Nr.277. nbonncmcntS'Bdingungen: ?l6oimenienlä> Preis ttäraimeronbo; Viert eljährl. 3,30 Mk,, uu-natl. 1,10 Mk, Iröchentlich 28 Psg. frei WS HauS, einzelne Nnnnner S Pfg, Sonntags« »Ummer mit illustrierter Sonntags- Beitage»Die Neue Well" 10 Pfm Post- Wonncmcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post.ZeiwngS« Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Unoarn L Mark, für daS übrige Ausland 3 Mark pro Monat, Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark. Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. Die Tnfertions-Gcbüfir ieträgt für die fechsgefpallene Kolonel- geile oder deren Raum«0 Psg,. für politische und gewerkschaftliche Vereins- und BersnmmiungS-Anzcigen 30 Psg, „Kleine Hnzeigen", das fettgedruckie Wort 20 Psg, lzuläsfig 2 fettgedruckte Worlef, jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pfg„ jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 1 Uhr abends geöffnet. vlcheim tsgll» aufier fflontjgs, Verlinev Volksblstt. Zcntralorgan der rozialdcmokrati fchcn Partei Deutfchlande. Telegramm-Adresir: „SozialdcnoKrat Berlin". Redaktion: öd. 68, Lindenstraasc 69« Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Rr. 198». in- ihm 1 h-hiti i» i Min■ Biir— itib i mii m i mm Expedition: öd. 68, Lindcnstrassc 69» Fernsprecher: Amt Morttzplatz» Rr. 1981. das Jahr 1913 nicht 33,4 Millionen, sondern 220,7 .Millionen betrag e n! Es kann also gar keine Rede davon sein, daß unsere Finanzen sich in einem Zustande der Gesundung befänden! Denn wenn ein Etat nur durch Zuschüsse von 220 Millionen, sei es durch Anleihe, sei es durch Einverleibung früherer Ueberschüsse, ins Gleichgewicht gebracht werden kann, so ist das eine h ö ch st bedenk- l i ch e F i n a n z w i r t s ch a f t. Dabei muß festgehalten ..... w,fc„vl> rT|t r, werde», daß trotz dieses 220 M i I l i 0 n c n- Z u- gewiesen, daß diese Unübersichtlichkeit von der Regierung nur Schusses von einer Schuldentilgung gar keine Rede sein dazu benutzt werde, um nicht nur der großen Masse, sondern 1 kann. Denn werden die 81, l Millionen wirklich zur Schulden« auch dem Parlamente s e l b st einen Einblick in die* tilgung verwendet, so erhöht sich damit infolge emes wirkliche Lage des Reichshaushalts zu erschweren. In welchem Pumpes in gleicher Höhe der für den Etat 1913 notwendige Maße das auch gelungen ist, beweist ja die Tatsache, daß Zuschuß auf mehr als 3 00 Millionen! Herr Erzberger die unglaublichsten Beschönigungen der wirk« lichen Finanzlage des Reiches unternehmen konnte, ohne in Aas cker Ke!ch§hau§haltsetat für 1913' verrät! Wiederholt haben wir die Unübersichtlichkeit des Reichs« Haushaltsetats gegeißelt. Immer wieder haben wir nach- der, liberalen Presse einer sachkundigen Entgegnung zu be- gegnen. Stets waren es nur der„Vorwärts" und die„Leip- ziger Volkszeitung", die die sinanztechnischen Schwindel« inanöver des Herrn Erzberger festnagelten. Erst wie als ge- wichtiger Zeuge für unsere Darstellung der ehemalige Reichs- schatzsekretär Mermuth selbst das Wort ergriff, erkannte uian auch in weiteren Kreisen, wie sehr wir mit unserer Dar- stellung recht gehabt hatten. Einen wirklichen Einblick in die finanziellen Verhältnisse unseres Reiches böte ein N e t t 0 e t a t, wie er ja auch in der Tat vor einigen Jahren einmal von der Regierung aufgestellt worden war. Aber dieser Ncttoetat war zu übersichtlich: er verhinderte die Mogelei und deshalb wurde er nicht wieder aufgestellt. Nach wie vor kam man mit dem au'fae- plusterten B r u t t 0 e t a t, der jede Uebersicht unmöglich macht. Wir haben uns jedoch diesmal die Mühe gemacht, unsererseits einen Nettoetat aufzustellen, um in die Geheim- nifse der offiziellen Finanzverschleierungskünste ein wenig hineinzuleuchten. Mr geben zunächst eine Uebersicht der Etatspositionen, bei denen die Einnahmen die Ausgaben(im ordentlichen und außerordentlichen Etat) überwiegen und lassen dann die übrigen Etatspositionen folgen, bei denen die Ausgaben größer sind als die Einnahmen. Der Einfachheit wegen geben wir nur die R e i n« Einnahmen und Rein- Ausgaben wieder. Die Sache stellt sich dann folgendermaßen: Einnahmen: Reichspost« und Telegraphcnverwaltnng... 77 735 t 25 M, Neicvsdruckerei............ 3 180 665„ Reicbseisenbabnverwaltung....... 14 247 389„ Allgemeine ftinanzverwallung(Zölle, Steuern und Gebühren)......... 1412 683 622, Ausgleichsbeträge für Zölle und Steuern.. 32 453 522„ Andere Ansgleichsbeiräge........ 21 876 607„ Bankwesen............. 16 300 000„ Sonstiges.............. 190 347 406„ Matrikularbeiträge.......... 51 940 794„ 1 820 865 130 Ausgaben: Reichstag.............. 2 125 647 Reichskanzler............ 317 458 Auswärtiges Amt.......... 18 038 072 Reichsaml des Innen«......... 135 036 757 Reichsheer............. 867 295 728 Reicbsmilitärgericht.......... 535 857 Marineverwältung.......... 476 003 192 Justiz............... 1 602 017 Reichsschatzamt............ 42 407 568 Reichskolonialamt........... 25 9H1 767 Reickiseiseiibahnamt.......... 466 845 Reichsichuldenverwaltung........ 141 019 430 Rechnungshof............ 1 322 087 Allgemeiner Pensionsfonds....... 142 531 276 M. M. 1 h54 663 701 M. Suchen wir die E i n na h m e n von den Ausgaben ab, so ergibt sich ein Defizit von 33,4 Millionen. Dieser Betrag stimmt denn auch überein mit der A n l e i h e, die im außerordentlichen Etat vorgesehen ist. Bereits vor einigen Tagen haben wir festgestellt, daß die Ausgaben für He e r, Flotte, Schuldenverzinsung. den Pensionsfonds und die Kolonien allein in eh r als 1700 Millionen betragen. Einer wirklichen Aber noch etwas ist an dem Etat besonders interessant. Im Jahre 1912 ist in dem K 4 des Etatsgesetzes die Be- stimmung aufgenommen worden, daß die Matrikularbeiträge und die ordentlichen Einnahmen aus der eigenen Wirtschaft des Reiches unter entsprechender Erhöhung der bayrischen Quote zur Abbürdung der Vorschüsse der Heeresverwaltung sowie zur Bereitstellung von Betriebsmitteln für die Marine- bekleidungsämter Verwendung finden können. Im Etat für 1912 war denn auch eine entsprechende Summe an Ausgaben für Bayern vorgesehen. Der Betrag entsprach aber nur d e m Teil der bayrischen Ausgaben, der der K 0 p s st ä r k e des bayrischen Kontingents entsprechend von den Reichseinnahmen auf Bayern berechnet werden muß. Im Etat für 1913 aber befindet sich unter„Allgemeiner Finanz« Verwaltung" ein Ausgabeposten von 126,3 Millionen, der nicht etwa wie im Jahre 1912 die auf Bayern zu verrechnende Quote der Heeresunterhaltungskostön umfaßt, sondern eine Abbürdung der Vorschüsse der Heeresverwaltung zur Vorausbeschaffung uud zur Bereit- stellung von Betriebsmitteln für die Marinebekleidungsämter in Höhe von 126,3 Millionen! Wozu diese enormen Summen eigentlich dienen, erfährt man aus dem Etat für 1913 nicht. Folgt nian aber einem Fingerzeig des neuen Etats, um im Etat für 1912 Nachforschungen anzustellen, so ergibt sich die Tatsache, daß die Vorausbeschaffung in der Ansammlung enormer Mengen von Proviant für Tiere, Menschen, für Be- schaffuiig von Tuch, Leder usw. besteht. Da werden z. B. nicht weniger als zirka 69 Millionen für die Vermehrung der Re- serve an Körnern, Heu und Stroh gebucht. Ferner 12}�. Millionen für Bildung einer Reserve an Mundverpflegung für Mannschaften usw. usw. Es ist uns nicht bekannt, daß in früheren Jahren jemals solche Riesen« reserven verlangt worden w ä r�e n! Offenbar hat es sich hier darum gehandelt, in aller Stille Krieysvor- bereitungen zu treffen, die bis jetzt der Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit entgangen sind. Diese Ausgaben figurieren denn auch nicht unter den Heeresausgaben, sondern sind dem im Jahre 1912 neugeschaffenen Etat der„Allgemeinen Finanzverwaltung" einverleibt worden. Wenn diese 126 Millionen militärischer Ausgaben den anderen Militärausgaben zugerechnet würden, so würde die Ausgaben« erhöhung für Heer und Marine nicht 57 Millionen, sondern 183 Millionen betragen! Dann würde man eine Ausgabenhöhe für militaristische Zwecke erreicht haben, die die Gesamteinnahmen des Reiches noch übersteigen würde! Wir stellen also fest: Die finanzielle Gestaltung des Reichsetats ist eine höchst ungünstige, denn sie bedarf außer den Jahreserträgnissen der Reichseinnahmen eines Zuschusses von 220 Millionen. Trotzdem kann die Schuldentilgung in Höhe von 81 Millionen nur dann erfolgen, wenn die Schulden dafür eine Vermehrung von 81 Millionen erfahren. Ferner: Sämtliche Einnahmen des Reiches werden durch Ausgaben für militaristische Zwecke verschlungen. Eine enorme Höhe haben dies- mal die militaristischen Ausgaben dadurch erreicht, daß für Vorausbeschaffungeu aller Art weit über 100 Millio- neu in den Etat eingestellt worden sind. Die Einstellung dieser Posten beweist, daß die deutsche Regierung die Welt« läge schon seit mindestens anderthalb Jahren als eine so ge- spannte ansieht, daß sie besondere Vorkehrungen dafür zu treffen für nötig hielt. Das deutsche Proletariat kann also Gesamteinnahme des Reiches von 1820 Millionen steht also eine Ausgabe für militaristische Zwecke in Höhe von mehr, r.■ als 1700 Millionen gegenüber! Die Tatsache bleibt also be- auch aus dem Etat lernen, wie notwendig es ist. daß auch die stehen, daß gegen 95 Prozent aller Reichsausgaben auf mili- arbeitende Klassx als Hort des Friedens unansgesetzt auf dem Posten ist! taristische, marinistische und weltpolitische Zwecke entfallen! Aber der Etat bietet auch sonst noch mancherlei Interessantes. Da ist der Betrag von 81,7 Ntillionen für„Schuldentilgung" ausgesetzt. Werden jedoch diese 81,7 Millionen zur Schuldentilgung verwendet, so bleibt im außerordentlichen Etat der gleiche Ausgabebetrag 0 h n e D e ck u n g. Mit anderen Worten, die A n l ej h e muß dann u ni diesen Betrag erhöht werden! Sie würde also von 33.4 auf 115 Millionen anwachsen. Das nennt man im Deutschen Reiche Schuldentilgung! Aber der Erat steht nicht nur so ungünstig, daß an eine Schuldentilgung ohne entsprechendes Neupumpen nicht gedacht werden kann: sondern er ist überhaupt nur dadurch in eine scheinbare Balance gebracht worden, daß aus dem Ueberschüsse des Rechnungsjahres 1911 187,3 Millionen Mark in die Einnahmen des Jahres 1913 einverleibt worden find, Das heißt: Wären diese Ueberschüsse des Jahres 1911 nicht Fügung vorhanden gewesen, so würde der Anleihebedarf für! gehen. Hoch steine Klarheit. Die Bevollmächtigten des Balkanbundes und der Türkei sind in der Nähe der Tschataldschalinie zilsammengetreten, um die Grundlagen eines Waffenstillstandes und damit auch des Friedens zu beraten. Während dieser Zeit ruhen auf Grund eines stillschweigenden Uebereinkommens die Waffen. Nur die Belagerung von Adrianopel und Skutari nimmt ihren Fortgang, serbische Kolonnen marschieren nach der Richtung des vielgenannten Hafenortes Durazzo, und griechische Kriegs- schiffe machen im Archipel noch Eroberungsfahrten. Die bul- g arische und türkische Regierung lassen in der ihnen zur Ver- stehenden Presse allerlei Nachrichten in die Welt die ihre Stärke und militärische Leistungsfähigkeit dokumentieren sollen. Aber wenn auch zugegeben werden kann, daß die türkischen Truppen jetzt hinter der Tschataldschalinie sich in besserer Verfassung befinden, als die bisher ge- schlagenen Armeen, so ist an eine Wiedereroberung dcS verlorenen Terrains nicht mehr zu denken. Andererseits be- weist die Absendung der bulgarischen Rekruten, die erst vor wenigen Wochen eingestellt worden sind, nach dem Kriegs- schauplatze, daß die bulgarische Armee zu neuen Kraftleistungen in absehbarer Zeit nicht imstande ist. Beiden Heeren aber droht nach wie vor der Würger Cholera. Wenn sich also beide Parteien nach außen möglichst kraftvoll geberden, so wird das an ihrer Bereitwilligkeit nichts ändern, ernsthaft einen Abschluß der Feindseligkeiten herbeizuführen. Die Ruhe auf den Schlachtfeldern des Balkans erhöht aber die Unruhe und das Durcheinander in den europäischen Kanzleien. Die Politiker und Staatsmänner, als Vertreter der widerstrebenden kapitalistischen Klasseninteressen, können sich noch immer nicht aus dem Wirrwarr der gefährlichen Situation herausfinden und schwanken täglich zwischen Pessi- mismus und Optimismus hin und her, produzieren sich heute als Beschwichtigungshofräte Und morgen als säbelrasselnde Kraftmeier. Das gilt vor allem für die österreichische Politik. Besonders widerwärtig ist hier das Treiben der gewissenlosen Schmocks, die in der klerikalen wie in der semitischen kapita- listischen Presse losgeifern, je nachdem ihnen die Regierung einen Jnformationsbrocken zugeworfen hat. Wie machtvoll und würdig ist gegen dieses Treiben die Kuwd gebung des Internationalen Kongresses. deren Schall jetzt von Basel aus in Millionen Arbeiterherzen dringt und den Mut des Proletariats gegen alle Anschläge der Kriegstreiber stählt. Freilich, die Re» gierungen stellen sich taub gegen die gewaltige Friedens- kundgebung des Proletariats, ihre Diploifiaten intrigieren ruhig weiter. Aher ob sie es nun zum äußersten treiben oder, ob sie die schwebenden Konflikte für einige Zeit durch eine nach Friedensschluß zusammentretende Konferenz beizulegen suchen, die Sozialisten aller Länder werden ihnen auf die Finger sehen und werden im Notsalle auch handeln, wie das Basler Manifest/z Uhr die Waffrnstillstaiidsverhaiidlungcn begonnen hätten, indem die türkischen Unterhändler Oberst Ali Risa, der frühere Borfiyende der montenegrinischen Grenzrcgulierungs- kommission, und Reschid Pascha in Baktschilöj mit den bulgarischen Delegierten zusammentrafen. Bis gestern abend waren dem Minister deS Arußern noch keine neuen Borschläge Bulgariens bekannt. Der Kampf um Adriauopel. Sofia, 23. November. Die Besatzung Adrianopels unter- nahm gestern einen neuerlichen Ausfall gegen den südlichen Teil der bulgarischen Belagerungsarmee, wurde aber mit sehr bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen. Eine angebliche jungtürkische Verschwörung. Konftantiiiopcl, 26. November. Ein Coinmuniquö des Kriegs- gerichts besagt über die Verhaftungen von Jungtürken: Während der Versammlung vom 7. Oktober, deren Teilnehmer den Krieg forderten, bemerkte man unter der Menge, die einen Angriff auf die Pforte unternahm, vornehmlich Komiteemitglieder und auch Offiziere in Zivil. Die Versammlung war organisiert worden, um die Regierung zu stürzen und eine Revolution hervorzurufen, was durch die Rufe der Monifestanten: «Ihr habt daS Land verkauft!" bewiesen ist. Die Unter» suchmig stellte weiter fest, daß ein Delegierter des Komitees sich mit einem Terroristen bekannt machte, um Bombenatteniale gegen die geheiligte Person deS obersten Kriegsherrn wie gegen den KrieqS- minister und andere Würdenträger zu veranlassen. Auch die Militär» behörde nahm Verhaftungen von Personen vor, die beschuldigt sind, an diesen Plänen teilgenommen oder Einfluß aus sie ausgeübt zu haben. Diejenigen Verhasteten, gegen die ausreichende Beweise fehlten, wurden auf freien Fuß gesetzt.— Es heißt, daß eine An- zahl der festgenommenen Komiteemitglieder nach Konia gebracht worden ist. Deutsche Kriegsberichterstatter als Opfer der Cholera. Frankfurt a. M., 26. November. Der„Franks. Ztg." wird aus San Stefano gemeldet: Legatwnsrat Dr. Bn- miller ist im Grand Hotel zu San Stefano trotz der Bemühungen zweier deutscher Aerzte gestern nacht an der Cholera gestorben. Konstantiuopel, 26.. November. Zwei deutsche Kriegs- berichterstatter, die ebenso wie der verstorbene Legationsrat Dr. Buniiller in San Stefano an Cholera erkrankt waren, befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die Besetzung der Insel Chios durch die Griechen. Athen, 26. November. Bon Oberst Delagrammatica ist folgende vom 26. d. M. datierte Depesche aus C b i o S eingelaufen: Die Insel Chios ist seit gestern abend beseIt. Nachdem am selben Tage in Coutari Truppen gelandet waren, trat ich den Marsch zur Stadt an, die ich ohne Schwertstreich besetzte, da sich die türlische Garnison ebenso wie die übrigen türkischen Truppen, die von dem Landungskorps gleich nach der Landung zer» streut worden waren, in die Berge zurückgezogen hatten. Die türkischen Truppen in Stärke von tSOO Mann ivurden von den Griechen in? Innere der Insel znrückgeivorfcn. Sie verloren mehrere Tore und Verwundete sowie 2ö Gefangene. Durch eine Proklamation habe ich der Bevölkerung die Besitzergreifung der Insel im Namen des Königs der Hellenen mitgeteilt. � An der Eroberung von ChioS waren zwei Regimenter und zwei Batterien der griechischen Armee beteiligt._ Ccuerungsnot. Heute endlich ist der Tag gekommen, an dem die Ver- trcter des deutschen Volkes mit dem Kanzler und der Regierung abrechnen können, nachdem diese junkerlichen Hörigen monate- lang der Anklage an d e r Stelle ausgeivichen sind, die durch die Verfassung zur Erörterung der dringlichsten Aufgaben vor- gesehen ist. Wenn aber der Kanzler glaubt, daß durch diesen Zettaufschub seine Schuld ins Vergessen geraten ist und die ernsten Ereignisse auf dem Balkan mit all ihren Folgen das Interesse abgelenkt haben, so irrt er sich. Wo die Not noch unvermindert herrscht, kann es kein Vergessen geben. Die Vertreter der notleidenden Massen werden heute von neuem die Elcndsbilder entrollen und die notwendigen Maßnahmen fordern, mit denen der Hunger energisch bekämpft werden muß. Vergebens sind die reaktionären Parteien der Regierung durch die Teuernngs- interpellation im Landtage zu Hilfe gekommen. Nicht das Dreiklassenhaus ist dazu berufen, für die Wirtschaftspolitik dcS Deutschen Reiches irgendwelche Direktiven zu erteilen. Auf den Reichstag und seine Mitglieder kommt es vielmehr an! Wenn der Kanzler nicht etwa die verfassungsmäßige Institution deS organisierten Volkswillens verhöhnen will, wird er auch nicht hinter die Formel flüchten können. daß er seine und der Regierung Anschauungen über die Teuerung bereits im Abgeordnetenhause mitgeteilt habe. Mag er sich auch in erster Linie als Werkzeug launischer Gnaden seines Herrn oder als höflicher Kavalier gegenüber den scheuen Fragern im Landtag fühlen, dem Reichstag ist er nicht iveniger volle Rechenschaft schuldig. Er wird sprechen, ant- warten müssen auf das, was die Volksvertreter ihm vorhalten werden. Und wahrlich, dieses Schuldtonto ist nicht gering. Als im vergangenen Sonimer eine teilweise Mißernte, die im wesentlichen nur Gemüse, Kartoffeln und Futtermittel betraf, das nie an Ueberfluß leidende Volk schiver belastete, da forderte man nicht nur Abhilfe für den Augenblick, sondern wies den Kanzler auch auf die weiteren notwendigen Folgen der Dürre hin. Gerade das plötzliche geringfügige und schnell vorübergehende Sinken der Viehpreise, das der Kanzler als Beweis normaler Zustände pries, hätte ihn auf die Ge- fahr aufmerksam machen müssen, die dem deutschen Vieh- bestand für die nächsten Monate und Jahre drohte. Aus N o t schlachteten die Landwirte. Und heute herrscht ein Vieh- mangel, wie er seit Jahrzehnten nicht erlebt worden ist. Un- geheure Preissteigerungen und ein bedeutender Rückgang des Konsums mußten die unvermeidbaren Begleiterscheinungen werden, wenn man nicht die Grenzen für den Reichtum des Auslandes, für den Ueberfluß der überseeischen Länder öffnete. Im vergangenen Jahre bereits hätte der Reichs- kanzler durch Herabsetzung des Zolls auf Futterniittel und Vieh die Minderung des deutschen Viehbestandes hindern sollen. Der gleiche Kanzler aber wagt es jetzt, weitere Maßnahmen zur Bekänipfung der Teuerung mit der Rücksicht auf den Bestand der deutschen Viehwirtschaft zu verweigern! Das Material über die Not des Volkes liegt in Zahlen und beschreibenden Angaben so reichlich vor, daß es keines neuen Beweises bedarf. Auch die geringfügigen Erleichts- rungen für die großen Städte haben keine nennenswerte Besserung gebracht. Nach den amtlichen Ausweisen zahlt man noch heute für Hammel-, Rind- und Kalbfleisch etwa 18 bis 20 Pfennige, für Schweinefleisch und Speck 40 bis 48 Pfennige mehr pro Kilo als im November des Vorjahres. Im November zeigte sich sogar bei einigen Fleischsorten wieder eine Tendenz zum Steigen der Preise, nachdem die zweite Hälfte des Oktobers einen nur geringen Rückgang gebracht hatte. Bei solcher Notlage gelten nicht die angeblichen Jnter- essen einer Handvoll Junker, da heißt es Hilfe schaffen für die Millionen arbeitender Massen. Wirkliche Beseitigung der Notlage kann aber nur der Bruch mit der bisherigen Wirt» schaftspolitik bringen, deren Geschichte Opfer über Opfer an Hunger und Not zählt. Gleich der Regierung laden auch die bürgerlichen Par- teien die volle Verantwortung auf sich, wenn sie sich init den schwächlichen Maßregeln zufrieden geben. Nur die Vertreter der Sozialdemokratie kennen keine Aenderung in Programm oder Taktik, ob sie vor einer Volksversammlung, im Rathaus. im bundesstaatlichen Landtag odex im Reichsparlament stehen. Den bürgerlichen Reichstagsabgeordneten kann man nur wünschen, daß sie ihre Vertreter im Landtage desavouieren und wenigstens jetzt energische Maßregeln fordern. In den ersten Monaten der steigenden Teuerung haben einzelne von ihnen sich auf Mindestforderungen festgelegt. Ihre Wähler werden darauf achten, ob diese Worte auch eingelöst werden. Trotz aller Demagogie wird das Zentrum nicht den Verrat übertünchen können, wenn es dre in Schriften des M.-Gladbacher Ver- lages vertretene Forderung auf Herabsetzung der Futtermittelzölle und auf Einfuhr von Gefrierfleisch wieder verleugnet. Auf seine angeblichen Bedenken, wie der Zollausfall zu decken ist. werden unsere Vertreter nicht die Antwort„Besitz- st euer. Erbschafts st euer" schuldig bleiben. So werden auch die bürgerlichen Parteien vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie insgesamt ihren Schild vor die Junker halten, freiwillig dieselben K n e ch t e s d i e n st e leisten wollen, die schon die Regierung in nicht zu übertrumpfender Weise wider den Willen der Mehrheit des deutschen Volkes ausübt. lle? zweite Aahlgang in idürttemberg erzeugt inner- und außerhalb des Landes eine größere Spannung als der erste. DaS Ergebnis des ersten Wahlgangs hat bei den bürgerlichen Parteien Ueberraschungen nach zwei Richtungen her- vorgerufen. Einmal erwies sich die Sozialdemokratie als werbe- kräftiger, als man in bürgerlichen Kreisen angenommen hatte, zum anderen sah man die Möglichkeit einer aus Zentrum und Konser- vativen bestehenden Landtagsmehrheit in größere Nähe gerückt, als man sie bis dahin vermutet hatte. Die Stuttgarter Ortsgruppe des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie hatte nach dem ersten Wahltag nichts Eiligeres zu tun, als allen bürgerlichen Parteien durch ein Schreiben ihre Vermittelung zum Zweck eines Zusammengehens gegen die Sozialdemokratie anzu- bieten. Die Sozialdemokratie sollte in ihrem Siegcszug nicht nur aufgehalten, sondern„zurückgeworfen" werden. Aus den im „Schw. Merkur" veröffentlichten Antwortschreiben der einzelnen Parteien ergibt sich, daß si h natürlich die Konservativen zu einer Einigung mit den übrigen bürgerlichen Parteien bereit erklärten und dem angeregten Zusammentritt der Führer zustimmten. Die Konservativen hätten dabei nach der gegebenen Situation nur ge- Winnen können. Auch die Nationalliberalen antworteten, daß sie »dem Gedanken eines Zusammengehens der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie sympathisch gegenüberstehen" und be- reits entsprechende Verhandlungen mit den Nachbarparteien ein- geleitet hätten. Eine Ueberraschung bedeutet diese Antwort höch- stens für jene sonderbaren Helligen, die immer noch dem Gerede Glauben schenken, gemeinsam mit den württembergischen National- liberalen lasse sich eine schwarzblaue Landesregierung verhindern. Sobald es sich um die Schwächung der Sozialdemokratie handelt, gibt es für die württembergischen Nationalliberalen kein Besinnen mehr: ohne weiteres sind sie bereit, der schwärzesten Reaktion das Land auszuliefern. Eine kleine Ueberraschung aber brachte die Antwort des Zentrums. Der Vorsitzende des Landesvorstandes, Abg. R e m b o l d- Gmünd, erwiderte dem Reichsverband, das Zen- trum wäre„zu einer Besprechung geneigt gewesen", be- trachte aber die Sache als gegenstandslos,„nachdem in- zwischen bekannt geworden, daß auf allgemeine Beteiligung der bürgerlichen Parteien nicht zu rechnen ist." Diese Wendung bezieht sich auf die tags zuvor bereits erteilte Antwort der Volkspartei, die dahin ging, sie erachte die Stellung des Reichsverbandes in Würt- teinberg nicht als derart einflußreich, daß sie in ihm eine geeignete Vermittelung erblicken könne. Das war nun keineswegs eine prin- zipielle Ablebnung der Einigung aller bürgerlichen Parteien, son- dern eine billige Ausflucht, dem Zentrum aber genügte sie, um die Anregung als„gegenstandslos" zu bezeichnen und sich völlige Freiheit vorzubehalten. Die Zentrumsleitung ist nicht so toll- patschig, wie die nationalliberale Führung. Sie wartet ab, wie der Hase läuft, und nachdem sie nunmehr sieht, daß die Volkspartei die stärksten Anstrengungen macht, eine Zentrumsherrschaft zu ver- hindern, wird sie ihre Konsequenzen ziehen. Wenn die Führung der Volkspartei zu dem Entschluß kam, der Sozialdemokratie einen annehmbaren Verständigungsvorschlag zu machen, und wenn sie, wie es den Anschein hat, mit Energie für die Durchführung des part'ellen sozialdemokratisch-volkspartei- Iichen Abkommens eintritt, so tut sie das natürlich aus eigenem Interesse. Eine allgemeine Einigung der bürgerlichen Parteien wäre nur möglich bei einer so weitgehenden Schwächung der Volks. Partei und Stärkung der Konservativen, daß die Volkspartei im nächsten Landtag jedes entscheidenden Einflusses beraubt wäre. Wer aber so länge in engen Beziehungen zur Regierung gestanden hat wie die Herren Payer und Haußmann, verzichtet nicht freiwillig auf diese angenehme Position. Die Sozialdemokratie hat, wenngleich sie sich in ihrem Urteil über die volksparteiliche Politik nicht beirren läßt, keinen Grund, Herrn Gröber indirekt zu unterstützen in seinen zähen Versuchen, Württemberg zu einer Filiale der Hertlingschen Regierung zu machen. Dazu kommt noch, daß die Aussichten unserer Kandidaten in allen fünf von dem Wahlabkommen erfaßten Bezirken gleich Null wären, wenn alle Kandidaturen aufrecht- erhalten würden, daß sie aber in Leonberg und Waiblingen durch die von der Volkspartei unter Zurückziehung ihrer Kandidaten zugesagte Unterstützung— auch rednerische Hilfe ist seitens der Volkspartei in Aussicht gestellt worden— sich bedeutend günstiger gestalten und daß in Backnang und Vaihingen der Sieg der Konservativen, in O b e r n d o r f der Sieg des Zentrums durch die Zurückziehung unserer Kandidaten und die Unterstützung der Volkspartei so gut wie ausgeschlossen ist. Die bereits mitgeteilten Stimmenzahlen des ersten Wahlzangs beweisen das. Außer in Leonberg und Waiblingen kämpft die Sozialdemo- kratie weiter in den folgenden 13 Bezirken: Mit Ausnahme von Tübingen-Amt, wo das liberale Wahl- abkommen nicht galt, sind die„liberalen" Stimmen jeweils die von der Volkspartei und den Nationalliberalen gemeinsam aufge- brachten. Aber auch in Tübingen-Amt ist es jetzt zur liberalen Einigung gekommen; die nationallibcrale Kandidatur ist zurück- gezogen, und die 1199 Stimmen werden, wenn alles klappt, der Volkspartei zufallen. In Schorndorf wurde sowohl die offizielle als die oppositionelle liberale Kandidatur zwecks Aufstellung eines Einigungskandidaten zurückgezogen. Auch der christlich-soziale Sonderling in Reutlingen-Amt will sein Glück nicht noch einmal probieren. In Besigheim aber scheint der Kampf der protestieren- den Demokraten, die von der Auslieferung dieses alten volksparteilichen Bezirks an einen Nationalliberalen, der die Reichstagskandi- datur Naumanns heftig bekämpfte, nichts wissen wollen, bis zum bitteren Ende fortgesetzt zu werden. Unter lsiefen Modalitäten stehen die verbündeten liberalen Parteien der Sozialdemokratie in allen 13 Bezirken gegenüber. Bon unseren Parteigenossen wird noch einmal mit Hochdruck gearbeitet,_ politifcbe Oeberlxcht Berlin, den 26. November 1912. Reichstagsbegin«. Es war ganz taktvoll von dem nationalliberalen Vize- Präsidenten Dr. Paaschs, daß er zu Beginn der ersten Sitzung des Reichstags nach den mehr als halbjährigen Ferien am Dienstag nicht nur der verstorbenen Mitglieder des Hauses, worunter ja auch leider unser Genosse Förster ist, und anderer dahingegangener Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, sondern auch der Opfer des furchtbaren Grubenun- glucks gedachte, das sich am 8. August auf der Zeche Lothringen ereignet hat. Hoffentlich läßt es der Reickzstag bei einigen konventionellen Worten des Bedauerns nicht bewenden, son- dern geht nun endlich einmal dazu über, reichsgesetz- liche Schutzmaßregcln für die Grubenproletarier zu schaffen. Auf der Tagesordnung standen am Dienstag nur P e- t i t i o n e n. Von den Kapitalisten des Schiffahrtsgewerbes war der Reichstag ersucht worden, sich gegen die Einführung einer gesetzlichen Regelung der Sonntags- und Nachtruhe im Binnenfchiffahrtsgewerbe auszusprechen. Genosse S ch u- mann, der bei den letzten Wahlen in den Reichstag entsandte Vertrauensmann der deutschen organisierten Transportarbei- ter, bekämpfte dieses Verlangen und gab dabd eine eindrucksvolle Darlegung der Ausbeutung und der Mißstände, wie sie in der Binnenschiffahrt immer noch herrschen und denen ab- zuhelfen eine dringende Aufgabe des Reichstages ist. Auch die bürgerlichen Parteien konnten sich den gewichtigen Grün- den des sozialdemokratischen Redners nicht widersetzen und mit großer Mehrheit wurde, nachdem auch noch Genosse M o l k e n b u h r aus dem reichen Schatz seiner sozialpoliti- schen und geschichtlichen Kenntnisse die Forderungen der Binnenschiffahrtsarbeiter unterstützt hatte, über diese Peti- tion zur Tagesordnung übergegangen. Bezeichnend für die sozialpolitische Gesinnung des Zentrums war das Eintreten seines Dr. Bell für eine Petition, die die gesetzlichen Be- stimmungen über den Offelwarungseid noch weiter verschärfen will. Genosse Giebel wies nach, daß man mit solchen Verschärfungen keineswegs die Schieber, sondern nur den Mittelstand treffen würde, dessen Angehörige leicht in die Lage kommen können, einen Offenbarungseid leisten zu müssen.— Eine Petition, die verlangte, daß den Versiche- rungsanstalten in erhöhtem Maße die Pflicht auferlegt werde, drohender Invalidität durch ein Heilverfahren vorzubeugen. wurde vom Genossen Hoch eindringlich begründet. Er konnte darauf hinweisen, daß diese Petition schon jetzt die ersten schädlichen Folgen der arbeiterfeindlichen Gesetzgebung bei der Reichsversicherungsordnung zeige. Trotzdem wurde unser Antrag auf Ueberweiiung zur Berücksichtigung abgelehnt und nur Ueberweisung als Material beschlossen. Dngegen gelang es unseren Genossen, durch die überzeugenden Ausführungen des Genossen Brey, zu erreichen, daß eine Petition auf Milderung der Zuckersteuer, soweit der Zucker industriell, also zur Herstellung von Fruchtkonserven, verwendet wird, zur Berücksichtigung überwiesen wurde. Schließlich kam noch ein Fall von Aberkennung einer militärischen Jnvalidenpension zur Besprechung, wobei Genosse Sachse die Sache der Militärinvaliden vertrat„. Morgen Mittwoch, wird der Reichstag fernen Prasi- deuten wählen, dann stehen die Interpellationen über die auswärtige Politik sowie die Regierungsmaßnahmen gegen die Teuerung und eine fortschrittliche Interpellation über das Koalitionsrecht der Militärarbeiter auf der Tagesord- nung._ AuS der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Der Vorsitzende Genosse Molkenbuhr widmete in der FraktionSsitzung am Dienstagabend zunächst dem verstorbenen Genossen Förster eine» tiefempfundenenNachrus. Die Fraktion wird beim Begräbnis durch eine Deputation vertreten sein.— Bei der Wahl des Präsidenten wird die Fraktion geschlossen für den Abg. Kaempf ein« treten; die Rechte schlägt den Abg. Spahn vor. »Zur FlcischtenerungSinterpellation, die am Mittwoch zur Ver. Handlung kommt, sprechen die Abg. Scheidemann, Molkenbuhr und Dr. Südekum. Zu der Interpellation Ablaß und Genossen betreffend das KoalilionSrechl der Militärarbeiter werden für die sozialdemokratische Fraktion die Genossen Böhle und Bauer sprechen. Als Redner zum Etat wurden bestimmt: Ledebour. Dr. David, Haase und Dr. Frank._ Reichsiags-Jnterpellationen. Im Reichstag ist außer der sozialdemokratischen Jnter- pellotion über die auswärtige Lage auch eine Interpellation der Nationalliberalen über dasselbe Thema eingebracht wor» den, die folgenden Wortlaut hat: „Ist der Herr Reichskanzler bereit, über die auswärtige Lage und die Richtlinien der deutschen Politik Auskunft zu geben?" Diese beiden Interpellationen werden ebenso wie die Interpellation über die Teuerung auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung gestellt werden. Man nimmt in Reichs- tagskreisen an, daß morgen zunächst die Präsidenten- wähl vorgenommen und dann die Teuerungsinterpellation in Verbindung mit der ersten Lesung des Gesetzentwurfs be- treffend die Zollerleichterungen aus Anlaß der Fleisch- teuerung besprochen wird. Da diese Besprechung voraus- sichtlich an einen: Tage nicht qbgeschlossen werden kann, wird sich der Reichstag wohl auch noch Donnerstag und eventuell Freitag damit zu befassen haben. Schon dadurch würde die Besprechung der auswärtigen Politik sich um einige Tage verzögern, selbst wenn, was durchaus noch nicht feststeht, der Reichskanzler bereit ist. diese Interpellationen alsbald zu be- antworten.___ Alle find sie wieder da-- Alle Vögel...? Halt! Unseligerl Du sprichst von den hohen Parlamenten und gar von dem der Erlauchten und Edlen, dem preußischen Herrenhaus, das gestern gleichzeitig mit dem Reichstag sein viel weniger beachtetes Dasein wieder aufnahm, zunächst freilich bloß in einer kurzen, fast debatte- losen Sitzung bestehend. Man warf zuvörderst dem wert- geschätzten und ehrengeachteten Dreiklassenhaus eine Fleiß- aufhabe vor die Füße: einen der freikonservativen Initiative, dem Schädel Zeus-Vierecks entsprungenen Gesetzentwurf über die Heranziehung aller Beamten und sonstigen Wohlbestallten in der Provinz Posen zu den Volksschullafken. DaS Herren- haus schließt sich dem ehemaligen Generalgewaltigen über die Reichslande v. Koeller an, der da sagt:„Mängel kou- statiert der Landtag— Abhilfe schlägt die Regierung vor!"� (Und wenn sie inal wirklich den Mängeln abhelfen mutz, sträuben sich Erlauchte und Edle!) Sonst gab es nur Petitionen und Amtsgerichtsbezirks- änderungen mit Berichterstattermonologen. Als v. d. Goltz- Pascha im Saal erschien, gruppierte sich alsbald eine Tschataldschaliiüe um ihn mit dem alten Ulanen Haeseler am linken Flügel. Und vor den Schnellsprechenden— waren e? Türkentaktikkritiker?— konzentrierte sich alsbald der Gene- ralfeldmarschall rückwärts. An: Mittwochmittag kommt das Svoikaiken Gesetz ati die Reihe._ Tie agrarische Bolksverficherung. Der agrarische Generallairdschaftsdirektor Kapp ist semeiti Ziele, eine Volksversicherung zu schaffen, die den Agrariern Mittel zur Verfügung stellen soll, um einen Schritt näher ge- rückt. Unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit fand in Berlin eine Sitzung statt, an der etwa 266 Personen teilgenommen haben darunter die Abgg. Schwerin-Löwitz, Erzberger, Faß» bender, Giesberts, Becker-Arnsberg, Schiffer-Magdeburg, Eickhoff, Dr. Crüger, ferner Vertreter des Bundes der Land- Wirte, des Hansabundes, des Zentralverbandes der Scharf- macfyer, der christlichen Gewerkschaften, der„Gelben" und des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Die verdünn deten Regierungen hatten 32 Vertreter entsandt, der Reichs- kanzler schickte ein Begrüßungsschreiben. Die Zusammen« setzung dieser Versammlung allein läßt schon erkennen, wohin der Weg führen soll. Solange Gewerkschaften und Genossen« schaften das Gebiet der Versicherung unbeachtet ließen, dach« ten die Reaktionäre nicht daran, sich auf diesen: Gebiete zu be- mtigen. Jetzt auf einmal macht alles in Volksversicherung. Die denkende Arbeiterschaft wird sich hüten, den Junkern Mittel zur Verfügung zu stellen, die durch ihre sauer ver- dienten Groschen aufgebracht würden, sie wird mit aller Macht für das eigene Unternehmen, für die„Volksfürsorge" wirken. Reichsverbändler, Gelbe und Junker sind zu wohlbekannt, als daß ihnen die Arbeiterschaft ins Garn gehen könnte, Enzyklika-Poesie. Recht gelungen persifliert das antibachemitische„Kathok. Deutsch» land" in seiner Nr. 40(vom 24. Novembers da? Bemühen der christ« lichen Geiverlsckmftsfiihrer und ihrer Presse, in der antigewerkschaft« lichen Enzyklika des Papstes allerlei Schönheiten zu entdecken, das heißt sie zu ihren Gunsten umzusäischen. DaS Blatt leistet sich folgende Verspottung: »Kölnische" Enzhklika-AuSlegung. Nun ist die Langersehnte da, Die päpstliche Enzyklika, Wie fröhlich jubelt Treu- Berlin, Doch„Kölner" Stirnen Falten ziehn. Der allgewalt'ge Zeitungsmann Schimpft im Bureau erst, was er kann-- Dann greift er rasch zum Telephon, Gibt Order aus und Lektion: Für die erste Woche: Nun füget ganz gehorsam Euch Uud lobt des Papstes Nutenstreich, Doch konstatieret auch mit Dank, Daß es„Berlin" nicht ganz gelang. Für die zweite Woche: Jetzt: Dank der„Duldung" ist es gut, Daß uns der Papst bestätigen tut, Er sagt ausdrücklich, feierlich: Ohne.Christen" gehls in Deutschland nichl Für die dritte Woche: Triumph I Der Papstbrief gibt unS recht, Er lobt den Fachabteilungsknecht, Ja, ja, das muß halt mal so sein, Doch wir sind mehr, das. sieht er ein. Für die vierte Woche: Wir gehe» unentwegt voran, Der Papstbrief macht den„Christen" Bahn, Er war gesandt zum Schmerzvertreib, Damit es so wie früher bleib'. Für die fünfte Woche: Der Papst sagt selbst, das Heil der Welt Ist aufs Synem von„Köln" gestellt— Als Dogma sagt ers, daß im Rat Der Arbeit er nichts zu sagen hat. Für die ganze Zukunft: Lieb ist's dem Papst und angenehm, wenn futsch gebt das Verlin-System Ihr mutzt'S zerstören, rasch, ja, ja, das fordert die Enzyklika! Für die ersten drei Wochen haben tatsächlich die christlichen Ge- lvcrkschaftsführer dieses Rezept befolgt. Ergebnis der Reichstagsersatzwahl in Greifenberg- Kammin. Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis erhielten bei der gestrigen Reichstagseisatzivahl im Wahlkreise Greifenberg-Kammin an Stimmen: Rittergutsbesitzer v. Flemming(Baseuthin, deutsch- konservativ) 9720, Hauptmann a. D. v. Puttlamer lEberSwalde, nationalliberal) 8070, Geschäftsführer Meyer(Stettin, Sozial- demokrat) 762, zersplittert waren 2 Stimmen, v. Flemming ist somit gewählt. Der Kreis Greifenberg-Kammin gehört seit jeher zum sicheren Besitz der Konservativen. Seit 1890 hat ihn ununterbrochen der Abg. v. Normann im Reichslage vertreten. Dieter war bei der letzten ReichStagSwahl mit 10 274 konservativen gegen 4lSö national« liberale und 1183 sozialdcmolratische Stimmen gewühlt worden. Ter Bund der Landwirte bietet Prüael aus! Es waren doch selige Zeiten, als noch die Landräte Betannt- machungcn erlassen konnten so in der Art, wie die des Landrats- amteS vom Kreise Teltow, kraft deren den„ordnungsliebenden" Bürgern der Rat erteilt wurde, da, wo während der Wahlkampagne — es war 1890— die amtlichen Organe nicht ausreichten, das „störende" Auftreten sozialdemokratischer Flugblatt- und Zettel- Verteiler zu verhindern, diese letzteren selb st mit kräftiger Faust zu behandeln! Etwas anders ist es jetzt schon ge- worden, heute würde solchen Leutchen die neue Zeit ganz anders um di? Ohren pfeifen. Aber wir wollen uns nicht täuschen, in der lieb und vertraut gewordenen Tätigkeit, den Gegner zu ver» prügeln, ist auf dem Lande bei den Bündlern und Konservativen durchaus noch nicht eine nennenswerte Aenderung eingetreten. Ist ei gerade kein Sozialdemokrat, so wird eben ein anderer der- prügelt. Wir hören schon wieder Ocrtel schreien und über Wer« leumdung schimpfen, diesmal sei ihm der Reinfall erspart, wir stellen gleich jetzt fest, ehe die„Deutsche Tageszeitung" die Wahrheit abgeleugnet hat, daß solche Prügelpolitit beim Bund der Landwirte noch ganz offiziell betrieben wird. In Preutzisch-Oldcndorf tagte kürzlich eine Versammlung des Deutschen Bauernbundcs, es war klar, daß der Bund der Land- Wirte und sein Freund und Bruder, der Westfälische Bauernverein, seine Kompagnien ebenfalls in die Versammlung kommandierte. Sie betrugen sich dort aber so, daß sie rausgcschmissen wurden. Das genügte ihnen aber noch nicht, man vcrcipägtc sich im Gastzimmer zu einer„Versammlung" des Bundes der Landwirte. Dort rückte nun wieder ein bauernbündlerischer Lehrer gegen den Bund der Landwirte vor. Was weiter vor sich ging, wollen wir lieber wärt- lich schildern. Wir nehmen den Bericht aus dem Organ„Bund der Landwirte", dem offiziellen Vereinsblatt der gleichnamigen Orga- nisation, und zwar der Nummer 47 vom 23. November 1912. Es Heißt da: „Nun wollte man den dreisten Eindringling fden dauern- bündlerischen Lehrer. D. R.) natürlich an die frische Luft befördern, weshalb er seinen schleunigen Rückzug an- trat. Dabei zog dieser Bauernbundswortführer nach berühmten Vorbildern seinen Revolver und schrie:.Zurück, oder ich schieße, ich schieße!" Um dem Wirte keine Ungelegenheiten zu bereiten("die Polizeistunde hatte schon geschlagen), ließen unsere Freunde den Revolverhelden ruhig ziehen, andernfalls wäre es ohne Blutvergießen sicher nicht abgegangen, denn west- fälische Bauern fürchten sich vor so einem Schießprügel nicht, aber sie fassen Leute, die damit Politik treiben wollen, ohne Rück- ficht auf deren Knochen an. Es wäre übrigens interessant zu erfahren, ob die Bewaff- nung mit Revolvern bei den Bauernbundsagenten üblich oder gar obligatorisch ist, von dem Bauernbundssyndikus fDr. Böhme? D. Red.) wissen wir genau, daß er sich schon eine Browning- p i st o le anschafft«, als er auszog, um den Marburger Wahlkreis zu erobern." Diese Mitteilungen lassen weder einen Einblick in den guten Ton, noch in die„greifbar" überzeugende Agitationsmethode des Bundes der Landwirte vermissen. Besonders interessant war uns der Einblick in die Revolver- und Prügelagitation auch deswegen, weil es ihre und die ihnen befreundeten Organe und Leute immer sind, die gegen friedlich, ruhig und anständig demonstrierende Arbeiter Polizeigewalt und Militärenergie verlangen. Eine neue Strafexpedition fällig. Aus Deutsch-Neuguinea meldet ein Telegramm des Gouverneurs baß die Pflanzer Gebrüder Weber auf Umboi, einer größeren Insel zwischen dein Festlande von Neuguinea und Neupommern, von eingeborenen Bergstämmen ermordet worden find. Die Familienangehprigen sind geborgen. lieber die Ursachen der Eingeborenenerhebungen schweigen sich die offiziellen Telegramme wieder aus. Zurechtgewiesene Gesetzeswächter. In einer in Heinzendorf, Kreis Wohlau, im September statt- gefundenen Versammlung unter freiem Himmel verlangte oer überwachende Gendarm nicht nur die Entfernung aller «>pazi er stocke, Schirme usw., da er diese als Waffen ansah, sondern er drohte auch mit der Auflösung der Per» :sa in m I u n g, wenn der Redner seine Angriffe auf- die Re- gierung nicht einstelle. Zur Auflösung der Versammlung kam es aber nicht, trotzdem der Redner, Genosse S r o w i g. Breslau, den Gendarmen wiederholt aufforderte, seine Drohung wahr zu machen. Wegen dieser offenbaren Verletzungen des Reichsvereins- gesetzes beschwerte sich Srowig beim Landrat in Wohlau. Dieser, ein Jurist, fand wunderbarerweise an dem Verhalten des Gen- darmen nichts auszusetzen. Er hielt die Beschwerde für gegen- standslos, weil der Gendarm inzwischen nach einem anderen Ort versetzt worden war. Damit war aber«rowig nicht einverstanden. Er wandte sich an den Regierungspräsidenten. Erst hier erhielt er eine einigermaßen befriedigende Antwort, in der es heißt, daß kein ausreichender Anlaß vorhanden gewesen sei, mit der Auf- lösung der Versammlung zu drohen. Wenn sich sogar ein königlich preußischer Landrat, ein Jurist, solche Belehrungen über das Reichsvcrcinsgesetz geben lassen mutz, dann kann man es verstehen, wenn die untergeordneten Instanzen daneben hauen. Herr Oberst GSdke ersucht unS um Veröffentlichung nach- stehender Zuschrift: Sie transit gloria mundi! Damit begleitet das„Kleine Journal" mein gestriges Aus- scheiden aus seinem Redaktionsverband, dessen Zugehörigkeit ich bereits mittels Kündigungsschreiben vom 14. November aufzugeben erklärt hatte. Der Zuruf wäre mit mehr Recht an meine Adresse gerichtet gewesen, damals als ich in jenen Redaktionsverband ein- trat. Heute kommt er mir leider zu spät. Immerhin lasse ich mir meine Freude über die Freiheit, die ich wiedergefunden habe, nicht verkümmern, auch nicht durch den Artikel vom 26. d. Mts., in dem man meinen Namen nach meinem Austritt zu einer auf Sensation zugeschnittenen Polemik benützt. Solange ich der politische Leiter gewesen, hat man Sensationen nicht so mühelos bei mir erreicht— trotz dringlicher Bitten des Herrn Lehmann selbst. Nichts kenn- zeichnet seine Moral, von der der Artikel überfließt, besser als sein eigener Brief, in dem er seinerzeit mich bat, für einen anonym geschriebenen Artikel mich selbst— z u g u n st e n seines G c- schäftsprofits— an Stelle des Verantwortlichen in den Vordergrund zu schieben. Er schrieb wörtlich: „Herr Noack ist zwar gerne bereit, die Verantwortung zu übernehmen; aber der Riesen-Sensationsprozetz, der sich aus der Sache entwickeln dürfte, würde wohl ins Wasser fallen, da ein Prozeß gegen Noack sehr wenig, ein Prozeß gegen Richard Gädke alles bedeuten würde." Meine konstante Weigerung hat aber die gewünschte Sensation verhindert. Das nennt der Verleger Lehmann in seinem Blatt einen Mangel an Mut, den er selbst manifestiert, indem er nach der Verurteilung des Verantwortlichen heute noch den Verfasser öffentlich denunziert, allerdings nachdem dieser aufgehört hat, .Vwrausgeber seines Blattes zu sein. Das ist Mut und das ist Moral; daneben muß allerdings mein Bild verblassen. Aber diese Denunziation gegenüber der Staatsanwaltschaft, gerichtet an die Adresse der Oeffentlichkeit, kann dem Mut des Ver- legers und seiner Redattionsgehilfcn nicht genügen. Sic suchen mich an einer anderen Stelle zu fassen, in der sicheren Hoffnung, daß ich dort auch verwundbar bin. Sie sagen mit jener Okfenbeit, die eine frappante Aehnlichieit mit der Indiskretion hat, ich hätte aus rein„privatgeschäftlichen Interessen" die Demokratische Ver- einigung auszunutzen gesucht— wohlgcmerkt: ich, beileibe nicht der Verleger, für dessen Blatt ich doch nur zu wirken bestrebt war. In der Tat habe ich damals meiner Partei das neue Blatt zuführen wollen unter dem oft betonten Hinweis, daß dies ein Gewinn für uns wäre. Meine Parte, war aber klüger als ich. Sie hielt sich nickt an weine Hoffnung, sondern an»hre Erfahrung, und blieb meiner Werbearbeit fern,.� rmzte mich zum Unmut und in dieser Stimmung überzeugt, daß die Partei nicht allein meinen ebrlicken Willen verkennt, sondern auch den meines V»«legers, sprach ich ihm von meinem allenfqlsigen Austritt ,n jenem Privat- Kaus dem er den einen �tz Mert nabirlick nur Wahr- natürlich nur aus Bekenncrmut. In solchem Falle kommt cS auf eine Indiskretion nicht an, wenn man sie zu einer Denunziation erweitern kann. Man wird es danach begreiflich finden, daß mancherlei Erleb nisse mich zwangen, schon am 14. November— einer Woche vor dem täglichen Erscheinen des Blattes— zu kündigen. Die„stär- keren moralischen Vorstellungen", von denen uns Herr Lehmann eben einige Proben gab, wirkten mit der ganzen Umgebung immer mehr befremdlich auf mich ein. Auch damals, als Herr Lehmann, um den Druck der„Bankbeamtcnzeitung" zu er langen, mich aufgefordert hatte, in der neuen Bankbeamten- vcwegung zu agitieren. Ich winkte ab. Und mit Recht hebt Lehmann hervor, daß moralische Vorstellungen von anderer Seite mich erst gefügig machen mutzten, der neuen gewerkschaftlichen Organisation näher zu treten. Das war eine Einladung von ihrer Seite und die Weisung des Zentralvorstandes meiner Partei. Jetzt waren es politische Interessen, die mich riefen und nicht mehr die „privatgeschäftlichen des Verlags". Sic transit gloria mundi! So schwindet der Ruhm der Welt! Ich sagte es mir selbst in der letzten Zeit, als ich noch in der Re- daktion tätig war, und deswegen habe ich gekündigt. Das ist nun das Ende. Wenn wir es bald bei dem„Kleinen Journal"� erleben, werden wir dann seine Vergangenheit mit dem gleichen Spruche ehren können? Richard Gädke. Italien. Die Wiedereröffnung des Parlaments. Rom, den 24. November.(Eig. Ber.) Nach einer Ruhepause, hie keineswegs länger war, als in den anderen Jahren, werden Kammer und Senat am 26. d. Mts. ihre Arbeiten wieder auf- nehmen. Die bevorstehenden Arbeiten selbst bieten nichts, das ein Aufeinanderplatzen entgegengesetzter Meinungen und Interessen vor- aussehen läßt. In üblicher Weise wird man mit den Gedächtnis- reden auf die während der Ferien verstorbenen Abgeordneten be- ginnen, nachdem Giolitti den Gesetzesemwurf, durch den der Friedensvertrag von Ouchy sanktioniert wird, vorgelegt hat. Voraussichtlich wird die Wahl der diesen Gesetzesentwurf vorberatenden Kommission dem Präsidenten überlassen werden, und die mir Kennerblick gewählten Herren Kommissare werden in kürzester Frist ihren Bericht vorlegen. Der Friedensschluß wird zu dem unvermeidlichen Phrasenschwall Anlaß geben, für den jetzt in Italien eine wahre Hochsaison aus- gebrochen ist. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Nationalisten das Idyll stören, indem sie ihre Kritik der Friedensbedingungen, ihre Enttäuschung über das Unterbleiben des„größeren Krieges" laut werden lassen. Eine Kritik ist wohl nur von sozialistischer Seite zu erwarten. Nach dieser Diskussion, die Giolitti als geschickter Regisseur in engen Grenzen zu halten verstehen wird unter dem Vorwande, daß die„Feierlichkeit des historischen Moments" dies erheischt, wird die Beratung über die Strafprozeß- o r d n u n g aufgenommen werden, an die man sich wahrscheinlich in Erwartung des Kommissionsberichts über den Friedensvertrag machen wird. Die neue Strafprozeßordnung ist bereits vom Senat angenommen worden. Es folgen Entwürfe über die Reform der Handelskammern, über die Gemeindegerechlsame, über den Betrieb der Apotheken usw.; mehr Arbeit, als man beim besten Willen vor den Weihnachtsferien wird erledigen können. Bekanntlich ist jede Kammer, die sich ihrem Ende nahe fühlt, gutartig und leicht zu handhaben. In besonders hohem Maße gilt das von dieser, die schon bei ihrer Geburt nicht rebellisch veranlagt war und mit Zittern und Beben dem Ungewiß der im nächsten Herbst bevorstehenden Neuwahlen entgegengeht, bei denen vielleicht selbst GiolittiS Wahl- geschicklichkeit kein hinreichender Schutz sein dürste. Der italiemsch-türkische Friedensvertrag. Rom, 26. November. Die Deputiertenkammer nahm heut ihre Arbeiten wieder auf. Der Ministerpräsident brachte das Gesetz be- treffend Ratifizierung des Vertrags von Lau- sänne ein und verlas den bisher geheim gehaltenen modus xrocsdöndi, der in Lausanne am 13. Oktober unterzeichnet wurde. Dieser modus procsdsndi beginnt mit der Wendung:„Der König von Italien und der Kaiser der Ottomanen, geleitet von dem gleichen Wunsche, den Kriegszustand zwischen den beiden Ländern aufhöre» zu lassen, und angesichts der Schwierigkeit, zu diesem Ziele zu gelangen, wegen der Unmöglichkeit für Italien, das Gesetz vom 23. Februar 1912, durch das die Souveränität über Tripoluanien und die Cyrenaika ausgesprochen wird, aufzuheben, und der Unmög- lichkeit für das ottomanische Reich, formell diese Souveränität anzu- erkennen." Nun folgen die Artikel über den Erlaß eines großherrlichen Firmans an die Bewohner Libyens, eines Dekrets des Königs von Italien und eines großherrlichen Firmans an die Bewohner der Inseln im Sgäischen Meere, deren Wortlaut in Anlage beigefügt ist. Eine weitere Anlage enthält den Vertrag von Lausanne, so wie er abgeschlossen und veröffentlicht worden ist, mit der Verpflichtung der Bevollmächtigten, ihn zu unterzeichnen nach dem Erlaß der drei obengenannten Akte. Ferner ist in dem modus proosdondi vor- gesehen, daß die von beiden Regierungen gemachten Aufwendungen für die Unterhaltung der Kriegsgefangenen und Geiseln als gegen- seitig ausgeglichen angesehen werden sollen. Nach beendeter Verlesung des modus proosdondi entbot Minister- Präsident Giolitti den tapferen Angehörigen des Heeres und der Marine, die für das Vaterland gefallen, und den Diplomaten, die inmitten großer Schwierigkeiten das hohe Prestige Italiens ein Jahr lang aufrechterhalten hätten, eine herzliche Anerkennung.(Begeisterter, lauganhaltender Beifall.) Er bat sodann den Präsidenten der Kammer, eine Kommission zur Prüfung des Berttages von Lausanne zu ernennen. Kammerpräsident Marcora hob die große Bedeutung der Kundgebung hervor, mit welcher die Kammer die Worte deS Ministerpräsidenten entgegengenommen habe. Er habe den edlen Worten GiolittiS nichts hinzuzufügen.(Langanhaltender, lebhafter Beifall.) Ter dem Gesetzentwurf beigegcbene Bericht fordert einen Kredit von fünfzig Millionen Lire für das Ministerium der Kolonien zu öffentlichen Arbeiten und für die Verwaltung Libyens und spricht die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, die Prosperität des Landes, die die Stammväter des neuen Italiens dort geschaffen, eine schlechte Regierung aber vernichtet hätte, wieder aufleben zu lasseit. Englanck. (Line Londoner Nachwahl. Mdn meldet uns aus London: Am Dienstag fand in dem Londoner Bezirk Bow' and Bromleh. den bisher der Genosse in dem Londoner Bezirk Bow and Bromley, den bisher der Genosse Lansbury vertrat, eine Nachwahl statt. Lansbury hat ohne Zu- stimmung der Labour Party oder der I. L. P., deren Mitglied er ist, sein Mandat niedergelegt, um sich neu wählen zu lassen und zu erfahren, ob die Wählerschaft seine Ansichten über das Frauen- stimmrecht und das Versicherungsgesetz teilt. Er tritt als unab- hängiger Sozialist auf. An dem Versicherungsgesetz verurteilt er namentlich die Beitragspflicht, die gerade die Allerärmsten im Osten Londons schwer bedrücke; er fordert eine Versicherung ohne Ar- beiterbeiträgc. Der Hauptpunkt seines Programms bildet jedoch das F ra u enjtt m mrecht. Heber diese Frage hat er sich mit der Labour Party überwarfen. Er verlangt, daß die Arbeiterpartei 1 unbekümmert um die Art der zur Abstimmung stehenden Vorlagen gegen die Regierung stimme, wenn sich diese nicht dazu veriteben sollte, ihre Mehrheit dazu zu gebrauchen, den Frauen in dieser Session das Stimmrecht zu verschaffen. Die Arbeiterpartei will sich dieser Politik nicht anschließen; sie erklärt, daß sie ihr möglichstes tun werde, um ein das Frauenstimmrecht einführendes Arnende- mcnt zur W ahlrechtsvorlage, das die Regierung im Falle der An- nähme der Bill einverleiden will, zur Annahme zu bringen, daß sie aber Vorlagen wie die Wahlrechtsvorlag« und die über die Auf- bebung des OsborncurteilS nicht gefährden könne. Daher der Streit, auf den man nicht näher einzugehen braucht, da er sowieso schon zu zuvielen unnützen und unerquicklichen Diskussionen geführt hat. Die Arbeiterpartei verhielt sich in diesem Wahlkampfc neutral. Aber einige ihrer parlamentarischen Vertvcter, wie die Genossen Keir Hardie, Snowden, O'Grady und Thorne, unterstützten tätig die Kandidatur Lansbury. Die größte Unterstützung fand der Kau- didat jedoch bei den Frauenrechtlerinnen aller Schattierungen. Sic glauben offenbar, daß der Sieg Lansburhs ein Triumph für die Frauenbewegung und ein Schlag gegen die zweideutige Haltung der Regierung in der Frauenfragc sein wird. Die Liberalen des Wahlkreises, die im Jahre 1919 auf Anregung des SchatzkanzlerL für Lansbury stimmten, haben von einer eigenen Kandidatur ab- gesehen, obwohl Genosse Lansbury die liberale Regierung schärfer angreist als der gegen ihn kandidierende Tory. Sie wollten den Konservativen in einem dreiseitigen Wahlkampf kein Mandat zu- schanzen, das nur eine Minderheit der Wähler hinter sich hat und von den Konservativen nur dazu benützt werden würde, um die sich ausbreitende Bekehrung der Wähler zum Schutzzoll zu beweisen. Der Gegner Lansburhs ließ sich auf Lansbury» Hauptforderung, das Frauenstimmrecht, das er bekämpft, kaum ein und beschäftigte sich mit den alten konservativen Ladenhütern. China. Militärische Expedition nach der Mongolei. Peking, 23. November.(Meldung der„Agence d'Exttcme- Orient.) Die Vorbereitungen für die chinesische Expedition in der Mongolei werden mit Eifer betrieben. Die Expedition wird ungefähr 40 000 Mann stark sein, die in drei Abteilungen eingeteilt werden. Augenblicklich werden in Kalgan, nördlich von Peking, an der Grenze von Kansu und der Mandschurei, Truppen zu- sammengezogen. Von diesen drei Punkten aus werden sich die einzelnen Abteilungen der Expedition in Bewegung setzen. Die größte Schwierigkeit besteht in der Turchquerung der Wüste Gobi, wo es weder Wasser noch Nahrungsmittel gibt. Ein« Kolonne, die von Kansu abgeht, wird die Wüste durchqueren und direkt auf Ouliassoutai, östlich von Urga, marschieren, wo sie sich für die un- wirtliche Gegend neu verproviantieren kann. Sic steht unter dem Kommando eines regierungsfreundlichen Führers. Bon dort auS wird sie ihren Marsch nach Urga fortsetzen. Eine zweite Abteilung, die von Kalgan ausgehen wird, wird auf dem Wege Kalgan-Urga quer durch die Wüste marschieren. Diese Abteilung wird die größten Schwierigkeiten zu überwinden haben, denn ihre ganze Verproviantierung, Wasser, Reis und Vieh, muß über Kalgan ge- schehen. Die dritte Abteilung schließlich wird die wichtigste sein. Bon der Grenze der Mandschurei abgehend, braucht sie die Wüste nicht zu passieren. Sie wird durch sehr gebirgige, aber Verhältnis- mäßig reich bevölkerte Gegenden marschieren. Die drei Kolonne» werden sich gegen Urga konzentrieren. 802ia!es. Krqnkenkassen und Medizin. Zu unserem Artikel, den wir unter dieser Ueberschrist in der Sonntagsnummer gaben, schreibt uns der Hersteller des„Pyrenol", Dr. Horowitz: „Das„Pyrenol" kostet nicht das Hundertfache der Herstellung, sondern nur 1 M. für 20 Tabletten i Och Gramm. Es ist die» ein Preis, der es allen Krankenkassen ermöglicht, das„Pyrenol" für ihre Kranteniassenmitglieder zur Verordnung durch den Arzt zuzulassen. Wenn man berücksichtigt, daß von diesem Detail- preise die Rabattsätze für Apotheker und Grossisten abgehen, so bleiben für den Fabrikanten nur zirka 33 Pf. als Ertrag übrig. Die Herstellung eines Röhrchens„Pyrenol"-Tabletten nach dem von mir eingeführten Verfahren kostet zirka 22 Pf. Demnach verbleibt ein Gewinn von nur 3 1 P f., was gewiß nicht zu hoch ist, wenn man berücksicktigt, daß die Einführung eines Präpa- rates große Geldopfcr. und sehr viel Zeit, bisweilen mehrere Jahre, während deren man ohne jeden Verdienst arbeitet, er» fordert." Wir hatten nichts über den Preis des„Pyrenols" geschrieben, sondern lediglich auf die unseres Erachtens durchaus unbillige Differenz zwischen dem Herstellungspreis und dcnr Verkaufspreis zeichenrechtlick geschützter Arzneipräparatc verwiesen. Eine solche Differenz besteht nach den Angaben des Erfinders des„Pyrenol" auch bei diesem Präparat, denn 22 Pf. Herstellungskosten, 1 M. Verkaufspreis ist unbillig, wenngleich die Differenz keine größere ist, als die bei ähnlichen zeiisienrechtlich geschützten Arzneien. Es bleibt ein nur durch kapitalistische Sonderinteressen erklärlicher Widerspruch, daß Arzneien zwar nicht patentiert werden dürfen, um durch das Patent und den Patentpreis die Medizin nicht der Allgemeinheit vorzuenthalten, daß aber Arzneien zeichenrechrtich geschützt werden können und dadurch eine Preishöhe erreichen, die der Gesetzgeber durch das Verbot des Patentes mit Recht verhindern wollte. oer ßzlkaußrieg. Der Stand der Friedensverhandlungen. Konstantinopcl, 26. November.(Meldung der Wiener st k. Tclegr.-Korr.-BureauS.) Die Rechtsbeistände der Pforte. Reschld und Heran t, die mit der Unterstützung der türliscken Erlebens- Unterhändler beauftragt sind, reisen heute abend ins Hauptquartier ab. Die türkischen und bulgarischen Bevollmächtigten hielten heute emc Konferenz ab. Morgen wird die letzte Konferenz statttmoen. In der gestrigen Sitzung erklärten die türkischen Bevollmächtigten, f i e wollten nicht einmal von der Uebergabe Adila- nopelssprechenhören. Man glaubt, daß du: Verhandlung abgebrochen und die Feindseligkeiten wieder ausgenommen werden. Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage. Leranw! Redaky:"Alsted Wielepv, Neukölln. JnseratenteU verantw.: ZH. Glocke. Barl' a. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. � LertagSanstalt DaulSingertEo.. L,ctzU IHachricbtcii. SJegcn Landesverrat verhaftet. Sfnüßlttbct. �ölbötßlt b&e 77» Piments der hiesigen Garnison wurden heute unter dem Verdachte verhaftet, die österreichffchen MobilisattonSan-rd- nungen an Rußland verraten zuhaben. Maffeadescrtatiouen. Allcnüein"6. November.(P. E.) AuS KriegSangit fluchte» zahlreickc wehrpflicktige Russen über die Grenze. Vielen fehlen die nötigen Mittel zur Weiterreise, so daß die Russen scharenweise in den ostpreußischen Grenzorten festsitzen. lin SW. H.erzll 3 Leilagc« o. Unterhalt lmgsbl. Nr. 277. 29. Jahrgang. 1. AcilM Ks, Amiirls" Mim Miisiilnlt. Pitt»««, 27. NoomStt 1912. Reichstag. 70. Sitzung. Dienstag, den 26. November nachmittags 2 Uhr. Am BundeSratStisch: Niemand. Vizepräsident Dr. Paasche heißt die Abgeordneten herzlich will- rommeu und gedenkt der in den Ferien verstorbenen Abgeordneten Bach meier(Bauernbund>, v. Normann(k.), Dr. Willig.), Förster(Soz.). Zu Ehren des Andenkens der Verstorbenen er- heben sich die Abgeordneten von den Sitzen. Der B izepräsident ge- denkt ferner des verstorbenen Präsidenten des preußischen Abgeord- uetenhauses Frhrn. v. Erffa, des Hamburger Ersten Bürger- meisters Dr. B u r ch a r d t, des früheren Staatssekretärs Frhrn. Marschall v. Biber st ein, des Erbauers des Reickstags W a I l o t sowie des Unglücks, das sich am 8. August auf der Zeche Lothringen ereignet hat und bringt das Beileid des Hauses mit den Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute zum Ausdruck. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Petitionen. Eine Petition betr. reichsgesetzliche Regelung des Irren wesenS und durchgreifenden Schutz gegen unbegründete Einsperrung in staatliche oder private Irrenanstalten beantragt die Kommission, dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Abg. Dr. Gerlach: Eine einheitliche Regelung dieser Materie ist äußerst schwierig. Die Vorschriften für den Rhein würden nicht paffen für die Ströme im Osten. Häufig liegt für den kleinen Schiffer, der Ladung genommen hat, die unbedingte Notwendigkeit vor, auch des Nachts weiter zu fahren. Im vorigen Jahre haben die Leute auf den Schiffen vier Monate lang nicht nur Sonntags- und Nachtruhe, sondern auch Wochentagsruhe gehabt. Dazu kommt, daß besser als durch eine zu weit gehende gesetzliche Reglementierung solche Dinge durch Tarifverträge geregelt werden, wie das im Binnenschiffahrtsgewerbe vielfach geschehen ist. Die beste Lösung wären durchgängige Tarifverträge im Binnenschiffahrtsgewerbe. Er- folgt eine gesetzliche Regelung, so müßten jedenfalls verschiedene AusfübrungSbestimmungen für die verschiedenen Ströme möglich sein; sonst würden die Arbeiter selbst am meisten geschädigt werden. Abg. Frhr. v. Gamp(Rp.): Ich kann dem Borredner, was ja selten vorkommt, durchaus zustimmen. Nach dem Verlauf der Debatte verstehe ich nicht, wie der Beschluß der Kommission hat zu- stände kommen können. Ich werde auch für den Uebergang zur Tagesordnung stimmen, da ich darin nicht die Zu- stimmung zur Förderung einer allgemein gleichmäßigen Sonntags- und Nachtruhe im ganzen Binnenschiffahrtsgewerbe erblicke. Abg. Molkenbuhr(Soz.): Die Frage hat den Reichstag schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Bereits am 7. Mai 18gS hat er in einer Resolution den Reichskanzler ersucht, in der Kommission für Ärbeiterstatistik auch Erhebungen über die Sonntagsarbeit in der Binnenschiffahrt und in Reedereibetrieben anstellen zu lassen. In der Kommission wurde damals darauf hingewtesen, daß solche Er- Hebungen schon zehn Jahre vorher vorgenommen worden seien. Die Kommission kam dann auf Grund ihrer Erörterungen dazu, die Er- Hebungen aus die tägliche Arbeitszeit in der Binnenschiffahrt auszu- dehnen, die zum Teil übermäßig lang ist. Durch eine solche übermäßig lange Arbeitszeit wird nicht nur der betreffende Schiffer in seiner Gesundheit geschädigt, sondern wenn der Führer eines Dampfers einschlaft, bedeutet das auch eine Gefahr für die übrige Schiffahrt.— Die von Herrn Gothein erwähnte wochenlange Die Freuden des Zwischenaktes. Im Pariser Theaterleben soll eine Neuerung eingeführt werden, die über die gähnende Leere und Langweiligkeit des Zwischenaktes hinweghilft. Diese Pausen, die ja immer länger werden, sind mit der Zeit zu einer gefahr- vollen Klippe des Theaterbesuches geworden. Es sollen jetzt wäh- rend der Zwischenakte mit Hilfe des Lichtbildes den Zuschauern Rätsel, Rebusfe und Scherzfragen aufgegeben werden; für die besten Lösungen werden kleine Preise ausgesetzt. Es gab eine Zeit, da die Zwischenakte einen wesentlichen und nicht den unwichtigsten Teil des Theaterabends bildeten, da das Schauspiel vor der Bühne die Gesellschaft mehr anzog, als das Spiel auf der Bühne. Aus dieser Blütezeit der Pause erzählen uns die Romane Balzacs, die Aufzeichnungen Stendhals; es war die Epoche, da die Theaterloge zum Rendezvous der„großen Welt" geworden war, da sich die großen Damen und die Dandys am sichtbarsten und doch am un- auffälligsten in den Rängen der Theater trafen, da die eleganten Wunder und die intereffanten Intrigen der höchsten Kreise ihre Lieblingsszcne vor den weltbedeutendcn Brettern aufgeschlagen hatten. In der Zeit des zweiten Kaiserreiches kannten sich noch alle, die„dazu gehörten". Die Besuche in den Logen, die Plaude- reien im Foyer hatten einen uns heute unbekannten Reiz. Frei- lich vor und nach dieser klassischen Periode des Zwischenaktes hat man sich auch schon, über seine Ausfüllung den Kopf zerbrochen. Die gute alte Zeit kannte da die beliebte„Zwischenaktsmusik", die in den Tagen Goethes und Schillers, wie in denen der Romantik ihre oft recht wcfcig passenden Weisen in den Ernst der Tragödien hineinklingen ließ. In neuester Zeit hat man diese musikalische Unterhaltung im Foyer wieder aufleben lassen, wenngleich sie aus dem Bühnenraum verbannt blieb. Von einigen kuriosen Ideen, die Freuden des Zwischenaktes zu erhöhen, plaudert Paul Ginisty im„Journal des Debats". Beaumarchais träumte davon, wäh- rend der Pausen das alltägliche Milieu des Stückes weiterspielen zu lassen, um die Zuschauer in der Stimmung zu erhalten. Im Zwischenakt sollten die Dienstboten auftreten und das Haus rci- nigen, in dem sich das Stück abspielte, die Uhren sollten gestellt werden usw.(Aehnliches hat Reinhardt in einigen seiner Shake- spearcaufführungen versucht.) Findige Theaterdirektoren ver- anstalteten Gemäldeausstellungen im Foyer oder richteten Lesesäle ein. Aber-s hat sich noch immer bish-r gezeigt, daß sich der Theaterbesucher gegen solche doppelten Genüsse gesträubt hat. Der Gesangverein„Kreuzberger Harmonie" gab in seinem Konzert in der Brauerei Friedrichshain Gelegenheit zu interessanten Beobacktrnigen über Technik des Männerckorgesanges. Die ungefähr 110 Herren haben es unter Leitung ibreS Chormeisters Franz Bothe mit ersichtlich viel Aufwand von Proben zu einem im ganzen sorgfältig abgetönten Vortrag gebracht und erfreuen auch durch deutliche Aussprache. Das nicht geringe Material der Stimmen würde durch einige Vorsichten wohl noch besser zur Geltung konimen. Vor allem empfiehlt es sich, die Tenöre nicht so zu forcieren, wie es hier geschieht— beispielsweise in dem von U t h m a n n komponierten norltzegischen Lied, dessen Vortrag ohnehin etwas zu sehr auf gleich- Ruhe nützt den Schiffern nichts, denn sie können doch nicht gewisser- maßen durch einen langen Winterschlaf ihr Ruhebedur f n« S für die übrige Zeit decken(Heiterkeit), sondern muffen täglich einmal schlafe». Fährt kein Schiff, so müssen dre Leute eben andere Arbeit suchen. Vielfach kommt es vor, daß die Leute des Nachts fahren und am Tage löschen und laden. Auf Grund der Gewerbeordnung ist hiergegen nicht vorzugehen, da sie nur sur �Ze- triebe mit über zehn Angestellten in Betracht kommt. Die Unter- nehmer haben in ihrem Blatt für den Fall einer re i cks g e setz l i chen Regelung der Sonntags- und Nachtruhe in der Binnenschlssahrt bereits mit dem allerradikalsten Mittel der Syndikalisten, mit dem Generalstreik gedroht. Wir halten ein Eingreifen der Ge,ctz- gebung für notwendig, damit den Arbeitern in der Binnenschiffahrt wenigstens ein Mindestmaß von Ruhe gewährleistet wird. Wenn durch Tarifverträge teilweise mehr erreicht werden kann, werden wir das natürlich begrüßen. Die Gesetzgebung sollte sobald wie möglich eingreifen, nachdem die Frage bereits jahrzehntelang geprüft worden ist.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Debatte.., �. Abg. Schwartz-Lübeck(Soz.) als Berichterstatter stellt fest, daß die Sozialdemokraten bereits in der Koinmission den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung gestellt haben. Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung wird an» g e n o m ni e n..„„,,. Eine Petition betr. Aenderung der Bestimmungen der Zivil» Prozeßordnung über den Offenbarungseid beantragt die Kominission zur Kenntnisilahme zu überweisen. Abg. Dr. Bell(Z.): Es stehen keineswegs immer reiche Gläubiger armen Schuldnern gegenüber, sondern oft liegen die Dinge gerade umgekehrt. Die Petition richtet sich gegen die Sorte von Schuldnern, die nach dem Spruche handeln: Man manifestiert sich so durch. ES handelt sich darum, den ehrlichen Erwcrbsstand, den gut- gläubigen Gläubiger gegen den gewissenlosen Schuldner zu schützen. Man sollte eine Statistik der Offenbarungseide aufnehmen; man würde dann ihre erschreckende Zunahme feststellen können. Die Be- stimmungen der Zivilprozeßordnung über den Offenbarungseid sind dringend reformbedürftig. Abg. Giebel(Soz.): Wie will denn der Vorredner den vermeintlich gerissenen und bösartigen Schuldner von dem unterscheiden, der ehrlich bestrebt ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen? Die in der Petition ge- forderten Verschärfungen sind reckt bedenklich, gerade auch für den mittleren Erwerbsstand, dessen Angehörige sehr leicht in die Lage kommen können, den Offenbarungseid zu leisten. Die b e- rufsmäßigen Schieber wird man nicht treffen, die finden immer Mittel und Wege, dem Gesetz ein Schnippchen zu schlagen; treffen wird man gerade die, die man schützen will, die An» gehörigen des Mittelstandes.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Die Petition wird zur Kenntnis genommen. Eine Petition auf Erweiterung des§ 1269 der Reichs ver» sicherungsocdnung beantragt die Kommission als Material zu überweilen; die Abgg. A l b r e ch t und Genossen(Soz.) bean» tragen Ueberweisung zur Berücksichtigung. Abg. Hoch(Soz.): Den Versicherungsanstalten ist es überlassen, in solchen Fällen- wo eine drohende oder bestehende Invalidität durch ein Heil- verfahren beseitigt werden kann, dieses zu bewilligen oder zu ver- sagen. Die Petition wünscht, daß in solchen Fällen den Versiche« rungSanstalten die Pflicht auferlegt wird, das Heilverfahren zu gewähren. Wir haben das schon bei der Beratung der R.-V.-O. be- antragt, sowie, daß auch den Invaliden Krankenpflege zuteil werden solle. Alle Parteien des Reichstags erklärten das zwar für notwendig, lehnten aber unseren Antrag in Rücksicht aus die Finanzen des Reiches ab, doch sollte diese Verbesserung sehr bald nack Inkrafttreten der ReichSversickerung eingeführt werden. Zu dem Antrag, daß wenigstens in den Fällen, wo durch das Heilverfahren die Invalidität beseitigt, die Versicherungsanstalt entlastet werden kann, sie zur Gewährung des Heilverfahrens verpflichtet sein soll, wurde von allen Parteien bemerkt, daß in einem solchen Falle daS Heilverfahren niemals verweigert werden würde. Die Praxis hat dieser Erwartung nicht recht gegeben. In einer ganzen Reihe von Versicherungsanstalten wird anch in solchen Fällen das Heilverfahren verweigert. Wird die Petition nur als Material überwiesen, so bedeutet das, daß der Reichstag eine Stellungnahme verweigert. Aber nach der Art, wie alle Parteien bei der Beratung der Reichsversicherungsordnung Stellung mäßige Vehemenz eingestellt war. Sodann geht es ivohl auf daS Bestreben, den einzelnen Ton sorgsam auszuschöpfen zurück, daß oft etloaS zaghaft eingesetzt und erst kurz nach dem Einsetzen der Höhepunkt des ToneS angestrebt wird. Dadurch entsteht etwas Schleppendes und Sentimentales, wie denn überhaupt das ganze Konzert einschließlich der übrigen Darbietungen einigermaßen unter dein Zeichen des Schwerfälligen stand. Eine Abhilfe dagegen würde wohl sckon das Streben nach stärkeren und abwechselungsreicheren Akzenten sein. Die Auswahl der Chöre bot nichts Besonderes. Schubert und Schumann(dessen„Zigeunerleben" der Dirigent von der Klavierbegleitung aus leitete— ein schwierige? Kunststück!) sind natürlich stets willkommen; ein Volkslied ebenso. Modernes war durch den frühverstorbenen L. Thuille und etwa auch durch den noch frisch wirksamen H. K a n n vertreten. Anch A. R ü ck a u f möchte man wegen mancher Lieblichkeiten nicht niedrig einschätzen. Sonst aber könnten ein Kitsch, wie„llntcr einem Schirm" von Ulrich und eine Uebertafclmusik wie„Die Ablösung" von Hutter, sodann die typischen, in Wiederholungen schwelgenden Schmachtstiicke doch wobl wegbleiben oder etwa in einem typischen Beispiel gebrachl werden, wenn man sich zu einer historischen Reihung entschlösse. Das„Berliner Sinfonie-Orchester" unter der Direktion von M. Fischer scheint zu seinen Darbietungen— gleich neun an der Zahl! � eine etwas gebundene Marschronle gehabt zu haben; sonst würde es wohl kaum den Eroica-Trauermarsch, der matt hingezogen wurde, und das Lohengrin-Vorspicl, zu dem die Ausgeglichenheit und auch schon die Klangmasse fehlte, gebracht und sich eher mehr an Stücke wie die hübsch gelungene Mignon- Ouvertüre gehalten haben.