. 1/2. Stimmbezirk 115, umsassend die Stadtbezirke 306, 307: Turnhalle der 75, Gcmcindclchule, Autouftr. 36(41. Stimmbezirk 116. umsassend die Stadtbezirke 308A, 83: neue Turnhalle der 136. Gemeindeschule,"Miillerstr. 158/159. Stiiiimbezirk 117, umiassend die Stadtbezirke 3080, D: alte Turnhalle der 33./183. Gemeindeschule, Willdenowstr. 14/15. Sti,»mbezirk 118, umfassend die Stadtbezirke 303E. 309: Turnhalle der 285./235. Gemeindeschule, Tegeler Str. 18/20. Stiminbezirk 110. unisassend die Stadtbezirke 310A, 0, D: Turnhalle der 19/166. Gemeindeschule, Riiheplaftftr. 5(7. Stimmbezirk 120, umfassend die Sladtbezirke 310B, 3110: Turnhalle der 53./300. Gemeindeschule, Ostender Str. 30. Siiiiimbezirk 121 nmsassend die Stadtbezirke 311A, B: Turnhalle der 86 /141. Gemeuideschule, Miillerstr. 48. Stimnibezirk 122. umfassend die Stadtbezirke 3110, 312: Turnhalle der 262.(276. Gemeindeschule, Schöiiingstr. 17. Stiiiliiibezirk 123, umsassend die Stadtbezirke 313, 3140: Turnhalle der 65. pl. Gemeindeschule, Schulste. 99/100 und auch Eingang Reiniclcn« dorser Straye 56, Stimmbezirk 124. umsassend die Stadtbezirke 3l4A, B: Turnhalle der 72, Gemeindeschule, Baracken am Leopoldplaft, Eingang Razareth» ktrchstrafte. Stimiiibezirk 125, umsassend die Stadtbezirke 3141), 315: Turnhalle der 244./245. Gemeindeschule. Pankftr. 20/22. Stimmbezirk 126, umfassend die Stadtbezirke 316, 317: 118./127. Gemeindeschule. Pankstr. 17. Stiiiimbezirk 127, umsasiend die Stadtbezirke 318, 313: Lessing-Gymnasiums, Pankstr. 18. Stiiiliiibezirk 128, uinsassciid die Stadtbezirke 320 A, 0: Turnballe der 32. Gemeindeschule, Pankstr. 47. Stiiiiinbezirk 120, umfassend die Stadtbezirke 320B, 324: 140./194. Gemeindeschule, Pruizeuallee 8. Stiiiliiibezirk 130, umiassend die Sladtbezirke 321, 322: 43. Gemeindeschule, Grüntlialer Str. 21. Stiiiimbezirk 131, umsassend die Stadtbezirke 323A, B: 78./97. Gemeindeschule, Ebristinniastr. 4 6. Stiiiliiibezirk 132. nmsassend die Stadibezirke 325 A, B, und 3261): Turndalle der 224-/223. Gemeindeschule, Ctirlstiauiastr. 36 30. Stiminbezirk 133, umsassend die Stadtbezirke 326 A—L: Turnhalle der 208./283, Gemeindeschule, Gothenbnrger Str. 1. » Das Tableau der Stimmbezirke mit Angabe der Straften kann in den folgenden Zeitungsausgabestellen des„Vorwärts" eingesehen werden: Gr. Frankfurter Str. 120, Petersburger Platz 4, Lausitzer Platz 14/15, Gneisenaustr. 72, Salzwedcler Straszc 8, Ackerstr. 174, Nazarethkirchstr. 49, Bastianstr. 6, Greifenhagener Str. 27, Rheinsberger Str. 67, Lindeustr. 09. ** * Für die Arbeitnehmer kommt die Liste Ij der Freien Vereinigung in Frage. Ueber die Versicherungspflicht der Angestellte» heißt es im§ 1 des Gesetzes: Der Versicherung unterliegen:- „1. Angestellte in leitender Stellung, wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet, 2. Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in einer ähnlich gehobenen oder höhereu Stellung ohne Rücksicht auf ihre Bor- Turnhalle der Turnhalle des :.Turnhalle der Turnhalle der Turnhalle der kildung, Bureauangestevte, soweit sie nicht mit niederen oder lediglich mechanischen Dienstleistungen beschäftigt werden, sämtlich wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet. 3. Handlungsgehilfen und Gehilfen in Apotheken. 4. Bühnen- und Orchestermitglieder ohne Rücksicht auf den Kunst- Wert der Leistungen. S. Lehrer und Erzieher. 6. aus der Schiffsbesatzung deutscher Seefahrzeuge und aus der Besatzung von Fahrzeugen der Binnenschiffahrt Kapitäne, Offiziere des Decks- und Maschinendienstes, Verwalter und Verwaltungs- assistenten sowie die in einer ähnlich gehobenen oder höheren Stellung befindlichen Angestellten ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet." Zu diesen sechs Klassen von Versicherungspflichtigen ist im ein- zelnen folgendes zu bemerken: Zu 1. Angestellte in leitender Stellung sind z. B. Güter- administratorcn, Direktoren von Aktiengesellschaften, Genossenschaften, Gefellschaften mit beschränkter Haftung und Versichernngsvereinen sowie Leiter kaufmänmsckcr Betriebe. Sie sind aber nur versiche- rungspflichtig, wenn die Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet. Zu 2. Unter Betriebsbeamten find Personen zu verstehen, die zwar nicht, wie die zu 1. Genannten, einen Betrieb in seiner Gesamt- heit leiten, die aber im Betriebe nicht zu ausführender Tätigkeit be- rufen sind, sondern eine gewisse, wenn auch mehr untergeordnete Beteiligung an der Leitung haben und eine Aufsicht gegenüber! Arbeitern und Gehilfen ausüben. Es kommen hier besonders die s Betriebschemiker und Betriebstechniker in Fabriken sowie die Guts- inspektoren in Betracht, ebenso nach allerdings bestrittener Auffaffung die Werkmeister. Zu den anderen Angestellten in gehobener oder höherer Stellung sind z. B. Oberkellner, Küchenchefs, Stadtmissionare, Privatsekretäre, Hausdamen, Gesellschafterinnen, Justitiare, die nicht Rechtsanwälte sind, Bibliothekare, Redakteure, in Zeitungen angestellte Schrift« steller usw. zu verstehen. Von den Bureauangestellten find die Bureauvorsleher, die Expedienten, Rechnungsbeamten und Steno- typisten versicherungspflichtig, nicht dagegen Kanzlisten, Aktenhefter, Diener und sonstiges niederes Bureaupersonal. Zu 3. Unter Handlungsgehilfen sind Personen zu verstehen, die kaufmänmsche Dienste leisten, wie Ein- und Verkäufer, Buch- Halter, Kassierer, Reitende, Korrespondenten, nicht aber sonstige Gewerbegehilfcn wie Hausdiener, Packer. Kontorboten. Ausgeschlossen von der Versicherungspflicht sind ferner die Handlungslehclinge auch, wenn sie Gehalt beziehen. Zu 4. Bei den Bühnen- und Orchestermitgliedern kommen Schauspieler, Sänger, Musiker, Tänzer, Artisten, Souffleure, Drama- turgen und Regisseure, nicht dagegen Bühnenarbeiter, Logenschließer und Theaterpförtner in Betracht. Zu 5. Von den Lehrern und Erziehern kommen nur solche in abhängiger Stellung in Frage, wie Lehrer in Privatschulen, in Waisenhäusern und Anstalten, Hauslehrer, Gouvernanten. Klavier-, Zeichen-, Gesang«, Sprachlehrer