N-.S97. Bbonncmcnts-Bcdinglinseil: ■Suimcmcntä-- PrciZ pränumerando: »erteljöhrl. SLV Mä, nronatl. 1,l0 Wk.. wochenUicki 2S Psg. frei ms Haus. einzeln« Nummer 5 Pfg. Eoimtags- nmnmer»iit illusiricrter Eoimtags- Beilage„Die Neue Welr" 10 Pjg. Posl- Slbonnemenl: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Pvst-Zeitungi- Brcie-liilc. Ur�r Kreuzband jüt Demichland und Oesterreich. Ungarn L Marl, für das übrige Ausland L Mark pro Monat. PostadonnementS nehmen ant Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg. Portugal» Rumänien. Schweden und die Schweij. 29» Jahrg. Vit InfcrtionS'Gcbüfjr keiräg! für die sechsgespaltene Kolonek» eile oder deren Raum 00 Psg.. für s olitische und aewerkschastliche Vereins- Und VersnmmluugszAnzeigen AI Pia. „Uleine Unr-ig-n", das settgedruikte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort lO Pfg. Stellengesuche und Schlafslellenan- zeigen das crlte Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buch- ktaben zählen für zwei Worte. Inscreue für die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags in der Crpcditwn zeben werden. Die Erpcdition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Crfditlnt tigiidi außer in«ntaat. Nerlinev Volksblatt. Telegramm. Adresf« „S»a!allltui»lira» ßirUu". 2entralorgan cker fo2ialäemokratlfcken Partei Veuttcklanäs. Redaktion: SRI. 68, Lindenetrasee 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. IS83. feincke öer öffentlichen Sränung. Der Staatssekretär Dr. Delbrück hat in der Reichstags- sitzunq vom 10. d. Mts. in gleich gröblicher Weise sich gegen die öffentliche Ordnung aufgelehnt, wie früher sein Kollege vom Kriegsministerium durch Verteidigung der Ducllsitte Ver- stöffe gegen das Strafgesetz verherrlicht hatte. Der Unterschied in dem Bekenntnis gegen die öffentliche Ordnung und gegen die Gesetze liegt nur in der Form. Der Kricgsminister an- erkannte offen und klar, daff Duelle gegen göttliches und menschliches Gesetz vcrstoffcn. Der Staatssekretär des Innern stellte die mit der öffentlichen Ordnung und dem Gesetz unvereinbare Beeinträchtigung des Koalitions- rechts als vom Gesetz und Gesetzgeber gewollt hin. Sofort hatte unser Redner nachgewiesen, daff die Ausfüh- rungen des Ministers in unlösbarem Widerspruche mit der Wirklichkeit stehen. Der stenographische Bericht über die Rcichstagsverhandlnng liegt jetzt vor. Danach hat der Minister in unverkennbarer Weise in Abrede gestellt, daß vertragliche Vereinbarungen nichtig sind, die das Koalitionsrecht— eine der Grundlagen der bestehenden Gesellschaftsordnung wie Gneist dieses Menschenrecht der Arbeiter nannte— beeinträchtigen. Der Minister führte aus,§ 138 des Bürgerlichen Gesetzbuchs habe in das Vcreinsrecht eingegriffen. Er fuhr dann wört- lich fort: „Der 8 138 des Vürgerlickien Gesetzbuches bestimmt, dag Ge- schäfte nichtig sind, die den guten Sitten zuividerlaufcn, und man Hai bei der Beratung dieses Paragraphen wohl nicht mit Unrecht gesagt, datz dieser Paragraph die Pforte sein sollte, durch die die grotzen Prinzipien des modernen Rechts, der Gewerbefreiheit. der Gcwissenssteibeit, der persönlichen Freiheit, der Wahlfreiheit unmittelbaren Einflutz gewinnen sollen anf die Anwendung unseres bürgerlichen Rechts. Aber daniit ist doch nicht gesagt, wie man vielfach angenommen hat, dah aus dem§ 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu folgern sei, daß alle privatrechtlichen Abkonimenn, die das Vereins- und K 0 a l i ti 0 n S r e ch t beeinträchtigen, als den guten Sitten znwiderlaufend nichtig feien.(Abg.' Stadthagen: Doch/ das steht im Kommissions- bericht.) Die Sache ist etwas anders, ich werde gleich darauf kommen. Wenn man das Koalitionsrecht ausdrücklich und un- eingeschränkt freigeben wollte, dann mutzte man das im Gesetz sagen. Man kann so wichtige Bestimmungen nicht beseitigen durch eine allgemeine Regel, die in sich selbst ihre natürlichen Be- schränkungen trägt: denn der persönlichen Freiheit, der Gewerbe- freiheit des einzelnen Arbeiters, der sich koalieren will und dessen Koalitionsrccht beschränkt wird. stebt gegenüber die persönliche Freiheil, die Gewerbefreiheit, deren Vorteile auch der Arbeitgeber genietzt. Jede individuelle Freiheit hat ihre natürlichen Grenzen in den öffentlichen Interessen, die der Staat zu vertreten hat, und in den gleichen Rechten anderer. Daraus ergibt sich, datz Beschränkungen des Koalitionsrechtes im Wege des privatrecht- lichen Vertrags nur insoweit die Nichtigkeit des Vertrags zur Folge haben, als sie über das hinausgehen, wa§ der Arbeitgeber unter Wahrung berechtigter wirtschaftlicher Jnter- essen fordern kann.(Sehr richtig! rechts. Sehr unrichtig! links.) Das ist die Auffassung, die bereits in dem ersten von Planck herausgegebenen Kommentar des Bürgerlichen Gesetz- buche« steht, und ist vor alle» Dingen die Auffassung, die in- zwischen die Judikatur bis zum Reichsgericht hinauf fest- gelegt hat." Der Auffassung des Ministers steht die Entstchungs- gcschichtc des tz 138, die früheren Erklärungen der Verbündeten Regierungen selbst, die Auffassung des Reichstags und der von ihm angezogene Kommentar von Planck schnurstracks ent> gegen. Damit unzweifelhaft Verträge, welche die Koalitionsfreiheit beeinträchtigen, für nichtig erklärt werden, war in der Kommission zur Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches von sozialdemo- kratischer Seite beantragt, im ß 138 hinter guten Sitten zu setzen„oder die öffentliche Ordnung". Der Antrag wurde als übciflüssig abgelehnt, weil alle Verträge, ivelche die Koalitions- freiheit beschränken, u n z>v e i f e l h a f t auch gegen die guten Sitten verstoßen und deshalb nichtig sind. In dem Bericht der Kommission heißt es: zur Begründung des Antrages sei ausgeführt: „Die RechtSentwicklung habe zur Anerkennung einer Anzahl hochwichliger allgemeiner Rechtsprinzipien geführt, so beispielsweise der persönlichen Freiheit, der Koalitionsfreiheit, der Gcwerbefreiheit, der Gewissensfreiheit, der Freiheit in Ausübung des Wahlrechts und anderer. Taste nun ein Rechtsgeschäft der- artige Grundprinzipien der Rechtsordnung an, so m ü sie es mit Nichtigkeit bedroht werden. Auch der Code civil erkläre in Artikel 6 jedes Geschäft für nichtig, welches mit Gesetzen in Widerspruch steht, welche die öffentliche Ordnung betreffen. Wie sich in Frankreich aus dieser Regel eine bochwichlige Judikatur im Interesse des Schutzes der Freiheit entwickelt habe, so werde es bei der Annahme der beantragten Bestimmung auch in Deutsch- land der Fall sein. Bon feiten der Verbündeten Regierungen und von vcrschiedenenKommissionsmitgliedern wurde dagegen zunächst auf die völlige Unbestimmtheit des Begriffs der öffentlichen Ordnung hingewiesen, welcher auch in Frankreich zu zahlreichen keines- Wegs unbedenklichen richterlichen Entscheidungen geführt habe. Freilich sei gewiß nicht zu verkennen, daß der Schutz der Koalitionsfreiheit, Wahlfreiheit, Gewerbe- freiheit usw. die Nichtigkeit gewisser Verträge g e- b i e t e r i s ch verlange. Allein diese Nichtigkeit trete dann auch nach dem Entwurf zweifellos ein, da solche Verträge als„gegen die guten Sitten" verstotzend zu betrachten seien- Ein Vertrag, durch welchen jemand beifpiels- weife die Koalitionsfreiheit, die Gewissens- freiheit, die Ausübung oder Nichtausübung des Wahl- rechts beschränke, verstotze zweifellos gegen die guten Sitten. Auch Beschränkungen der Ge- werbesreiheit. sofern sie das durch wirtschaftliche Jnter- essen berecbtigte Matz überschreiten, seien, als den guten Sitten widerstreitend, zu verwerfen. Wo aber ein solcher Wider- streit gegen die guten Sitten nicht vorliege, da müsse der Vertrag auch gültig sein, wie z. B. wenn ein Hotelwirt ein an ein Hotel grenzendes Grundstück verkaufe und sich dabei auSbedinge, datz der Käufer auf demselben kein Hotel errichten oder betreiben dürfe." Und»vas sagt der Kommentar von Planck, den der Staatssekretär als Kronzeuge anführt? Dort heißt es Seite 190, Anm. 2 zu§ 138 wörtlich: „Ein Rechtsgeschäft, das gegen die großen Prinzipien der persönlichen Freiheit, der Gewissensfreiheit, der Koalitions- freiheit, der Gcwerbefreiheit, der Freiheit in Ausübung des Wahlrechts usw. verstößt, ist immer auch als ein gegen die guten Sitten verstoßendes Rechtsgeschäft anzusehen." Also genau das Gegenteil dessen, was der Staats- sekretär vorgetragen hatte! Die Judikatur endlich, auf die sich der Staatssekretär und nach ihm der Abgeordnete V. Winterfcldt berief, hat in ganz überwiegenden: Maße dem Gesetz Anerkennung verschafft und Verträge, welche das Koalitionsrecht beschränken, für nichtig erklärt. Richtig ist, daß einige Gerichte— das ist bei Fragen des Rechts der Arbeiter wahrlich nicht verwunder- lich— die guten Sitten und die öffentliche Ordnung verkannt und nichtige Verträge für gültig erachtet haben. Vom Reichs- gericht liegt in den amtlich herausgegebenen Entscheidungen ein Urteil über diese Frage nicht vor. Insbesondere haben wir das Urteil, das das Reichsgericht in dem Prozeß der Lloydoffiziere gegen den Lloyd zu Ungunsten der Angestellten gefällt hat, nicht im Wortlaut vorfinden können. Hat es in diesem Prozeß die Nichtigkeit von Verträgen gegen das Koalitionsrecht nicht anerkannt und nicht etwa seine Auf- fassung ans besonderen Verhältnissen abgeleitet, so kann es dadurch nicht das klare Gesetz ändern. Es hat dann einen Beweis dafür gegeben, daß ihm die Bedeutung des Koalitions- rechts entgangen ist und daß es noch heute- auf dem anti- diluvialem, jeder Erkenntnis der Wirtschaftsweise und der Grundlage der Gesellschaftsordnung fremden Standpunkt steht, der in jenem Urteil des vierten Strafsenats vom 3. De- zember 1889 eingenommen ist. Dort hat sich das höchste Gericht zu dem Ausspruch verstiegen, das Koalitionsrecht sei ein „strafrechtliches Privilegium" I Das Koalitionsrccht der Arbeiter beruht aus unserer Produktionsweise. Es ist eine notwendige Folge der recht- lichen Freiheit des modernen Arbeiters. Errungen ist es in allen modernen Staaten nach schweren, opfervollcn Kämpfen der Arbeiterklasse. Das Koalitionsrecht der Arbeiter ist er- forderlich, soll der Verkäufer der wertvollsten nationalen Ware „Arbeitskraft" nicht schlechter behandelt werden als der Ver- käufer irgendeiner anderen Ware. Eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter enthält— wie der von Bismarck unterm 10. Februar 1866 vorgelegte aus Auf- Hebung der Koalitionsbeschränknngen auch gegen die Land- arbeiter gerichtete Entwurf anerkennt— eine Beschränkung in der Wahl der Mittel, welche ans die Bestimmung der Arbeitsbedingungen, namentlich des Arbeitslohnes und der Arbeitszeit, einwirken können, da sie die Verabredung des gemeinschaftlichen Handelns, durch das allein der An- nähme der Bedingungen Nachdruck verschafft werden kann, einengen. Durch das Koalitionsrecht kommt der Arbeiter er st in dieselbe Lage wie jeder andere Warenverkäufer. Koalitionsbeschränknngen gefährden bei der U n t r e n n b a r k e i t der Ware„Arbeits- kraft" von der Person ihres Eigentümers die p e r s ö n- liche Freiheit des sozial abhängigen Arbeiters. Das Koalitionsrecht der Arbeiter ist ein Kampfmittel im Kampfe gegen die ökonomische Hörigkeit der Arbeiter. Wer das Koalitionsrecht einengt, sei es durch Gesetz oder durch Vertrag, beschränkt die persönliche Freiheit des Arbeiters, beeinträchtigt seine rechtliche Freiheit und mißhandelt die Arbeitskraft. Er lehnt sich also gegen die Herr sch ende Gesellschaftsordnung auf, welche auf der Arbeit rechtlich Freier aufgebaut ist, und sucht die Arbeiterklasse in Verhältnisse zurückzudrängen, die für den einzelnen schlimmer als die Lage in einem Sklavenstaat zu ertragen sind. Die Verkennung der Grundlage des Koalitionsrechts, die Mißachtung der Grundlage der bestehenden Gesellschafts- ordnung ist es, die den Staatssekretär und das Reichsgericht verleitet haben, dem Drängen einer selbstsüchtigen Unter- nchmerklassc auf kalte Guillotinierung des Menschenrechts der Arbeiter nachzugeben. Verleitet mögen sie hierzu auch da- durch sein, daß sie dem Koalitionsrecht der Arbeiter irrig ein Koalitionsrccht der Arbeitgeber entgegenstellen und daß Expedition: SRI. 68, Oindensti-asse 69» Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. IS8A. ihnen die geschichtliche Entwickelung des Koalitionsrechts nicht vor Augen steht. Ein Koalitionsrecht der Arbeitgeber ist begrifflich total etwas anderes, wenn man überhaupt von einem solchen Recht sprechen darf, als das Koalitionsrecht der Arbeiter. Unter Koalitionsrecht der Ar- bcitgeber hat man allmählich das Recht ver- standen, das Koalitionsrecht der Arbeiter a n g r e i f e n z» d ü r f e n. Es ist das dieselbe Begriffs» Verwirrung, als ob man den Dieb, der das Eigentum einer fremden Sache entwendet, ein Eigentumsrecht dahin vindi- zieren würde, daß er das Eigentum anderer angreifen darf. Das Vereinigungsrecht des Arbeit g e b e r s beruht nicht auf der Grundlage der Gesellschaftsordnung, eine Beschränkung seines Vereinigungsrechts beschränkt nicht die Pe rs 011 des Unternebmers, sondern lediglich eine Möglichkeit, höheren Profit aus der Arbeit seiner Mitmenschen heraus- zuschlagen. Die Koalition der Arbeiter ist erforderlich, uni das Maß zu erhöhen, in dem der Arbeiter an den Kultur- errungenschaften teilnehmen kann. Tie sogenannte Koalition der Arbeitgeber hingegen ist ein Mittel, um die Anteilnahme der Arbeiterklasse an der Kultur und dainit die Kulturhöhe selbst zu senken. Die Begriffsverwirrung, die die Auslassungen des Ministers in seiner Rede vom 10. Dezember auszeichnen, mag auch daher rühren, daß der Minister ganz vom Interessen- kreise der Scharfmacher aus die wirtschaftlichen Verhältnisse betrachtet und daß er glaubt, das Koalitionsrccht dürfe ge- fährdet werden, weil es nicht mit Strafschutz umgürtet ist. Würde das Eigentum des strafrechtlichen Schutzes entbebren, so würde danach ein Dieb in ähnlickjer Weise zu der Auf- fassung gelangen müssen, die Aufhebung fremden Eigentums ist erlaubt. Und doch würde der Staatssekretär dann wohl rufen: Haltet den Dieb, den Feind der bestehenden Gesell- schaftsordnung. Soll es keinen Schutz gegen die Feinde des Koalitionsrechts geben? Dringend erforderlich ist, daß endlich das Koalitionsrccht der Arbeiter denselben Schutz erhält wie andere Rechte. E r- Weiterung und Sicherung des Koalitionsrechts ist eine der dringendsten sozialen Aufgaben. Das zeigt uns die Bedrängung des Koalitionsrechts und die Geschtäste des Koalitionsrechts, auf die wir mit einigen Strichen in einem späteren Artikel zurückzukommen gedenken, Die Balkankrik. Die friedenshonfcrcnz. London, 19. Dezember. Die Friedenskonferenz hielt heute nachmittag unter dem Vorsitz von Vcnizelos ihre dritte Be- ratung ab. Sie v e r t a g t e sich nach kurzer Dauer auf Sonnabend nachmittag, da die türkischen Delegierten ihre In- struktionen. die ihnen durch Sonderkurier zugehen, noch nicht er« halten hatten. Die türkischen Instruktionen. Koustantinopel, 18. Dezember. Bon authentischer Seite verlautet, daß der heutige Ministerrat beschlossen habe, den türkischen Bevollmächtigten Instruktionen zu über- Mitteln, die dahin gehen, unter gewissen Bedingungen, auch ohne Unterzeichnung des Waffen st ill st ands- Protokolls seitens Griechenlands die T e i l n a h m e der griechischen Bevollmächtigten an den Friedens- perHandlungen zuzulassen. Die Haltung Griechenlands. Paris, 19. Dezember. Der Londoner Sonderberichterstatter des „Matiu" meldet, einer der Balkandelegierten habe ihm erklärt, daß Griechenland im vollen Einvernehmen mit seinen Verbündeten eS abgelehnt habe, den W a fjfe n st i I l st a n d zu unterzeichnen. Mit Rücksicht auf die Möglichkeit der Wiederaufnahme der Feindseligleiten sei eS notwendig, datz Griechenland die Blockade d«S Aegäischen MeereS aufrecht erhalte und dadurch den Transport türkischer Truppen auS Kleinasten, besonders aus Syrien und dem{Jemen, verhindere. Die türkische Regierung könne mit der Eisenbahn nur sehr wenig Truppen befördern. während sie zur See Hunderttausende von Soldaten nach Tschataldscha befördern könne. lleberdieS verhindere die griechische Flotte die Berproviantierug Konstantinopels. namentlich die Versorgung mit Kohle, die in der türkischen Haupt« stadt zu mangeln beginne. Das alles bilde für die Balkan« verbündeten einen wichtigen Faktor, dessen sie sich nicht begeben könnten. Die Botschafterzusammenkunft. London, 19. Dezember. Wie das Rcutersche Bureau erfährt, findet heute keine Sitzung der Botschafterunion statt. Die morgige Sitzung, die um'/A Uhr nachmittags beginnt, ist die letzte vor Weihnachten. Optimistische Anffassung in London. London, 19. Dezember. Die zweite Versammlung der Bot- schaster hat die 0 p t i m i st i s ch e Meinung nur noch verstärkt. Der deutscheBotschafter drückte sich äutzerst zuversichtlich auS. Man besprach die albanische Frage sowie diejenige der be- setzten Inseln und streifte hierbei auch den Wunsch Serbiens nach einem Hafen am Adriatischen Meer. Alle Botschafter und alle Friedensdelegierten sind sich darüber einig, datz ein vollständig freies Albanien, da? vor jedem Einfluß irgendeiner.Großmacht geschützt tfl, geschaffen werden muß. Die Tripelentente hat einen serbischen Hafen an der Adria vorgeschlagen, der Dreibund einen neutralen albanischen Hafen mit einer neutralen Bahn. Bei. der nächsten Beratung wird jedenfalls eine Verständigung erzielt werden. da man bestimmt annimmt, daß Serbien und folglich auch die Tripelentente sich dem Wunsche des Dreibundes fügen werde. Ein österreichischer Kommentar. Wien, 19. Dezember. Das offiziöse„Fremdenblott" schreibt: In den publizistischen Betrachtungen über die Beratungen der Botschafter- rsunion und der Friedenskonferenz tritt die Hoffnung auf Er- Haltung des Friedens immer stärker zutage, und an dieser Tatsache können auch die vereinzelten Anklagen nichts „ändern, welche in einzelnen ausländischen Blättern gegen die Habs- burgische Monarchie erhoben werden. Das Blatt söhrt dann fort: Wenn auch auf der Friedenskonferenz noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden find, so ist die Tatsache nicht zu leugnen, daß die Zuversicht, der europäische Friede werde nicht ge- st ort werden, sich immer mehr befestigt. Dies ist aber in erster Linie auf die Politik Oesterreich-Ungarns zurückzuführen, welche bei aller Entschlossenheit peinlickfc bemüht war, jeder Verletzung einer fremden Empfindlichkeit aus dem Wege zu gehen. Dadurch hat sie wesentlich dazu beigetragen, daß in der Botschasterröunion eine Atmosphäre Platz griff, daß ein freundschaftlicher und friedlicher Gedankenaustausch der Zweck dieser Diplo- matenversammlung sei und nicht der Kampf um das Prestige. Unter solchen Umständen kann«'man wohl der Tätigkeit der Botschafter- reuliion ein günstiges Horoskop stellen. Die auswärtige Politik Italiens. Rom, 13. Dezember. In der italienlsHen Kammer begründete gestern B a r z i l a i seine an Gioletti und di San Giuliano gerichtete Interpellation über die vor- zeitige unveränderte E r n eni erung des Dreibundes. Tie Tribünen, auch die der Diplon?aten, und der Saal waren sehr stark besetzt.. Barzilai erklärte: die unveränderte Erneuerung des Drei- bundcs sei durch den Aufenthalt des Ministers San Giuliano in Berlin beschleunigt worden. Er gab sodann einen geschichtlichen lleberblick über den Dreibund und fuhr fort: In der Vergangenheit schützte uns eine negative Klausel des Vertrages vor neuen A e n d e- rungen im Mittelmeer, aber bald erschien sie ungenügend. Daher wurden besondere Abkommen mit England und Frankreich getroffen, die die Eroberung von Tripolis möglich mochten. In jedem Falle verminderten die Lösung unseres Mittclmeerproblems und die Ereignisse im Orient die Garantien, die wir von unseren Verbündeten fordern müssen, auf ein Minimum, und hoben die Garantien, die wir geben müssen, auf ein Maximum. Oesterreich war der Sekundant Deutschlands in Algeciras, Deutsch- land der Sekundant Oesterreichs in der bosnischen Frage; Italien hatte keinen Sekundanten in Libyen, und wir können stolz darauf sein, daß wir keinen Dank schulden. Wir können die Unabhängigkeit Albaniens annehmen; aber wir haben ein Interesse daran, sie mit den Siegen auf dem Balkan in Einklang zu bringen. Die öffentliche, Meinung Italiens kann sich nicht damit einverstanden erklären, daß das Resultat langer Bündnisse gleichbedeutend sei mit einer Politik der Isoliertheit, und denen, die für solche Resultate Opfer verlangten, würde sie mit den Worten Bismarcks antworten: „Kein Volk kann die Forderungen seiner eigenen Existenz auf dem Altar der Treue gegen einen Vertrag opfern." Tev Minister des Aeußern. Marchese di San Giuliano, erwiderte: Seit mehr als 3V Jahren ist der Dreibund für ganz Europa eine Bürgschaft des Friedens und für die Dreibundmächte selbst eine Bürgschaft der Sicherheit. In den Beziehungen zwischen den. Verbündeten erleichtert und festigt er die gegenseitige Neigung, .-chrc JlitFrcffen in Einklang zu. bringen, in den Beziehungen mit de» änderan Mächten erleichtern seine friedlichen und defensiven Zicke das Zustandekommen von Freundschaften und Verständigungen. Die lange Tauer des europäischen Friedens machte das grandiose Werk leichter, welches Italien trotz großer äußerer und innerer Schwierig- leiten in den letzten 3v Jahren vollenden konnte. Während der letzten.39 Jahre hat Italien die Hauptquellen seines National- rcichtumS entwickelt, dem Staatsbudget Festigkeit und Elastizität gegeben, durch liberale Reformen die soziale Eintracht gefestigt, die Armee und Marine verstärkt und den nationalen Geist so gestählt und ihn so einheitlich gestaltet, daß er unter Uebcrwindung der schwersten Hindernisse der schwierigen Probe entgegentreten und sie besiegen konnte, die uns eine Kolonie gab, die dreimal so groß ist wie unser Mutterland, und die Italien eine Stellung erster Ordnung im Mittelmeer und die höchste Achtung in der Welt sicherte. Die feste internationale Stellung Italiens, deren fundamentale Basis der Dreibund ist, war die notwendige Be- dingung des Unternehmens, das dürch seine Beziehungen und de» Einfluß auf die größten Interessen Europas und unsere eigenen sowie auf die schwersten Probleme der gegenwärtigen histo- rischen Periode die ernstesten Schwierigkeiten bot. Eine solche inter- nationale Stellung ist eine nicht weniger notwendige Bedingung für«ine friedliche Lösung der gegenwärtigen Balkankrise, in der Italien um so leichter seine Interessen wird wahren können, als es die libysche Frage lösen und sie von dem internationalen Terrain entfernen konnte, bevor die Frage der neuen territorialen Gestaltung auf dem Balkan und des Gleich- gewichtS in der Adria und ini östlichen Mittelmeer auftrat. Der Dreibund kann indessen für jede der drei ihn bildenden Mächte seine Früchte zeitigen, vorausgesetzt, daß vollkommenes gegenseitiges Vertrauen für die Gegenwart und Zukunft herrscht, sowie daß jeder der Verbündeten die Ueberzeugung hegt, daß er m-orgendie Unter st ützung des anderen als Ausgleich für das erhalten kann, was e r heute für ihn tut, und daß alle drei wissen, daß es sich nicht um eine vorübergehende Verbindung bandelt, sondern um ein festes und dauerhaftes Band. Auf dieser festen Grundlage sowie auf der Basis der italienisch- österreichisch-ungorischen Abkomitien von 1897 und 1999. die stets vollkommen der aktuellen Lage Italiens und Oesterreich-Ungarns entsprachen die gegenseitigen Beziehungen zwischen diesen an dem Gleichgewicht und der Freiheit rn der A d r i a am meisten interessierten Mächten sind heute sehr intim und herzlich—, konnten die fundamentalen Linien einer Lösung des albanesischen Problems gefunden werden, entsprechend dem Prinzip der Nationalität, der Gleichheit ihrer Lage gegenüber Albanien und ihrem gleichen Interesse daran, daß ein iuit der Garantie der Großmächte neutralisiertes Alba- ii i c n sein, eigenes Leben leben, auf dem Wege der Zivilisation und .des Wohlergehens fortschreiten, ein dem freien Handel der ganzen Welt offenes Gebiet bilden und gleichzeitig einen Faktor deS politischen Gleichgewichts auf der Balkanhalbinscl und in der Adria bilden kann. So wie der Dreibundbertrag redigiert ist, gewähr- leistet er alle unsere Interessen und sorgt in vollkommener Weise 'für unsere Sicherheit. Es lag also kein Grund vor, ihn ab- zuändern: und keiner der drei' Verbündeten bat den anderen um eine Abänderung. Es ist überflüssig, zu wiederholen, daß der Ver- iriig defensive und friedliche Zwecke hat, und die Er- fahruug beweist, daß jode der drei verbündeten Mächte, um sich an den Geist des Vertrages zu halten und den Verbündeten gegenüber alles mögliche zu tun. damit sie nicht in unnötige Verwickelungen hineingezogen werden, immer versucht hat und immer versuchen wird; mit den anderen Großmächten herzliche re- ; ich un gen zu unterhalten und mögliche Ursachen einer Reibung zu entfernen. Demgemäß ist in der Lage, die sich aus den Ereia- nissen aus dem Balkan entwickelt hat, unsere herzlicheFreund- schalt mit Rußland ein wohltuender Fattor. Im übrigen schass; tzeis Besitz VW Libtzeij, tllS jetzt ttalixniWS jfc während' er den Wert des Bündnisses für die Mitglieder deS Drei- bundes steigert, Gefühls- und Jnteressenbeziehungen zwischen den drei großen Nationen, die berufen sind, in Nordafrika das hohe und edle Werk der Zivilisation zu voll- bringen. Italien, England und Frankreich werden demgemäß alle Fragen, die ihre Rachbarschaft und ihre gegenseitige Stellung in diesen Gebieten betreffen, in demselben Geiste behandeln, in welchem seinerzeit die noch jetzt in Kraft befindlichen Abkommen getroffen wurden. Die Ausführungen San Giulianos waren von häufigen Beifallskundgebungen begleitet. Barzilai erklärte sich im weiteren Verlaufe der Sitzung von der Antwort San Giulianos nicht be- friedigt. Der Republikaner Colajanni empfahl dem Minister, ein wachs am es Auge auf das Vorgehen Oesterreich-Ungarns in Albanien zu haben. Was die serbische Frage anbelange, so halte er es für vorteil- hast für Italien, wenn zwei slawische Nationen an der Adria säßen, deren Interessen unter Umständen sich im Widerstreit befinden könnten. Der Sozialist G r a z i a d e i erklärte sich ebenfalls für nicht befriedigt von der Antwort des Ministers und wies darauf hin, daß die Sozialisten Italiens, Deutschlands und Oesterreich-Ungarns gemeinsam für die Erhaltung des Friedens zu wirken gewillt seien. Die russische Negicrungserklärung. Wie», 19. Dezember. In Besprechung der Rede de? russischen Ministerpräsidenten Kokowtzow erkennen die meisten Blätter an, daß seine Ausführungen geeignet seien, die bereits vorhandenen günstigen Aussichten für die Erhaltung des eüyo- päi scheu Friedens stark zu fördern. London, 19. Dezeniber. Die„Times" erblickt in der Er- klärung Kokoivtzowö, daß