— Die Solistin Frau Anna Reicher- Feiten besitzt in ihrer Stimme, zumal in der unteren Partie. einen sympathischen sonoren Klang und bemüht sich auch nach guter Aussprache._ es. Notizen. — Emil R o s e n o w s„Kater Lampe", hiese aus den Quellen echten Humors gespeiste und von warmem Volksempfinden getragene Komödie, ist jetzt als besonderer Band bei Hermann Essig. Groß- Lichterfelde. dem Herausgeber der gesammelten Dramen, erschienen. — Beethoven— st a a t S g e f ä h r Ii ch. Wie aus C h e r s s o n in Rußland gemeldet wird, verbot der dorrige Gouver» neur eine Aufführung von Beethovens„Troila", weil iv in dieser Sinfonie eine unpassende Verherrlichung Napoleons I. erblickte.(Der verrückte Napoleonsknltus, der neuerdings in der deutschen Belletristik getrieben wird, ist zwar»ich! staats- aber gcincingcfährlich.) — Die tlrform des Weizens. Professor Aaran Aaran- söhn, Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina. teilt mit, daß er nach jahrelangen Forschungen die Urform dcS Weizens aufgefunden habe. Sie wächst in Palästina wild, durch Kreuzung mit anderen Weizensorten hofft er eine Varietät zu ent- wickeln, die für Halbdürre Regionen von großem Wert sein würde, da der Urweizen an die Bodcnbeschaffenheit nur geringe An- forderungen stellt. genommen haLen, ist der Reichstag eS sich selbst schuldig, auch jetzt wieder Stellung zu nehmen; deshalb muß die Petition dem Reichs- kanzler zur Berücksichtigung überwiesen werden.(Bravo! bei den Sozialdemolraten.) Der Antrag Albrecht auf Ueberweisung zur Berücksichtigung wird abgelehnt, der Antrag der Kommission(Ueberweisung als Ma- terial) wird angenommen. Eine Petition von sechs gewerblichen Vereinen, welche die Beseitigung der Zucker st euer bei Verarbeitung von Früchten in gewerblichen Etablissements verlangen, beantragt die Kommission, als Material zu überweisen. Abg. Brey(Soz): Wir find gegen alle steuerlichen Hemmnisse einer Industrie. Daher wünschen wir. daß der Reichstag den Wünschen der Petenten nachlommt. Dazu kommt, daß die Verteuerung der Fruchtmarmeladen gerade die ärmsten Kreise der Bevölkerung trifft, die nicht in der Lage sind, Butter oder Ersatzmittel für Butter zu kaufen. An die Regierung richte ich die Anfrage, ob die in Aussicht gestellte Ermäßigung der Zucker st euer zum 1. April 1914 bestimmt zu erwarten ist. Sollte ich eine dies verbürgende Antwort nicht bekommen, so beantrage ich Ueberweisung der Petition zur B e r ü ck- s i ch t i g u n g im Interesse der beteiligten Industrie, der obstbauenden Landwirtschaft und iin Interesse einer gesunden und abwechselungs- reicheren Ernährung der ärmeren Bevölkerung. Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Mumm(Wirtsch. Vg.) und Marquardt(natl.) wird der Antrag Brey auf Ueberweisung der Petition zur Berücksichtigung mit großer Mehrheit a n g e n o ni in e n. Eine Petition des Kriegsinvaliden Hörsters in Essen auf Wiedergewährung seiner M i l i t ä r p e n s i o n beantragt die Kommission dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme zu überweisen. Abg. Sachse(Soz.): Hörster hat 1871 seine Militärpenfion erhalten und 1994 eine Alterszulage. 1999 wurde ihm diese wieder entzogen und dann auch die Militärpension, nachdem er sie 38 Jahre bezogen hatte und inzwischen 99 Jahre alt geworden war.(Hört I hört!) I» der Zwischenzeit war er wohlhabend gewesen, hatte aber sein Vermögen wieder verloren, und trotzdem hat man ihm die Rente entzogen. Die Kommission war der Meinung, daß formell nichts zu machen sei, da er den Rechtsweg beschritten hatte und abgewiesen worden ist. Aber der Reichstag muß es unbedingt verurteilen, wenn man einem K9jährigen armen Manne eine solche Rente wieder ent- zieht, während hohe Regierungsbeamte, die kerngesund � in Pension gehen und dann in Privatbetrieben 49 999 Mark JahreSgehalt beziehen, nebenbei ihre hohe Pension vom Reiche exbalten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein Kommissar der Militärverwaltung: Hörsters hat die Feld- züge 1879 und 71 mitgemacht.(Hört! hört!) 1879 erkrankte er am Wechselfieber und erhielt im August 1871 die Militärpension, weil sich herausstellte, daß noch Folgen von dem Wechselfieber vorhanden sind, zunächst auf ein Jahr. Die Nachprüfung ergab, daß noch weitere Reste der Krankheit vorhanden waren, und weil die Aerzte annahmen, daß sich der Zustand nicht bessern würde, erhielt er die Pension dauernd zugebilligt. Als er 1994 die AlterSzulage beantragte, wurde sie ihm bewilligt. Später ergab sich dann die Notwendigkeit einer Nachprüfung, und dabei stellte sich heraus, daß Rückstände von dem Leiden, auf Grund dessen er die Pension erhalten hatte, nicht mehr bestanden. Daher mutzte ihm auf Grund des Gesetzes die Pension entzogen werden. Es ist in der Kommission angeregt worden, erneut in eine wohlwollende Prüfung der Sache ein- zutreten. Das soll geschehen, wenn Hörster auf Grund eines militärärztlichen Zeugnisses den Nachweis erbringen sollte, daß doch noch Rückstände der damaligen Krankheit vor- handen sind. Das hat er bisher nicht getan. Abg. Sachse(Soz): Ein solches Gutachten beizubringen, dürfte 'Hörsters schwer werden, nachdem ihm gerade auf Grund eines mililärärztlichen Atteste? die Rente entzogen wurde. � Der Kommissiousantrag wird angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. Wahl des Präsidenten, Interpellationen über die auswärtige Lage und die Teuerung, sowie eine neu eingegangene Interpellation Ablaß(Vp.) über das Koalitionsrecht der Militär» a r b e i t e r. Schluß 9'/« Uhr._ Bus der Partei. Dem Andenken Hermann Försters. Das„Hamburger Echo" widmet unserem verstorbenen Ge- nossen Hermann Förster einen warm empfundenen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: Für Hamburg bedeutet das Hinscheiden Hermann Försters das Verschwinden eines Stücks lebendiger Parteigeschichtc. Denn so- lauge Förster in Hamburg lebte— und das sind mehr als drei Jahrzehnte— hat er immer in den vordersten Reihen des kämpfenden Proletariats gestanden. Anfqngs ein eifriges Mitglied der Lassalleschen Richtung, die sich um Bräuer gesammelt hatte, wurde er, nachdem er Bebel und Liebknecht persönlich kennen gc- lernt hatte, zum Anhänger der allgemeinen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, und ihm war es wohl wesentlich mit zu danken, daß die Bräuersche Anhängerschaft zum größten Teil den Anschluß an die Gesamtpartei fand. Als Proletarierjunge, der von früher Jugend an erwerbstätig sein mußte, hatte Hermann Förster die kargen Mußestunden seiner Jünglingsjahre fleißig benutzt, sich ein umfassendes Wissen anzueignen, das er nach Kräften für seine Klassen- und Leidensgenossen anzuwenden verstand. So war er, nachdem er die Heimat, das Weberstädtchen Zinna in der Mark Brandenburg, verlassen, in Luckenwalde eine notdürftige Volksschul- bildung genossen und das Zigarrenmachen erlernt hatte, schon früh- zeitig in die damals noch junge Gewcrkschaftsbewcgmig eingetreten, für die er bis an das Ende seiner Tage das lebhafteste Interesse bewahrt hat, obwohl er naturgemäß nach seiner Etablierung als Zigarrenfabrikant, die 1885 in Hamburg erfolgte, und nach Ueber- nähme zahlreicher Parteiämter sich nicht mehr so intensiv in ihr betätigen konnte wie in seinen jüngeren Jahren. Damals hat er sich hervorragend an der Gründung des Fachvereins der Tabak- arbeiter von Hamburg-Altona beteiligt. Mit den Genossen Hackel- berg und Heine bildete er den Vorstand der jungen Organisation. Unter dem Sozialistengesetz war Hermann Förster immer be- reit, iin Rahmen der gewerkschaftlichen Bewegung für die soziali- stischen Ideen zu wirken. Er tat es mit anfeuernder Beredtsamkeit. iGleichzeitig war er einer der ersten, die für den Genossenschafts- gedanken Propaganda machten; häufig hat er in den GeWerk- schaften Vorträge über das Genossenschaftswesen gehalten. Und wenn dieser Zweig der modernen Arbeiterbewegung in Hamburg zu besonderer Blüte gedieh, muß Hermann Förster das Verdienst zuerkannt werden, den Boden dafür mit beackert zu haben, als ,ioch an kein Ernten zu denken war. Von den Verfolgungen, die das Sozialistengesetz über so viele unserer Vorkämpfer heraufbeschwor, ist Hermann Förster ebenfalls nicht verschont geblieben, wenn er auch verhältnismäßig glimpflich davonkam. Wegen Verdachts der Geheimbündelei mußte er neun Wochen in Untersuchungshaft sitzen, wurde aber in der Gerichts- Verhandlung glänzend freigesprochen. Gegen die fulminante An- klagcrede des Staatsanwalts, der das Gespenst des Umsturzes in den düstersten Farben malte, wußte Förster sich recht geschickt zu «lkrtejp.igell, Nach dem Fall des Sozialistengesetzes wurde Hermann Förster neben Bebel, Singer und Auer Firmenträger der Hamburger Buch- druckerei und Verlagsanstalt Auer u. Co. Mit den Pflichten, die er damit übernommen hatte, nahm er es sehr epnst. Es mußten schon zwingende Gründe vorliegen, ehe er eiste Sitzung versäumte. Charakteristisch für seinen Pflichteifer ist, daß er noch heute sich vorgenommen hatte, trotz seines leidenden Zustandes an der Sitzung der Bürgerschaftsfraktion, der er seit 1919 angehörte, teilzunehmen. Morgen wollte er nach Berlin fahren, um seinen Pflichten als Reichstagsabgeordneter nachzukommen. Da kam der Tod und ließ ihn eine Reise antreten, von der es keine Wiederkehr mehr gibt. Tie deutsche Sozialdemokratie verliert'in Hermann Förster einen ihrer langjährigsten Vertreter im Reichstag. Seit 1899 hat et, mit der einzigen Unterbrechung von 1997 bis 1911, den Wahl- kreis Reuß-Greiz vertreten. Für die armen Leute jenes thüringi- scheu Jndustriekreises war er der geeignete Wortführer. Zwischen ihm und seinen Wählern hat es wohl nie ernste Differenzen gc- geben. Auch der Parteileitung hat Förster vorübergehend einmal angehört; das war 1895 bis 1897, als infolge der Auflösung des Parteivorstandes in Berlin der geschäftsführende Ausschuß nach Hamburg verlegt wurde. Hermann Förster ist nur 59 Jahre alt geworden. Neben der großen Gemeinde der organisierten Arbeiterschaft trauern an der Bahre des Entschlafenen seine Frau und eine Tochter, denen er stets ein treusorgender Familienvater gewesen ist. So wird sein Andenken fortleben als das eines Mannes, der als Kämpfer für die Sache des Proletariats seine volle Schuldigkeit getan und als Mensch sich die Achtung aller, die ihn kannten, erworben hat. Kommunalwahlen. Bei den nunmehr beendeten Stadtverordnetenwahlen in Magdeburg sind der Sozialdemokrate tünf neue Mandate zugesallen. Es waren im ganzen 34 Mandate zu besetzen, 12 für die dritte, 12 für die zweile und 19 für die erste Abteilung. Drei Mandate der dritten Abteilung waren bisher im Besitze der Sozial- demokratie, die aucki von ihr unter Steigerung der Stimmenzahl behauptet wurden. Zum erstenmal nahmen auch die Wähler der am 1. April 1919 eingemeindeten Vororte an den Wahlen teil. Es ge- lang der Partei, in diesen Vororten alle drei Mandate der dritten Abteilung und weitere zwei Mandate der zweiten Abteilung zu erobern.� Die sozialdemokratische Fraklion im Magdeburger Parla- ment zählte bisher acht Mitglieder, durch den Mandatsgewinn ist diese Zahl nunmehr auf dreizehn gestiegen. Die restlichen sechs Mandate der dritten Abteilung sind im Besitze der bürgerlichen Parteien geblieben; es handelt sich hier um die dritte Abteilung der A l t st a d t, in der das Beamtenelement überwiegt und daber ein Sieg der Sozialdemokratie außerordentlich schwierig ist. Die Mandate der dritten Abteilung in sämtlichen Varorteu sind aus- nahmslos in sozialdemokratischem Besitz. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Tanger münde gingen uns leider infolge einer fieberhaften und skrupellosen reichsverbänd- lerischen Agitation der Gegner vier Mandate verloren. In Kröppen st edt wurde zum ersten Male ein Sozialdemo- krat in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bon der Parteipresse. Eine Preßlonferenz aus dem Verbreitungsgebiete der„Frank. Tagespost" in Nürnberg befaßte sich in eingehenden VerHand- lungen mit der Frage, wie die Pretzverhältnisse zu verbessern seien. Die„Fränkische Tagespost" ist offizielles Parteiorgan für die sechs mittelfränkischen und einige oberpfälzischen Wahlkreise; die Wirtschaft- liche Gliederung in diesem ausgedehnten Verbreitungsgebiet weist die größten Verschiedenheiten auf, so daß die Zeitung in ihrer jetzigen Form bei der wachsenden Ausbreitung der Partei, namentlich in den ländlichen Gegenden den mannigfaltigen Bedürfnissen der einzelnen Leserschichten nur noch schwer gerecht, werden kann. Dm Mittel zur Abhilfe sollte die Aussprache aus der Konferenz an die Hand geben. Es wurde zuletzt ein Antrag angenommen, eine Kommission ein- zusetzen, die sich mit der Frage befassen soll, ob es möglich sei, eine städtische und eine ländliche Ausgabe der«Fränkischen Tagespost" herzustellen; einer später einzuberufenden Konferenz sollen dann konkrete Vorschläge unterbreitet werden. Ein Antrag, wöchentlich eine land- und hauswirtschaftliche Beilage herauszugeben, wurde den in Frage kommenden Instanzen überwiesen. Bissolati als Präsident der„Unione Liberale". Rom, 24. November.(Eig. Ber.) Für die im Dezember statt- findenden Ergänzungswahlen zum römischen Stadtrat hat sich eine antiklerikale Vereinigung gebildet, die sich im Einklang mit der italienischen Terminologie(liberal gleich antiklerikal)„Unione Liberale" nennt. Ihr gehören, im Gegensatz zu dem früheren Block der Volkspartcien, der auch Sozialisten und Republikaner einschloß, die Reformisten, bürgerliche Radikale und Liberale an. Die Präsidentschaft ist... Leonida Bissolati angeboten wor- den, demselben Manne, der jahrelang Chefredakteur des„Avanti" war und als sozialistischer Abgeordneter in der italienischen Kammer saß. Und Bissolati hat erklärt, sich durch die Wahl geehrt zu fühlen und hat sie angenommen! Er legt also offenbar Wert darauf, auf seine sozialistische Vergangenheit einen Grabstein, einen dekorativen und wuchtigen Block zu setzen: Bissolati, Präsident der „Unione Liberale"! Eine Berichtigung. Von dem früheren Parteimitglieds Zigarrenfabrikant Max P ü s ch e l in F i n st e r w a l d e erhalten wir die folgende Berichti- gung, die sich auf den von uns am 22. September im Bericht vom Parteitage wiedergegebcnen Bericht der Beschwerdckommission be- zieht. Die reichlich spät kommende Berichtigung lautet: „Auf Grund des§ 11 des Preßgesctzes ersuche ich Sie um Aufnahme der folgenden Berichtigung: In Nr. 222 des„Vorwärts" befindet sich ein Artikel, der sich mit meiner Person beschäftigt. Unwahr ist es, daß ich gegen die Genossen bei der Stadtver- ordnetcnwahl agitiert habe. Wahr ist vielmehr, daß ich bei der betreffenden Wahl für die sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt habe. Unwahr ist es, daß ich den Bevollmächtigten des Fabrik- arbeiterverbandes betreffs Einhaltung des Tarifvkrtragcs herab- gewürdigt habe. Wahr�ist vielmehr, daß der Tarifvertrag erst ganz kürzlich, etwa im September d. I., jn Bewegung gekommen ist, wohingegen ich den zetzt geforderten Tarif bereits meinen Arbeitern seit 1999 zahle. Der Bevollmächtigte des Tabakarbeiterverbandes hat gar kern Gewerbe. Beweis, daß derselbe beim Gewerbegericht als Arbeit- nehmer gewählt ist. Wahr ist es, daß ich seit Jahr wegen fortgesetzter übler Nachrede den Schutz der Staatsanwaltschaft gegen zwei Personen in Anspruch nehmen mußte. Unwahr ist es, daß ich eine Tabakarbciterin wegen Erlangung einer staatlichen Unterstützung denunziert habe. Wahr ist es, daß eine Tabakarbeiterin vom Zollamt zu mir ge- schickt wurde, als ich Arbeiter im Blatte suchte, worauf die Ar- bcitcrin zum Zollbeamten gesagt:„bei Püsch-l arbeite ich nicht" und dadurch die Unterstützung verlor. Wahr ist es, daß eine Tabakarbeitcrin von meiner Ehefrau eine Aöbeitsbcscheinigung verlangte, trotzdem ich im Lokalblatt Ar- beiter suchte und die Arbeiterin, als meine Ehefrau zu ihr sagte, sie könne bei uns arbeiten, die betreffende sagte, arbeiten will ich nicht.» Also ich suchte Arbeiter ,u, Anzeiger, das Zollamt schickt die Arbeiter zu inir und die betr. Arbeiterin verlangt eine Arbeitslosen- Bescheinigung. Mithin sollte meine Ehefrau einen Betrug aus- führen. Wahr ist es, daß. um diese Zeik, ende 1919 kn Finfterwalde bei der Zigarrenfabrikation Arbcitermangel war. Wahr ist es vielmehr, daß die betr. Arbeiterin nicht arbeiten wollte. Finsterwalde, den 23. November 1912. Max Puschel* Den vielerlei Behauptungen des Püschel entgegen steht da? Urteil des Schiedsgerichtes, das den Ausschluß Püschels wegen parteischädigenden Verhaltens ausspricht. Die Verhandlungen des Schiedsgerichts fanden am II. Dezember 1911 in F i n st e r w a l d e in Gegenwart Püschels statt. Der Ausschluß erfolgte nach genauer Prüfung des Tatbestandes und Anhörung mehrerer Zeugen. Das Urteil wurde Püschel am 12. Dezember v. I. zuge- stellt, am 4. Januar d. I. ging beim Parteivorstand ein Brief Püschels ein, in dem er gegen das Urteil Berufung an den Partei- tag einlegte und erklärte, daß er in» ä ch st e r Zeit den wahren Sachverhalt einsenden werde. Das ist bis heute nicht geschehen. Was Genosse Limberts als Sprecher der Be- schwerdekommission dem Parteitage mitteilte und in dem„Vor- Wärts"-Berichte enthalten war, ist also nur der Inhalt des Urteils, das Püschel seit deur 12. Dezember 1911 bekannt war, und«ine Wiedergabe aus dem Verhandlungsprotokoll. flusichliik der Oeffenlliclchelt und die Steuer der Oerlagsanftalt für einen flntiftreihfonds. Der außerordentliche Genossenschaftstag in Hamburg begann unter völligem Ausschluß der Oeffentlichkeit. Auch der Bericht- erstatter unseres Bruderorgans, des„Hambur- ger Echo", wurde mit der Bemerkung zurückgewiesen, daß die Tagung unter strengem Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehe und kein Berichterstatter zugelassen werde. Jn einer eingangs der Verhandlungen gepflogenen Debatte kam der Ausschluß der Oeffentlichkeit zur Sprache. Es wurde der Antrag gestellt, die Oeffentlichkeit herzustellen. Als die Redner im Gegensatz zum Vor- stand und Ausschuß den Ausschluß der Presse und die Zugehörigkeit des Kaufmannschen Sperlags zum Antistreikkassenverein der Prinzipale mißbilligten, telephonierte Dr. August Müller an die„Echo"redaktion, der„ Vorwärts"artikel sei unrichtig, man beabsichtige nicht die Presse vollständig aus- zuschließen, die Zurückweisung des Berichterstatters des„Echo" sei — ein„Versehen" gewesen. Der Genosse Frölich wurde dann als Berichterstatter zugelassen und dadurch eine Abstimmung über den Antrag auf Zulassung der Presse entbehrlich gemacht. Statt den Rückzug des Vorstandes und Ausschusses offen zuzu. geben, hat Dr. A u g u st Müller es also nicht verschmäht, durch die oben wiedergegebene wissentlich unwahre Mitteilung an das „Echo" den„Borivärts" zu verdächtigen. Welcher Grad von Ge- wissenlofigkeit zu der Verdächtigung gehört, zeigt nachstehende Kor- respondenz, die die Richtigkeit unseres Artikels vom 23. November, den wir leider durchaus aufrecht erhalten müssen, beweist. Mit der Berichterstatter hatten wir den Genossen Kirchner, langjährigen Berichterstatter über Gcnossenschaftstagungen, beauftragt. Darauf erhielten wir von ihm folgendes Schreiben: Sozialdemokratische Korrespondenz Karl Kirchner, Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 19. November 1912. Ich kann die Berichterstattung vom außerordentlichen Ge-, nossenschaftstag leider nicht übernehmen, da die Presse seltsamer, weise nicht zugelassen wird. Ich meldete, mich beim Zentralverband an und bat um Zu» sendung des event., vorliegendes Materials.. Darauf bekam ich beiliegendes Schreiben. Mit bestem Gruß gez. K. Kirchner. Diesem Schreiben lag folgender Brief des Zentralvcrbandcs deutscher Konsumvereine bei: Zentralverband deutscher Konsumvereine. Sekretariat des ZentralverbandcS deutscher Konsumvereine. Verlagsanstalt des ZentralverbandcS deutscher Konsumvereine von Heinrich Kaufmann u. Co. Hamburg 1, 18. November 1912. Herrn K. Kirchner „Soz. Korrespondenz" Frankfurt a. M., Gluckstr. 12. Den Empfang Ihres Geehrten vom 17. November bestätige ich dankend und teile Ihnen ergebcnst mit, daß der außerordent- liche Genossenschaftstag in Hamburg rein geschäftliche Angelegen- heite» des Zentralverbandes und der Verlagsgesellschaft be- handelt, die für die Oeffentlichkeit kein Interesse haben. Dem» nach wird auch zu diesen Tagungen die Ocfcfcnt» lichkeit nicht zugelassen.' Ich bedauere, Ihrem Wunsch nicht Rechnung tragen zix können, und zeichne niit genossenschaftlichem Gruß gez. Heinrich Kaufmann, Generalsekretär des Zentralverbandes deutscher Konsumverein«. Diesem urkundlich nachweisbaren Sachverhalt gegenüber zu behaupten,„der Vorwärtsartikcl ist unrichtig", dazu gehört ein über- aus starker Mangel an Gewissenhaftigkeit oder der Fähigkeit. Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Die Verdächtigung gegen uns hängen wir niedriger. Die Tagung selbst zeigte, daß der Vorstand und Aus- schuß des Zentralverbandes in den von uns besprochenen Punkten eine Stellung einnahm, wie sie von der deutschen Ar- bcitcrklasse und den Mitgliedern des Genosscnschaftstages entschieden mißbilligt wird und im Interesse der Arbeiterbewegung bekämpft werden muß. Zu Beginn der Tagung gab Lorenz- Hamburg im Namen des Vorstandes und des Ausschusses des Zentralverbandes eine Erklärung gegen den Artikel des„Vorwärts" in der Nummer vom 23. November ab. Wir hatten darin scharf kritisiert, daß der Genossenschaftstag nach dem Willen des Bor- standes unter Ausschluß der Oeffentlichkeit tagen sollte und der von uns bestellte Berichterstatter von der Tagung zurückgewiesen worden war. �Gleichzeitig hatten wir auf die skandalöse Tatsache hingewiesen, daß die Verlagsanstalt deutscher Konsumvereine Heinrich Kaufmann u. Cie. dem Prinzipalsverein Deutscher Buchdruckcrverein angehört und dadurch in einen Streikfonds gegen die Arbeiter Beiträge abführt. Das Vorstandsmitglied Lorenz erklärte nun dazu, daß bisher zu allen Genosseirschaftstagnngen Einladungen an eine Reihe von Privat- Personen und die Presse ergangen sind und auch Journalisten stets ungehindert zugelassen wurden. Diesmal sei von einer solchen Einladung abgesehen worden, da es sich bei dieser Tagung aus- schließlich um die Behandlung geschäftlicher Angelegenheiten handelte. Ter Vorstand habe deshalb auch zwei Korrespondenz, burcaus zurückgewiesen. Es sollten zum Teil geschäftliche Fragen erörtert werden, die keine ähnliche Organisation vor eine so große Versammlung bringe, gewiß aber nicht öffentlich behandele. Der Ausschuß habe die Maßregeln des Vorstande» durchaus gebilligt, er wünsche aber, daß bei allen künftigen Tagungen die Oeffentlichkeit zugelassen iverde. Die Generalvcr» sammlung der Perlagsgesellschaft müsse aber unter alles Umstand« unker Ausschluß der Oefsenllichkeit geführt werden, da sie rein ge- schäftlichen Charakter trage. Aus der Zugehörigkeit der Berlagsanstalt Kaufmann u. C i e. zum Buchdruckerverein könne kein Vorwurf gemacht wer- den. da ihm auch eine Reihe Parteidruckereicn angehörten. Der Buchdruckerverband sei nun der Meinung, ein in diesem Prinzipals- verein geschaffener Fonds solle bei Streiks gegen die Arbeiter ver- wandt werden. Um diese Frage zu regeln, sei für den 29. November eine Sitzung einberufen worden, an der sich Vorstand und Ausschuß des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine, die Generalkom- Mission und der Buchdruckerverband beteiligten sollen. In der Debatte über diese Erklärung bemerkte Fräßdorf-Dresden: Die Auffassung und die Maßregeln des Vorstandes seien nicht zu billigen. Die Genossenschaftstage müßten wie bisher öffentlich tagen. Soweit das nicht möglich sei, weil geschäftliche Fragen behandelt werden, müsse die Oeffent- lichkeit auf besonderen Beschlutz ausgeschlossen werden. Er st e l l t e denAntrag, dievolleOeffentlichkeitderVerhand- lungen herbeizuführen. Seiner Meinung nach habe die Berlagsanstalt im Buchdruckerverein nichts zu tun. F l e i tz n e r- Dresden: Die Presse hätte schon des- halb zugelassen werden müssen, weil ihre Be- richte für unsere Sache agitatorisch nützlich sind. Der Fräßdorfsche Antrag könne ja nun nicht die Wirkung haben, daß hier die Presse vertreten ist. Es solle aber durch seine An- nähme ausgesprochen werden, daß die Versammlung mit den Matz- regeln des Vorstandes nicht einverstanden ist. Man müsse zu- geben, daß dem„Vorwärts" durch dies ganze Versahren die Mög- lichkeit gegeben wurde, den Artikel zu schreiben. In der weiteren Debatte suchte nur der Vorsitzende des Ausschusses. von Elm- Hamburg, das Vorgehen des Vorstandes und Ausschusses in vollem Umfange zu rechtfertigen. Seine Ausfüh- rungen suchte er durch einige Stinkbomben gegen den„Vorwärts" schmackhafter zu machen. Er führte nach einem uns vorliegenden Bericht aus: Der Ausschuß habe sich dahin verständigt, daß die Genossen- schaststage öffentlich sein sollen. Nur wenn rein geschäftliche Dinge verhandelt würden, solle auf besonderen Beschluß die Oeffentlich- keit ausgeschlossen werden. Auch diesmal gelte dies alles schon, es sei nur davon abgesehen worden, Einladungen zu verschicken. Der „Vorwräts" habe durchaus nicht objektiv berichtet. Es gebe eben gewisse Herren, die den Genossenschaftlern immer Knüppel zwischen die Beine werfen müßten. Wenn der„Vorwärts" sich bei Kauf- mann über die Sachlage erkundigt hätte, dann wäre ihm erklärt worden, daß sein Vertreter ohne weiteres Zutritt habe. Es müsse ober ein Unterschied zwischen Pressevertretern und Korrespondenz- burcaus gemacht werden, bei denen man nicht kontrollieren könne, wo ihre Berichte hingehen. Unter Freunden hätte man sich erst über die Ding« ausgesprochen, ehe mit Keulen zugeschlagen worden wäre. Aber der„Vorwärts" sei eben kein Freund der Genossen- schaften. (Der Genosse v. Elm hätte seine geschmacklosen Anwürfe, die ,n der geradezu albernen Behauptung gipfeln,„der„Vorwärts" sei eben kein Freund der Genossenschaften" vielleicht sich erspart, wenn er sich nach dem Wortlaut des Briefes des Genossen Kauf- mann erkundigt hätte. Oder nimmt er an. Kaufmann habe die Unwahrheit gesagt und ist ihm unbekannt, daß Kirchners Korre- spondcnz eine sozialdemokratische ist?) Redner führte ferner auS: Es sei gar nichts zu verheimlichen. Wenn man das wolle, so sei das schon durch die große Zahl der »Teilnehmer verhindert, durch die schon die Ocfsentlichkeit gegeben sei. Die Buchdruckerangelegcnheit sei schon seit langem Zeit Gegenstand von Verhandlungen. Er sei durchaus der Mei- «ung, daß die Verlagsanstalt dem Prinzipalsver- ein im Arbcitcrinteressc angehören müsse. Möglichst viele arbeitcrfreundliche Betriebe sollten darin Mlljied sein, damit dem Streben der Scharfmacher, das Tarifwerk scheitern zu lassen, energisch entgegengetreten werden könne. Kaufmann l>abc im Ver- ein durchaus im gewerkschaftlichen Sinne gewirkt. Ohne ihn wäre vielleicht ein neuer Buchdruckcrtarif gar nicht zustande gekommen! Der Fonds solle keinen Kampfzwecken gegen die Arbeiter dienen. Er sei bisher auch nur zu gewerblichen Zwecken verwendet worden. DaS„Hamburger Echo" sei früher auch Mitglied des Vereins gewesen. Geschäftslcitung und Preßkoinmission seien auch heute noch der Meinung, daß die Zugehörigkeit zum Verein zu empfehlen sei. Nur mit Rücksicht auf die Stimmung in den Massen habe man die Mitgliedschaft aufgegeben.«Das„Hamburger Echo" bestreitet. daß die Firma Auer u. Co. jemals Mitglied eines Prinzipals- Vereins gewesen sei; worauf es allein für uns ankommt, ist: wie kann Kaufmann nach Einrichtung des Anti streik- f o n d s dem Vereine noch angehören.) Wenn es zu einem Kampfe mit den Buchdruckern komme, brauche die Firma Kaufmann nicht auf der Ilnternchmcrseitc mitzumachen. Sie sei durch keine Bc- schliissc irgendwie gebunden. Aber es kann bei künftigen Tarif- Verhandlungen möglicherweise von wenigen Stimmen abhängen, ob die Buchdrucker in den Streik getrieben werden oder nicht. Kommt dann ein Kampf, der Millionen kostet, dann könne man der Verlagsanstalt Vorwürfe darüber machen, daß sie dem Prinzi- palsvcrcin nicht angehört und für die Gchilfeninteressen gewirkt habe. v Von keinem Debatteredner wurden die Beschönigungen b. Elms über die Zugehörigkeit zum A n t i st r c i kv e r c i n ge- billigt. Sie werden wohl in allen gewerkschaftlichen Kreisen mit Kopfschütteln und Bedauern aufgenommen werden. Auch der Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde von keinem dem Vorstand oder Ausschutz nicht zugehörigen Mitglied verteidigt. Nur St üh in er von der Berliner Verwaltung gab einer entgegengesetzten Ansicht Ausdruck. Nach dem uns zur Ver- fügung gestellten Bericht wendete er sich scharf gegen den„Vor- wärts". Der hätte sich leicht beim Zentralvorstand telephonisch über die Angelegenheit orientieren können. Man könne nicht un- bedingt ein Recht der Presse, an den Tagungen teilzunehmen, an- erkennen. Auch die Gewerkschaften tagten oftmals bei bestimmten Fragen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der„Vorwärts" hätte die Sache„wieder einmal gehässig ausgenutzt". Auch in der Frage der Mitgliedschaft beim Buchdruckcrverein sei dies der Fall. Die Konsumvereine würden leider für all das verantwort- lich gemacht, was Kaufmann in Hamburg tue. Die Verlags- anstalt gehöre nicht in den Unternehmerverein. Sie könne dort bei Streiks und Aussperrungen an die arbeiterfeindlichen Beschlüsse gebunden werden. Wenn es gelte, unter den gewerkschaftlich und politisch organisierten Arbeitern zu agitieren, könne die Zuge- Hörigkeit zu diesem Verein den Genossenschaften viel schaden. Den Versuchen, den Vorstand und Ausschuß durch eine Eni- stellung des wirklichen Sachverhalts reinzuwaschen, trat I a n tz e n- Hainburg entgegen. Er konstatierte, daß das ganze Verfahren des Vorstandes den Ausschluß der Presse bedeute. Sie habe aber ein Recht, anwesend zu sein und mit ihrer bisherigen Arbeit könne man durchaus zufrieden sein. von Elm habe eine eigenartige Aushöhlungstheo- r i e verfochten, die sei aber längst überwunden. Es gehe keines- falls an. daß Betriebe der modernen Arbeiterbewegung einem sol- chen Prinzipalsverein angehören, namentlich wenn man dadurch einem Reptilienfonds beisteuern müsse, der zur Unter- stützung gelber und blauer Organisationen ver- lvandt werde. Darauf wurde ein Schlußantrag gestellt. Fleißner- Dresden sprach gegen ihn, da es unbedingt notwendigt sei, auf die von Elmschen Ausführungen zu antworten. Dennoch wurde Schluß gemacht. Im Schlußwort suchte Lorenz einen Unterschied zwischen der Zurückweisung privater fsozialdemolratischer) Korrespondenz- bureaus und der Zurückweisung der Presse zu konstatieren. Unter lebhafter Zustimmung erwiderte ihm F l e i tzn e r- Dresden: Wer die Verhältnisse in der Parteipresse kenne, wisse doch auch, daß ein- zelne Parteizeitungen diese Korrespondenzbureaus mit der Bericht- drstattung beauftragen. Weise man diese zurück, so schließe man damit auch die Presse aus. Lorenz erklärte dann, die Oeffentlichkeit sei jetzt herge st ellt, denn ein Berichterstatter des„Hamburger Echo" sei anwesend. Nach diesem Rückzug wurde der Antrag auf Herstellung der Oeffentlich- keit unter Heiterkeit zurückgenommen. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde dann über die Statutenänderung beraten. Darüber referierte Kaufmann- Hamburg. Es soll ein Generalrat eingesetzt werden, der aus je 12 Vertretern jedes Revisionsverbandes und der Großeinkaufsgesellschast gebildet wer- dn soll. Von vornherein sollen zunächst die Vorstands- und die Aufsichtsratsmitglieder der Revisionsverbände in den Generalrat kommen und nur die dann noch fehlenden Delegierten sollen bc- sonders gewählt werden. Die Vertreter der Großein- kaufsgesellschaft soll der Aufsichtsrat wählen. Der Generalrat hat die Tagesordnung der Genossenschafts- tage festzusetzen und über die Anträge, die dort gestellt werden, zu beraten. Diese Anträge kommen aber erst auf die Tagesordnung, wenn sowohl Vorstand als Ausschuß und Generalrat das bc- schließen. Der Generalrat hat weiter Vorschläge zu Delegationen usw. zu machen und endgültig über alle inneren Angelegenheiten zu beschließen, über die nicht der Genossenschaftstag entscheidet. Wenn sich Vorsttmi und Ausschuß in einer Frage nicht einigen können, entscheidet der Generalrat. Der Vorstand besteht aus drei beamteten und vier ehrenamtlichen Mitgliedern. Weiter wird im neuen Statut bestimmt, daß Produktivgenossenschaften nicht mehr aufgenommen werden dürfen, es sei denn, daß sie mit Kon- sumvereinen organisch verbunden sind. Dadurch sollen die Kon- sumvereine von der angeblichen Ausnutzung durch ungerechtfertigte und leichtfertige Genossenschaftsgründungen geschützt werden. Schließlich soll eine Verlagsgesellschaft m. b. H. gegründet werden, die durch Leitung und Aufsichtsrat in Personalunion mit dem Zentralverband der Konsumvereine steht. Die übrigen Aende- rungen sind von geringer Bedeutung. In der Debatte werden eine Reihe Abänderungsvorschläge gemacht. Einige bezwecken, die einzelnenGenossen- schaften möglich st unabhängig von den Be» schlössen des Genossenschaftstages zu machen. Sie werden abgelehnt. Die Genossenschaften waren bisher in der Beschickung des Ge- nossenschaftstages durch Delegierte unbeschränkt. Jeder Verein hatte aber ohne Rücksicht auf seine Größe nur eine Stimme. Da- gegen«enden sich eine Reihe von Anträgen, die von Güttler- Berlin. Adam- Kiel und F l e i tz n e r- Dresden begründet wer- den. Auch der Vorstand hat einen Eventualantrag gestellt, wonach Vereine mit unter 1009 Mitgliedern einen Delegierten, bis zu AM Mitgliedern zwei, 10 009 drei, 30 000 vier, 100 000 fünf und über IY0000 sechs Delegierte senden können. Alle diese An- träge w e r d e n a b e r a b g e l e h n t. da die Dreiviertelmehrheit nicht erzielt wird. Gegen die Art, in der die Delegierten zum Generalrat bestimmt wurden, wendet sich ein Antrag von Dresden, der eine demokratischere Regelung vorsieht. Er wird als dem Organisationssystem des Verbandes widersprechend abgelehnt. Dasselbe Schicksal hat ein Antrag Kiel, der verlangt, folgende Bestimmung aufzuheben: „Beschlüsse des Generalrats, die von den Entschließungen des Borstandes und Ausschusses abweichen, bedürfen der Zustimmung dieser beiden Körperschaften." Das bleibt bestehen, obwohl Adam- Kiel meint, damit werde dem Generalrat jede selbständige Wirksamkeit genommen: Der Gcneralrat absolut, wenn er dem Vorstand den Willen tut i Die Borstandswahl ergibt die Wahl von Lorenz, Barth, Rade stock, Lieb- mann, Kaufmann. Dr. lWüller und B ä st l e i n durch Zuruf. Darauf erfolgt in geheimer Sitzung di» Gründung der Berlagsgesellschaft deutscher Konsumvereine m. b. H. Ihr Kapital soll 2 Millionen Mark betragen. 040 Vereine haben davon bereits 1923 000 Mark gezeichnet. *« * Die Vorgänge auf diesem nach vielen Richtungen hin„außer- ordentlichen" Genossenslhaftstag zeigen, wie dringend erforderlich eine tätigere Beteiligung unserer politisch und gewerkschaftlich organisierten Genoffen auch an den Verwaltungsangelegenheiten ist, damit die Genossenschaftsbewegung nicht denselben Charakter er- hält, wie jene, deren Vorgehen zu der Spaltung in Kreuznach führte. Die Genossenschaften müssen mit sozialistischem Geist er- füllt werden, um ein wirksames Hilfsmittel im politischen und gelverkschaftlichcn Kampf der Arbeiterklasse zu werden. Sie können es, Iveil die übergroße Anzahl der Genossenschaftsmitglieder aus politisch und gewerkschaftlich organisierten Genossen besteht. Die österreichische Genossenschaftsbewegung geht Hand in Hand mit den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter. Eine Mißachtung der gewerkschaftlichen und demokratischen Auf- fassungen der Genossen, wie sie leider einflußreiche Genossenschafts- Mitglieder auf diesem Genossenschaftstag deutlich zum Ausdruck ge- bracht haben, findet dort keine Stätte mehr. )?iis Induftrie und ftandel. Balkankrieg und Sparkassen. Durch die bedrohliche politische Situation sind ähnlich wie im Vorjahre während der Marokkokrise in diesem Oktober die Sparkassen milbetroffen worden. 