Kr. 267. nbsnnementS'Bcdiflgnn�H: aSonnrancnlä- Prci� liränumcrartSo! «icrlcljäkirl. 3,30 Mk,, tnonall. 1,10 Mü, wöchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Psg. Sonntags- nummer niit illustnerler Sonniags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Stbonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posi-ZeiwngS- Brcisiisle. Unter Kreuzband lur Dcuischland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. PostabonneuicnlS nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz. vichtint täglich außer liloBtags. - Verlinev VolkeSblslkk. 29. Jahrg. vke snstfttsnz-eebghk beträgt für die sechsgcspaltene Kolonel- zeilc oder deren Raum 60 Pfg.. für politische und gewerkschaftliche Bercins- lind Bersammlungs-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafflcllcnu»- zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes iveilcre Wortä Pfg. Worte über löBuch- iiaben zählen für zwei Worte. Inserate iir die nächste ttiummer müssen bis i Uhr nachmittags in der Erpedilion abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: „SszUIdtmolirat Rsrlip". Zentfalorgan der fozialdcmokrati fchen Partei Dcutfchlands. Redaktion: SRI. 68, Linden Strasse 69, Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S83. Donnerstag, den 14, November 1912. Expedition: 8W. 68, Lindenstrasse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 198£. Krieg dem Kriege! Internationale Friedens- knndgednng in Serlin. Sonntag, de» 17. NovtUibtr, mittags 12 Wr: Dkvioiistl«tioil gegen den Krieg in folgenden Lokalen: Neue äßelt» Hafenheide 108— 114. Kellers Aestsäle, Koppcnstr. L0 Brauerei �riedrichshain, Am f�riedrichshain 10—23 Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10 Germaniasäle, Chausseestr. 110 Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. Redner sind die Mitglieder der sozialdemokratischen Jntcr- nativnale; Macdonald- London. Jaurös- Paris, Karl Renner- Wien sowie die deutschen Reichstagsabg. Otto Büchner, Rich. Fischer, Hugo Hanse, Robert Schmidt, Artnr Stadthagen, Fritz Zubeil. Sorgt, Männer und Frauen des arbeitenden Volkes, da- für, daß diese Versammlungen zu einer mächtigen Bekundung Eures unerschütterlichen Friedenswillens werden! H» die sozialistischen Frauen aller Länder! Genossinnen! Das greuelvollc Völkerringen auf dem Balkan droht durch die Schrecken eines Weltkrieges überboten zu werden. Die Folgen solchen Geschehens für die Arbeiter- klaffe sind unabsehbar. Für die Arbeiterklasse, das besagt aber für den gewaltigen Kampf, der die kapitalistische Ord- nung stürzen und Raum für den Sozialismus und die höhere Entwickclung der Kultur schaffen muß. Für das kämpfende Proletariat ist es die heiligste Verpflichtung dieser ernsten Stunde, Schützer und Bewahrer des Friedens zu sein. Die Sozialistische Internationale, vertreten durch das Internationale Sozialistische Bureau, hat daher die Arbeiter- klaffe aller Länder aufgerufen, ihren ehrlichen, unerschütter- lichen Friedenswillen der verbrecherischen Kriegshetze von Minderheiten entgegenzustellen, für die der Völkermord zum Geschäft gehört. Ein bedeutsames Glied in der Kette der Massenkundgebungen gegen den Krieg wird der Ansierordentlichc Internationale Sozialistische Kongreß bilden, der für den 24., 23. und 26. November nach Basel einberufen worden ist. Genossinnen I Die ungewöhnlichen, verantwortungs- schweren Umstände schloffen eine längere Vorbereitungszeit für die Tagung aus. In der Folge ist es Euch nicht möglich, Euch an diesem Kongreß in einer Stärke zu beteiligen, die Eurem Interesse an der Erhaltung deS Friedens und der Be- deutung Eurer Betätigung im Kampfe gegen Imperialismus und Kriegsgefahr entspricht. Um so dringlicher ist eS. daß Ihr Euch sofort mit den Genossen über die Entsendung Weib- licher Delegierten verständigt. Auf dem Kongreß muß es zum Ausdruck kommen, daß in allen Ländern die sozialistischen Frauen mit der gesamten Sozialistischen Jnter- nationale zum Kampf gegen den Krieg zusammengeschlossen sind. Das Blut, das die Schlachtfelder tränken soll, ist den Proletarierinnen kostbarer als der eigene Lebenssaft: es ist das Blut der Ihrigen. Frauenmühen, Frauentränen hängen an dem Gut, das Rüstungswahnsiun und Eroberungstollheit gewissenlos vergeuden. Hoffnung auf künftiges Erbe, das der Sozialismus unserem Geschlecht ganz erschließt, ist uns die Kultur, die von eines Weltkrieges ehernem Tritt und blut- triefender Faust bedroht wird. Genossinnen! Sorgt in fester Ideen- und Kampfes- gemeinschaft mit der Sozialistischen Internationale dafür, daß es niemals an dem Verständnis und der Opferfreudigkeit der arbeitenden Fraucnmassen fehlt, wenn das kämpfende Prole- tariat seine breite Brust der Kriegshetze entgegenstemmt. Unser Kanlpf gegen den 5lrieg gilt unserem Todfeind: dem Kapitalismus, der Friede soll uns Wegbereiter des Sozialismus seilt. Mit sozialistischem Gruß Klara Zetkin Internationale Sekretärin der sozialistischen Frauen. Die Tricdensbii Die Türkei gibt sich selbst verloren. Sie hat das Ver- trauen zu ihrer Kraft eingebüßt, die Hoffnung auf die Hilfe der Großmächte aufgegeben und sich direkt an Bulgarien mit der Bitte um Waffenstillstand gewandt. Das ist das Ende und von den Bedingungen der siegreichen Balkanstaaten wird es abhängen, ob die unglücklichen Türken nicht noch einen letzten Lerzweiflungskampf an der Tschataldschalinie kämpfen müssen. Daß sie selbst über den Ausgang keinen Zweifel mehr haben, beweist ihre Friedcnsbittc. Was die Balkanstaaten fordern werden, ist noch ungewiß. Sicher die ttcbcrgabe von Adrianopcl und Skutari, wo die türkische Besatzung noch immer den Angriffen der-» Monte- ncgriner stand hält. Aber auch die Uebergabe von Konstanti- nopel? Wiederholt haben die Balkanstaatcn erklärt, ihr Ziel sei die völlige Vertreibung der Türken aus Europa und damit die endgültige Liquidierung der Orientfrage. Aber die Besitz- ergreifung Konstantinopels stößt auf Widerspruch nicht nur in Rußland, sondern auch in England. Werden die Bulgaren die Kraft haben, sich über diesen Widerspruch hinwegzusetzen? Die nächsten Tage müssen darauf Antwort geben. Auch die ö st e r r e i ch i s ch- s e r b i s ch c Spannung wird vielleicht die Balkanstaatcn veranlassen, die Bedingungen des Waffenstillstandes für die Türkei so annehmbar als mög- lich zu gestalten. Denn sind sie erst mit der Türkei fertig, dann wird Ivohl auch Oesterreich in seinen Ansprüchen etwas mäßiger werden müssen. In Wien hat nian die Situation in den letzten Stunden sehr günstig ausgenialt und wenn nian den schwarzgelben Offiziösen Glauben schenken dürfte, so würde die ganze Welt von der Berechtigung der öfter- rcichischcn Wünsche überzeugt sein. In der Tat scheint man aber außerhalb Oesterreichs de.i Ansicht zu sein, daß ein Krieg nur zur Befriedigung habsbnrgischer Hans- machtsplänc ein zu tolles Stück wäre, als daß ihn irgend eine Regierung wagen könnte. Zudem scheint die österreichische Regierung ihre„unerschütterliche" Entschloffen- heit, Serbien keinen Hafen an der Adria gewähren zu»vollen, doch bereits etwas gemäßigt zu haben. Es heißt jetzt, daß die Serben einen solchen Hafen vielleicht doch bekommen dürften, wenn sie sich verpflichen, ihn nicht zu befestigen. Auch dürfe dieser Hafen kein Hinterland erhalten. Dafür verzichte Oesterreich auch auf eine wirtschaftliche Sonderstellung in Serbien, halte dagegen an der Autonomie Albaniens fest. Diese Vermutung über Oesterreichs Haltung findet eine gewisse Stütze in der Erklärung der russischen Regierung, sie wolle es wegen Serbien zu keiner Zu- spitzung der österreichisch- russischen Beziehungen kommen lassen, sowie in einer offiziösen italienischen Auslassung, die gleichfalls dafür eintritt, daß Serbiens ein„kleines Fenster" an der Adria erhalte. Diesen günstigeren Nachrichten sind aber wieder aus Wien ungünstigere auf dem Fuße gefolgt, die erklären, daß die Situation im wesentlichen unverändert sei, da Serbien auf seinem Standpunkte beharre. Dazu kommt, daß die militärischen Vorbereitungen in Oester- reich trotz aller Dementis ihren Fortgang nehmen. In Rußland dauert die Kanlpagne der nationalistischen Organe gegen den Minister Ssasonow, dem allzu große Schwächlich- keit vorgeworfen wird, mit unverminderter Heftigkeit an. Die Cürkei bittet um frieden. London, 13. November. Wie dem Renterschen Burcan aus Konstantinopel gemeldet wird, hat sich die Pforte direkt an Bulgarien gewandt,«rn einen W a f f e n st i l l- stand herbeizuführen. Die Antwort an die Mächte. Konstantinopel, 13. November. Wie versichert wird, soll der Ministerrat beschlossen haben, den Mächten zu ant- Worten, daß nicht die Türkei, sondern die vier Balkan- st a a t e n die Bedingungen für die Einstellung der Feind- seligkeiten und den Friedensschluß zu formulieren hätten. Die Ucbermittclung dieses Beschlusses an die Mächte wird heute durch die Botschafter der Türkei erfolgen. Die Bulgaren«nd Konstantinopel. Wien, 13. November, In einem Interview mit dem Sofioter Spezialkvrrespondemcn der„Neuen Freien Presse" versicherte der frühere Minister N a t s ch o>v i t s ch, die bnl- garische Regierung habe sich bis jetzt mit der Idee eines Einmarsches in K o n st a n t i n o p e l nicht befreundet. Bulgarien wünsche, daß aus K o n st a n t i n o P e l und Sa- loniki Freistädte gemacht würden. Die Bulgaren würden vor Konstantin opcl Halt mackjen und die Geschicke dieser Stadt der Entscheidung Europas überlassen. ite der tilrkel. Serbien und Oerterrcich. Eine offiziöse russische Erklärung.-> Petersburg, 13. November. Die„R o s s i j a" bezeichfict die Gerüchte über Konflikte zwischen verschiedenen Mächten wegen der Balkanfragc als törichtes Geschwätz und erklärt, sie seien ohne jede Begründung. Das Blatt schreibt die Gerüchte der Erfindungsgabe von Sensationsblättern und Börsenspekulanten zu, die ihren Vorteil suchten, indem sie das Publikum kopflos machten. Das Blatt ist besonders über die Blätter entrüstet, die glaubten, zur Lösung internationaler Probleme beizutragen und in Wirklichkeit doch nur die Werk- zeuge oder Opfer der niedrigsten Spekulation seien. Was die Wiener Offiziösen von Rufilaud erwarte«. Wien, 13. November. Das„Neue Wiener Tagblatt" meldet aus Petersburg vom 13. November, 1 Ilhr morgens: Der Minister des Aeußern Ssasonow hat den serbischen Gesandten verständigt, Rußland»verde zur Hafenfragc keine direkte Stellung nehmen, sondern die Austragung lcdig- lich den ö st e r r e i ch i s ch- s e r b i s ch e n B e r h a n d- Inn gen überlassen, wobei Rußland bereitwillig freundschaftliche Unterstützung gewähren werde, jedoch unter Vermeidung jeglicher Zi» spitzung der österreichisch-rnssischen Beziehungen. Die Haltung Italiens. Rom, 13. November. Der offiziöse„Popolo Romano" schreibt, der Wunsch Serbiens nach einem Ausgang zum Meere sei durchaus verständlich. Obwohl gewisse Bc- denken Oesterreich-ilngarns gerechtfertigt erschienen, könne man Serbien diese Genugtuung nicht versagen, das der einzige Balkanstaat sei, der keinen Zugang zum Meere besitze. Das Blatt ist der Ansicht, daß es der europäischen Diplomatie gelingen werde, die österreichischen und serbischen Ansprüche auszugleichen, indem sie Serbien ein kleines Fenster nach dem Meere zubillige, derart, daß dieses Fenster keine Gefahr für die Zukunft bilde. Günstigere Auffassung. Wien, 13. Aovember. Budapester Berichte der Wiener Blätter melden, daß dort eine günstigere Auffassung der äugen» blicklichen Lage besteht, welche sich insbesondere auf Meldungen aus Belgrad stützt, wonach auch dort eine friedliche Lösung der strittigen Fragen mit Oesterreich-Nngaru angestrebt werde. Der Präsident der Sobranje, D a n e w, erkärte bor seiner Abreise ans Budapest, er sei mit dem Erfolg seiner Mission durchaus zufrieden. Die Situation unverändert.>. Wie», 13. November. Ueber die Auffassung der intet» nationalen Lage in informierten Kreisen schreibt das„Nene Wiener Abendblatt": Die Situation ist im großen und ganzen unverändert, Oesterreich-Ungarns Forderungen sind bekanntlich ein Minimum, von dem es auch beim besten Willen nichts abhandeln lassen kann. Andererseits sind keine Anzeichen eines Einlenkens sei- tens'Serbiens vorhanden. Ocsterreich-Ungarn will dem serbischen Export über die Adria keinerlei Hindernisse in den Weg legen und kann Serbien nur nicht gestatten, t e r r i- torialen Besitz auf albanesischcm Boden zu erwerben. Es ist vielfach davon die Rede gewesen, daß Ser- bien den ersehnten Hafen am Aegäischen Meer bekommen kann. Wir möchten Wert darauf legen, festzustellen, daß es sich da nicht um einen Votschlag des Wiener Kttbineiis handelt. Selbstverständlich hätte man bei»ins gegen die Er- Werbung eine ügüischen Hafens durch Serbien keinerlei Ein- Wendung. Da dieser aber voraussichtlich in einem Gebiete gelegen wäre, das jetzt von den Bnl garen oder Grie- chen in Anspruch genommen wird, so muß es ausschließlich einor Vereinbarung der Balkanstaatcn mitereinander über- lassen bleiben, ob jene Idee zu verwirklichen ist. Oesterreich Ungarn hat sich prinzipiell mit territorialen Erwerbungen der Balkanvcrbündcten einverstanden erklärt. Bei Aufstellung ihrer Forderungen hat die Monarchie von vornherein in klarer und bündiger Weise das Mindestmaß ihrer An- spriiche fixiert. Im Bewußtsein der Güte der von ihr ver- tretenen Sache sieht sie der weiteren Entwicketung der Dinge mit Ruhe und F e st i g k e i t entgegen. Eine sehr sonderbare Erklärung. Wien, 13. November. Infolge der größeren Anzahl von Rekruten, welche mit dem Inkrafttreten des neuen Wehrge- setzes einrücken, sind die Ausbildungsverhältnisse schwieriges geworden. Die Heeresverwaltung sah sich daher veranlaßt, Rekruten für die im Bereiche von Bosnien, Herze- g o w i n a»ind D a l m a t i e n detachierten Bataillone von nun an zuerst vier Wochen hindurch in ihren Kodrcstationcn ausbilden zu lassen und sie dann erst zu ihren Truppenabtei- lungen zu senden. Diese vier Wotften sind nunmehr abgc- laufen, und es beginnen morgen, am 14. d. M., die A b- trau Sporte aus dem ganzen Gebiete der Monarchie. Bei dieser Gelegenheit wird es nicht überflüssig sein, die Oesfcntlichkeit angesichts dieser ungewohnten Truppenbewegungen darüber aufzuklären, daß es tid) ufli k e l tt e r l e r außergewöhnli�s M a ß- mahmen(?) handelt, sondern daß die Militärzüge, die nian ail manchen Orten sehen wird, nichts als Rekrutentrans- Porte sind, welche die alljährliche Mannschaftsergänzung für die Truppen des 15. und 16. Korps nach dem Süden führen. Ein Lottt« des italienischen Parteivorstandes. Der Vorstand der italienischen Partei hat in seiner letzten Plenarsitzung nach längerer Diskussion eiiistimmig die folgende Resolution des Genossen Mussolini angenommen: „Nach Entgegennahme des Berichts der italienischen Vertreter im Internationalen Sozialistischen Bureau, das bei seiner jüngsten Uebereinkunft einen neuen Beweis für die liebereinstimmung der Ideen und Ziele der Sozialistischen Internationale geliefert hat, und unter Berufung auf die Resolution, die die balkanischcn Sozialisten im Oktober 1911 in Belgrad angenommen haben, worin sie dem Wunsche der baldigen Verivirklichung einer republikanischen Kon- föderation der Balkaiwölker Ausdruck gaben, tritt der Vor- stand der italienischen Partei begeistert der Forderung der österreichischen Sozialisten:„der Balkan den Bnlkanvölkern" bei, unter Einschließung Albaniens und ohne Ausschluß der Türkei, als der Schutzivehr der ethnischen und religiösen Rechte der türkischen und mohammedanischen Elemente der Bevölkerung. Der Parteivorstand gibt seiner energischen Opposition gegen jede militärische oder diplomatische Einmischung der Großmächte Ausdruck, soweit sie darauf abzielt, den wider- sinnigen und reaktionären Statusquo, den der Krieg schnell und endgültig beseitigshat, Iviedcrhcrzustellen; er fordert die italienischen Sozialisten auf, angesichts der Lösung, die die Orientfrage durch die nationale Gruppierung der Balkan- Völker erfährt, wodurch diese Frage als Grund der er- drückenden europäischen Rüstungen zu Wasser und zu Lande wegfällt, die antimilitaristische Agitation für die gleichzeitige Abrüstung zu verschärfen und zu vertiefen, und beauftragt schließlich seine Delegierten, auf dem bevorstehenden Jnter- nationalen Kongreß von Basel die hier niedergelegten Ideen zu vertreten." Die Protestkundgebung in London. London, 16. November.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) In London findet am 17. November ein großes Friedensmceting im Londoner Opera House statt. Sprechen werden die Genossen Barnes und Harry Queich für England, Frank und Silberschmidt für Deutschland, H e r p 6 für Frankreich und A n s e e l e für das Internationale Bureau und Belgien. Englische Wünsche. London, 13. November. Die„Times' schreibt: England wird seineu Freuiidschasten gemäß nur die Erhaltung des allgemeinen europäischen Frieden» im Auge haben, der trotz aller alarmieren« den Meldungen jetzt weniger Spannungen ausgesetzt sei als es vor einigen Togen der Fall war. Das würde noch weniger der Fall sein, wenn die Bulgaren sich dazu verständen, vor K o n st a n t i n o p e l Halt zu machen. Zlvio dem Balkanbund! In der dalmatinischen, sogar stark italienischen Hafenstadt Spalato wurde am 10. d. MtS., abends, eine mächtige Sympathie- demonstration für den Valtanbund veranstaltet; an der Spitze des Zuges marschierten Abgeordnete und der Bürgermeister Katalinitsch sprach als erster auf offenem Marli. Hochrufe auf die verbiindeleu Armeen, die Balkankönige und die Vereinigung samt- lichcr Balkanländer ertönten unausgesetzt I Nach einem Fußballmatch in Agram demonstrierten fünf- tausend Menschen für den Balkanbund, trotz de; CuvajschreckenS. Die Polizei hieb mit Säbeln drein und hätte beinahe auch einen Staatsanwalt getroffen. Er mutzte sich mit dem Stock schützen. (Widerstand gegen die Staatsgewalt.) Das sind die begeisternden Wirlnngen de» CuvajsystemS. Und da sollte Habsburg Krieg führen 1 1 Oe Micken Knegsrchauplatz. Der bulgarische Angriff auf die Tschataldschalinie. Wie», 13. November. Ter 5lriegsberichtcrstatter der „Ncichopost" meldet aus dem Hauptquartier der bulgarischen Ostarmrc vom 12. November: Der Hauptangrisf gegen das Zentrum der türkischen Stellung beiderseits von T s ch a t a l d s ch a sowie der Vorstoß im Norden sind i m günstigen Vorwärtsschreiten. In den lebten Tagen wurden die Türken aus allen Vorpositionen geworfen. Der Beginn des Hailptaugrisfes verzögerte sich jedoch um zwei Tage. Die Ursache waren die infolge mehrtägigen Regenwetters eingetretenen Schloierigkciten beim Munitions- Nachschub und bei Heranziehung der Verstärkungen von Adrianopcl»nd der schweren Artillerie. Der Kampf ist äußerst heftig. Sicherheitsmaßnahmen in Konstantinopel. Konstantinopel, 13. November. Gestern nachmittag fand eine Zusammenkunft zwischen dein französischen Admiral du Fournet als Vertreter der Kommandanten der zwölf hier verankerten Kriegsschiffe, dem ersten Dragoman der österrcichisckpungarischen Botschaft als Vertreter der Bot- schatten, dem Chef der Gendarmerie. General Nasif, und dem militärischen, Kommandanten von Psra als Vertreter der tür- kifchen Regierung statt zur Beratung der Sicherheits» maßnahmen in der Stadt. Es wurde beschlossen, daß beide Teile in einer auf morgen angesetzten Versammlung Vorschläge über die als notwendig erachteten Maßregeln machen sollten. Ueber 70660 Flüchtlinge in Konstantinopel. Konstantinopcl, 13. November. Zahlreiche m o° ls a m m e d a n i s ch e Familien aus den Dörfern in der Gegend von Tschorlu und Tschataldscha sind hier angckom- inen, im ganzen etwa 6000. Die Flüchtlinge werden nach Sinope geschickt. Die Zahl der noch hier bleibenden Flucht- linge wird auf 70000 geschätzt. Nach einer amtlichen Mitteilung sind in den letzten 24 Stunden 15 Cholerafälle aufgetreten, daruntar drei unter der Bevölkerung der Stadt. Drei Fälle endeten tödlich. MeMicker kfrkgsickauplatz. Ein Triumph der griechischen Dynastie. Athen, 13. November. Eesteru vormittag kamen der König. Prinz Georg und Prinzessin Alice im Sonderzug in Saloniki an, und wurden am Dahnhof vom Thronfolger, den übrigen Prinzen «nd dem Metropoliten empfangen. 300 Gendarmen unier dem Gendarmerie-Oberstleuinant DanrilatiS sowie Zoll- und andere Zivilbeamte sind nach Saloniki abgereist zur Einrichtung der polizeilichen und anderen Behörden. Drei Transportschiffs find zum Transport der türlischen Gefangenen nach Saloniki abgegangen. Vom montenegrmifcken fo'iegslckaiiplatze. Tie Situation in und um Skutari. Rjcka, 13. November. Eine gestern im Hauptquartier eingetroffene Meldung besagt: Beunruhigt durch die gestrige starke Beschießung, erhob die christliche und die mohammeda- uische Bewohnerschaft S ku t a r i s durch Abgesandte beim Kommandanten Hassau Nisa Bey Vorstellungen, weil die Ge- bände beschädigt, der Verkehr gestört und die persönliche Sicherheit gefährdet werde. Entweder sollte die 1l e b e r- gäbe erfolgen oder die Offensive ergriffen werden, um weitere Nachteile für die Stadt zu verhüten. Nisa Bey soll erklärt haben, es sei seine Pflicht, so lange als möglich auszuharren; die Offensive sei jedoch untunlich, weil sich die Türken in Verteidigungsstellung befänden. Von einer Uebergabe Skutaris könne vorläufig keine Rede sein. Seit Mitternacht herrschen Sturm und Regen, wodurch die O p e r a t i o n e n dar Montenegriner erheblich beeinträchtigt und die Mannschaften an der Erfüllung ihrer Ausgaben stark behindert werden. » Unruhe» in Syrien. Beirut, 13. November.(Meldung der„Agence Havas".) Der Kreuzer„Henri Ouatre" ist nach Tripolis in Sy- r i e u in See gegangen, von wo Unruhen gemeldet werden. Oer kächemltkmll! und die päpstliche CnzyMilta. Während die Zentruinspresse bachemitischcr Färbung und mit ihr die von München-Gladbach inspirierte christliche Gc- Werkschaftspresse sich noch immer ausschwcigt und in ihrer unsäglichen Feigheit keine Kritik an der päpstlichen Vcr- mteiltmg der christlichen Gewerkschaften zu üben wagt, jubiliert natürlich die antibachemitische Presse über die schwere Niederlage, die der innerlich verlogene Bachcmitismns in letzter Zeit zweimal hintereinander, erst bei der Erzbischofswahl in Köln, dann durch die päpstliche Enzyklika, erlitten hat. So schreibt die mit dem Grafen von OpperS- dorff ain gleichen Strange ziehende„Kölner Korrespondenz": „Wenn Pius X. die sogenannten christlichen Gcwcrtsck»aften in der Theorie verwirft und verwerfen muß, wie jeder einsichtige Katholik sich von vornherein sagen konnte, so will er sie doch praktisch toleriere», allerdings unter Bedingungen, deren Erfüllung einem Verzicht auf das M.-Gladbachcr System gleich. kommt. Vorab sei bemerkt, d a ß in a n d a s,>o a s m a n t o l c- riert, verabscheut; man nimmt es aber hin. tveil eS einesteils die eigenen fundamentalen LebcnSprinzipicn nicht vcr- letzt, sondern nur gegen die Konsequenzen aus diesen Prinzipien verstößt, und anderseits ohne Verursachung eines noch größeren Ilebels nicht zu ändern ist. Tie M.-Gladbachcr Gewerkschaften sind also für die Kirche etwas Verwerfliches, aber sie berühren nicht die Fundamente der Kirche. Täten sie daS, so könnte der Papst sie unter leinen Umständen dulden, ebenso wie der Staat nichts dulden kann, was seinen wesentlichen Rechten oder seiner Existenz widerspricht. Dagegen kann die Kirche Mißstände hinnehmen, die sie grundsätzlich verabscheut, und sie ist oft genug gezwungen, es zu tun, ähnlich wie die preußische Staatsrcgierung die Sozialdemokratie, die ihr ein Greuel ist, toleriert, weil sie nicht die Macht besitzt, sich ihrer zu entledige». Fehlt denn der Kirche die Macht, konfessioncll-katholische Gcwerk- schaften in Deutschland durchzusetzen, wie sie es in romanischen Ländern vermochte? Konnte sie ihre Bischöfe und Priester nicht einfach zwingen, die katholische Arbeitenvelt in katholische Gewerkschaften zu sammeln, wie es ja auch ursprünglich katholische Geistliche waren, die an der Wiege der sogenannten christlichen Gewcrlschasten standen? Das konnte sie in Italien. In Deutsch- land, wo nach einem Worte des Kardinals Fischer die besten Katholiken der ganzen Welt wohne», konnte sie es, ohne größeren Schaden befürchten zu müssen, nicht. Hier lagen nämlich bc» sondere Verhältnisse vor, die berühmten deutschen Verhältnisse, die in der Tat sehr sonderbarer Llrt sein müssen, da sie immer Ausnahmen heischen! Also toleriert werden die sogenannten christlichen Gewcrk- schaften, während die so verhaßte Berliner Richtung höchstes, im- eingeschränktes Lob erfährt. Ist schon jede„D u l d u n g" ein starkes Mißtrauensvotum, so sind nnt dieser Duldung B c- d i n g u n g e n verbunden, vor denen jedem Anhänger der„ r o m- freien" Gewerkschaften grauen mutz!" Die„Kölner Korrespondenz" schildert da»», wie die christlichen Gewerkschaftesi durch die! vom Papst gestellten Forderungen in völliger Abhängigkeit vom höheren Klerus geraten, so daß von irgend welcher Selbständigkeit fürderhin nicht mehr die Rede sein kann. Dann heißt es zum Schluß: „Das Fazit: Der Papst lobt die Berliner Richtung, er er- kennt in ihr die grundsätzlich einzig richtige Organisationsform für katholische Arbeiter und wünscht, daß sie energisch gefördert werde. In den sogenannten christlichen Gewerkschaften erblickt er ein Uebel, welches er in Anbetracht der deutschen Vcr- Hältnisse auf Widerruf toleriert, wenn diese Gewerkschaften sich in Weltanschauungsfragen auf katholischen Boden stellen und nichts tun, was vom katholischen Standpunkt auch nur„weniger zu billigen wäre", wenn ihre katholischen Mitglieder gleichzeitig katholischen Vereinen angehören, und drittens, wenn sie sich auf diejenigen gemischten Gegenden beschränken, wo die katholischen Fachabteilungen versagen würden. Wenn, wenn, wenn. Die Gewerkschaftsenzyklika ist ein großer Sieg der Berliner Richtung, die voraussichtlich an Einfluß bedeutend wachsen wird. Sie ist ein schwerer Schlag gegen das M.-Gladbacher System- Was werden die Kölner und die M.- Gladbach er Herren dazu sagen? Sie werden einfach erklären, ivas der Papst von ihnen verlange, das hätten sie ja immer getan. Und so werden sie wie bisher weiterarbeiten, wenn— jetzt kommt das letzte wenn: wenn die Kirche sie gewähren läßt. Die Enzyklika ist auch ein neuer Sieg der Osterkonferenz, die in ihrer Grundidee überall im öffentlichen Leben den Ein- klang mit den katholischen Grundsätzen gewahrt wissen will." Das Blatt hat recht. Die gewerkschaftlich organisierten katholischen Arbeiter werden durch die Enzyklika völlig entmündigt und unter g c i st l i ch e P o l i z e i a u f- ficht g e st e t l t. Allen schmählichen Verteidigungen der Zoll- und Teuerungspolitik durch die christlichen Gewerk- s'chaftsführer, all ihre Kriecherei vor dem Klerus und all ihr jämmerlicher Verrat an den Arbeiterintcressen hat nichts genutzt, die päpstliche Enzyklika verurteilt sie trotzdem zur Selbstkastration, Pslitilcbe deberNckt. Berlin, den 13. November 1912. Die zweite Lesung des Wassergesetzentwurfs. Das Abgeordnetenhaus begann am Mittwoch die zweite Lesung des Entwurfs eines Wassergesetzes, der umfangreich- sten Vorlage, mit der sich der Landtag in dieser Session zu beschäftigen Hot. Die Kommission, die auch während der Sommerpause getagt hat, hat den ursprünglichen Rcgierungs- entwurf einer gründlichen Durcharbeit unterzogen und in wesentlichen Punkten abgeändert. Aber es ist ein Irrtum, zu glauben, daß nunmehr zwischen den Parteien und der Regierung ein völliges Einverständnis erzielt ist. Wie weit man noch davon entfernt ist, beweisen die zahlreichen Abänderungs- anträgc, die noch jetzt fort und fort einlaufen, nicht nur An- träge der bürgerlichen Parteien, die mit ihren Wünschen in der Kommission nicht durchgedrungen sind, sondern auch An- träge der sozialdemokratischen Fraktion, die in der Kom- Mission nicht vertreten gewesen ist. Von der sonst bei Beginn der zweiten Beratung üblichen Erörterung allgemeiner Gesichtspunkte nahm das Haus Abstand. Sachlich läßt sich dagegen kaum etwas einwenden, doch hätte man wohl erwarten dürfen, daß die bürgerlichen Par- teieit über diese Art der geschäftlichen Behandlung, auf die sie sich geeinigt hatten, auch die Sozialdemokraten verständigt hätten. Das war aber wieder einmal geflissentlich unter- blieben. Daß die sozialdemokratische Fraktion die Gelegenheit er- greifen würde, ihre Anschauungen, denen sie in der Kom- liiission nicht hatte Ausdruck verleihen können, im Plenum vorzutragen, war eigentlich selbstverständlich, und es ist ein trauriges Zeichen mangelnder Erziehung, wenn einige Mit- glieder des Hauses, besonders auf der Rechten, wieder in den bekannten unanständigen Ton verfielen und dem Genossen Liebknecht, dem Wortführer unserer Fraktion, durch mehr oder minder geistreiche Zwischenrnfe zu verstehen gaben, daß sie ihn nicht gern hören wollten. Gerade die Konserva- tive», die der Sozialdemokratie immer vorwerfen, daß sie eine rein negierende Haltung einnimmt, hätten sich der posi- tiven Mitarbeit der Partei freuen müssen. Aber so sind die Herren. Stellt die Fraktion keine Anträge, dann macht man ihr das zum Vorwurf; stellt sie Anträge und begründet sie sie, dann ist es den Gegnern mich nicht recht. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß die Sozialdemokraten unbekümmert um Lob oder Tadel der Gegner das tun wird, tvas zu tun sie für ihre Pflicht hält. Was die Haltung der Fraktion zu dem Gesetz betrifft, so hätte sie, wie Liebknecht eingehend darlegte, am liebsten eine rcichsgcsetzliche Regelung der Materie gesehen. Aber auch der laiidesgesetzlichen Regelung steht sie keineswegs grundsätzlich ablehnend gegenüber, da auch sie eine Äodifi- kation des Wasserrechts für erforderlich hält. Im einzelnen bekämpfte Liebknecht eine Reihe von Kommissionsbeschlüssen, die nicht im Interesse des Gemeinwohls Liegen. Scharf wandte er sich gegen jede privatrechtliche Auffassung des Rechts am Wasscrlauf und wies auf die Konsequenzen bin, zu denen das führen muß. Vor allem aber verlangte er eine Durchführung des Gedankens des Gemeineigentums am Wasserlauf im weitesten Sinne. Tie Mehrheit lehnte die sozialdemokratischen Anträge ab. Die Beratung, die bis Ende der Woche dauern soll, wird am Donnerstag fortgesetzt. Die S!ationalliberalcn Schleswig-Holstelns haben am Sonntag in Scgeberg ihren Pcovinzpartcitag abgehalten. Die Frage, wie die Arbeiter für die naiionaUiberale Partei zu gewinnen seien und die Taktik für die bevorstehende LandtagSwahl bildeten die Hauptberatungsgegenstände des Parteitags- Der Par- tcitag bcschlosi, datz es alle» nationalliberalen Partciinitglicdccn zur Pflicht gemacht»verde« soll, die»ationaliiberale Arbeiterbewegung nach Kräften zu fördern. Von der Bildung besonderer national- liberaler Arbeitervereine soll jedoch abgeseycn ivcrden. die Jnter- essen der Arbeiter würden vielmehr am wirksamsten gefördert durch Zusammenschluß zu nationalen und vaterländischen Arbeitcrver» einen. Das Ideal ist also der— allerdings einflußlose— Nationale Arbeiterverein Kiel, der vollständig im Fahrwasser des Reichsver- bandcs zur Bekämpfung der Sozialdemokratie schwimmt. Ter Be- gründer des Antrages, ein Kieler Gymnasialprofessor und eifrige» Mitglied des ReichSverbandeS. sprach die Hoffnung aus, daß eS noch einmal gelingen werde, in Kiel bei der Reichstagsivahl einen nationalen Arbcitcrkandidatcn durchzudringen. Der Herr scheint aus der Dresche, die gerade der Rcichsverband bei den letzten Rcickis- tagsivahlcn erhalten hat, immer noch nicht gelernt zu haben. Seine Hoffmiug zeigt mich, wie wenig er die 5lieler Arbeiter kennt. Für die bevorstehenden LandtagSwahlc» empfahl der Provin- zialausschuß die Annahme eines Antrages, der den einzelnen Wahl- kreisen in der Aufstellung der Kandidaten und dem taktischen Zu- sammengehen mit anderen Parteien volle Selbständigkeit gibt. Dieser Antrag wurde angenommen. Ferner wurde beschlossen, daß Abkommen oder Vereinbarungen irgendwelcher Art mit der Sozialdemokratie nicht ab- geschlossen werden dürfen. Die nationalliberalcn Or- ganisationen wurden berpslichtet, nur solche Kandidaten aufzu- stellen, die gegen die Einführung des Reichstags- Wahlrechts in Preußen, dagegen für die Einführung der geheimen und direkten Stimmabgabe sind. Außerdem müssen sie eintreten für eine„stetige, ruhige und kraftvolle N o r d in a r k- Politik im Sinne der'bisherigen Haltung der nationallibcralen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses". Der nationalliberale» Fraktion de» Dreiklassenhauscs ist be- kanntlich die unheilvolle Zwangspolitik der preußischen Regierung in Nordschleswig gegen die dänischgesinnte Bevölkerung noch nicht scharf genug und die führenden Männer des schleswig-holsteinischen Nationalliberalismus können, sich in Aufhetzung der Regierung nicht genug tun. Die schleswig-holsteinischen Fortschrittler müssen die bis heute genährte Hoffnung, mit den Nationalliberalen für' die Landtags- ivahlen zu einem Wahlbündnis zu kommen, endgültig begraben. Die Debatte auf dem Scgcbergcr Parteitag hat darüber keinen Zweifel gelassen, daß cs die Nationalliberalen immer wieder zu den Freikonservativcn hinzieht, mit denen sie auch bei den Land- tagswahlen 1908 zusammengegangen sind. Rur ein einziger Delc- gierter aus Kiel wagte für ein fortschrittlich-natioiialliberales Bündnis einzutreten, die übrigen Redner sprachen alle mehr oder weni- ger scharf dagegen. ES liege im Geiste der nationalliberalen Partei, die F ro n t scha r f na ch l i n k S z u n ehme n. sagte ein Redner. Die freisinnige Partei sei nicht mehr die alte, sie gehe jetzt faktisch mit der Sozialdemokratie, wenn man den Freisinn nnterstütze, unter. stütze man damit die Sozialdemokratie, erklang eS von allen Seiten. lind endlich ist der Freisinn den Nationalliberalen auch in der Nord- und Ostmarkenpolitik nicht zuverlässig genug, trotzdem die Forischrittlcr in ihrem Wahltompromißailgebot sich verpflichten wollten, in den nordschlcswigschen Wahlkreisen gemeinsam mit den Nationalliberalcn gegen die Dänen zu Felde zu ziehen. Der nationalliberale Parteitag in Scgevcrg hat erneut den Beweis erbracht, daß die schleswig-holsteinischen Nationalliberalen gn der Vorhut der rechtsnationaluberalen Reaktion marschieren. Revolution! Zu btei Monaten Gefängnis ist bekanntlich der Redakteur unseres Kaldenburger Parteiorgans verurteilt worden, weil er— nicht einmal das Wort Revolution gebraucht, sondern nur Ausdrücke an- gewandt hat, durch welche nach Ansicht des Staatsanwalts und des Gerichts das revolutionäre Bewußtsein und der revolutionäre Wille des Proletariats gestärkt werden sollte. Staatsanwalt wie Gericht verstehen eben unter Revolution nur Gewalttätigkeiten. Angesichts dieser Tatsache darf wohl daran erinnert werden, bah es Zeiten gab. wo selbst hochkonservative Männer ganz anders über den Be- griff des Wortes Revolution dachten. Kein Geringerer als Friedrich Julius Stahl, der Gründer der konservativen Partei, hat in seiner ersten Vorlesung über„Die gegenwärtigen Parteien in Staat und Kirche* den Begriff der Revolution wie folgt augegeben: „Revolution nehme ich in ihrem weltgeschichtlichen Begriffe, wonach sie nicht dasselbe ist mit Empörung, überhaupt nicht bloß eine Tat und ein Vorgang, sondern ein politisches S y st e in. Die Empörungen, an welchen die Geschichte alter und neuer Zeit so reich ist, die Vertreibungen von Dynastien, ja selbst die lim- Wandlung von Monarchie» in Republiken, sind darum doch nicht Revolution, und umaclehrt kann die Revolution ohne Schwert st reich in friedlich legaler Weise und mit Belassung der Dynastie, ja von Fürsten selbst eingeführt werden. Empörung ist Abwerfung einer bestimmten bestehenden Herrschaft, Revolution ist Umkehrung des Hcrrschafts Verhältnisses selbst, daß Obrigkeit und Gesetz grundsätzlich und dauernd unter den Menschen stehen, statt über ihnen.'