Kr. 366. nbonnemenlS'RedlntiUtypn: IlbonnementS- Preis dränumer-mto: VierleljShrl. S.zo Mk. monall. I.I0M5, wöchentlich � Psg. K-i ms HauS. Einzelne Nummer ö Psg. Sonntags- nmnmer mit Multrierler Sonntags- BeUage.Die Neue Welt" 10 Pfo. Post- »lbonnemcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- PrelSlistc. Unter Kreuzband sur Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland L Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Kuminicn. Schweden und die Schweiz, 29. Jahrg. DU Infcifions» Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolon el- ßeile oder deren Raum 00 Pfg„ iiir Crtcheint tSglstb auBtr Blontaai. Vevlinev Volksblstt. Wort 20 Pfg, lznläsfig 2 setigedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlasstcllenaii- i eigen das erste Wort 10 Psg„ jcdiS weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- f laben zählen stir zwei Worte. Inserate iir die nächste Nummer müssen bis » Uhr irachniittagS in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Dclegramm- Adresse! „SozIaliKinclirat RtrilD". Zentralorgan der rozialdcmokratt feben partci Deutfchtands. RedahHont 8Ö3. 68. Lfndcnstrasec 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. IS8Z. Mitttvoch, den 13. November 1912. Expedition: 8M. 68» I�lndenstrassc 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. tSSit. Hv die sozialistischen Parteien uns Krbeitervereinigungev! Hn die Urbeitergenosseolchastz- und SeiveMhaftsorgavllatione»! In Anbetracht der Gefahren des gegenwärtigen Augen- blicks und uni mit einer allgemeinen Bewegung die Kund- gebung unserer österreichischen Genossen, die am 10. November stattfand, gegen die Ausdehnung des balkanischen Kon- sliktS zu unterstützen, hat das Internationale Sozialistische Bureau beschlossen, am 17. November in allen Großstädten Europas internationale Meetings zu organisieren. Es be» schloß dabei die Abhaltung des Internationalen Kongresses, der 1913 in Wien hätte stattfinden sollen, zu beschleunigen und vor dem 1. Januar 1913 einen außerordentlichen Kon. greß einzuberufen. Unter diesen Umständen wurde der Wiener Kongreß für 1914 vertagt, und das Exekutivkomitee hat das ihm von den sozialistischen Organisationen Basels gemachte Anerbieten, den außerordentlichen Kongreß 1912 in dieser Stadt abzuhalten, dankend angenommen. Dieser Kongreß wird ani 24.. 25. und eventuell 26. No» hember stattfinden, und zwar in der Burgvogteihalle. Gemäß den vom Londoner(1896) und Pariser(1900) Kongreß,angenommenen, von späteren Kongressen bestätigten Beschlüssen ladet hiermit das Internationale Bureau zur Teilnahme' an diesem Kongreß ein: 1. Alle Vereinigungen, die den wesentlichen Grundsätzen dem Sozialismus zustimmen: Sozialisierung der Produktions. und Austauschmittel, internationale Vereinigung und Aktion der Arbeiterklasse, Eroberung der öffentlichen Gewalt durch das in einer Klassenpartei organisierte Proletariat. 2. Alle gewerkschaftlichen Organisationen, die auf dem Boden des Klassenkampfes stehen, also die Notwendigkeit der politischen, das heißt legislativen und parlamentarischen Aktion anerkennen, sich jedoch nicht in direkter Weise an der politischen Bewegung betätigen. In seiner letzten Sitzung vom 28./29. Oktober 1912 hat das Bureau die Tagesordnung für den Kongreß festgesetzt und als einzigen Punkt derselben aufgestellt: Tic internationale Lage und die Vercinbarnug für eine Aktion gegen den Krieg. Um eine gedeihliche Kongreßarbeit zu ermöglichen, bittet Sie das Exekutivkomitee, die Texte aller die vorstehende Tagesordnung betreffenden Resolutionen bis spätestens zum 20. November an das Internationale Sekretariat in Brüssel, Polkshaus, einzusenden. Die Resolutionen werden einer Spezialkomnnssion über- wiesen werden, die sich aus je einem Delegierten der folgen- den Länder zusammensetzt: Deutschland, England. Frank- reich, Rußland und Oesterreich. Die Kommission wird dem Kongreß Bericht erstatten und ein endgültiges Projekt vor- legen. In der Hoffnung, daß der Baseler Kongreß einen der wachsenden Macht der sozialistischen Internationale ent- sprechenden Verlauf nehmen möge, senden wir Ihnen, Ge» Nossen, unsere brüderlichen Grüße. Das Exekutivkomitee des Internationalen Sozialistischen Bureaus: Edouard Anscele. Läon Furnemont. Emile Vaudervelde. .Camille Huysmans, Sekretär. Sie friedenzßulidgebung ISerlins. Am 17. November werden in Berlin s e ch s V e r s a m in- l u n g e n stattfinden, in denen gegen das sriedengefährdende Treiben der europäischen Regierungen, gegen alle egoistischen Einmischungsversuche der Mächte in die Balkanangelegen- heilen Stellung genommen werden soll. Wir haben die Freude, der Berliner Arbeiterschaft mitteilen zu können, daß an ihrer Friedenskundgebung die Genossen I a u r ö s- viichöilich geduldete und kontrollierte LwerklcHaffen. Die antigewerkschaftliche Enzyklika des Papstes stößt in der Zentrumspresse auf verlegenes Schivcigen. Die klerikalen Blätter haben zwar meist die bischöfliche deutsche Ucbersetzung des päpstlichen Urteils über die christlichen Gewerkschafts- Organisationen im vollen Wortlaut mitgeteilt, aber eine offene Kritik des Inhalts der Enzyklika oder auch nur einen schwachen Protest gegen die Einmischung des Papstes(das heißt der römischen Kurie) in die gewerkschaftlichen Organisationsfragen der deutschen Arbeiter hat bisher, soweit uns bekannt ge- worden ist, kein einziges klerikales Blatt gewagt Und noch viel tveniger hat sich unter den Hunderien von Zentrunisblättern, die so oft nüt verlogener Rabulistik die alberne Mär von der absoluten Jnter konfessionalität des Zentrums und der christlichen Gewerk schaften verkündeten, auch nur ein einziges gefunden, das den Machtspruch des Papstes energisch zurückweist und die christ lichen Gewerkschaften auffordert, unbekümmert um den päpst lichen Ukas ihre eigenen Wege zu gehen. Selbst die klerikalen Blätter, die einen halbgewerkschaftlichen Charakter haben, hüllen sich in untertäniges Schweigen. Der ganze verlogene Spuk, der sich im Juni dieses Jahres nach den bekannten beiden Telegrammen des päpstlichen Kardinal-Staatssekretürs Merry del Bal in den ultramontanen Organen der sogenannten Kölner Richtung breit machte, ist Plötzlich total hinweggefegt. Niemand getraut sich mehr, wie noch nn Juni der Befehlshaber des badischen Zentrums, der Geistliche Rat Th. Wacker, offen zu erklären» daß sich in keinem Fall das Zentrum und seine Organisationen der kirchlichen Autorität unterstellen dürften. Hundedemütig wie ein nüt Fußtritten bedachter Köter, steckt die ganze ultra montane Presse kölnischer Richtung die päpstliche Verurteilung der christlichen Gewerkschaften ein; und das Hauptblatt dieser Gruppe, die ehrsame„Köln. Volksztg.". weiß nichts Besseres zu tun. als sich einen faden geineinplätzlichen theologisch- kirchenrcchtlichen Kommentar zu dem päpstlichen Todesurteil schreiben zu lassen, in dem lang und breit auseinander- gesetzt wird, daß der Papst nicht„ein rücksichtsloses Durchführen regionaler Scheidung" bezüglich der rein- katholischen Arbeitervereine und der christlichen Gewerkschaften fordert, daß der Ausdruck„Jnterkoiifessionalismns" sich nicht völlig mit dem Ausdruck„interkonfessionelle christliche Religion" deckt, und daß ein Bischof zwar in seiner Diözese die christ- lichen Gewerkschaften verbieten kann, deshalb aber noch nicht in jedem Fall die„Pflicht" hat, sie zu verbieten usw. Um den ganzen Unterschied zwischen damals und heute zu begreifen, braucht man nur die freie Haltung, die im Juni dieses Jahres die„kölnisch" infizierte Zentrumspresse gegen- über den Telegrammen des päpstlichen Staatssekretärs an- nahm, mit der feigen, hündischen Gefiigsamkeit zu vergleichen, mit der heute dieselbe Presse den päpstlichen EntscheidungS- spruch hinnimmt. Damals rief der in der Depesche Merrys del Val enthaltene Satz:.„Er(der Heilige Vater) ermahnt sie (die christlichen Gewerkschaften) dringend, nicht nur im Privatleben, sondern auch in dcr öffcnt- lichen und sozialen Tätigkeit den Lehren und Weisungen des Heiligen Stuhles aufs treueste zu folgen, besonders jenen, welche in der Enzyklika liorum novarurn niedergelegt sind I" in der auf. Arbeiterleser berechneten katho- tischen Presse ein wüstes Gelärm hervor. Der Papst, so erklärt man mehr oder iveniger deutlich, hätte sich nur darum zu kümmern, ob die Satzungen und Morallehren der Kirche befolgt würden; die politischen und wirtschaftlichen Angelegen- heilen gingen ihn gar nichts an. Sogar die„Apologetische Korrespondenz" des katholischen V 0 l k s v e r e i n s er- klärte feierlichst in ihrer Nr. 24(vom 15. Juni): «Wir Katholiken müssen unS darüber klar sein, daß die päpst- liche Unsehlbarteit und Lehrgewalt mit dem Vorgehen in der Gcwerk'chaftsfrage nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Der Papst ist nicht unfehlbar in seinen privaten, persön- lichen Ansichten. Gewiß ist der Papst auch der oberste Hüter und Wächter über die Reinheit deö Glaubens und der Sitte; er hat das Recht und die Pflicht, jeder Gelährdung der Glaubensreinheit und der sittlichen Grundsätze des Christentums mit allem Nach« druck entgegenzutreten bezw. jede derartige Gefährdung hint- anzuhalten. Ob eine solche Gefährdung tatsächlich vorliegt, ist eine Frage, die ans den vorliegenden Tatsachen selbst beurteilt werden muß. In der Beurteilung dieser Tatsachen aber ist der Papst ein Mensch und auf meiischliche Aussagen und Zeugnisse an- gewiesen. Sind diese menschlichen Aussagen und Zeugnisse falsch, so kann sich darauf ein verhängnisvolles Fehlurteil aufbauen.... Es ist selbstverständlich keineswegs eine Verletzung der dem Papste gezollten Erfurcht und Unterwerfung, wenn man einen solchen Urteilsspruch als einen Fehlspruch be- trachtet, weil er eben auf falschen, fehlerhaften Voraussetzungen beruht. Wir setzen an Stelle einer kindlich naiven Ehrfurcht gegen � � 1> o<' s m--.. den Papst jene m ä n n l i ch st a r k e, gerade, wahrhaftige Ehr- Paris,.R a c d c.-�ondon und Per �->.!'l furcht, welche auch in schwierigen Lagen in ihrer Treue nicht Wien teilnehmen werden. Wir erwarten, daß me arbeiten-: wird, die aber auch den Versuch einer Irreführung des den Massen unserer Stadt diese Versammlungen zu einer Pop, ws als einen Faustschlag in das Gesicht der imposanten Bekundung ihres entschlossenen Lriedenswillcns � j-x ch e empfindet und auf der eigenen Wange gestalten werden. Jbrennenfuhlt.* Und ebenso schlug die„Köln. Volksztg.", die heute sich in stiller Bescheidenheit damit begnügt, sich von„kirchenrcchtlich geschulten Theologen" einen Beschönigungskoinmentar schreiben zu lassen, im Juni ganz rabiate Töne an. Das schon er- wähnte Haupt des badischcn Klerikalismus, Herr Wacker, bc- lvies damals in diesem Blatt mit der ihm eigenen gründ- lichen Kirchengclehrsamkeit. daß eine politische Partei ihre Unabhängigkeit von der kirchlichen Autorität um jeden Preis wahren niüsse. Sobald sich das Zentrum darauf einlasse, von den Trägern der kirchlichen Gewalt Winke und Weisungen zu empfangen, wäre es einem unaufhaltsamen Verfall über- antwortet. Nach katholischer Kirchenauffassung eine unverschämte An- maßung, die völlig dem dritten Glaubenssatz des vatikanischen Konzils vom Jahre 1870 widerspricht, nach dem der Papst nicht nur bloß in Sachen des Glaubens, und der Sitten, sondern überhaupt„höchste Jurisdiktion" über die Gläubigen besitzt. Als die römische Kurie sich jedoch durch die kölnisch infizierten Blätter des„verseuchten Westens" nicht einschüchtern ließ, und der Papst sechs Tage später kategorisch erklären ließ, die klerikalen Blätter hätten das Maul zu halten, er werde kraft seines heiligen Amtes den Streit über die Ge- werkschaftsfragen entscheiden, perstununte denn auch sofort das ganze Geschwätz. Gehorsam gehorchte alles dem Befehl des Beherrschers aller Gläubigen. Keines der Blätter, die noch eben in langen sophistischen Auseinandersetzungen zu beweisen versucht hatten, daß das Zentrum eine n i ch t k 0 n f e s s i v- nellc, politische Partei sei, die es ablehne, Verhaltnngs- befehle aus Rom zu befolgen, wagte auch nur den ge- ringsten Einspruch gegen die Anmaßung des Papstes, der eigenmächtig eine politische Frage vor sein Foruni zog. Nur einige wenige christlich- gewerkschaftliche Stimmen vermochten sich vorerst noch nicht ganz zu beruhigen. Jetzt sind auch diese Stimmen verklungen. Die Führer der christlichen Gewerkschaften unterstellen sich willig der bischöf- lichen Aufsicht und bequemen sich dazu, als bischöfliche Mario- netten zu fungieren ganz, wie wir vorausgesagt haben. Was sollten auch diese in der München-Glndbacher Dressuranstalt in christlicher Demut und Einfalt dressierten Herren anfangen? Sic machen mit, wenn mau sie nur vorläufig duldet und auf ihren Posten läßt. Vielleicht erscheint gar noch demnächst eine Art Manifest dieser bischöflich„Geduldeten", in welchem sie pathetisch erklären, daß sie durch die päpstliche Enzyklika nicht im geringsten in der Vertretung der Interessen ihrer Gewerkschaften gehindert werden und nach wie vor als mannhafte Streiter ihre Gefolgschaft zum Siege führen werden. Besonders Herr Karl Mathias Schiffer. Zentrums- abgeordneter für Recklinghauscn, versteht sich ja auf solche Phrasen. An der Tatsache, daß die päpstliche Enzyklika ein Todes- urteil für die christlichen Gewerkschaften bedeutet, wird dadurch nichts geändert— mag vorerst auch dieses Urteil noch nicht vollstreckbar sein. In einzelnen ihrer Forderungen und Be- stimmungen geht die Enzyklika sogar noch über die Bedingungen hinaus, welche die F u l d a e r Bischofskonferenz vom 14. Dezember 1910 für die Tolerierung der christlichen Ge- werkschaften aufgestellt hat. Die Gelverkschafteu werden völlig der Laune und Gnade des Bischofs aus- geliefert! Es steht ganz in seinem Belieben. ob er den katholischen Arbeitern seiner Diözese gestatten will, einer christlichen Gewerkschaft anzugehören, oder ob er kurz- >veg erklären will, die reinkatholischen Arbeitervereine seiner Diözese genügten dein vorhandenen Bedürfnis, christliche Ge- wertschaften wären deshalb überflüssig. Irgend eine Appellation an eine höhere Instanz gibt es gegen solche Entscheidung nicht. Selbst ivenn sich aber der Bischof entschließt, in seinem Sprengel die christ- lichen Gewerkschaften zu„toleriere n", kann er jeder- zeit ganz!» ach seinem Ermessen seine Er- l a u b n i s zurückziehen, selbst ivenn die Gewerk- schaften völlig die in der Enzyklika gestellten Bedingungen erfüllen, also sich völlig unter die Aufsicht des Bischofs stellen und strikte den ihnen von den bischöflichen Behörden erteilten Weisungen folgen. Deutlich heißt es in der Enzyklika, daß die Duldung nur so lauge gilt, als sie nicht durch„Hinzu- tritt neuer Umstände" aufhört,„opportun oder gerecht" zusein. Ob aber solche neuen Umstände eingetreten, ob die Duldung noch opportun oder noch angebracht ist, darüber hat ausschließlich und allein der Bischof zu entscheiden. Findet er, die Duldung der christlichen Gewerkschaften sei in seinem Sprengel nicht mehr nötig, so kann er einfach den seiner Autorität unterstehenden Katholiken verbieten, noch länger Mitglieder solcher Vereine zu sein. So schwebt über den christlichen Gewerkschaften ständig das Damoklesschwert. Der geringste Widerspruch gegen die bischöflichen Befehle, die geringste Verletzung des ihnen auf- erlegten Kadavergehorsams kann zu einem Verbot führen. Sie haben keinerlei Existenzberechtigung: sie sind ein Uebel, das man lediglich aus politischen Gründen unter gewissen Bedingungen duldet. Dort aber, wo der Bischof die christlichen Gewerkschaften duldet, hat er über sie oder, genauer genommen, über ihre katholischen Mitglieder, das strengste Aufsichts- und Kontroll- recht. ZAcht nur muß jedes solches-Mitglied einem rein- katholischen Berein angehören und dort durch sein Wohl- Verhalten und seine Glaubenseifrigkeit beweisen, daß sein Seelenheil durch den Umgang mit evangelischen Arbeitsgenossen nicht gefährdet ist: eS dürfen die christlichen Gewerkschaften auch keine Beratungen Pflegen. keine Beschlüsse fassen, keine Handlungen irgend welcher Art begehen. die den Grundsätzen der katholischen Lehre, der Sittendisziplin oder den Geboten der kirchlichen Obrigkeit widersprechen. Was aber nach den katholischen Grundsätzen erlaubt oder nicht erlaubt ist, darüber hat wieder allein der Bischof zu befinden. Die Gewerkschaftsmitglieder haben in jedem Fall Order zu parieren. Ob also zum Beispiel das Eintreten in eine Lohn- bewegung oder einen Streik gestattet ist, ob der Streik fortgesetzt werden darf oder ab- gebrochen werden muß, o b a n die Unter- nehmerschaft Lohnerhöhungsforderungen ge stellt oder sie inZeitungsartikeln und Flug- blättern scharf angegriffen werden dürfen, über alle diese Fragen hat endgültig der Bischof zu entscheiden. Verbietet er solche Maßnahmen, haben die katholischen Ge- Werkschaftsmitglieder unbedingt zu folgen. Das sind die schönen Segnungen, mit denen die neue Enzyklika Pius X., des vielgepriesenen„Arbeiterpapstes", den deutschen katholischen Arbeiter beglückt. Er wird völlig ent- mündigt und für unfähig erklärt, selbst nach eigenem Er- messen seine wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen. Er hat nur eine Pflicht, blindlings den Befehlen des höheren KleruS zu folgen. Die Frage ist nur, ob dieser auf- gezwungene Kadavergehorsam nicht schließlich manchen katholischen Arbeiter der alleinseligmachenden Kirche ent- fremden, ob nicht gerade trotz aller Gegenbemühungen des Klerus die weise Enzyklika des großen„Arbeiterpapües" die Ursache des Abfalls so manchen Arbeiters werden wird. in dem das Gefühl für Menschenwürde und Persönlichkeits- freiheit noch nicht völlig erstickt ist. So wenig wir auch sonst für die Prophetie der„Deutschen Tageszeitung" übrig haben, dürfte sie doch schließlich mit ihrer Voraussage recht behalten: „Es wird kommen, wie man es in Rom erwartet: die Bischöfe und die von ihnen geführte Geistlichkeit werden das sinkende Schiff der christlichen Gewerk- schaften verlassen und mit sich zu den katholischen Fachvereinen hinüberziehen, was ihnen irgend erreichbar ist und was nicht vorzieht, ins Lager der Sozialdemokratie abzuschwenken. Die Ein- richtung der christlichen Gewerkschaften jedoch wird ein sozial geschichtlicher Begriff bleiben, ein weiterer Name auf der langen Lifte der Opfer, die Rom nun schon in Deutschland gefordert hat I" Fortdauer der Spannung. D i e Situation ist unverändert ernst. Nach- dem der österreichische Gesandte in Belgrad erklärt hat, daß Oesterreich Serbien einen Hafen an der Adria nicht zugestehen wolle, hat heute auch der italienische Geschäfts- träger eine ähnliche Erklärung abgegeben und mitgeteilt, daß Serbien.Albanien nicht besetzen dürfe, weil Italien Rechte darauf geltend machte. Der serbische Ministerpräsi- dent ist daraufhin nach Uesküb abgereist, um dem König Be- richt zu erstatten. Unterdessen führt dieserbischePresse eine sehr kriegerische Sprache gegen Oesterreich und wird darin von der russischen nach Kräften unterstützt. Der Gegen- satz zwischen dem Dreibund einerseits— denn die deutsche Regierung empfängt jetzt ihre Weisungen von Wien!— und Serbien-Rußland andererseits besteht also in unvermin- derter Stärke fort. Bewahrheitet sich die Meldung der „Frankfurter Ztg.", daß Oesterreich und damit auch Deutsch- laud den von London aus gemachten Vorschlag, die albanische wie alle anderen Fragen auf einer europäischen Konferenz zu erledigen, wirklich abgewiesen hat, dann stellt sich diese unverantwortlich den Frieden gefährdende Politik auch noch in Gegensatz zu den englischen und französischen Vermitte- lungsversuchen. Es ist der reine Wahnsinn! In Oesterreich wird zwar die Nachricht der Mobili- sierung dementiert, es steht aber fest, daß in aller Stille die um fassend st en Maßnahmen zur Mobilmach- ung der Armee und der Flotte getroffen werden. Ist'Genf wohnende österreichische Reserveoffiziere haben be- reits die Einberufung erhalten und in Ungarn wurden zahl- Mche Ersatzreservisten zur Ausbildung einberufen. In den Kriegshäfen herrscht fieberhaste Tätigkeit, um die Flotte für eine Kundgebung an der albanischen Küste fertigzumachen. Die deutsche Presse fährt fort, in dieser gefährlichen Situation über das feste Austreten des Dreibundes erfreut zu tun. Keine bürgerliche Stimme wagt einen Widerspruch da- gegen, daß wir zu Handlangern des Lsterreichi- schen Thronfolgers gemacht werden. Um so stärker wächst die Empörung in der deutschen Arbeiter- s ch a f t über dieses Spiel mit dem Feuer. Wir würden gegen einen Krieg um deutscher kapitalistischer Interessen willen protestieren. Aber hält man es wirklich für möglich, deutsche Arbeiter auf die Schlachtfelder zu schicken wegen fremder dynastischer Interessen? Wegen AI- bairien, wegen des serbischen Hafens an der Adria darf kein Krieg geführt werden, das könnte ja kein Mensch mit gesunden Sinnen in Deutschland begreifen. Es ist höchste Zeit, daß es zum Einlenken kommst Und die deutsche Regierung darf die provozierende Prestigepolitik der Habsburger nicht länger er- mutigen, sie muß endlich die Wiener Her- ren zur Raison bringen. Oeftcmicb und Serbien. Italienische Vorstellungen in Belgrad. Wien, 12. November. Die„Neue Freie Presse" meldet ans Belgrad: Der italie- nische Geschäftsträger suchte gestern den Ministerpräsidenten P a s i t s ch auf, nach- dem der österreich-ungarische Gesandte ihn ver- lassen hatte, und gab im Namen seiner Regie- rung folgende Erklärung ab: Die italie- nische Regierung hat immer die nationale Ent- Wickelung Serbiens mit dem größten Wohl- wollen begleitet. Die italienische Regierung hat es auch verstanden, daß Serbien das Ver- langen hat. den Stammesgenossen in Maze- donien zu Hilfe zu kommen. Aber gerade der Grund, der die Serben dazu veranlaßt hat. in diesen Krieg zu gehen, müßte den Serben die Verpflichtung auferlegen, Albanien gegen- über eine andere Haltung anzunehmen, als es gegenwärtig geschieht. Auf Grund des nationalen Prinzips hat Serbien den Krieg begonnen, und es darf dieses Prinzip den Albanesen gegenüber nicht verletzen. Vom na- tionalen Standpunkte aus wäre es zu ver- urteilen, wenn die«Serben die albanesische Nation unterdrücken wollten. Italien fühlt sich in Angelegenheiten Albaniens und der Frage der albancsischen Hasen mit Oesterreich-Ungarn solidarisch. Italien gibt Serbien den Rat, seine Ansprüche zu mäßigen. Italien wurde dazu bei- uJnln daß die wirtschaftlichen Be- der italienischen Regierung: die serbische Regierung werde den Rat der italienischen Regierung in Erwägung ziehen. Eine österreichische Drohnote. Wien, I?. November. Das„F r e m d e n b l a t t" schreibt: Oesterreich-Ungarn hat seit Ausbruch des Krieges seine Sympathien für die Balkanstaaten bewiesen, und kein Zweifel konnte über die Stellung Oesterreich-Ungarns mehr Platz greifen. Oesterreich- Ungarn erkennt im vollen Maße die politische und wirt- schaftliche Selbständigkeit der Balkanstäaten an, findet eS>auch begreiflich, daß Serbien bestrebt ist, einen Hafen für seinen Export zu gewinnen, mit der einzigen Beschränkung, daß dieser Hafen nicht an der Adria liege. Oesterreich-Ungarn hat bewiesen, daß es die wohlwollendsten Intentionen gegenüber den Balkanstaaten hegt, und daß sein Entgegenkommen nur dort seine unerläßliche Grenze findet, wo das österreichische Interesse be- ginnt. Wenn trotz dieser unwiderleglichen Tatsache ein Teil der russischen und serbischen Presse fortfährt, Oesterreich- Ungarn als Friedensstörer hinzustellen und der Gehässigkeit gegen die Balkanstaaten zu zeihen, so mutz diese grundfalsche Auffassung darauf zurückgeführt werden, daß die Flut der Ereignisse diese publizistischen Organe von einem ruhigen und objektiven Urteil abhielt. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß die Befangenheit der Geister einer gerechten Beurteilung weichen wipd. Dann wird wohl allgemein anerkannt werden, daß Oesterreich-Ungarn sich der äußersten Zurückhaltung(!) beflissen hat und daß die Monarchie von dem einzig richtigen Grundsatz in der Politik, fremde Rechte zu achten, eigene nicht zu mißachten, nicht abgewichen ist. Offiziöse italienische Aeußerungen. Rom, 11. November.„Tribuna" schreibt in einem Leit- artikel, Europa, das auf dem Balkan das Prinzip der Nationalität anwende, habe ein volles Recht darauf, dieses Prinzip auch auf Albanien auszudehnen. Was den von Serbien verlangten Hafen am Adriatischen Meere anbetreffe, so sei nicht einzusehen, weshalb Serbien, wenn es sich nur von HaudelSinteressen leiten lasse, auf Durazzo bestehe, dessen Besitznahme die Zerstückelung und Okkupation Albaniens bedeuten würde, anstatt sich mit einem montenegrinischen Freihafen oder mit einem Zu- gang zum Aegäischen Meer zu begnügen. Hinsichtlich der von Oesterreich-Ungarn betonten kommerziellen und wirt- schaftlichen Interessen glaubt die„Tribuna" nicht, daß Oesterreich und Ungarn zuungunsten anderer Nationen von Serbien besondere Privilegien verlangen wolle. Das Blatt gibt der Mei- nung Ausdruck, daß es nur die Aufrechterhai Umg eines Dur ch- gangsrechts nach dem Aegäischen Meere durch die neuen Gebiete der Balkanverbüudeten anstrebe. dü?f n ifu'U Möglichkeit befriedigt ��Ministerpräsident P a s i t s ch antwortete. er verkenne nicht die wohlwollende Gesinnung miili WrtechafflM.politmcfih'ge , «) Summa 1791,09. 11. Saargemünd-Forbach 1. Qu. 36.8?; Essen. 1. Du. 991,40; P. P. S. 4. Du. 205,80 (darunter Kattowitz 73,—, Beuthen 85,94); Gr.-Berlin f. Binnensch. 66,80; Spandau f. Binnensch. 7,60. 14. MorS-ReeS 1. Du. 141,65; .Himmelsmstrument" 1,60; Kirsten-Borwärts 20,—. 15. 2. oldenb. Kleines feuilleton. Wann begannen die KriegSrüsluiigcn der Balkanstaaten? Erst die Zukunft wird vielleicht einmal enthüllen, an welchem Zeitpunkt die heut« verbündeten vier Balkanstaaten miteinander in nähere Fühlung traten und den Krieg beschlossen. Aber wenn die Geheimakten auch in strenger Berwabrung gehalten werden, eine Reihe von Finger- zeigen sind doch vorhanden: die Statistik liefert uns ein Material, das werlvolle Schlüsse gestattet. � Der französische Statistiker Max Dutray vergleicht die Ankäufe von Kriegsmaterial, die wäbrend der letzten zehn Jahre von den drei größeren Balkanstaten in Europa gemacht worden sind. Die Zahlen für das auS Deutsch- land und England bezogene Kriegsmaterial waren nicht zu erlangen, dafür aber die Zahlen der Käufe in Frankreich, wo große Mengen von Munition, Pulver, Handfeuerwaffen und auch Geschütze bestellt und abgenommen wurden. Da zeigt sich denn, daß bis zum Jahre 1906 die Bestellungen auf Kriegsgerät verhältnismäßig gering ge- blieben sind, nur im Jahrs 1904 ist bei Bulgarien und Griechenland eine gewisse Zunahme festzustellen, die in beiden Staaten mit der Reorganisierung der Artillerie zusammenhängt und bereits 1905 wieder abnimmt. Mit dem Jahre 1907 aber beginnt plötzlich und zwar gleichzeitig bei den drei Balkanstaaten eine ganz gewaltige Zunahme der B e st e l l n n g e n. Die Zunahme, die so überraschend gleichzeitig einsetzt, ist ganz beispiellos. Ein Vergleich der Ankäufe von Kriegsmaterial wäbrend der Jahre 1902 bis' 1906 und während der Zeil von 1907 bis 1911 läßt deutlich erkennen, daß sich im' Balkan besonderes vor- bereiten mußte. In den ersten fünf Jahren werden an Kriegsgerät insgesamt gekauft: von Bulgarien 2423 Zentner, von Griechenland 3410 Zentner und von Serbien gar nur 35 Zentner. Ten, gegenüber steigen die Ankäufe von 1907 bis 1911, also für einen Zeitraum gleicher Dauer, bei Bulgarien auf 16 951, be» Griechenland auf 13177 und bei Serbien auf 16 219. Aber die angegebenen Zahlen werden noch ausdrucksvoller, wenn man sie in Parallele setzt mit den Staatsanleihen, die die drei in Frage stehenden Reiche in der gleichen Zeit aufgei�-nmen haben und die zur Vervollkommnung der Rüstung»«ad zur Verstärkung des Kriegsschatze« dienten. Da zeigt sich, daß von 1902 bis 1906 Bulgarien 193 Millionen. Griechen- land 179 Millionen und Serbien 177 Millionen aufnahmen. Anch hier beginnt mit dem Jahre 1907 gleichzeitig bei allen Ve- tciligten die Wandlung. Bulgarien nimmt von 1907 bis 1911 494 Millionen in Anleihen auf, Griechenland 683 Millionen und Serbien 507 Millionen. Dreiviertel der Anleihen, die von den drei Staaten in den letzten zehn Jahren aufgenommen wurden, entfallen auf die Zeit seit 1907. Das Filmdrama. Die Befürchtungen, die hier anläßlich des Ueberganges der deutschen Bühneiischriflsteller ins Lager der Film- Produktion ausgesprochen wurden, werden von einem der Ueber- löufer selbst geteilt. Ernst vonWolzoaen schreibt der„Frank- Zeitung»; Kr. L Du. 881,10; 2. hannov. Kr. I. Du. 78,80; Berlin Dr. L. A. 100,—; Nordische Wasserkante 100 000,—; Leipzig, 13. sächs. Kr. 1. Rate pr. 1912/13 3000,—. 17. Frankfurt a. M. 1 Du. 1913,10. 18. Freiberg. 9. sächs. Kr. 1. Du. 310,16; Salzwcdel-Gardelegen 1. Du. 80,72; Dithmarschen-Steinburg 1. Du. 566,51. 19. Bochum 1. Du. 987 61; Kalau-Luckau 1. Du. 824,94. SS. Berlin Verbands- mitgl. d.„Vorwärts" 150,—; Potsdam<7sthavell 1. Du. 684.22; Colmar i. E. 1. Du. 60,24; Magdeburg 1. Du. 1689.22; Altona f. Vinnens� 10,80; Mülha-'l-n i. E. 1. Du. 251.70; Konstanz 1. bad. Kr. 1. Du. 132,18; Düsseldorf 1. Du, 1732.94; Dffcnbach-Dieburg 3., 4. u. 1. Du. 1049,55; Hagen-Schwelm 1. Du. 799.31. S3. Zittau 1. sächs. Kr. 1. Du. 402,72; Augsburg 3., 4. u. 1. Du. 682,74; Mannheim 1. bad. Kr. 1. Du. 1290.01; S4. M.-Gladbach l.Du. 145,20; Duisburg-Mülheim 1. Du. 1038,72; Recklinghausen-Borken l.Du. 506,80; Eisenach-Dermbach 1. Du. 131,70. 35. Pre-nKciu-Angermünde 79,20; Dresden, 4. sächs. Kr. a konto 1000,—; Krefeld I.Qu. 311,19; Dessau-Zerbst l.Du. 531,15; Halle a. S. l.Du. 1641,84.«6. Offen- bürg 7. bad. Kr. 1. Du. 117,78; Lüneburg 1. Du. 292,98; Darm- stadt Gr.-Gerau 1. Du. 509,23; Berlin, I. Auflr. d.... d. Bethke, Rennecke und Voigt 200,—; 10. bad. Kr. 1. Du. 556,39. 38. 9. bad. Kr. 1. Du. 634.83. 39. Lörrach, 4. bad. Kr. 1. Du. 125.01; 12. bad. Kr. Rest 1911/12 6.24; 13. bad. Kr. Rest 1911/12 15.30; 14. bad. Kr. Rest 1911/12 0.24; Barmen- Elberfeld Rest 1. Du. 250.—; Fürstentum Lübeck 452,62. 30. Lahr 4. bad. Kr. 1. Du. 96,—; Schleswig, 8. schlesw.- holst. Kr. 1. Du. 252.69; 8. u. 10. schleSw.-holst. Kr. 1. Du. 2800,—; Berlin X. Jh. Z. 3. u. 4. Du. 6,—; 34. Flensburg 1. u. 2. schlcöw.-holst. Kr. 1 Du. 456,—; Reuß ä. L. 1. Du. 268,47; Berlin Lese- und DiS- kutierklub„Joh. Jacobh" 5,—; Berlin A. B. 60,—' H. H. 50,—; Machetes 10,—; Knabe 8,—; zwei deutsche Genossen in Sydney (Australien) 3,55; Hennig Argentinien 5.—; Groß-Berlin a konto seiner 3 Kr. 15 000,—; darunter: 5. Kr. für ein Referat Drucker 1,—, Alexander F. 6,—, H. B. Referat 2,—. König 1,—, Bez. 799 3.40, Baß�Karl 3,—. Dr. Moses 1.—. A. B. Mister 1,—, Bleisteg d. Jckert 1,—, Damen-Mäntel-Geschäft von Artur Simon 5.— Bei Melzern übern See gefahren 2,80, Höppner 4,—. Sechserkasse Abt. Schaper A. E. G 10,—, SilberhochzeitS-Ueberschuß Albert Friedrich A. C. G. 3,05, Gutenberg 27,30. Berlin, den 11. November 1918. Für den Parteivorstand: D t t o Braun, Lindenstr. 8. Wir haben! unter Nr. 7918, A. Gerisch, F. Ebert, D. Braun, Berlin, Lindenstr. 3, beim Postscheckamt Berlin ein Postscheckkonto und ersuchen daher dringend, alle Geldsend nngev mittels Zählkarte auf unser Postscheckkonto zu bewirken. ES können darausi an zedem Postschalter Beträge bis 19 000 M. portofrei für uns eingezahlt werden. Zählkarten mit cinge- druckt« Adresse senden wir ans Wunsch zu. Staat und Kommune. Die staatliche Gesetzgebung weist der Regierung einen Einfluß auf die Kommunen zu,-der weit über das hinausgeht, was mit den bescheidensten Begriffen von Selbstverwaltung in Einklang zu bringen ist. Die Vertreter der staatlichen Bureaukratie suchen jedoch bei jeder sich darbietenden Gelegenheit den Einfluß des Staates auf die Kommunen selbst über das gesetzlich zulässige Maß zu vermehren und zerstören damit sogar den Schein einer Selbst- Verwaltung. Sie scheuen sich dabei nicht, die eigenartigsten Mittel anzuwenden. Zwei drastische Fälle dieser Art kamen in der letzten Sitzung des Kieler Stadtparlaments zur Sprache. Vor mehreren Jahren erbaute die Stadt auf ihre eigenen Kosten eine Höhere Schiffs- und Maschinenbauschule für den Staat. Nach dem mit dem Staat abgeschlossenen Vertrage war die Stadt nicht nur verpflichtet, das Gebäude auf ihre Kosten zu errichten, sondern auch daS Schulgebäude erstmalig mit den erforderlichen Schulgeräten auszustatten. Auch dieser Teil des Vertrages wurde von der Stadt erfüllt. Ja die Stadt leistet noch einen jährlichen Betrag von 24 000 M. für die Schule und gibt noch über 4000 M. für Unterhaltung der Gebäude usw. aus. Durch Vcr- fügung des H a n d e l s m i n i st e r s ist nun eine neue Klasse eingerichtet und dadurch die Unterrichtsdauer von vier auf fünf Halbjahre verlängert worden. Durch diese neue Klasse wurden neue Jnventargegenstände nötig, und die Regierung verlangte, daß „Ich fürchte, daß ich ebensowenig wie Hauptmann und Halbe davon profitieren wfrden. überhaupt kein Dickter, dessen Stärke in der Psychologie, in der Erweckung poetischer Stimmung, im Reiz des sprachlichen Gewandes beruht. Brauchbare Filmdramatiker werden sicherlich nur solche Dichter werden, die spannende Hand- lungen, packende Situationen zu erfinden und mit ihrer Tendenz das Massenenipsinden zu treffen wissen.„Die Weber" könnten also möglicherweise ein packendes Kinodrama abgeben— obwohl auch sie natürlich in solchen stummem, zweidimensionalen Zustande ihrer tiefsten Wirkung beraubt würden. Im allgemeinen aber fürchte ich. daß wir uns um die Hebung des Kinos ziemlich vergeblich bemühen werden, denn das Bessere. daS möglicherweise bei den Bemühungen vereinzelter wirklicher Poeten herauskommen könnte, das dürft« schwerlich dem Masiengeschmack zusagen und folg- sich die Massen von den Kassen fernhalten— was wiederum nicht nach dem Geschmack der llnrernehmer sein dürfte I... Das kllnst- lerisch veredelte Lichtspieltheater ivird bestenfalls eine Zeitlang eine beliebte Modeunierhaltung für kultiviertere Leute abgeben." Wolzogen plädiert aber für sich und seine Kollegen um mildere llmstäiide.„Darf ein vernünftiger Mellich es ehrlichen Künstlern, die von der Feder leben, im Ernst verübeln, wenn auch sie von solcher Mode zu profitieren suchen, so gut wie ein Caruso in den Grammophontrichter singt oder ein Busoni für ein automatisches Klavier spielt?" Der Vergleich hinkt zwar auf alle» Vieren, beweist aber, daß die Industrialisierung der Knust auch die mit goldenen Fesseln um- strickt, die die geschworenen Gegner dieses Prozesses sein sollten. Ein Wörterbuch der bayerische» Mundarten. Die bayerische Akademie der Wissenschaften will die bayerischen Mundarten auf- nehmen und erläßt zu diesem Zwecke einen Ausruf, der zur Mit- arbeit breiter Schickten auffordert„Der Arbeitsplan— heißt es darin— steht bis ins einzelne hinein fest. Das große Wer! kann aber nur gelingen, wenn seine Aufgabe einen lebendigen Widerball im ganzen Laude findet und sich bei der Akademie der Wissenschaften Sammler melden, die zu dauernder Mitarbeit bereit sind. Diese Sammler köunen eine bescheidene Entschädigung erhalten, aber bei der Freude, die bekanntermaßen gerade in Bayern allerwärtS(in dialektisch«,, Dingen, an den Formen, dem reichen und treffenden Wöiterschatz, an den prächtigen sprichwörtlichen Wendungen an der schlagenden Ausdrncksweise unserer Stämme und ihrer Sitte» herrichi, steht zu hoffen, daß sich auch viele freiwillige Sammler melden werden— kundige Männer und Frauen, die mitten im Leben stehen, die zum Teil selbst darauf stolz sind, Kenner ihrer heimatlichen Sprache zu sein. Geschäftsleute. Geistliche, Lehrer. Beamte. Dekouomeu u. a.. alle werden willkommen sein. Die Dialekte werden, wie sich dies anderwärts, zum Beispiel in der Schweiz, bereits bewährt hat. gewissermaßen abgefragt. Alle 14 Tage erhalten die Sammler einen Fragebogen, der ausgefüllt werden muß! die Fragen sind einfach und von jedem, der in Mundart und Sitte Bescheid weiß, leicht und schnell zu beantworten. Die Fragebogen gehen alsdann an die Zentral- stelle, die Bayerische Akademie der Wissenschaften, selbstverständlich die Stadt Kiel die Kosten trage. Für dieses Verlangen war weder eine rechtliche Unterlage gegeben, noch konnte es sich auf Billigkeits- gründe stützen. Eine rechtliche Unterlage bestand nicht, weil nach dm Vertrage die Stadt die Schule nur erstmalig und für die damals festgesetzte Klassenzahl(vier) mit Schulgerätcn auSzu- statten hatte. Billigkeitsgründe können nicht geltend gemacht wer- den, weil, wie oben geschildert, die Stadt Kiel schon große Dpfcr für die Schule gebracht hat und noch bringt, trotz ihrer traurigen Finanzlage, die die Erhebung von 250 Proz. Gemeinde- steuerzuschlag erfordert. Der Magistrat lehnte das Ansinnen ab. In einer Besprechung zwischen Vertretern der Stadt unid der Regierung erkannten die Regierungsvertreter an, daß eine rechtliche Verpflichtung zur Tragung der Kosten für die Stadt nicht bc- stehe, kamen jedoch übcrcin, daß die Stadt% der Kosten tragen solle, jedoch unter dem Vorbehalt, daß diese Beteiligung an den Kosten keine Konsequenzen für die Zukunft für die Stadt Kiel haben solle. Auch diesen Bcrgleichsvorschlag lehnte der Magistrat ab. Daraufhin erhielt der Magistrat der Stadt Kiel durch den Regierungspräsidenten in Schleswig eine Verfügung des preuhi- sehen Ministers für Handel und Gewerbe zugesandt, die am Schlüsse folgende Drohung enthält: „Sollten die Mittel zur Beschaffung des Inventars gleich- wohl von der Stadt zu dem von ihr verlangten Teile nicht be- reitgcstcllt werden, so wird der Herr Minister, um mit den bis- herigen Unterrichtsräumen auszukommen, in jedem vierten Halb- jähr die Schüleraufnahme auszusetzen gezwungen sein. Dies wi�> nicht nur die Erhöhung der Schülerzahl ver- hindern, sondern für die Stadt auch den Nach- teil haben, daß unter Umständen die ein- heimischen Schüler ihre Ausbildung um ein halbes Jahr verschieben oder aus auswärtige Schulen gehen müssen. Ebenso werdenSchüler, die nicht versetzt werden können(in jedem Halb- jähr aus einer Klasse), gezwungen sein, die Zln- st alt zu verlasse n." In dürren Worten heißt das unter Variierung eineS bekannten Sprichwortes: Willst Du mir nicht zu Willen sein, dann schlag ich Dir die Schule ein! Der Magistrat glaubte unter diesen Um- ständen die Bewilligung der Kosten den städtischen Kollegien empfehlen zu müssen. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Brccour, geißelte scharf daS Vorgehen des Ministers, das einer Erpressung sehr ähnlich sehe. Die Kollegien sollten es wirklich einmal darauf ankommen lassen, ob der Minister den Mut habn werde, einen solchen Mißbrauch von seiner Macht zu machen, wie er angedroht hatte. Das Vorgehen unserer Fraktion hatte den Erfolg, daß nur vier bürgerliche Stadtverordnete für den Magistratsantrag stimmten, daS Ansinnen des Ministers also ab- gelehnt wurde. Jetzt wird der Minister zeigen können, ob er seinen angedrohten VandaliSmus durchzuführen gedenkt, wo eben erst anläßlich der Jubiläumsfeier für den preußischen Friedrich II. Preußen in den höchsten Tönen als Kulturstaat gefeiert worden ist, und die Regierung und die höchsten Stellen nichts unterlassen haben, sich selbst als Kulturförderer hinzustellen. Der zweite Fall liegt auf dem Gebiete des Polizeiwesens. Kiel hat seit dem 1. April 1398 Königliche Polizei, und zwar ist sie der Stadt durch die Regierung aufgezwungen worden. Die Befugnisse der Königlichen Polizei sind vom Minister durch ein Regulativ in einem Umfange festgelegt worden, de» schon damals der städtische Polizeimeister, Bürgermeister Lorch, für ungesetzlich hielt. Nach diesem Regulativ ist der Königlichen Polizei die Ausübung der Sicherheitspolizei übertragen worden, und zwar sind genannt a!S Funktionen der Sicherheitspolizei: 1. die Aufrechierhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit auf den öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen, sowie anderen Orten öffentlicher Art. einschließlich des Nachtwachtdienstes. 2. das Preß-, Vereins- und Vcrsammlungswesen, 3. die Fremdenpolizei, einschließlich des polizeilichen Meldewcsens, 4. die Kriminalpolizei, 6. die Sitten- Polizei, 6. die Gewerbepolizei, 7. die Ausstellung von Jagdscheinen. Nun hat kürzlich aus Anlaß einer Gcivcrbcsache das Ober- Verwaltungsgericht cm Urteil gefällt, aus dem mit unzweideutiger gegen Portoersatz, zurück und werden in der dort eigens für diesen Zweck errichteten Kanzlei geordnet und verarbeitet.... Die Auf- gäbe ist bedeuieud, patriotisch und von allgemeinem Interesse. Em Volk von 10 Millionen, denn so viel umfaßt der bayerische Dialekt in Bayern und Oesterreich, serner die bayerischen Franke» und die Rheinpfälzer sollen ihre Mundarten sammeln, daß noch die spatesten Zeiten davon Kunde haben werden. DaS gesamte Volk soll gewisser- maßen mitarbeiten an der Errichtung eines Schahhauses, in dem die Zeugnisse de« volkstümlichen Fuhlens, der Erfindung und der Phantasie des Volkes dauernd bewahrt werden. Dieses Ziel jetzt fest ins Auge zu fassen, ist die höchste Zeit." Humor und Tatire. Vor und hinter den Ktrkkilissen. Der Kriegskorrespondent einer Berliner Zeitung telegraphierte: Kanstantiiiopel, 27. Oktober. Seit gestern abend schwirren durch die Luft unkontrollierbare Gerüchte, deren Richtigkeit ich zu prüfen außerstande bin, da wir Korrespondenten bekanntlich nicht an die Front gelassen werden. Man munkelt nämlich von Absichten der Feinde auf Kirkkilissa. Indes erfahre ich auf dem hiesigen Aus- wärtigen Amt. alfo authentisch, daß es Wahnsinn wäre, von einer Gefährdung dieser Festung zu rede». Ganz im Gegenteil habe ein Ausfall der Türken aus Kirkkilissa die Bulgaren nahezu aufgerieben. Telegramm der Berliner Zeitung an ihren Kriegskorrespondenten: Berlin, 27. Dltober. Zur gefälligen Notiz, daß die Bulgaren Kirkkilissa längst erobert haben. Telegramm des Korrespondenten: Konstantinopel. 28. Oktober. Im Besitz Ihrer wertvollen Depesche beeile ich mich Ihnen zu drahten, daß Kirklilissa sich seit einiger Zeit in den Händen der Bulgaren befindet. Meine Nachricht dars füglich nicht angezweifelt werden, da sie aus bester Duelle. nämlich au« Berlin, stammt. Es wäre mir erwünscht, auch weiter- hin von Ihnen mit gleich zuverlässigen Informationen versorgt zu werden._(„Lustige Blätter".) Notizen. — Musikchronik. In der Kurfürsten-vper wird wegen plötzlicher Indisposition von Frl. Salden und Herrn Merkel „König Harlekin" erst am Freitag wiederholt. An den anderen Tagen wird der„Kuhreigen" gegeben. — Dichterabende. Das Schiller-Theater ver- anstaltet im S ch i l l e r s a a I(Charlottenburg) am 17. November einen Otto Ernst- Abend, am 24. Nov. einen Ludwig Fulda- Abend. Für beide Abende haben die Dichter selbst sich zur Ber- fügung gestellt. — Die Venezianische Nacht, die neue Pantomime von Bollmöller, die von der englischen Zensur erst verboten und dann freigegeben war. erlebte am Montag ihre Erstaufführung im Londoner Palacetheater. Trotz aller Künste Reinhardtschcr In- szenierung blieb der Erfolg indes bei Publikum und Presse gering. Klarheit hervorgeht, daß sich die preußische Negierung in punkto Polizeimacht in Kiel viel mehr Recht angemaßt hat, als ihr zusteht. Das Urteil stützt sich auf den Absatz 3 der schleswig-holsteinischen Städteordnung, der lautet: „Dem Minister des Innern steht mit den in der gedachten Verordnung von 1867, namentlich in den in 2 und 3 bezeichneten Maßnahmen die Befugnis zu, in Festungen� oder in Städten mit mehr als 16 000 Einwohnern die Sicherheitspolizei, insbesondere die Verfolgung von Kriminal- und Polizeivcrgchcn, eilter besonderen Staatsbehörde oder einem besonderen Staats- beamten zu übertragen. Aus besonderen Gründen kann zeit- weilig dieselbe Einrichtung auch auf andere Zweige der Orts- Polizei ausgedehnt und ganz oder teilweise auch in Städten anderer Kategorien eingeführt werden. Im Falle der Teilung der Ortspolizei normiert ein vom Minister festzusetzendes Rcgu- lativ die Grenzen Äee Kompetenz." � Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts will ausdrücklich den Begriff der Sicherheitspolizei iin Sinne der schleswig-holsteinischen Städteordnung eng aufgefaßt wissen, es sagt nämlich, er bedeute nur den Schutz der Rechtsordnung gegen Verletzung durch einzelne Personen. Nach diesem Urteil hat sich die Staatsregierung für ihre Königliche Polizei in Kiel viel zu weitgehende Kompetenzen angemaßt, Kompetenzen, die sie nach dem Gesetz nur höchstens zeit- wcilig beanspruchen kann. Nach dein Urteil des Oberverwaltung� gerichts würden die Gewerbepolizei, die Ausstellung der Jagd scheine, die Fremdenpolizei und das Meldcwesen ganz, das Preß- Vereins- lund Varsammlungswesen und die Sittenpolizei zum .mindesten zum größten Teile, von der Ortspolizei auszuleben sei. Auf allen diesen Gebieten hat die Königliche Polizei ihre Tätigkeit imgesefclich ausgeübt. Die Stadt Kiel hat an den Staat seit 1898 stiel zu Me Polizeikostenbeiträge bezahlt, denn sie hätte selbstver- ständlich die polizeilichen Aufgaben, die ihr widerrechtlich ge- «ommen, viel billiger gemacht..... Die soAwilbemokratische Sicrdtverordnetenfcaktion hat mn �.er »fetzten Stadtkollegiumsitzung den Magistrat interpelliert, was er tu tun gedenke, um die der städtischen Polizei zustehenden Befug- nisse zurückzuverlangen und die seit 1898 zu viel gezahltem Polizei- kostenbeiträge zurückzuerhalten. Der Oberbürgermeister erklärte im Namen des Magistrais, daß dieser nach Einsichtnahme im das schriftliche Urteil die sich aus dem Urteil ergebenden Konsequenzen prüfen werde. Hoffentlich zeigt der Magistrat in dem bevorstehen- den Kampfe mit der Staatsregierung die nötige Energie, jeden- falls wird die sozialdemokratische Fraktion alles tun, ihm das Rückgrat zu steifen.« Die beiden Fälle zeigen, wie bitter not der Kampf um das freie Pveußcnwahlrecht ist. Nur über die Trümmer des Drei- klassenwahlrcchks gcht der Weg zur freien Selbstverwaltung der Gemeinden.__ Zchmkekiicher fozialdtmoftratifctztr Parteitag. Neuenbürg, 8. November.(Eig. Ber.) Der Pckrteitag wird abends 8 Uhr in der Aula der Universität vom Parteipräsidenten Genosten Dr. S t u d e r- Winterthur mit einer längeren Ansprache eröffnet, in der er den Ernst der all- gemeinen politischen Situation hervorhob und auf die Kundgebungen der internationalen Sozialdemokratie gegen den Krieg und für den Frieden hi-UvieL. Er hofft, daß der in B a s e l st a t t f i n d e n d e internationale Sozialistenkongreß von allen Ländern zahlreich besucht wei.de. An die Eröffnnngsworte schloß sich die Bureauwahl; es wurden Dr. Studer als Präsident, Liniger-Neuenburg als Vizeprandent. PüÄke kül"ITohti twi ch-Z teiifr Ttnd RM-Lanfanne aks Schriftführer qcwahlt. Die Verhandlungen werden stenographisch aufgenommen. Ein Begrüßungskelegramm des sozialdemo- kratischen Parteivorstandes in Berlin wird Mit lebhaftem Beifall aufgenommen. c.