Ur.S93. llbonnementS'Bedfn$Qft9Mt Abonnements- Preis vränumcranbst Lierteljihrl. 3M Ml.,»wnatl, UV Ml, wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nunimer S Pig. Sonntags- Nummer mit illustrierlcr Sonntags- BcUage.Die Reue Welt" tv Pia. Post- «lbonncnient: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Poll-ZeitunaS- Preislille. Unter«rcuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, sbr das übrige Ausland L Marl pro Monat. PostabonncmentS nehmen am Belgien, Dänemarl. Holland. Jwlien. Luxemburg. Portugal. Üunwnicn, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrs. vle snkcrNons-eebohr beträgt für die sechSgcspaltcne Kolonel« geile oder deren illaum«> Psg.. für politische und gcwerlschaslliche Vereins- und BersnnunlungS.ilnzeigen 30 Pig. „Aleine Xnrcigcn", das sellgedruriie Wort 20 Psg.(zulässig 2 settgedrulkic Worte), ledes weitere Wort>n P,g. Stellengesuche und Schlafstellenan. zeigen das erste Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 1» Buch- ( laben zählen für zwei Worte. Inserate iir die nächste Rümmer müssen bis i Uhr nachniittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition iil bis 7 Uhr abends gcöjsiiel. Vichtlot tSzli» SllLel MsnlZZi. Zevlinev VolKsblcrkk. Telegramm- Adresse: ,.S«zl!>Isl«io»lint»illlll". Z�endralorgan cler fo�ialclemokratifcken Partei Daitfcblands. Rcdahtton; 8Äl. 68, Llndcnstraeae 69, Fernsprecher: Amt MoritzplaN, Rr. 1983. Sonntag, den 15. Dezember 1913. Expedition: 650. 68, Ltndcnetrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritsplatz, Nr. t98t. konservative und iiationalliberale. Trotz wiederholtcr Zuriickwcisunn Von konservativer Seite versuchen nicht nur die Altnationalliberalen Fried- bergscher Richtung, sondern auch ein Teil der Bassermänncr Fühlung mit den Konservativen zu gewinnen. Der Gedanke, daß sie nicht als der Tritte im Bunde an dem Geschicke des teuren Vaterlandes initwirkcn und des neueil Deutschen Reiches gütige Vorsehung spielen sollen, ist so manchem nationallibcralen Parteiführer, dessen- Ehrgeiz und Eitelkeit im umgekehrten Verhältnis zu seinem politischen Verstand steht, schier unerträglich. Die Konservativen aber sind gute Rechenmeister. Was nützt ihnen die Unterstützung der Ratio- nalliberalen, wenn sich das Zentrum zurückzieht. Sie verlangen deshalb, daß die Rationalliberalen die Vorherrschaft des Zentrunls anerkennen und sich dein gemeinsamen Diktum der konservativen und der Ultramontanen demütig unter werfen. Offen und frei stellt Herr Oertel in der„Deutschen Tageszeitung" folgende Bedingungen für die Aufnahme der Nationallibcralen in die konscrvativ-ultramontane Jnter essengemeinschaft 111. b. H. auf: „Möglich und durchführbar ist eine Arbeitsgemeinschaft nur unter drei Bedingungen. Zunächst darf das Zentrum keinesfalls ausgeschlossen werden, schon des halb nicht, weil sonst die Arbeitsgemeinschaft keinen Zweck und keinen Erfolg habccn würde. Selbst wenn alle rechtsstehenden Parteien sich mit den Nationallibc ralen vereinigen wollten, und selbst wenn man der Fortschrittlichen Pollsparlei die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft offen hielte. würde doch, im Reichstage damit nichts erreicht werden, weil die genannten Parteien und Gruppen keine Mehrheit bilden Man mag zum Zentrum stehen wie man will, das ist nicht aus der Welt zu schaffen, daßohnedasZentrum irgendwelche Politik im Reichstage nicht zu machen ist. Das hat ja auch übrigens die nvtioimllibcralc Partei schon tatsächlich anerkannt, indem sie den bekannten Besitzsteuerantrag gemeinsam mit dem Zentrum eingebracht hat. Die'z w c it e Bedingung wäre die, daß die Nationallibc ralen von der Fortschrittlichen Volkspartei ein wenig mehr ab- rückten. Man wird von ihnen nicht verlangen und nicht erwarten dürfen, daß sie ihre Beziehungen zu der Nachbarpartci völlig lösen, wohl aber wird es nötig sein, daß sie gegebenenfalls auch gegen die Fortschrittliche Volkspartei Stellung nehmen.... Endlich ist eine Annäherung zlvischen den Konservativen und Nationalliberalen nur denkbar und dauerhaft, wenn jede der Parteien darauf verzichtet, in die inneren Per- Hältnisse der anderen hineinzureden. Diese Be dingung haben die Rationalliberalen in ihren bisherigen Aus cinandersetzungen nicht erfüllt. Sie haben im Gegenteil immer wieder hervorgehoben, daß eine Arbeitsgemeinschaft nur mit den sogenannten Gemäßigt-Konservativen möglich sei. Die„Kreuz Zeitung" hat, unseres Erachtens durchaus zutreffend, darauf Hirn gewiesen, daß eine Scheidung zwischen sogenannten Ultrakon- servativen oder Ueberagrariern weder nötig noch möglich sei... Eine recht bündige Antwort. Und ebenso deutlich ant wartet auf das nationalliberale Licbeswcrben die Reichs- Partei durch ihren Otto Arendt. Er stellt in der Wochenschrift „Das neue Teutschland" folgende Bedingungen: „Hieraus ergeben sich zwei Vorbedingungen für eine Erneuerung der alten Kampfgemeinschaft zwischen Nationallibcralen und Freikonservativen. Einmal dieAbkehrderLibe- ralen vom Großblock und dann die Erkenntnis der Libe» ralen, daß sie bei aller Gegnerschaft gegen die„Ueberagrarier", diese doch alS Bundesgenossen gegen die Sozial- demokratie gar nicht entbehren können. Nur mit Hilfe aller rechtsstehenden Elemente ist diejenige Einig- keit der bürgerlichen Kreise zu erzielen, welche die Vorbedingung einer erfolgreichen Bekämpfung und schlicßlichcn Besicgung der Sozialdemokratie ist. Ter Weg zu diesem Ziel ist für den Libe- ralismuö klar vorgezeichnet. Mit erfreulicher Entschiedenheit sind die Nationalliberalen in letzter Zeit für die BiSmarcksche Wirtschaftspolitik eingetreten. Je mehr sich das geltend macht. um so mehr werden die Reibungsflächen gegen- über den„Ueberagrariern" zurücktreten...... Nicht im Kampfe mit den„Ueberagrariern" sehen die Frcikonser- vativen ihr Ziel, sondern darin, daß sie die Brücke zwischen der Rechten und der Linken wieder herstellen, die Verständigung ver- mitleln und so den gemeinsamen Boden vorbereiten für die auf die Dauer notwendige Pereinigung aller staatserhal- tendeu Parteien gegen die Sozialdemokratie." Recht— niedliche Bedingungen, die von den Konservativen beider Richtungen gestellt werden. Aber nationallibcral heißt grundsatzlos und rückgratlos, und daher ist nicht ausge- schlössen, daß sich schließlich doch tras Gros der Nationalliberalen zum Kotau vor der konservativ-ultramontanen Allianz bereit findet. Vorerst werden sich allerdings die Nationalliberalen wohl noch hüten, die ihnen gestellten Bedingungen zu akzeptieren und sich den Konservativen für den schärferen Zug, den diese in die gesamte innere Politik bringen möchte», gehorsamst zur Bersügung zu stellen. Noch ist der Zersetzungsprozcß in der nationalliberalen Partei, wie sehr er auch in letzter Zeit vorgeschritten ist, nicht weit genug gediehen. Die„National- zeitung" meint denn auch in ihrer gestrigen Abendausgabe: man solle deshalb innerhalb der nationalliberalen Partei da- von Abstand nehmen, immer wieder die„Aussöhnung" mit den Konservativen als das erstrebenswerteste Gut hinzustellen Die nationalliberale Partei sei stark genug, für sich allein zu stehen und eine selbständige Politik zu treiben. So wenig sie dadurch gewinne, sich von der Regierung als Lückenbüßer für das Zentrum benutzen zu lassen, so viel schade sie sich durch ein engeres Verhältnis mit den Konservativen, deren Auf fassung voni Staate mit den liberalen Anschauungen der übergroßen Mehrheit des Volkes sich nicht im Einklang befände. Das mag alles ganz richtig sein: aber ist denn tatsächlich der Nationalliberalismus noch eine Partei und nicht viel mehr ein Gemengscl kleinlichster Jntercssenströmungen? Lrneute Biriegstreiberei. Die österreichische Regierung hält noch immer mit näheren Mitteilungen über den Fall Prochaska zurück, obwohl der Konsul Edl bereits seinen mündlichen Bericht crstattet.hat. Soviel müssen aber die österreichischen Offiziösen schon zu- geben, daß all ihre Hetzmeldungcn über Prochaöka nichts- würdige Lügen waren. Völkerrechtswidrig freilich sollen nach den Wiener Behauptungen die Serben sich allerdings be nommen haben. Aber da sie zur Genugtuung bereit sind wird hoffentlich die Affäre bald endgültig aus der Welt ge- schafft werden. Größere Beruhigimg läßt sich freilich noch immer nicht konstatieren und namentlich in Paris herrscht steigender Pessimismus. Der Grund ist das Verhalten der Wiener Kreise, über deren eigentliches Ziel die Unklarheit eher zu nimmt. Man fragt sich, ob der Zweck der österreichischen Mobilmachung, mit der die russische parallel geht. wirklich nur die Verhinderung des serbischen Hafens und die Erreichung der Autonomie Albaniens sei oder ob darüber hinaus Serbien Bedingungen auferlegt werden sollen, die es in dauernde Abhängigkeit von Oesterreich bringen würden. Sehr auffällig ist in dieser Hinsicht ein Artikel der „Voss. Ztg.", die al? Berliner Organ der österreichischen Thronfolgerpartei gelten kann. Das Blatt behauptet, daß als Ternstn für die Beendigung der militärischen Vor bereitungen Oesterreichs der 20. Dezember in Aussicht ge nommen sei. Es sei wahrscheinlich, daß in Oesterreich der Entschluß gereift sei, den Serben ein für allemal den Meister zu zeigen. Die Wiener maßgebenden Kreise seien es müde geworden, alle paar Jahre wegen der Un gebärdigkeit des serbischen Nachbars das Heer mobil zu machen und Hunderte von Millionen auszugeben. Man werde nicht fehlgehen in der Annahme, daß Erzherzog Franz Ferdinand die Seele der auf k l a r e R e ch n u n g mit Serbien drängenden Partei sei. Kaiser Franz Josef soll wenig geneigt gewesen sein, seine Zustimmung zu den Plänen des Erzherzog-Thronfolgers zu geben, doch soll man ihn schließlich von deren politischer Notwendigkeit überzeugt haben. Die letztere Bchauptung hat einige Wahrscheinlichkeit für sich, wenn man sich der Entlassung des Kriegsministcrs und des Generalstabschefs und ihrer Ersetzung durch die Ver- trauensmänncr des Thronfolgers erinnert. Der Zweck dieser Maßregel war ja vor allem, den Kaiser mit solchen Leuten zu umgeben, die ihm raten, was der Thronfolger befiehlt.. Die„Vosstsche Zeitung" behauptet dann noch, daß Oester- reich im Verein mit Rumänien vorgehe, das gleichfalls mobilisiere. Oesterreich habe für Rumänien bestimmte Eni chädigungen im Auge. Serbien könne leicht peinliche Heber- raschungen erleben.> Es ist wahrscheinlich, daß dieser Artikel, der wie gesagt offenbar aus dem Lager der österreichischen Kriegspartei tammt, einen Fühler darstellt, um zu sehen, wie die deutsche öffentliche Meinung auf. diese Kriegsankündigung reagiert. In der Tat scheint uns eine solche Reaktion sehr notwendig. Und wir meinen, daß es höchste Zeit ist, den österreichischen Kriegstreibern zu bedeuten, daß sie, wenn sie das Verbrechen der Friedens törung begehen, auf eigene Gefahr und Verant- wortung handeln, und daß nicht die Knochen eines einzigen deutschen Soldaten dafür geopfert werden dürfen, den Großmachtswahn des österreichischen Thronfolgers zu befriedigen. Die deutsche Regierung hat die Pflicht, den„Bundesgenossen" wieder energisch daran zu er- innern, daß die Erledigung der Fragen des adriatischen Hafens und der albanischen Autonomie zu jenen gehört, die der gemeinsamen Regelung durch die europäische Diplomatie zu» gänglich sind und deshalb ihr vorbehalten bleiben müssen. Die Friedenskonferenz. London, 14. Dezember. Die Friede nskonfc- re n z wird am Montag mittag beginnen. Eine englische Begrüßung. London, 14. Dezember. Die„T i m c s" begrüßten den Zusammentritt der Friedcnsbevollmächtig- t e n als das hoffnungsvoll st e Zeichen, das Europa seit mehreren Wochen gesehen hat. Alle Angaben von Mindest- sorderungen könne man erheblich diskontieren, und man brauche die Erklärungen, die verschiedene Delegierte unter- Wegs abgegeben haben, nicht allzu ernst zu nehmen. In- zwischen dürfte die gleichzeitige inoffizielle Versammlung der Botschafter die Wege für die Sanktionierung be- reiten, die die Großmächte zuin Schluß aussprechen würden. Tie Botschafter würden im Verlauf ihrer Verhandlungen viel» leicht nur sehr beschränkte Funktionen auszuüben haben. Aber es sei ein großer Gewinn, daß sie überhaupt zusammen- treten. Ihre Erörterungen würden einem wertvollen Zwecke dienen, wenn sie als Abschreckungsmittel gegen übereilte Aktionen wirkten. Znsammcnknnft der Balkandelcgicrte». London, 14. Dezember. Gestern abend fand eine nicht offizielle Konferenz der Missionen der vier Balkanstaaten statt, die bis Mitternacht dauerte. Tie Frage des Arbeits- planes wurde im Einzelnen erörtert. V c n i z e l 0 s machte den Vorschlag, daß der serbische Delegierte N 0>0 a k 0 w i t s ch als Aeltestcr das Präsidium führen solle. Dieser Vorschlag wurde angenommen, gleichzeitig jedoch vereinbart, daß, ivcnn die Türken dagegen Einwendungen erhöben, die Führer der einzelnen Missionen abwechselnd den Vorsitz führen sollten. Weiter wurde festgestellt, daß, sobald der Wassenstillstand unterzeichnet war, die Türken klar und deutlich darüber ver- ständigt worden seien, daß Griechenland an der Konfe- renz teilnehmen werde, trotzdem es an dem Waffenstillstände nicht beteiligt sei. Die Führer der vier Balkanmissionen kamen gleichfalls zu voller Ucbereinstinimung über die Friedensbedingungen. Die Zusammenkunft endigte mit deni Austausch loyalster und freundschaftlichster Versicherungen über die Einigkeit der Balkan- staaten. Zur albanischen Frage. Wien, 14. Dezember. Nach einer der„Politischen Korrespon- dcnz" aus Paris zugehenden Meldungen bestätigt man an unter- richtetcr Stelle, daß der Gedanke, das autonome Albanien als neutralen Staat unter den Schutz der Großmächte zu stellen, allgemeinen Anklang findet. ES dürfte daher schon jetzt damit gerechnet werden, daß die Anregung Ocsterreich-Ungarnö und Italiens, die bisher den Kabinetten bloß in vertraulicher Form mitgeteilt worden war, sobald sie als bestimmter Antrag zur Er- örterung gelangt, die Billigung auch der Mächte der Tripelentente erhalten werde. Serbien zur Genugtuung bereit. Petersburg, 14. Dezember. Die.Börsenzeitung" erfährt aus Belgrad, die serbische Regierung habe Oesterreich ihre Be- rcitwilligkeit erklärt, Genugtuung zu leisten, falls in der An- gelegenheit Prochaska eine Verletzung des Völkerrechts beste! t. Tic Kämpfe bei Janina. Athen, 14. Dezember. General Sapundjakis meldet iin Anschluß an seinen gestrigen Bericht über die 5t'ämpfe bei Janina: Wir besetzten die Höhen vo.i Aitorachon nach einem heldenhaften Bajonettangriff der Evzonenbataillone. Die T ü r k e n f l 0 h e n und ließen außer den bereits gemeldeten drei Schnellfeucrgeschiitzcn vier weitere Geschütze und eine Menge Munition zurück. Heute gaben die Türken Pesta und alle ihre Stellungen bei Eherchan und Ahri auf. Im Bereich der Befestigungen von Janina haben wir die den Festungswerken gegenüberliegenden Stellungen be- etzt. Die Freiwilligenkorps, die sich bei Drisko überlegenen eindlichen Streitkräften gegenüber sahen, mußten zurück- geben. Der Kampf um Skutari. Wien, 14. Dezember. Der„Südslawischen Korrespondenz" meldet man aus Eattaro: Die Kämpfe vor Skutari haben bis gestern mit kurzen Unterbrechungen angedauert. Die Angriffe erfolgen jetzt ständig von türkischer Seite, während de Montenegriner in eine rein defensive Haltung ge» drängt sind. Die Beschießung der montenegrinischen Artillerie- stellungen scheint sehr erfolgreich gewesen zu sein, da einige Posi- tionen der Montenegriner zum Schweigen gebracht wurden. Die Situation der Bclagerungsarmee ist eine prekäre. Die Angaben, als ob Skutari bor dem Falle stehe, find grundlos, da weder der Tarrabosch noch die Stadt sturmreif sind und die montenegrinischen Truppen sich in einem Zustande großer Erschöpfung befinden. Die große Kälte, der große Mangel an Ubikationcn und die schwierige Proviantzufuhr haben die Lage der Montenegriner so erschwert, daß es zweifelhaft erscheint, ob die Belagerung von Skutari noch längere Zeit wird fortgesetzt werden können. Die Zahl der L a g c r- krankhcitcn nimmt zu; namentlich die Anzahl der durch Kälte erkrankten Soldaten ist auf montenegrinischer Seite eine sehr gro»'. Ein griechisch-bulgarischer Konflikt. Saloniki, 14. Dezember. Die griechischen Behörden ordneten die S u s p c n d i c r u n g des Blattes„B u l- garia" wegen tendenziöser, griechenfeindlicher Artikel n». Die bulgarische Wache widersetzte sich dem Ein- greifen der Griechen,- worauf die Griechen eine st arte Truppe nabtcilung und zahlreiche Gendarmen heran- zogen. Daraufhin erschien auch einc starke bulgarische T r u p p c n a b t e i l u n g am Platze. Die Griechen besetzten die Straße von der Druckerei bis zur Ecke des Gebäudes der OtlMAnschStt Battk. Griechen und Bulgaren standeil sich mit aufgepflanztem Bajonett gegenüber. Die Angelegenheit wurde dann durch das Einschreiten höherer Behörden bei- gelegt. Die Truppen zogen sich zurück. Die Bevölkerung verfolgte den Vorgang mit ängstlicher Spannung.*' Die IfilniSterhrüe in Japan. Fn Japan sind durch den Rücktritt Saionjis Schwierig- leiten entstanden, die weit über die Bedeutung einer Minister- krisis hinausgehen. Der Rat der Aelteren Staatsmänner (Genro), eine Schöpfung der vorkonstitutionellen Zeit, der von ein paar Adligen reaktionärsten Kalibers gebildet ist, sucht eifrig nach einem neuen Premierminister. Wenn er von allen politischen Persönlichkeiten mit Rainen und Fähigkeiten höfliche aber entschiedene Absagen erhält, so ist das leicht begreiflich. Wer noch etwas zu verlieren hat. den kann es nicht nach der angebotenen Ehre gelüsten. Auch das größte Talent und der beste Wille werden nicht die beiden Hinder- uisse überwinden, woran die zwei lehten Regierungen ge- scheitert sind: den Forderungen der Militärpartei und dem Mangel an Mittelir. Die Militärpartei stellt Forderungen, die ein vom Ge- fühl der Verantwortlichkeit nicht gänzlich verlassener Staats- mann nicht bewilligen kann. Das arme ausgesogene Bauernvolk keucht unter einer Schuldenlast von 53(KZ Millionen Mark oder 40 M. pro Kops, eine Summe, die durch eine mißliche Fmanz- und Wirtschast-.polirik stetig, man ■möchte fast sagen, automatisch erhöht wird. Der größte Teil dieser Schuldenbürde ist aus das Konto des Rüs.i.ngswahr.- sinns zu setzen. Der Staatsbanrrott ist unausbleiblich� so- fern nicht die ordentlichen Ausgaben für Militär und Mariire beträchtlich vermindert werden. Dazu will sich die Militär- Partei unter keinen Umständen verstehen. Im Gegenteil, sie - verlangt zu der ordentlichen noch eine außerordentliche Auf- Wendung von über 700 Millionen Mark für die Ausführung eines neuen Flottenprogramms und eine von 160 Millionen Mark für die Schaffung zweier neuen Divisionen. Die Mili- tärpartei erklärt, ohne Bewilligung dieser Forderungen sei Japans militärische Machtstellung nicht zu behaupten und künftigen, in der Mandschurei notwendigen Operationen nicht gewachsen. Schon Katsrrra, der Vorgänger Saionjis, hatte wegen dieser Mehrausgaben schwere Kämpfe zu bestehen. Er nahm schließlich den Abschied, um„einen weiseren Nach- foigcr" sein Glück versuchen zu lassen. Der ihm ins Amt nachfolgende Saionji oder eigentlich sein Finanzminister Mamamoto, dessen bürgerliches Gewissen nicht von mili- tärischer Großmannssucht verdorben war, reduzierte mit keckem Federstrich die verlangte Ausgabe für die Flotte auf 160 Millionen und strich die für die beiden Divisionen ge- forderte Summe ganz. Mit der recht schinerzlichen Amputa- tion am Flottenprogramm gab sich die Kriegspartei nach langem Sträuben zufrieden, da auch sie nicht wußte, wie an- gesichts des vollständigen Mangels an Kredit im Ausland ein größerer Aufwand zu ermöglichen sei. Zu einem Verzicht ans die zwei Divisionen jedoch wollte sie sich auf keinen Fall verstehen. Die hierüber gepflogenen Verhandlungen spitzten .sich zu einem offenen Konflikt zu. der den Rücktritt des Kricgsministers und schließlich die Demission des ganzen Kabinetts zeitigte. Daß die Kriegspartei von ihren Forderungen zurück- Tommen wird, ist nicht wahrfcheinsich und ebensowenig wahr- scheinlich ist, daß die verlangten Mehraufwendungen durch eine Anleihe gedeckt werden können. Wer immer an die Spitze der nächsten Regierung berufen werden wird, befindet sich in dem gleichen Dilemma, aus dem Saionji trotz eifrigen Suchens keinen Ausweg fand: zwischen der total erschöpften Staatskasse und der riesige Geldopser heischenden allmäch- tigen Kriegspartei. Die Ablehnung der Militärsorderungen ist für die Regierung gleichbedeutend mit dem Ende ihres Daseins und die Bewilligung mit ihrer Parlamentarischen Unmöglichkeit. Ter Einfluß des japanischen Parlaments auf die Staats- geschöfte ist von jeher herzlich gering gewesen. Ihm ein wirksames Mitbestimmungsrecht einzuräumen, war niemals die Absicht der herrschenden Adelskaste. Wenn sie den asiati- schen Feudalstaat mit einem konstitutionellen Lappen aus- staffierte, so wurde sie nicht vom liebevollen Verständnis für das parlamentarische Regime bestimmt, sondern von der Notwendigkeit, für das geldgebende Europa ein vertrauen- � erweckende Dekoration zu schaffen. Mit einem Parlament glaubte sie die Pumpwirtschaft leichter und rationeller ge- stalten zu können. Weiter nichts! Und wenn das Parlament Fürwitz oder Unfiigsamkeit zu zeigen wagte, wurde es kurzerhand aufgelöst. Der Regierung wurde die entwür- digende Behandlung des Parlaments erleichtert durch die moralische Geringwertigkeit und Gesinnungslumperei einer großen Zahl von Abgeordneten, als auch durch die Partei- Zersplitterungen und häßlichen politischen Zänkereien. Der Name Politiker war nichts weniger als respektgebietend: die gebildete Mittelklasse warnte ihre Söhne vor der politischen Karriere. Wenn nun in den letzten paar Jahren eine leichte Wand- lung zum Besseren eingetreten, wenn der Einfluß des Par- laments gewachsen ist, so ist das auf das stärkere Drängen der industriellen und kommerziellen Kreise nach der staat- lichen Machtquelle und auf den Zwang- mehr Rücksicht auf das kreditgebende Ausland zu nehmen, zurückzuführen. Großindustrie und Handel haben aus der politischen Geschichte des Westens gelernt, daß sie sich beizeiten eine politische Ver- tretung sichern. müsse. c, sollen ihre Interessen nicht gegenüber denen anderer Erwerbsschichten zu kurz kommen. Ihre Intet- essen sind im Vergleich zu denen der anderen, zur politischen Betätigung zugelassenen Ständen sehr einheitlich. Dann ver- fügen sie über die für die Schaffung einer eigenen Organi- sation notwendigen Mittel und Kräfte. Diese Vorteile er- leichterten ihnen die Bildung einer Klasjenvertretung im Parlament. Freilich ist der politisch-parlamentarische Klä- nmgsprozeß wie das ganze gesellschaftliche Lebeil Japans überhaupt ilvch im vollen Fluß. Immerhin haben sich die Vertreter der städtischen Bourgeoisie in der im März 1910 .gegründeten Nationalpartei zusammengefunden, die im Gegensatz zu der Partei Seiynkai. die agrarischen Interessen verficht, die Interessen des Handels und der Industrie wahrnimmt. Die Nationalpartei verfügt von den 379 Sitzen des Abgeordnetenhauses nur über 67, die Seiynkai mit ihren 209 Sitzen hat die absolute Mehrheit. Allein die Parteien sind noch nicht scharf nach Interessen gesondert. Bei beson- deren Gelege iheiten bilden sich zeitweise— sei es auch nur bei Abstimmungen-- besondere Konstellationen. Dies ge- schiehk nicht selten bei Erhöhung der Steuern, gegen die sich Widerstand auf allen Bänken bemerkbar macht. Kein Wun- der! Der berste Teil der Staatseinnahmen und jede Mehr- leistung an Steuern wird direkt oder indirekt vom gefräßigen Moloch Willtmrismus absorbiert. Solange dessen Forderun- gen noch durch Anleihen im Auslande gedeckt werden kann- ten, war größere Bereitwilligkeit zur Bewilligung von Mili- . tärausgaberl vorhanden. Aber die Neigung des ausländi- schen Geldniarcktes, dem überschuldeten Asiatenstaat noch weitere Mittzel zur Pflege der Großmannssucht vorzuschießen. ist auf den Mullpunkt angekommen. So muß Japan wohl oder übel die sämtlichen Opfer für den Militarismus aus eigener Tasche bringen. Das untere Volk ist aber dermaßen mit Steuern riberbürdet, daß ihm neue Lasten nicht mehr zugemutet worinen dürfen, soll es nicht zur offenen Revolte kommen. Es k'leibt nur noch die Besteuerung des Groß- -grundbesitzes umd der großen Vermögen der Industrie und des Handels übr�l. Je stärker der Zwang wird, die Besitzen- den inehr zu belasten, je geringer wird ihr Verständnis für die Notwendigkeit der riesigen unproduktiven Ausgaben für Heer und Marine, je mehr redet sie einer Friedenspolitik das Work. So hat die Notwendigkeit, selb st die Opfer für Krieg und Kriegs niittel aus- zubringen, in der japanischen Bourgeoisie die Friedens st inimuug entfacht und g e st e i- g e r t. Und auch in den unteren Schichten des japanischen Volkes ist die kriegerische Gesinnung verschwunden(wenn sie überhaupt jemals vorhanden war). Die Friedenspurtei im Abgeordnetenhaus ist immer stärker geworden. Diesen Stand der öffentlichen Meinung muß jede Regierung be- rücksichtigen, auch wenn sie der Militärkaste sonst vollständig ergeben ist. Denn gegen den Willen des Volkes neue Skeuern und Anleihen ausschreiben, ist nachgerade gefährlich geworden. Das wissen die politischen Führer besser als jeder andere. Kein Wunder, wenn sie sich sträuben, die Erbschaft Saionjis zu übernehmen. Von dem Verlauf der jetzigen politischen Krise Japans wird, was von besonderem Jnterasse ist, auch die Entwicke- lung des großen asiatisch-chinesischen Konflikts wesentlich be- einflußt werden. Der neue Ministerpräsident. Dokohama, 13. Dezember. Marquis Matsukata hat wegen hohen.Alters und Altersschwäche abgelehnt, den Posten des Minister- Präsidenten zu übernehmen. Nach langen Beratungen ist nunmehr Hirata. dem früheren Minister des Innern und Anhänger der Militärpartei, der Posten angeboten worden; Hirata ist ein Freund des Fürsten Katsura. politische(leberlickt. Berlin, den 14. Dezember 1912, Nene Heeres- und Stenerlasten. Die„Nord. Allg. Ztg." kommt in ihrer Wochenübersicht auf die Etatsdebattcn zu sprechen und erklärt, daß die Finanzen des Reiches nicht imstande sind, neben den gesetzlich schon bestehenden Verpflichtungen auch noch allen gegebenen Anregungen und Wünschen ohne Erschließung neuer Steuerquellen zu entsprechen. Dann fährt daö Blatt fort: „Zurzeit wird freilich die Deckung aller neuen Ansprüche an die Finanzkraft des Reiches aus der«3 e s i tz st e u e r erwartet. Man darf aber nicht vecgesien, daß diese in erster Linie eine Ermäßigung der Zuckersteuer ermöglichen soll, und daß die im Frühjahr aufgemachten Bilanzen auf weiter« Ausgaben für den Bedarf des HeereS, wie fi« angesichts der Welt- läge nicht»ermeidbar sei» w e r d e n, noch keine Rücksicht genommen haben." Hier wird also so ganz nebenbei angekündigt daß trotz der außerordentlich großen Belastung ourch die neue Militär- Vorlage schon wieder neue Opfer für den Mili- t a r i s m u s in Aussicht genommen sind! Zur Teuerung und Kriegsgefahr auch noch neue unproduktive Ausgaben und neue Steuern, das ist das W e i h n a ch t S g c s ch e n k. das die Regierung dem deutschen Volk darbietet! Was sich liebt, das neckt sich. Zwischen den Teutsch-Konsewativen und den Frcikonservatiben (Rcichsparteilern) bestehen seit etniger Zeit„II n st i m m i g- kette n". Manchen Führern der Reichspartei paßt es nicht, daß die Anhängerschaft HehdebrandS zur Durchführung ihrer agra- politischen Politik sich völlig dem Zentrum verschrieben hat, und zwar in solchem Maße, daß die leitenden konservativen Blätter kaum noch gegen die politischen Ansprüche der römischen Kurie Protest zu erheben wagen, und t, man vorging, um hem Blatte die Beweiserhebung und Widerklage xa ersparen, ist offensichtlich ein Ausfluß der reichere rdändleri scheu Schule. Nicht der Verantwortlich« Böckler. sondern ein Mitinhaber der Firma klagte. Gegen ihn konnte Widerklage nicht erhoben werden, da er weder-der Verantwortliche noch der Beleidiger war. Eine besondere Klag« gegen Böckler selbst hätte aber wegen Kam- pensation der Beleidigung zum Freispruch führen»missen. Doch dieses fein Gespinst wurde grausam zerrissen. Der Rechtsbeistand unseres �jittauer Parteiorgans focht die Legitimation des Klägers an, und die Anfechtung hatte Trfokg. Dos Gericht wies die Klage ab. Die Firmeninhaber könnten wohl klagen, wenn das Geschäfts- gebahren einer Zeitung angegriffen worden sei. für den Inhalt des Blattes kämen aber nur die für die einzelnen Rubriken verantwort- lichcn Redet reu re als Kläger in Betracht. Die„Bautzener Nach- richten" haben also das'Lergnügen, neben den Gerichtskosten auch die Kosten für den RechtSbeistanS dcS Beklagten zu zahlen. Ein verdienter Reinfallt fraiiltretch. Die Retter BriandS. Paris» 13. Dezember.