... Zu den Parteien der Revolution in diesem Sinne zähle ich denn cbensoivohl die liberale und die liberal-konstitutiouelle Partei, als die demokratische und die sozialistische Partei. Nicht daß ich j e n e g e m a ß i g t e n und ordnungsuchenden Parteien der Empörung und des Umsturzes zeihe, sondern ihre politische» Priu- zipien sind... Prinzipien der Revolution." ES kann die Revolution ohne Schlvcrtstceich in friedlich legaler Weise erfolgen. Wie gut wäre es, wenn bei der neuerdings wieder erwachenden Angst vor dem Worte Revolution unsere Richter und Staatsanwälte etwas mehr an diesen Ausspruch des gründlichsten Kopses denken wollten, den die konservative Partei je gehabt hat I Dann müßten sie selbst sehen, wie verkehrt eS ist, lwi Revolutionen stet» an Geivalltätigkeiten zu denken. Der Anfruhrprozeft»vegen der Rugniter VorfAkle. �pdc Juli, anfangs August körn es in dem vstpreühischcn Landstädtchcn Ragnit bei einem Streik in der Kistensabrik von Brüning u. Tohn zu Vorfällen, die in ganz Deutschland großes Aufsehen erregten. Ein Arbeiter wurde von einem Gendarmen erschossen; zwei Kompagnien Militär rückten in die Stadt, die nahezu unter Belagerungszustand gesetzt wurde. Am Montag fand vor der T i t s i t e r Strafkammer ein Nach- spiel zu diesem Kriegszustände statt. Angeklagt waren elf Ar- Dotter und eine Frau aus Ragnit wegen Aufruhrs �� �"llaufs(Vergehen gegen die 88 llä und 11ö des Straf- gesetztzbuches). In der Verhandlung wurde das Verhalten der Elreikbreckier sowie die Tötung des Arbeiters Girrolat aufgerollt. �.abei mußte das Gericht in der flrtcilsbcgründung ausdrücklich feststellen, daß durch das Verhalten der fremden Ar- v e i t c r, der Streikbrecher, die Erregung entstanden sei, die dann zu den Vorfällen geführt habe. Durch die umfangreiche Zeugenvernehmung wurde folgendes erwiesen: Am Sonnabend, den"7. Juli, benahmen sich abends einzelne Streikbrecher besonders provokatorisch gegen die Bevölkerung. Der eine Arbeitswillige stach sogar einem Streiken- den mit dem Messer in den Ar in. Die Polizei ordnete zunächst die Festnahme dieses Messerstechers an, später nahm sie aber von einer Verhaftung Abstand, weil der Polizeikonimissar die Tat des Streikbrechers für einen Akt berechtigter Not- wehr hielt. Der Kommissar hat sich dabei vor allem auf die Aussage eine» fünfzehnjährigen Mädchens gestützt. Die Messer- stcchcrci sowie die unterbliebene Festnahme des Streikbrechers ver- ursachtc eine große Erregung unter der Ragniter Bevölkerung, und nach zehn Uhr nbendö bildeten sich an einer Stelle der Stadt mehrere Mcuschciiansammlungcn; auf der eine» Seite standen Streikbrecher, auf der anderen Ragniter Arbeiter. Es wurde» er- regte Zwischenrufe gemacht. Jetzt crfchicn der Polizeikomiiiissar Locpcr, der nach einem Restaurant gehen wollte, um Hilfe zu holen. Er nahm schließlich davon Abstand, geriet in ein? Menschen- menge, einzelne Personen fielen über den Kommissar her und schlugen ihn. Dieser rief um Hilfe, worauf zwei Gendarmen herbeieilten, von denen der eine mit der scharfen 5AiNge auf die Personen cinhicb, während der andere den Revolver zog und de» Arbeiter Girrolat niederstreckte. Es war kein Schreckschuß, auch kein blindes Htncinfenern in die Menge, sondern ein w o h l g c- zieltcr Revolvers chuß, der dem Leben des Arbeiters auf der Stelle ein Ende machte. Der Gendarm als Zenac sagte aus, der Arbeiter hätte den Kommissar, der von vier bis fünf Personen umringt gewesen wäre, am Kragen gefaßt gehabt und hätte eben mit einem schweren Gegenstand auf ihn e i n h a u e n wollen. Uni den Kommissar vor diesem Schlag zu schützen, habe er auf den Arbeiter geschossen. Diese ganze Szene hat sich im Dunkeln abgespielt. Von denen, die auf den Kommissar eingehaucn haben, ist keiner ermittelt worden. Den Angeklagten konnte nicht die geringste Gewalttat zur Last gelegt werden. Sick waren zum Teil nur in der Menschenmenge gewesen. Gegen den Gendarmen, der den Arbeiter erschossen hat, war ein Verfahren eingeleitet worden; doch ist es bald e i n g e st c l l t worden. Der Mann bleibt Sichcrhcitsbcamter. Ueberaus seit- sau, ist, daß am Montag auch nicht c i» c r d c r Arbeits- willigen wegen Aufruhrs und Auflaufs ange- klagt war. Dabei hatten sie sich an der Zusammenrottung stark beteiligt, und selbst der Staatsanwalt mußte eingestehen, daß bei den. Vorgehen gegen den Polkzetkommissar Locpcr vielleicht auch ein Teil der Arbcitswilli- gen beteiligt gewesen sei!! Und trotzdem war von einem Verfahren gegen sie nichts zu hören. Selbst der Messer- siecher war nicht angeklagt, obwohl feststeht, daß von einem Not- wchrakt keine Rede ist. Der gestochene Arbeiter erklärte als Zeuge unter seinem Eide, daß ihn zwei Gendarmen festge- halten hätten, als ihm der Streikbrecher einen Messerstich versetzt hätte. Den Streikbrechern wurde von Zeugen ein ungünstiges Zeugnis ausgestellt. So sagte ein Wert- meister, sie wären nicht einwandfreie Leute gewesen. Von den Ragniicr Arbeitern sagte der Polizcikommissar Locper, daß die Polizei bisher mit ihnen immer sehr gut ausgekommen wäre. Nach der Tötung des Arbeiters Girrolat hatte sick» an einer Stelle noch eine Menge angesammelt, die naturgemäß sehr erregt war. Sie wurde von einem Polizcibcaniten mehrfach aufgefordert. auseinanderzugehen. Sie kam der Aufforderung aber nicht gleich nach und alle Teilnehmer machten sich des Auflaufs schuldig. Das sind die Vorgänge, die zur Anklage gegen die zwölf Personen gc- führt haben.' Der Staatsanwalt mußte gegen vier Angeklagte die Anklage fallen lassen. Insgesamt beantragte er gegen acht Angetlagie wegen Aufruhrs und Auflaufs 40 Monate Ge- sLiignis!! Die Verteidiger wiesen nach, daß ein Aufruhr nicht vorliege. Es sei nicht erwiesen, daß als Folge der Zusammen- rottung ein Widerstand gegen die Staatsgewalt mit vereinten Kräften stattgefunden habe. Das Gericht sprach sechs An- geklagte frei. Die übrigen wurden zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis sechs Monaten und zwei Wochen verurteilt. Ins- gesamt wurde auf 25 Monate und 1 Woche Gefängnis erkannt. Dabei hatte das Gericht wegen Aufruhrs nur die Mindest- strafe von sechs Monaten in Anrechnung gebracht. Das Gericht hielt Aufruhr für erwiesen, es sei der Plan gefaßt worden, gegen den Polizcikommissar gemeinsam vorzugehen. Alle diejenigen, die sich in der Nähe des Kommissars hefulidcn hätieit, hälteil sich des Aufruhrs schuldig gemacht!__ Verj unkerter greift im? Der Rcichstagswahikreis M i n d c n- L ü b b e ck S gehört zu jenen Gebieten, die 1312 zum ersten Male de» Konservaiivcn resp. der Reichspartel abgejagt worden sind. Es ist klar, daß das nur mit den 7Ml soziaidemvkratischen Stimmen Möglich war. die der Freisinn in der Stichwahl testlos erhielt. Es wurde so der Frei- sinnige Kiel gewählt. Das Zentralorgan des deutschen Bauernbundes bringt in seiner jüngsten Nummer folgende Notiz, bei der unbedingt festgestellt werden muß, ov sie auf Wahrheit beruht: „Im Sircisc Mliiden-Lübbecke hat der Vertreter des Kreises im Reichstage, Herr Abgeordneter Kiel, der der Fortschrittlichen Volkspartei angehört, in zahlreichen öffentlichen Ver- sainmlungcn die Erklärung abgegeben, daß er gegen die Einfuhr des argentinischen Gefrier- f l e i s ch e s stimme« werde, auch dann, wenn seine Partei eine andere Stellung einnehmen würde. Herr Kiel ist bekanntlich im Wahlkampfe vom deutschen Bauern- bunde unterstützt worden." Wir erwarten, daß cinwandsfrei festgestellt wird, inwieweit der„Deutsche Baucrnbund" hier die Wahrheit gesagt hat. Hakatisten. Der Gcsamtausschuß des Hakatistenbundcs— Deutscher Ost- markenvecuiic— hat in Berlin eine Sitzung abgehalten, in der er zur Enteignuugsfrage Stellung nahm. Der Regierung bekundete man in herablassender Weise Vertrauen, weil sie endlich mit der Ex- propriation der Polen Ernst mache. Mian sprach auch von den Ziele» der Hakatisleu. Was hinter diesen Zielen steckt, verrät man allerdings nicht. Fast könnte man glaube», die Herrschasten wollen die Polen vollständig ausrotten. Ganz ungeniert behauptet um». den Deutschen soll heißen: Hakatijten— sei der Kampf von de» Polen aufgedrängt worden. Das Verbrechen der Polen besteht darin, daß sie ein zu starkes Heimatgcfühl haben, und sie sich, als Folge der sinnlosen und verbrecherischen Hetzereien der Alldeutschen, in ein chanvinistisch-nationalpolnisches Fahrtvasscr hineintreiben ließe». Die Alldeutschen, die sonst den Nationalismus als höchste Staatsbürgertugend preisen, geraten über den Nationalismus der Polen in heilige Empörung. Was dahinter steckt, offenbart«ine Betrachtung der Verhältnisse im rheinisch-tvestfälischen Industrie gebiet. Unter den Großindustriellen hat der Hakaiismus einen breiten Resonanzboden. Unter ihnen sitzen die lautesten alldeutschen Schreier, die wütendsten Polcnfrcsser. Aber die Polenfeindschaft ist für diese Hakatisteu kein Hindcrungsgrund, die Polen in großen Scharen aus den polnischen Bezirken nach Rheinland-Westfalen zu verschleppen und hier wirkliche polnische Niederlassungen erstehen zu lassen. Ucbcr die Stärke des polnischen Elements im Industrie- bezirk geben nachfolgende Angaben einigen Aufschluß. Aus der Statistik des allgemeinen Knappschaftsvcreins. die die Belegschaften der Gruben im O b e r b e r g a»U s b e z i r k Dortmund erfaßt, ergibt sich diese Ucbcrsicht: Davon ans östk. Prob., Aus Holland, Jahr Ruß I„ Oesterreich- Belgien. Italien und � bclcg.chaft Ungarn sonstigen Ländern Zahl Zahl Proz. Zahl Proz. lgyZ 247 707 80 656 B5,06 B161 2,08 1903 200 341 98 297 35,84 5359 2.00 1904 275 219 09 597 86,19 5983 2,16 1905 260 099 104 008 38,80 5403 2,00 1906 285 355 111807 39,18 6193 2,17 lieber die Stärke der Polen im Industriegebiet berichtet der „Wianus" vom 26. Mai 1908 folgendes: Im Regierungsbezirk Düsseldorf wohnen 85 000 Polen, davon im Kreise Essen allein 30 000, im Landkreis Ruhrort 21000. Weit größer ist die Zahl in Westfalen. Im Jahre 1006 wurden gezählt 229 697, davon in den Kreisen Bochum 38 293, Dortmund 40 515, Gclscnkirchen 72 011, Necklinghausen 63 901. In«inigen dieser Gemeinden zählen die Polen mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Im Jahre 1006 wurden gezählt in Bankau.... 4850 Polen, G200 Deutsche und andere Habinghorst... 2440. 3434.„ Wanne..... 8 454„ 24 585„»„ Röhlinghausen.. 4 731„ 7 002„„« Hede»..... 4 907„11052 Buer..... 14 112„ 18 506 Horst..... 5 439„ 10 097 Bottrop.... 13791„ 22889 Mit der Anhäufung von Meiifchenmassen, aus aller Herren Länder zusammengeholt, verfolgt das Unternehmertum den Zweck, der einheimischen Bevölkerung Lohndrücker entgegenzustellen. Man begnügt sich nicht damit, bedürfnislosere Elemente heran zu locken, man sucht sie auch planmäßig von einer Berührung mit den deutschen Arbeitern fernzuhalten, damit sie nicht aufgeklärt, nicht sozial und gewerkschaftlich..verseucht" werden. Zu diesem Bchufe schließt mau die Nichtdcutschcn durch Einquartierung in Wcrkskolonicn von der übrigen Bevölkerung ab. So cnt- standen im Ruhrrevirr direkte polnische Niederlassungen. Hier, im Kreise der Landslcutc, haben die großpalnischen Agitatoren ver- hättnismäßig leichtes Spiel. Bon einer Assimilation des polnischen durch das deutsche Element kann unter solchen Umständen naiur- gemäß gar keine llicde sein. In der Nähe der polnischen Werks- kolnien siedeln sich polnische Handwerker und Kaufleute an, wodurch die Abgeschlossenheit der Polen noch gefördert wird. Den Industriellen patzt das in wen Kram! Ihre Hauptsorge ist die, den Polen in wirtschaftlicher Bedürfnislosigkeit zu erhalten. Wenn er nur keine Gemeinschaft mit den bösen freien Gewcrk- schaften eingeht, dann kann er ruhig als Spielball nationalistischer Demagogen in das großpolnische Fahrwasser hineintreiben. Dafür erweisen sich dann die Hakatisteu mit der Ostmarkcnpolitik als be- geisterte Alldeutsche, glühende Nationalisten und unersättliche Polen» frcsser. Die Motive der Hakatistischen Gcrmanisierungspolitik stecken im Portemonnaie unserer Patrioten t berinag. DiemangelhafteAeuderungdeS Einkommsusteuergesetzes wurde durch eine Sonderbesieucrung der Konsumvereine gekrönt. Eine famose Bermögeussteuer läßt für WohnuugseiUrichtung und Schmuck- gegenstände die Summe bis zu 15 000 Mark frei. An Stelle der Zehnprozentabgabe wurde durch Gesetz ein bestimmter Beitrag des Doinauiums zu dem Laudkasseuetat festgesetzt, der Hauptanteil der Domiuialeinkiiuste aber verbleibt Nach wie vor dem Fürsten. Eine dauernde fiuauzielle Gesundung der Landesfinanzen könnte erreicht werden durch eine vernünftige Vermögenssteuer und höhere Besteuerung der großen Einkommen sowie dadurch, daß der Domauialbesitz— der ein Fünftel der gesamten Landesfläche ein- nimmt— dem Lande wieder zurückgegeben wird. Das sind eine Reihe von Fragen, die unseren Genossen reich« lichcn AgitationSstoff für die Wahl bieten. Zur Landtagswahl in Lippe. Die Genossen im Fürstentum Lippe eröffneten am Sonntag offiziell den Landtagsivahltampf. In Lippe herrschen die Konser- vativen und die Liberalen; sie haben je 10 Abgeordnete. Da» Land ist in sieben Wahlkreise eingeteilt, jeder Kreis wieder in drei Klassen wovon jede einen Abgeordnete» wählt. Dieses Dreiilassenwahlrecht gibt 3500 Wählern der ersten und zweiten Klasse doppelt so viel Recht als 27 000 Wählern der dritten Klasse. Das Bolksschulwesen liegt in den kleinem Staate sehr im argen. Es kommen nuf rund 25 000 Schulkinder 300 Lehrer. also auf einen Lehrer über 80 Kinder, in vielen ländlichen Schulen 100—120 Kinder. Nach dem Gesetz darf die Höchstzahl 120 be- tragen; aber selbst diese Zahl wird nicht eingehalten. Trotzdem sind die Lehrer die besten Stützen de? LtberatiSmnS im Lande, der sich zu einer auch nur bescheidenen Schulreform mit Rücksicht auf den Landcsherrn, den Besitzer des Domaniums, das dann allerdings finanziell stärker herangezogen werden müßte, nicht aufzuschwingen Interpellation zugunsten des Koalitionsrechts. Die Freisinnigen brachten im sächsischen Landtage am Mittwoch folgende Interpellation ein t „Hält die sächsische Staatsreglerung den Erlaß des sächsischen KriegsministerinmS vom 23. August 1912, welcher sich gegen die im Deutschen Militärarbeiterverband organisierten sächsischen Militärarbeiter richtet, für vereinbar mit dem Koalitionsrecht, und was gedenkt die kgl. Staatsregierung zum Schutze dieses durch Reichsgesetz gewährleisteten Rechtes zu tun?" Unterstützt wird die Resolution von den Wildliberalen Hammer und Merkel. Pater Cohaust und die Arbeit. In Kol n hat dieser Tage der Jesuit C o h a u ß vor 3000 Mit- gliedern der katholischen Arbeitervereine von Köln und Umgegend einen Vortrag gehalten über die„Weihe der Arbeit". Nach dem Bericht des Bachemschen„Lokal-Anzeigers" soll der Redner ge- sagt haben: Der katholische Arbeiter arbeitet für den unendlichen Gott, das ist feine Größe und W ü r d e. Der Arbeiter arbeitet nicht nur für sich, sondern für die Gesamtheit und ist somit ein tatkräftiger Prophet der wahren Menschenliebe. Wie wir selbst Wohltaten empfangen durch die Arbeit anderer, spenden wir sie durch unsere eigene Arbeit. So MUß der Gedanke den Arbeiter auch beseligen: Ich arbeite für Entfaltmig der gesamten Menschheit. Aber die Arbeit verschafft auch dem citn, einen seine wahre Größe. Was ist es. was de» Mann groß macht? Sind cS seine Villen, Gruben, Plantagen, Aktien, Autos? Inmitten all dieser Dinge kann einer weilen, der ein moralisches Ungeheuer ist. Es gibt Leute, die die Arbeit schmähen. Nur der Maim ist groß, der selbst etwas leistet. Ju der Arbeit entfaltet der Manu seine Kräfte. Wieviel Intelligenz, wieviel Tatkraft, Pünktlichkeit, Geduld, Ordmingssinn, Mut wird da entfaltet? Hat der Arbeiter am Ende seines Lebens auch nicht Millionen erworben, er ist doch eins geworden, ein wahrer Edelmann! Der wahr- hast christliche Arbeiter, von der Gnade durchweht, sammelt Gnade. Jede Stunde, jede« Werk wird eine neue StufescinerHitnmelSletter. Die katholischen Arbeiter habe» dem grotesken Schwatz nicht nur geduldig zugehört, sondern dem Pater auch, wie die Zentrumspresse schreibt,„begeislecten Beifall",„stürmischen Beifall" und»minutenlangen Beifall" gespendet. Anne gedattkenlose Schafe. Was der Mann über die„Himmelsleiter' redete, ist eigentlich ein Argument gegen die— Verkürzung der Arbeitszeit: Wenn„jede Stunde Arbeit" eine„neue Stufe der Himmelsleiter" des Arbeiters ist. dann würde etiva bei Einführung des Achtstundentages der Arbeiter Tag für Tag mehrerer„Stufen" verlustig gehen! Oesterrelck-�ngarn. Wie in Ungarn Abgeordnete gewählt werden. Ungarn wählt feine Abgeordneten für das Parlament für die Dauer von fünf Jahren. Die letzten Wahlen fanden im Juni 1010 statt, die Hälfte der Legislaturperiode ist vorüber. Trotzdem sind noch nicht alle Wahlen„geordnet", die Prozesse wegen Wahl« bestechung nicht alle erledigt. Wohl hat das Kurialgericht schon alle Wahlproteste Verworfen, bcl den Gerichtshöfen liegen aber noch die Bcstcchungsprozcsse haufentvcise. Um zu zeigen, wie in Ungarn Wahlen gemacht werden, genügt eS, auf eine einzige Wahl hlnzuweisen, die nicht schlechter als die anderen ist, bei der nur die Wahlpraxis nicht genug vcrhclinlicht werden konnte. Es ist die Wahl des größten Regicrungsmamelncken Paul Falkas in Szaszvaros. Zwei Jahre dauerte cS, bis die Königliche Kurie all den Schmutz dieser Wahl durchstudierte. Trotz- dem es bei der Untersuchung offen zutage trat, daß die Wahl- bcstechungen und die brutale Gewalt den Sieg dem Rcgicrungs- kandidaten brachte, wurde die Wahl für gültig erklärt, weil es nicht nachgewiesen werden konnte, daß der Kandidat direkt die Wähler bestochen habe. Die durch solches Urteil abgewiesenen Wahlprotestler strengten nun den Prozeß wegen Wahlbestcchung an und der Gerichtshof in Deva wird die Angeklagten wahrscheinlich verurteilen. Die Wahl der Abgeordneten bleibt jedoch laut dem ungarischen Wahlgesetz weiter gültig. Die Verhandlung dürfte auch die Behörden des Wahlbezirks arg bloßstellen, da den Akten einige interessante Briefe bclliegcn. Ein Brief, den der Polizeihauptmann von SzaSzvaros an den nun tm Parlament sitzenden Abgeordneten richtete, hat folgenden Wortlaut: „Lieber Freund! Oltcan und Hcrlca, die für Dich stimmten, haben bis heute noch nicht die versprochenen Schau k- l i z e n z e n erhalten. Dieselben laufen mir das Haus ein. Ich war schon beim Herrn Obergcspan, der auch in der Angelegen- heit au das Finanzministerium geschrieben hat. Auch t n der Entziehung der Schanklizenzcn muht Du etwas t u n. Den Wirten, die nicht für Dich stimmten, muß die Lizenz entzogen werden. Die Namen derselben hat der Obcrgespan bereits mitgeteilt. Der Referent in dieser Ange- legenheit ist der Königliche Finanzrat Gustav Schäffer, Akten- nummcr 85 640/1910. Verständige Dich ferner, daß unter Aktennummer 45 251/1910 der Teva« Finanzdircktion sich die Appellation des SzaszvaroS Einwohners Georg BogdanovicS wegen der Entziehung der Schanklizcnz befindet. Die Appellation i st abfchläg- lich zu bescheiden und die Entziehung der Schanklizenz zu bestätigen, da derselbe gegen uns stimmt und noch dazu ein wilder Rumäne ist. Die andere« lvcrden sich da ein Beispiel nehmen." Auch die Gerichte sind in die Schmuhgeschichte verwickelt, waS ein zweiter Brief, der ebenfalls den Akten beilicgt, beweist. Aus diesem Briefe, den der Oberstuhlrichter des Wahl- bezirks an den gewählten Abgeordneten nach Budapest geschrieben. entnehmen wir folgende Stelle: «Lieber Freund!... Moca hat während der Wahl ein auf- reizendes Flugblatt herausgegeben und wurde auch deshalb von mir zu einer Geldstrafe von 40 Kronen verurteilt. Auch habe ich die Staatsanwaltschaft aufmerksam gemacht,.daß sie wegen Nichteinschickung des Pflichtcxemplares das Strafverfahren einleiten solle. Dies ist auch geschehen. Da das Gesetz wegen eincS solchen Vergehens als Maximalstrafe sechs Monate Ge- fängnis diktiert, habe ich bereits mit dem Bezirksrichtcr Elkale gesprochen, damit er de» Angeklagten zur höchsten Strafe , Ii e r u t! c 1 1 1. ischttibs Sit SüfH BezirkSrichler, fdmit tvir dem Moca„Z?!orcs" lernen... So werden in Ungarn die Wäliler„überzeugt". So seljen die Rechten im allgenicinen ans. Und die auf solche Art gewählten Abgeordneten präsentieren sich dann als die Vertreter des Volkes und schaffen Gesetze zur Knebelung des Volkes. Dag unter solchen Verhältnissen die elendesten Zustände im Lande herrschen, ist nur natürlich. Das arbeitende Volk kennt diese Zustände am besten, es ist überzeugt, dag nur ein dcmokra- tischcs Wahlrecht all dem Uebcl steuern kann, und deshalb opfert es Zeit, Geld und Blut für das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht in Ungarn. frank,»eick. Ei» Gelbbuch über Marokko. Paris, 13. November.(Meldung der„Agence Havas".) In der heutigen Sitzung der Deputierten kämm er gelangte das Gclbbuch über Marokko zur Verteilung. Es cntbalt die Schriftstücke, die sich auf die Ereignisse vom Sep- tembcr UMO bis zum November Isttl beziehen, gibt eine Zu- sanimenstellung der Zwischenfälle, die sich in Marokko während dieser Zeit ereigneten, serner der Besprechungen, die mit der spanischen Regierung aus Anlaß der Intervention Spaniens in der Gegend von Larrasch und Elksar eingeleitet wurden, sowie endlich der Verhandlungen, die mit dem Deutschen Reich infolge der Entsendung des„Panther" nach Agadir gc- führt wurden, die bekanntlich nnt dem dcutsch-französischen Marokko- und Kongo-Abkonimen vom 4. Noveniber abschlössen. Italien. Das libysche Knegsjahr... nur ein Vorspiel! Rom, 1l. November.(Eig. Bcr.) Das militärische Fachblatt, , die„Prcparazionc", das sich im allgemeinen durch Sachlichkeit aus- zeichnet, beleuchtet in einem laugen Artikel die heutige militärische Lage in Libyen und beklagt den Optimismus des größten Teils der Presse. Man hätte sogar von einer Entlassung der Reservisten und von der Ernennung eines Zivilgouvcrncurs gesprochen, zwei Dinge, von denen heute noch gar nicht die Rede sein könnte. Die öffentliche Meinung würde in Illusionen gewiegt, während es richtig sc!, sie davon zu überzeugen, daß„die Eroberung Libyens kaum begonnen hat". Das erste Kricgsjahr hätte lediglich die Türken ausgeschaltet: jetzt blieben die Araber zu unter- werfen und dann das Innere der neuen Provinzen zu erobern. Der Artikel schließt damit, daß man noch„auf einen langen und schmerzlichen Krieg gefaßt sein muß". So sieht sich also der berühmte Militärspazicrgang in der Wirklichkeit anl Cnglancl. Tie Bertraiicnsfrugc. London, 13. November. fU n t c r h a u s.) Das Hau» war zu Beginn der Sitzung dicht besetzt. Ehe Ministerpräsident A s q u i t h seinen Antrag auf Wicdcrerwägung des vorgestern gefaßten Bc- schlusses einbrachte, erklärte der Sprecher in einer Erwiderung auf eine Bemerkung Bonar Laws, es sei zwar kein Präzedenzfall dafür vorhanden, das; das.Haus im Verlauf der Verhandlungen einer Bill einen Beschluß zurücknehme.(Zustimmung bei der Lppo- jition.) Asqniths Antrag sei aber ordnungsgemäß.(Beifall bei den Ministeriellen.)- Asquith, der von den Ministeriellen mit lauten Zurufen begrüßt wurde, hob die Bedeutung des Amendements B a in b u r y s hervor, meinte aber, daß die Annahme diese» Amen- demcnts nicht die wi r k l i ch e Ansicht des Hauses dar- stelle, da die Regierung in den letzten 15 Tagen während der De- batte über die Bill Majoritäten von durchschnittlich Ivb Stimmen gehabt habe und die Finanzresolution vergangene Wocyc in einem früheren Stadium der Bill mit einer Majorität von Illl Stimmen " ohne Zusatzantrag angenommen Ivorden sei. Unter diesen Um- ständen glaube die Regierung, das Haus müsse Gelegenheit erhalten, sich zu entscheiden, ob es bei der Annahme von Bamburys Amendement bleiben wolle oder nicht. Asquith schloß: Die Lage ist ernst; wenn das Haus seinen Beschluß nicht rückgängig macht, kann die Regierung nicht weiter bleiben(Beifall bei der Opposition), da das Amendement den finanziellen Bcstim- mungen der Bill einen tödlichen Streich versetzt hat. lieber die Frage des Rücktritts erklärte Asquith: Tie Ncgicrungsiuajoritätcn im Hause sind während der letzten sechs Wochen immer größer geworden. Unter diesen Umständen, ganz abgesehen von einigen anderen Gründen, über die ich nicht weiter sprechen will, die aber einen Wechsel in der Regierung in diesem Augenblick im öffentlichen Interesse möglicherweise zu einer Quelle von Wirrnis und Verlegenheit machen könnten, denke ich. daß, wenn die Regierung jetzt verzichten würde, so würde sie gegen die besten Traditionen der englischen Politik und gegen ihre Verantwortlichkeit verstoßen.(Beifall bei den Ministeriellen.) Im Laufe der erhitzten Debatte, die auf Asquiths Rede folgte, nannte der Unionist Sir William Bull den Premier- m i n i st c r einen Verräter. Er wurde zur Ordnung gc- rufen, und als er sich weigerte, den Ausdruck zurückzunehmen, von dem Sprecher aus dem Hause gewiesen. Bull leistete der Aufforderung Folge und verließ das Haus. Bonar Law führte aus: Nur zwei ehrenvolle Möglichkeiten bleiben der Regierung offen, nämlich Rücktritt oder Auflösung. Ick, mache jedoch eine Einschränkung. Asquith bezog sich auf die auswärtige Lage. Ich gebe durchaus zu. daß dies vital ist. und ich möchte nicht toünschen. daß die Regierung unter den gegenwärtigen Unlständen zurück- tritt oder a u f l ö st. Die Regierung könnte auf die hock,- herzige Unterstützung der Opposition rechnen, bis die Krisis vor- über ist. Aber dann müßte die Regierung natürlich nach Be- cndigung der Krisis an das Land appellieren. Mit ihrem jetzigen Verfahren hat die Regierung das Stecht für sich in Anspruch ge- nommen, zu tun, was ihr beliebt, ohne Rücksicht auf das Volk, das zu vertreten sie vorgibt. London, 13. November. Im Unterhause kam es neuerlich zu erregten Zwischenfällen, als die Opposition dem Gene- ralstaatsanwalt dadurch, daß sie ihn niederschrie, das sprechen unmöglich machte. Nachdem der Lärm eine Zeitlang angedauert hatte, vertagte der Sprecher mit Rücksicht auf die schwere Unordnung unter lautem Beifall der Opposition die Sitzung um eine Stunde. Rußland. Die Arbeiter gegen die Blutilistiz. Man schreibt uns aus Petersburg: � Die Petersburger Arbeiter, die erst vor wemgen Wochen wegen des Attentates der Regierung auf ihr Wahlrecht eine umfassende Protestbewegung in Form von Streiks, Demon- strationen, Meetings usw. durchgeführt haben, sind jetzt wieder in einen neuen Proteststreik eingetreten. Den Anlaß hierzu bot das ungeheuerliche Urteil des Kriegs- aerichtes in Sebastopol, das 17 Matrosen der ' Schwarzmeerflotte zum Tode und 106 zur Zwangsarbeit auf 4 bis 8 Jahre verdammt hat. Hinsichtlich des Matrosen M ach o t i n beschloß das Gericht,„in Anbetracht seiner Reue iini) der Aufdeckung einiger Einzelheiten des Prozesses" nm bi-> Aufhebung der Todesstrafe nachzusuchen— ein untrsig- lickes Zeichen,' daß die politische Polizei auch bei diesem Monstreprozeß ihre Hände mit im Spiele gehabt bat Das llrteil ist dem Oberbefehlshaber der Schwarzmcerflottc zur Bestätigung zugegangen und dürfte wohl schon in den nächsten raacn vollstreckt werden— wenn � mckst der Protest der LergnW. öjfcrffc:«Iftcfc WisUfPt MukM. Lnserqtentei! veranlw.: Pckersbul'gsr Arüdker dtt Heukerarbeit im letzkilli Augenblick Einhalt gebieten wird. Ter Protest der Petersburger Arbeiter ist mehr als eine vorübergehende Gesühlsaufwallung über die Greuel des Blut- regiments. Taufende von Galgen hat die russische Arbeiter- klasse in den letzten Jahren im ganzen Reiche ausrichten sehen, ohne die Kraft und die Entschlossenheit zu finden, der re- gierenden Mördcrbande ihren revolutionären Protest ins Ge- ficht zu schlendern. Daß sie sich nun— noch den opferreichen Massenkänipfen des letzten Jahres— zu diesem Protest auf- gerafft hat. ist ein untrügliches Zeichen des Wicdererwachens der revolutionären Massenbewegung in Rußland. Gerade in dem Augenblick, wo amtliche und nichtamtliche 5inegs- Hetzer, von der prositlüsternen Bourgeoisie sekundiert, an der Arbeit sind, um aus dem blutigen Ringen am Balkan„Kam- pensationen" für Rußland herauszuholen, in dem Augenblick, wo neue russische Raubzüge im mittleren und fernen Osten vorbereitet werden, die die Gefahr neuer kriegerischer Vcr- Wicklungen heraufbeschwören, zeigt der Proteststreik der Petersburger Arbeiter, daß das Proletariat sich einig fühlt mit seinen Brüdern in der Armee und der Marine, die das Joch der Sklaverei nicht stillschweigend zu ertragen vermögen. Die Regierung des Zaren weiß sehr wohl, ans welchem Vulkan sie sitzt, und aus dieser Situation heraus erklärt sich sowohl ihre notgcdrungene„Friedensliebe", wie die ohnmächtige Wut der Regierungspresse, die anknüpfend an den Prozeß der Matrosen in Sebastopol, nicht nur für die„aktiven Teil- nehmer der Militärrevoltcn", sondern auch für die Agitatoren und die nicht genügend energischen„Unterdrücker" unter- schiedslos die T o d e s st r a f e fordert(„Rossija", 10. Nov.). Ueber die Einzelheiten des Prozesses in Sebastopol ist nichts in die Presse gedrungen. Abweichend von der bis- herigcn Praxis, ist nicht einmal die Anklageakte veröffentlicht worden. Soviel ist nur bekannt, daß der Prozeß zurückzu- führen ist auf die Septemberunruhcn auf einigen Schiffen der Schwarzmeerflotte, die in einem Marinebefehl zur allge- meinen Kenntnis gebracht wurden. Die Untersuchung wie die Prozeßverhandlungen sind hinter verschlossenen Türen geführt worden, wo die in Verbrechen ergrauten Richter das zweifellos von der„Ochrana" eingefädelte und geförderte Unternehmen ohne jede Kontrolle der Oeffentlichkeit zu Ende geführt haben...._ Hus der Partei. Zur neuen Friedenskundgebung. Wie uns aus Wien telegraphiert wird, ist Genosse P e r n e r- st o r f e r leider verhindert, am 17. d. M. nach Berlin zu kommen. An seiner Stelle kommt ReichSratSabgeordnetcr Genosse Renner. Kommunalwahlerfolge. Der erste Tag der diesjährigen Stadtverordnetenivahlen in Magdeburg brachte der Sozialdemokratie einen erfreulichen Er- folg. Ii» den am 1. April llllv eingemeindeten Vororten Fermers- leben, Salbke. Westerhüsen, Lemsdorf. Rothensee, Cracau und Prester, die zu zwei Wahlbezirken zusammengelegt und zum ersten Male an den Stadtverordnetenwahlcii beteiligt waren— bis dahin vertraten auf Grund der Eingemeindungsverträge von den ehemaligen Ge- meindevertretungen gewählte Vertreter bürgerlicher Richtung die Vororte im Stadtparlament—, wurden von der dritten Ab- teilung drei Sozialdemokraten, die Genossen Henne- berg, Gericke und L e n tz gewählt und zwar mit großer Majorität. In Muskau(Schlesien) wurden in der dritten Klasse die beiden Kandidaten der Sozialdemokratie gewählt, trotz der Gegen- agitation des Sekretärs des reichstreucn vaterländischen Arbeiter- Vereins. In Westerland auf der Nordseeinsel Sylt wurde der erste Sozialdemokrat in die Stadtverordnelenversammlung gewählt. Noch im letzten Augenblick gelang es den Bürgerlichen durch Schwenken mit dem roten Lappen, ein geschlossenes Eintreten für ihre Kan- didaten herbeizuführen, wodurch sie ein Mandat retteten. Bei der Stadtverordnetenwahl in Altona siegte die Sozial- demokratie über die vereinigten Bürgerlichen mit 8114 gegen 7026 Stimmen. Gewählt sind die Genossen Biseboss, Kirch und L u n d. Am zweiten Wahltag siegte der Genosse H a c h n e I mit 8090 Stimmen gegen den bürgerlichen Kanoidatcn, der 7644 Stimmen erhielt.— Die sozialdemokratische Fraktion hat nun-- mehr von 36 Sitzen elf besetzt. Bei den Stadtverordnetenwahlcn in Hohenlimburg i. W. siegten die Kandidaten des sozialdemokratisch-demokratischen 5iom- promisses über ein solches von Zentrumsleuten und Liberalen. Durch diesen Sieg gelangte der zweite Sozialdemokrat in da» dortige Stadtparlamcni. In Breslau wurden bei der am Mittwoch stattgcfuiidcnen Stadtverorbnetenwahl gewählt: 6 Sozialdemokraten und 4 Blau-- schwarze. In Stichwahl stehen 4 Sozialdemokraten gegen 5ttm- servativc. E s gewannen die Sozialdemokraten drei Sitze, während die Liberalen ein und die Konservativen zwei Mandate verloren. Der Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie ist erheblich. In L i e g n i tz wurden bei der Stadtverordnetcnwahl am Mittwoch zum erstenmal dreck Sozialdemokraten gewählt; der vierte unterlag mit nur zwei Stimmen. Es fand hier zum erstenmal die Bezirkswahl st�tt, die von der frei- sinnigen Stadtverordnetenmehrheit eingeführt wurde. Ter Stimmenzuwachs betrug rund 800. Wäre nach dem alten System gewählt worden, so gehörte jetzt die ganze dritte Abteilung der Sozialdemokratie. Aus der italienischen Partei. Rom, 11. November.(Eig. Ber.) Seit dem letzten Parteitage von Reggio Emilia hat die italienische Partei einen recht erfreulichen M i t g l i e d e r z ii w a cki» zn verzeichnen. Wie der Parteisekretär Bella bei der Vorstandssitziiiig mitteilte, hat die Partei in den letzten Monaten ihren Mitgliederbestand um 109 Sektionen mit mehr als 2000 Personen vermehrt. Diese Vermehrung ist um so beachtens- werter, als in der Regel der MitgliederznwachS vor und nicht nach den Parteitagen einzulretcn pflegst Die Rückkehr zur intransigenten Taktik hat schon jetzt die Parteiorganisation numerisch gestärkt, trotz des Austritts der Reformisten, der insgesamt nicht 2000 Organisierte unseren Reihen entfremdet hat. Der Parteivorstand hat sich weiter am 10. d. MtS. mit der Frage eines Wechsels in der C h e s re d a ktr o n des„Av an ti" be- schäftigen müssen, Genosse B a c c i, der in Reggio die Leitung des Organs provisorisch übernommrn hatte, gab seinen festen Entschluß kund, sein Amt niederzulegen. Der Vorstand beschloß daher, den Genossen Benito Mussolini, den Unterzeichner der Reso- lution, durch die in Reggio der Ausschluß der vier Reformisten be- schlössen wurde, mit der Leitung de-„Avanti" zu betrauen. Musio- Uni, der Gymnasiallehrer ist, war bisher in Forli als Redakteur des dortigen Parteiblatts tätig. � Jugendbewegung. Jungdeutscher Schirßiinfug. AnS Northeim bei Braunschweig wird gemeldet: Bei einem großen, vom Jnngdeuischlandbimd veranstalteten KriegSspiel schoß am Sonntag einer der Teilnehmer mit einem scharfgeladenen Revolver. Das Geschoß drang einen» jungen Mann i n den Ob e r s ch en kell___-■ xh. Glocke/Verli». Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt I Ein Kongreß der sozialistischen Jugend Spaniens hat unter starker Beteiligung in Madrid getagt. Unter den B e» s ch l ü s s e n sind zu nennen: Festsetzung der Altersgrenze auf 30 Jahre. Ein Antrag, die Zugehörigkeit vom Bekenntnis zum Atheismus abhängig zu machen, wurde abgelehnt. Besonderes Ge- wicht soll ans die Veranstaltung wissenschaftlicher Vorträge und Vortragskurse gelegt werden. Die Friedenspropaganda soll mit größter Energie fortgesetzt werden. Zum Vorsitzenden wurde der jetzt im Gefängnis sitzende Sr. Saberit gewählt. Die Geschäfte des Sekretärs übernahm der Sekretär der von Ferrer begründeten Modernen Schule, Sr. Martinez. Versammlungen. Deutscher Hvlzarbcitcrvcrband. In der am Tienslag abge» haltcncn Generalversammlung der Zahlstelle Berlin erstattete der Vorsitzende Glocke den Geschäftsbericht für das dritte Quartal. Der Redner konstatierte, daß die Konjunktur im dritten Quartal etwas besser war als im zweiten. Es ist das eine Erscheinung. die in jedem Jahre zu verzeichnen ist. Die Zahl der Arbeitslosen ist aber auch im dritten Quartal größer gewesen als in derselben Zeit des Vorjahres. Infolge der besseren Konjunktur konnten im dritten Quartal mehrere Streiks geführt werden in Betrieben, die nicht unter den Vertrag fallen. In 31 Betrieben legten 639 Kol- legen die Arbeit nieder. Erfolg hatten 22 Streiks mit 014 Be» teiligtcn. Drei Streiks mit 83 Beteiligten endeten mit einem Vergleich. Verloren gingen sechs Streiks mit 42 Beteiligten. Zwölf von diesen Streiks mit 290 Beteiligten waren Angriffs- streiks, von denen einer mit sechs Beteiligten verloren ging, während die übrigen Erfolg hatten. 19 Streiks mit 34 Beteiligten dienten der Abwehr. Davon lvarcn elf mit 220 Beteiligten crsolg- reich, drei mit 83 Beteiligten endeten mit einem Vergleich und fünf mit 36 Beteiligten gingen verloren.— Die Schlichtunge- kommiffion wurde 136mal angerufen, ihre Beauftragten verhau» deltcn in 146 Fällen.— Die Pcrlmuttarlieiter haben in einigen Betrieben die achtstündige Arbeitszeit durchgesetzt.— Die Geschäfte des Verbandes wurden erledigt in zwei General-, einer Gesamt- Vertrauensmänner-. 100 Vertrauensmänner-, 108 Mitgliederver» sammlungen, zwölf Sitzungen der Ortsverwaltung, zwei Sitzungen der engeren Verwaltung. 30 Kollegen wurde Rechtsschutz bewilligt, und zwar 18 chi gewerblichen und sechs in Strasprozesscii. Die Beschverdekommission hatte in acht Sitzungen 131 Fälle zu behandeln, von denen siebzehn am Schluß des Quartals noch nicht erledigt waren. Tie Jugcndkoinmission hat sich vorerst daraus beschränkt, die Lehrlinge den Jugendheimen zuzuführen. Im Laufe des Wiyters soll eine intensive Agitation unter den Jugendlichen betrieben werden. Die Kontroll- und Agitationskommission hielt 279 geschäftliche und 2109 Wcrkstattsitzungc'n ab. Zu diesen wurden 2886 Werkstätten eingeladen, in denen 44 840 Kollegen, daruntce 33 942 Berbandsmitglieder, beschäftigt waren. 28 618, daruntec 26 886 organisierte Kollegen aus 2399 Werkstätten, leisteten der Einladung Folge.— Die Mitglicdcrzahl hat zugenommen, die Entwickelung des Verbandes kann als befriedigend bezeichnet werden. Der Kassierer Micke bemerkte zum Kafseichcricht, daß nach den eingelaufenen Beiträgen die Mitglicdcrzahl gegen das zweite Quartaj um 1000 bis 1600 gestiegen ist. Verzeichnet waren aor Schluß des zweiten Quartals-29 120 Mitglieder, am Schluß des dritten Quartals dagegen'30 700 Mitglieder, und zwar 29 850 männliche, 800 weibliche und 90 jugendliche. Nach den Ausgaben für Arbeitslosenunterstützittig zu urteilen, hat sich die Konjunktur nicht verbessert. Augenblicklich steigert sich die Arbeitslosigkeit wieder von Tag zn Tag. Die Einnahme der Lokalkasse betrug 244 467,35 M., die Ausgabe 120 477,02 M., es bleibt ein Ueberschuß von 123 989 M., wodurch sich der Bestand auf 364 283 M. erhöht. Für Unterstützungen, lvurden ausgegeben an Arbeitslose 98 912 M.. an Kranke 54 822 M., an Streikende 12 810 M., an Gcmaßregelte 8328 M., andere Unterstützungen 5382 M. Ten Berichten der Arbeitsvermittler ist folgendes zu ent-- nehmen: Auf dem paritätischen Arbeitsnachweis meldeten sich 14 337 Arbeitslose. 