Ur. 300. Nbonnementz-keäinMsen: MomixmcntZ< Preis vrSnumerands! Bierteljährl. m., nonatf. 1,10 SKI., wöchentlich 26 Psg. srei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nunnner mit illustrierter Sonntags« Beilage.Die Neue Welt' 10 Psg. Palt- Adonnemcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingciragcn in die Post- Zeitungs» Preisliste. Unter Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 2 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. Eilditlnt ilgilid auBtr msntaat. Nerlinev VolkesblÄkk. 29. Jahrg. Die Infertlons' Geblar beträgt sür die sechsgespaltene Kolonel« zeile oder deren Raum 00 Pig.. für politische und gewerlschastliche Vereins- und Lersnnuulungs-Anzeigen!i0 Pfg. „Aleine Z�n-eigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg. izulässig Üscttgcdruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstcllcuan- zeigen das erste Wort 10 Psg.,>edes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 1b Buch- i laben zählen sür zwei Worte. Inserate ür die nächste Rumnicr niüsscn bis M Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geässnet. Telegramm-Adresse: „SoalaltUwssin» RtrllD". Zcntralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SRI. 68, Lindenstrasse 69* Fernsprecher- Amt Moritzplatz, Nr. 1S83. Expedition: SM. 68, Ltndcnetraaac 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. ISSS. Sie MeSerlage daß vielmehr alles, was von unserer Seite bisher unternommen wurde, stets ge- tragen war von dem ehrlichen Willen, die nach unserer Ansicht gefährdete Politik Bassermanns und seine Stellung als Führer der Partei zu stützen. Was den Abgeordneten Schiffer betrifft, so können wir den Geschäftsführenden Ausschuß nicht als un- parteiischen Richter anerkennen. Der Geschäftsfiihrcnde Ausschuß bat seinerzeit, als ihm die Differenzen mit dem Abgeordneten Schiffer vorgetragen wurden,'ausdrücklich eine Vermittelung in dieser Angelegenheit abgelehnt: er bat somit nicht die Befugnis, nachdem sich die Dinge weiter zugespitzt haben, nunmehr ein- 'eitig fürden Abgeordneten Schiffer, der selbst em Geschäftsführend ein Aussichuß angehört, Partei zu ergreifen. Im übrigen bedauern wir auf das lebhafteste, daß der Ge« fchäftsführende Ausschuß durch Hervorkehrung der persönlichen Streitigkeiten die bestehenden sachlichen Unterschiede in der Partei zu verschleiern sucht. Diese Vertuschung und Verdunkelung! ist eS aber gerade, gegen die wir uns von jeher gewendet haben, und gegen die wir nunmehr alle Freunde einer liberalen Parteipolitik auffordern, sich ebenfalls mit aller Ent- schisdcnbeit zu wenden. Es sind in der nativnalliberalen Partei Kräfte an der Arbeit, die auf ein bedingungsloses Zusammengehen m i t den Konservativen hinarbeiten. Auch wir verkennen nicht, daß im vaterländischen Interesse eine Arbeitsgemeinschaft des gesamten Liberalismus auf der einen und der konservativen Parteien auf der anderen Seite erstrebenswert wäre. Aber nach unserer Ausfassung kann dies nicht«her geschehen, als bis beide Teile sick als gleichberechtigte Faktoren gegenüberstehen. Solange die konservative Partei aber ihre Abhängigkeit vom Zentrum und ihr Hörigkeitsverhältnis zum Bunde der Landlvirte nicht von sich geworfen hat, ist ein Paktieren mit ihr contra naturam einer liberalen Partei und muß jeden wirklich liberalen Mann, dessen Blick nicht durch persönliche Beziehungen oder durch Ma n da t s schm e r z e n getrübt ist, angesichts des immer weiteren Anwachsens der Sozialdemokratie mit banger Sorge erfüllen. Die schwerste Stunde der nationalliberalen Partei hat geschlagen. Tie tiefgebenden sachlichen Gegensätze drängen zür Entscheidung. Ob l>edeutungsloses Anhängsel der konservativen Partei oder mitbestimmender Teil im deutschen Liberalismus, da? ist die Frage, die jetzt entschieden werden muß. Aber nicht vom Geschästsführenden Ausschuß oder vom Zentral- Vorstande, sondern einzig und allein vom allgemeinen Wer- tretertage der gesamten nationalliberaken Partei Deutsch- lands, auf dessen schleunige Einberufung wir mit aller Kraft hin- arbeiten werden. Der Geschäftsführende Ausschuß des Landesausschusses der nationalliberalen Partei Pommerns: L u d e w i g. Geheimer Justizrat. erster Vorsitzender. Munter, zweiter Vorsitzender. Dr. O s s e n t, dritter Vorsitzender. Dr. Mittelmann, Generalsekretär." !! Berlin— Köln. Trotz aller Friedensmahnungen der antigewerkschastlichcn En- ziklika des Papstes nimmt der Streit zwischen den christlichen Ge- werkschasten und den Berliner katholischen Fachvercinlern seinen Fortgang. Allzu tief ist hüben und drüben der Haß eingewurzelt, als daß naive Ermahnungsworte ihn zu bändigen vermöchten. Es ist deshalb auch ganz begreiflich, daß die von dem Grafen v. Oppers- dorff herausgegebene hyperkatholische Wochenschrift„K l a r h c i t und Wahrheit" mit einer gewissen Wonne die Gelegenheit er- greift, sich gegen den von dem Gewerkverein christlicher Bergarbeiter im Saargebiet gefaßten Beschluß zu wenden, am 2. Januar 1913 in den Streik zu treten. Das OpperSdorfssche Blatt schreibt, indem es verschmitzt nach Rom schielt: „Die christliche Gewerkschaft soll doch protestantischen und katholischen Mitgliedern gerecht werden. Darum bleibt das Streilvorhahen schon deshalb nicht ohne besonderen Eindruck« Miss die jüngste Enzyklika des Heiligen VaierS die Mitgliedschaft katholischer Arbeiter in interkonfessionellen Organisationen neben au- deren Bedingungen auch davon abhängig macht, daß sich diese nicht„zu Lehren bekennen oder Handlungen unternehmen", die irgendwie den Vorschriften! des päpstlichen Rundschreibens wider, prechen. Nun aber spricht das Rundschreiben nachdrücklich aus:„Alle, dm sich als Einzelpersonen oder in Vereinigungen des christlicher, Namens rühmen, dürfen, wofern sie ihrer Pflicht eingedenk sein wollen, keine Feindschaften und Zwistigkeiten unier den Standen der bürgerlichen Gesellschaft schüren, sondern müssen untereinander Frieden und wechselseitige Liebe befördern." So der Papst zu den katholischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern! Nicht so der Gewerkvercin christlicher Bergarbeiter im Saargebiet. � Gegen den staatlichen Arbeitgeber, der übrige»? hier sehr ernste Pslichten der Gerechtigkeit und Liebe zu erfüllen hat. und gegen den Ber- liner Verband, der es ablehnt, mitzustreiken. entfaltet dieser Ge- werkverein eine Agitation, die von der sozialdemokratischen nicht verschieden ist. Nur eines ist bei beiden verschieden: bie Grund- sähe. Die Logik aber weilt im Lager der Sozialdemokratie Mit ihrem unchristlichcn Programm. Vom christlichen Standpunkte aus— falls Christentum hier mehr als ein Wortspiel bedeutet— sind ernste Bedenken gerechtfertigt. Aber auch der nationale Charakter der Gewerkschaft der christlichen Bergarbeiter erfahrt eine eigenartige Beleuchtung, wenn man währnimmt, daß die von ihr betriebene Agitation zugunsten des Streiks in eine Zeit ernster mternatio- naler Spannungen fällt. In Tagen mehr als nur diplomatischer Sorgen setzt eine christlich-nationale Gewerkschaft alles daran, eme Belegschaft von 50 000 Mann zur Niederlegung der Arbeit zu be- wegen. Und das geschieht auf einem staatlichen Betriebe, in unmittelbarer Nähe oer deutschen Westgrenzen I" Vom streng katholischen Standpunkt aus hat zweifellos daS OpperSdorfssche Blatt recht. Der Streik widerspricht sowohl der Lehre des Thomas von Aquino wie den von Leo XIII. und Pius X. in verschiedenen Enzykliken ausgesprochenen katholischen Grund- sähen. Als beim letzten Streik im Ruhrrevier der Gewerwcrein christlicher Bergarbeiter den Judas Jschariot spielte und den um die Besserung ihrer Lebenslage Kämpfenden in den Rücken fiel, da begründeten die Leiter deS christlichen Gewerkvereins ihr Verhalten damit, daß sie nicht mittun könnten, da der Streik den Frieden der bürgerlichen Gesellschaft störe. Handel und Verkehr in Mitleiden- schaft ziehe und somit auch andere, nicht im Kohlenbergbau bc- schäftigte Arbeiter schiver schädige. Aber gilt, waS damals gegen den Streik im Ruhrrevier geltend gemacht wurde, nicht auch voii dem beschlossenen Streik im Saargebiet? Nebenbei appliziert die OpperSdorfssche Wochenschrift dem Staatssekretär Delbrück eine Ohrfeige, indem sie an dessen geschwätzige Worte im Reichstag erinnert:„Wir halten die Entwickc- lung der christlichen Gewerkschaften, der interkonfessionellen Gc- werkschaften als für das Staatswohl nützlich und wünschenswert!" und an diese schöne ministerielle Anerkennung die iranische Frage knüpft:„Wäre es für das Staatswohl nicht nützlicher, wenn die Reichsregierung den katholischen Mitgliedern der christlichen Gewerk- schaften die Widerstandskrast gegen päpstliche Weisungen nicht erhöht hätte und wenn deshalb jetzt die katholischen Gewerkschaftler als vollberechtigte Mitglieder der christlichen Gewerkschaften ihre vom Papste gebilligten katholischen Grundsätze darin frei zur Geltung bringen könnten?"__ Der Freisinn und der Wahlrechtsraub in Reuh j. L. Das„Berk. Tagebl." verwahrt sich entrüstet dagegen, daß für das Gelingen des Wahlrechtöraubes in Reuß j. L. etwa gar der Freisinn verantwortlich gemacht werde. Geiviß, so sagt eö, wenn die„drei linksliberal orientierten" Abgeordneten mit den fünf Sozialdemokraten gegen den Wahlrechtsraub ge- stimmt hätten, so wäre er verhindert worden. Wenn nun aber auch die sämtlichen drei Linksliberaleu— mehr v gabs im Ländle überhaupt nicht!— für den Wahlrechts- raub gestimmt hätten, so dürfe nian deshalb noch immer nicht von einer freisinnigen Unterstützung des Wahlrechtsraubes reden. Sei doch von den dreien nur einer, der Abg. L o e b. eingeschriebenes Mitglied der Fortschrittspartei ge- Wesen, während die beiden anderen Abgeordneten, obivohl sie expreß gegen die National liberalen gewählt wurden, nur„Hospitanten" des Fortschritts gewesen seien. Mit solchen Ausreden sollte doch das„Berl. Tagebl." wirklich nicht mehr kommen. Sind doch die vorgeschobenen organisatorischen Schwächen des Freisinns letzten Endes nichts als das Produkt der politischen Unsicher- heit des Freisinns 1 Gerade da, wo eine politische Ueberein- stimmung fehlt, oder, besser gesagt, wo die Prinzipien nur als politische Leimruten betrachtet werden, fehlt es stets auch an der festen Organisation. Mit genau denselben Aus- reden sucht sich ja auch der Freisinn immer bei den liberalen Attentaten gegen ein freieres Kommunal Wahlrecht heraus- zuschwindeln. In Kiel z. B. war der Freisinn weitaus die stärkste bürgerliche Partei. Als es aber den kommunalen Wahlrechtsraub durchzuführen und zu sichern galt, da ver- schwand auf kommunalpolitischem Gebiet auf einmal der Frei- sinn hinter den Kulissen und die H a u s b e s i tz e r v e r e i n e und sonstige reaktionäre Gebilde begannen die Situation zu beherrschen. Trotzdem marschierte der Kieler Freisinn bei den Reichstagsivahlen nach wie vor an der Spitze! Des Rätsels Lösung ist einfach die. daß der Fortschritt überall dort fortschrittlich ist, wo er als kleine Minderheit nicht zu befürchten braucht, seine Forderungen durchgeführt zu sehen. Wo aber der Fortschritt den Ausschlag zu geben verniag, da unterscheidet er sich nicht im geringsten von dem Nationalliberalismus! Man soll nicht prophezeihen! Die»Münchener P o st" briiigt einen langen Artikel über die Taktik bei den preußischen Landtagswahlen, dessen Inhalt sich völlig mit den Auffassungen deckt, die den Genossen Eis» er zu seinem bekannten Vorschlag veranlaßt hatten, der freilich, wie der Artikel unseres Münchener Parteiorgans selbst konstatiert, mit einer einzigeil(und auch nicht einmal zweifelsfreien!) Ausnahme inner- halb der preußischen Sozialdemokratie einmütigste Ablehnung erfahren hat. Die Angelegenheit der preußischen Wahltaktik habe, so sagt unser Miincbener Bruderorgan, zwar nicht nur deutsches, sondern sogar europäisches Interesse, allein die preußischen Verhältnisse seien „so kompliziert, daß eS für die nichlpreußischen Parteigenossen schwer, fast unmöglich' sei.„diese Verhältnisse auch nur lebendig zu begreisen, geschweige daß sie es wagen dürften, die Entscheidungen der preußischen Partei beraten zu wollen". DaS ist denn doch allzu» viel deS Respektes vor den vertrackten preußischen Verhältnissen! Solch undurchdringliche Mysterien stellen denn doch weder die politischen noch die wahltechnischen Verhältnisse Preußens dar! Wir Preußen sind deshalb auch weit entfernt davon, der Ge- samtpartei das Recht, über die preußische Wahltaktik mitsprechen zu wollen, zu versagen I Nur die eine Bedingimg dürfen die preußischen Genossen allerdings mit Recht stellen, daß das Urteil der nicht» preußischen, speziell auch der süddeutschen Genossen, nicht ohne Kenntnis der preußischen»Angelegenheiten" erfolgt l Wenn nun speziell die„Miinchener Post' erklärt, dast sie sich unter solchen Umständen darauf beschränken wolle, ihre Leser über die preußischen Dinge»rein referierend zu unterrichten", so steht damit namentlich der Schlußpassus der Artikels in seltsamem Widerspruch. Heißt es da doch: „Die nächsten preußischen Wahlen werden also im wesentlichen alles beim alten lassen. Die Sozialdemokratie wird die Stimmen zählen, die ihr unter öffentlichem Wahlrecht zufallen, und man kann schon im voraus das Ergebnis wissen: es werden etwa ein Fünftel der bei den ReichstagSwahlen abgegebenen sozial- demokratischen Stimmen erreicht werden und vielleicht auch das halbe Dutzend sozialdemokiatischer Abgeordneter um ein paar ver- mehrt werden!" Bei der preußischen Landtagswahl im Sommer 1903 wurden nach der keineswegs erschöpfenden amtlichen Statistik für die Sozialdemokratie 598 522, also rund 699 999 Stimmen ab- gegeben. Unter den 399 999 Stimmen unbekannter und ungenannter Parteirichtung hat sich freilich noch ein e r k l e ck- l i ch e r Prozentsatz sozialdemokratischer Stimmen be- funden! Aber wenn wir auch nur die K99999 Stimmen in Betracht ziehen, so war das schon ein Drittel der Stimmen, die die Sozialdemokratie bei der NeichstagSwahl im Jahre 1997 auf sich vereinigt hatte. Aber selbst wenn wir nicht den Vergleich mit den 1 816 959 Stimmen des Jahres 1997, sondern mit den 2 497 318 in Preußen gezählten sozialdemokratischen Stimmen des Jahres 1912 ziehen, so war bereits im Jahre 1998 nicht ein Fünftel, sondern ein Viertel dieser Stimmen abgegeben worden I Für das Jahr 1913 erhoffen wir noch ein weit günstigeres Prozentverhältnis! Will die.Miinchener Post" ihre Leser also wirklich nur„rein referierend unterrichten", so muß sie es mit den statistischen und sonstigen Tatsachen immerhin ein wenig genauer nehmen l Die neue» Besitzsteuern. Nach einer halbamtlichen Meldung werden die bundesstaatlichen Kinanzminister am 4. Januar in Berlin zu einer Konferenz zu- sammentreten, um über die endgültige Gestaltung des Besitzsteuer- entwurfs zu beraten. Der Entwurf wird dem Reichstag aber nicht sofort zugchen, sondern erst nach den Osterferien. Diese Verzöge- rung wird damit begründet, daß der Reichstag bis Ostern mit Ar- bcitcn überhäuft fei.