Ar. 294. HbonnementS'Bcdlngutigen: Abonnements- Preis bränumerandoi Biericijährl. Z,Z0 Mt.. monall. 1,10 Mi,, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonniags- nunimcr mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Well" 10 Pia. Post- SlbonnemenU 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-geimngS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 39. Jahrg. vie Insertion;-Lebilh? Beträgt für die sechsgespaltene Kolonet» zeile oder deren Raum 00 Psg„ für politische und gewerlschasiliche Vereins- und Persnmmlungs-Aiizcigeii 30 Pfg. „Kleine Anreisen", das scitgedrucki? Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pf>„ jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lüBuch- stabcn zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends gcösfnet. vichellll lsgllch ZuLer llloiitzz!. Nevlinev Volksblclkk. Telegramm-Adresse; „S»ii>I!. Während dieser Nachtragsetat aufgestellt wurde, haben Vorverhand- 1 lungen zwischen den beiden Aemtern stattgefunden, die den Umstand in ihrer Gefolgschaft hatten, daß das Kriegsministerium beim Reichsschatzamt nicht das gewünschte Entgegenkommen fand." Die Gemeindewahl in Stuttgart am letzten Freitag hatte folgendes Ergebnis: Bon den 21-Mandaten erhielten die Sozialdemokraten 8, die Nationalliberalen 6, Volks- Partei 4, Konservative 2, Zentrum 1. Das Proporzverfahren mit seiner komplizierten Rechnung, nicht minder die große Zahl abgeänderter Stimmzettel hatten zur Folge, daß das Wahlresultat erst am Sonnabend in den späten Abend- stunden bekannt gegeben werden konnte. Die Wahlbeteiligung war schwach. Nur 73,7 Proz. der Wähler übten ihr Wahlrecht aus. Bei der vorjährigen Gemeinderatswahl waren es 84,1 Proz. Den Bürgeraus schußwahlen bringt die Bevölkerung wem- ger Interesse entgegen, als den G e m e i n d e r a t s w a h l e n. Zu- dem hat die württembergische Bevölkerung zwei erbitterte Wahl- kämpfe— Reichstagswahl und Landtagswahl— hinter sich. Das mußte eine gewisse Wahlflauheit erzeugen, unter der alle größeren Parteien zu leiden haben. Die Zahl unserer Stimmzettel ging van 11 175 auf 16 449 zurück, die der nGionalliberalen Partei von 6469 auf 5611, die der Volkspartei von 3821 auf 3466. Nur die Rechte gewann einige Stimmen mit Hilfe der mittelständlerischen Vereini- gungen. Gemessen an der Bürgerausschußwahl 1916 haben wir unsere Stimmenzahl von 16 215 auf 16 449 gesteigert. Sechs Genossen sind aus dem Bürgerausschutz geschieden, acht Genossen, darunter sechs neue Männer, kehren zurück. Von den bisherigen Bürgerausschußmitgliedern wurden nur zwei wieder- gewählt. Bedauerlich ist, daß uns durch unzweckmäßige Aenderung des offiziellen Stimmzettels 2778 Stimmen verloren gegangen sind. (Jeder Wähler hatte 21 Stimmen.) Es wurden 8325 unabgeänderte und 2124 abgeänderte Stimzettel abgegeben. Daß die Parteimehr- heit Genossen bevorzugte, die auf dem linken Flügel der Partei stehen, war ihr gutes Recht; ebenso daß sie von den bisherigen 6 Bürgerausschußmitgliedern 2 vollständig ablehnte und nicht mehr auf die Kandidatenliste nahm. Unverzeihlich aber ist, daß, weil der Minderheit ein Teil der Kandidaten nicht gefiel, eine Anzahl Wäh- ler sich der Wahl enthielt, andere den Stimmzettel derart veränder- ten, daß der Partei viele Stimmen verloren gingen. Die Landtags- wähl in Stuttgart hat auch derartige Erscheinungen gezeitigt. Ein Teil der Parteigenossen— so fast sämtliche Beamte des Haupt- burcaus der Metallarbeiter— enthielt sich jeder Wahlarbeit, weil ihr die Mehreit der Kandidaten nicht paßte. In einem Wahldistrikt enthielten sich über 186 Wähler der Wahl. Daß solche O b st r u k- tions versuche gegen radikale Kandidaten Erbitterung erzeugen müssen, ist verständlich. Die vielgeschmähten Radikalen haben bis zur Stunde bei jeder Wahl noch eiserne Disziplin gehalten und die Partei zu glänzenden Siegen geführt, auch wenn ihr die Kandidaten nicht geiiehm waren. Es sei nur an die Behauptung des Stutt- garter Reichstagswahlkreises im Anfang dieses Jahres— nach den skandalösen Vorgängen bei der vorhergehenden Gemeinderatswahl — erinnert, ferner an den glänzenden Sieg im Eßlinger Landtags- Wahlkreis. Solche Zustände sind auf die Dauer gänzlich un- Haltbarl Der Bürgerschaftswahlkampf in Hamburg. Die Reuwahlen zur Hamburger Bürgerschaft sind auf den 31. Januar 1613 angesetzt. Um die 46 Mandate, die bei den all- gemeinen Wahlen zu vergeben sind, bewerben sich bereits an 366 Kandidaten. Da die Wahl nach Listen vorgenommen wird, müssen alle diese Kandidaten zunächst auf der Vorschlagsliste einer der vier bürgerlichen Fraktionen unterzukommen suchen. Die fünfte Partei, die Sozialdemokratie, hat ihre Vorschlagsliste bereits vor mehreren Wochen aufgestellt, und da für sie nur politische Grundsätze maßgebend sind, bleibt sie von den Gruppenkämpfen, die sich jetzt im bürgerlichen Lager abspielen, unberührt. Die Listen- wähl gestattet jedem Wähler, die sämtlichen 12 Stimmen, über die er verfügt, einem einzigen Kandidaten zuzuwenden, indem er alle übrigen Namen, die auf der betreffenden Liste verzeichnet sind, streicht. Die geheime Wahl begünstigt dieses Verfahren. Infolge- dessen ist der Wahlausfall für die bürgerlichen Kandidaten viel mehr von dem Umfang ihrer persönlichen Anhängerschaft als von ihrer Parteizugehörigkeit abhängig. Hinzu kommt, daß wesentliche politische Gegensätze zwischen den drei alten Fraktionen— Rechte, Zentrum und Linke— nicht bestehen. Der von ihnen gemeinsam durchgeführte Wahlrechts- raub vom Jahre 1966 hat sie zu einer Blockbrüderschaft zusammen- gekittet, an der sie unentwegt festhalten, sobald es gegen die Sozial- demokratie und die Vereinigten Liberalen geht. Diese letztere Fraktion steht politisch auf dem Boden der Fortschrittlichen Volks- Partei. Ihre Mitglieder haben sich infolge ihrer Gegnerschaft zum Wahlrechtsraub von den alten Fraktionen- getrennt. Zur konse- quenten Vertretung eines wirklich demokratischen Wahlrechts können sich diese Hamburger Liberalen indessen ebensowenig auf- schwingen, wie ihre Gesinnungsgenossen im Reiche. Das haben sie erst vor kurzem wieder bei der Ablehnung des sozialdemokrati- schen Antrages aus Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts gezeigt. Und auch sonst bilden sie eine ziemlich gemischte Gesell- schaft, so daß es der Fraktionsführung nicht immer leicht fallen mag, alle unter den Hut einer leidlich anständigen liberalen Politik zu bringen. Das offenbart sich besonders in der Beamten- frage, die neben der Wahlrechtsfrage hauptsächlich den Zank- apfel zwischen dem Block der alten und der neuen Partei des Bürgertums bildet. Um die Stimmen der Beamten ist ein förm- licher Wettlauf unter den bürgerlichen Fraktionen entstanden, an dem die Vereinigten Liberalen sich mit Feuereifer beteiligen. So haben sie auch jetzt wieder einen Sonderkandidaten der Schutzmann- schaft mit dem ominösen Namen Hund auf ihre Vorschlagsliste genommen. Andere Beamtengruppen suchen bei der Rechten, wieder andere beim Zentrum Anschluß. Die Zcntrumsfraktion i st eigentlich ebenso wie die Linke in er st er Linie Grundeigentümer- und„Mittel st and s"- Partei. Beide legen sich daher den Beamten gegenüber eine gewisse Reserve auf, sammeln aber dafür alle Scmderkandidaturen. die von Schank- Wirten, Händlern aller Sorten(Konsumvereinstötern), religiösen Richtungen, Sportvereinen usw. aufgestellt werden. In dem heil- losen Durcheinander, das infolgedessen in den bürgerlichen Wähler- Versammlungen herrscht und das ein Erbübel klemstaatlicher Republiken zu sein scheint, würden alle politischen Prinzipien überhaupt zum Teufel gehen, wenn nicht die von allen bürgerlichen Parteien gefürchtete Sozialdemokratie da wäre. Hat die Zerfahren- heit im bürgerlichen Lager es doch schon zuwege gebracht, daß eine hamburgisch-konservative Partei sich gebildet hat, die unter Führung des Landrichters Koch eine politische Ge- meinschaft zwischen der preußischen Junker- Partei und dem Hanseatcntum herstellen und zu diesem Zweck mit eigenen Kandidaten in den Bürgerschaftswahl- kämpf eintreten Willi Gegen diese politische Mißgeburt wenden sich allerdings auch die Kreise, hinter denen die kapitalistisch stärk- sten Gewalten der auf großzügige, also.antiagrarische Wirtschafts- Politik angewiesenen Welthandelsstadt stehen. Die Kamburger Sozialdemokratie hat bisher diesen Katzbalge- reien der bürgerlichen Parteien Gewehr bei Fuß gegenüber- gestanden. Ihre Abgeordneten haben in öffentlichen Wählerver- sammlungen über ihre Tätigkeit Bericht erstattet, und außerdem ist im Auftrag der Partei zur Information für die Wähler eine Broschüre„Die Hauptfragen hamburgischer Gesetzgebung und Poli- tik 1916—1912"(Verlag von Auer u. Co. in Hamburg) heraus- gegeben, die sachlich und gründlich vom sozialdemokratischen Stand- Punkt aus die Staats- und Kommunalpolitik Hamburgs in den letzten Jahren behandelt. Unsere Parteigenossen haben ferner eine rege Agitation zur Erwerbung des Bürgerrechts betrieben. So geht die Partei wohlgerüstet in den Wahlkampf, der mit voller Schärfe erst nach Neujahr entbrennen wird. Rechtslosmachnng der Wähler in Reust. Am Donnerstag, den 19. Dezember 1912, findet bekanntlich im Wahlkreise Rcutz ä. L. die Ersatzwahl für den verstorbenen Genossen F ö r st e r statt. Der Landrat in Greiz hat nun»in seiner Eigen- schaft als Wahlkommisiar am Montag eine Verfügung erlassen, nach der Wähler, die seit dem 12. Januar 1912 verzogen sind, chr Wahlrecht an ihrem früheren Wohnorte nicht mehr ausüben dürfen. Diese Verfügung des Landrats ist eine geradezu ungeheuerliche Gesetzesverletzung. Bei Reichstagsersatzwahlen, die innerhalb eines Jahres nach den allgemeinen Wahlen stattfinden, werden keine neuen Wählerlisten angelegt; es wird vielmehr nach den alten Wählerlisten gewählt, und jeder Wäher hat natürlich das Recht, au dem Ort zu wählen, in dem er bei der Hauptwahl, in diesem Falle am 12. Januar 1912, in die Reichstagswählerliste eingetragen war. Infolge der Verfügung des L-andrats würden bei den eigenartig gelagerten geographischen Verhältnissen in diesem Wahlkreise viele Hunderte von Wählern ihr Wahlrecht einfach verlieren, weil sie na- turgemätz auch in ihrem jetzigen Wohnorte nicht in die Wählerliste ausgenommen werden konnten. Für diese Ersatzwahl dürfen unter keinen Umständen Nachträge in den Wählerlisten vorgenommen wer- den. Die in Greiz anwesenden Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion lvandten sich sofort telegraphisch mit einer Be- schwerde an den Reichskanzler, der die Beschwerde an das Reichs- amt des Innern gegeben hat, von wo rascheste Erledigung zugesagt wurde. Nach Wolffs Telegr.-Bureau hat jetzt Staatssekretär Del-- Hierauf ist nach Wolffs Telegr.-Bur. vom Staatssekretär Delbrück, in Vertretung des Reichskanzlers, geantwortet:„Auf die Anfrage der fürstlichen Landesregierung vom 16. Dezember ist von hier unter dem 13. Dezember geantwortet, daß nach diesseitiger Auffassung die Vorschrift des§ 7 Absatz 1 des Wahlgesetzes durch § 8 Absatz 3 nicht berührt wird. Diese Auffassung entspricht dem Beschluß der Wahlprüfungskommission und des Reichstags, wonach bei Ersatzwahlen die Ausgabe des Wohnsitzes in dem Wahlbezirks zur Zeit der Wahl, abgesehen von dem in fj 7 vorgesehenen Ausnahmefalle, ein für allemal die Berechtigung der Teilnahme an der Wahl ausschließe. Vergl. Stenographische Berichte von 1889, Seite 1439s, Sitzung vom 9. April 1889. Eine hiervon abweichende Eni- scheidung des Reichstages hat hier nicht ermittelt werden können. Mit Beschluß des Reichstags steht auch die Entscheidung des Reichs» gerichts in Strafsachen, Band 37, Seite 383, in Einklang." Diese Antwort des Reichskanzlers steht weder mit dem Gesetz noch mit der Praxis des Reichstages in Einklang. Es ist noch m- dieser Session aus Anlaß der Wahlprüfüng der Wahlen Kaempf und Pauli von der Wahlprüfungskommission einstimmig be- schlössen, daß nach Abschluß der Wählerlisten Aenderungen nicht mehr zulässig sind und daß die Frage, ob eingetragene Wähler etwa zu Unrecht gewählt haben, allein vom Reichstag zu entscheiden ist. Der Wahlrechtsraub in Reust ä. L. Die von der Kommission des reußischen Landtages vnge- nvm-mene WählrechtSve rschlecht-eru ngsvorlage sieht ein F ü n f. st i m m« n- Wahlrecht vor. Es sollen erhalten Wähler bis zu einem Einkommen von 1866 M. eine Stimme. Wer unter 1866 M. Ein» kommen- bezieht, aber über 5 Hektar Grundbesitz vers-ügt oder als selbständiger Gewerbetreibender 2 oder mehr über 16 Jahr« alte Hilfspersonen beschäftigt un>d wer. eine technische oder wissenschaftliche Vorbildung besitzt, die zur Führung des Meistertitels berech- tigt, ferner wer im Besitz eineS Einjährigfreiwilligen-Zeugn-isses ist, bekommt eine Zusatzstimme. Wähler mit einem Einkommen von 1866 bis A66 M. erhalten zwei Stimmen, solche mit einem Ein- kommen von 2466 bis 3666 M. drei Stimmen, mit einem Einkommen von über 3666 M. vier Stimmen. Wer am Tage der Wahl 56 Jahre alt ist, erhält eine weitere Zusatzstimm«. Die Kommission hat also die Regierungsvorlage noch ganz erheblich verschlechtert. Die reußischen Arbeiter, die zum- überwiegenden Teil« in der Textilindustrie beschäftigt sind, haben durchweg ein Einkommen von weit unter 1866 M.; sie erhalten, soweit sie nicht über 56 Jahre alt sind, nur eine Stimme. Die Mehrstirnmen entfallen in der Hauptsache auf die Bauern, den bessersituierten Mittelstand und auf die Beamten. An der Annahme dieses Wahlrechtsungeheuers durch den Landtag ist leider mcht mehr zu zweifeln. Zur Reichstagsersahwahl im Wahlkreise Stolp- Lauenburg. Wie raffiniert die Abgrenzung der Wahlbezirke in dem Wahl- kreise Stolp-Lauenburg zugunsten der Konservativen vorgenommen ist, geht daraus hervor, daß von 253 ländlichen Wahlbezirken(davon annähernd 166 mit 26 bis 36 Wahlberechtigten) nicht weniger als 122 ihr Wahllokal in der„Mten Stube des gnädigen Herrn" haben, der gleichzeitig als Wahlvorsteher fungiert. Wehe dem Tagelöhner oder Gutsarbeiter, der es trotz des Wahlgeheimnisses wagt, einen sozialdemokratischen Stimmzettel abzugeben. Er würde infolge des famosen Spürsinns der Herren Wahlvorsteher seinen Laufpaß bekommen. Gearbeitet wird mit äußerster Kraftanstrengung; 16 bis 12 Versammlungen an einem Tage sind nichts Seltenes. Da der So- zialdemokratie keine Versammlungslokale zur Verfügung stehen, sehen sich unsere Genossen gezwungen, die gegnerischen Versamm- lungen zu besuchen, um den Bürgerlichen ihr Sündenregister vorzuhalten._ Oertcmscb-Ungani. Das Attentat auf Tisza vor Gericht. Budapest, 16. Dezember. Heute begann vor dem Geschworenen- geeicht die Verhandlung gegen den Abgeordneten Julius K o v a c s, der gegen den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Grafen Tisza. wie erinnerlich, einen Anschlag verübt hat. Die Anklage lautet auf vorsätzlichen Mordversuch. Der russisch-chinesische Konflikt. Briiffel, 16. Dezember. Die Agentur des äußersten Ostens meldet aus Peking: Der in Honon stationierte chinesische Kom- Mandant Wanglienfsong telegraphiert der Regierung, daß die Russen im Begriffe seien, das Mongoleigebiet zu besetzen. Er bitte, ihm zu gestatten, sofort mit seinen Truppen gegen den„lebenden Buddha" vorrücken zu dürfen. Uuanschiiai antwortete, daß er den Befehl der chinesischen Regierung abwarten wolle. Nach vertraulichen, in Peking erhaltenen Mitteilungen hat Rußland beschlossen, als Süd- grenze für die Mongolei die Wüste Gobi anzunehmen und seine Verwaltung von Kiachta nach Urga zu verlegen. Ferner soll ein regulärer Post- und Telegraphendienst zwischen Urga und Ulia- sutai und Kobda eingerichtet und Garnisonen nach den genannten drei Städten verlegt werden, während China gezwungen werden soll, fem» Grenztruppen zurückzuziehen. ©cwcrhrcbaftlicbce. Krieg oder frieden im Rolzgewerbe? Diese Frage muß man sich angesichts des Verlaufs der am 13. und 14. Dezember im Gebäude der Berliner Hand- Werkskammern zwischen den Zentralvorständen der Parteien geführten Verhandlungen sehr ernsthaft vorlegen. Die Unter- nehmer stellten den Arbeitern Zunmtungen, von denen sie voraus wissen mußten, daß sie unmöglich angenommen wer den können. Ueberdies hatten sie vorher ihr möglichstes getan, um zu verhüten, daß etwa die Parteien an den ein zelnen Orten einander näher kommen. Das einzige positive Ergebnis der am 29. und 30. Noveniber geführten zentralen Verhandlungen war die Vereinbarung, daß über die Lohn- frage direkt zwischen den Vertragsparteien an den ein- zelnen Orten verhandelt wird, während alle übrigen Fragen einer Verständigung zwischen den Zentralvorständen vorbehalten bmiben. Als Termin für den Beginn der ört- licheil Verhandlungen war der 9. Dezember bestimmt worden, und zwar sollten überall die Unternehmer die Einladungen für diese Verhandlungen ergehen lassen. Wer sich etwa der Hoffnung hingab, daß nunmehr die Vertragsverhandlungen in flottem Tempo gefördert werden würden, sah sich bitter getäuscht. Nur an ganz wenigen Orten wurde tatsächlich, allerdings ergebnislos, verhandelt. In mehreren Städten wurden die Arbeiter nicht erst eingeladen und wo die Einladung ergangen war. erklärten die Unter nehmer, daß sie gar nicht verhandeln, sondern lediglich die Forderungen der Arbeiter entgegennehmen wollten. Obwohl sie selbst die Verträge am 15. November gekündigt und sich lange vorher mit den zu ergreifenden Maßnahmen beschäftigt hatten, spielten sie nun die Hanm losen, die erst die Angelegenheit den Mitgliederversamm' lungeu des Arbeitgeberschutzverbandes vorlegen und sich von diesen Instruktionen geben lassen müßten. Dieses Verhalten der Unternehmer an den verschiedenen Orten zeigt eine so auffallende Uebereinstimmung, daß die Vermutung naheliegt, der Vorstand des Arbeitgeberschutzverbandes habe seine Orts- Vertreter in dieser Weise instruiert. Allerdings wird dieser Verdacht sehr entschieden zurückgewiesen. Die Taktik, welche die Ortsvertreter des Arbeitgeber- schutzverbandes anwendeten, harmoniert völlig mit dem Verhalten des Z e n t r a l v o r st a n d e s der Unternehmer- organisation in den Verhandlungen am 13. und 1 4. D,e z e m b e r. Nur über zwei Punkte wurde hier ver- handelt, aber am Schluß der langen Aussprache waren sich die Parteien um keinen Schritt näher gekommen. Zur Be- ratung stand die Arbeitszeit und der Ablaufs» t e r m i n der abzuschließenden Verträge. Als die großzügige Vertragspolitik in der Holzindustrie im Jahre 1997 in Angriff genommen wurde, schlössen die Parteien zunächst Verträge mit dreijähriger Geltungsdauer ab. Der Verbandstag des Deutschen Holzarbeiterverbandes ini Jahre 1919 beschloß, künftighin die Verträge auf die Dauer von vier Jahren abzuschließen. Seither sind vier- jährigeVerträge dieRegel und die im Jahre 1911 und 1912 mit dem Aröeitgeberschutzverband abgeschlossenen Verträge wurden, ohne daß dieser ernstliche Einwände er- hoben hätte, auf je vier Jahre abgeschlossen. Auf diese Weise kam es, daß es jetzt vier Gruppen von Vertragsstädten in der Holzindustrie mit je gleichem Ablausstermin gibt. Dem Arbeitgeberschutzverband gefällt das nicht. Sein Sehnen ist auf den sogenannten„R e i ch s t a r i f" gerichtet. Er will die Möglichkeit haben, unter Umständen die Holz- arbeiter in ganz Teutschland zugleich auszusperren, um sie so seinem Willen gefügiger zu niachen. Am liebsten möchte er den Reichstarif jetzt gleich einführen: zum mindesten will er aber jetzt einen Schritt weiter zu diesem Ziele machen und wenigstens zwei Städtegruppen zusammen- legen. Deshalb erklärt er jetzt kategorisch, es würden nur Verträge auf die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. So erklärt sich der nierkwürdige Umstand, daß in diesem Fall die Unternehmer für kurzfristige Ver- träge sind, während die Arbeiter länger dauernde Verträge vorziehen. Es wird aber auch begreiflich, daß die Arbeiter das Verlangen des Arbeitgeberschutzverbandes energisch ab- lehnen. In der Frage der Arbeitszeit erklären die Unter- nehmer kategorisch, daß in den Städten, die gegenwärtig die 54stündige Arbeitszeit oder eine kürzere haben, eine weitere Verkürzung nicht gewährt werden könne. � Sie verlangen, daß die Arbeiter nicht nur auf die Arbeitszeitver- Verkürzung in diesen Städten von vornherein verzichten, sie sollen sich überdies auch damit abfinden, daß es in den Städten, in welchen die wöchentliche Arbeitszeit neuerdings um eine Stunde verkürzt wurde, es bei der gegenwärtigen Arbeitszeit sein Bewenden haben soll. Selbstverständlich mußte ein solches Ansinnen mit aller Entschiedenheit ab- gelehnt werden. Die Verhandlungen sind daher völlig r e s u l t a t l o s verlaufen. Die Hoffnung, daß eine Verständigung doch noch zu- stände komt, ist zwar noch nicht völlig aufgegeben, aber sie hängt an einem feinen Faden. Ter Arbeitgeberschutzverband will in nächster Zeit die Vertreter seiner örtlichen Organisationen zusammenberufen, um mit ihnen die Lage zu beraten. Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß sich diese Konferenz zu einem größeren Entgegenkommen bereit finden lassen wird. Angesichts dieser Konferenz wird übrigens die Erinnerung an eine ähnliche Konferenz wach, die ain 8. Dezember 1909 in:„K a i s e r k e l l e r" in Berlin abge- halten wurde. Es sind die Vertreter derselben Städte, die da- mäls während der Vertragsverhandlungen zusammenberufen wurden und die Beschlüsse faßten, die als eine Fanfare wirkten. Der Zweck der kriegerischen Töne, die damals ange- schlagen wurden, ist allerdings nicht erreicht worden. Die Holzarbeiter haben sich nicht, wie man es erwartet hat, ein- schüchtern lassen, und so konnten damals die Verträge auf friedlichem Wege erneuert werden. Nun hat der Arbeitgeber- schutzverband die damals abgeschlossenen Verträge gekündigt, seit langen! hat er umfassende Vorbereitungen für einen großen Schlag gegen den Deutschen Halzarbeiterverband ge- troffen und die Vermutung liegt sehr nahe, daß er sich von seinen örtlichen Vertretern nur bestätigen lassen wird, daß sie kampfbereit sind. Kurz nach Nemahr werden nach der getroffenen Verein- barung die Zentralvorftände wieder zu Beratungen zu- sammentreten und erst dann wird man beurteilen können. ob der Frieden im Holzgewerbe erhalten bleibt, oder ob es zum Kampf kommt. Im Augenblick sind aber die Hoff- nungen auf die Erhaltung des Friedens so gering, daß die Holzarbeiter sich notwendig darauf einrichten müssen, daß es mit dem Ablauf des Vertrages am 15. Februar 1913 zu dem großen Kampf in der Holzindustrie kommt. Tie „Fachzeitung", das Organ des Arbeitgeberschutzverbandes. gibt den Unternehmern bereits Anweisungen für ihr Ver- halten angesichts des kommenden Kampfes. An der Spitze ihrer neuesten Nummer bringt sie„Ein dringendes Wort zur Mahnung", das darauf hinausläuft, den Tischler- m e i st e r n zu empfehlen, jetzt schon mit der E i n s ch r ä n- kung der Betriebe zu beginnen. Diese Mahnung wird zwar niit dem hohen Stande des Wechseldiskonts und der Unsicherheit der politischen Lage gegründet, aber man merkt es deutlich heraus, daß es sich um Vorbereitungen für die große Aussperrung handelt, die um so leichter durch- zuführen ist. wenn schon vorher die Zahl der Arbeiter auf das äußerste beschränkt wurde. Die Holzarbeiter wünschen den Kampf nicht, aber sie werden, wenn er ihnen aufge drangen werden sollte, ihren Mann zu stehen wissen! Berlin und dmgcgcnd. Der freie Weihnachtsabend für die Kinooperateure. In einer öffentlichen starkbesuchten Versammlung hatten die Kinooperateure Berlins kürzlich beschlossen, den Kinobesitzern die Forderung auf Freigebung de� Heiligabend zu unterbreiten. Der Wunsch der Kinooperareure ist Ilm so verständlicher, als am nacbtsvorabend viele Kinobesitzer ohnehin schon in früheren Jabren hre Betriebe geschlossen hielten, da die Offenhaltung derselben infolge des Fehlens der Gäste überfliiisig war. Ein Schreiben an den Verband der Kinobesitzer Groß-Berlins wurde dahin beantwortet, daß die Herren am 2l>. d. M. zusammen- kommen und über die Angelegenheit sprechen wollen. Hierzu sollen je ein Vertreter des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes sGruppe Kinooperateure) und der.Freien Vereinigung" hinzugezogen werden. Dieses Resultat wurde in einer Versammlung der Kinooperateure, die in der Nacht vom Sonnabend auf den Sonntag staltfand, be- kanntgegeben. Wie von einem Teilnehmer der Versammlung mit- geteilt wurde, hätten sich die Herren jedoch in einer Zusammenkunft schon insofern geeinigt, als sie es jedem Mitglieds überlassen haben sollten, den Heiligabend freizugeben oder nicht. Die Versammlung war der Meinung, daß ein Appell an die organisierte Arbeiterschaft bestimmt von Erfolg gekrönt sein würde, falls ein Teil der Kino- inhaber sich weigern sollte, den doch wirklich nur allzu berechtigten Wunich ihrer Angestellten zu erfüllen. Pflicht sei es auch eines jeden Kinooperateurs, sich dem Deutschen Metallarbeiter-Verbande anzu- schließen._ Die Steinarbeiter der Bau- und Grabsteinbranche nahmen in einer Versammlung, die am Sonntagvormiltag im Gewerkschafts- Hause stattfand. Stellung zum Ablauf deS Tarifvertrages. Der Verlrag ist abgeschlossen bis zum 1. April 1313, loird er am I.Januar nicht gekündigt, jäusl er auf ein Jahr weiter. Der Vorsitzende i n k l e r erstattete den Bericht der Tarifkommission: Vorstand und Gesellenausschutz. Platzvertreter und Gauleitung haben die Frage beraten und sind zu dem Resultat gekommen, die Kündigung des Vertrages nicht zu empfehlen. Die Gründe sind allgemein wirtschaftlicher Natur, denn zu einem Gefühl der Schwäche haben die Sleinarbeiter bei ihrer guten Organisatwn keine Ursache und verschiedene Verbesserungen deS Vertrages wären wünschenswert und sollen auch bei der Erneuerung in Betracht ge- zogen werden. Auch für die Hilfsarbeiter sollen die Verhäjmisie besser geregelt werden. In der Diskussion wurden verschiedene Bedenken gegen den Vorschlag der Kommission geäußert, aber die Mehrheit der Ver- sammlung erklärte sich durch eine geheime Abstimmung schließlich dafür, daß von einer Kündigung Abstand genommen werde. lieber die Berufskrankheit der Steinarbeiter, die Lungenschwind- sucht, hielt Otto Hauschke den Versammelten einen Vortrag, in dem er unter anderem auf die ungenügende Durchführung der Schutzbestimmungen für die Steinarbeiler hinwies. Er empfahl die folgende Resolution zur Annahme, die den zuständigen Stellen unterbreitet werden soll. Die Resolution lautet: Die gesundheitsschädliche Wirkung des Steinstaubes ist zwar in Fach- und Aerztekreisen bekannt, doch sind diese Kreise zu klein und einflußlos, um den Schutz der an Gesundheit und Lebe» be- drohten Sleinarbeiter allein durchzuführen. Die Zahl der Opfer, welche die Berufskrankheit jahraus jahrein fordert, ist erschreckend groß und unbeschreiblich ist das Elend, welches das meist lange Siechtum den Erkrankten und ihren Angehörigen bringt. Den Betroffenen könnte eine wirksamere Hilfe wie bisher zuteil werden, wenn die Berufskrankheit und ihre Folgen als B e- triebsunfall bewertet würden.— Außer der Gesctz- werdung dieses Wunstbes erwarten die Steinmetzen von Groß- Berlin eine bessere Durchführung der Bundesrats- Verordnung vom 20. März 1902. Durch einen so vermehrten vorbeugenden Schutz der tätigen Steinarbeiter und eine wirksamere Hilfe für die invaliden ppfer ihres Berufes kölinie die Lage der in der Steinindustrie be- schäftigten Arbeiter bedeutend gebessert werden. Der Vortrag fand den lebhaften Beifall der Versammelten und einstimmig wurde die Resolution angenommen. Achtung, Frieseurgehilfen. Wegen Tarifbruch für Verbands- Mitglieder gesperrt: Schlechter, Schreinerstr. 8, Rütz, Wrangel- Iraße 21, Schilling, Gerichtsir. 80, H o f f m a n n, Neukölln, Sanderstr. 16. Geregelt sind die Verhältnisse bei Llo r b e e r, Gormannstraße 25, D am ro w, Skalitzer Str. 1-10, I o ck s ch e, Nostiz- traße 58. Busse, Kastanienallee 15, Krüger, Naugarder Straße 35, G o r z i g a, Neukölln, Emser Str. 101, S e n g e r, Char- lottenburg. Spreestr. 7. Verband der Friseurgehilfen. Deutfcbes Reich. Konferenz der Binnenschiffer und Flöster des Rhein- stroms und seiner Nebenflüsse. Köln, den 12. Dezember. Auf Veranlassung des Vorstandes des Deutschen Transportarbeiterverbandes traten heute im„Volks- Haus" zu Köln die Delegierten der Binnenschiffer und Flößer des Rheinstroms und seiner Nebenflüsse zu einer Konferenz zusammen zwecks Stellungnahme zu den von der Regierung gemachten Vor- schlagen betreffs Regelung der Nacht- und Sonntags- ruhederBinnenschifferdesRheinstroms. Anwesend find 35 Delegierte, die Vorstandsmitglieder des Transportarbeiter- Verbandes Schumann, Döring und Müller, ein Vertreter des Internationalen Schiffe rbundes, B o ß m a n n- Mannheim, sowie der Reichstagsabgeordnete Bender. Ter Referent, Gauleiter Rudolph- Duisburg, betont, daß es ausgeschlossen sei, daß die Konferenz der Binnenschiffer mit den gemachten Regierungsvorschlägen einverstanden sein könne, da dies eine absolute Verschlechterung des jetzigen, teilweise durch Tarif geregelten Zu st an des be- deuten würde. Eigentümlich müsse es auch die Kollegen be- rühren, daß zu der Konferenz nur Großreeder zugezogen ge- Wesen seien, daß die kleinen, s e l b st ä n d i g en Schiffer da- gegen völlig beiseite gestanden und daß man am Tage vor der Konferenz(20. November) und am Tage nachher(22. November) anscheinend mit diesen Großreedern koni Promis seit habe. Dadurch habe sich die Regierung dem Verdachte ausgesetzt, daß sie die Geschäfte der Großreeder besorge. An Hand einer An- zahl von Betspielen kritisiert der Vortragende die laxe Handhabung der strompolizeilichen Vorschriften und tritt für die restlose Freigabe der 52 Sonntage im Jahr ein. Statt polizeilicher Regelung müsse strikte auf die gesetzliche Regelung der Ruhezeit gedrungen werden. Im übrigen fordert der Referent die Ausdehnung der Ruhezeit nicht nur für den Rheinstrom, sondern auch für die schiff- baren Nebenströme(Mosel, Main, Neckar) und kommt zu der «Schlußfolgerung, daß, wenn die Regierung den Wünschen der Binnenschiffer nicht entgegenkommt, es dann einen gewaltigen Kamps giBen werde, wie ihn der Rhcinftrom noch nicht gehabt habe. Wenn es dahin komme, trage die Regierung die Verant Wartung. Es werde ein Kampf dann hauptsächlich um die Erringung ideeller Güter. Wolle sich die Regierung nicht in Widerspruch mit dem Unternehmertum setzen, so müsse sie in Widerspruch zur Ar- beiterschaft treten. Auch auf der Weser und der Elbe sei in- folge guter Organifationsverhältnisse'das Unternehmertum zu Ver- Handlungen zwecks Tarifabschlusscs bereit. Man komme auch dort zu der Erkenntnis, daß ein Weg gefunden werden müsse zur Einigung. In der sehr lebhaften Diskussion befürwortete der Delegierte des Jirtcrnationalen Schifferbundes, B o ß m a n n(Kleinunter- nehmerorganisation), auch im Interesse der kleinen Reeder die gesetzliche Regelung der Nacht- und Sonntagsruhe. Im Namen einer Kommission, die zur Ausarbeitung einer „Entschließung" der Konferenz bestimmt war, unterbreitet alsdann das Vorstandsmitglied Müller den Konferenzteilnehmern nach- stehende Resolution, die einstimmig und unter lebhaftem Bei- fall zur Annahme gelangt: „Die aui 15. Dezember in Köln a. Rh. tagende Konferenz der Binnenschiffer und Flößer des Rheins und seiner Nebenflüsse und Kanüle nimmt Kenntnis von den seitens der Reichsregierung am 21. November d. I. in Koblenz gemachten Vorschlägen zwecks Einführung und Regelung der Nacht- und Sonntagsruhe auf dem Rheinstrome. Diese Vorschläge sehen vor: 1. eine mindestens 7stündige zufammenhcingende Nachtruhe für die Schiffsbesatzungen auf«schlepp- und Güter-, Dampf- und Motorschiffen sowie Schleppkähnen, welche vom Schiffsführer in die Zeit von 6 Uhr abends bis 8 Uhr morgens gelegt werden miutz; 2. daß die Ruhezeit nicht für das Schiff, sondern für die Person gelten soll; 3. daß der erste Öfter-, Piingst- und Weihnachtsfciertag, der Karfreitag und monatlich ein Sonntag als Ruhetag gelten sollen. Die Konserenz erklärt diese Vorschläge in keiner Hinsicht für ausreichend und erhebt in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der Reichskonferenz der Binnenschiffer und Flößer vom 10./11. November d. I. in Hamburg folgende Forderungen: 1. Einführung einer gemeinsamen, ununterbrochenen Min- de st Nachtruhe von 8 Stunden für alle in der Binnenschiff- fahrt und Flößerei beschäftigten Personen; 2. daß diese Nachtruhe in die Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens zu verlegen ist; 3. in Häfen und Umschlagsplätzen eine Nachtruhe von min- bestens 10 Stunden; 4. für die Schlepp- und Güterschiffahrt ein« völlige Sonn- tagsruhe; 5. für die Personenfchiffahrt wöchentlich mindesten» einen Ruhetag. Die Konferenz fordert nach wie vor die reichsgesetzliche Regelung dieser Materie und erkennt an, daß bei ihrer Durch- führung in bestimmten Fällen auf die Schiffahrtsverhältnisse hinreichend Rücksicht genommen werden muß. In Rücksicht darauf, daß dies« Materie im Sinne vorstehender Forderungen bereits ihre teilweise tariflich« Regelung auf dem Rheinftrome bereits gefunden bat und damit die Möglichkeit ihrer Durchführung erwiesen ist, fordert die Konferenz die gesetz- gebenden Körperschaften des Reiches auf, denselben baldigst ge- setzliche Anerkennung zu verschaffen." Der Nnternehmerverband für die Binnenschiffabrt hat die Ar- beitcrverbände zu neuen Verhandlungen zum 28. Dezember nach Berlin eingeladen. Er wünscht, daß eine neue Grundlage gefun- den werde, auf der eine Verständigung erzielt werden kann. Zur Bcrgarbeiterbcwcgung im Saarevicd. Eine von 359 Delegierten besuchte Konferenz des Gewcrk- Vereins christlicher Bergarbeiter, die am Sonntag in Saarbrücken tagte, beschloß, durch die Arbeitcrausschüsse für die Gesamtbelcg- schaft der fiskalischen Werke im Saarrevier am 18. Dezember die Kündigung einreichen zu lassen und am 2. Januar 1913 die Arbeit einzustellen. Einige Delegierte verlangten, daß der Streik sofort begonnen werden solle. Nach längerer erregter Aussprache wurde man sich dahin einig, den Termin für den Streikausbruch, um nicht kontraktbrüchig zu werden, auf den 2. Januar festzusetzen. Andere Organisationen haben bei dieser Beschlutzfassung nicht mitgewirkt. Sie sollen vom christlichen Gewerkverein ausgeschaltet werden. In der vom Gewerkverein einberufenen Versammlung wurde jedem Mitglied des Bergarbeiterverbandes das Wort der- weigert. Es ist aber selbstverständlich, daß, falls es zum Streik kommt, die Mitglieder des Bergarbeiterverbandcs zur Solidaritäts- Übung vom Vorstand angehalten werden. Auf der benachbarten Grube Camphausen legten am Sonn- abend nachmittag bereits 100 Bergleute die Arbeit nieder; sie haben den Beschlutz der Rcvicrkonferenz nicht abgewartet. Letzte Nacbncbten. Befriedigende Aufklärung der Prochaska-Affäre. Wien, 16. Dezember.(Meldung des k. t Wiener Telcgr.- Korr.-Bureaus.) Die vom k. und k. Ministerium des Aeutzern in der Angelegenheit des Konsuls Prochaska in Prizrend durch einen von hier entsendeten Delegierten gepflogene Untersuchung, die sich infolge der großen Entfernungen und der durch die Kriegslage ge- schaffenen Verhältnisse einigermaßen in die Länge zog, ist nunmehr abgeschlossen. Auf Grund ihres Ergebnisses kann erfreulicherweise konstatiert werden, daß die im Umlauf gewesenen Ge- rüchte, wonach Konsul Prochaska serbisch er seit� auf seinem Posten förmlich gefangen gehalten, sogar mißhandelt worden wäre, jeder Grundlag» entbehren. Die seinerzeit von der serbischen Regierung gegen den genannten Konsularfunktionär mit dem Ersuchen um dessen Versetzung erhobene amtliche Anschuldigung, daß bei dem Einzüge der serbischen Truppen in Prizrend aus dem k. u. k. Konsulat auf dieselben geschossen worden wäre, hat sich als vollkommen grundlos erwiesen. Dagegen haben sich die serbischen Militärbehörden in Prizrend allerdings unserem dortigen Konsulate und dessen Leiter und Personal gegenüber vomvölker- rechtlichen Standpunkte aus mehrfach ins Un- recht gesetzt. Tie in dieser Beziehung vorgekommenen Ver- stoße werden der königlich serbischen Regierung mit dem Begehren um entsprechende Genugtuung bekanntgegeben werden. Es ist kein Grund zu der Annahme, daß die königlich serbische Regierung, welche sich der Mission des Delegierten des Ministeriums des Aeutzern gegenüber durchaus entgegenkommend verhalten hat, diese Genugtuung verweigern wird. Erschwerung bei der Untersuchung der Putomayogreuel. New Nork, 16. Dezember.