13 001 Stellen wurden gemeldet und 11201 besetzt. Von den Arbeitsuchenden konnten in Arbeit gebracht werden bei den Bautischlern und Einsetzern 49 Proz., bei den Möbeltischlern 87 Proz., bei den übrigen Branchen der Tischler 93 Proz., bei den Modelltischlern 69 Proz., bei den Möbclpolicrcrn 89 Proz., bei den Maschinenarbeitern 78 Proz.. bei den Kisten» machern 92 Proz. Der Durchschnitt aller Branchen, beträgt 77,7 Proz. Gegcmvärtig sind 2681 Arbeitslose eingeschrieben. Im Arbeitsnachweis des Pcrbanoes waren 963 Arbeitsuchende eingetragen. Von 793 offenen Stellen wurden 009 besetzt. Am Schluß des Quartals waren 130 Arbeitslose eingetragen. Glocke gab einen allgemeinen Ueberblick über das Tarif- Verhältnis. Der Berliner Tarifvertrag kann am 10. November gekündigt werden. Die Arbeitgeber haben sich bereits für die Kündigung ausgesprochen. Auch die Arbeiter würden gut tun, den Tarif zu kündigen, denn es seien einige Aeiideruiigcn im Jntcr- esse der Arbeiter notwendig. Wenn auch der Arbeitgebcrschutz- verband seit der vorigen Tarifbewegung stärker geworden sei und ein Widerstand von seiner Seite zn erwarten sei. so brauchten die Arbeiter deswegen nicht bange zu sein, denn sie seien ja auch stark genug, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Versammlung faßte folgenden Beschluß: Die Generalversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Kollegen Glocke einverstanden und beauftragt dje am Don- nerstag, den 14. November, stattfindende Gesamtvertrauens- männervcrsammlung, endgültig zu beschließen, ob der Vertrag gekündigt werden soll. Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage. Letzte Nachrichten« Die Lage in China wird ernst. M u k b c n» 13. November. Hier hat ein Kriegsrat stattgc- fnnden, in welchem beschlossen wurde, infolge der Ereignisse in Khalka die Truppen in der Mandschurei um zwei Tivissone» zu vermehren, die Schuhtruppen zu reformieren und die Miliz zu der- stärken. Folgenschwerer Ztlsawinenstosi zweier Eisenbahnzüge. Jüterbog, 13. November.(Amtliche Meldung.) Von dem auf Bahnhof Jüterbog haltenden Güterzug 6808 liefen heute nachmittag 8(05 Uhr etwa 30 Achsen ab und stießen mit dem Personenzug 286 in Kilometer 61 zwischen Grüna und Jüterbog zusammen. Der Schlustschaffner vom Güterzuge wurde getötet, drei Reisende leicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Furchtbares Schiffsunglück. Wien, 13. November.(W. T. B.) Die„Neue Freie Presse" meldet aus Bukarest: Auf der Donau ereignete sich heute nachmittag ein schweres Schiffsunglück. Eine Schaluppe wollte im Hafen von Ostro 00 Mann der Grenzwache nach der Stadt bringen. Bei einer Wendung kenterte die Schaluppe und sämtliche Insassen stürzten in die Flnte». 44 Grenzwächtcr, 1 Korporal, sowie von der Besahung 3 Matrosen und der Mechaniker ertranken. Tie anderen konnten gerettet werden. Tie Pest in Afghanistan. Petersburg, 13. November. lW. T. B.) Der nordwestliche Teil Afghanistans an der persischen Grenze im Umkreise von Mcrutschak ist für pc st gefährlich erklärt worden. !äülSingerjiCo..BxrlinLVV, Hierzu 4 Beilagen u.Nnterhnltnngshl. Nr. 267. 29. Jahrgang. 1. KilM des.Isrniiitls" ßetliner plbliliilt. Donnerstag, 14.|l(win&frl9I2. fottlchfiMer in Aorten und taten. In bcc Kommunalpolitik hat der Freisinn überall versagt. Vcrlin, Breslau, Königsberg, Danzig, Nürnberg, welche Stadt mit freisinnigem Regiment man auch nennen mag: überall ein Manko an positiven Leistungen, überall Befangenheit in Besitzerinteressen und daher das Versagen bei den einfachsten Aufgaben, die das stadtische Wachstum den Verwaltungen stellt. Ucberall vollends die kläglichste Unfähigkeit gegenüber den sozialen Pflichten. Das alles ist so offenkundig und beschämend, daß aus den Kreisen frei sinniger Ideologen wiederholt die bitterste Kritik daran geübt wurde. Aber eine Stadt wurde gepriesen, ihr rühmt man im Frei- sinnslager nach, sie übe weitschanende Kommunalpolitik, sei vor- bildlich in der Förderung des Bildungswesens-und entfalte eine mustergültige Sozialpolitik. Frankfurt a. M. ist gemeint. Vor der„liberalen Einigung" redeten die Demokraten den Brüdern vom Freisinn dieses Märchen so lange vor, bis beide Teile es glaubten. Ein Märchen ist es trotzdem. Als Märchen wird es jetzt im Wahlkampf— die Stadtverordnetenwahlen sind auf den kommenden Donnerstag angesetzt— von unseren Genossen erneut nachgewiesen. Frankfurt a. M. hatte aus der Zeit seiner staatlichen Selb- ständigkeit ein steucrkcäftiges Bürgertum; seine staatliche Maxime war, kein Jndustrieprolctariat aufkommen zu lassen; dieser Grund- satz wirkte lange nach. Wenig Proletarier, sehr reiche Stiftungen, eine steuerkräftige Einwohnerschaft— da war es eine Kleinigkeit, wenigstens den Schein tiefgreifender sozialer Fürsorge vorzn- täuschen. Aber weislich sorgten die regierenden Familien für Fernhaltung der Massen vom Stadtregimcnt; auch unter preußi- scher Herrschaft blieb das Wahlrecht an den 1200 Mark-Zensus geknüpft. Und sehr bezeichnend für die herrschende Demokratie: in einem hartnäckig bis zum preußischen Oberverwaltungsgericht geführten Prozeß mußten nnsere Genossen erkämpfen, daß nicht nur wer 1200 M. versteuert, sondern auch jeder Preuße, der 1200 M. Einkommen nachweist, in die Wählerliste cinzu- tragen ist. Reaktionärer als die preußische Reaktion hatte sich die Demokratie der Sonnemannschen Erben gezeigt. Wiederholt war zu verspüren, daß dieser Demokratie sicher gelegen käme, wenn „entsprechend der Verringerung des Geldwertes" der Zensus noch höher gesetzt würde. Denn dank dieser Verringerung und dank des Wirkens der Gewerkschaften und der Erstarkung der Industrie stieg die Zahl der proletarischen Wähler so stark, daß bereits vor Jahren Genosse Quarck als erster Sozialdemokrat in das Haus Limpurg — die alte Gcschlechterstube, die als Stadtverordnetensaal dient— rindrang, ihm folgten noch und noch weitere 21 Genossen. Dem Magistrat gehört kein Sozialdemkorat an! Sonst schmält die Frei- sinndemokratic gegen die Staatsbureaukratie wegen Nichtbcstätigung sozialdemokratischer Magistratscäte, abetz in ihres Herzens innerstem Schrein ist ihr das gerade recht. Denn in Frankfurt existiert kraft Sonderrechts keine Bestätigungsklausel, und da zieht die Freisinndemokratie der Stadtverordnetenversamm- lung vor, gar nicht erst einen Sozialdemokraten in den Magistrat zu wählen. Als im Vorjahre eine Magistratsvakanz die Stadt- verordnetenmehrheit in eine sehr unangenehme Zwickmühle brachte, stellten die Freisinndcmokraten«ine Reihe Bedingungen, schlimmer wie jene der Nationalliberalen bei Scheidemanns P rä si de n t schaft s kan d idestu r, und wählten auch dann erst eineu Sozialdemokraten in den Magistrat, nachdem sie sich v e r s i ch e r t hatten, der Magistrat werde diese Ergänzung ablehnen. In beschaulicher Genügsamkeit und Selbstzufriedenheit nahm die Mehrheit dann die Ablehnung hin. Obgleich die Sozialdemokratie ein D r i t t c l der Stadtverordneten- I sitze einnimmt und die zweitstärkste Fraktion ist, wurde ihr lediglich ein Schriftführer-, kein Präsidenten- Posten eingeräumt. 7 Dem A Magistrat(wohlgemerkt: Nur der Oberbürgermeister l unterliegt königlicher Bestättgung, alle anderen Posten kann das Stadtverordnetenkollegium frei besetzen!) gaben die Freisinnsdemo- kraten von jeher eine Zusammensetzung, daß sie unter allen Um- ständen als Bremse wirken kann. Dem Schein nach tritt das Kollegium für freies Koalitionsrecht ein und schmunzelnd nimmt es zur Kenntnis, daß im Magistrat als Aufsichtsorgan der Innungen der greulichste Jnnungsterrorismus unbeanstandet bleibt und sogar Strafen exekutiert werden gegen Metzgermeister, weil sie dem Jnnungsbeschluß zuwider mit dem Verband einen Tarifvertrag vereinbarten! Der Magistrat, das Geschöpf der FrcisinnSdemokraten, konnte besonders unter dem jetzt zurückge- tretenen Adickes nach dem Herzen der Konservativen regieren, ohne daß die Stadtverordnetenmchrheit anders als höchstens mit schwäch- lichen Worten dagegen auftrat. So konnte es passieren, daß grund- sätzlich kein von den Stadtverordneten gewählter Sozialdemokrat vom Magistrat als Armenpfleger bestätigt wurde! Die«Franks. Zeitung" hätte jedenfalls reichlich Gelegenheit gehabt, ihre Kritik der preußischen Burcaukratie auch der städtischen Burcaukratie in der Mainmetropole zuzuwenden! Wie z. B. gegen die Berufs- feuerwehrleute vorgegangen wird, das bleibt nicht weit hinter Jagows Schnauzbärtigkeit zurück, und die FreisinnSdcmokratie deckt dieses Tun, indem sie gleichzeitig einzelne Kritiker in den eigenen Reihen höhnisch abtut. Selbst die Mittel scharfmacherischer Werks- Verwaltungen wendet die Freisinnsdemokratie an: sie läßt gelbe Vereine gründen, um städtische Angestellte und Arbeiter cinzufangen. Der Renommierarbeiter Balzer der freisinndemo- kratischen Stadtverordnetenfraktion hat offiziell den Auftrag, die Gelben zu poussieren, und er vollzieht ihn so gut, daß die meister treuen Bäckergesellen unter dem bekannten Gelbenführer Drewitz und die gelben Metzgergesellen ihre Freude daran fanden. Wie Balzer die Gelben, so führten Marx und Jung, beide freisinndemo kratische Stadwerordnete und Obermeister der Metzgerinnung, die Zunftkrauter der Freisinndemokratie zu, und als Lohn gibt die Stadtverordnetenmehrheit die Interessen der Konsu- menten dem Metzgerprofit preis. Trotz energischen Treibens besonders durch unseren Genossen Ouarck hat die Stadt gegen die Fleischteuerung so gut wie nichts unternommen; sie über- ließ auch hier, wie auf vielen Gebieten, fast alles der Vereins- tätigkeit. Am schlimmsten rächte sich der Einfluß des Grundbesitzes an der Bevölkerung. Frankfurt hat von allen deutschen Städten das größte Stadtgebiet, das sich topographisch reizvoll gliedert und breite Waldzonen aufweist. Aber aufgeschlossen wird das Gelände nach dem Profitbedürfnis der Spekulanten, nirgends ist ein Stück aufgespart worden für kleine Arbeiterwohnhäuser, geschweige denn, daß die Stadt selbst Arbeiterwohnungen baute. Skandalös ist das Steuersystem, das nach außen durch die Depression der Einkommensteuer einen sozialen Anstrich hat. Aber neben den direkten Steuern besteht ein ganzes System von Ge bühren, das nach dem Mietwert der Wohnung gestaffelt ist: Ge- bühren für Wasser, Kanalbenutzung, Kehrichtabfuhr usw., sogar die Berliner Mietssteuer wird in Frankfurt noch erhoben. Der Haus- wirk muß sie abführen und erhebt sie vom Mieter als Beitrag zur Haussteuer. Die Gebühren(reichlich 6 Proz. der Mictsbeträgc) heben die soziale Wirkung der Einkommensteucr-Depression nicht nur auf, sondern schaffen eine weit ungünstigere Lastenverteilung wie sonst in preußischen Gemeinden. Dabei sind die Mietspreise, wesentlich als Folge der städtischen Wohnungs- und Gebäudepolitik. ungefähr die höchsten in Deutschland. Jahrzehnte- lang ist als Grundsatz befolgt worden, die Arbeiterbevölkevung möglichst aus dem Wcichbilde der Stadt abzuschieben. Oeffentliche Werke, wie Gas- und Elektrizitätswerke, Tram- bahn, überließ die Stadt dem Privatkapital, das reiche Profite kleines feuilleton. Die Einpeitscher des englischen Parlaments. Die parlamen- tarische Niederlage, die das Kabinett Asquith im englischen Unter- Hause erlitten hat. wird nur erklärlich durch ein Versagen der libe- ralen Einpeitscher, demr ohne das wäre die Ueberrumpelung nie möglich gewesen. Der englische Parlamentarier Henry Norman hat vor kurzem im„Century Magazine" allerlei Interessantes von den Obliegenheiten der Einpeitscher berichtet. Die zur Ab- stimmung nötigen Mitglieder der Regierungsmehrheit sino ver- ständigt, zu einer bestimmten Stunde im Parlament zu erscheinen, um die Opposition niederzustimmen; beginnt aber die Abstimmung früher, dann droht der Regierung eine Niederlage. In solchen Augenblicken beginnt dann eine fieberhafte Tätigkeit, man sieht in den Wandelgängen der Kammer die Einpeitscher einherrasen, zwi- schen dem Obercinpeitscher uüd dem Minister gibt es hastige Unter- rcdungen, und gewöhnlich wird dann irgendein Mitglied der Re- gierungspartci beauftragt, zu sprechen, bis genügend Mitglieder eingetroffen sind. Und während dieses Opferlamm sich nun er- hebt und zum lebhaften Mißbehagen der Opposition endlos zu reden beginnt, herrscht hinter den Kulissen fieberhafte Tätigkeit. Boten jagen in die Wohniungen säumiger Mitglieder, Automobile sausen mit eiligen Aufforderungen vom Parlamentsgebäude fort, das Telephon rasselt, und bald beginnen von allen Seiten die alarmierten Scharen der Parteimitglieder herbeizueilen. Sind genügend Abgeordnete eingetroffen, dann wird dem sprechenden Mitglied« ein, Wink gegeben, und die Abstimmung beginnt. Vor- aussctzung bei alledem ist natürlich, daß der Einpeitscher und seine Gehilfen stets genau über die Anzahl der anwesenden Mitglieder der eigenen Partei und der Oppositionspartei orientiert sind. Dazu sind sie da. das ist ihr Amt, und damit es richtig erfüllt werden kann, haben die Parteien auch ein alterprobtcs System eingeführt. Das Haus besitzt zwar viele Ausgänge, aber ein ungeschriebenes Gesetz verpflichtet jedes Mitglied, das Parlamentsgebäude nur durch «inen bestimmten Korridor zu verlassen. Dabei kommt er an den Glastüren des Zimmers vorbei, in dem die Einpeitscher ihr Haupt- guartier aufgeschlagen haben; zu beiden Seiten der Glastür sitzen stets zwei„Whips" und bewachen die Tür, weshalb sie auw einfach die„Türhüter" genannt werden. Ihr Amt ist es, keinem Mitglicde ihrer Partei das Verlassen des Parlaments zu erlauben, so lange dieser nicht mit einem Mitgliede der Opposition eine Verabredung getroffen hat, nach der beide bis zu einer gewissen Stunde keine Stimme abzugeben sich verpfttöbten. Diese Verabredung, diese „PairS" werden notiert: es ist Ehrensache, das Abkommen einzu- halten, und es wird auch stets respektiert. Die„Whips" haben durch diese Methode stets einen genauen Uebcrblick über die Stärke der Majorität. Eine Ueberrumpelung der RegierungSmajorität ist nur möglich, wenn die Einpeitscher in der Ausübung ihres sehr aufreibenden Amtes erschlaffen und sich vertrauensvoll dem Gefühl überlassen: es wird schon nichts passieren. Der Odessaer Universitätsskandal. Wie auS Petersburg gemeldet wird, hat die russische Regierung beschlossen, eine eingehende Revision d«r Universität Odessa vornehmen zu lassen. Die Zustände an dieser merkwürdigen BildungsstStt« waren nämlich mit der Zeit derartige geworden, daß selbst das Ministerium der Voliöaufklärung sich jetzt zu einem Einschreiten veranlaßt sieht. Man hatte in Odessa einen reaktionären Studenlenklub der sogenannten„Akademisten" gegründet, der die Gunst der Behörden in geradezu tollster Weise mißbrauchte. Besonders tat sich in dieser Hinsicht der Universitätssekretär Gerilsch hervor, der in Odessa den Mittelpunkt der reaktionären Be- strebungcn auf der Universität bildet. Ein früherer Beamter der Hochschule hat jetzt diesem Herrn die folgenden Anklagen öffentlich vorgehalten: 1. Daß Gerilsch ihn und andere Universttätsbeamte veranlaßt habe, alle Rechnungen für Amtsfahrten höher auszustellen, als die wirklichen Ausgaben waren, wobei er die Mehrgelder in die Tasche steckte; 2. daß Geritsch durch seine Polizisten reiche junge Leute wegen der Teilnahme an Unruhen anklagen ließ; wurden sie dann aus der Universität ausgeschlossen, so sorgte Gerilsch für ein ziemlich hohes Honorar dafür, daß sie wieder aufgenommen wurden: 3. daß Geritsch auf seinen und anderer Verwallungsbeamten Namen Drohbriefe schreiben ließ, worauf er dann erklärte, die Schutzpolizei müsse erweitert werden. Er vergrößerte so seine Eii», ahmen; daß Geritsch die Berprügelung der Redakteure, die seine Tätigkeit enthüllten, veranstaltete;£1 daß Studenten, die ihm nicht ihre Hoch« achtung bezeugten, als politiscki unzuverlässig ausgeschlossen winden; S. daß Geritsch im Akademistenllub mit Studenten und Dirnen Orgien zu veranstalten pflegte. Geritsch hat auch der Krone ge- hörende Kohlen gestohlen. Geritsch war weiter der Organisator der Spionage unter den Studenten und Professoren; seine Kreaturen bedachte er mit Stipendien und Unterstützungen. Er verstand eS. ein doppeltes Gehalt zu beziehen und sich recht oft Gratifikationen zu- kommen zu lassen. ES niuß ferner hervorgehoben werden, daß gegenwärtig in der Odeffaer Universität zwanzig Katheder leer stehen. daß infolge der unveraiitworllichen Wirtschaft alle Kassen vollkommen erschöpft sind, daß die Institute keine Apparate und keine Lehrmittel besitzen, daß die Kliniken infolge des absolnten Geldmangels keine Kranken empsangen und die Studenten der Medizin daher keine Er- fahrungen mehr sammeln können, daß die Zahl der Studenten jähr- lich abnimmt, daß die offiziellen Berichte feststellen, die Universität stehe vor dem Abgrunde, und daß endlich die Vorlesungen lediglich llnter den»Kreaturen" Geritschs verteilt werden. Theäter. Kanimerspicle:„Maria Magdalene". Bürgerliches Trauerspiel von Hebbel. Die Bühne hat ihre eigene besondere Perspcklive, mag bei der außerordentlicheli Kompliziertheit der im Bühneneindruck zuminmenwirkendeli Faktoren, das Bemühen, die Gesetze dieser Perspektiven aufzuhellen, auch auf unüberwindliche Slbwierigkeiten stoßen. Wer ans der Schule des neueren Natura- lismuS kommend, an die bei aller Fülle psychologischer Nuancierung doch so schlichte Ansdrucksweise Jbsenscher und Hauptmannschcr Familiendramcn gewöhnt, Hebbels sieben Jahrzehnte altes bürger- liches Trauerspiel zur Hand nimmt, wird da in Sprache und Szenen- führung vieles(von der»»vergleichlicken Charakteristik des Meister Anton abgesehen), vielleicht das meiste als geschraubt und un- natürlich empfinden. Die Redeweise der Personen scheint dem Leser überfrachtet mit Zutaten, in denen des Dichters Reflexion und Phantasie seinen Geschöpfen ins Wort fällt, sie Dinge sagen läßt, die z» der Enge des macht und bei der Gasversorgung noch vor reichlich Jahresfrist die Konzcssion verlängert bekam. Die Trambahn ist, nachdem alles Material zerfahren, gegen hohe Entschädigung in Stadtbesitz über- gegangen. Auf allen Gebieten der moralische und intellektuelle Bankrott der Freisinndcmokratie. Weil die soziale EntWickelung Frankfurts ihre Herrschaft Stück um Stück abbrach, deswegen mußte schließ- lich der politische Bankrott dazu kommen. Bei früheren Wahlen hat die Freisinndemokratie aus Angst vor der andrängenden Sozial- demokratie sich bereits bei den Nationallibevalcn, dann bei den Mittelständlern angevettert, diesmal wird auch der Anfang zu einer Freundschaft mit dem Zentrum gemacht. Um die Unter- stützung des Zentrums zu erlangen, nahm die Frcisinndemolratie im Stadtteil Bockenheim einen der schlimmste» Schulreaktionärc, den in der Wolle gefärbten Zentrumsführer Thormann auf die Kandidatenliste. Der Zorn besonders gegen Genossen Ouarck, der dort kandidiert, läßt die FreisinndemokraUn ihre Fortschrittssecle dem Schwarzen verschreiben.— So sehen wir in Frankfurt, der Hauptstadt der einstigen Demo- kratie, wo die große„Frankfurter Zeitung" alle Tage die Reaktion aufspießt und die Kulturmission des freiheitlichen Bürgertums preist, dieses selbe Bürgertum politisch in den Sumpf geraten. Der scharfe soziale Gegensatz bricht die festesten„Frciheitsprinzipien" wie dürres Rohr. Frankfurt kann vielen als ein Merkzeichen künftiger bürgerlicher Entwickelung dienen. Die Arbeiter werden überall den Liberalismus, auch die„demokratische Spielart, gegen sich haben, sobald der Herrschaft des LiberaliS- mus Gefahr droht.__ Mgeoränetendaus. 9t. Sitzung. Mittwoch, den 13. November 1912, vormittags 10 Uhr. Am Ministertische: v. Breite nbach, Shdow. Ein Antrag der G e s ch ä f t S o r d n u n g s k o m m i s s i o n. die Vernehmung des Abg. W e i s s e r m e l als Zeuge in einer Straf- fache, wird ohne Debatte angenommen. ES folgt die zweite Lesung deS Wassergesetzes. Auf Antrag des Abg. v. Braudrnstrin(k.) wird von der sonst üblichen allgemeine» Besprechung bei 8 1 a b g e s e h e n. die zweite Beratung vielmehr geschäflsordnungsmäßig paragraphenweise vorgenommen. Die ersten sechs Paragraphen werden debattelos ange» n o m n, e n. Nach 8 7 sieht an den Wasserläufen erster Ordnung dem Staate das Eigentum zu. Abg. Bnchtcmann(Vp.) begründet einen Antrag, wonach an den Flußbetten der Wasserläufe erster Ordnung dem Staate das gemeine Eigentum zustehen soll. Die Vorlage steht für den Staat das römisch-rechtlicve Privateigentum vor. Wir aber sind der Meinung, daß das jetzt geltende Recht beibehalten werden mutz, den» die Wasserläufe erster Ordnung sind ihrem Wesen nach zum öfkent- lichen Gebrauch bestimmt. Das römisck-rechtUche Eigentum erlaubt dem Staat ohne weiteres jeden Eingriff, auch wenn er gar nichts schadet, zu verbieten. Bei den Forsten hat der Staat bereits dies Eigentum: daher finden wir auch in den StaatSforsten so oft die Tafel: Dieser Weg ist verboten. So wird rS auch bei den Flußläufen werden, wenn dem Staate auch hier dies römisch-rechtliche Privateigentum gewährt wird. Für die Allgemein- heit können diese Wasserläufe besser ausgenutzt werden, wenn das geineine Eigenlum besteht. Ein Ministerialdirektor wendet sich gegen den Antrag. Der Begriff des„GemeindercchtS" findet sich nur im Allgemeinen Preußischen Landrecht und seine Auslegung ist durchaus nicht ein- heitlich. Abg. Ecker-Winsen(natl.) spricht ebenfalls gegen den Antrag Büchtemann. Inzwischen ist ein Antrag B o r ch a r d t(Soz.) eingelaufen, wonach dem Staate das gemeine Eigentum an allen in natürlichen und künstlichen Wasserbecken fließenden Gewässern zustehen soll. Milieus, in dem sie sich bewegen, ihrem seelischen BildungSzustand nicht stimmen. Leonhards exemplarische Niedertracht, des Sekretärs sich überschlagende Hitze schmeckt nach gemachter, von der Absicht möglichst greller Gegenüberstellung geleiteter Konstruktion, lind dennoch I In den Biihnenrahmen eingespannt, vergegenständlicht durch ein vom Geiste und den Intentionen des Poeten inspiriertes Spiel verschwinden diese Hemmungen. Im Feuer der lebendigen Rede streift sich der Schein der Fremdheit von dem Dialoge, ent- faltet sich die wunderbar tiefsinnige Bildlichkeit deS Ausdrucks so leicht und frei, daß einem der Gedanke, diese Menschen könnten auch anders sprechen, aar nicht aufsteigt. Jedes Gleichnis, in das der Dichter ihre Lebensansicht, ihre Leidenschaft und Stimmung kleidet, scheint auS den Tiefen ihres Selbst zu quellen, wärmt und leuchtet. Sogar das Schattenpaar des Schuftes und des Enthusiasten hebt sich ins farbige Reich deS Individuellen. Es gibt wenige Werke, die, alle Konzessionen an das im schlechten Sinne Theatralische verschmähend, so sehr der Bühne bedürfen, um ihre Kraft zu offenbaren, die so im künstlerischen Vorgefühl des Bühnen- Hildes geschaffen worden sind. Den mächtigen Eindruck, den das Stück vor Jahren im Deutschen Theater mit der Triesch und Rittner in den Hauptrollen machte, konnte die Aufführung der Kammerspiele, so Gutes sie bot, freilich nicht erreichen. Gassermann war für mein Empfinden am stärksten im ersten Akt. Da konnte man zeitweilig über der Gestalt den Darsteller vergessen. Später drängten sich gewisse Manieren seiner schauspielerischen Eigenart, stereotype Modu- lationen des Organs— vor allem in den Ausbrüchen leidenschaftlicher Heftigkeit— störend hervor. Die Illusion war um so schwerer zu bewahren, da sein hoher schlanker Wuchs so gar nicktt zum Handwerkertypus des Hebbelschen Meister Anton paßte. Lucie Höflich, die nach langer Unterbrechung zum ersten Male wieder auftrat, hat noch immer jene Glockenstimme, deren leiser reiner Klang so warm zum Herzen spricht. Das Publikum lauschte ihrer Magdalene ergriffen. Doch auch hier wurde die Wirkung durch den Gegensatz der äußeren Erscheinung, die fraulich war, zum Bild, das 'ich die Phantasie von der Gestalt entwirft, abgeschwächt. Sehr ein war Rosa BertenS als Mutter, Abels Leonhard und Karl E b e r t in der Rolle des jugendlich schwärmerischen Sekretärs. Auch Herr Momber, der den aus der Art geschlagenen Sohn des Alten gab, hatte in seinem Spiele eindringlich überzeugende Momente. ät. Notizen. -- M u s i k ch r o n i k. Das Deutsche Opernhaus bringt Sonnabend„Figaros Hochzeit" von Mozart mit neuen Deko- rationen, die den Rokokostil, festhalten. Statt deS gesprochenen Dialoges werden die Rczitajive in der neuen Bearbeitung von Georg Hartmann eingefügt.— Das Opernhaus teilt mit, daß im Parkett und in den Rängen eine genügende Anzahl Plätze in allen Lagen für den TageSverkauf frei gehalten werden und das HauS keineswegs nur de» Abonnenten gehört. — Kein Wagncr-M onopol—- in Budapest. Das Budapester Appellationsgericht hat im Prozesse der königlichen Oper gegen die Voltsoper wegen deS Verbots der Aufführung von Wagner- opern entschieden, daß auch die VslkSoper die Waanerschen Opern aufführen dars. Mg. Dr. Liebknecht(Soz.): Wenn wir seben. wie sich die Negierung in den Moliveil zu dein Entwurf bemühl, auseinander- zusetzen, das; schließlich doch das Prwaieigrcitum gegenüber dein öffentlichen Eigentiim vorzuziehen sei, wie sie darlegt, daß eZ bei dein Schlußresnltat bei beiden Konstruktionen ans dasselbe hinaus- koiiiint, weil man auf der eincii Seite das P'üoateigentuiu ein- schränken nnd auf der anderen Seite wiedenmi das öffentliche Eigentum nach der privatrcchtlichen Seite eiirichränken könne, so erkennt man schon daraus, daß wir es hier off enbar mit einem Gebiet zu tun haben, das sich in das Prokrustesbett unserer deni Privatrecht entnommenen rechtlichen Konstruktionen jwr iiiltil einfügen läßt. Es Handell sich darum, der Eigenart der Bedürfnisse in bezng auf das Wasserrecht dadurch zu entsprechen, daß man ein G e- meineigentum schafft und auf diese Weise freie Hand behält, durch eine positive Negektmg den einzelnen Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne durch den Nrbegriff des Privatcigen-ums gebunden zu sein. Jede privatrechlliche Auffassimg des Rechts am Wasserlanf muß zu bedenklichen Konsegnenze» führen. Deshalb ist auch die Porlage genötigt, dem Eigentümer am Wasserlaus bestimmte rechtliche Grenzen zu ziehen und den Gemeingebrauch sier die Allgemeinheit vorznbehallcn. Aber dieser Begriff„Gemeingebrauch" ist nirgends klar und fest definiert. Schafft man aber den„Gemein- gebrauch" als Aechtsinstiuition, so ist nicht einzusehen, wanuii man nicht auch die Jnsliiulion deS Gemeineige» lumL anwenden soll. llnscr Antrag, der nilin nur wie der fortschrittliche das Gemein- eigentniii an den Wasscrläufen erster Ordnung, sondern an allen fließenden Gewässern fordert, ist in der Koinmission als in gelvissem Sinne sozialistisch perhorresziert ivorde». Sein Wortlaut aber ist nicht etwa dem Programm der sozial- dcmvkraiischcn Partei entnommen, sondern dem Würltcinbergiichen Gesetz.: Die Zillassnng des KahnfabrenS überhaupt kann zu Beläsligmigen des Eigentümers sührcn. Wir beantragen aber das Kahnfahren insoweit zu gestalten, als eS bisher gemein- üblich war.— Der Antrag Borchardt scheint mir, soweit ich seinen Sinn ahne, nicht durchführbar. Abg. Mc>,er-D>cp>>olz(natl.) spricht für den Antrag Schnieddilig. Abg. Lippmaml(Vp.): Der Gemeiiigcbranch ist da? Wenige, was vom Gemeineigentum übrig gebliebe» ist. Wir treten daher dafür ein, diesen Geinelngebranch ni ö g l i ch st o» s z u d e h>i e». Deshalb stimnien ivic für die Freilassimg des Kahnrahren«. Wenn Mißslände beim Kahnfahren vorkomme», kann es ohnehin verboten werden.— Den Antrag Borchardt verstehe ich dank meiner kindliche» Auffassung dahin, daß. soweit daS Wasser zur Schönheil, An nehmlichkeit oder Gesundheit der Gegend beiträgt und unentbehrlich ist. ein Recht sämtlicher Anwohner der Gegend darauf besteht, daß die Wasiervcrhältiiisse nicht so geändert werden dürfen, daß die Gesundheit und Schönheit der Gegend gestört wird. Das ist aber undtirchsührbar, wenn man nicht sagen ivill, daß an Wasserlänsen in schönen Gegenden überhaupt nichts geändert»verde» darf. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Der Begriff des Gemeingebrauches ist sehr schwer zu fassen. UnS kommt es darauf an, den Geineiiigebrauch aus einem talsäch- lichen Zilstand zu einem»v i r k l i ch e n Recht zu machen, ivähreild er bisher lediglich dem behördlichen Wohlwollen in die Hände ge- geben ist. Wir haben, uin eine solche Regelung herbeizuführen, einige Anträge zu späteren Paragrophen gestellt. Dein Antrag, das Boolsahreit in diesen Paragraphen aiifzuiiebmen, stimme» lvir zu, wir hallen selbst die Absicht, einen solchen Antrag zu stellen. Die konservative Eiiischränkilng lehnen wir ab.— Nun komme ich zu der Sphinx(Heiterkeit), zu unserein Antrag, den Herr L i p p in a n n so ivohlivollend ausgelegt hat.. Er hat damit zugleich sein christliches Gemüt bewiesen, indem er nicht Böses mit Bösem vergolten hat.(Heiterkeit.) Seine Auslegung traf un- geiähr zu. Es»vor auch uns vollkommen klar, daß es ungemein schwer ist, das auszudrücken, was ivir treffen wollten. Wo aber eilt wirkliches Bedürfnis zu einer gesetzlichen Regelung vorhanden ist, muß sich auch eine Fassung finden lassen. Und dieses Bedürfnis liegt gegenüber der B e r p e st u n g der Lust durch die Flußlänse, wie ich sie aus meiner Erfahruilg im bergischen Land kcniien gelernt Hobe, allerdings sehr dringend vor. Vielleicht läßt sich durch eine geriiigsügige Aendernng unseres Antrages eine Form finden, um diesem Bedürfnis zu genügen. Abg. Frhr. v. Eliimtlcu(Z.) betont, daß er den« Antrag Schmedding nur zustimnien könne, wenn der Wasserpolizei das Rdchl bewahrt bleibe, den Gemeingebrauch zu beschränken. Nach einer weiteren kurzen Bemerkung des Abg. Liebknecht schließt die Debatte. Abg. Schmedding ändert seinen Antrag im Sinne des An- träges v. K r i e s ab. In dieser Fassung wird der Antrag in beziig auf daS Kahn- fahren angenonimen. Der Antrag Borchardt wird abgelehnt. § 30 bestimmt, daß für den Schaden, der durch da? Landen, Befestigen usw. von Schiffen und Flößen entsteht, der Schiffseigner oder Eigentüiner des Flosseö verantwortlich ist. Abg. Dr. Liebkiiecht(Soz.): Ich Ivill nur dem Bedenken Ausdruck geben, daß man hier den Schiffseigner oder Flößer unbedingt verantwortlich machen»uill, auch ivenn ihn gar kein Verschulden trifft, während doch dies Ver- schulde» im§ 24a, wo es sich um Großindustrielle uslv. handelt. zugrunde gelegt ivurde. Beweisen Sie bei dieser Gelegenheit einmal Ihre immer betonte Schiffer- u>»d MitlelsiandSfreundlichkeit.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) § 30 wird a il g e n o m m e n. Die Weiterberalung wird auf Donnerstag 10 Uhr vertaat Schluß b'/j Uhr._ u' vie Teuerung. Interpellation gegen die Fleischnot. Im sächsischen Landtag ist außer der sozialdemokratischen auch eine freisinnige Jiltervellatioi« über die Flcischtenerung eingegangen. Sie enthält fast dieselben Forderungen wie die sozialdemokratische. Weitere Verteuerung der Lebensmittel) Nun scheinen auch die Herren B ä ck e r m e i st e r ibre Zeit für gekommen zu erachten, um eine kteine«schröpsung der Konsu- inenten vorzunehmen. Tie Z>mungsmcister de» Kreises Colmar- Rappoltsweilcr rm Elsaß faßten am 26. Oktober den Beschluß, vom 1. November ab den Preis des S-Pfund-Laibeß nur 4 Pf. zu erhöhen. Ein Bäckermeister ließ nun in den Tageszeitungen An- zeigen erscheinen, daß er trotz des teuren Mehles, aber angesichts der teuren Zeiten aus„sozialem Mitgefühl"(?) nicht ausschlage. Aber seine Kollegen ließen nicht mit sich spaßen. Sofort erging seitens der Innung an sämtliche Mitglieder folgendes Zirkular: „Bäckerinnung im Kreise Eolmar und Rappoltswciler. Geehrter Herr Kollege! Wie«ie aus der heutigen Nummer des„Elsässer Courier" ersehen haben werden, erschien in der- selben eine Annonce des Bäckermeisters.... in welcher derselbe der Bevölkerung mitteilt, daß er trotz des Mehlausschlages sämt- lichc Brotsorten zum früheren niederen Preis wcitcrvertauft. Wir bitten Sie in Ihrem eigenen Interesse dringend, dieser Annonce halber nicht ängstlich zu werden, sondern die ein, geführten Brotpreise ruhig weiter einzuhalten. Zu Ihrer Be- ruhigung teilen»vir Ihnen mit, daß lvir gegen... bereits die nötigen Schritte unternommen haben. Mit kollegialem Gruß Ter Vorstand." Die Strafe, die die Herren Bäckermeister ihrem renitenten Kollegen zugedacht habe.,, ist nicht ausgeblieben. Sie riecht zwar nach Tcrrorismus in höchster Potenz, aber da er von den Herren Unternehmern ausgeübt wird, ist es eben kein Terror, sondern Notlvehr. Wie wir nämlich erfahren haben, hat tatsäch- lich daö Syndikat der Müller und M c h l h ä n d l e r schon den Beschluß gefaßt, über den betreffenden Bäckermeister den Boykott zu verhängen. Außer dem Bäckermeister verkauft nur die Konsumgenossenschaft die Brotwarcn zum alten niederen Preis. Die Flcischermeistcr gegen billiges Fleisch! In E b e r s w a l d e setzte sich der Magistrat mit den Fleischer« nteistcrii in Verbindiing, um die Beschaffung billigen Fleische? in die Wege zu leite», lieber daS Resultat der Verhandlungen berichtet ein der Stadtverordnetenversailunlung vorgelegtes Protokoll. Danach eikiärte der Fleischermeister Jahre, Stadtverordneter erster Klasse, ans Befragen:„Er sei von der Fleischer», inmg beauftragt, zu erklären. die Jiniung werde keinerlei Schritte nnternehmen, um billiges Fleisch zu beschaffen und daß sie evenlnell dahingehende Anfragen des Magistrats unbeantwortet lassen»verde." Wie der Vertreter deS Magistrats. Stadtrat Ulrich, dazu ausfühite, hat Fleijchernieister Juhre noch erklärt, daß sich die Fleischermeistcr von ganz Deutschland in dieser Haltung einig seien. Um so umsichtiger und energischer werden die Städte die dauernde Fleischversorgung iy die Wege leiten müssen._ Slhtvei?eriicher Sozialdcrnollratiicher Parteitag. ! Neuenbürg, 10. November. Vierte Sitzung. Die Verhandlungen Iverden eröffnet mit der Berichterstattung der Genossin Walter über die Arbeiten der Kommission betr. die Vereinheitlichung der Resolutionen zur Frauenfrage. Die recht lang gehaltene Resolution tönstaticrt einleitend die von der jeweiligen Produktionssorm bedingte Stellung der Frai» in der Gcsellsck'ast und die Wirkungen des Kapitalismus auf die Familie. Die Mitarbeit der Frau im ganzen Wirtschaftsgeiriebe erheischt deren Gleichberechtigung mit dem Manne, die aber keine bürgerliche, sondern nur die sozialdemokratische Partei vertritt, »vclchc auch für die ivirtschaftliche und soziale Befreiung des arbeitenden Volkes und somit für die Aufhebung jeder Klasscnhcrr« schaft kämpft. Sodann wird der grundsätzliche Unterschied der bürgerlichen Frauenbewegung von diesen Bestrebungen gezeigt und festgestellt, daß ihr Endzweck die Anfrcchterhaltung des bestehenden Wirtschaftssysteliis ist. Ein zeitweiscs Zusainmenwirken mit jener zur Erringung des Frauenstimmrechts wird als zulässig, die Zu- gchörigkcit zu einer bürgerlichen Fmucnorgaiiisation als unzu- lässig erklärt. Mit allen Kräften soll für die Stärkung der sozial- demokratischen Frauenbelvegung gewirkt werden. Ebenso soll die Partei in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des inlernat«� nalen Sozialistentoiigresses in Stuttgart von 1907 bei jeder Ge- legenheit für die Einführung des Fraucnstimmrechls wirken. Da« Fraucnstinilnrccht wird als eine Forderuilg der Gerechtigkeit, dar- über hinaus als ein»vichtiges Mittel des Klassenkalnpfcs bezeichnet und schließlich erklärt, daß erst mit dem Eintritt der Prolctaricrin in die vollen Bürgerrechte der Klassenkampf eine solche Bedeutung gewinnt, die ihm zum siege verhilft über die bestehende kapita- listische Klassenherrschaft. � r, Die Resolution fand nun ohne weitcre Debatte cinstuninige Annahule. Nun wird die Debatte über den Generalstreik wieder aufgenommen. Ter erste Redner ist S ch i l l i n g- Neuen- bürg, der u. a. auch die Frage erörtert, wie sich die in der Schweiz lebenden ausländischen Wchrpflichtigen, insbesondere die verhei- ratctcii, beim Ausbruch eines Krieges, zu dem sie einberufen werden, verhalten sollen. Daneben betont er die«chlvierigkeiter. des Generalstreiks. , Grabet- Ehaux-dc-Fonds erörtert die Kriegsgelüste der Großstaaten bzw. der herrschenden Klassen zur Befriedigung ihres Landhungers, wobei sie zugleich in einem Kriege die Sozialdemokratie schwächen möchten. Wir in der Republik können leichter als die Arbeiter in monarchischen Staaten in den Generalstreik ein- treten, der die beste Form des Protestes gegen den Krieg»st. Greulich rät von jeder Beschlußfassung ab und zeigt sodann die Stellung der Schweiz zu kriegerischen Perioickelungcn, wobei es sich sür sie nur darum handeln kann, ihre Neutralität aufrcchtzu- erhalten. Der Generalstreik könnte für uns in der Schweiz da- durch überflüssig werden, daß das gesamte schiveizcrischc Wirt- schafisleven durch die Einberufung der vielen Tausende auslaii- dischcr Arbeiter in der Schweiz in ihre Heimat vollständig gestört nnd viele arbeitslos werden würden. I ö t{ c u betont bic 0d}iuicriöfeitcii@cncroI[tccifö gegen- übet einem Kriege. Gegenüber Greulich lehnt er die stete Betonung des Patriotismus ab. da i» der schweizerische» Demokratie die Ar- belterschaft genau so ausgebeutet wird, wie in den monarchischen Ländern. S i g g- Zürich führt aus. daß in einem Kriege zwischen zweien unserer Nachbarländer wir an die Grenze marichlcren mußten, um den Krieg von unserem Lande fernzuhalten und unsere deino- kratischen Rechte zu sichern. Wir erwarten vom deutschen und österreichische» Proletariat entschiedene Stellungnahme gegen Krieg in dem Sinne: Bis hierher und nicht weiter. Das Schweizer- Volt bat schon einmal, Ende des 18. �abryunb)crts. sich geweigert, dem Ruse der Herrschenden zum jirieg Folge zu leisten und viel- mehr die eindringenden Franzosen als Befreier begrüßt. Der Fall kann sich»viederholen und darum dürfen wir� uns nicht festlegen. Würden die Schweizer in anderen Landern ausgehen, so würden sie im Lande der Eroberer das Ferinent bilden zur Demokratisierung desselben. Er beantragt schließlich eine kurze Resolution, die et» klärt, daß das schweizerische Proletariat seine Pflichten der Jntcr- nationale gegenüber erfüllen»verde. � Graber polemisiert gegen Greulich, indem