und-Lehrerinnen. Dabei ist eS gleichgültig, ob der Unterricht in der Wohnung des Arbeitgebers oder in der des Lehrers stattfindet. Wer dagegen eine eigene Lehr« anstatt besitzt, wie die Inhaber von Privat- oder Handelsschulen, ist als Arbeitgeber nicht versicherungspflichtig. Dies ist im wesentlichen der Kreis der versicherungspflichtigen Angestellten, über den aber noch sehr viel Unklarheiten herrschen. Diese Unklarheiten sind auf Ablehnung der von der Sozialdemokratie zur Versicherungsgesetzgebung gestellten Anträge zurückzuführen. * Für die Versicherten erwachsen in den nächsten Tagen folgende Verpflichtungen: Du sollst Dir schleunigst eine Aufnahmekarte für die Angestellten- Versicherung ausstellen lassen, wenn Du es bisher versäumt hast: wählen, wenn Du das 2t. Lebensjahr vollendet hast, gleichviel ob Dn männlichen oder weiblichen Geschlechts bist; alle Deine Kolleginnen und Kollegen auf den W a h l t a g aufmerk- sam machen; die Liste I- wählen, die die Freie Vereinigung aufgestellt hat; auf dem Wahlzettel nichts ändern oder hinzusetzen, auch nicht Deinen Namen darauf schreiben, denn dann würde der Wahl- zettel ungültig werden; Dich am Wahltag in Deiner freien Zeit dem Wahlausschuß zur Verfügung stellen. Zum Selbstkostenpreis +10% Unser System bietet grosse Ersparnisse Winter Ulster aus den neuesten braun und grQnllch melierten Stoffen, mo- dern2rhK gearb., hervorrag Sitz IT80 2270 31 05 3940 4460 5270 6040 71 00 8260 9300 Die Gtseugnisse unserer eigenen'Werkstätten sind vorbildlich in bejug auf Ausführung u. IH Herren- Kleider"Vertriebs- Ges.£ 133 Neue Schönhauser Str.!| sonntags gedffnet von 12-2 uhr| Moabit, Turmstrasse 73 Winter Paletots aus haltbaren modernen Stoffen, I- u, 2rhg. mit Serge od. Wollfutter, teilweise auf Seide gearbeitet 1678 21 40 30°° 378° 42°° 5070 593° 656° 7480 8240 Zum Selbstkostenpreis +10% Unser System bietet Schutz I geg-Unreelütät 1 Winter Joppen aus prima Uoden mit warmem Futter U. Windärmel— Für Herren: gSO 7IO Q40 J 2S0 104° 2060 25°° 301° Für Knaben: von 3 Mark aufwitrts Verkaufe. Teppiche, Prachistücke lFarben« sebler). für halben Preis. Vorwärts- leser 10 Prozent I Mauerboh, Grotze Frankiurlerstraße S, parterre. Kein Laden I_ 1896K* Hcr»in»»vlas 6 PiandleibdauS. Jedermanns Kaufgelegenheit. Extra- billige Jaaetlanzüge.«Aeoroitanzügi. WinterpaletotS. Herrenulster. Herren- boien. RiefenauSwahl PelzstolaS. Allerbilligster BeNenvertauf. Per- mielungsbelt. AuSsteuerbelten. AuS- steuerwasche. Reichhaltiges Portieren- lager. MardmenauSwabl. Teppich- auSwabl. PlnlwN'wveckiN. stepp- deckenlager. Goldsachen. Taschenubren. fSanbuoren. Wandbilder. Baten. verkauf ebenfalls somnagS._• Teppiche! steblerbafle) in allen Gröben, fast für die Hälfte de« Werte« Tevpichlager Brünn. Hackeicher Markt 4, Bahnboi Börse.