— In Wirklichkeit wird für die späte Ein- bringung der Bcsihsteuern ein anderer Grund maßgebend sein, und zwar der, die Diskussion über diese Steuern soviel als möglich abzukürzen. Länger als bis Mitte Mai wird der Reichstag kaum zusammenbleiben können, und wenn ihm die Vorlagen erst im April zugehen, dann ist es allerdings mehr als fraglich, ob es möglich sein wird, die neuen Steuern in dieser Session noch zu verabschieden. Man wird allerdings auch mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß in der Steuerkommission wieder neue Steuervorschläge auftauchen, die dann schließlich Gesetz werden. ES sei nur daran erinnert, daß die Streichholzsteuer auch nicht von der Regierung vorgeschlagen war, sondern von einem Zentrumsabgeordneten in der Steuer- kommission beantragt worden ist und dann schließlich auch im Plenum eine Mehrheit fand. Steuervorlagen pflegen aus der Kom- Mission immer in einer anderen Form herauszukommen, als in der sie hineingegangen sind, und immer werden die Vorlagen zum Nachteil der breiten Massen verschlechtert, Ter oldcnburgische Landtag nahm am Sonnabend die PcsoldungSvorlage für Beamte und Lehrer in dritter Lesung endgiltig an. Die beantragten Abzüge für Unver- heiratete wurden angenommen, dagegen der beantragte Einkommen« steuerzuschlag von 19 Proz. abgelehnt. Darauf wurde der Gesamt- etat gegen die Stimmen der Sozialdemokratie angenommen. Bei der Reichstagsersatztvahl in Schwetz kandidiert für die Polen wieder der Landtagsabgeordnete v. Saß- Jaworski. Die Reichsparteiler stellen den bisherigen Abg. Landrat v. Halem auf, der von allen deutschen bürgerlichen Parteien unter- stützt wird. Die Wahl findet bekanntlich bereits am 39. Dezember statt. Eine Konzession an die Konservativen? Die bevorstehende LandtagScrsatzwahl Im Wahlkreis Teltow- BecSkaw-Storkow und Htadtkreis Berlin-WilmerSdorf für den verstorbenen Abgeordneten Felisch wirft ihre Schatten voraus. Bei genügender Rückgratfestigkeit der Fortschrittlichen Volkspartei können sehr wohl die Konservativen aus dem Kreise verdrängt und ihnen beide Mandate bei den Neuwahlen abgenommen werden. Es ist möglich, daß auch die konservative Organisation im Kreise diese Eventualität in Rechnung gestellt hat und ihre Maßnahmen danach trifft. Der Regierungspräsident hat bekanntgegeben, daß zum Wahl- kommissar der Landrat Rothe in Becskow ernannt ist; ein Vor- gang, der höchst sonderbar erscheint, wenn man die Struktur des Kreises in Betracht zieht. Die Residenz des Wahlkommissars liegt an der Ostgrenze des Kreises, dort, wo der ReichStagSwahlkreiS Guben-Lübben und Frankfurt-Lebus zusammenstoßen, nahezu drei Stunden Bahnfahrt von Berlin; die Wcstgrenze deS Kreises reicht bis nach Potsdam. Bisher war der Landrat des 5lrciseS Teltow Wahllommissar, der seinen Sitz in Berlin hat. In vcrkehrstech- Nischcr und geographischer Beziehung liegt sicherlich dessen Berwal- tungsgcbäude viel günstiger als das unzugängliche Beeskow. Doch noch ein« weitere Tatsache erscheint recht bedenklich. Nach der alten Wählerliste, die der Ersatzwahl zugrunde liegt, hat der Landkreis BeeSkow-Storkow 172 Wahlmänner, Teltow 1184 und Berlin-Wil- mcrsdorf 239. Ten 1414 Wahlmänncrn der Kreise Teltow und Berlin-Wilmcrsdorf stehen ganze 172 des Kreises BeeSkow-Storkotv gegenüber. In Beeskow-Storkow sind im ganzen 23 Ersatzwahlen für verzogene oder verstorbene Wahlmänner vorzunehmen, in Teltoio und Berlin-WilmerSdorf dürfte die Zahl der Ersatzwahlen ein Vielfaches sein. Amtliche Bekanntgaben sind bis zur Stunde noch nicht erfolgt. Der Kreis hat fünf Mahlorte: Köpenick, Neue Mühle bei Königswusterhausen, Beriin-Wtlmersdorf, Berlin-Lichterfelde und Beriin-Tempelhof, von denen nicht eiver im Kreise BceSkow- Storkow liegt, die sich vielmehr alle um Berlin gruppieren. Reine Zweckmässigkeitsgründe also sprechen schon dafür, den Wahl- kommissar aus dem Kreise Teltow zu nehmen. Hinzu kommt noch, daß der Landrat von Teltow über einen größeren Stab von ge- schulteren Beamten verfügt, als die Zwergresidenz in Becskow mit ihren unzulänglichen Einrichtungen. In Beeskow sitzt der Wahlkommissar fern vom Schuß. Un- erreichbar residiert er am Ende des Kreises. Bei dem komplizierten Wahlsystem, den verwickelten gesetzlichen Bestimmungen und der häufig mangelnden Einsicht der lokalen Behörden kann cS beim Wahlakt zu gar manchen Meinungsverschiedenheiten kommen, die ein schnelles Eingreifen des Wahlkommissars erforderlich machen. In BceSkow ist er schwer zu erreichen. Was ist der Zweck der Anordnung? Soll dadurch den Konservativen freie Hand für ihre MaHinationen geschaffen werdend Oetterreiel) Ungarn. Der neue Bürgermeister von Wien. Wien, 23. Dezember. Der ehemalige Handelsminister Dr. Weiskirchner ist zum Bürgermeister der Stadt Wien gewählt worden� Velgien. Gegen den Militarismus. Brnsiel, 22. Dezember.(Eig. Ber.) Mit einer mächtigen Straßenkundgebung hat heute vor- mittag die Brüsseler Arbeiterschaft gegen die neue Militärvorlage protestiert. Ein mildes sonniges Wetter begünstigte und erhöhte noch den Eindruck, den der von Musik und Fahnen begleitete Aufmarsch der Arbeiter im belebten sonntäglichen Stadtbild— Sonntag vor Weihnachten!— hervorbrachte. DaS Publikum zeigte nicht nur schlechthin Neugierde für das malerisch bunte Bild des ZugeS mit seinen roten Fahnen und riesigen Banderolen und Standarten, sondern begrüßte, zumal in den Volksreichen Vierteln, die antimilitaristischen Inschriften, die knappen, kräftigen Urteilssprüche über die projektierten militärischen Neu- belastungen über die Erhöhung des Kontingents, über die die Wohlhabenden begünstigenden Ausnahmebestimmungen und alle sonstigen Inschriften und Ziffern, die den. an- wachsenden belgischen Militarismus charakterisierten, mit ficht- sicher Sympathie. Stoßen die militärischen Pläne der Re- gierung bei den Klerikalen auf eine nicht eben ungeteilt freudige Aufnahme, so zeigte die Demonstratton am Sonntag, daß die neue Wehrvorlage mit ihren unpopulären Mehr- forderungcn an Geldlasten, an Menschenopfern und Existenzen für den Moloch Militarismus, wie sie bei den Arbeitern auf schärfsten Widerstand stößt, auch bei dem Mittelstand und den kleinen Leuten nirgends auf Sympathien zu rechnen hat. Für eine Militärvorlage braucht man aber bekanntlich eine Majorität nur im Parlament. Die Majorität der Bevölkerung, die in dem Lande des Pluralvotums ja auch politisch minder- wertig ist, hat nur zu zahlen.... Der Zug, der in der Rue des MinimeS beim Maifon du Pcuple Ausstellung genommen hatte, setzte sich um �/z12 etwa in Bewegung, um in einem Bogen die Stadt zu traversieren. An der Spitze schritten die sozialistischen Deputierten der Stadt Brüssel, denen eine würdevolle Abteilung von Polizisten voranschritt. Im Zuge schritten vollzählig die Korporationen und Organisationen der Brüsseler Föderation. Dem Zuge vorangetragen wurde die alte, stolze Inschrift, die hier immer die Manifestationen eröffnet: Platz den Armen! Dann folgte die Inschrift, die den Sinn und Zweck der Demonstration verkündete: Krieg d c in M i l i- t a r i s m u s I Und Spruch guf Spruch folgte, die Absichten der Regierung aufzeigend und daneben den Volks- willen, die sozialistische Auffassung über die„bewaffnete Nation", die Forderung nach Verniehrung der Schulen statt der neuen Kasernen— nach sozialen Reformen, vor allem aber nach dem allgemeinen Wahlrecht verkündend. An diese Forderung anschließend las man:„Bereiten wir den Generalstreik vor!"„Sparen wir für den Generalstreik!" „Wir wollen die allgemeine Volksbewaffnung— die Miliz— und ein Stimmrecht ohne Pluralität". Diese letzte Tafel be- schloß den niächtigen Demonstrationszug mit den taufenden Arbeitern, der in musterhafter Ordnung, ein Bild der Kraft und des Willens des Brüsseler sozialistischen Proletariats zu seinem Ausgangspunkte zurückkehrte. Wie immer gab es auch diesmal eine Anzahl Frauen im Zuge.— Die vom Balkon des Maison du Peuple herab gehaltenen Reden in französischer und vlämischer Sprache gaben diesem Willen und dieser Kraft der Brüsseler wie der ge- samten belgischen Arbeiterschaft den entsprechenden Ausdruck: mit allen Kräften und Mitteln den militaristischen Plänen der Regierung entgegenzuwirken, durch eine gesteigerte Aktion dem gleichen Recht den Weg zu bahnen und durch die Ver- breitung des sozialistischen Geistes, durch die Stärkung unserer Organffationen die sozialistischen Ziele auf allen Gebieten, auch aus dem militärischen, immer näher und näher zu rücken. Sclweäeii. Ein Neutralitätsvertrag der skandinavischen Länder. Stockholm, 23. Dezember. Der schwedische Minister des Aus- wältigen uird der dänische sowie der norwegische Gesandte haben am 21. Dezember folgende Deklaration.unterzeichnet: Nachdem die dänische, die norwegische und die schwedische Regierung zu dem Zwecke Verhandlungen eingeleitet haben, einheitliche, mit den im Haag unterzeichneten vertragsmäßigen Bestimmungen üderein- stimmende Neutralitätsregeln festzusetzen, und diese Verhandlungen in allen prinzipiellen Punkten zur Einigung geführt haben, sind sie in richtiger Einschätzung der Bedeutung der Tatsache, daß die so glücklich bestehende Einigkeit auch in Zukunft erhalten wird, über- eingekommen, daß keine der drei Regierungen an den von ihnen gutgeheißenen Regeln eine Acnderui�g vornehmen wird, ohne vor- her die beiden anderen Regierungen zeitig genug davon unterrichtet zu haben, so daß ein Meinungsaustausch über die Angelegenheit staltsinden kann. tftoroKKo. Die umzingelte Kolonne Massouticr. Paris, 23. Dezember. Aus Casablanca wird unter dem 22. Dezember gemeldet: Der Kommandant von Mogador erhielt vom Major Massoutier einen vom 29. Dezember datierten Brief, in welchem gemeldet wird, daß die Kolonne immer noch umzingelt sei. Die Aufständischen schienen aber auf einen Angriff zu verzichten Ein außerordentlich starker Regen habe den Mannschaften neue Wasservorräte verschafft. Der Geist der Abteilung sei ausgezeichnet. Casablanca, 22. Dezember. Wie aus Mogador gemeldet wird, kreuzte das Kriegsschiff„Iriant" Freitag nacht auf der Höhe der KaSbah Dar Kadi, die etwa acht Kilometer vom Meer entfernt liegt und kündigte durch Kanonenschüsse und Schcinwerferstgnale an, daß Hilfe nahe ist. Die revoltierenden Stämme haben in einer Eni- fernung von fünf Kilometer von Mogador Posten aufgestellt, die alle Boten abfangen. Infolge des schlechten Wetters konnte die Artillerie sowie die Munition und die Bagage der am Freitag ge- landeten Truppen nicht auSgeschifst werden. Der Kaid AnsluS wird in Mogador gefangen gehalten. Rabat, 22. Dezeniber. Der Räuber Ojich mit setner Bande nahm im Däl deS Ued Fureat eine kleine Transportkolonne weg, wobei ein Soldat getötet» zwei Begleiter verwundet wurden. Hfien. Ein Attentat auf den Vizekönifl von Indien. Delhi, 23. Dezember. Während des Einzugs des VizekönigS in die neue Hauptstadt Delhi wurde von dem Dache eines Hauses eine Bombe geworfen, Hie den Hvwdah auf dem Elefanten des Vize- konigs traf und einen Diener tötete. Der Vizekönig Kurde an der Schulter verletzt und ins Hospital gebracht. Lady Hgrdinge, die Gemahlin des VizekönigS, blieb unverletzt. Delhi, 23. Dezember. Die Verletzung, die der Vizekönig Lord Hardinge erlitten hat, besteht in einer tiefen, vier Zoll langen Wunde, die das Schulterblatt bloßlegt. Außerdem hat er einige Hautwunden an der rechten Hüfte und im Nacken erhalten. Wie durch ein Wunder ist er dem Tode entronnen. Den Bombenwerfer hat man bisher nicht gefaßt. Auf seine Ergreifung ist eine Be- lohnung von 19 999 Rupien ausgesetzt. Wie es heißt, wurde durch die Bombensplitter auch ein Knabe in der Menge getötet. Delhi, 23. Dezember. Vizckünig Lord Hardinge hat den Finanz- minister Wilson, der ihn beim Galaempfang vertrat, wissen lassen, daß er nur leicht verwundet sei. Als dies der zum Empfang er- schienenen Gesellschaft mitgeteilt wurde, brachen die Versammelten, insbesonidere die indischen Fürsten, in lebhafte, lang andauernde Huldigungskundgebungcn für den Bizekönig aus- Tins der partcü Gcmcindcwahlcrfolg. In Saarmund bei Potsdam wurde bei ber Stichwahl in der zweiten Klasse der Genieindevertretung Genosse Hermann Wagner gewählt. Mit ihm zieht der fünfte Genosse in die Gemeinde- Vertretung ein. Es waren dazu drei Wahlen nötig: die erste Wahl brachte keinen Entscheid, die zweite wurde für ungültig erklärt und erst die dritte endete mit einem Siege der Sozialdemokratie. Der reformistische Parteitag in Rom. Rom, 29. Dezember.(Eig. Ber.) Der erste Parteitag der neuen reformistischen Partei ist recht still und friedlich verlaufen: kaum daß sich hier und da da« Bestehen zweier verschiedener Strömungen andeutete, deren eine zum Sozialismus strebt, während die andere den kürzesten Weg zur bürgerlichen Demokratie sucht. Im ganzen überwog die Tendenz, sich nicht allzuweit vom Sozialismus zu ent-- fernen, um nicht nachträglich den PartcitagSbeschluß von Reggio, der auf den Ausschluß der Reformisten erkannte, zu rechtfertigen. Aus dem Rechenschaftsbericht des Sekretärs Eiotti entnehmen wir, daß die reformistische Partei es in den fünf Monaten ihrer Existenz nicht auf erue übertrieben große Mitgliederzahl ge- bracht Hot. Sie zählt rund 3999 Mitglieder in 199 Sektionen, von denen die Mehrzahl in Sizilien sind. Ihrer Parlamentsfraktion ge- hören 13 Abgeordnete an, und 13 früher der sozialistischen Partei angehörende Wochenblätter sind de» Reformisten in ihrer Sezession au« der offiziellen Partei gefolgt. An dem Kongreß nahmen rund 159 Delegierte teil. Die Stellung zur sozialistischen Partei kam in der Diskussion über die autonomen Sektionen zum Ausdruck, die sich in verschiedenen Teilen Italiens gebildet haben. Zu diesem Punkt wurde eine Resolution Berenini angenommen, die eine organisatorische Einigung ans dem Boden des„in seinen End- zwecken revolutionären, in seinen Methoden reformistischen Sozia- USmuS" fordert. In der Diskussion über das Parteiprogramm, das in der bereits bekannten Formulierung des Abg. B o n o m i dem Kongreß vorlag und zur Annahme gelangte, machte De Felice den Versuch, die republikanischen Grundsätze des Reformismus zur Geltung zu bringen. Er bekämpfte den Absatz, der die Teilnahme an der Regierung„auch unter der heutigen Staatsverfassung" zu- läßt. Dieser wichtigste Punkt deS reformistischen Credo schien dem Abgeordnelen von Catania allzu gewagt. Der Referent Bonomi fand sich zu dem Zugeständnis bereit, den Eintritt in ein Kabinett nur zu billigen,„wenn lebenswichtige Interessen des Proletariats ihn fordern". Die alte Streitsrage zwischen Sozialisten und Re- formistrn wird dadurch nicht gelöst, sondern nur in eine neue Formel verpackt weiter geschoben. ÄuS dem Organisationsstatut der neuen Partei sei nur hervorgehoben, daß den Gewerkschaften des Wahlkreises beratende Stimme bei der Wahl des Kandidaten zugestanden wird. Der Partei wird zur Pflicht gemacht, Beziehungen zur Konföderation der Arbeit zu unterhalten und dem Internationalen Sozialistischen Bureau von Brüssel beizutreten. Hierbei wird aber doch in Frage kommen, ob die sozialistische Jnioriiationale die italienischen Re- formistcn als eine sozialistische Pariei gelten läßt. C a b r i n i referierte über die Stellung zur Gewerkschafts» beweg ung, wobei er die dringende Nolwendigkeit einer einheit- lichen, alle» Parteien und Nichtnngen offenstehenden Organisation betonte. Weiter entwickelte derselbe Abgeordnete ein Programm der zu fordernden Arbeiterschutzgeseye. Die Frage der Kolonialpolitik, über die Mondaini referierte, wurde einer Kominission zu weiterem Studium überwiesen. Die Ab» gaben reform wurde von Bonomi behandelt: Angesichts der Bedürfnisse Sllditalienö und der Kolonien könne nicht von Per» Minderung der Abgaben die Rede sein, sondern nur von ihrer besseren und gerechteren Verteilung. In diescin Sinne gab Bonomi detaillierte Anregungen. Dann kam die süditalienische Frage an die Reihe, bei der auch die Verstaatlichung der Latifundien gefordert wurde, weiter die Stellung zur GcnossenschaftSbewegung. worauf B i s s o l a t i, der am ersten VerhandlungStag durch Krank« heit verhindert war, sein Referat über die auswärtig« Politik gibt. Redner beklagt, daß bisher daö Proletariat diese Politik dem Monopol der herrschenden Klassen überlassen habe. Solange die Gegensätze der Staaten bestehen, sei es im Interesse des Proletariats, sie zu studieren und sich eine eigene Meinung darüber zu bilden. Eö sei Sache der internationalen Kongresse, die den proletarischen Interessen jede» Landes gemäße Anslandspolitik auf Grund ernster Studien festzusetzen. Die sozialistischen Agitationen gegen die MilitärauSgaben seien deshalb zum großen Teil unfruchtbar geblieben, weil das Proletariat es nicht verstanden hat, ihnen durch eine eigene AuSlandspolitik einen Rückhalt z» geben. Nachdem alle Schlußfolgerungen der Referenten über allgemeine Fragen so ziemlich einstimmig zur Annahme gelangt sind, kommt eS zu einer ziemlich heftigen Diskussion über die Zollpolitik. Der Referent Silvestri fordert die Abschaffung aller Einfuhrzölle, woraus die sizilianisckien Reformisten betonen, daß die Abschaffung deS KornzolleS, wenigstens, wenn sie mit einem Schlage erfolgen sollte, de» Ruin der Landwirtschaft Siziliens nach sich ziehxn würde. Schließlich wird die Resolution Silvestri als allgemeine Kundgebung freihändlerischer Grundsätze aiigenoinmen. Zu einer recht lebhaften Diskussion kam eS zu guter Letzt noch bei der Frage über die Wahltattik der Reformisten. Schließlich nahm man eins Resolution an, die, auf die sozialistische Ueber- zeugung der Sektionen vertrauend, ihnen i» der Wahltaktik Autonomie läßt, vorbehaltlich des Rechts der Parteileitung, bei etwaigen„Ent- gleisungen" einzusdbreiten. Nach der Wahl deS aus 16 Personen be- stehenden ParteivorstandeS beendete dann der reformistische Parteitag seine Tagung._ Das Protokoll deS anfierordcntlichen intcriiationalen Sozialisten» Kongresses z u B a s e l a m 2 4. und 2 5. November 1912 ge- langt soeben im Berlage der Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b. H., Berlin, zur Ausgabe. Dem Anhang ist u. a. die FriedcuSrede des Baseler MünsterpfnrrerS Täschler angefügt. Der �billige Preis von 49 Pf. macht die Anschaffung deS Proto- kolls weiten Kreisen möglich. Zu beziehen ist eS durch alle Partei« buchhandlungen. AuS dem Gefängnis entflohen! A»S Baku kommt die erireuliche Mitteilung, daß das frühere Mitglied des Petersburger Arbeiter- delegierteurateö(vom Jahre 1995) Genosse W e i n st e i n, der wegen seiner Flucht aus der Verbannung zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde, auf dem Wege zur Katorga entflöhe» ist. Gewerftrcbaftlicbca. Hm zweiten Cdeihnachtsfeiertag werden in fast allen größeren Städten Deutschlands die Barbier- und Friseurgeschäfte geschlossen gehalten. Für Berlin und Umgegend die gleiche Maßnahme auf Grund tz 41 b der Gewerbeordnung herbeizuführen, scheiterte bisher an dem Widerstand des Barbierinnungsbundes. Die organisierten Gehilfen haben sich jedoch durch Tarifvertrag die Freigabe der drei zweiten Feiertage gesichert. Um den Tarifmeistcrn daraus keinen Nachteil erwachsen zu lassen und um dieser Reforni zur Durchführung zu verhelfen, bitten wir dringend, d i e Barbier- und Friseurgeschäfte am zlveitcn Feiertag zu meiden. