Kr. 268. Dbonnements-RedingOndtti: «6üraiementä- PrciS vrüninnercindo: Tierteljährl. 3,M Mk., vwnall. l,10 M�. wöchentlich 2S Psg� frei WS-SauS. Einzelne lllummer 5 Pfg> Sonntage- »ummer mit illustrierter Sonntage- Scilage„Die Neue Well" to Psg- Poll- ?l!onnement: t>10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZcitungS- Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich. Ungarn L Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostavonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark. Holland, Italien. Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz, 29. Jahrg. k! vlchM tüglldi außer Olontiat. Verlinev VolKsblcrlk. Vit snstMonz-eedShk t»trägt für die sechsgespaltene Kolonel- eile oder deren Raum 80 Pfg.. für alitische und gewerkschaftliche BcrewS- tNtd BerlirnnnIungS-Anzcigcn so Pig, „Utelne Anreigen", das scttgedruckt« Wort 20 Psg.(zulässig L fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10~ Eiellengeh zeige» bat____ wettere Worts Pfg. Borte über 15____ ! toben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nummer müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition tlhgegeben werden. Die Erpcdittou j« bis 7 Uhr abeirds geöffnet, Telegramm- Adreffe: -..SttialSlüisliral»iNm". suche und Schlasstcllcnan. e» das erste Wort 10 Pfg., jedes Zentralorgati der fozialdcmohratifchen parte! Deutfchlanda. Redaktion: SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 1983. Freitag, den 13. November 1SI.2. Expedition: SM. 68» Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Auf stl Flledtnsdkmoilßrgtion! Zum nächsten Sonntag ergeht abermals der Ruf an das Proletariat, durch machtvolle Kund- gedungen seinen durch nichts zu erschüttern- den Friedenswillen zu bezeugen. Erneut wird die internationale sozialistische Arbeiterklasse durch Massendemonstrationen erklären, daß sie keinerlei Einmischung in die Balkanhändel lvill, daß ihr weder Albanien noch sonst irgend ein Kompensatwnsobjekt die Knochen auch nur eines einzigen Bürgers wert ist. Die Friedensschalmeien, die von Zeit zu Zeit ertönen, dürfen die Wachsamkeit der inter- nationalen Arbeiterklasse nicht einlullen. Hat es die Weltgeschichte doch nur zu oft bewiesen, daß sich die herrschenden Mächte durch eigene und fremde diplomatische Ränke in die blutigsten und verhängnisvollsten Kriegsabenteuer hineintreiben ließen, die sie vordem selbst gar nicht ernstlich wollten. Es gilt, die Lawine gar nicht erst ins Rollen-kommen zu lassen! Doppelt auf der Wacht hat das Proletariat zu sein, da die bürgerlichen Klassen und ihre Presse wieder einmal total versagen. Statt daß auch nur das liberale Bürgerwm erklärte, wir wpllen keinen Krieg, wir werden uns unter keinen Umständen zum Krieg drängen lassen, kannegießert es weitschweifig über die diploma- tischen Winkelzüge, über die mutmaßliche Stellung- nähme der Balkanmächte, des Dreibunds und der Tripleentente, spekuliert es gleich der Börse ab- wechselnd in' Hausse und Baisse, ohne den ge- ringsten Versuch, mit tatkräftigem Entschluß selbst in die Geschicke einzugreifen, von denen das Wohl und Wehe ganz Europas, das Schicksal der ganzen europäischen Kultur ab- hängen kann! Solch stumpfsinniger Fatalismus, solch blinde Unterwerfung unter das. was die unerforschliche Weisheit der Regierung und der hohen Diplomatie beschließen mag, kenn- zeichnet geradezu vernichtend eine Klasse, die nichts mehr kennt, als die nächste Sorge um das Gelderraffen, die aber selbst dabei nicht einmal über ihre Nasenspitze hinauszusehen vermag. Freilich, die besitzende Klasse mag sich auch für den schlimmsten Fall damit trösten, daß die furchtbarsten Opfer an Gut und Blut ja stets von nichtbesitzenden Klassen getragen werden müssen, während für Kriegslieferanten und Börsen- spekulanten noch fette Profite abfallen. Das Proletariat dagegen weiß, was ein Krieg für es bedeutet. Es weiß auch, daß es außer ihm selbst, seiner Geschlossen- heit, seiner Tatkraft keine wirkliche Friedensbürgschaft gibt. Wenn selbst die Regierungen vor dem Sprung ins Dunkle bangen, so ist es vor allem die Furcht vor dem, was kommen könnte, die sie vorsichtig macht. Am Sonntag demonstriert das arbeitende Volk in allen Ländern. In London, Paris und Wien proklamiert das Volk der Arbeit Krieg dem Kriege! Da wird die Arbeiter- fchaft Berlins zeigen, daß sie wie stets noch die Avantgarde des deutschen und inter- nationalen Proletariats bildet! Auf m grußkli Fmdmkuudgcbuug! Schluß des ersten Aktes im württembergiichen Landtags- Nahlkampl. Am morgigen Sonnabend findet in Württemberg der erste Wahlgang statt. Es handelt sich dabei uin die Wahl der 69 Vertreter der 69 Einerwahlbezirke und der 6 Proporzabgeord- neten für die Stadt Stuttgart. Die weiteren 17 Abgeordneten werden erst 5 Wochen später durch die gesamte Wählerschaft des Landes im Wege der Verhältniswahl gewählt. Nur in der starken Hälfte der 69 Bezirke wird die Entscheidung im ersten Wahlgang fallen, in den übrigen findet im zweiten Wahlgang das französische Verfahren Anwendung. Obgleich der volksparteiliche Führer v. Payer zu Beginn des Wahlkampfes dem Lande verkündete, alle großen Reformen seien vollendet, in der Zukunft gebe es wenig mehr zu tun und er blicke deshalb 11M einer gewissen Wehmut zurück auf die Zeiten, in denen man so dankbare Wahlthemata gehabt habe, obgleich ferner Konrad Haußmann noch kürzlich be- hauptete, der Sozialdemokratie fehle es an einer Wahlparole, hat sich der Kampf in den letzten Wochen aufs äußerste ver- schärft. Das volksparteiliche Zentralorgan spricht von einem Ringkampf um die Herrschaft des Zentrumsführers Gröber in Württemberg, der jetzt ausgefochten»verde. Daran ist etwas Wahres. Gröber ist von maßlosem Haß gegen die Führer der Volkspartei erfüllt und gibt diesem Haß bei jeder Gelegenheit schärfsten Ausdruck. Schon aus persönlichem Ehrgeiz würde Gröber die Herren Payer und Haußmann aus ihrer cinfluß- reichen Stellung gegenüber der Regierung recht gern ver- drängen. Aber auch die allgemein politische Wandlung, die mit einer Vorherrschaft des Zentrums in Württemberg ver- knüpft wäre, reizt natürlich die schwarzen Wahlmacher zur äußersten Krastanstrcngung an. Aus eigener Kraft vermag das Zentrum in den: zu Zweidrittel.' protestantischen Württemberg allerdings nie die Herrschaft zu exlangen. Aber Herr Gröber hätte schon viel gewonnen, wenn er gemeinsam mit den Konservativen eine Mehr- heit im Landtag bilden könnte. In all den Fragen, in denen sich kirchliche Machtansprüche hervordrängen, ebenso in den Fragen der demokratischen und der allgemeinen Kultur- entwickelung. und in den. wirtschaftspolitischen Kämpfen erst recht, waren schon bisher die mit Führertalenten wenig ge- segneten konservativen Vertreter im Landtag die getreuen Vasallen des Zentrums. Ist nun das Zentrum in Württem- berg auf seine stockkatholischen Gebiete beschränkt und kann es aus diesen eine stärkere Landtagsvcrtretung nicht mehr heraus- holen, so sollen die Konservativen, denen das demagogische Bündlertum die Bauern zutreibt, die Hilfstruppen liefern, die dem Zentrum die Macht sichern. Die draufgängerische bünd- lerische Agitation hatte sich schon bisher auf Kosten der liberalen Parteien 15 Landtagssitze erobert, die im Verein mit den 25 Zentrumsstimmen nicht mehr sehr weit von der absoluten Mehrheit des 92 Mitglieder zählenden Landtags entfernt waren. Mit gesteigerter Rücksichtslosigkeit aber warfen sich die Bündler in den letzten Wochen auf etlva ein halbes Dutzend nationalliberal vertretener Landbezirke, so daß selbst der der äußersten Rechten sonst sehr gewogene„Schwöb. Merkur", wegen der„beispiellosen Hetze", die von rechts be- trieben werde, in einen Ausschrei ausbrach. Was das Zentrum in diesen Bezirken zu vergeben hat, führt es restlos den Bündlern zu; in Blaubeuren tritt es als stärkste Partei so- fort im ersten Wahlgange für den viel schtvächeren Bund ein, in Künzelsau und Mergentheim werden im zweiten Wahlgange die zahlreicheren Truppen des Zentrums zu den viel weniger zahlreichen der Bündler stoßen, und auch die kleinen Minderheiten des Zentrums in Crailsheim, Hall und Brackenheim kommen den Kandidaten der Konservativen zugute. �n diesen sechs Bezirken, von denen fünf bisher national- liberal, einer volksparteilich vertreten war. besteht die Möglichkeit der Eroberung durch die Konservativen. Ganz oder teilweise könnte der Gewinn, den die Kon- servativen wahrscheinlich erzielen, paralysiert werden, wenn die Nationalliberalen den Mut aufbrächten, ernstlich den Kampf aufzunehmen gegen die schwarzblaue Gefahr. Mehrere kon- servative Positionen sind stark ins Wanken geraten, so insbesondere Leonberg, Herrenberg, Nagold, Weinsberg, Oehringen. Aber in Leonberg sehen wir die Nationalliberalen an der Seite der konser- vativen Bündler marschieren. Beim Abschluß des liberalen Wahl- abkommens hat die BolkSpartei den Nationalliberalen aus- drücklich gestattet, ihr bei den Reichstagswahlen hinter dem Rücken der Volkspartei in einem schmutzigen Wahlhandel den Bündlern gegebenes Versprechen auf Unterstützung ihres Land- tagskandidaten einzulösen. In Nagold, Herrenberg und Weins- berg. wo die Ztationalli beraten nach dem Wahlabkommen mit Unterstützung der Volkspartei gegen die Bündler vorgehen sollen, führen sie einen Scheinkampf. Und wenn, wie es wahrscheinlich ist, der zweite Wahlgang die Sozialdemokratie in Heidenheim, Nürtingen, Backnang, Waiblingen und anderen Bezirken in den Entscheidungskampf gegen die Bündler führt, so werden die Nationalliberalen bis zum letzten Mann ins Lager der Schutztruppen Gröbers übergehen. Mit diesen nationalliberalen Mannesscelen führt nun die Volkspartei gemeinsam den Kampf gegen die Herrschaft Gröbers in Württemberg I Daß Gott erbarm l Und welche Vehemenz die Führer der Volkspartei entfalten, um ihre Wähler zur Durchführung des Abkommens zu zwingen! Trotzalledem aber will es ihnen nicht gelingen, den Wider- stand, der in einzelnen Bezirken noch geleistet wird, zu brechen. In dem alten volkspartcilichen Bezirk Besigheim. der den Nationalliberalen als Dreingabe zum Wahlabkoinmcn geschenkt wurde, machte sich gleich nach Bekanntwerden des Wahlvertrags der Protest am stärksten geltend. Alles Zu- reden der volkpartcilichen Führer fruchtete nichts. Im Gegen- teil, der Widerstand verstärkte sich. Eine zuerst aufgetauchte wildliberale Kandidatur verschwand wieder und eine Gruppe von Mitgliedern der Volkspartei trat aus der Organisation aus, um in den: Mühlenbesitzer Facklcr einen ausgesprochen demokratischen Protcstkandidaten aufzustellen. Im Bezirk Maulbronn ist es zwar so weit nicht gekommen, aber die liberale Presse muß zugeben, daß auch hier die„Ver- stimmungen" über das Wahlabkommen bis zum Wahltag nicht mehr zu beseitigen seien. Volksparteiliche Provinzblätter stellen ein Fiasko des Wahlabkommens in Aussicht und bedauern, daß die Volkspartei nicht selbständig aufgetreten ist. In diesem Falle wäre, meinen sie, im zweiten Wahlgaug eine Verständigung mit der Sozialdemokratie leicht möglich gewesen, während nunmehr die Bewegungsfreiheit der Volks- Partei gehemmt sei durch ihre den Nationallibcralen gegen- über eingegangenen Verpflichtungen. Gefühlsmäßig haben diese an der alten Volks- parteilichen Traditio» festhaltenden guten Kerle recht, aber sie sind schlechte Musikanten, denn sie übersehen, wie sehr sich die lvirtschaflliche Basis des Parteilebens im Laufe der Jahre verschoben hat. Exzellenz v. Payer, der frühere radikale Advokat, macht heute Agitationsreisen für die Wahl nationalliberaler Kommerzienräte, die er früher der politischen Verachtung preisgab. Die Kommerzienräte sind ja auch inner- halb der Volkspartei keine Seltenheiten mehr. Die Volks- paxtei hat einen starben und /immer mehr wachsenden groß- kapitalistischen Einschlag bekommen, der die kleinbürgerlichen Demokraten alten Kalibers zurückdrängt. DaL äußert sich auch in ihrer hohen Befriedigung über die Errungenschaften während ihrer achtzehnjährigen Führung im Landtage. Wir haben gar keinen Grund, das Erreichte irgendwie zu verkleinern, denn am stärksten hat die antreibende Kraft der Sozialdemokratie zu den bisherigen Erfolgen beigetragen. Aber wir lassen die Bevölkerung auch nicht darüber täuschen, daß erst schwache Ansätze einer fortschrittlichen Entwickelung in Württemberg zu verzeichnen sind. Die Reformen, die der Landtag zustande brachte, gleichen zum Teil der Echternachcr Springprozession. Die zwei Schritte rückwärts, die mit den drei Schritten vorwärts bei der Verfassungs- reform verbunden waren, wollen lvir rückgängig machen. Darum fordern wir mit allem Nachdruck die Beseitigung der Ersten Kammer und die Ver- hältniswahl für die Berufung der gesamten Zweiten Kammer. Aus der Tatsache, daß gerade diese Forderungen im Wahlprogramm der Volkspartei fehlen, ja daß diese Partei die allgemeine Verhältniswahl aufs schärfste bekämpft, ergibt sich, ivie weit sie sich von den alten demokratischen Grundsätzen entfernt hat. Diese Punkte zeigen aber auch schon, daß es für eine wirklich demokratische Partei in Württemberg an einer geeigneten Wahlparole nicht fehlt. Dazu kommt die prinzipiell wichtige Forderung der Trennung von Kirche und Staat, die im nächsten Landtag auf die Tages- ordnung kommt, die aber im volksparteilichen Wahlprogramm zusammenschrumpft auf die„Scheidung der Finanzen des Staats und der Kirche". Die Volksschulreform, die der letzte Landtag brachte, war eine Halbheit, der Volkspartei gilt aber die Volksschulgesetzgebung„vorläufig als abgeschlossen". Ihre Führer begründen sogar in ihren Wahlreden die Notwendigkeit des Uebergewichts des Religionsunterrichts in der Volksschule I In der Sozialpolitik wird das bißchen soziales Verständnis. das bei einem Bruchteil der Volkspartei anzutreffen ist, reich- lich kompensiert. Durch die Arbeiterfeindlichkeit der Groß- industriellen, die sich in dieser Partei immer mehr behaglich fühlen. Es mag sein, daß sich die Volkspartei mit Hilfe ihres halblahmen Bundesgenossen und einer gerissenen Wahlmache— gegen die Sozialdemokratie schlachtet sie in raffinierter Weise alle Differenzen aus, die bedauerlicherweise das württem- bergische Parteileben beunruhigen— noch einmal notdürftig über Wasser hält, aber daß es auch in Württemberg mit dem Liberalismus beider Schattierungen bergab geht, das wird der Wahlausfall bestätigen._ fiiedensvechandllmgen. Es bestätigt sich, daß die Türkei einen Unterhändler in? bulgarische Hauptquartier gesandt hat. um einen Waffenstill- stand zu erlangen. Besprechungen über die Friedensbedingungen sind bereits im Gange und Pariser Blätter behaupten sogar, daß die Einstellung der Feindseligkeiten an der Tschataldscha- Linie unmittelbar bevorstehe. Die türkische Regierung ist zu ihrem Beschlüsse durch einen Bericht des Generalstabes veranlaßt worden, der die Verfaffung der Armee als trost- los bezeichnet. An Nahrungsmitteln. Munition und sonstigem Kriegsmaterial herrsche Mangel, Offiziere und Mannschaften seien demoralisiert. Dazu kommt noch, daß die Cholera mit grauenvoller Schnelligkeit um sich zu greifen scheint und sowohl bei der Armee als in Konstantinopel fordert die Seuche furchtbare Opfer. So wird denn der Pforte nichts anderes übrig bleiben, als die Bedingungen der Sieger an- zunehmen. Damit der Tragödie das Satyrspiel nicht mangele, ist die europäische Diplomatie nun glücklich so weit, um den Balkan- staaten mitteilen zu können, daß die Türkei ihre Vermittelung angerufen habe und die Friedensbedingungen erfahren möchte. Es scheint, daß die europäische Diplomatie großen Wert darauf legt, den Nachweis bis zum Ende zu führen, daß sie zu jedem erfolgreichen Eingreifen völlig unfähig ist. Natürlich machen die direkten Friedensverhandlungen ihre Vermittelung überflüssig. Ueber den Stand des serbisch-österreichischen Konflikts liegen keine neue Meldungen von Belang vor. Es scheint sich zu bestätigen, daß Serbien doch noch einen Hafen an der Adria erhält, wenn auch unter allen möglichen Berklausulierungeu. Und auch die Einigkeit zwischen Oester- reich und Italien scheint nicht gar weit her zu sein. Wenig- stens liegen eine Anzahl italienische Preßstiminen vor, die gegen die österreichischen Bestrebungen, wirtschaftliche Sondervorteile zu erhalten, starkes Mißtrauen äußern. Von Wien aus werden unterdessen die Albaner zum nationalen Widerstand gegen die Serben und Montenegriner ermuntert. In den albanischen Bergen scheint es zu einem fürchterlichen Guerillakrieg gekommen zu sein, in dem kein Pardon gegeben worden ist. Ob aber alle Erzählungen über Metzeleien, die serbische Soldaten in Albanien augerichtet haben sollen, richtig find, steht dahin. Scheußlich genug wird es bei diesen wilden Kämpfen schon hergegangen sein. Die Pforte verhandelt mit Bulgarien. Sofia, 14. November. Nach Mitteilungen von kom- pctcnter Stelle hat die Pforte gestern der bulgarischen Regierung einen direkten Fricdensvorschlag zukommen lassen. Der Ministerrat habe über den Vorschlag noch nicht entschieden. Ä o n st a n t i n o p c l, 14. November.(Meldung der „Agence Havas".) Amtlich wird bestätigt, daß sich K i a m i l Pascha wegen Abschlusses eines Waffen still- st a n d e s und Einleitung der Friedensverhandlungen direkt an den König der Bulgare» gewandt hat. Der türkische Unterhändler. Konfiantinopcl, 14. November. Einem Gerücht zufolge wird der türkische Postminister M u s u r u s in Paris mit dem griechischen Gesandten zusammentreffen.»Tie Blätter sprechen in Zusammen- hang mit den direkten Verhandlungen über einen Waffenstillstand von dem Gerücht, daß Musmus auch mit Danew zusammentreffen werde. Die diplomatische Komödie. London, 14. November. Wie das Reutersche Bureau erfährt. haben alle Mächte dem türkischen Borschlag zugestimmt, die Balkan verbündeten von dem türkischen Ersuchen um Nermittelung in Kenntnis zusetzen und sich zu erkundigen, oö.fte bereit wären. Bedingnngen, über die man verhandeln könnte, zu stellen. Die Mächte ständen im Begriffe, entsprechende Schritte zu tun. Wien, 14. November. Nach zuverlässigen Mitteilungen werden die Berirctcr der Großmächte heute den Regierungen der Balkan st aaten von dem Mediationsbegehren der Pforte Kenntnis geben und um Mitteilung der Friedens- bedingungen ersuchen. Tie Antwort Bulgaricuö. Sofia, 14. November.(Meldung der Agence Bulgare.) Tie Vertreter der Großmächte machte» heute nachmittag einzeln dem Ministerpräsidenten G e s ch o w folgende Mitteilung: Da die Ottomanische Regierung sich an die Großmächte gewandt und um ihre Vermittelung ge° beten hat, sind wir beauftragt, zu fragen, ob Bulgarien geneigt ist, diese Vermittelung anzunehmen und im bejahenden Falle uns nach den Bedingungen, denen die Annohnie unterliegen würde, zu erkundigen. Ministerpräsident G e s ch o w antwortete, die Regierung werde das Ersuchen der Türkei dem Hauptquartier u r Prüfung unterbreiten und sich mit den v e r- bündeten Kabinetten ins Einvernehmen setzen. Tie Regierung gegen die Jungtürkcn. Konstantiuopcl, 14. November. Es scheint, daß die Re- gierung infolge der letzten Versuche des Komitees, wieder zur Macht zu gelangen, strenge Maß- regeln gegen die Jungtürken trifft. Der zweite Kammerherr des Sultans. Tewfik Bey, welcher ver- dächtigt war. die Schritte der Jungtürken beim Sultan be- günstigt zu haben, wurde abgesetzt. Dem früheren Minister D s ch a V i d und dem Direktor dem„Tanin", D s ch a h i d, gegen welche Haftbefehle erlassen waren, gelang eS, über Konstantza nach Europa zu fliehen. Serbien unck Oefternicb. Kein Vormarsch auf Durazzo. Wien, 14. November. Die„Wiener Allgemeine Zeitung" erfährt, die Mächte der Tripleentente hätten Serbien nahegelegt, den beabsichtigten Vormarsch nach Durazzo aufzugeben. Die Haltung Rußlands. Wien, 14. November. Eine Petersburger Zuschrift der „Politischen Korrespondenz" stellt fest, daß das Peters- burger Kabinett nur der historischen Rolle des Zaren- reiches treu bleibe, wenn es die Bestrebungen der orthodoxen Balkanvölker unterstütze. Dieser diplomatische Beistand, so heißt es weiter, nimmt jedoch in keinem Punkte, somit auch > Echt hinsichtlich der W ü n s ch e S e r b i e n s einen Charakter an, der geeignet wäre, eine bedenkliche Spannung hervorzurufen. Von dem Wunsche geleitet, jede Verschärfung von Meinungsverschiedeuherten zu vermeiden, beschloß die Vetersburaer Regierung, sich des unmittelbaren Eingreifens in die serbische Hafenfrage zu enthalten. Tic Auffassung in England. Loudo«, 14- November.(Privattelegramm des„Vor- ■märii-" i Die glaubhaft klingende Meldung aus Konstanti- nopel. daß über den Frieden verhandelt wird, hat die mehr optimistischeStimmung der letzten zwei Tage ver- stärkt. Es ist klar, daß nicht e i n Mensch im ganzen Lande Lust verspürt, sich über den österreichisch-serbischen Konflikt aufzuregen. Die einzige Seite an der Sache, die hier und da Interesse erregt, sind die vagen wirtschaftlichen Kon- z e s s i o n e n, von denen die österreichische Regierungspresse redet und die nicht allein die Handelsinteressen Englands, sondern auch die aller- anderen europäischen Staaten beein- trächtigen könnten. Uebrigens nimmt man in gut unter- richteten Kreisen auch diese Ansprüche in Anbetracht der schäbigen Haltung der tonangebenden Agrarier Oesterreich- Ungarns gegenüber Serbien nicht sehr ernst. Daß die eng- lische Regierung der Volksstimmung Rechnung trägt und nicht gesonnen ist. aus dem frivolen Anlaß einen allgemeinen Konflikt zu entfesseln, erhellt aus dem Leitartikel der „Times", die heute schreibt:„Großbritannien weist die bös- artige N a r r h e i t des zu oft gehörten Vorschlages zurück. daß dieser oder jener Moment, diese oder jene Episode für eine Kraftprobe unseres und irgend eines anderen Landes günstig ist. Keine bösartigere und schädlichere Lehre ist je verbreitet worden. Ein Konflikt, der nicht auf einer gerechten Sache fußt, verdient nur einen Ausgang zu haben: den Untergang des Angreifers. Großbritannien sucht und ver- folgt nur den Frieden. Wir werden bei unseren Freunden ausharren und mit ihnen unsere gemeinsamen Interessen schützen. Aber wir werden es nicht blindlings tun. Auch werde wir nie zu gemeinschaftlicher Aktion schreiten, ehe wir uns nicht zuerst vergewissert haben, daß die Streitfrage nicht wertlos oder geringfügig ist." Tie Rede des französischen Ministerpräsidenten. Paris, 13. November. Auf dem Bankett des republikanischen Äomitees für Handel und Industrie hielt Ministerpräsident P o i n c a r e heute abend eine Rede, in der er erklärte, es gebe keinen Franzosen, der sich nicht dem Wunsch des Konntees anschließe, daß die Ruhe, die Handel und Industrie nötig haben, nicht durch Er- eignisse in der äußeren Politik gestört würde. Seit Beginn der Oricnikrise habe das Ministerium, au dessen Spitz« er stehe, den sofort beginnenden Bemühungen der europäischen Großmächte um den Frieden und die Versöhnung seine loyale Unterstützung geliehen, und es lverdc sein« Haltung nicht änderm Poincar« sprach dann über seine verschiedenen Bermittelungsversuche und fuhr dann fort: Weit entfernt davon, daß die begonnenen B e r h a n d l u n g« n unterbrochen oder verlangsamit worden waren, werden sie heute mit größerem Vertrauen und, ich darf sagen, mit größerer Genauigkeit so r t g e s e tz t. Der Augenblick, sie bekannt zu geben, wird kommen, und Sie werden dann sehen, daß die Regierung als treuer Dolmetsch des französischen Gedankens immer mit Bewußtsein diese doppelte Pflicht erfüllt hat: unseren Verbündeten eine wirksame U n t e r st ü tz u n g zu leihen und über die A u f r e ch t e r h a l t u n g des europäischen Friedens z» wachen. Wenn, wie man hoffen darf, alle Mächte bis zur Einstellung der Feindseligkeiten warten, um zu versuchen, in der Stunde der endgültigen Regelung ihre verschiedenen Ansichten zur Geltung zu bringen, wenn nicht überstürzte Maßregeln unauflösbare Meinungsverschiedenheiten schaffen, so werden die Interessengegensätze sich ohne Zlveifel in Abkommen lösen, unter denen weder die Balkauvölker noch irgend eine der europäischen Großmächte zu leiden haben werden. Es ist derselbe Wunsch, den in diesen Tagen der englische Premierminister in einer bestimmten und lichtvollen Rede formuliert hat, und es erscheint unmöglich, daß sein Appell ungehört bleibt. Wenn aus soviel Willensanstren- gungen, die aufrichtig zur Erhaltung des Friedens verwandt worden sind, der schrecklich st e Krieg hervorgehen könnte, der über Europa jemals hereingebrochen ist, so wäre das ein Schlag gegen den gesunden Menschenverstand der Welt, gegen die Gesittung und gegen die Menschlichkeit. Ich zweifle nicht, daß solche Schrecken der Welt erspart bleiben werden. Um sie zu vermeiden, werden wir alles tun, was mit der aufmerksamen Verteidigung unserer Interessen und unserer nationalen Ehre vereinbar ist. Die Probleme, die die Umgestaltung der Karte des Orients stellt, find mannigfaltig und voller Schwierigkeiten. Sobald mit der offenen Beratung begonnen werden kann, wird die Regierung vor dem Parlament Erklärungen abgeben können, und sie weiß, daß sie das Recht hat, auf das Vertrauen der Kammern zu zählen. DaS Bombardement von Skutari. Rjcka, 14. November. Ueber das heutige nächtliche Bombardement wird berichtet, daß es der montenegrinischen Artillerie gelungen sei, die Batterien auf dem Tarabosch und vor Skutari zum Schweigen zu bringen. Im Gebiete der Stadt seien starkeBeschädi- gungen angerichtet worden. Einzelne Werke auf dem Tarabosch sollen gänzlich zerstört und ihre Besatzung zer- streut worden sein._ � * Die Zikonft des Balkans. AuS Sofia schreibt uns Genosse B l a g o e f f: Der Balkankrieg nähert sich dem Ende. Die Türkei war unfähig, den verbündeten Balkanheeren Widerstand zu leisten und diese werfen die Türken aus allen Positionen ihrer europäischen Gebiete. Welche Veränderungen sind nun auf dem Balkan zu erwarten? Die Aeußerungen der Balkanregierungen vor dem Kriege sind bekannt. Sie sagten, daß sie keine Gebietsvergrößerun- gen wollen, daß es ihr Ziel sei, den Ländern der europäischen Türkei Reformen zu geben,. Nur die bulgarische Regierung, besonders die bulgarische Bourgeoisie erklärte, daß sie für die Autonomie Mazedoniens kämpfe, und sie verstand unter „Mazedonien" die Gebiete Monastrr, Uesküb und Adrianopel. In dieser Weise erklärte die bulgarische Bourgeoisie speziell. daß sie nach keinen Gebietserweiterungen strebe, sondern nur nach der Freiheit Mazedoniens, d. h. also gleichfalls nach Reformen in den europäischen Ländern der Türkei. Heute aber ist ganz klar, daß für die Balkanstaaten in Wahrheit nur Gebietserweiterungen in Frage kommen. Die t orderung von Reformen in der europäischen Türkei oder der utonomie Mazedoniens verdeckten die wahre Gesinnung der Balkanbourgeoisie. Die Verheimlichung der wirklichen Ziele ihrer Politik erklärt sich leicht. Vor allem fühlte sich kein Balkanstaat stark genug, um mit der Türkei zu kämpfen und territoriale Erweiterungen zu erzielen. Ein militärischer Bund zwischen den Balkanstaaten schien unmöglich. Alle hatten größere oder kleinere Ansprüche auf gewisse Teile von Mazedonien und den europäischen Gebieten. Die bul- garische Bourgeoisie ihrerseits, erhob Anspruch auf das ganze Mazedonien. Seit der Befreiung Bulgariens, vor ungefähr 35 Jahren, vertraten die bulgarischen Patrioten die Idee, daß das ganze Mazedonien, d. h. die drei europäischen Wilajets der Türkei, bulgarisch seien, und mit größter Energie wiesen sie den Ge- danken einer Verständigung zwischen den Balkanstaaten über die Verteilung der Einflußsvhäre oder über Abgrenzung etwaiger Eroberungen von sich. Bulgarien wandte alle Mit- lel au— das Exarchat in Konstantinopel, die Banden, die Bomben—. um die ganze Welt und die bulgarische Bevölke- rung, auch die in der Türkei zu überzeugen, das Mazedonien bulgarisch sei. Der Anspruch Bulgariens auf das ganze Mazedonien und die Ansprüche der anderen Balkanstaaten auf einzelne Teile schienen unvereinbar. Ueberhaupt war Mazedonien der„Apfel des Paris" zwischen den Balkan- staaten und ein günstiger Boden für die Intrigen der euro- päischen Diplomatie und der Türkei. Was aber noch vor einigen Monaten unmöglich schien. ist heute Tatsache und es ist jetzt nach ihrem Siege natürlich, daß die Balkanstaaten nicht mehr von Reformen und der „Autonomie Mazedoniens" sprechen, sondern nur von der Vertreibung der Türken aus Europa und von der Teilung der europäischen Gebiete zwischen den Siegern. Von dem berühmten„Statusquo" ist heute keine Rede bei der euro- päischeu Diplomatie, und die verbündeten Balkanstaaten wollen nichts davon hören. Wie aus den in den besetzten Ländern cingerichteteten christlichen Verwaltungen ersichtlich, haben sich die Balkan- staaten über die Teilung des türkischen Territoriums von vornherein geeinigt. Serbien wird den Teil von Mazc- donien mit Uesküb, Novi-Bazar und einen Teil vom Wilajet Monastir erhalten, Griechenland ebenfalls einen Teil vom Wilajet Monastir mit Epirus und Thessalien, vielleicht auch Saloniki, und Bulgarien wird den Teil Mazedoniens diesseits des Wardar, Adrianop�el und vielleicht auch Konstantinopel erbalten. So wemgstens nach den Kombinationen, die die bulgarischen Patrioten nach der Eroberung von Kirkkilisse, der Belage- rung Adrianopels und nach den Siegen bei Lüle-Burgas über die Teilung der türkischen Länder verbreiten. Ditse Teilung Mazedoniens entspricht aber gar nicht den chauvinistischen Aspirationen der bulgarischen Bourgeoisie, und jede Erinve- rung an die„Autonomie Mazedoniens" und überhaupt an dem bisherigen„nationalistischen Ideal", in dem die lebende Generation in Bulgarien erzogen wurde, in deren Namen der Krieg erklärt wurde, ist verblaßt. Wie kann man die Versöhnung der früher so feindlichen Ansprüche der Balkanstaaten und damit die Entstehung des Bundes erklären? Aus der anormalen Lage der Balkan- Halbinsel. Die kapitalistischen Interessen der großen europäischien Staaten haben aus den von der Türkei losgerissenen Ländern einige christliche kleine Staaten ge- schaffen, die sich im Laufe der kapitalistischen Entwickelung immer mehr beengt fühlen mußten. Eingeschnürt in ihren kleinen Grenzen, wurden sie immer mehr ein Spielzeug der widersprechenden Interessen des kapitalistischen Europas und Werkzeuge der diplomatischen Intrigen. Serbien. bedrückt von Oesterreich, erstickte ohne Ausgang zum Meer. Desgleichen Griechenland mit seinem kleinen, un» fruchtbaren Gebiet ohne Kreta. Bulgarien wurde nach der jungtürkischen Revolution von der Tiirkei ökonomisch bedroht. Die Handelspolitik der Türkei richtete sich seit dem jungtürkischen Regime offen gegen die Handelsinteressen der bulgarischen Bourgeoisie. Die hauptsächlichsten Märkte der in Bulgarien bestehenden Industrien und seiner landwirtschaft- lichen Produkte liegen in der Türkei. Diese Märkte wurden immer mehr für Bulgarien eingeengt. Die Auslösung des jungtürkischen Regimes und die Uebernahme der Macht durch Anhänger Abdul Hamids haben die Handelsbeziehungen zwischen Bulgarien und der Türkei noch unsicherer gemacht. Es ist wahr, daß die Balkanstaaten, besonders Bulgarien. niemals seit 35 Jahren, mit Ausnahme eines ertolglos gc- bliebenen Versuches des ehemaligen Diktators Bulgariens, S t a m b u l o w. im Jahre 1887. die Politik der Verständi- gung zwischen den Balkanstaaten und der Türkei versucht hatten, die eine politische Einheit schaffen und da� Ziel, der Balkan den Balkanvölkorn. hätte verwirklichen können. Innerhalb dieses Zeitraumes erregten vielmehr die Balkan- staaten, und besonders Bulgarien, beständig den Verdacht der Türkei gegen ihre ehrgeizigen Pläne. Die Türkei lebte in der Illusion fort, daß sie eine Großmacht sei und begrün- dete diese illusorische Macht auf die sich zuspitzend-n Wider- sprüche zwischen den Interessen der großen kapitalistischen Staaten auf der Balkanhalbinsel. Wenn aber die Verständigung zwischen den Balkanstaate» und der Türkei für die gemeinsame Verteidigung gegen alle Ansprüche von außen aus den genannten Ursachen unmöglich war. so hat die obenerwähnte anormale Lage der Balkan- staaten sie zur Verbindung gegen die Tiirkei gezwungen. Dazu kamen noch die Gefahren, die die Balkandynastien bedrohten. Tie anormale Lage der Balkanstaaten machte deren Existenz unsicher, und um ihr Dasein sicherzustellen, waren �sie ge- nötigt, die Unterstützung der großen europäischen Staaten zu suchen und auf diese Weise Werkzeuge ihrer Politik zu werden. Bei diesen Verhältnissen erschien der militärische Bund gegen die Türkei als ein AuSweg für die Balkandynastien, deren Ziel auf die Teilung der Tiirkei und die territoriale Erweiterung der Balkanstaaten ging. Es ist zweifellos, daß der Balkanbuud hauptsächlich den Balkan- dynastien. die von den interessiorteu Großmächten auf der Balkanhalbinsel, hauptsächlich Rußland, unterstützt wer- den. zu verdanken ist Eben deshalb wird sich die Lage auf der Balkanhalbinsel nicht so verändern, daß es möglich sein wird, eine politische Macht, einen Staat zu schaffen, der die Balkanländer vereinigen könnte. Die Teilung der türkischen Gebiete in Europa durch die Verbündeten bedeutet noch keine Lösung des Balkanproblems. Wie aus dem Gesagten ersichtlich, sollen die europäischen Länder der Türkei zwischen den Balkanstaaten ohne Rücksicht auf die Nationalitäten und die Bevölkerung aufgeteilt werden. Auf diese Weise hätte die Einigung keinen dauernden Erfolg. Die neuerweiterten Balkanstaaten werden viele Vorwände für gegenseitige Zusammenstöße finden, und die europäischen Großmächte werden nicht abgeneigt sein, zwischen den Balkanstaaten mittels der Balkandynastien Zwiespalt zu saen Es bildet sich eine neue Lage auf der Balkanhalbmsel. sie lost aber die Blakanfrage nicht. Nack der Meinung der bulgarischen Sozialdemokratie wird die Lösung der Balkanfrage und die nationale Vereinigung der Balkauvölker nur durch eine föderative Balkan republik erzielt»Verden. Wir haben vor der Kriegserklärung auf diesen heilsamen Weg für die Balkanvölker energisch gewiesen. Wir enthüllten die Politik der bulgarischen Bourgeoisie für die„Autonomie Mazedonieiis" als utopisch, weil sie»veder zu einer nationalen Vereinigung noch zu einer radikalen Veränderung der Lage auf der Balkaiihalbinsel führt, und wiesen nach, daß hinter chr Reformen, nicht Eroberungsziele stecken. Heute ist das alles gerechtfertigt. Roch mehr. Der heutige Bund der Balkair- staaten wurde durch die Lage der Balkanhalbinsel und durch die kapitalistische Entwickelung geschaffen. Dieselben Laktoren werdeil der Balkanbourgeoiste die Politit der Balkan- föderation auferlegen.