er es nicht für förderlich halte, die Mächte- gruppen gegen einander auszuspielen, eine ausgezeichnete Lorbedeutung für den Weltfrieden. Die Erklärung werde in ganz Europa willkommen geheißen werden. Herr Kokowtzow habe betont, daß die russische Politil während der ganzen Krise standhaft und unverändert geblieben sei. Das, fährt die„Times" fort, sei richtig, aber die öffentlich vor Rußland und Europa abgegebene Er- klärung über den Geist, der die russische Politik beseele, könne nicht verfehlen, den günstigen Eindruck, den die Politik bereits niache, zu vertiefen. Das Blatt erwähnt ferner die Versicherungen, die Graf B e r ch t o l d gestern einer städtischen Abordnung gemacht hat, und die Mitteilung des Marquis di San Giuliano über ein Ab- kommen zwilchen Oesterreich und Italien betreffend die Neu- tralisierung eines autonomen Albaniens und schließt: D i e G e- fahr ist zwar noch keineswegs vorüber, aber sie ist geringer, und die Rede KokowtzowS wird sie noch weiter verringern. Die Obstruktion im österreichischen ReichSrat. Wim, 19. Dezember. Abgeordnetenhaus. Der Bericht- erstatter der Minorität Hübschmann hielt eine dreieinhalb- st ü n d i g e deutsche Rede. Hierauf wurde«in Antrag auf Schluß der Sitzung gestellt, der mit 174 gegen 13 Stimmen unter lebhaftem Beifall der Deutschen nnd Polen abgelehnt wurde. Um 1 Uhr 41 Minuten nachts ergriff der Tschechisch-Radikale S t r i b r n h das Wort und sprach bis 9 Uhr 19 Min früh. Es sprachen hierauf die Abgg. Guggenberg(Christlichsozial), Groeger (Soz.), Erb(Deutschnational). Nach 5S stündiger Sitzungsdauer nahm da? Abgeordnetenhaus schließlich unter Ablehnung sämtlicher MinoritätS- antrüge die Kriegsleistungsvorlage in der Fassung des Ausschusses an und begann die Verhandlung über Jmmunitätsangelegenheiten. Die Kämpfe bei Janina. Athen,• 1? Dezember. Nach authentischen Meldungen von der Armee in Epirus hat gestern morgen eirr heftiger Kampf zwischen griechischer Artillerie und den Türken, die das Fort Bisani besetzt hielten, stattgefunden. Der Flieger Unterleutnant Mutussis überflog unter dem Feuer der Türken erfolgreich Janina und Bisani und erwiderte die Angriffe durch Bomben. Die Flügel seines Aero- Plans wurden leicht beschädigt, der Flieger konnte glücklich landen. poUtifchc deberficbt. Berlin, den 19. Dezember 1912. Die konservative Hoffnung auf den Wahlterror. Zur sozialdemokratischen Landtagswahltaltik bemerkt die«Kreuz- Zeitung": „Die Sozialdemokratie kennt aber ihre Pappenheimer und weiß, was sie an Geringschätzung und an Ansprüchen den Fort- schritllern bieten darf. Und wenn es ihr auch nicht lohnt, schon bei den Urwahlen die roten Massen an die Seite dieser„Helden" zu kommandieren, so wird sie doch aus eigenem Interesse dafür sorgen, daß den Fortschrittlern einige Mandate zufallen. Denn sie gewährt ja ihre Unterstützung nur gegen V e r p f l i ch t u n g s- scheine und gewinnt in jedem Fortschrittsabgeordnelen einen Vasallen. Und außerdem verlangt die Sozialdemokratie„Gegen- s e i t i g k e i t". In zwei schlesischen Wahlkreisen(Breslau und Liegnitz) haben bereits die roten Parteiorganisationen be- schlössen, nur dann die Freisinnigen zu unterstützen, wenn sie ihnen je ein Abgeordnetenmandat überlassen. Man sieht also,, daß die „Genossen" vortreffliche Geschäftsleute sind. Sie verlangen von den Fortschrittlern nicht nur Mandate, sondern auch politische Ver- pflichtungen. Und die braven Forlschrittsmänner werden— wie bei den ReichStagswahlen— zu allem, auch zum neuen Verrat an dem Bürgertum, bereit sein, wenn die Sozialdemokraiie ihnen nur einige Mandate zuwirft. Einen scharfen Haken hat nur die Ge- schichte: die öffentliche Stimmabgabe. Wie schön wäre es, wenn die beiden Dämpfungsparleien ihre Geschäfte wieder heim- lich mit einander machen tonnten I" Für welch geistig schwerfällige Menschen muß die Redaktion deS konservativen Organs dessen Leser halten, daß es ihnen solches Zeug zu bieten vermag. Zu ihren„Vasallen", soll die Sozialdemokratie die sreisinnigen Abgeordneten degradieren, weil sie für eine Unter- stützung Gegenseitigkeit und VerpflichtungS scheine verlangt. Als ob nicht die Gegenseitigkeit überhaupt die erste Voraus- setzung eines jeden Wahlabkommens wäre I Und als ob die „Verpflichtungsscheine" mehr verlangten, als die Verpflichtung der Wahlmänner, auch Gegenseitigkeit übenzuw ollen und zu können. und die Verpflichtung der Abgeordneten aus prinzipielle liberale Forderungen! Freilich, die„Kreuz-Zeitung" denkt wohl, wenn sie von dem Vasallentum spricht, an die WahlunterstützungS- bedingungen des Herrn v. Hehdebrandl Verlangte doch der konservative Freiherr vom Freisinn nichts Geringeres, als Ver- pflichtung auf ultrarealtjonäre und ultraagrarische Bedingungen! Die Sozialdemokratie fordext hingegen vom Liberalismus nichts, als gewisse Garantien dafür, daß der Freisinn auch freisinnig handeln wird. Sehr nett ist eS übrigens, daß die„Kreuz-Ztg." fich von dem TerroriSmuS der öffentlichen Stimmabgabe so viel verspricht, daß sie die freisinnigen Wahlmänner für außerstande hält, sozialdemokratische Abgeordnete zu wählen. So bezeichnend das aber auch für die liebenswürdigen Absichten der Reaktionäre ist, so wenig glauben wir an die Möglichkeit, daß die Junker und Junkergenoffen ihre Einschüchterung wirklich erfolgreich durchsetz«» könnten. Denn der Freisinn hat doch ficherlich Anhänger genug für WahlmannSkandidaten zur Verfügung, um nicht zu Lehrer«, Beamten oder sonst leicht zu schädigenden Personen greifen zu müssen. Doch diese Frage wollen wir dem Freisinn selbst über» lassen— festgenagelt sei hier jedoch ausdrücklich, welche Wirkung die„Kreuz-Ztg." von der öffentlichen Abstimmung erhofft, die ja expreß auf terroristische Maßnahmen zugeschnitten ist! Die sächsische Schulreform gescheitert! Dresden, 18. Dezember. Die aus Sozialdemokraten, National« liberalen und Freisinnigen bestehende Zweidrittelmehrheit der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages hatte bekanntlich gegen den Widerspruch der Konservativen den Volks scdul-Gesetz» entwurf der Regierung so ausgestaltet, daß man von einem leid- lichen Fortschritte reden konnte, wenn diese Beschlüsse Gesetz würden (der„Vorwärts" berichtete in einem ausführlichen Artikel darüber). Die Aussichten dazu waren freilich von vornherein gering, da die Regierung den wichtigsten Aenderungen lebhaft widersprach. Die Schwierigkeiten steigerten sich, als die Erste Kammer durch ihre Be- schlüsse nicht nur die Regierungsvorlage wieder herstellte, sondern in einigen wichtigen Punkten sogar noch Verschlechterungen darüber hinaus beschloß. Als die Zweite Kammer nun zu den Be» schlüssen der Ersten Stellung zu nehmen hatte, gab sie in einigen weniger wichtigen Pnukten nach, im übrigen blieb die Mehrheit aber geschlossen auf ihren früheren Beschlüssen stehen. In solchen KonfliktSfällen ist nach der Verfassung ein kompliziertes Vereimgungs- verfahren vorgesehen, das sich in den Kymmissionen der beiden Kammern abspielt, die gemeinschaftlich über die Differenzfälle zu beraten und dem Plenum eventuell Vorschläge zu machen haben. Heute fanden diese VereinigungSverhandluiigen im SitzungS- saale der Ersten Kammer unter Vorsitz des Präsidenten der Zweiten Kammer statt. Die ganze Oeffeutlichkeit Sachsens war ge° spannt auf diesen Zeitpunkt und ein großer Stab Reporter hiesiger und auswärtiger Zeitungen wartete im Parlaments- gebände auf das Ergebnis dieser Verhandlungen, die nicht öffentlich sind. Schon der Beginn der Verhandlungen zeigte. daß die schlimmsten Scharfmacher in der Ersten Kammer die Ober- Hand in der Sache hatten und daß dort der Standpunkt einge- nommen wurde: entweder ein neues Schulgesetz, das in allen wichtigen Fragen der Reakiion entspricht, oder gar keins! die Eni- scheidung fiel schon bei den ersten drei Paragraphen. Die Zweite Kammer hatte beschlossen, den Religionsunterricht nicht nach dem Buchstaben des Bekenntnisses, sonderil im„Geist der Kirche" in der Schule zu erteilen. Die Pairs und die Konservativen nebst der Regierung aber witterten dahinter die Zwickauer Thesen der sächsischen Lehrerschaft, um die soviel gestritteit worden ist. Unsere Genoffen berührte die Frage nicht besonders, da sie Beseitigung deS Religionsunterricht fordern. Sie hatten aber zugestimmt, der Fort- schritte wegen, die sonst in den Beschlüssen der Zweiten Kammer lagen. Die Wortfübrer der Ersten Kammer erklärten kategorisch, daß diese Deklaration des Religionsunterrichts für sie unannehmbar sei. Denn darüber habe allein die Kirche zu bestimmen. Die Nationalliberalen zeigten sich nachgiebig bis zur Verdünnung; sie wollten gern eine andere Form konzedieren, die einen von den Pairs befürchteten„Mißbrauch" des„Geistes der Kirche"(so heißt die Wendung) beim Religionsunterricht ausschlösse. Doch die Herren der Ersten Kammer waren unerbittlich. Beide Kommissionen zogen sich zu besonderen Besprechungen zurück, und als die Sozialdemokraten erklärten, daß sie sich auf einen weiseren Handel nicht einließen, hielten die nationalliberalen Mit-' glieder eine besondere Besprechung ab. Der nunmehr produ- zierte Borschlag wurde, nachdem dann die Gegner gesondert darüber gesprochen hatten, von letzteren ebenfalls abgewiesen. Der zweite Punkt war die allgemeine Volksschule. Auch hier wichen die Nationalliberalen mutig zurück, indem sie die Schulgeldfreiheit preisgaben. Die Antwort der anderen Seite war auch hier ein schroffes, entschiedenes Nein! Da war auch die Geduld der geschmeidigen Nationalliberalen zu Ende. Sie erklärten, daß sie unter diesen Umständen den Vor- schlügen der Ersten Kammer nicht- zustimmen könnten. Nach 3'/, stündiger Dauer wurden die Verhandlungen 1Jß Uhr abgebrochen und das Verfahren als ergebnislos bezeichnet. Damit ist das Gesetz abgelehnt, von den Verhand- lungen ist den Kammern in der morgigen Sitzung einfach Mitteilung zu machen. Man scheint allerdings noch die Absicht zu haben, das Gesetz nach den Bcschlüffen der Ersten Kammer mit Hilfe der Kon- servativcn der Zweiten Kammer zustande bringen zu wollen mit Hilfe des ß 92 der Verfassung. Der Führer der Konservativen gab eine Erklärung ab, die darauf hindeutet. Das wäre jedoch nur möglich. wenn in der zweiten Kammer mindestens ein Drittel der Ab- geordneten dafür ist. Die Konservativen haben dieses Drittel nicht. es müßten mindestens drei Nationalliberale diesen Gewaltstreich mitmachen. Es bestehen aber starke formelle Bedenken gegen die Anwendung dieses Paragraphen. Will man daraus hinaus, dürste es noch zu schweren Differenzen in der Zweiten Kammer kommen. Die Lage ist gespannt und mit Konfliktsstoff geladen, wie es seit Jahrzehnten im sächsischen Parlament nicht der Fall war. Morgen Donnerstag fällt die Entscheidung im Plenum, doch kann bereits das Gesetz als gescheitert gelten. «» -» Dresden, 19. Dezember. Nachdem das Vereimgungsverfahren deS Landtages ergebnislos verlaufen ist, fand heute in beiden Kammern die Schlußabstimmung über das Volksschulgesetz statt. Da beide Kammern in den Fragen der Erteilung des Religions- Unterrichts, der Errichtung der allgemeinen Volksschule und der Schulgeldfreiheit auf ihren abweichenden Beschlüssen bcharrten. so ist das Volksschulgesetz endgültig gefallen. Kultusminister Dr. Beck sprach sein Bedauern über da« Scheitern deS großen Reform- werkeS aus. Schwere Schäden der Volksernährung. Aus Rheydt(Rheinland) wird gemeldet, daß dort 38 Per- sonen an Typhus erkrankt pnd davon bereits neun ge- storben sind. Dazu kommen noch 49 Erkrankungen in der Umgegend. In Aachen erkrankten mehr als 66 Personen an Typhus, und zwar nachgewiesenermaßen durch verseuchte Milch. Wie eS dort mit der Milchversorgung bestellt ist, kann man aus folgenden amtlichen Mitteilungen ersehen, die aus Anlaß der Masienerkranlungen erschienen sind. Die Typhuserkrankungen in Aachen haben insofern eine gute Seite gehabt, als hierdurch von der Nahrungsmittelpolizei eine erhebliche Menge ganz bedeutender Milch- pantsckiereien aufgedeckt wurden. Wie aus genau unterrichteten Kreisen hiesiger Landwirte mitgeteilt wird, gaben die Erkrankungen. die bekanntlich in der Erkelenzer Molkerei ihren Ursprung hatten, der Polizeibehörde Ver- anlassung,, die Kontrolle über die ihr. unterstellten sämtlichen auswärtigen Molkereien erheblich zu verschärfen und denselben die gleiche Aufmerksamkeit zuzuwenden, wie den Landwirten und Milchhändlern der Stadl und Umgebung. Hierdurch wurde nun festgestellt, daß eine ganze Reihe von Landwirten (annähernd ein Dutzend), die an eine Molkerei lieferten, die Milch stetSmitgroßen Mengen Wasser b e r m i s S t e n. Ehe das Gemisch aber zu dem Aachener Milckihäuschen seinen Weg antrat, nahm auch der Inhaber der Molkerei noch einmal eine gründliche Wässerung vor, so daß die Milch nun einen fast unglaublichen Prozentsatz Wasser enthielt. Ein fast ebenso hoherProzentsatz an Wasser' wurde in der an die hiesigen Milchhäuschen gelieferten Milch auS einer anderen Molkerei vorgefunden, sowie, ferner in der Milch auS einer dritten M o l l e r e i, die an Aachener Bäcker und Private lieferte.. Bei zwei in der Nähe von Erkelenz�wohnenden Landwirten, die gleichfalls die Milch nach Aachen liesern, wurden ganz scheuhl'iche, von Stalldreck und Kuhkot her- rührende Verschmutzungen der Milch festgestellt. Aus den erwähnten Molkereien wurden täglich tausende Liter der erheblich gewässerten Milch hierher gebracht. Das Gericht dürfte sich demnächst mit einigen Dutzend in jüngster Zeit über« führter Milchpantscher zu befassen haben. Durch eine ganze Reihe von GerichtSverhandluugen gegen Me tzger, Bäcker usw. ist in letzter Zeit wiederholt die öffentliche Auf- merlsamkeit auf die Lebensmittelversorgung hingelenkt worden. Viele Schmutzereien und Verfälschungen sind durch die Gerichte fest- gestellt worden. Es sei nur an den systematischen Ver» trieb von Fleisch krepierter Tiere erinnert, der kürzlich im Kreise Düren(Rheinland) aufgedeckt wurde, und auf die Massenvergiftungen in Köln. Trotz all solcher immer wiederkehrender Erfahrungen denkt man nicht daran, die Lebens- mittelversorgung des Volke», insbesondere die Versorgung mit Fleisch, Brot und Milch, in Gemeinderegie zu übernehmen oder wenigstens unter strenge Gemeindekontrolle zu stellen. Nach wie vor werden die unentbehrlichsten Lebensmittel zuerst den Agrariern zu- liebe gewaltig verteuert und nachher von gewissenlosen Händlern verfälscht und verseucht._ Der oldenburgische Landtag und das Besoldungsgesetz für Beamte und Arbeiter. Am Mittwoch erledigte der oldenburgische Landtag da? in den Kreisen der Staatsbeamten und Arbeiter mit grosser Spannung erwartete Besoldungsgesetz. Die Lorlage wird eine dauernde Mehr- ausgäbe von zirka einer Million erfordern. Angesichts der sehr mitz- lichen Finanzlage deS Landes eine erhebliche Summe; aber die Er- höhung der Gehälter und Löhne war nicht mehr zu umgehen. Die Regierung schlug als Deckung die Ueberschüsse der Eisenbahnen vor, stellte einen eventuellen Steuerzuschlag in Aussicht und halte einen sogenannten Ledigenparagraph in das Gesetz hineingeschoben, der die ledigen Beamten und Volksschullehrer von der Zulage aus- fchliehen sollte. Die Sozialdemokraten und der größte Teil der Liberalen war dagegen über den Entwurf hinausgegangen und hatte die Erhöhung der Sätze für die Unterbeamten und Arbeiter von 120 auf ISO M. resp. von 1l)S auf 144 M. sowie die Streichung des Ledigenparagraphen beantragt. Das fchlleßliche Ergebnis der Ab- stimmung ist, daß diese Anträge und der Entwurf angenommen, dagegen ein Antrag auf 10 prozentigen Steuerzuschlag abgelehnt wurdet_ Die Wahlentrechtvng in Reust j. L. Der reußische Landtag hat� Donnerstag den grundlegenden ß S. der das Pluralrecht festsetzt, mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen. Gegen diesen Paragraphen hat außer den Sozialdemokraten ein einziger bürgerlicher Abgeordneter gestimmt. Die Beratung des Gesetzes wird Freitag zu Ende geführt. Die Annahme des Gesetzes durch die bürgerliche Mehrheit steht schon heute fest. Die Anträge der Minder�it. umrdpn«�gelehllt..((- F'rankfurter«uiverfitSt�; Die königliche Genehmigung der Fronkfurter Universität ist, wie die»Frkf. Ztg." hört, in absehbarer Zeit zu erhoffen. Dagegen wird sich die Eröffnung wohl verzögern. Von dem ursprünglich in Aussicht genommenen Termin, Frühjahr 1914, kann nicht mehr die Rede fein, vor allem, da die Bauten nicht so rasch fertiggestellt sein werden. Landtagsersatzwahl im Kreise Kreuznach-Simmer«. Bei der heutigen LandtngSersatzwahl im Wahlkreise Koblenz IV (.Kreuznach— Simmern— Zell) entfielen auf Pfarrer Oertel(natl.) 351, auf Landwirt Knebel(B. d. L.) 24 Stimmen. Gewählt ist demnach Pfarrer Oertel. Die Reichstagsnachwahl im Wahlkreise Schwetz ist auf den 30. Dezember angeordnet. AuS diesem Wahlkreise zog bskunnklich Landrat v. �Halem in den Reichstag, dessen Wahl die Wahlprüfungslommission deS Reichstags einstimmig für ungültig er- klärte, woraus v. Halem sein Mandat niederlegte. KulZlanä. Die ersten Schritte der Dumit. Man schreibt uns aus Petersburg: ■ Fast drei Wochen hat es gedauert, bis sich der schwerfällige Ge. isctzgobungsapparat von StaytAstreichsgnaden in Gang gesetzt hat. Das größte Hindernis bildete die plötzlich erwachte Scl-bständigkeit ldcr Oktobristcnpartei, die sich nicht ohne weiteres dem rechten Block anschließen wollte. Die ungenügende Unterstützung, die ihr die Re- gierung bei den Wahlen zuteil werden ließ, hatte bei dieser„Partei der letzten Regierungsverfügung" oppositionelle Rachegelüste wach- gerufen, und so zog sie denn, obgleich auf die Hälfte reduziert und ihrer besten Kräfte beraubt, mit der Absicht in die Duma, ihr„Ion. ftitutionelles" Gesicht diesmal schärfer zum Ausdruck zu bringen. Es war überdies ein Gebot der Selbsterhaltung für diese Partei, die Diktatur der Rechten und der Nationalisten nicht ohne weiteres an- zuerkennen. Mit Hilfe der liberalen Parteien, die dadurch den Re- gierungsblock zu sprengen� hofften, gelang es den Oltobristen bei der Wahl des Präsidiums, ihren Kandidaten M od Sj ah ko zum Vorsitzenden durchzubringen, wofür sie die Wahl des Progressisten Fürst llr uff ore zum zweiten Vizepräsidenten unterstützten. Der Posten des ersten Vizepräsidenten blieb vorläufig vafant, da der in Aussicht genommene Fürst Wolkonsky, Mitglied der Rechten. infolge des Protestes der beiden Rechtsparteien die Wahl ablehnte. Fast zwei Wochen lang dauerten die Unterhandlungen zwischen den Oltobristen und ihren rechten Nachbarn, deren Obstruktion durch die unzweideutigen Staatsstreichsdrohungcn der'Regierungspresse unterstützt wurde. Die Oitovriften bekamen nach dem ersten halb- wego selbständigen Schritt Angst vor der eigenen Courage sind bc- schworen die Rechtsparteien himmelhoch, sich doch bei der Wahl dcS' Präsidiums zu beteiligen. Und nun trat das Unglaubliche ein: die Rechtsparteien'verlangten für die Wahl ihres eigenen Kandidaten Kompensationen! Diese wurden ihnen schließlich von den Oktobristen� in der Weise gewährt» daß sie. ihnen. die»vichtigsten Kommissionen. auslieferte� Di« Praxis der, drillen Duma hat schon zur Genüge erwiesen, daß die.Konservativeis ünd oktobristischen Kommissions- Vorsitzenden auf ihrem Gebiet fast' unumschränkt schälte,!, und walten. Run sollen.' nach dem vollzogenen schmutzigen Handel, die Posten der Vorsitzenden in den wichtigsten Kommissionen den be-' rüchiigfien'Pogroinistens von der Rechten(Chwostmrv Lew'aschöiv iu, a.) ausgeliefert werden. Besonders chäraktcristisch ist cS, daß für den Posten eines Vorsitzenden in der Volksbildungskommission der extreme Rechte Pros. Lewascho-w ausersehcn ist, drr'ÄK Reltor der- Universität Odessa diese früher blühende Hochschule in eine Kaserne und Spitzel kl oakc verwandelt hat. Zur Stimmung in der russischen Armee. Burtzcw veröffentlicht in feinem Wochenblatt„L'Avemr" den Brief eines Soldaten eines der an der Westgrenze stehenden Regt- mentcr.. Der Brief ist iim so interessanter, als der Briefschreiber, Sohn eines Offiziers, den reaktionärsten Anschauungen huldigt und nicht in dem. Verdächt stehen kann, die Stimmung der Soldaten tendenziös zu beurteilen. Er entwirft folgendes Bild von der Stimmung unter den Soldaten:„Die Stimmung der Garnison ist ungeheuer erregt. Es heißt, wenn der Krieg ausbricht, so kommt es unbedingt zu einer Revolte, bei der man mit den Vorgesetzten abrechnen würde; diese Aussprüche findet man überall bei uns auf den Wänden. Zu mir verhält man sich mißtrauisch und feindselig, zuweilen boykottiert man mich sogar,.. Ich fürchte mich, das den Vorgesetzten zu melden, man würde mich sonst in der ersten Nacht erschlagen. Mir gegenüber heißt cS: Du bist der Sohn eines Offiziers und deshalb zweifellos ein Spitzel., Japan. Katsura, Mintsterpräsideut Der Versuch, die Bildung des Kabinetts einem Parteimann zu übertragen, ist vollständig gescheitert. Keine der im Vorder- grund dcS politischen Lebens, stehenden Persönlichkeiten will die Erbschaft SaionjiS übernehmen. So blieb dem„Rat der alten Staatsmänner" nichts anderes übrig, als wieder einen der ihren, Katsura, an die Spitze der Regierung zu berufen. Somit wird Japan wieder ein militärisch-japanischeS Kabinett erhalten. Der Fürst Katsura gilt als das einflußreichste Mitglied deS Oberhauses. Dessen Vertrauen hat er sich durch jahrzehntelange treue Dienste für die herrschende Adelsklasse erworben. Sie hat daher auch mit Gunstbeweisen nicht gegeizt. Der einzige simple Schüler der Berliner Militärakademie wurde im Jahre 1902 zum Grafen, dann zum Marquis und voriges Fahr zum Fürsten er- nannt. Von den acht Regierungen, die Japan seit 1898 gesehen hat, hat er sechs als Kriegsmimster oder Präsident angehört. Er ist zum guten Teil für die unheilbare Finanzmisere seines Landes verantwortlich. Das'letzte Mal, August 1911, muhte Katsura ab- danken, weil er mit seiner Finanzreform glänzend Bankerott ge- macht hatte. Er empfahl der Krone den Führer der Seiyukai, Saiqnji als„weisen Nachfolger". Dieser stets beobachteten Ge- pslogenheit, einen Nachfolger zu empfehlen, konnte der kürzlich ab- getretene Saionji nicht nachkommen, weil er keinen Mann kannte, der Weisheit genug besitzt, die ungeheure Finanznot zu beseitigen. Daß Katsura in den 15 Monaten nach seinem Rücktritt ein Mittel entdeckt hat, die Geldnot zu beheben, ist kaum anzunehmen. Auch ist wenig wahrscheinlich, daß er festen Willen hat, die FinanzkrisiS durch künftige Beschneidung der Forderungen für Heer und Marine zu mildern. Er tvird der Kriegspartei hie Mittel für die beiden Divisionen, die den Anstoß zur Demission SaionjiS gaben, bewilli» gen und sonst fortwursteln, wie es alle seine Vorgänger getan haben. Freilich sind damit die politischen und finanziellen Schwierig- leiten um keinen Deut verringert. Im Gegenteil, die Schuldenlast wächst rapid und damit auch die Zahlungsunfähigkeit und Unruhe des Volkes. Katsura wird im Parlament eine feindliche Mehrheit. die Seiyukai und die Nationalpartei, vorfinden. KatsuraS Berufung an die Spitze der Regierung bedeutet wieder vollständige HerrMaft der Kricgspartei..Der Anzeichen gar manche weisen darauf- hui, daß sie darauf drängt, den längst geplanten Schlag i nr Mvden fhhiufr' Mb güegtrfffim.- Ist dem Drängen auf Beschleunigung der militärischen Operationen in der Man- dschurei läßt sie sich von der Hoffnung bestimmen, daß dadurch die Bewilligungslust der Abgeordneten und die Opferfreudigkeit im Volk entfacht ünd durch die Kriegsbeute die finanziellen Schlvierig- leiten zu.überlvinden sind. Jedenfalls hat die Kriegspartei von Katsura die Verkümmerung ihrer Pläne nicht zu befürchte»}, Amerika. Ein neues Einwanderungsgesetz in den Vereinigten Staaten. Das Repräsentantenhaus nahm mit 178 gegen 62 Stimmen ein Gesetz über die Einwanderung an, nach welchem Personen über 18 Jahre, die nicht lese» können, von der Einwanderung auSge- schlössen sein sollen. Ausgenommen davon sind Personen, die nach- weisen können, daß sie wegen religiöser Verfolgungen auSge- wandert sind. Hua der Partei. Zinn Preußischen Parteitag. Die Namen der geivähltcn Delegierten ersuchen wir um- gehend an Theodor Fischer, Berlin LW. 68, Lindenstr. 