Ur. 369. RbonnementS'Redingungen: «Zonncments- PreiS vränumcrando: Biert-Ijährl. L.3O Ml., monatl. 1,10 Ml,, wöchentlich 28 Psg, frei ins Haus. Einzelne Nummer S Psg. Sonntags- nummcr mit illuslricrter Soimtags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zcltungs- Preisliste. Unter Kreuzband siir Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, 29. Jahrg. CriAcInt iszlich außer montaas. * Verlinev Vollrsltlntk. Die Tnfei'fions» Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 00 Psg.. für politische und gcwerlschastlichc PereinS- imb Bersammlungs-Anzeigen SO Pfg. „Kleine Mnzeigen", das fettgedruckte Wort A> Psg. fzuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort>0 P�g. Stellengesuche und Schlafstellcnan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Worts Psg. Worte über 15 Buch- ä laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Stummer niüsfeu bis i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werde». Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse! ,.Sozlal(tem«tirät Ktrlin". Zentralorgan cler fozialdetnokrati fAcn parte» Daitfchlands. Redaktion: SRI. 68, Lindcnatrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplast, Nr. 1983. Sonnabend, den 16. November 1912. Expedition: SRI. 68, Lindenstraasc 69. Fernsprecher: Amt Morittplai?, Nr. 1981. Sie Kngit vor k Hakevheiöe. I erachte die Absicht, die auswärtige Politik .1�1/ Deutschen Reiches international zu beeinflussen, für dem Reichsintereffe widersprechend. Daher lehne ich ab, die nachgesuchte Ausnahme von der Regel des§ 12 des Reichsvercinsgesetzes zuzulassen. I a g 0 w. Man sollte es nicht für möglich haltein die öerschiedeneu Abteilungen unserer hohen Regierung arbeiten anscheinend prächtig und einträchtig zusammen. Unsere innere Politik steht auf der schwindelnden. Höhe der äußeren. Hier stellen unsere erleuchteten Staatsmänner das deutsche Volk in den Dienst der Prcstige-Politik einer fremden Dynastie, und da die deutsche Arbeiterklasse sich erlaubt, gegen diese Politik, lvobei es sich um i h r Gut und Blut handelt, Protest zu er- . heben, komnit den Staatsmännern vom Auswärtigen kein geringerer zu Hilfe als Herr von I a g 0 w selbst. Es ist ja auch für den Tatendrang eines so hervorragenden Mannes, dessen Name eine zeitlang in aller Munde war und auf jedem ein fröhliches Lächeln hervorzauberte, gar zu betrübend, immer nur gegen Hutnadeln und Damenhüte Schlachten zu schlagen und dem Anstreichergewcrbe Stoff für lebhafte De- batten über Zweck und Nutzen einer deutschen Einheitsfarbc für Automobile zu liefern. Das ziemt einem Manne von solcher internationalen Berühmtheit wahrlich nicht und so hat sich denn Herr Jagow wieder in die Höhe gereckt und hat verboten, daß in den P rote st Versammlungen des kommenden Sonntag anders als deutsch gesprochen werde. Wir können nun nicht finden, daß dieses Verbot eines Jagow ganz würdig wäre. Denn es läßt jede Originalität vermissen. Das Verbot ist nämlich gar nicht die eigene Idee unseres Polizeipräsidenten. Schon vor einigen Tagen hat es die„Deutsche Tageszeitung" erlassen und Herr von Jagow hat es jetzt nur verlautbart. Es ist betrüblich zu sehen, wie ein Mann von dieser Eigenart nun auch schon in gott- gewollte Abhängigkeit von den Agrariern verfallen ist, als wäre er irgend ein beliebiger Bethmann. So muß der Arme sich darauf beschränken, nur in Form und Begründung seiner Eigenart zu leben: nicht nur in seinem Deutsch, das die Regeln des Stils— man könnte sagen polizeiwidrig, wenn es sich nicht um den Polizeipräsidenten selbst handelte— mit Vorbedacht oder fahrlässig übertritt. Läßt die Form den Künstler erkennen, der neue ungewohnte Wege einschlägt, den Stil- Futuristen, nach dem wir so lange schon uns gesehnt haben, so der Inhalt den bedeutenden Denker. Er durchschaut die wahren Absichten unserer Versammlungen. Wir glaubten bisher, daß diese den höchsten Interessen unseres Volkes gelten sollten. Denn kann es etwas Höheres geben als das deutsche Volk vor den entsetzlichen Greueln eines Weltkrieges zu be- wahren, als zu verhüten, daß die unablässig fortschreitende Kulturarbeit, die wir durch unseren Kampf für die Befreiung der Arbeiterklassen leisten, gestört werde durch das entsetzliche Verhängnis eines Krieges mit all seiner Barbarei, seiner Zer- störung, Verelendung und Verzweiflung? Kann es eine höhere Aufgabe geben, als diesen Protest gerade jetzt zu er- hebe», wo die Gefahr besteht, in einen Krieg hineingerissen zu werden, bei dem kein Mensch von gesunden Sinnen ein Jnter- esse der deutschen Volksmassen entdecken könnte. Wenn irgend wann, so verficht jetzt die deutsche Sozialdemokratie in ihrem Kampf gegen die Kriegsgefahr das Lebensinteresse der über- wiegenden Mehrheit unseres Volkes. Falsch, sagt Herr von Jagow. Diese bösen Ausländer, die am Sonntag erwartet werden, haben mir es verraten. Sie sollen„dem deutschen Interesse widersprechend" unsere Politik— die Politik der Herren von Bethmann und Kiderlen- Waechter?— international beeinflussen. Ein weniger tiefer Denker würde meine», daß jede auswärtige Politik eines jeden Stacktes international beeinflußt ist. Denn selbst unsere Regierung hat es noch nicht zustande gebracht, eine auswärtige Politik zu machen, als ob es außer Deutschland nicht noch andere Staaten in der Welt gäbe: ja wir meinen sogar, daß sie gerade im jetzigen Moment allzu st a r k i n t e r n a t i 0- nal, nämlich durch österreichische und italie- nische I n t e.r c s s e n. die uns gar nichts angehen, beein- flußt sei. Aber was kümmert Herrn von Jagow als Stilisten und Denker solcher Einwand einer normalen Logik! Ihm ge- nügt, daß ein Franzose und ein Engländer reden, um die schrecklichsten Gefahren siir unsere Politik zu fürchten. Sollen wir im Ernst versuchen. Herrn von Jagow klar zu machen, daß I a u r ä s und O'G r a d y nur dasselbe sagen können, was unsere deutschen Genossen an dem gleichen Tage in London und Paris und allen anderen�Hauptstädten Europas sagen werden, weil eben Jauräs und O'Grady nicht nur Franzosen und Engländer, sondern internationale Sozialdemokraten sind und die Sozialdemokratie der ganzen Welt einig ist in dem Rufe: Wir wollen keinen Krieg! Oder sollen wir ihm vorhalten, wie lächerlich es ist, in Berlin zu verbieten, was in der ganzen übrigen Welt gestattet ist? Oder sollen wir ihn darauf aufmerksam machen. daß das Verbot, das er erlassen hat. außerhalb Deutschlands nicht nur als Ausfluß eines kleinlichen Polizei- g ei st es gewertet werden, sondern daß die Chauvinisten des Auslandes darin einen' Beweis sehen werden, daß die deutsche Regierung für den Frieden die Polizei mobilisiert? Sollen wir schließlich uns darüber beklagen, daß der§ 12 des Vereinsgesetzes, der den Gebrauch nichtdeutscher Sprachen verbietet, zu ganz anderen, wenn auch von uns nicht minder inißbilligten Zwecken er- lassen worden ist, daß in einem früheren Falle, zur Zeit der Marokkokrise, den Reden englischer und französischer Ge- nossen vernünftigerweise kein solches Verbot entgegengesetzt worden ist? Sollen wir ihn daran erinnern, daß dieses Ver- bot nur das Urteil bestätigt, das die Sozialdemokratie über das Vereinsgesetz, diese Frucht der konservativ-liberalen Paarung, gefällt hat? Wie es ja auch die Liberalen aufs neue beschämen muß. die für diese Ausnahmebestimmung ge- stimmt haben. Es wäre ja doch vergebliche Mühe, unseren tiefen Denker belehren zu wollen. Nur das eine werden die Berliner- Arbeiter ihm wohl wieder beweisen: daß seine Verbote der Wucht und Größe unserer Kundgebung �einenAbbruchzu tun vermögen. Herr v. Jagow . kg unseren ausländischen Genossen verbieten können, in ii.rer Sprache zu uns zu sprechen, wir werden sie doch ver- stehen, weil wir und sie gleich sozialdemokratisch reden. Denn das Gefühl der internationalen Solidarität, das Bewußtsein der unverbrüchlichen Kampfesgemeinschaft der Proletarier aller Länder, ihren gemeinsamen Willen in gemeinsamer Aktion für die Erhaltung des Friedens einzu- treten, den kann kein Jagow verbieten, der lebt heute in den Millionen des Proretarierheeres, die dein Krieg den Krieg erklärt haben. Herr von Jagow hat übrigens einen Nachahmer ge- funden. In Hamburg, wo gleichfalls Sonntag eine Friedenskundgebung erfolgt, hat die Polizeibehörde heute folgende Kundgebung erlassen: „Um Zusammenrottungen und Störungen der öffentlichen Ruhe und deS Verkehrs, wie sie am 20. vorigen Monats im An- schluß an eine sozialdemokratische Versammlung stattgefunden haben, vorzubeugen, werden Bolksansammlungen auf den Straßen und Plätzen unter keinen Umständen geduldet, sondern sofort mit allem Nachdruck, nötigenfalls mit Waffengewalt, zer- streut. Die Personen, die den Anordnungen der Polizeibeamtcn nicht unbedingt Folge leisten, werden festgenommen werden." Man sieht, in Hamburg ist man noch nicht sehr vor- geschritten. Dort kopiert man noch jenen Jagow, der vor der Tiergartendemonstration, die seinen Weltruhm begründet hat, Neugierige gewarnt hat. Die Hamburger Arbeiter werden wohl diese Bekanntmachung mit großem Gleichmut auf- nehmen und nur die Köpfe schütteln über eine Regierungs- Weisheit, die zu patriotischer Hingebung und Kriegsbegeiste- rung mit Androhung von Waffengewalt er» ziehen will. Fürst B ü l 0 w hat in seiner frivolen Manier einst das Wort gesprochen:„Die auswärtige Politik wird nicht in der Hasenheide gemacht!" Wenn wirklich diese Politik, die in Wahrheit der stärkste Faktor für die Erhaltung des Friedens geworden ist, so„unbeachtlich" wäre, wie die Herrschenden uns einzureden versuchen, waruni dann dieses Aufgebot von Polizeimaßregeln? In Wirklichkeit beweisen sie nur das eine, daß man in der inneren wie in der äußeren Politik die Hasenheide richtiger einzuschätzen' gezwungen ist, als man öffentlich eingesteht. Und das ist gut so. Und deshalb quittieren wir über diese neuesten Ukase daiikend als einen Beweis der Angst vor der Hasenhei'de! siieäensvechandlungen und letzte Kämpfe, Nach Meldungen, die amtlich zlvar noch nicht bestätigt sind, die aber sehr wahrscheinlich klingen, ist es den Vulgaren nach mehrtägigem und sicherlich sehr blutigem Rinaen ge lungen, die Tschataldscha-Linie ungefähr in ihrer Mitte zu durchbrechen. Auch die Ueberflügelung des nördlichen Teiles dieser Linie soll ihnen gelungen sein. Wir haben schon an- fangs darauf hingewiesen, daß die zirka 50 Kilometer- Bcfestigungslinie Ivohl mit einen: Schlage in die Hände der Bulgaren gelangen werde, daß der allgemeine Angriff sich in eine ganze Anzahl Einzel- und Umzingelungsgefechte auflösen werde. Die Meldung, daß die Bulgaren die Linie in der Richtung auf den Ort Hademköj durchbrochen haben, läßt darauf schließen, daß sie ihren Hauptstoß gegen den mittleren und stärksten Teil der türkischen Verteidigungsbasis gerichtet haben. Die verzweifelte Tapferkeit der Türken hat dem Ansturm nicht standhalten können, um so ivcnigcr, als den Bulgaren im türkischen Lager in der Cholera ein hilf- reicher Bundesgenosse erstanden war. Wenn also noch eine ganze Anzahl Forts der Tschataldscha-Linie von den Türken verteidigt werden und ein Teil der bulgarischen Truppen da- durch engagiert bleibt, so haben doch die Bulgaren den Weg nach Konstantinopel frei. Das Bestreben der Türken, einen Waffenstillstand herbeizuführen, ist also sehr erklärlich. Aber da die kriegerischen Operationen sich auf die verschiedenen Kriegsschauplätze verteilen und die Staaten des Balkanbundes sich erst untereinander verständigen müssen, wird der Eintritt eines Waffenstillstandes erst in einigen Tagen zu erwarten sein. Es scheint aber, als ob die Balkanstaaten unter allen Umständen in Konstantinopel einziehen wollen. Auf dem tvestlichen Kriegsschauplatze, auf dem in den letzten Tagen sich erbitterte Kämpfe zlvischen Albanern und Serben abgespielt haben, kommt es jetzt wieder zu ernsten Kämpfen zwischen Serben und Türken. Die Serben sind noch nicht im Besitze Monastirs und treffen hier noch auf hart- näckigen Widerstand. Die Erfolge der Bulgaren. Die Erfolge der Bulgaren an der Tschataldschalinie. Sofia, 15. November.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Nachdem die Bulgaren bei Tschataldscha den rechten türkischen Flügel zurückgedrängt, das Z e n t r u m durchbrochen und K a d e m k ö j eingenommen hatten, sah sich die Türkei genötigt, unmittelbar den Bulgaren Friedens- Verhandlungen anzubieten. Man hofft, daß ein rascher E i»- marsch der Bulgaren i« Konstantinopel die Gefahr einer Ehristenmebelei beseitigen werde. Sofia, 14. November. Das Blatt„M i r" meldet, daß die Bulgaren die Linie von Tschataldscha eindrücken. Die Lage der Türke» ist kritisch. Das Blatt erklärt, der Krieg j nähere sich seinem Ende. Es sei unmöglich anzunehmen, daß die Türkei angesichts der unwiderstehliche» Vorstöße der Bulgaren so'wahnsinnig sein werde» den Krieg nach dem Fall von Tschataldscha fortzusehem Die Bulgaren wollen nach Konstantiiiopel. Wien, 15. November. Der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" meldet aus dem bulgarischen Haupt» quartier vom 14. November: Das türkische Armeekom- niando hat in das bulgarische Hauptquartier einen P a r l a- mentär mit dem Ersuchen mm Abschluß eines Waffenstill- standcs entsdndt. Es wurde darauf noch keine definitive Ant- wort erteilt. Der Korrespondent erfährt von einer informierten Persönlichkeit, daß Bulgarien die türkischen Vor- schlüge wohl prüfen, sich aber hierdurch in der militärischen Aktion nicht hindern lassen werde. Nach Forcierung der Tscha- taldscha-Stellungen werde ohne Zögern der Vor- marsch n a ch K 0 n st a n t i n 0 p e I durchgeführt und der Einzug daselbst analog dem deutschen Vorgehen in Paris im Jahre 1871 bewerkstelligt werden. Die Armee be- st e h t auf dieser Krönung i h r es Werkes. Die bulgarische Heeresleitung ist aber darauf bedacht, vor Be- willigung des Waffenstillstandes eine Situation zu schaffen, die der Türkei keine Chancen mehr läßt und die militärische Aktion vollkommen abschließt, damit das Gros der bulga- rischen Streitkräfte für eine eventuelle Verwendung in an- derer Richtung frei wird. Der Gang der Verhandlunge«?. Sofia, 15. November. Die Verhandlungen über den von der Türkei direkt gestellten Friedcnsvorschlag sollen zuerst vom Oberkommando unter Berücksichtigung der militärischen Gesichtspunkte geführt werden. Erst wenn die Türkei die Bedingungen angenommen hat, keine Verstärkungen heranzuziehen, würden die Friedensverhandlungen mit der bulga- rischen Negierung beginnen können. I» hiesigen politischen Kreisen hält man die Aussichten auf eine Einigung nicht für be- sonders günstig. Türkische Hoffnungei?. Köln, 12. November. Die„Kölnische Zeiiung" meldet aus Konstantinopel: Hier herrscht große Beruhigung, nachdem bekannt geworden ist, daß aus ciu energisches russisches und englisches Einschreiten in Sofia Bulgarien aus seine Absicht, K 0 n st a u t i u 0 p c l zu besetze», verzichtet hat. Mau hofft daher auf einen günstigen Verlauf der Friedensverhandlungen, um so mehr, als ui Finanzkreisen verlautet, daß eine französische Anleihe an Bul° garien unter der ausdrücklichen Bedingung eines Verzichtes auf einen Einmarsch i» Konstant inopel und eine späteke Einverleibung Adrianopcls(?) erfolgt ist. Türkische Erklärungcw Konstantinopcl, 12. November. Der M i n i st e r des Acußern erklärte nach seiner Rückkehr aus dem Ministerrat, daß über die in Sofia zwischen der Pforte und den Balkanstaaicn eingeleiteten direkten Besprechungen noch keine Antwort vor- liege. Von einem Waffen st ill st and könne deshalb noch nicht die Rede sein. Vielmehr bereite die Türkei für alle Fälle noch eine zweite Verteidigungslinie hinter Tscha- t a l d s ch a vor. Ebenso habe Nasim Pascha keinen Auftrag, mit den Bulgaren zu verhandeln. Die albamfche frage: Eine albaucsische Erklärung. Konstalltillopel, 15. November. Der Führer der albanischeti Protestbewegung veröffentlicht eine Erklärung, welche sich gegen den Versuch Wendel, die Existenz der albanischen Nation zu leugnen, die alte historische Rechte besitze. Die Erklärung spricht die Ueberzeugung aus, dag Europa Albanien Grenzen bewilligen wird, die ein nationales Leben ermöglichen werden. Unsere Rasse, schließt die Erklärung, ist fähig, sich der Kultur zivilisierter Völker anzupassen. Sie wird arbeiten, wenn man ihr die Mittel geben wird, sich normal zu entwickeln, ohne sie zu erdrücken zu suchen. Italien und Albanien. Rom, 15. November. Tie„Tribuna" bemerkt in einem Artikel über die diplomatische Lage, der Hauptpunkt für Italien ist die S i ch e r st e l l u n g der Autonomie A l baniens. Die öffentliche Meinung in Italien hegt das vollkommenste Vertrauen zu der Regierung, daß diese dar- über wachen wird, daß die kommerziellen und die politischen Interessen Italiens bei der endgültigen Regelung der Balkan- angelegenheiten keinen Schaden erleiden. Sozialdemokratische Erklärungen. Budapest, 15. November. Das Plenum der österreichi- scheu Delegation begann heute die Verhandlungen über den Bericht des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Delegierter Ellenbogen(Soz.) betonte, die Absichten der Serben auf Albanien kompromittierten ihre eigenen Freiheits- bestrebungen, doch sei die U na b h ä n g i g k e i t A l b a n iens Sache der A l b a n e s e n. Delegierter T o in a s ch e k ver- langte namens der tschechischen Sozialdemokraten die u n- bedingte Erhaltung des Friedens. Oesterreichische Beschuldigungen. Wien, 1ö. November. Zu den AnschuMgumgen gegen den östcr- reichisch-ungarischen Konsul Prohaska in Prizrend wegen einer angeblichem unfreundlichen Haltung beim Einzug der ser- bischen Truppen schreibt das„Neue Wiener Tagblatt": Für die Anschuldigungen, welche die serbische Regierung gegen den öfter- reichisch-aingarischen! Konsul in Prizrend, Herrn Prohaska, erhebt, fehlt jede Bestätigung. Serbien hat es nämlich für gut befunden, das von ihin okkupierte albanestsche Territorium von jedem Verlehr mit der Außenwelt abzusperren. Es mag dafür seine guten Gründe halben. Es sieht nämlich fest, daß Serbien in diesen Gegenden, die nahezu ausschließlich von Albanesen und Bulgaren bewohnt sind, förmliche Menschenjagden auf die Alba- n e s e n anstellt und in grausamster Weise sie verfolgt und auszu- rotten sucht. Unter solchen Unrstäniden mag es den serbischen Macht- hadern passen, gegen den österreichisch-ungarifchen Konsul durch nichts bewiesene Anschuldigungen vorzubringen, um dadurch den Anlaß zu haben, ihn von der Außenwelt abzusperren und ihm die unmittelbare Kontrolle des unmenschlichen serbischen Vorgehens mx- möglich zu machen. Oestcrreichischc Regierungserklärungen. Budapest, 14. November. Im bosnischen Ausschuß der öfter- rcichischen Delegation erklärte der gemeinsame Finanzminister Bilinski, die politischen Verhältnisse in Bosnien seien voll- ständig normal. Die Bevölkerung zeige sich ausnahmslos loyal und kaisertreu. Der Minister besprach im einzelnen das Eisenbahn- Programm, das bestimmt sei, ohne Rücksicht darauf, wie sich die politischen Verhältnisse einmal gestalten würden, für den Durch- gangsverkehr aus Serbien eine Verbindung mit dey» österreichischen Säfen zu schassen. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß Serbien, wenn es einmal zu geregelten Verhältnissen gekommen, ohne Rücksicht auf politische Bestrebungen hiy M Kilometer lange Strecke von Uzice bis Vardiste bauen werde, wodurch der Zutritt zu den ö st e r r e i ch i s ch e n Häsen M e t k o- witsch oder S P a I a t o geschaffen würde. Der Minister glaubt, daß die österreichisch-ungarische Monarchie verpflichtet sei, diesen Durchgangsverkehr ohne Rücksicht aus die Gestaltung der politischen Verhältnisse zu fördern. Die Ausführung des Eisenbahnprogramms soll 270 Mllionen Kronen erfordern, wovon 180 Millionen auf die Monarchie. 90 Millionen auf Bosnien entfallen. 'Im Heeresausschuß der Oesterreichischen Delegation konstatierte der K r i e g s m i n i st p r mit allem Nachdruck, daß die Zurückhaltung der drittjährigen Mannschaften bis zur Einrückung der neuausgebildeten Rekruten in ihre in BoS- nien und in Dalmatie» stationierten Regimenter dem Wehrgesetze entspreche, und selbstverständlich keine anormale militärische Maß- nähme sei, die mit der gegenwärtig ernsten Situation in Zusammen- hang gebracht werden könnte. Bisher habe Oesterreich-Ungarn gar keine militärischen Vorkehrungen getroffen. OeMicke»' l?mgsscKaiipUt2. Mitwirkung der türkischen Flotte an der Verteidigung der Tschataldschalinie. Konstantinopek, 15. November. Wie amtlich bekanntgegeben wird, telegraphierte der Kommandant des L i n i e n- schiffs„Torgud Reiß": Gestern um 3 Uhr nachmittags beschoß unsere Flotte die feindlichen Streitkräfte, die sich bei Djebelköj befanden. Der Feind erlitt große Verluste. Amtlich wird weiter gemeldet: Ter Kommandant des Kreuzers„H a m i d i j e" telegraphiert unterm 13. No- vember: Durch ein wohlgelungenes Feuer auf etwa 7500 bis 95l)l1 Meter entfernte feindliche Streitkräfte, deren Stärke auf eine Division geschätzt wurde und die bei Dcjir- mentepe und Djerahtschiftliktepe in der Gegend von Dragon- löj nördlich von Bogados an der Küste des Marmarameercs konzentriert waren, wurde der Feind hinter hie Höhen zurück- gedrängt und erlitt große Verluste. MeMicKer Rmgöfcbauplatz. Der Kampf um Monastir. Belgrad, 15. November. Nach einer Meldung aus Prilep haben gestern abend die ersten Zusammenstöße bei Mo- u a st i r zwischen serbischer Kavallerie und türkischen Truppen stattgefunden. Die Türken wurden nach kurzem Kampfe ge- zwungen, sich zu ergeben. Griechische Hilfe. Athen, IS. November. Die griechische Armee unter dem Vefchi des Thron folgers ist von Saloniki aufgebrochen und mar- schiert direkt aus Mona st ir. Einnahme von Kowala. Sofia, 15. November. Der„Mir" meldet auf Grund vertrauenswürdiger Informationen, daß die b u l g a r i s ch e n T r u P P e n nach der Einnahme von S e r r e s sich des Hafens von Kawala bemächtigten. Ausschreitungen in Saloniki. Saloniki, 14. November. Unter der Bevölkerung herrscht größte Aufregung. Bulgarische und griechische Soldaten plündern und begehen Gewaltakte gegen M o ha m m e d a n e r. In den Straßen ist Lebens- gefahr, da fortwährend scharf geschossen wird. Die Stadtverwaltung ist von griechischen Beamten übernommen worden, die Saloniki als griechische Stadt behandeln. Zahl- reiche Türken bxstürmeii die Konsulate um Schutz. Neuer Konfliktsstoff. Budapest, lo. November.(Privattelegrainm.) Das Organ des Grafen Tisza bringt heute einen« Artikel über die Wahl- reform und die industrielle Arbeiterschaft Ungarns. In diesem Artikel sagt Tisza, daß es nicht im Interesse der Arbeiterschaft ge- legen sei. wenn die g e sa m t c Arbeiterschaft iw die Wahl- reform aufgenommen würde. Die Arbeiterschaft wfcd sich also gegen diese Zurücksetzung und Entrechtung mit aller Kraft wehren müssen. Am Sonntag wird die Arbeiterschaft Ungarns in 43 Städten gegen den Krieg demonstrieren. In Budapest wird Genosse Liebknecht sprechen. Vor dem Meeting wind die gesamte Bu- dapester Arbeiterschaft einen Demo nst r at i o n s u m z u g ver- ansktltm 5--? *. Die Opfer des Schlachtfeldes. London, 13. November.