er feststellt, dcch die deutsche Sozialdeinokratie innner erklärt hat. mit allen Mittel» gegen den Krieg zu wirken, aber allerdings und begreislicherweise sie nicht näher nannte,»vas wir in der Schweiz tun können. Wir sind erst Arbeiter und in zweiter Liliie erst Patrioten. Unsere Neutralität ist unser schönes Gemälde, das man sich gelegentlich ansehen mag. das aber auf einmal von den herrschenden Klasse» als wertlos bezeichnet werde, wenn es sich für sie um Mititärfrageu Handelt. Unlcr feineu Umständen dürfen wir das Spiel der Grasten mit mach en. N a i n e ivendet sich gegen Leute in unseren Reihen, die die natianaleii über die Acheiterinteressen stellen. Wenn man der Ar- beiterschaft die Waffen in die Hand gibt, dann sollen sie dieselben gegen ihre Feinde und nicht gegen ihre Arbeitsbrüder gebrauchen. Tie Insurrektion wurde er dein Generalstreik vorziehen. Müller- Bern weist darauf hin, das; die Vertreter der aus- landischen Bruderparteien immer ihre Vorbehalte machen, z. B. mil einem Angriffskrieg seitens einer anderen Macht, wogegen sie das eigene Land mitverteidigen würden. Er beruft sich für die Ver- tcidigung der Schweiz durch die Arbeiterschaft auch auf eine Aeutze- tung Bebels, nach der er die milüärische Verteidigung der schweizerischen Neutralität als selbstverständlich erachtet. Nationalrat G r a b e r wendet sich gegen den Gedanken der Insurrektion und empfiehlt den Generalstreik als Mittel zur Ver- Hinderung von Kriegen. G r i m m zeigt in kräftigen Zügen die Wandlung in den An- schauungen der Massen in den letzten Iahren im Sinne des Anti- Militarismus, und zwar gegen die Stellung der Führer. Für die Erhaltung der Demokratie treten wir ein, gewih. Aber sie er- scheint den Arbeitern in anderm Licht als manchem Genossen in gehobener Stellung. Unsere nationale Selbständigkeit werden wir am besten durch die internationale Aktion wahren können. Wenn man auf dem Standpunkte des Militarismus steht, muß man logischerweise auch alle Konsequenzen tragen und alle militärischen Forderungen bewilligen. Weil er das nicht will, lehnt er auch jenen Standpunkt ab. Ebenso lehnt er die Festlegung des General- streiks wie des Marschierens an die Grenze ab bei kriegerischen Verwickelungen, llebrigens braucht das Ausland gar nicht mit den Waffen gegen die Schweiz aufzumarschieren, es braucht nur die Grenze abzusperren. Auch sind wir der Bourgeoisie keine Rechenschaft darüber schuldig, was wir in einem Kriegssalle tun wurden, sondern nur der Arbeiterschaft, deren fortschreitende organisatorische Erstarkung und Aufklärung sie befähigt, selbst zu entscheiden, wie sie sich verhalten soll.' �Anhaltender stürmischer Beifall.) Seidel empfiehlt ebenfalls Organisation und Aufklärung der Arbeiterschaft als beste Mittel für die Vorbereitung zu Aktionen. B r a n d l e r- Zürich fuhrt aus, daß vom Patriotismus mehr als genug die Bourgeoisie der Arbeiterschaft predigt, so daß nicht auch noch wir es tun müssen. Er sucht dann aus den Wirtschaft- lichen Veränderungen den Gegensatz der alten Parteiführer zu den jüngeren und der Arbeitermasse zu erkläre», das Versagen des Kleinbürger- und Kleinbauerntums. die fortschreitende Klassen- scheidung und die Verschärfung des Klassenkampfes. Kritisch unter- sucht er den Wert der freiheitlichen Einrichtungen der Schweiz für die Arbeiterschaft, die nicht ausreichen für die Verwirklichung der sozialdemokratischen Forderungen und ein Blutvergießen nur der ferneren Aufrechterhaltung dienen würde. Er erinnert an die Worte Brantings auf dem Stuttgarter internationalen Sozialisten- kongretz, dast die Militärausgaben Schwedens, Dänemarks und der Schweiz rein hinausgeworfen sind. Inzwischenhinein werden die Thesen Greulichs zur Bildungsfrage ohne Diskussion einstimmig angenommen, die planmäßige und energische Förderung des Bildungswesens für das ganze Land durch Bildungskurse. Vorträge, Verbreitung belehrender Literatur, Förderung zweit mastigen Bibliothekwesens und Ver- Mittelung künstlerischer Darbietungen verlangen. Alle Partei- genossen werden verpflichtet, diese Bestrebungen moralisch und materiell zu unterstützen. T r ö s ch- Bern hält es für selbstverständlich, dah auch wir an die Grenze marschieren würden, wenn z. B. Italien die Schweiz in gleicher Weise überfallen würde, wie es das mit Tripolis ge- tan hat. Präsident Dr. S t u d e r teilt hier mit, dast nach einem soeben eingetroffenen Telegramm der internationale sozia- l i st i s ch e Kongreß in Basel auf den 24. November eiube- rufen ist. Greulich verteidigt sich gegen die von verschiedenen Rednern an ihm geübte Kritik und weist die Vorwürfe zurück, dabei fest- stellend, dast die schweizerische Sozialdemokratie sehr wohl den Ver- gleich mit den Bruderparteien anderer Länder aushalten kann. Er beantragt schliestlich liebergang zur Tagesordnung. P f I ü g e r- Zürich würde sich sofort für den Generalstreik erklären, wenn dadurch ein blutiger Krieg zu verhindern wäre. Das hält er aber nicht für möglich, wenigstens nicht für die Schweiz. Etwas anderes iväre es mit einem Generalstreik in den grasten Staaten. Ein schweizerischer Generalstreik würde in einem Kriege von Nachbarstaaten diesen sehr willkommen sein, denn sie können dann ohne Hindernis die Schweizergrenze überschreiten und die schweizerische Neutralität aus der Welt schaffen,«odann ivandte er sich gegen die im Laufe der Diskussion beiläufig gestreifte Diktatur des Proletariats. Hugglen- Bern wendet sich gegen die einseitige Behandlung der Frage von der einen wie der anderen Richtung, wobei er namentlich die Argumentation mit Patriotismus und Demokratie zurückiveist. die für das Proletariat in der Luft schwebt. Es würde sich daher begreifen, wenn die Arbeiter die Waffen gegen ihre kapi- talistische» Feinde und nicht gegen ihre proletarischen Arbeitsbrüder wende» würden. S i g g- Zürich als letzter Redner lehnt die Anwendung von Schablonen in der schweizerischen Arbeiterbewegung ab. Würde in Deutschland die Demokratie mit Initiative und Referendum ein- geführt werden, so würde die deutsche Sozialdemokratie sich auch mit der Taktik beschäftigen müssen, die die schweizerische Sozial- demokratie befolgt und die so oft angegriffen lvird. Die Geringschätzung der schweizerischen Demokratie rührt wohl von der Recht- losigkeit der Ausländer in der Schweiz her, die wir ja beseitigen wolle».. Es wird nun beschlossen, die fiencral streikfrage auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen, so dast die heutigen mehrstündigen Auseinandersetzungen nur ein Vorgeplänkel waren. Zum austerordentlichen Kongreß in Basel wird die Schweiz 60 Delegierte entsenden, je 3t> die Partei und die Gewerk- schalten.. �... Die Sitzung wird mit einem begeisterten dreifachen Hoch auf die schweizerische und internationale Eozialdeinokratie geschlossen. lfteuke? Däne? oder Weltfremder? Wie unsicher die Frage der Staatszugehörigkeit von Schleswig-Holsteinern ist, zeigte lvieder ein am Dienstag vor dem «berverlvaltungsgericht verhandelter �Streitfall. Nach den Vorschriften des Wiener Friedensvertrages konnten »te durch die Einverleibung dänischer Landesteile in Preußen <1864, i„ Mitleidenschaft gezogenen bisherigen Dänen dadurch. daß sie sich pj- einem gewissen Zeitpunkt für Dänemark er- klarten uno sich �nn nach Dänemark„zurückzogen"(Option,). Danen bleibe». Im andeV!, Falle wurden sie Preusten. be- ziehungsweise blieben PreustV lvas sie durch die Einverleibung ihres Heimatsgebietes in das Ä>iigreich Preußen geworden ivaren. In einem Falle Jörgen Möller(Scherrebeck) l)at nun letzthin das Oberlandesgericht Kiel ein Urteil des Landgerichts endgültig gebilligt, wodurch I. Möller freigesprochen worden war von. der Anklage, trotz Ausweisung aus Preusten(als„lästiger Ausländer") nach Preußen zurückgekehrt zu sein. Die Strafgerichte gingen davon aus. dast I. Möller durch Abstammung Preuste sei. Eni- Icheidend war dabei, daß abgenommen wurde, dast der Bater Philipp Hansen Möller 1870 zwar eine Optierungserkläruiig für Dänemark abgegeben habe, daß die Option aber nicht rechtswirksam !ei, weil der Vater in Dänemark, ivo er sich vorübergehend auf- delt, keinen Wohnsitz begründet habe uno auch nicht habe be- grünoen loollen. Das Oberlandesgericht in Kiel hielt den bloßen WlSbergehendei'. Ausenthalt Dänemark nicht sur ausreichend, nm die Option rechtswirksam werden zu lassen, und nahm an, dast der Vater'somit Preuste sei, so dast auch der Sohn anzusehen sei als Preiiste durch Abstammung. Das Oberlandesgericht sprach aus:„Nach dem Wiener Friedensvertrag soll der Optant sich „zurückziehen" nach Dänemark. Das bedeutet, daß er seinen bis- berigen Wohnsitz aufgeben und mit seiner Habe uns seiner Familie»ach Dänemark gehen müsse, um sich dort niederzulasscil und einen neuen Wohnsitz zu begründen." Diese Voraussetzung war nach den strafrichterlichen Feststellungen nicht erfüllt. Tagegen hat das preußische Oberverwaltungsgericht im Jahre 1009 die von I. Möller gegen seine bereits erwähnte Ausweisung gerichtete Klage abgewiesen, weil er Ausländer sei. ES nahm eine rechtswirksmne Option des Vaters Philipp Hansen Möller für Dänemark an. Es nahm an, daß nur notwendig sei, dast die Ueberwanderuiig des Optanten nach Dänemark in, der Absicht er- folge, die Option rechtswirksam zu inachen. Eine solche Ueber- Wanderung, wenn sie auch nur vorübergehend gewesen sei, wäre erfolgt. Tie Begründung eines Wohnsitzes oder die Absicht, einen solchen zu begründen, wären nicht erforderlich. Demnach war nach der Entscheidung des preußischen Ober- vcrwallungsgcrichtS Jörgen Möller kein Preuste, nach der des Oberlandesgerichts Kiel aber nicht bestraft werden konnte, weil er Preuße sei und der Ausweisung nicht zu folgen brauche. Vor das Oberverwaltungsgericht kam die Frage jetzt wieder dadurch, daß I. Möller auf Anfechtung eines Dritten durch Urteil des Kreisausschusses aus der Gemeindewählerliste für Scherrebeck gestrichen ist, ebenso sein Bruder Niels, weil sie keine Preußen seien. Ter Bezirksausschuß erkannte ebenso, wogegen die Brüder Revision beim Oberverlvaltungsgericht einlegten. Ueber diese hatte am 12. November das Oberverlvaltungsgericht zu befinden. Rechtsamvalt Wolfgang Heine vertrat die Revision. Er der- wies auf den Gegensatz zwischen dem Standpunkt des Obervcr- waltungsgerichts und dem des Oberlandesgerichts Kiel. In ein- gehenden staatsrechtlichen Ausführungen legte er insbesondere dar, daß angenommen werden müsse, eine Option werde erst rechts- wirksam, wenn der Optant dauernd nach dem Auslande ausIvan- der« und dort ein Domizil(Wohnsitz) begründe. Auf diesem �Standpunkt habe auch 1860 die preußische Regierung in Schleswig gestanden und in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" habe die preußische Negierung diesen Standpunkt im Jahre 1883 noch wiederholt. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte jedoch das Urteil des Bezirksausschusses mit folgender Begründung: Im vorigen Jahr- hundert fei man dazu übergegangen, in Kriegs-(Friedens-) ver- trägen die sogenannte Optantenklausel aufzunehmen, traft deren den Untertanen des unterliegenden vstaates, die von Gebietsabtretungen berührt werden, die Möglichkeit gegeben wurde, die frühere Staatszugehörigteit zu behalten durch eine Erklärung. Hinzugefügt wurde in den Verträgen, dast ein tatsächlicher Akt folgen müsse. Der Ausdruck oafür sei in verschiedenen Verträgen ein verschiedener. Im Züricher Frieden heiße es Niederlassung, im Frankfurter Frieden„Wohnungnahme" und im hier in Be- tracht kommenden Wiener Frieden heiße das Wort„sich zurück- ziehen" in daö dänische Königreich. Das„sich zurückziehen" be- deute min nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts weiter nichts, als dast der Option eine tatsächliche Folge gegeben werden müsse in dem Sinne, dieselbe in Vollzug zu setzen, nämlich in das andere Land zu gehen. Wie lange der Aufenthalt dort dauere und wie sich alles gestalte, darauf tomme cs nicht an. Entscheidend sei nur die Tatsache, dast der Aufenthalt genommen werde in der Absicht, die Option zu vollziehen. Hier sei die Sache die gewesen: Der Vater habe 1870 nicht unter den preußischen Fahnen dienen wollen, und so habe er im letzten Moment von seinem Optionsrecht Gebrauch gemacht und sich auch nach Dänemark begeben, also die Option vollzogen. Der beste Beweis, daß der Uebertritt in der Absicht gemacht war, die Option zu vollziehen, finde sich darin, daß er sich drüben zur dänischen Stammrolle anmeldete, um seine Pflicht wirklich zu erfüllen, die aus dem wiedergewonnenen Vater- tand erwuchs. Damit lasse sich auch vereinigen die Absicht, später den väterlichen Hof zu übernehmen. Denn der Artikel 19 des Wiener Friedens garantiere, dast das Grundeigentum den Op- tauten erhalten bleiben sollte. Darum sei das Oberverwaltungs- gericht nicht in der Lage, seinen Standpunkt zu ändern. Es bleibe dabei: Es sei nicht notwendig, dast ein Wohnsitz in Dänemark be- gründet werde; es sei auch nicht notwendig die Absicht, einen Wohnsitz dort zu begründen. Es sei nur notwendig, dast die lleberivanderung in der Absicht erfolge, der Optionserklärung Wirksamkeit zu verleihen. »» * Entscheiden nun die dänischen Behörden, der Standpunkt des Oberlandesgerichts und nicht der des■Cberverwaltungsgerichts sei der zutreffende, so ist Jörgen Möller weder Preuste, noch Däne, sondern sogenannter Weltfremder. Es ist höchste Zeit, daß in einem Gesetzentwurf über die Staatszugehörigkeit dem Himmel- schreienden Unrecht, das mit der Anwendung der ungeheuerlichen Ausweisungsprans verbunden ist, ein Ende gemacht wird. Serickts- Leitung. Wie die Polizei einen Einbrecher wiederholt laufdn liest. Weit über die kühnste Opcrcttenphantasie von einer Untätigkeit der Polizei auf sichcrheitspolizcilichem Gebiete hinaus geht das Stück polizeilichen„Sicherheitsdienstes", das gestern vor der l. Strafkammer des Landgerichts III entrollt wurde. Wegen wiederholter schwerer Einbrüche in Eharlottcnburg an- geklagt war der mit l'A Jahren Gefängnis vorbestrafte Techniker Bruno Mnske. In der Nacht vom 21. zum 22. August Hatto die in der Ger- vinusstraste 10 in Eharlottcnburg im Gartenhause wohnende Schau- spielerin Frau Simon ein aufregendes Abenteuer. Sie erwachte gegen 3% Uhr aus dem Schlafe und sah zu ihrem Schreck einen baumlangen, feingekleideten Mann vor sich stehen, der eine Blend- laterne auf sie richtete. Auf ihre laute Frage:„Wer ist denn da?" erklärte der Fremde nur:„Pst! Ich bin es!" Darauf griff er in die Sachen �der Zeugin, die auf dem Stuhle vor dein Bett lagen, ergriff die dort liegende Handtasche und verschwand eiligst durch die Wohnungstür. In der Tasche befand sich außer kleinem Geld ein Hundertmarkschein. Ein ähnliches Abenteuer hatte in der Nacht zum 8. September ein tu dem Hause Wilmersdorfcr Straße, Ecke der Giesebrcchtstraste bei dem Zahnarzt Dr. Bluhm wohnendes Fräulein Ruppin. Sie erwachte in der Nacht durch ein schmerzhaftes Gefühl am Half« und sah einen sehr langen Menschen vor sich stehen, der einen grauen Ulster und an den Füßen Lackstiefel trug, den Hut tief in das Gesicht gedrückt hatte und mit einer Taschenlaterne operierte. Ter Eindringling erklärte der völlig Sprachlosen:„Schreien Sic nicht, sonst passiert etwas; wenn Sic nicht schreien, geschieht Ihnen nichts!" Dabei eignete er sich die auf dem Nachttische liegenden Ringe und Wertsachen an und forderte Geld. Auf die Bemerkung der Ueber- fallenen, dast sie kein Geld habe, verlangte der Perbrecher den Schlüssel zum Schreibtisch und zerrte Frl. Ruppin aus dem Bett heraus nach dem Schreibtisch hj». In diesem Augenblick hielt ein Auto vor der Tür. Der Einbrecher hörte dies und machte schien- »igst, daß er aus der Wohnung herauskam. Als er die Treppe hinablief, kam gerade ein Dienstmädchen herauf, die der Perbrecher grüßte und dann zum Hause hinausstürmte. Als später Herr Dr. Bluhm nach Hause kam. hörte er mit Erstaunen, was in der Zwischenzeit in seiner Wohnung passiert war. - Am nächsten Sonntag meldete Frl. Ruppin dem Dr. Bluhm. dast der nächtliche Einbrecher mit einer Dame das Cafe Kurfürsten-, bamm betreten habe. Dr. B. eilte dorthin, lieh zunächst feststellen, daß der betreffende Herr ebensolchen Ulster und Hut, wie ihn der Einbrecher getragen, bei der Garderobenfrau abgegeben habe und telephonierte an die Kriminalpolizei, dast der Einbrecher sich im Eafo befinde. Taraus soll ihm geantwortet worden sein: „Der Beamte, der die Sache bearbeitet, ist heute, am Sonntag, nicht hier; verfolgen Sie doch den Mann selbst!"- Dies tat denn auch der Dr. B.. als sich der Mann entfernte; er folgte dessen Spuren durch die verschiedensten Straßen bis zur Behrenstraße. Dort bat er einen an der Ecke postierten Schutzmann unter schneller Angabe des Tatbestandes um FestiWIung der Persönlichkeit des Verdächtigen, will aber die Antwort erhalten haben: „Ich kann hier nicht von meinem Fleck weg, sagen Sic cs meinem Kollege» an der nächsten Ecke!" Dr. B. hatte das Bedenken, dast der Fremde, der offenbar schon gemerkt hatte, daß er verfolgt werde, vielleicht in einem Auto eut- kommen könnte. Diese Befürchtung erfüllte sich sofort: der Auge- klagte sprang mit seiner Begleiterin in ein Auto und war bald verschwunden. Durch einen günstigen Zufall erhielt Dr. B. dann durch einen Kollegen den Hinweis, daß der Angeklagte wohl der Verbrecher sein müsse. Die Polizei wurde wieder benachrichtigt. aber— so sagte der Zeuge Dr. Bluhm—„es dauerte eine Woche, bis wir die Kriminalpolizei dazu hatten, den Mnnn im Eafe Kirt- schera zu verhaften." Der Angeklagte stritt Stein und Bein, mit der Sache etwas zu tun zu haben. Aber sowohl die beiden Überfallenen Damen, als auch das Dienstmädchen, das den Verbrecher beim Verlassen des Hauses gesehen, glaubten mit»iner an volle Gewißheit grenzenden Bestimmtheit den Angeklagten als den Verbrecher wieder zu er- kennen. Dazu kam noch, daß eine bei diesen Einbrüchen gestohlene Uhr von dem Angeklagten versetzt worden ist und auch ein bei der „Braut" des Angeklagten vorgefundenes Portemonnaie demjenigen völlig gleicht. welcl)es dem Verbrecher in der Wohnung per Frau Simon in die Hände gefallen war.— Der Angeklagte blieb bis zum letzten Augenblick dabei, seine Unschuld zu beteuern und machte allerlei Winkelzüge. Er hoffte sich auch dadurch zu retten, daß eines schönen Tages ein offenbar zu diesem Zwecke fabrizierter Brief beim Gericht einging, in welchem ein nicht auffindbarer Mann namens Bernhardt versicherte, dast er selbst der Täter und der Angeklagte unschuldig sei. Es half ihm nichts: der Staatsanwalt hielt ihn für überführt und beantragte 3 Jahre Zuchthaus. Das Gericht hielt das Treiben des Angeklagten für so gemeingefährlich, dast es ihn zu 4 Jahre» Zuchthaus verurteilte. Wäre die Polizei auch so untätig geblieben, wenn der Zahnarzt gemeldet hätte, ein anständiger Arbeiter habe einen Arbeitswilligen schief angesehen? Konkurs des Geigendauers Beyer. Die„Millionenpleite" eines der bekanntesten Geigenbauer Deutschlands, welche seinerzeit in der Geschäfts- und Musikwelt großes Aufsehen verursacht hatte, hatte gestern vor der I. Straf- kammer des Landgerichts I ein gerichtliches Nachspiel. Angeklagt wegen schwerer IlrkundenfKlschung und Konkursvcrgehens war der Geigenbauer Robert Beiier, der früher Unter den Linden eine in der ganzen Musikwelt bekannte Geigenhandlung betrieben hatte.— Der aus einfachen Verhältnissen hervorgegangene Angeklagte, der allgemein als ein sehr ingeniöser Kopf geschildert wird, hat sich durch ein von ihm erfundenes Verfahren beim Geigenbau einen wirklichen Weltruf erworben. Wie ihm von Sarasate, Jsay, Mar- tcau, Vecsey u. a. attestiert wurde, sollen die von ihm gebauten Geigen den Stradibarius- und Amatigeigen zum mindesten eben- bürtig sein. Durch seinen in verhältnismäßig kurzer Zeit ge- wonnenen Ruf als Geigenbauer wurde er bald in die Lage ver- setzt, sein bisher in der Nürnberger Straße gelegenes Geschäft zu vergrößern und sich Unter den Linden zu etablieren. Das Geschäft nahm auch hier in kurzer Zeit einen derartigen Aufschwung, daß er allein 20— 25 000 M. Arbeitslöhne und zirka 18 000 M. Gehälter zu zahlen hatte. Sein Umsatz selbst ging in die Millionein, so dast er in einem Fahre allein eine Einnahme von zirka 300 000 M. hatte. Wie sich in der Beweisaufnahme ergab, liest sich der Angeklagte aber in allerlei Geschäfte ein, denen er nicht gewachsen loar. In höchster Geldklemme fälschte er einen Vertrag. Die Bücher waren so unordentlich geführt, daß sie keine Uebersicht über die Vermögens- läge gestatteten. Der Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Eulenburg bekundete als psychiatrischer Sachverständiger, daß der Angeklagte als ein männlicher Hysteriker zu bezeichnen und in gewissem Grade als geistig minderwertig anzusehen sei. Das Gericht erkannte wegen der Urkundenfälschung auf I Monat Gefängnis und wegen des Konkursvergehens auf 200 Mark Geldstrafe. Wer den Schutz des 8 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt erhält. Der Amtsgerichtsrat Hansen in Jena hatte sich dieser Tage vor dem Schöffengericht in Ilmenau, wo er früher bedienstet war. wegen Beleidigung zu verantworten, weil er in einer vom 17. Juni 1007 an das Landgericht in Eisenach abgegebenen dienstlichen Aeusterung den Bauunternehmer C. Pabst aus Ilmenau als den frechsten, verlogensten und yändclwütigsten Gauner von Ilmenau bezeichnet und noch hinzugefügt hatte, dast„solcher Mensch doch wohl tcincn Anspruch auf Glaubwürdigkeit mehr habe". Als der Bauunternehmer von dem Inhalt dieses gewiß nicht schmeichel- haften Gutachtens über seine Person Kenntnis erhielt, strengte er gegen den Herrn Amtsgerichtsrat Hansen Privatbeleidigungstlage an mit dem Erfolge, daß er mit seiner Klage abgewiesen wurde. In der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende hervor, dast die Aeusterungen des Herrn Amtsgerichtsrates zwar hart an der Grenze der Beleidigung hinliefen, daß aber eine Bestrafung nicht angängig sei, weil dem Angeklagten die Absicht der Beleidigung nicht nach- gewiesen werden könne und weil er weiter in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe. Die weimarische Justiz ist sonst nicht so zimperlich, vor allem nicht, wen» es sich um sozialdemokratische Redakteure handelt. Um nur einen Fall herauszugreifen, hat sie den früheren Verantwort» lichen der„Weimarischen Volkszeitung", Genossen Pfeuffer seinerzeit mit einem Monat Gefängnis bedacht wegen des einzige» Wortes„Byznntinerrede", das man nach langem Suchen aus einem spaltcnlangen Artikel herausgefischt hatte. Obwohl dieses Wort lange nicht die formell beleidigende Schärfe der Hansenschen Verbalinjurien hatte und Genosse Pfeuffer energisch die Absicht der Be- leidigung bestritt und, für sich den Schutz des 8 193 des Straf- gesetzbuches reklamierte, wurde ihm dieser Schutz nicht nur glatt abgesprochen, sondern auch die Beleidigungsabsicht aus dem satirisch gehaltenen Artikel und der republikanischen Gesinnung des Verfassers konstruiert. Der gelahrte, erfahrene Richter, der eine Häufung von Gegen- fallen zu Kosenamen, beliebt, wird freigesprochen, der sozialdemo- kratiiche Redakteur, der nur gesagt hatte, der Oberlandesgerichtsrat Börngcn in Jena habe eine Byznntinerrede gehalten, wird zu einem Monat Gefängnis verknurrt. Aber Klassenjustiz oder Klassen- gesetzgcbung gibt es in Deutschland fteileibe nicht. Lese« und kdiStutierriub„Paul Singer». Sitzung jeden 1. und 3. Freitag im Monat, abends 8'/z Uhr, im Lokal des Genossen Karl Beck, Samariterstraße 17. Nächste Sitzung: Freitag, den 15. November, Vortrag. Gäste willkommen. Wahlvercin Torgan- Liebenwerda» Wittenberg- Schweinitz. Donnerstag, den 11. November, abends 8 Uhr: Agitationsversammlung in Lehmanns Festsälen, Schöncbcrg, Hauptstr. 5. Tagesordnung: 1. Vorimg des NcichstagSabgeorduclcn Fritz Zubeil über:„Weltpolitik— Milbpolitik". 2. Vercinsangelcgenhciteii. Alle Parteigenossen in den Betrieben und den Bauten werden ersucht, die in den detreffenden Wahlkreisen wohnenden und in Grost-Beilin arbeitenden Parteigenossen auf diele Versammlung hinzuweisen und sür regen Besuch zu wirken, Der Vorstand. iflröbi Todes-Anzeigen SozialiienißkratlsctierWaiilyereln Rarienilori. Am Sonnabend, den 3. Novbr., verschied nach kurzem Leiden im 45. Lebensjahre durch einen Un> aliilkssall unser Mitglied, der Restauraleur 8cKröäer Schönebeiger Str. 97. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. November, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle des Mariendorser itirchhoses, Friedenstruszc, auZ statt. Um rege Beteiligung ersucht ZiizIaliieinoki'MrtierValilvereiii Köpenick. Den Mitgliedern zur Nachricht, da» am 11. d. MtS. unsere Gc- nossi» �uxuste(ZerecKe im Alter von 41 Jahren ver- starben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Frei- tag. den 15. d. MtS., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. 203/3 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, basj mein lieber Bruder und Schwager, der Tischler 1243b A.clam Hartmann am 11. d. Mts., abends t1>/, Uhr. nach kurzein schweren Leiden sanst entschlasen ist. DicZ zeigt tiesbctriibt an Familie Ernst Hartmann. Die Beerdigung findet am Frei» tag, den 15. d. MtS. nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle dcS RummcISburger Gemcinde-Fried- hoses, Liickslrasze, auS statt._ SozialdEinokratlscherWatilfereln NieMarnini. Bezirk K-lcktenbersr- Am Montag, den 11. November, verstarb unser Genosse Tischler Adam fiartmann Grüuberger Str. 6, Bezirk 85. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 15. November, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des RummcISburger Friedhofes, Lück- strajze, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 13/1 Di« Bezirksleitung. Deutscher dolzarbelter-VerbaDil. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daßlunser Kollege, der Tischler Adam Hartmann Lichtenberg, Grünberger Str. 6, im Alter von 31 Jahren gc- starben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. November, nach- mittags 3>/, Uhr, von der Halle des RummelSburger Gemeinde- Friedhoss in der Lückstrafie aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Drlsver«valtiiag. Deutscher Transportarbeiter-Verhanil. Bezirksverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Geschäfts- kutscher Kuslav Krug am 10. November im Alter von SO Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. November, nachmittags 2'/- Uhr. von der Leichenhalle des neuen Luther- KlrchhoscS, Lankwitz, Marienselder Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 53/15 DI« Bezirksverwaltung. Oanhnagane. Für die zahlreiche Beteiligung und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung imscres lieben unvergcfi- lichen SohneS und Bruders sagen »vir hiermit allen Beteiligten unseren tiesgesühltcn Dank. 133/15 Im Namen der Hinterbliebenen Paul Hoffmann. Heule früh 6 Uhr verschied nach kurzem aber schweren Krankenlager nieiii lieber Mann, unser guter Batcr mid Schwieger- vatcr, der Tischler 133/12 Heinrich Lau im 61. Lebensjahre. Berlin-Licht-nberg. 12. Nov. 1912 Rupprcchtstratze 7a. Jm Namen der Hinterbliebenen Antonie Lau geb. Pankrat. Di« Beerdigung findet am Frei- tag, den 15. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des i Ertedhoses in Marzahn(an der! jtbahn) aus statt. Fahrvcrbindung: 2.32 ab Schlc- l siswer Bahnhof, 2.42 ab Lichten-! bcrg-Friedrlchsjelde.' IZenMranken- und Stertiekasse der Tischler. Zahlstelle Jriedrichsfelde. Am Dienstag verstarb nach j schwerem Leldeit der Tischler Heinrich Lsu im 6t. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 15. Slooember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn auS statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 184/5 Dio Ortsverwaltung. Deutscher Buchhinder-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Wir setzen hierdurch die Mit- glieder in Kenntnis, daß unser Mitglied, der Kollege friedridi Wollni gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag. den 15. November, nachmittags 2'lt Uhr, aus dem Nazareth-Ktrch- hol in Reinickendors-West statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Lrtsvcrtoaltnng. Dauchkluh Veilchenblau. erschied nach Leiden unser (»4. 4. A.-R.-B) Am Montag ve langem, schwerem langjähriger Pseisenbruder und Freund 124Sb Hennann Jünemann im Alter von 40 Jahren. Wir verlieren in ihm ein opfer- williges uns rege? Mitglied unseres Klubs. Die Beerdigung findet Freitag, den 15. November, nachm. 4 Uhr, von der Halle deS Hedwigkirch- hoscS in Weigenlee, Wörthstr. 17. aus stall. Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres guten Vaters »nd Schwiegervaters sagen hiermit allen Verwandten und Bclanntcn, Insbesondere dem Personal der Finna Daimler und den Hausarztv crcinen Grog-Bcrlins und Nculölln sowie dem Wahlvcrein Neukölln und dem Gesang- verein unseren besten Dank. t2A Frau Balkswitz nebst Kindern. Orts- Krankenkasse Berlin- Weißensee. Venera!-Versamuilimg der Vertreter am Montag, den'4b. November 19X2, abends 8 Uhr, im Restaurant „Prälaten- hier, Lehderstr. 122. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Kaste. 2. Wahl der NechnungzprüsungS- lommission(2 Arbeitnehmer, 1 Arbelt- ��3."ErgSnzungSwahl de» Vorstandes (2 Arbeitnehmer. 1 Arbeitgeber). 4. Antrag aus Zulassung der Kaste gemä» Kz 15, 17 und 18 des Ein- jührungsgesetzeS zur ReichSoersichc- rungöordnung.____ 5. Bericht über den Kölner Kranken- kastentag. 6. Verschiedenes. �. 282/9 Beschwerden gegen die GeschästS- sührung werden in der Versammlung nur beantwortet, wenn dieselben mindestens 3 Tage vorher im Ge- schästSzimmer der Kaste schristlich abgegeben worden sind. Zum Einteilt sind nur die mit Le- gllimation versehenen Vertreter be- rechtiat. Berlin-Wetßensee, 11. November 1912. Uvr Vorztand. y. A.: Fuhrmann, Vorsitzender. Morgen Freitag, den 15. November, abends präzise 8'/z Uhr: Außerordenüiclte Vertrauensmänner-Versammlung im Marinehaus, Brandenburger Ufer 1. Tagesordnung: Maßnahmen zu unserem fünfzigjährigen Stistnngsfest! Die Vertrauensleute und Druckereikassierer soivie die Vorstände der Fachvereine ersuchen wir um vollzählige Beteiligung.___ Ter Gauvorstand. Oeutscher Kolzarbeiter-Verband. Verwaltung Berlin. Heute Donnerstag, den 14. November, abends 8'/, Uhr, in Kellers!?estsälen, Koppenstr. ÄS: Gmeiilslime Ntttluukilsuliiililkr-Vkchinuitiiug für sämtliche Bezirke und Branchen. Tagesordnung: t Ttellunguahme zum Ablauf des Vertrages. 2. VerbandSanzelegenhetten. 91/3 Vcrtrauensmännerkartc nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Jede Werkstatt muß vertreten sein.'HW I»Iv Ort�s�rwaUnng. Kausarzt-Verettt KeukÖUtt. Freitag, 15. Novbr., abends SVa Uhr, bei Bartsch, Hermannstr« 49: O�ffetitllchcr fraucn-Vortrag. Thema: Allznrolcbep Kindersegen In der Arbeiterfamilie. Referent: Dr. Hoses. Eintritt 10 Pf. Mitglieder frei. Wer Mitglied wird, erhält das Eintrittsgeld zuriiek. Was Ist der Hau.arjst-Verein* Der Hansnrnt-Verein Xenkölln(Mitglied des Verbandes der Hausarzt- Vereine) ist kein geschäftliches Privatuntemehraon, sondern eine prole- tarlacho Vereinigung«n gegenaeitiger Uilfe bei Erkrankungen der Familienangehörigen. ipy Selbstverwaltung durch dio Mitglieder, m Für den geringen Beitrag von 25 PfdlfllJJ pro Woohe sind die Frau und sämtliche Kinder versichert. Der Beitrag wird monatlich aus der Wohnung abgeholt. Wir gewähren: nach 1 Monat C-.. f�niicnv.'rt nach 6 Monaten\sA/si75rt bei akuten Mitgliedschaft»rclcll IlclllsalZl, Mitgliedschaft irclc irlcUlnlll Erkrankungen Viel Geld sparen unsere Mitglieder durch die vom Verein betriebene Vermittelung von Nährpräparaten, Stärkungsmitteln und sonstigen Bedarfsartikeln für Kinder und Kranke zu Cngrasprslsen. Verleihung von Badowannen 10 und 20 Pf. pro Woche. Außerdem verschiedene andere Vergünstigungen: Ko.tenlo.e Attcute, wlB.onaolmttllche Vortrüge, Konata-IEcitnng mit itrztlicnen Katschlttgen. Arbelt.loHen weitgehendstes Entgegonkoinmen. Uie gewissen Isaf teste Behandlung wird den Erkrankten zuteil, nach durch Spezialürztc. 1. Vorsitzender: A. Kuhnert, Stuttgarter Str. 54.(Tel.: 1631.) Auskunft erteilt; Otto Httse, Kax Israel, 298/14*_ Wissmannstr. 26, II._ Emser Str. III und 4, Laden.(Tel.: 721.) Arbeiter-Bildungsschule. Sonntag, den 17. Movcmber, abends 7 Ehr, in Fritz Wllhes FestsiUcn, Scbnstianstr. 30: Tortrag des Schriftstellers Emil Ei eh hörn über:„Eudvig Wand" Nachdem: CemütUchcs Beisammensein nnd Tanz. Eintritt SO Pf. 6/15* Garderobe frei Steinarbeiter! In Anbetracht der Friedenskundgebung findet die dUigeineme BUcherkontrolle erst am Sonntag, den S4. November, an den bekannten Stellen statt.* Ztntralverband der Stetnarbeiter Ortsvcrwaltang Berlin. 3ti Steten stnnhen - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. ANHjMUjr BiMrt 32verschiedeneHeste ä 20 Pf. Tanz-Schule Richard Heinrich JOtzt Restaur. Flirstenhot, Köpenicker Str. 137. Fnterrlchtsstnndcn: Jeden Sonntag von 3— 6 Uhr, Jed. Donnerstag v, 8— 11 Uhr. Jed. Sonntag v. 6— 11 Uhr. NachQbungszirkel. Aufnahme neuer Schüler jederzeit. Hochachtungsvoll Telephon: Bichard Heinrich Neukölln 406. Welchselstr. 8. Sophien-Säle Inhaber Joseph Heidrich, Sophienstr. 17-18 12 Säle in allen GrhBen mit Bühne zu allen Gelegenheiten passend. An Sonnabenden und Sonntagen noch frei!- Kleine Vereinszimmer und S Kegelbahnen noch zu vergaben I• �Orts-Krankenkasse der Klempner. Freitag, de«'4'4. November 1SIZ. abends 8 Uhr, im GeiverklchafkS- hauie, Engeluser 15, Saal 4: Bersanimlnttg der großjährigen Mitglieder unserer Kasse behns» Wahl von SSV Vertretern sür das Jahr 1913. Das Mitgllsdsliuch legitimiert. DonnerStog. den Li. November. abend« 8>/.UHeBöpeniderStr.1(»v: Versammlung der Arbeitgeber, welche Beiträge sür angemeldete Mit- glieder unserer Kaste leisten, behus« Wahl von ivv Vertretern tür daS Jahr 1913. Die Arbeitgeber können sich auch durch thre Geschästssührer oder Bc- «ricbSbcamte vertreten lasten. 1243b Bor Vorstand. Gkts-Kriiillicäliässc slziiW. Am 22. November 1912, abend« 8 Uhr, im Ctli Bellevae, Ordentllcho General-VersammiQng. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Vorstände«(zwei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer). 2. Wahl von drei Revisoren zur Prüfung der Jahresrcchnuiig. Z. Statutenänderung(LK 12, ig, 18, 28 und 29 dcS KastcnstatutS). 4. Beschlubfastnug über den An- trag aus Zulassung als besondere Orlstrankenkasse bczw. aus AuS- aestaltung zur allgemeinen Ort»- kranlentaste nach den Verschristen der ReichsvcrsicherungSordnnng. S. Namenänderung der Kranken« faste. 6. Verschiedenes. 282/12 Zu dieser Generalversammlung werden alle gewählten Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemäß S 66 des Kastenstatuts hiermit ein- geladen. Der Vorstand IV. Abättderttttg des Statuts der Krankenkasse der Personen« Lohnsuhrwerks-Jnnung zu Berlin. Die§§ ii, 12, 19 und 29 deS Stgtuls werden wie folg! abgeändert: 8 11. Abs. 2. Derselbe ist festgesetzt: 1. sür erwachsene münnliche Kassen« Mitglieder über 16 Jahre aus- schlicstlich der Lehrlinge aus 3,60 Marl; 2. sür erwachsene weibliche Kassen- Mitglieder über 16 Jahre aus 2.20 M.: 3. sür männliche Kastrui.rilglieder unter 16 Jahren und sür Lehr- linge aus 1,80 M.: 4. sür weibliche Kastenmitglieder unter 16 Jahren aus 1,40 M. tz 12. Abs. 1. Ziff. 3. Ut. a-312 wird gemäß K 85 der Gewerbe- ordnung in der Fassung deS Gesetzes vom 26. Juli 1837 hierdurch gc- nchmigt. 282/10 Berlin C. 25, den 25, Oltober 1912 Der Polizei-Präsident. I. V.: D u m r a t h. Genehmigung. (Tiplr. lt.§ 99 der Gewerbeordnung.) „Borussia-Feslsäle", tlfacBkaer8/7. Jnb. Georg VVoIlTgramm. Telepbon: Amt Norden 2674. Empsehle den geehrten Vereinen und Gewerlschasten meine 4 Säle sowie 2 große VeretnSzimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten.— Dezember und Januar noch Sonn- abende und Sonntage frei. 4752L Spezialarzt f. Haut-, Harn-, Fraueiilelden. nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hota> Kuren in Ut. Homeyer-Z-N Untersuchung., Fäden l. Harn usw. FrMrtek. 81, ÄÄ. Spr. 10—2, 5—9, Sonnt. 11—2. Honorar mäftig, auch Tcilzahl. Separates Damenzimmer. I Gelegenheitskauf: Schwere Schtafttckk» iPferdedcckeD! jSI.Jso,as",4s»,55tM. pcKeisedeehen jS!.4,s,8")9"bi»S6H. . a kür dicke rttv Portiere» alle Farbe» I Meter 1.75, 2.50 bis 4.30. Abgep.FrieSmiintel S.SS-8 M. Versand unter Nachnahme. LmiLefem Eeriin 8.. ümmii is«. I Der neue Kataloa F mit bunten Tepplchmustern Phänomen-Gold SK« Specialmarke g% Phänomen- Club» n CttanUPPlUiSir Wsrcd Mielepp, Füx de» Lnsergtenteil versVt«.: T ruck».Verlag: Vorwart« Vuchdruderei v. BerlagSanstglt vaul Swgc, u. Es.. Berlm SÜSTi it. 267. 29.»MS. 2. Ifilöue!ltS Jonuiirti}" Dtlülltl Jollisliliitt S««'n-ks.tt.i««mwl9iz. GcwerkfcbaftUchcs. Husfpcrrung und Gerchäfteergebnio. Im Sommer dieses Jahres setzte in der Hannoverschen Metallindustrie eine große Arbeiterbewegung ein, bei der es sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit handelte. Als der Verein der Metallindustriellen die wohlberechtigten Forderungen der Arbeiter rundweg ablehnte, scheiterten die Verhandlungen und die Unternehmer sperrten den noch beschäftigten Rest der organisierten Arbeitnehmer aus. Während des achtwöchigen Kampfes suchte man den Betrieb durch Streikbrecher aufrecht zu erhalten. Mit welchem Erfolge, das lassen die Geschäfts- ergebnisse der einzelnen Firmen erkennen. So ist in der Hannoverschen Maschinenbau-Aktiengesellschaft vormals Georg Egestorff, Hannover- Linden,— sie suchte das durch die Aussperrung unausbleibliche Manko durch die Begründung eines gelben Werkvcreins abzuschwächen — der Umsatz von 17 700000 M. im Vorjahre auf 16 800000 M. zurückgegangen; dementsprechend beziffert sich trotz einer Befferung der erzielten Preise der Reingewinn auf 1 670 435 M.