«< Die Rechnung des Partelkassierers für die Zeit von Ende Januar bis Ende Oktober zeigt in Einnahme und Ausgabe 21 250,94 Frank und ein Vermögen von 7445,45 Frank. Der Militärfonds beträgt 4575,50 Frank, der Prozetzfonds für die Presse 697 Frank. Die Zahl der organisierten Parteigenossen, für die Beiträge bezahlt find, beträgt 27 500, um etwa 5000 bis 7000 mehr als vor Jahresfrist, die sich auf 590 lokale Organisationen verteilen. Es sind nur noch wenige sozialdemokratische Organisationen, die nicht in aller Form im Rahmen der Gesamtpartci eingegliedert sind. Zu dem im Druck vorliegenden Jahresbericht der Geschäftsleitung der Partei macht Präsident Dr. Studer eine Reihe ergänzender mündlicher Bemerkungen. Darüber entspann sich eine lebhafte Debatte, die verschiedene Anregungen und Anträge zeitigte. Ins internationale sozialistische Bureau wurden gewählt als Vertreter der schweize- rischen Sozialdemokratie Dr. Studer und Moor-Bcrn, als Ersatz- männer Sigg-Genf und Naine-Chaux-de-fonds. Durch Erheben von den Sitzen wurde einmütig der Reso- lntion des internationalen Bureaus gegen den Krieg zugestimmt. Von den weiteren Beschlüssen seien erwähnt: Die Mitglieder der Geschäftsleitung erhalten eine Jahresentschädi- gung von 350 Frank, der Parteikassierer 250 Frank; das Jahrbuch der Partei soll mit dem Parteitagsprotokoll vereinigt und in dieser Form in Zukunft herausgegeben werden und davon sollen die Or- ganisationen auf je 100 Mitglieder ein Exemplar kaufen; auf einem der nächsten Parteitage soll die Frage der Einführung des eidge- nösfischen FinanzreferendümS behandelt werden. Der Geschäfts- leitung zur Prüfting werden überwiesen die Agitation gegen den Alkoholmißbrauch innerhalb der Arbeiterklasse und die Errichtung einer Schweizer Arbeiterbank. Der Antrag der Genfer Genossen. beim internationalen sozialistischen Bureau darauf hinzuwirken, daß der nächstfolgende internationale Sozialistenkongreß in Genf abgehalten werden soll zur Erinnerung an den 1866 dort abge- baltenen ersten Kongreß der Internationale wird dem Wiener Koygreß zum Entscheid überwiesen. , Lebhaft diskutiert wird der Antrag der Genossen des Kantons Neuenbürg zur Frage des Generalstreiks als Ant- wort auf eine Kriegserklärung. Die Geschäftsleitüng der Partei beantragte Ablehnung, während Grimm-Bern gegen eine bestimmte Beschlußfassung sich wendet, eventuell aber es auch ablehnt, die Arbeiter zum AuSmarsche in einen Krieg zu veran- lassen. Hier wird nach 10 Uhr abgebrochen. Neuenburg, 9. November.(Eig. Ber.) Die Vechandlungen der heutigen Sitzung werden eröffnet mit einer Erklärung des Genossen W u l l sch l eger-Basel zu seinem über die Lebensmittelzölle, speziell die kommu- nalen Maßnahmen gegen die Teuerung bereits in der Presse veröffentlichten Referat. In demselben schildert er die EntWickelung der Zollpolitik in der Schweiz und insbesondere die erhebliche Erhöhung der Lebensmittelzölle im Jahre 1902 und die Handelsverträge von 1906. Er zeigt � die bedeutenden Preiserhöhungen für alle 2elien|niiüel und die schwierigere Gestaltung der Lage der arbeitenden Klasien. Die schönen Bestimmungen in. der Bundesverfassung gegen die Belastung der Lebensmittel mit hohen Zöllen sind völlig mißachtet worden. Auf die nächste Re- Vision des Zolltarises und der Handelsverträge hin haben wir uns zu rüsten und dabei auch die Einführung des staatlichen Getreide- »cnd Mchlmonopols zu Prüfen. Unsere Parteileitung soll mit den Zentralbehörden des schweizeriichen Konsumverbandes, des Ge- «erkschafts- und des Arbeiterbundes in Verbindung treten, um den nächstjährigen Parteitag m den Stgnd zu setzen, maßgebende MAW fgßSS». Das Handinhaudgchen der sozialdemokratischen Partei mit den Konsumvereinen empfiehlt auch der Führer derselben. Genosse' Nationalrnt I ä g g i- Basel, in einer Zuschrift an den Parteitag, da er verhindert ist, demselben persönlich beizuwohnen. Genosse Nationalrat Müller- Bern als zweiter Referent schließt sich im allgemeinen dem Standpunkts Wullschlegers an. Im einzelnen liiitersucht er die Frage der Tcuernng, die er durch reiches statistisches Material näher beleucktet. In den letzten Jahren sind die Fleischpreise um 20 Proz., die Milchpreise um 35 Proz., die wichtigsten Lebensmittel zusammen in den letzten 12 Jahren um 220 Proz. gestiegen, in der Stadt Zürich z. B. die Mietpreise seit 1900 um 46 Proz. An der herrschenden drückenden Teuerung von heute sinö in der Hauptsache die Zölle u»v sodann die agrarischen Preistreibereien mit allen Mitteln des Terrorismus schuld. Tie etwa im Durchschnitt um 18 Proz. erfolgte Erhöhung der Arbeits- löhne und Gehälter Hut keine genügende Ausgleichung mit der ein- getretenen Teuerung geboten, so daß z. B. auch Putzer in seiner Schrift über die Berliner Arbeitcrverhältnisse zum Schlüsse kommt, daß die Lebenshaltung der Arbeiter und Angestellten eine Ver- schlechterung.erfahren hat. Bei der Besprechung der einzelnen Maßnahmen gegen die Teuerung empfiehlt Müller die Dezentrali- sierung des Verkaufs des Gefrierfleisches in den Städten. Er empfiehlt schließlich die bereits in Nr. 267 des„Vorwärts" ver- öffentlichten Thesen. Das französische Referat über die Lebensmittelzölle hält Nationalrat Raine, der sich besonders mit den kommunalen Maß- nahmen gegen die Teuerung beschäftigt. Gegen die These Raines, daß die Städte Land kaufen und zur landwirtschaftlichen Bearbeitung verpachten sollten, wendet sich Greulich, indem er deren Rückzug und die spezielle Behandlung der Agrarfrage aus einem Parteitag wünscht. Bader- Zürich empfiehlt die städtische Schweinezucht. In kurzen Worten weist Wullschleger noch aus die große Bedeutung der Frage der Getreideversorgung der Schweiz hin, die seit Jahren eine äußerst unzulängliche, oft � nicht einmal für 14 Tage hin- reichende ist, die in Kriegszeitcn, wenn auch die Schweiz nicht direkt daran beteiligt ist, für sie zu einer schwierigen Kalamität werden mußte. Mit Genugtuung konstatiert er. daß man einig darüber ist. nicht nur auf Staat und Gemeinde einzuwirken, sondern auch auf die Organisation der genossenschaftlicken Selbsthilfe. Der Basler Konsumverein versorgt heute den Milchbedarf der Basler Bevölke- rung von zirka 110 000 Liter täglich zu% mit 60 000 mit 65 000 Litern, nnd wenn das Verhältnis in der ganzen Schweiz so wäre, so würden die Konsumenten ohne Zweifel einen mitbestimmenden Einfluß auf die Gestaltung der Milchpreise ausüben können. Er empfiehlt auch den Uebergang zur genossenschaftlichen landwirt- schaftlichen Produktion. Andererseits befürwortet er auch den kommunalen Wohnungsbau und zivar in Regie. Schließlich wurden die Thesen der verschiedenen Referenten einer Kommission zu ihrer Vereinheitlichung zugewiesen. Es folgt die Berichterstattung des Genossen Grimm über die Tätigkeit der sozialdemotra- tische w Fraktion im Äationalrat. Da der Bericht gedruckt vorliegt, beschränkt er sich aus einige weitere mündliche ergänzende Bemerkungen. Zunächst erklärt er die Verständigung der Abgeordneten der welschen Schweiz, namentlich des Kantons Neuenburg, mit den Genossen der deutschen Schweiz über verschiedene Fragen, wobei man sich gegenseitig Konzessionen machte. Sodann besprach er Vorgänge im Verhältnis der Partei bzw. der Fraktion zu den Cisenbahnerorganisationcn. wobei parteigenössische Führer derselben eine unschöne Rolle spielten. Weiter regt er an, von Partei wegen über wichtige parlamentarische Aktionen besondere Broschüren zur Aufklärung der Arbeiterschaft und zur Zurückweisung gegnerischer Verleumdungen herauszugeben, und schließlich wünscht er eine weitere Verstärkung der sozialdemokratischen Vertretung in der Bundesversammlung, um desto wirksamer die Arbeiterinter- essen vertreten zu können. In der Diskussion wird dest Tätigkeit der Fraktion Aner- kennunq gezollt. ----- Dia kritisierten-Bargängo-in! Eisenbahnerkttife» sucht der Re- dakteur des„Flügelrad", Genosse Allgäuer-Lüzern zu erklären und zum Frieden zu mahnen, damit die Eisenbahnerinteressen wirk- sam wahrgenommen werden können. W e y ß- Winterthur wünscht das entschiedene Eintreten für die ausgewiesenen Italiener, Stellungnahme der Fraktion gegen diese Ausweisungen. Moor- Bern verurteilt diese Ausweisungen ebenfalls aufS schärfste; anderseits aber wendet er sich gegen die Aktionen italienischer oder anderer ausländischer Arbeiter in der Schtveiz ohne vorherige Verständigung mit den Organen der schweizerischen sozialdemokratischen Partei und erklärte Demonstrationen vor aus- ländischen Gesandschaftcn und Konsulaten als unzweckmäßig, die daher besser unterlassen werden sollten. Vdan kann und mag in allen möglichen anderen Formen demonstrieren. Er protestierte schließlich gegen die ganze administrative Ausweisungspraxis und verlangte gerichtliche Entscheidung. H ö p p l i- Frauenfeld wendet sich gegen die schändliche De- Handlung bzw. Mißhandlung deutscher Handwerks- gesellen durch die schweizerische Polizei, die immer wieder aus- gewiesen und tagelang in Haft behalten werden, auch wenn sie Geld und Ausweisschriften sowie Arbeitsanweisung, aber nicht den H e i m a t s ch e i n bei sich führen. Von den vielen reichen Tage- dicben, die in die Schweiz kommen, wird der Heimatschein nicht verlangt oder sie werden deswegen mindestens nicht belästigt. Wahr- 'cheinlich beruht die polizeiliche Mißhandlung deutscher Arbeiter auf einer Instruktion des eidgenössischen Justiz- und Polizeideparte- ments und soll deswegen die sozialdemokratische Fraktion im Nationalrat dagegen die geeigneten Schritte unternehmen. Nach weiterer reger Debatte über die Ausweisungen, über die Brüsseler Zuckerkonvention und über andere Angelegenheiten un- bedeutender Art wurde noch eine Resolution angenommen, nach der die Fraktion für die baldige staatliche Elektrisierung der Bundesbahnen eintreten soll. Neuenburg, 9. November.(Eig. Ber.) Dritte Sitzung. Die Verhandlungen beginnen mit dem Referat der Genossin Frau Walt er-Zürich über: »Das Franenstimmrecht". Die Referentin erinnert einleitend an die alte traditionelle Unterdrückung und Rechtlosigkeit des weiblichen Geschlechts und an die Stellung der Frau in der Geschichte der Menschheit bzw. der Family an Hand der Werke von Bachofen. Morgan. Engels, Bebel u. a. Sie schildert dann die Bestrebungen der Frauen in Frank- reich vor und während der Revolutionszeit und in Amerika, ferner in anderen Ländern für die politische Gleichberechtigung mit den Männern und die Erfolge, die z. B. in amerikanischen Staaten zu- erst mit der Gewährung des Stimmrechts errungen wurden. So- dann ging die Reserentin dazu über, die Ausdehnung und Be- deutung der heutigen Frauenarbeit darzustellen, die unentbehrlich geworden ist. So üben die Frauen die gleichen Pflichten aus wie die Männer, und so sollen sie auch gleichberechtigt mit ihnen sein. Aber nicht die bürgerliche Frauenbewegung vermag dieses Ziel zu erreichen, sondern die proletarische Frauen- und' Arbeiter- beweguag wird es herbeiführen, wie es denn auch einzig die so- zialdemokratische unter den politischen Parteien ist. welche rück- haltlos für das Frauenstimmrecht eintritt, das auch die anderen bürgerlichen und politischen Rechte einschließt. Auf ihren natio- nalen und internationalen Kongressen ist die Soziald.—ürcttie immer wieder für das �rauenstimmrecht und die volle Gleich- berechtigung beider Geschlechter eingetreten, ebenso in den Parla- menten. Bereits sind viele hunderttausende Frauen in einer ganzen Reihe von Staaten stimmberechtigt, sei es nur für be- timmte Behörden oder nur in der Gemeinde oder auch für das taatliche Parlament. Vorübergeh? tiwig das Frauenstimmrecht reaftionar wirken, gbzx die, ÜülitMe tzxMMg xz ggch&j£ Fortschritt dienlich mächen und dazu beitragen, daß beide Gs» schlechter der Vervollkommnung cutgegenreifen.(Lebhafter Beifall.) Der Korreferent Karl M o or- Bern verwies auf sein als Broschüre vorliegendes Referat, das eine Rede ist, die er im Großen Rat des Kantons Bern für das Frauenstimmrecht für Schule und Armenwesen gehalten hat, die aber die Frage nicht erschöpft, da sie dem Niveau jenes kantonalen Parlaments hatte angepaßt werden müssen. Sodann beschäftigt er sich mit den Einwände» der Gegner gegen das Frauenstimmrecht, wie z. B. dem der„Unreife der Frauen", die ja bei den„Damen" fehlen mag, bei den Frauen des Proletariats aber vorhanden ist. Dazwischen hinem wird von Mül�r die bereinigt Resolution betreffend die Lcbenömittelzölle mitgeteilt, die nun neben den kom- munalen auch staatliche Maßnahmen, ebenso die Mitwirlung der Konsumgenossenschaften und auch die Prüfung de? Einführung de* staatlichen Getreide- und Staatsmonopols enthält und die nun ohne weitere Debatte angenommen wird. Der Präsident teilt mit, daß 209 Delegierte(darunter mehrere Genossinnen) und Vertreter des Parteikomitees, tzer nationalrät- lichen Fraktion und der Parteipresse anwesend sind. In fortgesetzter Behandlung des Frauenstimmrechts referiert S i g g- Genf in französischer Sprache. B ra n d l e r- Zürich vertritt die den Thesen der Reserentin entgegengesetzten Thesen des Sozialdemokratischen Vereins„Ein- tracht"-Zürich, mit. denen sich zum Teil schon Moor einverstanden erklärte. Der Rodner korrigiert insbesondere die Ausführungen der Reserentin und einen Teil ihrer Thesen, insoweit sie auf Bach- ofcn und Morgan beruhen, da deren Theorien durch neuere For- schuugen teilweise als unzutreffend erwiesen sind. Beide Resolutionen werdtn einer Kommission zur Vcreinheit- lichung zugewiesen. Platten- Zürich wendet sich entschieden dagegen, daß Partei- genossinnen auch bürgerlichen Frauenvereinen angehören, welche Doppelmitgliedschast auch unser Parteistatut verbietet. Zugleich stellt er die sozialdemokratische Frauenbewegung Deutschlands als vorbildlich hin. Frau H a u b e>i s o ck kritisiert die Passivität der Frauen der sozial höher stehenden Genossen, die sich in den Ar- bciterinnenvereincn nicht betätigen, dasür aber in bürgerlichen Frauenvcreinen glänzen, was anders werden sollte. Nachdem noch Seidel, Lang, Brumm- Zürich. G r e u- l i ch und Grimm gesprochen, wurde die Sitzung abends 7 Uhr ge- schlössen. La; Zahrblich des Zentralverbandes dentteber Konsumvereine für das Jahr 1912 ist bor kurzem— wieder in zwei dicken Bänden! — erschienen. Herausgegeben ist es, wie bisher, vom General- sekretär des Zentralverbandes H. Kaufmann-Hamburg. Der Umstand, daß das Werk im zehnten Jahrgang erscheint. veranlaßt den Herausgeber zu einem kurzen Rückblick im Vorwort, das der erste Band enthält. Der Zentralvcrband wnrpe 1903 in Dresden gegründet, nachdem 1902 auf dem Genossenschafts- tag des- Allgemeinen Verbandes in Kreuznach ein großer Krach der modernen Arbeiterkonsumvcrcine mit den bürgerlichen Genossen- schaften diesen Akt wirkungsvoll eingeleitet hätte. Bis zum konsti- tuiercnden Genosscnschaftswg in Dresden 1903 hatten sich 585 Kon- stimvereiue(einschließlich einiger anderer Genossenschaften) mit 481 000 Mitgliedern und 113 Millionen Mark Jahresumsatz dem Zentralvcrband angeschlossen, in denen zirka 6000 Personen beschäftigt waren. Die Statistik des Jahrbuches 1912 aber kann über 1181 an- geschlossene Vereine berichten, die 1 324 900 Mitglieder zählten. 364 Millionen Mark umsetzten und eWa. 20 000 Pgrsonen beschäftigten. Gleiche Fortschritte machte die 1894 von sächsischen Konsumverciiren! gegründete. G roßeinkaufsge s ellschaft in Hamburg in den letzten»zehn Jahren. Ihm Umsatz stieg in dstsätf�Zeit von 26 auf 110 Millionen, die Zahl der beschäftigten Personen von 200 auf 1300. Die G.-E.-G. hat in den letzten Jahren auch mit der Eigen- Produktion begonnen: ihre Seifenfabrik bei Riesa ist die größte in Deutschland, und Zigarren werden in drei eigenen Fabriken her- gestellt. Neue große Pläne dieser Art harren der Ausführung.— Der Zentralverband betreibt eine Verlagsanstalt mit eigener Druckerei. Dütenfabrik usw. Sie fing sehr klein an. hat aber im letzten Geschäftsjahre einen Umsatz von 2 Millionen Mark und beschäftigte in ihren Betrieben allein zirka 400 Personen.— Es ist richtig, wenn gesagt wird, daß die deutschen Konsumvereine mit diesen Ergebnissen noch lange nicht am Ende, vielmehr erst am Anfang ihrer EntWickelung stehen. Etwas übcrschwänglich scheint uns aber im Hinblick darauf die Bemerkung, daß die Gc» nossenschaftsbcwegung„die wirtschaftliche EntWickelung der Gegen» wart über sich selbst hinausführen" würde. Man wird der Gc- nossenschafis-, besonders der Konsumvereinsbewcgung keinen Dienst leisten, wenn man ihr zu viel zumutet, mehr von ihr erwartet, als sie zu leisten imstande sein wird. Und wenn an einer anderen Stelle des Jahrbuchs im ersten Band festgestellt wird, daß das Jahr 1911 eine EntWickelung für den Zentralverband gebracht habe, wie keines zuvor, so möchten wir ergänzend hinzufügen, daß dieses rasche Vorwärtsschreiten doch wohl zu einem sehr guten Teil auf diePropaganda zurück- zuführen ist, die besonders lebhaft nach den sozialistischen Parteikongressen, in Kopenhagen und Magdeburg und den letzten Gcwerkschafts» kongressen durch die sozialdemokratische Partei und durch die Gewerkschaften in den Kreisen der organisierten Arbeiterbetrieben wurde. Das verdient besonders auch deshalb unterstrichen zu werden, weil der Herausgeber(Seite 346) ganz richtig sagt, daß die Konsumvereinsbewegung die schärfsten Kämpfe nicht schon hinter sich hat, sondern daß sie ihr noch bevorstehen. Denn diese Kämpfe wird' die Kvnfumvercinssrganisation nur dann mit dem nötigen Nachdruck führen können, wenn sie dabei die Organe der modernen Arbeiterbewegung auf ihrer Seite hat. Der Inhalt des ersten Bandes besteht aus fünf Haupt- abschnitten: Jahresbericht des Zentralverbandes, Verhandlungen des Genosscnschaftstages, Geschäftsbericht und Bericht über die Ge. neralversammlung der Großeinkaufsgescllschast, Bericht über die Generalversammlung der Unterstützungskasse. Der erste Hauptab- schnitt zerfällt in eine Anzahl besonderer Kapitel. Als Material- sammlung wertvoll sind die Berichte über„Wirtschaftliche Kämpfe der Genossenschaften" und„Die Steuergesetze gegen die Konsum- vereine", die Vorträge vom Redakteur der„Konsumgenossenschaft- lichen Rundschau". Dr. Müller, wiedergeben. Ob es bei der Fülle guten Materials nötig war, sich gegen die Mittelstandsretter auf Maximilian Harden(Seite 155) zu beziehen, sei dabing-stjüt. Von besonderer Wucht scheint uns allerdings im vorliegenden Falle das feuilletonistische Gerede Hördens nicht zu sein. Das Kapitel über„Organisatorische Aufgaben der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung" hätte wesentlich kürzer sein können. Es enthält sehr viel Bekanntes und Selbstverständliches. Was da über„Begriff der Konsum- genossenschaftsbewcgung",„Ausgaben der Konsumgenossenschaften", ihre Organe, Gliederung und ähnliches mehr gesagt wird, ist jedem auch nur oberflächlichen Kenner der Bewegung so geläufig, daß es derartiger schwülstiger Ausführungen der Sache wegen nicht be- darf. Sehr instruktiv aber find die Artikel über„Die deutschen genossenschaftlichen Zrntralverbände" und„Die deutsche Konsum- [mi fett MMMtW übtt«$11 vreußische Warenhattssteuergesed und seine Antvcndung aus die Koiisunivcrcine". Sic geben eine gute Orientierung über wichtige Vorgihige und Verhältnisse im Genossenschastswesen. Sehr dürftig ist der Bericht über die Generalversammlung der G. E. G. Ganze acht Seiten waren dazu nötig. Tas scheint aller- dings in der Hauptsache daran zu liegen, dag es nicht viel darüber zu berichten gibt. Denn die wichtige Versanimlung mit 8 Tages- ordnungspunkten war in zirla vier Stunden erledigt. Von einer Debatte weiß der Bericht so gut wie nichts zu melden, obwohl sehr wichtige Dinge zu beschließen waren. Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, daß man„es versteht, die trockensten geschäftlichen Dinge in einer von sarkastischem Humor durchwürzten Weise zu behandeln", wie von einem der Geschäftsführer gesagt wird. Es wäre im Interesse der Sache sehr zu beklagen, wenn die General- Versammlung der G. E. G. mehr und mehr zu einer rein formalen Sache gemacht würde. Wir sind der Meinung, daß jeder Geschäfts- berickt der G. E. G. viel Stoff zu Anregungen und Debatten bietet. Der zweite Band des Jahrbuchs enthält die Geschäftsberichte und die Berichte der Jahresversammlungen der neuen Rcvisivns- verbände. Hier blüht reiches genossenschaftliches Leben. Munter- kcit und Energie und vor allem: kritischer Blick spricht aus diesen Berichten. Da spricht man sich offen aus, sagt, was ist, und man scheut sich auch nicht, gegen bestehende Mißstände anzukämpfen. Auf diese engeren und daher beweglicheren Körper der modernen Konsumvereinsbewegung darf man die Hoffnung setzen, daß sie eine Autokratie in der Konsumvereinsbewegung nicht aufkommen lassen, wozu bedenkliche Ansätze leider schon vorhanden zu sein scheinen. Auf den Revisionsverbandstagen, die gewissermaßen Vor- arbeit für den Genossenschaftstag leisten, hat man sich u. a. auch mit einschneidenden Aenderungen der Organisation beschäftigt, worüber Ende November ein außerordentlicher Gcnossenschaftstag noch beschließen, ein neues Statut schaffen wird. Die dazu von der Zentralleitung aus gemachten Vorschläge sind in einigen wich- tigen Bestimmungen sehr bedenklicher Art. Sie schließen die Ge- fahr in sich, daß in Zukunft die Demokratie in der Genoffonschaft wesentlich eingeengt wird von Korperschasien, die fast nur aus angestellten Beamten bestehen. In den Revisionsverbändcn hat man zwar„im Prinzip" zugestimmt, die Einzelheiten des vor- geschlagenen Statuts lassen aber die oben erwähnte Gefahr erst recht erkennen. Im übrigen enthält das Jahrbuch, wie immer, ein umfang- liches Tabellen- und Zahlenmaterial, das über alle wissenswerten Einzelheiten fast eines jeden der dem Zentralverbande angcschlosse- nen Vereine genaue Auskunft gibt. Bemerkenswert sind die Be- strebungcn nach größerer Zentralisierung der Vereine, d. h. Ver- einigung kleinerer Genossenschaften zu einer großen, leistungs- fähigeren. Hand in Hand damit geht das Fortschreiten auf dem -Gebiet der Eigenproduktion, die ja größere Vereine zur Voraus- setzung hat. Beiden Bänden ist eine Rednerliste beigegeben, aus der auch zu ersehen ist, zu welcher Angelegenheit der einzelne Redner auf dem oder jenem Kongreß gesprochen hat. Alles in allem ist das Jahrbuch ein wertvolles Werk für die Kenntnis der deutschen Konsumvereinsbewcgung, ein Nachschlage- buch, das auf alle wichtigeren Fragen Auskunft gibt. Als ein Fehler ist wiederholt bemängelt worden, daß es von Jahr zu Jahr dicker wurde. Auch das vorliegende ist wieder zirka 1 Seiten stärker als das vorige. Auf 2100 Seiten hat es der Herausgeber glücklich gebracht! Und noch ist kein Ende dieser..EntWickelung" abzusehen! Vorschläge auf Aenderung sind wiederholt gemacht worden. Da sie bisher keine Beachtung fanden, ist es zwecklos, immer wieder damit zu kommen. Daß in den Berichten über den sächsischen Verband einige persönliche Geschmacklosigkeiten in das Jahrbuch hineingekommen sind, sei nur nebenbei erwähnt. So heißt es an einer Stelle: Redner wurde„mit Zurufen des Be- dauerns über den Zwang öfteren Redens empfangen". Vor solchen Schmockmanicren müßte man ein ernstes Werk doch be- hüten. Daß man an die Stelle des kurzen und hübschen Wortes „Genossen" in den Sprachschatz der modernen Konsumvereinsbewegung das abscheuliche„Genossenschafter" oder gar„Genossen- schafterin" eingeführt hat, ist sprachlich und sachlich auch kein Fort- schritt. Hier sink! Man noch unier 5äS viel BcspotleTfe Juristendeutsch, denn das Gcnossenschaftsgesetz kennt nur„Genossen". Klingt der„Genosse" etwa zu politisch, zu wenig„neutral"?