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands, Zweigverein Berlin und Vororte. Berlin und Umgegend. Die Taubstummen und die freie» Gewerkschaften. Unter den Taubstummen, soweit sie zur Arbeiterschaft gehören, hat sich in den letzten Jahren eine erfreuliche Bewegung bemerkbar gemacht, indem sie sich, unter der rührigen Leitung einiger Führer, immer mehr um die Fahne der freien Gewerkschaften scharten. Sic wollen nicht mehr verstreut umhergehen, abseits der großen Arbeiter- bewegung, sondern lernen allinählich einsehen, daß auch sie, denen die Natur Sprache und Gehör versagt, am besten in einer starken, modernen�Gewerkschaft geborgen sind. Am Sonntag hatten sich die Taubstummen Berlins im GeWerk- schaftshaus versammelt, wo Siegfried Meyer, das Haupt der Berliner Bewegung, seinen Zuhörern Zweck und Ziele der freien Gewerkschaften auseinandersetzte. Bitter beklagte Redner auch, daß vielfach Taubstumme hinter anderen Ardeitern hinsichtlich der Ein- stellung zurückgesetzt würden. Das sei ungerecht, da der taubstumme Arbeiter seine Arbeit ebenso gut ausführen könne wie ein sprechender und hörender. Das sollten auch die Arbeitgeber einsehen. Des weiteren ermahnte Redner die Anwesenden, immer freimütig die Wahrheit zu sagen, wenn ein Unternehmer nach der Verbands- Zugehörigkeit frage. Sie sollten ruhig sagen:.Ja, ich bin organrsiert, Sie find ja auch in einer Or- ganisation.' Eindringlich legte Redner seinen gleickigearteten Genossen ans Herz, sich der freien Arbeiterbewegung anzuschließen, um bessere und menschenwürdigere Zustände zu schaffen und auch das LoS der Taubstummen günstiger zu gestalten. Er habe nichts dagegen, wenn die Taubstummen dem Allgemeinen Taudstummen-Unterstützungs- verein beitreten, aber in erster Linie hätten sie sich ihrer Berufs- organisation anzuschließen, um so mehr, als sie von jenem Verein erst im späteren Alter etwas Nutzen haben. Um keinen Preis sollten sie aber bei Streiks und Lohn- bewegungen ihren Arbcitsbrüdern in den Rücken fallen, sondern treu zu jenen stehen, da das, was erkämpft werde, auch den Taubstummen zugute komme. In Deutschland gebe eZ 50 000 Taubstumme. Es sei noch eine große Werbearbeit von nöten. Deshalb empfehle es sich, der Generalkominission der freien Gewerkschaften eine Resolution zu unterbreiten, die auf die Not- wendigkeit einer intensiveren Agitation unter den Taubstummen hin- weise und um Mittel und Unterstützung ersucht, um der Propaganda unter dieser Schicht zum Erfolg zu verhelfen. Den Taubstummen werde dringend einpfählen, nicht unter den tarifmäßigen Löhnen zu arbeiten, aber die Unterstützung der Gcncralkommission der Ge- werkschaften sei dabei unumgänglich notwendig. Dem Vortrag folgte eine kurze Debatte im Sinne des Referats. Zum Schluß ermahnte der Referent die Anwesenden, in allen Fällen, wo sie Rat und Auslunjt brauchten, sich an den Werkstattvertrauens- manit oder an ihn, den Redner, zu wenden. Arbeiter, Raucher! Bei Weihnachtsemkäusen in Zigarren beachte , man, daß nur die grünen Plakate gültig sind, die mit Alwin Schulze unterschrieben sind. Kanst nur dort, wo da-Z grüne Plakat aufgewiesen werden kann. Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter. veutkcbes Reith. Ausstand auf der Germanialverft in Kiel. Aus Kiel wird gemeldet, daß etwa 5000 von den 7000 auf der Gcrnianiwerft beschäftigten Arbeitern die Arbeit niederlegt hatten. Der Grund war Unzufriedenheit mit den von der Direktion getroffenen verschärften Strasbestimmungen, insbesondere mit der in Aussicht gestellten Ausübung des AussichtS- und Polizeidienstes durch Feuer- wehrleute der Werft. Die neu eingerichtete und mit Polizei- bcfugnissen versehene Berufsfeuerwehr ging unglaublich scharf und schikanös gegen die Arbeiter vor, so daß diese am Sonnabend zum Streik griffen. Die Arbeiter beauftragten in einer Sonnabendmittag abgehaltenen Versammlung Vertrauensleute mit der Anbahnung von Verhandlungen mit der Direktion. Die gewählte Kommission erstattete am Sonntag in einer Versammlung Bericht. Montag- vormittag fanden weitere Verhandlungen mit der Direktion statt. Bei den Verhandlungen hatte die Direktion zwar zugesagt, daß die Feuerwehrleute die ihnen übertragene Befugnis einer Werftpolizei nicht so schroff ausüben sollen, die Forderung der Kommission der Arbeiter, der Feuerwehr die polizeiliche Befugnis zu nehmen, aber abgelehnt. Auf der Werft war folgender Ukas angeschlagen worden: .Da ein großer Teil unserer Arbeiter die Werft verlassen hat, ohne davon ihre Meister in Kenntnis zu setzen, fordern wir die Arbeiter auf, die Arbeit in der in der Arbeitsordnung vor- geschriebenen Zeit wieder aufzunehmen, wiedrigenfalls sie als kontraktbrüchig entlassen werden." Die Verhandlungen der Arbeiterkommiffion mit der Direktion wurden fortgesetzt. Am Montagnachmittag beschloß dann eine stark besuchte Metall- arbeiterversammlung, Dienstag srüh die Arbeit wieder aufzunehmen. In den Verhandlungen mit der Direktion hat diese zugestanden, daß die Polizeifunktionen der Feuerwehrleute sich nur aus die Ordnung und Ruhe auf der Werft beziehen sollen und nicht auf die Kontrolle der Arbeitsverhältnisse. Ferner ist zugestanden worden, daß ein anderes Kontrollsystem eingeführt werden soll. Reichskonferenz der Maschinisten«nd Heizer in der Binnenschiffahrt. In Hamburg tagte am 22. Dezember eine Konferenz der im Verband der Maschinisten und Heizer organisierten und in der Binnenschiffahrt beschäftigten Maschinisten und Heizer. Sie war besucht von etwa 75 Teilnehmern. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Vortrag des Reichs- tagsabgeordneten Robert Schmidt über: Die gesetzliche Regelung der Nacht- und Sonntagsruhe. Ucbec die B c m a n n u n g s f r a g e referierte Haas e-Duisburg. S ch l i eng- Berlin sprach darauf über das B i n n e n s ch i s s a h r t s g e s c tz. Schließlich sprach der Vcrbandsvorsitzende S ch e f f e l- Berlin über die tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse in der Binnenschiffahrt. Von den vier Referenten wird folgende Resolution borge- schlagen: Die für Sonntag, den W. Dezember d. I., vom Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands nach Hamburg einberufene Rcichskonferenz der in der Binnen- schissahrt beschäftigten Maschinisten und Heizer gibt der,Mcinung Ausdruck, daß im Hinblick aus die mangelhaft geregelten Rechts- Verhältnisse der im Binnenschiffahrtsbetriebc Beschäftigten eine Reform dieser Rechtsverhältnisse dringend notwendig ist. Diese Reforni muß sich auf eine Acnderung der im gegen- wärtigcn Binnenschiffahrtsgesetz für die Schiffsmannschaft ungün- stigen Bestimmungen' erstrecken und weiter dahin wirken, daß durch Verordnungen auf Grund§ 120 der G.O. oder durch eine Ausgestaltung des Binnenschifsahrtsgesctzcs ein größerer Schutz der Schiffsmannschaft, insbesondere auch der Maschinisten und Heizer, gegen die Ausnutzung ihrer Arbeitskrast durch übermäßig lange Arbeitszeit und Sonntagsarbeit gewährt wird. Bei dem Eingreifen des Bundesrats oder der Landcspolizci- behörden im Wege der Verordnung und der Gesetzgebung durch Aenderung des Binnenschiffahrtsgesetzcs wären vor allem folgende von der Konferenz empfohlenen Ansprüche zu berücksichtigen: Eine rcichsgesetzliche Regelung der aus Maschinisten und Heizern bestehenden Bemannung der mit eigener Triebkraft aus- gerüsteten Fahrzeuge sowie Aufhebung der teilweise bestehenden lokalen und volizeilichen Bestimmungen. Maßgebend soll dabei sein, die Größe der Heizfläche und die Maschinenstärke, unter Berücksichtigung der Schiffstypen und der Wafferverhältnisse. Die Hilfsbereitschaft, die in der Schiffahrt bei Unglücksfällen geleistet wird, sollte der gesamten Schiffsmannschaft Anspruch auf Berge- und Hilfslohn sicher stellen. Bei Havarien muß der Schiffsmannschaft die Entschädigung für ihr persönliches Eigen- tum einwandfrei zustehen. Tie bisherige Bestimmung des Binnenschiffahrtsgesetzes, daß die Gewährung des Landurlaubs zu allen Zeiten ganz in das freie Ermessen des Schiffsführers gestellt ist, hat zu einer Abhängigkeit der Schiffsmannschaft geführt, die weit über das Maß desJSrforderlichen hinausgeht, vor allem aber zu einer Will- kiir der>-chiffsführer wird, wenn das Schiff am festen Liegeplatz sich befindet. Daß die im Gesetz vorgesehene Lohnzahlungspcriode von 14 Tagen durch Vertrag verlängert werden kann, ist bei dem ge- ringen Entgelt, das der Maschinist und Heizer erhält, ein großer Ucbelstand; es ist ungerecht, zu verlangen, daß der Lohn für ge- leistete Arbeit der Mannschaft vorenthalten wird; billig wäre es, achttägige Lohnzahlungsfristen einzuführen. Zur Verfolgung der Rechtsansprüche ist eine leichtere In- sprnchnahme der Gewerbegerichte und schnelle Erledigung der Streitfälle notwendig. Die Verordnung müßte auch Vorschriften enthalten über Mannschastslogis und Einrichtungen zu Hilfeleistungen bei Un- glücksfällen. Zur Beachtung solcher Vorschriften wäre eine dauernde be- hördliche Kontrolle notwendig, an die sich auch die Schiffsmann- schaft mit ihren Beschwerden richten kann. Zur Sicherheit des Betriebes und in Rücksicht auf den schweren veranlwortuiigsvollen Dienst im Maschinenraum verlangen die Maschinisten und Heizer auf Schiffen, die sich in der Fahrt bc- finden, eine durch Gesetz� oder Verordnung festgelegte tägliche Mindestnachtruhc von 8 Stunden, die nur bei Havarien, Hoch- Wasser, Sturm oder Eisgefahr unterbrochen oder verkürzt werden darf. Während der Ruhezeit, die zwischen 8 Uhr abends und 0 Uhr morgens gelegt sein soll, muß die Fahrt eingestellt werden. Auf Schiffen, die sich im Hafen befinden, an Anlegestellen liegen oder sich außer Betrieb befinden, soll die Mindestruhezeit 10 Stunden betragen. Auf größeren Fahrzeugen oder smveit dies bei mangelhaften Anlagen der Kessel- oder Maschinenräume sonst notwendig er- scheint, muß eine Ablösung des Maschinenpersonals in Zeiträumen von 3 bis 4 Stunden angeordnet sein. Mit Ausnahme der Personenschiffahrt ist an Sonn- und Fest- tagen der Betrieb, das Beladen und Entladen der Schiffe zu untersagen. Dem in der Personenschiffahrt tätigen Maschinenpersonal ist im Sommer, soweit der Sonntag aus betriebstechnischen Gründen nicht freigegeben werden kann, in der Woche eine Ruhetag zu ge- währen, während im Winter möglichst die Ruhetage auf den Sonn- tag verlegt werden sollten. Die Konferenz richtet das dringende Ersuchen an die Reichs- regierung, diese notwendige Reform nicht länger zu verzögern, sondern im Interesse der Sicherheit des Betriebes und' zum Nutzen der Arbeiter endlich die alten Uebelstände im Binnenschiffahrls- bctriebe zu beseitigen." An die Referate schloß sich. eine vielstündige Diskussion, in der das Material zur Beurteilung der Lage des Berufes beträchtlich ergänzt wurde. Es zeigte sich danach, daß die Verhältnisse noch be- deutend schlechter sind, als sie sich aus den Erhebungen der Regie- rung ergeben. Das ist auch kein Wunder; wurde doch aus den ver- schiedensten Gegenden festgestellt, daß die vom Beirat für Arbeiter- statistik vernommenen Arbeiter zum guten Teil von den Unter- nehmern bestimmt worden waren, während man die vom Verband vorgeschlagenen zurückgewiesen hatte. Die Redner wiesen darauf hin, daß in der Oderschiffahrt Arbeitszeiten von 120— 100 Stunden keine Seltenheit seien. In einzelnen Fällen wird bei günstigen Wvsservcrhältnissen die Fahrt von Breslau nach Stettin und zurück ohne längere Unterbrechung gemacht, was einer Arbeitszeit mit Dicnstbcreitschaft von etwa 600 Stunden ausmacht. Die Masch!- nisten konimcn oft drei bis vier Wochen lang nicht aus ihren Klei- dern heraus. Die sanitären Verhältnisse sind skandalös. Auf dem Dampfschiff„Krause III" starb im vorigen Herbst ein Heizer an Typhus, der als Ersatz angenommene Heizer erkrankte gleich darauf ebenfalls an dieser Seuche. Man hatte ihm den Strohsack und die Bettwäsche des Verstorbenen zugewiesen. Was für Unfälle die un- geheuere Uebcrmüdung der Maschinisten zur Folge hat, zeigt ein Fall auf der Oder, wo ein Maschinist beim Luftschöpfen an einer kleinen Luke eingeschlafen war. Als das Schiff durch eine Brücke fuhr, wurde ihm der Kopf abgedrückt. Der Kopf fiel ins Wasser und der Körper sank in den Raum zurück.— Das sind einige Beispiele aus den reichen und so trüben Erfahrungen, die die Redner aus ihrer täglichen Praxis berichteten. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und die Konfc- renz darauf geschlossen._ Keine Aussperrung im miinsterländischen Textil- gewerbe. Der Ausstand bei der Firma Stoeering u. Co. in Ibbenbüren ist beendet. Damit ist die für Januar angedrohte Aussperrung von etwa 10 000 christlichen Textilarbeitern gegenstandslos geworden. Zur Bergarbeiterbewegung im Saargebiet. Die Grubenverwaltungcn machen große Anstrengungen, um die Bergleute von dem Streikbeschluß abzubringen. Wie die„Saarpost" zu melden weiß, sind für Grubenbeamte, die es fertig bringen, die Bergleute von der Arbeitsniederlegung abzuhalten, Prämien aus- gesetzt. Ein Fahrsteiger der Inspektion Reden soll erklärt haben, er hätte jeden Tag eine Mark mehr, wenn es ihm gelänge, seine Berg« leute zu bestinimen, die Arbeit nicht einzustellen. Tatsächlich sind die Steiger beauftragt, Unterschriften der Bergleute gegen die Arbeits- einstellung zu sammeln bezw. Erklärungen von den einzelnen Berg- leuten entgegenzunehmen. Der Gewerlverein der christlichen Berg- arbeiter ersucht die Bergarbeiter in einem Aufruf, weder eine Unter- schrift noch eine Erklärung für oder gegen die Arbeitseinstellung ab- zugeben. Die Arbeiterausschußmitglieder hätten im Namen der Belegschaftsmitglieder die Arbeit zum 2. Januvr gekündigt; dabei bleibe es. Ob die Verwaltung die Kündigung anerkennt oder nicht, sei für den jetzigen Kampf vollständig gleichgültig. Der christliche Gewerkverein hatte beim Oberbergamt in Bonn, dem die staatliche Bergwerksdirettion des Saargebietes in berg- polizeilicher Hinsicht unterstellt ist, eine Eingabe eingereicht, in der ersucht wurde, die neue Arbeitsordnung für die Saargruben für un- gültig zu erklären, weil sie in verschiedenen Bestimmungen gegen die guten Sitten verstoße. DaS Oberbergamt hat diese Beschwerde abgelehnt. Die Regierung läßt sich über den Streik infonnieren. Der Leiter der staatlichen Bergwerksverwaltung in Saarbrücken, Geheimer Oberregierungsrat Fuchs, ist in Berlin eingetroffen und alsbald vom Oberberghauptmann v. Velsen, dem Leiter der Bergabteilung im Handelsministerium, zu einem langen Vortrag über die Lage im Saarrevier empfangen worden. Oberberghauptmann v. Beljen er- stattete dann dem Minister Sydow Bericht. Hub Induftm und Findel. Günstige Zuckererntc. Dem Mißwachs der Rübenernte im Jahre 1911 ist in diesem Jahre eine erhebliche Mehrernte gefolgt. In Deutschland betrug die Zuckerernte 2 660 000 Tonnen, d. i. ein Mehr von 77 Proz. In Oesterreich betrug der Zuwachs 66 Proz., in Frankreich 90 Proz Nur in Nußland, dessen Rübenernte im vergangenen Jahre sehr reichlich war. in diesem Jahre aber unter Frost stark gelitten hat, ergab sich ein Minus von 33 Proz. Im ganzen beträgt die Ernte in den Ländern, die der Brüsseler Zuckerkonvention angeschlossen sind, 7 632 000 Tonnen oder ei» Mehr von 30 Proz., in ganz Europa 8 182 000 Tonnen oder ein Mehr von 30 Proz. Rückgang der Börsenspekulation. Die Unsicherheit der politischen Situation und die allgemeine Geldknappheit und Geldteuerung haben im November d. I. zu einem erheblichen Rückgang der Börseuumsätze geführt. Während die Stempelsteuer, die bei jedem Börsenumsatz erlegt werden muß. im Oktober insgesamt 3,08 Millionen brachte, betrugen diesmal die Reichseinnahmen aus dieser Stener nur 1,75 Millionen. Das Er- trägnis ist also um 1,33 Millionen zurückgegangen. Auch gegen den November des Vorjahres blieben die Einnahmen um 0,20 Millionen zurück. Letzte Nachrichten. Reichstagsersatzwahl in Ttvlp-La»enb»rg. Etolp, 23. Dezember.