69, einzusenden, damit ihnen die Vor- lagen und das sonstige Material zugesandt werden kann. Desgleichen ersuchen»vir mitzuteilen, für wclcheDelegiertenLogis besorgt werden soll. Der Geschäftsführcnde Ausschuß. Zur Landtags- und Gemeindewahl in Stuttgart erhalten wir folgende Zuschrift: Die systematische Hetze gegen die Beamten im Hauptbureau des Deutschen Mctallarbeiter-Äerbandes hat nun auch glücklich ihren Weg in den„Vorwärts" gefunden. In dem Bericht aus Stuttgart in Nr. 294 vom 17. Dezember 1912 wird gesagt: „Die Landtagswahl in Stuttgart hat auch derartige Er- scheinungen gezeitigt. Ein Teil der Parteigenossen— so fast sämtliche Beamten des Hauptbureaus der Metallarbeiter— enthielt sich jeder Wahlarbeit, weil ihr die Mehrheit der Kandi- baten nicht paßte." � Der Berichterstatter wirft den Beamten Vernachlässigung ihrer Parte ipflichten vor, trotzdem ihm bekannt ist, daß ein großer Teil der Leute, die er damit treffen»vill,»vochenlang vor der Wahl bis zum heutigen Tag jeden Samstag und Sonntag in allen'Testen, des Landes Versammlungen abhielten. Fünfzehn dieser Genösse» haben zusammen zur Landtagswahl 252 Ver- sammlungen abgehalten. Auch ain Tage vor der Wahl waren diese Genosse»! draußen und kamen zum Teil erst am Wahltag vor- mittags»nieder»ach Stuttgart zurück, könnten folgedessen für diesen Tag wohl auch nicht mehr weitere Arbeit übernehmen. Weil»» eil» Teil der Beamte» es ablehnte, am Wahltage selbst noch in Stuttgart initzuarbeiten, so geschah das nicht, weil ihnen die Mehrheit der Kandidaten nicht paßte, sondern weil sie in Stutt- gart, in den letzten Jahren systematisch von jeder»nitbestimmendcn und»nitberätenden Parteiarbeit ausgeschlossen werden, in der Presse und in Vcrsainmlungen in der ekelhaftesten Weise ange- rempelt»vurden und ihnen die Möglichkeit zur Abwehr nirgends jsegebcn mar. So»vurden fast alle Angestellten des Metallardeitcr- oerbandeS aus de» Parteiäurtern, die sie sich in den einzelnen Be- zirkcn und iin städtischen Komitee der Stuttgarter Parteileitung durch ihre Betätigung erworben hatten, absichtlich und systematisch hinauSgewähtt.' Die Angestellten werden schon seit Jahren— trotz ihrer Zu- sage auf an sie gerichtete Anfrage bei Aufstellung der Referenten- liste— zu keinem Referat zugelassen,»vogegen andere Partei- genossen des sogenannten„linken Flügels"— um mit dem Berichterstatter zu sprechen— sichtbar vorgeschoben werden. Mit Flug- blattverbreitung und andern kleinen Arbeiten bedenkt man die An- gestellten des Verbandes, aber offenbar mit der Absicht, ihnen Gelegenheit zur Ablehnung zu geben, um dann eine Handhabe zu haben, sie bloßzustellen. Außerdem ist noch festzustellen, daß ein Teil der Beamten �außer- halb Stuttgarts wohnt und dort mit führendem mch Ehrenämtern in der Partei betraut ist uud ständig für die Partei arbeitet. Iin Auftrage der Beamten des Hauptbureaus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes in Stuttgart. K. Massatsch. Otto Steinmaycr. Ernst Martersteig. Wir überlassen es unsere»» Korrespondenten selbst, sich und den„linken Flügel" gegen diese Anschuldigungen zu verteidige»». Deutscher Arbeiterverein Gent. Man schreibt uns: Der Deutsche Arbeiterverein in Gent(Bel- gien) hielt am Sonnabend,'den 14. Dezember, seine erste Agita- tionsvcrsammlung ab, die von 33 Personen besuchb war. Der Referent Genosse Melio aus Gent»vies zunächst auf die unbedingte Notwendigkeit eines festen Zusammenschlusses aller deutschen Arbeiter besonders im Auslande hin. Ferner bezeichnete er es als eine schwere Anklage gegen den Kapitalismus, daß ein Ausländer es hier nicht wagen darf, seine Meinung über die bel- gische Politik vor der Oeffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen, lvenn er nicht Gefahr laufen will, aus dem Lande gewiesen zu werden. Weiter gab der Redner noch einige interessante Einzel- heilen bekannt über den bevorstehenden General st reik zur Erkämpfung des allgemeinen gleichen Wahlrechts. Zum Schluß gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, daß, sobald der General- streit erklärt»verde, sich sämtliche in Belgien befindende deutsche Arbeiter mit ihren belgischen Brüdern solidarisch erklären werden. Die Adresse deS delilschen Arbeitervereins in Gent ist: Julius Grünbaum, Ko. 19 Avenue St. Jean, Gand. In Ketten gestorben. Eine der hervorragendsten Gestatten der russischen Arbeiter- bewegung ist uns dieser Tage durch den Tod entrissen worden. In dem Moskauer„Buthrki", dem steinernen Massengrabe bieler Tausenden, starb Genosse W. Jefimew, der unter� dem Namen Sainson, Soratowetz, Boris Smirnow usw. den Arbeitern in allen Enden deS Reiches bekannt ist. Er starb an den Folgen einer Blut« Vergiftung, die ihm die eisernen Fußfesseln verursacht hatten..Er, der sein ganzes Leben dafür gearbeitet hatte, uin das Proletariat Rußlands von seinen Fesseln zu befreien, mußte in grausamer Ironie deS Schicksals an und in ihnen sterben. Aus dem Proletariat hervorgegangen, nahm er schon seit einer Reihe von Jahren eine führeitde Stellung in den ArbetterorgaNiia- tionen ein, bis er in Moskau verhaftet und wegen Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei zu vieljähriger Zwangsarbeit ver- urteilt»ourde. Er starb erst 2Y Jahre alt, ohne die reichen Talente und Fähigkeiten, die ihn zu einem parlamentarischen Führer der Arbeiterklasse befähiaten, zur Geltung zu bringen vermochte. Ein alltägliches Drama tn den Gefängnissen, ein Ende, wie es jährlich Hunderte Genossen und Genossinnen in den Gcsängi»issen und in der Verbannung erleiden, und doch ein unersetzlicher Verlust für die noch junge rnssiiche Arbeiterbewegung� Bon der sozialdemokratischen Dumafrattion. Die sozialdemokratische Frakiion der vierten Duma hat den Ab« geordneten für Warschau, Genossen Ja gell o. über dessen Wahl es in der polnischen und russtschen Partei zu lebhaften Auseinander- setzungen gekommen war, in ihren Fraktiousverband aufgenommen. .Aber nnt Rücksicht daraus,. daß Ggliosie Jggello der Vertreter der P. P. S. ist, die sich»nit der Soziardemokralie Rußlands noch nicht vereinigt hat. fordert die Fraktion ihn auf. ihr mit b e i ch li e ß e n- der Stimme m den Fraaen der politisch«». Tätigkeit in der Dnnra und mit beratender Stimme in den inneren Fragen bei Sozial- demokratie Rußlands beizutreten._ poUzeiUehes, Genchtlicbce uf». Preßpr-zeß7 Bor beni Schöffengericht. Karlsruhe wurde am Donnerstag Genosse Ad. Geck- Offenbnrg wegen Beleidigung des KricgsratS Hecker-Colmar zu 20 Mark Strafe verurteilt. In dem im„Volks- freund' veröffcntlichlen Bericht über eine Kriegsgerichtsverhandlung, die Hecker in Lahr leitete, sprach Geck davon, daß der Gerichtsleiter den Eindruck„größter Befangenheit" machte. Geck inachte geltend, daß er als Mitglied der Pelilionskommission des Reichstags jener Verhandlung anlvohnte und in der Berichterstattung in Wahrung be- rechtigter Interessen handelte. Eine Beleidig»»»» enthalte die Unterstellung der Befangenheit bei eine»» Richter nicht. Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt.______ Jugenädeicvegung. An die sporttreibende Arbeiterschaft! qzn neuerer Zeit entfalten die bürgerlichen Sportvereine, eine fleißige Propaganda. Mit der Phrase, die Vereine seien politisch neutral, suchen ihre Wortführer auch die Arbeiter und Arbeiterinnen für den Beitritt in die bürgerlichen Sportvereine geneigt zu mache»*. Die bürgerlichen Sportvereine haben aber gerade neuerdings ihren arbeiterfeindlichen Charakter ganz offen zum Ausdruck ge- bracht. Fast alle haben sich dem Jungdeutschlandbund angeschlossen. dessen Ztveck es ist, die proletarische. Jugendbetoegung systematisch zu bekämpfen. Wie der Jungdeutschlandbund, so erfreuen sich die ihm angehörenden bürgerlichen Sportvereine der eifrigsten Unter- stützung durch städtische und staatliche Orgai»e— derselben Behörden, die in den wirtschaftlichen und politischen Kämpfen der Är- beiterschaft zugunsten der Arbeiterseinde, teils mit brutaler Gewalt, einzugreisen pflegen. Die sporttreibenden, organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen haben demnach die Pflicht, die bürgerlichen Sportvereine zu meiden! Um die Arbeiterschaft über das arbeiterfeindliche Treiben der bürgerlichen Sportvereine aufzuklären, haben die Arbeitersportver- bände eine„Z e>» t r a l ko m m i s s i o n für Sport- und Körperpflege" eingesetzt. Die Koinmission richtet an die or- ganisierte Arbeiterschaft Deutschlands den Appell, ihre Aufklärnngs- arbeit zu unterstützen. ' Für die sporttreibende Arbeiterschiast' gilt die Parole; Heraus aus den bürgerlichen Sportvereinenl Zentralkommission für Sport- und Körperpflege. & A.: I. Ma s sa, Berlin-Tegel. Schlieperstr, 80. Arbeiter-Jugend. Die soeben erschienene Niunmer 28 � deS vierten Jahrgangs hat unter andere,» folgende» Inhalt:„Friede und Wohlgefallen."— Der kleine Kölner. Bon Paul Böttcher.— Was sollen»vir lesen? Von Gustav Eckstein.— Jngenieurkunst im' Altertinn. Von Hans Domnil (mit Abbildungen).— Aus der Jugendbewegung. Die Gegner an der Arbeit. Zur wirtschaftlichen Lage der Aroeiterjugend. Vom Kriegsschauplatz nsiv. Beilage: Orden. Erzählung von Karl OkonSky.— Noch ist der Heiland nicht erstanden. Gedicht von Ludlvig Pfau.— Auf der Walze in Italien. Reisebrief von Max Barthcl.— Gastwirschaften und Kaffeehäuser inr Balkan. Von L. L.(mit Abbildungen)/— Tiere im Winterschlaf. Von Heinz Welten.— Bücher jür die Jugend.— Weihnachtsbescherung. Gewerb rchaftUchea. Vcrfcbärfung der Lage im Rolzgewerbe. Die Unternehmer in der Holzindustrie gehen anscheinend systematisch darauf aus, die ohnehin schwierige Situation bei den Vertragsverhandlungen noch weiter zu verschärfen. Anders ist das Verhalten des Zentralvorstandes des Arbeitgeberschutzverbandes in den letzten Tagen nicht zu erklären. Das Vertragsberhältnis in der Holzindustrie baut sich auf Einzelverträge auf, deren Inhalt und Wortlaut zum Teil sehr erheb- liche Unterschiede aufweisen. In den meisten Verträgen ist vor- gesehen, dag auftauchende Meinungsverschiedenheiten von einer paritätisch zusammengesetzte» örtliche» Schlichtungskommission zu regeln find. Für den Fall, dafi hier eine Ver- ständigung nicht zu erzielen. ist, gilt in der Regel die gemeinsame Sitzung der Zentralvorstände als zweite Instanz. Hierbei wird davon ausgegangen, daß Streiks und Aussperrungen nicht stattfinden dürfen, solange der Jnstanzenzug nicht erschöpft wird. Dabei passiert es aber nicht selten, das; sich die Erledigung eines Streitfalles recht lange hinzieht. Kommt es doch öfter bor, dag die Unternehmer in der Schlichtungskommission, selbst in ganz klar liegenden Fällen, einer Entscheidung aus dem Wege gehen, um ihrem Kollegen nicht wehe zu tun. Dann dauert es mitunter sehr lange, bis sich der Zentralvorstand des Arbcitgeber-Schutzverbandcs herbei- läßt, eine gemeinsame Sitzung zu vereinbaren. Es ist einleuchtend, daß bei diesen, Geschäftsgang die beteiligten Arbeiter oft empfindlich geschädigt werden. Um so mehr, als die Fälle durchaus nicht selten sind, daß renitente Unternehmer den Spruch der Zentralvorstände unbeachtet lassen. Sie können sich das leisten, da der Arbeitgeberschutzverband sich durchaus keine Mühe gibt, seine Mitglieder zur Respektierung seiner Beschlüsse anzuhalten. Als die Zentralvorstände am 13. Dezember zur Ver- Handlung über die Erneuerung der ablaufenden Verträge zusammen- traten, wurde von den Vertretern des Holzarbeiterverbandes ver- langt, daß vorweg einige solcher schwebender Fälle erledigt werden. Speziell handelte es sich um Streitfälle in Luckenwalde und in H ö ch st. In Luckenwalde bestimmt der Vertrag unter anderem, daß am 1. Oktober 1312 die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde verkürzt wird.mit Lohnausgleich für Lohnarbeiter". Nach der an- erkannten Terminologie der Verträge im Holzgewerbe bedeutet das, daß bei Eintritt der Arbeitszeitverkürzung der Stundenlohn um 1 Pf. erhöht wird. Diese Lohnerhöhung zu zahlen weigern sich die Unternehmer mit der sonderbaren Begründung, daß die gelernten Arbeiter darauf leinen Anspruch hätten, denn das seien keine Ar- bciter, sondern— Gesellen. In ihren früheren Sitzungen hatten die Zentralvorstände ohne weiteres entschieden, daß die Lnckenwalder Unternehmer im Unrecht sind, diese kehrten sich aber nicht daran. Nunmehr wurde in der Sitzung am 13. Dezember, an der auch auswärtige Vertreter teilnahmen, in der gleichen Weise ent- schieden. Die Arbeitgebervertreter verschwiegen auch gar nicht, daß sie das Verhalten ihrer Lnckenwalder Kollegen entschieden ver- urteilen, und ihr Beschluß ging einstimmig dahin, daß die Lohn- differenz den Arbeitern ab 1. Oktober nachzuzahlen ist. Die Lucken- ivalder Unternehnier pfeifen aber auf den gefaßten Beschluß. In einer am 16. Dezember abgehaltenen örtlichen Sitzung mit den Ar- beitervertretern erklärten sie rund und nett, sie s ü g e n s i ch d e m Beschluß der Zentralvorstände nicht! Der Arbeitgeber- schutzverband rührt keine Hand, um seine renitenten Mitglieder zur Ordnung zu rufen. In H ö ch st liegt der Streitfall nicht ganz so einfach. Hier sollte am 1. November eine Stunde Arbeitszeitverkürzung mit Lohn- ausgleich eintreten. Diesen Lohnausgleich wollen die Unternehmer aber nur den in Zeitlohn Beschäftigten gewähren. Da jedoch die ge- lernten Arbeiter fast durchgehends im Akkord arbeiten, verlangen sie, und sie berufen sich hierbei auf analoge Fälle in einer ganzen Reihe anderer Verträge, daß der Lohnausgleich auf die Akkordtarife sinngemäße Anwendung finde, d. h. diese sollen um zirka 2 Prozent erhöht werden. Mit dieser Frage haben sich die Zentralvorstände am 19. November beschäftigt, ohne aber zu einer Verständigung kommen zu können. Die Höchster Unternehmer lehnten das Ver- langen, gestützt auf eine Anweisung ihres Zentralvorstandes, ab, und schließlich legten die Arbeiter, um ihrer Forderung Nachdruck zu geben, am 30.' November die Arbeit in einem Betriebe nieder. Als- dann begannen die übrigen Unternehmer ihre Arbeiter auszusperren. So stand die Sache, als sich die Z e n t r a l v o r st ä n d e am 13. De- zember mit ihr beschäftigten. Hier wurde beschlossen, daß sowohl Streik als Aussperrung aufzuheben sind. Am Montag, den 16. Dezember wird die Arbeit aufgenommen. Für Dienstag, den 17. Dezember werden die Mitglieder der zentralen Schiedskommission, die seinerzeit bei dem Vertragsabschluß für Höchst mitgewirkt haben, ebenso auch je 2 Vertreter der örtlichen Parteien nach Berlin berufen, um eine Entscheidung des Streitfalles herbeizuführen. Die fraglichen Personen waren auch am Dienstag und Mittwoch in Berlin, aber es kam zu keiner Entscheidung, weil der Borstand des Arbeitgeber-Schutzvcrbandes jedes Verhandeln ab- lehnte! Er begründete sein Verhalten damit, daß nicht alle Arbeiter die Arbeit aufgenommen hatten. Nun hatte aber die bestreikte Firma Nötiger u. Co. eS zunächst abgelehnt, alle Arbeiter wieder einzustellen, wie auch einzelne andere Unternehmer bei der Wiedereinstellung der Ausgesperrten Schwierigkeiten machten. Bei Nötiger haben dann die eingestellten Arbeiter am Montag- mittag die Arbeit wieder verlassen. Als der Unternehmer sich nun- mehr bereit erklärte, alle wieder einzustellen, war inzwischen ein Teil der Arbeiter, die auswärts wohnen, wieder nach ihren Dörfern abgereist und da sie nicht rechtzeitig benachrichtigt werden konnten, waren sie denn auch Dienstags noch nicht zur Arbeit erschienen. Mehrere Arbeiter hatten aber auch in der Zwischenzeit ander- weitig Arbeit angenommen und andere waren auf Wanderschaft gegangen. Bei der Wiederaufnahme der Arbeit sind von beiden Seiten Fehler begangen worden. Die Mißverständnisse hätten sich aber sofort beseitigen lassen, wenn man den Vertretern, die zum Teil aus größerer Entfernung nach Berlin gekommen waren, Gelegenheit zur Aussprache gegeben hätte. Aber das hat der Vorstand des Arbeitgeber-Schutzverbandes mit Vorbedacht verhindert. Er hat mit voller Absicht die Arbeiter- Vertreter brüskiert und die ohnehin schon gespannte Situation siir die Vertragsverhandlungen Noch weiter verschärft. In der»Volks-Zeitung", die der Arbeitergeber-Schutzvcrband zu seinem Moniteur für die Vertragsverhandlpngen auSersehcn zu haben scheint, hat er den Höchster Fall in einer seinen Zwecken dienenden Färbung dargelegt, den sehr bezeichnenden Luckenwalder Fall der mit ihm auf das engste zusammenhängt, hat er aber sorgfältig verschwiegen. In der aus dem Bureau des Arbeitgeber- schutzvcrbandeS stammenden Zuschrift an die„Volkszeitung" heißt es,:»Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Konflikt in Höchst noch auf weitere Vertrags- orte übergreift". DaS sieht wie eine Drohung aus; der Schutzverband scheint den Ablauf der Verträge am 13. Februar kaum erwarten zu können und sucht nach einem Vorwand, um sSon "Lerantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. früher loszuschlagen. Für die von den Herren so aufdringlich bc- teuerte Friedensliebe ist aber der ganze Borgang sehr bezeichnend. Berlin und Umgegend. Die Arbeiter im Gipsbaugewerbe, Rabitzputzer, Träger und Spanner, haben in einer Versammlung, die am Mitlwochabcnd bei Wille in der Sebastianstraße stattfand, die Kündigung des Tarif- Vertrages beschlossen. Wie H a e s e, der Referent, bekanntgab, hatten die Unternehmer im Berliner Betonverein am Mittwoch- niorgen in einem Schreiben an die Organisation den Arbeitern den Vorschlag gemacht, daß der Vertrag, der am 31. März 1913 abläuit, ohne jede Äenderung verlängert iverden sollte auf die Dauer, die zwischen dem Verband der Baugeschäfte und den anderen Gruppen der Arbeiter im Bauberuf vereinbart wird. Auf diesen Vorschlag ging die Versammlung nicht näher ein, da er den Interessen der Ar- beiter nicht entspricht. Nach kurzer Beratung erklärte sich die Ver- sammlung für die Kündigung.— Unter verschiedenen Branchen- angelegenheiten wurden auch die Positionen für einen aufzustellenden Akkordtarif besprochen._ Die Äugst der Bäckerinnungen vor einem Gesellenausschuß, der aus Mitgliedern der Organisation zusammengesetzt ist, treibt sonderbare Blüten I Vor kurzer Zeit fand für die Bäckerinnung in Steglitz die Gesellenausschußwahl statt, in welcher die Liste des Verbandes der Bäcker mit 24 Stimmen gegen 16 Stimmen, die auf Jnnungskandidaten entfielen, siegte. Dieser Sieg war umso bedeutungsvoller, als die Organisation gerade 2 Tage vorher vom Slaltsinden der Wahl Kenntnis bekam. Mit Hilfe der Arbeiter der Brotfabrik Marold, die bis zum letzten Mann zur Wahl ge- kommen waren, gelang eS, die Majorität zu erlangen, obgleich die JnnungSleilung noch im letzten Augenblick alles aufbot, um ihre getreue Garde zur Wahl heranzuschleppen. Diese Niederlage kann anscheinend die Innung nicht verschmerzen und sie versuchte un- mittelbar nach der Wahl ihren Reinfall Welt zu machen. Um Mittel dazu sind die Vorortmeister ebenso wenig verlegen, wie ihre Herren und Meister von der Berliner Innung. So wurde denn ein überaus schlauer Plan ausgesonnen I Der Obermeister mußte sich in Begleitung eines anderen Jiinungsführers sofort nach Potsdam begeben, um mit der vorgesetzten Behörde Rücksprache zu nehmen, ob es nicht möglich sei, die Firma Marold, die man vor einigen Jahren erst in die Innung gezwungennann. der in einem dem Explosionsherd benachbarten Flöz arbeitete. Ein unheimliches Geräusch gab ihm die Gewißheit, daß etwas Furchtbares passiert sein müsse. Er erinnerte sich, daß bei Schlagwetterexplosionen das Hinwerfen oft die einzige Rettung bildet und warf sich auf die Erde. In demselben Augenblick ertönte ein furchtbarerKnall, dem noch drei oder vier andere folgten. Die an den benachbarten Arbeitsstellen beschäftigten Kameraden liefen durcheinander, als auch schon ein ungeheurer Steinregen begann, der einen Teil der Zimmerung umriß. Der Bergmann lag mehrere Stunden regungslos und angsterfüllt auf dem Boden, wobei er zeitweilig die Besinnung verlor. Schließlich raffte er sich auf und flüchtete zum Schachtausgang, wo ihm seine Kameraden zu Hilfe kamen. Andere Bergleute berichten, daß die Flammen mit einer ungeheuren Wucht und Ge- schwindigkeit durch die unterirdischen Gänge strichen. *• • Von fachmännischer Seite wird uns zu dem Unglück geschrieben: Der Herd des Unglücks ähnelt, ja er stimmt fast genau mit dem aus Zeche Lothringen überein. Die Flöze der Fettkohlenpartie, in denen sich über 90 Proz. oller Explosionen ereignen, liegen dicht beisammen. Durch kleine Schächte von einer Sohle zur andern werden diese Flöze aufgeschlossen und durch Ouerstrecken in gewissen Abständen wieder mit den Schächten vereinigt. So war es auf Zeche Lothringen und genau so auf Zeche Achenbach. Wo und wie sich die Wetter entzündet haben, ist noch nicht be- kannt. Es ist aber auch ziemlich gleichgülttg. Aber gerade an Zeche Achenbach läßt sich zeigen, wie die Vorbedingungen für solche Unglücke geschaffen werden; wie die Sicherheit der Gruben herunter- gesetzt und nicht nur Massenunglücke gezüchtet, sondern auch der ge- famte Gesundheitszustand heruntergesetzt wird. Schon im Jahre 190g ist in einer Eingabe des deutschen Sleigerverbandes an den Reichs- tag auf Zeche Minister Achenbach als einer Anlage hingewiesen worden, auf der bis dahin gesunde Verhältnisse durch die furchtbare Jagd nach Kohlen ins Gegenteil verkehrt werden. Der betreffende Absatz der Eingabe lautet: „Die schlechte Behandlung der Steiger, der große Druck auf die Förderung und das System der vielen übereinander angeordneten Borgesetzten tragen mit die Hauptschuld an der großen Erbitterung, die sich augenblicklich wieder besonders stark in der Arbeiterschaft bemerkbar macht. Welchen Einfluß Vorgesetzte auszuüben vermögen zeigen zum Beispiel die Zechen Mini st er Achenbach, Rheinelbe und lllnra. fchaft Der Abgang der Arbeiter betrug hier in Prozent der Beleg- 1906 1907 1908 Zeche Minister Achenbach.. 48 63 73 „ Rhcinelbe I....... 33 42 61 . Alma......... 29 37 47 Kleines feuilleton. Hauptmann und die Sozialdemokratie. Zu diesem Thema wird uns geschrieben: Die Erklärung Gerhart Hauptmanns, er sei niemals Sozial- demokrat gewesen und habe nie zu einer politischen Partei gehört, wird im Kreise seiner allen Freunde und Bekannten einiges Kops- schütteln erregt haben. Es stimnit, daß Gcrhart Hauplniann nie- malz Mitglied der sozialdemokratischen Partei war, wenn er aber leugnet, jemals Sozialdemokrat gewesen zu sein, so kann er diese Leugnung nur damit motivieren, daß ein Sozialist noch kein Sozialdemokrat fei. Denn daß Gerhart Hauptinann in der zweite» Hälfte der achtziger Jahre einem Zirkel sozialistisch gesinnter Freunde angehörte, in denen nicht nur sozialistische Studien getrieben wurden, sondern auch der kühne phantasievolle Plan zum Beschluß erhoben wurde, eine sozialistische Kolonie in den Vereinigten Staaten zu gründen, kann er nicht bestreiten. Zu diesem Zweck wurde einer aus dem Freundeskreise ausgerüstet, um nach den Ver- einigten Staaten zu reisen und die Bedingungen für die zu gründende Kolonie zu studieren. Der Ausfall dieser Studien war allerdings ein solcher, daß man beschloß, den Plan aufzugeben. Gerhart Hauptinann wird auch nicht bestreiten können, daß die Zusaminenkünfte der Freunde die Aufmerksamkeit der Breslauer Staatsanwaltschaft erregte und zu einem Geheimbundsprozeß führte, in dem schließlich mehrere Angehörige jenes Freundesbundes zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Es war allerdings ein Tendenz- Prozeß io ungerechter Art, wie er eben nur unter der Herrschaft des SozialistengeietzeS möglich war. Aus dem Milieu jener Jahre ist Gerhart Hauptmann einzig und allein zu Dichtungen wie„Vor Sonnenaufgang" und den„Webern" gekommen. Hat also Ge-hart Hauptmann rewt, daß er nie Parteimann im engeren Sinne war. so sollte er doch offen zugeben, daß eS der Geist des Sozialismus war, der ihn zu seinen ersten Dichtungen begeisterte und sie sind wahrlich nicht seine schlechtesten. Aber es scheint, daß er nicht gern an seine sozialistische Jugendliebe erinnert sein will, nachdem er der von der Bourgeoisie gefeierte Dichter geworden ist. Die Taubstumme» und das Kino. In London haben in der letzten Zeit interessante pädagogische Experimente stattgefunden, die darauf abzielen, den Kinematographen in den Dienst der Taub- stununenerziehung zu stellen. Die Versuche galten in erster Linie dem Ziele, die Schüler durch häufige Vorsührungen kinemato- graphiicher Aufnahmen dazu zu erziehen, nach Möglichkeit aus den Mundbewegungen der Schauspieler die Sprache und die Worte ab- zulcsen. Die Schüler erhielten Hefte und Bleistifte und wurden beaustragt, alle Sätze, die sie auf Grund der FiünS zu verstehen glaubten, auszuzeichnen. Bald zeigte eS sich, daß die Fähigkeit, aus ven Lippenbewegungen Worte abzulesen, ganz erstamilich entwickelt werden kann. Nach kurzer Schulung verstehen die Schüler der« Auf diesen Anlagen baben die Inspektoren bezw. Betriebs- führer>n den letzten Jahren die früher gute Behandlung ins gerade Gegenteil verkehrt. Auf Zeche Minister Achenbach hat man zum Beispiel die älteren Steiger direkt entlassen oder doch so schikaniert, daß sie gehen mußten..." Die Unglücke im Ruhrrevier»nüssen sich häufen! Der Betrieb unter Tage wird von den Grnbenmagnaten für am rentabelsten gehalten, je rücksichtsloser mit den Steigern umgegangen wird, wenn sie nicht genug Kohlen liefern. Sie sollen stets hinter den Leuten her sein und diese antreiben. Dazu kann man am besten junge Beamte brauchen. Im Jahre 1909 führte der Besitzer von Zeche Achenbach, die Firma Stumm in Neunkirchen dieses System ein. Man holte einen als rücksichtslos bekannten Betriebsführer Rotz von Zeche Königsbor» nach Minister Achenbach. Dieser wiederum holte sich Verwandte und Bekannte heran.. Um für diese Platz zu schaffen, wurde die Mehr- zahl der alten Beamten entlassen. So mancher von ihnen hat, nach- dem er sich im Dienste der Finna Stumm aufgeopfert, noch des Lebens Not kennen gelernt. Dem Inspektor wird jede Kleinigkeit berichtet und zähneknirschend müssen eS sich die Steiger gefallen lassen, daß sie des öfteren zur Strafe wieder in die Grube fahren müssen, durch Prämienentziehungen bestraft und obendrein noch mit unpassenden Redensarten bedacht werden. Der Druck auf die Steiger wirkt wiederum auf die Arbeiter ein und großer Arbeiterwechsel ist die Folge. Der Arbeiter» Wechsel erhöht nun wieder die Unsicherheit in der Grube, da eS längere Zeit dauert, bis ein Arbeiter die Verhältnisse kennt. Die Steiger werden ferner durch die ihnen von der Oberleitung gemachten Schwierigkeiten gezwungen, ihre ganze Aufmerksamkeit der Kohlenförderung zuzuwenden, so daß aus die Sicherheit der Baue weniger geachtet wird. Durch den intensiven Betrieb steigt aber schon an und für sich die Gefahr. Und wir sind heute soweit im Rnhrrevier, daß eS eine ganze große Zahl Zechen gibt, auf denen nur das auslösende Moment fehlt, um ein Massenunglück herbeizuführen. Und Zeche Minister Achenbach ist ein Beispiel dafür. Schon seit drei Jahren geht unter den Steigern der Gedanke um und ist oft ausgesprochen worden, die„Roßkur"(sogenannt nach dem Inspektor» Roß) läßt noch einmal die Flammen zum Schachte heraus- schlagen. Diese Arbeitsmethode hat aber auch die gesamte Krankenziffer erhöht. Das gibt folgende Znsammenstellung: Erkrankungen I-h- Kranlhelt Unfall insgesamt in Proz. insgesamt in Proz. 1905.. 1854 889 43 315 18 1906.. 2130 1050 49 380 18 1907.. 2216 1181 53 475 21 1908.. 2419 1293 53 574 24 1909.. 2559 1163 46 689 27 1910.. 2568 1793 70 795 31 1911.. 2618 1761 67 717 28 Die jetzt verunglückten Opfer der Explosion machen die Welt aufmerksam. Und doch sind sie nur ein kleiner Teil der Unglücke, die dem System insgesamt zugeschrieben werden können. Wie lange wird Reichstag und Landtag noch zusehen, wie die Zahl der Opfer wächst?_ Sozialee. Klebt noch in diesem Jahre nachk Die neue Rcichsversichcrungsordnung bringt durch die neuen Bestimmungen manche Venvirrung in die Arbeiterkreise. Das vierte Buch, betreffenld die Invaliden- und Altersversorgung und Hinter- blieöenenversicherung, ist am. 1. Januar 1912 in Kraft getreten. Damit sind gleichzeitig verschärfte Bestimmungen üb« Pas Erlöschen und Wiederaufleben der Anwartschaft vorgesehen. Nach 8 46 Abs. 4 des alten Gesetzes konnten alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Beiträge nicht mehr weiter klebten und die Jnvalidenkarte innerhalb zwei Jahre verfallen ließen, diese wieder aufleben lassen, wenn sie von neuem eine Wartezeit von 200 Bcitragswochen zurück- legten. Damit waren alle ungültig gewordenen Beitragsmarken wieder rechtswirksam geworden. Taubstummenanstalt fast alle Worte und Sätze und glauben sie, unter der Suggestion des Bewegungseindruckes, sogar zu hören. Im übrigen aber waren diese günstigen päda- gogischen Erfolge bisweilen von sehr amüsanten Beobachtungen begleitet. Es zeigte sich, daß die Darsteller der kinematographischen Szenen sich keineswegs damit begnügen, die zu den dargestellten Vorgängen passenden Worte zu sprechen. Glauben doch die Schäu» spieler, daß die improvisierten Worte von dem stummen Film auf ewig verschwiegen werden. Auch gewisse„optische Täuschungen" der Kincinatographenfabriken werden von den Taubstummen mit un- beimlicher Sicherheit enihüllt. Ein Beispiel: man führte den Schülern einen Film vor, der mit großer Deutlichkeit die Abenteuer eines sranzösischen Soldaten in Algier schildern sollte. Die taub- stummen Beobachter stellten nun fest, daß dieser französische Soldat während der Aufführung nur englisch sprach und daß auch die an- geblichen Araber waschechte Briten waren, die im Gespräch wie im Zorne sich ihrer englischen Muttersprache recht drastisch zu be- dienen wußten. Die erste Weihnachtsfeier. Das Weihnachtsfest, das heute ein selbstverständlicher Bestandleil des Kirchenjahres ist, war der ältesten Christenheit noch völlig fremd. Wie man weiß, geben die Evangelien werder den Tag noch den Monat,»och auch die Jahreszeit der Ge- burt Christi an. So war für die ältesten Gemeinden die Erinne- rung an feine Geburt mit dem Fest seiner Taufe verbunden, das man von Alters her am 6. Januar, am Epiphanientag, beging. Diele Sitte hat sich merkwürdigerweise bei einem Zweige der Ehristenheit bis auf den heutigen Tag erhalten? es ist dies die uralte Kirche der Armenier. Bei ihnen wird nöch jetzt am 5. Januar abends die Abendmesse für die Geburt Christi gehalten, und auch der Morgen des 6. Januar gilt nur dieser. Erst von der zehnten Stunde a.