(Eig. Skr.) Ein Zank, der der Komik nicht entbehren würde, wenn er nicht die politische und moralisck>c Zersetzung des bürgerlichen Radikalismus bis zu einem bisher doch nur erst geahnten Fäulnisgrad fortgeschritten zeigte, wirbelt jetzt die Kleber und Streber der Linken tumultarisch durcheinander. Den Anlaß dazu hat die vom„Vorwärts" geschilderte Parlament Sszenc gegeben, wo Genosse Lauche die alten antimilitaristischen Feuer Worte des jetzigen Organisators der Antimilitaristenvcrfolgungen verlas. Die radikale Presse war in ihrer Mehrheit über den Vorfall, der ja, wie JaureS in der„Humanitä" dargelegt hat, nicht einmal so sehr den schon lange nicht mehr problematischen Briand wie seine Trabanten auf der Linken kompromittierte, schweigend hinweggcglitten. Da brachte nun gestern der„Radical" in dem von ihm allwöchentlich vcröffcnttichten offiziellen Bulletin des Vollzugsausschusses der radikalen und radikalsozialistischen Partei einen Artikel, der nicht nur die Rede Lauches wiedergibt, sondern noch nachstehende, aus dem Vorgang gezogene Moral anfügt: „Wir kennen nichts Beschämenderes als den Anblick eines Menschen, der, nachdem er in dieser Weise gesprochen und ge- handelt hat, den traurigen Mut findet, als oberster Chef der Hustiz feine Unterschrift unter die Verfolgungen derjenigen zu setzen, die seine Ratschläge beobachtet haben und seinen Aufrei- zungcn gefolgt sind. Wenn es in Frankreich noch ein Atom von politischer Rechtlichkeit gäbe, wäre Herr Briand zur Stunde nicht mehr Justiz. minister. Aber Geduld! Die Vergeltung naht. In einigen Wochen wird— wir hoffen es für die Ehre unserer Partei— der Kongreß in Versailles einen Republikaner ohne Furcht und Tadel inö Elysee senden, der Herrn Briand an die einzige Pflicht, die zu erfüllen ihm ndch übrig bleibt, gemahnen wird— dir: s t ch ins Vergessen zu bringen." Dieser Artikel ist ins radikale Lager wie ein Stein in den Froschteich gefallen. In den Couloirs der Kammer gab es eine namenlose Aufregung gegen die Redaktcure dcS Bulletins und gegen das Exekutivkomitee überhaupt, das bei den parlamentarischen Schiebereien immer noch als Hemmschuh wirkt. Sicherlich ist es furchtbar kompromittierend, wenn der Vorstand der größten rcpu- blikanischen Partei einen aktiven Minister der Republik derart moralisch hinrichtet— einen Minister, um den die Mehrheit der Deputierten eben dieser Partei gnadcnhungrig scharwenzelt. Aber die Stilübung eines wagemutigen Redakteurs wurde zu einer ge wichtigen politischen Tat in einem Augenblick, wo sich BriandS wildem Ehrgeiz eine neue Befriedigung anzukündigen scheint. Wenn �Poincare— wozu er jedenfalls große Lust und eine nicht gerade schlechte Aussicht hat— Präsident der Republik wird, kann es Briand gelingen, ohne politische Krise still an seine Stelle zu treten. Aber auch bei einem anderen Ausgang der Präsidentenwahl scheint sich Briand der Zugang zur Macht zu öffnen. In der Wahlreform- fache spitzt sich der Gegensatz zwischen der Kammer und dem Senat immer mehr zu. Die Senatskommission hat sich für die Listenwahl ohne Wahlquotient und Minderheitsvertrctung entschieden. Poincarö aber ist durch seine Erklärungen an das Proporzprinzip gebunden. Hat Briand derart nicht die Mission vor sich, der Stratege eine» Bundes der SenatSmchrhcit und der proporzfeind- lichen Kammerradikalcii— der Ministerpräsident gegen die Wahl re form zu werden? Bezeichnend ist die Eile, womit der alte C o m b e s, einer der Führer der Senatsmchrheit, alle ihm von Briand angetanen Bosheiten vergessend, seine Mißbilligung de» Artikels ausgesprochen hat. Ändere„Rotablitäten" der Partei pro- testieren gleichfalls, der„Radical" selbst lehnt heute jede redaklio- nelle Verantwortung ab, und ganz besonders wild toben an den Mauern die Blätter,'die, wie die Lranee", unter der radikalen Maske besonders großindustriclle Interessen vertreten oder, wie die „Action", mit ihrem Bellen die notwendigen Subvcntionshappen verdienen müssen. Möglich ist eö schon, daß der gebrechliche Bau des Exekutivkomitees bei dieser Gelegenheit zusammensinkt. Briand ist jetzt die wichtigste Angelegenheit der radikalen Partei geworden. obzwar er ihr formell gar nicht angehört. Die„France" schreibt sogar:„Es geht um die Zukunft der Republik." Und sie hat leider im Grunde nicht unrecht. Dir Kammer und die Lehrer Paris, 13. Dezember. Die Kammer führte die Beratung über die Interpellation betreffend die Lehrer zu Ende. Vor der Abstimmung über die Tagesordnung erklärte Ministerpräsident Poincarä, die* Regierung zweifle nicht an der Vaterlandsliebe d-S LehrcrslandeS. Tie gegen Verfehlungen getroffenen Maßi- nahmcn seien im Interesse der Schule und der Lehrer. Besonders die Kundgebungen auf dem Kongreß zu Chambery seien unverein» BÄ mit der erzieherischen Aufgabe. Poincarä verurteil!« den An- schluß der Lehrer an den„Sou du Soldat" und die Antimilitaristen und erkannte die NoNvend'gkeit eines Beamtenstatirts an. Die Regierung sei keineswegs geneigt, auf die notwendige Autorität zu verzichten oder die parlamentarische Gewalt vor irgend welcher neuen, unbestimmbaren und unverantwortlichen Gewalt zu beugen. (Lebhafter Beifall.) Schließlich nahm die Kammer folgende Tagesordnung an: Die Kammer bedauert gewisse auf dem Kongreß von Chambery ein- gebrachten Anträge sowie die der Latenschule nachteiligen Aus- legungen, zu denen die Anträge Veranlassung gegeben haben. Tic Kammer ist fest überzeugt von dem Patriotismus der Lehrer und «ntschlossen, den nationalen Elementarunterricht, der von der Liebe zum Vatcrlande getragen sein muß. gegen jeden Angriff zu ver- leidigen. Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung und drückt ihr Vertrauen dazu aus, daß die Regierung unverzüglich«in Beamtenstatut schaffen und einen Entwurf zur Verteidigung der Laienschule ausarbeiten wird. 6ngland. Tie Pntumahogreuel. London» �2. Dezember.(Eig. Bcr.) Die Parlamen» tarisch�, Kommission, die von der englischen Regierung ein- geseßt tvorden ist, UV, die Verantwortlichkeit der englischen Direktoren der Peruvian Amazon Company für die an der indianischen Bevölkerung des Putumayogebietes verübten Greueltaten zu untersuchen, vernahm vor einigen Tagen den Generalkonsul Sir Roger Casement, dessen Bericht über die Geschäftspraris der erwähnten Gesellschaft vor einigen Mo naten so großes Aufsehen erregte. Sir Roger Casement zeigte den Kommissionsmitgliedern Photographien, die er aus dem Putumayo mitgebracht hat. So zeigte er das Bild einer Frau, die man hatte verhungern lassen. Auf an deren Bildern waren die gräßlichen Narben der Indianer. die durchgepeitscht worden sind, zu sehen. Eine Photographie stellte die schweren Lasten dar, die die Arbeiter tragen mußten. Der Konsul bemerkte dazu:„Das muß viele Todesfälle ver ursacht haben: denn die Reisen waren lang und die den Indianern ausgebürdeten Lasten schwer: sie hatten manchmal sehr schwere Lasten— viel schwerere, als man im Kongo ertaubte— zu tragen. Am Kongo wurde jeder, der 65 Pfund 2U Kilometer weit trug, ausgiebig bezahlt und erhielt reich liche Nahrung für die Reise. Aber diese unglücklichen Leute in Peru mußten zuerst große Mengen Gummi samnieln, wo für sie nicht bezahlt wurden. Sie wurden häufig ausge peitscht und dann mußten sie eine schwere Last Gummi lange Strecken tragen und abliefern. Für die Reise wurden sie überhaupt nicht beZahlt: es wurde ihnen auch während der ganzen Reise keine Nahrung verabreicht." Sir Roger Casement zeigte der Kommission darauf ein einläufiges Gewehr, das er in Peru für 45 Schilling(45 M. gekauft hatte und das der Pernvian Amazon Company 29 Schilling(29 M.) kosten soll. Für dieses Gewehr, erklärte der Generalkonsul, müsse ein indianischer Arbeiter der Ge s ellschaft 199 Kilogramm Gnmmi im Werte von 16 bis 17 Pfund Sterling(329 bis 349 M.) samnieln. Er fügte aber noch hinzu, daß ihm ein peruanischer Richter erklärt habe. ein Indianer müsse für ein Gewehr zwei Jahre arbeiten während welcher Zeit er 350 Kilogramm Gummi im Werte von etwa 57 Pfund Sterling(1349 M.) hereinbringen müsse. Das nächste Ausstellungsobjekt bestand in chnem Haufen Plunder, worunter sich ein Pulverhorn, ein paar Angeln und einige Glasperlenschniire befanden.„Ich bin über- zeugt." sagte der Generalkonsul, indem er mit Entrüstung auf den Haufen wies, daß alle diele Dinge mehr als drei Jahre Arbeit eines Indianers darstellen, der sich, seine Frau und seine Kinder während der ganzen Zeit ernähren muß und jene schweren Lasten Gummi auf den sehr langen Reisen zu tragen hat. Das ist das System, das ich. ganz abgesehen von der Frage der Mißhandlung der Indianer. nicht als Handel anerkennen kann. Ich glaube nicht, daß ein Indianer, wenn er nicht gezwungen würde, aus freien Stücken und lvillig für diesen Plunder arbeiten würde." Der Generalkonsul erzählte vor der Kommission auch eine Geschichte, die ihm ein indianischer Richter mitgeteilt hat. Sie handelt von den Verbrechen eines Agenten der Gesellschaft, der von einem der Direktoren in Schutz genom men worden ist. „Dieser Agent und seine Leute überraschten crne india nische Niederlassung im Walde. Die Eltern hatten gerade noch Zeit, um zu entfliehen, konnten aber ihre Kinder nicht mitnehmen. 18 Kinder waren in den Häusern geblieben. Als sich die Eltern etwas entfernt hatten, warteten sie in der Hoffnung, daß die Kinder sie einholen würden. Der Richter sagte, die Eltern hätten das, was folgte, gesthen. Die Leute des Agenten nahmen die Kinder und schlugen ihnen gegen die Bäume das Gehirn auS. Diesen Agenten fand ich im Putumayo. Er war Sektionsschef und war dann verhaftet und in Ketten gefangen gehalten worden; aber Julia Arana ließ ihn wieder frei." Man wird sich erinnern, daß kurz nach der Veröffentlichung des Blaubuches, das die GeschäftSmctbodeu der Peruvian Amazon Conipany aufdeckte, ein unklares Gerücht auftauchte, nach dem die Enthüllungen aus des„Teufels Paradies" nichts als Geschäftsmanöver der Konkurrenten seien. Diese Lüge hatte jedoch kurze Beine. Dann klagte man sowohl den Amerikaner Hardenburger. der als erster auf die Putumayogreuel hingewiesen hatte, wie auch den englischen Generalkonsul Sir Roger Casement an. daß sie Erpresser seien, ohne jedoch den geringsten Beweis für diese fleißig ausgestreuten Behauptungen zu bringen. Auf eine schüchterne Anfrage des Vorsitzenden der Kommission wies der Generalkonsul diese Behauptung entrüstet zurück und bemerkte, daß er auf seinem Bcsuck)e im Putumayo sorgfältig darauf geachtet habe, auch nicht das Geringste von der Ge- fellschast anzunchnien. Dänemark. Annahme der Berfassungsreform im Folkething. Die Zweite Kammer hat am Mittwoch den KommisfionSbericht über die Verfassungsreform entgegengenommen. Die Diskussion war sehr kurz, da sämtliche Parteien sich auf die Abgabe von Er- klärungen beschränkten. Für die Sozialdemokratie erklärte Genosse Bjorgbjerg die Zustimmung zur Vorlage. Zwar seien die Forderungen der Sozialdemokratie durch die Vorlage nicht voll er- füllt, aber sie enthalte dennoch einen so großen Fortschritt, daß die Fraktion der Vorlage die Zustimmung nicht versagen könne. Die Einmütigkeit der gesamten Linken folge der Vorlage in die Erste Kammer. Redner crmahnte die Regierung, bei Ablehnung der Vorlage in der Ersten Kammer mit der Auflösung nicht zu zögern. Zustimmende Erllärungen gaben ebenfalls die Redner der beiden bürgerlichen Linkcnparteicn ab. Der konservative Redner erklärte dagegen für seine Partei, einer Vorlage nicht zustimmen zu können, die da? wahlfähige Alter von 30 auf 25 Jahre herab- fetze und die Erste Kammer in so weitgehender Weise reformiere- Die Vorlage wurde sodann mit öS gegen 12 Stimmen angenommen. Runmehr hat die Erste Kammer da» Wort. Hier haben die Konservativen die knappe Majorität, oder 1 Stimme Mehrheit. Ganz sicher ist den Konservativen diese Mehrheit jedoch nicht. Ob- gleich die Ablehnung der Vorlage in der von der Zweiten Kammer beschlossenen Form wahrscheinlich ist, liegt e« doch nicht außerhalb de? Bereichs der Möglichkeit, daß unter den vom Könige gewählten Mitgliedern so viele abspringen, daß die konservative Majorität zerstört wird. Di« Konservativen beabsichtigen nun, für die Bc- ratung in der Ersten Kammer ein« neue Vorlage auszuarbeiten. Wenn dieser Schachzug gelingt, steht der Regierung die Auflösung der Kammer offen, wodurch die Majorität in eine Minorität ver« wandelt werden kann, da die Regierung unter den vom König Gewählten Ausmusterung holten dürfte. ssnntnehr sseröffenikichien Vorlage zu cln'er FnValid'ktZkS- üftb Altersversicherung. Unsere kritischen Bemerkungen zu der Vorlage haben in der schwedischen Presse weitgehende Beachtung gefunden, wie ja überhaupt die Presse sich in den letzten Wochen eingehend mit der Vorlage beschäftigt hat. Im ganzen kann gesagt werden daß die Kommission eine„gute Presse" gefunden hat, denn mit Ausnahme einiger sozialdemokratischer Blätter sind kritische Bemerkungen nur selten zu finden gewesen. Die bürgerliche Presse ist sehr zufrieden, was durchaus verständlich erscheint, wenn man sich vergegenwärtigt, daß für die wei- überwiegende Mehrzahl der Bezugsberechtigten die Höchstleistung nach blljähriger Beitrags- leistung 180 Kr. beträgt, für weibliche Nentenbezieher gar nur 148 Kr.' Dafür sollen die A r m e n t oft e n h e r a b g e s e tz t wer- den, sowohl für den einzelnen Versorgungspflichtigen als für die Gemeinden. Kein Wunder also, daß die Kommission sich der Zu- ftimmung der bürgerlichen Presse erfreut. Ebenso zufrieden sind die schwedischen Unternehmer. Ihr Hauptorgan„Jndustria", feiert förmlich die Vorlage als einen großen„Sieg" über die Schwächen der deutschen und der englischen JnvaliditätS- resp. Altersversicherung, was ebenfalls verständlich ist, da die industriellen Unternehmer zu besonderen Leistungen nicht herangezogen werden und die sonstigen Kosten ihnen nur Er se ich- t e r u n g e n, keine Belastung bringen dürften. In der Parteipresse find die Kritiker ebenfalls in der Minderheit. Anscheinend hat man sich von der an sich wohl ver- ständlichen These BrantingS, eS endlich zur Tat kommen zu lassen, leiten lassen. Die Opposition richtet sich in erster Linie gegen die geringen Leistungen. Von jugendvcrbändlerischer Seite hat man bei der Kritik der Vorlage besonderes Gewicht auf die Rentenhöhe gelegt. Auch die bisher gemachten Abänderungsvorschläge betreffen im wesentlichen die Rentenfcstsctzung und die Beitragsfrage. Genosse Branting, da» sozialdemokratische Kommissionsmitglied. nimmt jetzt im„Socialdemokraten" das Wort, um sich mit der Kritik auseinanderzusetzen. Er wendet sich zunächst gegen die prin- zipiellen Einwendungen des„Vorwärts", aber feine Argumente find ungewöynlich schwach. Er bestrettet, daß die Vorlage nur eine Ver» schiebung der Armenlastcn bedeutet; man dürfe nicht die Erleichte- rung übersehen, die den unterhaltungspflichtigen Angehörigen bezw. Einzelpersonen durch die Versicherung erwachse. Die von diesen getragenen Lasten seien höher als die eigentlichen öffentlichen Armenlasten. Das bestätigt aber doch nur unsere Auffassung, daß die gebotene Versicherung nur eine organisierte Armenunter- stützung darstellt, bei der lediglich die mit der heutigen Armenpflege verbundene staatsbürgerliche Entehrung des Beziehers fortfällt. Prinzipiell ist das nicht viel mehr, als Schweden im Mittel- alter bereits besaß. Damals trug die katholische Staats» kirche die Armenlasten, zu welchem Zweck sie zwei Neuntel ihrer Zehnten reservierte. Zudem ist dde Erleichterung der verpflichteten Angehörigen nicht so bedeutungsvoll, denn zum großen Teil be» sitzen diese nichts, viele mußten auch bisher ihre Pflichten auf die Gemeinden abwälzen. Wo sie aber etwas besitzen, ändert die Ver» sicherung in ihrer UntcrhaltungSpflicht nicht viel, denn die Höchst- rentc von 180 Kr. für vlcr Fünftel der Versicherten reicht doch nicht zur Ernährung der Bezieher aus. Bedeutungsvoller wird die Eni» lastung des agrarischen Großgrundbesitzes fein, eine Frage, die der Untersuchung wert wäre. Branting verweist nun aus die Bestimmung, svonach die Ge- meinden freiwillige Zuschüsse zu der Rente Kisten können. Aber diese freiwillige Leistung hat zunächst mit den VerficherungZ- grundsätzen nichts zu tun. Selbst wenn solche Leistungen in größerem Maße erfolgen würden, so ist damit am gegenwärtigen Zustand nur in der Form, nicht in der Tat ettvas geändert. Denn die Kosten für einen voll unterstützten(„versorgten") Armen betrugen im Jahre lövk in den Landgemeinden durchschnivltch 124 Kr., in den Städten 177 Kr. Der Staats- und GemeindeZufchuß soll nach der Kommissionsvorlage 150 Kr. für männliche und 126 Kr. für weibliche Rcntendczieher betragen. Das ist also w e n i g e r als die durchschnittlichen Armenlasten im Jahr« 1006 in den Gemeinden ausmachten. Dazu kommt aber, daß die Höchstleistungen für einen voll versorgten Armen im genannten Jahrr Mk Kr. betrugen. Die Versicherung gestattet aber nur einen freiwilligen Gemeindezuschuß in der Höhe des gesetzlichen StaatSzuschusscs, also höchstens 150 resp. 126 Kr. pro Jahr. D!« Höchstleistung aus öffentlichen Mitteln beträgt unter der Versicherung demnach 300 Kr., d» h. nur wenn die Gemeinden freiwillig 160 Kr. zuschießen; nach dem bi». hörigen Armcnrccht erreichte sie im Jahre 1906 aber die Summe von 248 Kr. E» ist uns ganz unverständlich, wie unser Genosse Branting sich da noch auf die freiwilligen Zuwendungen der Ge- meinden berufen kann. Auch bisher stand es den Gemeinden frei. besser für ihre Armen zu sorgen. Die Gemeinden werden durch die Versicherung eher entlastet, was die Zustimmung der bürgerlichen Presse aller Schattierungen beweist. Schließlich unterschiebt uns Branting. ivir hätten die in Schwe- den fehlende obligatorische Krankenversicherung als da» einzig« höhere soziale Ziel hingestellt. Unser Genosse wird«» un» schon lassen müssen, daß man vom„Berliner Horizont" aus Grund einer 30jährigen Erfahrung ArbritcrversicherungSsragen besser zu bcur- teilen vermag als am„Stockholmer Horizont", wo man anscheinend die Kankcnversichcrung von den invaliditätsvorbcugenden Aufgaben der Jnalidenvcrsicherung nicht zu unterscheiden vermag. Denn nur darum handelt es sich. Weil in Schweden die obligatorische Kranken» Versicherung fehlt, hätte man bcffimmle Aufgaben der Invaliden. Versicherung auf dem Gebiete des Heilverfahren» erwarten können Da» und nichts andere« haben wir ausgeführt. Die soeben er-' schienen« norwegische JnvalidenvcrsicherungSvorlage erfüllt diese Forderung, obgleich dort eine begrenzte obligatorische Kranken. Versicherung besteht. In Schweden geht man selbst in der Diskussion an diesem wichtigen Prinzip vorbei. Branting scheint ihm sogar aus- zuweichcn. Das konntc uns aber nicht davon abhalten, unsere schwedischen Genossen gerade auf diese wichtige Forderung der Sozialdemokratie aufmerksam zu machen. Das Heilverfahren macht eben erst die Invalidenversicherung zu einer Versicherung von höhe- rer sozialer Bedeutung, während die schwedische Vorlage nur eine andersorganisierte Armenvrrsorgung bietet, China. Dcr Kampf um die Mongolei. Schtveclen. Tie Ausnahme dcr AltcrLvcrsichtrungsvorlage. Im„Vorwärts" vom 24. November brachten wir eine längere Darstellung dcr von �jncr regierungsseitig eingesetzten Kommission Peking, 14. Dezember.(Meldung der Petersburger Telcgr.- Agentur.) Auf Anordnung Juanschikais ist eine Gesellschaft, die zum Zweck einer Expedition gegen die Mongolei und zum Zweck antirussischer Agitation gegründet worden war. aufgehoben worden. Die Häupter der Gcscllschast wurden verhaftet, ebenso wird gegen die übrigen Gesellschaften vorgegangen werden, die zum Zweck einer Expedition gegen die Mongolei Sammlungen veranstalteten. Gleichzeitig werden amtlich die Bedingungen der speziell für einen Feldzug gegen Urga bestimmten inneren Kriegsanleihe in Höhe von 200 Millionen Dollar veröffentlicht. Die Anleihe soll auf Veranlassuiig des Kriegs« und des Finanzminifters aufgenommen werden und ist von der Nationalversammlung gebilligt worden. ©ewefblcbaftliches. Bädtcrinnunge-Ccrroi*. ,,..�e� �Glt augeblichen Terrorismus der Arbeiter in den crelichenosten Tönen zu lamentieren, ihn selbst aber in der "''Verhülltesten Form praktisch zu üben, das ist in den �ackermnungen geradezu Leitmotiv in der Bekämpfung nicht nur„rhrer" Arbeiter, sondern aller, die nicht unentwegt blasen. Bei allen Lohnkänipfen waren viZher schwarze Listen in ständigem Gebrauch, oder aber das „Gcrmaniabuch", jenes von den Innungen für die Gesellen eingeführte Kontrollbuch, das jederzeit„entzogen" werden kann und so als schlimnistes Maßregelungswerkzeug wirkt, toen es ohne das Germaniabuch auf dem Jnnungsarbeits- Nachweis keine Arbeit gibt. Daß durch offene Bekanntmach- Bingen die Organisierten von den Junungsarbeitsnachweisen ausgesperrt wurden, war fast überall steheiide Praxis. Trotz schwierigster Arbeit ist die Gesellenorgauisation gewachsen und die Jnnungsmachthaber sehen das Vergebliche ihrer arbeiterfeindlichen Gewaltpolitik mehr und mehr ein. Sie iiaben aber daraus keinerlei Nutzanwendungen gezogen, son- dorn stehen nach wie vor auf tariffeindlichem Boden. Ihre neueste Kampftaktik richtet sich deshalb vornehinlich gegen die Tariffeinde in den eigenen Reihen, gegen diejenigen Kleimueister. die mit den Gesellen aus Gründen der Vernunft oder eigener Ueberzeugung Tarife ab- schließen. Nachdem die Gerichte die Konventionalstrafen als ungesetzlich, unsittlich und vor allem dem 8 153 und über- Haupt dein Geiste der Gewerbefreiheit entgegenstehend be- zeichnet haben, haben die Innungen jetzt ein probateres, un- fehlbarer wirkendes G e w a l t in i t t c l, die Jnnungs- strafen, ausgeheckt. Diese Jnnungsstrafen werden vom �isnungsvorstand verhängt und von der Aufsichtsbehörde oder dem Gerichtsvollzieher auf Anordnung des Jnnuiigsvor- standes eingezogen. Es ist nur Beschwerde an die untere Aufsichtsbehörde und in letzter Instanz an den Regie- rungspräsidenten zulässig. Die Berechtigung oder Ungesetz- l ichkeit dieser I n n u n g s st r a f g n sind also der B e- urteilung der ordentlichen Gerichte ent- zogen. Lediglich ein Beamter entscheidet über deren Zulässigkeit. Was das in Preußeii bedeutet, braucht nicht besonders erörtert zu werden. Der Gesetzgeber, der diese Be- stimmung in die Geiverbeordnung aufnahm, hat aller- dings nicht voraussetzen können, daß diese In- u ii n g s st r a f e n zur völligen Vernichtung von K l e i ii h a n d w e r k s e r i st e n z e n gemißbraucht werden kounten. Haben schon früher Bäckerinnungen, darunter die trtettiuer, die Käufer und deren Rabattiucht durch die Rabatt- sparvereine benutzt, um diesen die Macht zu geben, die tarif- treuen� Meister durch Strafen und Ausschluß aus dem Rabattsparverein zum Tarifbruch(Zurücknahme der Tarif- bcwilligung) zu zwingen, so verbieten die Innungen jetzt bei Jnnungsstrafe von 20 M. für jeden einzelnen Fall(jeden Tag), Tarife mit den Gesellen ü b e r h a u p t a b z u s ch I i e ß e n. Am tollsten hat es die Bäckerinnung Magdeburg ge- trieben. Diese hat schon 1910 verschiedene Meister für das Aushängen von Plakaten, auf denen die Bewilligung der Arbeiterforderungen angezeigt war, in Strafen von 20 M. pro Tag in Höhe von insgesamt 400 bis 480 M. für den Einzelnen belegt. Als die Pfändung fruchtlos ausfiel, haben diese„Handwerksretter" die K l c i n m e i st e r so- gar zum Offenbarungseid getrieben, und bei iftei Meistern sind diese Jnnungsstrafen der„Nagel zum Sarge" geworden; sie haben dadurch ihre selbständige Eri stenz verloren. Das ist alles mit G e n e h m i- gung der Aufsichtsbehörde und des Regie- rungspräsidenten geschehen. Im Jahre 1912 ist diese rücksichtslose Bäckerinnung, durch jene„Erfolge" er- muntert, aufs ganze gegangen. Sie hat bei Jnnungsstrafe den Meistern den Abschluß von Tarifverträgen überhaupt verboten, ihnen sogar das K o a l i- tionsrecht beschnitten. Diese noble Innung hat dann die tariftreuen Meister bedroht und auch in geradezu unerhörte Strafen genommen, lieber eine Reihe kleiner Bäckermeister wurden I n n u n g s st r a f e n im Gesamt- betrage von über 12000 M. verhängt. Acht Meister waren darunter, die mit je 900 bis 1015 M. Strafe belegt wurden. Beschwerde an die untere Verwaltungsbehörde und an den Regierungspräsidenten war erfolglos. Im Namen der„S t a n d e s e h r e" sollte und mußte die Exi- stenz dieser Kleinhandwerker vernichtet werden. Die Gerichte haben sich im Zivil- wie im Strafwege eigentümlicherweise außerstande erklärt, gegen diesen Jnnungsterror einzu- schreiten. Würden sie diese Schwäche auch gegen Sozialdemo- kraten verspüren? Berlin und Umgegend. Wieder eine Unterschlagung bei den Gelben. Auf dem Bundestag der Gelben in Essen wurde im Sommer dieses Jahres eine Jentralunterstützungskaffe für männliche Gelbe gegründet. Auch in Berlin, besonders unter den Gelben der Siemenswerke, hat man eifrig Propaganda für diese Kasse gemacht, die mit als Kampfesmittel gegen die„Roten" benutzt werden sollte. Für jedes Werk hat man eine Ortsgruppe gebildet mit einem Vor- sitzenden, einem Kassierer und Schriftführer. Bei der Auswahl dieser Personen berücksichtigte man besonders solche Elemente, die sich im Denunzieren von anständigen und ehrlichen Arbeitern„Per- dienst«" erworben hatten. Im Wernerwerk wurde einer gewählt, der sich mit seiner Denunziation in gelben Lokalen am Nonnen- dämm brüstetc. Und nun? Er hat sich an Arbeitergeldern, die ihm als Beiträge anvertraut wunden, vergriffen. Auch hatte er Sammellisten für einen Arbeiterjubilar kassiert. Von dem Gelde soll auch ein größerer Betrag in seinen Taschen verschlvunden sein. Insgesamt soll sich die Unterschlagung auf zirka SOO M. belaufen. Wieder ein Beweis, wie sich die Obergelben besonders in der Parole „Wahrnehniung gemeinsamer Interessen" verstehen. Dieser„gelbe Brüning" ist nicht der erste, wird auch nicht der letzte im gelben Lager sein. Auffällig ist das Verhalten der Firma Siemens in solchen Fällen. Anständige, ehrliche Arbeiter, die sich nicht zu Gc- sinnungslumpen degradieren lassen, dem Drucke, gelb zu wenden, nicht erliegen, wenden entlassen. Aber Elemente, wie die oben gc- kennzeichneten, behält die Firma in ihren Diensten und sorgt in der ihr eigenen Weise dafür, daß die Oeffenttichkcit nichts erfährt. Achtung, Gumnnarbeitcr! Bei der Firma M e tz e l e r, Asbestwerke G.m. b. H-, Mühlenftr. 