— Kleinigkeiten sind manchmal von symptomatischer Bedeutung, d-r. 7*119 der frauenbewcflfung. Für die Ehescheidung in Italien. Daß die Aufrechterhaltnng der gesetzlichen Unauflösbarkeit der Ehe, an der das italienische Recht aus Rücksicht auf die Klerikalen festhält, nachgerade allen Kreisen der Bevölkerung unerträglich er« scheint, geht aus einer Rede hervor, die der Oberstaatsanwalt von Lucca bei der Eröffnung der Gerichtsarbeiten nach den Sommer- ferien soeben gehalten hat. Der Redner hat in seinen Ausführungen darauf Hingelviesen, daß im Jahre 1909 in Italien nicht weniger als 2180 Trennungen von Tisch und Bett beantragt worden sind und daß in demselben Jahre mindestens dieselbe Zahl von Ehen durch gegenseitiges Uebereinkommen getrennt worden sind. All diesen Ehe» paaren verbietet das Gesetz die Eingehung einer neuen Verbindung. Weiter hob er hervor, daß 22 Proz. der Insassen der italienischen Zuchthäuser verheiratet waren, und zwar, ohne Kinder zu haben, also in der Mehrzahl wohl jung verheiratet. In den Zuchthäusern von Portolongone und Volterra, in denen sich ausschließlich Individuen befinden, die aus Lebenszeit verurteilt sind, sind 428 verheiratet. Schließlich machte der Oberstaatsanwalt darauf aufmerksam, daß die Einführung der Ehescheidung bereils in einer Thronrede ver« sprachen worden ist, und forderte das Recht auf Scheidung bei Ver» urteilung wegen eines gemeinen Verbrechens, bei unheilbarem Irr« sinn und in oll den Fällen, wo durch Mißhandlungen, Beleidigung oder Ehebruch das Zusammenleben der Gatte» unerträglich geworden ist. Der Redner hätte noch hinzufügen sollen, daß die Ehescheidung in Italien bereits existiert, aber als ein ausschließliches Borrecht der Neichen, die die ungarische Staatsbürgerschaft annehmen können. Leseabende. Mariendorf. Morgen, Donnerstag, bei Paul, Königstr. 14. Genossin Juchacz spricht über:„Die Pflichten und Rechte der Frau in der Gemeinde". frcircUgiSfe Gemeinde. Sonnabend, den 16. November, abends S'/s Uhr: Oeffentliche Versammlung in den Festsälen von Obst, Schöneberg, Martin-Luther-Straste. 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten Adolf Hoffmann! Mißbrauch der Religion zur Unterdrückung des Uolbes. 2. Diskussion. 55/16* Nach dem Vortrag: Geselliges«cisammenfeln. Tanz. Dheateraufführungeu. Eintrittspreis 10 Ps. Der Eiuberufer: A. Harndt, Pappel-Allee 15. Filiale Groß-Berlin. Am Freitag, den 13. November ISIS, abends 6 Uhr, im GewerkschaftShanfe, Engelufer 15 igroßrr Saal): Ordentl. Generals Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Gelamtvorstandes voni 3. Quartal 1912.— 8. Vortrag bei Genossen Julius Kakiski über:„Baulrrlsc und Baukrach".— it. Verschiedenes. ' nitgllcdsbiich legitimiert.- 193/12 Zohlreichen Besuch erwartet Her Verstand. Äntrslverksnck llerÄsetuleeker Vernaltuugsstelle Berlin. Donnerstag, den 14. November 1918, abends 8 Uhr, in den Borussia-Festsälen, Ackerstr. 6/7: Versammlung der Dachdecker und Hilfsarbeiter. Tagesordnung: Unsere jetzige Situation. Berbandsbuch legitimiert.— Ohne dasselbe kein Zutritt. Die in Arbeil sich befindenden Kollege» und Berussgenossen find ganz besonders zu dieser Versammlung eingeladen. 52/12 Ider Verstand.� UttWitnugssttlie Kkrlia. N. 54, Finienstr. 83—85. Lei waltung: Kassierer: Telephon: Amt Norden 1987. Amt Norden 185. Arbeitsnachweis: Amt Norden 1239, 9714. Donnerstag, den 14. November, abends 6 Uhr: asB Persammlung= flllft in den Taschenlampen-Ketrieben • beschäftigten Schleifer, Galvaniseure, Hilfsarbeiter n. Arbeiterinnen in den Rittcrsälen» Rittcrstraße 75. Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verbaiidsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. jpilp ES ist Pflicht, daß alle Kollegen aus den Betrieben� in welchen Taschenlampen und Feuerzeuge fabriziert werden, erscheinen. Die Ortsverwaltung. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 14. November, abends 8>/3 Uhr» in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: �----' Gemeinsame Ueckliiieiigmijiliikr-Nttsaiiiiilliing für sämtliche Kezirke und Kranchen. Tagesordnung: I. Stellungnahme zum Ablauf des Vertrages. 2. Verbands- avgtlegenheilen.. 91/2 Die OrlsTerwalduiff. Haben Sie Stoff? Ith ftriigt davon Anzug od, Pzlotot Mass, schick, dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laban dt Neat Promenade 8JI.(Stadtb. Börs.) 9 Reparaturen. Spez.: Un« erläfilich saubere Mensur sllr Schüler. Tonverbcsse- rung, aus Wunsch auch solche, die dem alt-italieiiischeu Tone täuschend ähnlich ist. Wesent- liche Vorteile und eventuelle Ralenzablung sür Vorwärts- ülbonnenle». Ungewöhnlich ebrende Anerkennungen. 8mU Toussaint. Werkstätte für kunstgeigenbau in Berlin H. 24, Kl. Hamburgerstr. 17. Tltor. 2733». AMMtAfSuMA I Hausarzt-Verein Keukölln. "TTT,!' Freitage den 15. November, bei Bartsch� Herrn annstrafie 49: Ocffcntllchcr f raucn-Vortrag. Thema: Allxnrelctaer Kindersegen In der Arbeiterfamilie. Referent: Dr. Hosen. Eintritt 10 Pf. Mitglieder frei. Wer Mitglied wird, erhält das Eintrittsgeld zuriiclr. „ t Wa« l«t der HannaMt-Verein? Der Hansaret-Verein Kcnkölln(Mitglied des \ erbandes der Hausarzt- Vereine) ist kein geschäftliches Privatunternohmen, sondern eine prole* tarisclie\ ercinifving zu gegenseitiger Xfiife bei Erkrankungen der Familienangehörigen. ear Selbstverwaltung durch die Mitglieder. WA Für den geringen Beitrag von 25 Pfdinig pro Woche sind die Frau und sämtlich© Kinder versichert. Der Beitrag wird monatlich aus der Wohnung abgeholt. Wir gewähren:. nach 1 Monat nach 6 Monaten Mitgliedschaft ilwldl llaUÖarM, Mitgliedschaft iTi�ui£.lll Erkrankungen \iel Geld sparen unsere Mitglieder durch die vom Verein betriebene Vermittelung von Nährpräparaten, Stärkungsmitteln und sonstigen Bedarfsartikeln für Kinder und Kranke zu Engrospreisen. Verleihung von Badewannen 10 und 20 Pf. pro Woche. Außerdem verschiedene andere Vergünstigungen! KoHtcnloMe AtteMte, wissenHchaftliche Vorfrage, ÜIonatH-Zcltung mit arztlichen Ratschlagen. ArbcfttsloBen weitgeheiulHtes JEntgegenkomnien. Die gewlimen- haf teste Behandlang wird den Erkrankten zuteil, anch durch 8pczlaiarzte. 1. 1« Vorsitzender: A. Kuhnert, Stuttgarter Str. 54.(Tel.: 1631.) Auskunft erteilt: Otto Hase, Hax Israel, 298/14* Wissmannstr. 26, IT. Emser Str. 111 und 4, Laden.(Tel.: 721.) freie Medizin Achtung! Bewilligte Bäckerei. Achtung! Die Disserenzen. die ich mit dem Bertrauensman» des Bäcker-»nb Kondttoren-Bcrbandcs gehabt habe, sind zu beiderseitiger Zusnedenheit beigelegt. 4739L Achtungsvoll E. Hoffmeister, Fichtkaberg, Dofftjlr. 6. Bestätigt durch den Bertrauensmann des Bäcker- und Konditoren- Verbandes Berlin«nb Umgegenb. Beslbewälirte gesunde und magen darmkranke Nahrung für: sowie schwächliche. in der EntwIcKIuns zurGckgeblieben Kinder. SlvicK 3� r Ohne jede Anzahlung 1 n■ HWMW? Jn■nkT erstklassiges(9X prlmnert StaatsmedaHle, in ..... 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November 1912.(Eig. Ber.) In den letzten Monaten ist in Großbritannien se?r viel über Syndikalismus geschrieben und geredet worden, ohne daß man sich klar werden konnte, was eigentlich dahinter steckte. Die Kapitalistenpresse Englands benutzte das Wort als eine Erklärung für die wirtschaftlichen Aufwallungen der letzten Jahre und als einen wirksamen Popanz, um das Spieß- bürgertum zu erschrecken und dieses für reaktionäre Gesetze und EesetzeSauslcgungen gegen die Gewerkschaften zu ge- Winnen. Diese Retlame brachte dann einige Personen, die von dem revolutionären Mystizismus eines Teils der fran- zösischen Gewerkschaften angesteckt worden waren und die bis- her nicht den geringsten Eindruck auf die Masse der Gewerk- schaften haben machen können, in den Vordergrund. Die esoterischen Ideen dieser Personen wurden nun mit den Be- strebungen der gewerkschaftlichen Zentralisten zusammen- geworfen, denen die Arbeiter nach dem großen separatistischen Fiasko der Kesselschmiede im Jahre 1909 willig Gehör schenkten. Und so entstand dann eine große Konfusion— ein englischer Syndikalismus. Endlich nun sind die Syndikalisten an die Oeffentlichkeit getreten, so daß es jetzt leichter wird, ihre Ziele und Be- strebungcn und ihren Einfluß einwandfrei zu ermitteln. Am 9. und 10. November hielt die„Jndustrial Syndicalist Education League" unter dem Vorsitz ihres Sekretärs B o w m a n eine Konferenz in London ab. Es hatten sich etwa 100 Personen eingefunden, von denen die Hälfte Zu- schauer oder Berichterstatter waren. Die französische C. G. T. hatte ein Mitglied entsandt, das die Konferenz begrüßte. Der Vorsitzende erklärte gleich zu Anfang, daß die Delegierten ihre Gewerkschaft durch ihr Votum nicht verpflichteten; die Konferenz habe lediglich propagandistischen Zweck und man wollte erfahren, ob es unter den Arbeitern Leute gebe, die die Ansichten der Syndikalisten teilen. Ehe man zur Erledigung der Geschäfte schritt, erklärten mehrere Delegierte ausdrücklich, daß ihre Gewerkschaft sie nur geschickt habe, um von den An- schauungen der Syndikalisten Kenntnis zu nehmen und da- rüber Bericht zu erstatten. Ob eine Gewerkschaft als revolutionäre syndikalistische Organisation vertreten war, war nicht zu ermitteln. Nur ein blutjunger Mensch, der mit dem ganzen Arrangement der Konferenz nicht zufrieden war und sich demonstrativ der Abstimmung enthielt, erklärte, er könne für seine Sektion der Gewerkschaft der Ladengehilfen sprechen. Es war klar, daß die Konferenz keinerlei repräsentativen Charakter hatte. Bemerkenswert war auch, daß sich etwa"W Hälfte der Delegierten(es wurde namentlich abgestimmt) der Stimme enthielten. Tom Mann begründete alle Reso- lutionen, zu denen keine Abänderungsanträge gestellt werden konnten. Die Besprechung der beiden ersten Resolutionen, die sich mit der Verschmelzung der Gewerkschaften und der Aufgabe der Gewerkschaftskartelle befaßten, erschöpfte ziemlich den Schatz der Argumente, der den Syndikalisten zu Gebote steht. Aus den Verhandlungen über die zu erstrebende Verschmelzung der bestehenden Gewerkschaften ging hervor. daß man Jnd..flrieverbände zu schaffen wünscht, die weder die Mängel der Zentralisation noch die der Föderation haben. Ein Mit- glied des Transportarbeiterverbandes beklagte sich heftig über die Zusammenhangslosigkeit dieser Organisation. Als er kürz- lich als Gewerkschafter, mit einer Mitgliedskarte des Transport- arbeiterverbandes versehen, im Londoner Hafen Arbeit an- nahm, mußte er zuerst aus seiner Gewerkschaft austreten und dem Verbände der Dockarbeiter beitreten. Als er bald darauf bei einer Straßenanlage Arbeit annahm, mußte er der Gewerkschaft der Gasarbeiter beitteten. Alle in Betracht kommenden Organisationen sind dem Transportarbeiterverbande angeschlossen. Watson. ein Eisenbahner, der Sekretär eines Komitees, das die Syndikalisten ins Leben gerufen haben, um ihre Ideen unter den Eisenbahnern zu propagieren, erklärte wohl am klarsten, was seine Freunde unter Ler- schmelzung(amalgamution) verstehen. Er forderte eine Gruppierung der 1500 bestehenden Gewerkschaften nach der Art, wie sie in den Berichten des englischen HandelsamtS zu finden ist, mit dem Unterschied jedoch, daß nicht der Beruf, sondern der Betrieb für die Zugehörigkeit zur Gewerkschaft maßgebend sein soll. Ein Maschinenbauer, der von einer Eisenbahngesellschaft beschäftigt wird, müßte zum Beispiel dem Eisenbahnerverbande und nicht dem Verbände der Maschinen- bauer angehören. Ein Zentralkomitee für alle Industrie- verbände müsse geschaffen werden, aber allen Industriezweigen und allen Zahlstellen müsse die größte Autonomie ein- geräumt werden. Autonomie in der Verwaltung— Zentralisation für den Kampf. Tom Mann ging sogar noch weiter. Er verlangte die„persönliche" Autonomie, ohne jedoch klar zu machen, was er darunter versteht. An einem Beispiel erläuterte er jedoch, was lokale Autonomie bedeutet. Wenn eine Gruppe den Kampf beschlossen hat. so ist es die Pflicht der Zentral- Verwaltung, dieser Gruppe zur Hilfe zu kommeu. Arnies Zentralkoniitee! Gerade diese Taktik hat in der Vergangenheit schon so manche stolze englische Gewerkschaft an den Rand des Verderbens gebracht. ES machte sich in dieser Debatte eine heftige Opposition gegen die Gewerkschafts- beaniten geltend, die als kleine Götzen bezeichnet wurden. Man darf jedoch nicht verschweigen, daß die härtesten Worte von Leuten kamen, die mit ihren Organisationen in Konflikt gvatm sind. Die Resolution, die sich mit den Gewerkschaftskartellen befaßte, enthielt die Forderung, daß sich die Kartelle jeder politischen Aktion enthalten sollten. Das brachte natürlich die Frage der politischen Aktion und der direkten Aktion zur Sprache. Eine ganze Reihe Redner erklärte sich mit dieser Forderung nicht einverstanden. Vergebens versuchte Tom Ma nn zu erklären. paß alle die durch politische Mittel erzielten Erfolge auch auf gewerkschaftlichem Wege erreicht worden wären. Seine Gegner antivorteten ihm. daß das Dasein des Puddings dadurch be- wiesen würde, daß man ihn äße. Ein Delegierter aus Woolwich erklärte, daß die � Staatsarbeiter ihren Minimallohn von 30 Schilling die Woche nur durch die Ausübung politt- fchen Druckes errungen hätten. Ein anderer erklärte, daß seine Kollegen durch politische Aktion ihren Lohn von 17 auf 25 Schilling die Woche gebracht hätten. Ein dritter betonte die Notwendigkeit der Ueberwachung der von der Regierung I und den Gemeinden vergebenen Kontrakte. Einen festeren i Boden hatten die Syndikalisten bei der Behandlung der Frage» ob es für das Gedeihen der Gewerkschaftskartelle günstig sei, wenn sich dieses mit politischen Fragen befasse. Ein Mitglied eines Gewerkschaftskartells klagte laut darüber, daß das Kartell, seitdem es sich der Arbeiterpartei angeschlossen, nur noch Politisiere und seine eigentlichen Auf- gaben vergesse. Ein zweiter schilderte die Zustände in dem Gewerkschaftskartell, dem er angehört. Dort arteten die Sitzungen stets in Streitereien zwischen den Mitgliedern der I. L. P. und der B. S. P. aus, und die geringfügigsten Sachen würden zn Parteiangelegenheiten gemacht. Die Ler- schmelzung gewerkschaftlicher und politischer Funkttonen ist zweifelsohne ein wunder Punkt in der Organisation der eng- tischen Labour Party. Die Konferenz der englischen Syndikalisten hätte sich nicht der Registrierung verlohnt, wenn sie nicht bewiesen hätte, was wir stets von dem viel besprochenen englischen Syndi- kalismus behauptet haben. Der Syndikalismus hierzulande besteht aus einer Handvoll Konfusionisten, die nicht den ge- ringsten Einfluß auf die Gewerkschaftsbewegung ausüben und auch wenig Aussicht haben, sich zu vermehren. Envähnt sei noch der ambittöse Plan, in nächster Zeit einen internationalen Syndikalistenkongreß einzuberufen. Berlin und Qmgegend. Der Ruhetag der Bäcker. Wie Ivir gestern bereits mitteilten, ist der Verband der Bäcker und Konditoren erneut in eine Bewegung eingetreten, welche das Zi�l hat, eine ununterbrochene 36 stündige Ruhezeit in jeder Woche für die Bäcker zur Einführung zu bringen. Eine Versammlung, in der diese Forderung propagiert wurde, fand gestern nachmittag im großen Saale des Atarinehauses statt. Der Besuch war so stark, daß Saal und Galerien die Massen der Erschienenen kaum zu fassen vermochten.— Bekanntlich fordert der Bäckerverband die gesetzliche Einführung der 36 stündigen Ruhezeit und hat eine dahingehende Petition an den Reichstag gerichtet. Aus diesem Grunde waren die in Berlin ansässigen Reichstagsadgeord- neten aller Parteien zur Versammlung eingeladen. Jedoch nur sozialdemokratische Abgeordnete waren erschienen. Der gleichfalls eingeladene Vorsitzende des Zweckverbandes der Bäckerinnungen, Obermeister Fritz Schmidt, hatte sein Erscheinen abgelehnt mit der Begründung, eine so wichtige Frage lasse sich nicht in einer öffentlichen Versammlung genügend erörtern, doch seien die In- nungen nicht abgeneigt, mit ihren Gcsellenausschüssen über diese Frage zu verhandeln. Der Referent H e tz s ch o l d begründete die Forderung der 36- stündigen Ruhezeit. Sie lasse sich ohne Berufsschädigung durck)- führen. Die im Verbände organisierten Bäcker würden an dieser Forderung, die bereits für 10 600 Kollegen in Deutschland durch- geführt sei, festhalten und sich weder durch die Quertreibereien der Gelben noch der Innungen zu Einschränkungen verstehen, durch welche die Errungenschaften des Verbandes beeinträchtigt werden. Es sei endlich an der Zeit, daß die Bäcker nicht mehr sieben, sondern sechs Nächte wöchentlich arbeiten. Die 36- stündige Ruhezeit müsse errungen werden als eine Borstufe zur Einführung der Sonntagsruhe und zur Beseitigung der Nacht- arbeit im Bäckergewerbe. Bäckermeister Saulus, Vorsitzender der Freien Vereinigung der Bäckermeister, erklärte sich für die allgemeine Durchführung der 36 stündigen Ruhezeit, die auch im Interesse der Meister liege. Reichstagsabgeordneter K ä p p l e r sagte unter andereni, auf den Reichstag dürften sich die Bäcker wohl nicht allzusehr der- lassen. Die Tatsache, daß keiner von den eingeladenen Abgeord- neten der bürgerlichen Parteien die heutige Versammlung besucht habe, sei ein Beweis dafür. Er, der Redner, könne im Namen der sozialdemokratischen Fraktion erklären, daß diese mit allem Illach- druck für die Forderungen der Bäcker eintreten werde. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung begrüßt eö mit Freuden, daß auch aus den Reihen der Äleinmeister, die noch selbst die ganze Nacht in ihren Bäckereien mitarbeiten müssen, immer mehr den Mut finden, öffentlich dafür einzutreten, daß es die höchste Zeit wird, die regelmäßige Nachtarbeit in unserem Gewerbe vollständig aus- zurottcn, oder sie doch höchstens auf die frühen Morgenstunden zu beschränken.— Ohne Zweifel schädigt die Nachtarbeit die Ar- beiter unseres Berufes ganz bedeutend in ihrer Gesundheit, denn sie zwingt die Gesellen und Lehrlinge, die Naturgesetze, welche die Nacht zur Ruhe und den Tag zur Arbeit geschaffen haben, fortwährend zu übertreten. Die Nachtarbeit, verbunden mit überlanger Arbeitszeit und regelmäßiger Sonntagsarbeit, ist die Ursache des bei unseren Kollegen sich schon im�bejten Mannes- alter einstellenden körperlichen Verfalls und Siechtums, sowie öfterer und bedeutender Krankheiten. Als Vorbedingung für wirksame, durchgreifende Erreichung dieser Kulturforderung erachtet die heutige Versammlung die Beseitigung des betrüge- risöben Kost- und Logiszwanges beim Arbeitgeber und die Ab- sckaffung der Arbeit an sieben Nächten in jeder Woche durch Schaffung eines 36 stündigen wöchentlichen Ruhetages. Die heute versammelten Gesellen geloben, nicht eher zu ruhen und zu rasten, bis es ihnen durch ihre Organisation möglich geworden ist, die schädliche Nacht- und Sonntagsarbeit in unserem Berufe auszurotten. Diese Beivegung durchzuführen, ist aber nur der Zentralverband der Bäcker und Konditoren im- stände. Deshalb ist es Pflicht aller Kollegen, diesem beizutreten, wenn sie erfolgreich mit ankämpfen wollen gegen alle diese Miß- stände in unserem Beruf. Der Streik bei der Firma Johannes Gerold dauert noch unver- ändert fort. Aus den Reihen der Streikenden ist auch nicht ein einziger bis jetzt abtrünnig geworden. Die Firma scheint mich jetzt noch auf dem allerdings komischen«tandpunkt zu stehen, die Orga- nisationSleitung soll die im-„Vorwärts" erschienenen Artikel wider- rufen. Davon kann selbstverständlich keine Rede sein. Wenn die Firma Frieden haben will, so ist die Leitung der Organisation be- reit zn verhandeln. Aus den Kreisen der Arbeiterschaft, soweit sie zur bisherigen Kundschaft der Firma Gerold zählte, wird uns mitgeieilt. daß man es entschieden ablehnt, so lange keine Verständigung mit der Firma erfolgt ist, die Ware derselben zu kau'en. Andererseits wird uns mitgeteilt, daß das Gerücht verbreitet wird, daß die Angelegenheit(damit ist wohl der Streik gemeint), erledigt sei. Si_c_ Stelle. von der dieieS Gerücht ausgeht, betreibt offenbaren Schwindel. Der Firma mag eS unangenehm fein, daß ihre Kundschaft in den gesamten großen Betrieben den Slreikenden gegenüber strengste Solidarität übt; dieses Solidaritätsgefühl wird sich zur bevorstehenden Weihnachtszeit, wo die Firma einen aus- gedehnten Pfefferkuchenbandel betreibt, besonders bemerkbar machen. Die Firma Johannes Gerold ist nach wie vor für Arbeiter gesperrt. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Branche der Geschäftskntscher und Lagerarbeiter. veurkcbeg Reich. Wieder eine christliche Verleumdung gerichtlich fest- gestellt. Vor dem Schöffengericht in Köln standen der Verleger H. Theissing vom»Rheinischen Merkur" und der christliche Gewerk- schaftssekretär Verlage als Drucker und Verfasser eines Flugblatts. worin dem Angestellten Max Sendler vom Deutschen Metall- arbeiterverband vorgeworfen war, er habe„sich den Unternehmern zum Vermitteln von Streikbrucharbeit gegen Provision angeboten". Das Gericht verurteilte beide Angeklagte zu je 50 M. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung heißt eS: Der Vorgang sei nicht richtig dargestellt, denn es habe sich nicht um Vcrmittelung von Streik- brucharbeit gehandelt, sondern nur um Lieferung von Guß an solche Fabriken, die die Metallarbeiter nicht ausgesperrt hatten; die Lieferung des Gußeisens habe nur im Interesse der Arbeiter gelegen._ Aussperrung im Leipziger Buchhandel. Die Buchhandlungsmarkthelfer in Leipzig stehen seit Wochen in einer Lohnbewegung, die durch die geringen Zugeständnisse der Unternehmer zu keinem befriedigenden Abschluß kommen konnte. Die Markthelfer beschlossen deshalb, die Forderunge» dem Leip- ziger Gewerbegericht zu unterbreiten, das einen Spruch fällen sollte, dem sich die Markthelfer ohne weiteres fügen wollten. Dieses Angebot lehnten die Unternehmer, organisiert im Buchhändler- Hilfsverband, ab und verhängten am Sonnabend kurzerhand die Aussperrung über die Markthelfer und Arbeitsburschen. Etwa 500 bis 600 Mann sind nun seit Montag ausgesperrt, darunter Ar- beiter, die bereits 25— 30 Jahre im Betriebe tätig waren. Es ist jetzt im Buchhandel, namentlich in der Leipziger Zentrale, Hoch- konjunktur, und die Buchhändler suchen bereits in der bürgerlichen Presse unorganisierte Markthelfer. Die Ausgesperrten appellieren an die Solidarität der Arbeiter und ersuchen um Ablehnung von Arbeitsangeboten nach Leipzig. Streik im Fiirther Metallschlägergewerbe. Meister und Gehilfen streiken im Fürther Metallschläger- gewcrbe seit Montag. Anlaß dazu ist die Erhöhung der Preise für das Rohmaterial, und Zweck der Betriebseinstellungen. daß die Meister das Rohmaterial entweder zum alten Preise weiter er- halten oder für das fertige Produkt mehr bekommen. Mit der Betriebseinstellung in Fürth ist der hauptsächlichste Produktions- ort für Blattmetall stillgelegt. Es kommen rund 120 Betriebe mit 600—700 Beschäftigten in Frage. Die eigentümliche Jnter- cssengemeinschaft zwischen Meistern und Arbeitern beruht in der Stellung der Meister, die eigentlich als Heimarbeiter der Fabri- kanten gelten können, von denen sie das Rohmaterial beziehen. Der Fabrikant liefert dann das fertige Prodult erst an die Exporteure. In der Regel ist übrigens der Fabrikant des Rohmaterials auch der Abnehmer des fertigen Produkts. Soweit die Meister an Exporteure liefern, erhalten sie von diesen das Rohmaterial, das die Ex- porteure wieder von den Fabrikanten bezogen. Zwischen den Schlägermetstern und den'Arbeitern besteht eine Tarifgemeinschaft. nach der den Arbeitern Löhne zu bezahlen sind, die nach Aussage der Meister es diesen nicht ermöglichen, die Preiserhöhung für das Rohmaterial zu tragen. Die Meister müßten also die Arbeits- löhne herabsetzen, lvas zum Streik der Arbeiter� führen würde. Das durch die Tarifgemeinschaft eingesetzte Tarifamt hatte nun angeordnet, es haben Meister und Arbeiter ihre Tätigkeit einzustellen, und Meister sowohl wie Arbeiter haben in ihren Versammlungen dieser Anordnung beigepflichtet. Durch die gänzliche Arbeitsruhe wird eine sichere Abwehr der Preiserhöhung erwartet._ Ein Kampf um menschenwürdige Lagerstatt. Die Kaminkehrer müssen aus dem Lande, welin. sie, ihre Bezirke durchwandern, fast durchwegs in Stallungen Nacht- quartier nehmen. Diese Einrichtung besteht seit Menschenaltern und ist seither auch von den Kaminkehrergehilfen nicht bemängelt worden. Die Gehilfen hoffen, einmal selbst Meister zu lverden. und diese Hoffnung hat ihnen, wie in vielen Gewerben, das Jnter- esse an der wirtschaftlichen Hebung des Gehilfenstandes genommen. Jetzt beginnt ihnen dos Menschenunwürdige ihrer Lage aufzu- dämmern.