— gegen 1 841 815 M. im Vorjahre. Die betrübten Aktionäre, deren Dividende um 2 Proz. geschmälert wird, sucht die Verwaltung damit zu trösten, daß sie die Zusammenfassung all. der feigen und lauen Elemente der Werkstätten in den gelben Verein als eine„erfreuliche Folgeerscheinung der Arbeiterbewegung" bezeichnet, die für die nächsten Jahre ein besseres Ergebnls erwarten läßt. Die Bewegung hat den Unternehmern tßures Lehrgeld ge- kostet; diesen wohlverdienten Denkzettel hätten sie sich ersparen können, wenn sie den billigen Forderungen der Arbeiter nach- gekommen wären._ ßtrUn und Umgegend. Forderungen der Arbeiter und Handwerker bei der Gräften Berliner Straftenbahn. Zum 16. November sind von der Direktion der Gvotzen Berliner Stratzenbahngesellschast Verhandlungen mit dem Fahrpersonal angesetzt. Diese Gelegenheit wollen die Handwerker und Arbeiter benutzen, um auch ihre Forderungen auf günstigere Arbeits- bedingungen vorzutragen. Sie versammelten sich am Dienstag- abend in den Sophiensälen zur Besprechung der Situation. K. Wücke vom Deutschen Metallarbeiterverband referierte. Er zeigte, wie verbesserungsbedürftig die Arbeirsverhältniffe sind. Be- sonders die Löhne sind schlecht, schlechter als in anderen Betrieben, schlechter als bei vielen Stratzenbahnen in anderen Städten. schlechter auch als bei der Städtischen Straßenbahn in Berlin, wo gerade nicht sehr gute Löhne bezahlt werden. In dem Organ der Gelben„Die Straßenbahn', Nr. 17, wird in einer Polemik mit dem.Straßenbahner", dem Organ der freien � Gewerkschaft, zugegeben, daß die Löhne für Arbeiter mit 3S Pf. und für Handlvcrker mit 42'/, Pf. pro Stunde anfangen und daß die Löhne für Arbeiter innerhalb 8 Jahren auf 43'/, Pf. und für Hand- werker innerhalb 10 Iahren aus 57 Pf. steigen. Diese Löhne sind, so wird in der betreffenden Notiz hinzugesügt.„sehr, aber sehr an- »tehmbar selbst für Berliner Verhältnisse". Die Arbeiter stnd eben anderer Meinung'; sie halten diese Löhne für miserabel. So- genannte Wohlfahrtseinrichtungen, Gratifikationen und die zweifelhafte Aussicht auf eine Lebensstellung können darüber nicht hinweg- täuschen. Diese erbärmliche Bezahlung der Handwerker und Arbeiter ist umso skandalöser und aufreizender, als auf der anderen Seite die Fmanzlage der Gesellschaft geradezu glänzend ist, wie O t t h- mann vom Deutschen Transportarbeiterverband darlegt«. Da werde» Direktorengehälter von 100 000 M. pro Jahr bezahlt, Riesen- smnmen für„Abschreibungen" in den Geschäftsberichten gebucht und hohe Dividenden verteilt. Die Einnahmen steigen, aber für die Ar- beiter ist nichts übrig. Im letzten Geschäftsjahre wurde eine Mehr- einnn h me von 1 81l 580 M. erzielt. Die Arbeiter lassen sich leider zu sehr einsckllibter» und wissen den Wert der Organisation nicht genügend zu schätzen, aber die Unzufriedenheit ist in der letzten Zeit durch das wachsende Mißverhältnis zwischen der großen Teuerung und den niedrigen Löhnen immer größer ge- worden. Die Arbeiter verlangen eine Erhöhung der Löhne und kürzere Arbeitszeit, die jetzt zehn Stunden beträgt.— In der Diskusston wurde die Notwendigkeit eines Vorgehens der Arbeiter lebhast betont, und mancherlei Wünsche wurden noch laut. Man verlangte eine Vertretung der Handwerker und Arbeiter, wie sie da? Fahipersonal besitzt, man wünschte mehr Sicherheit in den Akkord- Positionen und eine Erhöhung der einzelnen Sätze. Die folgenden Forderungen wurde» von der Versammlung aufgestellt, um sofort der Direktion unterbreitet zu werden. Die Arbeiter verlangen: Die neunstündige Arbeitszeit, als Anfangslohn für Handwerker 50 Pf., steigend nach einem halben Jahr um 5 Pf. pro Stunde, dann weiter von Jahr zu Jahr um 5 Ps. pro Stunde bis zu 75 Pf. pro Stunde. Als Anfangslohn für Arbeiter 42>/z Pf., steigend nach einem halben Jahr um 5 Pf. pro Stunde, dann weiter von Jahr zu Jahr um 5 Pf. pro Stunde bis zu 07'/z Pf. vr» Stunde. Für U e b e r st u n d e n 23 Proz. Zuschlag. Für' Nachtarbeit 50 Proz. Znlchlag. Für Sonntagsarbeit BO Proz. Zuschlag. Einstininrig gelangte die folgende Resolution zur Annahme: „Die am 12. November in den Sophiensälen versammelten Händwerker und Arbeiter der Großen Berliner Straßenbahn er- warten bestimmt, daß die Direktion der Großen Berliner Straßen- geiellichast bei den am 13. November stallfindenden Berhand- lungeu auch die von den Arbeitern unterbreiteten Wünsche und Forderungen berücksichtigen wird. Sie sind um so mehr der Meinung, weil auch der Direktion nicht unbekannt sein kann, daß die Arbeiter unter den gegenwärtigen Teuerungsverhältnissen mit den. jetzt gezahlten Löhnen nicht in der Lage sind, ihre Familien in genügender Weise zu ernähren. Sie beauftragen dahei die be- stehende Kommiision, mit der Direktion über die aufgestellten Forderungen zu verhandeln, weil sie der Ansicht sind, daß die finanzielle Lage der Großen Berliner Straßenbahn eine Erhöhung der Löhne dilrchaus zuläßt." Eine weitere Versammlung der Handwerker und Arbeiter wird sich alsbald mit der Stellung der Direktion zu den erhobenen Forderungen beschäftigen. Der Ausbau der Organisation, die in der Hauvlwerkst.iit in der letzten Zeit gute Erfolge zu verzeichnen hatte, f-- letzt mit besonderer Kraft in Angriff genommen werden. Deudkches Reich. Der Streik der Drahtspinner bei der Firma L. Hentschel ist in tan n oder und Hildesheim zugunsten der Arbeiter beendet. ie Verhandlungen im Laufe der Woche führten zu dem Resultat, daß seitens der Firma die neue, stark reduzierte Akkordtabelle zurückgezogen wurde. Da es auch den Arbeitern infolge der kurzen Zeit, die sie bis jetzt an den geänderten Maschinen beschäftigt waren, nicht möglich war. sofort neue akzeptable Akkordpreise der Firma vorzuschlagen, fand eine Einigung auf der Grundlage statt, daß zunächst einige Wochen zu den alten Akkordpreisen gearbeitet wird. Es sollen dann neue Verhandlungen über die Höhe der Akkordpreise stattfinden. Auf die Forderungen der zuerst in den Streik getretenen Spinner bot Herr Hentschel einen Vergleich an, wodurch öie Spinner sich befriedigt erklärten. Die jetzt getroffene Vereinbarung sowie die später fortzusetzenden neuen Akkordpreise sollen auch für den Hildesheimer Betrieb Gültig- keit erlangen, so daß die Differenzen für beide Betriebe vorläufig erledigt sind. Die Arbeit wurde am 11. November wieder auf- genommen._ Vom Arbeiterrecht auf einer fiskalischen Grube. In der Respektierung des Koalitionsrechts der Arbeiter zeigen sich die Staatsbetriebe wohl nie als Musterbetriebe. Immer wieder sehen wir fie eifrig am Werk, in völlig gesetzwidriger Weise den Arbeitern in den fiskalischen Betrieben das Recht der Vereinigung nehmen zu wollen. So hat die Königliche Berginspektion in Bleicherode im Harz mit ihren Arbeitern jetzt einen Vertrag ab- geschlossen, dessen§ 2 lautet: „Ich erkläre hiermit, daß ich während meiner Beschäftigungs- zeit auf dem betreffenden Werke keinem Verbände, insbesondere nicht dem Deutschen Bergarbeiterverband zu Bochum angehören werde." Der ß 152 der Gewerbeordnung, der doch allen Arbeitern, also auch denen der Königlich preußischen Kaliwerke, das Koalitions- recht gibt, existiert für die Berginspektion anscheinend gar nicht, auch nicht§ 154a der Gewerbeordnung, der nochmals besonders das Ver- einigungsrecht der Bergarbeiter betont. Doch die Königliche Berginspektion hat allen Grund so vor- zugehen. Wörden auf dem fiskalischen Sckiacht in Bleicherode doch die niedrigsten Löhne gezahlt; 2,80 M. wurde vor einiger Zeit nach Arbeit anfragenden Arbeitern pro Schicht geboten. Dafür wollen deutsche Arbeiter vielfach nicht die Gefahren der BergmanuSarbeit auf sich nehmen. Deshalb holt die deutsche Grube polnische Ar- beiter herbei. Die Lohnfestsetzung ist dem Koalittonsrechtöentzug ebenbürtig. In der verklausuliertesten Form werden den Arbeitern „je nach Leistung" bei„achtstündiger Schicht und darüber" 4—5 M. und darüber in Aussicht gestellt. Die vierteljährlichen Lohnfest- stellnngen im Oberbergamtsbezirk Halle wissen nichts von Löhnen wie 5 M. und darüber. Dieser Lohnzahlungsmodus scheint jetzt unter den polnischen Ar- beitern schwere Differenzen hervorgerufen zu haben. ES kam zu tät- lichen Auseinandersetzungen. Bürgerliche Blätter schreiben schon von einer„Revolte", hervorgerufen durch aufgewiegelte Arbeiter. ES ist sehr leicht möglich, daß dieser Vorgang noch als Material zum Arbeitswilligenschutz herhalten muß, den Scharfmachern ist alles recht dazu._ Die Zutreiber der christlichen Gewerkschaften. In Bayern scheint der Krebsgang der christlichen Gewerkschaften in ein schnelleres Tempo eingetreten zu sein, weil die Geistlichen allenthalben eine ganz fieberhafte Tätigkeit entfalten, um den Christ- lichen Mitglieder zuzutreiben. Ganz besonders in der schwarzen Oberpfalz haben die Herren alle Hände voll zu tun. um die infolge der Großtaien der christliche» Führer endlich kopfscheu werdenden Arbeiter beisammen zu halten. Wo die sonst üblichen Mittel nicht verfangen, sucht man sich persönlich oder brieflich bei de» Wankenden oder bereits abtrünnig Gewordenen anzubiedern. In Schnabelweis bei RcgenSburg bestand eine Filiale des Oswald- scheu Verbandes mit dem langen Namen, die auS den oben et- wähnten Ursachen in die Brüche ging; die Mitglieder traten dafür der Freien Geweiffchnft bej. Die in Reaensburg sitzenden christlichen GewerkschaftSbeamlen boten alles auf, ihr' enlschlafeneS Kindlein wieder zum Leben zu erwecken; als alles nichts half, mußte der OriSgeistliche SxposituS Sirohmeier in Fmiktio» treten. Von diesem erhielt u. a. ein Mitglied der Freien Gewerkschaft einen Brief in dem es. nach der Einladung, in eine Versammlung zu kommen, wo die Aufnahme in den christlichen Verband erfolgen sollte, weiter heißt: „Wollen Sie auch sicher kommen, um sich in den christlichen Ver- band umschreiben zu lassen, und ihr jetziges Verbandsbuch mit- nehmen. Ich würde Sie dann als Vertrauensmann oder Kassierer vorschlagen." Weiter wird der Adressat um Angabe der Namen jener Arbeiter ersucht, die früher dem christlichen Verband angehörten und die eventuell unter günstigen Bedingungen sAbkürzung der Warte- zeit usw.) wieder bei den Ehnstlichen aufgenommen werden könnten. In einer zweiten Zuschrift an den gleichen Arbeiter wurde nochmals gebeten, zu kommen und sich von dem roten Verband in den christ- lichen umschreiben zu lassen. Der schwarze Fischzug ging aber voll- ständig fehl. In dem Eisenbahnknotenpunkt Schwandorf reißen die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften und der mit diesen eng verschwägerten katholische n Geiellenvereine aus wie Schafleder. Auch hier muß der Geistliche in Funktion treten. Köstlich ist ein Schreiben, daS solch ein Abgefallener, ein freiorganisierter Holzarbeiter, von dem Präses Stinz erhielt: „Mein lieber R......! In deinem eigenen Jntereffe gebe ich dir zu bedenken, ob du auf der betretenen Bahn weitergehen oder zu uns zurückkehren willst. Die Rückkehr steht dir offen. Kein Wort des Vorwurfs soll dich treffen usw. In aller Liebe dein bis- heriger Präses Stinz." Derartige Briefe von Geistlichen liegen zu Dutzenden vor. Es sei hier nur noch ein Schreiben angeführt, daS zeigt/ wie sehr man auch darauf auS ist, die Jugend für die gute Sache zu präparieren und wie man dabei zu Werke geht. Der Pfarrer F e ch in VeitS- böchheim in Unterfranken, ein ganz fanatischer ZentrumSagitator, verschickte an der Schule entwachsene junge Leute Briefe folgenden Inhalts: „Lieber Freund! Schon lange war es mein Wunsch, auch einmal die fröhliche Jugend um mich bersainmelt zu sehen. Im Kreise der. Jugend hat es mir iminer am besten gefallen. DeS- halb habe ich mich entschlossen, am nächsten Somitag... in der „Krone" sseparierte« Lokal) eine gemütliche Versammlung zu ver- anstalten, zu der alle katholischen Jünglinge eingeladen sind. Wir wollen fröhliche Lieder singen; ich will einen Bortrag halten und deklamieren, kurzum, es wird recht vergnügt und unterhaltend werden. Ick lade Sie recht recht herzlich zu dieser Versammlung ein und grüße Sie bestens Pfarrer' Fech." Auf diese und noch verschiedene andere Arten benützt die Geistlichkeit ihre geistliche Autorität dazu, um daS gläubige Volk im Bannkreise der Zentnimspartei zu erhalten. Ohne diese Hilfe würde die Partei samt ihren Anhängseln schon längst auf dem letzten Loch Pfeifen. Sie Hioniumgenossenichsst Berlin und Smgegend wird heute abend in der„Neuen Welt" die am 30. Oktober vertagte Generalversammlung fortsetzen Inzwischen hat hat der Genossen- schastsrat es für angemessen gehalten, in einer mir 8. November in den Musilersälen stattgehabten S.itzui«g sich mit der letzten General- Versammlung und mit unseren kritischen. Aeußerungen Avm Ge- jchäftslbericht der Genossenschaft zu beschäftigen. Entgegen der bis- herigen Gepflogenheit ist uns diesmal ein Bericht über diese Sitzung mit dem Ersuchen um Veröffentlichung, zugegangen. Wie wir aus dem Bericht ersehen, hat der Genossenschaftsrat sich mit den Aus- sührungen der Genossen Ritter und Stadthagen beschäftigt, obwohl diese'bxiden Genossen abwesend waren und dem Genossenschastsrat Gelegenheit geboten ist, seine Ansichten in der Generalversammlung vor den Mitgliedern zu entwickeln in Gegenwart der genannten Genossen. Dem uns zugegangenen Bericht, den wir auf seine Richtigkeit nicht näher prüfen können, entnehmen wir folgendes: Genosse Pauligk protestiert zunächst gegen den in dcr Gc- neralversammlung erhobenen Vorwurf, daß der Genossenschaftsrat eine„Jasagemaschine" für den Vorstand sei. Ans allgemeinen Wahlen der Mitglieder hervorgegangen, fühle der Genossenschafts- rat sich stets als Vertreter der Gesamtheit und habe auch dein Vor- stände und Aussichtsrat gegenüber immer energisch die Interessen der Mitglieder wahrgenommen. Die Genossenschaft könne nicht, wie die Genossen Stadthagen und Ritter verlangen, sich offen als sozial- demokratisch bekennen. Das sei durch das Gesetz verboten und könne zur Auflösung der Genossenschaft führen. Der Rechtsbeistand des Vereins, Genosse Steinschneider, führte folgendes aus: Bei der Verschmelzung des Konsumvereins mit der Konsumgenossenschaft ist zum Teil die Organisation des ersteren übernommen worden, die ein Repräsentativshstcm enthielt. In diesem Verein war an die Stelle der Generalversammlung die Delegiertenversammlung, jetzt der Genossenschaftsrat genannt, getreten und daneben bestand als eine wahre demokratische Einrichtung die Urabstimmung. Da damals die Propaganda- kommission verlangte, daß die Form des freien Vereins aufgegeben und die verschmolzenen Vereine unter das Genossenfchaftsgesetz gestellt würden, so mußte man sich mit diesem Gesetz abzufinden suchen. Dies ist allerdings nicht vollständig möglich, weil einerseits die Urabstimmung nach dem Gesetz nicht gestattet ist, andererseits die Generalversammlung nicht beseitigt werden kann. Eine solche ist aber bei einer Genossenschaft von 02 000 Mitgliedern in der ge- setzlichen Form eine überhaupt unmögliche Veranstaltung. Schon für die 2000 Teilnehmer der letzten Generalversammlung war es in dem großen Saale der Brauerei Friedrichshain für einen großen Teil der Teilnehmer unmöglich, die Redner zu verstehen, so daß der Vorgang für diese lediglich eine Pantomime geblieben ist. Einen Saal, der 02 000 Teilnehmer faßt, gibt es nicht. Der größte Teil der Genossen muß also unbedingt von jeder Generalversammlung fernbleiben. Wollten nun diese, wenn sie auf einem anderen Stand- Punkt stehen, als die Teilnehmer, ihre Ansicht zur Geltung bringen, so müßte jede Generalversammlung mit einem Kampfe um den Aufenthalt im Saal beginnen und es trete auf diese Weise das Faustrccht an die Stelle einer geordneten Verwaltung. Hiernach ist es bei einer solchen Genossenschaft ebenso wie bei den jetzt vielfach gegründeten Bezirkskonsumvereinen erforderlich, einer aus Wahlen hervorgegangenen Körperschaft die sonst der Generalversammlung zustehenden Beschlüsse zu übertragen und die Rechte der General- Versammlung in den engsten gesetzlichen Grenzen zu halten. Da der Genossenschaftsrat aus Wahlen aller Mitglieder hervorgehe, so vertritt dieser die Mehrheit der Genossenschaft, die Generakver- sammlung dagegen nur eine Minderheit, deren Zusammensetzung dem Zufalle unterworfen ist. Da alle politischen und gewerkschast-, lichen Verbände sich der gleichen Verfassung bedienen �Delegierten- Versammlung), so müßte dem Verfasser des„Vorwärts"-Artikels auch von vornherein klar gewesen sein, aus welchen Gründen dos Statut die Rechte der Generalversammlung einschränkt. Dcr§ 21, der eine Aendernng des Statuts von der Genehmigung des Ge- nossenschaftsrates abhängig macht, entspricht also durchaus dewo- kratischen Prinzipien. Nach dem Gesetze liegt die Wahl des Auffichtsratcs rmbcbingt in der Hand der gesetzlickien Ge»ieralvetsammlung, und die eingpil getroffene Wahl könne nur mit Ä-Majorität widerrufen Ivdroen, so daß die Wahl ungeeigneter Personen der Genossenschaft ver- hänanisvoll werden kann. Die, Größe der Mitgliederzahl unh,ches Gebietes der Berliner Genossenschaft macht eine Teilung dcrselücir in Abteilungen erforderlich. Die einzelnen Mitglieder des Auf- sichtsrates sind nun zugleich als Abteilungsleiter bestellt, um die Verbindung zwischen der Zentrale und den einzelnen Gliedern(Ab- teilungen, Verkaufsstellen) herbeizuführen. Dadurch entsteht aber für die einzelnen eine ganz ungeheure Arbeitslast, die noch dadurch vermehrt wird, daß bei dem enormen Wachstum die Aufgaben des Vorstandes in bezug auf Bauten, Einrichtung neuer Verkaufsstellen usw. sich sehr gehäuft haben und die Mitglieder des Auffichtsratcs ihn hierbei tätig unterstützen müssen. 8 Sitzungen wöchentlich in der Zentrale und noch mehr müssen von jedem Aufsichtsratsniit- gliede mitgemacht werden und daneben läuft die Arbeit in den Ab- teilungen. Die Genossen, welche ihre Zeit und Mühe einer solchen Aufgabe gewidmet und darin eine gewisse Erfahrung gesammelt haben, können gerade jetzt nicht ohne Gefahr für die Genossenschast durch solche ersetzt werden, denen eine solche Arbeit vollständig fremd ist und die dafür auch nicht die nötige Zeit haben. Das ist nun gerade bei den in der Geiverkschafts- und politischen Bewegung her- vorragend tätigen� Genossen der Fall. Andererseits bleibt bcn Auf- sichtsratsmitgliedern auch sehr wenig Zeit übrig, um sich andere!« Bewegungen zu widmen, und es kann daher nicht verlangt werden, daß sie für die politische und Gewerkschaftsbewegung in gleichem Maße tätig seien. Indessen kann Hievaus keineswegs der Vorwurf abgeleitet werden, daß die Verwaltung dcS Vereins, insbesondere auch der Genossenschaftsrat, nicht vom sozialistischen Geiste er- füllt sei. Wenn demgegenüber verlangt wird, daß die Genossenschaft sich offen als eine sozialdemokratische bezeichne, so heißt dies, ihr unter dem heutigen Genossenschaftsgesctze oie Existenz unmöglich machen. Eine Verquickung der politischen Partei und der Genossenschast, wie sie schon vor sechs Jahren in einem„Vor>vä>;tS"-Artikel verlangt wurde, entspräche weder den Interessen der einen noch denen der anderen Organisation. In den in Nr. 254 des„Vorwärts" abgedruckten Resolutionen des Internationalen Soztalistcn-Kvngresses in Kopenhagen und des Parteitages der sozialdemokratischen Partei von 1010 sei ausdrücklich betont, daß die Selbständigkeit jeder Or- ganisation unangetastet bleiben müsse. Alle Versuche, eine Organi- satton unter die Botmäßigkeik der anderen zu bringen, müssen energisch zurückgewiesen werden. Diejenigen Mitglieder der Partei oder Gewerksckmft, welche Zeit und Interesse für die Genossenschaft übrig haben, werden dasselbe leicht damit betätigen können, daß sie sich zu Mitgliedern des Genossenschnftsrates lvahlen lassen. Bei«den Wahlen zum Genossenschaftsrat und Aufsichtsrak ist bisher-daran festgehalten worden, nur folche Milglisder zu wählen, die sich praktisch im GeirossenfchaftSlebcn- betätigt haben. Das hat sich bewährt. Wenn wir die Durchschnittsleistung in Betracht ziehen(einzelne Fehler werden in jedem Geschäft gemacht), fo liegt nichts Vor, was Anlaß zu einem Wandel in den leitenden Person- lichkit bietet. Gewiß können wir auch von der privaten Konkkurveng manches kernen. Genosse Stadthagen hat auf Wertheim ijin- gewiesen. In den Warenhäusern Wertheimscher Art wind aber jader Angestellte sofort auss. Pflaster gesetzt, wenn er nicht die ge- wünschten Erfolge erzielt und andererseits erhalten die höheren Angestellten Gehälter, wie sie eine Arbeitergnossenfchaft niemals bewilligen würde. Dieses System können wir also nicht einftihren. Der Redner empfahl schließlich, die Sitzungen-deS Genosseir- schaftsrates in der Regel öffentlich abzuhalten. Damit würde der Vorwurf, daß es sich hier um geheime Konventikel- und Vettern- Wirtschaft handle, am besten widerlegt wenden. In ähnlichem Sinne sprechen sich all« folgenden DiSkussions- redner aus. Genosse Rein Harb kam auf den Streik bei Gerold zu sprechen. Die führenden Parteigenossen haben es unterlassen, ihr Augenmerk auf diese Konkurrenz der Genossenschaft im Lebens- mittelhandel, die selbst in die Parteibctriebe hineinreiche, z-u richtete Irreführend feien die Ausführungen StadthagenS und Ritters in der Ge ne ral versamm lung Wer die Gründe des Rücktrittes des Gmvsjen Mucke vom Vorstände gewesen Der Standpunkt Nückes Der NeutralrtätSfrage sei gerade der entgegengesetzte von dem Stadthagens. Genosse Junger verliest einen Artikel des„Chemnitzer Tage- blaites". lder beiweist, daß die Angriffe Stadthagens bereits der bürgerlichen Presse Stoff zur Hetze gegen die„sozialdemokratischen" Konsumvereine bieten. Redner zeigt an einzelnen Beispielen, daß die Warenhäuser den Lebensmittelhandel nur der Reklame wegen und zu diesem Zwecke sogar mit Verlust betreiben. Genosse Stürmer hält es nicht für angängig, daß Genossen, wie Flade und Lange, deren Angehörige in der Genossenschaft be- schäftigt sind, für den Aufsichtsrat kandidieren. Auf Antrag Buchholz beschließt die Versammlung, einen Bericht über diese Sitzung dem„Vorwärts" behufs Abdruckes zu über senden." Soweit der uns zugegangene Bericht. Entspricht er den tat- sächlich gemachten Ausführungen und hat der Genossenschaftsrat in seiner Gesamtheit die in der Sitzung zum Ausdruck gebrachten Ansichten zu den seinigen gemacht, so zeigt das aufs klarste, daß der Genossenschaftsrat bis heute noch nicht begriffen zu haben scheint, worauf es bei einer gutgeleiteten Konsumgenossenschaft, die sich auf die moderne Arbeiterbewegung stützen will, ankommt. >Es ist niemanden eingefallen, zu verlangen,'daß die Genossen- schffft sich sozialdemokratisch nennen soll. Was verlangt wurde war, daß eine Konsumgenossenschaft, die im Sinne der Arbeiterklasse wirken will, mit sozialistischem Geiste durchdrungen sein soll, und daß die Furcht, sich als Sozialdemokrat offen zu bekennen, eine durch nichts begründete Acngstlichkeit darstellt. Die Hinweise des Syndikus des Vereins, Herrn Steinschneider, auf die demokratische' Einrichtung des Genossenschaftsrates sind durchaus hinfällig. Wie werden denn heute die Wahlen zum Genossenschaftsvat vollzogen? Die Antwort auf diese Frage lautet: Durch die einzelnen Abteilungen. Das ist es eben. In den meisten Fällen erfahren die Mitglieder ganz zufällig, wann diese sogenann- ten Mteilungsversammlungen stattfinden, in nur wenigen Fällen werden die Mitglieder besonders eingeladen. Und dann ist über die Befugnisse des Genossenschaftsrates nach dem heutigen Statut sehr, sehr viel zu sagen. Die Statuten von Konsumvereinen ver- schiedener anderer größerer Städte beweisen auch, daß es anders geht. Aber hierüber dürfte bei der Statutenberatung mehr zu sagen sein. Was die Bemerkung zu Stadthagens Hinweis betrifft, der Konsumgenossenschaft fehle ein Stück Wertheim, so ist die Stein- schneidersche Aeußevung über die Angestellten Wertheims vollends deplaziert. Die Teilnehmer in der Generalversammlung konnten die Stadthage nsche Aeußerung gar nicht anders auffassen, daß ßa- mit ausgesprochen sein sollte: Der Konsumgenossenschaft fehle der großzügige kaufmännische Blick, den die Mitglieder einer solchen großen Genossenschaft verlangen müssen. Anstatt diesen voll- kommen berechtigten Hinweis zu beachten und für Whilfe zu sorgen, läuft der Genossenschaftsrat dagegen Sturm und möchte die unbequemen Kritiker durch kleinliches, engherziges Beharren auf dem eingeschlagenen Wege als Leute abtun, die die Genossen- schaftsbewegung in falsche Bahnen bringen wollen. Das darf nicht fein! Die Genossenschaftsbewegung in Berlin ist erst erstarkt, nachdem Partei und Gewerkschaft sie aus den Stcinschneiderschcn Bahnen herauszuführen versucht haben. Sie wird weiter erstarken, wenn sie entsprechend den Parteitagsbeschlüssen mit sozialistischem Geiste erfüllt wird. Wenn die Leitung der Genossenschaft, wenn der Genossenschaftsrat sich dagegen sträuben, ruüffen die Mitglieder selber aus den Plan t treten und die Genossenschaft in ihrem Sinne ausgestalten. Dazu ist in der heute abend in der„Neuen Welt" pünktlich 8 Uhr beginnenden General- Versammlung Gelegenheit. Mögen die Mitglieder diese Gelegenheit Oichf ungenutzt vorübergehen lassen und so zeitig auf dem Plan sein, wie der Genossenschaftsrat nach uns zugegangenen Mit- tcilungen für seine Mitglieder angeordnet hat. Soziales. Konsumvereine und Sozialdemokraten. Mit Fug und Recht sucht die organisierte Arbeiterschaft nach und nach auch in den Konsumvereinen Einfluß zu gewinnen, die noch unter bürgerlichem Einfluß stehen, d. h., deren Verwaltungs- Mitglieder bürgerliche Herren sind, die den Aufsichtsrat und Vor- stand ängstlich vor dem Eindringen von Sozialdemokraten zu be- hüten suchen. So war es auch in Ulm. Bei den Wahlen zur Ver- Ivaltung hatte sich einer unserer Parteigenossen besonders darum bemüht,„den Verein unter die Leitung von Sozialdemokraten zu bringen", wie die Verwaltung sich ausdrückte. Sie ging soweit, unseren Genossen wegen dieser„Bestrebungen" aus der Genossen- schaft auszuschließen. Dagegen erhob dieser Zivilklage beim Land- gericht. Das Gericht gab dem Kläger recht und entschied, daß er zu unrecht ausgeschloffen sei. In der sehr klaren Begründung des Urteils wird gesagtz:„Es ist als erwiesen anzusehen, daß der Kläger Bestrehungen unterstützt hat, welche darauf abzielten, den Berein unter die Leitung von Sozialdemokraten zu bringen. Dagegen konnte nicht als erwiesen erachtet werden, daß der Kläger durch die Handlungen, mit denen er jene Absicht betätigt hat, gegen die Interessen des beklagten Vereins verstoßen hat. Daß nur Männer von bestimmter politischer Gesinnung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen wurden, kann, obwohl der Verein ein rein Wirtschaft- licher ist, nicht als den Interessen desselben zuwiderlaufend an- gesehen werden, so lange hierdurch nicht die Auswahl tüchtiger, für ihr Amt befähigter Männer in Frage gestellt wird. Daß die Be- fähigung der auf Betreiben des Klägers gewählten Männer eine ungenügende sei, wird vom Beklagten nicht behauptet. Es fehlt hiernach an genügendem Beweis dafür, daß der Kläger die Wahl der fraglichen vier Männer in der Absicht betrieben hat, der sozial- demokratischen Partei Einfluß auf die Vereinsangelegenheiten zu verschaffen." Das Oberlandesgericht als Berufungsgericht erkannte still- schweigend die materiellen Gründe des Urteils an, hob eß aber doch aus formellen Gründen auf, weil Kläger vor der Klage nicht mit einer Beschwerde an die Generalversammlung gegangen war. Das Urteil des Gerichts entspricht dem Gesetz und sticht von dem Verhalten der Personen vorteilhaft ab, die die Sozialdemokraten wegen Betätigung ihrer Ueberzeugung zu Bürgern zweiter Klasse stempeln wollen oder die sich selbst zu den Sozialdemokraten zählen, aber auf Schritt und Tritt Ucberncutralität betätigen. Hierhin müssen wir leider auch die Leitung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine rechnen, die, wiewohl sie die Stellung der Sozial- demokratie zu der Konsumvercinsbetpegung aus den Beschlüssen auf dem internationalen Kongreß in Kopenhagen und dem deutschen Parteitag in Magdeburg kennt, sich in ihrem letzten Jahrbuch unter anderm zu der Behauptung versteigt, alle Parteien(auch die sozial- demokratische) nehmen„keine einheitliche Stellung zum Konsum- Vereinswesen ein". Die Stellung der Sozialdemokratie ist eine klare. Sie hält die genossenschaftliche Tätigkeit für eine wirksame Ergänzung des politischen und gewerkschaftlichen Kampfes für die Hebung der Arbeiterklasse und unterstützt die im Geiste der modernen Arbeiterbewegung geleiteten Konsumvereine. In sozialistischem Geiste sollen und müssen die Sozialdemokraten in den Konsum- vereinen wirken, damit die Konsumvereine nicht aus einem wert- vollen Mittel der Organisation und Erziehung der Arbeiterklasse zu einem Mittel herabsinken, das den Geist der sozialistischen Solidari- tat und Disziplin schwächt. Em Induftne und bandet Wahrheiten— im Finanzteil. Wenn der„Matin" seiner Tradition der chauvinistischen Stimmungsmache auch in der jetzigen internationalen Krise nicht untreu geworden ist, so hat er sich gleichwohl der Ver- nunft und Wahrheit nicht ganz verschlossen. Man muß sie allerdings an einer Stelle suchen, die nicht eben als die Stätte der Redlichkeit gilt: in seiner finanziellen Rubrik. Einer der besten Kenner der französischen Volkswirtschaft und der internationalen Finanzfragen, Herr Edmond Th6ry legt an dieser Stelle dar, welche furchtbaren Folgen ein europäischer Krieg für die europäische Wirtschaft und damit für die ganze europäische Kultur habe. Er schreibt: „Europa besitzt im Jahre 1912 etwa 759 Milliarden Frank in mobilen Werten(als Nominalkapital). Dieser Betrag re- präsentiert seine Produktionsmittel, das Umlaufskapital seiner Industrie und Landwirtschaft und seines Handels, seine Reserven, seine Fürsorgefonds usw. Diese Werte nehmen jährlich um 29 bis 25 Milliarden zu und zirkulieren von Hand zu Hand, wie Bargeld, weil die Käufer und Inhaber gewiß sind, sie zum Tageskurs auf der Börse oder in einem Kreditinstitut realisieren zu können. Das gleiche gilt von Banknoten, Schecks und Wechseln, die in Zahlung gegeben werden. In normalen Zeiten funktioniert dieser Organismus ausgezeichnet, weil das Bargeld unendlich viel schneller um- läuft als die Hilfsmittel, die es vorstellen, und weil eine ge- ringe Menge dieses Bargeldes ermöglicht, an einem einzigen Tag Regelungen vorzunehmen, die seinen Wert zehn- und zwanzigsach übersteigen. Im Augenblick politischer und be- sonders internationaler Schwierigkeiten vermindert das Bar- geld seine Umlaufsgeschwindigkeit, weil die augenblicklichen Inhaber es zurückhalten. Wenn man nun in Betracht zieht, daß gegenüber den 759 Milliarden mobiler Werte, die Europa besitzt, und den 59 bis 69 Milliarden Banknoten, Schecks und Handelseffekten, die im Umlauf sind, es in allen europäischen Ländern nur 35 bis 49 Milliarden Frank in Bargeld gibt, wovon noch ein gutes Drittel in den Staatskassen und Emissionsbanken festliegt, wird man die Ungeheuerlichkeit der Katastrophe begreifen, die ein Krieg zwischen den großen Nationen Europas für ihren öffentlichen Kredit zur Folge hätte. Im Jahre 1879 uberstieg die Masse der mobilen Werte und der anderen Kreditmittel Europas sicher nicht 299 Millionen, das verfügbare Geld war nicht unter 39 Milliarden und die Nachrichtenpresse hatte noch nicht ihren heutigen Einfluß aufs Publikum.— Bei der Ankündigung eines großen Kontinentalkrieges würden alle Kapitalisten zu gleicher Zeit einen mehr oder minder großeil Teil ihrer Werte zu realisieren versuchen, und dies in dem Augenblick, wo niemand kaufen würde." Herr Thsry meint, die Aussichten auf das Unheil, das aus einem Kriege für alle Klassen der Gesellschaft folgen würde, ließen es unmöglich erscheinen, daß die Regierungen ihn nicht jetzt— und immer— vermeiden sollten. Der gute Rechner, der der kapitalistischen Gesellschaft ihr Maß so genau abzunehmen bemüht ist, übersieht nur eines— daß die Gegen- sätze, die sie erzeugt, ihr über den Kopf wachsen. � 31. E. G. Der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft für das Jahr 19l1/I2 gibt ein Bild von dem weiteren Aufschwung, der in der Erhöhung des 139 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals um 25 Millionen seinen finanziellen Ausdruck findet. Ueber die Rückwirkung der Hochkonjunktur auf die Elektrizitätsindustrie äußert sich die A. E. G. selbst: „Der Absatz unserer Erzeugnisse und die vorliegenden Auf- träge haben die gehegten Erwartungen weitaus über st regen. Die Ausdehnung unserer Organisation auf fast alle Teile der be- wohnten Erde läßt es begreiflich erscheinen, daß ein Jahr allgemein industriellen Aufschwungs im In- und Auslande uns vermehrte Absatzmöglichkeiten brachte. Dazu kommt, daß die Stromversorgung weiter Gebiete aus großen Zentralen schnell fortschreitet und an oie Leistungsfähigkeit der Werkstätten außerordentliche Anforderungen stellt. Um ihnen zu entsprechen, waren bedeutende Erweiterungen der Fabriken notwendig, die teils ausgeführt, teils geplant sind. Die Erwerbung und Bebauung von Grundstücken, die Ausdehnung und Vervollkommnung von Fabrikeinrichtungen, die den Wirtschaft- lichen Aufgaben entsprechend� finanzielle Beteiligung an Unter- nehmungen und unser Anteil an der Kapit�.-rhöhung der Bank fük elektrische Unternehmungen erfordern bedeutende Mittel." Der Geschäftsbericht gibt dazu nähere Angaben Jiber die Be« schäftigung und Entwickelung der zahlreichen Fabrikanlagen. So waren alle Abteißungen der Fabriken in der Brunnenstraße Überaus stark beschäftigt. Der Umfang der Lieferungen konnte trotz der Neubauten nicht mit den Bestellungen gleichen Schritt halten, so daß für die weiteren Neubauten schon auf Gruud der gegenwärtig vorliegenden Aufträge auf längere Zeit reichliche Arbeit vorhanden ist. Die Turbinenfabrik hatte eine steigende Zahl großer Maschinen zu liefern. In der Apparatefabrik zeigte besonders die Fabrikation und der Absatz.von Schreibmaschinen stetige Zunahme. Die Tageslieferung beträgt zurzeit bereits 199 Schreibmaschinen. Der Absatz von Heiz- und Kochapparaten für Haushalt und Werk- statt erfuhr eine Steigerung von mehr als 75 Proz. Im Kabelwerk Oberspree waren sämtliche Betriebe so stark beschäftigt, daß nur durch Einrichtung doppelter und dreifacher Schichten der ver- mehrte Auftragsbestand erledigt werden konnte. Bei der Lampen- fabrik stieg vor allem die Nachfrage nach Metalldrahtlampen, wäh- rend der Absatz in Kohlefadenglühlampen etwas zurückging. In der Automobilfabrik erhöhte sich der Umsatz um etwa 59 Proz. Die Abteilung für Licht- und Kraftanlagen versieht in steigendem Maße sämtliche Industrien mit elektrischen Ausrüstungen. Tie A. E, G. liefert aber nicht nur die Ausrüstungen mit Maschinen usw., sie errichtet selbst eigene Elektrizitätswerke oder beteiligt sich finanziell an ihnen. Bei einer, großen Zahl von Kraftstationen, Ueberlandzentralen, städtischen Elektrizitätswerken in Deutschland, Skandinavien, Holland, Italien, Südafrika ist ihr die Einrichtung oder Erweiterung Übertragen worden. Für olek- irische Straßen-, Hoch-, Untergrund-, Stadt- und Fernbahnen liefert sie Motorwagen, Lokomotiven und sonstige Einrichtungen in vermehrter Zahl. Insgesamt wurden von den in- und aus- ländischen Fabriken 133 599 Maschinen abgeliefert. Die Zahl der Angestellten beträgt 79162; 6559 davon entfallen auf die Fabriken in Wien, Riga und Mailand. Das Geschäftsjahr schloß mit einem Reingewinn tum 24,386 Millionen Mark ab. 18 Millionen davon werden als 14pro- zentige Dividende ausgeschüttet; 659 999 M. erhält der Auf- sichtsrat. Von dMrn außerordentlich günstigen Stand des Unter- nehmens geben aber diese Zahlen noch kein volles Bild. Den Re- serven werden weitere 3 Millionen zugewiesen, so daß sie jetzt be- reits 65 Millionen, d. h. die Hälfte des Aktienkapitals erreicht haben. Die Finanzgewinne(ans dem Besitz an Wertpapieren) werden wiederum völlig zur gänzlichen Abschreibung neubeschaffter Fabrikabschreibungen verwendet. Wie groß die stillen Reserven bereits sind, beweist die Bilanz, in der die Maschinen, Modelle und Werkzeuge sämtlicher Fabritanlagen mit je einer Mark zu Buche stehen. Buchmäßig erscheinen auch das Konto aller von der„Union" übernommenen Werte, das Patentkonto und das Jnventarienkonw mit nur 1 M. Wenn die Aktiva der Bilanz mit 378 Millionen.ab- schließen, so erschöpft diese Zahl bei weitem nicht die tatsächlich vorhandenen Werte. £lus der Frauenbewegung. Der Geburtenrückgang— eine Gefahr? Ueber dieses Thema veranstaltete der Bund für Mutterschutz am letzten Dienstag einen Diskussionsabend im Architektenhause. Frau Helene Stöcker kennzeichnete von kulturellen Gesichts- punkten aus das Juteresse der Frau, nicht bloß als Gebärmaschine zu dienen. Genosse Eduard David sprach darauf vom Stand- punkt des Soziologen über diese Frage. Er schilderte eingehend aw der Hand ausführlicher Statistiken die bekannte Erscheinung, daß seit den achtziger Jahren die Geburtenhäufigkeit abnimmt. Während bis zu Anfang dieses Jahrhunderts dieser relative Rück- gang der Geburten durch den Rückgang der Sterblichkeit aus- geglichen wurde, so daß sogar' der Geburtenüberschuß noch stieg, haben wir seit 1996 einen Rückgang des Geburtenüberschusses zu verzeichnen. Solange Deutschlano ein Agrarstaat war, zeigt sich die Geburtenzahl direkt abhängig von dem Ernteausfall. In Jahren guter Ernten steigt der Bevölkerungszuwachs, in solchen von'Mißernten sinkt er. Seit Deutschland ein Industriestaat ge- worden ist. wurde der Bevölkerungszuwachs von, dem inländischen Ernteausfall unabhängiger und zeigte daher auch einen stetigeren Verlans. Will man den rasch gestiegenen Bevölkerungszuwachs nicht wieder abnehmen lassen, so mutz die Lebenshaltung der- jenigen verbessert werden, die heute infolge von Existenzsorgen ans die Fortpflanzung ganz oder zum Teil verzichten müssen. Soweit die Teuerungspolitit an dem Geburtenrückgang schuld ist, ließe sich durch Abänderung unserer Wirtschaftspolitik wohl IIb« hilft schaffen. Falsch wäxe es aber, die Einschränkung der Kinder» zahl bei den Verheirateten ohne weiteres als einen Nachteil an- zusehen. Nicht die Quantität, sondern die Qualität entscheidet auch hier. Die Gesundheit der Mutter ist ein ebenso wichtiges Gut wie das Leben des Säuglings, und das Interesse der Eltern ist wohl berechtigt, lieber wenigen Kindern gute Lebensbedingungen zu schaffen als durch die Erzeugung vieler die eigene Existenz und die der Kinder zu gefährden. Gegenüber diesem begründeten Streben erscheinen die Predigten« der um die Wehrkraft de? Volkes Besorgten und die Verbote von Präventtvmitteln aussichtS- los. Gerade in bemittelten Kreisen— die noch vor nicht allzu langer Zeit Lohnforderungen der Arbeiter mit der Antwort ab- wiesen: weshalb zeugen Sie so viele Kinder?