70/71, haben die Packungsmachcr in der Zlsbestkautfchukabtcilung wegen foxtgefctzter Maßregelung von Verbandskollegen die Arbeit niedergelegt. Schon im Sommer fiel unS ein Schriftstück in die Hände, in denen die Firma gegen die Einstellung eines von ihr gemaßregelten Arbeiters protestierte. Die Firma müßte aber einsehen, daß es ihr nicht möglich war, ohne or- ainisierte Arbeiter auszukommen. Nachdem sie wiederum auf Vcr- anlassung'eines wiederholt als Arbeitswilligen tätig gewesenen GummiarbeiterS Gustav Di tt mann einen Kollegen entließ und Dittmann«»stellte, legten samtliche Kollegen die Arbeit nieder. " Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp. Neukölln. Für den Eigenartig war das Vcnhaltcn des Direktors G c o r g i. Er erklärte den Arbeitern, sie sollten nur sagen, was sie gegen Tiltmann hätten; sie könnten damr eventuell mit dem Juchthcwfe Bekanntschaft machen, solche Leute wie Dittmann müßten ganz besonders bevorzugt wenden. Wir überlassen die Bevorzugung Herrn Georgi, Alle Gummi- arbeiter ersuchen wir jedoch, die Firma Metzeler z n meiden. Verband der Fabrikarbeiter, Branche der Gummi- und Fsolations- arbeiter. Achtung, Gastwirtsgchilfcn! Zwischen der Betriebsleitung des Happoldt Ausschankes Hasenheide und dem Verband der Gastwirts- gehilscn ist es bezüglich der Differenzen noch zii keiner Verständi- gung gekommen. Obgleich der Oekonom, Herr Zabel, von der Or- ganisation verlangt, daß diese die getroffenen Vereinbarungen auch erfülle, hält er selbst sich hierzu nicht verpflichtet. Alle diesbezüg- lichen Hinweise, Mahnungen und persönlichen Rücksprachen waren bis jetzt ohne Erfolg. Ehrenwörtlich wurden dabei zwar alle mög- lichen Versicherungen dafür gegeben, daß man den Wünschen der Organisation nachkommen werde, aber bei den Versicherungen ist es auch nur geblieben. Die Vereinbarungen selbst machte man illu- forisch. Der Betrieb Happoldt Ausschank ist bis auf weiteres für organisierte Gehilfen gesperrt. Benband der Gaftwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin. Arbeiter, Raucher! Angesichts des Wcihnachtsfestes möge erneut darauf hingewiesen sein, Zigarrencinkäufe nur dort zu bewirken, wo das grüne Plakat, unterschrieben Alwin Schulze, vorhanden ist. Der Vertrauensmann der Tabakarbciter. Oeutkckes Beicb. Zur Lohnbewegung in der Binnenschiffahrt. Die Erklärung des Unternehmervcrbandes, wonach er sich geneigt zeigte, eine Erhöhung der Löhne eintreten zu lassen und in Verhandlungen eine Verständigung wegen der Sonntagsruhe und Bcmannungsfrage erhoffte, die Regelung der Nachtruhe aber durch die in Aussicht steheuden gesetzlichen Bestimmungen erwartet, ist vom Transportarbeitcrverband nach Befragung der Vertrauens- Icute als nicht ausreichend bezeichnet worden. Auf Grund dieser Erklärung haben dann Verhandlungen nicht mehr stattgefunden, sie lvarcn für den IS. Dezember vorgesehen. Der Untcrn-ehmerverband hatte mitgeteilt, daß die Gegensätze in der Forderung der Nachtruhe zu groß seien, so daß er sich von einer Verhandlung kein Resultat verspreche; die Unternehmer wollen nochmals Stellung nehmen und soll das Ergebnis dieser Beschlußfassung den Organisationen dann mitgeteilt werden. Es hat nun den Anschein, als ob die Unternehmer Zeit gc- Winnen wollen, um Maßnahmen gegen die Organisation zu treffen. So sind einige Gesellschaften bereits an ihre Mannschaften heran- getreten, um sie für die nächste Schiffahrtsperiode zu verpflichten. Sie wollen durch Abschluß von Sondcrvcrträgcn versuchen, einen Teil der Mannschaften abzusprengen. Das wird allerdings erfolg- los bleiben, denn die Mannschaften bestehen auf Erfüllung ihrer geringen Forderungen, und in überfüllten Versammlungen er- klärten sie, unter keinen Umständen die Schiffahrt aufzunehmen, wenn nicht die Nachtruhe bewilligt. werde. Die Mannschafien können sich auf die Maßnahmen der Regierung nicht vertrösten lassen. Sie sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Sollten sie zum Kampf gezwungen werden, so werden sie kämpfen für die Ein- führung der Nachtruhe, um ein System auszurotten, das zur Folge hat Unfälle über Unfälle, Krankheit, Siechtum und frühen Tod. Der Kampf würde einen ziemlichen Umfang annehmen und von starkem Einfluß auf das Wirtschaftsleben sein, da die Binnen- schiffahrt für den Frachtcnverkchr große Bedeutung hat. Es kämen für das Oder- und Elbegcbiet in Betracht 2401 Unternehmer, die 4440 Kähne und 478 Dampfer mit 10 738 Decklcuten und 1328 Mann Maschinenpersonal im Verkehr haben; hiervon sind im Arbeitgeberverband zirka 50 Unternehmer mit 1858 Kähnen, 270 Dampfern, 5750 Deckleuten und 830 Mann Maschinenpcrsanal. Es würden bei einem Kampfe fast 5000 Fahrzeuge in Mitleiden- schaft gezogen bczw. stillgelegt werden, mit einer Besatzung von zirka 12 000 Mann. Davon entfallen 10 000 Mann aus den Transportarbeiterverband, die übrigen sind Maschinenpersonal und gehören dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer an. Die Kampfvorbereitung der Arbeiterverbände ist die umfassendste. Die Deckmannschaftcn sind in einer Anzahl von gut 11000 Mann organisiert; sie kommen fast alle für die Bewegung in Betracht. Die Mannschaften wohnen an den istromgcbieten der Oder, Elbe und den Nebenflüssen in 1178 Ortschaften, Für die Lohnbewegung sind besondere außerordentliche Mahnahmen ge- troffen. Die Stromgebiete sind in 8 Bezirke eingeteilt, und die einzelnen Bezirke wiederum in kleine Bezirke, insgesamt sind 108 Bezirke gebildet. Jeder Bezirk stellt einen Hauptort als Verfamm- lungsort, so daß 108 Versammlungsorte vorhanden sind. Nach Ein- stellung der Schiffahrt finden täglich 18 bis 20 Versammlungen statt. Ucber 1100 Vertrauensleute halten die Verbindung mit den Verwaltungsstellen aufrecht. � Die jetzigen Maßnahmen der Unternehmer, die Manii,chaften durch Sonderverträgc als Arbeitswillige zu verpflichten, hat die Organisationsleitung veranlaßt, Anweisung zu geben, vorläufig jedes Arbeitsangebot für die Schiffahrtsperiode 1013 abzulehnen. Der Geist unter den Schiffsmannschaften ist ein vorzüglicher, die Versammlungen an allen Plätzen sind stark besetzt. Die Or- ganisation ist gut, alle Großbetriebe sind fast bis auf den letzten Mann organisiert. Da die Entscheidung erst mit Aufnahme der Schiffahrt, also Februar-März. fällt, haben die Unternehmer ja noch Zeit, sich zu besinnen, ob sie ihre Weigerung auf Einführung der Nachtruhe zum Kampfobjekt werden lassen wollen oder nicht. Erschwerte Zlnwerbung ungarischer Lohndrücker. Seit langer Zeit wenden alljährlich in Ungarn billige Arbeits- kräfte angeworben, die dann in Deutschland zur Herabdrücknng der Lohn- und Arbeitsverhältnisse so lange benutzt wenden, wie sich dieses noch nicht aufgeklärte Menschenmaterial dafür mißbrauchen läßt. Jetzt scheinen aber die ungarischen Agrarier ein Haar darin gefunden zu haben, daß ihnen ihre deutschen Kollegen von der Mist- gäbet die Arbeitskräfte systematisch fortholen. In letzter Zeit sind nämlich die Angestellten deutscher Gesellschaften, die in Ungarn Reisen unternahmen, um dortige Arbeiter für unsere Ausbeuter anzuwerben, wiedenholt verhaftet worden. Man hat diese Agenten dann wegen Verleitung zur Auswanderung zu so empfindlichen Freiheits- und Geldstrafen vcr- urteilt, daß jetzt die Berliner Handelsimnmer veranlaßt worden ist, vordiescrTätigkeitinUngarnzu warnen. Hoffentlich ist damit der Einfuhr wenigstens ungarlicher Lohn- drücker ein Riegel vorgeschoben. Aufgeklärte ungarische Arbeiter, die mit unseren eigenen Proletariern in Reih und Glied für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen, können ja unsere Agrarier usw. so wenig brauchen, daß sie diese immer schleunigst durch die Polizei per Schub über die Grenze bringen lassen. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) In der Spinnerei„Vorwärts", Brackwede b. Bielefeld, hat die gesamte Arbeiterschaft die Arbeit eingestellt. Es stehen rund 500 Arbeiter bezw. Arbeiterinnen im Streik. Die Ursachen sind folgende: Vor zwei Jahren starb der frühere Direktor. Der neue Direktor. Herr Hermann, kam von Schlesien nach Brackwede. Seit dieser Zeit hat eine Differenz zwischen Direktion und Arbeiierschaft die andere abgelöst. Die Meister und Aufscher haben mit wenigen Ausnahmen alle gewechselt, wohl weil sie nach der Ansicht dieses Herrn nicht schneidig genug gegen die Arbeiterschaft vorgingen. Die Organisation, der Deutsche Textilarbeiterverband, hat bis jetzt �Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Dri�stüSedag: Borwärt» alle geplanten Verschlechterungen abgewehrt. Arbeiter, die noch den Mut hatten, sich gegen die Willkür der Betriebsleitung zu. wehren, sollen jetzt entlassen werden. Bei der jetzigen Bewegung spielen der Spinnmeister G e n n e t t und Hcchclmeister Berg- busch die Hauptrolle. Letzterer war bis Dezember 1011 in der Ravenberger Spinnerei als Aufseher in der Hechelei tätig und wurde zu dieser Zeit wegen unkorrekten Verhaltens gegen Betriebsleitung und Arbeiter plötzlich seines Postens enthoben. Er war bis vor 4 Wochen in demselben Betriebe als Magazinarbeiter tätig. Zuzug ist fernzuhalten. Alle arbeiterfrcundlichcn Blätter werden um Abdruck gebeten. Hartnäckige christliche Lügner. Vor einiger Zeit berichteten wir, daß zwei christlich organi- sierie Bauarbeiter wegen Beleidigung des Angestellten der Zweig- stelle Lüdenscheid des Bauarbcitcrvenbandcs, Genosse Kerd. Lxhmitt, vom Schöffengericht zu 0 bczw. 10 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt wurden. Der eine von ihnen hatte behauptet, Schmidt habe bei einer Lohnbewegung deshalb für den Abschluß ge- wirkt, weil er von Unternehmern bestochen worden sei. Der andere Verurteilte hatte gesagt, Schmidt sei ein Lump, weil er hinter dem Rücken der Christlichen mit einem Untemehiner verhandelt habe. Vor Gericht wurde festgestellt, daß die Behauptungen der beiden Christen unzutreffend waren. Kaum war das Urteil gegen die beiden Verleumder in der Presse veröffentlicht, so machte eine Notiz die Runde durch die westdeutsche Zcntrumsprefse, in der es u. a. bicß, beide Benunteiite seien nur wegen formaler Beleidigung be- straft, es sei vor Gericht bewiesen, daß Schmidt hinter dem Rücken der christlichen Organisation verhandelt hatte, ohne diese vorher zu benachrichtigen. Diese neueste Benleunidung wind am zutreffendsten abgefertigt durch das jetzt schriftlich vorliegende Urteil. Dieses Urteil sagt, daß beide Ängetlagte wegen verleumderischer Beleidigung verurteilt worden seien. Weiter heißt es dann: „Nichts hat sich dafür ergeben, daß der Privatkläger eigen- mächtig, heimlich vor den Vertretern der christlichen Bauarbeiter mit dem p. Kirchhoff(so heißt der betr. Unternehmer) vereinbart hätte, daß die sämtlichen Bauarbeiter die Arbeit bei diesem wieder aufnehmen sollten, oder gar zu einer solchen Vereinbarung durch ein Entgelt der Bauunternehmer bestimmt wäre." Ob jetzt, wo das schriftliche Urteil die Zentrumspresse zum zweiten Mal Lügen siraft, die Verleumdungen noch weiter verbreitet werden?_ Streik im Baugewerbe Nordenham. Weil der Untcrnehmerverband für das Baugewerbe in Nordenham nicht zu bewegen Ivar, die Vereinbarungen zu rcspck- tiercu, wonach die Ausgesperrten zuerst wieder einzustellen waren und solange solche noch arbeitslos, keine Arbeitskräfte von ans- wärts eingestellt werden durften, beschloß der Bauarbciterverband den Streik. Die Aussperrung hat 10 Monate gedauert, weil der Bauarbeitcrvcrband das Maßregelungsbureau der Unternehmer, genannt Arbeitsnachweis, nicht benutzen resp. anerkennen wollte. Ganze 5 Wochen dauerte jetzt der sogenannte„Frieden". Trotz dieses fünfwöchigen Friedens konnten aber die Aussperrungs- und Unterstützungslisten nicht geschlossen werden, weil der Unternehmer- verband immer eine Anzahl Ausgesperrter arbeitslos aus der Straße ließ mit der Absicht, so nach und nach die ansässigen organi- sierten Bauarbeiter mit der Hungcrpeitschc vom Orte zu vertreiben. Täglich wurden Arbeitskräfte von auswärts eingestellt. Den AuS» gesperrten wurde, wenn sie sich um Arbeit bemühten, kalt lächelnd erklärt,„Es ist alles besetzt". So konnte es nicht weiter gehen. Die Dauer dieses Kampfes ist nicht zu übersehen. Ausgeschlossen ist nicht, daß er diesmal noch länger dauert. Aber das ist vor dem Streikbeschluß reiflich erwogen. Die Bauarbeiter sind zu jedem Opfer im Kampfe bereit. Kein Arbeiter des Baugewerbes darf Verräter werden. Ehrensache eines jeden Berufskollegen ist es, Nordenham zu meiden._ Hetzte Nachrichten. Eine machtvolle Friedensdemonstration des französischen Proletariats. Paris, 14. Dezember.(Privattelcgramm des „B o r w ä r t s".) Tic französische Konföderation der Gc- werkschaften hat für Montag den Generalstreik proklamiert, für de» eine imposante Beteiligung vorausgesetzt wird. Eine besonders starke Beteiligung ist in den Hafenstädten, sowie in den Bergwerks- und Jndnstriebczirken zu erwarten. In Paris werden die Trambahnkutscher und die Chauffeure streiken, dagegen werden wohl die Belcuchtungsarbeiter, die Eisen- bahncr und die Postbeamten arbeiten. Viele Präfekten der- boten die geplanten Aufzüge und öffentlichen Kundgebungen. Ter Loirepräfekt hat die Bürgermeister aufgefordert, die Her- gäbe der Säle zu verweigern. Die sozialistischen Gemeinden dagegen haben die Säle freigegeben. Die Stadt Nimcs schlicht am Montag auch sämtliche städtischen Bureaus. Ter englische Eisenbahncrstreik beendet. London, 14. Dezember.(W. T. 58.) Der Streik auf der North- Eastern-Eisenbahn ist beigelegt. Die Bedingungen, unter denen der Streik beigelegt worden ist, schließen die Wiedereinsetzung des Lokomotivführers Knox in seine frühere Stellung ein, wenn das Ergebnis der Ilntensuchung sein sollte, daß Knox nicht betrunken war. Die Leute nehmen die Arbeit sofort wieder auf und zwar mit der alten Bezahlung in den früheren Stellungen. Sie ver- lieren den Lohn für sechs Tage. Die Arbeiterführer verpflichten sich, ihr äußerstes zu tun, um Plötzliche unüberlegte Streiks in Zu- kunft zu verhindern. T>as Ergebnis der angestellten Untersuchung, das gerade veröffentlicht wird, lautet, das» Knox an dem fraglichen Tage nicht betrunken war. Ein Anwärter auf de» Thron Albasticns. Rom, 14. Dezember.(W. T. B.) Prinz Ahmed Fuad, der sich um den Thron von Albanien bewirbt, ist hier angekommen, er hat sich im Quirinal eingeschrieben und beim Ministerpräsidenten und dem Minister des Aeußcren seine Karte abgegeben. Unterdrückung einer Revolution. New York. 14. Dezember.(W. T. B.) Wie aus Honduras gc- meldet wird, ist in Ojvjona eine Revolution im Entstehen unterdrückt worden. Die Regirrungstruppen töteten den Führer der Rebellen. General Valledares, der bereits vor kurzem irrtümlicherweise als tot gemeldet worden war. Arbeiterrisiko. Rcichcnberg i. Böhmen. 14. Dezember. lW. T. B.) Infolge des vorzeitigen Losgehens einer Mine beim Bau der Dessetalsperrc im Jscrgcbirge wurden drei Arbeiter grtötet. Räuberischer Ucbcrsall. Mnslowitz, 14. Dezember. lW. T. 58.) Als am Nachmittag ein Fuhrwerk mit Löhnung für die Bergleute der Brzemsagnubc dorthin unterwegs war, wurde es bei Birkenthal von vier Räubern überfallen. Der das Fuhrwerk begleitende Assistent Jamrose wurde durch Revolvcrschüssc schwer verletzt, während der Kutscher entkam. Später traf das herrenlose Fuhrwerk aus der Grube ein. Von den 42 000 M. Löhnung waren 5000 M. geraubt; vermutlich waren also die Räuber, von denen jede spur fehlt, bei der Arbeit gestört worden.____________ Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 6 Beilapea. n. 298. 29. w-«» i Keilllge des Imirts" Kerliner UöldglllM. � 15««-. Zum preuklicheu Parteitag. Dem preußischen Parteitag, der am 6. Januar 1913 znsammen- Kitt. werden von der Landeskommission folgende Resolutionen dargelegt werden: Resolution über die Wahltaktik« Da die Parlamentswahlen für die Sozialdemokratie in erster Linie der Entfaltung der Agitation zur Aufklärung der Massen dienen, so sind die Parteigenossen verpflichtet, sich auch in Preußen überall an den Landtagswahlen zu beteiligen. Für die Wahl gelten folgende Grundsätze: !�) Für die Nrwahlcn. 1. Wo es gelingt— und sei es auch nur in einem Orte eines Landtagswahlkreises— sozialdemokratische Wahlmänner aufzustellen, müssen sich die Genossen an den UrWahlen in allen drei Wählerklassen beteiligen; sie dürfen in diesem Falle nur für die sozialdemokratischen Wahlmänner stimmen. 2. Wo sozialdemokratische Wahlmänner nicht aufgestellt werden können, sind die Genossen nur mit Genehmigung des Geschäfts� führenden Ausschusses der Landeskommission berechtigt, für bürger liche Wahlmänner zu stimmen, vorausgesetzt, daß deren Abgeord� netenkandidatcn spätestens 5 Tage vor den UrWahlen schriftlich zu Händen des sozialdemokratischen Wahlkomitees erklärt haben, daß sie für den Fall ihrer Wahl in jeder Session im Abgeordneten- hause die Uebertragung des Reichstagswahlrechtes auf Preußen so- wie eine Ncueinteilung der Wahlkreise auf Grund der Ergebnisse der letzten Volkszählung beantragen oder für solche Anträge stimmen werden, wenn sie von anderer Seite gestellt werden. 3. Für Stichwahlen zwischen bürgerlichen Wahlmännerkandi daten gelten folgende Regeln: a) In Landtagswahlkreiscn, in denen nur e i n Abgeordneter gu wählen ist, unterstützen die Parteigenossen bürgerliche Wahl- Männerkandidaten nur unter der Voraussetzung der Ziffer 2 und mit Genehmigung des Geschäftsführenden Ausschusses; b) in Landtagswahlkrcisen, in denen mehr als ein Abge ordneter zu Wahlen ist, unterstützen die Parteigenossen die Wahl- männerkondidaten derjenigen bürgerlichen Parteien, deren Wahl- komitee sich verpflichtet, der Sozialdemokratie ein Mandat abzu- treten, vorausgesetzt, daß der zur Stichwahl stehende Wahlmann vor der Wahl schriftlich die Erklärung abgegeben hat, daß er bereit und unabhängig genug ist, bei den Abgeordnetenwahlen für einen sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Bei Nichterfüllung rieser Bedingungen ist Stimmenthaltung zu üben. B) Für die Abgeordnetenwahlen. t. Bei der Abgeordnetenwahl müssen die sozialdemokratischen Wahlmänner im ersten Wahlgang für die sozialdemokratischen Kan- didaten stimmen, soweit nicht unter Ziffer 2 und 3 Ausnahmen zu- gelassen sind. 2. Gibt die Sozialdemokratie in Landtagswahlkreisen mit mehr als einem Abgeordneten bei der Stichwahl den Ausschlag, so hat sie die Abtretung eines Mandats zu fordern. Wird diese Forderung bewilligt, so stimmen die sozial- demokratischen Wahlmänner schon im ersten Wahlgang außer für einen sozialdemokratischen Kandidaten für die Kandidaten der be- treffenden bürgerlichen Parteien. Wird diese Forderung nicht be- willigt, so stimmen die sozialdemokratischen Wahlmänner im ersten Wahlgange nur für ihre Kandidaten und enthalten sich bei der Stichwahl der Stimme. 3. Mit Genehmigung der Landeskommission können die sozialdemokratischen Wahlmänner schon im ersten Wahlgange für bürgerliche Kandidaten stimmen, falls als Gegenleistung in be- stimmten anderen Wahlkreisen bürgerliche Wahlmänner schon im ersten Wahlgange für sozialdemokratische Kandidaten stimmen. kleines feialleton- Ein Jubilar. Montag bollendet rfo et st e r sein achtzigstes Lebensjahr. Professor Wilhelm Der in Grünberg in -chlesien geborene Gelehrte erfreut sich noch der vollsten geistigen Frische. Sein Wirken war ein außerordentliches mannigfaltiges und erfolgreiches. Lange Jahre hindurch, von 1865 bis 1903 war Foerster Leiter der Berliner Sternwarte, als Nachfolger Enefes, dessen Assistent er 10 Jahre hindurch war. Eine Reihe streng wissenschaftlicher astronomischer und mathematischer Arbeiten rührt von ihm her. Sehr erfolgreich war er in dem Bestreben, die Wissenschaft durch Zu- sammenschluß Gleichstrebender auch aus dem Kreise der nicht Fach- gelehrten zu fördern» die Ergebnisse der Wissenschaft auf die Praxis anzuwenden und die Erkenntnis der Natur wie die Freude an der Erkenntnis in den breitesten Schichten lebendig zu machen. Die Astronomische Gesellschaft und die Vereinigung von Freunden der Astro nomie und kosmischen Physik wurden durch ihn gegründet. Er kann als Schöpfer des geodätischen Instituts, der Normaleichungskommission. der physikalisch-technischen Reichsanstalt, des internationalen Maß- und Gewichtskomitees, das Normaluhrenbetriebes, des astrophysika- lischen Observatoriums in Potsdam bezeichnet werden. Der Durch- führung der Einheitlichkeit des deutschen Maß- und Gewichtssystems und die Anbahnung internationaler Vereinheitlichung auf diesem Gebiete galt ein gut Teil seiner Tätigkeit. Der Arbeiterklasse ist Foerster besonders durch die'Gründung der Urania bekannt geworden. Als deren Ziel wurde unter Ab- lehnung jedes Erwerbscharakters Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse festgelegt. Unvergeßlich bleiben den Teilnehmern jene Sonntagskurse, in denen Foerster in der uneigennützigsten Weise durch Vorträge in der alten Urania sJnvalidenstraße) einem nur aus Arbeitern bestehenden Publikum astronomische Vorträge hielt. In gemeinnütziger Weise beteiligte Foerster sich auch an der Gründung des Schillertheaters. Sein unverwüstlicher, mit allzu- großer Harmoniehoffming durchsetzter Idealismus führte ihn ferner zur Schöpfung der„Ethischen Kultur". Trennt uns auch die politische Weltanschauung weit von dem Jubilar, so kann uns das nicht hindern, seine gemeinnützige, selbst- lose, wissenschaftliche Betätigung und sein Streben rückhaltlos anzu- erkennen. Der Arbeiterklasse weitere und tiefere Erkenntnis von den Gesetzen der Natur zu verschaffen, hat Foerster redlich geholfen. Dafür weiß sie ihm redlich Dank. Die Plakatausstellung im Gewerkschaftshaus. Diese sehr interessante und sehr geschickt hergerichtete Ausstellung ist ein schlagender Beweis gegen alle jene unfreundlichen Meinungen, die «n der Organisation der Arbeitnehmer nichts sehen als einen Apparat zur Mehrung des Lohnes. Diese Ausstellung ist eine Demonstration für das Kulturstreben der Gewerkschaft. Vom Ver- band der Typographischen Gesellschaften zugesammcngestcllt und durch einen trefflichen, von Paul Westheim sehr übersichtlich ge- tchriebenen Führer begleitet, reist diese Kollektion moderner Affichen(es gibt immer noch kein deutsches Wort dafür) durch die wichtigsten Zentren der typographischen und buchgewerblichen Industrie. Leider wird sie nur wenige Tage bei uns bleiben; desto lebhafter mutz sie besucht werden. Man trifft die cutscheidenden Arbeiten unserer führenden Plakatkünstler. Voran die Schlager von Lucian Bernhard, diese fast monumentalen Kurzschriften der Anpreisung, diese knappen, sich optisch einprägenden Ausrufe, dann die geistreichen und mit Witz den Philister anrempelnden Attacken des Lullus Slistfl«! luMe Wsketcih Mtzlie des LchrUgrfts. 4. Finden in Landtagswahlkreisen mit einem Abgeordneten Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien statt, so dürfen die so- zialdemokratischen Wahlmänner nur unter der Voraussetzung von A Ziffer 2 mit Genehmigung des Geschäftsführenden Ausschusses der preußischen Landeskommission für einen bürgerlichen Kandidaten stimmen. Resolution über die Landarbeiterfrage. Die Landarbeiter find die ausgebeutetsten und unterdrücktesten Proletarier Preußens. Durch Gesindeordnungen, das Ausnahme- gcsetz von 1854 und zahlreiche Polizeiverordnungen geknebelt, durch Gewährung von Wohnung und Naturalien als überwiegenden Teil des Arbeitseinkommens in ein unwürdiges Abhängigkeitsverhältnis zu dem Arbeitgeber gebracht, ist der preußische Landarbeiter mit Frau und Kind der zügellosen Ausbeutung durch die Junker und Großbauern preisgegeben. Die reaktionären preußischen Gesetze und Verwaltungspraktiken schließen ihn von der Mitbestimmung in der Verwaltung des Gutsbezirks und der Landgemeinde völlig aus und stempeln ihn auch gesellschaftlich zu einem Menschen minderen Rechts, zu einem Staatsbürger zweiter Klasse. Diese traurige Loche der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter ist der stärkste Ansporn zu der durch die industrielle EntWickelung und den sonach stetig steigenden Arbeiterbedarf der Industrie ge- förderten La n d f l u ch t, die der Landwirtschaft die leistungs- fähigsten Arbeitskräfte entzieht und bereits zu einer bedenklichen Entvölkerung der ländlichen Gebiete Ostelbiens geftihrt hat. Als Ersatz werden jährlich hunderttausende ausländische Arbeiter heran- gezogen, die durch einen ungesetzlichen Legitimationskartenzwang zu wehrlosen Sklaven der ländlichen Ausbeuter gemacht werden. Diesen Zuständen, die unser Wirtschaftsleben unheilvoll beein- flussen, kann nur erfolgreich entgegengewirkt werden durch die Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Laudarbeiter, der sich indes die Agrarier trotz der vielen hundert Millionen, die ihnen infolge der Zölle sowie der Grenzsperr- und Liebesgaben- Politik zufließen, mit aller Macht widersetzen. Die Landarbeiter müssen daher, gleich ihren Klassengenossen in der Industrie, selbst sich ein menschenwürdiges Dasein erkämpfen. Deshalb fordert der preußische Parteitag: Volle Koalitionsfreiheit für die Landarbeiter. Beseitigung aller Ausnahmegesetze und Gesindeordnungen und reichsgesetzliche Regelung des Landarbeiterrechts. Entscheidung über Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis durch Schiedsgerichte nach Art der Gewerbegerichte unter Mitwirkung der Arbeiter als Richter. Wirksame gesetzliche Schutzvorschriften für alle in den laud- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, insbesondere Verbot der Erwerbsarbeit für Kinder unter 14 Jahren. Schutz der Jugendlichen. Gesetzliche Beschränkung der täglichen Ar- Veitszeit. Ausreichender Wöchnerinnenschutz und Verbot aller Sonn- tagsarbeiten, die nicht durch die Natur des landwirtschaftlichen Be- triebes unbedingt erforderlich sind. In bezug auf die Arbeitcrversicherung mindesten? Gleichstellung mit den Arbeitern in der Industrie, insbesondere Fortfall der Landkrankenkossen und Versicherung auch der länd- lichen Arbeiter in Ortskranlenkassen. Auf dem Gebiet des Wohnungswesens Errichtung gesunder Ar- beiterwohnungen durch den Staat oder durch staatlich unterstützte und kontrollierte Institutionen unter Fortfall aller Maßnahmen, die den Landarbeiter in der freien Verwendung seiner Arbeitskraft beschränken oder ihn wirtschaftlich oder politisch abhängig machen. Die Beseitigung aller Ungerechtigkeiten, unter denen besonders die Landarbeitcrschaft zu leiden hat, ist nur möglich, wenn in Preußen das Dreikkassenwahlrccht beseitigt und das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht eingeführt wird. Die Parteigenossen werden aufgefordert, jede Gelegenheit, be- sonders die bevorstehenden Landtagswahlen, zu benutzen, um die Landbevölkerung über den Sozialismus aufzuklären und sie auf die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen und politischen Organisation hinzuweisen. .Hinterdrein die Schar der übrigen Berliner: Ernst Neumann, der noch am ehesten an die Plakatklassik des Franzosen Toulouse-Lautrec erinnert, Gipkens, dessen asiatisches Blatt kokett und doch ausdrucks- stark ist, Scheurich, Deutsch und Leni mit witzigen und geschmack- vollen Ausrufen. Die Münchener sind nicht weniger gut vertreten, bor allem durch Hohlwein, dessen großformatige Standarten durch die Fleischlichkeit der Darstellung, durch die Heftigkeit der Bewegung und das Fanfaren der Farben fast gesprengt werden. Auch sonst begegnet uns Süddeutschland, Stuttgart und Karlsruhe, dazu Sachsen mit Leipzig und Dresden in ihren besten Vertretern. In dem„Führer" wird auseinandergesetzt, daß dieses moderne Plakat nicht eigentlich ein Kunstwerk ist, vielmehr Handwerk von ungewöhnlichem Niveau. Die Leistungen sind sehr respektable, wenn man sich der Plakate vor etwa 20 Jahren erinnert. Es sind auch diese grellen und ungeschickten, weder der Reklame noch der Schön- heit dienenden Pinseleien, gefüttert mit falscher Allegorie und ge- schminkt mit ekler Süße, noch keineswegs ausgestorben(siehe Friseurladen). Um so wertvoller ist es, daß die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Führenden des neuen, des sachlichen Plakates gerichtet wird. Wertvoll ist es auch, wenn solches Interesse durch die Gehilfen befördert wird; sind sie es doch, die den Entwürfen das reelle Dasein geben. Das deutsche Plakat hätte seinen heutigen Ruf nicht erlangen können, wenn nicht eine ganze Schar von Lithographen und Buchdruckern befähigt wäre, schöne Oualitäts- arbeit zu leisten. B. Br. Der Kampf der spanischen Dramatiker gegen den Kino. In Spanien tut das Eindringen der Kinematographenbühnen und der Zulauf, den sie erhalten, wie überall, den: Theater großen Abbruch. Während aber bei uns und in Frankreich der Widerstand der Bühnen- 'christsteller gegen die Lichtbildtheater bald schivächer geworden ist und allmählich in ein Zusammenarbeiten überzugeben scheint, haben ich die spanischen Dramatiker zu heftigem Widerstand entschlossen. Die Gesellschaft der dramatischen Autoren Spaniens hat in dieser Hinsicht einen bedeutsamen Beschluß gefaßt, der im Januar 1913 in Kraft treten soll.