237 Sparkassen, deren Ergebnisse bekannt sind, haben im Oktober nur einen Zuwachs der Einlagen von 8>/z Millionen Mark erfahren, während er im vergangenen Oktober 19.6 Millionen bclrng. Bei allen Sparkassen zusammen schätzt man den Rückgang des Zuwachses von 50 auf 22 Millionen. In den Großstädten, deren Bevölkerung über den Ernst der ursprünglichen Lage schneller und besser unterrichtet ist, waren die Rückzahlungen fast ebenso groß wie die Einzahlungen. Bei 27 der größten Kassen wurden 97 Millionen zurückgefordert und nur 98,3 Millionen eingezahlt. Die Zunahme betrag also nur 1,3 Millionen gegen 9 Rillionen im vorjährigen> Oktober. Einzelne Großstädte scheinen daher angesichts der«gen» blicklichen politischen Loge besondere Besorgnisse für die Einlage-» bestände ihrer Kassen zu hegen. So verbreitet Cha-rlotten« bnrg durch das Magtstratsnachrichtenamt eine Notiz, die die Sicherheit von Spargeldern bei öffentlichen Sparkassen betont. Für das Petrolenmmonopol. In Carl Heymanns Verlag(Berlin) ist dieser Tage eine Bro« schüre von Dr. W. Möller„Das Reichspetroleummonopol s68 S,„ Preis 1 M.) erschienen, die sich für den vorgelegten Gesetzentwurf ins Zeug legt. Schon der geringe Umfang der Schrift zeigt, daß von einer eingehenden Erörterung des Gesetzentwurfes und seiner Probleme keine Rede sein kann. Der Preisfrage sind knapp zwei Seiten gewidmet! Aber der Inhalt ist nicht nur lückenhaft, sondern geradezu oberflächlich. Mit einer verblüffenden Leichtigleit— die den Gedanken anderer Bciveggründe des Verfassers immer wieder aufdrängt — springt der Verfasser über alle wichtigen und schwierigen Frage« hinweg, um immer von neuem die Weisheit des Gesetzentwurfs zu Preisen. Als offene Slreitschrift eines Interessenten, sagen wir der Deutschen Bank, würden wir sie hinnehmen. In anderer Gestalt kann sie nur zur Irreführung dienen. Vor einigen Jahren hat der gleiche Verfasser im Verlage für Fachliteratur(Berlin 1910: 99 Seiten in Quartformat; Preis 8 M.) seine Dissertation über„Die Versorgung der Welt mit Petroleum" veröffentlicht, die einen guten, wenn auch heute etwas veralteten Ueberblick gewährt. Dort wird die Frage des Reichsmonopols gründlicher und gewissenhafter behandelt und die begründeten Er- gebnisse stehen in direktem Gegensatz zu den jetzigen Behauptungen Möllers:«Auf Rußland, Rumänien und Galizien allein kann sich ein Reichsmonopol nicht stützen; außerdem würde Rußland ohne Zweifel dieselben Preise verlangen wie heute Amerila. Nun ist gesagt worden, die Standard Oil Co. solle noch keineswegs von den Lieferungen ausgeschlossen werden. Das mag durchführbar sein; die Standard Oil Co. würde sich auch notgedrungen an den Liefe- rungen beteiligen; nur eins bleibt hier im Dunkeln, was gerade das wichtigste ist: die Preisfrage I" Was hat sich seit 1910 an den Produktions- und Marktverhältnissen geändert, daß diese Anficht Möllers zu revidieren wäre? Klus der Frauenbewegung. Ausflüchte. Wir hatten geglaubt. Frau Regine Deutsch führte die Polemi! gegen den„Vorwärts", um sich gegen den Vorwurf der Inkonsequenz zu verteidigen. Jetzt scheint es aber, als ob sie nur Reklame für das demokratische Wochenblättchen„Das freie Volk" treiben wolle- Denn anstatt auf unsere Notiz„Wahrheit oder Deutung" sachlich einzugehen, jammert sie über unser unbeabsichtigtes Versehen, daß wir in der Polemik den Ort ihr Ausführungen fortließen. Um unö nicht nochmals dieses Verbrechens schuldig zu machen, notieren wir pflichtgemäß, daß ihr Klageruf im„Freien Volk", 3. Jahrg. Nr. 47, Berlin-Schöneberg, Preis 19 Pf.(genügt's?), zu finden ist. Schlimmer ist, daß Regine Deutsch in der gleichen Nummer deS „Freien Volks' eine Taktik anwendet, die etwas stark an die Methoden gewisser anderer Wochenblättchen erinnert. Da eine an das„Freie Volk" von Fräulein L. D. eingesandte Berichtigung mit unseren Informationen über eine Mitgliederversammlung des Groß-Berliner Frauenstimmrechtsverbandes sachlich übereinstimmt, be» hauptet Regine Deutsch forsch,„die Quellen des anonymen„Vorwärts"» Artikels" aufgedeckt zu haben. Wir betonen hier zwar, daß wir mit Fräulein L. D. in keinerlei Verbindungen stehen; konstatieren aber, daß die Methode, durch solche KombinatioNn von unS od» anderen Personen die Preisgabe unserer Vertrauensleute zu«»» pressen, die schärfste Brandmarkmg) verdient. Geradezu albern ist es. bei den Lesern des„Freien Volks' die Vorstellung zu er« wecken, als stecke hinter unseren Artikeln über die Spaltung im Frauenstimmrechtsverband irgend eine besondere Anonymität. Für alle Artikel des„Vorwärts" trägt stets die Redaktion die volle Verantwortuirg und noch nie ist in unserer Rubrik„Frauenbewegung" ein Artikel mit Namen gezeichnet worden. Wenn Regine Deutsch, unter Verleugnung ihrer journalistischen Erfahrungen, durch derartige Mätzchen einer ernsten Polemik über die Bedeutung der Vorgänge im Stimmrechtsverband und ihre eigene Verleugnung demokratischer Prinzipien auSzulveichen sucht, verzichten wir auf jede weitere Be» schäfliguug mit ihr. Sind doch nicht nur Mitglieder des Stimm» rechtsverbandes sondern auch solche der Demokratischen Vereinigung von ihrer Polemik und ihren Ausflüchten angewidert worden. Noch in Nr. 54 des„Kleinen Journals" fetzt sie ihre bereits von anderer Seite als unehrliche Kampfesweise bezeichnete Deutung der Bor« gänge im Frauenstiminrechtsverband fort. Aus der Krawattenbranche. Die Verhältnisse in der Krawattenbranche wurden in einer Ver- sammlung von Krawattenarbeiterinnen und-arbeitern besprochen, die am Freitagabend im Königstadt-Kasino, Holzmarktstraße, statt- fand. Gustav Tri n ks vom Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter referierte. Um die Krawattenindustrie hat man sich bisher recht wenig gekümmert, selbst in der Gewcrbezählung von 1907 ist sie nicht besonders aufgeführt. Sozialpolitiker und Statistiker Wissen daher nichts von ihr. Freilich ist die Branche erst im„Zeitalter des steifen Kragens" entstanden, hat aber bereits eine bedeutende Ausdehnung gewonnen. Die Lohn- und Arbeits» bedingungen sind indessen ständig schlechter geworden; sie waren vor 10 bis IS Jahren besser als heute trotz der steigenden Teuerung. Die Arbeiterinnen verdienen heute kaum 20 Pf. pro Stunde und nur in Ausnahmefällen mehr. Das ganze Elend der Heim» arbeit zeigt sich hier. Die Fabrikanten suchen die Arbeiterinnen nach Möglichkeit zu täuschen und gegeneinander aufzuhetzen, um die Preise immer tiefer herabsetzen zu können. Sie richten auch Lehr» anstalten ein für„Damen besserer Stände", die in abgesonderten Räumen Unterricht erhalten. dasMaterial bezahlen und auch noch um« sonst arbeiten müssen. Berüchtigt sind die„K r a w a t t e n- A k a d e» m i e n", deren Leiter sich den lächerlichen Titel..Krawatten-Akademie» Direktor" beilegen, aber in Wirklichkeit die schändlichsten Ausbeuter sind. Sie stehen geivöhnlich mit Fabriken in Verbindung. Die.Lehr» linge" werden sofort entlassen, wenn sie Lohn verlangen, nachdem sie lange genug ohne Entgelt gearbeitet haben. Gefürchtete Kon- kurrenten auf dem Arbeitsmarkt sind die Frauen der kleinen Beamten und des Mittelstandes, die heimlich Krawatten für Schundlöhne nähen und sich schämen, als Arbeiterinnen bezeichnet zu werden. Auch städtische Behörden haben schon Kralvuttenschulen eingerichtet, zum Beispiel in Krefelv. Dort wollte man der Berliner Konkurrenz durch bessere„Ausbildung" begegnen. Tatsächlich sind nur die Löhne in Krefeld gedrückt worden. Eine Hauptschuld trifft auch die Arbeiterinnen selbst, weil sie die Organisation vernachlässigten.'Ohne Organisation gibt eS keine Hilfe. Andere Näherinnen, z. B. in der Wäschebranche, haben durch ihre, freilich auch erst sehr spät begonnene Organisation Ordnung in die Arbeitsverhältnisse gebracht und manche Verbesserung durchgesetzt. Die Ausführungen des Referenten über die bestehenden schlechten Verhältnisse wurden in der Diskussion bestätigt und ergänzt. Viel geklagt wurde über die Rücksichtslosigkeit der Unternehmer bei der Ablieferung der Waren, die in der Regel stundenlang dauert. Ein Zuschneider klagte darüber, daß die Krawattenarbeiterinnen auch an Sonn- und Feiertagen arbeiteten. Die Versammelten waren sich darin einig, daß der Orgauisationsgedanke mehr gepflegt werden müsse, denn nur durch den Verband können feste Tarife für die Preis« und andere Berbesferungen durchgesetzt werden. i�rswi.« Abraham Hamb. Messina-u.R5mertrank-Kel!. K 4, Btrltltlr. 8», Femap. Kgst. 13708 ~~ Bestes alkoholfreies Getränk, Berlin O.RadolfstM. IErs Erscheint 2 mal öchentlich. j BezMgsqMeBlewVePzeSchniSs| Untenstehende Geschäfte empfehlen sich bei Einkäufen Damaschke. Invalidenstr. 144. Si-Si_ Bamburgrer Laden, Ch«rl.,Wt!I»t.69 � Bäcltepelen, KondHor.*� Biottncp's GroObückerei Geschäfte In Berlin, Charlotfenbupo. SohBneberg, Wllmeredorf. I c Barufaklelduno z Bohndorfs Back.,Kcnlg8berger8tr 80 Paul Delly, Markusstraße 15 lörot-fabrik„Vorwärts" | Hermann Ullrich, Köpenick, i Franz Faulwetter, Manleaffelftr.67. E. Freyer, Blnmenstr. 72,£.MarkasBtr WÜil. EfiSßl WeiJmsee" Pwlitr. 4. Verkauf in HilcheeschSften Berlins Bekuat oegeben. d. FltkaU. Georg Gens, Memelerstr. 20 JlGesseerÄ�r'-35 OsiiarHaPiie'sßfoltiäteel TS OeBChfilte In illon Stadtteilen Berlins und in Bisdorf. Cegrllndct ISOK, HoppeisNnclif.Krsmarek�daltxrtal.eu KlIies-GroBbäckcrel, BoSestr. 8. Ernst Küster, Frankf. Allee 197. Emil Lleske, Grüner Weg 122. Hermann Markau, Rigaerstr. 107 Mattke, Gipsstr. 9. E. Mertlns, lleichenbergerst. 168. E, Martin, Gleimstr. 65. Frifc Mülle, Gräfestr. 4. Alfred Müller, Brunnenstr. 87. Roman Nowak, Wieners tr. 8. Friedridi Oste, Madaistr. 10. Herrn. Proell, Nonnendamm. Friedrich Probst, Andreasatr. 61 Bäckerei„Nordstarn" Inh.; Gust. Müller Filialen i. verschied. Stadtteilen Richard Reinke SS. Arthur Roemer, Kotlb. Damm 101 Walter Rohr, Anklamerstr. 26. Max Sander, Dunkerstr. 22. Otto Schmidt, Adalbertstr. 27. Helnr. Schubert Boxh. Ghanas. 5/6 Blkorskj,\Vei£eo«ee, Heine» doffaratr.ll Rieh. Schenk mä A. Schreier, Urbanstr. 61. H. Spillmann, Grüner Weg 116. fisatar Tauplli, Prinzen-Allee 61. Carl Tennert, Schlesischestr. 19. F. Tledemann, Boit.-B., Kintatr 47. Tnnitnn Filialen in allen Stadt- lurnan teuen. Josef Ullrich, Manteuffelstr. 102. VolksfarotE. G-ki-LÜT Fehmarn atr. 10 Mlrbachstr. 12 Hftselerstr. 11 E HSaelerst. 16K >c«r»cbfidtrtr.3.Kiiclgi«EII«»tetbit.7b K. Walter jr., Löweatr. 18 f Choriuerstr.SS I I Fil.Ackerstr.l| Wilhelma Andrer. 82. Otto Winkler, Nannynstr. 73. E. Woltf, Grüner Weg 76. c Badeanstalten :) Arkona-Bad, Anklamer-Str. 24. MN es<-a Landsbergerstr. 107 Qollnowatr. 41. Börgerhad � Canitz-Bad, Mümstraßo 2. totral-Bai! Anae?-"""- gruberstr. 26. Neukölln, Münchenerstr. 51 Bad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 126. Lieferant sämtl. Krankenkassen Bad Friedrichshain, Undib.AllHiSS Badeanstalt, Hasenheide 18, Bad Hufeland, Hufelandstr. 46. Kaiser-Friedrlcha-Bad.Cliarl.aBk. j früher Münsel, Wallstr, 70/71. Natlonal-Bad, Brunnenstr. 9. Bad Ostend MÄn7 Passage- Bad Reform-Bad, Wiener Str. 66. Römer-Ball Sil acS«!"Bad■ wilCola SchlesischoStr.Sl. U 7 iktonla- Bad Kottbuser Damm 75 V FrledrlchWIlhelmsbad Chausaeestr. 87. � Bandagen, BnrnrnTääT� S. Bänke, Stralauer Str. 66. Berkholz, Köpenickerstr. 70. Lange, A. E., Brunnenstr. 167. Liepe, Schöneberg, GmewaUstr.SO. Meyer, P.,bklla., Berliners tf>i9— 50 J. Gh. Pollmann, Lotbriageritr. 60. Rpirhp& SeydelstraBe 15. 1VCIL1IC, H. lief. allerKaasen Fr. Schalte, Adlerehof.Biinarckit.S Wende, Zaremba f BeTdlg.-AnaL. Sargwi. H BredlowEberrh., Z«...aetitt. 11, W. Ilröail. Nansen'" 1 Tel."nk. 289 achL'Begenat.) ;... Grüner Weg 15 IQIl.,»» der Markasilral» , Danzigcrstr. 96. i Hochstr. 43 Fabrikpreise Keiner, Otto, Gsrichtstraöe 86. RoterLadenjSchonelnilaapt jtr. 1 08 � Bettfedern u. Betten � G. Bcbrcnds, Neak. Kaeiebeckstr. 100 BulInski.Fcbrbciünerstr. 1. E.Schonh.A Carl Henze, AadroasBtr. 55, Keiaignag MaxSdiöng'��dÄ149 H. Zysuarakt, Alt Moabit 82. Biarbrauerelen.Bierh. J Akt.-Brauer.Potsdam.Eig.Niedtrl. Berlin SW, Tempclhofer Ufer. IS | Brandeabarga. U., Wilhelmsdorierst.l 10 Spcz. Fotsd. Stangenbier BeiiiiiiiSisilEiiii WM | feinste Qualitätsbiere. BrauereiTivoliWeifl a Mal2 Bier-Brauerei, Fruchtatr. 87 Caramel-Weifsbler fast ilkoholfrsi, erfrieehend, bekömmlich, Berliner Weißb.-Brauerei E.Wiilncr. DeütäcSe ßierbraoarei A.-fi. Berlin-Pischelsdorf Qrotcrjans Malzbier, Sckönh.-iiiMiJo, t. m, so». C.Habels Brauerei hell— Habelbrfia— danke). Hempel, E., Müllerstr. 138 d. Unser Goldbiep ist nicht nur ein ErfHachangsgetrink, sondern auch ein Oetundbeltsbicr ersten Ranges. Berliner Dnlons-Braaerel, Berlin 8. Lnlaenbranerel Welflenaee._ IMäDdiouEr BraQliSDi aerllmt Löwen-Branerei vorzügliche Fafl- und Flaschen-Biere, Schulz, Herrn., Schönleinstr. 23. Ven>ini-BraiiereiTEDtGflia.llW87. Victoria-Brauerei Vlctorla-Saazerbrlu Weissbier, C. Palisadenstr. 97. Tol.-A.VTI,26 [ Blumaw und Kränze J Oskar Alberto«, Müllerstr. 41. Bank, K., Aaklamtrstr. 20 K Arkontpl, E.Dc]ar,Kli4.,K«ia.Prlelr.8t.30,Ber9it.58 O. Hahn, Neukölln, Hermannst 70 Cl gnront Brunnenstr. 63 • LaUloUl Petenbcrgetitr.il F. Müller, Denzigerstr. 27. Girtaer. A.&F.Mcilzner,Kkll.lliagbbfit. Ww.RutschkeNklli.Hormann3t.62 Topfpflanzen aller Art Brlt|iR"dower3tr.92;93T«I.Snk.ll4 �Bntter�ler�flllae�V Buttertaandlnng J. F. Assmann 20 Filialen in Berlin O. Drei Kronen dJz'o� Fried. Gdseke, 7 Filialen. 40 Fih'alsn in Berlin und Vororten August Holtz Kosmaila, E., 4g�fte Wilßr Manns 48 eigene Detailgoschärte f I Schul», Arth., Nklla., Herm«nn«t.66 Schröter, R. « Utrkaii1ssttllfn_ Jhly&Woltram Vereinigte 48 Pommersche Terkaols- Meierelen ,ll!,lflD- Gacao, Chooolade] Adler'a Konditorei, Wraagelatr. 87. Althan», Krk«t«r-Eoiib..Llade»«Mtr.l6. 5TotWERCJ� Gold Silber Kupfer Schokolade• Kakao In drei Preislagen. Die verschiedenen Sorten sind untereinander gleichwertig und unieracheiden»ich, wie die deutschen Edeiweine, nur durch ihr Aroma. Cyliax,G., Ferd.Hahn,BtrllB.Perler«bcrg»r»t78» frt E Filial. in Berlin und Vororten Fordern Sie W esenberg Clgarrenhandlungsn |P. Hoefer, Kottbuser-Damm 79 IRIC'...... ar" Utterit. 77, Adnirslsl.SJIrecdenerst. 1 6, 3 Klein, Wilh.ÄTu'i� J. Nothmann, NW 87 Turmstr. 59, G- AS.Peterke, SO.Kottbaseritr.14. W. Sdiuster Nf., Neanderstr. 28. Alb. Werner, Ecke Elsaßer a Ackers tr c Damenkonfektion 1 Neukölln, Kergstr. 133. Gelegenheitskäufe. Dombrowsky D*ACr�jrs,t I Koitbaserdamia 76 riCöia*3i�.Br(iamgtr 3, Oskar Woiurg.BrüDfleDStr. 56. ( Drogen u. Farben � Reinh. Assmus, Gerichtstr. 10. Gustav Bersug, Weidenweg 80. A. Diepow, Tauroggeneratr. 12., Haeborleln. Trcpt., GraeU-B»oeh4»tr Klahn, H.,NklIa.K«ictr-Friedrlrbit.33t RDjietekHhM Her�rsVll». KröninssAdler-Drogerie.Bamlentr.?. P. Lehrke,Kottbni«rD&iini8 1-82,ParfnB Alfr. Marsch, Culmstr. 87. Rathaus-Drogerie.NUln.DoBsantr. 24. Prinzenstr. 103 il,fped ___________________ Hoffmann Fr. Schlussnuas, Liebauerstr. 22. Hugo Schnitz, Müllerstr. 166a.. Hyg.Gummiw.. Photogr.-Artikel.- Werder-Drogerie, BrltaEidtverit. 5a. Zobel, Georg, N, Ackerstr 60. ( Elaen- u. Stahlw., Waff.) Aln, O.JiklIa.,KBiser-Fnedrieh8t.6 Otto Anders, Kottbuserdamm 6. W. Allner, Mulackstr. 24. Beutel,C.,Boxh.,NeueBahnb.St.26 Herrn. Braun, Landsbr. Allee 149, OtlOBeliflwfangelrtrSs! Erall Braun, Aadreaiat. 75 Ecke Brtal- G. Brucklacher, F. Beutel, Nklln. K«irthul7( M.Mauersberger, Nklla..Ksnaeratr, 18 R. Hüller, Pankow, Woliankst. 101 Georg Naumann, GSrtnerstr. 19. F. neöorowsky Paul Nuss GroBe Frsnkfurterstr. 18. Ptach Wurstfabr.,Land8bg.- Allee 130, Spz. Koli.- 6chink..Nußschink.tSchiBkeDapeek Riedel, B.Henn�n,tr- Rode wald, Prentl Allee29 I.Ei 1.2898. Franz Rose, Fnskf. Ckiaaies 81s Ottomar Rudolph, G8rtnerstr.l7 Herrn. Riurtibsid, Ziethenstr. 18- A.Rehmet,Moab.,Perleberger8t� W. Segltng, Christburgerstr. 43. Max Schlade. Lsngostr. 67. Th.Scheunemaiin,Helmholtzst.L Otto Schmalz), Jahnstr. 1. L.Scfaramm.Psdtritr.tS, T.Mpl.l 1797. OttoSchleusener, EKlls. Rsiaiarat. 8 Koppi Spez.W enstr. 91. ürst-Qesch. Aug. Szczygiol, Nklla Otto Schreiber ��rtr.°L E. Schauer, Huttenstr. 70. E. Sehenb.rg, Raialektslf., Eaaiuif. Max Schubert 8t«rjsr4.F1.Ii<>h-8«itnIt,8Urm4a»t9> T-hBrlsg. Flslseh- a. Wirst-rakr A F.8ommerm«a«,Boi!iig»B8ritJ6 E.Trapp.WontHBlrslj.Wsldenaetitr. 1 9 Tscherbner, Straßmannstr. 8. Max TfimmeI,Christburger8tr.24. Karl Unte Utzlg, Faul, Koppenstr. 28. G. Veftin gr7önü w6e| Warschauer Fleisch- u. Wurst- Centrale, Warschauerstr. 83 A.Wenzel, Woldenbergertar.30 Nord-Dcotsche PlcTech-Zentrale F fimwaraiaaa, Seeitr. 78, Galatutr. 49 Paul Zwarg, Landsberg. Allee 136. Ernst Ziffer, Oderbergerstr. 87. Sias u. Popzellan D Ch. Engelhardt Neukölln Filialen in allen Stadtteilen Groß-Beriins. G. Krüger, Weiflenburgeratr. 79. f Bremmoph., Sprechm.� W.Becker, Ckllg.,\7iIm(radorItnil 87 c Haar-Artikel D i°"r.r('««tordia:,';,;!i;i W 1 Hama Gericht8straße 23 Tel. III 1309 IO. Naefe nf Färberei u. ehem. Wäscherei I f. Herren- u. Damengarder.■ Läden in allen Stadtteilen I 6. kulliek, Färb., Wäscherei Fil.GutaTÄdolfit.I, ffeilenbargmt.41 Swinemüodentr. 56, Weddingitr. 9 M411er4Ca, Ntnkolla,Herai»ai«lt.57-88 Flechhandlungen C.Dittmann Be�Cau.u. WinWertBärtholl�ÄÄ QFIeUcho������wT� Joi. Aiafldowitz GUirr Q. Amling, Neukölln, Elsenstr. 74 Augmt BlmsteinDunkerstr.TB. Kaiserin Augusts Allee 9 Wilhelm Behr Wurstfabrik, Speck- und Schinkensalzerei. BerliB-Schöneberg,KolaniMJt57-58 Beste und billigste Bezugsquelle f. Wiedervericdurer. Berliner Zopf-Zentrale Inh. Rieh. Müller nur Kottbuser Strasse I Spe«. Champon, Frisier-Salon Unterricht in allen Fächern Aal d. Aasonce gewähre 19% Bsbatt. Roh. Kortmaun, Schonwalderatr. 28. H.Wlxdorf.FraaklarterAll. 197,5° pEah. � Haue�4LKOohenoBrlte|) Vsmnilk Spandau, Sch3new.St.92 nOulD IUI, Emaille, Glu, f ariellta,UD,. RoflBtroh.HarlQÄJwt'.cSk. R.Stütje, Waschg., Nannynstr 91. f HerraiTArtlkel 1 EFUreckB. H.Bock.Xeukalla, Keiler Friedrichit. 1 9. Vetoranenet. 7. Schirm. Kiawrt.Kaieh Krause, Wilh., Nklla., Herm.-St.16e Ad. Mahnte Nordring. Brunnenstr. 84. A. Samuel, O.Mirbachst.62,SeWnie. Scholz, Osw.e�bÄIV,; Max Schulze, Hochmeisterstr. 6. f Heppeni.u.Knabenpard.} Jvtnaaae vadatr. 26. Ecke . Jöliei rrinzen-AlIee. Beaaer. Jollu», Nklla., Bergstr. 19 Filialen Lall Stadtteilen. Hans Böhm, Weidenweg 31. Anton Bucbhoim, AUeasleiierstr. 12. A. Beutele. Thaeratr. 21. K. Christ, Elbingerstraße 58. Darge, O., Finowstr- 5. W. Dörr. Schlvelbeinerstr. 27. August F enger, Grünauerstr. 8 Feyerherm, F., Alt-Boihagea II. zum Selbstkostenpreis 4- I07o Chartottenburg-Wilhelms p-atz b Mamrntti �«ukülln, Bergilr. 21. R.. nlUlillUliI Mitgl. d.Wahtverelns Leske 4 Slupeckl, Schoah-Allee 79 e MarrilS S Bergstr. 44-45 JBdlLUb, J. s.nlge». ll,l,chae!der«i. Monatsgarderoben v. Kavalieren Zum Kalmann Frinzenstr. 64. Eeke Annen» tr. Ro»u«r.»uZ��W Lager fertig nnd nach Maß Julini Salomen, Brunnenstr. 36. JCohnll FriedenauRheinstü . OtllUII Vorz. d. Bl. B% QllOte�llQöenjL�eliwJ Hermann Hasse, Inval!denst.l29 Ruthaus Horden Brunnenstraße 62. Badstraße 65 Chausseestraße 65. Dresdnerstraßo 120 BelBe, Rnd., Chausaeestr. 66. M. Grund nur Brunnentt. 177 Berl.flül-[eDtrale«?0,"u,erlor" Veiahergiveg27 Hut-Engr.-Lager,Boxh.Gsrtaerit.H. A. Lemaitra, Wilasdrf�BerliaetiU 32. Rieck, Enia ferkhutr.«'. Schoerr, Herrn., WUmarsd.-St. 46. UnBAa_ p Kottbuser- w esiery c.. Dimm 18(1,. Zum Hutwinkel S, Kohl«, Chauiieeatr. 85. � Kaffen-Spexlalgemoh. � Uneppelcht II 40 Pf. pro Pfd. Edel-Mals-Kaffee Marke Mai-K» Seneraldepot Norden, Chaaiseestr. 116. Fersspreehci Amt Nordes 594». 9994 FUiilen SW. Gaeieensaitr. 194 sid BlücherstrsBe 14. BsI Ahnthne ran 6 Pfand frei Hane. c Knffea-Suppopnfn) Otto Ooetze.Kettbiierdsmo 1 9/1 7 Bei. C Kasifhliianp 1 l aiEHBfißr z Co.. Baditr. 55. Hermann- Platz 2. Liefert, d. Konsumgenossenscbtt. B. afn Landsberger- IU. Allee 29. W.Pieper Hoch" meisterst tS Stamon, A. R, Eehlsabhf. Weddisg Karl Warner, Neuk. Götbestr.10 Kolonlalwapsn Babel A Hanke, WUnsekstitt. 47. G.Behrana,Sch5nebergAkuleiitr.9 Bodach, Frans, O, Ooßlerstr. 29. Oaorg Burow, Stromstraße 29. Gg. Feist, Mkl., Weaerstr. 4. A. Fiedler, Köfsaiek, U4ggslh.3t.48. Maukfilln I Filialen in allen Stadtteilen. Fritz Oerall, Beusaelstr. 75. Creeieier- Str. 18. Eepsrnikasstr. 18. Hledsrhsralnitr. 19. Helnl>ke,WUh., Markgrafend. 27. Fritz Hühner, Sobliomannstr. 11, Kohle, W., Liehtsaberg, Bagsnitr. 59. Krämer, Rieh., 0,Irtnpriuaistr.S7/l8 Lips, Chamissoplatz 8 Losaler, O., Warschauer Str. 6. Lnckner, Felix, Nklln., WeichBelst.7 Karl Mercier, Huttensta HMiillor Gebe aufWar. 6%R. ■ mUllUr Tegelerst. 1 II 7001. 81311», R Kottbuser Damm 21 Mllllül, U. Hera. 8t, 1 81, Kisisbsekstl I Prlebe, E., Boxhag.-Cbauaee« 22. A. Ramhold, Prinzen-Allee 18. Carl Robra, Langhansstr.58 u.148. Willy Rolme Rnnge, Otto, Nhlin, Hermannnt 66. A. Sägeharth, Eshrhelliner 8tr.24. Sdinolder,F.,Nhlla.Itl»sr-FrlsASk7t Schelfler, Carl, Badstr. Iß. Fritz Scheel, Schwedterstr. 47. Schienther, Emil, Huttenstr, 7. Rudolf Spromberg, Wörtberstr.I. Wllb. Thomaa, BsialchsaA-Str. 14. Otto TOcfc, Gubenerstr. II. WIUI Wegener, Ponenerstr. 5. �Tfnphüünp�lindS�n»»� MetziierMB,u�,9r.67. f KpnnkenbednrfaapfikT� Fischer, WUh.,N, ßviasmhnd-8t.>18 Lange, A. E., Brunnenstr. 167. C Ledepwaren J Aigenielsr,loauBiuikSOE.WUaendfiL Hermann Callies�US TastIi8D-HiIlersrc�neber?> Kolonneustr. 64. c Lehpanstalten D Zuschnelde-Akademle A. Gorski, Alte Jakobstr. 45. � jHehlhandlungei��� Bethkc, Georg, B!xd.,Elh«et. 33, Ktis.-Priedr.-St.H Weaerstr. 189, Friedelstr. 23 Treptow, Orätz-Straße 64. Bordasch Q..Nklln..Kai8.-Frd.-St 29 Bernhard Danne,Kutanisatll.50.5l. C. E. Fink, N, Pankstr. 92. Halff,Herm.NklIn.Hermannst.227 Frese, Ernst 6(�acstffte| Gaege,OttoChabr�t0n Paul Gaege, Spandau. Ine Uoiil/a�eill*u'KoIoniaIw. JUd.naUKC Bergmannstr. 95. HeermajH.gNkilB.gHermannst.lTi Karl Huhn, Schererstr. 9. Korn, flu�o Äe! LQdtke, H., Fruchtatr. 67. G. Laupichler, Turmstr. 80. Gus.Moyer, HelnR.-St. 19,Wittst.-Stl C. Neugebaner Ober-Schöneweide F. Pflugmacher, Co]onnen8tr.48. EPmaSSÄÄÄ, UMzzSWShS __ Marhlh., Doratheeapl. Thieke, Nachf., Prinzenstr. 10. B, Wandler, Reinickendorf erst. 6. B. Zyczynski, Neoküllufannifratr.59 c Nlöbelmagozlne D Daehne, F., Ri., Neue Jonasatr.SG. J.Deutmaun,GelegeDliUk.Beo&eIgtr.21 Wilh. Gatsbert, Brunnenstr. 162. Geppert, Paul, Zossenerstr. 32. GleisePjAa.�A; G.Hadte,Wilhelm3haTener8tr.20. König, A., Nklla., Berlinerstr. 102. Herrn. Kogel He™Ä.«. Küchenmöhel Berliner Küchenmöbel- Fabrik Neue Konigst. 3t S2, T. VII 4746 Damaschke. Invalidenstr. 144. G oldmann, 8pssd»n.Schöi*sidant.84. R.Hagemann,Kssl»aieBAllee4.5,/JL Riä.HSilB Aiir"n8i SchöDh. Allee 34 1 Einrel Verkauf i. Engrosyreifen. Leaerd.ZeitangS 0/., Rabatt 3 t�M���st.16, Herrn. KSrmer, CGpenick. Emst Müller, Teltowerstr. 69. Petersohn, Gek., Müllerstr. 151.. Schmidt, Gebr., Fennstr. 69. Frlh Schlott, Moabit, Waldstr. 34. Sommer, Wilh., N, Schiiah.-Allie 85. ��Sohlrme�irstBcIca J Jehnichon, Nklln. ,K«ia.Friedr.-Sti, 18 O. Schleuaaner, Warachauerst.86 c Seifen Heldke, Paul, Burpedortatr. 13. ����peBn�ferelneabzeichJ Ouit. Banse, Elsasserstr, 9 a. �Tepplohe�»LO«rtjlnal| 7 Gardinenh. Bernhard Schwarq Berlin, Wallstr. 1 3(dreNtehn). J. ft. Schulz w~inbe-re-s- Weg 10 1. Lange, Max�Me2.6 Misch Mobei-Seiegendett i, Charlotthg., Wallstr. 69. Möbel Karras WaldcmaratraBt 180.64. Hugo Moh, W. 67, FotsdaDerilr. Sie. FJeonaüBÄÄf.ioo.. Emil Rutlar Tischler-Innungsmeister Prinzenstr. 84 Schmidt, Otto Ciehabn 13 Gneisen austr. 18 OIüDCny, n. eig.TlschL-T«pz..Wtit. A. Schalter, 0b.Schiiaeveide,Edia»ut.5g Schwanke, Rlzdf.,Hermannatr.229 OttoBifkel,gÄrer A.E.DeikeÄÄ99 Gustav Sohoder Fabrik moderner Goldw. u. Uhren Hauptgesch. S.42.0ranienst.l 55 54 I. Filiale W. 80. Lützowstr. 80. II.„ Sehöneberg, Hauptat. 142 HaxElsermann,Chsrl.,K'ehriDgstr.I6. Max Busse Ellinghausen, Gebr., Gränerweg 41 Fenske, S., Kottbuaserdamm 96. P.Gädtke, Klbr.-Slr. 49 E.Alt MsabiL J. Gebhardt ESS Ernst Gräber, Brunnenstr. 78. Kniebuscb,W., Frft. Chauseeeßl , Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40. Lehmann, Wllb., Kottb. Dflmm28. | Nolte. K., Simon-Dachstr. 13. Brunnenstr. 1I2. 1 Brunnenstr. 81| Waldemaratraße 72 EckeManteuffelstr. Ch,Tennlgkeit,Elsaßerstr. 21. f MSbal-TranaDOPt) P.Ender«,üBeiseiaair7rTfr!»uT8f Krüger, Kelcheiih. St 16. Tel U, 1.8897 Helnr. Kaufmann, Linienst. 145. J. Lange, Ritterst. 96. Mptz. 4196. Paul Schur, G.B.h.H.,Dlrhseiutr.Bg.83. c Malbereion D iOlMlLÄÄlrAt a.OoIlsdi, Fathaaerstll.E.KaiBXlsnt Milch Schmidt Raiikfilln Hermannstr. 53, Hermannstr. 95-96. J. Reich, Birksaitr. 33. Zviagliitr. 83 „Schweizerhof", Meierei und Milchkuranstalt. Emdener Str. 49.:: Tel. 11 2565. luitzow, Job., Müllerstr. 1a. EmilQuadeÄÄ G. Scharuow, Oranienstr. 45. R.Scbmelz,be?jicrhs6t?;4ß Schönemann, O., Nklln., Bert.-St.72 Schumacher, O., Tegel, 6ert.-St.6a. Max Storch, Elbingerstr. 100. A.Trenner, WllljolDiriih,Ha»plstr.l2. Uhren-Klinik, Bmimen. EBerasoent Wegner, R. Nkli. Bergstr. 66. c Verslchflrungen 1 �Deutschland" Berlin Xrbelterveraichemng— Schützen- Sterbekassenversichcrg. Straße 2. „Friedrich Wilhelm" Berlin WS« Behrenstr 58—61 Lebens-, Sterbekuiei-i.Arbeit«rTeniekf. Mit u. ohne irztl. Untersuchung Jahres-, Monati-,Wocbenbeiträge .Iduna' zu Halle a.S. Berlin, Cbarlottonstr. 82 Volks- und Lebensversicherung. c Wnpenhluaep c Mualkailen Cphnli, Frankfurter- Allee 73b UbUDlZ Frankf.-Chaussee 115. C Mualklnatrumente D Klrst, R Brunnenstr. 46. Noten. Lorenz Rahmet, Oranienstr. 183 Wilh. Herrn. Lesser Ko1omL54 Sehöneberg Kolonit84 Bei jedem Einkauf Rabattm. Weine, Liköre u. Fruchtsäfte SS-VÄgO 33©Ii;a,g 60 Filialen in allen Stadtcilen. c Nähmaschinen Bellraann, E., w"scSm'ae'ch26' 3— i PnnrüH Großdestillatlon uUIil QU Oranienstr. 207 |HerniannMeyer&Cfl.,Acl,-(ies.| Charlottenburg, öpandauerstr.3 alle Systeme ohne Anzahlung. Nähmaschinen Läden in allen Stadtteilen. Mi Sello , Brunnenstr. 16 und Filialen. Kiazel9«rk.i.Eogr..Preu Nklln, Bsrliicrst. 34 11 Dernuait. 59/69. FJ-BötHier. nur Manteuffel- Straße 109a Afrana-Nihmaschlnen G. A. Bdttner.AndreMstr. 79, Petersbarger- itr. 87, Spandau, Sobbsva)der8trl9. c Optiker D Dase, Paul, N. Müllerstr. 174. Groß, Paul, Warschauerstr. 66. Schubert, Gart, Nklla. Bergstr. 148 Wienstrack,S;sidsi,r«iiijtissrstr.lt. (���o*OBr!Ttellera � W�Scharf, Roseataler Ter. Klsisserstl ( Papier, m. Schrelhw, j O. Prochnow, Nklla. Hersuiatr. 81 Saldler, Legis, Nkün.Bergstr. 42. � Pfandlalhnn J Langer, WtMgelilr.tl, BilligerTerkaar. A. Mensel, I. Gerichtstr. si BilllgerVerksuf, II. Müllerstr. 188 Schmidt, Fnnnatr. 3 f Photgr. Apparate j) Hugo Süiulti Zaremba,Wetoteig»w6gvTN�8532 �__ Puppen GroBd. jZurSonne*, F. Freudenberg ( Wein-.Wollw., Trikot.) iiiÜÄ EöulijiCllB Chausseostr. 87. M. Gardeis&gVÄ?. | Georgi, Ernst sSr."ni,.l Hoppe, E., Scharnweberßtr. 52. Julius John u Juncker, H. Htrm�nstr.ni. Carl Klein, Höchstestr.16, N.O.18. Robert Kutacbe, Oubenerstr. Mi. Fr. Oliwetzkl, All» Idt»datr. 187. kon Scinilf Ä'te�hützenst. 2 i�f�Ä�Sr''TlS8',L L. Schneider, Weberstr. 81. Albert Vogt°'Ä"2 c Wild 88. Geflügel P. R. Zierow, SÄ,.T' Rnaterhandlungen D LulscFrömcl, Greilewalderstr.199. Prim« Legehühner , sowie Bettfedern i Geflügel-Importhaus Neukölln, Knesebeckstraße 106. C-DittmamT��" p. Hildebrandt Rotiert Pradil�Ä" Schmidt, E., Spandau, Havelst.lt Zastrow.Lasdsbergcr-Alleettf.FUcka. [ Zehn-Atelier M.Oorodlskl,BliliX«rtir.Bninne»»l.86 OHiller)VeinnieliursL19/IlT.Nd.76-| Hollbruch, Herrn., r«aksl.5.i«gTl 8'I Her9d,H.,£lucs»nt 9?(B»a»a>al Fials) Körber, 0.,llsrifnilorf,Cli»taie«»lt.'« H« Llndeke, Warschauerstr. 80. M. Rasenke, Birtconstr. 22. Witte, Mai üää W.Wettstädt, Stralsundorßtr.lt, Verantwortlicher Redakteur:«lftefe Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt«»uchdruckeret u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Ttk. Berlin Nr. 277. 29. Jahrgang. 2. ßtilm des Jonuärfs" ßctliiiet Msdlsll Mtwolh. 27. November 1912. GevoerKsckaftUckes. Vle Mirkungen cter päpftUcken Cnsyklika machen sich bereits geltend. Zwar verkündete der rheinische Zentrumsführer Trimborn eben, daß die christlichen Gelverk- schaften bleiben was sie waren, und patherisch rief er ihnen „Vorwärts auf der bisherigen Bahn I" zu. So in der Theorie. In der Praxis zeigen sich die Dinge anders. Die städtischen Arbeiter Kölns, in deren Kreisen die christlich-zentrümliche Richtung schon viel Unheil angerichtet hat, leiteten durch ihre Arbeiterausschüsse im Einvernehmen mit den zuständigen Organisationen(Freier und christlicher Gemeindearbeiter- verband) eine Bewegung zur» Verkürzung der Arbeitszeit in den städtischen Betrieben ein. In zwei gemeinsamen Sitzungen, an denen der christliche Sekretär Kr. teilnahm, einigte man sich über die aufzustellenden Forderungen und den einzuschlagenden Weg. Zunächst sollte eine gemeinsame Vertrauensmännerversammlung und dann eine öffentliche Versammlung stattfinden, in denen die Forderungen behandelt werden sollten. Alles war vorbereitet. Doch einige Stunden vor der Vertrauensmännersitzung traf ein Schreiben des Zentrums-Stadtverordneten und ch r i st l i ch e n Sekretärs Dedenbach ein, wonach ein weiteres Zusammengehen mit dem freien Verband abgelehnt worden sei. In der Zentrumsfraktion des Kölner Rathauses hat der obengenannte Herr eine entscheidende Stimme. Das Zentrum hat die christlichen„Arbeiterführer" zurückgerufen, und sie folgten willig. So wendet man die in der Enzyklika ange- ordneten Maßnahmen praktisch an. während man in der Oeffentlichkeit verkündet, daß in den Kreisen des Zentrums die Sympathie für die christlichen Gewerkschaften unvermindert sei. In einer von christlicher Seite einberufenen Versammlung erklärte der Arbeiter- Stadtverordnete Dedenbach:„Die Arbeiter sollten erst die Vorlage der Stadtverwaltung ab- warten; man könne doch nicht von einer Lohnbewegung in die andere fallen." Die Mehrheit der städtischen Arbeiter hat sich diese Er- Mahnungen jedoch nicht zu Herzen genonimen und in einer vom freien Verband einberufenen imposanten Versammlung einmütig die Einführung des Neunstundentages für die Tages- arbeiter und der achtstündigen Wechselschicht für die konti- nuierlichen Betriebe gefordert. Wird nun die Zentrums- Mehrheit für den Kultlirfortschritt eintreten, wie sie ständig glauben machen will? Warten wirs ab! Berlin und Qmgegrnd. Bei der Gescllcnausschußwahl der Bäckerzwangsinnung wurden für den sreigewerkickafllichen Berband 763 Stimmen abgegeben, während der gelbe Bund 341 Stimmen erhielt. 33 Stimmen waren ungültig. In der nachfolgenden Wahl zum JnmmgSschiedsgerichl erhielt der Verband 624 und der gelbe Bund l46 Stimmen bei 9 un- gültigen Stimmen. Von den Meistern sind eine ganze-Anzahl Wahl- kaMn den Gesellen verweigert worden- Die Gelben hatten dagegen die Unterstützung der Meislerschaft und haben sie in der bekannten Weise ausgenutzt. Die Bäckermeister und der Ruhetag. Die Versammlung, welche der Verband der Bäcker und Ko»>- ditoren kürzlich abhielt, um seine Forderung auf gesetzliche Em- sührung eines 36stündigen Ruhetages in jeder Woche erneut zu propagieren, hat die Bäckermeister veranlaßt, auch mit ihrer Gegen- forderung wieder in die Oeffentlichkeit zu treten. Zu der er- wähnten Versammlung der Gesellen waren auch die Jnnungsvor- stände in der Person des Vorsitzenden ihres Zweckverbandes einge- laden, aber nicht erschienen, weil— wie Obermeister Schmidt damals mitteilte— eine so wichtige Frage in einer öffentlichen Versammlung nicht erörtert werden könne. Nun hatte aber der Vorstand des Zweckverbandes, dessen Vorsitzender Obermeister Schmidt ist, am Montag eine öffentliche Meisterversamm- lung einberufen. Tie war also kompetent, die Frage des Ruhetages zu erörtern. Sie nahm denn auch eine von den Vorständen der IL im Zweckverbande vereinigten Innungen vorgelegte Resolution an. Tieselbe erklärt den 36stündigen Ruhetag, weil er das Klein- gcwerbe finanziell zu stark belaste, für undurchführbar und beauf- tragt den Vorstand, dahin zu wirken, daß die Herstellung von Back- waren in der Zeit von Sonntags früh bis Montags früh gesetzlich verboten werde, damit nicht nur die Gesellen, sondern auch die Meister und deren Familen den freien Sonntag bekämen. Das ist die bekannte Stellung der Bäckerinnungen, die sie ein- nehmen, seitdem der vom Bäckerverbande geforderte LLstündige Ruhetag durch Lohnbewegungen und Tarifabschlüsse für viele Tausende von Gesellen bereits verwirklicht ist. Um sich vor der all- gemeinen Einfuhrung des 36stündigen Ruhetages zu schützen. fordern die Meister die LSstündige Sonntagsruhe. Sie sagen, durch diese Forderung wollen sie der Oeffentlichkeit-jeigeA. daß sie soziales Verständnis hätten. Das wurde auch in der Versammlung am Montag wieder sehr stark betont, besonders vom Obermeister Schmidt. Andere Redner aber betonten nicht minder stark, daß der alte Zustand einer siebenschichtigen Arbeitswoche sich nicht mehr aufrechlerhalten läßt, weil die Bewegung des Verbandes der Bäcker und Konditoren doch schon große Fortschritte gemacht hat und noch weitere Fortschritte machen wird. Teshalb ivählen die Meister von zwei Uebeln das nach ihrer Ansicht kleinere, nämlich die Wstündige Sonntagsruhe. Einzelne Meister sind der Ansicht, daß sie bei dem ..kleineren Uebel" nicht Halt machen können und daß sie deshalb klüger täien, sich gleich für das„größere Uebel" zu entscheiden. So sagte Herr Saulus, ein Vertreter der Freien Vereinigung der Bäckermeister: Der Ruhelag�ist ein Uebel; aber wir können ihm nicht entgehen. Darum müssen wir gleich die gesetzliche Ein- sührung des 3östündigen Ruhetages fordern, damit wir den ewigen Unfrieden im Gcwerbe beseitigen. Für den Antrag SauluS.�dcn gesetzlichen Wstündigen Ruhetag zu fordern, wurden nur 8«timmen abgegeben, während die Resolution der JnnungSvorstände gegen 32 Stimmen angenommen Wurde. Die Behauptung, der durch Tarif mit dem Verbände in vielen Betrieben eingesührte 36stündige Ruhetag sei eine drückende Be- lastung der Äleiumeister, entspricht nicht den Tatsachen. Nach dem Tarif haben die jllcinmeister nur alle drei Wochen, die mittleren Betriebe alle zwei Wochen und die Großbetriebe jede.. Woche den Ruhetag zu gewähren. Soweit die Kleinmeister überhaupt eine meister alle zwei bis drei Wochen........, lastung sein, die der Äleiumeister nicht tragen kann? Das kann niemand glauben, namentlich wenn man sich vergegenwärtigt, daß Obermeister B e r n a r d seinerzeit als gerichtlicher Sachverstandiger in mehreren Fällen bekundet hat. daß daS Bäckergewerbe einen Reingewinn von Proz. abwirft. Deutscher Vaiiarlicitervcrband. Zweig verein Berlin. Am 17. November sind bei der Walil zur Gaukonferenz folgende Kollegen gewählt. Sektion der Maurer: Fritz Busse, Otto Hanke, Otto Lehmann-Neukölln, Adolf Winzler.— Sektion der Putzer: Fritz Lemme, Ernst Schulze.— Sektion der Fliesenleger: Karl Stegemann.— Sektion der Stuk- k a t e u r e: August Dietrich.— Sektion der Isolierer und Steinholzleger: Franz Theuergarten.— Sektion der Hilfsarbeiter: Paul Gänge, Ernst Heidemann, Karl Kunze, Otto Schilling.— Sektion derGips- und Zement- branche: Otto Haese, Rudolf Grundmann. Der Vorstand. Im Patzenhofer-Ausschank. Friedrichstr. 71, dauert der Streik der organisierten Kellner und Zapfer fort. Weil die Angestellten ge- zwungenermatzen von dem Mittel des Streiks Gebrauch machen. droht der Oekonom, dafür Sorge zu tragen, daß dieselben auf die schwarz» Liste des Jnteresseuverbandes der Gastwirte kommen. Der Haß gegen die Organisation geht so weit, daß man jeden sich meldenden Arbeitswilligen einem strengen Examen nach der etwaigen Zugehörigkeit zum Verbände unterwirft. Erst wenn man völlig darüber beruhigt ist, daß der in Frage Kommende nicht Mitglied des Verbandes ist, kann er seine Tätigkeit als Streikbrecher beginnen. Trotzdem sind die Streikenden guten Mutes. Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, daß der Patzenhofer-Betrieb kür alle organisierten Ge- Hilfen gesperrt ist. Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin I. DeutCches Reich. Der Streik in der Geschäftsbllcherfabrit Schlegel u. v. d. Heyden in Hagen ist beendet. Der Firma gelang es, ihren Betrieb durch Einstellung einiger Arbeitswilligen fortzusetzen. Der Streik wurde deshalb am 23. November abgebrochen. Das Hagener Gewerk- schaftskartell beschloß einstimmig, den Boykott über die Firma zu verhängen. Die Firma sucht Gehilfen mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß sie nicht organisiert sein dürfen. Sie liefert Schreibhefte und Diarien. Die Fabrikate der Firma sind sämt- lich durch ein gedrucktes Monogramm mit den verschlungenen Buch- staben S. v. d. H. zu erkennen. Auch liefert die Firma au Partei- geschäfte und Genossenschaften. Orgamsationsbestrebungen der tiuematographischeu Angestellten. Auf einer Konferenz des Verbandes der kinematographischen Angestellten und Berufsgenossen von Rheinland und Westfalen, die am Bußtag in Köln a. Rh. tagte, wurde die Frage einer gemein- samen Organisation dieser Angestellten besprochen. 18 Delegierte aus den Städten Köln a. Rh., Elberfeld, Hagen, Duisburg, Mül- heim-Ruhr und Essen-Ruhr nahmen an der Konferenz teil. Die Freie Vereinigung(syndikalistische Richtung) der Kinoangestellten Berlins war ebenfalls durch einen Delegierten vertreten. Das Kölner Gewerkschaftskartell war durch seinen Vorsitzenden Haas, der Transportarbeitcrverband durch den Bezirksleiter Klösel ver- treten. Als.Hauptpunkt der Tagung stand zur Beratung: Gründung einer selbständigen Organisation unter eventuellem Anschluß an die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands; außer- dem sollte über die Schaffung eines Verbandsorgans, Anstellung eines Sekretärs und Einführung der Erwerbslosenunterstützung verhandelt werden. Der Vorsitzende Kirsch-Köln a. Rh. führte aus: Die Licht- spiel- und Kinotheater haben eine ungeahnte EUtwickelung ge- nömmen. Rund 40 000 Personen finden gegenwärtig in diesem Berufe Beschäftigung. Die Organisationsverhältnisse seien äußerst zerklüftet. Ein Teil der Angestellten gehöre dem Metallarbeiterver- bände, ei» anderer Teil den, Transportarbeiterverbande an. Der Verbünd der Kinematographischen Angestellten und BerufSgenossen, Sitz Köln a. Rh., zähle 400. Mitglieder, darunter über-100 in Köln. Es müsse ein Weg zum Zusammenschluß aller in diesem Berufe tätigen Berufskollegen, ganz gleich ob Operateur, Einführer, Re- zitator, Kassiererin usw. gefunden werden, denn nur durch einen festen Zusammenschluß könnten die Arbeitsverhältnisse, die meist sehr im argen liegen, verbessert werden. Ein reiner Berufsver- band sei das erstrebenswerteste Ziel, dem man zusteuern müsse. In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß eine Anlehnung an die freien Gewerkschaften angestrebt werden müsse, nur zwei Delegierte propagierten den„neutralen Berufsverband". Haas vom Kölner Gewerkschaftskartell vertrat ebenfalls den Standpunkt, daß eine Zersplitterung in verschiedene Verbände ver- mieden werden müsse. Er empfahl zunächst den Anschluß an den in Berlin bestehenden Verband der Theater- und Kinoangestelltem Dieser neugegründete Verband dürste von der Generalkommission anerkannt werden. Von mehreren Rednern wurde ausgeführt, daß Gewicht auf die Beibehaltung des jetzigen Titels des Verbandes gelegt werden müsse schon wegen der Stellenvermittelung, die jetzt gut floriere. Eine eigene Verivaltung mit eigener Kassenführung müsse bestehen bleiben auch in der neu zu schaffenden Organisation. Der Vertreter des Transportarbeiterverbandes hob hervor, daß in einer großen Anzahl Städte die Kinoangestellten im Transport- arbciterverbande organisiert seien. Er schlug vor, die Verhaud- lungen der Generalkommission, die im Gange seien, abzuwarten. Es wurde eine Kommission gewählt, die«ine intensive Agitation und eine Petition an den Reichstag vorzubereiten hat. Aufgabe der Kommission soll ferner sein, den Anschluß an eine der Ge- ncralkommission angeschlossene Gewerkschaft vorzubereiten.