— nimmt man die Kinderbeschränkung als ein Recht für sich in Anspruch, das man den Proletariern verwehren will. Ueber die Frage des Geburtenrückganges vom Standpunkt des Arztes sprach sodann Dr. Julius Ma rc u se- München. Er schilderte ausführlich, wie Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus aus die Zeugungsfähigkeit der Eltern, die Schwangerschaft der Mutter und die Sterblichkeit der Kinder schäd- lich einwirken. Sodann ging er auf die sozialen Ursachen der Säuglingssterblichkeit und den Einfluß der Fabrikarbcit bei den Müttern ein. Als eine Schädigung von Müttern und Kindern inüffe aber auch die Vielgebärerci bezeichnet werden. Von Aerzten ist mehrfach(auch für Bauernfamilien) festgestellt woroen, daß die Gesundheit der Eltern und der Kinder eine um so größere ist. je weniger Kirider in der Familie geboren wurden. Gerade im Proletariat, das mit dauernden Existenzschwierigkeiten zu kämpfen hat. ist«ine Einschränkung der Geburtenzahl berechtigt. Die Rationalisierung des Gebärprozesses ist eine durchaus notwendige Forderung. Solange nicht eine gesunde Wirtschaftspolitik, eine durchgreifende Wohnungsreform, Entlastung der Mütter von der Fabrikarbeit usw. stattfindet, schützt gerade willkiullche Kinder- beschränkung vor unnützer Vergeudung von Gesundheit und Wohl- stand._ Ein guter Rat in teurer Zeit. Ohne teures Fleisch kann die Hausfrau wohlschmeckende, nahrhafte Suppen herstellen, wenn sie die bekannten Suppenwürfel zu 19 Pf. für 2-3 Teller kauft. Maggis Suppen stehen den besten mit Fleischbrühe zubereiteten Suppen in nichts nach.— Rehr als 40 Sorten.— Beim Einkauf achte man aber auf den Namen k»»ggl und die Schutzmarke.«reuzste»»*. Aw- Heute verkaufen wir Seefische Seelachs Ohne Kopf pro Pfd. 26 Pf. Schollen.....,„ 25„ SB nechlolgenden Preisen: Schellfisch... pro ptd 26 pf KakliaU(ohne Kopf). n„ 24, Konsum-Genossensehan Berlin and Umgegend. £. G. m. b. H.— Zentrale: Ldchtcnberg, Blttergntstr. LÄ Äk. 108|2 Der Vorstand. S. G. m. b. H. Zentrale: K Wilh. Sch-uipielhauS. Grigri. LuftfPiethauS. Mein alter Herr. Nolles Eaprtce. Der keusche Joseph. D r Rehbock.. aSnlgstodt-Kasino. Spezialitäten. Ansang 8'/, Ubr. Reue« Bolksiheater. Michael Krämer. Ansang 10 Ubr. Sldmiralspatast. EiSballett: Dvonne. «,» Sternwarte. Jnoalidenstr. 67—62. üerimep Thealer. 8 Uhr: Filmzauber. uhr- Die fnwf Frankfurter. Montis Operetten-Theater grüher Xeaes Theater) Abends 8 Uhr: Ter Fraucnfresser. Sehille�healerOÄt: Donnerstag, abends 8 Uhr: Flachsmann alt« Erzieher. Freitag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Sonnabend, abends 8 Uhr: _ König Eear._ SchiHer-Theaier Chabu?Btten' Donnerstag, abends 8 Ubr: Die Kinder der Exzellenz. Freitag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Gerhart Hauptmanns 50. Geburtstage Zum ersten Male: Eiga. Vorher: Die Geschwister. Deutsches Schanspielhans 8 Uhr: Der gutsitzende Frack. Theater am Nollendorsplaft (Neues Schauspielhaus). Täglich abends 8 Uhr: GaeUpiel des Münchener /'Qnstlertheaters. Orpheus'w der Unterwelt. Jeden Mittwoch u. Sonnabend 3'/, Uhr: Schneewittchen. .Residenz-Theater Ansang VI, Uhr. PriiWkMhiliis. Satire in 3 Alien v. Maurice Donnay. Bearbeitet und inszeniert von _ H. Bollen-BacckcrS. Luisen-Theater. Anfang 8 Uhr. Des andern Ehre. Freitag: TeS andern Ehre. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung: Rumpelstilzchen. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbron». Große Franffimti Str. 132. Abends 8 Uhr: Die größte Sunde. Drama in 5 Alten von Otto Ernst. Freitag: Papageno. Melropoi-Theatei'. Mends 8 Uhr: Rauckeu gestattet. Chauffeur- ins Jfetropol! Große Jahrcsleoue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund, Musik v. Rud. eleison. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Diretior R. Schultz. . Ad 8 vdr. < Nie dagewesener Erfolg J des neuen Programms! 313 große Attraktionen! Ganz Berlin spricht von i M. Bendix und E. Schnabel g als Droschkenkutscher u. Fiaker. Sonnabend, den 16, November, abends SVa Uhr, in den Konkordia-Festsälen: Rdtcrcr Konzert- Hbcnd Mitwirkende: Acnes Tonkünstierinncn-Orchestcr Dirigent: Herr Kapellmeister Ivan Fröbe. Gesang: Herr Artnr Slstermann. Flügel; Herr Kapellmstr. Alex. Xemnann. Bezitation: Herr Endwlg Hardt. Brettl: Fräulein Clalre Waldoff. Festmarken inkl. Programm und Festball a 60 Pf. in allen Zahlstellen. 244/1 Abend �Abteilungen im| nächste Serien(ab 18. Movcmber 1912); ;| Strindberg: Die Kameraden. Komödie in 4 Akten. Mitgliedskarten zu den Äbend-Abteilungeif sind in den Zahlstellen zu haben. A»Clou" 'Jfc mm Mauepstraße 82.— Zi :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— ZimmerstraBe 93/91, Heute: Dopisei-Konzept! Berliner Konzertliau�orehester, Dir. Frz. v. Blon, KomnouTst. Musikc. Kaiser Alexander Heg. Dirig Kgl. Musikdir. Brase. Anfang 8 Ehr. Eintritt 50 Pt. Anfang 8 Ehr. Freitag, den 15. er.: Großer WohltätigkcitM-Bonster- Konzert-Abend zum Besten der Reichsfliegerstiftung. 7 Kapellen. Mitwirk, erster Bühnenkünstler. Vorvorkauls-Gedenkraünzen ä 2,50 im Clou zu haben! Abonnements u. Passepart, haben keine Gültigkeit! !! Voigt-Theater. Donnerstag,' den 14. November 1912: Gastipiel in Puhlmanns Theater, Schönbauser Allee 148: Zapfenstreich. Sstteudrama in 5 Alten von 'Adam Bcyerlein. Kassenerössnung 7 Uhr. Ans. 8'/« Uhr. 'sedirnsdier Schwierigkeiten halber die Eröffnungs-Vorsteüung des Theater Qroß-Berlin am Donnerstag, den 21. November er., 7'/- Uhr, statt. Die für die Premiere gelösten Billetts behalten ihre Gültigkeit. Die für spätere Vorstellungen verkauften Billetts werden auf Wunsch an der Kasse umgetauscht.oder zurückgenommen. Die Direktion. Zirkus Merl Schumann. Heute Donnerstag, 14. Nov., abends 7'/, Uhr: Auftreten sämtlicher neu engagierten Attraktionen. Em 91/. Ehr: Der unsichtbare Mensch. Vier Bilder aus Indien. Der Clou der Saison! Theater 8 Uhr: Die mit beispiellosem Lacherfolge anfgenommene Novität Die Alpenbrüder. 10 Ehr: Endlich allein! Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11— 2(Theaterkasse). Passage-Panoptikum Das grüble Naturwunder! Die HEILIGE WEISSE NEGERIN und ihre schwarze Priester- Schwester. Beide lebend ohne Extra- Entree zn wehen. Folies Caprice. Zum 75. Male Die drei Schlager: Der keusche Joseph. --- Der Rehbock. Der Einbreche». Reichshailen-Tliealer Stettiner Sänger. 2i6enbä DieMaelit Sonntag- nachmittag 8 Uhr: Der Kompagnieball Urania Tanbcnstraße 48/49. 4 Uhr: Qeroais- Courtellemont: Bilder am« dem Orient. (In natürlichen Farben.) Abends 8 Uhr: Die wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirtschaft. Mit dem Zeppelinluftschiff von Sylt nach Hamburg. Hörsaal 8 Uhr: Konstruktions-Ingen. A. Kellner: Herstellung guBeiserner und schmiedeiserner Röhren. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, 14. Nov., abends 71/» Uhr: Gr. Gala-Tortitellnng. Neu! Albas Kopf-Drahtseilfahrt durch den Zirkus räum. Noa! Kapt. Spaniding, Schein oder Wirklichkeit? Toarblllon-Troupe, akrobatische Lady-Cyolists. 3 Blackbnrns, Lnftleiter- Akrobat. auf dem Schiffsmast. scMuß: Dnier Gorillas. Große Pantomimen-Burleske in 4 glänzenden Bildern. Triauon-Theater. Abends 8 Uhr: Liebesbarometer. Theater Kfinigstadt-Oasino. Holzmarktstraße 72, 1 Min. v. Bahnh. Jannowitzbrücke. Tägl. abends 8, Sonnt. 51/, Uhr: 6 erstklassige Spezialitäten und Kalt geMtellt oder: FehlgewchozzeH. Casino-Theater Loldringer Sir. 37. Täglich 8 Uhp: DaS scnsation. November-Progranmi Robert Meesemann, Berlins Lieblingshumorist mit neuen Schlagern. Niejen< Lachersolg des SA Der Grolpcst. Sonntag 4 Uhr: O diese Männer! Nißles Fest-Säle Dennewitzstraße 13. Jeden Donnerstag; Tanzkriwzchen bei freiem Entree. V. Mittle. Concordla-Fest.säle. Inh.; M. Wendt u. A. Schütze. 04 Andreaaetr. 64. Jeden Donnerstag: Große Soiree der allgemein beliebten und bekannten Bollmaoiis Sänger. Direktion Fr. Fanther mit vollständig neuem Programm Anfang 8 Uhr. ÄÄ Frei- Tanz. Vorzugskarten haben Gültigkeit. erhält Jeder Herr zu äusserst leichten Zahlungsbedingungen itnoen ISlsf er, hochmodern � Winter-Paletots Sakko-Anzüge Rock-Anzüge Jünglings- und Knab.-Garderobe Mit Mark wtohgntl. 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November 1912 vormitisgi, Aar Jade gMogene Nummer lind anal gleich hoha Sa» wlnno gefallen, and»war Je einer anf die Loae gleicher Kammer in den beiden Abtellmgen I and II �iut die Gewinne Uber 340 Mark sind den betreficaden Nummern in Klammern belgetflgt. fOhne Gewühr.)(Nachdruck verbotenj t 22 369 73 81 427 85 568 602 712 884 94 1133 69 73 34). 417 67 713 19 73[1000] 893 94 932 45 2065 220 28 49 366 08 490 537 610 13 778 77 87[600] 819 22 23 970 8002 18 229 80 888 430 635 778 812[500] 4038 48 147 72 249 344 723 868[3000] 934»209 830' 34 1600] 41 769 927 77 6120 233 337[1000] 84 88 99 562 769 821 915 7064 170 422[5000] 610 24 739 [600] 68 71 83"? 010 8114 99 353 07 426 41 539 45 84 67 68 93 667 837[30000] 67 931 0028 36 68 118 77 10391[304 86[800] 623 775 908 16 1O094 201 473 684 814 43 780[3000] 814 60 11032 33 92 113 43 208 87 379 489 636[1000] 88 923 1 2133 94 414[600] 606[1000] 4f 660 99 003 13112[3000] 90 221 637 708 803 11 18 48 14105 209 67 314 441 627 615 968 18020 171 419 87 699 812 40 83 768 88 839 16089 131 326[1000] 44 413 14[1000] 624[500] 736 17075 127 32 348[5000] 88 413 629 600 88 742[500] 48 18287 90 809 03 409 42 77 81 636 662 976[1000] 19098 249 33 7 40 437 41 93 639 727 41 827 949 20138[600] 70 469 833 87 862 21883 92[3000] 601 44 861 22142[1000] 207 35[1000] 61 80 97 559 708 64 97 845 928 44 84 28038 96 235 708 873 24164 237 82 578 632 883 99 935 25041 72 187 403 [1000] 98 517 78 804[600] 731 93 28024[1000] 63 98 240 61 482 27043 189 515 43 670 751 887 95 28043[500] 48 157 228 323 37 67 621 718 17 24 818 49 937 29100 6 37 313 16 440 82 620 772 888 923 30015 420 40 46 898 905 31083 213 324 27 424 79 740 804 32008 132 262 312 638 814 33287[1000] 403 662 83 99 884 881 916 34185 92 851 668[500] 820 926 3 5482 503 57 707 87 976 3 6067 143 412[500] 89 708 30 857 37031 165 65 342 68 484 592 614 68 888 900[1000] 9 38056 70 104 62[1990] 63 97 416 27 61 81 803 695 744 831 49[600] 61 62 76 39077 303 10 571 829 49085 381 367 58 76 84 722 41058 220»7 888 453 969 713 894 42170[600] 240 380 96 612§4 823 43030 85[800] 62[3000] 82 465 609 819 67 4 4078 104 284 468 763. 816 967 45043 66 220 441 689 99[800] 688 782 982 4 6012[600] 168 95 273 331 469 519 85 4 7053[1000] 291 330 403 77[600] 670 899 [600] 718 848[1000] 91 909 66 43082 109 87 68 289 409 25 33 638 79 823 30 939 47[1000] 49000 162 65 224 04 403 630[500] 60 644 707 835 938 64 50037 280 445[3000] 674 693 877 052 61076 116 207[1000] 301[600] 37 520 676 723 841 928 52036 179 328 653 956 68 53020 204 405 32 43 682 630 08 843[800] 54048 429 872 15001 55087 135 81 650 56169 284 1800] 891 405 672 028 82 763 944 57214 34 41 497 681 611 23 9 2 740 875 5 8061 76 195[600] 250 331 67 052 860 87 927 38 50 67 59098 208 19 UOOO] 348 487 607[500] 709 77 809 63 940 66900 165 393 96 332[1000] 424 63 758 813 81 81012 372 92 437 608 830 828 62227 63 416 63 612 18 667[1000] 806 84 95 63116 48 86 380 498 805 37 39 83 619 79 735 64094[500] 168 373 74 450 62 589 083 717 62 966 65309[600] 654 72 650 921 32 50 66024 05 226 418 530 81 613 854 97 953 69 67092 234 484 78 643 866 68152 377 391 939 66119 237 70189 216 481[3000] 665 604 71214[800] 326 ua 400 610 92 07 878 72011 106 28 203 402 17 670 093 811 986[3909] 73136 271 360 664[1006] 743 46 73 825[800] 939 50 74027 68 68 76 217 347 451 661 99 807 37 804[1000] 934 38 75026[600] 123 30 414 18 620[5001 23 852 76063 102 68 218 24 302 73 94 574 601 23 29 708[3000] 851 928[800] 28 77183 85 331 464 1600] 87 843 92[600] 78094 174 228[1000] 350 66 541 869 78 917 79064[1000] 76 118 265 352 404 88 699 759 66[600] 99 810 19 80 049[1000] 103 263[500] 99 378 845 807 Ol 064 121 280 94 382 85 453 828 60 687 982[3000] 02027[1000] 55 69 204 27 306 8 15 93 415 634 45 600 19 62 762 88 870 900 11 83017 37 97 307[3000] 31 468 71 78 816 917 56 04111 216 331 419 818 862 796 900 63 64 85476[500] 021 87 710[1000] 998 08018 48 61 83 138 68 83 330 90 98[600] 306 72 471 79 589 624 TO 735 80 6 2 816 71 982 8 7140 67 13000] 245 00[1000] 318 498 638 842 8 8072 180 304 645 88 [3000] 784 89123 213 19[600] 379 80 408 604 83 88 802 41[600] 96 990 90075[500] 207 61 67 407 62 82 632 80 752 01079 98 162 271 98 364 663 030 728 60 896 909 09029 65 103 87[600] 652[1000] 829 93001 196 221 -27 427 82 92 506 43 60 69 077 060[1000] 910 94143 705 479[1000] 672 832 967 95003 43 58 159 360 400 7° oV[10001 661 830 90 789 807 90 947 98019[600] ana 72 232 36 302 63[500] 427 548 705 928 77 97066 III".„TS 425 827[600] 49 674 81 824 8 4 9 9024 renn) 104 42 69 71 83 302 6 408 659 665 90[1000] 724 Kwln dtiT 71 99161 487 630 719 25 880 944[3000] 85 807 100002 4? 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Ziehung 5. Kl. I. Preuss.-Süddeutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vom 18. November 1912 nachmittags. Auf Jede gezogene Kammer«lad«wel gleich hohe«a- winne gefallen, nnd»war Ja einer auf die Uae gleicher Kummer in den beiden Abtailnniren I and II Nut die Gewinno Uber 240 Mark alnd den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 86(600) 274[500] 429 49 73[1000] 07 13000] 562 663 89[3000] 794[1000] 864 900 62 1105 34 43 [3000] 206 81 350 408[600] 689 877 2003 44 198 [600] 266 57 400 6 18 663 81 886 05 804 46 TO 942� 75[500) 8148 274[3000]>183 624 828 4058 335 [3000] 42 85 481 938[6001 77 6017 48 83 147 72 821 060 0278 400 43 91 634. 87 631 76 84.838 73 98 908 SO 7006 78[1000) 06 206 34 44[600] 70 304 WO 631[MO] 35 637. 735 43. 64 04[100Y1. 0089 ,621 623[1000? 707 880 64 949[600] 902t 134 91 97 326 462 638 714 48 83 883 900[3000) 10029[600] 164 261[600] 480 75 566[1000] 605 892 931 11318 61 89[3000] 607 860 925 61 12083 286 366[800] 483[600] 592 814 96 13022 76 289 369 483 68 79 602 700 801 971 88 97 14013 99 288 371 468 680 735 42[5001 68 822 40 989 16273 353 684 736 888 10041 62 269 480 61 644 71 90 722 24 62 831 941[600] 17065 310[1000] 440 827 08 007 18339 32 83 625 632 034 19298 410 28[1000] 33 610 92 629 64 834 20083 91 180 268[600] 381 871 678 727 63 2 1 328 86 607 31[3000] 877 901 9 64 22056 189 346 617 608 730 45 013 82 02 23122 80 81 266 324 841 61 891 727 880 84 906 2 4274 488 696[699] 763 91 830 006 25067 118 41 371 424 651 611(1000) 733 89 [500] 20134 465[600] 523 638 798 807 019 43 2 7 237 74[600] 79 389 430 74 77 859[1000] 802 701 72 87 844 2 8004[1000] 260 86 385 434 78 647 618 89 731 828 946 48 29087 261 612 17 838[1800] 86 762 86 759 81[1000] 916 30132 208 360 66 433 832 42 63 908 745[1000] 809 83 023 64[6001 79 31010 305 TS 495 710 17 87 845 68 073[1000] 32035 114 19 324 73 603 16 816 873 3 3441[600] 629 91 733 98[600] 813 938 68 34005 40 143 61 72 364 445 82 602 23 721 093 35043[1000] 191 92 205 79 99 363 407 702 815 16 21 37 000 90 00 30062 74 260 431 33 832 78 829 003 89 37085 112 76 464 862 819 38061 129 398 446 600 807 989 3 9011 198 208 675 750 824 938 95 40025 01 163 202 385 473 608 804 818 33 981 41237 302 409 38 890 871 969 42110 98 483 89 531 75 792 902 43034 137 488[800] 663 766 820 991 44070 189 386 888 97 712 14 898 927 45000 13 44 82 347 64 447[500] 737 899 40037 108 33 85 276[1000] 428 867 47074 117 73 223 447 60 72 638 726 824 48031 39[1000] 303[600] 20 654 818 40143 308 41[1000] 678 793 50166 229 862 764 892[1000] 51035[3000] 308 487 96 570 663 87 711 12 83 831 980 52073 185 278 306 453[1000] 628[1000] 074 762[10001 942 53166 71 220 439 561 87 723 841 70 54037 106 381 485 698 923[1000] 65072[3000] 112 63 270 349 70[608]. 488 665 705 827 966 93 58146 330 32 67 89 694 666 890 900 57037 101 233 62 628 775(1000] 821 68 924 6 5370 74 88[3000] 485 675 59062 98 260 304 430 68 85 689 821 796[1000] 821 921 Ol 60054 177 90 371 608 702 845 926 31 43 61053 114 31 70 265 667 703 16 26 79 824 84 916 43 62032 63 80 95 312 409 813 995 63020[1000] 256 345 62 422 081 74 04084 148 64 223[600] 332 423 619 47 73 849 79 718 00 96 801 19 048 59 05167 329 39 62 601 87 640 63 50 782 60037 279 376 07 616 89 988 84 0 7 060[500] 90 123 38[1000] 48 1600] 232 63[600] 302 29 87 885 795 900 12 68 6808T �2 23 '93 323 523 38 829 963 69005 49 160 368 478 81 6 9 70m8 202 75 389[600] 812 31 1660] 71209 594 911 72029 261 377 460 518 24 62 6®}, 7i® 8i1jl 73023 88 131 230 318 83 84 600 791 884"8'♦"S [1000] 69 597 701 37 70 75038 T4[600] 78 Ff IIS 88» 427 636 1500] 604 67 809 9M 7«1« 89 800 587 63 632 80 717 896[500] 938[1000] 77132 232 885 806 DR ms 62 78017 11000] 30 181 343 469 500>, 5000] 9?(5001 601 u 18[500 68 721 25 869 938 79117 41 329 32 03 UOOO] 470!500] 740[1000] 833 51 903 47 8O063 240 431 69 OIU 888 888 888 910U 83,[3000] 213 00 622 646 732 40 839 60 82182 234 623 606 11D001 730 48 875 919 03083 123 58[3000] 230 500 9 57 16001 670 664 1600] 904 31 48 84027 260 71 403 69 63 031 802[1000] 4 8S526 65 723 86011 263 300 434 48 IsOOO] 603[500] 9 844 62 87236(3000) 321 431 81 055 705 831 74 940 78 90 88068 93 133 74 81 UOOO] 374 031 89054 90 115 65 67[3000] 419 90043 102 53 54 211 46 410 783[1000] 86 815 973 B'l 168 317 29 400[1000] 820 43[800] 04 681 004 92094 333 474 614 40 849 70 93066 146 60 439 939 779 81 91 15[600] 812 32 94022 215 421 554 55 812 . 73 706 844 75 030 90 95089[500] 217 69 88 308 29 84 696 986 98029 77 239 72 464 623 42 868 65 70 782 97045 52 108 453 87[1000] 98 992 9 8238[1000] 334 84 410 580[500] 680 97 868 69 99329 86 92 422 678 629 778 89 882 903 26' 100276 335 67 401 55 823 30 748 995 101124 48 312 488 643 99 602 1 0 2005 91 201 635 67[1000] 739' 103184 801 29 896 79 886 928[699] 68[600] 104061 315 64 669 767 89 997 105047 161 86 273 387 417 37 76 81 823 669 719 838 072 1OO039 46 170 262 67 439 (3000! 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70 843 89[600] 912 18[500] 192104 70 88 94 710 862 79 915 193052 71[1000] 267 819 V20 804 70 104152 206 74 432 609 669 782 950 1J5211 359 407 27 50 650 85[ 1000] 82 789 88 881 67 74 908[600] 19>1000] 36 108051 184 332 430 85 98 312[500] 711 90 882 974 197048 140 59 309 427 619 741 88. 84! 198062 201 84 336 41 87 459 614 71 959 1 99104 2< 92 298 130001 813 71 958 29 9005 36 103 13 368 427 780 29 1 037 47 Iii 345[3000] 425 581 634 53 54 779[500] 833 2 9 2091 •270 303 1600] 796 293008 30 1,5 42 339 64 424 2! 701 870 903 17 294085 282 342 91[1000] 98 42! 49[500] 521 29 610 702 40 803 942>500] 57 Sk 29 6 005-91 574 605 35 1 3001. 43 91 780 020 2 9 0535 43[30000] 88 662 949 207964[3090] 118 498 K 503 600 788 97 98[500] 827 058 : Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Liijeralenloil vcranfw.! TH ÄluckeuVerlm. Druckt Bering: Vorwort» Buchdruckkiel u. BerlagSanstalt Paul Nnger u. Eo� Berlinds, 1, 267. so. 1.5 w 3. Keilllge des„Usmiirts" Kerlim Uoldsdllltt..9.2. Freitag, den IS. Nov., abends 7 Uhr: Flugvlattverbreitnng. Die Genossen werden ersucht, sich vollzählig in den Bezirkslokalen einzufinden. Partei- EtogelegenKeiten. 6. Wahlkreis. Am Sonnabend, den 16. November, veranstalten die 12.— 1ö. Ab- ke'ilnng einen heiteren»lunstabend im Stadtlheater Moabit. Mit- wirkende sind: öiahntsche Solisten-Äapelle. Herr F. Richard: Rezi- talionen. Fräulein Marianne Geyer: Lieder zur Laute. Herr M. Grunivald: Humoristische Büßpredigt. Eintrittskarte 60 Pf. Ferner findet am selben Tage ein Theaterabend bei Ballichmieder, Badstr. 16, statt. Zur Aufführung kommt: Zapfenstreich. BillettS a 50 Pf. einschließlich Garderobe sind für Mitglieder zu haben bei: Henckel, Stralsunder Str. 17, Hoffmann, Swinemünder Str. 47, Schade, KöSliner Str. 9, Bär, Badstr. 44, Pose, Koloniestr. 15. Billetts zur U r a n i a- V o r st e l l n n g am S o n n t a g. d e n 17. November, vormittags 10 Uhr, sind noch tni Bureau, Neue Hochstr. 23, zu haben. Lichtenberg. Morgen Freitag, abends 7 Uhr, findet von den Zahlabendlokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Kein Mit- glied darf fehlen. Eharlottenburg. Heute Donnerstag findet der zweite Licht- bildervortrag iin naturwissenschaftlichen Kursus des Genossen Dr. Drucker im Volkshause abends S'/a Uhr statt. Die Eintritts- karten für diesen und die vier folgenden Vorträge kosten 50 Pf. Der Bildungsausschuß. Iin großen Saale des Volkshauses. Rosineiistr. 3, veranstaltet die 4. Gruppe des Wahlvereins am Sonntag, den 17. d. M., einen llnierhaltungsabcnd. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß dieser Abend den Genossen neben dem Vergnügen auda einen künstlerischen Genuß zu bieten verspricht. ES ist den Genossen ge- lungcn, für diese Veranstaltung hervorragende musikalische Kräfte lKlavicr, Geige, Gesang) zu gewinnen. Außerdem wird durch Theater, Verlosung und Tanz für die Unterhaltung der Teilnehmer gesorgt. Ansang 5 Uhr. Wir erwarten, auch iin Interesse unseres Volkshauses eine recht gute Beteiligung der Genosse» an dieser Ver- anstaltung. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Der Vorstand. Ober- Schimeweidc. Freitag, den 15. November, abends 7 Uhr ab: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Pankow-Schiinhausen. Morgen abend findet im Türkischen Zelt, Breitestr. 14, der dritte Vortragsabend vom Genossen Julian Borchardt mit dem Thema:»Die historischen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus" statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Bildungsausschuß Tegel. Freitag, abends 7 Uhr: Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Borsigwalde-Wittcnau. Am Freitag, den 15. November, abends 7 Uhr: Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen au-Z. Am Sonnabend, den 16. November: Handzcttelverteilung in Wittenau von den bekannten Lokalen aus. Am Montag, den 18. November, abends 8 Uhr. findet eine öffeirtliche Versammlung im Wittenauer GesellschaftShaus statt. Referent: Genosse Adolf Hoffmann. Röntgental, Zepernick, Buch. Heute, abends 8'/z Uhr: Gemeinschaftlicher Zahlabend bei Starke in Buch, Bahnhof-, Ecke Schönower Straße. Spandau. Freitag, den 15. November, abends 8'/a Uhr, findet im Restaurant Tivoli iG. Borchardt,«eeburgerstr. 26)"eine außer- ordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Genossen M. G r o g e r- Neukölln über: „Kommunale Steuerpolitik". 2. Wahlen. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Dabendorf bei Zossen. Am Sonnabend, den 16. d. M., abends S'/z Uhr. bei Wiese: Mitgliederversammlung. Sehr wichtige Tages- ordnung._ Berliner JVacbmbtem Ter Verkauf des ausländischen Fleisches durch Schlächtermeister hat vielfach dazu geführt, das; durch die Art, wie der Verkauf betrieben worden ist, viele Käufe- riuiicii von dein Kauf abgeschreckt worden sind. Tie Schlächtermeister, die anfänglich gegen den Verkauf ans- ländischen Fleisches Protest einlegten, fanden sich bald in die nene Situation und suchten nach Uebernahme des Verkaufs nunmehr ihr Schäfchen ins Trockne zu bringen, indem sie sich nicht im � geringsten an die vorgeschriebene Preisfestsetzung hielten. Sie umgingen diese Preisfestsetzungen, indein sie mit der Knochenbeilage einen großen Unfug trieben und den Käuferinnen vielfach" mehr Knochen als Fleisch verkauften oder die einzelnen Fleischsorten nicht so auseinanderhielten, wie die Stadt das verlangt hatte. Durch diese Verkaufsart suchten viele Verkäufer den Ver- käuferinnen den Kauf ausländischen Fleisches zu verleiden. Wie wir hören, soll jetzt eine eingehendere Kontrolle über die Verkäufer stattfinden, außerdem wird erwogen, ob nicht doch der Magistrat den Verkauf durch eigene Leute vollziehen lassen will. Unserer Meinung nach hätte der Magistrat von vorn- herein das tun sollen. Nur so ist eine gewisse Garantie gegen Mißbrauch gegeben. Der Magistrat kann das um so leichter tun, als die Schlächtermeister mit der Nebenbeschäftigung des Verkaufs russischen Fleisches die Woche bis 200 Mark ver- dient haben. Der Magistrat muß aber noch mehr tun. Außer in den Markthallen muß der Fleischverkauf in einer größeren An- zahl Läden betrieben werden. Leerstehende Läden, die auf Zeit zu lxiben sind, gibt es in dm proletarischen Bezirken genügend. Unsere Arbeiterfrauen sind vielfach genötigt, ge- werblich tätig zu sein, sei es außerhalb der Häuser oder in der Heimarbeit. Lange Wege zur Markthalle bedeuten er- heblichm Zeit- und Arbeitsverlust. Außerdem wird lebhaft gewünscht, dafür zu sorgen, daß wieder an den Vormittagen der Fl-eischverkauf erfolgt. Werden diese Anregungen be- hcrzigt, so dürfte der minderbemittelten Bevölkerung mit der magistratlichen Maßnahme erheblich genützt werden. „Beffcre Zeiten" für die Armenpflege der Stadt Berlin, Dic Armendirektion hat in ihrem Jahrc-Zvericht über das Ver- waltungsjahr 1911(t. April 1911 bis 31. März 1912), den der Macsistrat jetzt bekannt gibt, endlich einmal wieder etwas ihr sehr Erfreuliches zu melden. Ter ihr zustehende Teil der Armenpflege. l'- h. hauptsächlich die sogenannte offene Armenpflege durch Unter- äützung mit barem Geld oder mit Lcbcusniiitcln usw.. hat im letzten Jahr eine Minderung der Ausgaben und des krsorderlichen Zuschusses gehabt, In 1911 wurden von der Armendirektion ausgegeben 13 252 485 Mark, um 86 948 M. weniger als im Vorjahr, eingenommen aus Rückerstattung von Unterstützungen mir 1 106 621 M., um 145 864 Mark mehr als im Vorjahrj mithin waren als Zuschuß aus dem Etadtsäckcl erforderlich 12Z45 864 M., um 232 812 M. weniger als im Vorjahr. Von der gesamten Ausgabe wurde das meiste, 10 497 740 M., für die von den Armenkommissionen zu gewährenden Unterstützungen aufgewendet, im besonderen 7 425 223 M. Almosen, 1 390 571 M. Pflegegeld(für Kinder von Witwen), 1 367 506 M. Einzeluntcrstützungen, dazu 314 440 M. Wintcrunterstützungen(für Almosenempsägner und Pflcgcgeldcmpsänger). Gegenüber dem Vor- jabr haben die Aufwendungen für Almosen sich noch um 22 526 M. erhöht, entsprechend der weiteren Mehrung der Durchschnittszahl der Almosenempfänger von 35 344 im vorletzte» Jahr auf 35 396 im letzten Jahr. Tagegen wurden die Aufwendungen für Pflege- gcld um 11 275 M. ermäßigt, wie auch die Durchschnittszahl der Pflegekinder von 13179 auf 12 874 zurückgegangen ist. Ermäßigt hat sich ferner der Gesamtbetrag der Extraunterstützungen um 6453 M., weil die Durchschnittszahl der Einzelunterstützungsfälle pro Monat vom vorletzten zum letzten Jahr von 101t8 auf 9766 herabgedrückt wurde. Ermäßigt haben sich schließlich auch die Wintoruntcrstützuugen um 2090 M. Gegenüber dem Voranschlag des Etats sind erspart worden an den Almosen 74 777 M., an den Pflegegeldern 29 429 M., an den Einzeluntcrstützungen 32 494 M., an den Wintcrunterstützungen 5560 M. Der Bericht der Armendirektion will die Erhöhung der Ein- nahmen aus Rückerstattungen aus die„eingetretene allmähliche Besserung der Erwerbsverhältnisse" zurückführen. Daß die Summe der Ausgaben für Unterstützungen keine Erhöhung niehr aufweist, meint die Armendircktion gleichfalls aus einer„B esse- r u n g der Lebensbedingungen der ärmeren Volks- k> a s s e n" erklären z» sollen. Hier fällt uns ein, daß im Herbst >911 der Armendirektion ein Antrag der ihr angehörenden sozial- demokratischen Stadtverordneten vorlag, den Armenkommissionen mehr Rücksicht auf d i c h e r r s ch c n d e Teuerung zu niipschlc». Der Antrag wurde von freisinnigen Mitgliedern der Armendircktion bekämpft, weil die Armenkoinmissionsvorstehcr, die man auf die Teuerung nicht erst hinzuweisen brauche, dadurch nur veranlaßt werden könnten, mehr als nötig zu geben. Im Voran- schlag des Etats für 191 k war erläuternd gesagt worden, es sei, wenn auch an sich auf günstigere Gestaltung der Verhältnisse ge- hofft worden dürfe, doch„zu berücksichtigen, daß die Zahl der Al- moseuempfänger, überwiegend alter Leute, hiervon im ganzen un- berührt bleibt, und andererseits die Teuerung der Lebensmittel die Armenkommissionen zur Erhöhung der Almosen drängt". Hiermit vergleiche man jetzt das Ergebnis des Betriebes der Armenpflege aus dem Jahre 191 l! Der Gesamtbetrag der Ausgaben für Al- mosen ist noch gestiegen, aber i» demselben Maße ist gestiegen die Durchschnittszahl der Almosenempfänger. Den Durch- s ch n i t t s bc t ra g des M o n a t s a l m o s e n s berechnen wir für das vorletzte Jahr auf 17,45 M., für das letzte Jahr auf 17,48 Mark, das macht durchschnittlich ganze 3 Pfennige m e h r) So sieht die Rücksicht aiif die Lebensmitteltcuerung aus. „Bessere Zeiten" für die Armenpflege— aber nicht für dicl Armen!_ Elten», die aus Armut ihre Kinder hungern lassen? lieber die Eltern der Waisenkinder der Stadt Berlin wird von der bürgerlichen Presse eine Mitteilung veröffentlicht, für die als Quelle die„Blätter für die Berliner Armen- und Waisenpflege" genannt werden. In diesem von der Armen- Verwaltung der Stadt Berlin Herallsgegebenen amtlichen Organ, das den Armenkommissionen und Waisenräten von Amtswegen zugestellt wird, lautet die Mitteilung so: „Die Eltern der städtischen Waisen in Berlin. Das städtische Waisenhaus in der Alten Jakobstraße, das vor etwa drei Jahre» fertiggestellt und bedeutend erweitert wurde, erweist sich als zu klein und soll möglichst bald durch Anbauten vergrößert werden. Wie beim Obdach wächst die Frequenz von Jahr zu Jahr. Sie ist schon auf rund 4000 Kinder gestiegen. Von diesen sind rund 13 Proz. Voll- Waisen und nur etwa 3300 in Berlin geboren. Aber auch die Mehrzahl dieser 3300� sind von Rechtswegen keine geborenen Berliner. Sie� sind vielinebr von auswärtigen Müttern hier in Entbindungsheimen, dem Obdach, der Eharito usw. geboren und dann verlassen worden. Von rund 400 fehlt überhaupt jede An- gäbe des Geburtsortes, Von rund 300 sind Angaben gemacht lvorden, die barouf schließen lassen, daß sie weder in Berlin, noch in der Mark geboren sind. Der Rest der Kinder ist in den Vor- orten und der Mark zur Welt gekommen. Im Jahre 1910/11 wurden rund 4325 Kinder neu aufgenommen, davon lvurden 1291 ailfgenommen wegen Armut der Eltern, die die Kinder Hunger» ließen, 551 weil der Aufenthalt der Eiern nickt zu ermitteln lvar, ferner 1000 wegen Krankheit der Eltern, 129 weil Vater oder Mutter ausgerückl war. Auch wegen Trunksucht der Eltern mußten Kinder dem Waisenhause überwiesen werden." Fast unverändert im Wortlaut ist diese Notiz von der bürger- lichen Presse unter Angabe der amtlichen Quelle übernommen worden. Das Erheiternde dabei ist, daß die Notiz in nahezu demselben Wortlaut schon vor vier Monaten von bürgerlichen Blättern veröffentlicht wurde. Sie gelangte dann, ent- weder direkt oder noch auf einem Umweg, in das amtliche Organ der Anncnverwaltung, das eine Quelle zu nennen nicht für nötig hielt. In die bürgerliche Presse ist sie als eine nunmehr von amtlicher Stelle herrührende Mitteilung zurückgelangt, und zwar haben auch solche Zeitungen, die schon vor vier Monaten diese Darstellung bedenkenlos aufgenommen hatten, sie jetzt ihren Lesern nochmals vorgesetzt. Doch nicht das ist es, was uns an der Notiz interessiert. Wir beschäftigen uns mit ihr nur. weil die von der Armenverwaltung der Stadt Berlin in ihrem amtlichen Organ aufgenommene Darstellung nach Inhalt und Fonn große Bedenken erregen muß. Im„Vorwärts" wurde das bereits vor vier Monaten gegenüber jener ersten Ver- öffentlichuug gesagt, aber das amtliche Organ der Armen- Verwaltung hat offenbar nichts Bedenkliches darin ge- funden.' Im Waisenhaus Alte Jakvbstraße soll die„Frequenz" schon «auf rund 4000 Kinder gestiegen" sein I Gemeint ist wohl, daß im Johre 1910/11„rund 4000" in Waisenpflege kamen; nach Aus- weis des Verwallungsbcrichtes der Waiscndeputation waren eS 4326. Die meisten gelangen zunächst in das Waisenhaus Alte Jakob- straße, werden aber baldigst anderwärts untergebracht. DaS Waisen- hauS selber hat in 1910/11 nur eine tägliche Durchschnittsfrequenz von 270 Kindern gehabt.„Nur etwa 3300" jener„rund 4000" sind in Berlin geborenl Darüber wundert sich die Armenverwaltung? Hat sie sich schon einmal ausgerechnet, ob in der Gesamtheit der Kinder Berlins, von den Säuglingen bis zu den Vierzehnjährigen hinauf, der Anteil der in Berlin geborenen günstiger ist?»Aber auch die Mehrzahl dieser 3300 sind von Rechts wegen keine geborenen Berliner. Sie sind vielmehr von auswärtigen Müttern in Entbindungsheimen, den, Obdach, der Cbarits uslv. geboren und dann verlassen worden." Die„Mehrzahl" der 3300! Will nicht die Armenverwaltung sich darüber äußern, womit sie die Angabe bc- weisen zu können meint? Gewiß, es kommt so manche züchtige Provinzlerin nach Berlin, um hier im geheimen ihr uneheliches Kind zur Welt zu bringen, das dann in der Statistik unehelicher Geburten den Berlinerinnen mit aufs Konto gesetzt wird. Aber im Waisen- haus will man unter den Aufgenommenen eines einzigen Jahres die von auswärtigen Müttern hier geborenen und dann ver- lassenen Kinder so zahlreich bemerkt haben, daß sie die„Mehrzahl" von 3300 waren? Auf diesen die Provinztugend schwer kom- promittierenden Unsinn war vor vier Monaten sogar die„Deutsche Tageszeitung" hineingefallen, die doch sonst nur der Großstadt Sünden zutraut. Der Reinfall wurde im„Vorwärts" schon damals festgenagelt, aber das hat das Agrarierblatt nicht davor bewahrt, jetzt ahnunglos den Unsinn zu wiederholen. Wahrscheinlich war es lvieder der Ton der gegen die Eltern der Waisenlinder sich richtenden Notiz, der den bürgerlichen Blättern so zusagte, daß sie zum zweiten Mal sie begierig aufgriffen. Man beachte, wie die dem BerwaltungSbericht der Waisen- deputation entnommenen Angaben über die Gründe der Auf- nähme in Waisen Pflege durch Zutaten verschönt worden sind, die sie der bürgerlichen Presse erst schmackhaft machen sollten- Der VerwaltnngSbcricht sagt, daß 1291 Kinder„wegen Armut der Eltern" aufgenommen wurden, aber die Notiz hat daraus gemacht:„wegen Armut der Eltern, die die Kinder hungern ließen". Wörtlich so war es schon vor vier Monaten in der bürgerlichen Presse wiedergegeben worden. DaS amtliche Organ der Armenverwaltung hat jetzt daS alles, indem es die Notiz übernahm und ohne Ouellcnangabe abdruckte, wie eine eigene Meinung vorgetragen. Und als Meinung der Armen- Verwaltung wird es nun von der bürgerlichen Presse kolportiert, nachdem es mit dem Amtsstempel versehen an sie zurückgelangt ist. Nach eigener Angabe des amtlichen OrganS der Armenverwaltung sollen in Berlin in einem einzigen Jahre 1291 Kinder in Waisen- pflege genommen worden sein, weil die Eltern in ihrer Armut die Kinder hungern ließen, Ist denn so etwas möglich in unserer „Musterstadt" Berlin? In welchem Lichte erscheint da die Berliner Armenpflege! Wird die Armenverwaltung, was da als eine von ihr her- rührende Mitteilung durch die bürgerlichen Blätter läuft, unwider- sprochen lassen! Sie wird's wohl müssen, da es ja ihrem eigenen Organ entnommen ist.-_ Der erste weibliche Rektor in Berlin. Unter den 12 Kandidaten, die die Rektorprüfung bestanden haben, befindet sich auch eine Lehrerin der hiesigen 17. Gemeindcschule, Frl. Margarete Frist.> Fachklasscn für Kellner und Köche. In der letzten Sitzung der Deputation für die städtischen Fach- und Fortbildungsschulen lvirrde u. a. beschlossen, in den Klassen für Kellner und Köche der P sucht- sortbildimgSschule zur Ergänzung der Berufskunde eine V. und VI. Pflichlstunde für praktischen Fachunterricht(Tafeldccken) ein- zurichten. Das Kuratorium der Fachschule der Vereinigten Gastwirts- gewerbe hat sich bereit erklärt, die Kosten dieses Unterrichts— Lehrer- Honorar. Tischwäsche. Geschirr usw.