„Von diesem Datum an", so lautet die angenommene Resolution,„werden die Besitzer aller in Spanien bestehenden Theater, in denen die theatralische Kunst unter irgend einer Form gepflegt wird, wenn sie ihre Häuser für eine rein kinematographische Vorführung ausnutzen, keins der Werke mehr aufführen dürfen, über die die Gesellschaft das Verfllgungsrecht hat und die im wesentlichen das spanische Theaterrepertoire aus- machen. Haben die Eigentümer ihre Theater an Impresarios ab- getreten, so trifft diese dieselbe Maßregel. Sie wird aber keine Anwendung finden bei Unternehmungen, die speziell für den Kinc- matographen eingerichtet find, wenn diese statt dessen Dramen auf- uhren wollen." Ein Tunnelkanal. Wozu die Technik heute im stände ist, zeigt eine Notiz des„Prometheus": Ein neuer großer Tunnelkanal, der die wenigen bisher gebauten ähnlichen Kunstwasserstraßen an Größe ganz bedeutend übertreffen oll, ist beim geplanten Bau des Main-Werra-Kanals in Aussicht genommen worden. Dieser Kanal soll die bis dahin kanalisierte Werra bei Ober-Maaßfeld, oberhalb Meiningen, verlassen und dann in südöstlicher Richtung über das Gebirge etwa bei der Stadt Römhild vorbei die Rodach erreichen. Dem Laufe dieses Flüßchens oll er bis zur Einmündung in die Jtz folgen, die bei Bamberg in den Main mündet. Für das Ueberschreiten des Ge- birgeS tvaren zunächst eine Reihe mächtiger Schiffshebewerke vorgesehen, die in drei Stufen die Schisse über den höchsten Punkt des Gebirges hinwegbringen sollten.. Bei eingehenderer Verfolgung des Projeltes hat man aber der schwierige» Ausführung und der. ver„sozialistische Geist" der„Konsum- genossenschaftlichen Rundschau". In der neuesten Nummer der„Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" spricht Dr. August Müller in 314. Spalten seinen Aerger über den Verlauf der Generalversammlung der»Konsum- genössenschaft Berlin und Umgegend" aus. „Vom„sozialistischen Geist", beginnt der Artikel ironisch,„der in den Konsumgenossenschaften heimisch werden soll, hört man seit den Beschlüssen der sozialistischen Kongresse in Kopenhagen und Magdeburg recht viel. Was gewisse Leute eigentlich darunter ver- stehen, blieb den Konsumgenossenschaftern aber bisher unbekannt- Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß endlich einmal das Dunkel aufgehellt wird, das bisher über diesem mysteriösen„sozialistischen Geist" lagerte. Wie so manche Erleuchtung, kommt natürlich auch diese aus Berlin. Man wird auch nicht daran zweifeln dürfen, daß es sich nunmehr wirklich um den echten, wahren und unverfälschten«so- zialistischen Geist" handelt." Dann zieht Dr. Müller in persönlichster Weise unter Ver- drehung der Tatsachen und unter niedrigsten Anpöbelungen ins- besondere der Genossen Ritter und Stadthagen vom Leder. So redet er beispielsweise von dem„blutigen Demagogenstück der beiden Ehrenmänner". Der Artikel ist noch widerlicher wie eine selbst- gefällige Lehrlingsarbcit aus der Schule des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Es ist Geist von demselben Geist, der die Berliner Parteigenossen wegen nachstehender, auf der Generalversammlung der Partei am 29. August 1911 in Berlin gefaßten Resolution angeiferte: Die Verhandlungen über die Genossenschaftsfrage und die fast einstimmige Annahme des Antrages über das Genossenschafts- Wesen auf dem Magdeburger Parteitag haben endlich die lang- ersehnte Regelung des Verhältnisses zwischen Partei und Konsum- genossenschaften gebracht. Klar und scharf wurde hervorgehoben, daß die Arbeiter die Hauptträger der Konsumgenossenschafts- bewegung sind, und daß diese bemüht sein müssen, diese Bewegung mit sozialistischem Geiste zu erfüllen, damit auch die Konsum- vereine als Waffen im proletarischen Emanzipationskampfe An- Wendung finden können. Das setzt aber auch voraus, daß die leitenden Männer der Konsumgenossenschaftsbewegung dieser energischen Willenskund- gebung der imposanten Masse politisch organisierter Arbeiter und Arbeiterinnen nicht entgegenarbeiten und diesen Willen durch so widerliche Zerrbilder von Neutralität, wie sie der Generalsekretär des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine Heinrich Kaufs- mann gezeichnet hat, geradezu verhöhnen. Die Tatsache, daß die Acußerungen Kauffmanns bisher in der„Konsumgenossenschaft- lichen Rundschau" unwidersprochen blieben, spricht dafür, daß der Generalsekretär in führenden Kreisen nicht isoliert dasteht. Die Verbandsgeneralversammlung wendet sich mit aller Schärfe gegen diesen Neutralitätsfanatismus und erhebt energi- schen Widerspruch. Sie spricht aber auch gleichzeitig aus, daß eine Wiederholung solcher Aeußerungen nur dann ausbleiben kann, wenn durch massenhaften Eintritt der Genossen und Ge- nossinnen in die Konsumvereine und rege Anteilnahme an der Bewegung derselben die Möglichkeit geschaffen wird für die Aus- breitung sozialistischen Geistes in den Konsumvereinen. Nur dann können die tiefen Gegensätze zwischen Masse und Führer verschwinden und die auf dem Magdeburger Partei tag und d-em internationalen Kongreß in Kopenhagen aus- gesprochenen Erwartungen in Erfüllung gehe n." enormen Kosten wegen von diesen Schiffshebewerken zurückkommen müssen und glaubt nunmehr am besten und gletchzeitig mit verhältnismäßig geringen Kosten wegzukommen, wenn man den ganzen Kanal auf eine längere Strecke in einen durch das Gebirge hindurchführenden Tunnel verlegt.... Theater. Die von der sogenannten Neuen Freien Bühne im Komödienhaus am Sonnabendnachmittag veranstaltete Sonderauf- führung von Robert Walters„Kammerdiener" erwies sich als ein gänzlich verfehltes Experiment. Das Stück spielt laut Theaterzettel im achtzehnten Jahrhundert und soll vermutlich über- mütig frivole Rokokostimmung zum Ausdruck bringen, bleibt aber in verdrießlich plumpen, ganz und gar nicht reizvollen Eindeutigkeiten stecken. Ein Graf von ausgedehnten Haremserfahrungen nimmt zur Bezähmung der störrischen Launen seiner jungver- mählten Gattin die Hilfe seines Kammerdieners in Anspruch und wird von diesem Maskulinum bei der Gräfin schließlich ausge- stachen. Der Dialog ahmt in der leeren Bilderhäufung Eulen- bergschen Sturm, uwd Drangstil nach. Die Darstellung hielt sich in gleicher Tieflage des Dilettantismus wie der Text,«st. Humor und Satire. Da? Junkerlied auf Ritter Kreth. Wie stolz und stattlich geht er, Wie forsch und hochgemut; Er ist nur Schnapsvertreter lind doch bin ich ihm gut l Auf Bergen und im Tale Führt keiner so wie er Für Gott und die Zentrale Und gen sein Volk die Wehr. Die unfern Fusel trinken, Sind ihm ein Bild des Knechts, , Drum tost er nach der Linken Und nimmt Gehalt von recht?. Berlin ist ihm ein Babel, Denn Frechheit ist ihm Dual— Doch auch dem größten Schnabel Zeigt er sich kongenial. t lind wo er sich bei Rittern Und wo bei Frommen zeigt Da greift das Volk zum Bittern Und heil � der Konsum steigt. _ Peter Scher. Notizen. - M u s i k ch r o n i k. Meister d'A l b e r t hat sich entschlossen, nach ungefähr fünfjähriger Pause wieder einen Klavierabend zu veranstalten. Dieses Konzert findet am 23. Januar statt. — Theaterchronik. Maeterlincks Märchenspiel„Der blaue Vogel" geht Montag, den 23., im Deutschen Thea- t e r zum erstenmal in Szene. Die Musik hat Engelbert Humper- dinck komponiert. — Die A u s st e l l u n g o st a s i a t i s ch e r Kunst(in der Akademie der Künste. Pariser Platz) ist nur noch Sonntag von 9—4 Uhr geöffnet. Karten zu ermäßigten Preisen(25 Pf.) bei Horsch im Gcwerkschaftshaus. — Direktor Karl Schulhe, der Begründer und lang- lahrige Leiter des nach ihm benannte» Theaters, ist im 8.4, Lebens- jähre m Hgmtzurg gestMeü.""" bplM, Fn Set leffen Generalversammlung See Konsumgenossenschaft Hat sich klar herausgestellt, daß die Berliner Genoffen es mit der Durchführung der Parteitagsbeschlüffe recht ernst nehmen und der Versuche satt sind, die„Konsumgenossenschaftliche Rundschau" zur Vereklung der Genossenschaftsbewegung für Sozialdemokraten zu mißbrauchen. Der neueste Erguß der„Rundschau" zeigt, wie not- wendig es ist, die Waffen in diesem aufgezwungenen Kamps mit den Herren von der„Rundschau" nicht niederzulegen. Mit Schmatzen druckt die„Rundschau" einen Artikel aus der „B u ch b i n d e r- Z e i t u n g" vom 7. Dezember ab, in dem ganz im Gedankengang der Partei- und genoffenschaftsschädlichen Hai- tung der von uns niedriger gehängten„Rundschau"°Artikel dem „Vorwärts" vorgeworfen wird, er verstehe es„meisterhaft, unter der Maske der Genossenschaftsfreundlichkeit geradezu destruktive Tendenzen zu propagieren". Die„Buchbinder-Zeitung" findet es „bedauerlich, d»ß auch niemals etwas davon gehört wurde, daß. die Aufsichtsinstanzen des„Vorwärts" zu dieser„genossenschaftsfreund- lichen" Haltung Stellung genommen haben. Wir weisen die halt losen Verdächtigungen des genannten Organs als völlig unberech tigte zurück. Hält der Verfasser des Artikels eine Anrufung der AufsichtSinstanzen für notwendig— nichts hindert ihn, sie anzu- gehen. Wir wissen, daß die Haltung des„Vorwärts" in der Ge� nossenschaftsfrage diese gefördert hat, und wir werden uns ebenso- wenig durch die gegen Durchdringung der Konsumvereine mit sozialistischem Geiste gerichtete Schreibweise der„Rundschau", wie durch die völlig ungerechtfertigten Liebenswürdigkeiten der„Buch binder-Zeitung" davon abhalten lassen, im Sinne der Beschlüsse unserer Parteitage zu handeln. Die Genossenschaftsbewegung setzt sich nicht aus den in der jeweiligen Leitung ihres Zentralorgans wirkenden Personen zusammen, sondern aus' den gewerkschaftlich und politisch tätigen Genossen, die in ihrer ganz überwiegenden Mehrzahl mit uns übereinstimmen. In derselben Nummer der„Konsumgenossenschaftlichen Rund schau"« die übrigens außer dem Müllerschen Elaborat noch eine ' recht tendenziöse, schiefe Berichterstattung über die Berliner Gene- ralversammlung enthält, befindet sich endlich der stenographische Be richt über den ersten außerordentlichen Genossenschaftstag. Wir müssen auf diesen aus folgendem Grunde zurückkommen. Der „Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" hatte am 30. November an der Hand unseres Berichts über den Genossenschaftstag bemerkt: „Die Juaehörigkeit der Verlagsanstalt zum Deutschen Buchd ru ck er v e r e i n ist, wie zwei Vorstands- resp. Aus- schußvertreter mitteilten, von den maßgebenden Instanzen gut geheißen worden, v. Elm machte einen geradezu peinlichen Ver- such, die Versteifung auf den besonderen Fonds zu rechtfertigen. Der Fonds sollte keinen Kampfzwecken dienen. Kaufmann habe immer im gewerkschaftlichen Sinne im Deutschen Buchdrucker- verein gewirkt:„Ohne ihn wäre vielleicht ein neuer Buchdruckertarif gar nicht zu stände gekommen!" Wenn hier kein großer Irrtum oder grober Hörfehler des Be- richterstatters des„Vorw." vorliegt, dann müßten wir v. Elm dringend raten, nicht über Sachen zu reden, von denen er nichts versteht—'s ist wegen der Blamage." Der„Korrespondent" teilte dann am 5. Dezember auf Grund einer Zuschrift des Vorstandes des Zentralverbandes deutscher Kon fumvereine mit,«ruf der Tagung habe sich „v. Elm mit der Erwähnung des Buchdruckertarifs— bezüglich Kaufmanns Mitwirkung an dem Zustandekommen desselben— lediglich versprochen. Auf einen Zuruf Kaufmanns berichtete sich v. Elm sofort in„Buchbindertarif". Hiernach finden wir den Lapsus des Pressevertreters und des Gewährsmannes des„Vor- wärts" etwas schwerwiegender. Man kann sich, namentlich als Fernstehender, in einem Falle, wo zwei Begrifte so nebeneinander liegen wie hier, gewiß verhören. Wenn aber ein Redner auf einen Zuruf hin sofort die Sache selbst richtigstellt, dann ist es nur schwer zu verstehen, wie so etwas überhört werden kann." Das„Hamburger Echo" hatte ebenso wie wir berichtet und dann eine Zuschrift des Genossen Kaufmann mitgeteilt, nach der er den Genossen v. Elm durch Zuruf berichtigt habe. Nach der neuen vom Vorstand gegebenen LeSart hatte v. Elm sich auch selbst verbessert. Wir erkundigten uns bei einem Teilnehmer d«S Genossenschafts- tags, ob v. Elm sich berichtigt habe, uns wurde erwidert, davon habe er nichts gehört, das sei auch nicht anzunehmen�, da ja nur von B u ch- d ruck er n die Rede war. Da immerhin ein Ueberhören nicht nur seitens unseres Berichterstatters möglich war, erwarteten wir eine Aufklärung von dem offiziellen stenographischen Bericht in der „Rundschau". Und wie lautet dieser? Der betreffende Passus aus der Rede v. Elms lautet wörtlich: „ES bestehen ja Meinungsverschiedenheiten darüber, ob es richtig ist, daß unsere Firma dem Buchdruckerverein (Prinzipalsverein) agchört oder nicht. Der Genosse Fräßdorf hat gesagt, seine Ansicht sei die, wir gehörten dort nicht hinein. Ich kann die g e g e n t e i l i g e Ansicht hier bekunden. Ich kann nur sagen, daß angesichts der ganzen Situation im Buchdrucker- gewerbe, angesichts des Strebens eines Teils von Scharfmachern. das große Tarifwerk der Buchdrucker zu Fall zu bringen, es meines Erachtens dringend notwendig ist, daß alle arbeiterfreund- lichen Firmen dem Buchdrucker verein angehören und Unheil zu verhüten suchen.(Zurufe.) Und ich kann hier nur erklären. daß bisher ine Tätigkeit des so viel geschmähten Heinrich Kauf- mann im Buchdruckerverein darin bestanden hat, daß er selbstverständlich im arbeiterfreundlichen, gewerkschaftlichen Sinne gewirkt hat, um eben die Tarife zustande zu bringen.. Und ohne sein Mitwirken würde hier in Hamburg ein Tarif überhausjt nicht abgeschlossen worden sein(Zuruf von Kaufmann: Der B u chbi n d e r tar i fl), der abhängig ist von den Beschlüssen, die dort gefaßt werden. Sie sehen, bisher hat die Mitwirkung der Firma Heinrich Kaufmann u. Co. bewirkt, daß eben Schlech- tcs für die Gewerkschaftsbewegung verhindert worden ist." Es ist unbegreiflich, wie gegenüber diesen« authentischen Wort- laut, der der Auffassung unseres Berichterstatters entspricht, der Vorstand des Zentralverbandes dem„Korrespondenten" jeine Mitteilung zugehen lassen konnte, aus der der„Korrespondent" entnehmen mußte, unser Berichterstatter habe grolbfahrlässig die Korrektur, die v. Elm vorgenommen haben sollte, überhört oder sie gar absichtlich unterschlagen. Das Vorgehen des Vorstands des Zentralverbandes ist um so verwerflicher, als weder er noch v. Elm uns eine Berichti- gung zugehen ließ �und als für die Verneinung der Frage, ob eine Beisteuerung zum Antistreikfonds im Interesse der Arbeiterklasse liegt, völlig irrelavant ist, ob Kaufmann für das Zustandekommen eines Buchbindertarifs gewirkt habe. Die durch die irreführende Zuschrift herbeigeführte Verdächtigung des„Vorwärts" und seines Berichterstatters ist weder„sozialistisch" noch genossenschaftlich. Ebenso ivie nach der Angeiferung der in Berlin politisch orga- msierten Genossen durch die„Rundschau" möchten wir unsere Ge- Zossen, auch jetzt hoffentlich mit demselben Erfolg, dringend er- uchen, die Müllerschen anwidernden Ausführungen nicht mit der ionsumvereinssache in einen Topf zu werfen. Gerade um der- irtigen Quertreibereien und Schädigungen der Konsumvereins- Bewegung, wie es die von uns wiederholt niedriger gehängten Leistungen der„Rundschau" sind, entgegenzutreten, ist eifrige Be- ätigung in den Konsumvereinen erforderlich. Die reinliche Schei- sung auf der Kreuznacher Tagung im Jahre 1002 war ein Teil Klassenkampf. Sie wurde vollzogen, um die Arbeiter aus der jstrgerlidjey Dr. Crügerschen Vormundschaft zur Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten zu führen, nicht um an Stelle SeS Dr.(Trüget und Genossen neue Vormünder in der Person des Dr. Müller und Genossen zu sehen, die sie von der sozialistischen Idee und ihrer Betätigung abdrängen sollen. Die Konsumvereine bestehen zum überwiegenden Teile aus Arbeitern, und diese werden, unbeirrt um die Lamentos des Dr. Müller und Genossen, der Forderung des Magdeburger Parteitags entsprechend die konsumgenossenschaftliche Bewegung mit sozialistischem Geist erfüllen. Die genossenschaftliche demokratische Organisationsform gibt ihnen die Möglichkeit, ihre sozialistische Ueberzeugung die Pflicht hierzu." Berlins Genossenschaftler haben auf ihrer letzten Gene- ralversammlung gezeigt, daß sie diese Pflicht erfüllen. Glauben die Herren von der„Rundschau" über die Berliner die Nase rümpfen zu müssen— mögen sie tun, was sie nicht lassen können. Die Berliner Genossenschaftler lassen sich ihr Recht nicht nehmen, als Sozialdemokraten die Genossenschaftsbewegung in dem Kampf um Befreiung der Arbeiterklasse zu unterstützen und die Mängel bloßzulegen, die vorhanden sind. Eine Spaltung in der Berliner Genossenschaftsbewegung wird es trotz aller Quertreibereien von Dr. Müller und Genossen nicht geben. Trotz aller manchmal einem Teil unangenehmen Kritik achten die Berliner, ohne Unterschied ihrer Auffassungen im einzelnen, die höchste Instanz in der Ge- nossenschaft.' Die Generalversammlung hat gesprochen: mit frischer Kraft, heißt es nun, für unsere Genossenschaft auf allen Seiten zu agitieren. Trotz Dr. Müller und den ihm Gesinnungsverwandten: Hinein in die Konsumgenossenschaft! Möge bald Berlin eine Mitgliedschaft von mehr als 100 000 Mitgliedern auf- weisen Soziales. Unfallverhütung in der Landwirtschafk. Die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften haben in den letzten Tagen in München eine Konferenz abgehalten, die sich Haupt- sächlich mit der Unfallverhütung beschäftigte. Die Beratungen hierüber wurden eingeleitet durch eine Rede des Präsidenten des Reichsversicherungsamtes, Dr. Kaufmann, die unter Hinweis auf die bereits von mehreren Berufsgenossenschaften mit planmäßig und sachverständig durchgeführten Unfallverhütungsmahnahmen erziel ten, in einem wesentlichen Rückgang der Zahl der Unfälle sich aus- prägenden Erfolge die Notwendigkeit der weiteren Ausgestaltung der Unfallverhütungsfürsorge und der Betriebsüberwachung mit Nachdruck betonte. Bisher haben nur 24 von den 43 landwirtschaft- lichen Berufsgenossenschaften technische Aufsichtsbeamte eingeführt Die Hälfte der Berufsgenossenschaften kennt also noch keine Ueber- wachung der Betriebe. Die Zahl der Aufsichtsbeamten betrug 40 Man denke: für rund 17)4 Millionen versicherte Personen! Diese Art der Unfallverhütung ist geradezu kläglich. Von den technischen Aufsichtsbeamten muß auch noch eine große Anzahl sonstige Tätig- leiten, wie Ueberwachung der Rentenempfänger usw. ausüben. Erst im Jahre 1011 wurde es erreicht, daß wenigstens die dem Reichs versicherungsamt unterstehenden landwirtschafllichen Berufsge nossenschaften Unfallverhütungsvorschriften erlassen haben. Das Reichsversicherungsamt hatte große Mühe, die betreffenden Be rufsgenossenschaften zu dem Erlaß zu bringen. Während Hinsicht- lich der gewerblichen Berufsgenossenschaften Statistiken usw. über die Kontrollen der technischen Aufsichtsbeamten vorhanden sind, fehlen solche bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften gänzlich. Auf der Konferenz in München wurde eine Neubearbeitung der vorhandenen Unfallverhütungsvorschriften, insbesondere ihre Anpassung an die Reichsversicherungsordnung beschlossen. Die Aus' arbeitung von Entwürfen wurde einer Kommission übertragen. Sechzig Theaterdirektoren auf der«schwarzen Liste". Einen kleinen Einblick in das Theaterelend hinter den Kulissen gewinnt man, wenn man die„schwarze Liste" der Bühnengenossen- schaft einsieht. Sie ist zwar immer recht ansehnlich, und eine ganze Anzahl„unsicherer Kantonisten" spielt dort seit langer Zeit eine nicht gerade sehr„dankbare" Rolle, aber so„geschwollen", wie in der letzten Nummer des Genossenschaftsblattes war die„Warnungs- tafel" schon lange nicht. An 60 Persönlichkeiten, die noch das Direktionszepter führen, sind namentlich ausgeführt, bei denen „Vorsicht geboten" ist. Es finden sich darunter auch viele weniger gute als alte Berliner Bekannte, die meist längst der Reichshaupt- stadt den Rücken gekehrt haben; so Direktor Artur Peisker, der eine Zeitlang das ehemalige Zentraltheater leitete und jetzt in Rio de Janeiro sein Theaterglück versucht. Auch die Direktoren Nack, William Wauer, Alfred Halm und Rudolph Lothar stehen auf der Liste. Unter den aufgeführten Direktoren befinden sich viele, die außer ihrem Familien- oder Bühnennomen noch über mehrere „Pseudonyme" verfügen. Obgleich doch auch dem Bühnenleiter„der Name Schall und Rauch" sein sollte, scheint mancher dennoch mit jedem Wechsel deS Glücks auch seinen nom de guerre zu wechseln. 6encbt9-2cituii5. Ein Gaunerstreich. Wie erinnerlich sein dürfte, erregte seinerzeit der Gauner- streich des Viehtreibers Hermann Pelz in Schlächterkreisen großes Aufsehen. Er hatte durch seinen Bruder Karl, der auf dem Mager- Viehhof beschäftigt war, erfahren, daß ein Waggon Schweine im Werte von etwa 8000 M. nach Bayern expediert worden war. Es war ihm dann in überaus raffinierter Weise gelungen, mit Hilfe einer an den Vorsteher des Güterbahnhofs Bitterfeld aufgegebenen Depesche den Wagyon Schweine nach Leipzig-Viehhof umzulenken. Er hatte sich dabei des Namens„Illing" bedient. � Unter diesem Namen rief er dann telephonisch den Viehkommissionär Beißwanger in Leipzig an, meldete ihm die bevorstehende Ankunft des Waggons mit Schweinen und beauftragte ihn, letztere schleunigst zu verkaufen. Er fuhr dann mit seinem Bruder nach Leipzig, bekam von dem Kommissionär das Geld für die verkauften Schweine in Höhe von zirka 8000 M. ausgezahlt und quittierte mit dem Namen Illing. Beide Brüder begaben sich dann auf die Flucht, zuerst nach England, dann nach Kopenhagen. Das erbeutete Geld hatten sie geteilt. Als Hermann Pelz seinen Anteil verbraucht hatte, stellte er sich selbst der Behörde. Er wurde seinerzeit zu 2 Jahren Gefängnis und Ehrverlust verurteilt. Auch Karl Pelz hielt es, nachdem er seinen Anteil verausgabt hatte, für das zweckmäßigste, von Kopenhagen nach Berlin zurückzukehren und sich der Staatsanwaltschaft zu stellen. Er versuchte, die Hauptschuld auf seinen Bruder abzu- wälzen und sich als den völlig unbeteiligten Begleiter seines Bruders hinzustellen. Dies gelang ihm nicht: der Gerichtshof, vor dem er gestern stand, verurteilte ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. �_ Roheiten. Zwei Sittenbilder, in denen es sich um fast unbeschreibliche Verhältnisse handelt, wurden in zwei Verhandlungen vor dem Moabiter Strafrichter aufgerollt. In dem ersten Falle, welcher die 11. Straffammer des Landgerichts I beschäftigte, handelte es sich um einen Kaufmann Bruno Weidner, der von seiner eigenen Ehefrau beschuldigt wurde, sich der schweren Zuhälterei schuldig gemacht zu haben. Wie die An- klage behauptet, soll der Angeklagte schon am Abend seines Hoch- zeitstages seine Frau gezwungen haben, auf die Straße zu gehen. Nach der Behauptung der Frau habe ex sie unter schweren Miß- Handlungen gezwungen, in dieser Weise jahrelang hindurch dn» Lebensunterhalt zu verdienen. Der Angeklagte selbst behauptet» daß die ganze Beschuldigung seiner Frau nichts weiter wie ein ganz ungeheuerlicher Racheakt seiner Frau sei, die in Erfahrung gebracht habe, daß er ihr untreu geworden sei und ein Liebesver- hältnis angeknüpft habe. Das Gericht erkannte auf 1?� Jahre Gefängnis unter Anrech- nung von drei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. In dem zweiten Falle handelte es sich um einen brutalen Ehemann und Bater» der in der rohesten Weise Frau und Kind miß- handelt hatte. Es war dies der Arbeiter Paul Haupt, gegen den die 5. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Land» gerichtsdirektors Rohrmann eine Anklage wegen gefährlicher Körver- verlebung zu verhandeln hatte. Der wegen Fahnenflucht und Not» zucht schon mit 3 Jahren Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte, der allgemein als ein sehr gewalttätiger Mensch gilt, wohnte mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Alter von 6 und 7 Jahren in dem Hause Puttkamerstr. 4. Außerdem wohnten bei ihm auch noch drei Schlafburschen. Der Angeklagte kam fast jeden Tag be- trunken nach Hause und mißhandelte dann seine Frau und die Kinder in der rohesten Weise. Zumeist schlug er mit seiuer Schnaps- flasche auf sie ein und zwar solange, bis die Flasche zersplitterte. Einmal schlug er ein Kind derartig gegen die Wange, daß diese quer aufplatzte. Schließlich wurde von den Hausbewohnern die Polizei benachrichtigt, die den rohen Patron sofort verhaftete. Das Schöffengericht erkannte unter Anwendung der neuen Novelle zum Strafgesetz, welche in einein Paragraphen„die grausame»der bos- hafte Mißhandlung von Kindern" besonders schwer ahndet, auf eins Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 7 M»naten. In der gestrigen Berufungsinstanz nahm die Strafkammer an, daß einige Fälle nicht kontrollierbar seien. Wegen der von den Augenzeugen bekundeten Mißhandlungen wurde der Angeklagte unter Aufhebung des ersten Urteils zu 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt._ Aus einer kleinen sächsischen Landgemeinde. Hungerlohn und Schlamperei waren die Ursachen der Unter» schlagungen, die viele Jahre lang der frühere Gemeindediener Friedrich der Landgemeinde Niederfrohna bei Limbach begangen hat, Wegen Unterschlagung von Geldern, und zwar von insgesamt 1288,02 Mk., die er in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, stand er vor dem Chemnitzer Landgericht. Seit 1805 bis zum Mai 1012 war F. als Ortsdiener in Niederfrohna tätig. Am 16. Mai 1803 wurde er als Beamter eidlich verpflichtet. Nach seinem AnstellungS- vertrag hatte er außer seinen anderen Dienstobliegenheiten auch das Einkassieren der Gemeindeumlagen und der Schulgelder zu besorgen. Nach demselben Vertrage hatte er die einkassierten Gelder alle Tage abzurechnen und abzuliefern. Das ist aber nicht so gehalten worden, weil nach seiner Angabe der Gemeindevorstand gesagt habe, das mache zu viel Arbeit. F. lieferte alle Wochen eine runde Summe Geld ab, eine wirkliche Abrechnung fand gar nicht statt. 