(Eig. Ber.) Wenn etwas die Völker vor den furchtbaren Folgen des imperialistischen Wahnsinns warnen kann, so sind es die Berichte, die jetzt aus den Kriegs- spitälern des Balkans einlaufen. Der Berichterstatter der Londoner„Times" schickt aus Philippopel eine ergreifende Schilde- rung der N o t u n d d e s E l e n d s, die jetzt in Bulgarien herrschen, und der entsetzlichen Szenen, die sich in den Spitälern abspielen. Er beschreibt die furchtbaren Leiden der Verwundeten, die aus rohen, von Ochsen gezogenen Wagen über die holprigen Wege in die Spitäler gebracht werden. Hören wir ihn erzählen: .Sehr viele von den weniger schlimm Verletzten, die Hieb- oder Schrapnellwunden an den Händen oder Armen davongetragen haben, schleppen sich mühsam neben den Wagen hin, in denen ihre schlimmer verwundeten Kameraden auf Stroh gebettet liegen. Man hört kein Aechzen oder Murren. Diese Bauern besitzen viel von dem Stoizismus des Ostens. Nur wenn die Wagen in das breite Tal der Maritza kommen, heben die fast vor Durst verschmachteten Leute, die das Wasser zu riechen scheinen, den Kopf, ihre matten Blicke erhellen sich und ein ergreifender Ausruf bringt irgendeinen barmherzigen Samariter mit eicker großen Kanne gelben Wassers an die Seite des Wagens. Aber die lange, holprige Reise nach den Spitälern ist leider nicht das schlimmste an ihren Leiden. Nach mehreren Schlachten haben die Verwundeten zwei und drei heiße Tage und bitterkalte Nächte auf dem Schlachtfelde gelegen, wo sie gefallen waren, und der schlimmste Anblick in den Spitälern find die Reihen armer Kerle mit geschwollenen, brandigen Gliedern, für die es bei der besten Aerztekunst und Pflege keine Hoffnung auf Genesung gibt. In einem Spital in der Nähe der Front sah ich— ich wünschte, ich könnte den Anblick vergessen— einen jungen bulgarischen Offizier, dessen Körper, Kopf, Arme und Beine von dreizehn verschiedenen Schrapnell- und Kugelwunden zerrissen und durchbohrt waren, und er war im Begriff, an den Folgen der Strapazen emf dem Schlacht- felde zu sterben. Mit diesen Wunden hatte er zwei Tage und drei Nächte auf dem Schlachtfelde gelegen, doch war seine körperliche Be- schaffcnheit so stark, daß er sich nach den Aussagen der Aerzte sicher erholt hätte, wenn er sich durch die Aussetzung nicht Lungenent- zündung zugezogen hätte und seine Wunden nicht brandig ge- worden wären. Seine Mutter saß stumm vor Schmerz, regungs- los und mit trockenen Augen am Ende des Lettes und beobachtete die Krankenpflegerinnen, wie sie ihres Sohnes furchtbare Wunden sanst verbanden. Ich hörte, daß sie eine Witwe sei und noch zwei andere Söhne an der Front habe.... Auf einem Operations- tisch bemerkte ich einen jungen Serben in halb sitzender Stellung, der neugierig den Arzt beobachtete, wie dieser des Verwundeten Bein rasierte, ein gräßlich brandiges, fast formloses Glied, ehe er es dicht unter dem Schenkel amputierte.„Ich fürchte, hoffnungs- los," sagte der Arzt. Aber der Verwundete verlangte nur eine Zigarette. Mehrf- gaben dienen, die«den minderbemittelten Klassen zugute kommen". Insbesondere denke die Regierung an Veteranenbeihilfen, für die' etwa 8 Millionen jährlich erforderlich sein werden. Beide Gesetze sollen zu einem Zeitpunkt in Kraft treten. Etwaige weitere Ein- nahmen sollen einem besonderen Fonds zugewiesen« werden, bis ein besonderes Gesetz darüber verfügt. Gedacht sei auch hier an Auf- Wendungen für sozialpolitische Zwecke..' Gesetz und Begründung werden ja noch im einzelnen durchyu- prüfen sein. Auffällig ober ist bereits jetzt, daß die Verösscnt- lichung nicht«wesentlich neues bringt, was nicht durch die Indiskretion der beteiligten'Banken schon bekannt gewesen wäre. Nicht abzuweisende Einwände sind auch jetzt wieder stillschweigend über- gangen worden. Der Schutz der Konsumenten vor hohen Preisen ist nicht voll gesichert. DaS Reich überläßt der privat-ir Vertriebsgesellschaft noch weiten Spielraum, ohne die feste Ge«!vibheit zu haben, daß die Konsumenten, die sich beim Leuchtöl gerade aus den ärmsten Schichten rekrutieren, in Zu- kunft billiger oder auch nur zu gleich hohem Preise einkaufen werden. Die Sozialdemokratie fordert grundsätzlich das volle Reichsmoiwpol; die Erfahrungen mit der Digmantenregic sind nicht dazu angetan, Monopolbetriebsgesellschasten für zweck- mäßig zu erachten. Auf alle Fälle bedarf der Monopolentwurs noch besserer Ausgestaltung und gründlicherer Umarbeitung. Sie Teuerung. Zünftlerischer Kampf der Fleischermeister. Die il l t o n a e r Schlächterinnung beschäftigte sich am Montag mit dem städtischen Fleischverkauf. Die JnnungSmeiskcr mußten an- erkennen, daß das ausländische Fleisch sehr gut sei. aber sie zeigten sich so erbost, daß sie dvohten, nicht mehr in Altona, sondern in Hamburg schlachten lassen zu wollen. Der Obermeister suchte Oel aus die hochgehenden Wogen zu gießen, indem er ausführte, daß er sich„aus Liebe für seine städtischen Kollegen" an der städtischen Teuerungsaktion beteiligt habe, damit„möglichst großer Schaden von ihnen abgewendet wird." Der Obermeister machte auch folgendes Geständnis:„Wir haben eS durchgesetzt, daß nicht mehr als 3000 Pfund verkauft werden. Anfänglich wollte der Magistrat 20000 Pfund verkaufen." Er konstatierte weiter, daß von einer Schädigung der Schlächtermeistsr durch den städtischen Fleischverkauf nicht die Rede sein könne. Ans Ottensen entfallen z. B. nur 40 Pfund auf jeden Meister. Trotzdem verlangte ein JnnungSmeifter. daß nur solchen Leuten billiges Fleisch verkauft wird, die durch ihren Steuerzetiel ausweisen können, daß sie nicht mehr als 1S00 M. Einkommen haben. Bei einem Einkommen von 2000 M. soll noch Fleisch abgegeben werden, wenn der standesamtliche Nachweis er- bracht wird, daß die Leute vier Kinder haben. Herr Schaumamr aus dem Jnnungsvorstaiid erklärte: Wir wollen alles tun. um den städtischen Verkauf zu verkleinern und zu erschweren. Wir legen dem Herrn Obermeister ans Herz, nicht zu viel einzukaufen." Schließlich wurde einstimmig beschlossen, folgende Resolution dem Magistrat zu übermitteln:„Die außerordentliche Generalver- sammlung der Schlachterinnung steht auf dem Standpuij/t, daß das Geld der Steuerzahler nicht dazu da ist. für den städinchen Fleisch. verkauf verpulvert zu werden. Wir ersuche» den Magistrat, den Verkauf ausländischen Fleisches möglichst einzuschränken oder besser ganz zu unterdrücken. Wir leben und sind berechtigt zu � leben, zu existieren!"— DaS ist ein charalteristischeS Dokument mr Zeichen der Fleischnot! � Auf der F l e i s ch e r- O b e r m e i st e r- Taguckg deS Sachsischen FleischerverbandeS wurde folgende Resolution angenommen: „Die in Dresden versammelten Oberineiyer sachnscher Fleischer- innungen haben mit g r° ß e r B e s° r g n' S die Berichte der B-r- Handlungen über die Fleil'chteucrung im Preußischen Abgeordneten- Hause sowie auch im sächsischen LandcSkul.urrat gelesen rmd daraus ersehen, daß Bestrebungen entstanden, die geeignet find, die Selb- ftändiakeit des Fleischergewerbes, eines Gewerbes, welche? ohne Neberhebung(!) von sich sagen kann. lederzeit seine Pflicht rmd Schuldigkeit getan zu haben, ernstlich zu gefährden. Besondere Zu- stände bedingen besondere Maßnahmen. Und so haben durch Ncber. nähme des Verkaufs die Fleischer willig(?) mitgeholseu zur Linderung der Rot bei dem durch die Regierrnig hervorgerufenen Bezug auswärtige» Viehes und Fleisches durch die Städte obwohl sie überzeugt waren, daß der fteie Handel bei Zugeständnis derselben Vergünstigungen mehr erreicht haben würde. Das Fleischer- gewerbe trägt nicht nur teine Schuld an den durch die Vieh« knappheit herborgerufenen Höhen-Preisen, sondern hat selbst dadurch schwer um seine Existenz zu kämpfen. Deshalb darf es aber auch wohl von den Negierungen erwarten, dag diese Maßnahmen nur vorübergehende sind, und daß bei weiterer gesetzlicher Regelung nicht nur der Produzent, der sich heute schon weitgehender gesetzlicher Fürsorge erfreut, und der Konsument, der durch die aller- vrts sich betätigende Konkurrenz geschützt ist(?), weiter berücksichtigt wird, sondern daß auch dem Fleischergewcrbe als Mittelglied der Schutz zugestanden wird, der ihm sein Fortbestehen ermöglicht und seine Selbständigkeit erhält." politifcbe debcrHcbt Berlin, den 15. November 1912. Wassergesetzentivurf. Auch am Freitag wurde die Sitzung des Abgeordneten- bauses durch die BcratuijA des Wassergesetzentwurfes in An- sprnch genommen. Die zu verschiedenen Paragraphen ge- stellten sozialdemokratischen Anträge fanden wiederum nicht die Zustimmung der Mehrheit. So wurde zu Z 80 ein Antrag abgelehnt, der die wasserpolizeilichen Behörden ver- pflichleit wollte, unter bestimmten Voraussetzungen die Zurück- nahine der Verleihung zu betreiben: man begnügte sich damit, der Behörde die Befugnis hierzu zu geben.§ 178 handelt von der Entziehung des unterirdischen Wassers und den Greiizen des Rechts dazu. Die Vorlage spricht den Ge- schädigten den Anspruch auf Unterlassung der Entziehung ab, wenn der aus der Zutageförderung zu erwartende Nutzen den ihnen erwachsenden Schaden erheblich übersteigt oder wenn das Unternehmen, für das die Zutageförderung erfolgt, dem öffentlichen Wohle dient. Genosse Liebknecht wies treffend darauf hin, daß ein solches Unternehmen dem öffentlichen Wohle iienen und doch einem überwiegenden öffentlichen Interesse widerstreiten kann, wie z. B. der bekannte Fall der Charlottenburger Wasserwerke beweist. Trotz dieser über- zeugenden Gründe stimmte die Mehrheit einen sozialdemo- kratischen Antrag nieder, der die Tendenz verfolgte, bei Kon- kurrenz öffentlicher Interessen nicht gebunden zu sein zu- gunstcn des Wasserentnehmers. Auch zu Z 229, der von den Genossenschaften zur Reinhaltung von Gewässern und der Zusammensetzung ihrer Generalversammlung spricht, hatte die soziald?mokratisck)e Fraktion Verbcsserungen beantragt, und zwar verlangte sie, daß das Stimmrecht nicht nur, wie es die Vorlage vorsieht, bemessen wird nach dem Vorteil, den das einzelne Genossenschaftsmitglied an dem Zweck der Ge- nossenschaft hat, sondern auch nach ihrer Wichtigkeit für das Gemeinwohl, und zwar deshalb, weil die gleiche Verunreini- gung je nach der Zusainmensetzung der Bevölkerung und nach den klimatischen und geologischen Verhältnissen sehr verschieden auf das öffentliche Wohl wirken kann. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.— Sonnabend Fortsetzung. Nene Verschlechterungen der Geschäftsordnung des Dreiklnssenhanses. Die Geschäflsordnungskominission des preußischen Abgeordneten« Hauses, die jetzt die zweite Lesung der Beschlüsse vornimmt, die sie in AlDührnng des- bekannten Antrages von Brande n st e i n über die Revision der Geschäftsordnung gefaßt hat, beschloß am Donners- tag_aber>nals Peuchlechierungeu der Geschäftsordnung. Es wurde die Bestiininung gestrichen, daß Jntervellationen spätestens auf die Tagesordnung der übernächsten Sitzung gestellt werden müssen und lediglich bestimint, daß, wenn die Regierung die Beantwortung ab- lehnt oder nicht binnen zwei Wochen sich darüber äußert, das Haus von selbst die Besprechung der Interpellation beschließen laim, wenn fünfzig Abgeordnete den Antrag darauf stellen.— Die zweite Verschlechterung ist die, daß dem Präsidenten das Recht eingeräumt wird, eine Erörterung über die Rechtinäßigkeit und Zweckmäßigkeit der von ihm zur Ausrechterhaltung der Ordnung getroffene» Maßnahmen in derselben Sitzung nicht zuzulassen. Ur- sprünglich wollten die Reaktionäre sogar festlegen, daß eine solche Erörterung überhaupt in derselben Sitzung nicht stattfinden dürfe. Aber auf den Einspruch des fortschrittlichen Kommissionsmitglicdcs— unsere Genossen sind in dieser wichtigen Kommission natürlich nicht vertreten— begnügte man sich mit der milderen Fassung. Zwischen zwei Stühlen. In eine böse Zwickmühle ist die preußische Regierung durch die Anwendung des Enteignungögesetzes geraten. Als im November 1007 das Gesetz dem AbgeordnetenlMuse vorlag, hat der damalige Ministerpräsident Herr v. Bülow als dessen wichtigsten Zweck angegeben, den„ungesunden Preissteigerungen" entgegen zu wirken, die'beim Güterhandel in den östlickten Provinzen durch ein „rücksichtsloses Spekulantentum" hervorgerufen worden sind. Pol- nische Güter, so führte Herr v. Bülow dem Sinne nach auch be- kommt die Ansiedlungskommission fast gar nicht mehr zu kaufen. Sie ist„fast allein auf den deutschen Großgrundbesitz angewiesen". Diese Sachlage werde nun„von einer gewissenlosen Spelnlation in geschickter Weise ausgenutzt", um die Preise der Güter sprunghaft in die Höhe zn treiben. Herr v. Bülow gebrauchte damals sehr scharfe Ausdrücke gegen die deutschen Großgrundbesitzer, die sich auf folche Art bcrcichcru. Er sprach von„unsauberen Kniffen", wovon er„traurige Beispiele" anführen könne; er sagte, daß ein- zelne Großgrundbesitzer,„aus Gewinnsucht ihre nationalen Pflichten vergessend, mit der deutschen Scholle einen schnöden Schacher trei- ben"; er nannte das Ganze„ein? vollständige Demoralisation".— Diesen Preistreibereien also soll die Enteignung einen Riegel vor? schieben. Nun haben die Zeitungen schon vor ein paar Wochen gemeldet, daß das Gut Koldromb, das jetzt enteignet werden soll, cigciillich nur 500 000 M. wert fei; dafür hätte es die Ansiedlungskommission auch schon vor Jahren haben können. Sie habe aber nicht gewollt. und so hätte die Preistreiberei einsetzen können, die das Gut weit über seinen Wert gesteigert habe. Der jetzige Besitzer, ein Pole, babe nicht weniger als 020 000 M. dafür gezahlt, somit werde die Ansiedlungskommission jetzt wenigstens 950 000 M. zahlen anussen. Unser Redner brachte diesen Sachverhalt im Abgeordnetenhaus zur Sprache und fragte die Regierung, ob das richtig sei und wie es unter solchen Umständen mit der angeblich preismindernden Wir- kung der Enteignung stehe. Die Regierung zog es vor. auf diese Frage zu schweigen. Aber sie scheint doch ihre Lehre daraus ge- zogen zu haben, denn nunmehr meldet die bürgerlich� Presse es sollen im Wege der Enteignung für das Gut nur 860 000 M. bezahlt werden. Natürlich erregt dies einen Sturm der Entrüstung in der polnischen und in der Zentrumspressc. Nach neuerer Be- hauptung soll der polnische Besitzer sogar 050000 M. bezahlt haben, und nun schreibt z. B. die„Germania", auf diese Weise würde der Besitzer bare 120 000 M. verlieren! Wenn ihm die Ansicdlungs- kommission nicht mindestens das zurückerstatte, was er selbst beim Ankauf gegeben hat, so würde er nicht, wie es das Gesetz vorschreibt, in vollem Umfckng entschädigt, sondern vielmehr direkt ge- schädigt, ES läßt sich wohl nicht bestreiten, daß die„Germania" in diesem Falle recht hat. Um so mehr wird man fragen dürfen, was die Regierung, nun zu tun gedenkt. Zahlt sie nicht den vollen Preis, so greift sie noch viel schlimmer in das Privateigentum ein, als selbst das Gesetz es will; so schlimm, daß wohl auch den Konser- vativen grün und gelb vor den Augen werden dürfte. Zahlt sie ihn nicht, so ist vor aller Welt bewiesen, daß die Enteignung nicht im geringsten die Preissteigerung zu hindern imstande ist und folglich seinen angeblich wichtigsten Zweck nicht zu erfüllen vermag. Steigende Verschuldung ländlicher Grundstücke. Der Erfolg des Lebensmittel- und Bodenwuchers kommt in einer Zunahme der Hypothekenbelastungen zum Ausdruck. Jede Zollerhöhung trieb die Grundstückspreise, Pachten und Mieten in die Höhe. Jeder Bcsitzwechsel und jede Neuverpachtung steigert die Preise, belastet kapitalistisch. Nicht der Produzent, sondern der Nutznießer der Grundrente steckt den Profit ein! So bleibt die„Not der Landwirtschaft" trotz Zölle und allerhand Liebesgaben in Permanenz. Wie sich seit 1000 die hypothekarischen Belastungen entwickelt haben, zeigt folgende Uebersicht. Sie enthält die Summe der Mehr- eintcagmigen, Neueintragungen nach Abzug der Löschungen in 1000 Mark. Städtische Bezirke Ländliche Bezirke 1000... 1 104 350 305 700 4903... 1475 930 444 840 1906... 1627 370 515190 1907... 1335 300 556 310 1908... 1273 640 584 150 1909... 1517 100 640 280 1910... 1 581 800 733 800 1911... 1498570 791 580 Während die hypothekarische Belastung in den städtischen Be- zirken mit Unterbrechungen weiter hinauftreibt, zeigt sich in den Landbezirken ein fortgesetztes starkes Wachstum der Verschuldung. Bemerkenswert ist', daß seit 1906 mit dem Wirksamwerden der höheren Zölle die Verschuldung stärker gewachsen ist als wie vordem. Aus dem reichsländischen Landtag. In der letzten Budgetkommissionssitzung des elsaß-lothnngischen Landtags beschwerte sich das Zentrum darüber, daß die sozialdemokratische Presse das Schachergeschäft der Klerikalen um Erhöhung der Geistlichengehälter bekannt gegeben hat. Nach dein jetzigen Stand der Beratung über die Besoldungsvorlage der Beamten und Lehrer werden 2,6 Millionen Mark zur Deckung benötigt, 900000 M. mehr, als die Regierungsvorlage vorsah. Für 2,2 Mill. Mark ist noch keine Deckung vorhanden. Der Zentrums- redner trat für Erhöhung der BergwcrkSabgaben ein. und unsere Genossen betonten besonders, daß an eine Erhöhung der Steuer- znschläge nicht zu denken sei. Trotzdem alle Fraktionsredner eine stärkere Heranziehung der Bergwerksindustrie forderten, erklärte die Regierung, diesem Vorschlage nicht beitreten zu können.„Die vom Hause verlangte Veranderthalbfachung der. heutigen Bergwerksabgabe", so erklärte der Regierungs- Vertreter,„sei eine wahnsinnige Idee und dazu undiirch- fllhrbar. Sie greife direkt in die Eigentuiilsrechte ein, komme nur den Anschauungen der Sozialdemokratie entgegen, denn sie sei der Anfang der Expropriation. Ein Teil der notwendigen Summe müßte durch Zuschläge aufgebracht werden." Patriotismus und Spalierbildnng. EiiietV recht infercssänicn Beweis dafür, wie so manche patrio- tischen Huldigungen bei Kaiserbesuchen und anderen ähnlichen „nationalen" Festen zustande kommen, liesern nachstehende Schrift- stücke, die uns ein respektloser Wind auf den Redaktionstisch ge- weht hat: An die Beamten und Arbeiter des Füllncrwcrks. Wie allen bekannt sein dürfte, wird Se. Majestät der Kaiser am 16. November in Hirschberg eintreffen, um die' fertiggestellte Talsperre in Mauer zu besichtigen und ihrer Bestimmung zu über- geben. ß Se. Majestät kommt nach mir gewordenen Nachrichten mittags 12'/� Uhr in Hirschberg an, wird sofort mit Automobil zur Tal- sperre fahren und gegen �4 Uhr nach Hirschberg zurückkehren. Ich glaube, daß cS dem patriotischen Empfinden aller entspricht, an diesem Tage unseren verehrten Kaiser zu be- grüßen. DieS will ich dadurch ermöglichen, daß wir am 16. No- vember von früh 6 bis früh 3 Uhr glatt durcharbeiten und um 9 Uhr die Fabrik schließen, damit jeder Zeit hat, rechtzeitig in Hirschberg zu sein. Um die verloren gehenden 7 Stunden wieder einzuholen und mit unseren dringenden Arbeiten nicht in Rückstand zu kommen, soll dann in den dem Kaiserbesuch folgenden 6 Wochentagen je eine Stunde länger gearbeitet werden. Ich gebe also am 16. November 7 Stunden frei, wogegen mir seitens meiner Beamten und Arbeiter 6 Ueberstunden gegeben werden. Ich bitte, meinen Vorschlag zu prüfen und mir den Bescheid der Arbeiterschaft baldmöglichst durch den Arbeiterausschuß mit- teilen zu lassen. Vielleicht könnte ich es ermöglichen, daß unserer Gesamtheit ein Platz zur Spalierbildung angewiesen wird. Warmbrunn. den 30. Oktober 1912. Spalicrbildung am Sonnabend, den 16. November. Hiermit benachrichtige ich meine werten Beamten und Arbeiter, daß wir uns pünktlich am Sonnabendvormittag um 10� Uhr auf der Straße längs des neuen MontiersaalcS versammeln müssen, um spätestens 10� Uhr gemeinschaftlich nach Hirschbcrg abzu- marschieren. Der uns zur Spalierbildung angewiesene Platz ist in Hirsch- berg hinter der Boberbrücke vom Gasthof„Berliner Hof" ab. Das Spalier mutz pünktlich mittags 1 Uhr vollendet sein. Das Spalierdarf s ich nichteherauslösen.bevorSeine Majestät der Kaiser außer Sicht ist. Nach der Hin- fahrt Seiner Majestät darf eine Stunde weggetreten werden. Punkt 3 Uhr muß däs Spalier zum zweitenmal fertig stehen. Als Anzug ist möglichst dunkler oder schwarzer Rock, der jetzigen Witterung entsprechend, mit Ueberzieher zu wählen und, wenn möglich, Zylinder zu tragen. Jüngeren Teilnehmern, die noch keine» Zylinder haben, ist dunkler Hut erlaubt. Jeder meiner spalierbildcnden Arbeiter wird vor der Spalier- bildung eine Marke erhalten. Gegen Rückgabe dieser Marke wer- den am Montag, den 18. d. M., jedem Spalicrbildenden 75 Pf. als Rückerstattung der in Hirschberg notwendig gewordenen Ausgabe für Mittagessen ausgezahlt. Ich bitte nochmals, absolut pünktlich Sonnabend früh 10�> Uhr längs des großen Montiersaales anzutreten, damit wir in ge- schlossenem und geordnetem Zuge mit unseren Fahnen durch Hirschberg marschieren können. Es ist darauf zu achten, daß jeder rechtzeitig etwas gegessen hat, weil wir während der Zeit der Spalierbildung nichts zu essen bekommen. Ich gebe der Ucberzeugung Ausdruck, daß sich alle Angestellten meines Werkes musterhafter Ordnung befleißigen werden, damzt keinerlei Störungen vorkommen. Warmbrunn, den 14. November 1912. Kaisers und unser?! Teilnahme daran die Fabrik b o l l st ä n d i g geschlossen. Die dadurch verloren gehenden 19 Zlrbeitsstunden sollen dadurch einigermaßen nachgeholt werden, daß am Dienstag, den 19. d. M., vor dem Bußtage und an den beiden Tagen nach dem Büß- tage, Donnerstag, den 21., und Freitag, den 22. November, je drei Ueberstunden in der Zeit von 6'/b bis Ö'/a Uhr geleistet werden. Warmbrunn, den 14. November 1912» Prozeß Kosietvitsch. In dein Prozeß gegen den der Spionage verdächtigen russischen Hauptmann Kostewitsch ist heute bereits das Urteil gefällt worden. Der Borsitzende der 12. Strafkammer des Landgerichts I verkündete in öffentlicher Sitzung folgendes Urteil: Der Angeklagte Hauptmann Kostewitsch wird ans Grund des§ 49» des Strafgesetzbuches unter Zubilligung mildernder Umstände zu zweiJahrenFestungs- h a f t v e r u r t e i l t. Nach der Berkündung des Urteils erhob sich der OberstaatS- qnwalt und erklärte: Ich beantrage nunmehr während der Ver- kündung der Urteilsbegründung wiederum die Oeffentlichkeit auszu- schließen, denn, wenn auch die Begründung nur kurz ist, so könnte doch durch sie der Grund, weshalb im Interesse der Staatssicherheit die Oeffentlichkeit ausgeschloffen war, durchkreuzt werden. Darauf beschloß der Gerichtshof nach kurzer Beratung während der Urteils- begründung die Oeffentlichkeit auszuschließen. Die Stenerscheu des Bundcshäuptlings. Im verflossenen Reichstagswahlkampf hat der fortschrittliche Architekt Demmig im Wahlkreise Varel-Jever für den mittlerweile verstorbenen alten Traeger agitiert und dabei darauf hingewiesen, daß der Vorsitzende des Bundes der Landwirte. Freiherr von Wangenheim, trotz großen Besitzes und großen Aufwandes, jahrelang keine Einkommensteuer bezahlt hat. Das Gericht fällte nach der „Freisinnigen Zeitung" folgendes Urteil: Die Tatsache, daß Frei- Herr von Wangenheim eine Reihe von Jahren keine Einkommen- steuer gezahlt habe, sei nicht zu bestreiten. Doch stehe auch außer Zweifel, daß der Angeklagte den Vorwurf der Steuerhinterziehung habe erheben wollen. Er habe aber in Wahrung berechtigter öffent- sicher Interessen gehandelt, und deshalb sei er unter Zuschiebung sämtlicher Kosten an den Privatkläger freizusprechen. Zugleich erfolgte folgende Bekanntmachung. Nach Vereinbarung mit dem Arbeiterausschuß abend, den 16. November, aus Anlaß deS Besuches\ H, Füllner. ist am Sonn- !e. Majestät des Ein Zentrumsprestkaplan als Priigelpädagoge. Der Redakteur des in Mülhausen i. Elf. erscheinenden Zentrum?» blattes, der„Oberelsässtschen Landeszeitung", der ob seines rabiaten Auftretens in politischen