(W. T. B.) Bei der heutigen Reichs« tagscrsatzwahl im Wahlkreis« Stolp-Lauenburg wurden für den konservativen Kandidaten von Bochm bisher 14 973 Stimmen abge- geben. Schwuchow(Fortschr. Bp.) erhielt 6395 und Sickfeldt(Soz.) 2374 Stimmen. Aus ungefähr sieben ländlichen Wahlbezirken steht das Ergebnis noch aus. Das Gesamtergebnis kann aber dadurch nicht mehr beeinflußt werden. Tie Forderungen der verbündeten Balkanlnächtc. London, 23. Dezember. Wie das„Reutcrsche Bureau" erfährt, umfassen die Forderungen der Verbündeten folgende Punkte: erstens Abtretung des gesamten Gebietes westlich der Linie, die von einem Punkte östlich von Rodosto am Marmaramecr bis zur Bai von Mw- latra im Schwarzen Meer sich erstreckt mit Ausschluß der Halb- insel von Galipoli. Zweitens Abtretung der Inseln des Aegaeischcn Meeres. Drittens Verzicht der Türkei auf alle Rechte auf die Insel Kreta. Tie Albanien betreffende Frage überläßt man der Ent- scheidung der Mächte. Die Forderungen der Verbündeten machten einen peinlichen Eindruck auf die türkischen Delegierten; gleichwohl aber hofft man zu einer befriedigenden Lösung zu kommen. Tie Mehrzahl der Delegierten begibt sich während der Vertagung aufs Land. Tanew soll nach dem Kontinent reisen. Ju der heutigen Sitzung zogen die Türken endgültig ihre Einwendungen gegen die griechischen Delegierten zurück. Türkisch-gricchische Seegefechte. Konstantinopel, 23. Dezember.(W. T. B.) Ein offtzielles Tclegrauun des Flottcnkonmmandanten von gestern besagt: Die ottoinanische Flotte hat, um sichere Informationen über die jcind- liche Flotte zu erhalten, eine Rekognoszierung unternommen. Sie traf zwischen T e» e d o s und I m b r o s auf eine Division� von sechs feindlichen Torpedobootszerstörern, gegen die sie das Feuer eröffnete. Tie Torpcdobootszcrstörer wurden �in die Flucht ge- schlagen, ebenso ein feindliches Unterseeboot. Sodann näherte sich die ottoinanische Flotte Tenedos und richtete das Feuer gegen dw griechischen Positionen. Auch mit einer zweiten flotte entspann sich auf eine Entfernung von 14 000 Uards ein Fcucrgcsccht. Unsere Flotte verhinderte eine Annäherung der feindlichen Flotte. Da ei bereits spät war, kehrte sie sodann, ohne irgendeinen Schaden er- litten zu haben, um. Wegen der großen Entfernung konnte der dem Feinde zugefügte Schaden nicht festgestellt werden, aber der Zweck der Regoknoszierung wurde vollkommen erreicht. Symptomatische Maßnahmen. Petersburg, 23. Dezember. IW. T. B.) Heute ist ein Aller- höchster Erlaß veröffentlicht worden, nach dem die Verbreitung folgender militärischer Nachrichten verboten ist. lieber die Kriegs« bereitschaft der Armee und der Flotte, über den Stand der Repa« raturarbciten an Kriegsschiffen sowie über die Bewaffnung und die sonstigen Eigenischaften von im Bau begriffenen oder projel- tierten Kriegsschiffen, über die Menge des Kriegsmaterials bei den Truppenteilen iini an den befestigten Punkten sowie in Häfen öder auf Kriegsschiffen, über den eisernen Bestand an Vorräten der Armee und Flotte, über vermehrte Tätigkeit in Fabriken, die Bc- stellungcn der Armee- und Marincressocts übernommen haben, über den gegenwärtigen Stand bezw. die Bestimmung von Festungen, Forts, Kriegshäscn und Flottenhasen und die daselbst im Gange befindlichen Arbeiten, über die Ausdehnung befestigter Punkte bezw. der Bascnpunkte und über die Absicht zur Anlegung neuer bezw. Beseitigung bestehender Festungen usw., über Kriegsmanövcr und Schießübungen der Flotte, über Revisions- bezw. Probcmobilisa- tionen von Armee- und Flottenteilen, über Einstellung. Bcnr- laubung und Zurückberufuug von beurlaubten Militärs und Rcser- vistcn zu ihren Truppenteilen, über Truppenbewegngen zur Grenze, Manöver in der Rühe von Grenzen, sowie über Befrachtung und Zusammcnzichung von Schiffen in den Häfen, über Armee- und Flottcmnaßnahmcn Rußlands im Auslande. Diese Anordnung hat Wirkungskraft für Jahresfrist vom Tage der Veröffentlichung ab. Zusammenstoß eines Straßenbahnzuges mit einer Industriebahn. Hamburg, den 23. Dezember.(P. C.) Ein folgenschwerer Zu- sammenstotz ereignete sich gestern abend auf der Harburger Chaussee. Ein ans Hamburg kommender ans zwei Wagen bestehender Straßen- bahnzug stieß mit einem Zuge der Wilhelmsburger Industriebahn zusammen. Der Zusammenstoß erfolgte mit so großer Geivalt. daß der vordere Wagen des Straßenbahnzuges umgeworfen und völlig zertrümmert wurde. Auch ein voWeladener Waggon der Industrie- bahn wurde auf die Seite geschleudert. Von den im Vorderwagen des Straßenbahnzuges befindlichen Personen wurden vier sehr schwer verletzt, und zwar haben sie sämtlich schwere Arm- und Bein- bräche davongetragen. Der Straßenbahnführer mußte durch die ans Hamburg herbeigerufene Feuerwehr aus den Wagcntrümmern herausgesagt und hcrausgcmcißelt werden. Er ist so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweffelt wird. Schlagwetterexplosion. Aschaffenburg, 23. Dezember. fW. T. B.) In dem Tonbcrg- werk zu Tchippach erfolgte heute mittag eine Schlagwetterexplosion, bei der fünf Bergleute verletzt wurden. Schiffskatastrophe. Mobile(Nordamerika), 23. Oktober.(W. T, B.) Die britischen Schoner„Cartagcna" und„Gcorgiana" sind im Golf von Mexiko wahrend des letzten Sturmes gescheitert. Alle Personen an Bord der beiden Schiffe, 22 an Zahl, sind ertrunken, darunter auch die Familie des Kapitäns der„Gcorgiana" Perantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Jnjeratenterl verantw.: rh.Glocke.Deitt'n. Druck u. Verlag: Vorwär:s Buchdr.u. Verlagsanjtalt Paul Singer ä: Co., Berlin LW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 300. 29. IchgaSg. 1. Keilagt dkg.Awärls" Kerlim UcksdlÄ. Dlklistag, 2L Dezmbtt 1912. VirtichsMichei' Nochenbericht. Geldmarkt- und Konjunktursorgen. Je näher der Monatsschlutz und der Jahreswechsel herankomme», UM so schwieriger gestalten sich die Verhältnisse auf dem Geldmarkt. Handel und Industrie sind in eine richtige Geldklemme geraten. Geldknappheit und Geldteuerung haben einen ähnlichen Grad erreicht, wie er in den Hochkonjunkturzeiten 1306/07 erlebt wurde. Aber die gegenwärtige Geldteuerung unterscheidet sich von der der früheren Hochkonjnnkturperiode, dass sie nicht durch ökonomische Verhältnisse allein, sondern auch durch politische Verwickelungen verursacht ist. Die Kriegsgefahr hat die Verhältnisse am Geldmarkt so zugespitzt, datz die Hoch- konjunktur selbst bedroht erscheint. Die Sparer ziehen ihre Gelder aus den Sparkassen und den Depositenbanken zurück aus Furcht, im Kriegsfalle könnte das Geld auf den Kassen verloren gehen. Banken und Sparkassen müssen Bargeld in erhöhtem Matze bereit halten, um den Anforderungen genügen zu können. Die Sparkassen haben wohl gar auf ihre Hilfsquellen zurückgreifen müssen. Da auch die Einzahlungen stocken, fehlen den Banken die Mittel, die sie sonst dein Industriellen und Kaufmann zur Realisierung des Waren- Umsatzes vorstrecken. Zahlungen werden im Warenhandel durch Wechsel geleistet, die aber die Banken diskontieren, das heitzt gegen Zins aufkaufen. Da ein Krieg den Warenabsatz einschränken wüi dc und die Wechsel damit wertlos würden, üben die Banken bei der Diskontierung besondere Vorsicht. Die Institute, die sonst zu nor- malen Zeiten auf dem Diskontmarkt tätig sind, ziehen sich von diesem Geschäft ganz zurück. Versicherungsgesellschaften und Hhpo- thekenbanken verzichten aus Rücksicht auf die Sicherheit ihrer Anlagen auf die Diskontierung. Der geringeren Nachfrage auf dem Diskont- markt steht aber ein grötzeres Angebot gegenüber. Die Hoch- konjunktur schafft stets Knappheit der Ilmlaufsmittel. Der Balkanlrieg vermehrte sie durch Stockung im Warenabsatz nach dem Balkan. Wurden bisher auch nur kleinere Kreise(Textilindustrie) davon be- troffen, so wirkt doch eine Stockung der Zahlungseingänge allgemein auf den Krcditverkehr. Das Bedürfnis nach Diskontierung der Wechsel steigt. Geringere Nachfrage und vermehrtes Angebot haben daher zu einer Verteuerung des Diskonts in ganz Europa geführt. Gegen Ende Dezember 1311 stieg der Privatdiskont(Wechselzinsfutz) an der Börse in Berlin von 5 auf 6 Prozent, in London von ll'/z auf 5, in Paris. von 33/8 auf 4 Prozent. Auch Geld mit täglicher Kündigung mutz in ganz autzer- ordentlicher Höhe verzinst werden. An der Berliner Börse wurden 5 bis 5'/- Prozent dafür gezahlt. Am Sonn- abend stieg der Zinsfutz sogar auf 6 bis O'/z Proz. Selbst die Banken verzinse» bereits in ihren Dcpositenka'ssen„tägliches Geld" mit 4 Proz. Für besondere Zwecke stellt sich Geld noch teuerer. So wurde Illtimogeld, das heitzt Geld von Monatsschlutz bis Monats- schlutz(ohne Kündigung inzwischen) mit 83/, Proz. gehandelt. Nur Ultimo Dezember 1907 ist dieser Satz(mit 9 Proz.) innerhalb des letzten Jahrzehnts übertroffen worden. Die Banken können allein diesem Ansturm nicht genügen; sie müssen auf die Zentralnotenbanken zurückgreifen. So mehren sich die Wechsel- bestände der deutschen Rcichsbank, der Bank von London und Paris. Allgemein fürchtete man weitere Erhöhungen der offiziellen Diskont» rate dieser Institute. Schon hat an allen Plätzen der Privatdiskont den offiziellen Diskont erreicht während in gewöhnliche» Zeiten die Zentralbanken autzer grötzerer Sicherheit des Wechsels auch erhöhten ZinS verlangen. Die akqolute Höhe der Bankraten(6 Proz. in Berlin, b in London, 4 in Paris) sind aber bereits so hoch, datz eine weitere Verteuerung eine neue schwere Belastung der gesamten Geschäftswelt bedeutet hätte. Die Zentralbanken haben daher von kleines feuiUeton. DaS Gastspiel der Pawlowa. Die anderen Völker sagen uns Deutschen mit einem gewissen Recht nach, datz bei nnS alles sh steinalisch betrieben wird. Jedenfalls betreibt man bei uns seit einer Reihe von Jahren recht systematisch die Reform des Tanzes. Dabei ist eö nicht ohne ironischen Beigeschmack, datz unsere Tanzrcformaloren nicht Deutsche sind. Die Duncan fing an und Dalcrozc setzt(auf andere Weise) das Begonnene fort. Beide gehen recht systematisch vor und zweifellos werden diese wackeren Bemühungen eines Tages ihre Früchte tragen. Leider fehlt eS aber an überzeugenden, fort- rcitzenden Künstlern, die diesen gewitz richtigen Theorien zum Sieg verhelfen. Inzwischen haben uns nissische Ballcttgasti'piele wiederholt bewiesen, datz die Russen dem Ballett neue Reize und neue Daseins- bcrechtigung zu gewinnen verstehen und datz bei ihnen die alte Schule Künstler herangebildet hat, die weit über die Traditionen des klassischen Balletts hinausgehen. ES ist merkwürdig, datz den einzigen Stätten Europas, wo die Ballettkunst des Absolutismus— der Absolutismus der Beine— noch gepflegt wird, den kaiserlichen Theatern in Moskau und Petersburg, diese Künstler entstammen, die uns die Schönheit der bewegten Formen, den Rhythmus des MenscheukörperS in der Idylle wie in wilder Leidenschaft wieder vor Augen führen. Auf die Karsavina und NijinSky ist jetzt die P a w l o lv a ge- folgt. Sie hat uns am Montag bei Kroll ihre eminente Technik und, was weit wichttger ist: ihre ausdrucksvolle Künstlcrschaft bc- wiesen. Hier ist endlich eine Künstlerin, die in ihrem Material so frei schallet, wie der Plastiker im Ton. Man vergitzt alle Technik, sogar die des abgelebten Spitzentanzes, weil hier souverän der Tanz zur schönen Ausdruckskultur erhoben ist. Ob sie eine sanfte Elegie(der Schwan, Musik von Saint-Saöns) tanzt, oder eine glühende Bacchantin, ob sie Chopins oder Rubinsteins Musik in Körperlich- keit umsetzt. immer ist fie �ganz das. was sie tanzend darstellt. Der Körper ist von einer Schmieg- samkeit und Leichtigkeit, datz_ man an die schönsten Werke der bildenden Kunst erinnert wird. In ihr ist wirklich ge- worden, was manchem Künstler in beflügelten Stunden vorgeschwebt. Ihre Truppe hat die Vorzüge, die wir schon von den anderen Russen her kennen. In R o v i k o f f und S ch i r a j e f f, in der F o k i n a zählt sie der Pawlowa würdige Genossen. Aus der Luxuskunst des alten Balletts haben die Russen etwas Wundervolles und Schönes entwickelt. Man sagt, datz sie es in ihren kaiserlichen Tbeaiern nicht ausüben dürfen. Ihre natürliche Anmut und entfesselnde Wildheit patzt nicht zu der Tyrannei des Zarentums des allen Balletts.— r. Der ZirkuS der Fünftausend. Am Sonntag wurde in Dresden das neue massive Gebäude des Zirkus-llnternehmens S t o s ch- S a r r a s a n i durch eine Sondervorstellung eröffnet. Wochenlang schon machten die Zeitungen in seitengrotzen Inseraten bekannt, datz „der schönste Zirkus der Welt" auf dem König-Albertplatz in Dresden- Neustadl erstanden sei. In der ersten Vorstellung, die zu Wohl- täligkeitSzwecken erfolgte, waren die höchsten Spitzen der Gesellschaft und aller königlichen und städtischen Behörden anwesend. Um so mehr, da es— nichts kostete. Denn alle Honoratioren waren mit greibillettcn überschwemmt. Der„schönste Zirkus der Welt" soll das von den bekannten Theaterarchitckle» ciitworfeue Gebäude fein. Sicher ist es das I einer Erhöhung der Diskontrate Abstand genommen. Nur die russische I Staatsbank ging von b'/z auf 6 Proz. herauf. Der letzte i Ausweis der deutschen Neichsbank zeigte zwar eine geringe Besserung gegen den Anfang des Monats. Die Steuerpflicht (nicht durch Bargeld gedeckte Noten müssen, abgesehen von einem steuerfreien Kontingent, versteuert tverde») betrug Mitte dieses Monats nur 303 Millionen gegen 33ö Millionen am 7. Dezember. Aber am 15. Dezember 1911 hatte die Steuerpflicht nur 4,1 Millionen be- tragen. Nun ist gewitz, datz gegen Ende des Monats die In- anspruchnahme der Reichsbank wesentlich höher sein wird. Die Ansprüche zum Monats-, Quartals- und Jahreswechsel sind erfahrungs- geinätz besonders grotz. Die Kassen der verschiedenen Staats- Verwaltungen und Private bedürfen zu diesem Termin grotzer Mittel für Schuldendienst, Gehaltszahlungen, Begleichung von Liefernngs- rechnungen usw. Die Staatsbank Prentzens, die Königliche See- Handlung, z. B. verlangte nur einen Teil der am 23. d. Mts. fälligen ausgeliehenen Gelder bis zum 27. Dezember. Dann zieht sie weitere Leihgelder zurück. Bei der Reichsbank tritt ohne besonderen Beschlutz noch dadurch eine Berteuerung des Kredits ein, datz die Verpfändung(Lombardierung) von Effekten zum Ultimo nur gegen eine Erhöhung des LombardzinSfutzes möglich ist. Diese Borschrist, die der Einschränkung der Ultimospeknlation dienen sollte, deren Wert aber sehr fraglich ist, tvird sich zum kommenden Ultimo als besonders gefährlich erweisen. Mit Konkursen im Bank- und Handelsleben wird man infolge der gesamten Situation auch nach deni kommenden Ultimo zu rechnen haben. Wie relativ tveuig übrigens die berufSmätzige Börsenspekulation von Einflutz auf die Geldmarktsituation ist, geht aus folgendem hervor: Im November gingen die Börsenumsätze gegen den Oktober d. I. stark zurück. Der Ertrag des Börsenumsatzstempels sank um fast die Hälfte(von 3,08 auf 1,75 Millionen Mark.) Selbst gegen den November des Vorjahres nahmen die Umsätze ab(der Stempel brachte im Vorjahr 0.2 Millionen mehr). Von irgend einer Erleichterung der Geldmarktes kann trotzdem keine Rede sein. Dafür sind ganz andere Umstände matzgebcnd. Ob ein paar Mit- läufer aus dem Privatpublikum mehr oder weniger sich an der