„In mehr als zwei Jahrzehnten," sagt ein Kaminkehrer, „habe ich tausendmal in Kuh-, Pferde- und ansgedchnten Schweine- ställe» geschlafen und gewacht, in Heu, Stroh und Streue de» müden Körper zur Nachtruhe gebracht, bis derselbe mit Kopf- und Rückenschmerzen endlich daran mahnte, von dem tierischen Nacht- lager abzukommen und für rin menschenwürdiges Ruhebett zu sorgen." Ter Bayerische Kaminkehrergehilfenverein c. 83. hat sich nun in dieser Angelegenheit an die Kgl. Regierung gewendet, welche sich dahin äußerte, daß das Uebernachten von Gehilfen in Stallungen nach den oberpolizeilichen Vorschriften über die Wohnungsaufficht n i ch t st a t t h a f t ist. Die Distriktspolizeibehörden wurden darauf hingewiesen, gegen etwaige Mißstände in dieser Hinsicht vorzugehen und für deren Abstellung Sorge zu tragen, Kollftren; der Kiilnenschiffer lmd Flößer Deutschlands. In Hamburg tagte am 10. und 11. Zkovember eine Konferenz der Binnenschrffcr und Flößer, die vom deutschen Transport- arbeiterverbande einberufen war. Es tvarcn etwa 40 Vertreter erschienen. Paul Müller sprach zunächst über die Revision des Binnenschiffahrtsgesetzes. Er lvies darauf hin, daß für das Arbeitervecht der Binnen- schiffer sowohl das Bürgerliche Gesetzbuch als die Gewerbeordnung und auch das Binnenschiffahrtsgesetz in Betracht touunen. Dies Durcheinander der gesetzlichen Bestimmungen schädigt allein schon die Binnenschiffer schwer. Vor allem lasten aber die ausnähme- rechtlichen Bestimmungen des Binnenschtffahrtsgesetzes auf den Ar. beitern. Wenn auch eine einheitliche Gesetzgebung für alle Arbeiter gefordert werde, so sei es aus taktischen Rücksichten zweckmäßig. sich aus die Forderung einer Revision des Sondergesetzes zu be- schränken. Die stockreaktionäre Seemannsordnung ist zum guten Teil auf das BinnenschiffaHrtsgesetz übergegangen. Weder die großen Umwälzungen in der Binnenschiffahrt, noch die Wandelung und Vertiefung des allgemeinen Rechtsempfindens werden berück- sichtigt. Die Zahl der Arbeiter ist riesig gewachsen. Die Segel- schifsährt ist durch die Dcnnpffchiffahrt fast ganz verdrängt worden. Der Gegensatz zwischen der Wirklichkeit und den gesetzlichen Be- stimmungen wird dadurch immer klaffender, wozu noch die rück- sichtslose Anwendung des Gesetzes kommt. Es muß dahin gestrebt werden, die Bestimmungen des Binnenschiffahrtsgesetzes mit der Gewerbeordnung in Einklang zu bringen. Das gilt vor allem von der Kündigung. Dann muß über die Hin- und Rückbeförderung der Arbeiter Klarheit geschaffen werden. Der Unternehmer muß verpflichtet werden, die Arbeiter wieder an ihren Wohnort zurück zu befördern, ivenn das Schiff irgendwo stilliegt. Die Arbeiter werden der Willtür des Schifssführers ausgeliefert, dessen Be- fehle sie unbedingt und widerspruchslos ausführen müssen. Land- urlaub kann ohne Angabe von Gründen verweigert werden. Selbst die Seemannsordnung ist da noch billiger. Der Rechtsweg ist für die Schiffer so umständlich, daß er für sie kaum in Frage kommt. Achttägige Lohnperioden könnten bequem eingeführt werden. Bei Hilfs- und Bergearbeiten darf der Schiffsmann wohl sein Leben einsetzen, vom Lohn erhält er aber keinen Pfennig. Bei Havarien und Schiffsvcrlusten hat er keinen Anspruch auf Ersatz der der- lorenen Effekten. Für die Flößer gelten im wesentlichen die- selben Forderungen. Notwendig sei es freilich, sich nicht auf die gesetzgebenden Körperschaften allein zu verlassen, sondern sich zu einer machtvollen Organisation zusammenzuschließen. Dann wür- den auch die Wünsche und Forderungen der Binnenschiffer erfüllt werden.(Lebhafter Beifall.) Ueber dic Scmuttitttitgifrafe spricht Rudolf- Düsseldorf. Die Frage ist in den Bundesstaaten selbständig gesetzlich geregelt. Dadurcl) ist eine lächerliche und schädliche Buntscheckigkcit der Bestimmungen entstanden. Am Rhein haben die ölheinuferstaaten die Bemannungsfrage geregelt. Wer die Kontrolle auszuüben hat. ist nicht festgestellt. Wo einmal ein Unternehmer wegen zu geringer Mannschaft bestraft wird, ist die Strafe so niedrig, datz er noch ein gutes Geschäft macht. Oftmals werden den Beamten nur die Dienstbücher gezeigt, obwohl die da- mit angegebenen Leute gar nicht alle auf dem Fahrzeug sind. Die Fahrzeuge, die von der oberen Oder nach der Elbe gehen, unter- liegen drei verschiedenen Bestimmungen über die Stärke der Bemannung. Durch eine reichsgesetzliche Regelung müsien die Un» zuträglichkeilen, Mängel und Schäden beseitigt werden. Beim Rheinschifferstreik zeigte sich die Notwendigkeit emer anderen Regelung. Man überlieh Leuten die Fahrzeuge, die zum ersten Male auf ein solches kamen und die schwersten Gefahren heraufbe- schworen. Die einfachsten Bestimmungen werden nicht inne- gehalten. Viele Schiffsmänner lassen sich herbei, ihre Frauen für elnen miserablen Lohn aus dem Schiff mitarbeiten zu lassen. Der Standesdünkel der Schiffsführer verhindert meist die richtige Er- füllung der Gesetze. Sie kümmern sich nicht um die Interessen der Arbeiter, sondern bereichern sich noch am Lohn für die fehlende Mannschaft. Es muß eine einheitliche Regelung der Bemannungs- frage erstrebt werden und eine starke Organisation mutz für die strikte Durchführung der Bestimmungen sorgen. In der Debatte über die beiden Referate wurden eine Menge ergänzender Einzelheiten über die Lage der Binnenschiffer vor- gebracht. Namentlich wird die Frage der rechtlichen Stellung und Ausbildung der Schiffsjungen, der Ladefähigkeit der Schiffe und Flöße, der Sonntags- und Nachtarbeit behandelt. Bei einer Sta- tistik in Berlin wurde festgestellt, datz 25 Proz. der Fahrzeuge nicht die vorgeschriebene Bemannung hatten. Darauf wird einstimmig eine Resolution angenommen, welche fordert: l. Eine durchgreifende Revision der Gesetze betreffend die Binnenschiffahrt und Flößerei vom 15. Juni 1895 und 20. Mai 1898. soweit seine Bestimmungen aus das Vertrags- und Arbeitsverhältnis irgendwelchen Einfluß haben, herbeigeführt wird. 2. Eine U eberein st immung zwischen diesen zu revi- dierenden vertragsrechtlichen Bestimmungen und den Teilen der Gewerbeordnung, des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Ge- werbegerichtsgesetzes hergestellt wird, soweit sie auf die Binnen- schiffcr und Flößer Anwendung finden. 3. Solche vertragsrcchtlichen Sonderbe st im- mungen im Binnenschiffahrtsgesetz geschaffen werden, die unter hinreichender Berücksichtigung der Berufs- und Betriebs- Verhältnisse s) die Kündigungsfristen, b) die Hin- und Rück- beförderuug, c) den Landurlaub, 6) den Gerichtsstand, e) das Verhältnis zwischen Schiffer und Mannschaft, k) Lohnzahlungs. Perioden, g) die Verteilung von Berge- und Hilfslohn, b) die Verjährungsfristen, i) die Ansprüche bei Havarien der Binnen- schiffer und Flößer regeln. Ferner sind Bestimmungen über das Be- mannungs wesen zu treffen. Generell fordern die Binnen. schiffer und Flößer: a) Eine reichsgesetzliche Regelung deS BemannungS- tvesenS für die gesamte deutsche Binnenschiffahrt-, b) Aufhebung der diesbezüglichen privaten Vorschriften und lokalbehördlichen Verordnungen; c) Festsetzung der Mannschaftsstärke nach dem Tonnen- gehalt der Schiffe auf allen deutschen Wasserstraßen, unter Berücksichtigung der Schiffsgattungen und der jeweiligen Sonderverhältnisse auf den verschiedenen Hauptwasserstraßen; ck) hinreichende Garantien für die Qualität der Mann- schaften; e) hinreichende Entschädigung für Mehrleistungen irgend- welcher Art für den Fall der Mannschaftsverminderung an die verbleibenden Mannschaften; ij behördliche Kontrolle über die Durchführung der ge- setzlichen Bemannungsvorschriften. Die Konferenz ersucht die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages, diesen Forderungen der Binnenschiffer und Flößer Deutschlands entsprechende Initiativanträge im Reichs- tage baldigst einbringen zu wollen. Von Reichsregierung und Reichstag erwarten die Binnenschiffer und Flößer Deutschlands eine baldige Erfüllung ihrer an sich ebenso berechtigten wie praktisch durchführbaren Forderungen, die nicht nur den Interesse» der Mannschaften, sondern auch dem Ansehen der deutschen Binnenschiffahrt und Flößerei dienen. Am zweiten Verhanidlungstag hielt S ch ün i n g- Berlin, der Leiter der Reichssektion der Binnenschiffer, einen Bortrag über die Arbeitszeit in der Binnenschiffahrt. Kaum in einem anderen Beruf, nicht einmal in der Landarbeit mit ihrem Koalitionsverbot, gibt es eine so lange Arbeitszeit, wie in der Binnenschiffahrt. Sie ist ganz unbeschränkt und währt über Tage und Nächte. Die Negierung war 17 Jahre dabei, Erhebungen zu veranstalten, bei denen mau die Hilfe der Arbeiter und ihrer Organisationen zurückgewiesen hat. Dennoch mußte festgestellt werden, daß die Arbeitszeit i» den Fährbetrieben durchschnittlich 15 bis 16 Stunden beträgt. Selbst für die jugendlichen Arbeiter gilt da». Das bedeutet nicht nur eine unerhörte Ausbeutung der Arbeitskraft, sondern auch eine schwere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Viel schlimmer ist es in der Frachtschiffahrt auf den Stromgebieten. Arbeitszeiten von 16. 18 24 und sogar 40 Stunden sind üblich. Auf der Elbe.st d.e Durchschn.ttsarbe.t. also die Regel, 1«sh Stunden, in Ausnahmefalle» zeigten sich 60. 80 und 90 stündige Arbeits. tage". Auf der O»er stieg der Durchschnitts- arbeitStag auf 19 Stunden. Die Ausrede, daß es sich zum Teil nur um Dienstbereitschaft handelt, hat nichts zu bedeuten, denn auch während der Dienftbereitschaft müssen die Leute wachen. Die Ar- betten werden meist im Halbschlaf ausgeführt, was schwere Ge- fahren mit sich bringt. Wie in der Dampfschisfahrt liegen d,e Dinge auch in der Kahnfchiffahrt. Selbst auf den Umschlags- Plätzen haben die Schiffsleute keine Ruhe, werden mit Laden und Löschen beschäftigt. Im Hamburger Hafen benutzt wan daS, um an den Ueberstunden der Hafenarbeiter zu sparen. Und so ist es überall, auf dem Dortmun>d-Emskanal, den Stationen an der Oder, Elbe usw. Diese schreckliche Arbeitszeit hat dazu gefuhrt, daß nur ein kleiner Teil der Berufsangehörigen über 30 Jahre alt wird. Schwere Berufskrankheiten, als Rheumatismus. Magenkrankheiten. Darmkrankheiten. Influenza, Typhus wüten unter den Schiffern. Die Unfallziffer beträgt 13,71 pro Tausend, fast das Doppelte der allgemeinen Unfallziffer. Das Reichsgesundheitsamt sah sich denn auch gezwungen, eine tägliche ununterbrochene Ruhezeit von 8 bis 10 Stunden zu fordern. Der Beirat für Arbeiterstatistik forderte i.ach dem Abschluß seiner Erhebungen 1910 eine Ruhezeit von 6 bis 10 Stunden. Die Regierung hat indessen noch nichts getan. Aber sie will wieder'Erhebungen anstellen. Die Unternehmer schreien über die„tendenziösen" Feststellunge» deS Beirats. Dennoch und trotz der mangelhaften Arbeit erklärten sich 1778 Unternehmer für eine«.'schliche Regelung der Stachtruhe. Von den 21 000 Ar- beitern erklärten sich 20 700 für die gesetzliche Regelung der Nacht- und Sonntagsruhe. Wir sagen der Regierung nichts Neues. Wir begründen unsere Forderungen mit ihrem Material. Kommt sie den billigen Forderungen nicht nach, so mag sie die Verantwortung iür die Folgen tragen. In der Diskussion wurden namentlich auch die traurigen Woh- nunasverhältnisse besprochen. Die Kajütenwände lasseii oft das Wasser durch. Es gibt keine Lüftung, kein Tageslicht. Verschiedene "eute beiderlei Geschlechts mu Isen eng zusammen Hausen. Sie wimmeln von Ungeziefer. Die Waiwe werden manchmal von blankem Eisen gebildet. Auf der Weuhfel werden die Stroh. schütten der russisch-« Flößer benutzt, wodurch ständig die Gefahr der Einschleppung von Eholcra und anderen Krankheiten besteht. Die Konferenz forderte darauf in einer Resolution: 1. Nachtruhe. a) Während der Fahrt: Einführung einer gemeinsamen un- unterbrochenen Mindcstruhezeit von 8«tunden. Ausnahmen hiervon sind zulässig bei Havarien, Hochwasser, Sturmwind und EiSgefahr. b) Beim Stilliegen: Gewährung einer gemeinsamen un- unterbrochenen Mindestruhezeit von 10 Stunden während de» Aufenthalts der Fahrzeuge in den Häfen, an den Umschlags- Plätzen und sonstigen Stationen. 2. Sonntagsruhe. ») Für die Schlepp- und Güterschiffahrt ist völlige Sonn- tagSruhe zu bestimmen. b) In der Personenschiffahrt ist während der Saison jeder dritte Sonntag und in den Wochen, in welchen ein Sonntag nicht gewährt wird, ein Tag in der Woche freizugeben. Während der übrigen Zeit des Jahres tritt völlige Sonn- tagsruhe ein. Die Konferenz ersucht die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages dafür einzutreten, daß diese Forderungen der Schiffs- mannsckfaften baldigst verwirklicht werden. Damit waren die Arbeiten der Konferenz erledigt. Soziales. Wem gehören die Stoffreste? In der Regel dem Arbeitgeber. Aber es kann aus der Art der Entlohnung, insbesondere bei Akkordlöhnen das Gegenteil ge- folgert werden. Wird Akkordarbeit vereinbart, daß der Arbeiter. falls aus dem gelieferten Stoff nicht die vereinbarte Stückzahl herauskommt, Entschädigung für den vermeintlich zu unWirtschaft- lich zugeschnittenen Stoff zu leisten habe, so ist es durchaus billig, datz der Arbeiter wenigstens mangels entgegenstehender Verein- barung den Stoff als Eigentümer behalten kann, den er durch seine Geschicklichkeit im Zuschneiden erübrigt hat. Das war auch, wie die Berliner Handelskammer bestätigt hat, in der Berliner Mäntel- fabrikation üblich. Dieser von Strafurteilen gegen Akkordarbeiter wegen Unterschlagung vorteilhaft abweichende OrtSgebrauch kam bei einem am Donnerstag vor dem 6. Zivilsenat des Reichsgerichts entschiedenen Rechtsstreit zur Sprache. Die Mäntelfabrikanten lassen nicht nur in eigenen Werk- stätten arbeiten, sondern die Mäntel werden(wohl zum größten Teil) durch Zwischenmristrr hergestellt, denen der Stöfs hierzu von den Fabrikanten geliefert wird. Die nicht aufgebrauchten, durch geschicktes Zuschneiden erübrigten Stoffreste lieferten die Zwischen. meister nicht ab, sondern fertigten daraus für eigene Rechnung Mäntel; diese sogenannte Schmuware verkauften sie dann für billigeres Geld an Konfektionsgeschäfte. Der Verband der deutschen Damen- und Mädchenmäntelfabrikanten in Berlin, dem 96 bis 98 Prozent aller Berliner Konfektionssirmen, und zwar sowohl Liefe- ranten von Stoffen und Mänteln wie auch Abnehmer angehören, beschloß nun im Februar und April 1911 einen Zusammenschluß, der in erster Linie gegen die Ansprüche der Arbeiter gerichtet ist und unter anderem Beseitigung des Schmuwesens verlangt. Zu diesem Zwecke wurden die Verbandsmitglieder verpflichtet, auf den Arbeitszetteln zu vermerken, daß die Stoffreste Eigentum des Fabrikanten bleiben; ferner dürfen die Mitglieder solche Schneider nicht mehr beschäftigen, die auch für Nichtverbandsmit- glieder arbeiten, und schließlich dürfen die Mitglieder weder an NichtMitglieder liefern, noch von solchen kaufen. Der Verband hat auch im April 1911 seinen Mitgliedern eine Liste derjenigen Fir- men übersandt, die trotz wiederholter Aufforderung dem Verband nicht beigetreten sind. Die Inhaber von zwei Berliner Konfek- tionsgeschäften, die Kaufleute Bein und Haase, die dem Verband nicht angehören, fühlten sich durch das Borgehen des Verbandes in ihrer Existenz bedroht und haben deshalb gegen den Verband Klage erhoben. Sie begehren Unterlassung der Versendung und Verbreitung von schwarzen Listen und Unterlassung der die Kläger schädigenden Maßnahmen des Verbandes. Sie behaupten, das Sperrsystem des Beklagten führe zum wirtschaftlichen Ruin der Kläger und verstoße deshalb gegen die gute» Sitten; sie erklären. daß auch sie das Schmuwesen bekämpfen und nur solche Ware von den Zwischenmeistern kaufen, die diese in der arbeitslosen Zeit in eigener Regie hergestellt haben. Das Landgericht I und Kammergericht zu Berti« haben die Klage abgewiesen. Das Kammergericht führt auS: Der vom Ver- band beabsichtigte Zweck, die Außenseiter zur Unterwerfung unter seine satzungsmätzigen Beschlüsse zu zwingen, verstößt nicht gegen die guten Sitten; auch die angewandten Mittel sind nicht sittenwidrig. Der Beklagte will die Kläger nur zur Unterwerfung unter die gestellten Bedingungen zwingen und hat sich ausdrücklich bereit erklärt, sie als Mitglieder aufzunehmen. Daß die Schädi- gung der Kläger ein Akt der Gehässigkeit oder der Willkür ist, kann nicht angenommen werden. Die Maßnahmen des Beklagten sind im wesentlichen nur gegen das Schmuwesen gerichtet. Auf die Revision der Kläger hat daS Reichsgericht das Be- rufungsurteil aufgehoben und die Sache zur anderweiten Verhand- lung und Entscheidung an einen anderen Senat des Kammer- gerichts zurückverwiesen. Zur Begründung bemerkte das Reichs- gericht: Die Grundsätze, von denen das Berufungsgericht ausgeht, insbesondere der Satz, daß der Beklagte ein großes berechtigtes Interesse daran hatte, die Kläger in den Verband hineinzubringen und daß dieser Zweck durch die angedrohten Maßnahmen erreicht werden dürfe, sind nicht als richtig anzuerlennen. lönnen auch nicht als gegen die guten Sitten verstoßend erachtet werden, wenn ein Zwischenmeister durch seine Geschicklichkeit bewirkt, daß vielleicht das Tuch für den 31. Mantel ihm zufalle. DaS Reichsgericht hat sich gegenüber dem Unfug, Arbeitgeber zu einem Ring zusammenzuschließen und die Beschränkung ihrer Gewerbefreiheit durch Verfehmungen zu erzwingen, damit wieder auf denselben Standpunkt gestellt, den es bereits im Jahre 1886 in dem Prozeß der Buchhandlung Meyer u. Müller gegen die Buch- händlervereinigung eingenommen hat. Es wäre im Interesse des Publikums und der Arbeiter zu wünschen, datz es diesen Stand- punkt auch anderen Lieferantenringen sowie Kartellen und Trusts gegenüber durchzuführen Gelegenheit erhält. Serickts- Leitung. Ist der Richter zum Richten oder zum Rächen da? Durch die nachträglich erfolgte Anzeige eines Gendarsmen hatte sich jetzt noch ein Streiksünder aus Buer vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Ein Zeuge wollte durch die Wand seiner Wohnung, die im zweiten Stock liegt, gehört haben. wie der Angeklagte mit seinem 5jährigen Sohn sich gegenseitig als Streikbrecher titulierten. Eine Zeugin will den Angeklagten an der Stimme erkannt haben, wie er vorbeikommenden Arbeits- willigen Streikbrecher nachgerufen habe. Der Amtsanwalt bc- antragte 1 Monat» das Gericht erkannte auf— 14 Tage Gefängnis. In der Urteilsbegründung heißt eS: Der Angeklagte habe auf die Arbeitswilligen eine so große Wut gehabt, daß er sie durch die ge- schlösse»«» Fenster seiner Wohnung hindurch beleidigt Hab;, Ein Richter, der nicht des Angeklagten durchaus zutreffend«. der Ansicht des Gerichts aber widersprechende wirtschaftliche oder politische Meinung, sondern lediglich die zur Anklage gestellte Tat objektiv aburteit, hätte wohl erklärt: Zumal ich Gegner der Wirt- schaftlichen und politischen Anschauung deS Angeklagten bin, hüte ich mich besonders, dem so oft vorkommenden Fehler zu verfalle», meine Gegnerschaft bei Beurteilung des Tatbestandes mitsprechen zu lassen. Deshalb darf ich nicht annehmen, der Ausdruck Streik- brecher, den aus einer verschlossenen Wohnung heraus besonders feine Ohren gehört haben wollen, habe sich auf bestimmte Personen bezogqzi. Aus der Annohme, der Angeklagte köniie Streikbrecher nicht leiden, vermag lediglich eine Vermutung, nie die Gewißheit entnommen werden, der Ausdruck beziehe sich auf bestimmt« Per- sonen, Angeklagter ist deshalb freizusprechen. Ferner hätte solch auf Schutz gegen eigene Voreingenommenheit peinlich bedachter Richter wohl erklärt: Hat der Angeklagt« eine Wut gegenüber Arbeitswilligen und gebraucht er in bezug auf diese des Wort Streikbrecher, so hat er nicht das Bewußtsein der Beleidigung. Denn er drückt ja lediglich in der ihm geläufigen Sprachweise seine Anschauung aus, datz Arbeitswillige an dem Streik nicht teil- nehmen, ihn also brechen. Beleidigend kann dieser Ausdruck nicht für die sein, die im Gegensatz zum Angeklagten das. was er für Streikbruch hält, für eine löbliche Tätigkeit halten. Auch auS diesen Gründen hätte der Angeklagte freigesprochen werden müssen. End- lich aber hätte der Richter, der dennoch glaubte, das Vorhandensein einer Beleidigung annehmen zu müssen, die„große Wut", die Angeklagter gegen Arbeitswillige hat, als Strafmilderungsgrund gelten lassen und allenfalls zu 3 oder 5 M. Strafe verurteitr. Wenn er entgegengesetzt eine Gefängnisstrafe auswarf, so ruft er naturgemäß die Meinung wach, er habe von seiner wirtschaftlichen und politischen Gegnerschaft sich verleiten lassen, statt zu richten zu rächen. Der alte Grolman, eine der Zierden altpreußischer Justiz, sprach in freimütiger Anerkennung, daß der Richter sich von seiner eigenen politischen Ueberzeugung gegenüber einem politischen Geg- ner besonders hüten müsse, Johann Jacoby frei. Das preußische Justizministerium sucht« die Veröffentlichung dieses Erkenntnisses zu verhindern. Seit dem sind mehr als 50 Jahre verflossen.— Die durch Gesetz nicht gerechtfertigte schädliche Ansicht des da- maligen Justizministers hat Oberwasser in der preußischen Justiz erhalten. Leute wie Grolman oder Twesten sind Ausnahmen. Ist eS verwunderlich, wenn die Einsicht wächst, daß in solchen Prozessen die Klassenjustiz den Richter verleitet, zu rächen statt allein zu richten? Die SangeSfreudigkeit fideler Sommergäste sollte durch ein Strafverfahren gedämpft werden, welches gestern durch eine Verhandlung vor der 4. Strafkammer des Land- perichts III voraussichtlich seinen Abschluß gefunden hat. Wegen Verübung rnhcstörenden Lärms waren ein praktischer Arzt Dr. R. und der Büchrrrcvisor G. angeklagt.— Die beiden Angeschuldigten hielten sich im vergangenen Sommer mit ihrer Familie in der Kolonie Fichtcngrund bei Oranienburg als Sommergäste auf. Unter diesen hatte sich ein fideler Stammtisch gebildet, der am Mittwoch und Sonnabend jeder Woche in dem Röserschen Lokal tagte. Nach dem Grundsatze:„Gesang verschönt das Leben" wurde an diesen Stammtischabenden die Zeit durch einen lustigen Rund- gesang beim Gerstensaft totgeschlagen. In dem Repcrtoir der' sangeslustigen Stamnitlschrunde, an der zumeist Damen und Herren teilnahmen, spielte folgendes„geistreiche" Ulklied die Haupt- rolle:„Ein Butterbrot mit Käse und Wurst,— Eine Selter mit ohne und eine Selter mit„mit", da» sind zwei Selter mit ohne und mit mit." Ferner wurde einig« zwanzigmal hintereinander das schöne Lied:„Still ruht der See' gesungen, und zwar in der Weise, daß immer nur diese vier Worte als Text verwendet wurden. Wäh- rend sich die Mitglieder dieser Runde hierbei gut amüsierten, be- kamen die unfreiwilligen Zuhörer, die in den benachbarten Villen wohnten, mit der Zeit„Nerven", da der Singsang immer von neuem losging. Die anfänglichen geheimen Verwün'chungen führten schließlich zu einer offenen Fehde zwischen den Sanges- brüdern und den sangesfeindlichen Nachbarn. Wenn diese in einer Pause das Wort„Ruhe" hinüberriefen. fühlte sich der„Heldentenor" des Stammtisches veranlaßt, in den höchsten Diskanttünen zu er» widern:„— böse Menschen haben keine Lieder!" Am 13. Juli d. I. kam es schließlich zu gegenseitigen An- zapfungen, die aber immer wieder durch einen neuen„KantuS" der übrigen übertönt wurden. Der Gesang hörte dann erst pünkt- lich um 11 Uhr, zu der dem Wirt bewilligten Polizeistunde, aus. Gerade um diese Zeit blieb vor dem Gasthofe ein Möbelwagen in der aufgeweichten Straße stecken. Die fidelen Sommergäste machten sich nunmehr den Spatz, den Wagen wieder flott zu machen, wobei sie in einem gewissen Rhythmus die Worte:„Immer schieben, schieben, schieben!" gebrauchten.