« gilt der Gottesdienst der Erinnerung an die Taufe Christi. Ein selbständiges Weihnackrsfest gibt es also bei den Armeniern nicht.-Bei allen übrigen christlichen Völkern hat sich sckon im 4. Jahrhundert die Anerkennung des 25. Dezembers als das Datum der Geburt Christi und damit des WeihnachlsfesteS durchgesetzt; aber auch im Abendlande hat man sich nur überaus schwer an diese Feier gewöhnen können. Noch um das Jahr 450 sagte in Turin ein Geistlicher bei einer Predigt am 6. Januar: „Entweder ist heute unser Herr JesuS geboren worden oder er ist heute getauft worden; denn darüber herrscht geteilte Ansicht in der Welt". Wie wenig angesehen das Weihnachtsfest im 4. Jahrhundert gewesen ist, geht besonders daraus hervor, daß noch im Jahre 389 am 25. Dezember Gerichtstermine stattfinden durften, während etwa zu Ostern der Richter schon längst nicht mehr amtierte. Es steht fest, daß das Weihnachtsfest seine heutige Gestalt in Rom erhalten hat, und die gelehrte Forschung hat sich eifrig be- müht, das genaue Datum zu ermitteln, an dem es zum ersten Male begangen worden ist. Der ReligionSsorscher Hermann llsener glaubte das bedeutsame Datum genau festlegen zu können und zwar DaS war ein Vorteil, denn jede Beitragsmarke mehr erhöht die zu beziehende Rente um Grundbetrag und SteigerungSsatz. ES hat z. B. ein Versicherter 300 Marken der 4. Lohnklasse verfallen lassen und diese durch Kleiben von 200 neuen Marken wieder z.nm Aufleben gebracht, so würde die Invalidenrente 190 M. jährlich betragen. Wären die 300 Marken ungültig geblieben, dann würde der Be- treffende nur 142 M. jährliche Rente bekommen. Für einen armen Rentenempfänger bedeuten 43 M. weniger Rente einen erheblichen Verlust. Bon noch größerer Bedeutung ist aber das Wiederaufleben der Beitragsmarken bei der Berechnung der Altersrente. Bekanntlich muß jeder Greis, der im Jahre 1912 70 Jahre alt wird, 840 bis 880 Marken geklebt haben, wenn er Altersrente haben will. Fehlt bei einem solchen Manne, um bei unferm Beispiel zu bleiben, die Zahl der 300 Beitragsmarken, so kann er trotz seiner 70 Jahre Altersrente nicht erhalten; er muß noch vier Jahre weiter Beiträge kleben. Hatte er aber das Wiederaufleben der Marken bewirkt, so kann er die Altersrente beziehen. Das Wiederaufleben verlorener oder achtlos beiseite gelegter Jnvalidenkarten hört mit dem 1. Januar 1913 auf. Bis zu diesem Tage können noch alle Arbeiter, Arbeiterinnen, Dienstmädchen usw., die früher einmal in versicherungspflichtiger Beschäftigung standen und jetzt ihre Jnvalidenkarte ungültig werden ließen, weil sie die freiwillige Mitgliedschaft nicht fortsetzten, ihre Anrechte an daS neue Gesetz sicherstellen, wenn nur eine einzige Marke noch in diesem Jahre gellebt und dann die Klebepflicht regelmäßig weiter beachtet wird. Der Artikel 74 dcS Einführungsgesetzes besagt, daß derjenige Versicherte, dessen Anwartschast erloschen war, diese wieder aufleben lassen kann, wenn er vor dem 1. Januar 1912 oder innerhalb cineS Jahres nach diesem Tage in eine versicherungspflichtige Beschäfti- gung trat, oder durch freiwillige Beitragslcistung das Bcrsicherungs- Verhältnis erneuert hat. Früher war das Wiederausleben der Marken an keine Altersgrenze gebunden. Das ist für die Folgezeit auch anders geworden. Nach dem 1. Januar 1913 heißt es im Gesetz: Wer unter 40 Jahre in eine versicherungspflichtige Beschäftigung tritt oder seine Beitragsleistung freiwillig erneuert, braucht nnr 200 Bcitragswochen zurückzulegen, um verlorene Marken wieder auf- leben zu lassen. Wer aber 40 bis 60 Jahre alt war. muß, wenn er sich freiwillig weiter versichern will, vorher mindestens 500 Bei- träge geklebt hüben und noch weitere 500 Beitragsmarken entrichten, um die alten Marken aufleben zu lassen. Ist jemand aber über 60 Jahre alt. so müssen vorher 1000 Marken geklebt worden sein und erneut 200 Beitragswochen zurückgelegt, wenn die alten Marken aufloben sollen. Das sind ganz bedeutende Verschlechterungen, die am 1. Januar 1913 in Kraft treten. Bis dahin können noch nach dem alten Gesetz die verlorenen Marken und ohne Rücksicht auf das Alter des Ver- sicherten in Geltung gebracht werden. � Darum geht an alle diejenigen Arbeiter und Arbeiterinnen und Dienstmädchen(gleich ob verheiratet öder ledig), die früher einmal Jnvalidenbeitragsmarken entrichtet hatten und deren Karten un- gültig geworden sind, die dringende Mahnung, noch in diesem Jahre ihre Versicherung durch Kleben von Marken fortzusetzen. Und wenn nur eine Marke von den Betreffenden im Jahre 1912 geklebt wird, so besteht die Vergünstigung, daß dadurch alle übrigen bereits un- gültig gewordenen Marken wieder in Kraft treten. Durch Be- achtung dieser Vorschrift kann später eine wesentlich höhere Rente erzielt werden._ ,. �ie Lotterie im Zentrumsdienst. Ein neuer Lockvogel für die Zcntrumsorganisationen wird in Unterfranken angewendet, wo die katholische Arbeitervereinsbewc- gnng trotz eifrigster Bemühungen nicht i» dem gewünschten Tempo vorwärts gehen will. In einem im„Fr. Volksblatt" d?» Zentrums- abgeordiie:c» Gerstenberger veröffentlichten Aufruf wird ein eigen- artiges Mittel angepriesen, um ihr wieder auf die Beine zu helfen. Da wird detont, daß Untersranlen bereits drei schwarze Arbeiter- sekreiariaie besitzt, die am besten dazu geeignet sind, die katholische Arbeilercrganisation zu propagieren, wenn eS nicht am nötigsten, am Gclde, fehlte. Dem kann leicht abgeholfen werden und zwar dadurch, daß sich die braven Zentrumsmänner recht fleißig der— auf den 25. Dezember 354. Seine Untersuchung dieser Frage ist ein Miisterstück scharssinniger Gelehrsamkeit. Aber gegen ihn erhob sich der erste französische Kenner der Kirchengeschichte, Duchesne, und man muß offen zugeben, daß die Theorie Useners den Einwendungen des französischen Forschers nicht standhalte» konnte. So müssen wir uns aus die Feststellung beschränken, daß jenes römische Weihnachtsfest vom Jahre 354 das älteste ist, von dem wir bestimmt'Kunde haben; aber höchstwahrscheinlich hat das Fest schon mindestens 20 Jahre früher in Rom existiert. Die Einführung des Weihnachtsfestes war für die christlichen Gemeinden ein großes Ereignis; eS bedeutete eine vollständige Umwälzung der alten Fcstordnung, die durch lange Gewohnheit fest geworden war. So ist es begreiflich, daß die Neuerung auf Widerstände stieß._ Notizen. DaS wissenschaftliche Theater der Urania kündet für die Weihnachssfeiertage einen neuen Vortrag„Paris und die KönigS- schlöffer von Versailles" an. T h e a t e r ch r o n i k. Im Theater am Nollendorfplatz geht in Abänderung des Spielplans Sonnabend und Sonntag„Orpheus in der Unterwelt" in Szene. — Tanzabende. Am Sonnabend und Sonntag tritt tin Neuen Opern-Theater No fru R e mit ihrem Ensemble in modernen altspanischen, frühgotischen und altägyptischen Tänzen auf. — Die Freie Hochschule Berlin gibt soeben ihr neues Programm heraus. Es bietet 137 Vortragsreihen, die in den Abend- stunden von 7 bis 10 Uhr, jetzt aber auch vormittags von 11 bis 1 Uhr stattfinden. — Dem Paläontologischen Museum wurde von dem Ingenieur Artur PosnanSky aus La Paz eine ans 270 Stücken bestehende paläontologische Sammlung geichenkweise überwiesen, die Fossilien ans der Ouaternär, Devon, Silur und Karfonifer enthält. Besonders interessant sind die Trilobiten, die zum größten Teil ans einer Meereshöhe von 5500 Metern herrühren, ferner Reste einer quaternären Fauna aus 4000 Meter Meereshöhe. — Mi t der Flug Maschine zum Nordpol. AuS New Jork wird berichtet: Kapitän Robert Bartlett, der Begleiter PearyS bei dessen Nordpolexpedition, tritt mit einem Projekt in die Oeffent- lichkeit, das in der Erklärung gipfelt:„Der sicherste und leichteste Weg zur Erreichung de« PolcS— und zugleich ein vollkommen gang- barer Weg— führt über die Flugmaschine." ES handelt sich darum, an dem Kap Morris Jefsup, 381 englische Meilen vom Pole entfernt, eine Flugmaschinenstation zu errichten.„Mit den neuesten Maschinen würde eS von hier aus nur einen Flug von vier Stunden bedeuten. Das Eis würde überall längs der Flugrichlung bequeme Landung»» stellen bieten."— Und dann? smFafl? ITamtT« Ibis NM CeiWfi? kalholischcr Arbeitervereine eingerichtet worden ist und deren Ucberschusse den Sekretariaten zugeführt werden sollen. Die Verteilung der lieber- schüsse geschieht nach Maßgabe der in jeder Diözese abgesetzten Lose; das Arbcitcrsclretariat der Diözese, wo die meisten Lose abgesetzt werden, bekommt also auch das meiste Geld aus den Lotterieüber- schüsscn. Zur Verlosung gelangen Gewinne im Gesamtwerte von t» 000 M., darunter ein„Haupttrcfser" von 1000 M. Und den kann man nm 25 M. gewinnen, so viel kostet nämlich das LoS. So soll also auch der Spielteufel dazu dienen, um die brüchige Zentrumssache wieder hochzubringen. Lotterie und Lotterbub passen gut zusammen. Lotterieveranstaltungen bedürfen staatlicher Ge« nchmigung. Wozu hätten auch die Bayern ihren Ministerpräsidenten Hcrtling.'>_ 90 Pritzent Schulkinder MerfulBS. In Jdab wurde von ärztlicher Seite festgestellt, daß 90 Proz. der Schulkinder tuberkulös sind. Es wurde der Bau eines Volks- badcS für Tuberkulöse beschlossen. Man wird der Ursache des auf- fallend hohen Prozentsatzes Lungenkranker eingehender nachzugehen haben. ES liegt die Vermutung nahe, daß die ohne ausreichende Schutzmittel geübte Achatschleiferei des Jdar-Obersteiner Bezirks und unzureichende Behausung die Hauptschuld tragen. Auf die hohe mit der Steinschleiferei verbundene Schwindsuchtsgefahr und die Notwendigkeit vorbeugender Schutzmaßnahmen haben wix wieder. host gufMerksam gemacht.(v- Sencbts- Leitung. Eine unangebrachte Frage. Am f4. März— zur Zeit als der Streik im Ruhrredler seinen Höhepunkt erreichte, hetzte der Palizeiwachtmeister Schwarz in Wanne auf der Bahnhofstraße seinen Polizeihund auf einen ahnungslos seines Weges gehenden streikenden Bergarbeiter. Der Hund biß den Bergmann fest»n den Oberschenkel und trug die Fetze» der Hose und Unterhose im Maul seinem Wachtmeister zu. Ter Bergmann strengte hierauf gegen die Gemeinde Wanne eine itlagc auf Schadencrsah und Schmerzensgeld an. Er benannte drei Zeugen dafür, daß der Wachtmeister grundlos den Hund auf ihn gehetzt habe. Außerdem behauptete der Kläger, der Wacht- meistcr Schwarz hetze gewohnhcitsgemätz seinen Hund auf harm- lose Straßenpassantcn. Hierfür benannte der Kläger acht Zeugen, von denen eiycr drei Monate durch den Biß des Polizeihundes arbeitslos geworden war. Die Ladung der acht Zeugen wurde abgelehnt, dagegen wurden die drei Tatzeugen geladen. Zu dem Termin wurde das persön- lichc Erscheinen des Klägers angeordnet. Der Wachtmeister be- stritt, seine» Hund auf de» Kläger gehetzt zu haben. Tausende Streitende hätten auf der Straße gestände», um die Arbeitswilligen zu belästigen. Unter diesen müsse sich auch der Kläger befunden haben, wahrscheinlich habe er sich renitent benommen und sei in- solgcdessen von dem Hund gebissen. Bevor nun der Richter die anderen Zeugen vernahm, fragte er sowohl den Kläger, als auch die Zeugen, ob sie Sozialdemokraten seit», ob sie dem Bergarbeiterverband angehörten und ob sie sich an dem Streik beteiligt hätten. Bei Beantwortung dieser Fftw" wurden die Zeugen auf den zu leistenden Eid verwiesen. Zur Sache selbst wurde von den Zeugen übereinstimmend eidlich be- kündet, daß der Wachtmeister auf den ruhig des Weges gehenden Kläger seine» Hund von hinten gehetzt habe. Dcr Kläger wurde sson Sem Amtsrichlcr Tc. Becker mit der Begründung abgewiesen, daß das Gericht den sunbestiininten) Aus- sagen des Wachtmeisters Glauben geschenkt habe, weil die eidlichen Aussagen der drei Zeugen das Bestreben zeigten, das Verhalten des Klägers als harmlos hinzustellen. Der Richter ließ bei einem Zeugen wörtlich protokollieren: «Ich gehöre der sozialdemokratischen Partei an und will rbcnfalls beschworen, daß ich mich in den Tagen nicht an der Streikbewegung beteiligt habe, weder durch Agitation noch sonst wie." Was hat diese Frage mit dem Klagcanspruch �u tun? Der Richter hat nur mit Rücksicht aus die Sachlage und nicht»ach Maß- gäbe der Parteirichtung des Kläger» zu entscheiden. Gegen dag unglaubliche Urteil ist Berufung eingelegt. Nicht verständlich ist uns, weshalb die Klage sich nicht gleichzeitig gegen den Polizeiwachtmeister als Beklagten gewendet hat. Ein Rowdy. Die unverschämte Belästigung einer anständigen Frau hat der Kaufmann Leopold Nemitz, ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch, der gestern vor der 5. Strafkammer des Landgerichts I stand, mit längerer Gefängnisstrafe zu büßen. Kam da eines Tages eine Frau Z. mit ihrem 17jährigen Sohne auf dem Bahnhofe Friedrichstraße an. Der Sohn mußte kurze Zeit austreten. Die Mutter wartete in der Vorhalle auf seine Rückkehr. Da drängte sich der Angeklagte an sie heran und richtete eine Aufforderung an sie, die ihr die Schamröte ins Gesicht trieb. Die Frau wies den Unver- schämten energisch ab. Dieser rächte sich aber dadurch, daß er einen Schutzmann herbeiholte und um Feststellung der Persönlichkeit der Frau ersuchte unter der Behauptung, daß diese ihn in obskurer Weise angesprochen habe. Inzwischen kam der Soh» zur Mutter zurück und verteidigte diese gegen den infamen Vorwurf, da aber der Angeklagte bei seiner Behauptung verblieb, muhte die empörte Frau mit �ur Wache gehen, wo sich ohne weiteres fest- stelle» ließ, daß sie eine wohlanständige Frau ist und die Beschuldi- guiig des Angeklagten eine dreiste Beleidigung darstellte. Das Schöffengericht hatte seinerzeit Nemik zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte war noch so kühn, gegen dieses milde Urteil Berufung einzulegen. Sie wurde von der 5. Strafkammer zurückgewiesen._ August Scherl vor dem Reichsgericht. Ein Fräulein T. in Berti», die Verfasseriil des Bictoria-Koch- buchs, behauptet, daß ein gewisser H. in Berlin Rezepte ihres Kochbuchs i» sein großes Illustriertes Kochbuch, das im Verlage von August Scherl erscheint, aufgenommen und sich deshalb eines Nach- drucks schuldig gemacht habe. Nach dem erfolglosen Versuch einer strafrechtlichen Verfolgung hat sie gegen H. und den Beklag Scherl Klage auf Zahlung von 150 000 M. Schadenersatz wegen Nachdrucks aus ihrem Bictoria-Kochbuch erhöbe». Da» Landgericht hat aus Grund des neuen Urheberrechts aus- geführt, daß die Beklagten verpflichtet gewesen seien, bei einem Siebentel der Rezepte das Victoria-Kochbuch der Klägerin als Quelle anzugeben. Das Kamulergericht hat auf Grund der Gut- achten von literarischen Sachverständigen und eines Küchenmeisters die Klage vollständig abgewiesen. Das Kammergericht führt zu- nächst aus, daß das Bictoria-Kochbuch allerdings ein geschütztes Werk im Sinne des Urheberrechts ist. Doch habe das Gericht die Ueberzeugung gewonnen, daß ein zivilrechtlicher Nachdruck nicht vorliege. Wiedergabe aus anderen Bücher» würde sich bei Koch- büchern nie vermeiden lassen, da einzelne Speisen so einfach her- zustellen sind, daß die kurze Darstellung ihrer Herstellungsart fast immer in den gleichen Worten Ausdruck finden muß. Das Reichsgericht hat am Mittwoch auf die Revision der Klägerin das verblüffende Urteil des Kammergerichts aufgehoben Utzö die Sache zur aubertiieitell Berhaudluiig und Entscheidung aH das Kammergericht zurückverwiese». Der erste Zivilsenat deS obersten Gerichtshofes legte zur Begründung der Aufhebung dar, daß Kochrezepte vom Urheberschutz nicht ausgeschlossen sind. Die Ucbernahme einzelner Rezepte durfte nur mit Quellenangabe und ohne vertuschende Aenderungcn geschehen. Zu prüfen sei, ob durch die Unterlassung der Quellenangabe nur die Ehrung des Schrift- stcllers übergangen ist oder ob auch ein Bermögensschaden einge- treten ist. Für den eingetretenen Schaden könnte die Klägerin nach 88 824, 826 des Bürgerlichen Gesetzbuchs Ersatz begehren. Zur Prüfung über diesen Punkt mußte die Sache an das Kammergerichk zurückverwiesen werden._ Seine Stiefmutter darf man nicht heiraten. Ter Zimmermann Heinrich Heise in Sudershausen hatte ein Verhältnis mit seiner Stiefmutter, dem ein Kind entsproß. H. ist der Ernährer der ganzen auü seiner verwitweten Stiefmutter und icchS jüngeren Sliefgcichwistern bestehenden Familie. Er und seine Stiefmutter glaubten das Kind durch nachfolgende Ehe legitimieren zu Können, zumal der Pastor deS OrteS es wünschte und das ganze Dorf derselben Ansicht war. Aber der Bürgermeister, der in seiner Eigenschaft als Standesbeamter die Ziviltrauung vollziehen sollte, fand im Zivilstandsgesetz, daß Me Ehe zwischen Personen. von denen die eine mit dem Vater oder der Mutter der anderen geschlechtlich verkehrt bat, verboten ist. Da er sich nun seiner Sache nicht ganz sicher war, wandte er sich an den Landrat. Dieser veranlaßte, daß gegen Heise und seine Stiefmutter wegen unerlaubten Geschlechtsverkehrs(§ 173 deS Str.-G.-B) Strasantrag gestellt wurde. Die Verhandlung fand jetzt vor der Gottinger Straf- kammer statt und endete mir der Verurteilung der beiden Angeklagten zu je einer Woche Gefängnis. Die Verurteilten, die ohne Ahnung der Strasbarkeit ihres Verkehrs gehandelt hatten, wurden der be- dingten Begnadigung empfohlen. Heilung durch Gebet und Prügel. Hinter die Kulissen einer „Misstonsgeineinschaft' leuchtete eine Verhandlung, die vor der Essener Strafkammer stattfand und sich gegen einen Krankenpfleger richtete. In der Missionsgcmeinschast haben sich Eigenbrödler auf religiöser Grundlage zusannnengeichlossen, welche die Bibel wörtlich auslegen und an die Möglichkeit von Wunderheilungen durch Auf- legen der Hände und Geber glauben. Namenilich der Prediger der Gemeinde galt als besonders mit der Heilgabe gesegnet. ES wurden ihm daher auch von verschiedenen Seiten Kranke zugeführt. die er angeblich durch bloßes Handauflegen und Gebet geheilt hat. Eines Tages erschien bei dem Prediger eine Witwe, die einen an Epilepsie leidenden Sohn von ungefähr dreißig Jahren hatte. Der unheilbare kranke Epileptiker wurde von dem Prediger in dessen Wohnung aufgenommen, in der er eine Art geistliche« Sanatorium errichtet halle. Hier wurde nun der Kranke ans die übliche Weise durch Handauflegen und Gebet behandelt, ohne daß sich freilich eine Besserung einstellte. Als eines Tageö die Bchandlungsweise seitens des Predigers beendet war. forderte der angellagte Krankenpfleger den Kranken auf. das Zimmer zu Verlasien. Als dieser sich weigerte, verabreichte er ihm mit eine« Rohrstock zirka 30 Schläge, so daß sich blmunterlaufcne Striemen bildeten. Vor Gericht bekundete der Prediger al« Zeug«, daß er jede Mißhandlung der Kranken streng verboten habe. Der Angellagte behauptete, daß der Kranke widersetzlich geworden sei. so daß er zu den Schlägen gezwungen war. Der noch unbescholtene Angeklagte kam mit einer Geldstrafe von löv M. davon. Arbciter-Wanderverein„Berlin*. Veranstaltungen am Sonnlag. den 22. Dezember: Spozlergalig durch Alt-Berltu und Besuch tri Märkische» Museum». Trefipunkt S— g>/, Uhr bei Wähltlch, Stalitzer Sir. 22, Weihnacht, Grünsir. 21. Die Führung erfolgt in tlclncn Gruppen. Gäste miOfoimnen. Sechster Mahlkreis! Tonntag, den 2». Dezember, abends 6'/z Uhr. in Obiglos Festsälen, Schwedter Str. 23/24: Oeffentl. politilche Uerjammlnng für Männer und Frauen. Vortrag des Genossen Dr. Karl Liebknecht. Nach der Versammlung; Gemütliches Beisammensein. 204/19* Dir Tinberuser> Albert HOppner, Beteranenstr. 26. 'Be»leih- gnsti tut Nkmaltungsstelle Kerli». C. 54, Finienstr. 88—85. Berwaltungi Kassierer: Arbeitsnachweis: Telephon: Amt Norden 1987. Amt Norden ISS. Amt Norden 1239, g7t4. Tonntag, den SS. Dezember ISIS, vormittags l.v Uhr, in den Musiler-Festsiilen, Kaiser-Wilhelm-Str. 18m(gr. Saal): Sraneken»Versammlung der Eisen-, Metall- und Revolverdreher sowie Rundschleifer. Tagesordnung: 1. Vortrag des RelchStagSabgeordneteil Genossen Vf. Oebar Coba öbcrj„Oeffentliches Recht". 2, Branchenangelegenhette». 8. Verschiedenes. ex« in dieser Bersammlung zu wichtigen Frage» Stellung ge- «owmen werden soll, muß jeder Kollege anwesend sein. gttf Oboe nitglledabnob kein Kutrttt.*W> der Fritrloge bleibt daS Burea» an folgenden Tageu geschlossen: Dienstag, den S4. Dezember, nachmittags. Mittwoch, den SS. Dezember, den ganzen Dag. Donnerstag, den S«. Dezember, den ganzen Tag. Krettag, de« 27. Dezember, nachmittag». Dienstag, den St. Dezember, nachmittags. Mittwoch, den 1. Januar IvtS. den ganzen Tag. D«, Mltavkdcr» zur KenntnlS. daß d>e Zahlstelle ISS von INlaraUa, Neukölln. Msmannstraße.„ach vt'uon. Biissmaunstr. 17, verleg! mfi" Dl® OetaTerwaltaa». verlethiFrack-, Smoking,, Gehrockanzüae elegantest. in oersl Genre. zted. ivreiSIag'bi« -ehr großeAuSw. Sonderangebot für Gastwirte und Wtedervertäufer! Gute darunter SS M. per. reicht. Probezehntel.« l.ombaröspv>cksr Emil Meyer& Co. Neue Grünstr. 27 (Untergrundbahnhol Spittelmarkt). Heines Werke 3 Bänö« 4 Merk• Buchhandlung Vorwärts Apleiter-itotllatircr- Hiüiil Solirtaritöt. Ortsgruppe Berlin. T o n r e u am 23., 26., 27. u. 29. Dezember. a Abt.: Am 22. 12 Uhr; Fußtour Grunewald. Abendt: Ntßle, Dennewitz- straße. Start: Hochbahn HalleschetTor. Am 26. 2 Uhr: Wilmersdorf(Wik- belmSaue 112). Mm 29. 12'/, Uhr: Müggeiberae. Tresspunlt: Schlefischer Bahndos(Südieit«). 3. Abt.: Am 26. L Uhr: Baum- "Ä? SÄ. 7 m:»»w 1»/,-Uhr-Tour wird am Start be. schlössen. S.Abt.: Am 26. 12 Uhr: Wernsdorf euse). Am 27. 10 Uhr: Slreis- durch den Grunewald. WI Abi.: Am 22. 5 Uhr: Oblglo. 2lm 26. 1 Uhr: Rönlgental. Am 27. 2 Uhr: Plötzensee(Brost)). Am 29. 1 Uhr: Spandau, Seelimger Str. 2b. Stolpe ©II. 7. Abt.: Am 22. 1 v (Bergmann). Am 26. 1 Uhr: merssarf(GesellschaftShaus). Am 29. 2 Uhr: Tegel(Trapp. Bahnho str. 1). S. Abt.: Am 22. 2 Uhr: Marten- dorf(Feldlchlößchen�. Am 29. 2Uhr: Schmargendorf(schutzenhauSs.— Starts: An den bekannten Stelle». Sonnabend, den S«. Dezember. abcndSSttbr: Zelltral'Fahriliart.Zjhung Stralauer Brücke S. Da« Erscheinen eine» jeden Fahr- wart« ist Pflicht. 13/1» DaS nächste Toureninserat erscheint an, Sonntag, den 29. Dezember. per wo siilck van 2,70«. an, voreügliohe Qualillten.Für Weihnachtsgeschenke geeignet. Lombard und Speicherei S. m. d. H., Münzatr. 10. 292/8* ' ist der schönste Ausflugsort? Ju � Immer noch Pichelsmerder, VMZ* beim Alten Freund. D Die alte gute VremerVvrfenfedee tragt nach wie vor öen Htempel! Heintze S-Vlanckertz� ßros t 6()N»m.Rundspitze2-�Ä Verwaltung Berlin. Die Bureaus und Arbeitsnachweise sind der Feiertage wegen geschlossen: Am Dienstag, den 24. Dezember, nach- mittags; am Mittwoch» den 25. Dezember, Donnerstag, den 26. Dezember, und Fsreitag, den 27. Dezember, den ganzen Tag; am DienStag, den 81. Dezember, nachmittags und am Mittwoch, den 1. Januar, den ganzen Tag. 92/20 Allflnng! Arbeitslose. A-htlUlg! Die arbeitslosen Kollegen, welche am Dienstag, den 24. Dezember. Mittwoch, den 26. Dezember, und Donnerstag. den 26. Dezember. Unterstützung zu erhalten haben, müssen am Moutstg, den 23. Dezember, Mitgliedsbuch und Arbettslosenkarte auf dem Arbeitsnachweis abgeben und erhalten am Dlklliitllg, btll 24. DeZkMber, in der für Sonnabends durch Aushang bekanntgegebenen Reihenfolge ihr Geld. Die Kollegen, welche am Freitag, den 27. Dezember, und Sonnabend, den 28. Dezeniber, Unterstützung zu erhalten haben, müssen am DltllSistg, bkll 24.Dk�tMbtr, Mitglieds- buch und Arbettslosenkarte aus dem Arbeitsnachweis abgeben und erhalten am SstllNllbtlld, btll 28. Dk�rmbtt, in der festgesetzten Reihenfolge ihr Geld. Taubstumme! Achiunn! Sonntag, de« 22, Dezember, nachmittags 4 Hauses, Engelufer Uhr, im Saal S IS. Hof Part.: des Gewerkschaft»- m- taubstummen Versammlung Die tlnibstlmm Arbeiterschaft und die freien Selverkschaften. S« wird um zahlreichen Besuch gebeten. Die nichtorgantsterte» taubstummen Arbeiter UN» «rbeiterinne» sin»»u btefet Versammlung besonders eingeladen. Der Sinberufer. Vorwärts- Bibliothek Der Frlnzlpienrelter Eine Erahblung * aus dam Jahr« 1840 von Wilhelm Bios Preis gut gebunden 1 M. Der neue Band. Grosser Weihnachts-Verkauf i Gondor-Schuhe» eleganten Präsent-Kartons Ueberraschende Auswahl I Herren- Schnür- u. Zugstiefel �50 Mädchen- und Knaben-Stiefel Art. 539",. Boxleder, durchgenihte Rtndsoble, vorzflgllche Passform solide Qualität unsere konkurrenzlose Preislage 25 26 Mode- Schnürstiefel 850 unsere unfiberlroffene Preislage Schnür-, Zug- und Schnallen- Stiefd echt Chevreau n. Boxealf unsere höchste Leistung. Für empfindliche Fflsset Schnallenstiefel Boxieder 1 �90 Doppelsohlo, warm gefflttert �30 ü�eo«�eo -üs30 Is"' ie70 Unvergleichlich billige Preise! Art. 539»/,. E. f. Chromleder, Lack- kappe, eleg.u.aol., bequem. Form °-Ma-4" i5a o- sS" S6a 17® Damen- Schnürstiefel mit und ohne Lackkappe......*750 uns.konkurrenzlos.PretsIag./ Schnürstiefel gso unerreichte Leistung f. Chevreau und Boxcalf..... 4 A50 läge iU Echt Boxcalf, Ltmmpelsfutter 10' ....IS" Art. 850. schwarz Braun Ziegeniederund Cbtgrln leaer. Schnür- Stiefel, Frlesfutter, Absatzfleek -- ül90 12" 13" unsere popuKre Preislage ModC'Schnür- u. Knopfstlcfel ff. Chromlack mit aparten Stoff- 4 �50 und\riIdIeder-Elnsltzen...... J.� wuer Original Goodycar-WeU-Fabrlkat Für empfindliche Fflsset Boxlcder-Schnürstlcfcl Boxcalf, echt 4'JSO Lammfell... Xm gefBnert 875 Sehr beliebte Geschenke I Kamelhaar- Schuhe und-Stiefel ans Kamelbaar mltStoffmlaebung Schnallen-. 19 4 35 9* 4 60 Stiefel Or.-■-■ l» �35« � <"■ sV h" hm SPEZIALITÄT: Echte Kamelhaar- Schuhe nach Professor Dr. Jäger Kamelhaarstoff schuhe mit Filz- und Leder. sohlen, unerreicht für Herren......* QS p. für Damen.......... w» rx Für empfindlldse Ffissei Schnallenstiefel Art. 910. Fein Chromleder, la Friesfutter, mit Absatz für Herren 8� für Damen O Conrad Tack& Cie. A.-G. Herren- Mode- Schnürstiefel ff. Chevreau, Boxcalf, Chromlack. Unser berühmtes Orlg. 1"7 50 Goodyear-Welt-Fsbrlkat..........*•» Mode-Knopfstiefel das Vornehmate. I s Chromlaek mit 1 A5® l.