Spekulation beteiligen, spielt keine erhebliche Rolle. Diese Versteifung des Geldmarktes bildet nun eine grotze Gefahr für die Hochkonjunktur. Wirkt schon Krieg und Kriegsgefahr hem- inend auf den Warenabsatz ein, so verstärkt die Zurückhaltung am Geldmarkt die Hemmung d?s Warenabsatzes und damit der Waren» Produktion. Selbst wenn der Produzent und Händler liefern will, ist ihm der notwendige Kredit dazu unterbunden oder so verteuert, datz er das Geschäft aufgeben mutz. Die Beschaffung der Rohstoffe, der Maschinen, die Auszahlung der Arbeitcrlvhne ist ohne Kredit bis zum Verkauf dir fertigen Waren nicht möglich. Ebenso bedarf der Kaufmann des Leihgeldes, bis er die Waren um- gesetzt hat. Selbst der Export mutz stocken, wen» der Transport lange Zeit währt, grötzere Kreditmittel erfordert oder gar durch Bedrohung der Wege durch kriegerische Eingriffe ge- fährdet ist. Auch hier wirkt die Kreditverteuerung neben der Erhöhung der Versicherungsprämien nicht weniger hemmend. Für Ncuanlagen und Erweiterungen von Jndustriewerken wird es völlig an Kapital fehlen. Niemand kann gewitz sein, datz eS zur Ausführung und Ausnutzung kommen wird. Wer dennoch Geld leiht, verlangt erhöhten Zins, so datz die Unternehmungen mit ihren Geldansprüchen lieber auf günstigere Geldvcrhältnisse warten. Nur ein so grotzer Betrieb wie die Allgemeine Elektrizitäts-Gescllschaft konnte es unternehmen, mit einer Reuausgabe von Aktien an den Markt zu gehen und sie im raschen Zuge durchzuführen. Im all- gemeinen hält die Industrie aber mit Emissionen von Wertpapieren zurück. technisch vollkommenste und modernste. Berlin, Hamburg und Frank- furt werden jedenfalls stark in den Schatten gestellt. Aeutzerltch ist der Ball dem Zwecke im Stil durchaus gerecht. Ein kreisrundes Gebäude mit einfachem vorspringendem Säulenportal und mit einer riesigen flachen Kuppel oben abgeschlossen. Der Eingang ist nur durch das Hanptportal, innen lverden die Zuströmenden durch die praktische Anlage der Zu- und Aufgänge schnell verteilt. Der Aus- gang aber wird schnell und sicher durch besondere Treppenhäuser und viele direkt ins Freie führende Türen besorgt. Der Raum bietet 5000 Plätze, fast alle numerierte Sitzpläye. Die Manege hat Ill'/e Meter Durchmesser, das Normalniatz aller Zirkusmanegen. Sie ist versenkbar, da der Raum auch zu anderen grotzen Massen- Veranstaltungen, Versammlungen, Ausslellnngcn, Theater, Konzerten usw. dienen soll. Unter dem Hauptportal befindet sich eine weit vor- springende Theaterbühne, davor ein versenktes Orchester. Der ganze Raum ist clfenbeinfarbig gekalten, mit Gold abgesetzt. DaS Gestühl ist mahagonibraun, die Lehnen mit rotem Samt ausgeschlagen. Die riesige Galerie ruht ans schlanken Säulen, die Anlage aller Plätze ist sehr praktisch. In der Kuppel ist induektes elektrisches Oberlicht, autzerdem erhellen Bogen- und Fadenlampcn den Rauni taghell, der trotz seiner Riesengrötzc eine gewisse Behaglichkeit und Intimität hat. Die Vorstellung ging in der bei solchen Anlässen üblichen Weise vor sich. Vier Stunden lang sab man die Artisten auf Pferden, mit allerhand wilden dressierten Tieren, auf dem Boden und in den Lüften an der Decke ihre Künste vollführen. Alles erstklassige Kräfte, auch der Riesenmarstall enthält durchweg prachtvolle Tiere. ES vereinigt sich hier Zirkus, Variete und Tierschau. Elefanten, Löwe», Zebras bis zu Schweinen und Gänsen herab folgen gelehrig dem Willen der Dresseure. Herr Stosch war vor reichlich eincin Dutzend Jahren noch armer Hundehändler und Dresseur in einem Vorort bei Dresden l Jetzt lätzt er ein eigenartiges Ricsenuntcrnehmen von einem der ersten deutschen Bankinstitute mit Erfolg finanzieren. Dresden bedeutet zweifellos den Höhepunkt. Ob sich das neue Gebäude auch für die geplanten Konzert- und Theateraufführungen gut'eignen wird, mutz die Erfahrung zeigen. Die akustischen Verhältnisse schienen nnS beim ersten Hören nicht besonders gut zu sein. br. Das verpachtete Heiligenbild. Ein tolles Stückchen ans der Praxis der russischen Kirche wird ans Pskow gemeldet. Den Bc- wohnern von dieser Stadt und ihrer Umgegend ist das wundertätige Muttergottesbild im Kloster Petschnr wohlbekannt. Denn jedes Jahr im Herbst macht das Heiligenbild eine Rundreise durchs Gouvernement und gelegentlich der damit verbundenen Prozessionen opfern die Bauern willig ihre paar Groschen. Aber die guten Leute haben bisher sicher nicht gewutzt, datz dieses Geld nicht in irgend welche geistliche Kasse flietzt, wie sie vermuten, sondern in die Taschen des Kaufmanns A.. D. Podmoschcnski in Ostrow. Dieser findige Schlauberger hat nämlich das Heiligenbild— gepachtet. Das' Geschäft wird bereits seit»ichrcren Jahrzehnten betrieben. Schon der Vater des obengenanntei, Kaufmanns war„Nutznietzer" des Heiligenbildes. Alle 10 Jahre wird der Kontrakt erneuert. Natürlich haben die Mönche die Pachtpreise gesteigert, denn alles ist ja teurer geworden. Podmoscheuski zahlt gegenwärtig für je sechs Tage, die das Bild„arbcitet", d. h. in Prozessionen in den Dörfern unihcrgesiihrt wird, 500 Rubel. Theater. Schiller-Theatcr O.!„Die Schmetterlings» s ch l a ch t" von S u d e r m a u u. Datz SuderinaunS Erstling„Die Ner verichultlet Sie Hnglüctefälle jm Die von der'Gewerkschaft„Lothringen" uns zu unserem Artikel vom 26. November übersandte sogenannte„Berichtigung" druckten wir am Sonntag ab und wiesen darauf hin, datz sich unser GewährS- mann zu ihr äutzern werde. Unser Gewährsmann schreibt uns jetzt: „Von der Behauptung, es hätten Lutten gefehlt, kann nicht ein Wort zurttckgenommen werden. Daran ändert auch die amtlich: Fcststeltzing nicht das geringste. Der Grubenbetrieb ist systematisch darauf angelegt, die Bergbehörde zu täuschen. Das ganze Bcstrc- bcn geht dahin, alle Schuld auf die unteren Begmten und Arbeiter abzuwälzen. In dem Organ des Steigcrverbandcs„Ter Technische Grubenbsamte" ist schon des öfteren und auch anlätzlich des„Lo- thringer" Ungücks darauf hingewiesen worden.' Vor nicht allzu langer Zeit ist ein Grubeninspekior vom Gericht bestraft worden, weil er vor einem Betrieb eine Aenderung getroffen, sich aber nicht davon überzeugt hat, ob sie auch ausgeführt worden ist. Kurze Zeit später verunglückte infolgedessen ein Mann zu Tode. Das Urteil gab der„Technische Grubcnbcamtc" am 8. Otkober d. I. wieder und bemerkte dazu: „Die Handlungsweise dcS Inspektors entspricht vollständig den Gewohnheiten fast aller Inspektoren, Betriebsführer und Fahr- slcigcr. Wird an irgend einer Stelle von ihnen etwas nicht in Ordmmg gefunden, geben sie dem Steiger Befehl, Abhilfe zu schaf- fcn. Sehr oft erfolgt der Befehl durch Eintragung in das Fahr- buch und der Steiger bestätigt durch Unterschrift, datz er Kenntnis genommen. Damit ist dann der Vorgesetzte zufrieden. Er hat sich gedeckt, wenn ein Unglück erfolgt. Nicht er ist dann der Schul- dige, sondern der Steiger. Aber im gleichen Atemzuge wird dem. Steiger geraten, mehr zu fördern, sonst... Oder derselbe Vorgesetzte bestellt:„Sämtliche Reparaturhauer sind vor die Kohle zu legen." Ter Vorgesetzte macht also selbst die Ausführung des gegebenen Befehls unmöglich. Im vorliegenden Falle hat sich das Gericht auf den sehr vernünftigen Standpunkt gestellt: er mutzte sich überzeugen, daß seine Anordnung ausgeführt wurde. Weil er es nicht getan, wurde er bestraft. Auf einer anderen Zeche,„Lohtringen" heitzt sie, kam auch der Bctriebsführer vor einem Ouerfchlag. Tic Lutten waren 15 Meter zurück. Er traf höchstwahrscheinlich auch eine Anordnung, nitd zwar, die Lutten mütztcn beigebaut werden. Sicher aber hat er aitgeordnct, die im Onerschlag angesammelten Wetter inütztcn beseitigt werden. Dabei wnsttc der Betriebsführcr, dast Lutten fehlten, datz es unmöglich sei, die Arbeit so instand zu setzen, wie cS die Bergbehörde verlangt. Mutzte er sie nicht stillegen? Er bat sich noch viel strafbarer gemacht als der verurteilte Inspektor. Außerdem blieb infolge seiner Fahrlässigkeit nicht blotz ein Mann tot. Es waren ihrer 115. Aber er bekam eine» Orden.(Der Betriebsführer hat die Rettungsmedaille erhalten.) Kann es uns jemand verübeln, ivenn wir die verliehene Medaille als blutigen Hohn empfinden? Wir fragen aber nochmals die Bergbehörde: Warum wird kein Strafverfahren wegen der zurückgebliebenen Lutte» cingc- leitet? Wir Steiger klagen über den Luttenmangel seit Jahrein Aber die Bergbehörde will uns nicht glauben, denn sonst würde sie unseren Wünschen entgegenkommen. Hier kann sie sich von der Wahrheit unserer Klagen überzeugen. Oder ist sie der Mei- nung: sie braucht es nicht zu tun? Dann heraus mit den Gründen!" Zu dem System der Alpvälzung der Verantwortlichkeit gehört es auch, datz sich der Bctriebsführer bei Materialmangel etwas Material, z. B. Lutten, in Reserve hält, um sich den Rücken zu decken. lind aus diesen Trick scheint die Bergbehörde nach dem Unglück aus Zeche„Lothringen" reingefallen zu sein. Ehre" mit dem fatal gespreizten Schönredner Graf Traft den sattsan bekannten Bombenersolg erzielte, während ein halbes Jahrzehnt später seine unvergleichlich bessere, in mancher Hinsicht vorzügliche SchmettcrlingSkoinödie bei der Berliner Premiere durchfiel, illustriert recht interessant die Rolle, die niibcrechenbarc Launen und Zufällig- leiten in der Tagcsgeschichte des Theaters spielen. Auf die Daner freilich korrigieren sich die momentanen falschen Einschätzungen von selbst. Graf' Traft ist längst gestorben, aber„Die Schmetterlings- schlacht" erfreut sich heute noch zähen Lebens. Die zimmerverinictende Stcuernffpektorswitwe Hergentheim mit den drei schönen, nach mütterlicher Ueberzengung zu glänzenden Partien berufenen Töchtern, der Ton in diesem Haus, die Vorbereitung ans den Empfang des von Herrn Ketzler triumphierend angckündig'lcn Freiers, der Kampf um die stutzig gewordene Beute— das Bild ist mit scharfem Blick gesehen und sehr geschickt in szenische Bewegung übersetzt. Keine der Figuren, so flüchtig einige behandelt sind, ist blotz Klischee. Ketzler, diese Blüte spezifischer Comtnis vdyageuv-ftnltuc in seiner bis zum Genialischen gesteigerten Unverfrorenheit prägt sich als neuer und frappant naturwahr konterfeiter Typ»? unvergetzlich ein. Er ist vielleicht die rundeste Gestalt, die Sudermann geschaffen, fast jedes Wort, das er im Drama spricht, hat etwas epigrammatisch Eharak- teristisches. Die Aufführung unter Walter-Horst sorgfältig feilender Regie brachte das naturalistische Milieustück in seinem feinen, wie den gröberen Partien trefflich zur Geltung. Fritz Achterberg lieh in der Figur des Ketzler freilich das Gefährlich-Brntale des Kerls hinter der Miene liebenswürdig angenehmen Schwerenöter» tnms für mein Empfinden allzusehr znrückiretcn. Er war zu glatt, zu nett. Aber auch so, in dieser mehr lustspiclinätzigcn Temperierung kam cliva? durchaus lebendig Einheitliches heraus. Die älteste und die jüngste Hergentheim, die gründlich abgebrühte Else und das kindlich unverdorbene Roscl lvurden sehr glücklich durch die Damen W a s a und Becker dar- gestellt. Marie G u n d r a war eine höchst glaubwürdige Frau Hergentheim. In den männlichen Rollen sind die Herren N o a ck, W i e n e und K ö st l i n, der dem Apothekeilehrling drastische Possen- komik abgewann, zu uennen._ dt. Notizen. — Theaterchronik. Die Erstaufführung von LeharS Operette „ F ü r st e n k i n d" im Theater Grotz-Berlin mutzte bau» sicher Einrichtungen halber auf den ersten Festtag verschoben werden. — Knnstchronik. Der Kunstsalon Pank Cassirer, Viktoriastratze 35, bleibt an den beiden Feiertagen geschloffen. — Die K ü n st l e r v e r e i n i g u n g S ch o l k e, die vor zwölf Jahren in München begründet wurde und wesentlich dekorative Talente umfatzte, hat sich aufgelöst. — Strindbergs Erben wollen gegen den deutschen Nebcrsetzer und Propagandisten Strindbergs Emil Schering den Prozetzweg beschreiten, da sie sich mit ihm über die Honorare nicht einigen können. Auch eine nette Illustration zum Erbrecht. — Ein neu entdecktes Belasquez-Porträt? Vor einigen Tagen soll in London in der Wohnung eines annen Deutschen eins der schönsten Porträts von Belasquez entdeckt sein, das den Kanonikus Don Juan de Fouseca darstellt. Es soll 1812 von einem hannoverschen Offizier aus Spanien nach Deutschland gekommen und allmählich durch Schenkung und Erbschast an den jetzigen Besitzer gelangt sein. DerBekriebsfiHrer ist für eine derartige grobe Ueberschreikung der Vergpolizeivorschriften(16 Meter fehlende Lutten ist eine der gröbsten� die im Einzelbetrieb möglich ist) immer verantwortlich. Sein Verhalten grenzt im Falle, daß Lutten dagewesen wären, schon ans verbreche- Tische. Aber sie fehlten! Die Zechenverwaltung, die beim Fehlen der Lutten die Hauptschuld trägt, wird, wenn es ihr gelingt, den Anschein zu erwecken, es seien Lutten dagewesen, entlastet, der Be- triebsführer und die Steiger dagegen belastet. Das ist ja auch der Zweck der Uebung. Auf jeden Fall liegt bezüglich des„Lothringer" Unglücks eine derartig schwere Verfehlung vor, daß die Behörde, wenn ihr ein klein wenig an der Verhinderung von Unglücken gelegen ist, unbe- dingt Anklage gegen den Betriebsführer erheben muß. Wenn sie die Wahrheit erfahren will, stelle sie die verantwortlichen Steiger der Mittag- und Nachtschicht und die Ortsältesten der anderen Drittel ebenfalls uncr Anklage. Diese sollen ihr schon, wenn es um Kopf und Kragen geht, wahrheitsgemäße Angaben über die Ursachen des [Fehlens der Lutten vor dem Ouerschlag machen." Wird nun endlich Anklage erhoben werdend• Hus der frauenbewegung, Frauentag 1913. Auch im Jahre 1913 wird der Demonstrations- tag der Frauen für die Forderung des allgemeinen, gleichen, ge- Heimen und direkten Wahlrechts abgehalten werden. In Oesterreich ist dafür der 9. oder 16. März in Aussicht genommen..Die Ge- nossinnen der Schweiz haben beschlossen, den Frauentag am 9. März abzuhalten. Die holländische» Genossinnen schlugen ebenfalls den 9. März vor. In Deutschland wird die Beschlußfassung demnächst erfolgen._ Leseabende. Britz-Buckow. Der Dezember- Leseabend fällt aus. Der Januar- Leseabend findet bei Becker. Chausseestr. 