Versammlungen landauf landab im Elsaß bekannte Abbs FaShauer, amtierte bis vor kurzem in Pfa- statt bei Mülhausen als Vikar. In dieser Eigenschaft erfuhr er am 23. März d. I. die Kritik der„Mülhauser Volkszeitung", weil er, wie es in dem Blatte hieß, ein Kind in der Christenlehre (Religionsunterricht) derart geprügelt hatte, daß es ein Ueberbein davontrug und nervenkrank wurde. Wegen der Mitteilung dieser Tatsache und wegen einiger formal verletzender Wendungen in dem Artikel, der von unserem Straßburger Parteiblatt übernommen wurde, verklagte der streitbare Vikar, der mittlerweise in die Redaktton der.Oberelsässtschen Landeszeitung" ein» getreten ist, den Verfasser des Artikels, den Arbeiter Ried weg in Pfastatt, und den verantwortlichen Redakteur der Straßburger„Freien Presse", Genossen Fischer." Die Privatklage kam am letzten Dienstag zur Verhandlung, und der klagende Abbö-Redakteur hatte zu dem Termine zum Beweise seiner Unschuld ungefähr 20 Schulkinder als Zeugen laden lassen, während die Verteidigung sich auf die Ladung von 4 Kindern, darunter'die mißhandelte Anna Haas, und der Eltern des Kindes sotvie eines Gendarmen, der mit der Sache zu tun bekommen hatte, beschränkte. Die Beweiserhebung ergab, daß das Kind an dem fraglichen Tage tatsächlich mit e i n e m' S t o ck e so brutal geschlagen worden war, daß es in i t h o ch g e s ch w o l l e n e nr, blutunterlaufenen Händchen weinend nach Hause kam und von dem Tage an nervös krank war. Auch andere Kinder wurden miß- handelt. Die Mißhandlung wurde von dem geistlichen Redakteur als Privatkläger bis zum Schlüsse der Beweisaufnahme vor Gericht in Abrede gestellt, nur sein Rechtsanwalt gab schließlich die An- Wendung deS Stockes durch seinen Klienten in einem Falle zu. Das Gericht verurteilte beide Angeklagte wegen formeller Beleidigung zu 20 M. Geldstrafe, sprach sie aber wegen verleumderischer Beleidigung mit der Begründung frei, daß der Wahrheitsbeweis für die sachlichen Behauptungen des Artikels in vollem Umfange geführt sei. Ein wenig verdutzt verließ der geistliche Prügelheld den Gerichtssaal._ Hinweg mit der Todesstrafe! Im Anschluß an eine kritische Betrachtung über die in der ver« flossenen Woche in K ö l n vollzogene Entbauptmig deS geistig minderwertigen Tagelöhners Knopp, der im Säufcrivahn sein vierjähriges Söhnchen ermordete, erinnert die„Rheinische Zeitung" daran, daß sie am 23. April d. F. Mitteilung gemacht habe über einen grauen- volle» Vorgang bei einer Hinrichtung in Koblenz, bei der die Kölner Guillotine benutzt ivurde. Bei der Enthauptung eines wegen Mordes verurteilten jungen GalizierS war nämlich vergessen worden, den oberen Teil deS Apparates an der Guillotine, der den Kopf des Dettnqneiiteii in eine feste Lage bringt, herunter- zulegen, so daß der Kops frei bewegl werden konnte. In dem Augenblick, als das Fallbeil hernntcrsauste, hob der Verurteilte den Kopf, und anstatt den Hals zu durchschlagen, drang das Fallbeil tief in den Schädel ein und blieb darin stecken. Erst durch eine Wiederholung der grau- sigen Prozedur gelang es, das Opfer in aller Form ums Leben zu bringen. Die Zeugen des furchtbaren Vorganges waren im höchsten Grade entsetzl und erschüttert. Sie werde» da« Ge- schaute in ihrem ganzen Leben nicht vergessen. Die Vertreter der Justizbehörde baten alle Augenzeugen der zweimaligen Hin» richtung um strenges Stillschweigen. Zn der Schilderung hat bis auf den heutigen Tag die Justizbehörde keinen Ton verlauten lasse n. Wie unser Kölner Parteiblatt erfährt, ist der bei der Sache beteiligte Staatsanwalt infolge der damaligen Veröffenllichmig in- zwischen st r a f v e r s e tz t worden. Die Justizbehörde weist also den Staatsanwälten die Pflicht zu. bei Hinrichtungen sich darum zu kümmern, daß an der Mordmaschinc alle? in Ordnung ist. che sie benutzt wird. Das kann mau nur begrüßen; denn durch die nähere Berührung mit dem barbarischen Akt wird auch dem Staatsanwalt zu Gemüts geführt, daß wir es bei der Vollziehung der Todesstrafe mit einem Akt zu tun haben, der der menschlichen Natur«»fs'schärfste widerflincht. franhrcicb. Afrikanische StrafabtcilungSgrenel./ Immer neu folgen sich die Nachrichten ans dem großen kolonialen SoldatenzuchthauS, die den steigende» Haß gegen„Biribi", die Straf- abteilungen, wohl begreiflich machen. Wieder sind vor einiger Zeit zwei entflohene Soldaten getötet worden. Nähere Nachrichten zeigen aber, daß eS sich dabei um eine» richtigen Mord handelt. Wie die „DöpSche Tunisienne", ein militärfrommeS Blatt, berichtet, waren die Soldaten Zimmer und Roblin vom Lager Ued-Denimis(Tunis) entkommen. Zur Jagd wurde ein ganzes Dorf Eingeborene mobil gemacht, die sie nach einer richtigen Jagd völlig erschöpft und zur Flucht unfähig fanden. Sie wurden dann einfach massakriert. Noch scheußlicher ist der neueste Fall. Ein Soldat namens Abbs war entwichen. Man erwartete, daß er sich nach Beja, wohin nur eine Straße fuhrt, fluchten werde und stellte zwei Zuaven auf Lauer. Ädbä kam vorbei und wurde ohne Bersuch einer Festnahme am hellen Tage erschossen. Das ist nun das fünfte oder sechste Opfer der tunesischen Strafabteilungen, diesmal nicht von Barbaren, sondern von.Trägern der Zivilisation" geliefert. Italien. Ernste Agrarkonflikte im Benetianischen. Rom, 12. November.(Eig. Ber.) Im Kreise von Castelfranco Veneto steht ein sehr ernster Konflikt zwischen mehreren Großgrund- besitzern und den in katholischen Gewerkschaften organisierten Pächtern und Halbpartnern bevor. Da man sich über die neuen Pachtverträge nicht hatte einigen können, haben die Grundbesitzer all' ihren Kolonen gekündigt. Die Kündigung trifft 2500 Personen, die jetzt, zu Beginn des Winters, obdachlos werden. Gegen Mitte November sollen die Exmittierungen beginnen und bis zum Dezember dauern. Die Kolonen haben beschlossen, sich mit Gewalt zu widersetzen und rechnen auf die Solidarität der 60 000 in katholischen Gewerkschaften organisierten Landarbeiter Venedigs. Zur Vornahme der Ex- mittierungen sind 550 Mann Militär requiriert worden. Belgien. Die Regierungserklärung über die Wahsrechtsfragc. Brüssel, 11. November. e>. y e. r der Stadt aus- "7a Balten Ein türkisches Korps von 20 000 Mann fr-:?, r0 Truilucv sei auf den Höhen von San Stefano aufgestellt soll? die türkische Armee im Falle einer Niederlage ver- hwdern nach Konstantinopel zurückzuströmen, und sie nach San - ciano ableiten, von wo sie nach Klemasien befördert werden ,olle. An. iibriaen seien auch in Konstantuwpcl selbst alle Vorkehrungen getroffen, uin jede Gefahr hintanzuhalien._ |t. 269. M.ZakMttg. 1. Dkiitze ks Jimiiirb" Sttliutt KldsdlÄ Zounabeud, 16. NsstAbet 1912. Hb�eordnetcnbaua. 96. Sitzung. Freitag, den 14. November 1912, mittags 12 Uhr. Am Ministertische: v. Breitenbach, v. Schorlemer. Die zweite Beratung des Wassergesetzes wird forlgesetzt. Eine grotze Reihe von Anträgen, die zu der Frage gehören, welche Wasserläufe als solche erster Ordnung gelten sollen, wird an die Kommission verwiesen. § 80 bestimmt, in welchen Fällen die Verleihung ohne Eni- schädigung durch Beschluß der Verleihungsbehörde auf Antrag der Wasserpolizeibchörde zurückgenommen werden kann. Die Abgg. Büchtemann(Vp.) und Gen. beantragen die Be- stimmung zu streichen, wonach dies geschehen kann, wenn die Ver- leihung auf Grund von Nachweisungen, die in wesentlichen Punkten unrichtig sind, erteilt ist, deren Unrichtigkeit dem Unternehmer bekannt war und wenn durch die Verleihung Gefahren für das öffent- liche Wohl herbeigeführt sind. Abg. LippmannEr habe nicht leichtfertig gekündigt, sondern er sei durch Differenzen zwischen ihm und dem Aufsichtsrat zur Kündigung gedrängt worden. Er habe empfunden, datz ein Teil des Auffichtsrats nicht mit ihm zufrieden war. Die Neutralitätsfrage habe dabei keine Rolle gespielt. Irgendeine An- regung im Auffichtsrat würde genügt haben, ihn zur Zurücknahme der Kündigung zu bewegen. Das Zeugnis sei doch so abgefatzt, datz es von einem anderen Unternehmer ungünstig aufgefatzt werden könne. Er habe seine Kraft daran gesetzt, die Genossen- fchaft vorwärts zu bringen, er freue sich über die Erfolge der Ge- nossenschaft und hoffe, sie werde weitere Fortschritte machen, ohne datz Personen darunter leiden. Schulze, Vorsitzender des AufsichtsrateS, verteidigt die Hal- tung des Auffichtsrates im Falle Mücke. Das Zeugnis sei nicht geeignet, Mücke zu schädigen, und wenn er gewünscht hätte, das eugnis solle anders abgefatzt werden, dann wäre es geschehen. Von etternwirtschaft könne keine Rede sein. Mirus sei einwandfrei gewählt, weil ihn der Auffichtsrat für eine tüchtige Kraft halte. Hierauf wird ein Antrag auf Schlutz der Debatte angenommen. Der Geschäftsführer Junger, der das Schlutzwort erhielt, er- klärte, datz der vorgerückten Zeit wegen die Versammlung doch noch vertagt werden müsse. Zu Beginn der nächsten Versammlung, die die Wahl zum Aufsichtsrat zu vollziehen hat, soll der Geschäfts- führcr das Schlutzwort erhalten. Persönlich bemerkt Stadthagen: Ich habe nicht gesagt, datz Mücke in der Neutralitätsfrage auf unserem Standpunkt steht. Die Resolution zum Fall Mücke ziehen wir zurück, da die Sache durch die Aussprache in unserem Sinne geklärt ist. Meine Bemerkung, uns fehlt ein Stück Wcrtheim, war nur so gemeint: Uns fehlt der grosmigige kaufmännische Geist. Bei den weiteren Ausführungen des Redners entstand durch Zwischenrufe von der einen und Gegen- äutzerungen von der anderen Seite ein solcher Lärm, datz der Redner am Berichtcrstattertische nur teilweise verstanden werden konnte. Soweit er zu verstehen war, sagte er: Die Partei hat sich schon auf dem Parteitage 1838 für die Genossenschaften erklärt. Sie, auch ich, hat dahin gewirkt, datz die Zersplitterung, die wir bis 1806 im Genossenschaftswesen in Berlin hatten, aufhörte. Der politischen und gewerkschaftlichen Agitation sowie dem„Vorwärts" ist es in erster Linie zu danken, datz die Genossenschaft in Berlin auf KOOOO Mitglieder gekommen ist. Der Propagandakommission ist Ende vergangenen Jahres und den Kaulsdorfern noch in diesem September von dem Vorstand gesagt worden, bitte, agitiert nicht so sehr. Wir weisen den Vorwurf zurück, datz wir die Genossenschaft gehindert haben. Wir weisen es zurück, datz wir aus irgendwelchen persönlichen Interessen Kritik üben, das Gegenteil trifft zu. Stimmen Sie für den Zettel mit dem Namen Ritter und erklären Sie, datz Sie durch Kampf vorwärts kommen wollen. S t ö r in e r erklärte, er bleibe dabei, was er auf dem Genossen- schaftstage sagte: Die Genossenschaft sei eine grotze Familie. Wenn sie jemanden anzustellen hat, dann soll sie ihn aus ihrer Mitte nehmen. An die Arbeitsnachweise der Gewerkschaften soll sie sich erst dann wenden, wenn sie in ihrer Mitte die geeigneten Leute nicht finden kann. Datz nur gewerkschaftlich und politisch organi- sierte Mitglieder angestellt werden, ist selbstverständlich. Ich will nicht, datz die Gewerkschaft über die Genossenschaft bestimmt. Wir sind kein Anhängsel der Gewerkschaft. Stühmer: Ich kann erklären,' datz der Aufsichtsrat diese Auffassung Störmers nicht zu der seinigen macht. Eine Genossin protestiert dagegen, datz Störungen während der Ausführungen Stadthagens auch vom Borstandstisch gefallen waren. Die Versammlung stimmte mit grosser Mehrheit für die Eni- lastung des Vorstandes und Aufsichtsrates sowie für die Genehmi- gung der Bilanz und des auf Seite 21 des Geschäftsberichts ver- öffentlichten Verteilungsplanes. Damit war die Versammlung beendet. Die Wahl zum Auf- sichtsrat erfolgt in einer späteren Versammlung, Hiis der Partei. Wahlen zum Internationalen Kongresz. Nachdem der Parteivorstand die Vorstände der BezirkSorgani- sationen zum Wahlkörper bestimmt hatte, wählte der Zentralvor- stand von Gross-Berlin zu Delegierten die Genossen Eugen Ernst. Max G r o g e r und die Genossin Ottilie Baader. Der Zentralvorstand der Provinz Brandenburg delegierte den Genossen Otto Wels._ Internationaler Sozialistcnkongreß in Basel.. Die Adresse des Lokalkomitees für den ausserordentlichen Internationalen• Sozialistenkongretz lautet: Redakteur Frey. Basel. PeterSberg 2S. Die Delegierten werden gebeten, dem Genossen Frey von ihrer Wahl Miteilung zu machen, damit das Wohnungskomitec die zur Unterbringung der Delegierten nötigen Schritte unter- nehmen kann._ Ausschluß aus der Partei. Der Ortsverein D r i c s e n des sozialdemokratischen Vereins spx Ariedederg-Arnswalde hatte gegen den Genossen Karl Dresia einen Antrag auf Ausschluß aus der sozialdemo- kratischen Partei gestellt, weil Dresia bei den letzten Reichstags- Wahlen anlässlich der Stichwahl zwischen dem konservativen Gou- verneur a. D. von Schuckmann und dem Antisemiten Bruhn mit einem der Wahlmacher des Herrn von Schuckmann verhandelt haben und an der Abfassung eines Flugblattes beteiligt sein sollte. das die Sozialdemokraten zur Wahl v. SchuckmannS ausforderte. Die sozialdemokratische Partei hatte für die Stichwahl Stimment- Haltung proklamiert. Dresia erschien nicht in der Sitzung des Be- zirksvorstandes für Brandenburg, die über den Ausschluss ver- handeln sollte, mit der Begründung, datz er im Laufe der Woche eine Stellung im Auslande antreten und dadurch sowieso aus der deutschen Partei ausscheiden würde. Der Bezirksvorstand beschloß: „Da Karl Dresia seine Stellung als Wahlleitcr der Partei im Kreise Friedeberg-Arnswalde dazu benutzt hat, gegen die Interessen der Partei mit den Konservativen zu konspirieren, ist er als unwürdig zu betrachten, länger Parteimitglied zu sein. Karl Dresia ist wegen Parteiverrats aus der Partei ausgeschlossen." Zur Wahlmystifikation in Stuttgart. Die„Schwäbische Tagwacht" veröffentlicht folgende Erklärung des Vorsitzenden der Gross-Stuttgarter Wahlkommission: „Die von den Kreisvorständen des 1. und 2.� Wahlkreises und den Parteileitungen Gross-Stuttgarts eingesetzte Wahlkom- Mission beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dem im „Beobachter" veröffentlichten angeblich„vertraulichen" Zirkular eines sogenanten„radikalen Wahlkomitees", in dem zur Wahl dreier Kandidaten des sozialdemokratischen Wahlvorschlages auf- gefordert wird, während gleichzeitig drei andere Kandidaten ge- strichen werden sollen. Es wurde festgestellt, daß das Zirkular ein Machwerk von gegnerischer Seite ist, dazu bestimmt, Ver- wirrung und Missstimmung in die Reihen der Sozialdemokratie zu bringen. Die Wahlkominission fordert die Parteigenossen auf, diesen sowie etwa weitere derartige Versuche abzuweisen und ge- maß den Beschlüssen der Parteiorganisation zu handeln. Stadtverordnetenwahlen. Die Stadtberordnetenwahlen in Frankfurt a. M. hatten folgendes Ergebnis: Die Sozialdemokraten besahen früher 22 Mandate, haben jetzt 23 Mandate und kommen in sieben Be- zirken in die Stichwahl. Die Fortschrittliche Volkspartei hatte früher 34 Mandate, jetzt 27 und vier Stichwahlen. Die National- liberalen hatten früher ztvölf, jetzt zehn Mandate und drei Stich- Wahlen. Die Mittelstandspartei behalt drei Mandate. Das Jen- trum hat ein Mandat gewonnen. Die Sozialdemokraten haben einige neue Bezirke errungen, aber dafür Bockenheim, dessen Mandat Genosse Q u a r ck zwölf Jahre innehatte, verloren. In den inneren Bezirken Magdeburgs siegten in der dritten Abteilung die sechs bürgerlichen Kandidaten gegen die Sozialdemokratie. Die Stadtteile Sudenburg und Neu- st a d t und die eingemeindeten Bororte wählten sechs Sozial- d e vi o k r a t e n. Bei den am Donnerstag vollzogenen Stadtberordnetenwahlen in Leipzig errangen die Sozialdemokraten in der dritten Klasse einen schönen Sieg. Sie vereinigten aus ihre Kandidaten 18 063 Stimmen, der sogenannte nationale Wahlausschutz vereinigte auf seine Kandidaten dagegen nur 4532 Stimmen. Dazu Ivaren 1793 Proteststimmen gegen das bestehende Dreiklassenwahlrecht aus bürgerlichen Kreisen abgegeben worden. Die Sozialdemokraten erhielten acht Mandate der dritten Klasse und die beiden Er- satzmänner und haben nun von 24 Mandaten 21 Mandate der dritten Klasse in ihrem Besitz. Die Wahlen der zweiten und ersten Klaffe finden am Sonnabend und Dienstag statt. Hier sorgt allerdings das Dreiklassenwahlrecht dafür, daß kein Vertreter der werktätigen Bevölkerung gewählt wird. Bei den Stadtberordnetenwahlen in Itzehoe wurde trotz des höchsten Wablzensus der Genosse Schinkel mit acht Stimmen Majorität gewählt._ Eine bedauerliche Sondcrbündelei. Paris, 13. November.(Eig. Ber.) Die jetzigen Beherrscher der Arbeitskonföderation haben anscheinend auch in diesen so schick- salsfchweren Tagen keine grössere Sorge als ihre Prestigepolitik. In der gestrigen Sitzung des Vorstandes der C. G. T. kam ein Brief des Genossen D u b r e u i l h, Sekretär der geeinigten sozia- listischen Partei zur Verlesung, der die Einladung zur Teilnahme an der am Sonntag stattfindenden Manifestation gegen den Krieg enthielt. Die Einladung wurde mit 62 gegen 22 Stimmen, bei 26 Enthaltungen, abgelehnt— mit Berufung auf das von den Gew«kichaftskongressen anerkannte Neutralitätsprinzip. Es ver- dient hervorgehoben zu werden, datz unter den Organisationen, die sich der Abstimmung enthielten, sich die Bauarbeiter und die Metallarbeiter befanden, die bisher als die Kerntruppe der Syndikalisten galten.— Im übrigen beschloß der Vorstand die Einberufung eines ausserordentlichen Gewerkschaftskongresses für den 24. November zur Beratung der Aktion gegen den Krieg. Neaktionärr AffenkomSdie. Im Prozeß gegen unferen verantwortlichen Redakteur, Genossen Wachs, wegen vermeintlicher Beleidigung des preußischen Abgeordnetenhauses ist vom Staatsanwalt und vom Ver- urteilten Revision eingelegt. Die Partei und die Kinberfreunde. Die österreichische Sozialdemokratie, die sich in vorbildlicher Weise als Zusammenfassung und Organ aller wert- vollen wirtschaftlichen und Kulturbestrebungen entwickelt hat, hat nun auch die mustergültige Wirksamkeit der von Graz ausgehenden Bewegung der Kinderfreunde offiziell anerkannt und ihre Förde- rung unternommen. Im Anschluß an den deutschösterreichischen Parteitag tagten 68 Delegierte, die vom Genossen Deutsch namens des Parteisekretariats begrüsst, wurden. Referent war Abgeordneter Max Winter. Er schilderte die Tätigkeit der Arbeiterkinder, freunde: Elternabende, Kinderfeste. Jugendbibliotheken, Kinder- horte, Kinderwanderungen usw. Besonders wichtig sei die Auslese der Mitarbeiter.„Die schwerste Ausgabe wird darin bestehen, datz wir Menschen mit der allergrößten persönlichen Gewissenhaftigkeit gewinnen, sind doch körperliche, geistige und sittliche Gefahren zu verhüten.� Es gibt bei Spielen, bei Ausflügen, beim Schwimmen Unglücksfälle. Die Verleihung von Jugendschriften, die Veran» staltung von Deklamtionen und Kinderfesten stellt uns vor Probleme. Aber auch jene, die mit der Kindererziehung betraut werden, müssen nach ihren sittlichen Qualitäten streng geprüft werden. Diesen Schwierigkeiten stehen grotze und schöne Ersolgsmöglichkeiten gegen- über. Man mutz es erlebt haben, wie man selbst jung werden kann und erftischt durch den Umgang mit Kindern, und wie neu gekräftigt mau nach solchen Stunden wieder in die Parteiarbeit des Alltags zurückkehrt." Unter Hervorhebung der unter Leitung des Genossen Affritsch in Graz Geleisteten, da» dann in den Alpenländern, Wien und Brünn usw. Nachfolge gefunden hat, legte er die Aufgaben im einzelnen dar. warnte bor Verbürger- lichung der Bewegung und legte Leitsätze bor. in deren Mittelpunkt die Schaffung eines K i n d er r a t s von Vertretern der Partei- lcitung, der Frauen, des beten unter r. 1 an die Sxpe- dilion de».Vorwärts-.* Kliiiiien-»nd SriiniliiuDrm von Roberl Meyer,• Jnh.: P.«olletc um Mamliutn.Sfraßt 2. Telephon i Moristplnq 346. MoMis-Garderole! Die besten Ulster � Paletots und 4—500 getragene Anzüge für Herren, Smoking-Anzüge, Frack- auzüge, sowie von Navalieren ge- tragene,tastneueSachcn(a.Seide), sür jede Figur passend, mgrSSter Auswahl j.unüBcitioffen 168/7* billigen Preisen. 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Verlag: kiorwärtH Luchvruckcfrl g. BrrtögSanstaU Daul Singer u. Lo-, Berlin SW. Nr. 369. 39. Jahrgang. 1 W»gt te JotiüiirtD" Iftliiift|l»llislil(itl Zoilllabeud, 16. November 1912. GewcrhlcbaftUcbca. Me Canfbewegutig in der Rolzinduftne. Das Vorspiel zu dem grossen ivirtschaftlichen Kampfe, der sich voraussichtlich im nächsten Frühjahr in Deutschland ab- spielen wird, hat begonnen. Der Arbeitgeber-Schutz- verband für das deutsche Holzgewerbe hat sämtliche im Februar 1913 zum Ablauf konimende Tarif- Verträge im Holzgewerbe gekündigt. Da zu gleicher Zeit wie die Verträge im Holzgewerbe auch die im Malcrge werbe und bald darauf auch die im B a u- g e w e r b e ablaufen und die Unternehmer es offensichtlich darauf anlegen, eine Kraftprobe zu inszenieren, muß damit gerechnet werden, daß es iin Frühjahr 1913 zu einem riesigen Arbeitskampf in Deutschland kommt. Für die Tarifbewegung in der H o l z i n d u st r i e kommen neben Berlin und Vororte noch folgende Städte in Betracht: Amberg, Barmen, Bernau, Beuthen O.