(Leier de« »Vorwärts- erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet I_• Littaner-Nähmafchinen, ohne An- zahlung, wöchentlich 1,00, Turm« strahe 39, Beuifelftrave 45._• Betten, Stand S,—. Brunnen- strahe 70, im Keller._ I200R* Teppiche, unbedeutende Farben- febler, für die Hülste des Wertes. Portieren, Gardinen, Steppdecken. Tischdecken zu Schleuderpreisen. TeppichhauS Adler, Königstratze SO, gegenüber Rathaus._ 1957a- Leihhaus Morinplan 58a! kauten Sie spottbillig von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Paletots, grötztenleils auf Seide, 9—18 Mark. GelegenbeitS- käme in Damen- Plüsch° Mänteln, Kostümen, Kleidern(hochelegant) Große Posten PelzstolaS, Pelzgarnt- turen. früher bis 150, jetzt 15—40 Mark. Gelegenheitskäufe in Uhren. Ketten, Ringen, WSiche. Betten, enorm billig nur Moritzplatz 58» l. 2289K Gardinen! Steppdecken I Portieren I Tischdecken I autzergcwöhnlich billig I vorwärtsteser 5 Prozent Rabatt extra I Gardinenbaus Brünn, Hacke- scher Mar« 4(Bahnhos Börse,. Sonntags geöfsnet Radfabrerkarten. Wir empfehlen Rad- und Auto-Fahrern Straubes Karte 1200 Quadrat- Meilen um Berlin. 2 Teile a 1,50 Mark. Nord- liche Hälfte der Provinz Branden- hurg reicht bi« Steltln-Ueckermünde, südliche Hälste bis Halle-Leipzig- Dresden- Görlitz. Buchhandlung Vorwärts. Lindenstratze SS(Laden).- Gaskronen ohne Anzahlung. Woche t.OO. Riesenlager I Louis Böt Icher (selb st!), Kroli leuchtet- Speziathäus er. Betriebsleitung: Boxhagencrslratze 32 (kein Laden).(Fahrverbindung War. schauerstrasze.) Filiale: Kotibuier Tamm 41, Eingang Hermannplatz. Tambouriermaschinen How- ireher, alleiniger Fabrikant Bell- mann, Gollnowstraße 2S. Preise dillig, Abzahlung günstig. 20598» Vorjährige eleganteHerrenanzügr und Paletots aus seinjten Matzstohen 20— 10 Mark, Hosen 6— 14 Marl. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21.» Ohne Anzahlung Bilder. Spiegel, wöchentlich 50 Psennig, Steppdecken, Tischdecken. Portieren, Bezüge, Uhren, GaSkronen, Teppiche und Herren- Garderobe. Ferner komplette Woh- nungScinrichtungen und einzelne Möbctstücke mit den kleinsten An- und Abzahlungen. Besuch eventuell Post- karte. Weber, Neue Königstratze 34. Monarsanzuae und Winter- paletotS von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Mebrockanzügc von 12.00. FrackS von 2,50, sowie für korpulente sigurrn. Neue Garderobe zu stauneud älligcn Preisen, aus Psandleiben verfallene Sachen kaust man am billigsten bei Nag. Mulackslratze 14._* GaSkronen, dreiflammig, komplett 7,50, GaSzuglampen 6,00, GaSlyren 2,40, GaSwandarme 1,50, staunend billig.— Vier Geschäfte— Große Franlsurterstraße 92— Ravenöftr. 6 (Wedding)— Schönhauser Allee 121 (Gieimfiraße)— Neukölln, Berlinerstratze 102. 2008a* Vorwartsleicr süni Prozent Ertrarabatt. selbst bei GelegenbeitS- käusen. Teppich-Thomas_ 2107.(1 Teppiche, sarbfehlerhast, spottbillig Gardinen, Stores, Künstlersenster, angeschmutzte, labelhast billig 2469K* TrPPich-ThomaS, PrachtbauOra- nienstratze 126, Roienthaleritratze 5». MonatS-Garderoben.Haus per- kaust spottbillig erstklassige, wenig getragene Jackettanzüge, Gebrock- anzüge, Smotinganzüge, Frackanzüge, WinterpaletotS, Ulster, Winterjoppen, Beinkteider, auch für korpulente Herren passend, stets aus Lager. Prinzen- stratze 23, erste Etage.