— Der wöchentliche Beitrag wurde von 25 auf 40 Pf. erhöht, davon sollen 15 Pf. den Sektionstassen verbleiben, 25 Pf. erhält die Haupt-' kasse; außerdem soll halbjährlich eiste Agitationsmarke zu 50 Pf. entnommen werden. Wegen der schwebenden Anschluß- bzw. Zusammenschlußfrage wurde die Anstellung eines Sekretärs und die Einführung der Er- werbslofenunterftützung zurückgestellt.— Am Karfreitag kommen- den Jahres findet in Elberfeld ein außerordentlicher Verbandstag statt; bis dahin, so hofft man, werde die Frage der Neugestaltung des Perbandes geklärt sein._ Tie Christen kriechen vor den Gelben zu Kreuze. Die tapferen Ehristen haben bor den gebben Werkvereinen kapituliert. Am Sonnabend hatte sich der Redakteur des Organs des christlichen Metallarbciterverbandes vor dem Schöffengericht in Duisburg wegen Beleidigung der Vorstandsmitglieder dcS Bundes deutscher Werkvercine zu verantworten. Gleich der„Westdeutschen Arbeiter-Zeitung" in M.-Gladbach hatie der„Deutsche Metall. arbeiter" in Duisburg fOrgan des christlichen Metallarbeiterver- bandcs) die bekannten Aeußerungen des Reichstagsabgeordnetcn Schiffers über die„Gelben" im Reichstag veröffentlicht. In der Rede hieß es, die Werkvereine erzögen ihre Mitglieder zur Speichel- leckerei, zum Schmarotzertum und zur Feigheit. Die Ausführungen Schiffers waren in dem„Deutschen Metallarbeiter" noch einmal als zutreffend unterstrichen. Während man in M.-Gladbach versuchte, die Gelben zur Strecke zu bringen, wählte man in Duisburg der Tapferkeit„besseren" Teil. Der angeklagte christliche Redakteur ließ gleich zu Beginn der Verhandlung durch seinen Rechtsbeistand crllären, daß er zu einem Vergleich bereit fei. Die„Gelben" waren»atürlich nicht abgeneigt und in den Armen lagen sich beide und weinten vor Schmerzen und Freude. Ter Vergleich, dieses christlich-gelbe Dokument. lautet in seinem ersten Satz:„Der Beklagte zieht die in dem Ar- tikel vom 10. März 1912 enthaltenen beleidigenden Ausdrücke mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und verpflichtet sich, die Kosten des Verfahrens zu tragen." Der Vergleich soll im„Werkverein" und im„Deutschen Metallarbeiter" publiziert werden. � Mehr als unter den, Ausdruck des Bedauerns revozieren konnte gel stecken als beweis für die innige uneigung. die letzten Endes den wackeren Vertreter christlichen ''ulheldentums bestimmt hat. sich mit ihnen auszusöhnen. Sie christliche» Seweriilchsste» unä äie päpstliche£nzyklilta. Essen, 26. November 1912.(Telegr. Eigenbericht.) Der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften hatte zum heutigen Dienstag nach Essen einen außerordentlichen Kongreß einberufen, der zu der durch die neueste päpstliche Enzyklika ge- schaffenen Situation Stellung nehmen sollte. Der Kongreß war, trotzdem seine Einberufung erst vor wenigen Tagen beschlossen wurde, außerordentlich stark besucht und alle Führer der christlichen Gewerkschaftsbewegung sowie 250 Delegierte aus allen Teilen Deutschlands hatten sich eingefunden. Reichstagsabgeordneter Schiffer eröffnete den Kongreß und teilte mit, daß angesichts der ernsten europäischen Lage und mit Rücksicht darauf, daß auch unser Vaterland in Verwickelungen hin- eingezogen weiden könne, die Kongretzleitung vorschlage, folgendes Telegramm an den Kaiser abzusenden: „Die zum außerordentlichen Gewerkschaftskongreß in Essen versammelten Vertreter von 360 000 christlich-nationalen Ar- beitern erneuern Ew. Majestät das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und erklären ihre Bereitwilligkeit, für des Baterlandes Größe und des deutschen Volkes Ehre jederzeit einzutreten." Unter lebhaftem Beifall wurde die Absendung dieses Tele- gramms beschlossen. Tann führte Reichstagsabgeordneter Schiffer aus: Vor sieben Wochen gelegentlich des Kongresses in Dresden haben die christ- lichen Gewerkschaften in feierlichster Form erklärt, an dem bis- herigen Eharakter und der bewährten Praxis ihrer Organisation festhalten zu trollen. Sie haben betont, dieser Standpunkt fei un- verrückbar und unabänderlich. Die katholischen und evangelischen Führer der christlichen Gewerkschaftsbewegung hatten damals im Namen der von ihnen vertretenen Mitgliedschaften das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und die Beteuerung rückhaltslosesten Ver- trauens zun, Ausdruck gebracht. Es bedarf daher wohl kaum einer besonderen Hervorhebung und Betonung, daß auch in der gegen- ivärtigen Situation für sie kein Grund vorliegt, irgendeine Aenderung eintreten zu lassen.(Stürmischer Bei- fall.) Es bleibt bei Dresden.(Erneuter stürmischer Bei- fall.) Die leitenden Instanzen der christlichen Gewerkschaften haben sich nach der Publikation des päpstlichen Rundschreibens in zwei Sitzungen mit der Angelegenheit beschäftigt. Sie haben in aller Ruhe verhandelt und sich dahin geeinigt, nichts zu überstürzen. So erklärt es sich, daß, trotzdem die Enzyklika bereits am 10. No- vember veröffentlicht worden ist, die christlichen Gewerkschaften sich erst heute offiziell und öffentlich damit beschäftigen. Der Kongreß ist zunächst aus dem Grunde einberufen worden, weil eine gewert- schaftliche Bewegung ihre Existenzmöglichkeiten und Existenzbedin- gungen vor aller Oeffentlichkeit klarstellen muß und weil die öffent- liche Repräsentation ein Lebensbedürfnis für sie ist. Ter Aus- schütz des Gesamtverbandcs wollte weiterhin durch den heutigen Kongreß den Dresdener Beschluß von neuem bekräftigen lassen. Die Welt ist ja so voller Zweifler, es gibt so viele Leute, bei denen gewisse Wünsche die Erzeuger ihrer Gedanken sind, es ist in den letzten zwei Wochen in der Oeffentlichkeit so viel an unsinnigen Behauptungen und Kombinationen geleistet worden;'daß wir dem- gegenüber noch einmal in aller Ruhe und mit aller Bestimmtheit unsere alten allgemein bekannten Grundsätze betonen wollen..-.Ig, Übrigen wird, der Verlaus dieses Kongresses' zeigen, daß unsere sonst haßgxschwollerien, jetzt in Schadenfreude, schwelgenden Gegner iftcht auf ihre Rechnung kommen.(Lebhafter Beifall.) Wahrscheinlich werden sie von hier aus einige Neuigkeiten erfahren, die ein wenig Wasser in ihren Wein gießen. In den letzten 48 Stunden hat die Streitfrage eine bedeutsame Wendung erfahren. Mir ist gestern von Berlin mitgeteilt worden, daß die Reichsregierung den Inhalt der päpstlichen Enzyklika vor der Veröffentlichung nicht gekannt hat(Lebhaftes Hört! hört!), und die Reichsregierung legt Wert darauf, daß diese Tatsache hier öffentlich bekannt gemacht wird. Die Leute, die unsere katholischen Mit- glieder heute als unter einem kirchlichen Ausnahmegesetz seufzende Knechtsseelen verspotten und ihnen morgen Rebellion gegen ihre kirchliche Obrigkeit vorwerfen, können uns nicht im mindesten im- ponieren.(Sehr richtig!) Hierauf wurde in den einzigen Punkt der Tagesordnung ein« getreten: Die durch die päpstliche Enzyklika geschaffene Lage. Das Referat hatte Generalsekretär Stegerwald-Köln übernommen. Er gab zunächst einen Abriß der EntWickelung des Ge- Werkschaftsstreits im katholischen Lager und der zahlreichen Aus- legungen, die das neueste päpstliche Rundschreiben in der Presse der verschiedensten Richtungen gefunden hat. In dieser verwirrten Situation sei ein Wort der Ausklärung notwendig und dieser Kon- greß solle die Ausklärung bringen. Gegenüber der Einwendung der katholischen Fachabteilungen, die christlichen Gewerkschaften hätten sich bezüglich ihrer Stellung„ach der religiös-sittliche« Seite nirgends programmatisch und bindend festgelegt, verwies Redner auf die wiederholten Beschlüsse des Vor- standes des Gesamtverbandes der christlichen Ge- werkschaften. Weitere Garantie» und Verpflichtungen könnten die christlichen Gewerkschaften nicht übernehmen.(Leb- hafte Zustimmung.) Von einem deutschen Bischof, demgegenüber Redner dieser Ueberzeugung Ausdruck verliehen hat, sei ihm die Antwort geworden:„Mehr verlangt auch keine kirch- liche Behörde."(Lebhaftes Hört! hört!) Tie christlichen Gewerkschaften sind in Deutschland eine Minderheitsbewcgung. Die sozialdemokratische Bewegung hatte bereits einen großen Vorsprung, als die christlichen Gewerkschaften gegründet wurden. Die Stellung der christlichen Gewerkschaften neben diesen sozialdemokratischeil Gewerkschaften ist darum naturgemäß eine sehr schwierige. Die Arbeitgeber, mit denen die berufswirtschaftlichen Jnteresfenver- tretungen sich auseinanderzusetzen haben, sind in Deutschland wohl mehr als nicht katholisch, auch ist der Staatsverwaltung über- wiegt bei weitem das evangelische Element. Nun zur Enzyklika selbst! Die Sozialdemokraten machen der Enzyklika zum Vorwurf, daß sie ei» Ausnahmegesetz für die Arbeiter und vom Papst eigens für die Interessen der besitzenden Klassen geschrieben sei. Das ist nicht richtig. Die Enzyklika entspringt überhaupt nicht der Initiative der Kurie, sondern sie ist erlassen worden nach langjährigem Drängen der katholischen Jachabtci- lungen.(Sehr richtig!) Wen» für andere Erwerbsschichten inner- halb des katholischen Lage es keine ähnliche Enzykliken bestehen, so deshalb nicht, weil diese Erwcrbsschichten nicht gegenseitig im Stee.it liegen. Die Enzyklika verfolgt de» friedlichen Zweck, de., nun seit 12 Jahren andauernden Streit in, katholischen Lager über christliche Gewerkschaften und kotbolische Fachabteilungen zu beendigen. Bei der unterschiedlichen Auslegung der Enzyklika handelt es sich speziell um einige Stellen, die auch in den Kreisen der christ. lichen Gewerkschaften Beunruhigung hervorge. rufen haben. Die eine Stelle betrifft das Zuständigkeitsrecht und die Mitwirkung der kirchliche» Obrigkeit bei wirtschaftlichen Fragen, die andere bezieht sich auf die Gründung konfessionell- katholischer Vereinigungen in katholischen Gegenden, die dritte be- zieht sich auf die Beobachtungspfticht der Bischöfe gegenüber intcr- konfcssionclleii Vereinigungen, und die vierte schließlich bezieht sich auf die Zustäiidigleit der Enzyklika in der Streitfrage überhaupt. Eine weitere Stelle wird ato Behinderung der Ausbrcitungsmög- lichkeit der christlichen Gewerkschaften gedeutet. Von dieser Be- unruhigung innerhalb der christlichen Gewcrljchaften hat der Bischof Dr. Schulte in Paderborn Kenntnis bekommen und er hat über die Enzyklika mit Fürstbischof Kardinal Kopp korrespondiert. Das Resultat dieser Korrespondenz ist eine neuerdings vorliegende Interpretation der Stellen der Enzyklika durch dir in Fulda versammelt gewesenen BischSfe. Diese Interpellation lautet: l. In dem Satz:„Die soziale Frage und die mit ihr ver- knüpften Streitfragen über Charakter und Dauer der Arbeit, über Lohnzahlungen, über den Arbeiterstrcik sind nicht rein Wirt- schaftlicher Natur und somit nicht' zu denen zu zählen, die mit Hintansetzung der kirchlichen Obrigkeit beigelegt werden können", ist die letztere Wendung nicht so zu verstehen,, als ob die kirchliche Obrigkeit beanspruche, mit"der praktischen Erledigung solcher Fragen in den einzelnen Fällen irgendwie befaßt zu werden. Die Wendung besagt vielmehr, daß die Kirche das Recht und die Pflicht habe, zu derartigen Streitfragen, insolveit sie das Sittengesetz berühren, auch ihrerseits Stellung zu nehmen und durch Hin. weis auf die richtigen Grundsätze, die in Bc- tracht kommen, den Gläubigen vor sittlich-rc» l i g i o s e n Schäden zu bewahren. 2. Der Satz:„Hieraus folgt, daß derartige sogenannte kon- fessionell-katholische Bereinigungen sicherlich in katholischen Ge- genden und außerdem in allen anderen Gegenden, wo anzu- nehmen ist, daß durch sie den verschiedenen Bedürfnissen der Mit- glieder genügend Hilfe gebracht werden kann, gegründet und auf jede Weise unterstützt werden müssen", besteht überall dort als eine Borschrift des Apostolischen Stuhles zu Recht, wo nicht die für Deutschland bezüglich der christlichen Gewerkschaften gemäß den Wünschen der Bi- schüfe vorgesehene Ausnahmestellung zutrifft. Eine Aufteilung der deutschen Diözesen, deren Bischöfe für ihr ganzes Diözesangebiet um Zulassung der christlichen Gewerkschaften gebeten haben, in solche Gebiete, wo das Feld der Ber- tiner Richtung sein soll, und in andere Gebiete, wo christliche Ge- loerkschaften existieren dürfen, ist in der Enzyklika durchaus nicht angeordnet worden. Eine solche Aufteilung des Diözesangebietes brächte, lvas der Heilige Vater gerade verhüten will, erst recht Wirrwarr und Unfrieden. 3. Die Mahnung des Heiligen Vaters an die Bischöfe,„sorg- fältig das Verhalten dieser Bereinigungen zu beobachten und darüber zu ivachen, daß den Katholiken aus der Anteilnahme an ihnen kein Nachteil erwächst", erklärt sich in ihrem letzten Teil von selbst und in ihrem ersten Teil aus dem vorhergehenden Satz, an dem sie mit dem Wort„darum" angeschlossen ist. Es wird niemand den Bischöfen das Recht bestreiten können, s i ch zu orientieren über irgendwelche Organisa- t i o n e n, also auch, ob die hier in Rede stehenden christlichen Gewerkschaften grundsätzlich oder tatsächlich zur Kirche oder kirchlichen Lehre in Gegensatz treten. Die Beobachtungspflicht der Bischöfe bezieht sich nicht auf die wirtschaftliche Tätigkeit der christlichen Gewerkschaften, sondern darauf, ob den katholischen Arbeitern aus der Mitgliedschaft kein sittlich-religiöser Schaden erwächst. 4. Bei dem Satz:„Sollte unter ihnen noch irgendein« Schwie- rigkeit entstehen, so ist zu deren Lösung der gewiesen« Weg fol- gender: Sie sollen sich an ihre Bischöfe um Rat wenden und diese werden die Sache an den Apostolischen Stuhl berichten, von welchem sie entschieden wird", ist nicht gemeint, daß gcwcrkschaft. liche Schwierigkeiten von den Bischöfen dem Heiligen Vater zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Es handelt sich vielmehr, lvie aus dem Vorhergehenden sich ergibt, lediglich um die päpst- liche Mahnung an die deutschen Katholiken, fortan bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten auf dem richtigen Instanzenwege zu bleiben und die Bekämpfung untereinander einzustellen. ES ist fraglos das Recht der Katholiken, in ihren Gewissensangelegen» heiten den Rat bezw. die Entscheidung ihrer kirchlichen Oberen einzuholen. 5. Die Wendung im vorletzten Abschnitt der Enzyklika:„Wo hr Anbetracht der Ortsverhältnisse die kirchliche Obrigkeit es für gut befunden hat. solche Gewerkschaften unter gewissen VorsichtS- maßregeln zuzulassen", bedeutet keine Einschränkung gegenüber der generellen Fassung, in der im Abschnitt:„in dieser Hinsicht" die Zukässigkeit der christlichen Gewerkschaften für die deutschen Diözesen erklärt worden ist." Ich bin von dem Kardinal Kopp und dem Bischof Dr. Schulte autorisiert, dem Kongreß mitzuteilen, daß diese Interpretation die Auffassung der Fuldaer Bischofskonferenz wiedergibt.(Beifall.) Den hier niedergelegten Grundsätzen sind die christlichen Gewerkschaften stets gerecht gewor- den.(Beifall.) Der Berliner„Arbeiter" hat freilich die besagten Stellen der Enzyklika anders ausgelegt. Demgegenüber erkläre ich, daß sich die christlichen Gewerkschaften ihr Ausbreitungsgebiet nicht einengen lassen.„Sitz Berlin" wird auf eine unerstürmbare Mauer stoßen.(Stürmischer Beifall.l Die sozialdemokratische Presse macht nun viel Aufhebens damit, daß sie sagt, über den christlichen Go- loerkschaften hängt das Damoklesschwert des Papstes. Die Sozial- demokratic braucht sich nicht um die weitere Existenz der christ- lichen Gewerkschaften zu sorgen, diese haben bisher bewiesen, daß sie ihre Existenz zu behaupten verstehen. Eine kirchliche Beaufsichti- gung der Gewerkschaften in ihren Einzclmaß nahmen wäre absolut undurchführbar.(Sehr wahr!) Eine Mitwirkung der Geistlichen bei der Regelung fachlicher und gewerblicher Angelegenheiten ist undenkbar.(Lebhafte Zustimmung.) Den Religions- gesellschaften würden bei einer Einmischung in gewerkschaftliche Einzelfragen unübersehbare Scliwierigkeiten erwachsen. Die So- zialdemokratie hat außerordentlich an Ausdehnung gewonnen, die Gefahren, die sie in sich birgt, wachsen. Mit Erziehungskünsten läßt sich diese Partei nicht auf emenjrndern Boden bringen aber auch nicht mit politischer Gewalt. Solange aber in Deutschland eine starke christlich nationale Gewerkschaftsbewegung vorhanden ist, kann die Sozialdemokratie ihre Pläne nicht verwirklichen. Im Gegenteil, die ausgleichende Politik der christlich-nationalen Be- wegung zwingt die Sozialdemokratie, auf die Dauer andere Wege einzuschlagen. Die Berliner Kritiker schaden mit ihren Nörgeleien letzten Endes der Sache selbst, der sie dienen wollen.(Sehr wahr!) Ob sie nunmehr Frieden geben werden, ist zu bezweifeln. Die deutschen Bischöfe haben schon im Jahre 1910 ein Mahnwort ausgesprochen, geholfen hat es nicht viel. Die Bekämpfung der christlichen Gewerk- schaften wurde ganz einfach vom Ausland her weiterbetrieben. Sollte es in diesem Sinne weitergehen, dann werden die chri st lichen Gewerkschaften die Angriffe in Zu- kunft nicht mehr unerwidert lassen.(Stürmischer Beifall.) Wir wünschen solche Auseinandersetzungen nicht und wir hoffen, daß man unferen Essener Kongreß allseitig ver- si c h e n w i r d.(Langanhaltender stürmischer Beifalls An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion. Bogrlsang-Essen vom Gewerkverein christlicher Bergarbeiter erklärte die volle Zustimmung dieser Organisation zu den Aus- führungen des Referenten. Wir Arbeiterorganisationen bewegen uns innerhalb der Grenzen, die uns durch Sitte und Moral ge- zogen sind. Innerhalb dieserGrenzen werden wir unsere wirtschaftlichen Interessen nach wie vor unerschütterlich wahren und verteidigen, in demselben Maße, wie alle übrigen Stände dies tun und beanspruchen.(Stürmischer Beifall.) Wir geben auf diesem Kongreß mit Nachdruck der Forderung Ausdruck, daß diese unsere wirtschaftliche Selbständigkeit endlich auch seitens aller Vertreter der Kirckengemeinschaften gebührende Beachtung finden möge.(Er- neu'er stürmischer Beifall.) Diese Interessen wahrzunehmen, ist unser öffentliches Recht und unsere Pflicht.(Erneuter Beifall.) Wir wollen feststellen, daß eine katholische und eine evangelische Bcrgarbeiterorganisation in unserem Bergbaurevier gegenüber dem mächtigen Grubenkapital unmöglich wäre.(Lebhafter Beifall.) Der Zechenverband verfügt über eine wirtschaftliche Macht von 300 000 Bergarbeitern.(Hörtl hört!) Auch katholische Unternehmer ge- hören dem Zcchenverband fl» und kein Mensch regt sich darüber auf. (Erneutes Hört! hört!) 100 000 Bergarbeiter sehen im preußischen Staat einen Arbeitgeber von gewaltiger Macht, der seine Arbeiter auch nicht nach den Grundsätzen von Liebe und Gerechtigkeit be- handelt.(Sehr wahr!) Solchen Arbeitgebern müssen die Arbeiter in möglich st geschlossenen Organi- sationen gegenüber st ehe n. Eine Spaltung nach Kon- fessionen darf nicht erfolgen, denn das wäre Verrat an der Ver- tretung der berechtigten Interessen der Arbeiter. Eine solche Spal- tung würde die Bergarbeiter unfähig machen, ihre Interessen über- Haupt wahrzunehmen.(Lebhafte Zustimmung.) Soweit unsere wirtschaftlichen Ziele in Betracht kommen, lassen wir uns weder von Unlcrnchmern, noch von Sozialdemokraten, weder von katho- tischen Fachabteilungen, noch von irgendeiner Kirchengemeinschaft etwas hineinreden.(Lebhafter Beifall.) In diesen Fragen prüfen wir selbständig.(Erneuter lebhafter Beifall.) Ein deutlicher Be- weis dafür wurde durch unsere Haltung während des letzten Bcrg- arbeiterstreiks geliefert. Die sozialdemokratische Presse mit dem „Vorwärts" an der Spitze hat uns zwar beschuldigt, d a ß w i r a u f Befehl des katholischen KleruS uns am Streik nicht beteiligt hätten.(Zuruf: Das ist gelogen!) Einem solchen Verlangen hat der Gewerkverein in der Tat niemalsFolge geleistet. Wiedrberg-Berlin gab im Namen des 4S 000 Mitglieder zählenden christlichen Bauarbeiterverbandes eine ähnliche Erklärung ab: Auch wir werden uns nicht in konfessionelle Vereinigungen spalten lassen. Wir brauchen gegenüber der skrupellosen Agitation der Sozialdemokratie mit ihrem 400 000 Mitglieder zählenden Bau- arbeiterverband und ihren 12 Millionen Vermögen einen möglicksst geschlossenen christlich-nationalen Bauarbeitcrverband. Wir haben nur 45 000 Mitglieder. Angesichts dieser Kräfteverteilung wäre eine weitere Zersplitterung geradezu unverantwortlich und würde nur die Herrschaft der Sozialdemokratie bedeuten.(Stürmischer Beifall.) Wir christlichen Bauarbeiter werden jedenfalls niemals die Hand dazu bieten, daß die Arbeiterbewegung noch weiter zcr- splittert wird. Damit würde dem gewerblichen Frieden nicht ge- dient werden. Das Berliner System lehnt den Streik grundsätz- lich ab. Wir im Baugewerbe aber haben gelernt, daß nur durch den Streik die wenigen Verbesserungen erreicht wurden, die wir haben.(Lebhaftes Hört! hört!) Wir werden auch fernerhin mit unseren evangelischen Arbeitern im Verband zusammenarbeiten.(Stürmischer Beifall.) Wicber-D u i s b u r g sprach für die christlichen Metallarbeiter. Die Gewerkschaft bedeutet für die Arbeiter mehr als man in Nicht- arbeiterkreisen vielfach annimmt. In dem Wettbewerb der Kräfte im Wirtschaftsleben bedeutet der einzelne Arbeiter gar nichts, erst die Organisation gibt ihm Rückhalt. Wenn dem Arbeiter diese Organisation erschwert oder unmöglich gemacht wird, so wird er rechtlos und dem Wohlwollen der Unternehmer ausgeliefert. So- lange andere Gesellschaftskreise sich organisieren, sind die Arbeiter gezwungen, dies ebenfalls zu tun. Wir stehen den größten Kapital- mächten gegenüber: niemals werden uns aus freien Stücken Ver- besserungen zugebilligt. Die Unternehmerverbände sind ebenfalls interkonfessionell, sie werfen aus nichtigsten Gründen Tausende von Arbeitern auf die Straße. Wegen 25 Formern sind in Hagen über 25 000 Metallarbeiter ausgesperrt worden.(Lebhaftes Hörtl hört!) Wir werden selbständig bleiben wie bisher. Hätten die Unter- nehmer soviel Respekt vor der kirchlichen Behörde wie die Arbeiter, dann würde mancher Streik vermieden werden.(Lebhafter Bei- fall.) Aber die Unternehmer kümmern sich ja nicht einmal um die Autorität des Staates. Vor 23 Jahren hat kein Geringerer als Kaiser Wilhelm II. die Jndustriegewaltigen ermahnt, mit den Ar- beitern zu unterhandeln. Trotz dieser kaiserlichen Mahnung sind wir heute noch keinen Schritt weiter gekommen. Wenn heute ab- gewogen würde, wer im Wirtschaftsleben mehr religiöse Grundsätz« vertritt, der Arbeiter oder der Unternehmer, dann würde das Züng- lein sehr zugunsten der Arbeiter ausschlagen.(Lebhafter Beifall.) Aehnliche Erklärungen gaben hierauf die Vertreter aller anderen dem christlichen Gesamtverband angeschlossenen Gewerk» schaften ab. Zum Schluß nahm Reichstagsabgeordneter GieS- berts das Wort, um zu erklären, daß den alten Streitigkeiten in der christlichen Gewerkschaftsbewegung nichls ferner gelegen hat, als die Arbeiter vom christlichen Glauben abzuwenden. Wenn eS uns lediglich daraus angekommen wäre, die wirk- fchaftlichen Interessen der Arbeiter zu vertreten, dann hätten wir zu den Sozialdemokraten gehen konnen. Ein Gefühl der Bitterkeit steigt in aller unserer Herzen auf durch die Angriffe aus eigenem Lager.(Lebhaste Zustimmung.) Dieser Kongreß beweist nur unsere Disziplin, denn die S t i m- mung in unseren Arbeiterkrcisen ist eine viel schärfere, als hier zum Ausdruck kommt.(Stürmische Zustim. mung.) Dieser Kongreß entspringt nicht dem Willkürakt einzelner Führer, sondern er war eine Pflicht gegenüber unseren treuen Mit- gliedern im Lande.(Stürmischer Beifall.)) Redner empfahl schließlich einen Aufruf an die christlich-natio- nalen Arbeiter zu erlassen, trotz aller Bitterkeit treu zur Fahne der christlich-nationalen Arbeitebewegung zu stehen.(Stümischer Bei- fall.) Einstimmig wurde beschlossen, diesen Aufruf ins Land gehen zu lassen. Weiter wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der der Beschlutz des Dresdener Kongresses voll bestätigt und zum Schluß betont wird: „Die christlichen Gewerkschaften sind mit dem wirtschaftlichen und nationalen Leben Deutschlands aufs engste verknüpft, sie sind die einzige gewerkschaftliche Organisation, die sich neben der sozialdemokratischen Bewegung entscheidende Bedeutung ver- schafft hat. Sie sind eine soziale, wirtschaftliche und nationale . Notwendigkeit. Staat und Volksgemeinschaft haben ein Lebens- interesse daran, daß nicht dfe antinationale, dem Christentum feindliche Sozialdemokratie eine alleinherrschende Monopol- stellung in der deutschen Gewerkschaftsbewegung erlangt. An Charakter. Organisationsform und künftiger Wirksamkeit der Gewerkschaften wird daher nichts geändert werden. Wir arbeiten weiter wie bisher." Darauf schloß Reichstagsabgeordneter B e h r e n S den Kongreß. Sei' ksubmorä, dem in der Nacht zum 14. September der 65 Jahre alte Rentier Joseph Fuß in der Neuen Wintrrfeldtstr. 36 zu Schöncberg zum Opfer gefallen ist, beschäftigte gestern daS Schwurgericht des Land- gerichts II unter Vorsitz des Landaerichtsdirektors de la Fontaine. Die auf Raub, Mord und versuchte Tötung lautende Anklage richtet sich gegen den am 20. Juli 1892 zu Kelke(Kreis Schmiegel) geborenen Handlungsgehilfen Roman Pietruszewski. Der ermordete Rentier Fuß hatte früher in Schrimm ein Kolonialwarengeschäft, welches er verkaufte, als er Witwer wurde. Vor etwa 5 Jahren war er nach Berlin überaesiedelt und wohnte in dem Hause Neue Winterfeldtstr. 36. Am 13. September abends war seine Wirtschafterin beurlaubt und der alt« Herr war von einem Besuche bei seinem Sohn allein nach Hause zurückgekehrt. Gegen II Uhr ertönten aus der Fußschen Wohnung gellende Hilfe- rufe, die den Portier des Hauses veranlaßte, schleunigst die Polizei zu alarmieren. Sehr bald war ein Schutzmann zur Stelle. Er fand die Entreetür zur Fußschen Wohnung verschlossen. Als er klingelte, ertönte von innen die Frage, wer da sei. Auf die Ant- wort, daß die Polizei Einlaß begehre, wurde nicht geöffnet. Es wurden darauf noch mehrere Beamte und ein Schlosser requiriert. Dieser öffnete die Tür und man drang in der Wohnung bis zum Berliner Zimmer vor. In dieses führen zwei Türen: ein« vom Korridor aus. die aber verschlossen vorgefunden wurde, und eine vom Vorderzimmer. Durch die letztere wollten die Beamten vor- dringen, die Tür wurde aber von innen zugehalten. Als sich die Schutzleute dagegen stemmten, wurde sie ein wenig geöffnet und ein jenseits der Tür stehender Mann steckte«inen Revolver heraus und drückte zweimal auf die Beamten ab, ohne daß sich der Revolver entlud, Den vereinten Kräften gelantz es nunmehr, den Mann zu überwältigen und ihm Fesseln anzulegen, so daß er kampfunfähig wurde. Man fand dann dicht unter dem auf den Hof führenden Fenster den alten Herrn Fuß in seinem Blute schwimmend als Leiche vor. Auf dem Fußboden zeigte sich eine große Blutlache. Die Wände waren weithin mit Blut bespritzt. Die Leich» wies eine große Anzahl schwerer Verletzungen am Kopf, Hals, Brust, Rücken, Armen und Beinen auf. Der Mörder hat in bestialischer Weise auf sein Opfer eingestochen und eingehauen und Geld von ihm verlangt. Es muß zu einem heftigen Kampf gekommen sein. Der Ueberfallene scheint dem Mörder schließlich sein Portemonnaie, in dem sich 190 M. befanden gegeben, dem frechen Eindringling aber damit noch nicht Genüge getan zu haben, denn Anwohner wollen deutlich gehört haben, daß Fuß, kurz bevor die Schutzleute erschienen, ausrief:„Was wollen Sie denn noch von mir? Mein Geld habe ich Ihnen gegeben, mehr habe ich nicht! Lassen Si« mir doch mein Leben!" Mit welcher Wucht der Mörder auf sein Opfer eingeschlagen hat, zeigte die Tatsache, daß dem alten Herrn das ganze Gebiß zertrümmert worden ist und ihm Blut aus Mund und Nase hervorgequollen war. Der Angeklagte Pietruszewski, der die furchtbare Tat begangen, hatte bisher zugegeben, den alten Herrn getötet zu haben, aber bc- stritten, daß er diesen schon mit der Absicht, ihn zu töten und zu berauben, aufgesucht habe.(Aestern gab er zwar die LluSfüHrung der Tat zu, bestritt aber, mit Ueberlegung gehandelt zu haben. Nach seiner gestrigen Schilderung spielte der Hergang sich folgendermaßen ab: Der Angeklagt« kannte den Ermordeten, der der Vorgänger des Kaufmanns war, bei dem der Angeklagt« in Schrimm als Lehrling tätig war. von dort her, und zwar als einen sehr gutmütigen Mann. Der Angeklagte war in Bremen in Stellung, hatte aber diese auf- gegeben und reiste über Berlin nach seiner Heimat Posen. In Berlin ging ihm aber das Reisegeld aus. Da erinnerte er sich des Rentiers Fuß, den er aufsuchte und der ihm 10 M. als Reisegeld schenkte. Er war dann wieder van Hause weggefahren, nachdem er vorher von seinem Vater 200 M. gestohlen hatte. Nachdem er das Geld in Berlin durchgebracht hatte, erinnerte er sich wieder des Herrn Fuß und wollte diesen bitten, ihm 300 M. zu borgen. Er habe die Absicht gehabt, davon 200 M. seinem Vater zurückzugeben und 100 M. zu behalten, um in Stettin seine Militärzeit abzu- machen. Am 13. September will er schon des Morgens und mittags vergeblich an der Fußschen Wohnuirgstür geklingelt haben. Deshalb sei er abends gegen 10 Uhr nochmals hingegangen und da habe ihm auf sein Klingeln Herr Fuß geöffnet. Er sei mit ihm in das Eßzimmer gegangen, wo Herr Fuß, der gerade beim Briefschreiben gewesen, ihm eine Flasche Bier vorgesetzt und nach seinem Begehr gefragt habe. Er habe ihn dann gebeten, ihm aus 2 Jahre 300 M. zu borgen. Herr Fuß habe dies wiederholt abgelehnt und ihn schließlich aufgefordert, ihn zu verlassen. Da habe er Herrn Fuß bei der Kehle gepackt, er habe sich aber wieder freigemacht und dann die wiederholte Bitte um Geld abermals abgelehnt. Da habe er ihn nochmals an der Kehle gepackt und habe ihn gewürgt; ihm sei alles im Kopf herumgegangen und er habe nicht gewußt, was er tat. Er habe dann den alten Herrn auf das Sofa geworfen, dieser habe sich aber wieder losgerissen und um Hilfe geschrien. Um ihn daran zu verhindern, habe er in sein« Tasche gefaßt, um ihm mit seinem Taschentuch den Mund zu stopfen, da habe er eine Schlinge gefaßt, die er zufällig in der Tasche hatte, und habe diese seinem Opfer um den Hals geworfen. Herrn Fuß sei es aber gelungen, die Hand zwischen die Schling« zu stecken und nun sei c» zu«ineui Ringen gekommen. Fuß habe ihm das Portemonnaie mit 190 M. gegeben. Er habe erklärt, das sei zu wenig und ihm schließlich das Messer in die Kehle gestochen und weiter auf ihn eingeschlagen. Nach eingehender Beweisaufnahme brjalstcn die Geschworenen die Schuldfragcn nach Mord und qualifiziertem Raubt, dagegen wurde die Schuldfrage bezüglich des TotschlagvcrsuchÄ gegenüber den Sckiutzlentcn verneint. Da« Urteil, ivelches von dem Vorsitzenden LandgerichtSdircktor de In Fontaine verkündet wurde, lautet: Der Angeklagte Pietrus- zewSki wird ivegen Mordes und qualifizierten RaubeS zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt, im übiHen erfolgte Freisprechung. Der Angeklagte, der bis dahin ziemlich teilnahmslos der Ber- Handlung gefolgt war. brach erst jetzt weinend zusammen. Auf dem Korridor fiel die alt« Mutter des Angeklagten ohn- mächtig auf die harten Steinsliesen nieder. Nachdem sie sich erholt hatte, ging sie, still vor sich hinweinend, umgeben von Scharen neu- gieriger Leute aus dem Zuhörerraum, darunter viel« elegante Dame»», die Straße entlang. Versammlungen. Deutscher Mctallarbeitcrverbnnd. In der am Sonntag abgehaltenen Generalversammlung>derVenvaltungsstell« Berlin teilt« Cohen das Ergebnis des Uebcrtritls der seitherigen Mitglieder de» Schmiede- Verbandes mit. Von den 2651 Berliner Mitgliedern de» Schmiede- Verbandes sind 2388 zum Deutschen Metallarbeiterverband über- getreten. Vier, die im TranSportgewerbe, und einer, der als Ma- schinist arbeitet, haben sich den Verbänden dieser Beruf« ange- schloffen. Ein Mitglied ist zu den Hirsch-Dunckerschen und drei, die als Rohrleger arbeiten, sind zum Allgemeinen Metallarbeiter- verband übergegangen. 146 sind unbekannt verzogen, abgereist oder zum Militär eingezogen. 04 konnten wegen erheblicher Beitrags- rückstände nicht übertreten und 14 konnten bis jetzt noch nicht über- treten, weil sie noch Beitragsrückstände in der alten Organisation zu begleichen Hadem Der Redner bezeichnete das Ergebnis de- Uobertritts als ein überaus glänzendes. Die Mitglieder des Schinicdevcrbandes seien fast restlos übergetreten. Der Versuch, einen Zwiespalt in ihre Reihen zu tragen-, sei völlig gescheitert. Das müsse betont werden, weil die dem Verband feindlich gesinnte Presse behauptet«,"" über- 1000 Schmiede würden nicht zum Metall- arbcilerverband übertreten. Di« Seite, von der diese Behauptung ausging, habe ganze drei Mann von den Schmieden geerbt.— Da die Vertreter der Schmied« heut zum erstenmal der Generalver- sammlung des Melallarbeitervenbandes beiwohnen, so hieß sie Cohen herzlich willkommen. Der Verband werde sich bemühen, die Interessen der Schmiede so»vahrzunehmen, daß sie den Heber- tritt nicht zu bereuen haben. Hierauf trat die Versammlung in die Tagesordnung ein. Ter eines Bezirksleiters für Schlesien übernommen und bereits ange- nähme und Ausgabe für die Hauptkass« mit 697 608 M., für die Lokalkasse mit 1 438 504 M. Unter den Ausgaben treten die Auf- Wendungen für Unterstützungszwecke besonders hervor. Es wurden gezahlt an Reisende 2467 M., an Umziehende 3460 M., an Kranke 128 734 M., an Arbeitslose 138 289 M.. an Streikende 91 685 M.. an Gemaßregelte 9494 M., in Notfällen 3376 M., bei Sterbefällen 4675 M.. für Rechtsschutz 3637 M. Der bisherige zweite Bevollmächtigte Hand!« hat das Amt eines Bezirksleiters ssür Schlesien übernommen und bereits ange, treten. Deshalb macht sich die Wahl eines anderen zweiten Bevollmächtigten nötig. Hierzu bemerkte Cohen: Nachdem Orisstaiut seien die Posten der Angestellten auszuschreiben, die Bewerbungen von einer Kommission zu prüfen und einer Generalversammlung zur Entscheidung vorzulegen. Da der zweite Bevollmächtigte der engeren Ortsverwaltung angehört, so könne er nach den Bestim- inungen des Hauptstatuts ohne den zeitraubenden Weg der AuS- schreibung gewählt werden. Die Ortsverwaltung empfehle den letzteren Weg. damit der Posten möglichst bald wieder besetzt werde. Auch-die Bezirksversammlungen mit Ausnahme von zweien hätten sich für diesen Weg erklärt.— Die Generalversammlung stimmte ohne Diskussion der sofortigen Wahl zu. Auf Vorschlag der Orts- Verwaltung wurde der bisherig« Bevollmächtigte des Schmiede- Verbandes, Sie ring, einstimmig zum zweiten Bevollmächtigten gewählt. Ein von Deveigncux begründeter Antrag der Baubranchen: zwei Bautenkontrolleure anzustellen, wurde angenommen. Di« Bezirke Reinickendorf und Tegel beantragten, für die dortigen Betrieb« zum Zwecke der Agitation und Organisation sowse Mm Eingreifen bei Differenzen einen AngesteMen zu wählen.--- Nach längerer Diskussion wurde der Antrag angenommen.— Die Stellungen der beiden Bautenkontrolleure sowie des Angestellten für Reinickendorf-Tegel werden ausgeschrieben. Die für die Kom- Mission zur Prüfung der Bewerbungen erforderlichen 13 Mitglieder wurden durch die Generalversammlung gewählt. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer» OrtSverwal tung Berlin, hielt am Sanntagnachmittag sein« Generalversamiw lung in den..Arminhallcn" ab Nach dem Bericht d«S Kassierers Holz zeigt die Lokalkaffe den folgenden Abschluß: Einnahme vom 1. Juli bis 30. September 131S. 13 185,05 M. Ausgabe vom 1. Juli bis 20. September 1Sl2. 13 977,52„ Mehrausgabe 792,47 M. Kassenbestand am 30. September 1912.... 