-t-T- WildledoreinBstz.bochschickeForm. unübertroffene Preislage. Der Liebling der Herrenwelt! Unser Condor Patent- Schnürstiefel SS.V.I.SfÄ Modeforraen u. Spezlalformen f. empfindliche Fflsse.Hsupt- 50�50� 2 Preislagen; Schuhfabrik— BURG bei Magdeburg 130 Verkaufsstel C, Splttelmtrict 15 C, RoienibslerSirasaelt V, Poisdamsr Slrut« SO V, SehlUatrass« 19 Nw, Turmstnue4I NW, Wllsnaeker Str. 22 NW, Beuaselstrute 29 N, Frledricbstraase 127 SN, davon in Berl N, MüllcrstnaaeS N, Rc!qickendorfcrStr.23 N, Brunnenatr. nur 87 N, Dünzlpr Strtsaa 1 O, Andreasatraiae 50 O, Frankfurter Allee 125 SO, Oranienatraase 2« SO, Oranienatraase 82 n u- Umgcgcndi SO, Wrangelatraaae 40 SWf Frledrichatr. 240-241 Charlottenburf: aurWIl- mersdorfer Str. 122—128 Potsdam; Brandenburger Str. 54 Neukölln: Bcrgatrtg«« 80-31 W feinste 2 Pfennig Cigarette Lietcrwnpe» und alle Sorten Näher Palisadenstrahe 101. 1KS7b Rlirliigold-'Shnger. Älwi» RHew, Neufülln. Hobrechtstraiic K. 193/2 Das mr > fi/ Of, t' � mw echle IM& mm DrGenlners nniiinprin Vtilihcnsciferipulver U"IUpt?ril? I mit den reizenden, prsktlichcn und brauchberen Qeichenkbcllegen khnnen Sie nur In obiger Ptckung bekommen. „Nlgrln": Alleiniger Fabrikant auch der so beliebten Schuh crime Carl Gentner, Febrik cbem.-teehn- Pred., Göppingen. Tertretnng und L a c e r bei Hermann Knnder, NbukOlln, Herrfurthitr. 28 200/12» 35 Terkanf nur Im Fabrlkgrebündei I I MSie sparen Geld! öbel '35 Wenn Sie I direkt il» der I Möbelfabrik «:Wllli MaaB, te2 Sl I � Hl WdltBfllltMVTlIII ITIQQIJl k«!» i.«de« *• Mitws.uu,,■■..i. itiMMiep Tel: A jjj M67 kaufsn. Verkauf nur im Fabrikgebftnd«— eigene■ Tischlerei und Polsterel,— AufWuuzch Teilzahlung. 35 M Permanente Musterzimmer-AussteUung.Hi 35 Hesl« Bezaesqueila Auf Teilzahlung in kleinen Raten unb Damen-Uhren, Regula. nw . Herren teure, Freisthwinger, Ketten, Ring«, Armbänber, unb alle Oolbwaren, Orammophona, Zithern, Sp elbosen, Harmonikas. Hanbolinen, Geigen, Chrltlbaumellnber eic. etc. Juhre&König Sü'owitr. 46, Leite, InvBlIdenstr. 7, Letten Warschauer Str. 68.1 Etej. KREDIT FEDER Flllaia Veten: Frankfurter Allee 89 ZentPala Napdem Brunnenstrasse 1 Filiale SUdeni Kotlbuser Damm 108 Meine Waren elnd reo bcator Quelität, well leb nur bei eratkleMiteo Firmen einbeule Meine Anewabl let traea kelneaet, well Ucll(llch neue WereneeaMn hereinkommen Meine Pralsa eint bekennt billig nag verhllteiemiaclc ntehi teures wie(teiee kW Meine Knlann wird Oberen gerühmt«od bringt mir Hunderte reu aeeea Kundea \ Herren«Arizfis*. Ulster, Palelets ■W dlll dl Joppen, HoooPr Wösten, PoloHnor DamenhUte, Pelzwaren, WBsche Schuhwaren, Kleiderstoffe. Teppiche, Felle Portleren, Gardinen. Stores, Tiech- und Steppdecken Damen- Kostüme» Mflnftel, Ulster vClSSIwSll Kleider, Blusen, Rfloko, Jupone | Anzahlung nach Ueborelnkunft! j Oralls-Welhnaehts-Bescherung fUr alle malne Kundon Sonntag, den 23. d Mts. sind meine CetcblfUrinme t. 8-10 o. 12.8 Ohr geöfibet 11 A.Weiiheim 1 126-30 132-37 Leipziger Str. König- Str. Rosenthaler Strasse Oranien-Str asse Grosser Cv* sn. b. IL* Versand- Abteilung Berlin W. 66, Leipziger Straeie 132*137 Die Firm« A. WERTHEIM hat zu ähnlich lautenden Firmen keinerlei Beziehung Lebensmittel-Verkauf SoWeit Vorhanden* Inseriertes Obst, Cemüse, Gänsefleisch, Wild und Fische können nicht zugesandt Werden. Ronserven, Fleischwaren, Fleisch, Wild, Geflügel, Räucherwaren, Fische, Obst, Gemüse, Butter, Räse 'Besonders bittige Angebote in atten Abteilungen II Am nächsten Sonntag sind unsere Geschäftshäuser Von 1 Uhr an geöffnet, Billige Angebote kmltbar.r, bawlhrt««ad gntiltitadar Berufs-Kleidung Manchester- Anzüge HM 1 1 qa q ren A 7< IfKk. Oambrlaui. Str.p.ilerfest. Warm gefüttert. Weate HoseO». J Herkules-Leder-Hosen A cft Beste Arbeit. Bund«tu einem Stück. Schwere Taschen........ M. TJ.OU Weiße Kellner-Jackette P« blaue Monteur- Jackette Setzer-Kittel...... 3.10 2.50| Maler-Kittel...... 2.90 2.00 Vorzüglich Q /TC' O CA in Wäsche. M. �#UD u. �#DU Köper od. Drell, luft- u. wasch-.— echt. Extra lang. Gesetzt. gesch. ß AH Taschen-Verriegelung... M.£*•*** »�Haupt-Katalog�Nr�6�(Beruff-Kl� I aeßt,. Toewru ZWvg /Ri£mjuru ZllcA kauft, IT qfö'Ifä,dutYriagi äßwiluAthuft! üucA sbdi'SoJ�Turnjou ftJiöeitnianwr* Oftd(M,wMdßnttä f&urvfifwi's Otur! 'huum, Iüb tnUamßattjsiJit! P-r aiioituutuoao 'ueuiqcseunicajds jqi i�qcsaSiBizeds 'ziiaSoji AA 'UjapsiiJSiiaqjy in iqeMtny agojg — uv ks si uoo 'tno cg'ujjiBift UZNZxiiZq öiipj -laddaq Ol IM uv-jt-fc OO uoa suinqiy-uaueid UV BS UOfl U0llB|d-96SBW •ßllvaioq sjjiJ.tzövihiS uajjaniu 313 •'Luvaiitnvzz sutjo � 3NZU 3U13 USUBISt 3slv g Ong .»»«BW#/o 09-OT napjdnBqas mmmm Billige»WMM Wcihillilhts-AkM Tfolkenmarkt 7/8 Gr. Frankfurter Str. 55 Voltastr. 89. 16966* /» Achtung! fteisemuster \ �-——------ � Ulster, Paletots, Anzüge»»ii Hosen gebe an Private zu Fabrikpreisen ab. Herrenkleider=Fabrik J. Coper, Alexanderstr. 55 ui. Fahrstuhl (neben der Alexander-Kaserne) GeöSnet bis 7 Uhr abends, Sonntag von 12—6 Ulir.• Passendes Weihnachtsgeschenk! AuS der LiquidaiionSmasse Giivenbann«& Schwarz, Tuche engroS. bietet lich günstige Gelegenheit Neubeilcn in Stoffen für An- »Üge, Paletots. Ulster usiv. zu äusserst billigen Preisen zu erwerbe».* IHiinzstr. 17, I. GeschüslSzeit 9-5. Sonntag d. Weihnachten 2-6 geössn. BANK FÜR HANDEL UND INDUSTRIE (DARMSTÄDTER BANK) Aktien-Kapital und Reserven 192 Millionen Mark Centrale: BERLIN Schinkclplatz 1— 4 Depositeniassen und Wechselstuben In Berlin ond Vororten A) SchinkelpUtx 1/4 B) Charlotten* trapse 29/3® C) Victoria- Luise-Platz 4 D) Halenaee-Grunevald« Hobrechtstrasse l E) Scbillstrasse 7 F) JerusaJemer Strasse 19/25 Gl Ritterstrasse 51 H) Charlottenburg, Berliner Strasse 142 l) Schönhauser Allee 45a /44a K) Frankfurter Allee 161/162 L) Vermögens- Verwaltungsstelle, Unter den Linden S4/SS M) Cbausseestrasse 22 N) Köai�strasse 25126 O) Köpenicker Strasse 115 P) Knrfürstendamm 26 a Q) Gr.-Liehtcrfelde-Vest, Karlstrasse 1/2 S) Zeblendorf CVannseebahn). Hauptstrasse 1 S) Friedrichstrasse 44 T) Tum Strasse 33 Potsdamer Strasse 16 An der Span datier Brflclctl Potsdamer Strasse 56 X) Hohenzollerndamm 206 Y) Belle-Alliance-Platz 6 Z) Skalitzer Strasse 135 AB) Reichskanzlerplalz 3 BC) Bayerischer Platz 2 CD) Beuthstrasse 1 DE) Kurfürstendamm 5? £F) ZehlendoriCVaanseebeliaV Seestrasse 53 Eröffnung laufender Rechnungen, Annahme von Depositen, An- und Verkauf sowie Beleihung von Wertpapieren, Diskontiernng von Geschäftswechseln; Kreditbriefe(Spezialabteilung für Welt- Zirkular-Kreditbriefe), Schecks und Wechsel auf alle Hauptplätze des In- und Auslandes, Verlosungskontrollc und Versicherung von Wertpapieren gegen den Kursvcrlust bei Auslosung sowie Ausführung aller sonstigen bankmässigen Geschäfte "LtrantwortliKu Kcisheut; SHirtfc tffiultfs, SicuMn, Kur des Lnlcratentcil vtranttv-i Th. Tlickr, Berlin. Druck u. Verlag i vorwärt« vuchdruckerei u. verlagfanftglt Layl Singer u.To.. Lerlin Sli� Nr. 297. 29. Jahrgang. 2. ßrilnjE dcs Jotinättf Krlim WIIlsM ftfilas, 20, Sfltutlift 1912. Stadtverordneten• Verfammlung. 32. Sitzung vom Donenrstag, den 19. Dezember 1912, nachmittags S Uhr. Porsteher M i ch c I e t eröffnet die Sitzung nach Uhr. Am 5. Oktober 1911 ist die Magistratsvorlage wegen Erhebung don Beiträgen der Anlieger gemäß§ 9 des Kommunal- ubgabengesetzes zu den Kosten der Verbreiterung der R o ß st r a ß e aus der N o r d o st s e i t c einem Ausschuß zur Vor- beratung überwiesen worden. Dieser hat am Li. Oktober 19n die erste, am 21. Mai d. I. die zweite und am 3. Dezember die dritte Sitzung abgcbalten. Aon den meisten in Frage kommenden Eigentümern war die Anwendbarkeit der lex Sachs in diesem Falle überhaupt bestritten worden. Am 21. Mai hat eine Subkommission dem Ausschuß über ihre Nachprüfung der vom Magistrat geschätzten Werterhöhungen der einzelnen Grundstücke Bericht erstattet; danach konnte höchstens ein Wertzuwachs von III 471 M. in Rechnung gestellt werden, während der Magistrat 252 489 M. in Ansatz ge- bracht hatte. Die Taxen der Subkommission sind dann im einzelnen nochmals geprüft worden, und am 3. Dezember hat der Ausschuß mit 9 gegen 2 Stimmen einen Vermittelungsantrag angenommen, wonach im ganzen nur 76 599 M. von den Eigentümern der Grund- stücke Nr. 1— 8 zu erheben sind; der Betrag für das einzelne Grund- stück wird fällig, sobald es den Besitzer wechselt oder neu bebaut wird, spätestens aber am 1. Oktober 1922. Referent ist Stadtv. B ä s c I l(A. L.). Die Versammlung tritt den Ausschußanträgen ohne Debatte bei. Mit den vom Polizeipräsidenten angeregten?lbänderungen bczw. Enveiterungen des Ortsstatuts zum Schutze der Stadt Berlin gegen Verunstaltung hat sich der ein- gesetzte Ausschuß einstimmig einverstanden erklärt. Seitens des Plenums geschieht das gleiche; eine Diskussion findet nicht mehr statt. Zur Verlängerung des am 1. April 1913 ablaufenden Vertrages mit dem Pächter Ernst Bauer über das Er- f r i s ch u n g s h ä u s ch e n am K a r p f e n t e i ch, i m T r e p- towcr Park auf 6 Jahre für eine jährliche Pacht von 8599 M. bat der niedergesetzte Ausschuß nach eingehender Beratung schließ- lich ein st i m m i g seine Zustimmung gegeben. Referent ist Stadtv. Klaar(A. L.>. Auch hier beschließt die Versammlung ohne Debatte in gleichem Sinne. Die Vorlage wegen Verlängerung der Hedemann- st r a ß e ist im Ausschuß mit der Modifikation einstimmig ange- nominell worden, daß dem Durchbruchuntcrnehnier Markiewicz statt der städtischerseits herzugebenden zweiten Hlipotheken, deren Sicher- hei t Zweifeln begegnet war, eine Barentschädigung von 359 999 M. gewährt werden soll. Der Unternehmer hat sich dem Magistrats- Unterhändler gegenüber bereit erklärt, das Projekt auf diesem Wege durchzuführen. Der Zuschuß soll nach Fertigstellung der Straße zahlbar sein. Nach dem Referat dcs Stadtv. Z y l i c z(A. L.) erklärt Stadtrat Frantz, daß der Ausschußbeschlutz gegenüber der Vor- läge eine Verschlechterung bedeute(Zustimmungj in finanzieller wie in baulicher Beziehung. Die Hergäbe der Hypotheken sei doch nur ein Vorschuß, die 359 999 M. sollen aber ä londs perdu hingegeben werden. Stadtv. Hufs CA. 2.): Tie Vorlage verlangt Belcihungen bis zu 129 Proz., also 29 Proz. über den Wert; dazu kann ich die Hand nicht bieten. Ter Hausbesitz sucht heute Hypotheken bis 79 und 75 Proz. vergebens. Die Bonität der verlangten zweiten Hhpo- theken ist für uns absolut unerwiesen. Wir können nicht wünschen, daß das Geld der Steuerzahler hier als Aushängeschild für den llutcriiehiuer dient. Im Ausschuß ist einstimmig erklärt worden, daß der Inhaber einer solchen Hypothek keine Nacht mehr ruhig schlafen könne, daß ihm die Haare zu Berge stehen würden. Ich möchte die Nachtruhe des Magistrats nicht stören. Bei solchen Schoisteinhypothekcn mache ich nicht mit. Stadtv. Roscnow(N. L.) spricht sich namens seiner Freunde aufs schärfste gegen den Ausschußantrag aus und beantragt, die Sache nochmals im Ausschuß zu erörtern. Stadtv. Körte sFr. Fr.): Die Stadt verschenkt keineswegs etwas, wenn sie die 359 999 M. zulegt, um eine neue Straße fix und fertig überwiesen zu erhalten. Bei der Roßstraße ist ein viel größerer Betrag von der Stadt a fonds perdu hergegeben worden. Wir stimmen dem einhelligen Votum dcs Ausschusses zu. Die ge- forderte Summe für zweite Hypotheken ist übermäßig hoch, die Ausführung dcs Projekts aber im Verkehrsintercsse dringend erwünscht. Stadtv. Leid(Soz.): Wir sind von Anfang an der Meinung gewesen, daß die Magistratsvorlage trotz mancher Mängel ange- nommen werden sollte; im Ausschuß haben wir ebenfalls diesen Standpunkt vertreten. Da zahlreiche Mitglieder desselben die Sackie auf einer anderen Basis zu erledigen wünschten und der Magistrat sich zu erneuten Verhandlungen mit dem Unternehmer bereit erklärte, wir auch den Eindruck gewonnen, daß der Magistrat nunmehr nicht so sehr an seinem ursprünglichen Vorschlage fest- halten würde, haben wir schließlich, um unsererseits das Projekt selbst nicht zu gefährden, ebenfalls im Ausschusse der neuen Art der Regelung zugestimmt. Da beide Vorschläge ihre Vorzüge haben, erscheint nochmalige Ausschußprüsung als ein billiger Aus- weg; wir empfehlen daher, nach dem Antrage Rosenow zu be- schließen. Stadtv. Mommsen sFr. Fr.) widerspricht der Zurückverweisung. Der Ausschuß halte ja die sonstigen Bedingungen der Magistrats- vorläge, bis auf die Frage der finanziellen Beteiligung der Stadt. durchaus aufrecht. Trete der Magistrat dem Ausschußantrag bei, so müsse er mit dem Unternehmer einen Vertrag über die Aus- führung des Projekts schließen. Es stehe also der Annahme des Ausschußantrages nichts entgegen. Stadtv. Eassel(A. L.) hält dem gegenüber angesichts der Neu- heit der Sache und der Einwürfe des Magistratsvertreters Zurück- Verweisung für geboten. Oberbürgermeister Mermuth: Ich möchte die gleiche Bitte ans- sprechen. Die Ansichten scheinen noch nicht geklärt, und mit Sicher- heit kann ick mich nicht in Aussicht stellen, daß der Magistrat den Ausschußantraa wenn er hi-c angenommen wird, zum Beschluß erhöbe. Die Zurückweisung an den Ausschuß wird mit großer Mehrheit beschlossen. Für den verstorbenen Stadtv. Herzberg sFr. Fr.) wird hierauf in mehrere Kuratorien, Deputationen und Ausschüsse durch Zuruf E r s a« gewählt. Die städtische Beihilfe für die Gesellschaft zur Erhal- t u n g des L e s s i n g m u s e u m s in Berlin soll vom 1. April 1913 ab von 599 auf 1599 M. jährlich erhöht werden. Die Versammlung stimmt zu. Der Magistrat ist geneigt, den seit mindestens 15 Jahren voll- beschäftigten Lehrerinnen auch an den nicht als höhere Lehranstalten anerkannten Privat mädchen schulen ein Ruhegehalt aus der Stadtkasse, und zwar in Höhe von 599 M. jährlich zu gewähren, ohne daß jedoch ein klagbares Recht darauf bestehen soll. Stadtv. Sökeland sA. L.): Der Magistrat bringt hier den betr. Lehrerinnen eine schöne Weihnachtsgabe. Die Schuldeputation hat aber 1999 eine Pension von insgesamt nur 799 M. für eine vöjäh- rige Frau für zu wenig erklärt und hält die Erhöhung des städti- schcrseitS neben den sonstigen Bezügen(aus der Angestelltenversiche- rung usw.) zu gewährenden! Ruhegeldes auf 700 M. für notwendig. Man soll hier ganze Arbeit machen. Wir beantragen Verweisung an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Stadtv. Dr. Knauer(N. L.) plädiert in gleichem Sinne. Die Vorlage geht an einen Ausschuß. In der Car m e n- S y l v a- S t r a ß e soll zum Bau der 15. Realschule ein Grundstück für 234 999 M. erworben werden. Gleichzeitig legt der Dlagistrat den Vorentwurs zum Neubau der Anstalt und den mit 653 999 M. abschließenden Kostenübcr- schlag vor. Ohne Diskussion werden beide Vorlagen genehmigt. Wetterwarten sollen in Berlin, und zwar im Humboldt- Hain, Friedrichshain und Viktoriapark zunächst probeweise auf zwei Jahre errichtet werden. Die erforderlichen Kosten werden bewilligt. Die Verhandlungen des Magistrats mit dem Eisenbahnfiskus über den Bau und Betrieb der Anschlußbahn des O st- Hafens am Stralauer Anger haben nunmehr zum Abschluß eines Vertrages geführt, dessen Entwurf vorliegt. Gleichzeitig ist der Abschluß eines Abkommens mit der Stadtgemeinde Berlin- Lichtenberg notwendig gewordcq» durch welches zugleich eine Reihe anderer schwebenden Fragen wie Verlegung von Rohrleitun- gen usw. geregelt wird. Ter Vertrag mit der Eisenbahndirektion Berlin gelangt ohne Diskussion zur Annahme; den Vertrag mit Lichtenberg wollen die Stadtvv. Dr. Ritter(Fr. Fr.), Hahn(A. L.) und Gold- schmidt(N. L.) wegen seiner Kompliziertheit und weil sie einige Einzelheiten beanstanden, zunächst in einem Ausschuß vorberaten wissen. Es wird demgemäß beschlossen und der Ausschuß vom Bor- stände sogleich ernannt. Schluß der öffentlichen Sitzung 7 Uhr. Em Induftnc und Kandel. Gewinne von Petroleumgesellschaften. Die Konjunktur am Petroleummarkte, hervorgerufen durch ver- mehrte Nachfrage für industrielle Zwecke, Steigerung der Frachtraten und Produktionsrückgang einzelner Petroleumgebiete, bringt auch für die Petroleunigcsellschaften erhöhten Gewinn. Die Deutsche Petroleum- A.-G., die die Interessen des Petroleum-Produzenten- Konzerns der Deutschen Bank in sich vereinigt, schlägt die Verteilung einer Dividende von 7 Proz.(im Voijahre 5 Proz.) auf das Kapital von 29 Millionen Mark vor. Das günstige Erträgnis rührt daher, daß die Beteiligungen der Gesellschaft duichweg höhere Dividenden abgeworfen haben. So hat die Steaua Romano ihre Dividende auf 9 Proz. erhöht, und auch die Europäische Petroleum-Union hat nach zwei dividendenlosen Jahren 10 Proz. Gewinn ausgeschüttet. J�us der frauenbenegung. Das sittlich verwahrloste Mädchen. Wilhelmine Mohr, die Verfasserin von.Kinder vor Gericht" wendet sich in einem neuen Buch:„Das sittlich verwahrloste Mädchen" (Berlin, Borngräber. Verlag Neues Leben) mit der eindringlichen Mahnung an die Oeffentlichkeit, den alljährlich scharenweise neu ins Erwerbsieben tretenden jungen Mädchen schützend zur Seite zu stehen. Gerade die Versuchungen, denen das gesunde Kind aus- gesetzt ist, seien bis heute viel zu wenig in Betracht gezogen worden. Je jünger um so hilfloser steht ein junges Mädchen da, und nur weil es zu schwach ist, dem ersten Angriff zu wider- stehen, würde tzs vielfach durch die Kanäle der heutigen Gesell- schaft gezogen. Die sittliche Verwahrlosung des Mädchens ist säst durchgängig sexuelle Verwahrlosung, deren Fortschreiten durch recht- zeitiges Eingreifen gehemmt werden könne. Das gefährlichste sei für diese Kinder das Siraßenleben, das G r o ß st a d t st r a ß e n l e b e n. „Was sich auf den Straßen abspielt, ist keine Eiiizelerschciiiung... Aus Riilciburgen, die uuangreisbar auf Felsen saßen, brachen früher Ritter, Edle, zu brandschatzenden, raubenden Zügen auf, aus Riesen- zinshäusern brechen heule Unedle des Körpers, des Geistes heraus, die die Menschheit tiefer drücken als jene." Sie sind es, die zumeist diese jungen Kinder bedrohen, die unerfahren, schlecht entlohnt und stellenlos, ihnen leicht zur Beute fallen. An ergreifenden Beispielen weist die Verfasserin die Wahrheit ihrer Worte nach.„In allen Er- gebnissen der neuen Forschung über das sexuelle Leben der Jugend wird immer wieder das erste Erleben mit seinen nicht absehbaren Folgen für die weitere EntWickelung betont. Früher hatten es die Eltern einigermaßen in der Hand, das erste Geschlechts- erleben dcs Kindes im Auge zu haben, darum zu wissen. Wer weiß heute von seinem Kinde, wo und wann das erste sexuelle Er- leben an es herantritt? Die Straße bringt tausende Berührungen für das Kind, die es früher nicht hatte. Die Straße legt räum- liche und seelische Entfernungen zwischen Ellern und Kinder, die trüher nicht bestanden." Auch die Mädchen aus begüterten Familien sind, wenn auch weniger, diesem Elend des heutigen Straßenlebcnö aus- geliefert. Und selbst, wenn diese Kinder auf der Straße widerstehen, bereitet sich nicht durch die unaufhörliche Fühlung mit dem Leben aus der Slraße das graue Geschick vor, das nachher als Verführung durch Chefs, Borgesetzte oder Hausherren zutage tritt? Wilhelmine Mohr führt eine große Anzahl von Bildern aus dem Jugendgericht vor, die das sittlich ver- wahrloste Mädchen betreffen. Eins erschütternder als das andere. Die Hilflosigkeit des Jugendrichters, der dem vorgeladenen jungen Mädchen sagt:„Sie dürfen nicht Unzucht treiben, sofern sie nicht„unter Sitte" stehen", wirft ein entsetzliches Licht auf diese Vorgänge. Es steigt wie ein Bild, wie eine Suggestion vor dem Kinde auf:„Ei, da wird man straflos— ich' stelle mich unter Sitte". Und das Schicksal ist erfüllt. Hier fehlt die Hilfe der. Frau, die dem jungen Kinde, das der„Gelegenheits- Prostitution" verfallen oder zu verfallen droht, die rettende Hand entgegenstreckt. Leider hat ja der dritte Jugend- gerichtstag die Beratung der Richter durch Frauen abgelehnt. Aus ihrem vielseitigen Material zu dieser Frage kommt die Verfasserin zu ihren Forderungen auf: 1. Vorbeugende Fürsorge und Jugendpflege kranker, minderwertiger, psyckiopathischer Kinder. 2. Vorbeugend wirkende Berufsbildung des Mädchens überhaupt. 3. Besserstellung des unehelichen Kindes und der unehelichen Mutter im Gesetzbuch. 4. Milderung dcs Slrasges�tzes gegen Sittlichkeits- vergehen der weiblichen Jugend(ZZ 217, 218, 361). 5. Erhöhung des Schutzalters des Mädchens von 14 auf 18. mindestens aber auf 16 Jahre(KZ 182, 174). Und sie schließt: Das Fürsorgewesen muß ein B o r s o r g e w e s e n für die weibliche Jugend werden, die heute unvermeidbar der Unzucht zutreibt. Rm aller Melt. Der bessere Jurist. Wir lesen in der Wiener„Arbeiter-Zeiwng": In einer Volks- Versammlung am Alsergrund, der vorläufig letzten Friedens- Versammlung des Wiener Proletariats in der langen Reihe dieser Veranstaltungen, erlaubte sich Abgeordneter Max Winter den Scherz, die juristischen Kenntnisse des Staatsanwalts, des Herrn Sylvester, dcs Hochcnburg-r und der Herren vom Nationalverband von dem Polizeibeaiitten nachprüfen zu lassen. Das Baseler Manifest ist konfisziert worden, weil es das Verbrechen des Hochverraüs enthalte. In eszier vorher aufgeschriebenen Redeeinleitung führte Winter dieses Gesetzesstelle an und verlas sodann, um das zu kennzeichnen, was als Hochverrat angegeben wirb, so das Manifest, daß der Eindruck erweckt wurde, es sei die Darstellung des Redners. Ter Regierungsabgeordncte ließ diese Verlesung ruhig zu und auch die Frage nach jedem Absatz, ob dies Hochverrat sei. Nur an einer belanglosen Stelle unterbrach er zu Beginn dcs Satzes, in dem vom Hause tzabsburg die Rede war. Aber als Winter den Satz zu Ende las, waren auch diese Bedenken zerstreut. Nach Beendigung der Vorlesung fuhr der Reduer fort: Ich frage die Versammlung nochmals, ist das Hochverrat? Und als Winter stürmisches Nein entgegenscholl, erklärte er: Nicht alle sind unserer Ansicht. Der Staatsantvalt nicht und nicht der Justiz- minister und nicht der Präsident dcs Abgeordnetenhauses und nicht die Mehrheitspartcien, die Nationalverbändler und die Christlich- sozialen; sie haben alle gegen uns gestimmt, als in geheimer Sitzung dcs Abgeordnetenhauses das Eähriftstück, das ich Ihnen eben verlesen habe, durch Aufnahme ins Protokoll immunisiert werden sollte. Denn, daß Sie es nun wissen, was ich vorgelesen habe, war das internationale Manifest von Basel, der herrlichsten Tagung, die je das Proletariat gehabt hat. Stürmischer Jubel brauste nach diesen Worten durch dett Saal. Erst nachdem er sich gelegt hatte, konnte Winter diese seine Einleitung der Rede mit der Anerkennung für den Regierungsbeamten enden: Es freut mich, daß der Herr Regierungsbeamte in dieser Versammlung e i n besserer Jurist ist als der Herr Staatsanwalt und darum in diesen Sätzen nicht das Verbrechen des Hochverrats erblickt hat. Wir danken ihm dafür. Nicht ebenso ungemischt war die Freude des Beamten, der sich aber in die Sache fügte, so gut es möglich war— hoffentlich hat er verstanden, daß die Lektion nicht ihm galt, sondern den anderen, die befehlen, zu konfiszieren, die aus Befehl konfiszieren und auf Befehl auch im Parlament das freie Wort unterdrücken, wenngleich sie frcigewählte Ab- geordnete sind. Ein bedauernswertes Mistgeschick. Aus London wird uns geschrieben: In den parlamentarischen Debatten haben die konservaiiven Parteien meist einen schweren Stand. Der Zeitgeist ist gegen sie und mit den alten Donner- büchsen der Großväier läßt sich gegen die geschmeidigen Waffen der Neuzeit nicht viel ausrichten. Gescheite Leute, die den konservativen Parlamentariern tüchtige Waffen und Munition liefern könne», sind daher stets in Bedarf. Bekanntlich war es Disraeli, der im vergangenen Jahrhundert die englische konservative Partei wieder geistig'auf die Beine setzte. Heine ist es wieder ein talentierter Jude mit dem echten Torynamen R o s e n b a u m, der sich ein ähn- liches Ziel gesetzt hat..Herr Rosenbauin liefert an lonser- vaiive Mitglieder des Unterhauses auf Bestellung die glänzendsten Reden, die schlagendsten statistischen Be- weise. den schillerndsten Witz und den vernichtendsten Hohn. Will zum Beispiel ein Junker aus dem englischen Posemuckel bewirken, daß seine Wäblcr vor Wunder die Augen aufreißen ob der Gelehrsainkeii des ehrenwerten Mitgliedes für Posemuckel, so läßt er sich eine Rosenbaumsche Rede kommen und legt los. Unter Um- ständen kann aber auch die Sache schief gehen. So hielt vor einigen Tagen ein wenig bekannter konservativer Abgeordneter im Unter- Hause eine vortreffliche Rede, die die liberalen Minister nicht wenig in Verlegenheit brächte. In den Wandelgängen wurde �dcr Herr darauf von seinen Kollegen, die von der Leistung ganz überrascht waren, herzlich beglückwünscht. Aber o weh I Gleich darauf stürmte ein früherer konservativer Mini st er ins Unterhaus und hielt— genau dieselbe Rede! Mietserleichteruuflen für kinderreiche Familien. Aus Rom wird uns geschrieben: Angesichts der Schwierigkeit kinderreicher Arbeiterfamilien, eine halbwegs der körperlichen und moralischen Hygiene entsprechende Wohnung zu finden, hat das Institut für Arbeiterwohiiungen in M a i l a n d, ein öffentliches, von Staat und Gemeinde subventioniertes Institut, beschlossen, vom 29. Dezember dieses Jahres an in den ihm ge- hörenden Häusern der Stadtviertel Mac Mahon und Tibaldi die folgenden Mietsredultionen einzuführen: für Familien mit 4 Kindern unter 1b Jahren 19 Prozent, für solche mit 5 Kindern 15 Prozent, mit 6 Kindern 29 Prozent, mit 7 Kindern 25 Prozent und mit mehr als 7 Kindern 39 Prozent. Diese Ermäßigung kommt sowohl den alten als den neuen Mietern zugute, auch denen, die etwa auf Grund der Ermäßigung beschließen, eine größere Wohnung zu mieten. Jedenfalls stellen dies und ähnliche Maßnahmen ein befferes Mittel zur Bekämpfung des Neomalthusianismus dar als daö törichte Vorgehen eines Florentiner Gerichts, das in diesen Tagen den Syndikalisten Dr. med. Berta wegen Veröffentlichung neomalthusianistischer Schriften unter Anklage gestellt hat. Berta soll sich gegen die öffentliche Sittlichkeit vergangen haben. Die HauS- besitzer, die kinderreichen Familien Wohnung verweigern, die find natürlich mit Moral und Sitte ganz im Reinen I Der vernünftige GemeindebuUe. Einer der Vertrauensleute des Landarbeiterverbandes eines Landortes in Mecklenburg beauftragte vor kurzem seine Frau. die Kuh zum Bullen zu treiben. Dort angekommen, wurde die Frau vom Besitzer des Bullens vor dem Gehöft erst examiniert über die Verbandszugehörigkeit ihres Mannes. Der Herr gestand nämlich, daß er eine Buße von zehn Mark leisten müsse. wenn er Kühe organisierter Landarbeiter decken lasse. Während des VerhandelnS aber hatte der Gemeinde- bulle, ohne sich an den Beschluß zu kehren, bereits mit der Kuh Bekanntschaft angeknüpft und ließ sich in dem obliegenden Geschäft auch nicht mehr stören.