(Eckhaus Ritlerstratze). 2480K* «inderwagen, soft neu, verlaust Stlnsky, Grellstratze 29.______+136 Kinderwagen, Kinderbetten, billigste Bezugsquelle Kottbuser- dämm 90.+»6* Siugermaichine, 12,00, gutnähend, Biumcnstratze 83._ 236/5 JiortunaleihhauS. Jedermanns Kausgelegenheit, nur Brunnenstr. 157. Echie Pelzstotas. SkunkSstola. Opossum- stola. Nerzmurmel. Pdanlasrestola. Spottbillig. Riesengrotzer Betten- verkauf. Aussteuerwäsche. Pracht- teppiche. Prachtgardincn. Portieren- lager. Herrcnuliter. Jackeltanzüge Goldene Taschenuhren. Gotbwarcn. Wanduhren. Spottpreise. 1171b Federbetten. Stand 11.00, 16,00, hochfeine 21.00. Kinderpaletots, Kindcrjoppen, Pelzkragen, Herren- ubren, Damcnuhren, silberne 4,00, goldene 9,00 Mark. Leihhaus Osten. Königsbergerstratze 19. 252Ai* Geschäftsverkätife. Papierwaren-Geschäst mit Schul- buchhaudlung. Neukölln, Prinz Handjerystrage 43._+60 Möbel. Zentrale für Arbeitermöbel liefert Resormeinriibtungen in gediegener Arbeit an Reelldenkende auch aus Teilzahlung und bittet Parteimitglie- der um Besuch der grotzen Lager. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegenheitskäufe in gebrauchten Mo« dein. Verkaussstellc Schatz, Brunnen. stratze 160, Eingang Anklamerstratze. Möbel-Gelegenheits-Käuse spott- billig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlaf- zimmer(eiche) 288,—, komplette Wohnzimmer 132,— bis 240,—, Chaise- longue 24,—, Sofa 38.—, Trumeau 33.—. Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Riesenauswahl. Möbellpcichcr Neue Königstratze 5/6, 4 Etagen. Teilzahlung gestaltet. Auch Sonn- tags. 249/1* Möbel obne Geld! Bei kleiner Anzahlung geben Wir+ichasten und einzelne Stucke aus Kredit unter äutzeriter Preisnotierung, auch Waren aller Art. Ter ganze Osten kaust bei uns. Kretschmann u. Co., Koppen- stratze 4.(Schiefischer Bahnhos.)* Teilzahlung. Reelles Möbel- gcschäst liefert Möbel für Stube und Küche mit 20 M. Anzahlung, kleinste Raten. Auch einzelne Möbel. Acltere Möbel werden in Zahlung genommen und gegen moderne umgetauscht. Zum Weihnachtssest Teppiche, Portieren, Läufer usw. ohne Anzahlung. Ofserten Postlagerkarte 12, Polt- amt 22. 2399K* Bürgerliche Wohnungseinrichtung sehr billig bei Gla«, Rosenthalcr- stratze 57, vorn III rechts. 178/7* Möbelhandlung Mariannen- stratze 25, billige Preise. Teilzahlung gestattet..Vorwärls'teser 3 Prozent Rabatt. 3gK* Billigste und reellste Möbel- quelle deS Nordens I Chaussee- stratze 49. Ein Posten Wohn- und Schlaszimmcrmöhcl riesig billig I l I Waschkomoden.Nachttischemit Marmor 13,—. Spiegel-Anlleideschräiike 68,—, englische Bettstellen, Umbau«, Schreib- tische 33,—, Flurgardcroben.Tt'umcaus geschlissenes Gla« 29,—, Moquclt- sosas, Ruhebetten, eigenes Fabrikat 24,—. Riesenlager in bürgerlichen Wohnungs- Einrichtungen. Polster- Möbelfabrik Hirschowitz, nur Chaussee- stratze 49. 