12 M. betrug der Lohn wöchentlich, den dieser Beamte er- hielt. Im Laufe der Jahre erhielt F. auch noch das Einkassieren von Licht- und Stromgeldern und der Versicherungsbeiträge über- tragen. Sein Einkommen erhöhte sich auf wöchentlich 20 M. Seit seiner Anstellung als Beamter, also seit Mai 1808 ist F. nicht ein einziges Mal kontrolliert worden! Als im Mai 1012 die Amts- hauptmannschaft eine Revision vornahm, wurde ein Defizit in Höhe des obengenannten Betrages festgestellt. Der Angeklagte war geständig, daß er bis zum Jahre 1006 sich in seiner mißlichen Lage an den amtlichen Geldern vergriffen habe. Schuld daran sei der schlechte Lohn und seine Familienverhältnisse gewesen. Besser sei es erst geworden, als seine zweite Frau hätte mit verdienen können und auch sein Lohn etwas höher geworden war. Er be- hauptete, daß er seit dem Jahre 1900 keine Unterschlagungen mehr begangen habe, daß er aber auch nicht in der Lage gewesen sei. das Defizit zu decken. Er habe es die Jahre daher mit herum- geschleppt. Das sei ihm erleichtert worden dadurch, daß die Jahresabrechnungen erst im Februar oder März und noch später erfolgten und er sich da immer wieder mit den aufs neue ein- genommenen Geldern habe helfen können, zumal, da eine Revision überhaupt nicht stattgefunden habe. Das alles konnte nicht wider- legt werden. Das Gericht erkannte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme auf Freisprechung des Angeklagten. In der Urteilsbegründung wurde unter anderem gesagt, daß bezüglich der bis 1000 von F. begangenen Unterschlagungen Verjährung eingetreten sei; daß F. nach dieser Zeit noch Gelder unterschlagen habe; dafür fehle jeder Beweis. In der Gemeinde scheint ja eine mustergültige Ordnung zu herrschen! Für solche Fälle müßte der Gemeindevorstand Haft- bar sein. Der verurteilte Fabrikdirektor. Als im Oktober in der Spinnerei-Aktiengesellschaft Schwarzen» bach a. d. S. in Oberfranken ein Streik ausgebrochen war, kam dem Fabrikdirektor KauSler zu Ohren, daß verschiedene Personen versucht hätten, die stehengebliebenen Arbeiter und Arbeiterinnen des Betriebes ebenfalls zur Niederlegung der Arbeit zu veranlassen. Insbesondere ward dies auch von dem Portier der Fabrik, Wolf, behauptet. Direktor Kausler geriet darüber so in Wut, daß er Wolf zur Rede stellte, einen fürchterlichen Skandal anschlug und Wolf unter anderem mit den Worten anschrie:„Sie Lump, Sie Schuft, gemeiner Kerl, ich brauche Sie nicht mehr; machen Sie, daß Sie fortkommen" usw. Als der so beschimpfte Arbeiter sich gegen dieses Auftreten des gebildeten Herrn Direktors verwahrte und mit Beleidigungsklage drohte, schleuderte ihm dieser noch die be- kannte Einladung des Götz von Berlichingen entgegen. Vom Schöffengericht Hof wurde Direktor KauSler nunmehr wegen dieser Sache zu 100 M. Geldstrafe und in sämtliche Kosten verurteilt. Sitzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Wilmersdorf. Mittwoch, den t8. Dezember, nachmittag» 6 Uhr, in der Aula der Vlktoria-Lullenschule. Uhlaiidstraße. Aus der Tagesordnung steht n. a. die Beratung eine» Antrages Schröder und Genossen aus Gr- richtung eines städtischen Arbeitsnachweises sowie die Beratung der Magistrat»- vorläge belrcssend Errichtung einer Landtrantenkasse. Charlottenburg. Dienstag, den 17. Dezember, nachmittag» S Uhr: Außerordentliche und Mittwoch, den 18. Dezember, nachmittags S Uhr: Ordentliche Stadtverordnetenversammlung im Ratbausstzungssaale. Neuenhagen. Montag, den 18. Dezember, nachmittags 6 Uhr, im Gemeindebureau. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemeindcangehörtge iß bc» rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Marktbericht von Berlin am 13. Dezember ISIS, nach Ermitletnngen de» tönigl. Polizeipräsidiums. 100.Kilogramm Welzen, gute Sorte 19,72 bi» 19,80, mittel 19,68— 19,64, geringe 19,40— 19,48 Roggen, gute Sorte 18,98— 17,00, mittel 16,94— 16,96, geringe 16,90— 16,92(ab Bahn), Futtter» erste, gute Sorte 18,20—18,70, miltel 17,60-18,10. geringe 17,00-17,60. baser, gute Sorte 19,00—20,40, mittel 17,20—18,90(stet Wagen und ab »ahn). Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 80,00—50,00. Speisebohnen, weiße, 36,00—60,00. Linien 35,00—60,00. kartofseln(Kleinhdl.) 5,00— 8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2,40. Rindfleisch. Bauch, leisch 1,50—1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,40—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,60— 7,20. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40-3,60. Hechte 1.40—2,80. Barsche 0.80—2,40. SchUte 1,90—3.80. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebst 2,50-30,00.' � Stiefel mit echlem Kaftenfellfuöer Stiefel mit Imitiert. 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So sei hier nur erneut für Lessing auf Mehrings Lessing- legende, für Schiller auf sein� kleine Monographie, im allgemeinen auf die entsprechenden Abschnitte in Meh- rings deutscher Geschichte verwiesen. Dies genügt, um zu kritischer Lektüre anzuleiten. Bemerkenswert ist auch die illustra- tive Ausstattung der Helios-Klassiker. So sind den vier Hauptbänden des Goethe elf Bilderbeilagen beigegeben. Der Preis dieser neuen Reclams ist höchst mäßig: diese vier Hauptbände des ausgewählten Goethe(worin allerdings u. a. noch die Elegien, die Römischen Elegien, die Venetianischen Epigramme, der Westöstliche Diwan, die Wanderjahre fehlen) kosten nur b M., das ist 1,25 M. für den sauberen Band von zirka 800 Seiten. Eine Gesamtausgabe erschien in lv Bänden zu 15 M. Die Schillerausgabe umfaßt 4 Bände und außerdem zwei Ergänzungsbände für den. der alles von ihm haben möchte. Ein glücklicher Gedanke war es, die Ausgaben mit einem Band ausgewählter Briefe abzuschließen. Reclams erfolgreichster Konkurrent Hesse hat sich in letzter Zeit hauptsächlich den großen Literaturen des Auslandes zugewandt und neue Ausgaben von Eoper, Dickens u. a. auf den Markt ge- bracht, von denen bei Gelegenheit ausführlicher zu berichten sein wird. Daß das kommende Jahr, daS Gedenkjahr für Wagner, Otto Ludwig und Hebbel, eine Fülle von Jubiläumsarbeiten zeitigen würde, war vorauszusehen. So läßt nun der Verlag von Gg. Müller in München eine große Säkularausgabe der Werke Friedrich Hebbels erscheinen.(Herausgegeben von P. Bornstein, 14 Bände ä 8 M.) Der Verlag Müller gehört zu den neueren deutschen Handlungen, die das Luxus-2lusgabewesen mit besonderem Raffine- ment betreiben. Daß hier sehr viel Snobismus mitspielt, ver- steht sich für den von selbst, der die geistige Kultur unserer gesell- schaftlichcn Oberschicht zu beurteilen weiß. Die Klassikerausgaben des Müllerschen Verlages verfolgen einen neuen Weg. Sie halten sich nicht an der Einteilung, die die Dichter selbst nach Schätzung oder Zusammenhang ihren Werken gegeben haben. Sie wollen schon in der Anordnung die Entwickelung des Dichters bis in ihre intimsten Einzelheiten reproduzieren. So werden hier die Werke in möglichst exakter historischer Folge abgedruckt, verbunden durch die gleichzeitigen Briefe und Tagebuchblätter. Es ist klar, daß sich hieraus die interessantesten Beziehungen und Beleuchtungen er- geben. Aber das Fragmentarisckw gewinnt in dieser Anordnung oft größere Bedeutung als das Vollendete. In jedem Falle setzt die neue Ausgabe schon eine tiefere Vertrautheit mit dem Leben, ein tieferes Versenken iki das Wesen Hebbels voraus. Aber für den, der bereits im Besitz solcher Kenntnis ist, ist es von höchstem Reiz, das Werden und Wachsen einzelner Ideen, daS Verhältnis seiner dramatischen Praxis zu seiner Kunstlheorie in jedem ge- gebcnen Moment, seine gesamte geistige Ausbildung unter dem Einfluß des Milieus und im Gegensatz zu ihm(bis jetzt Band 1: Wesselburen, 2: Hamburg; Heidelberg) zu betrachten. Jene Kennt- nis aber wird uns in einem wesentlichen Teil aufs angenehmste vermittelt durch ein auS autobiographischen Bruchstücken, Briefen. den Tagebüchern zusammengestelltes„L e b e n s b u ch"(B. Vehrs Verlag, Berlin, geb. 0 M.), das wirklich„ein geschlossenes Bild des inneren und äußeren Lebens Hebbels gibt". In eine der interessantesten Perioden unserer Literatur führen die beiden Bände, die Karl Frege mit gutem Griff unter dem Titel„Sturm und Drang, Dichtungen aus der Geniezeit", für die verdienstvolle„Goldene Klassikerbibliothek" zusammengestellt lmt, welche die wegen ihrer Zuverlässigkeit mit Recht geschätzten Hempelschen Ausgaben erneuert(Deutsches VerlagShauS Bong u. Co. — 4 Teile in 2 Bänden, gebunden 5 M.). Sie vereinigen die be- deutendsten Arbeiten von Gerstenberg und Leisewitz, Lenz und Klinger, Friedrich Müller und Heinr. Leop. Wagner. Diese Neu- drucke, die in solcher Art seit Jos. Kürschner nicht geboten wurden. sind für jeden Literaturfreund von größtem Interesse. Ist doch aus dem Erdreich dieser Ideen und Gefühle unsere klassische Kunst erwachsen. Diese sechs Männer stehen in der Vollkraft ihrer Jugend würdig neben Goethe und Schiller, gar mancher wesentliche Zug der Zeit wird uns bei ihnen deutlicher, manche Einzelheit bei diesen Großen wird uns verständlich durch jhre kleineren Nachbarn. Die Einleitungen geben eine gute biographische und kritische Orientierung. Die kulturgeschichtliche und psychologische Charaktc- ristik der Zeit lätzt�er dagegen vermissen. Vielleicht hätte auch Wil- Helm Heinse kurz zu Worte kommen können, der in höchst bemerkens- werter Art die Tendenzen des Sturmes und Dranges zur Romantik hinüberleitet. Das Prinzip dieser Ausgabe sollte aber unbedingt weitere Anwendung erfahren. Aehnliches wäre für die Romantik selbst und für das junge Deutschland zu leisten, noch manche andere Generation harrt gleicher Belebung— und bald wird auch unser moderner Sturm und Drang, unsere„Revolution in der Literatur", zu ähnlicher historischer Bearbeitung reif sein! Einen erwähnenswerten Neudruck bot in jüngster Zeit auch die bekannte Hamburger„Deutsche Dichter-GedächtniSstiftung", „Schelmuffskys wahrhaftige Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande" des famosen Chr. Rerter, eine der wenigen Perlen unserer nicht sehr zahlreichen komischen Literatur. — die Komik ohne jeden tiefsinnigen Hintergrund gefaßt und doch nicht philisterhaft beim Konflikt mit der kleinen Alltäglichkeit ver- harrend. So wird sich diese„brillante Personage" mit ihrer wundervollen Maulfertigkeit wiederum viele interessierte Zuhörer gewinnen, besonders in dem netten Gewand, in das sie die Ham- burger gekleidet haben.(Preis gebunden 1 M.) Unsere Parteiverlage scheinen sich in letzter Zeit die sehr dank- bare Aufgabe gestellt zu haben, in entsprechender Auswahl Autoren herauszubringen, die die bürgerlichen Unternehmer vernachlässigen, weil sie in ihnen kein geeignetes SpekulationsMekt erblicken. So brachte München eine hübsche Auswahl aus den Schriften G. Büch- ners, Berlin den immer noch jungen Berliner demokratischen Humor Ad. Glaßbrenners, Leipzig die tapfer kämpfende Gesinnung Johann Gottfr. S e u m e s, die von unseren bürgerlichen Literatur- Historikern immer kühler von oben herab abgetan wird.(500 Seiten, Preis 3,50 M.) Hier hat der Herausgeber, Wilh. Hausenstein, ein treffliches Stück Arbeit geleistet, das noch eine tiefer eingehende Betrachtung finden soll. Es ist sehr zu wünschen, daß unsere Parteiverlage auf diesem so aussichtsreichen Wege weiter schreiten und der notwendigen Förderung durch unsere Leser teilhaftig werden. W i t t n e r. e-* * { Naturwissenschaftliche Bücher. , Wie alljährlich vor Weihnachten sollen auch in diesem Jahre die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen des naturwissen- schaftlichen Büchermarktes hier kurz Revue passieren. Wir müssen uns natürlich bei der Auswahl eine starke Beschränkung auferlegen und können an dieser Stelle nur Werke anführen, die für Arbeiter oder Arbeiterbibliotheken von Interesse sind. Zunächst dürfen wir mit Befriedigung konstatieren, daß die Herausgabe der Neuauflage von Brehms Tierleben(Biblis- graphisches Institut, Leipzig) weitere Fortschritte gemacht hat. Außer den drei Bänden„Vögel" ist inzwischen noch der erste Band der Abteilungen„Säugetiere" und„Lurche und Kriechtiere" er- schienen. Die Säugetiere wurden von dem bewährten Direktor unseres Zoo, Herrn Professor Heck, neubearbeitet. Wie es bei einem so hervorragenden Kenner nicht anders zu erwarten war, stellt dieser Band eine Musterleistung sowohl hinsichtlich des text- lichen wie illilstrativen Inhaltes dar. Der Band umfaßt die Kloakentiere, diese altertümlichen eierlegenden Formen, die Beuteltiere, Insektenfresser, Flattertiere. Erdferkel, Schuppentiere. Gürteltiere, Ameisenfresser und Faultiere. Er wird eingeleitet durch einen kurzen Ueberblick über die gesamte Klasse der Säuge- tiere, in dem die wichtigsten Daten aus der vergleichenden Anatomie, Entwickelungsgeschichte, Biologie, geographischen Verbreitung sowie der Stammesgeschichte gegeben werden. Wie bei den übrigen Bänden kommt auch bei den Säugetieren die Naturphotographie weitgehend zu ihrem Recht. Tiefgreifender noch als hei den Säuge- tieren ist die von Franz Werner' in Wien besorgte Umarbeitung der Kriechtiere und Lurche, haben sich doch unsere Kenntnisse dieser Tierklassen in den verflossenen zwanzig Jahren ganz wesentlich verändert und vertieft. Auch hier geht dem Bande ein orien- tierender Ueberblick über die Gesamtheit voran. Dann folgen die Brückenechsen, Schildkröten und Panzerechsen. Daß der Brehm auch in seiner neuen Auflage in keiner Arbeiter- und Volksbiblio- thek fehlen sollte, bedarf keiner besonderen Betonung, er war und bleibt daS Tierbuch, um dessen Besitz uns die anderen Nationen beneiden. Noch gerade rechtzeitig für den Weihnachtstisch erschien im Verlage von Quelle und Meyer in Leipzig eine neue„Biologie d e r T i e r e" von Professor R. von Haustein. Haben uns auch gerade die letzten zwei Jahre mit einer ganzen Anzahl mehr oder weniger empfehlenswerter Tierbiologien beschenkt, so erscheint doch das Hansteinsche Werk infolge seines klaren und durchsichtigen Auf- baues und seiner schönen, sachgemäßen Bildausstattung nicht über- flüssig. Es ist ganz hervorragend geeignet, den Anfänger in an- regender und wissenschaftlich zuverlässiger Weise in dieses Gebiet einzuführen. Der Preis von 0 M. für das in Leinen gebundene Exemplar erscheint in Anbetracht des Gebotenen nicht zu hoch. Dank seines prächtigen Bilderschmuckes dürfte sich auch das große, im Verlage von Bong u. Co. unter dem Titel„Die W u n- der der Natur, Schilderungen der interessantesten Natur- schöpfuugeu und'-erscheinungen", dessen erster Band komplett bor- liegt(Preis geb. 18 M.). viele Freunde erwerben. In willkürlich einander folgenden Aufsätzen namhafter Autoren werden wichtige und interessante Vorgänge aus dem Gesamtgebiet der Naturwissen- ichaften behandelt. Fehlt auch ein systematischer Zusammenhang, so bilden doch die einzelnen Abschnitte mit ihren wundervolle» Illustrationen eine Fundgrube des Interessanten und Wissens» werten. Eine besonders willkommene Gabe dürfte allen Vogelliebhabern das soeben im Verlage der Creutzschen Buchhandlung in Magdeburg in fünfter Auflage in der Bearbeitung von Karl Neunzig heraus- gekommene altbewährte Werk von Dr. Karl Rutz ,.Einhci- mische Stubenvögel" sein. In Wort und Bild(zwanzig Farbentafeln und zweihundert Textabbildungen) lernen wir unsere heimische Vogelwelt in ihrem Leben und Aussehen genau kennen und erhalten gleichzeitig gründliche Anleitung zu ihrer sachgeinäßen Pflege und Züchtung. Das Studium dieses Werkes wird bei der Haltung unser gefiederten Freunde zahlreiche Mißerfolge und vielen Aerger verhindern. Ein wirkliches Verdienst hat sich die Creutzsche Verlagsbuch- Handlung durch Herausgabe des von dem bekannten Vorkämpfer für den Vogelschutz, Dr. Carl R. Hennicke, bearbeiteten „Handbuchs des Vogelschutzes" erworben, das hoffentlich der Vogelschutzbewegung eine wirksame Waffe bieten und damit den weiteren Verwüstungen unter unserer Vogelwelt entgegen- wirken wird. Im Interesse einer weiten Verbreitung ist es zu be- grüßen, daß die Preisfestsetzung für dieses fast fünfhundert Seiten starke, reichlich mit Abbildungen ausgestattete Werk mit 6,50 M. sehr niedrig gehalten wurde. Auch dieses Buch ist für Volksbiblio- theken unentbehrlich. Für die Praxis bestimmt ist die von der Deutschen Natur- wissenschaftlichen Gesellschaft herausgegebene Sammlung»Der, Naturforscher. Sammlung von Anleitungs-, Exkursions- und Bestimmungsbüchern"(Verlag von Theodor Thomas in Leipzig), von der bisher vier reich illustrierte Bände im Preise von 2,75 bis 3,75 M. für das in Leinwand gebundene Exemplar erschienen sind. Es muß hier genügen, daß wir Verfasser und Titel der Werke an- führen: es sind P. Kuhnt:„Der Käfersammler", W. Berndt:„Das Süß- und Seewasseraquarium", P. Kammerer:„Das Terrarium und Jnsektarium", A. Berg:„Geologie für jedermann", und dabei betonen, daß die Bücher durchweg ihren Zwecken ganz ausgezeichnet gerecht werden. Jeder, der sich nicht nur theoretisch mit den Natur- Wissenschaften beschäftigen, sondern praktisch betätigen will, wird in diesen Büchern zuverlässige Führer finoeu. Das Gebiet der Tierpsychologie hat in diesem Jahre durch zwei Werke, beide im Verlage von Veit u. Comp, in Leipzig er- schienen, eine wertvolle Bereicherung erfahren. An erster Stelle ist hier zu nennen das unter dem Titel„Tierpsychologi- sches Praktikum in Dialogform" von Professor Karl Camilla Schneider in Wien herausgegebene umfangreiche Werk(720 Seiten mit 130 Abbildungen, Preis geb. 17,50 M.f- Schneider unternimmt den interessanten Versuch in Dialogform, wobei die Vertreter der verschiedenen Richtungen in der Biologie, nämlich ein Psychologe', ein Monist, ein Vitalist. ein Physiologe, eh» Lamarckist und ein Biologe, als Handelnde auftreten, einen Ucbcr- blick über das Gesamtgebiet der Tierpsychologie zu geben und zu- gleich klar den Widerstreit der Meinungen herauszuarbeiten. De» Sieg trägt endlich der Psychologe davon, dessen Beweisführung sich die anderen unterwerfen müssen. Wenn man auch den theoretischen Ausführungen Schneiders wiederholt heftig widersprechen muß, so bedeutet doch sein Werk in Anbetracht des reichen hier zusammen» getragenen Tatsachenmaterials, und dessen kritischer Sichtung eine der wertvollsten und anregendsten Erscheinungen auf dem so heiß umstrittenen Gebiete der Tierpsychologie. Wer sich für diese Frage interessiert, kann an dem Schneiderschen Werke nicht vorbeigehen. Es muß allerdings betont werden, daß das Buch keine Sonntag- nachmittagslektüre ist, sondern eine ernsthafte Vertiefung in seinen Inhalt verlangt. Dann wird eS aber auch niemand ohne reichen Nutzen aus der Hand legen. DaS zweite oben erwähnte Buch hat Prof. Georges Bohn zum Verfasser, dessen im Verlage von Theodor Thomas erschienenes kleines Werk„Die Entstehung des Denkvermögens" wir ja schon früher ausführlich gewürdigt haben. Auch dieses neue von der Pariser Akademie preisgekrönte Werk „Die neue Tierpsychologie"(geh. 3 M.) besitzt die gleichen Vorzüge einer außerordentlich klaren Sprache und einer kriti- scheu Darstellung. Es gibt einen ausgezeichneten Ueberblick üben den gegenwärtigen Stand der Forschung und kann namentlich auch als Vorbereitung für das Schneidersche Werk angelegentlich empfohlen werden. Als ein glücklicher Gedanke muß es ferner bezeichnet werden, daß der Verlag von Vogtländer in Leipzig von dem berühmte» Reisewerke von C. G. Schillings„Mit Blitzlicht und B ü ch s e", das seinerzeit in erster Linie durch die hervorragenden Aufnahmen wilder und jagdbarer Tiere in der Freiheit der asri- kanischen Urwälder Aufsehen erregte, eine billige Volksausgabe zum Preise von 6.50 M. für das gebundene Exemplar veranstaltet und damit eine weitere Verbreitung dieses auch textlich hochstehenden Werkes ermöglicht hat. Bei dieser Gelegenheit sei auch gleichzeitig auf den soeben im Verlage von Brockhaus in Leipzig erschienenen dritten Band von Sven Hedins„Transhimalaja" hingewiesen, der uns wieder in der bekannten anschaulichen Sprache Hedings den Blick in eine bisher unbekannte Welt eröffnet. Hedin versteht es meister- hast, im leichten Plauderton seine wissenschaftlichen Ergebnisse» mitzuteilen, so daß man belehrt wird, ohne es zu merken, was gewiß die angenehmste Form des Lernens darstellt. Der Band bildet ein in sich abgeschlossenes Ganzes und kostet gebunden 10 M. Kittschsktlicher Kochenbericht. Stahlwcrksverbant».— Außenhandel.— Ausweise der Zentral- Notenbanken.— Stadtanleihen. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt man in der Industrie alle Anzeichen, die für einen Rückgang der Konjunktur als Einfluß des Balkankrieges sprechen könnten. Die Ziffern des Stahl- Werksverbandes über den Versand in �-Produkten können da nicht übersehen werden. Im November nahm der Versand von -�-Produkten um 48 000 Tonnen gegen den-Ocktober d. I. ab. Die Zunahme gegen den November des Vorjahres betrug nur noch 4000 Tonnen, während der Versand im Juni den des Parallel- monats im Jahre 1011 um 113 000 Tonnen übertroffen hatte. Charakteristisch ist auch der Anteil der verschiedenen Rohstahlarteu an dem Versand. Der Bedarf an Formeisen und Halbzeug hat gegen den im Oktober d. I. und im November 1011 positiv ab- genommen, nur der an Eisenbahnmaterial ist gestiegen. Bei Formeisen, das namentlich zu Bauzwecken benutzt wird, ist der Rückgang zu Beginn des Winters weniger auffällig. Die Ab- nähme gegen das Vorjahr erklärt sich zudem durch die schlechte Lage des Baumarktes in großen Teilen Deutschlands. Der Rück- gang der Versandzifsern für Halbzeug beweist dagegen, daß Abruf und Bestellungen der weiterverarbeitenden Eisenindustrie nachgelassen haben. Auch die Ziffern des deutsche» Außenhandels vom November zeigen einige charakteristische Aenderungeu. Zwar ist die Einfuhr von Eisenerze». Stein- und Braunkohlen, Rohblöcken, Eisenbahnschienen. Baumlvolle, zum Teil erheblich, gegen den November des Vorjahres gestiegen. Zurückgegangen ist sie dagegen bei Jute und Hanf, Roheisen und Kupfer. Ebenfa nahm die Ausfuhr von Eisenerzen, Steinkohlen, Roheisen ab. Auch die Er- zeugung von Roheisen ist gegen den Oktober um etwa 100 000 Tonnen zurückgeblieben, wenn sie auch die des vorjährigen Oktobers noch um mehr als 300000 Tonnen übertraf. Unter den Außenhandelsziffern fällt eine erhebliche Mehr- ausfuhr von Gold auf. Infolge der internationalen Ver- Wickelungen ist der Bedarf von Bargeld stark gestiegen. Im In- lande wird Gold angesammelt— sollen doch selbst Kommunal- behörden ihre Barbestände aufspeichern— und auch das Ausland zieht möglichst viel Gold an sich. So betrug die Ausfuhr von deutschen Goldmi'grzeu 62,3 Doppelzentner gegen 2,2 im November 1911 und die bon fremden Goldmünzen 36,0 gegen 0,5 Doppel- zentner. Die vermehrte Einfuhr von Goldbarren(36,7 gegen 10,8 Doppelzentner) konnte diese Mehrausfuhr nicht aufwiegen; der November brachte für Teutschland einen Goldverlust von 17,16 Millionen Mark. Die hohen Zahlen für die GoldauSfuhr sind zugleich der Be- weis für die starke Anspannung des deutschen Geldmarktes, die unter anderem auch auS dem letzten Reichsbankausweis hervorgeht. Der Metall-, Gold- und Banknotenbestand der Reichs- bank ist geringer, der Bestand an Wechseln und Lomhardguthaben (Wcrtpapierpfändern) dagegen höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Ebenso sind die in Umlauf gegebenen Roten wesentlich gestiegen, während die bei der Reichsbank hinterlegten Werte tDeposite») abnahmen. Tie Summe der ungedeckten Noten, die der Steuerpflicht unterliegen, betrug am 7. Dezember d. I. 334.6 Millionen Mark, am gleichen Datnm des Vorjahres dagegen nur 7,6 Millionen Mark. Diese Zahlen geben ein Bild von den Verhältnissen auf dem deutschen Geldmartt überhaupt. Das Publikum hält Bar- und Goldgeld zurück und entzieht eS den Banken und Sparkassen. Man schätzt, daß 76 bis 166 Millionen in diesen Monaten vom ängstlichen Publikum dem freien Verkehr entzogen worden sind. Um den notwendigen Kredit zu be- friedigen, bleibt den Banken nichts übrig, als ihrerseits das Zentralbankinstitut in Anspruch zu nehmen und ihm Wechselbestände in verstärktem Maße zu überweisen. Die Geldknappheit in DeutschlanL hat neben dem Rückgang der Kontenbestände in den Sparkassen auch eine Verminderung der Guthaben im Postscheckverkehr verursacht. Trotz der Zunahme der Ueberiveisungen a» die Postscheckkonten ist die Summe d-s Kontenbestandes gesunken, weil die Konteninhaber sich größere Summen zurückzahlen ließen. Die Anspannung des Geldmarktes Ist intcrnationak, in Europa geradezu kritisch. Das zeigt die Tatsache, daß Oesterreich mit seiner Anleihe nach Amerika gehen mußte. Auch die Ausweise der aus- ländischen Zeniralnotenbanken lassen eine Verschlechterung der Kreditverhältnisse erkennen. In London sind die Goldansprüche besonders stark. Die Totalreserve der Bank von England War um 1,4 Millionen Pfund Sterling, der Barvorrat um 1,7 Millionen Pfund Sterling geringer al? im Vorjahr. Mau rechnete dort sogar mit einer Erhöhung des zurzeit schon recht hohen Wcchselzinsfußcs von 5 Proz. Recht ungunstig ist uatürlich der Stand der Oe st c r r e i ch- U» ga r i s ch e n Bank. Wechsel, zahlbar im Ausland, waren in Oesterreich so teuer, daß Zahlungen mehrfach in Gold geleistet wurden. Der Metallvorrat erfuhr daher noch in der letzten Uoehe eM AbnghmK, Ktirch die Schatzschein- anleihe Oesterreich-Ungarns, die SSV Millionen Kronen in Gold hereinführt, hofft man die Situation zu besser». Günstiger als bei den genannten Banken entwickelte sich nur der Status bei der Bank von Frankreich. Auch dort erfuhr zwar der Barvorrat in Gold und Silber eine Einbuße, andererseits konnte der Noten Umlauf infolge geringerer Ansprüche reduziert werden. Durch den Geldmangel hat auch die Börsenspekulation eine Einschränkung erfahren. Kursrückgänge oder wenigstens geringe Umsätze waren die Signatur der vergangenen Woche. Der kommende Ultimo, der mit dem Jahreswechsel zusammenfällt, bringt neue Ansprüche, auf die man jetzt schon Rücksicht nimmt. Bei solch allgemeiner Zurückhaltung leiden Staats- und Kom- m u n a la n I e i h e n am leichtesten. Diese Siluation benutzte eine Bankfirma, um durch absichtliche Kursrückgänge eine Aenderugg der Kursnotierungen für Kommunalpapiere anzuregen. Da die llmsätze gering sind, werden Stadtanleihen nur zweimal in der Wache an der Berliner Börse zur offiziellen Ltotierung zugelassen. Mit einem ganz geringen Angebot— von je IMK» bis 2000 M.— gelang es trotzdem der Firma, die Kurse mehrerer Anleihen er- heblich zu drücken. Die Firma wollte demonstrieren, daß die Notierungseinschränkung vor solchen Vorgängen nicht schützt. Daß der Streich gelungen, ist nicht nur eine Folge der äugen blick- l i ch e n Mattheit am Rcntenmarkt, sondern zugleich ein Beweis für die Sättigung mit solchen Papieren. Ebenso wie das Reich und die Bundesstaaten überschwemmen die Kommunen den Geld- niarkt mit Anleihen. Auch hier folgt eine Geldaufnahme der anderen.� Im Jahre 1911 hatten die deutschen Städte bereits für 7� Milliarden Mark Schulden. Hinzu kommt, daß die Neuausgabe völlig unorganisiert ist. Die von den Städten selbst in Angriff genommene Regelung zu planmäßiger Inanspruchnahme des Geld- Marktes hat bisher noch keine Erfolge gezeitigt. Bus der f rauenbewegung* Um ben freien Sonnabendnachmittag. ijjm Reichstag hat der Abgeordnete Bassermann einen Initiativ- gcsetzentwurs eingebracht, der eine Ergänzung der Gewerbeordnung darstellt. Es soll die Bestimmung eingefügt werden, daß für Be- triebe, die in unmittelbarem Zusammenhange mit offenen Ver- kaufsstellen stehen, die Beschäftigung von Arbeiterinnen mit Aenderungs- und Zurichtungsarbeiten für diese Verkaufsstellen an Sonnabenden sowie an Vorabenden der Festtage nach 5 Uhr nach- mittags, jedoch nicht über 8 Uhr abends hinaus gestattet werden soll. Würde dieser Entwurf angenomnien, so wäre für Arbeite- rinnen der oben gekennzeichneten Betriebe der frühe Arbeitsschluß am Sonnabend wieder illusorisch. Dieser kleine Vorteil, diese geringe Verkürzung der Arbeitszeit, die glücklich für die Arbeite- rinnen in gewerblichen Betrieben erreicht worden st, soll ihnen jetzt wieder genommen werden. Statt den frühen Sonnabendschlutz auch auf andere Kategorien von Arbeiterinnen auszudehnen und dafür zu sorgen, daß allmählich ein früherer Schluß der Verkaufs- stellen an den Sonnabenden eintritt, damit die Verkäuferinnen ebenso wie die getoerblichen Arbeiterinnen den freien Sonnabend- nachmittag genießen können, wie es in London schon lange der Fall ist, sucht man das wenige Gute, was die Sozialpolitik den Arbeiterinnen gegeben hat, noch zu verschlechtern. Und wie nötig ist der freie Nachmittag für die Arbeiterinnen! Er ist die einzige Zeit, außer dem Sonntag, die sie für ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse verwenden können, die sie aber auch vielfach verwenden müssen, um ihre Kleidung in Ordnung zu briu- gen oder herzustellen, um Haus- oder Handarbeit zu leisten. Und eine noch größere Bedeutung hat der frühe Sonnabendfchluß im Hinblick auf die vielen verheirateten Erwerbstätigen. Tiefe ge- Winnen dadurch Zeit, einen Teil der notwendigen Hausarbeit zu leisten, die sich im Laufe der Woche ansammelt und unter deren Last sie am Sonntag seufzen müssen. Wenn auch jetzt der frühere Sonnabendschluß für Arheiterinnen in gewerblichen Betrieben be- steht, und die Ausnahme, die der Abgeordnete Bassermann wünscht, noch nicht Gi�etz geworden ist und nicht auf die Arbeitszeit der weiblichen Erwerbstätigen einwirken kann, so sind die freien Stunden am Sonnabendnachmittag den Arbeiterinnen doch vielfach schon jetzt genommen und zwar nach den Berichten der preußischen Regierungs- und Gewerberätc in der Hauptfache durch drei Faktoren, durch die Umgehung des Verbots der Mitgabe von Arbeit nach Hause an die Arbeiterinnen, durch Umwandlung einiger Betriebe, die früher mehr als 10 Arbeiterinnen beschäftigten, in solche mit nur neun Arbeiterinnen und durch Bewilligungen für Ueberarbeit an Sonnabenden. Diese Erlaubnis wurde im Jahre 1911 in 6ö Betrieben 88mal für 2181 Sonnabende gewährt. Die Summe der Arbeiterinnen, �ie insgesamt 57 157 Ueberstunden an«Sonnabenden leisteten, betrug 2550. 