97, statt. Charlottenburg. Der Leseabend fällt aus. Soziales. Tauscht die Quittungskarten rechtzeitig um! Neulich wiesen wir darauf hin. daß Schwierigkeiten beim Um- tausch der Quittungskartcn auf Berliner Polizeiwachen gemacht sind und daß eine klare Anweisung zum Umtausch erforderlich sei. Inzwischen scheint solche Belehrung ergangen zu sein. Uns ist wenigstens von mehreren Seiten bestätigt, daß dem Gesetz ent- sprechend in Berlin seitdem vorgegangen ist. Nicht so in Neukölln. Bon dort kommt die Klage, daß auf einem Revier der Umiansch verweigert und der Ouittungskarteninhaber auf den Tag vor Ab- lauf der Fälligkeit vertröstet sei. Ein solches Hinausschieben ist ungesetzlich. Die Polizei ist zum Umtausch auch vor diesem Termin jederzeit verpflichtet, nur kann sie 5 Pf. für die neue Karte ver- langen. In den Fällen, wo trotzdem der Umtausch verweigert wird, ist der Beamte und, falls seine Ablehnung auf Weisung der Be- Hörde beruht, diese in vollem Umfange schadensersatzpflichtig. Es -liegt also im eigenen Interesse der Behörde, auch für Neukölln zu- treffende Nechtsbelehrung zu geben. Sollte der Umtausch abgelehnt werden, so ist zur sofortigen Beschwerde an das Polizeipräsidium unter Hinweis auf die Schadensersatzpflicht zu raten. Die Ouittungskarten müssen innerhalb 2 Jahren umgetauscht tverden. Ist die Karte z. B. vom 28. Dezember 1919 ausgestellt, so nruß sie spätestens bis am 27. Dezember 1912 umgetauscht sein. Es empfiehlt sich, nicht bis zum letzten Augenblick zu warten, sondern in dem letzten Vierteljahr vor dem Ablauf die Karte umzutauschen. Der Umtausch erfolgt tostenlos. Will jemand noch früher die Karte umgetauscht haben, so muh seinem Begehr stattgegeben werden; nur hat er dann 5 Pf. für di� neue Karte zu zahlen, Der«Vorwärts" und das Genossenschaftswesen. Der„Buchbinder-Zeitung" ist es nicht recht, daß wir ihren vier Spalten langen Erguß gegen-den„Vorwärts" nicht wörtlich zum A-bdruck gebracht baben. Sie lamentiert in ihrer Nr. 52 unter der Ueberschrift„Der Vorwärts und das Genossenschaftswesen" darüber. Hierbei unterstellt sie dem„Vorwärts", er verfolge„die von ihm beliebte Taktik, die ihm unbequemen Dinge einfach totzuschweigen" und schließt scheinbar wehmütig seinen Artikel mit dem ebenso albernen wie persi-den Satz:„Es soll nach allem also dabei bleiben. daß der.Vorwä"S" nach wie vor eine Stellung gegenüber den Ge- «ossknjchaftcn einnehmen wird, durch die jene geschädigt werden." Dem Schreiber der Artikel in der„Buchbinder-Zeitung" kann, da er nicht in Wolkenkuckucksheim, sondern in Groß-Berlin wohnt, -nicht entgangen sein,-daß der Aufschwung der Genossenschaftsbewe- -gung in Berlin wesentlich auf die Arbeit der politisch und gewerk- schaftlich organisierten Genossen in Berlin und des„Vorwärts" zurückzuführen ist. Freilich hat ein Teil dieser Arbeit leider sich gegen-die Richtung wenden müssen, die in der Meinung, die Ge- liossenschaftsbewegung zu heben, fast ein Jahrzehntlong durch ihre Ueberneutralität und durch phantastische Bilder über die Wirkungs- Möglichkeit der Genossenschaften von der genossenschaftlichen Bewe- gung abgeschreckt hatten. Dem Verfasser der Artikel der„Buch- binder-Zeitung" kann ebensowenig unbekannt sein, daß viele Buch- binder mit seinen widerspruchsvollen Ergüssen keineswegs einver- standen sind. Er kommt mit Klagen darüber, daß der„Vorwärts" nicht alles abdruckt, was er verfaßt hat. Warum verschweigt er, daß aus Buchbinderkreisen ihm die Uebereinstimmung mit den von ihm angegrifscnen Ausführungen des„Vorwärts" mitgeteilt und er um Aufnahme dieser Ansicht ersucht ist? Uns ist aus Gowerkschafts- kreisen, nicht minder auch aus Buchbinderkreisen die Zustimmung zu unserer Stellung im Gegensatz zu der der„Buchbinder-Zeitung" ausgedrückt. Im Interesse der Genossen schaftsbewegung selbst liegt es, mit der Genossenschaftsbewegung und dem Grundsatz der freien Mei- nungsäußerung gleich abträglichen Artikeln, wie sie die„Buchbinder. Zeitung" veröffenllicht hat, nicht noch eingehender uns zu befassen. Nicht mit dem Eigenbrödler, der in den Spalten der„Buchbinder- zeitung" sein Rößlem tummelt, sondern mit-der Genossenschasts- oewegung und ihrer Förderung haben wir es zu tun. Die Genossen- schaftsbewegung wird dadurch gefördert, daß man Artikel des er- wähnten Kalibers aä acta legt und im Sinne der in Kopenhagen und in Magdeburg gefaßten Parteitagsbeschlllsse für die Genossen- schaftsbewegung weiter agitiert, damit sie ein wirksames Unter- stützungsmittel im Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse werden. Der Sozialdemokrat legt seine politische Ueberzeügung nicht in den Silberschrank, wenn er als Genossenschaftler wirkt. Er kämpft insbesondere für die Genossenschaftsbewegung, wenn er Miß- stände angreift, die durch Propagierung und Verletzung elemen- tarster politischer und gewerkschaftlicher Grundsätze und Verletzung der Meinungsfreiheit in die Genossenschaftsbewegung hineingetragen werden. Mißfällt dem Verfasser in der„Buchbinder-Zeitung" diese Stellung des„Vorwärts" gegenüber Betätigungen in der„Genossen- schaftlichen Rundschau" und den Vorgängen vor dem außerordent- lichen Genossenschaftstag, und bringt er sein Mißfallen in der von ihm gewählten Weise zum Ausdruck, so charakterisiert ihn das stärker, als die schärfste Kritik es vermöchte. Ein ungetreuer Kassenrendant. Der frühere Rendant Haverkamp der Bochumer Ortskranken- kassc, der von der Aufsichtsbehörde wegen angeblich unlauterer Manipulationen aus dem Amt entsetzt worden war. ist nunmehr in Untersuchungshaft genommen worden. Die Kasse war in Händen d« Christen. Gerichts-Leitung. Der Revolver! Eine wüste Szene, die sich in der Nacht zum 26. August in der Koppenstraße abgespielt hat, fand gestern ihr Nachspiel vor der 11. Strafkammer des Landgerichts I. Wegen schwerer Körper- Verletzung hatte sich der Schlosser Albert Scidler, ein im Anfang der zwanziger Jahre stehender, noch unbestrafter junger Mann zu ver- antworten. In der genannten Nacht erschienen etwa 12 junge Leute in der Destillation des Schankwirts Josef Maywaldt, Koppenstr. 33. Sie amüsierten sich durch Kartenspiel, an welchem auch außer ihnen noch andere Gäste sich beteiligten. Dabei kam es zu Zwistig- leiten zwischen den jungen Leuten und einem Gast. Als dieser von einem der Burschen beleidigt wurde, gab er ihm eine Ohrfeige. Darauf entwickelte sich eine große Schlägerei. Schließlich mußte der Wirt, der seit vielen Jahren sein Geschäft ruhig und ordentlich führt, eingreifen. Es gelang ihm, die Schläger mit Hilfe anderer Personen zur Tür hinauszudrängen. Die Schlägerei setzte sich auf der Straße fort, da die Ruhestörer wieder in das Lokal zu dringen sich bemühten. Im Verlaufe dieser Prügelei tat sich, wie mehrere Zeugen bekundeten, der Angeklagte besonders hervor. Er soll einen Vorstoß nach dem Innern des Lokals gemacht und plötzlich mit einem Revolver ans feine Gegner ge'chossen haben. Eine Kugel traf den Gastwirt Maywald an der Stirn. Glücklicherweise war es nur ein Streifschuß und hat keine bösen Folgen gehabt. Der Angeklagte bestritt seine Täterschaft. Das Gericht hatte aber nach der Beweisaufnahme nicht den geringsten Zweifel, daß Seidler den Schuß abgefeuert habe. Mit Rücksicht einerseits auf die bisherige Unbescholtenheit und die vorhanden gewesene Ange- trunkenhcit des Angeklagten, andererseits auf die Gemeingefähr- lichkeit eines solchen Treibens verurteilte der Gerichtshof den An- geklagten zu einem Jahre Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Zum Postregal. Sechsundzwanzig Personen standen gestern unter der An- klage des Vergehens gegen das Postgescy vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I. Es handelte sich um die beiden Inhaber der Berliner Paketfahrtgesellschaft, einen Betriebsvorsteher, eine An- zahl anderer Angestellter der Gesllschaft und fünf Geschäftsleute, die der Gesellschaft Aufträge erteilt hatten. Sämtliche Angeklagte hatten postalische Strafmandate erhalten, die, zusammengerechnet, eine Gesamtsumme von etwa 39 666 M. ergeben würden, hatten aber dagegen Einspruch erhoben und gerichtliche Entscheidung be- antragt. Nach§ 1 des Postgesetzes ist es verboten, versiegelte Briefe gegen Bezahlung von Orten mit einer Postanstalt nach anderen Orten mit einer Postanstalt des In- und Auslandes auf andere Weise als durch die Post zu befördern. Der§ 2 gestattet dagegen eine solche Beförderung durch expresse Boten oder Fuhren. Die Paketfahrtgesellschaft stellt nun aus Verlangen eines Reflektanten, der Avise, Preislurante u. dgl. in Massen in versiegelten Briefen verbreiten will, diesem einen expressen Boten zur alleinigen Ver- fügung und setzt dafür eine Pauschalentschädigung an. Um den Erfordernissen des Postgesetzes zu entsprechen und die Beförderung von einem Postort zum anderen herzustellen, wird wohl auch ein Ausweg derart genommen, daß der von dem Reflektanten gemietete Bote mit dem großen Paket von Briefen, die von einem Berliner hier aufgegeben und für Berlin bestimmt sind, zunächst nach einem Vorort fährt und dann von dort als expresser Bote die Briefe nach Berlin befördert und hier austrägt. Die Postbehörde erblickt hierin eine strafbare Umgehung des Gesetzes. Oberinspektor Goctze vertrat als Sachverständiger gestern diesen Standpunkt. Der von der Verteidigung als Sachverständiger geladene Postdirektor a. D. Rumler konnte sich den Ausführungen seines Kollegen nicht anschließen und gab ein abweichendes Gut- achten ab. Nach längeren rechtlichen Ausführungen des Justizrats Dr. von Gordon und der Rechtsanwälte Dr. OSkar Meyer und Hans Mcyer erkannte das Gericht auf Freisprechung der sämtlichen Angeklagten. Bauernfänger. Zu je 4 Jahren Gefängnis wurden gestern zwei gewerbsmäßige Bauernfänger von der 133. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte verurteilt. Angeklagt wegen Betruges waren der Kellner Gustav Handtke aus Schöneberg und der aus der Haft vorgeführte Händler Willi Marx.— Am Abend des 9. Oktober d. I. war der aus einem kleinen Dörfchen in Schlesien stammende Landwirt Maretzki'gerade auf dem Lehrter Bahnhof ausgestiegen, um das erstemal in seinem Leben das Berliner Pflaster zu betreten. Er wurde von einem Manne angesprochen, der ihm im unverfälschten schlesischen Dialekt fragte, ob er in Berlin nicht„ä bissel" Bescheid wisse. Er war sehr erfreut, gleich einen Landsmann gefunden zu haben, den er auch sofort zu einem Glase Bier einlud. Der an- gebliche Landsmann schleppte den„Provinzonkcl" in ein Lokal in der Schwartzkopffstraße, wo er von einem„zufällig" hinzukommen- den Bekannten begrüßt wurde. Ebenso zufällig wurde dann ein Spiel Karten gefunden und bald war ein Spielchen im Gange, bei dem der Landwirt anfänglich kolossales Glück hatte, bis sich Plötzlich das Blättchen wendete und er im Nu seine gesamte Bar- schaft verloren hatte, so daß er völlig mittellos in der fremden Stadt dastand. Er ging zur Polizei, wo ihm mitgeteilt wurde, daß er gewerbsmäßigen Bauernfängern in die Hände gefallen sei. Die beiden Gauner wurden auch bald ermittelt, es waren die jetzigen beiden Angeklagten.— Der AmtSanwalt beantragte je 2 Jahre Gefängnis. Das Gericht ging mit Rücksicht auf die außerordentliche Gemeingefährlichkeit derartiger Gaunereien weit über die bcan- tragte Strafe hinaus und erkannte auf je 4 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust, Handtke wurde außerdem sofort verhaftet. Solche Prellereien wären nicht möglich, wenn die Provinzler etwas mehr Zeitungen lesen würden. Zur Strafgesetznovelle. Nach der Strafgesetznovelle wird nicht nur die Entwendung, sondern auch die Unterschlagung von Nahrungsmitteln usw. in ge- ringer Menge und von unbedeutendem Werte zum alsbaldigen Ver- brauche lediglich als Uebertretung und nur auf Antrag bestraft. Am Sonnabend hatte nun das Reichsgericht die Frage zu prüfen, ob der Z 376,5 auch auf Beamte Anwendung finden kann, die solche Sachen unterschlagen. Das Landgericht Mülhausen i. E. hat am 5. Juli den Pack- meister Robert Niepage» wegen Unterschlagung im Amte zu 3 Mo- naten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hatte, während er einen Zug begleitete, im Packwagen«in Faß Wein angezapft und seine Flasche gefüllt, um sie alsbald auszutrinken. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, aber nur deshalb, weil der Zeuge H. nicht beeidigt worden und der Grund der Nichtbeeidigung im Protokoll nicht augegeben ist. Im übrigen wurde ausgesprochen, daß der 8 376,5 in seiner jetzigen Fassung auf Unterschlagung im Amte nicht anzuwenden ist, da der Tatbestand der Amtsunterschlagung(8 356) als wesentliches Merk- mal noch die Pflichtverletzung enthält.(1 D. 825/12.) Hus aller Melt. Drama auf koker See. Der Dampfer„Florcnce" von der Furneß-Linie, der sich mit Fracht auf der Fahrt von Halifax nach St. Johns befand, wurde am Morgen des 20. Dezember bei Cap R a c e im Sturme vollständig wrack. Der Kapitän und 21 Mann ertranken. Der zweite Offizier und vier Matrosen wurden gerettet, nachdem sie zwei Tage in einem Boot umhergetrieben waren. Das Schiff ist gänzlich verloren. * Wie ein Telegramm aus Emden meldet, find tm Emdener Außenhafen in der Nacht zum Sonntag vier Leute er» trunken. Drei von ihnen gehörten zur Mannschaft des schwedi- schen Dampfers. N y l a n d", der vierte Mann war von der Be- satzung des schwedischen Dampfers„Nordland". Das Unglück ereignete sich durch Kentern eines Bootes. Die Leichen konnten bereits geborgen werden. Panik im Kino-Theater. In dem flandrischen Weiler Baragues unweit Menln an der belgisch-französischen Grenze brach am Sonntagabend in einem Liincmalographen-Theater während der Vorstellung Feuer aus. Es gelang zwar dem Operateur, das Feuer zu löschen, aber jemand aus dem Publikum hatte Alarm geschlagen, und die etwa hundert Anwesenden drängten dem Ausgange zu. Es entstand eine entsetzliche Panik. Zwölf Personen wurden getötet, zwanzig, darunter viele schwer, ver- w u n d e t. Unter den Getöteten befinden sich fünf Kinder im Alter bis zu acht Jahren. Die Gerichte von Courtrai und Lille begaben sich sofort nach der Unglllcksstelle, um eine Unter- suchung einzuleiten. Es stellte sich heraus, daß die meisten Getöteten erdrückt oder erschlagen wurden. Es sollen einige Personen von der Galerie heruntergesprungen sein und da- durch hauptsächlich die Verwirrung angerichtet haben. Aus der Finsternis. Einer grauenhaften Untat kam man dieser Tage in der stock- katholischen Ortschaft Bohnkirch bei Ebersberg in Oberbayern auf die Spur. Dort gebar am 15. September d. I. eine Dienst- magd heimlich. Ihr Geliebter nahm das Neugeborene und warf es den Schweinen vor, die es vollständig auf» fraßen. Die Geschichte wurde erst jetzt ruchbar. Das saubere Paar wurde verhaftet und nach München in das Untersuchungs- gefängniS eingeliefert._ Die Spekulation auf die Dummheit. Das amtliche Siaristischc Bureau der Vereinigten Staaten ver- öffentlicht einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß das amerikanische Publikum in den letzten zwei Jahren durch die Manipulationen be- rrügeriicher Bankiers und Hochstapler um nicht weniger als 156 Millionen Dollars(über 666 Millionen Mark) betrogen worden ist, und daß 1266 Personen wegen Betrugaffären dieser Art von der Polizei verhaftet wurden. Hierbei sind diejenigen nicht mitgerechnet, denen es gelang, sich den polizeilichen Nackiorschungen zu entziehen. Das Bureau veröffentlicht auch die Namen aller dieser Bcwüger sowie eine genaue Darstellung über Schwindel- manöver, um das Publikum zu warnen. Erdbeben. Im Küstengebiet des Schwarzen Meeres erfokgten am Sonnabend mehrere aufeinanderfolgende Erdstöße, welche sich auf drei Werst ausdehnten und die Gestalt der in Mitleidenschaft gezogenen Küste veränderten. Der Meeresboden hob sich, es ent- stand eine Springflut, und mehr als 26 Häuser in der Um- gebnng von Otrada wurden beschädigt. In der Erdoberfläche bildeten sich Risse bis zu 156 Meter Tiefe. Der Schaden ist unbeschreiblich groß, allein der Verlust an dem durch Riffe zerstörten Grund und Boden beträgt mehrere Millionen Rubel. Aus Rom wird gemeldet: Am Sonntagmorgen gegen 16 Uhr wurde in Reggio di Calabria ein heftiges Erdbeben verspürt. Unter der Bevölkerung entstand eine große Panik, die nach der Katastrophe vom 23. Dezember 1968 errichteten Baracken wurden von den Bewohnern fluchtartig verlassen. Weitere Einzel» heilen sind bisher noch nicht bekannt, da die Telegraphen- linienunterbrochen find. Grubenkatastrophe in Japan. Ein Telegramm aus Tokio meldet, daß in dem Kohlen- bergwerk Ubarei bei Sapporo— auf der japanischen Insel Jesso gelegen— sich eine folgenschwere Kohlenstaub- explosion zugetragen hat. Von etwa zweihundert in der Grube beschäftigten Bergleuten konnten nur drei gerettet werden. Ueber das furchtbare Unglück liegen Einzelheiten noch nicht vor. Kleine Notizen. Vom Schlachtfeld der Arbeit. In der Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei von Hermann und, Alfred E scher in Chemnitz brach Montag nachmittag 1� Uhr eine zum Transport von Guß- fand dienende gußeiserne Galerie zusammen und begrub eine Anzahl Arbeiter unter sich. Zwei Kernmacher erlitten Arm« und Beinbrüche; eine Anzahl anderer Arbeiter kam mit leichleren Verletzungen davon. Drei Hilfsarbeiter liegen noch unter den Trümmern; sie sind wahrscheinlich tot. Mord und Selbstmord. Ein blutiges Ehedrama setzte am Mon- tag die Bevölkerung von Krautze(Provinz Sachsen)� in Aufregung. In dem Orie erschlug der Hosbesitzer Busse seine Frau mit einem Hammer und erhängte sich darauf im Garten. Durch Starkstrom getötet. Auf der Funlenstation zu Nord» deich ist der Telegraphenassistent Emil Müller in der Nacht zum Montag infolge von Kurzschluß durch den sehr hochgespannten elek» irischen Strom getötet worden. Der Sturm auf dem Kaspischcn Meere. Nach neuerer Meldung sind bei dem Sturm auf dem Kaspischen Meere mehr als sechzig Fischerboote gekentert. Die Leute am Lande mußten dem Unglück zuiehen, ohne Hilfe bringen zu können. Bisher sind zehn Leichen geborgen. KritfKaften der Redahtio«. Die juristische Sprechstunde fällt heute ans. O. IIS. Unter Umständen wird Ermögigung gewährt In der Charitä, in der Frauenklinik. Artilleiicstraye. und im siädlischcn Krankenhaus in Moabit.— Buch SS. Auslunst darüber erhalten Sie bei der Zentral- lommission der Kraiilenkasicn. Alexanderstr. 39/40— A. D. 166. 1. Draht von angegebener Stärke gibt es. 2. Bezugsquellen uns nicht be- kannt.'— W. Ich.«S. Sind fast immer unlautere Anlockungen Er- kundigen Sie fich bei der Zentralstelle sür Auswanderer, Berlin. Kails- bad 9/16.