—„Nu, denn fallt mir auch recht fem", ineinte der Bauer. Hoffentlich wird der gehörnte Gesetzesverletzer zur Strafe nicht auf die schwarze Liste gesetzt. Kleine Notizen. Unwetter in den Vogesen. Aus Epinal wird berichtet, daß in- folge des überaus heftigen Unwetters im Vogesen« gebiet alle Wasserläufe in beunruhigender Weise angeschwollen seien. In den Wäldern verursachte der Sturm großen Schaden. Heldentaten eines Offiziers. In einem Lemberger Kaffee- haus kam es zwischen dem Leutnant des l9. österreichischen Landwehr- Jiifaittcricregimciits Seid! und dem Schauspieler W o w k u n, der in angeheitertem Zustande die österreichische Armee beleidigte, zu einem blutigen Rencontre, wobei Schauspieler Wowknn einen schweren Säbelhieb über den Kopf erhielt. Die Ve- fördcrung des mutigen Offiziers steht noch aus. Wofür man in Rußland verhaftet wird. Dieser Tage wurden in Saratow umfassende Verhaftungen und Haussuchungen vor» genommen. ES wurde eine Anweisiiiig an die Abgeordneten der ReichSduma gefunden, ferner den Entwurf über Maßnahmen für die Ausbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter. Daraufhin wurden zwei Arbeiter verhaftet und aus Saratow ausgewiesen. Die das Volk glücklich machen wollen. Die Zahl der Persönlich- leiten, die sich um den albanischen F Ii r st e n t h r o n be« werben, wird von Tag zu Tag größer. Eine italienische Zeitung hat festgestellt, daß gegenwärtig 27 Kandidaten ans- gestellt sind. Ferner wird gemeldet, daß neun a I b a n i s d; e Familien Rechte auf den albanisckeu Thron geltend machen. Bei so starkem Angebot ist der Richtige schwer zu finden. Es empfiehlt sich daher ein Probeengagement ohne Kündigung. ZentraMml derSteMeiter. Zahlstelle Berlin. Am 17. Dezember starb unser Kollege, der Marmorsteinmetz ttermsna Krüxer im Wer von 49 Jahren an Jnsluenza und Hcrzlähmung. Ehre seinem Andenken! ..Die Beerdigung findet am Sonn- abendnachmitlag 2 Uhr von der Leichenhalle deSZentral-FriedhoseS in Fnedrichtzselde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht 173/11 Die Ortsverwaltung. Bezirk sverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Brauerei. arbester. 93/14 t�uxust kocke! am IS. d. MtS. im Alter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Frei- tag, den 20. d. MIS., nachmittags S Uhr, von der Leichenhalle des Gememdesriedhose» Schöneberg, Blanle Holle, aus statt. Die Bezirksverwaltung. JS�acbruf. Allen Bekannten die traurige Nachricht, dag am 17. November mein lieber Mann, der Klempner Eöusn! Bahnemann durch einen Unfall tödlich ver> unglückt ist. Rendsburg. ISA Witwe Hahnemann. SoziaidercoMclierWalüYemii Den Parteigenossen zur Nach-- dcht, daß unser Mitglied, Frau Alwine Resech Okerstrahe 3(16. Bezirk) ver- starben ist. Ehre ihrem Andenke»: Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Neu. köllner Gcmeindesrtcdhoses am Marlendorser Weg auS statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. OefltscberHetailarbeiMrIiand Verwaltungsstelle Berlin, Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Metall- arbeit er Barl BenMo lWeherltr. 48) am 16. Dezember. an Gehirnerweichung gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heule Freitag, den 20. Dezember, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des St. Markus-Kirchhoses. Landsberger Allee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet lSS/4 vle Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS, unseres guten BaterS sagen wir allen Beteiligten, WS- besondere dem Gesangverein der Backer.Morgengrauen' unser» her,- lichsten Dank. L2A Martha Dieseler nebst Kindern. Aufruf an die Arbeiter Berlins! Viq anhaltende Teuerung zwingt einen Jeden, sich vor Ueber- vorteljang zu schützen t Kaufen Sie nur beim Fachmann Elegante fertige II Teilzahlung von 1 Hark wöchentlich an. Vornehmste Maßanfertigung und BesiclillgungHets ÄTr Garderobe in deutschen u. englischen Stoffen ohne Kaatzwang gern gestattet. Ein Versuch führt zu danernder Kundschaft. Julius Fabian, l; Schneidermeister . Besch,; Or. Frankfurter Str. 37" Gesch.: Turmstraße 18 i hein l aden. ......___________&ßii4r&(ß Diese Woche besonders preiswert: la Oderbrnch- Gänse ia Bratgänse la Hechienbnrger Bastghnse Ia ilngarlscbe Siopfgttnse la Bast Unten la fette Snppenhtthnor la junge zarte Kapaunen la OstprsuS. u. Steierische Puten Ia Brüsseler Poularden Max Schönwald liKckauer Straße 1 BarbaroN»apIatz S KotziitraBe 53 Flenuburger hitrafie 10 Jeder Arbeiter, Handwerker, Kann Zerns, besonder« vorteilhast geeignete Kleidung nötig hat. kauit diese bei Größtes Speziallmus für Arbeits- u. Kerufsbleidnng schiste: Rosenthaler Str. 53— Laudsberaer Allee 148— Reukölln: Bcrqstr. 86 > f jeder der für(eine Arbeit, für seinen Beruf, besonders vortetlbast geeignete Kleidung K.«Imvii& rBSi'Iirk, Hauptgeschäst! Alexanderstr. 12. Zweiggeschiste: Rosenthaler Str. 53— Laudsberaer Allee 143— Reukölln: Bcrgstr. Nähe Alerandervlatz. Ecke Weinmeisterstrahe. am Fiiedrichshain. lRixdori) am Ringbahnh. Reelle billige Preise, erprobte solide O.»alit>tten. guter Dih. richtige Machart, beste Bcrarbettung. gröstte Auswahl. Freitag, 20. D e z e m b e r. Ansang 12 Uhr. Kgl. Opernhaus. Sinsoniematinee. Ansang 4 Uhr. Luisen. Güldener, das SonntagSffnd. ' Ansang VI, Uhr. Kgl. Opernhaus. Sinsoniekonzert. Kgl. Tchauipielhans. FlachSmann als Erzieher. ZirtiiS Albert Schumann. Gala- Vorstellung. Zirkus Busch. Gala-Borstellung. .' Antang 8 Ubr. Urania. AusS Matterharn. Deutsches. König Heinrich TV 1. Teil. Kammerspiele. Mein Freund Teddy. Lesstn«. Gabriel Schilling» Flucht. Dbalia. Puppchen. Könlggräher Strasse. Hedda Gabler. Deutsches Opernhan». Oberon. Schiller O. Im weißen Rötzl. Schiller» Eharlottenbnrg. Die Kwder der Exzellenz. Berliner. Filmzauder. Kleines. Prosessor Bernhardt. «omödienhaus. Die GeneralSecke. Deutsches Schauspielhaus. Der gutsitzende Frack. Drianon. Die Erste— Die Beste. Knrsürstcn-Over. Der Kuhreigen. Montt» Operette». Der Frauen- sresser. Theater am Nollendorfplatz. Kismet. Luisen. Geschlossen. Neues Operntyeater(Kroll). MussischeS Ballett. Rose. Die Sünden der obere» Zehntausend.> Metropol. Chauffeur--- w» Metropol. Herrnfeld. Die Alpenbrüder. Da» ScheidungS-Sonper. Eafino. Am grünen Strand der Spree. Reichshalle«. Bei Baten». Wintergarten. Speztalttäte«. Apollo. Spezialitäten. Anfang 8ll, Uhr. Residenz. Prinzenerziehung. Luftspielhaus. Gras Pepi. Frtedr.- Wilh. Schauspielhaus. Die teulche Susanne. FolieS Eaprice. I» Sachen Katzenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. Walhalla. Goldener Leichtstn». Ansang 8'/, Uhr. Nene» Bolks'heatrr. Michael Kramer. Ansang 10 Uhr. Admiralsp alast. EiSballett- Joanne. Sternwarte. Jnvalldenstr. B7—62 Berliner Theater. 8 Uhr: Filmzauber. s Uhr: Hedda Gabler. Residenz-Thealer. Ansang 8 Uhr. Gastspiel Constanze v. Linden; Prinzenerziehutig. Morg. u. solg.Tage: firlarenerrlehung. Sonntag, den 22. Dez., nachm. 3 Uhr' Alles für dke Firma. 8ehiiier-Thealer0.A.7.?r'. Freitag, abends 8 Ubr: Im weißen R»U1. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Die Sdnnetterilngsschlacbt. Sonntags nachmittags 8 Uhr: Zopf and Schwert. Sonntag, abend» 8 Uhr: Hiaehamann als Erzieher. Sehiller-Thealer"VÄ8"' . Freitag, abends k Uhr: vle Kinder der Exzellenz. Sonnabend, abends 8 Uhr: Helingslnnden.. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag, abends 8 Uhr: __ Kieling' t nn den._ Dentaohes Schansplelhanz 8 Uhr: Der gutfitzende Frack. Alotitis Operetten-Theater ({t. Neues Theater). Amt Norden 1141. Abends 8 Uhr: Der Arauenfreffer. ir m Noiientionpiaiz S. 8 Uhr: Kismet. Sonnabend, d. 21., nachm. 4 Uhr lt. Sonntag, d. 22., nachmittag 3'/, Uhr: Schneewittchen._ Luisen-Theater. Freitagnachmittag l/,4 Uhr: Kinder. Vorst.: Goldener, das Sonntagskind. AdendS: Geschlossen: Wegen der Generalprobe iu Berit«-Hamburg- New Kork. Gr. romant.-kom. Aus- . ItaltungSftllck v. Emst Ritterfeldt. Spnnab. nach. 4 Uhr: Rumpelsillrchsn. Sonnab. ab 8 Uhr: Premiere: Berlin- Hamburg New York. Sonntagnachm. 3 Uhr: Ich laste Dich nicht. Abends 8 Uhr: Berlin- Hamburg-New York. OSE'THEATE | Große Frantturtei Str. 182. Abends 8 Uhr: I Die Sünden � deroberenZelmtausend. Sonnabend 4 Uhr: GoldhdrchenS Himmelfahrt. Sonntag 4 Uhr: Hansel u. Gretel. 1 Folies Caprice. Diigltch S1/, Uhr: Die Novitäten! In Sachen Katzenstein. Die Doppelfirma. Die Tochter der Braut. an» Zoo. Montag, 23. Dezember. TU Uhr: Ensemble-Gastspiel d. Kurfürsten- Oper unt. Leitung o. Victor PaKi. Zum 1. Mal: Das Fiirstenkwd. Operette von Victor Leon. Musik von Franz Lehür. Unter periön. sicher Leitung des Komponisten Franz Eehdr. An all. drei WeihnachtSseiertagen: Abds. 8Uhr: DaS Fiirstenkind. Nachm. 3 Uhr, zu kleinen Preisen: »So duminel« wir:::« Borverk. 10-« a. d. Theaterkaste, in d. Warenh Tietz u. Jnvalideudank. 8l>ilsIlIelm>l!ssiiscIiA Wahlverein für den zweiten Berliner Reichstags- Wehlkreis in in Mittwoch, den 25. December(1. Weihnaohtskeiartag), in der Vlktorla-Brauerel, Lützowstraße 111/112: 209 Winterfest Konzert des Berliner. ginfonle-Orehestö�:(Kapellmeister Maximilian Fischer) unter Mitwirkung der Konzertsäng�rin Fräulein Nettermann. Außerdem: Waldborn• Quartett, Violin- und Pisten-Soli. c Nach dem Konzert: BALL« ) Anfang 6 Uhr. Eintrittskarten ä 30 Pfennig sind bei den BezirksfQhrern usw. zu haben. göii ! Urania Wissenschaftliches Theater. Taabenztraße 48/40. s uhr: Aufs Mallerhorn. Sahary-Djeli La„MystÄriense". YI Gastspiel �SS Max Linder der woltberBhmte Film• Schauspieler in seinem Sketch: Max, der Liebhaber: Max Linder sowie die sensationellen Dezember- Attraktionen. Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Täglich 8 Uhr: Die Utile Foklilposse „Am grüne« Strand der Spree�. lassaaeTheafer Lichtspiele 1 Unter�cker�Iünden�22/SZ� Diese Woche o. a.: Dornenpfade. Gr. Drama in 3 Akten nach d. berühmt. Roman„Der kleine Jacob" von Jules Claretie. Max Ist wnsserschen: Humoreskagesp.' v. Max Linder. Im Lande Mohammeds. Aller Anfang ist schwer. Das Weihnachtswunder. Zirkus jUberiSehutnann. Heute Freitag, den 20. Dezb., abends 7Vi Uhr: Gr. Gala-Tor.tellnng. Debüt! Debüt! BV Der Gipfelpunkt menschlichen Wagemuts! MsH The 8 Bellongw 1. The Loop auf menschlichem Piedestal in 7 Meter Höhe ohns Absegelung. 2. Der 5 Meter hohe Ooppel- Salto ausgef. auf d. Zweirad, und das übngs Glanzprogramm --- Cm O'/, Che: 1M2 Oer unsichtbare Mensch. Vier Bilder ans Indien. Avis I Sonntag, 22. Oezb., nachm. 81/, Uhr: Der unsichtbare Mensch, Bis inkl. 1. Januar: Tolkatage! H_ Jedermann t Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk! lAIIes ohne Extra-Entree!| 50 WILDE W T I R P R MSNNER| V JCilDEIl KINDER I vom Stamme der Igorroten. | Leben n. Treiben in dem| eigens aufgebauten IfGORKOTE ST- Dorfe! �dl-l Zirkus Buseh. Heute Freitag, den 20. Dezb., abends Tl, Uhr: NsuiDerieroplüDiinZirkasNeu! (Oer Affe alt Avlatlker l I) Erstmalige Vorführ, eines frei vom Boden aufsteigenden und fliegenden Aeroplan i. Zirkus. Neu! The 8 Stewart. Neu! sowie das gesamte Gata-Progr. Zum Schluß: Die grobe Prunk-Pantomime „Sevilla" in 6 glänzenden Akten. Avis) Sonntag, nachm. VI, Uhr; Cnter Gortll«. ungekürzt. ITheafep Beispielloser lacherfolg! Die Alpenbrüder. Komödie in 2 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Hierzu: Das Sebeidungs-Souper. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11—3(Tbeaterkaase). Trianon-Thealer. DSglich abends 8 Uhr: Die Ernte— Die Desto! Ä»C»on" :: Berliner:: Konzerthaus Mauentrabe 82.— ZlmmerstraBa 90/91. Heute: öroßes Konzert! Berliner Konzerthau.-Orche.ter, Dir. Fr.«. Blon, Kempen. Anfang 8 Chr. Eintritt 50 Ft. Anfang 8 Chr. An allen Wochentagen: Qr. Kaahmittags-Konzert bei freiem Eintritt Theater Könfgstadt-Casino. Ecke Holzmarkt- u. Aleranderstrafi« 1 Minute». Bahnh. Jannowitzbräcke Tagl. abds.'1,3, Sonnt>/,S Ubr: Cnterm Clirlstbanm. Volksslück in 2 Bildern und das gross. Spezialitätenprogramm Jed. 1. u. 18.: Programmwechsel. Metropoi-Tbealer. Chauffeur- Ins Metropol! Trotze JahreSrevue mit Gesang und Tanz w.lv Bildern von I. Freund. Musik o. tü ui. welfon. Tänze arranz. von Will Bishop. In Szene gesetzt vom Direttor R. Schultz. Abend« 8 Uhr. Rauchen gestattet. AbendeabLUhr! Nie dagewesener Erfolg! Amelydel'Enelas, Stimmen- Phänomen.— Mails und Bart, die lustigen Spediteure.— 0 Uhr: Berlin. Tago.ge.pracht Dario Palnl das Wunder der hypnotisohen Karlenkunst I Voigt-Theater. Gesundbrunnen. Badstr. 58. Freitag, den tiv. Dezember: FröhliihkWeihiiiiihI. tLelbnachtstom. t. SAusz v. Ottomeyer. Kasseneröstnung 7 Uhr. Ans. 8>/, Uhr. Sonnabend, 21. 12., nachm. 4 Ubr: Wndervorftellung: Dornröschen. Beiebsbsüen-Theater Stettiner Sänger. „Bei Vater n, Wcihnachisb. v.Mcysel. Anfang 3 Uhr. 1. u. 8. Feiertag. nachmittag 8 Uhr: (zu«rmätz. Preisen) 0 Tanne. boom! Admiralspalast EU-Arena.___ OW- Heute"W Zum SOO. Male: „Yvonne" Eisballett in 3 Bildern. Sonnabend o. Sonntag letzte Vorstellungen von„Vronne". WW- Hontag Premlere des Eisballetts Flirt in St. Moritz. Für den Jnval» der Jnierate «ibernimm« die Redaktion dem Utzm gegenüber keinerlei erantwortnng. Müfzeiv Kedivef Lzuvje? RavicKer1 W vor HUSTEN HEISERKEIT KATARRH r FrdsiMK erhältlicfv �Sportsleute��iaApotheKea Drogerien Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.; das erste Wort(fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche. Prochistacke(Färbern seblet). für balben Preis. Vorwärts� leser 10 Prozent I Mauerboii, Grotze Kranklurierilratze S, parterre. Kein Laden I I89öK» Herinnuiivlap ö PiandleibbanS. Jedermanns Kausgelegenhrit. Extra- billige Jodettaiituge. �eorodan,uge. Winlervaletots. perrenulster. Herren» bo>en. RiesenauZwahl PeljstolaS. Allerbilligster Lettenoerkaui. Per- mietungSbett. iluSiteuerbetten. AuS- sleuerwälche. Reichhaltiges Portieren- lager. lKardinenauSwahi. Teovich- auswabl. Vlü'a-Irchdcden. Zlevo« deckenlager. Eoldlachen. Talchenudren. Wandudren. Wandbilder, Waren- verfaul ebenfalls Sonntags.' Gardinen! Steppdecken I Portieren I Tischdecken>. autzergemöhnlich billig I Vorwärtsleser'6 Prozent Rabatt extra! GardinenhauS Brünn. Hacke- scher Martt 4(Bahnhol Börse). EonnlagS gedffnet._' Vorjiihrtgc eleganteHerrenanzOge tlnd Paletots aus letnsten Magitoncn 20— 10 Mark, Hosen 6—14 Marl. BerlanddauS(Rerinohtn, Unter den Linden 21 Sonntag von 8—10 und 12— 8, geöffnet.__• Zehn Prozent Rabatt Vorwärts- Usern. Sonntags geöffnet._ Teppiche mit Farbenseblern 3.25, 8.85, 4.50. 5.75. 6.85. 7.50.-9.25. 12.50. Salonpltisch.Teppiche 13.50, 16.50. 19.50, 22.50, 27.50. 35—38' usw RiesensabriNager, Groge Franlsurier- straffe 125, im Hause der Möbel» sabrit. Gardinen, Fabrilresie, Fenster 1.65, 2.35, 2.85, 3.50, 4.50, 6.75 usw. Totalausderfauf von angc< schmutzten Gardinen, StoreS, Bett- decken, staunend billig. Treffe Front- surterslraffe 125. Tuch» und Plüschportieren, Gar- niiur 3.25. 3.85, 450. 5.25. 5.65, 7.50, 8.50 usw. Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65, 7.50, 8�3. 12 85 usw._ Pliischdeckrn mit((einen Fehlern, 4.25, 6.60, 6.75, 7.85, 9.35 11.50 usw. IS. WeigenbergS Gardinen- und TeppichhauS. Große Franlsurter- straffe 125. im Hause der Möbel- sabril. Schlafdecken 1.35, 1.85, 2.45. 3.25, 4.35, 6.50 usw. Mödetsioff. Läufer. Linoleumreste !etzt zu Spottpreisen. Kroff« granl- urterstraffc 125 im Hause der Möbel» abrii,__ 27841t' Betten, Stand 9,—. Brunnen» raffe 70, im Keller._ 1B00S* Teilzahlunaen 0,50 wöchentlich; Gardinen. Portieren, Teppiche, Decken, Uhren. Bilder, Möbel. Polsterwaren, Bellen, Wäsche, Kind erwägen, Puppen. wagen, Kinderbettstellen. Herien- garderobe. Pelzstolas. Sende Per- treter. Masels Nachsolger, Marsch auerstraff ekO._' GnStronen,■.. W 1,00. Riesenlager I Louis Böttcher (selbst I), Kronleuchter» Dpezialhäuser. Betriebsleitung: voxhaaenerstraffe 32 (lein Laden).(Fabroerbindung War» schauerllraffe.) Filiale; Neufölln, Kottbu'er Damm 41, Eingang Hermannplatz._ Borwartaleier sunt Brozem Extrarabatt telbit bei GelegenheitS- käulen. Teppich-Tboina«__ Teppiche, sarbsehilerhast, spottbillig. - Gardinen, StoreS. Kllnsllersenster, an geschmutzie, sabilhast billig. Plüschportieren. Lemenportieren, Neslparlien, balben PreiS Gestickte Plüschdecken 6,85, extra- grcfc 7,85. Steppdecken 3,65, Schlpsdecken 1,15.' 2715ft* ' Teppich-Thoma6, Prachtbau ßvö- nienitraffe 126, Rosenthalerltraffe 54 Cfine Geld 0,50 wöchentlich; Gardinen, Portieren, Teppich». Decken, Uhren, Bilder, Möbel, Polslerworen. Betten, Wäsche, Kinderwagen. Besuch oder PosltaNe. Meisels selbst,-An» dreaSsUaffe 4(Schtesischer Bahnhol)..» Kleine Anzeigen|j ANZEIGEN ... die nächste Nummer werden In den Annahme' stellen fllr Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte ble ~l l Wli IUI L> v I 1 1 II uia a um, tzas«s»,« vi vzs zv wem Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndcnstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Wundervolle Pliischtischdecken jetzt 6,75, Plüschportieren 8.50, Teppiche 200/300 12,50, herrliche■ Künstler- gardtnen 6,50, ErSStiUlstoreS 3,95, Bettdecken 2.60 Prachtvolle Weih. nachtSgeschenke.Vorw'ärtS'leler noch iüns.'Prozent Extrarabalt. Georg Lange Aachs olger, Ehauff ecstraff e7»/74< Radsabreetarten. Wir cmpsedlcn Rad. und Auto-Fahrern Straubes Karle 1200 Quadrat- Meilen' um Berlin. 2 Teil« a 1.50 Marl.. Rörd. liche Hälsie der Provinz Brmtden- bürg reichi bis Stelltn-Ueckermünde, südliche Hätst» � bis Halle-Leipzig- DreSden« Görlitz. Buchhandlung vorwärts, Lindenstraffe 69(Laden).' Zehn Prozent Rabalt Vorwärts- lesent. SonntggS geöffnet, Gardineu, Fabritreste, Fenster 1.65. 1.95, 2.35. 285. 3.50, 4.65, 5.75. 6.50 usw. TotalauSverkauf von ange- schmutzten Gardinen, Store», Bett- decken, staunend billig. Groffe Frank- surterslraffe 125, im Hause der Möbeljabrik. Tiillstored. Bettdecken 1.75,-2.25, 2.85, 3.75, 4.50, 6.35 usw. «üustlergardineu, toeiff, creme und bunigewebt. Garnitur 3.85, 4,75, 5.95, 6.65, 8.50.-9.75 usw. E. Weiffen- berg» Gardinen- und TeppichhauS, Groffe Frantsurlerstraffe 125, im Hause der Möbeljabrik. Leinenvörtieren, entzückend ge< stickt, Garnitur 2.LS. 3.65, 435. 5.50, 6.75. 7.25. 8.50. Tuchporttere» 3.45. 3.85, 4.50, 5.25, 6.75 usw. '"Plüschportieren. 5.65. 6.78. 7.85. 9.50, 11.50 bis 40 Mark. Fabriklager Groffe Franlsurterstraff e 125, im Hause der Möbelsabril. Steppdecken 3.75, 4.25, 5.65. 7.50, 8.35. 9.75. 12.85 usw. Tuchdeck n 1.25, 1.75, 2.51. 8.35, 4.50, 5.85 usw. Plüschdecken mit lleinen Fehlern 4.25, 5.50, 6.75, 7.85, 9.35, 11.50, 13,76 bl« 50 Mark. E. Wethen bera» Gardinen- und TeppichhauS, Groffe 'raffe 125. gittmubecten 3.75, 4.50, 5.45, 6.85, t.23, 8.50 bis 40 Marl. Abfall- und schlcrhaste Teppiche tn den allcrneuestcn Mustern mit 10 Prozent Extra-Rabatt. E. Weiffen- bergS Tcppichhaus und Gardtnen- hau», Groffe Franisurterstraffe 125.' int Hause der Mödelsabrik. 277 1K' Grnnddegrifse der Politil, von Friedrich Slampser. Gebunden 3 M. Buchhandlung Vorwärt», Linden- straffe 69(Laden). Uederbetten, Stand 11,00, 16,00, 22,00, Brautbetten, AuSsteuerw tische wardinen, Teppiche, Portieren, Pelz- stola» spottbillig Psandlcihhau» Ku- strinerplatz 7. Ololdwaren, Uhren, Ketten. Bro- scheu, Ringe, Brillanten anerkannt billigste Preise PsandlelhhauS Nü. strinerplatz 7._ Bronzegaskronen, GaSzu latnpcn, HängegaSpendel, Gaswand» arme. Moderne Hängegaskronen, Gaskocher. Allcrbilligste Bezugsquelle. Zurückgesetzte Muster spoltbill- Schroeder, Hochstraffe 43. 268i Tambouriermaschinen potc meyer, alleiniger Fobrikanl Bell- mann, Gollnowstraffe 26.~ billig, Abzahlung günstig. Prelle 2059«« Teppitve!(sebierdalti) m allen Gröffen, jaft für die Hälsie de» Werte» Tedpickiager Brünn. Hackeichet Markt 4. Babndoi Börse.(Leier de» .vorwärts' erhalten 5 Prozent Rabatt.) Sonntags geöffnet!_' Zum StZrihnachtSfest. Herren» Uhren 3.10, Damenubren S.oO an. Goldsachen, wie Ketten, Rlng», Armbänder,' Kolliers. Operngläser. im Versatz versqlley. Prinzen-Psand» leihe, Prinzenstraffe 34, eine Treppe. Sommerfelds Monatsgarderoben- hau» und Psandleihe, srüher 25 Jahre HcinrichSplatz, jetzt Prinzenstraffe 34 l, neben Bauzaun Watheim, lletner Ibletet. jedem Käuser groffe LcldersparniS. HinlcrPaletotS iinlerulster 6,50 an, 8,25 an, Jackett- anzöge, Gehrockanzüge, Hosen, Joppen, Str jede Figur paffend. Ferner Pelz» olaS, Dametmlstcr, Bluseit, Aus. steuerwälche, Steppdecken, 2758«« Leihhaus Mpriyplat, 68a! kauten Sie spottbillig von Kavalieren wenig getragene Jackettanzüge, Rock- anzüge, Paletots, gröfftenieils aus Seide. 9— ig, Mark Gelegenbeit«. säus« in Damen- Plüsch- Mänteln, Kostümen. Kleidern(' Große Posten Pelzstola». tnren, srüher bis 200, jetzt GclegenbetlSföuie in Üdren, Kenen, Ringen. Wäscht, Betten, enorm billig, Nur Moritzvldtz 58a I. 2289« - PNilw- zaanmn, :rn(hochelegant). zsiola», Pelzaarni- 0. jetzt LO-lb Wärt. Beobachten Sie ftaunendbillige Weihnacht Saugebole. Spottbilliger leppichlager, Brautausstattungen, exlrabilliger Bettenvertauf. Uhren» lager, KettenauSwahk RingeauSwahl, Festgeschenke. Augusta- Psandleihe, Wtimcrsdors, Auguslastraffe 66, Per- güle Fahrgeld, 2760Ä« Schönhauler Allee 114(Rino- babnhos). PsandlcibbauS, Groff- Berlins spottbilligste WnlauISquelle! Riesen- WejhnachiSverkalls eröffnet! Exlrabilliger Beltenverlausl Taschen». ukre» t Wanduhren I Prachtteppiche I Pelzstolas 1 Gröfftcs Go-dwarenlager! Wittterulsterl Monalsanzüge! Slepp- deckenlager l Gardinenverlaus! Plüsch» llschdeckenl BUderverlaus! Portieren« läget l AuSsteuerwälchel Fahrtver- gulung. LS49K' LeibhauS.Schöneberg'. gegenüber Babnhos, Sedanstraffe 1, Telephon Amt-6. 15687. bietet steiS Gelegen. hettSläuse tn verpsändet gewesenen und nepen Anzügen, Sommer» und WinIerpalelotS, einzelnen Hosen, goldenen, silbernen Herren- und Damen« Remonloire« Uhren, Ketten 8,50 an, serner goldene Ringe, Broschen. Ohrringe, PianinoS, Fahrräder, Frei- schwinger 10 Marl an.. Richard Eichclmann. 200« Puppenwagen spottbillig. Rott« buserdamm 90._ flll* Monats'Garderoben,Haus ve»- louft spottbillig erstklassige, wen! -Paletot«, Ulst W. Beinkleider, auch sur toffpulenle Herren passend, stet» aus Lager. Prinzen- straffe 28. erste Etage.(EckhauS Ritterstraffe)._ 2480ft» Plüschtischdecken! Wundervolle Stickereimuster oder PressungSmuster: 4.85, 6,75 bis 16.75. Tucht'schdccken 1,50 bt« 4L0. Moderne Künsller- letncn-Tischdccken 3,50 bis t8,00. Schlasdecken, Diwandccken, spottbillige WcihnachtS-Geschente. Wolss Teppich- Haus, Diesdeneritr 8(Koitbuscrlor). Abonnenten 10 Prozent Rabatt.« Gaskronen, dreiflammtg, komplett 7,50, GaSzuglampen 6,00, Gaslhren 2,40, GaSwaudarme l.BOf staunend billig.— Vier GÄchäsie— Groffe ' ranlstirlerstraff e 92— Ravenöstr. 6 edding!'— Schönhauser Allee l21 Gleimstraffe)— Neulülln, Berliner- 'traffe 102.-_■- 2008«« Pferdedecken, zurückgesetzte, groffe reinwollene 3,00 und 4,b0, Wasser- dicht bezogene 10,00 und 12,00, Gebrüder Pflaume, Friedrichstr. 205, Ecke Zimmerstraffe, 2691« Ohne Anzahlung, Woche<1,50, Bilder, Möbel, Spiegel, Polsterwaren, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken, Portieren, Teppiche, GaSkronen, Be> züge, Herrengarderobe, Uhren liefert Weber, Neue Köntgstraffe 34. 2684K' e und Winter« paiclots von 6 Marl sowie Holen von 1.60, Sebrockanzuae von 12.00, Frack» von 2.50. sowie für lorvuiente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Prellen, aus Psandleiben oer- sallene Sachen lauft man am billigsten bei Raff. Mulackstraffe 14. arbsehler, lpoitbillige l, TüllstoreS. Teppiche, Rtesenpostexi Portieren, Gardinen, Steppdecken, Diwandecken, Fellvorlagen, Lüuserstoffe. WeihnachtS- rabatt 10 Prozent. PolSdamerstr. 109, Conrad Fischer.> 2765K« lausen Sie gut und Htete, Zigarren- raffe 87. 1684b' Tailhenbuch sur Gartenfreunde Ein Ratgeber sür die Pstege und >e Bewirtschastung de» häu4 .ichen Zier«, Gemüse« und Obst- garten» von Max HeSdörser. Zweite vermehrte Auslage. Mit 137 Text- abbildungen. Preis 3,50 Marl. Expeditton Vorwärts. Lindenftr. 69. Weihnachtsvertauf 1 Pelzgarni- turnt, echt» SfunfsttolaS, Muffen, allerlei Sorten Pelzstolas, nagelneu, Siaunenrregend. �Leihhaus Groffe Frantsurterstraffe 17, Bahnhaltestelle Koppenstraffe. Winterpaletots. Herrenanzüge,«ettenoertaps. Teppichverkaus, Uhrenverlaus, Schmucksachen, Diwans, VorwärtSIesern füns Prozent, 2808«* WeihuachtSbänme, groffe Aus- wähl, Kaiser-Friedrichjtraffe, an der Schönstedtstrage, Fritz Henze, j-24 Ttngermaschine 10,—, Schützen- straffe 12 I.■ 291/19? II l nderklappstuhl. eichener, gut erhalten. 6 Mark. Stegner, Luisen- straffe 60 III. 12 Qescbiftsverkäufe. Stehbierhalle, beste Lage, ln groffem VergnügungS-Elabliffement an tüchtiges Ga>iwtrIS-Ehepaar zu pergeben. Kaution 400,00. Mofe. gebende Auskunst nur im Haupt- lokal. Deutschmann, Wilhelmsruh Nordbahn. 2807« '«vd«l. Möbel. Gelrgenhelts-Käuse lpott- billig, neue gediegene Sinzetmöbel und ganz-« Sihrichlungen, Schlas» zimmer(etche) 288,—, koiyvlette Wohnzimmer 132.- bi»240,—, Ebaisie- longue 24,—, Sosa 38.—, Trumeau 33,—.. Schreibtische 40,—, Bettstellen 25,—. Rieienauswabl, Möbelipeichex Neue Königstraffe 89, 4 Elagen. Teilzahlung geslattel. Auch Sonn- tag«,_,_ 249/1' �etizaiitung» Reelles Möbel- teschäsl liefert Möbel sür Stube und lüche mit 20 M. Anzahlung, llcinste Teilzahlung� Llnzablung, Raten, Auch einzelne Möbel. Aellere Möbel werden in Zahlung genommen und gegen moderne umgelautcht. Zum WeihnachtSsest Teppiche, Por- tieren, Löuscr usw. ohne Anzahlung. Offerten Postlanerlarle 12, Post. ami 22. L39SK' Zentrale lür Arbettermöbel liesert Rcsormeinrickitungen in gediegener Arbeit an Reelldenkende auch aus Teilzahlutta und bittet Parteimttglje- der um Besuch der groffen Läger. Niedrige Anzahlung.- Zinsvergüluna. Aelegenheitsläuse in gebrauchlen Mo- beln. Perkaussstelle Schatz, Brunnen- straffe 160. Eingang Antlamerstraffe. Model ohne Geldl Bei tleiner Anzahlung geben Wirtlchäilen und einzelne Stucke aus- Kredit unier äufferstcr Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Osten kaust bei un».«retichmann u. Co., Koppen- straffe 4.(Schlefiicher Babndos.)« (knglischg�W Stube, bildschöne Küche. Alle» noi. neu, staunend billig. GlaS, Rolen> ihälerstraffe 57, vorn HI. 287/18' Ardeiter-Musterwohnungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehn billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhallen, große Auswahl, Teilzahlung gern gestattet. KaffcnpreiS Zinsvergüluna, kleine Anzahlung, bequeme Abzahlung nach Wunsch der Käuser. Gabbert Tischlermetster, Acker- straffe 54. Kein AbzahlungSgeschäsl 16« TrutweauS mit Sinsen, prima FacetteglaS, 29.50,. 40.50, 50,50, auch Mahagoni, groffe Auswahl. Fabrik Stalitzerstraffe 25, an der Hochbahn.' Mödelhandlung Mariannen- straffe 25, billige) Preise. Teilzahlung gestuttet..Vormärts'Ieser 8 Prozent Rahatt. 3gK' Möbel» Leckt ner. Epezial-Möbel- hau«, aus- Kredit und gegen bar. l. Geschäst: Brunnenltraffe 7, am Rolentdater Platz. 