16737.98 M. Unter den Ausgaben stehen 10 669.15 M. für die Zentralkasse verzeichnet, ferner 641,93 M. für den Versand der Zeitschrift und 335 M. als Zuschuß zur Unterstützung in Sterbesällen und 171,50 Mark als Extraunterstützung. Aus der Zentralkasse wurden an Unterstützungen gezahlt: an Arbeitslose(58 Mitglieder) 1472,84 M., an Kranke(76 Mitglieder) 1995.04 M.. an Streikende(3 Mitglieder) 74.65 M., an Gemäß- regelte(3 Mitglieder) 184,35 M.. UmzugSunterstützung(6 Mit» glioder) 185 M.. Sterbeunterstützung 815 M., Rechtsschutz 54,70 M. Die gesamten Einnahmen der Hauptiasse betrugen 10 669,15 M., die Ausgaben 5371,60 M.» demnach vervlieb ein Bestand von 5297,55 M. Dem Kassenbericht folgte der Bericht der Delegierten zur Ber- liner Gewerkschaftskommission, den Baer und Schlichting er- statteten. In der Diskussion darüber wurden hauptsächlich Fragen erörtert, die den Arbeitsnachweis betrafen. Die Rodner sprachen sich scharf gegen jede Bedrohung des Einflusses der Organisation im Zentralverein für Arbeitsnachweis aus und erwarteten, daß die schwebenden Fragen in befriedigender Weise gelöst werden. Zum dritten Punkt der Tagesordnung, O r t S a n g« le ge n» Helten, berichtete der Vorsitzende Schlichting über den er» iolgreich beendeten Streik bei Aschinger und über verschiedene Differenzen in Brauereien. Schlichting wandte sich dann gegen die bestehende Organisationszersplitterung, die einer erfolgreichen VerbandStätigkeit das größte Hindernis bereite und der ein Ende gemacht werden müsse. Sogar im Deutschen Trans- portarbeitervevband seien Maschinisten und Heizer organisiert.— In der Diskussion wurden die Verhältnisse in verschiedenen De- trieben erörtert und dann die Arbeiten der bestehenden Vor- schmelzungSkommission(für Berlin und die Vororte) beleuchtet. Die geübt« Kritik fiel sehr ungünstig aus und allgemein wurde das beabsichtigte Delegiertenshstem für die Generalversammlungen der verschmolzenen Verbände verurteilt. Man forderte in dieser Frag« zu einer energischen Opposition bei der kommenden Beratung deS Ortsstatuts auf._ Hua aller Melt. Gxplofionskatastrophen in Nordamerika. Wie bereits tn der gestrigen Nummer des„Vorwärts' mit- geteilt wurde, ist in W a u k e g a n im Staate Illinois eine Stärke- fabrik durch Explosion zerstört wordm. Bedauerlicherweise ist die Zahl der dabei tödlich Verunglückten bedeutend größer, als erst an- genommen wurde. Es sind nach den jetzt vorliegenden Meldungen 23 Menschen getötet und etwa 100 schwer verletzt worden. Ein ähnliche« Unglück wird aus Brooklyn gemeldet. Dort brach am Montag in den Fabrikanlagen der Vereinigten Schwefel- werke ein Brand aus, der eine Anzahl Explosionen hervorrief. Die Fabrikanlagen und viele Gebäude in der Nachbar- schaft wurden zerstört, lieber 40 Personen sind verletzt worden. Andere werden vermißt. Der Schaden wird auf 1 250 000 Dollar geschätzt._ Schreckenstat eines Waldhüters. Auf dem Heimwege von einer Wirtschast geriet in Mährenhausen am Montagabend der Waldhüter Schmidt mit dem in der Mitte der 50er Jahre stehenden Schreinermeister Wolf in Streit, in dessen Verlauf Schmidt den Wolf mit seinem Gewehr nieder- schoß. Dieser erlag bald darauf seinen Verletzungen. Als der Bruder des Erschossenen und dessen Sohn den Schwerverletzten nach Ham'e trugen und dabei an der Wohnung de? Schmidt vorbei- kamen, riß dieser das Fenster auf und gab abermals zwei Schüsse ab, durch die die beiden Träger deS Verletzten schwer verwundet wurden. Schmidt legte sich darauf ruhig zu Bett. Er wurde noch im Laufe der Nacht verhaftet. Ein Schweinepriester. Der Erzpriester von Caraveggio, Don Leone 8 e o n l, wurde im vorigen Jahre in Bergamo zu vier Monaten Ge- f ä n g n i S verurteilt wegen eines an e i n e in K n a b e n be« gangenen SittlichkeiiSverbrechenS. Der Knabe gehörte einer streng katholischen Familie an und. um ganz im Stile zu sein, hatte der Geistliche zum„Ort der Handlung' das Lokal des katholischen Vereins gewählt. Die Appellinstanz bestätigte das Urteil, aber der Kassationshof kassierte es wegen eines Formfehlers, Jetzt ist der Prozeß nun von neuem vor dem Mailänder Appellhof verhandelt worden und hat wieder mit der Verurteilung deS Priesters zu vier Monaten Gefängnis geendet. Bemerkenswert ist, daß der Sittlichkeitsverbrecher von dem klerikalen Abgeordneten Cameroni verteidigt wurde. Während der Dauer der langen Phasen deS Prozesses hat übrigens der Angeklagte nie aufgehört, bei der Familie deS Opfers Pressionen zu machen, um d»«. Zurückziehung der Klage zu erzielen. Diese Zurückziehung ist nach italienischem Recht in jeder Phase solcher Sittlichkeitsprozesse möglich, in denen nur auf Grund privater Anzeige vorgegangen Ivird. Daher wird so oft der reiche Sittlichkettsverbrecher in armen Familien ein„Helfer in der Not", und gar manche Klage wird zurückgezogen._ Kleine Notizen. Unter die Räder geraten. Bei dem Versuche, sich von einer durchgehenden Arbeitslore durch Abspringen zu retten, wurden Montag- nachmittag unweit Taubenbach i. Thür, drei Arbeiter schwer verletzt. Ein vierter Arbeiter wurde von einem Personenzuge erfaßt und gelötet. Die Schwerverletzten wurden in das Krankenhaus nach Gräfenthal geschafft. Blutiger Kampf mit Schmugglern. In der Nacht zum Dienstag kam es zwischen Zollbeamten und Schmugglern in dem Orte Fos an der spanisch-französischen Grenze zu einem ernsten Zusammenstoß. Es entspann sich ein heftiges Feuergefecht, bei welchem ein Zoll- beamter getötet wurde. Die Schmuggler wollten versuchen, eine Herde von 75 Hammeln über die Grenze zu treiben. Das Vieh ist beschlagnahmt worden. Durch Starkstrom getötet. In einer bei Nizza gelegenen Sand« grübe wurden drei Arbeiter durch Starkstrom getötet. Der Unfall ereignete sich dadurch, daß der Schornstein einer Maschine, an der die Getöteten arbeiteten, an einem Leitungskabel anstieß. I Todes-Anzeigen SozialilEinokraiisEher Wahlverein U 2.1 Bezirk 81. Am Sonntag, den 94. November, verstarb unser Mitglied, der Putzer Louis Tetzel | Katz'.erstr. 7. 209/4 Ehre seinem Andcnkeu k Die Beeidigung findet an, [ Donnerstag in Magdeburg statt. Am 23. November verstarb nach I schwerem Krankenlager unier I lieber Bruder. Schwager und s Onkel, der Schneidermelstcr Paul Kxncr im 43. Lebensjadrc. Familie Engelmann. Die Beerdiguna findet am Donnerstag, den 98. November, nachmittags 4 Uhr. von der Halle des Zentral-FriedhoseS in Fried- richSselde auS statt. ItZOb SozIiMemokradsciier Wahlverein k. d. 5. Eerl. Relchstagswahlkrels Bezirk 419. Am Sonnabend verstarb unser langjährige» Mitglied, der Schnei- dermetster Paul Pxue»' Christ burgcr Straße SS. Edre seinem ZIndcnken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den LS. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des slädl. Zentral-Friedhosc« in FriedrtchSseld« au« statt. Um rege Beteiligung ersucht 923/20 Der Borftand. VeM der Schneider unii Schneiderinwn Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Paul ISxus»' om 23. November im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre deinem iludeiikenk Die Beerdigung findet am 28. November er, nachmittag« 4 Uhr. von der Leiche.«Halle deS Zentral-FricdboseS in Friedrichs- felde au« statt. 165/4 0lo Ortsverwallung. Deutseher Buchbinder-Verband. (Zahlstelle Berlin). Hierdurch unseren Mitgliedern zur traurigen Nachricht, Laß wiser Mitglied, die Kollegin l-ucie Jabczynski verstorben ist Dieselbe war bis zu tbrem Ableben im Interesse der Organisation tättz gewesen und werden wir ihr Andenken tn Ehren bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. November, nachmittag« 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des St. Michaels- Kirchhoses.Mariendorser Weg, aus statt. j6/8 Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwateung. MaManil der Maseiisten uiH Heizer. - rr JWitgliedscliait Elbe-, Oder-, Havelsctalflabrt. i Unseren Kollegen In der Binnenschissahrt die traurige Nachricht, daß Montag, den 25. November, unser langjähriger Mit- arbeiier, treuer Freund und Kollege, der MItgliedschastslGssierer Ernst Nietasch Spandau, Brüderstr. 41, gestorben ist. Die Maschinisten und Heizer der Binnenschissahrt werden dem Verstorbenen stet« ein ehrende« Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. November, nachmittag« 2'/« Uhr, von der Leichenhalle In Spandan aus statt. Unsere Kollegen in der Binnenschissahrt werden ersucht, recht zahlreich an der Beerdigung teilzunehmen. 146/18 Die Oaaloltang. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berutsgenossen Deutschlands. lim 25. d. M. verstarb unser langjähriges Mitglied und treuer Freund, der Verbandsrevisor Erust Metasch-Spandau. Wir werden sein Andenken stet« in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. November, nachmittag« 2'/, Uhr, von der Leichenhalle in Spandau au« statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Bcrbandsvorstand. SozWdemokraiischer Wahlverein Kreis Kieder-Barniin. Bezirk Franz. Buohholz. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Tbomas Zorawski verstorben ist. 245/7 Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch. den 27. d. Ml«.. nachmittag« 3 Uhr, von der Leichen- balle de» Geineindelriedhosc« in Franz. B ichholz au« statt. Rege Beteiligung erwartet �������ezirkSieitun� Deutscher Bauarheiterverband. Zwelffvereln Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß imser Mitglied, der Bau- arbeiter kränz Mendel am 23. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. November, nachmittag« 2'U Uhr, von der Leichenhalle de»PhiI«ppu«-Apo>lel. ktrchhose«, Müllerstr. 44/45. au« statt. 147/11 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. BeulscherHIelallarheiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall« arbetter Hermann Berkholz Arndtstr. 24, am 24. b. MtS. an Schlagansall gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. November, vormittag« II'/, Uhr, von der Leichenhalle de« Äemeinde-Aried- Hose« in Martenbors aus statt. Ferner starb unser Mitglied. der Schlosser Hnxo Schimpke Kottbulcr User 52, am 23. d. MtS. au Schlagansall. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. November, nachmittag« 3 Uhr. von der Leichenhalle de« Simons-Kirch- Hose« tn Reukölln, Mattendorfer Weg, au« stall. Ehre ihrem Andenken: Rege Betelligung erwartet 133/17 Hie Ortsverwaltung. Zentralverband der Maschinisten u, Heizer sowie Berutsg. Deutscht. Zahlstelle 5»pan in grSBier Auswahl F e I■ e MaB- AnferUgung n In ea. 10 Stunden n| Baer Sohn Kleider- Werke. ChausisesttaSs 29— 30, II. BrllckenstiaOe 11, 8f. Frankfurter»tr 20. Schönebcrj, Hauplrtr 10. Politische Aufsätze u. Reden Von J. It. von tiichweiteer. Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegebei von Frans Mehring:. Preis 3 M., gut gebunden 4 KI, Mit einem Porträt Schweitzers.■ Ans dem Inhalt: Einleitung— Die Anfänge— Der Bruoh mit Marx und Engels— Taktische Probleme— Der Kampf um das Vereinsrecht— Die nationale Frage— Bürgerliche und soziale Demokratie— Vor dem Kriege— Nach dem Kiiege— Die ersten Reichstagswahlen— Die Diktatur Schweitzers— Im Norddeutschen Reichstage— Johann Jacoby und die radikale Bourgeoisie— Die Oewerk- schaftefrage— Da8„PBrlRmonteln" Schweitzers— Schweitzers letztes Wort. Unterm Brennglas. Seht euch vor, ihr Buckelducker, Zarucker, Mucker, Acbselzucker, Zinsenschlucker, Ehespucker, Polizeidrucker und Knlehuckert Berliner polltische Satire, Revolutionsnelst u. menschliche Komödie von Adolt GliUSbrennei*. Ausgewählt und eingeleitet von Franz Oiederich. Mit 117 Bildern von Theodor Hosemunn, Ad. Schroedter, Wilhelm Scholz, C. Reinhardt, Gustav Heil und anderen. Preis 8 M.t gut gebunden 4 H. Das Buch, daa den politischen Witz Adolf Glaßbrenners in großem Umfang wieder lobendig machen will, kommt der Arbeiterschaft sicher willkommen, denn in den Reihen der klassenbewußten Arbeiterschaft ist die politische Satire stets gern gepflegt worden. Die gute Ausstattung und die den Text belebenden zahlreichen Illustrationen lassen das Buch als Geachenkwerk besonders geeignet erscheinen. 248/18* Berlin SW.«8 lindenslr. 69. BucbhantiluDg Vorwärts VeruMungsstelle Kerlin. C. 54, Finirnstr. 83—85. Berwaltun„. Telephon: Amt Norden 1987. Kassierer: Amt Norden 185. Arbeitsnachweis: Amt Norden l'239, 9714 Donnerstag, den S8. November, abends 8 Uhr: VensaninZIung der Mechaniktr, Uhrmacher, Optiker sowie aller in den mechanische» Ketriebeu beschäft. Kollegen u. Kolleginnen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/39(großer Saal). Ta geSordnung: l.Bortt-6, des Kollegen W. Sterins:.Jft das Koalitionsrecht in Gefahr?" 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenhelten. Kollegen und Kollcginnenl Wir ersuchen, für ewen guten Besuch dieser Versammlung zu agitieren und machen daraus ausmevtsam. dasi dielelbe P tt N k t t i ch eröffnet wird. 133/18 - Mitgliedsbuch legitimiert.----- Tonnerstag, den 88. November, abends S Uhr: bsbi Versammlung aller im 2., 3. nud 4. KezirK beschästigtev Eisen-, Metok-»ad Kevolverdreher sowie Kundschleiser in den„Comenins- Festsäle«", Memeler Straße 67. Tagesordnung: t. Die Lohn»«nd Arbeitsbedingungen der Dreher in den Nerliner Betrieben und welche Massnahmen müssen gn einer Besserung ergriffe« werden? Reserent: Kollege ZIliMer. 2. Diskussion. 3. Wahl des BezirkSobmanneS. 4. Verschiedenes In Anbetracht der sehr wichtigen Tagesordnung erwarten wir zahlreiches nnd Pünktliches Erscheinen. Die Ortsverwaltung. koseatkaler Hof Rosenthaler Str. 1 1/12. 3tch. Otto Schilling. Telephon: Amt N. 2438. Sämtliche Räume renoviert. 9 Bereinszimmer, Kegelbahn, 3 Säle mit Bühne bt« 400 Personen, � noch einige Sonnabende und Sonntage frei. 463SL' GOSSeeSeOGGOOGOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO Verband der Maler, Sackierer, Anstreicher Bureau: Mclchiorsirasie 28, pari. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Male Zerlin. U8lv. Arbeitsnachweis: Rückerstraste 9 Fernsprecher: Amt Norden 6708 Donnerstag, den S8. November, abends 8>/g Uhr, in der„Neuen Philharmonie", Köpenicker Strafte 96/97: Mitglieder- Kerf ammwng. Tagesordnung: t..Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit". Referent: ReichStag-abgeordneter Siedel. 2. Diskussion. 3. VerbandSangelegenbeiten. Zlltglleckvdnch legitimiert.- 130/16* Die Ortsverwaltnng. | Soeben erschien in 3. u. 4. Auflage Kindöslianlllös Recherchen und Furjorgetätigleit von Schwester Hearlkttt Arendt, Polizeiassistentin a. D., Stuttgart. Zu beziehen durch jede Buch. Handlung oder durch den Bertag: Heinz Clauttnltzer, Slutt- gart. Calwerstr. 19. 193/16* Zahlreichen Beluch erwartel in Milch, Kakao, Suppen oder Gemüsen die bestgeeiqnete, leicht verdauliche u. nahrhafte KranKenKost. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, ÄÄ 10— 2. 5— 7. Sonntags 10—12. 2—4 1 von 2; \�ÄJeu. Haben Sie blotT9 rtige davon Anzug otL lJSllOtot . Mass, schick, doaerh. Zutaten , 25 Mark an. Moritz Laban teue Promenade 8, iL(Stadlb. Bors.) letoi j I [sLy Gegründet 1864* 21 Pelz- waren. Engros— Export. 8. Schlesinger, Neue Könlgstr. 21 Ordonnanzhaus. Kein Laden! II. Etage.. Eipzelverkaul wie alljährlich zu billigst. Preisen. Pelz-Stoias Müllen Chiclr garnierte Damenpelzhiite federleicht. Reparaturen sanber und billig. Sonntag geöffnet. Bitte genau auf Hausnummer LI zu achten. Buchhandlung Vorwärts LIndenstr. 69 Ein Lehr- und Spielbuch für Jugend, Eltern und Lehrer von Heinrich Pralle. Mit 15 Abbildungen im Text und 17 Tafeln. Preis 1,50 Mark. 15. Ziehung 5. KL 1. Preuss.-Süddeutsche (227. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterie Ziebirng rom 26. Noremher leii rormUtag». Alf Jede eeeogreae Hnaaier eUd«wel(l�eh hohe ve» winne geMlen, ad neu Je»t»ee nf du Leu zlelober Kamaef tn den keldm Aklellnnea I ad U 'J/iU- die Gewinne über>40 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. {Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) � 7 180 230 38(3000) 374[3000] 647 03 706 1051 843 87 597 774 83 815 72 876 84 2042 408 10 18000) 12 30 602 876 3010 189 91 98 318 40[ 5001 78 97 464 B54 79 929 4086 197 270[6001 98 321 84 413 11000) 77 692 987[600] 5020(30001 377(6001 317 06 63» 70 61» 1390] 48 712 84 953 68 6167 277 328 680 63 88 94 97 r4».60 802 13 87 7230{6001 316 486 848»174 83 288 321 51 418 531 802 18 999»012 30 32 239 8S 92 321 82[500] 402[600] 71 88 618 31{8001 33 lUOOO] 623 710 828 63 960 10145 281 308 36 74 934 11008 159 328 88 400 S1 693 689 767 930 12041 129 98 232 63 323 349 627 «97 878 1 3041 315 423 621 753 88 821 983 1 4114 1(500] 18 24[500] 65 84 75 87 248 64 628 712 47 871 8500] 76 951 62 15121 218 88 809 27 691 848[600] 031(10001 16151 629 34[600] 665 738 841 82 17178 083 486 99 646[1000] 886 768 862 992 1 0169 90 226 44 72 342 69[6001 420 683 748 821 970 10149 328 [5001 617 788 979 20215 382 613 18[800] SB 89[3000] 881 713 883 '49 923 2 1 028 364 60 76 401 40 778 884 94 971 22096 184 261 644 63 643 88 986 2 3300 637[3000] 640[600] 69 98 24122 321 650 94[800] 800 2 8 22 38 43 25111 263[1000] 368 464 684 826 912 2 8061 323 398[600] 690 818 28 27110 66 95 207 98[600] 303 598 773 967 28020 106 18 38 67 218 311 410[1000] 11[600] 568 2 9011[1000] 79 93 121 76 243[1000] 461 656 97 622 837 48 911 30113 63 63 227 31 312 40 478 92 846 70 614 763 848 976 31005 13 67 178 288 320 483 678 791 839 32039 40 137 89 320 474 808 898 33139 77 229 345 03 636[1000] 87 618 80 880 981 34070[800] 124 278 874 600 1 762 82 907 60 35100 308 55 611 87 810 62 38060 81 264[3000] 874 95[3000] 401 46 810 40 92 37007 13 119 428 78 80 648 87 822[1000] 23[1000] 63 78[800] 799 947 38087 124 28 48 84 97 267 84 (5001 344 678 97[600] 810[8000] 73 709 33 97[5001 828 3 9069 119 48[1000] 68 73 317 806 698 713[600] 63 48�34 35879<613 23 49 617 78 707 68 41 097 143 60 322 33 83 456 610 87 625 889 916 22 83 lioov] 42072 95 131 89 363 632 50 98 927 84 4 3043 147 64 229 492 624 769 808 44027 29[6001 184 247 442 719 21 821 45060 123 603 71.? an 45K 62 62 438 614 708 03 939 70 4 7093 184 81 360 428 71 74 840 43[3000] 638 71(800) 770 863 4 8049[1000] 363 77 434 609 783 801 12[1000] 935 49 4 9031[3000J 5O100 �"lOOOl 734 78 831 16001 79(3000) 089 51111 13 44 62 74 267 892 784 913 52132 227 7» 368 705 802 38 5 3071 J3000] 214 823 20 09[1000] 481 621[1000] 89 847 54172 301 31 61[800] 89 63 408 36 689 879 03 967 82 55007 162 287 311 23 497 852 958[3000] 85 5 8037[1000]«48(30001«J7. 743 873 79 88 97 57031 99[800] 208 388 89 483 659 87 913 18 58112 40 221 341 442 80 00 605 41 81 681 [600] 702 971[3000] 58080 147 311 693 892 80095 99 289 414 28 593(1000) 713 33 99 847 993-8 1 023 80 221 338 467 825 800 904 20 82144 229 41 68 314 456 82 93 618 727 847 947 78 83079 43» 614 880 953 84033 89 282 513 84 634 820 85159 78 95 302 502 63 75[3000] 82 910 42 88057 62 290 301 619 821 87 913 15 67228(6001 47 87 377[30001 411 90 827 726 79 885[1000] 918 68022 24 177 268 70 433 47 715 855 963[500] 69235 419 813 13000) 14 91 884 70165 376 484 93 764 67 871 917 57 71113[800] 263 364 65 69 428 11000] 554 801 16 988 72270 421 68 641 739 828 73182 248 316 98 605 76 98 1800] 869 725[500] 811 74030 42[10001 74 268[1000] 310 39 ■J47[600] 801 28 968 7 5040 48 13000] 69 167[30001 412 97 618 768 816 78108 13 328 91 485 667 806 935 •77059[500] 105(600] 65 288 355 90 406 9[1000] 692 -5001.724 39 89 7 8103 204 612 83[30001 79021 27 «i 130001 169 304 79 408 33 619 844 78 855 928[5001 «0343 62 423 924 59 63 753 978 79 81036 237 71 «3« 39 570 624 717 34 42 75 908 33 67[500] 82157 271 525 640 52 833[500] 97 983 83106 8 55 67 «03 42 954 63 84283 418 67 604 673[3000] 937 flXnl«5246 1600] 340 62[1000] 563 657[500] 783 1«, M 892[600] 93 86058 304 409 528[500] 35 618 e0 Ja q«4«7051 58 114 42[5001 586[1000] 78 611 " ,8Af®4 99[500] 88003 78 414 703 68 865 88 8 8000 »1 763 954 U« 1= J 743 875 » 137 310 90 66 7g, zog 9! 043 64 77[300 01 80 90168 WS Ol«2172 272 89 673 600 740 9 3014 43 268 436 669 888» �[500] 98 816 834 45 087 40 77 190 296 453 61 981 83[1000] 95031 »4279 481[600l 624 8g5 B06 23 41 931 98001 48[500] 136 254 99 309 30 ss»°°,g00] 34 733 73 803 23[1000] 50 95 358 439 8(5 7101 55 60 207 53 300 95 635[500] 8 4 904 72[5001»JIM° flo030 166 210 86 338 68 543 Ä75Ü«.87152 42596166219943 52[3000] 74 626 764 101071 59 62 123 252 89 314 401 13 848 50 708[8000] 811 103063 168 267 435 91 619[3000] 64 69 74 711 61 868 98 904 47 104094 144 94 265 337 91 488 567 842 899 950 108045 290[500] 466[600] 602 43 662 706 803 lOSOOS 313 107038 205 10 91 608 18 609 42 64 [1000] 978 1 08125 40 55 259 356[500] 409 866 717 813 109154 253 72[500] 343 723 1 10077 414 70 80[600] 808 29 677[500] 772 805 988 111035 118 211 39 348 489 632 96 713[600] 94 960 112189 70 226 338 414 651 740 58 881 113033 154 66 88 261 90[600] 92 324 59[500] 652 63 653 68 73 791 949 57 81 114015 34 36 243[1000] 90 378 631 63 142[1000] 83 115069[500] 109 35 43[1000] 69 (3000] 335 646 116084 200 8 315 19 38 423[500] »6 83 640 655[1000] 725 44[3000] 819[3000] 62 60 76 917 45 117087 137 64[1000] 74 86 312 448 56 62 605 24 860[1000] 80« 118045 355 471 562 810 959 (S00] 68 119008 269 99 382 83 784 833 95 907 120180 330 37 689 707 883 938 40 62 1 2 1084 »15 37 440 86 540 620 39[1000] 766 BS 122539[500] 71 838 867 903 1 23567 731 90 929 1 24211 36 318 74 437 46 856 1 25068[500] 59 397 303 413 99 647 718 830 1 26212 357 400 65 571 689 714 28 34 1 27333 76 691[3000] 605[1000] 51 66 722[6000] 57 896 927 41 128069 119[500] 273 307 411 15 664 790 97 875 914 129209 88 358 433 45 70 578 670 801 944 64 130073 100[3000] 67 281 345 80 584 613 846 903 131042 139 53 305 60 66 93 570 721 69[1000] 814 933 132311 464[3000] 613 34 631 98 98 728 80 808 44 70 76 982>1000] 88 133018[800] 188[500] 28 8 492 510 12 884 134126 48 84 388 528 729 55 859[500] 133137 206 10 384 417 836 72« 53 909 138169 384 448 538 81 753 97[1000] 917 82 1 37 244 50 562 66» 700 133020 34 12« 92 96 207 79 313 51 65[500] 422 «29[1000] 71«»7«33[800] 924 1 38134 297 51««3 «45 5« 705 89 811 988[500] 89 140171 397 499 600 97[1000] 855 754 827 968 88 1 4 1 099 159 71 217 329 717 83 934 1 42489 614 890 727 892 963[500] 143013 43 50 128 82[1000] 228(1000) 313 449 589[500] 71[1000] 729 40 930 93 1 44031 180[800] 229[1000] 68 693 846 910 58 96 145010 93[1000] 229 400 43 84 509 661 70 722 [5001 810 28 39 1 46121 68 240 358 893[500] 147000 161 293 410 22 723 68 84 826 45 942 148045[500] 111 48 82 320 48 79 781 880 92 149095[500] 468 705 150043 199 312 48[1000] 403[600] 74 77 684 637 775 81«[500] 18 08[1000] 151012 25 109 406 92 887 808 98 152085 73 151 255 383[1000] 96 606 667 783 849[3000] 71[5001 153196 240 358 448 61 (3000] 533 68 86«44 662 154086 351 479 98 661 62 64 78(1000] 86 94 708 19 35 81 808 88 991 105122 228 303 521 713 94 156235 84 353 473 649 628 45 47 83 85 90 872 944 78 81 90 157127 204 57 82 340 74 [500] 82[1000] 487 74 804 42[800] 935 1 58040 156 249 364 461 520 761 58 820 33 946 159311 63 82 649 [1000] 872[500] 86 160019 48 170«8 324 43 350 609 853 723 903 191811[1000] 85 942 162184(600] 413 842 905 189087 342 88 91 417 820 80 790 821 78[600] 908 184002 98 415 868 713 79«11 165922 439 532 840 168095[600] 133 84 282 312 89 889 93 718 79 83 [3000] 835 901 8 24 1 87064 70 473 733[10001 804 168078 92 289 68««45 707 93 849 917 71 169030 148 278 83 373 731 34 61 170033 138 288[500] 418 35 527 703 12 849 171052 59 124 61 299 553 884 994[10001 172055 68 138[500] 489 98 800 10 984 1 73025 46[1000] 236 643 80 92[30001 608 719«8 856 945 58 174124 709 64 74 800 44 1 75022 88[1000] 202 335 89[5001 438 692 720 802 998[1000] 178029 323 893 832 177023 73 234 97 332 38 51[3000] 424 80 530 630 759[10001 71 897(6001 178077[500] 129 548 885 716 69 830 71 929 38 63 17900t 30 90 123[600] 343[3000] 443 608 65 921 190502 66 71 610 831 99 1 8 1 064 134 809 516 99 688 857 80 995 182071 97[3000] 203[600] 683 669 87 718[500] 59 897 970 183006 76 298 337 [3000] 441 504 75 618 184008 798 976 186087 143 345 655 831 99 719 801 62 71 74[1000] 186148 243 345 439[1000] 87 98 676 790[1000] 912 187013 177 455 540 48 89 708 43 904 188032 129 204 98 463 629 957[3000] 732 69 1 89122 233 312 64 490«14(800] 702[3000] 34 99 800 22[800] 190250 303 6 49 75 419[600] 84 524 90 09 72« 86 864 908 191012 22[10001 III[500] 55 259 78 47«. 688 772 948 192065 149 274 355[10001 68 417 615 74 612 96[1000] 700 21 807 94 937 1 93034 234 358 66 93 451 93 603[800] 14 24 658 933 194273 634 706 848 1 95015 192 319 84 421 89 541 640 1 98004 65[3000] 209 28 84 312 489 613 22 702 36 907[500] 42 86[10001 197 025 264[10000] 326 97[1000] 421 29 [10001 669[500] 737 851 940 l®®�03 73 tto 357 (500] 424 537 78 818 26[500] 48 1 99056 263 329 77 «49 845 298097 III 86 314 18 33 37[1000] 432 614 36 49 68 95 606 861 20 1 280 093 606 709 37[5300] 879 2O3001 110 281 62 343 53«� 623 825 43«0 929 203109 261 361 SS 644 821 989 2 0 4217 382 410 82 670[1000] 713[500] 961 20 5004 10 60[5001 64 99 358 401 13 565 604 69 77 714 37 941 56 88 208055 169 91 499 657 633[500] 37[1000] 782 207000 76 146 270 491 92 546 823 29[500] 47 83 949 09 Im Gewir.nrade verblieben 2 Prämien zu 300000 M, 2 Gewinne zu 60000, 2 zu 50000, 2 zu 40000. 2 zu 30000, 8 zu 15000. 16 zu 10000. 3C zu 5000, 654 2U 3000, XHjt zu 1000, 1926 zu 500 11 15. Ziehung 5, Kl. I. Preuss.-Süddeutsche (227. Königlich Preuss.) Kiassen-Loltcrle Ziehung vom 26. November 1912 nachmittags. Aaf jode fesogFae Xnmmer sind«wel gltlek hohe Gi- 1 wlnne gefellen,«»<>»wer Je einer anf die Lese I glelelier Hemmer In den beiden Abtellnneen 1 nnd 11| Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.] 58 84 181 237[600] 310 21 481 69 553 60 655 778 1048 79 116 71 78 241 42 61 693 770[500] 81 974 2158 201 61 76 309[3000] 407 79 773 890[3000] 959 77 93 31«! 418 25 873 97 790«04[1000] 916 4285 395 415 [3000] 23 40 670 74 85 759 87 SV64[500] 118 69 [1000] 211 16 83 310 639 53 717 35 45 847 903 21 «096 133 34 66 283 387 402[600] 28 46 629 83«9 905 7198(6001 236 382 406 94[500] 641 43 851 71 91 909[5001 8068 105 82 90 344 466 653 855 9090 119 220 93 657 808 916 10132 35 326 599 848 11101[500] 5 25 279 84 508[500] 29 656 791 985 12105 73 360 425 65 74 602 3 44 675 909[500] 29 13012 148 268 311 50 449 52 628 57 96 641[1000] 711 21 14070 107 73 233 87 477 681[10001 603 734 973 1 5178 289 325 427 564 [3000] 669 701[3000] 75 807 16229 62 305 445 90 785 912 17004 237 49 399 656[500] 620 29 38 718 947 (500] 80 91 18029 135 210 20 673 854 19373 79 402 571 644 94 816 42 76 996 20067 101 36S 438 652 81 90 636 846 67 948 64 (600] 88 21044 53 68 350 415 89«47 89 782[1000] 906 12[1000] 69 2 2041 746 2 3021 88 233 308 32 429 92 662[1000] 620 34[60000] 37 902 88 24024 91 94[500] 295 09 329 44 72 885 713 842 70 918 42 97 [500] 25043 192 660 53 70 842 992[3000] 28052 212 11000] 16 49 418 623 777 835 938 27154 320 611 747 28011 15 82 182 257 389 93[500] 97 664 719 896 953 28466 99 609 600 27 44 48 72 841 903 15 30033 81[1000] 219 337 675 707 31017 109 244 447 633 783 3 2003 253 403 21 683 3 3334[500] 476 624 707 65 898 990 97 34049 148[500] 202 328 84 473 76[600] 639 67 905 77 35437 38 1600) 813«99 [1000] 721 863 991 36048 173[500] 366 499 650 79 844 80 3 7297 387[500] 636 89 600 79 38002[1000] 240 94[1000] 370 612[3000] 683 890 964 8 9034 192 201 70 344 431 604 759 856 71[500] 921 60 81 40640 68[600] 73 788[800] 802 17 89 903 48 63 80 41018 110 12 437 90 556 67 893 42071 159 260 327 495 539 820 36 47 43056 128 36 49 80 206 69 319 619 743 894 915 27 44086 235 408 504 82[3000] 813 35 76[3000] 81 96 923[600] 63 4 5256 451 604 16 727 93 833 48 930 49 46057 257 90 492 567 69 73 932 77 85 47000 46 84 180 243 522 643 734 886 918 66 [500] 72 87 48044 101 53 455 67 75 692 809[500] 998 49002 III 30 242 304[800] 411 562 764 845(500] 911 47 50097 238 340 51 63 92 478 560 679 801 28 919 81 51160 96 209 373 76 521[500] 612 865 83 52280 342[1000] 81 406 31 713 859 67 960 53031 61 115 39 94 213 39 99 335 65 83 464 684 54089 97 281[600] 439 632 788[1000] 816[1000] 63[600] 55113 54 278 403 525 688 56140 79 305 78 015 27 725 958 5711« 242 60 362 480 748 64 99 897 58083 246 378 421 699 637 84 730 48 835 59088 168 318[500] 34 454 710 889 60023 42 48 108 92 272 11000] 435[500] 88 [30001 878 7 7 734 1500) 6 1 083 167 302 405 88 603 22 987 62178 206 470 788 63078 241 85 443 520 87 88 741 81 808 64048 203 310 65 637 56 722 79 87 [5001 971 83 8 6043 190 222 49 369 426[500] 635 723 39 41 78 88155 211 81 315 650 67 62 648 881[800] 87095 110 29 57 95 272 352 466 510 68 622 721 35 88175[1000] 209 67 437 611 62 1500] 89024 39 52 88 [600] 294 430 49 561 005 931 03 70120 83 268 80 371 93 425 30 11000] 620 737 863 96 976 90 71145 330 461 544 778 72008 15 [30001 24 350 405 52 770 865 73087 224 361(600) 85 469 523 67 73 677 847 980 96 74028 65 298 362 407[1000] 92[500] 620 745 82 75118 96 324 98 453 681 600 771 801[5000] 57 76193 683 647 807 37 945 77168 84 284 96 301 79 92 446 802 914 78115 366 483 502 77 78 810 24 925 79226 68 67 69 321 89 61 612 787[1000] 80326 49[5001 525 614 88 752 54 935 88 81402 633 721 92 864 973 82111 220 404 78 613 625 68 [500] 822 908 83121 75 243 93 469 74 520 672 746 69 825 97 84001 244 90 306 36 42 472 762 99 870 85301 646 60 603 45 790 832 11000] 949 78 8 6091 [1000] 177 99 232 56 84 306 445 647 668[30001 93 L4000) 750[1000] 893 87041 194[500] 203 69 85 �96 330 92 400 654 60 632 817 917 88015 18« 349 94 947 89032[500] 62 113 98 272 367 505 48[500] 601 1" 80080 136 43 61 334 402[3000] 29[500] 668 93 783 837 936 81029 98 107 222 13000] 44 63 708 70 822 43 942 58 94 92224 454 629 626 71 743 75 84 820 44 989 93461 674[1000] 633 87 712 19 75 97(6001 94100 19 69 71 92 351 420 509 28 857 9 5079 (10001 180 373 477 529 37 59 98 815 46 96007 36 41 66 167 283 470 549 783 325 62 97002[500] 92 110 29 51 233 370 93 603 J46 865 919 9 8218 50 387 712 33 47 902 25 67 90 O91Ö0 90 271 471 838 96 97» 199C34 36 339 829 78 820(10001 36 191004 75» 838 95 975 192285 453 604 34 103052 69 581 649 719 77 87 844 998 104313 39 412[500] 56 668 87 718 1 95009 32 178[1000] 616 746 918 74 198106 71 217 438 62 83 582 759 73 80 107076 273 683 857 80 95 933 63 198020 86 137 322 38[3000] 645 758[500] 853 199003 97 93 103 4 283 375 624 624 67 857 85.. 119008 82[600] 284 342 76 408 29 42 629 [1000] 27 45 68 652 928[500] 66 111086(10001 92 120 43 44 66 251 1 10001 88 462 69 581 698 708 99[30001 826 47 68 112049 58 110 20 204 15 40 77 481 93 691 803 113021 81[800] 492 685 773 88 812 905 34 54 1600] 114230 1600) 300 26 92 623 727 47 813 19[500] 975 115033 89 302 44 457 85 689 736[1000] 809 83 949 58 116031 66 439 60 692 690 731 99 830 981 117079 282[500] 408 649 780 819 958 118063 104 70 222 49 65 451 565 651 65[3000] 75[500] 86 832 973 119069 73 185 37» 441 42 43 741 60 812 23 79 900 40 93 129049 66 185 397 464 84 1500] 806 15 969 121037 141 243 318 37 485 614 78 79 98 845 122160 81 229 54[10001 356 492 625 80 724 50 84 898 931 123052 122 200 36 47 420 528 640 53 59[500] 815 63 124082 212 79[3000] 383 503 610 711 986 125035 207 12 323 421 47 549 645 726 4» 93 874 87 926 47 1 26131 53 254[500] 477[3000] 693 849 1 27066 185 210 41 726 919 1 28075 39» (1000] 407 668 86 90 738 891 129099 165 223 329 40 616 73 823 994......... 130095 140 311 404 17 91 519 697 llOOO] 78» 810 13000) 93 131046 92 265 342 46 511 15[30001 62 607 707 40 947[15000] 132067[1000] III ilZOOOl 32 63 67 276 401 501 643 710 35 46 800 042 133893 134071 237 475 542 754 889 135036 79 87[500]l 99 130 99 296 433 525 618 807 1 36002 14 32 160 70[500) 202 442 754 88 928 137122 320 40 419 639 725 60 820 138236 463 726 835[500] 44 943 49 91 139138 307 569 679 720 80 837 149080 4C9 781[3000] 902 5 48[500] 14104» [3000] 60 58 237 330 40[500] 473 585 690 707 816 74� 142096 181 374 479 516 57[500] 73 624[500] 79[5001 708 143015[1000] 200 683[10001 62o 93 769[500) 994 144333 76 470 73 95[500] 735 842 80 97 145019 233 48 352[500] 486 64 1 718 26 881 921[500] 50 148049 342 490 618 703 77 147069 138 508 79 65S 703 10 15 96 830 92 923 70 148003 68 169 216 34 4541 68 650 999 149779 150090[ 600] 141 37 96 283[30001 418 73 90 99 536 658 98 713 969 151066 117 42[600] 213 69[5000) 362 479 714[500] 804 10 46 994 152265 304 549 740 851 53 153145 210 367 488 631 77 716 43 920 154099 148 99 609 28[1000] 817 986 155044 146 639 769 156233 434 574 607 27 90 752[500] 72 841 98 157130 [3000] 225 26 361 87 81 584 680 772 821 36 913 30 158180 206 58 403 508 16 606 74 782 98 978 159058 282 379 404 93 807 16 823[500] 68 189002[5001 112 77 554[1000] 90[1000] 801] 29 66 79 768 181125 47 373 563 730 39 70 817 933 36 162354 441 71 605 738 62 163002 229[1000] 433 646 765 98 942 164078 459 649 681 727 65 833 185055 195 319 34[1000] 476 552 87 889 98 106030 253 99 379 818 706 63 68[500] 936 94 167023 81 9» [5001 268 79 333 422 41 44 78 83 640 750 92 824 70 914 82 168114 31[500] 55 417 22 55 83 633 97 98 814 98» 169094 414>1000] 505 658[600] 802 17 0024[3000] 118 45 409[500] 560 626 804 94» (500) 49[1000] 171030 53 112 18 22 35 492 93,5111 94 632 98 823 65[1000] 972 172240 60 435 72[10001 699 917 47 173090 308 29 74[500] 465 673 613 709 69 84 876 91 174051 87 304 23 39 43 45) 89 635 CSJ 716«Ol 950 178032 273 1500) 3)9 435 657 85 859 939 176324 58 91 350 421 59 695 833 Ä 184 294[500] 349 433 48 531 636 13000] 53 83 734 9» 800 46 71[500] 949 178269 378 409 574[500]«25! 17902« 158 811 72 738 802 14 90 027 50 1 89033 64 67 191 248 53 363 954 181013 32 68 209 17 426 898 182049[1000] 7« 89 99 131 83 422 62(10001 502 622 7 6 0 800 96 8! 3 00 0] 183224 302 1 1000] 86 640 844 920 21 184*35 303 435 S7«ilck RH fSOOl 941 185108 98 222 67 331 511 692 739 186020 119 66 68 92 272 492 665 78[10001 738 77 921 187167 230 39 384 90 518 64 78 92 98 188052 180 492 597 722 81 970 189015 67[1000] 357 412 70 78 80 528 621 349 198025 30 31 63 107 209 308 25 92 408 41 509 677 958[5001 191124 438 96 617 601 791 851 98 19213» 45 633 776[500] 917 193:54[500] 750 52 823 972 80 104053 56 171 209 316 423 95 508 668 822 949 83 185047 305«SO 32 7 51 910 1 98 0 33 110 2 4[500] 39 469 591 768 977 197128 85 372 433 38 67 80 527 900[10001 71 82 198107 386 88 95[500] 633 722 29 939 198026 30 73 203 39 397 443 621[1000] 993 200022 107[500] 312 15 48 64 609 749 55 89 nooOl 96 820 52 919 82 70 201166 205 27 44 399«3» SM 48 808 96[30001 777 881 962 202039 70 IIS iboo] 41 61(1000) 459 642[600] 632 44 716 637 090 20 3216 42 396[1000] 523[1000] 94 809 55[1000] 20 4009 128[3000] 30[500] 203 349 805 11[600] 900 2O5022 36 96 201 369 84 618 38 981 203048[1000] 76 148 80 83[500] 217 40 327 47 78[5001 444 514 45 628 36[500] 38 95[3000] 704 973 2 0 7029 90 iji [500] 20S 99 803 50 655 707 941- »500] 860 xj, sn»[1000] 989 1 01 100032 an z1«- 518 86�20 25 69 850 102003 433 252 242 80 4Qo SIS oP________ — jßtiÄjiifjpJiliÄee Keialieuu Sljrfil öifiwTSiculöilji, gut fcea Lustratenieil verautv.! Th>Wloät»Berltn. Druck u. Verlag:Votvärtz�Vuchbrtukerei u. TerlagSanstalt'Kaul Singer u- To-, Berlin 1.277. 29.i.it5..,, z.Ktilllge des.Fmarts" Kerliiler NsllisblM. lisch immer kein filohonngsamt für Berlin? In der ersten und einzigen Rede, die der verstorbene Berliner Bürgermeister Brinkmann gehalten hat, führte er u. a. aus, dah die Wohnungsfrage Einlaß heischend an die Pforten der Rathäuser poche. Brinkmann machte damals, 1901. seine Ausführungen in direktem Anschluß an die lang ausgesponnenen Beratungen über die Wohnungsfrage, die durch unsere Vertreter herbeigeführt Marc». Diese Beratungen, in deren Verlauf unsere Genoffen neben zahlreichen anderen größeren und kleineren Mitteln zur Linderung der Wohnungsnot auch die Errichtung einer Wohnungsaufsicht und eines WohnungSnachweiseS verlangt hatten, verliefen voll- kommen ergebnislos. Unsere Vertreter waren eben noch nicht stark genug, die Pforte des Rathauses aufzustoßen. Die Verhandlungen hatten nur das eine Gute, dah in ihnen die Wohnungsfrage in all ihren Verzweigungen zum erstenmal im Berliner Rathaus behandelt und dabei die ganze Engherzigkeit und Rückständigkeit beider städtischen Behörden klargelegt wurde. Die Einführung einer Wohnungsinspektion wurde damals ab- gelehnt, weil..das von dem Antragsteller vorgetragen« Material keineswegs genüge, um so weitgehende Beschlüsse zu fassen. Die Konsequenzen würden gar nicht abzusehen sein. Alles heute vor- gebrachte Material anderer Städte sei über den ersten Versuch kaum hinausgegangen; jedwede praktische Erfahrung fehle. Die Frage eines' Wohnungsamtes und der Wohnungsinspektoren sei somit für Berlin noch nicht spruchreif". Anser Redner bat damals um Annahme des Antrage'S auch aus dem Grunde, weil ein preußi- sches Wohnungsgesetz, wenn eS einmal käme, die Einführung von Wohnungsinspektionen obligatorisch machen würde, und eS doch für eine"ommune wie Berlin würdiger und richtiger wäre, frei- willig solche Institutionen zu schaffen, als sich durch den Staat dazu zwingen zu lassen. Man schob dieses Argument achtlos bei» feite. Schneller jedoch, als man damals annehmen konnte, schien solcher Zwang kommen zu sollen. 