-Schl., Brandenburg, Braunschweig. Brom- bcrg, Burg b. Magdeburg, Danzig, Darmstadt. Dresden. Düsseldorf, Ebers Walde, Erfurt. Görlitz. Göttingen, Groß-Schönau. Greifs- wald, Guben, Halle, Hannover, Harburg, Halle, Hannover. Harburg, Hildesheinl, Höchst, Kattowitz, Kiel. Köln, Königshütte. Krefeld, Kray bei Essen, Lange nöls, Leipzig, Lübbenau, Lübeck, Lüneburg, Luckenwalde, Magdeburg. München, Neiße, Oldenburg, Posen, Potsdanl, Quedlinburg, Rendsburg, Spandau, Stargard, Stettin, Schwerin i. Ä., Uelzen. Thorn, Zeitz und Zittau. In diesen Städten sind etwa 50009 unter den Vertrag fallende Holzarbeiter beschäftigt, davon mehr als LOOOOin Groß-Berlin. Für die Holzindustrie ist das die weitaus umfangreichste Lohnbewegung, die bisher erlebt wurde. Welchen Ausgang sie nehmen wird, läßt sich jetzt schwer voraussagen. Zum Verständnis für die Bedeutung dieser Tarifbewegung dürfte ein Rückblick auf die EntWickelung des Tarifvertrages in der Holzindustrie angebracht sein. Wenn es auch schon früher in verschiedenen Städten Tarifverträge im Holzgcwerbe gegeben hat, so beginnt eine planmäßige Tarifpolitik in der Holzinduswie doch erst mit den« Jahre 1907. In Berlin wurde zwischen dem Arbeitgeberschutzverband und dem Deutschen Holzarbeiterband zum ersten Male zu Beginn des Jahres 1905 ein formeller Vertrag für die Dauer von zwei Jahren abgeschlossen. Als einen Vorläufer dieses Ver- trageS kann man den bei Beendigung des Streiks im Früh- jähr 1900 durch das Einigungsamt des Gewerbegerichts ge- sällten Schiedsspruch betrachten, durch welchen eine ständige „paritätische Achtzehnerkommission" eingesetzt wurde. In ähnlicher Weise sind die Verträge in manchen anderen Städten entstanden. Meist war es die beim Abschlliß eines Vertrages abgeschlossene, mehr oder weniger formlose Vereinbarung, aus welcher sich später ein förmlicher Vertrag herauskristallisiert hat. Als der erwähnte Vertrag in Berlin vom Jahre 1903 am 15. Januar 1907 zum Ablauf kam, hatte man sich auf beiden Seiten auf einen ernsten Kampf vorbereitet. Der im Jahre 190� gegründete Arbeitgeberschutzverband für das deutsche Holzgewerbe hatte unter der Leitung des Ober- meisters R a h a r d t von der Berliner Tischlerinnung eine eifrige Propaganda entfaltet und er glaubte sich nun stark genug, das Ziel zu erreichen, das ihm von Anfang an vor- geschwebt hatte: die Niederringung des deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Zu dem Zweck wurde eine Aussperrung inszeniert, die sich zunächst auf Berlin und Vororte beschränkte, bald aber auf weitere Städte übergriff. Die Unter- nehmer arbeiteten offen auf die Sprengung der Kasse des Deutschen Holzarbeiterverbandcs hin und scheuten selbst vor offenem Vertragsbruch nicht zurück, um die Zahl der Ausgesperrten nach Möglichkeit zu erhöhen. Auf Ver- anlassung der Leitung des Schutzverbandes beteiligten sich die Unternehmer in Kiel und Burg bei Magdeburg an der Aussperrung, obwohl dort ein Vertrag bestand, der noch nicht abgelaufen lvar. Die Anstrengungen des Arbeitgeberschutz- Verbandes waren aber vergeblich, sie scheiterten an der Opfer ivilligkeit der Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Etwa 3 Millionen Mark hatte der Deutsche Holzarbeiterverband zur Unterstützung seiner Mitglieder aufgewendet, aber der Frieden, der Mitte Mai 1907 vor dem Berliner Gewerbcgericht geschlossen wurde und der sich außer aus Groß-Berlin auf 12 weitere Städte erstreckte, bedeutete einen großen Erfolg für, die Arbeiter., Die Niederlage, die er im Jahre 1907 erlitten, veranlaßte den Arbeitgeberschutzverband zunächst eine andere Taktik ein- zuschlagen. Er gab sicy als der Friedliebende und Jahr für Jahr wurden die jeweils abgelaufenen Verträge auf dem Wege friedlicher Verhandlungen erneuert. Ihre weitreichenden Pläne hat aber die Unternehmerorganisation deshalb nicht aufgegeben. Nach wie vor schwebt ihr das Ziel vor, dem Deutschen Holzarbeitervcrband das Rückgrat zu brechen; er soll gezivungen werden, beini Abschluß von Verträgen sich dem Willen der Unternehmer zu fügen. Es handelt sich nur darum, den günstigen Augenblick für die Verwirklichung dieser Pläne abzupassen. Als wesentliches Mittel für fernen Zweck erstrebt der Arbeitgeberschutzverband den sogenannten„R e i ch s t a r i f". d. h. den gleichen Ablaufstermin für alle Verträge, die im übrigen sehr verschiedenen Inhalt haben können. Diese Pläne hat aber der Holzarbeiter-Vcrband bisher erfolgreich durch- kreuzt. Er hat sich zwar damit einverstanden erklärt, daß die jeweils in einem Jahre abzuschließenden Verträge in der Regel den gleichen Ablaufstermin erhalten; aber damit ist dem Schutzverband nicht viel geholfen. Von dem vorläufigen Ziel seiner Sehnsucht bleibt er nach wie vor gleich weit entfernt und alle seine Winkelzüge haben ihn diesem Ziel nicht Näher gebracht. Die vor dem Berliner Gewerbegericht im �ahre 1907 vereinbarten Verträge wurden für 3 Jahre, bis Februar 1910 abgeschlossen. Als im folgenden Frühjahr wiederum in einigen Städten die bestehenden Verträge abliefen, vereinbarten die Zentralvorslände, auch diesmal die Verhandlungen über deren Erneuerung gemeinsam zu führen. Die Beratungen wurden in Leipzig gepflogen, und als Unpar- tetischer fungierte der Freiherr v. Berlepsch. Der Wunsch der Unternehmer, daß die neuen Verträge den gleichen Ablaufstermin erhalten wie die im Jahre 1907 abgeschlossenen, ging nicht in Erfüllung, es wurde vielmehr auch diesmal eine dreijährige(Geltungsdauer vereinbart und überdies wurden auch dcu Arbeitern wesentliche materielle Zugeständnisse ge- macht. Im Lager der Unternehmer löste das große Eni- rüstung aus, die sich auf der Generalversammlung des Schutz- Verbandes Luft machte. Man wollte von außerhalb des Ge- Werkes stehenden Schiedsrichtern, die„aus den Taschen der Meister den Arbeitern Forderungen bewilligen", nichts mehr wissen. Sehr unangenehm wurde es auch empfunden, daß es nicht gelungen war, den gleichen Ablaufstermin zu erreichen. Weitere Folgen hatten jedoch diese Ausbrüche des Aergcrs nicht, da im Frühjahr keine Veranlassung zu gemeinsamen Beratungen über Vertragserneuerungen vorlag. Im Frühjahr 1909 wurden vom Holzarbeiterverband Ver- tragsverhandlungcn im rhcinisch-westfälischen Industriegebiet geführt, die aber nicht hier in Betracht kommen, da als Ver- tragspartner der Arbeitgebcrbund für das Baugewerbe fungierte. Außerdem fanden Verhandlungen für einige süd- Westdeutsche Städte statt, als deren Sachwalter auf llutcr- nehmerseite der Südwe st deutsche Arbeitgeberve r- band für das Holzgcwerbe auftrat. Dessen Ge- schäftsführer. Dr. Keiner in Mannheim, hatte zuerst große Rosinen im Sack. Im Laufe der Verhandlungen mußte er aber erkennen, daß die Dinge durchaus nicht so gingen, wie er es sich vorgestellt hatte. Es wurden auch hier Verträge auf drei Jahre abgeschlossen, die in dem gleichem Nahmen gehalten waren, wie die mit dem Arbeitgeberschutzverband für das deutsche Holzgewerbe, zu welchem der Südwcstdeutsche Verband überdies bald in ein engeres Verhältnis trat. Nunmehr waren drei Gruppen von Städten geschaffen, die je einen gleichen Ablaufstermin für ihre Verträge hatten. Im Laufe der Zeit wurden diese Gruppen größer. Immer häufiger endeten die im Laufe des Jahres geführten Lohnbewegungen auch in bisher vertragslosen Städten mit dem Abschluß eines Vertrages, und wo der Ar- beitgeberschutzverbaud Kontrahent war, wurde als Ablaufs- termin das gleiche Datum angenommen, welches für die im Frühjahr des betreffenden Jahres vereinbarten Verträge fest- gelegt war. So erklärt es sich, daß, als die erste Gruppe, deren Verträge im Jahre 1907 abgeschlossen waren, im Jahre 1910 zur Erneuerung stand, sie schon mehr als 40 000 Arbeiter umfaßte. Diesmal wurde unter Ausschaltung von Un- parteiischen verhandelt. Anfangs hatten zwar die Unter- nehmer selbst vorgeschlagen, den Freiherrn v. Berlepsch wiederum mit der Mission des Unparteiischen zu betrauen und dieser hatte bereis auf ergangene Einladung eine zu- sagende Antwort erteilr, aber schließlich kam es anders. Dem Drängen einer besonders scharfniacherischen Gruppe im Ar- beitgeberschutzverband folgend, begann während der Dauer der Verhandlung dessen Leitung, den wilden Mann zu spielen. Die Politik des Bluffs verfing aber nicht, weil sie von der Leitung des Holzarbeiterverbandes durchschaut wurde. Schließ- lich wurden die Unternehmer auch wieder manierlich und es gelang, wenn auch erst nach langen Verhandlungen, die Ver- träge auf friedlichem Wege zu erneuern, und zwar bis zum 15. Februar 1913. Die Verhandlungen über die im Februar 1911 zum Ab- lauf kommenden Verträge sind um deswillen bemerkeuswerl, weil nunmehr, einem Beschluß des Verbandstages des Deutschen Holzarbeiterverbandes folgend, die vierjährige Vertragsdauer beantragt und nach anfänglichem Widerspruch der Unternehmer auch durchgedrückt wurde. Außerdem haben sich die Vertreter der Parteien bei diesen Verhandlungen über ein V e r t r a g s m u st e r verständigt, welches den einzelnen Ortsverträgen als Vorlage dienen sollte, allerdings mit der Maßgabe, daß auch Abweichungen von dem Vertragsmuster gestattet sind. Die Generalversamm- lung des Schützverbandes hat dieses Vertragsmuster später abgelehnt, aber nicht verhindern können, daß es tatsächlich in steigendem Maße verwendet wird. Da auch im Jahre 1912 die zu erueueruden Verträge auf vier Jahre abgeschlossen wurden, besteht jetzt in der Holzindustrie der Zustand, daß vier Gruppen von Städten existieren, deren Ver- träge je am gleichen Tage ablaufen. Die umfangreichste und bedeutsamste dieser Gruppen ist die, deren Verträge jetzt ge- kündigt wurden und die am 15. Februar 1913 ablaufen. Wenn man erwägt, daß seit 1907 die Vertreter der beider- seitigen Organisationen von Jahr zu Jahr über die Er- Neuerung der Verträge zentral verhandelt und stets eine friedliche Verständigung erzielt haben, dann scheint die Er- Wartung berechtigt, daß sich die Vertragserneuerung auch diesinal in ähnlicher Weise vollziehen wird. Es liegen jedoch gewichtige Gründe vor, die dieser optimistischen Auffassung widersprechen. Zunächst die Stimmung im Arbeitgeberschutzverband selbst. Man ist dort sehr kriegerisch gesinnt und macht aus dieser Stimmung kein Hehl. Die Kampfeslust wird gefördert durch das Bündnis, welches die Unter- nehmerverbände der bar: gewerblichen Be- rufe einschließlich der Holzindustrie abgeschlossen haben. Zugleich mit den Verträgen im Holzgewerbe laufen am 15. Februar 1913, wie bereits erwähnt, die Verträge im Malergewerbe, bald darauf, am 1. April, die ini B a u- gewerbe ab. Wird in allen diesen Berufen nach einem gemeinsamen Plan eine Riesenaussperrung durch- geführt, dann, so rechnen die schlauen Strategen im Lager der Scharfmacher, müssen die Gewerkschaften notwendig unter- liegen.— Es kann allerdings auch ganz anders kommen. Die„H o l z a r b e i t e r- Z e i t u n g" war kürzlich in der Lage, einige Auszüge auS dem Protokoll der unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit abgehaltenen Generalversammlung des Arbeitgeberschutzverbandes für das deutsche Holzgewerbe zu veröffentlichen. Danach spielte dort der im nächsten Früh- jähr bevorstehende Kampf eine große Rolle. Eifrig wurde der Gedanke propagiert, die vier Gruppen von Ver- tragsstädten nnteinander zu verschmelzen. Das wäre allerdings nur durch Vertragsbruch möglich, aber der Arbeit- geberschutzverband hat nicht nur durch sein Verhalten in Kiel und Burg im Jahre 1907, sondern auch schon bei anderen Gelegenheiten bewiesen, daß die Vertragstreue seine stärkste Seite nicht ist. Daß der Schutzverband ganz besondere Dinge vorhat, verriet Herr R a h a r d t, indem er erklärte, es sei ihm„der Mund verbunden, über die Zukunft zu reden"; er konnte aber hinzufügen, daß der Vorstand des Schutzverbandes sich„e i n e besondere T a k t i k" vorbehalten habe, über die er aber öffentlich nicht reden wolle. Es ist nicht ganz schwer zu erraten, was sich hinter diesem Geheimnis der de- sonderen Taktik verbirgt. Zum Ueberfluß hat aber der Vor- fitzende des Schutzverbandes noch einige Fingerzeige gegeben. So entschuldigte�er sich wegen des krampfhaften Abschlusses bei der letzten Gruppe damit,„daß die letzte Serie so klein war, daß wir es auf einen Kampf nicht ankommen lassen durfte n". Und an einer anderen Stelle richtet er die Mahnung an die Schntzverbändler: „Wir müssen dafiir Sorge tragen, daß alle Mitglieder für das nach st e Jahr nicht mit Geld knausern, wenn wir den Appell an sie richten:„Tut Euren Beutel auf", damit wir anständige Verträge für die Hauptgruppe bekommen." Es ist also allem Anschein nach kein blinder Lärm, wenn sich der Deutsche Holzarbeiterverband darauf vorbereitet, i m nächsten Frühjahr einen schweren Kanipf zu bestehen. Zurzeit findet eine umsasfende Agitation statt. In niehr als 700 Versammlungen werden„die Kriegs- Vorbereitungen der Unteritehmerverbände für das Kampfjahr 1913" erörtert und damit wird eine entsige Agitation für die Gewinnung neuer Mitglieder verbunden. Es wäre dringend zu wünschen, daß diese Agitation von dem gewünschten Erfolge begleitet wäre. Die Holzarbeiter haben schon oft bewiesen, daß sie, wenn es not tut, ihren Mann zu stehen wissen, und sie gehen auch diesmal, trotz der drohenden Gebärde des Gegners, frohen Mutes den kommenden Dingen entgegen. ßertin und Orngcgcnd. Und wo bleiben die Lohnznlagen? Die offiziöse Korrespondenz der„Großen Berliner Straßenbahn" verbreitet folgende Mitteilung: Die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn hat beschlossen, mit Rücksicht auf die bestehende Teuerung der Lebensmittel jedem verheirateten Bediensteieu ohne Rücksicht ans das Dienstalter eine besondere Weihnachtsznwendung von 15 Mark zu gewähren. Außer- dem erhallen die Angestellten die übliche Weihnachtsgratifikation. Von den geforderten Gehaltsaufbesserungen ist in dieser Mit- teilnng keine Rede. Sollen die Straßenbahnangestellten ihre berech- tigten Forderungen für das Linsengericht einer Weihnachtsznwendung von 15 M. verkaufen? Veutlcbcs Reich. Die Koalitionsfreiheit der technischen Angestellten wird in ge» wissen Arbeitgeberkreisen mit einer Beharrlichkeit bekämpft, die einer besseren Sache würdig wäre. Immer systematischer wird darauf hingearbeitet, Mitglieder bestimmter Organisationen von den Betrieben fernzuhalten. Den Angestellten wird schon gleich bei der Anstellung die Frage vorgelegt, welcher Organisation sie an- gehören, natürlich mit keiner anderen Absicht als der, Mitglieder bestimmter Organisationen überhaupt nicht anzustellen. So wird neuerdings bekannt, daß die Aktiengesellschaft Gebrüder Kör-ting in Hannover ihren sämtlichen technischen Angestellten einen Fragebogen zur Ausfüllung vorgelegt hat, der nicht weniger als 23 Fragen enthält. Da wird unter anderem gefragt, ob der Angestellte ledig, verlobt oder verheiratet ist, und wie viele Kinder er hat. Er soll seine Religion angeben, und sagen, welchem Stand sein Vater angehört. Und damit diese moderne Inquisition voll- ständig sei, soll der Angestellte auch darüber Auskunft geben, ob«r Mitglied des Bundes der technisch-industricllen Beamten ist oder welcher kaufmännischen oder techni- schen Vereinigung er sonst angehöre. In begreiflicher Eflf-. rüstung über diese ungehörige Ausfragerci lehnte es eine beträchi- liche Anzahl der Angestellten ab, sämtliche ihnen in diesem Frage- bogen vorgelegten Fragen zu beantworten. Namentlich verweigerst viele, und zwar auch unorganisierte Angestellte, die Antwort aus die Frage, welcher Organisation sie angehörten. Nun kommt aber das schönste I Statt aus dem Verhalten der Angestellten eine Lehre zu ziehen und auf die Beantwortung ihres inquisitorischen Frage- bogens zu verzichten, ließ die Firma Gebrüder Körting eines schönen Tages am schwarzen Brett einen Anschlag folgenden Wortlauts anbringen: „Mr hören, daß ein Teil unserer Herren Beamten die Be» antwortung der Frage 13 ablehnt. Wir ersuchen diese Herren, die Fragebogen nach Ausfüllung der übrigen Punkte der Zentrale (Personalia) bis Sonnabend, den 9., zurückzusenden. Die Frage 13 werden wir dann bei diesen Herren selbst aus- füllen, und zwar, indem wir die Zugehörigkeit zu den betreffen- den Verbänden bejahen. gez. Gebr. Körting." Mit anderen Worten ausgedrückt, schreibt dazu die„Industrie- beamten-Zeitung", heißt das: Jeden, der sich unserer Inquisition nicht gutwillig unterwirft, rechnen wir ohne weiteres zur Klasse der Verfemten. Die Art und Weise, wie hier die Angestellten gezwungen werden sollen, dem Arbeitgeber, mit dem sie doch lcdig- lich einen Vertrag über die Verwertung ihrer Arbeitskraft abge- schlössen haben, ihr ganze» Privatleben preiszugeben, ist so un- moralisch, daß man es geradezu als ein Gebot der Ehre für alle Angestellten bezeichnen muß, einer derartigen Behandlung den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen. Gewisse Arbeitgeber scheinen ihre Angestellten tatsächlich für Sklaven zu halten, denen jedes Gefühl für persönliche Würde abhanden gekommen ist. Sie wollen keine freien Persönlichkeiten um sich haben, und scheinen vollkommen zu übersehen, daß man gerade Sklavcnnaturcn am allerwenigsten Vertrauen entgegenbringen darf. IZitsUnd. Bluttat eines christlichen Gelverkschaftsfiihrers. Rom, den 15. Novemberer Haupt- Katalog Nr. 46(Neueste Modert) kostenlos und portofrei. Jeglicher Nachdruck verboten. •�ssHiBaoh-iiDaDp�rtiir rftw DÖO Theater und Vergnügungen DOö MW �kW|aan{!___ �__ � � Stöttpielbnus. M-iil alter Herr. Folios(ünprice. Der keusche Joseph. Der!»el>bock. Königstndr-Knsino. Spezialitäten. Ammifl 8'/, Ubr. NcucS Ztolksrheater. Michael Äratncr. Nufang 10 itiir. AdmiralsPnlnst.Eisballett:Dvonne. Lternwarte, Önualibenftr. 57— 62. Montis Operetten-Theater (jrüper Ä'cus-s Theater) Äbends 8 Uhr: Ter Frauenfreffer. 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B. 12. Hängt von der Ausiassung des Pfarrers ab.— E. A. M. 18!) t>. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja, entsprechend dem Kafscnstatut.— R. 22. 1. Wege» der Mosten des Verfahrens ist der 28,85 M, wöchentlich übersteigende Lohn- betrag pfändbar, 2. Ja.— G. R. i. In zwei Jahren, beifiunend mit Ende des Kalenderjahres, in dem der Anspruch söllig geworden ist,— F. H. 89. Ihr Sohn kann zur Marine ausgehoben werden,— f?. K. 26. Die Klage könnle immer noch bis zur Vollendung dcZ 20. Lebensjahres des Kindes erhoben werden. Die Ansprüche, die zur Zeit der Erhebung der Klage länger als vier Jahre zurückliegen, sind verjährt. sie können aber, wenn Sic glauben, den von Ihnen genannten Beweis führen zu können, schon jetzt Fcitstellungsklage beim Amtsgericht erheben, — I. 1889. 1. Ja. 2. Derartige Institute cmpsehten wir grundsätzlich nicht. ll.�Ja. 4. Wenn der Schuldner Ihrer Aufforderung nicht nachkommt, können tsie Klage erheben, 5. Auch in diesem Falle scheint nur die Klage aus Herausgabe übrig zu bleiben. 6. Geburtsurkunde sowie Ihr Militärpaß. Der Standesbeamte kann allerdings auch noch einen StaatSangehörigteits- auswcis verlangen.— M. Dietrich.'Neukölln. Magistrat dortselbit. — E V. Melden Sie Ihr Anliegen im Bureau des Waisenhauses, Alte Jakobstr. 33/35.— Streit. Vegetarier meiden Fleischtosl Im übrigen sind die sechs Fragen wirtlich nicht von Interesse.— W. B. 53. Diesen Prwatkrankcnkasscn gegenüber ist Vorsicht geboten. Die Kasse selbst Ist uns nicht bekannt.— K. Sch. 58. Unter angegebener Adresse an die Stistungs» dcputalton des Magistrats, Poststr, 16.— Briefkasten. Nicht bekannt.— M. C. 82. l. Eine Neuwahl des Präsidenten muß vorgenommen werden, 2. Der Protest ist Sache der Wähler. Wir glauben ja.— C. ft. 11. Durch die Orgaiiisaiion der Kupserschmiedc. W, Kühne, Berlin, Garlenslr. 101.— Musikverein. Die Vereine Inden Sie im Adreßbuch II, Teil,— H ia. Das wäre möglich. Richten Sie einige Tage vor dem Termin ein Gesuch ans Gericht dahingehend, daß von der Fragestellung Abstand genommen wird,.— P. E. 8. Ihnen steht die Bcjugnis zu. falls Sie die Gesellen- Prüfung bestanden haben, andcmfalls müßten Sie die Meisterprüfung ab- legen,— OrtSkrankeiikaise. Der Kasse- st-.ht leider das formale llieckst zur Seite, Es lassen sich daher Schritte mit Aussicht aus Eriolg nicht unter- nehmen. I F «/ vi/ 0> w V VI/ vv 2. d. M. verstorbenen Steindruckers Rudolf Nicolai findet statt am Sonntag, den l7. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Ierusalenis- Kirchhoscs, Bergmann slratze, aus. Die Beerdigung des am 15. d. M. verstorbenen Sicindruckers Hermann Vogel findet statt am Montag, den 18. No- vember, nachm. 3 Uhr, aus dem Zcntralsriedhos in Friedrichssclde. 12715 Das Komitee. Verband der Schneider und Schneiderinnen Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Franz Rerger am 12. November im Alter von 16 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 17. November er., nachmittags 3 Uhr, aus dem Fried- hos der Hcdwigskirche zu Rei- nickendors, Berliner Str. 8, statt. 165/1 Die Drtsverwaltung. Nack kurzem, schwerem Leiden > verstarb Plötzlich am Dienstag, I den 12. November, mittags 1 Uhr, 1 mein lieber Mann Berger I im 47. Lcbensjahi e. Dies zeigt, um stille Telliiahnic i bittend, an 190/10 Flrida Berger geb. Weilandt. Die Beerdigung findet morgen sonntag, nachniiltags 3 Uhr, von Iber Leichenhalle des Katholischen 1 Kirchhoscs inNciiiickcndors aus statt Danksagung. Für die viele» Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen Perlvandlen und Bekannlen, den Kolleginnen der Firma Jonas, den Kollegen und Kolleginnen der Firma Brosey u. Wagner, den Genossen und Ge< nossinnen des 1. Kreise» und den Säugern sür den herrlichen Gesang meinen ticfgcsnhltcn Dank. 62A Fritz Kinter, Danksagung. Für die Beweise ausrichliger Teil- mchlue und die � vielen Kranzspenden bei dex Beerdigung menres lieben Mannes. unseres nnvergeblichen BaterS Urivlinl«! Vliirrkirrti, sagen wir hiermit allen seinen Ber- wandten. Freunden, jlollcgcn und Be- taimten, beiondcrs dem Soz. Wahl- verein Pankow,'Arbeitcr-Turnuerein, den Wcrkslülten Lieberenz und Budig und den Arbeiterinnen der Firma Israel unseren herzlichsten Dank. Emilie Thierbach nebst Kindern. Orts-KranUenUasse der Waschmellliav-Arbeiter und vertvaitdte» Gewerbe zu Berlin. Die lhliknll. General-Versammlung der Bcrtreicr der Arbeilgeber und Arbeitnehmer findet am Diontag, den 2». November d. Js., abends H'h Uhr. im Rose»- thaler Hof, Nosenlhaler Str. 11/12, aus. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Revisoren zur Priisung der Jahresrechnung sür das Jahr 1912. 2. Vortrag des Herrn Dr. Hör- witz über Wesen und Äehandlung der Keschlechlskralitheiten. 3. Verschiedenes. Slnsragen und Beschwerden, zu weichen die Einsicht in die Kassen- bischer notivcndig ist, müssen mund- lich oder schi istlich behnss Beant- ivortung derselben in der General- Versammlung bis zum 23. November dem Vorstände mitgeteilt werden. Da die Versammlung Prä,. 8'/, Uhr crössnct wird, lo ist pünttliches Er- scheinen der Herren Vcrlrelcr un- bedingt erforderlich. Das Mandat legitimiert. Bertin. den 15. November 1912. Ter Borstand. Fr Schuld!. W. Zahl. 12736 Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzeustr. 41,„tw 10— 2. 5— 7. äonntags 10— 12. 2—-4 Pelzwaren, Stolas, Muffen, in eigener Werk- statt angeferligt. solide Aussührnng. billige Preise. Dhoriner Str. 49, II. ♦ Orts-Krankenkasfe der Gelb-«. Ziiiliziißcr zu Berlin. Die Generalversammlung der Vertreter der Arbeitnehmer von 1912 findet am Montag, den S5. No- vember er., abends 5'/, Ubr, im Gewertschaitshause. Engcluser 15, Saal 3, stall, wozu sämtliche Ver- treter hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Verlesung der Prolotolle. 2. Ersatzwahl von vier ausscheidenden Vorstandsmitgliedern. 3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des lausenden Jahres. 1262b 4. Kasscnangelegcnheltcn. Berlin, den 15. November 1912. Der Borstand. Wilhelm Schutt, Vorsitzender. jJIpm Kranken- und SterliB- kasse iler Melallarheiter (5. tz. 29). Filiale Berlin S. Den Mitgliedern zur Kenntnis, datz die nächslc Versammlung nicht am Sonntag, den 17., sondern Sonntag, den 24. November, vormittags 10'/, Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c stattfindet. 133/4 Oie Ortsverwaliung. I. A.; 0. Grönert, S. 14, Prinzenstr. 69 MoKnenstr: 37� ör.Frank|urter5tn i!5.$ a.e't�ne ml! Frei.- E* 0 Angebote eiTm ZWs GOllliz bla Dienstag Abendl PIDsdimfintel Ulster| Kostüme Velvel, Köperware M. 226, Valour du Nord 11 27'/, Seal Plüsch M, 68 Al-rüelle M. 1«IW bis 200 Pa. welche Qualität M. H-i, Flausch m Ableite M. 15 Havesiween Regien M 22 echt enelisch. 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UV" Kollegen 1 1 In Anbetracht des wichtigen Vortrages, serner auch, um bei'Ausstellung der Slatistit alle Betriebe zu erfassen, ist es not- wendig, das; Ihr alle erscheint. Insbesondere haben die Kollegen aus den kleineren und Reparaturbetriebe» zu erscheinen. Jeder Betrieb uinst vertreten sein!_ Montag, den 18. November 1912, abends 6 Uhr, Gr. Versammlung der Metaiidriicker Berlins und Umhegend in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/39, groher Saal. Tagesordnung: t. Die Turifvertrttgc In der Gelbmetallindaotrle und ihre Bedeutung. Resereni: Kollege Bchrend. 2. Distnssion. 3. Bianchenangelegenheiten. 4. Verbandsangelegenheitcn und Verschiedenes. Omr Kollegen I Infolge der letztan Vorkommnisse in unserer Branche ist es Pflicht jedes einzelnen, in dieser Versammlung zu erscheinen, um den Vcschlutz der Vertrauensmännerkonserenz vom 30. Oktober 1912 kennen zu lernen._ MetMrbelter-NoWaltlldtt 5»° haben. pro Stück 60 Ps. sind im Bureau bei den Bezirkskassierern zu Die OrtSverwaltnng. Cigzrelle» cker Tabakarlieiter-ßenösseiisElialt Spezialität III Sie unterstützen uns, wenn Sie bei Ihrem Cigarrenhändler unsere Cigaretten fordern. Vertreter: P. Horsch, Engelufer 15, Cigaretten- u. Tabak-Großhandlung. Das größte Abonnementshaus feinster Herren-Aloden j. stock& co, verkauft seine Monats-Garderobe direkt an Private. Anzüge und Paletots von 10 M. an. Friedrichsfr. 