2. Geschäst: Müller» straffe 174, Ecke Fennftraffe. Stube und Küche Anzahlung von 15.— an. Einzelne Möbelstücke, Anzahlung von 5.— an. Riesen- Auswahl. Größte Kulanz. Vorzeiger dieses Inserat» erhält beim Kauf von 50.— an 5.— gutgeschrieben Liefere auch nach auS- wärts. Sonntags geöffnet von 12—2 Uhr. Kunden, die ihr Konto bei mir oder w fremden Geschälten be- glichen haben, erhalten bei mir für denselben Wert Kredit ohne An» zahlung. Sonntag geöffnet von 8— to und 12-8 Uhr. L724K' 60 farbig« Küchen von 52,—. Chausseestraffe 49. 80 Einrichtungen von 200,—. Chausseestraffe 49, Möbelsabril. 100 Mognettsofa neuesten Mastern, nur eigenes Fabrikat. Polstermöbel- Werkstatt Chaussee» straffe 43. Luxusmöbel, Flurgarderoben, komplette Schlaszimmer, einzelne Marmortoiletten, Ltnlleideschränke bis 180 cor groff. Chausseestraffe 49. Htrschawitz.____ 279?« ändler an- chlaszimnwr, Verkäuflich k erwünscht l) Elegantes Wohnzimmer, darunier! s ptochtvolleS___ kleideschrank, Chaiselongue, Trumeau, Prachtwandbilder. AaSkrone, Teppich. KönigSbergerstraffe 11, vorn I links, Fischer.'_ 298/7 nzimmer,, Kücheneit» ichtung; nier: seine» Plüschsosa, Umbau, qvolleS Büsett. Schreibtisch, An- Brautleuten verkaust moderne Nuffbaumwirischast, elegante Küche, pich. Gl" ege Kindermann, Apalberistr. 81. Geschirr� Teppich, GaSkrone ,180.! Umbausosa, Spiegel wegen Auslösung 292/4 Gebrauchte Muscheldettsielle,!l)ka. lratze, Waschtisch(Marmorplatte) zu verkausen. Hecht, KopeinikuSstr. 28. Ftasildtistriimeme. Mein PiaNlno verlause schnellsten«. Ansragen Neukölln 3, Lagerkarte l.' Ptanino, elektrisch, König, Beusse! straffe 41.(Preisangabe.) 292/2 Pianino, nuffbaum, seltene Ge legenheit, wie neu, allerbtlligst ver- käuflich. Warschauerstraffe 5« 1, Menzel.'' 2808« 'Pianino, hohes, kreuzsaitig ILO." (TetlzaffUmg). Zander. Turmilraffe 9. Nnffbaumpianino, stabiles, tmi- schöne» Instrument, tvevig gebraucht, , vertäustich. F. Manlhey u. Co., Potsdamerstraffe 3 231/20' Sprechapparate, Wochcnraie 1,—. Gebrüder Liebe», Alexanderftr. 16.' Musik. Instrumente und Repa- raturen billigst.- Liebsch, Ekalitzer. straff« 24».-fl3' Harmonikas und Herophonleter- kasten billig verkäustich. Folgner, Kastanienallee 75. 17l7b vllcler. Bilder, billigste Bezugsquelle, solide Preise sür Einrahmungen, Groffe Franlsurlerstraffe 64._ f2' Bilder, itic lausen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Wcinmeislc» straffe 2. 2248K Fahrräder. Herrenfahrrad. Damenlahrrad, Mädchensahrrad, Knabensahrrad, wie neu. 35.—. Holz. Blümeustraffe 44 Herrenfahrrad.. gutes. 30,00, Damcnsahrrad nebst Garantieschein, allen Zubehörsachen. Grosser, Frank- furier Allee 104._ 289/15« Knabensahrrad, einmal benutzt, Damcnsahrrad sowie Brennabor- Herrensahrrad, 20,00, Weberstraffe 42, Ouergebäude. 290/18« Kaukxesucke. Höchstzahlend. Metalle, Zahn» gcbisse. Platinabsall, Gold, Silber, Oueckiilber.MetallschmelzeChristionat, Kövenickeniraffe 20»(gegenüber Mameuffelstrage). Plattnabfälle, Kramm5.70. Dold, Silber, Zabngebisse. Stanniol. Queck stlber taust Blümel, Augustftraffe 19. Schmelzerei 1-2' _. �... Stanniol.. Spezial, geschäst, felsaffeistraffe 66. 2608«« Münzen, Brlesmarkan. kaust Groffmann, Spandauerbrücke 2.« Briefmarken»-Sammlung, Mün» zen kaust Groffmann, Spandauer» brücke 2._ 290/20' Zahngebtsse. Zahn bi« t.2b. Platin- abfalle 5,75, Goidiachen, Silberiachen, Kebrgold, Goldwatten, Quecksilber 3,80, Stanniolpapier. Zinn 3.75, Kuvser 1,30, alle.Metalle' höchst- zahlend. Edelmetall-EinkausSbureau Weberstr. 31. 2691 K» Zatingcbifle. Zahn bis eine Mark, Gotdsachen, silbersachen, kaust Stan- kiemicz. Berlin, Kirchstraffe 14, Fernsprecher.__ 292/3 Zu lausen sgesucht die Etnrii einer Kürschner-Werkstatt,' wie Pelz. Nähmaschinen, Stnger-Nabmaschincn, Trocken.Osen ic. Ausführliche Offerten unter J. D. 2471 befördert Rudols Masse, Berlin BVV._ 292/10 Für den von ivird cin Sekretär gesucht. Verlangt werden entsprechende Borbildung und Vertrautheii mit der Arbeiterbewegung. Bewerbungen sind bis zum 4. Januar 1913 zu richten an da» Berliner VerbandSburcau, Adresse: Theodsr Fischer, Berlin SW C8, Lindenstraff« 69. ..Der Zentrasvorstand des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine Berlin» u. Nmg. Der Ausschuß der Berliner GewerkschastSkommission. Kkhklm Ml. - Für die Arbeiterzeitung in Eisen(Ruhr) wird zum baldigen Eintritt, fpäteftenS aber zum 1. April 1918, ein leitender{Redakteur gesucht. Gest..Offerten mit der Ansschrist.Redakteur« erbittet die GeschäslSleitung£H*en(Ruhr), Grabenstraffe 67. bis zum 16. Jannar 191». 233/16' Tüchtige Präzisions-Mechaniker f. Montage- u. Justierarbeiten i. dauernder Stellung zii sofort gesucht. Optische Anstalt OlGEE, Berlin-bchöneberg, Bahnstr. 21-23. Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für- Ansänaer und Fort- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. Auch werden Ueberietzungen an- gesertigt. G. Swienth- Liebknecht Tbarlottenbnrg. Stuttgarterplatz 9 Garlenhau« III. 44«« Verschiedenes. Patentanwalt Sessel, Gitschlner- stratze 94a. Patentanwalt Müller, GUIchiner- straffe Sl._ 2439«' Kunitstopferei von grau KoloSth Schlaibteniee. Knrstraffe 8 III. Pfandleihe HeinerSdorferstraffe 14, nahe der GreisSwalderstraffe. 10986* Belohnung. Einhundert Mark, wer Namen und AusentdastSort de»- jenigen königlichen Kreisärzte», jetzt anffer Dienst, nachweisen kann, welcher am 25. Februar 1911, abend» gegen 6 Uhr aus dem 43. Polizelrevler zu Berlin die Untersuchung eine» Mäd» chenS betreffs ihre» Geisteszustandes vornahm. Selbiger ist 1,58 groff und an 70 Jähre alt. Nachricht un- tcr„Ol. 3', Hauptexpedttton des .Vorwärts' erbeten. 17166 Bereinszimmer»u veraeben Junkerstraffe 18, Schulthetff. 17166 Wohnungen. AndreaSstrasst 70 Nein« Vorder« Wohnung billig. 1686b« Limmer. Möbliertes glurzimmer der- mietet Roggenbuck. Neukölln, Hohen- zollernplatz 17, vorn I.*24 Schlafstellen. Schlafstelle, zwei Herren, separater Eingang, Oranienstraffe 186. Gum- merer. 1710b �rdeitsmarkt. Stellenangebote, Gesucht Dirigent sür SRnndhar- monilallub Kontg»- Wusterhausen. Offerten mit Gehattsansprüche schrist- iich einzureichen beim Gastwirt Weberl. Bieger für Zclluloidschirmgrffsc verlangt Philipp. Zu melden beim ArbeilSnachwcis Gormannstraffe. Kürschner verlangt, welcher da» Ansertigen von weichen, leicht- gearbeiteten Pelz-Damenhüten gründ- lich versteht. Oesterrcicher Vorzug. AuSsührliche Offerten mit Lohnan- Iprüchen unter.1. v. 2471 besördert Rudols Mosse, Berlin BW. 19. 293/9 Einen ersahrenen 269/1 Bureaubeamlen zum baldigen Antritt gesucht; Kennt- ni» der sozialen Gesetze ersorderlich. Ansangsgebalt 1900 M. Bewerbungen nd bi» 1. Januar 1913 mit Auffchrift „Bewerbung" einzureichen an den Vorstand der OrtSkrankenkafle Reiniltendorf, Deutsche Straffe I. Glasbläser, perselt Im Ansertigen schwieriger Apparate, bei hohem Lohn und d- uenider Beschösttgung.gesucht. Off. unter It. 3 an die Expedition d. Bl. Einrichter als Voralbeiter sür die Fräserei einer Sröffcren Spiralbohrerfabrik nach ufferhalb gesucht. Angebote mit Lohnansprlichcn unter N. 3 an die Hauptexpeditton d..Vorwärl»'.« Nlilldslhliiftt als Vorarbeiter sür eine gröffere Wcrlzeugschieiserei(Tpit>alitSt Spiral- bohre») nach Aufferhalb gesucht. An- geböte mit Lohnatisprüchen unter D. 3 an d. Hanpiexp. d.„Borw.'.* Achtuilg! M»lkr! Bei der Firma F. Ii N h n« in ktztogllt-, Zimmermannsiratze, bekommen die Kollegen auf ihren Lohn nur SlbschlagSzahlungen, und wenn fle den Rest verlangen, müssen ste erst klagen. 131/2« Die lvrteverwaltnng. Spittelmarkt Belle-Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Unsere Geschäfte sind bis 9 Uhr abends geöffnet In dieser Woche auf Wunsch bei Einkäufen die Von dieser Vergünstigung sind Lebensmittel und wenige Artikel ausgenommen. Sonntag den 22. Dezember von 12 bis 8 Dhr geöflhet Aktiva Rilanx-Konto Paasira An Mark Grundst. und Gebäude 12923116,— Masch.- Kühl- u. pneu- mut. Mälzerei-Änlag. Klektrische Anlagen. Mobilien u. Utensilien lastagen..... I'ferde...... Wagen und Geschirre [ lisenbahn-W aggons Dampfer..... Xiederl. u. Ausschank iiastaurat.-Inventar u. Utens. u. Beteiligung. Flaschenbier- Utensil. Vorräte...... Debitoren..... Darlehen..... Kasse inkl Reichsbank u. Postsoheckguthab. Bankguthaben.,. Wechsel...... Avale.,. 661 156,— Kffekton...... Hypotheken auf verkaufte Grundstücke. Vorausbezahlte Ver- Bicherungsprämien. 2016317,— 206762,— 131686,— 1176548,— 187178,— 163832— 89923,— 9576.— 1423507,50 220647,— 60000,— 1672186,07 .306096.92 787538,98 344544,85 418923,- 21597,78 1426421,25 25000,- 15145,- Per Aktienkapital.... Partial- Obligationen aus 1894 Serie I.. Partial- Obligationen aus 1897 Serie II.. Partial- Obligationen aus 1911 Serie III Hypotheken-Konto 1� Reservefonds.... Spezial- Reservefonds Dividende unerhoben Mark 5070000,— 395000,— 488000,-- Partial- Ohlig.-Zinsen Partial- Oblig.- Prüm. 2200000,— 2100000,— 955000,— 1115941.92 100000,— 1818,— 56777,50 U 2280,— Kautionen..... 586942,88 Depositen..... 4929142,41 Kreditoren..... 1451580,84 Brausteuer..... 1901529,25 Avale.. 601 150,— Delkredere..... 125000,— Priodr. Goldschmidt- Stiftung..... 87478,— Arbeiter- Unterstütz.- Fonds...... 154433,- Arbeiter-Witwen- und Waisen-Fonds.. 139592,40 Moritz Potocky- Nelken-Stiftung,. 16629,50 Reingewinn..., 1202180,65 23679326,35 23679326,35 Berlin, den 30. September 1912. Die auf 14% für das am 30. September a. er. abgeschlossene Geschäftsjahr 1911(12 festgesetzte Dividende wird von heute ab gegen Einlieferung des Dividendenscheines und eines Kümmern- Verzeichnisses gezahlt, mit*)• 42,— pro Aktie von M. 300,— n n n n- n 1200, an der Kasse der Kommorz- und Diskonto-Baue, hior und in Haniburg, ,..„Nationalbank für D e u t s o h 1 a n d, hier, „*„ von Markus Nelken u. Sohn, hier und in „ unserer Zentralkasse. Breslau Berlin, den 18. Dezember 1912, m-EMOESEI-GESELLV T FlilMi vormals PATZENHOFER Dr. W. Sobernheim. QUALITATS: CIGARETTE Gesellschaftsspiele n- moderne engl Marsch- ..... Mr Schach, Dame, , Domino usw., »rsch- und Hauspfeifen, mooerne engl.- rr™' « elegante Spazierstocke, seine Wiener Meerschaum- und t*< tlt it l*lt fttl*"D 5 � ivernpein-Spitien für Zigarren und Zigaretten. 0 ht/irll, 3 sncue Nummer) dCHSUIIGri Ob Wirin, an der Wallner-Thealer-Slratzc. Ilp. Limmvl Lpezisi-�rzt kür haut- ullü hsrnleiüen. ?l'inien8tk'. 41, Äa.z 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2—4 Alle„Uorwiirts" Leser{ erhalten trotz der billigen Fabrifpreise S Prozent WcihnachtSrabatt! f Gute Regenschirme— Getit lederne Handtaichen sind überall gern gesehene We>bnach>sgeschcnke Siels das Neueste!— Kein Laden!* I Fabrilnlederlage A. Höhle, Alexandrinenstrasie 181, I. Etage. Vor Weihnachten auch Sonntags geöltaet. Leineweber Berlin C Roßstraße 2� 4—6 Kscherpraße z Für jede Körperform passende Herren-Anzüge-- Ulster-- Paletots von 21,— bis 75.— M, Weihnadits- Geschenke Morgenjoppen, Schlafröcke tron 8.50 bü 45.— M. Beinkleider, Fantasie- esten von 4.— bu 18,— M. Lodenjoppen, Pelerinen tob 8.50 bis 28.— M. Knaben- Jünglings-Kleidung nur in eigenenWerkstätten hergestellt, ist besonders preiswert und unübertroffen in Sitz und solider Verarbeitung. Bis Weihnacliten an den Wochentagen bis 9 Uhr abends und am Sonntag, den 22. Dezember, von B—IQ und 12--8 Uhr geöffnet. Men-ÜBterstiitzniigs- mi Be- grähnista der Lederzüriehter Berlin(E. ö. No. 507). Wglikdrr-ilersaiilmluilg am Sonntag, d. 80. Dezember» Vormittags 10 Uhr, im Getverkschnftshause, Engel- ufer 15, Saal 5. Tagesordnung: Der liebertritt zur Hutmacher.zirankenkasse. Die Mitglieder werden gebeten, zahlreich zu erscheinen und ihre Mit- gliedsbüchcr mitzubringen. 1711b Der Vorstand. I. A.: Gnsi av Vusse, Vorsteher. Orts-Krankenkasse sür das Goldschmitdt-Gtmrbe zu Berlin. Wahlversammlung Tounabend. den 88. Dezember» findet im Liowei-ktsvhnftNhtinav, Engelufer 15, Saal 5, die Wahl von 180 Delegierten der Arbeitnehmer in der Zeit von'/.O bis'/aO Uhr statt. Wähler ist jedes volljährige Mitglied, welches im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und das 81. Lebensjahr erreicht bat. In demselben Saal findet von 'MO bis 10 Uhr die Wahl von 00 Delegierten für die Herren Arbeitgeber, welche aus eigenen Mitteln ei» Drittel zu den Beiträgen der Orts. tasse sür das Goldichmicde�Gewcrbe zahlen. Die Wahl ist geheim. Berlin, im Dezember 1912. Ter Vorstand: 284/1? O. Almendingcr, Vorsitzender. fuallhtn- und Sterbekaffe der fuhrherrell, Kutscher n. vemandt. Kerufssenossell „Eintracht"(g. H. Nr. so). Montag, den 83. Dezember 1018, abends 8'/. llbr, in Schulz' Prachtfalen, Königs« graben 2(Ecke Münzstrahe): Zlnsterordentliche KenössI-VösSWiiiIliiig. Tage S o r d ii n n g: 1. Umänderung der HilsSkasse in einen kleinen Bersicherungsverein gemäfi dem Gesetz über die privaten Ver» ficheiungen vom20. Dezember 1911. 2. Vorlegung der neuen Satzungen und Belchlutzfassung. 3. Verschiedenes. 170Sb vor VotrvtunS. A. Moser, H. Suhr. Vorsitzender. 2. Rendant. 1'oil-sklung I Mark Grammophone Zithern Mandolinen Puppenwagen FiBichmidt�rEtaff*23 — Brillanten= Goldwaren-Wei hnachtsverkauf, außergewöhnlich billig. Max Brinner, Jerusaleraer Str. 58/51 Der Ruf der Firma, gegründet 1863, bürgt für strengste Reelhtät. Ringe w. Gold, 14 k. m. 1 Gr.*. 9 H an Ohrringe„ 14„„2„ ,, 18„ B Brosche ,, 14,,»|»,>j20„ n Herr.-Nad.,, 14 ,,„>„ ,,�2„ usw. dis zum lemsten Gem-e.• Kino mit Ausschank in volkSreichcr Gegend ist kranfbeits- hawcr sofort billig verkäuflich. Chiffre F. 3, Hauptexpedition d..Vorwärts". 'LLlaiijKortlicheVSieKakteur: Alfred Wielkp», Neulölln. Für de» Lnseratenteil veranuv.: Th. Glocke Berlin. Druck».Pertag. vorwärtz Suchdruckere» u. Verlagsanstalt Pau> Singer». Co., Berltn Z. Keilllge des„UllMlirts" Kerlilltl Vsldsdllltt. M.-.A'.sq.-tt.s.A Partei- Rngeiegenkeiten. Tcheukendorf bei KönigS-Wusterhauseu. Am Sonnabend, den 21. Dezember, abends 8 Uhr, bei Otto Paetsch: Mtgliederversanun- lung des Wahlvereins. Tagesordnung wird in der Versaminlung bekanntgegeben._ Berliner Naebnebten» Tie Stadtverordneten liatle gestern eine lange Tagesordnung zu erledigen, aber sie enthielt nichts sonderlich Aufregendes. Zu einer Debatte von Belang kam es nur im Anschluß an die Ausschußbericht. erstattung über die Magistratsvorlage betreffend das Projekt der W e i t c r f ü h r u u g der H e d e m a n u st r a ß e, das ein Privatunternehmer mit einer Beihilfe der Stadt ausführen soll. Ter Magistratsantrag, dem Unternehmer die erbetene Hypothekendarleihuilg zu gewähren, hatte im Aus» schüfe keinen Beifall gefunden. Gegenüber diesem recht zweifelhaften Geschäft hielt der Ausschufe es für ratsamer, dafe die Stadt weniger tief in den»säckel greifen, aber dann einen direkten Zuschuß zu den Kosten der Straßenherstellung leisten solle. Da gestern der Magistrats. Vertreter Stadtrat Franz diese Lösung als eine schlechtere bekämpfte und die Möglichkeit einer Zustimmung des Magütratskollegiums anzweifelte, so wurde vorgeschlagen, die Sache zu nochmaliger Prüfung an den Ausschufe zurück- zuVerweisen. Für die sozialdemokratische Fraktion erklärte Genosse Leid, auch sie habe den vom Ausschufe empfohlenen Ausweg akzeptiert, weil sie wünschte, dafe das sehr not- wendige Strafeenprojekt zustande käme. Gegen eine Zurückverwcisung ail den Ausschufe sei aber nichts einzu- wenden. Tie Zurückweisung wurde nahezu einstimmig beschlossen._ Reisegefährten. Sic sind thpisch in ihrer Art und gehören nicht zu den Seltenheiten. Abend für Abend haben sie die gleiche Strecke mit der Bahn. Sie wohnen im selben Vorort, oben im Norden. Ihrer Beschäftigung gehen sie in der Großstadt nach. Beide sind ältere Männer. Ihre Bärte sind bereits im Er- grauen. Auch an den Schläfen überwuchern die silbrigen Fäden schon lange das dunkle Blondhaar. Die Jugendjahre müssen sie auf dem Lande zugebracht haben. Die krummen Rücken, der schivere Gang, die harten, hornigen Hände mit den abgebröckelten Fingernägeln erzählen von harter Erd- arbeit, wie sie der Kampf mit der Scholle mit sich bringt. Ihrer Liebe zur Natur sind sie insoweit treu geblieben, dafe sie ihre Behausung nicht im Häusermeer der Riesenstadt auf- geschlagen haben, sondern draußen, wo noch Bäume und Strauchmerk die Häuser einbüschen, wo sich im Sommer grüne und im Winter weifemagere Feldstücke breiten. Wortkarg sind die beiden Alten, und mißtrauisch jedem Fremden gegenüber. Was sie sich zu erzählen haben, das geht in kurzen, abgehackten Worten von Mund zu Mund. Aber jedes ihrer Worte ist ein Seufzer, oder bringt die Kunde von Entbehrungen, die schwer auf ihnen lasten. Und gerade jetzt vor Weihnachten spricht sich das bei ihnen deutlicher aus, als sonst. Die Not des Alltags läßt sie die Freudlosigkeit des nahenden Festes nur noch härter cnipsiuden. Aus ihren Reden hört man es heraus, wie die Arbeit immer knapper. immer weniger lohnend wird. Dies wäre nötig, und das l Aber die Teuerung! Die Kohleupreise! Und alles andere! Karg gehen ihre Worte; abgehackt fallen sie. Und jedem Wort folgt eine längere Pause. Dann starren sie mit stumpfen Augen vor sich hin, räuspern sich, rücken das krumme Kreuz grade. Und die harten, hochgeäderten Hände tasten mit zitternden Fingern über das Riemenzeug der Segeltuch. Provianttasche, die ihnen zur Seite hängt. Im matten Geflacker des gelben Wagenlichtes hocken sie da: müde, ab- gearbeitet, hoffnungslos... Von Station zu Station rattert der Zug. Die Türen der Abteile werden geöffnet und klatschend wieder zugeschlagen. Die beiden Alten rührt das nicht. Nur wenn die ersten Lichter des Vorortes auftauchen, in dem sie hausen, kommt Leben in ihre arbeitsgckrüinmten Gestalten. Jeder rückt dann Hut und Tasche zurück. Die steifen Hände, die sich kaum noch zur Faust zu ballen vermögen, fassen den Stock. Und wenn der Zug hält, tapsen sie schwerfällig die Trittbretter hinunter und schlurren über den Bahnsteig dem Ausgang zu. Einer hält sich dabei dicht hinter dem anderen. Auto- matisch heben sich die Beine., Die Rücken sind krumm. Die alten Augen suchen den Boden. Freudlosigkeit und Hoffnungs- losigkeit gleiten als Schatten mit ihnen mit. Und das alles in der heutigen Gesellschaftsordnung nach einem schweren, harten Leben voll Mühe und Arbeit! „Berliner Nachtleben." Das Weihnachtsg-schSft wird verschieden gemacht, sehr der- schieden. Wohl dem, der sich nicht dabei abfassen lätzt. Ueberall kann Herr V, Jagow dock nicht sein. Da bekämpft man den Schmutz i» Wort und Büd, da sucht man besonders die gefährdete Jugend �or faden Romanen und Mordsgeschichten zu bewahren. Und am Dönhoffplay, und wer weiß an wieviel anderen Plätzen ebenfalls, wo der Straßenhandel floriert, freihändig und in Buden, steht so ein Mann vor einer funkelnagelneuen Zeltbude. Er schwingt ein in gelbem Papier gewickeltes Etwas, da« in dieser Verpackung wie ein Buch aussieht. Ein Buch mit dick aufgedrucktem Inhalt:„Hochinteressante abgeschlossene Romane". Dann lang auf den, Exemplar herunter die Inhalts- angabe. Und der Mann sckreit:„Immer heran, meine Herrschaften. Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Sonst immer 60 Pfennig. Bei mir heute nur 1b Pfennig. 10 Pfennig so lange der Borrar reicht! Da« ganze Verl in er N a ck t l e b e n." So schreit der Mann, iveist mit dem Zeigefinger auf N u m m e r I deS Inhalts in Fettdruck:„Das ganze Berliner Nachtleben! Das Leben der dunklen Existenzen in der Friedrickstraße! Ein tiefer Einblick in ihr Tun und Treiben! Immer heran, meine Herrschaften!" Die Herrschaften kommen nicht zu ihm. Aber unsere arme Großstadijugend macht ihn reich. Ein Bürschlein nach dem anderen, ein Mädel nach dem anderen, kehrt die Taschen um. sucht den letzten Groschen hervor und opfert ihn auf dem Altar der versprochenen Geilheit. Und dailn erhalten sie das Packet, das mit dem Preis 60 Pfennig verbrämt ist, und dann halten die Betrogenen (Kinder und auch mancher ungebildete, wißbegierige Große) sechs alte in ZeitungSform erschienene kurze Romane oder Novellen in der Hand/ die sie umsonst aus alter Makulatur erhalten könnten. Und die Hauptsache, die tausendmal auSge- fchriene Lockspeise, die Nummer l, das„Berliner Nachtleben", ist gar nicht dabei! Vermutlich bei dieser Lobpreisung längst aus« gegangen. So wird's gemacht. So fängt man die Gimpel. Keiner der Räufer würde die 10 Pf. gegeben haben, wenn er gewußt hätte, daß er doppelt und dreifach geprellt werden würde. Kein Buch, sondern abgelegte Zeitungen. Rein Berliner Nachtleben, sondern irgendein anderer Schmöker. Sechs Zeitungen, sechs wertlose Zeitungsexemplare halten sie in Händen! ES sind die Produkte der B. R.-Z.(Berliner Romanzeitung) und der B. i. Z.(Bücher in ZeitungSform), die auf andere Weise wohl nicht ihre» Weg inS Volk machen würden. Erschienen im Verlag: I. Rothgießer. Verantwort- licherjftedaltenr Iwan Rothgießer. So wirds gemacht._ Blichcrautomatcn auf den Bahnhöfe». Der Eisenbahnminister hat vor einiger Zeit genehmigt, daß aus den Bahnhöfen auch Bücher- automaten aufgestellt werden dürfen. Von dieser Genehmigung ist jetzt nrebrsach Gebrauch gemacht worden. Die Automaten spenden Bücher belletristischen, volkswirtschafilichcn, landwirlschastlichen, ge- schichilichen und pairiotischc» Inhalts gegen Einwurf von 20 oder SO Pf. und scheinen sich, nach der bisherigen Benutzung zu urteilen, bereits viele Freunde erworben zu haben. Bücher sozialdemo- kratisch en Juhalls sind natürlich von diesem Aulomatenvertrieb ausgeschlossen, wie ja bekanntlich auck der Verkauf sozialdemokratischer Zeitungen auf Bahnhöfen verboten ist. Verhandlungen über Waldankäufe. Gestern vormittag wurden die Verhandlungen zwischen der Staatsregierung und dein Zweckverbande über den An- kauf von fiskalischen Waldflächen eröffnet. Von Seiten des Staates sind delegiert die Vertreter der Ministerien für Land- Wirtschaft, des Innern, der Finanzen und des Staats- Ministeriums unter Vorsitz des Unterstaatssekretärs Küster. Der Zweckverbaud ist vertreten dckrch Oberbürgermeister Mermuth, Vcrbandsdircktor Dr. Steiniger, Geh. Justizrat Cassel. Oberbürgermeister Ziethen-Lichtenberg und Landrat a. D. von Treskolv. Wie verlautet, werden die Verhandlungen zu- nächst über die Abgrenzung der fiskalischen Waldflächen ge- führt, welche für den Ankauf durch den Zwcckvcrband in Frage kommen. Sie sollen sich aber alsbald auch auf die Bemessung des Preises erstrecken. Die Dauer der Verhandlungen ist noch nicht abzusehen._ Kriegsauszeichnungen als Handelsobjekt. Die unter den Veteranen herrschende Notlage ist sprichwörtlich. Das„dankbare Vaterland" speist die ehemaligen Krieger, die ihre Knochen zu Markte getragen haben und nun hilflos dastehen, mit einigen Betlelpfeniügen ab, die zum Sterben zu viel, zum Sattesten zu wenig sind. In dieser schwierigen Lage gerät mancher Untertan in Verzweiflung. Der eine macht seinem Hungerleben freiwillig ein Ende, der andere geht bettelnd von Tür zu Tür, von Haus zu Haus und ruft die Mildtätigkeit der Bürger an, stets Gefahr laufend, vom Schutzmann zur Wache gebracht zu werden. Wieder andere greifen zu anderen Mitteln. Einer diesen alten Kämpen hat sich in seiner Verzweiflung an uns gewandt und hat uns seine Kriegs- auSzeichnungen angeboten, bloß um sich einmal sattesten zu können. Leicht mag dem Siebzigjährigen dieser Schritt nicht geworden sein, ist doch die Auszeichnung für einen alten Soldaten der einzige Stolz. ES ntuß also schon weit gekommen sein, wenn ein Kriegsteilnehmer sich dazu entschließt, seine Orden und Ehrenzeichen gegen ein ge- ringes Entgelt fortzugeben. Der alte Herr schreibt uns: „Ich bin ein alter Mann von 70 Jahren und dabei Invalide. Ich habe die Fekdzüge 64, 66, 70/71 mitgemacht. Ich beziehe für Ehrensold 10 Mark und Invalidität 11 zusammen 21 Mark die ich gerade fiir Miete und Essen zu bezahlen habe. Vor einigen Tagen hatte ich das Unglück, ein Portemonnaie mit nieinem ganzen Geld im Betrage von 14 M. zu verlieren, so daß ich mit vollständig leeren Händen vor dem lieben Weih- nachtsfest stehe.