36inal wurden die Anträge auf Bewilligung zurückgewiesen. Diese Zahlen ergeben, verglichen mit denen des Vorjahres, überall eine erfreuliche Verminderung, aber trotzdem müßten die Ueberstunden am Sonnabend auf ein noch viel geringeres Maß herabgedrückt werden, damit möglichst alle Arbeiterinnen vom freien Sonnabendnachmittag Nutzen haben. Um ihn den Arbeiterinnen zu entziehen, macht sich das Be- streben geltend, die Zahl der eigentlichen Arbeiterinnen jeder Werk- statt abf höchstens neun einzuschränken, damit erreicht wird, daß nicht die strengen Bestimmungen über gewerbliche Betriebe An- Wendung finden. So berichtet der Regierungs- und Gewcrbcrat von Berlin: Eine auffallende Erscheinung tritt bei den Wert- stätten der Kleider- und Wäschekonfektion mit weniger als zehn Arbeiterinnen insofern zutage, als hier die Zahl der Betriebe mit Arbeiterinnen weiter um 894 gewachsen, die Zahl der Arbeite- rinnen dagegen um 471 zurückgegangen ist. Dies ist ohne Frage in erster Linie darauf zurückzuführen, daß in diesem Betriebszweig die eigentliche Herstellungsarbcit immer mehr in die Heimarbeit zurückgedrängt wird, um in bezug auf die Dauer der täglichen Arbeitszeit den gesetzlichen Beschränkungen zu entgehen. Und ähn- lich wird aus Köln geschrieben: Ter Inhaber einer Putzmachcrei beschäftigt jetzt im Betriebe nur noch neun Arbeiterinnen, um ihre Arbeitszeit über 10 Stunden ausdehnen und ihnen außerdem noch Hausarbeit mitgeben zu können. So wird also jetzt schon auf alle mögliche Weise versucht, den Achtstundentag der Arbeiterin am Sonnabend zu verlängern. Wieviel mehr würde das erst der Fall sein, wenn der Bassermannsche Antrag angenommen würde. Er würde dann nicht nur auf die Arbeiterinnen Anwendung finden, die jetzt schon in Betrieben tätig sind, die in Zusammenhang mit Verkaufsstellen stehen, sondern damit die Unternehmer ihre Ar- beitcrinnen an SonayDcnden noch länger als bisher ausbeuten können, würden dies? ihren gewerblichen Betrieben offene Ver- kaufsstellen angliedern oder auch umgekehrt im Anschluß an die Ver- kaufsstellen gewerbliche Betriebe einrichten, in denen sie Arbeiterinnen beschäftigen würden. Und warum verlangt man diese Mehrbeschäftigung der Arbeiterinnen? Nur um den Wünschen der einkaufenden Damen zu genügen, die auf etwaige Aenderungen ihrer Kleider und Hüte nicht bis zum Montag warten wollen, sondern sie noch ani Sonnabend abend verlangen. So sieht die nationalliberale Arbeiterfreundlichkcit aus, Verlängerung der Ar- beitszeit wind gefordert statt Verkürzung. Die sozialdemokatische 'Partei wird bei Besprechung des Entwurfs nicht nur den Basser- mannschcn Antrag ablehnen,, sondern die Gelegenheit als willkommenen Anlaß nehmen, um wiederum unsere viel weitergehenden Forderungen zu bekunden. Tie Arbeiterinnen aber sollten es sich stet? vor Augen halten, daß der wirksamste Arbeiterschutz ein« starke gewerkschaftliche Organisation ist und bleibt. Leseabende. 5. Kreis. 1 und la, Abteilung, Montag, den 16., 8'/, Uhr, bei Rausch, Winsstr. 12. Friedenau. Montag, den 16., 8>/� Uhr, bei Klabc, Handjerhsstr. 60/61. Gen. Röhl: Schundliteratur. Lichtenberg. Montag, den 16.: 1. Viertel bei Heine, Friedrich-Karl- straße 1l: Gen. John. 2. Viertel bei Schulz, Kronprinzen- straße 47; Gen. Schwenk. 3. Viertel bei Simon, Wilhelm- siraße 86; Gen. Kaßler. 6. Viertel bei Krüger, Türrschmidt- straße 41; Gen. Richter. 6. Viertel bei Blume, Alt- Box- Hägen 56; Gen. Zimmermann über: Die Bedeutung des WeihnachtssesteS für die Arbeiter. 4. Viertel bei Hoffmann, Möllendorfstr. 52/53; Gen. Nitschke über: Weihnachtsgedanken. Nicdcr-Schönhausen-Nordcnd. Dienstag, den 17. Dezember,' 8'/z Uhr, bei Rettig, Blankenburger Straße 4, Vortrag des Genossen Zimmermann-Karlshorst. � Versammlungen— Veranstaltungen. Baumschulenweg. Der für Mittwoch, den 18. Dezember, geplante Besuch der I u g e n d s ch r i f t e n- A u s st e l l u n g muß fort- fallen, da die Ausstellung schon beute geschlossen wird. Die Genossinnen werden gebeten, die Ausstellung möglich heute auf- zusuchen. Vriekk alten cler Redaktion. H. S. 999. Ja.— Vampier.«sste sind zur Mitarbeit nicht vcr- pflichlct. Falls der Mann seiner llnterhallspjlicht nicht nachkommt. lönnen Sie durch einen Rechtsanwalt beim Landgericht Klage erbeben lassen.— — KonfessionöloS. 1. und 2. Nein, da Religionsmündigkeit bereits mit Vollendung des 14. Lebensjahres eintritt und von diesem'Alter ab jede Person das Recht hat. ohne Zm'limmung des gesetzlickien Vertreters auS der Landeskirche auszuscheiden.— G. 1. Allgemeine Schwächlichkeit oder EM- krästung oder Schwäche nach unlängst überftandener Krankheit.— W. 45. 45. Das Testament mutz von einem der Eheleute eigen- h ä n d i g gc- und unterschrieben, mit Ortsbezeichnung und Datum ver- sehen sein und von dem anderen Teil einen cbenjalis.eigenhändig gc- schiiebcnen Zusatz erhalten, datz das Testament auch als das jeinige gllt; auch dieser Zusatz mutz mit Ortsbezeichmmg, Datum und Unterschrift ver« sehen sein.— A. L. 27. Richten Sie einen Antrag an das Polizeipräsidiuni. — Orbg. 13. Ihre Angaben reichen nicht aus, kommen Sie in die «vrechstundc.— R. R. 33. Die Auskündigung wirkt erst zum 1. Oktober ISIll. Der späteste Kündigungstermin ist der 13. September 1913. Die angegebenen Mängel reichen zur vorzeitigeu Vertragslösung nicht aus.— 3. 43. Für eine strafbare Handlung liegt kein Anhalt vor. Sellens der übergangenen Schwester kann beim Amtsgericht, in dessen Bezirk die Mutter verstorben ist.'Antrag auf VerMittelung der Auseinandersetzung gestellt werden. Die Bestimmung im Mietsvertrage ist rcchtswirtsam.— Sarau 6000. Falls kein Testament vorliegt, beide Eltern je zur Hälfte. Treptow 33. Nein: Die Haushaltungsgegenstände verbleiben dem Mann. Der übrige'Nachlatz verbleibt ihm zur Hälfte, die andere Hülste sällt an die Geschwister beziehungsweise Eltern der verstorbenen Ehefrau. 2. Ja.— "" 55. 160. Nach Ihrer Darstellung zurzeit nichl.— A. ft. W. Fragen Sie unter Darstellung des Sachverhalts bei der StaatSanwalsschajt an.— A. Z. 100. 1. Beim Polizeipräsidium. 2. Auf 3 bis 400 M.— S. W. 200. Ja.— M. H. 52. Das ist nicht zulässig. Sie können die «inie durch einen Gerichtsvollzieher oersteigern lassen.— K. L. 198. Nein. — B. H. 46. Nur dann, wenn mehrere Winterpaletots vorhanden sind. .... B. 100. Das Gericht in Grünberg ist zuständig.— W. M. 35. Die Hülste des Vermögens würde an die Kinder sallen.— I. I. 41. 1. u. 2. Ja. — D. 100. Es mutz, sosern die Strafkammer erkannt hat, bei der staatsanwaltschast, andernfalls bei dem«Schöffengericht, ein Gesuch um Stundung cingcrcickll werden unter Beifügung des PosteinIicferungS- ichcius über Absenduug des Gnadengesuchs.— E. R. 17. Nein.— i Visdorf 101. Der Beamte kann den Strasantrag auch noch im Termin zurücknehmen.— P. V. 4. Die Loge ist uns nicht naher bekannt.— Lelir beliebter(Zescbenk. Artikel im präsentkarton: kstist- Taschentücher für Damen, mit Medaillon- verzierung und Buchstaben Dutzend 1 ,95 Modernes Kaufhaus für Herren-, Damen- und Kinderkleidung u. Kleiderstoffe Alexanderplatz BERLIN C. EcKe Landsberger Stn 60, 61, 62, 63 Ein grosser Posten feinster Leder- Damentaschen für die Hälfte des regul. Preises ietzt 1.90 2.50 3.50 5.50 llnaewohillich billige Angebote für Testgeschenke! 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Jawohl— aber nicht aus— seine 1 Das war nämlich eine Spezialität vom schönen Albert— sein Trick I Sowie er an einem Rendezvous- Zentralpunkt eine einzelne Dame bemerkte, die diverse Minuten wartete— und die nicht allein ungeduldig, sondern auch— fesch ausschaute— da begann unser Albert seine Finesse auszuspielen. Er spielte den ebenfalls.Versetzten�, schlug— als wenn eS ihm eben impulsiv den Lippen ent- sprudelte— vor, sich gegenseitig zu trösten I Und unter gütiger Mitwirkung ihrer— infolge des vergeblichen Wartens auf.ihn" sd. h. auf den Richtigen) vorhandenen Wut— hatte Albert meistens Erfolg. Was störte es ihn, wenn vielleicht fünf Mi- nuten später der andere— der„Richtige"— auf den Plan erschien und sich infolge seiner Ver- spätung.versetzt' sah— für Albert war die Be- kanntschast des weiblichen Teiles der beiden Ver- abredeten ausreichend— diejenige des.anderen' interessierte ihn weniger. Am besagten Abend nun stand unser Albert wieder einmal schon zehn Minuten lang, diesmal zufällig am Hackeschen Markt, nahe der Normal- uhr, und harrte der Dinge und � auch der Damen, die da kommen sollten. Und es kamen viele. Doch nur wenige Minuten— und auch sie waren wieder in Begleitung des Erwarteten den Blicken unseres Alberts entschwunden. Nur eine stand.noch' da— schon zwölf Minuten, beob- achtet von unserem Freunde, dessen Blicke sie jedoch ebensowenig zu bemerken schien wie die manch anderer Vorübergehenden. Noch drei Minuten wollte Albert warten— da schien eS ihm, als ob sie zum dritten Male schon etwas nervös auf die Normaluhr blickte.— Jetzt war sein Zeitpunkt ge- kommen. Höflich grüßend, sprach er verschwinden alle Arten von Haut» unreinigheiten und Hautausschlägen wie Blütchen, Mitesser. Flechten. Ginnen. Pickeln, Pusteln usw. durch Gebrauch der echte» von Bergmann& CCo., Aadeveul. Stück CO Pf. Ueberau zu haben. Theater und Vergnügungen Deutsches SchaufpiclbauS. IS. Wendabteil.: Gläubiger (Siehe WvchewSpielplan.j Freie Volksbühne. Sonntag, den 15. Dezember, Ansang 3 Uhr: DeutscheZSchauspielhans.lZ.Abtetlung kGruppe 55— 57): Elektro. Thalia-Theater. 5/6. Abteilung. (Gruppe 21—25): Dte Fetnde. Herrnseld-Tbeater. S./S. Abteilung. (Gruppe 37—29): Der Vater. Lesftng- Theater. 12. Abteilung. (Gruppe 51—54): Glaube und Heimat. Abevh.Abtetlung: Rontag, den 16. Dezember, S Uhr: cn.) _________ und Mit dem Feuer spielen. Reue Freie Volksbühne« Sonntag, den 15. Dezember. nachm. 2'/, Uhr: Deutsches Theater: Penthestlea. KammerspielhauS: Erdgeist. Nachm. 3 Uhr: Neues volkS-Tbeater: Lore.— Di« Spieler.— Der Kammersänger. Schiller-Theater G.: Zopi und Schwert. Schiller-Theater Chart.: Die Jüdin von Toledo. Theater in der Könlgzräher Strohe: Die Ahnsrau. Neues Tdeater: Wiener Blut. Kleines Theater: Und das Licht scheint in der Finsternis. Trianon-Theaier: Der selige Toupwil. Metropol-Tbeater: Tata Toto. 5tuisürst«n-Lper: Der Troubadour. KemödienbauS: Der rote Leutnant. Deutsches OpernhauS: Fidel to. Abends S Uhr: Kurfürsten-Oper: Kuhreigen. ZleueS Bolks-Theater: Michael Kramer. Abends S-/, Uhr: Neues Bolls- Theater: Montag: Matter Landstrade. Dienstag: Lore. -— Die Spieler.— De» Kammer- sänget. Mittwoch und Donnerstag: Die Doppelgänaerkomödie. Freitag und Sonnabend: Michael Zeramer. 8chlller-7healefv.W„.„! Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2opf and Mcbwort. Sonntag, abends 8 Ubr: Im weißen HöHl. Montag, abend« 8 Uhr: Bedda Gabler. Dienstag, abends 8 Uhr: Misanthrop. Oie Schule der Frauen. Sehlller-Thealer �u�- Eonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimg'fnnden. Ranlag. abends 8 Uhr i ■eimg'tnndcn. Dienstag, abends 8 Uhr: _ HeinigTnndcn._ cn tsches Schanspielhnns Uhr: Der gutsitzende Frack. Lerlmer Idealer. 8 Uhr: PUm�Äuber. « uhriz ttedlla Lsdler. Mer am Nachmittags 31/, Uh Der Htittenbesltser. 8 uhr: Kismet. Montis Operetten-Theater (fc Neues Theater). Amt Norden 1141. MendS 8 Uhr: Der Frauenfreffer. Eonntagnachm. 3 Uhr: Wiener vlut. Residenz-Theater. Ansang 8 Uhr. Gastspiel Constanze v. Linden: Prinzenerziehung. Morg. u. folg. Tage: Prinrenerziehung. Sonntagnachss. 3 Uhr: Alles sür trma. Urania Wissenschaftliches Theater. Tanbcnstraße 48/40. Nachmittags 4 Uhr: Lebende Tierbilder von nah und fern. s uhr: Aufs MaUerhorn. (Letzte Woche!) Hontag 8 Uhr: Aufs Matlerhorn. tÖGISCHER CARTKN Hunte Monntag: Eintrill SO Pf. Kinder unter 10 Jahren 1'. die Hälfte. Nachm. 4—10 Uhr: Militär-Konzert. Täglich ab 4 Uhr: Militär-Konzert _ Donnerstage: Joh. Stranß. Passage-Panoptikum Bis inkl. 1. Januarj Tolbatage!-WS Jedermann 1 Kind frei Jedesl Kind erhält ein Geschenk! I | Alles ohne Extra-Entree Iß 50 WILDE yrcincD Männer! D LlfiCill KINOER vom Stamme der Igorroten. (Leben n. Treiben in dem) eigens aufgebauten ! IGORROT E>T-Dorfe.| lassageThearer Z Lichtspiele Unter den Linden 22/23. Diese Woche u.».: Dornenpfade. Gr. Drama in 3 Akten nach d. berühmt. 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Mt: Franz Pacal, königl. Hosopcrnlänger, Tenor; Dr. Pier Deutsch, Bariton; Gertrud Tteiuer-Rothstein. Violine: Friü Becker. Cello! am Klavier Kapellmmeister Alexander Neumaun. SM" Ball.-Mg"VßB Verein fürFrauen o.Mädclien der Arbeiterklasse Montag, den 16. Dezember, abends 8'/, Uhr, in Kellers Neue Pbllbatmonle, Köpenicker Str. 90/07: Einführung: WagnersKonzert == mit mDsikallschen Krliiaterungen.=== Vortragender: Dr. Alfred Guttmann. Eintritt 10 Pf.__ 58/18_ Der Torgtand. Touristen-Verein „Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 15. Dez em der feiert die Ortsgruppe Berlin Haus«(Kaisersaal), i Viertes Stiftungsfest verbunden mit einem Lichtbilber-Bortrag: 1. Darob die Altmarb. 2. HUrkische Wnnderbllder. Bekannte sowie Freunde des Manderns find freundlichst eingeladen. Saakössnung S Uhr. Beginn 6 Uhr. Eintritt inkl. Tanz SO Pf. Eintrittskarten erhältlich bei kl. Wlttlg, Restauration, KöSliner Straße 2, und G. 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Mit Gegenwärtigem teile Jljpcn mit, daß ich die von Ihnen bestellten zwei Wannen erhalten habe. Meine Frau sowie Kollege Schwanitz, für den ich die zweite Wanne bestellt hatte, waren beim Anblick derfelben ganz entzückt. Ich für meinen Teil konnte es nicht unterlassen, die Wanne gleich praktisch zu versuchen und kann nur sagen, daß ich sämtliche Borteile, die �hrer Wanne„Paradies» nachgerühmt werden, voll«nd ganz erfüllt fand. Am meisten freute ''i mich über den wenigen Wasserverbrauch und die bequeme Lage. it 4 Eimern Wasser kann man ein Bollbad nehmen, welches selbst dem Unbemitteltsten nicht zu teuer kommen dürste. Mit einem Wort gesagt, die Badewanne ist gerade für den wenig Bemittelte» die praktilchste, billigst«, dauerhafteste und bequemste Wanne, die man fich denken kann, hauptsächlich, da fie aufgestellt fehr wenig Plat, ciunimmt. Von je 10 aus diese Anzeige bestellten Wannen wird je eine Wanne vollständig gratis verschickt(aber nicht mehr als 100 GraüSwanncn). Diese hundert Gratiswannen erhalten die Einsender der erste» 19« richtigen Lösungen. Es kommt also darauf an, die Lösung ans untenstehendem Tchetn mit Z Mark in bar oder Marten so schnell als möglich abzusenden. Maßgebend ist der PostabgangSstempcl aus dem Briefe. Kein Risiko, da selbst bei falschen Lösungen die 3 Mark nicht verloren sind, da diese dann zurückgeschickt werden. Streng reell!!! 100 Mark Belohnung dem, der nachweist, daß nicht genug Graüswanncn verteilt werden. Die Empfänger der Gratiswannen werden in diescr Zeitung veröffentlicht resp. den Einsendern mitgeteilt. Auf Wunsch wird die Wanne auch erst kurz vor Weihnachten verschickt, also event. ein Weihnachts- geschenk umsonst. Holz- und.Wletalhverk Oederan(Sa«) Nach meiner Zählung enthält der Kreis im»Vorwärts' ............ Punkte. Sollte ich richtig gezählt haben, senden Sie mir franko(Verpackung frei) 1 Paradies-Wanne(D. R. G. M., z« M. IT.tio Nachnahme. Anbei M. 3,—, die ich zurückerhalte, wenn die Lösung nicht richtig ist. Falls ich unter den ersten gewinn- berechtigten Einsendern der richtigen Lösungen bin, erhalte ich M. 14,7ö später in bar zurück, also die Wanne ganz umsonst. Name:..................................... Stand Ort: Straße oder Station:............................ Die Wanne soll am............... zum Versand kommen. Nur diejenigen Lösungen werden berücksichtigt, die unabgeändert auf diesen Schein geschrieben(ohne Ertrabedingungen) eingehen und denen 3 M. beigefügt sind. ttost« Oezngsqaelle Auf Teilzahlung in kleinen Raten Herren- und Damen-Uhren, Regulateure, Freisdiwinger, Ketten, Ringe, Armbänder, und alte Geldwaren, Grammophone, Zithern, Spieldosen, Harmonikas, Mandolinene Geigen, Christbaumstänöer etc. etc. Korden. Choriner Str. 53, Ad. vordasch. Fehmarnstr. 8. Korsörer Str. 8, Wilh. Bredow. jluglerstr. 45, G. Rademacher. Kopenhagener Str. 8. Lychener Str. l 83, Herm. Holzhüttcr Malplaquctstr. 14, Franz Sicht. Swinemünder Str. 86. Beterancnstr. 6, Herm. Fischer. Neue Hvchstr. 34, Rich. Schmidt. Kordosten. Ltppehner Str. 15, Mar Herforth. Nangarder Str. 39. Chmilewsli. Wörther Str. 88, Reinh. Schirmer. Kordvre«ten. Bensselstr. 37, Th. Pia». Rostocker Str. 49, Fritz Berner. Waldstr. 59, Otto Schinkel. Gilden. Gräfestr. 35, C. Biclcscldt. GUdosteiz. Engelufer 13, Gustav Giebel, neben dem GcwerkschastshauS. Frnnzstr. 7, Fritz Müller. Glogauer Str. 19, W. Zimmermann. Generaldcpot: Udo Stangenberg Amt Moritzhlatz 9160. Osten. Posen» Str. 83, Herm. Schliser. Kopöbnikusstr. 11. Petersburger Str. 5. RomintenerStr. 18, Gust. Liebecke. Thacrstr. 19. Cbarlottenbnrx. Eanerftr. 89, Bruno Leupolb. lilchtenbern. MSllcndorffstr. 73. Alb. Dopich ai Kcnkblln. Bergstr. 57, J. Drager. Biedrichstr. 14, I. Hirsch. $ermannstr. 59, Wilh. Comab. annierstr. 8, H. Krause. Kleder-SlebSneirelde. Fennftr. 16, am Kaisersteg, Georg Wegener. Obcr-Scbitnen'elde. Edifonstr. 61, Karl Ohlerich. Boxtaagrcn. Lcnbachstr. 3, E. 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Sonnabend nnd Sonntag: Das Rhetngoid. Montag: Der Rosenkavalier.(Ansang 7't, Uhr.) Ronigl. Schauspielhaus. Sonntag: Don TarloS.(Anfang 7 Uhr.) Montag: Die Journalisten. Dienstag: Der große König. Mittwoch: Don Carlos.(Ansang 7 Uhr.) Donnerstag: Sin Wasfengang. Freitag: Die Hermannsschlacht. Sonnabend: Der große König. Sonntag: Än Waffengang. Montag: Doktor KlauS.(Ansang 71/, Uhr). Neues Qpern-Theater(Kroll). Sonntag: Russisches Ballett. Der Feuervogcl. Montag: Verein sür Voltsunterhaltung: Don Juan. Dienstag: Russische» Ballett: Pctruschka. Mittwoch: Russisches Ballett: Karneval. Donnerstag und Freitag: Russische» Ballett: Petruschka. (Anfang 8 Uhr.) Sonnabend und Sonntag: geschloffen. Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fidelis. AbendS: Zar und Zimmermann. Montag: Fidelio. Dienstag: Oberon. Mittwoch: Figaros Hochzeit. Donnerstag und Freitag: Oberon. Sonnabend: Zar und Zimmermann. Sonntag und Montag: Oberon.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Dheater. Sonnlag: König Heinrich IV.., 2. Teil. Rontag: König Heinrich IV., I. Test. Dienstag und Mittwoch: König Heinrich IV., 2. Teil. Donnerstag: Hamlet. Freitag: König Heinrich IV., 1. Teil. Sonnabend: König Heinrich IV., 2. Teil. Sonntag: König Heinrich IV., l. Teil.(Ansang 7ff, Uhr, Donnerstag bis Sonntag 8 Uhr.) Montag: Der blaue Vogel.(Ansang 7 Uhr.) Kammerspiele. Sonntag und Montag: Mein Freund Teddh. Dienstag: Maria Magdalene. Mittwoch: Mein Freund Tedd»,. Donnerstag: Maria Magdalene. Freitag bis Montag: Mein Freund Teddy.(Ansang 8 Uhr.) Hessing. Theater. Sonntag und Montag: Gabriel Schilling« Flucht. Dienstag: Die Weber. Mttwoch: Rosenmontag. Donnerstag: Rose Bernd. (Ansang 7'/. Uhr.) Freitag: Gabriel Schillings Flucht. Sonnabend und Sonntag: Rose Bernd. Montag: Die versunkene Glocke.(Ansang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Rosinen. Allabendlich: Filmzauber.(Ansang 8 Uhr.) Äittwochnachmittag 8 Uhr: Philotas. Der zerbrochene Krug. Kleines Theater. Sonntagnachmittoa 8 Uhr: Und da» Licht scheinet i» der Finsternis. Allabendlich: Prosessor Bernhardi.(Ansang 8 Uhr.) Tchiller-Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zops und Schwert. Abend»: Im weißen Rößl. Montag: Hedda Gabler. Dienstag: Der Misanthrop. Die Schule der Frauen. Mittwoch'und Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag: J»r weißen Rößl. Sonnabend: Die Schmetterlings- schlacht. Sonntag: Flachsniann als Erzieher. Montag: Die Schmetter- lingSschlachl(Anfang 8 Uhr). Schiller- Theater Gharlottenbnrg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Abends sowie Montag und Dienstag: Heimgefunden. Mittwoch: Die Geschwister. Aga. Donnerstag: Heimg'sunden. Freitag: Die Kinder der Exzellenz. Sonnabend und Sonntag: Hcimgffunden. Montag: Die Geschwister. Eiga.(Slnsang 8 Uhr.) Friedrich> SLilhelmstädt. Schauspielhaus. Sonntagnachmittag Mtd Mittwochnachmittag 3 Uhr: Weh dem, der liigt. Sonnabendnachmtttag L Uhr: Christnachtszauber. Allabendlich: Grigri.(Anfang 81/4 Uhr) Theater in der Königgrittzer Straffe. Sonntag: Hedda Gabler. Montag: Die fünf Franksurter. Dienstag: Hedda Gabler. Mittwoch und Donnerstag: Die sünf Frankfurter. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend I und Sonntag: Dt« füns Frankfurter. Montag: Hedda Gabler.(Ansang 48 Uhr.) ] Trianon- Theater. Sonntagnachmittag* Uhr: Der sekig« Tonptnel. Allabendlich: Die Erste— die Beste.(Ansang 8 Uhr.) ReneS Bolls> Theater. Sonntagnachmittag I Uhr: Lore. Die Spieler. Der Kammersänger. Abend»: Michael Kramer. Montag: Mutter Landstraße. Dienstag: Lore. Die Spieler. Der Kammersänger. Mittwoch und Donnerstag: Die Doppelgängerkomödie. Freitag und Sonnabend: Michael Kramer. Sonntag: Mutter Landstratz«.(Anfang 81/« Uhr.) Thalia-Theater. Sonntag- und Mittwochnachmittag s Uhr: Frau Holle. Abends sowie Montag und Dienstag: Lutoliebchen. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Puppchen.(Ansang 7'/, Uhr) von Freitag allabendlich: Puppchen.(Ansang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntagnachmittag S Uhr: Mein alter Herr. All- abendlich: Graf Pepi.(Ansang 8'/, Uhr.) SomSdtenhaus. Sonntagnachmittag» Uhr: Der rote Leulmml. Allabendlich: Die Generalsecke.(Ansang 8 Uhr) Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: All«« sür dl« Firma. Allabendlich: PrinzenerzieHung.(Ans. 8 Uhr). Deutsches Schauspielhaus. Sonntag: Der autfitzend« Frack. Montag: Gläubiger. Mit dem Feuer spielen. Dienstag vi« Montag: Der gutfitzende Frack.(Ansang 8 Uhr.) Theater am Nollendorfplaff. Sonntagnachmittag 3>/, Uhr: Der Süttenbesiitzer. Mittwoch- und Sonnobendnachmittag 8 Uhr: Schneewittchen. onntagabcnd: Kismct. Montag: Orphen» in der Unterwelt. Dienstag bis Montag: Kismet.(Ansang 8 Uhr.) Eafino-Theater.«on'ntagnachmittag« Uhr: Unter dem Weihnacht»- bavm. Allabendlich: Am grünen Strand der Spree.(Ansang 8 Uhr.) MonttS Operetten- Theater. Eonntagnachmittag 3 Uhr: Wiener vwt. Allabendlich: Der Frauenfresser.(Ansang 8 Uhr.) Kurfürfteu- Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Allabendlich: Der Kuhreigen.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag, 22.: Geschloffen. Rose- Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Eiskönig und Gold- prinzeßchen. Abends sowie Montag und Dienstag: Die Sünden der oberen Zehntausend. Mittwoch: Gewonnene Herzen. Donnerstag bis Montag: Die Sünden der oberen Zehntausend.(Ansang 8 Uhr.) Luisen-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ich laste dich nicht. Abends sowie Montag und Dienstag: Raffles. Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Prometheus. Freitag: Geschlossen. Sonn- abend und Sonntag: Berlin— Hamburg— Rew Dort. Montag: Goldener, das Sonntagskind.(Ansang 8 Ulir.) Herrnfeid- Theater. Allabendlich: Die Alpenbriider. Scheidung»- Souper.(Anfang 8 Uhr.) Urania> Theater. Sonntagnachmtttag 4 Uhr: Lebende Tierbilder von nah und scrn. Abends bis Donnerstag: AusZ Matterhorn. Freitag: Di« Flugsrage. Sonnabend und Sonnlag: Auss Matterborn. Montag: Paris und die Königsichlöffer von Versailles. Sldniiralspalnft. Eisballelt: Fvonne. ReichSl, allen-Theater. Allabendlich: Sonntags 7'/, Uhr.) Zirkus Busch. SoimtagnachmMag 3's, und allabendlich 7's, Uhr: Galavorstellung. Zirkns Schumann. Sonntagnachmittag 3Z, Uhr und allabendlich 7Z, Uhr: Galavorstellung. Metropol-Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Tata Toto. All- abendlich: Chauffeur— ins Metropol I(Ansang 8 Uhr.) Theater Groff-Berlin. Allabendlich: So bummeln wir. vorher: Reuer Barietö-Teil.(Ansang 8 Uhr.) Auss Matterhorn. Montag: (Anfang 8 Uhr.) (Anfang 10 Uhr.) Bei Vätern.(Anfang 8 Uhr, Wintergarte«. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Uhr; Spezialitäten. Folies Gaprice. Allabendlich: In Eachan Katzeasieiu. Dt« Doppel-» strma. Die Tochter der Braut.(Ansang 8ff4 Uhr.) Apollo-Theater. S-mniagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Ahrs Spezialitäten. Königftadt-ttastu». Täglich: Epezialttäte».(Ansang 8 Uhrh Paffage-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. eingegangene Dnickfcbriften. Die Ohnmacht der Sozialdemokratie im Deutschen Reichstage» Von Diogenes. 30 Ps. F. Kater, Berlin, Stralauer Platz 18)19. Witte ruugSftbersicht vom 14. Dezember 1912. Swinemd«. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien 751 S« 7521 SB®» 756® 766)@S 770 W 768;S 7IRegen 8Megen 4 bedeckt öbedeckt TIbedeckt 5!bedkckt Haparandai' Petersburg' Scillh Ab erde«» Paris Wetterproguose für Sonntag, de« 1». Dezember 1912. Mild und zeitweise ausklarend, jedoch vorherrschend wolkig«tt Rege«, fällen und starken südwestlichen Winden. B erUnsc Wetterbnr»««. WafferftandS-Rachrichte» der Sandeianstalt für Gewässerkunde, mitgetellt vom Berliner Wetterburean� >)+ bedeutet Wuch»,— Fall. d« treiben. •) Unterpegel.«) Schwache» Grmrd- s A (Bcfyte QZJeih n achte fcimtnvtttg xoxihre vartcefot aturou �aUjepbon� Mi? naJellos spielend« Verlanjjen Sie Speifal-Weihnachti-K«t«ldj) von Ihrem Hindier| oder direkt von Pathe Freres& Co-, G.m.b.H. 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PlmrnsBttle, Müllerstr. 142, abends 8'/, Uhr. NOrd�II' 8>bu�10* Feat8aio> Schwedter Strafte 23, abends Norden: Frankea Festsaie, Badstr. 16, abends 8'/, Uhr l'anol* Wohlfalirts l'cstsiUe, Reinickendorf, Eichbornstr. 18, 1 CyCI. abends 6 Uhr. Mnahit* Sloablter Gesellscliaftshang, Wiclefstr. 24, i/lUilUll. abends 8'/, Uhr. Resten und Bciiöneberg: flctOTI* ComeninBsaic. UalCll« Vortrag: Die Angriffe auf das Koalittonsrecht. GeaellachaftBhaiis des Westens, Schöneberg, Haupt, tr. 30/31, abends 81/, Uhr. Memeler Str.«7, abends 8'/, Uhr. ffe auf das Koalittonsrecht. Res.: Stadtverordneter Adolf Ritter. I iahfonhopn* Uestanrant J. Ertelt, Pfarr strafte 74, Lltuicuucry. abends 81/, Uhr. Stralau und Rummelsburg: WoiRoneoa* Penkerts Festsäle, Berliner Allee 251, nciueilacc. abends 5'/, Uhr. CiidanhOTipIra* Hohenstanfen-Säle, Kottbufer Damm 76, SUUCuUEAlil RC. abends 81/, Uhr. Bortrag des Kollegen Wücke. �iilltmiltvril'lro'„Süd-Ost", SSolbemarfti. 75, abends 8'/, Uhr. SUlICilUCAll RC. Vortrag des Kollegen Hilpert. Neukölln* Festsäle, Bergstr. 151/152, abends Charlottenburg: Volkehan«, Rostnenftr. Z, abends 8-,, Uhr. d.Ibreebtsbnl, Albrechtstrafte la, abend» 8'/, Uhr. Slvyili&. Vortrag über„Die Angriffe auf das Koalitionsrecht*. Referent: Genosse Panl Dupont. Friedrichsliagen n. Köpenick: strafte 74, abends Ö'/j Uhr. Vortrag des Genosse» Glüft. Spandau: verts' Sestanrant, Kurstr. 23, abends 8'/, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Ktlllht von der anßerordentlichen Gkneralversammlimg vom 8. Destmber 1912. UMM- Ohne Hltsliedsbnch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Met-hrdnw-N-tizdelcedtt L haben. 134,19 kwesbslose(lllgiike)«»»«! Wegen der Weihnachtsseiertage findet die Auszahlung der Unterstützung wie solgt statt: Für Montag» den 23. Dezember» und Dienstag» de« 24. De- zember, wird am Montag, den 23. Dezember» gezahlt. Für Mittwoch» den 25. Dezember, und Donnerstag» den 26. Dezember, wird am Dienstag» den 24. Dezember, bis mittags 12 Uhr gezahlt.