— Diese Vorgänge führten dazu. daß auf Anzeige einer Sommergästin gegen die Beteiligten lvegeu ruhestörenden Lärms� vorgegangen wurde. Während von den übrigen mit einem Strafmandat bedachten Personen letzteres be- zahlt wurde, boantragten Dr. R. und Herr G. richterliche Eni- scheidung. da sie meinten, in keiner Weile ein solches Strafmandat verdient zu haben. Das SchSssengericht Oranienburg verurteilte Dr. R. zu 39 M. Geldstrafe, sprach dagegen Herrn Ä. frei. Gegen das freisprechende Erlenntnis legte der Staatsanwalt Berufung ein, ebenso Dr. R. wegen seiner Verurteilung. Der Gerichtshof kam zur Freisprechung der beiden Angeklagten. da ein Gesang bis Eintritt der Polizeistunde unter den obwalten- den Umständen nicht als ruhestörender Lärm zu erachten sei. Wahrnehmung berechtigter Interessen. Dem Reichsgericht wird die Rechtsprechung, die das Recht der Beschwerde durch strafrechtliche Verfolgung der Beschwerdeführer illusorisch macht, zu bunt. Am Montag hat es deshalb einen vom Landgericht Weiden wegen Beleidigung zu einem Monat Gefängnis verurteilten Bauern Hartwich ohne Zurückweisung an die Vorinstanz sofort freigesprochen. H. war früher Straßenwarter gewesen, aber im Disziplinar- Wege entlasse» worden. Auf seinen früheren Kollegen Sch. hatte er aus Anlaß des Disziplinarverfahrens einen Haß. Als nun dieser eines Tages seine Arbeitspause etwas lange ausgedehnt und in einer benachbarte» Wirtschaft gezecht hatte, schrieb er an die vorgesetzte Behörde. Sch. habe sich dadurch einer Amtspflichtverletzung schuldig gemacht. Eine solche im elgentlichen Sinne konnte gegen Sch. nicht festgestellt werden. Der Schutz des 8 193 wurde ihm nicht zugebilligt, da er gar keine berechtigten Interessen habe wahrnehmen wollen. Das Reichsgericht nahm in Uebereinstimmung mit dem Reichs- anivalt an. daß jeder das Recht habe, die vermeintliche Pflichtver- letzung eines Beamten zu rüge» und gelangte zum sofortigen Frei- spruch, weil weder die Form noch die Ilmstande eine Beleidigungs- absicht ergäben.__ ßrUfbaften der Redafctfon. Dt« iuristifchr Tpreaftuu»« stndel«»udeaftratz« KS, v»-i> vi««»««»»«* ~ tf a I) t ft u 6 i—, wochentäilltch von 4M> bis 7Vi Utzr abenbS, Sonnabends, von bis 6 Ufte-bendS Na» Jeder Ii» den BritslaNea benimm»«»«niroze tft ein BnsiNabe und eine gab! als Merljcichcn veijn fügen,«rieslilde Annvon wirb nicht cricU». Anfrage», denen teinr Abannemeni-aniunng ocigerüg« tft, drrbe» nicht beantworte«. EUigc gragca trüge mau»u der SprcchNunbc vir. <0. A. Ivo. 1. Eine«estrafung könnte eintreten. Eine Unteriuchungj- hast und die Schließung des Gelchasls durch die Polizei erscheint aus- geschlossen 2. Nein, da der Wahrheitsbeweis erbracht werden kann.— Haus HS. L bis 3. Di- KindeSmutter kann jederzeit Herausgab« de» Kindes verlangen, da» Kind behält auch den Anspruch aus Alimentierung gegen den Erzeuger.— H. B. 46. Irgendwelche schrille in der An- (jclcgenljcil erscheinen ouSfichtSIo?.— P. H.®. 102. DaZ Mädchen soll beim Annenoorsleber ihre» Bezirks die ErteUung eines ArmenatlefteS de« antragen und nach Smdsana desselben bei dem Amtsgericht in dessen Bezirk der Schuldner seinen Wohnsitz bat, Klage erheben mit dem Antrage auf Bewilligung des Armenrcchlö und Beiordnung eines Anwalts. Der Lohn unterliegt nur insoweit der Beschlagnahme, alt er 28.85 M. in der Woche übersteigt.— Weiszensee. Die Karten haben KüMgkeit, es empfiehlt sich das Aeiterkleben.— H. Tch. 2. Lägt sich nur nach Einsichtnahme in die BeriicherungSbedingungen beurteilen. — L. W. 75. Leider nicht— F. BS. lOO. ES kommt auf die Art der Beschäftigung an. Genaue Auskunft erhalten Tie bei der Poftbehörde.— G. Z. 25. Di« Tatsachen, aus die Sie fetzt Ihre Klage stütze» wollen, würde» alSdaim als verziehen gellen. E« kämen für ein neues Verfahren nur etwaig- neue Verfehlungen Ihres Ehemannes in Betracht. 2. Nein. sofern die Sachen Ihr Eigentum waren oder die Schwester annahm, datz eS sich um Ihr Eigentum handelte.— Amtsgericht. 1. Nein. Der Beklagte wäre dann aber zu einer neuen Klage berechtigt und würde einen folchen Prozejj auf Grund des Sachverhaltes des VorprozesieS gewinnen. 2. Ab- änderung de» Antrages dcS Beklagten ist zuläfsig. Wird der neue Antrag erst im Verhandlungstermin gestellt, so haben Sie das Recht, Ber- tagung zu verlangen, da die EinlaffungSsrist nicht gewahrt ist. — T.<5- 1. ES kann nach Z 397 de« AngestelltenversicherungSgesetzes Befreiung bewilligt werden. Jedoch lmr dann, wenn die Abkürzung der Wartezeit, die nach 8 395 statthast ist, nicht bewilligt wird oder aus einem anderen Grunde unmöglich ist. Der K 395 besagt über die Abkürzung der Wartezeit, daß diese nach vorheriger ärztlicher Untersuchung nach Einzahlung der entsprechenden'Prämienreicrven abgekürzt werden kann, Die Grund- sätze für die Berechnung der einzuzahlenden Prämienrcserven bestimmt der Bundesrat nach Anhörung des NeichSverstcherungSamtS. Ein„anderer Grund' im Sinne der Schlubbestimmimg de?§ 397 würde sein zum Beispiel der Mangel an Mitteln zur Einzahlung der Prämienreserven. 2. Ja. Richten Sie einen entsprechenden Antrag an die LandeSverfichcrungSanftalt Ostpreußen in Königsberg i. Pr. Ein brausend Hoch dem Jubel. paar! Wir wünschen ihm noch manche» Jahr Recht ungetrübten reinen GlückS. Und wie Genossin ktar>»er Vorstand. Sozialdemokratlseber Wahlverein L 1§. Beri. Relchstagswatilkreis 1. Abteilung. Am 10. November starb unser Mitglied Nermaim Drabe. Ehre seinem Andeoteu! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittag» 3 Uhr, von der Halle des Bartholomäus-Kirch- boseS, Weißensee, Falkcnbcrgcr Straße, au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 223/18 Ter vorstand. OeDtseher Transportarbeiter-Verband. Bazirksvorwaltung Groß-Beplln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbener Hermaim Drabe am 10. November im Aller von 47 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»». Die Beerdigung findet am Mittwoch, 13. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle de« JartholomäuS-Kirchhole«. Weißen- see, Falkcnberger Ebaussce, aus statt._' Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bretter. träger Karl VoK am 9. November im Aller von 46 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k 68/14 01« Bezirksvarvaltung. Am Sonnlag verstarb nach schwerem Leiden meine innig« geliebte Frau Anna MüSler. Der trauernde Gatte Paul Müller nebst Kindern. Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. November, nachmittag» 2ff, Uhr, von der Leichenhalle des Nculöllner Ge. mcwde.Friedbose». Martendorser ™|, au« statt. 12« ISozialdemokratiseherWabivereli] IfeuköilQ. Den Parteigenossen zur Räch- richt, daß unser Mttglied, Frau �uns MUller lWcscrftraße 47, 6. Bezirk) verstorben Ist. Ehre ihrem Audenken k Die Beerdigung findet morgen Donnerstag. nachmMag» 2'/� Uhr. Don der Leichenhalle bei Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorser Weg. au» statt. Um rege Beteiligung ersucht Ter vorstand. Allen Freunden. Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Gesang- verein der Putzer sagen wir für die liebevolle Teilnahme und überaus reiche Kranzspende anläßlich acr erdigung meiner lieben Frau. Tochter. Schwester. Schwägerin und Tante Emma Grunzke geb. Bcnthie» unlcren ausrichtigslen Dank. t23Sb Hermann Grunzke nebst Angehörigen. SozlaldemokratlsEhErWalilyErein NeuköUn. Den Varieigenoffeli zur Nach- richt, daß unser Mttgtied, Frau Anna Schmidt Donaustr. 109(7. Bezirk) verstorben ist. Ehre ihre« Andenken: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 13. November, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuköllner Gemeinde- FrieddoseS, Mariendorser Weg, auS statt. Ter Borstand. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater 16A Reinhold Thierbach am 10. b. MtS., vormittag» S1/, Uhr, im Alter von 63 Jahre» nach langen schweren Leiden ver- starben ist. Die» zeigen tiesbetrübt an Emilie Thierbach nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. d. Mts., nachmittag» 3 Uhr, von der Halle deS neuen Pantower Fried- hofeS in Schönyolz au» statt. liozIaldemokratlscberWablvemli kreis Ileder-Barnlm. Bezirk Pankow. Am Sonntag, den 10. d. Mts., verstarb nach langen schweren Leiden unser Genosse, der Tischler Reinhold Thierbach im Alter von 63 Jahren an SpeiseröhrenkrebS. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. d. Mi»., nachmittag 3 Uhr von der Leichen- balle des neuen Pankower Fried- hote» in Schönbolz au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 245/5_ Di« Bezirksleitung Deotscber Bliebbinder-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Delkwski nach langem Leiden gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 14. November, nachmittag« 3 Uhr, auf dem katho- lischen Gemeindesriedhos in Wll- Heimsberg statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 26/4 Tie OrtsverwalMng. Verband IGemelnde-D. Staatsarb. Filiale«rofi-Berlin. Den Mitglirdcrn zur Nachricht, daß der Kollege Julius Rauchbar welcher im Betriebe des städtischen GaswerleS Danziger Straße be< schästigt war, an den Folgen deS am 6. November eriilteuen Un< salleS verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Witt- woch den>3. November, nach» mittag« 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle de» Bartholomäus- Kirch- boseS in Weißensee, Fallende! gcr Straße 143/>49 au« statt. 35/20 Bie Ortsverwaltung. Deutscher Banarbeiterverband. Zwelffvereln Berlin. Am 9. November starb unser Mttglied, der Putzer Paul Ortel (Bezirk Neukölln). Ehre teine« Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den t3. November, nach- mittaas 3st, Uhr, von der Halle de! NeuILllncr Gemewde-Fried- hos», Mariendorser Weg, aus statt. 147/6 Ber Vorstand. Verband der Schneider tindSebnelderlnnen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Gustav May am 9. November er. im Alter von 51 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am 13. November ct., nachmittags 21/, Uhr, von der Leichenhalle deSZenwalfriedhoseS in Friedrich«- selbe aus statt. 164/20 01« Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz. licher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Tochter, Schwester und Cousine Martha Hartmann sowie für die große Blumenipende und ausopsernde Liebe während ihrer langen Kran khett von seilen ihrer lieben Kolleginnen und Kollegen, sowie dem Herrn Buch- bindermeister Noak der Firma R. Masse sagen wir allen Freunden und Belannten unseren herzlichsten Dank. 189/8 Berlin und Pirna. Frau Klara Hartman« und Geschwister nebst Cousine Danksagung. Für die vielen Be weife herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Klara Kohlschmidt sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders dem Sängerchor Wedding, Verband der freien Gast- und Schankwirte, Spar- verein»Harmlos� und der Brauerei Gabriel u. Richter meinen herzlichste» Dank. 75A Ol« trauernden«Inierbllebeneu. Richard Kohlscbmidt nebst Kindern. Danksagung. Allen denen, welche an der veerdi- gung des Herrn Karl Dickert teilnabmen. sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. b7A Frau Auguste Kurz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tetlnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau pauline Möckel sage hiermit allen, insbesondere dem Gesangverein.Männerchor', den Ge- werbegerichtSbeifitzern meinen besten Dank. Peter Möckel. Eutra» Abteiinn» 1 1. Gesch.; Berlin ii/.. Mohren- Stra8e37a(2. Haus von der I Jerusalemer StraBe). |ll. Gesch.; Berlin NO., Grote I Frankfurt. Str. 11 5(2. Haus> von der AndreasstraBe). 1 Sehr(jr. Aus w. kert. Kleider, I J Hüte, Handschuhe, Sohleier I (etc. v. einfachsten bis zum I | hochelegant.Qenre«.äußerst j niedrigen Preisen. Sonder-Abteilung: naBanfertlcanar in 10 bis 12 Stunden. KlumkN« iiui» hrautliinörrfi m Roberl Meyer,* Jnh.: P. Gollets llltr Ulariaunni'Straflf 2. Telephon: Morihplatz 346. Rosenthaler Hof Rosenthaler Str. 11/12. Juh. Otto 8chllUnc. Telephen: Amt N. 2438. 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(Ohne Gewähr.)(Nachdruck verbolcn.) 6X' 157 92 445 550 66 054 756 809[1000] 75 944 (1190 361 681 604 832 44 940 73 77 2007 103 35 98 243 355 402 68 628 868 931 90 3362 58 406 33 50 67 78 i700 17[1000] 824 4101 201 319 441 93 636 43 700 807 963 68 5063 67 104 70[30001 79 268[500] 98 303 435 657 694[3000] 734 866 6080 114 417 38 500 743[500] 812 49[10000] 7017 51 62 104 62[1000] 538 [500] 959 8031 53 85 343 491 656 83 868 98 98»(10OO] 8048 49[1000] 182 208[600] 97 301 25 43 SO 69 679 670 812[1000] «tü 10015 189 404 56 646 67 677 710 833 39 907 111150 281 554 612 38 797[500] 12042[500] 67 209 35 659 743 95 874 13046 70 95 230 327 36 671 1X000] 726 92 93 14123 299 369 62 648[3000] 93 625 706 862 912 74[3000] 15002 193 409 658 802 J1000J 62 798 16043[500] 61 107 8 238 323 82 407 <19 638 809 97[1000] 17020 49 356 84 470 684 844 99 18142 229 315 628 70 664 747 881 963 1 9011 147 [[3000] 68[600] 80[600] 203 33 773 814 916 61 88 20046 60 184 87 379 546 82 799 991 21164 95 284 434 38 50 98 517 63 731[1000] 50 2 2030 94 '417 690[1000] 23107 654 687 717 63 77 844 918 24050 73 183 284 313 675[600] 80 774[1000] 955 25047 60 rn 163[1000] 329 589 811 31 87 953 26037 142 27ö 467 92 624 615 29 95 867 68[3000] 913 60 2 7083 118 21 99 384 438 62 637 39 769 802[1000] 998 2 8063 183 85 91 318 49 400 39 94 623 653 917 193 29030[1000] 88 117 71 245[3000] 305 87 414 |[BOO] 97 693 610 738 856 67 089 . 3O013 63 196 233 303 781 882 912 62 31222[1000] 63 687 623 51 958 32134 51 297 302[500] 37 72 <576 619 64 738 52 823 986 33049 285 370 604 59 702 22 28 830 963[1000] 34208 560[500] 936 35008 167 490 825 967 36040[600] 12S 419 614 97[500] 610 76 738 93 989 37040 60 222 664 714 15 18 51 74 803 85 87 979 36082 73 243 312 32 76[1000] 429 639 61 70 86 962 39146 390 417 874[1000] 607.769 515 979.. 40112 13 23 443 63 780 41119[1000] 64 265 500 ff 63 70 42225 35 83 339 487 628 727 34 43116 41 43 221 43 428 645 47 766 961 44032 366 658 65 759 [600] 79 946 45087 163 68 87 445 814 953[600] 46283 83 350 60[1000] 493 687 625 30 718 868[500] «52 78 06 4 7037 105 302[500] 407 546 46108 304 38 644 83 617 960 77 4 9424 639[1000] 734 5O109 62 245 87 309 28 484 97 671[500] 707 36 73 51152 293 626 729 38 968 8 2344[1000] 428 47 643 606 852 53078 202 38 334 61 88 625 704 27 989 5 4019 42 114 45 211 340 637 979 5 5069 261 80 334 466 760 66003 28 102 463 72 632 625 934 57154 262 380 91 411 73 633 00 667 724 941 58227 683[500] 600 97 706 99 863 954[1000J 68 5 9042 197 213 65 664.„ 00340 67 428[3000] 706 6 1 077 81 63 168 391 462 763 903 7 38 6 2028 195[1000] 96 311 31 454 «54 822 909 63023 120 44 284 429[600] 69 649[3000] 723 860 6 4224[500] 348 61[1000] 79 86 400 11 61 fflS[600] 828 94 921 81 65033 189 260 394 622 28 «68 708 819 88 6 6030 81 86 94[3000] 132 205 24 1600] 377 486 99 690 717 825 67296 366 438 60 646 690 818 41 66 063 64 68140 224[500] 359[1000] 78 85 434 62 545 72 674 704[600] 91 95 803 69132 U000] 267 410 574[3000] 670 81 70002 8 88 102 354 74 419 626 690 719 801[600] 932[3000] 7 1 049[1000] 68[3000] 74 76 87 288 383 [721 69 62[1000] 968 72119 26 272 606 16 608 808[500] 57 81 999 73183 251 321 41 405 627[3000] 63 734 894 933 74330 425 699 600 28 35 725 813 961 75097 465 673 94 634 74 818 98 947 80 76105 82 70 209 340 88 816 7 7103 12 13 21[3000] 212 81 466 628 40 803 909 71 78132 471 608 43 69 785 811 ,63 66 926[3000] 90 7 9003 87 204 322 641 87 836 40 90030 37 184 298 418 92 504 967[10001 967 '81060 84 87 146 381 467 550[3000] 79 8 2238 ,77 655 674 79 831 913[500] 83054 217 548[3000] 754 69 78 805 937 84007 136 533 61 657 747 879 94 993 85118 222[1000] 39 315 51 405 98[3000] 679 716 872 909 88174 314 39 520 76 664 89 947 8 7055 73 74 92 437 63[1000] 688 703 943 97 88039 63 124 M[600] 220 43 44 321 32 680 812[500] 912 77 84 80110 216 64 409 22[500] 78 567 623 708 907 90386 729 814 36 988 9 1 026 109[600] 231 397 ... fi6o 742 92010 322 30 36 465 661 68 698 725 0<»nia 451 649 858 94062[1000] 139 298 307 68[500] ?R K11 604 98 738 807 68 927 9 5005[500] 180 94 319 9« bii oy*,...... qä..,...... 938 106129 51 88 239[1000] 369 636 55 873 107023 43 71 72 78 358 456 610 22 674 932 108057 284 300 [600] 1 423 672 854 66 068 109187 297[500] 429 80 694[500] 686[1000] 791[600] 915 37 1 1 0091 115 24 49[1000] 363 472 617 711 800 [500] 72 89 111083 254[500] 99 363 60[1000] 473 611 21 884 975 112052 78 141 62 54 74 202 30 468 600 29[3000] 78 80 86 92 780[3000] 113160 75 89 230 360 616 44 47 980 114103[1000] 287 371 422 639 701 91 980 115009 21 77 102 44 235 92 037 40 742 804 116344 62 506[500] 619 735 58 915[3000] 40 88 117088 308 21 40 87 621 878 950 82 85 118074 196 293 360 68 450 119056[3000] 78 192 241 377 85 629 77[3000] 848 99 931- 120201 498 663 94[500] 613 67[1000] 69 79 711[500] 869 959 121020 143 260 306 603 20 32 652 79[600] 95[1000] 794 834 122095 123[500] 218 320 480 670 686 752 839[10001 69 82 123042 67 161 334 411 74 641 706 12 882 88 912[1000] 38 48[1000] 124000 29 129 43 48 276 672 948 68[500] 125123 231 60-«TB 668 67 7? 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Ziehung S. Kl. 1. Preuss.-Siiddeutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vom 12. November 1912 nachmittag». 'fit]»d««aoges* HamniK-'»lad»w»l glnlok kok«<•«• vlaao»»ftUea, nad awar Ja»Innr anf dl« Lo»« »lolcher Nnrnner tu den beiden Aktellnafem I»ad U Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 32 80 99 137 76 90 218[3000] 66 334[500] 42 70 93 484 640 58 786 035 70 1072 440 46 64 578 614 63[3000] 2054 89 160 260 466 687 770 864 064 73 92[1000] 3032 46[1000] 215 62 363 96 96 427 37 68 82 9? 619 765 88 805 88 4010 67 287(800] 360 766 985 5077 123 69 249 718 60 823 6024 199[500] 279 340 409 619 623 790 096 7137[600] 214 82 428 732 834 44 8014 17 165 490 513[1000] 26 636[1000] 72 700 79[600] 81 840 918« 373 680 898 98« 10205 66[500] 468 688 888 11082 211 74 7« 336 829 83 1 2058[600] 139 296 339 497 649 789 93 880 948[600] 13031 01[1000] 126 228 340 442 807 18 24 95 910 14004 45 108 260 489 90 733 63 08 860[1000] 985 15100 215 680 864 974 10075 285 386 436[3000] 653 85 99 805 939 61 17138 608 26 60 70 753 838 18217 88 331[3000] 45 46[500] 434[500] 47 63 862 915[1000] 61 73 1 9213 84 63 344 95 561 673 733 46 869 956 71 2 0065 81[500] 114[1000] 626 748 60 890 911 21191 209[500] 52 362 72 412 771 72 88[600] 888 923 2 2093[1000] 165[1000] 98 209 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466[3000] 508 651 792 1O1076 i??nO 308 418 24 44 535[1000] 68 72 87[1000] 147 I? Hb 1 02020 82 124 50 74 212 63 409 799 923 02 692 092 10ZO � 290[1000] 379 404 41 52 45 9r4.eJi 750 97 830 104006[3000] 117 258 374 .671 1800]«12 750 zg 42[3000] 801 13 933 vi«4f, op tnu 466 II"001 661 770 861[1000] 98_______________________________ �HevanIwsrtlicherRedckteur: Alsreh Wiclrpy. Neukölln. Für den Lnjeraleimnlveraniw.! TH.Glockc, Berlin. Druck u. Berlaz: Borwärtß Buchvruckeiet u. Be clagSanstalt Paul Singer u.Co., BerUnS«. 2» 8. Mm des Jormirtf Jftlitift PolteMult. Heute Itlittwocl), den U. kkovember: Zal)labcnd in Groß-Berlln. Die Aahien der Arbeitgeber zum Gemrbegericht finden am Freitag, den 1». November, von nachmittags S Uhr bis abends 7 Uhr statt und zwar in den nachstehend angeführten Wahlstellen. Die Liste der freien Arbeitgeber trägt die Bezeichnung Liste II. Nr. der Wahlstelle i 2 8 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 N 82 83 34 85 86 37 38 39 40 41 42 48 44 45 46 47 48 Umsaht die Stadtbezirke 1—10. 210—217 11—30, 118 u. 120 31-42. 50—53 u. 53tl 43-49 55. 5615—62 54, 63-65 u. 67—69 66 A, 66B„70-75B 76A-780 79—81 u. 84—92 93-96, 110— 113B 106-109 82, 83, 97—105 114-117, 119, 121—126 u. 131-134 127—130 u. 136-144 145—152, 154, 162 u. 163 164-166 u. 168-175A 167A— 167B, 177B, E u. P 175B-177A, 1770, D, 178A— O 181A, 1810— J 179A— C, 180A-D u. 1890 181B, 190A— P u. 191 153, 155-161, 189A, B u. B 189V u. P, 1930, D, G, H 192— 193B, 193E, P, 194A— 0 � 182—188, 195-201 202—209, 218—222, 225—226 228, 224, 227-236 237—241, 242B, 243A— 245 242A, 242C u. 247A-E 246A-B, 246V. 248A— D 249A-P 3460, 250A-E 254A, 0— E u. 321 251-253, 264B, 258-260, 265-267 261A-264, 276-278 255-257, 268-273, 274A U. B 273, 275, 300—304 279-2870 288A— 2900, 294A u. B 29 1A— 0, 292A-C, 293A U. 0 293B, v u. 295—299 805, 308A— E 306, 318-320A, 3200 u. 325B 820B. 322, 823A— 324 813, 825A, 326A-D 307, 814A-317 809—3100 3UA-312 Wahllokal Hinter der Garnisonkirche 2 Niederwallstr. 6/7 Genthiner Str. 4 Sleinmetzstr. 79 Hagelberger Str. 34 Gneisenaustr. 7 Wilmsstr. 10 Dieffenbachstr. 60—61 Reichenberger Str. 44/45 . 67/70 � Görlitzer Str. 51 Manleuffelst,-7. Wassertors»» 31 Schmidstr..K l':f SRaf" Kopp Naglerst, LitarrertsiMr. 18 «er Str. 81/82 M.'16 �v««ttr Str. 19 sttStiimsberger Str. 9 j Momärckstr. 18 Hhristburger Str. 14 j' Georgenkirchstr. 2 5! Zehdenicker Str. 17/18 Ruppiner Str. 48 Schönhauser Allee 166A Senefelder Str. 6/7 Greifenhagener Str. 26 Driesener Str. 22 Sonnenburger Str. 20 Putbuser Str. 23 Bernauer Str. 89/90(Reue Turnhalle) Waltstr. 16 Gartenstr. 107 Stepbanstr. 3 Alt.Moabit 23 Bocbumer Str. 80 Rostocker Str. 32 Bremer Str. 13/17 Tegeler Str. 18/20 Pankstr. 20/22 Prinzen-Allee 8 Christianiastr. 36/39 Ruheplatzstr. 5/7 Ostender Str. 39 Müllerstr. 48 Wahlbureau Botz. Klosterstr. 101 Meier, Alte Leipziger Str. 1 Lotterer, Blumeshof 9 Wiemer, Biilowstr. 58 Keufner, Möckernstr. 98 Kyschky, Nostizstr. 12 tzemp, Bärwaldstr. 63A Drogge, Dieffenbachstr. 57 Wählisck, Ska litzer Str. 22 Schulze, Forster Str. 17 Engel, Oppelner Str. 47 Nadler, Manteuffelstr. 125 Lindemann, Moritzstr. 9 Radtke. Neue Jalobstr. 1 Paul, Markusstr. 47 Böhl, Rüdersdorfer Str. 26 Neumann, Beymestr. 2 Greive, Romintener Str. 2 Donath, Rigaer Str. 25 Hcllriegel. Weidenweg 68 Jehlke, Elbinger Str. 14 Schmidt, Strausberger Str. 7 Milarg, Allensteiner Str. 38 Winzer. Christburger Str. 9 Becker, Georgenkirchstr. 67 Wernau, WeinbergSweg 26 Rackwitz. Rheinsberoer Str. 67 Dziubiel, Schönhauser Allee 167 A Werner, Senefelderstr. 42 Mars, Greifenhagener Str. 27 Goldschmidt. Stolpische Str. 36 Katter, Gleimstr. 45 Schuldt, Putbuser Str. 25 Henkel. Stralsunder Str. 17 Seeliger. Wattstr. 17 Dusedou, Gartenstr. 105/106 Faber, Stephanstr. 11 Cäsar, Alt-Moabit 119 Göritz, Alt-Moabit 79 Pilz, Rostocker Str. 27 Lausch, Bredowstr. 35 tielscher, Tegeler Str. 39 nop, Pankstr. 70 Bahr, Badstr. 44 Pose, Koloniestr. 15 Sauerweier, Maxstr. 16 Gottschalk, Antwerpener Str. 0 Backhaus, Togostr. 6. Partei-)Zngelegenkeiten. 2. Wahlkreis, Friedrichstadt. 3. Abteilung: Mittwoch, den 13. November, bei Witwe A u g u st i n, Oranienstr. 103. Zahlabend der gesamten 3. Abteilung. Referat des Genossen Franz Wendel:»Schutzzoll und Freihandel'. Aahlnacht abends l/zl2 Uhr. Vortrag des Herrn Max Brie: »Ibsens GesellschoftSdramen'. Zahlmorgen: Donnerstag, den 14. November, früh Va5 Uhr. Vortrag des Genossen Fritz Zubeil:»Der Boykott'. Der Vorstand. Vierter Wahlkreis. Am 3. Dezember findet eine General- dersammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung:„Stellung- nähme zun, preuhischen Parteitag und Anträge dazu'. Referent: Abgeordneter Genosse P. Hirsch. 2. Ausstellung der Kandidaten zur Deleaotrein zum preußischen Parteitag. Der Vorstand. ÄcHller Wahlkreis. Zu der am Sonntag, den 17. November, votMitMASlO Uhr, stattfindenden Uraniavorstellung sind noch Billetts im Bureau des Wahlvereins sowie bei den Bezirlsfllhrern zu haben. wird:»Die wichtigsten Kulturpflanzen der Gegenwart' l dem Zeppelin-Lustschifs von Sylt nach Hamburg'. kottenburg. Der gemeinsame Zahlabend der 2. Gruppe fMbSUitfnie abend 8 Uhr im.BollshauS', Rofinenstr. 3. statt. Friedrichshage«. Heute Mittwoch, abends 8>/z Uhr. in LercheS '-riedriwstr. 112: GemeinschaftlicherZahlabend. gesordnung steht u. a. ein Vortrag des Genossen Kurt :„Der Krieg und die Konjunktur'. Donnerstag, abends 89U Uhr, findet im Lindengarten, . 