— Dr. 15. Dazu sind die Etats ersorderlich, welche den je- »eiligen Parlamenten unterbreitet werden. Erhältlich durch die Bureau? der betreffenden Parlamente.— Hasclbnch®. M. Nein, nicht bekannt. Wttterungsüberfich, vom SS. Dezember ISIS. Wetterprognose für Dienstag, den S4. Dezember ISIS. Zeitweise heiter, aber veränderlich, am Tage mild bei mäßigen iüdwest- lichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Letterbnrean 'Cbcatcr. Heute, Dienstag. bleiben sämtliche Theater geschlossen. Levilier-Ilieslero.�" Dienstag: Geschlossen. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Xop'. und Schwert. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Scbmetterlingsscblacbt. Donnerstag., nachmittags 3 Uhr: Zopf nnd Schwert. Donnerstag, abends 8 Ubr: Die Kinder der Exzellenz. Sehiller-Thealer ChCr Dienstag: Geschlossen. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Die dtidln von Toledo. Mittwoch, abendS 8 Uhr: II ciing'f unden. Donnerstag, nachmiltugS 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Donnerstag, abends 8 Uhr: Im weißen ROBI. Berliner Theater. Heute geschlossen. fuT Filmzauber. Heute geschlossen, Äef Die fünf Frankfurter. Deutsches Schnusplclbans Heute geschlossen. Morgen nachm. 3 Uhr: Ggmont. 8 Uhr: Der gutsikende ssrack. Beailleni-Theater. Heute geschlossen. Morgen und solgende Tage: KsLfspiel vonslanlö V. l-inllen: Prinzenerziehnng. Nachm. 3 Uhr: Alles für die Firma Tbeater am Nollemlorlpiatz S. Heule geschlossen. Morgen nachm. 3 Uhr u. abends 8Uhr: Orsiytus in der ilvterwelt. siiontis Operetten-Ikeater (sr.tleues Idealer). Amt Norden 1141. Heute geschlossen. Bon Mittwoch ab täglich 3 Uhr: Der �rauenfresser. Luisen-Theater. Dienstag: Geschlossen. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Ruffles. Abends 8 Uhr: Berlin-Hamburg-New York. Gr. rom.-lom. Ausi'aitungS- stück von Ernst Ritterfeldt. Donnerstag nachm. 3Uhr: Rulßes. AbendS 8 Uhr: Berlin.Hamburg. Nelv Bork._ OSE=THEATE 1 «rohe granNurte» Slr l3L. Heute Dienstag bleibt das I Theater geschlossen. —' Mittwoch u. folg. Tage: AbendS 8 Ubr. Die Sünde» der oberen Zehntausend. Nachm. 3 Uhr: Halbe Preise: Der graste Uubecaiinie. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Ge> wonneue Herze». Freitag, nachm. 4 Uhr: Der gestiefelte Kater. Urania Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 18 11). Heute geschlossen! Metropol-Theater. Heute geschlossen. An beiden Feiertagen abends 8 Uhr: ehsusfettr- ins Ketropol! ZW- Rauchen gestattet."WQ Nachm. 3 Uhr: TatU TotO. 4. Wahlkreis. Zu den Aufführungen in Kellers Feststtlen, Koppen- 1 straste 29. sind die Billetts zum L. Feiertag vergriffen. Billetts| zum 1. und 3. Feiertag zu dem Lustspiel „Weh' dem, der lügt11 1 find noch zu haben bei Hoffmann. I"' Koppenstr. ö2, Eugel, Oppelner Str. Nönigsberger Str. 23, Welzer. 221/15 i Wirtshaus i» i-» Stadtbahnbögen fBahnh. Börse) Spandaner Brücke(Bahnh. Börse) ErühstUck-, Mittag;- n. Abendtisch zu zivilen Freisen.— Ausschank erstklassiger Biere. j| traiinr Waller Sejiring. 1 1 1 Sahary-Djeli La„Mysterieuse*. gj: Gastspiel IM Max Linder der weltberfihmte Film• Schauspieler in seinem Sketch: Max, der Liebhaber; Max Linder sowie die sensaiionellen Dezember- Attraktionen. lassageTheaser Lichtspiele l Unter den Linden 22/23. Diese Woche u. a.: Weihnachten des Schau- Spielers. (Ein Weihnachtsbild.) Die Furt(Kinemakolor). Lehmann wird mit IHttller verwechselt (Eine Burleske.) Wie der Mensch die Riesen der Natur besiegt. Eine heimliebe Heirat. (Drama in drei Akten von Maurice StiUer.) Kino-Woche. Rente geschlossen. Am t., 2. u. 3. Weihnachtsfeiertag Je 2 gr. Vorstellungen. Nachmittags S'/s Uhr: -- Halbe Preise.-- Abends ab 8 Uhr! In beiden Vorstellungen; die gesamten Attraktionen mit Dario Falnl. Theater Königstadt-Gasino. Ecke Holzmarlt- u. Aleranderitrasie. l Minute v. Bahnh. Jannowitzbrücke Tägl. abdS.'/z8. Sonnt lli6 Uhr: Unterm Ohristbaum. Bolksstück in 2 Bildern und das arost. Tpezial träte»Programm Jed. 1.«. 16.: Programmwcchsel. am Xoo. Mittwoch, 25. Dezember, 7'/, Uhr: Ensemble-Gastspiel d. Kurfürsten- Oper unL Leitung v. Victor Palfi. Zum 1. Mal: Das Fürstentind. Operette von Victor Leon. Musil von Franz Lehär. An all. drei Weihnachtsseiertagen: AbdS. 8 Uhr: DaS Fürftenkiud. Nachm. 3 Uhr, zu kleinen Preisen: »So bummeln wir!!!* Vorverk. 10-6 a. d. Theaterkasse, in d. Warenh Tietz u. Jnvalidendank. Eolies Caprice. Heute geschlossen. An alltn drei Feiertagkn: In Sachen Katzenstein. Die Doppetfirma. Die Dochter der Braut. Voltas-Theater Neukölln, Hermannftr. 20. Mittwoch: Der Gefangene von Zenda. Romant. Militärausstattungskomödie in einem Vorspiel und 4 Alten von Edw. Rose und S. V. Lutz. Donnerstag: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Salingrö. Ansang VI, Uhr. Freitag: Zapfenstreich. Militärisches Drama in 4 Akten von Beherlein. Ansang S'/a Uhr. Reichsbailen-Theater Stettiner Sänger. 1. u. 2. Feiertag. nachmittags S Uhr (zu ermaß. P, eisen): „0 Tanneboom!" Ab.?'/, Uhr: Bei Vater'n. Zirkus Wert Sehumann. Heute Dienstag, 24. Dezember (Heiligabd.): Geschlossen. An all. 3Weihnachtsfeiertagen Hittwoch, d. 25. Dezember, Donnerstag, d. 26. Dezbr.. t'reltag, den 27. Dezember: _ Täglich:__ �gr, Fest-Vorstellungen� Nachm. 3'/, u. abends �1|, Uhr. In all. Vorstellung, ohne Kürzung; Der unsichtbare Mensch. 4 Bilder aus Indien. In allen Vorstellungen das phänomenale Dezember-Programm. Nachm. hat jeder Erwachsene 1 angehör. Kind unt.10 Jahren frei auf all. Plätzen außer Galerie. Ter Heute geschlossen I Morgen: Premiere der Novität Vüstöllmorsl. Hierzu Hie Alpenbrüder mit Anton und Donat Herrnfeld. Ans. 8 Uhr. Vorverk. 11— 2, Theaterk. Voranzeige I Am 31.Dez von 3 Uhr ab. bis 5U. früh Kr. 8ii?e8ter-?e!er! Die grüßten Schlager Die Alpenbrüder— Wüstenmoral Das Schcldungs-fsionper Festprolog! GratulationSeour! Fanfarengrust(Gardc-Kürassicre) I Gr.«Ilvester-Kabarett unt. Mitwirk, von 17 d. bedeutendste» Künsller und Künstlerinnen. Die Theaterbilletts berechtigen z. Teilnahme an der gel. Silvester-Feier. Billetts für alle Feiertage bereits zu haben. SoTiaMemolu'stf scher Wahlverein des dritten Berliner Reichstagswahlkreises Mittwoch, den 25. Dezember(1. Weihuachtsfeiertag) :::: im Gewerkschaftshans, Engelufer 15:::: KONZERT-ABEND «« •• Mitwirkende: Berliner Sinfonie-Orchester(Dirigent Maximilian Fischer)— Opernsängerin Fräulein Margarete Meyscl— Herr Direktor Karl Frida«(Rezitation)— Herr Walter Keller (Bariton)— Herr PistonvirtuoS R. Renmeyer— Herr Konzertmeister H. Mahlte(Violine). Eintrittskarte 50 Pfennig. Anfang abends O'/t Chr. Programm am Eingang gratis.——— Nach dem Konzert: BALeL* Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Rege Beteiligung erwartet Das Komitee. Zirkus Busch. Heute Dienstag, 24. Dezember: Geschlossen! An d. 3 Weihnachtsfeiertagon> Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26., u. Freitag, d. 27. Dezember: 2 gr. Fest-Vorstellungen 2 Nachm. S'l, Uhr, abds. VI, Uhr.> Nachm. zahl. Kinder unter 10 lahr. I auf allen Sitzplätzen die Hälfte, j In beiden Vorstellungen: DerAeroplanim Zirkus. Nachm. S'/j Uhr: Unter Gorillas. Abends 7'/, Uhr: „Sevilla". Voigt-Theater. Gesundbrunnen, Badstr. 58. Morgen, Mittwoch, 25. Dezember (1. Feiertag) nachm. 3 Uhr: Ltsat und Kirche. Abends 8 Uhr: hm Yersohnungstag. Donnerstag(2. Feiertg) nachm. 3 Uhr: Gebildete Menschen. Abends 7 Uhr: Fröhiichk Weihnacht Freitag, abends 8 Uhr: Krone und Gessel. Kaffeneröffnung 10 Uhr. Ansang 3 Uhr u. 7 resp. 8 Uhr. Trlsnon-Thenter. Dienstag: Geschlossen. An allen drei Feiertagen: Die Erst«— Die Beste! Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr: An beiden Keiertage« nachm. 4 Uhr: Unter dem Weih- nachtsbsum. Passage-Panoptikum Bis inkl. 1. Januar: f Volkstage!"tzl_ lermann 1 Kind frei. Jedes Kind erhält ein Geschenk! lAlles ohne Extra-Cntree l| 50 WILDE ui r I d r n mAnner| IIEllDCiil KINOER vom Stamme der Igorroten. 1 Leben u. Treiben in dem I ] eigens auf gebauten IGORROTE V-Dorfe. Für den Inhal« der Jnierate Nbernimm« die Redaktton dem Publikum gegenüber keinerlei Berautwortung. flelz- waren F n b r i k und Lager voo Stolas, Krawatte n, Muffen, Pelzjacken, Pelzen, Kindergarnituren usw. Nur reelleWare.von ler einfachsten bis zur elegantesten.— Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen. Sonntags geöffnet F. Kaiman, Kürschnermstr, glirllg-gmiIMM.�d'D'ut�r' Tel: Zentrum 3917. Gegr. 1894. Auf Teilzahlung Sprechmaschinen jeder Art echte Menzenhauer Zithern, Geigen, Mandollnen, Gitarren.• M. Jahres Musik-Spezialgeschäfte I.Geschäft:Brunnonstr. 117 2.„ Reinickendorfer Str. 107 8.„ Moabit, Gotzkowskyetr.SI 4.„ V ete ranenslr. 8___ Dr. Simmel Spezial-Arzl für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, äSük. 10— i 6—7. Sonntags 10—12. 2—4 A in Warum grad an\der„Juno"Cigarette Hängt er. der Rauchenfesr wie eine Mette? Warum die„Juno,'nur von früh bis spät? Die Antwort liegt Im Worte; Qualität. rL a Cigaretten der Tabaliarbeiter-Genosseiiseliatt Spezialität III Sie unterstützen uns, wenn Sie bei Ihrem Oigarrenhändler unsere Cigaretten fordern. Vertreter: P. Horsch, Engelufer 15, Cigaretten- n. Tabak-Qroßhandlung. Möbel, Spiegel und Polsterwaren Julius Krause 40 Kastanienallee 40 Komplette Wohnungs- Einrictitungen zu anerkannt billigen Preisen.* ----------------- Gegründet 1884.-- Teilzahlung gestattet. Heute letzter Tag. Aufruf an die Arbeiter Berlins! Die anhaltende Teuerung1 zwingt einen jeden, sich vor Uobervorteilung zu schOtzen. Kaufen Sie nur beim Fachmann. IMark wöchentl. Teilzahlungen liefere elegante fertige Herren" Gaideiolien : Enatz Ittr Man: Anfertigung n. Mata Tadellos. Ausführung Ms Faliao Schneidermeister Eingang Strausbergar Platz. iehäuTornistr.lS eur I. Etaga, »! haln Laden, i; Gegründet 1864' uL waren. Engros— Export. S. Schlesinger, Neue Königstr. 31 Ordonnanzhaus. Kein Laden! II. Etage. EMzelwtoul wie alljährlich zu billigst. Preisen. Pelz-Stolas Müden Chick garnierte federleicht. Reparaturen sauber und billig. Sonntag geöffnet. Bitte genau auf Hausnummer 21 zu achten. H.PfaujaDiiagist »kT Direksenslraße 20 zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium.—Amt Est. L208. Für Damen Frauen-Bedienung.* Lieferant für alle Krniikenkaffe». 8 teppdecken Speziatas EmilLefevre Benm Oranienslr. 158. S. Steppdecken involler BettgröSe iollatlas Sehlaldeeten FartnS�bis 21°° bord., � 6 5 bis 2700 2500biS12500 . I85 bis 4800 Her nme latia mit bunten Teppichmustern 750 Abbildungen gratis u. fr, WMHiiMmnyinjjiiimiimiiiiiiiiiiiiHwiniiiiiHmiiiiinHiiiiiiwi Äs?? meinen b&sZ&n TduA&T&Zertr c&c jataZ ein"Rbce/it p&vuv&rz, fecfar, (Z£i rvak* zrvm Zetfan,'ZccckexJbxcße*� /wJbcetrnan Süz /toiß/��z�reMjc�aum� an, tan/fiatn hc f&sz /uz£ße<, tfatt<£rfyüU. Dann, mcm azicA fSon cm Tfa, Hort. rtjߣen£c£/vn ScÄnat Jiörievn, SCrvect Vccnctf?, So sx&mec&t esjecn,. Dcuui ccuß rnaaj&jfa 'j$rr&/, Ouadrat- meter 75 Pf. und bis 1 Quadratmeter 1,50 M. zu zahlen. Ein Monatsaboniiement ohne Rücksicht auf die Größe kostet 4 Mark. DaS Ankleben wird durch städtische Arbeiter ausgeführt. Eine sehr lebhaste Diskussion rief die Magistratsvorlage hervor, welche eine Geschäftsordnung für das Kuratorium der hiesigen höheren Knaben- und Mädchenschule verlangte. Vom Genossen Krüger wurde die Ablehnung der Geschästsordnuilg verlangt, da dadurch die Kuratoriumsmitglieder bestätigt werden müßten und somit unsere Genossen von vornherein ausgeschlossen würden. In der weiteren Diskussion scheinen sich die Bürgerlichen selber nicht klar darüber zv sein, ob die Schule eine städtische oder eine private sei. Einzelne meinten, sie Ware beides. Er war ergötz- lich. diese Meinungsverschiedenheiten mit anzuhören. Unsere Genossen waren sich schon immer darüber einig, daß die Schule eine von der Stadt für die Kinder der besser- situierten Bürger unterhaltene Lehranstalt ist, in die jene ihre Kinder nur deshalb schicken, um fie nicht mit Proletarierkindern eine gemiinsame Bank drücken zu lassen. Auch ist der Unterricht eines großen Teils der Kinder mit dem 14. resp. 15. Lebensjahr beendet; also ein Beweis, daß sie gar nicht willens sind, höhere Karriere einzuschlagen. Als Genosse Knöschke ersuchte, dieses Monstrum von Geschäftsordnung, das wider den gesunden Menschenverstand'ver- stoße, abzulehnen, erhob sich ein Sturn, der Entrüstung bei den Bürgerlichen. Dr. Wieners, der sich gleichfalls gegen diese Geschäftsordnung aussprach, erging es nicht besser, und es gelaug ihm. einem Nervenarzt, nicht, die Gemüter zu be- ruhigen. Die Vorlage wurde mit zwölf gegen die acht Stimmen unserer Genossen sowie des Dr. Wieners und des Vorstehers au« genommen. Zum Schluß wurde gegen zwei Stimmen eine Magistratsvorlage angenommen, wonach die hiesige Ortskrankenkasse, welche ein dahingehendes Gesuch an den Magistrat gerichtet hatte, zu einer Allgemeinen Ortskranlenkasse. unter Ausschluß einer Land- krankenkaste, umgewandelt werden soll. Weihnachtsvcranstaltttngen. Lichtenberg. Am 1. WeihnachtSseiertag feiert dle Freie Turnerschast Rummelsburg und Umgegend im Etablissement„Ncu-Sceland-(Jnh Ww. Schmiert), Stralau, Kynaststraße, ihr diesjähriges W-lhnachtSvergnügen, bestehend in Konzert Theater und turneriichen Aulsübrungen. Ansang 6 Uhr. Eintritt 30 Pf. Alle Freunde und Gönner des Vereins stud hierzu freundlichst eingeladen. Schöneberg. Der Arbciterturnverein leiert seine diesiahrige Welhnachts- felcr am I. Feierng im Gescllschastshaus des Westens. Ansang abends vlliiktlich>/,C Uhr. Da die Tunier immer gern bei Arbeiterjejlcii milwirkcn, hosfeu fie auch ans llnttistützung der Arbeiterschaft. Der Schöncberger Männerchor(M. d. A.-b.-L.) veraustaltct am Mittwoch, den 25. Dezember, abens 6 Uhr, in den Reuen RathauSiälcn. Mcininger Str. 3, ein Weihnachtskonzert, bestehend in Gesang, Theater- Vorstellung und Vorträgen. Das Programm verspricht jedem Besucher einen geimkreichtn Abend. D-l der TiNlritlSpre!? nur lliählg ist nnd der Verein auch bei allen Parteisestlichkeiten mitwirkt, ist zahlreicher Besuch erwünscht. Williierodorf'Halcusee. Der Arbeiter-Radsahrcrverei»„Borwarls" sM. d. A.-R'B Salldarität) veranstaltet am l. Feiertag im Gesellschaft?. Hause. Wilhelmsaue 112. seine diesjährige Weihnachtsfeier, verbunden mit posier Spczlalttäienvorstellung. Freunde und Gönner des Vereins find eingeladen. Nieder-Schönhausen-Nlirdend. Der BildnngsauSichutz veranstalte am l. Wethnachte-feiertag im Elablissement„Sanssouci', Kaiser- Wilhelm- strahe 43, abends 71/. Ubr. einen heiteren Kunstabend. Mitwirkende: Herr Fritz Richard vom Deutschen Theater, Opcretteniängerin Fräulein Ella Moni»nd das strcichquaitett des Berliner TonkünsllcrorchesterS(Dirigent Fr. Hollfelder). Eintritt 40 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener sret. Rkinickendorf-Ost. Einen geselligen Abend für die arbeitende Fugend veranstalte« unter Mitwirkung der Jugendlichen selbst am l. Weihnacht?- feicrtag der Jugendausschutz ini Lokal von Brückner, Provinzstrafie Ecke Frühlingfiratze. Beginn nachmittags 5 Uhr. Um recht zahlreichen Zuspruch seitens der Jugendlichen und deren Eltern wird gebeten. Tegel-Borfigwalde. Der Verein.Jugendheim' veranstaltet am I. Feieriag im Lokal von Klippenstcin, Tegel, Spandaucr Slrafie, eine WeihnachlSfcicr mit reichhaltigem Programm, zu welcher um rege Betcili- gung gebeten wird— Saalöffnung 6 Uhr, Beginn 7 Uhr. Eintrilt für Er- wachlene 30 Pf. Jugendliche unter 18 Jahre 10 Pf. Adlershof. Eine Weihnachtsfeier veranstaltet die hiesige Arbeiterschaft am 3. Feiertag. Freitag, den 28. Dezember, abend? 8 Uhr. Programm: Festrede, Gcsangvorträae deS Gesangvereins.Frohsinn', Rezitationen. Per- losung guter Bücher. Zum Schluß: Tanz. Wir bitten um regen Besuw. Die Arbcitereltern werden gebeten, ihre Söhne und Töchter aus die Feier aufmerksam zu machen. Martendorf. Am ersten WeihnachtSfeiertag. abends Vi, Uhr. ver- onstattelt der hiesige Btldungsausschutz in Gemeinschast mit dem Arbeiter- gesangvercin eine Weihnachtsfeier mit künstlerischem Programm. Mit- wirkende: Fräulein Eisa Kardaetz vom Hostheater zu Metningen und Herr Emst Kühne vom Reiidenztheater zu Berlin. Hieran schließt sich ein ge- müllichcS Beisammensein. Eintritt 50 Pf. Billetts sind bei den Bezirks- sührern, in den Bczirkslokalen und den sonst bekannten Stellen zu haben. Das Konzert beginnt pünktlich 7'/, Uhr. Köpenick. Der Gesangverein.Männerchor' veranstaltet am ersten Weihiiachtsscieriag im Stadttheatcr ein Vokal- und Jnstrmnentalkonzert unter Mitwirkung der Konzert« und Oratoriensängcrin H. Friebrichs-Böhme, des großherzoglichen Musikdirektors Fritz Böhme, des Berliner Künstler- Quartett?