— Nachmittag ge- schlössen. Am Freitag, den 27. Dezember(3. Feiertag) wird bis 12 Uhr gezahlt.— Nachmittag geschlossen. Für Montag, den 30. Dezember» und Dienstag» den 31. De- zember, wird am Montag, den 30. Dezember, gezahlt. Für Mittwoch, den 1. Jannar, und Donnerstag, den 2. Januar 1313, wird ain Dienstag, den 31. Dezember, bis mittags 12 Uhr» gezahlt. Nachmittag ge- schlössen. Da wegen Quartalsschluß das Bureau der Krankenabteilung am Donnerstag, den 2. Januar 1013, den ganzen Dag geschlossen bleibt, ersuchen wir die kraulen Kollegen, ihre Unterstützung bis zum Dienstag, den 31. Dezember 1012, abzuholen. Ausgeschlossen davon Ünd diejenigen, welche sich in Krankenhäusern oder Heilstätten befinden und ihre Unterstützung erst nach Beendsgnng der Kranlh-it abholen. ___ Ple Ortsverwaltnng. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltnng Berlin. Mittwoch, den 18. Dezember 1012, abends Präzise 8'/, Uhr, In den „Arminhallcn«, Kommandantenstrafte 58/59: Merordentlictie fieneraiversatttmlung. Tagesordnung: 1 Lichtbildewortrag des Genossen E. Gras über:„Ursprung und Alter des Menschengeschlechts*. 2. Diskussion. 3. Antrag der Verwaltung aus Gewährung einer Weihnachtsunterslützung alt die arbeits. loje» Mitglieder. 4. Vcrschlcdencs. 158/9 MM- Mitgliedsbuch legttimiert. Da die Versammlung pünkllich eröffnet loird. ersuchen wir die Mit. alieder,«»Störungen zu vermelden, rechtzeitig und vollzählig zu erscheinen. u' Tie OrtSverwaltung. Baugenossenschaft „Ideal" EIngetr. Genossenschast mit beschr. Hastpflicht. 108,18 Ordentllehe General-Versammlung am Montag, den 30. Dezember, abends>/,0 Uhr, in den Hohen- staufensälen. Kottbuser Damm 78. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Beschlußsassung über Bilanz und Gewinnverteilung. 3. Entlastung des Vorstandes und des AusstchtsratS. 4. Neuwahlen zum Borstand. 5. Neuwahlen zum AufsichtSrat. 8. Neuwahlen der Ersatzmänner. Neulölln, den 14. Dezember 1912. Ose Aufsichtsrat: Franz Zalewski. ■er vi Zwelgvereln Berlin. Schtion der Gips- unh Zeineiltbrniche. Gipsbattliranche, Kalntzpicher, Träger«ud Spanner. Mittwoch, den 18. Dezember 191S, abends 8 Uhr, in Fritz Wittes Festsälen, Sebastianstr. 39: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Kündigung des Tarifverttages für das Gipsbaugewerbe. 2. Branchenangelegenheiten. 148/1* Zahlreichen Besuch aller im GiPsbangcwerbe beschäftigten Kollegen erwartet Oer Sektionsvorstand, _ Mitgliedsbuch ober LegltimationSkarte legitimiert. Unserem Genossen ß ktbert SctiikVö ncbstFrau| V die herzlichsten Glückwünsche V � zur Silberhochzeit den 16./ 12. w in Die Genossinnen u. Genossen das Bezirks Lichtenberg, Gruppe 65. 73A vi/ :2:2:x;2:. Sozialdemokratischer Wahlverein JfenkSUn. Montag, den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokal Bartschs Festsäle, Hermannstr. 49: Avßkrord. Gksittiilvkchmmtittig. Tagesordnung: 1. Wahl des Sekretärs. 2. Verschiedenes. vor Vorstand. SSSSSSL Das beste Geswenk ist das künstlerisch ausgeführte Gruppen- bild»» Singer- Liebknecht- Bebel 30X36 cm unter Glas gerahmt M., ungerahmt 1,— M. 44X54 om in Eiche,«.7S.. 2.75. 85X85 cm„..»,75;: 4.5«. ■ Bei Postbestellungen erbitte>/, Anzahlung.- Kunstverlag BeritaS. Berlin, Swinemüuder Str. 5«. Orts-Krankenkafse der Sattler und verwandten Gewerbe Berlin 8«. 16, Engelufer 15. Die angekilndigteu UtMahltv von Delegierten zur OrtZkranlenkasse der Sattler finden wegen Verlänge- rung der alten Mandate durch de» Bundesrat SV nicht statt,-a« 384/16 Der Vorstand. Voriährige feinste Anzöge, Paletots, schicke Ulster, Gehrockanzüge, Smokings, Fracks a. Seide 30-70 M. Venihaiis Germania 21. Unter den Linden 21. Sonntag v. 8— 10 u. 12— Sjeöttrr Auf Teilzahlung Sprechmaschinen jeder Art echte Menzenhauer Zithern, Geigen, Mandolinen, Gitarren.* 91. Jahres Musik-Spezlalgeschlfto 1. Geschäft iBrunnenstr. 117 2.„ Reinickendorfer Str. 107 3.„ Moabit, Gotzkowskystr.31 4., Veteranenstr. 8. Sozialiletnokralischer WaWverein für den IT. Berliner Reiehstags- Wahlkreis. Heute Sonntag, den fS. Dezember findet per UrabstttNMUNg die Aahl der Delegierten zm preuKllchen Parteitag Eichberg, Naunynstraße 67. Wählisch, Skalitzer Straße 22. Daus, Lausitzer Straße 46. Dummer, Glogauer Straße 25. Schulze, Forsterstraße 17. Eugcl, Oppelner Straße 47. Gaida, Wiener Straße 49. Mix, Skalitzer Straße 59o. Wahlberechtigt ist nur daS Mitglied, welches bis beginnt nm 8 Uhr vormittags und endet um 12 Uhr mittags. Königsberger Strajje 28. in folgenden Lokalen statt: Grundmann, Pücklerstraße 29. Lier, Naunynstraße 9. Otto, Markusstraße 47. Boeker, Weberstraße 17. Deter, Palisadenstraße 52. Kluge, Langestratze 58. Fellenberg» Caprivistraße 20. Grnnwald, Memeler Straße 67. Hellriegel, Weidenweg 68. ötothroff, Rigaer Straße 93. Schulz, Schreinerstraße 18. Rott, Straßmannstraße 29. Wrubbel» Heidenfeldstraße 29. Meissner, Tilsiter Straße 42. Zwarg, Friedeberger Straße 1. zum September d. I. seine Beiträge entrichtet hat. Die Wahlzeit Das Zentralwahlbureau befindet sich bei Paul Hoffinanu, 22t/ 19* Oer Vorstsntt. Verwaltniig Berlin. Montag, den 16. Dezember, abends 8'/, Uhr, in den Konkordia-Festsälen, Andreasstraße 64: Semelnssme Vertrauensmänner. Versammlung fiir sämtliche Bezirhe und Branchen. Tagesordnung: Stellungnahme znr Erneuerung des Tarif-Vertrages. Ohne Mitgliedsbuch und Vertrauensmünnertarte kein Zutritt. Küchenmöbel-Branche. Dienstag, den 47. Dezember 4S1S, abends 8 Uhr: Irsnelien- Versammlung in Haberlands Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. ===== Mitgliedsbuch legitimiert.-= Branche der Jalonste-Arbeiter. Mittwoch, den 18. Dezember Ivlti, abends 8'/, Uhr: VerfammUms alter w der Jalovßefabrikation deschäftiglen Arbeiter nnd Arbkltennnen bei Anton Boeker, Weberstr. 17. Tagesordnung: Welche Lehre» ziehen wir aus der Doris, kündigung des Arbeitgeber-Schutzverbandes? 92/15 Empfehle allen Freunden und Bekannten zum bevorstehenden Wcihnachtafoste mein Glas-, Porzellan-, Steingut-, Nippes-, Campen- und Gmaillewaren- Geschäft sowie sänitUcho Küchen- Artikel zu den billigsten Preisen. Sugult Meiert,'V.rSÄf.lÄJ1' r k Reste Damentuche Ä?*« big..... per Meter ron van KostümstolfeDeenuge,9t Muster.. per Meter von Seldenplüsch �,rddu 80 cm breit. OM *"»o _________ 4m. EngI.SealfeÄr12M Astrachan 120 m* ibo e Zentimer breit per Meter** � per Metel Ül PaletOtS t. d. neueet. Fassons. In Flsoich- 4 4 M. stolfeo eto...... von■ � an Paletots Är;8"u 35 M. Nord und Velyet. von---- an KOStUme In reicher Auswahl In engl. Stoffen an M. und Kammgarn,,. vou"W an Kostüm- Röcke in grosser Auswahl toü 4S" Wm mBf* Kottbüsirl Ll«> Strasse 5, J J Günstiges f. Weihnachts-AnRehot dürderobe mif Kredit Anzahlung nach UebereSnkunfft mit bequemer Abzahlung. 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Die Beerdigung findet morgen i Montag, den IS. Dezember, nach. mittags S>/, Uhr, von der Leichen- halle des Georgen- Friedhose» (Weißensee) aus statt. 1LS2b ZozialijeiiiolikallNlie�alilslmIv I.ii. 4. Berl. Beiehstagswahlkreis. (Stralauer Viertel. Bez. 3t2.) Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Genosse, der Schuh- macher Max Kajefki (Koppenstr. 65) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den tS. Dezember, nach. mittags 3>/, Uhr, von der Leichen- balle deS Georgen-KirchhoseS in Weißensee aus statt. Um rege BeteUigung ersucht 221/13 vei- Vorniand. ZentralyeM derSeliulmiacber Deutschlands. Ortaverwaltang Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbciter Max Kajefki verstorben ist. Ehr« feinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag. den 16. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle de« Mc- orgen-KirchhoseS in Weißensee aus Reg« BeteUigung erwartet 169/14 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Ld. 6. BerLReiebstagswaiilkreis. Am 13. d. MtS. verstarb unser Genosse, der Kupierschmied August Adler Schulstr. 102, Bezirk 781. Ehr« seinem Andenken! Die Beerdigung sindet morgen Montag, nachmittags 2'/, Ubr, von .der Halle des Philippus-Apostel- I Kirchhofe« au« nach dem städtischen Friedhos Müllerstraße, Ecke See. iiraße, statt. 234/16 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Kuplerschmiede Deutschlands, f»'»'« Berlin. Am 12. Dezember verstarb unser Kollege I�uxust /Xäler an Wassersucht im Alter von 65 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 16. Dezembkr, nach- mittags>/,3 Uhr, von der Halle 1" des PhilippuS-Apostel-KirchhoseS, Müllerstraße, Ecke Seestraße, au« statt. ! Zahlreiche Beteiligung erwartet 1 99/7 Der Kiliatvorftand. Deutseber Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Willi Horlemann Schönhauser Allee 71, im Aller von 35 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mcntag, den 16. Dezember, nachmltuii,« 3 Uhr, von der Halle de« Gethsc- inone-Ktr i hoses in Niederschön- Hausen-Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/16 Die Ortsverwallung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres Bruders und Onkels �lbefi Gundeladi sagen wir allen, insbesondere der Firma Schneider nebst Kollegen und dem Metallarbciterverband unseren herzlichsten Dank. vis trauernden Hinterbliebenen. Verband der Haler, Lacklerer ete, Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Oskar Kuxler (Küchenmöbelbranche) am 12. De- zember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 15. d. M., nach- mittag« auf dem Lichtenberger Gemeinde- Friedhos in Marzahn statt. Um rege Beteiligung ersucht 131/1 Die Ortsverwaltung. NB. Die Kollegen treffen fich um 2.15 Uhr aus dem Wriezener Bahnhos. Fruchtstraße(Berlin 0.). Sozialdemokrat. Wahlverein iiir d.Re!ehst.-Wablkr. Niederbarnim. Besirk Lichtenberg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Oskan Kugisn, Finowstr. 10, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn aus statt. Rege Beteili' Die' 19/6 erwartet ez'irrslettuus Allen Belannten zur Nachricht, daß am 12. d. Mt«. mein lieber Mann, unser guter Vater �uxust�unxermsan sonst entschlafen ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Auguste Jungermann und Kinder. Die Beerdigung findet am g. den 16. d. MtS.. nach- von der Leichdn- Montag, mittags 2'/, Uhr, Halle de« neuen Neuköllner Fried- hoses aus statt. 12A Turnverein„Fichte". Unseren Mitgliedern Mir Nachricht, daß der Turngenoss« frltt Saeher tglied der 14. Männerabt.) am 13. Dez. im Alter von 23 Jahren verstorben ist. 186/9 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. Dez.. nachm. >/,4 Uhr, aus dem neuen Trep- tower Gemeinde-Friedhos. Kies- Holzstraße am Bhs. Baumschulen- weg statt. Rege BeteUigung erwartet Der Vorstand. Verband d.Gemelnde-u. Staatsarb. Filiale CJroB-Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege Li'nsf Urban, welcher im Betrieb« der städt. l»laswerke, 26. SicvierinspeNion, beschäftigt war. verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Mon- tag. den 16. Dezember, nach. mittags 3 Uhr, vom Gemeinde- Friedhos Nr. 2 in Nieder-schön- Hausen bei Schänholz au« statt. 36/5 Oie Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Teilnehmern bei der Beerdi. gung meiner Frau meinen herzlichen Dank. 16t6b Baal Heinrich. Allen lieben Freunden und Be- kannten, welche meinem unvcrgeß. Itchen Manne, unserem lieben Vater .M e �----*—.. fnr ptgimtena. crtuiiwmmt ist ortmttL Unser Luxus-Modell— das ohne Jeden Nadel. Wechsel mit einem■n.erttSrbareB Saphfa-sttS spiel«— ist nicht zu vergleichen mit den allgemein auf den Markt kommenden Apparaten. Unser Laxutmodcll ist cinTyp für sich Senden Sie ans noch heute den ■MiiiNiiuiiiiiMiMiimiiMunMmuuiuintinsnuiiiiiimiiiitttiiiMHiiiiiiiiiiiii nebenstehenden Schein ein I •«iminimimtisti Bial& Freund, Breslau U JUapfrleri« PreUlUie Ober andere Sprech. Apparate, sowie Uber Violinen, Mandolinen, Celli, Qullaz i eu, Zithern, selbst. spielende Morikwerke dratl«. D�e ii!eueMai)oli da» Befie für 3� Acbtea Sie. wenn Sie Uhren, Gold-«. Silberwaren kaufen oder reparieren lassen, auf folgendes Schild: Mitglied der freien Vereinigung gelernter Uhrmacher Qroß=Berlins Die Inhaber dieses Schildes sind gelernte Uhrmacher und verpflichtet, Sie fachmännisch und strfeng reell zu bedienen. Uhrmacher iu. Juwelier Berlin SW., Oranienstraße 99, liX1� empfiehlt sein reich assortiertes Lager in Uhren, Juwelen, Gold-, Silber- und Alfenidewaren. Spezialität: Goldene Damen-Remontoir- Uhren mit Kette und« tut 20 Mk. Echt silberne Damen-Remontoir-Uhr. 800 gest. M.4,75 Bei Vorwesiong dies. Inserats 5 Proz. 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Herr Bludschus, Jnh. des Lokals Neu-Heringsdorf bei Köpenick, wendet sich jetzt in einem Rundschreiben auch an organi- sierte Arbeiter und ladet sie zum Freilag, den 20. Dezember, zu einer Dampferpartie nach seinem Lokal in Neu-Heringsdorf ein. Wir machen darauf aufmerksam, daß Herr Bludschus Verhandlungen mit der Lokaltommission rundweg abgelehnt hat und bitten deshalb die organisierte Arbeiterschaft, das Lokal streng zu meiden. In Senzig 7.-S. hat das Lokal.Zur Linde" den Besitzer ge- wechselt. Der neue Inhaber, Herr Arlur Wingert, stellt dasselbe gleichfalls zur Verfügung. In Kaulsdorf ki.-B. ist das Saallokal von Götze an der Frank- furter Chaussee für alle Veranstaltungen frei. Auf wiederholte Anfragen teilen wir mit, daß in Friedrichs- selbe das Lokal von Haberland, Wilhelinstraße, irrtümlich von der Lokalliste fortgelassen worden ist; es ist nach wie vor frei. I» Pankow ist das Lokal„Feldschlößchen", Berliner Str. 27, Jnh. Krinelke, von der Liste zu streichen. In Pankow, Lokal.Zum türkischen Zelt", Breitestr. 14. hat den Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber, Herr Meier, gibt das Lokal ebenfalls frei. In Schöncrlinde N.-B. weigern sich die Lokalbesitzer Herr Salz- mann und Herr Koep trotz wiederholter Verhandlungen mit der Lokalkommission, ihre Lokale zur Verfügung zu stellen; sie sind des- halb für organisierte Arbeiter gesperrt. _ Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis.„W e st e n." L und II. Abteilung. Dienstag, den 17. Dezember, abends 8'/, Uhr, bei Nitzle, Denncwitz- straße 13: Viertelsversaminlung. Thema: Reorganisation der Zahl- abende. Referent: Genosse H. Clajus. Mitgliedsbuch legitimiert. Sechster Wahlkreis. Wir machen unsere Mitglieder auf den heute nachmittag S Uhr im Lokale von Sachon, Müllerstr. 138 stattfindenden Märckenabend für Kinder aufmerksam. Friedenau. Am Mittwoch, den 18. Dezember, abends 8'/z Uhr, im Kaiser Wilhelmgartcn, Rheinstr. 85: Wahlvereinsversanimlung. Genossin Käle Dunker spricht über: Neuerscheinungen auf dem Ge- biete des Kapitalismus. Zlosenthal. Dienstag,' den 17. Dezember, abends 8>/z Uhr, bei Milbrodt, Kronprinzenstr. 15: Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins. Tagesordnung: 1. Ausnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Genossen Barthclt. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Oranienburg. Die Ausgabe der Gcschenkkarten zu der am L2. Dezember stattfindenden Weihnachtsbescherung findet am Sonn- tag, den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, im Lokale„Waldhaus Sandhausen", Schützenstr. 34 statt. Ohne Karte kein Tinlaß zur Bescherung. �__ Berliner Nachrichten. Die Ailsstellung empfehlenswerter Jugeudschrifte« im Ge- Werkschaftshaus ist nur noch heute. Sonntag, von 3— ö Uhr, geöffnet._ Die Treptower EingemcinbungSfrage. Wie ivir erfahren, hat der Berliner Magistrat an den Ge- meiudevorstand von Treptow schriftlich das Ersuchen gerichtet, zu der Vereinigung beider Gemeinden grundsätzlich Stellung zu nehmen. Damit wird d&i Verhandlungen wieder ein fester Boden gegeben, welche, seit langen Jahren schwebend und nie- mals ganz unterbrochen, doch unter schwerer Unsicherheit litten. Dies namentlich deshalb, weil vielfach die Annahme bestand, es sei staatsscitig ein Verbot gegen all und jede Eingemeindungsverhand- lung zwischen Berlin und Nachbargemeinden ergangen. Daß wirt- schaftlich so innig verbundene Gemeinden, wie es Berlin und Trep- tow, wohl auch Berlin und Stralau sind, nicht auf die Dauer von der Frage abgedrängt werden können, wie weit sie in ihrer Selbst- Verwaltung zusammengehen wollen, hat die Erfahrung sattsam ge- lehrt und würde sicher in Zukunft noch unabweislicher zutage treten. Deshalb hat der Magistrat geglaubt, endlich einen Schritt tun zu müssen, welcher zur Klarheit führt. Das Schreiben Berlins an Treptow ist, wie wir hören, auch dem Kreise Teltow und dem Brandenburgischen Provinzialvcrbande zur Kenntnis gebracht worden, weil die Interessen beider Körper- schaften bei den Verhandlungen eingehend zu würdigen sind. Vom Tode wiederauferstanden ist nach einem Bericht de«.Ber» liner Tageblatt" ein bekannter Staatsanwalt. Das genannte Blatt berichtet nämlich über eine Trauerfeier für Justizrat Sello. Unter den Personen, die an dieser Trauerfeier teilgenommen haben, habe sich unter anderen auch der Erste Staatsanwalt Steinbrecht befunden. Unseres Wissens ist Staatsanwalt Steinbrecht, zu welchem besonders unser Blatt gute Beziehungen unterhielt und unter dessen Regime über verantwortliche Redakteure des.Vorwärts" etwa 5 Jahre Gefängnis verhängt wurden, seit Jahr und Tag nicht mehr unter den Lebenden. Wir haben die„Verdienste" dieses Mannes bei feinem Tode besonders gewürdigt. Wenn er jetzt an der Trauer- feier für Sello teilgenommen hat, muß er geradezu besonders für diese» Zweck wieder auferstanden sei». Weihnachtsgeschenke. Wir haben schon häufig darauf hingewiesen', daß eS den Arbeiterfamilien meistens recht säuer wird, einige Mark für Geschenke aufzubringen, die nicht direkt zu den LeibenSnotwendigkeiten gehören. Ilm so mehr ist es notwendig, daß diejenigen, denen es bei den jetzi- gen Zeiten überhaupt noch möglich ist, durch kleine Geschenke ihren Lieben eine besondere Aufmerksamkeit zu bereiien, sorgfältig- prüfen, ob sie ihr sauer erworbenes und erspartes Geld auch für Zwecke ausgeben, die dem zu Beschenkenden eine nachhaltige Freude bc- reiten. Zu den schönsten Geschenken für Jung und Akt gehören zweifellos gute Bücher. DaS Hauptaugenmerk ist beim Einkauf von Büchern auf das Wörtchen„gut" zu legen-, denn leider werden noch jahrein jahraus außerordentlich viel Bücher gekauft, die bester un- gekauft blieben, da sie der proletarischen Gedankenwelt fernli«gen und soweit es Jugendbücher sind, oft durch frömmelnden oder hurra- patriotischen Inhalt versuchen, die Kinder der Gedankenwelt der Eltern zu entfremden. Wir meinen, daß in dieser Beziehung die Schule schon genügend keiftet. Von unserer Partei wird— angeregt durch den Zentral- bikdungsausschuß— schon seit Jahren viel zur Einführung einer wirklich guten Jugendliteratur gelan und an den verschiedensten Orten wird Erfreuliches durch Veranstaltung von Vorträgen und Bücherausst-ellungen geleistet. Die seit einer Reihe von Jahren im Gcwerlschaftshaus veranstöltelen Ausstellungen guter Jugend- fchriften, die gleichzcitig mit einem Verkauf verbunden sind, er- freuen sich allgemeiner Beliebtheit. Unser Berliner Parieiverlag versucht mit wachsendem Erfolg, auch bei Buchge schenken für Er- wachsene den Arbeiterfamilien mit gutem Rat beizustehen. Aus diesem Grunde'möchten wir nicht Unterlasten, darauf hinzmveiscn. daß der heutigen Vorwärtsbeilage„Die Neue Welt" ein Verzeichnis beiliegt, in dem viele wirklich gute Bücher aufgeführt sind, die sich zu Geschenkzwecken sehr eignen. ES ist dafür Sorge getragen, daß Gär das Lein-fte Portemonnaie etwas Passendes gefunden werden kann. Wir können unseren Lesern nur raten, sich die Liste recht sorgfältig aufzuheben und-bei Bucheinkäufen als Ratgeber zu be- nutzen. Alle darin aufgeführten Bücher halten die Zentrale der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 69, sowohl als-auch alle Vor- wärtsausgabestellen vorrätig._ Eröffnung von Neubanstrccken der Straßenbahn. Zwei Neu- baustrecken nimmt die Große Berliner Straßenbahn am Montag, >den 16. Deze-lnber, in- Betrieb. Die eine geht von der Königsberger -durch die Rüdersdorfer, Pofener, Romintener und Simon-Dach- zur Boxhagener Straße, die andere von dieser durch die Mainzer Straße zur Frankfurter Allee. Die neuen Strecken werden dazu benutzt, die Linie 8, die von Moabit kommt, vom Küstriner Platz über die beiden Neubaustrecken und-die Boxhagener Straße sowie 'die Frankfurter Allee bis zum Ringbahnhof dieses Namens zu ver- längern. Gleichzeitig wici> die Linie 9ß Wilmersdorf-Lichtenberg verlegt. Sie geht nicht mehr über die Königsberger Straße und Frankfurter Allee, sondern durch die- Nüders-dorfer, Posener, Romintener, Simon-Dach-, Boxhagener Straße usw. zum Viktoria- platz in Lichtenberg. Der Fahrplan der Linie 9 Moabit-Sckstefischer Bahnhof wivd dem der Linie 6 angepaßt. 6 und 9 ergänzen sich zwischen der Gotzkowsky- und Breslauer Straße zu einem Betrieb von i'A Minuten. Bei beiden Linien bleibt der Fahrpreis von- 19 Pf. bestehen. An russischem Fleisch sind in der Woche vom Sonnabend, den 7., bis einschließlich Freitag, den 13. d. Mts., in den Berliner Verkaufs- stellen zusammen 1334 Rinderviertel und 977 ganze Schweine ver- kauft worden. An die Vororte sind in derselben Zeit 613 Rinder- viertel und 441 ganze Schweine abgegeben worden. Vorgestern abend ist ein Waggon mit zirka 129 Zentnern Kalbfleisch aus Ruß- land eingetroffen, das bereits gestern abend zum Verkauf gebracht wurde. Es handelt sich zunächst um eine Probesendung. Von dem Erfolg des Verkaufes wird eS abhängen, ob auch das Kalbfleisch dauernd aus Rußland bezogen werden soll. Die Preise sind wie folgt festgesetzt pro Pfund: Keule 75 Pf., Rücken 70 Pf., Brust 85 Pf., Brustspitze 75 Pf.. Kamm 80 Pf.. Bug 63 Pf., Haxen 59 Pf.. Leber 1,19 M., Brägen spro Stück) 40 Pf., Zunge(kleine) 1 M., Zunge(große) 1,59 M., Kvpf ohne Zunge 1 M., Lunge mit Herz Die Fortbildungsschulen unter Aufsicht der Jniinugsmeister. Nach einer Meldung des„Lokal-Anzeigers" soll der Direktor des Fortbildungsschulwesens dem Magistrat Vorschläge unterbreitet haben, nach denen die Innungen künftig Beiräte für die Fort- bildnngsschulen wählen sollen, deren Anzahl in der Regel nicht mehr als sechs betragen soll und die den Direktoren der einzelnen Schulen beratend zur Seite zu stehen haben. Die Beiräte sollen das Recht erhalten, nach vorheriger Anmeldung die einzelnen Schulen zu jeder Zeit zu besuchen. Nach jeder Besichtigung findet unter dem Vorsitz des Direktors der betreffenden Schule'eine Sitzung statt, in der die Wünsche der Beiräte protokollarisch festzulegen sind, um dann vom Magistrat nachgeprüft zu werden. Wenn die obigen Mitteilungen richtig sind, so dürften in Zukunft unsere Fortbildungsschulen direkt unter der Aufsicht der JimungS« meister stehen. Wohl ist bei der Einrichtung der Fortbildungsschule für Mädchen die Heranziehung von Beiräten aus den verschiedensten Gewerben in Aussicht genommen, die der Deputation für das Fort- bildungsschulwesen beratend zur Seite stehen sollen; aber die Jnnungsmeister allein in der jetzt geplanten Form für jede einzelne Schule heranzuziehen, scheint uns direkt unmöglich und auch un- zulässig. Die Jnnungsmeister haben wohl das Lehrlingsprivileg. aber noch lange nicht das Privileg der Aufsicht über einzelne Schulen. Wäre es bisher lediglich nach den Wünschen der Jnnungsmeister gegangen, so wäre unser Fortbildungsschulwesen noch nicht das, was eS heute ist._ Ein Wahlkompf in der zweiten TLählerklasse bei den Stadt- verordnetenwahlen ist eine seltene Erscheinung. In: vorigen Jahre erlebten wir einen solchen, wo sich die aus der Stadtverordneten- Versammlung durch unsere Genossen hinausgewählten Herren Rosenow und Giese gegenüberstanden und sich befehdeten. Jetzt tritt auf dein Weddiug so etwas wie Wahlkampf in die Erscheinung, wo es fich um eine Ersatzwahl für den verstorbenen Stadtverordneten Lenz handelt. Dort raufen sich die Hausbesitzer um zwei Kandi- dateu, den Fabrik- und Hausbesitzer Schaut und den Gelbgießer- meisler Flügel. Der einen Gruppe ist der Herr Flügel nicht energisch genug, die Interessen der Hausbesitzer mit dem nötigen Nachdruck zu vertreten; sie empfiehlt den Herrn Schaut, der be- sonders befähigt sei, als ausgezeichneter Redner im Stadtparlament den Gegnern gegenüber die Meinung der Grundbesitzer zum Ausdruck zu bringen.„Solche Männer— so meint ein Wahl- aufruf— fehlten zurzeit noch in der Stadtverordneten-Versamm' lung." Sonst erzählen die Freisinnigen immer, sie verträten das Gesamtinteresse der Bürgerschaft; geglaubt hat ihnen das noch kein Mensch. Es ist aber gut, wenn von Zeit zu Zeit diese Herren sich offen demaskieren. Wie der Bruderkrieg ausgehen wird, interessiert uns weniger._> Kinder als Schanobjckte. Aus unserem Leserkreise geht uns folgende Mitteilung zu: Auf eine sonderbare Idee ist der Inhaber des Spezial-Kaffeegeschäfts Paul Kratky, Jnvalidenstr. 147, Ecke Bergstraße, gekommen. In seinem Schaufenster hat er einen Weihnachtsmann ausgestellt, der den ganzen Abend auf einem Schaukelpferd reitet und dem Publikum fortwährend Verbeugungen macht. Das ist nun aber nicht etwa ein ein Automat, wie man annehmen sollte, sondern ein lebendiger Knabe, der unter der Maske steckt. Es ist der Sohn eines im Hause wohnenden Händlers. Ein paar Jungen erzähl-te», er wäre neun Jahre alt, ein paar andere, er wäre zwölf Jahre. Ich wartete mit Freunden bis nach Geichästsschluß. Der Inhaber des Geschäftes hob den„Weihnachtsmann" nach Geschäflsschluß wie einen richtig gehenden Automaten vom Pferde, stellte ihn in den Laden und wir sahen, wie der„Automat" fortlief. Wie wir hörten, bekommt der Junge für seine Reiter- und Nicker- lätigkeir im Schaufenster pro Abend 1 M. Es mag ja Schaulustige gebe», die über eine derartige Reklame sich amüsieren; wir meinen indes, daß es eine Geschmacklosigkeit, um keinen härteren Ausdruck zu gebrauchen, ist, eiu Kind zum Schauobjekt in einem Laden zu be« nutzen. Eigene Kinder scheint der Geschäftsinhaber wohl nicht zu besitzen, daß er fremde Kinder in dieser ungehörigen Weise ver- wendet. Oder würde er im anderen Falle seine Kinder in den Laden stellen? Wir hoffen daß dieser Hinweis genügen wird, daß Herr Kratky dem Unfug ein Ende macht. AuS dem Nathause. Gestern trat im Rathanse die gemischte Deputation zur Vor- beratung der bekanmen Anträge für die Errichinng von Wald« erhotungSstälten, Vereinigung des HsiiiistättenknraiorinmS und der städtischen Krankcnhausdeputation im Rathause zusammen. Es wurde u. a. beschlossen von einer Vereinigimg des Heimsiättenkuratoriums mit der städtischen Krankenhausdeputation vorläufig avzusehen, und auch vorläufig die Frage der Errichtung von Walderholungssiätten einstweilen zurückzustelle», weil ein Teil der städtischen Heim- stgtten entweder gar nicht, oder nur sehr schwach besetzt sind. Ferner lag der gemischten Deputation der Antrag des Stadtverordneten Dr. Wehl vor, der die Errichtung eines städti- schen Amtes für Kinderfürsorge wünscht. Aus dem vorgelegten Material ging hervor, daß schon mehrere größere Städte, darunter Hamburg, Dresden, Breslau, Magdeburg und Mainz, solche Aemter errichtet haben, die zum Teil aber nur informatorischen Charakter tragen. Um noch weiteres Material zu beschaffen, wurde die Be- ratung dieses Antrages auf sechs Wochen vertagt. Dieses neue Amt soll nach den Absichten des Antragstellers die gesamte Fürsorge in Berlin umfassen, das heißt, u. o. soll man bei diesem Amt Jnfor- mationen erhalten auf dem Gebiete der Säuglingsfürsorge, der Ferienspiele, Ferienwanderungen und über das Hinaussenden Von Kindern in Heim- und Heilstätten usw. Zur Ausführung baulicher Unterhaltimgsarbeiten in der Volks- badeanstalt Bärwald st ratze werden die Wannen- und Brausenstationen dieser Anstalt vom 28. d. Mts. ab auf etwa eine Woche, die Schwimmhalle ans etwa drei Wochen geschlossen bleiben. Das Gerücht von einem Verbrechen war gestern in Moabit ver- -breitet. Im Gartenhaus des Grundstücks Essener Straße 9 bewohnte seit dem 1.?lpril im zweiten Stock die 79 Jahre alte Rentiere Auguste Druwe, geborene Schmidt drei Zimmer und Küche. Seit dem Tode ihreS Mannes, eines früheren Kaufmannes, der im März dieses Jahres swrb, lebte die alte Dame ganz zurückgezogen. Ihre Wirtschaft besorgte sie ganz allein. Nur alle 14 Tage kam eine Reinemachefrau, um die Wohnung gründlich zu reinigen. Mit den anderen Hausbewohnern verkehrte sie nicht. Da sie auch wenig ausging, fiel es weiter nicht auf, daß sie sich in den letzten Tagen überhaupt nicht sehen-ließ. Als nun gestern die Reinemachefrau« kam, wurde ihr auf ihr Klopfen'und Klingeln nicht geöffnet. Sie ging'deshalb zur Pförtnersfrau, die- sich jetzt erinnerte, die alte Dame seit vergangenen Sonntag nicht mehr gesehen zu haben. Nach- dem man noch eine Weile vergeblich ge-tlopst und gerufen hatte, gingen sie zur Polizei. Ein Schutzmann ließ jetzt von einem Schlosser die verschlossene Tür gewaltsam öffnen. An der Tür ihres Schlafzimmers fand nian die Greisin in einer großen Blutlache« daliegen.