— zu tragen. Der Unterricht soll durch, einen Fachmann erteilt werden, den das genannte Kura- torium vorschlagen wird. Zwangsversteigerung de-Z Bellealliance-Thcatcrs. Nach einer Bekanntmachung des Amtsgerichts Berlin-Tempelhof, Abteilung 9, sollen die Grundstücke Bellealliancestraße 7, 8, 9 und 19, auf denen sich auch das schicksalsreiche Bellealliance-Theater befindet, am 9. De- zember, 10 Uhr, versteigert werden. Als Besitzer der Grundstücke sind Theaterdireltor Hermann Bruckhoff und Schriftsteller Hermann Sternheim eingetragen. Die Grundstücke umfassen 60 Ar 35 Quadrat- meter und sind mit einem jährlichen Nutzungswert von 64 755 M. zur Gebäudesteuer veranlagt._ Gewerbegerichtswalslen und Magistrat. . Die sozialdemokratische Fraktion hat der Stadtverord- netenversammlung folgenden Dringlichkeitsantrag unterbreitet: „Die Versammlung wolle bei dem Magistrat beantragen, daß dieser an den Königlichen Polizeipräsidenten das Ersuchen richtet, seine an die Polizeireviere erlassene Verfügung, nach der zur Gewcrbegerichtswahl am 17. NoDeinber 1912 Arbeitnehmern, die länger als 0 Wochen arbeitslos sind, die Legi- timationen nicht unterstempelt werden sollen, zurückzunehmen, und der Polizeipräsident die Polizeireviere anweise, cnt- sprechend den Bestimmungen des Gewerbcgerichtsgesetzes allen in Berlin wohnenden arbeitslosen Arbeitern, die darum nachsuchen, die Legitimation abzustempeln." Nach dem 8 14 des Gewerbegerichtsgcsetzcs und 8 9 des Ortsstatuts der Stadt Berlin für das Gewerbegcricht, sind wahlberechtigt Arbeit- nehintzr, die das 2ö. Lebensjahr vollendet haben und in Berlin Wohnung oder Beschäftigung haben. Unsere Genossen wollen unter allen Umständen die bis zur Wahl zur Verfügung stehende Zeit benutzen zur vollen Propaganda für die Liste II der freien Arbeitgebe» und für die Liste V der freien Gewerkschaften. Die Wahl für die Arbeitgeberbeisitzer findet am morgigen Freitag, die für die Arbeitnehmer am Sonntag, den 17. No- vember, statt._ Zur Gewcricgenihtswahl. Die heute dem„Vorwärts" beiliegende Zusammenstellung der hl stellen bezirke enthält einige im letzten Augenblick ein- gefügte Aenderunge». auf die wir hier besonders aufmerksam machen wollen.� Die Grundstücke Lütticher Straße 1/2, L ü t t i ch e r Straße 60/51, Antwerpen er Straße 1/2 gehören mit zu Wahlstelle 48(Wahllokal Müllerstr. 48), weil sie untrcniibar verbunden sind mit den zu Wahlsielle 43 gehörenden Eckarundslücken Seestr. 25, 26, 33.__ Eine Kiudcsleichc wurde gestern nachmittag von einem Abfischcr ans dem Spreelauf des Nordhafens an der Sellcrbrücke gelandet. Es handelt sich um die Leiche eines jungen Mädchens, die schon längere Zeit im Wasser gelegen haben muß. Sie ist schon stark in Verwesung übergegangen und läßt sich daher die Todesursache nur noch schwer feststellen. Die kleine Leiche wurde nach dem Schaubause gebracht, Der Magistrat teilt heute mit: Der Konsum deS durch die Stadt Berlin aus Rustland bezogenen Fleisches ist andauernd stark. ES hat sich nicht nur bei der minderbemittelten Beoölkerung seiner guten Qualität und seines billigen Preises wegen gut eingeführt. sondern cS wird jetzt auch von den besser situierten Kreisen, wie in verschiedenen Markthallen beobachtet werden konnte, mehr und mehr gekauft. Dieser Unistand beweist, dag die Bc- schaffenheit des Fleisches andauernd gut ist und dem Ge- schmacke des Publikums entspricht. Wie wir bereits»ritteilten, wird das Fleisch, da die Witterung dies znlägt, von jetzt ab in Warschau nicht mehr unmittelbar nach der Schlachtung ab- gesandt, sondern es bleibt dort bis zur Reife hängen. Dadurch wird vermieden, dag das Fleisch beim Kochen schwer iveich Wird, wie es bei frischgcschlachletem und alsbald zum Absatz gebrachten Fleisch möglich ist. Die auf dem hiesigen Schlachthof eingetroffenen Sendungen von Rind- und Schweinefleisch sind nach der Ansicht aller rnit der Abnahme betrauten Personen guter Onaiiläl. Sie reichen aus, um den steigenden Absatz zu decken. IJeber den Selbstmord einer Greisin wird aus der Hagelberger- strasze berichtet. Im Keller des Hanfes Nr. 35 bewohnte seit einem Vierteljahr die 77 Jahre alte Wiiwe Henriette Lehmann geb. Krause eine Stube siir sich allein. Ihr Mann ivar schon lauge Zeil tot. Sie selbst kouute keiner Beschäftigung mehr nachgehen und tebie von Annciiuiitcrstiitzuug. Die Leiden de» Alters veranlagten die Frau, freiwillig aus dem Leben zu scheide«. In der Nacht zum 1. d. M. öffnete sie die Gashähne und erwartete den Tod. Nachbarn be- merkten aber noch rechtzeitig den starken Gasgeruch, drangen in ihre Stube und riefen sie wieder ins Bewuhtsein zurück. Auch gestern machte sich wieder ein starker Gasgeruch aus ihrem Zimmer be- merkbar. Als die Nachbar» jetzt hinzukamen, war es schon zu spät. Die Greisin war bereits gestorben. Ihre Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Unhaltbare Verkehrsvcrhältnisse herrschen des Morgen? auf dem Bahnhof Hermamistraße. Wie uns berichtet wird, ist der 6.15 Uhr von Potsdam kommende nach Nieder-Schöneweide fahrende Zug so überfüllt, dag es den zahlreichen Fahrgästen, die diesen Zug benutzen müssen, unmöglich ist, mitzulommen. Auch am Dienstag früh herrschte ein arotzer Andrang. Da eine Anzahl Fahrgäste ii, den überfüllten Abteilen dritter Klasse nicht mehr unterkommen konnte, stiegen sie, um nicht zu spät ans der Arbeitsstelle zu erscheinen, in die völlig leeren KupeeS zweiter Klasse. Bald darauf wurden fünf- zehn Personen aus den Wagenabteilen zweiter Klaffe herausgeholt und aufgeschrieben. Wahrscheinlich wird die Eisenbahnverwaltung nun die Auf- geschriebenen, bloß weil dieselben in ihrer Hast, noch zur rechte» Zeit nach ihren Arbeitsstellen zu gelange» suchten, bestrafen. DaS tväre jedoch bitleres Unrecht. Di« Schuld an diesen Zu- ständen trifft die Eisenbahnverwaltung. die für ausreichende Ver- kehrsgelegeiiheit nicht Sorge trägt, Ist es notwendig, daß um diese Zeit drei bis vier Wagen zweiter Klasse leer mitgeführt weiden, dieweil Hunderte von Fahrgästen dritter Klasse nicht wisse», wie sie wegen der überfüllten Knpees dritter Klasse»och mitkommen können? Waruni werden die Wagen zweiter Klasse, in denen nur selten ein Fahrgast zu erblicken ist, nicht erheblich vermindert und dafür die- jeuigen dritter Klasse vermehrt? Ein falscher Kassenbite treibt seit einiger Zeit sein Unwesen. Es ist ein Schwindler nnd Dieb, der Leute, besonders alleinstehende Frauen, die durch ZeitungSinserate Veschästignng suchen, in ihren Wohnung»» aufsucht und sich als Kassenüote irgend eines großen Geschäfts oder einer bekannten Persönlichkeit vorstellt. Er sagt, daß er im Auftrage seines Chefs komme und bespricht mit deir Leulen die Bedingungen einer�etwaigen Anstellung. Dann enlserul er sich mit der Vorgabe, mit seinem Arbeitgeber Rücksprache zu nehmen. Abends, bei anbrechender Dunkelheit, sucht er die Leute wieder ans nnd sagt ihnen, daß alles geregelt sei und sie die Stellung antreten könne». Mit den hocherfreuten„Angestellten" läßt er sich dann in ein Ge- spräch ein und entfernt stcki, nachdem er reichlich bewirtet worden ist. Kurz nach seine», Weggange merken die Leule dann, daß ihr Porte- moimaie oder ihre Schmucksachen fehlen. Ihr Verdacht, daß der „Kassenbote" sie gestohlen haben könnte, bestätigt sich, wenn sie sich bei dem angeblichen Auftraggeber des„Kasienboteir" erlundtgen. Zu bei» furchtbare» Fauiiliendramg in der Wolliner Straße. über das wir ausführlich berichteten, wird uns mitgeteilt, daß gestern nachmittag die Leiche der 24 Jahre alten Frau Frida Boß, geborene Falkcnberg, die von ihrem 31 Jahre alten Bruder Willi erniordet wurde, von dein GerichtSarzt Dr. Strauch im Ldcheuschauhmise obduziert wurde. Der Befund ergab, daß der Mörder m sinnloser Wut auf die Schivester eingestochen und diese sich auch zur Wehr gesetzt hat. Ihre Leiche weist nicht weniger als 16 bis 13 schwere E-iiche an den Armen, der Brust, dem Halse und dem Stücken aus. Die erste Aimahnze, daß der Tod der Ueberfallenen durch den tiefen Stich in die linke Halsseite eingetreten sei. erivies sich als nicht richtig. Tödlich waren vielmehr einige Herz» und Lungensiiche. Außer diesen tiefen Wunde» weist die Leiche noch einige Schnitt- wunden auf, die der Mörder seiner Schwester durch deren Abwehr beibrachte. So ist das Gesicht unterhalb der Nase bis auf die Knochen durchschnitten, so daß die Fleischteile lose herumerhingen. Eisenbahners Tod. Im Beruf verunglückt ist gestern vormittag der 44 Jahre alte Bahnhofswächler Oskar Schmidt aus der Müller- straße 162. Schmidt, der aus dem Vahnhos Wedding beschäftigt war, übersah, als er gegen 7 Uhr die Gleite überschritt, das Hera»- nahe» eines rangierenden Güterzuges. Ehe er beiseite springen konnte, wurde er von der Lokornotive erfaßt und umgestoßen. Er siel so heftig hin. daß er einen Schädelbruch erlitt und an dessen Folgen starb, bevor noch ein hinzugerufener Arzt, der gleich nach de», Unglück erschien, Hilfe leisten konnte. Der Verunglückte hinter- läßt seine Frau mit eine», Kinde. Zwei große Dachstiihlbrände wüteten gestern früh in der Friedrich-Wilhelm-Straße 13 und in der Emdener Straße 36. Pas Feuer in der Friedrich-Wilhelin-Straße wurde kurz nach 2 Uhr morgens bemerkt, als aus dem Dachgeschoß des Onergebändes helle Flammen hervorschlugcn. Diese griffen dai», mit rapider Schnelligkeit um sich und erfaßten in lvemgen Minuten den ganzew Dachstnhl. Die Flaminenei'tivickelimg war so stark, daß sich der Himmel rötlich färbte und infolge dessen der Feuerschein Weithein sichtbar war. Die Feuerwehr wurde daher auch von verschiedenen Seiten alarmiert und rückte mit drei Zügen an. Der Angriff erfolgte teils über eine mechanische Leiter, die ans dem Hof errichtet war. teils über die Treppen. Trotzdem konnte nicht verhütet werden. daß auch die beiden Dachstühle der angrenzenden Seitenflügel teil- weise vom Feuer ergriffen wurden. Die Lösch- und Ausrämmings- arbeiten nahmen volle fünf Stunden in Anspruch. Der Dachstuhl des Onergebändes ist vollständig vernichtet, während die Dachstühle der Seitenflügel nur bis zu den Treppenhäusern zerstört wurden. Bernmtlich ist das Feuer in der Walchküche auf de», Boden des Onergebändes entstanden, wo größere Pasten Brennmaterialien lagerten. An einigen Stelle» ist auch die Decke zu», vierten Stock durchgebrannt; einzelne Wohnungen haben starken Wasserschaden erlitte», da zum Ueberfluß auch noch«in großes Wasserreservoir defekt wurde. Während die Löscharbeiten hier noch i» vollem Gange waren. wurde ein neuer Dachstuhlbrand ans der E m d e n e r Str. 36 ge- meldet. Dort stand bei Ankunft des 13. LöichzugeS der Dachstuhl das Vorderhauses in ganzer Ausdehnung in Flammen. Es gelang den Mannschaften, die Nachbargebäuds wirksam zu schützen. Da- gegen durchschlug das Feuer an einigen Stellen die Decke nach dem vierten Stock und richtete in mehreren Wohnungen Schaden an. Der Dachstuhl deS Vorderhauses ist total eingeäschert. Erst nach vierstündiger Tätigkeit konnte die Wehr dm Bcandplatz verlassen. Die Ursache deS FeuerS ist nicht«rnnttelt. Die Ortsgruppe Verl!» des Arbeiter-Radfahrep-Buudcs„Soli- darität" hielt am 31. Oktober bei Boeker in der Weberstraße ihre ordentliche Gcneralversannnluiig ab. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß im Quartal eine Generalversammlung, eiize Mitglieder- Versammlung, drei ordentliche und eine außerordentliche Zentral- varstandssitzimg stattgefmidei« habe», außerdem war der Vorstand an fünf Gauvorstands- und 24 anderen Sitzungen beteiligt. An Unterstützungen lvurden gezahli: llnfallimterstützung 333,60 M. für 287 Krankheiistnge; Notfallimterstütznng 50 M.. Sterbeunterstützung in drei Fällen mit 180,80 W., so daß eine GssanitunterstütznngS- summe von 543,30 M. gezahlt wurde. Grenzkarten lvurden aus- gestellt vier nach Oesterreich, zwei nach Italien. Aus dem Kassen- bericht ist zu entnehmen, daß die Bilanz in Einnahme und Ausgabe die Summe von 2320,54 M. aufweist. Das für die Ortsgruppe im FahrradhauS„Frisch auf" angelegte Kapital beträgt 2035,80 M. Im vergangenen Quartal waren 121 Neuaufnahmen zu verzeichnen. Der Mitgliederstand betrug am Schluß des OuarlatS 1870. Infolge der in, April d. I. erfolglen gerichrlichen Entscheidung, wonach der Verein«in politischer sei, war die Ortsgruppe geuöligl, alle Mitglieder unter 13 Jahren abzumelden, wodurch ei» Verlust von zirka 100 Mitgliedern entstand. Eine größere Agitatioiistour wurde nach Stolpe— Hohen-Neuendorf unternommen, die dem An- denken des von dem Gendarm Jude erschossenen Bundesgenossen Adolf Hsrnnmm galt. Alle siir die Ortsgruppe bestimmten Ten- düngen sind wie bisher an den Genossen Richard Karpgs, Schönlein- straße 11, vorn 4 Treppen, zu richten. Vorort- �ackricdten. Lichtenberg. Wahlliigen. Mit einem vierseitigen Flugblatt beglückt die Vorschußbankgruppe die Wählerschaft. Nebenbei flattern noch kleinere Flugblätter den Wählern zu, und das..Lichtenberger Tageblatt" stürzt sich in erhebliche geistige Wahlunkosten. In eine»'., spalten- langen Artikel, den man sogar im Separatabdruck als Flugblatt verbreitet, wird behauptet, ein sozialdemokratisches Flugblatt ent- halte„so viele Unrichtigkeiten und Entstellungen der Tatsachen, daß wir zur Steuer der Wahrheit darauf einzugehen genötigt sind".— Angeblich haben wir den einzelnen Grundbesitzer in unserem Flug- blatt„als beutegieriges Raubtier, das den Mietern das Mark anS den Knochen saugt." herabgesetzt. Das ist natürlich eine willkürliche Konstruierung sozialdcinolratischer„Behauptungen". Am anderen Tage war i,n„Llchtenbcrger Tageblatt" zu lese»,..daß die bisher erschienenen sozialdemokratischen Flugblätter offenbar nur deshalb in einem von dieser Seite ungewohnt z a h m e n T o n e ge- halten sind, weil jeder vernünftige Mensch sich eben sagen muß. daß die Verdienste der bisherigen bürgerlichen Majorität schlechterdings unbestreitbar sind". Weiter wird dann noch gesagt, haß„mit den wenigen von sozialdemokratischer Seite erhobenen Einwänden" gründlich aufgeräumt worden sei.— Hoffentlich wird man nun auch noch gründlich auseinander setze», wann man die Leser beschwindelt hat mit der Behauptung, die Sozialdemokraten waren ruPP'g. schwindelten furchtbar usw., oder prit der Mitteilung, daß sie unge- wohnlich zahm seien und keine Anklagen gegen die bürgerliche Majorität erhöben. Damit man weih, welche Vorwürfe wir gegen die sich in Selbstgefälligkeit Sonnenden erheben, sei nur folgendes angeführt: Einige Grundstücksbesitzer trieben den Preis für Baugelände fortgesetzt in die Höhe. Dadurch belasten sie die Mieter, weiter aber auch die Gemeinde, die dadurch in der Erfüllung sozialer Aufgaben gehindert worden ist. Charakteristisch ist folgender Vor- gang. Als bei der Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes aus hygienischen und sozialen Gründen gegen die Errichtung von Hof- wohnungep Bedenken erhoben wurden, erklärte einer der potenten Leute: VorderhäusSr bringen kein Geld, Hinterhäuser bringen es ein! Also die Aermsten müssen am meisten zählen.— Die bürge*- liche Majorität verhinderte bisher auch eine Sieform der Witwen- und Waijenpflege sowie Einführung eines Säuglingsschutzes. Sie verschleppte den Krankenhausbau, verhinderte die Errichtung einer Badeanstalt. Daß Lichtenberg noch keine Fahrverbindung vom Norde» nach dem Süden besitzt, verdanken wir ebenfalls ihrer Passivität. Die noch recht hohe Klassenfrequenz in den Volksschulen, die teilweise noch vorhandenen sehr mangelhaften Einrichtungen sind ihr Werk. Daß wir noch fein ordentliches Schnlarztsystem haben, verdankt die Bevölkerung ebenfalls ihr. Daß Lehrer und Beamte in Lichienbertz mit ihren Bezügen hinter ihren Kollegen in Berlin meist noch zurückstehen, ist ebenfalls ein Erfolg der bürger- lichen Majorität. Ihr verdanken wir serner hohe Gewerbesteuern und das Festhalte» an hohen Gaspreisen.— Das sind so einige Blätter aus dem Ruhmeslranze bürgerlicher Kommunalpolitik in Lichtenberg. Ter beste Betveis für die Paschawirtschaft der Vorschußbank- gruppe ist da» Auskommen der neue» Mittelsiandspartei. Diese Wird miii von den Porschußhanfteiiten fast noch ärger verketzert und beschimpft, als wie die Sozialdemokratie. Wenn sich hie Jäger um die Beute raufen, bann wird es immer lustig— für den Zuschauer! Ter Tageblattweise versucht auch, die Beamten graulich zu machen. Mit erhobenem Schulmeistersinger beschwört er sie, um alles in der Welt jede direkte oder indirekte Förderung der Sozial- demokratie zu upterlaffen. Warnekid und höhnisch ruft er de» Be- amten zu:„lind wenn ja nun durch die Schwächung der bürgerlichen Parteien die Sozialdemokraten die Mehrheit sin Stadtparlament erringen, dann wird der Minister sofort die Erhebung in die Servis- klaffe>1 verfügen. Komische Schlnßsolgerung!"— Na, komisch ist die Schlußfylgerpng des Artikelschrckbers, daß nämlich der Minister Rachepolitik treibe. Das ist doch gänzlich ausgeschlossen! Ter TerroriSmiisversiich des Tageblattes wird seine Wirkung nicht ver- fehlen, nqmlich die. der Vorschußbai, tgrpppe den letzten Wähler außer dem Kreise de* Grundstücksinteresseiiten ganz bestimmt abzujagen. Allerdings, auch bei der sogenannten MittelstandSpartci werden die Gewerbetreibenden und Beamten nicht besser fahren, als wie bei der Vorschuhbankgrupps. Beider Programme— auf dem Papier— sind ziemlich gleich, und in stellerpolitischen und anderen .bedeusimgSvollen Fragen waren die Herrschaften auch stets ein Herz 'und eine Seele im Kampfe gegen die das Allgemeinsiiterejse wahrnehmende Sozialdemokratie. Offenbar rechnen die Mittelständler wegen der auf dem Rathause betriebenen Wahlbezirksgeometrie auf Erfolge in der dritten Abteisiing. Unser? Genossen werden ihr Augenmerk auf diesen Punkt richten müssen, um bor unliebsamen Ueberraschnngen gesichert zu sein. Was von der Mittelstandspartei zu halten ist, geht schon genügend aus der Tatsache hervor, daß sie mit keinem Worte gegen den skandalösen Wahlrcchtsraub protestiert, in der Wahlagitation mit keinem Worte aus diese Angelegenheit eingeht. Dabei ist zu berücksichtigen, daß durch den Wahlrechts- raub gerade die zweite Abteilung, zu der die allermeisten Mittel- ständler gehören, in ganz erheblicher Weise geschädigt wird. Man kann nur annehmen, daß das Zurückstoße» einer Anzahl Arbeiter aus der zweiten in die dritte Klaffe die mittelständlerischen Volks- freunde mit dem Wahlrechtsrauv aussöhnt. Daß man von solchen Hütern und Wahrern der Voltsrcchte keine soziale und das Allge- memmterejse herausstellende. Politik erwarten darf, liegt auf der Hand. Nettköll». Wege» verübter Bluts, hande an seiner 12jährigen Tochter ist der 42 Jahre alle Kutscher Emil P., der seit einem halben Jahre in der Pliiit-Handjery-�traße mit seiner Frau und fünf Kindern von 7 bis 16 Iahren eine srnbe und Küche bewohnte, verhaster worden. Vor acht Tagen brach Frau P. vor den, Hause Köuiggrätzer Str. 5v plöhlich zusainlnen und starb auf dem Wege nach der Charit�. Seit dem Tode der Frau weilten die Kinder tagsüber bei Verwandten, während sie nachts in der väterlichen Wohnung schliefen. Vorgestern erzählte die 12 Jahre alte Tochter ihrer Tante, daß sich ihr Vater an sie vergehe. Diese erstattete darauf sofort Anzeige bei der Polizei« Bei der Vernehmung wiederholte das Kind seine Angaben und sagte noch, daß sein Vater dies schon getan habe, als seine Mutter noch lebte. Es habe dieser auch wiederholt darüber geNagt. Die Mutter habe dann dem Vater heftige Vorwürfe gemacht, die dieser aber unbeachtet ließ. Die Polizei verhaftete nach dieser Fest« stellung den P. und führte ihn dem Untersuchungsrichter vor. Wiluiersdoxf. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr. findet der zweite Vortrag deS Genossen D ä u ni i g über„Eine Wanderung durch siebzehn Jahr- hmidene deutscher Literaturgeschichte" statt. Eintritt für Erwachsene 20 Pf. Jugendliche unter 18 Jahren frei. Rege Yeteiligimg er- wartet der BildungSausschuß. Steglitz-Friedeuau. Einen heiteren Abend veranstaltet der Bildnngsausschnß am Sonnabend, den 16. November, im„Birkenwäldchen". Steglitz. Schntzenstraße. Für den künstlerischen Teil ist ein ausgewähltes Programm zusammengestellt, bei den, Frau Henriette de Roos sLieder für Mezzosopran). Herr Emil Kühne(Lieder zur Laute und Rezitation) und die Herren H. Schubert und A. Hosmann(Rezi- tationen) mitwirken. Zum Schluß wird von den drei Herren das einaktige Lustspiel:„Die Hasenpfote" aufgefühn werden. Die Vorträge beginnen pünktlich 9 Uhr. An den künstlerischen Teil schließt sich ein geselliges Beisammensein mit Ball. Eintrittskarten a»0 Pf. find an der Kaffs zu hahen. Es wird um zahlreichen Besuch gebeten. Rudow. /z Jahre. Die Gemeinde bestreitet überhaupt diese Forderung und behauptet obendrein, die Firma Busch habe bereits 503 181,37 M. mehr erhalten, als wie sie vertraglich zu fordern berechtigt war. Die Klägerin fordert 2 800180.61 M.. sie hat erhalten 2 428 554,72 M. Die Gemeinde will nach dem Vertrage nur eine Forderung von 1 335 373.35 M. anerkennen. Unwillkürlich eiitsteht die Frage, wie ist eS möglich gewesen, daß diese Mehrsumme von der Gemeinde gezahlt worden ist. Die Sacke ist wie folgt vor sich gegangen: Der frühere Geineindebaumeister Schulz nahm die AbschlagSrechuung von der Firma Busch als richtig entgege», und der frühere Gemeinde- Vorsteher Löchert wies die Zahlung qn. Herr Löcher» verfügte be- kanntlich selbstherrlich, ohne bei der bürgerlichen Mehrheit der Gemeiiidevertretuiig entsprechenden Widerstand zu erfahren. Da auch die Wahl einer Bankommission von der Mehrheit der Per- lretiing abgelehnt worden war, bestand keine Kontrolle. Erst als man glaubte, daß nichts mehr zu kontrollieren sei. wurde auch eine Baukommiisioi, gewählt. Die Kommission lehnte jedoch die Abnahme der Kanalisation wegen der große» Mängel bei der Bauausführung ab. Sie trat serner in eine gründliche Prüfung der Abrechnung ein. Nicht weniger als 50 Punkte wurden beanstandet, darunter Punkt 19 tWasserhallmig) mit 587 367,96 M. Nach dein Vertrage, den die Kommission erst ous Ersorderi» zur Einsicht bekam, waren die Kosten für die Wasserhaltuiig in den Einheitssätze» für Erdarbeiten ent- halten. Nur für Spundwände, welche auf Erfordern der Gemeinde im Erdboden belassen werden mußten, hatte die Bauflrma Ent- schädigung zu verlangen. Im übrigen hatte die Firma selbst auf eigene Kosten silr die Entfernung des Grundwassers Sorge zu tragen; oh dabei Spundwände geschlagen werden mußten oder nicht, kümmerte die Gemeinde nichts, da die Kosten hierfür in den Einheitssätzen für Erdaushub enthalten waren. Nunmehr ließ sich die Firma noch durch den Gemeindevorsteher Löchert bestätigen. daß sie berechtigt ist. an Stelle der teuren Spundwände die billigere Absenkung des Grundwasserspiegels mittels Dampspunipen vornehmen zu kyimen. Bei der Abrechnung wurden alsdann die Kosten der gesamten Griindivasieibeseitigniig mit 62 M. per lanfeiiden Meter der Gemeinde in Rechnimg gestellt und dieser Betrag auch an- gewiesen und bezahlt. Erst als der Sturm der Giitrüstung über die Mehrkosten von zirka 1 Million den Gemeindevorsteher und auch den Gemeindebmimeister hinweggefegt hatten, kamen diese Maiiipulatioiien an die Oefsentlichkeit. Em bei der Staatsanwalt- schast eingeleitetes Strasversahren gegen den Baumeister Schulz wegen Annahme von BestechungSgeldorn mußte wegen Mangel aus- reichender Beweise eingestellt werden. Die Gemeinde verweigerte hierauf die Zahlung weiterer Gelder an die Firma Buich nnd machte Rückfordeningsrechte gegen dieselbe wegen der zuviel ge- zahllen Gelder geltend. Interessant Ihr Landgemeinden ist die Stellungnahme der Sach- verständigen in dem Rechtsstreit. Einige dieser Herren vertraten die Auffassung, in der Landgemeinde habe der Gemeindevorsteher die alleinige Verfügung über die Gemeindegelder. Die Gemeinde- Vertretung vertritt demgegenüber den Standpmikt. der Gemeinde- Vorsteher kann nur verfüge», so weit nach 8 38 der Landgemeinde, ordiiung diese Summe von der Gemeindevertretung bewilligt ist. Da die» uiiziveiselhaft nicht der Fall ist, habe die Gemeinde auch nicht zu zahlen. Es sei Sachs der Baufirma gewesen, sich zu über- führen, ob ein solcher Beschtuß vorla-,. tCisischeidimg des Reichs- gerichts vom 20. 12. 07. 7. Senat.) Daß em solcher Beschluß nicht vorgelegen, sei aus dem Äutwortichreiben des früheren Gemeindo- voisieherS Löcher» an die Firma zu geweftn. Darin stebo rnu, daß sich der Gemeindevor stand mit der betreffenden Aeiiderung der Grundwasserablenkung durch Dampfpumve»«in» verstanden erklärt und de» offerierten Preis von 62 M. pro sausenden Meter angenommen habe. Unter dieser Erklar.mg ist weder das E-nieindeiieqel noch die volle Unterichrift des Gemeindevorstehers "öckert aesevt worden. Unterzeichnet war dieses Dolument vom 25 Avrit 1906. welches der Gemeinde 600 000 M. kosten soll, nur mit L— dem Anfangsbuchstaben des Namen„Löcherl". Der Aus. gang dieses Rechtsstcciteö wird in der Gemeinde mit größter Spannung erwartet. Petershage» hei Fredersdorf. Ans der Gemesiidevertretersitzung. Zu der am 1. April 191S in Kraft tretenden Grundwertstencr fand ein zweiter AbänderungS- nntrag Annahm-, wonach bis bebauten sowie die unbebauten Grundstücke.;u gleick>en Steuersätzen herangezogen werden solle». Einem für die Grundwertstcucr eingesetzten EtencrauÄschusz von vier Personen gehören auch die Genossen Racko und Hösclbarth an. Ein Antrag des Gemeindevorstehers auf Erhöhung seiner Bezüge fand dahin seine Erledigung, daß als Tlenstaufivasidsentschädigung statt der bisherigen Ml M. ad l. Januar IlllU bis Slblauf der Amtsperiode, d. i. 30. Juni 1315. pro Jahr 1500 M. und als Pauschalsumme für Portoguslagen pro Fahr 30(1 M. bewilligt ivurdcu. Der seinerzeit von der Gemeindevertretung bei der Post- direkt ion gestellte Antrag auf Einführung des Nachbarortvcrtehrs zwischen Pctershagcn und Fredersdorf ist von der Obcrpostdirektion abgelehnt. Aus den von der.Eirchengcmcinde an die politische Gc- ineinbc gestellten Antrag, die hosten eines Umbaues ig der Küster- s che uns zu übernehmen, ivurde auf Anfrage beim Ortsschulinspcktor nach den hierfür gewährten Kompensationen geantwortet, das;, so- lange das Amt des 1. Lehrers mit dem Küsteramt organisch verbunden, der Schulrau», im Küstcrhans der politischen Gemeinde unentgeltlich zu überlassen ist, Zossen. Tödlich verunglückt ist der in der Internationalen Schlafwagen- fabrik beschäftigt gewesene Arbeiter Hermann Fangk. Als derselbe auf dem Dache eines Schlafwagens mit Streichen beschäftigt war, glitt er plötzlich aus uitd stürzte rücklings so unglücklich herunter, dag er das Rückgrat brach. Kurz nach der Einlieserung in das Mttenwalder Krankenhaus verstarb der Berunglückte. Fangk hatte sich erst vor kurzem verheiratet. Am Sonnabend, den 16. November, feiert der Gesangverein „Freie Sänger" im Lokal des Herrn Scherber ssrüher Kurzner! sein 10. Stiftungsfest. Auster Gesangvorträgen wird der dreiaktige Schwank„Charleys Tante", von Mitgliedern gespielt, gegeben. Die Zossener Arbeiterschaft wird ersucht, diese Festlichkeit zu besuchen. Iitzungstage von Stadt- und(Semeindevertretungen. Eggersdorf, Niedcrbarnim. Donnerstag, den lt. Roveinb>.r, abends 7 llhr, im Catbolhschen Lokale. Diese Zitznngc» find«tsenilich. Jeder Gcmcindeangehörigc ist be- »rchtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Hiis der frauenbepl>egung. tversaunnlungen— Beranstaltimge«. Bcrei» für Frauen und Mädchen der Rrbeitcrtlassc. Montag, den 13. November, 3>,h Uhr, in Kellers„Neue Philharmonie'', Köpenickcr Straste 36/37. Vortrag:„Die Umbildung des Fraucnlypus durch die Berussarbcit." Referciitin: Wally Zcpler. ' i Hus aller Melt. Studentenexzeß in DarrnTtadt. Die von der reaktionären Presse systematisch betriebene Hetze gegen die russischen Studierenden hat am Mittwochmorgen in Darmftadt zu einem blutigen Konflikt zwischen deutschen und russischen Studenten geführt, wobei Revolver und Messer eine graste Rolle spielten. Der Zusamnienstost endete mit dem Tode eines russischen Studenten und schweren Verletzungen mehrerer anderer Teilnehmer. Ueber den tief bedauerlichen Vorfall wird uns aus Darmstadt gemeldet: Räch einer durchkneipten Nacht kam ein Trupp deutscher Studenten in der sechsten Morgenstunde in ein Cafö. Die schwer bezechten jungen Leute gerieten mit anwesenden russischen Studenten in einen Wortwechsel und wurden schliestlich aus dem Lokal entfernt. Ms später die Russe» das Lokal Verlusten, trafen sie auf der R h e i n st r a st e mit ihren Gegnern zusammen und es kam zu einem Streit. Im Ver» lauf der Schlägerei gab der russische Student Alfred Weiser aus Czenstochau einen Revolver schust ab, worauf der Student Ewald Bahr aus Soldin mit einem Messer über ihn herfiel. Weiser erhielt einen Stich in die Schläge und sau! to zu Bode n. Der Student Erich A l l st ä d t aus Langensalza ist während des Kampfes durch einen Schuh schwer verletzt worden, so dast er nach dem Krankenhause gebracht werden mustte. Auch Bahr und noch einige andere Studenten erlitten mehr oder minder schwere Lerletznngen. Wieder eine Eisenbahnkatastrophe in Nordamerika. Noch sind die Verunglückten der furchtbaren Katastrophe bei?) a s o w nicht alle geborgen, und schon wieder kommt ans den Vereinigten Staaten die Meldung über ein neues schweres Eisenbahnunglück. Infolge falscher Weichenstcllung erfolgte Mittwoch morgen zwischen zwei Zügen der Cincinnati- Hamilton- und Dahton-Gsenbahn in der Nähe von Jndia- n a p o I i s ein Zusammenstoß, wobei 18 Personen ge- tötet und 25 verletzt wurden. -i- Ein anderer folgenschwerer Zugsammenstoß hat sich am Dienstag auf der belgischen Station Beaufort jpl- getragen. Aus noch nicht genügend aufgeklärter Ursache stieß ein Schnellzug mit einem Güterzuge zu- sammen. Ein Reisender wurde sofort getötet, 13 andere schtver verletzt. Mehrere Wagen wurden vollständig zertrünimert._ Ein Musterpatriot. Hingabe an das teure Baterland! Gut und Blut opfern für Kaiser und Reich! Das sind so die landläufigste» Schlagivorte unserer Patrioten in kritische» Zeiten. Wie es aber in der Praxis um den Palriotisinns vieler Besitzenden bestellt ist, zeigt folgende Meldung des„B. T.": In einer Berliner Depositenlasse erschien dieser Tage ein Herr. legte 130 303 Mark in Banknote» auf den Ladentisch und ersuchte den Kassierer, ihm dagegen bis zum andere» Aornrittag die gleiche Summe in Z w a n z l g m a r k st ü ck e» anzuschaffen. Am anderen Tage ersckicn der Kunde wieder und liest sich von dem Kassierer einen Safe anweise», in welchem er die ihm in Goldmünzen ausgehändigte Summe von 100 000 Mark verschloß. Auf die erstaunte Frage des Bor- steherS der Wechselstube, waS et damit beabsichtige, erwiderte der Kunde, dast er nunmehr auf Grund des Besitzes au Bargeld allen weiteren Berwickelunge», welche sich möglicherweise aus dem Balkan kriege ergeben könnten, mit Ruhe entgegensehen könnte. Dieser Vorgang hat zweifellos seine Bedeutung. Man kann wohl annehmen, dast es tu Deutschland, loie auch in de» anderen Kulturstaoten, eine Reihe von wohlhabenden Persönlichkeiten gibt, die aus Furcht vor einem Weltkriege bares Geld a» f st a p e l n. Es geht doch nichts über das nationale Ehrgefühl— wenn man beizeiten seinen Reichtum in Sicherheit gebracht hqt I Seine Neligio«. Aus München wird uns geschrieben: Bor einem unter- fränkischen Gericht war unlängst ein siebenjähriger Junge als Zeuge vernommen. Auf die Frage»ach Name und Alter gab der kleine Mann laut und klar Antwort. Dann kam die Frage»och der Religion, und schlankweg antwortet« das Bürschchxn ebenso klar und deutlich: Zentrum! Kein Wunder, wenn nian's in Wahlzeiten so oft von der Kanzel hört. Kleine Notizen. HochkonjutcktiU! für den Scharfrichter. Ani Mittwoch wurden nicht weniger als drei Msnscheu auf gesetzliche Weise vom Leben zum Tode befördert. In B e u t h en wurden die beiden Raubmörder Schlächtermeister K a c z h und Schlächter K o n z i o l k a durch den Scharfrichter Schwietz aus Breslau hingerichtet. In Elberfeld wurde der Raubmörder Schobben Haus mittels des Fallbeils geköpft. Vergiftung durch Bvubvus. Nach dem Genust von Bonbons er- krankten unter schweren Vergiftuiigserscheinunge» in Duisburg eine Anzahl Kinder. Eines derselbe» ist unter grästlicheu Schmerze» verstorben, während der Zustand der anderen äusterst be- denklich ist. Wen das Verschulden in diesem traurigen Falle trifft, dürfte die eingeleitete Untersuchung ergeben. Ein Spiel der Wellen. Der alte fronzöfischc Kreuzer„Fl euruö" wurde, als er von dem Aviso„Eaudan" von Lorieut nach Rochcfort geschleppt wurde, vom Sturm losgerissen und ab- getrieben. Der„Caudau" ist in La Rochclle angekommen. Bon der„Fleurus", auf der sich etiva 1 5 Matrosen befände n, liegt keine Nachricht vor; ein Torpedojäger ist abgegangen, um das Schiff zu suchen. Die„Fleurus" ist eiu altes Schiff ohne Maschine, das als Ponton dienen sollte. Marktbericht von Berit« am IS. November 131 2, nach Ermittelung des königl. Polizeivrnfidimns. M a r i t d a l! e u p r c i s e.(Kieinhalldet) 100 Kilogramm Erbten, gelbe, zum Kochen 30,00— 50,00. ivpcisebobncu, meiste. 36.00— 60,00. Linsen 35,00—60,00. Kartoffeln lKIeinhd!.) 5,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindsleiich, von der Keule 1,70—2,40. Rindfleisch, Bouchsleisch 1,50— 1,80. Schweinefleisch 1,60—2,20. Kalbfleisch 1.40— 2,40. Hammelfleisch 1,40— 2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,20— G,50. 1 Kilogrcmuu ff Ochsen 1.40—2.40. Aale 1,60— SM Zander 1.40-3,60. Hechte 1.40— SM. Barsche 1,00—2,40, Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 2,00—30,00._ WttterungSübersicht vom 13. November 1913. Stui!iemde.-74l W Hamburg 715 WNW Berlin 744 T Frantt.a.M. 747 TB München 751 SW Wien 75 vT 2 Regen > Nebel 3 bedeckt 3 molkig 4 üalb bd. 2 halb bd.! vmPara>ida�762O Petersburg löl OSO s Scwy 758 N Aberdecn 757 N Paris 750®«® 2bcdcckt Lbedcckt Owolkig 6Rege» 2 bedcckl Wetterproguose für Dounerstag, den II. November 1912. Ein wenig märmcr, zeitweise ausklarcud, vorwiegend nebelig oder tvolkig mit geringeren Niederschlägen und mästigen iüdwestliibcn Winden. Berliner W c t t c r b u r c a U. eSaüerfiandS der Landesanstolt für Gewässerkunde, Sia.Rrichtc» imtgeteül vom Berliner Wctterbureau. seit 11. tt. eiu') 4-1 4 8 0 -M 4-6'.) +40 —18 49 +42- +28 +2» ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—») Nntechezcl.•) Um 5 Uhr nach. mittags: 376 cw. m Sunlicht Seife greifr ii(ehfc an, nur den Schmutz, den aber grurullicb! Das wissen alle Pul>.- und Wascfifran entweiche diese Seife aller Seifen einmal vermehren und nun immer wieder verwenden I- Beweis: Stetig wadisender Absatz! Samtmäntel- Billig! 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KeilW Ks Jotmiitlä" Kttliikr DIKsM DoNttskag, iL Novmbtt 1912. Achtung! Gewerbcgerichtsmaht? Mit dem Ablauf dieses Jahres scheidet auf Grund des vom Magistrat festgesetzten Verteilungsplanes ein Drittel der Gelverbegerichtsbeisitzer auS. Die Ergänzungswahl für das ausgeschiedene Drittel findet am Satiiltag. den 17. November 1912, von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr«aihmittags, an 43 Wahlstellen Die Wahl. iwer ganz Derlin statt. Die Wahl ist unmittelbar und geheiin und erfolgt mittels Stimmzettel, jedoch nach dem System der Verhältniswahl, das heißt mittels.gebundener Listen". Zu wähle» sind 70 Beisitzer. Die Kandidaten sind voii den in Betracht kommenden Ge- werkschaften borgeschlagen und sind gewerkschaftlich und politisch organisiert. Die Namen der zu wählenden Beisitzer werden nicht auf den Stimmzettel geschrieben oder gedruckt, sondern sind von der Gc- werkschastskoiilmiision dem Wahlbureau eingereicht. Die aufgestellte Liste der Kandidaten hat die Nummer V mit der Bezeichnung: 21 Urdtlsttie« GrwrrkslhltstmKtrlins." Andere Listen sind von den in der Gcwerkschaftskommission Berlins und Umgegend vereinte» freien Gewerkschaften nicht aufgestellt. Wahlberechtigung. Zur Teilnahme an der Wahl ist berechtigt, wer das 2S. Lebensjahr vollendet und in Berlin Wohnung oder gewerbliche Beschäfti- gung hat. l i Darunter ist zu verstehen, daß jeder Arbeiter, wenn er auch nur einen Tag am Orte wohnt oder beschäftigt ist, wahlberechtigt ist. Personen, welche nicht in Berlin wohnen, aber ihre Beschäftigung hier haben, wählen im Bezirk ihrer Beschäftigung, dagegen die in Berlin wohnenden in ihrem Wohnbezirk. Eine Auswahl für die letzteren zwischen Wohn- und Beschäftigungsbezirk ist unzulässig. Personen, ivelche auswärt« arbeiten und in Berlin wohnen, üben ebenfalls im Wohnbezirl ihr Wahlrecht aus. Hausgewerbetreibende sind wahlberechtigt und wählbar als Arbeiter, sosern sie nicht selbst mindestens einen Arbeiter regelmäßig dos Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen und nicht gemäß K 14 der Gewerbeordnung den selbständigen Ge- werbebelrieb angemeldet haben. Nicht wahlberechtigt und nicht wählbar sind die Mitglieder der Innungen, für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit des§ Kid Nr. 4 und der ZZ 01 bis 91b der Gewerbe- ordnung errichtet ist, sowie die von denselben beschäftigten Arbeiter. Wahllegitimation. Mr die Arbeiter werden keine Wahlliste» zum Zwecks der Wahlen angelegt, es genügt vielmehr für dieselben ein Zeugnis ihres Arbeit- gebers oder der Polizeibehörde(Polizeirevier des Wahlbezirks), durch welches ihnen bestätigt wird, daß sie zurzeit innerhalb ihres Wahl- bezirks in Arbeit stehen oder wohnen. Diese Zeugnisse oder Wahllegitimationen werden vom Magistrat herausgegeben und sind in allen BerbandsbureauS. im Bureau der Berliner Gewerksckmstskommission. Engelufer 15, 11—1, 4—8 Uhr, im städtischen Wahlbureau, Poststr. lö, Zimmer 57, während der Dienststunden. 