(W. T. B.) Nach einem Telegramm aus Lima versuchte die Bevölkerung von Putumayo, die beiden von der Regierung von Peru zur Untersuchung der bekannten Greueltaten entsandten Kommissare zu lynchen. Die Bevölkerung im Bezirk der Gummiwälder begann auf Anstiftung einflußreicher Interessenten einen Aufruhr. Die Kommissare wurden ernstlich verletzt,»ind zwar in Gegenwart eines peruanischen Beamten, ohne daß dieser Schritte zur Unter- drückung des Aufruhrs unternahm. Sturmschäden Riga, 16. Dezember.(W. T. B.) Der letzte Sturm hat im Hafen großen Schaden angerichtet. Mehrere Barkenmtt Holzwaren sind gesunken, andere wurden ins Meer hinausgctriebcn. Viele Schiffe erlitten Havarien._ 'Berantw. RedaksisiAlfred� V iel epp. Neukölln. Inseratenteil verantw.: Td- Glocke. Lerl-u. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchbr. u. VerlagsanstaU Gaul Singer � E«.. Berlin LV7. Hwrzu 3 Brilaaen u. lluterhaltuugSbl. it. 294. 29. AahkMg. 1. Keilllge iles Jonaßtlö" Kerlim polfeliliitt. Oerb�idsverfamrolung der �auptftelle deutscher flrbeifgebcrverbände. Vergangenen Sonnabend fand im Hotel„Hessischer Hof" iGcorgenstratze) die Verbandsversanrmlung des Verbandes deut- -scher Arbeitgebcrverbände hinter verschlossenen Türen statt. Die Herren Scharfmacher par excellence haben jedenfalls alle Ursache. das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen. Sie versandten aber nach Schluß ihrer Beratungen einen Waschzettel, der durch Zufall auch in die Hände eines unserer Mitarbeiter gekommen ist. Aus diesem Waschzettel war zu ersehen, daß Landrat a. D. Rötger den Vorsitz gefuhrt und der Syndikus Dr. T ä n zl e r- Berlin den Geschäftsbericht erstattet hat. Dr. Tänzler hatte ausgeführt:„Die Aufgaben der Hauptstelle, die von Jahr zu Jahr bedeutungsvoller geworden sind, gipfeln darin, dem Arbeitgeber in seinem Wirtschaftsbetriebe die autoritative Stellung gegenüber den mitarbeitenden Kräften zu tichern und zu erhalten, die ihm nach Maßgabe der ihm für den Be- trieb obliegenden Verantwortung zukommt. Die vornehmste und größte Aufgabe der Hauptstelle ist demgemäß, bei den in ihr der- einigten Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden möglichst voll- kommene Uebereinstimmung in den Fragen, welche für die Beur- teilung der Stellung des Unternehmers im Wirtschaftsprozesse grundlegend sind, herbeizuführen und die im konkreten Falle zu betätigende Solidarität zu fördern." Dr. Tänzler erwähnte als- vann die verschiedenen Streiks, die in der letzten Zeit im Reiche vorgekommen sind. Mit freudiger Genugtuung erwähnte der Red- ttcr die Streiks, bei denen die Arbeiter unterlegen sind.„In der Textilindustrie," so heißt es weiter im Bericht,„hält der Textil- apbelterberband die Zeit für günstig, um mit seinem Verlangen auf Anerkennung der Organisation und Abschluß von Tarifvev trägen, sowie auf Freigäbe des Sonnabend-Nachmittags hervorzm treben. Den Bewegungen in Neumünster, Göppingen und Mülhau- icn sind diese Forderungen gemeinsam. Es ist sicher, daß dies auf aen Einfluß der Gewerkschaft zurückzuführen ist. Um so erfreu- licher ist es, daß der Arbeitgeberverband in Neumünster und der Verband von Arbeitgebern der süddeutschen Textilindustrie diesen Angriff abgeschlagen haben. Auch die Niederlage der Streikenden während des aufsehenerregenden Streiks im Ruhrkohlenbergbau im Frühjahr dieses Jahres ist in erster Linie der zielbewußten Ener- gie und dem festen Zusammenhalten der beteiligten Arbeitgeber zu verdanken gewesen. Wenn auch der christliche Bergarbeiterverband sich an diesem Ausstände nicht beteiligt hat, so darf man doch an diese Haltung nicht zu kühne Hoffnungen knüpfen, weil sich die christlichen Gewerkschaften in diesem Falle selbst in der Verteidi- gung gegen den sozialdemokratischen Bergarbeiterverband befand und sich in anderen Fällen leider noch nicht von der Waffenbrüder schaft mit den sozialdemokratischen Verbänden freimachen könne. Die Erbitterung, die leider immer mehr in den Arbeitskämpfen Unter dem Einfluß der Gewerkschaften zutage tritt, zeigt sich in der langen Reihe der Ausschreitungen. Besonders bemerkenswert ist die lange Liste der Ausschreitungen, welche der Zechenverband nhih- rcnd des Ruhrkohlenstreiks feststellte. Nach der amtlichen Sta- tistik beschäftigten von den 2566 im Jahre 1311 zu Ende geführten Streiks 735— 28,6 Proz. die Polizei und 486— 18,9 Proz. die Staatsanivaltschaft. Bezeichnend ist es, daß in der Oeffentlichkeit Vertragsbruch bei Arbcitskämpfen durchaus nicht mehr als Aus- schreitung angesehen wird. Vertragsbrüche finden in der Oeffent- tichkcit vielleicht manchmal Erwähnung, aber selten noch einen zweifelfreien Tadel. Dr. Tänzler wies im weiteren auf das riesige Anwachsen der Gewerkschaften hin und fuhr alsdann fort:„Demgegenüber zählt die wirtschafts friedliche Bewegung in Deutschland allerdings zurzeit nur 162 666 Mitglieder mit 1,4 Millionen Mark Einnahmen und 1,1 Millionen Mark Vermögen. Wenn man aber bedenkt, daß diese Bewegung erst wenige Jahre alt ist, daß sie von allen Seiten, incht nur von gelvcrkschaftlicher, sondern auch von politischer und sich wissenschaftlich nennender Seite angegriffen wird, so wird man diese Enttvickclung doch als ganz hervorragend bezeichnen müssen. Jedenfalls hat das verhältnismäßig rasche Anwachsen einzelner Verbände der wirtschaftsfriedlichen Arbeiterbewegung den Beweis für die Existenzberechtigung dieser Bewegung durchaus erbracht. Die Vereine haben sich trotz aller Hindernisse durchgesetzt und der Haß, in dem sich� alle ihre Gegner zusammenfinden, bezeugt, daß sie keine quantite negligeable mehr sind. Die Arbcitgeberschaft kann eine Richtung unter der Arbeiterschaft, die die sozialdemokra- tische Verhetzungspraxis nicht nur mit Worten, sondern wirklich mit einer ihr entgegengesetzten Praxis bekämpfen will, nur bc- grüßen, und es zeugt von einer unheilbaren Verranntheit in ge- kleines femUeton. Hauptmann und die Sozialdemokratie. Gerhart Hauptmann hat nach dem Empfang des Nobelpreises eine Art Triumphreise durch die nordischen Länder angetreten. Bankette, Ansprachen. Fest- aufführungen. Kränze mit Nationalfarben, große„H" und der übliche dekorative Pomp, der bei solchen Gelegenheiten schon jedem verdienten Mittelständler heutzutage zuteil wird... Hauptmann sollte sich für solchen Kram zuschade sein, sagen seine intimen Be- wunderer, die schon die Fetiererei in Berlin übel empfanden. Aber er nimmtS mitie allen andern Arbeitern: sie dienen dem Kapital,>> Humor und Satire. Eine Konferenz. ES waren zwei, die hauten sich, Im Streit um eine Beute, Da kamen sehr Verständigtich Des Weges ein paar Leute. Die fpracken zu den beiden: Schaut, Wohin soll dieses führen, Laßt uns mit Euch, indes ihr haut, Gemütlich konferieren. Die beiden sagten: Nun wohlan. Laßt, was ihr wünscht, verlauten. So fing die Konferenz denn an, Indes die zwei sich hauten. � Man sprach und sprach, doch ach wie dumm Ergings in diesem Falle, Nicht fünf Minuten waren um, Da hauten sie sich alle. _ Adolf Glaßbrenner. Notizen. — Von Scotts Südpolarexpedition. Die„Terra Nova", das Expeditionsschiff Scotts, das im vergangenen März nach der Landung der Schliltenabteilungen nach Neuseeland zurückgekehrt war, hat am Freitag die Ausreise von Christchurch wieder an- getreten, um die mit dem ewigen Eise der Südpolarregion ringenden Forsckier wieder aufzunehmen und heimzubringen. Man hofft, daß das Fahrzeug ungefähr in der Mitte des Januars die Basis der Scoltschen Schlittenexpeditiou am Kap Evans erreicken wird. Kapilän Scott könnte dann bereits im März ivioder in Neuseeland sein. Die Expedition würde dann ungefähr 2 Jahre und 4 Monate in Anspruch genommen haben. — 166666 Sänger, davon 11666 Sängerinnen, zählt jetzt der Deutsche Arbeiter-Sängerbund untcr einer Gesamtzahl, von 165 666 Mitgliedern. Das ist das Ergebnis der ersten 26 Jähre, seildcm die Zentralorganisation in Wirksamkeit trat. Die„Deutsche Arbeiter-Sängerzeitung" hat auS diesem Anlaß eine inhaltreichc Festnnmmer erscheinen lassen. Die weitere Entwickelung unserer Sängerschaften bietet die sichere Garantie für die Erreichung der hohen Ziele, denen sie zustreben. Nur starke Vereine werden die Träger der künstlerischen proletarischen Kultur sein können, aut Folge Häven. Infolge des ausgesprochen konfesstonellen Charakters der Kasse haben gerade unzählige kleine Sparer ihr ganzes Hab und Gut der.sicheren' katholischen Kasse andertraut. Arme Witwen und Arbeiter, kleine Beamte, Geschäftsleute, Hand- Wecker werden in Umnasse in das tiefste wirtschaftliche Elend ge- stoßen oder mindestens auf Jahre hinaus schwer geschädigt. Die Ursache des Bankkrachs ist in einer unglaublich leichtfertigen Geschäftsführung zu suchen, die schon jahrelang zurückdatiert. Ob auch strafbare Bergehen, unreelle Schiebungen und dergleichen vor- liegen, wird die nun wohl unvermeidliche gerichtliche Untersuchung aufzuklären haben. Dem Ansehen des Katholizismus in Erfurt wird durch diesen Bankkrach ein unheilbarer Stoß versetzt. Denn zur Leitung der Kasse wurden bis in die jüngste Zeit nur gute Katho- liken und stramme Zentrumsanhänger gewählt. Soziales. Pfüchtvergessenheit aus religiösen Bedenken« Wie die Religion für manche dazu herhalten soll, die Jnter- essen des Kindes aufs ärgste zu gefährden, zeigt ein vom Amts- gericht in Recklinghausen und dem Landgericht in Bochum jetzt zu- gunstcn des Kindes entschiedener Fall. Das Vormundschastsgericht in Recklinghausen hatte einen katholischen Beamten als Vormund über ein uneheliches Kind be- stellt. Kurze Zeit darauf meldete sich ein kinderloses Ehepaar, das das Kind zu adoptieren gedachte. Der Vormundschaftsrichter er- teilte hierzu seine Genehmigung. Nicht so der Vormund. Gegen die Person des adoptierenden Ehemannes an sich konnte er nichts einwenden, aber er hatte religiöse Bedenken. Die braven Leute, so führte er aus, nenn�p sich zwar katholisch, sind aber nicht kirch- lich getraut, der borgeschlagene Vater macht nicht den günstigsten Eindruck, er ist Sozialdemokrat; das Kind werde deshalb in der Familie moralischen Schaden nehmen. Der Vormundschaftsrichter verfügte darauf die Entlassung des Vormundes. Dieser dürfe nur seine Einwilligung versagen, wenn das Mündel körperlich oder geistig gefährdet sei. Die religiöse Auffassung von der Ehe jener Leute könne allein kein Grund sein, die Einwilligung zu verweigern. Wenn sich auch die Eheleute über das kirchliche Gebot bei ihrer Eheschließung hinweggefetzt hätten. so sei doch nichts dafür erbracht, daß die Erziehung des Kindes Schaden leiden würde, wenn sie es adoptieren. Es sei auch nicht zulässig, den Eheleuten, die in gültiger Ehe lebten, wegen Ueber- tretung des kirchlichen Gebotes einen sittlichen Makel anzuhängen, der fie für die Erziehung des Kindes nicht befähige. Nach Lage der Verhältnisse würde die Adoption nur zum Wohle des Kindes gereichen. In der Verweigerung der Einwilligung liege als» eine erhebliche Gefährdung der Interessen des Kindes. Auf die eingelegte Beschwerde hat das Landgericht Bochum die Anordnungen des Vormundschaftsrichters bestätigt. Es erkennt zwar an, daß die katholische Erziehung durch die nicht kirchlich getrauten Eheleute gefährdet sei. Auf der anderen Seite hätte die Adoption fo viele Vorteile für das Kind(Rechte eines ehelichen Kindes, geordnete Lebensverhältnisse usw.), daß die Annahme an Kindesstatt eine ganz außerordentliche Verbesserung bedeute. Der eventuelle Nachteil sei also durch die großen Vorteile aufgewogen. Der Beschwerdeführer lasse eS an einer gerechten und verständigen Abwägung der Vor- und Nachteile fehlen. Er lasse sich nur von«ligiösen Gesichtspunkten leite» und gefährde so durch die Weiterführnng der Vormundschaft die Interessen des Mündels. Durchaus billigcnSwerte Entscheidungen. Stark ist es, daß ein Vormund aus vermeintlich religiösen Bedenken in dieser Weise das körperliche, geistige und sittliche Wohl eines ihm doch zum Schutz anvertrauten Kindes gefährdet. Das Erlösche» der Anwartschaft. Die Reichsversicherungsordnung schreibt vor, daß die Anwart- schaft auf Invaliden- oder Hinterbliebenenrente dann erlischt, wenn während zweier Jahre nach dem auf der Quittungskarte verzeich- neten Ausstellungstage tveniger als 20 Wochenbeiträge auf Grund der Versicherungspflicht oder der Weiterversicherung entrichtet worden sind. Das Gesetz macht dabei keinen Unterschied zwischen hochwertigen und geringwertigen Anwartschaften. Obcrverwaltungs- gerichtsrait Weymann hebt in seiner soeben erscheinenden„Dar- stellung der deutschen Reichsversicherung"(Frankfurt a. M., Schnapper. Preis 3 M.) hervor, daß hierdurch unter Umständen auch diejenigen getroffen weiden, die ein langes Arbeitsleben hin- durch Woche für Woche ihre Beiträge— vielleicht 2000 oder mehr— pünktlich aufgebracht haben. Dies bedeutet unzweifelhaft schon im Rahmen der Invalidenversicherung eine schwere Härte. Diese Härte steigert sich aber bis zur Unerträglichkeit, wenn durch das Erlöschen der Anwartschaft nicht nur die eigene Existenz des Ver- sicherten selbst, sondern auch die Fürsorge für seine Hinterbliebenen, auf die er sich verlassen hatte, mit einem Schlage vernichtet wird. Es wäre ein dringendes Gebot sozialer Fürsorge, Witwen und Waisen vor der Möglichkeit derartiger Schläge zu bewahren, wenn cS irgendeinen Weg gibt, dieses Ziel zu erreichen. Daß es dazu keinen Weg gebe, wird man schwerlich behaupten können; es steht deren eine ganze Anzahl zur Verfügung. Man könnte die nach- trägliche Beitragsleiftung mit einer verringerten Wirkung aus- statten. Man könnte Strafzuschläge und Zuschläge zur Einbringung der hinterzogencn Zinsen auferlegen, sogar die nachgebrachten Beiträge von der Berücksichtigung bei der Rentenberechnung ganz ausschließen, ihnen also nur die Wirkung belassen, die Anwartschaft zu erhalten, den Rentenbeginn entsprechend hinausschieben und der- gleichen. Man würde damit die Möglichkeit schaffen, die Mindest- anforderungen an die Beitragsleistung ganz erheblich zu erhöhen, was ohnehin sehr wünschenswert sein würde, und gleichzeitig die Beschränkungen, die der Nachentrichtung von Pflichtbeiträgen gc- zogen sind, fallen zu lassen oder wesentlich zu verringern, zumal, wenn man zugleich die Wartezeit auf 500 Beitragswdchen aus- dehnte;'denn mit Rücksicht auf die kurze Wartezeit und auf das Erlöschen der Anwartschaft ist die Nachentrichtung so eingeschränkt worden, wie es das gegenwärtige Gesetz vorsieht; man würde damit das Einkommen der Versicherungsanstalten an laufenden und rück- ständigen Beiträgen um Hunderttausende, wahrscheinlich um Millio- nen von Mark jährlich erhöhen, die ihnen jetzt regelmäßig entgehen; und zu alledem würde man endlich die immer schweren, oft ver- nichtenden, dem Wesen der Sozialpolitik durchaus widersprechenden Schläge beseitigen, die gegenwärtig auf Grund des Erlöschens der Anwartschaft jährlich mehrere tausend Versicherte treffen und nach Einführung der Hinterbliebenenversicherung noch viel härter als jetzt treffen werden.. Zum mindesten sollte man, wenn alle diese Wege wirkuch nicht gangbar erscheinen sollten, das Erlöschen der Anwartschaft als ein unvermeidliches Uebel beibehalten werden müßte, doch die Einrich- tung in sachgemäßer Weis« begrenzen. Man sollte das Erlöschen der Anwartschaft ausschließen oder wenigstens seine nachträgliche Rückgängigmachung gestatten in denjenigen Fällen, in denen kein oder nur ein geringes Verschulden des Versicherten vorliegt, sowie vor allem in denjenigen, in denen hochwertige, durch eine jähr- zehntelange regelmäßige Beitvagsleistuug begründete Anivart- fchaften betagter Versicherter in Frage stehen und in denen der Wert ver Anwartschaft zu dem hmterzogeiien Betrage in keinem Ver- hältnis steht. Daß man nicht wenigstens diesem letzterwähnten wichtigsten Gesichtspunkt bei Abfassung der Reichsversicherungs. ordnuna Rechnung getragen hat. könne nur als eine bedauerliche soziale Kurzsichtigkeit bezeichnet werden., Auf die Ungerechtigkeit und soziale Harle des Erlöschens der Anwartschaft haben wir seit Jahren hingewiesen. Bor und nach der Vorlegung der ReichSversicherungÄZrdnung haben die sozial- demokratischen Abgeordneten im Reichstag auf Beseitigung d.eier «-iSrte aedvunaen. die als eine durchaus unsoziale und ungerechte Bprschr'jt auch von dem ersten Präsidenten des Reichsversicherungs- crmkZ. Dr. Boediker, bezeichnet ist. Alle Anstrengungen zur Veseiti- gung der Härte, die lediglich durch die buveaukratische Bequem- lichkeit und gröbste fiskalische Rücksichten erklärlich ist, scheiterten. Die bürgerliche Mehrheit unter Hauptführung des Ministerial- direktors Caspar, die die soziale Versicherung immer mehr zu einer Einrichtung gestaltet, die den Arbeitern ungeheure Opfer auferlegt, die Arme nl oft wesentlich auf ihre Schultern wälzt und trotz der hohen Beiträge selbst als Armenunterstützung völlig ungenügende Leistungen bietet, und den Weg selbst zu diesen geringfügigen Leistungen noch durch allerlei formales Gesträuch dem Arbeiter versperrt. Eine Privatversicherung, die in ähnlicher Weise auf Un- kenntniS, Sorglosigkeit und Unvermögen der Versicherten spekuliert und so die Versicherten um ihre durch die Beitragsleiftung wohlerworbenen, schwer bezahlten Rechte bringt, reiht man mit Recht in die Klasse der Schwindelversicherungen ein. Aber die Reichs- Versicherungsordnung schreien die Herren als eine soziale„Wohl- tat" aus«_ Terrorismus und„Seuchenschutz"« Wie in sehr staatserhaltend gesinnten Kreisen der schärfste Terrorismus als ein sehr probates Mittel angewendet wird, wider- haarige Amtskollegen gefügig zu machen, oder, wenn das nicht ge- lingt. ganz empfindlich wirtschaftlich zu schädigen, dafür lieferte eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Erfurt wieder ein recht lehrreiches Beispiel. Der Tierarzt Kötz in Erfurt war der Be- leidigung des VeterinärrateS Eckert, früher ebenfalls in Erfurt, angeklagt. K. hatte in einem Briefe seinem Gegner Willkür und feindselige Gesinnung vorgeworfen und ferner behauptet, der Herr Veterinärrat habe gegen das Seuchengesetz verstoßen. Aus der Verhandlung ergab sich, daß der bei Ausbruch der Maul- und Klauenseuche anfänglich zu der Untersuchung der Viehbestände hin- zugezogene Tierarzt Kötz später hiervon deshalb ausgeschlossen wurde, weil et, wie ihm der Veterinärrat auf eine Beschwerde selbst erklärt hatte, nicht dem„Berein Thüringer Tierärzte" angehöre. Das Fernbleiben von seiner Gewerkschaft war für den Tierarzt recht fühlbar. Er gab vor Gericht den erlittenen Schaden durch seinen