249551 Möbel-Cohn, Krotze Franksurter« strage 58, nahe Kaiscrstratze. Wob- nungs-Einrichlungen aus bequeme Teilzahlung. Stube und Küche An- zablung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mark an. Moderne Schlaszimmer. Speise- zimmer, Herrenzimmer. In bunten Küchen riesengrotze Auswahl. Liescre auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Krötztc Rücksicht bei Krank- heit und Arbeitslosigkeit. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kaus 5 Mark guigeschrieben. Sonntags von 12—2 geöfsnet. verantwortlUer Ret�kteur: Alfret Wiejepp, Reukölla. Ljür deg Inseratenteil verantw. 20865** 850 SosaS, grau, mode, bleux, grün, rot 54, 65, 80, Garnituren 65, 95, 120, Chaiselongues, prima 25, Sosaimibau 33, 45, 65. Polster- Werkstätten Skalttzerstratze 25, an der Hochbahn._ 246651* Arbeiter-Musterwohnungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, grotze Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. Kasscnpreis Zinsvergütung, kleine Anzahlung, bequeme Abzah- lung nach Wunsch der Käufer. Gabbert Tischlermeister, Acker- stratze 54. Kein Abzahlungsgeschäft. Möbel- Lechner, Spezial-Möbel- hau«, aus Strebst und gegen bar. 1. Geschäft: Brunnenitratze 7, am Roienibaler Platz. 2. Geschäft: Müllerstratze 174, Ecke Fennstratze. Bequeme An- und Abzahlung. Riesenauswahl. Grötzte Kulanz. Liefere auch nach auswärts. Vor- zeiget dieses Inserats erbält beim Kauf von 50 Mark an 5 Mark gut- geschrieben. Sonntags geöfsnet von 12—2. 246451* Musikinstrumente. Gelegenheit. Piano, schwarz, wie neu. schöner Ton, 270 Mark. Händler verbeten. Warschauerstratze 58. vorn I. Menzel. 25235! Bilder. Bilder. Sie lausen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Weinmeisle> stratze 2. 2248K Fahrräder. Herreufabrrad, Damensahrrad. wie neu. 35.—. Holz, Blumen- stratze 44._ 1093.«* Brennaborrad sowie Freilausrad, wunderschön 25,00, sofort. Schräder, Weberstratze 42, Oucrgebäude. Freilaufrad drcaSstratze 54. 25.-. KrauS, An- 186/9 Kauf�esucke. Höchstzahlend. Metalle. Zahn- gebifie. Platinabjall. Gold, Silber. Oueckfilber. Metallschmelze Niever. Köocnickerstratze 20»(gegenüber Manleuisetstratze). Zahngebisse. Edelmetalle, Staniol. Skrüger, Elsasseritratzc 66. 2519K* Platinabfälle, Grammö,70, Gold. Silber, Zahngebisse, Stanniol, Queck- stlber 3,65 taust Blümel. August- stratze 19._ Briefmarken-Sammlung, Münzen kaust Grotzmann, Spandauerbrücke 2. Platt» 5,70, Zahngebisie, Altgold� Silber, Quecksilber, Stanniol höchst- zahlend Müller, Teltowerstratze 10. Zahngebisse, Zahn bis 1,25 Mark, Bruchgold, Stanniol, höchstzahlend. kobn. Neue Königstratze 76.* Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Ansänget und Fort- gejchritlene, einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Uebcrsetzungen an- gescrtigt. G. Swienty- Liebknecht CHarloltenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenhaus III. 44K* Verschiedenes. Kunststovrerei von Frau KokoSkh Schlachteniee. Shuilratze 8 III. Patentanwalt Müller, Gstschmer- stratze 81. 