~ Ich weiß mir nun gar glicht anders zu helfen, als daß ich meine Orden beifüge und Sie recht sehr bitte, mir dafür einen Betrag von M k. 2 zu vergüten. ES wird mir gewiß schwer, diesen Schritt zu tu», aber Not bricht Eisen." Aus �em beigefügten Militärpaß erhellt, daß der Einsender 1864 als Ersatz-Rekrut in das 6. ostpreußische Jnsanterie-Regiment ein- getreten ist. An folgenden Schlachten hat der Mann teilgenommen: 1866 gegen Oesterreich, Schlacht bei Königgrätz, Gefechte bei Trautenau und Tobitschau, 1870/71 Feldzug gegen Frankreich vom lo. Juli 1870 bis 10. August 1871 und in diesem die Schlacht bei Metz am 14. August, am 31. August und 1. September die Schlacht bei Noisteville sowie die Zernieruug von Metz und Mezisres. Die beigefügten Kriegsdenkmünzen bestehen aus denen von 1866 und 1870/71 sowie auö der Zentenar- und der Verdienst- medaille. Es muß wirklich schlimm stehen, wenn der Inhaber von Ordensauszeichnungen dieselben zum Kauf ausbietet, nur um sich einmal sattessen zu können. Für die Regierung ist es beschämend, daß Veteranen zu solchen Verzweiflungöschritten getrieben werden. Im Tiergarten steht die Siegessäule, an der zu lesen steht:„Das dankbare Vaterland dem siegreichen Heere". Davon werden die Veteranen aber nicht satt. Es wird die allerhöchste Zeit, für die alten Kämpfer zu sorgen. Das müßte aber sehr schnell geschehen, sonst ruhen sie im Grabe, wenn Hilfe kommt. „Wir Hausagraricr." In welcher Art manche Hausbesitzer mit ihren Mietern um- springen zu dürfen meinen, dafür wird uns ein sehr beachtens- wertes Beispiel mitgeteilt. Ei» Mieter des Hauses Cadiner Str. 2t wurde von der Landesversicherungsanstalt Berlin wegen eines seit längerer Zeit bestehenden LuugenleidenS auf seinen Antrag in die Heilstätte Beelitz geschickt und begab sich sofort nach Empfang der Bewilligungsnachricht am 7. November dorthin, obwohl er für November noch nicht die Wohnungsniiete bezahlt hatte. Bon Beelitz aus schrieb er seinem Hauswirt, er habe jetzt die Miete nicht drüber, aber nach der Rückkehr aus der Heil statte werde er sie bezahlen. Als Antwort kam der folgende Brief: Berlin O. 34, Cadiner Str. 21, 12. Nov. 12. Herrn Emil Zimmermann, Beelitz. Im Besitz Ihrer Postkarte vom 8. d. M. kündige ich Ihnen hiermit die innehabende Stube zum 1. Dezember 12, mittags 12 Uhr. Wenn wir HauSagrarier, nur um vegetieren zu können— auf russisches Fleisch langt es bei uns schon lange nicht mehr—, 18 Stunden täglich arbeilen müssen, dann kann niemand von uns verlangen, daß wir jedem Mieter eine beliebige Zahlungsweise einräumen: denn das würde ja da» reine Beltelgeschäst über- treffen, und da sagen wir: Wenn es schließlich auch nicht mehr auf vegetarische Kost langen sollte, dann lieber hungern oder Sozialist werden, wo man nur die Hälfte Zeit zu arbeiten braucht und im übrigen nur Reckte zu bcauiprucheu hat. Wenn sich so ein Kindskopf noch finden würde, der mir mein Haus abkaufen, d. h. mir nur mein sauer erworbenes, nachweisbar hineingestecktes Geld herauszahlen würde— den Verdienst will ich gerne de» Sozialisten überlassen—, dann würde ich Obersozialist, und um als solcher menschenwürdig leben zu können und nicht wie jetzt jedermann den zurückgelassenen Schmutz nachwischen und die Buden von Grund auf reinigen zu müssen. Für den Fall, daß Sie nicht wissen, wo Sie die Zeit über, wo Sie beurlaubt sind, Ihre Ein« richtungsstücke lasten, biete ich Ihnen hierzu eine verschließbare Bodenkamnier für den Preis von 10 Pfennig täglich an, und würden wir auf Ihren Wunsch Ihre Sachen in eine solche bringen. Eine Hastung für Diebes- oder F�iierSgefahr lehne ich selbstverständlich ab. Gerne tue ich es überhaupt nicht, ich will Ihnen nur in diesem Spezialfall behilflich sein. Selbstverständlich können Sie auch,»wenn Sie innerhalb drei Tagen, von heute ab gerechnet, er- klären, die Miete pünktlich am 1. eines jeden Monats wie bisher weiterzuzahlen, wohnen bleiben oder, wenn Sie vom Urlaub zurückkehre» und bei niir ein Zimmer frei wird, wieder ein solches mieten. Ich kann Ihnen jedoch auf keinen Fall eine Ihne»! beliebige Zahlungsweise einräumen. Hochachtend I. E. Görg. Eine Kündigung ausgerechnet in diesem Augen« blick mußte den Mieter sehr schwer treffen. Er befürchtete, den Ersolg seiner eben erst begonnenen Kur zu schädigen, wenn er sie schon am 1. Dezember wieder unterbräche, um nach Berlin zu fahren und den Umzug auszuführen. Schleunigst brachte er daher die Miete für November zusammen und schickte sie dem Wirt mit dem Versprechen, fortan die Miete pünktlich zu zahlen, wie er eS bisher getan batte. Der Wirt willigte dann in eine Fortdauer des Mietsverhältnisses. Wir glauben dem Hausbesitzer Herrn Görg einen Gefallen zu tun, wenn wir den uns bekannt gewordenen Wortlaut des Briefes jetzt weiteren Kreisen zur Kenntnis bringen. Er wird gewiß wünschen, daß die Leser des„Vorwärts", die ihm so beneidenswert scheinenden Sozialdemokraten, erfahren, wie schlecht eS ben vielgeschmähten Hausagrariern geht, wie sehr sie sich abrackern müssen, wie kläglich sie dabei leben. Und auch damit wird er einverstanden sein, daß ivir die Liebenswürdigkeiten, die er den Sozialdemokraten sagt, unseren Lesern nicht vorenthalten. Diesem Dokument hausagrarischer Denkart noch irgendein Wort der Erläuterung hinzllzufüge», haben wir wohl nicht nötig. Wissen möchten ivir nur, was für ein Sorte Arbeit das ist, die der bemitleidenswerte Herr Görg täglich 18 Stunden hindurch treiben muß,„nur um vegetieren zu können". Kanu uns einer diese Frage beantworten? Selbstmord eines Arbeitslosen. In einem Schanklokal Box« Hagener Straße 16 hat sich am Mittwochnachmittag der 30jährige Arbeiter Sch. erschossen. Der Lebensmüde hatte vorher im Lokal einige Gläser Bier getrunken, ohne jedoch etwas von seinem Ent- schlutz laut werden zu lassen, schließlich begab sich Sch.' in ein nach dem Hofe zu belegenes Zimmer, wo er sich zwei Kugeln in die rechte Schläfe jagte, die seineu sofortigen Tod verursachten. Ju einem hinterlasse»«» Schreiben gab Sch. als Grund zu dem Selbst- mord dauernde Arbeitslosigkeit an. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und nach der Friedrichsfelder Leichenhalle geschafft. Zwei der gefährlichsten Ringnepper, die nicht bloß in Berlin und Vororten, sondern auch in vielen anderen deutschen Städten, wie Magdeburg, Braunschweig, Hannover usw. unzählige Opfer gefunden und oft gerade unbemittelte Leute auch noch um ihre letzten Ersparnisse gebracht haben, hat jetzt endlich ihr Geschick ereilt. Es sind ein 27 Jahre alter Kellner Peter Kuswik auS Piegisk in Rußland und. ein 26 Jahre alter Handlitngs« gehilfe OSkar Grottian aus Argenau im Kreise Hohen- salza. Kuswik ist in mehr als einer Beziehung gemeingefährlich. Seinem Berufe schon lange entfremdet, erwarb er fflnen Lebensunterhalt durch Zuhälterdienste. Schon wiederholt bestraft, wurde er vor zwei Jahren wegen Kuppelei aus dem Deutschen Reiche ausgewiesen, kehrte aber zurück und trieb im Verborgene» sein schändliches Gewerbe weiter, bis er wieder erwischt und zu IS Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Nachdem er diese Strafe in Plötzensee verbüßt hatte, verband er sich mit Grottian mid einem dritten, von dem man bisher erst den Spitznamen „Neppermax" kennt, zur gewerbsmäßigen Ningnepperei. Die Baude trieb es ärger als irgend eine dieser Art vorher. Grottian spielte dabei regelmäßig den„Schieber". Viele Anzeigen vexanlaßten die hiesige Krtminalpolizei zu besonderen Beobachtungen. Die Bande hatte aber wohl Wind bekommen und verschwand auS Berlin, um in der Provinz und im Reich ihr Treiben fortzusetzen, bis cS jetzt der Leipziger Kriminalpolizei gelang, sie zu erwischen und jedenfalls auf längere Zeit unschädlich zu machen. Mit Hilfe des Tagesberichtes und der Photographien der gewerbsmäßigen Gamier wird jetzt deren„Arbeit" in den verschiedensten Städten in allen Einzelheiten aufgedeckt. In Berlin sind ihnen bisher zehn Ring- neppereien, bei denen sie zum Teil erhebliche Summen erbeutete»«, nachgewiesen worden. Anderen Geneppten müssen die Bilder noch vorgelegt werden. Das dritte Mitglied der Bande, der„Nepper- maxe" ist noch nicht ermittelt. Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete sich am gestrigen Donnerstagvormittag an der Ecke der Rathenower und Turmstraße. Dort wollte ein Herr Toepke während der Fahrt den Motor» wagen 2039 der Linie 23 besteigen, kam jedoch zu Fall und blieb neben dem Gefährt liegen. Der Venmglückte, der eine schwere Ge» Hirnerschütterung und Bruch der Schädelbasis davongetragen hatte, wurde nach dem Krankenhaus Moabit übergeführt. Einen tödlichen Unfall erlitt im Laufe de« gestrigen Zages der Telegraphenarbeiter Franz Horn, der in Buchholz mit dem Abladen von Telegraphenstangen beschäftigt war. Infolge einer Unglück» lichen Wendung kam eine Stange inS Schwanken und schlug den Arbeiter so heftig inS Genick, daß derselbe leblos zusammenbrach. Vorort- 1>lacbricbten. Charlottenburg. Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Die wichtigste Vorlage, mit der sich die Versammlung am Mittwoch zu beschäftigen hatte, war die über die Beteiligung an der Errichtung einer Auto» mobil- Verkehrs- und Uebungs st ratze im Grunewald. Während die Vorlage in der ersten Lesung aus starken Widerspruch auch in den Reihen der Liberalen gestoßen war, war die Stimmung jetzt plötzlich umgeschlagen, obwohl die Aenderungen, die der Ausschuß daran vorgenommen hatte, keineswegs Verbesierungen sind. Hiernach übernimmt die Stadt Charlottenburg auf die Dauer von 30 Jahren Garantie bis zur Höhe von IS 000 M. jährlich, unter der Bedingung. daß n. a. der Kreis Teltow entweder von den auszugebenden Schuld- verichrcibungen 2S0 000M. übernimmt oder eine Zins- und Tilgungsgarantie von gleicher Art und Höhe wie Charlottenburg leistet, da ferner auf der Automobilstraße ein Schnellomnibusverkehr zu Fahr- preisen eingerichtet wird, die den üblichen Sätzen des Eisenbahn- Vororttarifs der dritten Klaffe entsprechen, und endlich daß der Stadt- gemeinde eine Anteilnahme an der Verwaltung des Unternehmen« behufs Kontrolle desselben in irgend einer Form geleistet wird. Namens der Sozialdemokraten wandte sich Genosse Gebert gegen das Projekt, dessen Anregung auf die höchste Stelle zurückzuführen sei, nachdem das Projekt einer Automobilstraße im TauuuS gescheitert sei. Für BerkehrSverbesserungcn seien die Sozialdemokraten stets zu habe», nicht aber für dieie Vorlage, die den Verkehr nicht fördern und die Stadt jedes Einflusses aus den Verlehr berauben werde. Die Straße werde lediglich ein Tummelplatz für den. Automobilsport werden. Zu diesem Zweck städtische Mittel zur Verfügung zu stellen, liege kein Grund vor.— Das Resultat war die Annahme der Vor« läge nach den Beschlüssen des Ausschusses mit eitlem weiteren gusatz, dah der SchnellomuibuSverkehr in schneller Folge bis ins Innere der Stadt durchzuführen ist. Weiter stimmt die Bersamnilung einer Magistratsvorlage zu, wonach die restlichen zwei Achtel der der Stadt zugefallenen Rauhendor ff scheu Erbschaft('/� Million Mark) zu einer Stiftung verwandt werden sollen. Bei der Verteilung der Zinsen sollen zunächst berücksichtigt werden die Fürsorge für die Jugend aller Altersstufen einschließlich der schulentlassenen Jugend, die Hin- gäbe von zinslosen Darlehen an verschämte Arme und die Fürsorge für genesende Personen. Doch soll daS�aus 4 Stadtverordneten und 3 MagistratSrmigliedern bestehende Kuratorium auch berechtigt sein. den Verwendungszweck abzuändern. Die Vorlage betr. Anlegung eines Ringbahn-Per- fonenbahnhofs Witzleben wurde einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. Der von der Stadt zu zahlende Zuschuß für dies Unternehmen ist auf 236 000 M. veranschlagt.— Bei den Mitteilungen des Vorstandes betr. Kontrolle über die Ausführung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung ent- spann sich eine längere Debatte über die Frage der Anlegung eines Gemeindefriedhofes. Wie der Magistrat mitteilt, haben die Jahre zurück liegenden Verhandlungen immer noch zu keinem Er- gcbuiS geführt, sind aber soweit gefördert, daß der Stadt verordnetenversammlung voraussichtlich im Laufe des Jahres 1S13 weitere Mitteilungen gemacht werden können. Ebensowenig wie der liberale Stadv. Bollmann erklärte sich Genosse Zietsch von der Auskunft des Magistrats für befriedigt. Er wies unter lebbastcr Zustimmung darauf hin. daß der Widerstand bei gewissen kirchlichen Kreisen liege, für die ein Geineindefriedhof ein Konkurrenz unternehmen bedeute. Auf seine weitere Anfrage, wie weit die Be� mühungen von Erfolg gewesen seien, das Berliner Krematorium für Charlottenburg der Benutzung zugänglich zu machen und wie eS mit der Errichtung einer llrnenhalle stehe, erwiderte Stadtrat Dr. G o t t stein, daß das Krematorium Charlottenburger Bürgern unter den- selben Bedingungen zur Benutzung frei stehe, wie den Berlinern, und daß die Frage der Errichtung eines Krematoriums und einer Urnen- Halle den Magistrat im nächsten Monat beschäftigen werde. Ueber dcu Stand der Errichtung des Gemeindesriedhofs gab Bürgermeister Dr. Maier die Auskunft, am S. August 19!0 habe der RegierungS- Präsident in Potsdam mitgeteilt, daß er allen Anträgen auf Anlage eines Gemeindefriedhoss außerhalb des Stadtgebiets eiitgegen treten müsse. Es bleibe also nur übrig, ihn innerhalb des Stadtgebiets unterzubringen, und diesem Gedanken stehe der Magistrat nach wie Vor sympathisch gegenüber. Am Schluß der öffentlichen Sitzung nahm der Vorsteher Kauf mann, der mit Ende des Jahres seinen Posten wegen vorgerückten Allers niederlegt, von der Versammlung Abschied. In geheimer Sitzung bewilligten die Stadtverordneten dann noch die Summe von 300 000 M. zu einer aus Anlaß de« im nächsten Jahre stattfindende» 2ö jährigen RegierungSjubiläums des Kaisers zu errichtenden Stiftung, die der Erweiterung des Charlottenburger Erholungsheims„WaldhauS" bei Beelitz dienen soll. Außerdem wurden 1300 M. bewilligt als Beitrag zu einer künstlerisch aus gesührten Adresse, die dem Kaiser bM derselben Gelegenheit von den im Deutschen Städtetage vereinigten Städten überreicht werden soll. Die Adresse, deren Gcsamtkosten sich auf zirka 80 000 M. belaufen werden, wird in München unter Aufsicht des dortigen Oberbürger meisterS v. Borfcht hergestellt. WilmerSdorf-Halenfee. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Eine ganze Reihe kleinerer Vorlagen war zu erledigen, bevor die Versammlung an den Hauptgegenstand ihrer Verhandlungen herantrat. Wir erwähnen deu Beschluß, einen zu Ansang deS JabreS 1911 von unseren Parteigenossen gestellten Antrag auf Eiir siihrung der Arbeitslosenunterstützung und Errichtung eines Arbeitsnachweises durch die Erklärung des Magistrats für erledigt zu erklären, wonach im Januar nächsten Jahres ein Arbeitsnachweis sowohl für gelernte als auch für ungelemte Arbeiter errichtet werden soll. In früheren Jahren entfachte die Magistratsvorlage über die Auswahl der zu asphaltierenden Straßen unter den Vertretern der bürgerlichen Bezirlsinteressen zumeist ausgedehnte Redekämpfe. Für das nächste Jahr ist zur Asphaltierung ausgewählt worden der Einser Platz, der Hohenzollerndamm zwischen Hohenzollernplatz und Kaiser-Allee, die Kaiser-Allee zwischen Hohenzollerndamm und Spichernstraße, der Nürnberger Platz, die Nürn berger Straße zwischen Nürnberger Platz und EiSIebener Straße, die Gieselerstraße zwischen Hohenzollerndamm und Wegenerstraßs und schließlich die Württembergische Straße zwischen Pariser Straße und Düsseldorfer Straße. Im ganzen find für diese Straßen 290 OOOM. an Asphaltierungskosten in Ansatz gebracht. Die Einigkeit der bürgerlichen Vertreter gab sich diesmal darin kund, daß vorab fast gar keine Einwendungen gegen die getroffene Aus- wähl erhoben wurden, trotzdem die in Betracht kommenden Straßen fast alle im Norden der Stadt gelegen sind. Ohne weitere Erörterung wurden auch die letzten Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung für gültig erklärt; der Bericht- erstatter Stadtverordneter B ü ch t e m a n n flocht in sein Referat aber eine Bettachtung über die Gültigkeit des StietzbrauchSrechtS ein, und zwar in Erinnerung an den Fall Lazarus. Die vor zwei Jahren erfolgte Wahl dieses demokratiichen Stadlverordneten war von der Stadtverordnetenversammlung für ungültig erklärt worden, weil das nach der Städleordnung zulässige Nießbrauchsrecht von diesem Herrn zu Unrecht in Anspruch genommen sein sollte. Das Mandat des Herrn Lazarus neigt sich seinem Ende zu, die Klage aber schwebt immer noch. Ueber die Annahme der Magistratsvorlage, betreffend die Ab standnahme von der Errichtung einer Allgemeinen Ortskrankenkasse und die Zustimmung zur Errichtung einer Landkranken- lasse haben wir bereits gestern in Kürze berichtet. Der Bericht- erstatter Dr. Leidig vertrat die Anschauung, daß die von der Ortskrankenkasse in einer Eingabe an die Stadtverordnetenverfamm- lung gegen die Landkrankenkasse geltend gemachten Gründe auf un- richtigen Boraussetzungen beruhten. Genosse Riedel entgegnete an der Hand von Berechnungen, die in Nachbargemeiuden wie auw außerhalb Groß-Berlins aufgestellt sind, daß es um die Prosperität einer solchen Kasse schlecht bestellt sein werde. Die Hauptsache sei aber darauf zu legen, daß die S e l b st v e r w a l t u n g, aus die man doch sonst wenigstens in Worten große Stücke gebe, in der Landkranlenkasse ausgeschaltet sei, und daß der Magistrat mehr auf den Willen einer reaktionären Regierung gebe als auf dies Recht, wenn Arbeiter und Arbeiterinnen eS ausüben wollten. Beachtenswert ist, daß Dr. Leidig in seinen im übrigen sachlichen Darlegungen den Grundsatz geltend machte, daß sich für Die n st- boten, die zum wesentlichen die Mitgliedschaft der Landkcanken- lasse bilden werden, die Selbstverwaltung nicht empfehle; in den Nachbarorten, so meinte Herr Leidig weiter, waren vielleicht p o l i- tische Gründe für die Begünstigung der OrtSkrankenkassen maß- gebend gewesen I Vom Magistratstisch auS trat Stadtrat B r o h m für die Land- krankenkasse ein, ohne irgend etwas Erhebliches zu sagen. Erwävnt sei auS seinen Ausführungen nur die Mitteilung, daß die vom Kreise Teltow emgerianete Dienstbotenversicherung nach Er- richtung der Landlrankenkosse im Kreise ihre Tätigkeit einstellen wird und daß auch die Forlexistenz des bekannten Berliner Abonne- «rentSvereinS fraglich sei. Wie wir schon erwähnten, fand schließlich die gegen das Selbst- verwallungsrecht der Arbeiterichaft gerichtete Vorlage mit allen gegen die füns Stimmen der Sozialdemokraten und Fortschrittler An- nähme, nachdem ein Antrag, die Sache vorab in einem Ausschuß zu beraten, abgelehnt worden war._ Bemerkenswert ist, daß mit einer Ausnahme auch die der Stadt- verordnetenversammlung angehörenden A e r z t e für die Land- krankenkasse stimpllen, obgleich eine Versammlung der Aerzte die Errichtung einer solchen Kasse weder für notwendig noch auch nur st» wünschenswert erklärt hatte. Neukölln. Ein verhängnisvoller Jrrkutu. Ter Dröschkenkuischer HerRann Hetzke, Berliner Straße 92 wohnhaft gewesen, begab sich gestern vor- mittag nach einem Schanklokal in der Mainzer Straße und for- derte sich hier einen Nordhäuser und ein Glas Weißbier. Nacktem er Idas Schnapsglas geleert hatte, klagte er über furchtbare Schmerzen und brach auch gleich darauf zusammen. Der Wirt ent- deckte nun zu seinem Entsetzen, daß er deni Hetzke statt Nordhäuser Salmiak gegeben hatte und brachte ihn schleunigst nach dem Urban- krankenhause. Hier konnte aber nur noch der Tod festgestellt werden. Die Leiche wurde dem Schauhause überwiesen. Lichtenberg. Die Jugendschriften- und WandschmuckauSstcllung, Sie sich im Lokal von Wilhelm Schulz, Kronprinzenstr. 47(Ecke Scharnweber- sttaße), befindet, wurde gestern abend eröffnet. In verschiedenen Orten des Kreises, wo die Ausstellung bereits arrangiert war, hat dieselbe überall guten Anklang gefunden. Da der Eintritt kostenlos ist, wird der Arbeiterschaft Lichten- bergs der Besuch empfohlen. Die Ausstellung dauert bis zum 23. Dezember und ist an den Wochentagen abends von.%ö bis �HIO Uhr und am Sonntag von 4 bis%10 Uhr geöffnet. Weistensee. Ein drolliger Hauswirt, so wird uns berichtet, scheint der Be- sitzer des Hauses Wilhelmstr. 26 zu sein. Derselbe hat an der Tür seine« HauseS eine Kelte anbringen lassen, die eS den Be- wohnern nur gestattet, die Tür in einer Breite bis zu 72 Zentimeter zu öffnen. Das HauS hat drei Etagen, die von je vier Mietern bewohnt sind. Die Mieter richteten an die Polizei eine Beschwerde mit dem Erfolge, daß dieselbe den Hauswirt ersuchte, die Kette zu entfernen. Der Hauswirt hatte einige Mieter, die mit ihrer Miete im Rückstände waren, verklagt und auch ein obsiegendes Urteil er- stritten. Da trotzdem die Mieter nicht zahlte», kam er auf die Idee, den HauSeiugang zu sperren, damit die zahlungsunlustigen Mieter nicht etwa mit ihren Sachen unerlaubt ziehen. Er verlangt sogar von der Polizei Schadenersatz, wenn man ihn durch Entfernung der Kette in seinem Lorhaben stört. Daß dieser drollige Einfall aber für das Gut und Leben der Bewohner des HauseS die größten Ge- fahren bringen kann, man denke bloß an den Ausbruch eines FeuerS, hat sich anscheinend wohl der erfinderische Hauswirt nicht überlegt. Seine Maßnahmen können daher von der Baupolizei nicht geduldet werden. Trevtow-Baumschulenweg. Ein verkannter Wohltäter. Einer jener beliebten blauen Scheine, auf hundert bare Reichsmark lautend, ist einem der hiesigen Gemeinde- beamten jüngst durch die Post in verschlossenem Kuvert übermittelt worden. �>a aber der edle Spender in seiner Bescheidenheit nicht genannt fem wollte, er wohl auch glaubte, daß der also Beschenkte die Herkunft des Geldes ohnedies.ahnen" würde, unterließ er es. den Absender zu vermerken. Nun hat der glückliche Empfänger zwei Wochen lang nach dem Geldgeber und der ZahlungSnrsache geforscht, aber keiner wollte eS gewesen sein. So wandte er sich m seiner HerzenLnot an den Gemeindevorstand, der darauf den.Blauen" fürsorglich in Verwahrung nahm und nun in einer öffentlichen Bekanntmachung droht, ihn gar der Armenkasse zu überweisen, falls nicht innerhalb sechs Monaten Ansprüche darauf erhoben werden. Das loird nun freilich nicht geschehen, denn der allein Berechtigte wird sich hüten, außer der selbstverständlichen Abweisung seiner Schmiergelder sich auch noch eine Bloßstellung nebst ihren sonstigen unangenehmen Folgen zuzuziehen. Britz-Bnckotv. Die vom hiesigen Bildungsausschuß am 8. Dezember veranstalteten Märchenspiele halten wider Erwarlen einen so starlen Zuspruch, daß der BildungSausschuß sich veranlaßt steht, einen zweiten Kinder- abend zu veranstalten. Derselbe findet am 21. Dezember, abends 8 Uhr bei Becker, GesellschastShouS Britz, Chausieestt. 97 statt. Ver- bunden damit ist die Jugendschriftenausstellung, in der nur gute Bücher für die proletarische Jugend jeden AlttlS vorhanden sind, ebenso gute Gesellschaftsspiele. Adlershof und Umgegend. Heute nachmittags von 4 biS 5'/, Uhr findet die Bertteterwahl zur Ortskrankenkasse für die« r b e i t g e b e r im Restaurant Lehm- grübner, Biimarckstraße 60, statt. Als Legitimation.ist die letzte Beitragsquittung zu benützen. Durch einen Jrrlum ist obige Notiz bereits in der gestrigen Nummer des„Vorworts" erschienen. Die der Kasse angehörenden Arbeitgeber wollen daher beachten, daß die Wahl erst heute stattfindet. Birkenwerder. Gemeindcvertretersitzung. In der letzten Gemeindevertreter- sitzung machte der Gemeindevorsteher bekannt, daß die Ver- anlagung zur Umsatz st euer von jetzt ab von ihm selbst er- folgt und nrcht wie früher von einem Steuerausschuß, wie es der Regierungspräsident bestimmte. Das Gesetz schreibt dem Gemeinde- Vorsteher die Befugnis zur Veranlagung vor. Die Hundesteuer wurde dann von 8 M. auf 10 M. erhöht. Genosse Pieper sprach dagegen, die Bürgerlichen stimmten aber alle dafür. Die Mehr- einnähme wird auf ungefähr 220 M. geschätzt. In der Klage I r m e r t gegen die Gültigkeit der Wahl deS Herrn Schäfer at der Kreisausschuß die Wahl für ungültig erklärt. Die Gemeindevertretretung hat keine Berufung gegen dieses Urteil ein- gelegt. Es wird also in allerkürzester Zeit eine Neuwahl stattfinden, wenn nach der alten Liste noch gewählt werden soll, woran es doch den Grundbesitzern vor allen Tingen liegt, damit ihre Forcnsen noch alle mitstimmen können. Der Vertrag mit der Pro- vinzialberwaltung behufs Legung von Röhren und Lei- tungen sowie baulichen Veränderungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen brachte die Grundbesitzer, welche sonst zu den Vorschlägen des Gemeindevorstehers nur immer ein Kopfnicken haben, plötzlich in Erregung. Der Grundbesitzer Schulz beantragte Ueberweisung an eine Kommission. Der Gemeindevorsteher fühlte sich durch diesen Antrag in dem ihm sonst entgegengebrachten Vertrauen ver- letzt und wurde gegen den Antragsteller etwas ausfallend, worauf letzterer sich gegen die Verdächtigung des Gemeindevorstehers ver- wahrte. Der Schöffe H i l d t m a n n stellt« dann den Antrag zur Verlesung des Vertrages. Genosse Pieper sprach dagegen, da doch der Vertrag der alte sei und nur ganz kleine Abänderungen hätte. Der Antrag auf Verlesung wurde jedoch angenommen und der Ge- meindevorstehcr begann zu lesen. Nachdem er 12 Paragraphen vorgelesen hatte, schien es doch den Grundbesitzern um ihre Zeit leid zu tun und es wurde nun von einer weiteren Verlesung Ab- stand genommen. Die Bertrag wurde dann gegen die Stimm- enthaltung deS Grundbesitzers A. Schulz angenommen. Zum Schluß gelangte noch der Bebauungsplan jenseits der Bahn zur Annahme. PotSdam. Der städtische Fleischvcrkauf hat nunmehr eine Form angenommen, die voraussichiticb als cndgiltiger Abschluß angesehen werden darf. Während in letzter Zeit der Verkauf von etwa 40 verschiedenen Schlächtern vorgenommen worden ist. findet er jetzt nur noch bei neun in den verschiedensten Stadtteilen der Stadt wohnenden Schlächtern statt, die sich venrag-mäßig zum Verlaus einer gewissen Menge von russischem Rind- und Schweinefleisch ver- pflichtet haben. Die Preise sind für die billigeren Sorten etwas vermindert worden. Wöchentlich sollen von den neun Schlächtern 22 Zentner Schweine- und 12 Zentner Rindfleisch abgenommen und zum Verkauf gebracht werden. Da« Fleisch wird durch Berlin bezogen. Diese Abmachungen sind aus Drängen der Stadt erfolgt, denn die tschlächker, die sich anfangs zum Berkauf bereit erklärt hatten, hielten nicht Wort und nahmen teilweise über- Haupt kein Fleisch ob. DaS Publikum fragte dann vergeben« nach den, billigen Fleisch au und mußte schließlich, wen» es nicht wieder aus dem Lade» gehen wollte, da« teure Fleisch kaufen. Dieser llm- stand hatte auch den Magistrat kürzlich zu einer Bekanntmachung an das Publikum veranlaßt, ihm die Schlächter zu melden, bei denen sie, trotzdem sie sich verpflichtet hatten, kein Fleisch erhalten konnten. Eingegangene Druckschriften. Von der„Renen Zeit" ist soeben das 12. Hest des 31. erschienen. Aus dem Inhalt des HejteS heben wir hervor: Die Städtc» ordnung von 1808. Von Fr. Mehring.— Wie eS im Jahre 1885 stand. Ein Beitrag zur Geschickte der Wahltaltik der Sozialdcniolralie. Von Ed. Bernstein.— Der jüngste Radikalismus. Von K. Kautsky.— Land» wirtschastliche Slrcitsrageii. Von Ernst Ebhardt(Kosuchen bei Bialla).— Wie gewinnen wir die Jugend zwischen dem achtzehnten und cinund» zwanzigsten Lebensjahre? Von Richard Weimann.— Schriften zur Reichsocrsicherung. Von Gustav Hoch.— Literarische Rundschau: Penk, Dr. Albrecht. Professor an der limversität Berlin usw., Die Lage der deutschen Großstädte� Von ad. br. Lothar Engclbcit Schücking. DaS Elend der preußischen Verwaltung. Von Einst Mehllch.— Zeitschrtjteu- schau. Von I. Kotigen. Die„Neue Zeil" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch« Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von S,!!5 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abotiniett werden. Das einzelne Hest kostet LS Pf. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstag«- Wahltreis Arnswalde-Friedcberg. Ortsgruppe Berlin. Sonntag, den 22. Dezember, nachmittags 3 Uhr. findet bei Timm, TUstter Str. 79, eine Versammlung statt. Da in derselben Bericht über die Verhältnisse im Kreise gegeben werden soll, ist das Eischemen eines jeden Genossen dringend geboten._ Bnefkalten der Redaktion. Die jutlstilche spreqstuuve flötet Ltndenstralie ev, vor» vier Dreppe» — Nahrftup»—, wochentSglich von V.'j tts 7z-, Nftr abends. Eonnadends, tum 4z-, dl» 6 Uhr ahendS statt. Jeder für dt» Brieflaften bcstwlmtcu Anfrage ist ein Buihftadc and eine Iah« als Mertzetiheu detznfügr». Brtcfttche Antwort wird nicht rrttlU. Anfrage», deueu leine«douucmeutSqnttMng detgefüg» ist, »erden nicht brantwortet.(iiiige Fragen«rage«an in der Sprechstunde vor. G. S. 100. E« besteht keine Gefahr.— M.) Spree, Sprcinberg') , Biestow Weser, Münden » Minden Rhein, Maximiliansau » Kaub . Köln Neckar, Heilbronn Main. Hanau Mosel. Trier ')+ bedeutet Wuchs.— Fall.') Unterpegel.•) weiter fallend.— *) Am 17. um 8 Uhr höchster Wasserstand 484 cm. SsszialiemokralischerWahlyereiii 1.1 8. Bert. Relctisiasswatilkpels. Am Mittwoch verstarb unser Genosse, der Steinmetz tiermann Krüxer Trestowslr. 34. Beziri 512. Ehre seinem Zludcnken: Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, von der Halle de» städtischen Fried hoses m Jricdrichssclde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borftaud. Büchhandlung Vorwärts Undenstr. 69(laden) Wie wird die Staatsansehörigkeit erworben? Ein Führer durch das Recht der Staats- und Reiohsangehörigkeit. Von H. Leime. Preis 25 Pt 147119