108, Eing. Johannisstr,, vis-a-vis der Karlstr. I!MMgs-KrlUll!rrr!'.llffe der Personeu-FohMriotrlls- Iiinnug zu ökrtin. In Gemäfiheit der Bestimmungen des cinschläglichen Paragraphen deS Kranlentassenstatuls laden wir die sür 1912 gewählten Vertreter zur zweiten diesjährigen Ordentl. General-Versammlung auf Doniiersiag. 28. Novbr. er., abends 9 Uhr, im Prälaten. Stadtbahnbogen tlO, crgcbenst ein und bitten um ein püntllicheZ Erscheinen. 282/12 Tagesordnung: 1. Neuwahl sür die ausscheidenden Vorstandsmitglieder(1 Arbeit- geber. 2'Arbeitnehmer) im ge- trennten Wahlgange. 2. Neuwahl dcsRcchnungsprüsungs- ausslbustes siir 1913. 3. Reichsversscherungsordnung und neues Statut. 4. Beschlutzsassung über den Zeit- Punkt des JnkrasttreteuS der gciicnnigtci, IV. Abänderung des KrankcnkasscnstatulS. Der Borstand. I. A.: G. Rost, Vorsitzender. Krunktnliaffc der Nersollen-Lohufllhlivkrl!S- Iuuuug;u Kerliu. Hierdurch laden wir die Mitglieder der" Jnnungs-Krantenkasse der Per» soncn- Lohnsiidrwerfs» Innung zu Berlin zu der am 28. November, abends 8 Uhr. im Prälaten. Siadtbahnboge» 110, Dircksciistrasje, stattfindenden Ntablverfammlung hierdurch ergebenst ein. Es findet ausschlieblich die Wahl von 24 Mitgliedern der'Arbeitnehmer zu den Generalversammlungen der Krankenkasse sür 1913 statt. Die Wahl ist geheim und hat diese per Stimmzettel zu erfolgen. Als Legitimation gilt nur die Mitgliederdescheiiugiing des be- tresfenden Arbeitgebers. 282/11 vor Vorwtuud. J. 21.: Rose, Vorsitzender. Zälme Olp Jatoten, Srü. Plomben, beste 21uS» sührung. billigste Preise. ' Gegr. 1889. 10000 M. Strafe verpflichten wir uns an die Armen Borlins zu zahlen, wenn dieses Angebot nicht reell ist und auf Wahrheit beruht. Wer sich billig und gut kleiden will, der kaufe uns die von unserer Kundschaft nicht abgenommenen neuen Maß- Anzüge, Paletots, Ulster, Hosen usw. ab, die wir SS'/a bis 50 Proz. unter Preis abgeben, damit wir unsere guten Sachen nicht zu verramschen brauchen. Femer kommen mit zum Verkauf Kleider aus prima engl, und deutschen Stoffresten, von unseren Maß-Schneidern in der stillen Zeit angefertigt, sowie Partie-Posten in fertiger Konfektion zu spottbilligen Preisen. gM" Sonntags während der Tcrhanfszcit geöffnet. Gebr. ZIeinemsnm,WMLM° Behrenstr. 26a, vis-ä-vis der Passage, �cn Bitte ausschneiden und bei Bedarf nachfragen. Vorwärts-Blliotliek Eine Sammlung volkstümlicher Romane und Erzählungen IV. Verschrobenes Volk Erzählungen und Satiren von Robert Qrötzsch. Preis gut gebunden 1 M. 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Lange, Reiaickdr.,Saß alles schleunigst auf- gelesen �oder beiseite geräumt wird.(Dies gilt auch von Ab- fällen, die sonst beim Abladen aus der Straße zurückbleiben.) Für Kinder und unverantwortliche Personen haben die- jenigeu einzutreten, denen die Aufsicht obliegt.(Z 144.) Verboten ist auch das Aus stäuben, Ausschütteln und Fegen von Fußdecken, Staubtüchern und dergleichen, das Aushängen und Auslegen unreiner Kleidung, Wäsche usw., die geeignet ist. die Straße oder die Straßcnluft zu verunreinigen.(8 143.) Beim Reinigen an der Straße angebrachter Lampen müssen besondere Maßnahmen getroffen werden, welche verhindern, daß die Abgänge in der Luft umherfliegen.(8 146.) Der Staubentwickelung ist bei allen dazu geeigneten Arbeiten durch Befeuchtung usw. vorzubeugen.(Z 147.) Die folgenden Paragrgphen(148 bis 154) beschäftigen sich mit der Rein- Haltung der Brunne n und derjenigen Stellen, wo Zugtiere gefüttert, Flüssigkeiten oder leicht zcrstrcubare und staub- entwickelnde Gegenstände gefahren, auf- oder abgeladen werden: ebenso wird der Transport des Mülls und übel- riechender Abgänge eingehend geregelt. Was die vielum- strittene Frage der Reinigung der B ii r ge r st e i g c z u r Winterszeit anbetrifft, so schreibt 8 löä vor, daß die Straßenanlieger ihrer Kehr- und Streupflicht dergestalt vachzukommcn haben, daß die Bürgersteige von 7 Uhr früh bis 8 Uhr abends frei von Schnee und Eis sind und daß außerdem bis 10 Uhr abends bei gefährlicher Glätte Sand, Asche oder dergleichen abstumpfendes Material gestreut werden muß. Wichtig ist dabei die im folgenden Paragraphen' ausgesprochene Befreiung der Hauswirte, die einen I Stellvertreter bestellen:„Die zum Reinigen und Streuen Ver- pflichteten sind ihrer Verpflichtung frei, wenn gemäß 8 6 des Gesetzes über die Reinigung der öffentlichen Wege vom 1. Juli 1912 ein anderer der Polizeibehörde gegenüber mit deren Zustimmung durch schriftliche oder protokollarische Er- klärung die Ausführung des Reinigens und Streuens über- nommen hat und- demgeinäß hierzu öffentlich-rechtlich ver- pflichtet ist."— Die„Erhaltung d e r R u h d" sollen(im Abschnitt bl) die 88 107 bis 159 gewährleisten. Hier wird zunächst die Aufführung von Musik auf der Straße oder in der Art, daß sie auf der Straße hörbar ist, an eine behördliche Erlaubnis geknüpft. Die eigentlichen und viel- gerügten Belästigungen dieser Art soll aber der 8 158 treffen, welcher lautet:„Wird in geschlossenen Räumen an der Straße, insbesondere Wohnungen, Gastwirtschaften, Verkaufsstellen u s w. Musik gemacht, laut ge- sungen oder lautes Geräusch verursacht, so sind zur Erhaltung der Ruhe auf der Straße die Fenster und Türen g e- s ch l o s s e n z u halten. Ausnahmen bedürfen der Polizei- liehen Erlaubnis. Das Klopfen von Betten, Teppichen, Kleidern, Polstern und dergleichen an offenen Fenstern oder auf den Balkons an der Straße ist verboten." Unter Strafe gestellt wird auch das laute Singen, Johlen, Pfeifen und Schreien, sowie jedes ungerechtfertigte Verursachen von Lärm oder Geräusch, das geeignet ist, die Ruhe auf der Straße zu stören. An anderen Stellen macht die neue Verordnung auch Front gegen die Rücksichtslosigkeit gewisser Fuhrleute, welche mit ihren S ch r o t l c i t e r n Donnerschläge ertönen lassen oder mit Ladungen unverpackter Metall st angen, Blechplatten, Ketten usw. nervenzerrütende Geräusche verursachen.(88 19 bis 20.) Ueberhaupt sollen Fahrzeuge, deren Obergestelle nichtaufFedernruhen oder die im schnelleren Tempo ein außergewöhnliches Geräusch verursachen, überall nur Schritt fahren dürfen.(8 55.) Selbst unnützes Ge- klingel muß künftig vermieden werden, Säzellen dürfen nur die Schlitten führen.(8 21.) So wird auch den fahrenden Bürgern Ruhe zur Pflicht gemacht. Die neue Straßen- ordnung wird, wie schon mitgeteilt, dem Magistrat zur gut- achtlichen Aeußerung vorgelegt, so daß noch einige Zeit ver- gehen tvird, ehe sie in Kraft treten kann. Voraussichtlich wird sie erst ani 1. April 1913 Geltung erhalten. Auch das öffentliche Reklamewesen wird in einer„Bekanntniachung" des Polizeipräsidenten geregelt werden, welche gleichzeitig mit der neuen Straßenordnung — voraussichtlich am 1. April 1913— in Kraft treten soll. Die Bekanntniachung, welche bereits im EntWurfe vorliegt, umfaßt 24 Paragraphen und bezweckt den Schutz des Verkehrs gegen Behinderung durch Ankündigungsmittel aller Art. Nach den 88 117. 123 und 124 der Straßenordnung ist zum Ausstellen und Aushängen von Waren usw., sowie zum An- bringen, Umhertragen und Umherfahren von Ankllndigungs- Mitteln die polizeiliche Erlaubnis erforderlich und bei Er- teilung der letzteren sollen nun die in der„Bekanntmachung" aufgestellten Grundsätze maßgebend sein. Danach soll die Erlaubnis zum Ausstellen u s w. von Waren usw. in der Regel nur für Bürgersteige mit einer Mindestbreite von 4 Meter erteilt werden, wenn dadurch Verkehrsstörungen nicht zu erwarten sind und das in Betracht kommende Ge- schäftslokal so dunkel und versteckt liegt, daß ein Zurschau- stellen von Waren auf andere Weise nicht zu bewirken ist. (Von der letzteren Bedingung soll bei Blumenhändlern abge- sehen werden.) Nahrungsmittel müssen so hoch ausgestellt werden, daß sie nicht— durch Hunde verunreinigt werden können. Tie Erlaubnis zum Ausstellen schließt nicht die Genehmigung zum Straßenverkauf ein. Vorgärten sollen zum Ausstellen nicht benutzt, natürliche Blumen, Kränze usw. dürfen darin aber ausgestellt werden. Für den Aus- stellungsraum, seinen Abstand von den Gebäuden usw. werden die zulässigen Maße genau vorgeschrieben, wobei auch eine etwaige Rettung von Menschen aus Feuersgefahr berück- sichtigt ist. Besondere Bestimmungen betreffen die Licht- r e k l a ni e, welche schon heute hier und da recht lästig wirkt. Diese„Ankündigungsmittel mit Beleuchtungsvorrichtungen" werden künftig b e h ö r d l i ch g e p r ü f t iverden: der An- tragstellcr hat nachzuweisen, wie und in welchen Farben das verwendete Licht in die Erscheinung treten, ob es ständig und gleichmäßig wirken oder nur zeitweise auf- leuchte n soll usw. Lichtprojektionen und gleichartig wirkende Ankündigungsmittel werden im ällgemcinen nicht zugelassen. Auch hier werden die Abmessungen der Trans- parentc, der Dach-Reklame usw. scharf begrenzt. Die 88 l5 bis 21 behandeln die Ausstellung von Schaukästen, die Re- klame an Bauzäunen, durch Stoff-Fahnen(die nur für Fluß- badeanstattcn und Eisbahnen) zugelassen werden, die Schilder in Vorgärten und an deren Gittern usw. Interessant ist, daß der h i st o r i s ch e Stuhl mit der weißen Schürze, mit dem Schlächter und Rcstaurateur ihre„frische Wurst" ankündigen, ersetzt werden darf durch weiße Fähnchen von höchstens 50 Zentimeter Länge und Breite, sofern diese nicht weiter als 1 Meter über die Bauflucht hinausragen. Frei auf der Straße stehende Pfähle und Masten mit An- ründigungsmitteln können nur Apotheken und öffentlichen Anstalten gestattet� werden. 8 23 endlich erinnert an das Ortsstatut vom 25. Oktober 1910 zum Schutze der� Stadt Berlin gegen Verunstaltung, nach welchem die An- bringung von Reklameschildern usw. an gewissen Straßen und Plätzen überhaupt verboten ist. Was das Austeilen von G e s ch ä f t s e m p f e h l u n g e n. Bekanntmachungen. Aufrufen und Drucksachen, anbelangt, so bestimmt schon 8 125 der Straßenordnung, daß solche Ankündigungsmittel— mit Ausnahme von Zeitungen, periodischen Druck- s ch r i f t e n und Extrablättern— auf einer Reihe von Straßen und Plätzen aus Vcrkehrsrücksichten nicht zugelassen werden dürfen. Diese Beschränkungen sollen jedoch nicht gelten:„bezüglich der Verteilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wählzwecken in der Zeit der amtlichen Bekanntmachung des Wahltags bis zur Beendi- gung des Wahlaktes. Auch können diese Beschränkungen für die letzten 3 Wochen vor Weihnachten(24 Dezember) durch polizeiliche Bekanntniachung außer Kraft gesetzt werden." Zur Erhaltung dcr Gruncwaldsccn. Aiaf eine Eingabe an den Landwirtschaftsminister, die um Förderung der Pläne zur Er- Haltung der Grunewaldseen gebeten hatte, ist eine Antwort ein- gelaufen, in der dcr Minister erklärt, daß weitere Kon- zessionen den Charlottenburger Wasserwerken, Aktien-Gesell- schaft, nicht erteilt w e r de n solle u, bevor nicht die Wasser- frage geregelt ist. Das genügt unseres ErachtenS nicht. Der gesamte Vertrag mit den Wasserwerken erfordert eine gründliche Revision. Die Stadtverordnetenversammlung Stockholms hat an den Magistrat und die Stadtverordneten der Stadt Berlin in einer in herzlichen Worten gehaltenen Adresse ihren Dank für die Aufnahme ihrer Mitglieder ausgesprochen, welche im vergangenen Sommer auf Einladung der Stadt hier zu einem kommunalen Studieubesuch weilten. Die künstlerisch schön ausgestattete Adresse ist mit den Wappen Berlins und des Deutschen Reiches, wie dcr Stadt Stock- Holms und Schwedens umrahmt. Preisermäßigungen für ausländisches Fleisch. Wie wir gestern meldeten, soll bei den billigeren Sorten des aus Rußland bezogene» Rindfleisches eine Preisermäßigung eintreten. Die günstigen Ein- käufe gestatten zur Zeit eine Herabsetzung der Preise von 3—5 Pfg. für das Pfund, und zwar wird von heute ab, kosten. Die Preise für die teueren Sorten Rindfleisch(Leber, Roast» beef, Zunge, Filet) und das Schweinefleisch bleiben unverändert. Die Preisänderung wird noch öffentlich bekannt gemacht werden. Im übrigen sei darauf aufmerksam gemacht, daß Sonnabend der Verkauf des russischen Fleisches vor- und nachmittags in den Marklhallen stattfindet. Die„Deutsche Fleischerzeitung" bemüht sich in einer Notiz, die Qualität des russischen Fleisches herabzusetzen, und die„Deutsche Tageszeitung" öffnet begreiflicherweise mit Wollust dieser tendenziösen Nachricht auch ihre Spalten. Demgegenüber erklärt dcr Berliner Magistrat von neuem, daß von minderwertigem oder gar ver- dorbenem Fleisch gar nicht die Rede sein könne. Die Machinationen der beiden Blätter gehen ja auch offensichtlich nur darauf hinaus, dem Publikem das russische Fleisch zu'verekeln. Würde das Publikum weniger russisches Fleisch kaufen und die Vorräte infolgedessen liegen bleiben und verderben, dann hätte der planmäßige Kampf der per- bündcten Fleischverteucrer gegen die Maßnahmen des Magistrats doch wenigstens einen Erfolg erzielt. Neues Fernsprechamt in Schönebcrg. Die fortgesetzte und steigende Zunahme der Zahl der Femsprechanjschlüsse in Groß- Borlin nötigt immev wieder zu der Errichtung von ueuero Ver» im ttelungsanstal te n. Wir hatten berichtet, daß eine solche für den Berliner Hansabezirt zunächst in Aussicht genommen ist. In zweiter Linie dürfte die-Errichtung eines neuen Amtes für Schöne- berg in Betracht kommen. Es ist tu Aussicht genommen, die neue Vermittelungsstelle im dortigen Hauptpostgobäudc unterzubringen. Ein Fernsprechamt Schönebcrg hat es schon einmal vor bald zwanzig Jahren gegeben. Es wurde dann mit dem damaligen Amt 6 in der Lützowstraße verschmolzen. Seitdem gibt es kein besonderes Amt für diese Stadt mehr. Eine Vermittelungsstelle unter dem Namen Schöneberg dürfte es aber wohl auch nicht in Zuteift geben. Da die Netze der Acmter meist über die Grenzen der einzelnen Gemeinden hrnausg-retfen, vermeidet nian es, ihnen den Nanien der beteiligten Orte zu geben. Die Straßenbahnlinien 77, 78 und 79 sollen eine Aendcrung erfahren. Die jegt am Ringbahnhof Frankfurter Ällce endigenden Wagen der Linie 77 sollen in Schleifenform weiter durch die Frank- furter Allee, Frankfurter Chaussee. Rosenfelder-, Irenen-, Wilhelm-, Lück-, Prinz-Albert-, Rathaus-, Türrschmidt-, Sadolva- und Markt- straße, ferner durch die Straße Alt-Boxhagen, Boxhagener Chaussee und Boxhagencr Straße bis wieder in die Frankfurter Allee ge- führt iverden. unter gleichzeitiger Verlängerung der Linie vom Hochmeisterplatz bis zu der in, der Paulsborner Slraße, Ecke Schiveidnitzer Straße, herzustellenden neuen Abfahrtstellc. Dieselbe Schleife in umgekehrter Richtung, nur anstatt durch die Türrschniidt- und Rathausstraße durch die Karlshorster- und Prinz- Albert-Straße, soll von der Linie 78 gefahren und der Endpunkt dcr Linie 79 nach dem Ringbahnhof Frankfurter Allee verlegt werden. Der diesjährige Weihnachtsmarkt findet auf dem Arkonaplatz und dessen Umgebung sowie in der Warschauer Straße(von der Revaler Straße bis zur Frankfurter Allee) und in der Petersburger Straße statt. Der Marli beginnt am 11. Dezember und dauert bis zum 27. Dezember einschließlich mir der Maßgabe, daß am 23. De- zeinber morgens 8 Uhr sämtliche Buden und Verkaufsvorrichtungen von den Straßen und Plätzen fortgeschafft sein müssen. Die früher vom Gewerbekommissariate ausgefertigten Erlaubnisscheine zur Er- richtung von Handelsstellen außerhalb des Marktgebietes werden jetzt von den zuständigen Polizeirevieren ausgestellt. Vom 3009 Volt-Starkstrom getötet wurde der 41jährige Ober» Monteur Ernst Prager, Berlin, Warschauer Str. 13 wohnhaft, der von der A. E.-G. angestellt und mit Jnstallationsarbeiten an der Potsdamer Lnstschiffhalle beauftragt war. Prager begab sich in ein Kellergeschoß eines zum Potsdamer Lnftschiffhafen gehörigen Ge- bäudes, um sich dort die von der Stadl ausgeführten Kabelanschlüsse an die Speiseleitung anzusehen. Dabei �kam er dem Starkstrom zu nahe und wurde von einem furchtbaren Schlag zur Seite geworfen. Er stammelte noch die Worte: Donnerwetter, waö war denn das für ein Schlag. Dann blieb er regungslos liegen. Man brachte ihn nackr dem städtischen Krankenhaus, er war jedoch schon tot. Von falschen Heucrbasen um seine Ersparnifie gebracht wurde ein junger Archeiter P. aus dem Osten der Stadt, der nach Amerika auszuwandern beabsichtigte. Ter Man»? wollte sparen u«d für seine Fahrkarte nicht zuviel ausgeben» Er wandte sich deshalb an einen Heuerbas mit der Frage, wie er es wohl machen! könnte, um billig hinübcrzukonlmcn. Aber auch dieser fand keinen Ausweg, der seinen Mitteln entsprochen hätte. Jetzt entschloß sich der Aus- wanderungslustige, hier uocl, weiter zu arbeiten, bis er genügende Mittel beisammen hätte. Unterdcssci? sprach er hier und dort da- von, daß cr nach Amerika überzusiedeln gedenke. Das hörten ugerMvo zwei Gauner, die solchen Reiselustigen aufzulauern pflegen. Sie beobachteten dctv jungen Mann, sprachen ihm auf' dcr Stvaße an. sagten, sie hätten von seinen Absicht gehört und, erboten sich, ihn günstig anzuheuern, so bah er bequem hinüber- komme. Es ergab sich, dah der junge Mann, den die beiden, gründ- 'lich belauscht haben, gerade soviel besah, als die beiden zur Be- scherssung der nötigsten Sachen für erforderlich erklärtem Das Schiff sollte bald fahren. Deshalb emtschloh sich der'Auswanderer sofort zur Abreise. Er holte seine Ersparnisse von der Mutter, ver- abschicdeto sich von dieser, übergab das Geld-den beiden Vermittlern und ging mit ihnen nach dem Bahnhof zu. Auf dem Wege dort- bin sandten ihn die beiden nach einem Zigarettenladen und liehen ihn für 35 Vf. Zigaretten kaufen, die er, wie sie sagten, für die Seesohrt brauche. Während der harmlose junge Mann im Laden war, verschwanden die Gauner mit seinem Gelde. Familicntraaödic in der Sccstraße. Nach einem Rcvolveranschlag auf ihren Onkel erschossen hat sich gestern vormittag die 19 Jahre alte Luise Manne ans der Seestr. 41. Hier bezog am 1. Ottober dieses Jahres der 40 Jahre alte Malermeister Richard Lipkat. der bis dabin in der Müllerstr. 29 wohnte, sein neuerbautes Mietshaus. Bei dem kinderlosen Ehepaar wohnte die Nichte Luise Mäime, die in der Wirtschaft mit tätig war. Das Mädchen unterhielt ein Liebesverhältnis, das jetzt Folgen hatte. Hierüber kam es zu Zwist in der Familie, weil sich da« Mädchen die Vorwürfe des Onkels nicht gefallen ließ. Nachdem es gestern vormittag kurz vor 10 Uhr wieder eine Auseinandersetzung gegeben hatte, riß das aufgeregte Mädchen einen Revolver aus seiner Schublade und schoß zweimal auf den Onkel. Eine Kugel traf ihn in den Rücken und verwundete ihn schwer, aber nicht lebensgefährlich. Der Verletzte war mich imstande, um Hilfe zu rufen und die Wohnung zw verlassen. Während cr die Treppe hinunterging, machte seine Nichte in der Wohnung durch einen Schuh in den Mund ihrem Leben ein Ende. Die Leiche wurde nach Aufnahme des Befundes beschlag- nahmt und. nach dem Schauhause gebracht, der Verletzte dcm Virchow- Krankenhause zugeführt. Ein braver Kampsgenosse ist gestern auf dem Friedhof in Marzahn in der Person des Tischlers Heinrich Lau zu Grabe getragen worden. Der Tod dieses Genossen erinnert uns an die Zeit vor 25 Jahren, an jene Schreckenstage des Schandgesetzes, an denen polizeiliche Willkür und Brutalität die Sozialdemokratie mit den niederträchtigsten Mitteln vernichten sollte. Lau gehörte zu jener kleinen Zahl der Genossen, die in dieser schweren Zeit im Vordertreffen unserer Bewegung standen und entging auch den polizeilichen Verfolgungen nicht. Die älteren Genossen entsinnen sich jenes Prozesses Lau und Genossen wegen angeblicher Geheimbündelei, in welchem 7 Genossen aus dem 4. Berliner Reichstagswahlkreiso Süd-Ost angeklagt wurden, weil sie für die Familien der ausgeivicsenen und inhaftierten Genossen Geld sammelten, um sie zu unterstützen. Nach viermonatlicher Unter- suchungshaft wurden sie mit Ausnahme des bereits schon versterbe- non Genossen Wilhelm Langfeld zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt. Bei der Gerichtsverhandlung zeigte sich die Spitzel- Wirtschaft der politischen Polizei im vollsten Glänze. Die Aus- sagen der Polizeibeamten stützten sich immer aus jene ungenannten Kreaturen der menschlichen Gesellschaft, die für Geld stets zu allen Schandtaten bereit sind. Aber alle Verfolgungen verfehlten das Ziel der Machthaber. Die Sozialdemokratie ist nicht zuletzt durch die zähe Arbeit unzähliger schlichter, einfacher Arbeiter auf die heutige Höhe gelangt. Mit Erbitterung, aber auch mit Stolz blicken wir auf jene schweren Tage des Kampfes zurück. Wir ehren jene Genossen, die in selbstloser Weise sich opferten, die, allen Verfolgungen trotzend, der Partei stets freudig dienten. Immer mehr und mehr lichten sich die Reihen der alten Kampfgenossen. Slun deckt der kühle Rasen einen jener treuen Kämpfer für unsere hohen Ziele. Möge die heranwachsende Generation sich ein Vorbild an jenen Genossen nehmen I. lieber 590 Diebstähle in kurzer Zeit. Im Osten Berlins ist feit kurzem eine Barde von Türklinkendieben ausgetreten. In welch großem Umfange die Diebe zu Werke geheim beweist der Um- stand,..dass sie in verhaltn-iKmäßig kurzer.Zeit mehr als 500 der- artige'Diebstähle ausigesührt haben. Die dreisten Burschen üben ihr verbrecherisches Handwerk besonders in den Bezirken des Frank- surter Torviertels sowie in ten anr Zentralviehhof belogenen Straßen aus. Und das Merkwürdige ist dabei, daß ditz' Diebstähle nicht etwa im Dunkel der Stacht, sondern am Tage ausgeführt werden. Die Täter gehen mit Hilfe eines Brechrohres zu Werke. mit dem sie die Türklinken einfach umdrehen und abbrechen. Hin und wieder sind die Burschen bei der„Arbeit" beobachtet worden, doch glaubte man stets, sie handelten im Auftrage der Hausbesitzer. Die Diebereien haben einen derartigen Umfang angenommen» daß sich der Grundbesitzerverein des Frankfurter Torviertels veran- laßt gesehen hat, Maßnahmen zu treffen und sich mit den Polizei- behörden in Verbindung zu fetzen. Man hofft, durch besondere Patrouillen den Tätern das HanÄwerk zu legen. Arbeiter- Bildungsschule. Trotz der morgigen Demon- strations-Versammlungen finden die Sonntagskurse statt. Sie beginnen aber um'/s9 bezw.'/eil Uhr; es wird tnn besonders pünktliches Erscheinen gebeten. Feuerwehrbencht. Gestern früh kam in der Köpenicker Straße Nr. 48/49 in einer Motorftng- und Automobilwerkstotti Feuer aus. Bei Ankunft der Wehr brannten im e ästen Stock des ersten Quer- gebäudes Petroleum- und Benzimvorraie. Den» sofortigen ener- gifchen Vorgehen des 5. Löschzuges ist es zu verdankest, daß der gefährliche Brand auf die linke Seite des Ouergebäudes beschränkt blieb. Die Arbeiter sind mit dem Schrecken davon gekommen-. In der Mirbachstraße 57, Matthäikirchstrahe 10, Lehrter Straße Nr. 14/15 und anderen- Stellen mußten Wohnu-ngSbrände gelöscht werden. In der Pasteurstraße 82 standen Kellerverschläge in Flammen, und in der GreifSwaldev Straße 14 hatte der 20. Zug zu tun. Dort war ein Pferd in eine tiefe Grube gefallen. Ter Gaul wurde aus der Grube-herausgeholt. Fußballspiele der Arbeiterturn- und Sportvereine. Am Sonntag finden folgende Spiele statt: Charlottenburg-Spandau in Charlotten- bürg, Kömgin-Elisabeth-Straße. Rummelsourg-Weissensee in Lichten- berg, Miguel- Ecke Kraetkestraße. Spielbeginn'/a3 Uhr. Zengen gesucht! Personen, welche gesehen haben, wie am 28. September(Sonnabend), nachmittags 43/i Uhr, Stralauer Platz, Ecke Koppenstraße, ein Radfahrer von einem Schutzmann angehalten wurde, und hernach mit nach der Wache kamen, werden gebeten, ihre Adresse bei Johann Devigneux, Boxhagen, Grünbergcr Strasse 18, Hof 2 Treppen, abzugeben. Allg. Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. Filiale Neu- kölln. Versammlung am Sonnabend, den IS., abends 8'/, Uhr, Steinmetzflr. 114 bei Tabbcrt. Vorort> l�acdncbten. Lichtenberg. Die Stadtverordnetenwahlcn warfen ihre Wollen auch in die letzte Stadtverordnetensitzung hinein. Bei der Wahl der Beisitzer zu den Wohlvorständen monierte Genosse Grauer die eigen- artiae Auswahl der Wohlvorsteher und Beisitzer. Ferner rügte er, daß zum großen Teil sehr unzweckmäßige Wahllokale ausgesucht worden seien. Augenscheinlich habe dabei die Gesinnungstüchtigkeit mitgesprochen. Oberbürgermeister Ziethen nahm den- Magistrat in Schutz. Keinesfalls habe dieser parteiische Maßnahmen ange- ordnet. Es könnte sich höchstens um Mißgriffe handeln. Genosse Elias unterstützke die Beschwerden Grauers, er wies d'eketf Be- rechtigung an einzelnen Fällen nach. Dieselben Beschwerden seien auch schon anläßlich der letzten Reichstagswahlen erhoben worden. Damals hiess cs: Nun sind alle Drucksachen fertig, da läßt sich nichts mehr ändern!— Nun stehe man wieder vor- derselben Ka- lamität. Oberbürgermeister Ziethen erklärte, der Magistrat werde diese Angelegenheit bei spälcrcn Fällen schärfer im Auge halten. Auch verteidigte er die Festsetzung der Wahlzeit von 12 bis t> Uhr für die zweite Wählcrabtcilung. Der von unserer Scftc erhobene Vorwurf, daß die Wahlfrist bis 8 Uhr manchen Arbeiter von der Wahlmöglichkeit ausschließe, konnte nicht widerlegt werden. Die ganze Debatte verstärito den Eindruck, daß alle Mittel versucht werden, um den nicht aufzuhaltenden Ansturm der Sozialdcmo- kratie aus die zweite' Wählerabteilung mindestens zu erschweren. Das wird unsere Genossen zu erhöhtem Eifer anspornen.— Eine Borlage betreffend Errichtung eines städtischen Hypothekenamts ließ übrigens auch wieder die Volksfreundlichkeit der bürgerlichen Majorität in voller Glorie erstrahlen. Genosse John hatte sich mit der Errichtung des Amtes einverstanden erklärt und, wie Herr Schachtel, unter Befürwortung einiger Abänderungen, die Ver- Weisung der Vorlage an eine Kommission empfohlen. Genosse Grauer erklärte, mit der Erörterung dieses Projektes müsse die Einrichtung eines Wohnungsamtes und eine Wohnungsinspcktion verbunden werden. Dagegen erhob Stadtverordneter Schachtel grundsätzlichen Widerspruch. Genosse Grauer. charakterisierte das Verhalten. Einer ganz kleinen Gruppe der günstiger gestellten Hausbesitzer wolle man durch städtische Mittel Vorteile verschaffen, für die Allgemeinheit einzutreten, überlasse man der Sözialdemo- kratie und stelle sich ihr dann noch in den Weg. Mit der Arbeits- loscnversicherung habe man es auch nicht so eilig, als wie mit dem Hypothekenamt. Es nutzte nichts: die bürgerliche Majorität wi-dar- sprach unserer Forderung. Ein Antrag Grauer, die Materie einer gemischte» Kommission zu überweisen, wurde abgelehnt. Herr Schachtel beantragte, die Vorlage einer aus dem Sparkassenvor- stände und drei Stadtverordneten gebildeten Kommission zu über- weisen. In namentlicher Abstimmung erfolgte die Annahme dieses Antrages.— Sodann erlebte der Magistrat die einstimmige Ab- lehnung einer Vorlage. Sic betras die Einstellung von Hilfs- kräften am Peitalozzi-Lyzeum. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Vorlage falsche Angaben enthalte. Es würden zum Beispiel nicht 33, sondern nur 31 Wochenstunden geleistet. Von den Mit- gliedern der Schuldcputation wurden gleichzeitig Klagen laut über rücksichtsloses Vorgehen des Dezernenten. Er berufe Sitzungen auf-den Vormittag und für beide Deputationen zusammen. Da immer nur eine Deputation verhandeln resp. beschließen könne, s�ßeu die Mitglieder der anderen Deputation zwecklos dabei.— Es ist fast ein regelrechter Streik der Deputationsmitglieder ausgebrochen.— Oberbürgermeister Ziethen erklärte, die Angaben der Vorlage stützten sich auf die von dem Schnldirektor gelieferten Zahlen. Wenn sie falsch seien, könne der Magistrat nicht dafür. Seine Bitte, die Vorlage event. zurückzuverweisen, war fruchtlos, sie hatte das seltene Schicksal, einmütig begraben zu werden. Weiter wurde beschlossen, das Seminar allmählich abzubauen. Gemäß einer Vorlage des Magistrats stimmte die Versammlung der Er- Weiterung der Desinfektionsanstalt zu. Weiter genehmigte sie den Abschluß von Gas--und Wasserlieferungsverträgen. Weistcnfee. Der vor zirka drei Jahren gegründete Mietcrverein ist infolge Miigliederschwundes entschlafen. Mit großem Tamtam trat da- mals der Verein ins Leben, um Einslutz auf das öffentliche und kommunale Leben zu gewinnen. Bei der vorletzten Gemeinde- Vertreterwahl versuchte cr in einem Bezirk unseren Genossen aus dem Sattel zu heben. Dieser Versuch fiel so kläglich aus, daß ein zweiter aufgegeben wurde. In der zweiten Abteilung trat der Mieterverein mit eigenen Kandidaten, darunter zwei Hausbesitzern, auf. In Weißensee haben solche Sondcrvereine keinen'Bodcn. Die Arbeiterschaft findet in ihren Organisationen die beste Vertretung ihrer Interessen. Tegel-Borsigwalde. Der Verein Jugendheim veranstaltet am Sonntag, chen 17. d. M. einen Lichtbildervortrag über„Polarforschnng" ini GesellschaftShaus Tegel, Schlotzstr. 7/8. Anschließend gemütliche« Beisammensein mit Tanz. Beginn pünktlich S Uhr. Eintritt für Erwachsene 20 Ps., Jugendliche 10 Pf. ES wird um zahlreiche Beteiligung ersucht. Sie feuergefähriichkeit in den Zelliiloidbetricben! Die Zentralkomission für die Kamm- und Haarschmuckindustrie (Deutscher Holzarbefterverband), als Vertretung der Zelluloid- arbeitcr Deutschlands, hat des öfteren bereits die Oesfentlichkeit auf die schweren Gefahren bei der so brändgefährlichen Zelluloidver- arbeitung aufmerksam»lachen müssen. Und in einer Petition an den Bundesrat und Reichstag wurden die unbedingt nötigen Forde- rungcn zum Schutze von Leben und Gesundheit der in der Industrie Beschäftigten den gesetzgebenden Körperschaften unterbreitet. und um eine Bundesratsverordnung für das gesamte Reich gebeten. Ter Reichstag hat sich dieser Forderung angeschlossen, nicht so der Bundesrat. Dieser beauftragte die preußische Regierung, die Materie im Wege einzclstaatlicher Verordnungen zu regeln. � Damals bereits erhoben die Arbeitcr ihre warnende Stimme und er- klärten diesen ganzen preußischen Erlaß für völlig ungenügend, und diese Warnungsruse haben recht behalten. Nach einer Reihe Nn- glücksfällen im Reiche ist es in Berlin in der Zelluloidwarenfabrik von Hirsch, Köpenicker Straße, zu einem äußerst gefährlich aus- sehenden Brande gekommen. Dort ist in einem elektrischen Ofen. der zum Erhitzen des Zelluloids benützt wird, eine Glühbirne ge- platzt und sofort war der ganze Ofen ein Flammenmeer. Nur dem Eingreifen einiger beherzten erwachsenen Arbeitcr war cs zu danken, daß zirka 40 meist jugendliche Arbeitcr und Arbeiterinnen dem sicheren Flammen- oder Erstickungstode mit knapper Not ent- gingen. Das Vorgehen der Firma ist im höchsten Maße verurtcilens- wert, da sie an dem betreffenden Ofen junge Leute von 18 Jahren beschäftigt, und noch dazu im Akkord arbeiten läßt. Ein un- erhörter Vorgang! Die Gewerbeinspektion war bereits im Betriebe und hat leider gerade dieser Tatsache wenig Bedeutung geschenkt. Hier müßte im Interesse der Menschheit den Fabrikanten die Beschäftigung fugend- lichcr Arbeiter in solch gefährlichen Betrieben unbedingt untersagt werden. Und die eingeführte Akkordarbeit Jugendlicher ist nicht scharf genug zu verurteilen: cs ist ein frevelhaftes Spiel mit Menschenleben. Aber nicht nur dies: die- Aufsichts- behörden werden sich angesichts der zahlreich vorkommenden Brände im Gewerbe dem Ruf nach Arbeiterkontrollcuren nicht länger verschließen können. Blicke nach Oesterreich beweisen, daß man zur Verhütung der Zclluloidbrandgcfahr ganz gut Vcrord- nungen im Sinne der Arbcitcrforderungen erlassen kann, ohne die Industrie zu schädigen. Das wird und muß auch in Deutschland endlich eingesehen werden, che es zu spät ist. Tic Arbeitcr haben ihre Pflicht getan und die Regierungsorgane auf die Gefahren in der Zelluloidindustrie aufmerksam und immer Vorschläge zum Wohle taufender Arbeiter- und Arbeiterinnen gemacht. Bisher leider ver- gebens! Möge der Bundesrat nicht erst nach einem großen Unglück in der Industrie zum Nachgeben gezwungen werden I Die Zentralkominiffion für die deutsche Kammindustrie. Die Arbeitcrblätter werden- um Abdruck gebeten! Em aller Melt. Es geht halt uichtl So meint.offenbar die Prinzessin I s a b e I l a> vorläufig noch' Ehegemahlin des bayerischen Prinzen Georg. In der Verhältnis- ikläßig kurzen Ehe scheint die aus Oesterreich stammende Prinzessta mit ihrem Prinzgemahl schlechte Erfahrungen gemacht zu haben, denn bald nach der Eheschließung ist sie in ihre Heimat zurückgekehrt und verschiedene Versuche, die Schmollende zur'Rückkehr zu bewegen, sind gescheitert. Noch im letzten Sommer wurde die ganze Verwandt» schaft in Bewegung gesetzt: in Wien fand ein Familienrat statt. Aber das Ergebnis war: Es geht halt nicht! Die Prinzessin hat begreiflicherweise keine Lust, ihr Leben lang als„Fräulein Frau" herumzulaufen und hat, wie die.Münchener Post" mitteilt, die Klage auf Nichtigkeit der Ehe gestellt. Und sie hat ganz sonderbare Gründe. In ihrer Klage behauptet sie nämlich, Prinz Georg sei„kein Mann", außerdem habe er sie ungewöhnlich grob behandelt. Beides soll natürlich erst bewiesen werden. Wir glanben« auch nicht, denn grobe Behandlung einer Prinzessin wider» spräche ja völlig den landläufigen Anschauungen, die im Volle über Fürstenehen verbreitet werden. Und der andere Grund? Sollte er vielleicht herangezogen sein, um die Lösung der unglücklichen Ehe zu ermöglichen, da die katholische Kirche nur diesen Schcidungs- grund für beachtlich hält? Sei cs wie es seil Jedenfalls aber ist die unerquickliche Geschichte geeignet, den leider Gottes schon schwankenden Glauben an die idealen Ehen der hohen, höchsten und allerhöchsten Herrschaften noch mehr zn untergraben. Eine Millronenpleite in Paris. Ein Ricsenbanklrach wird aus Paris gemeldet. Dort hat sich am DoimerStag der in der Rue Lafitte wohnhafte Bankier August in Max nach Unterschlagung von etwa 10 Millionen Frank freiwillig der Staatsanwaltschaft gestellt. Deil Bankrotteur hat mit den ihm anvertrauten Depositen Spekulationsgeschäfte betrieben und dabei die ihm an» vertrauten Gelder und auch sein eigenes Vermögen verloren. Der größte Teil der Riescnsumme ist bei einer Spekulation in Nickel» niinen i n N e u k a l e d o n i e n verloren gegangen. Max Ivurde nach' seinem Geständnis in Haft genommen. Der ahnungslose Sultan. Der Beherrscher der Gläubigen scheint sich in voll« k o m m e n e r u II t e II II t n i ö der kritischen Lage der Türkei zu be- finden. Wie der.Franks. Ztg." aus Konstantin opcl gemeldet wird, scheiterten die Bemühungen der Jiingtürke», den Sultan über den Stand der Dinge genauer zu unteirichien und andere fähigere Truppensührer' durchzusetzen, an der Wachsamkeit deö Großveziers K i a m i l. In einer Uiitcrrednng, die der frühere Minister de? Innern Hadj-a Adil und frühere Scheich ül� Islam M u f f a Kiazim mit dem Sultan hatten, sagte der Sultan, daß Kiamil, als er ihm das Jrade für die Friedensverhandlungen unterschrieb, versicherte, die Türkei werde keinen Streifen Landes einbüßen. Die junglürkjschen Führer waren sehr erstaunt über die Unkenntnis des Souveräns und wiesen auf Tripolis hin. Der Sultan erwiderte, Tripolis sei doch voll st ändigi in Besitze der otto» manischen Krone geblieben. Hadja und Kiazim fragten darauf verblüfft, ob der Sultan nicht wichtige Informationen aus der europäischen Presse empfange, die ihm die Augen öffneten. Hieraus entgegnete der Sultan sichtlich verärgert, die fremde Presse sage ihm nichts, da sie für derartige Aeußerunge» bezahlt werde. Ehe auf Kündigung. Bon einer Eheschließung nach allcrmodecnster Faffon wird der „Frankf. Ztg." aus Island, also ausnahmsweise einmal nicht aus dem Lande der. inibegrcnzteir Möglichkeiten berichtet. Wie das in Neykjav.il erscheinende Blatt„Jugolfur" mitteilt, gingen der Dozent an der dortigen Universität, Augenarzt Dr. AndrSs F j e l d» sieb und Fräulein Sigridur Blöndahl, die Tochter eines früheren iskärtdischön Bolksvertreters, jüngst die Ehe ein, und zwar in der Weise, daß sie einen richtigen Kontrakt aufsetzten, der vor der zuständigen Rechtsstelle zur Verlesung gebracht wurde. Dieser Kontrakt besagt, daß die beiden vertragschließenden Personen als Ehe» leute zusammenleben wollen und daß alle üblichen Bestimmungen über Ehe für sie. ihr Vermögen und ihre Kinder Gültigkeit haben sollten. Dieser Ehevertrag ist jedoch kündbar und zwar ist eine K ü n d i g u n g s-s r i st von mehreren Monaten festgesetzt. Außerdem sind besondere Bestimmungen für den Fall vereinbart worden, daß die beiden Eheleine in Zuknnfl nicht mehr miteinander leben wollen. Ob diese rein privatrechtliche.Autfaffung der Ehe- schlicßung auf gesetzliche Hindernisse gestoßen ist, wird nicht berichtet. Die neuartige Ehe wird wahrscheinlich besseren Bestand haben, als viele Ehen, bei denen die Frau oder der Mann nur als unangenehme Zugabe zu Geld oder Titel angesehen werden. Kleine Notizen. Selbstmord eines Soldaten. Am Freitagmorgen hat ein Soldat der 8.. Kompagnie des Jufaitterie-RegimentS Nr. 68 dadurch Selbstmord yerübl, daß er sich bei M o s e l w e i ß auf den Eisenbahn- dämm warf und sich vom Zuge überfahren l ie ß. Der Körper des Unglücklichen wurde furchtbar verstümmelt, so daß der Tod sofort eingetreten sein inüß. Man nimmt an, daß der iuizge Mann, der sich ohne Erlaubnis von seinem Truppenteil ent- fernt hatte, strenge Bestrafung befürchten»mßle und deshalb den Selbstmord verübt hat. Dem Scharfrichter entronnen. Der Gatteninörder R o t h e, der in seiner Wohnung zu Leutzsch bei Leipzig seine Frau er- mordete, dann den Leichnam z e r st ü ck e l t e und in den Wald trug, hat sich vergangene Nacht in seiner Zelle erhängt. Ein Schutzmann als Sittlichkcitsvcrbrccher. Unter dem dringenden Verdacht, zahlreiche Sittlichkeitsverbrechen an Schulkindern verübt zu haben, wurde am Freitagvormittag in L e i p z i g- G o h l i S d-p Schutzmann Zimmermann ver- haftet. Explosion cincS englischen Geschützes. Bei Schießübungen der englischen Landbatterien ans dem Schießplatz S h o e b n r y n e ß an der Themscmllndung explodierte Freitagmorgen ein Geschütz, Vier Soldaten l�urden schwer und zwölf leichter ver- letzt. Stücke ees Geschützes wurden zwei bis drei englische Meilen von der ExplosionSstelle entfernt aufgefunden. Ein englischer Küsteiisahrcr gesunk-ä. Der Küstenfahrer . Z i l l a h" ist auf See in der Nähe der irischen Küste gesunken. Von der Besatzung sind sieben Personen ertrunken; drei wurden gerettet und nach Liverpool gebracht. Schweres Straßciibahnunglück. In C o m o ist ein vollbesetzter elektrischer Straßenbahnwagen bei einer Kurve e n t g l e i st und i ir ein HauS hineingefahren. Drei Passanten wurden getötet, mehrere schwer verletzt. Der Tram wagen ist zertrümmert. • Freireligiöse tSemeiiide. Sonntag, den 17. November, vormittags S Uhr, Pappol-Allee 1S/l7, Neukölln:„Jdcalpassage" und Tegel; Schlieper- fluche 30: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr. Kleine Franljurtcr Straße K: Vortrag von Herrn Dr. A. Bernstein:«Neue Menschen".— Damen und Herren als Kalle sehr willkommen. All-icmctnc.«ranken- und Sterbekasse� der Metallarbeiter (<&. H. 29), Hamburg. Filiale Berlin 3. Sonnabend, den, 46. No- veinber, abends 8'/, Uhr: Mitgliederoersammlung bei Kayser. Reichenberger Straße 154: Wahl eines BeitragsaminlcrS.— Filiale Berlin 4. Sonnabend. dcp 16. November, abends 8'/, Uhr: Mtglicderoersammliiiiq bei Merkowsky, Andreasstr. 26.— Filiale Berlin 9. Versammlung am Sonntag, den 17. d. Mls., vormittags 10 Uhr bei PiolrowSli, Berlichingenilr. 14.—-Filiale Charloltcnburg. Heute abend, 9 Uhr, im Volksbaus: Milgliederversaimi:- lmig.— Filiale Lichtenberg 2(srnhcr NwwnctSbura). Sonnabend, den 16,' November, abends 8-/, Uhr. bei Oskar Blume, Nlt-Boxbagen �6. Ecke der- Neuen Bqbnboiitraße: Mitgliederversammlung. Ferner machen wir die Mflgiiedcr.'aus die tieueu Fahlstellcn auimerlsam: Grünpergrr Str. 10, Restaurant(Pennrich; Lückstr. 17, Restaurant Adam, und Markgrasen« dämm 16, Restaurant Graß. 5"/« Rabatt beim Vorzeigen dieses Inserats. Für Damen! Aus meinem Engroslager: Wegen vorgerückter Engros-Saison , enorm billige Preise! Sl BjtkliseHaletols a.-ülsier 7M..m»»«, offen u. geschloss. zu trag, f Ii iü u�b�eKamingarn-Kostiliiie fKoo 9coo«floo auch auf Seide.... I« i« Oö Schwarze Fraiienpaletots. 1500 20°° 2800 Kein I.aden.-HWI K. Keymann* Ä*eJ« Fahrgeleg.: Elektr. Bahnen Nr. I, 3, 6, 16, 22. 31, 46, 76, 78, 79. Tad sllqy 1 M« wöclientliclie Teilzahlung liefere elegante fertig und nach Mass. Garantie für tadellosen Sitz und feinste Verarbeitung. J. 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Auf Jede gesogene Nummer sind swel gleich hohe üo- Winne gefallen, nnd rwar Je einer anf die Loae gleicher Namnier In den beiden Abtellongen I nnd U Dne. die Gewinne über 240 Mark sind den betrettenden Nummern in Klammern beigefügt. 'Ohne Gewähr.)'•(Nachdruck verboten.) 8 Iß 15[lOfO] 28 87'257 72 488 605 797 836 89(�13 1070 73 101 302 3 11 694 758 823 962 2063 118'11000) 65 93 371 624 93[600) 708 11 881 77 3113 265 84 307 563 775 842 65 930[500] 80<084 114 15 271 434 87«00 717 22[3000] 30 5039 78 171 391 580[1000] 92 748 886[600] 980 6016 86 369[500] 940 7210 420 99 750 832 69 916 28 8061[500] 133 87 313 62 419 682 880 935[3000J 94 9018 330:61 443 610 614 66 63 67 787„ � v>'... 10003 23 159 233 65 96 llOOO] 385 436[1000] 45 92 521 71 644 734 42 11261 316 439 94 539 711 818 938[500] 12144 673 340[500] 13019[600] 361 477 84 616 888 14053 223 412 28 42 53 823 53 938 83[500] 15001 41 290 305 540[1000] 7.78 929 18383 306[1000] 80 779 901 17573 733 890 98 950 78 18052[500] 115[1000] 206 11 19 79 519 667 736 73 809 41 67 70[3000] 19237 323 676 722 65 825 80 20098 240 401 76 843 98 708 31 843 993 21005 [500] 419 682 868[500] 999 22034 144 60 206 302 23 443 503 12 612 741 879 930 23034 187[500] 267 353 78 418 519 854 912 41[1000] 78 24290 497 794 821 25082 304 401 14 29 64 99 662 607 734 905[1000] 65 96 26112 77 313 28 36 62 496 625 94[1000] 737 27037 41 305 44[3000] 401 732 864 902 15 20 49 28277 99 374 82 93[1000] 427 679 614 83 29130 ■�09 7R4, flQQ Q9Q . 3O001 62 120 204 42 85 567 86 65S 715[500! 884 31429 60[1000] 67 906 9[1000] 51 32020 84 259 313[1000] 433[500] 642 798 819 86 941 33108 13 [500] 53 203 303[500] 652 700 60[500] 93[1000] 34042 83 113 39 285 532 41 762 811 983 35069 129 377 81 093 748 826 936 36011 114 97 294 309 69 69 617 845 37138 237 91 323 582 88 733 71 931 38111 328 457[1000] 76 665 859[500] 86 991 39024 110 [1000] 65 94 291 346 501 984[500] 40101 257 58 312 32 416 511 737 893 41007[30001 83 185 245 48 468 628[500] 761 850[500] 42082 99 200 42 458 697 660 879 934 43006 297 369 481 680 744 91 44008 137 403 519 636 69 874 45119 43 49 243 464 79 96 837 925 58 46032 49 203 11 389 693 609 56 78[1000] 83 766 958 47013[600] 26 133 35 361 454 544 45 79 793 827 48107 29 268 430 57 662 72 87 91 49207 407 578 98[500] 55)010 188 99 223 64 387 647 673 851 51351 65 86 90 434 662 743 865 925 42 81 52158 96 318 598 685[1000] 822 63 53022 40 19B 483 93 642 720 801 3 30 68 919 54028 200 6 27 357 92 555[600] 659 777 92[1000] 957 92 55078 125 78 99 472[1000] 78 632 013[500] 707 840 928 8 8 59207 436 52 610 38 775 57020 39 77 243 64 90[3000] 335 51 446 604 96 813 41 58067 101 515 838 59239 588[500] 92 651 72 830 96[3000] 974..,-.. 69070[3000] 83 114 43? 688 89 91 633[500] 47 6 1 203[500] 312 67 451 545[10001 613 40 83 834 650[1000] 62103 21 261[1000] 08 581 827 61 68 965 63319 94 492 594[500] 676 714 809 64171[500] 207 76 582 851 910 85065 145 62 347 72 413 732 825 76 90 66121 213 63[500] 44 95 522 37 612 839 907 70 67001[1000] 238 408[1000] 532 64 621 710[5001 40 807 16 930 93 68329 42 439[600] 690 851 69081 183 244 72 325 85 665 794[500] 941[1000] 70210 322 65 613 22 76 641 711 71135 59[500] 83 204 338[500] 90 454 631 78 927 72274 327 79 428 605 840. 924 94 73040 166 506 683[1000] 728 [3000] 971[500] 74007 102 99[3000] 287 337 64 [3900] 535 729 99 855 75085 270 391 843 76035 40 112 15 82 238 368 98 435 649[1000] 619 20 722 57 66 84 835?36 77107 470 568 608 707 827 71 74 933 78075 240 90 97 344 96[500] 604 24 613[1000] 27 64 70 88[1000] 758 94[500] 913 79007 145 255 B8 434 91 626 98 ?»3134 70 293[500] 97 714 929 70 81130 65 94 334 KR3 813 63 729 871 82422 37[1000] 60 81 708 11 32 ="f,001 823 83021[500] 124[1000] 59 69 259 11000] «K RR 401 42[5000] 567 629 903[500] 69 8 4293 333 £. 447 635 769 807 51 85009[500] 19 400 93 612 Z'i fl41 48 65 936[1000] 86073 218 344 56 95 626 II* 025 51 94 097 87015 18[500] 77[30001 169 loi Ii 047 70 427[3000] 93 649 53 882 947 88222 447 885 660 79 748 893 978[500] 97 8 9084 94 37I oan Rl 324 450 549 57 73 719 41 864 909 115230®4 334 7g[1000]• 735 60 64 95 891 «V 74 442 507 601 736 828[500] 92039 51 87 373 91070 75 443 507 o 12 60 7g 4gg ggz 810 84 707 475 98000*97 284 75 77 156 359 65 419[500] 551 889 915 33 9 4065 76 14 38 357 88[B00) 465 007 28 840 94 974[100 I 329 33 48 9 6017 20 22 65[500] 590 602 76 722 g0 g3 zgg zgg 593 6D0 134 425 629 624 924 9702. 249 74 84 809 84 86 III% lXoV99m m 95-99 MA 623 354 893 915 UOflOJ; 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Anf jede gezogene Nanuner«ind zwei gleich hohe Go- 1 Winne gefallen, nnd zwar Je einer anf die Loze I gleicher Nummer in den beiden Abteilangen 1 und 11 1 Nur die Gewinne über S40 Mark sind den t«»—«—'— Nummern tw WJ-mno,ern beigefügt,. lOhne Gewähr.)(Nachdruck verboten.] 63 182 205 384 613[500] 633 62 82 848 981 1038 63 110[1000] 403 504 685 717 46 931[3000] 39 2075 342 757 811 900 4 48 3026[1000] 65[3000] 97 147 93 433 46 77 79 574 81 818 20 82 4013 74 87 100 233 347 410 85 631 39 791 808 982 5012 45 244 330 439 503 41[1000] 86 617 33 964 89 6002 57 126 332 638 57 74 712 74 851 7021[3000] 70 290 320 447 690 760 8124 58 89 91 237 80 475 693 788[500] 895 (600) 9058 62 85 138 63[3000] 302 11 501 6 80 85 633 749 802 5 15 60 996 1O064 88 193 309 414 48 547[500] 622 39 65 71 [1000] 709 90 954 66 11128 51 559 84 92[500] 992 12048 69 255 312 577 605 741 13169 680 750 872 90 919 32 14054 190 292 678 804 25 15199 208 11 46 [6001 79 364 016 56 96 781 902 12 16013 57 172 383 516 19 41 45 48 642 96 795 17208 415 625 612 67 95 701 934 18082 133[500] 62 338 63 68 468 13000! 654 704 39 840 904 32 36 19084 181 240 44 389 408 614 74 631 64 790 95 859 71 85 20391 479 96 572 631 831 905 1500] 24 94 21180 433 635 662 2 2531 90 960 2 3011 266 363 98 497 642 69 642 48 849 80 24018 41 191 241 423 699 755 807 64 80 937 68 63 94 25230 94 434 623 95 616 26147 67 334 81 457 78 533 95 668 744 58 922 27197 281[1000] 673 608 705 878 28046 283 545 �64[500] 910 51 29019[500] 70 182 237 68 361 427 79 622 � 30095 180 267 374[500] 475 83 604 31031 378 691 608 32069 136 215 379 494[500] 644 762 66 952 90 95 33099 119 85[500] 250 72 337 42o 95 551 606 713 914 34127 303 563 920 21 60 352o6 311 42'' 615 758 64 831 922 97 36013 155 80 273 394 [500] 537 43 62 82 677[500] 893 974[5?0] 37104 290 376 437 95 573 76[1000] 735 840 38119 212 17 62 767 813 39293 497 98 602 35 83 708 27 859 971 [5u04O8063 184 308 419 557 725 58 824 51[1000� 828 41337 98 428 61 542 55 619 883 42038 194 427 82 640 701 41 861 76 43036 68 184 308 423 5-9 859 930 43[3000] 59 44075 118 65 223 28 485 639 42 80 699 11000] 809 928 4 5018 83 360 528 36 I8080].