1904 veröffentlichte die preußische StaatSregierung bekanntlich den Entw irf eines Wohnung"gesetzes, in dem die Einführung von Wohnungt'Mspeitionen in allen Gemeinden von über 199009 Ein- wohnern festgelegt wurde. K<"'m war der Entwurf der Oeffent- lichkeit unterbreitet, als es sich im Berliner Stadtparlament regte. Ausgerechnet der frühere Stadtverordnete Haberland protestierte als Sprecher der bürgerlichen Gruppen im Namen der Hochhaltung der Rechte der Selbstverwaltung gegen den staatlichen Zwang, der im Entwurf mft. Bezug auf die Wohnungsinspektion und einige andere Bestimmungen ausgesprochen war, und verlangte, daß Berlin, welches jede Initiative in der Wohnungsfrage bis dahin weit von sich gewiesen hatte, nunmehr bei den preußischen Kom- munen' zum Sturm gegen solches Wohnungögesetz blasen solle. Es war und ist eben imM"? dieselbe Geschichte. Sobald auf irgendeinem Gebiete, sei es der Wohnungsfürsorge, des Arbeiter- schutzes, der Arbeiterversicherung oder sonstwo, irgendein kleiner sozialer Fortschritt gemacht werden soll, kommen sofort die be- treffenden Jnteressentengruppen, die sich durch die geplanten Maß- nahmen getroffen glauben, holen den Begriff der Freiheit, die sie sonst in den tiefsten Tiefen schlummern lassen, hervor, und im Namen der Freiheit wird dann gegen solche staatlichen Maßnahmen protestiert, weil dadurch angeblich die Freiheit des einzelnen, wie die Freiheit der Gesamtheit geschmälert werde, während doch solche Maßnahmen nur den Zweck haben, die Freiheit der besitzenden Klassen, die Besitzlosen nach ihrem Gutdünken auszunutzen, in etwas einzuschränken. Unsere Vertreter wiesen damals solche Spiegelfechterei ge- bührend zurück und benutzten abermals die Gelegenheit zu dem Versuch, die Einführung eines Wohnungsamtes durchzudrücken, aber auch diesesmal mit negativem Erfolg. Seitdem ist bei jeder Etats- beratung, bei jeder sonst passenden Gelegenheit von unseren Ge- nassen erneut die Forderung nach Einführung einer Wohnungs- lnspektion erhoben worden, aber stets begegnete diese Anregung geschlossenem Widerstande der Hausbesitzermajorität, die ja gerade verhindern wollte, was von unserem Redner stets als die erste Aufgabe eines Wohnungsamtes bezeichnet wurde, nämlich: zu zeigen das, was ist. Als dann im vorigen Jahre das Zweckverbandsgesetz beraten und beschlossen wurde, hielten es unsere Genossen für geboten, wiederum den formellen Antrag auf Errichtung eines städtischen Wohnungsamtes mit Wohnungsaufficht und unentgeltlichem Woh- nungsnach"-->is für kleinere Wohnungen einzubringen. In der Be- gründung oes Antrages wies der Sprecher unserer Fraktion darauf hin, daß zu den Verbandszwecken u. a. auch die Beteiligung an der Feststellung der Baufluchtlinien und des Bebauungsplanes so- wie die Mitwirkung an dem Erlaß von Baupolizeiordnungen ge- höre. ES würde daher in der BerbandSversammlung sicherlich öfter über die Wohnungsfrage verhandelt werden, und in welch« Situa- tion gerieten dann die Berliner Mitglieder, wenn sie sich sagen lassen müßten, daß man hier in Berlin noch nicht einmal den kleinsten Schritt in der Wohnungsfürsorge gemacht habe. Ein Vor- gehen könne jetzt nicht mehr, wie in 1901. wegen mangelnder Er- fahrungen abgewiesen werden. Dutzende von preußischen Komm»- nen, darunter solche mit königlicher Polizei, hätten inzwischen zu Nutz u-nd Frommen ibrer Bürgerschaft Wohnungsinspektionen ein- gerichtet, und ganz kürzlich habe nun auch Charlottenburg unter zum Teil wörtlicher Anlehnung an die Vorschläge der Berliner sozialdemokratischen Fraktion ein Wohnungsamt errichtet. In der Verhandlung, die am 28. September 1911 stattfand, wagten die Gegner sich nicht mehr so offen heraus wie früher. Etwas hatte eben das fortgesetzte Drängen und Bohren unserer Fraktion den Boden doch gelockert. Selbst die Vertreter der HauS- besitzcr erklärten, daß die Hausbesitzer einverstanden sind mit der Schaffung eines Wohnungsamtes und einer Wohnungsaufsicht. „Wenn- Sie sie haben wollen, wir werden uns niemals dagegen sträuben."". Außerhalb der Versammlung freilich klang es anders. Der Bund der Berliner Grundbesitzervereine beschäftigte sich bald hinterher mit dieser Beratung und sprach sich.auf Grund eineS in der Telegiertenve'rsammlung deS Bundes der Berliner Grund- besitzervereine gefaßten Beschlusses ganz entschieden gegen die Er- richtung des von den städtischen Behörden geplanten WohnungS- aintes aus"! Als Ergebnis der Verhandlungen wurde von der Stadtderord- netenversammlüng die Einsetzung, eines Ausschusses beschlossen. Dieser Ausschuß ist bis zum heutigen Tage nicht zusammengetreten, hauptsächlich wohl deswegen, weil der Magistratskommissar. Stadtrat Fischbeck, eine Magistratsvorlage in Aussicht stellte. Am Schlüsse seiner Ausführungen erklärte er nämlich:.Unter Berücksichtigung der mitgeteilten Umstände hat der Herr Oberbürgermeister den Auftrag gegeben, daß die Sache im Magistrat zu einer näheren Entscheidung kommt, und ich hoffe, daß. wenn Sie eine Kommission einsetzen sollten, die diesen berät, Ihnen schon über die Beschlußfassung des Magistrats Näheres mit- geteilt werden kann." Am 6. Oktober 1911 beschloß der Magistrat dann grundsätzlich | die Errichtung eines Wohnungsamtes und setzte eine Kommission ein, welche die Vorbereitungen für ein Statut treffen sollte. In den Zeitungen ließ der Magistrat gleichzeitig verkünden, daß er zu seinem Beschluß vollkommen unabhängig von den Beratungen in, der Stadtverordnetenversammlung gekommen seil Am 26. Juni 1912 teilte das städtische Nachrichtenamt schließ- lich mit, daß die Magistratskommission die Errichtung eines Woh- nungSnachweises abgelehnt, dagegen sich für die Errichtung einer Wohnungsaufsicht entschieden habe. Den Vorschlägen der Kom- Mission entsprechend habe der Magistrat daher an die StaatSregie- rung' den Antrag gerichtet, der Stadtgemeinde die Wohnungs- Polizei zu übertragen, da das Wohnungsamt gewisser polizeilicher Zwangsbefugnisse als unerläßliche Voraussetzung einer erfolgreichen Wirksamkeit bedürfe und.die Tätigkeit des Amtes außerordentlich beeinträchtigt sein würde, wenn ihm die Möglichkeit fehle, seinen Anordnungen den nötigen Nachdruck zu geben. Einige Wochen später wurde dann durch den Magistrat ein Gutachten zur Einführung der WöhnüngSaufsicht in Berlin der- öffentlicht, dessen Hauptinhalt wir in der Nummer unseres Blattes vom 20, Juli wiedergegeben haben. Dieses Gutachten begründet im einzelnen den generellen Beschluß des Magistrats und zeichnet sich in allen seinen Spezialdarlegungen durch jenen kleinen, eng- herzigen Geist aus, der leider so viele Maßnahmen der Berliner städtischen Verwaltung kennzeichnet. Es soll gewiß nicht bestritten werden, daß ein städtisches Wohnungsamt mit städtischer Wohnungspolizei das beste wäre. Aber her Magistrat weis;, daß das Bessere der Feind des Guten ist; er weiß, daß in zahlreichen preußischen Kommunen städtische Woh- nungSämter mit Hilfe der königlichen Polizei zufriedenstellend arbeiten, und er kennt vor allen Dingen genau die über Jahrzehnte sich erstreckenden Verhandlungen, die mit der Staatsregierung wegen Ueberlassung der Wohlfahrtspolizei an die Stadt geführt worden sind— Verhandlungen, die bisher leider in allen Stadien mit einem Mißerfolge geschlossen haben. Mutz da nicht auch der Gutgläubigste zu der Auffassung kommen, daß solche Entschließung des Magistrats nur die Kulisse darstelle, hinter der der Magistrat die ganze ihm unangenehme und nur aufgedrungene Sache zunächst auf die lange Bank schieben und schließlich ablehnen wolle? Auf der einen Seite dieser Beschlutz des Magistrats— auf der anderen die Kriegserklärung der geschlossenen Grundbesitzerorganisationen gegen die Errichtung eines Wohnungsamtes—, das zeigt doch klar, daß die Majorität in beiden städtischen Behörden die Zeichen der Zeit noch immer nicht sehen und verstehen wollen, noch immer nicht erkennen, daß der Kreis der gemeindlichen Aufgaben, wie nach vielen anderen Richtungen, so auch mit Bezug auf die Wohnungs- fürsorge erweitert werden muß. Ende August hat Charlottenburg den ersten Bericht über die Tätigkeit seines Wohnungsamtes veröffentlicht. ES heißt hierin: .Das erste Jahr städtischer Wohnungsaufsicht hat die Erwartungen nicht getäuscht; eS hat gezeigt, daß ein Wohnungsamt, insbesondere eine Wohnungsaufsicht, in Charlottenburg nötig war, daß sich emer zielbewußten Wohnungspflege bei uns ein weites Feld er- öffnet." Um wieviel mehr noch ist ein solches Amt in Berlin mit seinen so viel schlechteren Wohnungsverhältnissen notwendig! ES kommt ferner in Betracht, daß der Reichstag im April d. I. einhellig den Beschlüssen seiner Wohnungskommission beigetreten ist. In diesen Beschlüssen wird den Einzelstaaten die Aufgabe zu- gewiesen, den größeren Gemeinden die Errichtung besonderer Woh- nungSämter mit beamteten Leitern aufzuerlegen. Mit welchem Hohn würde bei dieser Gelegenheit wieder Berlin im preußischen Abgeordnetenhause überschüttet werden. Zwar hatte seinerzeit der Führer der Majorität auf die Vorhaltungen unserer Genossen kühl erklärt, daß, wenn ein gesetzlicher Zwang käme, man sich eben diesem gesetzlichen Zwang fügen müsse. Aber solche Auffassung ist glücklicherweise nicht die der Masse der Berliner Bevölkerung, und namen« dieser Bevölkerung, die aufS schwerste unter den bestehen- den traurigen Wohnungsverhältnissen leidet, richten wir erneut an di.e städtischen Behörden die dringende Mahnung, nun endlich vor Eintritt gesetzlichen Zwanges Ernst zu machen mit der schnellen Errichtung eines Wohnungsamtes, d. h. mit dem ersten kleinen Schritt zu einer Wohnungsfürsorge. Gerade die Zeit eines gewissen Wohnungsüberflusses bildet den besten Zeitpunkt zur Einrichtung eines solchen Amtes, weil ja. falls gesundheitswidrige Wohnungen geräumt werden müßten, dann keine Schwierigkeiten bestehen, die betreffenden Insassen anderweit unterzubringen. Zur Freude unserer Hausbesitzer ist ja der Woh- nungsmarkt bereits wieder im Anziehen. Gab eS bei der letzten Wohnungsaufnahme am IV. Oktober 1919 an leerstehenden Wohnungen ohne Gewerberäume noch 26 90S, so ist die Zahl bis An- fang 1912 auf 22 376 zurückgegangen, d. h. um 4S29 oder um 16,8 Proz. Eile tut also Not, und die sozialdemokratische Stadt- verordnetenfraktion wird es an erneuten Bemühungen nach dieser Richtung nicht fehlen lassen. Partei-?Zngelegenkeiten. Charlottenburg. Die 6. Gruppe veranstaltet am Sonnabend, den 30. November, im Volkshause, Rosinenstr. 3, einen UnterhalwngS- abend, wozu eine rege Beteiligung erwünscht ist. Halensee. Ein Extrozahlabend der beiden Bezirke deS Wahl- Vereins findet heute Mittwochabend bei Piche,. Paulsborner Straße 26 statt. Aus der Tagesordnung steht ein Bortrag des Genossen Riedel über„Bildung und Arbeiterschaft", sowie die Wahl zweier Bezirlsführer. Friedenau. Am Donnerstag, den 28. November, abends 8l/2 Uhr, findet im Kaiser-Wilbeln, garten. Rbeinstr. 65, eine öffentliche Versammlung statt. ES sprechen: Gen. Adolf Hoffmann über: .Mißbrauch der Religion zur U nterdrünckng des Volkes"; Gen. Dr. R. Breitscheid über:„Das Volk und' der Krieg". Der Verkauf von Schriften und Bildern in der Versammlung ist nicht gestattet. Lankwitz. Heute abend 8 Uhr wird der Lichtbildervortrag fort- gesetzt. Genosse Dr. Drucker behandelt heute: Die Fortpflanzung der Lebewesen. Vererbungsgeietze. Zweck der Trennung in Ge- schlechter. Urzeugung. Die Entstehung deS ersten Lebens. Es finden noch drei Vorträge statt. KSnigswuftrrhauscn und Umgegend. Den Teilnehmern des be- gönn orten Vortragskursus zur Kenntnis, daß der nächste Vortrag (Der preußische Staat im 18. Jahrhundert wirtschaftlich, politisch und kulturell betrachtet) am Freitag, den 29� November, abends 8'/� Uhr. im Lokal von Wilh. Hermann. Neue Muhle, stattfindet. Die Teilnehmer wollen möglichst 8 Uhr vom Bahnhof Königswusterhausen nach Niederlehme mit dem Zuge fahren, von dort werden sie nach dem Lokale geführt.(Wildau und Zeuthen kann gleich eine Karte nach Niederlehme nehmen.) Rückfahrt 10 Uhr 50 Min. Teltow. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lokal von W. Bonow: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Es ist eine wichtige Tagesordnung zu erledigen. Trebbin. Am Sonnabend, den 30. November, abends SVs Uhr, im GesellschaftShauS(Emil Schulze), Wahlvereinsvorsammlung. Tagesordnung: 1. Kaste und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Parteiangelegenheiten. Tegel. Am Sonntag, den 1. Dezember, abends 6 Uhr, findet im Lokal Gesellschaflshaus, Schloßftr. 7, ein Vortrag statt. Thema: „Die Klassiker und der Sozialismus." Referxqt Genosse Schütte. Nach Schluß: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Kerlmer I�admcdten. Em trübes Bild aus dem Berliner AnstaltSwese«. UnS. wird geschrieben: Nördlich der Ostbahystatiou Biesdorf liegt inmitten eines parkartigen, etwa 600 Morgen großen Geländes die städlische Anstalt für Epileptiker: Wuhlgarten. Mit ihren zahlreichen verstreut liegenden Pebäuden, die durch Weg« verbunden sind, ähnelt sie einer weitläufig angelegten kleinen Gartenstadt. Den Hinteren Teil des Anstaltsterrains durchströmt von Westen nach Osten in schnellem Lauf daS kleine Flüßchen die„Wühle", von dem das Institut seinen Namen entlehnt hat. DaS Grundstück, auf dem die im Jahre 1893 eröffnet� Anstatt sich befindet,, gehprte früher zum Gutsbezirk Biesdorf, gelangte dann iy den Besitz her Firma Siemens u. Halske und ging später in den Besitz der Stadt Berlin über. Auf dem Gelände sind außer dem kuppelgekrönten DerwnltungS« gebäude, Beamtenhäusern. Baracken sür Jnfektionskranke usw. zwei sogenannte„feste" Häuser für männliche und ein» sür weibliche Patienten vorhanden. Das Hauptlontingent der Kranken ist in dreizehn Landhäusern für männliche und dreizehn für weibliche Per- sonen untergebracht.... Ein Bild tiefsten Jammer? und entsetzlichen Unglücks zieht an dem Auge des Beschauers vorüber, wenn er Gelegenheit hat, eine Zeitlang sich unter den Kranken aufzuhalten. Bei zahlreichen Opfern der Epilepsie hat dieses grauenhafte Leiden verkrüppelte Hände und Füße, schiefe und ständig wackelnde Hälipter, gräßlich verzogene GesichtsmuSkeln, Veitstanz und viele andere Gebrechen im Gefolge gehabt. Bei mehreren Epileptikern ist durch die steten Konvulsionen bei Anfällen ein idiotenhafter Zustand eingetreten. In jedem Auf- enthalissaal der Landhäuser steht in einer Ecke eine schwarzlederne Matratze, und indem die Pfleger des sich zuckenden KörperS bemächtigen. wird der Leidende schnell daraus niedergelegt und bleibt solange liegen, bis der Anfall vorüber ist. Auch in den Werkstätten der Anstalt befinden sich solche Matratzen, denn fast ausnahmslos siyb die in den Landhäusern domizilierenden männlichen Personen indirekt verpflichtet, einer Beschäftigung nachzugehen. Arbeitsverweigerung ist für die Betreffenden mit Nachteilen verbunden. In den zwei vorhandenen Werkstattsgebäuden arbeiten Patienten als Tapezierer. Roßhaar- zupser, Schneider, Schuhmacher, Buchbinder und Rohrflechter. Ge- trennt von diesen sind wieder Tischler, Zimmerer, Korbmacher und Bürstenbinder beschäftigt. Aus allen diesen Räumen ertönt zu allen Tageszeiten der entsetzliche Signalruf für die Wärter:„Aufall"! Ungemein aufregend und deprimierend wirkt es, wenn in den Speise- sälen während des Essens und in der Nacht in den Schlafräumen mitten im Schlummer plötzlich daS schauerliche Wort„Anfall" er» klingt. Auf dem Wege zur Arbeitsstätte, bei den Feld- und Kohlen- arbeitern, beim Spazierengehen, überall vernimmt man den grausigen Ruf. Und nun noch daS schreckliche Gebaren der Leidenden vor, während und oft auch nach den Ansällen, wobei Verletzungen nicht selten vorkommen, Es ist ein Bild des tief in die Seele schneidenden Jammers. Wenn die Patienten noch dazu in eigenen Werkstattsbetrieben mit scharfen Instrumenten hantieren müssen, so ladet damit die Leitung der Anstalt doch eine große Verantwortung aus sich. Nicht ungefährliche Beschäftigungen verrichten auch die Patienten als Kohlenarbeiter. Maler, Maurer und die mit Spaten»ersehene Feld« kolonn«. DaS jugendliche Element ist hier am stärksten oertreten. Vis zum 14. Jahre verbleiben die epileptischen Knaben im Kinder- Hause, wo sie in der dort befindlichen Schule unter- richtet und von da aus in der Anstaltskirche eingesegnet werden. Sodann werden sie den Männerlandhäusein zugetJilt und müssen sich dort beschäftigen. Selten sieht man ein fröhliches Antlitz; denn die böi« Krankheit hat darauf nur trübe Schatten gelagert und jede auskeimende Freude mit Gewalt verbannt. Im Grund» genommen sind hier alle Altersklassen vertreten: Jünglinge, Männer und Greise, darunter auch viele Nichtepileptiker. Ein großer Prozentsatz der Epileptiker erhält vor der Rachtruhe um 8 Uhr abends Bromkali, das-nach langem Gebrauch bei viele« Patienten böse Hautausschläge verursacht. Die über 13 Jahre alten Patienien bekommen sür die tägliche Arbeitszeit von 7�/, Stunden allwöchentlich am Sonnabend als Entlohnung — sechs Zigarren gereicht, die im Freien zu rauchen nur geeignet sind. Was die Beköstigung der Patienten in der Anstalt Wuhlgarten anbelangt, so ist die Qualität und Ouautität gewissermaßen seit drei Jahren zurückgegangen. Neberhaupt herrschen hier bezüglich deS Essens merlwürdige Gepflogenheiten. Die Speisen, Suppen. Fleisch usw. weisen nur eine geringe Spur von Salz auf. Bis vor drei Jahren wurden zur beliebigen Würze auf de» Eßtischen die üblichen Menagen mit Mostrich, Salz und Pfeffer gestellt, nach dieser Zeit ist dies heute sonderbarerweise unter- bliebe». Nur wenn es bei einem Mittagessen gekochte Eier gibt, werdet» einige Körnchen Salz beigegeben; dagegen zeichnen sich di? zu verzehrenden Heringe jeweilig wieder durch üherreichen Salz« gehakt aus. Eigentümlich ist auch die Einrichtung, daß zu jedem Abendbrot, selbst wenn es Suppe gibt, eine Flasche Setter geliefert wird. Milch wird den Patienten dagegen gar nicht gewährt. vielleicht leistet das Selterwasser Ersatz dafür!... Jedoch sind die Kranken mit allem zufrieden; ihr Zustand ist ja zumeist däzu angetan. sich mit dem Vorhandensein ihrer schwachen Willenskräfte ruhig abzufinden, bis zu dem Augenblick, wo sie, von allen Leiden erlöst, aus dem AnstältSfttedhofe zur Ruhe kommen. Dienstmädchen gehen ihrer gesetzlichen Ansprüche häufig dadurch verlustig, daß sie es unterlassen, bor Erhebung der Klage beim Amtsgericht die Polizei anzurufen. Weigert sich die„Herrschaft", das engagierte Mädchen zu beschäftigen oder wird das Mädchen ohne gesetzlichen Grund vorzeitig entlassen, so muß das zuständige Polizeirevier s o- fort— spätestens innerhalb drei Tagen— ersucht werden, die Herrschaft zur Beschäftigung des Mädchens oder zur Bezahlung der diesem zustehenden Ansprüche anzuhalten. Ist dieses Verfahren erfolglos, so hat die Polizeibehörde darüber eine Bescheinigung auszustellen; erst dann ist die Klage beim Amtsgericht zu erheben. Die Ansprüche des Mädchens in solchen Fällen sind: Fort- Zahlung des Lohnes und Erstattung der Auslagen für Kost und Logis— pro Tag 1,60 M.— bis zum Ablauf der Kim digungsfrist oder bis zum anderweitigen Jndiensttreten Bringt der neue Dienst dem Mädchen weniger Lohn, so kann auch diese Differenz für die Zeit bis zum Ablauf der Kün digungSfrift verlangt werden. Ein Rückgang der Zahl der Geisteskranken infolge Alkohol genusses ist an den Tabellen unserer städtischen und wahr scheinlich auch anderer Irrenanstalten zu erkennen. So hat allein in der städtischen Irrenanstalt Herzberge, die ja als Hochburg von Alkoholkranken bekannt ist, die Verringerung der Aufnahmen seit dem Jahre 1907 nicht weniger als 21 Proz betragen, und es wird offen gesagt, datz ein sehr erheblicher Teil dieser gesunkenen Frequenz wohl auf den allgemein verringerten Alkoholgenuß zurückzuführen ist. Nicht das Bier, hauptsächlich der scheußliche Agrarierfusel hat un gezählte Opfer dem Jrrenhause und dem frühen Tode oder mindestens. völligem wirtschaftlichen Verfall überliefert. Die Alkoholistenziffern. welche sämtliche Irrenanstalten auf weisen, sind deshalb noch immer grausig genug. Ungefähr ein Drittel sämtlicher Jrrenhausaufnahnien betrifft reine Alkoholkranke, von denen nur ein Bruchteil dauernd dem vernunftgemäßen Leben wiederzugeben ist, oder solche Un glückliche, bei denen Trunksucht und erbliche Belastung hieraus zur EntWickelung einer organischen Geisteskrankheit, besonders der Paralyse, beigetragen hat. Es kann darum nicht oft genug gewarnt werden: Meidet den Schnaps nicht bloß im Kampfe gegen die agrarische Volksauspowerung, sondern auch um eurer selbst willen I Die Grundcigentumsdcputation beschloß in ihrer gestrigen Sitzung, den Teil der Torfstraße, welcher gelegentlich des Baues der Ringbahn kassiert werden mußte, an die beiden anliegenden Besitzer zw verkaufen. Ferner beschloß die Deputation den Verkauf eines Teiles des Grundstücks der ehemaligen Wasserwerke vor dem Slnr lauer Tor an die Auergesellschaft. Der Ankauf des Grundstücks Neue Krugallee 5g in Treptow soll dem Magistrat empfohlen werden. Aus Anlaß des Berlaufs eines der Stadtgemeinde Berlin gehörigen, in Pankow belegenen Grundstücks waren über die Veranlagung zur Zuwachssteuer Differenzen zwischen Pankow und Berlin entstanden. Die Deputation stimmte einem Vergleich hierüber mit der Gemeinde Pankow zu. Die Bcschäftigungsaustalt für Blinde ist ein Teil der von der Stadt geschaffenen Anstalten zur Blindenpflege. Den erwachsenen Blinde» wird durch Bermittelung der Beschäftigungsanstalt die Möglichkeit gegeben, Arbeit zu erhalten und sie in den Werkstätten der Anstalt unter Leitung des Personals auszuführen. Die Anstalt nimmt Bestellungen auf Arbeiten an, läßt aber auch Waren zum Verkauf ansertigen, den sie dann besorgt. Sie setzt die' Löhne für die einzelnen Arbeiten fest und sucht sie möglichst so zu bemessen, daß aus der Gesamteinnahme die Herstellungskosten und zum Teil auch die Betriebskosten gedeckt werden können. Am Schluß des Betriebsjahres 191l/l2 war die Beschäftigungs anstalt von 223 Blinden. 123 männliche und 100 weib lichen, besucht. Sie wurden beschäftigt mit Stuhl- und Korb flechterei, mit Fabrikation von Bürsten und Besen, von Hängen matten und Netztaschen, mit Herstellung von Blindenschriften und Lehrmitteln. Ausgezahlt wurden 2316 Monatslöhne im Gesamt betrage von 77 034,78 M., das ergibt einen durchschnittlichen Monatslohn von 33,23 M., gegenüber 32,33 M. im vorher gehenden Jahr. Im einzelnen waren die Löhne sehr verschieden. ' Gezahlt wurden 1911/12 in der Glublflechterei 684 Monatslöhne von . durchschnittlich 22,74 M.. in der Korbflechterei 263 Monatslöhne von '' durchschnittlich 39,54 M.. in der Bürstenmacherei und zwar in der Einzieherei 470 Monatslöhne von durchschnittlich 29,74 M., Borstenpickerei 193 Monatslöhne von durchschnittlich 49,83 M., Piassavapicherei 549 Monatslöhne von durchschnittlich 46,73 M., in der Druckerei 24 Monatslohne von durchschnittlich 51.09 M., für weibliche Handarbeiten 126 Monatslöhne von durch- schnittlich 2,40 M. Die mit weiblichen Handarbeiten beschäftigten Kinder arbeiteten nur an zwei Tagen der Woche je drei Stunden in der Anstalt, während für Stuhlflechterei, Korbflechterei, Bürsten- macherei, Druckerei eine tägliche Beschäftigung von je siebe»Stunden die Regel war. Den Blinden mit dem Mindest- Verdienst und denen mit dem Höchstverdienst wurde durchschnittlich pro Monat gezahlt in der Stuhlflechterei 8,65 M. und 26.15 M., in der Korbflechterei 21 43 M. und 89,63 M., in der Bürstenmacherei 8,06 M. und 87,50 M., in der Druckerei 50.75 M. und 51,44 M., für weibliche Handarbeiten 0,58 M. und 13,25 M. Große Reich- tümer sind's nicht, was mancher Blinde da verdient hat. Genosse Bernhard Langhopp hat am Montag durch Herzschlag semeu Tod gefunden. Er ist nur 51 Jahre alt geworden. Vor kurzem hatte er seinen Wohnsitz nach Bohnsdorf verlegt. Seit Anfang der 90er Jahre bis zu seinem Wohnungswechsel bekleidete er im Wahlvereiu des 4. Berliner ReichstagswahlkreiseS die Aemter erst als Bezirks-, später als Abteilungsführer. Auch in seiner Ge- werkschaft, dem Deutschen Holzarbeiterverbande, galt Langhopp als braver Kollege und war 18 Jahre als Beitragssammler tätig. Die Arbeiterbewegung verliert in ihm einen eifrigen Genossen. Allen, die ihn kannten, wird der Verstorbene unvergeßlich bleiben. Die Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften im Gewerk- schaftshause ist heute und Sonnabend von 6—9 Uhr geöffnet. Ei» Doppelleben führten die 30 und 32 Jahre alten Kellner Hermann Dehlsen aus Krakow und Gustav Huhnholz aus Berlin, von denen der erste von der Kriminalpolizei jetzt festgenominen, während der zweite noch gesucht wird. Die beiden waren in einem großen Weinhause beschäftigt und gingen regelmäßig und pünktlich wie alle anderen ihren« Berufe nach. Niemand ahnte, daß sie noch eine einträgliche Nebenbeschäftigung hatten. Das brachte jetzt die Schöneberger Kriminalpolizei ans Licht. Bei ihr beschwerten sich Chauffeure, daß sie Vermirtelungsschwindlern in die Hände gefallen seien. Sie hatten sich auf Zeitungsanzeigen, daß eine Automobilfirma Wagenführer suche, beworben, an die Postlageradresse auch die verlangten Zeugnisse und Gebühren eingesandt,' dann aber� nichts mehr gehört. Die Kriminalpolizei, ermittelte nun, daß hinter diesen Anzeigen die beiden Weinkellner Dehlsen und Huhnholz steckten. Diese hatten ihren Dienst so eingerichtet, daß sie abwechselnd frei hatten. Der Nichlbeschäftigte benutzte jedesmal die freie Zeit, von dem angegebenen Postamt die eingelaufenen Vermittelungsgebllhren abzuheben und immer wieder neue Anzeigen zu erlassen. Mehrere Beamte beobachteten nun das Postamt, und so gelang eS, Dehlsen zu fassen, als er wieder Geld holen wollte. Als man auch Huhn- holz hinter Schloß und Riegel bringen wollte, war er bereits entwischt. Er wird jetzt auch noch wegen anderer Betrügereien gesucht. Ein Opfer des unvorsichtigen UmgehenS mit dem Revolver ist mittelbar der 45 Jahre alte Vogelhändler Neinhold Bierkant vom Weinbergsweg 11 geworden. Bierkant suchte am Dienstagabend um 7 Uhr in seiner Wohnstube nach seinen alten Kirchensteuer- auittungen, die er in einer Kassette in seinem Pult aufbewahrte. In dieser Kassette lagen auch seine beiden Pistolen, die stets scharf geladen waren. Als er nun aus den Browning stieß, fiel ihm die durch einen Kriininalbeamten erfolgte Erschießung des Einbrechers Gorski ein Er wollte nun seiner Frau zeigen, wie cS inög- l.ch gewesen sei. daß der Kriminalbeamte Wild den steckte er die Patronen wieder hinein. Bald darauf kam er noch einmal auf den Vorgang in Treptow zurück. Achtlos nahm er den Browning wieder zur Hand, dachte gar nicht mehr daran, daß er wieder geladen hatte, und setzte ihn auf seine Brust, um der Frau zu zeigen, wohin der Kriminalbeamte wahrscheinlich geschossen habe. Jetzt ging durch irgend eine unvorsichtige.Bewegung die nicht ge sicherte Waffe los, eine Kugel drang dem Manne in die rechte Brust und streckte ihn tot zu Boden. Die entsetzte Frau schlug Lärm und Hausbewohner holten schleunigst einen Arzt. Dieser konnte aber nur noch den Tod feststellen. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Bierkant hinterläßt seine Frau mit zwei erwachsenen Kindern. Aus der Spree gelandet wurde gestern am Tegeler Weg die Leiche einer unbekannten Frau, die nach dem Verwesungszustande wohl schon sechs bis acht Wochen im Wasser gelegen hat. Die etwa 50 Jahre alte Tote scheint den bessergestellten Kreisen angehört zu haben. Sie ist etwa 1,60 Meter groß und schlank und trug einen grauen Ulster, eine schwarzweißgestreifte Bluse, einen schwarzen Rock. einen schwarzen Gummigürtel und schwarze Schnürschuhe. In ihrer schwarzen Lederhandtasche, die sie bei sich hatte, befanden sich ein Taschentuch, das A. G. gezeichnet ist. Ihre Wäsche dagegen trug die Zeichen D. H. und L. T. Die Tote hatte ein falsches Gebiß. Ein schwerer Straßendahnunfall hat sich Montagabend im Norden Berlins zugetragen. Als der bei der Bahnabteilung der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigte Kutscher Böhm mit einem Arbeitswagen die Schonensche Straße gegen 10 Uhr abends durch fuhr, scheuten plötzlich die Pferde vor einem vorübersausenden Auto- mobil und gingen durch. Der Kutscher suchte vom Wagen herabzu- springen, kam aber so unglücklich zu Fall, daß ihm ein Hinterrad über das linke Bein hinwegging. B. erlitt einen Bruch des Unter- schenkels und wurde, nachdem ihm auf der nächsten Unfallstation ein Notverband angelegt worden war, nach dem Krankenhaus Friedrichs- Hain geschafft. I» Lebensgefahr schwebten gestern vormittag die beiden kleinen Kinder des Arbeiters K. bei einem Brande in seiner Wohnung in der Z o s se n e r Str a ß e 43. Die Kinder waren allein zurück- gelassen, während die Mutter sich eine Arbeitsstelle suchen wollte. Auf bisher nicht ermittelte Weise geriet nun aus dem Korridor der Wohnung ein Echrank in Brand. Das Feuer erfaßte auch bald Türen und die Schaldecke und führte in kurzer Zeit eine starke Ver- qualmung herbei. Zum Glück wurde die Gefahr von einem Nachbar- Hause aus schnell bemerkt. Einige junge Leute sahen Rauch aus den« Küchenfenster dringen und eilten mit einem Schutzmann nach der brennenden Wohnung. Der Schutzmann trat die Türfüllung ein und es gelang ihm, die beiden Kinder, die sich aus Angst im Bett verkrochen halten, noch glücklich ins Freie zu bringen. Inzwischen war auch die Feuerwehr erschienen, die den Brand nach wenigen Minuten ablöschte. Am Bußtag ist in Kellers Festsälen, Koppenstraße, bei der Ver- ,ammlung des Monistenbundes eine Brosche- verloren gegangen, die für den Finder fast gar keinen, wohl aber für den Verlierer Wert hat, da Familienerbstück. Um Abgabe wird gebeten. Ferdinand Tober, Gitschiner Str. 74, vorn IV. Vorort- P�ackrickten. Lichtenberg. Es scheiue» bereits Kräfte am Werke zu sein, um die Mittel- standspartei zu einer Vasallentruppe der Vorschußbankleute zu machen. Die Führer bekominen Angst chor ihrer eigenen Tapferkeit. Bei den Stichwahlen für die zweite Abteilung sollen ihre Anhänger die noch strittigen fünf Mandate der Schachtel-Partei retten. Daß die Mittelständler auf solche Plänchen nach Kommando einschwenken. darf man vorläufig doch wohl noch bezweifeln. Weil sie es für un- erläßlich hielten, die Wtajorität der Borschußbanlgruppe zu brechen, traten sie diesmal als selbständige Partei in den Wahlkampf ein. Einigungsverhandlungen scheiterten, weil die Leute von der Vor- schußbank den Anspruch auf eine Majorität der Mandate erhoben und davon nicht abstehen'wollten. Würfen nun die Mittelständler jene» Leuten die Majorität als ein Geschenk in den Schoß, dann würden sie sich unsagbar lächerlich machen. Gerade so, als wollte mau sich über die Mittelständler lustig machen, übertrugen ihre Widersacher nun in der ersten Abteilung auch noch dem Vorfitzenden des Aufsichlsrates der Vorschußbankgruppe ein Mandat. Nach dem Auftreten der Mittelstandspartei muß das wie eine gesuchte Provo- kation wirken. Wie liegt nun die Situation? Zu wählen sind ins- gesamt 66 Stadtverordnete. Die Sozialdemokratie besitzt etzt 27 Mandate, über 5 verfügt die MiltelstandSpartei. Würden nun die Mittelständler die noch ausstehenden 5 Mandate der Vorschußbankgruppe zuschanzen, dann verfügte diese immer noch über die absolute Majorität. Die Mittelstandspartei würde ihr Austreten gar nicht rechtfertigen können, wollte sie eine solche Majorität herbeiführen helfen, anstatt für sich selbst, im Bunde mit der Sozialdemokratie, die Majorität zu erlangen. Die Mittelstands- Partei gibt den Ausschlag. Sie erobert damit eine einflußreiche Stellung gegenüber der Vorschußbankgruppe. oder aber sie begeht Selbstmord I Man wird ja sehen, was sie wählt. Keine Gasanstalt am RummclSburgcr See! Der Einspruch gegen die von der Stadt Lichtenberg beabsichtigte Gasanstalt am RummelSburger See war von Erfolg gekrönt. Der Bezirksausschuß hatte den Stadtausschuß von Neukölln mit der Entscheidung in dieser Streitfrage beaustragt. Zu den Protestlern gegen das Projekt von Lichtenberg gehörte auch die Stadt Berlin. Der Stadtausschuß ent- schied, daß im Interesse der Erhaltung der landschaftlichen Szenerie am Rummelsburger See die Klage der Stadt Lichtenberg gegen den Einspruch der Interessenten abzuweisen sei. Ob Lichtenberg die Klage weiterführen wird, steht noch dahin. Durch die Bereinigung von Rummelsburg mit Lichtenberg ist der eigenartige Zustand geschaffen worden, daß Groß-Lichtenberg zwei OrtSkrankenkassen besitzt. Eine Verständigung über die Ver- 'chmelzung konnte noch nicht herbeigeführt werden: kompliziert wird die Sache durch die gesetzlichen Bestimmungen. Die Verwaltung der Ortskasse Lichtenberg ist der Ansicht, daß mit der Verschmelzung der beiden Gemeinden nur noch die Lichienberger Kasse zuständig sei. Dagegen erklärt die Ortskasse Boxhagen-Rummelsburg, ihre Selb- tändigkeit werde durch die Verschmelzung nicht berührt, Versicherungs- Pflichtige ihres Kassenbezirks, die ihre Arbeiter bei der Lichtenberger Kasse anmeldeten, genügten nicht der BersicherungSpflicht und machten ich strafbar. Die Generalversammlung der Kasse erklärte ihr Ein- Verständnis mit dem Vorschlage, den Antrag aus Zulassung als be- ändere Ortskrankenkasse einzureichen. Die Kasse soll künftig den Namen führen:„Besondere Ortskrankenkasse für den früheren Amts- und Gemeiudebezirk Boxhagen-Rummelsburg." Friedrichshagcn. Gegen den Krieg protestierte am letzten Freitag eine überaus gut besuchte Volksversammlung. DaS Referat erledigte in zirka zweistündigen Ausführungen Genosse D a v i d s o h n. Zum Beginn und Schluß der Versammlung sang der Friedrichshagener Mäuner- chor. Auffallend war besonders die große Anzahl von Frauen in der Versammlung. Weifjensce.» Die letzten Wahle» zur Gemeindevertretung in der ersten und ..weiten Abteilung, die von der einen wie der anderen Seite der bürgerlichen Kreise beanstandet wurden, sind in der ersten Instanz für ungültig erklärt worden: es sind die Wahlen der Herren Schwarz(alte Fraktion) und Delbrück und Knorr(neue Fraktion). anwesend waren, die bei der Besetzung deS Bureaus mitgewirkt haben: bei Herrn Schwarz soll außerdem während der Wahl eine solche Unruhe geherrscht haben, daß der Wahlvorstand die Wählenden nicht hören konnte, lieber die Wahl deS Herrn Ko hier in der ersten Ab- teilung besteht bei der alten Fraktion starker Zweifel; die Gemeinde- Vertretung hatte seine Wahl für ungültig erklärt. Obwohl Herr Kohler gegen den Beschluß der Gemeindevertretung den Klageweg beschritt, ging letztere auf die Klage nicht ein: Herr Köhler nahm darauf seinen alten Platz wieder ein. Nack bald drei Viertel« jähren erhebt nunmehr Herr Schwarz den Einwand, daß Herr Kohler doch eigentlich zu Unrecht in der Gemeindevertretung sitze. Er wünschte in der letzten Sitzung Aufklärung hierüber. Vom Vor« sitzenden wurde den» auch betont, daß die Koblersche Wahl mittler» weile Rechtskraft erlangt habe; wenn Herr Schwarz glaubte, den Beschluß anzweifeln zu sollen, dann hätte er schon früher dagegen protestieren müssen. Die alte Fraktion hat bisher eine gewisse Fertigkeit im Anbringen von Klagen, Beschwerden. Protesten, Ein« sprächen usw. bewiesen, aber in diesem Falle hat sie sonderbarer- weise den Anschluß verpaßt. Die Rolle, diese Frage anfzu»ersen, mußte gerade Herrn Schwarz zufallen, der eigentlich selbst nicht mehr der Vertretung angehören dürfte und es nur den veralteten Be- stimmungen der Landgemeindeordiiung zuzuschreiben hat, wenn er noch auf seinem Platz sitzt. Alt-Landsberg. Einen erfreulichen Sieg errangen unsere Genossen bei der Stadlverordnetenwahl. Trotzdem die Bürgerlichen alles aufgeboten hatten, um ihren Kandidaten zum Siege zu verhelfen, und sogar sämtliche Postangestellten zur Wahl kommandiert lvaren, ist es ge- lungen, den Genossen Studier durchzubringeu. Er erhielt 86 der Gegner 65 Stimmen. Der erste Sozialdemokrat hält damit seinen Einzug in die Stadtverwaltung Alt-Landsbergs. Adlershof. Die hiesige Arbeiterschaft veranstaltet von heute ab, nachmittags 2—4 Uhr, im Jugendheini für die schulpflichtigen Kinder Spiel- und UnterhaltungSuachmittage. Auch ist Gelegenheit zu kleineren Hand- arbeiten gegeben. Der Raum ist gut geheizt und ist für genügende Aufsicht geiorgt. Bon 4—5 Uhr ist die Kinderbibliothek geöffnet. Es wird gebeten, von dieser Einrichtung regen Gebrauch zu machen. Lichtenrade. Eine lebhafte Debatte entspann sich in der letzten Gemeinde» vertrete» jitzung über die Jahresrechnung von 1911. Die Rechnung wies erhebliche Ueberschreitungen auf, die für die Alteingesessenen recht unangenehm waren, umiomehr, als dieselben der Geheiiiinis» kräinerei ständig Vorschub leisten. Der Marienfelder Weg. der mit 40 000 M. veranschlagt war. tostet, obwohl noch gar nicht fertig, bereits 230 000 M. Dabei hat sich herausgestellt, daß drei Anlieger daS Straßenland unentgettlich abgetreten haben, sie haben aber ciue Ernteentschädigung für zirka drei Morgen von 14 600 M. bezogen. Nach den hiesigen Bodenpreisen würden diese drei Morgen für obige Summe käuflich zu erwerben sein. In der Sitzung wurde daher beantragt, die Ernteentschädigungsangelegenheit in öffentlicher Sitzung zu verhandeln, da die Steuerzahler ein glecht hätten, von diesen Dingen Kenntnis zu erlangen. Der Antrag wurde jedoch vom Gemeindevorsteher und seinen Anhängern abgelehnt. Hierauf kam noch zur Sprache, daß einer armen Witwe, die ihre Steuern nicht halte bezahlen können, einfach das Schwein im Stall versiegelt worden ist; einem Gemeindeverlreter der ersten Klasse jedoch, der gleichfalls mit seinen Steuern im Rückstände war, wurden die Steuern von der Gemeinde gestundet. Reinickendorf. In seinem Zimmer bewußtlos aufgefunden wurde gestern abend der 19jährige Sohn des SattlermeisterS Friedruch Wülfel. Hausotterstraße 45. Es stellte sich heraus, daß infolge eines desekten GaS- fchlaucheS eine Gaüvergisrung eingetreten lvar. Nachdem sich zwei Aerzie sowie die vergeblich um den Bewußtlosen bemüht hatten, wurde derselbe nach dem Krankenhause übergeführt. Spandan. Der Bau des Stadttheatcrs scheint sich sehr lange hinauszuzögern. Der erste Vertrag mit der Stadt-Theater-Gesellschaft ist bereits ain 20. Juni d. I. abgeschlossen worden, während der Nachtrag zu dem Vertrag augenblicklich noch die verstärkte Theaterkoinmission be- 'ichäftigl. ES handelt sich hauptsächlich darum, der Summe von 700 000 M., 100 000 M. mehr als iin ersten Vertrag vorgesehen, die Priorität einzuräumen und für die erste Hypothek die AnSbietungS» gacantie zu übernehinen. Nach dem Vorprojekt sollen sich die Bau- losten einschließlich Kostiun-, DekorationS- und Theaterinöbel-FunduS auf 1300 000 M. belaufen. Die Eröffnung des Stadl-Thearers soll noch im Herbst nächsten Jahres erfolgen. Einige Stadtverordnete, die dem Bau des Stadt-Theaterö sympathisch gegenüberstehen, hegen bereits Bedenken, angeblich weil sie meinen, daß die Sladt-Theater« Gesellschaft wenig kapitalkräftig zu sein scheint. GorSki erschießen habe_ können. Vorsichtshalber_ entlud 1 Maßgebend für"die Ungültigkeitserklärung war, daß bei der Bildung er den Browning. Als er mit seiner Demonstration fertig war,'des Wahlvorstandes Angehörige anderer Abteilungen im Wahllokal Lrlefkasten 6er Keäaktion. Die lurlstttchc Spreaiftmidr findet Linden st r-d- SS, vor»««er Treppe» — Fntrstnhl—, wochentaeltn, von iM, bis 7 Vj Uftr adendS, Eonn-bend«, von tifc bis 6 Uhr abends statt. Jeder für' den Brtcstastcu dcltimmten Ansragr N« ei« Bochftave«nd ein« Zahl als Aierlzctlbrn drtznfstocn. Brtrfltihe«ntwort ■oitt) nicht erteilt. Anfragen, denen«etne«bonncmentSgntttimg detgetug« ist, Verden nicht beanttoortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor, 8. E. G. Sit können Beseitigung verlangen unter Setzung einer Frist und unter der Androhung, daß Sie nach Ablans der Frist den Vevuag lösen. Perstreicht die Frist erfolglos, so rönnen Sie aus Vertragslösung Ilagen. Es empfiehlt sich aber, vorher einen Sachverständigen zur Begut» achtung zuzuziehen.