- Eine der wichtigsten Folgen des Balkankrieges wird auch die Umwandlung des heutigen Bundes in einen konfoderative» Staa! mit allgemeinem Parlament, Zollunion und allgemeiner äußerer Politik sein. Hierüber sowie über die weitere Ent- Wickelung der Ereignisse auf der Balkanhalbinsel und besonders m Bulgarien in einem späteren Artikel. «-* * OeftUcber Kncgalcbauplatz. Blutige Stampfe an der Tschataldscha-Linie. Wien, 14. November. Ter Slriegskorespondeut der „Reichspost" meldet auS dem bulgarischen Hauptquartier vom 13. November: Ter Stampf um die türkische Hauptstellung dauert bereits d r e i T a g e und ist ä u ß e r st b l u t i g. Die erste Armee steht im Stampfe um die Positionen nördlich des Sees von Tschekmcdsche bis NakkaSköj, die dritte Armee dringt auf der Linie Telijunus�Terkos und gegen die domi� liierenden Höhenpositionen von Jasoireu vor. Eine Kolonne ist gegen das Defils von Tschckmedsche angesetzt. Die Türken kämpfen mit großer Hartnäckigkeit, doch beginnt ihre Widerstandskraft zu erlahmen. Tie Cholera im türkischen Lager. Ä o n st a n t i n o p e l, 14. November. Tie Cholera soll unter den Truppen der Tschataldschalinie eine gefähr- l i ch e Ausdehnung angenommen haben. Gestern sollen mehr als 5l>l> Erkrankungen, darunter viele mit töd- lichem Ausgange, vorgekommen sein. MeltUcker Knegsfchauplatz. Kämpfe zwischen Serben und Albanern. Belgrad, 13. November. Wie amtlich gemeldet wird, hat sich Jssa Boljetinaz, über dessen Aufenthalt bisher verschiedene Nachrichten verbreitet waren, mit 100 seiner Anhänger ins Gebirge südlich von Prizrend geflüchtet und ist von Albanesen umzingelt worden, die den Serben ergeben sind. Serbische Truppen sind ab- gegangen, um Boljetinatz zur Uebergabe zu zwingen. Wie nachträglich aus UeSküb gemeldet wird, waren bei der Ein- nahine von S a l o n i l i auch die serbische und die bulgarische Armee durch Truppenabteilungen vertreten. Ein albanischer Protest. Wie», 13. November. Die„Neue Freie Presse" erhält von der nationalen Organisation Alba- niens aus D u r a z z o folgendes Telegramm: Im Namen Abaniens protestieren wir gegen die Beleidigungen und falschen Anschuldigungen, welche der serbische Minister Pasttsch gegen Albanien erhoben hat. Die Albanesen protestieren gegen die Einkerkerungen und gegen die Ausrottung der Albanesen in Kossowo. Insgeheim wurden auch die alba- nesischen Kriegsgefangenen ermordet. Die Albanesen werden d i e Z erstückelung Albaniens niemals zugebe n. Sie werden eher den Tod erleiden. Drei Millionen Albanesen rufen die Hilfe des zivilisierten Europa und der Diplomatie für die Integrität und Freiheit der Albanesen an. Vom montenegrlnifcken Krkgsrcbauplatze. Albaner gegen Monteuegriener. Wien, 14. November. Eine Depesche an die„Reichspost" von einem vornehmen, katholischen Albanesen aus der Ge- gend von Alessio, welche über Trieft angelangt ist, besagt: Die Montenegriner ivaren bis Alessio vorgedrungen, vermochten dieses jedoch nicht zu nehmen und erlitten durch � das Eingreifen der Mirrditen. die sich mit den türkischen Truppen vereinigten, schwere Schlappen. Sie wurden gezwungen, ihre Stellung längs des Drin zwischen den Dörfern Kakarik und Kukli zu räumen und bis zur Bojana zurückzugeben. Unter den Miriditen und Dibrcsen hat es den größte» Zorn hervorgerufen, daß die montenegrinischen Truppen bei Kukli einfache albanesijche Laudleute angriffen. Bisher ist noch kein a l b a n e s t s ch c r H a f e n o r t in den Händen des Feindes._ poUtifcbe deberficbt Berlin, den 14. November 1912. Das internationale Proletariat gegen den Krieg. Am nächsten Sonntag werden fast in allen Hauptstädten der europäischen Großstaaten Friedensdemoustratlonen statt- siuden. Es sind folgende Redner vorgesehen: Berlin: Jaurvs, O'Grady, Renner-Wien; Paris: Schetdeuiann. Bandcrvelde, Keir-Hardic; London: Dr. Frank. Silberschinidt, Anseelc; Amsterdam: Molkcnbuhr, Dewinuc; Rom: Plcchanow; Mailand: Hervv; Budapest: Liebknecht, Daszynski; P ra g: Troelstra; Kristiania: Branting. BSeiterberatung des Wassergesetzes. Das Abgeordnetenhaus setzte am Donnerstag die ziveite Lesung des Entlvurfs eines Waffergesetzes fort. Wie schon am Mittwoch, so lehnte auch jetzt wieder die Mehrheit alle sozial- demokratischen Verbesserungsanträge, die Genosse L i e b k it e ch t in sachkundigen Reden begründete, unter fadenscheinigen Gründen ab, so z. B. den zu ß 36 gestellten Antrag, daß der Eigentümer des Wafferlaufs den Gemeingebrauch nicht er- schiveren darf. Das gleiche gilt von einem sozialdemokratischen Znsatzantrag zu 8 39. demzufolge die Regelung, die Be- schränkung oder das Verbot des Gemeingebrauchs durch die Wasscrpolizcibehördc nur aus Gründen des öffent- lichcn Wohls erfolgen darf und der Wasserpolizei- behördc auch das Recht der Enveiterung des Gemeingebrauchs zustehen soll. Ebensowenig wollte die Mehrheit etwas wissen von einem neu beantragten§ 39a, der den Jnstanzenzug gegen Beeinträchtigungen deS Gemeingebrauchs regeln sollte. Nicht einmal die Fortschrittler waren dafür zu haben, obwohl das Gesetz nichts davon sagt, daß das BerwaltungSstreit- verfahren zugelassen ist. Mit Fug und Recht verlangte unser Redner, daß jedem einzelnen, öffentlich interessierten Bürger die Möglichkeit gegeben werden muß, gegen Beeinträchtigungen des Gemeingebraucks vorzugehen. Der Mehrheit genügt das allgemeine Rechtsmittel der Bcschiverde gegen polizeiliche Uebergriffe. Gleichfalls auf Widerspruch stieß das Verlangen der Sozialdemokraten, daß die Entscheidung auf die Beschwerden auf Grund eiüer öffentlichen mündlichen Verhandlung zu ergehen haben. An Fortschritten auf dem Ge- biet der Verwaltung ist nun einmal in Preußen nicht zu denken, jedes Gesetz, sogar ein Gesetz, dem ein so wichtiger Gedanke zugrunde liegt, wie dem Wassergesetz, muß mit dem Makel seines Erzeugers, des preußischen Juukerparlaments behaftet sein.— Freitag: Fortsetzung. Sozialdemokratische Interpellationen. Die sozialdemokratische RetchstagSfraktion wird sofort beim Zusammentritt des Reichstages zwei Interpellationen ein- bringen. Die erste Interpellation richtet an den Reichskanzler die Anfrage, ob er bereit ist. Maßnahmen gegen die exorbitante Teuerung vorzuschlagen und �war 1. durch Aufhebung der Einfuhrzölle auf Lebensmittel, insbesondere der Zölle aus Vieh und Fleisch; 2. durch die Oeffnung der Grenzen für die Ein- fuhr vvu Vieh und Fleisch unterAufrechterhaltung derunerläßlichen Sicherheitsmaßnahmen gegen die Einschleppung von Seuchen, ferner durch Aushebung der Bestimmungen, welche die Einfuhr von frischem und zubereitetem Fleisch fast unmöglich machen; 3. durch Aufhebung der Futtermittelzölle; 4. durch Beseitigung der Einfuhrscheine. Die zweite Interpellation lautet:„�st der Herr Reichskanzler bereit, über die Stellung der Verbündeten Regierungen zu den schwebenden internationalen Fragen Auskunft z» geben?"_ Wieder nischt! Der mecklenburgische Landtag hat wiederum rundweg die Ver- fasiungsvorlage der Regierung abgelehnt. Mehrere Mitglieder der Ritterschaft beantragten in einem Diktamen die Ablehnung des neuen Verfassungsentwurfs der Regierung, da nur eine Fortentwickelung der jetzigen Verfasiung, nicht eine Zerstörung derselben in ihrer Grundlage als richtig anzuerkennen sei. Sie erbaten die Heraus- gäbe einer abgeänderten VersaffungSvorlage, die dem Mangpl der bestehenden Verfassung abhelfe ohne Bruch mit der Geschichte und dem Rechte deS Landes. Die Ritterschaft beriet darauf als Stand für sich und nahm den Antrag deS DiktamenS mit 18 gegen 16 Stimmen an. Die Landschaft(Vertretung der Städte) lehnte da- gegen den Antrag durch StandeSbeschlutz ab. Hiermit ist vorläusig der Verfassungsentwurf abgelehnt, ohne daß es zu einer Komitcebcratuiig kommt. Prozest Kostetvitsch. Iluieu großem Andrang des PulblikumS begann heute vor der 12. Strafkammer des Landgerichts l der Prozeß gegen den russi- sehen Hauptmann der Gardeartilleric Michael Kostewitsch aus Petersburg. Die Anklage lautet auf Aufforderung zur Teilnahme an einem Verbrechen(8 des Reichsstrafgesetzbuchcs). Den Vorsitz des Gerichtshofes sührte Landgerichtsdirektor Dr. Lilicr, die Anklage vertrat der erst« Staatsamvalt am Landgericht I, Ober- jtaatsanwalt Dr. Chrzescinski. Die Verteidigung hatte Justizrat Dr. Tiktni-tVerlin übernommen. Im Auftrage der russischen Staatsregieruna war erschienen der Wirkliche Staatsrat Exzellenz von Dynovsky-Peter-burg. Im Austrage des Großen General- stabeS der deutschen Armee Major Heye-Berlin. Als Sach- verständige sind geladen Major Hasse vom Preußischen Kriegs- Ministerium und der Direktor des FeuevwerkSlaboraioriums Klinkenlberg-Spandau. Als Zeugen siiid geladen der ehemalige russische Oberleutnant Wladimir Nikolski, der Direktor Müller von der Geschütz sab rik-Ehrhardt in Derendorf bei Düssetdorf und Landgerichtsdirektor Groß aus Leipzig. Als Dolmetscher der russi- scheu Sprache fungieren Hauptnionn Wünsche-Berlin und der vor- eidigte Dolmetscher Viktor Arnhaus-Leipzig. Nach Feststellung der Personalien.des Angeklagte», und Verlesung des Airklagelbeschlusses ergreift das Wort der Oberstaatsa-uwalt. Er beantragt, die Oefsentlichkeit wahrend der ganzen Dauer der Verhandlung auszuschließen, da durch die Oeffentlichkeit der Verhandlung der Staatssicherheit Gefahr drohe. Der Verteidiger erklärte, er habe gegen diesen Antrag nichts«inzuwenden. Er bitte nur, der Ehefrau des Angeklagten zu gestatten, im Saale zu bleiben. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes verbündete der Vorsitzende, der.-Gerichtshof habe beschlossen, die Oeffen-UichkeU während der ganzen Dauer der Verhandlung wegen Gefährdung der Staatsinteressen auszuschließen, jedoch dem Vertreter der rufst» schen Staatsreflierung, Wirklichen e-Aaatsrat Exzellenz von Dinovsky, dem Vertreter des Großen Generalstabes Major Heye und der Ehefrau des Angeklagten zu gestatten, im Saälc zu bleiben. Alle anderen Anträge auf Zulassung sind Abgelehnt. Ter Saal wur-de«daraus geräumt. Sicherem Vernehmen nach Ivevdcn die Verhandlungen volle zlvei Tage in Anspruch nehmen. Die Ausschließung der Oeffentlichkeit»lit der Begründung, die öffentliche Verhandlung würde die Staatssicherheit gefährden, wird, wie der obige Vorgang aufs neue beweist, von den Gerichten rein schablonenmäßig vollzogen. Wäre tatsächlich solche Gefahr vor- handei«, dann müßte doch in allererster Linie der Vertreter der russischen Regierung, in dcrcm- Auftrage der Hauptmann Koste- witsch spioniert haben soll, von der Verhandlung ausgefchlosicn werden._ Eine Militärattacke auf ein boykottiertes Lokal. Die militärische Ausschreitung in Mansdorf bei Zeitz, die sich sehr leicht hätte zu einem Ausruhr entwickeln können, fand dieser Tage endlich vor dem Kriegsgericht in Halle die wünschenswerte Aufklärung. Es kam zu folgender Feststellung: Als die 8. Kam- pagnie des Infanterieregiments Nr. 72 von Torgau i» Mansdorf einzog, erhielten die Reservisten Quartierzettel mit dem Vermerk: Der Besuch deS Gasthofes zur Weintraube ist vcr. boten. Da sich in dem Dorfe nur zwei Gasthöfe befinden, ging es am Abend des 17, September— einem Sonntage— in dem doykottfreien Lokal etwas sehr eng her. Schließlich wirkten einige Reservisten„bahnbrechend": sie gingen in die Weintraube. löschten dort den Durst und vergnügteil sich an Spiel und Tanz. Eine„besondere Weihe" erhielt jedoch� die Festlichkeit erst, als der dien st tuend« Sergeant H ä n s ch in dem Boykottlokal erschien und dort auch einige T ö p f ch e n edlen Gerstensaftes hinter die Binde goß. Wie erstaunte man aber, als Hönisch Plötzlich verschwand und bald nach 10 Uhr unter Führung des Feldwebels Buchner eine Militär- Patrouille erschien und im„Marsch, marsch" in das boykottierte Lokal hineinmarschierte. Die Ortsbewohner waren über diese Wandlung der Dinge sehr empört. Sie hielten es mit den im Lokal anwesenden Soldateu und wollten der Patrouille den Eintritt verwehren. Man zog aber mit dem gebührlichen Schneid„blank" und stürmte in das Lokal, um eine Revision nach militärischen Boylottbremsern vorzunehmen. Eö kam zu recht erheblichen Reibereien und wer iveiß, was passiert wäre, wenn das„Zivilvoll" nicht die nötige Ruhe bewahrt hätte. Bei der militärischen Räumung verschwanden einige Reservisten unter dem Schutze der Ortsbewohner durch ein« Hintertür, andere wurden erwischt. AIS die Patrouille abzog, soll mit Steinen ge- warfen worden sein, wodurch ein Unteroffizier eine Verletzung am Fuße erhalten hat. Die Folge davon war— die Untersuchung dauerte sehr lange—, daß am. 7. September b. I. elf Füsiliere und Musketiere in aller Stille vom Standgericht Halle wegen Ungehor. sams mit dem Erfolg cincS erheblichen Nachteiles zu je l 1 Tag e n strengen Arrest verurteilt wurden. Der Nachteil für das Militär wurde darin erblickt, daß sich hinterher d i c Presse mit dem Fall„in unliebsamer Weise" beschäsi- tigt hatte. Gegen dieses Urteil hatten acht Reservisten aus dem Land- Wehrbezirk.Halle bei dem Kriegsgericht Berufung eingelegt. Sie machten geltend, daß sie für den durch die Presseerörterungen ent- standenen Nachteil doch nicht gut verantwortlich gemacht werden könnten. Sie lstitten geglaubt, in das Lokal gehen zu können, da ja der dien st tuen de Herr Sergeant auch in dem boykottierten Lokale Bier getrunken habe. Für den diensttuenden Vorgesetzten gestaltete sich die Verhandlung etwas sehr unangenehm. Nachdem Feldwebel Buchner, der das Lokal „stürmte", bekundet hatte, der Diensttuende habe ihm die Meldmig von den Bohkoitbremscrn mit dem Bemerken erstattet, er kraue sich nicht allein in das Lokal hineilt, trat Sergeant Hönisch als Zeusse auf. Es wurde ihm von dem Verhandlungsführer„klar gemach., daß er in der Sache eine zweifelhafte Rolle gespielt habe, und er „Gift darauf nehmen könne", daß er, wenn er nicht die rcine Wahrheit sage, ein Meineidsverfahren zu erwarten habe. Wen» er selbst in dem verbotenen Lokale Bier getrunken liabr, dann könne er, um sich nicht selbst zu beschuldigen, auf diese Frage die Antwort verweigern. Daraus antwortete sofort Zeuge Hanisch: „D a n n will ich lieber nicht antwortenl" Nach dieser nicht üblen Episode mußte der Ankläger schon mildere Saiten aufspannen. Er meinte, den Ätachteil hätten d'» Angellagte» wohl nicht verschuldet: fünf Tage Mittelarrest würden ausreichend erscheinen und die Beschreitung des Gnadenweges sur die Verurteilten könnte von Erfolg sein. franknich. Tic Antimilitaristen in die Strasbaiaillonc! Paris, 12. November.(Eig. Ber.) Die sozialistische Fraktion hat gestern einen Versuch gemacht, den Widerruf des Gesetzes B e r r y. M i I l e r a li d, das Ende März in der Kammer durch- geschmuggelt worden ist, durchzusetzen. Eompere-Morcl brachte den Antrag ei», die Regierung aufzufordern, dem Parlament die Aushebung des Gesetzes vorzuschlagen. Der Präsident D e s ch a n e l erklärte, der Antrag scheine ihm geschästsordnungs- widrig, da das in Frage stehende Gesetz jetzt der Beratung im Senat unterliege. Compere-Morel erwiderte, er wolle diese Ein- Wendung nicht diskutieren, aber er halte sich angesichts der in der Arbeiterschaft durch das Gesetz hervorgerufenen Bewegung für vcr- pflichtet, radikalere Abänderungen zu fordern, als sie die Kammer am 1l. Juli— durch die Bedingung her Rückfälligkcit— schon bewilligt hat. Er setzte dann die Umstände auseinander, unter denen das Gesetz durchgepeitscht wurde und zeigte, daß es eine Unwahrheit sei, zu behaupten, daß es sich nur gegen„Apachen" richte. Vielmehr bedrohe cS alle wegen antimilitarijtischer Delikte Bestraften. Es würde denjenigen treffen, der heute ein paar Zeilen aus ZolaS berühmtem Anklagebricf schriebe. Der Redner kündigte an, daß die Agitation bis zur Auslobung des Gesetzes fortdauern und sich verstärken würde und erklärte: Wenn Sic diese Bestimmungen nicht abschaffen, wer- den wir unsere Freunde auffordern, sich dem. Gesetz nicht zu fügen. Die Aufforderung, die man an seine Kinder richtet, nicht auf Strci- kende zu schießen, ist nach meiner Meinung nicht strafbar. Sie ist vielmehr ehrenhaft.(Lebhafter Beifall üt�f her äußersten Linken.) Unserem Genossen erwiderte zuerst der eine der beiden Väter des Gesetzes, der Nationalist Berry. der schließlich erklärte, nichts dagegen zu haben, daß das Gesetz noch weiter abgeändert werde, und nach ihm der zweite Vater Millcrand, der sich darauf hinaus- redete, daß das Gesetz praktisch nur für„Apachen" in Betracht komme und unseren Genossen, die im März überrumpelt wurden, unter- schob, daß sie e§ damals wegen der Erregung der Bevölkerung über die Verbrechen der Bonnot und Garnier nicht bekämpft hätten. Genosse B e t o u l l e stellte dieser skrupellosen Behauptung gegenüber fest, daß am Tage, als die Armeekommission den Vorschlag beriet, ihre sozialistischen Mitglieder in anderen Kommissionen be- schäftigt ivaren, und daß er selbst im Plenum gegen die Dringlich- kcit gesprochen hat. Auch andere, bürgerliche. Deputierte erklärten, ein unter solchen Umständen beschlossenes Gesetz sei nicht aufrecht- zuerhalten. Die Karnmermehrheit hielt sich indessen an die formalen Bc- stimmungen und erklärte den Autrag für unzulässig. Natürlich stst damit der Kampf gegen das gehässige und brutale Gesetz weder im Parlament noch außerhalb beendigt. Und die Intervention llnfcrer Genossen hat auch sonst in diesen Tagen der chauvinistischen Stimmungsmache ihre moralische Bedeutung gehabt, Spanien. Der Nachfolger CanalejaS. Madrid, lt. November. Der König hat den Grafen Roma>> n o nc S mit der Uebcrnahme des Vorsitzes in dem gegen» wältigen Kabinett beauftragt. Der Minister des Aeußern Garcia Prieto hat den König wissen lassen, daß er bereit sei, jedeS bc». liebige Kabinett zu unterstützen. England. Die Äcrtrauensfrage. London, 14. November. Unterhaus. Bei Eröffnung der SiHung des dichtbesetztcn Hauses herrschte große Aufregung, jedoch wurden die gewöhnlichen Geschäfte ohne Zwischenfall erledigt. Nach Erledigung der Anfragen entschuldigte sich der Unionist Ronald M c N e i l l, der gestern mit einem Buch nach Chur- chill geworfen hatte, in rückhaltloser Weise Churchill gegen- über, der sich hiervon zufriedengestellt erklärte. Bevor es zur De- batte über de» Antrag der Regierung, die Annahme des Amende- meills Banbury für ungültig zu ceklären, kam, ergriff bot Sprecher das Wort. Er sagte, daß das Haus keine Wieder- holuna der gestrigen Szenen wünschen kömic. Augenscheinlich habe der Vorschlag des Premierministers bei der Opposition starke Erregung hervorgerufen und er glaube, daß, wenn dem Hause Gelegenheit gegeben würde, die Umstände in Erwägung zu ziehen, eine andere Lösung der Schwierigkeiten gefunden werden könne, die dem frühere» Brauch mehr entspreche und k c i>i c n n c u e n s ch a f f e. Er schlage deshalb vor. daß man sich mehr Zeit zur Uebcrlcgung lassen solle, da seiner Ansicht nach etwas mehr Ucbcrlegung eine Lösung der Schwierigkeit herbei- führen könnc, die für beide Seiten des Hauses annehmbar wäre. Premierminister A s q u i t h erklärte, er sei sicher, daß es da» Bestreben jedes Mitglieds sei, daß kein Bruch in der Kon- tinuität der Traditionen stattfinden solle, denen das Haus seine große Autorität unter den Volksvertretungen verdanke. Er begrüßte im Namen der Regierung den Vorschlag deS Sprechers und beantragte die Vertagung auf Montag. Bonar Law sprach seine vollkommene Uebereinstimmung mit den Bemerkungen des Premierministers aus und sagte, die Haltung des Sprechers habe das Ansehen, das er bei dem Hause genieße, noch erhöht. Das Haus vertagte sich sodann auf Montag. Cbina. Die mongolische Intrige Rußlands. Peking, 13. November. Der Minister des Aeußern Liang- ni e n t i n g ist zurückgetreten, wie eS heißt, weil er sich weigerte. dem Wunsche des Kabinetts gemäß mit Rußland über die Mongolei in Verhandlung zu treten, da ein solcher Schritt nach seiner Mei- nung die Anerkennung der Autonomie der Mongolei bedeuten würde. Einem autoritativen chinesischen Bericht zufolge hat Rußland in Uebereinstimimmg mit den» geheimen russisch-mongo- lisch« n Protokoll versprochen, die notwendigen Maßregeln zu ergreifen, um die Unabhängigkeit der Mongolei aufrecht zu erhalten, das mongolische Gebiet bis zur großen Mauer zu erweiten« und die internationale Anerkennung der Mongolei als eines neuen Staates durchzusetzen. Die Mongolei ihrerseits gewährt Rußland das Recht, die auswärtigen Beziehungen der Mongolei zu überwachen, sowie den russischen Untertanen die Genehmigung. Eisenbahnen zu bauen, Bergwerke zu erschließen und unbebautes Land urbar zu machen. Schließlich erhalten die Russen das alleinige Recht, Hornvieh und Schafe vpn den Mongolen zu kanfen. GewerhrchaftUcbes. Qnd die antemebmer? Die letzte Enzyklika des Papstes unterstellt alle sozialen und wirtschaftlichen Bestrebungen der kirchlichen Kontrolle und der Willensbestimmung des katyolischen Klerus. Die bestehenden interkonfessionellen Vereinigungen will der Papst als ein nicht sofort ausrottbares Uebel tolerieren. Aber nicht ohne Bedingungen! Er schreibt vor, dah die Mitglieder inter- konfessioneller Vereinigungen gleichzeitig Mitglieder katholi- scher Vereins fein müssen, die bekanntlich geistlicher Aufsicht und Leitung unterstehen. Weiter verlangt Rom. daß alles Tun und Lassen nach der Lehre und den Geboten der katholi- schen Kirche sich richte, niemals in Widerspruch stehen dürfe zu dem Willen der katholischen Geistlichkeit. Selbst strenge Kirchengläubige muß es nun aber eigen- tümlich berühren, daß sich die Befehle des Papstes nur gegen Arbeiter richten. Es steht aber doch zweifellos fest, daß auch airdere Berufsgruppen sich mit ähnlichen Bestrebungen, wie die der Gewerkschaften, interkonfessionell vereinigen. Ganz unstreitbar ist auch, daß die Arbeiter den sozial schwächsten Teil der Gesellschaft darstellen, sie daher des Zusammen- schlusses am meisten bedürfen. Weiterhin ist unbestreitbar, daß die von den Unternehmerorganisationen verteidigten und verschärften sozialen Verhältnisse Arbeitervereinigungen un- bedingt nowendig machen. Und während ihren Bestrebungen ideale Ziele nicht abgesprochen werden können, ihre Tätigkeit dem Allgemeininteresse dient, tritt bei den Vereinigungen der Unternehmer und anderer Berufsgruppen krasser Egois- mus als treibender Faktor unverkennbar hervor. Trotzdem: Der Papst will nur die Arbeitervereinigungen knebeln, nur sie der geistlichen Kontrolle und Diktatur unterstellen, nur ihnen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung rauben. Gegen die interkonfessionellen Vereinigungen der Unter- nehmer, Bauern, Handwerker, Kaufleute, Aerzte, Anwälte usw. erhebt der Papst überhaupt keine Bedenken. Er wagt es nicht, den Mitgliedern dergleichen interkonfessionellen wirtschaftlichen Organisationen auch die Mitgliedschaft zu einem katholischen Verein anzubefehlen. Er wagt es nicht, ihren Vereinigungen irgend welche Vorschriften zu machen. Er unterstellt sie auch nicht der kirchlichen Kontrolle und geist- lichen Bevormundung. Welch Hohngelächter würde auch durch die Lande schallen, wenn der Papst verlangen wollte, alle Be- strebungen und Beschlüsse der Unternehmerorganisationen be- dingen die Genehinigung der katholischen Geistlichkeit, keine Aktion dürfe ihrem Willen widersprechen! . � Tie einseitige Stellungnahme des Papstes gegen die Ar- bester muß es jedem klar machen, daß es sich bei"den Vatikans- schen Maßnahmen vorwiegeich um eine Jnteressenwahr- nehmung für die herrschende Gesellschaft haichelt. Kirche und Kapital fühlen sich so sehr verbunden, daß sich die beiden Mächte im Kampfe gegen die Arbeiter gegenseitig gern und eifrig unterstützen. Noch ein anderer Umstand reizt zu kritischen Betrach- NM gell. Selbst der fanatischste Katholik wird sich ihrer nicht ganz entziehen könneil. Die Enzyklika des Papstes läßt keinen Zweifel darüber, daß der Vatikan die christlichen GeWerk- ichaften am liebsten verbieten möchte, dqß er ein Verbot aus Interesse für das Wohl der Kirche als geboten erachtet. Er duldet das gräßliche Uebel trotzdem, duldet aus Rücksicht auf die Interessen der herrschenden Gesellschaft, speziell auch des industriellen Großkapitals. Wenn aber die Erhaltung der chtistlichen Gewerkschaften Unternehmerinteressen dient, dann doch nicht denen der Arbeiter selbst! Dieser Logik wird sich kein Arbeiter verschließen können. Trotz aller diploniatischen Schläue, die der Papst ange- wandt, kann er doch über die Logik der Tatsachen nicht hin- wegtäuschen. Wir können mit der EntWickelung in der christ- llchen Gewerkschaftsstreitfrage sehr gut zufrieden sein. Sie stoßt me Arbeiter mit der Nase auf die Klassengegensätze und laßt sie erkennen, daß alle bestehenden Gewalten außerhalb der modernen Arbeiterbewegung zur Erhaltung der gegen die Arbeiter gerichteten Herrschaftsverhältnisse treu und stramm zusammenstehem_ Berlin und Umgegend. Kündigung des Tarifvertrages im Hokzgetverbe. Die Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes am letzten Dienstag hatte die Vertrauensmänner-Ver- sammlung, die für sämtliche Bezirke und Branchen zum Donners- tagabend nach Kellers Festsälen einberufen war, beauftragt, end- gültig zu beschließen, ob der bestehende Tarifvertrag gekündigt Werden soll., Der außerordentlich stark besuchten Versammlung der Ver- trauensmänner teilte Glocke mit, daß sich eine Kündigung von feiten des Verbandes erübrigt, da die Unter- nehm er bereits die Kündigung eingesandt hätten. In einem Vortrage, in dem er die Situation, wie sie durch den bevorstehenden Ablauf des Vertrages gegeben ist, be- leuchtete, erklärte er auch die Stellung in der Verwaltung des Ver- bandeS und betonte, daß diS Verwaltung den Vertrauensleuten die .Kündigung des Vertrages empfehlen wollte, und er forderte die Versammelten auf, da die Situation durch die empfangene Kün- digung geklärt ist, nun alle Vorbereitungen zu treffen, um einen Kampf um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen aufnehmen zu lömien. Die Arbeiter halten ihre Forderungen im Bereich der Möglichkeit leichter Erfüllung und werden gern mit den Unter- nchmern darüber verhandeln, sie sind aber auch bereit, den Kampf aufzunehmen, wenn die Unternehmer es darauf wollen an- kommen lassen. iGroßer Beifall.) Glockes Rede fand die volle Zustimmung� der Versammelten, die dann in eine Diskussion über die gegenwärtige Situation eintraten. Die Notwendigkeit von Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen, besonders eine Er- höhung der Löhne und eine Verkürzung der Arbeitszeit, tvurden stark hervorgehoben. Gelbe bei Aschinger? Die Firma Aschinger hat bekanntlich mit dem Verband der Gastwirtsgehilfen einen Vertrag abgeschlossen, der allerdings nur einen Teil des Personals umfaßt. Wach kurzem Streik sind auch die Maschinisten und Heizer zum Abschluß eines Tarifes gelangt, und dieser Tage hat, wie uns mitgeteilt wurde, die Firma auch mit den bei ihr beschäftigten Bäckern.die Arbeitsbedingungen durch schriftlichen Vertrag festgelegt. Das ist sicher recht vernünftig und vor allem auch im Interesse der Firma liegend. Denn jeder halbwegs weitblickende Unternehmer mutz heute zu der Erkenntnis gekommen sein, daß nur die tarifliche Vereinbarung mit Zer zuständigen Berufsorganisation, die klare, unzweideutige Fest- setzung der Arbeitsbedingungen den Frieden im Betriebe herbei- führen und erhalten kann. D,e Zeiten smd unwiderbringlich vor- bei da der Arveiter sich lediglich als Untergebener mW gehorsamer Diener feines Herrn behandeln ließ- Gab es nun auch anfangs, weniger mit der Direktion, häufiger aber mit den Herren„Geschäftsführern" usw. kleine Reibereien «erantw. RedaktTAlfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil veräntw� bezüglich der Vereinbarungen, so kann doch gesagt werden, daß der Vertrag sich mehr und mehr einzuleben beginnt. Das liegt sicherlich im Interesse beider Teile. Um so mehr muß es befremden, daß jetzt versucht wird, unter den Angestellten der Firma Unzufriedenheit zu schüren und Konflikte heraufzubeschwören durch den Versuch, allerhand Vereinsspielereien in die Wege zu leiten. Einige Kellner in der großen„Bierquelle" am Friedrichs- b a h n h o f bemühen sich nach dieser Richtung hin schon seit langem, bisher allerdings vergeblich. Es sind Leute jener Art, die wohl alle Vorteile, die ihnen durch die Organisation, durch den Opfer- mut ihrer Kollegen in den Schoß fallen, schmunzelnd ein- streichen, die aber ihre eigene liebwerte Persönlichkeit nie den ge- ringslen Fährnissen aussetzen. Vorsichtig umherschleichend, nach beiden Seiten horchend, suchen diese Elemente immer nur ihren Vorteil. Diese Herren also haben ein Statut zur Gründung eines Vereins der Aschinger-Kellner ausgearbeitet, nach den notwendigen Mitgliedern suchen sie vorläufig noch.> Die Frage, die dabei am meisten interessiert, nämlich die, wieweit steckt die Firma hinter diesen Zersplitte- r u n g s v e r s u ch e n, ist zunächst noch ungeklärt. Die Direktion behauptet, sie habe mit der Sache nichts zu tun; die Macher aber geben sich so, als ob sie im Einverständnis mit jener handelten. Möglich, daß hier einige übereifrige Schmeichler am Werke sind. Wie dem nun auch sei, das Gros der bei Aschinger beschäftigten Kellner ist fest entschlossen, alle diese Versuche der Zersplitterung und der Zwietracht auf das entschiedenste zurückzuweisen. Auch die angeblich von der Firma in Aussicht gestellte Geldsumme oder sonstige kleine Zuwendungen werden da keinen Eindruck machen. Die organisierten Kellner der Firma A s ch i n g e r — und das ist die überwältigende Mehrheit—, die am Mittwoch nachts in großer Zahl versammelt waren, ließen darüber keinen Zweifel. Sie sind mit der Organisationsleitung vollkommen darin einig, daß sie der Firma gegenüber ihre volle Pflicht zu tun haben, daß sie aber freie, unabhängige Arbeiter sein und bleiben wollen. Eine Resolution in diesem Sinne fand in der oben bezeichneten Versammlung einstimmige Annahme. Die Direktion wird in der Tat gut tun, sich jeder Einmischung in die Privatverhältnisse ihrer Angestellten zu enthalten. Dadurch wird sie den Frieden in ihrem eigenen Betriebe am meisten fördern. veirtkdies Reich. Konferenzen in der Konfektionsindustrie. Vertreter der im Vevband der Schneider organisierten Konfek- tionsarbeitcr und Konfektionsznschneider hielten dieser Tage eine Konferenz ab, die sich mit>der zukünftigen Regelung'der Lohn- und Arbeitsbedingungen und dem erweiterten Ausbau des Tarifwesens in den genannten Branchen beschäftigte. Die Zahl der nach Tarif beschäftigten Konfcktionsarbeiter be- trägt zurzeit 11731, die der Arbeiterinnen 7723. Das ist gegen- über den früheren vollständig ungeregelten Zuständen in der Herrenkonfektion ein gewaltiger Fortschritt. Diese Meinung kam denn auch in der zuversichtlichen Stimmung und Haltung der Delegierten und dem Vertrauen auf die Selbsthilfe auf der Konferenz zum Ausdruck.— Nach umfangreicher Diskussion wurden zwei Resolutionen angenommen. Darin wird ausge- sprachen, daß die Konferenz für die Herrenkonfektion die Werkstatt- arbeit mit geregelter Arbeitszeit als die geeignetste Betriebsform erachtet und die tarifliche Regelung der Löhne für Werkstatt- und Heimarbeiter als unbedingt notwendig ansieht. Um das zu er- reichen, soll gefordert werden: Eine Verminderung der zurzeft be- stehenden Tarifserien, Erhöhung der Minimallohnsätze und An- passung dieser an die Tarife der Herrenmaßbranche, Vergütung der Hand- und Mafchinenzutaten, Bemitzung des vom Vorstand herausgegebenen Lohntarifmusters und Festlegung der Löhne, die die Zwischenmeister an die von ihnen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zu zahlen haben.— Zur Durchführung dieser Forde- rungeu wird eine umfangreiche andauernde Agitation unter den Branchenangehörigen für notwendig erachtet, die durch Haus- agitation, Versamnilungen und Flugblätter betrieben werden ioll. Den Zuschneidern soll zunächst der Anschluß an den Ver- band mit Bildung von eigenen Sektionen zur Pflicht gemacht wevden. Zur tariflichen Regelung ihrer Arbeitsverhältnisse soll eine möglichst cinheitliob geregelte Arbeitszeit und für den Sonn- abend früherer Arbeitsschluß als an anderen Wochentagen verlangt werden, weiter Mindesrlöhne mit fortlaufender Steigerung nach der Zahl der Dienitjahre, Ferien und Zuschläge für Ueberzeit- arbeit; bei Weileinstellung von Zuschneidern sollen nur gelernte Schneider berücksichtigt und die selbstgefertigten Schnittmuster als Eigentum deS Zuschneiders betrachtet werden.— Eine tüchtige Agitation soll auch hier zur Verwirklichung der Forderung bei- tragen. - Anschließend an diese Konferenz tagte eine Konferenz von Vertretern der T a me n s ch nci de rei und der Damen- konfektion. In der Tamenschneiderci, die vorwiegend gut ausgebildete Arbeitskräfte benötigt, sind die männlichen Arbeiter gut organi- siert und auch meistens zu tariflichen Löhnen beschäftigt, während die Organisation der Arbeiterinnen noch sehr viel zu wünsche» übrig läßt. In dieser Branche ist die Werkstattarbcit mit Zeit- lohn vorherrschend. Die Heimarbeit mit Stücklohn kommt nur in einigen Orten a u su ahm std eise vor. Trotzdem hat sich die Notwendig- keit herausgestellt, auch diese letztere Betricbsform, wo sie vorhandcn ist, tariflich zu regeln. Eine längere Aussprache darüber ergab den Beschluß, der weiteren Ausdehnung der Heim- und Akkordarbeit entgegenzuwirken. Soiveit Heim- arbeit in wesentlichem Ilmfange vorhanden ist, soll sie tariflich geregelt werden. Eine Verkürzung der Aübeiiszeit und möglichste Vermeidung von Ueberstuniden in der Saison soll angestrebt wer- den. Ferner wird die Einführung einheitlicher Lohn- buche r verlangt. Den Ortsverwaltungen wird aufgegeben, den, Arbeiterinnenschutz größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, weiter die Agitation energisch zu betreiben, wozu die Mithilfe der männlichen Mitglieder verlangt wird. Tie Tamenionfettion muß anders beurteilt werden, weil sie einen viel größeren Kreis von unorganisierten Arbeitern und Ar- beiterinnen umfaßt, und weil in ihr noch nicht einmal Ansätze zu einer tarifliche n�Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen vor- Händen sind. Seit dem großen Streik im Jahre 1896 sind die Arbeitsverhältnisse nicht besser, sondern eher noch schlechter geworden, und auch der im vorigen Jahr«(1911) in Berlin geführt« Streik vermochte daran nichts zu ändern, well der Streik infolge der Uneinigkeit der Zwischenineister und der organifatorischen Schwäche der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen vollständig ver- koren ging. Was die Berliner Fabrikanten den Damenkonfektionsarbeitern und-arbeiterinnen trotz- dem geboten haben, war nicht geeignet, eine Besserung der Arbeits- Verhältnisse herbeizuführen, wie das auch in einer zur Annahme gelangten Resolution zum Ausdruck gebracht wurde. Deshalb werden in dieser Resolution die in der Damenkonfektion Bcschäf- tigten aufgefordert, dahin zu wirke», daß die zwischen den Fabri- kanten und de» gelben Zwischenmeistern getroffene Vereinbarung keine Geltung erlange. Durch Stärkung der Organisation soll er- reicht werden, daß die in der Damenkonfektion Beschäftigten ihre Forderung direkt an den Arbeitgeber richten können, wobei die örtlichen und auch die Betriebsverhälwissc berücksichtigt werden sollen; ein betriebsweises Vorgehen wird als am meisten Erfolg versprechend angesehen. Die Ortsverwaltungen sollen alle Kräfte anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen. Gewerbrgerichtswahl in Danzig. Bei der ani Donnerstag in Danzig stattgcfundenen Gewerbe. geriMswabl erhielten die. freien Gewerkschaften 3286 Stimmen. die Christlichen 1181 und die Hirsch-Dunckerschen 168 Stimmen. rh.Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Lerlagsanstäl� Wahlen zur Angestelltenderficheruug. In Barmen erhielten die vereinigten sieben Listen des Haupt- ausschusses 1527, die Freie Vereinigung 253 Stimmen. Der Haupt- ausschuß stellt s Vertrauens- und 7 Ersatzleute und die Freie Ver- einigung 1 Ersatzmann. I» Rotenburg(Fulda) hat die Freie Vereinigung von 9 Sitzen 6 erabert; 2 Vertrauens- und 4 Ersatzmänner. Die Deutsch- nationalen erhalten 1 VortrauenSmanN und 1 Stellvertreter, durch das Los noch einen weiteren Ersatzmann.* Im Landkreise Kassel erhielt die Freie Vereinigung 1 Ver- trauensmann und 1 Stellvertreter. Streik in der Gcschäftsbücherfabrik Schlegel u. von der Heyden in Hagen i. W. Wegen eines von der Firma begangenen Tarifsbruches stehen die Buchbinder der genannten Firma seit Ende Oktober im Streck. Die Firma wollte neue Akkordpreise einführen, die im Widerspruch mit den tariflichen Vereinbarungen standen und die eine wesentliche Verschlechterung der Löhne bedeuten würden. Das im Hagener Buchbindergewerbe bestehende Tarifschiedsgericht kam zu einer ein- stimmigen Verurteilung der Firma. Diese kehrte sich indessen nicht an den Schiedsspruch; sie trat aus dem Untornehmerverband aus und erklärte sich für nicht mehr an den Tarif gebunden. Und da sie auch noch den Buchbindern mit Entlassung drohte, die sich auf den Standpunkt des Schiedsgerichts stellen würden, so wurde diese angedrohte Maßregelung von dem Personal mit der einmütigen Kündigung beantwortet. Alle Versuche, zu einer Verständigung zu gelangen, scheiterten an dem hartnäckigen Standpunkt der Firma.— Hagen ist gesperrt für Buchbinder. Die Firma Schlegel u. von der Heyden ist tarifbrüchig. Achtung, Schlächter! Bei der Fleischwarenfabrck Z i e h m in Bremen haben die Schlächter die Arbeir eingestellt, weil der In- Haber der Firma sich weigert, mit der Organisation über den Ab- schluß eines Tarifvertrages zu verhandeln. Die gestellten For- derungen sind sehr minimale. Herr Ziehm möchte aber die neunzigsmndige wöchentliche Arbeitszeit beibehalten. Zuzug ist fernzuhalten. HusUnd. Streik gegen ein gelbes Blatt in der Schweiz. Die seit einigen Wochen erscheinende und von den Unternehmern ausgehallene gelbe„Freie Arbeiter-Zeitung" wird den Arbeitern in Fabriken und Werkstälten in der unverschämtesten Weise aufgedrängt. um sie gegen die Sozialdemokratie zu verhetzen. In der Reise- artikel-Fabrik von Weyhing u. Cie. in Zürich kam es deswegen jüngst zum Streik, weil die Arbeiter das Schandblatt zurückwiesen und sie darauf vom Fabrikanten beschimpft wurden. Die Arbeiter beriefen sich darauf, daß in dem mit der Firma abgeschlossenen Tarifvertrags die Austeilung van Zeitungen und Agitation in der Fabrik untersagt sind und diese Bestimmung genau so für die Firma wie für die Arbeiter gilt. Diese von den Unternehmern beliebte und gegen die Gewerkschaft gerichtete Vertragsklausel hat sich nun einmal als ein zweischneidiges Schwert erwiesen, das auch die Unter- nehmer treffen kann. Die bürgerliche Presse besaß die Dreistigkeit von einer„Angst der Sozialdemokratie vor der Aufklärung der Arbeiter" zu schwindeln, während es nur der Ekel der Arbeiter vor dem von einem Renegaten geschriebenen Blatte war, der sie ver- anlaßte, sich gegen seine Aufdrängung aufzulehnen. Der Streck wurde nach achttägiger Dauer mit der Zusicherung der Firma beendet, daß sie fernerhin die Arbeiter mit dem gelben Schandblatt verschonen Ivird. ver ßalkanltrkg. / Ein russisches Dementi. Petersburg, 14. November. Die„Petersburger Telegraph«» Agentur" ist ermächtigt worden, zu erklären, daß die Meldung hiesiger Blätter, am 13. November sei der Standpunkt de» Ministerrates betreffend die Differenzen zwischen Oesterreich. Ungarn und«erbieu aus Anlaß der Ansprüche Serbiens auf einen Hafen am Adriatischen Meer endgültig festgestellt wanden, voll- ständig erfunden ist. Die Meldung besagte weiter, daß die russisch« Regierung sich entschieden auf die Seite Serbien» gestellt habe und daß diese Auffassung am nämlichen Tage dem russischen Botschafter in Wien mitgeteilt worden sei mit der Anordnung, sie dem Grafen Berchtold mitzuteilen und von ihm die genaue Antwort über die weitere Handlungsweise Ocstcrrcich-Uiigarns innerhalb vier Tagen zu erbitten. Demgegenüber stellt die„Petersburger Telegraphen- Agentur" fest, daß im Ministerrat die in der Meldung berührte Frage gar nicht beraten worden ist, daß die McinungSverschieden- heilen Wischen Oestcrreich-Ungarn und Serbien nicht erwogen, daß daher keine Instruktionen dem russischen Botschafter in Wien zugegangen und solche Jnstruktioncii überhaupt nicht ausgearbeitet worden sind. Ein griechischer Erfolg. Athen, 14. November.«W. T. B.) Amtlich wird gemeldet, daß die Griechen M e t f o v o u besetzt haben.— General Saponndjakus telegraphiert hierzu aus Arta: Nach acht- stündigem Kampf haben wir die Stadt Metsovou eingenommen. Tic Türken verloren 40 Tote und 81 Gefangene, die Griechen hatten einen Toten und sechs Vcrtoundete. ES wurde die Fahne der griechischen Flotte auf dem Fort gehißt. LrCtzU Nachrichten. Die französische Wahlreform. Paris, 14. November.(W. T. B.) Ter Senat hat heute nach- mittag die Kommission zur Beratung des von der Kammer ange- nommenen Gesetzentwurfs einer Wahlresorm ernannt. In die Kommission wurden fünfzehn Gegner und drei Anhänger der Ver- hültniswahl gewählt. Unter den ersteren definden sich aber ver- schiedcne, die einem Kompromiß nicht abgeneigt wären. Die Ab- stimmung in den Senatsabteilungen ergab 14 9 Stimmen gegen und 100 Stimmen für den Entwurf der � Kammer. Zum Präsidenten der Kommission wurde Clemencean gewählt.— Auffallend bei der Wahl der Kommission war besonders der geringe Stiuimenabstand zwischen den gewählten und nicht ge- wählten Kandidaten. In einigen Abteilungen hätte die Verschic- bung von einer oder zwei Stimmen hingereicht, um das Ergebnis zu ändern. In bestimmten Abteilungen mußte sogar zu einer er- neuten Abstimniung geschritten werden. Bemerkenswert ist auch, daß die meisten der aufgestellten Kandidaten versöhnlich« Erklä- rungen abgaben. Schließlich erscheint die Mehrheit, die sich gegen den Entwurf der Kammer gefunden hat, weniger stark, als er- wartet worden ist und es wird ohne Frage der Regierung ein leichtes sein, fünfzig Stimmen für sich zu gewinnen. Schiffskatastrvphe in Nordamerika. Frankfurt a. M., 14. November. Wie die„Frankfurter Z-'' tung" aus Winnipeg meldet, ist der Dampfer„Mahflower" in dem Flusse Madawoska bei Barrys Bah(Ontario) gesunken. Nenn Menschen sind ertrunken. Hochwasser der Weser. Minden, 14. November. iP. C.) Das Wasser ist bs-'r �ute auf fast Meter gestiegen und hat streckenweise die User über- schwemmt. Am mittleren Lauf der Weser wird eine Hoch- Wasserkatastrophe befürchtet. lau! Singer LEoljBerlinLVV. Hierzu 3 Beilagen«. Unterhaltung»«. v Hr. 268. 29. Jahrgang. 1. Itilnge des Amiirk" Knliim NsIdsdlR Freitag, 15. November 19 l2. Mgeoränetenkaus. SS. Sitzung. Donnerstag, den 14. November 1912 vormittags 10 Uhr. Am Miiristertische: v. Breitenbach, v. Schorlemer. Die zweite Beratung des Waffergesetzes wird fortgesetzt. ß 86 bestimmt, daß der Eigentümer des WasserlaufeS den Gemeingebrauch nicht unnütz erschweren oder ohne erheblichen Grund unmöglich machen darf. Im übrigen darf den Gemeingebrauch der Wasserläuse niemand hindern. Die Abg. Borchardt(Soz.) und Genossen beantragen, den letzten Satz zu streichen und den ersten Satz so zu fassen: Der Eigentümer... darf den Gemeingebrauch nicht erschweren. Abg. Ecker-Winsen snatl.) befürwortet einen Antrag, wonach der Eigentümer, wenn er im Anschlutz an die Ufergrundstücke künstlich Neuland' schafft, den früheren Anliegern den Zutritt zum Wasser zu gestalten hat. soweit dies zur Ausübung des Gemeingebrauchs in dem bisher geüblen Umfange erforderlich ist. Ein RegierungSkommifsar wendet sich gegen diesen Antrag. Abg. v. Kries(k.> erklärt, datz seine Freunde den Antrag Ecker ablehnen würden; eine solche Bestimmung sei nicht notwendig, sie könne auch zu bedenklichen Konseguenzen führen. Auch den sozial- demokratischen Antrag lehnen wir ab, denn der Gemein- gebrauch muß nach unserer Ansicht zurücktreten hinter dem Rechte des Eigentümers. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Die Begriffe.unnütz" und.ohne erheblichen Grund' in diesem Paragraphen sind ganz unbestimmt. Wir wollen nicht den Gemein- gebrauch als Aschenbrödel behandeln lassen, sondern wollen ihn gerade in den Bordergrnnd stellen. Der Antrag Ecker- Winsen wird angenommen, der Antrag Borchardt abgelehnt. Nach§ 39 kann die Wafferpolizeibehörde den Gemeingebrauch regeln, beschränken oder verbieten. Solche Verfügungen sind mit Gründen zu versehen. Die Sozialdemokraten beanttagen, daß die? nur aus Gründen des öffentlichen Wohls geschehen darf und daß die Wasser- Polizeibehörde auch daS Recht erhält, den Gemeingebrauch zu er- Weilern. Als Z 39a beantragen die Sozialdemokraten folgende Einfügung: Gegen eine Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs kann jeder Betroffene die Entscheidung der Wasserpolizeibehörde anrufen, gegen die dann binnen einem Monat nach Zustellung die Beschwerde zusteht. Gegen die Entscheidung der Beschwerdeinstanz steht ihm binnen eincin Monat nach Zustellung die Klage beim Landeswafferamt zu. Das gleiche Recht der Beschwerde und der Klage steht ihm auch zu gegen Maßnahmen und Verfügungen der Wasserpolizeibehörde, die eine Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs herbeiführen oder herbeizuführen geeignet sind. Abg. Ecker-Winsen lnatl.) beantragt, die Regierungsvorlage wiederherzustellen, wonach die Wafferpolrzeibehörde den Gemein- gebrauch, soweit es zur Durchführung der in den vorhergehenden Paragraphen beschlossenen Beschränkungen oder auS Gründen des öffentlichen Wohles erforderlich ist, regeln, beschränken oder verbieten, aber aus der KommiisionSsassung den Satz zu übernehmen: ,Ver- fügungen dieser Art sind mit Gründen zu versehen".— Die Kom- miifionsfassuiig mache den Gemeingebrauch schutzlos. Abg. v. Kries(t): Wir lehnen alle vorliegenden AbänderungS- antrüge ab; ebenso den§ 89a, der von der falichen Annahme auS- geht, daß ein geordneter Beschwerdeweg nicht existiert. Abg. Lippmann(Vp.) wendet sich ebenfalls gegen die Abände- ruugsanträge. Nach dem Wortlaut des Antrags der Sozialdemo- kraten soll die Wasserpolizeibehörde auch daS Recht haben, den Ge- meingebrauch über das Gesetz hinaus zu erweitern. DaS geht uns zu weit, ebenso wie der§ 89a. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): In seiner jetzigen Faffung schafft der Z 39 vollkommene Polizeiwillkür gegenüber dem Gemeingebrauch; er wird da» mit zum Spielball der jeweiligen Interessenten gemacht. WaS� den ß 39 so gefährlich macht, ist seine Beziehung auf daS Beschränken kleines feuiileton. Trcitschke im Kampfe gegen die Reaktion. Der freiwillige Borusse Heinrich v. Treiischie hat in seiner Jugend einige Lieb- lichtciteu des borussischen Systems mit grimmem Haß dedacht. In seinen Briefen, deren erster Band demnächst bei S. Hirzel in Leipzig erscheint, zeigt sich seine Kampfnatur, der..Heuchelei die ihassenswcrteste der Sünden war", von der besten Seite. Wir drucken mit Erlaubnis des Verlages einige Stellen vor Erscheinen dieser Publikation hier ab. Als der preußische Kriegsminister v. Bonin bei dem Hoch- bcrratsprozcß Ladendorf, einem der trübsten Kapitel der preußi- schcn Reaktion in den fünfziger Jahren, den Leutnant a. D. Hentze zum Spitzeloienst aufgefordert hatte mit den Worten,„daß feine militärische Ehre dabei nicht verletzt werden könne, es viel- mehr seine Pflicht sei, der er genügen müsse", schreibt Trcitschke in flammendem Zorn 1854 an seinen Freund Bachmann: „Eine Stelle Deines vorletzten Briefes veranlaßt mich, mit einigen Worten auf meine politischen Ansichten einzugehen. Ich habe in Bonn Dir gegenüber, um Dich mit Deinem Radikalismus zu necken, vielleicht zu sehr den Gothaer gespielt. In Wahrheit ist es nicht so schlimm damit. Vor allen Dingen bin ich ganz radikaler Unitarier. Ich halte die Freiheit usw. für reine Phrasen, so lange kein Volk vorhairden ist, die einzige Grundlage jeder staatlichen Enlwickelung. Ter Weg, der am rascheste,, zu dieser nationalen Einigung führt, ist mir der liebste, und sollte es der Despotismus sein; ich glaube, daß jede unnatürliche Verfassungsreform, wenn eine ivahrhaft nationale Einigung unseres Voltes erreicht ist, nur von kurzer Tauer sein könnte. Ich halte mich also an die Partei, bei der ich den meisten nationalen Eifer finde; das sind in meinen Augen trotz alledem die Gothacr. Du mußt nicht glauben, daß ich ihre monarchistischen Ideen teile.....Die Verehrung der angc- stammten Fürstenhäuser ist mir stets lächerlich gewesen. Ebenso- wenig kann ich die Bewunderung des herrlichen KriegSheercs teilen. Nachdem eines ihrer edelsten Glieder, Bonin, die hündische Gemeinheit eines Hentze gebilligt, und nachdem der Vrinz von Preuße», das Idol dieses Heeres, die denkwürdigen Worte gesprocheil:„Ich werde mit Ihnen Front machen, nach welcher Seite hin es unser Herr gebietet!"— da kann ich über dieses, der Theorie nach sicher auf einer herrlichen demokrgtischen Idee ruhende Heer nicht anders urteilen alö: es ist der Würoige Nachfolger jener heimatlosen Landsknechte, die mit der gleichen ge- donkcnlosen Tapferkeit für die Lilien wie für den Doppeladler fochten.—" Sein politisches ReinlichkcitSgcfühl und seine!, unbeugsam «nifrechtcn Smn beweist ein anderer Brief Treitschtes an seinen Areund Rudolf Martin aus dem Jahre 1856. als im preußischen elbgeorduetenhause über den Antrag des Grafen Schwerin, der eine Untersuchung verlangte,„iwoictveit durch Organe der Rc- gierungsgowalt eine die Freiheit der letzten Abgeord- I oder Verbieten des Gemeinverbrauchs. Diese Gefahr soll durch �unseren Antrag beseitigt werden. Sollte unser Antrag abgelehnt werden, so werden wir für die Wiederherstellung der Re- gierungsvorlage stimmen. Herr von KrieS meinte, polizeiliche Mißgriffe werden unter der öffentlichen Kritik und der par- lamentarischen Kontrolle perschwinden. Daß das leider nicht der Fall ist, hat die Erfahrung seit sechzig Jahren bewiesen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daher ist ein geordneter Rechtsweg, wie ihn der von uns beantragte§ 39a verlangt, durch- aus notwendig. Eine Anmerkung darüber, daß das Verwaltungs- streitversahren zugelassen werden soll, ist im Gesey sonst nicht vor- banden. Wir verlangen einen wirklich durchgreifenden Schutz des Gemeingebrauchs. Wollen Sie den Gemeingebrauch wirklich schützen, so müssen Sie unserem Antrag zustimmen.(Bravo! bei den Sozial- deinokruten.) Abg. v. Eynatten(Z.) spricht für den Kommissionsbeschluß. Abg. v. Woyna(fk.): Das Rechtsmittel der Beschwerde gegen Uebergriffe der Polizei ist gegeben und wo wirklich Schikane vor- kommt, wird in Preußen auch stets Remedur eintreten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Lippmann(Vp.) betont ebenfalls, daß gegen jede Polizei- liche Verfügung das Recht der Beschwerde und schließlich die An- rufung des OberverwaltungsgcrichtS zulässig ist. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): ES mutet eigentümlich an, daß sich gerade die K o n s e r- vativen, die sonst über die öffentliche Meinung nur mit Spott und Hohn herabsehen, sich auf die öffentliche Kritik berufen. Wenn die öffentliche Meinung in Preußen ausschlaggebend wäre, müßte es bei uns schon seit Jahrzehnten ganz anders aussehen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Redner verteidigt noch- mals die Einfügung des 8 39a.(Im Hause herrscht andauernd große Unruhe. Abg. H o s s m a n n ruft: Die reine Börse!) Unter Ablehnung aller Anträge wird 8 89 in der KommissionS- faffung angenommen. Auch 8 3ga wird abgelehnt. Nach§ 46 können durch Verleihung von Wasserläufen be- stimmte Rechte erworben werden. 8 49 sieht vor, daß die Rücksichten des öffentlichen Wohls dabei gewahrt werden müffen. Widerspricht bei natürlichen Wafferlänfcn erster Ordnung die Wasserpolizeibehörde der Verleihung, weil sonst das Interesse der Schiffahrt oder andere öffentliche Interessen ver- letzt würden, so darf die Verleihung nur mit Zustimmung dieser Behörde und unter den von ihr gestellten Bedingungen erfolgen. Ihre Erklärungen sind mit Gründen zu versehen und nur durch Be- schwcrde an die zuständigen Minister anfechtbar. 8 60 bestimmt: Ueber den Antrag auf Verleihung beschließt der Bezirksausschuß. Nach 8 71 steht gegen den Beschluß über den VerleihungSanlrag den Pattcien die Beschwerde bei dem L a n d e s w a s s e r a m t e zu. (Nach der RegierungSvorkage hatten in diesem Falle bei Unter- nehmungen an Wafferläufen erster Ordnung die Minister für Handel und Gewerbe und der öffentlichen Arbeiten die Entscheidung.) Ein Antrag v. Branden st ein(k.) will im§ 71 an Stelle des BezirksauölchusseS und LandeSwafferamteS die Beschwerde beim Stromausschuß und dann beim Oberverwaltungsgericht einführen. Ein Antrag v. Kries(k.) verlangt eine Aenderung des 8 49 dahin, daß, wenn die Wafferpolizeibehörde der Verleihung aus Rück- sichten des öffentlichen Wohles widerspricht, die Verleihung nur mit Zustimmung des Ministers für Handel und Gewerbe und der öffent- lichen Arbeiten erfolgen darf. Minister v. Breitcnbach betont, daß die Ministerialinstanz unter allen Umständen als letzte entscheidende Instanz beibehalten werden müffe. Abg. Lippmann(Vp.) tritt für die Kommissionsbeschlüsse ein. Abg. v. KrieS(k.): Die Mitwirkung des Laienelements in der Selbstverwaltung begrüßen auch wir. Es ist gut. wenn nicht allein vom grünen Tisch auS entschieden wird, der bekanntlich immer grüner wird, je höher die Stelle ist.(Heiterkeit.) Wir halten aber unter allen Umständen drei Instanzen für notwendig und sehen in dem Oberverwaltungsgericht die geeignete höchste Instanz. Minister Dallwitz: Im Interesse der Vereinfachung und Be- schleuniguug des Verfahrens bei Verleihungsanträgen liegt die Be- schränkung auf zwei Instanzen. Die Neubelastung deS Oberverwaltungsgerichts mit dieser umfangreichen, ihm bisher fern tiegenden Materie läge auch nicht im Interesse des Oberverwaltungsgerichts selbst und würde im Widerspruch stehen mit dem wiederholt von diesem Hause geäußerten Wunsche, die Regierung möge für Ent- lastung deS Oberverwaltungsgerichts sorgen. netcnwahlen beeinträchtigende Einwirkung geübt worden sei", mit großer Majorität zur Tagesordnung übergegangen war: „Ich möchte mit dem Schicksal hadern, daß ich nicht reich bin. daß es mir voraussichtlich nicht möglich sein wird, mein Brot zu verdienen, ohne in diesen Tummelplatz der Lüge, den man Staats- dienst nennt, einzutreten. Was an mir liegt zu vermeiden, soll geschehen... Tie Regierung hat nicht einmal die sittliche Scham. sie gesteht offen ein, daß Bestechungen, Drohungen. Absetzungen, Unrecht aller Art geschehen sei, sie gesteht und— verteidigt es.... Unsittliche Mittel sind oft genug von gekrönten Sündern, kon- stitutionellen und absoluten, gebraucht worden, das ist nichts Neues. Aber stets hat man sie verleugnet; daß sie eingestanden und unter dem Jubel einer Volksvertretung verteidigt werden— daS ist ein Zynismus, für den sich weder in der Geschichte der Stuarts noch unter den Bourbonen Analogien finden.... Ein paar Gedanken drängen sich mir immer wieder auf: der englische Grundsatz,„sofortige Abhilfe bei jedem Unrecht von oben", ist nicht nur, wie Macaulay sagt, der Grundpfeiler der englischen Frei-' hcit und der Stolz jedes Briten, sondern das notwendige Ergebnis jeder hohen Volksbildung.— Ferner: es ist eine unbezweifelte historische Tatsache, daß jede Bewegung in einem Volke geivalt- samer ist als die Richtung, welche sie bekämpft und lange geduldet bat. Wenn ich nun denke, daß die gegenwärtigen deutschen Ver- hältniffc nicht dauern können, Iveil sie im lächerlichen Kontraste zu unseren Bolksbedürfnissen stehen; wenn ich ferner denke, daß daS Matz der Rechtsverletzungen jetzt ziemlich erschöpft ist und nur durch blutige Mittel überboten werden kann— wer mag da noch so blind sein, an eine friedliche Lösung zu glauben?" Wie hätte der junge Treitschke erst die gänzliche Haltlosigkeit der preußischen Zustände von heute gegeißelt, die tvahrlich im lächerlichsten Kontraste zu den Volksbcdürfnissen stehen— wenn er sie gleich vorurteilslos erlebt hätte. Mitflk. Musikalischer Futurismus? Aus München wird uns geschrieben: Die Wagnericke Idee vom Zukunstskunstwerk hat eine Rotte malender, musizierender, verscmachender Mailänder Kunst- anarchisten gründlich travestiert. Man kennt ja in Berlin bereits die Futuristenausstelluiig. Jene jungen romanischen Leute, die vor- erst in Anli-Straiiß-Demonstrattonen i» der Mailänder Skala und in bombastischen Reklameprospekten(„Wir aber stehen auf dem Gipfel der Welt und greisen nach den Sternen") Tüchtiges leisten, haben nun auch in der Kunststadt München Gelegenheit gehabt, mit ihren farbigen„Impressionen" ohne Sinn, ohne Zeichnung, obne Zucht, ohne malerische Komposition daS Gelächter der in Dingen der bildenden Kunst ja einigermaßen geschulten Isar- athencr zu erregen. Neben den, malerischen Futurismus gab eS auch eine doppelte Invasion von musikalischem Futurismus. Auf der Opernbühne mit der zugkräftigen(wegen des wirkungsvollen KolporragctexteS nach Balzacs verschlimmbesserter Novelle) Oper:„Oberst Chabcrt" voy Waltersbausen, im Konzertsaal mit Arnold Schönberg- scher„Musik". Dieser„Oberst Chabert" ist ein Beweis dafür, daß Abg. Dr. v. Woyna(fk.): Wir halten das Oberverwaltungs- aericht für die Entscheidung der hier in Betracht kommenden Tat« fragen für ganz ungeeignet. Abg. Ecker-Winsen(natl.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Herold(Z.): Die letzte Instanz mutz ganz unabhängig sein gegenüber der Staatsverwaltung. Diese Vorbedingung ist ber dem Landeswasseramt gegeben. Das Oberverwaltungsgericht lehnen auch wir als oberste Instanz ab. Abg. Frbr. v. Maltzan(k). bestreitet, daß eine Ueberlastnng deS Oberverwaltunasgerichts die Folge des konservativen Antrags wäre. Abg. Dr. Röchling(natl.) wendet sich gegen die konservattven Anträge. Inzwischen ist folgender Antrag Borchardt(Soz.) ein« gegangen. Im 8 71 einzufügen: Die Entscheidung auf die Beschwerde ergeht auf Grund eincr öffentlichen, mündlichen Verhandlung. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Die Beschlüsse der Kommission besitzen gegenüber der RegicrungZ- Vorlage erhebliche Vorzüge. Die Hinzuziehung des Laienclements zum Landeswasseramt ist zu begrüßen. Damit will ich nicht sagen, daß ftch das Oberverwaltungsgericht nicht für qualifiziert halte, in dieser Materie zu urteilen. Mein Vertrauen zum Oberverwaltungsgericht ist ein recht großes. Aber wir haben doch allen Grund, den Anträgen der Rechten entgegenzutreten. Die Herren wollen offenbar nur dem 8 71 der Kommissionsfassung ein Bein stellen, um den geordneten Rechtsweg überhaupt auszuschließen. Gegenüber der plötzlichen großen Besorgnis der Rechten, das Volk werde die Ausschließung des OberverwaliungSgerichtS nicht verstehen, ist größtes M i ß t r a u e n am Platze. Das Volk versteht sehr vieles in Preußen nicht(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten), aber das kümmert die Konservativen gar nichts. Sie haben ja gar kein Recht, im Namen des Volkes zu sprechen; von dem, was das Volk will, haben Sie ja keine Ahnung.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Mit dem Veto der Minister lediglich aus Gründen des öffentlichen Wohles oder im Interesse der Schiffahrt könnte man an sich ein- verstanden sein, aber es fehlt jede Kontrolle dieser Verwaltung?- tätigkeit.— Wir verlangen vor allem, daß die Entscheidungen deS Landeswafferamts auf Grund einer öffentlichen, mündlichen Ver- Handlung ergehen. Die Oeffentlichkeit hat ein Interesse daran, zu erfahren, was dort beschlossen wird. Unser Antrag entspricht unserer Tendenz, daS gesamte Wasscrrecht dem öffentlichen Wohle d i e n st b a r zu machen.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Abg. Lippmann(Vp.): Der Antrag Borchardt ist uns ganz sym- pathisch, aber er gehört zum 8 344a, der auch vom Verfahren vor dem Landeswafferamt handelt. Redner polemisiert des weiteren gegen den Abg. v. Maltzan. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) bestreitet, daß der Antrag Borchardt nicht zum§ 71 gehört. Damit schließt die Debatte. Zum 8 49 wird der Antrag v. KrieS angenommen. Zum 8 71 wird der Antrag v. Branden st ein betreffend Einführung von drei Instanzen mit dem Oberverwaltungsgericht an der Spitze abgelehnt, ebenso der Antrag Borchardt. § 54 bestimmt: Ein Entgelt für die Benutzung des Wafferlaufs darf dem Unter« nehmer nicht auferlegt werden. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.); Die Regierungsvorlage enthielt einen WafferzinS, von dem aber landwirtschaftliche Unternehmer frei sein sollten. In der Kommission ist nun jedes Entgelt für die Benutzung der Wasserläufe beseitigt-.- Uns ist die Stellung zu diesem Paragraphen nicht leicht geworden. Wir sind prinzipielle Gegner aller indirekten Be» l a st u n g e n, und soweit eine solche hierin zu erblicken ist, sind»vir auch dagegen. Tatsache ist aber andererseits, daß durch diesen Para- graphen sehr potenten Personen ein Geschenk von unschätzbarein Wert gemacht wird. Zweifellos loird hier großen industriellen Unternehmungen und auch allerhand anderen privaten Interessenten das Vorrecht gegeben, Gemeingut für ihre privaten Zwecke auSz»- nutzen, ohne daß sie dafür irgend etwas zahlen. Aus diesem Grunde haben wir lebhafte Bedenken gegen diesen Paragraphen, zumal im § 33 eine Flößereiabgabe vorgesehen ist. § 54 wird angenommen, ebenso debatteloS eine Reihe weiterer Paragraphen. Nach 8 79 kann wegen Gefahren für daS öffentliche Wohl die ein„guter', d. h. die Mafien packender Operntext ohne Störunz schlechte Musik vertragen kann. Man hat selten weniger Erfindung, weniger Melodie gehört wie in dieser nur mit Strauß-Puccinischcr Motivlüpfelei. mit Auflösung jeder Linie, jeder Form arbeitender, die Singstimmen brutal und unkiinstlerisch vergewaltigender Nur- Orchester-Oper. Aber die schaubegierige Masse im Theater empfindet diese Geivaltsainkeiten und Unzulänglichkeiten gar nicht. Sie kommt voll aus ihre Kosten, denn durch die plumpe Vergröberung des alten Enoch Arden- Motivs werden ihre Zchnpfennighestchen-Jnstinkte bestens befriedigt. Auch das Publikum, daß Frau Albertine'Z e h m e aus ihren Offenbarungen deS musikalischen FuturiSmuS lauschte, kam auf seine Kosten. Auf dem Programm stand:«Dreimal sieben Gedichte auS Albert Giraud-HartlebenS Liedern des Pierrot Lunaire, Melodranien von Arnold Schönberg'. Schönberg gilt für ganz Vorurteilslose ja als das Nonplusultra der musikalischen Modernität. Er kommt von Debussy und dcn Klangkoloristen her. kennt keine Tonarten, keine Ka- denzen, kein Dur und Moll, keine Form mehr, geschweige denn Melodie. Seine kranke(oder bewußt manierierte?) Phantasie bewegt sich andauernd in sormlosen Tonfetzcn und mißfarbenen Dissonanzen. Willkür, Zuchtlosigkeit, Häßlichkeit scheint ihm oberstes Gesetz z» sein. Meine Katze, die über die Tasten läuft, übertrifft Arnold Schönberg. Frau Zehme au« Leipzig übernahm freiwillig die Rolle einer Mär- tyrerin für den Wiener Futuristen und wurde für ihr mondsüchtiges Gewimmer— nach Vorschrift des Komponisten 1— mit einem sanften HauSschlüsselkonzert belohnt._ m. Notizen. -- Vortragsabende. Robert Kothe bringt fein neues Programm zum erstenmal am Sonntag, den 17. Nov., im Beethoven- saal.(Darunter die Tannhäuser-Legende in der alten VolkSfassung, ein altes humoristisches Ständchen und gemütvolle Volkslieder neben humoristlschen alten Soldatenliedern.)— Käte H y a n veranstaltet am 21. Nov. im Gewerkschaftshause einen Lieder- und Vortragsabend iinter Mitwirkung von Emil Cziffer von der Buda- pester Volksoper. — A l l e r l o i V o n H a u p t in a n n. In den nächsten Tagen erscheint eine Volksausgabe von Hauptmanns gesammelten Werken. Auch sein jüngster Roman„Ntlantlö" kommt jetzt als Buch heraus. — Am 22. November liest der Dichter in der Philharmonie Teile aus den unveröffentlichten Dramen„Der Bogen des Odysseus" und „Herrn Arnes Schatz" vor.— Von neuen Arbeiten Hauptmanns verlautet, daß er sich mit einer T r i l o g i e auS den Bauernkriegen beschäftige, als deren Abschluß Florian Geyer zu gelten habe. — Eine Aktion für Secling. 200 Künstler und Kunst- freunde haben dem Erbauer des Deutschen Opernhauses Stadtbaumeister Seeling in einer Adresse an den Charlottenburger Oberbürgermeister ihr Vertrauen ausgesprochen und gegen die„un- sachliche Kritik, wie sie vereinzelt vorgelomnien" protestiert.— Trotz dieser Kundgebung wird die unabhängige Kritik nicht umhin können, den Jnncnbau der Oper teilweise recht.unerfreulich zu finden. Verleihung auf Antrag des Staates, eines KonnnunalverbandeS oder einer anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder der Wasser- Polizeibehörde durch Beschlutz der Verleihlingsbehörde jederzeit zurück genommen oder beschränkt werden. Abg. Dr. Liebknecht sSoz.) befürwortet einen Antrag, tvonach der Einspruch gegen die Ver- leihung auch von jedem durch Ausübung des verliehenen Rechts Vc- troffenen ausgehen kann. Abg. Lippnmim(Vp.): Das war nicht die Absicht der Koin Mission. Wenn jeder Konkurrent Aufhebung beantragen kann, ist die Verleihung werftoS. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.)? Diesen Philiströsen Eintvand hatte ich erwartet. ES soll ja den Betreffenden keiiie-ZlvegS das Recht gegeben werden, die Verleihung rückgängig zu machen. Unser Antrag ist notwendig, weil die öffent- lichen Körperschaften über die Verhältnisse manchmal nicht g e- niigend orientiert und auch ihrer Zusammensetzung nach nicht geeignet sind, die Interessen der Bevölkerung wahrzunehmen.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 12 Uhr. Schlutz 4 Uhr.