Ausschluß von den Untersuchungen auf 1500 M. an. Ferner wurde durch einen Metzger als Zeugen bekundet, daß ihm der Veterinärrat während der Seuche gestattet habe. Vieh durch die Stadt zu treiben, und zu einem Gutsbesitzer in der Nähe Erfurts äußerte der anscheinend recht impulsiv veranlagte Herr Veterinär- rat nach einem schroffen Wortwechsel: Er wünsche, daß der ganze Hof verseucht werde. Der Tierarzt Kötz wurde schließlich wegen Beleidigung des Veterinärrats zu 10 M. Geldstrafe verurteilt; be- antragt waren 100 M. Geldstrafe. Was sind gegenüber solchem staatserhaltenden Terrorismus die organisierten Arbeiter in ihren Kämpfen zur Aufklärung unwissen- der Kollegen oder gegen berufsmäßiges Streikbrechertum doch noch für Waisenknaben. Serickts- Leitung. Der Diebstahl der Mitgliederliste des Steigerverbandes vor Gericht. Bekanntlich wurde auf Anstiftung eines Beamten der politischen Polizei in Essen auf eine noch nicht völlig klar- gestellte Weise die Mitgliederliste des Steigerverbandes ent- wendet. Die politische Polizei, bezw. der Polizeiassessor Hansch, hat diese Liste dann dem Zechenverband gegen eine einmalige Vergütung von 1300 Mark ausgeliefert. Von dem Zechen- verband wurden die einzelnen Verbandszechen von der Mit» gliedschaft ihrer Steiger beim Steigerverband unterrichtet. Die Zechen ihrerseits benutzten diese Kenntnis wiederum, um die Steiger unter Androhung der Entlassung zum Austritt aus dem Verband zu zwingen. Infolge dieser Maßnahmen traten notgezwungen eine nicht unerhebliche Zahl Steiger aus dem Verbände aus. Der Steigerverband hat aus diesen Vorgängen heraus gegen die beteiligten Personen und Behörden einen Schaden- ersatzprozrß angestrengt. Seine Ansprüche hat der Verband an den Verleger Schoreck zediert. Die Klage richtet sich 1. gegen den preußischen FiskuS, 2. gegen den Zechenverband, 3. gegen den Polizeiasiessor Hansch in Essen und 4. gegen den Kriminalschutzmann Simons. Durch die Klage werden zu- nächst zirka 6000 M. verlangt und außerdem wird die Fest- stellung begehrt, daß die Beklagten auch den weiterhin infolge ihrer Masiipulationen entstehenden Schaden zu ersetzen haben. Die Klage stützt sich im wesentlichen darauf, daß die Polizeibeamten(Hansch und Simons) aus§ 839 des Bürger- lichen Gesetzbuches haften, weil sie die ihnen obliegende Amts- Pflicht gröblich verletzt haben, indem sie den früheren Sozial- demokraten. jetzigen Polizeispitzel Beyer zum Einbruch an- stifteten, oder diesen Einbruch doch begünstigten. Die Frucht dieses Verbrechens sei von den Beamten dann gegen Zahlung einer größeren Summe Geldes(1900 M.) an den Zechender- band verkauft. Die der Polizei obliegende Pflicht sei hier- durch in schärfster Weise verletzt. Zur Unterstützung der Klageansprüche zieht Rechtsanwalt Dr. Levy-Essen, als Ver- treter des Klägers, auch den 8 259 des Strafgesetzbuches(den Hehlerei-Paragraphen) heran. Daß der Hehler zum Schaden- ersatz, der durch seine Handlung einem Dritten zugefügt wurde, verpflichtet sei, könne nicht als zweifelhaft gelten. Auf welche gesetzwidrige Weise die Mitgliederliste in den Besitz des Kriminalschutzmanns Simons gelangt sei, das hätten aber alle Beteiligten, Assessor Hansch, das Essener Polizei- Präsidium, der Regierungspräsident in Düsseldorf(als Ver- treter des Fiskus) und auch der Zechenverband gewußt. Die Polizei beschäftige den Spitzel Beyer obendrein auch heute noch, außerdem sei der Verbrecher noch nicht zur Verantwor- tung gezogen.. Nach zwei oder drei ergebnislosen Terminen, war ein neuer Termin auf Sonnabend angesetzt. Die Vertreter des Fiskus und des Zechenverbandes wollen vor allen Dingen alle tatsächlichen, ihnen offenbar unbequemen, tatsächlichen Mo- mente(Diebstahl der Liste usw.) ausgeschieden wissen, sie ver- langen aus formal-juristischen Gründen die Abweisung der Klage ohne Beweisaufnahme. Schließlich bestreiten sie auch die Aktivlegitimation des Klägers und der Zedenten. Der Fiskus will auch deshalb nicht haftbar sein, weil das Polizeiprä- sidium den beiden Beamten keinen Auftrag erteilt habe, viel- mehr sei Assessor Hansch sogar zu der höchstzulässigen Dis- ziplinarstrafe von 30 M. verurteilt. Das Gericht wird in einem neuen Termin, der im Januar stattfindet, zur Klage Stellung nehmen.__ „Der Schrecken der Schiffer" wurde der erst 17jährige Gelegenheitsarbeiter Fritz Neitzel genannt, der längere Zeit hindurch Raubzüge auf den Kähnen der in Berlin und der Umgegend liegenden Schiffer unternommen hatte. Wegen dieser Straftaten hatte sich N. gestern vor der 3. Strafkammer des Landgerichts II zu verantworten. Der Angeklagte war, nachdem er mehrere Diebstähle verübt hatte und bestraft worden ivar. der Fürsorge überwiesen worden. Aus der Erziehungsanstalt enfloh er und führte nun ein richtiges Piratenleben. Er entwendete zuerst einen Ileinen Kahn, mit dem er dann von der Wasserseite aus an die verankert liegenden Zillen heranfuhr. Er erbrach dann die Kabinen der Schiffer, in denen er meist größere Geldbeträge fand. Nachdem er genügend Geld zusammengestohlen hatte, kaufte er sich einen Revolver und rüstete sich mit allem möglichen Diebeshandwerkszeug aus. Wie die Be- weisauftrahme ergab, hatte der Angeklagte zusammen 10 schwere Diebstähle in Charlottenburg, Spandau, Tegel und auf den Wasser, laufen Berlins verübt. In einem Falle wurde er von dem Schiffs- eigner Schröder überrascht. Er sprang sofort in das neben dem Kahn nicht sehr tiefe Wasser und gab von hier auf Sch. mehrere Revolverschüsse ab. Ebenso schoß er bei einem in Spandau verübten Diebstahl mehrere Male auf die ihn verfolgenden Schiffer. Diese beiden Fälle mußten vertagt werden, da die beteiligten Zeugen sich mit ihren Kähnen unterwegs befanden. Wegen der übrigen Fälle lautete das Urteil mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit der, artiger Straftaten auf 2Z� Jahre Gefängnis. Wenn ein junger Mensch zu solchen Verbrechen zwecks Fristimg feines Lebens greift, so zeigt der Fall, daß eS mit der Fürsorge- erziehung und mit der Gesellschaftsordnung arg steht. Die Gesell- schaftsordnung erzieht erst zum Verbrecher und belegt dann ihr Opfer wegen der Folgen dieser Erziehung mit Strafen, deren Fol, gen in der Regel die Quelle neuer Verbrechen sind. 56 Mark' für eine blutende Polizriuase. Was sich akademisch gebildete Ausländer unserer heiligen „Hermandad" gegenüber erlauben dürfen, so berichtet man aus Halle a. S., dafür lieferte die letzte Schöffengerichtssitzung einen klassischen Beweis. Gelegentlich einer am Abend des 23. Mai stattgehabten Fest- lichkeit unternahmen 10 bis 12 tschechische Studenten vom Markt. platz aus per Automobil einen„Ausflug" nach dem„Schlamm". einer Straße, in der die Freudenmädchen wohnen. Unter den wohlhabenden LandwirtSsöhnen tat sich besonders der Student No- wack hervor, der permanent nach der Polizei rief und den Beamten, als sie dem Auto nachjagten, die Worte:„Ihr verfluchten Mist- deutschen" zurief. Als Ztowack schließlich in den Freudenhäusern einen furchtbaren Skandal machte und deshalb von einem Polizei- beamten festgenommen werden sollte, versehte er dem Beamten einen derartig heftigen Faustschlag ins Gesicht, daß ihm die Nase blutete. Dann versuchte er dem Polizisten den Säbel zu entreißen und verbog dabei die Klinge. Nach langem Widerstreben wurde ver Widerspenstige in einer Droschke nach der Wache gebracht.— Der Amtsanwalt beantragte gegen Nowack, der wegen Widerstandes usw. unter Anklage stand. 14 Tage Gefängnis und 30 M. Geld, strafe. Erkannt wurde auf eine Gesamtstrafe von 56 Mark. Hätte daS Gericht die Polizeinase höher taxiert, wenn ein Ar- beiter seine Faust mit ihr in Berührung gebracht hättet Aktcndiebstähle im Polizeipräsidium. Der Restaurateur Wieser teilt uns zu dem Gerichtsbericht vom Sonntag über die Aktendiebstähle im Polizeipräsidium mit, daß er niemals dem Angeklagten Geld gegeben oder auf ihn eingewirkt hat. Gegen Wieser richtete sich nur die in der Rocktasche des An- geklagten gefundene angeblich wegen seines Geburtstages und der Erwartung der Gratulanten eingelaufene anonyme Strafanzeige. Diese betraf angeblich Uebertretung der Polizeistunde und Stellen, vermittelung. Wegen Kuppelei ist Wieser nie denunziert worden« „Ich bin doch kein Gewaltsmensch!« beteuerte gestern vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte(137 Abteilung) der Tischler Karl Obal, der sich auf eine Anklage wegen Mißhano- lung zu verantworten hatte. In der Bau- und Möbeltischlerei von Lübnitz u. Reese(MarkuSstr. 18) hatte er einen Tischler Epp, der in der Angetrunkenheit ihn wiederholt belästigte, durch einen Stoß vor die Brust zu Boden geworfen und dann die„Abwehr" so euer- gisch fortgesetzt, daß Epp eine blutende Wunde im Gesicht davon- trug. Die Beweisaufnahme ergab, daß Obal dem am Boden lie- gen Epp nicht nur seine Kehrseite mit dem Lederpantoffel bear- bettet, sondern ihn auch mit einem Holzstiick ein vanr Schläge in» Gesicht gegeben hatte, so daß er ihm die Haut aufriß. Einer der als Zeugen vernommenen Kollegen bekundete, schließlich habe Obal dem wehrlos daliegenden Epp noch mit dem Fuß einen Stoß in die Seite gegeben. Der Angeklagte Obal gab den Gebrauch des Leder- Pantoffels und des Holzstückes zu, bestritt aber, mit dem Fuß ge- stoßen zu haben, oder wollte eS höchstens als ein Versehen gelten lassen. Er behauptete keck, Epp sei von den Kollegen nur vorge» schoben worden, damit es zu einem Krach mit ihm kommen mußte. Ihm, dem Obal, habe eins ausgewischt werden sollen, weil er— so äußerte sich der Angellagte vor Gericht—„nicht im Verband war und im Verdacht stand, zu schmusen und andere aus der Arbeit zu bringen". Ob Obal so etwas getan habe, fragte der Vorsitzende einen Zeugen, den der Angeklagte selber vorher als einen„unpar- teiischen Menschen" bezeichnet hatte. Zeuge antwortete:„Ich weiß nicht, es kann aber möglich sein; in der Bude ging das Gerücht." Der Amtsanwalt sah in Obalö Verhalten„eine gewisse Roheit", doch sei zu berücksichtigen, daß Epp ihn gereizt habe, darum könne eine Geldstrafe von 30 Mark genügen. Das Gericht sprach den Ange- klagten schuldig der gefährlichen Körperverletzung, ging aber in der Milde noch weiter als der Amtsanwalt und erkannte, weil Obal von dem angetrunkenen Epp gereizt worden sei, nur auf 15 Mark Geld- strafe. Gegen Milde an sich haben wir nichts einzuwenden. Anders liegt es bei Roheitsdelikten wie dem vorliegenden. Hier war Milde nicht im geringsten am Platze. Hätte das Gericht auch den Ange- klagten, wenn er Verbandsmitglied wäre und ein NichtVerbands- Mitglied mißhandelt hätte, so milde wie den Angeklagten abge- urteilt? Die drakonischen gegen organisierte Arbeiter erlassenen Urteile legen die Verneinung dieser Frage nahe. Vor dem Gesetz soll doch Wohl aber jeder gleich sein. Ein Erzieher im Kadettenkorps als Sittlichkeitsverbrecher. Ein gefährlicher Erzieher stand in der Person des Oberleut- nants Schuh vom 10. Infanterie-Regiment vor dem Kriegsgericht der ersten Division, um sich wegen einer ganzen Reihe von Sittlichkeits- verbrechen zu verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, daß er sich in nicht weniger als 14 Fällen an teilweise noch schulpflichtigen Mädchen vergangen habe. Die Verfehlungen des Angeklagten sind so haarsträubender Natur, daß der Gerichtshof ernstlich mit einer angeborenen Geistesgestörtheit des Angeklagten rechnete und daher vier medizinische Sachverständige aufbot, um ein Bild von dem Geisteszustände des Angeklagten zu erhalten. Schuh war Erzieher im Kadettenkorps. Das Gebäude liegt an einer ziemlich belebten Straße. Trotzdem hat es der Angeklagte fertig gebracht, sich in völlig entkleidetem Zustande an das Fenster zu stellen und sich so den vorübergehenden Schülerinnen einer in der Nähe belegenen höheren Tochterschule zu zeigen. Diese Tatsache sprach sich unter den Schülerinnen bald herum. Der Angeklagte nutzte diese Gele- genheit, um den untenstehenden Mädchen Briefe zuzuwerfen, in denen er sie aufforderte, ihn in seiner Wohnung oder auch im Bi- bliothekszimmer des Kadettenkorps zu besuchen. Wenn die Mädchen dieser Aufforderung nachkamen, verging er sich an ihnen, obschon er in den meisten Fällen nach ihrem Aeußern wissen mußte, daß sie das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten. Die vier Sachverstän- digen stellten sich auf den Standpunkt, daß der Angeklagte zwar erblich belastet sei, daß aber irgendwelche StrafausschließungS- gründe nicht vorhanden wären. Unter Ausscheidung von fünf Fällen, in denen der Angeklagte glauben konnte, daß die in Betracht kommenden Mädchen das vierzehnte Lebensjahr überschritten hatten, erkannte das Gericht gegen den Angeklagten auf zwei Jahre acht Monate Gefängnis, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Ht« Dauer eines Jahres und Entfernung aus dem Heere. Hua aller Melt. Sin Jubiläum der Schande. Mit Stillschweigen geht die bürgerliche Presse an einem Gehen!» tage vorüber, der den Männerstolz vor Königsthronen in hellstem Lichte erstrahlen läßt. Am lt. Dezember waren gerade 75 Jahr» verflossen, seit der Konig Ernst August Von Hannober die„Göttinger Sieben", die Professoren Albrecht, Dahlmann, Ewald, Gervinus, die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm und Wilhelm Weber, sämtlich Gelehrte von großem Rufe und Professoren der G ö t t i n g e r Universität, ab- setzte, weil sie gegen den von dem Könige verübten schmachvollen Verfassungsbruch öffentlich pro- testiert hatten. Damit war aber der Rachedurst des mein- cidigen Königs noch nicht gestillt; um den aufrechten Männern seine ganze Macht fühlen zu lassen, ließ er drei von ihnen. Dahlmann. Jakob Grimm und Gervinns, des Landes verweisen. Dieser Gewaltakt hatte eine unerwartete Nebenwirkung. Mit den Aus« gewiesenen verließ ein großer Teil der Studenten- schaft die GLttinger Universität; der Stadt und dem Lande wurden durch den Massenauszug schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt. Schließlich hat Ernst August von Hannover aber doch recht behalten, als er den zynischen Ausspruch tat: Huren und Professoren kann man immer für Geld habenl An die Stelle der sieben Aufrechten traten Professoren nach dem Willen des Königs. Heute, nach 75 Jahren, sind wir in der Kultur viel weiter. Heute braucht kein deutscher �ürst die öffentliche Brandmarkung durch Professoren zu fürchten, wenn eS ihn, vielleicht beikommen sollte, die Verfassung mit Füßen zu treten. Die Professorenschaft ist zahm ge- worden, sie leidet an Rückgratverkrümmung. Die neuteutsche Studentenschaft aber bringt den Gewalthabern Fackelzüge und ver- anstaltet Festlommerse, wenn � reaktionäre Machenschaften Erfolg haben. Der Mannesstolz der.Göttinger Sieben" findet nur noch Würdigung bei der Arbeiterschaft, die nach besten Kräften dafür sorgt, daß Attentate auf die politische Freiheit als reaktionäre Ge- Wallakte gekennzeichnet und abgeschlagen werden. Eisenbahnkatastrophe auf Sizilien. Am Sonntagabend gegen Mitternacht hat sich auf der Eisenbahnstation Mangans auf der Insel Sizilien ein schtveres Eisenbahnunglück zugetragen. Ein mit Sonntagsaus- flüglern stark besetzter Schnellzug der Linie C a t a n i a- M e s s i n a fuhr auf der genannten Station mit einer Geschwindigkeit von fünfzig Kilometern auf einen Güterzug auf. Fünfundzwanzig Personen tvurdcn bei dem Unglück getötet und über fünfzig Personen schwer verletzt. Der Zusammenstoß war so heftig, daß zehn Wagen des Schnellzuges einschließlich des Speisewagens aus den Gleisen geworfen und zertrümmert wurden. Zahlreiche Passagiere hielten sich zu der Zeit des Unfalles gerade im Speisewagen auf. Gräßliche Szenen spielten sich ab, überall ertönten Schmerzensschreie der unter den Trümmern festgeklemmten Opfer. Hilfe war sofort zur Stelle. Die Wagen mußten auseinander- geschlagen werden, um die eingeschlossenen, teilweise gräßlich verstümmelten Menschen aus ihrer schrecklichen Lage befreien zu können. Die Zahl der Toten dürfte noch erhöht werden, da ein großer Teil der Verwundeten so schwere Ver- letzungen davongetragen haben, gezweifelt werden muß._ daß an ihrem Aufkommen Opfer des Flugsportes. In den letzten Tagen hat der Flugsport im Auslände wieder niehrere Todesopfer gefordert. Am Sonnabend stürzte der russische Flieger Katschinsky, der mit einem Passagier einen Flug über dem Schwarzen Meere vollführte, mit seinem Hydroplan ins Meer. Der Passagier ertrank. Katschinsky wurde gerettet.