-Ein Arzt, den--man herbeirief, konnte die Todesursache nicht feststellen. Die Leiche wurde deshalb nach dem Schauha-uss gebracht.-Eine unter der Greisin wohnende Frau will vor einigen Tagen einen dumpfen Fall und starkes Röcheln- gehört haben. Sonderbarerweise legte sie dieser Wahrnehmung aber weiter keinen Wert bei-. Im Hause und in der Nachbarschaft verbreitete sich jetzt« schnell das-Gerücht, daß«die Rentiere, die als sehr vermögend galt, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Dies ist jedoch nicht der Fall. Allem Anschein- nach ist die Frau von einem Mutfturz be- sollen worden. Krank war sie trotz ihres hohen Alters vorher aller- dings nicht. Da aber in«der Wohnung- nach«dem Befunde nichts an» gerührt«worden ist, und die Tote keinerlei Verletzungen- aufweist, kann nur ein vor mehreren Tagen eingetretener natürlicher Tod vorliegen. Der verhaftete Mädcheumördcr. Zu der Verhaftung des Dieners Richard Stäbner wegen Mordes an dem Stubenmädchen Martha Sildatke, das als Leiche aus dem Teltowkanal gelandet wurde, wird »och mitgeteilt, daß der Mörder gestern vormittag auf dem Berliner Polizeipräsidium noch einmal eingehend vernommen worden ist. Stäüner gab unumwunden zu, daß er seine Braut mit voller lieber» legung getötet habe. Offenbar ist er sich der Schwere seiner Handlungsweise gar nicht bewußt. Stäbner war bis vor kurzer Zeit gleichfalls bei dem Gutsvorsteher Vogt auf der Domäne Lietzow bei Nauen bedienstet, wo er das Stubenmädchen Sildatke kennen lernte. Er ist, wie die Polizei feststellte, bisher völlig unbescholten. Nachdem das Verhör beendet war, wurde Stäbner dem Unter- suchungsrichter vorgeführt. Straßcnbahnunfälle. Vor dem Hause Badstraß-e 64 wollte am Freitagiiachmittag das 23jährige Fräulein Johanna-Wallicht kurz vor-den? Motorwagen- 1421 der Linie 30E«das Gleis überschreiten, -wurde jedoch umgestoßen- und kam unter«den Vonderperron vor«dem Schutzrahmen zu liegen. Die Verletzte,«die Wunden im Gesicht und an der Hand-davongetragen hatte, erhielt auf der Unfallstation-die erste Hilfe und wunde dann in ihre Wohnung gebracht.— In der Schöneberger Straße am Hafenplatz wollte ein Rollwagen der FivnKt Borchardt u. Früh fahrt unmittetbar vor dem in schneller Fahrt bc- finid-lichen Straßenbahnwagen 1817 der Linie 62 die-Schienen kreuzen, wurde jedoch heftig angefahren. Der 14jährige Mitsahre-r Otto Jarding fiel vom Wagen und evkitt Verletzungen am linken Ohprsche-nkel. Er wurde auf der nächsten Unfallstation verbunden.— Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich auf dem- Sop'hie-Charlotte» Platz in Charlottenburg. Dort wurde die 8jährige Wally Linden- «berg,«deren- Eltern eine Portierstelle am Kaiser-damm 199 inne haben, auf dem Woge zur Schul«, als sie den Fahrdamm an der Ecke«der Schloßstraße überschritt, von einer Autodroschke angefahren und umgestoßen. Die Klein«, die innere-Verletzungen, sowie einen Bruch des-linken- Oberarmes erlitten hatte, wurde nach dem Kranken- hauS Westend gebracht. Selbstmord eines jungen Mädchens. Vorgestern abend kurz nach 19 Uhr sprang- ein junges, bisher unbekanutes Mädchen zwischen der Löhmühleu- und Thielenbrücke in-den- Landwehrkanal. Im Wasser schrie die Lebensmüde laut und versuchte sich zu retten. Es eilten auch Leute herbei, die aber leider so ratlos waren, daß sie nicht wußten, wie sie-das verzweifelt mit den Wellen ringeiche Mädchen- retten sollten, obwohl an-der nahen Brücke ein Rettun-gs- kahn sich befand. Schließlich eilte jemand nach dem nächsten Feuer- inelder und rief die Feuerwehr«herbei. Als diese eintraf, war natürlich die A-ermste-längst ertrunken. Nur ihr schwarzer, mit weißer Spitze und schwarzem Reiher garnierter Hut sowie ihre Samt- stola schwaminen- noch aus«dem Wasser und- wurden von der Feuer- wehr herausgefischt. Die Leiche konnte bisher noch- nicht geborgen -werden. Das Polizipräsidium teilt mit: Am 7. 12. 12., nachmittags 7)4 Uhr, verstarb eine unbekannte, etwa 26 Jahre alte, anscheinend prostituierte Frauensperson im Hote-l von Zietz, Koppenstr. 98. Di« Verstorbene hat-das.Hotel-um 5 Uhr früh mit einem unbekannten Mann aufgesucht. Wann-der Fremde das Hotel wieder verlassen hat, hat bisher nicht ermittelt werden können. Das Mädchen war mittelgroß, schlank, abgemagert und hatte blondes Haar. Bekleidet war sie mit grauem Mantel, schwarzem Kostüm, geflicktem rotem Unterrock, weißem Hemd, schwarzen Strümpfen und graulbunten Filzschuhen. Mitteilungen bezgl. des unbekannten Mannes und Identität der Verstorbenen, sowie Angehörigen derselben«werden im 13. Kriminalbezirk, Polizeipräsidium, Zimmer 332, entgegen- genommen. Ein Wüstling, der sich als Schularzt ausgab, verging sich gestern nachmittag in der scheußlichsten Weise an einem zwölfjährigen Mädchen. Leider gelang es dem-Wüstling zu entkommen. Bisher konnte er auch noch nicht ergriffen«verden. Als die Tochter Hertha einer Witwe in der Prinz-Eugen-Straße allein zu Hause war, klin- gelte es an der Tür. Das Mädchen öffnete und sah jetzt einen gut- gekleideten, ihr völlig unbekannten, ungefähr 26 Jahre alten Mann dastehen. Dieser fragte, ob ein Untermieter, der bei der Mutter wohne und dessen Name er wohl von der Visitenkarte an der Tür abgelesen hatte, antvesend sei. Als die Kleine dies verneinte, trat er ohne weiteres in die W-chnung ein, schloß die Tür hinter sich zu Und ging zuerst durch alle Zimmer. Auf die Frage des ängstli«chen Mädchens sagte er, daß er Schularzt sei und gekommen sei, sie zu untersuchen. Dann packte er es auch schon, warf es auf das Bett, band ihm die Hände zusammen und verhinderte es durch eiu Taschentuch, das er ihm als Knebel in den Mund steckte, am Schreien. Da sich die Uebcrfallene trotzdem noch wehrte, würgte er sie solange am Halse, bis sie sich nicht mehr rühren konnte. Daun entblößte er sie vollständig und verging sich anjhr in der gemeinsten Weise. Beim Fortgehen entfernte er seinein Opfer den Knebel aus dem Mund, ließ es aber hilflos daliegen. Die Vergewaltigte schleppte sich jetzt mit vieler Mühe zum Fenster und schrie-auf die Straße hinaus um Hilfe. Gs war aber schon zu fpSt. Der Vn- hold war schon unbemerkt entkommen. Kurz vorher, gegen 4 Uhr nachmittags, hatte dieser schon einmal bei einer Pförtnerfrau in derselben Straße, die Mutter einer 13 Jahre alten Tochter ist, vor- gesprochen. Er traf aber Wider Erwarten nicht das Mädchen allein, sondern auch die Mutter an. Nach einigen Redensarten entfernte er sich hier wieder, um sofort einige Häuser weiter sein Opfer zu suchen. Die Kriminalpolizei fahndet eifrig auf den gemeingefähr- lichen Patron. Er ist ungefähr 1.65 Meter groß, hat schwarzes Haar, einen Anflug von dunklem Schnurrbart und ein volles, run- des Gesicht und trug einen grauen Ulster, einen schwarzen steifen Hut und einen Regenschirm in den Armen. Zeugen gesucht. Am Abend des 6. Dezember gegen 8'/, Uhr ist in der'Oberbaumstraße vor dem Hause Nr. 1 ein älterer Mann unter einen Möbelwagen geraten. Personen, welche den Vorfall beobachtet haben, werden dringend gebeten, sich zu melden bei Willi Prell, Manteuffelstr. 4, Seitenfl. Arbeiter-Samariter-Bund. Kreis Brandenburg. Lehmden d haben in dieser Woche: Berlin am Montag in den Rittersälcn, Ritterstraß« 75, abends 8X Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Manassc über Verletzungen des Bauches; 2. Abteilung cm Montag bei Dase, Brunnenstraße 154, abends 8 Vi Uhr. Schöneberg am Donnerstag bei Haendel, Vorbergstraße 9, abends 8s- Uhr. Lichtenberg am Donnerstag bei Pickenhagen, Scharmveberstr. 60, abends 8M Uhr. Neukölln am Freitag, Weichselstr. 8. abends 8'A Uhr. Mariendorf am Montag bei Loewenhagen, Chausseestraße 27, abends S'A Uhr. Spandau am Mittwoch bei Peczilcs, Pichelsdorferstr. 5, abends 8% Uhr. NowaweS am Freitag in der Fortbildungsschule, abends 8 Uhr. Schöneweid« am Montag bei Schulz, Siemensstr. 12, abends 8 Uhr. Berlin heute Sonderkursus von 7—9 Uhr abends bei Schulz. Oeffentlich« Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- «nthung für jedermann, SO., Adalbertstr. 41. Geöffnet werk- täglich von 6Ä— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von V— I Uhr und 3— S Uhr. In dem Lesesaal liegen zurzeit 604 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Vorort- l�ackricbten. Charlottenburg. Niederschlagung von Schuldbeträgen bis zu 1 M. Zur Per- meidung von überflüssigem Schreibwerk hat der Magistrat von Charlottenburg die Dezernenten ermäckitigt, alle Schuldbeträge bis zu 1 M.— mit Ausnahme von Strafgeldern— niederzuschlagen, wenn die Aufforderung zur Zahlung und eine Mahnung keinen Er- folg haben. Dieser Beschluß bedeutet eine Erweiterung des bereits seit dem Jahre 1895 bei der Niederschlagung von Gemeindesteuer- resten und seit 1909 bei allen der Zwangsbeitreibung unterliegenden Geldbeträgen unter 1 M. geübten Verfahrens. Neukölln. Mit welchen Mittel» die bürgerlichen Parteien in der zweiten , Klaffe den Sieg errangen, erhellt so recht aus einem Schreiben, das der Grundbefitzerverein Kaiser-Friedrichstadt an einen Neuköllner Hausbesitzer gesandt hat. Der Inhalt des Schreiben? ist so charakteristisch für die Kampfes- Methoden der Gegner, daß es vollinhaltlich der breiten Oeffentlich- keit zur Kenntnisnahme unterbreitet werden mutz. Das Schreiben lautet: Neukölln, den 19. November 1912. Sehr geehrter Herr l Anliegend gestatten wir uns, Ihnen mehrere Flugblätter zu übermitteln und Sie zu bitten, daraus gütigst ersehen zu wollen, welchen harten Kampf auch diesmal die bürgerlichen Parteien ikm die Mehrheit in unserer Stadtverordnetenversammlung zu führen haben. Es ist ein Kampf in letzter Position, ein Kampf um des Messers Schneide und daher von der weittragend- sten Bedeutung. Für den Grundbesitz um so bedeutungsvoller, als der Gegner, die Sozialdemokratie, gerade ihn auf das hartnäckigste bekämpft und dauernd bestrebt ist. zur Durchführung aller möglicken und unmöglichen Probleme ihn weiter mit Steuern und Abgaben zu belasten/ Unter dieser Belastung hat er schwer zu kämpfen, und alle Mittel und Wege, die der hiesige Magistrat mit Unterstützung der bürgerlichen Mehrheit zu seiner Unterhaltung ergriffen hat und für die Zu- kunft beabsichtigt, werden resultatlos sein, sobald die sozialdemo- kratische Mehrheit in unser Stadtparlament einzieht. Die Führer der Sozialdemokratie halten mit ihren Zukunftsplänen auch gar nicht zurück. Sie wollen zur Durchführung ihrer unberechtigten, mindestens aber völlig unzeitgemäßen Forderungen weitere Steuer- erhöhungen einführen. Wir Grundbesitzer haben noch eine weitere, viel ärgere Schödi- gung zu erwarten. Der Ruf unserer Stadt wird unter einer iozialdemokratischen Mehrheit lesden, der Zuzug besser situierter Mieter wird nachlassen und da? Schlimmste: der Realkredit des Grundbesitzes wird auf das schwerste geschädigt werden. Wir haben nun bei unseren Wahlarbeiten leider in Erfahrung bringen muffen, daß der Verwalter Ihres hier Friedelstraße.. be- legenen HauseS, der Restamateur— Folgt Name)— sozialdemokratisch gewählt hat und dadurch Sie selbst auf das ärgste bekämpft hat. Wir bitten Sie nun recht dringend, Ihren ganzen Ein- fluß dahin geltend zu machen, daß Ihr Hausver- Walter diesmal seine Stimme im bürgerlichen Sinne abgibt. Hochachtungsvoll gez. Der Vorstand. I. A.: F. S i m m. Bekanntlich werden die bürgerlichen Parteien nicht müde, die Sozialdemokratie des Wahlterrorismus zu beschuldigen. Solche Mittel wie der Grundbesitzerverein Kaiser-Friedrichstadt hat sich die Sozialdemokratie in ihrer Wahlagitation noch nie bedient. Das in dem Schreiben an dem betteffenden Hausbesitzer gerichtete Verlangen stellt ganz offensichtlich eine Anstiftung zur straf- baren Wahlbeeinflussung dar. Eine Bücher- und Wandschmuckausstelluug findet auch in diesem Jabre in Hoppes Festsälen(Jnh. Bartsch). Hermannstr. 49 statt. Eröffnet wird dieselbe am heutigen Sonntag, nachmittags 4 Uhr. Auch an den Wochentagen ist von 5—9 Uhr der Arbeiterschaft Ge> legenheit gegeben, die Ausstellung zu besichtigen. Der gute Erfolg, den die Ausstellungen in den Vorjahren hatten, zeigte das rege Interesse der Arbeiterschaft Neuköllns für das Bestreben, gute Bücher an Stelle der Schundliteratur zugänglich zu machen. Der Bildungs- ausschuß hofft auch in diesem Jahre auf einen regen Besuch. Lichtenberg. Stadtverordneten-Ersatzwahlen. Heute Sonntag von 12 bis 7 Uhr finden die Ersatzwahlen der 3. Wählerklasse im 2., 7. und 20. Bezirk statt. Parteigenossen! Es wird erwartet, daß jeder am heutigen Tage gewissenhaft seine Pflicht erfüllt! Wahllokal im 2. Bezirk: Restaurant Zimmermann, Gabri«l- Max-Str. 6. Kandidat ist Genosse Kaufmann Max Cohn. Wahllokal im 7. Bezirk: Restaurant Müller, Frankfurter Allee Nr. 193. Kandidat ist Genosse Eigentümer Karl Pilz. Wahllokal im 20. Bezirk: Restaurant..Schwarzer Adler", Frank- surter Chaussee 5. Kandidat ist Stadtverordneter Genosse Wilhelm Abraham. Jeder Wähler sorge für Legitimation! Gehe jeder rechtzeitig zur Wahl! Wilmersdorf-Haleus ee. Eine Landkrankrnkasse für Wilmersdorf! Die Magistrate von Charlottenburg, Neukölln und Schöneberg, ebenso die Gemeindevorstände von Pankow und Wcißensee haben in durchaus richtiger Würdigung der Groß- Berliner Verhältnisse das auf Errichtung einer Landkrankenkasse geichtcte Verlangen der Regierung von sich gewiesen, und selbst in Steglitz hielt der Gemeindevorstand es fiir geraten, eine auf Gründung einer solchen Kasse gerichtete Vorlage wenigstens»vor- läufig" zurückzuziehen. Anders handelt der Magistrat von W i l- mersdorf. Am nächsten Mittwoch hat sich hier die Stadt- verordnctenvcrsammlung mit einer Vorlage zu befassen, in der die Zustimmung zur Errichtung einer Landkranken- lasse von der Stadtverordnetenversammlung verlangt wird. Sehr bezeichnend ist, daß der Magistrat zur Deckung für sein Vorhaben an den Eigennutz appelliert, daß er den Mangel an Ge- mein sinn für sich ins Feld führt, indem er schreibt: „Die hiesige Gemeinsame Ortskrankenkasse erbebt von ihren Mitgliedern zurzeit 4*4 Prozent des durchschnittlichen Tagelohnes als Beiträge. Als Pflichtmitglieder gehören ihr die gewervlichen Angestellten au. die erfahrungsgemäß in viel höherem Maße Erkrankungen unterworfen sind als die Dienstboten. Diese Dienstboten werden aber fast ausschließlich, und zwar in einer Zahl von etwa 15 000, die Mitglieder der Landkrankentassen bil- den. Während außerdem an die Mitglieder der Ortskrankenkasse, sobald sie in Krankenhäusern untergebracht sind, eine A n g e- hörigen Unterstützung zu zahlen ist, kommt diese Leistung bei den Dienstboten fast niemals in Frage. Es werden also voraussichtlich die Beiträge für die Landkrankenkasse bedeutend niedriger bemessen werden können, als sie jetzt bei der Orts- krankcnkasse festgesetzt sind." Wir wollen nicht weiter untersuchen, ob diese Voraussetzungen zutreffen. Sicher ist aber wohl das eine, daß die Dienstboten, wenn sie in einer Versammlung etwa über ihren Willen befragt würden, sich in solidarischer Erkenntnis für die Orts- krankcnkasse aussprächen, so daß nur dem etwaigen Egoismus der„Herrschaften" in der Begründung der Magistratsvorlage Rech- nung getragen fit. Daß auch die Versicherten in ibrer Gesamtheit nichts von einer Kassenart wissen wollen, in der ihnen keinerlei Einfluß auf die Verwaltung zusteht und die daher schon sich in ihren Leistungen auf das Allernotwendigste beschränken wird, ist ohne Zweifel. Aber auch die A e r z k e sehen in der vom Magistrat geplante» grtichlimg einer Landkrankenkasse einen verhängnisvollen und das Gemeinwohl schädigenden Schritt. Am Mittwoch bereits befaßte sich eine Versammlung der Wilmersdorfer Acrzte mit der Kasscnfragc. Die Versammlung endigte mit der einstimmigen Annahme der folgenden Resolution: „Die heute, am 1l. Dezember 1912, im Restaurant„Drei Linden", Uhlandstr. 138/139, anwesende» Aerzte sind überzeugt. daß auch die landkraukenkassenpflichtigen Personen Wilmersdorfs in der allgemeinen Ortskrankcnkassc Wilmersdorf in bester Weise die Vorteile der sozialen Gesetzgebung genießen werden. Es besteht daher kein G r u n d, der vom sozialen Standpunkt aus die Errichtung einer Landkranken- kasse für notwendig oder auch nur wünschenswert er- scheinen lassen könnte, zumal auch das Verhältnis der Aerzte zur Verwaltung der Ortskrankenkassc bisher stets vorzüglich war." Man sollte denken, daß wenigstens diese entschiedene Stellung der Aerzte auf die Stadtverordnetenversammlung einen Einfluß ausüben wird, wenn nicht bekannt wäre, daß Wilmersdorf sich ge- rade in sozialpolitischen Angelegenheiten noch Rückständigkeiten leisten kann, die im übrigen Groß- Berlin völlig undenkbar sind. Köpenick. „Der Kampf um die proletarische Jugend!" lautete das Thema. über welches in einer öffentlichen Versammlung Genosse Rudolf B r e i t s ch e i d im„Stadttheater" sprach. In seinem vortrefflichen Bortrage legte der Redner insbesondere die Gründe klar, welche die Regierung und die bürgerlichen Kreise bewegen, für die Jugend einzutreten. Nicht das leibliche Wohl der Jugend hat man im Auge, sondern der Zweck der ganzen Sache sei, uns unsere heranwachsende Proletarierjugend zu entfremden und dieselben gegen die eigenen Klassengcnossen im politischen sowohl wie im wirtschaftlichen Kampfe auszuspielen. Reicher Beifall lohnte den Redner während und nach dem Vortrage. Obgleich Gegner zahlreich anwesend waren, meldete sich niemand zum Wort. In der Diskussion wurde das Verhalten eineS Lehrers der Fortbildungsschule scharf verurteilt, indem derselbe von Fortbildungs- schülern zur Feier eines patriotischen Tages das Singen des Liedes „Heil dir, im Siegerkranz" und Ausbringen eines Kaiserhochs vcr- langte. Ein anderes Vorkommnis verdient ebenfalls, erwähnt zu werden. Zum festen Bestand im bürgerlichen Lager gehört noch immer die Rede von der Abschaffung des Eigentums durch die Sozialdemokratie. Bei den Kriegsspielen, welche von nationaler Seite veranstaltet werden, wird aber auf fremdes Eigentum wenig Rücksicht genommen. Oder huldigt man auf dieser Seite der Ansicht, der Jugend schon im zarten Alter einzuprägen, daß der Krieg, und wäre es auch nur das Kriegsspiel, dazu da ist, Kultur- werte und Schöpfungen der Natur zu zerstören? Denn wie soll man es sonst verstehen, daß bei dem letzten Kricgsspiel« nicht nur hunderte dieser jungen Leute über die Saaten rannten, soichern auch mit Fahrrädern über dieselben fuhren. Die Kinder in Liebe und Ehrfurcht zur Natur zu erziehen, wäre unseres Erachtens wahrlich eine bessere Aufgabe für unsere Lehrer; denn diese Hand- lungen geschehen unter den Augen von Lehrern und Offizieren. Damit auch in Köpenick der Jugendrummel vollständig wird, soll nun auch hier eine uniformierte Jugendwehr ins Leben gerufen werden. Eine Notiz in hiesigen„Tampfboot" gibt R. Engelbrecht, Schöncrlindcr Str. 9, als Anreger oder Gründer an. Im Gegensatz zu allen diesen Bestrebungen und Vorkommnissen erwächst auch für die hiesige organisierte Arbeiterschaft immer mehr die Pflicht, ihre volle Schuldigkeit zu tun. Wissen und wahrhafte Bildung der Jugend zugänglich zu machen, sie zu edeldenkenden und fühlenden Menschen zu erziehen, sei das Ziel unserer Jugendfürsorge. In diesem Sinne wollen wir arbeiten und die A r b e i t e r- jugend wird unser sein. Adlershof. Die Ausstellung von Jugendschristcn und Wandschmuck ist beute Sonntag in der Zeit von uachmitlags 3 Uhr bis abends 10 Uhr im Jugendheim, Bismarckstraße, geöffnet. Die Arbeiterschaft wird gebeten die. Ausstellung zu besuchen und ihren Weihnachtsbedarf an guter Lektüre dort zu decken. Rüdersdorf. I« der letzten Gemeindevertretersitzung wurde u. a. beschloffen, dem Antrage der GaSanstaltsarbeiter stattzugeben und ihnen ein« kleine Lohnerhöhung zu gewähren. Pankow. Eine» Mörchenabend veranstaltet heute nachmittag 5 Uhr der BildungSausschuß im Lokal zum Kurfürsten, Berliner Str. 102. Da» Eintrittsgeld für Erwachsene beträgt 30 Pf., für Kinder 16 Pf., Kinder in Begleitung Erwachsener sind frei. Da für einen genuß- reichen Abend für Groß und Klein Sorge getragen ist, wird um regen Besuch der Veranstaltung gebeten. ramcnsiratssc £cKe!Pi*isi�essiimexk»±r. äcts das TleueSle Cbulcmz Tu? Wuq£. tltutter' Tluf Caiötd-Kmd�ej�: W � W? C�rl$iillcrä22i°£ 3.9(VtddkrficuiS)* Or OSO 8— 6 Jahren von M. SM bis IO Jeder Kunde erhält ein wertvolles Weihnachts- Geschenh t Omen- Oikider-VerfMs- Qes. Neue Schönhauser Str. 1 Ecke MQnz- und Weinmolsteretrassa Moabit, Turmstrasse 73 vls-ö-vls der Emdener Strasse Heute Sonntag bis 8 TJhr abends geöfEnetl friumuT rünfeld8 Weihnachts-Wäsche als Geschenk geeignet f. Familien-Angehörige, Angestellte, Wohltätigkeitszwecke. Verbürgt gute tadellose Ansführnngen. Anßerordentlich billige Preise. 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Hemdenstoff, N» a mftlelfein, dicht, Br.82cm Mir. 3*6 Marke 3a. Hausmacher-Rein- leinen, Gr. 145*220 cm. M. 4.- Marko KB 75. Weiß Köper-£» g" Barchent, Br. 80 cm. Mtr. V« Pf. Marke 450. QrünfeldsWäsche- tuch mittelfein, Gr. 168x250■6."' Gelegenheits-Angebote in allen Abteilungen Landashuter Leinen- und Geblldweberel, GrOestes Leinen und Wäschehaue F. V. Grünfeld Berlin W 8, Leipziger Straße 20-21. Nr. 1925, Kaifccgcdcck.weiB mit•) rosa, b) blac, c) gelber Borde: gesäumt. Grdße 130X130 cm � mitOMundtdchemM. QrSüe 130X160 cm m mit6 Mundtüchern M. �«60 Nr. 469. Weiü rciulcinen Kaffee- bezw. an. Damen-Ulster in großer Auswahl sehr billig. Gelegenheitskäufe in hocheleganten Geh- und Heisepeizen,~9i Winterjoppen, teils in?elz gefüttert. Winter-Paletots und Ulster Eleg. Herren-Jackett- und Rock-Anzüge Damen-Ulster in großer Auswahl _ ieraniwörtlicher Nedafleur: Alfred Wielepp, Neufölln. Für den Lnseratenteil verantw.: rb- Glocke. Berlin. Druck u.«erlag t Borwäzt» rlag»anstalt Paul Singer u. To., Berlin SVi* Zlr. 293, 29. Jahrgang. 6. Keilege des Jonnärts" fnlinet IdIMH. Sonntag, 15. Dezember 1912. m Hus der Partei. Mit den preußischen Landtagswahlen beschäftigte sich am Donnerstag die Vertreterversammlung deS Sozialdemokratischen Vereins Breslau. Nach dem einleitenden Referat des Genossen Darf setzte eine lebhafte Diskussion ein, in der vor allen Dingen zum Ausdruck kam, datz mit dem Zentrum unter keinen Umständen ein Pakt bei den nächsten Landtagswahlen geschlossen werden darf und den Liberalen nur Dienste gegen Gegenleistungen geleistet werden dürfen. Der Vorschlag des Ge- nassen Eisner wurde al» unannehmvar bezeichnet, jedoch darauf hingewiesen, dah dieser auch ganz vernünftige Seiten enthalte. Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, daß die Delegierten auf dem Preuhentage dafür eintreten, Dienste an die Libe- ralen nur gegen Gegenlei st ungen zu über- nehm en. Zwei weitere Anträge, von denen der eine den Partei- vorstand ersucht, Agitationsbroschüren für die Land- tagswahlen zum Selbstkostenpreise herauszugeben, der andere fordert, daß bei den kommenden Landtagswahlen unter keinen Umständen das Zentrum als das kleinere Uebel angesehen werden soll, wurden ebenfalls einstimmig an- genommen. Eine Anregung aus der Versammlung, Geschäftsleute, die bei der öffentlichen Wahl unsere Gechier wählen, zu boykot- tieren, fand keine Zustimmung. Es wurde darauf hingewiesen, daß das, was wir bei den Gegnern verurteilen, von uns nicht gut- geheißen werden kann." Zum preußischen Parteitag wurden vier Delegierte' gewählt, und zwar die Genossen Da r f und T i tz e und die Genossinnen Behren» und Waberreck. Z» dem preußischen Parteitag nahm am Donnerstag eine Generalversammlung des Sozialdemo- kratischen Vereins in Königsberg i. Pr. Stellung. Es wurden zum Parteitag folgende Anträge angenommen: 1. Für die LandtaaSwahlen bildet der Parteivorstand gemein- sam mit dem geschäftSführenden Ausschuß der Landeskommisfion das Zentralwahlkomite«. 2. Die Parteigenossen haben sich, wo eS nur irgend möglich ist. mit sc�ialdemokratischen Wahlmännern an den llritxchlAi zu beteiligen. Wo sozialdemokratische Wahlmänner nicht aufgestellt werden können, sind die Parteigenossen, doch nur mit Geneh- migung des JentralwahlkomiteeS, berechtigt, für bürgerliche Wahlmänner zu stimmen, vorausgesetzt, daß deren Ab- geordnetenkandidat schriftlich erklärt, er werde für den Fall seiner Wahl in jeder Session im Abgeordnetenhause die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen sowie eine Neueinteilung der Wahlkreise auf Grund der Ergebnisse der letzten Volkszählung be- antragen oder für solch« von anderer Seite gestellte Anträge stim- men, und er werde gegen jeden Antrag auf Verschlechterung des bestehenden Wahlrechts stimmen, insbesondere gegen jedes Mehr- stimmenrecht, gegen Bildung der Wählerabteilung aus mehreren UrWahlbezirken und gegen Erhöhung der für die UrWahlbezirke zu- lässigen Seelenzahl. Als Delegierte zum preußischen Parteitag wurden für Königsberg-Stadt die Genossen Donalies und Marchionini gewählt. potizeilicbco, CcrichtUchcs uTw. Preßprozeß. Vom Schöffengericht in Meinersen(Provinz Hamwver) wurde der verantwortliche Redakteur des„Volkswillen", Genosse A n d rä e, wegen angeblicher Beleidigung des Ritterguts- besitzers v.Schwarz in Abbensen zu lllv M. Strafe verurteilt. Diesem war der Vorwurf gemacht worden, die auf seinem Gute eingual> tierten Soldaten ungenügend verpflegt zu haben. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß die Soldaten über das Essen geklagt halten. Trotzdem wurde der Angeklagte verurteilt, da nicht dem,'Herrn Rittergutsbesitzer, sondern der Mamsell die Pflicht obgelegen habe, für die Verpflegung der Soldaten zu sorgen. Erfolglos war der Hinweis, daß vor Jahren, als einmal der„Volkswille" Einquartierung-erhielt, die verantwortlichen Männer des„Volkswillen" es für ihxe Pflicht hielten, sich selber um das Wohl der ihnen über» wiesenen vier Soldaten zu kümmern, was in einem Maße geschah, dah dem Parteigeschäft über SO M. mehr Kosten entstanden, als es an Einquartierungskosten zurückerhielt. Eine gleiche persönliche Fürsorge könnte man auch von eine>m patriotischen Ritterguts« besitzer erwarten. vi« großo Mode; llhnnnbilndei'« 28-500. vorzügliche Werke mit dehnbarem Armband, für Jeden Arm passend. Veber 1000»tttck goldene und silberne Herren- n. Damenuhren zu ganz auBergewöhnlich billigen Prai sen. Für jede Uhr leisten wir 3 Jahre Garantie. Kolliers mit modernen AnhUnfern, mit Edelsteinen gefaßt in Gold von B. 20 an in Gold plattiert von M. 7 bis 18. Reizende Manseliettenknöpfe von H. 8 bis 80. Spazierstocke mit eilbemem Qrifl von Mark 8 bis 80. Ooldene Krawattennadeln von M. 3 an. Goldene Ohrringe von H. 8.30 an. Kein. Kanfawang. Tielmonfe 4 Co., Juweliere Inhaber: Adolf md Gustav Bsbnonts Viele Tausend Schmuck- und Ziergerfite. Deutlich sichtbare Preise. Leipziger Strasse 97 Königstrasse 46 an der Charlotten Strasse Boke Hoher Steinweg; Juweliere, Geld- and SUberaekaUede, Ateliers ttu Jaweleaaekmaek und Kaaatarfceltea, Gold, aad Silber. 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