___ Aus der Steuerbommission des Abgeordnetenhauses. Die Steuerkommission des Abgeordnetenhauses erledigte am Donnerstag eine Reihe wichtiger Paragraphen. Zunächst entspann sich eine längere Debatte über die Frage der Einführung einer Junggesellen st euer. Das heutige preutzische Gesetz leimt eine solche Steuer nicht, und auch die Regierungsvorlage hat davon Abstand genommen. Als eifrige Befürworter der Jung- gesellenstener entpuppten sich die Freikonservativen, deren Antrag dahin gmg, unverheiratete, verwitwete und geschiedene über 30 Jahre alte Männer in den Steuerstnfen von 3000 bis 0500 M, mit einem Zuschlag von 10 Proz., in den Steuerstufen von mehr als 6200 M. mit einem Zuschlag von 20 Proz. zu belegen. Bei Steuerpflichtigen mit einem Einkoinmen von nicht mehr als 0600 M. soll nach dem Antrage die Steuererhöhung mit dem 00. Lebensjahre fort- fallen. Besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Unterhaltung von Familienangehörigen, so soll die Steuererhöhung nicht ein- treten. Ein weiterer Antrag der Freikonservativen ging dahin, daß die Steuerzuschläge für Junggesellen kommunalsteuer- frei bleiben und datz ihre Erträge zur Erleichterung der übrigen Steuerzahler verwendet werden sollen, und zwar sollen sich die Steuerzuschläge, die seit dem Jahre 1909 erhoben werden, uin den Ertrag der Junggesellensteuer derart ermätzigen, �>atz sie von unten anfangend stufenweise ganz aufgehoben werden. Gegen den Antrag machte sich in der Kommission so lebhafter Widerstand geltend, datz die Antragsteller ihn zurückzogen. Gegen einen Antrag der Fortschrittlichen Volkspartei, verheiratete Personen mit einem Einkommen von 900 bis 1050 M. steuerfrei zu lassen, zog die Regierung das schwerste Geschütz auf. Ebenso wie die Konservativen, so bekämpften auch die Vertreter der Regierung den Antrag mit dem Hinweis auf die hoch belasteten Kommunen und ihren Haushalt. Ein Kommissar des Ministers des Innern erklärte im Auftrage seines Chefs, datz er Bedenken gegen jede Erweiterung des Kinderprivilegs habe, weil den ohnehin schon leistungsschwachen Gemeinden dadurch grotze Einnahmeausfälle �erwachsen. Die Regierung beschäftige sich sehr ernst mit der Frage, wie die, die Tendenz der Steigerung in sich tragende Differenzierung aiv$et Belastung der Genieinden ausgeglichen werden könne. Jede hohe Belastung einer Gemeinde treibe so und soviel leistungsfähige Steuerzahler fort, und das habe eine weitere Belastung der übrigen Steuerzahler zur Folge. Auf die Dimer könne die Entwicklung so � nicht weiter gehen. ES muffe ein gewisser Ausgleich geschaffen werden, damit der Antrieb der reichen Steuerzahler, aus ihren Ge- meinden fortzuziehen, gemildert wird. Von dem fozialdemo- k r a t i s ch e n Vertreter wurde die Notlage vieler Gemeinden ohne weiteres anerkannt, er betonte aber, datz in dieser Beziehung nur Wandel geschaffen werden kötme durch eine Aenderung des Kommunalabgabengesetzes. Was den fortschrittlichen Antrag selbst betreffe, so hätte die Sozialdemokratie zur ersten Lesung die Freilassung aller Einkommen bis zu 1500 M. beantragt. Er sehe mit Rücksicht auf die Aussichtslosigkeit davon ab, diesen An- trag jetzt wieder einzubringen, ersuche aber, zum mindesten für den Antrag der Fortschrittler zu stimmen. Die grotze Mehrheit der Kommission war jedoch anderer Meinung: der Antrag wurde gegen die Stimmen der Fortschrittler, Nationalliberalen und der Sozial- denwkraten abgelehnt. DaZ Zentrum stimmte mit den beiden konservativeil Parteien gegen diese gewiß bescheidene Erleichterung der Minderbemittelten I Im§ 19 hat die Kommission in der ersten Lesung die Aenderung getroffen, datz bei Steuerpflichtigen mit Einkommen von weniger als 1200 M. die Ermäßigung der Steuer um eine Stufe schon bei dem Vor- handensein eines Kindes oder eines anderen Familienangehörigen eintritt, denen der Steuerpflichtige auf Grund des Bürgerlichen Gesetzbuchs Unterhalt zu gewähren hat. Hierzu gab der Finanz- minister die Erklärung ab, er habe sich mit dem Minister des Innern beraten, und dieser habe lebhafte Bedenken gegen den Beschlutz, der ebenso wie ein anderer Beschlutz erster Lesung sAbzugsfähigkeit der Real- steuern in vollem Umfange) tief in die kommunale Besteuerung einschneide. ES könnten dadurch sehr wesentliche StenerauSfälle in den Etats der Gemeinden eintreten. Er als Finanzminister würde ja über die Beschlüsse der Kommission mit sich reden lassen, aber der Minister des� Innern bitte dringend, mit Rücksicht auf die Kommunen den Beschlutz erster Lesung zu§ 19 wieder aufzuheben. Die Regierung werde gern die Hand bieten zu einer Verabschiedung des Gesetzes, sie könne aber nicht mittun, wenn dadurch Ein- nahmeausfälle entstehen. AuS diesem Grunde bat er auch um Ab- lehnung eines fortschrittlichen Antrags, wonach auch die Ehe- srauen zu den Personen gerechnet werden sollten, die bei der Feststellung der für die Ermäßigung matzgebenden Zahl in Betracht kommen. Schon vorher hatte sich ein anderer Vertreter aus dem Finanzministerium gegen diesen Antrag ausgesprochen: man habe das Kinderprivileg eingeführt, um den Steuerpflichtigen, die Auf- Wendungen für die Erziehung ihrer Kinder haben, eine Vergünstigung zu gewähren, nicht aber denen, die keine Kinder haben. Zur Abstimmung ivird es erst in der nächsten Sitzung am Donnerstag frenmen._ Me Teuerung. Die Fleischnot-Enqnete unter Ausschluß der Oesfentlichkeit. Am 22. November tritt die Kommission zur Untersuchung der Verhältnisse im Vieh- und �leischhandel und aller Faktoren, die auf die Preisbildung des Fleisches einwirken» zusammen. -to der Presse wurde wiederholt die Forderung ausgesprochen, die Kommission möge in voller Oeffentlichkeit verhandeln. Die Regierung wird dieser Forderung nicht nachgeben. Der Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin offtzws geschrieben: .Man steht hier auf dem Standpunkt, daß die Oeffentlichkeit diesen Verhandlungen nickst förderlich fein würde. Es Ivird eine grotze Zahl von Sachverständigen gehört tocrdon, und bei diesen Besprechniigen und Auskünften wird vieles zur Sprache kommen, was der berr. Sachverständige nur dann mitteilen werde, wenn er sicher sein könne, datz es nicht in die Oeffentlichkeit gelange, wie z. B. wichtige geschäftliche Einzelheiten, die cr nicht acru zur Kenntnis der Konkurrenz aelango« lätzt. Andererseits werden aber auch Einzelheiten von politischer Natur zur Sprache kommen, von denen es unter Umständen im Jntereffe unserer Handelsverträge nicht w'tnschenSwert sei, Z�tz sie der betreffende handelsp-'litische Vertragsgegner bei diejer Gelegenheit erfährt. Man erwartet gerade wie bei der Bankenguete von der durch den Ausschluß der Oeffentlichkeit gesicherten Rückhaltlosigkcit der Aussprache die er wünschten, sachlich wertvollen Aufklärungen und will sich diese nicht durch öffentliche Verhandlungen einschränken lassen. Die Er gebnisse der Untersuchung iverdcn später der Oeffentlichkeit in geeigneter Weise mitgeteilt." Die hierin ausgesprochene Furcht scheint uns unbegründet. Unter diesem Vorwand könnte man auch die spätere Ver öffcntlichung der Ergebnisse ablehnen und damit den Wert der Enquete illusorisch machen. Es soll ja gar nicht Auf- gäbe der Kommission sein, privatwirtschaftliche Studien zu treiben und besondere Geschäsisgeheimnisse zu entschleiern, sondern rein volkswirtschaftlich die Bedingungen der Fleisch- Versorgung und Fleischpreisbildung zu erfassen. Auch die Furcht vor„Spionage" in wirtschaftlichen Fragen durch aus ländische Staaten ist geradezu lächerlich. Die Kommission ändert doch nicht selbständig die in Frage stehenden Handels Verträge, sondern hätte doch nur Vorschläge zu machen, deren Durchführung von anderen Leistungen abhängig ist. Tie Gründe der Regierung machen nur den Eindruck einer Aus rede. Sie fürchtet offenbar die Kritik ihrer Versäumnisse von Fachleuten vor der Oeffentlichkeit. Denn ohne auf die ungeheure Schuld der Regierung einzugehen, lätzt sich eine Debatte über die Ursachen der deutschen Flcischnot schlechter dings nicht denken. Wünschenswert wäre es auch, wenn die Regierung so- gleich mitgeteilt hätte, wer der Kommission angehören ivird. Wir vermissen noch immer die Bestätigung, datz die Regierung unsere selbstverständliche Forderung erfüllen, auch Ver treter der Konsumvereine hinzuziehen tvird. Schwierigkeiten für die Einfuhr russischen Fleisches. Zum Studium des Fleisch- und Viehmarktes in Rußland ist der Direktor des Dresdener Schlacht- und Viehhofes dorthin ent- andt worden. In Warschau hatte er Gelegenheit, das für Berlin bestimmte Rindfleisch zu besichtigen. Nach seiner Meinung seien die rüheren Berliner Sendungen besser gewesen; zu Anfang war das Fleisch guter, jetzt nur mittler Qualität. Als Erklärung wurde ihm angegeben, datz zurzeit bessere Tiere nicht aufzukaufen seien. Trotz mehrfacher Verhandlungen konnte eine Verbindung zum Bezug von Fleisch in Warschau nicht geknüpft werden. Da beim Bezug von Fleisch ans Rußland ans mehrfachen Gründen besonders darauf Bedacht zu nehmen ist, datz eine Umladung an der Grenze ver- mieden wird, kommen für den Bezug nur die Orte in Frage, die an den Bahnstrecken der ehemaligen Warschau- Wiener Eisenbahn gescllschaft gelegen sind, weil deren Bahnstrecken, im Gegensatz zu den übrigen Bahnen in Rußland, dieselbe Spurweite haben wie die deutschen Bahnen....... .Im allgemeinen ist zu sagen, datz zur Zeit meiner Anwesenheit in Rußland es nicht ratsam erschien, einen Vertrag auf Lieferung russischen Fleisches einzugehen, weil' einmal allgemein Anweisung der Geldbeträge vor Abgang der Ware und Uebergang der Gefahr auf den Käufer vom Zeitpunkt der Verladung ab zur Bedingung gemacht wurde, weil bei dem vielbesprochenen Bezug russischen Fleisches durch einige deutsche Städte die Preise rasch gestiegen waren, das in erreich- barer Nähe befindliche Mastvieh vergriffen war und weil es an vielen Plätzen noch an den nötigen Einrichtungen für den Export nach Deutschland fehlt." Diese Erfahrungen beweisen von neuem, datz die vorübergehende Einfuhrerlaubnis nicht für die Versorgung Deutschlands mit Fleisch genügt. Die ausländischen Staaten sind nicht für die Ausfuhr nach Deutschland eingerichtet. Die Oeffnung sämtlicher Grenzen, auch für Gefrierfleisch ist nötig, um die Fleischnot zu beseitigen. Immerhin ist es Dresden gelungen,, den Bezug russischen Fleisches in die Wege zu leiten. Den Verkauf will die Fleischer- innung unter ähnlichen Bedingungen übernehmen, wie sie den Verkauf dänischen Fleisches übernommen hat, nur hat der Ausschutz für Fleischversorgung durch andere Klassifikation deS Fleisches dafür Sorge getragen, datz Klagen über Uebervorteilung des Publikums nach Möglichkeit vermieden werden. Der Bezug ausländischen Fleisches wird vom Ausschuß für Fleischversorgung für notwendig gehalten, da ohne Einführung ausländischen Fleisches die Preise für inländische Schlachttiere, insbesondere für Rinder, noch steigen würden. Gefrierfleischausfuhr auö Argentinien. Ein Bericht des argentinischen Handelsministeriums an die Kammer gibt bekannt, datz die Ausfuhr von Gefrierfleisch aus Argentinien trotz Bekämpfung in einigen bedeutenderen Staaten seit dem Vorjahre um d a s D r e i f a ch e g e st i e g e n ist. Außer dem Gefrierfleisch wird auch lebendes Vieh ausgeführt, so datz sich bereits eine leichte Preis- erhöhnng im Lande selber bemerkbar�macht. Auch eine Folge der Fleischnot. Die Fleischerinnung zu Gelsenkirchen beabsichtigt in Zu- kunft ihre Schweine in geschlachtetem Znstande aus den Pro- dnktionsgebieten zu beziehen. Die Fleischer hoffen hierdurch den Preis wesentlich herabsetzen zu können. Durch dieses Vorhaben würde eine Reihe von Unkosten vermieden werden.— In den Großstädten sind die meisten Fleischer ja schon längst noch bloße Ladeninhaber. Maßnahmen gegen die Teuerung. In Hamburg begann der städtische Fleischverkanf am Mittwoch. Er wird bis auf weiteres jeden Mittwoch und Sonnabend wieder- holt. Die Verkaufspreise sttr das Fleisch werden dem Einstands- preise angepatzt derart, datz ein Gewinn durch den Vertrieb des Fleisches mckst entstehen darf._ In gleicher Weise wird die Stadt Harburg verfahren. Der Verkauf erfolgt durch die Stadt, wobei sich die Innung bereit erklärt hat, der Stadtverwaltung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Angeregt durch das Ulmer Beispiel beabsichtigt die Stadtver- waltung von Metz eine Schwemezucht- und Mastanstalt in der der Stadt gehörigen Maucemuhle bei Ars einzurichten. /Ulis der Partei. Zur Demonstration am Sonntag. Wie uns aus London telegraphiert wird, macht die außer- ordentliche pqrlaMvtgrisZe EilMixn die AMeje.phc.st Wacdy- n a l d s im Unterhause am Montag, fco über die Stellung des Ministeriums entschieden wird, unerläßlich. Er kann also an un- serer FriedensAmdgebung am Sonntag nicht teilnehmen. An seiner Stelle kommt das Untcrhausmitglicd Genosse James O'GradY. Kommnnalwahlerfolge. Bei. den Stadtverordnetenwahlen in B unzlau wurden zwei Sozialdemokraten mit großer Mehrheit gegen die vereinigten bürgerlichen Gegner gclvählr. Bei den Sradtverordnetenwahlen in Lüdenscheid i. W., wo unsere'�cnosseii seit zwei Jahren sämtliche acht Mandate der dritten Abteilung im Besitz haben, konnten, obwohl alle bürgerlichen Parteien gegen uns zusammengingen, unsere Mandate mit großer Mehrheit behauptet werden. In Vlotho sWestf.) wurde unser Kandidat mit 197 Stimmen gegen 103 bürgerliche Stimme» gewählt. Ein gemeiner Streich. Die„Schwäbische Tagivacht" in Stuttgart bringt unier der Spitzmarke„Eine Mysufikation" folgende Erklärung: Der„Beobachter" veröffentlicht ei» als„Vertraulich" bezeichnetes Zirlular, das die anonymen Verfasser dem„Veoachter" zu übermitteln sich sehr beeilt haben. Das Ding hat folgenden Wortlaut: Vertraulich! Parteigenossen!' Der Tag der Abrechnung ist gekommen. An Euch ist es, Parteigenossen, dafür zu sorgen, datz Sozial- d e m o k r a t e>i in den Landtag gewählt werden und keine Revisionisten a la Lindeinanu und seine Freunde. Pariert den sich bestimmt Imederholenden Schurkenstreich wie bei den letzt- jährigen Geineinderatswahlen dadurch, datz ihr den von vielen zielbewußten Parteigenossen beschlossenen Abänderungsvorschlag durchführt und demselben größte Verbreilung sichert, unter Wahrung aller üblichen Vorsicht und Beschränkung. Das radikale Komitee. Vorschlag!! I Westmeyer 3 mal. Mauz 2 mal, Schimmel 1 mal; alle übrigen sind zu streichen. Gedruckte Stinnnzeitel sind am Freitagabend an den kannten Stellen zu erhalten. Auch den Unterzeichneten ivurde nach der Veröffentlichung im „Beobachter" ein solches Zirkular übermittelt. Das Machwerk scheint imS denn doch zu plump, sein Zweck zu durchsichtig, als daß es von Parteigenossen verfaßt sein könnte. Ans jeden Fall protestieren die Unterzeichneten entschieden gegen den Mißbrauch ihres Namens und lehnen jede Gemeiuschasl mit den anonymen Verfassern ab. W e st m e y e r. Mauz. Schimmel. Personalien. In die Redaktion der in Augsburg erscheinenden„ S ch w ä- bischen V o l k s z e i t u ii g" tritt an Stelle des verunglückten Ge» nossen Rollwagen der Landragsabgeordnete Genosse Albert Rotz» haupter in Nürnberg, bisher Redakteur der„Siiddeulscheu Eisen- bahnerzeitnng", ein._ polizcUidns, Gerichtliches ukw. Lnndriitlichc Mißhandlung deS Reichsvercinsgesehes. Ein interessanter Pretzprozetz. so berichtet man uns aus Halle a. S., beschäftigte am Sonnabend die Strafkammer. Angeklagt war der Redakteur des„Volksblatts" Genosse K a spare! und als Nebenkläger vereint mit dem Staatsanwalt wirkte der angeblich beleidigte Landrat v. T r o t h a in Wittenberg. Die Vorgeschichte des Prozesses war: Der Biirgcrineister von Kamberg bei Wittenberg versagte den freien Getverkschaften die Genehmigung eines Umzuges mit den fadenscheinigsten Gründen. Er befürchtete durch den Umzug „Schiägcreien. kopflose Verwirrung usw.". Darauf beschwerte man sich bei dem Landrat, der dann in seiner Antwort aus die Beschwerde noch„schönere" Gründe ins Feld führte. Jp dem schriftlichen Kultnrdokumeiit befand sich der die Arbeiterschaft auf das schmäh- lichste herausfordernde Satz: Solche Demonstrationen be- zwecken stets die Förderung der verbrecherischen, a�u f den gewaltsamen U m st u r z der b e st e h e n d e n «taats- und Gesellschaftsordnung, auf die Be- seitigung desKönigtums und dieWehrlosmachung des Vaterlandes gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratie. Dann befürchtete auch der Landrat, daß es bei dem Umzüge zwischen den ehrenhaften nnd königS« treuen Elementen und den Sozialdemokraten zu Streitig- leiten kommen könnte usw. Selbstverständlich mutzte das„Volksblatt" auf diese landrätliche Anmatzuiig antworten. Und dies geschah in einem Artikel unter der Spitzmarke: Preutzische LandrarSdreistigkeit. Genosse KaSpcrek kritisierte das Gebaren des Landrats in treffender Weise und meinte, das Verbot bside den Gipfel landrätlicher Miß- hantilung des Vereinsgesetzcs. Der feinfühlende Landrat fand in der Verhandlung noch den Mut. seine grobe Beleidigung der Arbeiterschaft aufrechtzuerhalten, indem er meinte, er habe die sozialdemokratischen Bcstrebniige»„nur im allgemeinen" als verbrech er isckphingestellt. Er wolle aber nach- weisen, daß die sozialdemokratischen Ideen in ihrer Tendenz wie in ihrer Gesamtheit verbreche- r i s ch sind.— Diese Darlegungen wurden schließlich selbst dem Gerichtsvorsitzenden zu bunt, der dem Landrat zurief, datz es solcher Ausführungen nicht bedürfe, da nur wegen formeller Beleidigung geklagt werde.— Genosse Kasparck wies den Landrat in seine Schranken zurück und auch der Staatsanwalt erkannte an datz K sich durch den Landrat verletzt fühlen konnte.— Das Gericht verurteilte unseren Genossen aber antragsgemäß zur Zahlung einer Geldstrafe von 300 Mark event. 00 Tagen Gefängnis. In der Urteils- begründnng hieß es. gewiß habe sich der Angeklagte durch den Landrat heftig angegriffen gefühlt, und eine Kritik lei wohl berechtigt gewesen. Auch den Satz von dem Gipfel landrätlicher Mitzhandlung des Vereinsgesetzes habe das Gericht noch als unter die berechtigte Kritik fallend betrachtet. Aber andere Satze hatten erkennen lassen, datz der Angeklagte nicht bloß kritisieren. sondern auch beleidigen wollte. Preßprozeß. Wegen öffentlicher Beleidigung und Verbreitung nicht erweislich wahrer Tat, achen standen die Genossen Ricdweg-aus Pfastatt sOberelsaß) und Genosse bischer von der Strahburger �Freien Presse" vor dem Mlllhauser Schöffengericht. In einem Artikel war behauptet worden, datz der Abbe Fatzhaucr. jetziger Redakteur einer klerikalen Zeitung und eifriger Zentrumsagitator, rn der OteugionS- stunde kleine Mädchen übermäßig gezüchtigt hat.- Folglich wegen formaler Beleidigung wurden die Angeklagten zu ie- 0 M. G e l d« strafe verurteilt.__ Jugendbewegung. Internationale Jngendkonferenz. Vom Sekretariat der internationalen Verbindung sozialistischer Jugendorganisationen geht uns folgender Anfruf zu: Wien, 13. November 1912. Werte Genossen I Wir berufen hiermit für Montag, den 25. N o v e m- ber eine,. außerordentliche iuterimttounlc Jugendkonferenz nach Basel ein... c r ,r Als Tagesordnung wird vorgeschlagen: 1 Die �uacndinternationale und die Kriegsgefahr. 2. Das neue Reglement für das JtffeppaZonale Sekretariat. 3. Eventuelles. Die SfiuUcTbunij der Delegierten soll sofort bei Genossen Robert D a n n e b e r g. Wien I, Wollzeile 12. erfolgen. Alle näheren Auskimfte werden int Bureau des Internationalen Sozialistisctien Kongresses(Kougrcglokal) in Basel erteilt werden. Es erscheint dringend geboten, das; Vertreter aller sozia- listischen Jugendbewegungen zur Konferenz koinmcu. Mit sozialistischem Grus? Internationale Verbindung der sozialistischen Jugendorganisation Sekretariat Robert Dan neberg, Sekretär. Z. H ö g l u u d. S. K r o g h. H. de M a n. E. Skatula. Balloinnütieilvisionen der Jugendwehr. Seit einiger Zeit hat auch die Jugendwehr ihr Vereinsblatt, dessen letzte Nummer einen Artikel austveist, der von unfreiwilligem Humor strotzt. Nach einem lleberblick über die Mobilisierung auf dem Balkan wird dort ein Vergleich mit einer e v c n t l. Mobilmachung bei uns gezogen. Dabei tischt eS den„lieben Jugendwchrjiinglingen" folgendes auf: „Wer uns klar machen will, dag selbst unsere Sozialdemokratie nicht begeistert mitmachen werde, der täuscht sich, namentlich in den jugendlichen unternehmungslustigen Menschen. Seht nur, wie die Ballonmützen fliegen, wenn unser Kaiser die Fahnen- kompagnie führt. Seht nur, wie die Beine täglich im Takt marschieren»eben der aufziehenden Wache, auch von den Trägern jener merkwürdigen Kopfbedeckungen. Und wenn sich nicht viele vor den anderen genierten, würden sie ihrer Freude über ihr Vaterland noch ganz anders Ausdruck verleihen. Diese Leute werde» nicht schlechter(!) sein wollen, wie die Bulgaren, Serben, Türken, Griechen dort unten. Sie sind auch klug genug, zu wissen, dag mit einer Demütigung Deutschlands ihr eigenes Los schlecht wird. Am Ende sind auch sie an allpreugische Zucht ge- wöhnt, und das eiserne Mutz gilt für sie ebenso gut wie für jeden anderen. Alle jedenfalls können wir als Deutsche getrost dem Ruf des obersten Kriegsherrn entgegensehen, er wird seinen Wider- ball im deutschen Lande finden, genau wie ehemals, und die Ge- schichrsschrcibcr würden auch später wieder schreiben können:„Der Kaiser rief und alle alle kamen". Was für klare Anschauungen hat doch das Karlchcn Mietznick, da? diesen Ouartaneraufsay verbrochen hat, über Sozialdemokratie und proletarische Jugendbewegung 1 Diese Jngendwehrleuchte» mögen sich gesagt sein lassen, dah die sich aus dem Grotzstadtmob rekrutierenden Paradebumniler und dergleichen auf demselben„patriotischen" Boden stehen wie sie selbst. Die Ballonmütze der Hnrrakanaille und die Uniform der Jugendwehr gehören zusammen. Die Sozialdemokratie hat init beiden nicht das geringste zu tun. Bim Induftnc und Handel. Ter Wngcnmangcl-Skandal im Jndustrierevier. Der Wagenmangel, im rheinisch-westfälischen Industrie- 'revicr wächst allmählich zum Skandal aus. Ständig noch steigt die Zahl der von der Eisenbahnverwaltung nickst ge- stellten Wagen, und damit zugleich die Zahl der Feierschichten für die Bergarbeiter. In den Monaten September und Oktober haben nicht weniger als 2t>1 488 Wagen zu 10 Tonnen gefehlt. Ter Förderausfall stellt sich auf über 2 000 000 Tonnen. Rechnet man als Durchschnittspreis 10 M. pro Tonne, so ergibt sich insgesamt für den Ruhrbergbau ein Ausfall von mehr als 20 000 000 M. Räch den Feststellungen des bergbaulichen Vereins soll im ersten Halbjahr 1912 der Aitteil an Arbeitslohn pro Tonne und Kohlen 5,58 M. betragen haben. Demnach wäre den Rnhrbergleuten durch den Wagenmangel in den beiden Monaten ein Lohnaus- fall von mehr als 10 Millionen Ma»k cnt- standen. Tie Wagenmangel-Misere wird sehr treffend illustriert durch einen Brief, den die Zeche Zollverein an die Eisen- bahndirektion gerichtet hat. Das Sckireibcn lautet:„Wir be- stätigen unser Schreiben vom 8. d. M., worin wir Ihnen mit- teilten, daß die M i t t a g s s ch i ch t unserer Schächte 1, 2, 3 und 0 an mehreren Tagen der vergangenen Woche infolge Nichtgestellung der angeforderten Eisenbahnwagen st u n° d e n l a n g untätig in der Grube war bezw. 3�i bis 5�. Stunden vor Beendigung der Schicht ausfahren mußte." Es wird dann weiter gesagt, daß die Mittagsschicht von 3 Schächten wegen Wugenmangel an einem Tag über- Haupt nicht einfahren konnte. Ter Brief fährt fort:„Die in der vergangenen Woche mittags eingefahrenen Leute arbeiten in dieser Woche zum größten Teil in der Frühschicht und es ist höchst bedauerlich, daß ihnen schon heute wieder eine Enttäuschung bereitet wurde, da uns von den über Altencssen angeforderten 600 Wagen bis 12 Uhr mittags nur 53(!) Wagen gestellt worden sind und wir infolgedessen gezwungen waren, die 7 7 0 M a n n starke Belegschaft auf Schacht 4 und 5 bereits um 8 Uhr ausfahren zu lassen. Die 17 4 0 Ar- b e i t c r umfassende Morgenschicht auf unseren Schächten 1, 3 und 6 ließen wir bis jetzt untätig in der Grube, da wir hofften, daß wir im Laufe des Vormittags doch noch Wagen erhalten würden, was aber leider nicht der Fall war." �wett das Schreiben, das natürlich nicht lediglich dem warmen Mitgefühl der Direktion für ihre Arbeiter cnt- sprungen ist, andererseits aber den Vorzug hat, die Situation im Ruhrkomenrevier treffend und erschreckend zu kennzeichnen. So wie auf Zeche Zollverein sieht es auf Hunderten Schächten im Ruhrrevier aus. Die Bergarbeiter machen den— oft stundenlangen— Weg zur Zeche, sie fahren in die Grube, warten unten, können wieder zu Tage fahren und müssen nach Hause gehen, ohne et neu Pfennig verdient zu haben. Das sogenannte Unternehmer-Risiko lassen die Zechenherren in erster Linie natürlich auch hier die Arbeiter tragen. Unter den Bergarbeitern herrscht naturgemäß eine große Erbitterung über den Wagenmangel-Srandal, der das unzulängliche Dispositionstalent der bureaukratischen preußi- scheu Eisenbahnbehörde in den grellsten Farben zeigt. * Einem Berliner Blatt wird Weiler dazu gemeldet: Am Mittwoch fehlten im Ruhrbezirk von 33 012 geforderten Wagen wieder 10 008 Wagen. Die Zechen stürze» die nicht abgefahrenen Kohlen- und Koksmengen in Läqer die jetzt schon überfüllt find. AuS der Klein- eisenindustne des Belgischen Landes kommen immer dringendere Klagen über ungenügende Brennstoffznsithren; einzelne Werke stehen vor der Betriebsemschränkung oder Stillegung- Im«eptember und Oktober fehlten insgesamt 201488 Wagen. Der Tabakmist in Deutschland. Wie der Verbandssekretär des Zentralverbandes deutscher Zigarrcnladeninhaber. Herr Hesselbarth, in einer Ver>amim»iig der Kölner Zigarrenhändler mitteilte hat ihn der Syndikus des rheinisch-hessischen Bezirksverbandes de« HansabundeS, Herr GörreZ. «rniächtigt, in der Oeffentlichkeit an erklären, daß der amenkam, che »abaktrust die Zigarettenfabrik Batschart in Baden-Baden angekauft habe. Die Fabrik sei bisher mit 3,S Millionen kapita- Itstert gewesen. Nun arbeite sie mit 6 Millionen. Nach I a ö in a tz i und Josetti(wahrscheinlich auch Eulima-Dresden und Delta-DreSden) mm auch B a t s ch a r i. Im Reichsschatzami liege eine Vorlage für ein Zigarette itmouopol deS Reiches, mit dem die Regierung hervortreten wolle, wenn sich der amerikanische Tabaktrust der deutschen Zigarettenindustrie ernst- sich bemächtige und eine Gefahr vorliege. Die Vorlage gleiche dem Petroleummoiiopol._ Ein«euer Baukkouknrs infolge des Krieges. Das Bankhaus von Ernst Drawe in G ö r l i tz hat gestern die Zahlungen eingestellt und den Konkurs angemeldet. Die Firma galt allgemein als gut fundiert und der Konkurs hat daher allgemeine Ileberraschung hervorgerufen. Der Inhaber deS Bankhauses erließ an der Tür des Geschäftslokals eine Bekanntmachung, daß infolge der durch die allgemeine Beunruhigung eingetretenen Erschütterung deS Vertrauens große Anforderungen an ihn gestellt worden seien und er delhalb im Gesamtiitteresse die Zahlungen eingestellt habe. Die Geschäftsbücher seien ordnungsmäßig geführt, die offenen und geschlossenen Depots in Ordnung. Verteuerung des Geldes. Die Deutsche Reichsbank, die Sächsische Bank und die Bayerische Notenbank haben gestern den Wechselzinsfntz von 5 auf 6 Prozent und den LombardzinSfutz für Darlehen gegen Verpfändung von Effekten und Werten auf 7 Prozent erhöht. Die Heraussetzung des Diskonts auf 6 Prozent belastet Handel und Industrie schwer und bringt alle Kreise, die durch die Kriegskrise schon geschwächt worden sind, in noch größere Bedrängnis. Auch iit dieser Maßnahme drückt sich die Wirkung des Balkankrieges auf den Geldmarkt aus. Der Gebiihreutarif des Panamakauals. Präsident Taft hat eine Proklamation erlassen, in der die G e- b ü h r e n festgesetzt werden, die die Schiffe für die Durch- fahrung des Panamakanals zu zahlen haben. Handels- schiffe mit Passagieren oder Ladung zahlen 1 Dollar 20 Cents pro Registertonne und 100Knbikfuß. Handelsschiffe ohne Passagiere oder Fracht erhallen eine 40prozentige Ermäßigung. Diese Gebühren sind dieselben wie die nächstjährigen für den Suezkanal. Kriegsschiffe haben 50 Cents pro Tonne des Deplacements zu zahlen. Bei Marinetransportschiffelt. Leichtern, Hospitalschiffen und Vorratsschiffcn werden 1 Dollar 20 Cents pro Registertonne be- rechnet._ Hus der frauenbewe�ung. Die Zersplitterung des Stimmrechtsvcrbandcs und die Demokratinncn. Die proletarische Frauenbewegung hat von jeher allen. An- näherungsversuchcn bürgerlicher Fraucnbercin« und Einzelpersonen streng ablehnend gegenüberstanden. Sie kann daher den Auf- lösungscrschcinungen der deutschen Frauenstimmrechtsgruppen ruhigen Blutes zusehen. Aber die Vorgänge bei der Spaltung des Frauen- stimmrechtsverbandes erhalten durch die Stellungnahme der demokratischen Frauen eine so bezeichnende Färbung, daß wir noch- mals auf Einzelheiten eingehen müssen. Der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht, der bisher stolz darauf zu sein schien, daß er durch seine Forderung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für alle Frauen ein- trat, ließ bekanntlich dieses Prinzip, das auch oberstes Prinzip der Demokratischen Vereinigung ist, fallen. Auf der Beiratskonferenz in Weimar wurde, wie wir schon mitgeteilt, dem Antrag von Dr. Augspurg zugestimmt: den Z 3 der Verbandssatzungen, in dem das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für alle Frauen gefordert wird, fallen zu lassen, und statt dessen die nichtssagende Formel:„Der Verband erstrebt das persönlich auszuübende gleiche Wahlrecht für alle Frauen zu den gesetzgebenden Körpcrschaftcn<ünd den Organen der Selbstverwaltung" zu setzen. Welch ein gewaltiger Schritt nach rechts das ist, bezweifeln wohl selbst die Führerinnen des Verbandes nicht und diejenigen, die am alten, Prinzip festhalten, haben denn auch die Konsequenz gezogen und ihren Austritt aus dem Verbände erklärt. Anders einige Demo- kratinnen aus Groß-Bcrlin. Der Berliner Frauenstimmrechtsvcrein besteht aus vier Groß- Berliner Gruppen: Berlin, Charlotteuburg, Wilmersdorf und Schöneberg mit einem Hauptvorstand, dessen Vorsitzende Frau Brcitscheid war. Außerdem haben der Braudenburgischc Provinzial- verein(Vorsitzende Frau Regina Deutsch) und der Preußische Landes- verband für Fraucnstimmrccht(Vorsitzende Frau Cauer) ihren Sitz in Berlin. Während die aufrechten Dcmokratinncn, die nur mit einer Zunge zu reden vermögen, dem Verband den Rücken kehren, scheinen andere ihre Parteiprinzipicn der Verbandsharmonie opfern zu wollen— so die D e m o k r a t i n Frau Deutsch, die Kandidatin für den frciwerdcnden Posten der Vorsitzenden des Preußischen Landes- Verbandes(früher Frau Cauer), so die D e m o k r a t i n Frau Regenhardt, Vorsitzende von Wilmersdorf, so die Dcmokratin Frau Eschholz, neue Vorsitzende von Schöncberg, so die Demo- k r a t i n(so nannte sie sich selbst in öffentlicher Versammlung) Frau Dzialoszynsti, die auscrwählte Kandidatin für den durch Frau Breitscheidts Austritt freigcwordcncn Berliner Obervorsitz. Frau Deutsch(Mitglied des Zentralvorstandes der Demokra- tischen Vereingung) gibt für ihre Abstimmung zum Antrag Augspurg in Weimar die außerordentlich unlogische Erklärung ab: „Ich hatte dort meine Stimme nicht als Einzelperson abzugeben. sondern als Vorsitzende von Brandenburg. Obgleich zivei Drittel meiner Mitglieder für Beibehaltung des§ 3 eintreten, hielt ich cS für meine Pflicht, für den Antrag Augspurg zu stimmen, weil ich es als eine Forderung der Gerechtigkeit ansehe, die Minorität zu schützen. Ich erkläre aber nach wie vor. daß für Frauen, die nicht für das allgemeine, gleiche Wahlrecht eintreten, in unserer Organi- sation kein Platz ist." Frau Deutsch gibt also ganz offen zu, daß sie die große Majorität der Mitglieder vergewaltigt hat und tritt für die Vcrschleierungspolitik, die der Verband jetzt betreiben will, ein.— Ebenso hat Frau Eschholz(Mitglied der Demokratischen Ver- einigung), die ihr Amt als Borsitzende der Ortsgruppe Berlin im Frühjahr niederlegen mutzte, weil sie nicht für den§ 3 eintreten will, dem Antrag Augspurg zugestimmt. In der vorigen Woche wurde sie dafür unter der neuen Acra Deutsch Vorsitzende von Schöneberg. Denn jetzt sollen die Vorstände ja die Mitglieder gegen den§ 3 beeinflussen, damit die nächste Generalversammlung mög- lichst noch weiter geht wie der Antrag Augspurg. Dann erfüllt sich vielleicht der Wunsch Fräulein Lisckmewskas recht bald, die eine Verschmelzung des Verbandes mit der reaktionären süddeutschen Vereinigung anstrebt. In der Generalversammlung der vier Groß-Bcrliuer Orts- gruppcn am 25. Oktober sprach sogar ein Mitglied Frau Deutsch den Dank dafür aus, daß sie in Weimar ihre Ucbcrzcugung geopfert habe. Frau Deutsch hat nicht bestritten, daß sie ihre Ueberzeugung aufgegeben hat. sondern den Tank ruhig hingenommen. Sonst dankt uran Führern für G e s i n n u n g st r e u e, im Frauenstimmrechts- verband jetzt aber für Aufgeben der Ueberzeugung. Wir aber fragen, wie können demokratische Frauen cS mit ihrem Gewissen vereinbaren, bei den Demokraten in das Horn des all- ge'llMeNj gKiZcNt Meimen M direkten AsUreZts zu Men«flfc in der Fraucnstimmrcchtsbcsvcgnng dieselbe Volksforderung fallen zu lassen? Bisher war es nur das Vorrecht der Freisinnigen, eigene Programmsordcrungcn nach Belieben zu verraten. Jetzt scheinen auch die Dcmokratiniien, aus Liebe zu ihren reaktionären Klasscngenossinnen ein Stück politischer Gesinnung zu opfern. Das wäre dann das weibliche Gegenstück zu dem Ueberlaufen der Demo- traten in das Lager von Kaempf bei der Berliner Reichstags- Nachwahl, Vcrsatmnlungen— Veranstaltungen. 2, Kreis. Den Leseabendteilnehmern des Südens zur Nachricht, daß der Besuch des K u n st g e w e r b e in u s e u in S wegen der Demonstrationsversammlungelt auf Sonntag, den 24. November, verschoben wird. Das Nähere wird am nächsten Freitag belanut gegeben._ Gerichts-Zeitung Verbrechen im städtischen Waisenhaus! S ch>v e r e sittliche V e r f c h l u n g e n deS El dem städtischen Waisenhause in der Alten Jakobstraße angestellten Oberheizers Karl K r ö b e l lagen einer Anklagesache zu- gründe, ivclche gestern vor der 4. Strafkammer des Land- gcrichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats S i m o n s o n zur Verhandlung kam.— Der Angeklagte, welcher seit mehreren Jahren in dem städtischen Waisenhause in der Alten Jakobstraße als Oberheizer beschäftigt war, wurde vor einigen Monaten plötzlich von seinem Amte suspendiert, da er in den Verdacht geraten war, sich an mehreren in dem Waisenhause untergebrachten Mädchen in schwer st er Weise vergangen zu haben. Dieser Verdacht war, wie die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Verhandlung ergab, durchaus zutreffend, denn das Gericht kam zu der Verurteilung des Angeklagten. Mit Rücksicht ans die Gutachten der vernommeneu medizinischen Sach- verständigen, die ihn als einen geistig nicht vollwertigen Menschen bezeichneten, wurden dem Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt, so daß er vor dem Zuchthause bewahrt blieb. Das Urteil lautete ans sieben Monate G e« fümgitis. Unterstehen Irrenärzte dem Gesch? Unseren Lesern ist die Affäre des in der Anstalt des SauitätS- rats Dr. Weiler interniert gewesenen Studenten Hagen noch in Er- innerung. Hagen war als vermeintlich gemeingefährlich geistes- krank gegen seinen Willen in der Weilerschen Anstalt interniert. Er wandte sich an den Rechtsanwalt Dr. Ehreufricd zur Vertretung seiner Interessen. Kürzlich ist der Antrag, den Studenten Hagen zu entmündigen, vom Gericht adgelehnt.- Außerordentlich schwer wurde es dem Anwalt Hagens gemacht, das Recht Hagens zu vcr- treten. In dicscu Kampf leuchtet eine Beleidigungsklage hinein, die der Rechtsanwalt Dr. Ehrenfried gegen- den Rechtsanwalt Dr. Behrendt angestrengt hatte und die gestern zur Verhandlung vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte gelangte. Dr. Ehrenfried hatt»es trotz wiederholter Bemühungen nicht! durchsetzen, können, daß ihm in- der Anstalt Gelegenheit zu einer Besprechung mit seinem Klienten gegeben- wurde. Er erfocht dann eine einstweilige Bcrfüguug des Charlottenburger Amtsgerichts. nach welcher ihm der Zutritt zu der Anstalt und zur Besprechung mit Ha'geit zu gewähren sei. Am 2. September begab sich Dr. Ehren- sried in die Wcilersche Anstalt auf Westend und nahm den Gerichts- Vollzieher Jüikstaedt und den Schlosser Vetter zur Vollstreckung.der Verfügung mit. Wie der Gerichtshof aus der Beweisaufnahme für festgestellt erachtet hat, hat sich in der Anstalt folgendes abgespielt: In der Anstalt war der Schwager des Dr. Weiler, Herr Rechts- anwalt Dr. Behrendt zugegen. Nach dem Erscheinen des Dr. Ehren- sricd kam es zwischen diesem und Behrendt zu einer immer leb- hafter sich gestaltenden Auseinandersetzung, auch entwickelte ficht eine Kontroverse mit dem Anstaltsbesitzer, und bei dieser Gelegenheit soll schon der Angetlagte Behrendt Worte wie„Bluff",„bodenlose Unverschämtheit" und dergleichen gebraucht haben. Dr. Ehrensricd ließ dann durch den Schlosser die Tür zu dem oberen Stockwerk öffnen und als er nach seinem Klienten fragte, wurde er nach einem Zimmer gewiesen, welches aber, wie sich sofort zeigte, leer war. Es hieß, daß Hagen- ebenso wie die übrigen Patienten seinen regulären Spaziergang im Garten mache. Dr. Ehrenfried wollte nun die Eingangstür zum Garten öffnen, lassen, der Vollstreckungs- beamte hielt sich hierzu aber nicht für befugt. Als der letztere mit dem Dr. E. wieder im Erdgeschoß stand und sein Protokoll ab« schließen- wollte, kam es wieder in Gegenwart des Rechtsanwalts Bihch�ndt, des Dr. Weiler und des Anstaltsarztcs Dr. Hartmann zuTTnigen Bemerkungen, und nun soll der Angeklagte mit lauter Stimme gerufen haben:„Schmeißt den Kerl raus! Alle Wärter zur Stelle!" Im Nu erschienen dann 8 bis 10 Wärter ans der Bildsläche und umdrängten etwas bedrohlich den Dr. E. und seine Begleiter. Der Angeklagte Rechtsanwalt Behrendt bestritt entschieden-, die beleidigenden Worte gebraucht zu haben. Er behauptete, daß er in aller Ruhe bei dem Gerichsvollzicher vorstellig geworden sei, von der beabsichtigten Vollstreckung abzusehen und ihn nicht zu zwingen, den Dr. Ehrcnsried aus der Anstalt zu entfernen, da durch den verursachten Lärm die Kranken bereits sehr beunruhigt gcivescn seien. Der Angeklagte berief sich gleichzeitig aus eine von Wärtern und dem Tr. Hartmann ohne sein Zutun aufgesetzte cidesstattlicho Versicherung, wonach sie nicht derartige beleidigende Worte von ihm gehört haben. Demgegenüber bekundete Gerichtsvollzieher Jjjrf- staedt eidlich, daß die Worte„Schmeißt den Kerl raus usw." gc- fallen seien, und zwar nach seiner Ansicht vom Angeklagten: doch wollte er die Möglichkeit offen lassen, daß sie auch von Dr. Weiler gebraucht sein könnten. Mit voller Bestimmtheit sagte dagegen der Schlossermcistcr Vetter aus, daß sowohl die Worte„Bluff!" und „Unverschämtheit", als auch die Worte:„Schmeißt den Kerl raus, alle Wärter zur Stelle", vom Angeklagt»« gesprochen- worden feiern Das Gericht kam zu einer Verurteilung des Angeklagten zu 300 Mark Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis. Schon früher haben wir betont, daß die Behinderung des Ver- kehrs des Internierten mit seinem Anwalt, auch weirn keine Schimpfworte gefallen wären, strafbar sein dürfte. Jugendliche„Raubmörder" als Opfer der Schundliteratur. Am 12. November wurde vor dem Dortmunder Schwurgericht erneut gegen den 10 Jahre alten Schlosser'Schwekendick und den 17 nltcn Schweiber Äachmann aus Dortmund Verhandelt. Beide hatten, wie unseren Lesern erinnerlich, am 20. August in einem Walde bei-rortmund einen jungen Mann, den sie kannten, getötet, um sich in den Besitz seiner Kleidungsstücke zu bringen. Die jugendlichen waren zu der Tat gekommen, weil sie viel in Schund- romaneu laicn. Auch die Umstände der Ausführung waren einem Nic-Carter-Hest entnommen. Die Verhandlung war am 11. Ok- tooer vertagt worden, weil noch ein zweiter Sachverständiger über den Geisteszustand der Angeklagten gehört werden sollte. � Dieser Ijiclt auch den älteren Angeklagten für geistig niinderwertig, aber verantwortlich. Die Anklage lautete auf Raubinord. Die Ge- lchworcnen bejahten die schwersten Schuldfrag-» und erkannten d'e jungen Burschen des Raubmordes schuldig! sie bejahten auch bei Bachmann, daß er die zur Strasbarkeit erforderliche Einsicht besessen. Der Staatsanwalt beantragte bei Schwekendick die Todes- strafe und Ehrverlust, bei Bachmann die Höchststrafe. 