— Auf dem Fluge von Hendon nach Oxford stürzte ein von dem englischen Militärflieger Marineleutnant Parke gelenkter und mit einem Passagier besetzter Eindecker infolge eines Motordesektes bei Wembleh aus einer Höhe von bll Meter ab. Leutnant Parke war auf der Stelle tot. Der Passagier starb kurze Zeit darauf- Stnrmschäden und Unwetterverheerungen. In den letzten Tagen haben an verschiedenen Orten des Reiches starke, zum Teil orkanartige Stürme wüste Verheerungen ange- richtet. Die Stürme, die seit Sonnabend mit kurzen Unterbrechun- gen anhalten, haben in den Wäldern und an den Telegraphen- leitungen großen Schaden angerichtet. Die Fernsprechverbindungen sind zum größten Teil gestört. In Ruenderoth ist ein Landwirt in die Sieg geweht worden unÄ ertrunken. In Hamburg hatte der orkanarsige Sturm am Sonnabend mehrere Unglücksfälle im Gefolge und verursachte großen Schaden. In der Nähe des HauptbahnhofeS wurde ein Maurer vom Gerüst geweht und lebensgefährlich verletzt. In der Ausschlägerallee wehte der Sturm einen Fabrikschornstein um, doch sind Passanten nicht zu Schaden gekommen. Besonders auf dem„Dom"(Weihnachtsmarkt) richtete der Sturm Verwüstungen an. Buden wurden umgeweht, ein wegen der schlechten Witterung nur von wenigen Personen be- fuchteS Karussell stürzt« zusammen, doch wurde niemand verletzt. In der Stadt wurden zahlreiche Dächer abgedeckt. In Bochum, Dortmund und Essen wurde in der Nacht zum Montag durch den Sturm an zahlreichen Gebäuden großer Schaden angerichtet. Im Werratal und in den angrenzenden Gebieten gingen seit Sonntagabend schwere Regenfälle nieder, die Montag früh zwischen 4 und 5 Uhr einen wolkenbruchartigen Charakter annahmen und von einem orkanartigen Sturm begleitet waren. Die Werra führt infolgedessen Hochwasser und droht, vor Eschwege auszutreten. In ihrem Oberlaufe zwischen Treffurt und Wartha überflutet sie bereits das Tal und hat sich in«inen See verwandelt. Besonders schwer ist in der Nähe von Eschwege das Werratal vom Hochwasser betroffen worden. Die Dörfer Bischhausen und Harmuthsachsen sind vollständig unter Wasser gesetzt. Verschiedene Einwohner waren gezwungen, weil das Wasser in ihre Häuser drang, mit dem Vieh nach höher gelegenen Häusern zu flüchten. Das Dorf Waldkappel ist vom Bahnhof durch das Hochwasser abgeschnitten worden. Das Hochwasser hat in den Tälern großen Schaden angerichtet, da es die Felder zerrissen, die Saat mit fortgerissen und Wiesen und Gärten überschwemmt hat. Da es noch weiter fortregnet, so ist zu befürchten, daß da» Hochwasser im Lauf« des Tages weiter steigen und noch größeren Schaden anrichten wird. Sturmschäden auf der Nordsee. Wie ein Telegramm aus Bremerhaven meldet, haben die orkanartigen Stürme am Sonntag und Montag auf hoher See zahlreiche Unfälle verursacht. Der nach See gehende deutsche Dampfer.Ebernburg" signalisierte, daß beim Leuchtturm Roter Sand ein Schiff in Not sei. Nördlich von Hoher Weg auf der Tegeler Platte fitzt ein z w e i m a st i g e S Fahrzeug. Die Flaggen sind nicht zu sehen. Das von Bremen nach Emden mit einer Ladung Mehl bestimmte holländische Segelschiff.Nieuwe Jorg Folkers" ist in havariertem Zustande und mit Verlust von Anker und Kette Sonntag um 7 Uhr durch zwei Schleppdampfer in Bremer- Häven einbugsiert und in den alten Vorhasen gelegt worden. Kleine Notizen. Das abgekürzte Jupizverfahren. Wie aus Düren gemeldet wird. hat der Förster der Prymschen Verwaltung am Sonntagnachmittag zwei Wilderer, die er beim Kaninchenfang mittels Frettchen über- rafchte, durch Kopfschüsse getötet. Der Förster wurde verhaftet. Gesuiltcneö Leuchtschiff. Nach einem in Ostende eingetroffenen Funkentelegramm ist das Leuchtschiff.West Hinder" gesunken. Zehn an Bord befindliche Personen sind vermut- l i ch ertrunken. Vom Expreßzng überrannt. Tin schweres Automobilunglück hat hat sich in P e r l h A m b o y(Nordamerika) ereignet. Ein Autobus, der dort über die Eisenbahngleise fuhr, wurde von einem Expreß- zug gefaßt und vollständig zertrümmert.� Drei Personen wurden auf der Stelle getötet, acht weitere erlitten schwere Verletzungen. Ein Eisenbahnunglück, das Aehnlichkeit mit dem auf Sizilien hat, ereignete sich Montag früh in Belgien. Einem nach Gent sah- renden mit Arbeitern besetzten Eisenbahnzug fuhr bei dem Bahnhof Sottegem ein Güterzug in die Flanke. Mehrere Wagen wurden zertrümmert, zahlreiche Personen verletzt. Im Streite erschossen. In Senden bei Münster i. W. wurde in der Nacht zum Montag der Schornsteinfegergeselle Theodor Alk von dem Arbeiter Wippermann, der mit ihm in.einem Hause wohnt, mit einem Jagdgewehr im Bett erschossen. Der Mörder wurde heute früh verhaftet. Anlaß zu der Bluttat gaben Streitig- leiten, die die beiden Männer aus geringfügiger Ursache am Sonntag miteinander gehabt hatten. KrlefKarten der RedahHon. M. P. KS und Neukölln 105. Ratschläge zur Kapitalanlage können wir nicht gcbcn. Die Sähe sind schwankend.— A. M. 100. Darüber steht uns Material nicht zur Versügung.— R. 40. 3«. 1. An die be« tresscnde Kirchengemeinde wenden. 2. Bei Lehrstcllenvermittelung können wir Ihnen letder nicht behilillch sein.— G. E. 100. 1. Nur einer bis etzt in der Gerich'straßc aus dem städtilchen Friedhof. 2. isla, ebendaselbst est Ende vorigen Monats. 3. Die Landesbehörde.— G. H. 5. Darüber besteht zurzeit noch ein erbitterter Streit, tu den wir uns nicht einmischen tönnen.— 4l. K. S5. Be! der Zentralstelle für Auswanderer, Berlin, Karlsbad 9/10.— O. Ol. 19. 1. StisiungSdepiltatton deS Magistrats, Postsw. IS. 2. In Leipzig, Verlag Dlebener, Schiihenstr. 15.— K. V. S. Wenden Sie(Ich an den Verband der Maschinisten und Heizer, Spittel- martt 8,10.— 0t. L. 99. l. 14, I8Z. 2. 180.— L. T. 1. und 2. Ja. — 11.«. 53. Wetten entscheiden wir nicht.— I.». 11 und A. B. 11. In Mecklenburg. Schwerin.— H. K. S5 und F. F., Strnlölln. NäbereS darüber ersahrc» Sie bei der Zentralkommission der Krankenkassen Alexanderstr. 3g/4c>. �— ivt. Ol. 31. Frauenklinik in der Artillertestratze. | Todes-Anzeigen| Sozialdemokratischer Wafalverein I.d. 6. Berl. Reichstasswahlkreis. Am 14. d. MtS. verstarb unser Genosse, der Gerber Paul picliter Prtnzcnallee öS. Bezirk 321. Ehre feinem'Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. d. Mts., nach- nitttagS 4 Uhr, auf dem Sophien- Kirchdofe in der Freienwalder Strage statt. 234/17 Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Verband der Lederarheiter. Filiale Berlin 1. Hiermit drnKollegen zur Kenntnis, dag unser Mitglied, der Weih- gcrber psiiß Richter am 15 Dezember im Atter von B2 Jahren gestorben ist. Ehr« feinem Andenken! Di- Beerdigung findet am Mittwoch, den l8. Dezember, nach- miltags 4 Ubr, von der Leichen- halle des Sophien- KirchbofeS, Freienwalder Sirahe, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 144/3 Ter Borftaud. Am Freitag, den 13. Dezember. abends 6'/, Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann und guter Vater fviix Mahlow. Dies zeigen tiesbctrübt an Fra»zi-?ka Mahlow u, Tochter, Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 18 Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichen- halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg. aus statt. Touristenverein„Vorwärts 1907". Allen Freunden des Wander, iporis zur Nachricht, dah unsrr Wanderb, uder. Mitbegründer und 2. Borsitzendci des Vereins kritic Sacher am 13. Dezember im Atter von 23 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Di« Beerdigung findet Dtens- tag, den 17. Dezember, nach, miltags'/,4 Uhr. aus dem Trcp- tower Gemeinde- Friedhof. Kies. holzstrahe. am Bahnhof Baum- schulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet 1680b Der Borttand. Deutscher MelallaiMer-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Frlii Sacher Treptow, Grätzstr. 7. am 13. De- zember an Lungcnlciden ge. storben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17, Dezember, nach. mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- halle des Reuen Treptower Ge. meiude-Friedhoses, Kiesholzstrah«, auS statt._■» Ferner starb unser Mtglled, der Metallarbeiter Paul pavlick Grünthaler Str. 50. am 15. d. Mts, an Gehirnlähmung. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. Dezember, nach- mittags 4 Ubr, von der Leichen- Halle des Sophien> Kirchhofes, Freienwalder Slrahe. aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet NscKrtit. Ferner den Kollegen zur Nach- richt, dah unser Mitglted, der Mechaniker Karl Kumme Prenzlauer Allee 53, auf der Reife nach Brastllen gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 135/1 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter Lmiliö VOltoU fleß Stolpe sagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren herzlichsten Dank. 38A Clcschwlster WoltHg. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlln. Den Mitgliedern zur Nachricht. dah unser Kollege, der Arbeiter MhertBarcisiewsId am 11. d. MtS. Im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. d. MtS,, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle der Pius-Gemetnde, Hohen- Schönhausen auS statt. Sg/l2 Die Beririceverwaltung. Deutscher Bauarbeitemrband. Zweieveroln Berlin. Am 16. Dezember starb unser Mitglted, der Maurer NVillielm Hobek (Beztrl Neukölln). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. Dezember, nachmittags 8'/, Uhr, von der Hall« de» neuen Jakobt-Kirch- hoseS in Neulölln, Hermannftrahe, au« statt. Um rege Beteiligung ersucht 148/2 Der Borstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Tetlnahin« und Kranzspenden an der Beerdigung meineS lieben Gatten. deS Arbeiters 8A Wilhelm Menzel sagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten, dem Transport- arbctterverband, dem Wahlverein und dem Gesangverein unseren herz- lichsten Dank. prsu Menzel _ nebst Kindern. g eigene Geschälte ZumFestkuehen 8 JIKärhisohe ferle ff. Pflanzonbutter Margarine Ein Fallen des Kuchens unmöglich.— Geschmack vorzüglich. Generalvertrieb durch Otto Mendel Hauptgaschält: In validenstr. 156 Relnlokendorfer Str. 32 Charlottenburg: Kantstr. 68 im...,. KS W" \ Frankfurter Allee 175 Steglitz; Schloßstr. 102 8 eigene Täglich frisch Pfund 85 Pfennig Alle» Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dah meine liebe Frau 12A Emilie Thiele iiL nach schwerem Leiden durch den Tod dahingerafft wurde. Die« zeigt tiefbetrübt an Gustav Thiele, Watdenserstr. 22, Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 18. Dezember, nach- mtltaaS 2'/. Uhr, von der Kapelle de» St. Philippus-Apostel-Kirch- dose«, Müllerstrahc 44/45, aus statt, Deuiseher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Perlmutt- arbeiter �uxust Meyer KönigSberger Str. 29, im Alter von 55 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. Dezember, nach. miltags 2'/, Uhr, von der Halle deS ZentralsriedhofeS in Friedrichs- leide auS statt. 92/17 Die Drls Verwaltung, • 6' 6»» 6 6 1»» I) Die alte gute' VremerVvrfenfedee tragt nach wie vor den Htempel HeintzesVlanckech ßros! 6()!ll,ln.Rundspltze2-�N ch>6 �»»<]>» ♦ f<»» DankNaecang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzsvcnden bei der Beerdigung meines gclieben Manne«, unseres lieben ValerS«niitav liange sagen wir allen, tnS« besondere den Kollegen sämtlicher Betriebe Berlins sowie dem Deutschen Holzarbeiterverband unseren herz. lichsten Dank. 1685b Anna Lange nebst Kindern. Grundbegriffe der Politik, von Friedrich Slampier, Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärts, Linden, strape 63(Laden). vr<- cJulw Ztf cfyy, 3n Stelen Sfunöen Die Wochenschrift für Arbelkerfamttlea wöchentlich 1 Heft für 10 Vf. Bfichsr ur dm Weihnachtstisch V orwärtssKlassiker. Heines Werke Schillers Werke Eingeleitet und bearbeitet von Franz Mehring* Reuters Werke Eingeleitet und herausgegeben von Emil Krause- Hamburg. Je 3 Bände gut gebunden. Preis für Jedes Werk nur 4 M. Sämtliche anderen Klassiker sind durch uns jederzeit zu beziehen. VorwärtsaBibliothek. Roman aus dem Proletarierleben von A. Ger. CI tVCVlvl preis gut gebunden........ 1,25 M. Flnt* A aaenmiY Erzählung von Ernst Preczans:* Ucr Ausweg Preis gut gebunden,...... IM. Das Land der Zukunft Leo Kolisch. Mit einer Einleitung von Paul Göhre. Preis gut gebunden............. IM. «r«« tt und andere Erzählungen von Verschrobenes Volk � Grötzsch. Preis gut gebunden., IM. Der Prinzipienreiter Erzählung aus den Märztagen des Jahres 1848. Von Wilbelm Bios. Preis gut gebunden.... IM. Unser Wald. Kort Grottewlts: Wilhelm Bölsche. Kart Grottewitz: Arbeiters In Wilhelm Bölsche. Klara IHttller-Jahnke: Gedichte. Aug. Wlnnlg: Prenßischer KommlB Sonntage eines der Natnr. Hit Herausgegeben von 2,50, geb. 3 M. groß städtisch en einem Vorwort von 60 Pf., geb. 1 M. Geb. 4,56 M. Soldatengeschichten. . 1,50, geb. 2 M. Franz Mehring; Dentsche Geschichte vom Aasgang des Mittelalters. Geb. 2 56 M. Karl Fr. Rttckert: Mit dem Tornister. Ungeschminkte Erinnerungen eines Infanteristen aus dem Feldzug 1870. Geb. 1,56 M, Adolf Glaßbrenncr: Unterm Brennglas. Berliner politische Satire, Kevolutionsgeist und menschliche Komödie. Geb. 4 M. Max Maarenbrecher: Biblische Geschichten. Beiträge zum geschichtlichen Verständnis der Religion. Geb. 7,66 M. Anton Fendrlch: Schanlnsland. 6, geb. 7,50 M. Grast Preczaag: Im Strom der Zelt. 1,60, geb. 2 H. Willi. Bios: Die deutsche Revolution von 1848/49. Geb. 4 M. Wllh. Bios: Die französische Bevolntlon von 1789. Geb. 4 H. lionls Herltier: Die flranzOslsche Bevolntlon von 1848. Geb. 4 M. Zimmermann: Der dentsche Danemhrleg. Geb. 4 M. Gnstaf Janson: Lügen. Geschieht, vom Kriege. Geh. 4,56 H. Joh. Falkberget: Minenschüsse und Fackelbrand. Erzählungen eines norwegischen Grubenarbeiters. Geb. 3 M. Joh. Falkberget: In der ünBersten Finsternis. Geb. 4M. Angnst Bebel: Ans meinem Leben. Band I geb. 2 M. Band H geb. 8 M. Angnst Bebel: Die Fran und der Soziallsmas. 3 M. Dr. F. B. Simon: Gesundheitspflege des Weibes. 2,50 M. Karl Kantsby: Karl Marx' Ökonomische Lehren. 2 M. KarlKantsky: Der Ursprung des Christentums. 5,75 H. Llssagaray: Die Geschichte der Kommune von 1871. Geb. 3 M. Friedrich Engels: Der Ursprung der Familie. 1,50 M. Leo Deutsch: 16 Jahre in Sibirien. Geb. 3,50 M. Leo Deutsch: Viermal entflohen. 2 M Franz Mehring: Die Lessing-Legende. 3 M. Paul Lonls: Gewerkschaftsbewegung in Frankreich. 3 IL Joseph Salvloll: Der Kapitalismus im Altertum. 3 M. B. Bommell: Wie Berg und Tal entstehen. Mit vielen Illustrationen und einer Karte: Die tätigen Vulkane der Erde. Geb. 1 M. J. Deutsch: Ans alten Tagen. Soziale Bilder aus der deutschen Vergangenheit. Geb. 1 M. Hannah Lewin• Dorsch: Die Technik In der Urzeit. I. Das Feuer. Der Wohnungsbau. Geb. 1 M. H. Cnnow: Die Technik In der Urzeit. II. Nahrungsmittel- beschafiung und Ernährung. Geb. 1 M. H. Cnnow: Die Technik In der Urzeit. III. Entstehung der Waßen.— Körperschmuck.— Die Technik der Bekleidung. Geb. 1 H. Jnllurbilder Wider die Pfaffenherrschaft. Kulturbilder aus den Revolutionskämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts. Von E. Rosenow und H. Ströbel. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten, In zwei Bänden gut gebunden Leinen 14 M., Halbfranz 16 iL Die Hohenzollern- Legende. Klüturbilder aus der preußischen Geschichte vom 12. bis zum 20. Jahrhundert. Von Dr. M. Manrenbrecher. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. In zwei Bänden gut gebunden Leinen 14 M., Halbfranz 10 M. Blut und Eisen. Krieg und Kriegertum in alter u. neuerer Zeit. Von Hngo Schulz. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit, darunter viele ganzseitige Illustrationen sowei zwei farbige Kunst- bellagen. In zwei Bänden gut gebunden Leinen 14 M., Halbfranz 16 M. Geschichte der Revolutionen. Vom niederländischen Aufstand bis zum Vorabend der französischen Revolution, Von Dr. A. Conrady. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten, In zwei Bänden gut gebunden Leinen 14 M., Halbfranz 16 M. Jeder Band der„Kulturbilder" ist ein für sich abgeschlossenes Ganzes und kann daher einzeln bezogen werden. Weihnachts-Prämie für die Abonnenten des„Vorwärts" Robert 13. Peary Die Entdeckung des Nordpols Mit einem Geleitwort von Theodor Boosevelt Mit über 10O Bildern nach photographisohea Aufnahmen Gut gebunden Preis nur 3.50 M. 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Lür feto Bnj«a:cnttil veralltwü TH.Ellickr. Berlin. Druck It. Berlagi Vvrwärt» Luchdruckerei u. LerlagSanstait Uiul Singer u. Ts,, LeriisSÄ- IJr.294. 29. Jahrgang. 2. WM to Amilrls" Klllim iloltiolilctt Dltvsiag, 17. Dezember 1912. Hus der parte!* Zur Landtagswahl in Preußen. Eine Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Bielefeld-Wiedenbrück am Sonntag, den 15. Dezember, in Bielefeld, wählte zu Delegierten zum preußischen Parteitage die Genossen Severing, Schulz und Pannhorsl Der Antrag. Schnapsinserate nicht mehr in der„Vollswachl* aufzunehmen, wurde abgelehnt, dagegen beschlossen, mit erneMer Energie für den Schnapsboykott zu wirken. Dann traten die Delegierten der sozialdemokratischen Vereine für die Wahlkreise Bielefeld-Wiedenbrück und Herford- Halle zusammen, um Stellung zu nehmen zu den Landtagswahlen. Genosse Hoffmann referierte über den preußischen Parteitag, Genosse Severing über die Taktik bei den Landtagswahlen und Genosse Schreck über die Wahltechnik. Genosse Severing trat für ein selbständiges Vorgehen bei den Urwahlen, wie bisher, ein. Den Fortschrittlern und Nationalliberalen im LandtagSwahlkreise Bielefeld-Hersord-Halle wird die Sozialdemokratie zeigen, daß sie ernstlich gewillt ist, den Konservativen keines von den drei Mandaten des Kreises zu lassen. Aber sie will als gleich- berechtigter Faktor betrachtet werden und beansprucht ein Mandat. Bei den Wahlen von 1908 waren von 1950 Wahlmännern 245 sozial- demokratisch, 355 nationalliberal und.freisinnig und 450 konservativ und christlichsozial. Als LandlagSkandidaten wurden aufgestellt die Genossen Redakteur Hoffmann. Gauleiter Schlüter und Redakteur Severing.- In Nordhausen nahm eine Delegiertenversammlung des Kreises Stellung zu den Landtagswahlen. Dem preußischen Partei- tage soll folgende Resolution unterbreitet werden: „Die am 13. Dezember stattgefundene Delegiertensitzung des Wahlkreises Nordhausen, Grafschaft Hohenstein, ersucht den preu- ßischen Parteitag zu beschließen, daß 1. der Parteivorstand kein« zentralen Abmachungen mit einer bürgerlichen Partei abschließt, die generell die sozialdemo- kratischen Wahlmäimer verpflichten, sür einen bürgerlichen Kandidaten zu stimmen; 2. daß überall dort, wo die Freisinnigen mit den national- liberalen Pluralwahlrechtsfreunden und Koalitionsgegnern Gegenseitigkeitsbündnisse abgeschlossen haben, den Freisinnigen keine sozialdemokratische Stimme zufallen darf." Zum Parteitagsdelegierten wurde Genosse Redakteur Klein- spahn gewählt. In Magdeburg nahm nach einem Referat deS Genossen Klühs eine Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins fol- gende Resolution gegen nur wenige Stimmen an: „Der preußische Parteitag bestätigt die Beschlüsse der Partei- tage von 1907 und 1910, wonach die Parteigenossen verpflichtet sind, den Kampf gegen das erbärmlichste aller Wahlsysteme mit allen dem organisierten Proletariat zu Gebote stehenden und zweckentsprechenden Mitetln zu führen. Als eines der nächsten und wichtigsten Mittel zu diesem Zweck erachtet der Parteitag eine riesige Wahlbeteiligung bei den bevor- stehenden Landtagswahlen. Er macht es deshalb den Partei- genossen zur Pflicht, schon jetzt alle Vorbereitungen zu treffen, um eine gründlich veränderte Zusammensetzung deS Dreiklassenhauses in der Richtung einer Wahlrechtsreform zu ermöglichen. In erster Reihe gilt es besonders in den Großstädten und Inda- stricbezirken, durch die größtmögliche Zahl sozialdemokratischer Wahlmänner die Wahl sozialdemokratischer Abgeordneter zu er- wirken. Um jedoch das nächste Ziel, die Beseitigung oder wesent- liche Schwächung der wahlrechtsfeindlichen Mehrheit, zu erreichen, wird die Landesparteileitung ermächtigt, schon für die UrWahlen geeignete Maßnahmen zu treffen, um in solchen Kreisen, in denen die Sozialdemokratie Aussicht auf eigenen Mandatserfolg nicht hat, die Vertr�'-mr der Dreiklassenschmach unter allen Umständen und mit allen litteln zu stürzen. Für die Abgcordnetenwahl gilt dieselbe Richtlinie. Die ge- wählten sozialdemokratischen Wahlmänner haben sich unbedingt an der Abgeordnetenwahl zu beteiligen und auf jeden Fall das Gewicht unserer Wahlmannsmandate gegen ausgesprochene Ver- fechter des Dreiklassenwahlrechts zur Geltung zu oringen. Die taktisch notwendigen Entscheidungen trifft die WahlkreiSorgani- sation im Einverständnis mit der Landesparteileitung. In der Erkenntnis, daß alle, die in der Wahlrechtsreform nach wie vor die dringende Aufgabe der Gegenwart sehen, im nächsten Wahlkampf an die Seite der Sozialdemokratie treten müssen, fordert der Parteitag die Parteigenossen auf, alle Kraft zu dem Zwecke einzusetzen, um als wichtigstes Ziel dieses Wahl- lampfes die Beseitigung der Dreiklassenmehrheit zu erreichen." gegenwärtiges Unglück zu tragen und alle Hindernisse zu überwinden, � die ihrer Befreiung entgegenstehen. Z Mit brüderlichen Grüßen Für den Sekretär: C. C a n d i d i. Ein verspätet eingetroffener Glückwunsch zum Chemnitzer Parteitag. Gestern gelangte eine Begrüßung deS Chemnitzer Parteitages in unsere Hände, die aus einem der entlegensten Winkel Sibirien« stammt und erst durch eine flüchtende Genossin nach mannigfachen Abenteuern und Irrfahrten an den Ort seiner Bestimmung gelangen konnte. Der Gruß der armen Opfer des barbarischen Zarismus, deren Herzen selbst in der sibirischen Eiswüste für den Fortschritt des Sozialismus glühen, lautet: An die Redaktion de?