74, der letzte Bortrag des Genossen Kahle über»DaS Zeitalter der deutschen Literatur" statt. dlrröhof. Heute, Mittwoch, den 13. November, abends ssri'im Lokal von Kaul. BiSmarckstr. 16. Generalversammlung Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht der Gemeindeveriretcr. ierichi des Vorstandes und der Funktionäre. Parteiangelegenheiten. Mitgliedsbuch legittmiert. Der Zahlabend fällt aus. Beiträge werden von'/zll bis 9 Uhr in der Versammlung entgegengenommen. Wildau. Unser Zahlabend findet heute beim Genossen Kodanek statt. Grünau. Morgen. DonnerStag. abends 8'/, Ubr: Oeffentliche Versammlung im Restaurant»Bellevue'. Vortrag des Genossen Dr. Rudolf Breiischeid:»Wir und der Balkankrieg'. Die Genossen werden ersuch«, für guten Besuch zu agitieren. Zeuthen> MirSdorf. Die Mitgliederversammlung deS Wahl- Vereins findet heute, Mittwoch, bei Hermnndowski in Zeuthen statt. Tagesordnung: Belicht von der Verbandsgeneralversammlung. Er- «eiteruiigswahlen zum Vorstand. WeihnachtSvergnügen. Der- 'fihiedeneS. Alt-Glienicke. Heute, Mittwoch, Zahlabend in den bekannten Lokalen. Ortsteil Falkeuberg: Zahlabend Sonnabend, den IS. d. M.. hei Schäfer. Erkner. Mittwoch, den 13. November, abends 3Vg Uhr: Mitgliederversammlung bei Degebrodt,»Mäi kischer Hof'. Tagesordnung: .Vortrag des Genossen Lehmann, Friedrichsfelde. Franz.-Buchholz. Unser Zahlabend fällt diesmal aus. dafür findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung bei Kähne, Berliner Straße 39, statt. Es ist eine wichtige Tagesordnung zu «ledigen. Bernau. Donnerstag, den 14. November, findet der Zablavend Ar den 1. und 2. Bezirk bei Adolf Herrmann. Bürgermeisterstraße. «d für den S. und 4. Bezirk bei Albert Temmler, Wallstraße. statt. ßerlincr Nacfmchten. Ueber Schulkinderpflege wurde im Berliner„Verband der Waisenpflege- rinnen" verhandelt.„Schulkinderpflege" bedeutet eine planmäßig umfassende Fürsorge für diejenigen Schulkinder, die infolge ungünstiger häuslicher Verhältnisse in ihrer Körper- una Geistesentwickelung gefährdet scheinen. Schulspeisung, Tagesheimstätten, Kinderlesehallen, Ausflugsnachmittage usw. dienen den Zwecken der Schulkinderpflege. Ueber diesen Zweig der Jugendfürsorge referierte unter Hinweis auf die in Charlottenburg schon bestehenden Ein- Achtungen Fräulein Anna v. Gierke, Vorsitzende des Charlottenburger„Vereins Jugendheim". Sie forderte, daß nach dem Muster Charlottenburgs die Schulkinderpflege im engen Anschluß an die Volksschule organisiert werde. Charlottenburg hat besoldete Schulpflege rinnen, die den einzelnen Schulen zu- gewiesen sind. Sie, die für die Schulkinderpflege das Binde- glied zwischen Schule und Familie bilden, haben unter anderem die Aufgabe, die häuslichen Verhältnisse der in die Schulkinderpflege aufzunehmenden Kinder zu erkunden. Daß bei der Entscheidung über die Aufnahme nicht vergessen werden dürfe, den Eltern das„Verantwortlichkeits- g c f ü h l" zu erhalten, wurde von Frl. v. Gierke stark betont. In der Diskussion brachte der Berliner Magistrats- assessor Schönberner, der in der Waisenverwaltung tätig ist, gegen die beruflich anzustellenden und daher zu besoldenden Schulpflegerinncn finanzielle Bedenken vor. Das war sein erster Gedanke, daß die Sache Geld kosten würde. Gäbe man in Berlin den jetzt 306 Gemeinde- schulen 153 Schulpflegerinnen, so seien bei einem Jahresgehalt von nur 1200 M. schon 183 600 M. erforderlich.»Das muß ein Warnungssignal sein, wenn wir neue Wege be- schreiten wollen." fügte er hinzu. Er meinte, die Arbeit der Schulpflegerinnen könne von Lehrern und Lehre- rertnnen nebenbei im Ehrenamt geleistet werden. Auch heute noch habe die freie Liebestätigkeit große und glänzende Erfolge. Ihm entgegnete Frau Klara Wehl. daß für die Tätigkeit einer Schulpflegerin selbstverständlich eine ganze Arbeitskraft erforderlich sei. Das könne nicht so nebenbei yon Lehrern und Lehrerinnen geleistet werden, die ohnedies überlastet seien. Gegen die Referentin wandte sich Frau Wey! wegen einer Aeußerung über den Grad der Bedürftigkeit, der zur Aufnahme in die Schulkinderpflege er- forderlich sei. Fräulein v. Gierke hatte es als noch nicht allzu schlimm empfunden, daß z. B. in einer Familie mit 4 Kindern der Vater nur 1l4 M., in einer anderen mit 6 Kindern der Vater nur 130 M. Monatseinkommen verdiente. Eine G e- meindeschullehrerin Jastrow erklärte sich damit einverstanden, daß die Schulkinderpflege von Lehrern und Lehrerinnen im Ehrenamt besorgt werde. Als Schulpflegerin würde sie selber, sagte sie, gegenüber einem Monatseinkommen von 114 M. oder 130 M. ein Kind nicht aufnehmen. Sie glaubte. vor wetterer Ausdehnung sozialer Fürsorge warnen zu sollen. Kindern gehe der Respekt vor Eltern verloren, die ihnen nichts geben. Charlottenburg übettreibe. Frl. von Gierke teilte dann in ihrem Schluß- wort mit, daß Väter mit 130 M. Einkommen bei den etwa 1000 in Schulkinderpflege aufgenommenen Kindern Charlotten- burgs selten seien. Dem Frl. Jastrow machte sie das Kom- plinient, daß man allerdings mit der ehrenamtlichen Mitarbeit der Lehrerinnen in der Schulkinderpflege zu- frieden sein könnte, wenn alle so wären, wie dieses Frl. Jastrow. Schließlich betonte die Referentin noch- mals, daß die Schulkinderpflege jedenfalls, auch bei beruflicher Mitarbeit besoldeter Schulpflegerinnen, nur durch Vermittlung eines Vereins ausgeübt werden dürfe, wie in Charlottenburg durch Vermittlung des von der Stadt unterstützten„Vereins Jugendheim". Es ist vielleicht erlaubt,.hier einmal festzustellen, welche Nebenzwecke dieser„Verein Jugendheim" nach Frl. v. Gierkes eigenem Geständnis verfolgt. Bei der im Jahre 1910 erfolgten Einweihung des Jugendheimhauses(Char- lottenburg, Goethestraße), das als die Zentrale für die Charlottenburger Schulkinderpflege dient, begrüßte Fräulein v. Gierke die anwesende Gattin des Kaisers mit einer überschwänglichen Ansprache. Darin sagte sie: „Das Dritte, das uns vorschwebt, ist die Mitarbeit an der großen Aufgabe, dem Haß und der Verbitterung zu steuern, die heute weite Volks- kreise trennt. Ein gegenseittges Verständnis kann nur wieder entstehen durch persönlichste Arbeit, wie sie sich aus dem Zu- sammenleben der Helferinnen mit unseren Kindern von selbst ergibt. Freundliches Verttauen und Verstehen verbindet Helferin und Kind oft noch Jahre über die Schulzeit hinaus und überträgt sich auf die Mutter." So lassen die„gemein- nützigen" und„wohltätigen" Vereine der bürgerlichen Klasse bei Gelegenheit immer wieder mal ihren geheimen Wunsch durchblicken, auf ihre Art die Arbeiterklasse vom„sozialen Haß" zu kurieren._ Dir Vergebung der Arbeiten für die Nord-SüdbahnZ beschäftigte die gesttige Sitzung der Tiefbaudeputatton. Die Bau- Verwaltung hatte zunächst nur einen Teil der Tunnelarbeiten öffent- lich ausgeschrieben, und zwar den für die nördlichste Strecke, der See- und Müllerstraße. Auf diese Ausschreibung hin hatten 29 Firmen und Gesellschaften Angebote eingereicht. Die höchste und niedrigste Offerte differierte um eine volle Million Mark. DaS niedrigste Angebot belief sich auf 8 127 000 M. Die Bauverwaltung schlug vor, die Arbeiten der zweitbilligsten Bewerberin, der Gesell- schafi Siemens u. Halske zu übertragen, deren Offerte um etwa 150 000 M. das niedrigste Angebot überstieg. Dieser Vorschlag führte in der Deputation zu lebhaften Auseinandersetzungen. Von verschiedenen Sachverständigen der Deputatton wurde dargelegt, daß die Firma, die das billigste Angebot eingereicht habe, eine einwandfreie erstklassige Firma auf dem Gebiete des Eisenbetonbaues sei, und daß diese hiesige Firma alle Garantie für eine solide, sachgemäße Ausführung der gestellten Aufgabe biete. Und gerade deshalb liege kein Anlaß vor, die Arbeiten der Firma Siemens u. Halske zu geben. Unsere Genossen konnten sich auf Urteile von Sachverstän» digen auS Arbeiterkreisen stützen, die dieselbe Auffassung über die Firma ausgesprochen haben. Besonders aber falle für uns ins Ge- wicht, daß bei Vergebung eines solchen großen Austrages durch die Stadt Berlin es nicht gleichgültig sei, wie die bauausführende Firma sich zu der Entlohnung der an einem städttschen Unternehmen beschäftigten Arbeiter stelle. Es wäre aller Anlaß gegeben, in diesem Falle auch ein Stück Sozialpolitik zu treiben. Es dürfe der Stadt nicht gleichgültig sein, ob die Arbeiter, die an dem städttschen Unternehmen arbeiten, mit miserablen Löhnen nach Hause geschickt werden oder ob sie einiger- maßen angemessene Löhne erhielten. Die Firma Siemens u. Halske biete aber keinerlei Gewähr für angemessene Entlohnung der Arbeiter. Das habe sich gezeigt bei den von der Firma ausgeführten Bahn- bauten in Schöneberg und der neuen Bahn nach dem Alexander- platz und der Schönhauser Allee. Dort seien für ungelernte Arbeiter Stundenlöhne von 40— 42 Pf. gezahlt worden. Dazu komme, daß bei diesen Arbeiten in der Hauptsache galizische und polnische Arbeiter beschäftigt würden, die allerdings billiger arbeiten. Die Arbeiter von Groß-Berlin, die hier ihre Steuern zahlten, lägen auf der Straße und fielen eventuell der Armenpflege zur Last. Und sonderbar sei, daß gerade die mindestfordernde Firma zu denjenigen gehört, die bisher an ihre Arbeiter erheblich höhere Löhne ge« zahlt habe, als die Firma Siemen» u. Halske. Unsere Freunde hätten alles Zuttauen zu unserer technischen Bauleitung, aber im vorliegenden Falle hätten Sachverständige sich für die Firma ausgesprochen, die zugleich den Arbeiterforderungen gegen- über sich sehr entgegenkommend erwiesen hätte und deshalb könne die Deputation die Arbeiten der Firma Siemens u. Halske nicht übertragen. Zu bedenken sei ferner, daß die Stadt Schöneberg mit Siemens u. Halske wegen exorbitant hoher Nachforderungen in einen Prozeß gekommen sei, was der Stadt Berlin gleichfalls passieren könne. Gebe man Siemens u. Halske bereits diesen Teil der Arbeiten, so bedeute das in gewissem Sinne ein Monopol. Zwar wurde versucht, verschiedene Einwendungen durch Hinweise auf technische Leistungsfähigkeit und Kapitalkrästtgkeit von Siemens u. Halske zu entkräften, überzeugend warei� aber für unsere Genossen die Einwände nicht. Bei der Abstimmung wurde mit einer Stimme Mehrheit der Zuschlag der Firma Siemens u. Halske erteilt. Unsere Genossen halten vorher noch beantragt, der Firma, die den Zuschlag erhält, die Bedingung aufzuerlegen, an un- gelernte Arbeiter einen Mindestlohn von 50 Pf. zu zahlen. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt mit dem Hinweis, daß der Unternehmer nach dem Vertrage gehalten sei, tarifmäßige Löhne zu zahlen. Dieser Hinweis ist insofern gegenstandslos, als für den Tiefbau kein Tarifvertrag besteht. Bon der Tarifklausel werden nur Maurer und Zimmerer berührt, für die allerdings tarifliche Löhne gezahlt werden müssen. Diese Arbeiterkategorie ist aber bei den Tunnelarbeiten in nur geringem Prozentsatz vertreten. Der gestrige Beschluß der Tiefbaudeputation ist tief bedauerlich. Er zeigt, daß im vorliegenden Falle die Allgemeininteressen der Stadt Berlin nicht in dem Maße gewahrt worden siild, wie man das verlangen kann. Zwar hat der Baurat erklärt, den Wünschen unserer Genossen insofern gerecht werden zu wollen, als er die Firma Siemens u. Halske anhalten will, möglichst Arbeiter aus Groß-Berlin zu beschäfttgen, aber man weiß ja, was sich eine Firma wie Siemens u. Halske aus solchen Wünschen macht. Ohne festgesetzte Berttagsbestimmungen wird die Firma handeln, wie eS ihr beliebt. Es dürfte sich wohl noch Gelegenheit bieten, an anderer Stelle den gestrigen Beschluß der Tiefbaudcputation einer Kriti! zu unterziehen._ Der Berliner Magistrat als Kläger. Der Magistrat teilt mit Die.Ostpreußische Zeitung" hatte am 26. Oktober d. I. in einem Artikel unter der lleberschrift:„Freisinnige Fälschung von Wahl- listen" dem Berliner M a g i st r a t die vorsätzliche Fälschung von Wählerlisten zugunsten des Freisinns gelegentlich der Reichstags- wähl vom Januar d. I. im ersten Berliner Wahlkreise vorgeworfen. Wegen dieitr schweren Beleidigung und der ossensichtlichen Unwahr- heit der Ls«auptung hat der Magistrat gegen den verantwortlichen Redakteur Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Königsberg gestellt. Nunmehr hat die„Ostpreußische Zeitung" unterm 7. d. M. eine Er- klärung veröffentlicht, in der anerkannt wird, daß von Fälschungen der Wählerlisten nicht die Rede sein könne, und daß sie den dies- bezüglich dem Berliner Magistrat gemachten Vorwurf mit Bedauern zurücknähme. Außerdem hat der Chefredalteiir der.Ostpreußischen Zeitung" an den Oberbürgermeister ein Schreibe» gerichtet, in welchem er gleichfalls seinein tiefen Bedauern über die Veröffent- lichung des Artikels Ausdruck gibt; derselbe stelle eine unbegreifliche Entgleisung des sonst sachlich und ruhig schreibenden Redakteurs dar. der sich dazu in der Hast der redaktionellen Arbeit habe verleiten lassen. Unter diesen Uinständen wird der Magistrat sich demnächst darüber schlüssig machen, ob der Strafantrag gegen den verantwort- licheu Redakteur der„Ostpreußijchen Zeitung" aufrecht erhalten werden soll. Die Direktion des Walhalla-Theaters befindet sich seit einiger Zeit in Zahlungsschwierigkeiten, die so schlimm waren, daß Gläubiger f.ur Pfändung der zu den Aufführungen benötigten Kostüme ge- chritle» sind. Das Theater kann seinen Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten und es besteht für das Personal die wenig tröstliche Aus- ficht, vom Dezember ab, also mitten in der Saison brotlos zu werden._ Der Verkauf des russischen Fleische?. Der Magistrat teilt mit: Die jetzige Wittcrungslage ermöglicht, daß das russische Fleisch in Warschau von jetzt ab nicht mehr frisch, d. h. unmittelbar nach der Schlachtung versandt wird, sondern bis zur Reife hängen bleibt. Dadurch wird vermieden, daß das Fleisch beim Kochen schwer weich wird, wie es bei frisch geschlachtetem Fleisch möglich ist. Nach wie vor gelangt nur Fleisch guter Mittelqualität zum Verlauf._ Ei» Familiendrama hat sich in der Nacht zum Dienstag im Norden der Stadt in dem Hause Wolliner Straße 15 abgespielt. Dort versuchte der 31 Jahre alte Klempner Willi Falkenberg seine Mutter, die Lerwalterfrau Witwe Dierbach, geb. Falkenberg, und seine Schwester, die 24 Jahre alte Frida Voß, geb. Falkenberg, eine Weißnäherin, die von ihrem Manne getrennt lebte, erst mit Leuchtgas zu vergiften, dann tötete er seine Schwester mit dem Messer und verletzte endlich sich selbst durch Messerschnitte und Stiche so schwer, daß er als Pvlizeigefangener nach der Charitö gebracht wurde. Frau Dierbach bewohnt seit langer Zeit mit ihrer Tochter Frida und ihrem Sohne Willi im 1. Stock des Vorderhauses drei Stuben und Küche. Eine andere Tochter wohnt mit ihrem Manne in dem- selben Hause. Die Mutter erwirbt ihren Lebensunterhalt als Ver- walterin, die beiden Töchter betrieben gemeinsam in einem Zimmer der mütterlichen Wohnung eine Nähstube. Der Sohu ging früher regelmäßig seinem Berufe nach. In der letzten Zeit aber arbeitete er weniger und besuchte dafür lieber die Rennbahn, um zu wetten- In der letzten Zeit verlor er so viel, daß er immer in Geldverlegen- heit war. Er hoffte, sich durch weiteres Wetten wieder aufzuhelfen. erreichte aber damit nur, daß er nicht nur sein eigenes Geld auf der Nennbahn ließ, sondern auch noch alles das, was er sich von seiner Mutter, seinen Schwestern und seinem Schwager borgte. Endlich kam er soweit, daß er seiner Schwester Frieda 100 M. Er- sparnisse stahl und auch diese noch verlor. Das Treiben des Sohnes hatte schon oft zu Familienzwistigkeiten geführt, die auch in der Nachbarschaft schon bekannt waren. Willi Falkenberg beantwortete die Vorhaltungen, die man ihm machte, damit, daß er auch noch durch Verleumdungen Unfrieden zu stiften versuchte. AIS Frau Boß Montag nachmittags ihre Ersparnisse nehmen wollte, um für ihre Nähstube Einkäufe zu machen. kam eS zur Katastrophe. Willi Falkenberg sah, daß sein Diebstahl jetzt entdeckt werden mußte- Er sagte der Schwester, die ihr Geld in einem Spind ausbewahrt hatte, sie brauche gar nicht erst zu suchen, denn er habe es vorläufig an sich genommen. Diese Entdeckung veranlaßte einen Streit, der sich bis in den Abend hineiu fortsetzte und m dessen Verlauf Mutter und Schwester Willi Falkenberg unter heftigen Vorwürfen einen gemeinen Dieb nannten und ihm drohten, daß sie ihn bei der Polizei anzeigen werden. Noch ganz verfeindet legten sich die beiden Parteien um 11 Uhr schlafen. Der junge Mann in einem Borderzimmer, Mutter und Tochter inr Hinterzimmer. Gegen 1 Uhr erwachte Frau Dierbach und sah im dunklen Zinimer eine weiße Gestalt. Sie zündete Licht an und nahm noch wahr, wie ihr Sohn, nur mit dem Hemde bekleidet, durch das Zimmer ging und sich hinter dem Spind verstecken wollte. Als sie ihn ansprach, er- wachte auch ihre Tochter, und beide merkten nun, daß der Hänge- lampe Gas entströmte. Sie drehten den Hahn zu und öffneten das Fenster, um das GaS abziehen zu lassen. Frau Dierbach wußte bestimmt, daß sie den Hahn der Lampe beim Schlafengehen zugedreht hatte, durchschaute sofort den ruch- losen Plan ihres SohneS, sie und ihre Tochter umzu- bringen und sagte es ihm auch auf den Kopf zu. Der Sohn leugnete die Absicht, die ihm die Mutter zuschrieb, sehr entschieden und schalt sie noch, daß sie so unvorsichtig sein könnte, den Hahn nicht besser zu schließen. Frau Dierbach und ihre Tochter dachten nicht daran, daß der Bösewicht, der nach seinem Zimmer zurück- lehrte, seinen Plan noch einmal versuchen würde und schliefen bald wieder ein. Umso schrecklicher war das zweite Erwachen der Mutter. Zwei Stunden später hörte sie ein schweres Stöhnen. Als sie wieder Licht machte, sah sie zu ihrem Entsetzen wie ihr Sohn sich über das Bett ihrer röchelnden Tochter beugte. Während sie ausspang. lies der Sohn davon. Jetzt sah sie ihre Tochter blutüberströmt daliegen. Der Bruder hatte ihr mit einem großen Taschenmesser, einem sogenannten Hirschfänger, die linke Halsseite aufgeschnitten und mehrere Stiche in Arme und Brust versetzt. Die Unglückliche lag schon in den letzten Zügen und starb gleich in den Armen der Mutter an Verblutung, weil der Halsschnitt die Schlagader geöffnet hatte. Frau Dierbach schlug Lärm und holte ihren Schwiegersohn aus der Woh- nung. Als sie mit ihm zurückkehrte, fanden beide die Küchentür ver- schlössen und von innen verriegelt. Sie benachrichtigten jetzt un- Verzüglich die Revierpolizei. Polizeileutnant Döhlert kam mit mehreren Beamten, ließ die Tür ausbrechen und fand Falkenberg in der Küche, die mit Gas angefüllt war, in seinem Blute auf dem Fußboden liegen. Er hatte den Schlauch des Gaskochers abgenommen und sich mit seinem Messer Verletzungen am Hals und an den Handgelenken beigebrachr. Weder die Ver- aiftung noch die Verletzungen erwiesen sich als lebensgefährlich. Nachdem nnterdessen Krtmlnalkonimissar Werner, der auf die Nach- richt von dem Verbrechen mit Beamten vom Polizeipräsidium ge- kommen war. mit den, Reviervorsteher den Befund und den Tat- bestand aufgenoinmen hatte, wurde der Schwesternmörder als Polizei- gefangener nach der Charitö gebracht. Die Leiche der Ermordeten wurde mit ihrer Umgebung vom Erkeniiungödicust photographiert und dann dem Schauhause zugeführt. Ein blutiges Ehcbrama spielte sich gestern abend gcgcn 10 Uhr -in dem Hause Schöneberger Str. 24 ab. Tort erschoß der 34 Jahre alte Rollkutscher Haack seine 30 jährige Ehefrau Margarethe geb. Bönisch, die ihn infolge Ehezwistigkcitcn verlassen hatte und zu ihren Eltern zurückgekehrt war, und verletzte sich darauf selbst sehr schwer durch mehrere Rcvolverschüsse. H. wurde als Polizeigcfan- gencr nach der E Harste gebracht, während die Leiche feiner Frau nach dem Schauhausc übergeführt wurde. Vorort- l�ackrickten. Lichtenberg. Zur Stadtverorduetenwahl nahm eine Kommunalwählerversammlung am Sonntag im großen Saale des„Schwarzen Adler" Stellung. Stadtv. Dr. Silber- st e i n- Neukölln sprach unter großem Beifall der gutbesuchten Ver- sammlung über:„Die Aufgaben der Kommune und die Tätigkeit der Sozialdemokratie in derselben". Mit besonderem Interesse nahm die Versammlung Kenntnis von der Tatsache, daß den Wahlrechtsräubern in Lichtenberg der fach- verständige Beirat eine? der Hauptaktenre des Neuköllner Wahlrechts- raubes zur Seite gestanden hat. Der frühere Magistratsassessor Dr. Maretzki aus Neulölln, jetzt Stadtrat iu Lichtenberg, sei hier wie dort der Verteidiger dieser Gewaltpolitik!— In der Diskussion wurde kein Zweifel darüber gelassen, daß die Wähler ernstlich gewillt sind, am Sonntag, den 17., und Montag, den 18. November, eine deutliche Antwort auf die Gewaltakte der bisherigen Majorität zu geben. Auch die neueste Aktion� dös, Magistrats, der pflichtschuldigst den bedrängten Vorschußleuten zuj Hilfe eilt, fand gebührende Beachtung. Hat doch der Magistrat Wahllolalen eine Reihe Restaurationen bestiinnst, in denen ein ordentliche Abwicklung der Wahlgeschäfte in den vorgeschriebenen sieben Stunden selbst dann nicht möglich ist, wenn auch nur die Hälfte der in einzelnen bis 1400 Wähler umfassenden Bezirke am Wahltische erscheinen sollten. Turnhallen, Schulen usw. stehen leer, anscheinend sollen die kleinen Schankräume das Wahlglück der Macht- haber unterstützen. Die Wahlzeit der zweiten Wählerklasse am Montag endet um 6 Uhr abends. Soll damit erreicht werden, daß die Ar- beiterwähler der II. Klasse sich ihr Wahlrecht mit einem Lohnverlust besonders erkaufen müssen? Die Versammlung ließ keinen Zweifel darüber, daß auch diese Hilfsaktion des Magistrats versagen wird. Die Katzbalgereien der bürgerlichen Parteien oder richtiger der Jnteressentengruppen wurden in gebührender Weise glossiert. Am Schluß der Versammlung wurde die ernste Mahnung an die Wähler gerichtet, am Sonntag und Montag vollauf ihre Schuldigkeit zu tun. Wer an diesem Tage nicht mit uns ist, ist wider uns. Als Kandi- baten der Sozialdemokratte wurden folgende Genossen aufgestellt: Wilhelm D ü w e l l, Siegfried E i s e n st ä d t. Oskar Witzle. Theodor Ritter, Wilhelm Rössel. Alfred Linke, Oswald Grauer, Hennann Elias. Artur Preuße, Richard Peter- Hansel. Fritz S t ö b e r. Gustav Tempel, Oskar Sander, Otto John, Max L u d e w i g, Franz K e r t s ch e r, August Becker. Hugo Dill, Rudolf N u f f e r t. Adolf H e ck e r t, Otto Günther, Herm. R ö ß l e r, Paul K r e i s i n g. Otto Glöckner Otto Jaffke, Gustav Anders, August Kleemann, Moritz Licht, Johann Blum, Oskar Mahnerkopff, Rober L e n g n e r, Gustav Schwenkner, Joseph E r b e l. Die Vorarbeiten für die Stadtverordnetenwahlen sind somit ge- troffen, die kurze Spanne Zeit, die uns nur noch v»n dem Wahl- termin trennt, muß zu reger Agitation für die Wahl der sozial- demokratischen Kandidaten ausgenutzt werden. Sorge jeder Wähler dafür, daß der 17. und 13. November ein Siegestag für die Lichten- berger Arbeiterschaft wird. Die Veröffentlichung deS WahltableauS soll am Sonnabend im Vorwärts" erfolgen._ Charlottenburg. Charlottcnburg im Jahre 1911/12. Nach dem soeben crschic- neuen, im Statistischen Amte bearbeiteten„Bericht über die Ver- walkunE und den Stand der GenrcinZxangel�egenihoite., der Stadt Gharlottenburg" waron von den 2344 Hektar des GaucindegcbictS Ende Mär$ 1912 750 Hettar bebaut', während 414 Hektar zitnt unbebauten Bauland gehörten. Die Bautätigkeit ist, besonders was Wohnhäuser betrifft, gegenüber dem Vorjahre erheblich zurück- gegangen. Es nmcben nur 151 Neubauten gegen 290 im Vorjahre aufgeführt.— Die Einwohnerzahl stellte sich zu Beginn des Be- richtsjahrcs auf 306 897 Seelen und betrug Ende März d. I. 318 488; das bedeutet im Verwaltungsjahre eine Zunahme um 3,78 Proz., welche hauptsächlich dnvch Mohrzuzug bedingt ist.