0— S Uhr, und in den im Tableau verzeichneten 48 Parteilokalen zu haben. Die Formulare enthalten vier Fragen. Diese find von in Arbeit stehenden Personen sämtlich, von Arbeitslosen nur Frage 1 und 2, auszufüllen und alSdann dem Arbeitgeber oder der Polizei zur Unterschrift oder zum Stempeln vorzulegen. Die Behörden find angewiesen, diesem Wunsche nachzukommen. Jedoch empfiehlt es sich, rm letzteren Falle einen Ausweis mitzunehmen. Am Tage der Wahl ist die Wahllegitimation vor der Abgabe des Stimmzettels dem Wahlvorsteher oder einer von ihm beauftragten Person zu übergeben. Die Agitation. Es empfiehlt sich für alle Vertrauensleute der Gewerkschaften, in ihren Werksläiten usw. festzustellen, wieviel Wahlberechtigte dort arbeiten, alSdann für diese die nötige Anzahl Wahllegitimationen zu beschaffen, die Ausfüllung zu überwachen und die Abstempelung zu veranlassen. Desgleichen ist es notwendig, am Tage vor der Wahl die Wahlberechtigten an ihre Pflicht zu erinnern. Organisierte Arbeiter, welche am Tage der Wahl helfen wollen, können sich in untenstehendem Bureau melden. Arbeiter! Parteigenossen! Wieder gilt es das Recht der Arbeiter zur Geltung zu bringen. Die Zusammensetzung des Ge- tverbegerichts ist für die Arbeiterschaft von großer Bedeutung. Es ist deshalb notwendig, daß Leute in das Gewcrbegencht gewählt werden, die das nötige Wissen haben und geeignet sind, an der Stelle zur rechten Zeit das richtige Wort zu sprechen. Durch das Verhältniswahlsystem ist es den kleinen Parteien leicht möglich, Kandidaten zu bekommen, wenn die abgegebene Stimmenzahl nicht groß ist. Es muß deshalb unsere Aufgabe sein, bei der Wahl die Stärke unserer Organisation den anderen fünf Parteien gegenüber, wie im Jahre 191l1, in vollem Umfange zum Ausdruck zu bringen. Niemand darf fehlen. Die Mahlzeit von 10 bis 6 Uhr ist lang genug, daß jeder zur Wahl gehen kann, der nicht krank ist. Die Gewerkschaften haben deshalb beschloffen, eine Wahlkontrolle in Gestalt einer Marke, die in das Mitgliedsbuch zu kleben ist, auszuüben. Agitiere jeder Kollege und Genosse in seiner Werkstatt und aus dem Bau sür die Beteili- gung an der Wahl am 17. November für die■-ue Lifte Nummer 11 der freien Gewerkschaften Berlins. -wl Uin Irrtümer auszuschließen, folgt nachstehend eine Abschrift der 48 Wahlstellen und der Wahlkontrollokale. Wir ersuchen, der besseren Information halber dieses Verzeichnis bis zur Wahl aufzubewahren. Der Ausschuß der GewerKfchastsKommisston Kerlms«nd Umgegend. Wnhlstelle 1 sür die Stadtbezirke 1—10, 210—21?! Ackerstr. 1, 1», 172—174. Sldlerstr. Mexanderftr. 18. Ariilleriestr. Augnslslr. 1—40, 46— 93. iiieine Anguslstr. Bischositr. Breitestr. Biüderstr. BnigÜr. Dnckscnstr. 41—51. Dorolkcenstr. 83—85. Eiergasse. Esiasscr Straße 41—97. Falkonicrgasse. Ani Feslungsgraben. An der Fischerbrülte. Fischcrslr. Französische Str.'33 d— 33 g. Friedrichsgracht. Fricdrichsti. 105 vis 131 ct. 133— 136; Neue Friedrtchflr. Hinler der Garnisonlirch«. Ger« traudtcnstr. Sil. Gerti audtcnstr. Hinter"dem Gicßhaus. Gipsstr. 1-18, 19— 33(ohne 18 a). Gonlardstr. Grünsir. Grunersir. von Sladibahn bis Reue Friedrichsir Hackescher Markt. Gr. Hamburger Str. Kl. Hamburger Sir. Oanuovcische Sir. 27-30. HauSvoglcipIah Heidereutergasie. Heilige. gcistgasse. Hciligegeisistr. Hoher Sleimveg. Hoizgarlensir. Jägersir. 32 bis 44. Kl. Jägerstr. Liernsälcmcr Str. 28—24. Joachimslr. JohanniSslr. Großer Küdcnhos. Jüdensir. Kaiser- Wilhelmslr. 1—15, 22— 49. KolandSgassc. Kallscheuncnstr. Klosterstr. Köllnischer Fischmarit. KöUnischc Sir. Königslr. Sin der Kommandantur Koppcnvlatz. KrauSnick- stieße. Kreuzsir Am Krbgel. Kurstr. 1—26, 30— 51. Kleine Kmstr. 1 bi§ 8, 10—12. Alle Lclpzigci Sir. Linlenstr. 76—202. Am Lukigarlen. Mmienkirchbos. Mohrensir. 37a— 40. Mollcnmarkt. Molkenslr. MollcrS- gosie. Monbijouplatz. Mönbijoustr. Mühlcndamm leinichlicßlich Schleuse»' grbäudc). Am Mühiengrabcn. Neuer Müblenwrg. Museumstr. Kleine Museumstr. Neue Gasse. Neuer Markt. Neue Promenade. NeumannS- gassc. Ricderlagflr. Niedcrwollslr. 1—28, 26—39. Molailirchplatz. Ober» wallstr. Oberwasserftr. 10— 14. Oranienburger Str. Panoiamastr. Paro- chialslr. Pciriplatz. Peirisir. Posisir Kleine Posislr Große Präsidenten- siraße. Klein- Präfidcntcnstr. Propststr. RalbauSsir. RauIcS Hoß Rilier- passe. Rochstr. 7—14. Rolanduser. Nosenslr. Nosenlbalcr Str. 25—53. Noßslr. Scharren str. Schicklcrslr. 4— Ii. Schissbauerdamm 1. Schintelplatz. An der Schleuse. Schl-ßsrcibeit. Schloßplatz. Neue Schönhauser Str. 2—20. Echornsicinscpcrgasse. Eiederslr. Sophicnslr. Sin der Spandauer Brücke. Spandaucr Str. Sprecstr. Sladlbabnbogc» 132—176. Sladtbabnbösc „Silexanderplotz" und.Börse". An der Slechbahn. An der Slralauer Brücke. Slrawucr Str. Kleine Stralaucr Sir. Znnbensir. 23d. Uebersahrtgasje. llnlei wasserslr. Vcltaireslr. von Stadlbah» bis Nene Friedr-schsir. Waiscnstr. Wcinmcistcrstr. 1 u. La. Werdersir. Werdcrscher Markt. Werdcrsche Roienslr. El. Wollgangsir. Am Zeughaus. Hinter dem Zeughaus. Platz am Zeug. haus. Ziegelslr. Slm Zirkus 7. Am Zlvirngrabe». WahUokal: Gcmcindrlchnle. Hinter drr Garniso, ikirche 8. Wahllcgilimationcn zu haben bei Boß, Klosterstr. 101. Vlahlstclle S sür die Siadlbezirke 11—30, 118, 120 i m Slnhallstr. Baubossir. Behrenslr. Belle- Alliance- Platz. Besselftr. Bunscnstr tLharlollcrislr. Dönhossplatz. Doroihecnstr.l—«2. ttnckeplatz. Feilnerslr Französisch- Str. 1— 33a. 34—68(ohne 33b— 33s). Friedrichslr. 1— 104a, 137- 251.«cndannenmartt. Acorgenstr. Gitlchwer Sir. 109—113. Liede- mannstr. Hedwigstilchgassc. Hegclplatz. Hollmanustr 13—28. Jägerstr 1—31, 45—<6. Alte Jalodslr 1—26,>18—147. 166—175. An der Jcrusaicincr Kirche. Jerusaicmcr Sir 1—»2, 25—66. Julikcrstr. Äaisergalerte. Kaiserhosslr. Kanomerstr. Hinter der Koiholischeil Kirche. Klein« Kirchgass«. Kochstr. Königgratzer Sir. 7t— t41 Kommandantenstr. 1— 4, 80— 89. Krausenslr. Kronenstr. Am«upsergraben. Leipziger Platz. Leipziger Str. 1-55. 69—137. Unter de» Linden. Lindenpasse Lindcnstr. Markgrasenstr. Maucrstr. Kleine Mauerslr. Mittelslr. Mohrenstr. 1—37, 41—66. Reuen- burger Str. 1—20. 22—42. Ncustädtilche Ktrchstr. Oraniensir. 98a— 90. Platz vor dem Brandenburger Tor Platz am Opernhaus. Pariser Platz Prinz-Albrecht-Str. Prinz.FrietzAch.Karl.SIr Pnuz-Louls-Ferdinand-Slr «Nnrn,.— �RrTffv-,fnn«,rTe»4. u,. 4_ ßO —--»(i,— x\ �»c>>»r, i-t. sltUtl? Id. iüUMIll" 1 vilhelmplatz. Wilhelmslr. Neue Wilhelmslr. Zimmcrslr. Wahllokal i Gemeindeschule. Niederwallstr. 6/7. «ahNegstsmattonen zu haben bei Meter, Alte Leipziger Str. I. Wahlstelle 3 sür die Stadtbezirke 3t— 42. 50—53. 5611: Anhalter Bahnhos. ASkanischer Platz. Bahnhosstr. Belleouestr. Bendlerstr. Bcrnburger Slr. Blumenthaistr. 20. BlumeS Hos. Buchenstr. Burg. grascilslr. CvrncliuSstr. Tennewitzstr. l— 9, 33— 38. Derstlingerstr. Dessau« Straße. Dönibcrgftr. Dmkestr. Eichhornstr. Flottivellstr. FrIedrich-W!I- Helm-Str. Garienufer. Gcnihlner Str. Großbeercnstr. 1—9, 86—96. Hasenplatz. Hallesche Str. HallescheS User. Hanscmannstr. Haidenberg- siraße 29a— 29s. HertuIeSuscr v. d. Heydisir Hildebrandstr. Hitzigstr Hohenzollcrnslr Hornstr. 14. Kaiserin-Augusta-Str. 54— 82. Am Karlsbad. Kciihstr. KIcilibcerenstr. Königgrötzer Sir.. 1—70. Königin-Augusta- Straße 1— 53a. Körncrstr. K öthcncr Str. Kiirsürstendomm 1— 9, 246— 264. Kursürsteristr. i— 28, 47—96, 153— 173a. LandArafeiistr. Lennöstr. Lichten- steinallce. Linlstr. Lützoivplatz. Lützowstr. Lntzowufer. Luckcnwald« Slr. Maaßenslr. t— 4.'31— 37. Magdeburger Platz. Magdeburger Str. Mar- garetcnsir. MalthSilrchstr. Möckcrnstr. 1— 52, 93— l47. Nürnberger Str. 70 u. 71. Potsdamer Bahnhos. Potsdamer Platz. Potsdamer Str. la. 1—48, 104—141. Nauchstr. Negeiitenstr Schellingftr. Schillstr. Schöneberger Slr. Berlängerle Schönebergcr Str. Schöncberger User. Sigismundstr. Sladlbahnbogc» 488—530. Steglitz« Str. Stülerstr. Teltow« Str. 38. Tempclhoser User 25—87. Tiergarten(Hülste südlich der Charlottenburger Cdaussce). Ti-rgartenstr. Tiergacckcmiser. Trebbiner Str. Ulmenstr. Viktoriasir. Warienburgstr. 15 u. 15a. Wichmannstr. Aorlstr. 24—35. Zoologisch« Karlen. Wahllokal: Gcmcindeschule. Genthiner Str. 4. Wahllegiliuiationei! zu haben bei Lollcrer, BlumeShof 9. Wohlftrlle 4 für die Stadibezirke 43-49: Alvensiebettstr. An der Apostcllirche. Blumenthaistr. 1—19. Yülow- siraße 8—100. Cickinstr. Denncwitzplatz. Dennewitzslr. 10—32. EIßholzslr. Frobenstr. Gledilschstr. 22—53. Goebcnstr. Großgöischenstr. 30—42. Grunewaldstr. 1— 11. Kirchbachstr. Kursürslenslr. 29— 46, 139— 152. Man- stcinstr. PallaSsir. 1—17, 24—26. PoiSdamer Str. 49— 103a. Schwcnn- siraße 1—19. SlcinMctzstr Winterscldiplatz. östliche seite. Wintcrleldlstr. 1 bis 17. 22—37. Ioiisir 43—48. Zietenslr. 17—28. Wai llokal: Grmetildeschulo, TtetnnieUstr. 79. Wahllcgilimationcn zu haben bei Wicmer, Bülowslr. 58. Wahlftclle S sür die Siadlbezirke 55, 562—62: Lahnboj.Korkstraße". Bautzen« Sir. Bclle-All!ance>Str. 13—50. Dreibundstr. 1—27. Eylaucr Str. G-oßbeerenstr. 10—85. Großgörschen- straße 21—29. Hagclberg« Str. Hornstr. 1—13, 15—23. Katzbachftr Katzlcrstr. Kreuzbergstr. Am Kreuzberg. Lichierscldcr Slr. Möckernstr. 63 bis 92. Monumcntenstr. 15— 30. Kleine Parkstr. Teltow« Str. 12—37, 38a— 62. Tcmpelboser User 7—24. Viltoriapark. Warlburgstr. 1—14, 16—29. WiibclmSböhe. Aorckstr. 1—22, 36—42, 49-90. Wahllokal: Gcmetildcschnle. Hagelbrrger Str. 34. Wahllegilimalionen zu haben bei Kcusner, Möckernstr. 93. Wahlftelle ö sür die Sladtbczirle 54. 63—65, 67—69: Arndlslr. 8-35. Barulh« Sir. 1—21 u. Noidlciic Belle-Alliance. Straße 1—12, 53—107. Bergmannslr. 1—21, 68—112, Blüchcrplatz 1—2. Chamissoplatz. Am Cbamissvplatz. Fidicinsir. 1—24, 26—45, Frieseuslr. 13 u. 14, Fürbnngerslr. 1— 6. 31—36. Gnciscnaustr. 1—21, 93— 115. Klödenstr. Kopllchstr. Lankwitzstr. Mariendoff« Str. Nostitzstr. Schenken. dorsslr. Schwiebus« Str. Solmsstr. Teltower Str. 1—11, 63—65. Tempelhos« User 1— 6a. Slm Tempclhoser Berg. Willibald-AlexsS-Slr. 8 bis 35, Zoffener Str, 6, 20. 21. 27. Wadllokal: G-meindeschulr. Gneiscnanstr. 7. WahIIegitimationcn zu haben bei Kyschly, Nosiizstr. 12. Wahlftelle 7 sür die Stadtbezirke 66.4 u. B, 70-75B: Alexaiidrtnenftr. 133. Anidtstr, 1—7, 36—14. Bärwaldslr. varutber Str. 22. Bergmannstr, 22—76. B.ücherplatz 3. Blüchcrsir. Brachvoaeistr. Fidicinstr 25. Friesen str. 1—12, 15—27. Fürbrlngcrslr. 7—30. Gcibclslr. Gneis enauslr. 22—92, Golßener Str. Heimftr. Am JohanniSIisch. Johnnnstcrpr. Lütcrboger Slr. Kaiser>Fr!edffch-PIai. Lehninrr Slr. Marheinekeplatz, Mittemvalder Str. Planuser 1—74. Prinz-August-von Würltemberg-Str.(Nordseile.) Schleiermacherstr. Siboldstr. Straße 14b. lülbt. II des Bebauungsplans.) Tcnipelhcrrenslr. Am Urbanhasen. Urban. straße 1— 2l, 151-188. Waterloouser. Willibald-AlextS-Str. 1—7, 36—43. Wilmsftr. Zossen« Str. 1-5. 7— 19, 22—26, 28— 60a. Züllichauer Str. Wahllokal: Gemrtndeschnle. Wilmsftr. 4V. Wahllegilimalionen zu haben bei Hcmp, Bärwaldstr. 63. Wahlftclle 8 für die Stadtbezirke 76A-78C: Bocckhstr, Boppstr. Caniphansenstr. Diessenbachstr. Fichteftr. Fontane- Promenade. Freiligrathstr. G-äsestr, Krimmstr. Hascnheide 1—60. Hoben- stallsciiplatz. Jabnslr, Kottbuser Damm 1—43, Lachmaiinstr, Müllenhossstr. Planus« 73—97. Schönlcinslr. Am Urban. Urbanslr. 22— 150. Wahllokal: Gemeiudekchule, Ticffenbachstr. 90/94. Wahllcgltimatioiien zu haben bei Droggc, Diessenbachstr. 57. Wahlftelle» für die Stadlbezirke 79— 8t. 84-92: Adalbcrlslr 4-17.86— 100, Admiralstr. BritzerSlr, DreSden«Str.l— 20, tt9— 136. Elisabclhui« 1—36, Heinrichsplatz, Kötlbuser Str. Kottbuser User 31—65. Mmilcusselsir 44—83. Marianncnslr. 2—50. Naunhnstr. 16—31, 61—90. Oranienplatz, östlicher Teil. Oraniensir. 2—41, 165a— 207. Reichelt- bcrgcfftr. 1—52, 139—135. Stalitzer Str. 1-13, 15-35, 108- 147a. Wahllokal: Geuieiudeschule, Reichenberger Str. 44/48» Wahllegitimationen zu haben bei Wählisch, Stalitzer Ew. 22. Wahlftelle 49 sür die Stadtbezirle 93-96, HO— 1I3B: Forster Str. Glogau« Sw. Görlitzer Bahnhos. Görlitzer Str. 1— 28. Görlitzer User 17—26. Grünauer Str. Kottbuser User 1—30. Lausitz« Platz 1—6, 14— 18. Lausitz« Slr. Liegnitzcr Str. Manteuffelstr. 32—43, 84—100. Naunhnstr. 1 u. 91. Oranlcnslr. 1. Pücklerstr. 27. Raliborstr. Neichenberacr Str. 53— 138. Skalitzer Slr. 36— 46b, 96—107. Spreewaldplatz. Waldemarsw. 2—9, 71—78. Wendensir, Wiener Str. Wahllokal: Genieindeschule, Reichenberger Str. 97/79. Wahllegitimationen zu habe» bei Schulze, Förster Str. 17. Wahlstelle 11 für die Stadtbezirke 106-109: Cuvrhslr, Cuvryuscr, Falckenslcinslr Görlitzer Sw. 81—75. Görlitz« User 1—16, 27—38, Gröbcnuser 1—4. Heckmannus«, Hochbahnhof „SchlesischeS Tor". Lohmühlcnttr. 1—6, Lübbencr Sw. Oberbaumstr. 1—6, 8—12. Oppeln« Sw. Platz H. Schiefische Str. Vor dem Schlesischen Tor. Schleuscnuscr. Skalitzer Sw. 47—72. Sorau« Sw. Wrangelstr. 39— 96. Wahllokal: Gemeindeschule, Görlihcr(Ztr. 51. Wahllegilimalionen zu haben bei Engel, Oppeln« Sw. 47. Wadistelle 12 sür die Stadtbezirke 82. 83, 97—103: Adawertslr. 18—23, 67—85. Brthnnienus«. Bev«nstr. vrommhsw. von Köpenicker Str. bis Spree. Köpenick« Str. 1—29, 143— 195. Eisen» bahnstr. Elifabctbus« 37-59. Gröbenuser 5—9. Laufitz« Platz 7—13. Mantcussclslr. 1— 31, 101— 130. Mariannenplatz. Marianneiisw. 1 u. 51— 53. Mariannciiuf», Muskauer Str. Raunynllr. 2—15, 32—60. Oberbaumstr. 7. Pfuelstr. Pücklerstr. 1—26.28—51. Skalitzer Sw. 73— 9bs. Waldemarstr. 1, 10—70. Wrangelstr. 1—38, 97—137. Zeughosstr. Wahllokal: Gemeindeschnle, Manteuffelstr. 7. Wahllegitimationen zu haben bei Radier, Manteuffelstr. 135. Wahlstelle 13 für die Stadtbezirke 114—117, 119, 121-126, 131—131, Alexandrinenslr. 1— 37a, 44—86, 92—132, 134—137. Annensw. 1—10. 41—53. Brand cnburgstr. Buckower Str. Dresden« Str. 21—54, 93— 118: Füfflenstr. Kitschiner Str. 1—108. Hollmannsw. 1—12, 29—43. Alte Jakobsw. 143—165. Jakobikirchslr. Kaiser-Franz-Grenadierplatz. Luckauer Slr. Luisenuser. Mathicustr. Neandersw. 17 u. 18. Neucnburger Sw. 20»— 21. Oranienplatz, westlicher Teil. Ormiienstr. 42— 69, 137—165. Prinzenslr. Prinzeisinnensw. Rittcffw. 1— blp 70—126. Sebastiansir. 1—24, 63—88. Scdanuscr. Simconstr. 1—14, 10—32. Stallschretberstr. 1—46, 46—64. Wassertorslr. Wahllokal: Gemeindeschule, Wassertorslr. 34. Wahllegiffmasipnen zu haben bei Lindemann, Mprltzstr. 9. Walilstcllc 11 für bie Stadtbezirke 127—130, 135-144: Adalbertslr. 24— K6, Alernndrincnstrr 38—43,87—91. Anneiistr. 11— 40 Beuthsir. Brandenburger Uscn Brückenstr. Kopenicker Str. 30—142. Dresdener str. 55—92. Engelnfer. Franzstr. Gcrtraudtcnsteg. Neue «»rünftr. Alte Jakobstr. 27-11«. Nene Jakobsir. Jiisclstr. Josefstr. Am .Hollnischen Park. Kuminandanlenslr. 5—79. Kurstr. 2«a-29. Kleine Kur- slr. 9, 13— 18. Kiirasficrslr. Leipziger Elr. 5«—«8. Luistttfircfifiof. Mär- kilchcr Platz. Melchiorstr. Mickinclkirchplatz. Michaellirchstr. Neanderstr. 1 bis 1«, 19—38. Ncnkällil am Wasser. Niederwallslr. 24 u. 25. Oberwasser- slr. 15 u. l«. Ohinslr. Oranienstr. 70—98, 100—136. Neue Notzslr. Nungcilr. 3—37. Schäferstr Schnlzc-Dclitzsch.Platz. Scbastianslr. 25—62. Schinidslr. Setzdelstr. Ilm Spillclmarkl. Splillgcrbergassc. Slallschreiber- Ii>.d 17—47. Wallstr. Wnss-rgassc. Wnslcrhausener Slr. Wahllokal: Gemeindeiehule, Zchmidstr. 148. Wahllegitimationen zu haben bei Radtle, Neue Jakabstr. 1. Wahlsielle 4!; für die Stadlbczirke 145—152, 154, 162, 163: Alexanders, r. 8—17, 19— 3«-r. tllndrcasplatz. Zlndrcasstr. 29—44, 47- 60, 68. Kl. Andrcasslr. Blankciifeldftr. Blumcnstr. 1—49, 51—101. Dircksen- skr. 1—15. Elisabcthstr. 1, 65—66. Kr. Franlfnrtcrslr. 49— 89. Kl. Frank- furler Str. l--9,.20— 25. Grüner Weg 1—31. 89-125. Hvlzmarllslr. 1-24, 43—55, 58—73. An der Jannowitzbrüikc. Jfslandslr. Kaiscrslr. 1—24, 26—48. Krautstr. In— 29, 30a— 55a. Langcstr. 1—27. 82—110. Magazinslr. MarkuS- slr. 1—28, 30—54. Kleine Marlusstr. AiarsilinLstr. An der Michaclbrückc. Paliiadcnstr. 1, 12—13. Raupachslr. Schialcrslr. l-3, 12—13. Schilllngstr. «-ladibahnbogcn 28—92. Sladlbahnhvf„Janiivtvitzbrücke". Voliaireslr., von Alexanderslr. bis Stad.bahii. Walllicrlhcalcrslr. Watzmnnnjlr. 10—37, Weber slr. 3— 35, 38— 63. Wahllokal: Geineindeschnle, Markusftr. 19. Wahllegilimalionen zu haben bei Otto, Marlusstr. 47. Wahlstclle 1« für die Stadlbezirke 164—16«, 168—175�.: bis 39. Koppcnstr. 1—34, 54— 101. Krnulstr. 30. Küslrincr Platz. Lange Slr. 28-81. Madaislr. Menicler Str. 38—55. Mühlen slr. 2—80. Münche. dcrgcr Str. Ostbahnhuf. � 8lm Oslbahnhos. ZinderSdorser Str. 1—51. Rummelsburgcr Platz. An der Schillinasbrücke. Schlesischcr Bahnhos. Am Schlesischen Bahnhof., Stadlbahnbogen 1—27. Slralauer Platz 1—24, 29—35. Wahllokal: Gcinciiidrschiile. Koppcnstr. Kl. Wahllegilimalionen zu haben bei Böhl, RüdcrSdorser Str. 23. Wahlstclle 17 für die Stadlbezirke 167A— E, 177B, E, P: Bahnhos„Stralau-Rummelsbuig". Bchmestr. Böditerslr. Boffestr. Caprivistr. Tirschaucr Sti. Ehrenbci gftr. Kohlcrstr. Hohenlobestr. Kopernikus� strasze 7—30. Laskerstr. Lihancr Str. lNarkgrnsendanim 24— 36. Mühlen strahe 1. Raglerstr. 2lm Obcrbaum. Berfiusstr. Platz Ei. Zievalcr Str. von Warschauer str. bis Ziiiigbahnhos„Slralau-Rumincisburg". Ringbahn- bos„Warschauer Str.". Rochowstr. Rotherstr. Rudolsplatz. Am Rudolsplatz. Rudoisstr. Schmückertftr. Siinau-Dach-Slr. 8—34. Simptonslr. 29—45. Stralauer Ztllce. Strotze t8, 19. 20. 21, 22, 23, 24, 25, 39. Warschauer Platz. Am Warschauer Platz. Warschauer Str. 34— 72. Hochbahnhos.Warschauer Brülle". Bahnhossgclande der Schlesischen und"der Oslbabn, von Warschauer Str. bis Wcichbildgrcnze kcinschl. Wcrlstätten der Ostbahn). Wahllokal: Geincindeschnle, Raglerstr. Wahllegitimationen zu haben bei Neumann, Bcymestr. 11. Wahlstclle 18 für die Stadtbezirke 175B bis 177A, I77C u. D, 178 A-C; Boxhagener Str. 1—24, 25—47(ohne 24a, 24b, 24c). Bromberger Slr. Gabmet Str. Comeniusplatz. Am Comcuiusplatz. Graudenzer«lr. Gubener Str. 2— 62. Helsingsorser Platz. Königsberger Str. 15— 21. 22—24 (ohne 21 a). Kopernitusslr. 1—6, 31— 37. Lilaucr Str. 3—27. Mcmeler Str. 1—37, 56—85. Pillaucr Slr. Posen er Str. Renaler Str. 1—5. Ro- mintener Str. 1—2«, 31-54. RüdcrSdorser StrV 52—71. Torellslr. Warschauer Str. 2—33, 73—87. Wahllokal: Geniciudeschule, Litauer Ztr. 18. Wahllcgitimatiolien zu haben bei Grcive, Romiulcner Str. L. Wahlstelle 19 für die Stadtbezirke 181 A, C— J: Dolziger Str. 2—50. Forclcnbeckplatz. Franksurter Allee 1—64, 135 bis 150. Gabelsbcrgerstr. Mirbachstr. 2—74. Petlenkoserstr. 1—28, 30—46. Proskauer Str. 1—19, 21—40. Rigaer Slr. 13-95. Ringbahnhos„Frank- surlcr Allee". Samariterplatz, Samariterftr. 1—20, 23— 42, Schleiben- platz. Schreinerstr. Voigtstr. 1—20, 22-44. Waldetzcrstr. Zelleslr. Wahllokal: Gemeindeschnle. Rigaer Str. 81/8L. Wahllegitiniationcn zu haben bei Donath, Rigaer«tr, 25. Wahlstclle Ä« für die Stadtbezirke 179A— C, 180A— D, 1890: Balten platz, Ebetingflr. 1. Eckartslr. GIdcnaer Str. 12. Franlsurter Allee 65—134. Gubener Slr. 1. Hübucrslr. 1—0, 9— 15. Jnslerbnrger Str. 1—11, 13—20. Königsberger Str. 21a. Komturriptatz, Liebigstr, Litauer Slr, 1—2, Löwestr. t— 15, 18— 30. Mattcriistr. 1 u. 20. Mirbachstr. 1. Mögliuer Str. Petersburger Platz. Petersburger Str. 1—34, 62—91. Pinlschstr. 1 n. 23. Richlhofenstr. 13. tzligaer Slr. 1—12,96—107. Strotz- mannstr. 1—9. 36—43, Thaerstr. 1—25, 37—61, Tilsiter Str. 1—29, 69—91. Warschauer Slr. 1 u. 88. Weidenwcg. Wilhelm-Sloize-Str. 22 U. 23. Zorndorfer Str. 1—24, 31—32, 42—62. Wahllokal: Gcmeindeschule, Eckertstr. IC. Wahllegitimationen zu haben bei tzellrieget, Weidenwcg 68. Wahlstclle LI für die Stadtbezirke 18t B, MA-P,lgl: Gothcniusstr. Deulsch-Kroncr Str. Dolziger Str. 1 u. 51. Ebeling- ftratzc 2—16. � Eberthstr. Elbingcr Str. 1—35. Eldenaer Str. 1—11, 13—38. Encsencr Slr. Goldaper Str. 1 u. 16. Gumbiimer Str. nur die Ecken an der Kniprodcstr. Hausburgslr. Heidclkseidstr. 2— 21. Hühner« st ratze 7—8. Kniprodeslr., von Elbingcr Slr. bis Weichbildgrcnzc.' Koch- bannstr. 11—33. Knrische Slr. 23 und von der Nordseilc die Ecke an der Kniprodeitr. Landsberger Allee 42— 137. Lycker Str. nur die Ecken an der Sniprodestr. Matternstr. 2— 19. Mcnbrinkslr. nur die Ecken an der Knip- rodcstr. Odcrbrucher Str., nur Westseite, Olivaer Str. Paul-Heyse-Str. Petersburger Str. 49. Pettcnkoferslr. 29, Platze l) 2, II 2 u. 3, K (Abt, XIII des Bebauungsplans), Prcqelslr. nur die Ecken an der Knip, rodestr. Proskauer Str, 20, Ringbahnbösc.„Landsberger Allee" und „Zentralvlehhos". Sampriterslr. 21— 22. Schlachtbos. Schneidemübler Slr. Schönlanker Str. Stratze löa, von Kniprodeslr. bis Weichbildgrenze. Strotzen 16, 16a. 17b. 18a, 21 b, 22a, 23a, 24 26a, 27, 28, 40a, 51. Strotz. mannstr. 10— 35. Thaerstr. 26—36 und Strecke nördlich der Ringbahn. Thorner S!r. Poiglstr. 21. Weisbachstr. Zorndorfer Str. 25—30, 33— 41. Wahklokal: Gemcindeschule. Olivaer Ztr. 19. Wahllegitimationen zu haben bei Johlke, Elbinger Str. 14. Wahlstelle LL für die Stadtbezirke l53, 155— 161, 189 A, B, E; Andreasstr. 45—46. Blumenstr, 50. Dieslclmchcrstr. Ebclingllr. 17. Elbinger Str. 88—89. Er. Frankfurter Sir. 1—48, 90—14«. Frieden- stratze 36—102. Fnedrichsbergcr Str. Fricdrichshain. Fruchtftr. 39—50. , Fürjtcnwalder Str. Heidenseldstr. 1 u. 22. Jnstcrburger Str. 12. Koch- bannstr. 1—10 34—43. Koppcnstr. 35—53. Krautstr. 1. Landsberger Allee t— 41, 138— 160. Landsberger Platz. Langcubeckstratze. Lebuser Str. Lichtenberger Str. 10—11. Löwestr. 16-17. Marlusstr. 29. Mallhiasstr. Patisac enstr. 2—11. 14—103. Petersburger Str. 36—48, 50—61. Pinlsch- sU atzc 2—22. Puscndorsstr. Richthosenstr. 1— 12, 14—34. Stratzmannstr. 44. Strausberger Str. Tilsiter Str. 30—68. Virchowslr. 1—6.� Weberstr. 1—2, 64-66. Wilhelm-Stolze-Str. 1—21, 24—44. Zorndorfer Str. 63. Wahllokal: Gemeindeschule, Strausberger Str. 9. Wahllegitimatiolien zu haben bei Schmidt, Etrausberger Str. 7. Wahlstelle L!i für die Stadtbezirke 189 D, F, 4930, D, G, H: ADcnfleincr Slr. Arnswaldcr Platz. Bardclebei.str. Barlenstemcr Str. obne die Ecken an der Grcisswaldcr Str. Bötzowstr. Braunsberger Str. Elbinger Slr. 36—57/ 60—87� Esmarchstr. Friedcbcrgcr«tr. Am Friedrichs- Hain 1— 34. Goldaper Str. 2— 15. Gumbiimer Str. ohne die Ecken an der Kniprodcstr. Huselandstr, 4—48. Kniprodesir. 1—15, 113—122, Kurischer Platz. Künsche Str. 2—22 u. Nordseite von Greisswaldcr bis zur Kniprode- stratze ohne die Ecken an beiden, Lippchuer Str. 2—36. Labiaucr Str. Lycker Str. von Greisswnlder bis Knivrodestr. ohne die Ecken an beiden. Paitcurstr. 2—47. Prcgelstr. von(üreisswaider bis Kniprodcstr., obne die Ecken an beiden. Rastenburger Str. 2—22. Strotze 11, von Ringbahn bis Pregclstr. Trakebner Str. Virchowstr. 7—10. Wchlaucr Str. Wenicuchcner Stratze. Woldenberger Str. 2—31. Wahllokal: Gemeindeschulc. Esmarchstr. 18. Wahllegitimationen zu hoben bei Milarg, Allcnstcincr Str. 38. Wahlstelle L4 für die Stadtbezirke 192— 193B, 193 E und P, 194 A—C: Bartenstemer Str., nur die Ecken an der Greisswaldcr Str. Lccskower Str. Eaimcn-Shlva-Str.. von Greisswaldcr Str. bis Prcnz- ' lauer Allee, ohne die Ecken an dieser. Ehodowieckislr. 1—20, 23—42. Christ- burgcr Str. 4—49. Danziger Platz. Danzigcr Str. 32—64. Dieslerwegslr. Elbingcr Str. 58 u. 59. Am Fiiedrichshain 35. Fröbelstr. Gcdickestr. Grcisswalder Str. Grellstr. 2—75. Gubitzstr. Heinersdorser Str. 3-27. tdosemannstr, Huselandstr. 1—3. 49-50. Jablonslislr. l— 20. 23- 39. (ninianuclkirchstr, 2—»7. Kurische Str. 1 und von der Nordseite die Ecke an der Grcisswaldcr«tr. Lippehner Str. 1 u. 37-40. Liszlplatz. Lycker Stratze nur die Ecken an der Grcisswaldcr Str. Morienburgcr Sir. 2—48. y....,... Sl« fX-rf'efty nn OrtilM-rtXnfl»- cn________•____ /m.. or«- r j..... "«»ifccnle? Stargarder Slr. von Prenzlauer Allee bis GieijSwalder Str. Swrtower Str. Strotzen 10a, llo. estratze 15a, Südseite, von Greis«. watdcr Str. bis Kniprodrsir, Strotzen 19 u. 20b, von Prenzlauer Allee LcräntwöWchex Nc.dgkicmi illfped Wielepp. Neukölln. Für den bis Grcisswalder Str. Sb atzen 22b, 23b, 34a. Straße 40a, von Greisswaldcr Str. bis Rniprodeftr. Winsstr. WiSbher«slr.. von Grersswalder Stratze bis Prenzlaucr Allee, ohne die Ecken an dieser. Woldenberger Stratze t u. 32. Zcltcrslr. 1—23, 48—79. Wahllokal:« Gemeiiideschulc, Ehristburtfer Str. 14. Wahllegitimationen zu haben bei Winzer, Chrislburger Str. 9. Wahlstclle 25 für die Stadtbezirke 182-188. 195-201: Alexanderplatz. Alexanderstr. 1—7, 37—52. 69—71. Barnimsir, An der Barthoiouiäuskirche, Büschingplatz. Büschingstr, Dircksenstr. 16—23. Elisabethstr. 2—64. Fliederstr. Kl, Fraukfurter Str, 10—19. Friedenslr. 1 bis 35, 103—112. Georgenkiichplatz. Georgenkirchslr. Gollnowiir. Gruner- stratze, von Aleranderplatz bis Dircksenstr. Hirtenslr. 1—2, 20—23. Höchste Stratze. Jostystr. Kaiierstr. 25 u. 2öa. Katharinenstr. Keibelstr. Nene Königstr. Ain Königsgroben 8— 9. Kurze Str. Landsberger Str. Land- wehrstr. Lichtenberger Str. 1—9, 12—23. Lietzinannstr. Linienftr.-l—-12, 240— 250. Lothringer Str. III— 112. Mehnerstr. MendelSsobristr. Meyerbeerstr. Palisadenstr. 104—106. Prenzlauer 2tllee l. Prenzlauer Str. 1—29, 32—62. Alle Schützenslr. Stadlbahnbogen 93— tl7. Wadzeckstr. Waßmannslr. 1— üa. Weberstr. 36—37. Wehdnigerslr. 11. Weinslr. Wahllokal: Geineindeschnle. Georgeiikirchstr. 2. Wahllegitimationen zu haben bei Bäcker, Georgenlirchstr. 67. Wahlstclle 2« für die Stadtbezirke 202-209, 218—222, 225—226: Alexandc: str. 53—68. Kleine Alexanderstr, Angermünder Str. Auguftr. 4t bis 45. Baitclstr. Bülowplatz. Ehoriner Str. 1— 14, 21 a, 71a— 87. Ehrislinenür. Dircksenstr. 24—40. Dragoncrstr. Fchibcllincr Slr. 1—16, 58— 62, 84— 100. Gipsstr. 18a. Kormannslr. Grcnadicrslr. Hankestr. Hirtenstr. 3—19, Kob- lanckstr. Am KönigSgrabcn 1— 7. Liiiicnstr 13—75, 202a— 239. Lothringer Str. 1—110. Lotwinstr. Meter Slr. Münzstr. Mutackstr. Prenzlauer Älllee 2—16, 239-249, Prenzlauer Str. 30-31. Rochstr. 1—6, 15—19. Roscuihaler Str. 1—24, 54— 72a. Kleine tzioscnlhatcr Slr. Rück-rstr. Saarbincker Str. Schcndelgassc. Schönhauser Allee 1—11, 173— 188.' Alte Schönhanscr Str. Neue Schönhavscr Slr 1,1a, 21. Schwcdtcr Str. 1 bis t?. 255— 208. Seiieseidcrpiatz. Stadtbahnbogcn 118—131. Steinslr. Stratzburger Str. 1—23, 36—60. Templiner Str. Teutoburger Platz. Wcinbcrgsweg 1—13, 15—27. Wcinmcistcrstr. la— 2, 3—19(ohne 2a). Wcitzcndurgcr Str. 1—7. Wchdingcrstr. 1—10. Zehdenicker Str. Zivils- lirchslr. 19—36. Wahllokal: Gemeindeschnle, Zchdcnickerstr. 17,18. Wahllegitimationen zu haben bei Wernau, Weinbergsweg 28. Wahlstclle 27 für die Stadtbezirke 223, 224, 227-236: Ackerstr. lb. Anllamer Str. t0— 48. Arkonaplatz. Bernauer Slr. 26 und 50. Brunncnstr.>— 49. 139—198. Eboriner Str. 15— 20a, 65— 71. Crcinmcner Str. Elsasscr Str. 1— 10a. Fchrbellincr Str. 17—57, 63— 83. Fürslenberger Str. Granscer Str. Gricbcnowstr. Jnvalidenstr. 1, la, 164. Kastanicuallee 36—70, Odcrbcrger Str. 33. RhcinSbcrgcr Str. 2—79. Rosenthater Platz. Ruppincr Sir. 1— l0, 40—49. Schönholzer Str. Schwedtcr Str. 18—52, 222— 254a. Swincmünder Str. 1—23, 107—120. Veteranenstr. Wcinbergswcg 14. Wollincr Str. 1—21, 47— 71, Zionstirch» Platz. Zionstirchstr. 1—18, 37—54. Wahllokal: Gcmeindeschule. Ruppiner Str. 48. Wahllegitimationen zu haben bei Rackwitz, Rheinsbcrger Str. 66. Wahlstclle 28 für die Stadtbezirke 237-241, 242 B. 213A-245: Kastanieuallee 1—35, 71—103. Mai ienburger Slr. 1. Mtllhausener Slr. Odcrbcrger Str. 1— 31, 34— 62. Prenzlauer Allee 17— 40,215—238. Raabe- r-. r-- rr A<1 AC El"r JL"..f____ l airf**-in A X 1 An r.:- stratze 1 u. 17. Rykestr. 1—11, 46—54. Schöiihnuscr Allee 19—45, 145 bis 172 a. Stratzburger Str. 24—35. Tresckowslr. 2— 50. Weitzenburger Itr. 8—31. 62—84. Wärt her Platz. Wörther Str. 1—24, 26- 50. Wahllokal: Gcmeindeschule, Schönhauier Allee ICC». Wahllcgilimationcn zu haben bei Dziitbiel, Schönhauser'Allee 167 a. Wahlstelle 29 für die Stadtbezirke 242 A u. C., 247 A—E: Ahlbecker Str. Ehodowieckislr, 21 u, 22. Ehrislburger Slr. 1—3, 50. Danziger Slr. 2—31, 65—97. Dnnckcrslr. 1— 91. Franscckystr. 22—40. Ringbahnhos„Prenzlauer Allee". Rykestr. 12—45. Schliemannstr. Serie setderstr. Stargarder Str. 21—39, 50—63. Stubbentaminerstr. Tresckow- stratze 1, 51—60. Weitzenburger Str. 32— 61. Wörthcr Str. 25. Wahllokal: Geiiicindeschule Senefelderst,-. C/7. Wahltegilimationen zu haben bei Werner, Sencselderstr. 42. Wahkstclle 30 für die Stadtbezirke 246A, B, D, 248 A—D: Earmcn-Sylva-SIr., von Schönhanscr Allee bis Prenzlaucr Allee mit den vier Ecken der Prenzlauer Allee und ohne Garmen-Sylva-Slr. 1 u. 166. Tanziger Slr. 98. Dnnckcrslr., von Ringbahn bis Eaimeii-Sylva-Slr. Gelhscmaneftr. 1— 10. Greiscnhagencr St. 26—62. Grellstr. 1 u, 76. Hu- rnanuplatz. Kanzowstr. Kuglerstr,, Südseite von Nr. 2 bis Stahlheimcr Str., Nordseite von Stahtbcimcr Slr. bis Nr. 45. Lcltestr. 9. Lychencr Str. 2 bis 33, 96—133 und von Ringbahn bis Weichbildgrenze. Meyerheimstr. Pappelallee l— 68, 74—83, Prenzlauer Allee 86—179. Raumerstr. 1—6, 37—41. Rodenberpstr. 2—40. Schcrcnbergstr. Schoncnsche Str 2— l5. Stahlhciiner Str. stargarder Str. 7—20, 64—77. sotratzcn 14, 14Am Nordhaien, südwestlicher und südlicher Teil. Pcrleberger Str. 1— 3l, 42— 50. 52— 63 Platz vor dem Neuen Tor. Pritz Walker Str. An der Putlitzbrücke. Q'ntzow str. 1— 32, 129—140. Rathenower Str. 1—27, 50— 78. Schorn horststr. u 'Augnstahospitat. Seydtitzstr. Stendaler Str. 24. crtephanstr. 1—1>5, 56 bis 67. Süduscr. Torjstr. 5— 8, 32— 35.«Turmstr. 1— 20, büa 93. Wllsnacker Str. 7—66.. Wahllokal: Gemeindcschuse. Ztephaustr. 3. Wahllegitiinalione» zu haben bei Fabcr, SIcphanstr. 11. Wahlstelle 38 sür die Stadtbezirke 279— 287G: Albrechlslr.'Alcxanderuscr. Alscnstr.«It-Moabit 1—10, 11-25 (ohne 10a und 10b), 107—145, Alwnacr Str. Bachslr. Beethoven- stratze. BcNcvnc(Schlotz und Park). Bellevneuscr. Brückciiallcc. Eaivinstr. Charitöslr. Elaudinsstr. Enrhavencr Str. Flemmingstr. FIcnsbnrger Str. Flotowstr. Fricdrichstr. 132. Friedrich- Karl- User. Fürst- BtSmarckstr. iKerhardstr. Händelstr. Hannoversche �tr, 9 bis 26..Hansaplatz. Hclgoländer User. Hcrwartbstr. Hindcrsinstr Hol- stcincr User, Jnvalidenstr, 57— 83. Joses-Haydnftr. Karlilr. Kirchstl. Kwpüockstr. Königsplatz, Kronprinzcnnser, Kursürslcnplatz. Lehrter Bahn. hos. Lessingstr.-------------........ o... Melanchlhonstr. Rathenower S........-----„.__ Rvonslr. Schitsbaueldamm 2—40. SchleSloigcr User. Schuniannstr,«icg- mnndshos. Simsonstr. Spcnerstr. Stadtbahnbogcn 206—187. Stadtbahn« Höfe„Bellevue" nud„Lehrter Bahn". Tbomafiusstr. l— 27. Tiergarten (Hülste nördlich der Eharlo! ienburger Chaussee). Unleibanmslr. Wegelyslr. Wcrslstr. Wilhclmsufcr. Wilsnacker Str. 1—6. In den Zelten. Zelten- allce. Am Zirkus 1—6, 8— 12a. Wahllokal: Gcmeindeschule, Zllt-Moabit 23. Wahllegitimationen zu haben bei Cäsar, Alt-Moabit 119. Wahlstelle 39 sür die Stadtbezirke 238A— 220E, 294 A und B: Alt-Moabit 35—106. Beussclslr. 1—14. Bochumer Str. Bundesrats- nscr. Crcfelder Str. Dortmunder Str. Elbcrsetder Str. Emdener ertr. 4 bist?, 45— 59. Essener Slr. Eyke-von-Repkow-Ptatz. Gotztowstystr. 2— 37. Hansauser. Jagowslr. Lcvctzvwstr. Oldenburger e-tr«. 1—14. 38—49. Lttostr. Solinger Str. Stromstr. 1— 10a. Kleiner Tiergarten(mit Thus- iictda-Allec). Tite- Wardcnberg-Str. Turmstr. 36—54, 61. 66— 85. Waldenserstr. 2—17, 20—34. Wiliugeruser. Wullciiwedcrstr. Zinzendors. stratze. Zlvmglistratze. Wahllokal: Gemeiiideschulc, Bochnmcr Ztr. 18«. Watzllcgilimationcu zu haben bei Göritz, Alt-Moabit 79. Wahlstelle 40 sür die Stadtbezirk- 291 A—C, 292 A-C, 293A u. 0; Bahnhos„Bcussclstratze". Bertichiligenstr. Beiissclstr. 15— 76(ohne Iii, 44k, 441, 44m sowie ohne die auf Ptötzensccr Gebiet liegenden nördlichen Grundslücksleile von 44b und 44n), Emdener Str. 18—44. Gotzkoivsky- stratze t. Hultenslr. 1—16 sowie die aus Berliner Gebiet liegenden Grund- slückSIcile von 17—20. Oldenburg«: Str. 15—37. Roiwcker Str. Sickingen. stratze 1— 26, 62— 80. Sicmcnsstr. Stratze 30('Abt. VIII des Bebauungsplans). Turmstr. 55—60, 62—65. Unionplatz. Unionstr. Waldstr. Waldenserstr,!8— 19. Wielesstr. 8-62. Witlstocker Str. Wahllokal: Geincilidcschillc, Roitocker Ztr. 32. Wnhtlegitimationcn zu haben bei Pilz, Rostocker Str. 27. Wahlstellc 41 sür die Stadtbezirke 293B it. D, 295— 299: ArminiuSPlatz. Am Arminiusvlatz. Birkensir. 17—61. Bredowftr. Bremer Str. Bugenbagenitr. Havelberger Str. Jonasstr. Lübecker Str. Pcrleberger Str. 32-41, 51. Putlitzstr. Quitzowstr. 33—128. Rathenower Straß« 28— 19. Salzwedcler Str. Stendal« Str. 1—23. Stephanplatz. Stcphanstr. 16-55. Stromstr. 11—62. Turmstr. 21—35. Watdenjer stratze 1 u. 35. Wiclefstr. 1—7, 63—69. Wilhclmsbavcner Str. Wahllokal: Geiiicindeschule, Bremer Ztr. 13/17. Wahltegilimalioncii zu haben bei Lausch, Bredowftr. 35. Wahlstclle 42 sür die Stadtbezirke 305, 308 A—E: Antwerpener Str. 24—28. Burgsdorsslr. Jennstr. 4a— 61. Genter Stratze 28—38. Kiautschouslr. Luxemburger Str. 35. Lhnarstr. Müller» stratze 153—135. Am Nordhafen 1—8. Norduser von Nordhafen bis Tors» stratze. Pelingplatz. Samoastr, Sellerstr. Spairplatz. Sparrstr. Sprengel» stratze. Tegeler Str. Torssir. 9—16. Triststr. Willdenowstr. 29 ahllokal: Gemeindeschulc, Tegeler Ztr. 18—20. Wahllegitimationen zu haben bei Hielschcr, Tegeler Str. 39. Wahlstell- 43 sür die Stadtbezirke 306, 318— 320A. 320C, 325B: Badstr. 52—67. Bastiänstr, Böttgcrstr. Borncinaiinstr. Brunucuplatz. Cösliner Str. 1—9, 12— 24. Colberger Str. gemistt. 1—4. Gerichtstr. 17 bis 28, 58—70. Gottschcdstr. 1—10, 33-42. Hochilr. 1—4, 21—46. Kunkel- stratze. Lindower Slr. Marlin-Opitz-Str. 1— 7, 16— Ende. Müllcrstr. 1— 11. Nclkclbeckplatz.. Orthstr. Pankstr. 1—52, 63—92. Ravensstr. Reinickcn- dorser Slr. 1—15, 111—122. Ringbahnhos„Wedding". Schönstcdlstr. Schönwatder Str. 9—26. Schulzendorser Str. 1— 8, 20— 27. Uferstr. 10 bis 17. Äeddingplatz. Wcddingstr. 1—2, 7—9. Wiesenstr. 1—27, 43a— 66, sowie Bahnwärterhaus und Bnlslcrsches Haus. Walillolal: Gcmeiudeschule. Pankür. 20—22. Wahllcgilimationcn zu haben bei Knop, Pankstr. 70. Wahlstclle 44 sür die Stadlbezirke 3-0 B. 322. 823A-324: Badsir. 16—51. Bellermannstr. 1—18, 82—100. Biesenthaler Str. Butlmannstr. Cbriiiianiastr. 1—22, 103—128. Freienwalder Slr. Goten» burgcr Str. Gropiusstr. Grünthaler Str. 59—77. Pankstr. 53—62. Prinzcnallee. Soldiner Str. 1—34. 77—112. Stettin« Str. Stockholmer Strape, Lstscitc. Tburneysscrslr. Travemnndcr Str. Wnezener Str. TLahtlotat: Geiiieindeschntc. Prinzenallec 8. Wahtlegitunatioiicii zu haben bei Bähr, Badstr. 44. Wahlstclle 45 sür die Stadlbezirke 313, 325 A. 326 A—D: Christiaiilastr. 23—102. Drontheimer Str. Excrzierstr. Gottichedstr. 11 bis 32. Kotonicstr. Martin-Opitz-Str. 8—15. Nauener Platz, Oskarplatz. Reinickendorfer Slr. 55— 69, 71—73. Schulstr. 40 a— 102. Schwedcnslr. Seeftr. 75— 76. Soldincr Str. 35—76. Stockholmer Str. 1—17. Strotzen 69a, 69(1, 80 b, 80c, 808, 80 o, 801, 80»(Abt. X des Bebauungsplans). Ilscrstr. 1— 9. Zcchlin« Slr. Zumptftr. Wahllokal: Gemeindeichulc. Chriftianiaftr. 3S'39. Wahllegiliinationcn zu haben bei Pose, Kolonicstr. 15. Wahlstellc 4C für die Stadtbezirke 307, 314A— 317: Adolsstr.'Amsterdamer Str. 11—16. Anlonstr. Cösliner Slr. 10 und 11, Courbiercplatz, Am Courbioreplatz, Gerichtstr. 29—57. Hennigs- dorser Str. 1—20, 25—37. Hochstädtcr Str. Leopoldplatz. Licbenwatdcr Stratze. Malplaguetstr. 1—20, 23—42. Maxstr. Müllerstr. 12— 25a. Nazarcthkirchstr., von Turiner Slr. bis Maxstr. Oudcnardcr Str. Pank- stratze 93— 94 Pascwalk« Str. Planlaoenstr, Prinz-Engen-Str. Reinsen- dorser Str. 16— 54. 70, 74— 110. Rubcplatzstr. Schcrerstr. Schnlftr. 14 bis 40, 103—124. Turiner Str. 1. Uferstr. 18. Utrecht« Str. 11—31. Acd- dingstr. 3—6. Wiesenstr. 28— 43. Wahllokal: Geineindeschule, Ruhcplahstr. 5/7. Wahllegitimationen zu haben bei Sauerwei«, Maxstr. l6. Wahlstclle 47 sür die Stadtbezirke 309— 310D: 'Amsterdam« Str 1—10 17—27. AmrNmer Str. Antwerpener str. 3 bis 23. 29-50'Augustenburger Platz. Brüsseler Str.«uchstr. Eckcrri. sörderPlatz. Fehmariistr. FöhrcrStr. vlentcr slr.3— M, 39— 65. Limburg« Str. Lüttichcr'Str. 3-49. Luxemburger Str. 1-34. Mullerslr. 26-41a, 137 bis 152. Razarethkirchstr., von Müllerstr. bis Turiner Str. Rorduscr, von Torsstr.. bis Seeftr.' Ostend« Str. Schulstr. 1—12, 125— 127. Seeür. 1-3. Sylter Str. Torsstr. 17—29. Turiner Str. ausschl. 1. Utrecht« Str. 1—10, 32— Ende, Zcppelinplatz..... � Wahllokal: Gcmclndcschule. Osteudcr Ztr. 30. Wahllegitimationcii zu haben bei Gottschalt, Antwerpener Sir, 9, Wahlstellc 48 sür die Stadtbezirke 3llA— 3t2: Asrilanische Str, Antwerpener Str. 1/2. Barsusstr. Dubtincr Str. Edinburg« Str Gcnter Str. 1/2 u. 66. Glasgow« Str. Guincastr. Henniqsdorscr Str. 21—24 sowie von Secstr. bis Weichbildgrenze. Käme- nm« Str Liverpooler Str. Londoner Slr. Lüderitzstr. Lütlich« Str. 1/2 imb 50/51. Malplaquetstr. 21—22. Müllerstr. 42—136. Nach. tigallptatz Ose»« Str. Otavislr. Platze E. G. X(Abt, X 1 bes we. oauunasplans). Schöningstr, Secstr.-von Amrum« Str.(ohne die Ecken on dies«) bis Str. 16. 17-74. 77-123. Elraßen 24a. 30b. 30c. 304. 300 32a 32b,'35a, 37, 38a, 38b(Südleite). 38c. 39a, 39b, 39c, 40b, 40c. 404 40«' 85a. 85b. 86b, 86c, 86k('Abt. X des Bebaunngsplans). Swokod» mui'id« Str. Togostr. TranSvnalftr. Türkeiiftr. Ungarilstr. Wind. '"�Wahllokal: Gemeindeschulc. Müllerstr. 48. Wadtlegitiinationen zu haben bei Backhaus, Togostr, 6, Inseratenteil verantw.: Th.Glvlke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärtz sönchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Berlin SV&