15 Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte bei Schwekendick auf die TodrsZ straje.-bei Bachmann aus 10 Jahre Gefängnis, IS AAVertheim B G. m, h. N. Leipziger Str. König-Str. Rosenthaler Strasse Oranien-Strasse Grosser Versand-Abteilung Berlin W. 66, Leipziger Strasse 133*137 Die Firma A. WERTHEIM hat zu ähnlich laufenden Finnen keinerlei Beziehung Lebensmittel-Verkauf Soweit Vorhanden* Inseriertes Obst, Gemüse, Wild und Fische sind Von der Zusendung ausgeschlossen. Kolonialwaren GIobus-MaKRaroni Mrbt) Ronserven incl. Flasche. oder fein.... l Ptd.-Paket 32 Pf. Scnta-Makkaronl�.� 42 pt Olympia-Makkaroni.tark oder fein..... l Ptd.-Paket FL Olympia-Schnitt-, Band- od. Faden- Nudeln i pfd-pak. 52 pl wSenta"-Schnitt-, Band- od. Faden-Nudeln- pk-t-i-ak«. 42 pf. Feine Schnitt- od. Faden-Nudeln gefärbt......... Pfund 33 Pf. Hörnchen, Figuren oder Nudel-Graupen I Pfund 36 pf. Figuren od. Nudel-Graupen, A (gefärbt)........ Pfund•*'' Ff. Victoria-Erbsen____ Pfund 19 pt Kleine Erbsen..... Pfund 15 pt Glasierte Erbsen g«ib.pfand23pf. Glasierte Erbsen 20 pl Grüne Erbsen..... Pfund 19 pt Grüne glasierte Erbsen Pfd. 28 pt Linsen..Pfund 16, 21, 26 pf. Kleine weisse Bohnen prd. 18 pt Java-Reis.. Pfund 25, 30, 36 pf. Rangoon-Reis.. Pfund 18, 20 pf. Stangenspargcl eitr* 1.85 Stangenspargel extra � 93 pf. Stangenspargcl Iii dos« 1.30 Stangcnspargei III./.vo.« 70 pf. Spargelköpfe � 1.20, l\ 65 pt. Bruchspargel 0llQe 85 pl Bruchspargel olme K%t9Do,e 48 pl Kaiserschoten.... vo-o 1.05 Junge Schoten fein.>/, Dose 85 PL Junge Schoten I..«/. vo°e 70 pl Junge Schoten II..>/, Dose 55 pl Junge Schoten III«i, Dose 45 pl Schoten u Karotten la D�e 93 pl Karotten I......>/. Dose 65 pl Karotten........ v Dose 50 pl Karotten in Streifen.. Vr Dose 27 PL Stangen-Perlbohnen>/, Dose 45 pl Brech- u. Schnittbohnen � 33 pl Gemischt. Gemüse ftfÄ D> 1.30 Gemischt. Gemüse II>/. Do«. 65 pl GrÜnkOhl....... V, Dose 30 PL Kohlrabi in Scheiben. Vi Dose 28 Pf. Spinat.......... Vi Dose 38 Pf, Rosenkohl....... Dose 65 Pf. Steinpilze....... v. dow 1.15 Sellerie., in Scheiben Vi Dose 50 PL Brat-Heringe...... vos« 43 n. Bismarck-Heringe... Do«. 43 PL Velikatess-Herlnge dos.50. 78 pl Oelsardinen... Dose 38, 60 pl Neunaugen Dos«(6 Sl. InhiU) 90 Pf. Oelsardinen in Tomaten. Do«« 55 Pf. Tischwein 1 91 1 Obcrmoseler.>/. pi 72 pl 1911 Wormeldingcr v.n 82 pl 1907 Kinheimer...v, nl.lS 1909 Aspisheimer.. v. n 80 pl 1907 Eckelsheimer.>/. fl 95 pl 1 905 Ganbischhofsheinjer xj. 1.15 1 909 Saint Mathieu>/. fl 65 pl 1909 Saint Juan... v. n 70 pl 1 909 Lcs Bessanncs>/. fl 87 pl 1907 Chat. Lague, 93 pl 1908 Haut Mcdoc.. v. fl 1.05 1 904 Grand Poujeaux v. fl 1.35 Südwein Tarragona..... Fiasobe 82 pl Feiner alter Tarragona � 1.00 Douro-Portweln I. v. Flasche 1.50 Alter Douro-Portwein ZA l.85 Insel Samosv, Fiasohe 85 pt. 1.00 Adriablumc rot stu«.. v. fl 1.10 geben schmutzigstem Metall Dauerglanz. Unentbehrlich n. Autos. Mu verlange überall„KAOL" in Flaschen zu 10 bis 50 Pf. Fabrik; Lubszynsld 6 Co. a m. b. H., Berlin-Lichtenberg. Verkauf aar Im Fabrikgebäude!| MSie sparen Geld! öbel Wenn Sie '35 I Möbelfabrik I c o t* m mJ C • S Tischlerei und Polstere!.— AufWunsoh Teilzahlung. 35 Permanente Musterzimmer-Ausstellung. BB 35 »KM.» MaaS, kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebilnde— eigene g 35 kein laden Tel.: A. III, 6157"ü Hallo! Spare In der Zelt Selm«Intanf. empleblcn ffleleflenbeitSIäuf« In neutn(orole oebrouthl-n Hcrr-n.UIN«rn. Antllgen. Malet»,»«c Ltylere lind Mabl-ch-n. ,°g MonaiS-arder-d-. wslche lell« w feinsten Werfftltten(an» aus Velde)»-arbeitet Nnd Jever Herr ftudet paffende Sarcerodc. sfrüycrer«nichalfanaSprelS bl» IW M, ley, ,u folgenden eptra billigen Prellen Serren-PaletotS 12— IS.- 20.- M.» I Rock-Augüge 1».- t6.. 20.. 24- m.« l! a~ JS""?o~ Z"«ehr-ck-A.„»ge 18- 22- 26- 32- M..c Jackett-Anzüge 9— 12— 14- 19.- m ic.|.ftercenfjofcn 3.- 5— 6—». k. _______««Itlönno von"-«»Nten Krack.>,.«c7ellfchast,.nziiae>,. oZZu kr. Frankfurter Str. 116, AA*)"™ m ww«wm.««.„ d.r Auiro4„"";"w' Chausseesir 89, iae.«n.tr. Senntaga nur von t2-2 Uhr geUffne«. erhält Jedermiiiin zu äusseret leichten Zahlung« bedingungen MObel jeder Art, ganze Einrichtungen, wie auch elnz Stücke Lieferung dlakrat durch Wagen ohne Firma Anzahlung von 5,— � Abzahlung von H.-- � Frankfurter Allee 154 1 ■ oaaiofl* roa»2-2. m atente etc. rkt u. verwertet anerk. schnell" i'v'.i nJ?, Jae*er 4 Dr. Bresltuar ..., t Berlin, 6H«chinor5tr.t06,n.d.Pat-Amt Das beratende Nachschlagebuch:.Wie mussnnmlir eine Erfindung für die Verwertung beschall, sein" U L dl!} u. frank« ßuchliandlunö Vorwärts, LiDdenslr. 69 -(Laden)---- Arbeiter,.... Handwerker, M? Mann jeder praktisch Jeder WDHAGGKAG», jeder TIIAG'» arbeitende der für seine Arbeit, für seinen Beruf, besonber» vorieilkast geeignete Kleidung nötig hat. fault diese bei &•lörlng, Größtes Sveziallmus für Arbeits- u» Berufskleidung — �-ra- ao-.. �~' ,er Allee 148— Neukölln: Bergstr. 66 drlchshaw. fRixdors) am Ringbahnh. beste Verarbeitung, gröftte Auswahl. j. b. von Schweitzer Politisehe Aufsätze und Reden. Mit Einleitung und Anmerkung herausgegeben v. Fr. Hehring. Sozian»tlgche Neudrucke V. Preis broschiert 8.— IL, gebunden 4.— AI Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wirlepp, Neukölln. Für den gnseralenteil verantw.: TH.S>I»tte,>i>erltn. Druck u-Aeriag: vorwctrtg lvuchdrudetei u. L« clagdanstalt Haut©tnget u. to., löeilm SW, 9,. 268. 29. imm. 2. Keilage des„Amörts" Kerlilltt UlilkslilM Unerläßliche Pflichten! Arbeitn, Partei- und Gwerllschusts- zeiiassln Kerlins! Am Sonntag, den t7. November, von 10— V Uhr, findet die Gewerbegerichtswahl statt. Es ist deshalb zur Vermeidung der Ueber- füllung der Wahllokale am Sonntag die uner- läßliche Pflicht eines jeden Arbeiters, möglichst schön des Vormittags zur Wahl zu gehen und seine Stimme für die Nummer V, der Liste der Freien Gewerkschaften abzugeben. Ebenso unerläßlich ist es für jeden Arbeiter und jede Arbeiterin, in einer der IProteftverfaininlungen gegen den Krieg zu erscheinen, um für den Frieden zu demon- strieren! Partei- und GemrKslhastsgcuajscn! Am Sonntag gilt es doppelt die Pflicht zu tun! Alle Genossen, die sich schon zur Wahlhilfe am Sonntag bereit erklärt haben, sind von dem Besuch der Protestversammlungen befreit. Der Jentralvorjlllnd Der Ausschuß der SoMldemoKratischen der Gmerkschastslisulinisjllm Wahlvereiue. Kerlins und Dmg. Sie LerverbegericHttumHIen für Arbeitgeber fltifectt heute von 3 bis 7 Uhr statt. Da nach dem Verhältnis gewählt wird, gilt jede Stimme! Die bürgerlichen Arbeit- geber sind diesmal recht rege. In einem Zirkular des Vcr- bandes der Berliner Metallindustriellen heißt es u. a.: Es ist nur der geringe» Teilnahme der büigerlichen Arbeit- geber an den früheren Wahlen zuzuschreiben, daß die Parität bei der Besetzung des Gewerbegerichts in steigendem Maße durch Zu- Wahl sozialdemokratischer Arbeitgeber in Frage gestellt wird. Bei der letzten Wahl im Jahre 1910 sind von fast 29 900 ein- geschriebenen Arbeilgebern nur 5914 zur Wahl erschienen: Von Sozialdemokraten 1779, von bürgerlichen Arbeitgebern nur 4135. Die Stimmenzahl der Arbeitgeber bleibt dabei noch um 1342 hinter derjenigen von 1998 zurück. Die Sozialdemokratie eroberte 1993: 15, 1919: 21 Arbeitgebermandate. Die Folge davon ist. daß der von den Gewerbegerichts- beisitzern gewählte Ausschuß für Gutachten und Anträge'zurzeit unter zehn Arbeitgeberveisitzern drei sozialdemokratische und nur sieben bürgerliche Arbeitgeber aufweist. Da für die Arbeitnehmerbeisitzer fast ausnahmslos die Kan- didaten der sozialdemokratischen Vorschlagsliste in Frage kommen, so besteht die dringende Gefahr, daß die Parität bei der Gerichts- besetzung nicht mehr gewahrt werden kann. Auch zahlreiche andere Arbeitgebervereinigungen haben ähnliche Rundschreiben erlassen. Unsere Parteigenossen werden hieraus ersehen, in welcher Weise die bürgerlichen Arbeitgeber auf dem Posten sind, um ihre Position zu stärken. Um so mehr erwächst für die Partei- genössischen Arbeitgeber die dringende Pflicht, am heutigen Tage zur Wahl zu gehen und die Liste II abzugeben.__ Stadtverordneten> yerlammlung. 29. Sitzung vom Donnerstag, den 14. November 1912. nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michclet eröffnet die Sitzung um 5% Uhr mit der Mitteilung vom Tode des Stadtv. L e n tz fA. L.). Die Vcr- sammlung ehrt sein Andenken in der üblichen Weise. In die gemischte Deputation zur Prüfung der Real- kreditfrage sind seitens der Versammlung zehn Mitglieder zu entsenden; darunter besindeMich auch die Stadtvv. Dr. A r o n s, Heimann, Hoff mann Eingebracht" ist vorgestern, 12. November, von der sozialdemo- kratischen Fraktion(Stadwv. Dr. Arons u. Gen.) folgender Dringlichkeitsantrag: r ..Die Versammlung wolle bei dem Magistrat beantragen, daß dieser an den königlichen Polizeipräsidenten das Ersuchen richtet, seine an die Polizeireviere erlassene Verfugung. nach der zur Gowerbegerichtswahl am 17. November 1912 Arbeitnehmerri. die länger als sechs WixHcn arbeitslos sind, die Legitimationei, nicht unterstempelt auerdc» sollen, zurückzunehmen, und daß der Polizeipräsident die Polizeireviere anweise, entsprechend den Bestimmungen des Gewerbegerichtsgesetzcs allen in Berlin woh- nenden arbeitslosen Arbeitern, die darum nachsuchen, die Legitimation abzustempeln." Der Kaufmann Oskar Rößler hat testamentarisch die Stadt Berlin zur Erbin eingesetzt; das Erbe, zu dem das Haus Wilmersdorfer Str. 92/83 in Eharlotteirburg gehört, das unter 859 999 M. nicht veräußert werden darf, soll zur Errichtung einer Stiftung Verwendung finden deren Zweck die Erbauung und Unterhaltung einer Entbindungsanstalt für be. dürftige Mädchen und Frauen ohns Unterschied der Konfession ist. Der Magistrat will die Erbschaft annehmen. Die Mitigtmung der Versammlung wird ohne Debatte erteilt. Bekanntlich hat sich das neue Stadthaus bereits als z u klein erwiesen; schon gegenwärtig sind die Bureaus von elf Verwaltungen außerhalb städtischer Gebäude untergebracht. In- folge Vermehrung der Verwaltungsgeschäftc und des Beamte»* Personals wird das Raumbedürfnis immer dringender. Der Ma° gistrat will das Haus Stralauer Str. 44/45 mieten, um tunlichst sämtliche Bureaus in allernächster Nähe von Rat- und Stadthaus zu vereinigen; schon die Mietung der oberen vier Etagen und des Dachgeschosses würde genügen, um den Plan des Baues .eines neuen Verwaltungsgebäudes für längere Zeit hinauszu- schieben. Die Mietung soll auf zehn Jahre zum Höchstpreise von 195 999 M. pro Jahr erfolgen. Stadty. Hinde(Soz.): Die Befürchtung, daß auch das neue Stadthaus selbst in Verbindung mit dem eigenen Verwaltungs- gebäude für die Gastoerke nicht ausreichen würde, hat sich nur zu rasch bestätigt. Ein Ausschuß, der vor Jahren für diese Frage niedergesetzt war, hat nur einmal getagt, und seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört. Wir halten dafür, daß man etwas weiter gehen soll als der Magistrat will, nämlich, daß man cnt- weder auch die Parterreräume mieten oder das ganze Grundstück ankaufen soll. Wie man hört, treten die Gaswerke bereits als Re- flektanten für die Parterreräume auf, um dort eine Ausstellung ihrer Produkte zu veranstalten. 24 M. pro Quadratmeter Miete sind sehr hoch; in unmittelbarer Nähe zahlt man nur 12 bis 13 M. Zur Prüfung aller dieser Fragen ist Ausschußberatung angezeigt. Nach kurzer Debatte wird die Einsetzung eines Ausschusses von 15 Mitgliedern beschlossen; die Wahl soll noch heute durch den Vorstand vorgenommen iocrden. Für den ausgeschiedenen Namslau wird um 6 Uhr Ober- Bürgermeister Dooflein- Rudolstadt zum besoldeten Stadtrat goivählt, er erhält von 117 abgegebenen Stimmen 119; zwet Stimmen zersplittern, fünf Zettel sind weiß. Die Wahl erfolgt auf zwölf Jahre; das Gehalt ist auf 9599 M. festgesetzt. Den aus Anlaß des Gewitterregens am 2. Juli er. Geschädigten in der Schönhauser und Pappelallee sollen zusammen 8429 M. Vergütung gezahlt werden, die sich auf 37 Empfänger verteilen. Die Entschädigung auf die von dem- selben Regen in der Greisswalder Straße Betroffenen auszu- dehnen, lehnt der Magistrat ab. Stadtv. Max Schulz(N. L.): Für die Greifsivalder Straße, wo die Schädigungen in gleicher Weise wie bei den beiden anderen Straßen anerkannt sind, sollen Entschädigungen nicht gegeben werden. Ich begreife nicht, warum dieser Unterschied gemacht werden soll. Der Magistrat meint, die Greisswalder Straße habe schon öfter solchen Wasserschaden gehabt und die dortigen Eigen- tümer und Mieter hätten Vorsichtsmaßregeln treffen können. Wasserdichte Kellerabdeckungen machen aber die Keller zugleich auch luftdicht, also unbenutzbar. Mit fünf Millionen hat man einen Notkanal gebaut, und der hat nicht ausgereicht zur Ab- führung der Regenwassermengen, an deren Äuspumpung die Feuerwehr tagelang zu tun hatte. Wie kann man'da also mit verschiedenem Maß messen wollen? Ich beantrage, auch den Gc- schädigten in der Greisswalder Straße eine Vergütung zuzu- billigem Stadtbaurat Geheimrat Krause: Ein Rechtsanspruch auf Ent- schädigung besteht nicht; aus Billigkeitsgründen soll ein Teil der Geschädigten entschädigt werden. Die Ermittelungen des Ma- gistrats haben ergeben, daß die Ueberschwemmung in der Greifs- Walser Straße keineswegs so besonders stark war. Der Notauslaß ist für das Nadialsvstem XI, also für ein ganz anderes System gebaut. Durch die Gewährung der Entschädigung würden wir die Bewohner der Greisswalder Straße noch sorgloser machen. Stadtv. Modler sA, L.) warnt ebenfalls vor der Ausdehnung des'Kreises der zu Entschädigenden, denn sonst würde bald bxi jedem Regenguß Entschädigung zu zahlen sein. Man solle den Vorbehalt„aus Billigkeitsgründen und ohne eine rechtliche Ver- pflichtung anzuerkennen" in den Beschluß ausdrücklich aufnehmen. Stadtv. Max Schulz: Die Eigentümer der Greisswalder Straße tonnten nicht annehmen, daß ihre Grundstücke an den an ihren Häusern entlang gehenden Notkanal nicht angeschlossen sind. Man soll die Geschädigten in der Greifswaider Straße doch nicht schlechter behandeln. Stadtbaurat Krause hält den Antrag Modler für überflüssig, weil in der Begründung des Magistratsantrages das Nötige ge- sagt sei. Stadtv. Cassel(A. L.) befürwortet die Annahme des Antrages Modler, damit aus seiner Ablehnung nicht falsche Schlüsse tn der Oesfentlichkcit gezogen werde nr Der Magistratsantrag wird mit dem Antrage Modler ange- nommen; der Antrag Schulz, dem Magistrat zu empfehlen, auch die Greisswalder Straße zu berücksichtigen, wird mit geringer Mehrheit abgelehnt. Die Ra t s k c l l e r pach t soll dem zeitigen Pächter Falken- berg wegen des erheblichen Gefchäftsrückgal�zeS vom 1. Januar 1913 ab von 44 999 auf 33 999 M. herabgesetzt werden. Stadtv. Drescher(Soz.): Wir beantragen Ausschußberatung. Der Pächter hat 9999 M. Nachlaß erbeten; der Magistrat will 6999 M. nachlassen. Natürlich sind wir auch für ein humanes Vorgehen des Magistrats gegen die Mieter städtischer Räume, ,n dem vorliegenden Falle ist die uns gegebene Begründung aber gänzlich unzureichend. Nachdem auch Stadtvv. Cassel und Lindau(Fr. Fr.) für Ausschußberatung gesprochen haben, wird dementsprechend de- schloffen. Für dieDurchlegung der Hedemann st raße nach der Friedrichstraße beantragt der Magistrat im Anschluß an eine ihm von dem Kaufmann Otto Markiewicz, Hohenzollcrn- straße 11, gemachte Offerte die Festsetzung neuer Flucht- l i n i e n. Die neue Straße soll 18,39 Meter breit sein und von der Stadt übernommen werden; der Unternehmer will sie zu einer „ruhigen Wohnstraße" für den„bessergestellten Mittelstand" machen, auch seinen Antrag auf Gewährung eines städtischen hypothekarischen Darlehns von 469999 M. empfiehlt der Magistrat zur Genehmigung. Stadtv. Licbehcrr(Fr. Fr.) begrüßt die Vorlage und beantragt Ausschußberatung....' totadtD. Zylirz(A. L.) bemängelt die Forderung der hypo- thekarischen Darlehen, sie die Stadt hergeben soll. Die Hypotheken ständen an zweiter uitd dritter Stelle und verbürgten keineswegs absolute Sicherheit. Das Risiko sei für die Stadt zu groß. Stadtv. Sonncnfeld(A. L.) begrüßt seinerseits ebenfalls den Magistratsvorschlag, hat aber gegen das Hypothekengeschäft, das der Stadt angesonnen werde, auch Bedenken und wünscht deren Prüfung in einem Ausschuß. Stadtv. Leid(Soz.): Uns erscheint die Vorlage im großen ganzen als ein günstiges Angebot für die Stadt, toeil eine Ver- bindung zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße hergestellt wird, ohne daß der Stadt daraus irgendwelche Kosten erivachsen. Die Bedenken gegen die Hergabe der zweiten Hypotheken verkennen auch wir nicht; wir sehen die Transaktion aber als ein Entgegen- kommen der Stadt gegen den Unternehmer an, als eine Erleich- terung zur Ausführung des Unternehmens. Im einzelnen wollen wir die Bedenken auch unsererseits gern in einem Ausschuß prüfen. Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Der Bau der Brücke über den Gleisen der Stettiner und Nordbahn im Zuge der Born ho lauer Straße ist schon inr Februar 1919 beschlossen worden. Der mit 999 999 M. ab- schließende Entwurf hat in den Verhandlungen mit dem Eisen- bahufiskus' eine Reihe von Abänderungen erfahren und ist erst jetzt, fertiggestellt. Für die Bauausführung ist iei Abschluß eines, Vertrages mit der Eisenbahniverwaltung erforderlich; der Ent« Wurf desselben liegt gleichfalls vor. Die Versammlung stimmt der Vorlage zu. Für den f c st l i ch e n Empfang des königlichen Instituts für öffentliche Gesundheitspflege zu London sind statt der dewilligten 8999 M. tatsächlich 11 855 M. verausgabt worden. Der Magistrat sucht die nachträgliche Ge- nehmigung der Versammlung nach. Dem Antrage wird ohne Debatte entsprochen. Hieraus tritt die Versammlungen die Bcmtumg dies oben mit- geteilten d r i n g l i ch e lr Antrages. Stadtv. Ritter(Soz.): Am nächsteu Son»>tag sollen die Wahlen der Beisitzer zum Bertiner Gewerbegericht stattfinden. In Berlin hat sich di« Praxis herausgebildet, daß die Polizeireviere den Acbei* tern die Legitimationen nicht unterstempeln/, wenn sie länger atS sechs Wochen arbeitslos sind,. Wir halten die bezügliche Verfügung für miberechtigt und mit dem Gesetze nicht übercinstimmeud. In § 0 des Ortsstatuts, entsprechend dem 8 14 des Gesetzes, heißt es» daß wahlberechtigt, ist, wer 25 Jahre alt ist und in Berlin entweder Wohn ung oder Beschäftigung h a t. Der Ausschuß der Gewerls chaftskomurission ist beim Magistrat wegen der Auslegung vorstellig geworden; Bürgermeister Dr. Reute hat am 0. November geantwortet, daß der§ 9 sich nur auf diejenigen Arbeiter bezieht, die in Berlin gewerbliche Bejchästiguing haben. Der§ 9 redei aber nicht bloß von der gewerblichen Be- schäftiguny, sondern es ist danach auch der tvohlberechtigt, der in Berlin wohnt. Dem Betreffenden, der über 8 Wochen arfeits- los ist, geht, durch diese Verfügung fein Wahlrecht verloren. Aus einer Siatistih, die ich mir habe' aufftellen, lassen, ergibt sich, daß gegenwärtig in den Listen eingetragen sind 21 697 Arbeitslos«, wovon 5516 über sechs Wochen arbeitslos sind, also 26,2 Proz.(Hört! hört! bei den Sozial demot ra teru} Daß diese 5516 des Wahlrechts verlustig gehen sollen, ist nicht die Absicht des Gesetz- geber s gewesene Die Verfügung des Polizeipräsidenten scheint mir die Grenze, die man ja wird ziehen, müssen, zu eng zu ziehen. Man kann doch nicht der Ausfassung sein, daß ein Arbeiter, der über sechs Wochen-arbeitslos ist, nun nicht mehr Arbeiter ist; er wird doch deswegen nicht Rentier, sondern bleibt Arbeiter. Ich bitte Sie, unseren Dringt ichle itÄcmtrag anzunehmen/ da bis zum 17. November immer noch die Möglichkeit besticht', daß die Polizei- reviere angewiesen toerdcn töimlen, diese Legitimationen zu be- gläubigen. Man könnte ja sonst mit derselben Argumentation auch den über sechs Wochen lang Kranken das Wahlrecht nehmen. Stadtv. Hahn(A. L.): Die Voraussetzung für das, was dar Magistrat tun soll/, ist doch das Vorhandensein einer solche»! Ver- fügung. Die besteht aber nicht. Nach dem strengen Wortlaut des Gesetzes würde»licht wahlberechtigt sein, wer am nächsten Sonntag nicht in Berlin wohnt oder nicht in Berlin Deschäftigung hat. Diese strenge Ausfassung ist nicht durchführbar; darum ist ein kleiner Zwischenraum für nötig befunden ivorden, und schon 1991 hat der Magistrad an den Polizeipräsidenten das Ersuchen gerichtet, den Arbeitslosen die Bescheinigung auch noch zu erteilen, wenn sie vier Wochen arbeitslos waren. Auf neuere Vorstellung des! Magistrats hat der Polizeipräsident verfügt» daß die Beschcinignng auch dann noch erteilt werden kann,, wenn die Betreffenden bis zu sechs Wochen arbeitslos sind. Mit dem„Wohnen" hat das gar nichts zu tun; das Formular richtet sich gar nicht darauf, ob jemand' hier wohnt oder nicht, darüber haben die Polizeireviere Überhaupt keine Bescheinigung zu erteilen. Ter Antrag ist also gänzlich hinfällig. Der Wahlvorsteher kann auch andere Ausweise als den polizeiliche» als gültig anerkennen. Gtodtpat Hamburger: Es ist nicht der Polizeipräsi- beut, der diese Mpßnahine inszeniert hat« sondern der Magistrat hat an den Polizeipräsidenten das Ersuchen gerichtet, Legitimationen' noch zu bescheinigen, wenn die Inhaber bis zu sechs Wochen arbeitslos sind. Zu dieser Frist sind wir in weitherziger Austegulig des Gesetzes gekommen. Es handelt sich hier eben um die Frage: Wer ist noch als Arbeiter anzusehen? Die Wählen finden Mitte November, die Ausstellung der Legitimationen findet etwa Ende Oktdber statt; rechnet man sechs Wochen zurück, so fallt der Termin noch in. den September, also in eine Zeit, wo noch keine allgemein« Geschästsstillegung erfolgt ist,, sondern ein Arbei- ter noch Arbeit find, et, t wenn er Arbeit haben will.(Stürmische Unterbrechung'bei den Sozialdemokraten,; Rufe: „So ein Reaktionär! Ein liberaler Stadtrat!") Eil» Erlaß des Handelsminister steht aus dem gleichen Standpunkt. Bei ganz wörtlicher Auslegung hätte man auch diese sechs Wochen nicht kon- zedieren dürfen. Das Ortsstatut läßt ja die Anfechtung des Wahl- ergebnifses aus diesem Grunde zu; der Oberpräsident würde dann zu entscheiden haben» Stadtv. Galland(A. L.): Wir machen nicht die Gesetze, wir wenden sie nur an. Ich stellc mich durchaus auf den Standpunkt des M a gi st.ra t sv e r t rete r s.(Sturmi sckie Zurufe bei den Sozialdemokratern), W i r haben gar keine Veranlassung, dem Antrage näherzutreten Stadtv. Goldschmidt: Es heißt doch in dem Gesetz„wohnt oder beschäftigt ist", das ist doch ein linterschied. Es will bedeuten: wenn ein Mann, der in Berlin wohnt, arbeitslos wurde, aber in Berti« wohnen blieb, ist er berechtigt, an der Wahl teilzunehmen.(Zu- stimmung und Widerspruch.) In dem Gesetz steht gar nichts davon. daß Arbeitslose von dem Wahlrecht ausgeschlossen sind,(Lebhafte Zustimung bei den Sozialdemokraten.) Es kann doch keine Schwic- rigkeit machen, herauszufinden, wer noch' Arbeiter ist.' Die Möglich- keit, eine Grenze zu ziehen, hat auch Kollege Ritter zugegeben; er will sie nur nicht schon bei 6 Wochen ziehen U e b e r 5999 A r- Veit er würde» sonst ohne jede Schuld von dem Wahlrecht ausgeschlossen. Der Standpunkt, wer Arbeit finden wolle, müßte sie auch unbedingt binnen 6 Wochen finden, ist doch nicht zu akzeptieren. Leider besitzen>vir den Wortlant der Verfügung nicht. Die Sache hat also sehr wohl, eine materielle Be- deutung. Verweigert die Polizei die Stempelung tatsächlich, so ist es Pflicht des Magistrats, auf Rcmedur hinzuwirken. Stadtv. Dr. Nathan(Fr. Fr.): Da die Wahkcn' schon in drei Tagen stattfinden, wird der Antrag praktisch keine rechte Bedeutung mehr haben; sein Inhalt aber erfordert ernste Prüfung. Es haben sich die größten Differenzen in der Anschauung über die Rechts- tage ergeben. Die Grenze von 6 Wochen ist eine Grenze, die wohl- wollende Willtür gezogen hat; sie braucht nicht das Richtige zu treffen. Das Ortsstatut muß geändert werden. Oberbürgermeister Mermuth: Das jetzt eingeschlagene Ver- fahren hat bereits bei der vorigen Wahl gegolten; der Magistrat hat das vorige Verfahren lediglich wieder aufgenommen mit der Erweiterung von 4 auf 8 Wochen. Jetzt plötzlich 3 Tage vor der Wahl alles wieder umzuwerfen, ist technisch völlig unmöglich. Der Schlverpunkt liegt hier nicht in den umstrittenen Worten„Wohnung oder Beschäftigung", sondern in dem Begriff„Arbeiter", und dieser Begriff ist verschiedener Auslegung fähig. Würde der Begriff jetzt geändert, so müßte doch auch nach den Worten des Antrag- stellers selbst eine Grenze gezogen werden, und es ist eine Schwäche des Antrags, daß er diese gar nicht bezeichnet. Wenn man der Frage der Auslegung näher treten will, so werden wir uns dem gewiß nicht entziehen. Für die nächsten Wahlen ein« Aenderung herbeizuführen, ist aber unmöglich. Den Magistrat trifft eine Schuld nicht. Stadtv. Cassel: Das Wort„wohnt" tut zu der Frage gar nichts; es handelt sich um den Begriff„Arbeiter". Da muß ich dem Kollegen Goldschmidt durchaus beistimmen. Es geht nicht an, jemand, der sechs Wochen nicht mehr gearbeitet hat, nicht mehr als Arbeiter gelten zu lassen.(Zustimmung.), Wenn ein Arbeiter an Typhus ein paar Monate trank liegt, bleibt er des- halb doch Arbeiter. Durch eine einfache Festsetzung ist die Frage nicht zu lösen; sie muß individuell gelöst werden. Der Antra» kommt für jetzt bedauerlicherweiss zu spät. Ich beantrage daher mit den Kollegen, Dave und Nathan, den Magistrat zu ersuchen, mit uns in gemischter Deputation über die Aenderung des Orts- statuta zu beraten. Stomp. D»ve(A. L.): Den Antrag Arons können wir unper- ändert nicht annehmen, er lätzt eine Lücke; er sagt nur: sechs Wochen seien unangemessen. Was sollen denn nun die Wahlvorsteher tun? Damit schließt die Beratung. Stadtv. Ritter(SchlußwortZ: Wir stimmen natürlich für den Antrag Cassel, wenn unser Antrag abgelehnt werden sollte. Ein Streit über den Begriff„Arbeiter" kann doch nur entstehen über ungelernte Arbeiter. Meine Statistik betrifft nur gewerbliche, gelernte Arbeiter. Geht man mit diesem Begriff vor, so mutz man sich ooch auch auf der anderen Seite überlegen, ob der Unternehmer noch wahlberechtigt ist, wenn er in den letzten sechs Wochen keine Aufträge mehr gehabt hat und dergleichen. Eine Aenderung hat sich unbedingt als notwendig herausgestellt. Ter dringliche Antrag Arons wird abgelehnt, der Antrag Cassel-Dove-Nathan einstimmig angenommen. Schluß der öffentlichen Sitzung Uhr, Inval)dltät$urfa(lKn der Berliner Arbeiter im jsabre 1911. UeBcr die Ursachen der Invalidität der Berliner Arbeiter gibt der Bericht der Landesversicherungsanstalt Berlin für das Jahr 1911 ein interessantes, indessen auch sehr betrübendes Bild. Wie bisher so nehmen auch im Jahre 1911 die Lungenkrankheiten den weitaus größten Teil der Jnvaliditätsursachen ein. An erster Stelle stehen die Lungenkrankheiten bei den Männern mit 27,9 Proz.; dann folgen die Nervenkrankheiten mit 19,8 Proz. tzdenen noch 2,9 Proz. Äugen, und 9,8 Proz. Ohren- krankheiten zuzurechnen sind); ihnen schließen sich die Krankheiten des Gefäßsystems mit 18,7 Proz., die der Entwickelung und Er- nährung einschließlich dcS AlkoholismuS mit 14,4 Proz., die der Knochen und Gelenke mit 7,2 Proz. usw. an. Bei den Frauen stehen an erster Stelle die Lungenkrankheiten mit 18,5 Proz., dann folgen die Nervenkrankheiten mit 18 Proz., die der EntWicke- lung und Ernährung, darunter besonders die Altersschwäche, mit 17,3 Proz., die Herz-Gefätzkrankheiten nsit 17 Proz., die Knochen- und Gclenktrankheiten mit 11,1 Proz. usw. Die Invalidität nach Altersklassen geordnet zeigt uns folgendes trauriges Bild. Von je 199 Rentnern wurden in nachstehenden Altersklassen durch Lungenkrankheiten und chronischem Bronchialkatarrh invalidisiert: __ Alter in Jahren: 20, 24|25/29|39/34|35/39'49/4r45'49i59/54!55/59|69/64|65/69|79| flbnhpt. Männlich: 65| 61| 48| 89| 36| 83| 23| 20| 15| 17|9| 28 Weiblich: 66| 45 I 84| 81 I 21| 18| 13| 11| 9| 7[6| 19 Infolge von Nervenkrankheiten: Männlich: 1« j 17 I 36 I 35 I 27 I 23 I 23 I 17 I 13 I 9 13 1 19 Weiblich: IS I 26 I 33 I 29 I 27 I 32> 22 I 19 s 9 s 6 1 2 1 18 Danach wurde die Invalidität bei den jungen Männern von 20—24 Jahren zu 5 5 Proz., im Alter von 25—29 Jahren zu 51 Proz. und von 39—34 Jahren zu 48 Pro z., und bei den jungen Mädchen und Frauen von 20—24 Jahren zu 5 5 Proz., von 25— 29 Jahren zu 4 5 Proz. und von 39—34 Jahren zu 3 1 Proz. durch Lungenkrankheiten herbeigeführt. Das heißt, in dem 29. bis 24. Lebensjahre sind von 199 Rentnern bei den jungen Männern und Frauen mehr als die Hälfte— 55 Proz.