— Das finanzielle Ergebnis war. obwohl der Verwaltungsüberschutz des Vorjahres nicht erreicht wurde, ein durchaus günstiges; der er- zielte Ueberschuß von 1 361 000 Ml., der in erster Linie auf den erheblichen Mehr Überschuß des Elektrizitätswerkes in Höhe von 800000 M. zurückzuführen ist, bewegt sich! in der durchschnittlichen Höhe der Ueberschüsse der früheren sieben Jahr«. Von den städti- scheu Bet sieben brachte das Gaswerk einen Reingewinn von rund 2 600 000 M., das Elektrizitätswerk fast 2 Millionen Mark und das Wasserwerk gegen 260 000 M. Die Anleiheschulden der Stadt- gemeinde betrugen 143 363417 M.. wovon auf gewinnbringende Unternehmungen lGas-, Wasser- und Elektrizitätswerk) 50 Mill. Mark, auf rentable oder durch Interessenten verzinste Unter- nehmungen 14,4 Millionen Mark, auf das Opernhaus 5,3 Millionen Mark und auf nicht rentable Unternehmungen 73,5 Millionen Mark entfallen.— DenKämmerei schulden im Betrage von 162 Millionen Mark stehen ein Kämmereivermögen van 200 Millionen und über 6 Millionen Mark Stiftung svccmögeu gegenüber.— Im Eigentum der Stadtgsmeinde standen am Schlüsse des Berichtsjahres 97 bc- baute und 69 unbebaute Griundstücke mit einer Gesamtfläche von 14 814 953 Quadratmeter im Werte von 120 918 199 M. Der Gc- samtflächcninhalt der städtischen Gartenanlagen betrug 2 480115 Quadratmcteu. für deren Unterhaltung fast 350 000 M. verausgabt wurden.— Von den fertiggestellten Hochbauten ist vor allem die prächtige Gemeindedoppelschule Wiebestraße— Neues Ufer zu nennen. Das gesamte Schulwesen der Stadt erforderte einen Kostenaufwand von fast 4 Millionen Mark.— Dev Bücherbestand der Volksbücherei wurde um 4484 Bände auf 41 578 vermehrt; die drei Lesehallen wurden von mehr als 200000 Personen besucht. während die Auslechestellen über 300 000 Ausleihungen vornahmen. — Einen breiten Rauin nimmt in dem Berichte das Kapitel„Soziale Fürsorge" ein. Zum erstenmal findet sich darin ein Abschnitt über die neu eingeführte Wohnungsaufficht. Nicht weniger als 5561 Wohnungsbc ficht igunge n wurden im Berichtsjahre von dem Woh- nungsamte ausgoführt. Die öffentliche Armenpflege beanspruchte eine Ausgabe von 1 843309 M d. h. pro Kopf der Bcvölkeruiig 5,93 M.(1910 5.63 M.). In der Armen-Krankenpflege trat im Gegensatz zu dem gesundheitlich sehr günstigen Vorjahre eine Steigerung der Tätigkeit der Stadtärzte ein. horvorgernfen nicht nur durch die extremen Temperaturen des Jahres und eine Reihe Von fordern ouch die Fleisch- und MilchteuorunH, liche Hilfe häufiger in Anspruch genommen werden mußte.— Eine nicht unerMiche SteiLermiL evffchr auch der Besuch ig der Mti- scheu Fürsorgcsicllc für Lungenkranke, in hör über 4000 PersoftM neu untersucht würben und die einen Kostenaufwand von mehr als 33 000 M. verursachte.— Auch die Säuglingsfürsorge hat sich durch- aus befriedigend weiterentwickelt, und die Ausdehnung der Fürsorge aus die Kleinkinder hat sich 1911 glänzend bewährt. Es wurden 4389 Kinder behandelt, die Kosten betrugen 154 139 M,, über 20000 Mark nicht! als im Vorjahre. Schöneberg. Am Freitag, den 15. November d. F., abends 8>/z Uhr, ist vom Bildungsausschuß in den„Neuen RatbauSsälen" ein Vortragsabend mir oein Thema: Gasproduktion und Gasverwertunz arrangiert. Herr Betriebsingenieur Mominsen wird unter Bor- sührung von Apparaten und Gebrauchsgegenständen in diese Materie einweihe». Friedrichshage«. Aus der Gemeindevertretung. Da in dem letzten Bericht de? Schularztes auf die mangelhafte Beleuchtung der Gelneindeschulklassen bingewtcscu war, lag der Vertretung ei» Autrag vor, sämtliche Klaffen der Gemeindeschuleil mit Gasbeleuchtung zu versehen. Die Kosten von etwa 4000 M. wurden bewilligt.— Bor einiger Zeit hat die Gemeinde das Grundslücksitöpenicker Str. 9 angekauft, um die Wilhclmstraße an dieser Stelle durchzulegen. Der Gemeindevorstand empfahl, vorläufig nur einen Fußweg herzustellen; der Betrag von 800 M. für diesen Zweck wurde bewilligt.— Eine längere Debatte entstand bei dem Amrag der Vcrlehrsdevutation, im Kurpark Tennis« Plätze anzulegen. Bei dieser Gelegenheit wurde von bürgerlicher Seite darauf hingewiesen, daß diese Arbeiten zum Teil als Notstandsarbeiten ausgeführt werden tonnten. Genosse Tornow ivändte sich gegen eine derartige Verwendung des Geldes, welches für die Arbeitslosenfürsorge bestimmt ist. Da es sich in diesem Falle um eine ganz reguläre Arbeit handelt, ersuchte er, den Fonds für Not« standsarbeiten nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Bürgerineister i.Dr. Stiller glaubte hierbei feststellen zu müssen, daß unsere Arbeitslosen- iriorge nicht so aufzufassen sei. als wenn wir die Unterstützung in Bar- auszahlen, sondern, daß eS in erster Linie darauf ankomint. Arbeits- ' ü Notstaudsarbeiten zu beschäftigen. Erst wenn keine Arbeits- it vorhanden sei, erhielten die Arbeitslosen nach sechs Woche» eine Unterstützung in Bargeld als Darlehen. Die bürger- reter Walter mrd Moldenhauer unterstützten den Bürger- einer Ansicht und erklärten weiter, daß ein Teil von den sich erst gar nicht melde, weil sie Angst hätten, eventuell rbeiteu beschäftigt zu werden. Genosse Miete wies «Ilgen gegen die Arbeiterschaft ganz entschieden zurück ffiiung Ausdruck, daß auch in Friedrichshagen bald eteii werde, wo eine Arbeitslosenversicherung ein- nächsten Etatsberatung werde die sozialdenio- dementsprechenden Vorschlägen kommen. Nach Mtersetzung wurde der Antrag aus Errichtung von -tm�urpart hinter der Mnsikhalle angenommen. nnd.llDtzeine Ortspolizeiverordnnng betreffend Kraft- mit. diese____ und gairtfti j der ZeittmÄt J geführt flifq kratische Ffcl dieser Au?" drei Tennispl� Zum Schluß__ droschken Annahme. Nieder- Schönhause».\ Die Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse finden am 19. November statt. Zu wählen sind 70 Delegierte. Um eine vollständige Liste aufstellen zu können, ersuchen wir die Kollege� in den Bc- trieben zu der Wahl Stellung zu nehmen und Vorschläge bis spätestens Sonnabend, den 16. November, an den Obmann der Gewerlschafts-Unterkommission, Genossen Gütig, Pankow, Linzstr. 35, gelangen zu lassen. Gewerkschafts-Unterkomimssion Pankow-Nieder-Schönhausen. Potsdam. Aus der Stadtverordnetensitzung. Seit etwa dreiviertel Jahren beschäftigt man sich mit der Neuorganisation der gewerblichen Fort- bildungsschule. In der letzten Sitzung gelangte diese Vorlage zum Abschluß. Entsprechend der Magistratsvorlage sollen zwei neue Hauptlehrer angestellt werden. Der Unterricht soll a-- allen Wochen- tagen mit Ausnahme des Sonnabends bis abends 8 rihr stattfinden. Der Sonntagsunterricht soll beibehalten und auf zw« Stunden festgelegt werden. Dem Handwerk muß geholten werden, diesmal auf Kosten der Lehrlinge, die bisher nur bis 7 Uhr abends Unterricht hatten. Alle Bemühungen des Magistrats, den Sountagsunterricht auf Wochentage zu verlegen, scheiterten. Allerdings'steht dem Magistrat als zuständiger Behörde das Recht zu, die Stunden so zu legen, wie er eS für angebracht findet. Da man ober nicht gern mit den Handtverksmeistern in Feindschaft leben möchte, so sollen deren Wünsche berücksichtigt werden. Um die Schlagfertigkeit unserer Berufsfeuerwehr zu erhöhen, soll eine Auromobil-Motorspritze niit ein» gebauter Rundlaufpumpe zum Preise von 25 000 M. angeschafft werden. Die Leipziger Straße ist vor den Grundstücken 1—6 und 25 verbreitert worven. Die Kosten in Höhe von 23 802,86 Mark sollen init 19 674,25 M. durch Anliegerbeiträge aufgebracht werden, während der Rest von 4138,61 M. von der Stadlkasse übernommen wird. Die interessierten Grundstücksbesitzer müssen pro laufenden Meter Straßenfront 25 M. zahlen. Für die Errichtung einer Wald- erholungsstätte für Kinder werden 40 000 M. aus Sparkajsenüber- schüsjen bereitgestellt, nachdem der Stadtv. Bernhard � halte, daß eine Kindererholungsstätte eine Notwendigkeit- Bernhard muß das ja wissen, er ist bei früheren Gafi auch schon der Ansicht gewesen, daß für die Armen zu'« wird. Bei der am Sonntag stattgefundencn Wahl der mmmer zur Angestelltenversicherung wurden 425 gülti abgegeben, von denen auf die Freie Vereinigung 114 und auf den Hauptausschuß 311(7 Vertreter) entfielen. weibliche Angestellte übten hierbei ihr Wahlrecht aus. Der Verkauf ausländischen Fleisches soll hier am beginnen. Nachdem der Magistrat mit den Schlächtern. Einigung nicht erzielen konnte, soll der Verkauf in städ übernommen und zu diesem Zweck im Hause Brauerstr. 8-1 eingerichtet werden. Der Magisttat wollte den Schlacht den Berkauf nur dann übertragen, wenn sie das Risiko üb denn bei dem kürzlich stattgeftnideiien billigen Fleischvcrkch Stadt etwa 15 Proz. Defizit gehabt; letzteres soll dadurch: sein, daß die Schlächtermeister mitunter Leuten, die 3 Pfund,. kauften 3>/z Psd. und noch mehr verabfolgten. Dies entspricht eigeri lich sonst nicht der Gewohnheit der Schlächtermeister. Den Schlächtern war das Angebot gemacht worden, daß sie 15 Proz. Ausschlag auf den Einkaufswert erhalten sollten, was bei einem Rmde etwa 50 M. und bei einem 2 Zentner schweren Schweine 20 M. Gewinn au?« machen würde.__ Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Lichtenberg. Am Donnerstag, den 14-, abends 6 Uhr, in der höhere» Mädchenschule, Rathausslratze., ,,, ,,,. Adlershof. Donnerstag, den 14. abends KV. Uhr. im Sitzungssaal des Genunidcauits, Bismarckftr. 1. Tagesordnung.„Die Maßnahme gegeu die Teuerung.". ,, Mariendorf. Donnerstag, de» 14-,'w Rathaus- Sitzungssaal« Ättiicrfti'flftc Dempelhof. Donnerstag, den 14-, nachm- 5 Uhr, im Gemeinde- 3»°'«»«..»..»iH,,.» H. rrchtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Kiis aller Alelt. Der„8abberbccbcr von Lctzlingcn". Daß der deutsche Kronprinz über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, ist weltbekannt, angesichts seiner Stellung auch ganz selbp- verständlich. Seine Tüchtigkeit im Tennis-, Golf- und Polospiel, seine rednerischen Erfolge im Kampfe gegen die Sozialdemokrat� seine Ruhmestaten und Jagdabenteuer anläßlich seiner LrienkeU« seine Wirksamkeit im Deutschen Reichstage, seine Leistungen all Reiseschnftsteller, feine Erfindung auf dem Gebiete der Manschetten- knöpfe sind hinreichend bekannt. Eine weitere besonders Eigenschaft des deutschen Kronprinzen dürfte dagegen unseren Lesern bis dahin fremd gewesen sein, nämlich die Kunst des Kronprinzen, einen Becher zu leeren, ohne sich zu— besabbern. Der.Anzeiger für Erkner" weiß darüber folgendes zu berichten: Zur Erhöhung der lustigen Stimmung der Jagdgesellschaft Wilhelm IL im Jagdschloß Letz- lingen trägt stets der„Sabberbecher von Letzlingen" bei. der zwischen der Gabel eines mächtigen Hirschgeweihes so befestigt ist, daß er nur durch Drängen deS Gesichts durch die Gabeln mit den Lippen erreicht werden kann. Es ist das ein Kunst- stück zu nennen, denn die meiste» Jagdgäste berühren den Rand kaum, so daß sie sich beim Trinken— besabbern. Sobald der Moment deS BesabbernS aber eingetreten, erfolgt ein vielstimmiges Hallohl der Jagdgesellschaft. Diesem Spott unterlagen, wie das Blatt fteudestrahlend mitteilt, zwei Männer nicht, der Junker Otto v. Bismarck und der jetzige Kronprinz des Deutschen Reiches. Beiden gelang das Kunststück, den Becher zu leeren, ohne sich zu— besabbern.— Ein gutes Omen! Nachdem auch der Kronprinz den„Sabber- becher" bezwungen, darf wohl kein Zweifel mehr aufkommen, daß Deutschland auch mit seinem Kronprinzen in der Welt vorangeht. Em Gegner der Flugkunst. Im Kampfe mit einer großen Dogge standen am Dienstag zwei Flieger, die auf einer Rumpler-Taube vom Militärflugplatze Döberitz kommend unr 9% Uhr auf dem Stendaler Flugplatze landeten. MS die Rumplerlaube mit Leutnant Jolly und einem Passagier herabging, stürzte sich einegroße Dogge aufden Flugapparat. Sie wurde jedoch von dem Propeller erfaßt und in weitem Bogen zur Seite geschleudert. Hierbei brach ein Arm des Propellers ab. Leutnant Jolly und sein Begleiter blieben beide unverletzt._ Des Zaren Gnade. Wie wir bor kurzem berichteten, war vom Moskauer Militär- gericht ein Soldat zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden, weil er es gewogt hatte, bei einer Parade aus der Front zu treten, um dem Zaren ein Bittgesuch zu über- reichen. Dieses wahnsinnige Urteil ist jetzt durch einen besonderen Gnadenerlaß deS Zaren aufgehoben worden. Nicht etwa, weil das Urteil jeder Empfindung Hohn spricht, wurde es korrigiert— der Zar sieht noch heute in dem bittenden Soldaten einen schweren Verbrecher— sondern weil der Thronfolger von einem Unfall gesundete, gab Nikolaus dem zu lebenslänglicher Zwangsarbeit Berurteilten die Freiheit wieder. Der Erlaß lautet: Meinen Dank für Gottes Gnade ausdrückend, welche dem Thronfolger Genesung geschenkt hat, verzeihe ich dem Gemeinen Bachurin sein schweres Bergehen. Welch eine Selbstironie: ein schweres Vergehen ist eS, wenn ein Soldat noch den Glanben hat, der Herrscher werde eine Bitte um Gerechtigkeit erfüllen._ Hebung des Geistes der Mannschaft? Oesterreich steht vor dem Krieg, der leicht auch ein Krieg um seine Existenz werden könnte. Wie da die Mannschaft vorbereitet wird zum Einsatz der höchsten Kraft, schildert ein Bericht aus der niederösterreichischen Kavalleriegarnison W i e n e r- N e n st a d t. Dort gab der Oberstleutnant plötzlich den Befehl, alle Soldaten ganz kurz zu scheren.(In Niederösterreich heißt man die Bauern schon immer spottend„Dö Gst'cheertär) Die Soldaten, die zum Teil kurz genug geschoren waren, zum Teil auf Urlaub gehen sollten, waren über die ihnen angesonnene und sogar von einem Ober- leutnant(I) ganz ungeschickt und schmerzhaft ausgeführte Ver- unstaltung recht unglücklich und einer wehrte sich so heftig, daß ihn ein Unteroffizier an eine Säule fesseln sollte. Der Unteroffizier weigerte sich, das zu tun und schließlich mars chierten zwanzig Mann zum Obersten, um ihm diese ganze schwach- volle Schinderei vorzutragen. Der Oberst bestrafte alle die Wider- setzlichen zwar mit mehrwöchigen Arreststrafen, setzte sie aber bald wieder in Freiheit. Bei uns hätte es vielleicht ein paar Jahre Festung gegeben und für die Soldatenquäler je zehn Tage ge- linden..._ Ein geistlicher Jugenderzieher. Vor der Strafkammer des Gerichts zu Zaber» i. Elf. stand der 39jährige Pfarrer K r a u ß aus Lützelburg wegen Beleidi- gung und Mißhandlung eines zwölfjährigen Mädchens, das eine Religio»S stunde versäumt hatte. Zur Strafe ließ der An- geklagte anderntags das Mädchen während einer ganzen Unterrichts- stunde auf den Steinplatten der Kirche, in welcher der Religionsunterricht abgehalten wurde, niederknien— seine gewohnte Züchtigungsmethode— und versetzte ihm dann mit einem daumendicken Haselnuß stock zehn bis zwölf tüch- tige Hiebe über die linke Schulter, so daß diese nach der Angabe des Vaters grün und blau aussah. Acht Tage lang konnte das Kind den Arm nicht gebrauchen.— Einige Tage darauf ließ der Herr Pfarrer in der Religionsstunde in der Kirche vor den etwa dreißig Schüler» und Schülerinnen sich in folgender Weise aus:„Da wohnt ein rechtes Lumpenpack, ein Lumpenpack in Lützelburg; wenn man sie anrührt, laufen sie gleich zum Gendarm und zeigen ihm den blauen A...(sie!) Diese Sitten lernt Dein Vater von den guten Zeitungen." Das Mädchen mußte während dieser Stunde wieder auf den Stein- fliesen knien.— Wegen Mißhandlung beantragte der Staats- anwalt 190 M. Geldstrafe, da dem Pfarrer als Religionslehrer kein Züchtignngsrecht zustehe. Es liege eine durch nichts berechtigte, brutale Mißhandlung eines schwachen Kindes vor. Das Urteil lautete auf 99 M. Den Lützelburgern kann man zu einem so trefflichen Seelsorger gratulieren, wenn der Herr Pfarrer auch keine allzu große Meinung von seinen christlichen Schafen hat. Kleine Notizen. Eiu Bubenstreich. In eine Klasse der Mädchenschule in der Schießwerderstraße in Breslau wurde von einem Unbekannten durch ein offenes Fenster eiu Schuß abgegeben, der cm Mädcken am Auge schwer verletzte. � Schweres Bauunglück. In einem Neubau im 29. Bezirk in Wien stürzte am Dienstag die Decke des dritten Stockwerkes ein. Die Trümmer durchschlugen die Decken der unteren Stockwerke, wobei fünf Arbeiter verschüttet wurden. Zwei der Verschütteten sind tot. Zur Eisenbahukatastrophe in Nordamerika. Aus New Orleans wird berichtet, daß bei dem Zngzusammenstotz bei J a s o w an der Missisippitalbahn bisher 19 Tote und mehr als neunzig Ver- w u» d e t e aus den Trümmern befreit werden konnten. Nach dem Zusammenstoß geriet der Personenzug in Brand. Unwetter in Annam. Wie ein Telegramm aus S a i g o» meldet, hat ein Taifun an der Küste von Annam, besonders in Nha- trang beträchtlichen Schaden angerichtetet. Dreißig Personen sind dabei umgekommen; zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Witterungsübersicht vom 13. November 1913. Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien 7410 739:0 740 SO 738 S« 742SW 743WNW Äwollig ühedeckt Smolkig Regen wolkig Schnee Haparand a 758 ü Petersburg 757 SO Scilly Aberdeen Paris 757 WRW 751 NRW 747WNW Wetter vi« t* y-s 4 Schnee »Regen swoikig 6 wolkig 4 heiter —4 0 8 4 « Wetterprognose für Mittwoch, den 13. November 1913. Kühl, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe und etwa? nebelig mit geringeren Niederschlägen und ziemlich Irischen nördlichen Winden. Wafferstauds-Nachrichten; *)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel. Theaker und Vergnügungen Mittwoch, 13. November 1312. Anfang 3'/, Uhr. Beritner. Kabale und Liebe. Theater am Nolleudorfplatz. Schneewittchen. Ansang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Lohengrit». Anfang 7>/z Uhr. Königl. Schauspielhaus. Ein Fallissement. Deutsches. König Heinrich IV. 1. Teil. Zirkus Albcrt Schumann. Gala- Borllellung. Zirkus Busch. Gala-Vorstellung. Ansang 8 Ubr. Urania. Taubcnstratzc 48/49. Die wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirlfchast. Mit dem Zeppclin'Lujtfchiss von Sylt nach Hamburg. Hörsaal: Dr. W. Lerndt: Dte Natur als Techuikerin. Kamuierspiele. Mein Freund Teddy. SeMng. Einsame Menschen. Deutsches Opernhaus. Fidelio. Kleines. Michael Krämer Königgrätzcr Strafte. Die silnj Franlsurlcr.., Schiller O. Die Kinder dcrErccllenz. S» i..,. tsvartottenburg. Im weißen Rößl. Berliner. Filmzanber. Residenz. Gemütsmenschen. Komödi, nhauo. Die GencralSccke. Deutsches Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Thalia. Auioliebchen. Theater am Nollendorfplatz. Or- pbeus in der Unterwelt. »urfursten-Over. Der Kuhreigen. Kroll. Der Prinz Notzi. Montis Operetten. Der Frauen- Lnisem�Der Walzcrkönig. «ose. Deutsch-Amenkaner. Bietropol. Chausfeur— ins Metropol. Trianon. Licbesbaromeler. Hrrrnfrld. Die Alpcnbrüder. Endlich allein. Casino. Der Kroßsürst. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Svezialitäten. Passage. Spezialitäten. Reichshallen. Die Macht der Tone. Anfang 8'/, Uhr. Friedr.. Will). Schauspielhaus. Grigri. Lustipirlhauö. Mein aller Herr. Koltro Caprtce. Der keusche Joseph. Der Rehbock. Königstadt-Kasiuo. Spezialttäleu. Anlang 8'/. Ubr. Neues Volksiheatrr. Die Doppel- gänger-Komodie. Ansang l0Ubr. «dmiralspalast. Eisballett: Ibonne. *.** Sternwarte, Jnvalidenstr. 57—62. Montis Operetten-Theater früher Sfene» Theater) Abends 8 Uhr: Der Fravtnfresser. Schiller-Thealer 0.1S: Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellcns. Donnerstag, abends 8 Ubr: Flachsmann als Erxieher. Freitag, abends 8 Uhr: Flaehsmann als Erzieher. Schiller-Theater c™.en' Mittwoch, abends 8 Uhr: Im weihen RöBl. Donnerstag, abends 8 Ubr: Die Kinder der Exzellenz. Freitag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Gerhart Hauptmann» 50. GebartStage Zum ersten Male: Elra. Vorher: Die Geschwister. Berliner Theater. 6 Uhr: Filmzauber. TbeaterinilerKöiiigsriitzerStra&e s uhr: Die stuf Fralldfarter. Deutsches üichansplclhaas 8 Uhr: Der gutsitzende Frack. Residenz-Theater. « Uhr: 8 Uhr: kemiistmmellm. Schlvant in 3 Akten von Fritz Friedmann.Frederich. Donnerstag, den 14. November, zum I. Male: Prinzenerziehung. Theater am Nolle ndorsplatz (Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Ubr: VastzpisI des Münchener K&nstlertheaters. Orpheus in der Unterwelt. Jeden Mittwoch u. Sonnabend 3>/, Uhr: Schneewittchen. l.uise»-Ibe»ter. Ansang 8 Uhr. IDer Walzerkönig. Donnerstag: Des andern Ehre. Freitag: Des andern Ehre._ lOSEsThEATE Große Frantwrie« Str. 132. Abends 8 Uhr: � Deutsch-Ammkautr.. Lebensbild mit Gesang in süns Akten von Gsra Bcrger. DonnerSlag:. Die größte Sünde. 1 Reicbshallen-Theater Stettiner Sänger. Wr: Die Macht Sonntag- nachntittag 3 Uhr: Def Kompagnieball Ä„Clou« MaußrstraBfl LS.— Z :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Heute: Doppel-Konzert! Berliner Konzerthaasorchester, Dir. Frz. v. Blon, Komponist. Musikc. 3. Garde-Reeiments z. E., Dirigent Oberm. Grat. Anfang 8 Ehr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Ehr. Freitag, den 15. er.: Großer VVohltatigkeits-Honster- Konzert- Abend zum Besten der Reichsiii ogerstiftung. 6 Kapellen. Mltwirk. erster Bühnenkünstler. Vorverkaufs-Gedenkmünzen a 2,50 im Clou zu haben! Abonnements u. Passepart, haben keine Gültigkeit! AM ZOO. Direktor: LUDWIG ROSENFELD. Erottnungs-Yorstellung Freitag, den 15. November; T'/a U&r abends: So bammeln wir! 5 Bildor von Gastuv Kadclbarg Texte von Eeo Leipziger Musik von Jean Gilbert Frltzi Massary, Max Rallen- berg, Karl Bacbmann, Hedwig Döring, Marie Wendt, Helene Brahms, Edy Smeraldina. Queenie Hall u. a. Vorher: Gr. Variete-Teil. Pgüphjü'n sämtl. Räumen d. UUUbUCIi Theaters gestattet. Ueginn T'/o Ehr. Der Vorverkauf für" sämtl. Vorstellungen beginnt Mittwoch, den 13., an d. Theaterkasse, 10-2 Uhr, im Warenhaus Hermann Tietz und beim invalidendank. Ab 8 Uhr.. Nie dagewesener Erfolg des neuen Programms! 13 große Attraktionen!| (lanz Berlin spricht von M. Bendix und E. Schnabel als Droschkenkutscher u. Fiaker. Voigt-Theater. «Selimdbrunnen Badstrasie 58. Mittwoch, den 13. November 1912: Zapfenstreich. Eittendrama in 5 Akten von Adam Beyerlein. Kalseucrögnung 7 Uhr. Ans. L'/, Uhr. IJraula Tanbenstraße 48/49. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Die wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirtschaft. Mit dem Zeppelin- luftschiff von Sylt nach Hamburg. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Die Natur als Technikerin. Metropol-Theater. Abends 8 Uhr: Rauchen gestaltet. Cbauffenr-insJItetropol! Arosie Jahrcsrevuc mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund, Musik o. Rud. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz._ Folies Capriee. Zum 74. Male Die drei 8eh>ag er Der keusche Joseph. Der Rehbock. 1 Der Einbrecher. Pawa�e- Theater Unter den Linden. Neu eröffnet. Das hochinteressante Programm enthältDramen, humoristische Szenen, Naturaufnahmen, Wissenschaft!. Films sowohl Kinemdkolor(naturfarbig) wie auch schwarz-weiß. Jeden Sonnabend Pro grammwechsel. Anfang wochentags 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Preise der Plätze von 60 Pf. an. Zirkus Merl Schumann. Heute Mittwoch, 13.November, abends 71/, Uhr: mit einzig dastehendem Weltstadtprogramm. Em 9, Ehr:-Migi Der unsichtbare Mensch. Vier Bilder aus Indien. Oer Clou der Saison! MM» 8 Uhr: Die mit beispiellosem Lacherfolge aufgenommene Novität Die Alpenbrüder. IG Ehr: Endlich allein! Beide Stücke mit den Autoren Anton und Oonat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11— 2(Tb eaterkasse). Theater Königstadt-Gasino. Holzmarktstrasie 72, 1 Min. v. Bahnh. Janncwitzbrücke. Tägl. abends 8, Sonnt 5'/, Uhr: 8 erstklassige Spezialiieo und Kalt gestellt oder: Eehlgenchoscsen. i*»' Berliner ÄLS? UorDmirtett 6g. Treoet �CKasUnieniU«« Passage-Panoptiküin Das größte Naturwunder I Die HEILIGE WEISSE NEGERIN und ihre schwarze Priester- Schwester. Beide lebend ohne Extra- Entree zn sehen. Zirkus Busch. Heute Mittwoch, 13. November, abends 71/, Uhr: wen: Kapt. Spaulding. 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