(Direktor Alfr. Schorsch) und der Atrobatentruppe Lucca und Elsa. Anfang 7 Uhr. Der Verein bittet um gütigen Zuspruch. Ntederfchönciveidr. Der Vlrbeitcrturiivcrcin.Fnsch-Frei' veranstaltet am 1. Feiertag eine Weihnachtsfeier, verbunden mit StlstungSsest, im Restaurant„Kyfthäuser', bestehend in Konzert, turnerischen Ausführungen und Theater, unter Mitwirkung des Humoristen- und(Sesangs-Quartetts .Berliner Spoltvögei'. Eröffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Eintritt 30 Pf. Räch der Vorstellung: Tanz. Billetts find in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Treptow-Bauuischulenlveg. Der Turnverein„Jahn' veranstaltet am 1. Weihnachtsfeicrlag, abends 7 Uhr, In Speers Feslfälen, Jnh. Sauer, sein diesjähriges Weihnachtssest. Der Verein rechnet aus zahlreichen Besuch der Arbeiterschaft. Sozialdemokratischer Wablverein Jsriedrichshagen. illm ersten WeihnachtSfeiertag findet im Restaurant.Eiskeller", Friedrichstr. SS/97, ein Kuntrabend statt, bestehend au? Konzert, Rezitationen und Gesang. Eintrittspreis 40 Pf. Ansang 7 Uhr. Zossen. Der Jugcndausschuß veranstaltet am ersten WeihnachtSfeiertag, abends ü'/, Uhr, im Lokal des Herrn Scherler eine Weihnachtsfeier, bc- flehend aus Zitherkonzert deS Zitherkluls„Edelweiß' unter Leitung seines Dirigenten Herrn Stahlberg-Potsdam. Theater und Ball. ES wird aus regen Besuch dieser Beranstallung gerechnet. Jugendveranstaltunge«. FricdrichShagen. Am t. Feiertag, abends 6 Uhr, findet im„Eis- keller" ein Heiterer Kamstabend statt uno am 2. Feiertag gleichfalls abends 6 Uhr im Jugendheim eine Weihnachtsfeier. Emtritt zu beiden Veranstaltungen srei. Die Einwohner Friedrichshagens werden gebeten, ihre er- wachienen Söhne und Töchter aus das Jugendheim ausmerksam zu machen. Dasselbe ist geöffnet am Mittwoch. Sonnabend und Sonntag und bietet den jungen Leuten Gelegenheit zur Bildung und Unterhaltung. NowaweS. Die Arbeiterjugend wird am 3. W-IhnachtSfeiectag einen Elternabend im Jugendheim vcranstalien. Es finden statt: Rezitationen und komische Vorträge. Nach denselben gemütliches Beisammensein nnd Tanz. Eintritt srei. Anfang 8 Uhr. Die Teilnahme der Eltern ist sehr erwünscht, selbstverständlich auch deren erwachsene Töchter und Söhne will» kommen. Freireligiöse Gemeinde. Am 1. Deihnachtsseiertag, vormittag? 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 8: Vortrag von Herrn Dr. M. Brie.— Danicn und Herren als Gäste sehr willkommen. Arbettertourtstcnvereln„Tie Naturfreunde', Ortsgruppe Berlin. Donnerstag, den 26. Dezember(2. Weihnachtsseicrtag); Wanderung von Btrlenwcrder durchs Briesctal nach Sumt, Birkenwerder. Absahrt vom Stcttlner Bahnhos srüh 7.38 Uhr nach Birkcnwcrder. Arbeitrr-Waudervrrcin„Berlin". Wanderfahrt am Donnerstag, den 28. Dezember(2. Feiertag) nach Strausberg, Annatal, Bötzsee, Straus- sce, Stadt Strausberg(Mittagtrast im Gewe" Punkt für Nachzügler), Heg...... Absahrt srüh 7.2Z Uhr Marktbericht von Berlin am 31. Dezember 1913, nach Ermittelungen des königl. Polizeipräsidiums. 100 Kilogramm Weizen, gute Sorte 19,70 bi» 19,80, mittel 19.50—19.60, geringe 19,30—19,40. Roggen, gute Sorte 17,24— 17,30, mittel 17,12—17,18, geringe 17,00-17,06(ab Bahn). Futttcr. g erste, gut- Sorte 18,00—18,50, mittel 17,40—17,90, geringe 16,80—17,30. Has-r. gute Sorte 18,80-20,40, mittel 17,10-18,70(frei Wagen und ab Bahn). Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 30.00-50,00. Spciscbohncn, weiße, 36.00—50,00. Linien 35,00—60,00. Kartoffeln(Klcinhdl.) 5,00—8.00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,70-2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50—1,80. Schweinefleisch 1,60-2,20. Kalbfleilch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,, 50— 2,40, Butler 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,80— 7,20. 1 Kilogramm Karpien 1,20-2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40—3,80. Hechte 1,40—2,60. Barsche 1,00—2,40. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0.80-1.40. 60 Stück Krebse 3,00-2400. iiagi«agj«nrausoerg, ernnaiai, aojiec, isn.au-3- RiltagSrast im GewcrtschaftShause, daselbst Treff» /cgermühlc, Schlagmühle, Bahnhof Strausberg. lestscher Bahnhof. Gäste willkommen. Die Eheschließung unserer Tochter mit Herrn Karl l-aiiKe erlauben wir uns allen Verwandten, Kollegen und Genossen mitzuteilen. Familie Üitolt«. Gleichzeitig unseren besten Dank für übersandte Glückwünsche und Ge- schenke. 17666 Karl liance und Frau. (Anstatt Karten.) 21. 12. 1912. Todes-Anzeigen Durch ewen sausten Tod wurde am Sonnabend, den 21. De- zember. unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater und Großvater, der Buchdrucker ISA Lmst Krause im 66. Lebensjahre von langem Leiden erlöst. Berltn-Pankow, 24. Dezbr. lSl2. vis trauernden Hinterbliebenen. älargai-ete Rakowsky geb. Kranse. fieorg Kakowttky. iianit KrauHc. stlargarrte Krause geb. Holste. Reinhold Krause. Die Bestattung findet am Mittwoch. bcn 25. Dezember, nach- mittag« 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Zions- Kirchhofes in Nordend aus statt. �ypognapkis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Echrittjetzer-Jnvalide E:mst Krause am 21. Dezember im 66. Lebensjahre verborben ist. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die Mitglieder werden gebeten, dem Verstorbenen recht zahlreich daS letzte Geleit zu geben. Her Vorstand. Beerdigung siehe vorstehend. teto Melallartieiter-yerliand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfei MUglied, der Werkzeug- macher Karl Kotterkeidt Amsterdnwcrstr. 21, am 21. Dezbr. an Lungcnlciden gestorben ist. Ehre seiiiem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 24. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen» halle des St.-Sebastian< Kirch- Hofes in Rclnickendors, Humboldtstiahe, auS statt. Rege Beteiligung erwartet 135/7 Ote Ortsverwiltung. Am Sonnabend, den 21. Dezember, verstarb in Teupltz»ach langem schweren Leiden nnscr '~ llei lieber Kollege 1765b Franz Rasedag im 32. Lebensjahr«. Ehre setiicin Andenken! Die Kollegen der Bnchdruckerei Hempel u. Co. Die Beerdigung findet DienStag nachmittag 2'/, Uhr, ans dem Anslalts-Kirchhos in Teupt? statt. Danksagung. Für die warme Anteilnahme bei der Beerdigung mewes lieben Manne», unseres guten Vaters, des Stock- arbctterS kiekarä Kowarik tagen wir allen Freunden und Kollegen sowie der Firma Brinlmann unseren herzlichen Dank. Witwe Qertrad Kowarlk 56a nebst Kindern. Vefliand der Buch- nnd Steln- druekerei- Hiifsarlieiler und Arlieüerinnen Deutschlands. Ortsverwaltang Berlin. Am 21. d. M. verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Mitglied Nsx»iezterfell! im Atter von 44 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute DienStag, den 24. d. MtS.. nach. mittags'/,3Uhr, ans dem Thomas- Kirchhos in Neukölln statt. 28/20 vie Ortsverwaltung. Orts- Krankenkasse sür das lZMImiiöllegömbe zu Berlin. A<* Ii tillig! Die für Sonnabend, den 28. Dezember sestgesetzten Dclegiertenwahlcn zur obenbeuanuten Kasse finden nicht statt. 269/5 »er Vorstaad. Jnh. Zlax G'amin. 1. WeihnachtSfeiertag; TLeihnachtS- feier. Turnverein„Eiche", Tegel. Anfang 6 Uhr. 2. und 3. Feiertag: Großer Ball. Um sreundlichen Zuspruch bitte. Ha»<>>an>ai. IW Teilzahlung 1 Mark Grammophone Zithern Mandolinen Puppenwagen Fi B.Sehfflidt��nm�E.ag� 23 Heines Werke . I vSnd. 4 M-rt- Buchhandlung Vorwärt» ( t Humboldt-Akademie II ---=< i * i Das neue Yorlesungs-Terzeichnis ist erschienen; und in don Verkauisbnreaus und Buchhan dlungon nncntgeltllch zu haben, 1 ...............................'* ............... nie'"I l,l,,,.,tr.MIIII||ir||ltll'„.IIIHIIKII,!,,;,,.,!'!!! l Kuren in Ol. HomByer Untersuchung., Fäden I. Harn usw. füilickUli. öl.«NL». Spr. 10—2, 5—9, Sonnt. 11—2. Honorar in ästig, auch Tcilzahl. Separates Tamenzimmer. �3 Möllmanns 6-lchält, nebkt Vrtikel zur Gesundheits- u. Krankenpflege, /erbandslofle, ßummiwaren etc. Berlin K., Lothringer Str. 60. Lieferant tilr Krankenkassen Eigene Werkstatt. vr» �MWtulfltLk•fällliMldv 5t5 Prozent billiger um zu räumen. Möbclsabrik Cbauffeeslraße 49._ 281851 Küchen in den seinsten Farben und Ausführungen Chausseestraße 49. Polftermöbelfabrik perkaust Mo quett» und Plüschsosas staunend billig. Ueberzeugen macht wahr I Chaussee- straße 49 281851 Arbeiter-Mufterwohuungen.Für jedermann leicht erwerbbar, sehr billig, auch gebrauchte Möbel, gut erhalten, große Auswahl. Teilzahlung gern gestattet. Kaffenpreis Zntsvergülung, lletne Anzadlung, bequeme Abzad« Irntg nach Wunsch der Käuser. Gabbert Tischlermeister, Acker- straße 54. Kein Abzahlungsgeschäst. Einrichtung, Stube und Küche, 195,—, Einzelmöbel spoltbillig. Schneider. Pnnzennraße 98._* Billiger Weihnachtsvcrkaus. An- kleidcschränte,. Schreibtische, Wasch- büsette, Sosas, Garnituren 7b,—, Kleiderschränke 21,—, Wohnzimmer 125.—, Küche 40,—. Dwinatzti, Andreasstrage 30, geradeüber Markthalle�_ 272951* Moebel- Bocbel, Oranien- strase(Montzvlatz) 58, Fabrikgebäude, liefert als Spezialität: Ein- und Zioetzimtner-Eiiinchttmgett. Größte Auswahl. 9 Etagen in 2 Fabrikgebäuden. Billigste Preise. Ein Zimmer und Kücbc 234,—, 336,—, 409.—. 496,—, 566—, 655,- bis 1000,—. 2 Zimmer und Küche 448, 501.—, 571.—. 660,—, 773,—, 867,—, 991,— bis 2000,—. Schlas- zimmer 194,—, 270,—, echt Eiche 299,—, 350,—. 401,—, Wohnzimmer, nioder», 266,—, 318,—, 343,—, 403,—, Sveisezimmcr, echt Eiche, 343.—, 373,- 462,—, 571.-, Herrenzimmer, englische Bettstelle mit Matratze 42—. Trumeau, ge« schlissen 36,—, Plüschjosa 58.—, Umbau 50,—. Besichtigung ohne Stauf- zwang erbeten. 5 Jahre Garantie. Eventuell Zahlnngserieichterukigen. Geöffnet 8—8. Kein Laden. Bit- kauf im Fabrikgebäude. 2057K* Kinderitühle 0,50, verstellbare, auch Tmhenbänke. von 2,00 an, Spielwaten-Reslverkauj, jeden Preis. dlursürstenilraße 24. 27638* Anrichtcküche. 8 teilig mit mo- detnen Butzenscheiben. Büfett 110 cm kompkett SO,—. E not in preiswert. Fabrik stalitzerftraße 25, an der Hoch- bahn. 2741K* Möbel! Für Brnuiteule gmiittgste Gelegenheit, sich Möbel anzuichaffen. Mit kteinster Anzablimg gebe schon Stube und Küche, An jedem Stück deutlicher Preis. Nebervorteilung daber ausgeschlossen. Bei Krankbeits- fällen und Arbeitslosigkeit anerkannt größte Rücksicht. Möbelgeschäst M Goldslaub. Zoffenerstraße 38. Ecke Gneisenaustraße. 2901 K* Umzugshalber bis Ende De- zcmbcr: herrliche Nußbanmwtrlschast mit bildschönen Küchenmöbeln, Gas- kröne, Federbetten 195,—, Umbausosa 40,—. Trumeau 33,—. Avram, Neue Königstraße 66 1. Händler aus- geschlossen. 239/19* Musikinstrumente. PtaiiiiioS, Harmoniums. Flügel jeder Preislage, gebrauchte 120,00 an. Teilzahlung. Echercr, Ebaitssce- strage 105. 534K* Pinniiio, lveuzsaitig, 120,—(evtl, Teilzahlung). Zander. Tnrmstraße 9. Nuffbaiimpianino. elegante Aus stattung, Klügelton, Elsenbeintasten, billig verkäuflich Fischer, Charlotten- bürg, Kaiser Frjedrilhstraßc 47 Sprechiitoschtnen, Teilzahlungen, erstklassige Konzertapparate. Jnva- lidenstraße 20, Wilhelmshavener- straße 73, Eckhaus Turmstraße. 12* Trichterloses Prachtgrammophon spottbillig. Drews, Schiiemunn- slruße 19. 295/12 Salongrammophon.Platten, 16.—. Brandt. Große Franlsurlerstraßc 121, Seitenflügel. 295/15 Harmonium 90,—, Tnnnstroße 9, Zander. 295/20* Bilder. Bilder. Sie kansen Bilder nirgends billiger als direkt Fabrik bei Bilder- Bogdan, Weinmeistei straße 2. 2248K Bilder, billigste Bezugsquelle, solide Preise sür Einrahmungen, Große Franksurterstraße 64.+2* Fahrräder. 4>ecreufabrra&. Dameniahrrad, Mädchensahrrad, Knabensahrrad, wie neu. 35.—. Holz. Blumetiitraße 44 Fahrräder. Teilzahlungen, größte Auswahl, billigste Preise. Lothringer- straße 40. Filialen: Steglitz, Schloß- 'trage 116. Wilmersdors, Uhland- straße 100. Charlottenburg, Kant- straße 57. 1203k* Fährradvertrieb.Groß-Bcriin' hat in seinen Geschäften Neue Schön- bauserslraßc 9. Brunnenstraße 145, Badstraße 9, Müllcrstraße 13, Turm- straße 25, Chariottcnburg, Spandauer- berg 29. allergrößte Aus loa hl und kolossal billige Preise. Beste Bezugs- quelle sür jedermann. Neue Fahi- rüder, ohne Gummi 29,— an, mit Gummi 35,—, 42,—, 48,—, 55,—. Gebrauchte 10,— an. Lausdeckcn 1,75 an. Gebirgsreisen mit extra starker Lausfläche 4,50, 5,50, 6.50, Lustschiäuchc 1,75, 2,25, 3,—, Sättel 1,45, Karbidlateinen mit groxer Blende 1,50, 1,75, 2.25. 3,50. Lcl- laterncn 0,65, 1,—» Rucksäcke 0,60, Gepäckträger 0,60, Pedale 0,65, Stetten 0,95, Engländer 0,20, Schraubenzieher 0,05. Reparaturen in eigenen Werkstätten gewissenhast, schnellstens und billigst. E.nailllerung 3,50, Vernickelung. Elelirische Taschen- lampen und Taschenfcucrzetige._* Brennaborrad. neue Bereisung, 15,00. Schräder, Weberstraße 42. Kaufxesucke. .Höchstzahlend, Metalle, Zahn- gebisse. Platinabsall. Gold. Silber, Ouecksilbct.MctallschiqclzeEhtistiottat, Köpenickdrstraße 20a(gegenüber Manleuffelstrage). Platinabsälle, Gramm 5,70. Alt- gotd, Silber, Zabngcbisse. Stanniol, Quecksilber bis 3.85, Blattgold, Kehr- gold kaust höchstzablend Blümel, Schmelzerei, Auguslstraßc 19 III._* Zahngebisse, Zahn bis 1,00, Pia- tinabsällc, Goldankaili. hochstzahlend. „Geldkontor". Holltnaunilraße 30.| Goldschmelze. Altgold, Altsifbcr, Gebisse, Platina, höchste Preise. Goldschmied Bruckard. Mulackltr. 22. nahe Rosenthalerstraße._ 1513b* — Koufe Frauenhaare, auSgc- kämmte. Zable höchste Preise. Kaska, Zöpsefabrik, Rixdors, Erkffratze 3.* Zahngebisse, Zahn bist. 25, Plattn» absälle 5,75, Goldsachen, Stlberiachen, Kebrgold, Goldwatten, Quecksilber 3,80, Stanniolpapier, Zinn 3,75, Kuvser 1,30, alle„Metalle" höchst» zahlend. Sdelmetall-Einkaussbureau Weberstr. 3l._ 2691 K* Zahngebisse in Kauffchuk, Gold, Stlbcr und Platina kaust pro Zahn bis 50 Psennig und sür Platin zahlt (den höchsten Preis Blumenreich Btunnenstraße 3, amRosenthaler Tor (Telephon.)_ 76351* Goldsachen, Brillantringe, Brillant- lolliers, Damcnuhren. Herrenuhren, Ketten, sehr billig. Leihhaus, Neue Schönhauserflraße 11.__ 254/14 Zähiigcbisse. Platinabsälle, Alt» gold, Silbersachen, Ackerstraße 174. l�nterrickt. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort. geschrittene, einzeln oder im Zirkel, wird englischer Unterricht erteilt. -Auch werden Uebersctzungen an- gefertigt. G. Swienty- Liebknecht Ebarlotlenburg, Stuttgarterplatz 9 Gartenhaus III. 4451* VerscMeclenes. Festdichtungeu. surterstraße 67. Große Frank- 1973g* Kunst itopserei von Frau Kotosky Schlackteniee. Stnrstratze 8 III. Pfandleihe Heinersdorserstraße 14. nahe der GrcisSwalderstraße. 1098b* Patentanwalt Weffel, Giffchtnet» strage 94a._ Patentanwalt Müller, Gttlchinct» straße 81._ 243951« Knnststopferei Große Franksnrter- straße 67. 2399K* Vermietungen. Limmer. Möbliertes Vorderzimmer, se» parat, 15 Mark, Großmann, Nett» kölln, Jansastraße 4, 2. Etage, f-141 Möbliertes Zimmer, separat. vermietet Lausitzerstraße 45, vorn lll links. r14 Damcnztmmer, Borsigstraße 30. Seitenflügel. Buske. i-3 Liehlskstellen. Möblierte Schlafstelle. Auert, Neukölln, Heidelbergerstraße 37. Portal 2. si14 �rbeitsmarkt. Ltellenanxehote. Grldschrankschloffer, selbständiger Arbeiter, verlangt Lindencr, Gollnow- straße 43. 1732b' teWiig! llbiissdeüss. Wegen Streik oder Sohn» diiserenzeii lind gesperrt: FiirKIntcnniaflicp die Firma Conlnlck& Co., Rcichen- berger Str.lö», sowie sämtliche Betriebe in Hamburg. Das Berliner ArbettSwistigen- vermittelungsbiirca« d. gelben »HandwerterlchnuverbandeS*. Arbeitsnachweis d. Stellmacher- innung und der Wagenfa)>r>- kanten, Kaiser-Franz-Grenadier« Platz. Zuzug ist streng sernzuhalten. vie Ortsvcrwaitung Berlin des Deutschen Holzarbeiteiwerbandes. »OS! Buehdrueker, Wege» Nichtanerkennung des Tarifs u. Mastregelung des Bertrauensmanus hat da» gesamte Buchdruckpersonal der Firma kuißoß? die Arbeit niedergelegt. Jeder tariftreue Gehilfe hat die Finna zu meide».> 'Albert Msssitii, sec«än»ectrttcf. Kxlatttwortlicher Rehalleur: Alsrkd Wielepp, Aieuköllii, Für deg Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Aerlin. Druck». Verlag: Borwartt Buchoruckerei u- PertagSanjlalt Paul Singer u. Co., Berliv Sffi