— F. ft. 100. 1. und 2. Die Ehesrau hastet nicht. Für den Fall der Psändnng kann die Frau intervenieren.— 2- 32. 1. und 2. Der Anspruch erscheint zu hoch. Zur Zahlung von 3—5 W. pro Monat halten wir Sie jedoch sür verpflichtet, und zwar so lange Sie den angegebenen Verdienst haben. 3. Ja. 4. Wir raten, der Armenverwatlung den Vorschlag zu machen, 3 M. monatlich zu erstatten.— M. H. 87. 1. und 2. Die länger als 4 Jahre zurückliegenden Ansprüche sind verjährt. 3. Ja. 4. Rönnen wir nicht jeftstellcn.— B. Z. jjz. Ja. sür die Zeit bis einschließlich Dezember 1913.— B. u. jjjfO. Schreiben Sie nochmals ans Gericht unter Angabe des Aktenzeichens.— V. B. II. ES besteht keine Gefahr.— Ruch Pannirrftr. Etwa 75 M.— A. W. 50. In einem solchen Falle müssen die Kinder den evangelischen Rcligionsuiiter- richt besuchen. Umgekehrt wären sie zum Besuch deS katholischen Unter- Vichts verpflichtet, falls der verstorbene Mann katholisch gewesen wäre. Das kann nur vcrinieden werden, wenn der Mann zu Lebzeiten eine schriftliche beglaubigte Erklärung abgibt.— E. zg. 93. Etwa 2 mal in der Woche 2 Stunden. Die Vertretung hat der Unternehmer zu stellen.— F. B. 100. 1. Ja, und zwar mindestens die ssälsle des RrantengcldeS. 2. Rein. 3. Für die Kosten der Narkose leistet die Lliiilalt in der Regel nicht Ersatz.— Z. S. l. Die Tatsachen selbst sind zugegeben; es ist ver- sucht worden, das Verfahren zu entschuldigen. 2. Nein. 3. Ja. Wt. H. 100. Wir raten unter Darstellung des Sachverhalts bei der Eisenbahndirektion Beschwerde zu jähren und zu beantragen. dab die Differenz zurückgezahlt wird.— M. S. 1907. New. — H. R. 110. Sie müssen schon mit einem Arzt reden.— B. H. 32. Damit können wir uns nicht betasten. Fragen Sie doch mal be m Verein der Hausangestellten. Michaelkirchplatz 1. an.—«. W. 100. Wenden Sie Nch an Aug. Seikrit. Beramannstr. 104.— Daimler 0. l Krone_ 10 M.. 1 Doppelkrone= 20 SO!.— F. Schulze. 1. Nur mit Hitse der Melde. Polizei. 2. Um die Lotterie kümmern wir uns nicht.— I. P. Lmevercin, Berlin\V„ Vittoria-Luise-Platz 6.— M. K. 8. Durch Annonce. — P.. Teltow. 1. Ja. 2. u. 3. In einem(olchcti Falle kommt nach dem preußischen Einkommensteuergesetz der mulmaßliche Betrag sür die jetzige Zeit in Betracht. Das Bersahren der Kirchcnbeborde ist denmach gesetzlich be- gründet.— Militärpflichtig. 1. Das wäre zulässig, wenn der Betrestende tauglich ist. 2. u 3. Die Beantwortung derartiger Fragen müssen wir grund. sätzlich ablehnen.— S. 9. Ja.— ,«• 2ch. L. Zu dem Betrag- wird »och die Dividende hinzugerechnet, die sich zurzeit noch nicht berechnen läßt. — A. Z. 99. Sämtliche Kinder haben Anspruch aus Auseinandersetzung. Die Behörde verlangt eine solche nur dein infflderjährigcn K'iide gegenüber. — O. 40. 500. Sie sowohl, wie Ihre Brüder sind an sich zur Er- statlung der Kosten— auch der AnwaltSkosten— verpstichct. soweit die Eiulommens- oder VermögenSvcrhaltnisse es gestatten. Näheres läßt sich nicht jagen, da Sie die Höhe deS PerdiensteS nicht angeben.—©. B. 34. Niie» Anspruch aus Unterlassung Haien. Sie nur dann, wenn in Ihrem Mietsaertrag ein Konkurrenzberoot enthalten ist. Anderensalls lätzt sich nichts tun.— P. A. B. Halste des gesetzlichen Erbteils.— H. A. 31. 1. Derartige Auskünste lämien wir nicht erteilen. Diese um so weniger, als wir die Anlagen und Fähigkeiten des jungen Mannes nicht kennen. 2. Es ist auch ein eigenhändiges Schreiben, mit Ortsbezeichnung. Datum und Unterschrist versehen, als Testament zulässig. Die Alimentationspflicht bleibt bestehen. Es kann das Vermögen beschlagnahmt werden: nach dem Tode bleiben die Erben haltbar, die.allerdings das Recht haben, das Kind mit dem gesetzlichen Pflichtteil eines ehelichen Kindes abzufinden. — I. 13. Falls sich die von Ihnen erwähnte Bedingung nachweisen läßt, können Sie Rückgabe beziehungsweise Erstattung verlangen.— K. R. 21. Sic persönlich sind bastbar. Ihr Mann ist jedoch nicht zahlungspflichtig.— X. Z). 1913 Nein. — H. P, Fürstenbergcr Strasle 1. Das Alter spielt dabei keine Rolle; es mutz Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliegen.— K. M. 11. Die erstere Aussassung ist zutreffend.— E. Ich. 666. Die gesetzliche Wartezeit beträgt 10 Monate, sie kann allerdings durch den Justizminister aus Antrag abgekürzt werden. Der Antrag hat jedoch nur dann Aussicht aus Eriolg, wenn, am zweckmätzigsten ein amtsärztliches, Zeugnis darüber bei- gesügt wird, daß zurzeit �chwangerschast nicht vorliegt. — R. St. 150. Für die Zeit 4 Wochen vor Weihnachten, nein. Es ist aber zweckmötzig, sich an die Marktpolizei zu wenden wegen Zuerteilung eines Standortes. Der Vertrieb von Bleisoldaten ist zulässig.— A. B. 13. Wiederholen Sie Ihre Ansrage und geben Sie noch an, ob Fürsorge- erziehung angeordnet ist, serner wann und für welche Zeitdauer der Dienst- vertrag und von welcher Seite derselbe geschlossen ist und schlietzlich ob eine Genehmigung des Vormundschastsgcrichts vorliegt.— R. R. 33. 1. Eine Verpflichtung dazu besteht sür die Kirchenbehörde nicht; der Pfarrer kann es jedoch tun. 2. und 3. Das Kind ist nicht verpflichtet, dem Konfir. mandenunterricht beizuwohnen oder zum Gottesdienst zu gehen.— 818. Bis zur Dauer von 39 Wochen, falls Sie, was wir annehmen, von der Krankheit aus dem Jahre 1910 genesen sind. 2. und 3. Aus Verlangen der Landesversicheruugsanftalt müssen Sie von Ihrer Mitgliedschaft Kenntnis geben. 4. Auch nach Abi aus der 26. Woche ist die LandesverficherungSanstalt verpflichtet, Angehöngmunterstützlmg biS zur Halste des Krankengeldes zu gewähren._ Jugendveranstaltungea. Arbeitende Jugend iu Tempelhos-Martendorf l Am Donnerstag, den 28. d. M., abends 8'/, Uhr pünktlich, findet im Jugendheim in Tempel- Hof, Kiiser-Wilhelm-Str, 76, Hos parterre, ein Vortrag des Herrn Zempel- burg-Cbarlottenburg statt über das Thema:„Proletarische oder nationale Jugendbewegung." Die Eltern der arbeitenden Jugend werden ersucht, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter aus diesen Vortrag besonders aus- merksam zu machen._ WasserstandS-Nachrichten der LandeSanftalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Detterbureau. ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.') Unterpegel. Lese- und DiSkutierklub„Wilhelm Liebknecht«. Heute Mittwoch, abends 9 Uhr: Sitzung bei Karl Eichhorn, Danziger Str. 93. Vortrag. Gäste willkommen. Marttbericht von Berlin am SS. November 1913, nach Ermittelung deS königL Polizeipräsidiums. Markthalle»preise, f Kleinhandel) 100 Kilogramm Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00—60,00. Speisebohnen, weitze, 36,00— SO, 00. Linsen 36,00—60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 6,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2,20. Rindfleisch, Bauchsleisch 1,40—1,80. Schweinefleisch 1,60—2.20. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,40—2,40. Butler 2,40-3,00. 60 Stück Eier 4,20—6,80. 1 Kilogramm Karpsen 1,20-2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40-3,60. Hechte 1,40-2,80. Barsche 0,80—2,40. Schleie 1,6O--3.20.' Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 3,00—30,00._ Witterungsübersicht vom 36. November(913. Etattonen l|e Swinemde. Hamburg erlin ranks. a.M "ünchen Wien Fr M cl Bf 767WSW 7S7SW 759,®® 763 SW SW Still 768 766 Siettet 3 wolkig 6pedeckt Sbedeckt 6Regen 2heiter Nebel t* HS, 6 5 4 3 —2 — 1 Etattonen aparanda etersburg Scillh Aberdeen Paris c* ff wS 2 2 11 C 5 Wetterprognose für Mittwoch, de» 37. November 1913. Ziemlich mild, veränderlich, vorherrschend wolkig mit wicderholteit Niederschlägen und starken südwestlichen Winden. Berliner Wette rbureau. T&hovi i Theater und Vergnügungen ÜÜHtH Mittwoch, 27. November 1912. Ansang 3.10 Uhr. Schiller- Charlotten bürg. Wallen- fteins Lager.— Die Piccolomini. Nnsanq 4 Uhr. Urania. Die wichtigsten Kultur- pflanzen der Weltwirtschast.— Mit dem Zeppelinlustschiff von Sylt nach Hamburg. Kurfürftenoper. Dornröschen. Theater am Rolleudorfplatz. Schneewittchen, Thalia. Frau Holle. Ansang i*], Uhr. Kgl. Opernhaus. Tannhäuser. Rönigl. Schauspielhaus. Die Journalisten. Deutsches. König Heinrich IV. 1. Teil. Zirkus Albert Schumann. Gala- Vorstellung.. Zirkus Busch.'Gala-Vorstellung. Ansana 8 Ubr. Urania. Am Golf von Neapel. Im Hörsaal i Dr. W. Berndt Naturliche Flugmaschinen. Kanimerspiele. Mein Freund Teddy. Lemilg. Gabriel Schillings Flucht. — wM, Figaros Die fünf Deutsches Opernhaus. Hochzeit. Köuiggrätzer Straffe. Frankfurter. Kleines. Michael Kramer. Schiller O. König Lear. grti m,»kliarloir,»vurq. Des PsarrerS Tochter von Strelallorf. Berliner. Filmzauber. m efid e»z. Prinzenerziehung. Komodiruhaus. Die Gcneralsecke. Deutsches Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Tbaiia. Autoliebchen.. Kurfürsteu-Over. Der Kuhreigen. Moutis Operetten. Der Frauen- sresser. Neues Opern(Kroll). Russisches Ballett. Theater am Nollendorfplatz. Kisniet. Luisen. RaffleS. Rose. Die Sünden der oberen 10000. Metropol. Chauffeur— ins Mctropol. Triano». Licbesbarometer. Herrnfcld. DieAlpenbrüder. Endlich allein. Walhalla. Goldener Leichtsinn. lVasino. Der Grotzsürst. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Svezialiläten. Paiiage. Spezialitäten. Reichshallcn. Die Macht der Tone. Aniang 8'/, Uhr. ffriedr.> W'lh. Schauspielhaus. Grigri. Sustspiel»a»s. Mein alter Herr. Volles Caprice. Der keusche Joseph. D>r Rehbock. � «Snigstadt-Kasino. Spezialitäten. � Ansang 8'/. Uhr. NeueS BolkS'heater. Michael Kramer. Ansang iQ Udr. Admiralspalast. Sisballett: Ivonne. '.» Sternwarte. Jnoalidenstr. 67— 62. Schiller-Thealer 0.1�'. Mitjwoch, abends 8 Uhr: König L-car. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Freitag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Schiller-Theater"VC" Mittwoch, nachmittags 3.10 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Mittwoch, abends 8 Uhr: Oes Pfarrers Tochter von Streladorf. Donnerstag, abends« Udiü Die Gescnwlster. F.Iga. Freitag, abends 8 Uhr: Im weilten Kölll. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. s-uhr- Die fünf Frankfurter. Den tschcsSchauHplel Hanf» 8 Uhr: Der gutsitzende Frack. Theater am hollentlorlplatz 5. Nachmittags 4 Uhr- Schneewittchen. Abends 8 Uhr: KtSmet. Jeden Mittwoch u. Sonnabend 4 Uhr: Schneewittchen. flsontl8 Operetten- Ikester (fr. Neues Theater). Amt Norden 1141. Abends 8 Uhr: Der Frauenfrefser. I-uj8ell-7de»ter. Ansang 8 Uhr. Mittwoch: RaffleS. Donnerstag: Des andern Ehre, Freitag: Des andern Ehre._ OSE=THEATE 1 Grotze Frantturlei Str. 132. Abends 8 Uhr: . Die Sünden der obere» Zehntausend. tzlusstattungsdtama in 4 Akten von Ztaleigb, Hamilton und Lutz. Donnerstag dieselbe Vorstellung. Das größte Naturwunderl Die heilige WEISSE NEGERIN und ihre schwarze Priester- Schwester. Beide lebend ohne Extra- Entree «u sehen. Urania Tanbenstraßc 48/40. Nachmittags 4 Uhr: Die wichtigsten Kulturpflanzen der Weltwirtschaft. Mit dem Zeppelin- iuftschiff von Sylt nach Hamburg. 8 Uhr: Am Golf von Neapel. HOrsaai 6 Uhr: Dr. W. Berndt: Natürliche Flugmaschinen. Metropol-Thealer. Abends 8 Uhr: Ramben gestallet. GhMetir- ins Ketropol! Grotze Jahresrevue mit Gesang und Tanz in tO Bilder» von I. Freund. Musik v. Rud. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz. Ab 8 Uhr. Letzte Tage des grandios. Programms. Robins der Urkomische. Kussys Wunderhunde. Nebe• Quartett. Amely de l'Enclos. Bendix-Schnabel und 6 weitere gr. Attraktionen. mm Beispielloser Lacherfolg! Die Alpenbrüder. Komödie in 2 Akten von Anton und Donat Hermfold. Hierzu: Das Scheidungs-Souper. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11— 2(Theaterkasse). Residenz-Theater. Ansang 8 Uhr. Prinzenerziehung. Satire in 3 Akten v. Maurice Donnay. Morgen und folgende Tage: Prinzenerziehung. Geverkschaflsbaus, Engeluser 15. Sonntag, den I. Dezember 1912, abends Tj, Uhr pünktlich: Aus höchsten Beseht seiner hoch- sürstlichen Durchlaucht „Sovonlaalmn»"; er Abend Lustigi Seine hochsür fürstliche Durchlaucht werden mit Gesolge in der Hos- löge erscheinen. Leitung HansPreiherrv.WoUogen. Mitwirkende: Margarete Walkotte— Hans v. Wol- zogen— Alber» Arinquen— Theo Fredy— Richard Kaiser— Bernhard Nitzsche— Traute Carlsen, Entree 50 Pf. Abendkasse 60 Pf. Vorverkaus bei P. Harsch. Engeluser 15. 238/19* Voigt-Theater. Gelundbrunne» Badstratze 58. Mittwoch, den 27. November 1312: Wsihlöjstr. Voirsstück mit Gesang in 3 Akten von Mannstaedt und Weller. Kaffeneröftuung 7 Uhr. Aus. 8>/, Uhr. Mer Königstadt-Casino. Holzmarkistratze 72, 1 Min. v. Babnb. Jannowitzbrücke. Täglich abends>/,8 Ubr: M gr. Spezialilätenprogranim und ,,Eine von der Wasserkant". Lebensbild in einem Akt. �ämirslspalast am Bahnhot Friedrichstraße, IMt Eispalast."tzM Einzig in der Welt mit seinen prunkvollen Eisballetts. Allabendlich das sensationelle Elsballctt„Yvonne". 100 Mitwirk. Fabelh. Ausstatt. Die kleine Charlotte. Bis 6 Uhr und von 103/t Uhr abends halbe Kassenpreise. Restaurant 1. Ranges! Wein- und Bier-Abtoilung. ÜmCIou" " Mauerstraße 82.— Z :: Berliner:: Konzerthaus Mauerstraße 82.— Zimmerstraße 90/91. Heute: Doppel-Konzert! Musikc. 3. Garde-Regiments z. F., Dirigent Oberm. Graf. Musikc. Kalser-AIcxander-Reg.. Dirig. Kgl. Musikdir. Rrase. Anfang 8 l'hr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Chr. Freitag, den 29. November er., abends 8 Uhr: Bierabend mit nachfolgendem anz veranstaltet vom Wander-Rnder-Vcrband. Die zum Bußtage gelösten Billetts gelten! Zirkus jllbert Schumann. Heute Mittwoch, 27. November, abends 7'/, Ubr: Gr. Gala-Torstollang. Tommyn allen Baumen des nailClICIl Theaters gestattet. Der Vorverkauf findet statt an der Theaterkasse 10—2 Uhr, im Warenhaus Tietz und im Invalidondank. Keine Vorverkaufsgebühr. KK« Passage-Theater U. d. Binden 22-23 ElchtMpieie. Jed. Sonnabend neuesProgramm. Anfang 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: Nur noch bis Donnerstag: Brr Oroßftirst. Frektag Erstaufführung der Lofatpossc Am grünen Strand der Spree. Sonntag 4 Uhr: O diese Männer. Zirlnis Busch. Heute Mittwoch, 27. November, I abends 7'/, Uhr: Zum 5. Male:] die große Prunk-Pantomime „Sevilla" in 6 glänzenden Akten. Besonders hervorzuheben: Das berüchtigte Wirtshaus bei. Ossuna. Der gewallige SturzbaebJ Die berühmte Stiergefechls-Arenal in Sevilla. Oer Stierkampf. Die1 märchenhaft, neuen Wasserspiele. Vorher das große Galaprogramm. Folies Capriee. aar- Der keusche Joseph.-Mg � Der Rehbock. Ter Einbrecher.-MtzZ RelchZlttllen-Thesler Ans. 8 Uhr. ZfMgs Zgliggr. ßie Mä der Töne. Burlesfs»von Meysel. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sanatorium Sonnen- stich. Trianon-Thealsr. Ansang 8 Uhr. Kiebesbarometer. Germaula- Prachtsäle N., Chausseestr. 110. K. Richter. Heute Mittwoch: Paul Mantheys lustige iSänger. Eintritt 30 Ps. Ercitunz. orzugskarten gelten.— Jeden Donnerstag: Gr. Militär-Streich-Konzert anschlietzend ParnilienkrSnzchen. Ansang 8 Uhr. siachdem Für den Inhalt der Jnierale üveruimmi die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. __ ,,Vorwärts"aLeser erhalten 10 0/o Rabatt._ Kaufen Sie'von Kavalieren getrag. Jackettanzüge, Rockanzüge, Paletots, Ulster, größtenteils auf Seide gearbeitet, von 9—18 M. Große Auswahl in eleganter neuer Garderobe. Gelegenheitskäufe in Damen-Plüschjacketts, Kostümen, Kleidern, hochelegant. Große Posten Pelzstolas in Skunks, Marder, Nerz, früher bis 200 M., jetzt 15— 75 M. Qelegenheitdkänfe in Uhren, Ketten, Bingen, Wilsche, Betten, SM" enorm hillig. JVloritzplatx 58a. Michel-Vertrieb X Michel � Toi.: leio. hcuftölll), Ktlkskbtckstr. l�8. Winterpreise bis 28. Februar 1913 1 Salonbriketts pr. 1000 Stock, Riesentormat 7", M. 8.90. Industrie-Häibstein-Briketts... u. 0.85 pro i zenmer Oberschlesisclie Steinkohlen Nuß u. m. 1.65„ i.. Gebrochener Berliner Gaskoks... m 1.65. i. Brennholz, grob oder fein gespalten. M. 1,25 Allea frei Gelafi Jeder Etage. für einen großen Sack. 4646 L* f Ohne jede Anzahlung] IQfcSff jtflk M2? erstklassixss l9X pi-UmHei-r Staat« med« m», in| IT— H Bma MI»....«Ilvn Iloir- und n. von«under-. 0 verkaufe leb MB äShMiMidhMi»MF;; Fabrikat barer TonlOtJe(FlQKellon) g I..... Iflüg'el... Harmoniums gegen kleine monatliche Teilzahlung.— Für jedes Instrument gewähre ich langjährige sei Conrad Krause NM. Berlin, AnsMer Str.], Ecke Kurtürsten rt. asse, im ei en. Cesch ittshause� Tel. Ch. 10 410.« Auch Sonntags geöffnet. J Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort ZO Plg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort(lettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN tOr die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr. lür die Vororte bis UUbr, In der Haupt-Ezpedltlon, Undenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Bette»! pracktvolle, 6,90, 8,75, 12,75. Aussteuerbetten 15,75, 18,76. Daunenbellen 19,75. Pfandleihe, Snmnenftvofee 47.• Waiiduhre»! Tafchenuhrcn I Schmucksachen I Ringe I AuNionS» Pfänder spottbillig I Pfandleihe, Brunnenstrajze 47. Skunfsftolas: echte, 37,50, 45.00. OpossumstolaS I Nerzmurmel I Tibet- sioias spottbillig I Pfandleihe, Brun- neiistrage 47.* Teppiche! prachtvolle 5,85, 8,75. gfalonteppiche 12,75, 15.75, 25.00. Vorleger I Felle I Läuserstosfe spott- billig. Pfandleihe, Brunnensirajje 47. Steppdecke» t Diwandecken I Tischdecken I Tlllldeckcnl Schlafdecken I spottbillig I Pfandleihe, Brunnen- straste 47.' Portieren! Leinenportieren, reich gestickt, 8,45, 4,50, 5,85. Bettdecken niii Volant 2.95, 3.75. Pfandleihe, Bruiinenstrafze 47. Gardinen Z prachtvoll«! 1,95 bis 5,75> Kiinstler- BtadraSgardinen I Stores I Tülldecken I spottbillig. Pfandleihe, Brunnenstraße 47.* SSintcrvaletots! Sluttionspsän- der, neue, getragen« Anzüge l joitbilllst Krüger, Brunnen ftinfje 47. 12—2 gefchlofsen. Sonn- iagS geöffnet. 2583K' Hofen! Alles fpoltbillig; nur Pfand- üihe. Paul Teppiche, Prachtstück«(Aarben- ftpfer), für halben Preis. Vorwärts- lcser 10 Prozent I Mauerhosf, Grotze Frantturierstratz«». parterre. Kein Laden I 1396K' Heruiannvtau 6 PiaiidlctbhanS. jedermanns Kausgelegcnhelt. Extra- billige Aacketlanzuge. �eorockaiizüg«. Winkcrpalctois. Herrenulster. Herren- boten. RiefenauSwahI PelzstolaS. Allerbilligstcr Beitenvertauf. Ver- mielungSbett. Aussteuerbetten. AuS- fteuerwäfche. Reichhaltiges Porttcren- lager. lSardineitauSwabl. Tevvich- auSwahI. Plüiditi'ibdecken. Stepp- deckenlager. Goldsachen. Taichenubren. ILandudren. Wandbilder. Waren» bextaul ebenfalls Sonntag».* m allen Wertes Teppiche! t(ei)Urbafie) t G rötzen, fast für die Hälfte des Teppichlager.Brünn, Hacketcher Markt 4, Babnboi Börse.(Leier-biS »Vorwärts' erballen 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet! Betten, Stand 9,—. Bruimen- fttafie 70, im Keller. 1200«« imen- tprutly- vtamtm, ileidern(hochelegant). Pelzstola», Pelzgarni- äs 150, jetzt 15— 40 Marl. Leihhaus Moritzplatz S«»! kauien Sie spottbillig von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, PaielotS, grögtenleil» auf Seide, 9—18 Mark. GeleaenbeilS- käufe in Damen« Plüsch- Mänteln, Kostümen, Kleidern Große Posten iure«, früher bis 150, jetzt Gelegenheitskäufe in Nhren, Ketten, Ringen, Wäsche, Betten, enorm billig, nur Moritz platz 58a I._ 2280« Teppiche, unbedeutende Farben- sehler, für die Hälfte deS Wertes. Portieren, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken zu Schleuderpreisen. 'TeppichhauS Adler, Königstraße 50, gegenüber RathauS._ 1957K« Radfahrerfarten. Wir empfehlen Rad- und Anto-Fahrern Strandes Karte 1200 Quadrat- Meilen um Berlin. 2 Teil« a 1.50 Mark. Rörd. liche Hälfte der Provinz Branden- bürg reicht bis Stelttn-Ueckermünde, (übliche Hälfte bis Halle-Leipzig« Dresden- Görlitz. Buchhandlung Vorwärts, Lindenstraße 69(Laden).« Gastronen, Auglampen, Teil. Zahlungen 1,00 wöchentlich— billige Preise l Montage kostenlos I Kronen- lager Große Franksurlerstraße 92. J. Etage, Raveuöstraße 6(Wedding), Schönhauser Allee 121(Gleimstraße), Neukölln. Berlinerstraße 102. 2011« Gardinen! Steppdecken I Portieren! Tilcbdecken I außergewöhnlich billig! Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt ertra! GardinenhauS Brünn, Hacke- icher Markt 4(Bahnhof Börf.) Sonntags geöffnet._ Taschenbuch für Gartenfreunde Ein Ratgeber für die Weg- und fachgemäße Lewirtfchastung deS hifuS- lichcn Zier-, Gemufe- und Obst. garienS von Max He�rfer Zwett- permehrte Austage. MU 1, abbildungcn. Preis 3,50 Mark. Expe- hition Vorwärts, Lindetistr. 69 Zehn Prozent Rabatt Vorwärts- lcfern. S l b fall, fehlerhafte Teppiche 4,25, 5,75, 7.85, 9.50, ll.85, 15, 19, 23.27. 31 ufw. Fabriklager Groß« Frank- furterstraße 125, im Haufe der Möbel- fabrik. Gardinen. Kabrikreste. Fenster 1,65. 2.35, 2.85, 3,50, 4.50. 6,75. 8,25 ufw. Angeschmutzte Gardine«. GioreS, Tülldcckeen, Rouleau», fabelhaft billig. Große Franksurlerstraße 125._ Sünftlergardinen 3,85, 4,75, 5,95, 6,65, 7,85, 9,50, 11,75, 13,50 ufw. Leinen- und Tuchportieren 3,25, 3,65, 6,75, 7.35. 8.50 usw. V>«schportieren 5�5. 6,75, 7,04, 8,50, 9.85. 10,50, 11,65, 14,25 nfw. Fabritlager Große Frankfurlerstr. 125, Plüschdccken mit kleinen Fehlcrit 4.25. 5.75, 6.50, 7,95, 8.35, 21,50 usw. Tuch-, Lcineubetfen 1,65, 2,25, 2,95, 4,36, 5,50, 6,85, 7,50 usw. Steppdecken. Siinili-Seide 3,75, 4.50. 5,65, 7,50, 8,35, 9,75, 11,25, 13,50 usw. Diwaudecken 8,95, 4,50, 5,65, 7,50 bis 30 ufw._ Schlaf- und Reisedecken 9», 1,35, 1,95. 2.85. 3,45 bis 45 Mark._ Möbelstoff, Säufer und Linoleum- resie zu Spottpreisen. E. Weißende, gs Gardinen- und Teppichhaus, Große Franksurterstraß« 125, im Haufe der Möbelfabrik._ 2505R« 1,00. .. Jöichl Riefenlager l Louis Böttcher Kroulcuchler- Spezialhäufer. öettiebsleitungt Boxhagenerftraße 32 kein Lad'en).(Fahrverbwdung War- Ichauerstraße.)'DM»" Kottbuier Damm mannplatz. Filiale t Neukölln, 41, Eingang Her- Teppiche.„VorwärtZ'leser erhallen 20 Prozent. Teppiche mit kleinen Webefehleni kosten jetzt zirka 200/300 13,50, 250/350 22,50, 800/400 28,50. Gardinen, Portieren, Tischdecken, Felle spottbillig, TeppichhauS L. Lefövce, nur Potsdamerstraße 106 L. I. Kein Laden. S5dlK« Potsdamerstrafte 86 d, Pfand- leihhaus. Spottbillig hocheleganfg Winterpaletots I Winterulsterl Herren- anzüge I Bettenauswahl I Aussteuer« Wäsche I Prachtteppiche I Portieren- lager I Plüschtllchdecken I Goldene Talchenuhrenl Uhrketten I Wand- bilder l Echte Pelzslolas l Pelzmuffen l Prachtexemplare I Staunen erregend I lOOO neue Nähmafchtnen. Prima Langschiss für Familie 55 Mark, Ab- zahlung 75 Marl ohne Anzahlung. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe BorwiirtSleser Jönf Prozent Exirarabatt, selbst bei Gelegenheits- käufen Teppich-Th omaS. 2473K« Teppiche, farbfehlerhast, spottbillig. Portieren. Plüsch. Leinen, Rest- bestände spottbillig �Teppich-Thöinas, Prachtbau Ora- nienstraße 126, Roienlhalerstraße 54. « und Winter- paletoi» von 5 Mark sowie Hosen von 1.50, Gebrockanzüge von 12.00. Frack» von 2,50, fowie lüt korpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleiben ver. fallen« Sachen kauft man am btlltgften bei Naß. Muiackstraße 14._« Bortahrtge-leganteHerr-nanzüge und Paletot» au» fernsten Maßstosten 20—40 Mark, Hofen 6—14 Mari. BertandbauS Sermanta. Unter den Linden 21.__ Monatsanzüge. PaletotS.großeS Lager, jede Figur, lauft man mn billigsten beim Fachmann! jede Aenderung nach Wunsch in eigener Wertstatt. 5 Prozent billiger für VovwäriSIeser. Fürhenzell, Schnei- dermeiher, Roientdalerttraß« 16. Rühmaschinen, 160, jetzt 70 Mark bar. Schnellnäher, Bobbtn usw. Be- quem« Zahiweise. Deussen, Mauerstraße 86, Fahrstuhl.. 189/5« Teppiche t Svottbilllger Weih- nachts-Veriaus I Riesenauswahl, dar- unter wenig fehlerhafte Prachtstücke 5,50, 6,75. 10,50 bis 72.00. Borleger, Läuserreste fpoltbillig nur in WolsS TeppichhauS, Dresdenerstraße 8(Kott- buserlor). Abonnenlen zehn Pro. zenl Rabatt. Prachtkatalog gratis.« Leihhaus»Brunnen" und Ver- kaufgeschäft. Bellen, Stand 9.—, ._____________ Brunnenstraße 118, Ecke Usedomstraße Verauwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Zur deo' BronzegaSkronen, Gaszua- lampen, HangegaSpeudel. Gaswand- arme. Moderne Hängegaskronen, Gaskocher. Allerbilligste Bezugsquelle. Zurückgesetzte Muster spottbillig. Schroeder, Hochstraße 43. 2504« QeschäftsverkSüfe. Gastwirtschaft ist preiswert für 1900 Mark zu verkaufen.(Wabl- verein.) Große Räumlichieiien. Miete 100 Mark. Näheres Frantfurier Allee 175. Schlächterei. 196/7 Schmiedegrundstück, gute Ge- bände nebst 4 Morgen Land, obne Konkurrenz, ISO lßahre in einer Fa- milie, wegen Todesfall bei 3500 Mark Anzahlung zu verkaufen. Ort Hai 3000 Einwohner, Hauptbahn und Kreuzchanssee, Pommern. Möller, Pankow, Florapramenade 22. t141 Restaurant, gutgehend, Vereins. »immer, 70—30 Personen fassend, 2 Billards, elektrisches Klavier, foforl billig zu verkaufen. Wriezener- straße 6. 196/4 Möbel. Teilzahlung. gefchäfl liefert Möbel für Stube und Küche mit 20 M. Anzahlung, klelnste Raten. Auch einzelne Möbel. Aellere Möbel werden in Zahlung genommen und gegen moderne umgelauichi. Zum WeihnachlSfeft Teppiche, Por- tiercn, Läufer ufw. ohne Anzahlung. Osterlen Postlagertarte'49, Post- anil�2.__ 2399«« Möbel-GelegenbettS-Käufi fpott- billig, neue gediegene Einzelmöbel und ganze Einrichtungen, Schlaf- zinimer(eiche) 283,—, komplette Wohnzimmer 132,— bis 240,—, Thaise- longue 24,—, Sofa 38.—. Trumeau 33,—. Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. RteienauSwahl. Möbelfpeicher Neue Königfiraße 89, 4 Slagen. Teilzahlung gestattet. Auch Sonn- tag»._ 249/1* Model obne GeldI Bei kiemer Anzablung aeben Wirtichatlen und einzeine Stucke aui Kredit unier äußerster Prersnotterung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten laut! bei uns. kretichmann u. io., Koppen- straße 4.(Stbiefticher Babndof.) Zentrale für Arbeitermibel liefert Reformeinridttungen in gediegener Arbeit an Reelldentend« auch auf Teilzahlung und bittet Parteimiiglte- der um Besuch der großen Läger. Niedrige Anzahlung. Zinsvergaiung. GelegenheltStäufe in gebrauchten Mö< beln. Verkaufsstelle Schatz, Brunnen« straße 160, Eingang Anklamerftraße. Tischlermeister tibl Möbel aus Teilzahlung bei bellebiger Anzablung zum Kasfenprel». Stet» Gelegenheits- käufe in öebrauchten und zurück- gefetzten Möbeln, auch auf Teil- zahlung. Nachweis von Kunden wird gut honoriert. Ofterten Post» amt 90.Postlagerkarte 44 TSnUflfte GeleaenhettstSufe. Wasch. büsette, Lchreiblische, Ankletdcschränke, Bettstellen, komplette Speise-, Herren-, Schlafzimmer, Pianino, weiße Dielen. möbel. AndreaSftraße 80, geradeüber Markthalle, Dwtnatzkt. L500K �Umzugshalber bi» Ende De- zember t herrliche Nußbaumwirilchast mit btldfchönen Küchenmibeln. Gas« kröne, Federbetten 195,—, Umtausosa .—. Trumeau 33,—."" 40, Königstraße 66 I. Avram. Rcue Händler au«- 237/17« gefchlofsen.___ Metallbetteuj zivel� modern, fpoltbillig verkäuflich Zofsenerftr. 10. Hutgeschast. 196/1« Am allerbilligften Büfetts, Kre- denzen. Umbauten, eiche, Nußbaum. mabagont, Bücherfptnde, Schreibtische, lederne Polstermöbel, komplette Schlafzimmer in allen Holzarten, direkt in der Fabrik Skalitzerstraße 25, an der Hochbahn. 2573«« T" Stühle I Elbe. straße SS, III geradezu. 1431b Bettstellen. Tisch und billig abzugeben Neukölln, Musikinstrumente. PiantuoS und Flügel, gut er. halten-, gebrauchte, in Zahlung g«. nommen. darunter Schiedmayer, Bechstein. Make, Hellmundt von 175 Mark an. Schtevmaver, Piano- fortesabrik. Potsdamerstraße 27k. Jrmlerpiantna. wenig preiswert zu verkaufen. Niederlage! Potsdamerstraße Pianino billig Kugicrslraße I links(Schönhauferallee). Bilder. Bilder. Sie kaufen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Weinmeifle. straße 2. 2248« Fahrräder. Herrenfalirrad. Dameniabrrad. wie neu. 35.—. Holz. Blumen- straße 44_ 1093«' Brennaborrad 15.00, Schräder. Weberstraße 42. 195/16« Reste. ränkels Resterhandlung. Kott- buserstraße 2, staunenSwerl billig: Herren-, Danrenstoffe, Plüsche. Seide. Besatzarlikel, Peizwaren. 2105«« Reste, Damenluche, Kostümstoste, Kammgarne, gutterstosse, sehr billig. Damen- und Kinoer-Konfeklion. SlelS Gelegenheitskäufe. � 13. W Paul Karle, 2393«« Kaufgesuche. PIntrnabfälle. alle Goldfachen, Bruchgold, Silber, Gebiffe, alte Uhren, Kebrgold. Goldwatten, Qu-ckkilber, Stanniol sowie fämlliche Goip-, Silber-, plattnhalttgen Rückstände lauit Broh, Edclmelallfchmeize. Berlin Z., Köbenic/ernraße 29. Tele- Phon Moritzplatz 6958. 255511« Platinadtölle, Gramm 5.70, Gold. Silber, Zabngebifle, Stanniol. Queck- stlber 3.65 kauft Biümel, August- straße 19. Hochstzahlend. Metalle,. gebiffe. Piaiinabfall, Gold, Silber, Quecksilber Metallschmelze Ehristional, Kövenickerftrad« 20»(gegenüber Manieustelftraße) «oldschmelzebei. Platin Gramm 5,70, Gold, Silber, Zahngebisse. Goldschmied Bruckard. Mulackstr. 22, nahe Rosenldalerstraße.' 1088b« Münzen, Briefmarken kaust Großmarin, Spandauerbrücke 2.« Znbngebiffe, Brnchgold. Stanniol kaust Kodn. Nene Königstraße 76.* Kupfer 115—125, Messing 75—86, alle Arten Abfälle, höchstzahlend Meyer, Elisabelhstraße 56. 196/6 Unterricht. Unterricht in der englilchen Sprache. Für Anfänger und Fort- geichrittene. einzeln oder im Zirkel. wird englischer Unterricht«rleilt. Auch werden Uebersetzungen an- geserttgt. G. Swienry- Liebknecht Ebarlottenburg. Stultgarrerplaß 9 Garlenbaus III. 44K« Btolinnrurrrtcht nach doppelt sördernder Methode erteilt ersohrener Künstlet. Eine Swnde Einzeiunler- richl 1.25,'/, Stunde 75 Psennta, für 2 Schüler pro Stunde 2 Mark. Unter- weisungeu zum Zweck de» SolostAelS vor großem Publikum öro Stunde 3 Mark. Ojjerlen unler Z. 3, tzaupt- expedilion des. Vorwärts«. 1S41K* Verschiedenes. Kuniistovirrei von Frau KoioSkv Slblachleniee. Kurstraße 8 lll. Patentanwalt MrUleN�Sstichiner- ftraße 81._ 2439«» Pfanbleibe HeinerSdorferflraße 14. nahe der GreijSwalderstraße. l098b« Paienranwalt Weisel, Gittchmer. ittage 94». Blnirn. Kleider, modern, billig, fertigi Raulmonn, Neukölln, Donau« straße 21. 1410b« Gebrack. anzüge verit 1 Treppe. srack und Smoling LandSbergerilr. 91». 1139b' Wilhelm Schroeder- Uhrmacher und Juwelier, Berlin NO. 55, Jmmamielkirchstraße 35, Reparatur- Werkstatt. 9100«* Tie durch meinen Sohn und mir erhobenen Beleidigungen gegen Töpsermeister I. KraliS und pte Firma Wilhelm Grab nehmen mit Bedauern zurück Biümel und Sohn, T riesenerstraße 1._ t68 Gbrenerflarung. Nehme die Aeußerung, dl« ich gegen Herrn und Frau Limberg, Gletmstraße 44. ge- braucht haben soll, zurück und erkläre dieselben als anständige Leute. Frau Schmeck, Gletmstraße 44. t68 Äitersekretär gesucht. gilt da» Arbeilersekretarial Brandenburg a. H. wird Antritt(Ipäteftens 1. Januar)«in Arbeiterl-kretär gesucht. der yluischrist Bewerbung müssen bis zum 10. Dezember I Belli», Brandenburg a. H.. Trauerberg 21. eingereicht um loforttgen eldungen mit 1912 an Kranz ..... werden. Gleich, . ist eine Arbeil über die soziale Berficherung mtteinzusenden. Die nstellung erfolgt nach den Bedingungen de« BereinS Arbeiterpresse. Höchstgehalt 3000 M._ 299/5« Ii flnnahrocitcllcn für„Kleine Anzeigen Iterlin C. A. Hnbutich. Ackerstr. 174. W.«. Schmidt,«irchbachstr. 14. O. R. Hackelbusch, Petersburger Platz 4. Vustav Bogel. Koppen- straße 82 R. Wengels. Gr Frankfurter Str. 120. RB. L. Zucht, Jmmanuelttrchstr. t9. I Rrul.(Jaiiitmftr. 42. K. W. Baumann. RbeinSberger Str. 67. H. Fischer. Baftianstr. 6. Karl iviars. Greifenhagener Str. 27. I. Hönisch. Nazarethkirrhstr. 49 H. Bogel. Lvrtzingftr. 37.«- Tieft, gnoastdenstr. 124 L. Techand. Rubeplatzftr. 94. NHV. Karl Anders. Ealzwedelerftr. 6. � �„ «TV. H. Werner. Gneiienaustr 72. Tarhu. Hagelberger Str. 27. «. St. Krift. Prinzeiiirr. 31. H. Lehmann. Kottbnler Damm 8. ««. Paul Böhm. Laustyer Platz 14,15 P. Horich. Engelufer IS. Adlerahot. Karl Schwarzlose. BIsmarckftr. 50. H. Hornia, Marientbaleritr. 13, I. »»rniix»»!-!«. Paul Ktenaft. Räuichftr. 10. OI,»rI«»tlenkul-s. Gustav Scharndrrg. Sei-nb-imer Str. 1. VHvckHeiinImsen. Ernst Wertmann. Kop-nick-r Str. IT «rttiiaa. Kranz«lein. Friedrichstr. 10 �. Johannlnthal. Pirlickr. Kaiser-Wilbelm-Platz 6, Htarlnliai-nt. Richard Kütrr. Rödelstr. 9. II. AiBpenlolr. Emil Wiftler. Kietzerstr 6. Laden. l-ich trabe rar. Ctto Seikel. Wärtenbergltr. 1. Kledep-SSchöncwelde. Wild, linruh, Brückenstr. 16. Si»«a««a. Wilhelm Joppe. Fri-drrchstr. 7. «ben-Bebttaesseide. Zllfrev Bader,«ilhelmininhofstr. 17 II. I«aab«sv. Otto Riftmann. Müdlenstt. 30. «elalekend-s-t. P- Gursch- Provlnzftr. 66, Laben. Neakdlla. M. Betnrrch. Neckarftt. 2 Eonrad, Hermannstr. 60. E. Rohr. Slegfriedstr. 23/29. Uaniarelabaix. A. Rosenkranz. MI-Boxhagen 66. «eböaeberz. Wilhelm Baumler. Rarttn-Lulher-Str. 69 im Laden. Üspaadaa. Koppen, Brestestr. 64. Steglitz. H. Bernsee. Atfenstr. 5. Teaipelhof. Joh. Krohn. Borussiastr. 62. Te-ept««'. Robert Gramenz, Kieibolzstr. 412, Laden. WeiUeaaee. Kubrmann. Sedanstr. 105. Schillert, Berliner Allee 253. Wllmeradort. Paul Schubert. Wild-ImSaue 27. Ablershof. Trauring oerloren, gegen Belohnung abzugeben Riedel. Handjeryuraße 8. 2605« Vermietungen. HVobNUNFLN- Stube. Küche. Koloniestraße 69. Eine Stube straße 2A. Ändreasstrafte Wohnung billig. Simon fortzugsha Bad ufw. 19.00. _____ t82* und Küche Oranien- 70 kleine Border- 1391b« 4b 1. Januar . JM«r 3 Stuben, Küche, Balkon IV, 83 Mark. tl03 Zimmer. Ruhiges möbliertes Zimmer, Reichenbergerstraße 150, II rechts, füni Minuten Görlitzer Bahnhof, zwei Minuten Hochbahn.__ 14216 Eine Stube zu mmlctciu Oranienstraße 2a-_ vermieten I Küche zu vermieten Oranien- straße 2A._* Möbliertes Vorderzimmer bei Ernst, Bernauerstraße 14, 3 Treppen. Sauber möblierte« Zimmer zum 1. Dezember. Fredrich, Rheinsberger. straße 23.__ fSO Zimmer, Möbliertes perm Sorauerslraße Zeschke. 8, einzelnen vorn II, _______ Flurzimmer, möbliert. 2 Herren, Damen, sofort, aus Wunich Peufion. Magazin slrage 18, vorn. Schwarz.• Schlafstellen. Alleinmieter möblierte Schlaf. stelle. Mirsch, Naunynstraße 56. vorn II. 196/5 Möblierte Schlafstelle. Sprengeistraße 3, vorn I. Möblierte Schlafstelle vermietet Frau Piarquardi, Pappelalloe 2. vorn. rchoiz. -fKi Mietsxssuche. Herr sucht möblierte Schlafstelle oder Zimmer Nähe Zosfenerstraße. Offerten mit Preis unler ,N. N.'. Postamt 34. t47 r Arheitsmarkt. Stellengesuche. Junger Mann, gelernter Buch- brucker sucht Stellung irgend welcher Art. Offerten unter E. 50, Postamt 28. 1433b Parirtgrnajse. 37, sucht Ver. trauensftellung als Kafs-nboi«. Lager- Verwalter, Expedient. Kaution vor- Händen. Liierten unter Zuverlasst .Vorwärts'-Ausgibe, Nazarethkiri' straße 49. t. Lo- 1432b Ltellenangedote. Tüchtige Marmor werden verlangt. R. Taucher?, hannlter straße 7.__ j Einige tüchtige Schreibmaschinen- Reparaleure mit guten Zeugntsfen für alle Systeme snchen gegen ante Bezahlung Schäfer u.(Haufe, Leip- zigerstraße.__ 2603« Junge Arbeiterinnen sofort ge� "lonan Chemische Werke Florian Berltn-Britz, Chausseestr. 88. Tüchtige Spulerw und Drelliererin sucht. u. Co für dauernd Festnerstraße 1. verlangt Brederecke, 14356 Fabrik tür gelochte Bl-che sucht zum baldigen Antritt tücht. sewständig arbeitenden 1436b« WeriaeugZclitosser, firm auf Schnitte und Stanze» und Dreh- und Hobelbank. Offerten nebst Lohnansprüche an die Hauplexpedttion de».Vorwärts».___ Zwei tüchtige und ordentliche ßnjeraieimil veranlw.i Th. Glocke, BerUn. Druck u. Perlag. Vorwärts Silberarbeit-rinne« erhallen sofort Stellung. Wenta-valdlelntSakabrUr _________i____________ In Wen!«(Schweden). Buchvruckeret' u. Periagsanstalt Paul Htnger u. So� Berlin SW«