„Vorwärts". Orlinga, Kreis Kiren. Gouvernement Jrkutsk. Wir in der Verbannung lebenden Sozialdemokraten senden aus der sibirischen Einöde dem Chemnitzer Parteitage der deutschen Ge- nassen unseren Gruß. Wir wünschen von Herzen, daß da« gewaltige Wachstum der Partei des deutschen Proletariats auch furder mit solchen Riesenschritten fortschreiten möge wie bisher. Möge diese wachsende Macht der internationalen Bourgeoisie ein Zeichen sein, daß der Tag naht, an dem ibre Weltherrschaft in Trümmer geht. Mit Gruß und Glückwunsch Viktor Andrejew. Paul Ubeit. Dhujau Bukaroba. Zacharias Matu- schewitsch. Nikolaus PrschorowSki. Peter Lwow. Semen Pichno. Katherina Bardowska. Marie Greiwer. Richard AureS. Karl Krajetin. Ein erfolgreicher Protest. Bon der.Gesellschaft für soziale Studien" und von der Ge- Werkschaftsunion in Konstantinopel ging uns folgendes Schreiben zu: Werte Genossen! Mit großer Freude haben wir gelesen, was in Ihrer Zeitung über unseren Protest gegen die Verfolgung deS Genossen C. ZachoS geschrieben wurde.(Siehe Nr. 281 des„Vorwärts".) Wir schätzen un« glücklich Ihnen mitteilen zu können, daß die griechische Regierung, die die Absicht hatte, unseren Ge« nassen nach Coiana zu schicken, um über ihn aller Wahrscheinlichkeit nach die Todesstrafe zu verhängen, ihre Drohung nicht ausgeführt und ZachoS in Freiheit gesetzt hat. Wir sind stolz darauf, daß die Befreiung unseres Genossen dem Interesse und der Hallung, die Sie an den Tag legten, zu danken ist. Deshalb sagen wir und die Genossen in Athen Ihnen unseren herzlichsten Dank. Ihre Notiz hat auf die organisierten Arbeiter Griechenlands und KonstantinopelZ einen tiefen Eindruck gemacht. Die Solidarität, die die Millionen der Arbeiterklasse einigt, gibt ihnen Mut, ihr Haywood der Eigeugänger. New Jork, 4. Dezember 1912.(Eig. Ber.) Die zwischen dem Gros und einer kleinen Minderheit der sozialistischen Partei vorhandenen Gegensätze, welche die beiden letzten Parteitage, wie man vielfach biS in die jüngste Zeit wähnte, erfolgreich zu überbrücken gesucht, dauern fort. Nur energisches und gründliches Eingreifen vermag schweren, lange nachwirkenden Schaden zu verhüten. William D. Haywood, seit noch nicht einem Jahr Mitglied der Nationalexekutive (engerer Vorstand für das Gebiet der Vereinigten Staaten) der sozialistischen Partei, hat sich in der letzten Zeit wiederholt offen zum Syndikalismus, zur direkten Aktion, insbesondere zur Sabotage be- kannt und sich unter scharfen, persönlichen Angriffen auf hervor- ragende Parteigenossen über die Teilnahme am politischen Leben lustig gemacht. Letzten Sonnabend kamen in. Salem. Massachusetts, die von der frivol erhobenen Anklage der Anstiftung zur Ermordung der aus- ständigen Lawrence! Textilarbeiterin Anna Lopizzo freigesprochenen Streikführer Joseph Ettor und Arturo Giovannittt nach New gork. Am folgenden Tag fand eine zur Feier der Freisprechung ein- berufene sozialistische Versammlung statt, welche von 5000 Personen besucht war. Haywood war der Hauptredner. Im Verlaufe seiner Ausführungen sagte er:. „Die direkte Aktion ist der kürzeste Weg zur Erreichung des Ziele?; außerdem ist sie die am sichersten wirkende Waffe, namentlich für Frauen, Jugendliche, Neger und ganz besonders für denjenigen Teil der Arbeiterschaft, welcher sich nicht im Besitz des Wahlrechts befindet. „Ich glaube an die Sabotage, über welche vielfach keine Klar- heit herrscht. Keine revolutionäre Tat geht zu weit, wenn sie geeignet ist, die Kapitalistenklasse aus einer ihrer Positionen zu vertreiben." Fortfahrend spottete Haywood über den angeblichen Mangel an Lberzcugungstteuer Opferwilligkeit der Sozialisten, die nicht in dem gleichen Grade wie die Jndustrial Workers of the World(Mitglieder des syndikalistischen Verbandes der Industrie- arbeiter der Welt) die Gefängnisse bevölkerten. Diese Auslassungen sind mit der ZuHörigkeit zur sozialistischen Partei, erst recht aber mit der Mitgliedschaft im Parteivorstand un- verträglich, selbst wenn man Haywood seine impulsive Natur zu- gute hält. Zudem handelt eS sich nicht um eine Entgleisung, sondern um ein vorbedachtes Pronunziamiento. Denn zwei Tage später wieder- holte Haywood inhaltlich obige Ausführungen in einer öffentlichen, von den Jndustrial Worlers of the World einberufenen Ver- sammlung. „Ich möchte", sagte er..lieber von einem demokratischen als von einem sozialistischen Richter abgeurteilt werden.... Die So- zialisten sollten nur auf dem ökonomischen, nicht auch auf dem politischen Felde kämpfen." Für Leute, die wie Haywood die politische Betätigung per« horreszieren, ist überhaupt kein Platz innerhalb einer politischen Organisation. Haywood selbst sollte aus eigener Erfahrung wissen, wie wertvoll die Eroberung der politischen Macht für die Arbeiterklasse ist. Nur weil sie in Colorado und Idaho über die Machtmittel der Staaten verfügten, konnten die Bergwerksmagnaten an Haywood, Moyer und Pettibone ungestraft Menschenraub verüben, der mit langjährigem Zuchthaus bedroht ist, und die drei Führer der Western Federatton of Miners wegen Mordes prozesfieren lassen. Nur als Gebieter willfähriger Behörden konnten der Dynamitard Wood, Prä sident deS Wolltrusts, und andere millionenschwere Ver brecher die Miliz auf ausständige Texttlarbeiter loslassen und die Führer des Streiks bis an die Schwelle der HinrichtungS zelle bringen. Haywood sollte auch von dem Justizmorde wissen, der vor einem Vierteljahrhundert in Chikago an den.Haymarket- Anarchisten" verübt wurde. Wie dem auch immer sei, jedenfalls hat Haywood auf dem letzten im Mai in Indianapolis abgehaltenen Parteitag für die folgende, einstimmig angenommene Refowtton gestimmt: .Sie(die sozialistische Partei) betont die Notwendigkeit des klassenbewußten Zusammengehens der Arbeiter auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete..." Haywood, der wegen seiner syndikalistischen Neigungen vor dem Parteitage in Versammlungen, wie in der Presse Gegenstand scharfer Kritik und heftiger Angriffe war, hütete sich, in Indianapolis seine anarchistelnde, Anschauung zu vertreten. Ganz im Gegenteil! Mit-höchster Befriedigung sprach er sich über die Resolution aus, indem er sagte:»Mit dieser Resolution kann ich vor die Gewerkschaften hintreten und sie zum Anschluß an die Partei ausfordern.' Damals war man geneigt anzunehmen, die Meldungen über Haywoods frühere programmwidrige Aeußerungen seien falsch; damals hegte man, wenn auch vielfach unter bangen Zweifeln, die Hoffnung, daß die syndikalistische Strömung innerhalb der Partei überwunden und ohne operativen Eingriff verschwinden werde. Aber damals verbarg Haywood seine wahre Gesinnung, die er nachträglich zum Gaudium unserer kapitalistischen Gegner in öffentlichen Versammlungen verkündete, im stillen Busen. Erfreulicherweise scheint die Zeit deS Verkleistern? der Gegensätze vorbei zu sein. Wenigstens beschloß der New gorker Parteivorstand, die Eröffnung deS AusichlußverfahrenS gegen Haywood beim Bor- stand der Gesamtpartei der Bereinigten Staaten zu beantragen. Eine reinliche Scheidung tut not. Zum Glück ist HaywoodS Gefolg- schaff innerhalb der Partei nicht groß. Parteiliteratur. Agitationslltcratur gegen den Krieg. MS Heft 14 und 16 der Sozialdemokratischen Flugschriften erscheinen soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin LW. 68, zwei Broschüren, die in dieser Zeit fortwährender Kriegsgefahr weiteste Verbreitung verdienen. Die eine führt den Titel„Die Greuel des Krieges" und gibt nack Schilderungen bürgerlicher Kriegsberichterstatrer Kunde von den unsäglichen Barbareien, der Not und dem Elend der Ver- mundeten, Choleralranken und der heimatlos gewordenen Bevölke« rung, die der Balkankrieg zur Folge gehabt hat. Die zweite Broschüre ist betitelt:„Krieg dem Kriege" und enthält die be- achtenswertesten Reden, die bei der großen internationalen Friedens- kundgebung in Basel gehalten wurden. Eie dritte soeben erschienene Broschüre(Heft 13 der Sozial- demokratischen Flugschriften) kennzeichnet die Kampfesweise des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Jbr Titel lautet:„Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie vor Gericht". Die drei genannten Schriften kosten im Einzelverkauf 10 Pf., werden aber bei größerem Bezug den Organisationen zu ermäßigtem Preise abgegeben. Protokoll des dentsch-österreichischen Parteitages in Wien 1912. Verlag Wiener Volksbuchhandlung Jgnaz Brand u. Co., Wien VI, Gumpendorfer Str. 18. Preis 1,20 M. Da dieser Parteitag zu den wichtigsten Fragen der Kriegsgefahr, der Neuorganisation der Partei, zur Bildungsarbeit usw. Stellung nahm, sei das Protokoll der Be- achtung empfohlen._ Jugendbewegung. Rrgieruugshilfr für die bürgerliche Jugendpflege. Man schreibt uns aus Neukölln: Die bürgerliche Jilgend- bewcgung, das heißt die Bemühungen der Bourgeoisie um die Arbeiterjugend, arbeitet in Neukölln mit Hochdruck. Es sind in letzter Zeit eine Reihe von Jugendvereinen und Jugendklubs gegründet worden, die eine äußerst lebhafte Propaganda entfalte» und sich hierbei der besonderen Unterstützung der städtischen und staatlicheii Organe erfreuen. Wer hat sich in jenen Kreisen früher um Jugend- schütz und Jugendpflege gekümmert? Erst nachdem die Arbeiterschaft mit gewohnter Energie die Jugendpflege in die Hand nahm, entdeckte auf einmal das Bürgertum aus diesem Gebiete eine „dankbare" Ausgabe. Nicht in dem Sinne, daß es für feine eigenen Kinder hier Arbeit leisten wollte, sie scheiden als Objekte seiner Tätigkeit aus. Rein, die Arbeiterjugend soll das Objett sein. Sic soll eingesangen werden für den Patriotismus neudeutscher Art. Welche Bedeutung dieser Arbeit aber seitens der Regierung beigemessen wird, zeigt der Bericht über eine Vorstandssitzmig des bürgerlichen Jugendausschusies, die in der verflossenen Woche stattfand. Nicht weniger als drei Räte der'Potsdamer Regierung nahmen daran teil. In Gegenwart des Geh. OberregierungSrates Tarrny, Ober- regierungsrates Dr. Witte und RegierungSrateS Dr. Großmann wurde über die nächsten Aufgaben beraten.' Neben der Erledigung organisatorischer Fragen stand die Anstellung eines be- foldeten Jugendpflegers auf der Tagesordnung. Dieser Beschluß, dem von feiten der Regierungsvertreter die tatkräftigste finanzielle Unterstützung zugesagt wurde, verdient die größte Auf- merksamkeit der Arbeiterschaft. Die staatlichen Organe wollen mit allem Hochdruck versuchen, an die Arbeiterjugend heranzukommen. Die Versuche, die Jugend im hurrapatriotischen Sinne zu bcein- fluflen, dürften ja am gesunden Sinne unserer Arbeiterbevölkerung scheitern. Immerhin sollten die Anstrengungen von jener Seite die Arbeiterschaft veranlassen, auch ihrerseits alles für die Förderung der ffr e i e n Jugendpflege zu tun._ Auch eine Jugendpflege. Die bürgerliche Jugendfürsorge, die unter der Obhut von Staat-- anwälten, Landräten und Gerichtspräsidenten sich betättgt, schlägt immer merkwürdigere Wege ein. So wurde in der Breslauer Zentrale für Jugendfürsorge jetzt ein Anttag angenommen, der die gesetzgebenden Körperschaften auffordert, für alle jungen Leute, die Arbeiter werden wollen, eine zwangsweise einjährige Lehr- zeit einzuführen. Der Zentralgewerbeverein für Schlesien, dem der Antrag zur Begutachtung überwiesen wurde, findet den Gedanken „sehr beachtenswert", nur glaubt er nicht an die Zustimmung des Reichstags und findet auch andere praktische Schwierigkeilen vor» liegend. Doch soll die Sache weiter verfolgt werden. Klus der frauenbewegung. Hauspflege. Neben der Hauptforderung von Heimstätten für Schwangere, Entbindungsanstalten, Wöchnerinnenheime und Unentgeltliä?- leit der Geburtshilfe fordert das Kommunalprogramm dcr preußischen Sozialdemokratie auch die Hausp flöge, um dem vielfachen Elend abzuhelfen, das bei Krankheit der Haus- frauen und bei dem Wochenbett der Mütter in deren Familien herrscht. Um diese Einrichtung auch für Köln herbeizuführen, hatte jetzt der dortige Kinderarzt Professor Dr. Sicgert eine Ver- sammlung einberufen und Herrn Professor Dr. Flesch aus Frank- furt a. M. als Referenten bestellt. Dieser bezeichnete die Haus- pflege unter anderem auch deshalb als nötig, um zu verhüte», daß durch das zu frühe Verlassen des Bettes dauerndes Siechtum der Wöchnerin entstehe. Die zu entsendende Hauspflegerin habe alle Verpflichtungen der kranken Hausfrau zu übernehmen, auch bei unehelichen Müttern und da, wo durch eine Gefängnisstrafe die Mutter aus der Familie herausgerissen werde. Weiter habe sie für die Kranke selber, soweit sie im Hause bleibe, zu sorgen. Man höre oft, so führte Professor Flesch aus, sagen: Warum spart die Arbeiterfamilie nicht für die Zeit des Wochenbettes und für Krankheitsfälle?— Aber so frage nur der. der die Ver- Hältnisse der Unbemittelten Schichten nicht kennt. Dort lebe man aus der Hand in den Mund, und von Sparen könne dort in den seltensten Fällen die Rede sein. Die sogenannten„hohen" Löhne seien meist Saisonlöhne, die durch die Zeit der Arbcitslosig- keit wieder herabgesetzt würden. Der Normallohn des Arbeiters reiche eben beim besten Willen nicht zum Sparen. Wissenschaftliche Untersuchungen, viele Haushaltungsbudgets von Arbeiterfamilien, die einer genauen Kontrolle unterzogen wurden, hätten das bc- wiesen. Der Lohn der bcssersituierten Arbeiter reiche gerade für die unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse. Nicht wundern dürfe man sich darüber, daß die Arbeiter nicht sparen, sondern staunen müsse man, daß sie mit einem solchen geringen Lohn überhaupt aus- kommen. Die Arbeiterfrauen leisteten in der Verteilung ihrcS Haushaltungsgeldes oft bewundernswertes. In Frankfurt seien etwa siebzig Hauspflegerinnen tätig. Der Unkostensatz stelle sich pro Wochenbett auf etwa 20 M. Die Pflegerin solle morgens kommen, wenn der Mann geht, und abends gehen, wenn der Mann heimkamt. Mit der Armenpflege dürfe die Einrichtung unter keinen Umständen in Zusammenhang kommen; sie dürfe auf keinen Fall die politischen Rechte beeinträchtigen. ES sei durchaus zu verstehen, wenn die Unbemittelten von Wohltaten und Gnaden nichts wissen wollen; eS sei mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die HauSpflege wie andere soziale Einrichtungen zu einem sozialen Recht gestaltet wird, nach Art dcr sozialen Ver- sicherung. Die Hauspflegc sei eine soziale Pflicht, die den Arbeitern einen gesunden Nachwuchs sichere und damit die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes erhöhe. WitterungSübersicht vom 1K. Dezember 1012. Etatlonen V L c Swlnemde tamburg erlin Franks. a.M München Wien c 1 Bf 751WNW 703*3 7S8SW 746:@® 7593BSB IL eUer Sbedeckt S!dedeckt Sbedeckt 7bcdeckt « halb bd. hhalb bd Wetterprognose für Dienstag, ben 17. Dezember 1012. Wilir aber vorwiegend ttübe mit Regensällen und starken wepchei» Winden. Berliner Wetterbureau. klutarme». Kranke,' trinlwa während der Rekonvaleszenz ourig süßen Santa Lucia 5!*!ü Käuil. in Apotheken, Drogerien n. Delikat,-Gesch, Bekanntmachung. 8u einer anBcrordentlichcn General- Versammlung am Freitag, den 27. Dezember 1912, abends 7 Uhr, im Nestau- taut„Natskeller" zu Ndlershof. Bismarckstr. 37, Inden wir hier- mit die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ein. Tagesordnung: Beschlußfassung tlber Stellung de» Antrages auf»Ausgestaltung« der Kasse als„allgemeine Orts- krankenkasse«. Unser Antrag vom IS. SeHtember 1312 aus„Zulassung der Kasse nach der ReichSvcrsicherungSordnung" bietet nach Schreiben des Versicherungs- amles des Kreises Teltow-Berlin vom 13. Dezember 1312 keine Aus. ficht aus Ersolg. 284/18 Lldlershof, den IS. Dezember 1312. vvr Torstand der Gemeinsamen Ortskranken- kasse für Adlershofnnd Umgegend. Usx Knappe, Vorsitzender. GemelnsameOrtskranken- kanse für Königs- Wüster- hausen n. Umgegend. Zu der am Freitag, den 27. De- zember, abends 8 Uhr, im Pfuhl- schen Hotel hierkelbst, aus Ver- anlassung der Aussichtsbehörde, statt- findenden austerordentlichen Cteneral-T ersammlnng laden wir die gewöhtten Vertreter ergebenst ein. 284/17 Tagesordnung: Mit Nucksicht aus die im Jahre 1314 ins Leben tretende neue Ver- sicherungsordnung ist zu beantragen. die bisherige gemeinsame Orts- krankentasse als allgemeine Orts- lranlentasse sür Königs-Wusterhausen und Umgegend auszunehmen resp. bestehen zu lassen. Kgs.-Wustcrhausen,1S. Dezember 1312 ver Torstand. H. Griesting, Vorsitzender. W Teilzahlung I Mark Grammophone Zithern Mandolinen Puppenwagen F.O.Sehml,Pet�u.rgEe.ragse,r-23 Klilmn- nnd irantliitihrrri von Roberl Meyer,* Jnh.: P. Gollctz nur Mariennkn-Äruße 2. 