®88 808[600] 922 45 4 6043 212 30 Sl4 82 44ö°7 57, 80 853 957[30000] 47 063 355 72 418|E00) 24 67 673 823 87 901 48000 9 128 821 696 4 9060 173[5001 87 579 625 70 733 96[1000] 068 59076 88 99[1000] 139 276 305 19 428 502 883 51029 190 263 91 356 68 614 720 808 80 l8jW?22 40 50 65[1000] 52031 78 147 lS00] 53 58«'S 2 608 702 984 53092 118 54 313 453 527 72 79[500] 85 643[509] 710 80 882 900 S4183 67 93 2.8 54 ,1000] 59[500] 63! 500] 305 32 891 771 986 550-8 81 105 M fs2 56006 68 tiooof 100 12 96 281 657 605 �980 59601336 303 fo5«, 99 512 31[600] 631 43 606°° 036 93202 88 914 48 6 1 078 135 258 92 3 47 60 68 415 49 568 768 93 832 90 62031 140 274 438 552 95 693 974 6 3014[3000] 142 28 887 805 58??8 Bö 287 11000) 95 334 440 600 6 504i 87"8 248 07 202 8 89 95 397 418 832 719 979 66048 133 248 97 833 81 408 517 654 73 87 702 16 840 67044 137 o65 415 64 976 6 8061 174 332 494 667 811 21 33 bS062 229 7 0288 516[500]5334987[1000] 704 27 843 939[500] 7 IQ79 257[5000] 96 887 435 596 614[500] 867 7809861 79320873020425 604 U 12 05 79[5000] 663 848 035 6/[!o3of 74000175 632 51 743 819 84 980[3000] fl350692 UOOofBOT60�"��23 IoM? 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Seilllge des.Istmürtf lerliner Nslksdlatt.--«�>.��».9.2. Gerichts-Zeitung. Gegen die„Schieber" im Baugewerde, Der Melurermeistcr PMger in Duderstadt hatte sein Besitztum und sein Baugeschäst aus seine Frau I. Pflüger übertragen lassen, kurz bevor über sein Vcnnögen der Konkurs eröffnet wurde. So war es möglich, daß die Frau das Baugeschäft weiter betreiben konnte, und zwar mit Mitteln. Er selber wurde Prokurist seiner Frau und leitete die Geschäfte. Gegen beide klagte die Polizeiverwaltung auf vntersagnng des Betriebs als Bauunternehmer und als Bauleiter. Geltend gemacht wurde der Mangel an moralischer und finanzieller Zuverlässigkeit. . Tie Klage stützt sich in tatsächlicher Beziehung auf ein Gut- achten des Baurats Mende und auf die Tatsache, daß Herr Pflüger mit einem Monat Gefängnis wegen Betrugs und Betrugsversuchs bestraft ist, und zwar aus Handlungen aus der Zeit kurz vor der liebe rl ragung des Geschäfts an di« Frau. ?lus dem Gutachten des Baurats und den dazu gehörigen Materialien ist von Bedeutung: Bei der Eröffnung des Konkurses hatten Bauhairdwerker und Lieferanten an Pflüger Forderungen in Höhe von 87 0lX1 M. Zur Auszahlung gelangen konnten nur annähernd 5000( M„ das waren etwa S Prrz. der Forderungen, Die Bauhandwerker(Tischler, Maler, Schlosser, Zinunermeisder usw.) und die Lieferanten(Ziegeleien usw.) verloren zusammen 83 000 Mark. Der Baurat rechnete es dem Beklagten schwer an, daß er kurz vor der Eröffnung des Konkurses sein Besitztum und sein Geschäft der Frau übertragen habe, so daß einerseits die große Summe den Handwerkern und Liefe ranten verloren ging, während die Frau in der Lage war, das Geschäft mit Mitteln weiter zu betreiben. Im übrigen sei er gewohnheitsmäßig leichtsinnig Pcr- pflächtungen eingegangen, ohne sie erfüllen zu können. Was die Verurteilung wogen Betrugs angeht, so war der Tatbestand kurz folgender: Als der Kredit des Beklagten Pf. bei der Göttinger Bank erschöpft war, erhielt er neuen Kredit von dieser zum Zwecke der Zahlung von Arbeitslöhnen und Lieferanten nur dadurch, daß er eine Forderung von 20 000 M., die er an die Staatsbahnverwaltung für Bauten hatte, der Bank zediert«(über- trug). Dabei teilte er aber der Bank nach Annahm« des Straf- gerichts nicht mit, daß im§ 11 der Bedingung für Staatsbauten steht: Sollte der Unternehmer Verpslichtumgen gegen Handwerker oder Arbeiter nicht oder nicht pünktlich erfüllen, so bleibt der Per- waltung das Recht vorbehalten, unmittelbar aus Forderungen oder Sicherheiten des Unternehmers an die Arbeiter oder Hand- werter zu zahlen. Somit sei, sagte der Straftichter, die Zesfion an die Bank ziemlich wertlos gewesen und der Tatbestand deS Betrugs sei erfüllt, da die Bank tatsächlich infolge des auf diese Zession gegebenen Kredits, den sie bei Mitteilung jeaer Staatsbedingung nicht gegeben haben würde, um 1100 M. geschädigt worden sei. Ter Bezirksausschuß erkannte gegen Frau und.Herr« Pflüger nach dem Klageantrage der Polizei auf Nntersagung. Das Obcrverwaltungsgericht verwarf am 8. d. M. die Be- rufung der Frau, erkannte aber bezüglich des ManneS auf Aufhebung der Vorentscheidung und auf Abweisung der Klage der Polizei. Gründe: Gegen den Mann als Prokuristen der Frau fei die Klage unzulässig, da di« Gewerbeordnung in der fraglichen Bestimmung nur selbständige Gewerbetreibend« im Auge habe, so daß gegen den augestellten Handlungsgehilfen solche Klage nicht eingereicht werden könne. Bezüglich der Frau als Juhaberin müsse eS aber bei der Unter- sagung des Weiterbetriebes des BaugeschSfteS verbleiben. Der Senat nehme an, daß sie als unzuverlässig im Sinn« des Gesetzes angesehen werden müsse. Erstlich komme in Frage, daß sie die Hand geboten habe zu der, offen gesagt, Schiebung, nämlich dazu, daß der Manu ihr das Geschäft übertrage, obwohl sie wußte, wie die Verhältnisse lagen. Weiter aber sei entscheidend, daß sie in der Tat das ganze Geschäft den Mann führen lasse, der heute(nach zwei Jahren) noch als unzuverlässig gelten müsse und dem, wenn er noch das Geschäft hätte, der Betrieb untersagt werden könnte. Ilnzu- verlässig sei er nach dem. was vorliege. Wer so handele und wer in so leichtfertiger Weise Handwerker oder Arbeiter behandele, daß ihnen der Verdienst entzogen werde, und wer unter jenen Umständen solche Geschäftsübertragung vornehme, der sei unzuverlässig im Sinne des Gesetzes. Dazu komme die Bestraftmg wegen Betrugs. Wenn aber diese Unzuverlässigkeit des Mannes vorliege, dann sei die Frau, die gar nichts vom Baufach verstehe und die einem solchen unzuverlässigen Manne das ganze Geschäft und die ganz« Leitung überlasse, selber im höchsten Grade unzuverlässig, so daß ihr der Be- trieb untersagt werden müsse. Unverantwortlicher Leichtsinn, Der Arbeiter Alfred Huke stand gestern unter der Anklage der fahrlässigen Tötung vor der 2. Strafkammer des Land- gerichts II. In der Nähe von TabbertS Waldschlößchen an der Obcrsprce vergniigte sich am 10. Juni am Ufergelände eine Schar junger Leute, unter denen sich auch die fast 17jährige Anna Köhler be- fand. Zu allgemeinem Jubel entkleidete sich plötzlich der Angc- klagte und ging in das Wasser, wo er in das fließende Wasser hinausschwamm. Das reizte'das Mädchen, sich auch den Genuß des Bades zu verschaffen; sie entledigte sich ihrer Oberkleider und Ivatete zunächst in das Wasser, bis ihr dieses bis zur Hüfte stand. Da bemerkte sie Huke, dieser wandte sich zu ihr und ließ sich über- reden, sie in der Kunst des Schwimme«? zu unterrichten.. Er faßte sie um die Taille und steuerte mit ihr vorwärts. Plötzlich hörten die am Ufer gellendes Hilfegeschrci und sahen, daß Huke mit dem Aufwand aller seiner Kraft bemüht war, das Mädchen, welches immer wieder im Wasser Verschtvand, an der Oberfläche zu halten. Er war mit dem Mädchen so weit hinausgegangen, daß er plötzlich keinen Grund mehr»ntcr den Füßen hatte und nun selbst'in Gefahr geriet, von dem in Todesangst sich an ihn klammernden Mädchen in die Tiefe gerissen zu werden. Ein be» herzter junger Mann, der die Gefahr sah, stürzte sich ins Wasser und suchte Hilfe zu bringen. Es war aber schon zu spät, denn das Mädchen konnte von dem völlig erschöpften Angeklagten nicht mehr gehalten werden und war plötzlich in die Tiefe gesunken. Ihre Leiche wurde von Pionieren, die in der Nähe eine Brücken- bauübung ausführten und ihre besten Taucher alarmierten, nach einigen Bemühungen geborgen. Anfangs hatte die ganze Sache insofern etwas Bedenkliches, als angenommen wurde, daß der Angeklagte das Mädchen wider deren Willen in das Wasser ge- zogen habe. Dies wurde durch die Beweisaufnahme jedoch nicht bestätigt. Der Staatsanwalt hielt die Fahrlässigkeit' des Aim- klagten, die darin lag, sich mit dem des Schwimmens unkundigen Mädchen so weit hinaus zu wagen, für so groß, daß er gegen ihn 6 Monate Gefängnis beantragte. Das Gericht ging über diesen Antrag noch hinaus und verurteilte den Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Einbruch in den Charlottenburger Gaswerke«. Ei« nächtlicher Einbruch in die Kassenräume einer Reviei> inspektion der Charlottenburger Gaswerke lag einer Anklage wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls zugrunde, welche gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Bahr die 1. Straf» kammer des Landgerichts III beschäftigte. Aus der Haft wurden der Kontorist Atfred Konrad und die Arbeiter Paul Schmidt vor- geführt.— Die beiden Angeklagten gehören, wie von der Kriminal- Polizei angenommen wird, zu der sog. Wcddjngkolonne, deren An- führer zurzeit langjährige Zuchtbausstrafen verbüßen.?lm Abend des 20. März d. I. hielten sich die beiden Angeklagten in Gesell- schaft zweier ebenfalls zu der Weddingkolonne gehörender Ein- brccher namens Böhlke und Brauer in einer Kaschemme am Nettelbcckplatz auf, von der aus, wie der Kriminalpolizei bekannt war, die einzelnen Mitglieder der Bande ihre nächtlichen Raub» züge unternahmen. In dem Lokal hielten sich auch in entspreche» der Verkleidung die Kriminalschutzlcnte Brumme und Schulz aus, die den Einbrechern, als diese„ans die Tour gingen'V unauffällig folgten. Böhlke und Brauer drangen dann in die an der Ecke Brauhof- und Spreestraße in Charlottenbnrg gelegene Gasrevier- inspektion ein, um dem dort befindlichen Geldschrank zu Leibe zu gehen. Da dieser ihren Persuchen trotzte, begnügten sich die Diebe mit verschiedenen Werkzeugen, Kleidungsstücken und son- stigen Utensilien, die ihnen mitnehmenstvert erschienen. Die beiden Einbrecher, die später zu 9 Monaten bezw. 1 Jahr Ge- fängnis verurteilt wurden, wurden auf frischer Tat verhaftet, während die beiden jetzigen Angeklagten wie vom Erdboden ver- schwunden waren. Konrad wurde einige Zeit darauf bei einem Geldschrankeinbruch erwischt und später zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, während Schmidt in Bremen wegen mehrerer dort be- gangcner Diebstähle verhaftet wurde.— DaS Gericht erkannte gegen Schmidt auf Freisprechung, dagegen wurde Konrad unter Zubillißung mildernder Umstände zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Agrarische Nahrungsmittclverfälscher. Ein neuer Betrug der Butterkonsumenten durch die unter agrarischer Leitung stehenden ländlichen Molkereien ist jetzt von der Strafkammer des Hirschberger Landgerichts aufgedeckt worden. Schon lange war es kein Geheimnis mehr, daß die ländlichen Molkereien, ohne Ausnahme agrarische Gründungen, die Molkerei- butter mit sibirischer Butter, die bedeutend billiger ist, vermischen und unter der Bezeichnung Molkereibutter in den Handel bringen. In Deutschland werden jährlich für KS Millionen Mark sibirischer Butter eingeführt, die in der Hauptsache die Molkereien beziehen. Besonders in Berlin soll nach den Bekundungen eines Sachver» ständigen fast ausschließlich sibirische Butter als Molkrreibutter verkauft werden. Diese Beimischungen von sibirischer Butter bestanden auch in der Genossenschaftsmolierei zu Bvlkenhain und kamen der Behörde zu Gehör, die daraufhin ein Verfahren wegen Nahrnngsmittelver- fälschung einleitete. Vor dem Schöffengericht Bvlkenhain gab der Verwaltender Molkerei ohne weiteres die Beimischung der sibi» rischen Butter zu und bezeichnete es als etwas ganz Selbstverständ- liches bei den Molkereien. Darauf erfolgte seine Freisprechung» weil er im guten Glanben gehandelt habe. Hiergegen legte der Staatsanwalt Berufung ein. Die Strafkammer in Hirschberg er- kannte aber auf 200 M. Geldstrafe» weil tatsächlich eine Nahrung?- mittelfälschung vorliegt. Durch den Zusatz der billigeren sibirischen Butter werde nicht nur die Onalität verschlechtert, sondern eS liege auch eine direkte Täuschung des Publikums vor. Wegen derselben Praktiken schwebt auch gegen die unter Leitung von Vollblutagrariern stehende Genossenschaftsmolkerei, zu Liegnitz ein Prozeh. » A W ü Damen- und Herren-Stiefel: Die aUeiiefefexi Neuhetten in füO beMeldung jeder Arf sind in unseren Qcsdiaflen reich halfig verfreien! 10 12 Stiefel mit Doppelsohlen und mit Korkzwischensohlen Elegante Abendschuhe W Kinder- Stiefel Kinder- T a n z- Schuhe jerusalemer Strasse 32-35 Friedrich- Strasse 75 Potsdamer Strasse 2 Tauentzien- Strasse 19 a Tauentzien» Strasse 7 b König- Strasse 25-26 Rosenthaler Strasse 5 Haus- Stiefel Morgen- Schuhe Pantoffel Damen- und Herren-Stiefel: 1450 IG* 1$ 50 Oranlen»Strasse 161 Chaussse-Str. 114-115 Gr. 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Für de» Jnferatenteil verantw.: Tb. Glockc, Berlin. Drucku. Verlage Vorwärt» Buchdruckeret u. Verlageanstalt Paul Singer u, So, Berlin SW. Nr. 269. 29. Jahrs. KMs-KnI»e des Lmück" str MmDM t6. Davttnhet 1912. Vorort- l�admcbten. Neukölln. Die Stadtverordnetenversammlung nahm am DonticrZsagaDcnd tia Wahl von zwei Magistradsinitgliedern vor. An Stelle des zum» Zweckverband GroH�Berlin übevgetretenen Stadt'bauircits Kiehl tvurde füc den Hochbau der bisherige Stadtbauinspcktor Best auw Stadtbaurat mit 64 von 65 abgegebenen Sdimmen gewählt. Tie Wahl für die neue Stelle des Stadt baurats für das B e r ke h r Sw e s e n fjel auf den bisherigen Stadtbaninspektor im Tiefbau Hahn; derselbe erhielt 62 von den 65 abgegebenen Stimme it. Bor Eintritt in die Beratung der weiteren Tagesovdnungs- punfte stellte Stadtv. Conrad an der Hand von Totsachen fest, dah in den Bureaus des Tiesbauamts unter Leitung des Bureausekretärs Wiegand Wahl arbeiten, für die bürgerlichen Parteien ausgeführt wurden. Redner protestierte energisch gegen diese offiziöse Wahl mache auf Kosten der Steuerzahler und forderle Auskunft vom Magistrat, ob er davon Nüsse. Bürgernleister Dr. Weinreich versicherte, daß/ ihm„amtlich" davon nichts be- kannt sei.(Zurufe bei den Sozialdemokraten: Aha! Amtlich!) Wenn derartiges im Dienst geschehe, so billige er das nicht und werde Abhilfe schaffen,. Natürlich könne inan den. Beamten auszer- dienstlich nicht die Bürgerrechte unterbinden.(Zuwuife bei den Sozialdemokraten: Das ist selbstverständlich!) Ten Ankauf des Planmaterials für das Stadt- gebiet von dem Vermessungsburoau Härtel u. Jeschal zum Preise von 26 666 M. befürwortete Stadt». S e r n o. Dagegen sprach sich Stadtv. W u tz k l,(Saz.) aus, weil der Wert des Materials in gar kleinem Berhältms zu der Höhe der geforderten Summe stände. Das sei durch Gutachten von Sachverständigen festgestellt. Nichts- destowcniger bewilligten die bürgerlichen Fraktionen der Firma den zu hohen Preis. Für die Bebauung der im städtischen Besitz �befiiMichcn Terrains zwischen Lessing-. Kopf-, Bergstraße und Mittelweg(ehemaliges Luisenstndtkirchengelände) hat der neugewählte Stadibaurat Best ein recht schönes, modernen stödtc- baulichen Grundsätzen entsprechendes Projekt entworfen. Auf Frei- flächen und Straßenland entfallen 48 Proz. des Geländes. Eine breite Promenadenftraße durchquert dasselbe parallel zur Berg- straße und verbindet es mit dem Körnenvark. Den Mittelpunkt bildet ein Platz von etwa 166 x 186 Meter mit Wasserbecken und architektonischem Abschluß. Die Steigung des Terrains ist durch reizvolle Terrassen und Treppen geschickt überwunden. Für die Bebaniung sind aussckiließlich Borderhaufer vorgesehen, Seitenflügel und Quergebäude also völlig ausgeschlossen. Monumentale öffentliche Ge bände und Spielplätze sollen das hier künstig erstehende schöne Stadtbild vervollständigen. Die ganze Vorlage wurde ein- stimmig genehmigt. Gegen, den vorgelegten Entwurf für die A b ä nde rung d e s Ortsstatuts betreffend die Pfkichtfortbildungsschulc tvurdcn erhebliche Einwendungen erhoben. Die Stadtvv. I a c ck (soz.) und Mermuth(Soz.) beantragten Zurückvcrwcisung an die Gewerbedeputation. Die bisher festgelegte Mitbestimmung der Deputation bei Festsetzung der Unterrichtszeiten dürfe nicht aufgc- hoben werden. Tie Beschaffung der Lernmittel dürfe weder von den Schülern, nocb von deren Arbeitgebern verlangt werden, sondern sei eine sozial« Pflicht der Gemeinde. Enlfchiedeu bekämpft werde ii. müsse die beabsichkigie Vcrschäri-uny den Strafen gegen die Schüler. Gewiß sei sür einen gedeihlichen Unterricht anständiges und ordentliches Betragen der letzteren Vorbedingung. Das werde aber nicht durch Nachsitzen und Karzer strafen erreicht, sondern durch Anwendung vernünftiger pädagogischer Mittel. Die Lehrer müßten sich bemül>cn. ldas Gute im Jmiern der jungen Menschen zu wecken und sich so deren Achtung zu gewinnen. Die Bestimmung, daß Schüler eventuell durch die Polizei zwangsweise zur Schule gebracht tverden könnten, müsse unbedingt fallen, da dies immer zu einer sowohl für den Schüler als auch für den Schutzmann unwürdigen Komödie führen und insbesondere für den Clarakter des ersteren Verderben bringen müsse. Bürgermeister Dr. W e i n r e i ch wollte nicht alle Einwände der Vorredner gelten lassen, erklärte sich aber mit nochmaliger TeputalionSberalung einverstanden. Das wurde beschlossen, nachdem Stadtv. B e h n k e noch gebeten hatte, nur ja nicht in der Belastung der Arbeitgeber zu weit zu gehen. Ten Kreisschulinspcktoren Werner(Bezirk Neukölln-Ost) und .Hüttenrcich(Neukölln- West) wurde gegen Entschädigung�« von 2500 bezw. 1500 M. die schul techn i sche Mitarbeit über- tragen. Der Entwurf für den Erweiterungsbau der katho- lisch en Gc mei ntzeschule in der Kopfstraße wurde auf An- trag des Stadtv. Fleischer(Soz.) der HochbamDeputatsow über- wiesen. Durch Ankauf des Geländes am Mittelbuschweg für die städtische Hafenanlage ist auch das Miersche Natur- und Kunsteis- werk Eigentum der Stadt geworden. Der Magistrat schlug vor, zum Weiterbetrieb in städtischer Regie einen Vorschußfonds zu bilden, das bisherige Dienst- und ArbeitSpcrsonal weiter zu be- schäftigen und für die Verwaltung eine Wirtschaftskommission zu bilden. Die Vorlage wurde genehmigt und u. a. Stadtv. BöSke (soz.) in die Kommission gewählt. Für den Bau des Hauplsamiiielkanals der Kanalisation in der Lahnstrahe zlw-ifchen Äittelbuschwog und Köllnische Alleen wunden die Kosten von 166666 M. bewilligt.— Für die Fort- führung des Schi ffa hr t ka na l s genehmigte die Ver- sammlung den Ausbau des Kanalprofils in den Abmessungen für Schiffe von 666 Tonnen Tragfähigfeif und die Entwürfe'für die Brücken an der Tcupitzei? Straße und der Grenzallee. lieber die Rechnungslegung der städtischen Sparkasse füv das Jahr 1911 berichtete Stadtv. Groger(Toz.). Jin Berichtsjahre wurden 12 210 neue Bückicr ausgefertigt, so daß im ganzen 51686 in Umlauf waren. Die Zahl der Sparer vermehrte sich um 6346 auf insgesamt 51 686. Die Gesamtcinlogen vermehrten sich von 19 896 316 auf 23 689 143 M., also um 3 192 000 M. Dem Rech- nungÄeger wurde Entlastung erteilt. In geheimer Sitzung waide der Borlage deS Magistrats, nach welcher zum Betriebe der S tä d t i sche n H p p o t h e ke na n sta l t ein Tarlehen von 3 Millionen Mark aufgenonimen werden soll, zu- gestimmt. Lichterfelde. Ein Wahrzeichen des Elend?. Weitab von den mit blühenden Gärten umrahmten Villen und Palästen der Reichen— in der sumpfigen Niederung des ehemaligen Bäkelaufes steht ein einsames HauS aus ordinären Ziegelsteinen, die scbon vorher das Material zu einem oder mehreren ähnlichen Gebäuden geliefert haben mögen. Alter und Schmutz haben seine häßliche Außenseite noch mit jener undefinierbaren, düsteren Farbe überzogen, die beim Beschauer ein unbehagliches Gefühl auslöst und die zu den lichtfrohen Fassaden der hüb'chen Landhäuser in einem schneidenden Kontrast steht. Das zweistöckige Gebäude ericheint wie ausgestorben; einige Fenster sind mit Pappe verhängt, bei anderen wieder sieht man altes Zeug und Lumpen die Stelle der Gardinen vertreten. Die meisten jedoch entbehren selbst dieses„Schmuckes"; wie erloschene Augen nehmen sich diese nackten Fenster au«, hinter denen nichts als Leere und Finsternis zu erblicken ist. Verwundert wird der Fremdling, den ein Zufall in diese erstklassige Kulturecke des.Dorfes' geführt hat. beim Anblick dieses einladenden Hauses frage», wem wohl dasselbe gehöre und welche» Zwecke» es diene; und seine Verwunderung wird abgelöst durch ein noch größeres Erstaunen nach der Antwort: Das ist das Armenhaus der reichen Gemeinde Lichter- selb«!— Die dauernde» und bitteren Beschwerden der I bürgerlichen_ Herren Gemeindeverordneten über die nach ihrer Ansicht zu reichliche Armenunterstlltzung und nicht zuletzt die eigen- I artige Zusammenstellung der Kosten deS.vornehmen" Klassenwirts- hauseS mit den.166 066 M. Armenlasten" durch den Gemeinde- vorstand bat bei unseren Genossen den Plan reifen und zur Aus- führung kommen lasten, einmal der kasernierten Armut im Gemeinde- armenhauS einen Besuch abzustatten und die Verhältnisse dieser Armen einer gründlichen und kritischen Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist ein in jeder Beziehung beschämendes für die Gemeinde. Die Insassen des Armenhauses sind meistens Frauen und Kinder. Eine Frau. die rechtsseitig gelähmt ist, hat von der Gemeinde nicht weniger als drei Kinder in Vollpflege; für jedes Kind bekommt sie zehn Mark, für sich selbst ebenfalls 16 M. pro Monat: aber das ist »och nicht alles: außer diesen drei Kindern hat die körperlich selbst gebrechliche Frau noch sechs Kinder von Insassen des Armenhauses am Tage in Pflege, darunter zwei Säuglinge in, Alter von acht Wochen und einem Vierteljahr. Es ist ein unerhörter Zustand, daß eine Gemeinde Waisenkinder zur Pflege und Erziehung in ein Armenhaus gibt I— Eine andere Frau mit f ü n f eigenen Kindern von acht Wochen bis neun Jahren verdient durch Auswartung 24 Mark pro Monat; davon muß sie für Verpflegung der Kinder acht Mark ausgebe», so daß ihr für den Lebensunterhalt ganze 16 Mark verbleiben. Von der Gemeinde erhält sie nichts.