— durch die Lungenschwindsucht bezw. einer Lungenkrankheit invalide geworden. Und davon sind 1911 ge- jtorben bei den Männern 21, bei den Frauen 23. Diese trockenen kalten Fiffern bilden eine furchtbare Anklage unserer heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände. In den besten Jahren, wo sich das junge Geschlecht entwickeln soll, sehen wir die junge Proletarierin und den Proletarier zum großen Teil bereits siech und welk, für die Gesellschaft verbraucht! Mit 29 Jahren Jnvalidenrentner! Nach Berufen geordnet, stehen unter den Rentnern die Metall- arbeiter mit 187 Promille an erster Stelle; dann folgen die Bau- arbeiter, darunter hauptsächlich Maurer, Zimmerer, Maler mit 149; der Handel mit 192; die Verkehrsarbeiter mit 191; die Holz- industrie mit 93; die Dienstboten mit 49 Promille. Bei den Frauen stehen die Dienstboten mit 499 vom Tausend an e r st e r Stelle, dann folgen die Näherinnen und Schneiderinnen mit 157; die Verkäuferinnen mit 83; die Plätterinnen mit 75 und die .Papierarbeiterinnen mit 27 vorn Tausend. Die Kombination zwischen Jnvaliditätsursachen und Be- rufen zeigt das folgende Bild: Nach Berufsarbeiten entfallen von Danach werden die Handelsbeflissencn mit 25,4 Proz. am m e i st e n von der Lungenschwindsucht betroffen, dann folgen die M e t a l l a r b e i t« r mit 24,9 Proz. Der Durchschnitt »er infolge Lungenschwindsucht 1911 invalidisierten Per- sonen betrug 29,9: die M e t l la rb e i t e r und Handels- beflissenen übersteigen demnach den Durchschnitt ganz erheblich, wahrend die Holz- und Schnitzarbeiter mit 18,2, das Bau- gewerbe mit 17,7, die Verkehrsarbeiter mit 17,4 und die Dienst- boten mit 9,5 Proz. der Lungenschwindsucht unter dem Durchschnitt bleiben. Bei dem w e i b I i ch e n Geschlecht stehen die Näherinnen mit 17,8 Proz. bei der Lungenschwindsucht an erster Stelle. Die Dienstbolen folgen mit 7.9 Proz. Der Durchschnitt der infolge Lungenschwindsucht 1911 invalidisierten Personen betrug 14 Proz. Auch bcr den Nervenkrankheiten übersteigen die Nähe- rinnen und Schnei der, nnen mit 24sij Proz. den Durch- schnitt slS Proz.). wahrend die Dienstboten mit 16,4 Proz. unter dem Durchschnitt bleibe, i. Bei dem mannlichen Geschlecht spielen nächst der Lungen. schwind sucht und Lungen krankheiten die Nerven- krankheiten ebenfalls eme wesentliche Rolle. Der Durch- schniät der infolge Rerventrankheiten invalidisierten Personen betrug 19,8 Proz. Der Durckschnltt wird überschritten von der Me° tallindustrie mit 21,7, den Dienstboten mit 29.3 und dem Berkehr mit 204 Proz. Das sind s-hr trübe BÄder. Der Bericht sagt über diese hohe Ziffer der Jnvaliditätsursachen ber den Näherinnen: „Das kann mit ihrer Tätigkeit in Zusammenhang gebrocht werden." Die Ursachen liegen indessen tiefer. Sie liegen just in unseren wirtschaftlichen Zuständen! Ungenügender Lohn, un- zureichende Ernährung, zu lange und intensive Arbeitszeit und schlechte Wohnungsverhält- nisse— das sind die Faktoren, welche den Körper des zungen Mannes und Mädchens schon frühzeitig zermürben. Nur ein Beispiel aus dein Bericht selbst. Ein im Sanatoriuni Beelitz auf der Frauenabteilung tätiger Medizinalpraktikant machte seine Doktorarbeit über„Magenertrankungen bei Berliner Arbeite rinnen". Das'Material dazu schöpfte er von den Kranken de: Sanatoriums. Die Ursachen der Magenerkrankungen findet der Arzt in erster Linie in der a b s o l u t u n z w e ck m ä ß i g e n L c bens- uiid Ernährungsweise der Berliner Ver- sicherten. Er sagt darüber folgendes: ..Die Entstehung der Magenerkrankungen ist in der Mehrzahl zurückzuführen auf völlig unzureichende Ernährung, unhygienische Lebensweise und den Einfluß des modernen Erwerbs- lebens mit seinem ruhelosen Treiben und H a jt e n. Dazu kommt bei einzelnen noch eine von Hause aus schwache Konstitution, welche die Betreffenden aber leider nicht dazu veranlaßt, sich möglichst zu schonen. Sie verbringen-ihre beschränkte freie Zeit oft in gesundheitsschädigender Weise." Für die letztere Behauptung führt er ein Beispiel an...Eine Plätterin, 2 4 Jahre alt. Gewicht 36 Kilogramm, arbeitet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends, häufig noch länger, mit kurzen Unterbrechungen das Plätteisen in der Hand. Wöhrend dieser Zeit ißt sie gewöhnlich 4 unbelegte Butterbrote, nachmittags mehrere Stücke Kuchen, und trinkt im Laufe des Tages sehr viel(3— 19 Tassen) schwarzen Kaffee. Nach getaner Arbeit geht sie zum Tanz oder sonstigen Vergnügen, wie sie die Großstadt bietet. Sie trinkt dabei„reichlich" Bier. Eine regelmäßige warme Mahlzeit kennt sie nicht." ..Die Mehrzahl der Kranken gibt an," heißt es dann weiter, „eine Mittagspause von 1 bis 2 Stunden zu habe». Aber nur wenige finden an der Arbeitsstelle oder in deren Nähe ausreichende Verpflegung. Viele haben erst eine lange Fahrt nach Hause. Dort wird dann rasch gegessen, um wieder pünktlich zur Stelle zu sein. Andere müssen der weiten Entfernung wegen das Mittagessen ganz entbehren und haben erst am späten Abend Gelegenheit eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Ein solcher Fall ist folgender: L. Z. wohnt in Karlshorst, steht 534 Uhr auf, genießt einen halben Liter Milch und 2 trockene Brötchen, braucht li-h Stunden bis zur Arbeitsstätte. Dort klebt sie Bücherumschläge fest; der Klebeswff wird vorher von einer anderen Arbeiterin auf- gestrichen, so daß sie nur den Umschlag mit der Hand festzudrücken hat. Sic erhält für 1999 Bücher 59 Pf. und gibt an, daß sie bei elfstündiger Arbeitszeit i8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends) 7999 Bücher abliefert, das heißt pro Minute 19— 11. Tagesverdienst 3,59 Mark. Während der Arbeit genießt sie 3— 4 Tassen Kaffee, 2 belegte Butterbrote, am Nachmittag trockene Brötchen oder Kuchen, zwischenein Schokolade und andere Süßigkeiten. Kommt sie dann abends gegen 9 Uhr nach Hause und könnte endlich eine warme Mahlzeit einnehmen, so„ists mit dem Appetit vorbei". Der Arzt sagt gewiß nichts Neues, indessen es ist doch gut, daß ein Sachverständiger, der nicht im Gerüche sozialdemokratischer Hetzer steht, sagt, daß die Ernährung der Berliner Arbeiterschaft eine unzureichende ist. Hier wird wissenschaftlich bestätigt, was wir oben als Ursache für die Invalidität angeführt haben. Was will gegenüber diesen Tatsachen die Aeutzerung bedeuten, daß die eine oder die andere Arbeiterin„nach Arbeitsschluß noch zum Tanz oder sonstigen Vergnügen" geht. Ist denn die Ar- beiterin nur Ausbeutungsobjekt? Sie ist doch auch»och nebenbei Mensch und hat als solcher das Bedürfnis nach Frohsinn und Fröhlichkeit! Und ist der zweite Fall nicht geradezu typisch für unsere wirtschaftlichen Zustände? Die Arbeiterin ist form- lich zur A r b e i t s m a s ch r n e h e ra b g e d r'ü ck t. In der Minute 19 bis 11 Stück! Tag aus, tageiu dieselbe alles geistige Empfinden tötende mechanische Arbeit I Keine Ruh, keine Rast! Nur fronden. fronden, ohne Unterlatz fronden. Physisch er- müdet, geistig v ö l l i g abgestumpft, langt sie um 9 Uhr abends in der Wohnung an, so abgerackert, daß sie nicht einmal mehr essen mag,„weil eS mit dem Appetit vorbei ist". Das sind Kulturbilder des ztvanzigsten Jahrhunderts! Kein Wunder, wenn der Würgengel Lunge»schwind- s u ch t unter der Lohnarbeitcrschaft so graustge Ernte hält. Hier können nur die Organisationen der Arbeiter reformierend ein- setzen. Nicht die Invalidenrente istS, die dem Arbeiter helfen kann, sondern die Erhaltung seiner Gesundheit, der Schutz derselben und die höhere Bewertung seiner Arbeits- kraft, seines einzigen persönlichen Eigentums ist es, die ihm eine bessere Lebenshaltung ermöglicht. Mit einem Wort: ausreichender Lohn und angemessene Ar- beitszeit, das ist es, was sich die Arbeiter erringen müssen. Um jeden Preis! Ueber das Heilverfahren,'das für die Versicherten— trotzdem ihnen kein klagbares Recht darüber an die Anstalt zu- steht— dennoch von außerordentlich hoher Bedeutung ist, sei kurz folgendes ettoähnt: Im Jahre 1911 wurden auf Kosten der Landes- Versicherungsanstalt 2253 männliche und 1392 weibliche Personen an Lungentuberkulose behandelt. Die Kosten hierfür be- trugen bei den männlichen Personen während 189 765 Tage 1 211 996 M. Davon entfallen> auf Familienunterstütznngen 17 2 7 3 9 M. Von den Gesamtkosten wurden indessen durch Dritte zurückerstattet 3 916 3 7 M. Bei den weiblichen Personen betrugen die Gesamtkosten während 131 992 Tagen 771 982 M., davon entfallen auf Fauiilienunterstützungen 19 7 7 9 M. Von den Gesamtkosten wurden durch Dritte zurückerstattet 129 688 M. Bezüglich des Heilverfahrens steht die Anstalt Berlin nicht nur mit ihren Einrichtungen, sondern— das darf ruhig anerkannt werden— auch mit den Leistungen m u st e r g ü l t i g da. Indessen auf diesem Gebiete sollte trotzdem mit den Abweisungen der Versicherten wegen des berüchtigten»zur Aufnahme nicht geeignet" mehr Toleranz geübt werden. Dasselbe gilt auch bezüglich des„Zahnersatzes". Bezüglich der Finanzgsbarung der Landesversicherungsanstalt Berlin rst hervorzuheben, daß im Jahre 1911 allein für Beitragsmarken 11491 244,98 M. und an Zinsen 2 398 936,05 M. vereinnahmt wurde». Demgegenüber ist aus den Ausgaben hervor- zuhebcn, daß an Renten 5 851013,44 M.. für das Heilverfahren 3 355 500,13 M., für autzerordentlick>e Leistungen l§ 45 d. Ges.) 82 930,94 M. und für die Allgemeine Verwaltung 1 093 410,34 M. ausgegeben wurden. Demnach ist für die Rentengcwährung noch nicht einmal die Halste der Beiträge verbraucht worden. Das Vermögen der Anstalt Berlin betrug am 31. Dezember 1911 91 477 172,62 M. Ist dt« Anstalt Berlin ein soziales Für- sorgeinstitut für die Versicherten, oder ist sie eine Sparkasse bezw. Geldbeleihungsinstitut für gewisse Leute und Richtungen? Soziales. Abermals eine Bundesratsverordnung zur RrichsverficherungS- vrdnung. Würde für ein Gesetz ein Preis für UnübersichUichleit. Unklar- heit, Unebenheit und Länge ausgesetzt, so würde der wohl der zum Teil in Kraft getretenen Reichsveosicherungsordnuüg zufallen. ES liegt das daran, daß die Regierung und die Mehrheit des Reichs- tags die kurzen, einfachen, übersichtlichen Anträge der Sozial- demokratie ablehnten, weil diese vollberechtigte Ansprüche der Ar- bciterklassc erfüllten, und statt dessen eine riesengroße Paragraphen- zahl einsetzten, deren Unmenge und Unübersichtlichkeit verdunkeln sollte, daß das Hauptziel dieser Sorte Gesetzgeber dahin ging: auf Kosten der Arbeiter ein Riesenhcer besoldertcr Burcaukraten, ins- besondere aus den Reihen ehemaliger Unteroffiziere, Offiziere und „Patrioten" einzustellen. Die Unklarheit des voluminösen Gesetzes wurde noch dadurch vermehrt, daß feine einzelnen Teile zu verschiedenen Zeiten in Kraft treten und ckuch das noch durch eine Fülle von Ausführung?» und UebergangSbestimmungen durchlöchert ist. Wie wenig fähig die Behörden zur Ausführung des Gesetzes sind, zeigt ein im gestrigen „Reichsanzeiger" veröffentlichter Beschluß des Bundesrats. Er geht dahin: „Die Geltungsdauer der nach der Bekanntmachung vom 23. Dezember 1911 lRcichsgesetzbl. S. 1133) erlassenen Ueber- gangsbestimiirungen zur Reichsversicherungsordnung, wonach bis zum 1. I u l i 1 9 1 2 die oberste Verwaltungsbehörde nach ß 113 der Reichsversicherungsordnung Aufgaben des Persichcrungsamts Organen von Knapp)chaftsvereinen oder Knappschaftskassen auch dann übertragen kann, wenn die Versichertenvertreier in den Organen auf Grund der bisherigen für den Knappschaftsver-in oder die Knappschaftskasie geltenden Bestimmungen in ö f f e n t- l i ch e r W a h l gewählt worden sind, wird bis zum 1. I a n u a r 1913 verlängcr t." Demnach besteht seit dem 1. Juli in den Bergreviercn ein gesetzwidriger Zustand. War eS in der Tat unmöglich, vom 1. Juli 1912 ab der Borschrift des Gesetzes zu genügen? Hud aller(Hielt. Geftndel. Aus London wird uns geschrieben: Dem„Daily Citizen" ist ein kleines Juwel auf den Tisch geflogen. Unser Bruderblatt hatte über die Eröffnung eines neuen Klubs des Highlife im San» doner Westend berichtet, dessen Ausstattung nicht weniger alS 15009 Pfu nd Sterling kostete. Es braucht nicht ge- sagt werden, daß dieser Zusammenkunflsort der„besten Kreise" mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet war. Aber es brachte auch etwas Originelles, nämlich eine Hundegarderobe, einen prächrigen Saal, wo die HUndlein der Klubmitglieder mit feinen Stoffen und Zierraten bekleidet, von einem ganzen Stabe von Kellnern und Wärterinnen mit den feinsten Leckerbissen traktiert wurden. Der„Daily Citizen" machte ein paar treffende Bemerkungen über dieses empörende Treiben der nichtsnutzigen Gesellschaft und stellte der blödsinnigen Verhätschelung von Tieren das Schicksal von Millionen von Arbeitern und ihrer hilflosen Kinder gegenüber. Da? gefiel einem Herrn Matthews, wohl einem dieser edlen Tier- freunde, nicht. Er sandte an den„Daily Citizen" das folgende Schreiben: „Mein Herr, schade, daß Sie und andere Schwätzer Ihre? Kalibers sich nichl um die eignen Angelegenheiten kümmern, an- statt jene zu verurteilen, die ihre Hunde aus Dank für ihre Zu- neigung und Hingebung freundlich behandeln. Sie brauchen doch nicht für den„Hmidektnb" zu bezahlen, also, warum finden Sie nicht einen andern Gegenstand, über den Sie schwatzen und toben können?„, Und da Ihnen an den schmutzigen Arberteriohren lslum üicks) so viel gelegen ist. so nehmen Sie doch ein oder zwei Dutzend in Ihr Haus und sehen, wie sie Ihnen gefallen. I ch würde Ihnen aber raten, sie er st ordentlich reinigen zu lassen, da sie nicht von Natur hübsch und sauber sind wie Hunde." Nicht oft wird den Gefühlen vieler Mitglieder der„besseren Ge« sellschaft" so offenherzig Ausdruck verliehen. Und daS Gesindel maßt sich an, von Moral und guten Sitten zu reden. Hohe Gäste. Die höchste Wonne für jeden braven Bürger ist eS, wenn festliche Veranstaltungen irgend welcher Art durch den Besuch„hoher Gäste verschönt" werden. Am höchsten im Kurse stehen natürlich leibhaftige Prinzen oder dergleichen. Wochenlang noch feiert aus den diversen Kaffeeklatschen die patriotische Begeisterung wahre Orgien, wenn die Frau Apotheker oder die gnädige Frau Kanzlei- rätin mit schmachtendem Augenaufschlag erzählt, wie ein Blick aus dem strahlenden Auge des Prinzen— Prinzen haben immer strahlende Augen— sie getroffen habe. Bedauerlicherweise ist eS aber trotz reichlichen Nachwuchses nicht möglich, alle Feste unserer braven Landeslinder mit Blaublütigen erster Klaffe zu beschicken. so daß die fernab dem Verkehr gelegenen Ortschaften sich mit weniger hohen Gästen beHelsen müssen. Aber hohe Gäste sind trotzdem«ine Vorbedingung des würdigen Ver� laufeS festlicher Veranstaltungen. Und hat man keine, dann macht man eben welche. So schreibt der„Oberpfälz. Kurier" in einem begeisterten Artikel über ein Fest des GebirgStrachtenvereinS„Almen- rausch" in Weiden iOberpfakz): „Eine große Ehre wurde dem Berein zuteil durch die An- Wesenheit des Oberhauptes der Stadt Weiden mit hoher Gemahlin sowie einiger Herren Magistratsräle. Leider mutzten sich die b o h e n G ä st e durch den starken Besuch mit einem nicht gut passenden Platz begnügen, nachdem der Berein auf solch hohen Besuch nickt vorbereitet war." Hoffentlich hat die Frau Bürgermeister— Oberhäuptin von etwa 19 999 Seelen— ob ihre» schlechten Platzes nicht durch ein ungnädiges Stirnrunzeln einen Mißton in die Gesellschaft gebracht. Das wäre programmwidrig, denn hohe Gäste lächeln stets leutselig! Kleine Notizen. Mit flüssigem Eisen überschüttet. In der Gießerei der Nieder- rheinischen Hütte in Duisburg riß am Mittwoch der Bügel einer mit ca. 8999 Kilogramm flüssigen Eisens angefüllten Gießpfanne entzwei, so daß die Pfanne umkippte und das flüssige Eisen verschüttet wurde. Unter der Pfanne arbeiteten sechs Arbeiter und Zwei M e i st e r. die sich nicht mehr zu retten vermochten. Die beiden Meister und zwei Ar- heiter wurden sehr schwer verletzt, die übrigen vier kamen etwas bester weg. Sämtliche Verunglückte mußten ins Krankenhau« geschafft werden. Gemeinsam in den Tod. In der vergangenen Nacht beging in abrze ein Liebespaar Selbstmord. Der etwa lgjäbrige Paul ! a l t e r und die gleichaltrige Regina R o o n warfen sich vor den Schnellzug K a t t o w i tz- G l e i w i tz. Sie waren sofort tot. Die Unache der Tat ist LiebeSgram. Der SchutzmannSrevolver. Am Donnerstagvormittag zeigte in Bockum bei der Kontrollversommlung der zur«ntrechterhaltung der Ordnung abkommandierte Hilfsschutzmann Lange einem Bezirks- feldwebel seinen D i e n st r e v o l v e r. Bei Besichtigung der Waffe löste der Feldwebel unabsichtlich einen Schuß, durch denLange getötetwurde._ Ein Eisenbahnzug vom Sturm umgeweht. Ww aus Sarajewo gemeldet wird, wurde bei Suterina durch emen orkanartigen Sturm ein Personenzug während derFohrt umgeworfen. Zehn Personen wurden dabei schwer verletzt. Unheilvolle K-sselexplofion. In einer Färberei in Vitry. eine,» Bororte von Paris, ereignete sich am Donnerstag eine Kessel- cxplosion. Dabei wurde ein Arbeiter getötet, sechs sehr schwer und etwa zwanzig leichter verletzt. Die Trümmer wurden etwa hundert Meter fortgeichleudcrt.__ Marktbericht von Berlin am 13. November 1912,»ach Ermittelung des föniflk. Polizeipräsidiums. Marktballe»preise.(SUejnbanbel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00— o0.00.'dv-is-bohnen. wcitze 36 00— 60,00. Linsen 35,00— bO.OO. Kartoffeln? elunkene(«locke. Deutsches. König Heinrich IV. 1.-eil � Jtrfj.it Zllbert Schumann. Aala« Bö iftellnng ZintuS Busch. Gala-Vorstelluug. kniang 8 Wir. Urngto. Dauben strafte 48/49. Sie wichngsten Kulturpflanzen hgr Bcltwrrtschast. Mit dem »eppelin.Lustschisf von Sylt nach Hamburg tanmerspiele. Mcin Freund Teddy. ssiug. Der Sibcrpelz. �«sches Opernhaus. Fidella. Kleines. Magdalena. SiA iggrätzer Strafte. Königin Thriftine. $<) zll er O Flach Smano als Er-/ ob er Schui r- Vvarlotteaburg. Die l'«Ickwiltec Aga. BttSiuer. Filmzauber. Ültftprirs. Prinzenerziehung. Stmfcbilwchau«. Die GeneraSrcke. Deutsches Schauspielhaus. Der tfcijiyoä» Frack. »bJiq. üut kebcheu. Dt. Theater aw Nolle» dorfplatz. plleus m ser Unterwelt. «rutsfütften-Oper. König Harlelin. Montis Lpl-rettcu. Der Frauen. srefier. Krall. Der Pnnz S-azt. Luisen. Des anöeru Shre. Stose. Papagenv. Metrapol. Chauftenr— WS Metropol. Trianon. LiübrSieiroeneter. Herrnfeld. Die Aipenbrüder. Endlich allein. Eastuo. Der Groksürst. Wiutergarteu. EpezinlitSten. Apollo. Lvezialitäten. Passage. Spezialitäten. Reichshallcn. Die Macht derStar. Anfang 81/, Ubr. Friede.. SStlh. Schauspielhaus. Grigri. Sustipielda««. Mein aller Herr. Folict Eaprice. Der leusche Joseph. Dcr Rehbock. SISnigftadt.iiastna. Spezialitäten. Ansang 8'/, Uhr. Neues BoltSrheater. Krämer. Michael Ansang 10 Ubr. ndmiralSpalast. EiSballeti: Hvonne. Sternwarte, Jnoalidenstr. S7— 62. Sehnier-TheaterO.lS: Freitag, abends 8 Uhr: Flsctasmann al>, Erzieher. Eonnabend, abends 8 Uhr: KOnlu l.ear. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Zopf and elchwert. Sonntag, abend« 8 Uhr: Im weißen Rtfttl Sehiller-Tlieater Frvtag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Gerhart Hauptmanns 50. Geburtstage Zu« ersten Mate: Ein«. Boryer! vie Clenehwiater. Sonnabend, nachmitte g» 8.10 Uhr: itzallsneteine hager. 0>« pjoeolomlni. Sonnabend, abem-s 8 Uhr: lm weißen BOßl. Sonntag, nachmittig« 3 Uhr: Die Jüdin ron Toledo. Sonntag, abend« 8 Uhr: Die Geschwister Hieraus: Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. El� S vhr: KjiMglll EyNglllt. iient!»cheatSchan>»i»ieihnn» 8 Uhr: Dcr gutsiyenve Frack. Theater Nollendorfplay (NeucS SchauspielbauS). Täglich abends 8 Uhr: Gestepiel See »Unebener flilnsiiertbeeters. Orpheus iu dcr Unterwelt. 2leden Mlliwoch u. Sonnabend S'/jUbn Schneewittchen. Montis Operetten-Theater (srüher Kencs Theater) Slbendä 8 Uhr: _ Der Frauenfresser. Residenz-Theater. Ansang 8 Uhr. Prinzener�iehung. Satire in 3 Allen v. Maurice Donnay. Bearbeitet und inszeniert von H. Bolten-Baecker«. Morgen und solgende Tage: Prinzen erziehung. �.d 8 1/11?, Kie daxevesener Erfolg des neuen Programms! 12 große Attraktionen I Göns Berlin spricht von M. Bendix � E. Schnabel als Orosohkenkutecher u. Fiaker, i Hur M-ftil» 1179' (M. d. A.-S.-B.). Chormeister Th. Qemis. Sonntag, den 17. November, Im großen Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain: I. Winterkonzert unter Mitwirkung des Berliner Konzerthaus- Orchesters. Dir.: Franz r. Blon. Kaeseneröflnung 5 Uhr. Anfang prtsise 81/, Uhr. Karten 76 Pf. Nach dem Konzert: Ball* (Tanz trei.)_ Ml ■Während des Konzerts bleiben die Saaltflren geschloseen. SV Bauchen nicht gestattet. THtl _ Programme und Texte am Baaieingang gratis,___ »zST- Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Luisen-Theater. Anfang 8 Uhr. Keitag: Des andern Ehre. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Kinder» Vorstellung: Rumpelstilzchen. AbendS 8 Uhr: Da« Käthcheu von Heilbronn. Sonntag nachm. li Ubr: Ich lasse Dich nicht. MendS 8 Ubr: RaffleS. der Amateur-Einbrecher. Dtt-THEMT! � Große Franllurter Str. IW. 1 Mendt 8 Uhr: Papageno. Lustspiel in 4 Allen von R. Kneisel. Sonnabend 4 Uhr: Eiskönig und Goldprinzeßchen. 8 Uhr: Die größte Sünde. RelehshallöB-Thesler Stettiner Sänger. Abends 8 Uhr: Sonntag- nachmittag 8 Uhr: Der Koo- paxuledall Metropol-Theatcr. Abends 8 Uhr: Rauchen gestaltet. kksuffeur- m JÄetropol! Große JahreSreoue mit Gesang und Tanz in lv Bildern von J. Freund, Musik v. Rud.«elson. Tänze arrang von Will Bisbop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz. MM» « Uhr: Die mit beispiellosem Lacherfolge aufgeDommene Novitit Die Alpenbrüder. SO Uhr: Endlich allein! Beide Stlioke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11— 2(Th oaterknese). Trianon-Theater. Sffitnbä 8 Uhr: Liebesbarometer. Zirkus Jllbert Schumann. Heute Freitag, 15. November, abends 7'/» Uhr: Elite-Abend. Auftreten«Umtllcher Speslalittttea. DM- Em O'l« Uhr: HS Der unsichtbare Mensch. Vier Bilder aus Indien. Voigt-Theater. Gelundbrunnen Badstraße 58. Frestag, de» 15. November 1912: Zapfenstreich. Sittcndrama in 5 Akten von Adam Beherlein. Kasseneröfinung 7 Uhr. Ans. 8'/, Uhr. Folies Caprice. Am» 76* Male e drei Schlug e�: Der keusche Joseph -T Der Rehdock.•" Der Einbrecher. ph-�« !.-»S Vssino-l'kvaKvn Lothringer Slr. 37. Täglich 8 Uhr: Da« sensation. November-Programm lltovert A'eonieinunn, Berlin« LieblingShumonft mit neuen Schlagern. Riesen- Lachersolg des Z!K D-r Gr°|-fiirft. Sonntag 4 Uhr: O diese Männer! 0»» größte Naturwunderl Die HEILIGE WEISSE NEGERIN und Ihre schwarze Priester Schwester. Beide lebend ohne Extra- Entree xn weben. Urania Tanbenstrnße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Qeroais-CourteUemont(Paris): Bilder ana Aegypten. (In natürlichen Farben.) Abends 8 Uhr: Die wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirtschaft. Mit dem Zeppelin- lultechiff von Sylt nach Hamburg. Zirkus Busch. Heute Freitag, 15. November, abends 7'/, Uhr*. Neu 1 Die beiden gr. Sensationen: Kapt. Spawldlng. Schein oder Wirklichkeit? Alba* Kopf-Dr'ahtseilfahrt Neu! Die unvergl. Tourbillon*. S Blaokbnrn«, Lnitleitor- Akrobat. auf dem Schiffsmaet. Fräulein Martha Mohnke, Sohulreiterin auf„Goldbird*. Schluß; Unter Gorillas. AvI» l Sonntag 3'/, Uhr: Unter Gorilla« nngekürxt Theater Königstadt-Casino. Holzmarkistraße 72, 1 Min. ic Bahnh. Jannowitzdiücke Tögl. abends 8, Sonnt. 5'/, Uhr: ö Mlmige tymWiM und Kalt gestellt ober: Echlffeaehoaaen. Admiralspalast am Bahnhof Priedriohstraße, Einpalaat. TM Einzig In der Welt mit seinen prunkvollen Eisballette. Allabendlich das sensationelle Eisiballett „Tvonne" 100 Mitwirkende. Fabelhefte Ausstattung! Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 10*� Uhr abends halbe Kaesanpreise. Bestanrant I Rängest Wein- und Fi or* Abtei hing. itzur den Jnbai» der Julerate »dernimint die Nedaktion de» «udlitum gegenüber keinerlei Verantwortung. Krieg dem 1 Ortskrankenkafse der liackierer. Sonntag, 24. November 1912, vormittags 10 Uhr: General-Versammlung im Restaurant„Andreasgarte»", Andreasstrahe 26. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Voritandes(ein Arbeitgeber, zwei Arbeitnehmer). 2. Wahl des Ausschusses zur Prüsung der Jahresrechnung pro 1912(ein Ar- beitgeber.zwei Arbeitnehmer). 3. Wahl des Rendanteil. 4. Beschwßfassung des EinsührungsgesetzeS zur Reichsver- sicherungsordnung. S. Verschiedenes. Der Lorstand. 1235b Robert Zindler, Vorsitzender. Sonntag, den 17. Kooember, mittags 12 Uhr: demonstration gegen den Krieg Kette Welt Hasenheide 108—114 Kellers Tesfsäle Koppenstraße 29 Brauerei Trledrletishain Am Friedrichshain 16—28 in folgenden Lokalen: Brauerei KLnlgstadt Schönhauser Allee 10 Germania-Säle Chausseestraße 110 Bloabiter Gesellschaftshaus Wiclefstraße 24 Redner sind die Mitglieder der sozialdemokratischen Internationale: MseüoimM'London. 3aur&s-faris, Kenner-Wien sowie die deutschen Reichstagsabgeordneten: Otto Büchner, Richard Tischer, flngo tfaase, Robert Schmidt, Rrtur Stadtbagen, Jritz Zubeil. _ Der Einberufer: Eugen Ernst, Liesenstratze 16. 20ö/S« Istvn S Anarchisten S Oeffentliehe Volksversammlung Heute Freltae, den 15. November litis, abends«>/, Uhr, im„Kosltner Hof-, Kösliner Str. s(Wedding) Tagesordnung: 1. Vortrag von Berthold Cahn:„Krieg dem Kriege". 2. Freie Aussprache. ZahreicheS Erscheinen erwartet 1257b Oer Vlnderuker: Union anarchistischer Bereine Berlins und Umgegend. I. A.: Ten»« Decker, Berlin-Pankow, Wollankstr. 128. ZeMranketa der Maurer, Gipser, Weiier d Stukkateure Deolsids(Hsein zur luipkettj Zahlstelle Charlottcnbnrg. Sonntag, den 17. November 191.2, vormittags 10 Uhr. im Bolls. Hans, Roftnenstr. S i MtKUcÄcr»AcrsainnRAnnK. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal und Kasfenangclegenheiten. 149/11__ Die Ortsverwaltung. Arlieiter Bund Solidarität Ortsgruppe Berlin. Touren zum Sonntag, den 17. November, fallen aus. Die Mitglieder werden ersucht, Sonntag vorm. v Uhr im Kewerl- schastshauS, Engcluser 15, zur Wahl- Hilfe bei den Gewerbegerichtswahlen pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 13/9 Der Zentralvorstand. Achtung l Busttag, den 29. November in der.Neuen Welt-, Hasenheide:« V-lohldllder» Vertrag. Reisebilder aus dem Balkan. Verbunden mit Konzert, Kinemato- graph, Gratisverlosuug einer Näh- Maschine und Tanz. Eintritt 30 Ps. am Sonntag, den 17. November, im.Vorwärts'. Charlottenbiirg. 2 Uhr nachm.: Zeblendorf. lln, Lsmmel 8pe2ial-�r2t für»gut- unli stsrnieickeu. frinienslr. 41. 10— 2. 6— 7. Sonntaprs 10— 12. 2—4 Gemeinsame Ortskrankenkasse für Königs-Wusferhausen und ------ Umgegend.----- Zu der am Mittwoch, den 27. Ro- vember 1912, abends 8 Uhr, im Pfuhlschen Hotel Hierselbst statt findenden statutenmäßigen General-Versammlung erlauben wir uns, die gewählten Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzuladen. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüsung des Rechnung des lausenden Jahres. 2. Verschiedenes. KönigS'Viiieterluuieen, 12. Nov. 1912. Der Vorstand. 282/14 I. St: H. Grietzing. Vorfitzender IMark wröchenti. Teilzahlungen liefere elegante fertige Herren- Garieioli ; Erutz dir Mut: AnferUgueg e. Mut Ttdtllcs.Auifühnmg Sohneldermeister fir.FniBlrf.Sli.3r Eingtag Slrautbtrgtr Plttx. IL 6». tohirt aur I. Etage, i: kaln Uatfen. i| Turnirfr.18 Saalöfinung 41/, Uhr. Näheres im Inserat Heines Werke , 3 vände* Mark- Buchhandlung vorwärts Kansarzf-Verein KenkoUn. Freitag, 15t Novbn, abends S'/a Uhr, bei Bartsch, Hermannstra 49: Ocffcntllcbcr fraucn-Vortrag. Thema; Allznrelcher Kindersegen In der Arbeiterfamilie. Referent: Dr. Sloses. Eintritt 10 Pf. Mitglieder frei. Wer Mitglied wird, erhält das Eintrittsgeld zurück. Was ist der Haosarat-Verein f Der Hansarst-Verein MeukOlln(Mitglied des Verbandes der Öansarzt-Vereine) ist kein geschäftliches Privatuntemehmen, sondern eine proletarische Vereinigung zu gegenseitiger Hilfe bei Erkrankungen der Familienangehörigen. i&T Selbstverwaltung durch die Mitglieder."WQ Für den geringen Beitrag von 25 PfSIUlijf ........"..............————- sämtliche Kinder versichert. Der Beitrag wird monatlich aus der ifohnung abgeholt. Wir gewähren: MiSiÄfc freien Hausarzt, freie Medizin Erb�nÄn Vi ol Geld sparen unsere Mitglieder durch die vom Verein betriebene Vermittelung von Nährpräparaten, Stärkungsmitteln und sonstigen Bedarfsartikeln für Kinder und Kranke ru Engrospreisen. Verleihung von Badewannen 10 und 20 Pf. pro Woche. Außerdem verschiedene andere Vergänstiguno-en: Kostonlose Atteste, wissenschaftliche Vortpfige, Honats-Zeitang mit ärztlichen Hat schlügen. Arbeitslosen weitgehendstes Entgegenkommen. Die gewissen- hal teste Behandlung wird den Erkrankten zuteil, auch dnreh Spezialürzte. 1. Vorsitzender: A. Kuhnert, Stuttgarter Str. 54.(Tel.: 1631.) Auskunft erteilt: Otto HOsc, Max Israel, 298/14*_ Wissmannstr. 26, 11._ Emser Str. III und 4, Laden.(Tel.: 721.)__ frcircIigiSfc Gemeinde. Sonnabend, den 16. November, abends S'/a Uhr: Oeffentliche Versammlung in d. Neuen Rathaussäle»(stüher Obst), SchSneberg, Martiii-Luther-Str. 69. 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten AdolfHoffmann: � Mißbrauch der Religion zur Rnterdrucknilg des Rolbes. 2. Diskussion. ss/is» Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Tanz. Theateraufführungcn. Eintrittspreis 19 Ps. Der Einberufer- A. Harndt, Pappel-Allee 15. Achtung! Achtung! Deutseher Arbeiter- Sängerbund. Bau Berlin und Umgegend. Die AuSschufisitzung findet nicht am Sonntag, den 17. November, ondern Mittwoch, den 2«. November(Busttag), präzise 19 Uhr vormittags im Gewerlschastshause, Engelufer 14/15, statt. 17/15 Ber Vorstand. Steinarbeiter! In Anbetracht der Friedenskundgebung findet die Allgemeine Bücherkontrolle erst am Sonntag, den»4. November, an den bekannten Stellen statt.* Zentralverband der Steinarbeiter Ortsverwaltung Berlin. Orts-Krankenkafse der Mechniiiker, Optiker und vermandten Gewerbe zu Berlin. Einladung zurWahlversammlung. Am Sonntag, den 1. Dezember 1912, vormittags von 10—1 Uhr, findet in den Anninhallen, kommandantenslrafie 58—59, eine Wahlversammlung sämtlicher groftjährigeu Kassen- Mitglieder statt. Tagesordnung: WabI von 275 Vertretern zur Generalversammlung für 1913(§§ 49 und 49a des Statuts). Nach§ 38 des Statuts ist die Wahl geheim und durch Stimmzettel vorzunehmen. Die Herreu Arbeitgeber wer- den ersucht, den Mitgliedern zum Zwecke der Legitimation bei der Wahlhandlung die Mitglieds- karten oder eine Bescheinigung zu verabfolgen. Ohne Legitimation kein Zutritt. Zum Zweck der Kandidatcn-Auf- stellung zur vorstehenden Wahl» Versammlung findet eine Versammlung sämtlicher Ktlssellmitglieder statt am Montag, den 25. November 1912, abends 8 Uhr. in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58—59. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. David» söhn Über:»Die Bedeutung der Röntaenstrahlea für die Heillundt-. 2. Ausstellung der Kandidaten. Die Kassenmitglieder werden gebeten, die aufzustellenden Kan- didaten genau mit Namen, Bor- namen. Wohnung, Kasfennummer und Betriebsstätte zu bezeichnen. Am Montag, den 2. Dezbr. 1912, abends von 7 bis 8 Uhr. findet im Kafienlolal Rosenthaler Straße 40/41, 2. Hos, 5. Ausg., 1 Tr., eine Wahlversammlung sämtlicher Arbeitgeber, welche Beiträge aus eigenen Mitteln zahlen, statt. Tagesordnung: Wahl von 132 Vertretern zu« Generalversammlung für 1913. (KS 49 und 49 a des Statuts.) Nach K 38 des Statuts ist die Wahl geheim und durch Stimmzettel vorzunehmen. Die Herren Arbeitgeber können zu Vertretern auch Geschäfts- führer oder Betriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichtete« Ar» beitgeber wähle». Tie letzte Bettragsquittung ist als Legitimation vorzulegen.— Ohne Legitimation kein Zutritt. Zum Zwecke der Kandidaten- Aufstellung zur bevorstehenden Wahlversammlung findet eine Vkrsammlttvg d.Arbkitgeber am Montag, den 25. Novbr. 1912, abends von 7 bis 8 Uhr, im Kafienlolal Rosenthaler Str. 40/41, 2. Hos. 5. Ausg., 1 Tr.. statt. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten. 2. Verschiedenes. 282/15 Berlin, den 15. November 1912. Der Borstand. I. A.: Max Gutsche. Vorsitzender. Heute Freitag, den 15. November, abends präzise 8'/, Uhr: AuMöirflieliö Vertrauensmänner-Versammlung im Marinehaus, Brandenburger Ufer 1. Tagesordnung: Maßnahmen zu nnserem fünfzigjährigen Stiftungsfest! Die Vertrauensleute und Druckereikassierer sowie die Vorstände der Fachvcrcine ersuchen wir um vollzählige Beteiligung. Der Gauvorstand. Lassen Sie sich Siefen Apparat sofort kommen! iliuiiriiiHniiiHUUiHiaiiiniiMMiumiinriiimiw brauchen kein Geld dazu Wirkenden denselben kostenlos 5 Tage zur Probe nebst 20 ausgewählten Stödten auf 10 öoppelseiligen 29 cm großen Pathä- Platten.— Haben Sie sdhon einmal Patht- Plauen gehärt? Pathi-PUHen will ma» immer wieder hören, da sie im Gegensatz zu Öen veralteten Nabelplatten noch nach Jahren ebenso schön and rein erklingen, als beim ersten Spiel.--- DicLicfcrung erfolgt sofort! Der Preis dieses herrlichen Luxm- Modells in echt Eiche, einschließlich ber neuen grohen Path�-Konxert' Schalldose, die alle bishei igen weit in den Schatten stellt, beträgt nur 60 Mark, der einer Path6• Doppel- platte 3,30 Mark. Dehatten Sie unsere Sendung, so haben Sie für Apparat und Platten monBllIa» aar 3 Mark, bei Niditgefallen nur die /ÄÄ�arcn Saphf���AL � FHEUND L�vAM VAÄ Keine PUHenabnuUan* mehrt Sre,I»n, Postkack, 120 Z2ö Probesendung per Posmane.— iiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiimiiiii;iimilliiiiiiililiiiiiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiHiniBUiiiiiiigimiHiuiuiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiinimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiui"ii"f||||||ll||||iMiiu: ilianiffillttlichtc tfiebsllsia: tlllnb SkculöQs, petoa LnjirateaBil verantw.1 Tb.Glickr.L»l,». Druck u. Verlag i Vorwärtt KtMtzruck«r«i u. LerlagSanstalt iaul Singst u. So* SB«riia SW, j 9. 268. 29. MW Z. Kel!M des„NllMlirtg" Sttlitltt Alksdliltt. M°g.l6.9MMttIg>2. Heute abend? Uhr: Flugblattverbreitung gegen den Krieg in Berlin sowie in den Kreisen Teltow-Beeskow und Niederbarnim. Genossen, beteiligt Euch zahlreich! Partei- Hngelegenbeitcn. Zweiter Kreis. 5, Sl H e i I u n g. Mdrgen, Sonnabend, in Scn„Kreuzbergsälen", Kreuzbergstr. 48: Unterhaltungsabc n d, bestehend in Konzert, Borträgen und Ball. Eintrittskarte 30 Pfennig. Neukölln. Sonntag, den 17. November, nachmittags Uhr. gelangt im„Neuköllner Theater" zur Aufführung:„Wilhelm Tell", Schauspiel in 5 Akten von Friedrich v. Schiller. Billetts a 60 Pf. inklusive Garderobe sind noch zu haben: in den Parteispeditioncn ?keckarstr. 2 und Siegfriedstr. 28; in den Restaurants von Pfeiffer, Hermannstr. 49. Gemmecker, Kaiser-Fricdrich-Str. 232/233, Meier, lNachf. Richter), Prinz-Handjery-Str. 3, Karl Richter, Weisestr. 7 Ecke Mahlower Stratze. Der Bildungsausschutz. Eharlottenburi. Elternvrrein für freie Erziehung. Am Montag, den 18. November, abends 8 Uhr, hält im Volkshaus, Rosinenstr. 3, Schriftsteller Herr Zempelburg einen öffentlichen Vortrag über das Thema:„Was ist freie Erziehung?" mit darauf- folgender freier Aussprache. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Wilmersdorf-Halensee. Heute Freitag abend 7 Uhr von den Bczirkslokalen aus: Flugblattverbreitung. Steglitz. Am heutigen Freitag, abends 8s4 Uhr, beginnen bei Heizmann die Lchrabende der jugendlichen Parteigenossen. Alz Thema ist vorgesehen:„Der Kapitalismus und die Sozialdemo- Iratie". Um zahlreiche Beteiligung wird dringend ersucht. Der Vorstand. Friedenau. Heute Freitag abend von 7 Uhr an von den Bezirks- lokalen aus: Flugblattverbreitung. Rudow. Am Sonntag, de» 17. November, nachmittags VA Uhr, bei A. Palm: Wahlvereinsversammlung. Die Erledigung der sehr wichtigen Tagesordnung erfordert das vollzählige Erscheinen der Genossen. Teltow. Am Sonnabend, den 16. November, abends 8 Uhr, findet im Lokal von W. Bo n o w eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen K a l i s k i über„Teuerung. .Kriegshetze und die innere wirtschaftliche Lage". Männer und Frauen erscheint in Massen in dieser Versammlung.— Des Butztags wegen fällt die Wahlvereinsversainmlung aus. Dieselbe findet am 27. November im Lokal von W. Bonow statt. Bohnsdorf und Umgegend. Der dritte Vortrag des Genossen Eichhorn über..Die historischen Grundlagen deS wissenschaftlichen Sozialismus" findet nicht am Montack, sondern am Dienstag, den 19. November, abends pünktlich B'A Uhr, in der„Villa Kahl" statt. Teilnehmerkarten a S9 Pf., die zu den weiteren zwei Borträgen berechtigen, sind noch zu haben beim Genossen Klemm, Paradies- stratze 7. Der BildungSauSschutz. Lichtenrade. Sonnabend, den 16. November, abends 8�. Uhr: Fahlabend in den Bezirkslokalen. Reinickendorf-Ost und-West. Heute abend von 8 Uhr ab von den bekannten Stellen aus Flugblattverbreitung. Rosenthal. Freitag, den 16. November, abends 7 Uhr: Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Stellen aus. Niederschöneweide. Heute abend 7. Uhr Flugblattverbreitung bei Grubert, Berliner Stratze 124. Niederschönhausen-Nordend. Heute abend 7 Uhr wichtige Flug- blattverbreitung von de« bekannten Stellen aus.— Am Sonntag, den 17. November, vormittags 11 Uhr, treffen sich die Genossen und Genossinnen in ihren Zahlabendlokalen. Gemeinsamer Abmarsch punkt �12 Uhr vom Kirchplatz aus. Pankow. Heute abend 7 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus.___ Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. ttm das Wahlrecht zu den Gewcrbegerichtswahlen wurde gestern in der Berliner Stadtverordetenver- s a m m l u n g gestritten. Der Magistrat ist der Meinung, daß ein Arbeiter, der arbeitslos geworden ist, schon nach sechswöchiger Dauer der Arbeitslosigkeit auf- hört, noch Arbeiter im Sinne des Gewerbegerichtsgesetzes zu sein. Demgemäß hat er Vorsorge getroffen, daß solchen Ar- heitern die Möglichkeit, sich an den Gewerbe- gcrichtswachlcn zu beteiligen, genommen wird. Daß die Weigerung der Polizei, auch diesen Arbeitern eine Wahllegimitation auszustellen, auf ein an das Polizei- Präsidium gerichtetes Ersuchen des M a g i st r a t L zurückgeht, das erfuhr man in der gestrigen Sitzung der Stadverordneten aus dem Munde des Magistratsvertreters. Den Antrag der sozialdemokr atischen Fraktion, der sich gegen dieses Verfahren wandte»nd so- fortige Acndernng herbeiführen wollte, begründete Genosse Ritter. Er wieS die Unhaltbarkcit des vom Magistrat ein- g.nommencn Standpunktes nach und zeigte an Hand einer Statistik des gegenwärtigen Umfangs der Arbeitslosigkeit, daß eine sehr bedeutende Zahl jetzt arbeitsloser Arbeiter um ihr Wahlrecht kommen muß, wenn die vom Magistrat für zulässig gehaltene Praxis bestehen bleibt. Wir hatten geglaubt, daß zu ihrer Verteidigung sich in der Stadtverordnetenversammlung auch unter den Frei- sinnigen nicht eine Stimme erheben würde. Aber der Ma- gistrat fand eifrige Schütze? in dem Stadtverordneten H a h n und spätei>mch in dem Stadtverordneten Galland, die unter den« Beifall der Frcisinnsmehrheit sich gegen den An- trag aussprachen. Stadtrat Hamburger, der dann die vom Magistrat verfügte Wahlentrechtung Tausender von Ar- beitern als dem Gesetz entsprechend nachzuweisen versuchte. äußerte sich über Arbeitslosigkeit und Arbeitslose in einer Weise, die den schärfsten Protest unserer Genossen hervorrief. Dem Magistrat müsse es. so nieint Stadtrat Hamburger und mit ihm die freisinnige Stadtverordnetenmehrheit, noch als ein besonderes Entgegenkommen angerechnet werden, daß er jetzt den Arbeitslosen erst nach sechs Wochen das Wahlrecht nimmt, während er das früher schon nach vier Wochen für zulässig gehalten habe. Stadtverordneter Goldschmidt stimmte dem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion in einer gewundenen Erklärung zu. Einen Ausweg fand Stadt- verordneter Nathan, der die praktische Bedeutung für die diesjährige schon am 17. November stattfindende Gewerbe- gerichtswahl bestritt, weil ja in so kurzer Zeit nichts mehr zu ändern sei. Das griff Oberbürgermeister Mermuth sofort auf. und auch für den Stadtverordneten Cassel war es eist „erlösendes Wort", das die Ablehnung berechtigt erscheinen ließ. Nathans Vorschlag, für später in dem Ortsstatut über die Gewerbegerichtswahlen festzulegen, bis zu welcher Dauer der Arbeitslosigkeit das Wahlrecht noch erhalten bleiben soll, fand Cassels Beifall. In der Abstimmung wurde jetzt der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der eine sofortige Zurücknahme der Verfügung forderte, abgelehnt. Für ihn stimmte fast nur die sozial- demokratische Fraktion. Ein freisinniger Antrag, später in gemischter Deputation über eine entsprechende Aenderung des Ortsstatuts zu beraten, wurde einstimmig a n g e- n o m m e n. Gegen die Wahlentrechtung der Arbeitslosen konnte selbstverständlich die Stadtverordnetenversammlung erst in einem Augenblick aufgerufen werden, wo bekannt wurde, daß in zahlreichen Fällen das gerügte Verfahren geübt worden war. Warum es dem Magistrat nicht mehr möglich sein soll, noch am heutigen Freitag seine Verfügung zurückzunehmen, darüber schwiegen Oberbürgermeister Mermuth und die Freisinnsredner sich aus. Am Sonntag wird die Arbeiter- klasse bei den Ge Werbegerichts wählen die ge° bührende Antwort geben. Zum Berkauf des ausländischen Fleisches teilt der Magistrat mit: DonnerStagnachmittag trat im Rathaus die gemischte Deputation zur Beratung über Matznahmen gegen die Lebensmittelteuerung zusammen. Nach den gemachten Mitteilungen kam die Deputation zu dem Beschlutz, den Verkauf des aus Rutzland bezogenen Fleisches in der bisherigen Weise fortzusetzen. Gleich- zeitig konnte jedoch festgestellt werden, dah die Möglichkeit gegeben ist, bei den billigeren Sorten des Rindfleisches eine Herabsetzung des Preises eintreten zu lassen. Dies soll in den nächsten Tagen geschehen. Weiter wurde beschlossen, eine Vermehrung der Berkaufs- stellen vorzunehmen.. Hierfür hat sich ein lebhaftes Bedürfnis Haupt- sächlich in den Gegenden des Nordens und Ostens herausgestellt, deren Bevölkerung zu den Markthallen einen zu weiten Weg hat. Für die Besetzung dieser Berkaufsstellen hofft man auf die Mit- Wirkung hiesiger Fleischer, die sich allerdings verpflichten müssen, neben dem Verkauf von russischem Fleisch nur einen solchen von gesalzenem Fleisch und. Wurstwaren in ihren Läden zu betreiben sowie auch die Mitwirkung hiesiger Beamten- und Arbciterkonsum- vereine. Das Nähere wird in den nächsten Tagen an den Anschlag- säulen und in den Markthallen bekannt gemacht werden." Glänzender Sieg bei den Angestelltcnwahlen in Berlin. Die am Sonntag, den 10. d. M., stattgefundenen Wahlen zur Aiigestelltenversicherung brachten der Freien Bereinigung einen großen Erfolg. Im ganzen wurden abgegeben 83 865 Stimmen. Davon erhielt die Freie Vereinigung gemeinsam mit den ihr der- bundenen Listen 13 020 Stimmen, während sich der grotzm— ächtige HauptauS schütz mit 9845 Stimmen begnügen mutz. Dementsprechend ist auch die Verteilung der Vertrauensmänner. Die»Freie Vereinigung' und die mit ihr verbundenen Vereine erhalten 11 Vertrauensmänner und 20 Ersatzmänner, während auf die Reaktionäre nur 8 Vertrauensmänner und 13 Ersatzmänner entfallen. Besonders charakteristisch ist an dem Ergebnis der totale Zu- sammenbruch deS antisemitischen Deutschnationalen Handlungsgehilfen» Verbandes. Während dieser Verband bei der letzten Kanfinanns- gerichtswahl noch 4236 Stimmen aufbrachte, erhielt er diesmal nur 2610 Stimmen, obgleich bei der Angestelltenwahl das Wahlrecht schon mit 21 Jahren beginnt, bei der Kaufmannsgerichtswahl aber das 25. Lebensjahr zurückgelegt sein mutz. Wenn die Niederlage deS .Hauptausschusses" nach autzen hin nicht noch vernichtender in die Erscheinung tritt, so liegt das daran, datz die weiblichen Angestellten dem HauptauSschutz zu Hilfe geeilt sind. Von den 9846 Stimmen der vereinigten Reaktionäre brachten die weiblichen Reaktionäre allein 4011 Stimmen auf. Bei der nächsten Wahl dürften die weib- lichen Angestellten bereits eingesehen haben, datz ihre Führerinnen sie an ihre ärgsten Feinde verkuppelt haben, und damit dann den reaktionären Gegnern der Frauenarbeit die letzte Stütze ent- zogen sein._ Die Markthallendeputation beschäftigte sich in der Sitzung am Mittwoch mit der Fetzsetzung des Etats für 1913. Bei den Einnahmen aus Standgeldern mutzte festgestellt werden, datz sich die kleineren Hallen im fortdauerndeu Rückgange befinden, so daß mit einer Minoereinnahme von 65 000 M. gerechnet wird. Der gesamte Etat balanziert mit 3 570 000 M. in Einnahmen und Ausgaben nnd rechnet mit einem Ueberschuh von über 400 000 M., in welchem Betrage aber eine grötzere Zinseneinnahmc für die Halle Iv, Dorotbeenstratze, welche an den Fiskus verkauft ist, mit enthalten ist. Bei den Löhnen der Reinigungsarbeiter und Arbeite- rinnen stellten unsere Genossen den Antrag, die Löhne wöchentlich zu zahlen und wie folgt festzusetzen: Reinigungsarbeiter Wochenlohn Anfang 29 M. 50 Pf., steigend in fünf Jahren auf 84 M. 76 Pf. Arbeiterinnen Anfangslohn 17 M. 50- Pf., steigend in fünf Jahren aus 21 M. Gewih bescheidene Forderungen. Trotz etsriger Befürwortung durch unsere Genossen fand sich keine Mehr- heit für unsere Anträge. Stadtrat Venzki teilte mit, datz der Magistrat bereits eine Umfrage bei detr einzelnen Verwaltungen gehalten und die Direktion cme Erhöhung der Anfangslöhne um 10 Pf. und der Endlödne um 35 Pf. pro Tag in Vorschlag gebracht habe. Alk« 1 bis 2 Pf. würden event. pro Stunde Zulagen gewährt werden, wenn der Maaistrar zustimme. Na, was wollen die Arbeiter also noch weiter. Ueber den Verkauf deS russischen Fleisches in den Hallen teilte» die Inspektoren mit. datz der Verkauf ein bedeutender iei und glatt von statten gehe; das Fleisch wurde durchweg als gut bezeichnet und vom Publikum gern gekauft. Kranke Waisenkinder als BersuchSkaninche«? In der Berliner Medizinischen Gesellschaft, die sich an zwei Abenden nach einem Bortrage deS Herrn Dr. Friedemann mit einem neuen Tuberkuloseheil- und Schutzverfahren beichäfligt hat, wurde die aufsehenerregende Mitteilung gemacht, datz das neue Versahren an mehr als 100 Kindern im städtischen Waisenhause zu RummelS- bürg ausprobiert worden sei. Es wurde im Anschluß an diese Tat- fache die Frage ventiliert, ob es zulässig sei, ein derartig neues und wissenschaftlich unbekannte« Schutzmittel an Waisenkindern zu probieren. In der letzten Sitzung ist von Prof. Felix Klemperer, Direktor des Reinickendorfer Krankenhauses und vvn Oberarzt Citron von der medizinischen Charitöklinik betont worden, datz eS nicht unbe- denklich sei, einen wenn auch völlig abgeschwächten, aber doch au» lebenden Tuberkelbazillen bestehenden Impfstoff noch nicht tuberkulosekranken Kindern einzuimpfen. Wenn diese Schutzimpfung sich auch während der bisherigen Beobachtungszeit als unschädlich erwiesen habe, so sei doch noch gänzlich unbekannt, wie diese lebenden Bazillen sich im kindlichen Organismus weiterentwickeln. Es scheine jedenfalls verfrüht zu sein, ein solches Verfahren schon bei Kindern anzuwenden, da auch bei erwachsenen Lungenkranken, wie Geheimrat Goldscheider in der Diskussion hervorhob, ein Heil- erfolg wissenschaftlich noch nicht erbracht sei. Es dürfte in ersser Linie Aufgabe der städtischen Waisen« Verwaltung sein, sich über die Angelegenheit näher zu äußern, ins« besondere darüber, ob die Versuche mit ihrem Wissen und mit ihrer Zustimmung vorgenommen worden sind. Wir sind der Ansicht, datz kranke Waisenlinder unter keinen Umständen dazu da sind, als Versuchskaninchen für wissenschaftliche Zwecke zu dienen und es muß ein Verfahren wie daS oben beliebte auf das entschiedenste verurteilt werden._ Am Telephon soll man die Ruhe und die Geduld nicht verlieren. »nd wenn das Telephonfräulein noch so oft antwortet:»Besetzt. bitte später rufen I" oder gar:„Die Leitung ist gestört." Dieses vielverdächtigte Fräulein, dem mancher mit dem größten Mißtrauen gegenübertritt, soll nächstens in ungeahnter Gestalt in den Telephon- ämtern austreten und hat bereits in einem Amt, wo eS zum Versuch engagiert wurde, sich erfolgreich eingeführt. Keine Spur von Nervosität in diesem„Fräulein", es kennt keinen Aeraer über un- geduldige Leute. Keine bewußte Abweisung mehr, aber auch kein menschlich Rühren in dieser kalten, gefühllosen Gestalt, und wenn noch so freundlich um Anschlutz gebeten wird. Unerschütterlich tönt eS zurück, ohne tröstcndxn Zusatz:„Besetzt, bitte später rufen I" Zur Erleichterung deS anstrengenden Dienstes der Angestellten will man nämlich Phonographen in den Telephonämtern einführen. In dem Amt„Kurfürst" hat man den Anfang damit gemacht und zwei Phonographen in den Dienst gestellt. Nur einer Hand- bewegung bedarf es und der eine ruft: Besetzt, bitte später rufen I Aus dem anderen schallt es: Die Leitung ist gestört I Der zweite Apparat wird natürlich seltener, ober dann auch unaufhörlich in Anspruch genommen, denn ist einmal die Leitung gestört, dann wird diese Aufklärung unter Umständen tausendfach verlangt und so ein armes Telephonfräulein in menschlicher Gestalt kann dabei erschöpft zusammenbrechen, während die neue Kollegm aus Metall keinerlei Anstrengung kennt. Am wertvollsten ist der Apparat, der den immer wieder nötigen Ruf:„Besetzt, bitte später rufen I" übernimmt.— Zfst man mit den Versuchen im Amt„Kurfürst" zufrieden, werden die neuen Kolleginnen bald überall willkommene Aufnahme finden. Der Stadtverordnete Architekt Friedrich Lentz ist in der Nacht zum Mittwoch im 57. Lebensjahre gestorben. Er vertrat den 16. Gcmeindewahlbezirf(Wedding) in der zweiten Abteilung seit 1907. Selbstmord in einem Stadtbahnzuge. Großes Aufsehen ver« ursachte gestern nachmittag gegen Vs2 Uhr in einem Abteil zweiter Klasse eines Südringzuges die Tat eines Lebensmüden. Kurz vor der Einfahrt de? Zuges in die Halle des Potsdamer RingbahnhofcS erhob sich in einem Coupö der zweiten Klasse ein elegant gekleideter, etwa 30jähriger Herr und schotz sich vor de» Augen der Mitfahrenden auS einer Browningpistole eine Kugel in den Kopf. DaS Geschoß drang oberhalb des linken Auges in die Schläfe ein. Als der Zug zum Stehen gebracht war, wurde von der Rettungswache in der Eichhornstratze ein Arzt herbeigerufen, der aber nur noch den Tod feststellen konnte. Bei dem Toten wurden keinerlei Ausweispapiere gefunden. Es handelt sich um einen jungen Menschen aus den besten Kreisen, der zweifellos absichtlich keine Legitimationspapiere bei sich geführt hat. Die Leiche kam nach dem Schauhause. Die diesjährige Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften im Gewerkschaftshau« beginnt am Sonntag, den 17. November. Die Ausstellung befindet sich im Ausstellungsraum, Eingang B, und ist Sonntags von 4—8 Uhr, Mittwachs und Sonnabends von 6—9 Uhr geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. Wie immer werden auch diesmal Teubnersche und Voigtländische Kllnstler-Steinzeichnungen ausgestellt. Neu hinzukommt eine AuS- stellung von BeschäfttgungSspielen für Kinder der verschiedenen Altersstufen. Das Herbstscst der Freien Bolksbühne findet am Sonnabend, den 16. November, 8'/z Uhr. in den C o n c y r d i a- F e st« s ä I e n, Andreasstratze 64 statt. Für die Ausführung des sorgfältig ausgewählten heiteren MusikprogrammS ist daS neue Toiikünftlerumen- orchester unter Leitung seines Dirigenten, des Herrn Kapellmeisters Iwan Fröbe gewonnen worden, für das Vokalkonzert Herr Anton Sistermans und Herr Kapellmeister Alexander Neuman». Die Ne- zitation hat Herr Ludwig Hardt und die Brettlvorträg« Fräulein Claire Waldoff vom Passage-Kabarett übernommen. Nach dein Konzert findet ein Festball statt. Festmarken zu 60 Pf. inklusive f rogramm und Tanz können bei sofortiger Bestellung auS allen ahlstellen entnommen werden. Zeugen gesucht. Am 21. Juni d. I. hatte der Wächter des Stralauer Platzes mit einem achf'hrigen Jungen einen Streit, der von verschiedenen Personen beobachtet ivurde, und im Verfolg dessen der Junge einem Schutzmann übergeben wurde. Insbesondere die zwei Auaenzeugen, die den Vorfall genau gesehen haben, werden um Angabe ihrer Adressen an E. Gnibe, Holzmarktstr. 37a, gebeten. ' Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie ein älterer Herr am 23. Oktober, abends gegen 8 Uhr, in Pankow, Berliner Stratze sam ehemaligen Steuerhaus), von einer Automobildroschke überfahren wurde, werden gebeten, ihre Adresse bei Karl Altrock, Tischler, Pankow, Trelleborger Str. 6 III. abzugeben. Vorort- Nachrichten. Eharlokkenburg. In der Stadwer.rdnetenversammlung sprach am Mittwoch vor Eintritt in die Tagesordnnng der stellvertretende Vorsitzende Dr. H u h a t s cki unter lebhaftem Beifall dem Stadtbaurat Seeling und dem Borfteher Kaufmann mit warmen Worten Dank für ihre Bemühungen um das Zustandekommen des Deutschen Opernhauses aus. Im Anschlutz daran verlas der Oberbürgermeister S ch u st e h r u S ein ihm zugegangenes von 200 Per'-men unter« zeichneteS Glückwunschschreiben zur Eröffnung des Opernhauses, worin es u. o. heißt:„Wir können hierbei nicht unterlassen, die Leistung des Herrn Stadtbaurat Seeling hervorzuheben, der durch sein grohzügigeS Schaffen und seine reiche Erfahrung in so kurzer Zeit ein Werl hat erstehen lassen, dessen künstlerischer Wert durch eine unsachliche Kritik, wie sie vereinzelt vorgekommen, nicht beeinträchtigt werden kann." Mit der Vorlage betr. bauliche Veränderungen im Arbeitsnachweis erllärten sich Redner aller Fraktionen ein- verstanden. Genosse Z i e t s ch. der für die Sozialdemokraten das Wort ergriff, sprach noch den Wunsch aus, daß der Arbeitsnachweis mehr als bisher benutzt werden»wge, und wies auf die heftigen itänlpfe hin, die in Zukunft mit dein Arbeitsnachweis entbrennen werden, da die Unteruehmer mehr und mehr bestrebt seien, den Arbeitsnachweis in ihre Hände zu bekommen.— Die Vorlage wurde angenommen, ebenso eine Reihe von Vorlagen betr. die Verstärkung verschiedener Etatspositionen, darunter auch die Position»Unter- stützung Lungenkranker". Eme lebhafte Debatte entfesselte die Klage betr. Einrichtung von Räumen für die M ä d ch e n f o r t b i l d u n g S s ch u l e. Auch hier herrschte unter den Fraktionen Einmütigkeit darüber, dast die jetzige» Räume durchaus unzulänglich sind. Mit vollem Recht betonte Genosse Will, daß das Wohnungsamt solche Räume für Wohnzwecke über- Haupt nicht zulassen würde, und daß es dringend erforderlich sei, endlich mit dem Neubau, für den das Projekt längst ausgearbeitet sei, zu beginnen. Nachdem der Dezernent Stadtrat Schmitt er- klärt hatte, daß auch der Magistrat ernstlich bestrebt sei aus den mißlichen Verhältnissen herauszukommen, und daß der Stadt- derordnetenversawmlung demnächst ein Projekt auf Verlegung der Mädchenfortbildungsschule in die Räume der jetzigen Kunstgewerbe- schule unterbreitet werden würde, nahm die Versammlung die Vor- läge an. Gleichfalls zur Annahme gelangte ein Antrag aller Fraktionen. für den sich Genosse Gebert aussprach, den Magistrat zu ersuchen, mit der Polizeiverwaltung in Verbindung zu treten, um für das Befahren des Spandauer Berges am Bahnhof Westend mit schweren Lasten in notwendigen Fällen Vorspann vorzuschreiben. Auf starken Widerstand stieß die Vorlage, durch die der Magistrat um die Ermächtigung zum Abslbluß eines Vertrages mit der Auto- mobil-Verkehrs- und Uebungsstraßen-Gesellschaft betr. Beteiligung an der Errichtung einer Auto niobil- Verkehrs- und Uebungs- straße im Grunewald nachsucht. Nach dem Vertrage soll die Stadtgeineinde Charlottenburg Bürgschaft bis zur Hohe von 16 ovo M. jährlich auf die Dauer von'30 Jahren unter folgenden Bedingungen übernehmen: 1. Die Straße ist als Waldstraße, mit gärtnerischen Aus- schmückungen, eingesäumt mit natürlichen Hecken und ähnlichen Pflanzungen, im übrigen nach dem von dem königlichen Staatsministerium genehmigten, dieser Vorlage beigefügten Plane her- zustellen. 2. ES ist eine verbindliche Erklärung der Eigentümer deS für die straßenanlage bereitzustellenden Geländes, insbesondere des ForstfiskuS, herbeizuführen, wonach sie sich verpflichten, nach Be- endigung des Pachtvertrages oder nachdem die Gesellschaft den Betrieb der Automobilstraße eingestellt hat, die Straße nebst dem zu ihrem Betriebe erforderlichen' Gelände phne Entschädigung dem öffentlichen Verkehr zu widmen, falls der Zweckverband oder eine andere öffentliche Körperschaft die Unterhaltung der Straße über- nimmt. 3. ES muß der Erlaß einer Polizeiverordnung sicher gestellt sein, wonach für den Fall der Anlegung der Automobilstroße der südliche Teil des Königsweges(vom Kaiserdamm ab) für den AutoniobildurchgangSverkehr gesperrt wird. Stadtv. Dr. F r e n tz e l(lib.) erklärte, daß er selbst und ein Teil seiner Freunde an der Vorlage außerordentlich viel auszusetzen habe. Er begreife nicht, welches Interesse Charlottenburg an der Straße habe. Das Geld könne für andere Zwecke viel besser verwendet werden. Auch Stadtv. Liepmann(natl.) wandte sich namens eines Teils seiner Freunde dagegen, daß die Gelder der Steuer- zahler verwendet würden, um reichen Leuten ihren Sport zu er- leichtern. Ebenso sprach sich Herr Gebert gegen den Plan aus, da die Straße lediglich ein Tummelplatz für Automobil-Sportfexe werden würde. Redner bezweifelte auch im Gegensatz zu dem Ober- bürgermeister SchustehruS und dem Stadtrat S e y d e l, daß Charlottenburg dadurch einen wirtschaftlichen und industriellen Auf- schwung erfahren werde. Schließlich ging die Vorlage an einen be- sonderen Ausschuß. Der erste Punkt der Tagesordnung, Vorlage betreffend die Arbeitslosenversicherung, wurde wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung abgesetzt. Wilmersdorf-Halenfee. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Bevor die Versamm- kung am Mittwoch in ihre eigentliche, sehr ausgedehnte Tages- ordnung eintrat, wählte sie in einer mit dem Magistrat gemeinsam abgehaltenen Sitzung den Stadtverordneten D r ö s e an Stelle des aus Wilmersdorf verzogenen Stadtverordneten Waldschmidt zum ersten Ersatzmann für die Verbandsversammlung des Groß-Ber- kiner Z lv e ck v e r b a n d e s. Nachdem der Stadtverordnete Moll erklärt hatte, daß er gegen einen Sozialdemokraten nicht wieder kandidieren werde, war er von der Demokratischen Vereinigung zur Niedcrlegung des Mandats veranlaßt worden. Die Versammlung stimmte dem An- trage deS Wahlausschusses entsprechend der Handlung des Herrn Moll mit der etwas gequälten Begründung zu, daß dieser seit Jahren städtische Ehrenämter versehen habe und infolgedessen zur Mandatsniederlegung berechtigt sei. Einige Auseinandersetzungen gab es bei der Erörterung der Magistratsvorlage über die Grün- dung neuer Beamtenstellen für das Rechnungsjahr 1913. Der Auffassung des Stadtverordneten Schwarz, daß zuviel neue Beamte eingestellt würden, trat der Oberbürgermeister Haber- chauu mit dem Hinweis darauf entgegen, daß der diesjährige Etat 70 000 M., der nächstjährige aber nur 44 000 M. für den gc- dachten Zweck erfordere. Die Angelegenheit ging an den Finanz- ausschutz. Einem besonderen Ausschuß von 13 Mitgliedern wurde ein Antrag der fortschrittlichen Stadtverordneten Cohn und Genossen überwiesen, wonach es wie in Berlin, so auch in Wilmersdorf ge- stattet sein soll, den Bürgersteig mit Kun st granitplatten zu belegen. Eine Anfrage des Genossen Schröder über die unhaltbaren Zustände am Bahnhof Schmargendorf wurde vom Stadtbaurat Müller durch die Zusicherung beantwortet, daß die dortige Eisen- bahnbrücke von 10 Meter auf 25 Meter verbreitert werden soll. Von besonderer Wichtigkeit war eine Magistratsvorlage, wo- nach auf Grund eines besonderen Ortsstatuts die Anlieger zu den Baukosten für die von der Stadt erbaute Untergrundbahn herangezogen werden sollen. Die Kosten für das vorab vom Rastatter Platz an der Dahlemcr Grenze bis zum Wittenbergplatz geführte Werk stellen sich nach dem Voranschlag, soweit das Wilmersdorfer Stadtgebiet in Betracht kommt, auf 16 667 000 M. Für die Stadt bleiben hiervon zu decken 11162 000 M., da durch Vertrag vont 27. November 1908 die Domäne Dahlem 2 500 000 M., die Schöneberg-Friedenauer Terraingesellschaft 2 000 000 M.» die Haberlandsche Terraingesellschaft Berlin-Südwcsten 1050 000 M., die Wilmersdorfer Terrain-Rheingau-Aktiengescllschaft 640 000 M. und die Aktiengesellschaft für Grundbesitz und Hypothekenvcrkehr 106 000 M. für den Bau zu zahlen sich verpflichtet haben. Die Baukosten und Bauzinsen bringt die Stadt durch eine An- leihe in Höhe von 12 260 000 M. auf; nachträglich hat sich auch noch die Bahnhof-Wilmersdorf-Bodengesellschaft zur Zahlung von 266 647.20 M. verpflichtet. Auf Grund des§ 0 des Kommunalabgabengesetzes will der Magistrat nun die Anlieger derart zu den Kosten heranziehen, daß er drei Zonen schafft, von denen die erste bis 100, die zweite von 100 bis 300 und die dritte von 300 bis 600 Meter von den sechs jm Stadtgebiete liegenden Untergrundbahnhöfen entfernt liegt. Die Beiträge sind angesetzt für jeden Ouadratmcter bebauter Grund- stücke in den ersten Zonen auf 3,78 M., in den zweiten Zonen auf 1.68 M. und in den dritten Zonen auf 0,42 M.; für die unbebauten Grundstücke belaufen sie sich auf das 2V- fache der von den bebauten Grundstucken erhobenen Summe. Die Beiträge sollen am 1. Oktober 1916 fällig sem; sie sind auf besonderen Antrag aber auf 10 Jahre zu verteilen. Die Verpflichtung zur Zahlung der Beiträge ruht dinglich auf dem beitragspflichtigen Grundstück der- aestalt, daß auch jeder spatere Eigentümer sür die Bezahlung mit dem Grundstück haftet. Den Terraingcsellschaftcn. die den vorhin erwähnten Vertrag eingegangen stnd. sollen zwar die darin fest- gesetzten Beiträge in Anrechnung gebracht werden, doch glaubten he durch eine» gemeinsames.Protest gegen des vom Mcu öistrat beschlossenen Schritt vorbauen zu müssen. Nachdem.Herr Dr. Leidig sich über die Rechtsfrage in dieser Sache ausgelassen und Herr Dr. Heinitz den Terraingcsellschaftcn das Wort gc- redet hatte, ging die Vorlage an einen besonderen Ausschuß von 13 Mitgliedern. In ziemlich später Stunde erledigte man die vielumstrittene Angelegenheit des R a t h a u s ba u e s. Der Magistrat hat ein Einsehen gehabt und an Stelle des kürzlich veröffentlichten Sieben- millionen-Entwurfs einen anderen Entwurf empfohlen, wonach der Neubau am Fehrbelliner Platz 6 Millionen Mark kosten soll. Es kommen hierzu allerdings noch LM- Millionen für Grund- erwcrb. Begründet wird die Vorlage damit, daß von den zurzeit vorhandenen 366 städtischen Bcaiiiicn nur 82 im alten Rathause Platz haben, während 274 außerhalb des Ratbauscs zumeist in gemieteten Räunicii untergebracht.find. Für diese Räume hat die Stadt jetzt 37 650 M. Jahresmiete zu zahlen; außerdem kommt in Betracht, daß die Leitung und Kontrolle des städtischen Betriebes erheblich erschwert ist. In einer besonderen Resolution erklärte die große Fraktion mit der Maßgabe ihre Zustimmung zu dem Entwurf, daß die Bau- kosten nicht die festgesetzte Summe von 5 Millionen Mark überschreiten dürften. Nachdem Stadtverordneter D r ö s c als Bericht- crstatter die Magistratsvorlage empfohlen hatte, sprach sich auch Genosse Riedel im großen ganzen für den Bau aus. Fcstsaal und Ratskeller seien, vorläufig wenigstens, gefallen; allerdings müsse bezweifelt werden, daß trotzdem die verlangten 6 Millionen Mark reichten. Vielleicht empfehle es sich später, an Stelle des Festsaales nach dem Muster anderer Städte eine besondere Stadt- Halle zu erbauen, die auch der Einwohnerschaft für Versamm- lungen zur Verfügung gestellt werden könne. Als einziger Gegner des Rathausbaucs blieb der Stadtverordnete Schwarz übrig, der wesentlich finanzielle Bedenken geltend machte. Nach eingehender Erörterung sah die Versammlung davon ab, die Angelegenheit an einen Ausschutz zu verweisen; mit dem hinsichtlich der Kojtcnsrage erwähnten Vorbehalt wurde die Vorlage fast einstimmig a n g c- n o m m e n. Bis zur Fertigstellung des Rathauses werden etwa 6 bis 6 Jahre vergehen. Lichtenberg. Die Milchwirtschaft auf dem Rittergut Tasdorf in den Dienst der S ä u g l i n g§ f ü r s o r g e der Stadt zu stellen war der Zweck eines Antrages, den unsere Genossen in der Deputation des Riefet- gutes einbrachten. Jetzt ist die Gemeinde durch Vertrag noch ver- pflichtet, bis zum 1. Oktober 1913 die Erträgnisse der Milchwirt- schaft einem Privatpächter zu überlassen. Beschlossen wurde, die Eigenverwertung der Milch im Sinne des Antrages unserer Genossen dem Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Ein gleiches Schicksal war einem weiteren Antrage unserer Genossen beschieden, wonach ans dem Rieselgute Tasdorf eine Schweinezucht und Mast zu etablieren sei. Hierüber soll der Magistrat jedoch erst Er- wägungcn anstellen. Erstaunlich waren die von den Bürgerlichen geltend gemachten Gründe und Bedenken gegen die verlangte Neuerung. Natürlich ist eS nur das Interesse der städtischen Finanzen, das die Herren bedenklich stimmt. Zudem wurde noch betont, daß die Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden noch nicht als abgeschlossen anzusehen seien und warum sollte übrigens Lichtenberg mit der Milch den Anfang machen. Die drei Stimmen unserer Genossen reichten natürlich nicht aus, uni gegen die ge- schlossene Front der Grundbesitzer, Mittelständler und Beamten- vertretcr ihren Willen durchzusetzen. Wären nicht die Wahlen vor der Tür, so hätten die Herren unsere Anträge glatt abgelehnt. Eine solche Haltung nennt sich dann Wahrung der Interessen der Gesamtheit der Bevölkerung. Auf die bürgerlichen Interessen- Vertreter treffen die Worte zu:„Richtet euch nach ihren Taten, nicht nach ihren Worten!" Friedenau. Der Berkauf von russischem Fleisch hat am Donnerstag be- gönnen. Die Schlächtermeister haben zum Teil, als sie sahen, daß die Gemeindeverivaltung mit der Einrichtung des Fleischverkaufs in eigener Regie ernst machte, eingelenkt und wenn auch mit Wider- willen, den Vertrieb übernommen. Die Vorkaufspreise sind vom Gemeindevorstand festgesetzt und durch Aushang kenntlich gemacht. Folgende Schlächter haben sich zum Vertrieb des Fleisches bereit erklärt: Bock, Bornstr. 11; Bork, Rheinstr. 63; Both, Eschenstr. 6; Bote, Evostr. 1; Bischof. Stubcnrauchstr. 73; Elsener. Odenwald- itraße 10; Geiger, Wilhelmshöher Str. 22; Günther, TaunuSstr. 20; Kunert. Sieglindestr. 7; Schwartze, Südwest-Korso 1 und Voigt, Briinhildestr. 1. Die letzte Gemeiudrvertretersitzung beschloß die Aufnahme einer Anleihe zur Bestreitung der Restbeträge für die neue Brücke in Höhe von 26 000 M. von der Kreissparkassr. Die Summe ist mit 4 Proz. zu verzinsen und mit l'/� Proz. zu amortisieren.— Zu dem Antrage des Genossen Richter wegen Einführung von billigcrem Fleisch wurde beschlossen, vorerst mit der Stadt Berlin wegen Lieferung in Ver- bindung zu treten. Es wurde eine Teuerungskommission gewählt.— U. a. wurde noch der Vorsitzende Clemens beauftragt, bis zur nächsten Sitzung ein Ortsstatut über die Straßenreinigungspflicht usw. aus- zuarbeiten und der Gemeindevertretung vorzulegen. Dabendorf bei Zossen. Die letzte Gemeindcvcrtrcterfitzung beschloß zunächst, die Schule mit elektrischer Beleuchtung zu versehen. Ein vorliegender Antrag des GrundhesitzervereinS, der von der Gemeinde die Uebernahme des Fußweges zwischen Neue Chaussee und Bahnhof und die dafür erforderlichen Kosten verlangt, wurde abgelehnt. Unserem Genossen Lau gelang es, die Bürgerlichen von der Notwendigkeit des Bestehen- bleibens des� Weges zu überzeugen: gerade die arbeitende Be- völlerung müsse in den frühen Morgenstunden den Weg benutzen. Hierauf bewilligte� die Vertretung einen jährlichen Zuschuß von 30 M. Der Weg ist somit für jedermann zur Benutzung frei. Kalkberge- Rüdersdorf. Aus der Gemeindevertretung. Die Anzahl der Personen, die vom 6. bis einschließlich 11. November(also innerhalb von sechs Tagen) mit der neuen Straßenbahn befördert wurden, beträgt 3477. Am Sonntag, den 10. d. M., wurden allein 1000 Personen befördert. Wenn sich der Verkehr auch in Zukunft in dieser Weise weiter ent- wickelt, ist die Rentabilität der Bahn gesichert. In Anbetracht des bisherigen günstigen Resultats beschloß die Gemeindevertretung, den Preis für eine Arbeitermonatskarte von 12 auf 10 M.. den für eine Arbeiterwochenkarte von 2 auf 1,60 M. herabzusetzen. Die ministerielle Konzessionierung des Durchgangsverkehrs wird in den nächsten Tagen erwartet. Es braucht also dann— mit Ausnahme der beiden ersten Züge— nicht mehr in Schöneiche umgestiegen werden, weil dann die Züge direkt bis Friedrichshagen durchfahren. Alsdann wurde bekannt gegeben, daß für die Reinigung der Straßen die Gemeinde, für die Reinigung der Bürgersteige die Anlieger Sorge zu tragen habe».— Ein von sozialdemokratischer Seite eingebrachter Antrag betreffend Einführung von russischem Fleisch kam dann zur Beratung. Nach längerer Debatte wurde beschloffen, in Berlin wegen Lieferung von russischem Fleisch in kleinen Quanten vorstellig zu werden. Der Teuerungsdebatte nach hat es den Anschein, als ob der Mehrheit der Vertretung die Linderung des Notstandes ganz schnuppe ist.— Sodann kam noch ein Antrag betreffend Bewilligung einer Beihilfe für die Privatschule in der Bergstraße(im Klingerschen Hause) zur Beratung. Trotz der ausgedehnten Diskussion kam ein endgültiger Beschluß noch nicht zustande., Lübars-Waidmannslust. Aus der Gemeindevertretung. Da die freiwillige Feuerwehr in dem alten Ortsteil aufgelöst ist» beabsichtigt der Gemeindevorsteher. auf Grund einer Verfügung deS Landrats daselbst eine Pflicht« feuerwchr zu errichten und hierfür einen Oberführer und einen Stell» Vertreter zu ernennen. Unsere Genossen hielten es sür überflüssig, die Einwohner des alten Ortsteils zu einer Pflichtfeuerwehr heran» zuziehen, wenn im neuen Ortsteil noch eine freiwillige Feuerwchr besteht, die von der Gemeinde subventioniert wird. Hierauf erklärte der Gemeindevorsteher, daß er diese Angelegenheit der Gemeinde- Vertretung nur zur Kenntnis bringen wollte. Die� Lieferung der Kanalisationsröhren wurde den Rheinischen Steinzeugwerken G. in. b. H. zu Köln a. Rh. auf Grund ihrer Snbmissionsofferte in Hohe von 74 142 M. übertragen. Die vom Vorsteher beantragte örtliche Besichtigung; der Werke ans Gemelndelosten durch den Gemeindevorsteher, Bauleiter und einen Gemeindevertreter wurde einstimmig abgelehnt, da man sich hiervon keinen Vorteil versprach. Die Jahresabrechnung von 1911 ergibt eine Gesamteinnahme von 117 820,11 M. und eine Gesamtausgabe von 126 746,24 M. Es ist milbin ein Destzit von 8926,13 M. vorhanden, das von den Heber- schüsse» der Vorjahre gedeckt wird. Rowawes. Wie der KrcisauSschuß die wirtschaftlichen Jntcreffen der Land» gemkinde» wnhriliwmt, dafür dürfte der nachfolgende Fall Zeugnis ablegen. Im Jahre 1910 stellte die Gemeinde Nowaw�-> bei der Regierung den Antrag ans Eillgeiiieiiidrmz einiger forstfiskalischcr Parzellen in ihr Ortsgcbiet. Die Regierung lehnte den Antrag mit der Begründung ab, daß die Eingemeindung kleinerer Forstparzellen vor Erlaß des geplanten ZweckverbandsgesetzeS, das auf die Erhaltung der Wälder in der Umgebung Groß-Berlins ein besonderes Nugenmerk richten und auch sür eventuelle Eiiigemeindlmgen besondere Richtlinien bieten werde, nicht zweckmäßig erscheine. Bor einigen Wo�-rn nun kaufte ein Spekulant vom Forstfiskus zu Bebauungszwecken ein größeres Waldgelände, das sich zwischen dem Bahnhof Neubabels- berg und Kohlhasenbrück längs der Eisenbahn hinzieht, und stellte bei der Regierung den Antrag, dasselbe in das ÖrtSgebie' Kle inGlienicke einzugemeinden. Einen gleichen Antrag richtete er»n die Gemeinde Klein-Glienicke. Die dortige Vertretung beschloß Nun in geheimer Sitzung, die beantragte Eingemeindung beim KreiSauSschuß zu befürworten, und fand bei letzterem bereitwilliges Entgegenlommen. Als vor einigen Tagen bekannt wurde, daß die Eingemeindung be- reits vollzogen sei, war man in NowaweS allgemein erstaunt; nicht einmal die von der Gemeinde gewählten Kreisvertreter hatten die leiseste Ahnung davon. Auf die Anfrage eines Gemeinde- Vertreters der Gemeinde NowaweS, wie es möglich gewesen sei, dem Antrag stattzugeben, obwohl dem KreiSauSschuß bekam» sein müßte, daß das betreffende, eine Enklave darstellende Gelände seine? natür- lichen Lage nach zu NowaweS gehört, soll die Antwort erteil» worden sein, ein Einspruch der Gemeinde NonvweS hätte doch nicht? genützt. Nach welchen Grundsätzen diese Eingemeindung stattgefunden hat, ist vorläufig noch Geheimnis des Herrn Landrats von Achenbach. Hoffentlich wird bereits ans der nächsten Kreistagssitzung das Ge- heimnis gelüftet. Mühkttbeik. Die letzte Gemeindevertretersitzung wurde vom Amisvorsteher Mahnke durch einen Vortrag über den Erlaß einer Polizeiverordnung über das neue Wegereinigungsgesetz eingeleitet. Nach kurzer Dis- kussion kam die Veriretnng dahin übcrein, daß die endgüllige Be- schlußfassnng hierüber, ob die Reinigung von der Gemeinde oder von den Eigentümern ausgeführt wird, einer der nächsten Sitzungen überlassen bleibe» soll. Des weitere» liegen Wünsche vom Landratsamte vor, wonach die Gemeinde, da gewisse Brunnen nicht mehr ganz einwandfrei bezüglich der Wasserversorgung sind, sich dem neuen Wasserwerl Pankow anschließen möge. Die Versammlung konnte diesem Wunsche insofern nicht Rechnung tragen. als sie der Ansicht war, daß ein Bedürfnis im allgemeinen noch nicht vor- Händen sei, auch müsse Pankow, sofern eS ein Interesse an dem Anschluß hätte, sich selbst an die Gemeinde wenden. Was die Säuglingstürsorge betrifft, soll der hiesige Arzt beauftragt werden. die ihm zur Kenntnis gelangenden und der Unterstützung be- dürftigen Fälle der Ortsverwaltung mitzuteilen, damit rechtzeitig helfend eingeschritten werden kann. Spandau. Mit de» bevorstehende» Delegiertcnwahlen zu den General» Versammlungen der Krankenkassen beschäftiat sich eine zu Montag- abend 8>/z Uhr vom Gewerkschastskartell nach dem Lokal von Krause, Schönwalder Straße 2, einberufene Versammlung. Arbeitersckretär Brückner-Berlin hat das Referat übernommen. Ein reger Besuch dieser Versammlung wäre sehr erwünscht. Potsdam. Die Schule als Magd der Kirche. Unter der Ueberschrift „Hosprediger und Lehrerschaft" veröffentlicht die vom Berliner Lehrerverein herausgegebene„Pädagogische Zeitung", Hauptorgan des Deutschen Lehrervereins, eine ihr zugegangene Be- chwerde. Aus Potsdam schreibt ihr ein Lehrer: „Am Reformationstage fand in der Hof- und Garnisonkirche ein Jugendgottesdienst statt, zu dem die Schuljugend von der Lehrerschaft geführt wurde, um das evangelische Bewußtsein und religiöses Empfinden bei den Kindern zu erwecken und zu pflegen. Und der Dank? Wenige Stunden darauf wurden von dem Garuisonpfarrer Hofprediger Dr. Vogel im Abendgottesdienst von derselben Kanzel herab schwere Anklagen gegen die Lehrerschaft erhoben. ES wurde ausgeführt, daß der Geist des Unglaubens auf den Kathedern von der Universität bis zu den niedrigen Schulen herrsche; zuweilen würden die Lehren der Kirche den Kindern mit Hohn und Spott vorgetragen, und nur wenige Aus- nahmen bestäiigten die Regel." Im Anschluß hieran klagt der Lehrer: „Wahrlich, schwerere Anklagen konnten gegen die Lehrerschaft nicht erhoben werden. Was für einen Begriff müssen die Eltern von den Lehrern erhalten, die vormittags ihre Kinder zur Kirche führen und abends von einem Mann in dieser Stellung öffentlich abgekanzelt werden I Muß nicht das Vertrauen zu den Lehrern beeinträchtigt und das gute Einvernehmen, das bisher zwischen Lehrerschaft und Geistlichkeit bestand, gestört werden? Wie darf der Herr Hofprediger, wenn derarttge Fälle vorgekommen sind, so verallgemeinern? Wacht nicht die Regierung und die kirchliche Behörde über die rechte Erteilung des Religionsunterrichts in den Schulen? Sollten die Auffichtsbehörden unfähig sein, Ent- gleisungen zu erkenne», so. daß der Herr Hofprediger ihnen die Augen öffnen muß?" Der Potsdamer Lehrerverein hat Schritte getan, seinen Mit- gliedern„Genugtuung" zu verschaffen. Wir finden, daß die Lehrer Potsdams keinen Anlaß haben, sich zu beklagen. Lehrern, die der Kirche solche Dienste erweisen, kann man's von Herzen gönnen, daß sie hinterher eine Abkanzelung„ungläubiger" Lehrer zu hören be- kommen. Die„Päd. Ztg." verrät mit keinem Wort, wie sie über die Gesinnung des Lehrers denkt, dem so sehr viel an dem guten Einvernehmen zwischen Lehrerschaft und Geist» lichkeit liegt. Sie beschränkt sich darauf, das Vorkommnis als kaum glaublich zu bezeichnen und die Hoffnung auszusprechen, daß es fich nicht ganz so zugetragen habe. Auch bemängelt sie mit keinem Wort die nach den Mitteilungen des LehrerS doch wohl zweifelssreie Tatsache, daß Lehrer dieSchuljugend indie Kirche geführt haben. Was sagen dazu die Eltern? Heute, Freitag morgen um 8 Uhr beginnt im städtischen Laden. Brauerstr. 