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Schule der Frauen. Schiller- Charlottenburg. Heim- g'sunden. Berliner. Filmzauder. »leines. Professor Bernhardi. Residenz. Prinzenerziehung. KomiidienhauS. Die Generalsecke. Deutsches Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Tliaiia. Geschlossen. Drianou. Die Erste— die Beste. »urfürsten-Oper. Der Kuhreigen. '.vioutis Operetten. Der Krauen- fresser. Theater am Nollendorfplast. Zkismet. Luisen. RaffleS. NeneS Operntheater(Kroll). Russisches Ballett. Rose. Die Sünden der oberen Zehntausend. Metropol. Chauffeur— WS Metropol. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. DaS ScheidungS-Souper. Groft-Berlin. So bummeln Wir. Spezialitäten. Casino. Slm grünen Strand der Spree. Wintergarten. SpezlalitSten. Apollo. Spezialitäten. ttvitigstadt-Kafino. SpezialltSten. Anfang 81/, Uhr. Luftspielhaus. Gras Pepl. Friede.- Wtlh. Schauspielhaus. Folics�Capriee. Zn Sachen Katzensteiii. Die Doppelsirma. Di- Tochter der Braut. Walhalla. Goldener Leichtsinn. Ansang 8'/, Uhr. Neues Bolkstheater. �Lore. Die Spieler. Der Kammersänger. Ansang 10 Uhr. AdmiralSpalast. Eisballett! Ivonne. ».» Sternwarte. Jnvalidenstr. b7— S2 Passage. Spezialitäten. Reichshalle». Bei Vätern. Sekillei'-fveslek' Dienstag, abends 8 Uhr: Misanthrop. Die Schule der Frauen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Hcdda Gabler. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Schiller-The�er Dienstag, abends 8 Uhr: Heinig'funden. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die GeschwiHtcr. Elga. Donnerstag, abends 8 Uhr: _ Helmg'tunden. Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. Tbeaterio der RüDiggrätzer Straße s uhr: Hedda Gabler. Tbeater am(iollemlorfplatz S. 8 Uhr: Kisrnet. Jeden Mittwoch- und Sonnabendnach- mittag 4 Uhr: Schneewittchen. Resldeni-Thealer. Ansang 8 Uhr. Gastspiel Constanze v. Linden; Prinzenerziehung. Morg. u. folg. Tage: Prinzenerziehung. Sonntagnachm. 3 Uhr: Alles für die Firma._ Montis Operetten-Theater (sr. Neues Theater). Amt Norden 1141. Abends 8 Uhr: Der Frauenfresser. Abol>cksol>81IIir! cia�swosonor Lrkile! Anteil de 1'EncIos. Stimmen-Phänomen.— Malia und Bart, die lustigen Spediteure.— 3 Uhr: Berlins Tagcsgesprttch! Dario Painl das Wunder der hypnotischen Kartenkunst l Deutsches Schansplelhans 8 Uhr: Der gutfistende Frack. t-llisev-Iliesler. Abends 8 Uhr: Raf f les. Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Erstauffüh.: Prometheus. Freitagnachmittag 4 Uhr: ffiiitbcr. Vorst.: Goldener, das Sonntagskind, OSE=THEATE Große Frankiuriei Str. 132. Abends 8 Uhr:» vie Sünden der oberen Zehntausend. Mittwoch: Gewonnene Herzen. ® Metropol-Thealer. Chauffeur- ins Ketropol! Große Jahresrevue mit Gesang und Tanz in 10 Bildern von I. Freund. Musik v. Rud. Nelson. Tänze arrang. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direktor R. Schultz. Abends 8 Uhr. Rauchen gestattet. �assage-J��taBj Bis inkl. 1. Januar: ZW- Tolkstage!"W_ edarmann 1 Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk! Alles ohne Extra-Entree! 50 WILDE U/riDED MÄNNER H Llocn kinoer vom Stamme der Igorrofen. Leben n. 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Erstmalige Vorführ, eines frei vom Boden aufsteigenden und fliegenden Aeroplan i. Zirkus. (Der Affe als Aviatiker 1 1) Neu! The 3 Stewarts Neul sow. d. ges. gr. Galaprogramm. Zum Schluß: Die große Prunk-Pantomime „Sevilla" in 6 glänzenden Akten. Voigt-Theater. Dienstag, den.17. Dezember: "Ä" Seuen■ell'ä« Fröhliche Mkihlilllhl. Äeihnachtskomödic in S Auszügen von Otlomeyer. Kaffeneröffnung. 7 Uhr. Ans. 8'/, Uhr. Reiedsdatlen-Theater Stettiner Sänger. „Bei Tater'n, Weihnachtsb. v. Meysel. Sonntagnachnr.3 Uhr: D Tannebooint Freitag: Wohltätig. keile- Verstellung z. Best. ein. Welhneht.. bescherg. Folies Caprice. Täglich 8',. Ufte! Die Novitäten: In Sachen Kastcstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaftiou dem Vublikum gegenüber teiuerlei Berantwortnng. tar» Zweigverein Berlin. Mtion der Gips-«nd Zcilik»tbrl»ilht. Gixsbaubranche, Raditzputzer, Trager und Spanner. Mittwoch, den 18. Dezember ISIS, abends 8 Uhr. in Fritz Wilkes Festsälen, Sebastianstr. 39: Mitglieder- Uersammlung. Tagesordnung: i. Stellungnahme zur Kündigung des Tarifvertrages für das GiPSbaugewerbe. 2. Branchenangelegenheitew 148/1* Zahlreichen Besuch aller im Gipsbaugewerbe beschäftigten Kollegen erwartet Ber Scktlonnvorstand. Mitgliedsbuch oder Legitimationskarte legitimiert. Mit Nermitullgsstetle Kerlm. C. 54, Lillienstr. 83—85. Arbeitsnachweis: Amt Norden 1239, 9714. Verwaltung: Telephon: Amt Norden 1987, Kassierer: Amt Norden 18S. Mittwoch, den 18. Dezember ISIS, abends 7 Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunynstraße 27: Versammlinig aller in der Schraubenbranche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tagesordnung: i. Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Reuwahl der Agitationskommission. 4. Verschiedenes. WM» Ohne lllitglledsbach kein Zutritt. Zahlreiches und pünktliches Erschewen wird eriMrtet. Uetillordntn-Notiikaltidn S irZVÄTS haben. 134/19 hdiWl EfwerhslosB(Kranke)«üüüi Für Wegen der Weihnachtsseierlage findet die Auszahlung der Unterstützung wie folgt statt: Für Montag, de« 23. Dezember, und Dienstag, de» 24. De zember, wird am Montag, den 23. Dezember, gezahlt. Mittwoch, den 25. Dezember, und Donnerstag, den 26. Dezember, tvird am Dienstag, den 24. Dezember, bis mittags 12 Uhr gezahlt.— Nachmittag ge- schlössen. Am Freitag, den 27. Dezember(3. Feiertag) wird bis 12 Uhr gezahlt.— Nachmittag geschlossen. Für Montag, de» 3V. Dezember, und Dienstag, den 31. De- zember, wird am Montag, den 39. Dezember, gezahlt. Mittwoch, den 1. Januar, und Donnerstag, den 2. Januar 1913, wird am Dienstag, den 31. Dezember, bis mittags 12 Uhr, gezahlt.— Nachmittag ge schloffen. Da wegen OuartalSschluh das Bureau der Ztrankenabtellung am Douncrstag. den S. Januar iSiZ. den ganzen Tag geschloffen bleibt, ersuchen wir die kranken Kollegen, ihre Unterstützung bis zum DienStag, den 31. Dezember 1912, abzuholen. Ausgeschlossen davon sind diejenigen, welche sich in Krankenhäusern oder Heilstätten befinden und ihre Unterstützung erst nach Beendigung der Krankheit abholen. Bie Ortsverwaltring. Für Glas- Chrisfbatimsehmuek kaust man direkt auS erster Utf am vorteilh ältesten"Mll bei der Glasbliiser-Kkuossenschast des Mriumger Oberlandes e. G. m. b. H.. Lauscha(S.-M). Sortiment I mit zirka 200 Stück der vrachtvollften versilberten und I besponncnen Neuheiten, wie: Blumen, Sterne, Vögel, Glocken, Geigen, Segclschifse, Zcppelinlustschiffe, Tiere, GlaSschnec, Edelobst, Strang- kugeln usw. 5,25 M. sranto gegen Nachnahme.— Doppclsortimcnte 9,70 M. Bei Voreinsendung des Betrages 25 bczw. 35 Ps. billiger. Sortiment Nr. ia enthaltend 101 Stück lauter ganz grofte, feinste, nur weisse Brillant. Glassachen zum selben Preise. In Berlin findet ab 8. 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Um einen Totenschein. Eine in Wilmersdorf wohnende Arbeiterfrau, deren Enkelkind gestorben war, hat bei der Besorgung des Totenscheines Erfahrungen gemacht, die ihr sehr sonderbar scheinen. Wir müssen die Angelegenheit öffentlich besprechen, damit andere, die in dieselbe Lage kommen könnten, im voraus unterrichtet werden. Als das elf Monate alte Kind plötzlich erkrankt war, lief noch am selben Abend die Großmutter zu dem in der Kaiserallee wohnenden Dr. Wollenberg, von dem sie Hilfe erwartete. Dr. Wollenberg kam, konnte ihr aber nur noch erklären, daß das Kind schon tot sei. Auf ihre Bitte, die Todesursache zu bescheinigen, antwortete er, sie solle morgen zu ihm kommen. Am andern Tage fragte der Arzt die ihn in seiner Wohnung aufsuchende Großmutter, ob sie Geld für den Schein bei sich habe. Sie gab 2 Mark her und erhielt darauf einen Schein, der die Todesursache als unbekannt bezeichnete. Als der Arzt in seiner Wohnung das niederschrieb, lag die Leiche zu Hauie in der Wohnung der Großmutter, aber er hatte ja dort am Abend vorher das Kind gesehen. Die Großmutter wundert sich, warum sie 3 Mark dafür zahlen mußte, daß der Arzt keine Todesursache bescheinigen konnte. Mit ähnlicher Vcr« wunderung schildert sie uns, wie leicht hinterher einem anderen Arzt, den sie dann wegen des Totenscheines aufgesucht hatte, die Feststellung der Todesursache geworden sei. Ihr selber war es allerdings von diesem zweiten Arzt gar nicht leicht gemacht worden, zu dem Totenschein zu gelangen. Weil jener Dr. Wollenberg die Todesursache als unbekannt bezeichnet hatte, wurde ihr auf dem Polizeiburcau erklärt, die Leiche müsse abgeholt werden. Nachher kam ihr aber ein Beamter in die Wohnung und brachte eine schrift- liche Meldung, die so gelautet haben soll:„Nach Schöneberg. Berchtesgadener Straße 12, bei Kreisarzt Dr. Flatten, mit Leiche." Mit Leiche!? Die Großmutter schüttelte den Kopf dazu, daß sie die Leiche zur F e st jt e l l u n g d e r T o d e s- Ursache von Wilmersdorf nach Schoncberg schaffen solle. Aber sie befolgte die Anordnung' und trüg das Kind, jeit deffen Tod nun schon 36 Stunden vergangen waren, zum Kreisarzt Dr. Flatten. Als sie ihn nicht anlraf, sagke sie der Wirt- schafterin:„Ich komme aber mit der Leiche nicht wieder her. Sagen Sie dem Herrn Doktor, er möchte in meine Wohnung kommen." Statt des Herrn Doktors kam von ihm eine Rohrpostkarte, die kurz und bündig aufforderte, mit der Leiche zu ihm zu kommen. Die Großmutter trug ihr totes Enkelkind zum zweiten Male nach Schöneberg, nahm mit der Leiche im Wartezimmer des Herrn Kreisarztes Platz und brachte sie ihm dann in sein Sprechzimmer.„Wickeln Sie aus!" befahl er. „Ist gut. ich sehe schon. Wickeln Sie wieder ein!" Als er den Schein fertig hatte, sagte er:„Das kostet b Mark." Die Frau er- widerte, sie hübe nur 3 Mark bei sich, das übrige wolle sie schicken. Seine Antwort faßte sie dahin auf. daß er ihr den Schein so nicht geben könne. Sie schickte ihren Sohn, der sie zum Arzt begleitet hatte, zu einer ihr bekannten und in der Nähe wohnenden Familie und ließ dort 2 Mark leihen. Während sie selber die Leiche des Enkelkindes nach Wilmersdorf heimtrug, kehrte der Sohn mit dem jetzt vollzähligen Betrag von 6 Mark zum Arzt zurück und empfing in verschlossenem Kuvert den Schein. Die Polizei nahm ihn entgegen und zwei Tage später wurde dann durch deren Vermittelung der Familie die von der Staatsanwalt- schast erteilte Beerdigungserlaubnis überreicht. Zum Zweck der Feststellung der Todesursache hatte so die Großmutter zwei Aerzten zusammen 8 Mark gezahlt.� Sie weiß aber immer zroch nicht, woran das Kind' gestorben ist. Lichtenberg. Bei den am Sonntag stattgefundenen Nachwahlen in der dritten Abteilung wurden unsere drei Genossen glatt gewählt. Im zweiten Bezirk erhielt Genosse Max Cohn 623 Stimmen(Hauptwahl 701). Im 7. Bezirk' Genosse B. Pilz 48S(585) und im 20. Be- zirk Genosse W. Abraham 483(553) Stimmen. Die tapferen Männer der heutigen Majorität kämpfen nicht mehr im offenen Felde mit der Sozialdemokratie! sie hatten auf die Aufstellung von Kandidaten verzichtet. Die Herren arbeiten jetzt mit papiernen Protesten sowie mit Einsprüchen gegen die Gültigkeit der Wahlen. Gründe führen die Einsprucherheber nicht an. Es heißt einfach: „Ich erhebe Einspruch!" Darunter befindet sich der Name eines Oberlehrers oder eines Rathansbeamten— das genügt! Allenfalls sind es. noch ein paar„Vorschußmänner", die sich den Scherz er- lauben, die Wahlen der Sozialdemokratie in der zweiten Abteilung (aber nur dieser) mit der von unseren Parteigenosien behaupteten Ungültigkeit der Wählerliste anzufechten! das andere, so glaubt man, wird schon der Ausschuß zur Prüfung der Stadtverordnetenwahlen besorgen. Wozu wäre auch sonst noch die Majorität im Plenum da? Wozu sich also erst in Unkosten stürzen? Köpenilt. Der letzten Stadtverordnetenversammlung lag als erster Punkt die Errichtung einer städtischen Hypothekenbank zur Beschlußfassung vor. Stadtverordneter Gielow als Mitantragsteller erklärte eine weitere Begründung sich ersparen zu können, da die schlechten Ver- Hältnisse des Grundbesitzes den Stadtverordneten wohl hinreichend bekannt seien, auch hätten verschiedene Nachbargemeinden solche Institute bereits errichtet. Er ersuchte die Versammlung, dem An- trage zuzustimmen. Unsere Genossen erklärten, daß bei dieser neuen und für die Stadt sehr wichtigen Frage, bei deren Durchführung es sich um große Summen handele, eine eingehende Beratung in einer Kommission notwendig sei. Es wurde auch demgemäß beschlosiew Der Kommission gehören auch die Genossen Nieke und Woick an. In die Kommission für die zum 1. April 1gl3 zu er- richtende Kinderzahnklinik wurde als Mitglied der Versammlung noch Stadtverordneter Dr. Schulze und als Bürgerdeputierter Zahn- arzt Bernstein gewählt. Der Ausbau des Reform-Prorealgymnasiuins zu einem Reform-Realgymnasium macht die Begründung von zwei neuen Oberlehrerstellen zum 1. April 1018 notwendig. Es soll vor» läufig nur ein Oberlehrer angestellt und für die zweite Stelle ein Hilfslehrer angenommen werden. Die Versammlung stimmte dem zu. Auch dem weiteren Antrage des Magistrats, beim Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung eine Landkrankenkasse nicht zu er- richten, stimmte die Versammlung debatteloS zu. Mit dem Vor- onschlag der Stadtsparkasse für 1013, welcher mit 12 600 M. ab- schließt, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Der voraus» sichtliche Reingelvinn ist vom Kuratorium auf 20 000 M. veran- schlagt. Weiler hat das Kuratorium beschlossen, die Provision bei Hypothekendarlehen für hiesige Grundstücke von dem 1. April 1013 ab von zwei auf ein Prozent herabzusetzen. Der Reingewinn des Gaswerks beträgt, wie aus dem RechnungS- abschlutz für 1011 hervorgeht, 73 080 M., davon sollen 73 000 der Stadtkasse und der Rest dem Erneuerungsfonds zugewiesen werden. Der Magistrat unterbreitete der Versammlung zur Kenntnis- nähme eine Verfügung der Regierung vom 14. September 1012, wonach die Weiterbenutzung der Schulturnhallen durch den Arheiter» Turnverein„Eiche" untersagt wird. Gleichzeitig schlug der Magistrat vor, in gemischter Kommission zu beraten, welche Rechts- mittel gegen diese Verfügung noch zulässig sind, und ob es sich empfehlen dürste, die Schulturnhallen überhaupt nicht mehr den Turnvereinen zur Verfügung zu stellen, dafür aber die Errichtung einer städtischen Turnhalle ins Auge zu fassen. Die Stadtverordneten Dr. Schulze und Pfitzner erklärte», daß sie diese Verfügung, die keinerlei Gründe angebe, aufs tiefste bedauern. Einen Anlaß zum Einschreiten hätte der Turnverein nicht gegeben, sie empfehlen daher dem Magistrat, nunmehr der Erbauung einer städtischen Turnhalle näherzutreten. Von unseren Genossen wurde daraus hingewiesen, daß diese Verfügung sich würdig der Verweigerung von Fahrtvergünstigungen auf Eisenbahnen für die Arbeiter-Turnvereine anschließe, daß sie aber auch nur in Preußen möglich sei. ES sei einfach empörend, sich dies alles gefallen lassen zu müsien. Die Stadt müsse das Grundstück hergeben, die Gebäude errichten und dauernd unterhalten, eine Bestimmung aber über die Benutzung stehe nur der Aussichts- behörde zu; so sehe in Preußen das so sehr gepriesene Selbst- verwaltungsrecht der Kommunen aus. Auch erinnerten unsere Ge- nassen die bürgerlichen Vertreter daran, daß sie durch ihr ganzes in- und außerparlamentarisches Verhalten an diesen unwürdigen Zuständen nicht schuldlos'seien. Hoffentlich sei ihre heutige Entrüstung nicht nur eine vorübergehende Erscheinung. Hierauf wurde der Antrag des Magistrats einstimmig angenommen und in die Kommission auch die Genossen Herbst, Müller, Wißler und Woick delegiert. Zugestimmt wurde ferner dem Antrag deS Magistrats, der E. Rumpler Luftfahrzeugbau- gesellschaft zu Lichtenberg, am Müggelsee, in der Nähe deS Restaurants„Müggelschloß" eine Forstsiäche von 40 Meter Tiefe und 100 Meter Länge bis zum 31. März 1017 zur Errichtung von Bau« lichkeiten für wasserflngtechnische Zwecke zu verpachten. Der Pacht- preis soll jährlich 1200 Mark betragen, und steigt, falls der Vertrag nicht ein halbes Jahr vor Ablauf gekündigt wird, nach fünf Jahren, um jährlich 100 bis 1500 Mark. Die aufzuführenden Gebäude müssen dem LandschaftSbild angepaßt sein. Steglitz-Friedenau. Eine Märchcnvorlcsung mit Lichtbildern findet morgen Mittwoch, >den 18. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im„Kaiser Wilhelmgarten", Friedenau, Rheinstraße 65, statt. Frau Else Kühne wird eine Reihe der schönsten Märchen zum Vortrag bringen, so daß den Kindern einige frohe Stunden bevorstehen. Der Eintrittspreis beträgt für Kinder 10 Pfennig, für deren erwachsene Begleiter 20 Pfennig. Adlershof. Bei der Wahl des Abgeordneten zum Wasserversorgungsverband wurde der Genosse Ferdinand Büttner, Hackenbergstr. 17. gewählt. Rüdersdorf. Der Streit um die leidige Brückenfrage, der nun schon Jahr und Tag währt und der Gemeinde Unsummen gekostet hat, ist end-' lich beigelegt worden. Die betreffenden Verhandlungen fanden vor dem Bauamt des Kreises Niederbarnim in Berlin statt. Die Bau- firma, Aktiengesellschaft für Beton- und Monierbau, verlangte für die Befestigung des letzten Pfeilers auf Rüdersdorfer Seite, einschließlich der Zinsen, vom Tage der Fertigstellung des Pfeilers an gerechnet. einen Betrag von 11 000 M. Es kam zwischen den beiden Parteien eine Einigung dahingehend zustande, daß, wenn Rüdersdorf 10 600 M. sofort zahlt, die Aktiengesellschaft an die Gemeinde keine Ansprüche niehr hat. Die Gemeinde hat sich zur Zahlung des Betrages in kürzester Frist verpflichtet. Ober-Schönetvcide. Ueber Tarifvertragsfragen spricht Arbeitersekretär Wissell am Mittwoch, den 13. Dezember, abends 8 Uhr, im Oberschöneweider Versinshaus, Jnh. Prochowski, Ralhausstraße 13. Es ist dies der letzte Vortragsabend vor Weihnachten. Wir ersuchen die Partei- genossen und Gewerkschaftskollegen sich zahlreich daran zu be- teiligen. Wannsee. In der gutvesuchten Mitgliederversammlung des Wahlvereins sprach Genossen Hagen über die Krankenversicherung in der neuen Reichsversicherungsordnung. An den interessanten Vortrag knüpfte sich eine ausgedehnte Aussprache, so daß die übrigen Punkte der Tagesordnung vertagt werden mußten. Der Autoomnibusverkchr vom Bahnhof zum unteren Ortsteil gibt zu lebhaften Klagen Anlaß. Es kommt jetzt oft vor, daß die Wagen mitten auf der Tour angeblich wegen Benzinmangel stehen bleiben. Der Privatunternehmer erhält jährlich von der Gemeinde einen ansehnlichen Zuschuß, so daß derselbe eigentlich die Verpflichtung hätte, sich bei Abfahren der Wagen zu überzeugen, ob genügend Bezin vorhanden ist. Den Arbeitern, die zum Bahnhof müssen, er- wachsen durch solche Vorkommnisse große Unannehmlichkeiten, indem dieselben vielfach zu spät die Arbeitsstätte erreichen. NonrnnieS. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins wies einen besseren Besuch auf als sonst. Unter Hinweis auf den vor kurzem erfolgten Tod des konservativen Landtagsabgeordneten Feliich gab der Vor- sitzende bekannt, daß die in Charlottenburg abgehaltene Kreis- konferenz die Teilnahme an der in nächster Zeit stattfindenden Er» satzwahl beschlossen und den Gutsbesitzer Genossen Hofer aus Ost- Preußen als Kandidaten nominiert habe. Auf seiner Agitationsrcise werde sich dieser voraussichtlich auch den hiesigen Wählern vorstellen. Bei Durchsicht der bei der letzten Landtagswahl aufgestellten Wahlmännerlisten habe sich leider herausgestellt, daß fast in allen örtlichen Wahlbezirken wegen Ver- zuges der Wahlmänner Ersatzwahlen notwendig sein werden.— Als Kurioium und zur Charakteristik der so- genannten GeschästSsozialisten verlas der Vorsitzende ein Schreiben, in dem der Elektrotechniker I. Gultsei seinen Austritt aus dem Wahl- verein damit begründet, daß die Konsumbäckerei ihre elektrischen Arbeiten nicht mehr von ihm ausführen läßt und auch den Bedarf an Lampen jetzt bei Nichtmiigliedern deckt.— Aufgenommen wurden sechs neue Mitglieder, darunter drei Frauen.— Den angesetzten Vortrag über das Thema„Die Gefahren der Gemeinde NowaweS auf kommunalem Gebiete" hielt anstelle des erkrankten Genossen Neumann Genosse Max Singer. Als hauptsächlichste Gefahren und Hemmnisse der örtlichen EntWickelung bezeichnete er: den hohen Stcuerzuschlag, die hohen Wohnungsmieten, die hohen Lebens- mittelpreise und die auf Allgemeininteressen oft sehr wenig Rücksicht nehmende Haltung der Vertreter der zweiten Abteilung, die, wie sich noch letzthin in der Angelegenheit des Sonnabendmarktcs gezeigt habe, sich in allen die Arbeiterschaft berührenden Fragen besonders reaktionär gebärden. Es sei darum auch ganz natürlich, daß die dritte Abteilung oft mit der ersten Abteilung zusammengeht, die stets weit mehr soziales Verständnis gezeigt habe als die den Mittelstand vertretende zweite Abteilung. Genosse Singer berührte auch die vor kurzem statlgefundene Eingemeindung des hinter dem Babelsberger Bahnhof gelegenen Baugeländes nach Klein-Glicnicke und wies auf den Schaden hin, den die Gemeinde NowaweS erleiden müßte, wenn es nicht gelingt, die Eingemeindung wieder rückgängig zu machen und ferneren Eingemeindungsgeliisten einen Riegel vor- zuschieben. Durch Vergleich der kommunalen Einrichtungen beider Nachbargemeinden wies er nach, wie verfehlt das Streben einzelner Grundbesitzer nach Eingemeindung in Glienicker Gebiet ist.— An den Vortrag schloß sich eine ausgiebige Debatte, die dieUebcreinstimmung dcr Redner mit dem Gehörte» ergab. Allgemein anerkannt wurde der Grundsatz, daß die dritte Abteilung nicht nur Forderungen stellen. sondern auch die Mittel dazu bewilligen müsse: gewarnt wurde jedoch vor einer etwaigen Heraufsctzung des Stcuerzuschlages, da diese der Gemeinde mehr schaden als' nützen würde. Zum Schluß wurde die Absendung einer Petition an den Minister des Innern beschlossen, in der er gebeten wird, die Genehmigung zur Eingemeindung des obengenannten Geländes, das mit der Gemeinde Klein-Glienicke in gar keinem Zusammenhang steht, vielmehr direkt an Nowaweser Gebiet angrenzt, zu versagen, eventuell die erteilte Genehmigung wieder rückgängig zu machen.— Ein von dem Genossen Mittle ge- stellter, vom Genossen Gomoll verbesserter Antrag, für die Witwen und Kinder verstorbener Mitglieder eine Weihnachtsbescherung zu arrangieren, wurde den, Vorstand zur Berücksichtigung über- wiesen. Nachdem noch Genosse Slangenberg auf die beim Austritt aus. der Landeskirche zu beobachtenden Formalitäen und die strikte Jnnehaltung der zur mündlichen Erklärung gesetzten Frist hinge- wiesen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Gemeindevertretung. Nachdem in der letzten Sitzung der öffent- liche Tril der Tagesordnung erledigt war, wurde nach kurzer Zeit ans Antrag von Mitgliedern der zweiten Abteilung die Oeffentlich- keit wieder hergestellt, um die Veröffentlichung der Verhandlungen über die Umgemeindungsangelegenheit zu ermögliche». Beschlossen wurde einstimmig, in einem Antrage den Kreisausschuß zu ersuchen, die erfolgte Eingemeindung des ForststreifenS an der Berliner Straße nach Klein-Glienicke wieder rücknängig zu machen und dessen Ein- gemeindung nach NowaweS zu veranlassen. ES wurde ferner mit- geteilt, daß der Bürgermeister bereit» Schritte getan habe, um ähn- liche Umgemeindungen unmöglich zu machen. Wittenau-Borsigwalde. Aus der Gemeindevertretcrsitzung. Die beiden wegen epide- Mischer Erkrankungen gesperrten Schulen haben bereits am 5. De- zember den Unterricht wieder aufgenommen, nachdem die Räume gründlich desinfiziert worden sind. Der Lehrer Wendlandt hatte der Vertretung einen umfangreichen Bericht über seine Schüler- Wanderungen und über den Schulgarten der Gemeinde erstattet. Wegen des allgemeinen Interesses sollen diese interessanten Be- richte vervielfältigt werden.— Als 2. Rate für den Schulhaus- bau in Borsigwalde wurden 100 000 Mk. gefordert, die aus Anleihemittcln gedeckt werden müssen. Die seinerzeit bewilligten 450 000 Mk. sind lediglich für die Baulichkeiten selbst verbraucht worden. Nach Mitteilung des BauamtS sei mit den 100000 Mk. für die notwendigen inneren Einrichtungen ein Auskommen zu erwarten. Die Landesversicherungsanstalt Brandenburg will dieses Darlehen zum 1. April 1013 hergeben mit 4 Proz. Verzinsung ohne jede Provision und mit 3 Proz. Anwrtisation vom 1. April 1014 ab. Weiter stellte der Vorsteher Witte in Aussicht, daß die Gemeinde um eine fernereAn leihe von 1 Million Mark schwerlich herumkäme. Details über die Verwendung der 100 000 Mk. anzu- geben, war Herr Witte heute noch nicht in der Lage; aber bei dem außerordentlich günstigen Angebot will er sich diese Gelegenheit nicht durch andere geldbedürftige Gemeinden wegschnappen lassen; in der nächsten Sitzung hofft er auch weitere Auskünfte geben zu können. Nachdem noch seitens' eines Vertreters das Verlangen. nach rechtzeitiger Beschaffung von Unterlagen zur Beurteilung solcher hohen Kosten wenigstens überschläglich ausgesprochen, wurde die Anleihe von 100 000 Mk. genehmigt.— An Stelle des bestehen- den Schulvorstandes soll eine Schuldcpntation eingerichtet werden, da Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern dieses Recht zusteht. Der Landrat ist bereit, dafür einzutreten, und will auch die Zustimmung der Regierung anstreben. Dem Vorjchlage Ferner o fffli o Ä mi iii liefern wfr ersftlassige Präzisionsuhren, erproBte Schweizer, und Glashütter Erzeugnisse 8U8 Am«nfOn Fabriken von Weltruf. 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In Rücksicht aus die hohen Unkosten, die der Gemeinde schon in einem früheren ähnlichen Falle entstanden sind, wird aus Vorschlag des Vorstehers die An- nähme einstimmig abgelehnt, da in diesem Falle, wie unser Genosse Liebelt mit Nachdruck hervorhob, die Gemeinde nur Sachwalter für fremder Leute Eigentum sei und jene Bestimmung fast wie ein Hohn klinge. Zum Schluß der öffentlichen Sitzung verlas der Vorsteher noch ein ärztliches Gutachten, das er infolge einer Aeuße- rung unseres Genossen Liebelt in voriger Sitzung über die Ur- fachen der epidemischen Erkrankungen der Schulkinder eingefordert hatte. Darin wird Unterernährung als Ursache in Abrede gestellt. Genosse Liebelt stellte demgegenüber fest, was er wirklich gesagt hatte, und daß es leicht sei, eventuell noch ein entgegengesetztes Gut- achten zu beschaffen.— Weiter wurde noch des längeren die bekannte Ouittungsangelegenheit mit der Borsigwalder Terraingesellschaft erörtert; der Amtsvorsteher hat einen diesbezüglichen Beschlutz vom 9. Mai 1912 nicht zur Ausführung gebracht, da, wie er eingehend darlegte, diese Gesellschaft eine ordnungsmäßige Restquittung über 2280 M., vom Kauf des Gas- und Elektrizitälswerkes herrührend, ausgestellt habe; die umstrittene Summe von 60 000 M. soll aller- dings nur mit dem Namen des verstorbenen defraudierenden Direktors Hempel quittiert worden sein. Eine nochmalige Bezahlung lehnt die Gemeinde Wittenau ab. Genosse Liebelt konstatierte nach den gehörten Ausführungen, daß Unterlassungen borliegen. Weiter wurde noch angeführt, daß die Borsigwalder Terrainaktiengesellschaft jetzt auch nicht mehr an den früheren Vergleich gebunden sei und fü.r Wittenau die gezahlten 60 000 M. noch nicht sicher gerettet seien.— Endlich brachte Herr Witte noch ein Schreiben des Berliner Ma- gistrats an den Landrat zur Kenntnis, das die Angelegenheit der vielumstrittenen Sch weine st älle der Irrenanstalt Dall- darf betrifft. Herr Witte empfahl, die schon in der vorigen Sitzung erörterten 30 000 M. Zuschuß als Vergleichsobjekt zu zahlen, wenn Berlin den behaupteten Aufwand von 115 000 M. wirklich nachweist. Der Vertreter Verlins, Direktor Schöneberg, hob mit Nach- druck hervor, daß Berlin nicht das Recht habe, mit dem Gelde seiner Steuerzahler Wittenau verschönern zu helfen durch Niederreißen der betreffenden Baulichkeiten, auch nicht unentgeltlich Stratzenland abzugeben, da bei Jnnehaltung der von Wittenau verlangten Bau- fluchtlinien überhaupt keine brauchbaren Gebäude dort errichtet werden könnten, diese vielmehr an ganz anderer Stelle mit viel S größeren Kosten erstehen würden. Diese Argumente wurden viel- ach bekämpft, auch Liebelt trat für Zurückhaltung im GcldauS- geben ein; vielleicht würde Berlin später mal anderen Sinnes. Nach sehr langer Debatte, in der auch Belassung des jetzigen Zu- standes empfohlen wurde, beschloß man, dahin weiter mit Berlin zu verhandeln, daß Wittenau auf Einziehung der Pflasterbeitrags- kosten.verzichten will, wenn Berlin die betreffenden Baulichkeiten etwa bis 1. Oktober 1913 beseitigt. Der Erfolg soll abgewartet werden. Zur nichtöffentlichen Verhandlung gelangten die Mitverträge für die kürzlich angekauften Gemeindegrundstücke. Oranienburger Straße 183/186. Bei einigen mutz die Gemeinde Zuschuß leisten. Die Nutzbarkeit wurde zunächst öffentlich bekannt gegeben, die Ver- Pachtung des Restaurationsgrundstückes selbst wurde in Rücksicht anwesender Interessenten geschlossen verhandelt; den Zuschlag er- hielt Herr Schulz-Wittenau mit 2200 M. Angebot. Oranienburg. AuS der Stadtverordnetensitzung. Nach Einführung des neu- gewählten Stadtrats Renius durch den stellvertretenden Bürger- meister zu Puttlitz wurden zwei Nachbewilligungen ohne Debatte der Etatskommission überwiesen. Eine längere Debatte entspann sich bei der Vorlegung des Haushaltsplanes sowie der Etats der gewerblichen Fortbildungsschule und der Kanalisation. Der Haus- haltsplan für 1313 schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 527 000 M. gegen 461 000 M. im Vorjahre, der Etat für die ge- werbliche Fortbildungsschule mit 3175 M. gegen 8580 M. im Vor- jähre, der Kanalisationsetat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 77 800 M. ab. In der Debatte hierüber wollte jeder der Redner seine eigenen Interessen als Hausbesitzer wahrgenommen haben. Besonders stimmte wiederum Herr Stadtverordneter Neumann sein altes Klagelied von der Zugrunderichtung der„armen" Hausbesitzer an. Er sowohl wie sein Gesinnungsgenosse Stadtverordneter Justiz- rat Jonas können absolut nicht einsehen, wie eine Arbeiterfamilie ein elendes Dasein fristen kann, ohne hiersur eine Extrasteuer «ihlen zu müssen. Sie fanden auch vielseitige Zustimmung, den Kommunalzuschlag auf 160 Proz. zu erhöhen, trotzdem dieses Vor- haben von dem Kämmerer als verfehlt bezeichnet wurde. Wir werden abwarten, welche Stellung die Kommission hierzu einnehmen wird.— Zu der Beschlußfassung über die Ausführung von Pflaste- rungen und die Regenwasserkanalisation lag«ine sehr ausführliche schriftliche Erläuterung nebst einer übersichtlichen Tabelle, die Einzelangaben für jede der vorgesehenen Straßen enthält, vor. Durch Stadtverordnetenbeschluß vom 17. Januar 1912 sind für eine Reihe von Straßen 511 730 M., davon 400 000 M. als Anleihe für Zwecke der Neupflasterung oder Herstellung der Bürgersteige he- willigt. Durch weiteren Beschluß vom 30. Oktober 1912 wurde der vorgelegte RegenwasserkanalisationSentwurf der Baudeputation und der Kanalisationskommission zur gemeinsamen Beratung über- wiesen, beides soll von der genannten Summe bestritten werden. Unter Beachtung verschiedener Maßnahmen stellte sich das finanzielle Ergebnis dabei in den Endzahlen so, daß das Pflasterungsprogramm auf rund 479 000 M. und die zugehörige Rcgenwasserkanalifation auf rund 146 000 M. zu stehen kommt. Der Endsumme von 625 000 M. stehen aus der bereits bewilligten Anleihe 400 000 und auS dem inzwischen angewiesenen Pflasterungsfonds 125 000 M. gegenüber, so daß noch eine Summe von 100 000 M. fehlen würde. Unter Hervorhebung, daß das vorgesehene Projekt wettgehender sein könnte, dies aber bei der heutigen Finanzlage unserer Stadt nicht durchzuführen sei. gelangte der Magistratßantrag zur An- nähme.— Ein weiterer Antrag des Magistrats, an der Fußgänger- brücke ein Bollwerk zu errichten, wurde einstimmig angenommen. Dasselbe soll unterhalb der Fußgängerbrücke in einer Länge von 140 Metern edxmt werden und eine senkrechte Uferbefestigung in Eisenbeton erhalten. Die Kosten erhöhen sich hierdurch von 15 200 auf 28 000 M.— Di» Beratung über die vom Deutschen Städtetag beschlossene gemeinsam» Huldigung der deutschen Städte zum Re- girungSjubiläum des deutschen Kaiser? wurde in die geheime Sitzung verlegt. Die anteiligen Kosten in Höhe von �4 Pf. pro Kopf der Bevölkerung sowie ein» Stiftung von 3000 M. wurden bewilligt. Rahnsdorf. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in der letzten Sitzung mit dem Vorschlage der Gemeinde Friedrichshagen, ihrem Real- gymnastum eine Oberrealschule anzugliedern und diese für RahnS- dorfer Schüler offen zu halten, wenn die Gemeinde für jeden Schüler einen Zuschuß von 60 M. jährlich leiste und innerhalb der nächsten zehn Jahre keine ähnliche Schule errichte. Es war voraus« zusehen, daß dieser Vorschlag bei dem Gemeindevorsteher keine Gegenliebe finden würde, beschäftigt sich dieser doch schon längere Zeit mit dem Projekt, durch Zweckverband mit den Nachbargemeinden am Bahnhof Rahnsdorf eine Oberrealschule zu bauen. Und da» soll nach den Berechnungen de» Herrn Bürgermeisters Köhler— die allerdings nur auf Vermutungen beruhen und, wie Schulmänner öffentlich erklärt haben, gründlich daneben- hauen— sehr leicht sein, so leicht, daß nach fünf Jahren seine projektierte Schule die Friedrichshagener bereits über- flügelt hat, wenn jede Klasse im Jahr um dreißig Schüler steigt— was aber nie eintreten wird. Die Gemeinde- Vertretung, die von der Errichtung einer eigenen höheren Schule die Hebung der Gemeinde erwartet, erklärt« flch gkeichfall» für keine Bindung. Nach alter Tradition wurde auch diesmal beschlossen, daß sich die„Gemeinde" Arm in Ann mit dem Militärverein an einer Kaisergeburtstagsfeier beteiligt. Zum Gelingen dieser Festlichkeit soll ein Betrag aus allgemeinen Mitteln beigesteuert werden. Die Feier ist mit einem„Dämmerschoppen" verbunden. Beschlossen wurde ferner die Verlegung der Gemeindekasse nach dem Schulhause in Rahnsdorf-Mühle; des weiteren soll für eine Ausgestaltung der Rodelbahn auf den Püttbergen Sorge getragen werden. Sitzungstage von Stadt» und Gemeindevertretungen. Neukölln. Am Donnerstag, den 13. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Rathausc, Berliner Str. 63, neuer Sitzungssaal. Aus der Tagesordnung stehen u. a.: Beschlußfassung über die Gültigkeit der Stadtverordnete»- Ergänzungswahlen; Nichtanrechnung der Kosten für Krankenhauspflege usw. bei Feststellung de? Kommunalwahlrechts. Reinickendorf. Mittwoch, den 18. Dezember, abend? v Uhr, im Rat« Hanse, Residcnzstr. 38—40, 2 Treppen, großer Sitzungssaal. Rieder- Schönhansen. Heute, Dienstag, nachmittag« S Uhr, im Rathause. Schenkcndorf bei Königs-Wusterhausen. Heute, Dienstag, abends 7 Uhr. bei Robert Pätsch. Kalkberge. Heute, Dienstag, abend« 7 Uhr, im Kdppenschen Saale. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gcmcindcanpebörige ist be» rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Briefkalten der Redaktion. Junger Hund. Nach 2 Monaten.— G. O. I. Falls fich Ihre Bc« hauptung beweisen läßt, so sind Sie berechtigt, am 1. 1. auszuziehen, ohne zu einer weiteren MietSzablung verpflichtet zu sein.— N. O. 975. Ja. — A. M. 50. 1. Wird sabrikmäßig aus dem Ablaugen der Kerzen- und Seisensahrikation gewonnen. 2. Ist ölig. 3. Derartiges registrieren mir nicht.— P. 11. Betriebsbureau des Straßenreinigiingswesens. Kloster« straße 68.— A. K. 30. lieber daS Stimmenverhältnis der Parteien in den einzelnen Gemeinden de» Reiches find wir leider nicht orientiert.— B. 9v. Aerzte oder ärztliche Institute zu empfehlen, müssen wir ans leicht begreiflichen Gründen ablehnen. Ueber das sragliche Institut ist uns nachteiliges nicht bekannt._ Marktbericht von Berlin am 14. Dezember 191S, nach Ermittelungen deS tönigl Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 13,62 bis 13,70, mittel 13,46—13,54, geringe 13,30—13,38. Roggen, gut« Sorte 16,37—17,00, mittel 16,31—16,34, geringe 16,85—16,88(ab Bahn), Futttcr- aerst«, gute Sorte 18,10—18,70, mittel 17,40-18,00, geringe 17.30-16.80. Haser, gute Sorte 13,00—20,40, mittel 17,20—18,30(stet Wagen und ab �arkthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gewe, zum Kochen 30,00—50,00. Speisebohnen, weiße, 36,00-50,00. Linsen 35,00-60,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 5,00—8,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70—2,40, Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50—1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. Kalbfletsch 1,40— 2,40. Hammelfleisch 1,40—2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stück Gier 4,40— 7,20. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,40. Aale 1,60— 3,20, Zander 1,40-3,60. Hechte 1,40—2,60. Barsche 0,80-2,40. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebse 2,50-24,00. 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