24395b* Pfandleihe Heinersdorscrftratze 14, nahe der Greisswalderstratze. 1098b* Parentnntvalt Wessel, Gstschiner- itrage 94a._ Vereinszimmer, 70 Personen, angenehmer Familien- Ausenihalt, musikalische Unl erhaltungen. Kimmel, Kräh stratze 23.+140* Leld sosort aus Nähmaschinen, Fahrräder, Möbel, Pianoi. Lombard- Haus, Beusselstratze 45. +82 Komiker Schwartz, Allee 143. Franksurter 11668 B»st' Ballsalon, Inhaber Franz Tauer, Grotze Franksurlerstratze 85. Saal sür zirka 800 Personen für den I. Weihnachlsseierlag noch zu vergeben unter kulanten Bedingungen. 236/7 (jefnnden u. verloren Gute Belohnung. Paket mit künstlichen Zähnen Dienstag im Südringzuge verloren. Abzugeben Deulaldepot, Eichhornltratze 4. 11666 «»»»««««««««»««««S«««»«»»»«»»«»«»«««««»»» Parteisekretär gesucht mit allen seinen Gutzarbcilen sür die Siempelsabrikalion völlig vertraut, von g'vtzer englischer Siempelsabrik, bei hohem Gehalt gesucht. Reise» Vergütung, mehrjährige Anstellung. Sprachkenntnisse nicht erforderlich. Aussührlichc Angebote mit Angabe über bisherige Tätigkeit unter 1. G. 8190 befördert Rudolf Moite, Berlin sw._ ms It-Glack«, Berlin. S)iueu.iU«ilaai BouvärtH CuGDtuimi u- Borlag»anjtatt faul«tneti» Co., Lertto S\it Für Halle und den Saalkreis wird ein weiterer Sekretär, welcher die Kassengeschäfte zu führen hat, und imstande ist, agitatorisch und organisatorisch mit tätig zu sein, gesucht. Anstellung erfolgt nach den Bedingungen des Vereins Albeiterpresse. Bewerbungen sind bis 20. November an den Wahlkreisvorsitzenden Genossen Retnbold Frommltold, Böllberg bei Halle a./£>. Nr. 35 zu richten.__ 298,10'' Vermietungen. Wobnungen. Okerftraste 17, Neukölln, Oktober bezogenes HauS 3, 2 und 1 Zimmer- Wohnungen sofort zu beziehen. Warmwasserversorgung. Näheres beim Verwalter, vorn 1 Treppe. 2527K* Mietsgesuche. Junger Mann sticht kleines, möbliertes, separates Zimmer, nahe Brunnenstratze. Offerten mit Preis- angabe erbeten uuter K. L., Vor- wärtSauSgabe, Bastianstratze 6.+54 Tuche zum 15. November eine alleinige Schlafstelle, nahe Bahnhof Schönhauser Allee. Offerten mit Preisangabe W. Hoffmann, Gleim- stratze 26, III. Etage, bei Siegis- mund.+109 �rheitsmarkt. Stellengesuche. Parteigenossin mit Bureau« Schreibmasckinenarbeilen vertraut, Stenographie(Anfängerin) sucht Stellung Bureau, Privat, Aushilfe, Zuschnsien unter dl, I., Postami 68 erbeten. 1169b* Stellenangebote. Zwei Zeitelverleiler werden von abends SUhr ab vcrlangtFranz Tauer, Grotze Franksurlerstratze 85. 236/6 Reisende zum Mitführen von Radseuerzeugen und Glühkorpern. Mack, Zossenerstratze 39._ 11505 Tapissert«. Eine geübte Kom- pletticrerin sofort gesucht. Benno Franken u, Co,. Spandauerstratze 59. Tapisserie. Geübte Stickerinnen finden bei hohem Lohn dauernde Be- chästigung, Benno Franken u, Co.. Spandauerstratze 59. 2479K* Klillsbiildtigkhilfe Ii. Kiichbiildmiiiiiilhtil werden gesucht. Feste Arbeit sür ein halbes Jahr. 17907« Petersen& Pptersen, _ St. Kongensgade 40, Kopenhagen. 'Erfahiener Gießer