— Ein alter Mann von 64 Jahren, der eine kleine Invalidenrente be- zieht und 6 M. monatlich bei leichter Beschäftigung verdient. erhält ebenfalls nichts als das Obdach im Armenhaus. Und selbst diese.Auswendung" scheint der Gemeindeverwaltung»och zu kostspielig zu sein, denn sie hat den Mann auffordern laffen, die gastlichen Räume zu verlassen und sich eine Wohnung zu suchen. Wie er dann die Wohnung bezahlen und sein Leben fristen soll— darüber hat man ihm leider nichts mitgeteilt. Aus Hang zum Komfort und zur Beqncinlichkeit wird sicher niemand zu den elenden Räumen des kommunalen Armenhauses seine Zu- flucht nehmen, dessen Bewohner— wie sie selbst sagten—„mit Grauen" dem Winter entgegensehen. Der einzige anständige Raum — der überdies den Vorzug hat, fast nie benutzt zu werden— ist für die geschätzte Verwaltung und die Herren Aerzte bestimmt. Bei dem herrschenden Mangel an genügenden Räumen könnte schließlich auf dieses Reservatrechl verzichtet oder ein Anbau ins Auge gefaßt werden, der an und für fich unbedingt nötig ist. Auch gegen eine» Neubau, vielleicht neben den» kommunalen Gemeiiidewirishans dürfte nichts einzuwenden sein. Jedenfalls sind die Zustände im Armenhaus, von dessen Räumlichkeiten photographische Aufnahmen gemacht wurden, auf die Dauer unhaltbar und ihre Besserung eine unabweisbare Pflicht der Gemeinde. Der erste sozialdemokra- tische Besuch im Zellengefängnis der Armut hat seine Wirkung auch nicht verfehlt. Sofort nach dessen Bekannt- werden kam Leben in die zuständigen und auch in die unzuständigen Stellen: der Armenvorsteher und einige Aerzte trafen ein. es erfolgte eine gründliche, innere Reinigung des Armenhauses und vor allem wurde ärztlicherseits— wie auch nicht anders denk- bar— gegen dies Shstem der Kinderpflege Einspruch erhoben. Weiter kamen Mitglieder von einem bürgerlichen Frauenverein wahrscheinlich in der löblichen Absicht, die Armen zu trösten und ihnen die Versicherung zu geben, daß Armut keine Schande sei. Und sie haben recht, diese Satten. Armut ist freilich keine Schande, aber sie ist ein Fluch, der für die Aermsten der Armen, die der öffentlichen Armenpflege anheimfallen, bis zur Rechtlosigkeit und sogar bis zur Wehrlofigkeit sich steigert. Das müssen besonders die weiblichen Insassen des Armenhauses bitter empfinden, die, wie be- hauptet wird, von dem dortigen Verwalter mit den unpassendsten Ausdrücken belegt werden. Es ist selbstverständlich, daß der Dezernent des Armenwesens davon keine Kenntnis hat; jedenfalls muß aber schleunigste Re- medur in dieser Beziehung gefordert werden. Diesem Verlangen wird sicher auch die Gemeindevertretung zu- stimmen, da eine„Belastung" des ArmenetatS damit nicht ver« bunden ist. Johannisthal. I» rincr gutbesiichten öffentlichen Versammlung in SenftlebcnS Festsälen referierte am Dienstag Genosse Dr. Alfred Bernstein über daS Thema:„Sozialismus und Konfesston". An der Dis- kussion beteiligte sich auch der erschienene Ortsgeistliche. Ihm wurde von den Genossen Schmidt, Goschnr und Steuer gedient. Zum Schluß der Versammlung nieldeten sich 12 Anwesende zum Austritt aus der Landeskirche. Der Vorsitzende gab bekannt, daß weitere Austritts- erklärungen an daS Amtsgericht Köpenick zu richten sind. Am 28, November beginnt der Vortragskursus:„Grundlagen der Er- ziehung". Tempelhof. Zum Kreistagsabgeordneten sür die Gemeinde Tempelhoj wurde Bürgermeister Mussehl, dessen Wahlzeit Ende dieses Jahres abläuft, in einer der öffentlichen vorangegangenen geheimen Gern e i nd sve r t re i ersitzu ng wiedergewählt. 800 666 M. sollen zu» Errichtung einer Gemeinde-Doppelschule am Alarichplatz beschafft werden. Heirvon sind 627 666 M. für den Schu(Hausbau, 56 666 M. für die Turnhalle und 68 666 M. für innere Einrichtungen vorgesehen. Mit dem Bau soll sofort be- gönnen werdem Genosse Schmidt ersuchte um Auskunft, cb wiederum eine auswärtige Großfirma den Zuschlag ertwlten habe. Wenn die Gemeinde, die doch Hochbameister angestellt hat, den Bau nicht in eigene Regie nehmen kann oder nehmen ivill, hätte miam doch erwarten können» daß wenigstens hiesige leistungsfähige Firmen in erster Linie hätten berücksichtigt werden können. Dies ist nicht geschehen. So ist es auch nicht verwunderlich, daß die Wünsche der Arbeiter, die durch die herrschende Baukrise bereits im Sommer zur Avbeitsiosigkeit verurteilt waren und jetzt den Sorgen des Winters entgegen setzen, bei einer durch die Kommune zu vergebenden großen Bauausführung achtlos beiseite geschoben wurden. Selbst die bürgerlichen Herren, die vor ihrer Wahl die Hebung>des Mittelstandes versprachen, ließ« ihre Wähler und ihr Versprechen im Stich. Mit dem Hinweise, daß Genosse Schmidt und seine Freunde in dieser Beziehung immer eine von der Mehr- heit abweichende Meinung hätten, glaubte man, alles als erledigt zu betrachten. Vom Vorstandstisch wurde der sozialdemokratischen Fraktion noch vorgehalten, daß sie überhaupt gegen diesen Schul- hausneuibau gestimmt habe, was diese jedoch mit Recht bestritten. Elektrische Beleuchtung wird nunmehr die Berliner Straße von der Ringbahnstraße bis zur Maricndorfcr Grenze erhalten. Der Vertrag mit den� Vororts-Elektrizitätswcrken ist so gehalten, daß auch in nicht zu ferner Zukunft mit der Einführung derselben Be- leuchtungsart in den anderen Hauptstraßen, namentlich der Dorf- straße, gerechnet wird, zumal der Preisunterschied gegenüber dem Gas ein geringfügiger ist. Zu den Jnstallotionskosten, die aus der Berliner Straße 36 666 M. betragen, wird die Gemeinde zwei Drittel zuschießen, welches aus dem"(kberschuß des Vorjahres entnommen wird. Sollte die Gasgesellschaft auf die Kündigung des Vertrages bestehen, so dürfte auf einige Monate eine Doppel- beleuchtuug der Berliner Sraße eintreten.— Das Rathausbau- projekt ist soweit gediehen, daß nunmehr ein Modell zum Preise von 766—866 M. angefcriigt wird. Mariendorf. In der letzten Gemeindeveriretersitzung gab der Gemeiudc- vorstehcr bekannt, daß die Wvhlkominissio» der Vertretung die Bcrinchruny der Verordneten um drei Mitglieder und die Wahl eines Schössen, welcher als besoldeter Schösse anzustellen sei, empfiehlt. Die Gemeindevertretung soll also in Zukunft bestehen aus dem Vorsteher, 4 Schöffen, wovon einer als besoldeter anzu-i stellen sein wird, und 15 Gemeindevertretern. Es muß zu diesem Zwecke eine dcmentsprechende Abänderung des Ortsstatuts vor- genommen werden, welches zum 1. Januar 1913 in Kraft treten soll. Der Gemeindevorsteher empfahl deshalb einstimmige An- nähme des Kommissionsbeschlnsses. Die Gemeiiidevertrctcr Schmidt und Sauer sprachen sich dagegen aus. Schmidt beantragte eine Vermehrung um 6 Vertreter. Gcmeindcvertreter Sauer beantragte sogar die höchstzulässige Zahl von 24 Vertretern. Genosse R e i ch a r d t befürwortete den Kommissionsbcschluß und legte die Gründe dar, welche unsere Genossen veranlaßt haben, für de» Be- schlutz der Kommission einzutreten. Zugleich ersuchte er die bürger- lichcn Vertreter, mit dafür zu sorgen und eintreten zu wollen, daß das Privilegium der Angesessenen, welches die Landgemeinde- ordnung zuläßt, bald verschwinden möge. Auch Genosse Weber trat für den Beschluß der Kommission ein. Die Majorität stimmte dem Antrage Sauer zu, wonach die Vertretung in Zukunft ans 24 Verordneten bestehen soll. Alsdann teilte der Vorsteher mit. daß die Anstellung eines besoldeten juristisch gebildeten Schöffen unbedingt notwendig sei. Derselbe habe hauptsächlich die Ange- legenheitcn der Gemeinde in Klagesachcn wahrzunehmen; auch solle er als Vorsitzender für das zum 1. April zu errichtende Kauf- manns- und Gewerbcgcricht in Betracht kommen. Als Anfangs- gehalt kommen 6866 M., steigend von drei zu drei Jahren um 666 M. dis zum Höchstgehalt nach neunjähriger Dienstzeit von 8666 Mark, in Vorschlag. Die Vertretung stimmte dem zu.— Bei dem Punkt: Anlegung eines Fußsteiges in dein unrcgulicrien Teil der Großbeercnstraße wies Genosse Hermann darauf hin, daß der schlechte Zustand der Straße dringende Abhilfe notwendig mache. Gemeindcvertretcr Sauer kritisierte die unhaltbaren Zustände an der Eisenbahnüberführung nach Marienscldc. Um ein größeres Unglück zu verhüten, sei die Eisenbahnbehörde verpflichtet, baldigst Llbhilfe zu schaffen. Der Anlegung eines Fußsteiges in einer Breite von IVO Metern erteilte die Vertretung ihre Zustimmung. Dem Antrage des Kaninchenzüchtcrvereins Mariendorf auf mietfreie Ueberlassung eines GemeindcgrundstückS zum Zwecke der Förderung der Kaninchenzucht wurde zugestimmt. Genosse Welk machte hierzu den Vorschlag, diese Angelegenheit der Nahrungs- mittclkommission zu überweisen; dieselbe soll mit dem Vorstand des Vereins in Verbindung treten, behufs Lieferung von Kaninchen nach dem Muster des Beschlusses der Schönebergcr Stadtvcr- ordnetenversammlung. Die Vertretung erklärt sich mit der Ueber- Weisung an die Kommission einverstanden. De» weiteren eiffuchte Welk den Vorsteher, am Rathaus eine Tafel anzubringen, wodurch ersichtlich ist, daß dort erste Hilfe bei Unglücksfällen ge- währt wird. An verschiedenen Straßenecken weisen zwar derartige Tafeln darauf hin, kämen aber die Verunglückten dorthin, so wüßten sie nicht, an wen sie sich zu wenden haben. Der Gemeinde- Vorsteher wird dieser Anregung Folge geben. Britz. In der Gcmeindcratösitzuiiji am 11. November entwickelte sich eine lebhafte Debatte bei der Bereitstellung der Geldmittel für die am 1. April 1913 zu errichtende Realschule, Genosse P r e n z l o w warnte nochmals eindringlich davor und wies auf die hohen Kosten hin, welche der Gemeinde bei einer Schülerzahl von vorläufig nicht mehr als 56 daraus entstehen müssen. Es sollen ein Oberlehrer und zwei Lehrer sowie zwei Lehrerinnen für die höhere Töchter- schule angestellt werden. Der Schillgeldbetrag wird für die untere» Klassen auf 25 M. vierteljährlich festgesetzt, sür die höheren Klassen auf 36- 35 M.: für auswärtige Schüler soll der Betrag auch nicht höher sein. Bei der Beratung des Statuts dieser höheren Schule entstand eine sehr lebhaste Aussprache darüber, ob die Schüler die Schuldeste mit» zufeiern verpflichtet sein sollen, wogegen sich Geiiosse Prenzlow vergebens wandte. Den Höhepunkt in der Diskussion bildete der Aus- spruch eines Gemeindevertreters, solange die bürgerliche Gesellschäst am Ruder wäre, müßten die Kinder diese Feiern mitmachen. Wenn die Sozialdemokratie erst zur Herrschaft gelangt sei. würden die Kinder gezwungen werden, eine Bebelfeier uiw. mitzumachen.— Daun wurde noch eine zweite Klasse'für Schwachbegabte und die Anstellung eines Lehrers hierfür genehmigt.'— Ueber die schlechte Beschaffenheit der Jahnstraße, im Bollsmund.Kasserollenstraße" genannt, wurde lebhaft geklagt und beschlossen, nach dreijährigem ergebnislosen Verhandeln mit dem Anlieger Wegener die Ent- eignungsllage gegen denselben einzuleiten. Lankwitz. Der zweite Elternabend findet heute abend 8 Uhr bei Schulz, Kurfürstenstraße, statt. Eltern und Kinder sind willkomme». AdlerShof. In der Gencralversanimlung des WahlvercinS erstattete Genosse Zabel den Bericht unserer Gemeindevcrtreter. Der Bericht bestätigte nur aufs neue, daß auch im konimmialpolitischen Leben die Gegensätze zwischen Beniittelten und Unbemittelten sich immer schärfer zuipitzcn. Und ivenn ein Vertreter aus der II. Klasse zu erklären wagte, Adlershof würde sich so allmählich zum.Eldorado aller Armen" enilvickeln. so wird die werktätige Bevölkerung den, Herrn »»d seinen Gesinnungsgenossen bei den nächsten Wahlen die richtige Antwort nicht schuldig bleiben. Beim Vorstandsbericht wies Genosse Meil darauf hin, daß der Vorstand im vergangenen Onartal hauptsächlich am inneren Ausbau der Organisation gearbeitet habe. Selbftperstäiidlich sei mich die Agitation nicht ver- gessen worden. Für den Verein„Jugendheim" sind im August 53 Mitglieder, für den„Vorwärts" 6 frühere Leser gewonnen worden. Bei der im September stattgefnndenen Agitation sür Wahl- verein und„Vorwärts" wurden 51 neue Genossen sowie 36„Vorwärts"- leser gewonnen. Bei der Frauenversammlung am 24. September vollzogen 25 Fronen ihre Aufnahme in den Wahlverein. In den Zahlabcnden wurden die Vorschläge des Vorstandes betreffend Reyrganisation der Zahlabende von der Majorität akzeptiert. Der Mitgliederbestand ist von 715 am 1. Juli auf 773, davon 176 Frauen, am 1. Oktober gestiegen.„VorwärtS"leser: 1. Juli 815, jetzt 887. Der Kassenbericht des Genossen Martin weist eine Gesamteinnahme von 986,82 M. und eine Gesamtansgabe von 824,71 M. auf. Wie Genosse Kronewaidt initteilte, hat das GewerkschaflSfest eine Ein- nähme von 429,55 M. und eine Ausgabe von 465,34 M. ergeben. Die Kiiiderschutzkominission entfaltet am Orte eine segensreiche Tätigkeil. Die Anträge des Vorstandes, gegen die Miiglieder Dorn- busch und Krause das Ausschlußverfahren beim Zeutralvorstand ein- zureichen, wurden einstimmig angenommen. Die Neuwahl des Kreistagsabgeordneten fand am Donnerstag statt und endete mit einem Sieg unserer Genossen. Bei der Stich- wähl wurde an Stelle des früheren Abgeordneten Bach. Vertreter der 1. Abteilung, der Genosse Zabel mit 6 Stimmen gegen die 8 Stimmen, welche der Bürgermeister auf sich vereinigt� gewählt. Bohnsdorf. In der Mitgliederversamnilnua des Wahlvcrcins erstatteten die Genossen Spediteur wurde an Stelle des vcr- ttordenen Genossen Lauf der Genosse Gensch, Bohnsdorf, Paradies- stratze lt. gewählt.— Genosse Witte machte aus den bestehenden Lokalbopkott(Schulz und Wirth) aufmerksam, loicrbci wurde das Verhalten einzelner Genossen scharf gcriigt. SS sei bedauerlich, dast ch Bohnsdorf der Partei nur ein Lokal zur Pcrsuguug stehe, obwohl sich über zwei Drittel der Einwohner zur Sozialdemokratie bekennen. Der Portrag des Genossen Eichhorn über den Wissenschaft- lichen Sozialismus findet umständehalber nicht am Montag, sondern am Vi e n s t a g, den 19. Noveinber, statt. Ober-Schönctveide. Die Jahresrechnung der Gemeinde für 1911, welche nunmehr zur.Erledigung gebracht ist, schließt mit einem Ileberschuß von 20 000 M. ab; den verschiedenen Mehraufwendungen stehen bei den einzelnen Etats größere Mehreinnahmen resp. geringere Zuschüfle gegenüber als sie der Voranschlag aufweist. Der Etat der Steuer- Verwaltung erbrachte ein Mebr von 39 000 M., wobei die Ilmsatz- ' steuer allein mit zirka 28 000 M. beteiligt ist; die Wertzuwachs- steuer brachte 6000 M. und die Grundwcrtsteuer 13 000 M. mehr, wohingegen die Gemeindeeinkommensteuer um 10 000 M. gegenüber dem Voranschlag zurllckblieb. Einen ungeahnten Ausschwung hat das G c m e i n d e iv a s s e r w e r k genommen, das entgegen dem im Etat vorgesehenen Zuschuß von 4200 M. mit einem lleberschuß von 10 700 M. abschnitt. Der Zuschuß für den Gemeindefriedhof hat sich von 18 000 aus 16 000 M. verringert. Der Kanalisationsetat, welcher durch die Gebühren der Interessenten balanziercn soll, ergab ein Mehr derselben von 5000 M. sowie eine Minderausgabe von 2000 M., so daß auch hier ein lleberschuß von 7000 M. zu der- zeichnen ist. NowaweS. (In der WahlvercinSversammlung gedachte der Vorsitzende zu- nächst der verstorbenen Mitglieder Schmidt und Koch.� Sodann hielt Reichstagsabgeordnctcr Genosse Zubeil einen mit großem Jnter- esse entgegengenommenen Vortrag über das Thema:..Kolonial- Politik und Sozialdemokratie". Redner berührte in seinem Vortrage auch den gegenwärtigen Krieg aus dem Balkan und schilderte die Gefahren, die ein Ilcbcrgrcifen desselben aus die übrigen curo- päischen Länder für die Völker, insbesondere das Proletariat, zur leolge haben müßte.— Im geschäftlichen Teil gab der Vorsitzende bekannt, daß der Vorstand mit dem Kartellausschuß übcreingc- kommen sei, Anfang nächsten Jahres einige bildende Vorträge zu veranstalten. Die Petition an die Gemeinde um Wiedereinführung des SonnabendmarktcS habe 3140 Unterschriften ergeben. Leider seien einige Listen verspätet abgeliefert worden, so daß sie mibe- riicksichtigt bleiben mußten. Mit Rücksicht auf die in Mitglieder- kreisen noch vielfach bestehende Unklarheit über die Frage, ob Eltern ihre Kinder am Koufirmandenunterricht teilnehmen lassen müssen, teilte der Vorsitzende mit, daß eine Verpflichtung hierzu nicht bc- stehe,' es bestehe lediglich der Zwang dcS Religionsunterrichts. Am 8, und 15. Dezember soll im Lokal des Genossen Gruhl eine Aus- stell ung von Büchern und Jugcndschriften für den Weihnachtstisch stattfinden, die Gelegenheit zu billigem Einkauf bietet.— Neu aufgenommen wurden 14 Mitglieder, darunter 5 weibliche.— Genosse Neumann teilte mit, daß durch Beschluß der Gemeindever- tretung der Sonnabcndniarkt wieder eingeführt werden soll. Dieser Erfolg sei der energischen Stellungnahme der Arbeiterschaft zu verdanken. Diese Mitteilung löste lebhaften Beifall aus. ile eingegangene Dnicferdmften. verschrobenes Volk und andere lKrzählungen. Von Robert Eröhsch. l M. geb. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 6S, Linden. jtrafjc 69. Tos Problem des Moralnnterrichts in der Schule. Von Pros. Dr. Fr. Jodl. Neuer Franksurter Verlag, Franksurt a. M. 1 M. Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegen- hcitcu der sstadt Charlottcnburg für das VenvaltungSjahr 1911. Be- arbeitet im statistischen Amt. Kommisfionsvcrlag von Karl Ulrich u. Co., Charlottcnburg. Der kleine Nazarener. Von Camille Lemonnier. 3 M., geb. 4 M. — Eli vom Schwarzwasscr. Von A. Haukland. 2 M., geb. 3 M. A. Juncker. Berlin. Treuherzige Geschichten. Von A. Schmitthenner. 1 M. Deutsche Dichter-Gcdächtnisstistung, Hamburg-Großborstel. Ter Strom. Ar. 8. Organ der Wiener Freien Volksbühne. Monats- schrist. Herausgegeben von E. Pcnierstorscr, ist. Großmann und A. Rundt. Jährt. 3 M. Öesterhold u. Co., Wicn Bcrliii. Die Bekämpfung der Volkstuberkulose. Heilstätten oder spezisischc Therapie Von S. Fuchs, v. Wolsring. 31 S. F. Leineweber, Leipzig. Rcclams Univcrsalbibliothek. Nr. 5463. Aschenbrödel oder Der gläicrne Pantoffel. Wcihnachtskomödic. Bearbeitet von C. A. Görner. — Nr. 5467. Tie Königin von Saba. Oper in vier Aufzüge» nach einem Text von H. S. Moscnthal von C. Goldmark. Herausgegeben und eingeleitet von G. R. Kruse. Jede Nummer 20 Ps. PH. Rcclam, Leipzig. Schiller und die Arbeiter, von Konrad Harnisch, bildet Hest 6 der vom Genossen Grunwald im Verlage von Kaden u. Co. in Dresden her- nilsgegebcncil„Abhandlungen und Vorträge zur sozialistischen Bildung'. Preis 46 Ps. Hauswirtschaftliche Nahrungsmittelkousumtion und Frauen- arbeit. Von Renetta Brandt-Wvt. 3 M.— Die Milchversorgiing der Stadt Karlsruhe. Von<». Berg. 4,40 M.— Urlaub für Arbeiter und Angestellte in Teutschland. Von Dr. L. Heyde. 4M.— Grnnd »ist einer Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Von Dr. E. Fridrichvwicz. Geb. 6 M. Duncker u. Humblot, München und Leipzig. Von der BSolga bis zur Tonau. Slawische Novellen. Ins Deutsche übertragen von Marie Beßmcrtny. 2 M., geb. 3 M.(Verlag C. A. Schwetschkc u. Sohn, Berlin>V. 57. Exzentrische Novellen. Von H. Bang. Zeichnungen von Franz Christophe. S. Fischer, Verlag, Berlin. 4 M., Pappband 5 M. Häffliche Nasen und ihre Verbesserung. Von Dr. med. F. Koch. Verlag Bega, Berlin W. 50. 50 Pf. Tie sozialdemokratische Frauenbewegung. Von I. Ivos. 1 M. — Wirtschaftspolitische Tagessragen. Heft 1: Die Zwcckmäffigkeit unserer Wirtschaftspolitik. 20 Pf Hest 2.- Grundlagen und Regelung der Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes. 20 Pf. M. Gladbach, Volksvcrcinsverlag. Die Erde. Hest 4. Illustrierte Halbmonatsschrist für Länder- und Völkcrlunde. Quartal 3 M. A. Dunckcr, Weimar. Allerlei Geister. Gedichte und Erzählungen von A. Kopisch. Bilder von R. v. Hoerschelmann. 3 M., geb. 4,50 M. M. Mörickc, München. Gerhart Hauptmann Leben und Werke. Von P. Schienther. 269 S. S. Fischer, Berlin. Goethe. Von Houston Stewart Chambcrlain. 85l S.' F. Bruckmann, München. Geschichte Teutschlands im neunzehnten Jahrhundert. Von Pros. G. Kaufmann. Volksausgabe. 4,50 M., geb. 5,50 M.(Berlin, bei Georg Bondi.)' „Was ist Gnosis Von Dr. Eugen Heinrich Schmitt. 2. Flug- schrist der Gemeinschaft der Gnostiker, Berlin-Frledenau 8. 0,20 M. Deutsche Jugcndbücherei. Einzelnummer 10 Ps. H. Hillger, Berlin XV. 8. Pastor RcmoS Heimsuchung. Roman von I. Auckcr-Larsen. 184 S. Er. Reiß. Berlin. Ter Geist meines Vaters. Roman von W. Dauthendev. 4,50 M., geb. 6 M.— Tie Heidin Getlane. Die Klliansttagödie von M. Dauthendev. 2 M., geb. 3 M. A. Langen, München. Puck, Geschichten aus alten Tagen. tragung von Prof. Dr. E. Rosenbach. Berlin-Ch.). Geb. 4 M. Koncggcns Kinderbücher. Z!r. 3. Das Märchen von Niels mit der offenen Hand. Von P. Heyse.— 10. Fünf Märchen. Von G. Ouckama Knoop.— 15. 16. Gockel. Hinkel und Gockclcia. Von M. Brentano.— 25. Bei den Alaska-Indianern. Von H. H. Bojesen. — 27. Kleine Hausmcnagerie. Von Th. Gaulier.— 28. Briefe aus meiner Mühle. Von A. Daudet.— 32. Orfterreichifche Volksmärchen. Von Helene Scheu-RieSz.— 35. Nordische Sagen. Von H. Anderson.— Bergkristall. Von A. Stifter. Jede Nummer 20 Ps. C. Koncggen, Wien I. Verzeichnis der in deutscher Sprache vorhandenen gewerk- schaftlichcn Literatur. Zusammengestellt von I. Sassenbach. 40 Pf Gcneraltommisston der Gewerlschasten Deutschlands, Berlin, Engewicr 15. Kommissionsverlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindcn- straße 69. Politische Arithmetik. Van S. Berliner. Band 1: Rente» und Anleihen. 4,80 M., geb. 6 M. C. E. Poeschel, Leipzig. Von Rudyard Kippimg. Ueber- (Bita, Deutsches Verlagshaus, Anne Koriue Eorvin. Erzählung von Barb:a Ring. 2 M.. geb. 3 M.— Erinnerungen einer Ueberslütsigen. Von Lena Christ. 3.50 M., geb. 5 M.— Das nackte Herz. Von Eathcrina Godwin. 2,50 M., geb. 3,50 M. A. Langen, München. Das bürgerliche Zeitalter. Von Eduard Fuchs. Dritter Band der Illustrierten Siltcngcichichle vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In 20 Lieserungen a 1 M( Einbanddecke 5 M), komplett gebunden 25 IN. Verlag von Albert Langen, München. Dürer. Von B. Schräder. tBand i4 der Biogravbicnsammlung bc- rübmlcr Mater„Meisterbildcr m Farben".) Schlesischc Vcrlagsanslast (vorm. Schotilacndcr). Berlin XV. 35. Geb 2 M. .Julklapp, eine deutsche WeihnachtSgabc 1912. 1,50 M. A. Bonnier Verlag. Leipzig. Zum Denkprodlcm der Tiere. Von F. Lkleinsorgcn. 24 S. Erd« Verlag, Elberseld. Atlantis. Roman von Gerhart Hauptmann. S. Fischer, Verlag, Berlin. 5 M., in Leinen 6,50 M. vom Kongo zum Niger und Nil. Berichte der deutschen Zentral- asrika-Expcdilion 1910/1911. Von Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg. Zwei Bände. Geb. 20 M. F. A. Brockbaus, Leipzig. Die Entstehung und Durchführung des'Reichstarifvertrages im Malergcwcrdc. seine Auslegung, und Wcilerbildung in de» Tarif- instanzen.(Für Nichtmitgliedcr 1.50 M., geb. 2M,)— Erhcdunge» über die Lohn-»»d Arbeitsverhältniffc im Malrrgewcrbc.(2 M., geb. 2,50 M.)- Maler Kalender für das Jahr 1913.(1,50 M.) Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder in. Hamburg. ßmffcaftcn der Expedition. Patienten in Beelitz, Buch und anderen Heilstätten. DIesenIgen unserer Abonnenten, die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstatte bleiben, wollen uns wegen der Ueberweifung von Frei- cxemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da vci verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen MonatS von der Post nicht gelieseri werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Witterungsübersicht vom 15. November 1913. Wetterprognose für Sonnabend, den IV. November 1913. Zeitweise austlareud, vorwiegend nebelig oder wolkig, am Tage ziem- Uch mild bei mäßigen südwestlichen Winden: keine erheblichen Niederschläge. Berliner A c l t c r b u r c a u. Wasscrftands-Nachrichtcn der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbnreau. Wasserstand M c m e l, Tilsit P r e g e I, Jnsterburg Weichsel. Thorn Oder, Rattbor Krossen , Franksurt a r t h e, Schrimm „ Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barbh , Magdeburg ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.-) Unterpegel. s) Um 5 Uhr nachmittags: 353 ow.'> Höchster Wasserstand um 12 Uhr mittags: 3Z4 cra. Fahrräder:: Gramniophone Näiimascbmen »— Sämtlicha Zubehörteile.-------- Eigent Reparatar- Werkstätten. Verkauf gegen bar sowie Teilzahlung. Fritz Magdeburg, 1. Geschäft: Baunischulenv/eg, Baumschulenstr 93 B. 2., Ober-Schönewoide, Edlsonstr. 54. Zopf Rixdorfer Zentrale Zietenstr, 85, Ecke Bergstraße, Turban j von jj Mark an Garantiert t einte Naturhaar. Rabatt! Hört! Hört! Regehschirme! s,Xim Kein Laden, Fabrikniederlage. A. Mähle, tSsrSrj; Vorwärtsleser 5°/n Rabatt. Roter Laden. Seliöneberg, Hauptstr. 108. Spezialhaus für üriieiMiJerolstleji fce Qualitärton, sachgen�äße Be- nunpr. 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