8, der kommunale Fleischverkaus in städtischer Regie. In der Zeit von 8—1 Uhr und von 3—8 Uhr wird dann täglich das dänische Rindfleisch verlauft. Die amtlich festgesetzten Preise be« tragen: Fehlrippe 86 Pf., Brust 76 Pf.. Querrippe 70 Pf., Kamm 76 Pf.. Filet 1 M.. Schmorfleisch 90 Pf. und Talg 60 Pf. Die gesamte Bevölkerung kann den städtischen Fleischverkaus in Anspruch nehmen. I» der Stadt erwartet man schon heute ein Sinken der Fleischpreise als Folge de» kommunalen Fleischverkaufes. Jugeudveranstaltunge«. Bezirk Weddiug. Sonntage dcu 17. November, sindcll zwei Aus« flüge statt. 1. Biesenthal«Forst), Melchow. Fahrgeld l.öb M. Tresspunkt Nazarethkirchstraßc, Eile Maiplaquetstrage S°/» Ubr morgens, Abfahrt von Bahnhos Gesundbrunnen 6.05., 2. Spandau— Papcnbergc— Tegel. Fahrgeld 50 Pf. Treffpunkt Nazarelhkirchstrage, Ecke Malplaquetstraßc 7 Uhr morgens._ Eingegangene Druchrchnftcn. Bon der„Neuen Zeit« ist soeben das 7. Hest des 3l. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Der Parteitag in Wien. Bon Friedrich Adler(Wien).— Baltanproblcme. Bon SS. Vau Ravefteijn(Rotterdam).— Zur Präjidentschastswahl in den Ver- ciuigteu Staaten. Von Hermann Schlüter.— Kriegsbörfe. Von Ernst Meyer.— Literarische Rundschau.— Notizen:„Das, was war." Von Emil !i'Iotb.— Die Goldproduktion.— Zeitschristenschau. Von Georg Stiekloss. Feuilleton der Neuen Zeit Nr. 57: Einiges über Gustav Frcbtag. Bon Fr. Viehring.— Drei Gestaltungen des Prometheus. Bon G.®. Ludwig.— Bücherschau.— Lose Blätter: Ein historisches Rätsel. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von lt.ÄS M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet Pf» Probenuuunern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der„Gleichheit", Zeitschrist sür die Interessen der Arbeiterinnen, ist uns soeben Nr. 4 des 23. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Signale.— Lebensmittelverteuerung und Unterernährung. Von L. Haasc-Frisch.(Schlug.)— Bon der Frauen- arbeit in Bayern. I. Von Gustav Hoch.— Arbeitsbedingungen der Ardeiterimme» in den chemischen Wäschereien. Von Martha Hovpe.— Ein Volksentscheid in der Schweiz über ein Fraucnrecht. Von O. Z.— Die proletarische Frauenbewegung im Tätigkciisjahr 1011/12. usw. Die„Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps., durch die Post bezogen beträgt der Abomiemeiitspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.; unter tireuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,60 M. Vom„Wahren Jacob" ist soeben die Nr. 24 des 20. Jahrganges im Umfang von 20 Seiten erschiene«,. Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probenummenr sind jederzeit durch den Verlag von I. H. 23. Dietz Nachs.®. m. b. H. in Stuttgart, sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Arbettertouristcnvcrein„Die Naturfreunde«, Orlsgruppe Berlin. Der zum Sonntag, den 17. d. M., angesetzte Besuch des Märkischen Museums fällt wegen der Demonstrationsvcrsammlungen fort. KmfKakten der Redaktton. Die joristische Eprcchstuude siiidct Linden strafte SS. vorn vier Treppe» — Fahrstuhl—, Ivocheutä-Illch von i'.i bis 7l!eichhaItigeS Portieren- lager. GardinenauSwahl. Teppich- auswahl. Plüi.chN'lbdecken. stepp- deckenlager. Goldsachen. Taschenuhren. Wandubren. Wandbilder. Waren- verkauf ebcnsalls SonntagS. Gaszusanipef, GaZzlveilochkocher Griinerweg 3._ 1239B* Teppiche, unbedeutende Farben- fehler, sür die Hälfte des Wertes. Portiere», Gardinen, Steppdecken, Tischdecken zu Schleuderpreisen. Teppichhaus Adler, Königstrahe 50, gegenüber Rathaus._ 1957fi* 4,00 Prachtbelt, 8,50 bamiIgcS Bett, große Laken O.SS, Damast- bezüge 3,60, Steppdecken nur Andrcasleihhaus Andreasstrahe 38." Landbett, zwei Deckbetten, zwei Rissen, zweischläfrig 14,25, mit schonen Inletten._ 248SSP Gardinen! Steppdecken l Portieren I Tischdecken I außergewöhnlich billig I Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt extra l Gardinenhaus Brünn, Hacke- scher Martt 4(Bahnhos Börse). SonntagS geöffnet._ M Mionntsanziige und Winter Paletots von 5 Mark sowie Hosen von 1,50, Gebrockanzüge von 12.00. Fracks von 2,50, sowie für korvulente Figuren. Neue Garderobe zu stauneud billigen Preisen, aus Pfandleihen ver- fallcne Sachen kaut! man am billigsten bei Ratz, Mulackftraße 14. Gaskronen, dreiflammig, komplett 7,50, Gaszuglampen 6,00, Gaslyren 2,40, Gaswandarme 1,50, staunend billig.— Vier Geschäste— Große Frantsurterstraße 92— Ravenästr. 6 (Wcdding)— Schönhauser Allee 121 (Kleimstraße)— Neukölln, Berliner, straße 102. 200851" Einzelne Gardine», Stores, Portieren, Steppdecken werden Don nerstag, Freitag, Sonnabend zu jedem nur annehmbaren Preife vertäust. Fehlerhaste Teppiche spottbillig. TeppichhauS L. Lesevre, nur Pots- damerstraße 106 B. I.(Kein Laden). Betten, Stand S,—. straße 70, Im Keller._ Brunnen- 1200K' Leihhaus Morttzplaft 58a! kaufen Sie spotibilllg von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, PaletotS, größtenteils auf Seide, 9—18 Marli Gelegenheitskäufe in Damen- Plüsch- Mänteln, Kostümen, Kleidern(hochelegant). Große Posten Pelzstolas, Pelzgarnt- tliren, früher biSlbv, jetzt 13— 40 Mark. Gelegenhcilskäuse in Uhren, Ketten, Ringen, Wäsche, Betten, enorm billig, nur Moritzplatz 58» 1/_ 2289K Grundbegriffe der Pollttk, von Friedrich Stampfer. Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärts, Linden- straße«2(Laden). Monats-Garderoben-Hanö vev kaust spottbillig erstklassige, wenig getragene Jackettanzüge, Gebrock- anzüge, Smokinganziige, Frackanzüge, Wintcrpaletot», Ulster, Winlerjoppe», Beinkleider, auch sür korpulente Herren passend, stets aus Lager. Prinzen- straße 28, erste Etage.(Eckhaus Ritterstraße)._ 248051* BorwartSleier fünf Prozein Extrarabatt, selbst bei Gelegenbeils- käusen. TePpich-ThomaS 2107K Teppiche, sarbfehlerhast, spottbillig Gardinen, Stores,.Künstlersenster, angeschmutzte, sabelhajt bwig 2469K* Tepptch-Thomas, Prachtbau Qra. nienslraße 126, Roienthalerstratze 54. Gaskronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riesenlagert Louis Böttcher (selbst t), Kronleuchter- SpezialHäuser. Betriebsleitung: Boxhaaenerftratze 32 (kein Laden).(Fahrverbindung War- schauerstraße.) Filiale: Kottbuser Damm 41, Eingang Hermamiplatz. Bauerndeckbett. Unterbett, zwei Kissen, 26,00, nur AndreaSleihhauS, AndrcaSstraße 33. Fahrgeld vergüte. Möbel. Möbel ohne GeldI Bei kiewer Anzahlung geben Wirttchaslen und einzelne Stücke aus Kredit unter äußerster PrciSnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten tauft bei uns. Krettchmann u. Co., Kovpen- straße 4,(Schlesischer Bahnhof.)* Teilzahlung. Reelles Möbel- geschäsl liefert Möbel sür Stube und Küche mit 20 M. Anzahlung, tleinste Raten. Auch einzewe Möbel. Aclierc Möbel werden m Zahlung genommen und gegen moderne«lmgetauscht. Zum Weihnachtssest Teppiche. Por- ttcren, Läufer usw. ohne Anzahlung. Offerte» Posllagertarte 12, Post- aml 22. 2393K* Möbelhandlung Mariannen- straße 25, billige Preise. Teilzahlung gestaltet. ,Vorwärts*leser 3 Prozent Rabatt. 39K* Möbel-Cohn, Große Frantsurter- straße 58, nahe Kaiserstraße. Wohnungs-Einrichtungen aus bequeme Teilzahlung. Stube und Küche An- zahlung von 15 Mark an. Einzelne Möbelstücke Anzahlung von 5 Mark an. Moderne Schlafzimmer, Speise« zimmer, Herrenzimmer. In bunten Küchen riesengroße Auswahl. Liefere auch nach auswärts. Abzahlung wöchentlich, monatlich, ganz nach Wunsch. Größte Rücksicht bei Krank. heit und Arbeitslosigkeit. Vorzcigcr dieses Inserats erhält beim Kauf 5 Mark gutgeschrieben. Sonntags von 12— 2 geöffnet._ 208051* Herrenfahrrad, Damensahrrad, wie neu. 35,—. Holz, Blumenstraße 44._ 109351* Brennaborrad sowie Freilausrad, wunderschön 25,00, sofort. Schräder, Weberslraße 42, Oucrgebäude. ♦ Mitbel-Gelegenhetts-Käuse spottbillig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlal- zimmer(eiche) 288,—, komplette Wohnzimmer 132,— bis 240,—, Chaiselongue 24,—, Sofa 38.—, Trumeau 33,—. Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Ricscuauswahl. Möbelipeicher Neue Königstraße 89, 4 Etagen. Teilzahlung gestattet. Auch Sonntags. 249/1* Zentrale sür Arbeitcrmöbel ltesert Resormeinri-blutigen in gediegener Arbeit an Reelldcntende auch aus Teilzahlung und bittet Parteimilgüie- der um Besuch der großen Lager. Niedrige Anzahlung. Zinsvergütung. Gelegenheitsläuse in gebrauchten Mo- beln. Verlaussstelle Schatz, Brunnen- straße 160, Eingang Anklamerstraße. Bürgerliche Wohnungseinrichtung sehr billig bei Glas, Roseothaler- straße 57. vorn III rechts. 183/8* Ivv Speisezimmer- Herren. zimmer. Schlafzimmer, zu nie ge- rannt billigen Preisen an Private l Nur Skalitzerstraße 25, an der Hoch- bahn! 2532K* Möbel- Lechner, Spezial-Möbel- haus, aus Kredit und gegen bar. 1. Geschäft: Brunnculttaße 7, am Rolentbaler Platz. 2. Geschäft: Müller- straße 174, Ecke Fennftraßc. Stube und Küche Anzahlung von 15.— an. Einzelne Möbelstücke, Anzahlung von 5.— an. Riesen- Auswahl. Größte Kulanz. Vorzeiger dieses Inserats erhält beim Kauf von 50.— an 5.— gutgeschrieben. Liefere auch nach aus- wärls. Sonntags geöffnet von 12—2 Uhr. 2S30K' Musikinstruinente, Gelegenheit. Piano, schwarz, hoch, wie neu, 270 Mark, Warschauer- straße 58, vom I, Menzel. L544K Piantno, Prachtinstrument, neu- erhaltenes, ILO hoch, 200,—. Händler verbeten. Krüger, Friedenstraße 2 (Königstor). 237/2 Nuftbaumpiaiiino, sehr klang. volles Instrument, gut erhalten, ver- käuflich, F. Manthey n. Co., Pols. damerstraße 31. 190/3* Arbetter-Musierwohnungen jedermann leicht erwerbbar, sehr bi auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. KassenPretS Zinsvergütung. kleine Anzahlung, bequeme Abzah» lung nach Wunsch der Käuier. Gabbert Tischlermeister, Acker- straße 54. Kein AbzahwngSgeschäst. Bilder. Bilder. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder. Bogdan, Weinmeistei straße 2. 2248K Pabrräder, Adlerfabrrad 28,—. Freilausrad. Kraus, Andreas strotzt 54. 189/19* Kaufgesuche. Höchstzahlend, Metalle, gahn- gediffe, Platinabfall, Gold, Silber, Quecksilber, Metallschmelze Nieper, Küpenickcrstraße 20»(gegenüber Manteuffelstraße). Platinabfälle, Krammb,70, Gold, Silber, Zahngebisse, Stanniol. Queck- silber 3,65 laust vlümei, August- stratze 19. Waschanstalt Heinrich Kobelt, Kö- pcuick, Glicnickcrstraße 36, wäscht chlorfrcl Bettwäsche, vier Handtücher, vier Taschentücher 0,10. Kein Ber- tauschen. Abholung, Liescrung Mon- tags. 1267b Vermietungen. �obnunxsa. Leere Stube, leere Küche, kleine Wohnungen Urbanstratze 70.+47* Münzen, Briesmailensammlimg kaust Grotzmann, Spandauerbrücke 2. Znhngcbiffc, Bruchgold, Stanniol kaust Kobn. Neue Königstraße 76. Platin 5,70, Zahngcbisse, Altgoid, Silber, Quecksilber, Stanniol höchst- zahlend Müller, Teltowerstraße 10. Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt, Auch werden Uebetsetzungen an- gesertigt. G. Swienty- Liebknecht Ebarlottenburg. Stuttgarterplatz 9 Gartenhaus tu. 44K* Verschiedenes. Kunttstopferei von Frau Kotoslh Schlachtcniee, Kurstraße 8 III. Patentanwalt Müller, Gittchiner- straße 81. 2439K* Pfandlethe HelnerSdorjerstraße 14, nahe der Grcisswaidcrstraße. 109SB* Patentanwalt Wessel, Bitlchiner- strage 94a. .W. Ballsalon, Inhaber Franz Tauer, Große Frantsurterstraße 85 Ecke Marsiliusstraße, Saal zirla 800 Personen fassend, zum l. Weihnachts- seiertag noch zu vergeben. 237/1» Saal— Vereinszimmer, groß, separat. Gerichtstraße 71. 236/12* Limmer. Möbliertes Zimmer, einen oder zwei Herrn, vernüelet Vormum, Reu- kölln, Liberdastraße 1. 139/20 LedlsksteUen. Möblierte Schlafstelle Dresdener- straße III, vom t, Landgraf.+55 Stellenangebote. Haussegenleiften in großen Posten außer dem Hause zu vergeben. Offerten an die.Hauptexpedition dieses Blattes imier E. 2. 25505« Zwei Grün-Korbmacher, Scheffel- und Obsttörbe, dauernde Beschäsii- gung. Reichert, Marzahn. 1256b* Snche an jedem Ort Partei- genossen, die den Vertrieb meiner Neuheiten in Wand- und Zimmer» schmuck übernehmen wollen. Aus Wunsch Preise und Adbiidung kosten- loS durch Karl Herkam, Gräfenroda (Thüringen)._ 1265b* Geübte Wtcklerinnen aus Orgaiiziu und Trame verlangt R. Brandt, Dresdenerstraße 50/51. 190/2 Mktalldrückkr absolut verläßlich in allen vorkom« Menden, auch schwierige» Arbeiten sür baldigst gesucht. Offerten mit Lobnansprüchen erbeten an 13. PoIeHzynskl, Kristiania 1266b(Norwegen). 8. Ziehung 5. KI. I. Preuss.-Süddeutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziehung vorn 14. Norember 1813 vormittag». iaf Jade geeogn. h'uiner»Ud tirel gleich hohe Gewinno g.r.lloa, and«w.r Jo«In».nf die Lei« gleicher Nummer In des beiden Ibtellnngen I nnd II U/ur die Gewinne Uber 249 Mark eind den hetieBeoden ,,,, i Nummern 10 Klammem beigefügt. V -(Ohne Gewahr.)(Nachdruck verboten.)!. i' .. 101 297 438 52 576 84 919 1209 83 342 04 402 660 (600} 718 77 92 824 2001 262 03 381 445 78 649 698 60,769[3000] 3034 195[800) 240 699 844 61 847 63 (löÖO) 939[3000] 4073 220 665 794 885 9018 24 117 LOS 355 422 48 899 892 947 68 9001 19 99 101 24 436 601 90 773 899 1500] 832 87 7164 329 478 501 k 615 820[10001 030 8227 339 85 449«12 29 83[10001 es[1000] 690 701 093 838 9115 32 219 23 60 474 607 174 642 012 / 10062 102 375 428«28 SS 735 845 95 91 992 97 111202 93 549 937 850 027 12059 143 63[600] 87 203 317 63 415 67 80[1000] 675 719[3000] 962 79 13109 34 279 337 549 66 942 775 14067 169 60 467 993 pOp 42 877 807 15010 89 182 283 441 77 679 714 90 824 16043 173 257 347 409[1000] 677 840 925 38 13000] 17009 292 334 436 130 93 1 8141 63 263 11000] 67 630[500] 60 600 69 828 19095 142 247 620 60 79 409 607 033 47 745 931 76« > 20128 222 35 68 433 821 45 970(500] 71 21069 97 22t 88 379 839 908 22290 809 78 91 94 447 03 954 783 91 813 39 74 940 60 28043 130[1000] 33[10001 258 448 579 702 52 24243[600] 363 471[1000] 674 79 874 79 919[500] 25037 39 121 265 85 93 674 1500) 881 89 738 803 84 975 26105 29 68 229 83 90 363 420[1000] 689 794 874 959 27621 812 99 737 75 973 2 8089 119[500] 293 339 577 87 892 69 966 02 29131 65 333 437 684 844 906 » 30043 248[10000] 57 687 083 717 853 78 060 67 31011 64[600] 80 192 365 595 606 734 63[1000] 98 870 32013 80 82 139 50 250 374 452 612 739[600] 94 33085 135 69 393 437 59 93 693 660 81 753 61 77 938 64 34133 94 99 224 422[600] 25 625 703 830 900 38 3 5067 63 93[500] 123 242 53 70[600] 303 47 93 600 723[600] 031 41 1600] 80[600] 36021 137 (500] 302 21 67[6001 419 681 732 961 37005 128 203 30 70 608 986 88116 810 664 81[1000] 649 871 «32 39193 283[1000] 409 49 80 643 791 84 847 03 N 40009 28 181 041 739[600] 92 843 9 9 4 1 649 607 4 2274 364 979 604 48 66 78 975 4 3029 99 869 475 639 07 683 873 900 93 44511 797 830 84 84 909 45293 331 603 608 819[600] 914 4 6048 119 27 89 884 487[690] 632 79 722 85 854 905 23 31 47 044 113 310 48 404 683 622[500] 73 40145 208 47 339 93 443[600] 79 533[1000] 710 47 829[600] 63 909 18 54 49029 62 208 9 23 45 604 633 / 50158 620[6001 79 601 945 51080 145 239 94 310 463 52008 HO 69 354 680 900 21 730 51 809 47[6001 904 53X78 410 668 710 30 60 65 864[500] 020 73 54053 389 449 74[500] 630 842 55110 901 89 66269 303 79 85 445 63 604 8 729 73 99 388 990 57114 37 68[3000] 298 679 783 58149 225 643[600] 8X0 (5001 760 870 955 59000 21 83 248[10000] 71 322 401 33 600 73 873 79 749 950[500]„... v 60061 116 236 85 67 344 61 744 87 842 949[500] 81068 165 91 200 41 454 684 816 72 068[3000] 90 62034 97 199[1000] 273 335 63 601 723 44 63000 11000] 128 28 230 321 86 90 798 851 84023 273 662 727 80 863 65004 45 89 80 123 376 620 27 78 923 66145 295 339 498 604 721 662 6 7219 380 699 614 803 68010 201 8 23 453[3000] 58 660 703 64 07 69109 273 377 405 678 881[600] 748 870 92 928 29 89 70267 72 407 608 74 71121 28[1000] 302 480 624 680 90 737 60 910 80 72107 229 28 86 612 68 91 711 68 919 39 78177 81 88[600] 215 328 480 677 660 68 736 80 819 969 83 74033 86 140 207 304 85 [500] 622[600] 62 876 78[500] 931 7 5243 421 49 74 873 89 003 17 61 76181 253 67 343 84 642 671 88 »03 072 77117 201 383[600] 631 35 68 764 07 825 80 04 926 73 97 78063 09 108 48 206 338 660 002 S 79013[600] 280 360 78 482 767 80 17 33 90 1600/ 132 338 81 668 02 00 698 811 89 972 81168 635 678 931 04 8 2002 28[3000] 77 183 riOOO) 217 436 80 97 648 53 83030[6001 31 74[600] 101 39 64 88 286 412[600] 18 913 71 703 84014 23 38 OKU 84 617 672 721 28 89 827[600] 88223 628 38 779[500] 903 63 8 6504 67[1000] 769 77 97 934[1009] 87087 168 625 796[1000] 820 011 02 8 8349[500] ?/-> OOS 9[600] 78 391 502 858 937 89064 103 92 61 327 431 512 643 61 7.72 882 037 61 2 aniM 203 8 X 256 63 85 748 84 885 9Q0 92216 38 ,,??7 704 5 38[600] 872 074 84 86 93054 118 rcnnnl 919 1600] 323 869 8 4063 247 83 393[1000] 783 lSOOOl 210 16UUJ 5S 80 645 644 813 908 88 ,10001 flfieSn IKOOl 128[3000] 65 98 290 611[500) 626 96068[500] 148 rl.0000] 97 074 m 44 87 231[10001 708 78 97»70 930 U 05g 98016 120 72 452 51 305 72 90»l?_64do'=00n?|4 171 fl8 rB001 351 � " 551 803 12 67 958 9 9034 171 08[500] 351 63 >83 630.06,9ni7OoO388324 474[600] 648 602 6 755 851 100045 104 239 d 4 628 Bg 819 gzo 192037 27 6 8 6 0 6 369[608] 84.. 10Qa77 1Ba 324 38 00 411 652 875 34 1OB033 261 348 411 67 73 87 99 626 78 86 736 106078 02 160 879 487 96 52» 60 730 844 910 25 62 107141 47 292 302 643 74 99 729 393[3000] 942 00 1 08129 71 79 312 430 602 70? 9 42 977 109142 368 32 678 844 020 37 110073 120 241 78 312[600] 82[600] 604 043 111029 129 316 383 875(6001 019 63 06 112144 BS 208 44[600] 61 76 478 728 38 72 805 118009 124l 869 114176[3000] 227 495[1000] 706 958[6001 115081 182 225[500] 391[30001 680 829 944 116089 199 315 47 71 433 65 681 99 117113 232 26 31 79 631 65 619 33 46 803 903 33 118101[1000] 302 79 663 92 703 21 913 14 19 119412 683 625 68 71 71» 45 889 924 29 48 120019 138 98 84 390 605 19 tlOOO) 696[10001 723 840 68 1 2 1 238[3000] 65 313 646 731 78 889 89 122204 463 621 22 695[500] 721[1000] 969 60 123169 218 31 37 487 94 643 611 869 90 124014 [600] 18[10001 263 497 617 67 84 720 40 60 73 [3000] 891 004 61£3000] 125003 37 439 43 97 695 808[500] 126058 102 19 63 525 40 610 793[500] 845 68 127 077 293 313[500] 405 647 90 758 804 908 128198 488 589 665 704 5 71 879 89(1000] 129043 76 199 010 83 716 33 71 833 04. 13C 0 235 Ol[5001 416 21 89 604[600] 18 [1000] 68 91 606 742 131003 373 409 79 631 37 727 132115 68 09 297 463 63 660 776 862 70 133480 619[1000] 72 872[500] 969 08 1 34028 82 108[500] 296 400 695 1 35026 86 98 669 737 68 812 186031 428 706 38 84t 80 80 947 79 137200 428 65 597 603 24 81 824 78 972 133078 120 307«77 608 90 731 189030 50 243[1000] 420 22 80 Ol J600] 617 20 700 47 140101 248 390 460 603 908 141131[3000] 274 300 36 61[30000] 78 404[lOOO] 60[500] 602 93 638 715 968 flOOO) 142018 67 354 417 698 037 75 718 78 802 8 12 62 932 1 43021 127 60 327 626 63 77 701 [3000] 97 954 1 44048 108 237 91 81« 487[600] 633 [500] 675 145039 170 83 217 361 77 489 98 617 23 68 78[1000] 92 615 63 874 1 48100[1000] 275 431 39 663 82 88 961 147182 489 641 732 13 847 81 148039 82 260 68 76[6000] 309[500] 87 709 879 149018 IX» 215 65 68 84 343 519 32 643 803 88 150194 309 432 640 633 81 770 1500] 879 18 1079 177 488 68 580 661 08 713 857 78 07 1 62220 61 498 607 48 859 75 92 079 82 153051 70 107 119801 82 708 922 60 154000 3[500] 71 34 126 222 29 41 [3000] 358[10001 614 637 61 63[500] 705 tlOOO] 09» 155083 102 21 367 528 86 707 22 27 03 809 10 932 78 159003 444 82 09 611 808 768 839 95 tlOOO] 952 157046 229 67 343 437 679 725 36 815 23 06 1 58081 202 40 327 48 440 639[1000] 664 82 821{500] 70 922 [1000] 159038 60 137 230 304 18 668 615 760 5» 826 923 67 78 160038 78 1500] 90 727 69 77 020[1000) 161073 104 60 240 685 667 716 53 941 46 82 162002 268 77[600] 600 38 89 749 825 71[500] 78 987 89 163101 67[600] 89[1000] 91 306 73 422 681 602 [1000] 11 840 949 1 64021 334 03 489 93 507 41 829 29 168060 133 42 268 89 425 28 89[1000] 601 811 930 166123 26 72 04 336 65 84 871 84 960 1 67162 275 477 608 flOOO) 27 726 82 954 1 68073 106 33 262 421 41 523 717 891 923 189048 170 213 661 740 801 7 13 19 973 17O097 220 386 433 791 983 171029 39 142 [600] 77 263 346 675 77 615[500] 63 750 031 99 172212 81 438 85 611 708 173113 32 250 425 680 709 77 832 78 82 923 54 59 80 82 174037 63 134 67 271 78 315 423 509 650 99 711 043 65[3000] 175087 6. Ziehung 9. KI. 1. Preuss.-Süddeutsche R27. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterle Ziehung vom 14. November 1912 nachmittags. 0 inf Jede gesogene Nnmmer sind swel gleich hob. Gewinne gefnllen. ud mr J» einer not dl. Loh gleicher Nnmmer la den beiden Abteltangen I nnd □ 115 726 80 811 68(500) 176010 1600] 152 204 35 71 77 98(3000) 844[1000] 63 907 70 77 94 630 45 60 678 797 98[BOO] 091 177165[3099] 688 609 18 70 745 843 66 80 965 178023 329 30 458 575 90 818 93» 82 179020 41 137 663 646 755 882 068 95 180278 332 462[1000] 623 828 66 181008 IS 188 98 274 485 656 68 63 788 692 1 82382 486 600 63 627 50 952 73 183202 442 82 648 49 99 641 96 793 184067 108 327 62 410(6001 80 69 70 620 662 855 022 63 185076 245 327 46[600] 402 34 79 622 37 716 17 853 910[1000] 88 47 07 1 86235 364 449 69 930 187290 647 841 47 93 078 188107 13 823 616 89 689 721 84 87[1009] Ol 932 189005 81[600] 147 90 204 88 494 68 664[1000] 812 18 45 88 814 19O004 228[3000] 46 678 633 84 708[600] 48 en ftn? 14 191090 100 309 605 813 1Ö2100 84 293 KOS 702 027 1 93103 206 43 302 08 440 639 70 040 194088 337 468[1000] 69 61 660 709 800 94 198012 1« rBOOl 66 03 127 30 403 705 854 1 98062 187 98 [6001 338 69 418 68 574 799 386 924 84 79[600] 1«71S2 319 65 450 640 66 70 1 98029 137 219 601 6® 730 914 199024 40 102 261 404 9 605[500] 61 8.9 oMoVieS5«! 62 75[600] 78 06 841 .4 fqnnnl 78 824 031 201114 322 498 609 916 90 oaoiifl rsool SO 88 235 39 466 622 669 95 724 57 203024 102 63 90 471 564[600] 610 3« 787 818[500] M 62 979 994081 132 320 417 640 707 804 08 205251 63 76[5001»2 606 32 43 633 733 908 63 91 206156 281(6001 82 329 30 00 670 660 716 38 861 69 071[30001 29 7072 121 25 61 353 607 51 721 44 933[1000 1 61 Im Gewinnrade verhlleben 2 Prämien W«OwOO 2 Gewinne-» 200000, 2 eu 150000, 2»u 80000 4 ro 50000, 8«u 40000, 10 in 30000, 20«u 16000, 70 ra 10000, 145 in 6000, 2040«B 3008, 8604 1? 1000, 6650 su 600 U Nur die Gewinne Uber MO Mark eind den betreuenden Nummern in Klammem beigefügt. F ((Ohne Gewahr.)(Nachdruck verboten.) 179 308«0 322 67 91 98 668 68 778 841 43 1068 »49 334 827 462[600] 640 42 659 772 801 39 62 2161 654 852 93 954 04 3041 169 298 679 737 47 814 923[600] 59 4243 387 666 841 923 64 5068 75 BS 334 313 37 486 04 618 34 40 730 37 877 8006 223 49 63 336 414 664 616 19 816 018 27 38 7013 32 198 278 664 83[600] 392 98 847 63 33 94 8013 24 66 434 61 644[600] 648 792[600] 870 08 017 8004 (3000] 41[600] 69 120 273 411 653 699 760 61[1000] 10026 195 223 340 63 471 87 622 901 2 11067 »40 324[6000] 613 707 844 84 031 64 12300 468 870 82 696 710 004 98 1 3028 43 308 488 1 4074 280 rs 348 35 414 78 678 340 69 778 831 943 73 1 5021 64 303 38 354 76 18030 192 378 88 443 09 618 729 B35 70 17088 101 375 431 662 70 83 SO 736 636 638 18144 263 310[3000] 484 095 1 9044 236 607 80 48 PS 707 36 864 94 977•» 20064 84 164[500] 98 377 610 30 47(600] 86 «3 716 60 872 2 1 232 88 358[600] OB 612 870 2 2061 »47 236 306 418 672[600] 84[600] Ol 011 718(600) 997 2 8236 435 63[3000] 606 654 842 2 4078 123 79 88 283[3000] 634 80 784 896 Oll 17 2 5237 318 474 603 21 84(1090] 663 25038 146 238 307 63 «10 634 832 33 62 80 001 27 047 103 76 227[30001 849[600] 437 622 613 803 983 2 8058[600] 195 408 836 084 29078 110 47 62 64 823 70 417 700 3 73 843 62 83 057 3O034 156 217 366 462 627 625 02 726 061 81215 «36 40 612 604[3000] 9 63 68(1000] 99 811 069 32057 743[1000] 33179 246 320 446 634 861 65 008 63 67 34168 268 399 669 68 818<6 039 87 35065 71 61 144 202 401 680 830 43 8 6042 437 96 534 719[500] 882 920 92 37008' 48 107 299 657 772 38138 49 220 339 634 667 760 833 65 079 8 9278 718 48 947__* 40052 33 210 63 301 609 708 83 79 844 020 41188 03[1000] 379 801 46 74 711 24 600 7 36 63 074 42211 00 424 683 89 680 798 808 64 43061 76 85 367 636 636 46 866 88 4 4014 133[600] 62 91 278 83 68 387 490 632 604 12 841 BS 083 93 4 5021 30 114 24 73 263 323 409 69 620 673 SO 48071 149 288 843 651[600] 736 859 4 7 038 86 170 398 400 flOOO] 88 671 85 604 7 24 40 48114 212 301 10 438 683 042 97 4 9046[1000] 139 231 307 76 84 98 491 608 801 712 1600] 69[3000] 019 88022[1000] 148 66[1000] 272(1000] 81 332 458 611 83 71 729 813 24 48 014 64 51110 38 201 80 44 611 627 73 771 85 874 89 52085 93 134 37 212 «0001 304 63 724 32 40[1000] 917 79 53065 86 415 35 637 68[600] 703 938 61 84073 142 384 627 «3 848 705 810 18 61 68 92 922 6 5022 42 162[600] 312 404 822 5 8033 89 148 87 232 94 318(30001 08 617 618 718 69 87000 232 Ol 417 695 829 58056 77 175 280 333 411[600] 605 663[1000] 723 77 00 OOS «4(10001 89011 320 843 68 077 80033 45 143 261 346 408 41 818«84 719 84 ftfia 904 81018 101 9 602 65 780 42[500] 318 49 62 204 S 66 410 628 30[«00] 83 710 78 857 69 007 *■024 15001 28 14« 264 92 468 686 685 739 011 5*045 72 96[3000] 117 304 21[1000] SO 76 698 802 «8 004 6 5 030[600] 38 184 UOOO) 408 47 TO 666 tnooal 84 768 88 88 07 881 957 93 8 8017[1000] 78 ms 448 93 645 693 673 94 922 87003[5001 131 216 397 Im 34 48 648 737 820 21 88113 73 273 448 80 85 M4 633 782 98 013 49 81 89076 108 43 298 309«1 846 729 7 0009 68 68 81 230 63 873«06 536[1000] 688 733 flBOOI 40«1 87 001 64 71073 253(600) 312 73 98 fi03 863 09 tlOOO] 981 72025 168 61[3000] 00 338 S? 418 82 617 888 788 800 973 73009 130 69 231 320 2t 130001 432 629 776 77 882 903 68 74090 114 62 73 13110001 373 677 702 069 75202 14 1600] 37 46(6001 fi« 312 407 676 723[500] 934 78009[6001 118[SQO] 239 423 99 523 604 804 985 87[30001 7 7 042 143 390 (loo) 441 756 7 8421 70 738 855 7 8040 77 150 291 [8008�4» MS U000lfi 78*-fal �3 688[600/ 890 762 «7 9» 16001 8 1 473 504 661 62 80 85 868 82151 235 ?Ii.7 110001 78 706 9 00 812 987 8 3046 62 129 68 Ion 53t MB 82 724 948 8 4042 72 171 577 98 643 940 44 85026 55 79 234 404 19(1000) 32 691 812 76 067 73 88227[30001 69 402[6000] 40 637 702 54[600] 060 16001 87182 241 61[600] 403 510 627 88134 44 04 239 301 466 604 12 83 742 89. 943 8 9016 363 678 925 9O086«25 49 92 691 763 04 819 43 48 948 01184 223 02 336 608[600] 66 32[600] 814 826 38 901 67 •1268 303«7 710 65 846 900 61 83 9 3322 436 64 786 «74[600] 998 8 4680 648 07 702 816 95197 98 228 33« «7 008 03 708 8 8066 182 76 77 241 448 887 72 87132 63 313 414 603 702 08[600] 343 8 8010[600] 276 80» 05 480 996 99041 114 60 70 390 416[500] 77 660 60! 84 800 635 83 180011 41 112 270 421 781 639 70 1 0 1 231 30? 48 416 734 049 70 102010 138 266 73 334 Ol 455 57| [10000] 628(1000) 62 818 49 61 103040 41 308 26 74) 804 833 43 1 04173[1000] 204 701 61 74 82 831 013 78 105171 270 823 54 448 606 708[600] 870 108019 137 209 31 78 84 383 471(1000] 669 760 69 1 07004- 9 10 84 100 80 83 223 332 422[500] 627 42 64[500] «14 16 821 007 48 07 108017 32 119 68 206 62 423 41 670 743 108027(1000] 63 179 802[1000] 16 61] 666 710 70(6001 860 118246 432 677 630[3000] 850 11101« 37 33« 665 84 809 112012[16000] 381[1000] 618[1000] 9« [500] 830 98 958 113112 421 660 648 79 769 71 02p 63[3000] 66 114045 83 100 20 40 06 23l 304 447 65» (10001 693 762 810 003 10 72 115160 262 310 68(30001 690 723 Ol 312 116124 629 65 697 716 832 117123 41 69 82 244 473 626 808 947 00 118147 338 607 6°Ti 697 110320 407 14[600] 40 62 71 654 87 885 001 Hi 120131 308 615 42 628 30 716 48 121000[6001 02 436[3000] 680 629 61 72 863 122405 608 64 69 632 790 833 1 23030 304 454(5001 99[200000] 64» 633 60 94 818 033 86 1 24220 66 334 337 037 60 69 125222 35 485 652 781 608 1 26062 130 43 216 49 386 468 814 930 127160 77 208 15 803 403[3000] 609 (3000) 608 tlOOO) 14[600] 007 1 2O035 278 889 699 832 76 601 003 1 3O000 103 220 623 29[600] 703 10 ' 630 64 923 33 40 73 8 6 89 136038 49 70 225 63 867 78 92 403 63 78 85 [8000] 636 624 850 930 181181 279 00 440 68 774 [3000] 132066 94 1 33214 60 411 91[3000] 97 601 36 701 832 997[1000] 134367 83 498(30001 617 663 999[600] 64 96 135134 40 662 764 872 1 30324 310 46 92 420 663 682 705[3000] 50[600] 831 015 68[1000] 137166 227 91 652 1 38006 21 61 153 62 263 328 45 438 636 707 38 87[1000] 870 943 189147 233 80 89 1600] 359 423 711 71 331- 1 TV 140086(660] 87 104 240 331 460 676 026 850 018[600] 60 14X099' 114 25 394[600] 768 616 33 35 34 97 142293 469 80 648 337 982 94 143041 65 63 126 460 72 81 642[BOO] 81 619 29[500] 62 67 773 [3000] 825 73 144002 224[1000] 448 584 607 725 90q 145032[600] 297 412 29 33 634 43 46 88 818 81 916» 140627[600] 878 789 02 878[600] 077[1000] 147099 [3000] 236 368 473 724 849 1 48014 122 73 38« 476! 602 52 647 63 747 682 903 72 149014[1000] 39 61 3» 241 608 66 710 912 62___ 150023 61[1006] 383 655 080 181017 110 47 SIT) 40 72 610 38 60 677 78 87 93 768 89 849 152175 246/ 886[1009] 01»21 700 33 78 939[1000] 48 153080 0« 201 8 81 410 625 37 714[1000] 30[1000] 52 981' 154101 20 202[1000] 332 61[600] 463 615 46 68 7161 17 38 62 890 05 079 1 55076[1000] 164 212 95 41» 840 74 644 97 774 1 88006 42 62 446 608 708 958 157271 88 472 670 908 1 53114 229 88 416 624 7771 150147 229 31 669 743 53 959 16O0S4 77[10001 104 274 353 403 638 611[3000] 83 739 94 813 90 997 1 61179 300 84 680 708[3000] 86 89 94 978 162040 101 60 229 73 342 400 69 84[600] 507 616[500] 712(3000) 28 370 064[500] 09[10001 163003 20[1000] 96 287 808 29[600] 401 62 72 84 663[500] 671 99 808[600] 164040 68 203 24 4S 400 22 47 631 68 60 786 916 165067 242 398 453 85 662[600] 703 46 97 863 62[600] 925 72 188176 81 263 410 22 568 635 39 748 107131 316 31 87 426 567 608 22[3000] 83 84 876 909 93 1 08147 291 664 774 830 45 48 934 1 69737 67 301 413 586 738 61 808 170168 262 60 01 97 624 88 667 841 171138 278 384 437 637 612 90 743 913 17 172003[3000] 160 234 96 389 662 97 017 792 024 TT 178093 413 3« 75 637 648 920 1 74105 43 222 28 60«tz[300011 91 391 65 441[1060] 604 14 642 81 777 888 909 69 175027 203 680 699[600] 728[600] 945 176203 342 65 443 604 841 078 177124 283 90 355 401 26 54 517 608 10 709 813 29 998 178044 134 69 88 209 478[600] 724 868 179013 66 270 362 460 61 700 30 78 00 870 03[1000] 18O108 256 76 473 674 934(1000) 181005 41 129 40 84 480 674 093 1W08T 172 82 218 93 649 66 748 [160001 78[600] 989 1 03049 249 388 829 638 1 84135 41 88 429 641 81 734 44 63[600] 18 5096 233 418 80 610 845 772 1 88 214 20 324 0 2 71 88 422 567 95 607 (10000] 96 980 187014 93 149 253 490 638 79 746 886 188023 426 33 81 662 714 909[6000] 188192 260 87 408 64 85[1000] 83 689 slOOO) 994 100112 24[500] 391 98 640 663 729 9 9 858 938 101001[500] 81 103 40 323 77 84 609 46[500]- 720 817 76 96 192023 28 88[3000] 99 299 371[600] 426 90 717 827 962 193138 45 69 403 668 833 976 10*023 [500] 310[6001 614 740 79 951 195033 91 159 73 [6001 74 209[30001 22 511 47[5001 6 1 602 3 5 39 702[1000] 807 20 33[1068] 166204 30«7 95 491 655 618 67 709 308 58 072 99 1 97171 239 93 fSOO) 09[500] 373 419 601[600] 740 49 805 108196 364 417 35 69 601 738 839 98[500] 979 1 98255 411 99 633 80 84 689 739 20 0341 94 183 272 90 97 327 679 85 808 004 37 Z01009 168[1000] 97 266 601 876 938 49 2 0 2278 338 444 74 87 662 675 763 370 973 203173 06 221(30000) 376 601 4 60 640 805 19 20 907 6 20*163(3000) 77 [1000] 611 645 971 2OB013 119 29 64 831 417 60h [30001 821 20 8013 19 39 297 318 489«T»»4/ •87009 644 9» 464 70«1««19[1000]«7» 10 1 27 6 88 96 369 IS0W1 g, zg(6oo] 105977 189 972 104186 204| 'Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den gni«rat«ntetl ver«nt».: Tb Glocke. Berlin. Druck u.?«rla8i«orwSrt» Buchdruckerei u,«»rlagSanstalt Paul Einger u. To, Berlin SW